Nr. 472 41. Jahrgang Ausgabe A nr. 240 Bezugspreis: Böchentlich 70 Goldpfennig, monatlich 8,- Goldmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, Gaar- und Memelgebiet. Desterreich, Litauen, Luremburg 4.50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmar pro Monat. Der ,, Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und 8eit" mit ,, Gied. lung und Aleingarten". fowie dez Unterhaltungsbeilage Seimmelt" und Frauenbeilage Frauenstimme erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Morgenansaabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 10 Goldpfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. geile 0,70 Goldmart ,, Reklamezeile 4.- Goldmart. ,, Kleine Anzeigen das fettgedruckte Wort 0,20 Gold. mart( auläffig zwei fettgedruckte Worte), fedes weitere Wort 0.10 Goldmart. Stellengesuche des erite Wort 0,10 Goldmart, jedes weitere Wort 0,05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. 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Noch stärker womöglich als die Freude über den langersehnten, oft bezweifelten Sieg in Frankreich selbst war die Begeisterung unter der elsaßLothringischen Bevölkerung. Diese völlige Entfremdung eines stamm- und fulturverwandten Boltsteiles ist ein Kapitel für sich, wohl eines der trübften und der beschämendsten der deutschen Geschichte. Diejenigen ,,, die uns feiner nachmachte", haben damit eine im Leben der Völker noch nie dagewesene Leistung vollbracht. Die Stahlhelmjünglinge und Deutschvölkischen Potsdams| tige Berhalten der Schupo, die oft in unflätigster Weise hatten geglaubt, wenigstens in Potsdam ihre terroristische von den Hakenkreuzlean angepöbelt wurde, hervorgehoben. FestDiftatur behaupten zu fönnen, nachdem sie mit Schmerzen gestellt fei aber auch, daß Mitglieder der Reichswehr oft haben erleben müssen, daß ihnen allmählich in ganz Deutsch versuchten, Händel mit Reichsbannerleuten anzufangen. Sie hatien land die Felle megschwimmen. Potsdam sollte ihre eber fein Glück! Ruhig und besonnen erfüllten die Kameraden der Parole sein gegen das Weimar der Verfassung, der Demokratie Dreimillionenorganisation ihre Pflicht. Das Reichsbanner Schwarzund der Völkerverföhnung. Sie, die noch vor einem Jahre Rot- Gold hat gestern seiner Feuerprobe glänzend bestanden. glaubten, die Siegespalme in dem von den Zuckungen der In- Gegen 8 Uhr wurde die Versammlung im Gewerkschaftsflation fiebernden Lande brechen zu können, hofften durch Un- haus in der Kaiser- Wilhelm- Straße eröffnet. Als erster Redner verschämtheit und Drohungen ein Zurückweichen vor ihrem sprach der Reichstagsabgeordnete Genosse Löbe. Er stellte eingangs großen Munde erreichen zu können. Sie mußten gestern er- fest, daß es, wie er gehört habe, Leute in Potsdam geben sollte, Wir haben es damals nicht recht begreifen können; uns leben, daß es Kräfte gibt, die ihnen nicht nur gewachsen die da meinten, die Friedensfreunde würden nicht nach Potsdam wollte diese jubelnde Abkehr vom Deutschtum nicht in den sind, sondern die ihrer Herr zu werden und die giftige Saat tommen. Sie sind aber bitter enttäuscht worden. Wenn im rechts Sinn. Und doch mag auch jener charakterschwache Oppordes Hasses niederzutrefen vermögen. Der Papphelm", wie stehenden Lager behauptet wurde, daß die Pazifisten nur nach Pots- tunismus, dem die Grenzstämme oft unterliegen, bei manchem fie höhnend das Reichsbanner zu beschimpfen pflegen, ermies dom gehen, um zu provozieren, so müsse man mit allem Nachdruck dabei mitgespielt haben der Jubel, der den Abzug der fich als ,, Stahlhelm". Potsdam beherrschten gestern die Ideen hervorheben, daß der Weg der Friedensfreunde nach Potsdam nur Deutschen und den Einzug der französischen Truppen begleitete, des Friedens und der Bölkerversöhnung, und was die völfi propagandistisch wirken sollte. Dann verbreitete fich Genoffe Löbe war zweifellos echt. Und das bei uns so scharf fritisierte Wort, schen Kindstöpfe den Geist von Potsdam" nennen, mußte eingehend über den Eintritt. Deutschlands in den Bölkerbund und das Poincaré der begeisterten Menge in Straßburg zurief: gestern vor den starken Mächten einer befferen Zukunft behandelte im folgenden die Kriegsschuldfrage. Mit besonderem ,, Le plébiscite est fait!"- ,, Die Bollsabstimmung ist vollweichen. Der gestrige Tag wird einen mächtigen Impuls Eifer sind Kräfte am Wert, um einen neuen Krieg vorzubereiten. 3ogen!" entsprach unbedingt, wenn auch nicht dem Bölkergeben, denn er zeigt, daß die Welle des Hasses verebbt, daß Eigenartige Baterlandsfreunde müssen es sein, die nach dem letzten recht, so doch den realpolitischen Tatsachen. Ein Plebiszit in in Deutschland die Kräfte siegreich marschieren, mit denen ein entfeßlichen Morden schon wieder mit dem Kriegsgedanken herum Elsaß- Lothringen hätte für Deutschland eine ebensolche neues, befferes Europa errichtet werden kann, als das 1914 spielen fönnen. Unsere Aufgabe muß es fein, am Wert des Friedens Blamage ergeben wie etwa ein Plebiszit im Saargebiet, so entsetzlich zusammengebrochene. Die Demokratie und mit zu arbeiten( Stürmischer Beifall.) Darauf trat ob heute oder in zehn Jahren, mit einer moralischen Kataihr der Friede marschiert. Kein Potsdam wird seinen Vormarsch aufhalten können. strophe für Frankreich enden würde. Allein wäre die Blamage für Deutschland deshalb so schlimm gewesen, weil es doch eine deutsch stämmige Bevölkerung gewesen wäre, die sich zu einer fremdstämmigen Nation bekannt hätte. Der einzige Borteil eines solchen Plebiszits wäre vielleicht der gewesen, daß dem deutschen Volke der konkrete und unwiderlegbare Beweis deffen vor Augen geführt worden wäre, was wilhelminisch- preußische Zivil- und Militärmethoden innerhalb eines halben Jahrhunderts anzurichten imftande waren. " Botsdam stand gestern unter der Parole: Straße frei. Be rittene Bolizei an allen Eden und Kanten, Schupoauto auf Schupo auto rasten durch die Straßen, immer mehr Polizeiverstärkung fam aus Berlin. Eine ungeheure Menschenmenge durchwogte die KaiserWilhelm- Straße. Niemand durfte stehen bleiben. Kein Auto durfte Die Seite der Kaifer Wilhelm- Straße paffieren, an welcher das Verfammlungslotal Glafer lag. In den Anlagen überall Kriminalbeamte in Zivil aus Berlin. Ungeheures Polizeiaufgebot war in Potsdam zu sehen. Gegen 8 Uhr traf das Auto mit den Rednern ein. Um 9 Uhr abends betätigten sich einige Nationalisten im Stink bombenwerfen. Auf der einen Seite wurden deutschnationale Lieder gesungen, auf der anderen Seite ertönte die Internationale. Gegen 1610 Uhr fäuberte die berittene Schuhpolizei den ganzen Umkreis des Berfammlungslotals. Die Menge, die die Straße vor dem Verfammlungslokal füllte, wurde in die Seitenstraßen gedrängt, so daß die Kaifer- Wilhelm- Straße, als die Versammlung zu Ende war, vollständig frei war. Die Versammlungen selbst nahmen einen glänzenden Berlauf. In Beders Feftfälen mußte eine Parallelversammlung abgehalten werden, in der Genoffe Löbe und Genosse Pastor Franke sprachen. Die Ausführungen erweckten jubelnden Beifall. Schupo und Reichsbanner arbeiteten Hand in Hand und übten strenge Saal fontrolle. Im übrigen sei auch an dieser Stelle das mustergül. Auf der Drehbahn. Die Schwierigkeiten in der Regierungsumbildung. Das Reichsfabinett hat gestern getagt, um zu den Richtlinien" Stellung zu nehmen, die der Kanzler den Parteien bei den Verhandlungen über die Umbildung der Regierung vorlegen will. Die volksparteilich bediente Telegraphenunion" weiß jezt zu berichten, daß wieder einmal die Beratungen Einmütigkeit ergaben", soweit diese Richtlinien in Betracht tommen. Profeffor Victor Basch, empfangen vom jubelnden Beifall der Versammelten, an das Rednerpult. Humoristisch stellte er fest, daß die Potsdämlichen den Friedensfreunden den Weg nach Potsdam versperren wollten. Da tennen sie uns aber schlecht, rief Basch unter der brausenden Zuftimmung der Anwesenden aus, wenn die Nationalisten denken, daß mir, d. h. mein 83jähriger Freund Ferdinand Buisson und ich, die wir doch nie Furcht gefannt haben, vor ihren Drohungen zurückschrecken. Wir sind Friedenskämpfer. Wenn ich nach Paris zurückkehre, so werden meine eigenen Landsleute von mir behaupten, ich sei ein Landesverräter, weil ich nach Deutschland gefahren bin, um für den Frieden zu agitieren. Doch werden wir uns nicht beirren lassen. Unsere Parole heißt: Nie wieder Krieg! Am Schlusse seines Referats rief Professor Bajch aus: Die Brüde zur Berständigung ist geschlagen. Auf der einen Seite steht als Pfeiler Frankreich, wenn auf der anderen Seite Deutschland sich bereit erklären würde dort die zweite Stütze zu bilden, so dürfte der Gedanke der Völkerversöhnung, die Barole Nie wieder Krieg" bald verwirklicht sein.( Lang anhaltender stür mischer Beifall.) Dann trat, ebenfalls von stürmischem Beifall begrüßt, der 83jährige Ferdinand Buiffon ans Rednerpult. Seine Ausführungen fanden stürmischen Beifall. " " die Brennesseln befördert. Die Magdeburgische Zeitung", die schon gegen die arrogante Art der Fraktion auftrat, mit der sie die Millionen sozialdemokratischer Wähler mit einem Federstrich aus der„ Bolfsgemeinschaft" auszuftreichen suchte, die von einem„ Drängen der Partei nach einer Brüderschaft mit den Deutschnationalen sprach sie versichert jetzt, daß der Schritt des Fraktionsvorstandes das notwendige Fingerspigengefühl vermiffen" laffe. Die Partei dürfe nicht vergessen, daß das Schwergewicht bei allen zufünftigen Kombinationen bei den Parteien der Mitte bleiben müsse: " diese Grundsäße, die wir als die einzig möglichen unserer heutigen Tage bezeichnen, fich angeeignet hat und sich in der bloßen Oppofition faltigen Probleme zu meistern, die der Hoheitswechsel für Mit Jubel allein vermochte man jedoch nicht die mannigElsaß- Lothringen plöglich aufwarf. Indessen bemühte sich Frankreich, auf jede mögliche Art, das Aufgehen der wiedereroberten Provinzen im Körper der übrigen Nation zu er leichtern. Es brachte das gewaltige finanzielle Opfer, das ge samte Papiermark- Boltsvermögen Elsaß- Lothringens in fran zösische Franken umzuwechseln. Aber auch außer dem Milliardengeschenk dieser Balorifierungsaktion gab es damals feinen Wunsch des neuerworbenen Landesteils, den Frankreich nicht mit freudigem Eifer erfüllte. Der Arbeitera schaft wurde die Aufrechterhaltung der früheren reichsdeutschen Sozialgesetzgebung, glatt zugestanden, die viel weiter fortgeschritten war als die französische. Dem fatholischen Bürgertum und der Bauernschaft wurde die Aufrechterhaltung des Konkordats versprochen, dessen Abschaffung in Frankreich zu Beginn des Jahrhunderts den Stolz der fortschrittlichen Mehrheit des französischen Volkes bildete. Während seit 1905 die Trennung von Kirche und Staat in Frankreich vollzogen ist, der Klerus von den Kultusgemeinden selbst unterhalten werden muß und der offizielle Unterricht religionsfrei und ausschließlich Sache des Staates ist, blieb das Konkordat in Elsaß- Lothringen in Kraft, die Kirchenbehörden blieben, wie unter der deutschen Herrschaft, staatliche, vom Fiskus unterhaltene Behörden, und es wurde nicht nur der Religionsunterricht beibehalten, sondern, auch auf das staatliche Unterrichtsmonopol wurde zugunsten solcher Orden verzichtet, die in Frankreich seit den Trennungsgesetzen entweder aufgelöst oder gar ausgewiesen waren. Schließlich wurde die wirtschaftliche Lage Elsaß- Lothringens insofern berücksichtigt, als die Schwierigkeiten einer schnellen Umstellung der früheren deutschen Provinzen einer schnellen Umstellung der früheren deutschen Provinzen auf den neuen Zollverein, die neuen Absatzgebiete usw. durch besondere Schutzbestimmungen im Versailler Vertrag für die Dauer eines fünfjährigen Uebergangsstadiums behoben werelfäffischer und lothringischer Waren bei der Ausfuhr nach Deutschland völlige 3ollfreiheit ohne Gegenseitigkeit genießen. Wenn die Regierung einmütig ist, werden Stresemann und