Abendausgabe Nr. 465 41. Jahrgang Ausgabe B Nr. 233 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in der Morgenausgabe angegeben Redaffion: S. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel- Abreffe: Sozialdemokrat Berlin Vorwürts Berliner Volksblatt 5 Goldpfennig Donnerstag 2. Oktober 1924 Berlag und Anzeigenabteilung: Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-250% Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Zuspizzung der englischen Krise. " " Bereitet euch auf Neuwahlen vor!" Condon, 2. Oktober.( WTB.) Das Arbeiterblatt„ Daily Herald bringt in Fettdrud die Aufforderung:„ Bereitet euch auf Neuwahlen vor und fagt, daß Macdonald Neuwahlen anberaumen werde, wenn die Regierung bei dem fonfervafiven Mißtrauensantrag am Mittwoch eine Niederlage erleiden sollte. London, 2. Oktober.( TU.) Die politische Krise wegen des Ruffenvertrages und der Zurückziehung der Klage gegen die fommunistische Zeitschrift Werfers Weekly" dauert an. Sie scheint dies: mal ernster zu werden, als alle die vorhergegangenen, und fann nach Ansicht der führenden Morgenblätter, sowie der Liberalen und Konfervativen Neuwahlen bedeuten. Die liberale Fraktion hat im Unterhause eine Fraktionssikung abgehalten, bei der eine durchaus seränderte Haltung der Parteimitglieder offenbar wurde. Die Einbrüde in den Wählerfreisen während des Urlaubs haben offenbar einen grundsäglichen Stimmungswechsel herbeigeführt. Allen Ernstes wird mit der Möglichkeit einer Neuwahl bis Ende des Monats und unter Umständen fogar noch früher gerechnet. Den unmittelbaren Anlaß zur Krise bildet das Mißtrauensvotum der Konservativen, dem sich die Liberalen nach dem gestrigen Fraktionsbeschluß anſchließen wollen, wenn es die Formulierung des Mißtrauenvotums nur einigermaßen zufäßt. Englische Verstimmung gegen Deutschland. Wegen der geplanten Tarifmaßnahmen der Regierung. London, 2. Oftober.( WTB.)„ Daily Telegraph" befaßt sich in seinem Leitartikel eingehend mit der Frage des Handels. vertrages mit Deutschland. Das Blatt führt aus, die britischen, amerikanischen und anderen an der Dawes- Anleihe intereffierten Banken feien in ihren Verhandlungen mit den deutschen Sachverständigen auf sehr wenig Schwierigkeiten gestoßen und die Fähigkeit und Einsicht Dr. Schachts hätten in London starten Eindrud gemacht. Die Ankunft Dr. Luthers fei ein Zeichen, daß sich die Frage jetzt in ihrem Endstadium befinde. Die Berhandlungen über den deutsch- englischen Handelsvertrag seien augenblid lich durch eine Schwierigkeit unterbrochen, die in hiesigen Banken und Geschäftskreisen starte Berstimmung erzeugt habe. Die Etodung sei auf die geplanten fistalischen Maßnahmen der deutschen Regierung zurückzuführen, da die Aus. fichten des britischen Handels ernstlichst durch die Auferlegung dieses Tarifes beeinträchtigt würden. Außerdem bestehe die Gefahr einer Borzugsbehandlung für gewisse Industrien in Frankreich, die England nicht genießen soll. Daily Telegraph" erklärt, es habe hier Erstaunen erzeugt und mehr als Erstaunen, daß eine derartige Politik von der deutschen Regierung unternommen wird, zu gleicher Zeit, wo Schritte von Großbritannien geban werden, um durch Uebernahme eines großen Anteils an der Dawes- Anleihe zur Wie derherstellung der deutschen wirtschaftlichen Stabilität und der deutschen Kredite beizutragen. Es sei schwierig zu verstehen, wie eine Regierung notwendige Unterstützung mit einer Hand annehmen fönne ,, während sie mit der anderen ein Gesetz erlaffe, das unmittelbar und ernstlich die materiellen Interessen eines der Länder, bas zu seiner Hilfe mitwirkt, schädigt. Zwei Dinge brauchte Großbritannien von Deutschland, eine Aenderung des geplanten Tarifes in der Hinsicht, daß seine Wirksamkeit gegen den britischen Handel nicht prohibitio( verhindernd) fein würde, und eine Fortsetzung der Meist begünstigung, die jetzt und Die Pariser Verhandlungen. Armes Europa! Bon Eugen Prager. Wir wollen zunächst einige 3 ahlen und Tatsachen reden lassen: Die Bereinigten Staaten von Amerika haben 1922/23 Waren im Betrage von 2035 Millionen Dollar nach Europa. Kommentare der französischen Presse. exportiert, von dort in diesem Zeitraum aber nur für 1161,5 Paris, 2. Oktober.( Eigener Drahtbericht.) Die meisten Blätter Millionen erhalten; Europa war also mit 873,5 Millionen. nehmen die Eröffnungssikung der deutsch- französischen Handelsver Dollar gegenüber den Vereinigten Staaten passiv. 1923/24 tragsverhandlungen zum Anlaß von Kommentaren über die Stellung betrug der amerikanische Export nach Europa 2201,9 millionen Dollar, der Import von Europa 1065,5 Millionen. Die beider Vertragsgegner und den vermutlichen Ausgang der Verhandlungen. Aus den Ausführungen geht die zum Teil etwas forgen- Paffivität Europas gegenüber den Bereinigten Staaten betrug in diesem Zeitraum 1136,4 Millionen Dollar. Zu diesem volle Erkenntnis hervor, daß die taktische Lage Deutsch. Berhältnis haben mit Ausnahme der Tschechoslowakei sämtlands sehr stark sei, da Deutschland nach Frankreich verhältnis liche europäischen Länder beigetragen, auch England, Frankmäßig wenig ausführe und nicht unbedingt ausführen müsse, wähliche europäischen Länder beigetragen, auch England, Frankrend Frankreich für verschiedene Erzeugnisse auf den deutschen Markt reich und Deutschland. unbedingt angewiesen sei, was insbesondere für die elfaz- lothringische Produktion gelte. Indeffen wird auf das deutsche Bedürfnis nach Lothringischen Erzen und nach Erleichterungen im Verkehr mit dem Saargebiet hingewiesen, zum Teil wird auch, wie z. B. im„ Deuvre", hervorgehoben, daß im Falle eines deutschen Entgegenkommens von franzöfifcher Geite wahrscheinlich von der Möglichkeit einer früheren Räumung des Ruhrgebietes Gebrauch gemacht werden dürfte. Im nationalistischen„ Echo de Paris" wird Herriot vorgeworfen, daß er die Stellung Frankreichs durch vorzeitigen Abbruch der Zwangspolitif im Ruhrgebiet geschwächt habe, während umgekehrt im„ Deuvre" gegen Poincaré Anklage erhoben wird, durch seine Ruhrpolitik die Möglichkeit für eine deutsch- französische Berständigung auf handelspolitischem Gebiete erschwert zu haben. In dem Artikel, den Herbette heute morgen in der„ Infor formation" veröffentlicht, werden folgende Fragen aufgeworfen: Wird die Reichsregierung auf dem Syſtem der Kontingentierung der Ausdem System der Handelsfreiheit zurückkehren, und in welchem fuhrgenehmigungen und der Einfuhrverbote bestehen bleiben oder zu Geiste wird sie dann ihre Tarife aufstellen? Andererseits stünden die bekannten Fragen offen: Zulassung der elsaß- lothringischen Er zeugnisse in Deutschland und Anwendung der Zollbestimmungen auf das Saargebiet. In der ersten Frage seien die Franzosen die Antragsteller, in der zweiten die Deutschen. Schließlich, so meint Her bette, fönnte man sich fragen, ob die französische Regierung fich jetzt deutschen Erzeugern bereit erflären würde. Auf diese Frage zu Bereinbarungen zwischen französischen und lautet die Antwort bejahend; etwas anderes könne man von der neuen Politik Frankreichs auch nicht erwarten. Herbette verläßt den ,, Temps". Paris, 2. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Wie der„ Quotidien" meldet, ist bei dem großen Diplomatenschub auch ein hoher Bosten im Ministerium des Auswärtigen oder eine Gesandtschaft für den bisherigen Auslandsredakteur des„ Temps", Jean Herbette, vorgesehen. Daß Herbette, der sait 1. September vom„ Lemps" beurlaubt ift, feine Redakteurstelle nicht wieder antreten dürfte, geht daraus hervor, daß die Information" heute einen Artikel von ihm über die deutsch- französischen Handelsvertragsverhandlungen veröffentlicht. Herbettes Abgang vom„ Temps" ist jedenfalls insofern bedauerlich, als damit dieses einflußreiche Organ auch außenpolitisch, wie schon seit einem Monat fühlbar, ins oppofitionelle Fahrwasser geraten dürfte, während es unter Herbette schon seit Januar für eine Verständigungspolitik mit Deutschland wirkte. Die Reparationsleistungen. feit vielen Jahren ein zentraler Grundsatz in den britischen Handels- Ueberweisung weiterer 5 Millionen Goldmark durch die beziehungen mit Deutschland gewesen sei. " Daily Telegraph" hält es für mehr als wahrscheinlich, daß die eigerung, mit der diesen Anforderungen bisher begegnet worden fei, auf die Arnahme begründet worden sei, daß Großbritannien, das zur Politik der freien Einfuhr verpflichtet und daher nicht in der Lage sei, mit fistalischen