Nr.468+ 41.Jabegang Ausgabe A nr. 238 Bezugspreis: Böchentlich 70 Goldpfennig, monatlich 8,- Goldmark voraus zahlbar. Unter Areuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet. Desterreich, Bitauen, Buremburg 4,50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmar! pro Monat Der, Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Beit" mit Gied. lung und Kleingarten", sowie der Unterhaltungsbeilage Seimmelt und Frauenbeilage frauenstimme erscheint wochentäglich zweimal Sonntags und Montags einmal Telegramm- bree: Sozialbemotrat Berlin A in apog Morgenausgabe Vorwürts Berliner Dolksblatt 10 Goldpfennig Muzeigenpreise: Die einipiltige npareille. seile 0.70 Coldmart, Steflamezcile 4.- Goldmart. Kleine Anzeigen" das fettgebredte Wort 0.20 Goldmart( aulajia awei fettgedruckte Worte), fedes waitere Wort 0.10 Goldmart. Stellengesuche das erite Wort 0,10 Goldmart, jedes meitere Wort 0.05 Goldmart. Worte über 15 Buchstabe zählen für zwei Borte. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 0,30 Goldmart. Eine Goldmart- ein Dollar geteilt burch 4,20. Anzeigen für die nächste Nummer müffen bis 4% Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68. Linden. Itraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nadm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292-295 Berlag: Dönboff 2506-2507 Sonnabend, den 4. Oktober 1924 Deutschnationale Selbstentlarvung. Reichstagsauflösung wahrscheinlich. Ueber die Besprechung des Reichskanzlers mit den Deutsch-| Berfassung bekennen müsse. Das nennt die Deutsche nationalen wird folgende Mitteilung herausgegeben: Gestern nachmittag fanden Besprechungen zwischen den Beaufkanzler über die geplante Erweiterung der Reichsregierung ftatt. tragten der deutschnationalen Reichstagsfraktion und dem ReichsDie deutschnationalen Vertreter bezeichneten den plan der Einbeziehung der Sozialdemokratie in die Reichsregierung als völlig neue Tatsache. Die bei einer Erweiterung der Regierung in Betracht kommenden Gesichtspunkte wurden eingehend besprochen. Die endgültige Stellungnahme zu den erörterten Fragen wird die deutschnationale Reichstagsfraktion ebenso wie die Frattionen der anderen Parteien in der nächsten Woche treffen. " Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Pofticheckfonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depojitenfafie Lindenstraße 3 Ernährungssorgen. Getreidehauffe und Ernährungsministerium. Noch vor wenigen Monaten gab es in der deutschen Landwirtschaft und dem zu ihrer Förderung gegründeten Bolt könnte zu viel und zu billiges Brot bekommen. SchutzReichsministerium feine größere Furcht als die, das deutsche Tageszeitung" eine unerträgliche Zumutung". Die Deutsch- zölle sollten den Zustrom ausländischen Getreides aufhalten, nationalen wollen also in die Regierung, sind aber sittlich ent- das fremde Getreide im Inland und damit die deutsche Brotstehende Verfassung schüßen sollen, die sie doch, um in die Re- brohenden Ernährungsnot sprechen. Die Roggenrüstet über die unerträgliche Zumutung", daß sie die be- frucht künstlich verteuern. Heute muß man Don einer gierung zu kommen, beschwören müssen. Wir sind der preise haben sich seit ihrem Tiefstand Ende Juni mehr als " Deutschen Tageszeitung" außerordentlich dankbar dafür, daß verdoppelt! Derartiger Wirrwarr herrscht auf den deutfie uns zeigt, was von einem Eid eines deutschnationalen verdoppelt! Derartiger Wirrwarr herrscht auf den deutschen Getreidemärkten, daß der Preis für Roggen gestern Ministers auf die Verfassung zu halten ist. Die zweite unerträgliche Zumutung" ist die Ratifizies als der Weizenpreis. Die mindere Nahrungsqualität wurde mit durchschnittlich 249 m. je Tonne um 3 M. höher war rung des Abkommens von Washington über den Acht also höher bezahlt als die höherwertige! Das ist ein ga: 13 stundentag. Auch hier können wir- schon im Hinblick ungewönlicher Fall. Er findet seine Erklärung lediglich Die deutschnationale Reichstagsfraktion war bei den Besprechun- auf den voraussichtlich nahen Wahlkampf den Deutschnatio- darin, daß der Bedarf des deutschen Volkes an Roggen dank Die war Besprechunnalen nur dankbar dafür sein, daß sie das wahre Gegen vertreten durch die Abgeordneten Dr. Hergt, Graf Westarp, ficht des Bürgerblods rechtzeitig enthüllt und gezeigt ist als der anderer Länder, daß ferner die Ernte an Shiele und Behrens. Bon der Reichsregierung waren außer haben, warum die Deutschnationalen in die Regierung wollen. Roggen diesmal in der ganzen Welt viel geringer ist als der dem Reichskanzler der Bizetanzier Dr. Jarres, der Außenminister Dr. Stresemann und der Reichsminister für Ernäh- dentag den Hals umdrehen, die Forderung, daß sie auf nis immer noch besser ausgefallen ist. Doch auch hier sind Sie wollen der Republik und dem Achtstun Bedarf, während die internationale Weizenernte im Verhält Die großen Getreide liefernden Ueberseestaaten haben unter die Erträge wesentlich geringer als im vergangenen Jahre. ungünstiger Witterung gelitten; das war um so schlimmer, anbaufläche gegen den Borfriegsstand um ein Sechstel als die Vereinigten Staaten ihre Getreide= eingeschränkt hatten. Rußland, von schwerer Mißin Betracht. Es war vor dem Kriege eine der Stüben des ernte betroffen, tommt als Getreidelieferant überhaupt nicht Weltgetreidemarftes und im besonderen Roggenlieferant. jetzt die Nachfrage nach dieser Brotfrucht dringend und stürDa in den Ueberfeestcaten wenig Roggen angebaut wird, ist teuerung, bei der wohl selbst dem Reichslandbundminister misch, das Angebot fnapp. Das Ergebnis ist eine Getreideani nicht mehr recht behaglich zumute ist, obwohl er sein Bestes dazu getan hat, die Getreideverteuerung zu organisieren. rung und Landwirtschaft Graf kanih anwesend. Die Wirkung des sozialdemokratischen Verhaltens spiegelt fich deutlich in der Preffe. Die Gegner des Bürgerblocks find hochzufrieden, daß die Sozialdemokraten den Bürgerblock politikern nicht das bequeme Argument in die Hände gespielt haben, nun sei die Regierungserweiterung nach links erledigt, also bleibe nur noch die Erweiterung nach rechts übrig. Bei spielsweise schreibt die offische Beitung": Die Antwort, die die sozialdemokratischen Führer heute bem Reichstanzler auf seine Fragen gegeben haben, zeugt für ihren guten politischen Instinkt. Die Sozialdemokratie hat die politische Notwendigkeit der Stunde erkannt und den schweren taftischen Fehler vermieden, mit dem die Befürmorter des Rechtsblods sicherlich gerechnet haben. Sie haben nicht aus Brinzipienreiterei den Gedanken des Reichstanzlers abgelehnt, fondern das fachliche Moment in den Vordergrund gerüdt: Eine grundsätzliche Ablehnung der Erweiterung der Reichsregierung kommt für die Sozialdemokratie nicht in Frage. Das ist fein Negativum, sondern ein Pofitivum. Die Sozialdemofartie... verlangt, daß die fünftige Regierung auf den Beden der Weimarer Verfassung trete und sich zum Schuh diefer republikanischen unerträgliche Zumutung". Können sie das nicht erreichen, dieses Bergnügen verzichten sollen, betrachten sie als eine dann freut sie, wie man in Süddeutschland sagt, die ganze Leich' nicht mehr! Ueber den Unsinn eines spätabendlichen Sensationsblatts, das die Koalition von Hergt bis Hilferding schon fertig fieht, braucht man nach solchen Vorgängen fein Wort mehr verlieren. Auch die Meldung eines Konkurrenzunternehmens, daß der Bürgerblod ausgezeichnete Aussichten habe, steht ungefähr auf der gleichen Höhe. Weit mehr Beachtung verdienen die Stimmen der offiziellen Blätter der Volkspartei und des Zentrums. " T Die 3eit", das Organ der Volkspartei, macht den Deutschnationalen einige ernste Vorhaltungen. Sie hätten eine unzweideutige Haltung vermiffen laffen, sich in das Halbdunkel einer Entschließung eingehüllt, die den Zielpunkt des Willens und der Entschließung nicht erkennen läßt". müßte ihnen doch lieber fein, aus eigenem Entschluß ein politisches Betenntnis abzulegen, als sich von so zialdemokratischer Seite Gewissensfragen vorlegen zu lassen". Jetzt gebe es nur noch zwei Möglichkeiten: die Reichstags. = wünscht die Sicherung der Fortführung des bisherigen Rur die Auflösung Deutschnationalen in die Regierung oder Fünftel ist noch nicht ganz verloren, sondern teilweise als Biehses in der Außenpolitif. Das sind Borausseßungen, die so # selbstverständlich sind, daß zumindest innerhalb der gegenwärtigen Koalitionsparteien sich jede weitere Diskussion erübrigt. Auf der anderen Seite ist die deutschnationale Presse ganz aus dem Häuschen geraten. Besonders die landbündlerische " Deutsche Tageszeitung" tobt wie besessen, fie, wirft den Sozialdemokraten vor, sie seien mit ihrem Verhalten dem Rat des Pariser Matin" gefolgt, also Battieren mit dem Erbfeind, Landesverrat usw. usw. lleber die blödsinnige Behauptung, daß die deutsche Sozialdemokratie ihr taktisches Verhalten nach den Ratschlägen der Pariser Preffe und aus gerechnet des„ Matin" einrichte, erübrigt sich jedes Wort. Schließlich aber schreit die Deutsche Tageszeitung" auf: Die am Schluß aufgestellten Bedingungen gar zeigten aber das wahre Gesicht des Fuchses mit aller Klarheit. Ihre Unnahme würde für die Deutschrationalen nichts anderes bedeuten als sich der sozialistischen Herrschaft auf innenpolitischem wie außenpolitischem Gebiet bedingungslos auszuliefern und auf jede eigene Bewegungsfreiheit von vornherein zu verzichten. Eine solche Zumutung ist natürlich für eine Partei von der Bedeutung der Deutschnationalen unerträglich. Dazu möchten wir zunächst bemerken, daß wir lieber das Gesicht eines Fuchses haben wollen als das eines Deutschnationalen. Denn was sich diese Herrschaften an Dumm heit leisten, geht weit über das polizeilich erlaubte Maß hinaus. Die Sozialdemokraten haben verlangt, daß sich die umzubildende Regierung zum Schuh der bestehenden Sozialdemokratische Reichstagsfraktion. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion ist zur Besprechung der politischen Lage auf Mittwoch, den 8. d. M., nachmittags 2½ Uhr, nach Berlin berufen worden. Der Vorstand der Fraktion wird bereits am Vormittag tagen. Die Fraktionen der bürgerlichen Barteien treten faft restics bereits am Dienstag zusammen. Nur die Zentrumsfraktion hat ihre Beratungen über die Regierungserweiterung für Mitt woch anberaumt. Ein Mörder des amerikanischen Konfuls in Teheran hingerichtet. In Washington traf aus Teheran die Nachricht ein, daß im Beisein der gesamten Garnison und eines Vertreters der amerikanischen Mission der perfifche Soldat Mortezza, der an der Ermordung des amerikanischen Konsuls beteiligt war, ftandrechtlich erschossen wurde. Wie steht es nun mit der Einbeziehung der Deutschnationalen in die Regierung? Die Entscheidung liegt beim 3 en trum. Wie diese Entscheidung ausfallen wird, darüber gibt das Zentrumsblatt, die„ Germania", folgende Auskunft: Wir sind es gewohnt, daß sich die Gegner unserer Partei gerne 311usionen hingeben. Insbesondere ist es immer ein Borrecht der deutschnationalen Politik gewesen, und zwar nicht nur ihrer Innenpolitit, das zu glauben, was sie gerne wünschte. Es hat darum auch wenig 3wed, fie lang und breit eines Besseren belehren zu wollen. Nur furz jei gefagt, daß die Hoffnungen der Deutschnationalen, als würde die Zentrumspartei fich letzten Endes doch noch zu einer Bürgerblodregierung bereitfinden, trügerisch sind. Das gilt nicht zuletzt gerade hinsichtlich der Haltung des schlesischen Zentrums, das in den Wahlen, bei denen Dr. Wirth bekanntlich ein führender Agitator war, wiederum ein hervorragendes Zeugnis feiner Einigkeit abgelegt hat, und dessen verdienstvoller Führer Dr. Porsch in der Frage der Umbildung des Kabinetts mit dem Reichskanzler Marr vollkommen übereinstimmt. Wenn ihr( der deutschnationalen Breffe) wirklich daran liegen sollte, feine Bogelstraußpolitif zu treiben, so können wir ihr nur raten, die Hoffnung darauf aufzugeben, daß das 3entrum gegenwärtig eine Bürgerblodpolitit mitmachen würde. Alle ihre Intrigen und Manöver werden diese Tatsache nicht aus der Welt fchaffen. 9 Also die Volkspartei sagt jetzt: Bürgerblock oder Auflösung! Zentrum und Demokraten sagen: Kein Bürgerblock! Bleibt: Auflösung! Vor der Auflegung der Anleihe. London, 3. Oktober.( Eigener Drahtbericht.) Die Verhandlungen über die deutsche Anleihe von 800 Millionen Goldmark find so weit gediehen, daß die Anleihe am nächsten Mittwoch in London und New York aufgelegt werden kann. Cuther, der sich einen Tag in Condon aufgehalten hatte, um Condon, 3. Oktober.( WTB.) Reichsfinanzminister Dr. persönliche Fühlung mit den führenden Bankiers zu nehmen, die fich augenblicklich mit den Vorbereitungen für die Anleihe an abficht, im Berlauf der nächsten Woche nach Condon Deutschland befassen, ist nach Berlin zurückgereift. Er bezukehren, um das Anleiheabkommen zu zeichnen. deutsche Ernte außerordentlich ungünstig ausge= Es hätte nicht so weit fommen können, wenn nicht die fallen wäre. Zwar wird, wie wir meldeten, der Ausfall an Brotgetreide infolge des schlechten Eentewetters auf höchstens 20 Broz. der günstigen Vorjahrsernte geschätzt, und auch dieses futter verwendbar. Da nun immer große Mengen an Brotgetreide verfüttert wurden, ist anzunehmen, daß ein Teil der wendet wird, und dah so von dem unbeschädigten Brotminderwertig gewordenen Brotfrucht zur Fütterung verfür die menschliche Ernährung bleiben. Auf der anderen getreide erhebliche Mengen, die sonst verfüttert worden wären, Seite jedoch steht die Tatsache, daß die Getreidepreise um 43 bis 85 m. je Tonne, also je Bentner um 2,15 M. bei Weizen und 4,25 M. bei Roggen über den zollgeschützten Borkriegspreisen liegen. Diese Getreideverteuerung hat sich bis jetzt im Brotpreis längst noch nicht in vollem Umfange ausgewirft. Es mag richtig sein, wenn das Reichsernährungsministerium versichern läßt, daß eine Gefahr für die Brotversorgung selbst nicht vorläge, daß insbesondere die bereits erfolgten großen Getreidekäufe im Ausland und die immerhin nicht schlechten Ernieerträge im überwiegenden Teil Ostelbiens die Ernährung des Volkes sicherstellen". Bei so hohen Brotpreisen, wie sie jetzt infolge der Getreideteuerung zu erwarten sind, wird freilich die Sicherstellung der Ernährung mehr mit einer Berbrauchsbeschränkung, also Hunger oder mit einem Ersag des Brotes mit Kartoffeln und anderer minderwertiger Nahrung erkauft werden. Das ist der Erfolg einer Landwirtschaftspolitik, die sich um die Lebensbedürfnisse des deutschen Bolles niemals mit dem notwendigen Ernst gefümmert hat. Was ist denn geschehen? Es hat nur ein paar Wochen lang geregnet, mehr nicht. Das ist in anderen Jahren auch der Fall gewesen: also mußte man die Möglicht eit einer geringeren Ernte schon ins Auge fassen, ehe man Dispositionen über die deutschen Getreidevorräte traf. Statt deffen hat Graf Kanig eine Bollvorlage eingebracht, die von der Annahme ausging, die Ernte würde in Deutschland und in den übrigen Ackerbauſtaaten gut sein. Er hat die Zollvorlage auch dann nicht zurückgezogen, als der deutsche Preis dem Weltmarktpreis nahetam und als der deutsche Getreidebedarf und die starke Nachfrage die Preise des Weltmarktes noch in die Höhe. trieben! So brachte der für die deutsche Ernährung verantGetreidemarkt, das der internationale Getreidehandel sich wortliche Minister ein fpetulatives Moment in den natürlich zunuze zog. 3urüdsterium immer in Erwartung eines Getreideüberflusses Doch damit nicht genug, gab das Reichsernährungsmininoch vor Beginn der Ernte die Ausfuht von Brotgetreide teilweise frei mit dem Erfolg, daß im Juli und August Reichsbantpräsident Dr. Schacht ist gestern, Freitag spät rund 436 000 Doppelzentner Weizen und Roggen ins Ausland abends von London in Berlin eingetroffen. wanderten noch dazu zu Breifen, die um 20 bis 33 Proz. * unter den heutigen deutschen Getreidepreisen liegen! Anstatt das Getreide im Inland auftaufen zu lassen und für den Notfall aufzuspeichern, hat man gewaltige Mengen deutschen Gefreides dem Ausland halb geschenkt. Gleichzeitig aber traten bereits die deutschen Getreideimpor die deutschen Getreideimpor teure in Tätigkeit. Sie hatten ja an dem geplanten Schutzzoll nur zu verdienen! So fauften sie, als die Entblößung des Marktes offenbar wurde, Weizen und Roggen in größeren Mengen auf, die jetzt im Oktober und November hereinfommen. Die Wirkung der überhafteten Rauftätigkeit aber war ein verschärftes Anziehen der Weltmartt preise. Heute fönnen wir denselben Roggen, der im Auguft zu 17 M. je Doppelzentner hinausging, für 25 m. wieder Das ist der Schutz der nationalen Arbeit", wie er von der Regierung proflamiert wurde. Immer wieder ist zu betonen, daß der deutsche Landwirt feinen oder mindestens geringeren Nugen davon hatte als der internationale Getreide handel. Die deutsche Landwirtschaft wäre in jedem Falle in den Genuß des hohen Getreidepreises gefommen, sobald die Knappheit offensichtlich wurde. Statt deffen hat sie gutes Getreide zu verhältnismäßig niedrigem Preise abgegeben, und mancher Bauer, der dann von der Mißernte betroffen wurde, wird heute den hohen Preis anlegen müssen, um seinen eigenen Bedarf zu decken. Getreide- bieb a hem Bärferbund ausfélag be Marx über die Völkerbundfrage. Eintrittsgesuch auch ohne Antwort auf das Memorandum. Reichskanzler Dr. Marr äußerte sich einem Bertreter des Daily Expreß" gegenüber in bemerkenswerter Weise über die Frage eines Eintritts Deutschlands in den Bölkerbund. Er sagte: einführen. Die Ernährungssorgen, die angesichts der hohen Getreide preise gehegt werden müssen, sind eine Folge der Politik Ranig. Diese war eine einzige Spetulation auf gute in- und ausländische Ernten, eine Speculation, die fehlgeschlagen ist. Die breiten Boltsmassen sollen den Verlust bezahlen. Das Geschrei hätte man hören sollen, wenn etwa einem sozialistischen Ernährungsminister eine derartige Kurzsichtigkeit nachgewiesen worden wäre! Einem Fachminister freilich ist, wenn er Großgrundbefizer und Förderer des Reichslandbundes ist, alles erlaubt! Die Arbeiterschaft hat bei der ganzen Geschichte insofern noch Glück gehabt, als durch das Eingreifen der Sozialdemo: fratie und der Gewerkschaften die le berrumpelung des Reichstages mit der Zollvorlage verhindert wurde. Wäre das geplante Zollgefeh bereits in Geltung, so wäre der Roggen preis noch um 50 m. höher, also fast doppelt so hoch wie der Borkriegspreis. Jetzt, nachdem ohnehin die unerhörte Getreideteuerung eingetreten ist, wird der Kampf gegen die Zölle mit doppelter Kraft geführt werden müssen. Dieser Kampf ist feineswegs- wie es bie politischen wie es die politischen Landbündler glauben machen wollen ein Kampf gegen die Landwirtschaft. Die erfreuliche ablehnende Haltimg, die der Agrarfreund Prof. Sering zu den Schutzöllen einnimmt, bestätigt nur, was von uns früher in der gleichen Frage gesagt wurde als richtig. Wenn je, so ist jest Gelegenheit zu zeigen, daß unserer Partei an einem Kampf gegen die Landwirtschaft nichts liegt. Die Mißernte ist diesmal gerade in solchen Gegenden zu verzeichnen, wo ein starter, in zäher Arbeit stehender Bauernstand der Scholle ihren Ertrag abringt. Wir begrüßen es, daß gerade die preußische Regierung sich hier zu Hilfsmaßnahmen entschloffen hat, die felbe Breußenregierung, die die Landbündler om liebsten Sprengen möchten. Was wir fordern müssen, das ist, daß anstatt der politischen Landbundwirtschaft eine produttive Agrar. politif getrieben wird, daß diese in Einklang gebracht wird mit einer vernünftigen Ernährungspolitit. Das vermiffen wir im gegenwärtigen Reichslandwirtschaftsministerium, das einen feltenen Beweis von Kurzsichtigkeit, um nicht zu sagen Unfähigkeit erbracht hat. Auf seine Politik gibt es für die deutsche Arbeiterschaft nur eine Antwort: scharfften Brotest! Die„ Schlesische Arbeiterzeitung" wurde auf Grund des§ 21 des Gefeßes zum Schuß der Republit auf die Dauer von 14 Tagen, und zwar vom 1. bis 14. Oftober 1924 einschließlich verboten. Astronomie der Berufe. Bon Lola Landau. Gibt es nicht eine Astronomie der Berufe, eine örtliche zufällige Bestimmung, die sich allmählich zur gestirnähnlichen schicksalhaften Ronstellation zur Welt