Nr.454 41.Jahrgang Ausgabe A Nr. 231 Bezugspreis: Möchentlich 70 Goldpfennig, monatlich 3,- Goldmark voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luremburg 4.50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmark pro Monat Der ,, Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Beit" mit ,, Gieds lung und Kleingarten", sowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und Frauenbeilage Frauenstimme erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Goldpfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. geile 0,70 Goldmart, Reflamezeile 1.- Goldmart.„ Kleine Anzeigen" das fettgebrudte Bort 0,20 Gold. mart( auläffig awei fettgedruckte Borte), jedes weitere Wort 0,10 Goldmart. Stellengesuche das erfte Wort 0,10 Goldmart, jedes weitere Bort 0.05 Goldmart. Borte über 15 Buchstaben zählen fitr zwei Worte. 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Die Deutsche Volkspartei, die von sozialdemokratischer Krisenmache" sprach, als der Vorwärts" nach der Rückkehr Stresemanns der Kaze die Schellen umhängte, hat jetzt selbst in aller Form die Regierungsfrise eröffnet, indem sie an den Reichskanzler mit dem Verlangen nach der Aufnahme der Deutschnationalen in die Reichsregie rung herantrat. Der Reichskanzler hat sie mit einer elastisch diplomatischen Antwort beschieden, die alle Wege offen hält. Die Bolkspartei hat diesen Schritt, seiner inneren Logit oder Unlogit folgend, mit einer Kriegserflärung an die Sozialdemokratie verbunden, die zugleich eine Kriegserklärung an die geschichtliche Wahrheit ist. Der Beschluß des Vorstandes der volksparteilichen Reichstagsfraktion steht auch im Widerspruch zu den Erklärungen, die die volksparteiliche Presse bis in die letzten Tage hinein abgegeben hat. Die Presse berief sich darauf, daß die Gewährung von Miniſterſizen an die Deutschnationalen von der Uebernahme der Verantwortung für den Londoner Vertrag abhängig sei. Ob die Deutschnationale Partei aber tatsächlich bereit ist, diese Verantwortung zu übernehmen, Ponnte nur der deutsch nationale Bertretertag ergeben, der am 30. September beraten soll. Im Gegensatz zu dieser Auffassung hat sich der Fraktionsvorstand ohne weiteres die Meinung der Deutsch nationalen zu eigen gemacht, wonach durch die ruhmreiche Abstimmung vom 29. Auguft der Preis voll gezahlt, also die Ware sofort zu liefern ist. Er übernimmt damit vor aller Welt offen die Berantwortung für das fch mußigste Geschäft, das jemals die innere Geschichte Deutschlands befleckt hat. Was bezweckt die Volkspartei mit ihrer Liebeserklärung an die Deutschnationalen und ihrer Kriegserklärung an die Sozialdemokratie? Und warum hatte sie mit der Beröffentlichung ihrer Erklärung solche Eile? Sie wollte den Jasagern in der Deutschnationalen Partei auf dem kommenden deutschnationalen Parteitag den Rücken Stärken. Sie wollte Herrn Hergt retten, der die Jaſtimmen während er selber einen Reinzettel abgab gegen Mi nifterportefeuilles an die volksparteilichen Seelenkäufer verhandelte. Diesem taktischen Schachzug zuliebe hat die Bolkspartei die innerpolitische Krise mit überſtürzter Eile eröffnet und die sagenhafte Arbeitsgemeinschaft der Mitte", auf der die gegenwärtige Regierung beruht, vollends in die Luft geSprengt Als Regierungspartei hat sie eigenmächtig alle Brücken, die nach links führen, zerstört. Denn daß durch diesen Schritt einer der Parteien, auf die sich die gegenwärtige Regierung stützt, das Gesamt verhältnis dieser Regierung zur Sozialbemokratie entscheidend beeinflußt wird, hat selbst ihrem ge ringen politischen Scharfblick nicht entgehen fönnen. Eine so schlechte Sache gut zu vertreten, wäre feiner Rabulistik der Welt möglich gewesen. Die ganze Erklärung der Volkspartei ist daher auch eine einzige Ber logenheit. Berlogen und allen Tatsachen ins Gesicht schlagend ist die Behauptung, zwischen den Deutschnationalen und den Mittelparteien sei eine gemeinsame außenpolitische Basis her gestellt. Daß die Linke den bedingungslosen" Einfritt in den Bölkerbund gefordert habe, ist eine bewußte unwahrheit. Die Fittion, daß demgegenüber die Deutschnationalen mit den Mittelparteien gemeinsam für den beding ten Eintritt feien, ist frei aus der Luft geholt. Umgekehrt ist die Forderung, das Dames- Gutachten be= bingungslos anzunehmen, von der Regierung und den Mittelparteien nicht abgelehnt, sondern erfüllt worden. Denn das Dawes- Gutachten war ein untrennbares Ganzes, das nur ,, bedingungslos" abgelehnt oder ,, bedingungslos" angenommen werden konnte. Nach der„ bedingungslosen" Annahme des Gutachtens unterhandelte die Regierung über seine Ausführung. Daß sie sich dabei bemühte, Erleichterungen durchzusetzen, ist selbstverständlich und wurde allgemein gebilligt nur von den Deutsch nationalen, Bölkischen und Kommunisten nicht, die ja das ganze Gutachten bedingungslos" verwarfen und noch verwerfen. So sieht die gemeinsame außenpolitische Grundlage" aus. Was anders ist auf diefer verlogenen Grundlage möglich, als eine Politik der Verlogenheit, die von Widerfpruch zu Widerspruch und darum von Mißerfolg zu Mißerfolg taumelt? Aber so schwankend die gemeinsame außenpolitische Grundlage" ist, fo festgefügt und solide ist das sei gerne zu geftanden die gemeinsame innenpolitische Grundfage zwischen Deutschnationalen und Volksparteilern. Sie verbindet die gemeinsame Gegnerschaft gegen die bestehende rewenn es wirklich kommt, bis zum äußersten bekämpfen um des arbeitenden Volkes willen und um Deutschlands willen. Die Bürgerblockentschließung der Volkspartei. publikanische Staatsform, gegen die Besteuerung des Befißes, gegen den Achtstundentag, gegen jede Erweiterung der Arbeiter rechte, die gemeinsame Liebe zu Schwarz- Weiß- Rot, Klassen herrschaft und Hochschutzzoll. Deutschnationale und Boltsparteiler, Konservative und Nationaliberale, wie sie sich vor dem großen Firmenwechsel nannten, haben gemeinsam das persönliche Regiment gestützt, das gleiche Wahlschen Volkspartei hat, wie die Nationalliberale Korrespondenz recht bekämpft, sich jedem sozialen Fortschritt widersetzt und noch jahrelang nach der Marneschlacht jeden für einen Berräter erklärt, der weniger als halb Europa annettieren wollte. D, sehr viel verbindet Deutschnationale und Bolksparteiler, unendlich viel! Nach einem furzen hilflosen Verfuch, den veränderten Berhältnissen Rechnung zu tragen und republikanische Mimikry zu üben, ist die Volkspartei in ihre alte Bahn zurückgekehrt. Schon jener Versuch begegnete von vornherein dem entschlof ſenen Widerstand des schwer industriellen Flügels. mit welchen Mitteln dieser Flügel im vorigen Jahre gegen das eigene Kabinett Stresemann gearbeitet hat, darüber wird noch ausführlicher zu reden sein, da die Bolkspartei jezt die Stirne befizt, die Schuld am Scheitern der sogenannten großen Koalition der Sojzialdemokratie zuzuschieben. Die Volkspartei wird sich noch davon überzeugen können, daß der Streit über die Vorgänge des vorigen Jahres, den sie mutwillig vom Zaun gebrochen hat, nicht zu ihrem Vorteil ausgehen wird. Gerade das, was die Volkspartei angeblich nicht will, den Berfall des Volfes in 3 wei Teile, von denen der eine herrscht und besigt und der andere ar= beitet und bezahlt", das hat fie innerhalb der großen Koalition zu betreiben versucht. Daran und an der jeder Gerechtigkeit hohnsprechenden ungleichen Behandlung der Butschgefahren von rechts und links ist die große Koalition gescheitert. Hier gilt das Wort: ,, Wer sich entschuldigt, flagt sich an". Mit vorsichtiger Perfidie oder perfider Borsicht versucht die voltsparteiliche Erklärung das, was sie als Folge der polksparteilichen Politit tommen sieht, die Trennung der Nation in zwei sich hemmungs los bekämpfende Teile", auf das Schuldkonto der Sozialdemokratie abzuschieben. S Die Sozialdemokratie hat aus den Trümmern des an einem Uebermaß von eigener Schuld zusammengebrochenen Kaiserreiches die deutsche Republik geschaffen. Sie hat die Staatsordnung, die allein noch die Einheit Deutschlands verbürgt, in harten Rämpfen gegen links und rechts auch gegen die Deutsche Volkspartei verteidigt. Sie hat die Last der Unpopularität auf sich genommen zur Durchführung einer von bitterer Notwendigkeit diktierten Außenpolitik und sie hat diese Außenpolitik konsequent und führend vertreten bis zur An nahme der Dames- Gefeße, von denen die Volks partei jetzt mit starter Uebertreibung stolz behauptet, daß durch fie Freiheit, Ehre und Eristenzmöglichkeit" des deutschen Volkes gesichert seien. Die Volkspartei erklärt nach alles dem, die Sozialdemokratie habe sich der wirtschaftlichen Gesundung des Reiches und der Wiederherstellung seiner inneren Ordnung widersetzt und damit wirtschaftliche und staatliche Intereffen der Parteipolitik geopfert". Und indem sie mit weitausholender Gebärde die sechs Millionen deutschnationaler Wähler" in ihre Bolksgemeinschaft" einschließt, weist fie sogleich sechs Millionen jozialdemokratischer Wähler aus dieser Volksgemeinschaft hinaus. Auch diese Geste ist von einer lächerlichen Berlogenheit. Noch haben die Herren Stresemann und Scholz nicht zu entscheiden, wer zur ,, Bolfsgemeinschaft" gehört und wer nicht. Aber wir können diese Geste nicht anders auffaffen, denn als eine beabsichtigte Beleidigung und Bedro hung, und wir können in diesem Augenblick nicht die Erinnerung daran unterdrücken, daß die Partei Stresemanns jahr zehntelang ein System stützte, das die Partei Bebels und Ludwig Frants rechtlos machte und ächtete. Die Herren sehen also, daß wir im Bilde find. Wir wissen, worum es geht. Den Handschuh, den man uns hinwirft, heben wir auf. Die Dames- Geseze sollten dem gequälfen Land wirtschaft: liche Erholung und Beruhigung verschaffen. Die Boltspartei entfacht mit ihrer Erklärung die schwerste innerpolitische Krise und den schärfften innerpolitischen Kampf. Um die Diktatur des Bundes zwischen Grundrente und Kapitalprofit neu zu stabilisieren, foll Deutschland nach dem Willen der Volksparteiler noch einmal einem tonservatio national. liberalen Regiment unterworfen werden. Wir werden ein solches Regiment, dessen Phrasen wir fennen, dessen Methoden wir kennen und deren Erfolge wir fennen, Der Vorstand der Reichstagsfrattion der Deut meldet, in feinen Sizungen vom 24. und 25. September über die politische Lage beraten und ein stimmig die nachstehende Entfchließung gefaßt: Die Außenpolitik des Reiches ist durch die Annahme des Londoner Pattes, die Erklärung der Reichsregierung zur Kriegsschuldfrage vom 30. August und den Beschluß des Kabinetts über den Eintritt in den Völkerbund vom 25. September festgelegt. Ueber= nahme der Reparationslasten nur gegen Sicherung von Freiheit, Ehre und Eristenzmöglichkeit. Eintritt in den Völkerbund nur nach Garantierung formeller und materieller Gleichberechtigung mit den Hauptmächten find die Richtlinien. Die Forderung der Linken auf alsbaldigen bedingungslosen Eintritt in den Völkerbund ist vom Kabinett mit Recht ebenso zurückgewiesen worden wie feinerzeit die bedingungslose Annahme des Dawes- Gutachtens. Damit ist die Fortführung der bisherigen Außenpolitik im Sinne nationaler Realpolitit gesichert. Nunmehr handelt es sich um die innere Konsolidierung auf gemeinsamer außenpolitischer Grundlage. Wir haben seit langem das Ziel einer 3ufammenfaffung aller staatsbejahenden und aufbaubereiten Parteien verfolgt und der Notwendigkeit, die wertvollen politischen sozialen und wirtschaftlichen Kräfte der Deutschnationalen Boits. partei aus außen- und innenpolitischen Gründen zur verantwort lichen Mitarbeit in der Reichsregierung heranzuziehen, in unserer Entschließung vom 28. Auguft erneut Ausdruck verliehen. Wir halten an dieser Entschließung fest. Nachdem der Reichstag am 29. Auguft mit der erforderlichen verfassungsmäßigen Mehrheit den Londoner Abmachungen zugestimmt hat, wobei die Deutschnationale Frattion die Annahme mit ermöglichte, ist die Durchführung der dadurch erforderlichen Maßnahmen Sache aller Parteien und des großen Werkes. Wir glauben zu der Annahme berechtigt zu sein, daß die Deutschnationale Partei auch ihrerseits nunmehr die Durchführung der entstandenen Aufgaben mit sichern wird. Dadurch wird die Bahn frei für eine Erweiterung des Reichskabinetts, entsprechend der Bedeutung und Stärke der Partei. Unser Ziel ist nicht die Schaffung eines Bürgerblocks. Das deutsche Volk darf nicht in zwei Teile zerfallen, von denen der eine herrscht und befitzt und der andere arbeitet und zahlt. Wer uns ein folches Ziel unterlegt, der will selbst die Trennung der Nation in zwei sich hemmungslos befämpfende Teile herbeiführen, um hieraus parteipolitischen Nutzen zu ziehen. Die teitende Idee unserer Innenpolitik die Herbeiführung der Bottsgemeinschaft. unter Zurückstellung aller Bedenken hatten wir uns deshalb auch im Reiche bereit gefunden, mit der Sozialdemokratischen Bartei zusamenzuarbeiten. mar Dieses Zusammenwirken ist durch die Schuld der Sozialdemotraten gescheitert, welche sich den Maßnahmen des Kabinetts Streje. mann zur wrifchaftlichen Gefundung des Reiches und zur Wiederherstellung feiner inneren Ordnung widersetzten und damit wirtschaftliche und staatliche Notwendigkeiten der Innenpolitik opferten. Die Sozialdemokratie hat das kabinett der Großen Koalition zu Fall gebracht. Sie hat sich mithin für die Cöfung der jetzigen großen Aufgaben auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiet felbft ausge schaltet. Unser Ziel bleibt die Bolksgemeinschaft. Für sie haben wir mit den übrigen Koalitionsparteien nicht ohne sichtbaren Erfolg gearbeitet. Diese Erfolge müssen durch ruhige und stetige Arbeit fortentwickelt und ausgebaut werden. Sie dürfen nicht infolge einer Reichstagsauflösung, die übrigens feine vefentliche Verschie bung der parlamentarischen Mehrheitsverhältniffe bringen würde, gestört werden. Die Cöfung ist nach unferer festen Ueberzeugung nur nach Einbeziehung von sechs Millionen deutschnationaler Wähler in die Volksgemeinschaft und Sicherung ihrer Mitarbeit möglich. Nur so ist eine Beschränkung der unvermeidbaren parteipolitischen Kämpfe auf ein erträgliches Maß und die Herstellung der für jeden Erfolg umentbehrlichen gemeinsamen außenpolitischen Front zu er reichen. Marx zu Verhandlungen bereit. Amflich wird gemeldet: Im Auffrage des Borstandes der Reichstagsfraktion der Deutfchen Boltspartei gaben geffern mittag die Reichstagsabgeordneten Dr.Zapf und Dr. Curtius dem Reichstanzler Kenntnis von der Entschließung des Borstandes über die Erweiterung des Reichskabinetts durch Einbeziehung der Deuff nationalen Boltspartei in die Regierung. Der Reichstanzler nahm die Mitteilungen der Herren entgegen und erklärte ihnen, daß es nach den bekannten Bereinbarungen mit der Reichstagsfraktion der Deutschnationalen Darum teine allgemeine Aufwertung, sondern eine Rentengewährung an bedürftige Anleihezeichner. Ihnen soll ein Recht auf die Rente gegeben werden. Berücksichtigt werden können, wie schon oben ausgeführt, nur solche Personen, die sich noch im Besiz der Kriegsanleihe befinden. Dazu bedürfte es in jedem Falle der Der thüringische Skandal. Staatsbankpräsident gegen Finanzminifter. Der Rechtsbeistand des bisherigen Thüringischen Staatsband präsidenten Loeb, Dr. Paul Levi, verbreitet durch eine hiesige Bolfsparlei vom 29. Auguft ohnedies feine Absicht gewefen Eine Beschränkung auf diesen Kreis ist notwendig; andernfalls bürgerliche Rorrespondeng folgende Erklärung: wäre, noch vor wiederzufammentritt des Reichstags von fich aus in der Praris nicht durchführ Berhandlungen über eine etwaige Regierungsbaren Prüfung, ob der Erlös der verkauften Anleihe nicht zu umbildung aufzunehmen und daß er bei dieser Abficht bleibe. einem verhältnismäßig angemessenen Ersatz für die hingegebene Kriegsanleihe geführt hat. Das Zentrum will untersuchen. Die„ Germania" nimmt von unseren Bemerkungen über den Bruch der Vertraulichkeit der Beratungen im Aufwertungsausschuß Notiz und fügt ihnen folgende Säße an: Bon. diesem angeblichen„ Treiben" der Zentrumsanhänger ift uns nichts bekannt und bis zum ſtrikten Beweis des Gegenteils halten wir die Andeutungen des„ Borwärts" für Verleumdungen. Das enthebt aber die Partei nicht der Pflicht, den Angaben der beiden Blätter( der Frankfurter Zeitung" und des„ Vorwärts") nachzugehen und festzustellen, was es mit der Behauptung, Anhänger des Zentrums unterstützter und förderten das Treiben der Börsenspekulanten, auf sich hat. Die Ehre der Partei verlangt es, daß ein solcher Verdacht teinen Augenblick gegen Zentrumsangehörige bestehen bleibt und daß unverzüglich die durch die Behauptung des Vorwärts" notwendig gewordene Selbstverständlichkeit betont wird, daß in der Zentrums partei für Leute, die Börsenfpetulanten unterstützen und fördern, tein Plaz ist. Dazu nur ein Wort: Von einer Verleumbung durch den Vorwärts" fann schon um deswillen feine Rede sein, den Vorwärts" kann schon um deswillen feine Rede sein, weil wir nur Bezug genommen haben auf die ausführlichen Andeutungen der Frankfurter Zeitung". Im übrigen sind wir mit der„ Germania" durchaus einer Meinung, wenn sie die Nachprüfung jener Andeutungen fordert. Als bedürftig folle der angesehen werden, der meder aus eigenem Vermögen, noch durch eigene Arbeit seinen Unterhalt bestreiten fann. Die Rente soll dem Berechtigten, nach seinem Tode seinem Ehegatten auf Lebenszeit gewährt wer den. Entscheidend foll sein, daß der Berechtigte bei der Begründung des Anspruchs auf die Rente bedürftig gewesen ist. Die Höhe der Rente foll sich nach dem Betrag bemeffen, ben der Berechtigte dem Reich in selbstgezeichneter Kriegsanleihe überträgt, wird jedoch bei dem einzelnen Berechtigten mit Rücksicht auf die zur Verfügung stehen Mittel, pen, Beltag von 1000 Reichsmart für das Jahr nicht überschreiten können. Das Recht auf die Rente foll mit der Person des Berechtigten verknüpft sein. Es soll der Möglichkeit vorgebeugt werden, daß der Berechtigte sich in einer etwaigen Not lage das Recht von dritter Seite ablaufen läßt und wieder dem Elend ausgeliefert wird, während die Rente in Hände fäme, für die sie nicht bestimmt war. ,, 1. Die Anzeige gegen Loeb wegen angeblicher Aftenver schleppung ist erstattet von dem zweiten Direktor der Thü ringischen Staatsbant, der sich einen ganzen Tag lang die an. gebliche Aftenverschleppung mit angesehen und dann erst um 2 Uhr nachts die Polizei alarmiert hat. Bei der Durchficht der beschlagnahmten Atten, die bereits bis über die Hälfte gediehen ist, ist bisher noch nicht ein einziges, einwandfrei als amt die Privatforrespondenz Loebs. Es ist zu erwarten, daß nach völ lich anzusprechendes Aftenstück gefunden worden, vielmehr lediglich liger Prüfung der Aften das Ermittlungsverfahren in wenigen Tagen beendet sein wird. 2. Was das materielle Zerwürfnis zwischen Loeb und der Thü ringischen Staatsregierung angeht, so liegt dem folgendes zugrunde: Bereits mit dem Amtsantritt des gegenwärtigen Ministers frat eine Spannung zwischen Loeb und der Staatsregierung ein, da der gegen wärtige Minister offen erklärte, er fei völkisch eingestellt und halte nach seiner völkischen Einstellung einen Juden in prominenter Stellung nicht für geeignet. Trotz dieser Einstellung des Finanzministers blieb die Staatsbant, von gelegentlichen Bösartigfeiten abgesehen, unbehelligt. Im Juli d. I. nun ereignete sich folgendes: Eine Holzgesellschaft hatte an den bekannten Deutschvölkischen Abgeordneten Dr. Dinter ein Haus verkauft und dafür 32 000 M. in Akzepten von Dinter erhalten. Die reguläre Bankverbindung dieser Holzgesellschaft lehnte den Diskont des Wechsels ab. Darauf bot die Holzgesellschaft dieselben Wechsel der Thürin. gischen Staatsbant zum Diskont an, die aber gleichfalls den Diskont ablehnte, meil es sich nicht um Warenwechsel, das heißt nicht um reichsbanffähige Wechsel handelte. Mitte Auguft d. 3. legte ein Bücherrevisor die Prolongationswechsel der Staatsbant abermals zum Diskont vor, womit also zugleich dargetan war, daß Dinter die Wechsel bei