Str.440 41.Jahrgang Ausgabe A nr. Bezugspreis: Böchentlich 70 Goldpfennig, monatlich 8,- Goldmark voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, Gaar- und Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luxemburg 4,50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmark pro Monat. Der ,, Borwärts" mit der Sonntags beilage ,, Bolt und Reit" mit„ Gied. lung und Aleingarten", sowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und Frauenbeilage Frauenstimme erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: .Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Goldpfennig 100 Milliarden Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. geile 0,70 Goldmart, Reklamezcile 1.- Goldmart. Kleine Anzeigen das fettgedruckte Wort 0,20 Goldmart( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 0,10 Goldmart. Stellengesuche das erste Wort 0,10 Goldmart, jedes weitere Bort 0.05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 0,30 Goldmart. Eine Goldmark- ein Dollar geteilt durch 4,20. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet Don 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion:: Dönhoff 292–295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Donnerstag, den 18. September 1924 Abgewiesen! Die Deutschnationalen kriegen nichts. Wie Betrunkene vor der verschlossenen Wirtshaustür stehen die Deutschnationalen an der Pforte zur Regierung und fordern brüllend Einlaß. Aber die Zeit", das volksparteiliche Regierungsorgan, erklärt ihnen in Antwort an die Deutschnationale Korrespondenz" daß es vorläufig nichts gibt. Sie sagt: Die Zusage der Deutschen Volkspartei geht von der Bereitschaft der Deutschnationalen aus, die Berantwortung für die Londoner Abmachungen mit zu übernehmen. Es ist ganz selbstverständdoner Abmachungen mit zu übernehmen. Es ist ganz selbstverständlich, daß diese Uebernahme der Verantwortung nun auch die Grundlage sein muß, auf der allein die Anteilnahme der Deutschnatiolage sein muß, auf der allein die Anteilnahme der Deutschnationalen an der Regierung zustande kommen tann. Mit der Annahme der Londoner Libmachung hat der Reichstag und haben die Deutschnationalen selbst anerkannt, daß die Durchführung des Gut achtens nunmehr die Richtschnur unserer Politik sein soll. Die Deutschnationalen werden sich also zu diesem Kurs befennen müssen, wenn sie an der Regierung Anteil haben wollen. Ob es richtig ist, zu diesem Zweck die Parole auszugeben, den Londoner Batt, seine Unmöglichkeiten, seine unerträglichen Bestimmungen abzuändern, zu verbessern und zu revidieren", ist die Frage. Ueber diesen Punkt werden sich die Deutschnationalen noch mit voller Bestimmts heit äußern müssen. Es ist selbstverständlich, daß wir auch im Rahmen der Londoner Abmachungen uns das Recht nicht nehmen lassen, für Milderungen und Abänderungen zu fämpfen, aber ebenso felbstverständlich ist es auch, daß eine Bartei, die an der Regierungsverantwortung teil. nehmen will, grundsäßlich diejenige Regierungspolitit anerkennen muß, die sich aus der unter zeichnung der Londoner Abmachungen und der 3ustimmung des Reichstags von selbst ergibt. An einer solchen flaren Zustimmung haben es die Deutschnationalen als Gesamtpartei bisher fehlen lassen. Der Versuch, durch Drohungen einzuschüchtern, wird fehlschlagen." Das Zentrumsblatt. die ,, Germania", bezweifelt die Verhandlungsfähigkeit der Deutschnationalen Partei und schreibt: Statt der fürchterlichen Drohungen,„ neue Männer der schärfsten Opposition" an die Spike zu stellen, möge uns die korrefpondenz der Deutschnationalen Volkspartei zunächst einmal fagen, welchen Einfluß heute noch die alten Männer" auf die eigene Partei haben und welche Garantie fie bieten fönnen für Abmachungen, die man gegebenenfalls mit ihnen eingeht. Die Situation, die aus diesen Absagen für die Deutschnationale Partei entsteht, ist um so peinlicher, als diese ihren Anhängern gestern noch in der ,, Deutschnationalen Korrespondenz" versicherte: Aus Erklärungen der Deutschen Volkspartei und des Zentrums entnehmen wir aber auch die Berechtigung für die Ueber zeugung, daß auch bei diesen Parteien, wie bei der Reichsregie. rung selbst nicht nur die Erkenntnis von der Notwendigkeit unserer Beteiligung an der Verantwortung, sondern auch der feste Wille dazu bestehen. Die Industrieobligationenbank. Wahl des Verwaltungsrats. Baris, 17. September.( WTB.) In der gestrigen Sitzung der Reparationsfommission sind zu Mitgliedern des Ber. waltungsrats der Bank für die deutschen Industries obligationen ernannt worden der französische Staatsangehörige de Benster und der belgische Staatsangehörige Frerichs, die beide bis jetzt dem Finanzdienst der Reparationsfommission ange= hörten, sowie der englische Staatsangehörige Dudly Ward. Der Agent der Reparationstommiffion Owen Young. der Kommissar für die zu Reparationszweden vorbehaltenen Einnahmen Mac Fadyean, der Treuhänder für die Eisenbahnobligationen De I acroig und der Treuhänder für die Industrieobligationen No gara hatten heute, wie" Temps" meldet, mit dem noch nicht offiziell ernannten Kommissar für die Reichsemiffionsbank Brujns( Hoi land) und dem Kommissar für die Reichseisenbahngesellschaft es Dervel( Frankreich) eine neue Konferenz abgehalten. Sie haben sich mit Organisationsfragen beschäftigt und den Belgier Denys, der bis jetzt im Generalfefretariat der Reparationskommission beschäftigt war, zum Generalsekretär bei dem Agenten für die Re: parationszahlungen, Owen Young, ernannt. Denys reist heute noch nach Berlin ab. Paris, 17. September.( WTB.) Nach dem„ New York Herald" hat Owen Young von der Reparationsfommission gefordert, daß das Personal der verschiedenen vorgesehenen Kommisstonen auf den geringsten Umfang beschränkt werde. Er erklärte, diefe Maßnahme empfehle sich nicht nur aus Sparsamkeitsgründen, sondern auch weil dadurch die Riebungsmöglichkeiten eingeschränkt werden könnten. Inzwischen wird klar, daß die deutschnationale Parteileitung in eine Falle gegangen ist. Sie wollte die anderen betrügen und ist nun selber die Betrogene. Sie hat nichts erreicht als den Zusammenbruch der von ihr mit tölpelhafter Ungeschicklichkeit geführten Partei. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36- Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depositenkasse Lindenstraße 3 Jswolfky Poincaré- Wilhelm. Wie sie einander halfen. Bon einem russischen Gelehrten, der sich mit dem Studium der Aften zur Kriegsschuldfrage eingehend befaßt hat, wird uns geschrieben: Wie zutreffend es auch sein mag, daß die missenschaftliche Erforschung der Kriegsursachen heute noch nicht abgeschlossen ist, so fönnen doch schon jetzt, auf Grund des vorhandenen zu verlässigen Materials einige unbestreitbare Feststellungen gemacht werden, die für eine richtige Stellung der Frage der Was wird die Deutschnationale Partei nun tun? Sie Kriegsschuld von wesentlicher Bedeutung sind. So fann gegenwird zur kommunistischen Methode der Abfägung ganzer wärtig fein objektiver Geschichtsforscher von der ausschließFührergarnituren schreiten müssen und sich zur„ völkisch en lichen Verantwortlichkeit einer Regierung, einer Gruppe Dittatur" bekennen. Es bleibt nur die Frage, ob gerade non politischen Führern sprechen. Andererseits jedoch kann die Partei, die in der eigenen Führerwahl ein so eine bestimmte Schuld" gewisser Personen und Gruppen bebeklagenswertes Mißgeschick erfahren hat, aus ihrem Schos reits als festgestellt gelten. Soweit speziell Rußland und Frankden Diktator gebären wird, der Deutschland zu neuen Siegen reich in Betracht kommen, sind die vom russischen Außenfom= führt. Daß Herr Hergt dieser Diktator nicht ist, hat man bei missariat veröffentlichten geheimen Berichte der russischen Botden Deutschnationalen eingesehen. Tirpit und der Bismarck- schaft in Paris ohne Zweifel sehr belastend sowohl für BoinEnkel sind als Jasager" tompromittiert. caré und seine Freunde wie für die leitenden Kreise in PetersEs wird nichts anderes übrig bleiben, als den Posten burg( obwohl die Art und Weise, wie diese Berichte, bruchstückauszuschreiben! Der Fall Stresemann- Parmoor. Eine neue Erklärung der Reichsregierung. Auf die von uns im gestrigen Abendblatt wiedergegebene Genfer Meldung des Sozialdemokratischen Parlamentsdienstes" wird amtlich folgendes erwidert: 99 ガラ weise aus dem Zusammenhang gerissen, in der deutschen Presse ausgeschlachtet wurden, nicht nur den elementarsten Forderungen der wissenschaftlichen Objektivität Hohn spricht, sondern auch ein völlig schiefes Bild der wirklichen Rolle Boincarés und Iswolffys geliefert hat). Aber gerade in diesem Falle zeigt sich mit besonderer Deutlichkeit, welch ein ungeheurer Anteil an Schuld auf jene deutschen Kreise fällt, die jetzt mit einer faum zu überbietenden Heuchelei den Kampf gegen die„ Kriegsschuldlüge" fordern. Wer die oben erwähn ten Berichte, die in einem umfangreichen Sammelwert unter dem Titel„ Materialien zur Geschichte der franto- russischen Beständig fennt, wird feinen Zweifel darüber hegen fönnen, daß die Politit Poincarés und Iswolffys ohne Unterstügung Wilhelms II. und der deutschen Nationalisten nie den Erfolg gehabt hätte, den sie erzielt hat. Der Sozialdemokratische Parlamentsdienst veröffentlicht eine neue Erklärung Cord Parmoors, wonach Lord Parmoor am 10. August in feinem Candhause mit den deutschen Delegierten, dem Botschafter Sthamer und Herrn Murray eine private Ausziehungen 1910-1914" in Moskau erschienen find, voll= sprache über den Bölkerbund und die Bedingungen für Deutschlands Eintritt gehabt habe. Gegenüber dieser Darlegung des Sozialdemokratischen Parlamentsdienstes" ftellen wir fest, daß unsere gestrige Veröffentlichung auf Grund der ein mütigen Erklärungen des Reichstanzlers, des Reichsaußenministers und des Reichsfinanzministers gegeben worden ift. Keinem der Herren, die am 10. August be Lord Parmoor waren, ist von einer Unterhaltung über den Eintritt Deutschlands in fchen Delegierten bereits am Abend des 11. August in London den Bölkerbund etwas bekannt. 3m Gegenteil haben die deutbei einer Aussprache ihrem Erstaunen darüber Ausdrud gegeben, daß diese Frage von Parmoor nicht berührt worden ist. In einer Depesche, die am Abend des 11. Auguft an das Auswärtige Amt über die Londoner Verhandlungen abgegangen ist, iff befonders ist betont worden, daß die Frage des Völkerbundes bei der Zusammenfunft mit Lord Parmoor nicht erwähnt worden ist. tung. Es steht also nach wie vor Behauptung gegen BehaupGenf, 17. September.( Eigener Drahtbericht.) In Völker bundsfreisen fommentiert man lebhaft die Etresemann Affäre. Die Schweizer Presse beschäftigt sich eingehend mit der Angelegenheit. Allgemein herrscht die Ansicht vor, daß Stresemanns politische Glaubwürdigkeit schweren Schaden genommen hat. Man erwartet politische Konsequenzen daraus. Die Rückkehr der Ausgewiesenen. Ueber die Rückkehr der Ausgewiesenen ins besetzte Gebiet erhält die TU. folgende zusammenfassende Darstellung: Als die russische Diplomatie in den Jahren 1910/11 bei ihrer neu einsehenden Attivität in der Ballanpolitik immer mehr mit der Möglichkeit eines afuten Ronfliktes mit Defterreich- Ungarn rechnete, war sie feineswegs sicher, daß sie im ausreichende Unterstügung finden würde. Die russischen Diplokritischen Augenblick bei ihrem französischen Verbündeten eine maten stellten voll Besorgnis die zunehmende Frieden sliebe Frankreichs fest, das durch den Geist der Demokratie und des Pazifismus bemoralisiert" worden sei. Die Aufgabe des zum russischen Botschafter in Paris ernann ten Is wolffy bestand mun darin, fich trotz der friedensfreundlichen Stimmung der Mehrheit des französischen Volkes die volle Unterstüßung Frankreichs zu sichern. Hier fand Iswolsky den willigen Beistand Poincarés. Aber die Schwierigkeiten, die er in der französischen öffentlichen Meinung zu überwinden hatte, waren groß und ohne deutsche Hilfe unüberwindlich. Wie Iswolfky in seinem Geheimbericht an Ssafonom vom 5. Dezember 1912 schrieb, bemerkte Poincaré in einem Gespräch mit ihm u. a., ... que l'opinion en France etait profondement pacifique ( daß die öffentliche Meinung in Frankreich in ihrem Kern pazifistisch sei) und daß er dies stets im Auge behalten müsse. Um so mehr müssen wir, wie mir scheint, ihm seine feste Entschlossenheit als Verdienst anrechnen, sobald es notwendig sein sollte, in der loyalften Weise feine Bündnispflichten zu erfüllen".( Materialien G. 308.) Als Poincaré, der damals noch Ministerpräsident war, im Sommer 1912 Rußland besuchte, schrieb der Vertreter Iswolffys, Sewastopulo, in feinem Bericht vom 16. August aus Paris: " Der allgemeine Lon der Presse ist sehr ruhig und legt Zeugnis ab von der außerordentlich friedliebenden Stim. mung des Landes. Indessen haben die tattlosen An griffe einiger deutscher Zeitungen, ihre tendenz öje Auslegung der Reise des Herrn Poincaré auf dem Sceweg usw. eine heftige Abwehr seitens der hiesigen Preffe gefunden, die in ein gewisses Extrem verfiel und Auszüge selbst aus solchen Zeitungen anzuführen begann, die keine politische Bedeutung in Deutschland haben."( Materialien S. 252.) 1. Altbesetztes Gebiet: 3m altbesezten Gebiet ist 1300 Privatpersonen und Beamten die Rückkehr ge= stattet worden. Die Beamten konnten sofort in ihre Aemter wieder eintreten. Weiteren 500 bis 600 Beamten ist die Rückkehr gestattet worden. Diese 500 bis 600 Beamten können aber erst wieder ihr Amt antreten nach Erfüllung der Ord. 29. Dies stellt jedoch nach Aussage der Rheinlandfommission nur eine Formalität dar. 2. Einbruchsgebiet: In der französischen Zone des Ein bruchsgebietes ist sofort nach dem Amtsantritt Herriots allen Ausgewiesenen, außer den Schußpolizisten und 64 namentlich genannten Beamten die Rückkehr gestattet worden. Neuerdings haben alle Beamte außer der Schupo und 6 namentlich aufgeschuf, daß ein Teil der französischen Bresse, ungeachtet der Es ist demnach flar, wer die Voraussetzungen dafür führten die Erlaubnis zur Rückkehr erhalten. Diese 6 Beamten, friedensfreundlichen Stimmung des Volkes, die öffentliche die nicht zurückkehren dürfen, find: Bürgermeister Schmidt, Meinung vergiften fonnte. Ohne entsprechende Unterstüßung Düsseldorf, Regierungsrat Detzel, Düsseldorf, Polizeipräsident von feiten der deutschen Chauvinisten und MiliMelcher, Effen, Stadtbaurat Diefenbach, Bochum, Kriminal taristen hätten auch die Bestechungsgelder, die Iswolsty kommissar Wahre, Herne, Kriminalwachtmeister Sewenich, freigebig unter einem Teil der französischen Presse ausstreute, Düsseldorf. In der belgischen Zone steht über die Rückkehr der feinen Erfolg gehabt. Einen weiteren Hinweis auf diese Zuausgewiesenen Beamten eine entsprechende Regelung bevor. fammenhänge liefert ein Bericht Iswolffys über seine Unterredung mit Jonnard. dem Außenminister im Kabinett Briand, anläßlich der in der Kammer eingebrachten Vorlage über die Wiederherstellung der dreijährigen Dienstzeit. Iswolffy schreibt in seinem Bericht an Esasonow vom 13. März 1913: Effen, 17. September.( WIB.) Wie wir erfahren, find die franzöfifchen Befagungstruppen aus Neviges und Gruiten abgerückt. Zollbeamte und Gendarmerie haben angenberg verlaffen. Die militärische Räumung von Langenberg ist auf unbestimmte Zeit verschoben. ,, Unter dem Einfluß der Pazifisten( erklärte Jonnard) feien in Frankreich eine Reihe von Maßnahmen durchgeführt worden, so 3. B. das Gesetz von 1905 über die zweijährige Dienstzeit, die in beträchtlichem Maße die Stärke der französischen Armee verringert hätten; zu gleicher Zeit habe Deutschland nicht aufgehört, feine Armee zu verstärken; indessen wäre unter den obmaltenden Verhältnissen der inneren Politik in Frankreich faum das Bewußtsein der Notwendigkeit par alleler Maßnahmen erwacht, wenn die deutsche Regierung selbst nicht durch eine Reihe von 3mifchenfällen und Drohungen die gegenmärtig gesteigerte nationale Stimmung in Frankreich machgerufen hätte."( Materialien S. 345.) In demselben Brief weist Jswolffy auf die Umstände hin, die zu den eben angeführten Erklärungen Jonnards Anlaß gegeben hatten. Hier war man," schreibt er, höchst überrascht über den Ton des Tagesbefehls Kaiser Wilhelms an die Armee, anläßlich der 100- Jahr- Feier von 1813 und insbesondere über den Inhalt des Artikels der offiziösen „ Kölnischen Zeitung"."( Es handelt sich hier um jenen bombestischen Tagesbefehl, den Wilhelm II. am 10. März 1913 bei der Parade im Lustgarten verlas, sowie um den berüchtigten ,, Störenfried"-Artikel der offiziösen Kölnischen Zeitung", in dem Frankreich offen beschuldigt wurde, daß es Deutschland überfallen und Elsaß- Lothringen zurüderobern wolle.) Wenn Poincaré im Notfalle" Rußland die Unterstügung Frankreichs versprach, so fonnte er dies nur insoweit tun, als er damit rechnete, daß die Haltung der deutschen Nationalisten und Wilhelms II. einen entsprechenden Einfluß auf die öffentliche Meinung Frankreichs ausüben würde. Daß dies die wichtigste Voraussetzung war, mit der Poincaré rechnete, geht mit aller Deutlichkeit aus einem Bericht des russischen Außenministers Ssafonow an den Zaren vom 4. Auguft 1912 hervor. Ssafonom teilt hier über seine Unterredungen mit dem damals in Petersburg weilenden Poincaré folgendes mit: 4 Herr Poincaré erachtete es als seine Pflicht, hervorzuheben, daß die französische öffentliche Meinung der Regierung der Republik nicht gestatten würde, sich wegen reiner Balkanfragen zu Kriegs: handlungen zu entschließen, wenn Deutschland unbeteiligt bliebe und nicht aus eigener Initiative die An wendung des casus foederis( Kriegsfalles) her vorriefe, in welchem Falle mir selbstverständlich auf die volle und genaue Einhaltung der Verpflichtungen, die Frankreich uns gegenüber hat, rechnen fönnten."( Materialien G. 259.) Bekanntlich hatte Poincaré in den fritischen Tagen des Sommers 1914 feine großen Schwierigkeiten zu überwinden, als er die im Grunde friedliebende öffentliche Meinung Frank reichs von der Notwendigkeit der Einhaltung der französischen Bündnisverpflichtungen gegenüber Rußland zu überzeugen fuchte. Diese Arbeit wurde ihm von jenen erleichtert, die vor dem Weltkriege die fäbelraffeinde, maulaufreizerische Politik Wilhelms II. und der Alldeutschen unterſtüßten und die jetzt - nach der Niederlage die Legende von der völligen Unschuld aller deutschen Kreise dazu benutzen, um die Ansätze zu einer Gesundung der deutschen Außen- und Innenpolitik in zu einer Gesundung der deutschen Außen- und Innenpolitik in Stücke zu schlagen. Die verarmten Hohenzollern. Eine Verteidigungsschrift ihres Generalagenten. Der ehemalige Chef tes faiserlichen Zivilkabinetts und jekige Generalvertreter des Hauses Hohenzollern, v. Berg, last burch die Telegraphen- Union eine Entgegnung auf die Denkschrift des preußischen Finanzministeriums verbreiten. Derin fucht er den Anschein zu erweden, als wenn den Hohenzollern bitteres Unrecht geschehen sei. Nach seiner Meinung brauchen die Hohenzollern bei niedrigster Schäßung ihres Bedarfs jährlich 14 Millionen Goldmart. Er selbst gibt die Zahl für die in Frage kommenden Personen aus der engeren föniglichen Familie" auf 26 an, die der übrigen Mitglieder des Hohenzollernhauses auf 17, das find zusammen 43 Personen. Nach seiner Berechnung muß also je der dieser Zollernsprößlinge, einschließlich aller schul- und vorschulpflich Jm Dienst des Klassenkampfs. Im Von Artur Crifpien. Eine Proletarische Feierstunde findet am Sonntag, den 21. September, vormittags 11 Uhr, im Großen Schauspielhaus statt. Der Sozialistischen Internationale und Krieg gegen den Krieg ist die erste Proletarische Feierstunde im kommenden Winterhalbjahr gewidmet. Es find das zwei Fragen, von denen schon jede für sich weltbewegend ist. Zwei Fragen, die in der innigften Weise miteinander verbunden find. Denn was anderes ist die Aufgabe der Sozialistischen Internationale als die Verwirklichung des Sozialismus. Und was anders ist die Verwirklichung des Sozialismus als die Ueberwindung der Bestie im Menschen, die Entwaffnung der Menschheit. | tigen Rinder, mindestens 2500 Mart pro Monat| dem der Direktor der Provinzial- Heil- und Pflegeanstalt erklärte, beziehen! Eine solche Forderung wird erhoben in einer Zeit, daß beide Angeflogie Psychopathen feien, auf die der§ 51 da Millionen deutscher Arbeiter mit Hungerlöhnen von jedoch keine Anwendung finden könne, sich das Gericht zur weniger als 10 bis höchstens 20 Mart pro Woche Urteilssprechung zurück. Es befand die geklagten der Straftat bei neun- und zehnstündiger Arbeitszeit abgespeist werden und für schuldig und erkannte für beide An etlagte auf je 5 Jahre viele Hunderttausende als Arbeitslose der öffentlichen Fürsorge 3uchthaus. Als erdrückender Beweis erschien dem Gericht das anheimfallen. Dabei setzt der Generalvertreter stillschweigend Geständnis der Angeklagten in München. voraus, daß für solche nicht unerheblichen Renten die Herren Prinzen auch nicht einen Handschlag an förperlicher oder geistiger Arbeit zu leisten haben. Ihre Tätigkeit soll nach wie vor darin bestehen, gelegentlich Kriegervereins- oder Pferdeparaden abzunehmen. Damit ist ihr Beitrag zur deutfchen Kultur" in der Folge erledigt. Schon bisher, und zwar seit dem 1. Januar d. J., sind den Hohenzollern 50000 Mart monatlich überwiesen morden, also jedem einzelnen von ihnen mindestens 1000 Mart monatlich oder 250 Mark wöchentlich. Dabei ist noch nicht berücksichtigt, daß außerdem dem früheren Kronprinzen die gefamte Herrschaft Dels, bestehend aus mindestens 14 einzelnen Gütern mit einem Flächeninhalt von mehr als 10 000 Heftar oder 40 000 Morgen zur unbeschränk ten Nutzung schon jetzt überlassen ist, und daß dem Prinzen Friedrich Leopold die ihm durch Gerichtsurteil zugesprochenen Liegenschaften ebenfalls herausgegeben sind. Die von dem Generalagenten vor weg geforderten 440 000 Morgen oder 110 000 hektar land- und forstwirtschaftlichen Bodens würden nach der Berechnung des Finanzministeriums bei vorsichtiger Bewirtschaftung nach Art der preußischen Domänen über 5,7 millionen Goldmart im Jahre Rein= ertrag abwerfen. Aber erst nachdem diese sogenannten Hofkammergüter" den Hohenzollern bedingungslos ausgehändigt worden sind, wollen sich die notleidenden Herrschaften auf ein schiedsgerichtliches Verfahren über die Frage einlaffen, was mit den weiteren Bermögensobjekten werden soll, über deren rechtliche Zugehörigkeit selbst die Kronjuristen früherer Zeiten sich nicht einig werden fonnten. nis entlassenen Herrschaften immer ansehnlicher wird, je größer Man sieht, daß der Appetit der aus ihrem Dienstverhält die Zeitspanne ist, die sich zwischen ihrem Ausscheiden aus der macht und der endgültigen Bereinigung ihrer vermeintlichen Ansprüche legt. Mit dem Höherschrauben ihrer Forderungen folgen sie allerdings mur den Traditionen ihrer Familie. Man fann darüber in Mar Maurenbrechers Hohenzollern- Legende" das Notwendige nachlesen. Aber heute ist nicht mehr die Zeit etwa der zur preußischen Nationalheiligen emporgelobten Königin Luise, die es als ein unerträgliches Hungerleben bezeichnete, wenn ihr Mittagstisch in der Zeit der tiefften preußis schen Not nur drei bis vier Gänge aufweisen durfte. Landesfürsten sind freilich weder auf einem schiedsgerichtlichen Die Auseinandersetzungen mit den endgültig erledigten Wege noch auf dem des ordentlichen Gerichts herbeizuführen. Der Reichstag foll endlich reine Bahn schaffen, indem er durch Reichsgesetz den Ländern das Recht gibt, alle diefe Angelegenheiten durch gesetzgeberischen Att aus der Welt zu schaffen. So wie die Dinge liegen, würde die Zusammen segung des Preußischen Landtages ja auch dann noch den Hohenzollern sicher ein reicheres Einfommen garantieren, als fie der Bedeutung ihrer Personen nach verdienten. Wenn der Reichstag den sozialdemokratischen Antrag nicht doch noch annimmt, werden allerdings die preußischen Gerichte sehr viel Arbeit bekommen, um die Rechtsverhältnisse der umstrittenen Vermögensobjekte festzustellen, um so mehr, wenn sich die hohenzollern etwa mieder auf den Standpunkt stellen sollten wie einer ihrer ehemaligen Hausminister, daß fie eigentlich die ganze Mark Brandenburg fäuflich erworben" hätten! Zuchthausstrafe für Völkische. Der Ausgang des Münsterer Prozesses. Münster, 17. September.