Str. 448 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 228 Bezugspreis: Böchentlich 70 Goldpfennig, monatlich 3- Goldmark voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig Saar- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Buremburg 4,50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmar! pro Monat Der., Borwärts" mit der Gonntags beilage Boll und 8eit" mit Gied fung und Kleingarten", sowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und Frauenbeilage Frauenstimme erfcheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Abreffe: " Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Goldpfennig 100 Milliarden Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. geile 0,70 Goldmart, Reklamezeile -Goldmart. Kleine Anzeigen" bas fettgebrudte Wort 0,20 Gold mart( zulässig awei fettgedruckte Worte), tebes weitere Wort 0,10 Goldmart. Stellengesuche das erste Wort 0,10 Goldmark, jedes weitere Mort 0,05 Goldmart. Morte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. 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Dieses Gesuch soll in einer umfangreichen Dentschrift dem habe, die französische Regierung eindringlich davor gewarnt, fich auf Bölferbund vorgelegt werden. Es heißt, daß in ihr ein Ratssitz irgend eine Diskussion der Kriegsschuldfrage einzulaffen. gefordert und dem Verlangen Ausdruck gegeben wird, daß Deutschland fein neues Kriegsschuldbekenntnis abzulegen braucht und zahlreiche Vorbehalte für den Versailler Vertrag gemacht werden. Da der Abschluß der jetzigen Bölferbundstagung für den 28. September geplant ist, dürfte ein Gesuch in der angeblichen Form faum noch angenommen werden. Es verlautet jedoch zuverläffig, daß bereits in zwei Monaten eine außerordentliche Völkerbundsversammlung in Genf geplant ist, nachdem die diplo matischen Verhandlungen über technische Einzelheiten erledigt sind. Der„ Soz. Parlamentsdienst" bemerkt hierzu: Es ist richtig, daß Deutschland noch in dieser Woche einen Schritt unter nehmen wird, der auf den Eintritt Deutschlands in den Bölkerbund hmausläuft. In welcher Weise dieser Schritt jedoch unternommen und ob das deutsche Aufnahmegesuch in Form einer Denkschrift an den Völkerbund gerichtet wird, ist bisher noch zweifelhaft. Darüber dürfte am Dienstag das Reichskabinett entscheiden. Richtig ist, daß der Reichskanzler Marr für den sofortigen Eintritt Deutschlands in den Bölkerbund ist. Es verlautet übrigens, baß Stresemann der gleichen Ansicht sei. Der Temps" berichtet ohne Quellenangabe, daß eine her. vorragende Bersönlichkeit der englischen Delegation in Genf erklärt habe, die engllische Delegation sei entschlossen, Deutschland zu veranfaffen, in den Völkerbund einzutreten. Die Rede Maccdonalds, habe diese Persönlichkeit ausgeführt, sei ein Wint gewesen. England will, das Deutschland in seiner Eigenschaft als Großmacht in den Völkerbund eintrete. Durch ein Zögern erwecke Deutschland den Eindruck, daß es seine Zulaffung nur ungern betreibe und daß es sich mit Rußland verbünden wolle. " des Pattes." Genf, 22. September.( Eigener Drahtbericht.) Der Lyon er Brogrès", das frühere Organ Herriots, jetzt in guten Beziehungen zum Quai d'Orsay stehend, zitiert in seinem Leitartikel in seiner Sonntagsnummer Herriots Worte in Genf an die Liga für Freiheit und Menschenrechte wie folgt:„ Wir verlangen nicht, daß Deutschland bei seinem Eintritt nochmals seine Schuld am Kriege anerkennt, und wir verlangen auch nicht eine nochmalige Ratifikafion des Versailler Vertrages. Eine einzige Bedingung nur stellt ihm ber Bölkerbund: die Annahme des Bölkerbundgesetzes, Dieser Wortlaut, der von dem von der Liga selbst gegebenen Tert Genf, 22. September.( Eca.) Ueber das Ergebnis der Reife bedeutend abweicht, dürfte nicht ohne Fühlungnahme mit den zu Nansens steht fest, daß er vom Reichstanzler sichere Buständigen Pariser Stellen veröffentlicht worden sein. Der Leitartikel, fagen wegen des Eintritts Deutschlands in den Bölkerbund noch im der nochmals Herriots Zusicherung betont, daß Deutschland jeder Laufe diefer Togung erhalten hat, allerdings unter der Bedingung, anderen Großmacht gleichgestellt werden solle, schließt: daß Frankreich erklärt, daß es feine Einwendung Deutschland sich um diesen Preis nicht mit uns verbinden will, dann gegen einen ständigen Ratssitz für Deutschland erhebe. Nanfen hat mag es allein bleiben." den Inhalt feiner Unterhaltung mit Reichstanzier Marg dem englifchen Premierminister Mac bonald gedrahtet und ihm um entsprechende Beeinflussung der französischen Regierung gebeten; denn ein Teil der französischen Delegation mache Einwendungen gegen die deutsche Forderung. 1 Genf, 22. September.( Eigener Drahtbericht.) Nansen hatte am Montag mit den einzelnen Bölkerbundsdelegierten, besonders mit Loucheur Frankreich, eine längere Aussprache über das Ergeb. nis feiner Unterredung mit Marg, über die er sich optimistisch äußerte. Er lehnte es aber entschieden ab, irgendeine Erklärung für die Deffentlichkeit abzugeben. Rechts- und Mandatsfragen. Wenn Genf, 22. September.( TB.) In der Sigung der Bötterbundsversammlung wurde ein schwedischer Antrag an genommen. Er verlangt vom Völferbundsrat die Einberufung eines Sachverständigenausschusses zwed's Aufstellung einer Liſte von Rechtsmaterien, die alsdann vom Völkerbunds jefretariat allen Staaten, auch den Nichtmitgliedsstaaten, zugestellt und deren Regelung eventuell durch internationale Ron ferenzen erstrebt werden soll. Ueber den zweiten Punkt der Tagesordnung, die Mandatsfragen, berichtete Nansen( Norwegen), der auf die Wichtig Benesch über die technischen Schwierigkeiten. teit der Mandatsfragen im gesamten Aufgabenkreis des Völker bundes hinwies. Die von Nansen begründete und von der BerGenf, 22. September.( Eigener Drahtbericht.) Der Korresponsammlung genehmigte Resolution billigt die Arbeiten der Ständigen dent des„ Soz. Parlamentsdienst" in Genf hatte am Sonnabend Mandatskommission, weist auf das Kapitalsbedürfnis cine Unterredung mit dem tschechoslowakischen Außenminister der Mandatsgebiete hin, deren Entwicklung sonst ernstlich Benesch, der als Vorsitzender des Zwölferausschusses die Arbeiten gefährdet sei und fordert die Veröffentlichung der Berichte der Man der Abrüstungskonferenz leitete. Benesch äußerte sich über einige tatsmächte, fowie die Verhinderung des Handels mit geistigen politische Fragen folgendermaßen: Nach meiner Ansicht muß der Völkerbund vervoll= ständigt werden. Dafür ist der Eintritt Deutschlands unerläß Getränken. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Poftfcheckkonto: Berlin 375 36- Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depositentasse Lindenstraße 3 Die Sihung der Minister. Notifizierung.- Bölkerbund.- Zölle.- Bürgerblock. " Heute um 11 Uhr vormittags tritt unter dem Borsiz des Reichspräsidenten der Kabinettsrat zusammen. Er wird manche Dinge ruhiger sehn, als sie noch vor zwei Wochen betrachtet worden wären, und so hat in diesem Fall der Grundfatz Gile mit Weile" einen gewissen Erfolg zu verzeichnen. Es ist nicht anzunehmen wir sagen das aus Respekt vor der Intelligenz der Herren Minister, daß sich heute im Kabinettsrat auch nur eine einzige Stimme erheben könnte, um die sofortige Notifizierung der Kriegsunschulderklärung vorzuschlagen. Selbst die„ Deutsche Tageszeitung" hat sich bereits zu dem Geständnis durchgerungen, daß in der Frage der Notifizierung der psychologische Augenblic" verpaßt worden sei. In der Kreuzzeitung" freilich wir sprechen an anderer Stelle ausführlich darüber verficht ein Geheimer Justizrat das erworbene Recht der Deutschnationalen, deutschabträglich zu wirken, auch jetzt noch auf das allerentschiedenste. Doch auch dies ist nur ein Rückzugsgefecht. Wir zweifeln nicht daran, daß die Deutschnationale Bartei in diefem Fall zur Taktik des wohlerzogenen Säuglings entschlossen ist, daß er nichts kriegt, den Finger in den Mund steckt und sich der zwar zunächst ein wenig schreit, dann aber, wenn er sieht, zufrieden gibt. Deutschlands in den Völkerbund. Auch diese AnNicht ganz so einfach liegt es mit dem Eintritt Bank geschoben worden. Heute wird man auch das sagen gelegenheit ist, offenbar der Barität wegen, auf die lange in der Reichsregierung allgemein einsehen, daß das ein wir aus Respekt vor der Intelligenz der Herren Minister Fehler gewesen ist. Denn so richtig es ist, Dinge hinauszuschieben, die man vernünftigerweise am besten überhaupt nicht tut, so falsch ist es, sich gegen das zu sperren, was vernünftigerweise doch getan werden muß. Deutschland wird in den Bölkerbund eintreten, früher oder später, darum wäre. es beffer gewesen, die überflüssigen Zwischenspiele zu ersparen, die dieses kommende Ereignis begleitet haben. Amt betroffen haben, verdient eine noch ein Nachwort. Wenn hier angenommen wurde, Herr Stresemann habe sich bezüglich der Unterhaltung von Henley zunächst durch ungeschick, dann durch Schlimmeres in Widerspruch mit der Wahrheit gesetzt, so sei gern festgestellt, daß sich diese Auffaffung nicht festhalten läßt. Freilich, wenn die Engländer behaupten, in Henley sei vom Bölkerbund die Rede gewesen, und die Deutschen das bestreiten, so liegt ein unlöslicher Widerspruch vor, der peinlich wirkt. Aber die Sache wird wohl so gewesen sein, daß die Engländer nur englisch geprochen, die Deutschen nur deutsch verstanden haben und bie Vermittlung nicht auf der Höhe gewesen ist. So erflärt sich manches, aber schön ist es so eben auch nicht. Bon den Dementiertatastrophen, die dabei das Auswärtige Deutsch- englische Wirtschaftsverhandlungen erteilen zu fönnen wie 1914 Kriegserklärungen. Zu leicht England fordert Meistbegünstigung. Itch. Ich glaube nicht, daß diesem Eintritt Deutschlands von dem Bölferbund ernsthafte Schwierigkeiten im Wege stehen. Wenn ich im vorigen Jahre davon sprach, daß die sachlichen Voraussetzungen London, 22. September.( WTB.) Der diplomatische Bericht für den Eintritt noch nicht gegeben feien, fo läßt sich das heute nicht erstatter des„ Daily Telegraph" erfährt, die Vorbereitungen in demselben Maße jagen, nachdem in England wie in Frankreich die für einen englisch deutschen Handelsvertrag feien fo Schwierigkeiten beseitigt wurden und auch in Deutschland die Stim weit gefördert, daß ein voller Entwurf, der von den Sachverstänmung zum Eintritt in den Bölkerbund ebenfalls eine andere gewordigen des Handelsamies ausgearbeitet sei, bereits der deutschen den ist. In der Erklärung einiger Punkte bleiben allerdings noch Regierung mitgeteilt worden sei, und daß die SachZweifel bestehen. In der Frage des ständigen Ratssizes, auf den verständigen gegenwärtig die Bedingungen der Vorschläge einer geDeutschland als Großmacht Anspruch erhebt, find noch einige technauen Prüfung unterzögen. Die Ergebniffe diefer Prüfung würden nische Schwierigkeiten zu erledigen, da zurzeit kein mit der britischen Sondermission, welche diese Woche nach Berlin freier Ratssitz vorhanden ist und noch andere Mächte gleichfalls abreift, erörtert werden. Den Mittelpunkt des britischen Entwurfes Anspruch auf einen ständigen Ratssig erheben. Man wird im Laufe bilde fast ausschließlich die Forderung nach Behandlung als der jetzigen Tagung faum noch diese Frage erledigen, da die Zeit zumeist begünstigte Nation, ohne daß indessen detaillierte Inapp geworden ist. Nachdem in diesem Punkte Klarheit geschaffen Angaben gemacht würden. Die Tatsache, daß die britische Regierung ist, wird sich der Eintritt Deutschlands leicht gestalten. Eine weitere einen folden Entwurf hergestellt hat, ohne zuvor einen beratenden aswiffe Schwierigkeit liegt in der Frage der Militär kontrolle, Ausschuß zur Verteidigung der Interessen der britischen Industrie die an sich kein Hindernis für den Eintritt darstellt, deren Ergebnis einzuberufen und um Rat zu fragen, wird in Geschäftskreisen ausman aber doch abwarten sollte, um eventuell erhobenen Einwänden führlich fritisiert. Ein solcher Ausschuß werde vielleicht erst in entgegentreten zu können. Ich selbst wünsche nur baldige Ueber- Tätigkeit treten, wenn die Grundfäße, die den Vertrag beherrschen, nahme der Kontrolle durch den Völkerbund. Die allgemeine bereits zwischen den beiden Regierungen vereinbart worden seien. A brüstung ist unerläßlich. Sie muß von allen Staa. ten in gleicher foŋaler Weise durchgeführt werden. Dazu ist natürlich noch viel Arbeit nötig. Aber ich glaube, daß wir auf dieser Tagung einen tüchtigen Schritt vorwärts gefommen find. Pariser Kommentare. Paris, 22. September.( Eigener Drahtbericht.) Die Abend blätter des Nationalen Blods, Intransigeant" und berté", protestieren lebhaft gegen die bedingungslose Bu laffung Deutschlands in den Bölferbund und gegen die Gewährung eines Ratsfizes. In der ,, Liberté" heißt es, daß das der erste Schritt auf einem Bege fein werde, ber zur vollständigen Revifion der Nie wieder Krieg! Der Zwischenfall hat nicht verhindert, daß die Bemühungen, Deutschland für den Völkerbund zu gewinnen, fortgesetzt worden sind. Sie waren so herzlich, daß die Fortsegung des Widerstandes als eine gewollte Unfreundlichfeit empfunden werden müßte. Es wird zu überlegen sein, ob wir in der Lage sind, 1924 nach allen Seiten hin Körbe fönnte daraus der Eindruck entstehen, daß mit Deutschland überhaupt feine Politik zu treiben ist, und daß die Deutschen weder sich helfen lassen, noch sich selber helfen fönnen. Eine Entscheidung für die unfruchtbare Negation gegenüber Genf fönnte in gleicher Weise einen Wendepunkt der auswärtigen Politik bedeuten wie seinerzeit die unfruchtbare Negation gegenüber dem Haag. Die Frage ist jetzt, ob Deutschland sofort in den Völkerbund aufgenommen werden und sofort den ihm zweifellos gebührenden Sitz im Rat erhalten kann. Die Beratungen der Völkerbundversammlung nähern sich ihrem Abschluß, das eingetretene Versäumnis fällt zweifellos der deutschen Zauderpolitit zur Laft. Die Völkerbundversammlung wird den deutschen Quertreibern das Handwerk legen, wenn sie sich die Beit nimmt, einen Antrag Deutschlands sofort positiv zu ers ledigen und den Deutschen einen Sig im Rat einzuräumen. Bestrebungen von seiten friegsneutraler Mächte sind unseres Wissens zurzeit wirksam, um alle Widerstände zu überwinden. Aber selbst wenn die Ansicht durchdringen sollte, daß die Entscheidung formell einer neuen Bersammlung im Des zember dieses Jahres zu überlassen sei, läge darin fein Grund, von einem Aufnahmeantrag abzusehen. Erfolgt er, so werden die Deutsehnationalen diesen Vorgang mit einem weinenden und einem lachenden Auge betrachten. Sie hoffen, in längstens vierzehn Tagen in Große Kundgebungen in Australien. der Regierung zu sein, und da kann es ihnen ja nur passen, Melbourne, 22. September.( WTB.) Die Arbeiterorga wenn diese peinliche Frage schon durch eine zuvor gefällte nisationen veranstalteten im Zusammenhang mit der Bewe- Entscheidung erledigt ist. Dadurch kommen die um die Ber gung gegen den Krieg große Kundgebungen in allen wichtigen legenheit herum, später als Regierungspartei den Eintritt in Städten Australiens. Bertreter religiöser, politischer und anderer den Völkerbund befürworten zu müssen, und Herr Hergt Störperschaften hielten dabei Ansprachen. In einer in Melbourne fann die für ihn wie für andere reizende Aussicht, Deutsch veranstalteten Rundgebung wurde eine Entschließung angenommen, land als Reichskanzler oder als Außenminister in Genf ver in der u. a. die vollständige Abrüstung und das Aufhören der Vertreten zu dürfen, ohne bitteren Nebengeschmack genießen. herrlichung von Kriegstaten in den Schulbüchern gefordert wird. Da sich die Beratungen des Kabinetts auf die politische Lage in ihrer Gesamtheit beziehen sollen, wird wohl auch über die Zollvorlage gesprochen werden. Hier wird man sich— auch das sagen wir aus Respekt vor der Intelligenz der Herren Minister— nicht der Einsicht verschließen können. daß B r o t z ö l l e in einer Zeit, in der die deutschen Preise die Weltmarktpreise wie die Borkriegspreise übersteigen, eine Ungeheuerlichkeit wären. Auch in der Zentrums- presse hat man in der letzten Zeit Stimmen von Land- wirten vernommen, von denen dieser Standpunkt vertreten wurde. Eine Regierung, die sich rühmt, die Regierung der M i t t e zu sein und auf einander entgegengesetzte Wirtschafts- interessen ausgleichend zu wirken, kann nicht mit so krasser Parteilichkeit die Partei der großagrarischen Nutzer der land- wirtschaftlichen Grundrente ergreifen! Das zu tun, soll sie der kommenden Regierung überlassen, in der bekanntlich die Deutschnationalen den„maßgebenden Einfluß" haben werden. Wenn diese ihre Tätigkeit damit beginnt, den armen Leuten das Brot zu verteuern, so tut sie. was ihres Amtes ist. Eine„Regierung der Mitte" aber soll die Finger davon lassen. Minister, die sozusagen in vierzehntägiger Kündigring stehen, werden überhaupt gut tun, sich in ihren Entschlüssen auf das Notwendigste zu beschränken. Wer weiß denn heute von ihnen, ob er bleibt oder ob er geht? Herr O e s e r, Herr Hamm, Herr Geßler sind auf alle Fälle gezeichnet, ob Herr Marx und Herr Stresemann bleiben dürfen, ist noch ungewiß, darüber, wie in manchen anderen Dingen eben auch, schwanken die Meinungen der Herren vom„maßgeben- den Einfluß" ganz beträchtlich. Und so gehört die Lage der Regierung auch zur politischen Gesamtlage. Das Kabinett wird nicht umhin können, sich mit seinem eigenen Schicksal zu be- schäftigen und aufmerksam den Berliner Pakt zu studieren, dessen Objekt sie bildet. Und da können wir uns allerdings schwer vorstellen, daß die Mitglieder der Regierung es machen werden wie die Kaninchen, die im Stall sitzen und auf den Fellhändler warten, der sie kauft. Politik soll doch schließlich kein Handel mit Ministerfcllen, sondern ein ehrlicher Kamps mit geistigen Waffen fein! Eine Regierung, die sich nicht wehren wollte gegen die schmutzigen Zumutungen des Berliner Pakts, die den Kauf von Ministersitzen durch die Hin- gäbe von Ueberzeugungen legalisierte und die den Eintritt in die Macht einer Partei zugestände, die für den Fall der Weige- rung mit Lahmlegung der Geschäfte und absicht- iicher Schädigung der Reichsinteressen droht, eine solche Re° gierung würde in der Tat nichts anderes als den schmählichen ?ll«t»rgang verdienen, der für sie vorbereitet wird. V.enn die Regierung das Bürgerblock-Schicksal Wer sich ergehen läßt, ohne an die Volksvertretung und, wenn nötig, von dieser an das Volk appelliert zu haben, belädt sie sich mit der geschichtlichen Verantwortung für das, was nach ihr kommt. >«- Reichsaußenminister Dr. Stresemann hatte laut TU. gestern abend eine Besprechung mit Lord d'Abernon. dem englischen Botschafter. Die deutsche Regierung hatte vor einigen Tagen in London einige Anfragen über den Ein- tritt in den Völkerbund gestellt. Die inzwischen bei Lord d'Abernon eingetroffene Antwort soll den Gegenstand der Besprechung gebildet haben. Rache gegen Leinert. Ter Magistrat beantragt Tisziplinarverfahren. Hannover, 22. September. lWTB.) Der Magistrat hat in seiner heutigen Sitzung beschlossen, gegen Oberbürgermeister L e i n e r t das förmliche Disziplinarverfahren auf Dienstentlassung beim Regierungspräsidenten zu beantragen. Der Staatsrat tritt am 30. September zu einem neuen TagungS- abschnitt zusammen. Zur Verhandlung stehen neben verschiedenen kleineren Vorlagen: 1. Der Entwurf zu einem Lippe-Gesetz, 2. der Entwurf für»ine preußische VerwaltungSrechtSanwaltSordnung. flntl-Iuftlm'an. Man soll sie hören allebeede. Die unerwartete Auferstehung I u st i n i a n s in den Spalten des„Vorwärts" hat bei den Deutschnationalen nicht geringes Erstaunen hervorgerufen. Die Frage der. R e ch t s- gültigkeit des Berliner Patts will seitdem nicht mehr von der Tagesordnung verschwinden und wird von der deutschnationalen Presse mit unerschütterlichem Ernst be- handelt. Ein ausführlicher Schriftsatz des Geh. Iustizrats Dr. Th. W o l f f in der„Kreuzzeitung" beschäftigt sich zunächst nur mit der von Iustinian als„Anzahlung" bezeichneten Roti- fizierung der Kriegsschulderklärung und führt dazu aus: Wenn«ine Verpflichtung ohne ausdrücklicha Zeitbestimmung übernommen ist, so ist sie sofort zu erfüllen. Dies ist nicht nur im 8 271 Abf. 1 des Bürgerlichen Gesehbuchs bestätigt, und die der Natur der Sache entsprechenden Rechtsregeln gelten, wie die höchsten deutschen Gerichte, auch das Oberverwaitungsgerichk(Enlsch. 9, 53; 11, 364; 13, 179; 16, 339), ständig angenommen haben, auch für die Verhältnisse des öffentlichen Rechts, sondern ist auch in dem den Ge- setzgebunge», der zivilisierten Staaten zugrundeliegenden römischen Rechte anerkannt. T>enn in der 1. 213 pr. Dig. 50, 16 de verbomm signilicationt(„öb« die Bedeutung der Worte") ist hervorgehoben: „Ein ohne jede Nebenbestimmung abgegebenes Versprechen hat sowohl die Begründung als auch die sofortige Fälligkeit zur Folge", (Ubi pure quis stipulatus fuerit, et cessit et venit dies) und in der 1. 