Nr.436 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 222 Bezugspreis: öchentlich 70 Goldpfennig, monatlich B,- Goldmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, Gaar- und Memelgebiet, Desterreich, .Litauen, Lugemburg 4,50 Goldmark, für das übrige Ausland 5,50 Goldmar pro Monat. Der ,, Borwärts" mit der Sonntags beilage ,, Bolt und Beit" mit ,, Gied. lung und Kleingarten", sowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und Frauenbeilage Frauenstimme erfcheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialbemokrat Berlin* Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Goldpfennig 100 Milliarden Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. geile 0,70 Goldmart, Reklamezeile 4. Goldmart. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 0,20 Gold. mart( auläffig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 0,10 Goldmart. Stellengesuche das erste Wort 0,10 Goldmart, jedes weitere Mort 0,05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. 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Der Völkerbund habe das seine getan, jetzt müsse endlich Deutschland sprechen. Der Korrespondent frags: ferner, ob während der Landones Konferenz tatsächlich niemand mit dem Außenminister Stresemann über Deutschlands Eintritt in den Bölferbund gesprochen habe, wie in einer offiziellen deutschen Berlaufbarung mitgeteilt wurde. Lord Parmoor erklärte: 3ch oerstehe diese Behauptung nicht. Herr Strejemann hat in meinem eigenen Landhause lange Zeit mit Herrn Prof. Gilbert Murray, dem jezigen Führer der englischen Delegation in Genf, das gauze Problem eingehend besprochen. Ebenso habe ich selbst mit Herrn Dr. Stresemann eine entsprechende Unterredung gehabt, über die ich aber feine Einzelheiten geben will, um Herrn Stresemann nicht entgegentreten zu müssen." Der übliche Kuhhandel. Paris, 15. September.( Eigener Drahtbericht.) Der„ Paris Goir" bemerkt zu der Berliner Nachricht über die Bertagung der deutschen Kabinettsentscheidung bezüglich der Kriegsschuldnote: Wir stehen vor einem Rüdzug des Reichsaußenministers und einem neuen Ruhhandel zwischen den Regierungsparteien. So ist es in Deutschland üblich: Im Augenblick, wo ein Konflikt zu einer Entfcheidung gelangen könnte, wird seine Erörterung vertagt. Die Sicherheitsfrage. Genf, 15. September.( WTB.) Heute vormittag fanden offiziöse Be sprechungen zwischen Lord P'armoor, Loucheur nno Beneich über eine Kompromißformel in der Sicherheitsfrage statt, die gegenwärtig von dem Unterausschuß der dritten Kommission der Völkerbundsversammlung beraten wird. Durchführung der Amnestie. Eine amtliche Erklärung der Reichsregierung. Amtlich wird mitgeteilt: In der deutschen Deffentlichkeit hat sich in lezter Zeit eine gewisse Beunruhigung wegen der Durchführung der auf der Londoner Konferenz vereinbarten. Am nestie bemerkbar gemacht. Hierzu ist folgendes zu bemerken: Auf deutscher Seite find die Londoner Amnestievereinbarungen mit der Annahme des Londoner Schlußprotokolls durch den Reichstag und die Veröffentlichung im„ Reichsgesetzblatt" deutsches Reichsgesetz geworden und in Kraft getreten. Nach französischem Recht bedurfte es nach Annahme der Londoner Beschlüsse durch das franzöfifech Barlament noch besonderer Anweisungen an die ausführenden Organe. Diese Anordnungen von franzöfifcher die ausführenden Organe. Diese Anordnungen von franzöfifcher Seite sind ergangen. Am 5. September hat damn, wie bereits in der Presse befannt gegeben wurde, General Degoutte an die Divisionen Anweisung gegeben, die politischen Gefangenen sofort in Freiheit zu setzen. Damit sind auf deutscher und auf franzöfifcher Eeite die Grundlagen für die Durchführung der Amnestie geschaffen. Tatsächlich wird die Amnestie auch von beiden Seiten durchgeführt. Es ist schon früher mitgeteilt worden, daß im Ruhrgebiet 57 Straf. und Untersuchungsgefangene sowie in Zwei brüden 8 Gefangene in Freiheit gesetzt worden sind. Inzwischen find außer dem Kapitänleutnant Andler, Eisenbahnoberinspettor Gottfried und Polizeiamtsgehilfe Brauer, die zu den seinerzeit in das Gefängnis von St. Martin de Ré verbrachten Gefangenen gehören, noch eine größere Anzahl von Gefangenen entlassen worden, und zwar in Wiesbaden alie politischen Gefangenen. Im ganzen sind bisher, wie auch die französische Regierung der deutschen amtlich mitgeteilt hat, 145 Straf und unter fuchungsgefangene der Freiheit wiedergegeben und 760 schwebende Berfahren niedergeschlagen worden. Weitere 100 Entlassungen stehen unmittelbar bevor. Hieraus geht hervor, daß die Durchführung der Amnestie, die anfänglich nicht mit der wünschenswerten Schnelligkeit erfolgt ist, sich nunmehr in vollem Gange befindet. Es versteht sich ganz von selbst, daß alle an der Durchführung der Amnestie, beteiligten deutschen Stellen vom ersten Augenblid an alle Anstrengungen gemacht haben, um die fofortige Ingangjezung der Freilassungen zu betreiben. Wenn sich zunächst die Dinge nicht so schnell entwickelt haben, wie es den Wünschen und Bemühungen der Reichsregierung im Interesse der Gefangenen entsprochen hätte, so ist das darauf zurückzuführen, daß es einer gewissen Zeit bedurfte, bis die von französischer Seite ergangenen Anordnungen bis in die lehte an der Durchführung der Amnestie beteiligten Instonz durchgedrungen und alle entstandenen Zweifel durch Rüdfragen geklärt waren. Die beteiligten Deutschen Stellen verfolgen die Durchführung der Amnestie auf das genauefte und werden alle etwa auftretenden Hemmungen zu be feitigen fuchen. | Deutsch- belgische Verhandlungen. Montag haben die deutsch- belgischen Wirtschaftsberhandlungen begonnen. Der deutsche Bevollmächtigte, Ministeriaidirektor von Stod hammern, begrüßte die unter Führung des belgischen Gesandten erschienene belgische Delegation namens der Reichsregierung und ſfizzierte das Programm der Verhandlungen. Der belgische Gesandte Graf della Faille er= widerte seinerseits die Begrüßung namens der belgischen Delegation. Im weiteren Verlauf der Sizung einigte man sich über das Programm der Berhandlungen und vereinbarte die nächste Sigung für heute nachmitta Die Kämpfe im Kaukasus. Allgemeine Aufstandsbewegung. Paris, 15. September.( WTB.) Die Gesandtschaft von Georgien in Paris hat eine Depesche des Inhalts erhalten, daß die Tunnels zwischen Batum und Tiflis gesprengt worden find. Die Aufstandsbewegung dehne sich im Norden des Kaufajus weiter aus und nehme im ganzen Kautajus einen allgemeinen Charakter an. Rußland will keine Vermittlung. Genf, 15. September.( Eigener Drahtbericht.) Die Sowjetregierung hat das Angebot des Völkerbundes auf Vermittlung zwischen Rußland und Georgien abgelehnt. Die aufständischen Georgier haben nach hier vorliegenden Meldungen aus Konstantinopel alle sechs Provinzen von Georgien in ihrer Gewalt. Auch die Einnahme von Kutais wird bestätigt. Besonders heftige Kämpfe werden an der Eisenbahn zwischen Tiflis und Batum ausgefochten, wo die Aufständischen, um den Nachschub für die Sowjeffruppen zu verhindern, einen Tunnel zerstört haben. Tiflis eingenommen? Konstantinopel, 15. September.( EP.) Die türkischen Zeitungen melben, daß Tiflis von den aufständischen Georgiern eingenommen worden sei. Casalinis Beerdigung. Faschistenausschreitungen in Rom. Rom, 15. September.( EP.) Die Beerdigung des ermordeten Abgeordneten Casalini hat sich in aller Ordnung voll zogen. Mussolini folgte dem Sarge mit allen Regierungsmitgliedern und etwa 200 Abgeordneten aller Parteien. Nach der Bestattung Casalinis unternahmen starke Abteilungen von Faschisten Kundgebungen gegen das„ Giornale d'Italia", dessen Redaktion mit Steinen beworfen wurde, wobei einige Scheiben in Trümmern gingen. Andere Abteilungen versuchten gleichzeitig in die Verlagsgebäude des„ Mondo" und des fatholischen" Popolo" und der anderen römischen Oppositionsblätter einzubringen. Kavallerie und Fußtruppen hielten jedoch die Demonstranten auf und trieben sie auseinander. Die Polizei nahm einige Verhaftungen vor. Die Räume des Typographen bundes und der sozialistischen Partei wurden verwüstet. Die Polizei nahm auf Grund der über die Beweggründe zur Ermordung Casalinis angestellten Untersuchung die Verhaftung von drei Freunden des Mörders Corvi vor, die als Aufwiegler bekannt waren und mit ihm in Briefwechsel gestanden haben. Die Zerstörung der„ Giustizia". Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36- Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depojitenkajse Lindenstraße 3 Der Berliner Pakt. Das Abkommen der Volkspartei mit den Deutschnationalen vor dem Forum der Jurisprudenz. Bon Justinian. Die Redaktion des„ Borwärts" hat mich ersucht, den geschlossenen Vertrag vom 29. August dieses Jahres unter zwischen der Deutschen und der Deutschnationalen Volkspartei die juristische Lupe zu nehmen. Ich war zunächst geneigt, meine Dienste mit dem Hinweis darauf abzulehnen, daß dieser Vertrag kein unter das Bürgerliche Gesetzbuch fallendes Gebilde, sondern ein sogenanntes gentlemanagreement( ein Abkommen unter Ehren= lange dauerndes Nachdenken zur Aenderung meiner Ansicht männern) sei. Indessen hat mich ein nicht allzu veranlaßt, da es den Unterhändlern offenbar an den für eine solche Einigung unerläßlichen persönlichen Eigenschaf ten fehlt. Ich nehme also den Auftrag der Redaktion an. Der Vertrag der beiden Rechtsparteien ist in dem be= tannten von Herrn Curtius( merkwürdig, welche magische Anziehungskraft Abgründe auf Träger dieses Namens ausüben) entworfenem Schreiben niedergelegt, in dem die Deutsche Volkspartei erklärt: Uebernimmt die Deutschnationale Bolkspartei die Verantwortung für das Zustandekommen des Londoner Pattes mit uns, wird die Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartei mit allen Mitteln auf einer ihrer Bedeutung entsprechenden Teilnahme der Deutschnationalen an der Reichsregierung bestehen. Die Uebernahme der Verantwortung und eine Anzahl Ministerposten sind also in das Verhältnis von Leistung und Gegenleistung gebracht. Als Angeld empfingen überdies die Deutschnationalen das Versprechen der Anfechtung des Bekenntnisses der deutschen Alleinschuld am Weltkriege. Sie haben hierauf offenbar deshalb Wert gelegt, damit die Deutsche Volkspartei in die Koalition nicht minder blamiert hineingehe wie sie selbst. Der Vertrag zwischen den beiden Parteien ist ein gewagter Bertrag, auch in juristischer Beziehung. Gegen eine Borleistung der Deutschnationalen haben die Volksparteiler daß ihre Partner zur Teilnahme an der Reichsregierung zulediglich versprochen, mit allen Mitteln darauf hinzuarbeiten, gelaffen werden. Der Vertrag ist sogar sehr gewagt, denn die Bolkspartei hat natürlich nichts als die Anwendung geistiger Mittel zugesagt. Und es war von den Deutschnationalen sehr leichtsinnig, das Heil davon zu erwarten, daß eine von Herrn Scholz angeführte Fraftion sich für die Erreichung des ihnen erstrebenswert erscheinenden Zieles einzusehen versprochen hat. Herr Scholz ist nur auf dem Gebiete der praktischen Anwendung der Pensionsgesetze zum eigenen Nugen eine unbestrittene Autorität. Wie nun, wenn das 3entrum, ohne das der Bürgerblock nicht geboren werden kann, sich daran erinnert, daß es vor kurzem erst von dem führenden Organ der Deutschnationalen als ,, wesenloser Schwamm" und übler Kriegsersatz einer wirklichen deutschkatholischen Partei" bezeichnet worden ist, und durch die Ablehnung einer politischen Gemeinschaft mit den Hergtmannen einen noch höheren Grad von Ehre und Reinlichkeitsgefühl beweist als er der Deutschen Volkspartei eigen ist? Dann haben die Deutschnationalen ihre 50 Broz. Stimmen umsonst geopfert, denn aus der Gewagtheit des Geschäftes folgt, daß sie ihre Leistung nicht anfechten tönnen. Sie würden es übrigens auch sonst nicht tun, denn sie sind viel zu froh über die Annahme des Eisenbahngefezes. Der Vertrag gibt den Deutschnationalen nur einen Anspruch auf ein Handeln der Deutschen Bolfspartei, nicht aber ein Recht zum eigenen Handeln. Wenn daher am Tage nach seinem Abschlusse Herr Her gt beim Reichskanzler erschien, Mailand, 15. September.( Eigener Drahtbericht.) Der von um ihm die seidene Schnur zu überreichen, so kam darin einden Faschisten durch die Zerstörung der„ Giustizia" angerichtete mal ein starkes Mißtrauen gegen die ErSchaden ist sehr groß. Obwohl das Haus durch zehn Schutz füllungsbereitschaft oder Erfüllungsfähigkeit seines beamte bewacht wurde, gelang es einem gewaltigen Haufen, der die Vertragspartners zum Ausdruck, und ferner lag darin verFensterscheiben zerschlug, fich Eingang in die Verwaltungsräume botene Eigenmacht. Es wird nicht berichtet, daß Herr Marg, des Blattes zu verschaffen. Hier wurden die Möbel zerstört, wozu er das Recht gehabt haben würde, dem deutschnatiodie vorhandenen Bücher auf den Hof geworfen und dort unter nalen Führer durch eine Fußbewegung als fonkludente HandAbsingen faschistischer Lieder verbrannt. Die sofort alarmierte poli- lung den Wunsch zu erkennen gegeben hat, von seiner Gegenzeiliche Verstärkung traf erst ein, nachdem die Zerstörung verwirt wart befreit zu werden. Bermutlich hat ihn der Gedanke licht war. Nicht einer der Attentäter wurde festgenommen, so daß an die Nutzlosigkeit einer solchen Anstrengung davon abge= fie gemeinsam ihr Zerstörungswerk fortsetzen fonnten. Von dem halten. Die Reichskanzlei hat nämlich auch eine Hintertreppe. Verwaltungsgebäude aus drangen die Faschisten in die Druckerei Herr Hergt war also, das läßt sein Besuch erkennen, der ein. Hier vernichteten sie vier Linotypemaschinen. Ansicht, daß seine Partei durch ihr Verhalten bei der AbBevor der eigentliche Sturm auf unser Parteiorgan begann, ſtimmung über das Eisenbahngesetz den Anspruch auf die waren bereits einige Zeitungsfioske, deren Eigentüuer der sozia- bedungene Gegenleistung erworben habe, und wollte listischen Partei angehören, zerstört worden. Auch die Freitassieren. Nun haben aber doch nur 50 Proz. seiner maurerlogen blieben vom faschistischen Terror nicht verschont. Freunde das Gesetz in der entscheidenden Abstimmung anHier wurden ebenfalls sämtliche Möbel vernichtet und die vor- genommen, während die anderen 50 Broz. es abgelehnt handenen Schriftstücke bzw. Bücher zerrissen. haben. Die Frage, ob auch nur die 50 Broz. Zustimmenden damit ein: Mitverantwortung für die Ausführung des Londoner Patts übernommen haben, kann dabei uner= örtert bleiben. Wie mag Herr Hergt zu der Ansicht kommen, daß eine 50prozentige Leistung den Anspruch auf eine 100proörtert bleiben. Wie mag Herr Hergt zu der Ansicht kommen, zentige Gegenleistung gewährt? Offenbar denkt er an den Abjazz 2 des§ 320 BGB.: Handelsminister teilt offiziell mit, daß vom 21. September Die Wirtschaftseinheit mit dem Rheinland. Der franzöfifche Mitternacht ab in den besetzten Gebieten der deutsche 3011, Handelsminister teilt offiziell mit, daß vom 21. Geptember tarif wieder in Kraft tritt. Er fordert deshalb die franzöfifchen Handelstreise auf, zu diesem Zeitpunkte ihre Waren zu verzollen. Ist von der einen Seit« t e i l w e i s« geleistet worden, so tonn die Gegenleistung insoweit nicht verweigert werden als die Ver- Weigerung nach den Uinständen, insbesondere wegen Verhältnis- mäßiger Geringfügigkeit des rückständigen Tei- l e s gegen Treu und Glauben verstoßen würde. Die Anwendbarkeit dieser Bestimmung will mir indessen Zweifelhaft erscheinen. Denn unter den Neinsagern war Herr Hergt selbst. Die Bescheidenheit dieses hervorragenden Mannes ist bekannt. Man sagt, sie sei der Grund, weshalb er sich unter seinen außer in Revolutionszeiten sehr anmaßen- den Freunden nur geringer Beliebtheit erfreut. Und hier geht sie in der Tat zu weit.'Ein Teil der Fraktion, dem Herr Hergt angehört hat, darf unter keinen Umständen als ver- hältnismäßig geringfügig, also als geringwertig bezeichnet werden. Verstößt das Abkommen gegen die guten Sitten? Un- leugbar wird man bei seiner Lektüre sofort daran erinnert, daß das Bürgerliche Gesetzbuch es abgelehnt hat, die Gültig- keit der Provisionsanfprüche der Heiratsver- mi t t l e r anzuerkennen, weil sie ihm unsittlich erschienen. Es wäre schmerzlich, wenn die juristische Objektivität zur Be- jahung der aufgeworfenen Frage nötigen würde. Man ver- gegenwärtige sich nur, welchen erhabenen Zwecken der Ver- trag dienen soll. Hergt, Graf Westarp, Tirpitz sollen Minister werden, und Siresemann soll es ewig bleiben.„Blüh' im Glänze dieses Glückes!" würde man dem deutschen Volke nach der Erreichung dieses Zieles der hohen vertragschließen- den Teile zurufen können. Herr Hergt, der durch die Un- trüglichkeit seiner Kriegsprophezeiungen jede mit ihm konkurrierende Wahrsagerin, ganz gleich, ob sie die Zukunft aus den Karten oder aus Kaffeegrund las, zur Verzweiflung gebracht hat, Herr Graf Westarp, der seine hohe siaats- inännifche Begabimg während des Krieges durch die Bekun- dung seines Herzenswunsches bewiesen hat, daß Oesterreich einen Sonderfrieden schließen möge, damit Deutschland von der Notwendigkeit befreit werde, auf den Bundesgenossen Rücksicht zu nehmen, und der dann in den Revolutionstagen sich als das Urbild deutscher Tapferkeit gezeigt hat. m der Reichsregierung I Wie rasch würde dann alle Not vorüber sein! Und wie würde es im Gebälk der Entente krachen, wenn Herr Tirpitz feine staatsmännische Tätigkeit wieder auf- nehmen könnte! Vor allem aber: Stresemann soll uns durch die Versöhnung mit den Deutschnationalen erhalten bleiben! Die überragende Bedeutung dieses Mannes wird in Deutschland immer noch nicht genügend gewürdigt. Ein französisches ' Sprichwort sagt, daß nur die Dummköpfe niemals ihre An- ficht wechseln. Wenn hieraus im Wege des.�.rx-umentum * oäwtrario(der Folgerung aus dem Gegenteil) zu schließen ist, daß häufiger Gesinnungswechsel das Kennzeichen großer Klugheit ist, so muß Herr Stresemann genial sein. Während der Kriegszeit war er begeisterter Annexionist und Vater- landsparteiler. Seine nationalsoziale Vergangenheit hatte er völlig vergessen. Nach dem Zusammenbruch suchte er seine, die Nationalliberale Partei, mit der Fortschrittlichen Volkspartei zu einer großen Demokratischen Partei zu- sammenzuschweiße». Bei den Gründungsverhandlungen er- klärte er bescheiden, er sehe ein, daß er vielzu sehr kom- p r o m i t t i e r t sei, um in der neuen Partei schon in den ersten Jahren eine führende Rolle spielen zu können. Nur estie sichere Kandidatur erbat er für sich. Dagegen erhob der verstorbene Max Weber mit Erfolg Widerspruch, und so kam e< daß Herr Stresemann nicht Demokrat wurde, sondern die Deutsche Volkspartei gründete. Seine Abkehr von der Demo- kratie war so vollständig, daß er der jungen Republik das Budget verweigerte und die Weimarer Verfassung ablehnte. Selbstverständlich war er auch wütender Gegner der Erfllllungspolitik. Nach einigen Jahren aber er- kannte er, daß ein besiegtes Volk, das sich von Ketten befreien will, den Weg der Erfüllung beschreiten muß und wurde der Kanzler des Kabinetts der Großen Koalition. Als die sozial- demokratischen Mitglieder seines Ministeriums dieses ver- ließen, versicherte ihnen Herr Stresemann, daß er dem Ge- danken der Großen Koalition treu bleibe.