Marg es auch wohl sein. Der Fragebogen mit den Richt,, Was heute und morgen der Koalition der drei Parteien ihre linien geht nun an die Fraktionen, und die sollen dann das Weitere veranlassen. Die Frattion Hergt, die bekanntlich über Natur gibt, das ist der Wettstre it", nicht der bloße Kampf, sondern der Wettstreit untereinander im Dienst der gemein: 3wirnsfäden" nicht stolpern will, um bald eine Koali- dern der Wettstreit untereinander im Dienst der gemeintion mit dem„ Otterngezücht" und den„ übertünch- famen Arbeit. Solange nicht auch die Deutschnationale Partei ten Gräbern" eingehen zu können, wird eine sehr eingehende Prüfung dieser Richtlinien vorzunehmen haben, bevor fie antwortet. Man rechnet damit, daß sich das Frage- und erschöpft, so lange wird ihre Zusammenarbeit mit den den sollten; in diesem ganzen Zeitraum sollten große Mengen Antwortspiel noch einige Zeit hinzieht, bevor es zu einer Entscheidung tommt. Aber in allen Kreisen wächst die Erkenntnis, daß nur eine baldige Reichstagsauflösung der Krisenmacherei ein Ende machen fann. Zwar versucht das jetzt zu den Deutschnationalen hinübergewechselte Stinnesblatt dem Zentrum vor einer Reichstags: auflösung bange zu machen, aber es wird damit keinen Erfolg haben, denn gerade das Zentrum dürfte von allen bürgerlichen Parteien abgesehen von den Demokraten eine Neuwahl am wenigsten zu fürchten haben. Der rheinische Abgeordnete Dr. Schwering hat das in der„ Germania" sehr deutlich hervorgehoben und hinzugefügt, daß man in meiten Zentrumskreisen dem Gedanken an einen Bürgerblock sehr ablehnend gegenüberstehe und die Hinzuziehung der Deutschnationalen zur Regierung aus außenund innenpolitischen Gründen eher als eine Gefahr, denn als einen Gewinn betrachte. Aber auch in der Boltspartei regt sich die Unzufriedenheit mit der Führung, die die Partei immer wieder in Parteien der jegigen Regierungstoalition nicht möglich sein. Aber eben weil dieses trotz der letzten Entschließungen des deutschSprache mancher Organe der deutschnationalen Preise zeigt es Rationalen Vertreteritages immer noch zweifelhaft ist die rüde so muß eben die Koalition der drei Parteien der Mitte der Kern aller politischen Kombinationen bleiben. Es steht für uns feft, daß die Arbeitsgemeinschaft von Zentrum, Demokraten und Bolksparteien der stehende Begriff ist, der für die Entscheidung dieser Tage moßgebend sein muß. Wir wüßten also nicht, welchen politischen Sinn die Handlungsfreiheit haben sollte, von der im Schlußfatz der neuesten Erklärung der Deutschen Volkspartei die Rede ist." Vielleicht weiß das auch der Vorstand der Volkspartei selber nicht. Er wollte wieder mal nur ein wenig Wind machen. Und das ist ihm auch gelungen. Mehr nicht! Und deshalb ist unsere Politik glücklicherweise wieder auf der Drehbahn gelandet und dreht sich einstweilen immer noch in dem Fehlerfreis, aus dem fie nur der Appell an das Bolt befreien tann. 23 Das sind die Hauptmerkmale einer, wie man sieht, sehr weitgehenden Sonderstellung und Borzugsbe= handlung, die durch die Schaffung eines besonderen Gener a lf ommissariats für Elsaß- Lothringen in Straßburg gewährleistet werden sollten. Von verschiedenen maigebenden Stellen wurde damals, d. h. in der ersten Zeit der Desannexion", die Beibehaltung dieser an Autonomie grenzenden Ausnahmestellung verfündet, so vom damaligen Bräsidenten der Republit, Poincaré, vom ersten Generalfommiffar und späteren Präsidenten Millerand, vom früheren Generaliffimus Joffre u. a. Sie versprachen feierlich, daß Frankreich die ,, leberlieferungen und Sitten" der wiedererlangten Gebiete achten und nur im Einvernehmen mit deren gemählten Bertretern ändern würde. Ein formelles gesetzliches Mandat zur Abgabe folcher Verheißungen besaßen sie zwar nicht, doch steht es außer Zweifel, daß sie damals im Einver nehmen mit der überwiegenden Mehrheit des französischen Volkes handelten, was übrigens durch die nationalen Blockwahlen von 1919 bekräftigt wurde. Mit dem Umschwung vom 11. Mai d. I. und zugleich mit dem baldigen Ablauf der im Versailler Vertrag vorgesehenen fünfjährigen Uebergangsfrist haben sich nun plötzliche Schwierigkeiten ergeben, die Elsaß- Lothringen in einen akuten Krisenzustand versezt haben. Um zunächst das Wirtschaftsproblem vormegzunehmen, sei festgestellt, daß sich die vorgesehene Fünfjahresfrist als völlig ungenügend erwiesen hat, um den elsaß- lothringischen Erzeugnissen neue, ausreichende Absatzgebiete zu eröffnen. Es stellt sich sogar heraus, und das liegt wohl in der Natur der Dinge, daß für manche wesentliche Produkte des früheren Reichslandes eine Umstellung, überhaupt nicht möglich sein dürfte: so dürfte der eljänische Weinbau überhaupt nicht gegenüber dem südfranzöfischen fonkurrenzfähig sein, am allerwenigsten auf dem innerfranzösischen Markt. Ebenso ist die start entwickelte elfäffische Tertilindustrie so sehr auf den Verkehr mit Deutschland ein gespielt und angewiesen, daß auch eine zehn- oder zwanzigjährige Frist im Friedensvertrag für eine genügende Umstellung nicht ausgereicht hätte. Die lothringische Eisenerz produktion ist bekanntlich nicht nur wegen ihrer ungeheuren Stärke, fondern auch wegen ihrer Beschaffenheit auf die Ruhrtohle angewiesen. Und nun droht innerhalb von drei Monaten die Ausnahmestellung der gesamten elsaß- lothringischen Boltswirtschaft gegenüber Deutschland mit einem Schlage zu verschwinden, ohne daß einerseits für neue Abfagmöglichkeiten gesorgt werden konnte und andererseits irgendwelche Zwangs mittel bestehen, um eine Verlängerung dieses einseitigen Zustandes durchzusehen. Diese Sorgen famen besonders deutlich bei der jüngsten Reise des Handelsministers Rainaldy im Elsaß zum Ausdruck, der von allen Wirtschaftszweigen bestürmt wurde, bei den deutsch französischen Handelsver tragsverhandlungen sich der gefährdeten elsaß- lothringischen Wirtschaft anzunehmen. Herr Rainaldy versprach, fein möglichsts zu tun, aber er ist sich der Schwäche des franzöfifchen Standpunktes so sehr bewußt, daß er sich noch schleunigst ein Bressionsmittel gegen Deutschland durch die Einführung einer 26prozentigen Einfuhrabgabe auf deutsche Waren nach englischem Muster sicherte, und daß er im übrigen beschwich tigende Bujicherungen wenigstens auf tonfessionellem Gebiet geben zu müssen glaubte, wozu er allerdings von niemanden bevollmächtigt war. Denn das ist das andere Problem, das bereits seit Monaten die Bevölkerung Elsaß- Lothringens im höchsten Grade aufregt. Die fulturell religiose Frage ist befonders seit dem letzten Wahlkampf außerordentlich schwierig geworden. Der Umfchwung vom 11. Mai hat für das Gesamtfrankreich einen Strich durch die Rechnung der früheren nationalen Blockmehrheit, die sich schon auf dem besten Wege glaubte, die ganze Entwicklung der ersten fünfzehn Jahre des 20. Jahrhunderts im Sinne einer Ausschaltung des firchlichen Einflusses auf die weitlichen Probleme wieder rückgängig machen zu können. Die Ausnahmestellung Elsaß- Lothringens sollte der Anlaß sein zu einer Wiederaufrollung dieses entschei= denden Kulturproblems in ganz Frankreich. Aber gerade diejenigen, die in Frankreich am 11. Mai fiegten und auch im Elfaß im Bergleich zum Jahre 1919 erheblich besser abschnitten, hatten sich im Wahlkampf für eine Gleichstellung ElsaßLothringens auch auf diesem Gebiete eingefeht. Sie veranlaßten die Regierung Herriot in threr programmatischen Erilärung por dem Barlament die Aufhebung des dortigen Ausnahmezustandes anzufündigen. Gestützt auf die fleritalen und oppositionellen Elemente ganz Frankreichs haben nun die Katholiken des Elsaß mit einer Agitation geantwortet, die ebenso rührig wie lärmend war und die sich eines sehr starken Widerhalls in der Pariser Boulevardpresse erfreute. Massenfundgebungen, Brandreden, Hirtenbriefees wurden alle Mittel einer großzügigen Propaganda angewandt, die vor den schwersten Drohungen nicht zurückschreckte, an die feierlichen Versprechungen Millerands und Poincarés erinnerte und letztere zu Solidaritätserklärungen veranlaßte. Im Anfang durch die Wucht und die Geschicklichkeit dieser Protestbewegung überrascht und sogar überrumpelt, haben sich die Anhänger der Regierung Herriot, besonders im Elsaß selbst, wieder aufgerafft und sie sehen sich neuerdings kräftig zur Wehr. zur Wehr. Den vorläufigen Höhepunkt dieser Gegenaktion bildete das am vorlegten Sonntag in Straßburg veranstaltete Festessen zu Ehren des Arbeitsministers Justin Godart, auf dem sehr entschloffene Töne geredet wurden. Und siehe da, obwohl dieses Ziel selbstverständlich allen elfäffischen Kleritalen vorschwebt, magt feiner diese Forderung laut zu verfünden, weil jeder weiß, daß dann ein großer Teil der Unterstützung aus dem Innern Frankreichs, auf die man in dem Kampf um die Regierungspläne angewiesen ist, fofort ausbleiben würde. Insbesondere die engere Anhänger schaft Poincarés, der stets auf dem Boden der Laiengesetz gebung zu stehen vorgab, würde sich von diesem unabsehbaren Unternehmen abwenden. Es sind während des Sommers in der Hize des Gefechts von manchen elsässischen Klerikalen Aeußerungen gefallen, die wie eine Drohung mit der Abkehr von Frank reich und beinahe wie Sehnsucht nach der früheren deutschen Herrschaft flangen. In der reichsdeutschen, insbesondere in der deutschnationalen, aber zum Teil auch in der Zentrumspresse jind mancheriei aus dem Elsaß stammende oder zu mindest datierte Aufsätze und Zuschriften erschienen, die den Eindruck erwecken sollten, als wäre im Elsaß eine Deutschland freundliche Bewegung im Zusammenhang mit diesem Kulturkampf im Werden und Wachsen begriffen. Vor einer solchen Auffassung fann im Interesse der Wahrheit nicht entfchieden genug gewarnt werden. Denn, welches sind denn die Kräfte, auf die sich das Deutschtum stüßen könnte? Es sind bie Kreise des Nationalen Blocks, die sich jahre lang und heute noch nicht laut genug in franzöfifch- nationalistischer Gesinnung tun tonnten. Es sind die Anhänger Poincarés und Millerand s, die seinerzeit am gehässigsten die Deutschen- Ausweisungen betrieben, den Haß gegen Deutschland gepredigt, die Ruhrbefeßung gefordert, ja sogar die dauernde Enteignung der Ruhrkohlenzechen zugunsten Frankreichs( in Denkschriften der lothringischen Schwerindustrie und der Straßburger Handelskammer) befür wortet haben. Solchen„ Deutschenfreunden" nachzulaufen, auf ihre etwaigen Anbiederungsversuche freundlich zu reagieren, wäre nicht nur eine Torheit, sondern eine Würdelofig teit. Und die übrigen Teile der elsaß- lothringischen Bevölkerung tommen ja für solche Zukunftshoffnungen erst recht nicht in Frage, da sie es gerade sind, die ein völliges Aufgeben im Gesamtfrankreich betreiben. Wer ernsthaft Politik treiben will, muß sich an Tatfachen halten. Und das sind Tatsachen. Die Deutschnationalen am Pranger. Aus der Geschichte einer Landratshehe. Zu den deutschnationalen Methoden, sich wieder an die Futterkrippe heranzudrängen, gehört eine ebnfo ausgiebige wie strupellose Hege gegen fozialdemokratische Beamte in Preußen. Vor einiger Zeit hatte die Berleumdungskampagne in Dftpreußen derartige Formen angenommen, daß sich das preußische Innenminifterium veranlaßt jah, eine Generaluntersuchung anzustellen. Unter der Wucht der Tatsachen brach das angeb liche Anflagenmaterial der Deutschnationalen fläglich zusam men, und seither ist es in Ostpreußen ziemlich ruhig geworden. Das verhindert natürlich die Deutschnationalen nicht, andern orts die sozialdemokratischen Landräte mit derselben Berlogenheit zu bekämpfen. Genosse Severing führte in seiner gestrigen Landtagsrede ein Musterbeispiel an. Der sozialdemokratische Landrat des Kreises Franz burg in Pommern, Genosse Bülow, war unredlicher Die Geschichtstagung der Schulreformer. Befensgleichheit darstellen. Ein Rückblick von Henny Schumacher. Diese internationale Oftobertagung des Bundes entschiedener Schulreformer war für alle Teilnehmer ein