entwickelt! Da ist die dahinrollende Arbeit, unter der die Straßen sich wie heißgelaufene Schienen ausdehnen, beweglich haftig, herrschfüchtig. Träger, Boten, Handwerker, Lehrer, Aerzte, fie tragen sich in die Häuser, befehlen die Stunde und verteilen das Werf wie das Brot. Geduldiger ift die gefesselte Arbeit, eingerammt hinter Tischen und Werkzeugen. An ihr bricht sich die Flut der Dinge und fann nicht vorüber, ehe sie nicht in ihren Hän den geballt ist, ewiges Wasser zu Glas geblafen. Welches ungleiche Weltbild muß in den Menschen entstehen, allein durch die sonderbare Dynamit der Arbeit, die sie vor sich herstoßen oder von der sie felber geschleudert werden. Aber niemals eindringlicher erkennt man die unheimliche Ge walt des räumlichen Zwanges als bei den Geftalten hinter den Schaltern, die wie Schaufensterpuppen hinter den Glaswänden der Scheiben fizen, wächsern, in der Hand nur das automatische Zittern des Geldzählens. Und seht dann den Mann in dem trüben Zwielicht des Untergrundbahnhofes, der die Billetts durchlöchert! Gingesperrt in seinen Kaften, wie in einen engen hölzernen Räfig, hockt er emig in dem Gefängnis seines Berufes wir alle find die Besucher vor seinem Gitter, ohne ihn doch eines Blickes zu würdigen. Wir sehen ihn ganz dicht, atemnah, ohne ihn anzusehen; wir reichen ihm hin, mas er verlangt, unfere Hände berühren sich beinahe, feine Hand, eine fünffingrige Zange, öffnet sich und schnappt zu, um ein Loch in die Karte zu schlagen. Daß eine lebendige Hand eines atmenden Menschen sich ausstreckt, empfinden wir nicht. Wie sollten wir es auch in der halben Gefunde vor seinem Gitter. Denn jede halbe Sefunde blitzt vor diesem Gefesselten ein neuer Mensch auf und ist vorüber. Die Gesichter wechseln so schnell, als wäre es immer nur ein und dasselbe Geficht, das sich grimaffenartig verzieht, bald männ. lich, bald weiblich, bald in findlichen Formen feine 3üge verändert, ein Sput des Lebens. Gibt es etwas Erschreckenderes als diese räumliche Nähe der Menschen und zugleich ihre unendliche Ferne und Fremdheit? Dieses Ereignis ist es, welches das Leben des Mannes unaufhörlich umfreift. Begriffe er es, so würde er vielleicht aus seinem hölzernen Räfig ausbrechen. Aber der Mann hinter der Schranke ist geschützt durch Nichtwiffen, gesegnet durch Nichterkennen. Denn auch er sieht teine Menschen, ein Raleidostop einzelner wirren Menschenfeßen wirbelt an ihm vorüber. Die scharfe Sichel eines Kinns, Haarsträhnen, der Goldknopf einer Manschette, eine rote Hutschleife und vor allem Hände, spise und stumpfe, Hände in Handschuhen und nadte Hände, von Arbeit gegerbt. Ein wirres Geflecht von Glied maßen ist es, das sich vor dem Mann auftürmt wie eine Hede, fein mürbe, daß die deutsche Regierung die entsprechenden Summen im Innern zur Entschädigung der deutschen Exporteure aufzu= bringen hätte, und daß dadurch die deutsche Reparationsfähigkeit sowohl in hohem Grade geschmächt würde als auch neue Gefahren für die Stabilität der deutschen Währung heraufbeschworen würden. Geisler klagt? Abwarten! Das deutsche Bolt habe bisher feinen Brunb gehabt, die Beteiligung am Bölkerbund zu erstreben, von dessen Leistungen es naturgemäß nur die für Deutschland negativen empfunden habe. Daß der Bölferbund in wichtigen Fragen auch positive Arbeit geleistet habe, werbe wohl von einzelnen erkannt, doch habe man pon ber Die Bereinigten Baterländischen Berbände haben anscheinend großen Masse des deutschen Volkes nicht erwarten können, daß es ihren berüchtigten Vorsitzenden, den deutschnationalen Reichstags. angesichts der Entscheidung über Oberschlesien, um abgeordneten Geisler, in den legten Tagen mächtig unter Druck nur das Hauptbeispiel herauszugreifen, besonders geneigt wäre, durch gefeht und ihn endlich gezwungen, entgegen seiner ursprünglichen die Mitgliedschaft im Bölkerbund Aktionen zu sanktionieren, deren Absicht die Beleidigungsflage zu erheben, zu der ihn GeKosten das deutsche Bolt selber zu zahlen hatte. Nachdem nunmehr noffe Hörfing, der Bundesvorsitzende des Reichsbanners Schwarz bas Reparationsproblem geregelt sei, glaube die deutsche Regierung Baterländischen Berbände, daß sich Geisler lange hat es ge Rot- Gold gepreßt hat. Wenigstens verkünden die Vereinigten angesichts der wichtigen Fragen, die der Entscheidung des Bölfer bauert, und er mußte gebührend gebrandmarft werden als bewußter Baterländischen Verbände, daß sich Geisler bundes unterlägen, ihre bisherige Haltung aufgeben zu bauert, und er mußte gebührend gebrandmarkt werden als bewußter Berleumder und Ehrabschneider" zu der Klage bequemt habe. müssen. Die deutsche Regierung habe es jedoch für eine Pflicht der Aufrichtigkeit gehalten, bevor sie ihren Antrag zur Aufnahme Deutsch- Berleumdungen der Angehörigen des Reichsbanners erbringen müſſen Nun wird er den Beweis für seine hanebüchenen, echt vaterländischen lands in den Böllerbund stellte, sich Gewißhei: über einige Bunkie Berleumdungen der Angehörigen des Reichsbanners erbringen müſſen zu verschaffen, deren Bedeutung für die zufünftige Stellung Deutsch bände durch ihre Anfündigung lediglich eine Beschwichtigung der menn er in einiger Zeit nicht doch wieder kneift und seine Berdie deutsche Regierung in einem Memorandum formuliert, abschneiderei als jedes Anstandes bar allmählich selbst zu fauftdick lands zu dem Bölferbund ausschlaggebend sei. Diese Punkte habe jenigen Kreise im rechtsrabifalen Lager versuchen, denen Ehr welches den im Rate des Bölkerbundes sigenden 10 Nationen zu geworden ist gestellt worden sei. Die deutsche Regierung verlange auf dieses memorandum weniger eine bestimmte Zu- oder Absage, sondern betrachte es als eine einseitige Erklärung, die sie aus Gründen der Loyalität vor Stellung des Antrages abgeben zu müffen glaubte. Deutschland liege im wesentlichen daran, feine zufünftige Stellung als Hauptmacht anerkannt zu sehen. Die Erklärung läßt darauf schließen, daß der Reichs Schritte zweds Aufnahme Deutschlands in den Bölkerbund tanzler und mit ihm die gesamte Reichsregierung bereit sind, auch dann zu unternehmen, wenn sich die Völkerbundmächte damit begnügen, das Memorandum zur Kenntnis zu nehmen, ohne ausdrücklich auf die einzelnen Buntte einzugehen. Nach dem bisherigen Echo, das das Memorandum bei den aus wärtigen Regierungen gefunden hat, ist nicht anzuneh tend machen wird. Die Erklärung des Reichskanzlers fann men, daß sich ein prinzipieller Wider ft and gel mithin als ein weiterer Schritt vorwärts in der Bölkerbund frage betrachtet werden. Da die Deutsch nationalen fich nach wie vor zum Bölferbund schroff ablehnend verhalten, bedeutet sie zu gleicher Zeit einen neuen Schritt fort vom Bürgerblock. So muß es kommen! Kommunistenspaltung in Weitmar. Ausgeschloffen wegen Stimmabgabe für einen Sozialdemokraten. Bochum, 3. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Auf Beschluß der Bezirksleitung der Kommunistischen Partei des RuhrBeitmar aus der Partei ausgefchloffen worden, weil gebiets find acht Gemeindevertreter der KPD. in sie entgegen dem Befehl der Bezirksa itung der PD. für die Wahl des sozialdemokratischen Amtmanns geftimmt hatten. Die Fral tion" der Rommunisten besteht jetzt noch aus einem einzigen Aufrechten. Das Ausschlußurteil wird in der komunistischen Bresse mit einem langen Rommenter versehen, in dem es heißt, daß das Bers Haffenfeindlichen Charakters der SPD. fei. Die Wahl des fozial halten der Ausgeschloffenen eine fatastrophale Berkennung bes bemokratischen Amtmanns fei ein Eintreten für die Etellung ber Sozialdemokratie zu dem Sachverständigengutachten und zu allen anderen Fragen. Bemerkenswert ist, daß die Haltung der Ausge schlossenen von der überwiegenden Mehrheit der kommunistischen Mitglieder in Weitmar gebilligt wird. Durch den Ausschluß der Gemeinderatsmitglieder ist eine Spaltung der Rommu Im weiteren Berlouf feiner Unterrebung äußerte fich der nistischen Partei in Weitmar bewirkt worden dan 103 Reichskanzler über die Reparationsabgabe folgendermaßen: 译 Militärbehörden beschränken die Versammlungsfreiheit. Sabotage des Londoner Abkommens? Die deutsche Regierung fönne nicht umhin, ihrer Besorgnis über die Anwendung einer der britischen Recovery Act analogen Sondersteuer in anderen alliierten Ländern Ausdruck zu geben. nach Auffassung der deutschen Regierung lasse sich diese einseitige Reparationseintreibung nicht in Eintiang mit den Be- Essen, 3. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Obwohl die Wieders stimmungen des Dawes Blanes bringen. Der Dawes- Plan herstellung der Hoheit der deutschen Behörden ein Teil der Lonlege gang befonderes Gewicht auf die Frage der lebertragung von boner Abmachungen ist, haben foeben die französischen Milfs Reparationsleistungen aus Deutschland auf die reparationsberech tärbehörden einen neuen Erlaß, der diese Verpflichtung tigten Länder. Bei dieser Uebertragung fei die größte Rüdsicht auf ignoriert, herausgegeben. Der Bresse des Ruhrgebiets ist befohlen die Stabilität der deutschen Währung zu nehmen. worden, eine Verfügung zu veröffentlichen, in der betont wird, daß Aus den in Deutschland aufkommenden Martbeträgen, die für Re- bisher feine Henderung der Anordnungen über die Ber parationszmede zur Verfügung stünden, dürften nach Ansicht der sammlungsfreiheit erfolgt ist. Sämtliche Beschränkungen Verfasser des Dames- Blanes fremde Devisen nur in dem Maße und Verfügungen der Besaßungsbehörde über politische Versamm erworben merden, als nicht eine Erschütterung der deutschen Wählungen und über die Versammlungen der Gewerkschaften find nach rung zu befürchten sei. Die Anwendung der Recovery Act dagegen wie vor in vollem Umfange in Kraft. Demzufolge muß für polidurch eine Anzahl, ja vielleicht die Mehrzahl der reparationsberechtische Versammlungen mindestens drei Tage vor ihrer Einberufung tigten Länder würde in ihren Konsequenzen dazu führen, daß ein die Genehmigung der Militärbehörden eingeholt werden. Bersamm Devisenbetrag in Höhe von mehreren 100 millionen lungen der Gewerkschaften und der Arbeitgebervereine müssen minGoldmark der deutschen Wirtschaft von vornherein entzogen destens 24 Stunden vorher mündlich oder schriftlich angezeigt werden. einziger Mensch. Bald sieht er auch dies nicht mehr. Sein Auge betommt einen abwägenden starrblinden Blid. Und was gäbe es auch zu fehen! Auf einer abschüssigen Drehscheibe, die immer schneller und schneller zu freifen scheint, sieht er das Karussell der Menschen heranfahren. Und wie es ja immer ein und dasselbe Gesicht bleibt, das nur fein Mienenspiel mastenhaft verwandelt, so ist es auch nur eine einzige, unwesentliche, gleichgültige Person, die immerzu wiedertehrt und ihm immer wieder denselben fleinen Gegenstand hinreicht. Das höllische Geheimnis der vergeblichen und rasenden Bewegung, die nichts bedeutet als ewiges Stillftehen, der Bielgestalt, bie nichts ist als Einzigkeit, erfüllt sich vor diesem Manne Sefunde um Sekunde. Allmählich muß eine lächelnde Apathie, eine heroische Gleichgültigkeit in ihn einziehen. einem Gindrud aufgeriffen wird. Eine Matrosenfchleife, die ihn an Vielleicht allerdings gibt es Augenblicke, in denen fein Auge von fein eigenes Kind erinnert, ein leises Glimmen aus einem Frauen blid, das ihn lodt, aufzublicken, und er sieht hin, sieht endlich das Leben zischt auf eine halbe Sekunde, das Wiedererkennen zwischen zwei Seelen, aber schon ist es erloschen und wieder steht er in dem trüben Halbdunkel unter der Erde wie ein Wächter der Unterwelt, an dem die endlosen Schatten der Menschen vorübergleiten. 2nd Die amerikanischen Zeitungen. Ein Vergleich, den fürzlich Paul W. Withe in„ Editor and und aus der Zeit vor 25 Jahren angestellt hat, zeigt als auffallendste Bublisher" zwischen 110 amerikanischen Tageszeitungen von heute Beränderung in diesem Zeitraum das Anwechsen des Umfanges. Die typische ameritafische Zeitung hat heute 16 Seiten zu je acht Rolumnen gegen 12 Geiten zu je fieben Kolumnen vor einem Vierteljahrundert. Der den Nachrichten( Allgemeines, auswärtige Bolitit, Kriminalnachrichten, Geschäftsleben) gewidmete Raum, der in den früheren Blättern etwas mehr als die Hälfte einnahm, beträgt in den heutigen Zeitungen nur noch 40 Prozent. Die Auslandsnachrichten sind heute doppelt so umfangreich wie damals; fie beanspruchen etwa 2% Prozent des Gesamtraumes. Die Abteilung Bolitie" ist sich ungefähr gleich geblieben, während die Krimi nalnachrichten wesentlich zugenommen haben. Der dem Sport gewidmete Prozentsaz( 7% Prozent) zeigt ebenfalls eine starte 3u nahme; dagegen befinden sich die Gesellschaftsnachrichten in einer mächtigen Flaute. Auffallender als alle anderen Veränderungen im Zeitungswesen ist die Berminderung bes für die Meinungsäußerung bestimmten Raumes. Der Prozentjaß für redaktionelle Aeußerung ist um mehr als zwei Drittel herabgefeht worden; aber der Rückgang ist sogar ein absoluter, bruden doch die zum Bergleich herangezogenen Beitungen heute im Tagesdurchschnitt nur mehr als 56 3oll Leitartikel gegen 65 Zoll im Jahre 1890; die„ Briefe an die Redaktion" sind bis Schwinden bes redaktionellen Einflusses und der rebaftionellen Be zu einem Sechstel ihrer früheren Quote beschnitten worden. Das deutung der amerikanischen Zeitungen ist seit langem eine bekannte Tatsache. Bielleicht das wichtigste von allem aber ist, daß der Anzeigenteil sich um etwa 50 Prozent vergrößert hat. Dieses Anwachsen wird noch deutlicher, wenn man sich vor Augen hält, daß der Tagesdurchschnitt für Anzeigen in den 25 Jahren von 539 Boll auf die zunehmende kommerzialisierung unserer Presse. 1172 Boll gestiegen ist. Dies ist natürlich ein weiterer Beweis für Tageszeitungen in den Bereinigten Staaten auf annähernd 15 Millio Wenn man bedenkt, daß in diesen 25 Jahren die Verbreitung der derungen des heutigen Zeitungswesens sich ständig komplizieren, fo nen Exemplare emporgeſchnellt ist, und daß die finanziellen Anforfindet diefe Entwidlung ihre volle Begründung. " Roland von Berlin." Die Leitung der neueröffneten Kleintunft. bühne im Admirals polast verdient einen Preis: sie hat es zumege gebracht, troß Heranziehung einiger guter Kräfte, gähnende Bangeweile in den reizenb hergerichteten Raum, der wohl einer der schönsten in Berlin ist, hineinzuzaubern. Die einzigen Lichtblicke Beitlang einen wirklichen Kontakt mit dem Bublifum herstellte, und maren der ungarische Musikhumorist Lajos Ezendy, der eine Elifabeth Bergner, die eine meisterhafte dramatische Leistung nehmen, um zum Schluß diese Leistung zu genießen. Außerordentlich bot. Leider mußte man die Langeweile des ganzen Abends auf sich peinlich und befremdend aber wirfte die Tatsache, daß den anwesenden Pressevertretern Gratisbewirtung angeboten wurde. Wie niedrig muß die Leitung des Unternehmens die Pressevertreter einschätzen, wenn sie es moat, fie mit Champagner und anderen dargebotene Bewirtung zurückzuweisen. Hoffentlich wird von den onwesenden Bressevertreter nidt das notwendige Tattgefühl, um die schönen Dingen bewirten zu lassen! Leider hatte eine Anzahl der zuständigen Berufsorganisationen dafür Sorge getragen daß die hier gerügte Unfitte aus dem Berliner Kunstleben perschwindet, A. S. gerügte Unfitte aus dem Berliner Kunstleben perschwindet. A. S. Die Staatsschulen für freie und angewandte Kunst. Mit dem 1. Oftober ist die Bereinigung der Staatsschulen für freie und angewandte Kunst, die schon früher räumlich erfolgt war, nun auch organifaterisch vollogen. In dem früheren Hochschulgebäude in der Hardenbergstraße sind bis auf eine Werkstätte aus der Kunstgewerbeschule alle Ateliers und Klaffen der beiden nun verschmolzenen Unterrichtsanstalten vereinigt worden. Und zwar hat man darauf Wert gelegt, die drei Abteilungen aus denen fich die Staatsschulen zusammenfegen, die für freie Runft, für angewandte Kunst und für Architektur, nicht räumlich zu trennen. Indem man die Klassen, Hilfsfächer und Werkstätten räumlich in enge Beziehung miteinander brachte, foll ermöglicht werden, daß die anregende Wirkung dieser Nachbarschaft freier Künstler" mit Kunstgewerblern, Zeichnern mit Drudern uff. fich vervielfacht. Im allgemeinen find die Bildhauerwerkstätten im Rückflügel an der Kurfürftenallee, die tunstgewerblichen Werkstätten im ersten Querflügel, vorn findet man eine Reihe von Malerwerf ftätten, meist nebeneinander die der Lehrer aus der früheren Hochschule und aus der alten Kunstgewerbeschule. Endlich enthält das Rünste. Es wird nun alles barauf anfommen, die neuen Staats. weitläufige Gebäude auch noch die Meisterateliers der Akademie der schulen so auszubauen, wie es fachlich erforderlich ist, und diese neue Diganisation über die erste Uebergangszeit hinwegzubringen. Die vereinigten Staaten Europas» Eine Kundgebung im Herrenhause. Anläßlich des 23. Weltfriedenskongresses fand gestern abend im ehemaligen Herrenhaus« eine eindrucksvolle Kundgebung für die Schaffung der Bereinigten Staaten von Europa und den Völkerbund statt. Vor überfülltem Saal eröffnet« Professor O e st r e i ch die Veranstaltung. Für den durch Krankheit ver- hinderten italienischen Redner Francesko Crestano verlas Dr. Kawerau dessen eingesandtes Manuskript über das Thema des Abends. Nach dem Weltkrieg stellt er fest, haben die demokratischen Kräfte in Europa sich allgemein verstärkt, während die oristokra- tischen zurückgedrängt worden sind. Diese Erkenntnis macht jeden Krieg nicht nur zu einem sittlichen Verbrechen an der Menschheit, sondern auch zu einem absoluten Widersinn. Da durch Krieg« keinerlei Existenzfragen gelöst werden, ist es von höchster Bedeutung zu wissen, ob es denn keine anderen und besseren Möglichkeiten gibt, um allen Völkern die Lebensfähigkeit zu sichern. Die fort. geschrittenen technischen Verhältnisse der Neuzeit lassen den Weg aus dem heutigen Chaos zu, und außer Kant ist es ein Italiener ge- wesen, Guiseppe Mazzini, der die Schaffung der Dereinigten Staaten von Europa als einer der ersten, und zwar nach amerika- nischem Vorbild, vorgeschlagen hat. Der Weltkrieg lehrt«, daß eigen« Wohlfahrt sich nicht durch den Ruin anderer erreichen läßt, und daß jede Schwächung Europas höchstens zugunsten der außer- europäischen Staaten geschieht. Schlug man vor dem Krieg« bereits vor. gegen die drei Großmächt« Rußland, England und die Ver» «inigten Staaten ein mitteleuropäisches Bündnis unter Führung Deutschlands zu gründen, so ist die Lösung bei der heutigen poli- tischen Konstellation nur in noch größerem und schönerem Sinne mpglich, eben durch die Gründung der Dereinigten Staaten von Europa. Die nachfolgenden Ansprachen waren alle von tiefem Ver- ständnis für die Not der Gegenwart erfüllt. Lydia Stöcker betont« die hohe Aufgabe, die die Frau bei der Erziehung der Jugend zu Weltbürgern zu erfüllen hat. Dr Wolter Fabian stellte unter stürmischem Beifall fest, daß nur ein« reine Rechts- pflege im eigenen Staat Gewähr für«in reines Völkerrecht gibt, weshalb es notwendig ist, dem Fechenbachskandol, der für tausend andere juristisch« Skandale in Deutschland typisch ist, ein sofortiges Ende zu bereiten. Hans Schwann führt« aus. daß ohne den Freihandel nicht an«ine Pazifierung der West gedacht werden kann. H. v. G e r l a ch machte einige Gesichtspunkte gegen die Schaffung der Vereinigten Staaten von Europa geltend, da ja der Völkerbund den ungeheuren Vorzug der Existenz besäße. Heinrich Strö> b e l stellte dieser Aufsassung durchaus richtig die Meinung enl- gegen, daß der Völkerbund auch bei einem Pan-Europa möglich fei, und daß eine große Zokfl brennender sozialer Probleme nur durch die europäischen Staatenzusammenfassung gelöst werden könne. Senatsprästdent F r e y m u t h konstatierte, ebenfalls an das himmelschreiende Fechenbach-Urteij anknüpfend, daß unser« deutschen Richter zwar ein ausgebildetes„Rechts empfinden, aber durchaus kein„Links"empsind«n besitzen. Toni Psülf behandelt« die Not- wendigkeit, der Jugend nun auch endlich den ideologischen Heber- bau zu verschassen, den die heutig« Oekonomie oerlangt und Pastor F r o n ck e wies an einem treffenden Beispiel aus der deutschen Völkerbundpolitik noch, wie das Dogma eines selbst sach- lich