Fälligkeit nicht eingelöst hatte. Die Staatsbant, d. h. ihr Präsident Loeb, lehnte den Dis font wieder ab. Um den Bedürftigen die Aufnahme in einer häuslichen Gemeinschaft zu erleichtern, soll er aber die Rente innerhalb eines_bestimmten Kreises vererben fönnen. Sie soll nach seinem Tode auf einen Zeitraum. von zehn Jahren beschränkt auf solche Personen übergehen fönnen, die ihn oder seinen Ehegatten in ihre häusliche Gemeinschaft aufgenommen hatte. Die Rente soll ferner vererblich sein auf Kinder, Kindeskinder oder Eltern, so fern diese Erben bedürftig sind. Was die Höhe der Leistungen betrifft, so ift daran gedacht, die Rente auf zwei Reichsmart je Jahr auf je 100 Papiermart nominell Kriegsanleihe zu be messen. Es würde also z. B. ein Selbstzeichner von 15 000 m. Kriegsanleihe 300 Goldmark in jedem Jahr erhalten. Das ist nicht viel, aber es bildet immerhin eine sichere Grundlage, neben der die fcziale Fürsorge bestehen bleibt, Der Rahmen derjenigen, die mit der Renbe bedacht werden können, muß eng sein. Immerhin werden Die Entschädigung verarmter Reicher. die Fälle einzubeziehen sein, in denen die Kriegsanleihe im Erbgang erworben, durch Sammelzeichnung( z. B. auch Armeezeichnungen im Der Aufwertungsplan des Reichsfinanzministers. Felde) zugeteilt oder in ähnlicher der Selbstzeichnung gleichstehenden Wie bereits furz bekannt gegeben worden ist, hat der Reichs. Weise an den Bedürftigen gelangt ist. Es soll aber auch über die fivanzminister dem Unterausschuß, der sich mit der Aufwertungs- in ihrer Höhe noch festzustellende Rente zustehen, die ihrerseits zur bedürftigen physischen Bersonen hinaus solchen Berbänden eine, frage beschäftigt, einen in die Form von Leitfägen gekleideten Unterstüßung von Bedürftigen berufen sind. Hier Plan vorgelegt, der den Bedürftigen unter ben Kriegs unter würden u. a. fallen firchliche und sonstige charitative Einrich anleihezeichnern Hilfe bringen will. Fragt man mun zu- tungen, die zur Unterstüßung Armer und Kranter Gelder angefamnächst, weshalb sich das Augenmerk des Finanzministers in erster melt und diese Gelder als Selbstzeichner in der Kriegsanleihe anReibe auf die Kriegsanleihezeichner richtet, so ist hierauf gelegt haben. Inzwischen aber ist weiter festgestellt, daß die Thüringische Rezu erwidern, daß sie es waren, die dem Vaterlande teilweise Das ist der Plan, den der Finanzminister dem Underausschuß gierung, d. h. das Finanzministerium selbst, diese nicht unter eigenen schweren Opfern in der Not ihr Geld dargebracht vorgelegt hat. Die Grenzen der Leistungsfähigkeit des Reichs, wer- reichsbantfähigen Wechsel als Zahlung für Holzgelder haben. Fragt man weiter, weshalb nur die Bedürftigen unter den unter allen Umständen innegehalten werden müffen. Wer mehr hereingenommen und auch prolongiert hatte, offenbar, weifen müssen, auf denen neue, nicht schon in Anspruch geden geben will, als in dem nommene oder vom Reich sonst benötigte Quellen erschloffen werden tönnen. den Kriegsanleihezeichnern berücksichtigt werden sollen, und hier wiederum nur die, die ihre Stüde und Schuldbuchzeichnungen fon serviert haben, so lautet die Antwort: Die Hilfe, die der Finanz minister anbietet, fann sich nur im Rahmen der zur Ber. fügung stehenden Mittel halten. Es ist ganz unmöglich und wäre unverantwortlich, wollte der Finanzminister einen Plan Die Uebertragbarkeit der Rente wird also auszuschließen sein. Soweit der Plan des Reichsfinanzministeriums. In feinem Darauf richtete Dinter eine kleine Anfrage an die Regierung, die dem Sinne nach fragte, ob Deutschvölkische von der Thüringischen Staatsbant teine Kredite erhielten. Wie einer der Sachverständigen, die von der Regierung gestellt worden find, selbst zugegeben hat, hing die ganze von der Regierung angeordnete Revision mit dieser Dinterschen Beschwerde zufammen. weil sie gegen den Abgeordneten Dinter vorzugehen sich nicht in der Lage sah. In diesem Zusammenhang nun hat die Thüringische Re gierung diefe Revision von zwei willkürlich zusammengesezten Re visoren vornehmen laffen, dagegen eine Revision durch die Deutsche Treuhandgesellschaft abgelehnt. Damit hat sie zur Genüge bewiesen, daß es ihr nicht darauf ankomme, den Geschäftsbericht zu prüfen, vorlegen, dessen Auswirkung ein neues Defizit im Haushalt uno ozialen Rern trifft er zweifellos das Richtige und das ist auch fondern darauf, Material gegen den Präsidenten zu sammeln. demgemäß eine neue Inflation wäre. Für die Aufwertung fönnen im begrenzten Umfange bie aus Inflationssteuern eingehenden Gelder zur Verfügung ge. stellt werden. Darüber hinaus leider nichts. Das wird jebem eins leuchten, der die Lage unserer Wirtschaft, die Grenzen ihrer Bes teuerung und insbesondere die Lasten aus dem Dawes Gutachten berücksichtigt. Bollte man die Beträge, die aus Inflationssteuern freigemacht werden können der Gesamtheit der Zeichner der Kriegsanleihe oder gar der Gesamtheit der Anleihebefizer zur Verfügung Stellen, so würde auf den einzelnen so wenig entfallen, daß von einer wirklichen Hilfe teine Rede sein fönnte. Dazu kommt, daß, wollte man alle Anleihezeichner berücksichtigen, die Spekulan ten zu Lasten der wirklich der Hilfe Bedürftigen ein Geschent er halten würden, auf das fie teinen Anspruch haben. Hermann Löns. Zum heutigen zehnjährigen Todestage des Dichters. Bon Walter Dach. Es ist das Schicksal der meisten deutschen Dichter und Denter, daß sie zu Lebzeiten nicht gerade mit freundlichem Gefühle von gewissen Zeitgenossen bedacht werden( zuweilen läßt man fie auch vers hungern) und daß sie nach dem Tode meist von denselben Kreisen für ihre Idee in Anspruch genommen werden. Das ist zwar eine traurige Komödie, aber daran stoßen sich bekanntlich die Herrschaften der alten, guten Zeit" nicht. Auch Hermann Löns, der Heidebichter, muß ein ähnliches Schicksal erfahren. Verschiedentlich sind nach seinem Tode Bücher über ihn erschienen, die es fich zur Aufgabe gemacht haben, zu beweisen, daß auch Hermann Löns zu denen gehörte, bie für die gottgewollte Menschheitsordnung( lies: wilhelminische Aera) Gut und Blut hingeben. Welcher Parteirichtung Hermann Löns angehörte, ist für uns fein Dogma. Aber wenn man diese widerliche Art verfolgt, alles, was im Kriege gefallen ist, vor den deutschnationalen Partei wagen zu spannen, dann fühlt man sich doch veranlaßt, ein Wort für Hermann Löns zu sagen. Hermann Löns war ganz und gar nicht der Mensch, der in die Welt vor 1914 paßte. Das sagen seine Werte und das fagt sein Leben. Der Heide und damit der Natur über alles hingegeben, felbft natürlich und ungeschminkt, wahrheitsliebend und gerade bentend, ist er auch seine Wege gegangen. In seinen Dichtungen zeigt er fich so, wie er war. Seine Kritik an den Dingen der Welt und den Dingen der Staatsordnung war scharf und hat ihm manchen Ber druß eingetragen. Es wäre falsch, zu sagen, diese fritischen Gedichte hätte er als Redakteur geschrieben und sie wären auf Grund des Abhängigkeitsverhältnisses mehr oder weniger 3wangsprodukte. Bu dem sind eine ganze Reihe Gedichte in der Zeit des freien Schriftftellertums entstanden. In seinem Gedicht Poeta laureatus" heißt es: Singt ewig nicht von Liebe, Stimmt an das Lied vom Haß, Fort Wein und Luft befinget -Des Schweißes heilig Naß.. Reißt der Gesellschaftslüge Die Maste vom Gesicht...! Was er als Sohn, einer Familie, die nicht zum Proletariat zählte, doch für die arbeitende Klasse empfunden hat, hat er in den Bersen festgelegt: Barrifabe, Pflastersteine, Pulverblik, Kommandoschrein, Rotes Blut und blaues Blut, Oben Mut und unten But, Blei und Pulver, wenn auch Deutsche, Warum wollt ihr nicht die Peitsche, Warum denn fein trodnes Brot? Schlagt sie tot! von allen Barteien bisher anerkannt worden. Fefigestellt fei aber bei dieser Gelegenheit, daß es die Sozialdemokratie gewesen tft, die eine derartige foziale Regelung der Aufwertungsfrage immer gefordert hat. Genosse Keil hat im Aufwertungsausschuß seinerzeit Borschläge gemacht, die weiter gehen als die Zugeständnisse des Reichsfinanzminifteriums und die auch den Weg zu einer Beschaf fung der notwendigen Mittel durch erhöhte Befizsteuern wiesen. Warum dieser Gedande nicht aufgenommen worden ist, das besagt die Kundgebung des Reichsfinanzministeriums nicht. Wir hoffen jedoch, daß in der Angelgenheit nicht das legte Wort ge sprochen ist, und daß, unter Ausschluß aller Spefulationsgewinne, weiter eine gerechte Lösung der Aufwertungsfrage gesucht wird. Millionen in der Hand; ,, Kaifer, Gott und Baterland!" Ist nun einmal so die Welt, Da der Hunger, hier das Geld; Warum seid ihr solche Sünder, Warum habt ihr soviel Kinder? Was, noch Schmalz auf euer Brot? Schlagt sie tot! Nur den Reichen fommt es zu: Boller Magen, weiche Ruh; Eure Mädchen find uns recht, Wir sind Herr, und ihr seid Knecht! Laßt sie sterben, laßt fie hungern, Nackend auf der Straße lungern, Werden toll sie dann aus Not Schlagt sie tot! Sehr scharf geht er mit dem Radavergehorsam der Zeit ins Gericht. Seine Satire trifft den Lindener Magistrat, der die Gründung einer Turnerriege des Lindener Bürgervereins will fommen heißt, weil nun ein jeder Gelegenheit hat, fich im„ Rumpfbeugen" zu üben und die„ steifen Rücken" zu lösen ,. In seinem Ge dicht„ Lebensregel" lautet eine Strophe: Opposition ist pöbelhaft, Nach eig'ner Meinung geht Rein feiner Mann, im Gegenteil, Das tut bloß ein Prolet. Hermann Löns meldete sich nach Ausbruch des Krieges fret. willig und fiel schon am 26. September 1914. Seine Kriegsgedichte, seine Freiwilligkeit und sein Heldentod ändern an dem vorstehend geschilderten Löns nichts. Das zeigt sein Gedicht Soldatentod", in dem er den Militarismus unter die Lupe nimmt: Gequält, geschlagen, malträtiert, Von früh bis in die späte Nacht, Mit rohen Worten fujoniert, Um Bachen und um Lust gebracht, Es trat ihn wie ein schmutzig Tier Der rohe Unteroffizier Da riß vom Koppel er das Erz Und stieß es ihm ins Herz. Tags drauf im Militärgericht Sprach man ihm Leib und Leben ab, Daß brav er fonft, das zählte nicht, Für Bahnsinnstat ein schnelles Grab. Rein Mitleid darf dem Hunde blühn, Wo bliebe sonst die Disziplin?" Sie schoffen tot ihn in der Früh Das Blut vertrocknet nie. Hermann Löns war eben, wie viele andere, dem Zuge der Be. geisterung von 1914 verfallen. Ob er aber je ein Kriegsschreier geworben wäre, ist sehr fraglich. Ein Mann, wie er, der fich für das Recht der Menschheit und insbesondere das Recht der unterAus diesem Grunde hat dann Loeb sein Amt niedergelegt, she bie durch eine leichtfertige Denunziation zustande gekommene Bozeiaftion in Angriff genommen worden war. Im übrigen werden über die Bechältnisse die Gerichte zu entscheiden haben. Der braunschweigische Landtag lehnte den Bergleichsvorschlag zwischen dem braunschweigischen Staat und dem vormals regierenden raftionen bürgerliche Bereinigung, deutsche Boltepartei und Wirt herzoglichen Hauſe ab. Weiter wurde der Dringlichkeitsantrag der schaftsgruppe auf vorzeitige Auflösung des Landtags a be gelehnt. Der Landtag erreicht sein verfassungsmäßiges Ende im Januar nächsten Jahres. Der Landtag wurde auf unbestimmte Zeit bertagt. brückten Menschheit einsetzte, hätte die Berherrlichung des freffenden Todes, der ja erft 1916 und die folgenden Jahre eine so graufige Bedeutung erhielt, ganz gewiß nicht mitgemacht. Rechtsgerichtete Presse. ,, Noch vor dem Ariege tam einmal ber neugewählte Borfigende des Aufsichtsrates einer Beitungsgesellschaft au mir und fagte, bağ es ihm erst nach tagelangem Bemühen gelungen sei, sich über alle Schachtelgesellschaften flar zu werden, die mit feinen Beitungen ver inüpft seien. Heinrich Rippler in der Deutschen Breffe. Der Berlagsdirettor: Sie müssen verstehen: das Blatt ift ein Zweigunternehmen der Mitteldeutschen Abfallverwertungszentrale-.- G. 11 Der Chefredakteur: Und hat als ein solches die Inter effen der Mitteldeutschen.. Der Verlagsbirettor: Aber nicht doch. Diese ist ja nur ein Splitter des wiederum dem Norddeutschen Bontverein unter. ftehenden Schmierfeifentonzerns. Der Chefredakteur: Es wären demnach die Belange der Banten... Der Berlagsdirettor: Das fönnen Sie nach Ihrem Gutdünken machen. Hierauf tommt es nicht an. Die Bant ist ein Tochterunternehmen der Westfälischen Eisen- Allianz, an der fran zösische Herren maßgebend beteiligt sind. Der Chefrebatteur: Ich verstehe: ein deutsch- französisches Wirtschaftsbündnis... Der Verlagsdirektor: Nichts dergleichen. Die EisenAllianz ist ja nur in die Reederei A.-G. gefchachtelt, die samt ihren startes Intereffe an einem Schuß vor der franzöfifchen Minette hat. Schwestergesellschaften in den Montantrust getapfelt ist, der ein Der Chefredakteur: Also ablehnende Haltung gegenüber Frankreich? Der Verlagsdirektor: Soweit Sie dadurch nicht die Herren des Steinfohlenbergbaues vor den Kopf stoßen, die an dem Montantrust beteiligt sind und einer Petroleumfirma unterstehen, die Ruhe in Europa begehrt und Frankreich und Deutschland als Abfahgebiete braucht. Der Chefredakteur: Es sind demnach internationale Interessen, die.. Der Berlagsdirektor: Wie können Sie das glauben! Die Petroleumfirma ist das zweigunternehmen eines Baumwoll importeurs, der selbstverständlich ein glühender Patriot mit antisemitischem Einschlag ist. Der Chefredakteur: Und der demnach den Borsitz bei wichtigen Rebattionstonferenzen führt und die Tendenz des Blattes bestimmt. Der Verlagsdirektor: Natürlich nur, soweit der Herr in England nicht anderweit verfügt. Der Chefredakteur( aus den Wolken fallend): Aber welcher Herr in England denn? Der Berlagsdirektor: Auf den der amerikanische Herr, von dem ich meine Direktiven belomme, mich verwiesen hat. Ich dante Ihnen, Herr Chefredakteur. Sie dürften min im Bilde fein H. B. Gegen den Agrarschutzzoll. Eine Entschließung auf der Stuttgarter Tagung. Stuttgart, 25. Seztember.( Eigener Drahtbericht.) In der Nachmiffagsfizung der Tagung des Vereins für Sozialpolitit leitete Professor Sehring eine Aussprache über Zoll- und Handelspolitit mit einem Referat über die wirtschaftliche Agrarfrise und die weltwirtschaftlichen Zusammenhänge ein. Er sieht bei der Ausführung des Dawes- Blanes die Zukunft Deutschlands sehr dunkel. Hilfe fönne nur fommen durch die Revision der Pfand urkunde des Versailler Diftates und durch die Gleichberechtigung Deutschlands. Was man von amerikanischen Großtapitalisten nie erwarten dürfe, tönne man von den amerikanischen Far mern hoffen, wenn sie einmal zur Herrschaft gelangen würden. Zur Zollfrage führte er aus: Deutschland müsse den Waren export steigern, um leben zu tönnen. Das sebe niedrige Produktionstoften, also auch niedrige Lebenshaltungstoften Doraus. Die große Richtung der deutschen Handelspolitik müsse freihändlerisch sein. Die Armut Deutschlands zwinge es zum Freihandel. Wenn Europa fich gegenüber den großen Imperien erhalten wolle, so müsse unter den Ländern des balkanisierten Europas ein freundschaftliches, wirtschaftliches Verhältnis hergestellt werden. Unter den Lasten des Dawes- Blanes würden vor allem die Arbeiter leiden, deshalb sei es überaus töricht, das tägliche Brot zu verteuern. Gewiß müsse Deutschland sich eine zollpolitische Rüstung zulegen gegenüber der fleinlichen Handelspolitik der anderen. Kompenfationszölle möchte er zugestehen. Agrarzölle aber seien fein geeignetes Mittel zur Beseitigung der Agrarfrise. Aufhebung der Industriezölle, Aufhebung der Umsatzsteuer, EinDie Staatsanwaltschaft wird nunmehr zu prüfen haben, ob gegen diesen Beschluß des Landgerichts München I Beschwerde ein zulegen ist. Neue Zuchthausopfer der KPD. Das Urteil im Hannoverschen Prozeß. Hannover, 25. September.( Eigener Drahtbericht.) Der, Hannoversche Kommunistenprozeß hat sein Ende erreicht. Die Aussagen des 3eugen Pflüger sind für einige Angeklagte außerordentlich belastend. Er gehörte als Unterleiter den kommunistischen Hundertschaften an und hat auch an Sprengstoff- bzw. Gewehrtransporten teilgenommen. Man glaubte, etwa 1000 bewaffnete Männer zur Verfügung zu haben. In einer Versammlung der KPD. in Altstadt wurde aufgefordert, Flaschen zu sammeln, um flüffigen Sprengstoff hineinzufüllen. Auch der Angeklagte Kruse wurde durch diese Aussagen schwer belastet. Der Zeuge behauptete z. B. u. a. noch, daß Kruse mit einem anderen zusammen die Gewehre, die aus Walsrode geholt waren, später wieder aus einer Autohalle abgeholt hatte. Kruse bestreitet das. Ein Zeuge Ehlers wurde Anfang Oftober von Bielefeld nach Hannover als militärischer Leiter tom mandiert, um Hundertschaften ins Leben zu rufen. Der Staatsanwalt fragt ihn, ob nicht nach dem Hamburger Butsch ein ge. wisser Berfall in der Hannoverschen KP D. eingetreten ei. Der Zeuge bestätigt das. Das sei auch darauf zurückzuführen, daß Spigel in der Bewegung gewesen wären. Der Staatsanwaltschaftsrat weist nach dem Abschluß der Bera handlungen in seinem Plädoyer darauf hin, daß die Beweggründe der Tat nicht unmittelbar gemeiner oder ehrenrühriger Natur feien, sondern in politischer Verblendung und irreführender politischer VerBeratung kam Gericht zu folgendem des Wirtschaftskomitees. 6. Georgien. 7. Wahl der sechs nichtständigen Mitglieder des Völkerbundsrats gemäß dem chinesischen Borschlage, bei der Neuwahl nach geographischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkien zu verfahren. 8. Die Frage des Mädchenund Kinderhandels.. 9. Der Frauen- und Kinderschutz im nahen Drient. Diese Berichte geben eine Uebersicht der in nichtpolitischen Kommissionen geleisteten Arbeit. Englisch- türkischer Zwischenfall. = London, 25. September.( Eigener Drahtbericht.) Am Donners tag hat Lord Parm oor die Aufmerksamkeit des Völkerbundes, deffen Rat am Vormittag sich mit der schiedsgerichtlichen Regelung der Mossulfrage beschäftigt hatte, darauf gelenkt, daß die Türken den Status quo an ber türkisch- mesopotamischen Grenze ge. brochen haben. Der Zwischenfall hat bereits zu einem englischtürkischen Notenwechsel geführt. Türkische Truppen feien in der Nachbarschaft von Amadia innerhalb der letzten 10 Tage verschiedent. lich über die Grenze vorgestoßen, britische Armeeflieger seien nach der Einbruchsstelle geschickt worden und haben die eingedrun Unter den Toten habe man An genen Türfen beschossen. gehörige der regulären türkischen Armee festgestellt. Lord Parmoor erklärte, daß die türkische Aktion ein Vorstoß gegen den Lausanner Vertrag sei, in dem sich beide Mächte verpflichtet haben, feine militärischen Operationen zu unternehmen, solange die Die englische Regies Moffulfrage Gegenstand der Diskussion sei. rung hat ihre Behörden im Irat angewiesen, alle Maßnahmen zu ergreifen, um einen nochmaligen Einbruch von türkischer Seite zu verhindern. Bevorstehender Beitritt der Türkei. führung der planmäßigen Berbilligung des Stickstoffdüngers feien begung ihre Gründe hätten. Nach längerer, bis in die späten Abend erstatter des„ Temps" in Genf meldet, daß der Führer der türkischen die Abhilfemittel gegen die Agrarfrise. Ein Anzahl namhafter Professoren der Wirtschafts- und Sozialwissenschaft hat folgende Resolution gefaßt: „ Die neue wirtschaftliche Struktur Deutschlands, die Auswirkung des Londoner Protokolls und die wesentlichsten Verschiebungen der weltwirtschaftlichen Verhältnisse haben Deutschland vor eine von Grund aus neue handelspolitische Lage gestellt. Die unterzeichneten Bertreter der Wirtschafts- und Sozialwissenschaft machen mit allem Nachdruck darauf aufmerksam, daß Deutschland mehr denn je gezwungen sei, die Vorteile der internationalen Arbeitsteilung sich zu eigen zu machen. Sie ver= mögen daher 3ölle nur insoweit zu billigen, als fie ein un= entbehrliches Mittel für die möglichst freiheitliche Gestaltung der Handelsbeziehungen bedeuten. Eine fünft. liche Berteuerung der Lebenshaltung ist in Deutschland ganz besonders bedenklich. Auch sind die Unterzeich neten überzeugt, daß die schwierige Lage der Landwirtschaft durch die Fortsetzung des Borfriegsagrarihues nicht entscheidend verbessert, sondern eher verschlechtert werden fann." Wie zu erwarten war. Hitler und Kriebel ab 1. Oktober begnadigt. München, 25. September.