14 Dig. 50, 17 de regulis juris(„übet die Rechtsregeln") tst betont:„In ollen Verhältnissen, weld)en ein« Zeitbestimmung nicht beigefügt ist, ist die Verpflichtung ein« sofortige"(In ommbus obligationibus, in quibus dies non ponitur, pracsente die debetur). Deshalb gilt der Satz:„(Zuod sine die debetur, statim debetur" (was ohne Zeitbestimmung geschuldet wird, ist sofort zu leisten) über- oll vls ein so selbstverständlicher Grundsatz, wie ein Kongruenzsatz in der Mathematik, kein Schuldner, d« verurteilt ist. 1000 Mark zu zahlen, glaubt, daß er«st dann zu zahlen brauche, mmn es ihm paßt. Die sofortige Erfüllung des von der Regierung ge- gebene-n Versprechens war auch von beiden Vertrags- teilen gemeint. Denn die geforderte Zustimmung zu den Dawes- Gesehen sollte und muhte von dem betreffenden Teil d« nationalen Partei sofort«folgen und erfotgle sofort; dieser Leistung war die vertragsmäßige Gegenleistung gegenübergestellt, welch« daher in gleich« Weis«, nicht aber nur so zu erfolgen hatten, wie es der Regie- rung in unbestimmt« Zeit passen od« gelegen sein werde. Die in den deutschen Zeitungen veröffentlichte Ankündigung der Widerrufs- «rtlärung geschah deshalb auch sofort. Diese Ankündigung war aber nur die Kundgebung einer innerlichen Entschließung der Regierung. welcher die Miltcilung an die feindlichen Staaten, an die Gegen- parte!, der gegenüber die Kriegsschuld zugestanden war, unmittelbar folgen mußte; denn erst dies« Mitteilung kann der vntragsmäßig übernommene Widerruf werden. Di« Aufschiebung dieser Gegenleistung ist dah««in Vertrags- bruch. Wir haben um der Gerechtigkeit willen beiden Seiten das Wort gegeben und können der Deutschnationalen Partei nur raten, nunmehr den Klageweg zu beschreiten. Erzielt sie ein obsiegendes Urteil, woran bei ihrer Dertrctuna durch den Geh. Justizrat Dr. Th. Wolsf kaum zu zweifeln ist, so kann sie sich nicht nur die Anzahlung, sondern auch den Gesamtpreis von vier Ministerportefeuilles erforderlichenfalls durch den Gerichtsvollzieher holen lassen. Die Frage freilich, ob Leute, die zu dumm sind, um e i n e Satire zu verstehen, zur Uebernahme der höchsten Reichs- ämter befähigt sind, entzieht sich der Prüfung durch die zu- ständigen Gerichte._ Berichtigung. Am Freitag voriger Woche teilten wir mit, daß nach einer Meldung der„Bremer Volkszeitung" bei den Manövern der Reichswehr im hannoverschen Gebiet sieben Soldaten und eine Frau von den Geschützen der Artillerie überfahren und getötet seien. Wir werden von der Pressestelle de« ReichSwehrministeriumS dahin unterrichtet, daß dieser Teil der von uns wiedergegebenen Meldung falsch ist. Das Cnöe üer porzellan-tzetze. Der Untersuchungsausschuß des Preußischen Landtages für die Porzellanmanufaklur führt« am Montag sein« Arbeiten zu End«, Mit Ausnahm« der Kommunisten einigt« sich der Ausschuß, folgenden Antrag als Ergebnis der Beratungen anzunehmen: 1. Der Untersuchungsausschuß hat festgestellt, daß in der Geschäftsführung der Porzellanmanufaktur nichts Ordnung?- widriges vorgekommen ist und daß bei den Verkäufen an Minister, Abgeordnete und sonstige in der Oeffentlichkeit genannte Personen keinerlei Korrupticn vorliegt. 2. Di« künstlerischen Leistungen der Parzellanmanufaktur sind w den letzten Jahren auf der Höhe geblieben, die der großen Tradition der Porzellanmanufaktur und ihrem Rufe entspricht. Z. Der Handelsminister hat bei der Anstellung des Direktors Dr. Schneider das Etalsrecht unüberlegt oerletzt, doch hat er sich bei der Berufung Schneiders von sachlichen Gesichts- punkten leiten lassen, nachdem er sich üb« dessen Eig- nung für die Leitung der Porzellanmanufaktur und für die beab- sichtigte Umstellung des Betriebes vergewissert hat. Punkt 1 wurden mit allen gegen 2 Stimmen der Kommunisten, Punkt 2 einstimmig und Punkt 3 mit allen gegen zwei kommu- nistische Stimmen bei einer Stimmenthaltung angenommen. Der Ausschuß ersucht das Plenum, den Beschlüssen beizutreten. Diel Lärm um nichts!— so charattensterte Genosse Ofterroth den ganzen Streit um die staatliche Porzellanmanufaktur. Was war das vor einem halben Jahre für ein Geschrei, für ein Getuschel, ein Gezische! und Gespöttel über sozialdemokratische Miß-undGünst» lingswirtschaft, die man dem preußischen Handelsminister S i« r i n g andichten wollte, über bedenkliche Porzellankäufe der Minister usw. Nichts ist übrig geblieben von all dem Alarm, von all der Entrüstung. Di« Oeffentlichkeit hat in erster Linie an der Feststellung des Ausschusses, daß keine Kotrupliönserscheinungen vorliegen, ein Interesse. Wertvoll ist dann ober auch die Fest- stellung, daß der Handeleministcr mit der Wahl des Herrn Dr. Schneider keinen schlechten, sondern einen guten Griff getan hatte. Herr Schneider hat sich als Direktor in der Porzellanmanu- faktur durchaus bewährt. Das ganz« Treiben gegen den „Sozialdemokraten" und„Juden", den der Handelsminister zum Direktor der Manufaktur gemacht habe, ist als üble parteipolitische Hetze entlarvt worden. Man muß das betonen, weil es sich zu Be- ginn des ganzen Streites um die Porzellanmanufaktur nicht um die Verletzung des Etatsrechtes durch den Handelsminist«, nicht um die angeblich schroffe Entfernung des früheren Direktors Dr. Gohlke und nicht um all die anderen tausend Geschichten und Geschichtchen gehandelt hat, die im Laufe der Verhandlungen«- örtert wurden, sondern lediglich darum, daß gewisse rechtsstehende Persönlichkeiten und der red)tsst«hende Teil des Manufakturpersonals einfach keinen Sozialdemokraten als Direktor der Manufaktur haben wollten. Di« Hetzer und Intriganten wollten dem Sozialdemokraten am Zeug flicken. Das ist ihnen nicht gelungen. Sie haben nur eins erreicht: D« Ruf der Manufaktur wurde geschädigt, das Personal in den Manufaktur- betrieben gegenseitig verfeindet, und es wird geraum« Zeit dauern, bis d« Schaden, den die Hetze anerichtet hat, wieder gutgemacht ist. Steuerexleichterung für üie Lanüwirtschaft. Amtlich«lrd gemeldete..Einzelne Teile des Reichs sind von 5 schwersten Wetterschäden heimgesucht. Zur K re d i t not d« Land- Wirtschaft' tritt damit die Not aus der Zerstörung der Ernte und schwere Sorge um das Saatgut. Der Reich sfinanz- minister hat mit Rücksicht auf die Schwere der Katastrophe, die damit über Teil« der deutschen Landwirtschast hereingebrochen ist, für bestimmt begrcnzte Notgebiete, in denen mehr als 50 Proz. der Ernte vernichtet ist, a u ß e r 0 r d e n t l i ch e E r l« i ch t e r u ng« n in der Steuereinziehung gewährt. Hierdurch hofft der Reichs- finanzminist« die Sorge der hart um ihre Existenz ringenden Land- bevölkerung in den heimgesuchten Kreisen zu mildern und seinerseits dazu beizutragen, daß alle verfügbaren Mittel zur Bestellung des Bodens und damit aud) zur Wiederherstellung der Steuerkrast d.r landwirtschaftlichen Bevölkerung verwandt werden. „Jugenö und Sühnet Dies war«in Kongreß, den das behördlich« Zentralinstl- tut für Erziehung und Unterricht drei Tag« lang in Frankfurt a. M. abhielt— wobei vielen harmlosen Menschen und nickst zum wenigsten auch dem Berichterstaster schwever gesund- heitlicher Schaden zugefügt wurde. Zweck der Uebung war die Veredelung des Schül«- und Laienspiels. Also. Wir waren bereit, auch darin«ine der wesentlichen Ausgaben d« Gegenwart zu er» bücken. Aber was tut man uns an? Es wurde nicht um der Mensch- heit groß« Gegenstände gerungen, sondern mit den Lehrgegenstän- den der Schulmeister Parade gespielt. Das„Ziel d« Masse" wurde nicht erreicht; nur Religion war gut. Abgesehen von den off!» ziellen Lobsprüchen und den sÄigen Empfindungen des Kultus- Ministeriums stand dem kritischen Beobachter fest, daß d« Wert der Tagung darin bestand, festgestellt zu haben, wie man's nicht machen soll. Drei Tag« lang wurde vormittags g««det und nachmittags Theater gespielt, und das alles so kaleidoskopartig durcheinander und unter geflissentlicher Vermeidung praktischer Nutzanwendungen!, daß die mit Extraurlaub erschienenen Teilnehmer aus dem Lande nur verwirrt werden konnten. Schon daß man kein« Begrenzung auf das Jugendlichenspiel vornahm und immer wieder in die Bühne des Berufstheaters und das Dilettantenspiel der Erwachsenen abschweifte, war ein böses Zeichen. Wenn man so wenig zwischen aualifizierteni und nichtqualifiziertem Laientheat« unterscheidet, wie das hier im Hauptquartier geschah, muh man ernstlich schwere Ausschreitungen der auszusendenden Kunsttruppen fürchten. Ließ man e» doch sogar zu. daß ein— nicht laienhafter— sondern höchst dilettantischer Regisseur einer frommen„Spielschar" dos Berufs- thcat« an Jünglingen mit„Regieproben" demonstrierte, die steh in parlamentarischen Ausdrücken nicht chmakteristeren lassen. Das war das Ein«. Das Zweite war die ausfallende christliche Befruchtung d« Tagung durch den Bühnenvoltsbund- Verlag. Da war dcr katholische Autor und Abgeordnet« Weißmantel ehr- lich, indem er die christlichen Spiele«twa so kennzeichnete: Dies sei Religion, und wenn es ein Künstler mach«, dann fei es Kunst. Leider macht« es kein Künstler, und es war«neut ein« schwere geistige Niederlage des Bühnenvolksbunds. Das Dritt« war die schreckcnsvollc Erkenntnis, daß die„Pädagogen"— in ihrer Majori- tät— nur eine neue Quälerei und Memoriererei aus dem Zwangs- mäßigen Theaterspiel von Kindern machen. Einer hielt sogar ein« Rede, in der er ungefähr auseinandersetzt«, wie die Gymnasiasten das„Dichten" lernen können; von d« Einsetzung ein« Kommis- sion, die den„Demetrius" und die anderen Fragmente von Klas« sikern ins Primanerdsuffch übersetzt, sah man allerdings ab.... Alfa d« Kongreß hieß nicht„Jugend und Bühne", sondern etwa „Schule und Theater-Rachahmung". Erst wenn er seinen Namen wirklid) verdient, wollen wir solche R«vu«i anerkennen. Das Positive, das die Tagung bracht«. v«dl«nt um so mehr Lob. Dies war ein Tanzspiel„Sneewitchen" einer Hamburger Mädchenklasse(Blasche-Helms), dann«in frischer Sieg der A r b e t- t er fugend mit„Spielmanns Schuld", endlich«in« inter- cssante Rede von Luserk«, der dos Bswegungsspiel in Wick«s- darf an Shakespeares„Eymbelme" praktisch«klärte. Ueberall da, wo ein Künstler an der Leitung steht und das Iugendspiel in Märchen- und Reigenart bewußt von den Aufgaben der Berufs- schauspieler abrückt, wo Natur und Leben an Stelle d« Kunst tritt, ist die Iugendbühn« aufgeschlagen. Ab« man hörte nicht auf die Stimmen, die den Behörden zuriefen, daß die Jugend sich nur ohne Protektorat durchsetzen könne. Man verschloß sich auch den Ge- fahren, die das— häusig zu finanziellen und anderen unkünstlerischen Zwecken mißbrauchte— Dilsttantentheater dem Berufsschau» spielertum in den Weg legt, und man schleuderte dem ewigen„guten Willen", hinter dem sich Talentlosigkeit verkriecht, kein Anathema entgegen. Wenn doch diese Tagung„unfertig" gewesen wäre— statt „angefertigt"! Und wenn wir nur den„Laien" neben dem„Fach- mann" gesehen hätten! Aber wir sahen noch«in Drittes: den Pfuscher. Diesem und d« heiligen Langenweile wurde am eifrigsten geopfert-- „Wir ab« wollen krönen Mit Laubgewind...* H an» v. Z w e h l. Kbfallhaufea. Bon Konrad Seiffert. Di« Abfäll« in den Markthallen werden von einer Berwertungs- gesellschaft ausgebeutet. Sie sind verpadztet. Man verwendet sie als Futter, od« Düngemittel. Vielleicht auch als Nahrungsmittel. Wer Abfäll« mit nach Haus« nimmt, bestiehlt ein« Privatgesellschaft. Die Abfälle, die hinter den Markthallen, auf den Zufahrt. straßen zu den Hallen, liegen, werden durch die Gemeinde«ntf«nt. Straßenfeger fegen sie zusammen und fahren sie fort. Die Abfallhaufen, die hinter den Markthallen zusammengefegt in den Rinnsteinen liegen, bergen oft für die Hungernden Kostbares. Apfelsinen, Mandarinen und Bananen siegen da, noch nicht ganz ver- fault, zwischen Pferdeäpfeln. Halbzertreten« Kohlköpfe schwimmen in Lachen broimen Regenwassers. Das ist dort vom Blut getötet« sogenannter Haustiere gerötet, wo«in Kalbskopf ohne Untertiefer, durch den Einfluß der Luft schon etwas mitgenommen, mit hohlen Au�mhöhlen zwischen Bananenstauden und verfaulten Acpseln her- Hinter den Markthallen reißt das Elend ftüne hungrigen Augen weit auf. betastet die Abfallhaufen und wühlt darin. Ein« alte Frau sah ich, gräßlich krumm zusommengebückt unter der Last ihrer Jahre, die hatte einen Haufen von Äohlblättern vor sich und einen Sack an ihrer Seit«. Sie wischt« jedes Kohlblatt an ihrem schmutzigen Rock ab und legt« eins nach dem andern in ihren Sack. Kind«, aufgewachsen in Höfen ohne Sonn« und in Stuben ohne Licht, mit grauen Gesichtern und grauen Händen, sitzen aus dem Ab- fallhaufen. Sie wühlen nach Apfelsinen und Bananen. Der Saft des Pferdekotes quillt durch ihre tranken Finger. Mann« und Frauen suchen und suchen und suchen. Hunger zwingt zum Bleiben. Die Polizei will da« Suchen bor Hungernden nicht letden: es könnte jemand krank werden! Stolpernd schrecken die Suchenden auf, wenn die Polizei kommt und drücken sich scheu um die Ecke, hasten zum nächsten Haufen zurück, wenn die Patrouille verschwunden ist.— Zweihundert Schritte weiter flutet der Großstadtverkehr vorbei: Autos und Straßenbahnen, Kutschen und Omnibusse, Dämchen, und Herren. Schwach dringt der süßliche G«uch der Fäulnis von den Abfallhaufen bis hierher. Die Damen schnupp«n mit dem Raschen und die Herren denken:„Das stinkt ja hier zum Kotzenl" Schuberl- Chor. Erstes Chorkonzerl.(Philharmonie.) Schon an der Programmzufammenstellung dieses ersten Konzertes merkte man, daß Sascha Hören st«in nicht nur Männerchor- dirigent, sondern auch Musiker von Klasse ist. Die besten Namen geben sich da em Rendezvous. Bon ein« banalen Kleinigkeit ist keine Rede. Nur ist etwas zuviel Er ist, Melancholie und Meiner- liäikeit zusammengetragen. Schließlich ist dj« Hauptdomän« des Männerchors doch immer Wein, Weib und die schöne Natur. Von B ela B a r t 0 k s drei sehr gediegenen„slowakischen Voltsliedern" sind zwei sehr sentimental, während beim dritten da» stürmische slawische Temperament losbricht. Zwei«nfte Chöre.„Di« Nachi" von Schubert, und die imposant gesetzte„Allmacht" von Paul L a ch n e r folgen. Selim Palmgrecns liebliches„Wiegen- sied" ist sehr notwendig, um seine endlosen„Tränen" versiegen zu machen. Am Anfang stehen zwei wehmütig« od« sehnende olle bekannte Volkslied« von Heinrich Isaack und A. d e l a H 0 l e. Ein neapolitanisch« Gassenhauer, von Reger bearbeitet, ist ein markig«, mitreißender Schlager.— Trotz der kleinen Ausstellung in bezug aus das Stimmungsoerhältni» im Programm, an dem ab« das andächtige Publikum keinen Anstoß nahm, war das Kon- z«t ein nahezu restloser Genuß. Der stimmlich gut fundierte Chor hat eine gesanglich« Kultur in allen Stimmen, namentlich dem gutgedeckten Tenor, die bei MLnnerchörcn nur an der obersten Spitze zu bemerken ist. Sascha Horenstein läßt keine textlichen oder musikalischen Nücmcen außer acht, wenn auch naturgemäß einstweilen noch dtis Technische das Musikalische etwas überwiegt. Max Saal verschönt« das Rachmittagstonzert durch mehrer« 5)arfeneiniagen. Maurer. Das Prunkbegräbnis der Zilmdioa. Zeitungsnachrichten zu- folge sollte bei der Feu«bestatluna einer soeben aus tragische Weise aus dem Leben geschiedenen, bekannten Filmdiva«in Prunk- mantel im Werte von 150000 Goldmart rnitver- brannt werden. Die- unterblieb jedoch im letzten Augenblick, weil man sich anscheinend darauf besonnen hatte, daß die sinnlose Vernichtung so höh« Werte nicht mit d« Not der Zeit in Ein- klang zu bringen sei. Es würde ein drnwrndes. ehrendes Andenken cm die junge Künstlerin bedeuten, wenn man den Ertrag dieses ursprünglich zur Verbrennung bestimmten Mantels für eine Stif- tung zugunsten armer Künstler verwendete. „kulwrarbeik" in Velgisch-Kongo. Aus Brüssel wird uns ge- schrieben: Ein amerikanisch« Missionar, der lange in Belgisch-Kongo lebte, erklärte dem früheren sozialistischen Arbeitsminister Wauter» im Kongo richte der Altoholismus große Verheerungen an. Trotzdem die Einsuhrlizenzen teuer sind, werde viel Alkohol konsu. mlert und außerdem werden große Mengen davon eingeschmuggelt. Viel« Handelsagenten, die einige Jahre dort lebten, feien durch den Ein verdientes fiasko. Der Landtag lehnt Groß- Berliner Ausgemeindungen ab. Gestern trat im Freußischen Landtag der Ausschuß für GroßBerlin zusammen, um zu der Frage der Ausgemeindung Don Gatow, Cladom und Kohlhasenbrüd noch einmal Stellung zu nehmen. Die letzte Sigung hatte die Ausgemeindung Der drei genannten Orte beschlossen und einen Unterausschuß beauftragt, mit der Regierung gemeinsam ein Initiativgeseh aus zuarbeiten. Inzwischen hatten starte Bestrebungen eingesetzt, die ein Berbleiben dieser Orte im Groß- Berliner Verbande verlangten. In Rüdficht hierauf hatte der Borsitzende des Ausschusses, der Abgeordnete Faßbender, geglaubt, anstatt den Unterausschuß noch einmal den Vollausschuß zusammenberufen zu sollen. In der Sitzung wurde darauf hingewiesen, daß es feinen Sinn hätte, Gatow und Cladom auszugemeinden, nachdem die Ausgemeindung Spandaus abgelehnt worden war. Auch das Wohlfahrts mnisterium segte sich dafür ein, im Intereffe, der Boltsgesund heit die beiden Havelorte in Berlin zu belassen. Die Redner der Deutschnationalen sowie der Volksparteiler beharrten darauf, den gefaßten Beschluß aufrecht zu erhalten. Es seien verschiedentlich Bersprechungen gemacht worden, die gar nicht erfüllt werden nnten, zum Teil sogar über die Zuständigkeit der Gemeinde weit inausgingen. Eine Aenderung des gefaßten Beschlusses würde das Brestige des Landtages start beeinträchtigen. Der Redner hes Zentrums erklärte, daß ein Umschwung in der Meinung ber Bevölkerung der in Aussicht genommenen auszugemeindenden Orte eingetreten sei, daß man es nicht verantworten fönne, gegen den Willen der Bevölkerung zu beschließen. Der gefaßte Befchluß tönne nicht aufrecht erhalten bleiben. Bon Rednern unserer Bariei wurde darauf hingewiesen, daß wir uns von Anfang an gegen jede Ausgemeindung ausgesprochen hätten und daß wir uns erneut gegen je de Ausgemeindung aus Berlin wenden müssen. Auch die Demokraten sprachen sich gegen die Ausgemeindung aus. In Der erneuten Abstimmung wurde mit 13 gegen 7 Stimmen beschlossen, die Ausgemeindung von Gatow und Cladom abzu lehnen. Hiernach hatten auch die übrigen Parteien an einer einzelnen Ausgemeindung von Kohlhasenbrück fein Interesse mehr, fie wurde nun einstimmig abgelehnt. So endet nach jahrelangem Rampf die Los- von- Berlin"-Bewegung mit einem vollständis gen Fiasto der Gegner Groß- Berlins. Preußen und das Reich. Beratungen im Hauptausschuß des Landtags. Der Hauptausschuß des Preußischen Lantages begann am Montag die Beratung des Haushalts des Preußische Staatsministeriums. Die wichtigsten Punkte der Erörterung waren: das Berhältnis Preußens zum Reich, die Früchte der großen Koalition in Preußen und die 3ollfrage. Bei der Zollfrage legte der Ministerpräsident Genoffe Dr. Otto Braun noch einmal den Standpunkt Breußens dar. Er betonte, daß jetzt nicht mit Zöllen, sondern nur durch eine Kreditaktion der Landwirtschaft geholfen werden könne. Vor allem fönne mit Hilfe der Zölle die so wichtige Steigerung der landwirtschaftlichen Bros duttion nicht erreicht werden. Der Zentrumsvertreter sprach sich für gleitende Schutzölle aus. Der Sprecher der Demokraten und der der Deutschen Volkspartei waren sich einig darin, daß im Augenblic von den Agrarschußzöllen teine Rebe fein fönne. Selbit verständlich trat der Redner der Deutschnationalen, Freiherr, b. d. Offen, für Agrarschußzölle ein. Bei der Frage des Berhältnisses zwischen Preußen und dem Reich verlangte der Rebner der Deutschen Bollspartei eine einheit liche Stimmabgabe Preußens im Reichsrat. Festgestellt wurde, daß bei der Abstimmung über die Dawes- Gefeße im Reichsrat Bommert und Ostpreußen dagegen stimmten. Der Bertreter des 3entrums trat für die Selbständigkeit der Abgabe der preußischen Pro vinzialstimmen im Reichsrat ein. Die Frage des Verhältnisses zwischen Breußen und dem Reich, der Geltendmachung des preußischen Ein fluffes auf die Reichspolitik, das Problem: Einheitsstaat oder Föderalismus( Anschluß Desterreichs) wurden eingehend erörtert. Der preußische Ministerpräsident nahm zu diesen Fragen in einer aus führlichen Rede Stellung. Braun wies u. a. darauf hin, daß die Aufrechterhaltung der an. übermäßigen Alkoholgenuß geistig und förperlich gänzlich heruntergekommen und zu jeder nüzlichen Tätigkeit unfähig. Das wirke unheilvoll auf die Eingeborenen. Man müsse die Einfuhr von Alkohol gänzlich verbieten. Auch die Syphilis richte große Berheerungen Die Weißen nehmen schwarze Frauen und Boys zu sich und verstoßen sie nach einiger Zeit. Die betreffenden Frauen und Boys bleiben dann in den Städten, vermehren die Zahl der Prostituierten beider Geschlechter und tragen zur Ausbreitung der Syphilis bei. Es ist den Weißen leicht gemacht, fich fchwarze Frauen und Mädchen zu verschaffen. Sie geben dem Häuptling des Stammes ein Trinkgelb und dürfen fich dann aussuchen, was ihnen gefällt. Außerdem mißbrauchen viele weiße Beamten ihre Gewalt und rauben einfach die Negerinnen, die ihnen gefallen. Man sollte nur fräftige und moralisch gefunde Personen nach dem Kongo schicken, die in der Lage sind, dort eine zivilisatorische Arbeit zu verrichten. Außerdem sei das Klima für die weißen Frauen erträglich und es sei angezeigt, daß die Weißen ihre Frauen mitnehmen. Die Ausnüzung des vulkanischen Der Bultan als Motor. Dampfes für die Industrie, die bisher mehr Phantasie als Wirklich feit zu fein schien, ist jetzt in Italien über das Bersuchsstadium hierausgekommen. Der Fürst Conti machte über seine Erfahrungen in der italienischen Gesellschaft für Fortschritte der Wissenschaft nähere Mitteilungen, die in der Umschau" wiedergegeben werden. In dem toskanischen Industriebezirk bei Boltarra, südwestlich von Florenz, gibt es in einem Bezirk von 6 bis 7 Quadratkilometer zahl ciche Dampfousströmungen vulkanischen Ursprungs, die sogenannten Soffioni". Conti machte nun 1905 ben Versuch, mit diesem Dampf eine Kolbendampfmaschine zu heizen, durch die ein elektrischer Gene rator angetrieben wurde. Weitere Versuche mit Turbinen hatten zunächst feinen Erfolg, da die dem vulkanischen Dampf beigemischten Gafe die Bildung eines ausreichenden Bakuums in den Rondenjatoren verhinderten. Das Kraftwerk von Larderello stellte daher 1916 besondere Zwischentessel und Evaporatoren auf, in denen zu nächst die Gase ausgefchieden wurden. Der gereinigte Dampf wird denn zum Antrieb von zwei Parsons- Turbo- Generatoren von je 3000 Kilowatt verwendet; er tritt in diese mit einem Druck von 1,25 Atmosphären ein. Die Dynamos haben eine Nußwirkung von 2500 Kilowatt und liefern Dreiphasenstrom von 4000 Bolt bei Berioden. Umformer bringen bie Spannung auf 16 000 und für Die Hebertiefen Erfahrungen erscheint eine umfassende Ausbeu lebertragung nach Florenz und Siena auf 32 000 bis 38.000 tung des vulkanischen Dampfes und vulkanischer Wärme als aussichtsreich. Ueber den Mars als Zukunftsbild unserer Erde spricht auf Grund der Ergebnisse der Beobachtungen anlaßlich der gegenwärtigen Erdnähe des Planeten der Aftronom Dr. H. H. Krizinger am 24. abends 7 Uhr im großen Theatersaal der Urania, Taubenstr. 