Vergeltungsmaßnahmen zu drohen, ohne Berteidigungsmittel gegen eine Aktion dieser Art sei. Diese Annahme sei eine Täuschung. Die Macht, um die britische Verstimmung über derartige Absichten fühlen zu lassen, und zwar wirksam, Liege auf dem britischen Geldmarkt und es feien augenblid. lich reichliche Beweise vorhanden, daß die britische Finanz fich der Notwendigkeit, diese Macht zu gebrauchen, bewußt ist. Das Blatt weist darauf hin, daß britische Kredite, bie tie wenigen Millionen, die England zur Dames- Anleihe beisteuere, bei weitem überschreiten, für Deutschland in der unmittelbaren zu funft von vitaler Notwendigkeit sein würden. Die in der City von London erzeugte Berstimmung über den augenblicklichen Stand der Dinge, verdiene daher sehr ernste Aufmerksamkeit seitens der deutschen Regierung und der deutschen Geschäftswelt. Die britische Finanz sei sich bis heute in hohem Maße der Notwendigkeit bewußt, ihre Macht in jeder Hinsicht zur Unterstützung der britischen Industrie zu verwenden. Das Blatt schließt, wachsende Stärke der Ansichten der City in dieser Frage sei eine höchstbezeichnende Tak sache, von der sich Dr. Luther während seines Besuches werde Rechenschaft ablegen müssen, und es sei zu hoffen, daß die Schlüffe, die sich ihm aufdrängen werden, bei seinen Kollegen in Berlin Gewicht haben werden. Internationale Sozialpolitik. Französische Delegation nach Prag. Paris, 2. Oktober.( Eigener Drahtbericht.) Eine sehr starke fran Bösische Delegation unter Führung des Arbeitsministers Godard und unter Beteiligung zahlreicher bekannter Universitätsprofessoren und von Gewerkschaftsführer wie Jo u haug usw. hat sich nach Prag zum internationalen Kongreß für fagiale Gejebgebung begeben, | Rheinlandkommission. Paris, 2. Oktober.( WTB.) Havas meldet aus Koblenz: Die Rheinlandtommiffion hat gestern die Uebermeifung von 5 Millionen Goldmart auf Konto des Generalagenten für die Reparationszahlungen verfügt. Diese Summe ist die dritte Defadenzahlung des Monats September auf die von den Alliierten gemachten Einnahmen in den besetzten Gebieten. Nach Abzug von 2 Millionen Goldmark Betriebskosten sind 14,3 millionen Goldmart aus der Pfänderkaffe abgeführt worden. Die Blutherrschaft in Georgien. Paris, 2. Oktober.( TU.) Die georgische Delegation ver. öffentlicht ein kommuniqué, daß in Georgien von den Sowjettruppen 9000 Aufständische hingerichtet worden sind, 63 Geifeln find in einem Eisenbahnzuge niedergemacht worden. Die Konzentrationsläger sind mit Geiseln und Gefangenen angefüllt. Die Bolschewiffen haben ftrenge Maßnahmen ergriffen, um ein Entweichen der Aufständischen über die fürkische Grenze zu verhindern. Die Börse ruhiger. Die Börse stand heute im allgemeinen im Zeichen ruhigeren Geschäfts. Am Anleihemarkt macht sich das Bestreben der Spetulation geltend, die Engagements möglichst abzubauen. Infolgedessen lagen die Kurse im Vergleich zur gestrigen Frankfurter Abendbörse etwas schwächer. Man handelte gegen Mittag: Kriegsanleihe mit 675 bis 680, Schuhgebiete mit 7 bis 7%, 3% prozentige preußische Ronfols mit 1260, 3wangsanleihe mit 14%, 23er K- Schäße mit 260 bis 275, 24er K- Schäße mit 575 bis 606. Die Geldmarfilage hat sich erleichtert. Immerhin muß man für tägliches Geld mit einem Satz von pro Mille täglich rechnen. Geld ist jedoch leichter zu bekommen, als an den vorangegangenen Tagen. Im Devisenverkehr zeigen sich feine nennenswerten Veränderungen. bilanz ist nicht etwa bei der 3 ahlungsbilanz ausDieser für Europa so ungünstige Stand der Handelsa geglichen worden; die Verschuldung Europas gegenüber den geglichen worden; die Verschuldung Europas gegenüber den Bereinigten Staaten hat im Gegenteil gewaltig zugenommen. Das geht deutlich aus der Goldhandelsbilanz der Vereinigten Staaten hervor. Seit einer ganzen Reihe von Jahren ist die Einfuhr von Gold vor allem aus den europä schen Ländern weit höher als die Goldausfuhr. Man be trachte die folgende Aufstellung( in 1000 Dollar): Einfuhr 644 847 468 310 284 090 417.026 1920/21 1921/22 1922/23 1923/24 Ausfuhr Ueberschuß 133 538 511 309 27 845 440 965 49 022 10 207 235 068 406 819 Die Goldreserven der Vereinigten Staaten betrugen im Jahre 1915 384 Millionen Dollar, fie waren Ende 1923 auf 3192 Millionen Dollar angewachsen. Dieser ungeheure Goldzufluß hat für die Vereinigten Staaten auch seine Nachsprechen, die lediglich wegen der geldpolitischen Maßnahmen teile und man kann bereits von einer Art Goldinflation Amerikas sich nicht voll auswirken. Im ganzen genommen hat aber die industrielle Produktion eine gewaltige Steigerung erfahren. Welthandelsland zunimmt, ergibt sich daraus, daß Wie sehr die Bedeutung der Bereinigten Staaten als 1923 38 Proz. der Ueberseetransporte auf amerikanischen handelsflotte der Vereinigten Staaten vor dem Kriege fast Schiffen verfrachtet wurden; man erinnere fich, da, die Ozeanbedeutungslos war. Die amerikanischen Häfen erleben einen rapiden Aufschwung ihres Verkehrs. So wird aus Los Angeles berichtet, daß sich die Zahl der regelmäßigen Linien, die den Hafen anlaufen, 1923/24 von 63 auf 136 erhöht, die Zahl der angekommenen Schiffe von 3550 auf 4607, die Verkehrstonnage von 15 Millionen auf 20,6 Millio nen erhöht habe. Die Einkünfte des Hafens haben um 40 Prozent zugenommen. den Bereinigten Staaten, die sich schon aus dem ungedeckten Zu der wachsenden Verschuldung Europas gegenüber den Vereinigten Staaten, die sich schon aus dem ungedeckten Teil der Handelsbilanz ergibt, tritt noch der Gesamtbetrag der interalliierten Schulden. Ihr Stand wurde am 15. November 1923 mit 10,5 milliarden Dollar berechnet. Je größer der Reichtum der Bereinigten Staaten wird, desto schneller schreifet die Berarmung Europas fort. In dem gleichen Maße verliert Europa aber auch an Bedeutung für die Weltwirtschaft. Noch im Jahre 1890 betrug der euromachte er noch etwa zwei Drittel des Gesamtaußenhandels der päische Anteil am Belthandel 75 Proz., bei Kriegsausbruch Erde aus, heute ist er weit darunter gesunken. noch beliebig vermehren und ergänzen lassen, recht zu würdi Um die Bedeutung dieser Zahlen und Tatsachen, die sich gen, muß man sich daran erinnern, daß die Bereinigten Staaten vor 1914 als Welthandelsland etwa den gleichen Rang einnahmen, wie jedes der drei wichtigsten europäischen Europa hatte vor dem Kriege die Führung in der WeltwirtIndustriestaaten, England, Deutschland und Frankreich. schaft, es war der Hauptlieferant von Fertigerzeugnissen, es versorgte die Erdteile mit Kapitalien und Produktionsmitteln. Seitdem hat sich dieses Verhältnis verändert; Europa ist zum Schuldner der Vereinigten Staaten geworden, seine Goldreserven sind nach Amerika abgeflossen, die Bereinigten Staaten als Einzelland haben kontinentale Bedeutung gewonnen, fie wollen nicht nur Weltbankier, sondern auch Weltkaufmann werden. Wird es Europa noch einmal gelingen, seine frühere Stellung in der Weltwirtschaft wieder zu erobern? Ist es auch nur imstande, sich neben den Bereinigten Staaten zu behaupten? Um diese Fragen zu beantworten, muß man sich vergegenwärtigen, was heute Amerika und was Europa ist. Die 48 Republiken der Vereinigten Staaten bilden einen geschlossenen Wirtschaftsorganismus; feinerlei Bollschranken oder andersstaatlicher Landbefiz zerreißen sein Gebiet. Es verfügt über ungeheure Natur- und Bodenschäze und befizt den modernsten Produktionsapparat der Welt. Diesem Wirtschaftstörper fließen noch außerordentliche Kräfte aus Lateinamerika zu, wo die europäischen Län der, die während des Krieges von dort verdrängt waren, jetzt mühsam wieder Fuß faffen müssen. Zum englischen Kanada mit seinen unermeßlichen Zukunftsaussichten unterhält es gute Nachbarschaft. Es ist möglich. daß der Grundsak„ Amerika den Amerikanern" in naher Zeit durch die Schaffung eines an- Amerika verwirklicht wird. Und jetzt Europa: Auf einem Raum, der halb so groß ist wie die Vereinigten Staaten, drängt sich eine dreimal so große Bevölkerung zusammen. Rußland, das vorläufig keinen weltwirtschaftlichen Faktor bildet, und sich aus dem europäischen Kulturkreis selbst ausgeschaltet hat, muß zunächst außer Betracht gelassen werden. Dieses Europa ist in 27 große and kleine Staaten zersplittert, die sich gegenein- ander durch Grenzmauern absperren. Seit 10 Iahren herrscht hier Raub und Gewalt, die bisherigen Friedensschlüsse schienen nur dazu zu dienen, um künftige Kriege vorzubereiten. Die Produktionsmittel sind