( Eigener Drahtbericht.) Am Mittwoch wurden die Verhandlungen vor dem Schwurgericht in Münster über die Attentäter gegen den„ Boltswillen" fortgefegt. Nach feiner Führung lehnten es 16 000 Männer während des Krieges in England ab, fich von den kapitalistischen Mächten gegen die proletarischen Brüder jenseits der Grenzen Mordwerkzeuge in die Hände drücken zu lassen. Unbeirrt troßten diefe Tapferen allen Beschimpfungen und Berfolgungen der Machthaber. Manchen Kriegsdienstverweigerer trieben die entmenschten Kriegsfanatiker in den Gefängnissen bis zum Wahnsinn. Die Wee der Brüderlichkeit triumphiert letzten Endes doch. Auch die Bewegung der Kriegsdienstverweigerer hat seit dem letzten Krieg Fortschritte gemacht. In Rußland, in Norwegen, in Schweden, in Dänmark, in Holland, wo überall die Wehrpflicht besteht, mußte den Kriegsdienstverweigerern ein waffenloser Alternativdienst gefeßlich zugestanden werden. In Frankreich und in der Schweiz geht der Kompf um ähnliche gefeßliche Bestimmungen. In Deutschland und in anderen Ländern bestehen ebenfalls bereits friegsdienstfeindliche Organisationen. Insgesamt haben sich in 17 Ländern 30 Organi fationen zu einer Internationale der Kriegsgegner zusammenge. schlossen, deren Siz in London, ist. Der internationale Charakter der Feierstunde wird diesmal durch die Mitwirkung der Genossen Longuet aus Frankreich, Fenner- zialdemokratifchen Arbeiterpartei Rußlands, gehört zu jenen Sozia Brockway aus England und Abramowitsch aus Rußland ganz befonders hervorgehoben. Genosse Longuet, der Enkel von Kort Marg, ist in der ganzen Welt als ein würdiger Erbe des großen Werkes anerkannt, bas uns sein Großvater, der Altmeister des Sozialismus und Mitbegründer der Internationale, hinterlassen hat. Wer könnte berufener sein, unsere Gedanken auf jenen 28. September 1864 zurückzulenben, an dem die Gründung der sozialistischen Inter nationalen Arbeiterassoziation in London beschlossen wurde. Im Kommunistischen Manifest und in der Inaugural adresse formulierte Karl Marx die Grundgedanken des wissen fchaftlichen Sozialismus, entwidelle aus diesen Grundgedanken die Ritlinien für die Taktik des Proletariats, für die Mittel und Wege, die zum Biele führen. Wie das 1847 verfaßte Kommunistische Manifest, schloß die Inauguraladresse der Internationalen Arbeiter affeziation von 1864 mit dem Ruf: Proletarier aller Länder, vereinigt Euch! Dem. Gebot der Inauguraladresse: die Befreiung der Arbeiter erfordere internationale Brüderlichkeit, hat Genosse Longuet stets nachgelebt. Der auswärtigen Politik der Regierung des kapitalistischen Frankreichs seßte er die internationale proletarische Brüderlichkeit entgegen. Gegen die frevelhaften Pläne der Imperia. listen, die in Raubzügen Blut und Gut des Boltes vergeuden, fämpft er ebenso leidenschaftlich wie unermüdlich. Auch die internationalen Berbindungen des sozialistischen Proletariats haben ihre Geschichte. Wer die Geschichte studiert, findet einen allgemeinen Aufstieg der Sozialistischen Internationale, der immer wieder alle Hemmungen und Unterbrechungen überwond und regelmäßig auch die der jeweiligen geschichtlichen Epoche entsprechenden organisatorischen For men schuf. An dem Aufstieg der Sozialistischen Internationale ist Genoffe Longuet hervorragend beteiligt. Genosse Fenner- Brodway, Generalsekretär der Inde pendent Labour Party, hat durch die Tat bewiesen, doß ihm der Rampf gegen den Krieg heilig ist. Genosse Fenner- Brockway ist Mitbegründer der Bewegung der Conscientious objec tors, der Kriegsdienstverweigerer aus Gewiffensbedenken. Unter Genosse A bra momitich einer der Hauptführer der Solisten, die, durch drei Höllen menschlicher Raserei wandernd, dem Sozialismus dennoch die Treue gehalten haben. Weder die Greuel bes 3arismus, noch die des menschenfressenden Krieges, noch der Terror der Bolschemisten konnten Männer wie den Genossen Abramowitsch zerbrechen oder in ihrem Glauben an den endlichen Sieg des Sozialismus verzweifelt machen. Neben den großen Demonstrationen veranstalten die Arbeiter Groß- Berlins eine Proletarische Feierstunde zur Erinnerung an die Gründung der Internationale vor 60 Jahren zur Anfeuerung des Kampfes gegen den Krieg und zur Begrüßung der Vertreter der Proletarier aller Länder. Eine Feierstunde, wie sie die proletarische revolutionäre Bewegung geboren hat und deren Hauptträger unser Sprechchor ist, dem wir schon so viele echte Weihestunden und Stunden der Erhebung, der Ergriffenheit und der Begeisterung verdanken. Das Proletariat fann feine Kämpfe nicht führen, wenn nicht zur verstandesmäßigen Betätigung auch die inbrünstige Hingabe, die lodernde Begeisterung und der große Glaube an die Sache fommen. Das Proletariat fonn feine Kampftraft nicht erhalten und fieigern, wenn es feine Vorfämpfer nicht erfüllt mit einer hohen fozialistischen Sittlichkeit, die sie über alle Gemeinheiten des täglichen Geschehens erhebt. Um im Proletariat diese Borbedingungen für den Sieg zu schaffen, dazu bedürfen wir auch eines Inftruments, wie wir es im Sprechchor für Proletarische Feierstunden glücklicherweise befizen. Bom Sprechchor wird der Millionenschrei der proletarischen Massen aufgenommen und durch künstlerische Schulung in seiner Wirkung gesteigert weiterge= geben. Der Sprechehor gibt unser eller Sehnsucht Ausdruck und unfer aller Siegeszuversicht. Der Sprechchor ist ein Mittel des Klaffenfampfes. Bon jeder Feierstunde geht ein neuer Strom des Kraftgefühls und des Selbstbewußtseins in die Massen über. Wie manche proletarische Feierstunde wurde uns beschert, die unvergeßlich für uns bleiben wird. Setzen wir alles daran, daß auch die Feierstunde am 21. September ein gelungenes Fest und eine würdige Begrüßung der Genossen werde, die unsere ausländischen Bruderparteien vertreten! = In der Begründung heißt es u. a.: Die Angaben Schreibers, die von ihm angegebenen Einzelheiten über das Attentat von den mirklichen Tätern erhalten zu haben, sind nicht glaubwürdig. Ein solcher Täter hätte so etwas nicht ohne weiteres erzählt. Der Alibibeweis, den die Angeklagten gaben, ist misIungen. Es ist nur ein einziger Zeuge da, und dieser kann nicht einmal mit Gewißheit behaupten, daß die Angeklagten tatsächlich) bei dem Hermannsdenkmal anwesend waren. Die Motive zur Tat sind zu verstehen, wenn auch selbstverständlich nicht zu billigen. In den Kreisen der Angeklagten galt der„ Volkswille" als ein Blatt, das den Ruhrabwehrkampf sabotiere. Es ist als feststehend anzunehmen, daß an der Tat noch weitere Kreise beteiligt sind. Doch sind nähere Einzelheiten nicht festzustellen. Das Gericht mußte auf fünf Jahre Zuchthaus als niedrigste Strafe erfennen. Möge diese Strafe eine Warnung für viele junge Leute sein, die glauben, ihren politischen Idealen durch Gewalt zum Siege zu verhelfen, und mag sie auch als Warnung für die geistigen Führer dieser jungen Leute dienen. Die Tat der Angeklagten fällt nicht unter die Amnestie, doch wird das Gericht ein Gnadengesuch befürworten, damit die Zuchthausstrafe in Gefängnisstrafe umgewandelt und die Strafe ermäßigt wird. Demokratischer Landeshauptmann. Die Ersazwahl für Landsberg. Halle, 17. September.( Eigener Drahtbericht.) In der Mittwochfizung des Provinziallandtages in Merseburg wurde der, OberLandeshauptmann gewählt. Auch die Sozialdemokraten regierungsrat Dr. Hübener( Demokrat) mit 87 Stimmen zum stimmten für Hübener, um die Wahl des deutschnationalen Randidaten zu verhindern. Die Kommunisten gaben ihre Stimme für Roenen ab. Der letzte Landtag der Provinz Sachsen hatte bekanntlich den Genossen Landsberg zum Landeshauptmann gewählt, der jedoch nicht bestätigt wurde. Die Wahl war damals nur mit einer Stimme Mehrheit erfolgt, da zwei bürgerliche Vertreter weiße Stimmzettel abgaben, während die Kommunisten nach vorhergegangener scharfer Auseinanderlegung innerhalb ihrer eigenen Fraktion der Bernunft folgten und für den sozialdemokratischen Kandidaten stimmten. Innistische Provinzial- Landtagsfraktion den Bannstrohl geschleudert. zwischen hat die 3entrale. Scholem- Golfe gegen die' kommuSie erhielt dann den dienstlichen Befehl, nie wieder für einen Sozialdemokraten zu stimmen. Damit hatten die Kommunisten der Reaktion den Weg freigemacht und prompt versuchten die Deutschnationalen, die Stimmen der bürgerlichen Parteien auf den reaktionären ehemaligen Regierungspräsidenten von Gersdorf zum Landeshauptmann zu vereinigen. Diesem Zusammenarbeiten der Deutschnationalen und Kommunisten gegenüber bedurfte es aller Anstrengungen, um die schlimmsten Folgen zu verhüten. Die Sozialdemokraten setzten sich daher für den demokratischen Kandidaten Hübener ein. Kommunalkrach in Dortmund. Auflösung des Stadtverordnetenkollegiums? Dortmund, 17. September.( Eigener Drahtbericht). Der Oberbürgermeister hat die Fraktionsführer des Stadtberordnetenkollegiums zu einer Besprechung mit dem Minister des Innern eingeladen. In dieser Besprechung soll die Frage einer Auflösung des Kollegiums erörtert werden. Befanntlich ist die Dortmunder Stadtverordnetenversammlung infolge des Verhaltens des kommunistischen Vorstehers feit längerer Zeit vollständig arbeitsunfähig. Die Reklame- Leiche. Unter den Todesanzeigen einer Berliner Tageszeitung fand sich neulich folgende Trauerfundgebung: Nachruf! .. Sum 36. Geburtstage des zu früh am 30 Dezember 1923 verstorbenen russischen Biolinkünstlers M. M.. gedenken wir des hervorragenden Künstlers und wertvollen Menschen, der vorzugs weise für unser Repertoire gewirit hat. Die gesamte ernste Fachkritik ist mit uns darüber einig, daß der musikalischen Welt in M. M.... ein genialer Biolinist verloren gegangen ist. Unterzeichnet ist der gemütvolle Nachruf von einer bekannten Grammophonplattenfabrit, beren Retlamechef einen Breis für guten Geschmack und Originalität verdient. Da die Reklame mit Lufischiffen, Preisausschreiben und elektrischem Blinklicht nicht mehr recht ziehen will, so ist dem neuen Tip ernsteste Beachtung zu fchenfen. Aufstrebenden Firmen werden die hier gegebenen Winte von Nutzen sein: Am Sonntag wurde unfer geschägter Kunde Hans Brendel bei einem Zusammenstoß zwischen Auto und Eisenbahn vollständig germalmt. Seine Brille mit unseren gefeglich nefügten, augen verbessernden Buntingläsern blieb dagegen pöllig intatt. Ein Beweis für die Unverwüstlichkeit unserer Fabrilate. Optiker Publke. Borgestern wurde uns unfer langjähriger Geschäftsführer Karl Kreiss durch den Tod entrissen. Der Berluft ist unerfeglich. Er wird auf seinen im Testament niedergelegten Munich in einem hoch eleganten Eichenfarg( Muster Nr. 1227, Breis 870. netto) bestattet, der fich erfahrungsgemäß als am gefündesten erwiesen hat. Bestattungsinstitut Lohengrien. Die Nachricht von dem plöglichen Tode des Profeffors Hackenberg hat auch uns tief erschüttert. Die Wissenschaft verliert in dem Dahingeschiedenen einen ihrer prominentesten Vertreter. Der Revolver, der den Gelehrten aufs prompteste getötet hat, stammt aus unserer weltberühmten Fabritation. Kurella, Gewehrfabrik. Wilhelm Rour, Professor der Anatomie in Halle, ist im Alter von 74 Jahren plöglich gestorben. Er war der Begründer eines neuen Wissenszweiges, der Entwidlungsmechanik der Organismen. Ceine Theorie von der funktionellen Anpassung" lehrte, daß jedes Organ sich durch die Betätigung in zweckmäßiger Bayern gegen Ludendorffs Frontring. Verweisung an den Oberreichsanwalt? Wir haben bereits berichtet, daß die Unterorganisation des von Ludendorff neu aufgezogenen Militärverbandes " Frontring", der bayerische Front bann", von der bayerischen Regierung aufgehoben wurde. Bei dieser Gelegenheit wurde soviel belastendes Material gefunden, daß die Geschäftsstelle des Frontbann" geschlossen und die fünf genannten Personen in Haft behalten wurden. Nach Abschluß ihrer Bernehmung wurden sie zur Lösung der Hafifrage dem Gericht übergeben. Zu der Angelegenheit schreibt nunmehr die ,, Bayerische Volkspartei- Korrespondenz": Die Nachricht von der Verhaftung von Mitgliedern der Organi sation Frontring" lenkt das Augenmerk der Deffentlichkeit neuer dings auf die trotz des herrschenden Verbots nicht aufgegebenen Bestrebungen einzelner Parteien, sich illegale Rampftruppen für parteipolitische 3 wede zu schaffen. Das Hineingreifen der Polizei in den Frontring und die Verhaftung einzelner führender Persönlichkeiten läßt den Schluß zu, daß es sich hier um eine Organisation handelt, in der eine Fortführung der verbotenen und angeblich aufgelösten völlischen Kampfverbände zu erbliden ist. Der Frontring ist feine auf Bayern beschränkte Organifation. Er hat seine Verbreitung im ganzen Reich, und wenn wir uns nicht täuschen, steht Ludendorff in einem Bro. tektoratverhältnis zur Organisation. Bestätigt sich der Berdacht der bayerischen Gerichtsbehörde, daß es sich hier um eine Fortführung einer verbotenen Organisation handelt, so wird angesichts der Tatsache des Vorhandenseins einer Reichsorganisation damit zu rechnen sein, daß sich auch außer bayerischen Gerichten deutsche, in diesem Fall der Oberreichsanwalt, mit der Angelegenheit zu befassen hat. In diesem Zusammenhang muß die Aufmerksamkeit auch auf den 1. Oktober gelenkt werden, für welchen Zeitpunkt bekanntlich das zuständige Gericht darüber zu entscheiden hat, ob Hitler die ihm in Aussicht geftelte Bewährungs. frist zu gewähren ist. Die Zubilligung solcher bedingter Begnadi gung hat nach dem Sinn des Gesezes nur dann eine Berechtigung, gung hat nach dem Sinn des Gesezes nur dann eine Berechtigung, wenn alle Boraussetzungen dafür vorhanden sind, daß die Straf tat nicht wiederholt wird. Dazu dürfte nach populärem Rechtsgefühl auch die vollkommene Reinigung der Atmosphäre ge= hören, in der der Entschluß oder der Antrieb zur Tat entstanden ist. Die Erhebungen der Polizei werden einen Anhaltspunkt dafür er= geben, wie weit die Gefahr, die Bayern im November 1923 lebensgefährlich bedrohte, jetzt beseitigt ist. Sowjetruffische Methoden. Nach kapitalistisch- imperialistischem Vorbild. = Der sowjetrussische Volkskommissar Ratowski läßt durch die Pariser ,, Humanité" erklären, daß die georgische Boltserhebung seit Anfang des Monats politom men unterdrückt" sei. Die Tatsachen widersprechen dieser Erklärung. Abgesehen davon, daß noch in den letzten Tagen von heftigen Kämpfen in Georgien berichtet wurde, besagen Meldungen aus russischer Quelle, daß größere Truppentransporte nach Georgien unterwegs sind, um der Lage Herr zu werden. Was soll also das Bertuschungsmanöver? Darüber schaffen die Mostauer Sowjetblätter volle Klarheit, die in aufgeregter Sprache gegen einen Vorschlag des französischen Sozialdemokraten Renaudel Stellung nehmen, in Georgien eine Bolts abstimmung über die Regierungsform herbeigu führen. Derartige Vorschläge seien sowjetfeindlich. Man steht diesen Wutausbrüchen der Sowjetpreffe einigermaßen erstaunt gegenüber. Hatte die Sowjetregierung nicht soeben noch feierlich aller Welt verkünden lassen, der georgische Aufstand sei nichts weiter als der mißlungene Bersuch einiger Menschemisten und Adliger gewesen, die Macht an sich zu reißen, während die georgischen Bauern und Arbeiter begeisterte Anhänger des Sowjetregimes feien? Wenn diese Behauptung richtig wäre, müßte der Sowjetregierung nichts angenehmer fein als eine freie und unbeeinflußte Volksabstimmung in Georgien. Weshalb also die Aufregung, weshalb das empörte zurückweisen eines VorSchlags, der für die Sowjetregierung nur nüzlich sein kann? Ge= = Vertreter des Landeshauptmanns v. Brünneck ist der erste Landesrat BI unf. Dieser hat bei der Emission neuer Aktien durch die Landesbank von dieser privat einen Posten Aktien zu dem Uebernahmekurs gekauft, den die Bank selbst an die Aktiengesellschaft zahlt, während er natürlich nicht anders behandelt werden durfte als jeder, andere Kunde, der von der Bank Aftien fauft. So werden von diefen Herren fortlaufend Bant, Provinz und Steuerzahler geschädigt. Eine ungeheuerliche Schädigung, an der nicht nur die ostpreußische Landesbank beteiligt ist, liegt meiter in folgendem: In Berlin besteht die Landesbankenzentrale, die die Landesbanken aller preußischen Prodirektor Hud. Diese Zentrale hat im Winter 1923 an Effektengevinzen zusammenschließt. In ihrem Aufsichtsrat fist auch Generalschäften, die sich zum Teil auf sehr spekulative Papiere bezogen, die niedliche Summe von zwei Millionen Goldmark verloren. Dieser Berluft wurde von den einzelnen Landesbanten gededt, und zwar, ohne daß die Deffentlichkeit etwas davon erfuhr. Die Ostpreußische Landesprovinzbank hat dazu 250 000 Goldmart beigefteuert. Wann werden die Verantwortlichen zur Rechenhaft gezogen? Die Verantwortlichkeit des Herrn Hud ergibt sich aus obiger Darstellung von selbst. Ebenso die des Herrn Blunt für den angeführten Fall. Aber auch Herr v. Brünned ist für Fahrfäffigfeit bei der Auswahl des banttechnisch ganz unerfahrenen Sud wie für dessen mangelnde Beaufsichtigung verantwortlich. Es wäre dringend zu wünschen, daß schleunigst Remedur geschaffen und für die Zukunft weiteren Schädigungen vorgebeugt wirb." Auf diese sehr eingehenden Angaben hin wird der Minister des Innern zweifellos Veranlassung nehmen, einzu greifen und eine Prüfung der Geschäftsgebarung veranlassen. Die Deffentlichkeit wird sicher mit Interesse das Ergebnis dieser Untersuchung abwarten. Notstandskredite für Ernteschäden. Augenblicklich bereist eine amtliche Kommission, bestehend aus zwei Vertretern des Landwirtschaftsministeriums und e einem Vertreter des Innen- und Finanzministeriums zur Festſtellung der Ernteschäden in Preußen die besonders heimgesuchten Gebiete. Die Kommission war am Mittwoch in Westfalen, fie geht am Freitag nach Kassel, von da nach Wiesbaden und dann in die Rheinprovinz, so daß in etwa acht Tagen ein Bericht über den Umfang des Ernteausfalls vorliegen wird. Die Verwüstungen erstrecken sich nicht nur auf einzelne Gebietsteile, fondern auf ganze Landstrecken. Der Ernteausfall in den verschie benen Gebieten schwankt zwischen 50 und 80 Proz. Wenn man die Gesamtverwüstungen ins Auge faßt und berücksichtigt, daß infolge des noch immer anhaltenden schlechten Wetters auch die Kartoffelernte bedroht wird und ein Teil der Kleinbauern nicht nur Saatgetreide, sondern auch Brotgetreide kaufen muß, so ist mit einem Notftandskredit zwischen 100 und 300 Millionen zu rechnen. Da die finanziellen Anforderungen der Notstandsaftion also sehr beträchtlich sein werden, kann von einem allgemeinen Feldbeſtellungskredit keine Es scheint also, daß an den Beteuerungen der Kommunisten etwas nicht in Ordnung ist und die„ Isweſtija" legen den Finger in die Wunde, wenn sie Georgien mit Maroffoie und dem Sudan vergleichen und fragen, weshalb in diesen Gebieten feine Boltsabstimmung vorgenommen wird. orgien ist der Sudan der Sowjetdiktatoren und man betreibt dort dieselbe imperialistisch- fapitalistische Kolonialpolitik, die in der zaristischen Zeit üblich war. Man wird sich hüten, eine Volksabstimmung zuzulassen! Es ist nötig, angesichts dieser Haltung daran zu erinnern, daß die Sowjetregierung seinerzeit eine Volksab stimmung für Bessarabien verlangte und die ihr ergebene Preffe einen Entrüstungssturm inszenieren ließ, als das unterblieb. Was Bessarabien recht ist, ist Georgien billig. ,, Gebt die Abstimmung in Georgien frei!" Die Erklärung der Bayerischen Bolkspartei- Korrespon- müßte man demnach der Sowjetregierung zurufen, wenn denz verdient um so ernstere Beachtung, als dies= man nicht von vornherein wüßte, daß die Sowjetregierung mal der Ruf nach dem Oberreichsanwalt von und die Kommunistische Zentrale ganz in der veralteten verBayern ausgeht. Das läßt darauf schließen, daß das bei logen- brutalen Denkweise des kapitalistischen Imperialismus der Haussuchung aufgefundene Material tatsächlich außer- befangen sind. Genau wie Erich Ludendorff durch ordentlich belastend ist. In einem Punkte irrt aber die seine Phrasen die Massen für seine imperialistischen Machtbayerische Korrespondenz. Der Frontring steht nicht nur pläne zu gewinnen versucht, verdeckt die Moskauer Erekuunter dem Protektorat Ludendorffs, Ludendorff ist viel five durch Schwindel und Verdrehungskunststücke ihr wahres mehr der verantwortliche Führer der Organisation. Gesicht, wobei allerdings beide auf die Dauer fläglich Schiff Die Röhm und anderen Unterführer stehen in einem mili- bruch leiden müssen, weil sie sich in dem Neh ihrer Widertärischen Befehlsverhältnis zu Ludendorff und die Mitglieder sprüche fangen. der Organisation werden wenn wir uns nicht täuschen auf Ludendorff vereidigt. Auf jeden Fall wird Ludendorff die Verantwortung für den Frontring" zu tragen haben, den die Volkspartei- Korrespondenz eine„ illegale Rampftruppe für parteipolitische Zwecke" nennt. Der 6. deutsche Städtetag, der auf den 25. und 26. September nah Hannover einberufen ist, wird folgende Fragen behandeln: 1. Die Wiederherstellung der Selbstverwaltung im Reich und in den Ländern; Berichterstatter: Bürgermeister Dr. Külz- Dresden and Oberbürgermeister Dr. Mann Erfurt. 