unklugen Egoismus noch das Denken und Handeln der meisten deutschen Politiker beherrscht. Professor Lt u i d d e führte zum Schluß aus, daß der Gedanbe der überstaatlichen Organisation sich durchsetzen müsse, wenn der Friedensgedanke Realität werden soll. Die pazifistischen Fragen sind heute nicht mehr Fragen der Weltanschauung, son- dem Problem« des gesunden Menschenverstandes, denn daß ein künftiger Krieg jede Kultur und Zivilisation bei dem bereits jetzt erreichten Stand« der Technik zerstören würde, gibt selbst ein Mann wie General Foch zu. Das Leben der Menschheit steht aus dem Spiele, in der Hand der heutigen Generation liegt die Ent- scheidung. Der International« der Dummheit will die heutige Jugend die Internationale der Vernunft und des Glaubens entgegensetzen, ergänzte Professor O e st r e i ch. In letzter Minute kam noch, mit lebhaftem Beifall empfangen, Professor Bäsch zu Wort. Auch diesmal riß er die Anwesenden mit sich fort, und sein Bekenntnis zur Aktivität und zur Jugend entfesselte Stürme reger Begeisterung. Einstimmig wurde«ine Resolution, die die Befreiung Fechenbächs und aller politischen Ge- songenen fordert, angenommen. Luöenöorffs �lletter-Kreuz. Noch ein völkischer Ordensschwindel. Ludendorff Ist jetzt in«inen neuen Ordens- schwindet verwickelt, nachdem er erst jüngst durch sein Marschallamt beim Vertrieb der Ehrendenkmünz« des Hauptmanns Hering bloßgestellt wurde. Im Jahre 1E19 wurde«t München der Vaterländische Verband, der Frontkriegerbund, auf satzungs- gemäß parteipolitisch neutralem Boder gegründet mit der Aufgab«, seinen Mitgliedern wirtschaftlich zu helfen und in ihnen außerdem da? vaterländische Empfinden wachzuhalten. Anfang 1923 nistet« sich aber Hitler in diesem Bund ein und erreicht« alsbald, daß Ludendorff zum Ehrenpräsidenten ernannt wurde. Vom Sommer 1923 an wurde dann der Bund ausschließlich für innerpolitische Zwecke im Geiste Ludendorffs und Hillers mißbraucht, und zwar unter der Führung eines gewissen Alletter. Vor«inigen Tagen hat sich nun eine Reihe an der Spitze stehender Mitglieder von Alletter losgesagt und«ine Menge von Freunden in München, Augsburg und anderen bayerischen Städten mitgerissen. Di« Spal- tung im Frontkriegerbund ist also komplett. Was die Sezessionisten zu ihrem Schritt veranlaßte, gaben sie im einzelnen in einer Bundesausschußsitzung bekannt, und hier erfuhr man, wie skrupel- los der Despot Alletter unter der Billigung Ludendorffs fein Ge- ichäft betrieb und den ganzen Frontkriegerbund zu einer rein nallo- nalsozialistischen Vereinigung radikalster Richtung gemacht hat. Sein« Arroganz ging schließlich so weit, daß er kürzlich ein Ver- sammlungsinserat des Bundes in Bamberg mit der Worten unter- zeichnete: Hugo Alletter aus München, Bundesleiter des Front- triegerbundes, genannt der zweit« Hitler(l). Wie er in Wirklichkeit die Leitung ausübte, ersieht man dar- aus, daß er in erster Linie die Kassengeschäfte an sich riß in einer Weise, so daß der eigenlliche Kassenwart sieben Monate lang überhaupt kein« Beiträge mehr sah. Irgendwelche Abrech- nungen waren niemals zu erlangen. Dos genügte aber dem Herrn Bundesleiter noch nicht. Mit Zustimmung des Ehrenprä- sidenten Ludendorff führte er ein sogenanntes Alletter» Kreuz em, das den Mitgliedern verliehen wurde, nicht um sie zu lluen, sondern um mit dem dafür zu bezahlenden Entgelt die Bundeskasse zu füllen. Die Verleihung dieses Kreuzes, dos nach Anweisung Alletters vor dem Eisernen Kreuz 1. Klasse zu tragen war, weil es der Silberne', Tapferkettsdemaille gleichkäme, sollte so viel Geld einbringen, daß die ganze Verwaltung des Front- lriegerbundes in glänzender Aufmachung davon bezahlt werden konnte. Ob dieses Geschäft geblüht hat, teilte der Vorsitzende de: Ortsgruppe München des Fronttriegerbundes, von dem dies« An- gaben stammen, nicht mit. Jedenfalls ober brachte es dem Alletter so viel ein, daß er auf einen anständigen bürgerlichen Beruf und Erwerb verzichten und ausschließlich den Geschäften eines zweiten Hillers nachgehen konnte._ Er will nur bitten, nicht forüern. Zu dem bei uns am 2S. September veröffentlichten Auftuf der Arbeiterkommunisten, in dem verlangt wird, daß die In Rußland cingekerkerten Arbeiterkommunisten befreit werden, sendet uns einer der Unterzeichner. Kurt Steinbrecher(Deutschland), unter Be- rufung auf ss 11 des Preßgefetzes, eine..Berichtigung", in der er erklärt, daß sein Name zu Unrecht unter diesem Ausruf stehe und daß er schon vor einem halben Jahr gegen den Mißbrauch seines Namens bei den betreffenden Stellen prot«st»xt habe.„IH� habe lediglich", fährt er fort,„einem Freund des Mjasnikow bei einem. gemeinschaftlichen Mittagsmahl, wo die Rede auf Mjasmtow kam, den ich auch persönlich linat, i>i� Lage des alten Botschewisten bedauert und auf Ersuchen des Freundes von M. meinen Nmnen her. gegeben zu einem Gesuch an das Volkskommissariat der U. d. S. S. R. und zu diesem Zweck« meinen Namen in das Notiz- buch dieses Freundes eingetragen, ohne jegliche Kenntnis dieses Aufrufes, welcher nicht meinen politischen Tendenzen entspricht." Sln dem Inhalt des von uns wiedergegebenen Auftuses wird natürlich nichts durch dies«„Berichtigung" Steinbrechers geändert, der offenstchllich auch den Terror gegen die Arbeitertommunisten rerurteilt. aber lediglich dafür zu haben ist, ein Gesuch an die russische Sowjetregierung zu richten. Ein« Vombenpost. In der heutigen Zeit des Luftverkehrs ist es vieil-icht interessant, daraus hinzuweisen, daß der unglücklich« Dichter Kleist bereits vor mehr als hundert Jahren den Gedanken ber Beförderung der Post auf dem Luftwege durch nachstehend ge. schilderte Erfindung verwirklichen wollte. Er schrieb in seinen Ver- lincr„Abendblättern" vom 19. Oktober 1819: „Nützliche Erfindungen. Entwurf einer Vom- benpost. Man hat in diesen Tagen zur Beförderung des Der- kehrs innerhalb der Grenzen der vier Weltteil««inen elekirischen Telegraphen erfunden: einen Telegraphen der mit der Schnelligkeit des Gedankens, ich will sagen, in kürzerer Zeit, als irgendein chrono- metrisches Instrument angeben kann, vermittelst des Elektrophors und des Metalldrahts Nachrichten mitteilt, dergestalt, daß, wenn jemand, falls nur sonst die Vorrichtung dazu getroffen wäre, einen guten Freund den er unter den Antipoden hätte, fragen wollt«: Wie gehts dir?.derselbe, ehe man noch ein« Hand umkehrt, ohngefahr so, als ob er in einem und demselben Zimmer stünde, antworten könnt«: Recht gut So gern wir dem Erfinder dieser Post, die auf rcchr sigentliche Weis« aus Flügeln des Blitzes reitet, die Krone des Verdienste» zugestehen, so Hot doch auch diese Fernschreibekunst noch di« Unvollkommenheit. daß sie nur. dem Interesse des Kaufmanns wenig ersprießlich, zur Persendtmg ganz kurzer und lakonischer Nach. richten, nicht aber zur Uebcrmachung von Briefen, Berichten, Bei- lagen und Paketen taugt. Demnach schlagen wir, um auch diese Lücke zu erfüllen, zur Beschleunigung und Vervielfachung der fMdels- kommumkvtionen. wenigstens innerhalb der Grenzen der kultivierten Weit,«in« Wurf, oder Bombenpost vor: ein Institut das sich mik zweckmäßig innerhalb des Raums einer Schußweit« angelegten Zlrlilleriestationen, aus Mörsern oder Haubitzen, hohl«, statt des Pul- vers, mit Briefen und Paketen angefüllte Kugeln, die man ohne all« Schwisriakeittn mit den Augen verfolgen und, wo sie hinsallen, folls es ein Morastgrund ist. wieder auffinden kann, zuwürfe: der- gestalt. daß die Kugel auf jeder Station zuvörderst erössnet, die re'pektiven Briefe für jeden Ort herausgenommen, die neuen hinein- aeleat. das Ganze wieder verschlossen, in unen neuen Mörser ge- laden und zur nächsten Statton weiter kpediert werden könnt«. Den Prosp-kttis des Ganzen und die Beschretbunq und Auseinandersetzung der Anlagen und Kosten behalten wir einer umständlicheren und weitläufigeren Abhandlung vor. Da man auf diese Weise, wie eine kurze inalhematilihe Berechnung lehrt, binnen Zeit eines halben Tages, gegen gering« Kosten von Berlin nach Stettin oder Breslau würde schreien oder respondieren kömmen und mithin, verglichen mit Miseren reitenden Posten, ein zehnfache? Zeitgewinn entsteht, oder e? ebensoviel ist. als ot em Zauberstob diese Orte der Stadt Berlin zehnmal näher gerückt hatte so glauben wir für das burger- liche sowohl als das Handel tt«' den de Publikum ein« Erfindung von dem gröhesten und entfcheidensten Gewicht, geschickt, den Verkehr auf den höchsten Gipfel der Vollkommenheit zu treiben, an den Tag ge- legt zu haben."_____ «aokole Aravce» Zustand bedenMch. Au» Tour« wird gemeldet, bah im Gesundheit», ustand von Anatole France eine Verschlechterunq«in- getreten sei. Der arets« DiSter befind« sich in«rnem dauernden Zchwäche. zustand, der namentlich seit 48 Stunden erheblich zugenommen habe. Lucy Sieselhoosen veranstaltet am 8. im Blüthnersaal einen Tanzabend out teilivelse neuem Programm. der /lbbau von Wahlbeamten. Einigung im Landtag. Die Fraktionen der Demokraten, de» Zentrum» und der Sozial- demokraten im Landtag haben sich aus einen gemeinsamen Antrag geeinigt, der die Personalabbauverordnung dahin ab- ändern will, daß der Beschluß, durch den ein M a g i st r a t s m i t- g I i e d einstweilig in den Ruhe st and versetzt wird, zu seiner Rechtswirksamkeit der Znstimmung der AufsichtS- b-Hörde bedarf. Versagt diese die Znstimmnng. so entscheidet auf Antrag der Stadtverordnetenversammlung das Staatsmini- sterium. Das Gesetz soll rückwirkende Kraft ab I.September 1924 erhalten. Die Abstimmung des preußischen Landtags über die einstweilige Einstellung des Abbaue» der Wahlbeamten konnte bekanntlich infolge zweimaliger Beschlutzunfähigkeit des Hause» noch nicht erfolgen._ Die Arbeit ües Staatsgerichtshofs. Wieder drei Kommunisten verurteilt. Leipzig. 3. Ottober.(WTB.) ver Staatsgerichtshvf zum Schutze der Republik verurteilte heute den Arbeiter Adolf Groß aus Horburg, der im Mai dieses Jahres an Polizeibeamte Flugblätter verhetzenden Inhalts verteilt hotte, wcgen Beihilfe zur Vorbereitung des Hochverrats w Tateinheit mit einem Bergehen gegen§ 7 Ziffer 4 de? Repnbllkschutzgesetzes zu zwei Iahren Gefängnis und 59 M. Geldstrafe Sodoitn verhandelte der Slaatsgcrichtshof gegen den 18 Jahre alten Ausläufer Werner Z s ch o ch e r und den gleichfalls 18jährigen Hilfsarbeiter Otto Gröninger, beide aus Stuttgart, die der kommunistischen Jugend in Stuttgart angehören. Bei ihnen wurden Flugschriften und Plakate revolutionären Charakters, bei Gröninger auch ein« Pistole und Infanteriemunitton sowie 2 Handgranaten beschlagnahmt. Das Urteil lautet« gegen Zschocher wegen Beihilfe zur Vorbereitung des Hochverrots in Tateinheit mit einem Bergehen gegen 8 � Ziffer 4 des Republikschutzgesetzes auf« i n I a h r G e f.ä n g n i s und 59 M. Geldstrafe, gegen Gröninger zugleich auch wegen Vergehens gegen da, Sprengstoffgesetz und die Wafsenverordnung ans 9 Monat« Gefängnis und 59 M, Geldstrafe. In der Urteilsbegründung wird ausgeführt, die Kommuntsttsche Partei Hab« ihr Ziel des gewaltsamen Umsturzes mwerrückt im Aug« behalten, uttd jede Tätigkeit, di« dazu dienen soll«, dieses Ziel vorzubereiten und die Voraussetzung für seine Erreichung zu schaf- fen, stelle ein« Handlung zur Vorbereitung des Hochverrats dar. Wahlangft ües britischen öürgerblocks. London. 3. Ottober.(Eigener Drahtbericht.) All« Parteien rüsten sich für Neuwahlen zum Parlament für Mitte Novem. der. Die Arbeiterpartei hat soeben ihre Funktionäre im ganzen Land angewiesen,, spätestens Ende Oktober die Wahl- bewegung zu eröffnen. Auch die Konservatwsn und Liberalen haben Wahlvorbereitungen angeordnet. Zweifellos sind die bürger- lichen Parteien von Neuwahlen in dieser Zeit nicht erbaut und Einflüsse am Werk, um den König zu bestimmen, im Falle eines Mißtrauensvotums für das Kabinett das Ersuchen Macdonalds, die Wähler zu beftagen, abzulehnen. Wenigstens soll der König die Parlamentsauflösung nicht früher unterzeichnen, bevor Baldwin, der Führer der Konservativen, und Asquith, der liberal« Parteichef, oder irgendwelche anderen Politiker eingeladen werden siitt», ein neues Kabinett zu bilden. Di« Konservativen rechnen damit, daß der Rücktritt der Arbeiter- regierung schon am nächsten Mittwoch erzwungen wird, wenn sie den Generalstaatsanwatt, der Mitglied der Regierung ist, angreifen, weil er die Strajoerfolgung eines kommunistischen Führers auf. gehoben hat. Immerhin ist vorläufig sicher, daß di« Liberalen ein« Untersuchung beantragen werden, der sich die Regierung nicht ver- schließen wird. Eine Verzögerung der Krise ist also nicht unwahr- scheinlich. In der Frag« des englisch-russifchen Vertrage-, der vom Parlament nach dem 28. Ottober behandelt wird, ist aber kaum damit zu rechnen, daß die Liberalen zur Arbeiterpartei halten. Kommt es zur Wahl, so Verden die Kämpfe viel heftiger als je zuvor werden: denn nicht nur die Arbeiterpartei hat ihren Organisationsopparat mit großem Eifer ausgebaut, sondern auch die Konservativen haben, um die Scharte der letzten Wahlen aus. zmvetzen, ihren Parteiapparat vollkommen neu durchorganisiert. Der liberale Lord Birkenhead hat Fühlung mit den Kon- servativen aufgenommen, um eine liberal-konservatwe Koali- tion zustande zu bringen und dadurch im Falle des Kabinetts- sturzes die Neuwahlen zu vermeiden. Wenn diese Koalition zu- stand« käme, werden sowohl Birkenhead wie Churchill und Lloyd George in dem Koälittonskabinett lettende Posten be- kommen. Verlängerung üer Dawes-ßriften. Varl». 3. Oktober.(Eigener Drahtbericht.) Am S. Ottobcr sollten laut Dawes-Plan drei Feststellungen von der Reparvtions- kommission gemacht werden: 1. die Einrichtung sämtlicher Organis- men, die im Londoner Abkommen vorgesehen waren, 2. die end- gültige Bildung der neuen Reichsbank und der Reichsbahngesellschaft und 3. di« Uebergabe der Obligationszertifikate an die Treuhänder. Außerdem sollten die Verträge abgeschlossen sein, die di« Anleihe von 809 Millionen gewährleisten sollten. Es hat sich aber herausgestellt, daß es materiell unmöglich sein wird, an dem betreffenden Tag diese Feststellung restlos zu machen. Insbesondere hat sich ergeben, daß die endgültig« Bildung so komplizierter Organismen wie di» neue Reichsbahngesellschaft und die neu« Reichsbank sowie der Abschluß von Verträgen für die Placierung der Anleihe eine ungeheure Vorarbeit vorausgesetzt, di« nicht in den in London vorgesehenen Fristen vollzogen werden tonnte. Unter diesen Umständen hat dar Reparationsagent D o u n g«rm Freitag nachmittag bei der Reparationskommission beantragt, daß die im Dawes-Plan vorgesehene Frist vom 6. Oktober um einig«: Tage verl.äNLert wird. Poris, 3. Oktober.(WTB.) Die Reparalionskommission ha». auf Anrrog des Generalagenten Owen Uoung beschlossen, an- gesichts des Umstände,, daß die schwebenden Verhandlungen noch nicht beendet werden konnten, die im Londoner Zahlungsplan vor- gesehene Frist für die zweite Feststellung, di« am 6. Oktober statt- finden sollte, um sieben Tage, bis zum 13. Oktober, zu ver- längern. England gegen Genfer Protokoll: London, 3. Oktober.(Eigener Drahtbericht.) In England erhebt sich, namentlich in konservativen Kreisen, eine sehr scharfe Kritik der Genfer Abmachungen über die Schiedsgerichtsbarkeit, ins- besonder« auch deswegen, weil die E i n w a n de r un g« frag« n unter die Konttoll« des Völkerbundes gestellt werden können. Wie di« Vereinigten Staaten, so sind auch di« britischen Dominions Australien, Kanada und Neuseeland ausgesprochen gegen die japa- nische und chinesische Einwanderung. Der konservative„Eoening Standard" weist darauf hin, welche unmögliche Situation für England sich ergeben würde, wenn z. B. Australien wegen seiner bekannten Haltung gegen die Einwanderung Farbiger durch dos Schiedsgericht des Völkerbundes ins Unrecht gesetzt werde und di« britische Flott« dann aufgefordert würde, im Namen des Völkerbundes Australien zu blockieren.„Evening Stan- dard" erklärt ferner, daß die englischen Dominions nicht das mindest« Interesse hätten, sich durch den Völkerbund evtl. in europäische Streitigkeiten verwickeln zu lassen. In dtesen Fragen bestehe in England so gut wie kein« Meinungsverschiedenheit und es besteh« deshalb nicht di« geringst« Aussicht, daß das Schlußprotokoll des Völkerbundes vom englischen Parlament ange- nommen werde. ®enf. 3. Oktober.(Eigener Drahtbericht.) Der Völkerbund- rat hielt am Freitag sein« zwei letzten öffentlichen Sitzunaen unter dem Vorsitz de« belgischen Außenministers H y m a n s ab. In der Dormittagssitzung wurde zur Frage der albanischen Grenze gegen Südslawien und Griechenland beschlossen, ein Rechtsgutachten über das Kloster Naoum, das Albanien� zugesprochen wurde, der Botschafterkonferenz zu übermitteln. Dann wurde das italienische Angebot des Privatrechtsinstituts in Rom angenommen: der Rat wird dessen Organisation mitbesttmmen. Weiter beschloß man,«ine juristtsche Kommission zu ernennen, die die Entschließungen über das Schiedsgerichtsverfahren, das Sicherheitsproblem und di« Abrüsttmgsfrage formal endgültig feststellen soll, um sie als Zusatzanträge zum Völkerbundpakt zu fasse m In geheimer Sitzung berichtete Benesch übe: die kommende Abrüstungskonferenz und den Artikel 12 des Protokolls über die wirtschaftlichen und finan- zielten Sanktionen. Es wurde«in« Refoluiion angenommen, die folgendes vorschlägt: Der Rat behält sich die Entscheidung und allge- meine Leitung vor. Angesichts seiner anderen Amtsoerpflichwngen und der Unmöglichkeit, sofort zu tagen, wie es notwendig wäre, wird der Rat ein« Kommission bestimmen, an der all« seine Mitglieder teilnehmen oder durch Teilnehmer sich vertreten lassen können. Diese Kommission wird Sachverständig« wählen, aber keine endgülttgen Entscheidungen tteffen. Ihre Hauptaufgabe wird sein, die Zu- sammenfassung der Arbeiten aller zuständigen Völterbundorgani- sationen zu regeln und deren Berichte zu sammeln: ihre erste Sitzung ist für den 17. November geplant. Die erwähnte Kommission wird vorläufig bestehen aus: t. dem Ratskomitee mit 19 Mitgliedern, 2. dem Präsidenten oder 2 Mitgliedern jeder der drei wirtschaftlichen, finanziellen und Transittommissionen, also 9 Mitgliedern, 3. 