starkes Erlebnis. Allerdings vorausgesetzt, daß es Menschen waren, die mit dem starken Willen zur Mensch- und Welterneuerung genügend Selbstverant wortung verbanden, um nicht im„ andächtigen Schwärmen" aufzu gehen, sondern um im Kampf der aufrüttelnden Ideen sich zur selbs ständigen Erkenntnis durchzuringen. Für sie tam es zu einer Länterung mitfchwingender Gefühle, zu einer Wedung zukunftsfroher Sehnsüchte und zu einer Stärkung des Willens zum Handeln, wie er sich nur in gleichgestimmter Geistesgemeinschaft ergibt. um mit uns geborenen Kräfte Beweise für die Tatsache der menschlichen Und damit wurde diese Tagung ein Bekenntnis zur Idee des Sozialismus. Denn so sehr auch wirtschaftliche und geographische Berhältnisse, also die Welt der Dinge, unser Leben bestimmend beeinflussen und die Aenderung dieser Berhältnisse unbes dingte Notwendigkeit ist, so zieht doch der Sozialismus vor allem feine Kraft aus der Idee der Wefensgleichheit und Menschenliebe, und so ist die Tat der Menschenerziehung gleichbedeutend mit Um gestaltung des Wirtschaftslebens zur sinnvoll geordneten Einheit. Auf diesem Gebiete vor allem bewegte sich der geistige Kampf, einheitlich im Ziel und einig in der Anerkennung dieser beiden not wendigen Wege zur Erreichung einer neuen Menschheit, uneinig in der stärkeren Betonung der rationalen Erkenntnisse oder der irratio. So war diese Tagung ein Abbild bes Bundes selbst und zugleich nalen Werte. Dieser geiftige Kampf zwischen Honigsheim, ein Abbild der fortschrittlich gerichteten und jugendbejahenden Welt- Rampffmeyer und Max Adler bildete einen Höhepunkt der strömungen. Und in dieser Einheitlichkeit, charakterisiert durch den Tagung. Und damit zusammenhängend der Kampf ftarten Glauben an das Zufünftige und den guten Willen zur not- eine neutrale oder zielbewußte Erziehungsarbeit. Anders wendigen Gegenwartsfleinarbeit, zeigte sich eine Vielheit divergieren- formuliert: Sollen und können wir das Kind zu einem Sozialisten der Anschauungen, grundfäßlich philosophischer und methodischer Art,( Pazifiſten, Statholiten usw.) erziehen oder sollen und fönnen wir im wesentlichen psychologisch erflärbar. Denn der Bund umfaßt nur dem Ewigen im Kinde zum Durchbruch verhelfen, auf daß es nicht nur ausgeprägte Bersönlichkeiten, die sich bei aller Betonung dann in Freiheit und Selbstverantwortung den ihm gemäßen - bei aller des einheitlichen Willens und Zieles nie einer Schablone unter wahrhaftigen Weg gehen fann? Auch hier lag die Einheitlichkeit in werfen, sondern er läßt auch Menschen der verschiedensten Weg der Ehrfurcht vor jeder Menschenseele und ihrer Andersartigkeit in richtung und Ausgangsstellung zu Worte kommen. Der Gelehrte dem Bestreben, jedem Menschen in gleicher Berechtigung zur höchstder Studierstube stand da neben dem Praktiker, der Prophet neben möglichen Ausbildung seiner menschlichen und vor allem sozialen dem Methodiker. Temperament und Leidenschaftlichkeit fluten unKräfte zu verhelfen. mittelbar in die Hörerschaft ein. Rückhaltlofer Radikalismus offenbarte fich und wühlte die empfängliche Seele auf. Und leider fand cereinzeltes Oberflächengerede auch sein Publikum. Selbst ein Hauch von Spenglerschem Pessimismus drang in diese zukunftsfrohe Gemeinschaft. Aber diefer Peffimismus richbete fich nicht auf die europäische Welt als Ganzes, sondern auf die Borherrschaft der Wissenschaft. Die Vielheit der Sprachen und Bölker, deren Bertreter auftraten, und die bewußte Betonung der Eigenart von Land und Bolt und der Berechtigung dieser Eigenart wurden hier nicht als Begrenztheit und Beschränkung empfunden, sondern als Weg zur europäischen und weltumfassenden Gemeinschaft. Denn Gemeinschaft ift niemals Maffe gleichartiger Teile, sondern Einheit in bewußter und wesensgegebener Verschiedenartigkeit. Ich glaube, daß jeder Teilnehmer der Tagung die in wunderschönen Bildern aufleuchtende Menschlichkeit des Inders Abdullah Jusuf Ali ganz start in Jeiner Geele empfunden hat. Wenn Wirtschaft und Technik schon seit Jahrzehnten weltumpannend gewesen sind, so nicht Ethit und Religion. So wollte der Bund durch diese Tagung versuchen, Wege zu dieser Synthese aufzuzeigen, die Kulturverflochtenheit aller europäischen Länder und der Läder der ganzen Welt aufzudecken, um isoliertes, moralisches und religiöses Gefühls- und Erkenntnisieben auszuweiten und damit zu vertiefen. Und vielleicht liegt hier die besondere Bedeutung dieser Tagung, daß fie ein Bekenntnis ward zur Idee der menschlichen Wefensgleichheit, aus ber Brudersinn, Gerechtigkeit, Frieblichkeit und Liebe herauswahlen, wie uns umgekehrt diese in uns veranferten, So verbanden sich auch Menschheitsgeschichte und Geschichtsunterricht, und wenn auch hier gegensägliche An schauungen zu Worte tamen- etwa in den Problemen: fulturfund. licher Sachunterricht oder staatsbürgerliche Geschichte, so war die Richtung boch die gleiche: Ablehnung des unwahrhaftigen, einfeitigen Herrenkults und der Isolierung der eigenen Staatsgeschichte, Betonung einer Erziehung der Jugend zur Völker und Menschheitsliebe durch die Aufzeigung der wirtschaftlichen und fulturellen Ber flochtenheiten aller Bölfer bei aller persönlich- voltlichen Ausprägung, in einem Geschichtsunterricht, der aber nur dann sein Ziel erreichen fann, wenn das gesamte Unterrichts- und Erziehungswesen von diesem neuen Geiste durchströmt ist Für unsere Zukunftsarbeit wird das Wort des Inders immer seine Bedeutung behalten: Es gibt der Ströme viele, aber fie fließen alle in ein Meer in das Meer der Menschlichkeit und Liebe. Sonntagskonzerte. I. Bolfsbühne: Das wundervolle Haus fast überfüllt, die Menschen festlich gestimmt. Die Staatskapelle spielt unter Kleiber, dem jäh aufgestiegenen Stern. Die Iphigenien- Duvertüre nimmt er mit warmer Feierlichkeit, breit auch in dem berühmten, fälschlich Allegro" bezeichneten Teil. Wärme geht von dem Stab nicht aus. Erst im Andante der nachgelassenen Bruckner- Sinfonie( F- Moll) spürt man feine Begeisterung. Das furze sinfonische Stüd ist be langlos für Bruckners Schaffen, ein romantischer Nachtlang des | Manipulationen verdächtigt worden. Er hat darauf die Einleitung eines Disziplinarverfahrens gegen sich beantragt, das augenblicklich noch schwebt. Im Zusammenhang damit er= hielt das Innenministerium vor einigen Wochen einen Brief, der das Treiben der Deutschnationalen in einem besonders schönen Licht erscheinen läßt. Der Brief lautet: Rittergut Kradow u. Gut Neubauhof, Krs. Franzburg den 15. September 1924. Obwohl ich mich sonst vollkommen vom öffentlichen Leben zurücks gezogen hate und nur meine landwirtschaftlichen Betriebe leite, fehe ich mich doch veranlaßt, bei dem momentanen ständigen Gehezze gegent ben bisherigen Landrat ein objektives Urteil über die hiesigen Ber hältnisse dent Ministerium zu unterbreiten. Ich bin Westfale, Katholit Zentrumsmann und ehemaliger Rittmeister des ehemaligen Paderborner Husaren- Regiments& Als ich vor vier Jahren in hiesige Gegend kam, wurde mir bedeutet, mit dem Landrat tönne und dürfe man nicht zusamm.marbeiten, da er Sozialdemokrat sei. Ich habe mich aber nicht daran gefehri, sonbern Hale direkt meine dienstlichen Sachen dem Herrn Landrat vorgetragen, habe das auch ganz offen allen. Leuten erklärt. Ich habe in den vier Jahren aufs angenehmste mit dem Herr Landrat Bülow gearbeitet. Herr Landrat Bülow hat sich stets als ein äußerst fleißiger, gewissenhafter Landrat gezeigt, der mit großem Interesse und unermüdlichem Elfer sein Amt versehen hat. Un eigennügig und unter persönlicyer Lebensgefahr hat er sich bei den großen Streifs der Lond arbeiter eingesetzt für Zucht und Ordnung. Seiner großen Energie verdankt der Kreis jetzt ruhige Arbeiterverhältnisse. Da ich den Mut hatte, offen im Landbund und bei den Deutschnationalen die Berdienste des Candrats hervorzuheben, und da ich, wie oben erwähnt, dienstlich mich direkt an den Herrn Landrat und nicht an die Sekretäre mandle, jo wurde ich von den Candbundi uten und den Deutschnationalen start angegriffen und angefeindet. Wäre der Herr Landrat Bülow inzwischen deutschnational geworden, fo würde er jetzt hier im Kreise als der tüchtigste Landrat gefeiert. Denn alles, was nicht deutschnational ist, wird hier einfach verachtet undan. gefindet. Ich bitte daher das Ministerium, bei den Berhandlungen und Entschließungen die hiesige Lage richtig zu beurteilen. Baron v. Quernheim, Landwirt und Rittmeister a. D. Der Fall des Landrats Bülow ist ein Beispiel von vielen. Auf Wissen und Können haben die Deutschnationalen noch nie Wert gelegt. Raftengemeinschaft und die Zugehörigkeit zu einem feudalen Korps galten stets bei ihnen als Zeichen einer besonderen Befähigung. Daß diese bornierte Betterles wirtschaft das Reich in das Unglück des Weltkrieges hineingeritten hat, geht aus den zahlreichen Memoirenpublikationen unzweideutig hervor. Der Geist der Borniertheit hat sich bei den Deutschnationalen noch verstärkt, seit ihre fastenmäßige Borherrschaft gebrochen wurde. Boykott gegen alle, die außerhalb der Kaste stehen, und gegen solche Standesgenossen, die das ebenso stumpfsinnige wie unfittliche Treiben nicht mitmachen, gilt ihnen als oberstes Gefeh. Nach der vorliegenden Probe fann man sich vorstellen, wie die Volts. gemeinschaft aussehen würde, mit der Preußen und das Reich bei einer deutsch nationalen Roalitions. regierung beglückt würden. 1 Die Industrie bei deutsch- französischen Verhandlungen. Internationalismus als Zeitkrankheit. In der deutschnationalen Kreuzzeitung" tommt Wolfgang Eisenhart in einem Leitartikel zu folgendem Schluß: Der Internationalismus aber ist nichts als eine flig lide 3eittranfheit, die unser deutsches Bolt aus den gefunden Bahnen her a uszuschleudern droht, die es seit Jahrhunderten nicht nur zum eigenen, sondern auch zum Wohle der Menschheit in feinem Geistesleben eingeschlagen hat. Gleichzeitig teilt die Beit" auf Grund authentischer Informationen mit, daß die Stellung der deutschen Unterhändler über den deutsch- französischen Handelsvertrag erschwert zu werden droht durch die Ab machungen deutjungen Beethoven, durchwirkt von Mendelssohnscher Melodie. Kleiber rettet das Werk ins beinahe Brucknerfche, ins ganz Kleibersche. Er macht ein Adagio daraus, verteilt wundervoll Singstimmer, Lichter und Schatten, nimmt den Mittelsas tragisch und interessant, fingt den Abschluß schmerzhaft- innig. Zur Beethovenschen C- Moll- Sin fonie braucht Kleiber noch die Partitur. Man fühlt sogleich warum. Dem ersten Satz fehlt alle gratinene Größe, er baut sich aus fleinen Szenen auf, dem Dirigenten scheint mitten im Ablauf ber Gedanken noch etwas einzufallen, er überhaftet, überspringt Achielpausen, läßt Fermaten nicht ausklingen. Im langfamen Sah scheint er sich art der Melodie zu berauschen, was gewiß fein Fehler ist. Einzelnes hebt sich herrlich heraus, felbft men Kleiber, der probende Lehrmeister, zuhört statt zu taktieren; die Szene ist immer ansprechend, der ganze Aft eines Gazes dagegen noch zerflüftet. Das Orchester spielte, wie immer, großartig.