2. Vereinheitlichung des preußischen Städterechts; Berichterstatter: Oberbürgermeister Bisher Dresden und Oberbürgermeister Dr. Luppe- Nürnberg. Borowitis Mörder verhaftet. Der Mörder des ehemaligen cuifischen Gesandten in Italien, Worowski, wurde am Diens tag im Café Marim in Genf verhaftet. Weise entwideft und schließlich imstande ist, mit dem geringsten Kraftaufwand die größtmögliche Wirkung zu erzielen. Rein Ge ringerer als Darwin hat die ersten wissenschaftlichen Veröffentlichungen Roug', die bei der Mehrzahl der medizinischen Fachgelehrten feine günstige Aufnahme fanden, als einen bestätigenden Beitrag zu feiner eigenen Lehre beifällig begrüßt und auf ihre Be deutung hingewiesen. Allmählich gewann Rour auch die Anerfennung feiner Zunftgeroffen, und zahlreiche Schüler beteiligten sich an der theoretischen Ausgestaltung und experimentellen Be gründung der neuen Lehre. Rour war 1850 in Jena geboren, hatte orst Naturwissenschaften, dann Medizin und Philosophie studiert. Nach einer langjährigen Tätigkeit als Assistent an hygienischen und anatomischen Inftitufen wurde er 1886 außerordentlicher Profeffor und 1888 Direktor des eigens für ihn gegründeten Instituts für Entwicklungsgeschichte und Entwicklungsmechanik an der Breslauer Universität. Als ordentlicher Profeffor wurde er bald darauf nach Jansbrud und 1895 nach Halle berufen. Rour war übrigens einer der ersten, die für die Zulassung der Realgymnafiaften und der Frauen zum medizinischen Studium eintraten. Das Potsdamer Schauspielhaus eine G. m. b. H. Nach langen Verhandlungen ist jest über das Fortbestehen des Botsdamer Schauspielhauses entschieden. Das Theater ist in eine G. m. b. 5. umgemandelt. Gesellschafter find die Herren Oberst Winterfeld vom Bühnenvoltsbund und Genoffe Betriebsleiter Ahl von der Boltsbühne, ferner der Kaufmann Bling aus Botsdam und der bisherige Intendant Behlemann. Das Kapital, welches zur Eröffnung nötig war, Leträgt 5000 M.; die Summe streckt die Stadt vor. Die Krongutsverwaltung stellt das Theater mietefrei ter G. m. b. 5. zur Verfügung. Künstlerischer Direktor ist Intendant Behlemann. - Standal in der Königsberger Kunstakademie. Allerhand Gerüchte von standalöfen Borgängen an der Königsberger Runft. alabemie wurden dieser Tage verbreitet. Es heißt, der dortige Profeffor Degner habe einige seiner Schüler angeftiftet, gegen Rollegen, die feine persönlichen Gegner find, tätlich vorzugehen, ihnen die Fenster einzuwerfen und dergleichen mehr. Das preußische Kultusministerium versendet jeht an die Presse eine beschwichtigende Mitteilung, erklärt aber zugleich, daß Degner tatsächlich schon seit Bochen beurlaubt ist und feinen Unterricht erteilt und daß gegen Awei Akademieschüler ein gerichtliches Verfahren eingeleitet ist. Auch foll zur„ Klärung der Berhältniffe" ein Kommiffar nach Königsberg entfandt werden und eine Aenderung und Ordnung der unhaltbar gewordenen Rustände stattfinden. Was beiki Demenfieren? Bisher hat man angenommen, daß das Wort„ Dementieren" vom französischen démentir" herkommt, Ein deutschnationales Panama. Wie es in einer Provinziallandesbank zugeht. Das„ Berliner Tageblatt" veröffentlicht eine Zuschrift aus Oft preußen über die Zustände in der Lan de s bant der Proving, deren Verwaltung sich ausschließlich in deutschnationalen Händen befindet. Die Einzelheiten, die in dieser Zuschrift über die Geschäftsführung der Landesbank mitgeteilt werden, sind derartig standalös, daß sie geeignet sind, das allergrößte Auf fehen zu erregen, wenn sie sich bestätigen sollten. Wir sind neugierig, ob die ostpreußischen Deutschnationalen, die bekanntlich besonders energische Verfechter des„ völkischen Deutschtums" sind, die Angaben dieser Zuschrift werden widerlegen können. Es heißt dort über die Geschäftsführung der Bank: „ Ein Kaufmann Manleitner, der in Tilsit einen Eisenhandel hat, ist das einflußreichste Mitglied des Verwaltungsrates. Ihm wurde zur Zeit der größten Geldknappheit der sehr hohe Kredit von 60 000 Goldmark zur Verfügung gestellt, und zwar vom 17. März 1924 ab zu einem 3insjah von 14 Proz. jährlich, während die anderen Kunden der Bank 72 Broz. zu zahlen hatten. Bom 1. Juni 1924 ab wurde der Binsfag auf 20 Broz, erhöht! Die Höhe des Kredites bestimmte der Verwaltungsrat, die Höhe der Zinsen Herr Landesrat Hud. Der Kaufmann Rudolf Meyer in Firma C. Heller in Königsberg gehört ebenfalls zu den Mitgliedern des Verwaltungsrats. Er brauchte für seinen Kolonialwarenhandel ausländische Devisen. In einer Zeit, in der die Devisen mit 1 bis 4 Proz. repartiert wurden, wurde ihm, was er forderte, voll zugeteilt, und zwar entgegen den Bestimmungen der Devisenverordnung ohne vorherige Hinterlegung des Gegenwertes. Auch ihm wurde Kredit zu einem viel niedrigeren Zinssat als den anderen Kunden gewährt. Zur felben Zeit wurden Geschäftsleuten, die Hunderte von Arbeitern in ihren Betrieben beschäftigen und ihnen Brot und Nahrung geben, der zur Fortführung des Betriebes notwendige Kredit vom Herrn„ Generaldirektor" ohne stichhaltigen Grund verweigert, so daß Beschwerden bei der Königsberger Handelskammer schweben. Beide Mitglieder des Verwaltungsrates haben fich also mit Hilfe des Landesrats Hud auf Kosten der Provinz, der die Bant gehört, bereichert. Herrn Hud haben diese Dinge nicht geschadet. Er wurde, obwohl es ihm an jeglicher bantmäßigen Ausbildung fehlt, im Frühjahr dieses Jahres nach vierjähriger Tätigkeit zum Generaldirektor der Landesbant ernannt. Bie steht es mit dem Grundsatz der Sparsamkeit, der von den Deutschnationalen den anderen immer gepredigt wird und dessen Anwendung auf unsere Provinz, die ärmfte des Staates, befonders notwendig ist? Der junge Herr Generaldirektor bezieht ein Ministergehalt. Er wird nach der Beamtenbesoldungstlaffe BI mit 40 Proz 3uschlag befoldet und erhält außerdem eine Tantieme, die beinahe ebenso viel mie das Gehalt ausmacht. Er bezog im letzten Jahr die nicht gerade unerhebliche Summe von 33000 Goldmark. Der Herr Generaldirektor hat eine Dienstwohnung in der Stadt. Von ihr aus ist die Bank zu Fuß in 20 Minuten zu erreichen, mit der Straßenbahn in 10 Minuten, im Auto in 5 Minuten. Für diese Dienstreise, die er täglich viermal zu machen hat, benutzt er das ihm von der Bank für 20 600 Goldmart angeschaffte Dienftauto, wozu die Betriebskosten, Chauffeurgehalt usw. tommen. Das alles zahlt Breußens ärmite Proving! Einzelne Mißstände sind schon an die Deffentlichkeit gekommen. Ein Direktor der Nebenstelle& nd wurde wegen Unregelmäßig feiten verhaftet, der zweite hat sich erfchoffen. Gegen ben Königsberger Direttor Wenderhold ist ein Disziplinar was so viel heißt wie„ in Abrede stellen" oder„ ableugnen". Nach neueren Untersuchungen, die auf Grund der Akten des Auswärtigen Amies vorgenommen wurden, tommt aber ,, Dementieren" vom lateinifchen dementia", auf deutsch laut Georges Wörterbuch Berperfahren eingeleitet. standeslosigbeit, Berrüdtheit, unsinniges Gebaren". Für Herrn Generaldirektor Hud ist folgendes charakteristisch: ein Pleiner Königsberger Banfier, der mit der Bant in Geschäftsver bindung steht, bot ihr besonders hochverzinsliche Wechsel zum Dis. font an. Direktor Frig Holl von der Boltsbühne am Bülombla spricht am Mittwoch, den 24., 7, Uhr abends, im Bürgerfaal des Rathauses über Moderne Regie". Einlanlarten durch die Kartenverkaufsstellen der Boltsbühne e. B.( Linienstr. 227, Stopenider Str. 68, Warenhaus Tiek u.[.w.) I was wohl nicht ganz korrekt sein dürfte. An dieser günftigen Anlage beteiligte fich Herr Hud persönlich, " Rede sein. Weitere Vertuschung. politischen Morde hat am Mittmoch die bürgerliche Mehrheit ihre Im Untersuchungsausschuß des Preußischen Landtages über die Bertuschungspolitik mit einem neuen Streich gefrönt. Sie beschloß nämlich, daß der Ausschuß die Urteile der Schmur gerichte, zumeist skandalöse Freisprüche geständiger oder überführter Mörder von rechts, nicht mehr fritisieren sollte, ebensowenig die einseitige 3usammensetzung der Ge schworenenbänte. Der Berichterstatter, Genoffe Kuttner, hatte nämlich festgestellt, daß bei allen Schwu gerichtsfällen, die er bisher bearbeitet hatte, etwa zehnt, er noch nicht auf eine einzige Ge schworenenbant gestoßen sei, in der auch nur ein einzige Arbeiter gefeffen habe. Diese Feststellung war der Ausschuß mehrheit unbequem, deshalb wurde dieses Gebiet schleunigst ausgeschaltet. Um auch die Sprüche der Geschworenen selber ausschalten zu können, griff die Ausschußmehrheit sogar zu der wunderboren juristischen Konstruktion, daß die Schwurgerichte feine Staatsorgane feien! Offenbar hält man sie für private Bergnügungsflubs. In dieser Selbstbeschränkung wurde dann der Fall Ritter behondelt. Der Reichswehrsoldat Ritter hat im März 1919 den Arbeiter Piontet, weil dieser ihm Feuer für eine Zigarette verweigerte, on eine Mauer gestellt und durch fünf Schüsse ermordet. Ritter wurde durch seine militärischen Vorgesezten in standalöser Weise begünstigt. Sein Truppenteil erstattete den misfentlich un wahren Bericht, daß Piontek erschossen worden sei, meil er Reichswehrtruppen bedroht, ein Meffer gezogen und einen Fluchtversuch gemacht habe. Obwohl Ritter von seinen eigenen Kameraden auf das schwerste belastet wurde, blieb er ruhig in der Reichswehr Das und bekleidete dort sogar eine Bertrauensstellung. friegsgerichtliche Verfahren wurde in jeder Weise verschleppt. Ais endlich mit dem Aufhören der Kriegsgerichte die Sache an das Zivilgericht überging und diefes einen Saftbefehl gegen Ritter erließ, verweigerte der Truppenteil des Ritter kurzerhand dessen Ausführung! Die vorgefekter Offiziere stellten dem Ritter geradezu fabelhaft günstige Zeugniffe aus, obwohl Ritter von seinen eigenen Kameraden als roher und blutgieriger Mensch geschildert wird, der in der Kompagnie den Spitznamen„ Blutritter" führte. Ritter ist schließlich mit ganzen drei Jahren Gefängnis, abzüglich neun Monate Untersuchungshaft, bestraft worden. Ein Mittäter, namens Wendler, wurde gänzlich freigesprochen. Die Mehrheit des Ausschusses wollte in diesem Falle nur konstatieren, daß die preußischen Just i zbehörden kein Verschulden treffe. Unfere Bertreter hoben hervor, daß es eine Irreführung der Deffentlichkeit sei, wenn man dieses beschließe unter gleichzeitiger Berschweigung, was Militärjustiz und Militärbehörden sich an Be günstigung des Ritter geleistet haben. Gegen die Stimmen der Linken wurde der bürgerliche Antrag angenommen. = Sodann wurde die Erschießung des Arbeitslosenführers Hoffmann- Flensburg im Jahre 1920 verhandelt. Die Aften ergaben, daß nach allen Indizien Hoffmann tatsächlich einen Fluchtversuch gemacht zu haben scheint, als er erschossen wurde. Dagegen steht einwandfrei fest, daß die Schuhpolizei bei der vorangehenden Festnahme des Hoffmann und Haussuchung bei Hoffmann rechtswidrig verfahren ist. Doch schließt die Ausschußmehrheit auch Am Donnerstag diesen Bunft als nicht zur Sache gehörig aus. werden die Beratungen fortgesetzt. Zum Fall Leinert. Der Ordnungsblock" wird bösartig. Hannover, 17. September.( Eca.) Zum Fall Leinert hat die bürgerliche Mehrheit des Bürgervorsteher- Kollegiums in einer Sigung heute erneut Stellung genommen. Es wurde folgender Antrag an den Magistrat beschlossen: Die Fraktion Ordnungsblod und die deutsch- hannoversche Fraktion ersuchen den Magistrat, noch im Laufe dieser Woche eine gemeinschaftliche öffentliche Sigung einzuberufen mit folgender Tagesord= nung: Die städtischen Kollegien beschließen: 1. den Oberbürger meister Leinert wegen seiner wider besseres Wissen erfolgten Gelb ft bezichtigung der Täuschung des Magistrats und der Bürgervorsteher für unwürdig der Stellung eines Beamten zu erklären, 2. den Herra Regierungspräsidenten zu ersuchen, gegen Herrn Leinert das Disziplinarverfahren mit dem Ziel der Amtsenthebung einzuleiten unter sofortiger Dispenfierung vom Amte, 3.- Herrn Leinert aufzufordern, sich sofort der Ausübung feiner amtlichen Tätigkeit, insbefondere auch der Teilnahme an deutschen Städtetagen zu, enthalten. Gewerkschaftsbewegung " KPD.- Reformismus. Die ganze Serie der über den permanenten Generalstreit auf den Weg zur Weltrevolution" führenden kommunistischen Parolen hat ihre Zugkraft verloren. Da jedoch die KPD. ohne Parolen nun einmal nicht leben kann, verfällt sie jetzt auf die viel verlästerten und von ihr als reformistisch verschrienen Gewerkschaftsparolen:„ Achtstundertag" und" Mehr Lohn!" Selbstverständlich dreht es sich für die KPD. auch dabei nur um ein Mittel für ihre Zwecke. Dennoch ist es charakteristisch, daß die Parolen der KPD. nunmehr in gewertschaftliche, in reformistische" Form gekleidet werden. Auch den Arbeitern in der KPD. liegt das„ reformistische" Hemd günstigerer Lohn- und Arbeitsbedingungen weit näher als der radikale Rock der Weltrevolution. Um die Wandlung zu marfieren, wird die neue Paroleausgabe mit der üblichen Schimpferei auf die Gewerkschaftsführer eingeleitet, die ja bisher in ihrer ganzen„ reformistischen" Tätigkeit stets der Bewertschaftsparole Mehr Lohn" gefolgt find. Gerade diese reformistische" Tätigkeit der Gewerkschaften wurde den ,, reformistischen" Gewerkschaftsführern von den Kapedisten als„ Berrat" angerechnet. Die„ Rote Fahne" kann beim besten Willen nicht bestreiten, daß der gegenwärtige Zustand zweifellos besser ist als der in der Borjährigen Inflationsperiode. Den Gewerkschaftsführern wird unterstellt, sie hätten die Phrase gebraucht:„ Alles wird wieder gut, wenn wir wieder stabile Währung haben." Die„ reformistische" Einstellung der Gewertschaftsführer bringt es schon mit sich, daß sie bas Phrasenmachen anderen Leuten überlassen müssen, die es gewerbsmäßig betreiben. Nach Einführung der Rentenmark ist die Lohnregelung und Lohnzahlung insofern besser geworden, als fie regelmäßiger, beständiger geworden ist. Anders steht es allerdings um die Lohnhöhe. Die zu niedrigen Löhne spiegein einmal die wirtschaftliche Krise wieder, zugleich aber den Stano der Gewerkschaften. Nachdem die Kommunisten eine wesentliche Schwächung der gewerkschaftlichen Widerstandskraft erreicht haben, sowohl durch Bertreibung der Mitglieder wie durch Spaltung und Sprengung der inneren Einheitsfront, fommen sie jest wieder mit der an sich erfreulichen Parcle der gewerkschaftlichen„ Einheitsfront", der jedoch rach all den Erläuterungen, mit denen sie die KPD. ausgestattet hat, das Odium der Unaufrichtigkeit und hinterhältigfeit anhaftet. 11 Um diese lügnerische Einheitsfront" zu fördern, wird behauptet, die Gewerkschaften und ihre Führer fümmerten sich nicht mehr um die Erhöhung der Löhne, da sie den Proletariern einen neuen Schwindel", die„ Segnungen des Dawes- Blanes" plaufibel zu machen hätten. Es lohnt sich nicht, mit einer Partei, die in der Frage des Sachverständigengutachtens mit den Deutschnatio= malen und den Bölkischen eine Einheitsfront bildet, über diesen Gegenstand zu diskutieren. Die nächsten Wirkungen des Abkommens über das Dames- Gutachten müssen sich in einer Behebung der Kreditnot äußern, die zur Belebung von Handel und Wandel führt und damit zur Verhütung weiterer Be= triebsstillegungen und zur Verminderung der Arbeitslofig teit. Das füráftet die KPD. Die Gewerkschaften wiffen weit beffer als die Strategen der KPD., daß die gegenwärtigen Löhne durchweg un= zureichend sind, der Aufbefferung dringend bedürfen. Die„ reformistischen" Gewerkschaftsführer müßten jedoch so verantwortungsund gewissenlos fein wie die KPD., wenn sie in der Krisenzeit der letzten Monate fich in größere Lohntämpfe eingelassen hättet. Die Geschäfte der kommunistischen Verzweiflungsstrategie zu beforgen, ist nicht Sache der Gewerkschaften und der Gewerkschaftsführer. Das überlassen wir den dazu bestellten KPD.- Strategen. Dafür müssen diese es wohl oder übel den Gewerkschaften überlassen, die Lohnkämpfe zu führen. „ Der Lohn muß erhöht werden!" Ganz recht! Deshalb fordern wir, daß die Lücken in den Gewerkschaften unverzüglich ausgefüllt werden. Die„ Rote Fahne"( vom Dienstag) aber sagt:„ intensive Aufklärungsarbeit unter den Erwerbslosen ist notwendig". " Die Erwerbslosen sind sicher mit uns der Meinung, daß für sie weit notwendiger als kommunistische Aufklärung", die Be schaffung von Arbeit ist, sei es zunächst auch nur zu den gegenwärtigen Löhnen. Und eben deshaie, um die Zahl der Arbeitslosen nicht noch außerordentlich zu steigern, fönnen in Zeiten wirtschaftlicher Krise Lohnbewegungen nicht mit der Aussicht auf Erfolg eingeleitet werden als in Zeiten günstigerer Konjunktur mit geringer Arbeitslosigkeit. Die notwendigen Lohnfämpfe aber werden um so eher eingeleitet und um so aussichtsreicher geführt werden, je weniger die KPD. gegen die Gewerkschaften und die Gewerkschaftsführer hetzt, um die„ Einheitsfront" herbeizuführen und sich nicht in refor mistische" Dinge einmischt, die sie nichts angeht. Ernte, Tarife und Leute in Ostpreußen. Vom Verbandsvorstand des Deutschen Landarbeiterverbandes wird uns geschrieben: Unter dieser Ueberschrift veröffentlicht in der Deutschen Lageszeitung" vom 3. September Dr. Frizz Stowronnet einen Auffah. In diesem Artikel wird U. a. did schädliche Einwirkung des Regenwetters auf die Ernte erheblich übertrieben. Zugegeben ist, daß ungewöhnliche Regengüsse in den letzten Wochen stattgefunden haben, jedoch ist dadurch nicht, wie angegeben, in erster Linie die Roggenernte, sondern in weit größerem Umfange die Sommerung betroffen worden. Gerade zur Zeit der Roggenernte waren einige verhältnismäßig regenlose Wochen, die es gestatteten, den Roggen günstig hereinzubringen. Unter den Leuteverhältnissen" leidet nach der Auffaffung des Herrn S. die oftpreußische Landwirtschaft sehr. Das tomme am besten in der Feststellung zum Ausdruck, daß sich bei vielen Stellen der Anreiz zu erhöhtem Verdienst durch Ueber= stunden als durchaus nicht zugkräftig erwies. Aus welchen Gründen sich das erklärt, wird von dem Artikelschreiber nicht angegeben. So rolien wir es denn tun. Die Landarbeiter Ostpreußens A empfinden deshalb feine starte Neigung, Ueberstunden zu verrichten,| weil man ihnen die Ueberstunden mit einem Lohnfah bezahlt, der zum Teil niedriger, zum anderen nicht viel höher ist als die in anderen landwirtschaftlichen Gebieten Deutschlands gezahlten durch schnittlichen Stundenlöhne und weil vom letzten landwirtschaftlichen Streit in Ostpreußen her noch so viel gemaßregelte Landarbeiter auf der Strede liegen, daß es sogar einzelne Arbeitsnachweise für angebracht hielten, im Interesse der Unterbringung dieser Leute die Genehmigung zur Beschäftigung ausländischer Landarbeiter zu versagen. Die Tatsache, daß in Ostpreußen während vier Monate 11 Stunden täglich gearbeitet werden muß, während in anderen Gegenden Deutschlands die elfstündige Arbeitszeit nur einige Wochen Geltung hat, sei nur beiläufig erwähnt. Als eine absichtliche Irreführung der öffentlichen Meinung muß es bezeichnet werden, wenn Dr. S. erklärt, die ostoreußischen Landarbeiter haben es nicht notwendig, Ueberstunden zu leisten, weil sie auch ohne solche bedeutend höhere Löhne verdienen als die in anderen Gegenden Deutschlands beschäftigten Landarbeiter. Der Lohn der ostpreußischen Landarbeiter ist in Wirklichkeit der niedrigste in ganz Deutschland und beträgt trotz der augenblicklich 25 Pro3. über dem Friedenspreise stehenden Getreidepreise pro Stunde etwa 20 Pf., wenn berücksichtigt wird, daß jeder Deputat: arbeiter außer seiner Arbeitskraft mehrere Hofgänger zu stellen hat, wovon ein vollarbeitsfähiger männlicher in den Sommermonaten bei elfstündiger Arbeitszeit einen Tagelohn einschließlich Naturallohn von 1,50 m.= pro Stunde 13 Pf. erhält. Wenn Dr. S. die Löhne der Magdeburger Börde als niedriger als die in Ostpreußen bezeichnet und zum Beweise dafür die hier und dort zu liefernde Deputatmenge aufführt, so vergißt er hierbei anzugeben, daß für die Höhe des Gesamtlohnes in der Magdeburger Börde der Barlohn, der 20 Pf. pro Stunde beträgt, ausschlaggebend ist. In Ostpreußen beträgt demgegenüber der Barlohn durchschnittlich nur 3½ Pf. pro Stunde. Zu allen diesen Tatsachen fommt noch die Behandlung der Leute in Ostpreußen. Sie ist fast nirgends so schlimm wie hier. Es ist nicht selten, daß erwachsene Hofaänger mit der Reitpeitsche geschlagen werben. Die Pistole ist der ft ändige Begleiter der Arbeitgeber und Inspek toren und hat auf dem Gut des Herrn von Schenk in Faulhöden dazu geführt. daß ein Arbeiter grundlos von einem Inspektor durch einen Brustschuß schwer verletzt wurde. Einzelne Arbeiter liegen durch die Schuld pflichtwidrig handelnder Amtsvorsteher Sprikenhäusern oder gar in Gefängnissen untergebracht, wie es wochenlang auf der Straße oder werden in Ställen, beispielsweise fürzlich durch den Amtsvorsteher Sdun in Röschten, Kreis Osterode, geschah. Unter dem Druck dieser Verhältnisse lassen sich die Arbeiter heute das größte Unrecht seitens der Arbeitgeber gefallen. Die Tendenz des Artikels des Dr. S. ist klar. Man will die öffentliche Meinung für den landwirtschaftlichen 3011fchutz einfangen, die Regierung zu größerem Entgegenkommen in der Kredit- und Steuerfrage der Landwirtschaft gegenüber bewegen und die Behörden gegen die Landarbeiter scharf machen, von denen man weiß, daß sie sich die augenblicklichen miserablen Löhne und vor allem die schitanöse Behandlung nicht mehr länger gefallen lassen. Internationaler Landarbeiterkongreß. Gestern nachmittag wurde im Verbandshause des Deutschen Landarbeiterverbandes der dritte Kongreß der Internationalen Landarbeiterföderation eröffnet. Vertreten sind die Organisationen von und der Tschechoslowakei mit zufammen 17 Delegierten. Bon Dänemart, Deutschland, England, Holland, Poien der Gärtnerorganisation in der Schweiz, dem Landarbeiterverband In Ungarn und der Workerunion in England liegen Entschuldigungsschreiben vor. . Für den zum Unterstaatssekretär berufenen bisherigen Präsidenten der Föderation, Smith England, eröffnet der Verbandsvorfigende des Deutschen Landarbeiterverbandes. Genosse Georg Die Delegierten. Er erinnert hierbei an die brüderliche Hilfe, welche Schmidt, den Rongreß mit einem herzlichen Willkommersgruß an die ausländischen Organisationen dem Deutschen Landarbeiterverband während der Inflationszeit zuteil werden ließen, dankt hierfür herzlichst im Namen der freigewerkschaftlichen deutschen Landarbeiter und verspricht, daß die deutsche Organisation die Gegenleistung nicht vergeffen wird. Das Wüten der landwirtschaftlichen Arbeitgeber in allen Ländern ist auf den Mitgliederbestand der JLF. nicht ohne Einfluß geblieben. Alle Anzeichen sprächen aber dafür, daß überall mit neuem Mut darangegangen wird, den Verlust wettzumachen. Grund, peffimistisch zu sein, liege deshalb nicht vor. = Auf Vorschlag Hiemstra Holland wird Schmidt- Deutschland Tagesordnung erstattet der Sekretär der Internationalen Landzum Präsidenten des Kongreffes gewählt. Zum ersten Punkt der arbeiterföderation, Hiemstra, den Geschäftsbericht. Aus dem Bericht ist erwähnenswert: Gegenwärtig sind der ILF. 16 Verbände mit einer Mitglieder: zahl von rund 480 000 angeschlossen. Nicht mitberechnet sind bei dieser Zahl die Mitgliederzahlen der Landarbeiterorganisationen in Italien und Schweden. Die italienische Organisation, die 1921 mit 800 000 Mitgliedern an erster Stelle marschierte, ist in folge der faschistischen Gewalttaten fast gänzlich zusammengebrochen. Die franzöfifche Landarbeiterorganisation ist ebenfalls so gut wie verschwunden. Auf der letzten Generalversammlung der ILF. wurde beschloffen, die deutsche, dänische und schweizerische Gärtnerorganisation zu zulassen. Die Möglichkeit eines Anschlusses der schwedischen und tschechoslowakischen Gärtnerorganisation wurde angekündigt. Das Anschlußersuchen der bulgarischen und russischen Landarbeiterorganisationen wurde zunächst abschlägig beschieden, nachdem sich der letzte Kongreß der JLF. offen gegen jede Verbindung mit diesen Organisationen ausgesprochen hat. Gemäß dem Beschlusse der letzten Generalversammlung behandelte das Eretutio komitee eingehend die Frage der Arbeitszeit in der Landwirtschaft. Die Beratungen wurden mit einer Entschließung abgeschlossen, die den Achtstundentag grundsätz= lich betont, aber mit Rücksicht auf die in den verschiedenen Ländern gegebenen Verhältnissen klimatischer und ökonomischer Art erklärt, porläufig den Gedanken des Neunstundentages zu propagieren. In Verbindung mit der christlichen Landarbeiterinternationale wurde an die Regierungen aller dem Internationalen Arbeitsamt angeschlossenen Länder das Ersuchen gerichtet, die auf der Internationalen Arbeitskonferenz im Jahre 1921 gefaßten Beschlüsse be= züglich der landwirtschaftlichen Arbeit zu ratifizieren. Aus den hierbei eingegangenen Antworten war ersichtlich, daß in Holland, Norwegen und Lettland den dortigen Parlamenten die Beschlüsse zur KRESSIN RICHTER MOHAR 5$ in Blechpackung Die Marke des Qualitätsrauchers Ratifitation vorgelegt worden waren. Die öfterreichische Regierung teilt mit, daß einige Bestimmungen bereits durch Gesez festgelegt seien, während die deutsche Regierung mitteilen ließ, daß alle Be schlüsse, mit Ausnahme derjenigen über die Unterstüßung an Frauer im Falle der Niederkunst, dem Reichstag zur Ratifizierung vorgelegt werden würden. In den im Einvernehmen mit dem Internationalen Arbeitsamt und dem Landwirtschaftlichen Institut in Rom geschaffe= nen Beirat für die Landwirtschaft hat die JLF. den Genossen Schmidt- Deutschland als technischen Beisitzer delegiert. fein rosiges Bild aufweist. Es sei aber schon bereits durch den VorDer Berichterstatter schließt mit der Feststellung, daß der Bericht figenden des Kongresses zum Ausdrud gebracht worden, daß es nicht unberechtigt fei, zu hoffen, es würde den angeschlossenen Verbänden bald wieder gelingen, das verlorengegangene Terrain wiederzus gewinnen. Die Verhandlungen werden fortgesetzt. Arbeitsstreckung in der Schwerindustrie. Dortmund, 17. September.