6 Mit- gliedern, die durch di« ständig« beratend« Kommission bestimmt werden, 4. se 2 Mitgliedern der Arbeitgeber- und Arbeitnehmer- gruppe des Derwaltungsrats des Arbeitsamts, 5. gegebenenfalls aus vom Rat ernannten juristischen Sachverständigen. Gewerkschaftsbewegung zu müssen und längere Arbeitszeit zu fordern, obschon fie sonst nicht Die Volksgemeinschaft. Drei Borgänge verdienen festgehalten zu werden. Auf der Tagung des Vereins für Sozialpolitik hat Profeffor Sombart der Klassenfampflehre den Krieg erklärt. Klassentampf sei Unfug, sei gemein und niederträchtig, er fördere den Schlamm der Seele ans Tageslicht den Haß. In der Unternehmerpresse wird unter der Führung des Geheimrats Borsig seit Wochen die Schaffung einer neuen Arbeitsgemeinschaft, getragen Don Werfsgemeinschaften, propagiert. Diese wissenschaftlichen" und wirtschaftlichen Bemühungen zur sofortigen Herstellung einer sozialen Friedensgesellfchaft in Deutschland sollen gekrönt werden durch einen politischen Akt: Die Regierung der Boltsgemein schaft. Es lohnt sich, diesen von den Deutschnationalen, den Scharfmachern in der Industrie und einer ihnen dienenden Wissenschaft gerade jetzt ersehnten Burgfrieden" nach der ökonomischen und sozialen Seite hin nachzuprüfen. " 1 ,, bem Zuge der Zeit", der Konjunkturpolitik der Scharfmacher folgen| Manteltarif wurde auf ein Jahr abgeschloffen med läuft am 30. September 1925 ab, während die Bereinbarungen für die Stundenlöhne bis zum 31. März 1925 Geltung haben. wiffen, warum und weshalb. In den Kreifen der Unternehmer fürchtet man, nicht mehr als vollwertig angesehen zu werden, wenn man nicht die Verlängerung der Arbeitszeit fordert. Nur wenige einfichtige Unternehmer haben den Mut, ihren Standpunkt zu verfechten, felbst auf die Gefahr hin, dem Stirn runzeln ihrer großen Kollegen zu begegnen. Die Mehrzahl aber läßt die Dinge gehen. Die einfachste Ueberlegung müßte den Herrschaften doch sagen, daß es sinn und zwedlos ist, die für die Arbeit nehmer so ungünstige Lage des Arbeitsmarktes dazu zu mißbrauchen, eine längere Arbeitszeit zu erzwingen. Die Arbeiter, die sich solchem Zwange zähnefnirschend fügen müssen, weil sie nicht hungern fönnen, haben natürlich nicht allzu große Lust, sich in der verlängerten Arbeitszeit auszupumpen, selbst wenn sie es tönnten. Davon aber abgesehen, muß das Unternehmertum doch wiffen, daß die Drachenfaat, die es fät, ihre Früchte treibt. Die Willkürmaßnahmen bilden den Keim zu Konflikten, die zum Austrag drängen, sobald die Wirtschaft wieder in Gang kommt. Der mit diesen provozierten Kämpfen verbundene Nachteil wiegt die etwaigen profitlichen Ergebnisse der verlängerten Arbeitszeit vollfommen wieder auf. Beschränkte sich das Unternehmertum mit seinen In den Jahren des Weltkrieges mar die Politik des Forderungen auf Ausnahmen vom Achtstundentag auf die Fälle, in Burgfriedens für die Kriegsgewinnler ganz einträglich. In denen nachweisbar eine etwas längere Arbeitszeit im Interesse des der Zeit des passiven Widerstandes sollte die nationale Ein- Produktionsprozesses tatsächlich unvermeidlich ist, dann ließe sich heitsfront neben Steuererleichterungen" für die Befizenden darüber meit leichter eine Ginigung herbeiführen, als bei der General dazu dienen, wichtige soziale Entscheidungen, wie die Schaf aktion gegen den Achtstundentag, bei der man lediglich die Absicht fung eines Arbeitszeitgefezes, auf später zu verertennt und darum selbst die Notwendigkeit in einzelnen Fällen nicht tagen. Als dann die Masse der Arbeiter, Angestellten und mehr sehen und berücksichtigen kann. Beamten im Weltkrieg und im Ruhrkrieg ihre Schuldigkeit getan hatte, mußte die Stabilisierung der Währung dazu herhalten, um den werftätigen Menschen in Deutschland eine soziale Errungenschaft nach der anderen rauben zu fönnen. In dieser Zeit haben die heutigen Freunde der Volksgemeinschaft alle bestehenden politischen und wirtschaftlichen Arbeitsgemeinschaften gesprengt, um so freie Bahn für die soziale Reaktion zu schaffen. Nach der Annahme der Dawes- Gutachten ist eine neue Periode angebrochen. Deutschland hat eine Atempause bekommen. Außenpolitisch und international ist eine Entspannung der Atmosphäre eingetreten; der Aufbau der Wirtschaft soll einsetzen. Das Unternehmertum weiß, daß bei steigender Konjunttur und wachsender Beschäftigung auch die Kräfteverhältnisse zmischen Kapital und Arbeit sich wieder zugunsten der legten wenden müssen. Die Arbeiter, Angestellten und Be amten werden ihre Ansprüche stellen und gegen die Unterdrücker von gestern kämpfen. Die Kapitalisten halten es für zweckmäßig, in solchen Zeiten wieder eine a gel versicherung aufzunehmen. Herr Borsig braucht wieder eine Arbeitsgemeinschaft, Herr Sombart schafft für die Zeit, in der die Kampfbedingungen der Arbeitnehmer günstiger werden, vorher den häßlichen Klassenkampf ab und die wirtschaftliche Restaurierung des Kapitalismus muß politisch durch eine ,, Boltsgemeinschaft" verankert werden. Die Erfahrungen, die der Warenhaus befizer Stadtrat Willy Cohn in Halberstadt über den Achtstundentag im Einzelhandel gemacht und in seinem Artikel in Nr. 450 des Borwärts"( 2. Beilage) niedergelegt hat, wurden von vielen Seiten als richtig bestätigt. Doch nicht nur im Einzelhandel. Von der Firma Georg Lembte, Deutsch- Amerikanische Zuderwarenfabrit, in Hohenschönhausen, erhalten wir folgende Zuschrift: Wir haben den Artikel gelesen, den Sie neulich im Vorwärts" peröffentlicht haben betreffs der achtstündigen Arbeitszeit( Verfasser Herr Willy Cohn, Warenhaus, Halberstadt) und möchten Ihnen dafür unseren besonderen Dant fagen. Es ist außerordentlich erfreulich, daß endlich auch einmal aus Kreifen der Unternehmer der Wahrheit die Ehre gegeben worden ist. tönnen wir in allen Bunften unterschreiben." Die in dem betreffenden Artikel vertretenen Anschauungen Es gibt, wieg efagt, recht viele Unternehmer, die ebenso denken, es aber nicht aussprechen. Und doch würden sie sich ein Verdienst erwerben im Interesse des gewerblichen Friedens, wenn sie ihrer Ueberzeugung innerhalb ihrer Kreise wie auch öffentlich Geltung verschafften. 61976 Drohender Streik in der Mühlenindustrie. Die Arbeiter in den Berliner Mühlen stehen in einer Lohn bewegung. Den Arbeitgebern wurden Lohnforderungen überreicht, nach denen gelernte Arbeiter 40 Mt., ungelernte 38 Mt. und die Bolksgemeinschaft und Arbeitsgemeinschaft in einem Frauen 25,35 Mt. erhalten sollen. Die Arbeitgeber, die früher Augenblick, in dem das Unternehmertum seinerseits den jede Lohnforderung auf schriftlichem Wege abgelehnt hatten, tamen schärften Klassenkampf gegen die Arbeit diesmal zu einer Verhandlung, fonnten sich aber zu keiner Aufführt. Burgfrieden zu einem Zeitpunkt, da die Sozial- besserung der Löhne verstehen. Es wurde deshalb der Schlichtungspolitik und der Achtstundentag abgebaut, die Reallöhne unerausschuß angerufen, der am Dienstag durch einen Spruch die Löhne träglich gesunken sind. auf 35 Mr. für gelernte, 31 Mt. für ungelernte und für Frauen auf 20,70 e. feftfezte. Die Erhöhung würde 2 Mr., resp. 1 Mt. und 70 Pf. betragen. Die Geltungsdauer des Abkommens war bis 1. Januar 1925 angesetzt. Es zeigt sich bereits, daß die deutschnationalen Jajager und ihre schwerindustriellen Auftraggeber bei der Abstimmung darauf gerechnet haben, daß die anderen die Lasten zahlen. Die Bolksgemeinschaft, die sie meinen, ist die Boltsversicherung der Besizenden gegen die Tragung der Kriegskosten. Die deutsche Arbeiterklasse wird sich diesen Volksbeglücern gegenüber richtig einzustellen wissen. S. Aufhäuser. Der Wahrheit die Ehre! Unternehmer für den Achtffundentag. Die Zahl der Unternehmer, die mit dem Achtstundentag günstige Erfahrungen gemacht haben, ist auch in Deutschland nicht gar fo gering, als man gemeinhin annimmt. Die Treibereien zur Berlängerung der Arbeitszeit auch in solchen Gewerben und Industrie. zweigen, wo nicht der Schatten eines Beweises für die Notwendig Beit dazu erbracht werden kann, sind auf die Bestrebungen der Schwerindustrie und der von ihr beeinflußten Arbeitgeber verbände zurückzuführen. Verbände kleinerer Unternehmer glauben and o spin imunol Eine Bollversammlung der Mühlenarbeiter Iehnte gestern abend den Spruch nach furzer Diskussion ab. Jn den Betrieben wird nunmehr heute eine Ur abstimmung vorgenommen werden, die über Annahme oder Ablehnung des Spruches entscheiden wird. Nach der Stimmung unter den Mühlenarbeitern ist mit einem Streit zu rechnen. Vereinbarungen für Ofenfeger der Provinz Brandenburg. Erneute Verhandlungen am 29. September mit dem Berband der Arbeitgeber der Provinz Brandenburg hatten das Ergebnis, daß der Berliner Tarif grundsäglich anerkannt wurde. Damit ist für die Provinz Brandenburg zunächst eine 12- bis 15 pro3entige ohnerhöhung für die Ofenfeger eingetreten. Aber barüber hinaus wurde weiter vereinbart, daß die bisherigen Löhne Lohngebieten, wie sie gestaffelt find, erhalten die Ofensetzer 106, 95 Don 53 bis 70 Pf. bedeutend erhöht wurden. Nach den 90, 85 umd 80 Bf. Stundenlohn. Es ist somit eine 35 bis 40 prozentige Lohnerhöhung durchgesetzt worden. Der Mit den Ofenfabritanien wurde ebenfalls verhandelt. Die Ofenentsprechend wurden die Akkordsätze gezahlt. Trotz der günstigen former hatten bisher einen Stundenlohn von 59% Pf. und demKonjunktur behaupten die Fabritanten, teinerlei Lohnzulagen be willigen zu können. Nach harten Auseinandersetzungen sind die Verhandlungen gänzlich gescheitert. Es ist allgemein bekannt, daß die Gewinne der Kachelofenfabrikanten in der letzten Zeit ganz enorme maren; es wird von fachkundiger Seite in nächster Zeit der Deffentlichkeit Material unterbreitet werden, um diese Gewinne in das richtige Licht zu sehen. Daß die Ofenformer nun mit dem Scheitern der Berhandlungen sich beruhigen werden, ist ausgeschlossen. Es dürfte daher bald da und dort zu Lohnfämpfen tommen; oder aber die Ofenformer machen wahr, was sie längst beabsichtigten, und fehren den Ofenfabriken den Rücken. Fimmen redet weiter. Nach den eigenen Erflärungen Edo Fimmens war anzunehmen, daß er eine Informationsreise nach Rußland unternimmt, um sich durch den Augenschein über die Berhältnisse zu unterrichten, um nach seiner Rückkehr darüber zu sprechen. Es zeigt sich jedoch, daß es sich mehr um eine Vortragsreise handelt als um eine Erfundigungsreise. Fimmen redet gegen den Dames Plan und redet auch sonst allerlei. Ist es Zufall oder Seelen= harmonie, daß Fimmen ganz fo redet, wie es den Mos noch etwas zu sagen haben, was die„ Roten Fahnen" nicht längst tauern gefällt? Wenn er zurüdtommt, wird er faum schon berichtet haben. Hoffentlich glauben die Arbeiter in Sowjetrußland, was ihnen Fimmen über ihren Arbeitslohn erzählt, der fich ständig erhöhe, während er im Westen ständig sinke. Wir wünschten fogor, daß die behauptete Lohnfteigerung in Rußland zuträfe, selbst auf die Gefahr hin, daß wir im Westen von Moskau. zumal in Deutschland uns weiterhin in rasenden Schmerzen winden" müßten. bam, war bereits bekannt, bevor er nach Moskau ging. Er ist 3. B Daß Fimmen anderer Ansicht ist als seine Genossen in Amster der Meinung, daß die Arbeiterregierungen teinen Nu zen für die Arbeiter bringen. Bir dagegen meinen, daß eine Arbeiterregierung immerhin beffer sei für die Arbeiter als etwa das Horthy- Regiment in Ungarn. Gut nur, daß Sowjetrußland feine Arbeiterregierung hat, sonst hätten nach der Fimmenschen 2ogit die russischen Arbeiter nicht so großen Nugen. Warum sell Fimmer aber nicht reden? Er tommt auf diese Weise mit den Moskauern am besten aus. Was er redet, verstehen die russischen Arbeiter ohnehin nicht. Leider versteht auch Fimmen nicht, was fie ihm zu sagen hätten, wenn sie unkontrolliert reden fönnten. Doch lassen wir den guten Edo in Moskau weiterreden. Die internationale Sozialgesetzgebung. ( JGB.) Soeben ist eine zirfa 100 Seiten starte. Broschüre über die neuen Tendenzen der Sozialgesetzgebung erschienen, die den Sekretär des Internationalen Gewerkschaftsbundes, J. Du degeest, zum Verfasser hat. Die Schrift ist hauptsächlich für ein internationales Publikum bestimmt. Der Verfasser legt vor allem dar, wie eine Nachtreigszeit entsprechen soll, beschaffen sein muß. Es genügt nicht, Sozialgesetzgebung, die den Forderungen der Arbeiterklasse in der daß die reaktionären Maßnahmen der Unternehmer und Regierungen abgewehrt werden, sondern es muß gleichzeitig mit dem Aufgebot aller Kräfte für den Ausbau der Sozialgesetzgebung Sorge getragen werden. Die Schrift beschäftigt sich ferner in ausführlicher Weise mit dem Vereins- und Bersammlungsrecht, dem Achtstundentag, der Wohnungsfürsorge, der Sozialversicherung und dem Mitbestimmungsrecht. Der Broschüre sind Berichte aus dreizehn Ländern aus der Hand von Fachkundigen über den Stand der Sozialgesezgebung nach dem Kriege beigefügt. Die Broschüre erscheint auch in französischer, englischer und holländischer Sprache. Der Preis der deutschen Ausgabe beträgt 2 m. Bestellungen in Deutschland sind zu richten an die Verlagsgesellschaft des ADGB., Berlin S. 14, Inselstr. 6. Zentralverband der Angestellten, Drisgruppe Berlin. Werbezirksverfamm Jungen in der Woche vom 5. bis 11. Oftober. Dienstag: Bezirk Weißenfee: Abends 8 Uhr im Berliner Sof, Weißenfee, Antonplak. Bezirk Röpenid: Abends 8 Uhr im Magdeburger Sof, Köpenid, Schloßstr. 26. Bezirf Reinidendorf- O: Abends 7 Uhr bei Uhlig, Reinidendorf- Oft, Residenzftr. 156. Donnerstag: Werbebezirk Tegel, Borsigwalde: Abends 8 Uhr bei Fech ner, Tegel, Berliner, Ede Bahnhofstraße. Freitag: Bezirk LichtenbergFriedrichsfelde: Abends 7½ Uhr im Logentafino, Lichtenberg, Anorrprome nade 2. Gonnabend: Bezirk Friedrichshagen: Abends 8 Uhr bei Scholz, Friedrichshagen, Friedrichstr. 81. Berantwortlich für Politik: Ernst Renter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: J. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lokales und Sonstiges: Willy Möbus; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderei und Berlagsanftalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. Hierzu 2 Beilagen. Zur Eröffnung lend dou do Mwaiper Nur einige Beispiele Damen- Spangenschuhe alles Leder 5.90 Damen- Schnürschuhe a.z.schnür. M. arbeit. 12.50 in schw.u.braun 5.90 la Lack- Spangenschuhe Schiebes 10.90 Prima Lack- Schnürschuhe f. RahmenEnorme Auswahl Besichtigung erbeten Billigste Preise unserer 24. Filiale nts and aflamedaile Fílíale Sonnabend den 4. Okt. Charlottenburg BERLINERSTR 133 ร Boltina ottina Schuh G- m.b.H. Verkaufsstellen Kleiststr.24 Turmstr 78 Oranienstr. 29 Neukölln Berlinerstr. 43 Brunnenstr. 13 Nr. 46$ ♦ 41. Jahrgang 1. Heilage öes vorwärts Sonnabenö, 4. Oktober 1424 Sonntägliche wanöerziele. Km Storkower See. Dom Görlitzer Bahnhof oder von der Stadtdahn(n Niederschöneweide umsteigen) fahren wir über Königswusterhausen l meist umsteigen) nach Storkow(SonntagskarteV Umfangreiche Seen breiten sich in der Nähe der Stadt aus. Im Süden liegt ein großer See, dessen einzelne Teile verschiedene Nomen führen, Schaplowsee, Groß-Schauener See, Großer Wochowsee und Großer Selchower See. Gen Südost erstreckt sich der Große Storkower See oder Dolgens?«, der wiederum mit dem Scharmützels«« in Ver- dindung steht. Vom Bahnhos wandern wir in die Stadt. Dos Land Storkow kam. ebenso wie die Landesteile Beeskow, Teupitz und Zossen, erst im 16. Jahrhundert zur Mark Brandenburg. 1SS6 wurde die Herrschaft dem damaligen Markgrafen von Brandenburg über- geben. Vorher gehörten Storkow und die Lausitz zu Böhmen. Die älteste Uukunde, in der Storkow erwähnt wird, stammt aus dem Jahre 1209. Di« Stadt hat im Laufe der Jahrhunderte ihren Nomen nicht geändert wenn auch zu manchen Zeiten klein« Abweichungen von der heutigen Schreibweise vorkamen. In einer Urkunde vom Jahr« 1346 ist der Name Storkow genau so geschrieben wie heute. Gin freundliches Städtchen ist Storkow, dessen Stadtwappen einen Storch führt.' Helle, lichte Straßen, saubere Häuschen geben sin schmuckes friedliches Stadtbild. Am Markt steht das Rathaus, ein > Bau aus dem Jahre 1860. Don der Pfiffigkeit der guten Storkower gibt ein« kleine Erzählung ein« Probe, die einem wirklichen Er- eigms seinen Ursprung verdanken soll. Als die Eisenbahn angelegt wurde, hatten die Storkower die Verpflichtung übernommen, die Zufahrtsstraße und den Bahnhofsplatz zu pflastern. Di« Eisenbahn und der Bahnhos wurden gebaut, ober die Storkower machten keine Anstalten, ihrer Verpflichtung nachzukommen: sie glaubten, Straße und Platz würden ihr Pflaster schon erhalten, auch ohne ihr Zutun. Die Bahnoerwaltung dachte jedoch anders. Sie nahm den Bahn- Hof nicht in Betrieb; die Züge hielten in Storkow nicht an, sondern sausten durch. Wollten die braven Storkower verreisen, so mußten sie mehrere Kilometer weit zum nächsten Dahnhos wandern; Storkow hatte wohl«ine Eisenbahn und Bahnhofsgebäude, aber doch keinen Bahnhof. Einige Monate blieb es so," dann besannen sich die Storkower und erfüllten ihre Verpflichtung. Nun hielten auch die Eisenbahnzüge in Storkow an. Durch den nördlichen Teil der Stadt zieht sich der Storkower Kanal. Er geht vom Großen Storkower See zum Wolziger See, der wiederum durch den Langen See bei Prieros mit der Dahme in Verbindung steht. Hierdurch'ist es möglich, von Berlin aus auf dem Wasserweg« bis zum Scharmützel- se« zu gelangen, ein? Wasserstraße, die allen Berliner Wasserfreunden gut bekannt ist. Wir überschreiten den Kanal und verlassen die Stadt. Von der Bismorckhöhe. 52 Meter über dem Meeresspiegel oder 15 Meter über dem Großen Storkower See gelegen, genießen wir«inen prächtigen Rundblick über Stadt, Wasser und Wald. Am Weinberg ivandern wir von der Chaussee rechts ab; gen Südost, auf dem Wege nach Dahmsdorf kommen wir wieder zum See, in dessen Nähe wir einig« Zeit bleiben. Der Kiefernwald, von Hügeln durchzogen, trist bis dicht an den See heran. Nachdem wir Dahmsdorf verlassen haben, wandern wir wieder zum See. Dicht am Ufer führt der Weg hm; links der Wald, rechts das Wasser. Wir kommen zum Ende des Sees; hier beginnt die Niederung, die sich zum Scharmützelsee erstreckt und die vom Storkower Kanal durchflössen wird. Bald haben wir Wendisch-Rietz erreicht, wir sind am S ch a r m ü tz e l s e e. Vom Südende dieses Sees, am gleichnamigen Bahnhof, überblicken wir die weite Wasserfläche in ihrer gesamten Ausdehnung. Weit im Norden tauchen die Rauenschen Berg« und die Soldatenberge südlich von Fürstenwald« auf. Einen Blick noch über„das brandenburgisch« Meer"", wie Fontane den Scharmützelsee nennt, dann geht es weiter gen Nordwest. Zuerst auf der Chaussee, dann links ab durch die große Storkower Stadtforst. Durch hügeliges Gelände führt der Weg, am Nordend« des Kleinen Griesensees vorüber, zum Forsthaus Storkow, am Alten Wochow- se« gelegen. Von hier wandern wir gen Nord. Bald haben wir das Ostufer des Schaplowsees erreicht; vom gegenüberliegenden Ufer grüßt Groß-Schauei. Wir bleiben am See bis zu seinem Nord- ende; hier veriassen wir ihn und wandern rechts ab, nach Storkow zurück. Ruhiger Abendfriede liegt auf dem Städtchen, wenn wir uns zum Bahnhof wenden, um die Rückreise anzutreten. Weglänge etwa 22 Kilometer. Zur Nömerschanze. Um jenes ehrwürdige Denkmal aus vorgeschichtlicher Zeit, die Römerschanze, kennenzulernen, fahren wir vom Potsdamer Hauptbahnhof oder von der Stadtbahn nach Potsdam. Wir wandern vom Bahnhof über die Lange Brücke und durch die Stadt zum Nauener Tor und zur russischen Kolonie Alexandrowka. Von hier wenden wir uns rechts durch die Alleestroße zum Neuen Garten. Schöne Spaziergänge bietet dieser Park, den wir an seinem Nordausgang, bei der Meierei, wieder verlassen. Wir sind jetzt am Jungsernsee. Durch die Bertinistraße, wo sich die städtischen Wasser- werke befinden, wandern wir weiter; der Weg führt um eine Villa wcgs abseits von allen menschlichen Siedlungen in der Wildnis, sondern in ihrer näheren und weiteren Umgebung sind viele Funde gemacht worden, die den Beweis erbringen, daß die Gegend in jener Zeit verhältnismäßig reich besiedelt gewesen sein muß. Bei der vor«inigen Jahren angestellten Untersuchung der Römerschanze zeigten sich die Spuren der Holzbauten— Steinmaterial war nicht vorhanden— so deutlich erhalten, sie zeigten eine so sorgfältig und regelrechte Bauart, wie sie selbst bei römischen Anlagen im Westen Deutschlands kaum vorhanden ist. Man konnte den Wallbau miederherstellen, zwei Tor« im Grundriß erkennen und«in Haus völlig übersehen. Vor allem konnte man überall zwei Bau- und Ansiedlungsabschnill« unterscheiden. Der älteste Abschisitt entstammt dem Ausgang der Bronzezeit, ist also etwa 690 Jahr« v. Chr. eist- standen: der zweit«(jüngere) Abschnitt ist frühwendisch, also aus der Zeit um 699 n. Chr. Aus den dazwischen liegenden tausend Jahren sind Spuren nicht gesunden worden, so daß wohl angenommen werden darf, die Römerschanze sei in dieser Zeit nicht benutzt worden. Wir sehen hier eine Anlage, die von germanischen Völkern errichtet und nach langer Zeit von Wenden weiter benutzt wurde. Wir verlassen diese Stätte ehrwürdigen vorgeschichtlichen Lebens und wandern am Ufer des Jungfernsees nach Sakrow. Hier lassen wir uns mit der Fähre über die Havel setzen und wenden uns dann gen Süd zur Glienicker Brücke. Die Straß« siihrt unmittel- bar neben dem Fluß hin. Bon der Brücke überschauen wir noch einmal die schön« Havellandschaft. Die breiten Wasserflächen, die waldgekrönten Höhen, si« grüßen uns zum Abschied; dann wandern wir durch die Berliner Vorstadt zum Bahnhos Potsdam zurück, um die Heimsahrt nach Berlin anzutreten. Weglänge etwa 23 Kilometer. herum, dann sind wir wieder am User des Sees. Auf schönem, schattigem Wege kommen wir schließlich nach Nedlitz. Eine Brücke sührt über den Durchstich des Sokrvw-Paretzer Kanals. Dieser kürzt die von Potsdam über Werder führende Wasserstraße der Havel um ein beträchtliches Stück ab. Der Kanal verbindet den vor Potsdam von der Hovel abgehenden Jungfernjee mst dem Fahr- lander See, führt durch den von der Wublitz durchfloffenen Schänitz- see und mündet bei Ketzin in den