( WTB.) Die Korrespondenz Hoffmann meldet amtlich: Die Straffammer des Landgerichts München I hat bezüglich der Bewährungsfristen für Adolf Hitler, Kriebel und Dr. Weber folgenden Beschluß gefaßt: Dem Schriftsteller Adolf Hitler und dem Oberstleutnant a. D. Hermann Kriebel wird mit Wirkung vom 1. Ottober 1924 an für den bis dahin noch nicht verbüßten Rest der am 1. April 1924 vom Boltsgericht München I gegen fic erkannten Festungsstrafe von fünf Jahren Strafunterbrechung und Bewährungsfrist von vier Jahren bewilligt. Die Entscheidung darüber, ob auch dem Tierarzt Dr. Weber in Ansehung der am 1. April 1924 vom Boltsgericht München I gegen ihn erkannten Festungsstrafe Bewährungsfrist zu bewilligen fet, wird bis zur Beendigung des gegen Oswald und Genoffen megen Bergehens gegen das Republitschutzgesetz eingeleiteten Berfahrens ausgesetzt. Sexualpsychologisches zu Tollers Hinkemann". Bereits bei der Berliner Erstaufführung des Hinkemann" in einer Matinee des Residenztheaters hatte Sanitätsrat Dr. Magnus Hirsch: feld furz ausgeführt, was der Forscher und Spezialiſt auf bem nach vielen Richtungen noch ungeklärten Gebiet der Sexual ipchologie über diese Tragödie der Geschlechtsleere zu sagen habe. Bus er damals nur so obenhin sfizzieren fonate, rundete er in einem Bortrag im Institut für Segualwissenschaft zu einer ausgezeichneten fexualpsychologischen Analyse ab. Die ein gehende Krifit der Wissenschaft fann nur fonstatieren, daß Toller, abgesehen von ein paar fehlerhaften Aeußerlichkeiten, scharf und mit logisch feiner Beobachtung das fexualpsychologische Problem, das in feiner Tragödie steckt, dargestellt hat. Der durch den Krieg entmannte Mann leidet feelisch nicht unter seiner Verstümmelung, er ist im Gegenteil durch langes Grübeln zum„ Segualverdränger" geworden, wie die Wissenschaft das nennt. Nur der Hohn und Spott feiner Kameraden bringt ihm das Blut in Wallung. Er ist beruhigt und zufrieden, daß seine Frau zunächst nicht über ihn lacht, er hat faum Berständnis für die seelischen und törperlichen Leiden seiner Frau, und so ist es denn auch von der Warte der sexualpsychologischen Beobachtung aus gesehen durchaus logisch, daß am Schluß des Stüdes nicht er, nicht der entmannte Mann, sondern die entmannte Frau aus dem Leben scheidet, das Netz zerreißt, wie Toller fagt. Dr. Hirschfeld fand in diesem Zusammenhang auch ein paar fluge und warme Worte über die viel angefeindete Szene mit dem Phallus, die rein bühnentechnisch gesehen freilich heifel genug ist, und er verstand es, seinen Vortrag durch eingestreute Beobachtungen und Erfahrungen aus seiner reichen Praxis zu beleben und zu erläutern. Nur da, wo er sich zum Dichter Toller und zu dessen Aeußerungen über die wesentlich verschiedene Rolle der Liebe im Leben des Proletariers und des Reichen in Gegensatz fegte, blieb Der Mann der Wissenschaft gegenüber dem Dichter im Unrecht. K. F. Der Deutsche Naturforscher- und Aerztetag fetzte am Donnerstag feine Verhandlungen fort. Aus den in zahlreichen Abteilungsfikun gen gehaltenen Vorträgen feien besonders zwei hervorgehoben. Brof. Weidmann Leipzig sprach über Wellen im Luftmeer". Er führte dazu u. a. aus: Untersucht man den Luftdruck nicht nur an einer einzelnen Station, sondern feine Verteilung über größere Gebiete der Erde, so findet man, daß die Luftdruckverteilungen an solchen Tagen, die symmetrisch zum Symmetriepunkte liegen, cußerordentlich große Aehnlichkeit aufweisen. Dies ist eine wichtige Feststellung, die von praktischer Bedeutung für die Wettervorhersage ift, da man nach Kenntnis des Symmetriepunktes auf Wochen und Monate voraus den allgemeinen Berlauf des Luftdruces und damit der Witterung wird angeben können. Prof. Dr. v. Frisch Bres lau behandelte die Sinnesphysiologie und Sprache der Bienen". Es ist ihm gelungen, Bienen durch Fütterung auf farbigen Papieren auf bestimmte Farben zu„ dressieren" und so den Nachweis zu führen, daß ihnen tatsächlich ein Farbenfinn aufommt. # Urteil: Es wurden bestraft wegen Bergehens gegen das Sprengstoff gefeß und wegen verschiedener anderer Delifte Brole wifi mit 2 Jahren Zuchthaus, Kruse mit 1 Jahr Gefängnis, Sohns mit 2 Jahren 3 Monaten Gefängnis, Schubert mit 1 Jahr Gefängnis, Loewenberg mit 1 Jahr Gefängnis, ha ar mann mit 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis, Bieter mit 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis, Baranik mit 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis, Habermann Schaper mit 6 Monaten 2 Wochen Gefängnis, Reffel mit mit 1 Jahr Gefängnis, Krauter mit 6 Monaten Gefängnis, 1 Jahr 1 Monat Gefängnis, Kaiser mit 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis. Gegen Brolewski wird wegen der Höhe der Strafe Saft befehl erlassen. Kein Verhandlungsabbruch. Die englischen Meldungen über einen Abbruch der deutsche englischen Handelsvertragsverhandlungen entsprechen nicht den Tatsachen. Von einem wirklichen Abbruch kann keine Rede sein. Am Donnerstag, nachmittags 4 Uhr, traten die deutschen und die englischen Unterbändler in der britischen Botschaft in Berlin zu einer neuen Besprechung zusammen. Es handelt sich dabei nur um Vorbesprechungen. Sie haben zur Grundlage einen eng ischen Bolltarifentwurf, dessen Eristena anfänglich von deutscher Seite bestritten wurde. Die Engländer haben starke berabfezung einer Reihe deutscher Bolliäze gefordert. von deutscher Seite wurde auf die hohen Zolliäße Frankreide, Polens und der Tschechoslowakei hingewiesen, die jedoch nicht zu einer Verweigerung der Meistbegünstigung durch England geführt haben. Die bestehenden Meinungsverschiedenheiten follen nicht derart sein, daß ein Scheitern der Verhandlungen befürchtet werden muß. London, 25. September.( Eigener Drahtbericht.) Die Gerüchte über den Abbruch der deutsch englischen Handelsvertragsverband lungen werden in aller Form dementiert. Fountain, der Sach verständige des britischen Handelsministeriums, der nach Berlin gegangen ist, um die britische Botschaft bei den Verhandlungen zu unterſtügen, sei wohl nach London zurüdgefommen, aber es sei nie beabsichtigt gewesen, daß er länger als zwei oder drei Tage in Berlin bleibe. Die Fortsegung der Berliner Verhandlungen sei außer aller Frage. Deutschland und der Völkerbund. WIB. meldet: Das Memorandum über den Eintritt Deutschlands in den Bölkerbund, das den beteiligten Regierungen durch die deutschen Vertreter überreicht werden soll, ist in der gestrigen Sigung des ministerrats genehmigt worden und wird nunmehr umgehend den in Frage kommenden deutschen Auslandsvertretungen zugestellt werden. Genf, 25. September.( Eigener Drahtbericht.) Graf kesler wird am Freitag abend aus Berlin in Genf erwartet, um auf Grund neuer Instruktionen weiter zu verhandeln. Die Genfer Beratungen. Genf, 25. September.( Eigener Drahtbericht.) Der Bölkerbundsrat hielt am Donnerstag morgen unter dem Borsiz Hymans' eine öffentliche Sizung ab. Zunächst wurde ein albanischer Antrag angenommen, der die Botschafterkonferenz ersucht, die end gültige Grenzfestsetzung Albaniens zu beschleunigen. Anschließend wurde über die Ir af frage verhandelt. Ueber die Schlichtung der darunter verstandenen Grenzstreitigkeiten um Mossul berichtete Branting. Er verlangte von den Vertretern Englands und der Türkei Angaben, ob sie von vornherein bereit seien, eine Entscheidung des Rats, die im Artikel 3 des Lausanner Vertrages vorgeſehen sei, on zuerkennen. Der englische Delegierte Parmoor erklärte, daß er den Rat als Schiedsrichter anerkenne, daß dieser dabei aber dem Lausanner Bertrag Rechnung tragen müsse, in dem festgelegt ist, daß der Bezirk von Mofful zum Königreich Irat gehört. Der türkische Delegierte Fethi Ben bestritt diese These, die auf kein internationales Uebereinkommen gegründet sei. Die türkische Regierung sei bereit, eine Volts cbstimmung der Bepölferung von Mofful anzuerkennen, wie immer diese auch ausfallen möge. Die englische Regierung will diese Boitsabstimmung umgehen, weil es außer Zweifel erscheint, daß die weitaus größte Mehrheit der Bevölkerung von Mofful für die Zugehörigkeit zur Türkei stimmen wird. Der Bölkerbundsrat hat schließlich die Iraffrage wieder an die Kommission zurüdverwiesen. über den Blan der In geheimer Sigung verhandelte der Völkerbundsrat sodann Militärkontrolle für Deutschland, Deutschösterreich, Ungarn und Bulgarien, wie ihn die ständige beratende Kommission des Völkerbundes ausgearbeitet hat. Die Völkerbunds versammlung hielt am Donnerstag ebenfalls eine Bollfigung ab. Die mittelamerikanische Republik San Domingo hat ein Gesuch um Aufnahme in den Bölterbund ein gereicht, das der zuständigen Kommission zur Prüfung überwiesen wurde. Die Tagesordnung der Bollfizung umfaßte neur Punkte: 1. Geistige Zusammenarbeit. Berichterstatter: Murray. 2. Flücht Bolfsbühne. Die erfte Aufführung von Ernst Barlachs Drama Der tote Tag" in der Neueinstubierung der Boltsbühne im Theater amlingsfragen. Berichterstatter: Swanwid. 3. Finanzieller Wieder Balomplag beginnt ausnahmsweise um 7%, Uhr. aufbau Desterreichs. Berichterstatter: Bonnet- Frankreich. 4. Bericht Paris, 25. September.( Eigener. Drahtbericht.) Der Bericht die Angoro- Regierung keine Bedenken gegen den Eintritt der Türkei in den Völker. bund hege. Sie habe nur deshalb bisher fein Zulassungsgefuch eingereicht, weil der Lausanner Bertrag erst jetzt ratifiziert wurde. Die türkische Regierung werde die Frage des Eintritts in den Völkerbund vor der Nationalversammlung in Angora, die temnächst zusammentrete, stellen. Er hoffe, daß das Beitrittsgesuch bereits in der ersten Hälfte des Oktober erfolgen werde. Der„ Temps"-Berichterstatter fügt hinzu, daß, wenn sich Mese Tagung des Bölferbundes im Januar bereits als sicher erachtet Boraussage erfülle, die Einberufung einer außerordentlichen werden könne. Auch die Republik von San Domingo hat fo= eben ein Eintrittsgesuch eingereicht. Der Bölkerbund für Georgien. Genf, 25. September.( WTB.) Bei sehr schwach besuchtem Hause nahm heute nachmittag die Völkerbundsversammlung, deren meiste Mitglieder in den Kommissionen anwesend waren, die freto zöfifch- belgisch englische Resolution an, in der die Resolution der Völkerbundsversammlung vom Jahre 1922 über Georgien erneuert wird. Der Rat wird außerdem aufgefordert, mit Aufmerksamkeit die Ereigniffe in Georgien zu verfolgen und die sich ihm darbietenden Gelegenheiten zu benutzen, damit durch friedliche und dem Wege des internationalen Rechts entsprechende Mittel diesem Lande zur Rückkehr zu einer normalen 2age verholfen werden kann. Die Debatte, an der sich standina. vische, englische, italienische, belgische und französische Delegierte beteiligten, wiederholte die bereits im sechsten Ausschuß der Ver. fammlung dargelegten Argumente. Murray- England erklärte dabei, daß die Resolution teine Einmischung in die in. neren Verhältnisse Sowjetrußlands Bonin Longare Italien, der der Resolution zustimmte warnte vor unvorsichtigen und falschen Schritten. Belgien forderte energisch, daß endlich etwas zugunsten Georgiens geschehe, da die Welt dieser Ungerechtigkeit nicht mehr länger zu sehen werde. Bonnet Frankreich führte in allgemeinen Wen Dungen aus, daß der Böllerbund nicht schweigen fönne. Die Re solution wurde dann von den anwesenden Mitgliedern angenommen Englischer und italienischer Widerstand gegen das Abrüstungsprotokoll. bedeutet. Broudere Genf, 25. September.( Eigener Drahtbericht.) Die Abrüstungs fommission hat nach langen Debatten am Donnerstagabend der Entwurf des Protofolls gebilligt. Man wird aber bei aller Aner. fennung der grundsäglichen Bedeutung des Problems gut daran tun nicht die tiefgehenden Gegenfäße zu unterschäzen, die gerade bei der heutigen Debatte flar zutage traten. Sie machten sich besonders bemerkbar bei der Frage der Zuständigkeit des Bölkerbund. rates für die Stellung der Streitkräfte der verschiedenen Unterzeichne des Brotokolls gegen einen Angreifer. Während hier der franzöfifche Standpunkt, den die Kleine Entente unter Führung von Benesch unterffügt, ein automatisches Eintreten der Sanktionen gegen den Angreifer porfah, betonten die Engländer von vorherein, daß sie sic Verfügung über die Seeftrei.kräfte. Auf jeden Fall ist- und das ist völlige Handlungsfreiheit vorbehalten müßten bezüglich der auch die Ansicht der hiesigen englischen Delegation nicht dami zu rechnen, daß das englische Parlament dem Protokoll in feiner jezigen Form zustimmen wird. Andere Gründe hat der Widerstand Italiens, besonders gegen den Plan einer ständigen internationalen Untersuchungsfom. mission, die während der Dauer eines Schiedsgerichtsverfahrens in den einzelnen Ländern die Kriegsrüstungen zur Vermeidung von Angriffszielen überwachen sollte. Ebenso machte Italien jetzt schon Vorbehalte für die kommende Abrüstungskonferenz. Man wird veränitätsgefühls erblicken, das jede Art von internationaler Ab. in diesen Vorbehalten nicht nur eine Aeußerung gesteigerten Sou machung schon als Beeinträchtigung nationaler Belange" zurüd. weist, sondern in diesem Fall spielt ebensosehr die Befürchtung mit, daß gegebenenfalls eine internationale Kontrolle einen unerwünschten Aufschluß über die Stärke der faschistischen Miliz geben könnte, mit der Italien heute eine Heeresstärke bejizt, die die der Borfriegszeit übersteigt. Es sind also innere Fragen, die Italiens Widerstand bewirken. Die stellenweise überaus heftigen Auseinandersetzungen in der Debatte zwischen Schanzer- Italien und Jouvenel, Jouhaur bzw. Loucheur haben keinen Zweifel darüber gelaffen, daß die Einigung der Geifter noch lange nicht erfolgt ist. Das ergibt sich auch daraus, daß am Freitag die Unterkommission nochmals den Artikel 7 beraten wird. Man hofft dann aber in einer Bollfizung am Freitag oder spätestens am Sonnabend die fammlung zur endgültigen Annahme vorlegen zu können. Aber Arbeit zum Abschluß zu bringen und sie am Montag der Vollverder Eindruck bleibt, daß das Protokoll heute noch mehr einen mo. ralischen Appell an das Völkergewissen darstellt als ein praktisches Instrument der praktischen Politit. Letzte Nachrichten. Ein Luftmord in Essen. Effen, 25. Eeptember.( WTB.) Heute nachmittag gegen 1½ ühr wurde die 13jährige Tochter des Banfiers Hammerstein, dessen Wohnung im Stadtwald Eichenwald liegt, auf dem Nachhausewege ügt. Der über das Ausbleiben des Kindes beunruhigte Bater suchte von der Schule überfallen, durch einen Schlag betäubt und vergewalfeine Tochter und fand sie zehn Schritte von seiner Wohnung entfernt in einem Gebüsch noch lebend auf, doch starb sie bald darauf i seinen Armen. GeiverDhastsbswegung «.Das Gift ües Marxismus�. Eine recht dankbare Aufgab« wär« eine Untersuchung darüber, wie weit der Prozeh der Abhängigkeit der Vertreter der Wissen- schasten von der Industrie in Deutschland vorgeschritten ist. Dabei würde natürlich zu unterscheiden sein zwischen der fach Wissenschaft- lichen Tätigkeit im Dienste der Industrie und der literarischen Tätigkeit der„freien",„unabhängigen" Gelehrten zur 2er. fechtung der Unternehmerinteressen in dem Kampfe zwischen Kapital und Arbeit. Es liegt uns fern, daraus einen Vor- wurf zu konstruieren Die Verhältnisse der Nachkriegszeit haben meht denn je auch die Wissenschaft gezwungen, nach Brot zugehen. Es ist jedoch ein wesentlicher Unterschied, ob ein materiell unabhängiger Vertreter der Wissenschast die Resultate feiner Forschungen und Untersuchungen publiziert oder ein Ab- gebauter sich irgendwie seinen Lebensunterhalt erwerben muh. „Im Freistaat Sachse:, geht der geisüiche Herr in die Hand- und Bergwerke, in der syauprstadt schaufett der Geheime Rat seine Kohle, selbst Hand anlegend, in den Keller des Hauses, und Schriftsteller und Gelehrte haiädhoben die Werkzeuge in eigener Regie— all dies wegen eigener finanzieller Nöt« oder wegen Versagens der Hilfe m Haus und Hof." Gerade aus unserer materialistischen Beurteilung der Dinge kommen wir zum rechten Verständnis für sie imb finden es daher euch begreislich, wenn Doktoren und Professoren ihre Federn in Dienste stellen, die sie unter anderen Verhältnissen verschmäht hätten. Allein die Betreffenden müssen dann schou gestatten, daß wir bei der iritischen Würdigung ihrer Publikationen diesen wesentlichen Unterschied von vornherein in Betracht ziehen, selbst auf die Gefahr hin, zu verallgemeinern, die nur bei der Per- fonenkenniais in jedem einzelnen Falle zu vermeiden wäre. Abge» sehen von der Tendenz bietet die Art derartiger Auslassungen in der Regel jedoch einen gewissen Anhaltspunkt für die notwendige Unterscheidung. Nach dieser allgemeinen Betrachtung kommen wir zu einem Artikel, den Profeffor Dr. H. Lehmann- Aachen über„Unser Verhältnis zur Arbeit" für die Zeitschrist der Bereinigung der deut- scheu Arbeilgeberverbände,„Der Arbeitgeber", schrieb.„Die auf Arbeit eingestellte deutsche Volksseele ist ge- radezu verwüstet worden," klagt der Verfasser. Er führt dafür ein« ganze Reihe von Erklärungen an, vermeidet es aber, sie als das zu bezeichnen, was sie sind, als Kriegsfolgen. Zweifellos müssen wir einmal darüber hinwegkommen. Daß es sich hierbei in der Hauptsache darum handelt, ausreichende Arbeits- gelegenheit zu beschaffen, ist richtig. Daß noch weit«, unkultivierte Brachländereien zu kultivieren sind, hat der Marxist August Bebel schon zu ei\er Zeit betont, da die nötigen Mittel dazu verfügbar gewesen wären, wenn damals der Militarismus nicht olles verschlungen hätte. Der Herr Professor schlägt nun vor,„im Rahmen der produktiven Er- werbslosenfürsorge" das Problem zu lösen. Ein Hindernis erblickt er in dem mangelnden„guten Willen unserer stadtgewohnten Arbeiterschaft zu solcher Umstellung" und auch von Zwangsmah- nahmen verspricht er sich keinen Erfolg. Er versucht es daher n.it Zureden unter Hinweis daraus, daß der geistliche Herr ins Berg- werk ging und der Geheime Rat seiire Kohlen in den Keller schauftln half. So dürfe auch der Tagelöhner und gewerbliche Facharbeiter vor ungewohnter Beschäftigung nicht haltmachen,„selbst wenn sie schwer ist". „Er darf nicht erst abwarten, bis die Arbeit von selbst kommt, in dem Gedanken, lieber die bequemere Erwerbs- j losenunterstützung zu genießen." Damit zeigt unser Professor, daß er leicht fertig ist mit dem Wort über Dinge, die er nicht kennt. Mit diesem«inen Beweis begnügt er sich jedoch nicht. Er verfährt gründlich. Die Widerstände, die sich seinein Plan entgegenstellen, erblickt er in der Schematisie- rung der Arbeitsbedingungen, in der ganzen konstitutionellen Ar- beitsversassung. Er wendet sich gegen die angeblich öfsentlichrechtliche Schematisierung der Arbeitszeit und der Lohntarif«. Der kostspielige Apparat verfehle seinen Zweck, denn: „Ein zuverlässig wirkendes System zur Beseitigung von Streiks hat der menschliche Geist noch nicht zu entdecken vermocht. In dem äußerlich ansehnlichen Prachtbau der nachkriegszeitlichen Sozialpolitik, dem„Haus« der Arbeit", fühlt sich eigentlich keiner der Eintretenden recht wohl, die Nächstbeteiligten, Arbeiter und Unteruehmer am allerwenigsten, denn es ist keine Stätte des inneren Ausgleichs sozialer Anschauungen, sondern der Kampfplatz zwischen den realen Wirtschastsmächten Kapital und Arbeit ge- worden." Ttem Herrn Professor Lehmann fehlt es an dem rechten Maß- stab bei dieser Betrachtung. Er, der einleitend selber die Ursache angedeutet hat für di« hinter uns liegende Periode einer geringeren Arbeitsintensität, behauptet, „daß unter dem Achtstundentag und dem Lohntarif das Der- hältnis zur Arbeit kein positives, aktives mehr geblieben ist: es ist ein negatives, passives geworden." Daß schon in der Vorkriegszeit Tarifverträge bestanden mit Lohnregelung und einer Regelung der Arbeitszeit, die vom Acht- stundentag teilweise nur wenig entfernt war, braucht kein Professor zu wissen, wenn er darüber schreibt. „Richtig gesehen, ist die mathematische Formel des drei- geteilten Tages überhaupt nicht zutreffend, sie heißt doch tatsächlich acht Stunden Arbeit und 16 Stunden Ruhe." Eine ander« Brille. Herr Professor, Sie sehen falsch!