( Eigener Drahtbericht.) Die Ver handlungen über den Antrag des Eisen- und Stahlwerts Union auf Stillegung eines Teils der Bergwerksbetriebe fübrten zu der Vereinbarung, daß das Bergwerk II bis zum 27. September unter beschränkter Arbeitszeit weiter arbeitet. Falls die Aufträge fich nicht mehren, sollen die Arbeiter unter Ueberweisung an die Erwerbslosenfürsorge beurlaubt werden. Beilegung des Wiener Metallarbeiterfireiks. Wien, 17. September.( TU.) Der Streif der Metallarbeiter tann als beendet bezeichnet werden, wenn auch die Wiederaufnahme der Arbeit nicht gleich überall erfolgen wird. Die Arbeitgeber haben eine generelle Erhöhung der Löhne um zehn Prozent und eine zwanzigprozentige Erhöhung der Mindestlöhne zugestanden, doch Nach Ablauf dieser zwei Monate soll ein neuer Vertrag geſchloſſen tritt zunächst ein Provisorium von zwei Monaten in Kraft. werden. Die vollkommene Wiederaufnahme der Arbeit wird erst am kommenden Montag möglich sein. Heute und morgen werden sowohl die Plenarversammlungen der Industriellen als auch die der Betriebsräte der Arbeiterschaft zu dem obigen Kompromiß Stellung nehmen. Auch heute nachmittag war die Stadt ohne elektrisches Licht und ohne Starkstrom. ( Bekanntlich ist der Streit ausgebrochen infolge der Zumutung der Unternehmer, die Arbeitszeit zu verlängern und die Löhne um 15 Proz. herabzusetzen. Darauf gingen die Arbeiter zum Gegenangriff über mit dem oben mitgeteilten erheblichen Erfolg.) Die belgischen Bergarbeiter lehnen ab. Brüffel, 17. September.( Eigener Drahtbericht.) Die Ur abstimmung der Bergarbeiter im Borinage am Mittwoch ergab 16000 Stimmen für die Fortsegung des Generalftreits und 2500 Stimmen dagegen. Der Konflikt im holländischen Bergbau. Amfterdam, 16. September.( Eigener Drahtbericht). Der Lohn⭑ fonflitt im limburgischen Kohlenbecken droht zu einem allgemeinen Streit im niederländischen Berghau zu führen. Eine Anzahl Kaufleute in Heerlen, dem niederländischen Bochum, hat sich bereit erklärt, im Streitfall die streifenden Bergarbeiter möglichst zu unterstützen. Die Bäder- Innung in Heerlen bat beschlossen, während der Dauer eines Bergarbeiterstreits Brot zum Selbstgestehungspreis an die Streifenden zu verkanfen. Die„ Dienstboten" in Sowjetrußland. Das fommunistische Zentralorgan in Moskau, die Prawda", brachte in ihrer Nummer 193 folgende Schilderung aus dem Sowjet. " Das Leben der Dienstboten hat sich wenig verändert. Sie werden in der unmenschlichsten Weife ausgebeutef. Die Dienstboten arbeiten 15 bis 17 Stunden ununtert brochen. Das Gehalt beträgt 2 bis 5 Rubel( im Monat). ( 4 bis 10 M. monatlich! Red. d. B.") Was die Arbeitsklei= dung und die Versicherung betrifft, so werden die Dienstboten, wenn sie auch nur daran denken, von den Arbeitgebern auf die Straße geworfen. Will ein Dienstbote nicht freiwillig gehen und die gesetzlich vorgeschriebene zweiwöchige Frist dableiben, so wird ihm das Leben zur Hölle gemacht. Die Folge ist dann, daß er selber fortgeht, und irgendwo hinter dem 3aun oder auf dem Bahnhof nächtigt. Wo ist aber der Dienstbotenverband? Was hat er für sie geleistet? Es wurde für die Dienstboten ein Heim ge. gründet, aber dieses erwarb sich bald den Ruf eines Bordells, in dem es nur einen Herrscher gab: die Geschlechtstrantheit, Jetzt ist dieses Heim geschlossen. Die Mostauer Weltkongreßmacher hätten alle Ursache, zunächst vor ihrer eigenen Tür zu fehren, bevor sie fich so übereifrig der sich ,, in rasenden Schmerzen windenden" Arbeiterschaft der übrigen Länder, insbesondere der deutschen Arbeiterschaft, annehmen. Wir in Deutschland würden gerne bis dahin auf alle Moskauer Parolen verzichten. Zur Tarifbewegung im Berliner Berkehrsgewerbe wird mit geteilt, daß sich die Forderungen der Angestellten der Hoch- und intergrundbahn zunächst nicht auf direkte Lohnerhöhungen erstrecken, vielmehr anderweitige Regelung der Krankengeldzuschüsse, des Urlaubs und Verkürzung der Arbeitszeit ge fordert werden. Ein Verhandlungstermin steht noch nicht fest. Bei der Allgemeinen Berliner Omnibus- Attien. gesellschaft haben am Mittwoch nachmittag mit den Vertretern des technischen Berfonals Verhandlungen stattgefunden, die aber wegen einiger noch strittiger Buntte am nächsten Dienstag vor dem Schlichtungsausschuß fortgesetzt werden. Am gleichen Tage wird auch mit den Vertretern des Fahrpersonals vor dem Schlichtungsausschuß verhandelt werden. Deutscher Solzarbeiterverband. Rammacher: Bertrauensmännerversamm tung am Freitagnachmittag 5 Uhr im Sigungssaal Rungestr. 30, parterre. Bekleidungsarbeiterverband, Sebastianstr. 37/38. Damenkonfektion( Mäntel, Rostüme): Branchenversammlung morgen( Freitag) abend 7 Uhr in den Sen. tral- Festsälen, Alte Jakobstr. 34. ,, Die Folgen der tariflofen 8eit; was ift gewillt seid, Euch willkürlich entlohnen und ausbeuten zu lassen. Erscheint bagegen zu tun." Rolleginnen und Rollegen! Reigt, daß 3hr nicht länger daher alle in dieser Versammlung. Berantwortlich für Politik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: K. S. Döscher; Lokales und Sonstiges: Frik Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts Buchdruderei und Verlagsanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. Sierzu zwei Beilagen und Frauenstimme". 鳳 ZIGARETTEN MOHAR LUXUS 88 Die Marke des Feinschmeckers Nr. 440 41. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Das Fräulein an der Schreibmaschine. Der Beruf der Stenotypistin ist erst in neuerer Zeit zu einer selbständigen Berufsgattung geworden. In früheren Jahren, als die Schreibmaschine als Bureaumaschine noch nicht entdeckt" war, mußten die Arbeiten der Stenotypistin von geringer qualifizierten faufmännischen Angestellten verrichtet werden, denen vielleicht außerdem noch die Eriedigung weiterer einfacher Bureauarbeiten oblag. Erst nach und nach fam die berufsmäßige Maschinenfchreiberin zu ihrer selbständigen Stellung im Bureauarbeiterberuf. Lehr- und Uebungsjahre. Die frühere handschriftliche Anfertigung der Schriftsäze, der Geschäftsbriefe, der Korrespondenzen usw. sette nur eine mehr oder weniger gute und wenn möglich auch schnelle Handschrift beim Angestellten voraus. Nur in wenigen Fällen wurde die Kenntnis der Stenographie verlangt und nur die selbständigen Korrespondenten mußten über eine längere Ausbildungszeit Zeugnis ablegen fönnen, refp. eine längere Praris hinter sich haben, die sie zur Führung des Amtes befähigte. Für die heutige Berufsstenotypistin ist aber neben quter Allgemeinbildung eine längere Schulzeit auf einer Handelsschule eine unbedingte Notwendigkeit. Die jungen Mädchen werden auf der Schule mit dem Mechanismus der verschiedensten Systeme der Schreibmaschinen vertraut gemacht, was zur Auffindung von Störungsfehlern beim Echreiben von großem Wert ist. Das Schreiben auf einer Maschine erfordert aber auch ein weitgehendes Gewöhnungs- und Anpassungsvermögen, denn der Unterschied in der Konstruktion und dem dadurch bedingten guten oder schlechten, ieichten oder schweren Funktionieren der Maschine ist bei den vielen Systemen, die von den vielen Fabriken auf den Markt gebracht werden, sehr groß. Es haben sich infolgedessen direkt Spezialistengruppen unier den Stenotypistinnen gebildet, die, wenn es der Arbeitsmarkt irgend erlaubt, nur bestimmte Systeme schreiben. Bei der Ausbildung ist die Hauptsache die Uebung. Der Laie macht fich nur schwer einen Begriff von der Kompliziertheit eines fachgemäßen Schreibens auf der Maschine. Jeder Finger hat seine bestimmten Tasten, die er bearbeiten muß, der Anschlag der Typen gegen die Wolze und damit gegen das Papier muß von einer bestimmten Stärke sein, damit die Schrift leserlich und gleichmäßig erscheint und trotzdem Farbband, Walze und Papier geschont werden. Haupterfordernis bei einer guten Stenotypistin ist natürlich neben einer fehlerlosen Orthographie die Schnelligkeit, mit der fie Stenographiertes cder Diftiertes zu Papier bringen kann. Eine gute Kraft mird beim nicht zu schnellen Diftieren mit dem gesprochenen Wort Schritt halten fönnen; das Abschreiben erfordert längere Zeit, weil hierbei Kopf und Augen fortgesezt hin und her gehen müssen. Für eine perfette Stenotypistin besteht cuch nicht die Notwendigkeit, dauernd den Blick auf den Tasten zu haten, fie schreibt den größten Teil ihrer Arbeit blind", so wie etwa ein geübter Klavierspieler, ohne dauernd auf die Tasten zu ftieren, sein Etüd spielt. Das alles ist nur durch sachgemäße Unterweisung und dauerndes Ueben zu erreichen, wobei natürlich die Ausbildung während der Schulzeit durch eine längere Pragis er gänzt werden muß. Ein Unterschied ist zwischen einer Stenotypistin und einer Maschinenschreiberin zu machen und gerade die Berufsongehörigen legen den größten Wert auf diese Unterscheidung. Die Stenotypistin muß stenographieren können, während die Maschinenschreiberin lediglich für die Arbeit an der Schreibmaschine bestimmt ist. Der Unterschied macht sich natürlich auch in der Entlohnung bemerkbar. Während für eine perfette, geübte Stenotypistin, die die Kurzschrift so gut tehrrscht, daß sie mit einem, fließend gesprochenen Diktat mitſchreiben fann, immerhin annehmbare Gehälter gezahlt werden, muß sich die Maschinenschreiberin mit etwa Sem entsprechenden Gehalt einer Kontoristin begnügen. So hat sich der Beruf der mit der Maschine Schreibenden zu einem Spezialberuf im taufmännischen Gewerbe entwickelt, der ebenso wie andere Berufsarten eine besondere Eignung, besondere Ausbildung und besondere Berufsfreudigkeit verlangt. In und neben dem Beruf. Die Stellung der Stenotypistin im Kaufmannsteruf ist schon immer gegenüber ihren anderen Kollegen etwas abgesondert gewesen. Anlaß dazu war wohl die innigere Berührung mit höher gestellten Angestellten und Beamten, die bei der Aufgabe von Dif17] Die Familie Frank. Roman von Martin Andersen Nero. Die Kämpfenden walzten immer ungestümer umher und warfen Tisch und Stühle um; Madam Frank hielt ihren Feind gebeugt, so daß er beinah auf allen vieren ging; er suchte nach ihren Beinen zu haschen, und sie sprang rückwärts, um ihm auszuweichen. Er fah wohl einem winzigen wütenden Stier ähnlich, der eine lange, magere Here mit den Hörnern gepackt hatte. Bis zwischen die Zuschauer walzten sie, und diese zogen sich schleunigst nach. der Seite zurück und waren vor Eifer im Begriff, die Wände hinaufzulaufen, um nicht im Wege zu ſtehen. Dann nahm der Viehknecht einen rasenden Anlauf und stieß sie in eine Ecke, aber sie schnappte in demselben Augenblic seinen vorstürmenden Kopf zwischen ihren Beinen, riß eine Elle von der Wand herunter und hieb auf ihn los. Tju! tju!" freischte sie bei jedem Schlage. Er stöhnte unter den Schlägen und wand sich, um loszukommen, aber der Kopf steckte wie in einem Schraubstod. Er kniff sie in die Beine und versuchte, fie unter ihr fortzuziehen, aber sie hatte einen zu guten Halt in der Ede. Wenn er doch nur den Kopf so weit drehen fönnte, um sie in den Schenkeln zu beißen! Doch die Schläge regneten auf ihn herab, und er war nahe daran, das Bewußtsein zu verlieren; so fest schnürte sie feine beiden Halspulsadern zusammen. Dann raffte er sich zu einer verzweifelten Kraftanstrengung auf, stüßte beide Hände gegen seine Knie und richtete fich auf. Einen Augenblick schwebte Madam Frank horizontal in der Luft und griff mit ihren langen Armen erschrocken vor sich hin. Dann fiel sie mit einem Schrei zu Boden und blieb liegen, während der Biehfnecht fortrannte, barhäuptig und mit einer Haft, als wäre ihm der Teufel auf den Bersen. Madam Frank richtete sich mühsam auf und wollte sich wieder ans Haarschneiden machen; fie war im Gesicht weiß mie eine Ralfwand. Sie begann, die Sachen in der Schlaffammer wieder an den Blaz zu stellen, dabei wurde ihr aber übel, und sie mußte an den Spültisch wanken und sich übergeben. Darauf sank sie auf den Küchenboden hin. Dem Schlachtgetümmel folgte eine unheimliche Stille, die sich schwer auf die Kunden legte, so daß einer nach dem antaten zumeist ein von dem allgemeinen Bureaubetrieb abgesondertes Zimmer benutzen mußten, um in Ruhe orbeiten zu können Aber auch wegen des Spektakels, den die Schreibmaschinen immer noch verursachen, wurden in vielen Betrieben besondere Schreibzimmer cingerichtet. Es liegt vielleicht in der menschlichen Natur begründet, Stenotypistinnen herausgebildet hat, der zu einer Absonderung daß sich aus diesen Umständen heraus ein gewisser Dünkel bei vielen dieser Eingebildeten" führte. Die Vertreter unserer tapitalistischen Wirtschaftsweise haben sich das bald zunuze gemacht, weil sie erLehnert Donnerstag, 18. September 1924 taler Offenheit zutage treten. Dabei steilt sich dann oft heraus, daß der Umfang des Unternehmens die dauernde Beschäftigung einer Stenotypistin absolut nicht nötig macht, daß sich aber der Chef mit der gut ausgewählten Stenotypistin, die der Titel„ Privatjekretärin" erhielt, eine Geliebte verschaffen wollte, die ihn in finanzieller Hin sicht nicht so start belastete, wie etwa eine berufsmäßige Konkubine. nicht selten wird auch der Trick angewandt, durch geringes Gehalt die jungen Mädchen auf die Bahn des Casters zu treiben. Meisterhaft wird es verstanden, der Anfängerin flarzumachen, daß sie durch williges Eingewöhnen in die Eigenarten" des Herrn. Chefs große Vorteile zu erwarten habe. Nur zu spät folgt dann das Erkennen. * Leider sind diese Fälle nicht so selten, wie gemeinhin angenommen wird, zur Ehre beider Parteien muß aber gesagt werden, daß sie in der großen Menge von Angestellten und Chefs verschwinden. Die hoffentlich bald einsetzende Geſundung unserer Wirtschaft wird auch die so notwendige Bereinigung des Geschäftslebens von vielen unlauteren Elementen bringen. Der logischerweise damit verbundene Aufstieg unserer Arbeitnehmer organisationen wird dann das seine zur Aufklärung und Feftigung bedrängter und verirrter Berufsongehöriger der Stenotypistinneч tun. Herr Boelitz als Antisemit. Bor fast zwei Jahren entschied Herr Boeliz zum ersten Male, und zwor unter Verlegung der Reichsverfassung, gegen dissist dentische Lehrer, indem er ihnen das Recht versagte, an unseren öffentlichen Volksschulen Rektoren zu werden. Die Begründung lautete:" Ich kann die Verantwortung vor dem Lande nicht tragen Dissidenten zu Leiter an christlicher(!) Schulen zu machen.( Boeliz im Landtage 1922.) Jetzt reiht sich daran eine neue Willkür des Herrn Boelig, diesmal gegen jüdische Lehrer. Nach einem Erlaß des Minist. f. W., K. u. V. vom 26. Juni 1924 fönnen grundsäglich jüdische Lehrkräfte an evangelischen und fatholischen Volksschulen nicht zu Konreftoren befördert werden. Ausnahmen sind nur in besonders liegenden Fällen zu= lässig." Daß ein solcher Ausnahmefall niemals eintreten wird, dafür wird Herr Boelih schon sorgen. Als Begründung wird wieder angeführt, daß unsere öffentlichen Volksschulen christliche Schulen seien. Solange nicht durch Reichsschulgesetz die Rechte der nichtchriftlichen Minderheiten gewahrt werden, bedeutet die so oft wiederholte Betonung des angeblich) fonfessionellen Charakters unserer Volksschulen eine Vergewaltigung dieser Minderheiten. Die neueste Entscheidung" des Herrn Boelig erfordert aber noch ein paar grundsätzliche Einwendungen. " Die Konrettorenstellen sind zwar nach dem Gesetz Beförderungs-, nicht Aufrückstellen. In der Praxis fann aber jeder Lehrer, der nicht dienstlich zu erheblichen Beanstandungen Veranlaffung gegeben hat, Konreftor werden. Nur die jüdischen nicht! Ihnen wird durch den neuen Erlaß die höhere Gehaltsstufe, die aller ihren Kollegen zugänglich ist, vorenthalten. Jeder Lehrer kann, auch schon in jüngeren Jahren, den Rettor„ Leiter der ganzen Schule", wie Herr B. unnötigerweise hervorhebt vertreten. Nur ein Jude nicht, Herr Minister? Fragt man nach dem Grunde, so hört man: fannten, daß eine solche freiwillige Absonderung bequem zu einer„ Die jüdischen Lehrkräfte werden an den evangelischen und fathoabsichtlichen Trennung der Arbeitnehmergruppen ausgebaut werden lischer Volksschulen nur im Interesse des jüdischen Religionsunterfann, die dann nach dem System: Teile und herrsche zum Schaden richts angestellt und können deshalb(?) feinen Anspruch auf Bebald dieser bald jener Gruppe angewandt wurde. Diejenigen des förderung erheben." Nach dieser Logit, Herr Boelig, dürften Sie Berufs, die die Absichten der Unternehmer selbst, oder durch die erst recht keine technische Lehrerin als Konreftorin bestätigen lassen; Aufklärungsarbeit der Organisationen erkannten, waren durch den denn auch sie wird nur im Interesse des technischen Unterrichte zusammenschluß mit ihren Kollegen fester, rücgratfräftiger ge- angestellt, ja noch mehr, fie erteilt auch nur solchen Unterricht. worden. Aber viele von jenen, die den Standesdünfel auf die Jüdische Lehrer hingegen müssen in sämtlichen Lehrfächern Unter Spize trieben, die sich in Kleidung und Benehmen außerhalb ihres richt erteilen. Will Herr B. etwa nächstens den jüdischen Lehrern Kollegenfreises stellten, wurden in nicht seltenen Fällen das Opfer allen übrigen Unterricht an den Volksschulen wieder nehmen? Beihrer Vorgesehten nicht nur in materieller, sondern oft auch in moralischer Hinsicht. Die Zahl der jungen Mädchen, die als Gegründung:„ Ich fann es vor dem Lande nicht verantworten, daß jüdische Lehrer an christlichen Schulen unterrichten!" liebte des Bureauvorstehers oder des Herrn Chefs bevorzugt wurden, ist leider nicht gering. Zu ihrem geistigen Untergang gefellte sich der physische. Aber der erträumte Erfolg dieser doppelten Dienstleistung, die ersehnte höherstellung im Beruf, oder das er= wartete Avaricement zur Frau Chef blieb aus; die Verführte war und blieb nur ein williges und zuvorkommendes Objekt der sehr realen Gelüfte des Vorgesezten. Bersuchte sie gar einmal ihre_ver= meintlichen Ansprüche geltend zu machen, tam zu Hohn und Spolt noch die Kündigung und der legte Aft der Tragödie spielt dann nicht selten vor dem Forum des Kaufmannsgerichts, wo die Verschiedenartigkeit der Interessen von Unternehmer und Arbeiterin mit bruderen davonschlich. Als Madam Frank umsant, waren nur noch zwei übrig, ein Knabe und der alte Bauer. Die nahmen sich nun ihrer an, vermochten sie aber nicht wieder auf die Beine zu stellen, geschweige denn zu Bett zu bringen. Und wo steckte Meister Frank? Erst jetzt entdeďte man, daß er forf war. Ja, wo steckt er? Endlich fanden sie ihn draußen im Häuschen". Gleich bei Beginn der Schlacht hatte ihn eine heftige Diarrhöe befallen, und er mußte dorthin eilen. der Sozialdemokraten gegen diesen antisemitischen Erlaß Protest Die zentrale Schuldeputation von Berlin hat auf Antrag erhoben. Das ist nur dem Umstande zu danken, daß ausgerechnet der Vertreter des Zentrums aus Versehen Neutralität übte, zum großen Merger des Bürgerblocks. Die Kinderfreunde des Bezirks Prenzlauer Berg beginnen ihre Winterarbeit mit einem Lichtbildervortrag über das Arbeiterkind" im Schultino Dunderstr. 64 am Dienstag, den 30. Ceptember 1924, abends 8 Uhr. Referent: Dr. Mar Hodann. Der Ueberschuß soll restlos für die Anschaffung von Büchern für die Kinderlesestube Prenzlauer Berg verwendet werden der Kneipe des dicken Mads Sivertsen den Tag mit kleinen Morgenschnäpfen. Selbst die Hütejungen hatten ausnahms= weise das Bieh an die Schlinge legen dürfen und plantschten jezt barfüßig unten an dem flachen Strande umher. Bon Haus zu Haus stieg der Danebrog empor, in der heiligen Sonne der Freiheit errötend, und Todesfeglern im Hafen wehte er stolz herab und schickte in der leichten Morgenbrise flatternde kleine Grüße hinaus aufs Meer, das lächelnd dalag, blauäugig und träge wie alles übrige. In der Jütenstraße saßen Schuhmacher Madvig und seine Er sah sehr erschöpft aus, als sie ihn fanden. sieben Söhne und übten sich darin, feuchte Töne in blanke Gemeinsam brachten die drei Madam Frank, nachdem sie Messinginstrumente hinabzuspucken. Sie bildeten das Musiksie ausgezogen hatten, zu Bett. 10. Die Sonne des 5. Juni goß ihre freiheitsschwangeren Strahlen auf das Städtchen herab. Tief drinnen streckten sich die schweren Felstämme wie träge, schlafende Riesen in stahlblauem Harnisch; sie lagen da, wie sie immer gelegen hatten, gleichgültig gegen Sonnenschein und Regen, gegen Freiheit und Sklaverei. Aber unten über das weichere Ackerland hin entfalteten die Strahlen dafür so recht ihre befreienden Kräfte. Sie bewogen die trägen Eichenknospen, sich zu öffnen, fie lockten dem Bauer die zottige Müße vom Kopf, und selbst aus dem kleinsten Pferdeapfel erlösten sie Hunderte von Insekten, denen sie die goldene Freiheit schenkten obendrein mit Flügeln. Aber drinnen in der Stadt wirkten die Strahlen am allerfräftigsten. Am Alltag pflegte man sich nicht zu überanstrengen, huldigte vielmehr im allgemeinen dem Wahlspruch: Kommst du heute nicht, so kommst du morgen. Der einzige Tag, an dem etwas Emsigkeit herrschte, war der Sonntag; dann hing meist der Schlendrian der ganzen Woche über den Bewohnern, soaufagen mit dem Gewicht eines schlechten Gewissens. Aber heute gab es fein schlechtes Gewissen. Der Verfaffungstag war ein Tag, den der König gegründet hatte, damit die Arbeitenden menigstens einmal im Jahr die Freiheit fosten sollten Und siehe, das hatte einen Sinn. Die Fischer, die die ganze Woche auf Fangwetter gewartet hatten, fuhren nicht aus, obwohl sie das Wetter heute strahlend fanden; vom frühen Morgen an standen sie unten im Hafen, die Hände in den Taschen, und starrten gähnend auf die See hinaus der Freiheit zu Ehren. Die Arbeiter waren schon von der Morgenstunde an in ihrem Staat und begrüßten in forps des Städtchens, und sie sollten am Verfassungstag an der Spitze des Festzuges marschieren. Draußen im Walde hatte man vom frühen Morgen an gezimmert und gehämmert, um den Festplatz instandzusetzen. Jetzt war das Holzgerüst errichtet, und die jungen Bürgertöchter mit den apfelroten Backen und unschuldweißen Kleidern schmückten es mit Blumen und Grün. Hie und da warf die eine oder andere von ihnen einen verstohlenen langen Blick in der Richtung nach zwei ein wenig zerlumpten und schmutzigen, doch verfligt flinken Jungen hin, die drüben arbeiteten. Aber wenn eine andere von den Freun= dinnen es entdeckte, dann rümpfte das betreffende Mädchen rechtschaffen die Nase über die beiden schmußigen Straßenjungen. Und die Freundinnen folgten diesem Beispiel um auch einen Anlaß zu haben, hinzusehen. Konnten sie vielleicht etwas dafür, daß die Stadt so entsetzlich fümmerlich mit an ständiger männlicher Jugend versehen war! Die einzige, die nicht hinüberstarrte, sondern mit ruhiger Miene ihre Arbeit versah, war Bürgermeisters Gerda, obwohl man hätte annehmen sollen, daß sie sich mehr für die Jungen intereffierte als die anderen, da der eine von den beiden damals um ihret willen auf dem Rathause gezüchtigt wor den mar. Thorvald und Lars ließen sich die Anwesenheit der ,, feinen Mädchen" nicht anfechten, sondern beeilten sich mit ihrer Arbeit. Sie waren eifrig damit beschäftigt, Mads Sivertsens Zelt zu errichten und Kiefernpfähle für Tische und Bänke in die Erde zu hämmern. Wie immer waren sie in ihrem Element, menn fie arbeiteten; der Schweiß troff herab; fie pfiffen, fluch ten und racerten sich ab, wie wenn sie's bezahlt befämen. So war es denn auch, denn sie sollten jeder fünfundsiebzig Der erhalten, wofür sie alles zurechtmachen und bedienen mußten, bis das Fest in der Nacht zu Ende war.