48. Der Vortrag ist mit zahlreichen Lichtbildern ausgestattet. Eine Boltsoper für München. Nach den Plänen des Theaterarchitekten Lub soll in München, und zwar in der Nymphenburger Vorstadt, mit einem Kostenaufwand von einer Million Mark eine neue Bühne gebaut werden, die den Namen„ Theater des Beftens" erhalten wird. Das neue Theater iit als- Bollsoper gebacht, in der aber auch Operetten gespielt werden und Filmborführungen erfolgen sollen. Der Bau soll noch in diesem Herbst in Angriff genommen und im Laufe des tommenden Jahres fertiggestellt werden. Gesandtschaft in München nicht gegen das Etetsrecht verstoße. burg, Oldenburg, Württemberg und noch verschiedenen Preußen sei bereit, auf dem Wege der Gegenseitigkeit die Ver tretungen in den deutschen Ländern aufzuheben. Das sei in Ham anderen Ländern geschehen. Für München fehle jedoch noch die Boraussetzung. Der Ministerpräsident schnitt dann die Frage der Ehrenzeichen on und teilte mit, daß für mutige Lebensretter jetzt ein Diplom herausgegeben werde. Was das Verhältnis Preußens zum Reich betreffe, erklärte der Ministerpräsident, so habe er stets ein gutes Zusammenarbeiten erstrebt. Schwierigkeiten seien aus dem häufigen Wechsel der Reichsregierung entsprungen. Im ganzen sei das Verhältnis erträglich. Man dürfe nicht vergessen, daß heute feine Personalunion zwischen Reichskanzler und Ministerpräsident mehr bestehe, heute, im reinen Föderativstaat sind Preußens Kompetenzen start beschnitten. Preußen fei gegenüber anderen Ländern bezüglich des Einfluffes auf die Reichspolitik im Hintertreffen. Ein besonderes Gesetz zur Vereinheitlichung der Stimmabgabe im Reichsrat sei nur durch Aende rung der Reichsverfassung möglich. Im Verwaltungsrat der Reichsbahn werde ein von Preußen gestellter Vertreter sigen. Gegenüber den Deutschnationalen, die bemängelten, daß Preußen in London nicht vertreten gewesen sei, erinnerte der Mi nisterpräsident daran, daß die deutschnationale Bresse feinerzeit den Antrag Preußens auf Mitvertretung abfällig fritifiert habe. | In der an die Ausführungen des Ministers sich anschließenden Debatte fam die Sprache auf den§ 18 der Reichsverfassung. Der Ministerpräsident erklärte, es müsse diesem Artikel eine andere Form gegeben werden. Die von den Kommunisten geforderte allge. meine Amnestie lehnte der Ministerpräsident ab. Der Etat des Staatsministeriums wurde in den Einzelpofitionen und dann in seiner Gesamtheit angenommen. Die Aktion gegen Loeb. Weitere Nücktritte. Weimar, 22. September.( Eigener Drahtbericht.) Dem Rüdtritt des Staatsbankpräsidenten Loeb hat sich heute auch der Staatsfommissar und frühere Banfdirektor ma er fer mit einem Schreiben an das thüringische Finanzministerium angeschlossen, in welchem er u. a. zum Ausdruck bringt, daß er auf eine objettive Würdi gung seiner Tätigkeit beim Aufbau der thüringischen Staatsbant seitens der jetzigen thüringischen Regierungsstellen nicht glaube rechnen zu können. Gleichzeitig hat der frühere sozialdemokratische Landtagsabgeordnete und Ministerialdirektor i. W. Bärwinfel, der seit einiger Zeit Archiv und Pressestelle der Staatsbent leitet. fristlos gekündigt. Das Genfer Abrüstungsprotokoll. Genf, 22. September.( Eigener Drahtbericht.) Das in der Abgeschlossenen Abkommen die Gesamtheit oder den von ihnen rüstungskommission für die Vollversammlung des Völkerbundes be- für notwendig gehaltenen Teil ihrer militärischen Streitschlossene Protokoll hat folgenden Wortlaut: träfte zur Hilfeleistung für einen besonderen Staat, der das ,, Vorwort: Um den dauerhaften Frieden in der Welt und die Opfer eines Angriffs wurde, eingreifen lassen. Diese obenSicherheit der Völker zu sichern, vom Entschlusse beseelt, die Bestehend ins Auge gefaßten Abkommen werden vom Bölkerbundrat grenzung der Rüstungen zu verwirklichen, haben sich die vertretenen registriert und veröffentlicht. Sie stehen jedem Mitgliedsstaat des Staaten über folgende Bestimmungen geeinigt: Bölkerbundes, der seine Mitwirkung zur Verfügung stellen will, offen. Jn feinem Falle Krieg..." Artikel 8a. Die Signatarmächte halten es, als dem Geiste des gegenwärtigen Protokolls entsprechend, daß die Gesamtheit der Soften, die aus militärischen Operationen zur Niederwerfung des Angriffs gemäß dem gegenwärtigen Protokoll erwachsen, sowie die Reparationen aller durch die Operationen erwachsenen Schäden und aller Zivil- oder Militärpersonen erwachsenen Ünbill bis zur äußersten Grenze seiner finanziellen Leistungsfähigkeit von dem Angreiferstaate getragen werden. Artikel 9. Die unterzeichneten Bölferbundsmitglieder verpflichten sich an einer Internationalen Abrüstungstonferenz teilzunehmen, die vom Völkerbundrate einberufen werden soll, und die in Genf am 15. Juni zuſammentreten wird. Alle Staaten, ob sie Mitglieder des Bölferbundes find oder nicht, werden zu der Konferenz eingeladen werden. Wenn nicht mindestens die Mehrheit der in Permanenz im Bölkerbundsrate ver. tretenen Mitgliedstaaten oder zehn andere Mitgliedstaaten ihre Ratifitation bis 1. Mai 1925 niedergelegt haben, so muß der Generalsekretär des Völkerbundes die Abrüftungskonferenz an nullieren. Artikel 1. Die Unterzeichneten sind damit einverstanden, die Einführung eines Zusages zu Artikel 12 des Pattes zu begünstigen, der folgende neue Einleitung zu diesem Artikel vorsehen würde: Die Mitglieder des Bölkerbundes einigen sich dahin, daß sie in tei nem Falle Krieg gegen ein anderes Mitglied des Bundes führen werden, ausgenommen im Falle, daß sie wider stand gegen Angriffe leisten müssen oder wenn sie mit 3uStimmung des Rats und der Völkerbundversammlung handeln. Artikel 2. Die Unterzeichneten werden die Einführung eines Zusages zu Artikel 15 des Battes begünſtigen, damit die Baragraphen 4, 5, 6 und 7 dieses Artikels folgendermaßen erweitert werden: 1. Wenn eine dem Rate unterbreitete Streitigkeit von diesem nicht sofort geregelt werden kann, so wird sich der Rat bemühen, die Streitigkeit einer schiedsgerichtlichen Regelung zu unterwerfen. Auf das Verlangen dieser Partei, und nur einmal im Laufe des Verfahrens, werden die Schiedsrichter durch Vermittlung des Rates über die angegebenen Rechtspunkte die Meinungsäußetung des ständigen internationalen Gerichtshofes einholen. Die Mitalieder des Bölferbundes verpflichten sich, die schiedsgerichtlichen Entscheidungen getreu auszuführen und sich den Entschei. Genf, 22. September.( Eigener Drahtbericht.) In der BoII. dungen und Empfehlungen des Rates zu fügen. Artitel 3. Die Bestimmungent des Artikels 2 und 3 finden perfammlung, der dritten Abrüstungstommission teine Anwendung auf die Regelung von Streitigkeiten, die gab Benesch am Montag nachmittag Bericht über die Arbeiten infolge von friegerischen Maßnahmen, welche von einem oder der Unterkommissionen, deren Ergebnis jeht in einem vorläufigen mehreren Staaten auf Grund der Beschliffe des Rates oder der Projekt vorliegt, das noch kleinere Umänderungen erfahren tarry, Bölferbundversammlung ergriffen worden find, entstehen tönnen. aber im ganzen ein System darstellt, das dem Krieg Baum noch Artikel 4. Wenn im Berlaufe eines durch Artikel 3 vorgefehe- eine Tür offenläßt. Noch in feiner Epoche der Geschichte, erklärte nen Schiedsgerichtsverfahrens eine der Parteien behauptet, daß der Benesch, hat sich eine derart vollständige und berufene KörperStreitfall eine Frage ist, die dem ständigen Internatio nalen Gerichtshof unterbreitet werden muß, so muß der Geschaft zusammengefunden in dem Bestreben, den Frieden für immer richtshof antworten, ob es sich in der Tat um eine solche Frage handelt. Wer ist der Angreifer? jenige Mitglied des Bölberbundes, bas, obwohl es bas Brotokoll Artikel 5. Bestimmung des Angreifers: Angreifer ist das. unterzeichnet: 1, 3um Striege greift in Berlegung der in Artikel i 1. eingegangenen Verpflichtungen, oder indem es fich weigert, das schiedsgerichtliche Verfahren anzuerkennen; 2. Angreifer ist, mer einen Kriegsaft in Verlegung der Ratsbeschlüsse begeht, welche den 3med verfolgen, jebe Berschiebung seiner Streitkräfte zu Baffer, zu Lande und in der Luft aufzuhalten. Artikel 6. Da das Vorhandensein ent militarisierter 3onen dazu angetan ist, Angriffe zu verhindern, so wird deren Errichtung zwischen den Staaten, die damit einverstanden sind, empfohlen als ein Mittel, eine Berlegung des Protokolls zu vers meiden. Die auf Grund von Verträgen schon bestehenden entmilitarisierten Zonen oder jene, welche zufünftig errichtet werden sollen, können einer zeitweiligen der ständigen Kontrolle des Bölkerbund rates unterworfen werden, wenn einer oder alle anstoßenden Staaten es verlangen. Die Kontrolle erfolgt auf Kosten dieser Staaten. Die Wirksamkeit der wirtschaftlichen Sanktionen. Artikel 7. Sobald die Erklärung über den Angriff erfolgt und proflamiert ist, daß der Angreifer außerhalb des Gefeßes steht, werden die Berpflichtungen der fontrahierenden Mächte in bezug auf die Sanktionen aller Art unmittelbar in Kraft treten, damit diese Sanftionen unverzüglich ihre Wirkungen gegen den Angreifer erfüllen fönnen. Diese Verpflichtungen müssen als bin dend für jedes Bundesmitglied interpretiert werden in dem Sinne, daß es effektiv mit arbeitet, jebem Angriffsaft Widerstand zu leisten. Die Unterzeichner gehen die Berpflichtung ein, dem angegriffenen oder bedrohten Staat zu Hilfe zu tommen und ich gegenseitig durch Erleichterungen und gegenseitigen Austausch in bezug auf die Bersorgung mit Rohstoffen und Waren aller Art, durch Krediteröffnungen, Transport- und Verkehrserleichterungen zu unterstützen und alle in ihrer Macht liegenden Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit der Verkehrsbedingungen des angegriffe: nen Staates zu Wasser und zu Lande aufrecht zu erhalten. Artifel 7a. Angesichts der Vielseitigkeit der Bedingungen bezüg lich der wirtschaftlichen und finanziellen Santtio. nen wird der Rat die wirtschaftlichen und finanziellen Organis fationen des Bölferbundes fofort einladen, zu einer Prüfung der Maßnahmen zu schreiten, die dazu angetan sind, die Sanktionen in Kraft zu sehen. Wenn der Rat im Besiz dieser Informationen sein wird, wird er fofort Pläne ausarbeiten lassen, und zwar 1. die Aktionspläne für den Fall, daß die wirtschaftlichen und finanziellen Santtionen gegen einen Angreiferstaat ergriffen werben, 2. die Pläne zur wirtschaftlichen und finanziellen Zusammenarbeit zwischen einem angegriffenen Staat und den verschiedenen Staaten, die ihm Hilfe bringen. Diese Bläne, werden den Unterzeichnern des Protokolls fofort mitgeteilt. Wirksamkeit und Verrechnung der militärischen Sanktionen. Artikel 8. Angesichts der in Artitel 16 des Bölkerbundspattes und Artikel 7 dieses Protokolls vorgesehenen etwaigen militärischen Sanktionen ist der Völkerbundsrat befugt, die Verpflichtungen der Staaten entgegenzunehmen, die von vornherein ihre militärischen Streitfräfte feftfehen, mit denen sie sofort eingreifen fönnten, um die Ausführung der Verpflichtungen sicherzustellen, die sich hierüber aus dem Batte und dem Protokoll ergeben. Die Signatarmächte aus dem Bakte und dem Protokoll ergeben. fönnen außerdem nach Feststellung des Angriffs nach vorher ab England und die militärischen Sanktionen. zu sichern und den Krieg unmöglich zu machen. Durch die Mög lichkeit der Aamendung der Bestimmungen des Artikels 17 bes Bölkerbundpattes werden sich auch die dem Bölferbunde noch fernstehenden Staaten diesem System nicht entziehen können. Das Profofern eine notwendige Ergänzung, als zum Unterschied des Baktes tokoll bedeutet teine Veränderung des Pattes, sondern höchstens in fich die Mächte verpflichten, sofort, nach bem ber Angreifer nachdem festgestellt ist, auch zu militärisen Santtionen zu greifen, während der Paft die Staaten nur zu sofortigen wirtschaft. lichen und finanziellen Sanktionen verpflichtet und die Ergreifung militärischer Sanktionen erst nach Entscheidung des Rates porsieht. In der sich anschließenden Diskussion sprach als erster Redner der englische Delegierte Henderson, dessen Ausführungen deutlich erkennen laffen, daß sich der englische Standpunkt im Berlaufe der letzten Woche nicht derart verschoben hat, wie manche Kreise annehmen. Man konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, daß die englische Oppofition gegen die Annahme des Protokolls in den leßten Tagen wahre Don- Quigote- Kämpfe ausgeführt hat. Henderson sage ungefähr folgendes: Die Grund lage, auf der das ganze Protokoll ruht, ist die Einführung der o bli gatorischen Schiedsgerichtsbarkeit alle für Staaten. Artikel 36 des Statuts des Internationalen Schieds gerichtshofes, der diese porsieht, wurde sehr sorgfältig von den Jurifter überprüft, die aber feinen Grund zu Ergänzungen fanden und erklärten, daß seine Bestimmungen genügend belastet seien, um jedem Staat den Eintritt ohne Vorbehalt zu ermöglichen. Trozdem hat England einen wichtigen Borbehalt zu machen, menn es die obligatotische Schiedsgerichtsbarkeit annimmt. In Fällen, in denen die englische Flotte im Auftrage oder mit Zustimmung des Böllerbundes in friegerische Operationen verwidelt ist und wir geben das feierliche Versprechen, daß sie nie ohne die Zustimmung in Tätigkeit treten wird verlangen wir die volle Handlungsfreiheit für die Flotte, die ja schon im Interesse der schnellen Sicherung des Erfolges unumgänglich ist. Niemand kann wünschen, daß der ständige Gerichtshof eine Körperschaft zur Ueberprüfung militärischer Operationen wird. Wir schlagen deshalb für Artikel 4 des Brotokolls eine diesbzügliche Ergänzung vor. Zur Sicherheitsfrage erklärte Henderson in einem gewissen Gegensatz zu Benesch, daß Artikel 7 des Protokolls bereits in Artikel 16 des Baktes enthalten sei und damit keine neuen Verpflichtungen übernommen würden. Die in Artikel 16 des Battes vorgesehenen Verfahren bei der Ergreifung militärischer Sanktionen müssen aufrechterhalten werben. Es war noch nie davon die Rede, Land. oder Geestreitkräfte dem Rat zur freien Berfügung zu stellen. Der zweite und dritte Abschnitt des Artifels 11 enthalten darüber genaue Bestimmungen. Dieser Entwurf ist aber nur ein erster Schritt, und selbst wenn er durch alle Parlamente angenommen und ratifiziert ist, wird er erst einen Anfang zu einem großen Wert bedeuten. Die schwierigste Aufgabe, die Abrüstung, bleibt noch zu erfüllen. Geben wir uns feinen Illufionen über die Leichtigkeit ihrer Lösung hin, aber seien wir gewiß, daß dieses Protokoll die Grundlage zum Erfolge schafft. Es sprachen dann noch in der Debatte Schanzer ( Italien), Boncour( Frankreich), Duca( Rumänien) und Boullet( Belgien). Am Mittwoch vormittag wird die Debatte über die einzelnen Bunfte des Protokolls fortgeführt und die endgültige Annahme beschlossen werden. Gewerkschaftsbewegung = Bauunternehmer und Arbeitszeit. Bon den Berhandlunger der Tagung des Beton und Tief bau Arbeitgeberverbandes gibt WTB. einen längeren Bericht, der fich hauptsächlich um die Arbeitszeit dreht. Nach diesem Bericht find the Unternehmer im Baugewerbe eifrig bestrebt, zu einer Belebung, Berbilligung und Verbesserung der baugewerblichen Produktion zu gelangen, doch stoßen sie dabei auf Hemmungen wirtschaftlicher und fezialpolitischer Notur. Deutlicher, die Bauarbeiter follen länger arbeiten um niedrigeren Lohn. Aber das wollen fie nicht. Des halb bekommen wir auch feine neuen Wohnungen. Die Bauarbeiter haben zwar den Unternehmern Borschläge zur Reorganisation threr Betriebe gemacht, um billiger zu bauen Sie haben in ihren Bouhütten auch gezeigt, daß und wie sich tas machen läßt. Die Bau arbeiter haben dabei jedoch wahrscheinlich zu wenig an den Profit der Unternehmer gedacht, so daß diese auf die Verbilligungsvorschläge Der Arbeitervertreter nicht weiter eingegangen find. 3m Baugewerbe war alles in befter Ordnung: " Im Jahre 1923 erreichte der Tarifgcdante für das Gebiet der Bauausführungen einen Höhepunkt. Fünf Reichstarifverträge für Arbeiter, für Boliere, für Schachtmeister, für fedysische und für Paufmännische Angestellte woren als Rahmenverträge in Kraft, in den Bezirker durch Bezirkstarifverträge ergänzt. Wenn heute, nachdem Ende März 1924 der Reichstarifvertrag für das Baugewerbe( für Arbeiter) abgelaufen und bis jetzt nicht erneuert wor ben ist, der Tarifgedenke einen harten Stoß erlitten hat, so ist baren, sonderbar genug, ein Eingriff der Regierung soulb, der eigentlich dazu bestimmt war, den Abschluß von Tarifverträge zu fördern. Wir meinen die geltende Verordnung über die Arbeitszeit. Nachdem durch einen Beschluß des Reichswirtschaftsrates für die Bautätigkeit im Sommer die neunfündige Arbeitszeit empfohlen war, nachdem auch in anderen Ländern für die Saisonbetriebe besondere Ausnahmen geschaffen waren, wäre es das Begebene gewesen, in der Verordnung über die Arbeitszeit vom 21. Dezember 1923 ebenfalls eine ausdrückline Regelung für die Saisonbetriebe zu treffen. Das ist nicht geschehen Eine Regelung ist zwar zulässig, aber nur durch Tarifvertrag, daß heißt, fie muß mit den Gewerkschaften cusgehandelt werden. Der Verfuch, zu einem Tarifvertrag zu gelangen, hat im Jahre 1924 unendliche Arbeitsfämpfe und zahllose Berhandlungen ohne jedes Ergebnis zur Folge gehabt. Auch das wiederholte Eingreifen des Reichsarbeitsministeriums und schließlich ein für das ganze Reich erlaffener Schiedsspruch woren ergebnislos. Der Grund liegt darin, daß dem Tarifvertrag etwas zugemutet wird, was er nicht Teisten fann. Die Gewerffchaften follen eine Theorie aufgeben oder durchlöchern, an der die bekanntlich sehr radikalen Bauarbeiter mit Bähigkeit festhalten." Der Tarifvertrag soll die Lohn- und Arbeitsbedingungen regeln Der Reichstarifvertrag für das Baugewerbe hat diese Aufgabe erfüllt. fo lange, bis die Unternehmer auf den Eirfall komen, die Arbeits zeit um täglich eine Stunde zu verlängern. Die„ sehr radikalen Bauarbeiter haben an acht Sturiden Arbeit, vielfach Affordarbeit, gerade genug, zumal ihre Arbeitsstätten ständig wechseln und sie nicht im Auto hinfahren können, sondern meist recht viel Zeit gebrouchen für die Wege hin und zurüd. Kurzum, die Herren Bauunternehmer haben eingesehen, daß ihre Arbeiter fich weder auf dem Bege der Tarifverhandlungen noch auf dem der Aussperrung eine Berlängerung der Arbeitszeit um eine Stunde aufhalfen lassen. Sie haben daher dieje. Ueberzeugung in einer Resolution festgelegt, um ihre bescheidene Forderung zu Begründen, daß eine eindeutige und unmittelbare Regelung durch Gefeß. die sich nicht darauf beschränkt, den Arbeitgebern und Arbeitnehmeri die Regelung zu überiassen, sondern für die Baufifon eine Arbeitszeit porichreibt, die den Ausfall für die genantten Arbeitsausfälle schafft und die gleichmäßig der Notlage der Wirts schaft Rechnung trägt." Tacht etwa im Interesse der Bauunternehmer beiletbe nicht! fondern: Im Interesse unserer gesamten Boitswirtschaft mus ermartet werden, daß sich Reichsregierung und Reichstag diesem ernften Appell nicht verschließen werden." Das heißt, die Bouarbeiter sollen geseglich gezwungen werden, täglich neun Stunden zu arbeiten. Eine Gesetz getung, die derartiges beschließen würde, nicht ganz in Ueberein. stimmung mit dem Washingtoner Abkommen fönnte aber nicht an der Frage vorübergehen, wovon die Bauarbeiter im inter leben follen, in der Zeit, in der nicht gebaut werden fann. Der Reichstarifvertrag zwischen Unternehmern und Arbeitern des Baugewerbes würde wahrscheinlich noch heute bestehen, wenn nicht. Mie Arbeitszeitverordnung die Unternehmer geradezu mit der Rafe darauf gestoßen hätte, die Arbeitszeitbestimmung im Tarifvertrag zu tündigen. Die Bauunternehmer beriesen fich bei ihren Verfchlechterungsanträgen zum Tarifvertrag, die" nur" etwa 150 Bumfte betrafen, auf den„ Druck der Industrie". Dieselben Unternehmer des Beton- und Tiefbaugewerbes, die hier die Macht des Gefeßes anrufen, um die Arbeitszeit zu ver. fängern, behaupteten im Laufe ihrer Beratung, daß dies durchaus überflüssig fei. Es sei vielmehr auf dem Wege der Bragis eingeführt, was durch Verhandlungen nicht zu erreichen war. Obwohl die Affordarbeit in dem Reichstarifvertrag vor zwei Jahren nicht einmal mehr erwähnt worden sei, sei sie jetzt durch bie Progis herbeigeführt. Was die Arbeitszeit anlangt, fo wird heute, soweit die Bautätigkeit überhaupt in Gang gekommen ist, auf den Baustellen draußen, die im