( Die Aufstellung des Orchesters mit dem bequemen Hineingleiten der einzelnen Streichförper ineinander, war akustisch besonders gut.) 11. Männerchor Fichte Georginia: Die gleiche Fülle in der Kirche, zu einer Abendstunde, da der gute Bürger schläft oder praßt. Schuberts Deutsche Messe" mer fennt fie? Reine vem Format ſeiner Kirchenmessen, tein polyphones Kunstwert, sondern eine Folge von schönen, innigen, tief empfundenen Gesängen. Ursprünglich für gemischten Chor mit Blasorchester, führt sie Röchel in der Seyfriedschen Fassung für Männerstimmen und Orgelbegleitung auf. Das flingt alles fehr wohlig und weich, der Chor macht es ausgezeichnet, ja singt uns das Sanctus wirklich in die Seele hinein. Um die Gleichmäßigkeit der einfachen Lieder zu unterbrechen, läßt Köchel zwischendurch Geige( Lambinon) und Orgel( Priebe) spielen. Becständlich, wenn auch nicht gerade notwendig; auch die eingestreuten Sologefänge( Fri. Tiede) tönnen ja nur die gleiche Linie der inneren Ergriffenheit fortsetzen. Schwer ist das Wert nicht; sehr schöne Abstufungen im piano fielen auf, Hirschfeld. Kuthning. Köchet leitete das Ganze als fenntnisreicher und desgleichen das ausdrucksvolle Quartett der Herren Ebert, Manz, und sicherer Musiker. Kurt Ginger. fanischen Films Die 10 Gebote" rufen die Bresse aut Hilfe gegen das Die 10 Gebote nicht voltsbildend. Die deutschen Vertreter des ameri nititut zur Erziehung und Unterricht, das diesen Film nicht für volts. bildend erklären will und ihm somit teine Steuerermäßigung gemährt. Der Beschluß des Zentralinstituts ist aber so zutreffend, daß wir ihm durchaus zustimmen. Dieses Bildwerk hat nur technische Qualitäten, aber weder fulturellen noch boltsbildenden Wert. 1 Führungen im Museum für Meeresfunde, Georgenstr. 34. Dienstag, 7., 1 Uhr, Prof. Brühl: Nahrungsmittel aus dem Meere." Dienstag, 14, 1 Uhr, Prof. Krumbach:„ Das Leben am Ufer der Meere." Die Ausstellung Die Form", die in diefem Commer von der württem bergischen Arbeitsgemeinschaft des Werkbundes in Stuttgart veranitaltet wurde, wird als Wanderausstellung durch eine große Anzahl deutscher Stäbte gehen. Fünfzig Jahre niederdeutsche Sprachforschung. Der Verein für nieder. deutsche Sprachforschung begeht in diesen Tagen die Feier seines fünfzigjährigen Bestehens. Aus diesem Anlag fand im Hamburger Gurio liche Sigung in der bamburgischen Universität gewidmet, zu der sich auch baus eine Begrüßungsfeier statt. Der ernsten Arbeit war eine wissenschaft hatten. die Oberhäupter der beiden Hanjastädte Hamburg und Lübeck eingefunden = scher und französischer schwerindustrieller] Gruppen, die auf ein internationales Eisensyndikat hinauslaufen. Bei diesen Verhandlungen sollen, wenn man ben bisher unbestätigten Nachrichten Glauben schenken darf, die schwerindustriellen Gruppen sich darauf geeinigt haben, bestimmte Forderungen für die Handelspolitif ihrer Länder zu vertreten. Dazu gehört insbesondere die Aufrechterhaltung der elsaß- lothringischen Einfuhr fontingente. Um sie zu erreichen, hat Herriot die 26prozentige Exportabgabe auf den deutschen Export nach Frankreich gelegt. Aus Mitteilungen der Deutschen Allgemeinen Zeitung" ist zu schließen, daß in der Tat derartige BeSprechungen stattgefunden haben. Auch die englischen Klagen über die deutschen Sondervorteile an Frankreich liegen in der Richtung dieser Bermutungen. Es scheint demnach, daß hier ein abgefartetes Spiel von Leuten vorliegt, die sich fonst sehr national gebärden. Vielleicht äußert sich einmal der deutschnationale schwerindustrielle Abgeordnete Dr. Reichert über den Fall; er wird sicherlich Interessantes über die„ internationale Zeitkrankheit" auf diesem Gebiete zu fagen haben. Sie ist übrigens nicht von heute und von gestern, diese Krankheit. Offenbar waren die deutschen Waffen, die noch den Firmenstempel deutscher Fabriken trugen und mit denen Ausländer im Weltkriege auf das deutsche Heer geschoffen haben, auch nur Produkte dieser internationalen Zeitkrant heit". Die Herstellung von Zuständen, welche diese Art Internationalismus wieder ermöglichen, ist jedoch die größte Sorge gerade der Deutschnationalen, nach deren Meinung es offenbar immer noch zwanzig Millionen Deutsche zuviel" gibt. " Die Neutralität der Kriegervereine. Ein Vorstoß gegen das Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold. Der Kriegerverein Tilsit verjendet an diejenigen Mitglieder, von denen er annimmt, daß sie auch Mitglieder des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold sein können, ein Rundschreiben des folgenden Inhalts: Kriegerverein. Tilfit, 27. September 1924. Wie uns mitgeteilt worden ist, sollen Sie Mitglied des Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold" fein. Da nach der Entscheidung des Deutschen Reichstriegerbundes Kyffhäuser die Zugehörigkeit unserer Mitglieder zum Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold" mit unseren Grundsäzen nicht vereinbar ist, ersuchen wir Sie ergebenst um baidgefällige Mit teilung: 1. ob Sie tatsächlich Mitglied des Reichsbanner Schwarz- RotGold" find; 2. ob Sie 3. F. zur sofortigen Lösung dieser Mitgliedschaft bereit sind, oder 3. ob Sie es vorziehen, die Mitgliedschaft im Kriegerverein freiwillig aufzugeben. Der Borstand. Simoneit, Kassenführer. Sollte uns bis zum 3. Oftober d. 3. feine Aufklärung zugehen, so nehmen wir dieses als 3ugeständnis zu Nr. 1 fowie als Zustimmung zu Nr. 3 an und werden Sie in unserer Mitgliederliste mit Wirkung vom 1. Oktober d. J. ab streichen. gez. Uthide, Vorsitzender. Dieses Vorgehen des Tiffiter Kriegervereins( Tilsit ist eine stramm deutschnationale Stadt) stüßt sich auf einen Beschluß des letzten Bertretertages des Deutschen Reichstriegerbundes Ryff häuser E. Felgendreher, Schriftführer. In der dort angenommenen Entschließung heißt es: Nach Pressemeldungen und Aeußerungen führender Persönlichkeiten stellt sich der neue Bund in bewußten Gegensatz zu dem Reichstriegerbund Kyffhäufer". Zwar steht der in dessen Satzung ausgesprochene 3wed des neuen Bundes( Zusammenfassung aller Kriegsteilnehmer, die auf dem Boden der republikanischen Verfassung stehen") nicht in Widerspruch mit den Zielen unseres Bundes, da dieser sich von jeher auf den Boden der Reichsverfassung gestellt hat. In unseren Bereinen stehen Mitglieder aller staatserhaltenden Parteien friedlich Schulter. an Schulter. Die über den Rahmen seiner Satzung hinausgehende Ein stellung des Reichsbanners fann aber nur als eine partei= politische angefehen werben, die sich mit dem parteipolitisch neutralen Standpunkt des Reichstriegerbundes Kyffhäuser" nicht verträgt, aber auch zu deffen nationalen Bestrebungen, insbesondere der Pflege der großen Ueberlieferungen deutscher Geschichte, in faroffen Gegensatz trift. 11 Deshalb ist die 3ugehörigkeit unserer Mitglie der zum Reichsbanner Schwarz Rot Gold" mit unseren Grundsägen nicht vereinbar. = Den Verbänden und Vereinen wird empfohlen, die Rameraden in diesem Sinne aufzuflären." Die Behauptung, daß die Einstellung des Reichsbanners nur als eine parteipolitische angesehen werden könne und daß fie fich nicht mit der Pflege der großen Ueberliefeungen deutscher Geschichte" vertrage, ist eine unverschämtheit, die sich von selbst er febigt. Die„ politische Neutralität“ der Kyffhäuſer- Leitung scheint dieselbe zu sein, wie der famosen Vaterländischen Verbände", die fich ja auch überparteilich" nennen. Die Reichsbannerleute wissen wenigstens nun woran sie sind. 12 Gegen den Bürgerblock. Entschließzung der rheinischen Demokraten. Am Sonntag tagte in Köln der Brovinzialverband Rheinland der Deutschen Demokratischen Partet. Das Hauptreferat hielt Justizrat Falk- Köln. Er gab einen Ueberblick über die mit dem Londoner Abkommen hoffentlich abgeschlossene Periode der nationalen Gefahr für das Rheinland. Die Versuche des Ministers Jarres, sich von der Schuld der„ Bersackungspolitit" frei zusprechen, wies Justizrat Falt als einseitige Darstellung zurück. Schließlich fennzeichnete Falt die derzeitige Reichspolitik nach innen und nach außen in ihren Rückwirkungen auf die Verhältnisse in den besetzten Gebieten. Unter Zustimmung der Bertreter alfer besetzten Landesteile von der Pfalz bis nach Westfalen wurde folgende Entfchließung angenommen: In einer weiteren Entschließung empfiehlt der Provinzialver.| Schutzbestimmungen haben, würden die Kündigungsbeamten wieband feinen Freunden den Eintritt in das Reichsbanner derum„ Beamte" sein, d. h. das Betriebsrätegesetz bliebe auf ste Schwarz- Rot- Gold. ohne Anwendung. Der AfA- Bund hält diesen Entwurf für unannehmbar und wird weitere Schritte einleiten, um den betreffenden Kreisen zu ihrem Recht zu verhelfen. Gegen die Deutschnationalen. Effen, 6. Oktober.( WTB.) Die Vertrauensmännertagung der Deutschen Demokratischen Partei, Kreis Essen, beschäftigte sich eingehend mil der Frage der Beteiligung der Deutschnationalen an der Regierung und nahm eine Entschließung an, in der der erweiterte Borstand und der große Ausschuß der Deutschen Demokratischen Bartei im Bezirk Essen die Parteifraktion ersuchen, unter allen lim. tänder sowohl die Bildung des Bürgerblocks, als auch jede Beteiligung der Deutschnationalen an der Regierung mit aller Entschieden. heit abzulehnen. Die Kölnische Volkszeitung" zur Regierungsfrage. Köln. 6. Oftober.( Mtb.) zu der Frage des deutschnatio nalen Eintritts in die Regierung nimmt die„ Kölnische Bolts zeitung" in ihrer heutigen Abendausgabe in einem längeren Artifel Stellung, indem sie zunächst darauf hinweist, daß das Zentrum sich grundsäglich niemals dem Gedanken der Verbreiterung der Reichsregierung nach rechts versagt hat. Das Blatt weist dann aber auf die Erklärung des Grafen We starp in der Sonnabendklärung der Deutschnationalen, daß sie die bisherige auswärtige ausgabe der„ Kreuzzeitung" hin, worin es wörtlich heißt:" Die ErBolitik des Kabinetts sich zu eigen machen oder fortsetzen wollen, tann nicht verlangt oder zugestanden werden." Unter diesen Umfänden, meint das Blatt, tönnte die Deutsche Volkspartei nicht behaupten, daß die Deutschnationalen sich auf den Boden der bisherigen Politit stellen wollen. Der Reichskanzler habe sich entschlossen, ein Regierungsprogramm auszuarbeiten, das den Parteien zur Entscheidung über ihre Stellungnahme vorgelegt werden wird. Das Blatt hält diesen Schritt für glücklich, da er zeigen wird, wie weit sich die Parteien zu verantwortlicher Mitarbeit entschließen tönnen. Bon den Parteien aber müsse Farbe befant mer den. Das gelte in erster Linie von den Deutschnatio= nalen. Sie müßten fich flipp und flar erklären, und zwar für vertrage die Lage nicht, sowohl im Innern, wie auch nach die Gesamtheit der Partei. 3weideutigkeiten außen. Ein flares Regierungsprogramm erheischt eine flare Antwort. Man erwartet, daß diese Antwort bald gegeben wird. Jarres Rücktritt. Nur unpolitische Gründe( Zu den Rücktritteabsichten des Reichsinnenministers Jarres erfährt die Eca, daß Minister Jarres in der Tat beabsichtigt, von seinem Poſten zurückzutreten. Die Gründe hierfür find ledig lich() in seinem persönlichen Wunsche zu suchen, in seinen alten Wirkungsfreis zurückzukehren und sind daher ganz unpolitischer Natur. Für Kaiser, König und Vaterland. Monarchistischer Reichswehrrumme!. Stettin, 6. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Zu einer Demonstration gegen die Republik wurde die Einweihung des Dentmals für die Gefallenen des ehemaligen Grenadierregiments Nr. 9, die am Sonntag in Stargard in Pommern stattfand. Alle auf zutreibenden Generäle waren aufgeboten; unter ihnen sah man Generalfeldmarschall v. Mackensen und Generaloberst v. See ringen, aber auch der Divisionskommandeur der Reichswehr, General v. Tschisch wig Stettin, war zugegen. Das Dentmai, das Schwert, Schild und Stahlhelm in unhistorischem Kunterbunt auf einer Soldatengestalt vereinigt, trägt am Godel die bezeichnende Inschrift:" Sie starben von lohenden Wettern umtobt, In Mannestreue, wie sie gelobt. Von der Kugel durchbohrt, vom Schwert durchrannt, Für Kaiser, König und Baterland." Das Reichswehr- Bataillon in Stargard war ebenfalls als Gastgeber und Beranstalter besonderer Feierlichkeiten an dieser nationalistisch- monarchistischen Denkmalsweihe beteiligt. Der als besonderer Kriegsheger bekannte Divisionspfarrer Dormann- Stettin hielt die Festrede und auf dem Kasernenhof nahmen dann die Monarchisten madensen und Heeringen die Parade über die republikanische Reichswehr ab. Hitlers Freilassung verschoben. Mittwoch Auflösung des Unterhauses: London, 6. Oktober.