heruntergewirtschaftet, die Konsum- kraft der Mehrheit der europäischen Bevölkerung ist ge- brachen, nationalistischer Haß vergiftet die Seelen, das kapita- listisch orientierte Bürgertum, statt die wirtschaftlichen Gräfte zu wecken und zu stärken, versucht durch Niederhaltung des Proletariats seine Existenz zu sichern. Es ist klar, daß Europa dem Untergange ge- weiht ist, wenn es nicht den Mut zu neuer Gesinnung findet. Die europäischen Nationen müssen sich endlich desien bewußt werden, daß sie eine Schicksalsgemeinschast bilden, aus der sich höchstens England retten kann, indem es sich vom Kontinent abwendet und ganz in dem britischen Imperium aufgeht. Aber keines der anderen europäischen Völker kann sich dieser Schicksalsgemeinschaft entziehen. Die Zahlen des weltwirtschaftlichen Verkehrs, die Tatsachen des weltpolitischen Lebens reden eine deutliche Sprache für alle europäischen Völker! Nach 10 Iahren der Verwirrung ist endlich in London der Weg beschritten worden, den Europa gehen muß, wenn es nicht dem Schicksal der alten versunkenen Weltreiche ver- fallen will. In Genf ist man ein Stückchen dieses Weges weiter gegangen. Es scheint, als ob die anderen Nationen bereit sind, den Geist politischer und wirtschasllicher Ver- ständigung zu fördern. An Deutschland liegt es nun- mehr, durch unmißverständliche Handlungen den Willen zu bezeugen, an seinem Teil an der Rettung Europas vor dem Untergang mitzuwirken. Eine dieser Handlungen muß der Beitritt zum Völkerbund sein. Den zweiten Beweis seiner guten Ab- sichten kann Deutschland bei der Neuregelung seiner Handelsbeziehungen zu den anderen Staaten liefern, indem es den Versuch zu einer allgemeinen Bereini- gung und Vereinfachung der wirtschaftlichen Grenzoerhält- nisse in Europa unternimmt. Die deutsche Sozialdemokratie, die sich mit der Arbeiterschaft des übrigen Europa eins suhlt, verlangt von der Reichsregierung, daß sie mit der Reaktion von rechts breche und nichts unversucht lasse, um gemeinsam mit der Demokratie der übrigen Länder an dem Neuaufbau Europas, der zugleich der Neuaufbau Deutschlands fein wird, zu arbeiten. Deutschnationale gegen Marx. Ablehnung der„Volksgemeinschaft�'. Die Deutschnationalen lehnen die Volksgemeinschaft, wie sie Marx auffaßt, ab. Sie ist ihnen zu—„marxistisch". Die „Kreuzzeitung" schreibt: D i e Art der Volksgemeinschaft, wie sie sich Dr. Marx denkt, lehnen wir für unseren Teil ob. Für uns kann die Zusammenarbeit mit einer nationalen und einer international eingestellten, m a r x t st i- schen Partei selbstverständlich nicht in Frage kommen. Sie ist eine glatte Unmöglichkeit. Di« Deutschnationale Volkspartei müßte ihre Grundsätze völlig verleugnen, wenn sie sich zn- sanmien mit Vertretern der Sozialdemokratie an den Regierungs- tisch fetzt«. Ueber Grundsätze wollen wir uns mit den Deuffchnatio- nalen nach dem 29. August nicht mehr unterhalten, aber daß die Gefühle, die sie gegenüber der Sozialdemokratie hegen, auf Gegenseitigkeit beruhen, können wir ihnen aus "Ehre versichern. Ein Unterschied besteht nur darin, daß die Deutschnationalen die Sozialdemokraten fürchten, während die Sozialdemokraten die Deutschnationalen mit etwas mehr Humor betrachten. Die„Kreuzzeitung" bemerkt schließlich: Die Absichten des Reichskanzlers, wie sie von ihm in der„Ger- mania" dargelegt werden, müssen unseres Erachtens, vorausgesetzt. daß das Herantraten an die Sozialdemokratie ernst gemeint ist, von vornherein den Einritt der Dentschnationalen in das Kabinett Marx unmöglich machen. Die„Kreuzzeitung" unterstellt damit dem Reichskanzler hypothetisch, daß sein Herantreten an die Sozialdemokratie nicht ernst gemeint sein könnte. Mit dieser Unterstellung sich auseinanderzusetzen, ist Sache des Herrn Marx selbst. Für den Fall jedoch, daß der Reichskanzler alsehrlicherMann handeln sollte, kündigt sie ihm den Kamps an. Herr Marx wird damit vor die Alternative gestellt, entweder nicht als ehrlicher Mann zu handeln und sich damit die Sympathie der Deutschnationalen zu verdienen oder aber den Kampf gegen sie aufzunehmen. In der demokratischen und der Zentrumspresse findet eine Aeußerung starke Beachtung, die der deutschnationale Führer Schlange- Schöningen erst kürzlich bei einer Tagung der „Bismarck-Jugend" in Braunschweig getan hat. Sie lautet: Wir bleiben die Alten! Bevor die Sozialdemokrafte nicht besiegt ist. können wir die Front nicht nach außen richten. Durch das Parlament wird Deutschland niemals gerettet werden. Wenn der geeignete Augenblick kommt, ist hoffentlich ein Volk da, das querdurch über alle Bedenklichkeiten das tut, was zur Rettung des Reiches notwendig ist. Dann wird man das Leben«in- setzen müssen, um dem Volk.und dem Staat das Leben und die Zukunft zu geben. Wir alle glauben, hoffen und kämpfen für den Tag, wo unter den wehenden schwarz-weiß-rolen Fahnen unsere verlorenen Brüder heimgeführt werden in ihr Vaterhaus. Das Heer wird dann nicht als ein Heer der Republik zurückkommen, sondern an seiner Spitze uns den deutschen Kaiser wiederbringen. Das ist, wie man zugeben wird, eine sehr klares Pro- gramm, mit dessen Verkündung Herr Schlange offenbar seine Anwartschast auf das Reichsministerium des Auswärtigen anmelden wollte. Vor dem Empfang der Parteiführer. Der angekündigt« Empfang der Fühver der Regierungsparteien beim Reichskanzler findet nun bestimmt heute nachmittag um 165 Uhr in der Reichskanzlei statt. Im Laufe des Vormittags tagten die Fraktiionsvor stände der Regierungsparteien in getrennten Sitzungen, um die Besprechungen vorzubereiten. Wie die TAegraphen-Union erfährt, entsendet das Zentrum zu den Be- sprechungen die Abgeordneten Fehrenbach, Becker- Arnsberg und v. Guerard, die Deutsche Nolkspartei wird durch die Abge- ordneten Dr. Scholz, der heute vormittag von feinem Erholungs- urlaub zurückgekehrt ist, Dr. Zapf und Dr. C u r t i u s vertreten. Die Demokraten werden die Abgeordneten Erkelenz, Dr. Haas und K e i n a t h entsenden. Die Besprechungen mit den Sozial- demokraten und den Dentschnationalen werden dos Ende der Woche ausfüllen. Der Reichskanzler wird bestimmt« Richtlinien vor- legen, die die Grundlage der Politik einer„Regierung der Volks- gemeinfchaft" bilden werden, wie sie ihm vorschwebt. Der Kernpunkt dieses Programms wird in der Durchführung des Londoner Paktes liegen. Ein Teil der Morgenpress« findet es auffällig, daß der Reichskanzler die Führer der Sogialdemotraten v o r den Deutsch- nationalen empfangen will. In der Umgebung des Reichskanzlers legt man Wert auf die Feststellung, daß alle Vermutungen, die sich an diese Tatsache knüpfen, durchaus verfehlt feien. In Anbetracht der Totsache, daß die Sozialdemokraten lange Zeit die Politik der Regierung unterstützt haben, sehe es der Reichskanzler als seine Pflicht an, auch die Sozialdemokraten zur Mitarbeit wieder aufzufordern. Das Ziel des Reichskanzlers,«ine„Regierung der Volksgemeinschaft" herbeizuführen, stehe unverrückbar fest. Richkigslellunq. In� unsere Kritik der Getreidepreise unter der Ueberschrift.Könitz' Erfolg" haben sich einige Versehen eingeschlichen. die der ausnierksame Leser an.Hand der Tabelle bereits festgestellt haben wird: Die Börsenpreise beziehen sich nicht auf den Doppel- zenlner, sondern auf die T o n n e zu 1000 Kilogramm. Im ersten Absatz muß es demnach überall, wo von Doppelzentnern die Rede ist. Tonne heißen. De? Zentner Getreide ist während der letzten Monat« um rund 5 M.— nicht wie fälschlich dasteht SO M.