„Ich würde gewissenlos handeln, wenn ich mich dazu hergäbe, den Bürgerblock zu förder n", rief er pathetisch aus. Und auch an der Erfüllungsbereitschaft und der Fortsetzung der Versuche, zu einer Verständigung mit dem damals noch poincaristifchen Frankreich zu gelangen, hielt er fest. Seine deutschnationalen Freunde von heute würden staunen, wenn sie wüßten, wie weit Herr Stresemann hierin gegangen ist. Wenige Monate später schloß er seinen Pakt mit den Deutschnationalen, der zum Bürgerblock führen soll. Herr Stresemann weiß genau, daß der Londoner Vertrag durch ein Kabinett mit deutfchnationalem Einschlag sabotiert werden würde, er weiß, daß ein solches Kabinett die Politik der Be- freiung durch Erfüllung, die er bisher für richtig hielt, weder führen kann noch will. Gleichwohl hält er den Deutschnatio- nalest den Steigbügel. Als guter Christ vergißt er dqbei, daß einer ihrer Führer vor kurzem ihm den hanebüchenen Vorwurf gemacht hat, er lasse sich bei seinem volitischen Han- deln von der Rücksicht auf den Geldbeutel seines jüdischen Schwiegervaters leiten, und daß die Deutschnationale Partei den Verleumder, der ihm die persönliche Ehre zu rauben suchte, mit einem Reichstagsmandat belohnt hat. Wer wollte also leugnen, daß das Heil Deutschlands es erfordert, daß neben Hergt, Westarp und Tirpitz auch Strese- mann, dieser bisher noch jeder seiner wechselnden Ueberzeu- gungen treu gebliebene Mann, als Reichsminister wirkt! Und doch darf der Jurist sich bei seinem Urteilsspruch über den Pakt Stresemann-Hergt von den glänzenden politischen Aus- sichten nicht blenden lassen, die die Erfüllung dieses Paktes eröffnen würde. Der Vertrag verstößt, ich sage es mit Kummer, gegen die guten Sitten. Nicht die Konsequenzen, sondern der Inhalt eines Vertrages find für die Frage maßgebend, ob er mit der Sittlichkeit vereinbar ist. Das Abkommen vom 29. August legt den Deutschnationalen nicht die Verpflichtung auf, in Zukunft Erfüllungspolitik zu treiben. Sie dürfen sie nach wie vor bekämpfen, sie dürfen sie sogar unmöglich machen. Die einzige Leistung, die sie zu übernehmen hatten, war, daß sie zur Sicherung der ver- fassungsmäßig nötigen Zweidrittelmehrheit 49 Abgeordnete abkommandierten, die sämtlich Gegner des Eisenbahngesetzes waren, aber für dasselbe stimmten gegen das Versprechen. einigen ihrer Führer Ministerportefeuilles anzuvertrauen. Wahrlich, die Verträge, durch die einst deutsche Fürsten ihre Lande skinder als Sol- daten an England verkauften, sind ein Muster von Sittlichkeit gegen diesen Patt, für den es im Strafgesetzbuch sicher nur deshalb an einer Strafbestimmung fehlt, weil die Phantasie des Gesetzgebers nicht dazu ausgereicht hat, an die Möglichkeit eines solchen Vertragsschlufses unter Parteiführern zu denken. Der Pqkt ist also nichtig. Man könnte auch daran denken, dem Anspruch der Herren Hergt und Graf Westarp auf Ernennung zu Ministern der Republik den speziellen, den Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches im Abschnitt „Bedingungen" entnommenen Einwand entgegenzustellen, daß sie selbst durch ihre Neinabstimmung gegen das Eisen- bahngefetz alles getan haben, um die Erfüllung der Bedin- gung, unter der der Bertrag geschlossen war, zu vereiteln. Gegen diesen Einwand würden sie aber schlagend replizieren, daß es ihrer Zustimmung zur Durchdringung des Gesetzes nicht bedurft habe, und daß sie anderenfalls gern das geringe Opfer ihrer Ueberzeugung gebracht haben würden. Die Deutsche Bolkspartei würde also die Erfüllung des Paktes mit den Deutschnationalen aus guten Rechtsgründen verweigern können. Tatsächlich denkt sie ober nicht daran, den unsauberen Handel zu zerreißen. Sie ist von dem Wunsch erfüllt, in der Republik die ehrenvolle Stellung wieder zu er- langen, die die Nationalliberale Partei unter Bismarck be- hauptet hat. Der Kultus der Ahnen erfordert es ihrer An- ficht nach, daß auch sie, sich an die Wand drücken läßt. „A jeder Mensch hat halt a Sehnsucht", heißt es bei Anzen- gruber. Peter Purzel bei Sollmann& Co, von ihm selbst erzählt.— Mitgeteilt von Carl Dantz. Weil Vater bloß drei Tag« in der Woche arbeitet, und weil wir zu Hause mit Sechsen sind, und weil Mutter sagt, daß wir sonst ver- hungern müssen, habe ich«in Stelle angenommen. Drei Geschäft« standen den Morgen im Blatt. Aber bei Lahmann u. Sohn wollten sie keinen Schuljungen, und in der Hansa-Drogerie die scharfen und giftigen Sachen anfassen, das war nichts Genaues. Zuletzt habe ich bei Bollmmm u. Co. angenommen, wo ich Kaffee austragen soll. Herr Bollmann ist mächtig genau und streng«. Ich muß jeden Nach- mittag drei Stunden mit dem Tragkorb los, aber dafür soll ich auch einen ganzen Dollar die Woche verdienen. Ich habe auch Lust zum Austragen. Das ganze Haus riecht nach frischgebranntem Kaffee. Da habe ich gedacht, hier müssen Tante Sophie und Tante Anna nial her, da kriegen sie gleich das Schnacken und essen einen ganzen Topfkuchen dabei, auf. Mein Korb stand schon gepackt, und eine neu« Mütze lag dabei, daran steht: Trinkt Kaffee von Bollmann u. Co. Herr Bollmann sagte, ich muß sie scuber halten, damit die Leute es immer lesen können.' Wenn der Korb einmal zu schwer ist, soll ich mit dem Handwagen los. Diesmal konnte ich ihn noch eben tragen. Ich kriegte ein kleines Buch mit, darin steht die Kundschaft und wo sie wohnt. Es war heiß, und mir ist der Schweiß nur so vom Gesicht her- untergelaufen. Ich habe aber gedacht, in jedem neuen Haus« wird der Korb leichter. Wie schon ungefähr 20 Tüten raus waren, hat eine Frau den Korb aufgehoben und gesagt: Jung«, das ist ja eisie Last für einen Erwachsenen! Was die wohl denkt, als ob ich leine Muskeh, hätte! Beim Lichtspielhaus„Nordstern" habe ich mich«st mal ver- schnauft und das Programm gelesen. Wenn man Geld verdiant, kann man doch auch mal ins Kino gehen. Da kam gerade Hermann Frccfe heraus Er ist Radfahrer für den„Nordstern" und bringt immer die abgelausenen Filmrollen nach den anderen Theatern. Er hat eine rotlackierte Mütze mit einem Stern darauf und spielt sich mächtig damit auf. Du mit deiner Kaffeemütze, sagte er gleich zu mir, und warum ich auf dem Saumstein sitze. Bullenhitze, sagte ich, und dann die Schleppereil Hitze? sagte er, das ist noch gar nichts. Das»ist nur der Vorbot« von der großen 5)itzwelle, die gerade über New Vork steht. Im Film haben wir sie schon. Er spricht gerade so, wie es auf den Anschlagzetteln steht. Heb' den Rucksack nial auf, sagte er, SZO Meter ungelogen. 13 Pferde kriegen den Hitzschlag, und ein« ganze Familie muß mit dem Krankenwag:n weggeschafft werden. Mach' dir'n Bild! Das Haus ist jeden Tag voll. Wie ist es mit'ner Freikarte, Hermann? Bloß nachmittags, Peter, abends geben wir keine Kinderkarten aus. Dann hängte er seine Hitzwell« wieder um und fuhr los. Er tut immer so, als gehört.« mit zur Firma. Dabei kriegt er ober auch bloß 2v M. den Monat.— Biellsicht fange ich aber auch noch mal beim „Nordstern" an. Bei einer Herrschaft in der Graf-Moltke-Stroße traf ich Minna Thieß. Sie ist da in der Küche, und sie gab mir heimlich ein Glas Portwein und ein Stück Kuchen. Sie hatten den Tag große Gesell- schaft, sagt« sie, wohl dreißig Personen. Da kam auch Minnas Mutter und zwei andere Frauen, die brachten oll den Kuchen in die Küche zurück, der beim Kafseetrinten übriggeblieben war, vi« od« fünf Teller voll. Wenn man sich da doch mal richtig satt esien könnte! Ich mußte ab« gleich wieder raus, weil die Gnädige es nicht wissen durfte, daß ich was gekriegt habe, sagte Minna. Warum sie wohl bloß imnr« die„Gnädige" sagen? Die langen Straßen in dein vornehmen Viertel wurden mir zuletzt langweilig. Man muß etwas zum Lesen bei sich haben. Lesen und Austragen geht fein zusammen. Hermann Freese kann beim Radfahren lesen und umschlagen. Er ist noch nie zusammengestoßen, sagt er. Ich will mit ihm Bücher tauschen. Solche Indianergeschichten kriegt man jeden Nachmittag drei durch. Am Kleinen Markt traf ich Klaus Rüte. Er hat fem« Stelle wieder aufgegeben. Wegen Ausbeutung, sagt er. Er hat mir ober den guten Rat gegeben, den Chef nicht�u verwöhnen. Ich soll ruhig «ine halbe Stunde hier auf der Bank sitzen bleiben. Wenn ich vor Sieben zurück bin,. muß ich ja hinterher gleich wieder los. Da haben wir zusammen gesessen und hoben gezählt, wieviele Brautpaar« sich am Kleinen Markt treffen. Es waren siebzehn in der halben Stunde. Klaus Rüte sagte, er will sich hi« auch treffen mit seiner Braut, wenn er aus d« Schule ist: er hat schon eine. Wie ich ins Geschäft zurückkam, sagte Herr Bollmann gleich, daß ich gebummelt habe. Ein Austräg«, der 4,20 M. verdient, muß ganz anders springen. Ich war aber totmüde und bin ganz langsam nach Haus« gegangen. Mutter sagt« die Arbeit ist zu schw« für mich, und Bater will es auch nur, solange er bloß drei Tage arbeitet. Man lernt bloß Dumml)eiten, und es macht kaputt, sagt er. Ich glaube,«s kommt vom Wein. Nachts habe ich vom Austragen geträumt. Ich habe einen leeren Korb mitgekriegt, und in jedem Haus« haben sie mir ein« Tüte hin- eingelegt, immer mehr, b« d« Korb übervoll war und ich zusammen- gebrochen bin. Am Morgen war ich aber wied« konizfidel. Ich freue niich schon auf Sonnabend, dann gibt es Geld. Dann komme ich nach Haust wie «in Arbeitsmann, werfe meine Geldscheine stolz auf den Tisch und sage: Hier, Mudder, hcst du den Arbeitslohn! Nimm man alles hen und schaff an, wat du kannst, dat de Kinner wat in de Knoten kriegt! Joseph Cewlmch, der bekannte Berlwer Musikfchriftfteler, ist im LS. Lebensjahr an einem Schlagansall gestorben. Es war nichts! Alles einig!— Keine Krise! MTB. meldet offiziös: In Erörterungen der Presse ist in der letzten Zeit wiederholt von Gegensätzen zwischen dem Reichskanzler Marx und dem Außenminister Dr. Stresemann gesprochen worden. Gegenüber diesen Behauptungen sind wir zu der Erklärung ermächtigt, daß beiden Persönlichkeiten von diesen Gegensätzen nichts bekannt ist. Di« von dem Außenminister stinerzeit mit den Führern der deutschnationolen Opposition geführten Verhandlungen wegen der Erklärung über die Kriegsschuld sind im Einverständnis mil dem Reichskanzler und dem Kabinett erfolgt. Di« heute sogleich nach der Rückkehr des Reichskanzlers erfolgt« Aussprache hat erneut ergeben, daß über die Gesamtpolitik sowie besonders in den Fragen der Notifizierung der Kriegsschuld und des Eintritts in den Völkerbund keinerlei M e i n u n g s o« r s ch i e de n» heil zwischen Reichskanzler und Außenminister besteht oder be- standen hat. In späterer Stunde meldet dasselbe Bureau: Am Schluß der heutigen Kabtnettssitzung fand eine Besprechung der außenpolitischen Lag« statt, die in der Sitzung vom 23. September ausführlich behandelt werden soll. Die vorläufige Aussprache, welche auch die beiden Fragen der deutschen Kriegsschuldbelastung und des Völkerbundes betraf, ergab«in« vollkommene Uebereinstimmung der Anschauungen des Kabinetts. Die Nachricht von Meinungsverschiedenheiten im Kabinett und einer bevorstehenden Krise entsprang also nur der ab- gründigen Bosheit des„Vorwärts". Auch zwischen den Er- klärungen des Herrn Stresemann vom Freitag und denen des anderen Herrn Stresemann vom Sonnabend besteht volle Uebereinstimmung, wovon sich jeder überzeugen kann, der die beiden Texte nebeneinander hält, Die Rechtspresse hat den„Vorwärts" der„Krisenmacherei" beschuldigt, zeigt sich aber jetzt, wo die Krise infolge des Rückzugs des Herrn Stresemann anscheinend doch vertagt ist, lebhaft enttäuscht. So schreibt der„Tag" in seiner Nacht- ausgäbe u. a. das folgende: Ueber Ber Handlungen mit den Deutschnatio- n a l« n zur Erweiterung der Regierungskoalition ist in der heutigen Kabinettssitzung nicht gesprochen worden. Die Frag« bleibt offen, ob Dr. Stresemann und die übrigen Minister der Deutschen Bolkspartei mit einer Verzögerung der Regierungs. u m b i ld u n g einverstanden sind oder nicht. In parlamentarischen Kreisen, die der Deutschen Volkspartei nahestehen, wird über diese Verzögerung lebhafles Bedauern geäußert. Die vielen bevor- stehenden Regierungsmaßnahmen, welch« tief in das Wirtschaftsleben eingreifen, bedürfen der Mitarbeit jener Kreise, die in der Deutschnationalen Voltspartei ihre parlamentarisch« Vertretung fwden. Lebhaftes Bedenken erzeugt die Berfchlepppung b«» Notifizierung der Kriegsschutderklärung. Der„Tag" ist schließlich sehr unzufrieden mit dem Reichs- tanzler, weil er Berlin wieder verläßt, um erst am 22. Sep- tember zurückzukehren und schlägt vor— Nachtigall, ich hör dir laufen!— einstweilen den Vizekanzler Iorres mit weitgehenden Vollmachten zu betrauen. Die Deutschnationalen haben nämlich ani 39. September Vertretertag. Ist bis dahin nichts passiert, Marx nicht abgs- halftert, die Notifizierung nicht erfolgt, kein Deutschnatio- naler züm Minister ernannt, dann ist für die urme Parteileitung Mathäi am Letzten. Wie soll sie den Zorn der Myrml- donen beschwichtigen, wenn diese sagen können, die Partei habe für den Verrat vom 29. August nicht einmal den ausbeduuge- nen Lohn bekommen? Schon grollt es bedenklich in Thu- ringen, schon rüsten die Ganzen zur entscheidenden Feld- schlacht gegen die Halben. Dann aber wird auf Hergt. der sich so gern mit Luther vergleicht, wie angegossen das Wort passen:„Mönchlein. Mönchlein, du gehst einen schweren Gang!" » Das Reichstabinett befaßt« sich am Montag in einer Sitzung unter dem Vorsitz des Reichskanzlers mit der Besetzung der Berwal, Chinesische Näuber-Solöaten. Die Wirren des chinesischen Bürgerkrieges, die jetzt wieder«in- mal die Welt beunruhigen, lassen die ganze Unsicherheit der dortigen Berhältniss« erkennen. Di« Truppen, die hier gegeneinander kämpfen, sind aus den fragwürdigsten Elementen zufammengewürielt und rekrutieren sich zum Teil aus den Räuberbanden, die sonst auf eigene Faust das Land durchziehen und Dörfer wie Städte plündern. Es gibt gor keinen scharfen Unterschied zwischen Soldaten und Räubern. Di« Soldaten werden, wenn st« keinen Sold erhalten— was sehr häufig vorkommt— zu Räubern, und die Räuber lasten sich als Soldaten anwerben, wenn ihnen unter der Führung eines mäch.igen und reichen Generals Gewinn und Beute winken. Wie diese Räuber- Soldaten im inneren Ehina Hausen, davon erzählt der Brief eiir-r in China lebenden Engländerin, den«in Londoner Blatte veröffentlicht: „Die Räuber-Soldaten machen weit« Gebiet« des inneren China unsicher." schreibt sie,„und richten mit ihren Flinten und Maschinen- gewehren«l„ Schreckensregiment auf. durch das die ganze Dezirk« in Angst versetzten. Kürzlich wurde uns berichtet, daß eine große Schar solcher räubernden Soldatei, gegen unsere Stadt marschiere. und man riet uns zu fliehen, ganz gleich wohm. Da es aber schwierig ist. bei Nacht mit kleinen Kindern zu flüchten, wenn man 30 Kilometer von der Eisenbahn entfernt wohnt und nur auf von Kulis gezogenen Wagen reisen kann, so blieben wir da. Die Be- wohner der E'tfdt. blieben die ganze Nacht über mit ihren Laternen auf den Maliern, um dem Feind schon von fern anzuzeigen, daß sie zur Verteidigung bereit seien. Da unsere Stadt von hohen Mauern umgeben ist und die Räuber über kein« Artillerie verfügen, so hätten die Verteidiger eine lang« Zeit Widerstand leisten können. Glücklicherweise zogen die Soldaten 6 Kilometer entfernt an uns vorüber; aber drei kleinere Stäb!« in der Nachbarschaft wurden vollständig ausgeplündert. Die Bevölkerung erträgt diese räuberischen Angriffe mit großer Geduld, denn sie ist gleichgültig gegen das Schicksal und außerordentlich bedürfnislos. Man kann sich schwer vorstellen, wie wenig noch die Chinesen des Inneren von der westlichen Zivilisation berührt sind. Es gibt Taufende von Dörfern, zu denen überhaupt keine Straße führt. Die wenigsten der Landleute können lesen, noch weniger schreiben. Das einzig«, was sie auf der Welt interessiert, ist. ob ihnen der Acker den kärglichen Lebensunterhalt und. noch etwas Tee gewähren wird." Ueber d»e Enfflehung des Reichsbahnadlers macht der Reichs- kunstwart Dr. R e d s l o b in der neuesten Nummer der Monats» ichrift„Gebrauchsgraphik".(Verlag Phönix G. m. b. H.. Berlin) interessante Mitteilungen. Er schildert die zahlreichen Entwicklungs- stadien, die der erste Entidurs von Oito I i r l« hat durchlaufen müssen, eh« er seine endgültige Fosiung erhielt. Redslcbs Schil- derung zeigt, mit welcher minutiösen Sorgfalt im Bereich des Reichs. kunstmarts gearbeitet wird' und wie fruchtbar sich die Zusammen- arbeit von Künstler und Auftraggeber gestallen kann, wenn de? letztere die notwendige umfassend« Sacch- und Personenkerntnis besitzt und ihm der gut« Will« und die Fähigkeit eignet, sich in die Eigenart des Künstlers einzufühlen. Der neue Adler ist jetzt auf allen Personenwagen der deutschen Reichsbahn zu sehen leider — aus Sparsamkeitsrücksichten— nicht in Messma, sondern durch Abziehbilder ausgeführt.»Was dtejer Adler redet"_ jcgt Redv- tungsstellen bei der neuen Reichsbahngesellschaft, in dem Reichsbankdirektorium und der neu zu schaffenden Verwaltung für die Industrie Obligationen, Endgültige Beschlüsse wurden nicht gemaßt. Die Reichsregierung hat befanntlich 9 Mitglieder für die Berwaltungsstellen der neuen Reichsbahngesellschaft zu ernennen, die restlichen 9 werden von dem Treuhänder ernannt. Bon ihnen können 5 wiederum Deutsche sein. Es verlautet, daß der Treuhänder von diefer Kann- Borschrift bereits in weitgehendem Maße Gebrauch gemacht hat und 4 Deutsche als Mitglieder des Verwaltungsrates ernannte. Es handelt sich um den Staatssekretär a. D. Stieler, der früher dem Reichsverkehrsministerium angehörte, den Staatssekretär a. D. Bergmann, Erzellenz v. Miller und MelchiorHamburg. Die übrigen fünf vom Treuhänder zu bestellenden Mitglieder werden Ausländer sein, und zwar je ein Engländer, Franzose, Belgier, Italiener und Schweizer, die zum Teil bereits ernannt sind. Gegen den Bürgerblock. Demokratische Entschließung. Hameln, 15. September.( TU.). Der Bezirksverband HannoverHildesheim der Demokratischen Portei hielt gestern in Hameln seinen Vertretertag ab, wobei Landtagsabg. Barteld. Hannover über die Tätigkeit des Preußischen Landtags sprach. Er betonte, daß die demokratische Landtagsfraktion an der großen Roa Tition festhalte, insbesonere merde sie nie die band dazu bieten, den Deutschnationalen als Lohn für den Umfall der 48 im Reichstag zur Macht in Breußen zu verhelfen, Wenn der Versuch von anderer Seite gemacht werden sollte, so müßte der Reichstag aufgelöst werden. Im Anschluß daran wurde die Vorschlagsliste für die kommenden preußischen Landtagswahlen aufgestellt mit dem bisherigen Abgeordneten Barteld als Spizenkandidat, während an zweiter Stelle Chefredakteur Dr. Lange, Göttingen, an dritter Stelle Volksschullehrerin Anna Mosolf, Hannover, steht. Zum Schluß hielt Reichstagsabgeordneter Freiherr von Richthofen, Hannover, einen Vortrag über die politische Lage, wobei er besonders auf die Außenpolitit ein ging und die Vorgänge, die sich bei der Beratung des Gutachtengefeßes im Reichstage abgespielt haben. Nach lebhafter Aussprache wurde eine Entschließung angenommen, in der es u. a. heißt: Die Erledigung der Dames- Gefeße, deren Annahme nationale und mirt schaftliche Notwendigkeit war, gibt uns cußen und innenpolitisch flare Richtlinien, die einzuhalten Pflicht der Demokratischen Bartei ist. In dieser Richtung liegt der Eintritt Deutschlands in den Bölkerbund in einer Form, die der Würde unserer Nation entspricht. Unvereinbar mit dieser flare politischen Linie ist der Gedante des Bürgerblocs, der außenpolitisch verhängnisvoll wirten muß. innenpolitisch eine Unmöglichkeit ist. Der Preis des Grafentitels. Wilhelm will die Schack- Galerie. Unter den Objekten, die Wilhelm der Letzte für den Handel um die Abfindungssumme hat nennen lassen, befindet sich auch die Schad Galerie in München. Am 16. Jumi 1876 hat der Besitzer dieser Galerie, v. Schad, in tiefster Ehrfurcht erfterbend", ein Schreiben an den Kronprinzen und späteren Raiser Friedrich ge richtet, in dem er seine Gemäldesammlung dem damaligen Kaifer teftamentarisch vermachen wollte. Der Kronpring gab das Schreiben weiter mit dem Bemerken, daß die langgehegte Hoffnung Schacks die Berleihung der Grafenwürde an ihn und seinen Bruder" ist. Im Ziviltabinett wurden Bedenken erhoben, als Kaufpreis für die Galerie die Grafenwürde zu zahlen. Nach sehr langem Syin und Her ist aber der Handel trazdem zustande gebracht morden. 1889 wurde durch Testament die Galerie„ Seiner Majestät, dem deutschen Raiser, König von Preußen, und nach seinem Hinscheiden dem damaligen Nachfolger in der Regierung" Dermacht, nachdem vorher Dem Herrn v. Schack der ausbedungene Kaufpreis, die Grafenwürde, Nach dem Wortlaut des Testaments steht fest, daß die Galerie tein persönliches Geschenk an den damaligen Kaiser, sondern an das Staatsoberhaupt war. Die Hohenzollern sind aber feine Staatsoberhäupter mehr. Durch den Anspruch Wilhelms auf die Schad- Galerie beschuldigt er seine Vorfahren, daß sie den Grafen. titel für persönliche Bermögensvorteile des Hauses Hohenzollern verfauft haben. Auch aus einer Denkschrift des Hausministerium gegen eine Forderung zur Steuerzahlung wurde die Steuerforderung damit bestritten, daß die Schenkung nur die Form für die Brgründung einer öffentlichen Sammlung gewesen sei. Nur in diesem Sinne, nicht als Bereicherung feines Privatvermögens, haben Seine Majestät das Legat angenommen." Da damals, als es ans Steuerzahlen ging, die Hohlenzollern ausdrücklich die Schad- Galerie als Vermögensbestandteil ihres Hauses bestritten haben, haben sie ihrem heutigen Anspruch darauf in aller Form den Stempel der abgier aufgedrückt. Reichstagung der Arbeiterwohlfahrt. Hannover, 15. September.