Sommer zur Berfügung stehende Zeit bereits in großem Umfange durch Mehrarbeit über den Achtstundentag hinaus ausgenußt. Das ist bie Bragis, wie fie fich gegen Sie gewerkschaftliche Theorie burch zufegen beginnt." Trifft dies zu, dann dürften die Unternehmer ja nur etwas Geduld haben, bis dieser Prozeß beendet ist. Allein sie scheinen ihrer Theorie von der Bragis nicht recht zu trauen. Freilich," fagen fie sind daneben Kämpfe und dauernde Beunruhigungen und damit schwere Schäden für die Wirtschaft aus dem ungeklärten Rechtszustand zu verzeichnen." Die Klage in der Entschließung, der Versuch der drei zentralen| Arbeitgeberverbände des Baugewerbes und der Bauindustrie, den Bauarbeitern durch Tarifvertrag eine längere Arbeitszeit aufzuerlegen, fei on der dottrinären Haltung der Gewert. aften gescheitert, bedeutet für die Gewertschaften ein Lob. Sie feien nicht zu belehren, , daß die fchematische Anwendung des Achtstundentages in einem Saifongewerbe, das im Winter durch Frost und Lichtverhältnisse, während der übrigen Monate durch die Witterung starke Arbeitsausfälle erleibet, cls finnlos erscheinen muß." Sinnlos ist es vom Standpunkt der Arbeiter aus, daß sie neue Stunden arbeiten sollen, um schließlich keinen Pfen. nig mehr zu verdienen, als in acht Stunden. Die Differenz käme nicht etwa der Boltswirtschaft, sondern dem Unternehmerium zugute. Arbeiten alle Bauarbeiter acht Stunden, fann fehr viel gebaut merden. Wo aber und wann es notwendig ist, Ueberstunden zu machen, werdet sie geleistet, was die Unternehmer bestätigt haben, Berliner Gewerkschaftsschule. Das Sachverständigen Gutachten und das Londoner Abkommen. Der Dates- und Mac- Kenna- Bericht. Der neue Reparations, plan. Die Folgen der Durchführung für den Staatshaushalt, die Wirtschaft und die Währung. Folgen für die Arbeitnehmerschaft. Folgen für die Arbeitnehmerschaft. - Der Standpunkt der Arbeitnehmerschaft. Die politische Seite. Lehrgang an der Berliner Gewerkschaftsschule. Lehrer: Dr. Karl Mierendorf. Beginn: Montag, den 13. Oftober 1924, abends 7 Uhr, im Sophien- Lyzeum. Weinmeisterstraße 16/17. Anmeldungen bei den Verwaltungen der Verbände und im Bureau der Gewerkschaftsschule, Engelufer 24/25, Zimmer 6. Hörerbeitrag 1 Mt. 25 Jahre Fabrikarbeiterverhand in Erfner. CT Heute, am 23. September, besteht in Ertner der Fabrikarbeiterverband 25 Jahre. Sieben Kollegen gründeten damals eine felb ständige Zahlstelle des Verbandes. Sofort nach der Gründung leiteten die Begründer eine lebhafte Agitation ein, mit dem Erfolg, daß 14 Tage später die Mitgliederzahl 130 betrug. In diefem zu sammenhange muß gesagt werden, daß unser Genosse August Boite, der heute noch Funktionär des Verbandes ist, in den 25 Jahren nicht nur das Banner der Gewerkschaft hochgehalten, son dern überall, wo sich Gelegenheit bot, für die Bewegung geworben und gefämpft hat. Die älteren Genossen fömmen es verstehen, was es im Jahre 1899 bedeutete, Agitator für die Arbeiterbewegung zu sein. Troz Schifanen, Maßregelung und schwarzen Listen hat sich der Genoffe Boite von den Unternehmern nicht mürbe machen faffen; stets stand er im Kampfe für die Forderungen der Arbeiterfdjaft an erster Stelle. Bir wünschen dem Genossen Poite, daß er noch recht lange feine Tätigteit als Funktionär für die Arbeiterbewegung ausüben fann. Seit dem Jahre 1919 gehört Erfner zur Zahlstelle Berlin des Fabritarbeiterverbandes und bildet einen Bezirk desselben. Auch in Ertner find die Irrungen und Wirrungen der Nachkriegszeit an der Arbeiterschaft nicht ganz spurlcs vorübergegangen. Aber auch unter den Fabritarbeitern in Erfner bricht sich wieder die Erkenntnis Bahn, daß nur gut ausgebaute Organisationen ihren Zweck erfüllen fönnen, um ein Schutz für die Arbeiterschaft und ein Bollwerk gegen profithungrige Unternehmer zu sein. Notvereinbarung im Böttchergewerbe.. Der Böttcherverband teilt uns mit, daß er mit der Freien Arbeitgeber- Vereinigung im Böttchergewerbe ein 3. Lohnabkommen bereinbart hat. Dasselbe gilt vom 27. Sept. bis 15. November und fieht Löhne bor von 95 Pf. pro Stunde für Böttcher und von 78 Pf. für Hilfearbeiter. Das Lohnablommen bildet einen Bestandteil des Tarifvertrages für das Böttchergewerbe für das Gebiet der Einheitsgemeinde Groß Berlin, der Stadt Potsdam und Werder a. d. H. Bismarckbündler und Gesetzesverächter. Bom Zentralverband der Bäder und Konditoren wird uns geschrieben: Der Bädermeister Hildebrand, Berlin, Glogauer Str. 17, welcher sich rühmt, Bismarcbündler zu sein und immer einen Teil diefes Bundes bei sich beherbergt, fann sich durchaus nicht an die gefeßlichen Bestimmungen des Nachtbadverbotes für Bäcker gewöhnen. Verschiedenen Kontrollen der Gehilfen wie der Meister, die einwandfrei feststellten, daß Herr Hildebrand nachts zwischen 1 und 2 Uhr mit zwei Gesellen tätig war, bestritt Herr Hildebrand diese Tatsache und wollte durch ein von ihm geführtes" Badbuch" beweißen, daß er so menig Arbeit hat, daß er eigentlich Gesellen überhaupt nicht beschäftigen brauchte. Als die Glaubwürdigkeit dieses Badbuches angezweifelt wurde, vermahrte er sich dagegen, da er selbst in der Steuerfommiffion fäße. Bon unferer Seite aus wurde festgestellt, daß Herr Hildebrand ständig zwei Gefellen beschäftigte, diefe allerdings nicht durch den paritätischen Arbeitsnachweis bezieht, sondern durch Zeitungsannoncen aus Schlesien usw. tommen fäßt. Die Art, wie 5. mit diesen Gehilfen umspringt, wird demnächst noch vor Gericht zum Austrag tommen. Revolutionäre Betriebsräte". Der Fraktionsvorstand der KPD. der Deutschen Werte Hafelhorft ersucht uns auf Grund des§ 11 des Breßgesetzes um Aufnahme einer Berichtigung unserer unter vorstehender Ueberschrift in der Aberbausgabe des Vorwärts" vom 15. b. m. veröffentlichten Notiz. Obwohl der Fraktionsvorstand der RPD. fein Recht hat, die Aufnahme einer Berichtigung zu verlangen, geben wir sie hiermit wieder: Im Fall Probst hat die Fraftion sofort nach Bekanntwerden der Verfehlungen des B. diefen gezwungen, aus dem Betriebsrat auszutreten, ferner hat sie seinen Austritt aus der Partei beantragt.( Also stimmt unsere Mitteilung von dem Verhalten dieses Revolutionärs"!) Es trifft nicht zu, daß der Kollege Semrau bei der Direktion gebettelt hat um zurücknahme der Kündigung seines Sohnes( haben wir auch nicht gesagt!), sondern das Arbeitsverhälmis ist mit dem Sohn des S. anfangs August geregelt worden, ohne daß G. davon etwas wußte, und zwar durch den Abteilungsleiter.( Offenbar weiß S. auch heute noch nichts davon.) Es trifft auch weiterhin nicht zu, daß an Stelle des jungen S. ein anderer gehen mußte. Erst Ende Auguft hat sich der Kollege Semrau beim Personalchef wegen der Art des nunmehrigen Arbeitsverhältnisses und der Entlohnung seines Sohnes erfundigt.( Also doch erkundigt". Durch feinen Sohn selbst fonnte er es nicht erfahren.) Nun zum Kollegen Prenzlow. Es ist wahr, daß er eine Karte aus Rußland an die Direktion geschrieben hat, aber nicht um Kartengrüße auszutauschen, KRESSIN RICHTER STEGUEZ MOHAR S in Blechpackung Die Marke des Qualitätsrauchers fondern um der Direktion mitzuteilen, daß er seinen vierwöchigen besonderer Berhältnisse überschreiten müffe wegen Urlaub Generalstreit und ( Andernfalls er mit herzlichen Grüßen Diftatur des Proletariats erklären werde. So sehen sie aus, die revolutionären" Betriebsräte!) Lohnregelung in der englischen Schuhindustrie. Die Arbeitgeber und Arbeitnehmer der englischen Schuhindustrie find nach langwierigen Verhandlungen zu einer Vereinbarung gelangt, die einen Mindestlohn von 60 Schilling in der Woche und eine Seibe weiterer Zugeständnisse an die Arbeitnehmer vorsieht. Die Vereinbarung, die 100000 Arbeiter betrifft, sichert den Arbeitsrieden in der Schuhindustrie bis zum Oftober 1926. Die gewerblichen Spihenverbände zur Kleinhandelssteuer. Der Reichsverband der Deutschen Industrie und der 3entralverband des Deutschen Großhandels teilen mit: In den letzten Tagen ist in der Presse verbreitet worden, daß der Reichsverband der Deutschen Industrie und der Zentralverband des Deutschen Großhandels einen von beiden Spitzenverbänden verfaßten Gefeßentwurf über die Kleinhandelssteuer den zuständigen Regierungsstellen übermittelt hätten. Demgegenüber muß festgestellt werden, daß diefe Nachrichten völlig unzutreffend find. In den Steuerausschüssen beider Spitzenverbände ist anläßlich der Frage der Reform des Umfagsteuerrechts neben den bekannten Reformvorschlägen selbstverständlich das System der Kleinhandelssteuer erörtert und einer Prüfung unterzogen worden. Die Arbeiten der betreffenden Kommission sind jedoch noch nicht abgechlossen, wenn auch beschlossen worden ist, den Gedanken der änderung der Umsatzsteuer unter allen Umständen in schnellster Weise erreicht werden muß. Eine Festlegung der beiden Spitzenverbände auf ein bestimmtes System liegt jedoch nicht vor. Der in der Presse veröffentlichte Entwurf stellt einen Rohentwurf einer Unterfommission vor, der offenbar durch Indisfretion unter gänzlich falschen Voraussetzungen der Presse übermittelt worden ist. Also ein Rückzug! Der Zentralverband deutscher Konsumvereine hat beim Reichsfinanzminister scharfen Brotest gegen das Projekt einer Kleinhandelssteuer erhoben und verlangt, daß das Reichsfinanzministerium energisch von dem Plan abrückt. Diefer Protest dürfte erledigt sein, nach. dem die Spitzenverbände selbst sich nicht mehr zu der Kleinhandels. steuer bekennen. „ Der Freie Beamte", die vom Vorstand der Sozialdemokra tischen Partei Deutschlands( Beamtenzentrale) herausgegebene Halbmonatsschrift für die parteigenössischen Beamten, erscheint Die Zeitschrift wird wie vordem von dem Genossent jetzt wieder. Hermann Wäger, dem Leiter der Beamtenzentrale, redigiert. " Der Freie Beamte" brachte in seiner zwölfseitigen Sondernummer für September eine programmatische Erklärung der Redaktion über die Grundsäge, von denen er sich leiten läßt. Rampf für die Republik, für den modernen Voltsstaat, für den Aufbau, für Demokratie in den Berwaltungen. Für die Weimarer Verfassung, für die in ihr garantierten staatsbürgerlichen Freiheiten und Rechte der Beamten, für ihre Befreiung aus recht. licher, geistiger und wirtschaftlicher Not: für ben sozialen und fulturellen Aufstieg des Beamtenproletariats." Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich 1 Mt. Der Freie Beamte" fann bei jeder Postanstalt bestellt werden. Berband der Mattz! Sektionsversammlung der 2 adierer heute abend 7% Uhr im Gewerkschaftshaus, Gaal 1. Bollzähligen Befuch er wartet Die Gettionsleitung. Aus der Partei. Konferenz der Parteibuchhändler. Im Anschluß an eine Konferenz der Geschäftsführer der sozial demokratischen Barteipreffe findet am Montag, den 6., und Diens tag, den 7. Oftober, im Sigungssaal des Parteivorstandes, Berlin SW. 68, Lindenstr. 3, eine Konferenz der Partei. buchhändler statt. Beginn am Montag vormittag 9% Uhr. Tagesordnung: M 1. Bortrag bes Gen. Dr. Stern Prag über die Kulturaufgabe des sozialistischen Buchhändlers. 2. Unser Buchvertrieb. 3. Der Zeitschriftenvertrieb. 4. Unser Bücherfreis. Die Einladung ergeht hiermit an alle Buchhandlungen, soweit fie zu unseren Parteiunternehmungen gehören. Wegen der Wichtig feit der Tagung ersuchen wir, überall dafür Sorge zu tragen, daß jede Buchhandlung unbedingt vertreten ist. Der Parteivorstand. Jugendveranstaltungen. " Heute, Dienstag, den 23. September, abends 7% Uhr: Gesundbrunnen II: Schale, iesen, Ede Pantstraße. Bortrag: Ge schichte der freien Gewerkschaffen." Reutölln II: Jugendheim, Nogatftr. 53, Naturwissenschaftlicher Blauderabend. Neukölln V: Jugendheim, Schierke. Straße 40, Glaßbrenner- Abend. Reinidendorf- Oft: Seebad", Residensstr. 46, Bortrag: Seguelle Fragen", Fortegung. Staaten: Jugendheim, BahnSteglik II: hofftraße 30a, Bortrag: SAJ., SPD., R.-B. und Republik." Warum find mir Kriegsgegner?" Jugendheim Solſteinische St. 3. Bortrag: Südost G.- B.: Schule, Görliger Str. 54, Bortvag: Die Julirevolution Don 1789." Besten: Baugewerksschule, Rurfürstendamm 141, Bortrag: Goethe." Werbebezirk Wedding. Heute abend 8 Uhr Vortragsabend des Kreises in der Aula Gotenburgstr. 2, nicht, wie bisher angegeben wurde, Auka Nur Unkostenbeitrag. Schillerlyzeum. Die Genoffin Oestreich spricht über: ,, Lebensform Neue Wege Neue Gesellschaft." Die mit der Beranftaltung verbundene Ausstellung der Wertfreunde" kann bereits von 6 Uhr ab besichtigt werden. Besucht den Abend geschlossen. Alle Mitglieder der Kreisabteilungen müssen erscheinen Berantwortlich für Politik: Genft Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schikowski; Lotales und Sonstiges: Frig Karstädt; Anzeigen: Th. Glocke; sämtlich in Berlin. Berlag: Vorwärts- Berlag 6. m. b. H., Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruderei und Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin S. 68, Lindenstraße 3. Hierzu 2 Beilagen. Hevitan Sarami HEVITAN VitaminNährpräparatnach Prof. Dr. Reyher Bewährt bei nervösen Störungen. Appetit und Körpergewicht nehmen zu Wachstumfördernd bei Kindern und Säuglingen, bewährt bei Ernährungsstörungen derselben In Apotheken und Drogerien, sonst direkt von der Sarotti- Akt.- Ges, Berlin- Tempelhet ZIGARETTEN MOHAR LUXUS 89 Die Marke des Feinschmeckers Nr. 44S � 41. Jahrgang � � 01� Ö�Olk � 9 Dienstag, 23. September 1H24 Die grzß« Wäsche war von jeher dos Schmerzenskind der Haus- frau. Dennoch rooren alle Hausfrauen wohl immer froh, wenn sie über genügend Zeit und Geld verfügten, um ihre Wäsche sauber in Ordnung holten zu können. Krieg und Inflation haben hier alte Gewohnheiten geändert, und nur langsam vollzieht sich jetzt«ine Wandlung zum Besseren. Die Wohnung als Waschraum. Di« Arbeiterfrau, die täglich beruflich tätig sein muß, um den kargen Lohn, den der Mann nach Hause trägt, durch ihr« fast immer viel zu niedrigen Einkünfte zu erhöhen, wird selten an die„große Wäsche" denken können. Nicht gnug, daß sie wie der Mann in täglicher Berufsarbeit sich abrackern muß, zwingt sie die Sorge um den Haushalt zum weiteren Schaffen, wenn eigentlich Feierabend sein sollte. Von vielen dieser Arbeiterfrauen wird geradezu lln- menschliches verlangt und geleistet. Diese Frauen hoben keine Zeit, an mehreren Tagein in der Waschküche des Hauses ordnungsgemäß ihre Wäsche zu waschen. Sie müssen die Küche der Wohnung dazu benutzen. Das ist in gesundheitlicher Hinsicht außerordentlich de- dauerlich. Die Familie, deren Mitglieder oft genug eng gedrängt zusammen hausen, atmen dann auch des Nachts die ungesunden Dünste ein, die durch das Abkochen und Säubern der Wäsche ent- stehen. Die Küche selbst leidet nicht minder, und so tragen die Ver- Hältnisse dazu bei, den Aufenthalt in der Wohnung selbst noch un- freundlicher zu machen, als es oft genug schon ohnehin ist. Wer in der Lage ist, Wäsche auf längere Zeit(14 Tage bis 4 Wochen) zu sammeln, sollte stets die Waschküche und auch die Trockenböden des betreffenden Hauses benutzen. Der Zustand der Waschküchen war in der Inflationszeit in den meisten Häusern derartig, daß man sie nicht benutzen konnte. Die Neuregelung der Miete, die feste Zuschläge für große Jnstandsetzungsarbeiten vorsieht, hat viele Wirte ver- anlaßt, Waichküchen und Trockenböden wieder gebrauchsfähig machen zu lassen.� Di« Gefahr, daß Wäschemarder das kostbare Gut von den Trockenböden stehlen, ist geringer gewmden. Selber waschen oüer nicht! Eine weitere Frage, die die Arbeiterfrau allerdings nur mittel» bar interessiert, ist die, ob es sich empsiehlt, die Wäsche außerhalb des Hauses waschen zu lassen, um sie schränkfertig wieder herein» zubekommen. Wer stets ein« größere Summe Geldes für diese Zwecke bereitstellen kann und wer in der Lage ist, häufiger abge- brauchte Stücke ersetzen zu können, der möge seine Frau von der Last der großen Wäsche befreien. Leider müssen die meisten Men» schen, die von der Hand in den Mund leben, darauf verzichten. Sie müssen danach streben, die Wäsche möglichst zu schonen, um sie lange gebrauchsfähig zu halten. Wenn die Waschanstalten auch oerfichern, daß sie die ihnen anvertraut« Wäsche äußerst schonend behandeln würden, so bringt der Betrieb es dennoch mit sich, daß sie der Wäsche die besonders groß« Sorgfalt nicht angedeihen lassen können, wie die Hausfrau, die jedes ihrer Stücke genau kennt und weiß, wie sie es zu behandeln hat. Trotzdem muß zur Ehr« der Wäscheleibetrieb« zu» gegeben werden, daß die Behandlung der Wäsche ständig mit der Vervollkommnung der Betriebe besser geworden ist. Das wesent- Urliste bei der Wasch: ist das Kochen und Spülen. Man sollte sie mit Ausnahm« derjenigen Stücke, die ein« Sonderbehandlung er- fordern, ein bis zwei Tage in kaltem Sodawasser liegen lassen und sie dann abkochen. Danach kann das eigentliche Waschen beginnen. Nach dem Waschen ist jedes Stück mehr fach in klarem Wasser durch- zu'pülen. Viele Hausfrauen behandeln die Wäsche mit Chlor, um sie besonders klar zu bekommen. Es möge aber darauf hingewiesen werden, daß Chlor das Gewebe angreift und so die Haltbarkeit ver- mindert. Nach dem Spülen wird die Wäsche geblaut und zum Trocknen aufgehängt. Rollen und Plätten vollenden das Werk. preise. Die Kosten einer großen Wäsche sind natürlich sehr verschieden. Einen Vergleichsmaßstab für die Kosten ergeben die Preise, die von Waschanstalten gefordert werdm. Nach einer vorliegenden Rechnung einer Waschanstalr aus den letzten Tagen werden folgende Preise gefordert: Die große wasche. Damentaghemden. Damennachthemden Damenbeinkleider. Unterrock.... Untertaille.... Schürze..... Tischtuch(je nach Gr.) Kaffeetuch(desgl.) Serviette(desgl.) Alles in allem bleibt die Wäsche immer eine teure Angelegenheit, auch wenn sie im Hause selbst gewaschen wird. Stellte man dabei noch die ausgewendete Arbeitszeit in Rechnung unter Zugrunde- legung ausreichenden Lohnes, so würde sich wahrscheinlich die große Wäsche im Hause teurer stellen, als die Preise der Waschanstalten. Auch hier zeigt sich die Ueberlegenheit des Maschinenbetriebes gegen- über der Handarbeit, und es war noch immer ein Zeichen Wirtschaft- licher Rückständigkeit, w:nn sich verbessert« Arbeitsverfahren, die groß« Erleichterungen bringen, nicht in dem Maße durchsetzen, wie es notwendig wäre. Der tägliche Straßenbahnzusammenstoß. An der Ecke Brunnen- Voltastraße ereignete sich gestern nachmutag 4 Uhr ein folgenschwerer Zusammenstoß zwischen dem Triebwagen der Linie 24 und dem Lastkraftwagenanhänger der Firma B r e st& C o., Wollank« straße. Dabei wurde die vordere Plattform des Straßenbahn- wagenS vollständig zusammengedrückt. Verletzt wurden der Kauf- mann Wilhelm Busch, Tempelhof, Lttokarstr. 13, sowie der Zimmermann Kurt Damrich, Schöneberg. Schloßallee 13. Busch erlitt einen Unterarmbruch und Nervenschock und mußte nach 2,, Die Familie Frank. Roman von Martin Andersen Rexö. Ja, sie war eine harte Natur. Und nun lag sie da und konnte nicht einmal schimpfen, so krank war sie. Wenn sie es nur überstand! Frank wurde es schwerer und schwerer ums Herz. Noch nie war er auf den Gedanken gekommen, daß sie krank wer- den, geschweige denn sterben könnte. Was sollte denn dann aus ihm werden, aus ihm, der in Wirklichkeit gar nicht de- sonders kräftig war. Natürlich konnte er wieder anfangen zu nähen und, wenn es notwendig war, am Sonntag die Haare zu schneiden. Das war ja früher, bevor die Frau es übernahm, seine Tätig- keit gewesen. Aber wie lange hielt er das aus, bis er unter der Last zusammenbrach, er mit seinem schwachen Rücken? Er wagte gar nicht daran zu denken, sondern schloß die Augen: und da zeichnete sich, deutlicher und deutlicher, auf seinen Lidern das Bild ab, wie er vom Tisch auf den Fuß- boden hinabgesunken war. unter dem Gewicht der großen Schneiderschere, die noch größer geworden war, seitdem seine Frau angefangen hatte, mit ihr zu wirken. Die Schere drückte ihn nieder und lag über ihm wie ein großes Eisenkreuz. Er war tot, ach ja! Und er hörte den Leichenzug ein Begräbnislied singen und fühlte, wie der Sarg unter ihm schwankte, wenn die Träger sich abwechselten. Und vor ihm stolzierte der Küster einher und zog die Töne durch die Nase in die Länge. Schneider Frank hatte immer eine Schwäche für Beerdi- gungen gehabt. Nicht etwa deshalb, weil man nachher mit nach Hause eingeladen und mit Schnaps und Bier, vielleicht auch mit Wein traktiert wurde. Die Handlung selbst er- innerte einen vielmehr in so schöner Weise an die Vergäng- lichkeit aller Dinge: die schwarzen Kleider, der Gesang des Küsters, darüber mußte er immer weinen. Auch jetzt weinte er, daß die Tränen ihm über die Wan- gen flössen.' namentlich als er hinuntergesenkt worden war und er die Leute da so hübsch mit dem Hut vor dem Gestcht stehen sah. Dort stand auch Thorvald mit der Mütze vor den Augen. Der liebe Junge! � Aber was war das? Grinste er nicht, und streckte er hinter der Mütze nicht die Zunge heraus? Wie konnte der Schlingel so etwas tun! Frank bekam ordentlich Milleid mit sich selbst. Sott sei Donk, daß man den Jungen verleugnen konnte, wenn der große Tag des Gerichtes kam. Sechs Monate! In der Sache konnten nie Schwierigkeiten ent- stehen. Diese Geschichte mit Thorvald und den sechs Monaten waren der tote Punkt in Franks Leben: daran blieb er hängen, wenn ihn nicht irgend etwas von außen her darüber hinwegschwingen ließ. Sein Gehirn hatte nie versucht, sich in das Ereignis hineinzubohren und es in seinen Folgen zu durchdenken: es schwang bloß schwach auf seinem toten Punkte hin und her und verweilte monoton bei der nackten Tatsache. Frank brachte es nie weiter als bis zu einer stillen Freude über die Bosheit des Jungen, aus der er eine Art Ehren- rettung sog. Nun kam es jedoch darauf an, die Vaterschaft entschieden leugnen zu können, und Frank kaute wieder weiter auf der Tatsache— mit geheimem Vergnügen. Doch am liebsten drückte er sich darum: und hier, wo er jetzt auf dem Rücken lag und durch die drei Ellen Erde hin- durch in Gottes Himmel hinaufftarrte, hier gab es genug ernste Gedanken, die ihm darüber wegzuhelfen oermochten. Hatte er denn ein anständiges Begräbnis gehabt? Ja, der Küster hatte gesungen, und der Pfarrer hatte wohl auch gesprochen, obwohl er das nicht gehört hatte. Er war wohl eingeschlafen, wie es ihm auch bei Lebzeiten passiert war. Und nun standen die Bekannten zu Hause herum und sagten allerlei Schönes über ihn, der„deutsche John" und der „Lottericschwede" und alle die anderen. Und Thorvald stahl Zigarren und steckte sie beiseite— Diebsgesicht! Bekamen sie auch ordentlich zu trinken? Es war ja nicht Madam Franks starke Seite, mit Getränken aufzuwarten, und er konnte das gut oerstehen. Aber es wäre doch unrecht, ihn das entgelten zu lassen, wo er tot war. Wenn man doch etwas von dem guten Leichenbier mit abbekommen hätte! Ach ja! Frank hob den Kopf und guckte. Da kam seine Frau endlich drüben auf dem Kirchhof, eine ganze Masse Sachen mitschleppend. Au! Jetzt pflanzte sie das eine Bein der Woschbank gerade auf seinen Bauch, obwohl sie wußte, wie empfindlich er war. Ein Stöhnen entfuhr ihm, und er krümmte sich zusammen. Sie hatte eine so harte Art. Dann hob sie das Waschfaß auf die Bank hinauf und begann zu waschen. Und die Nacht verging, und der nächste Tag, und wieder eine Nacht. Immer noch stand sie da und wusch.