— im Preise gestiegen. «.Der heißerfehnte Zreiheitskampf". Deutscher Offiziersbuud gegen Reichsregieruug. Der Vorsitzende der Ortsgruppe Koburg des Deutschen Offiziers- bundes, Generalmajor a. D Schneider, teilt in einem vertrau. lichen Schreiben mit, daß die Bundesleitung„die anfangs eng ge- steckten Grenzen ihrer Tätigkeit erweitert und sie nunmehr auf alle vaterländischen Fragen ausgedehnt hat und zur Erlangung ihrer Ziel« zur Kampfstellung gegen die R e i ch s reg i e r u n g übergegangen ist". Ueber das Deutsch, das der ehemalige General- major verzapft, wollen wir nicht streiten. Wenn aber die Bundes- leitung des Deutschen Offiziersbundes der Reichsregierung den Kampf ansagt, so trilt sie damit aus ihrer politischen Neutralität heraus, und das Reichswehrministerium wird genötigt fein, sich einmal etwas genauer mit dem Offiziersbund zu beschäftigen. Wie wir hören, beabsichtigt der Deutsche Offiziersbund mit seiner Schwenkung, sich der Gruppe Ludendorff-Hitler zu nähern. Ludendorff ist im Begriff, sich durch den„Frontring" eine neue militärische Orgo- nisation zu schaffen. Daß er daran denkt, sich hierbei auch der aktiven Mitwirkung einzelner Reichswehroffiziere zu versichern, geht aus einer Erläuterung zum Frontringausruf vom 2. September aus der Feder des ehemaligen Hauptmanns Röhm hervor. Die Reichswehr ist, wie die Vorfälle vom 9. November vorigen Jahres beweisen, gegen derartige Zersetzungsversuche nicht ohne weiteres gefeit. Der Verlauf des Münchener„Frontbann"-Skandals läßt darauf schließen, daß sich Ludendorff auch mit dieser Neugründung gewaltsame politische Ziele gesetzt hat. Will das Reichs- wehrministerium dulden, daß die Putschpropaganda auf dem Wege über den Deutschen Offiziersbund von neuem m die Reichswehr getragen wird? Es ist traurig genug, daß es sich der Offiziersbund erlauben darf, sich zum offiziellen Träger der Hetze gegen die Reichs- regierung herzugeben. Der„heiß ersehnte Freiheit?» kämpf", von dem in dem Schreiben die Rede ist, erscheint dem- gegenüber lediglich als Atrappe, um Dumme zu täuschen. Geisler kneift— und beschimpft die Deutschnatiouale». Der deutschnationale Reichstagsabgeordnete G e i s l e r zieht es vor, auf den offenen Brief des Genossen H ö r s i n g zu kneifen. Als Antwort läßt er durch fein«„Vaterländischen Verbände" eine Notiz verbreiten, die lediglich besagt. Geisler halte es für unter seiner Würde, der Einladung des Reichsbanners zu folgen, seine unwahren Behauptungen in öffentlicher Versammlung durch Beweise zu erhärten. Darum handelt es sich in dem offenen Brief gar nicht mehr. Genosse Hörsing ist an den Abgeordneten Geister mit der Aufforderung herangetreten, sein« Angaben vor Gericht zu be- weisen. Um ihn zu einer gerichtlichen Austragung der Angelegenheit zu zwingen, nannte er ihn, falls er den gerichtlichen Weg nicht be- schreite, einen bewußten Verleumder und Ehrabschneider. Indem er kneift, unterstellt Herr Geisler diese Charakteristik als wahr, er gibt zu, daß er ein bewußter Verleumder und Ehr- a b f ch n e i d e r ist. Aber er begnügt sich nicht mit diesem Selbstporträt. Er begibt sich auch auf das Gebiet der Polemik, indem er sein« Haltung dem Reichsbanner gegenüber mit dem Einwand zu decken oersucht, die Gründer des Reichsbanners hätten durch ihr Eintreten„für die Ausführungsbestimmungen des verfailler Dikkotes. des Dawes-Gu!- achtens, bekundet, daß sie gegen das bodenständige deutsche Kavnd und gegen die deutsche Arbeit de« Interessen des ausländischen Kopi- talismus dienen". Diese Gründe mögen an sich sehr ehrernverl[ein, aber Tatsache ist es, daß die Deutschnationolen durch ihren mannhaften Umfall die Annahm« der Dawes-Gesetz« erst ermöglicht haben, und daß sich dieselben Deutschnationalen jetzt dazu drängen, an der„loyalen Durchführung" der Gesetze durch ihren. Eintritt in die Regierung mitzuarbeiten. Wie wäre es mit einem Austritt aus der deutschnationalen Partei, Herr Geisler? Ober glauben Sie, daß«in« Partei wie die deutschnai!ona>e auf ein« ehrenwert« Persönlichkeit wie die Ihr« nicht verzichten kann? Der Landtag setzte heut« die zweite Beratung des Haushalts �er landwirtschaftlichen Berwaltung fort. Minister W« n n d o r f nimmt Stellung zur Siedlungsfrage und weist auf die statistischen Ergebnisse hin. Man dürfe die Ergebmsi« der Siedlung nicht zu gering einschätzen. Kirschkerne. Bon Hans Bauer. Ein Mann ging auf der Straße, in tiefes Nachdenken versunken, spazieren, als plötzlich' hiniter ihm fein Name gerufen wurde. Er schreckte aus feinen Gedanken auf, drehte sich um und--- warf die Hände in die Luft und stürzte länglings hin. Der Arme war bei der schnellen Drehwendung auf einen Kirschkern getreten und aus- gerutscht. Die Folg« dieses Unglücksfalles war ein außerordentlich schmerzhafter Beinbruch. Als der Verunglückte wieder einigermaßen hergestellt war, sah man ihn nur noch mit einer Kirschtüte auf der Straße, aus der er eine ZÄrfche nach der anderen nahm und deren Kerne er emsig auf die Straße spie. Em Freund ftagte ihn, warum er dos tu«.„Haben Sie schon einmal durch die Unvorsichtigkeit anderer das Bein ge- krochen?" ftagte ftner zurück. „Nein." „Dann kennen Sie diesen Schmerz auch nicht." „Und dann..." „Und dann verstehen Sie es freilich auch nicht, warum ich nun meinerseits Kirschkerne streue." Dann ging auch ein anderer Mann auf der Straße. Hörte auch seinen Namen. Dreht« sich auch schnell um. Glitschte auch auf einem Kirschkern aus. Broch auch das Bein— und ward einige Monate später gesehen, wie er jeden Kirschkern entzweitrat, desien er irgendwo auf der Straße ansichtig wurde. Ein Freund ftagte ihn, warum er das tue.„Haben Sie schon einmal durch die Unvorsichtigkeit anderer das Bein gebrochen?" fragte er zurück. „Nein." „Dann kennen Sie auch diesen Schmerz nicht." „Nun dann.. „Und dann verstehen Sie es fteilich auch nicht, warum ich jedem mein Geschick ersparen möchte." Was noch zu sagen bleibt: daß dieser sich einen Friedensfreund nannte, während jener schon vor seinem Beinbruch unabkömmlich war. Oer unwiüerstehliche kajyan. «nes Oberlehrers in drei Akten" ist kein „Stuck. Ez tst in feines der dramatischen Gattungsfächer einzu- reihen. Es rft nichts, als ein Abenteuer in drei Akten. Ein allen Gesetzen der dramatischen Ueberlieferung, des Handwerks des „Baues" Hohn sprechendes„Stück". Jede Pointenmöglichkeit wird ausgenutzt. Man geht auch dem billigsten Witz nicht aus dem Weg. Um das dürre Gerüst einer s-hr schwächlichen Handlung hängen Witz«. Es ist, als hätte man an einem kleinen, ärmlichen Weih- nachtsbäumchen unzählige Nüsie und Pralinees angebracht— guter und schlechter Qualität. Die Erfinder, dieser unoerdlent aber mit rücksichtsloser Witzigkeit behängten Handlung sind die beiden B r ü- der Golz, die in Wien und Umgebung bekannten und mit ver- dienter Liebe behandelten. Sie sind eine Besonderheit, eine Speziali- tät des Jroniebegabten, ftuchtbar-geistigcn, sich selbst und die anderen karikierenden Judentums. D«r Oberlehrer, dem im„Komödienhaus" das„Aben- teuer" zustoßt— eine junge Frau flieht mit ihm, um ihren Mann eifersüchtig zu machen, flieht avcr gerade mit ihm, um den Mann n, ch t eifersüchtig zu machen— ist Ralph Arthur Roberts. Dieser Komiker, in der Maske eines jener Affenmenschen die>n den höheren Lehranstalten so oft und so redlich Naturgeschichte unterrichten� mit rötlichem Bart und spärlichem Haupthaar, einer noch nicht entschiedenon Glatze, behaftet mit sächsischem Dialekt und jungfräulicher Männlichkeit, sieht sich durch allerlei unwahrscheinliche Begebenheiten plötzlich als einen von vier Frauen heißbegehrten Mann und glaubt mit der Zeit selbst an den„Zauber", der von ihm ausgehen soll. So lange ist er grotesk-lyrisch, von der Romantik eines verhinderten Don>Juantums überweht, lächerlich ohne es zu wissen und also: lächerlich. Wie sich aber zum Schluß herausstellt, daß kein Zauber von ihm ausgeht, wandelt sich das Groteske ins Tragische. Dann ist es das Trauerspiel eines enttäuschten Menschen, der die traurigste Enthüllung erlebt: daß er lächerlich ist. Der dort verletzt wird, wo sogar die Männer, nicht nur die Oberlehrer aus dem Geschlecht dieses„Dornbusch", am verletzbarsten sind: in der Region der Eitelkeit. Wie Roberts zum Schluß auf die Verlegen- heitsentschuldigung der jungen Frau reagiert, wie er zugibt, daß er das ganz« Spiel von vornherein durchschaut und nur aus Gut- mütiokett mitgemacht hat. während er den tiefften Schmerz, den der Selbsterkenntnis, erlebt-- dieser Augenblick ist der Punkt, an dem der höchste Schmerz gleich wird dem Gelächter, dem oerstumm- ten und als stille Klage fortwirkenden. Es ist der Meifteraugenbück eines starken Komikers.__ th. Die kammerspiele warteten gestern mit einem köstlichen Gericht auf.