( Eigener Drahtbericht.) Die Reichs tagung der Arbeiterwohlfahrt hatte am Sonnabend, den 13., und Sonntag, den 14. September, öffentlichen Charakter. Die Verhandlungen, die an beiden Tagen außerordentliche Anforderungen an die Teilnehmer stellten und sich infolge der vielseitigen Vorträge zu einem Kursus erweiterten, werden, wenn sie demnächst vom Hauptausschuß der Arbeiterwohlfahrt gedruckt herausgegeben werden, für unsere gesamte Wohlfahrtspflege eine erhebliche Anregung bedeuten und ein Anfporn zur Bertiefung und zum weiteren Ausbau der Arbeiterwohlfahrt sein. Das Ergebnis der Berhandlungen spiegelt sich wider in folgenden Entschließungen, die einstimmig zur Annahme gelangten: 1. Die zweite Reichskonferenz der Arbeiterwohlfahrt spricht fich für eine einheitliche Fürsorge für alle Gruppen der Fürsorgeberechtigten aus, die alle bisherigen Errungenschaften der Sonderfürsorge, auch das Mitbestimmungsrecht der Fürsorgeberech als Deflafsierungseinrichtung beseitigt und allen Nottigten, allen Hilfsbedürftigen sichert, die bisherige Armenfürsorge leidenden eine ausreichende, vorbeugende und durchgreifende Hilfe leidenden eine ausreichende, vorbeugende und durchgreifende Hilfe gewährleistet. 2. Die Reichstagung der Arbeiterwohlfahrt erhebt schärfften Proteft gegen die illoyale Durchführung, die der flare Beschluß des Reichstags auf Gleichstellung der weiblichen Erwerbslosen mit den männlicher vom Reichsarbeitsministerium erfahren hat. Gerade und Mädchen find förperlich und moralisch in der Zeit der Woh die jetzt noch schlechter gestellten alleinstehenden erwerbslofen Frauen nungsnot wie in der Zeit herabgedrückter Löhne am meisten gefährdet. Die Tatsache, daß diese Frauen und Mädchen Mütter ber fünftigen Generation sind oder doch sein sollen, zeigt die in der Schlechterstellung der weiblichen Erwerbstojen liegende Gefahr für die Gesundung unseres Boltes. 3. Die zweite Reichstagung der Arbeiterwohlfahrt spricht der Hilfstätigkeit der Quäfer für die deutschen Kinder und der Weiterführung der Kinderspeisung durch den Zentralausschuß für die Auslandshilfe ihren Dank und ihre Anerkennung aus. Sie er wartet von der deutschen Reichsregierung und dem Reichstag, daß diese Kinderspeisung auch dann, wenn Auslandsmittel nicht mehr zur Berfügung gestellt werden, weitergeführt und zum weiteren Aus: bau Mittel zur Verfügung gestellt werden. 4. Die Reichstagung der Arbeiterwohlfahrt erkennt in der Wohnungsnot und dem dadurch bedingten engen Zusammenwohnen beiderlei Geschlechts eine der größten Gefahren für unsere Jugend in fittlicher und moralischer Hinsicht. Sie fordert daher die meinden auf, sich dem Notschrei der Arbeitermohlfahrt anzuschließen, maßgebenden Körperschaften in Reich und Staat, Ländern und Geder besagt: Schafft unseren unter der Wohnungsnot leidenden Boltsgenoffen Wohnungen, in denen sich die Menschen auch als Menschen fühlen! 5. Die zweite Reichstagung der Arbeiterwohlfahrt sieht sich ver. pflichtet, die Aufmerksamkeit aller für den Schuß der von sozialer und förperlicher Not bedrängten tätigen Männer und Frauen ver antwortlichen Parteien und amtlichen Stellen auf die großen Ges fahren hinzulenken, die weiten Bevölkerungsschichten durch die in politit, wie sie jetzt wieder eingeführt werden soll, bringt neue Not Aussicht stehenden 3ollgeseze drohen. Eine derartige Zollund neues Elend in tausende Familien. Was Wohlfahrt und Für forgetätigteit in hingebender Arbeit an sozialer, förperlicher und seelischer Not lindern wollen, wird durch diese Zollgefeßgebung ver hindert. Die Reichstagung der Arbeiterwohlfahrt protestiert gegen lob ,, darf man als Sprache der jungen Generation unseres Bar die Zollpolitik und fordert dringend von allen, die wirklich für die des verstehen: er bläht und spreizt sich nicht er fonzentriert sich Linderung und Beseitigung von Not und Elend arbeiten, an dem in Kraft und Sicherheit auf sich selber. Sieht man ihn deutlich ari, Kampf gegen die Bölle teilzunehmen mit dem Ziel, ihre Aufrichtung fo fühlt mon, daß man ihm nicht einen Millimeter rauben tannbzm. Erhöhung im Interesse der wirtschaftlich schwachen Bevölke bzw. Erhöhung im Interesse der wirtschaftlich schwachen Bevölke fo endgültig, straff und sicher erscheint seine Form." rungsfreise zu verhindern. verliehen worden war. Raimunds Hirnschale. Der melancholische Komiter und Lustspieldichter Ferdinand Raimund hat 1836 feinem Leben durch Erschießen ein Ende gesetzt. Die Angst vor den Folgen des Bisses eines aus Butverdacht getöteten Hundes hat ihn in den Tod getrieben. Der Badener Kreisarzt Dr. Anton Rollet, ein eifriger phrenologischer Forscher, der der Obduktion der Beiche beiwohnte, nahm aus wissenschaftlichem Interesse die bei der Obduktion abgesägte Hirnschale Raimunds mit sich und zog die Kopfhaut mit den Haaren über das Gehirn der Leiche, um das Fehlen der Hirnschale zu verdecken. Durch einen Zufall wurde jedoch das Fehlen der Schädeldede noch vor der Einfargung entdeckt. Die Freundin und Univerfalerbin Raimunds, Antonie Wagner, strengte gegen Rollet einen Prozeß auf Herausgabe der Hirnschale an, die ihr vom Gericht auch zugesprochen wurde. Nach Antonie Wagners Tod fand man Ferdinand Raimunds Hirnschale in einer Schachtel verpadt im Strohsade ihres Bettes eingenäht vor. Antonie Wagner hatte die Hirnschale dem Wiener Raimundforscher und Theaterhistorifer Hofrat Dr. Karl Glofin 1881 vermacht, in dessen Besitz sie heute noch als Reliquie auf bewahrt wird. Anläßlich des Wiener Musik und Theaterfestes wird eine theatergeschichtliche Ausstellung veran= staltet, die alles Wertvolle in fich vereinigen soll, was Wien an theatergeschichtlichen Schäßen besitzt. Dabei soll, wie eine Korrespon denz meldet, auch Raimunds Hirnschale der breiten Deffentlichkeit zugänglich" gemacht werden, d. h. der Sensationsluft gaffender Spießer als Attraktion dienen. Einheitsschule oder Konfessionsschule? Aus dem Hauptausschuß des Landtages. Die Reformvorschläge des Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Boltsbildung haben bei den bürgerlichen Parteien eine Sint flut von 200 Anträgen ausgelöst. Das zeigt, wie stark die Meinungen in diesen Parteien auseinandergehen. So konnte in der Freitagssigung des Hauptausschusses der Redner der Volkspartei, Abg. Steffens, seine Zustimmung zu den Blänen des eigenen Ministers nur für sich persönlich und einige seiner Freunde aussprechen. Eine Reihe volksparteilicher Anträge gefährde das ohne eine flare Linie der Schulpolitik erkennen zu laffen. Gen. Haenisch forderte einen energischen Kampf gegen das verfaffungswidrige Berhalten pieler Hochschullehrer, wie es sich z. B. in den„ Eisernen Blättern" des Herrn Traub breit macht und wie es sich beim Münchener Putsch zeigte. Der berühmte" Herr Freytagh Loringhoven aus Breslau habe sich zwar der gerichtlichen Verfolgung durch ein Reichstags= mandat entzogen. Aber Professor Hellfrig Breslau sollte nicht ungestraft im größten Börsaal der Universität Breslau erklären dürfen: Wo soll der Respekt vor den Beamten des heufigen Staates herkommen, wenn an der Spitze ein ehemaliger Sattlermeister fht und wenn ein Reisender in Spältloſetts es fogar bis zum Reichsfanzler hat bringent fönnen?" Auch die parteiische Rettoratsfüh rung des Rektors der Universität Berlin kennzeichnete Hoenisch gebührend. " Gen. König ging ausführlich auf den Fall Burchard ein. Burchard ist Student der Theologie an der Universität Greifswald. Er hatte bei der bekannten Friedenstund auch ein französischer Redner gewonnen war, einen Prolog von gebung der Greifswalder Arbeiterschaft am 4. Auguft, zu der Toller gesprochen, worauf der Student Longe gegen ihn eine völkische Heze inszenierte und ihn gröblich beleidigte. Die Folge war nicht etwa eine Disziplinierung der völkischm Krafeeler, die übrigens schon vorher einen Standal bei der Friedensdemonstration veranstaltet und zu diesem Zwed im chemischen Institut Stintbomben hergestellt hatten, sondern die behördliche Ausschließung Burchards vom studentischen Freimittagstisch und eine Geldstrafe für Burchard in Höhe von drei Rentonmart, weil er der Universitätsbehörde einen Wohnungswechsel nicht angezeigt hattet Es fönne fein Zweifel daran bestehen, daß die in Frage kommenden Instanzen der Greifswalder Hochschule hier vollkommen versagt haben. Stud. theol. Burchard habe eine Beschwerde an den Kultusminister ergehen lassen und dieser Beschwerde müsse unbedingt nachgekommen werden. Gebührenordnung für Studierende, die trotz des 20 Proz. Im weiteren Verlauf der Sigung wurde die ungerechte Gebührenerlaffes das Studium heute noch immer zum Privileg der besigenden Klassen macht, besprochen. Diesbezügliche Anträge auf her abfehung der Gebühren wurden jedoch vom Finanzministerium ablehnend behandelt. Das ist nicht weiter verStudentenschaft mit der Arbeiterschaft, ohne die wunderlich, denn noch fehlt es an der Zusammenarbeit der eine wirkliche Neubelebung der wissenschaftlichen Kultur unseres schuß folgenden sozialdemokratischen Antrag annahm:„ Das Studium Boltes nicht eintreten wird. Um so erfreulicher ist es, daß der Ausder Bolts wirtschaftslehre und insbesondere der Ar beiterfrage an den technischen Hochschulen durch die Errichtung weiterer Lehrstühle zu fördern." Hier bahnt sich ganz langfam etwas Neues und Gefundes an. Am Montag beschäftigte sich der Ausschuß mit dem Kunst. etat. Es wurden 4,5 Millionen Mark( gegen 9 Millionen im Jahre 1913) angejezt. Auf Antrag der Koalitionsparteien wurde davon für das Etatsjahr ein Betrag von 500 000 m. für den Landesbühnenbund, 50 000 m. für die Musikhochschule in Stöln und 25 000 m. für die Musikhochschule in Frankfurt a. M. bewilligt. Sozialdemokratie und Religion. Mißverständnis oder Mißgriff? Zentrumsbläffer äußern fich sehr erregt über eine Buchausschiedene fatholische Glaubensschriften ausgestellt sein sollen. Diese stellung in München, in der als Schundliteratur Der. Ausstellung soll sich im sozialdemokratischen Gemertschaftshaus be finden. Abgesehen davon, daß es sozialdemokratische Gewerkschaftshäufer" nicht gibt, ist zu bemerken, daß in den Gewerkschaftshäusern die Veranstalter, nicht die Inhaber des Hausrechts, nämlich die Gedie verschiedensten Veranstaltungen stattfinden, für deren Inhalt nur werkschaften, die Verantwortung zu tragen haben. Wir können im Augenblid nicht feststellen, wer die Veranstalter jener Ausstellung sind, möchten aber jetzt schon bemerken, daß es nicht sozialdemo= fratische Art ist, religiöse Gefühle in herausfordernder Weise zu verftellung fatholischer Glaubensschriften als Schundliteratur" ist auf legen, wie das in diesem Falle geschehen ist. Die öffentliche Aus" alle Fälle eine grobe Tattlosigkeit; wir würden es bedauern und mißbilligen, wenn Mitglieder unserer Partei fich ihren schuldig gemacht haben sollten. Der chinesische Bürgerkrieg. um Der Kampf der beiden rivalisierenden Gouverneure Schanghai, der durch Unwetter einige Tage unterbrochen war, ist wieder aufgenommen worden. Die Lage hat insofern eine Verwicklung erfahren, als General Isch ang tsolin von Mukden aus Streitkräfte auf Beting in Bewegung gefeßt hat, um die Zentral regierung zu stürzen. Der Vormarsch soll rasch von statten gehen, ein großer Teil der mandschurischen Bahnen ist vorliegenden MelWerk, dungen zufolge bereits in der Hand Tschangtfolins. In Befing soll die Nachricht von dem Anmarsch Tschangtsolins verwirrend gewirkt haben. Bielleicht ist ein Rabinettswechsel in Pefing, bei dem der bekannte Vertreter Chinas auf der Washingtoner Abrüftungsfonferenz Wellington Roo Außenminister wurde, auf die Er. eignisse zurückzuführen. Ja pan scheint die Fortschritte Tschangfolins mit Unruhe zu verfolgen. Es läßt die Nachricht verbreiten, der japanische Generalkonsul in Mutden habe gegen Unruhen der Truppen Tschangtfolins in Mukden scharfen Einspruch erhoben. Es liege im Bereich der Möglichkeit, daß japanische Truppen zur Aufrechterhaltung der Ordnung befohlen würden. Hier malt sich am Hintergrund des chinesischen Bürgerkriegs die Gefahr einer ja panischen Intervention ab. Bon Bedeutung war, daß das 3 entrum in feinen weitgehen den Forderungen zur Konfessionalisierung der höheren Schulen überstimmt wurde. Die Erklärungen des Zentrums abgeordneten Schwering, daß Rant eine gefallene Größe sei und daß, die heutige Bewegung der Geister eine Rückkehr zu Thomas von Aquino bedeute, fonnten daran nichts ändern. Aber der Mut zur Klarheit langte bei den Bürgerlichen nicht mehr, als die sozial demokratische Fraktion einen Antrag zugunsten eines gemein schaftlichen Unterbaus aller höheren Schulen ein brachte. Er wurde abgelehnt, obgleich erst damit der Grundgedante der ganzen Schulreform zur Entfaltung fommen würde. Genosse König wies auf diese Infonsequenz hin und zeigte den pädagogischen Grundgedanken der Reform, den Gedanken der freien Eigenentwicklung unserer Jugend. Er wies die törichten Angriffe der deutschnationalen Abgeordneten Frau v. Liling auf das moderne Heidentum unserer heutigen Bildung zurück und machte weiter auf die Geschichtsklitterung der neuen Geschichtslehrbücher, besonders des„ Neubauer", aufmerksam. Zum Kapitel Hochschulen. Menschenhaar gibt den Nebelalarm. Das Bestreben, von Bojen und Bafen automatische Rebelsignale geben zu lasse, hat zu einer mitteilt, des menschlichen Haares. An einem Gestell sind zwischer neuen Löfung geführt. Man bedient sich dabei, wie die„ Umschau" zwei empfindlichen Federn einige Stränge Menschenhaar ausgespannt. Naht der Rebel rd erreicht die Luftfeuchtigkeit etwa 95 Broz, so dehnen sich die Haare aus. Durch einen geeigneten Mechanismus betätigt diese en fich geringe Verschiebung die Ausösung von Nebelhörnern, Glocken oder Sirenen. So lange der Nebel anhält, bleiben die Haare gedehnt, und die Signale warner den Seemann vor Untiefen, auf denen die unbemannten Baten Am Sonnabend beschäftigte sich der Hauptausschuß mit dem stehen oder Bojen liegen. Weicht der Nebel, so trocknen die Haare langjam. Nach etwa 1½ Stunden haben sie ihre frühere geringe Etat der Hochschulen. Gen. Prof. Waentig bemängelte, daß in Länge wieder erreicht ird die Signale werben ausgeschaltet. Als ter geistigen wie organisatorischen Berfassung der Hochschulen bis besonders geeignet für den angestrebten Zwed haben sich Chinesen auf den heutigen Tag feine wesentliche Besserung eingetreten baare erwiesen. Sie sind gleichmäßig lang und zäh. Außerdem sei. Die Initiative des Kultusministers verfage haben fie freisförmigen Querschnitt, während dieser bei anderen in dieser Hinsicht. Sehr gute Erfahrungen habe man mit der Raffen mehr oder weniger oval ist. Die Kreisform gewährleistet ta demie der Arbeit in Frantfurt a. M. und mit den aber eine recht gleichmäßige Ausdehnung. Bor Verwendung müssen Arbeiterkursen in Halle a. G. gemacht. Gen. Dr. Beni die borte erft entfeitet werden, um sie für Wasserzutritt empfindlich vermißte die dringende Reform des medizinischen zu machen. Drei nach dem beschriebenen Brinzip gebaute Nebel permißte die hörner haber bei Lamberts Point an der Küste von Norfolk Auf- Studiums und wies darauf hin, daß die Charité noch am 29. Auguft stellung gefunden und versehen dort in durchaus zufriedenstellender 1924 Papier mit dem Aufdrud Königliche Charite" be Weise ihren Dienst, nuke. Das müsse abgestellt werden. Sowjetrußland nußt diese Lage für seine eigenen Zwede aus. Es ist bekannt, daß die fommunistische Breffe überall darauf aufmerksam macht, daß Herriot und Macdonald in Genf über die Sicherung des internationalen Friedens verhandeln, während das internationale Kapital in China auf der Lauer liege. In der Richtung dieser Politik liegt es, wenn die Sowjetregierung die Nachricht verbreiten läßt, das russische Rote Kreuz habe durch seinen Bertreter in China 20 000 Rubel für die von der Ueberschwemmung Betroffenen überreichen lassen. Das ist eine geschickte Gefte, da die Not in China tatsächlich sehr groß ist un die chinesische Preffe darauf hinweist, daß die Katastrophe durch den Bürgerkrieg noch vermehrt wird. Aber wenn man bedenkt, daß Rußland selbst ebenso sehr an der Mißernte und an der Finanznot leidet und mit welcher Graufamkeit dort der Verzweiflungskampf der Georgier unterdrückt wird, erkennt man nur zu deutlich, daß es sich um eine sehr durchfichtige Geste handelt, und man wird in dieser Ansicht bestärkt, menn man zu gleicher Zeit erfährt, daß die chinesische Zentral regierung ber Sowjetregierung das Botschaftergebäude in Beting zurückerstattet hat und daß die Sowjetregierung die Nachricht ausstreut, Tschangtfolin arbeite mit den Weißgardisten zufammen. Gewerkschaftsbewegung Immerhin hat die Gesetzgebung nur zu einem geringen Teile das Verdienst an der Zunahme des Achtstundentages. Hier ist die direkte Regelung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern viel wichtiger gewesen. Abgesehen von ein paar Ausnahmen, find Achtstundenarbeitstages und Gewerkschaften und Unternehmerverbände In Industrie und Sozialpolitit" erklärt er, die Unternehmer feien die in Gewerkschaften organisierten Arbeiter mit der Durchsetzung des Nachdem die Unternehmer die Ernte des Inflations- Herbstes in die Scheuern gebracht hatten, trat in der sozialen Reattions. bewegung, die damals eingeleitet wurde, ein gewisser Stillstand ein. Die Gewerkschaften leisteten wieder stärkere Gegenwehr und die Unternehmer bejahen ihre Bilanz, wobei sie fanden, daß ihre letzten reaktionären Ziele bei weitem nicht erreicht sind. Und daher stürzten fich nun, eine Kampfpause benutzend, ihre Führer in ungeheure Untoften an Worten wie an Papier und Druckerschwärze, um neue Kampfe sozusagen geistig" vorzubereiten, neue Ziele anzufündigen. Herr Borsig schrieb höchstpersönlich Broschüren und Artikel, die Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände gibt Dent. schriften" heraus und unter den getreuen Schildknappen des Vorsitzenden der Vereinigung betätigt sich vor allem Herr Meisinger, um die mitunter etwas untiaren Aeußerungen seines hohen Herrn gemeinverständlich zu interpretieren. Warum geschieht das alles? Angeblich um das deutsche Volk Dor unermeßlichem Schaden zu bewahren, von dem es innen wie außen bedroht jei. Bon außen durch die Feindstaaten", die, wie im Borwort der Denkschrift über die Arbeitszeitfrage behauptet wird, den Bersuch machen, auf dem Wege über die Internationale Arbeitsorganisation und mit Hilfe der internationalen Gewerkschaftshemegung Einfluß auf die deutsche Sozialpolitit zu gewinnen", das heißt, sich gegen die von den deutschen Unternehmern geplante dingungen zu wehren. Bon innen burch die freien Gewerkschaften, Schmugtonkurrenz mit Hilfe verschlechterter Arbeitsbe die sich mit ihren Forderungen, vor allem mit der des Achtstundentages zum Vorspann für die Feindesstaaten" machen, Die literarische Fehde soll angeblich auch nicht den 3wed haben, den Gewerkschaften Schaden zuzufügen, sondern sie im Gegenteil auf den„ rechten Weg" und damit zu neuer Bedeutung" zu führen, zu neuer Bedeutung als Glied einer von der Vereinigung der Arbeitgeberverbände geführten„ Boltsgemeinschaft". Denn wenn die Vereinigung ihrer Aufgabe geredyt werden will, schreibt Herr Meisinger im Arbeitgeber"," nicht nur einseitige Interessenvertretung deutschen Unternehmertums, sondern gleichzeitig Sammelpuntt aller wirtschaft. lich- fozialpolitischen, vaterländischen und menschlichen Gedanken, in einer Unternehmersozialpolitik zu sein", so dürfe sie nichts unterlassen, was dazu beitragen kann, die das deutsche Bolt zerreißende Kluft in der sozialen Frage zum mindesten zu über brüden". Diesem Ziele dienten, erklärte der Geschäftsführer der Vereinigung, die Dentschriften sowie das von Herrn Borsig in seiner Broschüre Industrie und Sozialpolitit" vertretene fozialpolitische Brogramm; ihm diene auch die Auseinandersetzung Borsigs mit den Gewerkschaften in den Spalten des Arbeitgeber". Nachdem uns dieser authentische Interpret alle diese Publikationen als eine Einheit dargestellt hat, müssen auch wir sie im Zusammenhange und als den einheitlichen Ausdruck deutscher Unternehmergefinnung bewerten. In den Auseinandersetzungen mit den Gewerkschaften, die Borsig unter der Ueberschrift Wirtschaftliche Einsicht" im Juni im„ Arbeitgeber" begonnen hat, interessiert am meisten der Plan einer neuen Arbeitsgemeinschaft. Borsigs sozialpolitisches Ziel ist die Beseitigung des gegen wärtig möglichen staatlichen Einflusses auf die Gestaltung der Arbeitsbedingungen. Die bezeichnet. In der Tat ist eine solche Anerkennung die Voraussetzung dessen, was man eine Arbeitsgemeinschaft zu nennen pflegt. Daher untersucht Herr Borsig, welcher Art die Gewerkschaften sein müßten, damit seine Vereinigung sie mit ihrer Anerkennung begönnern fönne. zwar gewillt, aus der Anerkennung der Koalitionsfreiheit die Folgerung nach der Richtung zu ziehen, daß sie die Berufsorganisationen der Arbeitnehmer anerkennen". Diese Anerkennung bedeute aber nicht die Anerkennung eines Monopols der Vertretung für einzelne Gewerkschaften oder Gewerkschaftsrichtungen. Außerdem merde vorausgesetzt, daß die Gewerkschaften die ihnen zu tommenden Aufgaben nicht vom Standpunkte des Klaffentampfes, sondern vom Standpunkte des Wohles von Staat, Volt und Wirtschaft, auf dem Boden der Arbeits- und Volksgemeinschaft betrachten". Und: Eine Anerkennung von Berufsver: bänden, die ihre Aufgabe nur im Klaffentampf und im Berneinen erbliden, tann vom Staat nicht gewährleistet werden." . Kreisleiterinnen- Konferenz! Freitag, den 19. September, abends 6%, Uhr, im Jugendheim, Lindenstraße 3, 2. Hof, 3 Tr. Tagesordnung: Unsere Frauen- Werbewoche vom 12. bis 19. Oktober d. Js. und die Winterarbeit." Berichterstatterin: Genoffin Todenhagen. Es wird auf vollzähliges Erscheinen gerechnet. Auch die weib lichen Streisvorsitzenden der Arbeiterwohlfahrt müssen zugegen sein. Das Frauenfetretariat. Herr Borsig scheint also die Gründung einer irgendwie gerei. nigten Arbeitsgemeinschaft zu verfolgen, und zum Zwede ihres Zustandekommens scheint er unter den bestehenden Gewerkschaftsrichtungen eine Auswahl treffen zu wollen. Er behauptet, Kluften überbrüden zu wollen, ist aber in Wahrheit emfig bemüht, neue Gegenfäße zu schaffen oder bestehende zu ver tiefen, neue Erbitterung hervorzurufen oder alte zu verschärfen. Er wird noch ein wenig deutlicher in einer Frage, die er im„ Arbeitgeber" wieder an die christlichen Gewerkschaften richtet. Sie lautet: Ist die chriftlich- nationale Gewerkschaft bereit, bei einer 3 u sammenfassung der gesamten national einge stellten Arbeitnehmerschaft mitzuwirken und sie zur Grundlage einer nationalen Bolts- und Arbeitsgemeinschaft zu machen? Ist sie dazu besonders in dem gegenwärtigen Zeitpunkte auch unter Zurückstellung gehegter Bedenken bereit, um die deutschen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu gemeinsamer Abwehr neuer internationaler Bergewaltigung zusammenzuführen?" 