Göstinsee, wo er die Havel wieder erreicht. Von der Nedlitzer Brück« wandern wir gen Nord durch Neu-Fahrland nach Krampnitz, am Nordend« des geichnamigsn Se?s gelegen. Dieser See liegt in einer der zahlreichen Rinnen, die die zwischen dem Havelländischen Luch und der Havel sich er- ssteckende Döberitzer Hochfläch durchziehen. Die Rinne beginnt im Ferbitzer Bruch nördlich von Ferbitz und nimmt ihren Lauf in südösstichr Richtung, anfangs vom Großen Graben durchflössen. Abwärts von Krampnitz erweitert sich die Rinn« und wird von S«en erfüllt, dem Krampnitz-, Lehnitz- und Jungfernjee. Mit diesen mündet die Rinn« in die Havel. Von Krampnitz wandern wir an- fangs in südöstlicher, dann in südlicher Richtung, östlich vom Reh- berg vorüber, zum Ostuser des Lehnitzscss. Der Weg führt unmittel- bar am See weiter. Am südlichen Ufer liegt eine natürlich Er- Hebung, die von der Römerschanze gekrönt ist. Diese Schanze ist ein alter vorgeschichtlichr Burgwall, ein Ringwall, einer der am besten erhaltenen in Norddeutschland. Der Name Römerschanze hat mit den Römern nichts zu schaffen, denn dies« waren niemals bis in die Mark Brandenburg vorgedrungen: er ist vielmehr ohne Zweifel entstellt worden aus Räuber- oder Röberfchanze. In alten Chroniken wird die Schanze auch als„K ö n i g s w a l l" bezeichnet; der Wald, in dem sie liegt, ist der„Königswald", und der Weg, der südlich an ihr vorübersührt, der„Königsweg". Der Berg, auf dem die Römerschanze angelegt ist, erhebt sich 29 Meter über den See- spiegel. Sein Gipfel bildet nahezu«in Viereck von 175; 125 Metern Seitenlänge. Diese Hochfläche brauchte nur mu einem Wallgürtel umgeben und der Sumpsssteifen im Westen, wie es geschehen ist, durch einen kurzen Durchstich mit dem See verbunden zu werden, um eine sehr starte Schutzwehr zu gewinnen. Die Burg lag keines- Eine Kbbaukomöüie. In einem sozialisienreinen Bezirksamt. Die Bürgerlichen hatten gestern einen schweren Tag. Es galt abzubauen in einem Bezirksamt, wo es keine Sozialdemo- k raten zum 5ierausw«rs«n gab. Das sozialistenreine Bezirksamt sühlt sich unter sich so wohl, d-ch es ihm herzlich schwer wird, sich von einigest seiner Mitglieder zu trennen. Tiefe Trauer lag daher über dem völlig verwaisten Magistratstisch. Für die ganze Dauer der Beratung dieser erschütternden Angelegenheit wurde die Oeffent- lichtest ausgeschlossen. Der Ausschuß hatte den Stadtschulrat Dr. F c r b« r und den stellvertretenden Bürgermeister Dr. Bayer zum Abbau vorg«- schlagen. Ueber Herrn Dr. Ferber war sich die Versammlung sehr schnell einig, da selbst seine Parteifreunde zugeben mußten, daß kein Tätigkeitsfeld für ihn vorhanden ist. Um so heißer war der Kampf, der sich um den Volksparteilsr Dr. Bayer«nt- fpastn. Die Volkspartei bracht« den Antrag ein, statt Dr. Boyer den Demokraten Dr. Kuhlmann abzubauen. Ferier war dem Vorsteher der Versammlung bereits am Tag« nach der geheimen Sitzung des Ausschusses ein? von über 499 Beamten unterzeichnete Eingab« eingegangen, nach deren Lektüre man ganz überzeugt sein mußte, daß Dr. Bayer den ganzen Karren wirst und der arm« Be- zirk Tiergarten ohne ihn rettunglos verloren wäre. Trotzdem legte Genosse Pärsch in einem schlichten Berichte die Gründe dar, die die Mehrheit des Ausschusses bewogen hattest, Dr. Bayer für d«n Abbau in Aussicht zu nehmen. Vor allem war die Erwägung maß- gebend gewesen, daß Dr. B. als Jurist und Mann in den besten Jahren noch reichlich Gelegenheit hat, sich umzustellen und«in anderes Arbeitsfeld zu sinden. Dr. K l i n k h ar di(Volkspartei) vertrat dagegen den originellen Standpunkt, daß der 62jährig« Dr. K u h l m a n n. der früher mal Apotheker war, mit Leichtig- keit eisten Posten bekommen könnte und empfahl als besonders geeignet die Uebernahme von Nachtwache a. Genosse B u b l i tz ttat seinen Ausführungen sehr wirksam entgegen. Er wies besonders darauf hin, daß die vorgebrachten Bedenken nirgends maßgebend gewesen waren, wo Sozialdemokraien abzubauen waren. Da die Volkspartei sich auf den Standpunkt stellt«, daß ein« Einzel- stelle überhaupt nicht abgebaut werden kann, wurde ihr der Fall Kreuz berg und Tempelhof zu Gemüte geführt, wo sogar der Bürgermeister abgebaut werden konstte, weil er Sozialdemokrat war, und msbesostder« der Fall Paul- s e n, wo die Volkspartei doch gar keine Bedenken hatte, ein« Einzel- stelle fallen zu lassen. Die Demokraten schloffen sich unserem Stand- punkte an. Der Abbau Bayers schien gesichert, wenn nicht im letzten Moment die Kommuni st en wieder ihr Talent, Kon- fusion anzurichten, ist bewundernswerter Weise betätigt hätte». Herr Goß schoß den Pogel ab, indem er mit dem Anttng hereinplatzte, Die Familie Frank. Roman von Martin Andersen Rexö. Madam Frank begann, ganz kostbar zu schlucken und den Kopf dazu im Takt hin und her zu schleudern. Thorvald brach in Gelächter aus, ein hartes, heftiges Knabenlachen, das ihn zu sprengen drohte. Sie glich einer Henne, die alle Halsfedern verloren hat und mit ihrem scharfen Kopf nach Fliegen in der Lust herumhackt. Und das Gesicht, das sie ausietzte, es sah unbändig komisch aus. Als sie aber gar nicht wieder aufhörte, wurde ihm un- heimlich zumut, und er starrte sie entsetzt an. Und als sie in einem fort weiter schluckte und den Kopf bewegte, brüllte er laut auf, wurde mitten in seinem Schluchzen von der Komik ihres Ausdrucks gepackt und lachte; doch dann brüllte er noch stärker, während'sie fortfuhr, zu schlucken und den Kopf hin und her zu werfen, regelmäßig wie eine Uhr. Endlich ließ jhp Anfall nach und ging vorüber, und die Tränen strömten ihr die Wangen hinab. Thorvald hatte den Wecken hervorgeholt und vor sie auf die Bettdecke geschoben. Und er nahm auf irgendeine Weise die Gelegenheit wahr, die Hand auf ihre Stirn zu legen, sah jedoch dabei aus wie ein Verbrecher, der auf frischer Tat er- tappt wird. Sie ergrist seine Hand: „Mach dir nur nichts draus, mein Junge, jetzt ist's vor- über.— Aber ich hatte mich für die Weste verbürgt, siehst du; die Leute haben ja Angst vor uns gekriegt feit der Ge- schichte mit dem Rock des Schornsteinfegers. Ich mußte ihn geradezu darum anbetteln, uns die Weste zum Reparieren zu geben, und schließlich sagte er:„Ja. Wenn Sie es versprechen, Madam Frank, dann weiß ich auch, daß Sie es halten.�— Und dann ist sie doch den Weg gewandert. Und woher kriegen wir jetzt Geld, sie einzulösen? Niemand vertraut uns mehr etwas an— nicht mal dreckige Sachen. Denn sie werden jagen— daß wir— es— versetzen." Wieder begann sie zu schlucken. Thorvald verschwand aus der Tür und kam bald wieder herein, die zusammengelegten Fäuste voll klirrenden, rasseln- den Geldes. Er warf die Geldstücke gegen die Decke, und sie regneten wieder über Tisch und Bett herab und weiter auf den Fußboden hin, rollten und klangen und verschwanden in den Winkeln und blieben still liegen. Eine einzelne größere Münze schnurrte eine Zeitlang herum und wiegte sich, bis sie zur Ruhe kam. Madam Franks Gesicht erhellte sich merkwürdig schnell. Sie reckte den Kopf über den Betttand vor und oerfolgte eifrig, wie Thorvald auf allen vieren nach dem Geld« jagte. „Woher hast du denn all das schöne Geld. Junge?" „Verdient." „Verdient? Du?" „Ja. Lars und ich haben heute beim dicken Mads bedient, und wir beide haben allein für fünfhundert Kronen verkauft." „Und da gab er jedem von euch fünf Kronen?" „Das könnt' er gut tun." „Ja, da hast du recht!— Denn fünfhundert Kronen, das war wahrhaftig eine schöne Einnahme. Aber er hat sich doch auch angestrengt!— 0, du lügst, du Spitzbube, es sieht so einem gierigen Ungeheuer nicht ähnlich, anderen etwas zu gönnen. Ihr habt euch selber das Geld genommen, jawohl." Thorvald knist das eine Auge zu. „Ra, ich halte zu euch. Er hat dir und mir viel Belag vom Brot heruntergeholt, das hat er getan. Es geschieht ihm recht, dem Ungeheuer, der selber nicht nachläßt, eh' er den armen Mann bis auf die Haut ausgezogen hat. Hat er mir nicht neulich eine Rechnung über mehr als hundert Kronen geschickt für„Zeche des Herrn Schneidermeisters Frank", mit der Bitte um baldigste Bezahlung— der Esel! Das ist das einzigemal, wo ich ein bißchen Vergnügen davon gehabt habe, daß Frank trinkt. Es tat einem geradezu gut. Wenn man ihn nur ins Armenhaus bringen möchte, dann stiftete man wenigstens noch ein wenig Nutzen mit der Pichelei." Madam Franks Laune war nach und nach immer besser geworden. Sie lag da, spieste mit dem Gelde und ließ es zwischen den Fingern auf die Bettdecke fließen. „Wenn es nur ausreicht, bis ich aufstehn kann!" „Ach was, ich werd' schon mehr verdienen," sagte Thor- vald und kroch unter die Decke. „Ach, Herrgott, Junge, fabelst du nun auch wie dein Vater?" „Er ist nicht mein Vater," brummte Thorvald. „Rein, Gott sei Dank, also brauchst du ihm nicht nachzu- arten.— Aber nicht jeden Tag ist Waldfest, und was willst du dann anstellen?" „Ich kann doch wohl arbeiten!" „Jösses, ja, es donnert in den Hosen und schlägt in die Holzschuhabsätze ein!— Nein, es ist nicht so einfach, zuzu- springen, mein Junge, wenn man nie seine Hand gerührt hat, um für ein paar Groschen Nutzen zu tun." Thorvald kannte die Auffassung, die seine Mutter von ihm hatte; er mochte keine Worte verlieren, um sie zu ändern, und fing an zu schnarchen. 16. Als Meister Frank sich selbst überlassen und ermahnt wurde, ruhig nach Hause zu gehen, war sein Kopf nicht in allerbester Ordnung. Es wirbelte und brauste da drinnen wie in einem Bienenkorb, und er bemühte sich vergebens, bloß einen vernünftigen Gedanken durch alle die wirren Vorstellun- gen zu retten, die sich ausgelassen um jeden aufkeimenden Ver- nunftschluß tummelten und gleich auf Abwege führten. Aber so viel war ihm doch klar, daß der Weg zur Glückseligkeit nicht nach Hause führte. Und die Glückseligkeit winkte mit einer Stärke, daß die Verwirrung in seinem Gehirn selbst auf ihrem Höhepunkt ihr keinen Abbruch tun konnte. Als er heut morgen erwachte, hatte er sie in seinem alkoholhaltigen Körper wie eine Der- heißung verspürt, noch bevor er daran dachte, daß heute Ver- fassungsfest war und also der Tag des großen Klubgelages. Doch marternd war der Tag allein durch seine Länge ge- wesen, da jede Minute sich zu einer kleinen Ewigkeit aus- dehnte und den Weg für den Abend verschloß. Und die Menschen legten alle möglichen Versuchungen auf seinen Weg, sperrten ihn mit reinen Jungfrauen ein und ließen Frank durch Schutzleute nach Hause bringen. Aber Frank war nicht so dumm! Er setzte den ihm angewiesenen Kurs in aller Ehrbarkeit fort, bis der Schutzmann außer Sicht war, dann ging er mit glucksendem Lachen schräg über die Wiese auf eine alie Heu- miete zu.„Nee, abgewinkt," rief er und schlug in die Luft, wo der Teufel auf semer Frau herumritt und ihr eine Rute auf dem Rücken festgebunden hatte, so daß es aussah wie ein starrender Schwanz.„Darauf fallen wir doch nicht rein, wir sind nicht eifersüchtig!" Er beschrieb große Bogen, wegen seines kranken Kopfes, doch er selbst war überzeugt davon, daß es geschah, um die Verfolger irrezuführen. An einer Stelle hatte man einen ganze» Bach von Trink- waren angelegt, um ihn in Versuchung zu führen, aber Frank war auf dem Posten. Zuerst legte er sich hin und kostete; und als er fand, daß es nichts für ihn war, watete er resolut hin- durch.(Fortsetzung folgt.) außer Bayer auch Ruhlmann, also mit Ferber drei Stadträte abzubauen. Da die Versammlung bereits früher beschlossen hatte, zwei Stadträte abzubauen, entspann sich eine endlose Geschäftsordnungsbebatte über Zulässigkeit und Reihenfolge der Beratung. Hierbei bemühten fich Boltspartei und Kommunisten in edlem Kuhhandel um den Abbau Kuhlmanns. Schließlich wurde der Antrag der Volkspartei, Dr. Ferber abzubauen und Dr. Kuhlmann, der noch nicht Gelegenheit zur Rückäußerung gehabt hatte, zum Abbau in Aussicht zu nehmen, angenommen. Proletarische Feierstunde Am Sonntag, den 5. Oftober, vormittag 11 Uhr im Großen Schauspielhaus, Karlstraße ( Dem Dichter Ernst Toller gewidmet) Orgel Harfen Bioline Cello Largo Gefilde der Seligen/ Hymne Ansprache: Alfred Kerr Tag des Proletariats Drei Autounfälle vor Gericht. Anklagen wegen fahrlässiger Tötung. Die vielen schweren und tödlich verlaufenen Unfälle, die durch schlecht geführte Autos und Motorräder in der letzten Zeit hervorgerufen worden sind, finden jetzt ihren Niederschlag und ihre Beleuchtung wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht. Gestern hatte sich das Gericht allein mit drei derartigen Anklagen zu beschäftigen. Zwei dieser Fälle gelangten vor dem großen Schöffengericht Wedding zur Berhandlung. Bei der ersten Anklage handelt es sich um den Arbeiter Bohm. Dieser fuhr mit seinem Motorrad, dessen Soziussiz der Mechaniker Beinert einnahm, die Ruppiner Chaussee entlang. Als ihm an einer Kurve ein Geschäftsauto begegnete, mäßigte er die Fahrt nicht Inzwischen war aber die Laune der Kommunisten umgeschlagen und sie zogen ihren Antrag, Kuhlmann und Bayer abzubauen, zurück. Wir wollten nun den kommunistischen Antrag wieber aufnehmen, aber siehe da wir schienen in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten versetzt. Die Volkspartei mit Hilfe des Vorſtehers Dr. Granaß fnetele die Geschäftsordnung so lange, bis sie Maschinenstürmerlied u. andere Gedichte von Ernst Toller und hielt auch nicht streng die rechte Seite inne, sondern bog mit einer Stimme Mehrheit herausbrachten, daß unser Antrag ganz neu sei und unmöglich noch in derselben Sihung verhandelt werden kann. In der nächsten Sigung folgt der Komödie zweiter Teil. Unter Mordverdacht verhaftet. Bon der Geburtstagsfeier in den Tod. Unter dem Verdacht des Mordes wurde von der Neuföllner Kriminalpolizei der 23 Jahre alte Arbeiter Willy Haß verhaftet, der mit seiner Mutter und dem 54 Jahre alten Schuhmacher August Doschte zusammen in der Siedlerstraße zu Budom eine Laube bewohnte. In dieser wurde Doschte am 28. September erhängt aufgefunden. Man nahm zunächst einen Selbstmord an. Die Neuköllner Kriminalpolizei jedoch, die den Leichenfund näher untersuchte, hegte bald Zweifel. Die Art der Befestigung des Strices machte es endlich zur Gewißheit, daß Doschte nicht freiwillig aus dem Leben geschieden ist, sondern seinen Tod Don fremder Hand gefunden haben muß. Die Ermittelungen ergaben, daß Willy Haß den betagten Schuhmacher wegen seines Berhältnisses zu seiner Mutter haßte. Trogbem feierte er mit seiner Mutter am 27. September abends in einer Schantwirtschaft in Butom den Geburtstag des Doschte mit. Man trant bis in die späte Nacht hinein. Besonders Frau Haß bestellte immer wieder Getränke. Ihr Sohn aber ließ im Laufe der Zecherei Aeußerungen fallen, daß er noch einen Gewaltakt vorhabe. Alle drei gingen dann endlich heim. Am nächsten Morgen jah man Willy Haß blaß und ängstlich an der Haltestelle der Straßenbahn stehen. Er hatte den angeblichen Selbstmord Doschtes nicht gemeldet, obwohl er ihm schon bekannt gewesen sein muß. Zur Verantwortung gezogen, legte er zunächst ein Teilgeständnis ab, widerrief es aber später. Es besteht nun der dringende Verdacht, daß Haß, der auch Krahwunden am Gesicht hatte, den Geliebten feiner Mutter erdrosselt und dann an der Türflinke aufgehängt hat, um einen Selbstmord vorzutäuschen. Alle diejenigen, die ihn morgens an der Haltestelle der Straßenbahn und auch weiterhin gesehen, oder die fonft zur Aufklärung beitragen fönnen, werden ersucht, sich bei Kriminalfommissar Dr. Götsch auf dem Polizeiami Neukölln zu melden. Außer Willy Hoß wurde auch ein Arbeiter Arndt, der mit der Schwester des Haß verkehrt, unter dem Verdachte, seine Hand im Spiel gehabt zu haben, vorläufig festgenommen. Der geheimnisvolle Brief aus Amerika. Ein angeblicher Mord, der von einem jetzt im Auslande weilenden Deutschen begangen worden sein soll, beschäftigt seit Jahren die Berliner Kriminalpolizei. Diese erhielt im Januar d. 3. aus Los Angeles einen Brief, der ihr mitteilte, daß ein in Los Ingeles wohnhafter Sarry Oberdorf in der Nähe von Hamburg einen Jocken Ott aus Eifersucht ermordet habe. Der Brief enthielt wohl eine Straße mit Hausnummer, aber feine Namensunterschrift. Er behauptete, Oberdorf habe mit einem jungen Mädchen ein Verhältnis unterhalten, von dem Ott gewußt habe. Aus Eifersucht habe er eines Tages Ott in der Nähe von Hamburg in einen Wald gelodt und dort erfchoffen. Die Kriminalpolizei forschte überall nach, ob irgendwo ein Joden Ott verfchwunden mar, aber ohne Erfolg. Weder in Berlin noch in Hamburg noch sonst wo war ein Joden diefes Namens zu ermitteln. Auch in feinen Renn- Annalen mar er verzeichnet oder verzeichnet gewesen. In Berlin wurde zwar ein junges Mädchen des Namens, wie es in dem Briefe genannt war, ermittelt, es mußte aber meder von einem Joden Dit nosh sonst etwas von der ganzen Geschichte. Die Kriminalpolizei wandte sich nim wieder nach Los Angeles, um näheres über Oberdorf zu erfahren. Es ergab sich, daß dieser seit Jahren in Los Angeles angestellt ist und eine geachtete Stellung befleidet. Von seinen Bekannten dort, die ermittelt wurden, will niemand den Brief geschrieben haben. Um nichts unversucht zu lassen, was zur völligen Aufklärung dienen fann, forscht die Kriminalpolizei nun doch noch weiter nach, ob es irgendwo in Deutschland einen Joden Ott gegeben hat und ob jemand dieses Namens irgendwo vermißt wird. Alle die nach dieser Richtung Angaben machen fönnen, werden ersucht, sich an Kriminaltommiffar Busch, Dienststelle B. II. 20 im Berliner Polizeipräsidium zu wenden. Eine medizinische Streitfrage vor dem Schwurgericht. Das Schwurgericht des Landgerichts I hatte fich mit einem Fall zu beschäftigen, der schon einmal verhandelt wurde, und der damals in der medizinischen Fachpresse großes Aufsehen erregte. Die außer ordentliche Straffammer hatte Ende März d. J. eine Räuberbande, die bei einem Ueberfall einen 60jährigen Wächter so gefeffelt hatte, daß sein alsbald erfolgter Tod auf diese Behandlung zurückgeführt wurde, unter Annahme des Raubes mit Todeserfolg zu fchweren Zuchthausstrafen verurteilt. Durch einen Formfehler urbe gegen einen der Berurteilten das Urteil vom Reichsgericht aufgehoben. Die Straffammer war zu ihrer Anschauung auf Grund der Gutachten der Gerichtsärzte Med.- Rat Dr. S törmer und Prof. Fraentel gefommen, die begutachtet hatten, daß der Tod des 60jährigen Wächters Meißner durch die Aufregung bei dem Ueberfall beschleunigt worden sei, da Meißner schwer Prebsleidenb mar. Die Arbeiter Walter und Kurt Rollo Io mi und der Werkzeugmacher Kurt Haat hatten im April 1923 räuberische Ueberfälle auf Garagen verübt. In der BrandenburgStraße hatten die Angeklagten den alten Wächter unter vorgehaltenem Revolver fdymer gefesselt. Meißner murbe schwer leidend in das Krankenhaus eingeliefert, wo er nach einigen Wochen starb. Da die Geftion schweres Krebsleiden angenommen hatte, hatte die Straffaminer gegen die beiden Angeklagten Walter Koffolowski und Kurt Haat, unter der Annahme von Raub mit Tobeserfolg, auf Buchthausstrafen von 12 bzw. 11 Jahren erfamt. Da nun das Reichsgericht das Urteil gegen Haaf aus formalen Gründen aufgehoben hatte, ist bie Hauptaufgabe des Schwurgerichts, da der Raub an fich flar llegt, zu entscheiden, daß tatsächlich der eingetretene Tod eine Folge des Raubüberfalles gewesen ist und ob oisdann eine Strafe einzutreten hat, die nicht unter 10 Jahre Zuchthaus zu bemessen ist, wie es die erste Instanz angenommen hatte. R.