„Die tote Tante und ander« Begebenheiten" nannte sich das Menü, von Kurt Götz mit allen Finessen zubereitet und von ihm selbst serviert. Diese drei Einakter des kultivierten und amüsanten Schauspielers und Autors find ebenso genußreich wie ein« Portion Kaviar. Man wird nicht satt davon, ober der Feinschmecker hat seine Freude daran. Nach dem Vorgong Bernhard Shaws, der einigen seiner Stück« den Obertitel„Erquickliche und unerquickliche Stücke" gab, nennt Herr Götz seine Einakter„Aergerliche und erbau- liche Begebenheiten". Sein Witz ist nicht so geistvoll und so spitz wie der Shaws, aber dafür leichter, spielerischer, tändelnder, mit Bravour und Virtuosität an der Oberfläche bleibend. Der erste Einakter „Der Mörder" macht den Zuschauer bis zur Asngsttichkeit ge- spannt. Die etwas leichte Gattin fürchtet und muß nach den vor- liegenden Umständen annehmen, daß ihr Mann ihren Liebhaber auf der Jagd erschossen hat. Die Spannung steigt auf den Höhepunkt, als der Gendarm erscheint. Aber olle- löst sich in der liebens- würdigsten Weise auf. Es war ein für die Gattin heilsames Miß- Verständnis. Der Gendarm wollte den Gutsherrn nur um einen Zenlner Kartoffeln bitten. Im zweiten Einakter„D a s M ä r ch« n", das Herr Götz bescheiden eine„kitschige Begebenheit" nennt, spielt er leicht ironisch mit der Blasiertheit eines Gesellschaftsmenschen Fangball, der sich aus lauter Langeweil« um 1 Uhr erschießen will, wenn nicht bis zu diesem Zettpunkt die Frau in sein Leben tritt. Er hat nur noch 14 Minuten Zeit. Die Türen des Schloßparks sind fest geschlossen, doch siehe da, aus dem Baum vor seinem Fenster steigt in sein Zimmer ein« niedliche klein« Zigeunerin. Ein anderer als Kurt Götz hätte aus diesem Stoff wirklich eine kitschig« An- gelegen hei t gemacht, er aber versteht sein« grazilen Miniaturen so pikant zu untermalen, daß kleine Kunstwerke aus ihnen werden. Der spaßigste Einakter ist„Die tote Tante". Hier«rschent der teuffche Schukprofessor, dessen Gattin nach der Geburt des 12. Kindes sich dahingehend äußert, daß das Wochenbett die einzige erfreuliche Zeit für sie sei, in der sie von dem Trubel der Wirtschast«in« Zeit lang befreit ist. Herr Oberlehrer Nägler Hat seine Schwester aus feinem Leben gestrichen, weil sie ein uneheliches Kind bekommen hatte,— die Dirne, die schamlose. Sie hat ihm indessen ihr gesamtes Vermögen im Betrag« von 230 000 Dollar Htnterlossen. oder vielmehr feiner ältesten Tochter Jnnocenzia. Auf diese Nachricht hin beginnen die festen Moral- anschauungen des teutschen Oberlehrers bereits ins Wanken zu ge- raten und werden es noch mehr, als er von einer kleinen, verzwickten Klausel des Testaments hört. Dos verführerische Vermögen soll nämlich nur dann seiner Jnnocenzia zufallen, wenn sie— hi, hi— bis zu ihrem 17. Lebensjahre ein uneheliches Kind zur Welt bringt. Dieser Einfall scheint nicht ganz originell. Man denkt an„Lottchens Geburtstag" des Ludwig Thoma, an„Erziehung durch Colibri" von Hans I. Rehfisch und dennoch hat Götz den Bourgeois in ebenso feinsinniger wie spaßhafter Weise verulkt. Wie sich mit Hilf- des schüchternen Herrn Heinrich Kraft(von Eugen Rex famos dar- gestellt) alles zugunsten der 250 000 Dollar und ohne wesentliche De- schädigung der teutschen Moral zum Guten wendet, das ist subtilste Kleinkunst eines bühnengewandten Schriftstellers. Die Vorstellung, an der sich die zierliche frische und anmutige Valerie v. Martens und Leopold v. Ledebour beteiligten,' wird den Zuschauern in angenehmster Erinnerung bleiben. Dgr. Das neu« deutsche Gold. Seit längerer Zeit sind, wie man weiß, Erwägungen im Gong«, um eine Rückkehr zu deutscher Gold- Währung zu ermöglichen Ohne daß diese schon abgeschlossen wären. sind aber auch schon Vorbereitungen für die Formgebung eines etwaigen deutschen Goldgeldes getroffen« worden. Ein« Reihe von Hervoragenden Künstlern, di« in Münz- und Medaillenfragen bc- sondere Leistungen auszuweisen haben wurden zur Ausarbeitung von Entwürfen aufgefordert. Es sind dabei, wie wir hören, der Berliner Professor Emil Rudolf Weiß, Lehrer an den Dereinigten Staatsschulen für freie und anaewandte Kunst und der Münchener Medailleur Oberregierungsrat Professor Maximilian Dasio. der dem bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus an- gehört. _ Iwan Gilkin, Direktor der französischen Sprache und Literatur an der königlichen Akademie zu Brüssel, ist gestorben. Er war 1858 in Brüs!-l geboren, gehörte der Richtung.J-une Beige" an und war mit Emile Verhaeren und Albert Gtraud einer der charatterillijchcu Vertreter der belgischen zettgeuöjstschea Dtchttuust. � Der Fürst auf der Vorstadtbühne. 3 Es geht nichts über die Geschicklichkeit, mit der gewisse Menschen fich an die große Maffe heranzumachen verstehen und niedrigste nationalistische Instinkte bei ihr auszulösen versuchen. Was gäbe es aber wohl für ein geeigneteres Mittel zu diesem Zweck als die Benußung der Bühne? Die Schaubühne nicht als moralische, sondern als nationalistische Anstalt sagen diese Herrschaften. Genosse Nestriepte hat vor einigen Tagen an anderer Stelle dieses Blattes auf die vielen privaten Bühnenvereinigungen mit nationalistischem Einschlag und auf deren Gefahren für das Runftleben hingewiesen. Zu der Gattung diefer bedenklichen Kunstgemeinden gehört auch die Deutsche Volksbühne. Es ist bezeichnend genug, daß diese Kreise, die das Nationalistische im Schilde führen, sich scheinheilig Boltsbühne nennen, um die Täuschung der naiven Gemüter vollkommen zu machen. Die Deutsche Boitsbühne hat jetzt das Rose Theater in Besitz genommen, also eine Vorstadtbühne mit einem Publikum, das der Kurst immerhin noch naiv gegenübersteht und leicht für nationalistische Propaganda von der Bühne herab einzufangen ist. In das Haus in der Großen Frankfurter Straße mit feiner für Berlin theatergeschichtlich merkwürdigen Bergangenheit denn hier haben einst in Mittagsvorstellungen die ersten Stücke der Hauptmann, Sudermonn, Halbe unter der Regie der Freien Bühne das Licht der Welt erblickt ist also jezi nationalistisches Theater eingezogen. Dan eröffnete den Reigen gestern abend mit einer Aufführung von„ Alt- Heidelberg" des Wilhelm Meyer Förster. Man braucht heute gewiß über diesen sentimentalen Schmachtfezen fein Wort mehr zu verlieren. Nur dies eine: als das Stüd vor etwa 20 Jahren im Berliner Theater die Uraufführung hatte, fonnte man die femmelblonde harmlosigkeit lächelnd ablehnen. Heute hat die Geschichte ein anderes Gesicht. Heute benutzt man das Stüd, um den Fürsten wieder auf die Bühne zu bringen, umgeben von Offizieren in goldgeftidten Uniformen, von Ministern, Hofmarschällen und anderen Lataien. Man will auf diese Weise dem Bolf erzählen: Seht, wie schön die Zeiten damals waren, als uns noch Fürsten regierten. Ob nun allerdings dieser 3wed gestern erreicht worden ift, fann vielleicht bezweifelt werden. Der größte Teil des Bublifums jubelte allerdings dem Fürsten und seinem Gefolge auf der Bühne zu. Bei einem anderen Teile aber schien es so, als ob er der Meinung wor, man wolle durch das Stüd die alte Fürsten- und Burschenherrlichkeit verhöhnen. Die Deutsche Boltsbühne, die für 1 M. Monatsbeitrag erstklassige fünstlerische Aufführungen in ihrem Prospekt verspricht, wird demnächst die„ Minna von Barnheim" aufführen. Wer einigermaßen nur mit der Technik der Bühne Befcheid weiß, der weiß, daß es für den Schauspieler ein Leichtes ist, durch das Setzen der Akzente an falsche Stellen Sinn und Seele eines Theaterstücs in das Gegenteil zu verfehren. Man wird also höchstwahrscheinlich in der Deutschen Bolfsbühne aus dem heute noch immer besten deutschen Lustspiel ein militärisches Prunt- und Paradeftüd machen. Die Gefahren sind also groß. Unsere Parteigenossen wissen, daß als einzige Abwehr dogegen die Bolksbühne zu betrachten ist, Die in ernſtem Streben mit guten Kräften gute Runst bietet. Aber die anderen, die Menge, die noch immer abseits steht, sei auf das dringendste hierdurch gewarnt vor dieser sich deutsch nennenden und vos den anderen nationalistischen„ Boltsbühnen". R. F. Rachedurft der Feinde Paulsens. In der„ Bossischen Zeitung" hatte der Ministerialbire?. for Rästner, Leiter des Volksschulwesens im Preußischen Minifterium für Wissenschaft, Kunst und Boltsbildung, einen Artikel veröffentlicht, der sehr warm für den Oberstadtschulrat Paulsen eintrat und den Feinden Paulsens etliche verdiente Bahr heiten sagte. Darüber sind die Herrschaften aus der Deutschen Boltspartei so erbost, daß sie ihren Parteigenoffen Boelig, den Minister für Wissenschaft, Kunst und Boltsbildung, Kästners Vorgefeßten, aufzuputschen suchen. Sie haben an Boelig einen langen Beschwerdebrief gerichtet, den die„ Deutsche Tageszeitung" im vollen Wortlaut veröffentlicht. Bütend beflagen sie sich, daß Kästner die parteipolitischen Beweggründe zum ab bau Paulsens, zu denen sich die Kommunisten offen befannt haben, auch den Bürgerlichen vorgehalten hat. Ministerialdirektor Kästner hätte, so meinen sie, vor Veröffentlichung feines Artikels das Einverständnis des Ministers einholen müffen. Sie denunzieren