3 ,, Neue internationale Vergewaltigung" nennen es die Herren von der Vereinigung der Arbeitgeberverbände, wenn die Arbeiter der westlichen Länder, gedrängt von der Sorge um ihre eigenen Arbeitsbedingungen, die Aufmerksamkeit der Internationalen Arbeitsorgani fation auf die Abschaffung des Achtstundentages in Deutschland lenken, wähnten, angeflagt, fie machten fich, da auch sie den Achtstundentag verteidigen, zum„ Borspann" solcher„ internationalen Vergewaltigung." wärtig möglichen sta a tSozialpolitik habe, fchreibt er inn- und die deutschen freien Gewerkschaften werden, wie wir schon er duftrie und Sozialpolitif", ihrer Grundeinstellung nach die Selbst. Berwaffing auf der Grundlage eigenen Handelns und eigener Verantwortung der Beteiligten in den Mittelpunkt ihrer Maßnahmen und Anregungen zu stellen". Organ dieser Selbstverwaltung soll die Arbeitsgemeinschaft sein. Aber Borsig denkt gar nicht daran, die Gewerkschaften so wie sie find in seine Arbeitsgemeinschaft hineinzunehmen, sondern er gibt ihnen zunächst und mit großer Eindringlichkeit zu verstehen, wie fie sich zu verhalten, ja sogar in ihrem Wesen zu verändern haben, um der Beteiligung an der von ihm gedachten Verbindung würdig zu erscheinen. Seine Artikel im Arbeitgeber" dienen in erster Linie einer solchen Belehrung. Borsig macht den Gewerkschaften zunächst den Borwurf, fie ließen sich in ihren Handlungen nicht immer von sachlichen, sondern vielfach von organisationstattischen, agitatorischen Erwägungen gegenüber ihrer gewertschaftlichen Ronkurrenz bestimmen. Die freien Gewerkschaften fann dieser Borwurf nicht treffen, denn sie haben in den meisten Fällen bei ihrer unbestrittenen zahlenmäßigen Ueberlegenheit über die anderen Richtungen derartige Mittel der Agitation nicht nötig. Aber Borsig meint es anders, denn er fährt fort: Bahllos sind die Vorgänge in der Braris, wo die christliche Organisation fich offensichtlichen Bertragsverlegungen der freiorganisierten Arbeiterschaft aus Sorge für ihren Mitgliederstand von vornherein oder nachträglich anschließt." Und er fragt nun die Christen, ob sie in ihrer Zufammenarbeit mit der Arbeitgeberschaft" auf solche Handlungen der Solidarität verzichten wollen. Um solche handelt es sich doch, denn was Herr Borsig, Vertragsverletzungen" nennt, muß man nebst den Umständen, unter denen sie begangen sein sollen, erst näher fennen lernen, bevor man beurteilen fann, ob Borsigs Auffaffung, daß die Solidarität nicht am Blake gewesen wäre, gerechtfertigt ist. Borsig beginnt den Aufbau seiner Arbeitsgemeinschaft also damit, daß er die Gewerkschaften gegeneinander auf bringt, daß er wieder trennt, was sich, wenn es auch getrennt marschiert, dennoch gelegentlich zum gemeinsamem Handeln verbindet. Er beachtet nicht, daß dieses gemeinsame Handeln gerade das Mittel ist, eine Schmugfonkurrenz in Scheinraditalismus zu erschweren und, je mehr sich das gemeinsame Vorgehen der Gewerkschaften verschiedener Rich tungen verdichtet, mit der Zeit ganz unmöglich zu machen. Die Verbindung der Arbeitgeberverbände mit den Gewerkschaften zu einer Arbeitsgemeinschaft wurde seinerzeit von beiden Seiten als der stärkste Ausdruck der Anerkennung der Gemertschaften als den Unternehmerverbänden gleichwertige Partner Sucht nun das deutsche Unternehmertum in diesem Kampfe Verbündete unter den Gewerkschaften, so heißt das wiederum, daß es nicht verbinden, sondern teilen will, um leichter herrschen zu fönnen. Im Innern mit Hilfe v Gegenfäßzen zwischen den verschiedenen Gewerkschaftsrichtungen, auf dem Weltmarkte mit Hilfe des sozialen Dumpings. Bundesgenossen unter den Gewerkschaften zu suchen, die mit den Unternehmern den Standpunkt vertreten, die zu suchen, die mit den Unternehmern den Standpunkt vertreten, die Durchführung des Dawes- Gutachtens fei nur möglich bei längerer Arbeitszeit und niedrigeren Löhnen, Teile der Gewerkschaftsbewegung als" Borspann" an den Wagen des deutschen Ausbeutertums zu fetten. das ist im großen der Zweck der neuen Arbeitsgemeinschaft des Herrn Borsig. Und die gesetzlichen Voraussetzungen dafür herzu stellen, das ist der Sinn der„ Unternehmersozialpolitik" des Herrn Meisinger. Der Achtstundentag in Amerika. Der Foreign Preß Service veröffentlicht folgende Darlegungen von John B. Andrews, Sekretär der Amerikanischen Gesellschaft für Sozielgefeggebung. Die weitergreifende Einführung des Achtstundentags in den Ber einigten Staaten ist im Wesentlichen eine Errungenschaft der letzten zwölf Jahre. Im Jahre 1909 arbeiteten erft 7,9 Proz. der von der Fabrikstatistik erfaßten Arbeiter in Betrieben mit achtstündiger Arbeitszeit; im Jahre 1914 waren es 11,8 Proz., aber 1919 48,6 Proz., 1921 51,5 Bioz. Daß die Einführung des fürzeren Arbeitstages in ben legten drei Jahren noch weitere Fortschritte gemacht hat, bedarf keines Nachweises; es genügt, daran zu erinnern, wie die öffent. liche Meinung das größte Unternehmen in der Stahlindustrie vor einem Jahre zwang, sich auf den Achtstundentag umzustellen. in großem Umfange auch der 44- Stundenwoche mit dem halben freien Sonnabend erfolgreich gemefcet. In einem Kommissionsbericht der Vereinigten Maschi nenbaugesellschaften Ameritas wird als Ergebnis der Einführung des Achtstundentages festgestellt: beffere förperliche und geistige Beschaffenheit und Hebung des allgemeinen Niveaus der Arbeiter, weniger Nachlässigkeit und Wegbleiben von der Arbeit, bessere Stimmung und Zusammenarbeit, genauere Befolgung der Arbeitsvorschriften; infolgedessen bessere Qualität der Er. zeugnisse, Zunahme der durchschnittlichen Stun benleistung, geringerer Materialverbrauch, iängere Lebensdauer der Maschinen und Apparate bei verminderten Reparaturan; endlich höheres Ansehen bei der Kundschaft. Aehnliche Feststellungen über die heilsame Wirkung des Achtstundentags sind in letzter Zeit von vielen bedeutenden Arbeitgebern in Amerika gemacht worden. Die Beobachtungen über die Produk= tionsleistungen bestätigen fast durchweg die europäischen Erfahrungen, daß der Achtstundentag in den allermeisten Fällen das Erbeitsergebnis nicht mindert, dagegen zu einer gleich= mäßigen Produktion beiträgt, ganz abgesehen von der Ver. minderung der auf Ermüdung zurüdzuführenden Betriebs. unfälle. Der Achtstundentag ist in den Bereinigten Staaten, obwohl noch längst nicht überall eingeführt, doch schon festgewurzelt. Wirtfchaftler, Sozialbeamte, und Gewerkschaften drängen seit langem zur allgemeinen Annahme des kurzen Arbeitstages und die rasch wachsende Literatur über wissenschaftliche Betriebsführung tritt ebenfalls dafür ein. Die Bewegung von 1923, die zur Annahme des Achtstundentages durch die große Steel Corporation führte, ist der beste Beweis dafür, daß auch die Stimmung der amerikanischen Deffentlichkeit sich gegen die unvernünftig lange Arbeitszeit wendet. Internationaler Buchdruckerkongreß. Der Internationale Buchdruckertongreß nahm einen schwedis schen Antrag an, in dem die Aufnahme des russissa Verbandes befürwortet wird für den Fall, daß er sich verpflichtet, die internationcler Statuten anzuerkennen. Als Sitz Des Sekretariats wurde wiederum die Schweiz gewählt. Der Kongreß nahm u. a. einstimmig eine Entschließung at, in der erklärt wird, daß der Achtstundentag die normale Ents wicklung der Produktion nicht hindere und daß das Argument, cine Berlängerung der Arbeitszeit sei notwendig, um gegen die aus ländische Konkurrenz aufkommen zu können ,, nicht stichhaltig sei, weil die Berlängerung der Arbeitszeit in einem Lande sofort ihre Berlängerung in Staaten nach sich ziehen würde. Deshalb beschließe der Kongreß, den Verbänden eindringlichst zu empfehlen, alles zu tun, um den Achtstundentag aufrechtzuerhaiten und jedem dafür im Kampfe stehenden Verbande weitestgehende moralische und materielle Unterstützung zu gewähren. Von den Regierungen aller Länder werde die bodige Ratifizierung des Washing toner Abkommens erwartet. Die Arbeitervertreter in Sen Parlamenten und bei den Behörden wurden aufgefordert, für eine schnelle Erledigung der Ratifizierung einzutreten. Die kommunistische Einheitsfront. Die Rote Fahne" hatte bis heute noch kein Wort zu unserer Veröffentlichung über das Referat des kommunistischen Reichstags abgeordneten Renzler in der fommunistischen Vertrauensmänner. fizung in Mannheim zu sagen gewußt. Sie hat auch noch kein Wort über die Stellungnahme der Berliner fommunistischen Organi fationen zu der neuesten Parole von Moskau geäußert. Wir cr innern sie also, daß diese sich in ihrer Versammlung am letzten Donnerstag ausdrücklich geweigert haben, der Parole:„ Zurüc in die Gewerkschaften!" Folge zu leisten. Wir erinnern weiter daran, daß der kommunistische Reichstagsabgeordnete Kenzler erklärt hat, daß die mostowitische Einheitsfront nur das Mittel zum 3wed sei, den ADGB. der PD. unbedingt gefügig zu machen. " Um die Spuren zu verwischen, erzählt die„ Rote Fahne" jetzt täglich allerlei Geschichten über die angebliche Feindschaft" der Amsterdamer Gewerkschaften gegen die Einigkeit der Arbeiterschaft. Es verlohnt sich nicht, auf diese Geschichten einzugehen. Die Zeiten find vorbei, wo ein großer Teil der Arbeiterschaft auf die bewußt verlogenen Behauptungen der Moskauer Untertanen noch hereinfielen. Sie haben zu oft die Parole gewechselt und zu oft gelogen. Bersammlung heute abend 7 Uhr im Reichstafino, Neue Königftr. 26. TagesZentralverband der Angestellten. Fachgruppe Berkehr, Sektion Spedition: ordnung: 1. Das Sachverständigengutachten. Referent Rollege Hans Gott furcht. 2. Der neue Tarifvertrag. Mitgliedsbuch legitimiert. Fachgruppe Textil, Bekleidung, Leber: Mitgliederversammlung Mittwoch, den 17. September, mung: 1. Das Sachverständigengutachten und feine Auswirkungen auf die Angestellten. Referent Rolfege Gottfurcht. 2. Unsere nächsten Aufgaben. Refe rentin Kollegin Frida Licht. Mitgliedsbuch legitimiert. nachmittags 5% Uhr, in den Gophien- Sälen, Sophienſtr. 117-18. Sage Th Berantwortlich für Bolitik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Steiner; Feuilleton: R.$. Döscher; Lokales und Sonstiges: Frik Karstadt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin SW. 68, Lindenstraße&. Hierzu 2 Beilagen. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Druck: Borwärts- Buchbruckerei Sophien- Säle Säle trei für Versammlungen Sophienstr.17 HEVITAN Die öffentlichen Angestellten erfreuen sich durchweg einer nur a chtstündigen Arbeitszeit; die Bundesregierung nie zahlreiche Einzelstaaten und Städte verlangen ihre Durchführung Vereinsfestlichkeiten:: Norden 9296 auch bei allen von der Regierung unmittelbar oder durch Lieferanten mittelbar unternommenen Arbeiten. In der Industrie allerdings gilt der Achtstundentag gefeßlich im Wesentlichen nur für Frauen und Kinder. Jedoch haben schon 13 der 48 Staaten für Bergwerke, Steinbrüche und bei Tunnelbauten und eine Anzahl Staaten auch für einzelne besondere Gewerbezweige den Achtstundentag gesetzlich eingeführt. KRESSIN RICHTER STEGUZZ R5$ MOHAR in Blechpackung Die Marke des Qualitätsrauchers Hevitan VitaminNährpräparat nach Prof. Dr. Reyher Bewährt bei nervösen Störungen. Appetit und Körpergewicht Wachstumfördernd bei Kindern und Säuglingen, bewährt bei Ernährungsstörungen derselben In Apotheken Sarotti- Akt.- Ges, Berlin- Tempelhof. nehmen zu und Drogerien, sonst direkt von der ZIGARETTEN MOHAR LUXUS 89 Die Marke des Feinschmeckers Nr. 436+ 41. Jahrgang. 1. Beilage des Vorwärts Wohnungsnot Dienstag, 16. September 1924 und Wohnungselend. ihren Namen und firmieren als Gemeinnützige BauEine Gründung der Gewerkschaften. Das Wohnungselend hat, durch den Wohnungsmangel ver-| unterwerfen.-- Die Miete müff sich wieder nach den Neubautosten| wohl?? schärft, einen Umfang angenommen, der für den schaffenden Teil der Bevölkerung zum Verhängnis zu werden droht. Alle in den Nachfriegsjahren angewandten Mittel zur Bekämpfung dieser Zustände haber nicht verhindert, daß die Zahl derjenigen, die in elenden Löchern hausen, ständig zugenommen hat und daß viele Jungver: heiratete nicht in den Besitz einer Wohnung gesezt werden konnte:. Mit Geld und mit eigener kraft. richten." Eine zwei bis dreifache Miete der Borkriegszeit wäre die vereinigung Wohnungssuchender" oder so ähnlich. Folge, sollte man derartige Forderungen verwirklichen. Wäre es dann wohl noch notwendig, um die Abhilfe einer Wohnungsnot beforgt zu sein? Bestimmt nicht. Das Wohnungs lend würde aber Schatten stellen. Das Privatunternehmen, das heute mit Hilfe der Formen annehmen, die den gegenwärtigen Zustand noch in den Hauszinssteuerhypotheken Wohnungen errichtet, verfährt dabei nach ,, Tue Geld in deinen Beutel", dann fannst du bald in den Befit einer Wohnung gelangen. Du fannst gegen Zahlung einrs Baukostenzuschusses eine Wohnung bekommen oder auf andere Weise eine Wohnung gegen Zahlung einer Abstandssumme erwerben. Die Zahl derjenigen, die ohne Geld nach jahrelangem Warten endlich eine Wohnung von den Wohnungsämtern zugewiese erhalten, ist gering, verglichen mit der Zahl der Wartenden. Was sich täglich auf den korridoren der Wohnungsämter abspielt, ist abscheulich. Die an die Wohnungskommission gerichteten Schreiben sind der Spiegel ail der greulichen Zustände, die sich aus dem Zusammendrängen von Menschen in den Wohnräumen ergeben, enger fast, als die Heringe in der Tonne. Was heute am Rande der Stadt zu beobachten ist, ist auch ein Widerschein dieser Zustände im Wohnungswesen. Hier find diejenigen am Werke, die den Mut zur Selbsthilfe aufbringen, um mit einigen abgehungerten Rentenmark und Daranseh jeder freien Stunde der Wohnungsmifere zu entrinnen. So haben sich die Pioniere der Gartenstadtbewegung die Entwicklung allerdings nicht gedacht! Mancher von diesen Siedlern wird neben den Sorgen, die er bereits zu durchkosten hatte, noch manch andere hinnehmen müssen. men er merkt, daß auch beim Bau eines Hauses nur die solide Herstellungsart die Wirtschaftlichkeit garantiert. Ueber die bei der Anlage und Gestaltung dieser Gebäude manchmal entstandenen und täglich neu entstehenden Geschmadlosigkeiten soll gar nicht geredet werden. Aber schließlich fann man ja auch nicht verlangen, daß derjenige, der sein ganzes Leben lang die Banalität und muffige Sinnlosigkeit der Mietskasernen auf Geist und Nerven wirken lassen mußte, fich als brauchbarer Städtebauer und Architekt erweisen soll. Die öffentliche Hand. Die in der Nachfriegszeit von Reich, Staat und Gemeinde für den Wohnungsbau aufgewendeten Mittel waren völlig ungenügend, ihre Verwendung war unzmedmäßig. Statt in großzügigen Plänen nach rationellsten Baumethoden der Wohnungsnot auf den Leib zu rüden, beschränkte man sich auf den Versuch, mit tropfenweisen Dosen das private Baugewerbe zu beleben. Bei der Bergabe der Hauszinssteuerhypothefen zeigt sich fast das gleiche Bild. Für Berlin hat das Wohlfahrtsministerium genehmigt, daß 5000 bis 7000 M. als Hauszinssteuerhypothet für eine Wohnung gewährt werden, das find im Durchschnitt etwa 50 bis 60 Prozent des Her ftellungswertes. Der verbleibende Rest muß von anderer Stelle be schafft werden. Hypotheken aus privater Hand find zurzeit nicht zu bekommen. Wohl haben einige öffentliche Körperschaften weitere Summen als Hypotheken gegeben, die neben der Hauszinssteuerhypothet gewährt werden. Diese hypothefen sind aber in fast allen Fällen als sogenannte Arbeitgeberhypothefen gegeben werden, die mit Hilfe dieser Gelder erbauten Häuser tommen also nur den Arbeitnehmern diefer öffentlichen Körperschaften zugute. Das alles hat zur Folge, daß für die große Zahl der Wohnungjuchenden mur dann gebaut werden kann, wenn fie aus eigenen Mitteln den nach der Hauszinssteuerhypothet verbleibenden Rest selbst aufbring n fönnen. Für den Teil der Steuerzahler, der die weitaus größere Hälfte der Hauszinssteuer aufbringt, bedeutet dies, bis auf weiteres auf den Besitz einer Neuwohnung zu verzichten. Wie die Privatbautätigkeit arbeitet. Die Forderung der Bauinteressenten und Hausbesizer nach dem Abbau der gebundenen Wirtschaft auf dem Gebiete des Wohnungswesens wird immer stärter und, wenn wir noch weitere Wahlen erleben, wie die am 4. Mai, dann sind die Tage der niedrigen Mieten gezählt. In einer Denkschrift des Schutzvereins der Bauinteressenten wird verlangt. die Mieten wieder wirtschaftlichen Gesetzen zu 15] 11 Die Familie Frank. Roman von Martin Andersen Nero. Es war allerdings Madam Frants Absicht, ihren Mann zu Hause zu halten heute und alle Tage, bis er sich das Trinken abgewöhnt hatte. Und als er zu ihr kam und sich erbot, für sie die Straße zu fegen, schlug sie das rundweg ab. Sie wollte ihm doch nicht freiwillig ein Türchen offen lassen. Sie wollte ihm doch nicht freiwillig ein Türchen offen lassen. Und über ihre Schwelle sollte kein Alkohol kommen, das hatte sie sich gelobt, und sie beabsichtigte, diesen Schwur zu halten, mochte er nun das Delirium friegen oder frepieren. Und das Delirium friegte er, ob zum Teufel er trank oder nicht, das war sicher; es glozte ihm schon aus den Augen. Leichenschweiß!" hatte Svisa gesagt, aber daraus durfte nichts werden; sie wollte ihn nicht mehr mit starken Sachen füttern. Hatte er das Kreuzotterngebräu nicht hinuntergeschluckt wie Sirup? Aber nun sollte