— Endlich hörte sie auf, nickte zu ihm hinab und zog eine Flasche hervor. dem Virchow-Krankenhause abtransportiert werden. Damrich erhielt eine Hautabschürfung am Unterschenkel und konnte nach Anlegung eines Notverbandes von der Rettungsstelle Brunnenstraße entlassen werden. der Zrauenmorü bei Zrieürichshagen- Die Persönlichkeit der Toten festgestellt. Di« weiteren Ermittlungen der Kriminalpolizei zu dem L u st- mord in Friedrichshagen haben zur Feststellung der Persönlich- keit der Toten gesiihrU Es ist die 23 Jahre alte Arbeiterin Klara 11 l b r e ch, die zuletzt in der Sedanstr. 96 in Weißensee bei einer Frau Garz gewohnt hat. Der Jung« ist ihr Sohn, der noch nicht ganz 5 Jahre alte Herbert. Bei der Frau Garz, die«im Verwandte von ihr ist, Hot Frau lllbrech seit drei Monaten gewohnt. Bon ihrem Manne lebt sie seit 4 Jahren getrennt. Am 3. Oktober d. I. war ein Scheidungstermin angesetzt. Sie erwarb ihren Lebensunterhalt durch Aufwartestellen. Verschiedentlich hat sie auch Stellungen auf dem Lande innegehabt, z. B. in Bernau bei Berlin. Darum fiel es ihrer Verwandten auch gar nicht weiter auf, als sie am 11. September dieser sagte, daß sie eine Stellung außerhalb Berlins angenommen habe. Sie nahm jedesmal ihr kleines Kind mit sich. Sie packte all« ihre Sachen in einen grcßen Karton und nahm auch außer ihrer ganzen Barschaft die Prozeßakten ihres Scheidungsprozesses mit. Von der Sedanstraße aus ging sie noch nach der Siargarder Straße zu einer Bekannten. Auch hier er- zählte sie, daß sie nach außerhalb in Stellung ginge. Von hier ent- fernie sie sich, ohne eine genauere Angabe über ihren neuen Aufent- Haltsort zu machen und ist seitdem nicht mehr gesehen worden. Frau lllbrech selbst wird als eine arbeitsam« und fleißige Frau geschildert. die mit großer Liebe an ihrem kleinen Herbert hing. Als sie vor zwei Jahren wegen Unterernährung ins Krankenhaus kam, bracht« sie vorher das Kind in einem Waisenhaus unter. Nach ihrer Ge- vesung arbeitete sie sofort wieder und nahm das Kind wieder zu stch.— Die Handtasche, die bei ihr gefunden wurde, gehört der 12 Jahre alten Tochter der Frau Garz. Frau lllbrech ist durch wirtschaftliche Verhältnisse und die ehelichen Zerwürfnisse in bittere Armut gekommen. Den schwersten Schlag versetzte ihr der Mann, der, als sie an Entkräftung im Krankenhaufe lag, all« Wirtschafts- gegenstände verkaufte. Die Kriminalpolizei ist nun weiter damit beschäftigt, festzustellen, wo sich Frau lllbrech noch dem 11. Sep- tember aufgehalten hat. Alle Personen, die hierüber Mitteilungen machen können, werden gebeten, diese zur Kenntnis der Kriminal� kommisiare G e n n a t und Wächter im.Zimmer 103 des Polizei- Präsidiums zu bringen. ü- Zu dem Leichen fund zwischen Godow und Neu- G l i e n i ck e in der Staatsforst Neudorf bei Dossow können wir neue Einzelheiten mitteilen. Die Ermittlungen haben jetzt ein« Wendung genommen, so daß man doch an einen Raubmord glauben muß. Es ist dabei von der Staatsonwalffchaft in Reuruppm«in Berliner Kriminalkommissar angefordert worden. Wie noch erinnerlich sein wird, wurde am Freitag, den 12. d. M., von einem Radfahrer aus dem halben Wege zwischen Godow und Neu-Glienicke die Leiche eines Mannes an einer Kiefer erhängt aufgefunden. Nachdem man nun den Toten in der Person des Obsthändlers Louis D i e ß n e r aus Demmin in Pommern festgestellt hatte und bei feinen Familienange- hörigen Einzelheiten in Erfahrung gebracht� hatte, scheint kern Grund zum Selbstmord vorzuliegen. Dießner betrieb in Demmin in der Heiligegeisfftraße Hin Obstwarengeschäft. Zweimal in der Woche fuhr er nach Berlin, um Obsteinkäufe zu machen. Am 8. September fuhr er wieder fort, und zwar zuerst noch Putlitz zu seiner Tochter. Bei ihr traf er am 9. ein, und seitdem fehlt jede Spur von ihm. Da er in Demmin nur eine kleine Wohnung hatte, beabsichtigte er in Berlin oder anderswo ein größeres Geschäst mit einer größeren Wohnung einzurichten. Zu diesem Zwecke steckte er sich auch 400 bis 500 Mark ein. Dießner hatte eine an sich unge- fährliche Angewohnheit, die ihm aber in diesem Falle wahrscheinlich zum Verderben geworden ist: er renommierte mit seinem Geld und zeigte cs auch. So ist anzunehmen, daß er falschen Ber- Mittlern in die Hönde gefallen ist. Die 8 Meter lange Rouleauxschnur war mit den Enden oben in der Kieser be- festigt, die Schleife war kreuzförmig um den Hals gelegt, und so hing der Körper in halbsitzender Stellung mit dem Rücken an den Stamm gelehnt. Der dortig« Arzt behauptet, daß er sich unmöglich selbst die Schlinge so umgelegt haben könne. Es fehlte das Geld und eine silbern« Uhr mit zwei Goldringen(Schweizer Fabrikat). Ein bei dem Toten gefundener Handstock, ein alter kleiner Trommel- revoloer und eine Wegekarte sind nach Aussagen der Angehörigen Franks Herz schmolz vor Glück. Soviel Liebe, sogar nach dem Tode! Ja, sie war ihm immer ein gutes Eheweib gewesen. Das war ja ganz wie in den Liedern, wo das Mädchen sich auf das Grab ihres Geliebten legt, um zu sterben. Sie sah ihn an, nahm den Kork von der Flasche und führte sie an den Mund. Frank starrte und hob den Kops: sie mußte doch etwas übriglassen! Aber sie trank und trank. Da wollte er rufen und sich ausrichten, aber die Bank stand gerade auf seinem Bauch. Und jetzt hatte sie die Flasche ganz geleert. Er sank wieder zurück. Herrgott, sie war also auch so weit gekommen— und er hatte dem nicht vorbeugen können. Frank„erwachte". Ganz langsam kehrte sein Auffassungsvermögen zurück. Zuerst sah er den Strich zwischen Fußboden, Wand und Tür- umriß, dann Türfüllungen, Klinke und Bürstenhalter an der Wand und einen kleinen Fleck, wo Thorvald, als er klein war, den Kalt abgekratzt hatte. Das alles kam ihm so bekannt vor. Und dort hingen ja die Elle und das Bügeleisen— ja, er war zu Hause, in seiner eigenen Stube. Unruhig drehte er sich herum, in dem Gefühl, daß er nicht allein sei: er starrte in den Winkel unterm Fenster und lachte glucksend. Da saß der Brauer Dam in eigener Person. in Gestalt der großen Schneiderschere. Dam bewegte die Scherenteile und schnitt Grimassen, und dann legte er sich die Schercnschentel um die Kehle und mühte und mühte sich. sie durchzuschneiden. „Er versteht die Schere nicht zu handhaben," dachte Frank,„wir wollen Mutter rufen." Aber nun entstand ein Loch, und aus Dams Kehle floß Bier mit weißem Schaum darauf und strömte über den Fuß- boden. Der Brauer gab Frank ein Zeichen, er solle trinken. Aber Frank schwärmte nicht für Bier, er zog die Beine sicher unter sich herauf, beugte sich über den Tischrand und sah, wie die Flüssigkeit sich schlangenartig, mit breitem, schaumbedecktem Kopf vorwärtswand. Jetzt erreichte sie ein Tischbein und schlängelte sich hinauf, guckte über die Tischplatte weg und lief weiter. Frank wich ihr aus, aber sie folgte ihm, lief an ihm in die Höhe und in seinen Hals hinein. „Puh! Weißbier Nummer zwei!" Hatte er's nicht immer gesagt, daß dieser Brauer«in Betrüger seil (Fortsetzung chrfgt.) nie in seinem Befih gewesen. Offenbar sind diese Sachen von den Tätern zurückgelassen worden. Personen, die mit Dießner hier in Berlin besonders in Geschäftsverbindung gestanden haben und die mit ihm noch nach dem 9. September zusammengewesen sind, werden erbeten, sich umgehend bei Kriminalfommissar Dr. Riemann im Polizeipräsidium, Zimmer 84, zu melden. Um den Untergrundbahnhof Hermannplah. Ob der Untergrundbahnhof Hermannplatz als Gemeinschaftsbahnhof oder als Kreuzungsbahnhof gebaut werden soll, das ist für Neukölln von besonderer Wichtigkeit. Auf Beschluß der Bezirtsversammlung Neukölln fand gestern abend in ihrem Sigungssaal eine Zusammenfunft der Bezirksverordneten und der Bezirksamtsmitglieder statt, vor denen der Berliner Tiefbaurat Hahn und Megistratsoberbaurat 3angemeister die strittige Frage erörterten. Baurat Hahn trat mit größter Entschiedenheit für den ursprünglich geplanten Gemeinschaftsbahnhof ein, der betriebstechnisch nicht schlechter und verfehrstechnisch besser als der Kreuzungsbahnhof sei und nicht höhere Bautosten erfordern würde. zweite Borsitzende des Reichsverbandes, Genosse Walter Reinhold, I Redakteur des„ Kleingärtner", aus, daß allein aus volksgesundheit. lichen Gründen die Einigkeit der Kleingärtner der Behörde gegenüber notwendig sei. Am Schluß der Ausstellung sollen die" Aermften der Armen" mit Spenden bedacht werden. Dasselbe bunte, üppige Bild, augenerfreuend und gaumentizeind, gewährte die Ausstellung des Bezirksverbandes Berlin- Schöneberg im Neuen Rathaus. Die einleitende Rede hielt Bezirksleiter Tolte, der darauf hinwies, daß es die 34 zusammenhängenden Kolonien des Schöneberger Südgeländes wohl wert seien, dauernd erhalten zu bleiben. Im Auftrage des Bezirksamtes sprach dann Stadtrat Doerwald einige Worte, die auf den Opfertag" hinwiesen, an dem außer Gartenerzeugnissen achtzig Zentner Kartoffeln, über 500 Brote und acht Zentner Hülsenfrüchte verschenkt worden sind. Jährlich sollen minSchöneberger Bezirksverband ausgehändigt: eins durch den Direktor destens 500 Ortsarme beschenkt werden; Zwei Diplome wurden dem der Reichsanstalt für biologischen Pflanzenschuß, und das andere von der Gartenbaugesellschaft. Auch hier trugen die Darbietungen der eigenen Gesangvereine zur Verschönerung der Feier bei. Die Tagung der Freidenker. Die Generalversammlung des Vereins der Freidenker für Feuerbestattung beschloß am Sonntag zwei Erklärungen über das Verhältnis zu anderen frei geistigen Organisationen. Der Verein will dafür werben, daß seine Mitglieder sich auch solchen Organisationen anschließen, er erwartet aber von dort dieselbe Unterstützung. Die bereits am Freitag vorgelegte andere Erklärung begrüßt den von der Arbeits gemeinschaft freigeistiger Verbände der Deutschen Republik unternommenen Zusammenschluß aller Freidenfer zum Kampfe um die geistige Befreiung des arbeitenden Volkes und für die Umgestallung des Schul- und Erziehungswesens, mahnt zum Eintritt in die fationen, protestiert gegen den Abbau des Oberstadtschulrats Paulder Arbeitsgemeinschaft angeschlossenen reinen Freidenkerorganifen und fordert: Heraus aus der Kirche, fort mit dem Pfaffenregiment in der Schule! Beide Erklärungen fanden einstimmige Annahme. Beim Kreuzungsbahnhof liegt der untere Bahnsteig fo tief, baß Bezirtsausschuß für Arbeiterwohlfahrt und Kinderschuhwiebergegeben fei. Bei den Aufnahmebedingungen wurde 56 bis 60 Stufen herabgeftiegen werden müssen. Das Umsteigen dauert viel länger als beim Gemeinschaftsbahnhof, auf dem die meisten Umsteigenden den Bahnsteig nicht verlassen, sondern nur Don einer Bahnfteigfante zur anderen hinübergehen. An den Baufosten, den Betriebskosten und der Fahrtdauer wies Hahn nach, daß die in die Deffentlichkeit gelangen Angaben bei genauer Betrachtung sich als übertrieben herausstellen. Audy Baurat 3angemeister sieht im Gemeinschaftsbahnhof das Ideal, er glaubt aber, daß in der Bragis ter Kreuzungsbahnhof fich als das Bessere erweisen wird. Beim Gemeinschaftsbahnhof fönne die durch ihn hindurchgeführte AEG.- Bahn nicht eigene Abstellgleise am Hermann plah erhalten, auf denen die bei startem Berfehr hier einzusehenden Züge zu warten hätten. Er nimmt an, daß der Umsteigeverfehr am Hermannplag nicht sehr groß fein würde. Der für die AEG Bahn nötige Tunnel, mit dem fie in einer Kurve den Friedhof unterfahren müßte. um in die Hermannstraße zu gelangen, sei in dem lofen Sand schwer auszuführen. Bon den Kurven befürchtet er eine Beeinträchtigung der Betriebssicherheit. In der Besprechung betonte Bürgermeister Scho13. in dem Streit um den Bahnhof Sermannplay fei es ftets Neuköllns Standpunft gewefen, daß das Verkehrsbedürfnis den Gemeinschaftsbahnhof erfordert. Auch Bezirksverordnete verschiedener Fraktionen äußerten fich. Die Redner der Sozialdemokraten und der Kommunisten traten für den Gemeinschaftsbahnhof ein, die der bürgerlichen Partelen möchten den Kreuzungsbahnhof vorziehen. Baurat Hahn wies die gegen die Kurven vorgebrachten Bedenken als unbegründet zurück. Um die Meinung der Bersammlung festzustellen, wurde eine Abstimmung vorgenommen. Sie ergab eine starke Mehrheit für den Gemeinschaftsbahnhof. Kinder auf der Straße. Zwei tödliche Verkehrsunfälle. Ein folgen'chwerer Berfehrsunfall ereignete fich in der Bülowitrahe. Vor dem elterlichen Wohnhause Bülowstraße 96 lief bie fünfjährige Irmgard Sorpiniti gegen einen in voller Fahrt befindlichen Straßenbahnwagen der Linie 69 und geriet, obgleich der Führer mit aller Kraft bremste, unter die Räder, die dem kleinen Mädchen quer über den Körper gingen und es entschlich zurichteten. Die alarmierte Feuerwehr mußte den Wagen anheben, um das Kind aus feiner Lage befreien zu können. In diesem Augenblit erschien die Mutter des verSunglidten Sindes und verfiel ber feinem Anblic. in Soreifrämpfe. Man schaffte Muttermo Kind nach dem Elisabeth Krankenhaus. Dort fonnte bei lekterem mur noch der Tod festgestellt werden. Frau S. ist vollständig gebrochen und fonnte nicht einmal ihren Namen angeben. Die siebenjährige Dorothea Horn Stief tochter des Friseurs Alwin Pause, Ringstr. 45a in Steglig mohn haft, geriet un fer einen Kraftwagen der Firma Bolle. Das jelbe Auto brachte das Kind nach dem Rittberg- Krankenhaufe, wo der Arzt nur den Tod zu tonftatieren vermochte. Nach Zeugenaussagen hatten fich mehrere Kinder auf den Rüdsiz des Wagens gefeht. Als nun der Chauffeur vermutlich um zu menden eine furze Strede zurückfuhr, sprangen die Kinder ab. Dabei fiet die Meine Dorothea zu Boden und fam unter ein Hinterrad. Der 36jährige Arbeiter Fritz Bog elke aus der Wiclefftr. 30 wurde von einem Motorradfahrer umgeriffen und stürzte mit solcher Wucht zu Boden, dak er schwere Kopfperlegungen und eine Gehirnerfütterung davontrug. 2. fand im Moabiter Krantenhause Aufnahme. Der Führer des Motorrades, an dem ein Beimagen befestigt war, hatte sich seiner Feststellung durch die Flucht entzogen und fonnte bisher nicht ermittelt werden. Das deutsche Zahnärztehaus in Berlin. Am Montag vormittag hatte der Reichsverband der Zahnärzte Deutschlands E. V. die Preise zu einer Besichtigung des Deutschen Zahnärzte hauses in ter Bülowstr. 104 geladen. Das Haus, das bereits seit 1914 als Mittelpunkt der deutschen Zahnärzteschaft besteht, war schon bisher eine Poliklinik, mit der Fortbildungsfurfe für approbierte Zahnärzte verbunden waren. Jezt ist hier ein Institut für die zahnärztliche Fortbildung angegliedert worden. Der dazu nötige Umbau der bisher zu Woh nungen benutzten Räume wurde von dem Architekten Harry Blu= mann in recht geschickter Weise gelöst. Das Institut für die zahnärztliche Fortbildung foll den in der Praxis stehenden Zahnärzten dienen. Es ist damit für die Zahnärzteschaft eine Einrichtung geschaffen, ähnlich wie sie für die Aerzte im Kaiserin- Friedrich- Haus und in den medizinischen Akademien bereits seit langem besteht. Das Deutsche Zahnärztehaus verdankt seine Entstehung der Initiative des Berliner Zahnarztes Prof. Dr. Guttmann, dem es gelang, in der Zahnärztefchaft die Mittel für das Haus und seine Einrichtung aufzubringen. Gein Hauptverdienst war es, das junge Unternehmen durch die schweren Jahre des Krieges und der Nachkriegszeit hine durch erhalten zu haben. Die Zahl der in Deutschland approbierten Zahnärzte ist in den letzten Jahren außerordentlich gewachsen. Der Bugang zum Studium ist nach vorübergehender Stockung wieder normal geworden. Ferner betrachtet es der Reichsverband als eine feiner vornehmsten Aufgaben, dem Proftifer die Kenntnisse der fortschreitenden wiffenschaftlichen Entwicklung zu vermitteln, damit dem deutschen Bolte dauernd die bestmöglichste Bersorgung an zahnärztlicher Hilfe gewahrt wird. Ein Rundgang durch das ganze Institut zeigte viel Lehrreiches. Eine große Bibliothet, ein wissenschaftliches Verfuchslaboratorium, die modernsten Röntgenapparate, die eine Aufnahme in drei bis vier Sekunden ermöglichen, und Einrichtungen für Lichttherapie stehen zur Verfügung. Als Leiter fungiert Herr Dr. med. Adrion, Provatdozent an der Universität Berlin. Erwähnt soll noch werden, daß der Reichsverband, als dessen Vorsitzende die Zahnärzte Dr. Linnert Nürnberg und Dr. Bernstein Spandau zeichnen, von den 8500 deutschen Zahnärzten etwa 7500 in fich vereinigt. Die Fülle der Kleingarten- Ausstellungen. In den letzten Tagen häufen sich die Ausstellungen der Kleingärtner, was zu begrüßen ist, da es sich oft nicht nur um eine bloße Obst- und Blumenschau handelt. Welchen Umfang eine solche Ausstellung von Kleingartenerzeugnissen erreichen fann, zeigte die pom Bezirksverband Neukölln Treptow im Wintergarten der früheren Unionsbrauerei. Das betonte auch bei der Eröffnungsfeier Genosse Stadtrat Schröder, Dezernent des Kleingartenamts Neufelln; für Treptom sprach Genosse Stadtrat Steuer, der auf die Meinungsverfchiedenheiten zwischen Behörde und Kleingärtner hinwies, unter Betonung, daß alles geschehen werde, um den Intereffen der Kleingärtner zu dienen. In ähnlichem Sinne führte der Freitag, den 26. September, abends 7 Uhr, Schulaula Kochstr. 