Kästner, daß er eine vernichtende Kritik an der Abbaunerordnung" geübt habe, was in ihren Augen offenbar ein schweres Berbrechen ist. Und dann spielen sie den stärksten Trumpf aus: Kästner habe Propaganda für eine Schulreform getrieben( fie meinen die weltliche Schule), die sich zum Christentum in bewußten Gegenfah stellt". Wir sind gespannt darauf, ob der Minister so tanzen wird, wie seine Parteifreunde pfeifen. hatte ihr Gemährsmann in der Anstalt die gewünschte Aufnahme erlangt. Er dürfte sich fast unmittelbar nach seinem der„ Roten Fahne" gemachten Besuch in das Irrenhaus begeben haben. Geständnis des Wächter- Mörders. Die Untat von langer Hand vorbereitet. Gewerkschaftsbewegung Lehrlingszüchterei in der Holzindustrie. Die Berliner Tischlermeister und Holzindustriellen fordern durch ihren Obermeister Boath in der Fachzeitung" immer und immer wieder auf, die Tischlermeister mögen Tischlerlehrlinge einstellen, Bildhauerlehrlinge einstellen, Maschinen. arbeiter ausbilden. Die lebhafte Agitation der Tischlermeister hat es zumege ge bracht, daß tatsächlich eine große Anzahl junger Leute sich im Bureau der Tischlerinnung gemeldet hat, um Lehrstellen zu erhalten. Die 3ahl der Tischlerlehrlinge in Berlin ist auf über die doppelte Anzahl der Lehrlinge in der Vorfriegszeit gestiegen und beträgt gegenwärtig über 2000, bei einer Arbeiterzahl im Gewerbe von zirka 16 000 bis 18 000. Jn der Vorkriegszeit gab es in Berlin 800 bis höchftens 1000 Tischlerlehrlinge. Der Holzarbeiterverband weist darauf hin, daß die Arbeits. außerordentlich daniederliegen. möglichkeiten in der Berliner Holzindustrie seit vielen Jahren Betrug doch die Zahl der Arbeitslosen in der Borkriegszeit schon immer 15 bis 20 Broz., so hat fich dies Verhältnis in der Nachkriegszeit noch außerordentlich verschlechtert und ist schon zeitweilig bis 60 Broz. gestiegen, wobei der Rest der noch Arbeitenden Kurzarbeiter war. Die ArZu dem Wächtermord in der Jagowstraße wird mitgeteilt, daß der an der polnischen Grenze verhaftete Wagenwäscher Frig getroffen ist. Die beiden Beamten, die ihn verhafteten, fuhren 4% Dürftemiz heute mittag in Berlin und im Polizeipräsidium einStunden nach der Flucht der Täter mit dem Mercedesmagen, den ihnet die Gesellschaft zur Verfügung stellte, ab und jagten dem ge= ftohlenen Wagen in rasendem Tempo nach. Es war eine hals. brecherische Fahr t, aber sie hatte Erfolg. Drei Minuten vor der polnischen Grenze holten die Beamten den flüchtigen Dürstewig ein. Als sie ihn stellten und ihm zuriefen: Salt! Hände hoch!" war er zunächst vor Schreck sprachlos. Er hielt an und ergab sich in sein Schicksal. Der Verhaftete wurde heute auf ftändnis ab. Hiernach handelt es sich um einen vorbedachten und dem Bolizeipräsidium sofort verhört. Er legte ein umfassendes Gelange geplanten Mord. Dürftewig belastet auch Müller und 3fche misch sehr schwer. Sie haben seiner Behauptung nach von allem gemußt und sind zum Teil auch bei der Ausführung des Planes zugegen gewefen. Der Gedanke ging, wie der Verhaftete sagt, von einem Bolen aus, den er vor einem Vierteljahr in Berlin fennenlernte. Dieser versprach ihm für ein Auto 15000 Gold= mart und ein Bigarrengeschäft im Bolnischen. Schon beitslosigkeit des einzelnen Tischlers dauert mehrere Monaten bis seit drei Wochen arbeitete Dürstewig nach Verabredung mit den beiden anderen an der Ausführung des Planes. Zunächst bestand die Abficht, den Wächter, ohne dessen Beseitigung es gar nicht mög lich war, einen Wagen aus der Garage und vom Hofe wegzuschaffen, mit einem Anüppel zu erschlagen. Endlich aber entschloß man sich, mit einem Knüppel zu erschlagen. Endlich aber entschloß man fich, ihn zu erschießen. Hochhaus hatte sonst die Gewohnheit, wenn er eine Kontrolluhr stach, sich halb umzudrehen, um den Gang übersehen zu können. In der verhängnisvollen Nacht aber schien er, wie Dürftemiz sagt, sehr mürrisch zu sein, und stellte sich ganz mit dem Gesicht gegen die Uhr. So fah er den Mörder, der auf der Bauer lag, nicht und erhielt den tödlichen Schuß hinterrücks, ohne zu wiffen, wer ihn abgab. Das Verhör des Mörders dauert noch Es wird sich insbesondere noch darum handeln, flarzustellen, ob feine Belastung der beiden Mitverhafteten zutrifft. an. Die Antennengebühr, über die in der heute abend vom Ar= beiter Radioklub in Reinidendorff( Bürgergarten, Hauptstraße 50, 7% Uhr) einberufenen Brotest versammlung berichtet werden soll, erstreckt sich auf Grundstücke, die der Gemeinde gehören oder für die Gemeinde angemietet sind. Es handelt sich, wie man uns mitteilt, nicht um einen Antrag des Bezirksamts Reinickendorf auf Antennenbesteuerung, sondern um eine Verfügung des Berliner Magistrats, die für sämtliche Verwaltungsbezirte von GroßBerlin die Bedingungen der Herstellung von Radioanlagen cuf Gemeindegrundstücken einheitlich regelt. Danach soll für Antennen eine je nach dem Grad der Inanspruchnahme eines Grundstüdes der Gemeinde oder eines für sie angemieteten Grundstückes geftaffelte Anerkennungsgebühr erhoben werden, die jährlich zu zahlen ist. Antennen auf Grundstücken, die nicht der Gemeinde gehören oder nicht von ihr benutzt werden, unterliegen nicht den Machtbefugnissen des Magistrots und der Bezirksämter. Von diesen Antennen tann man nicht die städtische Gebühr er heben, die eine üble Belastung der betreffenden Funkteilnehmer ist und einer Bestrafung der Bewohner von Gemeindegrundstüden gleichkommt. Das Universitätsambulatorium für Stimm- und Sprachstörungen ( das zwei Jahre geschlossen war) ist mit dem 1. Oftober an der 2. Hals, Nasen- und Ohrenklinik der Charité, Luisenstr. 13, wieder geöffnet. Sprechstunden Dienstag, Donnerstag, Sonnabend von 1 bis 3 Uhr. Leitender Arzt Dr. med. Guzmann. zu einem Jahre. Haben die jungen Leute ihr Lehrverhältnis beendet, mehren die ungeheure Zahl der arbeitslosen Holzarbeiter. so werden sie in den meisten Fällen sofort entlassen und ver aufmerksam, daß es bringend notwendig ist, sich von der Qualität Wir machen deshalb die Eltern und Vormünder darauf des Meifters zu überzeugen, bei dem fie ihre Schutzbefohlenen in die Lehre geben, und vor allem zu berücksichtigen, daß das Tischlerhandwerf in Berlin für die große Mehrzahl der fluttuierenden Arbeiter eine Elendsindustrie bedeutet. Deutscher Holzarbeiterverband, Orisverwaltung Berlin. Transportarbeiterftreik und Güterbeförderung. Die Leitung des Eisenbahnwesens teilt mit, daß infolge bes Berliner Transportarbeiterstreifs Güterböden und Ladegleise auf den Bahnhöfen Groß- Berlins sich allmählich zu füllen beginnen. Der Güterwagen find vom Anhalter Bahnhof dorthin übergeführt worPotsdamer Bahnhof ist für die Güterannahme gesperrt. Etwa 100 den und werden ladegerecht gestellt. Sämtliche in Berlin eintreffenden Güter werden des Empfängern avisiert und müssen von ihnen abgeholt werden. Wie die Empfänger das bewerkstelligen, ist ihre Sache. Drohender Streit im Leitergerüstbaugewerbe. Die Gruppe Leitergerüstarbeiter, organisiert im Deutschen Berfehrsbund, hat das geltende Lohnabkommen am 15. September gefündigt und neue Lohnforderungen überreicht. Gefordert wurden für Boliere 1,40 M., Leitergerüster 1,20 m., Blazarbeiter 1,06 M. je Stunde. Die Arbeitgeber teilten der Organisation mit, daß fie jegliche Berhandlungen über eine Lohnerhöhung ablehnen, da feit Wochen feine größeren Schwankungen in den Lebenshaltungskosten vors gefommen feien, Reichs-, Staats- und Gemeindebehörden aber bes müht seien, die Lebenshaltungskosten der gesamten Bevölkerung herabzulegen. Die einzige Steigerung betreffe die Wohnungsmiete. Diese Steigerung wollen die Arbeitgeber ab 1. Oftober ausgleichen. Die Funktionäre nahmen dazu Stellung und entschieden sich für die Durchfeßung der Lohnforderungen. Die Organisation wurde beauftragt, um eine Verständigung zu erzielen, mit den Arbeitgebern bis zum Sonnabend endgültig zu verhandeln. Wird keine Verstän digung bis Sonnabend erzielt, dann entscheidet die am Montag, den 6. Oftober, abends 6 Uhr, nach Elisabethstraße 30 einberufene Boll. versammlung. Bei Aschinger wird gemaßregelt. Zum Mainzer Eisenbahnunglück. Bisher 14 Tote.