er arbeiten, das sollte er, und wenn sie ihre eigene Arbeit versäumen und ihn mit dem Besenstiel antreiben mußte. Madam Frank war zum Aeußersten gebracht. Müde, wie sie von dem jahrelangen Kampf war, hatte sie ihrer Phantasie zu gerne die Zügel gegeben und darauf gehofft, daß das Kreuzotterngift Bunder, wirken werde. Ein einziges Mal hatte sie ihre bittere Stepsis aufgegeben und sich in den wildesten Phantasien getummelt von einem gemütlichen Heim, häuslichem Frieden, ordentlichen Kleidern und Gelegenheit zum Ausruhen. Aber jetzt lag alles in Fezen da, und sie streckte vor sich felber die Zunge heraus, während die Erbitterung ihr im Halse saß und sie fauchen ließ, sobald sie den Mund auftat. Das Zimmer war in Ordnung, die Kunden zu empfangen, und Meifter Frant ging still da drinnen umher, in Sonntagsweste und weißen Hemdärmeln. Im Schlafzimmer fuhr Madam Frank vom einen Fled zum anderen und traf die Vorbereitungen zum Haarschneiden. Dann kam der erste Kunde, ein Armenhäusler, der zum halben Preise auf Kosten der Stadt geschoren merden sollte; Frank gebot ihm voll Würde, die Pantinen auf den Flur zu fegen, wies ihn in die Schlaffammer, wo Madam Frank ihn rittlings auf einem Stuhl Blaz nehmen hieß und ihn in Behandlung nahm. C.... Diese Zustände legen der Arbeiterbewegung große Verpflichtungen auf, die von ihr sehr ernst genommen werden und Senen sie recht zu werden versucht. Die Spikenorganisationen der Arbeiter-, in dauernden Kämpfen in Reich, Staat und in der Gemeinde geUngestellten- und Beamtenverbände und eine Anzahl von Baugenossenschaften haben es für erforderlich gehalten, sich eines besonderen Organs als Mittel für die Erlangung dieses Zweckes, Beseitigung von Wohnungsnot und Wohnungselend, zu bedienen. Nicht etwa daran ist gedacht worden es kann gar nicht daran gedacht werden Partei und Gewerkschaft einen Teil ihrer Verpflichtungen abzunehmen, sondern die für Berlin gegründete, im Hause des ADGB., Berlin S. 14, Inselstraße 6 untergebrachte „ Gemeinnützige Heimstätten-, Spar- und Bau- Affien- Gesellschaft" „ Gehag", soll diese Tätigkeit ergänzen und ein Organ prattischer Wohnungswirtschaft und gemeinwirtschaftlicher Wohnungserstellung werden. Ebenso wie die Arbeiterschaft an die Errichtung eigener Wirtschaftsbetriebe für den Konsum des täglichen Lebens gegangen ist, muß dies auch für den Wohnungsbedarf geschehen, der nicht den fleinster Teil des Konsums des Haushaltes aller Minderbemittelten ausmacht, und der für die Gesundheit und Arbeitsfähigkeit kommenDer Geschlechter von so außerordentlich hoher Bedeutung ist. * Berwendung der Mittel, vornehmlich zugunsten derjenigen Boltsteile, die am meisten unter Wohnungsnot und Wohnungselend leiden und denen es am schwersten fällt, dieser Geißel zu entrinnen, das muß die Grundlage der mit öffentlichen Mitteln geförderten Wohnungserstellung werden. Darüber hinaus aber ist es notwendig, die Befriedigung des Wohnungsbedürfnisses dem private Gewinnstreben zu entziehen. Eine planmäßige Bodenpaitit der Stadt, verbunden mit Bebauungsplänen und Bauordnungen, die das Allgemeinintereffe wahren, find die ersten Voraussetzungen für eine gesunde Wohnungswirtschaft. Dieses Ziel wird erreicht werden, wenn die Wohnungstonsumenten sich selber regen. Verkommende Laubengärten. Tag für Tag geht der Blick des mit der Bahn Fahrenden über dieselbe draußen sich abrollende Landschaft. Es ist immer das gleiche: Wald, Wiese, Vororthäuser und dann Laubengärten. Man denkt zurück an den Frühling und den Sommer. Wie eifrig und fleißig waren die Menschen in diesen kleinen Gärten. Mit großer Mühe und bald großem, bald geringem Geschid zimmerten sie sich Lauben und Häuschen und Ställe zusammen. Bald rankte sich Geblätter um die Wände und zu der eigentlichen Laube entstand wohl noch eine grüne luftige Laube hinzu. Immer waren Menschen in den Gärten. helmert Am Bormittag fleißige Frauen, am späten Nachmittag und Abend Das typische proletarische Großstadt- ,, Heim" gewohnter Methode. Wendet sich ein Wohnungssuchender an diese Unternehmer, dann fordert solcher für eine Zwei- oder Dreizimmerwohnung 4000 bis 7000 m, für eine Bierzimmerwohnung bis 10 000. Der Mieter hat in den ersten drei Jahren„ nur die Verwaltungskosten zu zahlen; in den folgenden zwei Jahren außer dem etwa 300 bis 350 m. pro Jahr an Zinsen zu entrichten und das Ganze nennt der Unternehmer dann fünf Jahre mietefrei wohnen". Für den Unternehmer, der sich im Besige der im Höchsts falle mit 3 Proz. zu verzinsendet und mit 1 Proz. abzutragenden Hauszinssteuerhypothet befindet, ein glänzendes Geschäft, und was in der gegenwärtigen geldknappen Zeit überraschen muß er wird feine mit Hilfe öffentlicher Mittel hergestellten Wohnungen, trotz der hohen geforderten Summent, reißend los. Andere Unternehmer inserieren in Berliner Blättern, die von Arbeitern und anderen tleinen Leute gelesen werden, verschweigen dabei aber warum Sie hatte zwei Methoden, eine einfachere und großzügigere für Hunde, Armenhäusler und Hütejungen, und eine andere für Leute, die die volle Tage bezahlten. Die letzteren wurden nach allen Regeln der Kunst behandelt, in der Stirn über die Knöchel und im Nacken über den Kamm geschoren - und zu allerlegt gestutzt. Auf jene dagegen ging fie mit der großen Schneiderschere los; ohne kleinlich über jedem einzelnen Haar zu brüten, schor fie dicht am Kopfboden, vom Nacken angefangen nach oben, wobei sie den betreffenden Kopf fest gegen ihren Bauch drückte. Wenn sie ihn von fich ließ, glich er einer Krappfee, mit einem hellen Fleck bei jedem Schnitt, umgeben von kleinen Bellentämmen. Der technische Ausdruck für diese Methode lautete: Treppenstufen für die Läuse schneiden. Ohne von der Schönheit reden zu wollen, war es die bei weitem vorteilhafteste für alle Parteien. Sie beanspruchte nicht viel Zeit, und man fonnte ein ganzes Bierteljahr mit einem solchen Kopf umhergehen, bevor man wieder unter die Schere mußte. Der Tag ließ sich gut an, was auch zu erwarten war. Die Leute aus dem Städtchen wollten zum Verfassungsfest ja gern ein wenig ordentlich aussehen; und die Bauern pflegten um diese Zeit ihre Winterperücken zu entfernen. Drinnen in der Stube befanden sich schon zwei Hütejungen, ein alter Bauer, zwei Knechte, der Nachtwächter, ein schwedischer Steinhauer und eine Konfirmandenschülerin, die eine Krankheit" in ihr schweres Haar bekommen hatte und es sich darum abnehmen lassen mußte. Steif saß sie auf dem Sofa, ihre beiden werdenden Brüstchen vorgestreckt und mit einer vermorfenen Falte auf der kleinen Himmelfahrtsnafe. Wenn die Tür zur Schlafkammer aufging, spähte sie hinein, um Thorvald zu erspähen, der mit ihr zum Pfarrer ging; und als sie endlich von Frank erfuhr, daß er nicht zu Hause sei, schmollte sie und trat einem der Hütejungen gegen seine nadten Beine. Meister Frank war in steter Bewegung, er forderte die Leute auf, fich zu sehen, und unterhielt sie. Jeden einzelnen ließ er der Reihe nach in die Schlaffammer eintreten; und wenn Madam Frant mit der Schere gegen die Stuhllehne klopfte, fam er herein, streifte den Halsfragen beiseite und blies dem Geschorenen über Rücken und Brust, um die Härchen zu entfernen. Mit jedem, der voll bezahlte, wurde so verfahren, und außerdem fonnte er, wenn er es wünschte, mit dem Striegel behandelt werden- einer die Männer. Aber plötzlich wird man im Vorüberfahren gewahr, daß dort in den grünen Stätten des Friedens etwas anders geworden nicht eines ist mehr da. Und die Gärten sehen alle merkwürdig verfein muß. Wo sind die Lauben und Häuschen? Wo sind sie nur? kommen und verwahrloft aus. Was ist geschehen? Der beunruhigte Blick sucht und findet am Ende des Stück Landes neue Mauern aus der Erde kriechen. Ein Neubau! Ein großer Neubau scheint das zu werden. Männer gehen mit Meßleinen und Meßstöcken hin und her. Richtig, auf der anderen Straßenseite steht schon ein fertiger Neubau, alles hübsche saubere Beamtenwohnungen. Also so sollen auch hier neue Wohnungen entstehen. Neue Wohnungen tun uns not. Und die hübschen kleinen Laubengärten müssen weichen. Die Dem Dämon Bächter werden aus den Freuden einiger Sommer in ihre dumpfen dunklen Hinterhauswohnungen zurückgeschleudert. Alkohol werden vielleicht einige neue Opfer in die Fänge fallen und Frauen und Kinder werden sehnsüchtig des verlorenen Paradieses | Art Männerscheuerbesen und konnte sich das Haar mit Ochsenfett einschmieren lassen, sofern Thorvald die Gelegenheit nicht wahrgenommen und es aufgegessen hatte. Dies alles gehörte ursprünglich nicht mit zum Haarschneiden, war vielmehr eine Frucht der Konkurrenz und der um sich greifenden Kultur. Für Schneider Frank lag eine gewisse Feststimmung über diesem Sonntagshaarschneiden. Das muntere Zuschnappen der Schere, die so fleißig arbeitete, ohne daß er selbst sich im geringsten anzuftrengen brauchte, seine eigene Stellung als Ordensmarschall, die ihn in den Mittelpunkt des Kreises stellte und seinen Worten Gewicht verlieh, der be= wundernde Blick, mit dem Tagelöhner und. Knechte ihm folg= ten, wenn er die Daumen in die Aermellöcher seiner Sonntagsweste steckte das alles erfüllte ihn mit breitem, frohem Selbstgefühl. Es ließ sich auch nicht leugnen, daß er trotz allem seinen Anteil an dem Gedeihen des Geschäfts hatte. Wenn die Stube voller Kunden war, obwohl Madam Frank wie besessen arbeitete, dann blieb es ihm überlassen, ihnen die Zeit zu vertreiben. Und Meister Frant war gesprächig und erfinderisch. Mehr als ein Kind, das sonst zu Hause geschoren worden wäre, lag seinen Eltern so lange in den Ohren, bis es die zehn Der bekam und zu Franks hinüberdurfte. Und selbst die Erwachsenen mußten lachen, wenn Frant feine rote Naje aufzog wie eine Schlaguhr, die acht Tage läuft, oder sein Herz hüpfen ließ, daß es in ihm ruckte und zuckte. Und doch waren das nicht seine besten Kunststücke. Aber heute war er nicht recht auf dem Posten, die Krankheit saß ihm ja im Körper, ließ seine Hände zittern und machte seine Beine schwach. Ein Schnaps! Sein ganzes Innere wand sich vor Sehnsucht danach, die bekannte Ueberrieselung zu spüren. Ein Schnaps! Sein Körper schrie danach, wie die Felder in der sommerlichen Trockenheit nach Feuchtigkeit schreien. Während er sich unter dem scharfen Blick seiner Frau dazu zwang, seine Pflicht zu tun, durchdachte er jeden Ausmeg. Er fühlte sich bei den Kunden vor und machte sich für eine Weile mit dem Armenhäusler gemein, in dem Glauben, dieser habe ein Rössel in der Tasche. Der Madam Frant entging sein Zustand nicht, und sie lachte schadenfroh; wenn er jedoch nachlässig wurde, geriet sie in Zorn und fing an, ihn schnöde zu behandeln. ( Fortsetzung folgt.) gedenken. Jeder Laubengarten, der aufgegeben werden muß, bedeutet ein Stückchen aufgegebenes und verlorenes Glück. Aber auch jebe Wohnung, die nicht gebaut wird, bedeutet ein Stüdchen Glüd, das nicht geschaffen wird. Werden auf Baubenland Volkswohnungen gebaut, so fann aus etwas Gutem etwas Besseres werden. Werden aber auf Laubenland Villen für die Reichen gebaut, so sollte das Laubenland nicht bergegeben werden, denn aus so einem winzigen Stückchen Land erwachsen Gesundheit, Zufriedenheit und Ruhe, aber in dem Garten der Reichen wuchert leppigkeit, Hochmut, Ueberhebung und Volksfeindlichkeit. Beraubte Einschreibebriefe. Eine Berurteilung auf Indițienberveis. Zwei Bestunterschlagungsprozesse beschäftigten gestern die Große Straffammer des Landgerichts III unter Borsiz von Landgerichtsdirektor Ehrecke mit wechselvollem Ausgang In beiden Prozessen spielte der sogenannte Indizienbeweis wieder eine besondere Rolle. Während aber in dem einen Prozeß der Angeflagte freigesprochen merden mußte, fam in dem anderen das Gericht zu einer Berurtei lung, trotzdem der Angeklagte jede Schuld hartnäckig bestritt. Auf einen Indizienbeweis stüßte fich eine Antlage wegen Amts unterschlagung gegen den Postfchaffner Georg M. aus Buchholz. Am 28. Rovember vorigen Jahres war auf dem dortigen Postamt ein Einschreibebrief mit vier Siegeln angekommen. Der Empfänger öffnete den Brief jofort in Gegenwart des Beamten und mußte zu seinem Erstaunen feststellen, das zwar in dem Briefe stand: Anbei 495 Rentenmart", daß aber das Geld in den Brief nicht enthalten war. Bei näherem Hinsehen machte der Empfänger den Beainten darauf aufnterffam, daß die Giegel vollständig ab gelöst waren. Der Angeklagte wieder machte den Empfänger darauf aufmerksam, daß das Wort„ Anbei" nicht bedeute. daß das Geld in dem Brief enthalten ici, es fönne auch in einem besonderen Umschlage folgen. Außerdem tomme es vor, daß sich die Siegel bei schlechtem Stegeladt von felbft ablösen. Auffällig war es dann aber, daß der Beamte nicht der Postbehörde Kenntnis von dem Berfall gab. Bei der Prüfung des Briefumschlages stellte der Gerichtschemiter Dr. Brüning fest, daß der Umslag geöffnet und mit Ricbeftoff wieder verfchloffen worten wor. Mehrere Beamte des Poftamtes wollten sich erinnern, daß der Brief bei der Stempelung unversehrte Siegel gehabt habe. Die Berteidigung machte auf verschiedene Wider sprüche in der Vernehmung der Beamten aufmerksam und verwies Darauf, daß der Angeklagte, der nach den Bekundungen der Zeugen fofort den Bestellgang angetreten hatte, unterwegs gar nicht die Möglich feit gehabt habe, den Brief zu öffnen und mit Klebestoff zu verschließen. Mangels Beweises fam das Gericht zu einer Freisprechung des Angeflagten. Einer Amtsunterschlagung war auch der Postschaffner Sp. bezichtigt. Auf dem Boftamt in Bantow, auf dem der Angeklagte befchäftigt war, waren fortgelegt Einschreibebriefe teil weise ihres Inhaltes beraubt worden, ohne daß man längere Zeit dem Täter auf die Spur fommen fonnte. Obwohl die Kollegen des Angeklagten diesen schon längst im Berdacht hatten, lieb fich gegen ihn zunächst nichts machen. Schließlich aber, als sich die Anzeigen über beraubte Briefe immer mehr häuften, mußte es auffañen, daß es sich ausschließlich um solche Briefe handelte, die an dem Schalter und zu derzeit, in der der Ringeklagte Dienst hatte, aufgegeben waren. Obpohl der Angeklagte hartnädig jede Schuld leugnete, tam das Gericht zu der Ueberzeugung, daß Sp. nur allein der Täter fein fönne imb verurteilte ihn zu einem Jahr Gefängnis. Word oder Unglücksfall? meistern eingeführt worden ist. Die Straßenhändler führen deshalb einen erbitterten Kampf dagegen, weil sie neben den ordnungsmäßigen anderen Steuerleistungen in der ungefeßlichen StandNach gelderhebung eine weitere steuerliche Belastung erblicken. eingehender Aussprache wurde eine Entschließung angenommen, die schärfften Protest einlegt gegen die willkürliche Erhebung von Standgeldern einzelner Bezirksämter. In Anbetracht der hohen volkswirtschaftlichen Bedeutung der Straßenhandels sowie der sozialpolitischen Lage der Allgemeinheit erwarten die Berliner Straßenhändler vom Berliner Magistrat, daß er die Platscheine rückgängig macht, wo sie bereits eingeführt sind. Soll der Straßenhandel weiter als preisregulierender Faktor der Berliner Bevölkerung dienen, so darf der Wirkungsfreis des einzelnen nicht auf einen engen Kreis ( Bezirksamt) beschränkt sein. Vom Berliner Magistrat erwartet bie Bersammlung, daß bei allen Fragen des Straßenhandels die VerOeffentliche Versammlungen lung Artur Keils zu weiteren drei Jahren Zuchthaus und acht Jahren Ehrverlust. Artur Keil wird sich demnächst noch megen Erpressung, die er gegenüber den Ballettfünstlerinnen Celly de Rheydt und Lola Bach begangen hat, vor Gericht zu verontworten haben. In diesen Standalprozessen wird ein umfangreicher Beweis erfolgen und es wird ein großer Zeugenapparat von Bühnen fünftlerinnen aufgeboten werden. Ein Gehetter. heute, Dienstag, 16. Septbr., abds. 72 Uhr, gangen hotte, strengte er die Ehescheidungsklage at und erzielte auch in folgenden Lokalen: Schulaula, Grün-UnionsMitte: Sophiensäle, Sophienstr. 17/18. Tiergarten: Arminiushallen, Bremer Str. 73. Wedding: Bharusfäle, Müllerstr. 142. thaler Straße 5. Prenzlauer Berg: Ledigenheim, Pappelallee 13/14. Festsäle, Greifswalder Str. 222. Friedrichshain: Andreas- Festfäle, Andreasstr. 21. Kreuzberg: Dörings Festfäle, Naunynstr. 27. Charlottenburg: Ahlerts Festfäle, Berliner Str. 88. Spandau: Germaniafäle, Strefowplay. Wilmersdorf: Aula der Oberrealschule, Am Seepart. Wannsee: Reichsadler, Königstr. 26. Schöneberg- Friedenau: Aula der Uhland- Schule, Kolonnen ftraße 22/23. Steglitz, Lichterfelde, Lankwih: Aula der Oberrealschule in Stegliz, Elisenstraße. Tempelhof- Mariendorf: Realgymnasium in Mariendorf, Kaiserstraße. Neukölln: Wintergarten, Schultheiß- Brauerei, Hafenheide 22. Adlershof, Ober- und Niederschöneweide, Johannisthal, Baumschulenweg: Restaurant Kyffhäuser in Niederschöneweide, Berliner Straße. Lichtenberg: Cäcilien- Lyzeum, Rathausstraße. Weißenfee: Albrechtshof, Parkstr. 16. Die Rache der ungefreuen Gattin. Bemitleidenswert erschien das Schicksal des Kassierers G., der fich vor dem großen Schöffengericht Schöneberg wegen Amtsunterschlagung und schwerer Urkundenfälschung zu verantworten hatte. Unglüdliche Eheverhältnisse haben den auf eine tadellose, langjährige Beamtenlaufbahn zurüc blickenden Mann zu seinen Strafhandlungen geführt. G. war wäh rend des Krieges im Großen Hauptquartier als Feldwebel bei der Generaleisenbahninspektion tätig und war dann Raffierer bei der Reichsstelle für Heimatdienst. Gegen seine Ehefrau, die ihn hinterin erster Instanz die Ehefcheidung. Fortan verfolgte ihn die Rachsucht der ungetreuen Ehefrau. Sie hatte gegen das Urteil Berufung eingelegt und war hinter dem betrogenen Ehemann mit fortgesetzten Pfändungsbefchlüssen her, machte auch Schulden auf den Namen des Mannes und schickte die Gläubiger zu seiner Dienststelle. Außerdem hatte sie in Abwesenheit des Mammes die ganze Woh nung ausgeräumt und schließlich war das Gehalt fast ganz gepfändet. In dieser Notlage ließ sich der Angetlagte verleiten, in die Kasse für Gehälter zu greifen. Nach und nach eignete er sich 4500 Goldmark an. Mit den veruntreuten Geldern ging er zur Rennbahn, in der Hoffnung, durch günstige Wetten aus der Patsche zu kommen. Aber auch hier verfolgte ihn das Pech und er tonnte nur Wettverluste buchen. Schließlich fam die Sache zur Entdeckung. Die Berteidigung bat das Gericht, die traurigen Lebensverhältnisse des Angeklagten im weitesten Mahe zu berücksichtigen. Das Gericht trug diefer Bitte auch Rechnur gewährte Dem Angefiagten mildernde Umstände und verurteilte ihn zu einer Gesamtstraße von 9 Monaten Gefängnis unter Anrechnung von 2 Monaten Untersuchungshaft. Für den Rest der Strafe erhielt er Bewährungsfrist. Tigerüberfall auf den Dompteur Bendix. Pantow- Niederschönhausen: Gesellschaftshaus in Bantom, mar äußerst gereizt. Bei dem Austreiben aus dem Käfig stürzte Berliner Str. 102. Reinidendorf- Tegel: Strandschloß in Tegel. Tagesordnung: „ Die Parteien zur Londoner Konferenz und die Verteilung der Laften." Redner find: Eduard Bernstein, Bartels, Dr. Adolf Braun, Clara Bohm- Schuch, Dr. Freund, Ad. Hoffmann, Kuffner, Künstler, Cempert, Canda, Ceid, Cüdemann, Dr. Moses, Otto Meier, Dr. Mierendorff, Nietisch, Stelling, Ströbel, Gerh. Seger, Frit Schröder, Wiffet. Arbeiter, Angestellte, Beamte! Männer und Frauen! Besucht diese Versammlungen und informiert Euch über die Politik der Sozialdemokratie und der übrigen Parteien. Zur Dedung der Unkosten Tellersammlungen, Bezirksverband SPD., Berlin. Am Sonntag nachmittag wurde in der Moltteft. 9 in Tegefort der 39 Jahre alte Werkzeugmacher Rau mit Gas pergiftet tot auf gefunden. Rau lebte feit ungefähr einem Jahre mit einer Frau 8. zufammen. 3ant und Streit zwischen beiden waren an der Tagesordnung. Als gestern nun Rau tot aufgefunden wurde, ver breitete sich schnell das Gerücht, daß es bei seinem Tode nicht mit redten Dingen zugegangen jei. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei find bis jegt noch nicht abgeschlossen. Die Beamten konnten feststellen, daß Rau am Tage zuvor, also Sonnabend, starb betretung der Organisation hinzugezogen wird. Bom Bolizeipräsidium trunten nach Hause gefommen ist. Er hat sich dann noch auf dem Gastocher Kaffee gefocht und den Hahn auch wieder ordnungsgemäß verschlossen. Eine andere blinde Beitung aber, die in das 3immer mündet, war nur mit einem Rortpfropfen verschlossen, der schon jahrelang als Berschluß gedient hatte. Diefer Pfropfent war nun herausgebröckelt und das entströmende Gas wurde Rau zum durch den Druck des Gases herausgeschleudert wurde, oder ob er noch nicht festgestellt werden. Verhängnis. Ob num der Pfropfen tatsächlich infolge Berrottung von menschlicher Hard herausgezogen worden ist, fonnte bisher Schöntrndchen" und ihr Freund. Einen überraschenden Ausgang nahm ein großer 3uhälterei Ginen überraschenden Ausgang nahm ein großer Zuhältereis und Betrugsprozeß, der das Große Schöffengericht Charlottenburg und Betrugsprozeß, der das Große Schöffengericht Charlottenburg beschäftigte, da das von der Kriminalpolizei zusammengetragene Anklagematerial im Laufe der Beweisaufnahme zusammenbrach. Eine große Anzahl von Zeugen und Zeuginen aus den Kreisen der Pensionsinhaberinnen, Tänzerinnen, Kabarettistinnen, Bar damen marschierten auf, die übereinstimmend befundeten, daß die Angeklagte Ehrenbaum unter den Namen„ Schöntrudchen" in der Lebe und Weinlokalen bekannt war und von ihren Freunden reiche Zuwendungen in bar und in Brillanten erhalten hat. lleber die Berson des Hauptangeklagten Riemann befundeten die Zeugen, daß diefer nie gearbeitet, aber noble Bassionen gehabt hätte, eine eigene große Jagd besessen und Rennpferde in feinen Ställen gehabt und stets auf großem Fuße gelebt habe. Oft haben die Beu ginnen auch Schreien und Loben aus der gemeinsamen Wohnung der beiden Angeklagten gehört und wollten beobachtet haben, wie die Ehrenbaum von ihrem Freund schwer mißhandelt worden war. Auf Borhalt der Verteidigung konnte jedoch sämtliche Zeuginnen ihre vor der Kriminalpolizei gemachten Behauptungen, daß Riemann zuhälterdienste geleistet habe, nicht aufrechterhalten und die Behauptung der beiden Angeklagten nicht widerlegen, daß es sich bei den Schlägereien um Eifersuchtsizenen gehandelt hat. Auf Grund dieser Ergebnisse der Beweis aufnahme zog die Verteidigung den Schluß, daß von der An= tlage nichts übrig bliebe. Das Gericht tam zu dem= felben Ergebnis imd sprach beibe Angeklagte in den Hauptpunkten der Anklage frei. Nieman wurde lediglich wegen unerlaubten Waffentragens zu 100 M. Geldstrafe verurteilt und der Haftbefehl gegen ihn aufgehoben. Beschwerden und Wünsche der Straßenhändler. Die Ortsverwaltung Berlin des Reichsverbandes der ambulanten Straßenhändler" hatte eine Protestversammlung nach Haber: lends Festsälen einberufen. Redakteur Brendel betonte in seinem Referat, baß die Frage des Straßenhandels, dessen volkswirt schaftliche Bedeutung anerkannt ist, teine egoistische Standes- oder Berufsfrage ist; fie muß vielmehr vom Standpunkt der Allgemeine heit behandelt werden. Der Straßenhandel ist als schnell arbeitenber Abfazmarkt besonders für Obst und Gemüse wichtig. In Berlin wird etwa zwei Drittel des gesamten Konfums durch den Straßenhandel vermittelt. Die Berfchärfung der Straßenpolizeiverordnungen oder die Erhebung von Standgeldern muß notgedrungen eine Er= schwerung der Existenz, wenn nicht sogar die Erdrosselung nach sich ziehen. Der Redner zeigte an treffenden Beispielen, wie alle politischen Parteien, wie die gewerblichen Standesorganisationen und neuerdings auch die Handelskammern gegen die Straßenhändler Stellung nehmen. Die Standgelderhebung in Berlin entbehrt nach Ansicht der Händler jeder gesetzlichen Unterlage, da sie nicht durch einen Beschluß der maßgeblichen Stellen, sondern lediglich auf Grund einer Besprechung des Tiefbauamtes mit den Bezirksbürger erwartet die Versammlung, daß auf die unteren Organe in dem Sinne eingemirft wird, daß von ihnen Neutralität den Straßenhändlern gegenüber geübt wird. Durchlegung der Lindenstraße zum Spittelmarkt. fehrsader des Südwestens, tot, indem sie auf die KommandantenBekanntlich läuft sich die Lindenstraße, eine der wichtigsten Berstraße stößt. Der Ausschuß zur Förderung der Berkehrsverhältnisse hat nurunehr der Bezirksversammlung Berlin Mitte folgenden Antrag unterbreitet: Das Bezirksamt Berlin Mitte wird ersucht, das Projekt der Durchführung der Lindenstraße nach dem Spittelmartt zur schleunigen Ausführung zu bringen, damit elcie Erleichterung des wachsenden Verkehrs geschaffen wird. Ein weiterer Antrag lautet: Das Bezirksamt Berlin Mitte wird ersucht, geeignete Borschläge zur Entlastung des Verkehrs der Straße Unter den Linden zu machen, insbesondere die Frage der Durchführung der Behrenstraße zur Benné und Budapester Straße zu prüfen und der Bezirksversammlung Mitte entsprechende Berlagen zu unterbreiten. Artur Keil zu höherer Zuchthausstrafe verurteilt. Seit faft zwei Jahren befindet sich der durch seine Erpreffungs affären befannigewordene Verleger Artur Reil in Untersuchungshaft, da gegen ihn ein Rattenkönig von Strafprozessen anhängig gemacht worden war. Artur Reil ist auch bereits zu etwa 5-6 Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Jetzt hatte er sich von neuem vor dem großen Schöffengericht Berlin- Mitte wegen Be truges in strafverschärfendem Rückfalle in einer ganzen Reihe vot Fällen zu verantwortett. Es handelte sich in der Hauptsache um solche Schwindeleien, bei denen eine ganze Reihe von Personen, darunter auch Kriegsbeschädigte und Arbeitslose, um ihre Spargroschen geprellt worden sind. Nach um fangreicher Beweisaufnahme tam bas Gericht zu der Verurtet Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 16. September. Tageseinteilung. Vormittags 10 Uhr: Nachrichten dienst. Bekanntgabe der Kleinhandelspreise der wichtigsten Lebensmittel in der Zentralmarkthalle. Nachm. 12.15 Uhr: Vorbörse. Nachm. 12.55 Uhr: Uebermittelung des Zeitzeichens. Nachm. 1.05 Uhr: Nachrichtendienst. Nachm. 2.15 Uhr: Börsenbericht. 1. Peterchens Mondfahrt, Schmalstich. 2. Ouvertüre zu der Oper 4.30-6 Uhr nachm.: Unterhaltungsmusik( Berl. Funkkapelle). Dio Regimentstochter", Donizetti. 3. Dorfschwalbon in Oesterreich, Walzer, Josef Strauß. 4. La lettre de Manon, Gillet. 5. Fantasie aus der Oper Aida", Verdi. 6. Orchideen, Valse boston. Brase. 7. Streifzug durch sämtliche Straußschen Operetten, Schlögel. 8. Erzherzog Albrecht, Marsch. K. Komzák. 7 Uhr abends: Vortrag des Herrn Schontek:„ Der Roland von Berlin" und andere Helfer, Herausgeber der Zeitschrift:„ Naturschutz". Vortragsreihe Berliner Sagen. 7.45 Uhr abends: Vortrag des Herrn Dr. Hermann „ Der Naturschutz und seine Ausübung". 2. Vortrag: Wie treibt man praktischen Naturschutz?" 8.30-10 Uhr abends: Mozartabend. Dirigent: Otto Urack, fr. Staatsoper, Berlin. 1. Ouvertüre zu„ Cosi fan futte". 2. Arie des Fernando aus„ Cosi fan futte" ( Hans Batteux, von der Berliner Staatsoper). 3. Ouvertüre zu Die Hochzeit des Figaro". 4. a) Arie aus" Don Juan", b) Arie aus Die Zauberflöte",( Hans Batteux, von der Berliner Staatsoper). 5. Sinfonie G- moll. Das Orchester besteht aus Mitgliedern des Berliner Philharmonischen Orchesters. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten. graphische Aufnahme der Tigergruppe des Dompteurs Ben Am Montag vormittag fand im 3irtus Krone die photo big statt. Bierzehn Tiger, die an sich schon äußerst bösa artig sind, gebärdeten sich, da der Zentralfäfig in ungewohnter Weise im Freien vor dem Zirkus aufgebaut war, ganz besonders aufgeregt. Namentlich die Tigerin Dalis, welche bereits vor einiger Zeit in Berlin die Tigerin Rania aus Eifersucht angefallen hatte, fie fich auf den Dompteur Bendig, zerbrach mit einem gewaltigen Prankenhieb die Holzstange, deren sich der Dompteur zu seinem Schuhe bediente und verlegte ihn mit der Tage. Durch Eingreifen des Personals gelang es, den Dompteur zu befreien und die Tigerin aus dem Käfig zu entfernen. Durch einen Zufall wurbe der Moment des Ueberfalls photographisch festgehalten. Troß seiner nicht unerheblichen Wunden konnte Bendig mit der gesamten Tigergruppe toch am selben Abend wieder auftreten. Wie wir im übrigen erfahren, steht eine Einigung des Birtus Krone mit ben städtischen Steuerbehörden bevor, so daß der Zirkus fein hiesiges Gastspiel auf unbestimmte Zeit verlängert hat. Das Schrey- Jubiläum. Der Stenographenverband Stolze- Schren" E. B. beging gestern im ehemaligen Herrenhaus die Feier des 50jährigen Jubiläums feines Mitbegründers Ferdinand Schren. Die Feier war von ben Anhängern des Verbandes und des Systems start besucht und brachte große Ehrungen für den Jubilar. Die Reichs- und Staats behörden waren durch Beauftragte vertreten oder hatten Glückwünsche gesandt. Außenminister Stresemann gratulierte in einem längeren Schreiben. Der Reichspräsident fandle aus Freudenstadt folgendes Telegramm:„ Dem hochverdienten Förderer deutscher Kurzschrift sende ich zur Feier seiner 50jährigen Tätigkeit meine herzlichen Glückwünsche und gebe der Hoffnung Ausdruck, daß seine unermüdliche Arbeitskraft und reiche Erfahrung der deutschen Der im Stenographie noch lange erhalten bleiben möge. 75. Lebensjahre stehende Jubilar bantte in einer Ansprache, lehnte aber bescheiden alle Ehrungen für seine Berfon ab. einigen Tagen die 14 Jahre alte Schülerin Hildegard Heinze aus Berunglückt oder verschleppt? Spurlos verschwunden ist sei ber Hochstr. 12. Da man feinen Grund hat anzunehmen, daß fie Selbstmord verübt haben könnte, so muß befürchtet werden, daß das junge Mädchen verschleppt worden ist. Hildegard Seinze ist 1,65 groß, fräftig gebaut und hat hellblondes natur fraufes Haar und blaue Augen. Sie soll vor etwa acht Tagen am Arnswalder Plaz gefeben worden sein. Nachrichten über das Auftauchen des jungen Mädchens werden an die Vermißtenzentrale im Polizeipräsidium erbeten. In der Fortbildungsschule für Schwerhörige und Taube, Berlin NW. 6, Albrechtstr. 27( nahe Bahnhof Friedrichstraße), be ginnt am 9. Oftober d. J. wieder ein Kursus für hochgradig Schwerhörige im Ablesen und in der Erhaltung der Sprache, desgleichen ein heilturius für SprachIrante. Anmeldung fofort in der bezeichneten Schule beim Direktor Schorsch täglich vormittags 9-10 und nachmittags Sprachkurse( Engl., Franz., Span.) für Parteigenossen und Gewerk schafter in genossenschaftlich verwalteten lleineren Arbeitsgemeinschaften. Austunst und Voranmeldung beim Genossen Unikower, Berlin W 57, Sture fürstenstr. 21/22, 1. Gartenhaus, 2 Tr. Colosseum, Bühne und Film. Das Gastspiel von Miß Thea Alba ist infolge des großen Erfolges, den sie mit ihren einzigartigen Darbietungen bei ihrent ersten Wiederauftreten in Deutschland hatte, bis einschließlich Donnerstag verlängert worden. Bis dahin tritt fie täglich zweimal, um 7 und 9 Uhr in dem neuen Theater Colosseum am Hochbahnhof Nordring auf Vorher treten die bekannten Solotänzerinnen Leni Bowiz und Ine Messina von der Berliner Staatsoper in mehreren Einzel- und Duettänzen auf, die Filmschau fezt sich aus dem reizenden Offi- Dswalda- Film „ Colibri" und dem amerikanischen Lustspiel Schmudi" zusammen. Der Lunapart hält auch in dieser Woche den Betrieb voll aufrecht. Um jedermann Gelegenheit zu geben, den Lunapart zu besuchen, sind die Preise für Gintritt und Attraktionen auf die Hälfte ermäßigt. Jugendveranstaltungen. Achtung, Mitglieder! Rur proletarischen Feierstunde am Sonntag, ben 21. b. M., find noch Eintrittstarten zum ermäßigten Preise im Jugendfetretariat, Lindenstr. 3, erhältlich. Heute, Dienstag, den 16. September, abends 7% Uhr: Gesundbrunnen: Schule Gothenburger Str. 2, Bortrag: Jugend und Stultur". Röpenid: Jugendheim Grünauer Str. 5, Bortrag: Wirtschaft". Marienborf: Alte Schule, Dorfstraße, Vortrag: Das Sachverständigengut. trag: Sngiene des Körpers". achten und seine Bedeutung". Neukölln IV: Jugendheim Nogatstr. 53, Bor. Neukölln V: Sugendheim Schierkeftr. 44, Dis tuffion: Warum bin ich in der GJ.?" Norboft I: Schule Georgenkirch Rorbring: straße 2, Diskussion: Aeltere und Jüngere in der Bewegung". Lotal von Mahntopf. Carmen- Sylva, Ede Greifenhagener Straße, Vortrag: ,, Einführung in den Gozialismus". Reinidendorf- Oft: Im Geebad Residenz straße 46, Bortrag: Frih Reuter". Schöneberg 1: Schule Rubens-, Ede Hauptstraße. Vortrag: Uranfänge der Religion". Steplig I: Jugendheim Albrechtstr. 47, Vortrag: Reifeerlebnisse in England". Besten: Baugewert fhule, Surfürstenstr. 141, Bortrag:„ Erste Hilfe bei Unglüdsfällen". Wetter für Berlin und Umgegend: Etwas wärmer, zunächt noch ziemlich beiter, später stärker bewölkt und leichter Regen, bei auffrischenden süd westlichen Winden. GU Arbeiter- Sport Neue Formen der Gymnastik. Sportfest des S.V.- Moabit. Das Ziel der alten Griechen, durch ihre Gymnastik harmonisch ausgebildete Körper zu schaffen, hat in der Turnkunst Jahns seine Fortsetzung gefunden. Die freie Entwicklung dieser gymnastischen Uebungen fand aber durch die Reaktion nach den Freiheitskriegen ein jähes Ende. Das Turnen wurde als staatsgefährlich und revolutionär unterdrückt und mußte aus der freien Natur in Räume flüchten, wo insgeheim die lebungen weitergetrieben wurden. So entstand dann später hieraus das Hallenturnen und das ge. fünftelte Geräteturnen mit bickleibigen Lehrbüchern und unzähligen Uebungen. Die ideale griechische und Jahnsche Gymnastik wurde in die preußisch- militärische Zwangsjade gesteckt und blieb darin, bis die Leichtathletik mit ihren natürlichen llebungen und dem jugendfrischen Wettkampf in Licht, Luft und Sonne die Maffen der Jugend dem Geräteturnen in den Hallen abspenstig machte. Die neue Gymnastik ist noch im Werden. Das Gerätes furnen wird auch in Zukunft nicht verschwinden, aber in leichten Uebungen mit schöner Körperhaltung seinen Ausdruck finden und vor allem durch die Masse zu wirken suchen. Das Frei übungsturnen ist von den alten militärischen Formen voll fommen losgelöst, die fast ohne gesundheitlichen Wert waren. Rhythmus der Musik die aus den Uebungen und nicht umgekehrt entsteht bewegen sich die Körper in freier individueller Form. Bei den sportlichen Freiübungen ist die Gleichmäßigkeit des Lattes ganz ausgeschaltet, es kommt vielmehr nur auf eine richtige Durcharbeitung des Körpers an. Der militärische Marsch ist durch ein flottes Gehen mit furzen Schritten erfeht. Diese vollkommene Umgestaltung des Turnbetriebes mird noch ergänzt durch die rhyth Weitsprung: 1. Teller( Fichte- Weſt) 6,56 Meter. mische Tanzgymnastik, die, insbesondere von Mary Wigman und Jutta Klamt ausgehend, offenbar einen großen Einfluß auf die fünftige Gestaltung des Turnsportbetriebes haben wird. Bor zirka 1000 Zuschauern und von herrlichstem Wetter begünstigt, fand das Herbstsportfest auf dem Sportplatz Tiergarten statt. Rathenow, Stettin, Magdeburg sowie Groß- Berlin hatten ihre besten Kräfte entsandt, so dem Fest ein besonderes Gepräge verleihend. Dant der umsichtigen Leitung, gestützt, bis auf tieinen Mängeln, auf einen vorzüglichen Kampfrichter, ließ sich eine flotte Abwicklung der Kämpfe ermöglichen. Waren doch an den gesamten Konkurrenzen zirka 600 Teilnehmer beteiligt. Schon die Vortämpfe vormittags und mittags bewiesen, daß es bei den Entscheidungen harte Kämpfe gibt. So trennten nur wenige Meter, ja mur Brustbreite die einzelnen Konkurrenten. In den Haupttämpfen gab es recht beachtenswerte Leistungen. Bei den Männern der Weitsprung mit 6,56 Metern, Diskuswurf mit 36,28 Metern, sowie Hammerwerfen mit 30,44 Metern dürften als neue Höchstleistungen anzusehen sein. Von den Jugendlichen sei das Kugelstoßen mit 13,38 Metern erwähnt. Das meiste Interesse wurde, wie immer, den Stafetten entgegengebracht. Hier gelang es im halbstündigen Paarlaufen ASC., dicht gefolgt von Stettin und Südost, eine neue Höchstleistung zu erzielen. Die 3X1000- meter- Stafette wurde in der Zeit von 8: 29,6 Minuten durchlaufen. Während die Jugend bei der Olympischen Stafette in der sehr guten Zeit von 3: 59,4 Minuten durchs Ziel kam. Die Sportlerinnen beendeten die 4X100- meter Stafette in 55,5 Gefunden. Das Fest hat bewiesen, boß man auch ohne Plakate und Diplome Leistungen erreichen kann. Alles Nähere ist aus den Resultaten ersichtlich. Im 1 Männer: 100 Meter: 1. Eite( AGC) 12 Get. 800 meter: 1. Rraufe ( Fichte- West) 2: 0. 3000- Meter- Gehen: 1. Lehmann( AGC.) 14:17 Min. Stabhochsprung: 1. Annaft ( Oberfpree) 3,30 Meter. Hochsprung: 1. Ehrich( Schöneberg) 160 Meter. Rugelstoßen: 1. Starka( Sparta 10) 77 Meter. Diskuswerfen: 1. Ralweit ( Moabit) 36,28 Meter. Hammerwerfen: 1. Kalweit( Moabit) 30,44 meter. 4X100 Meter, A: 1. GC. 46,2 Gef.; B: 1. Neukölln 47,4 Get. 3X200 Meter 1. Gildoft 8: 29,6 Min.-Stunden- Paarlaufen: 1. AGC. 9935,50 Meter. 20X% Runde:. AGC. 9: 54,6 in. Jugend: 100 Meter( 06-07): 1. Wieprecht( AGC.) 12 Get. 100 Meter( 08-09): 1. Lehnert( Schöneberg) 13 Get. 1500 meter: 1. Radung( Schöneberg) 4: 39,4 Min. Weitsprung: 1. Maurit( Fidyte 3) 6,01 Meter. Stabhochsprung: 1 Günther( Nowawes) 2,60 Meter. Hochsprung( 06-07): 1. Koch( Magdeburg) 1,56 Meter. HochRugelstoßen: 1. Ben ( Moabit) 13,38 Meter. Speerwerfen: 1. Rathe( Oberspree) 39,20 meter. Diskuswerfen: 1 Len( Moabit) 33,43 Meter. 4X100 Meter: 1. Moabit I 48,2 Get. Sportlerinnen: Olympische Staffel: 1. Sparta 3,59,4 Min. 100 Meter: 1 Dippler( Frohsinn- Magdeburg) 13,6 Get.-Hochsprung: 1 Ratt ( Wedding) 1,27 Meter. Weitsprung: 1. Hungerrecker( Fichte- Nord) 4,50 Meter. Distuswerfen: 1. Baein( AGC.) 19.34 Meter, Kugelstoßen: 1. Rau ( Wedding) 7,04 meter. 4X100 meter: 1. Frohsinn( Magbeburg) 55,5 Get. Heltere Sportler: 100 meter: 1. Schulz 12,6 Get. Rugelwerfen: 1. Braun ( Moabit) 14,32 Reter. Schüler: 4X100 Meter: 1 Reutölln i Get Touristenverein Die Naturfeunbe", Ortsgruppe Berlin, e. V. Aus AnTaß der Veranstaltung des Sprechchors im Lehrervereinshaus findet die Bildungsausschufizung am 17. d. 2. nicht statt. Abt. Ge. funbbrunnen beteiligt sich an der Abendfeier des Sprechchors am 17. Geptember, abends 7½ Uhr, fm Lehrervereinshaus. Die Veranstaltung am Freitag fällt dafür aus. Athletik- Sport- Club, e. B. Leichtathletik, Soden, Sandball, Stubern. Männer, Frauen- und Jugendabteilung: Training jeden Dienstag und Donnerstag auf bent Fichte- Sportplag, Baumschulenweg, Eichbufchallee. Sonnbag, ben 21. September, Bereinspartie nach dem Heidereuter Gee( Ertner). Treffpunkt 8 Uhr Schlesischer Bahnhof, Haupteingang. Schriftführer der Sockenabteilung: Willi Mielte, Berlin, Weidenweg 27. Geschäftsstelle: Alfred Behrends, Berlin NW. 87, Rinzendorfftr: 7. Berliner Schwimmverein Freiheit". Heute( Dienstag) 7 Uhr Jugendabend in der 117. Gemeindeschule, Eberswalder Str. 10. Dafelbft Aufnahme von Kinder und Jugendlichen bis zu 18 Jahren. Mitgliederversammlung Freitag, den 19. d. M., bei Seidel, Schönhauser Allee 156. Anfang 8 Uhr. Badeabende Montags und Donnerstags ab 26 Uhr. Der erste reservierte Badeabend ist am 2. Oktober, 7 Uhr. Schwimmfest am 4. Oktober. Freie Schwimmer Steglig- Lichterfelde, e. B. Die reservierten Winterübungsstunden finden ab 17. September jeden Mittwoch im Stadtbab Gtegliz, Bergstr. 90, statt. Die einzelnen Abteilungen baben wie folgt: Knaben und männliche Jugend von 7.15 bis 8.20 Uhr; Alterstiege Don 8 bis 8.40 Uhr; ma b chen, weibliche Jugend und Frauen Dont 8.15 bis 9.20 Uhr; Jugendmusterriege von 9.10 bis 10 Uhr; Männer von 9.45 bis 11 Uhr. Unter fachmännischer Leitung wird für die weitere Ausbildung der Mitglieder im Schwimmen, Tauchen, Springen, Rettungswesen, Wasserballspiel und Reigen Sorge getragen. Desgleichen wird an alle Mitglieder beider Geschlechter und jeden Alters unentgeltlicher Schwimmder westlichen Vororte werden ersucht, dem Berein ihre Kinder zuzuführen. Jede Auskunft erteilt Schwimmgenoffe Willi Görgel, Steglik, Kieler Str. 3. unterricht erteilt. Besonders die Arbeitereltern des westlichen Stadtteils und Die Schwimmverein Vorwärts" Berlin 1897, e. V., Gruppe Süden. Uebungsstunden im Stadtbab Kreuzberg, Bärwaldstraße, sind wie folgt: für Frauen und Mädchen jeden Mittwoch von 61 bis 8 Uhr im neuen Baffin; Männer und Knaben jeden Freitag von 7 bis 8% Uhr im alten Bassin. Am Mittwoch, den 17. Geptember, baben Frauen und Männer zusammen. Rinder 10 Pf., Jugend bis 18 Jahre 15 Pf., Erwachsene 25 Pf. Durch Einrichtung eines zweiten Badeabends und Trennung der Geschlechter ist file leben eine weit bessere uebungsmöglichkeit gefchaffen. den 9. November, vormittags pünktlich Uhr, im Gewerkschaftshaus, Gaat 1, Der ordentliche Bezirkslag bes 1. Rreises( 6. Begirl) findet am Sonntag, Berlin, Engelufer 24, statt. Die Tagesordnung ist wie folgt festgelegt: 1. Ge schäftliches. 