( Eigener Drahtbericht.) Der KabiBettsrat hat sich am Montagabend in zweistündiger Beratung mit der Stellungnahme zu dem konservativen Antrag auf Mißbilligung der Aufhebung der Strafverfolgung des Kommunisten Campbell und zu dem liberalen Antrag auf Einsehung eines Unterfuchungsausschusses beschäftigt. Eine offizielle Erklärung über das Ergebnis der Beratungen ist nicht veröffentlicht worden. Ben Sopor der Haupteinpeitscher der Regierung, erflärte nach Schluß des Kabinettsrats, daß die Regierung fowohl dem konservativen wie dem liberalen Antrag den allerschärften widerit and entgegensetzen werde, zumal zwischen beiden im Grunde genommen fein Unterschied bestehe und in dem liberalen Antrag auch ein unerträgliches Mißtrauen enthalten sei. Damit ift die Entscheidung am Mittwoch so gut wie sicher. Die liberale und fonfervative Mehrheit wird der Regierung eine Niederlage bereifen und Macdonald wird dann beim König die Auflösung des Parlaments beantragen. Man erwartet, daß Macdonald die Absichten der Regierung morgen, Dienstag, auf der Jahreskonferenz der Arbeiterpartei darlegen wird. Condon, 6. Oktober, 10 Uhr abends.( Eigener Drahtbericht.) Der heutige Kabinettsrat hat, wie der parlamentarische Korrespondent des Daily Herald" erfährt, beschlossen, nicht nur das tonfervafive Mißtrauensvotum, sondern auch den liberalen Antrag auf Einfehung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses abzulehnen, mit ist der Ausbruch der Regierungs- und Parlamentsfrife in dieser da auch der letztere ein indirettes Mißtrauensvotum darstellt. DaWoche voraussichtlich unvermeidlich. Die Wahlangst der englischen Liberalen. Auf der Suche nach einem Ausweg. London, 6. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Die Liberalen scheinen infolge des Widerstandes Macdonalds gegen ihren Anjetzung der Strafverfolgung des Kommunisten Campbell bereit zu trag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses wegen der Auss sein, ihren Antrag so zu charakterisieren, daß Macdonald daraus teine Mißtrauensertlärung entnehmen könne. Macdonald hat deutlich erkennen lassen, daß in diesem Antrage ein Miß trauen gegen die Regierung zum Ausdruck komme, das unerträglich sei; er werde die Untersuchung nicht einem zehngliedrigen Ausschuß, sondern dem Ausschuß unterbreiten, der sich aus den Millionen der Die liberalen Blätter englischen Wähler zusammensetze. wehren sich dagegen, daß ihre Partei mit dem Antrag auf Einsehung eines Untersuchungsausschusses die Neuwahlen über stürzt herbeiführen wolle. Die Liberalen wollten, daß der Ausschuß nach ter Stärke der Parteien im Parlament zusammengesetzt werde, wodurch ihm von vornherein eine fonservativ- liberale Mehrheit gesichert wäre. Sie werden nun, wenn die Regierung vorschlagen würde, die Untersuchung durch den ständigen Ausschuß des Parlamenis vornehmen zu lassen, ihren Blan fatten laffen und für diesen Regierungsvorschlag stimmen. Damit würde die Krise vermieden werden. Es ist aber feineswegs sicher, daß die Regierung einen folchen Vorschlag machen wird. In einem Interview Macdonalds mit Witham Steed wendet sich Macdonald gegen den liberalen Antrag auf Einsetzung einer paría. mentarischen Untersuchungstommiffion und stellt fest, daß die Ob. jektivität einer solchen Kommission, die nach den Machtverhält niffen im Unterhaus aus sieben Gegnern der Regierung gegen brei Vertreter der Labour- Party zusammengesetzt sei, feine Ge. währ böte, zumal die Barteien diefer sieben bürgerlichen Abgeord neten sich schon auf die Gegnerschaft gegen die Regierung in dieser Frage festgelegt haben. Macdonald bezeichnet auch den Ausweg der Einsetzung einer juristischen Kommission als unfair. % Britischer Wahlkampf und deutsche Anleihe. London, 6. Oktober.( Eigener Drahtbericht.) In britischen Regierungstreisen ist man besorgt, daß für den Fall der Parlamentsauflösunng die 3eichnung der 800- millionen Anleihe für Deutschland durch den Wahlkampf beeinträchtigt perben tönnte. Es heißt, daß Owen Young, der am Montag mit Macdonald und dem Finanzminister Snowden verhandelt hat, eine Berschiebung der Auflegung der Zeichnungslisten angeregt habe. Die Entscheidung hängt vom Staatsgerichtshof ab. München, 6. Oktober.( Eigener Drahtbericht.) Es steht nunmehr fest, daß die Entscheidung des Obersten Landgerichts in der Frage der Bewährungsfrist für Hitler und Kriebeljo lange hinaus. geschoben wird, bis der Staatsgerichtshof entschieden hat, ob der Frontbann Ludendorffs als die Fortführung der verbotenen Kampfverbände anzusehen ist. Nach einer Information der München- Augsburger Abendzeitung", die als Parteiorgan der Deutschnationalen dem Justizminister sehr nahe steht, hat das Oberste Landesgericht bereits festgestellt, daß alle drei in Landsberg Inhaftierten durch Kassiber direkte Fühlungnahme mit den Frontbann- Organisationen aufrechterhalten haben. Am wenig mittag wurde die Antwort der französischen Regierung auf das sten belastet erscheine indessen Hitler. Landtagszusammentritt. München, 6. Oktober.( Eigener Drahtbericht.) Der bayerische Landtag wird voraussichtlich für Dienstag, den 21. Oftober, ein berufen, um die Etatsrede des Finanzministers entgegen zunehmen. Der noch nicht ganz fertiggestellte Haushaltsplan ist außerordentlich umfangreich; es scheint, daß es dem Finanzminister gelungen ist, das von ihm im Sommer auf 30-40 Millionen gefchätzte Defizit im Staatshaushalt erheblich zu verkleinern. AfA- Bund und Reichsbahngesellschaft. Die Personalordnung unannehmbar. Die Völkerbundsfrage. Inhaltsangabe der Entente- Antworten. Paris, 6. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Am Montag deutsche Memorandum in der Bölferbundsfrage der deutschen Botschaft überreicht. Sie beobachtet ffrengfles Sillschweigen über den Inhalt der Note, entsprechend einer Vereinbarung mit der franzöfifchen Regierung, wonach eine Veröffentlichung erst im Einvernehmen mit der Reichsregierung erfolgen foll. Der" Temps" teilt indeffen mit, daß diefe Antwort ungefähr die gleiche fein soll, wie die der belgischen und englischen Regierung. Sie entspreche den Erflärungen Herriots in Genf: Die franzöfifche Regierung leifte teinerlei Widerstand gegen den Eintritt Deutschlands in den Bölterbund. Sie würde fich auch nicht einem dauernden Sih Deutschlands im Bölferbundsrat widersetzen, aber fie sei der Auffassung, daß, wie Deutschland nicht der Gegenstand irgendwelcher Ausnahme sein dürfte, es auch nicht irgendein Dorrecht genießen tönnte, daß es sich vielmehr aller Berpflichfungen des Bölferbundspaffes, die für die Mitglieder des Wölferbundes bindend feien, unterziehen müsse. Die Vaterländischen in Potsdam. Sie betrauern die Blamage. Der Behördenausschuß des AfA Bundes, dem Vertreter des Zentralverbandes der Angestellten, des Bundes der technischen Angestellten und Beamten, des Deutschen WertmeisterVerbandes sowie des Allgemeinen Verbandes der Deutschen Bantangestellten angehören, hat sich in seiner letzten Sigung erneut mit Im großen Saal des Restaurants Sanssouci hatten zur " Der Provinzialverband der Deutschen Demokratischen Partei der Frage des fünftigen Dienstverhältnisses der Arbeitnehmer der Deutschen Reichsbahngesellschaft be- gleichen Stunde, als Prof. Basch sprach, die Baterländischen" Verin der Rheinproving erklärt: Die Zusammenfassung aller verbände ihre Mitglieder versammelt. General von Barten faffungstreuen, flaatsbejahenden Kräfte zu einer großen Bolts- fchäftigt, um die bevorstehende große Tagung der AfA- Verbände vor gemeinschaft gibt die einzige Möglichkeit zur Gesunbung des zubereiten. Er stellt noch einmal fest, daß zu der ersten Besprechung werfer hielt zunächst eine Ansprache. Freiherr v. Medem Staates, zur Erhaltung der deutschen Kultur und zum wirtschaft über den Entwurf für die Personalordnung, die am 25. September gab seinem Bedauern darüber Ausdruck, daß die Beamten der lichen Wiederaufbau. Der von den Rechtsparteien geim Reichsvertehrsministerium stattfand, der 2f A Schußpolizei auf Befehl des Ministers Severing den Franzosen forderte Bürgerblod dient nit biefem 3iele, er Bund nicht eingeladen war, trobem die vorbezeichneten Basch hätten schüßen müssen. Den Schuß des Franzosen bedeutet einen Rückfall in die Gedankengänge des Klaffentampfes 21f2- Verbände schon bisher die Hauptträger des Reichstarifs für die habe leider das Reichsbanner Schwarz Rot Gold und ist der Ausdruck des wirtschaftlichen und politischen Herrschafts- Angestellten bei den Reichsverwaltungen und betrieben sind und übernommen, das durch diese Tat bei jedem rechtlich denkenstrebens reaftionärer Kräftegruppen. Der Rechtsblock würde aber der Abschnitt 14 Absatz 3 der Personalordnung die Regelung der den Menschen den letzten Rest von Achtung verscherzt habe.( Das auch gerade den Strömungen einen unerträglichen Einfluß auf die Führung des Reiches einräumen, denen wir nach unseren Er- Arbeitsbedingungen durch Tarifvertrag vorfieht. Die in dem Ent- Reichsbanner tann stolz sein auf dieses Lob Die Red.) In einer wurf genannte Gruppe der sogenannten Kündigungsbeam. von der Versammlung angenommenen Entschließung wird betont, fahrungen im Rampfe um die Zugehörigkeit des Rheinlandes zum ten würde zwar hinsichtlich der Unsicherheit der sozialen Lage durch daß die Farbe Schwarz- Weiß- Rot, die Ehre von Potsdam(!) gewahrt Reich allerschärfftes Mißtrauen entgegenbringen müssen. Die Deutsche Demokratische Partei muß sich daher der Zugehörigkeit zu furze Kündigungsfristen den Angestellten gleich werden. Soweit sei und sie immer zu Fahne schwarzweißrot schwören wollen." diesem Block verjagen." aber die Angestellten den Beamten gegenüber heute günstigere Sie wollen eben potsdämlich bleiben. TOU Gewerkschaftsbewegung Die KPD. zersplittert die Einheitsfront! Es war schon eine recht nette„ Einheitsfront", die die KPD. sich in den verschiedenen gewerkschaftlichen Sonderorganisationen zuredyt gemacht hatte. Die Sache ging ganz gut. Der Wener, der Kaiser und der Schumacher handelten ganz im Sinne der KPD., als sie ihren eigenen Laden aufmachten und anderen darin mit gutem BeiIpiel porangingen, ihnen Hoffnung machten, ebenfalls einen eigenen Baden aufzumachen. Bis der große Weltkongreß hinter diese Bonzenwirtschaft kam und Gegenordre gab. Da aber ein echter Revolutionär sich weder durch reformistische Zwirnsfäden in Form von Sagungsparagraphen oder Verbandstagsbeschlüssen in feinem ungeſtümen Drange zügeln läßt, noch durch Weltongreßbeschlüsse, ließ die KPD.- Zentrale fich verleiten, zu dem gleichen Mittel zu greifen, das sie den freien Gewerkschaften stets so sehr ütel nahm, und es als 3ersplitterung der Einheitsfront be zeichnete. Das heißt, der Kaiser, der Schumacher und der Meyer, Die Leiter dreier fommunistischer gemerffchaftlicher Sonderorganisationen, wurden aus der KPD. rücksichtslos ausgeschlossen. Alles das, was vordem die„ Rote Fahne" zu Ruhm und Preis diefes Kleeblotts verfündet hatte, wird ihnen jetzt als antibolfchyewistisches Berbrechen angerechnet. Es ist das allerschlimmste, das Die KPD ihren Ausgeschlossenen nachfagen bonn: antiboliche= mistisch! nicht. Während im Bauberuf noch überwiegend in 3eitlohn gearbeitet wird, ist in den meisten anderen Berufen die Atford arbeit vorherrschend. Und hier sind die Löhne zum Teil nicht unwesentlich höher als die der Bauarbeiter. Es gibt aber auch Berufe, wo heute bereits höhere Stundenlöhne gezahlt werden als die durch den Schiedsspruch festgesezten. Damit erledigt sich das Gerede der Tiefbauunternehmer. Drohender Streik im Eisengroßhandel. Tagung der Afa- Verbände vorzubereiten. Er stellt noch einmal fest, daß zu der ersten Besprechung über den Entwurf für die Personalordnung, die ant 25. September im Reichsverkehrsministerium stattfand, der Afa- Bund nicht eingeladen war, trotzdem die borbezeichneten Afa- Verbände schon bisher die Hauptträger des Reichstarifs für die Angestellten bei den Reichsverwaltungen und-betrieben bom 2. Mai 1924 sind und der Abschnitt 14 Absatz 3 der Personalordnung die Regelung der Arbeitsbedingungen durch Tarifvertrag borsieht. Die Arbeitgeber des Eisen- und Stahlgroßhandels( Gruppe Die in dem Entwurf genannte Gruppe der sogenannten Neuhaus) glauben die Zeit gekommen, um in ihren Betrieben Kündigungsbeamten würde zwar hinsichtlich der Unsicherheit wieder die alte Mizwirtschaft einführen zu können. Als Vorbild der sozialen Lage durch kurze Kündigungsfristen den Angestellten haben sie sich den VBMJ. genommen. Lohnerhöhung lehnen fie gleich werden. Soweit aber die Angestellten den Beamten gegen ab, dagegen fündigen sie den Mantelvertrag, um Urlaub und über heute günstigere Schutzbestimmungen haben, würden die foziale Bestimmungen abzubauen. Beamte" sein, d. h. das BeDer Arbeiterschaft hat sich Kündigungsbeamten wiederum burch diese Manöver eine starte Erregung bemächtigt, so triebsräte geset bliebe auf sie ohne Anwendung. Der Aje bak, falls am Donnerstag der Schittungsausschuß dem Bund hält diesen Entwurf für unmannehmbar und wird weitere llebermut der Herren nicht einen gehörigen Dämpfer auffekt, ber Schritte einleiten, um den betreffenden Kreiſen zu ihrem Necht zu fchloffen, zur Beibehaltung menschenwürdiger Zustände und zur Die Arbeiterschaft ist fest ent- berhelfen. Erringung angemessener Löhne das äußerste Mittel anzuwenden. Die Unternehmer haben es in der Hand, diesen das Berliner wirtschaftsleben start erschütternden Kampf abzuwenden. Soffent lich kommt ihnen noch im letzten Augenblick die nötige Einsicht. Streit unausbleiblich wird. Fahne" verfchloffen wurden, gründeten fie für ihre ſelbſtändigen Achtung! SPD.