( Fortsetzung folgt.) Rostflecke gefällig? Gefahr für Kleider in den Bahnabteilen 3. Klaffe. heran, um sich von ihm bedienen zu lassen. Da er feinen Pfennig Geld mehr in der Tasche hatte, gab er als Entlohnung ein Schächtelchen mit Kotain. M. fand an der Droge derartigen GeSur Inflationszeit, als den breitesten Boltsmassen das Wasser fallen, daß er den Kunden, sobald dieser wieder auf der Bildfläche bis zum Halfe stieg, versuchte jeber, sich so zu rollen, wie es eben erschien, um Kokain bat. Allmählich stellte sich bei M. eine der ging, ohne sich allau sehr moralischen Bedenken hinzugeben. Jeder artige Rofainfucht ein, daß er von dem Gift nicht mehr mann weiß, daß damals besonders Metallteile aller Art aus öffent laffen fonnte. Nach Art der Morphinisten fälschte er Rezepte, auf lichen Anlagen entwendet wurden, um durch deren Veräußerung die hin er in verschiedenen Apotheken das heißbegehrte Gift erhielt. das nadie Leben fristen zu können. Hunger tut weh. Besonders Schließlich kam die Sache heraus, M. wurde verhaftet und gab nunbegehrt waren feinerzeit die Messingschlösser und-griffe der Stadt- mehr an, daß er in einer Apotheke in der Potsdamer Straße wiederbahnwagen, ebenso die Messingschrauben der Bantleisten der Wagen holt Kotain auf gefälschte Rezepte erhalten habe. 3. Klaffe. Der Allgemeinheit ist dadurch zweifellos erheblicher Wegen unerlaubter Abgabe von Rofain waren der Befißer der Schaden zugefügt worden. Wenn die Eisenbahnverwaltung ba Apotheke, Dr. L., und sein Gehilfe angeklagt. Der Verteidiger machte mals die fehlenden Messingschrauben durch eiserne ersetzte, so für die Angeklagten geltend, daß mangels Vorliegen der um fonnte man dieses Verhalten verstehen und billigen, da die Verwal- gefälschten Rezepte nicht festgestellt werden könne, ob die Antung unter der Not der Zeit ebenso litt wie jeder Mensch. Wenn geklagten die Fälschung auch hätten erkennen können. Der Staatsaber, so wird uns von fachkundiger Seite geschrieben, die Verwal- anwalt beantragte gegen beide Angeklagte hohe Geldstrafen. Das tung jetzt, lange nach der Markstabilisierung durch Einführung Gericht nahm aber an, daß den Apothekenbefizer keine Berant der Rentenmart, gelegentlich der turnusmäßigen allgemeinen Unterwortung treffe und verurteilte nur den Gehilfen wegen Fahrlässigkeit fuchung der Stadtbahnzüge die vorhandenen Meffing- zu 50 Mark Geldstrafe. schrauben der Sigbänte in der 3. Klasse entfernen und durch Eisenschrauben ersehen läßt, so muß hiergegen im öffent= lichen Intereffe protestiert werden. Da Eisen im Gegenfaz zum Wessing befanntlich rostet, so tann man bei der jetzt herrschenden feuchten Luft dauernd beobachten, daß die bellen Frauenkleider durch Rostflede beschädigt werden. Die dünne Lackschicht, mit der die Gizbänke bepinfelt werden, verschwindet natürlich bei starter Benuzung fehr schnell. Der Schaden, den der einzelne durch diefe Sparsamkeitsmethode" der Eisenbahnverwaltung erleidet, trifft ihn bei der jetzigen Wirtschaftslage doppelt schwer, da gegen Rostflede betanntlich nicht viel zu machen ist. Man soll nun nicht etwa denten, daß. die Gelegenheit, sich Rostflecke zu holen, nicht allzu groß ist. Jede Sikbant wird durch 176 Schrauben gehalten; jeder Wagen führt 992 folcher EisenSchrauben mit sich. Da die Stadtbahnzüge meistens 9 Wagen 3. l. führen, find 8928 Schraubenköpfe in jedem 3uge vorhanden, die nur barauf warten, ihren Roftansah loszuwerden. Die Herrschaften, die für diese Rücksichtslosigkeit dem Publikum verantwortlich wären, brauchen freilich nicht in allzu großer Sorge zu leben, ba fie alle famt mit Freifahrscheinen 2. Kl. ausgerüstet sind und auch so viel Diensteinkommen haben, daß sie nicht nur nicht hungern brauchen, sondern ihre Familie bequem in derselben Klasse mit sich nehmen fönnen. Eine fachliche Berechtigung hat die Auswechselung der Schrauben jest nicht, deshalb muß von der Verwaltung gefordert werden, biefe für die Allgemeinheit schädliche Maßnahme dadurch rückgängig zu machen, daß sofort wieder Meisingschrauben eingezogen werden. Es ist nicht angängig, auch nicht notwendig, mit der Auswechselung etwa bis zur nächſten größeren Untersuchung zu warten. Jeder taufmännisch geleitete Be trieb würde in der nächtlichen Betriebspaufe die Auswechselung in allen Stadtbahnzügen in fnapp 8 Tagen ermöglichen fönnen. Sofange das nicht geschieht, muß das Bublifum, wenn es nach Be nuzung von Bahnabteilen frische Rostflecke in seinen Kleidern bemertt, die Beschädigung möglichst unter Mitnahme von Zeugen bei dem nächsten Stationsaufsichtsbeamten feststellen und zudem bei dem zuständigen Eisenbahnbetriebsamt Schadenersatzansprüche stellen. Nachwort zu einer Denkmalsweihe. Man schreibt uns: Vor kurzem fand in Neuenhagen die Weihe des von der Gemeinde den 104 gefallenen Reuenhagenern geftiftete Denkmal sbatt. Von dem Augenblick an, zu dem befannt war, daß das Reichsbanner Schwarz Rot Gold sich an dieser Ehrung der Gefallenen beteiligen würde, fehte von feiten der jogenannten nationalen" Kreise eine befremdliche Agitation ein. Nachdem sie bis zu diesem Augenblick für die Denkmalsweihe die größten Borbereitungen getroffen hatten, hielten sie es jetzt für murden, die nationalen Kreise und die Einwohnerschaft von edmäßig, auf Zetteln, die an alle Eden in Neuenhagen angeklebt Neuenhagen aufzufordern, an der Feier nicht teilzunehmen, da bas Reichsbanner fich beteiligen wolle. Es bedarf der ganz besonderen Niedertracht rechtsftehender Kreife, um hier von einer Störung ber Denkmalsfeier zu sprechen. Die nationalen Kreife haben durch diese öffentliche platatierte Aufforderung in der Tat diese Feier geschändet. Ihnen fam es, wie man aus ihren Ergüffen ersehen kann, gar nicht darauf an, in Würde und in Achtung der Opfer des Weltfrieges zu gedenken, sondern fie fahen in dieser Dentmalslegung nur eine willkommene Gelegenheit, eine schwarzweißrote, nationa listische Propaganda zu machen. Die Art der Berichte, die in rechtsstehenden Zeitungen über die Neuenhagener Veranstaltung gebracht wurden, lassen deutlich genug die Wut der Reaktionäre erkennen, daß man sie nicht mehr wie bisher ungestört ihren Weg gehen läßt, sondern daß von vernünftiger republikanischer Seite der Verfuch gemacht wird, folche Feiern in den Rahmen zu bringen, der berartigen Beranstaltungen entspricht. Eine stürmische Bezirksversammlung. Gestern fand im Bezirksamt Kreuzberg eine Bezirksverordnetenversammlung statt, die unter anderen Tagesordnungspunkten einen Antrag der Kommunisten über die Linderung der Erwerbslosennot, zu beraten hatte. Bei ihrem Antrag, diesen Tages: ordnungspunkt an die erste Stelle zu setzen, fonnte man einwandfrei feststellen, daß eine Verbindung zwischen den bürgerlichen Parteien und der KPD. bestand. Es wurde beschlossen. an erster Stelle den Erwerbslosenantrag, an zweiter Stelle einen Antrag, dem Bürgermeister das Mißtrauen auszusprechen, und an dritter Stelle die Abbduvorschriften des Magistrats zu behandeln. Der Kommunist Gehlmann begründete den Antrag der Kommunisten. Unser Genoffe Biebtte begründete bie Abänderungsanträge der Sozialdemofratischen Partei. Als Genoffe Liedtke dabei auf die Privattätigkeit des fommunistischen Stadtverordneten Rintorf zu sprechen fam, Sprang Herr Rintorf und schlug den Genossen Liedtte. Genoffe Liedtke erhob die Wafferkaraffe zur Abwehr und verlegte den Stadtverordneten Rintorf leicht. Der Vorsitzende der Bezirkss perfammlung, Genoffe Glode, schloß unter großem Tumult darauf die Gizung. Die Straßenbahnunfälle. Das Reichsbanner in Altmark und Grenzmark. Republikanische Kundgebungen und Fahnenweihen. In Wittenberge fand am vergargenen Sonntag unter stärkster Teilnahme der gesamten republikanischen Bevölkerung eine Fahnenweihe des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold, Ortsgruppe Wittenberge, statt. Die umliegenden Ortsgruppen waren in der Stärte von zirka 1000 Mann erschienen. Ein gewaltiger Umzug nachmittags durch die Stadt hinterließ< inen nachhaltigen Eindrud. Der Oberbürgermeister von Wittenberge hielt eine Begrüßungsansprache von der Freitreppe des Rathauses. Auf dem Festplatz hielt die Weiherebe der ministerialrat Dr. ängschel. Er betonte nachdrücklichst, national fann und darf nur der sich nennen, der auf dem Boden der jeweiligen Staatsverfassung steht, und das ist die deutsche Republik. Wer von den Gegnern der Republik sich als national bezeichnen will, ist ein Lügner und Heuchler. Den Abschluß des offiziellen Teiles bildete ein gewaltiger Fackelzug, an dem sich zirka 2000 Personen beteiligten. Auch in Paulinenaue im Kreise Westhavelland fand am gleichen Tage eine Fahnenweihe der dortigen Ortsgruppe statt, die einen durchaus würdigen Verkauf nahm. = In Schneidemüht, der Hauptstadt der oftdeutschen Grenzmart, fand am Sonntag eine große republikanische Kundgebung des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold statt. Mehr als 2000 Kame= raben des Reichsbanners Schwarz Rot- Gold marschierten um die Mittagszeit, von mehreren Musikkapellen begleitet, durch eine dicht Spalier bildende Menschenmenge durch die Straßen der Stadt. Ueberaus zahlreiche schwarz rotgoldene Fahnen, mit denen die Häuser geschmückt waren, grüßten den Zug. Zug. Im Friedrichegarten fand am Nachmittag durch den Geratspräsidenten Großmann die Weihe des Banners der jungen Ortsgruppe Schneidemüh! statt. Der Oberbürgermeister von Schneidemühl begrüßte in einer kurzen Ansprache das Reichsbanner. Aus allen Reden flang das Treuegelöbnis zur Berfaffung und Republit hindurch, und es wurde versichert, auf dem vorgeschobenen Boften in der Grenzmark Wacht zu halten. Reichspräsident Ebert hat Grüße und Glüd wünsche übermittelt. Reinfall zweier Taschendiebe. Einen großen Reinfall erlebten zwei internationale Taschen. biebe, die am Mittwoch nachmittag einem Herrn aus Wanfee, der häufen sich in der legten Zeit in einer außerordentlich bedenklichen Brieftasche mit 80 Mart Inhalt gezogen" batten. Der Bestohlene Wir lesen in der Germania":„ Schwere Straßenbahnunfälle es unternommen hatte, durch die Grenadierstraße zu gehen, die wenn es heute so sehr an guten und zuverlässigen Führern zu fehlen tasche befand sich außer dem Gelde noch ein AufbewahrungsWeise. Die Zuverlässigkeit der Führer berechtigt zu großem Zweifel. machte fofort auf dem Polizeipräsidium Anzeige. In der Brieffcheint, jo liegt der Grund allein in der merkwürdigen Berfonalein für ein Fahrrad, das in Wansee aufgegeben worden politit der Straßenbahndirektion. Sie hatte, wie wir schon be richteten, seinerzeit die älteren Fahrer entfaffen und nur jüngere ein gestellt. Ersparnisgründe sollen dabei maßgebend gewesen feln. Hoffentlich sieht die Direktion nun bald ein, daß man auf diesem Wege nicht zu Ersparnissen fommt, sondern nur unnüß das Leben der Fahrgäste in Gefahr bringt." Jedes Wort biefer Kritit der Germania" ist zutreffend. Es wird Zeit, daß die Direktion der Straßenbahn gezwungen wird, ihre Sozialpolitit zu ändern. Hoffentlich entschließt sich der Aufsichtsrat der Straßenbahn endlich dazu, von seinen Rechten gegenüber der Direktion den nötigen Gebrauch zu machen.. Die neuen Bahnsteige auf Bahnhof Warschauer Straße. biebe gefunden und waren mit diesem kostbaren Objekt sofort nach war. Diesen Aufbewahrungsschein hatten aber auch die TaschenBanfee gefahren. Am selben Abend war bie Ausgabestelle jedoch schon geschlossen. Als sie am anderen Morgen um vier ihr bei der Deffnung der Stelle bas Rab abholen wollten, wurden fie bon ber schon benachrichtigten Bolizei festgenommen. Es find zwei internationale Taschendiebe, der eine ein Kaufmann Roterband, der andere ein Schauspieler Dallmann. Ihr Heimatsort ist Warschau. Jett fennen sich aber beide nicht mehr und einer will den anderen noch nie gesehen haben. Doch fannte sie der Bestohlene sofort wieber. 16 000 Goldmark Belohnung. In der Nacht zum 30. Juni 1924 erbeuteten, wie vielleicht noch erinnerlich sein dürfte, Einbrecher 112 000 Goldmart gum Schaben der Meierei Bolle. Sie waren in die Treforräume, die in der ehemaligen polnischen Kirche, oberhalb des jezigen Ninos Seriminalpolizei hatten schon einige Spuren gebracht. Auf die liegen, eingedrungen und hatten hier die Lohngelder, die in Bahn- olaisten verpackt standen, gestohlen. Die Ermittelungen der Dingfestmachung der Täter ist fest allein eine Belohnung von auf 8000 2. ausgesetzt worden. 16 000 m. geftiegen. Mitteilungen, die dazu dienen können, diesen Einbruch aufzuklären, nimmt unter Hinweis auf die obige hohe Belohnung Kriminalkommissar Bünger im Zimmer 89 im Polizeipräsidium entgegen. Alle Mitteilungen werden streng vertraulich behandelt. Zu der Glosse: Stabibabn- Grotesten" in Str. 412 unserer Beitung teilt uns die Reichsbahndirektion Berlin folgendes mit: Mit der Inbetriebnahme der neuen Bahnsteige auf Bahn hof warfauer Straße ist im Ottober dieses Jahres zu rechnen. Die Ursache der bebauerlichen 8ugberzwischen Treptow und Stralan- Rummelsburg sowie Lehrter Bahn pätungen auf ber tabtbahn find größere Bauarbeiten hof und Bellevue. An beiden Baustellen mußte aus Sicherheitsgründen die Fahrgefchwindigkeit erheblich herabgelegt werden. nfolge ber längeren Fabrzeit, die die Bilge zum Durchfahren ber Langfamfahrstreden brauchen, leidet bei der bichten 2 Minuten Bugfolge die glatte Durchführung des Betriebes, die Züge lommen fter aum Salten und erleiden hierbei die bellagten Verspätungen. Die Bauarbeiten werben mit größter Beschleunigung gefördert, öfter zum Halten und erleiden hierbei die beklagten Verspätungen. und es steht aut erwarten, baß sie im Gerbst dieses Jahres beendet sein werden. Damit entfällt die Ursache der Verspätungen. zu 6. Kreis Kreuzberg. Die Genossen und Genoffinnen, die Augen zeugen waren, wie in der öffentlichen Bersammlung am Dienstag, den 17., bei Döring, Naunynstraße, Kommunisten mit Stühlen geschlagen haben und die in der Lage sind, diese Rommunisten bei Gegenüberstellung festzustellen, wollen ihre Adresse sofort auf dem Sekretariat, Lindenstr. 3, bei dem Genossen Fischer angeben. Das Rundfunkprogramm. Donnerstag, den 18. September. Tageseinteilung. Vormittags 10 Uhr: Nachrichtendienst. Begetreten. In einer Bäckerei in der Münzstraße sollte die Uebergabekanntgabe der Kleinhandelspreise der wichtigsten Lebensmittel Der Trick des Falschmünzers. Wegen Münzverbrechens hatte sich der Händler Salli Kornblum vor dem Schöffengericht mitte zu verantworten. Kornblum hatte erfahren, daß ein Geschäftsmann 500 Dollar suche und war mit dem Angebot, dieselben zu günstigen Kursen zu beschaffen, heranerfolgen. Der Geschäftsmann ertannte aber sofort, daß es sich um falsche Dollarnoten handelte. Als Kornblum merkte, daß er der Polizei übergeben werden sollte, rückte er aus. Zwei Tage später hatte er jedoch die Dreistigkeit, selbst zum Bolizeipräsidium zu gehen und dort Anzeige zu erstatten, daß er von dem Händler um 500 Dollar geprellt worden sei. Da aber inzwischen von der anderen Seite aus ebenfalls Anzeige erstattet worden war, wurde Kornblum festgenommen und hatte sich nun vor dem Strafrichter wegen Münz verbrechens zu verantworten. Auch in der Verhandlung suchte er den Spieß umzudrehen und sich als Opfer eines Schwindlers hinzustellen. Er behauptete nämlich, daß der Händler echte Dollars er halten hätte und diese mit den falschen vertauscht habe. Das Gericht war jedoch von der Schuld des Angeklagten überzeugt und ver urteilte ihn zu vier Jahren Zuchthaus, 5 Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. Wie man zum Kokainisten wird. Das Laste des Kotainschnupfens nimmt auch in Berlin immer mehr überhand. Daß es sogar schon in Arbeiterkreisen Gingang gefunden hat, zeigte eine Berhandlung vor dem Schöffengericht mitte. Der Stiefelpuzer M., der am Anhalter Bahnhof sein Gewerbe ausübte, war auf eigenartige Weise diesem verhängnisvollen Lafter verfallen. Eines Morgens trat an feinen Stand ein junger Mann, dem man die durchschwärmte Nacht ansah, Interessante in Zentralmarkthalle. Nachm. 12.15 Uhr: Vorbörse. Nachm 12.55 Uhr: Uebermittelung des Zeitzeichens. Nachm. 1.05 Uhr: Nachrichtendienst. Nachm. 2.15 Uhr: Börsenbericht. Die Streitführer der Aerzteschaft ,, berichtigen". Streite Zu dem im„ Borwärts" Nr. 427( Ausgabe B., Nr. 214) vom 10. September veröffentlichten Artikel mit der Ueberschrift Gegen 2erichacherung der Kassenpatienten. gelder als Ehrenfold" fchidt uns die Aerztliche Vertragsgemeinschaft Groß- Berlin( Wirtschaftliche Abteilung des GroßDr. G. Ritter folgende Berichtigung":" Berliner Aerztebundes) durch den unterzeichneten Geschäftsführer 1. Es ist unzutreffend, daß in dem Spruch des Schiedsamtes beim Oberversicherungsamt Groß- Berlin Forderungen der Aerzte niedergelegt" find. Der Schiedsspruch enthält vielmehr lediglich die Entscheidung des Schiedsamtes und deren Begründung. 2. Es iſt nicht richtig, daß die Aerzte allein verlangt haben, daß die Behand lung ber Kaffenmitglieder nach Wiederherstellung des Vertragsverhältnisses nicht mehr in den Ambulatorien erfolgt. Die Krankenfaffen selber haben gegenüber dem Versicherungsamt erklärt, die Ambulatorien feien nur für die Behandlung der Familienangehörigen 4.30-6 Uhr nachm.: Unterhaltungsmusik( Berl. Funkkapelle). bestimmt. Die Aerzte verlangen aber, daß den Familienangehörigen 1. Canzonetta, Frimi. 2. Ouvertüre zu der Operette Die schöne die Inanspruchnahme jedes gewünschten Kaffenarztes frei stehen soll. Galathee", Suppé. 3. Frühlingskinder, Walzer, Waldteufel. 4. Matti- 3. Es ist nicht wahr, daß sehr viel geschäftstüchtige Aerzte" ihre nata, Leoncavallo. 5. Fantasie aus der Oper Carmen", Bizet. Patienten an die Ambulatorien überweisen. Wahr ist aber, daß 6. Serenade Italien, J. Schebek. 7. Pikante Blätter, Potpourri, ( Englisch). 7.45 Uhr abends: Vortrag des Herrn Prof. Dr. Karl Ambulatorien anzuhalten suchen und zwar im Widerspruch mit dem Komzák. 8. Fate, Byron Gay. 7 Uhr abends: Sprachunterricht tagtäglich Kassenbeamte die Versicherten zur Inanspruchnahme der Eckstein:„ Der nach dem Eulenfraß sich wieder erholende Wald". Schiedsspruch. 4. Es ist unwahr, daß die wirtschaftliche Abteilung 8.30-10 Uhr abends: Auf vielfachen Wunsch: Liebe alte Lieder der Krankenhausassistenten irgendeine Zusage auf Aufhebung der ( zweite Folge). 1. a) Ach, wie ist's möglich dann, b) Aennchen faffenärztlichen Sondersprechstellen gemacht und dieses Versprechen von Tharau, c) Gute Nacht, du mein herziges Kind( Das Wald- gebrochen hat. Bon feiten der Krankenkassen wird diese Behauptung hornquartett der Berliner Staatsoper). 2. a) Die Uhr, Loewe, b) O. lediglich aufgestellt, um die Assistenten zu sich hinüberzuziehen und laß dich halben gold'ne Stunde, Jensen, e) Frühlingszeit, Becker junge Aerzte für die Ambulatorien im Widerspruch mit dem Schieds( Max Kuttner). 3. a) Die Auswanderer, Freiligrath, b) Die alte Waschfrau, Chamisso, e) Das Gewitter. Schwab( Traute Lieb, amtssprud) crizustellen. 5. Es ist unwahr, daß die Wirtschaftliche AbRezitation). 4. a) Beim Rhein und beim Wein, Ries, b) Lieb' mich teilung aus Interesse an einem lumpigen Beitrag die Ambulatound die Welt ist mein, Hermann, c) Der Lenz, Hildach( Max riumtsärzte in ihre Gewalt zu bekommen sucht. Sie vertritt aber Kuttner). 5. a) Verlassen, verlassen bin i, b) Im Wald, c) Die die Auffassung, daß die eigenmächtige Anstellung von AmbulatoriumsKapelle( Das Waldhornquartett der Berliner Staatsoper). 6. a) Der ärzten durch die Kassen ungesetzlich ist und daß, wie das Schiedsamt Postillon, Lenau, b) Schwäbische Kunde, Uhland,( Traute Lieb, Rezitation). 7. b) Schlösser, die im Monde liegen, Lincke, b) Ball- annimint, bie Ambulatoriumsatzte den allgemeinen Bestimmungen geflüster, Meyer- Helmund, c) Zauberlied. Meyer- Helmund( Max über die Kassenärzte unterstehen. 6. Es ist unwahr, daß die Herren Kuttner). Am Steinway- Flügel: Otto Urack. Anschließend: Be- San.- Rat Dr. Sternberg, Scheyer, Ritter, Freudenthal, Hoth und kanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage. Wetter- Brejchner 15 000 M. Streifgelder" als Ehrenfold„ unter sich der dienst, Sportnachrichten. 10.30-11.30 Uhr abends: Tanzmusik. teilt" haben, ohne daß die Mitglieder offiziell etwas davon erfuhren. Feststellung: Die hygienische, das heißt die vorbeugende, desinfizierende und heilhelfende Wirkung des Odol, nicht nur auf Zähne, Mund, Mandeln, Rachen usw., sondern indirekt auch auf den den Gesamtorganismus, stellt sich nach wissenschaftlichem Urteil und nach tausendfacher praktischer Erfahrung als eine immer umfassendere und tiefere heraus. Wahr ist vielmehr: die genannten Herren hatten von Beginn des vertragslosen Zustandes ab für dessen Dauer auf die ihnen auf Grund cer Beschlüsse der Organisationsinstanzen fonft zustehenden Ent schädigungen verzichtet. Vier Wochen nach Abschluß des Abkommens com 2. April 1924 find den Borstandsmitgliedern von den dafür zu ständigen vereinigten Ausschüssen des Groß- Berliner Aerztebundes und der Wirtschaftlichen Abteilung bestimmte Eing beträge zuerfannt worden, die ihnen für die während der vier Monate gesteigerten Arbeit erlittenen Ausfälle und gemachten Aufwendungen eine Entschädigung gewähren sollten. Diese Bewilligung erfolgte in offizieller Eigung der Ausschüsse auf Antrag der Bersammlung und zwar widerspruchsies. Ebenso ist dem in festem Gehalt stehenden Gefchäftsführer mit Rücksicht auf die während des vertragslosen Zu standes geleistete Mehrarbeit eine einmalige Nachzahlung gewährt worden. Bis auf einen hat feiner der genannten Herren eine große Kaffen- und Privatpratis". Im übrigen waren die von der Aerzteschaft freiwillig aufgebrachten Mittel durchaus feine„ Streifgelder" im üblichen Sinne, die etwa nur für notleidende Aerzte bestimmt waren; sondern es sollten daraus auch die sonstigen Anforderungen und Bedürfnisse der Organisation bestritten werden." 27 Wir geben diese Berichtigung" mit einem gewissen Vergnügen wieder. Für Kenner der einschlägigen Verhältnisse bilden die in der Berichtigung" niedergelegten Darstellungen eine wünschenswerte Ergänzung unserer eigenen Mitteilungen. Am meisten intereffiert die Aerzte der Punkt 6 der Berichtigung. Tatsache bleibt, daß 15000 Goldmart an die Herren der Leitung ver teilt worden sind. Tatsache bleibt, daß die Zuwendung nur von cinem fleinen Gremium weniger Herren erfolgt ist. Tatsache bleibt, daß erst durch Veröffentlichung im Vorwärts" die Aerzteschaft und auch die sogenannten Vertrauensleute der Aerzteschaft Kenntnis von dieser Zuwendung von 15 000 Goldmart erhalten haben. Unser Artikel hat alfo feinen 3wed in vollem Umfange erfüllt, ind das genügt uns. Die in die Berichtigung" mit hineingestopften Angriffe gegen die Krantentassen verraten nur den Aerger über den Mißerfolg Des Aerztestreifs. A. Jener Brodway, zur Seit des Krieges Herausgeber bes ,, Labour Leader", spricht am Sonntag, den 21. September, als Gaft der SPD bei der Anti- Kriegstundgebung im Großen Schauspielhause und Montag, den 22. September, abends 7% Uhr, im Saale des ehemaligen Herrenhauses auf Einladung des Bundes der Kriegsdienstgegner über„ Die englische Regierung und der Frieden". Bon Fener Brockway ging in England | während des Krieges die Bewegung der Kriegsdienstverweigerer aus, von denen in der Tat 16 000 während des Krieges den Dienst mit der Waffe verweigerten. 