— Bei dem Geistesarbeiter und in der Landwirtschast habe ein solches Gesetz (wie es Prof. Lehmann hier mit 16 Stunden Ruh« konstruierte) niemals gegolten. Im Handwerk der guten alten Zeit habe sich das „Tagwerk" vollzogen, solange die Sonne am Himmel stand, d. h. solange bei Tageslicht gearbeitet werden konnte. Dieser halben Wahrheit aus der gmen alten Zeit stellt Lenmann gegenüber: „Nur der gewerbliche Betrieb soll nach marxistischer Lehre dazu verurteilt sein, diese Fesiel(der 16 Stunden Ruhe!) zu tragen." Auch die„Tariffessel" sei untragbar, weil das Risiko neuer Der- fahren, Methodsn usw. von vornherein nicht emtalkuliert werden könne.„Der Zwang des Tarifes drängt überhaupt den freien Willen vorwärtsgerichieter Menschen zurück"— die für die gute alte Zeit schwärmen. Letzten Endes ist aber an den„Fesseln" nur der Sozia- lismus schuld. „Heute aber frißt das Gift des Marxismus weiter, und dem zwanzigsten Jahrhundert scheint di« besonder« Aufgabe gestellt zu sein, hiermit ins reine zu kom.ikien, oder die bereits betretene schiefe Ebene weiter zu rollen." Daß der Marxismus den Krieg oerschuldet habe, behauptet auch Professor Lehmann mcht. Dennoch sucht er den Marxismus indirekt für die Kriegsfolgen verantwortlich zu machen. Er müßte sich immerhin fragen, wie es nur möglich ist, daß trotz der vielen Lehmänner, die den Marxismus schon bekämpft, ihr Gegengift gegen 'ihn verspritzt haben, sein„Gift" immer weiter„um sich frißt". Leider wirkte da?„Gift' des Marxismus" nicht stark genug vor dem Kriege. Sonst ließe sich auch für manche Professoren heute deutlicher erkennen, daß das, was sie gedankenlos nachplappernd als „Gift" bezeichnen, ein« wissenschaftliche Erken-.vtnis ist, obwohl sie dem Unternehmertum nicht in den Kram paßt und sie deshalb von seinen literarischen Klopffechtern mit weit mehr Eifer als Erfolg bekämpft wird, zumal man di« Absicht merkt. Lohnbewegung üer Eisenbahner. Die Spitzenorganisotionen der Eisenbahner sind— wie die TU. berichtet— gestern nachmittag im Reichsfinanz. Ministerium vorstellig geworden, um eine Erhöhung der Löhne bei der Reichsbahn zu beantragen. In Vertretung des Reichsoer- kehrsministers, der verhindert war, empfing Ministerialdirektor H i tz l e r die Organisationen. Die Vertreter der Eisenbahner haben das vereinbarte Lohnabkommen nicht gekündigt. Vom Reichs- Verkehrsministerium wurde den Organisationen bedeutet, sie möchten zunächst einmal den Erfolg der von der Regierung eingeleiteten Preisabbauaktion abwarten. Die Entwicklung der nächsten Zeit werde ergeben, ob eine Erhöhung der Löhn« notwendig sei. In- folgödessen wurden von den Organisationen keine bestimmten For- derungen vorgebracht. Die Organisationen werden in den nächsten Tagen zusammentreten, um darüber zu entscheiden, ob sie sich mit der Stellungnahme der Reichsverkehrsverwolttmg einverstanden er- klären wollen.-__ Lohnabbau der Schuhfabrik E. Pinner Nachf. Die Firma Emil Pinner Nachfolger, Inhaber Leo Borinski, Berlin, Köpenicker Str. 127, versuchte bereits vor mehreren Wochen, einen Lohnabbau durchzusetzen. Der Anschlag fcheilerte damals an dem Widerstand der Belegschaft. Die Firma ging jetzt aufs Ganze. Am 13. September wurden dies? Arbeiterinnen in der Stepperei entlassen. Dem Betriebsrat, der sonst für die Firma nicht zu existieren scheint, wurde mitgeteilt, ebenso den entlasienen Arbeiterinnen, sie würden sämtliche wieder ein- gestellt, wenn sie sich eine Lohnkürzung gefallen ließen. Ueber das Maß der Lohnverschlechterung wollte man mit der Organi, sation verhandeln. Der Berfteter der Arbeitnehmer forderte in den Verhandlungen, daß zunächst die unter Bruch des Tarifoer- trags und Verletzung der Stillegungsverordnung erfolgte Enllassung der Arbeiterinnen rückgängig zu machen fei. Dann solle über di« strittigen Punkt« verhandelt werden mit der Maß- gäbe, daß all« Akkord, und Zeitlöhne nachgeprüft werden. Wo die Akkordlöhne zu hoch erscheinen, soll eine Kürzung erfolgen zugunsten der schlechtbezahltesten Arbeiterinnen. Die Verhandlungen scheiterten, da die Firma es ablehnte, ihren Gewaltakt rück- gängig zu machen, den Arbeiterinnen den ihnen dadurch entstandenen Schaden zu ersetzen und unter dem Druck desselben die Zustimmung zu einem Lohnabbau bis zu 3S Proz. forderte. Da die Firma behauptete, sie zahle übermäßig hohe Löh ne, ist fest- zustellen, daß von den 57 Arbeiterinnen in der Stepperei 2 0 die M i n d« st s ü tz e des Reichstarifvertrags erhielten, zwei Akkord- arbeiterinnen 123� Proz. weniger als den erreichbaren Mindest- akkordlohn und di« übrigen 33 nur bei äußer st er Ausnutzung ihrer Arbeitskraft über die Mindestsätze des Tarifs teilweise weit hinauskommen. Der Durchschnittsverdienst aller Zeit- und Akkordlohn-Arbeiterinnen liegt um 24 Proz. über dem tariflichen Mindestlohn: ein Prozentsatz, wie er in den übrigen Berliner Schuh- sabriken üblich ist. Durch das tarff- und gesetzwidrige Vorgehen der Firma sind die übrigen Abteilungen des Betriebes bereits ins Stocken geraten, jo daß in der Woche vom 22. bis 27. September teilweis« nur ein Tag gearbeitet wurde und in kurzer Zeit der ganze Betrieb zum Erliegen kommt, wodurch etwa 300 Arbeitnehmer brotlos werden. Die gesamte Kollegenschast ist gewillt, den Abwehrkampf gegen den Lohnabbau zu führen, weiß sie doch, daß hinter der Firma Pinner der Fabrikantenverband steht, der für die Durchsetzung des Lohnabbaues die Kosten nicht scheut. Das Lohnabkommen der Bauanschläger. Das Lohnabkommen für die Bauanschläger läuft am S.Oktober ab. Es sieht einen Stundenlohn von einer Mark vor. Wie uns mit- geteilt wird, haben die Unternehmer nach dem Streik im Mai, der von den Anschlägern mit großer Erbitterung geführt wurde und der mit einem vollen Erfolg für die Streikenden abschloß, nicht die Absicht, den Lohntaris zu kündigen. Für den Fall der Kündigung hat aber die BcrhandlungSkommission der Anschläger freie Hand für etwaige Verhandlungen._ Entlassungen bei Benz in Mannheim. � Blättermeldungen aus Mannheim zufolge beabsichtigt die Firma Benz u. Co. morgen Sonnabend 300 Arbeiter wegen Geldmangels und Absatzschwierigkeiten zu entlassen. In einer Belegschaftsoersammlung, die sich am Mittwoch mit der Sache be- faßte, wurde eine Entschließung angenommen, di« gegen die Entlassung protestierte und von der Direktion verlangt, daß alle Mittel, auch Kurzarbeit, angewandt werden, um die ganz« Belegschaft ohne Entlassung über den Winter zu beschäftigen. In jedem einzelnen Falle der Stillegung müßte gründlich nach- geprüft werden, ob sie irgendwie begründet ist, oder ob es sich nicht um absichtliche Manöver handelt zu naheliegenden Zwecken. Die Gemeingefährlichkeft der kapitalistischen Wirtschaftsordnung kommt so oder so in diesem üblen Spiel mit Arbeiterexistenzen zu sinn- fälligem Ausdruck. 4200 Bergarbeiter mit Familien brotlos: Aus Bochum meldet WTB., daß von der Generaldirek- t i o n der Deuisch-Luxemburgischen Bergwerks- und Hüttengesellschaft die vom Gesamtbetriebsrat verbreitet« Mitteilung über die beab- sichtigte Entlassung von 4200 Bergarbeitern der Gesell- schaft, die sich auf fünf Zechenanlagen oertellen, bestätigt. Der Grund sei in Absatzschwierigkeiten im Ruhrbergbau zu suchen.„Zu dem schon heute sich auf 200 000 Tonnen belaufenden Kohlen-, Koks- und Brikettlagerbestand müssen täglich bis zu 4000 Tonnen auf Lager genommen werden. Dies stellt ein« unerträgliche finanziell« Be- lastung der Gesellschaft dar. Daher ist die Entlassung leider nicht zu umgehen." Aus Polnisch Oberschlefien. Ueber die Lohnforderungen der Berg- und Hüttenarbeiter wird einSchiedsgericht entscheiden, da« in den nächsten Tagen zusammen- treten und einen verbindlichen Sch iedsspruch fällen solk- Die Industriellen erkläre».. daß. eine. Lohnerhöhung die Erhöhung der Eisen» und Sohlenpreise notwendig mache, was zur Tchließuug einer ganzen Reihe von Betrieben führen müsse.— Seit 1. August sind die Lebensmittel um 6 Proz. gestiegen. Die Zeitungen in Krakau behandeln in ausführlichen Artikeln die Ernährung?- fchwierigkeiten in Polnifch-Oberfchlesien und fordern die Regierung zum Einschreiten gegen den offenbaren Lebens- m i t t« l w u ch e r auf, der sich dort breit mache. Es wird u. a. behauptet, daß die polnisch« Arbeiterbevölkerung OberschlefienS sich lediglich von Suppenwürfeln und von Makkaroni-Produkten nähre. lta der vorislawer Raphthaindustrie kam es— wie aus Lemberg berichtet wird— zu einem Lohnabkommen, worin den Arbeitern Wohnungs« und Kleiderzulageu zugebilligt wurden. Der Streik ist damit beendet. Verantwortlich für Politik: Ernst«enter; Wirtschaft:»rtnr Saternn«; Srwerkschaftsbcweguna: z. Steiner: Feuilleton: De. Zohn Schik»«,«: Lokale, und Sonstiges: Fritz«arftäM: Anzeigen: Zh«Uste; sämtlich in Berlin. Verlag: Borw-rt-.B-rlag 6. m. b. S. Berlin. Druck: Vorwärts. Buchdruckerei und Berlagsonstalt Paul Singer u. To.. Berlin S». 68. Lindenstra�e 8. Sieejn 1«eilagea. GroQe ReklameWoche! für unsere Qualitäts-Margarine üeislieH's Allerfi einstfe gebuttert wie Naturbutter Preis: Pfund SO Pf. Wir verabfolgen von heute bis Donnerstag, den 2. Oktober auf Pfund f Rippe Qualitäts-Schokolade auf f Pfund 2 Rippen Qualitäts-Schokolade auf T Pfund 4 Rippen Qual itäts-Schokolade auf S Pfund fO Rippen Qualitäts- Schokolade Nr. 454 41. Jahrgang nilss and at 6875 Madisonet 6mm 1601 spi6nd sai spiders his at him 1. Beilage des Vorwärts 3. R. 3 heute über Berlin. In 13 Stunden quer durch ganz Deutschland. Dem Zeppelinkreuzer 3. R. 3, der heute früh über der Reichshauptstadt kreuzen wird, werden vom Reichspräsidenten und von der Reichsregierung Grüße und Glückwünsche auf drahtlosem Wege übermittelt werden. Das Funtentelegramm wird lauten:„ Willkommen über der Reichshauptstadt! Glückauf zur Fahrt in die Ferne! Fliege hinaus über die Meere als sieghafter Beweis ungebrochenen deutschen Wagemutes! Für uns ein ermutigendes Zeichen deutschen Könnens! Trage hinaus in die Welt unsere Hoffnung auf Deutschlands Zukunft. Reichspräsident, die Reichsregierung!" = Der D- 3ug war noch für unsere Eltern der Inbegriff alles Schnelligkeitsschnens. Die einen, die es dazu hatten, rauschten und raften mit dem D- 3ug vom Norden in den Süden ihrer Hochzeitsfeligkeit hinein, und die anderen, die nichts hatten, blieben zurüd und sahen neidisch oder auch traurig den stolzen Zügen nach, die hochmütig an ihnen vorüberfuhren. Dann kamen die Autos, und nur die wenigsten ahnten bei ihrem Kommen, daß sie die D. und L- 3üge übertrumpfen und entthronen würden. Und nun haben wir in den lehten Stunden, seit langem genügend vorbereitet und dennoch fassungslos vernommen, daß auch das Automobil überholt ist. Der 3. R. 3 hat dieses Kunststück fertiggebracht. Die Namen der berühmtesten deutschen Plätze, die man sonst als Stationen langer Reisen nennen hört, schwingen an unseren Ohren vorüber: Bon Friedrichshafen früh um 9 Uhr ab, um 11 Uhr in Tübin gen, um 12 Uhr in Heidelberg, 12,30 Uhr Frankfurt, 1,45 Uhr Raffel, 3,5 Uhr Hannover, 4 Uhr Bremen, 4,53 Uhr Hamburg, 6,05 Uhr Flensburg, 7,45 Uhr übed und 9,15 Uhr über Rügen. Weiter nach Königsberg. Große Entfernungen schrumpfen lächerlich zusammen. In der Zeit, in der man etwa 70 Kilometer von Erfner nach Potsdam in 2 Stunden fährt, rutscht der Zeppelin von Kassel über Hannover nach Bremen. Es ist wie eine kleine Spazierfahrt zwischen dem ersten und zweiten Frühstück. Heffentlich und wahrscheinlich werden heute in der Frühe die Schrauben des stolzen Schiffes ihr lautes sieghaftes Brausen über Berfin ertönen lassen, ein Beweis dafür, daß es den Lenfern des Schiffes gelungen ist, die lange Nacht, die das Schiff geheimnis: noll nerborgen hat, siegreich zu überstehen. Dann werden zu den tühnen Ingenieuren und ihren vielen treuen Mithelfern die begeisterten Grüße und Wünsche der Berliner emporjubeln. Neber Nord- und Ostsee. Bon Frankfurt a. M. über Hannover bis Hamburg. Bon Frankfurt am Main tommend, hat der 3. R. 3 Marburg an der Lahn um 1 Uhr 20 min. in größerer Höhe überflogen. Be: reits um 1 Uhr 45 min. tauchte er in nächster Nähe der Stadt Kaffel auf und blieb 15 Minuten über Kassel, Wilhelmshöhe und dem Fuldatal, wo er in jehr geringer Höhe glänzende Schleifen fuhr. Das Luftschiff fuhr mit einer außerordentlich bemerkens. werten Schnelligkeit, die schäzungsweise 120 bis 130 Kilometer betrug. Das Interesse der Bevölkerung war in Rassel überraschender weise nicht allzu groß. Die Fahrt von Marburg nach Kassel ist eine der schnellsten, die wohl jemals ein Luftschiff zurückgelegt hat. Die Luftlinie zwischen den beiden genannten Städten beträgt fast 80 Kilometer, so daß also die Stundengeschwindigkeit des Luftschiffes auf dieser Strede rund 170 bis 180 kilometer betragen hat. Das dürfte ungefähr die größte Geschwindigkeit sein, die ein Luftschiff bisher zu erreichen vermochte. Die Leistung des 3. R. 3 wird auch dann nicht herabgesetzt, wenn man annehmen will, daß das Schiff auf diesem Wege günstigen Wind gehabt hat. Um 2 Uhr 10 min. verließ 3. R. 3 dann die Stadt in der Richtung auf Hannoverich- Münden. Hier traf der Luftfreuzer nach einer Flugzeit von wenigen Minuten ein, lebhaft begrüßt von der Bevölkerung. Ueber dem Zusammenfluß Don Werra und Fulda nahm 3. R. 3 dann, während die Weserdampfer die Dampfpfeifen ertönen ließen, seinen Kurs weserwärts nach 24] Die Familie Frank. Roman von Martin Andersen Nerö. Sein unerträglicher Durst hatte ihn veranlaßt, seinen ursprünglichen Entschluß, auf dem Weg zur Kirche nicht bei Mads Sivertsen vorzusprechen, ein flein wenig zu ändern. Wohingegen sein anderer Entschluß, für die erlangte Krone die Beste einzulösen, immer noch unerschütterlich feststand. Er mußte recht gut, daß er gar nichts zu hoffen hatte, da die Kneipen während der Kirchzeit nicht geöffnet sein durften. Allerdings gab es einige Birte, die trotzdem offen hielten, ohne daß ihnen etwas geschah, aber das waren Kinder der Kirche. Mads dagegen war immer ein ungläubiger Leugner gewesen und wagte darum nicht, dem Berbot zu trogen, weil er einmal eine gehörige Buße hatte zahlen müffen. Da fonnte man also sehen, daß Gott seiner nicht spotten ließ. Schneider Frank war nicht wenig entzückt davon, so unerwartet am Ziel zu stehen. Er grüßte zierlich und betrachtete die vielen Flaschen mit zärtlichem Blid. nüchtern." Man fann wohl feinen Kräger friegen? Ich bin ganz ,, Wir verkaufen während der Kirchzeit nichts," erwiderte Mads furz. ,, Berkaufen! Nein, aber du könntest mir ja einen schenten," schlug Meister Frank vor, sehr zufrieden mit seiner Advokatenpfiffigkeit. ,, Schenken! Hä! Also da willst du hinaus! Pfeifft aus dem Loch? Meinst du vielleicht, es sei verboten, Alkohol zu verkaufen, damit man ihn fortschenten soll? Willst du So zialdemokrat spielen, was?" Frank sah ein, daß er so nicht meiter fam. Das mit der Kirchzeit wäre sonst ein recht guter Vorwand gewesen, nicht zu bezahlen. Er nahm die Krone hervor, klebte sie in das eine Auge und tat so, als starrte er Mads durch sie hindurch an. Mads Sivertsens Gesichtsausdrud veränderte sich sofort. Wohlwollend streckte er die eine Tage aus, und Frank legte treuherzig die Krone hinein. Also du fängst an, Schulden zu bezahlen!" sagte Mads und schob die Krone in seine Westentasche hinab. Dann steht die Welt nicht mehr lange. Ja, ja, etwas ist besser als nichts. Fahr zu, Frau!" Und der Wagen jetzte sich in Bewegung. Norden. Ueber Hildesheim nahm das Luftschiff sodann Kurs auf Hannover. Schon um 1 Uhr nachmittags an fammelten sich auf den Dächern, Straßen und Plähen der Stadt Tausende von Schauluftigen, die fortwährend Zuzug erhielten, da viele Betriebe vorzeitig ihre Pforten schlossen. Um 3 Uhr 5 Min. erschien das Schiff am Horizont, um mit geradezu auffallender Geschwindigkeit der Stadt selbst zuzuftreben. Nach einer Schleifenfahrt über dem Stadtinnern, bei der der Luftkreuzer von den Menschenmassen begrüßt wurde, flog 3. R. 3 in nordwestlicher Richtung mit Rurs auf Bremen weiter. Obwohl nach den ursprünglichen Dispositionen wegen der ver späteten Abfahrt von Friedrichshafen der Zeppelinkreuzer nicht nach Bremen, sondern von Hannover direkt nach Hamburg fliegen wollte, gestattete die außerordentliche Geschwindigkeit, die der 3. R. 3 in den Nachmittagsstunden entwickelte, schließlich doch noch einen Abstecher nach Bremen. Nach einer Flugzeit von etwa 4 Stunden haf das Luftschiff, von Hannover tommend, um 4 Uhr nachmittags in Bremen ein, wo es von der über sein Erscheinen überraschten Bevölkerung aufs lebhafteste begrüßt wurde. Nach einigen Schleifenfahrten nahm das Luftschiff tordöstlichen Kurs auf Hamburg. In Hamburg hatten sich bereits in den frühen Nachmittagsstunden auf den Straßen und Blägen, sowie in der Säulenhalle des Michaelis firchturms zahlreiche Schaulustige eingefunden. Um 4 Uhr 55 Min. stieg auf dem Flugplay Fuhlsbüttel ein bereitstehendes Geschwa= wurde der Zeppelinkreuzer in südlicher Richtung gesichtet. Sofort der von neun Flugzeugen auf, das dem Luftschiff entgegenflog, es baid erreichte und es auf seinem Flug über Hamburg begleitete. Der großartige Anblid, den das majestätisch in etwa 400 meter Höhe dahinziehende Schiff mit den neun Begleitflugzeugen bot, riß die zehntausende von Zuschauern Ueber dem Alsterbossin au immer neuen Jubelausbrüchen hin. wandte der Kreuzer, flog eine Schleife über der Michaelistirche, stattete dem Flugzeughafen Fuhlsbüttel einen turzen Besuch ab und verließ dann Hamburg, von den Jubelrufen und dem Tücher: schwenken der Bevölkerung begleitet, in nördlicher Richtung mit Kurs auf Flensburg, der Geburtsstadt des Führers der ZeppelinLuftschiffe, Dr. Edener. 3. R. 3 erreichte Flensburg in der Dämmerung, um 6 Uhr 5 min., von den auf den Straßen und Bläßen harrenden Menschenmassen stürmisch begrüßt. lleber seinem Geburtshaus flog Dr. Edener mit dem Kreuzer eine Schleife und freuzte dann einige Minuten lang über Stadt und Hafen. Um 6 Uhr 15 Min. flog 3. R. 3 in südöstlicher Richtung mit Rurs auf Kiel davon. Die Fahrt Kiel- Rügen- Königsberg. Am Ueber Flensburg fündigte ber Kommandant Dr. Edener burch Funkspruch an die Marinestation Büll an der Kieler Bucht bas Eintreffen des Zeppelinkreuzers über Kiel für die fiebente Abendstunde aer. Trotzdem die Dunkelheit bereits eingebrochen war, wurde das Luftschiff von der Bevölkerung der Hafenstadt mit großer Spannung erwartet. Um 7 Uhr 5 Min. ertönte von Nordwesten her das charakteristische Surren der Maybach- Motoren. Abendhimmel erschienen schwach erkennbar die Umriffe des Riefen: fchiffes, beleuchtet von Positionslaternen und mit deutlich erkennbaren Lichtern in Führergondel und Kabine. Die im Hafen liegenden Kriegsschiffe der Marine richteten fofort die großen Scheinwerfer auf das Luftschiff. deffen silbernfarbener Körper nun in hellem Scheinwerferlicht erglänzte. Nach einigen Schleifenfahrten über Stadt, Hafen und Föhrde flog der 3. R. 3 auf die Ostsee hinaus, über der er bald im undurch dringlichen Dunkel entschwand. Er nahm vorläufig Kurs nach Often. Um 7 Uhr 45 Min. erschien das Luftschiff über der Stadt Lübed. Man fah in der Dunkelheit nur die erleuchteten Fenster der Gondel und die hell erleuchteten Maschinengondeln. Auf dem Marktplatz der Stadt, wo sich eine große Menschenmenge angesammelt hatte, war ein Scheinwerfer aufgestellt, der den Lufttreuzer eine Zeitlang bestrahlte. Um 7 Uhr 30 Minuten trat der Kreuzer mit den Küstenfunt stationen in Verbindung, um die notwendigen Funfpeilungen vornehmen zu können. Er stand mit den Stationen Warnemünde Wie gelähmt starrte Schneider Frank dem wegrollenden Fuhrwerk nach. Ihm war, als hätte sich die Krone selber auf die Kante gehoben und rollte fort, während fie dicker und dicker wurde, bis sie eine ganze Tonne mit Spund und Zapfen war. ,, Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen," murmelte er innig- betrübt, lenkte seine Schritte zur Kirche und setzte sich drinnen ganz nah an die Tür. Aber in seinem Kopf war die Hölle los, der Kirchengesang wurde zu einem Summen und Brummen wie von tausend Insekten über einem warmen Misthaufen, und die Worte des Pfarrers stießen auf dem Hinweg an seine Stirn, wurden von den Wänden zurückgeworfen und trafen ihn in den Macken, so daß es wehtat. Da schlich er wieder hinaus und schlenderte zum Hafen hinunter, in irgendeiner versteckten Hoffnung, daß die Rettung winfe. Sein Gang war unsicher, so daß die Leufe glaubten, er Bewegung mit der Hand, als bahne er sich den Weg durch sei berauscht. Von Zeit zu Zeit machte er eine abwehrende etwas hindurch. Auf der großen, breiten Steintreppe, die sich weit in die Straße vorschob, stand der Brauer und Ackerbauer Dam und rauchte seine Nachmittagspfeife. Es durchstach Frank, als er ihn fah. Da, da stand er, der Zerstörer, seines Lebens Zerstörer! Der Haß von vorhin reproduzierte sich in ihm, er fühlte sich noch in derselben Situation, mit der Schere in der Hand nur daß er sie jetzt auf die Kehle des Brauers pflanzte, statt auf seine Frau. Hasses in seinem schlaffen Blut. Er recte fich auf in einem 3um zweitemnal empfand er die ähende Wirkung des unbekannten Bewußtsein, Mensch zu sein Mann; und ihm war, als schlüge er zu, mit geballten Fäusten, hart. Doch es verfladerte, schwand, wie eine flüchtige Bifion dessen, was er nicht war, und sollte nie wiederkehren. verschwand auch dies Gefühl. Und der Anblick des Brauers Einen Augenblick empfand er die Einbuße, aber dann verursachte ihm Herzklopfen und erfüllte ihn mit Hoffnung, einer schwindelnden, ängstlichen Hoffnung auf einen Ausweg, um zu einem Schnaps zu gelangen. Freitag, 26. September 1924 ル Friedrichsort und Stralsund dauernd in Fühlung. Alle drei Stationen hörten das Schiff deutlich, allerdings zum Teil in größerer Entfernung über See. Um 8 Uhr 30 min. traf in Berlin folgender Funkspruch des 3. R. 3( L. 3. 