- Berjagen zweier Zugficherungen. Da der Plan der Firma Aschinger, gegen den Willen ihres Von den bei dem gestrigen Eisenbahnunglüd im Mainzer Personals eine Betriebstranfenfaffe zu grünben, gescheitert ist, scheint Tunnel schwer verletzten Personen find inzwischen acht ihren richtet sich besonders gegen die neugewählten Betriebsrats die Direktion Prügelknaben zu suchen. Dos Mißfallen der Herren erlegungen erlegen, so daß sich die Zahl der Toten bis mitglieder der einzelnen Betriebe, um so mehr, als die Firma jezt auf 14 beläuft. Die Rettungsarbeiten gestalten sich sehr schwie bei den jetzt vollzogenen Wahlen einen so willfährigen Betriebsrat, rig, da infolge des Plagens von Gastasten Gas ausströmte, so daß wie den letzten, nicht mehr bekommen hat. Am meisten liegt der der Tunnel völlig mit Rauch und Gas angefüllt wurde. Französische Direktion der Einfluß der Gewerkschaft auf die BetriebsArmeefcheinwerfer wurden zur Hilfeleistung herbeigezogen. räte im Magen. Einer der Direttoren äußerte sich vor einigen Das Unglüd trug sich, wie bisher festgestellt wurde, folgender Tagen, der Betriebsrat jolle fich nicht nach den Gewerfmaßen zu: Beim Bassieren des Tunnels zwischen dem Hauptbahnhaften richten. Die organisierte Berliner Arbeiterschaft wird hof und Bahnhof- Süd versagten am D- 3ug 670/656 Köln- fich die Stellungnahme der Firma Aschinger merken müssen. Mannheim die Luftbremsen, so daß der D- 3ug im Tunnel Am Dienstag dieser Woche wurden die Betriebsratsmitglieder hielt. Infolge Beriggens der Blodausfahrt Siche. Habermann und Schulmeistrat, die seit mehreren Jahren rung aus Mainz- Hauptbahnhof war das Gleis des Tunnels nicht bei der Firma tätig sind und ständig im Hofbräu beschäftigt rückgesichert. Obwohl von der Blockstelle Mainz- Süd des Tunnel- wurden, weil sie als Betriebsratsmitglieder im Hofbräu gewählt ausgangs der D- 3ug noch nicht zurückgemeldet und das Gleis damit maren, gemaßregelt und nach der 5. bzw. 6. Bierquelle vernich freigegeben mar, ließ der verantwortliche Fahrdienstleiter fetzt. Damit nicht genug glaubte sich der Geschäftsführer EichenMainz Hauptbahnhof den vier Minuten später fälligen Bersonen- bach berechtigt, die Bekanntmachung des Wahlergebnisses der Bezug 682 Mainz- Worms nach dem Tunnel zu ab. Der Lokomotiv. triebsratsmahl abzureißen. Man versucht, die Arbeitnehmerschaft führer des Personenzuges fonnte wegen des dichten Qualms und Vorgehens fann für die Firma zu sehr unliebsamen Folgen führen. der Firma in jeder Weise herauszufordern. Eine Fortfehung dieses megen der Biegung des Lunnels den haltenden D- 3ug nicht sehen und fuhr so in ihn hinein. Die letzten Wagen des D- Zuges wurden schwer beschädigt ebenso die Lokomotive des Personenzuges. Die Aufräumungsarbeiten find soweit vorgeschritten, daß ſeit heute früh 6,45 Uhr der Zugverfehr wieder aufgenommen werden konnte. Da die Unglücksstätte vollständig abgesperrt ist, und die Franzosen in ihren Mitteilungen sehr zurüdhaltend find, ließen sich bisher noch keine sicheren Feststellungen über die Gesamtzahl der Toten und Berlegten machen. Einsendungen für diese Rubrik find Berlin SB. 68, Lindenstraße 3, Aus der Praxis des Kommunistenblattes. Die„ Rote Fahne" hütet sich, die im Vorwärts" bekannt gegebenen Greuel des fowjetrussischen Strafpoll. 3uges ihren Lesern mitzuteilen. Dafür bringt sie jetzt nach dem Rezepte Haltet den Dieb!" einen Artikel„ Die weiße Hölle in Moabit", der gegen das Berliner Zellengefängnis in der Lehrter Straße den Vorwurf grober Bernachlässigung franter Gefangener erhebt. Sie behauptet, der„ Borwärts" lenne diese Dinge ganz genau, ohne mit einem Wort darüber seine Leser auf zuflären". Dabei beruft sie sich auf einen Gewährsmann, dessen Namen sie angibt. Sie sagt von ihm, er fei megen eines Bergehens gegen das Bürgerliche Gesetzbuch zu einem Jahr Gefängnis verurteilt und nun wegen Haftunfähigkeit auf furze Zeit beurlaubt worden. Nur die Moskowiter der„ Roten Fahne" werden glauben, daß Parteinachrichten einer ,, wegen eines Vergehens gegen das Bürgerliche Gesetzbuch" zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden sei. Der Gewährsmann des Kommunistenblattes war, ehe er dort vorsprach, auch bei uns, aber uns erzählte er von einem Bergeben gegen das Strafgesetzbuch. Bei mehreren Straftaten sei ihm der Schutz des§ 51( Unzurechnungsfähigkeit bei Begehung der Tat) zugebilligt worden, so daß er hier freigesprochen wurde, in einem anderen Fall aber habe man ihn verurteilt. Er wollte von uns missen, ob er durch ein Wiederaufnahmenerfahren erreichen könne, daß auch in diesem Fall§ 51 zu seinem Schuh angewendet und er freigesprochen würde. Von den Zuständen im Gefängnis sprach er nur nebenbei, und nur einige der jetzt von der Roten Fahne" gebrachten Angaben trug er uns vor. Aus dem Gefängnis ist er, nachdem er einen Teil seiner Strafe verbüßt hat, zunächst auf drei Monate beurlaubt worden, Daß man ihm den Rest der Strafe erlassen wird, darf als ziemlich ficher angenommen werden. Er ist Morphinist, gilt als geistestranf, wurde daher entmündigt und steht schon seit längerer Zeit unter Vormundschaft. Auf uns machte er in seiner Erregtheit und Verwirriheit den Eindrud eines bedauernsmerten Kranfen. Er gab an, daß der Vormund ihn sorgsam betreut und ihn auch mit Geld unterstützt. für Groß- Berlin Ronfettion unglaublich niedrige Löhne zahlen. Für Damenröde fiets an das Bezirkssekretariat, 2. Hof, 2 Trep. rechts, zu richten. 13. Rreis Tempelhof, Marienborf, Marienfelbe, Lichtenrade. Freitag, den 3. Oftober, 7 Uhr. Sigung des Bildungsausschusses im Rathaus Marien. dorf. 8immer 26. Wichtige Tagesordnung. 5. Areis Friedrichshain. Rommunale Kommission. Arbeitermohlfahrt und Rinderschus am Freitag, den 3. Oktober, 8 Uhr, im Wohlfahrtsamt, Rigaer Str. 103, Quergeb., 8immer 16/17, Bortrag des Gen. Theet über Jugendfürsorge". Intereffierte Genoffen und Genoffinnen find hierzu eingelaben. Der nächste Vortragsabend findet am 10. Oftober ebenfalls bort ftatt. 5. Abt. Freitag, den 3. Oftober, 7% Uhr, bei Sebler, Georgenkirchstr. 36, Funktionärsigung. 38. Abt. Seute, Donnerstag, 7½½ Uhr, bei Bauer, Große Frankfurter Str. 1, Sigung sämtlicher Funktionäre. 110. Abt. Grünau. Heute, Donnerstag. Frauenabend, 7 Uhr bei Stege mann, Röpenider Str. 15. Bortrag bes Genoffen Täubert, Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rof- Gold". Gefäftsstelle: Berlin G. 14, Gebaftianftr. 37/38, Sof 2 Tr. Jugendkamerabschaft Dberspree! Ortsgruppe Gönte weide, heute, Donnerstag, abend 18 Uhr, im Jugendheim, Berliner Wetter für morgen. Inzwischen hat der Krante Aufnahme in einer Jrren anft alt gefunden. Wahrscheinlich wird hiernach die Rote Fahne" Straße 31, Bersammlung. Aufnahme neuer Mitglieder. in ein Geschrei ausbrechen und in gemachter Entrüstung ihren Lesern vorschwindeln, jetzt folle ihr Gewährsmann in das Irrenhaus abgeschoben werden. Demgegenüber stellen wir fest, daß er sich freiwillig dorthin begeben hat, weil er heilung sucht und einsieht, daß er des Arztes bedarf. Daß die Redaktion der Roten Fahne" das nicht eingesehen hat oder nicht hat einsehen wollen, ist bei ihr fein Wunder. Noch ehe sie mit ihrem Artitel herausfam, trübten, fonit trodenen Herbitwetters. Berfin und Umgegend: Fortdauer des nur zeitweilig durch Nebel geDeutschland: In Nordostdeutschland heiter, in den mittleren Randes. teilen zeitweise nebelig. Im Westen trübe, nirgends Niederschläge von Bedeutung. Die Hungerlöhne in der Leichtkonfektion. Der Zentralverband der Werkstätteninhaber( Zwischenmeister) der Leichttonfektion und der Zentralverband der hausgewerblich Beschäftigten der Engrosgeschäfte der Leichtkonfektion hatten zu Mittwoch abend eine öffentliche Protestversammlung einberufen, in der der Vorsitzende Wenzel über die elende n Stüdlöhne fprach, die jetzt von den Fabrikanten an die Zwischenmeister gezahlt merden. Aus dem reichen Material, das der Referent der Versammlung unterbreitete, war zu entnehmen, daß die Unternehmer in der werden 50 bis 90 Pf. gezahlt, Mäntel sollen für 1 bis 1,50 m. hergestellt werden. Ein Dugend Kinderkleider werden mit 4,20 m. bezahlt und für Wollkleider, die noch gebügelt und versandfertig verpadt werden müssen, werden 50 bis 60 Pf. geboten. An besseren Sachen, die mit etwa 3 M. bezahlt werden, ist natürlich entsprechend mehr Arbeit, so daß an solchen Stücken bis zu neun Stunden gearbeitet werden muß. Eine besonders miserable Entlohnung erfolgt für einfache Blusen. Die Preise für Hemdblusen, an denen etwa 40 Minuten gearbeitet wird, betragen 15 bis 30 Pf. Ebenso mangelhaft sind die Löhne in der Wäscheindustrie. Von diesen Preisen befcmmt natürlich die Heimarbeiterin nur einen Teil, denn der Zwischenmeister hat mit den Sachen auch noch seine Arbeit. In den meisten Branchen wird