- Metallarbeiter Achtung! Da den Antibolichemisten nun auch die Spalten der„ Roten Unternehmungen ein orrefpondenzblatt der selb ständigen Ber van de", das fie als Beitschrift für Gewertfchafts- und fozialistische Politik, Wirtschafts- und Arbeiterrecht" bezeichnen, herausgegeben vom Kartell der selbständigen gewertschaftliche Einheitsfront durch den Ausschluß dieser prominenten fommunistischen Gewerkschaftsführer zersplitterte, zertrümmert Am Donnerstag, den 9. Oftober, abends 7 Uhr, in den Musikerfälen, Kaiser- Wilhelm- Straße 31 " Der Streik im Röhrenhandel beendet. dem Arbeitgeber- Verband eine Forderung auf Erhöhung der Löhne Die im Deutschen Verkehrsbund organisierten Arbeiter hatten um 15 Proz. unterbreitet. Nach Ablehnung derselben durch die Unternehmer fällte der Schlichtungsausschuß einen Schiedsspruch, der eine 5 prozentige Erhöhung vorsah. Dieser Spruch wurde von beiden Parteien abgelehnt und in der Urabstimmung der Streit beiloffen. Die gut disziplinierten Kollegen übertrugen der Drganisation Diese Andie Auswahl der zunächst zu bestreitenden Betriebe. weisung erging dann für fünf Betriebe, wo sie denn auch vollständig befolgt ward. Ehe eine Erweiterung des Kampfes notwendig Berbände" Richt genug damit, daß die BD- Zentrale ihre Versammlung aller SPD.- Metallarbeiter führten zu einer 2ohn erhöhung von 13 Broz. Damit war und arbeiterinnen. der Streit beendet. Der glatte erfolgreiche Verlauf der Bewegung beteiligten Verbandsmitglieder zurückzuführen. fie jetzt geradezu die ganze Ginheitsfront. Ihre Einheitsfront a gesordnung: 1. Sulfuraufgaben der Sozialdemokratie, ist auf das gute Organisationsverhältnis und die Disziplin der 2. Fraktionsangelegenheiten.- S. Wahl des Fraktionsvorstandes. Referent: Genosse A. Sorlig. Für diese Versammlung muß rege Propaganda von den Vertrauensleuten gemacht werben. Parteiausweis legitimiert! Der Fraktionsvorstand. Gewerkschaften der Eisenbahner, der Schiffer, der Chemischen InDuſtriearbeiter und der Landarbeiter kamen zwar bei dieser 3er splitterung nicht direkt in Frage. Dagegen hat sie die Union der Hand und Kopfarbeiter derart gespalten, daß fie nur noch die Industriegruppe Metall und Bergbau behalten hat und einen Rest des Verbandes der ausgeschlossenen Bauarbeiter unter Führung von Otto Bachmann. Diese Einheits- NB. Der Frattionsvorstand tritt um 5 Uhr im selben Lokal zusammen. fronterbände" erklären, daß sie mit diesem Machwert von Korrefpondenzblatt" nichts gemein haben. Die„ antibalschewistischen" Verbände, die Union, die Bekleidungsarbeiter, die ausgeschlossenen Buchbinder und Papierverarbeiter, ein Teil der ausgeschlossenen Bauarbeiter und vielleicht noch der eine oder andere Splitter, liegen auf der anderen Seite vom Holzklog. Wir wollen offen gestehen, daß uns dieses ganze Kleinholzmachen an sich wenig fümmert. Die Anti- und die Bolschemisten mögen das unter sich ausmachen. Wenn diese Gesellschaft aber immer wieder versucht, unsere gewertschaftliche Ein heitsfront ebenso zu zersplittern, wie die Splitter, die sie davon losgeschlagen hat, unter der scheinheiligen Angabe, fie wolle unsere gewerkschaftliche Einheitsfront herstellen, dann faget wir ihr nur: hande weg, Finger davon! Der Streik der Mühlenarbeiter. Durch den Streif der Mühlenarbeiter sind die Berliner Mühlen mit dem Beginn der geftrigen Tagesschicht stillgelegt. Die Arbeiter der letzten Sonntagsschicht haben auch diese Schicht schon nicht mehr verfahren. Die Belegschaften sind dem Streitbeschluß ohne Ausnahme gefolgt. Die Notstandsarbeiten werden durch die von der Streifleitung bestimmten Arbeiter verrichtet, allerdings nur in einem Umfang, der den Erfolg des Streites nicht in Frage stellt. Die Unternehmer bemühen sich bereits, bie Technische Nothilfe zu holen, die wiederum wie im letzten Streit mit Arbeiten beschäftigt werden soll, die mit Notstandsarbeiten nichts zu tun haben, Der Kampf der Mühlenarbeiter wendet sich zunächst gegen die zu geringen Lohnaufbefferungen, dann aber auch gegen die lange Geltungsdauer des Schieds. pruches. Der Streit wäre zu vermeiden gewesen, wenn nicht die Braris des Schlichtungsausschusses in legter Zeit unverkennbar dahin ging, alle ohnschiedssprüche auf mindestens drei Monate abzuschließen. Der Schlichtungsausschuß folgt damit offenbar den Weisungen von oben, die Preisobbaualtion" nicht zu stören. Bleibt nur die Frage: Wer stört den Breisabbau? Die Arbeiter, die das zum Lebensunterhalt nötige Einfommen fordern, oder die Kreise, die sich jeder etwaigen Kürzung ihres Brofits widersehen und die Preise erhöhen, anstatt fie abzubauen. Die Lohnbewegung im Baugewerbe. " 1 Die Berliner Tiefbauunternehmer lassen durch ein Nachrichtenbureau eine Polemit gegen den Schiedsspruch im Berliner Baugewerbe nerbreiten, der die Löhne der Facharbeiter von 90 auf 96 Pf. erhöhte. Sie behaupten, daß der Lohn der Facharbeiter des Berliner Baugewerbes nach dem Schiedsspruch 14 Proz. über dem Friedenslohn liegt und daß diefe hohen Löhne die Belebung der Boutätigkeit und somit der gesamten Industrie gefährde. Die Reichsregierung habe eine Verbilligungsaftion angekündigt, wogegen die staatlichen Schlichtungsstellen bei ihren Schiedssprüchen sich von Augenblidsbewegungen leiten ließen. Die Löhne der Berliner Bauarbeiter lägen bereits weit über dem allgemeinen Lohnniveau der Berliner Facharbeiter. Der Arbeitgeberverband des Beton- und Tiefbaugewerbes habe deshalb den Schiedsspruch abgelehnt, während die Stellungnahme des Arbeitgeberverbandes des Hoch baugewerbes noch ausstehe. Soweit die Polemik der Arbeitgeber des Tiefbau- und Betongewerbes, die bekanntlich die niedrigsten Löhne im gesamten Baugewerbe zahlen. Wenn der Schiedsspruch den Lohn der Facharbeiter Don 99 auf 96 Pf. erhöht hat, so bleibt er damit noch hinter dem Reallohn des Friedens nicht unerheblich zurück. Nach der notorisch ungenügenden Reichsinderziffer der Bebenshaltungsfosten beträgt Die Steigerung 19 Broz. gegenüber 1914. In Wirklichkeit ist die Steigerung der Lebenshaltungskosten noch größer. Aber wenn die Unternehmer des Tief- und Betonbaues um eine Berbilligung der Baukosten so sehr besorgt sind, dann mögen sie sich doch einmal ein Beispiel nehmen an ihren amerikanischen Kollegen, die im technischen Fortschritt und nicht im Lohndrud das Mittel zur Berbilligung der Bautosten suchen. Dann mögen fie auch sich an die Ziegeleien wenden, die eben erst die Preise ganz erheblich erhöht haben, obwohl Kohlenpreise und Frachttosten herabgefekt wurden. Ein Vergleich der Bauarbeiterföhne mit denen der Industriearbeiter ist schon deshalb unzulässig, weil die Bauarbeiter während bes Winters längere Zeit zu feiern gezwungen find. Daß die Löhne der Bauarbeiter so sehr über dem allgemeinen Lohmniveau der übrigen Facharbeiter in Berlin liegen, stimmt übrigens durchaus Angestellte der Groß- Berliner Metallindustrie. Der BBMI. hatte die Angestelltengewerkschaften auf Grund des Schiedsspruchs zu einer Aussprache am Montag vormittag eingeIcden, in der bekanntgegeben wurde, daß die Vertrauenskommission des Arbeitgeberverbandes den Schiedsspruch abgelehnt hat. Nach langwierigen Verhandlungen ist folgende Verein. barung zustande gefommet: Für die Monate Oftober, November und Dezember 1924 gelten die gleichen Tarifgehälter, wie sie für die Monate April usw. vereinbart waren. Um wieder zu einer normalen Gehaltszahlung zu tommen, werden folgende Zahlungen vereinbart: Ditober Dezember am 21. 31. November 22. 29. 20. 31. 20 Broz. 85 Broz. 15 Proz. 90 Proz. 16 Broz. 100 Proz. Bom 31. Dezember ab werden die Gehälter jeweils monatlich gezahlt. AfA- Metall- Kartell. Günther, Lange, Rote. Streifgefahr im Chemikaliengroßhandel. Dem Arbeitgeberverband des Großhandels hat der Deutice Verkehrsbund für Oktober neue Lohnforderungen eingereicht. Der tungsausschuß zum Scheitern. Große Unruhe bemächtigte sich Syndikus Dr. Engel brachte die Verhandlungen vor dem Schlichder Arbeitnehmerschaft, so daß ein Streit unvermeidlich erscheint. in Brig und Berlin legte am Sonnabend einmütig die Die gesamte Arbeitnehmerschaft der Firma Philipp Mühsam Arbeit nieder, weil die Firma gleichfalls eine Rohnregelung ablehnte und die Arbeitnehmerschaft verpflichten wollte, für 26 mart tveiter zu arbeiten. Arbeiter übt Solidarität und meidet diese Betriebe! Die Schuhfabrik Piuner legt den Betrieb still. Die fünfzigjährige Ameise. Es ist fein Naturwunder, von dem wir hier berichten, sondern es handelt sich um das Verbandsorgan der Porzellanarbeiter, das In der Frühzeit der Gewerkschaftsbewegung gab man den Gewerkam 2. Oftober 1874 als Wochenblatt ins Leben gerufen wurde. schaftsblättern meist einen symbolischen Titel, von denen nur einige wenige beibehalten wurden. wie es Unsere Ameise" verdankt ihr auch für eine Gewerkschaftszeitung hohes Alter einem besonderen Umstande. Denn die meisten ihrer Schwestern, die vor dem Sozialistengejek geboren wurden, fielen dem Ausnahmegesetz gegen die Sozialdemokratie zum Opfer. Die Porzellanarbeiter bildeten ursprünglich einen der Hirsch Dunderschen Gemertvereine. Da die Gewerfvereine aber ,, der friedlichen Entwickelung der wirtschaftlichen Berhältnisse, der Harmonie zwischen Kapital und Arbeit das Wort reden" auch in der Programmertlärung an die Prinzipale und Personale" der ersten Nummer der„ Ameise" hieß, war das freilich etwas anderes. Verboten wurde nur die Umsturz"-Presse. Troy dieser Schonung waren die meisten Mitglieder des Gemertvereins der Porzellan- und Glasarbeiter im Verlauf der sozialistengesetzlichen Periode so sehr vom Gift des Marrismus" infiziert morden, daß sie am 25. Oftober 1891 ihren Austritt aus dem Gewertverein beschlossen und sich freigemertschaftlich organistierten. Die Ameise" hatte es bis dahin zu einer Auflage von 4000 gebracht. Heute erscheint fie in 48 000 Eremplaren für 60 000 Mitglieder. Sie hatte es schon auf 76 000 gebracht, bis die Inflation 1923 fie herunterholte, Troh ihres Alters hat aber Die Ameise" schon Borläufer gehabt, die bis in das Jahr 1868 zurückreichen. Das Koburger Boltsblatt" gab eine vierseitige Gratisbeilage als„ Sprechfaal" für die Arbeiterangelegenheiten der Porzellan-, Steingut-, Tonwaren und Siderolithfabriken heraus.