2. Tätigkeitsbericht des Vorstandes: a) des Vorfizenden, b) des Raffierers, e) bes Revisionsvereins( Freie Schwimmer Neukölln), d) der technischen Leitung, e) des Agitationsobmannes. 3. Anträge. 4. Entlastung und Neuwahl des Borstandes. 5. Der Neuaufbau des 1. Kreises( Referent A. Buck). 6. Verschiedenes. Anträge find schriftlich einzureichen und müssen spätestens bis Mittwoch, den 8. Oktober, in Händen des Bezirksvorfizenden G. Völcker, Neukölln, Treptower Str. 22, fein. Die eingereichten Anträge gehen den Vereinen dann umgehend aur Beratung und Beschlußfaffung gedruckt zu. Berliner Arbeiter- Schachtlab, bt. Nordwest. Vereinslokal: ArminiusSallen, NW. 21, Bremer Str. 72-73. Gpielabend Dienstags 7% bis 12 Uhr. Am Sonnabend, den 20. Geptember, feiert die Abt. Nordwest des BerTiner Arbeiter- Schachtubs( Mitgl. d. DAS.) im großen Gaal der Arminius Hallen, NW., Bremer Str. 72-73, unter Mitwirkung von Mitgliedern des einefefchen Männerchors( DASB.) ihr 15. Stiftungsfest. Raffeneröffnung 7 Uhr, Anfang 8 Uhr. Sämtliche Gründer sowie alle ehemaligen Mitglieder der Abteilung mit ihren Angehörigen werden hiermit eingeladen. Gäste willtommen. Einlaßkarten find zum Preise von 80 Pf. am Dienstag, den 16. b. M., abends im Bereinslokal oder an der Abendkaffe zu haben. Borstandswahl bes Berliner Arbeiter- Schachklubs. In der tilrzlich statt. gefundenen Generalversammlung wurde folgender Borstand neu gewählt: FBIber, 1. Vorsitzender; Rose, 2. Borsigender; Saase, 1. Rassierer; jungnitsch, 2. Rasierer; Schwahn, 1. Schriftführer; Naujods, 2. Schriftführer; ehmann, Schachwart. Alle Anfragen find zu richten an Q. Fölber, Neukölln, Beferstr. 54. Das Schachheim des Berliner Arbeiter- Schachklubs befindet sich nach wie vor im Gemertfchaftshaus. Es ist Sonntags von 10 bis 10 Uhr geöffnet und wird allen Interessenten zur regen Benugung empfohlen. Während Mary Wigman die Einzelausbildung zur höchsten Kunst( C, D Turner): 1. Nowawes 1: 18,2 Get. 3X1000 Meter( A, B tt. C): betreibt und an einzelnen Broblemen jahrlang arbeitet, ehe sie zur höchsten Vollendung gelangen, will Jutta Klamt ihre Kunst der Masse widmen. Die bisher unternommenen Versuche haben einen freudigen Widerhall bei der Jugend gefunden und berechtigen zu den besten Hoffnungen, da diese Webungen der Individualität freiesten fprung( 08-09): 1 Stahlkopf( Stettin) 1,49 meter. Spielraum laffen. An die Stelle der vorgeschriebenen llebung fritt die Vorschrift des darzustellenden Vorganges. Die anatomische Ertenninis lehrt uns die Unterscheidung bei der Gymnastik in straff gespannte und in Loderungsübungen. Das Wechseln der kraftvollen Anspannung der Mustulatur mit einer vollständigen Loderung und die verschiedenartige Reihenfolge dieser Uebungen sind die einzige Vorschrift. Durch welche Uebungen und in welcher Form aber dieser Wechsel dargestellt wird, ist der individuellen geistigen 10X100 meter: 1. Frisch fret( Schönemeide) 2: 46,2. und förperlichen Beranlagung des einzelnen überlassen. Diese zu fammenarbeit von Körper und Geist ist es wohl, die auf die Jugend eine besondere Anziehungskraft aufübt. Hier kann sie aus eigenem Empfinden etwas schaffen, ganz ihrem Können und Impuls angepaßt. Das ganze wird zu einem Erleben des einzelnen, und in der Masse wird es zu dem, was Jutta Klamt und Joachim Fischer vorschwebt: zur Volkstanz bühne, die das Fühlen und Bollen des Ganzen in einem großen Schauspiel lebendiger Körperkultur zur Darstellung bringt. Joachim Fischer sagt darüber in einem Leitfaz:„ Die Bolts tanzbühne, die sich um die engere Tanzbühne formt, d. h. deren Er. weiterung darstellt, will die tulturellen Werte, die dieser Gemeinfchaft innewohnen, der weitesten Boltsjugend zugänglich machen. Alle in der Jugend liegenden Kräfte sollen freigelegt werden und zur letzten Entfaltung in einer Voltsgemeinschaft tommen. Andere Gemeinschaften, die sich der Welt des Sprechhors widmen, werden gemeinsam mit der Boltstanzbühne eine der fruchtbarsten Kulturgemeinschaften bilben können." Vielleicht erfüllt fich dann das, was Dr. Schitowski zur gleichen Frage sagt:" Der Künstler wird aus dem Geist, dem Fühlen und Wollen des Volkes eine Werte schaffen und aus der Zusammenarbeit wird eine neue allgemeine ästhetische Kultur ermachen, die das ganze Bolk umfaßt und die berufen ist, die heute herrschende Verstandskultur heilsam zu ergänzen, den einseitigen Berflandsmenschen unserer Tage zum harmonischen Bollmenschen der Zukunft zu veredeln und zu erhöhen." Das erste Frauen- Turn- und Sportfest, das fürzlich in Bernau stattfand, war auch für den Arbeitersport ein voller Erfolg. Auf besonderer Höhe standen die rhythmischen Parteinachrichten Uebungen der Mädchenabteilungen auf der offenen Bühne, aber auch bei Borführungen auf dem Festplatz wurde zum Teil recht gutes gezeigt. Wasserballferie 1924. Die im Sommer 1924 veranstaltete Wasserballserie des Kreises I Bez. VI wurde im Seebad Lichtenberg, Wassersportplag Plötzenfee und dem Vereinsbad der Freien Schwimmer Neukölln mit gutem Erfolge durchgeführt. Fast alle Groß- Berliner Vereine nahmen in allen Klassen teil. War in früheren Jahren eine starte Ueberlegenheit des SV. Vorwärts zu bemerken, so zeigten in diesem Sommer die anderen Vereine eine bedeutend größere Spielstärbe. Rombination und Wurftechnik haben sich sehr gebeffert und auch die schwächsten Mannschaften zeigten, daß sie verstanden haben zu lernen. Trotz der ungünstigen Arbeitsbedingungen waren die Mann schaften fast ausnahmslos pünktlich zur Stelle. Den oft zahlreich erschienenen Zuschauern wurde gezeigt, daß auch in unseren Reihen Sport getrieben wird, der sich vor niemand zu versteden braucht. Zeigen doch die immer wiederkehrenden Versuche der bürgerlichen Bereine, durch Arbeitsangebote und sonstige Berfprechungen unfere Genoffen fahnenflüchtig zu machen, daß wir sportlich keine Nullen find. Die nachfolgenden Resultate zeigen die Plazierung der Mannschaften. Die Spielstärke kommt aber nicht immer darin klar zum Ausdruck. Resultate. Alafe A: 1. Borwärts Ia, 10 Punkte, 5 Spiele gewonnen; 2. Neukölln, 8 B., 4 Spiele gewonnen; 3. Neptun- Weißenfee, 6 P., 3 Spiele newonnen; 4. Vorwärts Ib, B., 2 Spiele gewonnen; 5. Charlottenburg, 2 B., 1 Spiel gewonnen; 6. Union, alle Spiele verloren. Stlaffe B: 1. Reute lölln, 8 Punkte, 3 Spiele gewonnen, 2 unentschieben; 2. Borwärts-, 7 B., 3 Spiele gewonnen, 1 unentschieden; 3. Neptum L., B., 2 Spiele gewonnen, 2 unentschieben; 4. Delphin- Tegel, 5 B., 2 Spiele gewonnen, i unentschieben: 5. Union, 2 B., Epiel gewonnen; 6. Müggelfee, 2 B., 1 Goiel gewonnen. Jugend: 1. Borwärts, 8 Buntte, 4 Spiele gewonnen; 2. Neptun Beißenfee, 6 B., 3 Spiele gewonnen; 3. Neptun- 2. B., 2. Spiele gewonnen; 4. Reutölln, 1 P.; 5. Borwärts- N., 1 P., 1 Spiel unentschieden. Bundesmeisterschaften im Geräteturnen. Der Arbeiter- Turn- und Sportbund hatte im Vorjahre den Ver. such unternommen, durch Ausschreibung von Pflichtübungen an ben Hauptgeräten Red, Barren und Pferd in Verbindung mit drei selbst. gewählten lebungen die besten Geräteturner zu ermitteln. Zu diesem 3wed find die 19 Kreise in 4 Verbände eingeteilt, die in Bor= fämpfen ihre Besten feststellten und zum Endkampft nach Leipzig entsandten. War schon in den Borwetttämpfen im Kreis und Ber band reges Interesse am Geräteturnen zu fonstatieren, fo steigerte sich dieses zu stärtster Anteilnahme beim Bundesturnen. Die große Alberthalle war gebrängt voll, aus allen Teilen des Reiches waren fie herbeigeeilt und folgten in unverminderter Spannung dem gut organisierten Wettkampf. In diesem Jahre hat das Meisterschaftsturnen infofern ein anderes Gepräge erhalten, als nicht der Gesamtbund bestimmte Uebungen von den Teilnehmern verlangt, sondern daß diesmal die Kreise solche feftfehen mußten, wozu dann noch drei freigewählte kommen. Außerdem ist als Neuerung die Stellung einer Gruppe von Freiübungen gefordert, die gleichfalls der er tung unterliegt. Bei dem am 26. Oktober in Mannheim statte findenden Bunbesturnen werden hierdurch nicht nur inter effante und schwierige Geräteübungen gezeigt werden, sondern man wird auch bezüglich der Freiübungen mancherlei Fingerzeige emp: fangen und Vergleiche anstellen können. Als Probefür Mann. heim geht mun am Sonntag, den 21. September von 2-6 Uhr in der Turnhalle des Leibniz- Gymnasiums, Wrangelstr. 187, der Berbandswettkampf vor sich. Der Ostdeutsche Verband um faßt den 1., 12., 15. und 16. Kreis, welche je eine Mannschaft nach Berlin senden. Alle Kreise haben ihre besten Kräfte zur Steile. Es ift ein spannenber Stampf zu erwarten, Resultate. Bierkampf, Oberflufe: Frida Boigt- Weißensee 49; Neuendorf Groß- Berlin- Often 39; Sedwig Dombrowski- Weißenfee 85 Punkte. Bier tampf, Unterstufe: Wolf- Tegel 60; Wenzel- Schwedt a. d. D. 58%; Stadtke. Schwebt a, b. O. 58%; Jungmann- Tegel 58 Punkte. Fünflampf: RärgelCharlottenburg 84%; Barthold 1- Adlershof 82; Rehberg- Charlottenburg 75; Sawert- Charlottenburg 71%; Barthold II- Adlershof 71; Klappschinski- GroßBerlin- Often 64 Punkte. Achtkampf, Oberstufe: Hinner- Bantow 116; Bleul Groß- Berlin- Often 115; Ranfchte 11: Schaaf- Groß- Berlin- Often 109%; Ste Taff- Bantom 107; Guder- Fichte I 101%; Kerber- Groß- Berlin- Often 100%; Riebel- Bankom 100 Punkte. Achtkampf Unterstufe: Sabante- Groß- BerlinOften 90%; Nowigti- Groß- Berlin- Often 89% Bleul II- Groß- Berlin- Osten 87; John- Fichte 9 82; Gröder Adlershof 81%; Nigschte Groß- Berlin- Often 81 Punkte. Gingelramfer 100 Meter: Gerte. Bleul- Groß- Berlin- Often 14,4; Sohnika II- Fichte- Gulb 4,8; Tillbed Neuron 14.9 Set Bedsprung: Bleul 1,32; Labe- Fichte- Gils 1,26; Ropp- Fichte 10 1,23 Meter. Sugelstoßen: Schindelweg Bankow 6,55; Goßnika 1- ichte- Gild, Rehberg- Charlottenburg 6 Meter. Speer. werfen: Neuendorf- Groß- Berlin- Often 22,62; Goßniga I- Fichte- Silb 20,20; Boigt- Weißenfee 18,25 Meter. Schlenberball: Wolf- Tegel 27; Röhler- Köpenic 26,80; Goßniha I- Fichte- Sub 26 Meter. Ballweitwerfen: Hoffmann, Reiß Schönhola je 38; Röhler- Röpenid 87; Schmidt- Schönholz 33 Meter, Stafetten, 4X100 Meter: Lauf A: Groß- Berlin- Often 59,1; Fichte- Güb 1 60,6; Neukölln 68,3; Bantom, bruffbr. zur. Bauf B: Beißensee I 61,4: Bernau I 62,4; Schönhola 64,8 5X100 Meter( Gaffe): Adlershof 1: 19,1; Weißenfee: 20,2; Meu ron 1: 20,6 min. 1000 Meter, beliebiger Wechsel( 5 Läuferinnen): Charlotten burg 2: 40.3; Weißenfee 2: 44,9; Tegel 2: 45,4. Weißensee: Gruppenfreie übungen 11; Bernau: Stabibungen 10%; Belten: Gavotte 2. „ Den Taffachen entsprechend?" Der Borsigende bes Berliner Kartellverbandes, Robert Dehle fchläger, fendet uns folgende Berichtigung: In Nr. 412 vom 2. September 1924 steht unter der Spitz marte Schmußige Gefellen", daß der Kartellverband für Sport und Rörperpflege Groß- Berlin feine Unterschrift unter ein Flugblatt gegeben habe, in dem die SPD. angegriffen wird. Dieses Flugblatt ist betitelt: 150 Jahre Zuchthaus. Wenn ich auch den Inhalt dieses Flugblattes den Tatsachen entspremd bezeichnen muß, so muß ich doch die Erklärung abgeben, daß erstens einmal mir das Flugblatt cuicht zur Unterschrift vorgelegen hat und daß zweitens in feiner Weise eine Unterschrift von mir und meinen Sportgenossen im Geschäftsführenden Ausschuß für dieses Flugblatt verlangt wurbe. Nach persönlicher Rücksprache mit den für dieses Flugblatt verantwortlichen Genossen wurde festgestellt, baß nicht der Kortellverband feine Unterschrift gab, sondern das Rote Sportfartell, welches. die Zusammenfassung der Opposition der Sportler der gesamten Provinz Brandenburg ist. Wollen Sie bitte auch die sozialistische Preffe, welche die Notiz abgebrudt hat, um Abbruck dieser Berichtigung bitten." Der Kartellverbandsvorsitzende Dehlschläger de ct alfo bie Unverschämtheiten des kommunistischen Flugblattes und geht mit dem Roten Sportfartell"( einem Produkt der kommunistischen Bellenbildung) fonform, wenn er auch feine Unterschrift nicht gat, weil sie nicht verlangt wurde! Tatsächlich ist das Flugblatt unterzeichnet: Kartellverband für Sport und Körperpflege". Da in früheren Fällen ebenfalls schon der Name des Kartellverbandes unter fommunistischen Flugblättern stand, ohne baß dagegen prote ftiert wurde, so verlangen wir eine Stellungnahme des Karteltperbandes gegen den Namensmißbrauch und gegen die obige amtliche Aeußerung des Kartellvorfihenden. Nordwest" gegen„ Sturm". Am Sonntag, den 21. September, findet der Serienkampf um die Kreis. meisterschaft bes AABD. zwischen der Berliner Sportvereinigung ,, Nordwest" und dem Sportklub Sturm" im Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefite. 24, statt. Nordwest tritt mit ihrer bekannten Kampfmannschaft an, und zwar: Engelhardt, Brofn, S. Novad, Pfände, Tiedemann und Rastowski. Außerdem finden Herausforderungsringtämpfe flatt. Sterzu find einige ber beften Ringer des 4. Rreifes verpflichtet. Es ringen: Mener- NW, aegen Robran- Concordia, Schröder NW. gegen Schnedebier- Röpenid, Winkel- RW. gegen TomaschewskiRöpenid, Aberhold- NW. gegen Schneiber- Tegel, Adamczet- N. gegen BergAbler, Zuppa NW. gegen Schnackenberg- Berolina, Bogel- RW, gegen BohmSiegfried 09, Sander NB. gegen Wegener- Libertas, Gaimann- NW. gegen NoadRorboft. Sämtliche Namen obiger Ringer bürgen für guten Sport und intereffante Rämpfe. Ein jeber, Arbeiterfportler, der Anhänger des Ringsportes it, follte nicht verfäumen, biefen Kämpfen beisuwohnen. Bervollständigt wird bas Brogramm burch Auftreten der berühmten Artiſtengruppe„ Norbweft" fowie der Kreismeistermannschaft im Seben, unter anderen Belling, Herzog, Wolsti, Jantowski, Gerice. Gorik, Kohn, Bobifuß, Papendick und Dürre. Anfang der Kämpfe nachmittags 5 Uhr. Das Sodeyturnier der Sodenabteilung der Freien Turnerschaft Wilmers. borf fand unter guter Beteiligung der Arbeiter- Sodenanhänger statt. Refultate: Fichte- Weft I- Roland I 3: 1; Wilmersdorf I- Lichtenberg 2 I 6: 3; Nachmittag: Roland II- Wilmersdorf II 6: 5. Das Endspiel nach Spielverlänge rung und Abbruch wegen einbrechender Dunkelheit: Fichte- West I gegen Wilmersdorf I 2: 2. Es war eine würdige Veranstaltung und Propaganda für den Arbeiter- Hockensport. Freie Schwimmer Neukölln, e. V. Der Verein begeht am 27. September im Orpheum", Gräfestraße, die Feier feines 20jährigen Bestehens mit einem gut zufammengestellten Brogramm. Es wirken mit: italieber ber Tnpographia, bas Rheingold- Sumorquartett, bie Bundesschule, Filiale Berlin, und bie freie Turnerschaft Neukölln- Beis. Eintrittskarten noch an der Abend Bolle erbäid Cinfendungen für diese Rubrik sind Berlin SB. 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin ffets an das Bezirkssekretariat, 2. Hof, 2 Trep. rechts, zu richten. 2. Kreis Tiergarten. Die Ordner des Kreises treffen fich heute( Dienstag) abend 6% Uhr in den Arminius- Hallen. Nembinden mitbringen.-Det Obmann. 6. Kreis Kreuzberg. Dronerdienst und Kameraben vom Reichsbanner( ohne Bunbestleibung) treffen sich heute( Dienstag) abend pünktlich 64 Uhr bei Döring, Naunynfte. 27.( Beitung: 44. und 47. Abt.) Note Armbinden mitbringen. 9. Kreis Wilmersdorf. Mittwoch, ben 17. Geptember, 8 Uhr, Kreisfrauenabend bei Krois, offteinische Str. 60. Bortrag des Genossen Dr. Graag: Körperbildung und Nachtkulture 19. Kreis. Bantow. Parteigenössische Beamten und Behördenangestellte ver. sammeln sich Donnerstag, den 18. Geptember, abends 7% Uhr, im Jugendheim Bantow, Breite Straße( Finanzamtsgrundstüα). Referent Genoffe Ruben: Der Beamtenabbau im Rahmen der Gesamtpolitik". 20. Kreis. Arbeiterwohlfahrt und Kinderschng: Der für Donnerstag, den 18. Geptember, angesetzte Distufftons- und Unterhaltungsabend kann wegen Erkrankung Mitwirkender nicht stattfinden. Späterer Termin wird be fanntgegeben. Heute, Dienstag, den 16. September: 29. Abt. Sämtliche Genoffinnen und Genoffen nehmen an der Bersammlung in den Unions- Festfälen, Greifswalder Str. 222, teil. 53. Abt. Charlottenburg. 7 Uhr Treffpunkt der Genossen zum gemeinsamen Abmarsch zur öffentlichen Bersammlung. 106. Abt. Johannisthal. Beteiligung aller Genoffen an der öffentlichen Bera fammlung im Ryffhäuser in Rieberschöneweibe. Jungsozialisten. Gruppe Tempelhof- Mariendorf: Die Veranstaltung fällt aus. Gemeinsame Beteiligung an der öffentlichen Bersammlung der Partei in Mariendorf, Lyzeum, Kaiserstraße. Morgen, Mittwoch, den 17. September: 6. t. 7 Uhr Borstandsfihung mit den Bezirksführern bei Dobrohlaw, Gwinemünder Str. 11. 8. Abt. 7% Uhr Borstandssigung mit ber Jugendleitung bei Rickert, Steinmegstr. 36a. 23. Abt. 7% Uhr bei Grunewald, Rameruner Str. 19, außerordentliche Funk tionärsigung.( Die Bezirksführer und deren Stellvertreter find eingeladen.) 28. Abt. 7½ Uhr bei Mener, Oberberger Str. 39, Gitung der Bezirksführer, politischen Vertrauensleute und sonstiger Funktionäre. 33. Abt. 7% Uhr bei Lojad, Beymestr. 8, Gigung der Borstandsmitglieder und fämtlicher Bezirksführer. Die Listen der Mitglieder find mitzu bringen. 4. Abt. Schwerhörigengruppe. 7 Uhr im Jugendheim Lindenstr. 3, 2. Hof, 3 Tr., Bersammlung. 82. Abt. Steglig. 8 Uhr Mitgliederversammlung in der 5. Gemeindeschule, Blantagenstraße. Tagesordnung: London und der Reichstag". Referent Genosse Dr. Scheme. 92. Abt. Neukölln. Pünktlich 8 Uhr Funktionärsigung bei Wolf, Kaiser Friebrich- Str. 65. Die Bezirksführer laden alle Gruppenführer und die in ihrem Bezirk wohnenden Bezirksverordneten, Stadträte usw. ein. Organisationsfragen. 108. Abt. Stopenid. 7% Uhr Borftandsfizung im Jugendheim Grünauer Straße 5, Bimmer 5. 109. Abt. Friedrichshagen. 8 Uhr Mitgliederversammlung bei Scholz, Fried. 138. t. Sermsdorf. 7 Uhr im Restaurant Fröhlich, Roonstrake, Mitgliederversammlung. Bortrag des Genoffen Dr. Warburg: Bürgerblock und Sozialdemokratie". richstr. 81. Thema: Der Abbau in ben Bezirksämtern". " Sozialdemokratischer Wahlverein, Ortsgruppe Nowawes. 7% Uhr im Eisenbahn- Hotel Mitgliederversammlung. Frauenveranstaltung am Mittwoch, den 17. September: 85. Abt. Tempelhof. 8 Uhr bei Buse, Werber-, Ecke Friedrich- Wilhelm- Straße, Vortrag des Genoffen Erich Dunkel:„ Erste Siffe im Saushalt". Gäſte willkommen. * 79. Abt. Schöneberg. Donnerstag, den 18. September, 8 Uhr, bei Bettlig, Sedanstr. 60, Vorstandssigung. Sämtliche Bezirksführer müssen ericheinen. 93. Abt. Neukölln. Donnerstag, ben 18. September, 7% Uhr, bei Kröseler, Niemenstr. 19, Funktionärsigung. Funktionäre einladen. Mitgliedsbuch vorzeigen. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 7. Abt. Der Genoffe Max Thomae, Pflugftr. 5, ist Sonntag verstorben. Die Einäscherung findet am Donnerstag ,, den 18., mittags 112 Uhr, im Krema torium Gerichtstraße statt. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„ Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftstelle: Berlin G. 14, Gebastianfte. 87/38, Sof 2 Tr. Rameradschaft Webbing, Jugendabteilung: Mittwoch), ben 17. Sep tember, abends 7 Uhr, in der Schule Gothenburger Str. 2, Mite 20. Kamerabschaft( Reinickendorf): Dienstag, den 16. September, abends 74 Uhr, Antreten im Strandschloß Tegel. gliederversammlung. Freireligiöse Gemeinde. Mittwoch, den 17., abends 7% Uhr, Weinmeister ffraße 16-17, Bortrag des Herrn A. Hoffmann: Auf was wir stols find". Gäffe willkommen. Konsumgenoffenschaft Berlin und Umgegenb. Mitgliederversammlung der 38. unb 186. Abgabestelle in Karlshorst am Mittwoch, den 17. September, abends 7% Uhr, im Lokal zur Rennbahn", Rarlshorft. Trestowallee, Ecke Promenade. Tagesordnung: 1. Genossenfahaftlicher Lichtbildervortrag. Referent Gentoffe Groppler. 2. Aussprache. Ab 6 Uhr findet eine Waren ausstellung statt. Gäfte haben in Begleitung der Mitalieber Zutritt. Für die Gesellschaft für Geschlechtstunbe spricht am Dienstag, den 16. Gep tember, abends 8 Uhr, im großen Sörfaal bes Instituts, Georgen str. 34, Dr. Georg Loewenstein au dem neuen Film ber Dafu Gibt es eine Berjüngung? Breife bee Blige 1 bis 4. Sport. Rennen zu Karlshorst am Montag, den 15. September. 1. Rennen. 1. Baltazar( Eichhorn), 2. Reichard( Kukulies), 3. Marmaros( Thalede). Zoto: 38: 10. Blab: 19, 15, 36: 10. Ferner liefen: Massary, Diamant, Sambur, Murtchen, Baltüre, Stürmer II, Schnudi II, Cid, Szep asszony. 