-A. Dr. Frey stellte den Antrag, die Spezialisten für Krebsfrankheiten und Forschungen, Prof. Dr. Blumenthal und Dr. Halberstädter vom Krebsinstitut an der Charité, zu taben, die nach ihren Forschungen festgestellt haben, daß derartige Bucherungen einen langsamen Gang geben, so daß der lleberfall feinen Einfluß auf den nach einiger Zeit erfolgenden Tod hatte. Das Gericht nahm diesmal nicht Raub mit Todeserfolg an, sonbern verurteilte den Angeklagten wegen schweren Raubes, erkannte jedoch mit Rücksicht auf die Schwere des Verbrechens wiederum auf 11 Jabre Buchthaus und 10 Jahre Chr verluft. Sprechchor: Mitwirkende: Herr Prof. Saal und Frau Hopf- Geidel ( Harfe), Herr Prof. Wittenberg( Violine), Herr Armin Ciebermann( Cello), Herr Drwenfti( Orgel), Sprechchor für Proletarische Feierstunden( Leitg. Alb. Florath), Einzelsprecher. Karten für diese Veranstaltung sind zu haben im Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. Sof II, Zimmer 8, Borwärts- Buchhandlung, Lindenstraße 2, Zigarrengeschäft Horsch, Engelufer 24/25( Gewertschaftshaus) und bei allen Obleuten der Kreisbildungsausschüsse. Die Fleischgroßmarkthalle. Fertigstellung der Bauten durch die Stadt. Der Magistrat hat beschlossen, die Fertigstellung der Fleisch großmarkthalle in der Landsberger Allee durch die Stadt zu bewirken und die Kosten im Gesamtbetrage Don 1600000 M aus Mitteln des Bieh- und Schlachthofs zu bewilligen. fogar noch etwas nach links ein. Infolgedessen tam es zu einem schweren Zusammenstoß, bei dem Beinert von feinem Sig geschleudert wurde und so schwere Berlegungen davontrug, daß er baid darauf starb. Bohm, der keinen Führerschein besaß, wurde der fahrlässigen Tötung angeklagt und es wurde ihm außerdem zur Last gelegt, daß er ein Motorrad gefahren habe, ohne genügende Kenntnis des Lentens gehabt zu haben. Das Gericht verurteilte den Angeklagten dem Antrage des Staatsanwalts gemäß Der zu 10 Monaten und 2 Wochen Gefängnis. zweite tödliche Unfall hatte sich im Mai am Wedding zugetragen. Hier wollte an einer Haltestelle die erst vor kurzem aus Ostpreußen nach Berlin gelommene Stütze Anna Witted die Straßenbahn verlassen. In diesem Augenblid kam ein Motorradfahrer vorbei, der zwar mehrfach Hupenfignale gat, jedoch infolge zu raschen Fahrens das junge Mädchen umriß. Das junge Mädchen verstarb bald darauf an einem Schädelbruch. InFerner foll ein Kühi- und Gefrierhaus, das im wesent- wischen hatte der Motorradfahrer sich durch die Flucht seiner Festlichen Zusammenhang mit der Fleischgroßmarkthalle steht, ebenfalls stellung entzogen und konnte erst durch eine anonyme Anzeige in dem Bantbeamten Ernst Drewin ermittelt werden. durch die Stadt errichtet werden. Die Kosten im Gesamtbetrage Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu 9 Monaten Gefängnis, von 4000000 M. sollen aus Anleihemitteln aufgebracht werden. sprach ihm aber Bewährungsfrist zu. Die Notwendigkeit der Vollendung der Fleischgroßmarkthalle ist te= reits in der Borlage vom 18. Juni 1924 begründet worden. Wie darin ausgeführt, ist jedoch der Bau der Fleischgroßmarkthalle eine wirtschaftlich verfehlte Maßnahme, wenn nicht gleichzeitig in unmittelbarem Anschluß an die Halle ein mit ben modernſten technischen Einrichtungen versehenes und auf lange Jahre hinaus voll ausreichendes Kühl- und Gefrierhaus errichtet wird, in dem die überhängenden Reſte on Frischfleisch sowie das in Berlin eintreffende Gefrierfleisch fachgemäß eingelagert werben tönmem. Da das Kühl- und Gefrierhaus bei der Eröffnung der Fleischgroßmarkthalle soweit gefördert sein muß, daß wenigstens die Reste an Frischfleisch vor dem Verderben geschützt werden fönnen, muß mit dem Bau alsbald begonnen werden. Ein Teil der ArbeiFrostperiode durchgeführt werden, do sonst mit einer Schädigung ten insbesondere der Eisenbahnanschluß muß noch vor Eintritt der auch der Fleischgroßmarkthalle durch Witterungseinflüsse zu rechnen ist. Der Magistrat hat der Stadtverordnetenversammlung eine da hingehende Vorlage zur Beschlußfassung unterbreitet. Nationale Sache" mit enormem Großverdienst. Im Berliner Lotal- Anzeiger" vom 21. September tommte man unter den Stellenangeboten die folgende Anzeige lesen: Offiziere Bollakademiker für aussichtsreiche Lebensstellung bei enormem Großverdienst( feine Versicherung), möglichst Stahlhelmmitglieder, für Werbedienst und Berbreitung nationaler Sache sofort oder später gesucht. Unterstützung durch Krititen, Vereine, Berbände, Ortsgruppen und Empfehlungen üblich. Nachweislicher Monats verdienst hier von Offizieren a. D. erreicht bis zu Bewerbungen tausend Mart. Bornehme Tätigkeit. mit Lebenslauf, Referenzen ausführlich unt. Um. 339 Nebenstelle d. Bl. Potsdamer Straße 9. Was mag hinter dieser Anzeige steden? Daß möglichst Stahlhelmmitglieder" verlangt werden, macht die nationale Sache" fehr verdächtig. Das behauptete Monatseinfommen bis zu tausend Mart, das Offiziere a. D. erreicht haben sollen, erscheint nicht unglaubhaft. Was in den Zeiten der Monarchie an der Staatstrippe stand, ist an enormen Großverdienst" gewöhnt. Er hat doppelt Anspruch auf ihn, wenn er in der Republit für die„ nationale Sache" arbeitet. Hoffentlich werden die Behörden, die für die Sicherheit der Republit zu sorgen haben, sich über die in diesem Stellenangebot empfohlene und so hochbezahlte Arbeit zu unter: richyten fuchen. Gefängnis für Beleidigung des Reichspräsidenten. " Der Verlagsbuchhändler Julian Gumpers hatte sich vor dem großen Schöffengericht Mitte in zwei Fällen zu verantworten. Er war einmal angeklagt, in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise zu Gewalttätigkeiten aufgereizt zu haben, indem er ein Gedicht von Ostar Kaneh! Straße frei veröffentlicht hatte. Er erhielt wegen Verlegung des Republikschutzgesetzes 100 Mart Geldstrafe. Im zweiten Falle war er wegen Beschimpfung der Republit angellagt, da er eine Nummer der Zeitfchrift Bleite" berbreitet hatte, in der der Reichspräsident und der frühere Reichswehrminister Noste abgebildet waren, wie sie in einem Blutmeer von niedergeschoffenen Arbeitern wateten. Hier für erhielt der Angeklagte einen Monat Gefängnis. Schlägerei zwischen Deutschvolfischen und kommunisten. Zu Schlägerel zwischen Deutschvölkischen und Kommunisten. Bu diefer Notiz im gestrigen Abendblatt werden wir gebeten mitzuteilen, daß der darin genannte 17jährige Arbeiter Perleberg nicht der kommunistischen Partei angehört. Das Rundfunkprogramm. Sonnabend, den 4. Oktober. Der dritte Unfall beschäftigte das große Schöffengericht Charlottenburg. Hier handelte es sich um einen schweren Unfall, der sich am Abend des 7. Juli auf der Avusbohn ereignete und dem zwei Motorfahrer, die Brüder Morawiß, zum Opfer gefallen sind. Der eine von ihnen wurde auf der Stelle ge= tötet, während der andere noch heute schwer verlegt im Krankenhaus Westend liegt. Die Anflage wegen fahrlässiger Tötung und Körperverlegung richtete sich gegen den Kraftwagenführer Robert Niemczewski. Der Angeklagte, der im Dienst eines Kaufmanns Stern im Grunewald stand, hatte an jenem Abend noch in der Garage eine Reparatur am Kühler seines 70 PS.. Wagens vorgenommen. N. fuhr bonn, indem er mehrere Bekannte mitnahm, abends zwischen 9 und 10 Uhr auf der Ausbahn, um den Aufschrei und zwischen dem Kühler des Autos und dem rechter Wagen auszuprobieren. Mitten in der Fahrt ertönte ein lauter Kotflügel hatte sich ein mit zwei Berfonen befeßtes Motorrad verfangen, das dann etwa 300 meter auf der Bahn mitgeschleudert wurde. Nach Aussagen anderer Automobilisten foll der Angeklagte versucht haben, die Flucht zu ergreifen, ohne sich um die beiden Opfer, die er einfach mit dem schweren Kraftwagen überrannt hatte, zu fümmern. Die Anflage nahm an, daß N. in betrunkenem Zustande rücksichtslos in rajendem Tempo auf das Motorrab aufgefahren sei. Rechtsonwalt Dr. Schwindt hatte zahlreiche Zeugen dafür benannt, daß der Angeklagte fich in nüchternem Zustande befunden und daß er sich auch soweit als möglich der Verletzten angenommen habe. Der Staatsanwalt warf dem Angeklagten vor, daß er überschnell mit etwa 120 Rilometer im Dunkeln gefahren sei. Das Gericht war jedoch der Ansicht, daß die Avus zur Ausprobierung von Wagen bei hoher Geschwindigkeit gebaut sei und daß möglicherweise die Motorradfahrer plötzlich ihre Fahrtrichtung geändert hätten, Daher wurde auf Freisprechung bes Angeklagten erkannt. In das Erholungsheim Quenzsee bei Brandenburg a. d. H. tönnen während der Herbstferien und auch länger Kinder vom vollendeten 12. Lebensjahre an bei guter Verpflegung aufgenommen werden. Auskunft erteilt das Jugendsekretariat, SW. Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 Tr., Mittwochs und Freitags von 9-7 Uhr, an den anderen Tagen von 9-4 Uhr. Billiger Sonntag im 300 und Aquarium. Am Sonntag beträgt der Eintrittspreis für Erwachsene je 50 Pf. und für Kinder die Hälfte. Das Konzert beginnt um 4 Uhr und findet bei günstigem Better im Garten, sonst im Kaisersaal statt. Letter Tag der großen Affenfchau und der sehenswerten Tierkunstausstellung. Meisterfurfe an der Berliner Tischlerschule. Nachdem jezt an der Tischlerschule, Berlin D. 34, Straßmannstraße 6, zwei Metfterfurfe mit recht guten Erfolgen zum Abschluß gekommen find, wird am 6. Oftober ein neuer Kursus eröffnet. Der Lehrgang dauert 1 Jahre bei wöchentlich 12-16 Unterrichtsstunden des Abends von 5-9 Uhr. Unterrichtsfächer find: Projektionszeichnen, Fachzeichnen für Tischler, Schattenlehre, Stofffunde, Buchführung, Fachrennen, Staltulation, Stillehre, Maschinentheorie, Chemie. Tischler, die die Gehilfenprüfung gemacht haben, finden bier Gelegenheit, sich zum Werkmeister auszubilden, oder sich die Kenntnisse far die Meisterprüfung anzueignen. Auf Wunsch kann das Meisterprüfungsstüd in den Werkstätten der Schule angefertigt werden. An meldengen und Auskunft im Amtszimmer der Schule, Straßmannftr. 6, Hof rechts, parterre, Zimmer 4, werktäglich vormittags 9-11 Uhr, und 6. Oftober 6-7 Uhr abends. Gold auf dem Meeresgrunde. Es soll jezt nach einer Meldung aus New York ein neuer Versuch gemacht werden, den Dampfer Merida" zu heben, der vor 13 Jahren von einem amerikanischen Kriegsschiff gerammt wurde nnd gesunken ist. Das war mit " Gold und Silberim Werte von 3 Mirren Dollar und einer Unmenge Kupfer beladen, das die merikanische Regierung bei der damaligen Revolution in New York in Sicherheit bringen wollte. Neun Arbeiter verschüttet. Bei den Erdölwerken in Bechelbronn( Elsaß) find in einem Schacht neun Arbeiter infolge Gasausbruchs verschüttet worden. Fünf find lebend geborgen worden, die übrigen vier noch nicht; man fürchtet, daß sie tot find. Tageseinteilung. 10 Uhr vorm.: Bericht über die Kleinhandelspreise der wichtigsten Lebensmittel in der Zentralmarkthalle. 10.15 Uhr vorm.: Erste Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. 11.35 Uhr vorm.: Funkbörse( Die Notierungen der Berliner Waldbrand in Kalifornien. In der Nähe von Los Angeles in und Hamburger Produktenvorbörse), 12.15 Uhr nachm: Kurzer Tendenzbericht der Berliner Vorberse( nur Montag bis Freitag). 13.55 Uhr nachm.: Uebermittlung des Zeitzeichens. 1.05 Uhr nachm.: Zweite Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Wetterdienst. 2.15 Uhr nachm.: Kurzer Tendenzbericht der Berliner Börse( nur Montag bis Freitag). 8 Uhr nachm.: Funkbörse( Die amtlichen Notierungen der Berliner und Hamburger Produkten- und Viehbörse; amtliche Devisen). 4 Uhr nachm.: Funkbörse( Getreide cif. Hamburg; Berliner Kolonialwaren- Großhandelspreise). 4.30-6.30 Uhr nachm.: Unterhaltungsmusik( Berl, Funkkapelle). 1. Amorettenständehen, Kockert. 2. Ouvertüre zur Oper Semiramis", Rossini. 3. Wiener Fresken, Walzer, Josef Strauß. 4. Indian Canzonetta, Dvorák. 5. Brahms- Memoiren, Morena. 6. Entr'act et Valse aus Coppelia, Delibes. 7. Potpourri aus der Operette„ Der Mikado", Sullivan. 8. Mein Ideal, Walzer, Fr. v. Blon. mania, Shimmy- Foxtrot, Gilbert u. Cooper. Während der Pausen: 9. Dance- oRatschläge fürs Haus". 7.45 Uhr abends: Vortrag des Herrn Schriftsteller Johannes Mayrhofer: Spanisches Volksleben". 8.30 bis 10 Uhr abends: Romantischer Abend. 1. Drei deutsche VolksNierenz, Georg Böttcher, Reinhard Einsel). 2. a) Mondnacht, b) in lieder. Das Cornettquartett der Staatsoper( Hans Bode, Karl der Fremde) Der Nubbaum, d) Frühlingsnacht, Schumann ( Alfred Wilde). 3 a) Air dem Violinkonzert, Goldmark. b) Cavatine, Raff( Konzertmeister Nikolas Lambinon, Violine). 4. Der Dichter Waldemar Bonsels spricht aus seinem Buche„ Die Biene Maja". 5. Drei deutsche Volkslieder( Das Cornettquartett der Staatsoper). 6. a) Der Mond, b) Frage, c) Minnelied, MendelsWilde). 7. Konzert A- moll( Gesangsszene) Spohr( Konzertmeister sohn- Bartholdy, d) Von waldbegrenzter Höhe, Brahms( Alfred Otto Urack). Nikolas Lambinon, Violine: am Steinway- Flügel: Kapellmeister Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage. Wetterdienst. Sportnachrichten, Theaterdienst. 10.30-11.30 Uhr abends: Tanzmusik. Kalifornien ist auf einer Strede von 30 Meilen ein Riesenwaldbrand ausgebrochen. Bis jetzt sind schon 60 000 Acres vermistet worden. Tausende von Personen find gezwun. gen, ihre Seimstätten zu verlassen. Aus der Partei. Kommunale Beratungsstelle für Berlin. sdad dietis Die Bezirts organisation Berlin hat für den Bezirksverband Berlin ab 1. Oftober im Bezirkssekretariat Berlin Die Leitung übernimmt Gen. Richard Krille. Aufgabe der SW, 68, Lindenstr. 3, eine kommunale Beratungsstelle errichtet. Bentralstelle ist es, Mittelpunkt für alle die Berliner SozialDemokratie berührenden Fragen auf kommunalpolitischem Gebiete au werden. Geschäftliche Mitteilungen. Bei der bekannten Firma Teppich- Bursch, Spandauer Str. 32, findet ein großer Teppich verkauf su außerordentlich billigen Preisen statt. Siehe Inserat in der Sonntagnummer. Bei der Firma Stefan Esbers, Kaiser- Wilhelm- Str. 55, Ede Spandaner Straße 35, finden unsere Damen und Herren die neuesten Herbst- und intermoden in Ulftern, Baletots, Anzügen, Mänteln und Koftlimen in großer Auswahl. Die Firma ist durch Herstellung in eigenen Werkstätten bei Berwendung befter Stoffe und erftklassiger Zutaten befonders leistungsfähig und preiswürdig, weshalb ein Besuch der umfangreichen Läger sehr zu empfehlen ift. Parteinachrichten Cinfendungen für diese Nubrik sind Berlin SW. 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin ffets an das Bezirkssekretariat, 2. Hof, 2 Trep. rechts, zu richten. 3. Kreis Webbing. Die Sozialistische Arbeiter- Jugend veranstaltet am Sonn tag, den 5. Oktober, 7% Uhr, im Lessing- Gymnasium( nicht SchillerGymnasium), Bankstr. 19, eine Schulentlaffungsfeier. Eintritt 30 Bf. Die Parteigenossen sind eingeladen. Hente, Sonnabend, den 4. Oktober: 102. Abt. Baumschulenweg. 7 Uhr gemütliches Beifammensein bei Borgmann, Baumschulen, Ede Riefholzstraße. Für Unterhaltung ist gesorgt. 187. Abt. Seinidendorf- Beft. 8 Uhr im Volkshaus, Scharnweberstr. 114, gemiltliches Beifammensein. Morgen, Sonntag, den 5. Oktober: 15. Abt. Vormittags 9 Uhr Sigung sämtlicher Funktionäre und Betriebsvertrauensleute bei Obiglo, Stralsunder Str. 11. 17. st. Sonntag, den 12. Oktober, gemütliches Beisammensein mit Tanz im Gesellschaftshaus, Triftstr. 69. Karten sind bei den Bezirksführern noch zu haben. Jugendveranstaltungen. Achtung, Mädchen! Montag, den 6. Oktober, abends 7 Uhr, Mädchenkonferenz. Bortvag: Ricarda Huch". Der Versammlungsraum wird noch bekanntgegeben. 21 Morgen, Sonntag, den 5. Oftober: Buchholz: Besuch des 800 und der Arbeiterwohlfahrtsausstellung. Treff punkt 8 Uhr bei Rossad. Steglik 1: Fahrt Birkenwerder- Briefetal. Abfahrt 7 Uhr Bhf. Südende. Steglis II: Fahrt ins Maue. Treffpuntt 8 Uhr Bhf. Steglig. Südost( Reichenberger Biertel): Besichtigung der Eisenbahnausstellung in Geddin, anschließend daran Wanderung. Treffpunkt 7 Uhr Schlesischer Bahnhof. Abteilung Gesundbrunnen I und II: Abends 7½ Uhr im Lessing- Gymnasium, Pantstraße( nicht Schiller- Lyzeum), Schulentlassungsfeier. Musit, Gesang, Resitationen, Jugendspiel. Beginn 7 Uhr. Eintritt 30 Pf. Werbebezirk Ostbahn: Abends 7 Uhr im Cäcilien- Eyzeum, Lichtenberg, Rathausstraße, Einführungsabend. Orgelspiel, Rezitationen, Jugendchor, Einzelgefänge, Feftrede. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftsstelle: Berlin G. 14, Sebaftianftr. 37/38, Sof 2 Tr. Achtung! Sämtliche Kameraden nehmen an der am Sonn tag, den 5. Oktober, vormittags 10 Uhr stattfindenden öffentlichen Bersammlung in Eichwalde teil. Versammlungslokal direkt am Bahnhof. Gauvorstarb. Kameradschaft Wedding: Am Sonnabend, den 4. Oktober, abends 7 hr, Badeabend im Stadtbad Wedding, Gerichtstraße. Sonntag, den 5. Oktober, vormittags 8 Uhr, Treffen am Bahnhof Wedding und Gesundbrunnen. Kameradschaft Kreuzberg: Sonntag, den 5. Oktober, vormittags 8 Uhr Treffen Görliger Bahnhof zur Fahrt nach Eichwalde. Ramerad schaft Nieberschöneweide, Untergruppe, Oberschöneweide, Niederschöneweide, Johannisthal: Am Sonnabend, den 4. Oktober, abends 7 Uhr, findet in Oberschöneweide, im Bereinshaus Bur Post", Nathausstraße, Ede Schillerpromenade, ein republikanischer Abend statt. Konzert, Ansprache, ernste und heitere Rezitationen werden von Rameraden ausgeführt. Danach gemiltliches Beisammensein und Tanz. Eintritt ist frei, Luftbarkeitssteuer 25 Bf. Alle Kameraden werden ersucht, sich mit ihren Damen daran zu beteiligen. Republikaner als Gäste willkommen. Kamerabschaft Nieber. fchöneweide, Untergruppe Baumschulenweg, hat am Montag, den 6. Oktober, abends 7% Uhr, beim Kameraden Borgmann wichtige Mitgliederversamm Yung. Kamerabschaft Kreuzberg, Jugendgruppe II: Am Montag, den 6. Oftober, abends 8 Uhr. Bersammlung bei Lier, Naunynstr. 9. Unbe dingtes Erscheinen erforderlich. Kamerabschaft Brenzlauer Berg: Am Sonntag, den 5. Oktober, gemeinsame Bormittagsfahrt. Treffpunkt 8.20 Bahnhof Alexanderplak, Eingang Königstraße. Fahritosten 80 Pf. Beteiligung brin gend erforderlich. Rameradschaft Lichtenberg, Untergruppe Biesborf: Am Montag, den 6. Oktober, abends 7 Uhr, Versammlung bei Guft. Berlin, Marzahner Str. 24. Bollzähliges Erscheinen Pflicht. Die Ortsgruppen der Umgebung find eingeladen. Kameradschaft Königswusterhaufen: Am Sonntag, den 5. Oktober, vormittags 8½ Uhr, Treffen im Lokal Behm, BerIiner Straße. Gemeinsamer Besuch der Bersammlung in Eichwalde. Ramerabschaft 19, Bankow, Untergruppe Karom: Am Sonnabend, den 4. Ot tober, abends 8 Uhr, Zusammenkunft im Restaurant Bum Banbgrafen" in Karom. Republikaner als Gäste herzlich willkommen. Rameradschaft 19, Pantow, einschl. fämtlicher Untergruppen: Am Sonntag, den 5. Oftober, normittags 8% Uhr, Spaziergang. Treffpunkt Ringbahnhof Schänhauser Allee.( Fahrgeld airba 60 Bf. hin und zurüd.) Kamerabschaft Mitte: Am Sonntag, den 5. Ottober, Treffpunkt 9 Uhr vormittags am Schlefifchen Bahnhaf aur Fahrt nach Eichwalde. Rückkehr nachmittags 1 Uhr. Kameradschaft Micberschöneweibe: Die Kameradschaften beteiligen fich geschlaffen an der Rundgebung in Eichwalde und richten sich die Ortsgruppen so ein, daß fie um 9 Uhr vormittags am Sonntag, den 5. Oktober, fich vor dem Bahnhof Eich walde treffen. Die Ortsgruppen laden hierzu ein. Die Kameradschafts. Teitung. Rameradschaft Brenzlauer Berg: Montag, den 6. Oktober, pünktlich 71 Uhr, Turnhalle Genefelderstr. 6, Busammentreffen sämtlicher Mitglieder. Kamerabschaft Wilmersdorf: Am Montag, den 6. Oktober, abends 8 Uhr, tameradschaftlicher Abend mit Damen im Johann- Georg- Haus( Weißer Gaal), Salensee, Johann- Georg- Str. 19. Republikaner als Gäste willkommen. Kamerabschaft Tiergarten: Am Montag, den 6. Oktober, Rameradschaftsverfammlung um 48 Uhr im Cafe Gärtner, Solfteiner Ufer( Bahnhof Bellevue), Bortrag des Ram. Dr. Lammerich. Alle, auch die fördernden Rameraden, müffen erscheinen. Mitgliedstarte mitbringen. Kameradschaft Köpenic: Ganntag früh 8 Uhr Köllnischer Blah Treffen zur Abfahrt nach Eichwalde. Die Untergruppe Bohnsdorf trifft sich bei Groß. Schulzendorfer Straße. Am Dienstag, den 30. September, erlöste ein sanfter Tod unseren lieben, unvergeßlichen Chef, Herrn Hermann Freudenberg von seinem mit unendlicher Geduld ertragenen Leiden. Die vorzüglichen Charaktereigenschaften, seine hervorragenden Fähigkeiten, seine wohlwollende Güte für seine Angestellten sichern ihm auch über das Grab hinaus die Liebe und Achtung aller, die ihm im Leben nahestanden. Sein Andenken bewahren wir in Ehren allezeit! Berlin, den 4. Oktober 1924. Das Personal der Firma Herrmann Gerson. Garderobe in guten Qualitäten auf Teilzahlung Herren- DamenAnzüge/ Paletots Mantel Kleider Cutaways/ gestr.Hosen Kostüme/ Jacken Ersatz für Massarbeit Regenmäntel Strickwesten Strickjacken Mein seit 25 Jahren durchgeführtes Prinzip ist, den Kunden stets wirklich gediegene und billige Ware zu günstigsten Zahlungs. bedingungen zu liefern. Gekaufte Garderobe wird sofort mitgegeben. BEISER Lothringer Strasse 67 Achtung! Wir machen unsere Rameraden auf ben in den Richard Oswald Lichtfpielen, Rantstr. 