„ Von dem löblichen Dreherpersonale des Bolksblatt"-Sprechjaals abonniert. aus Berlin und Schlesien" hatten 52 Personale auf 120 Eremplare Diefer Sprechjaal" Porzellan- und Glasabreiter eingeführt. Doch schon Ende 1873 brach wurde dann im Mai 1869 als Organ des Gewertvereins der der Gewerkverei seine Beziehungen zum" Sprechfaal" ab. Das Hirsch- Dundersche Hauptorgan, der„ Gewerkverein", gab dann 1874 eine Beilage als Organ des Gewerkvereins der Porzellan-, Glas- und verwandten Arbeiter heraus, an deren Stelle dann ein eigenes Berbandsorgan trat, das auf Vorschlag des Moabiter Ortsausschusses das " Die Ameise" genannt wurde. Seit 1877 trägt das Blatt die Mahnung zu seinem Jubiläum im Festgewande erscheint Schillers an der Stirn: Immer strebe zum Ganzen 1 Und fannst du selber kein Ganzes werden, Als dienendes Glied schließ an ein Ganzes dich an. Diese Mahnung, die Marg und Engels für die Arbeitnehmer schaft besonders formulierten, muß den Indifferenten heute wieder nähergebracht werden. Weil die Stepperinnen der Firma sich leine Lohntürzung ge= fallen lassen wollen, umjoweniger als Brot und andere Lebensmittel im Preise steigen, wurden am 1. Oftober auch die Arbeiter der Zuschneiderei, Stanzerei rd 3widerei entlassen. Die weiteren Abteilungen werden wohl tald folgen, so daß dann der gesamte Betrieb ſtillgelegt ist. Der Tarifbruch der Firma vom 13. September tann jedoch nicht durch weitere Tarifbrüche ungeschehen gemacht merben. Die Belegschaft der Firma Pinner läßt sich nun einmal feine Lohnkürzung gefallen und wird den Abwehrkampf durchführen, ohne sich bange machen zu laffen. Sie wird in diesem Kampfe von der gefumten Arbeitnehmerschaft der Berliner Schuh- tober, 6% Uhr, bei Krüger, Suffttenſtr. 34. Referent Genosse Kahi vom Borindustrie moralisch und finanziell unterstützt. Dreht es sich doch hier um einen Borstoß zu einem allgemeinen Lohnabbau. Die Abwehr tei Pinner ist eir: Kampf für die Gesamtheit und damit ein Kampf der Gesamtheit der Schuhmacher. Der Syntifus des Berliner Fabrifantenvereins, Dr. Fürst, hat bei den Verhandlumgen am 3. Oktober deutlich genug angedeutet, daß die Angelegenheit weitere Kreife ziehen werde, wenn die Arbeiterschaft bei Pinner nicht nachgibt. Damit ist indirekt eine allgemeine Aussperrung angekündigt. Daß die Lohnherabsehung bei Pinner nicht auf die Stepperei beschränkt bleiben soll, geht daraus hervor, daß auch im Maschinenfaal feit Wochen Kupons ausgegeben werden mit verkürzten Affordpreisen. Nur auf energischen Einspruch der Arbeiter wurde der afte Lohn noch ausgezahlt. Auch in der Zuschneiderei und in anbemessen sind, daß sie nicht einmal die Mindeſtfäße des Tarifverderen Abteilungen find Arbeiter beschäftigt, deren Afforde so niedrig trages erreichen. Der Lohndurchschnitt aber ist feineswegs höher als in den anderen gleichartigen Betrieben. Die Funktionäre der Berliner Schuhindustrie rufen der Belegschaft von Binner zu, in ihrem Kampfe auszuharren. Reichsbahn und Personalordnung. Der Behördenausschuß des Afa- Bundes, dem Vertreter des Zentralverbandes der Angestellten, des Bundes der technischen Angestellten und Beamten, des Deutschen Wertmeister- Verbandes sowie des Allgemeinen Verbandes der Deutschen Bankangestellten angehören, hat sich in seiner Sigung am Freitag erneut mit der Frage des fünftigen Dienstverhältnisses der Arbeitnehmer der Deutschen Reichsbahn- Gesellschaft beschäftigt, um die einzuberufende große Urbin TERPENTINOLWARE N CROSSEN DOSEN ZU 20 UND IN MITTEL DOSEN 2015 ÜBERALL ERHALTLICH! SPD. Mitgliederversammlung des AEG.- Konzerns am Dienstag, den 7. Of stand des Reichsbanners. Erscheinen aller Mitglieder unbedingt erforderlich. Zentralverband der Schuhmacher. Seute, Dienstag, Branchenversammts lung der Schäftemacher, abends 6½ Uhr, im Saal 2 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 25. nachmittags 5 Uhr. im Restaurant Schwedenzelt, Schweden, Ede Egerzier Angestellte der Kunst- und Bauschlossereien. Donnerstag, den 9. Oktober, ftraße, allgemeine Branchenversammlung. ,, Stellungnahme zum Schiedsspruch des Schlichtungsausschusses Groß- Berlin vom gleichen Tage zweds Regelung der Geptembergehälter." DWB. ZDA. Berantwortlich für Politik: Ernst Neuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewertschaftsbewegung: Fr. Eglorn: Feuilleton: Dr. John Schikowski; Lotales und Sonstiges: Willy Mibus; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruceret und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin S. 68, Lindenstraße 3. Hierau 2 Beilagen. -EINER Butab. sagt es dem Andern DUNLOP die Weltmarke CORD bürgt für Qualität! Seit Jahrzehnten als bester fchuhputz bekannt Nr. 472 41. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Dienstag, 7. Oktober 1924 Für Völkerverständigung und Völkerfrieden. Massenbesuch der vier Friedensversammlungen. In Berlin tagt augenblicklich der 23, Weltfrietenstongreß. Attive Bazifisten sind aus der ganzen Welt nach Berlin gekommen, um sich mit dem ganzen Gewicht ihrer Persönlichkeit für die dee des Pazifismus einzusehen, für sie zu werben, um so ihren Sieg vorzubereiten. Damit die Parole Nie wieder Krieg" weiteste Verbreitung finde und hineingetragen werde tief in die große Masse des Volkes, wurden gestern abend vom Deutschen Friedensfartell in Berlin vier große Versammlungen veranstaltet. In allen dieser Versammlungen lautete das Thema der Redner: „ Wie denkt das Ausland über Deutschland?" Die Versammlungen waren ein eindrucksvoller Beweis dafür, wie weit die große Masse des Voltes von der Notwendigkeit des Friedens durchdrungen ist, und es fonnte Wesen und Wert der Rundgebungen nicht beeinträchtigen, daß einige Radaubrüder durch richte Zwischenrufe versuchten, die Versammlungen zu sprengen. von Mitgliedern des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold mit denkenswerter Energie an die frische Luft gesetzt und den Schupowachen, die vor den Versammlungsfälen eingerichtet waren, übergeben. Sie wurden Im Südwesten. In den Kammerfälen in der Teltower Straße eröffnete ble Versammlung Genosse Schwaan. Er perwies auf den augen blicklich tagenden Weltfriedenskongreß und betonte, daß er unter einem besonderen Zeichen stände, weil er eine Fortsegung der Genfer Berhandlungen darstelle. Alle Regierungen, so sagte er, haben dem Weltfongreß Begrüßungstelegramme gefchyidt, nur nicht die deutsche. Dagegen hat man in Potsdam versucht, die Verfammlung zu verhindern. Unter dem lauten Bravo der Versamm lung teilte er mit, daß sie dennoch stattfinden werde. Gleichzeitig sprach er dem Minister Severing den Dank dafür aus, daß er der Potsdamer Versammlung alle Unterstüßung hat angedeihen laffen. Den Reigen der Redner eröffnete an dieser Stelle Pro feffor Dr. Radi aus der Tschechoslowakei. Luther hat, so sagte er, einst Huß die Hand gereicht. Damit war die große geistige Annäherung zwischen Deutschland und Böhmen erfolgt. In sozialer Beziehung hat diefe Brüde Marg geschlagen und auch in Zukunft werden beide Länder aufeinander angewiesen sein. In der Tschechoflowakei glaube man, daß Deutschland fich in politischer und sozialer Beziehung günffig weiterentwickeln werde. Nach ihm nahm das Wort Lippaczinski- Warschau. Dieser Red ner betonte, die Demokraten aller Länder müssen dafür eintreten, daß der Nationalismus aller Länder besiegt wird. Die Polen hoffen, daß Deutschland daran mitarbeiten werde und daß man in Deutschland ebenfalls der Ansicht sei, daß wir Cafaren nicht mehr gebrauchen fönnen. Rechtsanwalt Cevellyn- England überbrachte die Grüße der englischen Friedensfreunde. Auch diefer Redner betonte die gemeinsamen Ziele, die England und Deutschland hat und sprach die Hoffnung aus, daß die deutsche Verfassung und die deutsche Republit recht großen Erfolg haben werden, der sich in der For derung auspräge: Gerechtigteit wollen wir, und nicht Gemalt. Die letzten Worte hatte der Redner auf englisch ge= sprochen und unser Genosse Dr. Mar Hochdorf verdeutschte fie. Im Anschluß daran nahm Mar Hochdorf das Wort, um darauf hinzuweisen, daß in Frankreich ein Sturmtrupp Geistiger vorhanden fet, der für Deutschland und seine Intereffen eintrete. Mit stür mischem Beifall begrüßt, betrat sodann das Podium Profeffor Dr. Quidde. Er sprach in after Frische über die Ansichten, die im Aus land über Deutschland herrschen. Er betonte, daß man sich nicht darüber wundern fönne, wenn Ausländer häufig nicht an die deutsche Not haben glauben wollen und er vergaß nicht, hinzuzufügen, daß sich diese Stimmung gegenüber Deutschland in günftiger Weise änderte. Ein Umschwung, den freilich die Regierung Cuno wieder zunichte gemacht habe. Man könne sich auch aus dem Grunde nicht über das Ausland und dessen ungünstige Ansicht über Deutschland wundern, wenn man fehe, wie immer wieder Paraben abgehalten werden von Generalen, die man zu Helden mache, 83] Die Familie Frank. Roman von Martin Andersen Negō. Man drängte sich um ihn mit verschmitztem, halb per haltenem Lächeln. -O ,, Nun, meine Herren, womit fönnen wir Ihnen heute bienen?" fragte Frant, der es gewohnt war, bei den vornehmeren Zechkumpanen den Clown zu spielen.„ Soll man einen Schnaps mit dem einen Nasenloch trinken, oder eine Pfeife Tabak mit dem Hintern rauchen?" brummte der alte Arzt, der Junggeselle war und sich immer zu den Jungen hielt. Hier ist ein Schnaps, aber schlag ihn dir lieber gleich in den Hals, das steht dir so brillant." Und der Arzt schenkte ihm ein Bierglas voll Rognat ein. Frant blickte wieder fragend im Kreise um. Er soll uns seine Festrede von vorhin noch einmal halten," sagte einer. ,, Ja, her mit den reinen Jungfrauen!" „ Hört, Meister, ihr müßt doch Wunder tun fönnen, wenn ihr in diesem Sodom zweiundzwanzig folche Fabeltiere hervorzaubern könnt haben sie ein ärztliches Attest?" ,, Er zählt die Säuglinge mit, der Schurke." Aber das ist ja strafbar." Frank lächelte unsicher vom einen zum anderen; er faßte nicht ganz, worum es sich handelte, hatte jedoch eine einge wurzelte Scheu vor gemeinen Reden. Wenn sie ihn bloß barum bitten möchten, ein paar Runststücke zu machen. ,, Siz nicht da und sieh so scheinheilig drein, alter Hahnrei!" sagte einer und schlug ihn auf die Schulter. Ein dicker Agent flopfte an sein Glas. Darf ich die Herren darauf aufmerksam machen, daß Meister Frant unter meinem besonderen Schuhe steht. Wer ihn beleidigt, beleidigt mich." Meister Frank läßt sich nicht beleidigen!" murmelte Frank und leerte das vierte Glas. ,, Das ist ein vernünftiges Brinzip, dann überwirft man fich nicht mit seinen Mitmenschen. Darf ich ihnen die Hand drücken, großer Sofrates?" ,, Mit seiner Frau ist er doch immer überworfen." " So? Das fann ich nicht begreifen nach der Er. flärung, die Sie soeben abgegeben haben. Prügeln Sie fie, was?" Man muß ja zuweilen zu diesem traurigen Ausweg | weil sie den Krieg verloren haben. Leider gebe es ja noch immer Leute in Deutschland, die die Zeit der Monarchen zurüd wünschten, die sich beizeiten in Sicherheit gebracht hätten. Gegen alle diese Dinge gäbe es nur ein Mittel: Wir müssen eine Politik der Berständigung freiben. Graf Keßler faßte in seinem Referat furz die Erfahrungen zu sammen, die er in Genf gemacht hat und die sind: Entspannung der Atmosphäre; aus dem theoretischen Pazifismus hat man einen großen Schritt in den praktischen Pazifismus getan. Der Redner knüpfte daran die Folgerung, daß die Staats. männer dazu aufgefordert werden müssen, an dem Wort festzuhalten, daß der Krieg ein Verbrechen ist, festzuhalten vor allem auch daran, daß Deutschleid in den Völkerbund hinein muß. Großer Jubel entstand, als General Berraur- Paris das Wort nahm. General Verraug stellte sich selbst die Frage: Ist es nicht verwunderlich, daß ein französischer Offizier, der am Krieg teil genommen, heute und hier für den Frieden sich bekennt? Und schnell hatte er die Antwort: Nicht wunderbar, sondern selbstverständlich, weil er eben als Teilnehmer des Krieges, als unmittelbarer Erleber aller der Greuel eingesehen hat, daß ist. Glorreich dagegen ist die Versöhnung der Bölter, ist am Krieg nichts Glorreiches der Völkerfriede. General Berraug überbrachte die Grüße der französischen Friedensfreunde, die vom Haß gegen Deutschland nichts wissen, und er ließ seine Ausführungen ausflingen in einen begeisterten Hymnus auf den Frieden, der uns Menschen sagt: nicht Kriegsmaschinen brauchen wir, sondern Maschinen, die dazu dienen, daß man Getreide erntet und Brot für das Bolk schafft. Im Nordosten. " den Kriegshetzern das Handwerk zu legen. Die Erinnerung an die deutsche Besetzung Belgiens ist so tief in bas Gedächtnis der Belgier gegraben, daß es nun größter Anstrengung bedarf, freundliche Gefühle für Deutschland zu erwecken. Die Hilfe der deutschen Arbeiterschaft ist dazu nötig; die befe ftigte deutsche Republit muß fie bringen. Wenn auch der Völkerbund noch zu sehr von Berufsdiplomaten beherrscht wird, heffen wir doch bald auf seinen Ausbau und auf Deutschlands bebingungslose Aufnahme. Die Zukunft Deutschlands liegt in der Hand des deutschen Boltes.