12) ein: Sind auf Höhe vom Warnemünde. Wetter zufriedenstellend. An Bord alles in Ordnung. Nehmen Kurs entlang der pommerschen Küste auf Königsberg." Um 9 Uhr 15 Min. abends wurde von der Marine Funkstation Stralsund gemeldet, daß dort das Funken des Zeppelinkreuzers so deutlich vernehmbar sei, daß daraus geschlossen werden könne, das Luftschiff habe ungefähr die Höhe von Stralsund erreicht, sei also ganz nahe der Insel Rügen. Zum Thema Höflichkeit. is ,, Mann ist Mann" denkt der Normaldeutsche, namentlich wenn er in den hoffnungsvollen Jahren von 15 bis 25 steckt. Er fennt offenbar nicht den Unterschied zwischen seinen Beinen und denen eines Sechzigjährigen und hält die Gymnastik der älteren Gehorgane beim Stehen in überfüllten Straßenbahn- oder Stadtbahnwagen für äußerst wohltätig. Die Hauptsache für ihn ist, daß er seinen Sizplat behält. Anders das junge Mädchen. Ein gewisser mütterlicher Instinkt ist ihm von der Natur schon im frühen Kindesalter gegeben, und mit dem Heranwachsen zur Jungfrau hat er sich in gesteigerter Weise entwickelt. Wem von uns Aeltere: wäre es nicht schon begegnet, daß junge Mädchen und junge Damen dem eintretenden älteren Fahrgast ihren Platz angeboten haben! Der betreffende so Beglückte wird nun vor eine Frage gestellt, die wohl unser Interesse fordern fann. Soll er, der sicher oft müde genug ist, das Anerbieten annehmen oder es aus der angeborenen Galanterie gegen das weibliche Geschlecht ablehnen? Ein Gewissenskonflikt, der nicht nach Schema F entschieden werden kann. Denn es annehmen heißt, sich von selbst in die Reihe der schonungsbedürftigen Greise stellen, es ablehnen aber sich der oft ersehnten Befriedigung des Ruhebedürfnisses berauben. Im allgemeinen wird, auch bei dem alten Mann im Arbeitsrod, die Galanterie fiegen, zumal wenn die Annahme des Angebotes das weibliche Wesen in eines jener Gedränge stoßen würde, das unsere Berkehrsmittel zu bestimmten Zeiten auszeichnet. Um so mehr, als das Gedränge dem Alten, falls er noch über gefunde Atmungsorgane verfügt, weiter feinen Schaden macht, ihn zwar einpreßt, aber ihm gerade durch diese Pressung einen festen Halt gewährt- gegen Umfallen ist man geschützt. Junge Mädchen einem solchen Gedränge auszufegen, wäre wenig ritterlich. Ist der Wagen aber nur mäßig gefüllt, so daß das Stehen für junge Damen meiter feine Gefahren mit sich bringt, so wird man am besten diplomatisch verfahren, indem man sich erkundigt, ob das gnädige Fräulein"( welche Anrede der Backfisch mit einem holden Erröten quittiert) noch eine weite Strecke zu fahren habe. Ist das nicht der Fall und das eigene Endziel recht entfernt, so nehme man bei Ruhebedürfnis bas gebotene Opfer mit freundlichem Dant an. Jedenfalls bietet Annehmen oder Ablehnung dem, der Menschenstudien machen will, willkommenen und bequemen Anlaß zur Einfädelung eines Gespräches, das die Langeweile der weiteren Fahrt zu mildern geeignet ist. Man kann in solchen Plauderminuten so manchen Einblick in die weibliche Psyche tum, zumal wenn es sich um jene lustigen, ftets ein Scherzwort auf den Lippen tragenden jungen Mädchen handelt, die man als typische Berliner Mädels bezeichnen kann. Die Groß- Berliner Lehrerschaft für Paulsen. Die Vertreterversammlung des Lehrerverbandes Berlin, die gestern im Berliner Lehrervereinshaus tagte, faßte eine EntschlieBung, in der sie aufs lebhaftefte verurteilt, daß die Berliner Stadtverordnetenversammlung die Abbauverordnung zum Anlaß genommen hat, den Stadtschulret Paulsen zu beseitigen, obwohl eine fachliche Begründung nicht gegeben wurde. Gerade weil der Lehrerverband Berlin bei der Wahl des Stadtschulrats für eine mit den Berliner Schulverhält nissen vertrauten Fachmann eingetreten ist, betrachtet er es als seine Pflicht, anzuerkennen, deß es der unermüdlichen, von Liebe und Verständnis für Erziehung und unterricht ge= tragenen Arbeit des Stadtschulrats gelungen ist, die Bolksschule in der Zeit des wirtschaftlichen Tiefstandes vor den schwersten Gefahren zu schützen. Er empfindet die Art der Behandlung ,, Was, ist Ihre Frau frant? Ich dachte, ihr könnte nie etwas fehlen. Sie erwartet doch wohl nichts Kleines?" Schneider Frank lächelte. ,, Ja, Sie haben gut reden, Herr Dam. Und doch ist's schwer, wenn die Gehilfin trant liegt. Man möcht' ihr gern Erleichterung schaffen, aber die Gelder reichen ja nicht für alles. Etwas Stärkendes tät ihr wohl not." ,, Ja, fie muß sich recht plagen. Aber wo Sie so ein tüchtiger Schneider sind, warum verlegen Sie sich nicht mehr aufs Handwerk und schonen die Frau?" ,, Man tut, was man fann, Herr Dam; aber der Rücken ist nicht kräftig und dann die Konkurrenz!" ,, Ach was, die ist nicht schlimm hier in der Stadt wenn man seine Sache nicht vernachlässigt. Aber ich will Ihnen gern helfen; ich habe einen Anzug, der gewendet werden soll. Sie fönnen morgen Ihren Jungen schicken und ihn holen lassen." Schneider Frank sah ein, daß es aussichtslos war, auf tut er feinen, so wahr Gott lebt, und er bleibt hungrig, sodiese Weise etwas zu erreichen, und fuhr gröberes Geschütz auf. ,, Ach ja, der Junge- Gott helf uns mit ihm! Nutzen piel man auch in ihn hineinschüttet. Es fostet eine ganze Menge, Kinder großzuziehen, Herr Dam, und was hat man davon? Undant, nichts als Undant." heraus Schneider Franks Absicht, die Angelegenheit mit dem Brauer Dam runzelte die Stirn. Es war also geradeJungen dazu zu benutzen, ihn zu prellen. allemal durch eine größere Summe aus der Welt geschafft; Die Angelegenheit selbst war natürlich längst ein für mit Hilfe dieses Geldes hatte Schneider Frank sich seinerzeit hin und wieder eine oder zwei Kronen als Taschengeld zugeja so flott etablieren können. Später hatte ihm Brauer Dam stedt, weil Dam Mitleid mit ihm hatte und vielleicht auch so etwas wie ein schlechtes Gewissen ihm gegenüber empfand. Aber dies war das erstemal, wo Frank geradezu Geld aus feiner Jämmerlichkeit herausschlagen wollte. trachtete Frant mit boshaftem Blick. Ptöi! Der Brauer spuckte weit auf den Weg und be,, Es ist sonderbar, daß der Junge so ein unmöglicher Tropf geworden ist; er hat ja doch ein gutes Vorbild, dem er nacharten fönnte," sagte er mit einem zweideutigen Blick auf Frant. Aber ob nicht die Erziehung etwas schuld daran fein sollte? Man hat's ja schon öfter erlebt, daß ein Vater sein Kind so lieb hatte, daß er es verhätschelte. Und Sie sind Dante, nicht zum allerbesten, wenn die Frau frant gewiß ein großer Kinderfreund, Meister. Wortfetzung folgt.) Er strich seinen Hut schon in großer Entfernung herunter, behielt ihn in der Hand und näherte sich Dam. ,, Wie geht es, Meister?" liegt. " bes Herrn Bauert als eine Maßnahme, die jedes Gerechtigkeits-| gefühl verlegt. Die Vertreterversammlung des Lehrerverbandes Berlin weist die Angriffe des Herrn Prof. Kiatt im BerlinerLofal. Anzeiger" auf die Berliner Volks schullehrerschaft mit Entrüftung zurück. Diese vergiftenden Mustaffungen von feiten eines Angehörigen der akademisch gebildeten Lehrerschaft, die ein eigentümliches Licht auf die inneren Beweg gründe beim Abbau des Berliner Stadtschulrats werfen, tragen nur 311 weiterer Entfrembung der beiden großen Gruppen der Lehrer schaft bei Die Nowaweser Waffenfunde. Drei Mitglieder der Allgemeinen Arbeiter- Union verurteilt. Bor dem Potsdamer Schöffengericht unter dem Borsiz des Landgerichtsrats Hortung mußten sich drei Mitglieder der Allgemeinen Arbeiter- Union wegen Vergehens gegen das Gesetz zum Schutze der Republik verantworten. Bei der Polizei in Nowames lief im Juni dieses Jahres eine anonyme Anzeige ein, daß auf einem Laubengelände in Nowawes Waffen und Munition versteckt gehalten würden. Kriminalkonimiffar Schwenzner nahm am 13. Juni eine Untersuchung des Geländes por, und das Resultat war überraschend. Aus den ziemich massiven Bauben des Zimmermanns Gottfried Heinrich und des Nieters Auguft Kunze förderte man ein großes Waffenlager zutage. Es wurden gefunden russische Infanterie gewehre, eine Menge Karabiner, Eierhandgranaten und über 1000 Schuß Munition. Blumentöpfe, die in der Laube standen, waren bis zum Rand mit Revolvermunition angefüllt. Die vorgefundenen Waffen waren alle frisch gefettet. In der Wohnung des Runze in Nomames fand man auf dem Wäscheboden versteckt Armee. revolver, Handgranaten und anderes mehr. Bei dem anderen Mitglied der Union, dem Maschinenarbeiter Christian Seibel in Nowawes, wurde ein Totschläger mit Handriemen gefunden, Pistolen munition, Magazine und Stielgranaten. Die Angeklagten wollen alle diese Begenstände gefunden haben. Die Angeflagten wurden zu drel bzw. fünf Monaten Gefängnis und zu je 50 Mart Geldstrafe verurteilt. Drei Monate Untersuchungshaft wurden als verbüßt angerechnet. 6 ren Steigende Butterpreise. Bas mußt die Propaganda über die Preisverbilligung, was nugen alle Maßnahmen der Regierung, die darauf abzielen, die Preise zu fenten, wenn im Effett die Preise für das, was zum Leben unbedingt gebraucht wiro, immer wieder in die Höhe geschraubt werden? Auf den legten Butterauttionen ist ohne ersichtlichen Grund eine Preisherauffegung für Butter vorgenommen worden. Es ist schon seit langem bekannt, daß mit dem Fallen des Verbotes der Schlagsahneerzeugung, aus den Gegenden, die Berlin in der Hauptsache mit Milch verforgt haben, aus Bommern und Mecklenburg, große Mengen entrabmter Milch als Schlagfahne unter der Deflarierung von Schlagrahm( diefe Deflarierung erfolgte, weil die Versender dadurch in den Besik verbilligber Tariffäße tommen) nach Berlin zur Versendung gelangten und hier auch bereitwilligst aufgenommen wurden. Die für die eigentliche Milchversorgung und für die Butter zur Verfügung stehende Milch, wurde dadurch verknappt. Die Folge ift ein Steigen der Milch- und der Butterpreife. Die Milchpreise müssen nämlich bei steigenden Butterpreisen ebenfalls in die Höhe gehen, weil sonst der Reiz, die Milch zum Berbuttern zu benutzen größer wird und damit eine Gefahr für die Milchversorgung vorhanden ist. Berlin nimmt alles, was an Butter hierher tommt, bereitwilligst auf, nicht etwa, um es dem Verbrauch der Berliner Bevölkerung zuzuführen, sondern es ergibt sich das eigenartige Schauspiel, daß Medienburger Butter auf. dem Umwege über Berlin in Rostoder Butterauttionen feilgeboten wird. Matürlich werden auch hier die Preise in die Höhe gefeht und man fann es feststellen, daß in Berlin zurzeit ausländische But fer bilfiger zu haben ist, als die einheimische. Die Preisüberwachungsbehörden find ja in der Hauptsache abgebaut. Sollte es aber nicht doch irgendeine Möglichkeit geben, hier einzugreifen, damit diese Dinge sich nicht wieder, wie es ja in den Kriegs- und Inflationszeiten war, zu einem Standal auswachsen? Linienänderungen bei der Straßenbahn. Eine selbständige Stadt- und Vorortbahn. Neue Pläne zur Berliner Berkehrsreform. Die geftrigen Beratungen der Eisenbahntechnischen Tagung über die Frage der elektrischen Zugförderung hatten für Berlin insofern besonderes Interesse, als man sich dabei auch mit dem Problem der Elettrifierung der Berliner Stadt, Ring- und Vorortbahnen beschäftigte. In der Aussprache, die fich an die Referate des Ministerialdirektors Wechmann und des Der tödliche Biß in den Daumen. Das Schwurgericht in Hamburg verurteilte den Kutscher Füllgraf, der einen in St. Georg wohnenden Wirt so in den Daumen gebissen hatte, daß der Wirt nach einigen Tagen starb, wegen vorjäglicher Körperverlegung mit Tobeserfolg zu vier Jahren Gefängnis, fünf Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. Baurats Pforr anschloß, ergriff u. a. auch der Leiter des Berliner Parteinachrichten Berkehrswesens, Stadtbaurat Dr. Adler, zu längerer: Darlegungen das Wort. Er betonte, daß die Elektrisierung der Ber. liner Stadtbahn aus verkehrstechnischen wie aus gesundheit lichen Gründen so schnell wie möglich durchgeführt werden müsse, aus dem lehteren Grunde besonders deshalb, weil auf Grund wissenschaftlicher Ermittlungen erwiesen sei, daß bei dem Dampfbettieb der Berliner Stadtbahn täglich etwa 80000 bis 100000 Kilogramm Ruß in die Luft geschleu= dert werden. Leider sei zu befürchten, daß durch die Umstellung der Reichsbahn zunächst auch die Frage der Elektrisierung der Berliner Bahnen ins Hintertreffen gerate. Um diefe wichtige Frage nicht weiter zu verschleppen, gäbe es aber einen Ausweg: Man müsse die Stadt, Ringe und Vorortbahnen der Reichshauptstadt aus dem Gefüge der Reichsbahn herausnehmen und sie zu einem selbständigen Verkehrsunternehmen machen, das dann auch die übrigen Berliner Schnellbahnen in Form einer Dachgesellschaft umfaffen follte. In technischer Beziehung sei die Elektrisierung der Berliner Stadtbahn dadurch erleichtert, daß fowohl die Eisenbahnen wie die Untergrundbahnen dieselbe Betriebsspannung von 800 Bolt Gleichstrom erhalten, was vom Standpunkt einer einheitlichen Gleichstrom erhalten, was Stromversorgung sehr wichtig ist. Das Urteil im Prozeß Pfeil. Jm Prozeß gegen den Grafen Pfeil wegen Körperberlegung an seiner geschiedenen Ehefrau folgte die Straffammer den Ausführungen von R.-A. P. Bloch und kam im Gegensas au dem Schöffengericht Charlottenburg zu einer Freisprechung des Grafen Bfeil auf Kosten der Staatstafie. Die Berufung der Rebenklägerin, Frau v. Romer, tourbe auf ihre Kosten verworfen. Die Trauerfeier für Oberbranddirektor a. D. Reichel. Jm Wilmersdorfer Arematorium fand am gestrigen Donnerstagnach mittag unter außerordentlich großer Beteiligung die Trauerfeier für den langjährigen verdienstvollen früheren Leiter des Berliner Feuerwehrwesens, Oberbranddirektor Reichel, statt. Der Magistrat Berlin, bie Leitung der Feuerwehr sowie die oberen und unteren Feuerwehrbeamten hatten Vertreter entfandt. Nach Gefang und Orgelspiel sant der von reichen Blumenspenden bebedte Sarg in die Tiefe. Großfeuer brach ans noch nicht geflärter Ursache am Donnerstag in einem Schuppen des großen Wohnhauses Seefener Str. 28 in Salenfee aus. Beim Eintreffen der Behr stand der gesamte Schuppen, in dem sich große Mengen bon harten Delen und Fetten befanden, in der gesamten Ausdehnung in hellen Flammen. Das Vorgehen der Wehr wurde durch starke Dualmentwidelung fehr erschwert. Es mußten Rauchschubapparate berwandt werben. Durch sofortiges Eingreifen der Wehr konnte ein lebergreifen auf das Wohnhaus verhindert werden. Die Dauer der Eisenbahnausstellung, die ursprünglich bis 5. D. tober währen sollte, ist infolge des großen allgemeinen Interesses Bis zum 19. Oftober verlängert worden. Ginsenbungen für diese Rubrik find Berlin SB. 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin ffets an das Bezirkssekretariat, 2. Hof, 2 Trep. rechts, zu richten. 37. Abt. Sonnabend, den 27, September, abends 7% Uhr, im Petersburger Hof", Petersburger Str. 55, Werbeversammlung mit Gäften. Vortrag bes Genossen Künstler: Barum müssen wir Sozialdemokrat sein?" Anschließend Familienabend. 14. Rreis Reukölln. Die Abteilungsleiter werden ersucht, bis Sonnabend die Namen und Adressen der Jugendschöffen im Parteibureau abzugeben. Freie Schulgemeinde. Heute abend 8 Uhr erweiterte Borstands. fizung an bekannter Stelle. Thema: Organisationsangelegenheiten. 12. Kreis Steglig, Lichterfelde, Lankwiz. Alle Genossinnen und Genossen. nehmen am Sonntag vorm, 11 Uhr teil an der Jugendweihe in der Aula des Lygeums, Rotenburgstraße in Steglig. Heute, Freitag, den 26. September: 17. Abt. Die Bezirksführer werden ersucht, die Markenbestände bis Sonn tag, den 28. Geptember, beim Raffierer abzurechnen. Jungsozialisten, Gruppe Schöneberg. 7½ Uhr Feurigstr. 7, 8immer 7, Fort fegung: Urchristentum und Sozialismus." Morgen, Sonnabend, den 27. September: a 32. Abt. Achtung! Die Gruppenleiter und Bezirksführer haben bis spä testens Gonnabend in der Wohnung des Abteilungskassierers Genossen Winkelmann abzurechnen. 47. Abt. 7 Uhr Zusammenkunft der Kommunalen Rommission, der Funktio näre und freiwilligen Selfer der Wohlfahrtspflege zur Entgegennahme wichtigen Materials der Arbeiterwohlfahrt bei Siebentopf, Mustauer Straße 35. 48. Abt. Ab nachm. 5 Uhr Abrechnung beim Genossen Marth. Montag abend 7 Uhr bei Riesnewsti, Prinzenste. 10, Abteilungsvorstands. fitung. 81. Abt. Friebenan. 26 nachm. 4 Uhr Serbstfest in Dahlem, Restaurant Schilling, Königin- Buife- Str. 42( am Untergrundbahnhof Dahlem). Rarten beim Abteilungsführer und an der Rasse. 82. Abt. Steglig. Abends 8 Uhr Sigung des Bildungsausschusses bei Thiel, Albrechtstr. 87. 89. Abt. Neukölln. Sonntag, den 28: Geptember, Besichtigung des Säuglingsheims Mariendorfer Weg. Treffpunkt 9% Uhr vor dem Heim. Die Bezirksführer laden hierzu ein. Jungsozialisten. Die Gruppen treffen sich am Sonntag, den 28. September, um 1 Uhr mittags am Plößensee bei Rübnih zunt Herbst- Waldfest. Ab fahrzeiten vom Stettiner Bahnhof: 7 Uhr 40 Min. bis 10 Uhr 10 Min. halbstündlich bis Bernau; 7 Uhr 30 Min. und 8 Uhr 25 Min. bis Rildnig oder 8 Uhr 55 Min. und 10 Uhr 10 Min. bis Biefenthal auf Sonn tagsrüdfahrkarte. Die Spielgemeinschaft" fährt 7 Uhr 30 min.( bzw. 7 Uhr 35 min. ab Gesundbrunnen) bis Rildnis. Sonntagsrückfahrkarten Töfen. Gruppe Treptow. Alle Genoffen, die sich für die jungsozialistische Vereinigung intereffieren, find zu der Herbstfeier der J. B." Groß- Berlin eingeladen. Die Veranstaltung findet Gonntag, den 28. 6. M., mittags 1 Uhr, am Nordufer des Plögensees bei Rildnig ( Bernau), 1 Rilometer von der Südostspike des Hellfees, statt. Die Treptower Genossen treffen sich 7 Uhr früh Stettiner Bahnhof, Haupteingang, mit Fahrkarte nach Rübnig. Arbeitersport. Arbeiter- Radfahrer- Bund Solidarität", Ortsgruppe Berlin. Touren für dam- Wildpart, nachm. 1 Uhr Wannsee, Reichsabler. Start Dieffenbachstr. 36. Berufung im Falschmünzerprozeß Miaffojedoff. Gegen das Urteil des Schöffengerichts Charlottenburg in dem Falschmünzer Sonntag, den 28. Geptember. 1. Abt.: Genshagen, Start 7 Uhr Bülowprozeß gegen den russischen Kunstmaler Miasojedoff hat die Staatsstraße 55. 