168, laufenden Film des republi. tanischen Tages in Mannheim aufmerksam. Gauvorstand. Mansfelder Heimatsverein Berlin. Sonntag, den 5. Oktober, nachmittags 2 Uhr, großer Familientag im Etablissement ,, Strauchwiese", Schloßpart Niederschönhausen. Anschriften: Rich. Wiechert, Pantom, Pestalozzistr. 38. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag vormittag 11 Uhr, Pappelallee 15, Bortrag des Herrn Dr. S. Sasse: Was heißt beten?" Gäste willkommen. Verein sozialistischer Aerzte. Deffentliche Bersammlung am Montag, den 6. Oktober, abends 7% Uhr, in den Sophien- Sälen, Sophienstraße( Bahnhof Börse). Wichtige Tagesordnung. Gäste willkommen. Berband Cherechtsreform, Siz Berlin. Montag, den 6. Oktober, 8 Uhr, im Restaurant, Greiffenberger", Jerusalemer Str. 8( oberer Gaal). Vortrag non Brofessor D. R. Duntmann: ,, Die moderne Gesellschaftslehre und das Cheproblem". Gäste dürfen eingeführt werden. Freie Mandolinistenvereinigung Reukölln( Mitgl. d. DAMB.). Uebungsfunden jeden Dienstag von 8-10 Uhr. Notenkundige Spieler werden noch aufgenommen. Vereine und Organisationen, denen bei Beranstaltungen unsere Mitwirkung erwünscht ist, bitten wir, fich 6 Wochen vorher bei uns im Bereinslokal zur Uebungsstunde zu melden, da wir sonst teine Zusage machen können. Bedingungen bei Mitwirkung sind daselbst zu erfahren. Vorfigender: Franz Bo B, Neukölln, Nogatste. 15. SMAT Arbeitersport. Arbeiterfußballspiele am Sonntag. Der sechste Sonntag der Herbstrunde bringt wieder Hochbetrieb auf allen Plägen. Die Spiele beginnen nachmittags 4 Uhr. Vorher spielen die unteren Mannschaften. 19. Oktober außerordentliche Sportlernigung. Die Turner find dazu ebenfalls recht herzlich eingeladen. Der Kreiswaldlauf, der übertragen wurde, findet in unserem Waldlauflotal in Zehlendorf- West statt. Ein jedes Mitglied unseres Vereins ist verpflichtet, den Tag( 12. Oktober) freizuhalten und durch rege Mitarbeit sich am Waldlauf zu beteiligen. Arbeiter- Radfahrer- Bund Solidarität", Ortsgruppe Berlin. Touren fir Sonntag, den 5. Oktober. 1. Abt.: 1 Uhr Pichelsdorf. Start Bülow ftr. 55. 2. Abt.: 6 Uhr Pinowsee, 1 Uhr Baßdorf. Start Dieffenbachstr. 36. 3. Abt.: Streifzüge Erkner, Schön- Schornstein, Müggelheim, Adlershof( 8iege). Start 8 Uhr, 1 Uhr nach ebenda. Starts Laufiger Plaz. 4. Abt.: Strausberg Röntgenthal( Marg). Start Landsberger Plaz. 6. Abt.: 10 Uhr Langsam( Rotkäppchen). Start 7 Uhr Weberwiese. 5. Abt.: 8 Uhr Liepnissee, 1 Uhr fahren nach Stolpe an der Nordbahn. Start Ropenhagener Str. 26. 7. Abt.: 11 Uhr Oranienburg( Schützenhaus). Start Kolonieftr. 147. 8. Abt.: 8 Uhr durch den Grunewald. Start Arminiusplag. 1 Uhr Pichelswerder ( Freund). Start Waldstr. 8. 9. Abt.: 4. Okt.: Spreewald. Start 5 Uhr Görlizer Bahnhof. 5. Oft.: Start 1 Uhr Schulstr. 114. 10. Abt.: Waidmannsluft( Schweizerhaus). Start 1 Uhr Comeniusplag. 11. Abt.: 7 Uhr Briefelang. Start Schillerpart( Feuerwehrecke). Jugendabteilung: 7 Uhr Seddin, Eisenbahnausstellung. Start Brandenburger Tor. Ortsgruppe Bantow: 7 Uhr Hohenschöpping. Start Mühlenstr. 12. Ortsgruppe Spanbau: Familientour nach Fintenkrug. Start 1 Uhr. Bahnfahrer bis Finkentrug. Starts Neuendorfer Str. 74. Ortsgruppe Schöneberg: 7 Uhr Kloster Lehnin. Start Martin- Luther- Str. 69. Ortsgruppe Charlottenburg: Potsdam, Besichtigung der verlassenen Stadt. Start 7 Uhr Galvaniste. 13. Ortsgruppe Lichtenberg: 12 Uhr Gadowa. Start Traveplay. Ortsgruppe Reinickendorf: 12 Uhr Alt- Landsberg. Start Residenzstraße, Ede Pankower Allee. Ortsgruppe Neukölln: Früh 6 Uhr Buckow, Märkische Schweiz; 1 Uhr nachmittags Alt- Landsberg. Sonnabend, den 11. Oktober, Stiftungsfest in der Reuen Welt. Start: 1. Abt. Herzbergplah, 2. Abt. Bahnhof Hermannstraße. Orts. gruppe Treptow- Baumschulenweg: 12 Uhr Bichelswerder( Freund). Start am Bahnhof. Der Ringsportverein Tegel 03 veranstaltet Gonnabend, den 4. Oktober, abends 7 Uhr, in Wittenau, Bübarfer Straße, in Eberhardts Festfälen einen Mannschaftskampf im Ringen und Bogen gegen Sp.-CI. Walhalla- Berlin. plastik. Nach dem sportlichen Teil gemütliches Beisammensein. Borher die Jugendmannschaften. Auftreten der Tegeler Heberriege: MustelBerliner Arbeiter- Schachklub, Abt. Morden II, Mit Beginn der Balten Jahreszeit feht auch in den Schachnereinen ein stärkerer Spielbetrieb ein. teilungswettkämpfe und der großen Propagandaveranstaltung am Das Winterhalbjahr steht im Berliner Verein immer im Zeichen der Ab. Bußtag. Schon am tommenden Sonntag ftehen sich die ersten der 35 geIm Spiellokal der Abt. Norden II bei Mende, kolonieftr. 147, tritt Abt. meldeten Mannschaften im Kampf um die Abteilungsmeisterschaft gegenüber. Im Osten wird Sparta A gegen Fichtenau leicht gewinnen. Das gleiche trifft auch für Adlershof zu, die Johannisthaler B.-C. zu Gaste haben. Germenia wird schwerlich von Alt- Glienicke die Bunkte holen. Brandenburg 02 fährt nach Fürstenwalde, um seinen Tabellenstab etwas zu verbessern. Lichtenberg 1I fann Ketschendorf leicht abfertigen, dagegen ist der Ausgang Merkur- BSV. fraglich. Sparta B gewinnt leicht gegen Tasdorf. Lustig- fidel wird gegen Tasmania fnapp für sich entscheiden. Oberspree und BfB. Köpenick ist eine offene Sache; ebenso tann das Spiel Lichtenberg I gegen Kontordia eine Ueberraschung bringen. Stralau und Lichtenberg III werden sicher ein interessantes Spiel liefern. Es geht um die Führung. Hertha holt sich die Punkte von Friedrichshagen. Weißenjee gegen Ustania und Sadowa gegen den Treptower B.-C. werden is ea Beine Aussichten haben. Norden IV an. Hier stehen sich zwei alte Rivalen gegenüber, die seit Jahren mit wechselndem Erfolge um den Sieg fämpften. Beide Mannschaften werden ihr Bestes hergeben müssen, um die Punkte für ihre Abteilung herausricht wird erteilt jeden Donnerstag ab 7 Uhr. uholen. Beginn pünktlich 10 Uhr. Gäste willkommen. Rostenloser UnterSport. Großer Preis von Treptow. Im Norden treffen Alemannio und Vorwärts- Hennigsdorf aufeinander. Die ersteren versuchen wohl ihren Verlust vom letzten Sonntag wieder aufzuholen. Velten und Minerva werden sich be= mühen, den Anschluß an die Spigengruppe beizubehalten. Nordiska braucht sich gegen Hertha( Sternfurt) nicht auszugeben. Bei Borussia gegen Elstal ist der Ausgang unbestimmt, hingegen wird auf dem Erer Wacker 20 die Hanseaten glatt überspielen. Viktoria- Eberswalde gegen Adler 08 hat nicht die geringste Aussicht. Wacker- Ebersmalde gegen Sportverein 22 ist eine offene Sache, während FichteGesundbrunnen mit Staaten um den zweiten Platz fämpfen muß. ATV. Pontow wird versuchen, gegen Bernau ein kleines Plus her auszuholen. Der Ausgang des Spiels ASB. 24 und 2bler 12 auf dem Teutoniaplah ist ungewiß. In Rathenom hat Antus feine Aussichten, auch Siemensstadt wird Fichte Nord die Punkte lassen. Spandau muß gegen HSB, 24 gewinnen, um die Spiße zu halten. Im Süden besucht Hertha- Luckenwalde den Tabellennächsten in Brandenburg a. d. 5. Es wird ein schwerer Kampf um die Führung werden. In Potsdam fann Lantwit leicht gewinnen. Teltow trifft sich mit Schöneberg; der Ausgang des Spiels ist offen. Britannia muß wohl Steglig die Punkte überlassen. Luckenwalde I hat Rüftig- Vorwärts zu Gast und wird knopp gewinnen. Das Spiel Stern und Bittoria in Marienfelde tann eine Ueberraschung bringen; Stern und Bittoria in Marienfelde tann eine leterraschung bringen; Briefkasten der Redaktion. ebenso bei Neukölln- Briz und Frischauf ist der Ausgang ungewiß. Fußballring und S2, Moabit liefern sich ein ausgeglichenes Spiel. In Woltersdorf bei Luckenwalde verliert BC. Moabit, ebenso wird Buckenwalde II die Proving gegen Fortuna in Lichterfelde erfolgreich vertreten. Mariendorfer SC, soll gegen Ruhlsdorf einen schweren Stand haben; doch braucht sich Zehlendorfer BC. gegen Trebbin nicht anzuftrengen, um die Puntte am Ort zu behalten. Neuköllner BC. mind auf eigenem Platz gegen Abtlg. Kreuzberg verlieren. Genossen, besucht am Sonntag die Arbeiterfußballspiele. Die Arbeitersportbewegung ist ein Glied der Arbeiterbewegung; ihr unterftützt dadurch eure eigene Sache. Die Fliegerrennen auf der Treptower Bahn am fommenden Sonntag haben nicht weniger als 36 Meldungen aufzuweisen. Unter ihnen befinden sich Namen von gutem Klang- wie: Hahn, Häusler, Behrendt, Frik Hoffmann, der Däne Jensen, Paul Münzner, Neinas, Albert Meyer, Schwab, Dstar und Otto Ties, Stari Müller, Rädlik, Siepel und Freiwald. Demnach werden das Hauptfahren und Eröffnungsfahren in mehrere Borläufe eingeteilt und es dürfte hier bereits zu scharfen Kämpfen fommen. Die Dauerfahrer für Großen Preis von Treptow", der über eine Stunde gen geht, find vollzäblig in Treptow eingetroffen und haben das Training aufgenommen. Namentlich Guignard ist voller Hoffnung. Aber auch seine Gegner, 2ewanow, Kruptat und Weiß, werden als Treptower Spezialisten alles daran geben, um das Rennen zu ihren Gunsten zu entscheiden. Auch im Johannes Bundt Preis" über 25 Stilometer, zu dem der ehemalige Hochradfahrer Pundt einen Wanderpreis gestiftet hat, bereits einmal gewonnen und falls einer von ihnen diesmal fiegen sollte, wird es erbitterte Kämpfe geben, denn Weiß und ewanow haben diesen so geht der Wanderpreis in seinen endgültigen Besitz über. Die Wieder eröffnung der Treptower Bahn dürfte bei einigermaßen gutem Wetter den üblichen Massenbesuch bringen. Berliner Arbeiter- Schwimmverein Freiheit"( Mitgl. d. AWB., gegr. 1907). Sonnabend, den 4. Oktober, im Stadtbad Prenzlauer Allee, Oberberger Straße 55-57, internes Schwimmfest zur Eröffnung der Wintersaison. Freie Turnerschaft Reukölln- Brig. Großes Fußballwettspiel Frisch auf. Luckenwalde 1- Neutölln- Brig I, Frisch auf- Zudenwalde II- Neukölln- Brig II auf dem Sportplag des 1. Fußballklubs Neukölln, Raiser- Friedrich- Straße( frither Fortuna- Play). D. D. 100. Durch Erklärung vor dem zuständigen Amtsgericht. Seitungsquittung fehlte. F. B. V. Wenden Sie sich an das Kleingartenamt 8. KL 23. R. Rautsky ist am 16. Oktober 1854 geboren. Shre's Bezirks. Wetter für morgen. Berlin und Umgegend: Bollig, zeitweise aufheiternd, um Mittag warm, meist troden bei schwacher Luftbewegung. Deutschland: Jm Osten und Süden meist troden und vielfach better. Im Nordwesten überwiegend bewölkt Wenn Sie wüßten wie sicher und bequem Sie Ihre Hühneraugen und Hornhaut durch ,, Lebewohl" los werden, würden Sie sich nicht erst mit minderwertigen Mitteln herumärgern. Kein Verrutschen, kein Festkleben am Strumpf. Seit 20 Jahren bewährt. Sportabteilung der Freien Turnerschaft Schöneberg. Leichtathletik, Sand- Le bewohl" wirkt durch Filzring sofort schmerzlindernd. ball. Sportwart: Adalbert Wasmuth, Berlin- Friedenau, Albestr. 15. Geschäftsstelle: Erich Appelbaum, Berlin- Schöneberg, Guzkowstr. 2. Die Abteilung führt jest 2 Sandballmannschaften, 1 Männer- und 1 Jugendmannschaft. Das Hallentraining hat begonnen. Uebungstage: Dienstags und Freitags von 8-10 Uhr in der Rückert- Schule, Rätherstraße, am Stadtpart; Sonntags vormittags auf dem Dominicusplay, Sachfendamm, Training. Am In Drogerien und Apotheken zu haben. Verlangen Sie ausdrücklich Lebewohl mit Filzring Stefan Esders ( vormals Weltmann) BERLIN C2 Kaiser- Wilhelm- Str. 55 Ecke Spandauer Straße 35 Für Herbst und Winter Herren- Ulster as reinwoll Flauseh- und Diagonalstoffen in mod. Farben 125.-, 105.-, 100.-, 95.-, 90.-, 6500 85.-, 80.-, 75.M. Knab.-u. Jinglings- Ulster aus besten Flansch- u. Diagonalstoffen, modern gemustert 65,-, 55, 50.-, 45, 40-2200 35.-, 32., 28.M. Herren- Paletets s voz züglichen reinwollenen Cheviots, blau und marengo M. 150.-( auf Seide), 110.-, 105.-, 100.-, 85.-, 75.- M. Herren- Anzüge aus reinwollenen Cheviots und Kammblau und farbig 6500 135, 125.-, 115, 110-, 105, 4500 110-105 95.-, 90.-, 80.-, 70.-, 60.-. 52.-, M. 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Täglich 8 Uhr: Gastspiel Adolf Philipp Metropol- Theater Die Reise Tägl. 72 Uhr: nach Amerika Gräfin Mariza 3 Bilder aus dem Leben des Th. I. Kommand. Str. Deutsch- Amerikaners 8M Globetrotter Thalia- Theater 8: Stg.32: Mädels v. Davos. 71/ Uhr Tägl. 7 Uhr Dramatisch, Theater Chausseestr. 30/31 Dir.: Wilh. Dieterle 7 Uhr: Zigeunerliebe Musik von Franz Léhar Tolkening METROPOL von Alfred Brust 8 Uhr: Residenz- Th. Martin Kempinski Mac Walten Dir.: Fel. Meinhardt Dick DorettiComp. Täglich 8 Uhr: Die vier Dan Bros& Sherry Alexandrow& Lidia Lotte Hané Siegwart Ehrlich 3 Thomas Geschw. Claark Schlaumeier 2 Hane Wileys Rose- Theater Dir.: B Rose Alt- Heidelberg Anfang 7.45 Ab 11 Uhr KONZERT Tanzvorführungen 2 Kapellen Verkäufe Berliner Konzerthaus Th.id.Gem.- Turnhalle Teppich Schrager Mauerstraße 82 ( Clou) Mauerstraße 82 Täglich geöffnet Vier- Uhr- Kaffee Promenaden- Konzert Gesellschaftsabend Tanz APOLLO- Theater James Klein. Premiere, Sonntag, 5. Oktober, 72 Uhr. 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Es folgt dann die zweite Beratung des Haushalts des Ministeriums des Innern, mit der zahlreiche Anfragen verbunden find, die sich auf die innere Politik beziehen. In der allgemeinen Besprechung wehrt zunächst Abg. Hauschild( Soz.) die Angriffe der Deutschnationalen gegen die Personalpolitik des Ministers Severing ab. Der Ausschuß habe alle Borwürfe geprüft, von den Beschwerden sei nichts übriggeblieben. Beamte, die nicht für die Republit eintreten wollen oder fönnen, mögen sich gefälligst abbauen laffen. Ein Hauptverdienst an der Unterdrückung aller reaktionären Putschabsichten habe die Innenpolitit des Ministers Severing. Abg. Coenart( 3.) begrüßt den Uebergang der Aufgaben des Staatsfommiffars für öffentliche Ordnung auf das Innenministerium. Trotz der Anstrengungen der Regierung im Sinne eines Preisabvaues sehe man ein ständiges Ansteigen der Preise; der Minister sellte doch sein Augenmerk schärfer auf das Treiben der Kar= telle, insbesondere auf dem Gebiete der Textilindustrie, richten. Der Beamte muß sich mit Entschlossenheit auf den Boden der Verfassung stellen. Abg. Dr. Negenborn( Dnat.) bringt eine große Reihe von Beschwerden vor und erklärt, daß dem„ Stahlhelm" Beute aus allen bürgerlichen Parteien, sogar Sozialdemokraten angehören.(!) Der Redner führt Beschwerde über das Berbot vaterländischer Feiern und weist auf die Gefahren der Ostjudenfrage hin. Er schließt, indem er dem Minister zuruft: Sie mögen von Ihrem Standpunkt aus guten Willen haben, im Bande werden Sie geradezu als ein Sotengräber der Ordnung in Preußen betrachtet. Wir, die wir uns mit Ihrer Tätigkeit nicht einverstanden erklären können, hoffen auf den Augenblick, wo Sie Ihren Plaz einem anderen räumen.( Großer Lärm b. d. Soz.) Wir hoffen auf den Augenblick, wo dann die Vertreter aller bürgerlichen Parteien, die auf gutem, nationalem, deutschem Boden zusammenstehen, um unter Ausschaltung aller Parteipolitit Preußen wieder groß zu machen auf der Grundlage von Gerechtigkeit und Ordnung.( Stürmischer Beifall rechts, Lärm links.) Zwischendurch nimmt das Haus die noch ausstehenden Abstimmungen zum Landwirtschaftshaushalt vor. Der Antrag der Deutschnationalen auf Berücksichtigung des deutschen Weinbaues bei den schwebenden Zollverhandlungen wird angenommen. Die vom Hauptausschuß gestellten Anträge gelangen zur Annahme, ebenso ein Antrag der Demokraten, wonach die Staatsregierung auf die Hebung der Wirtschaft evtl. auch durch Schutzölle hinwirken soll. Hierauf wird die allgemeine Aussprache zum Haushalt des Ministeriums des Innern fortgesetzt. Abg. Dr. v. Campe( D Bp.) hält die Bildung des Bundes Republikanischer Frontsoldaten für verfehlt. Die Beseitigung der Farben Schwarz- Weiß- Rot und die Weberhervorholung Don Schwarz- Rot- Gold 1919 ist ein schwerer politischer Fehler ge= wesen.( Widerspruch links.) Heute würde ein solcher Beschluß nicht mehr gefaßt werden. Es war ein Gebot der einfachsten Pietät, an der deutschen Reichsflagge festzuhalten. Hätte der Minister in gewissen Fällen schneller eingegriffen, dann wären die deutschnationalen Bäume nicht so in den Himmel gewachsen. Das Haus vertagt sich hierauf auf Sonnabend 11 Uhr. Schluß 5 Uhr. Der Aeltestenrat des Landtages beschloß, die Woche vom 27. Oftober bis 1. November fißungsfrei zu lassen. Weltkongreß für Sozialpolitik. Alle Redner gegen Brentano. ( Fortsetzung aus der Abendausgabe.) Prag. 3. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Nach dem franzöfischen Gewerkschaftsführer Genossen Jouhaur- Paris führte Genoffe Paul Umbreit Berlin aus, daß die deutsche Arbeiterschaft cine fachliche Uebereinstimmung mit der Willensfundgebung dieses Rongresses anstrebt und zu erzielen hofft. Er schildert ausführlich die Arbeitsverhältnisse in Deutschland und sagt, daß es nicht be= fremden dürfe, wenn die allgemeine Durchführung des Achtstundentages in Deutschland eine arbeitssteigende Wirkung ver= missen ließ. Die größte Schuld an dem Verfagen des Achtstundentages in ökonomischer Hinsicht treffe die Arbeitgeber. Die Verhältnisse in Deutschland brachyten einen teilweisen zeitweiligen Durchbruch des Achtstundentages, namentlich in der Schwer industrie und in der Textilindustrie. Die deutsche Arbeiterschaft aber ist fest entschlossen, dem Achtstundentag wieder allgemein Geltung zu verschaffen. Sie erwartet, daß gerade diese internationale Tagung viel dazu beiträgt, um auch die letzten Schwierigkeiten zu überwinden. Die Ausführungen Brentanos von Donnerstag lassen wohl den Kollegen Jouhaur befürchten, daß ein Keil zwischen die deutsche Arbeiterschaft und diejenige der anderen LänDer getrieben werden könnte. Diese Befürchtung aber ist vollständig unbegründet. Genosse Wauters( Belgien) erflärt, nach der verdienstvollen Vergangenheit Brentanos hätte er gerade das Gegenteil von dem erwartet, was Brentano ausgeführt hat. Weise Sodann wird die Debatte geschlossen. Gewerkschaften und Arbeiterwanderung. Prag, 1. Oktober.