12/13( an der Leipziger Str.): Vollkonferenz Tagesordnung:„ Die Auswirkung der Fürsorgenotverordnung." Referent: Landeshauptmann Gen. Dr. Caspari. Mitgliedsbuch legitimiert. Türkontrolle: 1. Kreis mitte. Beamtenfreundlichkeit. Aus Beamtenfreifen wird uns geschrieben: Unter diesem Titel veröffentlichte der Berliner Lokal- Anzeiger" eine Notiz über die Ablehnung eines Antrages der bürgerlichen Parteien des Bezirksamts Friedrichtshain, melcher verlangte, in Zukunft nur solche Beamte zu befördern, die ein Examen abgelegt haben. Danach werden angeblich im Bezirk Friedrichshain nur solche Beamte befördert, die überhaupt feine Brüfungen oder aber nur solche, die die Affiftentenprüfung abgelegt haben. Grund genug für die Deutschnationalen, dem Bezirksamt Gesinnungstüchtigkeit vorzuwerfen. Um diese Dinge flarzustellen, ist man leider gezwungen, etwas zurückzugreifen. Bis zum Jahre 1917 wurden Beamte, die nur die Volksschule besucht hatten, ausgenommen Militäranwärter, zur Sefretärprüfung überhaupt nicht zugelassen, es sei denn, daß sie ein sogenanntes Vorzüglichkeitsattest von ihrem jeweiligen Bureauvorsteher, der natürlich ein„ Schwergeprüfter" war, beibrachten, was wohl ganz felten einem Beamten gelungen ist. Erst im Jahre 1917 gab der Magistrat auf Drängen Der Beamtenorganisationen nach, und führte die Neubewertung aller Stellen ein. Heute werfen nun die bürgerlichen Parteien den Sozialdemokraten Gesinnungstüchtigkeit vor, weil evil. Beamte befördert werden sollen, die vom damaligen bürgerlichen Ma. gistrat ohne Prüfung nach ihren seinerzeit inegehabten Stellen befördert worden sind. Ist das nun Unkenntnis oder Demagogie? Eine hörbare Ruferin im Streit ist die deutschnationale Bezirks verordnete Frau Wege. Gerade ihr sollte doch aber bekannt sein, daß ihr hoher Gemahl, der deutschnationale Stadtrat Wege auch einer von den Beamten ist, der im Jahre 1919 ohne Prüfung vom Bureaufefretär, angeblich wegen Gesinnungstüchtigteit, zum Stadtfekretär befördert worden ist. Also freie Bahn, den Deutsch nationalen! Die Eisenbahntechnische Ausstellung in Seddin wurde am Gröffnungstage von etwa 7000 Personen besucht. Pilzausstellung. Bom 22. bis 25. September findet in der Aufa des Friedenauer Gymnasiums am Ringbahnhof Friedenau- Wilmersdorf eine öffentliche Pilzausstellung statt, welche die jeßt in großer Bahl wachsenden Herbstpilze zur Anschauung bringen soll. Hier mit wird Gelegenheit gegeben, manch neuen wertvollen Speisepilz, der heute unbekannt im Walde vermodert, der menschlichen Ernährung zuzuführen. Besichtigung von 2-6 Uhr. Eintritt frei. Die Besucher werden um Mitarbeit durch Mitbringen von Pilzen für Ausstellungszwede gebeten. Der Zirfus Krone will in nächster Zeit fein Gastspiel beenden. Was der Zirkus in jeder seiner Vorstellungen biefet, ist ein Wiederaufleben alt römischer Zirkusspiele. Gladiatoren, Reiter, Reiterinnen, Raubtierschauspiele in derartigen Maffen, wie sie bisher noch kein Unternehmen gezeigt hat. Wirbelndes, faleidostopartiges Spiel, Massenszenen balten den Zuschauer brei Stunden lang ununterbrochen in ihrem Baune. Dann wurde die am Sonnabend begonnene Beratung des neuen Statuts fortgesetzt, aus dem hier nur das Wichtigste daran festgehalten, daß Mitglied nur werden kann, wer feiner Religionsgemeinschaft angehört. Kinder fönnen schon Dom 3. Jahr ab aufgenommen werden, wenn beide Eltern( oder der Vormund) Mitglieder des Vereins sind. Bis zum 60. Jahr kann den aus anderen Feuerbestattungsvereinen Uebertretenden, wenn sie dort über ein Jahr Mitglied waren, die Karrengzeit erlassen werden. Zwang zum Eintritt in andere freigeistige Organisationen wurde( unter Hinweis auf die oben mitgeteilten Erklärungen) vers worfen. Der Beitrag ist gestaffelt nach dem Eintrittsalfer: A 3-16 Jahre( mit Beitragsbefreiung vom 36. Lebensjahre ab); B 16-50 Jahre( frei nach 20 Jahren); C 50-65 Jahre( frei nach 10 Jahren); D 65-70 Jahre( frei nach 6 Jahren); E über 70 Jahre. Der Monatsbeitrag beträgt für A 20 Pf., B 40 Pf., C 1 m., D 2 M. Gruppe E zahlt die vollen Einäscherungskosten, auf Wunsch in Raten innerhalb eines Jahres. Beschlossen wurde einstimmig eine Erflärung, daß der Vereinszwed, Feuerbestattungspropaganda zu treiben, auch freigeistige Aufklärungsarbeit gegen die Herrschaft der Kirche bedingt, und nahezu einstimmig( gegen 5 Stimmen) eine andere Erklärung, daß innerhalb des Vereins nicht Parteipoliti t getrieben werden darf. Ein Antrag, gegen die Schandurteile über flaffenbewußte Proletarier zu protestieren und Amnefti e zu fordern, stieß auf lebhafte Opposition, weil er als par teipolitisch angesehen wurde. Der Hinweis auf die Notwendigkeit, auch die von der Sowjetrepublit eingeferferten Arbeiter freizugeben, wurde von einem beträchtlichen Teil der Generalverfammlung mit stürmischem Beifall begrüßt. Mit großer Mehrheit wurde statt des Antrages eine Erklärung gebilligt, die den Opfern der Schredensherrschaft in Deutschland die Sympathie aus. spricht. Ein Antrag auf forporativen Beitritt des Vereins zur Internationalen Arbeiterhilfe wurde als parteipolitisch und übrigens für Mitglieder der SPD. unmöglich bekämpft und mit großer Mehrheit durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Den für ihre Kultur- und Elternrechte kämpfenden Freidenfern Thüringens wurde durch einstimmigen Beschluß die Sympathie ausgesprochen. Der Vorstand wurde beauftragt, alles zur Beseitigung der die Feuerbestattung erschwerenden Beftimmungen des preußischen Feuerbestattungsgesetzes zu Dersuchen. Bollzogen wurden dann die Wahlen des Vorstandes, des Aufsichtsrates und des jetzt hinzukommenden Beirats, der aus den Organisationen der Bezirke entnommen werden muß. Erster Vorfiender ist Rüdert- Berlin, zweiter Borsigender Lemfe- Berlin. In einer Schlußansprache betonte Riegel- Darmstadt die zutage getretene außere und innere Festigkeit des Vereins und die Notwendigkeit des Rampfes gegen die Reaktion. Er schloß die Generalversammlung mit einem Hoch auf den Verein und die Freidenferbewegung. Unter dem Gesang der Internationale gingen die Teilnehmer auseinander. Die große Fahrt des 3. R. 3. Donnerstag vormittag über Berlin? Friedrichshafen, 22. September.( Drahtbericht.) 3. R. 3 wird nun nach Ausführung der Reparaturen an den Motoren, wenn nicht die Wetterlage in letter Minute wieder einen Strich durch die Rechnung macht, am Mittwoch morgen in Friedrichshafen aufsteigen, um den 30- Stundenflug, die Generalprobe für die Amerikafahrt, zu absolvieren. Wie Dr. Edener heute nachmittag mitteilte, wird 3. R. 3 am Mittwoch morgen um 7 Uhr in Friedrichshafen aufsteigen. Die Flugroute geht zunächst über Frankfurt am Main und Hannover nach hamburg, wo man gegen 4 oder 5 Uhr eintreffen will. Nach einigen Schleifen über der Stadt geht die Fahrt nach Flensburg, wo der Zeppelin bei Im Colosseum, Schönhauser Allee 123, bringt die Bühnenschaut ein gntes einbrechender Dunkelheit dann die Ostsee erreichen wird. Während Brogramm. Lobend zu erwähnen ist das Lanz- Gastspiel von Hans Jansen der ganzen Nacht will man über der See kreuzen, um dann beim Jakobs und Lo Caftini. Der Körper von Watson scheint gegen elektrischen Morgengrauen wieder in die Nähe der Küste zu gelangen. VorausStartſtrom in hohem Grade gefeit, so daß er" Bunder der Hochspannungssichtlich wird man bei Stettin wieder das Land erreichen und Lichtblick aufkommen. Der uraufgeführte Film Düftere Schatten" ließ feinen ftröme" bewirkt. Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 23. September. von dort geht die Fahrt nach Berlin, wo 3. R. 3 zwischen 9 und 10 Uhr vormittags eintreffen soll. Nach einer etwa halb. Sturm an der fchoffifchen Küste. Ein sehr starter Südwest- stündigen Fahrt über der Reichshauptstadt, bei der Oberbürger Sturm hat an der Ostküste Schottlands beträchtlichen Schaden ange meister Böß auf dem nicht mehr ungewöhnlichen Wege des Funkgerichtet. Ungefähr 1000 Fischer konnten den Hafen nicht verlassen. spruchs im Namen Groß- Berlins eine Ansprache an die Besazung halten wird, wird 3. R. 3 über der ehemaligen Zeppelin- Halle in Staaten dann auf 30 bis 50 Meter herabgehen, um die an Bord befindliche Post abzuwerfen. Von Berlin geht die Fahrt dann wieder nach dem Süden. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird auf ber heimfahrt Leipzig berührt, wo das Luftschiff über der Stadt und dem Bölkerschlachtdenkmal längere Zeit verweilen wird. In den Nachmittagstunden des Donnerstag ist dann die Landung in Friedrichshafen vorgesehen. Das Programm der etwa 30- bis 35ftündigen Fahrt läßt sich jedoch nur durchführen, wenn die Wetterlage, die augenblicklich gar nicht günstig ist, sich nicht Derschlechtert. Die Skandinavienfahrt, die ursprünglich vorgesehen war, ist gänzlich fallen gelaffen worden, da die Zeit nicht daß, wenn nach dieser Probefahrt nicht unvorhergesehene Hindernisse ausreicht. Zum Schluß sprach Dr. Edener die Erwartung aus, eintreten, 3. R. 3 in furzer Zeit die Fahrt nach Amerita antreten wird. Aber auch hier will man selbstverständlich erst abwarten, wie die Wetterlage sich gestalten wird. Tageseinteilung. 10 Uhr vorm.: Bericht über die Kleinhandelspreise der wichtigsten Lebensmittel in der Zentralmarkthalle. 10.15 Uhr vorm.: Erste Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. 11.35 Uhr vorm.: Funkbörse( Die Notierungen der Berliner und Hamburger Produktenvorbörse). 12.15 Uhr nachm: Kurzer Tendenzbericht der Berliner Vorbörse( nur Montag bis Freitag). 12.55 Uhr nachm.: Uebermittlung des Zeitzeichens. 1.05 Uhr nachm.: Zweite Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Wetterdienst. 2.15 Uhr nachm.: Kurzer Tendenzbericht der Berliner Börse( nur Notierungen der Berliner und Hamburger Produkten- und ViehMontag bis Freitag). 8 Uhr nachm.: Funkbörse( Die amtlichen börse; amtliche Devisen). 4 Uhr nachm.: Funkbörse( Getreide cif. Hamburg; Berliner Kolonialwaren- Großhandelspreise). 99 4.30-6.30 Uhr nachm.: Unterhaltungsmusik( Berl. Funkkapelle). 1. Hochzeitszug aus der Oper Feramors", Rubinstein. 2. Vorspiel zu der Oper, Hänsel und Gretel", Humperdinck. 3. Walzer aus der Oper Eugen Onegin", Tschaikowsky. 4. a) Berceuse, Sibelius, 6. Lockende Erinnerungen, Leuschner. 7. Musikalische Täuschungen, b) Intermezzo, Brahms. 5. Grieg- Erinnerungen, Fantasie, Urbach. Potpourri. Schreiner. 8. Worried Foxtrot, Vincent Rose. Während der Pausen: Ratschläge fürs Haus". 7.45 Uhr abends: Vortrag des Herrn Mentzel, Geschäftsführer des Wirtschaftsamtes der Studentenschaft, Charlottenburg: Die wirtschaftlichen Grundlagen des Hochschulstudiums". 8.30-16 Uhr abends: Konzert. 1. Variationen. Corelli( Franz Veit, Konzertmeister des Berliner Philharmonischen Orchesters, Violine). 2. Arie der Micaela aus der Oper Carmen", Bizet( Sonja Jergin, von der Großen Volksoper). 3. a) Romanze, Campagnoli, b) Rondo, Boccherini( Walter Schulz, Solocellist des Berliner Philharmonischen Orchesters). 4. a) Serenata aus der Oper, Der Barbier von Sevilla", Rossini, b) Siciliana aus der Oper, Cavalleria rusticana", Leoncavallo( Kammersänger Eugen Transky, von der Berliner Staatsoper, mit Harfenbegleitung). 5. a) Im Herbst, Thomas, b) Barcarole. Parish- Alvars( Otto Müller, Mitglied. des Berliner Philharmon. Orchesters, Harfe). 6. a) GildaArie aus der Operette Rigoletto", Verdi, b) Vogellied aus der Oper Bajazzo", Leoncavallo( Sonja Jergin, von der Großen Volksoper). 7. a) Lied aus„ Die Perlenfischer", Bizet, b) Arie aus König für Adam( Kammersänger Eugen Transky, von der Berliner Staatseinen Tag", Adam, c) Traumszene aus König für einen Tag", oper). 8. Trio für Violine, Cello, Harfe, Oehlschlägel( Franz Veit, Violine; Walter Schulz, Cello; Otto Müller, Harfe). Am SteinwayFlügel:' Kapellmeister Otto Urack. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theaterdienst. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. ant Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold": Gefchäftsstelle: Berlin G. 14, Sebaftianstr. 37/38, Sof 2 Tr. Kamerabschaft Lichtenberg. Am Donnerstag, den 25. Geptember, abends 7½ Uhr, Antreten in der oberen Turnhalle, Marktstr. 11. Kamerabschaft Behlendorf, Unterareuppe Wannsee. Mittwoch, ben 24, September, 28 Uhr, Königstr. 26, Restaurant Reichsabler. Thema: Das Reichsbanner und feine Bedeutung." Ramerabschaft Lichtenberg, Untergruppe Mahlsdorf. Mitgliederversammlung Mittwoch, den 2. Oftober, abends pünktlich 8 Uhr, im Lokal von Anders, Bahnhofstraße. Republikaner willommen. Kameradschaft Charlottenburg. Am Donners. tag, den 25. September, abends 7 Uhr, im Restaurant Wilhelmshof, Ber. liner Straße, Eingang Spreestraße, Bortrag des Rameraden Lammerich. Kartenausgabe zur Fahrt nach Budow. Kameradschaft Copenid. Die am Donnerstag den 25. Geptember, stattfindende Kameradschaftsversammlung ist auf den 2. Oktober verlegt worden. Kamerabschaft Wilmersdorf. Jeden Freitag abend 8 Uhr Turnabend( Leichtathletik usw.) im Turnfaal der OberRealschule Augustastraße, Ede Cerpart. Berein der Freidenter für Feuerbestattung, E. B., Bezirk 11. Schöneberg. Die für heute. Dienstag, den 28. Geptember, abends 7 Uhr, im Linden part, stattfindende Mitgliederversammlung muß umständehalber ausfallen. Die spätere wird durch Platate bekanntgegeben. Tottenburg. Mittwoch, den 24. Geptember Sypothekengläubiger und Sperer- Schuhverband W. 66, Ortsgruppe Charabends 8 Uhr, Aula der Tie Betsammlung. Rönigin Buife- Schule, Dandelmannftr. 26/28( nahe Raiserdamm), öffent Stand der Aufwertungsfrage. Redner: Landes erziehungsrat a. D. Geiffert und Dr. En. GU schrieben: Arbeiter- Sport Worüber sie sich wundern! Aus Arbeitersportkreisen wird uns zum gleichen Thema geWährend fich die„ Rote Fahne" darüber wundert, daß der „ Vorwärts" noch teine Rosinen in der neuen Arbeiter. Sport- Zeitung" des Kartellverbandes gefunden, d. h. die tommunistische Einstellung dieses Blattes noch nicht kritisiert hat, wundert sich die Redaktion der„ AS3.", daß sie es wieder einmal dem Vorwärts" nicht recht machen kann. Wer von beiden hat nun geheuchelt? Es scheint, als menn in diesem Falle die Rote Fahne" ehrlicher war! Seit Jahren bilden die Kommunisten in allen Vereinen und Körperschaften Bellen", die Sigungen und Kongresse werden mit fommunistischer Propaganda gefüllt, die Sportfeste des Kortells und das Kreisfest in Spandau wurden zur Heze und Parteipropaganda ausgenugt und nun wundern sich die Kommunisten, daß die andersdenkenden Arbeitersportler endlich den Esel bei den Ohren nehmen und ihn zum Stehen bringen? Wir haben es nun gründlich fatt, uns die kommunistischen Hezereien länger gefallen zu lassen. Mögen die Moskauer Zellen in ihren geheimen Ronventiteln Kriegspläne gegen die Arbeitersportverbände spinnen, wenn sie zu pofitiver Arbeit nicht zu gebrauchen sind, und mag die„ Rote Fahne" in 14 Eeite einer Nummer zum Kampf gegen die Zentralverbände und die Luzerner Internationale aufrufen, aber wundern mögen sie sich nicht, wenn nicht nur der Vorwärts", sondern die Arbeitersportler felber gegen diese Berheßung Front machen. Die Arbeitersportler aller Richtungen haben die Herausgabe der neuen Zeitung begrüßt, weil Dehlschläger ausdrücklich zusicherte, daß er nicht noch einmal die Dummheit machen werde, ein fommunistisches Blatt herauszubringen, weil das erste Kartellblatt schon daran zugrunde gegangen ist. Dieses Wort hat er gebrochen. Wir verlangen des halb, daß die Redaktion nicht mit zwei Kommunisten, sondern paritätisch zusammengesetzt wird und daß die Partei. politit fortbleibt. Die Nummern 5 und 6 bringen einen einwandfreien Inhalt. Sollte die Kritik doch eine erziehliche Wirkung gehabt haben? Wir würden uns dessen freuen und es auch in diesem Falle an tatkräftiger Unterstützung nicht fehlen lassen. jetzt? Ja, es ist hier zu schön. Und dieser prächtige Park wird Ende des Jahres geschlossen, weil er der„ Krone" gegeben werden foll! Den Nowawefern sei auch an dieser Stelle der herzlichste Dank für gewährte Gastfreundschaft und Vorbereitung des Festes dargebracht. Resultate: Dreikampf, 12-14 Jahre, Anaben: 1. Böse- Osten 332 Punkte, 2. Anad- Wedding 309 Buntte; Mädchen: 1. Guderjahn- Süden 223 Buntte, 2. Frige- Nowawes 154 Punkte. 10-12 Jahre, Anaben: 1. Rolke- Osten 273% Buntte, 2. Untelbach- Nowawes 250% Punkte; Mädchen: 1. Jllig- Nowawes 199 Punkte, 2. Albat- Nowawes 197 Punkte. 4 X 100- Meter- Stafette: Anaben: 1. Nowawes 57,9 Get., 2. Wedding 58 Get., 3. Often 59 Set. Mädchen: 1. Güden I 65,3 Get., 2. Güden II 66,2 Get. 10 X 100- Meter. Stafette: Knaben: 1. Wedding 2 Min. 34,2 Get., 2. Nowawes I 2 Min. 40 Set., 3. Nowames II 2 Min. 44,3 Get. Mädchen: 1. Süden 2 Min. 46,2 Get. ,, Wettspiele. Faustball: Nowawes I- Wedding I 2. Nowawes 2 Min. 47,2 Get., 3. Norden II 3 Min. 4 Get. Handball: Nowawes- Wedding 2: 3. 37: 35, Nowawes II- Wedding II 11:16 Bunkte. Jiu- Jitsu- Turnier. " Dombach, D. 17, Fruchtstr. 45, zu richten. Sämtliche Angelegenheiten betreffs Spielpläge, Serien- und Gesellschaftsspiele sowie Schiedsrichter an den Spielausschußobmann Kurt Kopizte, D. 17, Lange Str. 75 bei Radtke. Spielformulare sowie Neu-, Um- und Abmeldungen sind an die Meldestelle Bruno Trausch, NO. 18, Palisadentraße 77, zu senden. Der Hauptvertretertag der„ MSV. Gemeldet haben sich 14 Bereine mit 22 Mannschaften. Die AusHocken" beschloß, die Serie 1924/25 in vier Gruppen auszutragen. losung ergab folgendes Bild: lofung ergab folgendes Bild: Gruppe Oft: Fichte 1 I, Fichte 10 I, Fichte- Weft I, Lichtenberg 21, Moabit I, Roland I, Sparta 11 L. Gruppe Süb: Fichte 1 II, Fichte 12 II, Charlotten burg II, AGC. II, Schönholz, Jugend. Gruppe Best: Fichte 12 I, Lichten.. berg 11, Wilmersdorf I, Charlottenburg I, Schönhola I, AGC. I. Gruppe Nord: Lichtenberg 2 II, Schönholz II, Roland II, Staaten I. Die Serie beginnt am 28. Geptember. Verbandsspiel Rüffig Vorwärts- Wilmersdorf. Am Sonntag, den 21. September 1924 standen sich auf dem Fortuna- Sportplatz in Neukölln Rüstig Vorwärts und Wilmersdorf I zum fälligen Verbandsspiel gegenüber. Wilmersdorf hat Anstoß, bricht durch und kann durch Halbrechts den ersten Treffer buchen. Mitte, R. B., tommt nur bis zur Verteidigung Wilmersdorfs, das Spiel zieht sich nun in Rüftig Borwärts Hälfte, burch einen Fehler der Berteidigung sitt Nr. 2 für M. Noch Mitte ausgeglichenes Spiel bis Halbzeit. R. V. hat nach der Pause Anstoß, verliert den Ball an Wilmersdorfs Mittelläufer, der Rechtsaußen vorliegt, dieser sett eine Bombe aufs Tor, vom Torsteher abgewehrt und von Halblinks zu Nr. 3 verwandelt. Jezt dreht R. B. auf, durch Anpöbelei des Schiedsrichters wird der Mittelläufer Wilmersdorfs vom Platz verwiesen. Durch einen Einzellauf Rüftig Borwärts Mittelstürmers ist Nr. 1 für R. B. gemacht. Nach Mitte, Lintsaußen von R. V. bucht durch einen blendenden Schuß Nr. 2 für R. B. Resultat:( 0: 3) 2: 3 für W. Spiele am 28. September 1924. Gruppe ,, Ost". Fichte 10 I- Lichten berg 21( Schönhauser Allee, 9-10%), Stadthaus und Rurzrock; Roland I gegen Fichte- West I( Schönhauser Allee, 10%-12), Fichte 10. Gruppe ,, West". Fichte 121 gegen AGC. I( Schönhauser Allee, 1-2), Tesch u. Lange; Wilmersdorf I gegen Lichtenberg I( Wilmersdorf, 10%-12), Otto und Ziethen; Schönholz I gegen Charlottenburg( Schönholz, 2%-4), Riene und Raupac. Gruppe Nord. Roland II gegen Lichtenberg 2 II( Schönhauser Allee, 2½- 4), Sebenbrod und Schmidt; Schönholz II gegen Staaten I( Schönholz, 1-2%), Gebrider Kroll. Gruppe Cüb". Schönholz, Jugend gegen ASC. II( Schönholz, 10%-12), Sparta- Charlottenburg II gegen Fichte 12 II( Charlottenburg, 2-4), Moabit. Spiele am 5. Oftober. Gruppe Oft". Fichte 11 gegen Sparta I( Schönhauser Das Jiu- Jitsu- Meisterschaftsturnier im Federgewicht, das die Allee, 2½- 4), Hebenbrock und Schmidt; Roland I gegen Moabit I( Schön.. hauser Allee, 9-10%), Sparta; Fidyte 10 I gegen Fichte- West I( Schönhauser Sportliche Vereinigung Nordo ft" am Sonnabend in Allee, 10%-12), Tesch und Lange. Gruppe Weft". Charlottenburg I gegen ihrer Sporthalle zum Austrag brachte, zeigte ein überfülltes Haus. Fichte 121( Charlottenburg, 9-101), Subert und Jogzat; Schönholz I gegen Die Veranstaltung war für den Jiu- Jitsu- Sport ein glänzender Er- Lichtenberg I( Schönhola, 10%-12), Rullakti und Soffmann; Wilmersdorf I Ro gegen AGC. I( Wilmersdorf 2%-4), Gebrüder Kroll. Gruppe ,, Norb". SC. Libertas, der stärkste Gegner der Sportlichen Ver= folg. land II gegen Schönholz II( Schönhauser Allee, 1-2%), Butte und Dombach. einigung Nordost", hatte seine besten Leute entfandt und gab sich Gruppe Gib". Schönhola- Jugend gegen Fichte 111( Schönholz, 2½- 4), Timm und Benig. die größte Mühe, für seine Farben einen Erfolg zu erringen." No." zeigte sich jedoch als ein überragender Konturreit und leistete einen unüberwindlichen Widerstand. Das können der ND.- Leute kommt am besten in dem Erdergebnis zum Ausdrud, vermochten fie doch die ersten sechs Pläge für sich zu belegen, während Libertas mit den übrigen vier Placierungen verlieb nehmen mußte. Aus dem Turnier ging Lups( NO.) mit acht Siegen in 38 Minuten als neuer Meister hervor und bestätigte damit feiner vorzüglichen Ruf. Sein Abschneiden ist um so höher einzuschäzen, als Lups mit starter Gewichtsvorgabe zu arbeiten hat und eigentlich normales Bantam gewicht ist. Es war eine Freude zu beobachten, wie dieser zähe, durchtrainierte Jiu- Jitsuer mit Ruhe und Ueberlegung dem Gegner zu Leibe ging. Den stärksten Widerstand fand er in Anger müller( NO., deutscher Meister 1921/22), den er erst nach zwölf Minuten durch Halskrawatte werfen tonnte. Angermüller wurde mit 6 Siegen in 29 Minuten Zweiter, sein Abschneiden ist aller Unsere Kritik an den ersten Nummern der AS3." hat den er. Ehren wert. Seine flinte, bewegliche Rampfesweise fand all freulichen Erfolg gehabt, daß die Nummern 5 und 6 sich als gemeine Anerkennung und brachte ihm manchen Beifall ein. Wenn mirtliche Arbeitersportzeitung repräsentieren, d. h. der Partei- er sich noch weiter tüchtig ins Zeug legt, dürfte er bald wieder der Streit ausgeschaltet ist. Die illustrierte Nr. 6 dürfte zur frühere, gefürchtete Gegner sein. Rechenbach( NO.) wurde mit Propaganda besonders geeignet sein. Mehrere Bilder und ein er- 5 Siegen in 13 Minuten Dritter, Krüger( ND.) mit 3 Siegen in läuternder Artifel zeigen uns Die fleißige Arbeit bei den Kämpfen 14 Minuten Vierter. Der starte Rechenbach zeigte sich in guter um die Turnspiel- Meisterschaften und beim internationalen Form und errang durchweg furze Siege über beachtenswerte Geg Schwimmfest in Görlig. Sehr hübsch sind auch die Bilder vom ner. Krüger schien nicht ganz in Form zu sein, sonst hätte er sicher Jugendtreffen des Turnvereins Fichte und die Schilderung des lich noch bedeutend besser abgeschnitten; immerhin zeigte er ein vorfrohen Treibers am Bucowsee bei Biesenthal. Ueber das" Wan- zügliches technisches Können. Als ein tommender Mann entpuppte dern mit Kindern" finden wir einen instruktiven Artikel, ebenso fich Starte( ND.), der trok seiner furzen sportlichen Laufbahn über das Baden im Freien. Wasserballspiel und Schachspiel finden mit zwei Siegen den fünfter Blah belegen fonnte. Haufe eingehende Würdigung und eine Vorschau der fommenden sport-( NO.) wurde mit 2 Siegen in 17 Minuten Sechster. Von den lichen Veranstaltungen vervollständigt das Bild. Diese Tendenz zu Libertas- Leuten gefiel am besten Lorenz, ein zäher, routinierter Sichern und Rückfälle zu verhindern, ist die Hauptaufgabe des Mann, der jedoch durch Niederlagen von Haufe und Lups sofort Kartellverbandes, wenn die Zeitung ein Werbeblatt von aus der Konkurrenz heraustam Immerhin war das, was er zeigte, dauerndem Bestand werden soll. hervorregend. Krüger( Libertas) ist ebenfalls ein Mann, aus dem bei weiterer eifriger Trainingsarbeit noch viel herauszuholen ist. Er ist förperlich vorzüglich disponiert und befigt gute technische Beranlagung. Siebenter wurde Borgul( Libertas), Achter Maste ( Libertas), Neunter Wilde( Libertas). Zehnter Krüger( Libertas); die übrigen endeten umplaciert. * Kindersportfest in Neubabelsberg. Offdeutsches Verbandsturnen. Der Turnausschuß des 1. Kreises des Arbeiter- Turn und Sportbundes teilt folgende Refulfate mit: Barren- Pflichtütung 1. Kreis: 103%, 15. Streis 90, 19. Streis 99%. Barren- Kürübung 1. Kreis 85, 15. Streis 75, 16. Kreis 86%. Pferd- Pflichtübung 1. Kreis 104, 15. Kreis 93%, 16. Streis 107%. Pferd- Kürübung 1. reis 84%, 15, Kreis 66%, 16. Kreis 85. Red Pflichtübung 1, Kreis 106%, 15. Kreis 88%, 16. Kreis 108. Red Rürübung 1. Rreis 90, 15. Rreis 86%, 16. Streis 66%. Freiübung 1. Kreis 60%, 15. Kreis verzichtet, 16. Kreis 59%. Gesamtergebnis: 1. Rreis 634, 16. Kreis 632%, 15. Kreis ohne Freiübung 480. Am Sonntag früh um 5 Uhr mußten die Kinder der FTGB. schon auf den Beinen sein, um rechtzeitig zum Besuch und zu den Wettkämpfen bei den Jungen und Mädchen in Nowames einzutreffen. Das war ein Summen und Surren, Singen und Erzählen, was wohl der Tag bringen möge, dabei das herrlichste Sonnenwetter, daß es eine Freude ist. In Neubabelsberg- Bahnhof gibts gleich eine Ueberraschung für die 200 Berliner Kinder: die Nowaweser Kinder haben ihr Trommler- und Pfeifertorps mitgebracht, da gibt's ein fröhliches Marschieren, denn die jungen Musikanten schlagen und pfeifen einen Taft, daß es eine Freude ist Die Einwohnerschaft eilt herbci, sieht wohlgefällig der marschierenden Kolonne zu und begleitet sie. Im herrlichen Park von Neubabelsberg liegt der große Spielplay, rings von Laubwald umgeben, wo nun die Wettkämpfe im Dreikampf: Weitsprung, Kugelstoßen und 75- Meter- Lauf be= ginnen. Mittags sammelt sich alles im Ort, denn nun soll der große Feftzug vor sich gehen, um alle Kinder herbeizuloden, damit sie auch dem Arbeiter- Turnerbund beitreten. Eine Musikkapelle und zwei Trommlers und Pfeiferkorps unterbrachen die sonstige Stille des Ortes, im fröhlichen Zuge gehts durch die Straßen wieder zum Feststraße 60( Fichte 1). 