2. bt.: 27. September durch die Rommeln. Sierzu Bahnfahrt anwaltschaft Berufung eingelegt. Belanntlich hatte der Staats bis Belaig. Start 3½ Uhr nachm. Stuttgarter Plag. 28. früh 7 Uhr Bots anwalt langjährige Zuchthausstrafe beantragt, während das Schöffen-& bt.: Besichtigung von Struves Sof. Start 8 Uhr. 1 Uhr Groß- Beeren, Start Laufizer Blaz. 4. Abt.: 27. Geptember gericht dem Angeklagten mildernde Umstände zubilligte und Miasso Gumpert, am Denkmal. jedoff zu drei Jahren Gefängnis und die Mitangeklagte, Frau Campiontour nach Johanntethal, Bota. Start abends 7 Uhr Beberwiefe. Bernici, zu sechs Monaten verurteilt hatte. Auch die Verteidiger: 7 und 12 Uhr Stienis fee, Start Landsberger Blag. 6. Abt.: 7 und 12% Uhr Mühlenbecker Gee. Start Ropenhagener Str. 26. 7. bt.: Schnipel haben Berufung eingelegt. jagb nach Alt- Glienide a. d. N., Barth. Start 12 Uhr mittags Rolonie ftr. 147. 8. bt.: Faltenhagener Gee, Start The Arminiusplag. Uhe Balbftr. 8. 9. Abt.: Glienice, Barth. Start 1 Uhr Schulstr. 114. 10. Abt.: Schönwalde, Klöpfer. Start 12 Uhr Comeniusplak. 11. Abt.: Strausberg. Start 7 Uhr Schillerpart, Feuerwehr- Ecke. 12. Abt. Motorfahrer: Potsdam. Start 9 Uhr Potsdamer Brüde. Ortsgruppe Lichtenberg: Alt- Landsberg. Start 8 Uhr Traveplak. Ortsgruppe Charlottenburg. Streifzüge durch den Grunewald. Endziel Freund. Start früh 9 Uhr Galvaniste. 13. Ortsgruppe Reukölln: Tiefenfee. Start 7 Uhr. 1. Abt.: Herzbergplag. 2. A b t.: Her. mannstraße: mittags 1 Uhr Selchow. Start beide Herzbergplak. Ortsgruppe Schöneberg: Streifzüge durch den Grunewald. Start 8 Uhr. Nachm. 2 Uhr Behlendorf, Gerece. 69. Start Martin- Luther- Str. Ortsgruppe Tegel: Start 1 Uhr nachm. SchlieperPflichttour nach Schulzendorf, Subertus. Straße 64. Ortsgruppe Pankow: Frith 7 Uhr Strausberg. Start Mithlenftraße 12. Ortsgruppe Spandau: Rundfahrt Pausin- Belefanz. Start 1 Uhr Neuendorfer Str. 74. Ortsgruppe Reinidendorf: 8 und 1 Uhr Hohenschöpping. Ortsgruppe Treptow- Baumschulenweg: Budow, Märt. Schweiz. Start 6 Uhr Achtung, Bundesgenoffen Colibarität". Unsere frühere Einkehrstelle in Groß- Beeren, Lokal Heinze, ist gesperrt. Jezige Einkehrstelle ist Morik Gumpert am Denkmal. Für die Besichtigung der Eisenbahntechnischen Ausstellung in Seddin bat ber Butab mit dem BDJ. ermäßigte Eintrittspreife statt 1 M. nur 50 Pf. bereinbart. Sammelbeftellungen find fofort ( spätestens bis zum 30. September 1924) unter gleichzeitiger Beifügung des Betrages an die Ortsverwaltung zu richten. Bestellungen, denen der Betrag nicht beigefügt ist, können von der Berwaltung nicht berücksichtigt werden. Besichtigung der Ausstellung Sonnabend, den 4. Dftober 1924. Abfahrt zur Besichtigung Potsdamer Bahnhof 2.10 Uhr nachmittags. Ordner der Proletarischen Felerffunden. Die Drbner werden. gebeten, zu der am Sonntag, den 28. d. M., stattfindenden Jugendweibe im Großen Schauspielhaus, früh 8 11hr, am bekannten Treffpunkt vollständig zu er fcheinen. Die Gemeinnügige Gesellschaft Bertspende zeigt während der von der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freieng und Bücher. Diese Ausstellung( im Künstlerhaus, Bellevue straße) soll gerade bor Weihnachten Antwort auf die Frage geben: Bas chenfen wir unseren Kindern? Eröffmmg der Ausstellung am 3. Dttober. Am 27. September wird eine neue Cinie 12, Neukölln, Köllnische Allee- Gogtowsty, Ede Turmstraße, eingerichtet. Die Linie führt über Köllnische Allee, Canner Straße, Richardstraße, Berliner Straße, Fulbastraße, Kaiser- Friedrich- Straße, Bannierstraße, Glogauer Straße, Reichenberger Straße, Ritterstraße ,. Lindenstraße, Jerufalemer Straße, Hausoogteiplah, Oberwallstraße, Französische Straße, Lindentunnel, Dorotheenstraße, Prinz- LouisFerdinand- Straße, Am Weidendamm, Weidendammer Brücke, Friedrichstraße, Oranienburger Tor, Chauffeestraße, Invaliden Straße, Mt- Moabit, Rathenower Straße, Turmstraße bis Bogtowsty- eit veranstalteten Stunftausstellung Tod und Leben Spiel straße. Bom gleichen Tage an wird die Linie 54, haten fefbe- lausDogteiplab, von der Leipziger Straße in beiden Richtungen über Charlottenstraße zunächst bis zur Endhaltestelle in der Behrens, Ede Martgrafenstraße, geführt und nach Beendigung der Bauarbeiten am Schloßplaz über Franzöfifche Straße, Werderfcher Markt, Schloßplaz bis Breite Straße ( Köllnischer Fischmarkt) verlängert. Die Linie 154, Spandau, Stadtpart bzw. Johannesstift- Blücherplay. wird vom 27. d. M. ab über Hallesches Tor, Gitschiner Straße, Stalizer Straße( Kottbuser Lor, Görliger Bahnhof) bis zum Schlesischen Tor weitergeführt und die Linie 63, Brig. Germaniapromenade- Weißensee, Stettiner Bahnhof, in Neukölln über Berliner Straße, Reuterstraße, Pflüger straße, Friebelstraße, Grünauer Straße( statt bisher Berfiner Straße, Fuldastraße, Kaiser- Friedrich- Straße, Pannierstraße, Glogauer Straße, Reichenberger Straße, Grünauer Straße) geleitet. Ferner wird die Linie 14, Bhf. Beuffelstraße- Matheineteplag, an den Werktagen verfuchsweise über Zoffener Straße, Bergmann straße, Friesenstraße bis Ede Schwiebufer Straße verlängert. Auf der Linie 89, Schlesisches Tor- Charlottenburg, Spandauer Straße, tritt gleichzeitig ein neuer Fahrplan in Straft, der eine geringe Verschiebung der Abfahrzeiten vorsieht. Die Hochbahn nach Pankow. In der Bezirksversammlung des 19. Bezirks( Pantom) tam die Berlängerung der Hochbahn nach Pantom und Niederschönhausen zur Berhandlung. Der Dezernent, Oberbaurat Saeger, Leiter der Liefs bauverwaltung des Bezirks Pantow- Niederschönhausen, gab zu bem schon vor dem Kriege gefaßten Plan folgende Erklärung ab: Das Projekt der Verlängerung der Hochbahn bis Bankow- Niederschönhausen war bereits vor dem Kriege so weit durchgeführt, daß man mit einer Inbetriebnahme dieser Strecke im Jahre 1918 rech nete. Die Hochbahngesellschaft stehe nach wie vor auf dem Stand punkt, daß fie die Verlängerung der Linie auszuführen bereit fei, jobald sie das Kapital dazu flüssig machen tönne und sobald feitens der Stadt Berlin für eine Anschlußstrede gesorgt wird. Der Magistrat hat für das viel schwacher bevölferte Tempelhof die Ausführung einer Schnellbahn auf Stadtkosten genehmigt. Die Bezirksversammlung erwartet daher, daß der Magistrat Berlin für den Bezirk Pankow- Niederschönhausen mit seinen hunderttausend Bewohnern das gleiche tun werde." In derselben Sigung wurden von den Deutschnationalen Wünsche laut, die eine Besserung der Straßenverbindung nach Niederschönhausen verlangen. Abermals Gleissperre. In der Nacht vom Freitag zum Sonnabend, also vom 28. zum 27. September, wird wegen Ausführung umfangreicher Arbeiten im Stadtbahngleis 3 Nichtung Charlottenburg- Schlesischer Bahnhof zwischen den Bahnhöfen Bellevue und Lehrter Stadtbahnhof dieses Gleis bor Eintritt der Betriebspause für die Rüge, die nach 12 Uhr 20 Minuten die Arbeitsstelle befahren, gesperrt. Die Bezirts- Volfsbildungsämter Berlins veranstalten Sonntag, 28. September, folgende Aufführungen: Rachmittag 2, Uhr im Schiller Theater, Charlottenburg: Tasso", von Schiller. Eintrittspreis 1 M.( einschließlich Garderobe und Programm). Nachmittags 3 Uhr im Berliner Theater, Charlottenstraße: Der fliegende Holländer, Oper bon Wagner. Eintritts. preis( nur Partett und ersten Rang) 2 M. Rarten zu beiden Ber anstaltungen in allen Boltsbildungsämtern Berlins. Der Sturm in der Bretagne danert mit unerhörter Heftigkeit Das Meer hat die Küste überflutet. Die Fischerboote tönnent nicht auslaufen. an Das Rundfunkprogramm. Freitag, den 26. September. am Bahnhof. Der Berliner Schwimm- Verein Freiheit" hält am 4. Oftober im Stadtbad Brenzlauer Berg, Oberberger Str. 55/57, fein Internes Werbefchwimmfest aur Eröffnung der Wintersaison ab. Anfang 8 Uhr. Eintritt 0,50. werben vorgeführt: Reigen, Schwimmen in allen Arten, Gruppenspringen und Wasserballspiele. Die Arbeitereltern werden ersucht, ihre Kinder dem Berein zuzuführen. Unter fachgemäßer Leitung wird Mitgliedern beider Geschlechter unentgeltlicher Schwimmunterricht erteilt, desgleichen werden Mitglieder im Schwimmen, Springen, Tauchen, Wasserballspiel, Reigen und Rettungswefen ausgebildet. Die erfte referuierte Uebungsstunde findet ſtatt am 2. Oktober im Stadtbad von 28-9 Uhr abends, desgleichen badet der Berein noch jeden Montag ab 16 Uhr. Neuaufnahmen nur in den Gigungen. Nächste Sigung am 3. Oktober bei Seidel, Schönhauser Allee 156, um 8. Uhr. Nächste Jugendfihung am 30. Geptember, 7 Uhr abends, in der 117. Ge Dafelbft Aufnahme von Kindern und meindeschule, Eberswalder Str. 10. Jugendlichen bis 18 Jahre. Sonntag, den 28. Geptember, 9 Uhr vorm., Hochbahnhof Norbring, trifft sich der Berein zur Besichtigung des Botani schen Gartens. Schwimm- Berein Borwärts Berlin 1897, e. B., Gruppe Süben. Die Uebungsstunde am Freitag, den 26. September, fällt aus wegen Renovierung woch, 1. Oktober, große Salle, Freitag, 3. Oktober, fleine Salle, 7 Uhr. ber fleinen Schwimmhalle in der Baerwaldstraße. Nächster Uebungstag MittFrete Turnerschaft Groß- Berlin, Bezir! Süden. Sonntag Riegenturnfahrt. Treffpunkt Schlesischer Bahnhof. 1. Riege 8.00, 2. Riege 7.30, 3. Riege 8.80, Alters- Riege 7.45, Die 1. Reuköllner Jiu- Jitfu- Bereinigung veranstaltet am 27. September im Rarlsgarten, Rarlsgartenstraße, ihre Gründungsfeier, bei welcher ausgetragen werden: Jiu- Jitsu- und Bogkämpfe, Demonstrationen u. a. m. Sportfreunde und Gönner find herzlichst eingeladen. Beichtathletik Bereinigung des 1. Kreiſes, Arbeiter- Turn- und SportBunb. An alle Bereine, die den Arbeitersport" bezogen haben. Der ArSpott- Reitung" übernommen worden. Die bisherigen Beitungs. abholer mögen die Zeitung genau fo abholen und bestellen, wie bei bem Arbeiterfport". Genoffen, tut ebenfalls eure Pflicht, wie bei dem Arbeitersport". Am Sonnabend, ben 11. Oftober, abends 7 Uhr, Sigung des erweiterten Sportausfuffes bei Linsener, Mühlen. ftraße, Ede Brommybride, in der Nähe des Schlesischen Bahnhofs. Wichti Tagesordnung. Jeder Sportwart und die Vorsitzenden der Bereine oder Ab« teilungen, die er 2. B. angeschloffen find, müssen erscheinen. diter Tageseinteilung. 10 Uhr vorm.: Bericht über die Kleinhandelspreise der wichtigsten Lebensmittel in der Zentralmarkthalle. richten. 11.35 Uhr vorm.: Funkbörse( Die Notierungen der Berliner 10.15 Uhr vorm.: Erste Bekanntgabe, der neuesten Tagesnach- beiterfport" mit feinen Abonnenten ist von der Arbeiterund Hamburger Produktenvorbörse). 12.15 Uhr nachm: Kurzer Tendenzbericht der Berliner Vorbörse( nur Montag bis Freitag). 12.55 Uhr nachm.: Uebermittlung des Zeitzeichens. 1.05 Uhr Nachm.: Zweite Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Wetterdienst. 2.15 Uhr nachm.: Kurzer Tendenzbericht der Berliner Börse( nur Montag bis Freitag). 3 Uhr nachm.: Funkbörse( Die amtlichen Notierungen der Berliner und Hamburger Produkten- und Viehbörse; amtliche Devisen). 4 Uhr nachm: Funkbörse( Getreide cif. Hamburg; Berliner Kolonialwaren- Großhandelspreise). Sport. Rennen zu Grunewald am Donnerstag, den 25. September. 1. Rennen. 1. Rotdorn( Hoffmann), 2. Cebria( Elflein). 3. Da capo ( Thielemann). Toto: 64: 10. Plat: 95, 44: 10. Ferner liefen: Tod und Leben, Tavalyi, Reid. 2 Rennen. 1. Hedenstrauch( W. Zarras), 2. Barnas( D. Samidt), 3. Gygull( Breege). Soto: 25:10. Blat: 16, 18, 127: 10 Ferner liefen: Fliegender Fuchs, Acltefeld, Melia, Rachegott, Boller, Meteor, Flamberg. 3. Rennen. 1. Pharifaer( Thielemann), 2. Sanguinifer( Huguenin), 3. Eisenritter( Grabsch). Toto: 96: 10. Plag: 21, 13, 20: 10. Ferner liefen: Wippize, Bendeir, Bandes Bruder, Fürst, Maitajer. 4.30-6.25 Uhr nachm.: Unterhaltungsmusik( Berl. Funkkapelle). 1. Polonäse A- dur, Chopin. 2 Ouvertüre zu der Oper Wilhelm Tell", Rossini. 3. Fantasie aus der Oper Die Meistersinger von Nürnberg, Wagner. 4. II. Rapsodie, Liszt. 5. Kaiserwalzer, Joh Strauß. 6. Koboldtanz, Dvorák. 7. Potpourri aus dem Ballett, Die 8. An die Gewehre, Marsch, Lehnhardt. Puppenfee", Bayer. Während der Pausen: Ratschläge fürs Haus". 6.30 Uhr abends: Vortrag des Herrn Strelow, Vorsitzender des Jiu- Jitsu- Klubs: JiuJitsu, die unsichtbare Waffe". 7 Uhr abends: Wege zum Wissen: Die Völkerstämme Südamerikas". 7.45 Uhr abends: Vortrag des Herrn Prof. Dr. Müller- Freienfels: Erziehung zur Kunst. 8.30 bis 10 Uhr abends: Zum Gedächtnis des Dichters Hermann Löns ( gest. 26. September 1914). 1. Einleitende Worte( Dr. Eduard Castelle, Breslau). 2. Wander- und Lautenlieder( Singschar Märkischer Wanderer). 3. a) Liebesklage, Licht, b) Der ferne Stern, Ruhnau, c) Rose im Schnee, Ruhnau( Hans Mühlhofer). 4. Wanderund Lautenlieder( Singschar Märkischer Wauderer). 5. a) Winter, Rahlss, b) Husarenlied, Licht, o) Die Trommeln und die Pfeifen, Märkischer Wanderer). 7. Ein Abschnitt aus dem Wehrwolf" mann). 3. Perlenkrone( Benzel). Toto: 26: 10. Blat: 15, 19, 81: 10. Licht( Hans Mühlhofer). 6. Wander- und Lautenlieder( Singschar 6. Rennen. 1. Goldenes Horn( Storb), 2. Ten Amore jr.( Simmer( Hans Mühlhofer). 8. Wander- und Lautenlieder( Singschar Ferner liefen: Chiemgaunerin, Prinzeß Friedel, Roberta, Mara, Bermala, Märkischer Wanderer). Am Steinway- Flügel: Kapellmeister Otto Beter Moor, Bohnenteufel. Urack. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tages7. Rennen. 1. Roderich( Senfpeil). 2. Abwehr( H. Schmidt), nachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- 3. Dran( Staudinger). Toto: 70: 10. Blag: 27, 67, 3010. Ferner liefen: Eisentrone, Bollenschteber, Balant, Abendwind, Bivace, Bignau dienst 4. Rennen. 1. Malatesta( Storb), 2. Dirndl( Rastenberger), 3. Eleazar ( Ludwig). Toto: 33: 10. Blat: 21, 39, 48: 10. Ferner liefen: Rap der Hoffnung, Aviator, Morgenpracht, Rost, Breußenfahne. 5. Rennen. 1. Bafur( W. Tarras). 2. Hohe Pforte( Huguenin), 3. Aralinda( Jentsch). Toto: 37: 10, Blas: 16, 17:10. Ferner liesen: Caprivi, Idomeneus. Wirtschaft Die Wirtschaftlichkeit des elektrischen Zugverkehrs. In einem Lande der Welt spielt die Wirtschaftlichkeit industrieller und verkehrstechnischer Betriebe eine so große Rolle wie in dem verarmten Deutschland. Wir haben gelernt, daß fleine Ersparnisse am Ende große Summen ergeben. Die Beratungen auf der Eisenbahntechnischen Tagung in Berlin zeigen besonders eindringlich diesen Zusammenhang zwischen Wirtschaft und Technik, bei dem kleine Verbesserungen oft große wirtschaftliche Vorteile mit sich bringen. Der vierte Tag dieser Beratungen brachte eine Anzahl von Referaten, die sich mit der technischen Ausgestaltung und dem wirtschaftlichen Nugen des elektrischen Eisenbahnwesens befaßten. Geheimer Regierungsrat Reichel Berlin sprach über die Gestaltung der elektrischen Lokomotiven, Geftionschef Dittes behandelte die Elektrifierung der österreichischen Bundesbahnen, L. Thormann- Berlin die Elektrisierung der Schweizer Bundesbahnen. Ministerialrat e chmann sprach über den Betrieb auf elektrischen Hauptbahnen, 3. Defverholm Stockholm berichtete über die Einrichtung für Bahnfernmeldeleitungen längs der Wechselstrombahnen und Baurat Pfort- Berlin sprach über die Aussichten des elektrischen Betriebes auf Eisenbahnen. Bei der Einrichtung elektrischer Zugförderung auf Hauptbahnen handelt es sich meist um die Umwandlung des bestehenden Dampfbetriebes in den elektrischen Betrieb. Das ist natürlich schwieriger als die Elektrifierung einer neuen Strede. Eine solche Umwandlung kann nur dann durchgeführt werden, wenn die Anlagekosten durch Ersparnisse aus dem elektrischen Betrieb angemessen verzinst werden. Diese Ermittlungen haben 3. B. für die Umstellung der Berliner Stadt, Ring- und Borortbahn in elektrischen Betrieb folgende Ersparnisse ergeben: Bei dem alten Dampfbetrieb stellen sich die Betriebskosten für je 1000 Plazkilometer auf 3,128 M. Beim elektrischen Betrieb jedoch schon bei nur 30 Zügen in der Stunde auf der Stadtbahn auf nur 1,648 m. motiven. In einem Braunkohlenkraftwert tann die Kraft viermal Ein wertvolles Eingeständnis. Auf der diesjährigen Tagung so billig erzeugt werden als in der Lokomotive. Ein Nachteil der deutschen Landwirtschaftsgesellschaft behandelte Dr. Kuhn= bei der Elektrisierung sind die hohen Beschaffungs- Stettin organisatorische Grundfragen der deutschen Viehwirtschaft fosten der elektrischen Asrüstung. Es sind Kraftwerke, Fern- Er wies auf die ungünstigen Rentabilitätsverhältnisse hin und beleitungen, Umformerwerke und Fahrleitungen nötig, bevor der tonte, daß ein Aufbau der Viehwirtschaft auf Qualität und Leistung elektrische Zug fahren kann, und die Berzinsung und Unterhaltung mit weitgehender staatlicher Unterstützung auch von höchster bolts. wirtschaftlicher und allgemein politischer Bedeutung indieser Anlagen wiegen die Ersparnisse an Brennstoff auf, wenn es sofern ist, als mangelnder Konsum in tierischen Ernicht gelingt, diese Kosten auf eine größere Anzahl gleichzeitig veraeugnissen gleich bedeutend ist mit Senkung des tehrender Lokomotiven zu verteilen. Nach den Berechnungen von geistigen und allgemeinen Kulturniveaus. Of Baurat Pforr müssen auf jedes Kilometer Eisenbahnstrece min- fenbar wollen die Reichslandbündler die Hebung des deutschen destens 250 000 Kilowattstunden verbraucht werden, wenn die be Kulturniveaus nicht. Sonst würden sie nicht mit einer Verteuerung treffende Strede für elektrische Zugförderung geeignet sein soll. Es der Viehzucht durch Futtermittelzölle und mit der Verteuerung des gibt in Deutschland eine ganze Menge solcher Strecken, und wenn Fleisches durch Fleischzölle den Fleischverbrauch der breiten uns in der nächsten Zukunft die Möglichkeit bleibt, die Mittel für des Herrn Dr. Kuhn, das die beste Widerlegung der agrarischen Massen fünstlich herabzudrücken suchen. Das Eingeständnis die Elektrifierung aufzubringen, so könnten damit wesentliche wirt- 3ollforderungen ist, bestätigt, wie berechtigt der Kampf der Sozialfchaftliche Vorteile erzielt werden. Der Hauptnachteil der bemokratie gegen die Schutzölle ist. elettrischen 3ugförderung liegt darin, daß irgendein technisches Versagen ganze Linien mit einem Schlage stillegen könnte. Die Frage, welche Betriebsart jeweils die beste ist, hängt von den jeweiligen Anforderungen und der Wirtschaftlichkeit der einzelnen Streden ab. Sie fann immer nur von Fall zu Fall entschieden werden. Die dänische Landwirtschaft gegen Hochschutzzoll. In einem Vortrag, den der Handelsattaché an der deutschen Gesandtschaft in Kopenhagen, Konsul Dr. Krüger, über Dänemarks und Deutschlands wirtschaftliche Beziehungen hielt, brachte der Vortragende zum Ausdruck, daß auch in Dänemark Bestrebungen im Gange sind, die bei der Frage der zukünftigen Handelspolitik verstärkten richtet haben, brachte die Berliner Börse scharfe Kursrüdgänge in nach Erhöhung der Zollsäge in der Hauptsache mit der Notwendig Aufwerfungsfpetulanten in Not. Wie wir gestern bereits be 3oIls cut berfolgen. Diese Leute begründen die Forderung Kriegsanleihen und anderen Rentenwerten, nachdem sich Reichsleit, die geschwächte dänische Währung zu verbessern. Im wesentfinanzminister Dr. Luther endlich entschloffen hat, eine allgemeine lichen sind es Kreise der dänischen Industrie, und in VerAufwertung mit aller Bestimmtheit abzulehnen und eine Hilfe- bindung damit diejenigen Gruppen des dänischen Volkes, die gegen leistung nur für die sozial schwer gefchädigten wirklich hilfs die Einfuhr fremder Waren Propaganda machen und in der Hauptbedürftigen Rentner in Aussicht zu stellen. Kriegsanleihe fache den Konsum dänischer Erzeugniffe propagieren. Da aber die ging im Einheitsturs bis auf 780 zurüd, nachdem sie vorgestern dänische Industrie gegenüber der Landwirtschaft sich in der noch 1130 notiert hatte und war von der Abendbörse sogar mit Minderheit befindet, und diese einen großen Teil ihrer Er600 angeboten. Wenn sich dabei leichtfertige Spekulanten das zeugnisse im Auslande, besonders in England abfekt, hat fie Hoffentlich erfolgt jetzt endlich eine Reinigung des Rentenmarktes des 3ollschutes. Sie ist der Meinung, daß durch höhere Genid gebrochen haben follten, so fann das nichts schaden. naturgemäein Intereffe an einer Verstärkung von jenen Syänen, die sich auf Kosten des Reiches und unter Bölle die Währung nicht gestützt werden könne. Sie