tariflos gearbeitet, die Löhne werden in freier Bereinbarung" zwischen Fabrikant und Zwischenmeister verabredet, d. h. der Fabrikant dittiert die Preise und droht bei Einspruch mit Borenthaltung von Aufträgen. Der Referent wie auch die Diskussionsredner wiesen darauf hin, daß nur straffe, geschloffene Organisation den Zwischenmeistern und den Heimarbeiterinnen ausfömmliche Löhne sichert werden. In einer einstimmig angenommenen Resolution mird energisch gegen die Schandentlohnung protestiert. Die Fabrikanten werden auf die unausbleiblichen Folgen ihrer Preispolitit aufmerksam gemacht. Der Verband wurde beauftragt, auf den Abschluß von Tarifen hinzumirten. Für die Heimarbeiterinnen, die ständig in der Ronfettion beschäftigt sind, tommt als Organisation, die ihre Intereffen fowohl gegenüber den Unternehmern wie den Zwischenmeistern energisch vertritt, nur der Deutsche Bekleidungsarbeiterverband in Betracht. Solange sie dies nicht erkannt und sich gemertschaftlich organisiert haben, wird ihnen nicht zu helfen fein. Carl Winkelmann Det langjährige Borfizende des Berbandes der Böttcher, Bei tüfer Hilfsarbeiter Deutschlands, Gencffe Cort Wintelmann in Bremen, wie wir erst jetzt aus der„ Deutschen Böttcher- Zeitung" erfahren am 28. September nach langem schweren Leiden im 59. Lebensjahre gestorben. Winkelmann war am 14. Dezember 1865 zu Elmedorf( Kr. Niel) geboren. In jungen Jahren schloß er sich der Arbeiterbewegung an und stand schon während des Sozialistengefezes in ihren vordersten Reihen. Seit 1. Juli 1897 mar Winkelmann Borsitzender seiner Gewerkschaft. Für die Sozialdemokratische Partei Vom Reißen Bon F. Sort, Leiter des fünfil. Höhenfonnenbades Aftis" Eine große Anzahl pon Seibenden, die augenblicklich im fünftlichen Höhensonnenbad Ais" Silfe fuchen, antworten mir auf meine Frage, was ihnen fehle: Jch habe das Reißen". Meistens tommen fie erft, nachdem sie monate- und jahrelang fandidierte er lange Jahre im 5. fchleswig- Holsteinischen Wahlkreife.| Bficht eines jeben Generalversammlungsdelegierten! Mitgliedsbuch und Deles Im Jahre 1919 wurde er Mitglied der bremischen Regierung und dann als Mitglied der Nationalversammlung gewählt. In den letzten Jahren war Binfelmann in seiner Tätigkeit durch eine Zuckertrantheit behindert. Ein rechter Sohn des Boltes, hat er sich ein ehrendes Andenken gesichert. Auf dem Kongreß der französischen Bergarbeiter in Paris sind 72 Gewertschaften durch 84 Delegierte vertreten. Der Kongres bat sich in fünf Arbeitsfommissionen aufgelöst, die die auf der Tagesordnung stehenden Fragen besprechen. Deutscher Baugewerksbund, Baugewerkschaft Berlin. faal, wichtige Generalversammlung. Unbedingtes pünktliches Erscheinen ist Ant Freitag, den 8. Oftober, abends 7% Uhr, in den Sophiensälen, Sophienstt. 17, im Gängeralles vergebens versucht hatten, was mit großer Reklame in den Zeitungen angepriesen war. Es wurde immer schlimmer und das Leiden feste fich immer fefter. Die Sicht und elettrophysikalischen Heilmethoden find imftande, nicht nur die Schmerzen zu beseitigen, sondern auch das Grundübel zu heilen, bas bie Schmerzen hervorrief. Sm Boltsmunde wird Das Reißen" der ziemlich gleichartige Schmerz genannt, der non verschiedenen Krankheiten herrühren tann. mie sie heißen, ist dem Kranten ziemlich einerlei; bie Hauptsache ist ihm, daß er von seinen Schmerzen befreit wird. Um das richtige Heilgiertenfarte find am Gaaleingang vorzuzeigen. Ohne dieselben fein Butritt. Der Borstand. Berantwortlich für Bolitik: Graft Reuter; Birtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schikowski; Lokales und Sonstiges: Billy Mobus; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruckerei und Berlagsanstalt Paul Ginger u. Co., Berlin W. 68, Lindenstraße 3. 66666666666666666 Unserem Barteigenossen Friedrich Dickfeldt u. seiner Ehefrau zur Silberhochzeit die herzlichften Glückwünsche. Die Barteigenoffen der 79. Abteilung. mittel zu wählen, fommt es darauf an, ob das Reißen durch Rheumatismus( Muskelrheumatismus, Hegenschuß, Gelent theumatismus). Gicht oder Neuralgie( Jschias usw.) hervor gerufen wird. Das Hauptmittel ist die Diathermie, mit der ich schon die verzweifeltesten Fälle in wenigen Gigungen voll ständig geheilt habe, ferner die künstliche Höhensonne, Sollur lampe und Faradisation. Die Behandlungen sind ungefährlich und in soliden Anstalten auch durchaus nicht teuer. Go toftet 3. B. eine Beftrahlung im fünftl. Söhensonnenbad„ Aftis", Belle- Alliance- Plaz 6a( genau auf Blag und Nummer achten) Spezialin Hüft., Gesäß behandl. und Bein, wenn ärztl. festgestellt, Nur für In 15 Tagen sind schwere Fälle beseitigt worden. Unantastbare Heilerfolge. Bestätigung und Referenzen, ärtzl. empfohlen. Invalidenstraße 106. 9-11. 1-4. Sonntag 10-12. Jacoby. Ischias nur 2 Mart. Es können sich also auch weniger Bemittelte diese Behandlung leisten. Wenn auch die schwersten Fälle noch zu heilen sind, so soll man doch auch bei leichteren Fällen diefe Mittel anwenden, um so schneller ist die Heilung. Für Die enigen, die das fünftl. Söhensonnenbad„ Attis" aufsuchen wollen, möchte ich noch bemerken, daß dasselbe von 10-1 und 4-7, Sonnabends von 10-4 Uhr geöffnet ist. Die Be handlung von Mitgliedern der Ersagtrantentassen und der meisten Betriebstrantentassen geschieht genau so sorgfältig und einzeln, wie die der Privatpatienten. Billige Lebensmittel Sonder- Angebot in Wirtschafts- Artikeln/ Gardinen Hammelvordertleisch Ptd. 65 Pt. Hammeirücken.... P 75P 2 Waggons Pl. 752 Waggons Steingut außergewöhnlich billig! Ergänzen Sie Ihre Bestände! Hammelkeulen Pfd. 90 Pt. Kalbsvorderfleisch Pid. 90 Pt. Kalbsrücken Pid. 1.00 Kalbskeulen Pfd. 1.00 Fett. Ochsen- SuppenFleisch, gefr. Pfd. 55 Pl. Pfd. 65 Pf. Fettes Ochsen- SchmorFleisch gefr.. Schweineköpfe 38. leicht gesalzen, mit Fettbacke Pfd. Schollen Rotbars. Grüne Heringe Bücklinge Fleischwurst I Landleberwurst Jagdwurst Ausl. Speck Pf. • . Pfd. 8 PL 9 • . Pid. 28 Pt. Pld 24 PI Pid. 40 Pt. ..... Pfd 95 Pt. ... Pid. 85 Pf. Pfd. 1.35 Pid 95 PL Damen- Wintermäntelewer. praktischen Stoff, weite Form mit Gürtel 1150 Beachten Sie, bitte, unsere 10 Schaufenster. 5 teilig, bunte Steingut Waschbecken groß, crem 1.90 95 Pt. Waschgarn. Kante.. 5.90 390 Eẞteller 24 cm,... 15 12 PL. Abendbrotteller 12 9 PL weiß 1 Satz Schüsseln Stick, 175 Tasse mit Unterlasse, 12 PL. weiß.. 15 Porzellan Kaffeeservice bunt. 9teilig m. Kante 590 22 teilig, Küchengarn. verschied 1950 Dekors. Tasse mit Untertasse, blau Rand 38 PL. Teppiche in großer Auswahl von M. 1490 an 28, 25 Glas Bierbecher mit Kant 20 Pt. Schüsseln Butterdose Pf. Pf. • $ 65, 30 60, 45 15 35 Galanterie mit Nickel- 275 Tortenplatte rand Brotkörbe 95 1.65, 1:25 Teegläser mit Hale 95 Pf. Schlafz.- Bild.80, mit 1050 1.65 Tisch- Decken in großer Auswahl 9.50 6.50 3 90 Pf. Zephir- Strickjacke 1590 reine Wolle, mit Sehalkragen. Plüsch- Jacke mit Gürtel. ganz 1975 gefüttert, moderne Farben. Das billige Warenhaus des Nordens Straßenbahnen 99, 35, 36, 40, 41, 54, 56, 148, 199. 2teil.. Haushalt- Artikel Scheuerbürste 65, 35, 25 PL. Schrubber..... 60, 35 P. Besteckkasten Holz 95 P. Alumin 95 rt. Essenträger Alu Springformen 1.10, 95, 75 Pf. Königskuchen- 0,48 PL 1.45 .85, Stehleiter die Stufe 1.00 80 Pt. Kartoffeldämpf.Alum. 290 Milchkanne Alum., 1Ltr. 190 190 2545 290 Wannen verzinkt Waschtöpfe 50645 mit Ring, Diwan- Decken neue Muster 16 50 11 90 890 Pa. Gabardinekleid Günstige Kaufgelegenheit für Restaurateure Meter Gardinen Tüll- Querbehang 5, 75, 59 P Scheibengardinen 79, 55 Pf. Gardinenstoffe 95, engl. Tüll, volle Breite, Meter 1,45, 1.25 Künstler- Gardine Steilig, engl Tüll. 8.90, 5.90, Etamine mit Eins. u. 95 PL. 475 Halbstores Volsat.. 5.50, 8.95, 290 Halbstores engl. Tüll, 8.90, 6.50, 490 Künstler- Gardine Steilig Etamine und Einsatz....... 7.90 Bettdecken zweibettig, engl. Tull, schöne Muster. .... 12.50, 19.75, 16.50, 5.90 1275 Bettvorleger 5.36 175 Läuferstoffe ca. 65 cm breit... 3.50, 2.35 Plüsch- Mantel mit langem Arm u. sehr hübscher 1275 Biberette- Imit auf Is Satinfutter, mit farbiger Tressengarnierung. Ur MUNI Gebr. A- G. breitem Schalkragen. 195 4900 Swinemünder Str. 86 Ecke Lortzingstraße Hochbahn Danziger Straße. Ringbahn Gesundbrunnen. Kaufhaus Sternfeld Neukölln, Hermannstraße 210 Stammhäuser: Königsberg i. Pr. Danzig, gegründet 1848 Eröffnung: Sonnabend, den 4. Oktober morgens 10 Uhr Unser Prinzip: Qualitätswaren+ Massenumsatz+ Kleinster Nutzen