2. Borfißender und Geschäftsstelle: Hans Dom play. Da gibt's nun ein fröhliches Treiben und Schaustellungen aller bach, D. 17, Fruchtstr. 45( Fichte 1). Spielausschußobmann: Kurt Art: Massenfreiübungen der Groß- Berliner nach Musit, Wettspiele, Ropigte, D. 17, Lange Str. 75 bei Radtte( Fichte 1). Melbestelle: Massenturnen an Geräten und einzelnen Ringen, Tänze, rhythmische Bruno Trausch, NO. 18, Palisadenstr. 77( Fichte 1). Schriftführer: Freiübungen und Singspiele. Eine große Zuschauermenge hat sich Alfred Gerisch, D. 17, Friedrichsfelder Str. 42( Fichte 1). Kaffierer: um den Platz gruppiert. Die Nowaweser spendieren den Kindern Albert Kompagnini, D. 34, Weidenweg 67( Fichte 10). SchiedsKaffee in großer Menge. Die Wettkämpfe bringen, wie immer, die richterobmann: Willy Schrodeck, N. 20, Stockholmer Str. 30/31 allgemeine Begeisterung auf die Höhe. Noch einige Wettspiele, dann( Schönholz). Repisoren: Hans Klahn( Lichtenberg 2), Alfred heißt es aufbrechen zur Heimreise, damit alles rechtzeitig zu Hause Behrends( ASC.). Anschriften, welche nicht direkt mit dem Spiel ist, denn die Mütter warten schon. Aber die Kinder sagen: Schon betrieb im Zusammenhang stehen, sind an die Geschäftsstelle Hans MSV. Hoden. Wafferballferienspiele Winter 1924/25. Die Vereine des 6. Be= girls werden aufgefordert, die Meldungen zu den Serienspielen umgehend an den Genossen D. Friesede, D. 112, Grünberger Str. 18 abzugeben. Gleichzeitig sind nochmals Schiedsrichter oder Anwärter zum Schiedsrichteramt beizufügen. Eine genaue Klaffifizierung erfolgt durch die Technische Kommiffion am 9. Oktober. Später einlaufende Meldungen bleiben unberücksichtigt. Berliner Schwimmer in Gera- Reuß. Die Berliner SchwimmUnion 1913 weilte fürzlich bei den Freien Schwimmern Gera, die ein großzügiges Werbefchwimmen veranstalteten. Man sollte nicht meinen, daß eine Kleinstadt wie Gero ein so ideal an= gelegtes Bad schaffen konnte. Mit Recht fann Gera ftolz sein auf diese Anlage, die mit ihrem 25 × 50 Meter langen Bassin auch in sportlicher Beziehung einwandfrei dasteht. Noch im Oktober fann dort im Freien gebadet werden, bo die Heizanlagen immer neues warmes Wasser zuführen. In sportlicher Beziehung wurde Gutes geleistet. Den größten Teil der Erfolge fonnte Berlin für fich buchen. Freie Turnerschaft Lichtenberg- Friebrichsfelbe, Die Knaben- und Mädchen. abteilungen Bürgerheimtftraße und Scharnweberstraße turnen ab 19. September nur in der Pfarrftraße, und zwar: Rnaben Dienstag und Freitag von Die Partei6-8 Uhr, Mädchen Montag und Donnerstag von 6-8 Uhr. genoffen werden gebeten, ihre Kinder wieder in unsere Turnstunden zu schicken, ba der Betrieb in der Ferienzeit eingestellt war. Bor- Abteilung Norb- Oft Die Bogabteilung der Sportl. Bgg. ,, Nord- Oſt" trainiert von jegt ab felbständig Mittwochs und Sonnabends von 8-10 Uhr in der Sporthalle, Chriſtburger Str. 7. Die Ausbildung liegt in den Sänden des Kreismeisters im Halbschwergewicht A. Habermann. Besonderer Bert wird auf vorbereitende Gymnastik gelegt. Zum Anfängerkursus werden noch Anmeldungen entgegengenommen. Kampfring und fämtliches Bogmaterial Hocken Sandball Tennis. Sport Abteilung Lichtenberg. Leichtathletik Sallentraining nicht von 8-10 Uhr, sondern von 7-9% Uhr Mittwoch Parkaue. Sportler Berfammlung Donnerstag, 25. Geptember, 9 Uhr, bei Uthe, Gärtnerstr. 5. Borher Soden- Sigung der 1. Ab. teilung. Handballer melden fich bei Otto Wegener, Frankfurter Allee 236. Kartell- Berband Wedding, 3. Bezirk. Am Montag, den 29. September, abends 7 Uhr, findet im Ledigenheim( Schönstedtstraße), Zimmer 19, eine Bei den Neuwahlen der„ MSB. Hockey" wurden die enter wie folgt befeht: 1. Borsitzender: Erich Genz, D. 17, Koppen- Kartellfißung ftatt. Jeder Verein und jede Abteilung muß vertreten fein. An der Auswahl der Marke erkennt man die gute Hausfrau! MARGARINE Sparsamkeit ist die vornehmste Zierde der Hausfrau, aber sie darf es trotzdem ihren Angehörigen gegenüber an nichts fehlen lassen. Eine gute Hausfrau hat immer ,, Schwan im Blauband" in Vorrat, um ohne hohe Kosten ihre gerühmte Kochkunst zur Geltung bringen zu können. Die hygienische Herstellung unter Anwendung unseres Kirnverfahrens macht Schwan im Blauband" zur Feinkostmargarine. Haben Sie ,, Schwan im Blauband" schon gekauft? Ein Versuch wird sich lohnen. Preis 50 Pf. das Halbpfund in der bekannten Packung. Schwan im Blauband frisch gekirmi Arbeitersport und Kulturkartell im 6. Bezirk( Kreuzberg). Es ist uns gelungen, als refervieten Badeabend den Mittwochabend von 7-9 Uhr im Stadtbad Kreuzberg( alte Salle), Bärwaldstraße, gemeinsam mit der Ber. liner Schwimmunion 1913" zu bekommen. Der Badebetrieb beginnt am Mittwoch den 24. Geptember. Wir hoffen, daß sich diese Einrichtung, die dem Rartell angehörenden proletarischen allen Mitgliedern der Sport- und Kultur- Organisationen zugute fommt, wachsenden Zuspruches erfreuen wird. Die Eintrittspreise sind um ein Drittel ermäßigt. Sämtliche Bereine und Abteilungen im Bezirk werden aufgefordert, für eine rege Be teiligung ihrer Mitglieder Gorge zu tragen, damit wir nicht genötigt find, den Abend wegen mangelnden Befuches aufzugeben. Als Badeausweise gelten Bereins- Mitgliedstarten. J. A.: Erich Merlau, Borsitzender des Be sirtskartells, Berlin GO. 33, Cuvryftr. 3 v. III( für sämtliche Anschriften). die So Heftpflasterband Filzring Reftpflasterband Pflasterkern mub ein Hühneraugenpflaster aussehen, wenn es schnell und sicher wirken soll. Das Heftpflasterband verhütet Verrutschen des Pflasters sowie Festkleben am Strumpf. Der Filzring beseitigt den schmerzhaften Druck und schafft sofortige Linderung. Der Pflasterkern zerstört unbedingt das Hühnerauge mit Wurzel. Dies sind die Hauptvorzüge des seit 20 Jahren bewährten Hühneraugen- Lebewohl Hühneraugenleidende sollten daher beim Einkauf unbedingt auf den Namen Lebewohl" achten und andere Mittel, welche nicht aus den oben abgebildeten Zehenbinden bestehen, bestimmt zurückweisen, denn es gibt nichts Besseres als Lebewohl". Gegen Hornhaut auf der Fußsohle verwende man Lebewohl- BallenScheiben Deck Scheibe Mohd. Größe diese helfen in den hartnäckigsten Fällen. Durch die Deckscheibe ist ein Verrutschen und das lästige Festkleben am Strumpf ausgeschlossen. Phase Bei empfindlichen Füßen, SchweißSechseck. geruch und Wundlaufen verwende man Lebewohl-Fußbade- Pulver ein ideales Mittel für die Fußpflege. Erhältlich in Drogerien und Apotheken. Ο C Spittelmarkt Ede Wallstr. Aleganber- Plaz nahe Aschinger Königstraße 55 gegenüber Rathaus SW Belle Alliance- Str. 4 nahe Jandorf Vergeudete kraft! 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Staats- Theater Lessing- Theater Opernhaus Täglich 8 Uhr: 6 Uhr: Lohengrin Die große Revue: Opernhaus am Königsplatz 7 Uhr: Madame Butterfly Wien gib acht! Ueb.150Mitwirkende Schauspielhaus Karten 2-16 Mark 72 Uhr: Nathan Rasse den ganzen Tag geöffnet der Weise Schiller Theater 72: Guten Morgen, Hr. Fischer! Das Fest d. Handwerker Volksbühne Zum 25. Male 7 Uhr: Fahnen Deutsch. Theater 72 Uhr: Căsar u. Cleopatra Kammerspiele 72 Uhr: Frühlings Erwachen Theater i. d. Königgrätzer Str. Täglich 8 Uhr: Hans Sonnenstößers Höllenfahrt Komödienhaus Täglich 8 Uhr: Deutsch. Künstlertheat. onnerst.25.Sept 7Uhr zum 1.Male: Der Tanz um die Liebe Operette in 3 Akt. von Osk. Strauss Martha Serak Erikav.Theilmann Paul Graetz/ Robert Nästlberger Robert Scholz Hans Wassmann Georg Baselt Erich Walter Mus.Leit.: M. Roth Tänze: H. Lingen Bühn.Bild: E.Stern Lustspielhaus Tägl 8 Uhr: Die Mein Vetter Eduard Zwillingsschwester Berliner Theater Tägl. 7.30: Der süße Kavalier SCALA 8 Uhr: Internat. Lustsp. v. L.Fulda Käte Dorsch/ Joh. Riemann Hans Junkermann Neues Operettenhaus Täglich 8 Uhr: K. Valentin/ Lisl Karlstadt in CURT GROTTEWITZ Sonntage onntage eines Großstädters in der Natur Ganzleinen 2.25 Mark Zu haben: J. H. W. Dietz Nachf. im Lindenstraße 2 Vorstadttheater Große Volksoper des Westens Burleske v. Karl Valentin VARIETE Wallner- Theat. Th.i.Admiralspalast Täglich 814 Uhr: Tägl. 7 Uhr: Uriel Acosta die große Revue 8 Uhr Thalia- Th. Verh. Junggesellen ,, Noch und Noch Musik von Nelson Sig. 2 Vorst. in erster Besetzg. 31 u. 84 Uhr Deuts.Opernhaus 7 Uhr: Der Prophet mit Rud.Laubenthal Intimes Theater 7% Central- Th. 7 Alte Jakobstr. 32 Dir.: Hans Felix ' wissenswurm 7 Uhr: Premiere G. Bäck, Sauter- Sarto, St. Lutz Seebad Liebeskonzern Tempo Tempo! Metropol- Theater 7%: Gräfin Mariza von Kalman Karl Etlinger, Rob. Müller, Sonnabend 3 Uhr: Die Karlsschüler Neues Theat. am Zoo Täglich 8 Uhr: Gastspiel Adolf Philipp Die Reise Th. i. Kommand. Str. nach Amerika 8 Uhr: Mister Globetrotter 3 Bilder aus dem Leben des Deutsch- Amerikaners Dramatisch. Theater Rose- Theater Chausseestr. 30/31 Tel. Norden 10160/61 Tägl. 7 Uhr: Komödie um Rosa 8 Uhr: Der Weiberfeind Casino- Theater Täglich 8 Uhr: v. F.A. Angermayer Das erstkl. bunte Progr. Zum Schluss: Kleines Th. Der Eröfin- Schlag. Heute 8 Uhr: Muß Liebe schon sein! Der Teufelsadvokat Eine Casanovakomödie mit Ferdin. Bonn Komödie in 4 Aufz. Volkstüml. Preise WINDEDORTEN Winstons Residenz- Th. tauch. Seelöwen Dir.: Fel. Meinhardt Täglich 8 Uhr: Die vier Schlaumeier Musik von Walter W. Goetze Oskar Sabo, Betty Feiner, Karl Wallauer u. tauch.Nymphen sowie der Sept.- Spielplan! Rauchen gestattet! Theater am Kottbusser Tor Täglich 8 Uhr u. Trianon- Th. Sonnt nachm. 3U. Tägl. 8 Uhr: Erika Gläßner in „ Sie" Komödie v. Reicke Erich Kaiser- Tietz Rudolf Lettinger EliteSänger Fabelhaftes SeptemberProgramm! Reichshallen- Theat. Abends 8 U. u. Stg. nachm. 3 Uhr Stettiner Sänger Neu: Mutter uff Reisen Nachm. halbe Pr. b. voll. Abendprogr. 7%, Uhr: Fidelio Rennen zu Grunewald Komische Oper Direktion: James Klein 8 Uhr Allabendlich 8 Uhr Die gewaltigste and größte Revue aller Zeiten: Das hat die Welt noch nicht gesch'n Gastspiel Kammersänger Leo Slezak über 250 Mitwirkende Walhalla am Rosenthaler Tor Großes Internationales Varieté Programm! Anfang 8 Uhr Preise: 0.60, 1.-, 1.50, 2.- usw. KRONE Schönhauser Allee Hochbhf.Danzigerstr. Telephon: Humboldt 705 Die SENSATION BERLINS!!! Tagl. abds. 8 Uhr: 85 Wirkliche Circus- 85 SENSATIONEN in 3 Manegen KRONE- ZOO tagl. ab 10 Uhr vorm. bis 7 Uhr abends geöffnet. Circuskassen u.WertVorverkauf: heim- Theaterkassen Philharmonie 8 Uhr: Haydn- MozartBeethov.- Abend des Philharm. Orch Dirig. Prof. R. Hagel Dienstag, d. 23. Septbr. nachm. 2 Uhr Bekleidungsstücke. Wäsche usw. 40 Prozent Preisabschlag, Speife, Serren, Schlafzimmer, Rüchen, Klubgarnituren, Einzelmöbel. 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Langsam und nicht ohne inneren Widerstand bricht sich in der Arbeiterbewegung die Erkenntnis Bahn, daß die vielberufene Demokratisierung der Verwaltung nur von der Gemeinde aus durch Erweite- rung der Selbstverwaltung verwirklicht werden kann. Das deutsche Gemeinderecht, das bisher in den landes- rechtlichen Gemeindeordnungen geregelt ist— ihre Zahl dürfte sich auf etwa 20 belaufen— bietet ein Bild außerordentlicher Zersplitterung und Rückständigkeit. Von den nach der Revo- lutton erlassenen Gemeindeordnungen zeigt nur die sächsische Gemeindeordnung den ernsthaften Willen zu einer tiesgreifen- den Demokratisierung. Der Gedanke, das kommunale Ver- fasiungsrecht im Wege der Reichsgesetzgebung zu vereinheit- lichen und damit für die innere Verwaltung der Länder einen gleichen Rahmen zu schaffen, bedeutet daher an sich einen außerordentlichen Fortschritt. Daß der Entwurf des Deutschen Städtetages sich zunächst nur aus die Städte beschränkt, ent- spricht nicht unserer Grund auffassung, die für Stadt und Land einheitliches Recht verlangt, kann aber immerhin als Annähe- rung an das erstrebte Ziel der Vereinheitlichung einer zustimmenden Beurteilung nicht entgegenstehen. Leider fordert ober der Inhalt des Entwurfs die schärfste Kritik heraus— nicht etwa von irgendeiner radikalen Auffassung aus, sondern vom Standpunkt jeder Stadtverordnetenversammlung, der an der Wahrung ihres Rechtes auf Selbstbestimmung gelegen ist. Es handelt sich beim Entwurf, um es rund heraus zu sagen, um den Versuch, die Herrschaft der Oberbürgermeister über die Verwaltung der Städte weit über den jetzt bestehenden Um- fang noch hinaus gesetzlich zu stabilisieren. Eine großzügige Neuregelung des Gemeinderechtes hat zwei große Probleme von grundsätzlicher Tragweite zu lösen. Sie hat einmal in die uralte Auseinandersetzung zwischen Staat und Selbswerwaltung einzugreifen und den Kampf zwischen Staatsbureaukratie und Gemeindeverwaltung durch eine A b- grenzung der beiderseitigen Aufgabenkreise zu schlichten. Sie hat ferner die innere Verfassung der Gemeinde nach dem Prinzip der Demokratie zu ordnen, also das E i n k a m m e r- syst e m durchzuführen als die Verwirklichung des Grundsotzes, daß die Gemeindegewalt vom Volke ausgeht. Es ist an�uer- kennen, daß der Entwurf das erste Problem im fortschrittlichen Sinne zu lösen sucht. Bedauerlich ist nur, daß der Entwurf in dem entscheidenden§ 3 juristisch schlecht formuliert ist und durch seinen Wortlaut weit über die Absicht des Verfasiers hin- aus der Staatsbureaukratie zu Eingriffen in die Selbstverwal- tung Anlaß geben kann. Wenn der Entwurf die Pflege der Wohlfahrt der Einwohner als die Aufgabe der Städte be- zeichnet, so kann das eine leere Selbstverständlichkeit sein, da jede ösfentliche Körperschaft die Förderung des allgemeinen Wohles bezweckt. Dann ist es aber besser, solche Selbstoerständ- lichkeiten wegzulassen. Es kann aber auch dieser Formel die Absicht untergelegt werden, die kommunale Wohlfahrtsverwal- tung in Gegensatz zur staatlichen Hoheitsverwaltung zu stellen. Denn erhält die preußische Staatsbureaukratie, die ja diese lünstliche Scheidung erfunden oder jedenfalls in der Praxis ungeheuerlich vertieft hat, damit die Rechtsgrundlage, nack) wie vor den Gemeinden Fesseln anzulegen. Der Entwurf will das zweifellos nicht, da er erfreulicherweise die Polizei den Städten als eigene Zlngelegenheit überträgt, wenn auch mit der sehr tiefgreifenden, den Fortschritt zum großen Teil wieder aufhebenden Einschränkung, daß die örtliche Sicherheit?- polizei Auftragsangclegenheit ist und anderen Behörden übertragen werden kann. Wenn endlich der Entwurf die Städte als„die örtlichen Organe der öffentlichen Verwaltung auf allen Verwaltungsgebieten" erklärt, so hat der richtige und vom Entwurf offenbar auch gewollte Gedanke, daß die Städte alle Angelegenheiten ihres örtlichen Bereiches kraft eigenen Rechts verwalten, damit eine Formulierung gestmden, aus der gerade das Gegenteil abgeleitet werden kann. Die Staats- bureaukratie wird daraus folgern, daß die Städte ihre Ver- waltungsorgane'find und ihren Weisungen zu folgen hoben. Das will der Entwurf aber gerade vermeiden. Immerhin: Trotz der verunglückten Formulierung ist hier der Wille des Entwurfes unverkennbar, die Gemeinde von ihren gegenwär- tigen Fesseln zu befreien»nd ihr eine vor.Eingriffen der Staats- bureaukratie gesicherte Sphäre freien Wirkens in breitester Ausdehnung zu schassen. In derselben Richtung liegt es, daß der Entwurf in si 49 mit der staatlichen Bestätigung von Mitgliedern des Siadivorstandes und städtischer Beamten aus- räumt. Es ist rückhaltlos anzuerkennen, daß hier der Entwurf eine Konsequenz zeigt, zu der sich die Gesetzgebung nirgends bisher hat entschließen können. Rückschrittlich mit dem offensichtlichen Ziele, der Kommunal bureaukratie die Herrschaft über die Verwaltung zu sichern, wird der Entwurf bei der Gestaltung der i n n e r e n Gemeindeorganisation. Er stellt als Formen der Stadtver- fasiung nebeneinander die Bürgermeistcrverfassung, die Magi- stratsverfassung und die Siadtratsverfasiung. Das ist grundsätzlich falsch. Wie jede Gemeinde sich verwaltet, soll ihrem eigenen Ermessen überlassen bleiben, örtliches Herkommen, Verwaltungsübung, Personalverhältnisse werden hier immer eine große Rolle spielen. Die Frage, ob man an die Spitze der Verwaltung eine Einzelperson— den Bürgermeister— oder ein Kollegium— den Magistrat— stellt, hat in der Praxis, die namentlich in den großen Städten überall ziemlich gleich- mäßige Verhältnisse schafft, nicht die Bedeutung, die ihr in der sehr unklar gefübrteu Diskussion beigemesien wird. Ueber einen Grundsatz aber darf es vom Standpunkt der Demo- kratte keine Diskussionen geben: die kommunale Willens- bildung, die Beschlußfassung in allen grundsätzlichen und finan- ziellen Fragen darf nur bei der Gemeindevertretung als dem Organ der Wählerschaft liegen. Die Durchführung des Ein- kammersystems in den Kommunen ist z. B. auch von Drews befürwortet worden. Der Entwurf aber schlägt den nmge- kehrten Weg ein und sucht die Stellung des Magistrats und namentlich des Bürgermeisters zum Nachteil der Stadtver- ordneten in ganz ungeheuerlichem Ausmaße zu verstärken. Er beläßt es für das Gebiet der Magistratsoerfassung, der jetzt die meisten preußischen Städte unterstehen, nicht nur bei dem Zweikammersystem, sondern revidiert sogar den jetzt bestehen- den Gesetzeszustand kräftig nach rückwärts. Der Bürgermeister soll nicht nur den Vorsitz im Magistrat, sondern sogar nach § 11 den Borsitz in der Stadtverordnetenversammlung und ihren Ausschüsien erhalten und noch das volle Stimmrecht obendrein. Es erscheint mir als eine etwas starke Zumutung, einer Körperschaft wie dem Deutschen Städtetag, in der das ehrenamtliche Element stark vertreten ist, einen solchen Entwurf vorzulegen. Aber das genügt dem Entwurf noch nicht. Nach Z 24 Absatz 3 soll auch die Geschäftsordnung der Stadt- verordnetenversammlung durch Gemeindebeschluß festgesetzt werden, soll also auch hier der Magistrat ein Mitwirkungsrecht erhalten. Eine solche Bestimmung entspricht zwar dem polizei- staatlichen Geiste der preußischen Städteordnung, aber sie ist unvereinbar mit dem modernen Rechtsbewußt sein, das in der selbständigen Ordnung der Geschäfte ein Grundrecht jeder poli- tischen Körperschaft erblickt. Aus diesem Grunde hat z. B. das preußische Gesetz über die Bildung von Groß-Berlin den Be- zirksversammlungen ausdrücklich das Recht eingeräumt, sich ihre Geschäftsordnung selbst zu geben. Charakteristisch für den Geist des Entwurfes ist es, daß er die polizeiliche Orisgefetz- aebuna den Stadtverordneten überhaupt entzieht und nach § 40 Absatz 2 ausschließlich dem Gemeindevorstand überträgt. Leider ist der Verdacht nicht unbegründet daß hinter diesen Bestimmungen, die durch ihren ausgeprägt reaktiv- närsn Charakter dem Rechtsbewußtsein schroft widersprechen, sehr konkrete politische Tendenzen obwalten. Bei der Be- ratung der sächsischen Gemeindeordnung erklärte der Dresde- ner Oberbürgermeister Blüher. der in der Vorkriegszeit sich als juistischer Ratgeber sächsischer Arbeitgeberverbände im Kampfe gegen die Gewerkschaften betätigt hat, daß er grund- sätzlich Gegner einer landesgesetzlichen Regelung des Gemeinde- wefens sei und daß man die Neuregelung der Gemeinde- Verwaltung bis zum Erlasie einer Städteordnung aufschieben solle. Die Annahme ist nicht von der Hand zu weisen, daß die Absicht besteht, auf dem Wege über das Reich die fortschritt- liche Gesetzgebung der sozialistischen Länder- r e g i e r u n g e n zu verhindern oder zu beseitige«. Allein dies- Tendenzen dürfen nicht dazu führen, den gesunden Gedanken eines Reichsrohmengesetzes für die Ber- fassung der deutschen Städte preiszugeben. Es ist nicht schwer, dem Entwurf einen brauchbaren Inhalt zu geben und ihn zum Instrument des demokratischen Fortschrittes zu machen. Sache der sozialdemokratischen Delegierten wird es sein, auf dem Städtetag die Grundlage zu schaffen für ein aus dem Geiste des demokratischen Volksstaates geborenes Gemeinde- recht._ Wirtschaft Zlauer Heschästsgang auf öer Jtonffurtet Messe. Aus Frankfurt Main schreibt uns unser Derichterstaner: Die Frankfurter Messe ist am Sonntag eröffnet worden. In der Stadt selbst merkte mau wenig von diesem Ereignis: auch in der Ausstellung ist der Besuch äußerst beschränkt. Vor ollen Dingen scheinen die auswärtigen Besucher zu fehlen. Di« Messe selbst wird allem Anschein»ach stärker un!