3000, darunter Fener Brockway, büßten diese Weigerung mit Gefängnishaft, Brockway war mehr als zwei Jahre im Gefängnis. ein aus: Pillfallen am 18. September; Mohrungen, Sensburg, Rüdfehr der Ferienfinder aus Offpreußen. Die Kinder treffen Diterobe am 25. September; Lyd- Ost, Lögen am 26. September; Marienwerder, Stuhm, Friedland, Gerdauen, Röffel am 27. Sep tember, Justerburg, Gumbinnen, Goldap, Stallupönen am 28. September; Labiau, Tilsit, Fischhausen, Königsberg, Niederung, BraunsReidenburg am 1. Oftober. Die Büge treffen durchweg um 1025 11hr berg am 30. September; Lyck- West am 1. Oftober; Drtelsburg, bormittags auf dem Schlesischen Bahnhof ein. Eine Ausnahme bildet der Zug aus Lyd- West am 1. Oktober, der 919 Uhr auf dem Schlesischen Bahnhof eintrifft. # Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Die Zeichnungslisten für die Festkonzerte und Feierstunden müssen eingereicht werden. Für die 1. Feierst unde am Sonntag, den 21. September, vormittags 11 Uhr, find Einzelfarten zum Preise von 1,20 Gm. zu haben. Am 5., 12. und 26. Dflober, pünktlich 3 Uhr nachmittags, im Theater des Westens Madame Legros" von Heinrich Mann. Preis pro starte 0,90 Gm. Am Sonntag, den 19. Oftober, pünktlich 2, Uhr nachmittags, im Staatstheater Charlottenburg Tartuffe von Molière. Breis pro Karte 1 Gm. Starten für alle Veranstaltungen sind zu haben im Bureau des Bezirksbildungsausschusses Lindenstr. 3, 2. Hof II, Buchhandlung Vorwärts. Lindenstr. 2, im Bigarrengeschäft von Horsch, Engeluser 24/25( Gewerkschaftshaus), sowie bei allen Abteilungsleitern. Lindenstr. 3, Sigung des fleinen Bildungsausschusses. Montag, den 22. September, nachmittags pünktlich 5 Uhr, im Bureau, Die Belleigung des Mount Everest, des höchsten Gipfels der Erde, ist das Hauptthema der 30. Vorführung wissenschaftlicher Filme, die der Bil 8 Uhr, in der Treptower Steinivarte veranstaltet. Starten zu 60 Pf. find dungsausschuß Treptow- Baumschulenweg am Freitag, 19. September, abends an der Abendkasse zu haben. Der Pharus- Fahrtfinder von Berlin, ein Stadtplan mit besonderer Heraushebung der Verkehrsmittel, Straßenbahnlinien mit ihren Nummern, erschienen. Der Pharusplan umfaßt Berlin mit den täheren Vororten. Omnibuslinien mit ihren Nummern, ist soeben in neuer berichtigter Auflage Er ist ein vorzügliches Hilfsmittel zur Auffindung der Fahrgelegenheiten. Preis der großen Ausgabe 2 Mt., Mittelausgabe 1,25 Mr. | Hauses, Rudolf- Wilde- Plak, vom Sonntag, den 21. September bis Dienstag, den 23. September, ihre diesjährige Ausstellung von selbstgezogenen Obst, Kinder in Begleitung von Erwachsenen sind frei. Gemüse und Blumenerzeugnissen. Der Eintrittspreis beträgt nur 25 Pf. Unwetterfatastrophe in Japan. Wie aus Tokio( Japan) gemungen hervorgerufen. Etwa hundert Personen sind um meldet wird, hat ein Taifun in vielen Teilen Japans Ueberschem gekommen, In einem Orte des Distrikts Saitama werden 300 Personen vermißt. Bierzigtausend Häuser sind teilweise under Waffer. Arbeitersport. Mannschaftskämpfe im Ringen. Freitagabend 8 Uhr finden in der Turuhalle der Sportlichen Vereinigung Norden 93( Bank-, Ede Wiesenstraße) Mannschaftskämpfe in der A- Klasse statt. Von der Sportlichen Bereinigung gehen folgende Kollegen auf die Matte: M. Gabel, W. Bienst, M. Krüger, W. Gräbert, E. Patrias, F. Albrecht. Sport Klub Eiche 1900 ichidt folgende Kollegen: Buchholz, Radde, Lauterbach, Zachowski, Won wode und Krüger. Da beide Bereine ihre besten Leute auf die Matte schicken, ift guter Sport zu erwarten. Die Berliner Schwimm- Union 1913 badet ab Freitag, den 19. September, abends 7 Uhr, reserviert im Stadtbad Friedrichshain 24. Geptember, abends 27. Uhr ab, im Stadtbad Kreuzberg( alte Salle), ( kleine Halle), An der Schillingsbrücke; desgleichen vom Mittwoch, den Bärwaldstraße, reserviert mit dem Arbeiter- Sport- und Kulturkartell des Bezirks Kreuzberg. hoferstraße, ein Wasserballturnier. Freie Schwimmer Neukölln. Am Gonnabend, den 20. Geptember, veranstalten die Freien Schwimmer im Stadtbad Neukölln, GangMannschaften aller Klassen, Schüler. Wettkampf ihre Kräfte meffen. Durch die Teilnahme von Berliner Jugend, Männer A und B und Männer- Altersklasse werden im friedlichen Schwimm- Union, Neptun Weißensee, Freie Schwimmet Norden und Vorwärts Oberschöneweide sind gute Kämpfe zu erwarten. Der Eintrittspreis beträgt 50 Bf. Karten find bei Frank, Ganghoferstr. 1, und im Sporthaus Fichte", Kaiser- Friedrich- Straße, zu haben., Arbeiter- Turnerbund, 4. Bezirk. Nochmals sei an das 1. Bezirksfreffen in Stülpe bei Luckenwalde am Sonntag, den 21. September, erinnert. Fahrverbindung über Rossen bis Kummersdorf, Schönefeld oder Wünsdorf, je nach der Wandertour. Beginn in Stülpe nachmittags Uhr. Briefkasten der Redaktion. ,, Verlag." Julius Springer, Berlin W. 9, Linkstr. 28/24. Die Bereinigung der Kleingartenvereine des Schöneberger Südgeländes Welter für Berlin und Umgegend. Windig und meist bewölft mit bereine Deutschlands) veranstaltet in der Ausstellungshalle des neuen Rat- mäßig geänderter Temperatur. ( Bezirksverband Berlin- Schöneberg des Reichsverbandes der Kleingartens einzelnen Regenfällen, dazwischen vorübergehend etwas auftlarend bei Mengenabgabe vorbehalten Verkauf sowelt maliges Angebot Damen- und BadfischWintermänte aus molligen Stoffen 690 975 HERMANN Tietz Leipziger Strasse Alexanderplatz 158 Frankfurter Allee Deutscher Metallarbeiter- Verband. Achtung! Berwaltungsmitglieder! Die Sigung der mittleren Orts. Versammlung der Schlosser; verwaltung findet am Freitag, den 19. Seps für Maschinenarbeiter, Wngelernte, tember, nicht statt. Freitag, den 19. September, nachmittags 5 Uhr, im Berbandshause ( Jugendheim), Cinienste. 83/85: Versammlung allet Art, Autogenschweißer, Elefiremonteure, Eisen- und Metalldreher, Einrichter und Rundschleifer. Jugendliche u. gleichzeitig für Weibliche Sonnabend, den 20. Septbr., mittags 122 Uhr, im Berbandshause ( Parterrefaal), Cinienste. 83/85: aachm. 2 Uhr ebendorf. Freitag, den 19. September, mittags I Uhr, im Berbandshause( Barterrefaal), Linienfte. 83/85: Versammlung der Former, Kernmacher, Gießereiall. Handwerker der chemischen Industrie. Versammlung arbeiter, Schleifer, Gürtler, Drüder, Die Tagesordnung wird in der Bersammlung bekanntgegeben. der Wertzengmacher, Scharf- und Galvaniseure, Kraker, Brenner, DrahtDas Erscheinen aller Handwerker zu dieser Flächenfchleifer, Mechaniter, Opfifer sleher, adler, 3ijeleure. Graveure, Bersammlung ist dringend notwendig. und Uhrmacher. Sonnabend, den 20. September, vor( Parterrefaal), Cinienste. 83/85: Wahltörper- Berjammlungen mittags 10 2hr, im Verbandshause Gold- u. Silberarbeiter, Anfermidier, Emaillierer, Zigarettenmaschiniffen. Tagesordnung: 1. Etellungnahme zur Generalversammlung. 2. Wahl von Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Die Detsverwaltung. Delegierten. den 18. September, Versammlung der eriverbslosen Mitglieder: Donnerstag. den 18. September, vormittags 11% Uhr, im Cotal von Tornow, Michaelfirchfit 28: der Klempner, Bauanfchläget, Schmiedel Die große Qual kleiner Füße. Tipptipp machte Klementine, tipptipp auf der Schreibmaschine. Und weil sie sehr schöne Hände und allerlei Manikürgeräte hat, so ist es ein Vergnügen, ihr dabei zuzusehen. Sie hat auch sehr schöne Füße, und wenn ihr Chef in schlechter Laune und in richtiger Ahnung seine tägliche erboste Frage stellte: Welche von den Damen sitzt denn heute auf dem Adreßbuch Band 2?", so schob sie nur ihre von Stiller oder Leiser befutteralten niedlichen Füßchen spitzbabisch etwas unter dem Schreibmaschinentischchen hervor und das alte Ekel, wie sie ihn respektwidrig bei sich titulierte, versank in abgrundtiefe, gemütsberuhigende Betrachtungen. Neuerdings, seit wieder länger gearbeitet wird als 8 Stunden, sind es andere Gründe, die die kleinen Füße unruhig machen und ihrem Gesicht elnen schmerzhaften, nervösen, altmachenden Zug geben. Sie schwitzen und brennen und sie braucht täglich Paar neue Strümpfe. Eln Hühnerauge hat sich auch eingefunden. Dieses hat sich allerdings seines jungen Daseins nicht lange erfreut, denn eines Tages wurde es mit dem mit Recht so beliebten Kuklrol- Hühneraugen- Pflaster behandelt und nach 3 Tagen hat es sich ohne Schneiden und ohne Entzündung, sehmerzlos und unblutig verspurlost. Wenn Kukirol so gut ist, so wird das Kukirol- Fußbad nicht schlecht sein, sagte sich Fräulein Klementine mit ihrem dazu eingerichteten Verstande, und seitdem steckt sie jeden Abend nach Geschäftsschluß die Füßchen In das wohltuende Kukirol- Fußbad. Sie sind jetzt schon nicht mehr gerötet und angeschwollen, sondern wieder marmorweiß und schlank geworden. Die Befürchtung, daß sie o Schreck! eine größere Schuhnummer brauchen werde, ist durch das Kukirol- Fußbad hinweggeschwemint worden. Sie humpelt nicht mehr, sondern hat wieder ihren früheren graziosen Gang, und det wehleidige Zug um den Mund, die Falten zwischen den Brauen sind verschwunden. Sanitätsrat Dr. med. Campe's Kukirol- Fußbad ist für die moderne Fußpflege nötiger als alles andere, es ist die Grundlage dafür. Es verhütet Schwitzen, Brennen, Wundłaufen und die lästigen Zehenkrämpfe, kräftigt die Nerven und Selinen und ist für Alle, die viel gehen und stehen müssen, einfach unentbehrlich, denn es beugt der Ermüdung vor. Machen auch Sie sofort einen Versuch. Sie werden dann niemals mehr ohne das Kukirol- Fußbad sein wollen. Sie werden sich am ganzen Körper viel frischer und kräftiger fühlen, denn müde, schmerzende Füße verursachen eine schlaffe, müde Haltung, einen häßlichen Gang, verdrießliche, gedrückte Stimmung. Den häßlichen Geruch schwitzender Füße empfinden nicht die, die ihn an sich haben, wohl aber Andere. Fragen Sie Ihren Arzt, fragen Sie Ihre Bekannten, die es schon benutzen, was sie von der regelmäßigen Anwendung des Kukirol- Fußbades halten; sie werden Ihnen alle sagen, daß es eine Wohltat nicht nur für die Füße, sondern für den ganzen Körper ist. Verlangen Sie entschieden nur die echten Kukirol- Präparate, kenntlich an der Schutzalle alten Ladenhüter, die Ihnen etwa als auch sehr zu empfehlen" angeboten werden, energisch zurück. Sie zahlen mit dem besten Gelde Europas, mit Rentenmark, und können dafür ebensogut die beste Ware verlangen, wie im vorigen Jahre der Valutaprolet. Sind die Kukirol- Fabrikate zufällig nicht auf Lager, was bei der starken Nachfrage vorkommen kann, so soll sie der Verkäufer besorgen. Will er das nicht, dann bekommen Sie sie sicher im nächsten Geschäft. Wie neugeboren! Thre geschätzten Präparate Kukirol- Pflaster und KukirolFußbad verwendete ich vor einigen Tagen mit großem Erfolg. Vor dem Gebrauch Ihres geschätzten Präparats weren meine Füße dermaßen mit Hühneraugen und Hornhaut besät, daß ich bereits keinen Schritt mehr gehen konnte. Nach dreimaligem Gebrauch Ihres geschätzten Präparats war ich wie neu geboren und freue mich heute, daß ich dieses Uebel los wurde. Sie können stolz auf Ihr Präparat sein, und ich werde es nicht versäumen, allen meinen Kollegen und Bekannten Ihr wirklich gutes Mittel mit Freuden zu empfehlen. Josef König, München, Aeußere Wiener Straße 119, IV. Wirklich großartige Wirkung. Ihr Kukirol Fußbad hat eine wirklich großartige Wirkung gehabt. Der Schweiß ist verschwunden und die Hühneraugen sind mit Hilfe des Kukirol- Hühnerat: gen- Pflasters schnell und schmerzlos entfernt worden. Für Weiterempfehlung Ihres Kukirols werden wir besorgt sein. H.& A. Kolb, Stuttgart, Fangelsbachstraße 28 a, II. Ein Unteroffizier der Reichswehr schreibt: Mit Hilfe Ihres Präparates Kukirol- Fußbad, das ich jetzt seit einiger Zeit als einziges erfolgreiches Fußpflegemittel für meine im Weltkriege stark mitgenommenen Füße verwendete, ist es mir jetzt ein leichtes, grüßere Marsche, die ich als Infanterist bei Marschübungen zu leisten habe, ohne Brennen und Wundlaufen der Füße mitzumachen. Ich bitte nun um Uebersendung einer ausführlichen Broschüre Die richtige Fußpflege, die mir in der Eigenschaft als Korporalschaftsführer beim Unterrichten meiner Rekruten( Thema Fußpflege) wertvolle Dienste leisten könnte. Unteroffizier Schwärzel, 14. Komp. Inftr. Regt. 14, Donaueschingen. Kukirol- Fußbad Probepackung 30 Pig., Doppel- Packung 50 Pfg., 12 Doppelpackungen 5.- Mk., Kukirol- HübneraugenPilaster 75 Pig. Achten Sie beim Einkaul techt genau auf die Schutzmarke Hahnenkopf mit Fuß. Wir versenden unsere Broschüre.Die richtige Fußpflege" vollständig kostenlos und portofrei ohne jede Verbindlichkeit für Sie. Verlangen Sie diese sofort! Unsere, unter der Leitung eines alten, erfahrenen Arztes stehende Wissenschaftliche Abteilung erteilt gegen Einsendung von Rückporto kostenlos Rat und Auskunft über alle Fragen, die sich auf Fußpflege und Fußleiden beziehen. marke Hahnenkopf mit Fuß. Jede Apotheke und jede gut geführte Fachdrogérie hat sie vorrätig. Weisen Sie Rukirol- Fabrik Groß- Salze 23 bei Magdeburg. Theater Lichtfpiele ufw. Staats- Theater Opernhaus 6 U.: Ring der Nibelungen. Siegfri0d Opernhaus am Königsplatz 72 Uhr: Martha Schauspielhaus 72: König Nicolo Schiller Theater 72 Uhr: Candida Volksbühne 72: Vasantasena Deutsch. Theater 8 Uhr: Sumurun N Kammerspiele 8 Uhr. Ingeborg Theater i. d. Königgrätzer Str. Täglich 8 Uhr: Hans Sonnenstößers Höllenfahrt Komödienhaus Täglich 8 Uhr: Mein Vetter Eduard liner Theater Tägl. 7.30: Der süße Kavalier SCALA 8 Uhr: Internat. VARIETE Lessing- Theater Täglich 8 Uhr: Die große Revue: Wien gib acht! URANIA Taubenstr. 48-49 Untergrundbahnhof Kaiserhof Vom 14. bis 21. September, 7 Uhr abends am 20. u. 21. Sept., 5 Uhr nachm. u. 7 Uhr abends FILM- VORTRAG Obering. DREYER SÜDAMERIKA Brasilien 1. Akt. Bremerhaven- Nordsee- Die Inseln des ewigen Frühlings- Bordleben. 2. Akt. Die Aequatortaufe nach Seemannsbrauch. Seemannshumor. Fernando Noronha, die Verbrecherinsel. Pernambuco u, seine Ureinwohner. 3. Akt. Rio de Janeiro, die schönste Stadt der Welt, Filmaufnahmen vom Flugzeug aus. Im botanischen Garten. Das Schlangeninstitut Butantan mit 2000 Giftschlangen. 4. Akt. Das Revolutionsgebiet Santos und Sao Paulo im Film. 5. Akt. Die wirtschaftliche Bedeutung Brasiliens und Reisen im Binnenlande. Die Kolonisation von der Hütte des Ureinwohners bis zur Dorf- und Stadtgemeinde. Die Auslandsdeutschen. Vorverkauf: Theaterkasse und Wertheim Eintritt von 0.50 Mark aufwärts Kleines Th... Admiralspalast Heute 8 Uhr: Der Täglich 8 Uhr: die große Revue „ Noch und Noch 66 Teufelsadvokat Sig. 2 Verst. in erster Besatzg. Eine Casanovakomödie 34 u. 84 Uhr Deuts.Opernhaus Ueb.150Mitwirkende mit Ferdin. Bonn 71/ Uhr: Tosca Karten 2-16 Mark Kasse den ganzen Tag geöffnet Trianon- Th. Tägl. 8 Uhr: Erika Gläẞner in Residenz- Th. Intimes Th. 8 U. Lauf dech a. im. nackt herum Dir.: Fel. Meinhardt Besuch im Bett etc. Täglich 8 Uhr: Metropol- Theater Die vier ,, Sie Schlaumeier Geschl.w.Vorbereit. 99 Musik von Waller W. Goetze Sbd. 20. Sept., 7 Uhr Komödie v. Reicke Oskar Sabo, Beity Feiner, Erich Kaiser- Tietz Rudolf Lettinger Neues Theat. am Zoo Täglich 8 Uhr: Gastspiel Adolf Philipp Kart Wallauer Casino- Theater Täglich 8 Uhr: Das erstkl. bunte Progr. Zum Schluss: Premiere Komische Oper Direktion: James Klein 8 Uhr 8 Uhr Allabendlich Die gewaltigste und größte Revue aller Zeiten: Das hat die Welt noch nicht geseh'n Gastspiel Rammersänger Leo Slezak uber 250 Mitwirkende Gräfin Kariza Walhalla von Kalman Th. i. Kommand. Str. 8: Mist.Globetrotter Operette v.O.Urack Stg. 3: Mädels v. Davos. Die Reise Der Eröffn.- Schlag. Lustspielhaus Heute 7 Uhr nach Amerika Muß Liebe schön sein! zum 1. Male: Die am Rosenthaler Tor Großes internationales Varieté- Programm Anf. 7 Uhr. Mäßige Preise Grösste Spez- Fabrik Bettwasche Diese Woche enorm Belzmäntel. Wollen Sie schöne Seal- p Speisezimmer 550, Schlafzimmer 475, mäntel gut und billig kaufen, müssen Serrenzimmer 375, Küchen 90, Klubgar. Gie in den Blauen Bazar laufen, nituren, Klubsessel 68, Klubtische, Glass Kaiser- Wilhelm- Straße Nr. 16, Aleran- vitrinen, Standuhren 120 Goldmark. derplag, Gelegenheiten, Belzmäntel 150 Möbelhaus Kamerling, Rastanienallee 56. an, Belzjacken 50 an, Maulwurfschals 100 an, Silberwölfe 125, Nutriajacken, Nutriamäntel, Persianermäntel, Sportpelze, Gehpelge, Maßanfertigung, eleMusikinstrumente Nur 490.- fabrikneue Pianos, gegant, gut, billig, Zahlungserleichterung. brauchte 350.-. Boigt, Neukölln, SanMonatsgarderobe taufen Sie billig in derſtraße 30. Lowickis Leihhaus, Prinzenstraße 105; Pianos preiswert. Klaviermacher Anzüge, Baletots, Taillenmäntel, Cut- Lint, Brunnenstraße 35. aways, Sportpelze, Gehpelze, Füchse aller Art. Gelegenheitstäufe in neuer Garderobe. Teilzahlung gestattet. billiger Verkauf Brunnenraße 4. Norden 5177. in Tisch- L. Hauswäsche Unser gutes Renommé bürgt für beste Bedienung! Stubenhandfach einen Küchenhandtuch Drell roter Kante. Jacquard. HalbFahrräder Verleih DON Gesellschafts- Anzügen Freilaufräder, fabrikneu, 53 Mark, 14.-, * Torpedonaben Decken 2.50, Schläuche 0.50, Schlauchreifen 5.50, TorKredithaus, Herrengarderobe. Gummi- pedolampen 3.75, Dellaternen 1.25, Pemäntel, Ronfirmationsanzüge, Bett- bale 1.75, Damen-, Herrenrahmen. Ricwäsche, Maßverarbeitung, bequeme fenlager, staunend billig. Großhandlung, Ratenzahlung. Siefert, Charlotten- Waldemar-, Ede Pücklerstraße. burg, Goethestraße 25, Untergrundbahn Bismardstraße. Belzwaren gut und billig! Elegante Belzmäntel, Belzjaden sowie Belzwaren aller Art. Prima Qualitäten. Pelzhaus Spiger, Kommandantenstraße 27, mit 0.80 110 Küchenhandfuch einen 20 Damast prima Stubentandtuch einen 25 gaden. Stubenhandtuch ein mit bunter Kante... HalbStubenhandtuch einen 90 leinen, 50x100, GerstenDrell m.Jacquardkante Ein großer Posten 220 Tischtüchereien 575 Tischtücher u. Servietten Hausmacher 130X130 in Mako, Halbleinen und 130X160 750 Reinleinen, leicht angestaubt Servietten dazu 110 mit 20% Rabatt! pass. bringen wir In unsere Wilmersdorfer Str.37mverkauf eine reinleinen Tafelgedecke 1. 12-30 Personen mit Post. i. allerfeinst. Qualit. f. 30% Rabatt! Fachmännische zuvorkommende Bedienung! Stumpe Jäger Hauptgeschäft: Kottbuser Damm 73 ( Nähe Hermannplatzes). Filialen: Landsberger Str. 88, Dresdener Str. 33 ( 3 Min. v. Alexanderpl.)( Nähe Prinzenstr.) Charlottenburg, Wilmersdorfer Straße 37 ( 3. Haus von der Bismarckstraße). Beusselstraße 27( zwischen Turm- und Wiclefstraße). Bitte, auf unsere altrenommierte Firma zu achten Geöffnet von 9-7 Uhr 8 Uhr Thalia- Th. Verh. Junggesellen Musik von Nelson 8 Uhr: Verkäufe Teppich 2 Schrager verkauft 3 Bilder aus dem Leben des Komödie in 4 Autz Zwillings Schwester RIESEN- CIRCUS Meine Braut- biligen Breifen. Deutsch- Amerikaners im von Ludwig Fulda Große Volksoper des Westens Johannes Riemann. 8 Uhr: Neues Operett.- Haus Mignon Täglich 8 Uhr: Circus Busch Heute Donnerstag, 7/2 Uhr Gr. Gala- Première mit den größten Welt- Attraktionen u. a. KRONE VorstadttheaterSchönhauser Allee Hochb.Danzigerstr. mit Karl Valentin Lis! Karstadt Wallner Theater Tagl. 72 Uhr: Uriel Acosta Dramatisch. Theater Chausseestr. 30/31 Tel. Norden 10160/61 72 Uhr: ie letzte gr. Sport- Sensation, Gilles u. Jeanne Dia die London u. Paris monatelang in Spannung hielt: 3W Auto- Rennen in der Luft ( Mid- Air- Race) Das Tagesgespräch der Welt! Zum ersten Male i. Deutschland Mr. Alban Roberts der wahre Erfinder der Todes stranient Das Wunder der Technik. Torrero Don Manzano's Spanische Kampfstiere Diese Tiere gatten bisher als unzähmbar) sowie das übrige große auseriesene Circusprogramm bester Friedens- Qualität. Therese Renz- Klass. Hohe Schule Galina Arrigoni Europas berühmte Ohne- Sattel- Reiterin Musikalische Hippologisch. Potpourri. Pferde Musikal- Clowns Price, Guigni Bourbonell u, Schäffer: Die Urkomischen, u. Georgi. Zum Schluß: Paula Busch's gr.ManegeWasser- Schaustück Carmen, Die Zigeunerin. Regie: Paula Busch u. George Burkhardt- Foottit. Hauptrollen: Carmen: Paula Busch Die Verfasserin Don José: Henry Plen Besonders hervorzuheben: Der Orkan bricht los! Die Todesfahrt d. Postkutsche! Wolkenbrüche von ungeheurer Wucht. Gewaltige Wassermassen. Preise der Plätze 80 Pf. bis M. 9.onntag 3 Uhr: Fund Kinder. ha Für Erwachs. be Preise! von Georg Kaiser VINTERBRIEN Winstons tauch. Seelöwen u. tauch.Nymphen sowie der Sept.- Spielplan! Rauchen gestattet. Telephon: Humboldt 705 Erster europ. 3 Manegen- Circus Allabendlich 8 Uhr Sonnabend, Sonnt. auch 4 Uhr nachm. Das von keinem Circus zu überbietende Riesen- Circus- Programm ZOO 85 Sensationen in 3, Manegen zu gleicher Zeit!!! ca. 400 Tiere taglich ab 10 Utr vorm. bis abends 7 Uhr geöffnet. Konzert: 2 Kap. Raubtierfütterung 11 Uhr vorm. Vorverkauf! Wertheim u. Circuskassen Kindet nachm. halbe Preise! · Reichshallen- Theat, Abends 8 U. u. Stg. nachm. 3 Uhr Stettiner Sänger Neu: Mutter uff Reisen . Progr.! Anf. 7. Sonntags 5 Uhr Monatsanzüge, Sommerpaletots, Ge fellschaftsanzüge, forpulente Figuren, ftaunend billig. Nas, Gormannstr. 25/26, früher Muladſtraße. Marfiliusstraße 2, ant der Großen Frankfurterstraße, kaufen Sie DamenKaufgesuche Fahrräder kauft Linienftraße 19. Fahrradankauf, Freilaufräder, höchst zahlend Brückner. Gitschinerstraße 78.* Kugellager tauft Fruchtstraße 31, Keller rechts. Prismengläser, Photoapparate kauft Frank, Blücherstraße 56. Mäntel, Roftime, Roftüm Röde ganz Unterricht besonders preiswert. Spezial- Abteilung für Damen- und Herren- Gummi- Mäntel. Gegen bar und auf Teilzahlung. Bei Technische Privatschule Dr. Werner, mäßiger Anzahlung und Vorzeigung Regierungs- Baumeister, Berlin, Neaneiner Legitimation wird die Ware so- derstraße 3. fort mitgegeben. Möbel 78/ 17a technit." gänge. Maschinenbau, ElektroAbendlehrgänge. Tageslehr Maschinenbau, Elektrotechnik, TagesAbendlehrgänge, Privatschule für Ma. Todesfallhalber Mahagoni Stuben- schinenbau und Elektrotechnik Dont möbel, Bronzegastrone, Küchenschrank. Diplomingenieur Stellmacher, FriedRastanienallee 22, Lohse. 29068* richstraße 118. Semesterbeginn D Bildschöne Küchen, reizende Formen, tober. Prospekte. Lombardhaus Alte Jakobstraße 93. Möbelkredit und bar an febermann Verschiedenes Fleine Anzahlung. Gärisch, Stralauer plak 1. Schlesischer Bahnhof. Bertrauensvolle Auskunft, Verkauf erfahrene Vermietungen Windhorft Möbeltischlerei, Brunnen hygienischer Frauenartikel, ftraße 162, verkauft direkt an Brivate Hebamme a. D. Hildesheim, LothrinMöbel. Großläger in Speisezimmern, gerstraße 34/35, Rosenthalertor. Herrenzimmern, Schlafzimmern, Rüchen, Einzelmöbeln. Qualitätsarbeit. aller. billigst. Besuch unbedingt lohnend. Batentmatragen 12.-. Auflegematragen, Metallbetten, Chaiselongues. Walter. Stargarderstraße achtzehn. Möbelspeicher, Alte Schönhauserftraße 33/34, Hof links. Rahmen- Rüche, Anrichte- Rüche, Schlafzimmer, Metall. jungem Parteigenossen zum 1. Oktober betten fehr billig. gesucht. Angebote mit Preisangabe unter L. 35 an die Exped. des Borw.". Billige Schlafzimmer, Rüchen, Speisezimmer, Herrenzimmer, Einzelmöbel in altbekantner solider Tischlerarbeit direkt vom Tischlermeister Julius gegen Apelt, Adalbertstraße 6( Sochbahn Rose- Theater Bahlungserleichterung Teppiche, 2X3, Rottbusertor). Auf Wunsch Zahlungs30.- an. Brüden, Diwandeden, Bett- erleichterung. vorlagen, Läuferstoffe au fabelhaft billigen Preifen. Elsasser Straße 6, Möbel- Hasemann, Neue Schönhauser Rosenthaler Blag. Straße 1. Sonderangebot in Speise simmer, fomplett, 480, 650, 720, 950 Teppich Thomas, Oranienftraße 44. bis 3000, Herrenzimmer, komplett, 360, stoffen, Diwandeden, Tischdecken usw.. tomplett, 410, 520, 650, 750. 950 bis auf Wunsch Teilzahlung. 