verlangt eine Berbilligung der Produktion und einen geringeren Berufung auf die Not der Sparer gefund" machen wollten. Verbrauch. Dies unseren Herren Agrariern zur wohlwollenden Beachtung. e nobis dilst ansk Günftiger Stand der Steuereingänge. Die Gelbbewegung bei der Reichshauptfaffe gestaltete sich in der zweiten Dekade des Monats September besonders günstig, da in diese Zeit eine Reihe von Steuerzahlungsterminen fiel. Infolgedessen standen Einnahmen bon 230,4 Millionen Goldmark Ausgaben in Höhe von 160,5 Min. Goldmart gegenüber, so daß der lleberschuß fast 70 mill. Goldmark betrug. An Leistungen auf Reparationstonto werden 22.1 Millionen Goldmart nachgewiesen. Die Rentenmark ichuld hat sich durch Ausgabe von neuen Wechseln im Betrage von 3,5 auf 100 Millionen Goldmark erhöht. Im Monat August betrugen die Einnahmen an Steuern und Zöllen rund 592 Millionen Goldmart, wovon 109,2 Millionen Goldmart von den Oberfinanzund Finanztassen zur Bestreitung ihrer eigenen Bedürfnisse verWir haben bereits früher über die mangelhafte Brennstoffausnutzung in unseren Lokomotiven berichtet. Es war dabei auf den hohen wärmetechnischen Wirkungsgrad der Diesellokomotive befonders hingewiesen worden, deren Berbrauch etwa nur ein Biertel der Dampflokomotive beträgt. Leider ist das Dieselöl in Deutschland etwa zehnmal so teuer wie Brauntohle und in diesem großen Preisunterschied der beiden Brennstoffarten liegt das Geheimnis der Konkurrenzfähigkeit der Dampflokomotive. Sehr günstig wird die Braunkohle in den Kraftwerken ausgenutzt, die die elektrifierten Strecken mit Strom versorgen. Ortsfeste Maschinen haben bekanntlich einen viel besseren Wirkungsgrad als die Loko- wandt wurden. Rahma MARGARINE buttergleich 9290 Ungünstige Baumwollernteschäßung in den Bereinigten Staaten. Das Washingtoner Ackerbaubureau gibt nach einer New Yorker Kabelmeldung des Konfektionär" in seinem Schäßungsbericht vom 23. September den Durchschnittsstand der Baumwollernte mit 55,4 Pro3. gegenüber 59,3 Proz. am 1. September und 64,9 Proz. am 15. August an. Der voraussichtliche Ertrag wird nach dieser neuesten Schäzung 12 596 000 Ballen gegenüber 12 787 000 Ballen am 1. September betragen. Wetter für Berlin and Umgegend. Ziemlich trübe, fühl und regnerisch bei schwacher Luftbewegung. Warnung! Infolge der dauernd steigenden Nachfrage nach der seit vielen Jahrzehnten bei allen Qualitätsrauchern beliebten shechten Königin von SabaZigarette sind wieder minderwertige Falsifikate im Umlauf. Wir warnen vor Anfertigung und Verbreitung solcher minderwertigen Nachahmungen. Herstellung und Vertrieb solcher Falsifikate werden von uns unnachsichtlich strafrechtlich verfolgt. GARBÁTY at Rahma MARGARINE die feine DER JodepuA) JA BIAN Erleichterte Zahlungsbedingungen Fertige Herren- Kleidung und nach Maß Große Auswahl in Stoffen Sulius Fabian Straße 37 Große Frankfurter nur I. Etaor Gute Berarbeitung. Wäßige Preise Dezimalwagen efonders wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN in der Gesamtauflage des ,, Vorwärts" und trotzdem !! billig!! Achtung! 5 Aluminiumtöpfe nur Mk. 8.50 ( franko zollfrei Haus) Inhalt 4, 1, 2, 3, 4 Liter Fabrikant Rud. Seuthe Holthausen b.Plettenberg Nr. 139 3000 qm Betriebsräume Postscheckkonto 8233 Magdeburg Bei Nichtgefall a jederzeit Umtausch! Die befte Sparhilfe im Haushalt In jeder Verwendungsart wie beste Butter. Immer frifch. Ueberall erhältlich. Preis pro% Pfund nur 50 Pig. 99 Man verlange beim Einkauf von Rahma- buttergleich" gratis die Kinderzeitung Der kleine Coco" Tafelwag., Gewichte, Billigste Preise. 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Der Fall Kartoffel fann jedenfalls aus der Bollfrage ausgeschieden werden. Auf die Gegenüberstellung, Preise 85 Broz. des Friedenspreises, Produktionstosten 115 Proz. der Friedensproduktionskosten geftüßt, wurde das stürmische Bertangen nach 3öllen. Und nach Zöllen riefen damals, als wir den Etat der Bandwirtschaft im Hauptausschuß berieten, alle Parteien dieses Hauses mit Ausnahme der Sozialdemokratie und der Kommunisten. Ich darf Sie vielleicht einmal bitten, heute nachzuschlagen, was ich damals am 11. Juli 1924 im Hauptausschuß gesagt habe, um Sie vor diefer überstürzten 3oll politif zu warnen. Damals haben mich alle landwirtschaftlichen Sachverständigen einen groben Baien und einen vollständigen Ignoranten gescholten.( hört, hört! links.) Aber die Sachverständigen haben unrecht gehabt, und der Laie hat recht behalten, denn heute nach drei Monaten haben wir nicht normale Breise für Agrar. produkte, sondern Preise, die wesentlich über die Frie. denspreise hinausgehen. Wir werden auch heute wieder genau so wie im Juli fehr ernst von der Not der Landwirt Ichaft zu sprechen haben. Aber diese Not ist heute wesentlich anders geworden, als sie damals war. Fort bestehen die Steuer. not und die Kreditnot, aber an die Stelle der Preisnot ist die Erntenot, das schlechte Erntewetter, der Mißerfolg der Ernie getreten. Die Sozialdemokratie ist nie landwirtschaftsfeindlich ge wesen( Na, na und Oho! bei der Dnat. Bp.), fo sehr ihr das auch unfreundliche Beurteiler aus eigennützigen Wahlintereffen nachgejagt haben.( Sehr richtig! bei den Soz.) Wenn jetzt die Landwirtschaft Deutschlands wenigstens auf den fchweren Böden von einer Mißernte betroffen ist, so ist es für uns eine Selbstverständlichkeit, daß der Landwirtschaft jede nur dentbare allgemeine Hilfe zuteil werden muß, daß der Ernteausfall leichter tragbar ge: macht werden muß, nicht bloß durch Steuerstundung und Steuer erlaß, fondern auch durch Bereitstellung ausreichender Staatsmittel für die Beschaffung von Saatgut für das nächste Jahr. Wir versagen der Landwirtschaft genau so wenig wie irgendeinem anderen produttiven Stande das, worauf sie Anspruch hat, daß in Unglücksfällen für den einzelnen Betroffenen die Solidarität der Boltsgenoffen eintritt.( Sehr richtig! b. d. G03.) Wir würden nur wünschen, daß diejenigen Teile der Landwirtfchaft, die eine glänzen: Ernte haben, Mitteldeutschland, Brandenburg. Teile von Schlesien, ebenfalls die aufopferungsvolle Solidarität beweisen und von dem, was sie durch das Unglüd der anderen gewinnen denn das Unglüd der anderen treibt bei ihnen die Preise-( Eehr wahr! b. d. Soz.) reichlich an ihre notleidenden Standesgenoffen abgeben.( Sehr richtig! b. d. Soz.) Daß wir auf diefem Gebiete der Landwirtschaft zu helfen jederzeit bereit sind, haben wir bewiesen. Aber wir sind nicht verpflichtet, unbefehen jede Forderung agrarischen Eigennuges an zunehmen.( Sehr wahr! b. d. Soz.) Und um eine solche Forderung handelt es sich gegenwärtig bei der Forderung ber Getreidezölle. Die Begründung der Bollvorlage ist ja eigentlich durch die Ereig niffe fompletter Unfinn geworden.( Sehr richtig! b. b. Goz.) Man tonle über die Zollvorlage in einer Zeit reben, in ber die Preise der Landwirtschaft sehr gedrückt waren und eine gute Ernte in Aussicht zu stehen schien. Heute ist es so, daß durch die mikernte nicht nur die Preise sehr start angezogen haben, sondern Deutschland auch in einem ganz gewaltigen Umfange auf auslänbische Einfuhr angewiefen ift.( Sehr richtig! b. d. Goz.) Wenn Sie sich davon überzeugen wollen, dann bitte ich Sie, sich die -Deutsche Tageszeitung vom 19. September d. 3. vor zimehmen. Dort werden Sie in dem Artikel Von den Getreide märkten" finden: .Europa ist auf die Einfuhr hauptsächlich ameritaifchen Getreides vollkommen angewiefen, und namentlich Deutschland kann ohne den nordamerikanischen Weizen und auch Roggen nicht austommen."( Hört, hört! b. b. Soz.) In dieser Zeit, in der durch die Naturereigniffe die Preise sowieso gewaltig gestiegen find, die Zollvorlage mit ihrer vollkommen über. holten Begründung zu lesen, ist geradezu eine Aufgabe für einen Humoristen. Aus den 85 Pro 3, die nach der Begründung ter Zollvorlage die Landwirte für ihre Produkte bekommen, find gegenwärtig etwa 150 Broz. geworden. Die Preise an der Berliner Getreidebörse haben sich so entwickelt, daß 8. B. der Roggen am 1. August rumb 140 m., am 15. August 145 m., ani 1. September 175 M.( hört, hört! b. d. Soz.) und am 15. Sep fember 205 m. pro Tonne foftet.( Erneutes Hört, hört! b. d. Soz.) Wenn Sie das mit dem durchschnittlichen Friedensroggenpreis von 165 m. vergleichen, fo werben Sie die wesentliche Erhöhung nicht perfennen. Das sind deutsche Breise. Die Weltmartt. preise find gegenwärtig durchaus 50 Pro3. über dem Frie. bensstand, und die berühmte Schere, non der wir noch im Juli bei der Beratung des Landwirtschaftsetats so viel gesprochen haben unter Schere verstand man die Differenz in der Ent wicklung der Industrieproduttenpreise und der Agrarproduktenpreise. die sich nach dem Kriege herausgebildet bat ist vollkommen abgeschliffen, vollkommen verschwunden. Wenn die Deutsche Tages. zeitung" in einer ihrer legten Nummern den Bersuch macht, nun nachzuweisen, daß die Produktionskosten der Landwirtschaft nicht 115, jondern 130 Broz. des Vortriegspreises betrügen, so mag das auf sich beruhen. Selbst auch 130 Broz. der Bortriegsprobuftions fosten werden durch die jebigen Preise vollauf gedeckt.( Sehr wahr! b. b. Soz.) Diefe Preisentwicklung vollzieht sich nicht nur beim Roggen, sondern auch bei allen anderen fandwirtschaftlichen Er zeugniffen.( Abg. Shiftan( Dem.): Aber nicht bei den Kar. toffeln!) Um nicht zu lang zu werden, will ich für den 1. August den Beizen mit 185 M. nennen gegenüber jeht 225 M.;. ich will die Gerste nennen: am 1. August 165 m., jet 240 m., den Hafer: am 1, August 150 m., jegt 190 m.( hört, hört! b. d. Soz.) Sie sehen, daß beim Getreide diefe Preissteigerung allgemein ist. Für Schweine ist bie Preisentwidlung genau so ansteigend. Bei Rin bern. Ochsen und Rindfleisch ist die Kurve etwas unsicherer, aber die Tendenz im wesentlichen diefelbe. Bei Obst, Gemüse, Milch und Butter haben wir überhaupt immer Breise gehabt, die wesentlich über den Vorfriegspreisen gestanden haben.( Sehr richtig! b. b. Soz.) Freitag, 26. September 1984 Frage entgegenhalten müssen, wie es mit den Böhnen und Ge hältern steht. Nach der letzten amtlichen Reichslohusfatisfit, die sich auf den September 1923 bezog, betrug damals der Cohn der deutschen Industriearbeiter im Durchschnitt 73 Proz. des Borkriegslohms, und ich glaube, grundsählich ist es heute auch nicht anders geworden. Die Affordjähe der Arbeiter in der Staatlichen Porzellanmanufaktur werden 3. B. gegenwärtig auf 85 Proz. des. Friedensaffordlohns abgestellt.( hört, hört!) Das dürfte ungefähr der allgemeine Cohnstandard der deutschen Arbeiterschaft fein, wobei es uns aber noch zweifelhaft ist, ob die unteren Beamten auch nur diesen Betrag überall erreichen. Wie wollen Sie bei dieser Notlage weitester Boltsschichten eine Rechtfertigung dafür finden, die Preise der landwirtschaftlichen Produkte, die fowieso über dem Früdenspreis ftehen, noch fünftlich weiterzufreiben! arbeiter. Infolge diefer Preisentwicklung, die ich geschildert habe, ist denn auch die Zollbegeisterung bei den bürgerlichen Mittelparteien ftart abgeflaut. Ich darf den Herren vom Zentrum ins Gewiffen rufen, daß die„ Germania" am 9. September geschrieben hat: die Einführung von Zöllen ist bei den gegenwärtigen Breijen faum noch vertretbar.( hört, hört! b. b. Soz.) Ich darf vielleicht die Herren von der Boltspartei daran er. innern, daß die„ Berliner Börsenzeitung", die zu 50 Proz. polfsparteilich, au 50 Broz. deutschnational ift, geschrieben hat: Die Preise der landwirtschaftlichen Produkte feien gegenwärtig außer Bei den Produktionskosten der Landwirtschaft ordentlich hoch: nach der Einführung von Schutzöllen feien wahre sehe ich zwar ständig Kali, Kohle, Düngemittel, Frachten; aber ich Teuerungspreise in Deutschland unvermeidlich.( hört, hört! b. d. vermisse in diesen Tabellen, auch in den Produktionskostenberech S08.) Ich darf daran erinnern, daß sich einer der begeistertſten nungen der Deutschen Tageszeitung", die Löhne der LandBortämpfer der Agrarzölle, Professor Sehring, jüngst auf der Die Vertreter der Landarbeiter sind überzeugt, daß Tagung für staatswissenschaftliche Fortbildung in Gaßniß mit aller auch diese Löhne durchweg heute noch stark unter den FriedensEntschiedenheit gegen die Wiedereinführung Don löhnen stehen.( Sehr wahr! bei den Soz) Ueber die sozialgraraöllen ausgesprochen hat. Und da der Herr Kollege politische Wirtung neuer Schußzölle darf fein Wort Die chrlichen Verteidiger neuer Argrarzölle Dr. Leidig mir jüngit persönlich gesagt hat, im Himmel des des Streites fallen. In der Deutschen Allge= Rapitalismus sei mehr Freude über einen reuigen Sünder als über geben das ohne weiteres zu. zehn Gerechte er glaubte mich nämlich für die Sache des Kapi- meinen Zeitung" hat Professor Auhagen Artikelferien für ( Heiterkeit), so darf ich ihm vielleicht den die Borlage des Grafen Kanig veröffentlicht; aber als ein halbwegs talismus gewonnen Liebesdienst zurüdgeben und ihm fagen: wir haben uns felten so ehrlicher Mann hat er gar nicht leugnen fönnen, daß die Wirgefreut wie am legten Montag, als der Kollege Dr. Leidig erklären fungen der neuen Zölle sozial unendlich viel bedenklicher und gemußte, er, ein alter überzeugter Schutzöllner und Agrarzöllner, fährlicher feien als in dem Deutschland vor dem Kriege.( Sehr tönne heute vor dem Gesamtintereffe der deutschen Volkswirtschaft wahr! links.) Er hat die Erklärung hinzugefeßt, daß die angeküneiu Ja zu einer Zollvorlage des Grafen Kanig nicht verantworten, digten Ausgleichmaßnahmen in Wahrheit für diese soziale Erer für seine Person ftimme mit ein.( hört, hört! b. d. Soz. zu schwerung der Lage weiter Bevölkerungstreife gar teinen Ausgleich darstellen. Aus allgemein wirtschaftspolitischen Gründen ist der ruf b. d. Dnat.: Für seine Person!) Selbstverständlich! Die Annahme, daß neue Schuhzölle zu wahren autonome 3olitarif jetzt viel gefährlicher als vor dem Teuerungspreisen führen müßten, wird auch in der Deut. Kriege. Wenn vor dem Kriege im Gesez ein Zoll von 7 Mart schen Tageszeitung" bestätigt. Gegen den alten Borkämpfer oder 7,50 Mart stand, war das nicht so gefährlich; denn jedermann des Freihandels Lujo Brentano hat in der Deutschen Tageszeitung" wußte, daß wir einen Handelsvertrag mit Rußland, mit Desterreich Profeffor Diel eine Serie von Artikeln veröffentlicht, in denen er Ungarn und mit Rumänien nur bekommen würden, wenn von die Notwendigkeit der Wiedereinführung der Agrarschutzölle von diesem Zoll nachgelassen würde. Heute fommt die Getreideausfuhr feinem Standpuntt aus begründet. In diesen Artikeln, die im für die Ostländer praktisch gar nicht in Frage: Desterreich- Ungarn Laufe des Monats August d. 3. in der Deutschen Tageszeitung" ist als Getreideausfuhrland weggefallen; Rumänien hat die große erschienen find, sagt Herr Professor Diel: Agrarreform durchgeführt, die mindestens für ein Jahrzehnt die Ausfuhrmöglichkeit fast auf Null reduziert; und wie es in Rußland aussieht, darüber brauche ich ja nichts weiter zu sagen. Die anderen Ländern haben tein Interesse an der Getreideausfuhr. So spricht alle Wahrscheinlichkeit dafür, daß der Deutsche Außenhandelsverband recht hat, wenn er gegen die Zolltarifvorlage der Regierung einwendet: wir würden totsicher auf dem autonomen 3olltarif jizen bleiben, wir würden nicht wie früher zu einem Handelsvertrag kommen, der diese Zollfäße nady her wenigstens herabmindert und praktisch) erträglich macht. " Selbstverständlich müffen die Agrarzölle zu einer Erhöhung des Brotpreifes führen; fonft verfehlen fie ihren Zwed.( hört, hört! b. b. Soz.) mit dem agitatorischen Schwindel, daß das Ausland die Hölle trägt, brauchen wir uns in einer wissenschaftlichen Diskussion nicht aufzuhalten."( Hört, hört! b. d. Soz.) So steht es in der Deutschen Tageszeitung", und ich glaube, daß damit diese Frage nun ad acta gelegt fein fann. Ich glaube, daß fein ernsthafter Politiker in diefer Bage in dem gegenwärtigen Augenblid die Einführung von Getreidezöllen annehmen tann.( Sehr richtig! b. d. Soz.) Die Folgen für die breiten Boltsmassen wären geradezu tata. Strophal.( Sehr richtig! b. d. Soz.) Ich wünschte einmal, daß ausgetauscht würde, daß alle Herren, die sonst beim Etat der Landwirtschaft im Ausschuß fißen, verpflichtet würden, beim Etat des Voltswohlfahrtsministers zu fihen( Sehr gut! b. d. Soz.) und daß umgekehrt einmal die Sachverständigen für die Volkswohlfahrt beim Etat der Landwirtschaft mitberieten.( Sehr richtig! b. b. Soz.) ( Sehr richtig! b. d. Soz.) Dann würden die Befürworter der Agrarzölle von den Dentschriften Renntnis haben, die uns Minister Hirtfiefer in den legten Monaten in furzer Folge vorgelegt hat, von den Denkschriften über die folgen der Lebensmittelteuerung für den nationalen Bestand und die Gesundheits Darf ich Ihnen aus der letzten Denkschrift des Ministers Hirtstefer lage des deutschen Boltes.( Sehr wahr! b. b. Soz.) ein paar Säge vorlesen: Die Teuerungswelle in der zweiten Hälfte des Jahres 1923 beeinflußte die Ernährung für große Teile des Bolles nachdrücklich. Die wertvollen Nahrungsmittel: Fett, Fleisch, Milch, Gier, für viele unerschwinglich, mußten weitgehend Durch wohlfeilere: Rohlforbert, Kartoffeln, Brot, Gemüse, erfekt werden. Häufig waren auch diese nur in unzureichender Menge zu beschaffen.( hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Die Be wohner der Großstädte und Industriegegenden sitten zum großen Teil schwer unter diefen Mißständen, besonders die Benfionäre, Sozial. und Kleinrentner, Handwerker und Industrie arbeiter ohne Eigenheim. Im Gegensatz hierzu erfreuten sich in ben fleinen Städten und Landorten die Bewohner einer aus reichenden Ernährungsmöglichkeit, ganz besonders die Selbstver forger unter ihnen." Die Dentschrift des Herrn Ministers Hirtfiefer fährt fort: Welche Folgen dieser Ernährungsschwierigkeiten machten sich bisher bemertbar? In jedem wirtschaftlich schlecht gestellten Bolte fällt die Geburtenziffer schnell, steigt die Sterblichte it! hört, höri! b. d. Soz.) Minister Hirtfiefer führt uns dann vor Augen, daß die Geburtenziffer in Deutschland in drei Jahren um 4 v. T. gefunten ist( hört, hört! b. b. Soz.) und daß die Sterblichfelt, momentlich an Tuberkulose, in einem noch rajcheren Tempo fort geschritten ist. Der Herr Minister für Bolkswohlfahrt gibt iris bie Bahlen über den Ernährungszustand der Schulkinder und stellt fest, daß von dm Schulfindern in den Industriegroßstädten höchftens 22 Proj. als ausreichend ernährt gelten fonnten( hört, hört! b. 5. Soz.), dagegen 68 Proz, als unterernährt, davon die größte Hälfte als fo unzureichend ernährt, daß fie jedem Krankheitsanfall wehrlos ausgeliefert find.( Sehr wohr! b. b. So3.) Wenn angesichts solcher Zahlen und amtlichen Feststellungen wieder jegt noch dazu käme, die Preise der Lebensmittel fünstlich in die Höhe zu treiben, ih glaube, es wäre ein Berbrechen an der Bolts wohl fahrt( sehr richtig! b. b. Soz.). schon als die Landwirtschaft noch mit dem Argument operieren fonnte, daß die Preise der Produtte mur 85 Broz. des Friedenspreises seien. Ich habe den Herren die Unter diesen Umständen ist die Forderung nach Getreidezöllen in diesem Augenblid der kraffeste 3ollwucher, der je getrieben, worden ist( Sehr wahr! bei den Soz), und erscheint uns als eine dreiste Provokation notleidender und hungernder Volksmassen.