«? den ungünstigen Verhältnissen zu leiden haben, als es die vorhergehenden Herbstmessen bis jetzt erfuhren. Allgemein kann gesagt werden: viele große und bekannte Aussteller, vor allem große Maschinenfabriken aus dem Rheinland und Westsal.-n, die den Herbstmessen bisher thr Gepräge gegeben hatten, fehlen, und so beschränkt sich die Zahl dar ausstellenden Firmen im großen und ganzen auf süddeutsche und westdeutsche Firmen. Wohl find die Thüringer mit Spielwaren da, wohl kann man Chemnitzer und Krefeldc? Erzeuger mit Strümpfen und Seldenkrawotten sehen, wohl ist der Bielefeider Dür- kopp mit Nähmaschinen vertreten und Sachsen, Solingen bzw. Rem- scheid sind mit Stahl waren. Werkzeugen und Werkzeugmaschinen an- wesend. ober so beschränkt, daß derregianale Charakter der Messe zutage tritt. Das mutz angesichts des Streites, welche von beiden Messen. Köln oder Frankfurt, in Zukunft bestehen soll, kon- statiert werden. von emer guten Beschickung tonn entgegen den Verlautbarungen des Messeamtes absolut keine Rede sein. Am besten steht es noch um den Textilmarkt. Die T e x t i l m c s s e meist ein« gute Besetzung auf. Hier rechnet man angesichts der kälteren Witterung mit der Besriedigung des Herbstbeda rses und mit dem Einsetzen des so lange verzögerten Weihnachtsgeichäftes. Nachfrage besteht z. B. für Strümpfe»uUIerer Qualität, ivähr-md die Absatzmöglichkeit für SKSpelworen, die sich während der letzten Messen geltend gemacht hat, nur ungünstig beurteilt werd. In Seidenartikeln hofft man auf ein mittlere» Geschäft. In Wäsche wird die billigere Ware mehr gefragt. Bedarf besteht auch für Trikotagen und Strickwaren. Die Leinenweber-i, die sehr schlecht mit Aufträgen versehen ist, meistenteils nur für zmei Iis drei Wochen, betrachtet den Markt sehr pessimistisch.--• Gut beschickt ist auch der Aluminiummartt-, jedoch zeigt die S ch u h w ar e n m e j s e, der Kern der Frankfurter Messe, auf der besonders Lüxusschuhe gezeigt werden, viel« leer« Stände. Schlim. mer ist es noch in der Halle für Schuhmaschinen Luch in der Sport- und in der Papierbranche sowie«n der Halle für houswirtschastliche Artikel haben ein« Reihe von Firmen nicht ausgestellt und nehmen lieber die teure Platzmiete in Kauf. Die notwendige Umstellung des Messewesens. Auf einem zu Ehren italleuifcher Gäste gegebenen Frühstiick hielt der Frankfurter Siadtrat Landmann ein«'interessante Rede über die künftige Entwicklung des Messewesens. Er führte aus, daß die Messeentwicklung jetzt andere Wege einschlazen müsse, und zwar nicht im Sinn«, alz ob eine grundstürzcnd« Umwalzurg der Messe. technit eintreten werde, wehl aber in dem Sinne, daß eine.a n de r e Einstellung von Käufern und Verkäufern ein Gc- bot der Notwendigkeit sei. Die harte und grausam« Er- kenntnis, die den über der Jnfla-rionszeit gebreiteten Schleier zerrissen Hab«, zwinge die deutsche Industrie und den deutschen Handel, wieder die Vorzüge zu entfalten, die ihnen einst die Weltgeltung verschafft hätten: äußerste Solidität und Anstrengung aller Kräfte, die auf den Höchststand der tecki nischen Produktion gerichtet feien Damit würden sie aber auch in der Welt das Vertrauen wieder gewinnen, dos sie in der Inflation szeit.oerloren hätten. Man steh« auch deshalb einer veränderten Lage gegenüber, weil die Schranken, die der Verfailler Vertrag in dem mrernaiioiialen Güteraustausch aufgerichtet habe, im nächsten Jahr fallen würden. Das deutsche Volk sei fest entschlossen, nach Maßgabe dieser Kraft« das Wort einzulösen, das unsere Regierung in London gegeben habe: aber die West müsse auch willens sein, uns' di« Erfüllung zu «nnögiichen._ Geöröckte Stimmung bei üen Schutzzöllaern. fvic p h a n t a st i s ch e Höhe, die die deutsche» Getreidepreis« dank der Politik des Reichslandbundmmifters Karritz erreicht haben, ist«in« große Gefahr für di« Lebenshaltung der bresten Massen. Trotzdem ist davon noch nichts zu hören, daß di« Landwirte ihr« Forderungen zurückgeschraubt hätten. Allerdings sieht man in weiten Kreisen des Bürgertums bereits ein. daß bei den gegenwärtigen Preisen Schutzzoll««ine unerträgliche Belastung des deutschen Volkes und seiner Produktion darstellen würden. So wies das„Berliner Tageblatt", das schon früher gegen Ge- treidezölle aufgetreten ist, am Sonntag darauf hin, daß die Frei- gebe der Getreideausfuhr durch den Reichsernährungsminister ein verhängnisvoller Fehler gewesen ist und daß die Einführung von Agrarzollen„eine in keiner Weise zu rechtfertigende Belastung der deutschen Wirtschaft" bedeuten' würde, noch dazu ohne der Landwirtschaft den geringsten Nutzen, zu bringen. Sogar ein Blatt, dos sich auf national« Phrasen gern versteift und daher auch für den berühmten„Schutz der nottonalen Arbeit" viel übrig hat. wie die„De rl in er B ö r s e n- Z e i t u n g", schreibt in ihrem Wochenbericht über die Lage des Brotgetteidemarkies am Sonntag: Di« außerordentliche Höhe der jetzigen Getreideprcise hat wohl den landwirtschaftlichen R u f nach Getrcidezölle.n ge- dämpft. Di« Aussicht, daß bei solcher Höhe der Getreide- kurse noch die Zölle, die bekanntlich die früh.rc ungünstige Lage der Erzeuger aufbessern und sie zu intensivem Anbaü van Gc- treide anregen sollten, zur Annahme gelangen könnten, w'rd wohl kaum noch ernsthaft anzunehmen sein. Zweifcllos hat sich die Situation besonders der Großgrund- besitzcr wesentlich gehoben, seitdem zuerst durch die Ausfuhr- gcnehmigungen ein nicht unerheblicher Teil unserer asten Gr- treidevorräte und ansehnliche Mengen gerade der besten Ouali- täten der neuen Ernte zur Ausfuhr gelängten. Teil? dadurch, teils durch die starken Schäden der neuen Ernte infolge der un- zeitigen Regenpsrioden find die Getreidepreise auf einen Stand gekommen, den sie früher nur ganz vorübergehend einmal er- reichten, und zwar damals mit veranlaßt durch den Aufschlag der hohen Importzölle, die jetzt für di« Preisgestaltung noch nichts gttan hoben. Sind schon die heutigen Preise als ungewöhnlich hoch anzusehen, fo würden sie nach entsprechender Beeinflussung durch die beabsichtigten Zollausichläge als ernste Teuerungspreije augesehen werden müssen. Demnach scheint di« Stimmung für die Getreidezölle dach etwas abgeflaut zu fein. In der Tat märe«s.nicht zu verant- warten, wenn jetzt noch der Verteuerung des Getreides noch künstlich cm« weiter« Preissteigerung für Brotgetreide herbeigeführt werden würde. Es ist höchste Ze't, daß das Ministerium Könitz. dos bisher nur die Interessen der Großlandwirtschaft verfochten hat, die unglückselige und unzeitgemäße Vorlage zurückzieht. Technik und Wirtschaft bei öer Eisenbahn. Auf der eisenbahntechnischen Ausstellung in Seddin werden u. a. auch die neuesten Großraumgüterwagen der deutschen Reichsbahn gezeigt, von denen man eine nicht ünerhsb'.iche Der- größeru-.g der Wirtschaftlichkeit des Güterverkehrs der Eisenbahn erwartet. Auch auf der«isenbahntechnifchen Tagung, deren iachlich« Verhandlungen gestern begonnen, wurde dieses Thema einer Aussprach« unterzogen, ncckzöem Oberreglerungsrat Lauben heimcr hierüber einen kurzen Vortrag gelzalten hatte. Im Gegensatz zum Personenverkehr, bei dem die Bahnverwaltung heilstoh ist, wenn er keinen Zuschuß erfordert, ist der Güterverkehr der produktive Teil des Betriebes. Bei der Organisatton des Gütermassenverkehrs wird auf die volles et e Durchbildung des Rangierdienstes hingearbeitet, um ein« beschleunigte Zusanimenstel. lung und Zerlegung der Güterzüge zu erreichen. Die Anwendnuz von Selbstentlobewagen soll dte Wagen wieder schnell für neus Fahrten verwendungsbereit machen. Bisher wurden im Güterverkehr die bekannten zwuachsig-n LY-Tonnen-Wagen verwendet. Die eben erwähnten Bcsttebungcn aber können nur durch dl« Einführung von yierachsigen Großrauingüterwi�en von mindestens ölZbisöllTon» nen Ladegewicht wirksam unterstützt werden, denn diese'Wagen besitzen auch im Verhältnis zu den durch sie beförderten Lasten ein geringeres Eigengewicht als die ostcn 20-Tonnen-Wagen. In einem weiteren Dortroge wurde von Ministerialrat S t a b y« München das Thema der Eisenbahnbremsen und ihr« winschaftliche Bedeutung behandelt. Die Einführung der durchgehenden Güterzugs- bremse würde, ganz abgesehen von d-r Vergrößerung der Betriebs- ficherheit, auch im Laufe der Jahre eine erhebliche Berminbe rung der Betriebstoften mit fich bringen. Ein großer Parteinachrichten Einsenbungen für blese Rubrik find Berlin 68. 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin ffets an das Bezirkssekretariat, 2. Hof, 2 Trep. rechts, zu richten. Teil des Bremserpersonals würde für andere Dienste frei merden und die Ersparnis an Löhnen würde so groß sein, daß fie nach neun Jahren bereits die Kosten für die gesamte Ausrüstung der deutschen Bezirksausschus für Arbeiterwohlfahrt Freitag, den 26. September, nachm Güterzüge mit der durchgehenden Bremse wieder wettmache, so daß nom zehnten Jahre on erhebliche Reingewinne aus diefem technischen Fortschritte zu erwarten seien. Nur Amrerita hat bis jetzt seine Güterzüge mit dieser Bremse ausgerüstet, während die übrigen Länder erst jest anfangen, fie in größerem Umfange einzuführen. Nordische Messe in Kiel. 4 Uhr, im Ronferenzzimmer der Schule Roftr. 12/13, engere Borstands figung Wir weisen unsere Mitglieder ganz besonders auf die BerfammTung der Jugendgerichtshelfer am Mittwoch, den 24. Geptember, abends 7½ Uhr, im Jugendamt Boftftr. 16, Simmer 36, hin. Dr. Sauer spricht ilber: Jugendberatungsstellen" Zentralarbeitsausschus der fozialdemokratischen Elternbeiräte! Donnerstag, ben 25. September, 7 Uhr, im Sigungsfaal der Borwärts"-Redaktion, Simbenftr. 3, Sigung. Jeder Kreis muß vertreten fein. 111. st. Bohnsborf. Mittwoch, den 24. September, abends 8 Uhr, öffentliche Frauenversammlung im Lobal Groß( früher Sill), Schulzendorfer Straße. Bortrag der Genoffin Gertrud Hanna, M. d. 2.:,,Die Frau in der Bolitit. 17. Rreis Lichtenberg. Donnerstag, den 25. September, 8 Uhr, Bersammlung der Bildungsgemeinschaft in der Bibliothek, Beichselstr. 28. Bortrag des Genoffen Dr. Nägler: Wege zur Natur." Gäste willfonimen. Die Nordische Messe, die im Frühjahr einen rafchen Aufschwung erlebt hatte, leidet, wie alle anderen Messen, unter der all. gemeinen Geldknappheit. Die 3ohl der Aussteller ist nicht halb so groß wie im Frühjahr, wo viel ausgestellt umb BEFARTLEA und verhältnismäßig gut gekauft wurde, weil der Handel eine rasche Befferung der Wirtschaftslage erwartete. Die Tatsache, daß diese nicht eingetreten ist, maht vor allem die Aussteller zur Zurüdhol. tung, aber auch die Einfäufer wieder, zu große Abschlüsse zu machen, weil die Konsumenten bei den angesichts der teuren Lebenshaltung niedrigen Löhnen und Gehältern nur das Aernotwendigste zu kaufen vermögen. 20. Rreis Reinickendorf. Die für Mittwoch, den 24. September, angefekte Fraktionsfigung findet erft um 6½ Uhr im leinen Sigungsfaale des Rathauses Bittenau ftatt. Frauenveranstaltungen am Dienstag, den 23. September: 6. Kreis Kreuzberg 7 Uhr Funktionärinnenkonferens bei Wolf, GräfeStraße 6. Wichtige Tagesordnung. 96. unb 97. Abt. Reukölln. 7 Uhr bei Stugti, Leineftr. 1, Bortrag des Genossen Apotheker Heiser: ,, Boltselend und Gebärzwang." Während am Sonntag von einem Berkehr kaum die Rede mar, hat sich das Geschäft om Montag etmas belebt. In den tech nischen Abteilungen, wo allerdings viele Bläge leerstehen, wurden vor allem Abschlüffe in landwirtschaftlichen Maschinen, in Glühtopf motoren, Maschinen für Tischlereibedarf und Motorrädern erzielt. In Der Textilbranche ließ das Geschäft sehr zu wünschen übrig; die geringe Kauftraft tam dadurch zum Ausdruck, daß vorwiegend Abschlüsse in billigen Waren zustande tamen und die Berfäußer zwei bis sechs Monate Ziel gewähren mußten. Seitens der Käufer wurde zum Teil behauptet, sie seien durch Konventionen gezwungen, nicht unter 90 Tage Ziel zu taufen. Der Absatz in der Lebens- und Genußmittelbranche fowie Tabatworen war leiblich, die Käufer famen aber fast ausschließlich aus der Provinz Schleswig- Holstein. Recht flau war angesichts der gestiegenen Preise das Geschäft in Lederwaren. Der Umfah in Glas- und Porzellanwaren be friedigte, während in der kunstgewerblichen Abteilung viele Abschlüsse 14. Abt. 7% Uhr, Schule Putbuser Str. 3, Mitgliederversammlung. zustande kamen. Morgen, Mittwoch, den 24. September: Mitgliederversammlungen und Zahlabende in Groß- Berlin: 3. 6. 7 Uhr im Saal 3 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 23, Berbe Derfammlung mit Gästen. Bortrag des Genoffen Dr. Bent, M. d. 3., über: Die Sozialdemokratie in Rampfftellung." 4. Abt. 7 Uhr außerordentliche Mitgliederversammlung bei Stofenzweig, Landsberger Str. 89. Vortrag des Genoffen Dr. Julius Mofes: Die Sozialdemokratie als Rampfpartei." Borwärtslefer und Sympathisierende find eingeladen. Das Ergebnis der Meffe wird sehr ungünstig beeinflußt durch die Tatsache, daß die Preise in den nordischen Ländern, die bei den früheren Meffen als Einfäufer starf in Frage fomen, in der Regel wesentlich niedriger sind als in Deutschland. Sie treten als Räufer überhaupt nicht auf. Gegen die Blanfovollmacht der Reichsregierung in der Zollfrage wendet sich eine Eingabe der Niederrheinischen Industrie und Handelstammer Duisburg- Wefel an die zuständigen Ministerien sowie den Reichstag und den Vorläufigen Reichswirt. schaftsrat. U. a. wird darin die Beseitigung der unter Umständen zu hedenklichen Schädigungen führenden Ermächtigung ber Regierung verlangt, die Bollfäße je nach den ihres Erachtens vorhandenen Bedürfnissen der Wirtschaft zu verändern. Welter für Berlin und Umgegend: Geringe Ablühlung, meist bemött, nur vorübergehend etwas aufflarend, zeitweise tegen bei starten füdwest lichen Winden. Für Deutschland: Jm Norden ziemlich fühl und stürmis mit Regenfällen. Im Süden zeitweise heiter und warm. 6. Abt. 7 1hr bei Büttner, Schwebter Str. 23. Bortrag des Gen. Stadtrat Wermuth: Die Geschichte der Partei." 7. Abt. 7% Uhr Köhlers Sestfäle, Ziedstr. 24. Bortrag des Gen. Pfarrer Frande: Der Genfer Böllerbund". 8. Abt. 28 Uhr bei Gründer, Schwerinstr. 13. Bortrag des Gen. Dr. Sturm: Böllerbund und Pazifismus" 9. Abt. 7 Uhr bei Faber, Stephanstr. 11. Bahl und Diskutierabend. 13. Abt. 7 Uhr Bezirke: 704, 705, 708, 714-715 bei Lausch, Bredowftraße. Bezirke 709, 721-726 bei Krüger, Butligstr. 10. Beairle 716-720 bei Olbrecht, Liberta Ede Perleberger Straße. Bor 15. Abt. 7 Uhr bet Goldbach, Vinetaplas 7. Bortrag des Gen. Renter über: Rommunalpolitir". 17. Abt. 7% bei funte, Triftstr. 63. Bortrag des Gen. Kreuziger über: Kommunalpolitik". warts Lefer und Sympathifterende minfommen. 18. Abt. 7% Uhr, Schulaula Wiesen Ede Pantstraße, Werbemitgliederber fammlung. Bortrag des Gen. Bartels M. d. 2.: Die Sozialdemokratie in Rampfftellung". 19. Abt. 7% Uhr, Grane Schule, Gotenburger Str., Werbebersammlung. Bor trag des Gen. Maderhols: Die Sozialdemokratie in Kampfstellung". 20. Abt. 7% Uhr bei Wende, Kolonieftr. 147, Mitgliederversammlung. Vortrag des Gen. Koste: Politik und Wirtschaft". 22. t. 7% Uhr Schulaula Lütticher Str. 47/48, Bortrag des Gen. Nielisch: Stellung der Partei aum Londoner Abkommen und zur Verteilung ber Baften". 23. Abt. 7 Uhr bei Grunewald, Kameruner Str. 19, Mitglieberberfamm Jung. Vortrag des Gen. Dr. S. Löwh. 24. 261. 7 Uhr Mitglieberbersammlung. Aula ber Knabenschule Heiners borfer Straße. Referent Hedwig Bachenheim: Kommt es aur neuen Reichstagswahl". 25. Abt. 7 Uhr fleiner Saal des Saalbaus Friedrichshain Bortrag des Gen. Bohwod: Religion und Sozialbemokratie". 27. t. 7 Uhr bei Lehmann, Storförer Str. 1, Borftandsfitung mit ben Gruppenführern. 28. t. 7 1hr Bablabende: Bezirk 237 und 239 bei Stoffat, Brenzlaner Hee 232, Bezirle 238 und 240 bei Barthel, Wörther Str. 19, Begir! 241 bei Scheel. Wörther Str. 35, Beair! 242b bei Richter, Hagenauer Str. 6, Besirile 243a unb b bei Ruhl, Choriner Str. 49, Bezirle 244 und 245 bei Meher, Oberberger Str. 36. 30. 7 1hr Sablabende: Bezirke 940-946 bei Schmidt, Bapvelallee 64, Bezirke 951-954 bei Hoffmann, 2nchener Str. 8, Bezirle 971-979 be Mahnlopf, Carmen- Shiba- Str. 123, Bezirle 980s bis 980d bet. Solege 9803 bis 9800 Sanzowstr. 1. 31. t. 7 Uhr Bahlabend in den bekannten Lotalen. 32. Abt. 7 Uhr bei Schmidt, Fruchtstr. 36a( unterer Saal), Mitgliederber fammlung. Bortrag des Gen. Landa:„ Das Dames- Gutachten. 3. Keil. Distuffion. Die Genoffen laben ein. 33. Abt. 7 Uhr, Schulaula Hohenloheftr. 10, Mitglieberberfammlung. Boo trag bes Gent. Frik Schröder:„ Die Londoner Konferens und deren Aus wirtungen" 34. t. 7 Uhr in ben Comeniusfälen, Memeler Str. 67. Bortrag des Gen. Dr. Abolf Braun, M. b. M.: Die Stellung der Barteien zum Bondoner Abkommen und die Bastenverteilung". Borwärts Tefer und Gäste, bie auf dem Boden der SPD. stehen, find eingeladen. 35. 6. 7 Uhr Schulaula Rigaer Str. 82, Werberersammlung. Bortrag bes Gen. Alobt:„ Bondon Deutschland"." Vorwärts"-Cefer find eingeladen. 36. Genf 67 ur Aula Petersburger Str. 4, bteilungsversammlung. Bor Ts toog des Gen. Dr. Mierendorff: Die wirtschaftliche Bedeutung des Londoner Balts der Kampf um die Lastenverteilung und die SozialDemokratie". Borwärts"-Lefer als Gäste willommen. Die Funktio näre erscheinen eine halbe Stunde früher. 38. bt. 7% Uhr Mitgliederversammlung in Schmidts Gefellschaftshans, Fruchtstr. 36a( oberer Saal), Bortrag des Gen. Stadtrat Mann:„ Wohl fahrtspflege". 39. t. 7% Uhr iurftische Sprechstunde, Lindenstr. 3, Funktionärstzung. Riemand darf feblen. 40. Abt. 7 Uhr bei Neufner, Sagelberger Str. 20a, titglieberberfamm lung. Bortrag des Gen. Albrecht: Arbeitsrecht und Bodenrecht". 42. Abt. 7 Uhr neue Schule Bergmannstr. 68/69, Bortrag ber Genoffin 1 Luise Kähler, M. d. 2.: Sozialdemokratie und Bürgerblod. Die Dezirtsführer laden ein. P 43. t. 7 Uhr bei Nabe, Fichtestr. 29, Mitgliederversammlung. Bortwag bes Gen. Dr. Korach:„ Der Kampf der Sozialdemokratie". 45. 206. 7 Uhr Funktionärfonferens bei Liebig, Wiener Str. 50a. Bortrag des Gen. Bernhard Krüger: Agitation und Organisation". 47. 261. 71 Uhr Mitgliederversammlung bei Behrendt, Manteuffelftr. 95. Vortr. des Gen. Friedrich Güttler: Genossenschaft und Sozialdemokratie. Charlottenburg 53. Abt. 7% Uhr Mitgliederversammlung im Beichensaal Schule Raiserin- Augufta- lee gegenüber Wiebestraße. Bortrag des Gen. Dr. Freund, M. b. L.: Die Sozialdemokratie in Rambfitellung" 54. Abt. 7 Uhr Abteilungsversammlung, Jugendheim Rofinenstr. Bortrag des Gen. Stadtb. Schmidt: Kommunalpolitik". 55. Abt. 7 1hr bei Steimer, Wilmersdorfer Str. 21, Mitgliederversammlung. Bortrag des Genoffen Stammergerichspräsident Freymuth: Politische Rechtsprechung in Deutsch land. 56. Abt. 7% Uhr Schule Bestalozziftr. 40, Bortrag des Genossen Baul Hirsch, M. d. L.: Der Abban gegen die Sozialdemokratie". 57. 2001. 7% Uhr bei Arndt, Rantftr. 51, Bortrag des Gen. Dr. Zichaner: Deutschland und der Völlerbund". 9 59. Abt. Spandan. 7 Uhr im Türkischen Belt, Bismard Ede Mofffeftr.. Mitgliederversammlung. Vortrag des Gen. Schrörer:„ Das Wesen bes Bolfchewismus und der 3. Internationale". 68. Abt. Halenfee. 8 Uhr Bablabend bei Sandmann, Westfälische Str. 42. 77, 78, 79. Abt. Schöneberg. 7% Uhr gemeinsame Mitgliederversammlung Schulaula Feurigftraße 57. Borrag des Gen. Felgentren. 81. Abt. Friedenau. 7 Uhr im Ratskeller am Bauterplag Mitgliderne ſammlung. Bortrag des Gen. Staatssekretär Heinrich Schulz:„ Die Kulturbewegung des Sozialismus". 84. Abt. Lantwis. Pünktlich 8 Uhr Mitglieberberfammlung im Barabiesgarten, Mühlenstr. 21. Neukolln 94. Not. 7% Uhr Werbebersammlung bei Günther, Schillerprome nabe 11. Referent: Gentoffe Künstler.-97. Abt. 7 Uhr Borwärts" Spedition Siegfriedftr. 28/29, Distutierabend. fe intereffierten Genoffinnen und Senoffen find eingeladen. 108. Abt. Röpenick. 7½ Uhr Jugendheim, Grünauer Str. 5, 8immer 3, Borftandssitung. 118. t. Lichtenberg. 7 Uhr bei Tempel, Gnbrunstr. 7, Berbeberfammlung. Vortrag des Gen. Studienrat Marquardt: Die englische Arbeiterpartei". 127. Abt. Sohenschönhausen. 7% Uhr Schule Freienwalder Str. 6, Mitgliederberfammlung. Vortrag des Gen. Göring: Das Dawes- Gutachten". 181. Abt. Nieberschönhaufen. 7% Uhr Mitgliederversammlung bei Schönbert, Lindenstr. 11. Bortrag des Gen. Stelling, Mitglied des Bartelborstandes: 139 " Wirtschaft und Sozialdemokratie. 136. t. Reinickendorf Dft. 7% Uhr im Seebab, Stefibenafte. 49. Mitglieber bersammlung. Bortrag des Gen. Dr. Löwenstein: Die politische Lage". * 101. 6. Treptow. Donnerstag, ben 25. September: 7 Uhr Funktionärsfizung im Kinderhort der Schule Milbenbruchstraße. Die Bezirksführer Laden ein. Briefkasten der Redaktion. 2. Jochum, Rrebenbach bei Siegen. 1. Bon deutscher Seite wurde der Friebensvertrag unterzeichnet von Serm. Müller und Bell. 2. Erzberger fonnte gar nicht den Rardinalshut verliehen erhalten, weil die dafür nötigen Borausfegungen fehlten. Die Verkaufsstelle Berlin, Unter den Linden 19 ist eröffnet LITZ DE LITZ düriddhe Das bewährte 3 PS D- Rad Zwei Zylinder:: Drei Geschwindigkeiten Fahrfertig Mk. 1000.15TD- Rad Aktien- Gesellschaft gremis totilou nk UTZ