3200, Rüchen, komplett, 65, 85, 140, 210 bis 350. Solange der Vorrat reicht: brauch und Gewerbe. Teilzahlung. Re- tische, Lederstühle, Klubmöbel, RuheRaumann Rähmaschinen für Hausge Büfette; Schränke, Ausziehtische, SchreibSysteme. Deine Braut Central- Th. 7 Gelegenheiten in Teppichen, Läufer 440, 520, 680 bis 2400, Schlafzimmer, Alte Jakobstr. 32 Dir.: Hans Felix G'Wissenswarm 6. Bäck, Sauter- Sarto, St. Lutz Karl Etlinger, Roh. Müller, paratur- Werkstatt für alle Sonnabend 3 Uhr: ftraße 55a. Merkur 6268. Die Karlsschüler Emil Halbarth. G. m. b. S., Friedrich betten, Standuhren, Rauchtische sowie Theater am Kottbusser Tor Täglich 8 Uhr u. Sonnt. nachm. 3U. EliteSänger Fabelhaftes SeptemberProgramm! ein Posten Beleuchtungskörper, Salons, Wohnzimmer. Ständig Gelegenheits Rähmaschinen 18.- aufwärts, Ginger- fäufe in besseren Möbeln. Speichereien: rundschiff 45.-, Phönig, Schnellnäher, Lothringer Straße 24-26. Dürkopp, Adler, versenkbare, auch int- Schlafzimmer, Speisezimmer, Herrengermotore billigst. Werner, Branden- zimmer, aller. Küchen, Einzelmöbel burgstraße 4. billigst. Zahlungserleichterung. MöbelZeitungs- Verkäufer! Eine aktuelle haus 3. Wiefelberg. Frankfurterallee 67, Broschüre verkauft Ernst Kurze, GW. 19, Ede Blumenthalstraße. Kommandantenstraße 82. Zentrum 6710. Berkaufspreis 20 Pfennig. Guter Ber- 40 Prozent Breisabschlag, Speise, dienst. 144b Serren, Schlafzimmer, Rüchen, Alubgarnituren, Einzelmöbel. Teilzahlung in fleinen Raten gestattet. Möbel Bekleidungsstücke. Wäsche usw. στοῦ, Große Frankfurter Straße Nr. 141, Juvalidenstraße 5. Damenmäntel, Sommermäntel 2.95, Speisezimmer, Donegalmäntel 5.-, Tuchmäntel 6.Alpatamäntel 9.-. Covercoatmäntel Schlafzimmer; Komplett, 195 an, Herrenzimmer, Klub Nachm. halbe Pr. b. voll. Abendprogr. Parzellen in gen. 10.- timomäntel 13.- Somespun garnituren, Küchen, Einzelmöbel. Bar mühle mäntel 16.-, Modelltuchmäntel 21.- und Teilzahlung. Kleine Raten. Dönhoff- Brett Herrlich. ( Bahnst.), von 100,- Affenhautmäntel 25.-. Damenmäntel Möbel- Speicher, Große Frankfurter an. Kiehler, Berlin, Fabrit. Charlottenstraße 66 II. Straße Nr. 135. Arndtstr. 44. Monatsgarderobe in großer Auswahl, Wichtig! für jedermann. Täglich wer für jede Figur passend, von 20 Mart den verkauft: Kleiderschrank, Bertito an verkauft Leihhaus Spiegel, Chauffee- 18 Goldmart, Bettstellen, tomplett, 16, ftraße 7. Metallbettstellen mit Auflegematrazen Wir verleihen preiswert moderne 22, Flurschränke, Waschtoiletten 18, Gesellschaftsanzüge, Schnapet, Staliger. Chaiselongues 18, Rommoden 15, Bücher. Straße 128. Morikplay 6260. Nelson- Fahrräder direkt ab Fabrik nur fabrikneue Fahrräder Halbrennmaschinen 1 Jahr schriftliche Fabrikgarantie. Mk. 55.Solide Tourenmaschinen 1 Jahr schriftliche Fabrikgarantie.. Mk. 60.Nelson- Spezial- Herren- u.. Damen- Tourenräder unbedingt zuverlässig u. rassig, mit prima Freilauf u. prima Bereifung, gelbem Sattel mit vernickelter Feder und gelber Ledertasche mit Werkzeug, Handbremse und Schutzblechen, 1 Jahr schriftliche Fabrikgarantiek: 78.Seit 1. Januar 1924 über 6000 Nelson- Fahrräder und Fahrradrahmen allein in Berlin verkauft Nelson- Fahrradbau G. m. b. H. Berlin- Schöneberg, Akazienstraße 28 Fabrikgebände Verkaufszeit von 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends 4 fpinde, Schreibtische 36, Trumeaus 29, Büfetts 75, Tische 6, Rücheneinrichtung Damenmäntel, Herbstmäntel 5.95, 48, Speifezimmer, Serrenzimmer, Schlaf, Flauschmäntel 7.50, 9.50, 12.-, Done- simmer 225, Klubgarnituren, Ledergalmäntel, Tuchmäntel 11.- 16.- Klubjeffel 65. Riefenauswahl, über Affenhautmäntel 27.-, 36.-, entzüden- 500 Rimmer. Alles tatsächlich ſpott. de Estimomäntel in allen Farben fpott- billig. Stargards Möbel- und Lom billig. Werkstatt Schmechel, Gips bardipeicher, Brenzlauer Straße fechs. 4 Geschäftszeit bis 6. ftraße 15, Börsebahnhof. Leibhaus Morikplak 58a: Belamäntel Maurer Bolier m. Kol. f. selb 175.-, Pelajaden auf Seide 85.Maulwurfschals 100.- Kreuzfüchse, gebl., 12.- Weißfüchse, Gletefüchie, tänd. Arbeiten gef. Blaufüchse, Nutriamäntel. Sport Borst Gonnab., den pelze 85.-, Gehpelze 100.-. Reine 20. b. M., 6-7 nachm, Lombardware. Gominerpreise bis 50 Joachimsthal. Str.17, Brozent herabgefeßt. Auf Wunsch Teil: Seitenflüg. 1 Tr., bei zahlung. Wittenberg. # Bfandleihhans, Schönhauser Allee 115 ( Nordring). Belzwaren! Staunen Kupferstecher erregend! Kreuzfüchse! Fünfzehn! Blauwolfziegen! Dreizehn! Gilber wölfe! Herrenanzüge! Federbetten! für Tiefdrud- Walgenretouche und Schrift ftich in Kupfer gesucht. Gardinenlager. Salb umsonst.( Reine Angebote unt. B. N. V. Berfakware.) 6733 an Ala- Berlin Reife- Muster! Mäntel, Roftime, NW. 6. prachtvolle Modelle. Rüdichtslos herabgefekte Preise. Damenmäntel fabrit, Alexanderstraße 14a, an der Blumenstraße. Belzwaren, Sealmäntel, Fohlenjaden, Bideljaden, Biberettjacken, KLEINE ANZEIGEN Fitchfe, Sportpelze 60.-. Alte Schüßenstraße 7, direkt am Aleganderplag. Aler. 5818. in der Gesamtauflage des Vorwärts" sind Sealelektrik, Pelz- Jaden 125.-, Mäntel 195. Sportpelze( Gelegen besonders wirksam heit) Stüd 100.-, Belajaden( Gelegen und trotzdem heit) 75.-, elegante Seal- Elektrik- Schals ( 2 Meter lang) nur 49.- ürschnerei sehr billig! Friedrichstraße 131d, Ede Karlstraße. Tüchtige, nur selbständige Telephonmonteure für Reihenschalt- u. AutomatenAnlagen f. Deutschl. u. Ausl. ges. Telephon- Gesellschaft, G. m. b. H. Danzig, Thornscher Weg 11a Tüchtige Verkäufer für Kleiderstoffe und Baumwollwaren suchen Loebmann& Singer, Berlin- Schöneberg, Hauptstraße 113. Mietgesuche Freundlich imöbliertes Zimmer von Arbeitsmarkt Stellenangebote Perfekte KartonnagenArbeiterinnen sofort gesucht. Pa- PaBerlin- Pankow Hadlichstr. 20. Ge Lehrmädchen im Alter von 14-16 Jahren für den Verkauf sofort gesucht. Meldungen in Begleitung der Eltern oder des Vormundes in der Zeit von 10-12 Uhr vormittags oder 5-7 Uhr nachmittags in der Personalabteilung IV. St. Jandorf& Co Belle- Alliance- Str. 1-2 Tüchtige branchekundige Verkäuferin für die Abteilung Wolle.. Garne sofort gesucht Es wollen sich nur solche Damen melden, welche bereits in lebhaften Detailgeschäften tätig waren u.diesen -Artikel bis ins Kleinste beherrschen. Meldungen zwischen 12-2 Uhr mittags und 5-7 Uhr abends. Jandorf& Co Koffbuser Damm Nr. 44041.Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Donnerstag, 18. September 1924 Gegen eine Bevormundung der Gemeinden, die etwas Haniel, Harpen und Gelsenkirchen) überdies noch ein MonoSelbstverwaltung der Gemeinden wesentlich anderes iſt, wendet sich die Sozialdemokratie nach pol in der Rheinschiffahrt und im Abfaß nach werden. Wirtschaft Das Kohlenzwangssyndikat. wie vor. Innerhalb des von den Gesezen Gezogenen mögBon ärgermeister Friedrich Kleeis. lichst weit gehandhabten Rahmens sollen die Gemeinden ihre Die großen fommunalpolitischen Verbände erörtern jetzt Angelegenheiten selbst erledigen fönnen. Das gilt namentlich wieder mit besonderer Vorliebe das Thema von der Selbst von der persönlichen Verwaltung, d. h. der Berufung der Bervermeitung der Gemeinden. Selbst der deutsche Städtetag waltungsorgane und der Besetzung von Stellen, der Einrich vio es auf seiner demnächst in Hannover stattfindenden tung und Ausgestaltung eigener Unternehmungen und VerTagung als Hauptpunkt besprechen. Gesetzgebung und Veranstaltungen. Der Initiative und schöpferischen Tätigkeit waltung des Reiches und der Länder haben sich so heißt über Mindestanforderungen hinaus dürfen möglichst feine es in einer auf dem Provinzialstädtetag Sachsen- Anhalt am Fesseln angelegt werden. Wenn sich die Städtetage mit ihren 29. August in Erfurt angenommenen Entschließung bei Forderungen hierauf einstellen, muß ihnen voll zugestimmt Der Neugestaltung des Staatswesens seit dem Kriege ausschlaggebend von dem Gedanken zentraler Regelung und Bermallung leiten lassen". Die auf der Dezentralisation und auf Der Freiheit der örtlichen Verwaltung beruhende Selbstver mallung ist dadurch auf das schwerste geschädigt worden. Es wird gefordert Wiederherstellung der Selbstverwaltung als iner durch die eigene Berantwortung und durch die öffentliche Kritik von selbst in den richtigen Bahnen gehaltene Die Geschichte des Ruhrkohlenbergbaues der legten freie Berwaltung der örtlichen Angelegenheiten durch die ört- 50 Jahre ist gekennzeichnet von heftigen Kämpfen um die liche Bolksgemeinschaft, bei der die Mitwirkung der Staats- Errichtung von Kartellen und Syndikaten. Doch von all den behörden sich nicht vom Gesichtspunkt der Bevormundung, Auseinandersegungen früherer Zeiten war feine so schwierisondern lediglich von unmittelbaren Staatsinteressen bestin- ger Natur als die, deren Zeuge wir in den letzten sechs men laffen darf. Die Städte fordern insbesondere Wieder Wochen waren. Die Gründe hierfür liegen in der ökonoherstellung ihrer durch die verschiedensten Fachgeseze gemischen Struktur des heutigen Ruhrkohlenbergbaues und in felelten Bewegungsfreiheit bei Ausführung der ihnen ob- den Verhältnissen des jetzigen Kohlenmarktes. In keinem legenden Aufgaben. Dieselben Gedankengänge finden sich Industriezweige hat die Tendenz zur Zusammenballung von bereits in einer Denkschrift des Preußischen Städtetages aus Industriewerken der letzten zehn Jahre eine so tiefgehende den: Jahre 1920. In ihr heißt es, daß geradezu bewußt Wirkung hervorgerufen als im westdeutschen Kohlenbergbau; auf eine Bernichtung der Selbstverwaltung der Städte hinge nirgends ist die Konzernbildung fo weit fortge arbeitet" werde. Ueberall müsse sie um ihr Leben ringen, schritten als hier, wo die Keimzellen der großen Kondie Städte könnten sich des Eindrucks nicht erwehren, daß gerne figen. Es bedarf feiner langen Auseinandersetzung, thnen die Lust und Liebe an der Mitwirkung des Wiederauf daß eine solche Entwicklung auf die Bildung von Syndikaten baues des Landes genommen werden soll. von großem Einfluß ist. " Wenn nach den unglücklichen Jahren 1806 und 1807 Preußen und Deutschland sich in verhältnismäßig furzer Zeit aus diesem Elend emporarbeiten fonnten, so wird das in erster Linie jener Kraftquelle zugeschrieben, die in jenen schweren Tagen durch die Steinsche Städteordnung erschlossen imb von da aus auch anderen öffentlichen Körperschaften zugeführt worden ist, eben der Selbstverwaltung der GemeinSen. Eine wirkliche Selbstverwaltung, d. h. eine nur den Gefegen unterworfene und von den Weisungen einer vorgefekten Behörde unabhängigen Verwaltung der Angelegenheiten der Bürgerschaft durch freigewählte Bürger haben die preußischen Gemeinden und Ortsgemeinden niemals beseffen. Selbst die Preußische Städteordnung von 1808, deren große Bedeutung für die damalige Zeit auch wir Sozialdemokraten rüdhalilos anerkennen, fannte den Begriff der Selbstverwaltung nur dem Namen, nicht der Tat nach. In allen späteren Städte und Landgemeindeordnungen bis auf den heutigen Tag tritt das Streben zutage, dem Staat eine immer größere Machtbefugnis über die Gemeinden einzuräumen. Diese Bestrebungen haben sich auch nach 1918 fortgefeßt. So sind im Laufe eines Jahrhunderts die Ansätze zu einer kommunalen Selbstverwaltung in Preußen sehr stark eingeschränkt worden. Bei einer Erörterung der Frage muß aber unterschieden werden zwischen Einschränkungen der Selbstverwaltung, die Im Zuge der Zeit, in der Entwicklung des öffentlichen Lebens unvermeidbar liegen und Bevormundun gen, die unterlassen werden können. Man darf nicht überfehen, daß eine ganze Reihe von Maßnahmen, die eine Beeinträchtigung der Bewegungsfreiheit der Gemeinden bedeuten, aus höher zu bewertenden Gründen unerläßlich waren. Man denke z. B. an die Einführung der ReichseinkommenSteuer und andere steuerliche Vorgänge. Sie waren zur Erhaltung des Reichs unerläßlich und höher als das Wohl der Gemeinde geht das des Staates. Es liegt weiter in der allgemeinen Tendenz der Vervollkommnung der Struttur unserer Gesellschaft, daß vieles vereinheitlicht, zentralisiert und vereinfacht werden muß. Auf dem Gebiete der Sozial politit mußten den Gemeinden gewisse Einrichtungen und Leistungen zur Pflicht gemacht werden. Diese ganz in das Belieben der Gemeinden zu stellen, ging nicht an, denn bei der Rückständigkeit vieler Gemeinden wären oft solche Einrichtungen nicht geschaffen worden. Es ist deshalb underständlich, wenn die Denkschrift des Preußischen Städtetages bavon spricht, daß auch auf dem Gebiete des Arbeitsnachweis wesens, der Erwerbslosenfürsorge, des Schlichtungswesens ufw. die Selbstverwaltung um ihr Leben ringen müsse. Was vor mehr als hundert Jahren zweckmäßig und ein faft revolutionärer Fortschritt war, fann nicht in allen Teilen heute noch zweckmäßig jein. Auch das Selbstverwaltungsrecht der Gemeinden muß sich heute der Tatsache einfügen, daß eine Gemeinde sich immer mehr als dienendes Glied dem Staatsganzen einfügen muß, weil eben der gesamtstaatliche Organismus immer komplizierter geworden ist und das harmonische Funktionieren der einzelnen Teile unerläßlich ist. Bor etwa tausend Jahren war jede Stadt so selbständig", daß sie ein kleiner Staat mit Ringmauern, verschlossenen Toren und eigenem Militär für sich war. Kein Mensch wird diesen Zustand zurückfordern, weil er längst überholt ist. Heute ist das Losungswort für den Wiederaufbau Deutschlands nicht einfach nur die Selbstverwaltung der Gemeinden, fondern: uneingeschräntteste und freieste Demo fratie. Wenn beispielsweise bisher die Sozialdemokratie zu den lebhaftesten Berfechtern der Selbstverwaltung der Gemeinden gehörte, so deshalb, weil sie den demokratischer organisierten Gemeindevertretungen und Gemeindeverwaltungen feine Fesseln durch die weif reaktionärere staatliche Bureautratie anlegen lassen wollte. Heute sind die Dinge in vielfacher Beziehung anders geworden. Galt es früher, Gemeinden vor rückschrittlichen Eingriffen des Staates zu schüßen, so fönnen heute umgekehrt manche Gemeindeverwaltungen einen Schutz beim Staate finden. Welche Buntfchedigteit herrschte früher auf dem Gebiet des Gemeindeverfassungswesens. Uebereinstimmend war nur einigermaßen das Bestreben, die Herrschaft in den Kommunen einer Hand voll Besitzender auszuliefern. Wie vielgestaltig war das Steuerwesen, die öffentliche Fürsorge usw. Hier eine zielbewußte Einheitlichkeit herbeizuführen zum Wohle der Gesamtheit war und ist eine Unerläßlichkeit. Es liegt aber im Wefen einer solchen Bereinheitlichung, deren Aufgabe vor allem Beseitigung von Rückständigkeit ist, daß auch die Autonomie dadurch bis zu einem gewiffen Grade eingeschränkt wird, 1 un= Süddeutschland, Desterreich, Italien und der Schweiz. An diesen günstigen Positionen wollen auch andere partizipieren. Hand in Hand mit den Zechenhandelsgesellschaften gingen die Kohlengroßhändler. Then hatte das Syndikat fast vollständig die Selbständigkeit genommen. Es ist begreiflich, daß der Kohlenhandel den Zeitpunkt für gefommen erachtet, wie der ins Geschäft zu fommen. Das am 13. September zustandegekommene Kompromiß hat die straffe Abfahorganifation des Syndicats etwas eingeschränkt. In sogenannten bestrittenen Gebieten, zu denen u. a. der Abfah nach Holland, Berlin, Hamburg und Bremen gehört, können die 3echenhandelsgesellschaffen neben denen des Syndikats ihre Verkaufstätigteit ausüben. Da das Kohlenabsaßgebiete von großer Bedeutung sind, wurde das Handelsmonopol des Syndikats, wenn auch nur wesentlich, durchbrochen. Bezüglich des Kohlentontors erhielten die am Rhein gelegenen Bechen( Thyssen, Rheinftahl usw.) Konzessionen in der Verschiffung wirtschaftsgesetzes auf dem Berordnungswege den 3wone Der Reichswirtschaftsminister hat auf Grund des Kohlenwirtschaftsgefeßes auf dem Verordnungswege den Zwone beitritt der außenstehenden Zechen verfügt, so daß das Syn bitat auf der Grundlage der Verhandlungen vom 13. September als gebildet zu betrachten ist. Festzuhalten ist, daß die gegenwärtige Form des Syndikats in wesentlichen Teilen keineswegs den Bestimmungen des Kohlenwirtschaftsgesetzes entspricht und namentlich die Forderungen der Arbeiter im Reichskohlenrat in vieler Hinsicht außer acht läßt. gelingt, diese Mängel im Reichskohlenrat in späteren BerEinfluß der Arbeiterschaft dürfte dazu nicht hinreichen. Die Kon- handlungen auszugleichen, wagen wir zu bezweifeln. Der Einfluß der Arbeiterschaft dürfte dazu nicht hinreichen. Die fyndikatähnliche Zusammenfassung einer der wichtigsten Infyndikatähnliche Zusammenfassung einer der wichtigsten Industrie ist wiederum, wenn auch etwas durchlöchert, zur Tatfache geworden. Obwohl wir den Einfluß der Bergarbeiter geschmälert wissen möchten, fo läßt sich auf der anderen Seite auf die Kohlenwirtschaft und somit der Syndikatsbildung nicht geschmälert wissen möchten, fo läßt sich auf der anderen Seite nicht bestreiten, daß der Allgemeinwirtschaft eine gewiffe konturrenz im Kohlenhandel und der Produktion erträglicher erscheint, als ein Syndikat mit monopolistischem Charakter. Die Zukunft wird lehren, ob die Regierung in Gemeinschaft mit dem Reichsfohlenrat in der Lage ist, die Macht des syndizierten Ruhrfohlenbergbaues zu kompensieren. Doch nicht nur die eigentlichen Konzerne der Montanindustrie haben sich auf Kosten der unabhängigen jogenannten reinen Bechen ausgedehnt, sondern auch solche anderer Industrien. So ist z. B. der große Komplex um die Zeche Graf Bismard" in den Händen der Deutschen Erdöl- Attien gesellschaft. Welches Interesse hat eine solche Gesellschaft an dem Zustandekommen eines Verfaufs- und Verteilungssyndifats, da sie die hochwertige Kohle dieser Zeche zur Gewinnung von Delen und anderen Nebenprodukten erwarb und den Rest bei ihren Konzerngesellschaften oder der ihr nahestehenden bequem unterzubringen vermag? Dasselbe ist bei dem Anilinkonzern der Fall, der die Zeche ,, Auguste Viktoria" fontrolliert und neuerdings ein gewichtiges Paket von Rheinstahl erwarb. Ferner muß beachtet werden, daß die lleberfremdung der Bechen in den letzten Jahren beträchtliche Fort schritte gemacht hat. Die Zechen Dahlbusch", Friedrich Heinrich", de Wendel"," Rombach", Mont Cenis" und andere sind im Besize von französisch- luxemburgischen Hüttenwerken. Diese widersehen sich naturgemäß der Bildung eines Synditats, da sie ihre Produkte vor allem felbft gebrauchen wollen. Ferner ist Becker- Kohle und Herbede" durch die bekannte Transaltion unter schweizerische Kontrolle gelangt. Beim Phönig“ und Rheinstahl" ist holländisches Kapital tonangebend beteiligt. Es dürfte klar sein, daß eine solche Entwicklung jedes ein= heitliche Intereffe vollständig illusorisch zu machen in der Lage ist. 11 " Neben diesen Tatsachen, die bei der Beurteilung der Frage im Auge behalten werden müssen, ging der Streit in der Hauptsache um die zukünftigen Rechte der 3e ch enhandelsgesellschaften. Auch hier spielen die veränderten Besigverhältnisse eine große Rolle. Die Kon zerne entwickelten sich horizontal und vertikal, daneben tamen auch andelsgesellschaften, Export und Im= portunternehmungen unter deren Kontrolle. Man erinnere sich nur der großen Kohlenvertriebsorganisation, die Stinnes während des Ruhrkampfes zum Absah der englischen Rohle ins Leben rief. Soll er diese Handelsgesellschaften aus Liebe zum Syndikatsgedanken unrentabel verkommen lassen? Eine ähnliche Ausdehnung nahmen andere Konzerne der Montanindustrie. Diese Großfonzerne mit eigenen Handelsgesellschaften widersehen sich dem Bestreben, ein monopoliftisches Gebilde ähnlich dem früheren Syndikat wiederum in Kraft zu setzen. Was das alte Syndikat an Macht in seiner Hand vereinigte, fann hier nur angedeutet werden. Es war gleich mächtig in der Kontrolle der Produktion, im Absah und der Verteilung nach dem In- und Ausland. Der Kohlenhandel wurde souverän beherrscht. Im Kohlenkontor hatte das Syndikat mit einigen Großproduzenten( Stinnes, Preisnotierungen für Nahrungsmittel. Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels je Gerstengraupen, lose.. 17.00- 24,50 Röstgetreide, lose Gerstengrütze, lose... Haferflocken, lose Hafergrütze, lose. Roggenmehl 0/1..... Hartgrieß 70% Weizenmehl Weizengrieß Weizen- Auszugmehl Speiseerbsen, Viktoria Speiseerbsen. kleine Bohnen, weiße, erl Linsen, mittel Zentner frei Haus Berlin. 18.50-20,00 65,00-75,00 86,00-100,00 16,50- 17,50 Kakao, fettarm 18,00-21,00 Kakao, leicht entölt 19,00-21.50 Tee, Souchon, gepackt. 320,00-400,00 15,00-17,75 Tee, indischer, gepackt. 400,00-470,00 19,00-22,75| Inlandszucker basis mel. 38,50- 39,50 23,09-26,50 Inlandszucker Raffinade 40,40-42,00 17,00-19,75 Zucker Würfel....... 44,00-47,50 19,00 25,50 Kunsthonig 30,90-39,00 17,50-22,75 Zuckersirup hell in Eim. 40,00-4,00 12,00 16,00 Speisesirup dunk. in Eim. 27,00- 31,00 20,00-24,00 Marmelade Einfr. Erdb. 90,00- 95,00 35,00-40,00 30,00- 36,00 3,10- 3,70 4.00- 4,70 83,50- 81,50 84,50- 86,00 80,50-82,00 81,50-82,50 Langbohnen, handveries. 27.00 30,50 Marmelade Vierfrucht Linsen, kleine.... Linsen, große Kartoffelmehl Makkaronimehi Schnittnudein, lose. Rangoon Reis Tafelreis, glasiert, Patna 20,00-29,50 Pflaumenmus in Eimern 31,00-37,50 Steinsalz, lose....... 39,00-46,00 Siedesalz. lose 18,75 20,50 Bratenschmalz in Tierces 37,00-43,00 Bratenschmalz in Kübeln 38,00 Purelard in Tierces 20,00-23,50 Purelard in Kisten 15,50-16,50 Speisetalg in Packung 18,00-18,50 Speisetalg in Kübeln Makkaroni. Bruchreis Tafelreis, Java. Ringäpfel, amerik. Getr. Pilaumen 90/100.. Pflaumen, entsteint Cal. Pflaumen 40/50 Rosinen in Kisten, Candia Sultaninen Caraburnu.. Mandeln, süße Bari 65,00-66,00 23,25-31,00 Margarine, Handelsm. I 66,00 30,00-37,50 desgl. II 60,00-63,00 85,00-90,00 Margarine, Spezialm. 1.. 80,00-34,00 40,00-43,00 desgl. II. 69,00-71,00 50,00-55,00 Margarine III 60,00 65,00 Molkereibutter i. Pässern 202,00-206,00 65,00-70,00 Molkereibutter in Pack. 209,00-211,00 80,00-90,00| Landbutter 70,00-75,00 Auslandbutter in Fässern 208,00-212,0 180,00-185,00 Corned beef 12/6 lbs p. K. 34,75-37.00 Mandeln, bittere Bari 170,00-175,00 Ausi Speck, geräuchert 9,00-101,00 Zimt( Cassia) 106.00-115,00 Quadratkäse 35,00-50,00 Kümmel, holländischer. 55,00-65,00 Tilsiter Käse, vollfett.. 100,00-120,00 Schwarzer Pfeffer Singap. 108,00-115,00 Bayr. Emmenthaler 160,00-170,00 Weißer Pfeffer 150,00-155,00 Echter Emmenthaler 170,09-190,00 Rohkaffee Brasil 185,00-215,00 Ausl. ungezuck.Condensmilch 48/16 Rohkaffee Zentralamerika230,00-285,00 Röstkaffee Brasil... 240,00-290,00 Inländische desgl. 48/12 Röstkaffee Zentralam... 300,00-375,00 Inl. gez. Condensm. 