( Erneute Zuftimmung links.) Was fann, was muß für die Landwirtschaft wirklich geschehen? Die Landwirtschaft leidet unter Steuernot. Aber die Steuernot ist ganz allgemein. Wir brauchen also eine grundlegende Steuerreform mit wenigen einfachen, flaren, einträglichen Eteuern. Darüber sind wir uns einig. Sollten wir uns deshalb nicht lieber zusammenfeßen und dafür sorgen, daß die dringend notwendige Steuerreform auch nicht einen Tag länger aufgeschoben wird? Ein besonderes Rapitel dabei wird die umfassteuer sein, die heute eine Prämie für die Einfuhr ausländischer Fertigware ist. Einschränkung der Ausgaben, an der ganz unerläßlichen Ebenso gemeinsam fönnten wir arbeiten an der unerläßlichen Sparsamteit eines verarmten Boltes. Diese Sparsamkeit gift in erster Linie dem Staate und den Gemeinden, sie gilt aber in genau demselben Maße den Berufsorganisationen. Die Landbundpa läste, die gerade in legter Beit neu erstanden sind und ahlreich neu erstanden sind, find fein gutes Propagandamittel für Ihre( nach rechts) Theorie von der überwältigenden Not der Landwirtschaft, und ebensowenig sind das die Reiterfest e, die eldhüter, die man nicht zu einem praftischen Zweck einstellt ( Buruf bei den Dnat.: Nein, gar nicht!), sondern die lediglich bewaffnete Organisationen gegen die Arbeiterschaft sind; ebenfewenig find es die Feste in alten uniformen und all dieser Unfug, der ja bloß Geld foftet, agitatorische Zwecke hat und praktisch nicht das geringste herbeigeführt. Die Landwirtschaft leidet unter einer schweren Kreditnot. Mit Recht haben die Herren Bertreter der Landwirtschaft gefagt, es mag in der Industrie gehen, daß man Bersonalkredit nimmt, im Jahre erntet, bie Stredit auf 9 Monate braucht, ist der Realkredit wo rasch umgeschlagen wird. In der Landwirtschaft, die nur einma! die einzige ernsthafte Möglichkeit des Kredits. Mit Recht haben die Herren gesagt, daß von ausländischem Realkredit für die deutsche Landwirtschaft kaum noch die Rede sein kann, und daß man sich nicht der Hoffnung hingeben darf, daß die amerikanischen und englischen Bankiers, bie ihr Geld rasch verwerten und hoch Derzinsen wollen, es nun langfristig bei der deutschen Landwirtschaft anlegen. Der Weg zur Behebung der Kreditnot der Landwirtschaft ist ein anderer. Das Kreditbedürfnis der Industrie muß durch die ausländischen Kreditgeber befriedigt werden, damit die Inlandsgelder, die Versicherungs- und Spartaffengelder, wieder für die deutsche Landwirtschaft frei werden.( Sehr richtig! bei den Goz.) Wenn dann die deutsche Landwirtschaft an uns mit der For derung herankommt, daß man durch Gesetz die Sparkassen und andere öffentliche Kaffen zwinge, einen großen Teil ihrer Gelder in: Hypothefarform der deutschen Landwirtschaft zur Verfügung zu stellen, wird wiederum niemand von uns sich gegen vernünftige HALPAUS RARITÄT Die Qualitäts Cigaretten -Forderungen dieser Art zur Wehr sehen. Ueber diese Dinge läßt sich praktisch reden, nur dürfen Sie uns nicht damit kommen, für die 16 Pro 3. des deutschen Volks, die an Schuh zöllen interessiert sind wenn man annimmt, daß alle Bauern an Schutzöllen interessiert sind. für diese 16 Proz. auf die anderen 84 Proz. eine fozial unerträgliche Belastung zu legen. Die Zollfrage muß in einem viel größeren Rahmen behandelt werden, als im Rahmen des Landwirtschaftsetats. Wir dürfen die deutsche Exportindustrie nicht totschlagen, indem wir ihre Produktionsbedingungen so verteuern, daß sie überall konkurrenzunfähig ist. Deutschland ist von allen Großstaaten der Welt gegenwärtig das rohstoffärmste Land. Kein Land ist so, wie Deutschland durch feine Rohstoffarmut, auf die Propaganda des Freihandels geradezu herangezwungen. Diese Erkenntnis bricht sich in immer weiteren Kreisen Bahn, und die nahezu einmütige Stellung des Reichsverbandes der deutschen Industrie und des Reichswirtschaftsrats gegen alle Hochschuzzollpläne beweist Ihnen, daß auch in den Kreisen der Wirtschaftler die richtige Einsicht sich durchsetzt. Was die Landwirtschaft anbetrifft, so ist sie heute, weltpolitisch gesehen, in Deutschland in einer ganz anderen Lage als zur Caprivi- Zeit. Damals hatten wir die Konkurrenz | solange sie zugunsten der breiten Voltsmassen erfolgte!( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Wenn die Regelung der Einfuhr aber jetzt zugunsten jener 15 oder 5 Proz. der Bevölkerung erfolgt, die Getreide verkaufen, dann ist das ganz etwas anderes( Heiterkeit links), dann ist es in der Ordnung.( Zuruf rechts: Die anderen verkaufen wohl Sand?! Heiterfeit rechts.) Herr Kollege Kaufhold, Sie werden mir verzeihen, wenn ich in diesem Rahmen nicht wieder auf den alten Streit zurückkomme, welches Interesse der Landwirt nach der und der Größe am Getreidepreise hat. Die Frage ist bei den Zolltariffämpfen im Jahre 1902 bis zur Erschöpfung disfutiert worden. Gestatten Sie mir, auch in der Halle der Wiederholungen, die das Parlament ist, einmal etwas nicht zu wiederholen. Es geht nicht so, daß man die innere Politif einseitig auf den Kampf gegen die Arbeiterklasse einstellt. Sie nennon das Ausschaltung des Marrismus". Es geht nicht, daß man die äußere Politik auf das Raffeln mit dem nicht vorhandenen Säbel einstellt. man tut dem Zolltarif eigentlich viel zu viel Ehre an, wenn man ihn fachlich bekämpft, denn er war nie sachlich gemeint.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Er war ein Teil jenes großen | hinaus im Interesse nicht nur der Landwirtschaft, sondern der ges samten deutschen Wirtschaft liege. Bei der entscheidenden Abstimmung im Staatsministerium über die Einführung von Zöllen habe es sich um feine Zufallsmehrheit gehandelt, sondern das gesamte Staatsministerium habe abgestimmt. Richtig sei, daß im letzten Monot die Getreidepreise über die Friedenspreise gestiegen find die Erzeugungsmittel feien aber auch noch nicht auf den Friedenspreis gesunken. Abg. Westermann( Dem.) schildert als praktischer Landwirt die verheerenden Wirkungen der schlechten Witterung. Um 5 Uhr wird die Weiterberatung auf Freitag 12 Uhr vertagt. Deutscher Städtetag. Die Probleme der Selbstverwaltung und des Finanzausgleichs. jungfräulichen Bodens, der in extenſiver Wirtſchaft mit weniger Das gute Buch dem Arbeiterkinde Dresdener Birgermeiſter Dr. Still 3 und der Erfurter Derbürger niedrigen den Weltmarkt Heute sind als Getreideproduzenten Rußland, Rumänien usw. ausgeschaltet und die amerikanische Getreideproduktion wird von der ständig wachsenden Bolkszahl drüben, wird von England start in die kinderfreunde wollen Bibliotheken und Lesestuben schaffen Bearbeitung gennem uf den Böden, die man im Kriege neu in Helft mit! Shift Geld an die Zentrale der kinder. Einspruch gegen die in fid, greifende zurüddrängung genommen hat, von denen man selten Ernten erzielt, wird nicht billiger, sondern teurer als vorher produziert. Von einer Masseneinfuhr billigen Auslandsgetreides tann deshalb, welthandelspolitisch gesehen, überhaupt nicht die Rede sein. Deshalb müssen wir unsere Handelspolitik in eine Linie mit unserer Gesamtpolitik stellen. Abrüffung, Bölferbund, Dawes- Gutachten, Freihandel, alles das geht in derselben Linie, und in der gleichen Linie liegt der Achtstundentag und seine internationale Ratifizierung, an der wiederum fein Bolt der Welt ein so großes Interesse hat wie das deutsche Bolf, das nur dadurch vor übermäßiger Repararationsausbeutung geschützt werden kann. Wir haben im legten Friedensjahr 1913 für 3 Milliarden Mark Lebensmitteleinfuhr gehabt. Durch das Diktat von Versailles ist die Bevölkerungsdichtigkeit in Deutschland nicht geringer, sondern größer geworden. Die Notwendigkeit der Lebensmitteleinfuhr wird deshalb auch bleiben, wenn die Landwirtschaft ihre Produktionsleistung wieder steigert, und es wäre unfinnig, uns diese notwendige ausländische Einfuhr selbst zu verteuern. Daher betone ich noch einmal, was ich schon im Hauptausschuß betont habe: mir gehen an die Zollfragen keineswegs dogmatisch heran. Wenn für irgendein Produkt der Landwirtschaft fogen wir für die Viehzucht die Notwendigkeit eines Schußes sagen wir gegenüber der Gefrierfleischeinfuhr wirklich nachgewiesen ist, dann lassen wir praktisch mit uns über eine solche Frage genau so reden, wie man mit sich reden läßt über sagen wir den Achtstundentag der Portiers in großen Geschäftsräumen, wie man mit sich reden läßt über den Achtstundentag der Krankenwärter, der Landarbeiter in der Erntezeit usw. Wir sind in dieser Beziehung durchaus nicht dogmatisch, aber wir wollen uns auch nicht zum Spielball einseitiger Berufs- und Gewinnintereffen zu Casten der breiten Masse des Bolkes hergeben.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Ich glaube, daß für die Landwirtschaft die Beseitigung der Zwischengewinne des Handels, die direkten Beziehungen zwischen landwirtschaftlichen Genossenschaften und städtischen Konjumvereinen sowie die Reform der Umfahsteuer unendlich viel wichtiger wäre als der ganze Zollstreif.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Ich bedaure, daß die Vertreter der Landwirtschaft eine so rein agitatorische Politik treiben und den ihrer Obhut anvertrauten Berufsintereffen der Landwirte fo außerordentlich schlecht dienen. Aber freilich, ich habe es nicht anders erwarten fönnen, denn wir wissen, doß Landbund und Deutschnationale Partei die Verkörperung des alten brutalen Herrscherinstinktes des fonfervativen preußischen Adels find( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten. Lachen rechts), daß fie nichts weiter in die Gegenwart übernommen haben als diesen Adelsund Junkergeist, und daß sie bei der Verfechtung dieser ihrer Interessen keinerlei Rücksicht nehmen weder vor sozialen Gesichts: punkten noch vor den Anforderungen der Logif.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Die Herren haben uns hier in diesem Hause pier Jahre lang unermüdlich gepredigt: Wir wollen nichts anderes als freien Handel, freie Wirtschaft; nehmt der Bandwirtschaft die Fesseln ab, und sie wird aufblühen!- Und in diesem Jahre, beim Haushalt der landwirtschaftlichen Verwaltung, hat Herr von der Osten erklärt: Ohne eine sorgfältige Kontrolle und eine planmäßige Regulierung der Einfuhr( hört, hört bei den Sozialdemokraten) ist an einen deutschen Wieder aufbau nicht zu denken( erneutes hört, hört bei den Sozialdemokraten. Zuruf rechts: Das ist etwas anderes!) Ach, das ist etwas anderes! Die Herren verwarfen die Regelung nur, Handels, bei dem die deutschnationale Partei ihre Stimme für follte( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten), wofür sie dann Midas Dawes Gutachten und die Londoner Verträge verkaufen nistersige und 3ölle bekommen sollte. Die Zölle waren ein Teil des Koufpreises, der Herrn Kollege Schlange zum Parlamenta rismus befehrt hat.( Große Heiterkeit links.) Aber daß Ihnen dieser Handel um Zölle und Ministersize mißlingt, scheint uns eine Forderung der wirtschaftlichen Vernunft und der öffentlichen Sittlichkeit( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten), der öffentlichen Sittlichkeit deshalb, weil die Politik des brutalen Eigennutes ansteckend wirkt und sehr gefährlich ist. Es ist außerordentlich leicht, den Angehörigen einer bestimmten Klasse zu sagen: wir vertreten Eure Interessen mit der größten Rücksichtslosigkeit. Aber das rächt sich, meine Herren. Bei den Kommunisten in Rußland, die glaubten, die Interessen der Arbeiter mit der größten Rücksichtslosigkeit vertreten zu können, hat es sich damit gerächt, daß sie in drei Jahren zum zweitenmal die Hungersnot haben; wenn es Ihnen gelänge, die Politik Ihres Eigennutes durchzusehen, wie lange, glauben Sie wohl, würde es dauern, daß die 80 oder 85 Pro. des Volkes, die davon betroffen und geschädigt werden, sich gegen Sie auflehnen, daß wir Wahlen bekommen, im Vergleich zu denen die Zoli- und Steuerwahlen des Jahres 1912 das reine Kinderspiel gewesen wären!( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten; Lachen rechts.) Dem deutschen Bolf kann nur geholfen werden, wenn man die Interesseer der einzelnen Volksschichten am Gemeinwohl vernünftig ausgleicht, wenn man eine Politik betreibt, die namentlich in der jetzigen Zeit den breiten arbeitenden Massen des Volkes eine Existenzmöglichkeit gibt und die deutsche Ausfuhr nicht stranguliert. Darum, meine Herren, wenn die Zollpläne nicht endgültig begraben sein sollen, habe ich nur eine Bitte an Sie: Verfahren Sie wenigstens damit wie die englischen Demofraten damit verfahren sind! Als Herr Baldwin seine Schußzzollvorlage einbrachte, erklärte er, darüber habe das Volk bei den ichten Wahlen noch nicht entschieden, und er müsse als ein ehrlicher und überzeugter Demofrat eine neue Entscheidung des Boltes herbeiführen. Die Entscheidung des englischen Boltes fiel mit überwältigender Mehrheit gegen den Schutzzoll, und so tam das Kabinett Macdonald, die Regierung der Arbeiterpartei. Meine Herren, wenn Sie den Schuholl wollen, laffen Sie uns vorher ehrlich darum fämpfen! Man frage das Bolf!( Bravo und Hände flatschen bei der Sozialdemokraten.) Abg. Herold( 3.) weist die Angriffe des Abg. Heilmann gegen Die Zollpolitik des Reiches zurück. Das Schicksal der Zollvorlage im Reichsrat beweise, daß die einheitliche Stimmabgabe der preußischen Provinzvertreter nicht zweckmäßig sei. Hätte sie schon bestanden, dann wäre die Zollvorlage im Reichsrat gefallen. Angesichts des Fortbestehens der Industriezölle sei die Forderung noch Agrarzöllen durchaus berechtigt. Die Zentrumsparti halte an dem Schutzzollinstem ebenso fest wie an der Sozialpolitit, sie habe aber stets den Gedanken eines mäßigen Zollschutzes vertreten. Abg. Schulze- Stapen( Dnat.) spricht der Staatsregierung die schärfste Mißbilligung seiner Fraktion aus, weil sie dem Wunsche des Hauptausschusses auf Einführung von Schutzöllen nicht nach gekommen sei. Landwirtschaftsminister Dr. Wendorff: Bisher sind an not leidende Landwirte bereits zehn Millionen Mart herausgegeben; im ganzen werden die erforderlichen Mittel die Summe von 100 Mitlionen weit überschreiten. Der Deutsche Industrie- und Handelstag habe jetzt erfreulicherweise die Wiedereinführung eines Zollschutzes für die Landwirtschaft für notwendig erklärt, der für lange Jahre Tagesordnung der Donnerstagsverhandlung des Deutschen Hannover, 25. September.( Eigener Drahtbericht.) Auf der Städtetages in Hannover wurde als erster Punkt das Thema „ Die Wiederherstellung der Selbstverwaltung im Reich und in den Ländert" behandelt. Als Referenten sprachen die Külz meister Mann. Vorstand des Städtetejes hatte zu diesem Bunft der Tagesordnung folgende Entschließung vorgelegt: " Der Deutsche Städtetag erhebt namens der deutsche Städte der fommunalen. Selbstverwaltung auf allen Gebieten durch Gesetzgebung und Verwaltung des Reichs und der Länder.. Die Selbstverwaltung ist ein unersetzbarer Bestandteil der öffentlichen Verwaltung. Sie ist aus lebendiger Quelle schöpferischer Volkskreft wirtschaftlichen Lebens. Die Städte bekennen sich rückhaltlos zu den doppelt notwendig in einer Zeit neuen Aufbaues des staatlichen und Pflichten, die sie als Glieder des Reiches und der Länder haben, verlangen aber im Bewußtsein ihrer Selbstverantwortung die Be wegungsfreiheit, die das Wesen der Selbstverwaltung ausmacht, und lehnen jede über das im Staatsintereffe Notwendige hinausgehende staatliche Einmischung und Bevormundung als dem Geist der Selbstverwaltung zuwider a b. Sie fordern auf das nachdrücklichste die Wiederherstellung und Ausgestaltung der Selbstver waltung im Geiste der Gesezgebung von 1808." Einleitend drohte die Tagung durch das Auftreten der fom=> munistischen Fraftion empfindlich gestört zu werden. Ihr Sprecher verlangte, daß als erster Bunft der Tagesordnung die Frage einer Amnestie für die politischen Gefangenen behand: t würde. Er konnte seine Ausführungen nur unter großer Unruhe der Versammlung beerden, die die Anregung der Kommunisten abmeister Dr. Main wiederholten in ihren Referaten das, was auf lehnte. Die Referenten Bürgermeister Dr. Külz und Oberbürger den kommunalen Tagungen über die Gefährdung der Selbstvermaltung bereits des öfteren ausgeführt worden ist. Insbesondere fam es ihnen darauf an, auf die Berücksichtigung der Intressen der Städte bei den fommenden Finanzauseinandersetzungen zwischen dem Reich, den Ländern und den Städten zu dringen. In der Diskussion beschränkten sich die Sprecher der einzelnen Fraktionen cuf eine turze Zustimmungserklärung. Bezeich nenderweise betonte der Sprecher der sogenannten Arbeitsgemeinschaft, d. h. der deutschnationalen und volksparteilichen Delegierten sehr energisch, daß eine Bemerkung des Referenten gegen die Politisierung der Gemeindeverwaltungen unbedingt ihren Beifall finde. Für die sozialdemokratischen Delegierten erflärte Stadtverordneter Genoffe Reuter Berlin, daß diese grundsählich der Resolution des Borstandes zustimmen m merde: Wir turi das pess halb, um bei den demnächst stattfindenden Finanzverhandlungen, die fich aus der Durchführung des Londoner Abkommens ergeben, die Interessen der Selbstverwaltung sowohl der Städte als auch dor an deren Selbstverwaltungstörperschaften stärker zu berücksichtigen, und weil wir der Meinung find, daß diese Wünsche nach einer übertriebenen Einschränkung der Selbstverwaltung unbedingt zurüdgewiesen werden müssen. Wenn man hier allerdings von Selbstverwaltung ſpricht, betrachtet man diese scheinbar als etwas Absolutes. Feststehendes und denkt nicht daran, daß auch sie in ihren Funktionen geschich:= lichen Wandlungen unterworfen ist. = Die Selbstverwaltung des Freiherrn vom Stein war nicht das Geschent eines Königs, der den Freiherrn vom Stein sehr schlecht behandelt hat. Seitdem ist eine bedeutende geschichtliche Entwicklung an uns vorübergegangen. Wir stehen in einem großen Umwälzungsprozeß, hoben eine weit: gehende Industrialisierung erlebt und machen eine weitgehende Verflechtung wirtschaftlicher Interessen der Gemeinden und des Staates mit. Weder ein einzelnes Dorf, noch eine Stadt kann heute in derselben Unabhängigkeit leben, wie etwa vor hundert Jahren oder im Mittelalter. Wir bedauern sehr, daß das Problem der Selbstverwaltung nicht in ferien tieferen 3usammenhän gen aufgerollt wurde, sondern als Nachwort behandelt wird. Den Besonders günstige Angebote r Herbst- u. Winterkleidung for+ Winter- Schlüpfer für Herren aus gemusterten Flauschstoffen von 30.m Herren- Paletots, marengo Chev. 55.mit Samtkragen, solide Form. Herren- Paletots aus schwarzen 9 Eskimost., ein- u. zweir. Form von 60.T Herren- Ulster m. angewebter Abseite aus verschiedenen Stoffarten, nach d. neuest. Mode verarbeitet, m. Rückengurt u. Falten in versch. 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Uebertreibungen| Kommunisten einstimmig angenommen, nachdem unter all- oft II: Echule Danziger Str. 23, Vortrag: können leicht dazu führen ,, daß sie benutzt werden, auch das tot gemeiner Heiterfeit der volksparteiliche Stadtverordnete Dr. Ca= zuschlagen, was wir billigen. Eine objektive Kritik sollte nicht die spari erklärt hatte, ihm sei von einem politischen Abbau nichts befannt. Bedeutung der Tatsache verkennen, daß seit einigen Jahren MilFür die Kommunisten erklärte Goß- Berlin, daß sie lionen von Wolfsgenossen, denen bisher die Tore der grundsätzlich vereint für den Abbau von Sozialdemokraten eintreten Selbstverwaltung verschlossen waren, jegt zu verantwort würden. Die Nachmittagssitzung des Städtetages erledigte die vorlicher Mitarbeit herangezogen werden. Ohne ihre An- gesehene Statutenänderung. teilnahme fönnten die großen Aufgaben der Gemeinden nicht gelöſt werden. Es darf nicht der Anschein erweckt werden, als ob Selbstrerwaltung eine Angelegenheit der Behörden oder der regierenden Oberbürgermeister und nicht eine Angelegenheit der gesamten Bürgerschaft wäre. Die sozialdemofrotische Frattion protestiert auf das entschiedenste gegen den politischen Skandal, der sich jetzt anläßlich des Abbaues in den Gemeinden abspielt. Sie empfiehlt dem Städtetag folgende Entschließung zur Annahme: „ Der Städtetag mißbilligt, daß die Abbauverordnung dazu mißbraucht wird, um Persönlichkeiten der Gemeindeverwaltung, die den derzeitig n Mehrheiten aus polifischen Gründen mißliebig find, aus dem fommunalen Dienst zu entfernen." Unter dem iEndruck dieser Ausführungen des sozialdemokratischen Sprechers wurde diese Entschließung gegen die Stimmen der Theater, Lichtspiele usw. Neues Theat, am Zoo Täglich 8 Uhr: Gastspiel Adolf Philipp Die Reise Staats- Theater Lessing- Theater nach Amerika Opernhaus Täglich 8 Uhr: 3 Bilder aus dem Leben des 6 Uhr: Tristan u. 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