( Eigener Bericht.) Am 29. und 30. September tagte in Brag eine Konferenz des internationalen Gewerkschaftsbundes, die sich mit der Frage der Aus- und Einwanderung be. schäftigte. Sie stellte feft. daß die jetzigen wirtschaftlichen Wirren eine Folge des Krieges sind und nur eine internationale Lösung der Frage die Schwierigkeiten überwinden und die auf dem internationalen Arbeitsmarkt herrschende Unordnung mit ihren Gegenfäßen überbrücken kann. die früher von internationalen Gewerkschaftskonferenzen gefaßten Indem die Konferenz des Internationalen Gewerkschaftsbundes Sonnabend, 4. Oktober 1924 Kenntnis der Geschichte Europas und der Menschheit. Wir verzeichnen bei uns heute eine starte Ausbreitung des Internationalismus, die sich u. a. in der Wirksamkeit der engli= schen Arbeiterregierung und in der Verbreitung von antinationalistischer Literatur und einer großen Vorliebe für den Völkerbund ausdrüdt. Hierauf sprach Fernand Buisson, der Präsident der franzö= fischen Liga für Menschenrechte, über Er sagte: Neben dem Glauben an das Vaterland, aus dem das heit stehen. Der Krieg hat uns belehrt, daß wir heute nicht mehr Baterlandsgefühl entstanden ist, muß der Glaube an die Menschso wie noch vor zehn Jahren denten können. Wir dürfen nicht antipatriotisch sein, aber auch nicht antihumanitär. Es ist ein Unding, von der Kriegsschuld eines Volkes zu bemerkbar, ganz besonders unter der Lehrerschaft. fortschritt sichern. Nur die demokratische Staatsform faan Frieden und Völkerdas französisch- deutsche Kulturproblem. Deutschnationale Dunkelkammer.chen. Auch bei uns macht ſich ein zunehmender Wille zur VölkerLehnert Siehst du was? Der deutschnationale Vertretertag war für die deutschnationale Breffe gesperrt. Eintritt boten Nee! Hörst du was? Nee! Ach was, faufen wir uns den Vorwärts", da wird's schon drin stehen. Entschließungen nachprüft, namentlich die von Christiania und Zürich, erkennt sie, daß die Entschließungen nicht mehr den ge gebenen Umständen entsprechen und einer Revision unterzogen werden müssen. Aus diesen Gründen beauftragt die Konferenz das Bureau des JGB., in der Untersuchung dieser Frage fortzufahren, um fie in einer kurzen Frist einer endgültigen Lösung zuführen zu fönnen. Die Konferenz hält nachfolgende Maßnahmen für geboten: 1. den internationalen Arbeitsmarkt durch Kontrolle der Aus- und Einwanderung zu organisieren; 2. zwischen den einzelnen gewerkschaftlichen Landeszentralen, die an der Frage interessiert sind, unter der Aufsicht des IGB. Vereinbarungen zu treffen; 3. weiterhin international die Gleichheit der Behandlung aller Arbeiter ohne Unterschied ihres Ursprungs zu erwirken; 4. Vereinbarungen über die Gegenseitigkeit der Rechte und der Pflichten der Einund Auswanderungsländer zu treffen; 5. die einwandernden Arbeiter zu verpflichten, den Organisationen beizutreten; 6. das Material über diese Frage und seine Bedeutung vom GB. zu sammenfassen zu lassen. Er soll sie durch geeignete Beröffentlichung den angeschlossenen Landesorganisationen zur Kenntnis bringen; 7. in jedem Lande paritätische Körperschaften für das ganze Staatsgebiet und für einzelne Gebiete zu bilden, die sich mit der Kontrolle der Anwerbung und der Auswanderung der Arbeiter beschäftigen sollen und in denen gewählte Arbeitervertreter fizzen müssen; 8. eine internationale Stelle für die Ein- und Auswanderung zu schaffen, die befähigt und berechtigt wäre, das Material zu sammeln und sich über alle die Kontrolle der Auswanderung betreffenden Vorschläge auszusprechen. Diese internatinnale Stelle soll dem Internationalen Arbeitsamt angegliedert werden. In Anbetracht der Dringlichkeit dieser Frage fordert die Konferenz vom Bureau des JGB. die Beschleunigung der Eriedigung, um den Landeszentralen die Möglichkeit zu bieten, fich über diese Frage auszusprechen, damit eine fünftige Konferenz oder ein fünftiger Rongreß endgültig die Grundfäße 1. für die Ein- und Auswanderung, 2. für die verschiedenen Einrichtungen, die mit der Ausführung der Bestimmungen betraut werden sollen, festlegt. Brentano auf die wirtschaftlichen Schwierigkeiten Deutschlands hin, Internationale Geschichtstagung Zweiter Tag. so dürfe er nicht vergessen, daß auch andere europäische Staaten, vor allem Frankreich und Belgien, sich in noch größeren Schwierigkeiten befänden. Die Frage des Achtstundentages müsse vom internationalen Standpunkt aus betrachtet werden. Brentano den geschichtsphilosophischen Grundlagen gegolten hatte, diente der Während der erste Tag der Internationalen Geschichtstagung habe auch die Ruhrfrage berührt. Die belgischen und französischen zweite Tag den Beziehungen der Völker untereinander und ließ des Arbeiter waren von Anfang an gegen dieses unglückselige Unterhalb lauter Ausländer zu Worte kommen. Zu Beginn der nehmen, aber was bedeute die Okkupation des Ruhrgebiets Bormittagssigung schilderte Genosse Dr. Siegfried Kawerau die gegenüber der Verwüstung Belgiens und Frankreichs? Mit gewaltigen Schwierigkeiten, die der bereits seit 1½ Jahren geder Rede Brentanos werde mehr den Interessen der deutschen planten Abhaltung dieser Tagung entgegengestanden hatten, und wies Kommunisten und Nationalisten gedient sein als den besonders darauf hin, daß der vorjährige Berliner Universitätsrektor Interessen des sozialen Fortschritts Gustav Roethe die Universität als nicht geeignet für die Tagung erklärt hatte. Hierauf führte A. J. Grant von der Universität Die belgischen und französischen Arbeiter werden es nicht zulassen, daß die Reparationslast ausschließlich auf die Schulfern der deutschen Arbeiterschaft abgewälzt wird. Der Redner schließt seine Ausführungen mit dem Appell, die Arbeiterschaft der einzelnen Staaten nicht gegeneinander aufzuheben. Er erklärt, dem deutschen Proletariat über Brentano hinweg die Hand zu reichen in der Hoffnung, gemeinsam die Welt wiederherzustellen und eine neue Ordnung zu begründen. Es sprechen fodann eine Reihe von Delegierten der Ententeländer, welche durch weg gegen Brentano polemisieren. Leeds über das Thema England und Deutschland etwa folgendes aus: Die deutsch- englischen Kulturbeziehungen sind alt und mannigfaltig und haben sich oft in der gegenseitigen Befruchtung von Wissenschaft und Dichtung gezeigt. Man muß nüchtern genug sein, um den Wert der Völkerverständigung für den Weltfrieden nicht zu überschätzen. Aber immerhin hat der Krieg die internationalen geistigen Bande nicht zu zerstören vermocht. Es herrscht in unserem Bolte ein starkes Bedürfnis für die In dem hierauf verlesenen Referat von Henri Lichtenberger Paris wird ausgeführt: Der Bangermanismus und die in Frankreich herrschende gelegentliche Ueberschäzung des französischen Einflusses auf Deutschland sind gleich falsch. Ueberall macht sich der scharfe Gegenfah von Kosmopolitismus und Chauvinismus bemerkbar. Der Friedensschluß hat zwar den bewaffneten, aber noch nicht den geistigen Konflitt beendet. Gerade ich als Elsässer weiß aus Erfahrung, wie meine engere Heimat unter einem Kulturimpe= rialismus gelitten hat. Wenn wir der europäischen Krise be= gegnen wollen, müssen wir den größten Einsatz für eine deutschfranzösische Kulturgemeinschaft und die europäische Bölferverständigung wagen. = Hierauf betonte Dr. Marcell Szarota- Bolen, es sei töricht, den tatsächlich vorhandenen deutsch- polnischen Gegensatz zu leugnen, aber es sei möglich und erstrebenswert, ihn zu beseitigen. Darin erblicke er ein Ziel dieser Tagung. Endlich spricht noch Dr. Synder Amerika für die amerikanischen Lehrer, die, wie er aus: führt, die Wichtigkeit einer Reform des Geschichtsunterrichts vollauf erkannt haben. Für die deutschen Lehrer sei es gewiß besser, wenn zunächst erst einmal Gelder für die Erhöhung ihrer Gehälter anstatt für die Beschaffung amerikanischer Bibliothefen bereitgestellt werden. Die geistigen Kriegsfolgen machen sich am stärksten und gefährlichsten bei der Jugend bemerkbar und verlangen u. a. auch eine Reform der Schulbücher. Es wäre viel gewonnen, wenn auch die Lehrer eine größere Solidarität pflegen würden. Wie man von einem Vater- oder Mutterland spricht, so sollte man auch Sie ganze Welt als ein Bruderland ansehen. In der Nachmittagssigung hielt Horace Thivet, Leiter der französischen Friedensschule"( Ecole de la Paix), ein Referat, das burch seinen Humor und seine fritische Schärfe und Treffsicherheit besonders großen Beifall fand. Alle Reform erfordere in erster Linie Ehrlichkeit gegen sich selbst. Er habe immer Zweifel gehegt, als man dem französischen Bolt den verflossenen Krieg dadurch schmackhaft zu machen versucht habe, daß man ihn als den letzten" bezeichnet habe. Auch die Monarchen und republikanischen Präsidenten seien nur Exponenten des ganzen Volksgeistes und deshalb nicht ausschließliche Urheber des Kriegsausbruches. Der Mensch neige allzu leicht zu Illufionen und Selbsttäuschungen. Man solle deshalb auch fehr steptisch gegen Resolutionen und die Weiheftimmung von Kongressen sein. Notwendig sei eine Erziehung der Bernunft und des Gemüts. Der Pazifismus sei fein Unterrichtsfach, und die Berehrung pazififfifcher Helden sei genau so unfinnig wie die Berehrung von Kriegshelden. Ueberhaupt sei davor zu warnen, etwa allegorische Verherrlichungen des Krieges einfach durch solche des Friedens zu ersehen. Pazifismus Unterdrückung aller friegerischen und kriminellen Instinkte. bedeutet in erster Linie die Realisierung ethischen Lebens und die Bon großer Wichtigkeit für die Bölferverständigung scheine ihm die Verbreitung einer Weltsprache. Wirtschaft Leichte Besserung der Wirtschaftslage. Nach den Berichten der preußischen Industrie- und Handelsleichte Besserung auf. fammern weist die wirtschaftliche Lage im Monat September eine Bergbau, die Kaliindustrie, die Textilindustrie und Insbesondere nehmen hieran der einzelne Zweige der Nahrungsmittelindustrie teil. Auch Belebung, die offenbar auf die Annahme des Londoner Abkommens in der Eisenindustrie zeigte sich zu Beginn des Monats eine geringe durch die gefeggebenden Körperschaften zurückzuführen war, fie nehm jedoch gegen Monatsende wieder ab. Im allgemeinen haben sich die von vielen Seiten an die Londoner Abmachungen geknüpften Erwartungen bisher noch nicht erfüllt. Das war auch faum möglich, weil weder die politischen noch die wirtschaftlichen Wirkungen der Abmachungen schon voll erkennbar sind. An der Börse hielt die befestigte Stimmung an, ohne sich aber zu einer Hausse zu steigern. Im Berichtsmonat ist im westfälischen Bergbau eine ganz leichte Besserung eingetreten. Die Abfagkrisis dauert zwar noch an, aber in geringem Maße hat der Absah doch zugenommen; eine weitere Steigerung erwartet man von den ab 1. Oktober eintretenden Preisermäßigungen der Kohle. Im mitteldeutschen Braunkohlengebiet hat der Absatz an Briketts eine weitere, teilweise erhebliche Besserung erfahren. Auch der Absatz ar Rohtohle hat sich in den meisten Revieren gehoben, wenn er auch noch nicht als zufriedenstellend bezeichnet werden kann. Die Zahl der Feierschichten ging zurück. In dea Revieren Naumburg und Frankfurt brauchten überhaupt feine Feierschichten mehr eingelegt zu werden. Die Kaliindustrie hatte sowohl im Inland wie im Aus lond einen erhöhten Absah. Die Lage in der Maschinen- und Lokomotivindustrie ist nicht einheitlich. In Breslau belebte sich das Geschäft etwas, insbesondere gingen Anfragen aus dem Auslande wieder zahlreich ein, während die Berliner und Kasseler Industrie nach wie vor über Auftragsmangel flagt. In der Kleineisenindustrie des Westens ist die erhoffte Befferung der Lage noch nicht eingetreten. Auguſt eingetretene leichte Besserung auch im September an. BeIn der elektrotechnischen Industrie hielt die im darf war überall vorhanden, nur hinderte der außerordentliche Kapitalmangel die Ausgabe von neuen Bestellungen. Im einzelnen erfuhr das Zentralgeschäft eine Belebung. In der Telegraphie und im Fernsprechwefer trat eine mäßige Steigerung der Aufträge ein. Fernsprechanlagen. Auch die Fabriken für elektromedizinische Gute Fortschritte macht nach wie vor das Geschäft in automatischen Apparate hatten eiren befferen Beschäftigungsgrad. Die Aufträge auf Ausrüstung von Straßenbahnwagen steigerten fich, Bestellungen für elektrische Vollbahnen gingen in befriedigendem Umfange ein. Der Umsatz in Glühlampen war größer als im Borvierteljahr, aber geringer als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. Aus den verschiedenen Zweigen der Textilindustrie wird ein besserer Geschäftsgang gemeldet. Gebeffert hat sich die Lage der Margarineindustrie( was bei den hohen Butterpreisen fein Wunder ist). In der Tabakindustrie war der Auftragseingar wesentlicher lebhafter als im Vormonat. Der Reichsindex für die Lebenshaltung. ( 1913/14= 1) 9. April · • 1,11| 28. mai. 10 1,13| 23. 1,12 30. 1,14 25. 1,15 2. Jull • 1,11 3. September 1,17 10. • 1,16 9. 23. 30. 7. Mai. 14. 21. 1,13 18. Juni. 1,15 16. Juli. 1,19 24. . 1,16 1,14 1,15 1. Oftober.. 119 Steigerung gegen die Borwoche 1,7 Proz. zur Innehaltung der wirtschaftsschädlichen Kartellbedingungen zu| bei dem Kompler und der Exponiertheit dieses unstrettig wichtigen zwingen. Auch dazu führt die Begründung des Urteils interessante Handelsplatzes bereits vorausgesehen wurden. Man beobachtete Tatsachen an. Das Kartell verlangte nämlich von seinen Mitgliedern besonders unter der öftlichen Rundschaft eine gewisse Leicht. verschieden hohe Mitgliedsbeiträge, je nachdem, ob fertigteit in der Auftragserteilung. Das bestridende äußere 1,15 die Mitgliedsfirma auch mitglied des Arbeitgeberver. Bild verleitet viele nicht ganz fatbelfeste Geschäftscharaktere, im 1,16 bandes der Branche war oder nicht. Nun hatte die Lauterbacher Nimbus des Großeinfäufers glänzen zu wollen. Bezeichnend ist, Damenhutfabrit fein Interesse an dem Arbeitgeberverband und daß viele Aussteller sich gezwungen sehen, die Zahlungsdachte gar nicht daran, ihm beizutreten. Darauf beschloß die Ver- bedingungen in ungewohntem Maße zu verschärfen, um einigung im legten Quartal 1923 den doppelten, und zwar bei auf die faulen Kunden in den Randstaatgebieten nicht hineinzufallen, der heutigen Wirtschaftslage nicht unerheblichen Betrag von solchen die Aufträge mit vollen Händen erteilen, ohne sich später darum zu fümmern. Die Züge aus den polnischen Hauptstädten brachten Mitgliedern anzufordern, die dem Arbeitgeberverbande nicht angehören. Jetzt fündigte die Fabrik ihre Mitgliedschaft beim Kartell Maffen von Einfäufern, so daß das Geschäft sich immerhin erfolgentsprechend der Kartellverordnung fristlos. Natürlich versuchte verheißend anließ. Die besten sicheren Abschlüsse wurden auf dem nun das Kartell sich zurückzuziehen. Jedenfalls erklärte der Ver- Gebiete der landwirtschaftlichen Maschinen getätigt. treter des Verbandes, daß im Laufe dieses Jahres die unterschiedliche Stärkerer Verkehr entwickelte sich auch im Textilhause und in den Abteilungen für Nahrungs- und Genußmittel, Toiletteartifel und Behandlung von Mitgliedern aufgehoben morden sei. Bijouterien, ohne daß die Kaufluft hier allzu start eingeschätzt zu werden braucht. Im allgemeinen läßt sich bis zur Stunde sagen, daß auch das Ostgeschäft start unter den ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnissen leidet, wenn auch Die Reichsinderziffer spiegelt allmählich die Teuerung, die bei den Waren des Lebensbedarfs schon seit längerem zu beobachten ist. Am 1. Oftober war der höchste Stand der Teuerung des letzten Halbjahres, der am 9. Juli verzeichnet wurde, wieder erreicht. Vornehmlich ist die Steigerung der Lebenshaltungskosten durch die Verteuerung der Nahrungsmittel bebingt. Die breiten Maffen befommen jetzt die Folgen der Politik Kanig an ihrem Magen zu spüren. Für den Durchschnitt des Monats September berechnet sich die Reichsindegaiffer in Gold auf das 1,16fache; gegenüber dem 1,14fachen. Im Durchschnitt des Monats Auguft ergibt sich eine Steigerung von 1,8 Proz. Die Ernährungs. tosten allein betragen im Durchschnitt September das 1,25. fache der Vortriegszeit. Kartell und Arbeitgeberverband. Ein intereffanter Streitfall, den wir bereits furz gemeldet haben, hat dem Kartell gericht vorgelegen und dazu geführt, daß die Firma Lauterbacher Damenhutfabriten, Ronrad Feid, das Recht erhielt, aus der Bereinigung der Damenhutfabriken E. B. Berlin auszuscheiden, wobei obendrein dem Verband eine Straf gebühr von 1000 Goldmark auferlegt wurde. Die Begründung des Urteils, die jetzt bekannt wird, beleuchtet den Tatbestand in einer Weise, daß es sich ausführlicher mit ihm zu beschäftigen lohnt. Der Kampf gegen die Kartelle wird ja gemeinhin hauptsächlich deswegen geführt, weil insbesondere unter dem Einfluß der In flation eine Preispolitik in den Kartellen Blaz gegriffen hat, die das Gemeinwohl aufs schwerste schädigt. Auch in dem vorliegenden Falle betont das Kartellgericht: Ein Verband handelt grob fehlerhaft und den Interessen der Allgemeinheit zuwider, wenn er zugunsten eines anderen Verbandes seine Mitglieder an dem Ber. such hindern will, ihre Produktion zu verbilligen. Die Lauterbacher Damenhutfabrik ist daher im Recht, wenn sie erflärt, einen solchen Drud in dieser Zeit nicht länger er tragen zu wollen und nicht länger ertragen zu fönnen. Die Fabrit ist also durch die Kartellbedingungen baran gehindert worden, ihre Preise so zu stellen, wie sie den Gestehungskosten entsprachen. Das schönste aber ist an dem ganzen Fall, daß man vor dem eigenartigen Mittel nicht zurückschreckte, um die Kartellmitglieder Der ganze Fall ist außerordentlich lehrreich. In der Inflation war es für die meisten Firmen von Nugen, sich zu Kartellen und Ronventionen zusammenzuschließen. Dadurch bildet sich eine eigene Kartellbureaukratie heraus, die schließlich danach, was wirtschaftlich selbst unter privatkapitalistischem Gesichtspunkt bevielleicht nicht so start wie bei den Messen im Reich. rechtigt war oder nicht, überhaupt nicht mehr fragie. So konnte man einer Firma zumuten, daß sie auch Mitglied eines Arbeitgeberverbandes werden mußte, wenn sie der Vorteile des Rartelles teilhaftig werden wollte. Andernfalls erhob man eben cine Sondersteuer. Mit diesen Machenschaften konnte eine Verbilligung der Produktion künstlich verhindert werden. Bezeichnend ist, daß die Arbeitgeber verbände sich selbst gegen derartige Machenschaften nicht gewehrt haben. In einer großen Denkschrift behaupten sie, an einer Berbilligung der Produktion intereffiert zu sein, wenn die Arbeiterschaft in niedrigen Löhnen und in verlängerter Arbeitszeit die Kosten dafür trägt. In der Bragis aber tun fie nichts dagegen, daß durch Kartellabreden und durch Senderbelastungen die Produktion fünstlich verteuert wird. Es ist immerhin dankenswert, daß die betroffene Firma durch den Appell an das Kartellgericht diese Mißstände der breiten Deffentlichkeit bekannt gemacht hat. Das ganze ist ein wertvoller Beitrag zu dem Kapitel Preisabbau, wie sie, die Unternehmer, ihn verstehen. Von der Danziger Messe. F. K. Danzig, 3. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Danzig hat zurzeit einen 3 u strom von Gästen, den/ die fremdengewohnte Stadt felten zu verzeichnen hatte. Es muß dabei betont werden, daß es sich zum großen Teil um das bei den Ausstellern nicht allzu beliebte Schaupublikum handelt. Danzig als Messestadt ist doch noch zu jung, um nicht auf die Massen in Stadt und Hinterland zunächst noch eine Art Jahrmarktsreiz auszuüben. Bei dem allgemeinen Messegeschäft stellen sich jetzt die Mängel heraus, die Die Gründungstätigkeit in der Industrie. Im Monat August 1924 wurden 50 Erwerbsgesellschaften neu gegründet, davon waren 40 Goldmartgründungen. Auf das Handelsgewerbe allein entfallen 17 Gesellschaften, wovon 3 Kreditbanken waren. Diesen Neugründungen stehen 124 Auflösungen gegenüber. unter ihnen befanden sich 55 Liquidationen,.65 Konkurse und 3 Fusionen. Von den 65 Konkursfirmen waren gegründet: 1 Gesellschaft im Jahre 1913, 1 Gesellschaft im Jahre 1920, 3 Geſellſchaften im Jahre 1923, 9 Gesellschaften im Jahre 1924. Von den in Konim Jahre 1921, 6 Gesellschaften im Jahre 1922, 45 Gesellschaften furs geratenen Gesellschaften gehörten 19 der Maschinenindustrie und 15 dem Handel an. hat jeht die deutsche Regierung um Handelsvertragsverhandlungen Deutsch- japanische Handelsvertragsverhandlungen. Auch Japan ersucht. Bei diesen bevorstehenden Verhandlungen wird es sich nicht um den Abschluß eines Tarifvertrages, sondern um eine gegenseitige Gewährung uneingeschränkter meist begünstigung handeln. Die Reichsregierung hatte bereits vor eineinhalb Jahren Schritte Haltung Japans zu feinem Erfolge führten. Auf deutscher Seite in dieser Richtung unternommen, die jedoch infolge der ablehnenden wird die Regelung der Handelsvertragsbeziehungen zu Japan lebhaft begrüßt, zumal das fürzlich von der japanischen Regierung eingeführte Einfuhrbewilligungssystem für Farbstoffe praktisch einer vollständigen Drosselung der deutschen Farbstoffeinfuhr gleichfam. Man hofft in deutschen Wirtschaftskreisen, daß mit Abschluß eines Handelsvertrages auch diese einseitige nur gegen Deutschland gerichtete Maßnahme Japans fallen wird. Die deutsche Ausfuhr nach Japan betrug während der ersten pier Monate rund 50 Millionen Goldmart. Da Deutschland während der ersten fieben Monate d. J. allein für 117 Millionen Mart Geibe eingeführt hat, besteht auch auf japanischer Seite ein lebhaftes Bedürfnis an dem Ausbau der deutsch- japanischen Handelsbeziehungen, Die mild- aromatische HOCKEY 3 -Waldorf- Cigarette CLIO KORK 44 Geschäftsstelle: C 25 Volksbühne E.V. Linienstraße 227 Mitgliederversammlungen am Montag, den 6. Oktober, abends 71, Uhr für Abt. 1-80: im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25 81-160: imMusikervereinshaus, Kaiser- Wilhelm- Str.31 " " " 9 " 161-240: in Boekers Festsälen, Weberstraße 17 20 17 241-274: in der Aula des Sophien- Lyzeums, Weinmeisterstraße 16/17 Tagesordnung in allen Versammlungen: 1. Berichterstattung über das Vereins ahr 1923/24 und Darlegung der Vereinspläne. 2 Aussprache. 3. Wahl der Delegierten zur Hauptversammlung. 4. Verschiedenes. Alle Mitglieder sind eingeladen. Einlaß nur gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte, Jedes Mitglied hat die Versammlung zu besuchen, die für seine Abteilung zuständig ist. 183/14 Ziehung 1. Klasse am 10. u. 11. 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