48/14 20,50-23,25 16,50- 17,50 26,00-26,50 Die Teuerungswelle. Ob es Steigende Preise für Inlandswaren und Lebensmittel. indersiffer ces Statistischen Reichsamis hat gegenüber dem Stand Die auf den Slichtag des 16. September berechnete Großhandelsvom 9. September( 124,7) im wesentlichen unter Einfluß der weiter gestiegenen Getreidepreise um 3,1 v. H. auf 128,6 angezogen. Von den Hauptgruppen haben sich Lebensmittel von 107,1 auf 115,0 oder um 7,4 Proz. erhöht. Die Indu strieftoffe gingen von 138,9 auf 138,4 oder um 0,4 Proz. zurüd. Die Gruppe Kohle und Eisen blieb mit 129,4 unverändert. Die alandswaren 30gen von 118,2 auf 123,0 oder um 4,1 Proz. an, während die Einfuhrwaren von 157,4 auf 156,5 oder um 0,6 Proz. nachgaben. Weitere Steigerung cuf dem Getreidemarkt. Am Mittwoch zogen die Preise für Weizen und Roggen abermals um 3 bzw. 4 M. an, und zwar wurde Weizen mit 228 bis 236 und Roggen mit 205 bis 209 M. notiert. Weizenmehl steigerte sich auf 32,25 bis 35 M. und Roggenmehl auf 29,75 bis 32 M. Das Angebot war äußerst knapp, so daß der Bedarf der Mühlen nicht befriedigt werden konnte. Zoll und Preisdiktatur. Die Frage der elfäffischen Einfuhr. Wir haben seit Monaten den Gedanken vertreten, durch vermehrte billige Wareneinfuhr aus dem Ausland das Preismonopol der Kartelle usw. zu brechen und so die Sanierung der Wirtschaft zu erzwingen. In letzter Beit wird in diesem Zusammenhang die Einfuhr elfäffischer Textilien heftig crörtert, gegen die fich bekanntlich der Industrie- und Handelstag" erklärt hat. Zu diesem Thema schreibt nun die„ Dertsche Konfettion" in einem Artitel„ Elsaßwaren gegen Kartelldiftatur" u. a. folgendes: ,, Mit welcher Rücksichtslosigkeit die Fabrikanten jetzt noch gegen ihre Abnehmer vorgehen, dürfte allen Abnehmern befannt sein. 28ie der Zustand aussehen würde, wenn die Baumwoll und die Gera- Greizer Fabrikanten ihre Monopclstellung, die sie( eben durch die Abschließung der ausländischen Ronkurrenzware vom deutschen Markt. Red.) nach 1925 hätten, vollständig ausnutzen würden, davon kann man sich heute schon ein Bild machen. Wenn in der Textilenquete die Sachverständigen, Fabrikanten und Syndizi unter Eid vernommen und deren Angaben durch die Bücher von wirklichen Fachleuten nachgeprüft worden wären, so wäre auch ein anderes Resultat gezeitigt morten; man hätte gesehen, daß die Preise wesentlich zu hoch ge= wesen sind und hätte die Schuldigen schon gefunden. Die Kartelle, Ronventionen und Synd fate, die in Friedenszeiten fast nur für Kohle und Eisen, also Rohprodukte, vorhanden gewefen sind, wo fie vielleicht eine Berechtigung hatten, müssen wieder verschwinden. Was sind sie denn alle, diese Syndikate anders als die seinerzeit abgeschafften Innungen. Der deutsche Handel wird die Kr se, in der er sich augenblicklich befindet, überwinden, wenn er zu angemessenen Breifen die beste Ware da, wo sie am porteilhaftesten in der Welt zu haben ist, einkaufen und so wieder durch wohlfeile Qualitätswaren die Stellung im Auslande erringen tann, die er früher gehabt hat." Die Deutsche Konfektion" berührt den tatsächlich bestehenden Plan, durch möglichst hohen 3oll usw. ein deutsches Inlandspreis monopol zu ermöglichen, um so den Dumping und Berlustpreis im Ausland für deutsche Ware ausgleichen zu können. Wenn wir uns nun audy nicht restlos mit den Ausführungen identifizieren tönnen, sehen wir allerDings in der Wiederherstellung der freien Konkurrenz, besonders gegenüber dem Ausland, das beste Mittel, Wirtschaft und Preis bei uns zu normalisieren. Allerdings müssen mittel ge. funden werden, daß der Vorteil des billigeren Einaufs sich nicht verliert, ehe die Ware en den Konsumenten fommt. Von der erhöhten Einfuhr von elsässischen Textilien in den letzten Monaten hat der Verbraucher faum Borteile in Form von Preisbruck zu sehen bekommen, was die„ Deutsche Konfet. tion" ja bestätigen fönnen wird. Interessant ist auch das Urteil von Fachleuten über die Tertil. enquete, auf das wir gebührend verweisen. Keine Sonnabendbörse. Der Börsenvorstand bat die Beschlußfassung über den Antrag, im Winterhalbjahr 1924/25 auch an Sonnabenden Versammlungen der Wertpapierbörse abzuhalten, vertagt, bis die Umstellung der Unternehmungen auf Goldmark hinreichend durchgeführt sein wird. Das Salzsyndifat vertagt. Die Verhandlungen über die Bildung eines Eteinialzsyndikais sind ergebnislos verlaufen und wurden auf den 2. Oktober vertagt. Borbereitungen der Reichsbank. WTB.: Die Reichsbank beruft eine Generalversammlung ihrer Anteilseigner auf den 4. Oktober d. I. ein zur Beschlußfassung über die aus dem neuen Bankgesetz sich ergebende Neuordnung. Die Einberufung ist erfolgt aus dem Bestreben der Reichsregierung, die im Londoner Protokoll vorgesehenen provisorischen Fristen ihrerseits nach Möglichkeit einzuhalten, während andererseits die Rechsbank an die fazungsmäßige Einladungsfrist gebunden ist. Sollten die Verhandlungen über die 800 Millionen Goldmarfanleihe bis zum 4 Oktober nicht zum Abschluß gelangen, so wird eine Vertagung der Generalversammlung eintreten. Sinfende Baumwollpreise auf der Stuttgarter Börse. Auf der Stuttgarter Industrie- und Handelsbörse erfolgte laut ,, Konfektionär" eine weitere außerordentlich erhebliche Preissenkung für Baumwollwaren. Die Notierung der Baumwollgarne ging um 7 bis 8 Dollarcent per Kilo und für Baumwollgewebe um ½ bis Dollarcent per Meter zurück. In den Verkaufsbedingungen erfolgte dahin eine wichtige Aenderung, daß nicht mehr wie bisher die Zahlungen sofort bei Erhalt der Rechnungen zu erfolgen haben, sondern vielmehr 30 Tage ab Rechnungsdatum. Breußen und das Agrarkreditinstitut. Der veröffentlichte Entwurf zur Errichtung eines Agrarkreditinstituts hat in der Deffentlichkeit herbe Kritt erfahren, besonders ist er bei den Länderregierungen auf Widerspruch gestoßen. Der Sozialdemokratische Parlamentsdienst" tann über Are Stellungnahme Preußens, des größten Landes, folgendes berichten: BL Preußen fordert als Voraussetzung für eine zentrale Bantanstalt ein reibungsloses Zusammenarbeiten der neuen Anstalt mit den bestehenden Kreditorganisationen, ferner eine Gewähr für gleichmäßige Bersorgung aller Kreise der Landwirtschaft mit Kredit und schließlich Sicherstellung des Einflusses der Länder auf die Aufsicht über die Geschäftsführung der Anstalt. Deshalb hält Preußen es für notwendig, daß der geplanten Kreditanstalt ganz klar der Charakter einer öffentlich- rechtlichen Anstalt gegeben wird. In diesem Punkt bringt aber der Gefchentwurf feine Klarhet. So ist z. B. aus ihm nicht zu entnehmen. ob es sich bei der Anstalt um ein Gebilde des öffentlichen Rechts handelt. Eine Reihe von Bestimmungen lassen befürchten, daß die neue Bant nicht als eine Anstalt, sondern als eine Acrporation geschaffen wird, als deren Mitglieder die Eigentümer der durch die Rentenbankgrundschuld belasteten Grundstücke gedacht sind. Eine solche Umstellung lehnt Preußen ab. Die bis jetzt fehlende Sagung der Kreditanstalt soll vom Aufsichtsrat der deutschen Rentenbank aufgestellt und von der Reichsregierung genehmigt werden. Die Sagung wird aber Bestimmungen enthalten, die für das Zusammenarbeiten der Agrarbant mit den Kreditinstituten der Länder entscheidend sind. Preußen fordert deshalb, daß die Sagung nicht ohne Zustimmung der Länder erlassen und daß ihnen schon bei der Aufstellung ein entscheidender Einfluß zugestanden wird. Weiter hält Preußen es für unbedingt nötig, daß die Länder mindestens dieselbe Zahl von Mitgliedern im Verwaltungsrat bekommen wie die landwirtschaftlichen Organisationen, und daß sie einen besonderen Einfluß auf die Bestellung des Vorsitzenden haben. Preußen fordert für sich mindestens drei Gize im Verwaltungsrat. Zwei weitere Vertreter werden auf die übrigen Länder entfallen. Den landwirtschaftlichen Organisationen fönnen alsdann nur höchstens fünf Size zugestanden werden. Weiter verlangt es für die Länder maßgebenden Einfluß bei dem Erlaß der notwendigen Verwaltungs- und Rechtsvorschriften. Der Standpunkt Preußens ist vom preußischen Landwirtschaftsministerium formuliert und vom Staatsministerium gebilligt worden. Jollregetung im besetzten Gebiet. Das Reichsverkehrsministerium teilt mit: Am 21. September treten im belegten Gebiete die deutschen Zollgeseze wieder in Kraft. Damit fallen auch die Annahmebeschränkungen für den Güterverkehr nach und vom Auslande weg. Die Bestimmungen für den Güterverkehr mit Stationen im Regiebetrieb werden hierbei, abgesehen von den im amilichen„ Tarif- und Verkehrsanzeiger" ( Berlin, Springer) enthaltenen Aenderungen, nicht berührt und sind auch weiterhin zu beachten. Der Eisenmarkt wartet ab. Die„ Metall- und Rohstoff- Gesellschaft" teilt über den deutschen Metallmarkt und die Auswirkungen der Verbilligungsaltion u. a. folgendes mit:„ Die bevorstehenden wirtschaftlichen Maßnahmen zur Verbilligung der Produktion, vor allem Frachten- und Kohlenermäßigung, trugen dazu bei, die Stimmung freundlich zu gestalten, ohne daß es, wie erwähnt, zu größeren Umsäßen oder dies fursmäßig zum Ausdruck fam, da die Industrie wohl erst nach Aus der Partei. Wiederherstellung der Bodenjee- Internationale. Vor dem Kriege bestand unter den Parteiorganisationen der Sozialdemokratischen Partei aller fünf Länder, die an den Bodensee angrenzen, eine Vereinigung, die unter dem Namen Bodensee= Internationale die Parteien zu gemeinsamer Arbeit für mächtigen Kundgebungen für das arbeitende Bolt, die abwechslungsden Sozialismus zusammenschloß. Die großen Tagungen und weise in den einzelnen Ländern stattfanden die letzte vor dem Kriege über in Bregenz mit einer Teilnehmerzahl von 20 000 Genoffen aus allen Ländern werden noch in Erinnerung geblieben sein. = Durch die Erleichterung im Grenzrerkehr fand nun Ende Auguft eine Besprechung in Rorschach statt, zu dem Zwecke, diese Internationale wieder ins Leben zu rufen. Genosse Stadtrat Schönmann- Rorschach, der die Anregung zu dieser Tagung gegeben hatte, fonnte die Sizung mit dem erfreulichen Ergebnis eröffnen, daß sich 20 Delegierte aus den Organisationen der verschiedenen Länder eingefunden hatten. Die Genoſſen SchönmannRorschach und Dipl.- Ing. Groll- Lindau begründeten in treffenden Ausführungen, warum es wünschenswert erscheine, die alten internationalen Beziehungen unter der Arbeiterschaft wieder aufleben zu lassen. Die gegebene Anregung fand einstimmige Annahme und reudigen Widerhall. Als ceschäftsführender Vorort wurde Lindau gewählt. Genosse Dipl.- Ing. Groli gab als Vorsitzender der Partei in Lindau bekannt, wie er sich die Geschäftsführung und die Arbeit der Organisation vorstelle. Er wies darauf hin, daß die Internationale schon deshalb leichter fruchtbare Arbeit leisten könne, weil in allen fünf Ländern die gleiche Sprache gesprochen werde. Es sei sicher von großem Nuken für die politische Parteibewegung, wenn die Genossen die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse anderer Länder fennenlernen. So fei z. B. die Frege des Londoner Abkommens nicht nur, für die deutsche Arbeiterschaft von großer Wichtigkeit, sondern es sei eine bedeutende internationale Frage für die gesamte Arbeiterschaft. Zweck der Organisation müsse also fein, sich gegenseitig im politischen Leben zu schulen und auszufprechen. Deshalb solle die Bodenjec Internationale bei allen wid) tigen Fragen der Arbeiterschaft im politischen und wirtschaftlichen Leben zusammenkommen, und zwar abwechslungsweise in den größeren Städten der fünf Bodenseeuferstaaten. An diese Konferenzen sollen fich jeweils größere Aufklärungsversammlungen an= schließen. Die Vorschläge fanden allgemeine Zustimmung. Der Vorsitzende Stadtrat Schönmann schloß unter dem Danke an alle Delegierten, die mithalfen, die Bodensee- Internationale wieder ins Leben zu rufen, die schöne Tagung und sprach den Wunsch aus, sie möge fich bald des gleichen frischen Geistes erfreuen wie vor dem Kriege. Parteijubiläum. Der Ortsverein Osnabrück fann in diesem Jahre( 1924) auf sein 50jähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlaß soll im November eine würdige Gedenkfeier stattfinden. Da die Parteigefchichte vom Ortsverein Osnabrück in einer Gedenkschrift niedergelegt werden soll, werden diejenigen Genossinnen und Genossen, welche in den früheren Jahren in der Arbeiterbewegung in Osnabrück tätig waren und in der Lage sind, zu der Gedenkschrift aus den Jahren 1874-1890 mit Material zu dienen, gebeten, dies dem Parteisekretariat Osnabrück, Kollegienwall 14, mitzuteilen. Die„ Kommunalen Blätter für Groß- Berlin" enthalten in der Septembernummer folgende Beiträge:" Kommunale Jugendwohlfahrt in Berlin" von Walter Friedländer.„ Eine dringende Notwendigkeit" von Frih Thurm,„ Sollen wir aufwerten?" von Ernst Reuter,„ Die Müllbeseitigung und verwertung in Berlin" von Hugo Po e fch, Partei- und Kommunalpolitik". Alle in der Berliner fommunalen Politik amtlich und ehrenamtlich tätigen Genossen werden dringend gebeten, für eine sorgfältige Verbreitung der Blätter einzutreten. Sie können auch durch die Post be= stellt werden. Vom Oktober ab wird es möglich sein, den Umfang auf 8 Seiten zu erhöhen. Jungfozialisten. Gruppe Nordoften: 7% Uhr Danziger Str, 23, Aussprache. abend: Sozialdemokratie und Staat". Leitung: Genosse Lösche. Morgen, Freitag, den 19. September: 75. Abt. Wannsee. 7½ Uhr im Reid'sadler, Rönigstr. 26, Mitgliederverfammlung. Vortrag des Cenoffen Otto Meier, M. d. 2.: Die politische Situation und die Partei". 101. Abt. Treptow und 162. Abt. Baumschulenweg. Bildungsausschuß: 8 Uhr 30. Borführung wissenschaftlicher Filme in der Treptower Sternwarte. Die Besteigung des Mount Everest" und Im Schatten der Eiche"( Natur film). Karten zu 60 Pf. an der Kasse. Jugendveranstaltungen. Achtung, Abteilungsvorfikende! Am Sonnabend, den 20. Geptember, abends 7 Uhr, Funktionär konferenz im Sophien- Realgymnasium, Steinstroke 29-34. Ohne Ausweis und Mitgliedsbuch kein Zutritt. Morgen, Freitag, den 19. Eeptember, abends von 5-7 Uhr, im Jugendfekretariat, Ausgabe der Antifricasnummer der Arbeiter- Jugend" und der Karten für die Feierstunde der SAJ. Achtung, Abteilungskassierer! Die Abrechnung der Beitragsmarken muß morgen, Freitag, von 5-7 Uhr. vorgenommen werden. Rarten zur Proletarischen Feierstunde am Sonntag, den 21. d. M., sind noch in beschränkter Anzahl zum ermäßigten Preise im Jugendsekretariat zu haben. Heute, Donnerstag, den 18. September, abends 7½ Uhr: Rehlendorf: Südschule, Wilhelmstraße, Vortrag: Entstehung der Erde". Werbebezirk Ofbahn: Werbebezirks- Funktionärkonferenz in der Mittelschule, Lichtenberg, Marktstr. 11,12. Bortrag: Der kommunistische Alaffenkampf". Vorträge. Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Geschäftsstelle: Berlin G. 14, Sebastianstr. 37/38, Hof 2 Tr. Kameradschaft Kreuzberg, Südost: Borstandsmitglieder und Gruppenführer der älteren bzw. Jugendiameradschaft: Borstandssikung am Donnerstag, den 18. September, abends 18 Uhr. bei Pflug, Mustauer Straße 1. Rameradschaft Charlottenburg: Jeden Dienstag Turnabend in der Wiche- Schule, Raiserin- Augusta- Alce, Eingang Neues Ufer, pünktlich 8 Uhr abends. Gesellschaft für Lebensreform. Freitag, den 19. September, in der Schulaula Tilfiter Str. 4/5, Bortrag des Herrn Gerling über ,, Oftultismus Spiritismus". Arbeiter- Radio- Alub, Ortsgruppe Neukölln. Rurfus Freitag, den 19. September, 8 Uhr, in der Schule Rüfliftraße. Gäste willkommen. Mandolinen- Club Stern 1910( Mitgl. d. DAMB.). Ab 19. September mer den die Uebungsstunden wieder regelmäßig jeden Freitagabend im Lofal Mägdefrau, Quizgowstr. 108( am Bhf. Butligstraße), abgehalten. Alle MitNeue Mitglieder lieber find verpflichtet, wieder pünktlich zu erscheinen. ( Blattspieler) merden noch aufgenommen. Gemeinschaft proletarischer Freidenker, Steglig. Jugendmeihe der Freidenker Stealin' am Sonntag, den 21, September, vormittags 10 Uhr, im Festfaal des Engeums I, Rothenburgstraße, Mitwirkende: Arbeiter- Männerchor, Mufiltrio. Rezitation. Weiherede: Genossin Arische. Eintritt 50 Bf. Der Verein„ ,, Demosthenes" hat am 25. Geptember, abends 8 Uhr, einen Einführungs- Werbeabend. Der Verein erteilt an Sprachgestörte( Stotterer). unentgeltlich Unterricht zur Heilung ihres Leidens. Die Uebungen finden regelmäkig jeden Dienstag und Donnerstag abend 8 Uhr in der Schule Niederwall str. 7 statt. Sport. Rennen zu Hoppegarten am Mittwoch, den 17. September. 1. Rennen. 1. Nikotin( H.Blume), 2. Aralinda( Jenkich), 3. Manlins ( Eld). Toto: 27: 10. Blab: 12, 17, 14:10. einer lichen: Mandarin, Rüstung, Humboldt, Lenor, Patrizier, Heid. 2. Rennen. 1. Großinquisitor F. Kasper), 2. Kap der Hoffnung ( Grabich), 3. Automedon( D. Schmidt). Toto: 342: 10. Blaz: 30, 12, 14: 10. Ferner liefen: Delia, Wetterstein, Amana, Schwertlilie, Magnus, Morgenpost, Rbeinjage, Arbela, Höllensee, Froufinn. 3. Henne it. 1. Felsenrose( Huguenin), 2. Luftpost( W. Tarras), 3. Porta Westfalica( Bleuler). Toto: 103: 10. Blak: 31, 24, 46: 10. Ferner liejen: Penelope, Cebria, Whatagi:! l, Antiope, Olifant, Ondina, Eichlage, Laon. 4. Rennen. 1. Saturn( Raftenberger), 2. Graisritter( F. Kasper), 3. Maid( Korb). Toto: 34: 10. Blag: 13, 16, 40: 10. Ferner liefen: Olympier, Brolog, Rubia, Marcellus, Eleazar. 5. Rennen. 1. Seane de France(. Blume), 2. Hohe Bjorte( Korb), 3. Valamedes( D. Schmidt). Toto: 27:10. Blaz: 15, 18, 19: 10. Ferner Liefen: Caprivi, Sternschnuppe, Lewelyn, Belide, Habicht, Heldraitein. 6. Renren. 1. Leistung( Huguenin), 2. Eisenkrone( Teichmann), 3. Messina( Jenzich). Toto: 39: 10. Plak: 19, 15, 31: 10. Ferner liejen: Domina, Gera, Staffelei, Iduna, Brüderschaft, Lorette, Atalanta, Abwehr, Savitry. 7. Rennen. 1. Lily J.( D. Schmidt), 2. Sanguinifer( H. Blume), 3. Flberstedt( Jentsch). Toto: 11:10. Platz: 10, 10: 10. Feiner liej: Pharisäer. Von der Reise zurück Bilanzen, Beiträgemeinde" als Sonderheft erschienen. Die Nummer enthält Dr. Emil Hirsch Buchhaltung, suzen, Steuern. Zum Deutschen Städtetag in Hannover ist das zweite Septem ber- Heft der sozialdemokratischen fommunalpolitischen Zeitschrift Beiträge von Herh- Spandau: Entwurf eines Verwaltungs„ Die Finanzwirtschaft; Bruno Asch: Das Steuerrecht der Gemeinden; programms; Hugo Lindemann: Zukunft der kommunalen Paul Hirsch: Der Entwurf der Preußischen Städteordnung( nach den Beschlüssen des Zweiundzweiziger Ausschusses); Bruno Ge bauer: Die Verfassung der Stadtgemeinde Danzig; Fr. Petrich: Die alte und neue Schule. Spezialarzt für Herzkrankheiten Königstr. 51 07. 7558.85 12 229,24 Bi anz am 31. Dezember 1923. Gandberg Ronto I Attiva: Sandberg Konto II SicherungshypothekenTeilnehmer des Rautions. Ronto Kassa- Konto Gewinn- und BerlustDie sozialdemokratischen Deutschen Städtetages in Hannover werden zu einer Vorbesprechung auf Mittwoch, den 24. Ceptember, nachmittags 5 Uhr, nach dem Beethovensaal der Stadthalle eingeladen. Da der Verhandlungssaal in der Stadthalle liegt, fönnen alle Beteiligten noch bequem an dem offiziellen Begrüßungsabend teilnehmen. Es wird gebeten, dem Geroffen Johannes Lau- Hannover, Odeonstr. 15, Mitteilung über die Beteiligung am Städte: ag zu machen. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik sind Berlin SW. 68, Lindenstraße 3, Konto Konto 65 235,80 5324,10 1.000 002 372,12 40 199 000 296 562.34 40 200 000 3.9 252,45 Passiva: GeschäftsguthabenKonto Rontokorrent Konto Verpflichtungs- Konto SicherungshypothekenBerpflichtungs- Kto. Reservesonds- Konto M. 11 935, 40 200 000 000 000, 293 769,40 Stundenw. langjähr Buchhalt Kohn, Milastr. 6. Qugb, IL. Auf Teilzahlung 1½ Anzaytung 65 235,80 Distret! 8342.25 Rest in 6 Monatsraten Zu Ladenpreisen faujen Sie elegante, gutsigende Herrengarderoben Albert Schenk Köpenicker Straje 127, Hof rechts, tein Laden. Neu eingeführt: DamenGummi- Mäntel Geschäftszeit 9-7 Uhr. 40 200 000 373 382,45 Erholungfür Groß- Berlin 3m Jahre 1923 find Mitglieder weder eingetreten noch ausgeschieden, fodas Ende Suchende ftets an das Bezirkssekretariat, 2. Hof, 2 Trep. rechts, zu richten. Bezirksvorstand. Eintreten dieser Reduktionen wieder konkurrenzfähig zur Herein im Konferenzzimmer der„ Vorwärts"-Redaktion, Lindenstr. 3. Wichtige Sigung Sonnabend, den 20. September, abends 6 Uhr, nahme von Auslandsaufträgen wird." Deutsch- Oberschlesischer Bergbau. Die erste Septemberwoche ergab gegenüber der Vorwoche eine Mehrförderung von 10 076 Tonnen. Sie betrug laut Fachblatt Industrie Aurier" 235 161 Tonnen( Vorwoche: 225 085 Tonnen). Die Haldenbestände haben sich nur geringiügig erhöht und zwar von 173 304 Tonnen auf 177 840 Tonnen. Der Versand nach dem Ausland stellte sich insgesamt auf 1829 Tonnen( 5892 Tonnen). Die Geschäftsführer des Verbandes sozialer Baubetriebe, Dr. ing. Martin Wagner und Syndikus Walter Astor, sind nach Amerita abgereist. Dr. Wagner will vor allem die amerikanischen Bau und Arbeitsweisen studieren und prüfen, ob und inwieweit sie für die deutiche Bauhüttenbewegung nugbar gemacht werden fönnen. Syndikus Astor will Verhandlungen mit den amerikanischen Gewerkschaftsbanken anknüpfen und versuchen, von ihnen für die deutsche Baubüttenbewegung Kredite zu erhalten. Er hat außerdem von zahlreichen deutschen Gemeinden den Auftrag, auch für sie Kreditverhandlungen mit den amerikanischen Banken zu führen. 99. Abt. Brig. Freitag, den 19. September, 7½ Uhr, in Bockers Gesellschaftshaus, Chausseestraße. öffentliche Elternversammlung. Vortrag des Genossen Theet, ehemaliger Pfarrer. über Schule und Elternbeiratswahlen". Gorgt für zahlreichen Besuch. 1. Kreis Mitte. Elternbeiräte: Freitag, den 19. September, 7½ Uhr, Bersammlung bei Richiesing, Aderstr. 1. Bortrag über Schulfragen". 4. Kreis Prenzlauer Berg. Abteilungsleiter: Die Parteibanner für Sonntag zum Großen Schauspielhaus besorgen und pünktlich 9½ Uhr dort sein. Die Boten müffen die Fahnen nach Echluß wieder mitnehmen. 5. Kreis Friedrichshain. Beamtenwerbeausschüsse: Freitag, den 19. September, 9 Uhr, wichtige Besprechung bei Wittschuß. Petersburger Str. 5. 6. Arcis Kreuzberg. Freitag, den 19. September, 7% Uhr. Konferenz der Elternbeiratsobleute der Abteilungen und einzelnen Schulen sowie des Borstandes der Freien Schulgemeinde bei Wolf. Gräfeftr. 26. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung muß jede Abteilung dura) ihren Obmann bzw. Stellvertreter vertreten sein. 11. Kreis Schöneberg- Friedenau. Freitag, den 19. September, 8 Uhr, Gigung der Elternbeiräte und deren Listennachfolger bei Groß, Sedanstr. 17. Vortrag von Dr. Kurt Löwenstein. Heute, Donnerstag, den 18. September: 24. Abt. Gruppe 3: 7 Uhr Konsumversammlung bei Lindemann, Hermannsheim. 1923 der Mitgliederbenand unverändert finden ruhigen Land49 betrug. Die Geschäftsguthaben haben aufenthalt. Gute Ber fich von 12 325 Mart um 390 Mart auf pfleg. 3 M. pro Tag 11 935 Mart vermindert. Die Gesamthat- Kuske. KI.- Ströbitz fumme, fitr welche am Schlusse des Ge fchäftsjahres 1923 alle Genossen zusammen aufzukommen haben, beträgt unverändert 12 230 Mart. Goldmart- Eröffnungsbilanz am 1. Januar 1924. Attiva: Sandberg- Konto I. Sandberg- Konto II. Sicherunashypotheken- Konto Kautions- Konto Passiva: Rontotorrent- Ronto Sicherungshypothefen- Verpflich tungs- Ronto Verpflichtungs- Konto 400, Post Cottbus, Waldhaus. Ungeniert! KrausePianos zur Miete Ansbacher Str. 1, Fake Kurfürstenstraße Asthma Magen wirliame Hilfe durch G- eichels echte leidende nehmen de Ahmatropfen. echten Reichel's Berühmit durch ihre Magentroefen, das erprobte Rezept 1 W. Wirtung. M. 2.50. Jn 650, 1, 1, 1 052, Drogerien u. Apc. 2.50. Jn Drogerien u. Apotheken, sonst bet theten erhältlich. Echt Otto Reichel, Berlin 43, nur mit Firma. SO. Eisenbahnstr. 4. 40,20 Olto Reichel, Berlin 43. G.-M. 1010,80 1002, SO.Etfienoahnftr. 4. 92 Wohnungen Die unterzeichnete Genossenschaf ist durch 2. 3 und 4 Zimmer haben wir in unBeschluß der heutigen Generalversammlung Echarnweberstraße, Ede General Barbyserem Neubau in Reinidendorf an der aufgelöit. Die Gläubiger werden aufge- Straße, an Beamte, Angestellte d fordert, sich zu melden. Als Liquidatoren Arbeiter in den Verwaltungen und find bestellt: Architett Paul Maruschte zu Betrieben des Reichs ohne Baukosten. Berlin, Weißenburger Straße 67, und Raufmann Ernit Röhler zu Neufintenfrug. Meldungen schriftlich an uns. zufchuß abzugeben. Bezugsfertig 1. 1. 25 Bahnstraße 1. [ 199/18 Heimbau- Gesellschaft m. b. H. Berlin SW 29, Belle- Alliance- Str. 79. Berlin, den 15. September 1924. Baugenossenschaft, Waldheim" e. G m. b. H. P. Maruschke E. Köhler. Henko Henkel's Walch- und Bleich Soda Henk Heutel Walth und Bleich Soda spart Seife und Seifenpulver! Mitverwendung von Henko bei der Wäsche verbilligt das Wafchen. Vorzügliches Einweichmittel Rübl aufbewahre