1. Gonoza Gora( Grabsch), 2. Bermala( Betelt), 3. Canie( Storb). Loto: 59: 10. Blak: 23, 33, 59: 10. Ferner liefen: Friedchen, Adalbert v. B., Santa Lucia, Lava, Fliegender Fuchs, Moosrose, Kornblume, Lump, Haya, Perlentette. 2. Rennen. 3. Rennen. 1. Immelmann( v. Edartsberg), 2. Lilienstein( Dertel), 3. Waldfrieden( v. Borde). Toto: 12: 10. Drei liefen. Λ 4. Rennen. 1. Robredner( Stutulies), 2. Berifles( Dertel), 3. Minenhof( Gorsler). Toto: 76: 10. Plaz: 15, 14, 37: 10. Ferner liefen: Giger! I, Christel, Rubel, Guenole, Chimfleuri, Dinabourg. 5. Rennen. 1. Twostep( Burst), 2. Maitrant( Schwarz), 3. Neptun ( Einsinger). Toto: 358: 10. Blab: 150, 306, 93: 10. Ferner liefen: Starawanta, Bippize, Ottavio, Primavera, Münzmeister, Esto. 3. Geschäftliche Mitteilungen. Frisch getient liest man jest auf den Empfehlungen für die neue Feintofte Margarine Schwan im Blauband". Was heißt frisch getirnt? Die Kirne ift Eigelb nach einem jahrelang erprobten, besonderen Verfahren zu einer appetitein großes Butterfaß, in welchem auserwählte Rohstoffe mit Frischmilch und lichen Emulsion vermischt werden, die nach Abkühlung und entsprechender weiterer Behandlung die Feinkost- Margarine Schwan im Blauband" ergibt. Da die Hauptsache für die Güte der Ware ihre Frische ist, legt die herstellende 6. Mennen. 1. Rappelfopf( v. Edartsberg), 2. Nöffchen( Hr. Freese), Dntel Otto( Staudinger). Toto: 23:10. Play: 11, 11: 10. Ferner Fabrit besonderen Wert auf die Empfehlung„ frisch getirnt". lief: Philippus. 7. Rennent. 1. Tiefurt( Stukulies), 2. Skardinal II( Thalede), 3. Eigilolf( Kränzlein). Toto: 69: 10. Blab: 14, 13, 15: 10. Ferner liefen: Bafur, Carl Heinz, Giselher, Dder, Diestel R., La Mara, Flora, Niederwald. 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Geptember 1924 beträgt die Mahngebühr für die rüdständigen Beiträge mit Genehmigung des Versicherungsamts der Stadt Berlin 5 Broz. E. Thöns, Borfigend. R. Freund, Schriftf. Deutscher Metallarbeiter- Verband 5 Uhr, im Krematorium Gericht Achtung! Werkzeugmacher Achtung! straße statt. Donnertag, den 18. Septbr., abends 7 Uhr, im Sigungsfaal des Verbandshauses, Linienstraße 83/85: Für die mir so zahlreich erwiesene Teilnahme bei ber langen Krankheit Branchenversammlung und beim Tode meines lieben unvergeß der Werkzeugmacher, Scharfschleifer lichen Mannes, des Bildhauermeisters und Härter. Franz Stolle Tagesordnung: 1. Bortrag: Die fage ich allen auf diesem Wege meinen Wirtschaft und die Gewerkschaften. 2. Dis. herzlichsten Dant. 79/ 8a fuffion 3. Branchenangelegenheiten. 4. Berlin, Rochhanniter. 2. Frau Valeska Stolle. Berschiedenes. 1000 Goldmart Belohnung hat der Herr Regierungspräsident in Stettin für die Ergreifung des aus dem hiesigen Gerichtsgefängnis ent. wichenen früher. Schupowachtmeisters Hermann Kaws ausgesezt. Die Wiederergreifung ist im Intereffe der Unglüdlichen, von den Bel. giern wegen derselben Tat unschuldig zum Tode Berurteilten dringend notwendig. Rams ist 26 Jahre alt, 1,83 Meter groß, schlanke Figur, dunkelblonde Saare( turzgeschnitten), blaugraue Augen. Vermutliche Kleidung: Umgearbeitete Militärlitemta, gelblich graue Rordhose( Reithose). gweddienliche Nachrichten zu den Atten 6 K. J. 70/23 der Staatsanwaltschaft Stettin erbeten. Stettin, den 13. September 1924 Der Oberstaatsanwalt. Von der Reise zurück Dr. Emil Hirsch Spezialarzt für Herzkrankheiten Kurfürstendamm 197. Auf Teilzahlung ½ Auzaytung Distret! Die Funktionäre müssen zweds Umstempelung der Karten ihre Funktionär tarte in dieser Bersammlung abgeben. Freitag, den 19. September, nachmittags 52 Uhr, im Berbandshause ( Jugendheim), Linienste. 83/85: Versammlung all. Handwerker der chemischen Industrie. Die Tagesordnung wird in der Bersammlung bekanntgegeben. Das Erscheinen aller Handwerker zu dieser Bersammlung ist dringend notwendig. Wahltörper- Bersammlungen der erwerbslosen Mitglieder: Donnerstag. ben 18. September, vormittags 11 Uhr, im Cotal von Tornow, Michaelfirchfte 28: Versammlung der Schloffer; für Maschinenarbeiter, Angelernte, Jugendliche u. gleichzeitig für Weibliche nachm. 2 Uhr ebendorf. Freitag, den 19. September, miffags 1 Uhr, im Berbandshanse( Parterrefaal), Linienftr. 83/85: Versammlung der Werkzeugmacher, Scharf- und Flächenschleijer, Mechaniter, Opfifer und Uhrmacher. Rest in 6 Monatsraten Sonnabend, den 20. September, vor8u Ladenpreisen tausen Sie mittags 10 Uhr, im Berbandshause elegante, gutsigende ( Parterrefaal), Linienffe. 83/85: Versammlung Herrengarderoben der Klempner, Bauan chläger, Schmiede Albert Schenk monteure, Eisen- und Metalldrüder, aller Art, Autogenschweißer, ElefiroKöpenicker Straße 127, Hof rechts, kein Laden. Neu eingeführt: DamenGummi- Mäntel Geschäftszeit 9-7 Uhr. Ungeniert! 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Silberarbeiter, Antlerwickler, Emaillierer, Zigarettenmaschiniften. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zur Generalversammlung. 2. Wahl von Delegierten. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Die Ortsverwaltung. HOLZHAUSER von 500 Mk. an, Schuppen, Hallen, Garagen etc. liefert preiswert kurzfristig Holzhausbau Littmann N 54, Lothringerstrasse 91/93 Norden 6020/21 1-3 geschlossen Deutsches Teppich- Spezialhaus Emil efèvre G. m. b. H. Berlin S. Seit 1882 nur Oranienst.158 bietet durch imposante Lagerbestände größte Einkaufsvorteile Extra- Angebot eine Partie Büro- u. Dielen- Teppiche Grüße 150/250 cm M. 12.00 c3. ca. " Größe 200/300 cm. 18.09 Größe 250/350 Cin 27.00 ca. 59 Nar Einstück- Abgabe. Ein Posten wollene Edhie Woylachs ( Wagen- u.Pferdedecken) Größen 100X160 bis 150X165 cm Stück 10, 14 bis 18 M. Fernspr. Mpl. 235 fir. 436+ 41.Jahrgang els Wirtschaft Zollvorlage und Preishauffe. Ein faujaler Zusammenhang. 2. Beilage des Vorwärts Der Soz. Pari- Dienst" schreibt zu den Verbilligungsaftionen des Reichskabinetts u. a. folgendes: Unserer Auffassung nach kommen die Maßnahmen zu spät. Sie find anscheinend eine Frucht der Leipziger Messe, also erst unter dem Eindruck des Fiaskos von Leipzig entschloß sich das Kabinett zu dem Schritt, der vor acht oder auch noch vor vier Wochen von größter Birkung gewesen wäre. Heute plagt der Ufas der Regierung in eine Zeit der allgemeinen Preissteigerung. Unsere Produften- und Biehmärkte stehen im Zeichen einer beispiel. lofen Hause, auf den Häuteauktionen überschlagen sich die Preise, und der Klcinhandel beginnt seit den letzten Augusttagen, sich den spetulativ hochgetriebenen Erzeugerpreisen anzupassen und sie zu firieren. Jeder weiß, daß, wenn das einmal der Fall ist, schwer etwas dagegen zu machen ist; noch dazu Graf kanih bis heute noch nichts hat merten lassen, daj es ihm mit jenem, den Gewerkschaften gegebenen Bersprechen einer Preisforrettur ernst ist. Ind feiner wird verkennen, daß die Erleichterungen der Regierung bald im Rachen jener Preisspannen verschwinden, an die fich der deutsche Handel leider gewöhnt hat. # as Signal zu der neuen Preishauffe tam vom Getreidemarkt, tzesse stattfanden, die den Preis über Friedens- und Weltmarkttrieben. Der Reichsernährungsminister hat, selber erschrocken üt r die Folgen der freien Getreideausfuhr, diese rüdgängig gemacht. Die Preise ffeigen aber weiter, weil man eben annimmt, daß Deutschland große Mengen feiner diesjährigen Ernte bereits nach dem Ausland verkauft hat, die es bald zu teueren Preisen und sehr wahrscheinlich noch belastet mit den neuen Agrarzöllen zurüdfaufen muß. Herr Kanig, der den Brei angerührt hat, ist mit den Seinen im sogenannten Reichsernährungsministerium ratios. Und doch ist das Mittel, Abhilfe zu schaffen, so finderleicht. Herr Kanitz wird zugeben, daß die Preisentwicklung für Getreide, Bich, Häute, Leder usw. rein fpetulatio ist und daß die Spetulanten damit rednen, an ihren jetzt angekauften Borräten zum mindesten den Zoll zu verdienen. Die Zollvorlage vom 10. Juli ist heute nichts anderes als eine Spetulations basis, von der aus das Bolt systematisch ausgepowert wird, und die auch dem Landwirt faum nügen wird, da er sein Getreide zum Teil schon verkauft hat; zum mindesten ist es heute fauler Zauber, zu behaupten, mit dieser Vorlage die Landwirtschaft schüßen zu wollen, da der deutsche Getreidepreis über Weltmarktpreis liegt. Bielmehr brauchen wir weitgehendste Erleichterung der Einfuhr von frem dem Getreide, da ein Roggenpreis, der rund 35 M. über Fries denspreis liegt, für uns nicht zu tragen ist. forder Wollfonferenz stellte gleichfalls fest, daß bei zunehmender Fabrikation die Rohwollproduktion zurückgehe. 25 000 Dollar Tantieme. 12 Die ,, Westdeutschen Ralfwerte 2.-G.", Köln, haben einen Reingeminn von 4871 Goldmart erzielt, der vorgetragen wird. Das 25 000 Dollar an ihren Aufsichtsrat. rassiert bei anderen Werken auch. Aber die gute Kölnerin verteilt Dazu bemerken wir: 1. Das Verfahren erscheint uns faum geeignet, das angeblich so notwendige Betriebskapital über die Aktien börse heranzuziehen; denn nicht jeder Aktionär hat die Berbindungen, um Aufsichtsrat und Dollarempfänger zu werden. Der Fall wird noch verschlimmert, wenn man bedenkt, daß das Goldfapital der Firma rund 1 375 000 Goldmart beträgt. 25 000 Dollar fchiudt der Aufsichtsrat 105 000 Goldmart. Also verteilt die Firma gut 3½ Proz. ihres Aftientapitals. Rommentar überflüffig. 2. Die Westdeutschen Kalfwerke haben, wenn mir uns recht erinnern, während der Ruhrbesehung gut 7 bis 8 Monate stillgelegen und die übrige Zeit bei ziemlich zufammengebrochenem Preis eingeschränkt gearbeitet.. Trogbem haben sie 25 000 Dollar für den Aufsichtsrat frei. Es muß doch ein gutes Geschäft gewesen sein, dieses Feiern und Leiern. Berlauf der Wiener Meffe. WIB. meldet: Die siebente Wiener Internationale Messe fand gestern ihren Abschluß. Soweit bisher zu übersehen ist, brachte sie für alle Industriezweige günstige Ergebnisse, für die mit der Landwirtschaft zusammanhängenden recht gute Erfolge. Die legten Tage brachten besonders starte Abschlüsse für die Maschinenindustrie. Landbundschwindel ohne Ende. In seinem unehrlichen Kampfe um den Schuzzoll versucht befanntlich der Landbund den städtischen Verbrauchern vorzureden, daß die Zölle im wesentlichen feine Preiserhöhung für die Konju menten bedeuten, da dieselben teilmeise vom Auslande getragen würden. Wenn der Landbund aber zu den Erzeugern spricht, zeigt er ein ganz anderes Gesicht. So hat der Geschäftsführer Niehaus Dom Kreislandbunde Bersenbrüd, um die Kleinbauern für die Zollvorlage zu gewinnen, in verschiedenen Kreiszeitungen folgende Bes rechnungen aufgestellt: Einnahmen eines Kleinbauerlichen Betriebes mit Euzzell: 800 Pfund Schweinefleisch( 70 Pig. das Pfund) 562. M. 3000 Liter Milch( 10 Bfg.). 300 1000 Gier( 10 Big.) 1 Salб, 180 Pfund( 60 Pfg.) 100 " 1 108 zusammen 1070 97. Einnahmen besfelben Betriebes ob ne' Schutz: 800 Pfund Schweinefleisch( 40 Pfg. das Pfund) 3000 Liter Milah( 7 Pfg.) 1000 Gier( 8 Pfg.). 1 Ralб, 180 fund( 30 Pfg.). B zusammen 320 9. 210 80 54 664 M. Dienstag, 16. September 1924 Hier wird also den Kleinbauern vorgegaufelt, daß Kälber und Schweine um 30 Pf. pro Pfund durch den Schutzzoll im Preise steigen. Das würde für die Verbraucher zum mindesten eine Berteuerung von 40 Pf. pro Pfund gleich 80 Mart pro Doppelzeniner des Fleisches bedeuten. mittelten Schlachtgewichte ergibt sich für das erste Halbjahr 1924 ein Unter zugrundelegung der vom Reichsgesundheitsamte erFleischverbrauch von rund 8 Millionen Doppelzentner in Deutschland. Rechnet man die Einfuhr von Fleischwaren und tierischen Fetten fowie das Fleisch aus Hausschlachtungen hinzu, so beträgt der Gefamtverbrauch im ersten Halbjahre 1924 etwa 12 Millionen Doppelzentner, also für das ganze Jahr 1924 24 Millionen Doppelzentner. Borsichtig berechnet verbraucht die städtische Bevölkerung davon etwa die Hälfte, gleich 12 Millionen Doppelzenmer. Nach den Berechnungen des Landbundes würde diesen Konsumenten in einem Jahre das Fleisch um volle 960 Millionen Marf verteuert, von den übrigen Auswirkungen der Zollvorlage gar nicht zu reden. Verlagsgesellschaft deutscher Konjumvereine. schäftsergebnis für das erste Salbjahr 1924 vor: Die Verlagsgesellschaft deutscher Konsumvereine legt ihr Ges A. Erzeugnisse der Druderei und Papierwarenfabrik: Umjaz im 1. Bierteljahr 2. P 616 715 M. 839 283 Umsatz im 1. Halbjahr 1455 998 W. B. Versicherungewesen: Umfag im 1. Bierteljahr 2. . 9 651 822 M. 756 402 Umfaz im 1. Halbjahr 1408 224 M. C. Elektrizitätswert: Umfaz im 1. Bierteljahr 1900 2. Umfaz im 1. Halbjahr Gesamtumsas im 1. Bierteljahr 2. 12 788 m. 10 812 23 550 " 2. 1 281 275 9. 1 606 497 Gesamtumsas im 1. Halbjahr 2887 772 9, Zum Vergleiche sei angeführt, daß der Gesamtumsas des Jabres 1913 reichlich 4 Millionen Mark betrug, wobei zu berücsichtigen ist, daß die Preise damals niedriger waren. Belgisch- französische Handelsbeziehungen. Brüffel, 14. September.( SPD.) In den letzten Tagen war häufig die Rede von der Anbahnung eines Modus vivendi hinsichts lich der Handelsbeziehungen zwischen Belgien und Frankreich. In dieser Form ist die Mittelung jedenfalls verfrüht. Die feit der Ablehnung des in Borschlag gebrachten Projektes non der belgischen Rammer gepflogenen Verhandlungen haben die Lage nicht wesentlich geändert. Ein in der„ Metropole" von Antwerpen erschienener Artikel hebt im Gegenteil die Unstimmigkeit zwischen den beiden Kanzleien hervor und gibt als Hauptgründe folgende an:„ Wenn man nur die Fertigfabrikate berücksichtigt, so ist festzustellen, daß für die sieben ersten Monate dieses Sabres die französische Einfuhr nach nach Frankreich nur die Summe von 423 Millionen erreichte. MitBelgien fich auf 112 millonen belief, während die belgische Ausfuhr hin haben wir es für die ersten sieben Monate schon mit einem 16.30-18.00 Defizit von 700 Millionen zu tun. Dieser Unterschieb erscheint nod 86,00-100,00 viel größer, wenn man an die gegenseitige Einfuhr der Bevölke 19,00-21,50 Tee, Souchon, gepackt. 320,00-400,00 rung benft. Glüdlicherweile haben wir nach anderen Seiten einen 14,50-16,15 Tee, indischer, gepackt. 400,00-470,00 fehr ernsthaften Ausgleich. Infolge des geltenden Kurswechseis führen Preisnotierungen für Nahrungsmittel. Durchschnittseinkaufspreise in. Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels je Gerstengraupen, lose.. Gerstengrütze, lose Haferflocken, lose Hafergrütze, lose. Roggenmehl 0/1. Weizengrieß Hartgrieß 70% Weizenmehl Vor allem verstopfe man die Quelle der gegenwärtigen Spefulafion und Preishauffe, vor allem fchide man das Monstrum der 3ollvorlage in den Ortus und säuberte das Reichs. ernährungsministerium von dem Kommis des Reichslandbundes, den Grafen kanih. Unheilvoller hat feiner auf unserer Ernährungs. Weizen- Auszugmehl dede Salto mortale geschossen. kein anderes Bolt würde cinen Minifter ertragen, der unsere Ernte verschleuderte, während andere Länder mit dem Segen flug zurüchielfen. Nach Kanischem Rezept. Zu wenig Getreide. Aber dennoch Export. Die Sowjetregierung der Ukraine veröffentlicht die Daten über die diesjährige ukrainische Ernte: Marimalſchäßung 2750000000 Bud; Minimalſchäzung 2560000000 Bud. Die Ernte ist um 300 Millionen Pud geringer als im Jahre 1923. Der Bedarf des inneren Marktes, der auf 2591000000 Bud geschätzt wird, dürfte also taum gedeckt werden. Trotzdem hat die Regierung die Möglichkeit des Exports nicht ausgeschlossen. Anziehende Wollpreise. Der Berlauf der ersten Auftralaution läßt darauf schließen, taß wir mit einem weiteren Anziehen der Preise für Rohwolle zu. rechnen haben. Die Nachfrage feitens europäischer Käufer lag durch schnittlich 10 Proz. über Juli. Am 16. September beginnen die Londoner und Liverpooler Wollauktionen. Das Ergebnis dürfte ausschlaggebend für endgültige Marktpreisgestaltung sein. Die BradSpeiseerbsen, Viktoria Speiseerbsen, kleine Bohnen, weiße, Harl Langbohnen, handverles. Linsen, kleine Linsen, mittel Linsen, große Kartoffelmehl Makkaroni. Makkaronimehl Schnittnudeln, lose. Bruchreis Rangoon Reis Zentner frei Haus Berlin. 17,00 24,59| Röstgetreide. lose 16,50-17,50 Kakao. fettarm 18,00-20,25 Kakao, leicht entŏlt 65,00-75,00 19,00-21,75| Inlandszucker basis mel. 37.50- 38,50 23,00 26,50 Inlandszucker Raffinade 39,03- 41,00 17,00 19,00 Zucker Würfel 44.00-47,50 119,60 25,50 Kunsthonig 30,90-38,09 17,50-22,00 Zuckersirup hell in Eim. 40,00-45,00 12,00 16,00 Speisesirup dunk, in Eim. 27,00- 31,00 20,00-24,00 Marmelade Eintr. Erdb. 90,00 27,00 39,50 Marmelade Vierfrucht 20,00 29,50 Pflaumenmus in Eimern 31,00 37,50 Steinsalz, lose. 39,00-46,00 Siedesalz. lose 18,75 20,50 Bratenschmalz in Tierces 84,00-84,50. 35,00 40,00 30,00- 36,00 3,10- 3,70 4.00- 4.70 37,00-43,00 Bratenschmalz in Kübeln 85,00 86.00 81,00-82,00 81,50- 82,50 62, 38,00 Purelard in Tierces 20,00-23,50 Purelard in Kisten 15,5-16,50 Speisetalg in Packung 18,00-18,50 Speiseta! g in Kübeln 60,00- 63,00 80,00-84,00 Tafelreis, glasiert, Patna 23,25-31,00 Margarine, Handelsm. I 66,00 Tafelreis, java. Ringäpfel, amerik. Pflaumen, entsteint Cal. Pflaumen 40/50 Getr. Pilaumen 90/100. 30,00-37,00 desgl. II 85,00 90,00 Margarine, Spezialm. I.. 40,00-43,00 desgl. II. 50,00-55,00 Margarine III 69,00-71,00 60,00-65,00 Molkereibutter i. Fässern 196,00-201,00 Rosinen in Kisten, Candia 65,00 70,00 Molkereibutter in Pack. 201,00-206.00 Sultaninen Caraburnu.. Korinthen, choice Mandeln, süße Bari Mandeln, bittere Barl Zimt( Cassia) 80,00-90,00| Landbutter 70,00-75,00 Auslandbutter in Fässern 203,00-207,0 175,00-180,00 Corned beef 12/6 lbs p. K. 34,75- 37,00 155,00-160,00 Ausl Speck, geräuchert 9,09-100,00 106.00-115,00 Quadratkäse. 35,00 50,00 Kümmel, holländischer 55,00 65,00 Tilsiter Käse, vollfett.. 100,00-120,00 Schwarzer Pfeffer Singap. 108,00-115,00 Bayr. Emmenthaler 160,00-170,00 Weißer Pfeffer....... 150,00-155,00 Echter Emmenthaler. 170,00-185,00 Rohkaffee Brasil 185,00-215,00 Ausl. ungezuck.CondensRohkaffee Zentralamerika230,00-290,00 milch 48/16. 21,00-23,25 Röstkaffee Brasil 240,00-290,00 Inländische desgl. 48/12 16,50- 17,50 Röstkaffee Zentralam... 300,00-375,00| Inl. gez. Condensm. 48/14 26.00- 26.50 die Engländer bei uns nur für 416 Millionen dergleichen Produktes ein, während wir nach ihrem Lande für 960 Millionen ausführen. Das sind alles sehr intereffante Zahlen, nur zicht man nicht immer daraus die nötigen Schlußfolgerungen." Um die luxemburgischen Eisenbahnen. £ uremburg, 15. Eeptember.( Eigener Drahtbericht.) En der lugenburgisdn Eisenbahnfrage ist zwischen Frankreich und Belgien Luremburg ein Einverständnis erzielt worden. Die Berständigung wurde durch eine Besprechung erreicht, ber der französische Ministerpräsident Herriot präfidierte und an der Vertreter Belgiens und Luremburgs teilnahmen. Es tam darauf an, die luxemburgische Eisenbahnfrage mit dem belgisch- lugem burgischen Wirtschaftsvertrag in Ginklang zu bringen. Die Hauptschwierigkeit bestand in der Bereinheitlichung der Tarife. " Der neue holländische 3 tarif. Antwerpen, 15. September.( Eigener Dichtbericht.) Die Meetrovole" teilt mit, daß in den Zolltarifen, die bolland augenblicklich vorbereitet, die Abgaben bis zu 5 und 8, für die uguswaren, nantentlich die Automobile und Motorfahrtäter bis zu 12.Broz. erhöht werden. Hauptsächlich wird Deutschland von dieser Erhöhung betroffen werden. das seit einem Jahr lebhaite Handelsbeziehungen mit Hofland unterhält. Besonders preiswerte Angebote Strümpfe mit Seidengriff, Damen- Strümpfe Schw. u. farb. Bwl. gewebt, 58,78 PL Damen- Strümpfe schwarz und tarbig... 145 Damen- Strümpfe Seidenf., La Qual, Verkauf nur soweit Vorrat Herren Bekleidung Gummimäntel 2428 Mengenabgabe vorbehalten Certe, pie Cum 24° 280° Ubergangsmäntel 85° in Schläpterform, auch mit Gürtel, gute Gummierung... aus vorzüglichen Gabardinestoffen..... 00 Ubergangsmäntel Übergangsmäntel 65°° 175245 schw.u mod. Farb. Tramaseide, schwarz 325 Damen- Strümpfend farbig gestr., meHerren- Socken Bert, Starke Qual. 65Pt. 110 Seidenflor, Herren- Socken Farben, in modernen 725 PL Herren- Socken Mako, in modernen Dessins 145 Herren- Socken gestrickt, meliert... 175 200 Wolle, aus Perkal, mit 1 steifen und 1 weichen Kragen... Oberhemden Oberhemd Selbstbinder halbschw.gemust. Stoffe, auch in Schlüpferf. 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