( Großer Beifall.) Nach einem begeisterten Schlußwort Helmut v. Gerlachs schloß die glänzend verlaufene Beranstaltung. Jm Westen. Im feudalen Westen, der gewiß nicht im Ruf steht, pazififtisch zu sein, war die Versammlung in den Spichernfälen überfüllt. Begeisterte Zustimmung fand Graf Keßler, als er von seiner Genfer Beobachtung berichtete. Die Frage des Abends:„ Was denkt das Ausland von Deutschland?" beantwortete, von starkem Beifall be= grüßt, in temperamentvoller und geistreicher Rede Horace Thives, der Direktor der Pariser Pazififtenschule. Häufig wurde er von Beidaher praktische pazififtische Erziehung. fall unterbrochen. Die Militärs, führte Thives aus, sind nichts anderes als die Angestellten der internationalen Kapitalisten. Er fordere niemals Bücher friegerischen Inhalts oder milita Gebt euren Kindern ristisches Spielzeug, schützt sie vor brutalen Filmen. Erzieht so ein besseres Geschlecht, das zu der Befriedung der Welt fähig ist. Für die Tschechoslowakei, die mit acht Delegierten auf dem Weltfriedenskongreß vertreten ist, sprach Frau Burmova. Sie appellierte an die deutschen Mütter: Mein Sohn ist gefallen durch einen Schuß eines deutschen Soldaten. Aber es war nicht ein Mensch, es war der Krieg, der ihn getötet hat! Groß ist mein Stolz, daß es gerade der tschechoslowakische Minister Dr. Eduard Benesch geArbeit erstrebt als den Weltfrieden.( Stürmischer Beifall.) Ministerpräsident Mafaryt selbst nichts sehnlicher in praktischer In der überfüllten Versammlung in den Unionsfestsälen sprach als erster Redner Genoffe Stevin, Chefredakteur bes Braefen ist, der den Genfer Garantiepakt verfaßt hat und daß unser ger sozialdemokratischen Blattes Bravo Lidu". Er betonte, daß die Pazifisten Deutschlands aus Anlaß des angemeldeten Eintritts Deutschlands in den Völkerbund in der nächsten Beit Gelegenheit haben werden, durch vermehrte pazifistische Arbeit diese deutsche Mitarbeit am Bölkerbund zu unterstützen. Die Lösung der sozialen Frage, den Krieg als internationals Berbrechen eine unermüdliche Vorfämpferin des Weltfriedens und Bekämpferin Danach ergriff Miß Tingley aus Kalifornien das Wort. Sie ist des Ungeistes der Gewalt und Herrschsucht. Im Mai 1919, vor der Unterzeichnung des Versailler Diftats, forderte sie in einer großen New Yorker Versammlung, daß den 14 Punkten Wilsons als 15. angefügt werde:„ Auch die Deutschen sind unsere Brüder." In diesem Sinne hielt sie auch ihre geftrigen Ausführungen. Nach Oberbürgermeister Dr. Lindhagen- Stockholm, Bildhauer Kurt Kreuer Berlin und der herzlichst gefeierten Frau Noemi Streder Paris, die über Lilli Jannaschs Pian der Errichtung eines deutsch- franzöfifchen Friedensdenkmals V zu fennzeichnen, ist eine der Hauptaufgaben der Friedenspolitik des Bundes. Die Bevölkerung, besonders des Arbeiterstandes, müsse einen starten Druck auf die deutsche Regierung ausüben, damit auch von hier aus die Rotifizierung des Gen: Deutschland im Völkerbund.( Oft wiederholter Beifall.) fer Protokolls erfolgt. Das tschechische Bolt begrüßt schon jetzt Alsdann sprach Snyder, Amerika. Er habe die bestimmte Hoff- sprach, tam mit Jubel empfangen, mit Jubel belohnt, der pazifistische mung, daß Deutschland durch die Kraft und Intelligenz der ArbeiterGeneral a. D. D. Dr. h. c. Schönaich zu Wort. Die zwingende Lopi chaft aus einer milichen Angerous ones, berde, nicht land und Amerika über alles, schloß der Redner auf deutsch unter Deutschland über alles, nicht Amerita über alles, sondern Deutsch dem begeisterten Beifall der Anwesenden seine englisch begonnene Rede. Der nächste Redner, Dr. Watkins, England, erklärte, felbft fein eingeschriebener Sozialist zu sein, er erkenne aber den Sozialismus als eine Religion der Menschlichkeit an, deren Evangelium alle Menschen umfassen könne. Der Friede ist die einzig mögliche Politit aller Völker. Menschen, die sich untereinander lieben, dürfen sich nicht befriegen. Der starte Beifall zeigte, daß auch dieser Redner der Versammlung aus dem Herzen gesprochen hatte. Als letzter Redner sprach der Präsident des Weltfriedenstengresses, der belgische Senator Genoffe Cafontaine. Die christliche Religion ist feine Friedenshüterin, sie hat im Kriege die Mordwaffen gefegnet. Ob sie das auch in Zukunft tun wird, hängt nicht von ihr, sondern von uns auch. Die belgische Arbeiterschaft blickt enttäuscht auf ihre deutschen Klassengenoffen, die auch jetzt noch nicht verstanden haben, greifen," sagte Frank und drehte an seinem leeren Glase. ,, Die Frau sei ihrem Manne untertan, steht geschrieben, und was soll man wohl sonst anfangen, Herr Agent, wenn sie nicht im guten will?" Meister Frank ist ein großer Schelm." ,, Glaub ihm nicht, Dider," sagte der Gerichtsschreiber. ,, Was, wollen Sie mir einen Bären aufbinden?" brüllte der Agent mit verstellter Entrüstung.„ Hören Sie mal, wissen Sie was, mein Lieber, ich bin ein einfacher Mann, der sich und seine Familie rechtschaffen durch Agenturen und Alimen tationen ernährt, und ich finde micht nicht darein, daß mich jemand zum Narren hält." Er schlug auf den Tisch. Die anderen murmelten beifällig, und Frank war anscheinend außerordentlich zerknirscht. Doch in Wirklichkeit war er nur damit beschäftigt, sie dazu zu bewegen, mit den befferen Trinkwaren herauszurüden. Er segte eine Ehre darein, mit seiner Kenntnis der feinsten Sachen prahlen zu fönnen, wenn er beim dicen licher Ehrgeiz. Aber hier waren mehrere Sorten, die man Mads unter den Kameraden saß; das war sein einziger redan seiner Nase vorbeigehen ließ. Namentlich fesselte seinen Blick eine Flasche mit grünem Inhalt; gespannt starrte er darauf und buchstabierte die Aufschrift. Absinth das war ja das Getränk, das so wunder voll start sein sollte, daß ein einziger Tropfen mehr fragte als ein ganzes Liter vom besten Branntwein. Der deutsche John" fannte es und beteuerte, es fließe durch die Kehle wie geschmolzenes Blei. Daß sie ihm nichts davon anboten, die Geizhälfe! Der Agent studierte die Richtung seines Blides. ,, Na, heraus mit der Wahrheit!" rief er. Prügeln Sie die Frau oder werden Sie von ihr geprügelt?" " Frants Kopf war wieder verhältnismäßig flar, dank den fräftigen Getränken. Er war jetzt in dem Zwischenstadium von Umnebeltheit, wo er gern den Anschein erweden wollte, als tyrannifiere er seine Frau. Er fämpfte einen harten Kampf mit sich selbst. ,, Es geht ja so auf und nieder," murmelte er endlich. ,, Auf und nieder? Was ist das, was auf und nieder geht? Altes Schwein, meint er, er könnte sich durch In Diskretionen drücken?" Der Agent schenkte sich einen Absinth ein: ,, Na ja, ja, Meister, wie Sie wollen. Aber es gibt teinen Tropfen mehr für Sie, das will ich Ihnen fagen. feiner geiſts und humorvollen Rede riß das Bublifa bu balssturm hin. Als Schönaich fagte, daß er sich wegen der vorgeschrittenen diesem Gaal wohl nur ganz felten erlebten Interesse und Beifalls3eit fürzer faff n müßte. fam vielseitig der Ruf:" Bir hohen Zeit bis morgen!"" Recht und Gesez, führte er aus, find den tatsächlichen Verhältnissen nicht gefolgt, jetzt müssen wir nachholen und aufbauen. Diie Ehre des Vaterlands" gebot Krieg, die Ehre der Menschheit gebietet Frieden! Jn Moabit. gierte der Liga für Menschenrechte; die Vertreter Deutschlands, FrankIm Moabiter Gesellschaftshaus sprachen acht Dele: reichs, Ameritas, Japans und Dänemarts, u. c. der frühere Prinz Mag von Sachsen und Graf Keßler. Während ersterer in unpolitischer Weise vom heiligen Friedensfeuer sprach. betonte Graf Kepler, daß das Genfer Protokoll den Menschheitsfrühling bedeute, den ersten Friedensschritt zugleidh cuf realem Boden. Für Frankreich sprachen Unia rsitätsprofeffor Bermeil( Straßburg), der den Friedenswillen des demokratischen Frankreichs betonte, und der frühere Abgeordnete Lefoyer den Bersöhnungsgruß seines Bolles brachte. Macdonald ,, So bekennen Sie doch, Frank," sagte der Gerichtsschreiber und legte seine Hand auf seine Schulter. ,, Meine Frau prügelt," sagte Frant ,, Bravo!" rief der Agent. Die Wahrheit hat über die Lüge gefiegt, das Licht über die Finsternis!" Er ergriff die Absinthflasche. ,, Nein, wart ein wenig," sagte der Schreiber. ,, Franks Worte sind nicht so ohne weiteres zu glauben wir haben ihn eben bei einer Lüge ertappt. Wir bitten um Beweise!" ,, Ja, aber das ist ja etwas, was die ganze Stadt weiß," sagte Frank; ,, alle die Herren, die hier anwesend sind, können bezeugen... ,, Die ganze Stadt fann fich irren," unterbrach ihn der Schreiber streng. Und was die hier anwesenden Herren betrifft, so sind sie, abgesehen von ihrem mehr oder weniger angeheiterten Zustand, von vornherein unbrauchbar als Beugen. Dürfen wir also um die Beweise bitten!" Die Beweise?" Frank brach in Gelächter aus. Er erfeiner Unmöglichkeit. fannte, daß man von ihm verlangte, er solle sein böses Weib als Zeugin herbeischleppen. Der Gedanke ergözte ihn, troz ,, Die Beweise, ja! Wenn ein Schlag gefallen ist, meine Herren, müssen auch Striemen davon zurückbleiben. Schneider Frant fann also fein Recht darauf, in dieser auserlesenen Gesellschaft zu verweilen, dadurch befunden, daß er es schwarz auf weiß zeigt. Bill er das nicht, so hier machte der Redner mit dem einen Fuß eine bezeichnende Bewegung nach der Tür hin. Schneider Frants Gesicht strahlte vor Berständnis; er hatte nicht geglaubt, daß es so leicht sei, sich hier das Bürgerrecht zu erwerben. In fieberhafter Haft zog er Rod und Beste aus und fing an, das Hemd heraufzuftreifen. Eine fleine Handreichung, und er saß mit entblößtem Oberkörper da. Man stürmte lachend um ihn zusammen und beguckte sich feinen streifigen, farbenreichen Rücken, der in seiner Fülle an bunkeln Tönen an Pferdefleisch erinnerte. Es regnete faule Wize auf ihn herab, und der Agent schenkte ihm einen Absinth ein, der allerdings wie Feuer und geschmolzenes Blei durch ihn hindurchfloß. Als sie ihm wieder in seine Sachen geholfen hatten, wurde er ganz ausgelassen. Er trällerte und schwagte, machte immer wieder alle seine kleinen Kunststüde, bot sich als Zielscheibe für die Wige der Zechfumpane dar, versuchte sich selbst in Ralauern auf seine eigenen Rosten und lachte unbändig darüber. ( Fortfehung folgt.) (Amerika) forderte Deutschland dringend auf, m den Völkerbund ein- zutreten und Znagaki(Japan) stellte fest, daß die Europäer erst den Kriegsgedanken dem japanischen Volk«ingeimpft hätten Dänemark bekundete durch feinen Christiansen den Wunsch nach guter Nachbar- schast. Di« Ausfuhrungen aller Redner gipfelten in dem Verlangen, Deutschland möge seinen Willen zur Demokratie und zum Frieden unbedingt durch Reichstagswuflösung und Neuwahlen dokumentieren. Der Leiler der Versammlung Gen. Heinrich Bier« büchcr, dankte den ausländischen Friedensfreunden. Di« Ver- sammelten stimmten begeistert ein in das Hoch auf die Verständigung. Das menschliche Lasttier. Im Verkehr der Großstadtstraßen zwängt sich dem Beobachter «in starkes,«nheitliches Bild auf: Automobile, Straßenbahnen, Fuhrwerk«— Bild menschlicher Kraft und Klugheit, die lenkt und leitet, selbst aber körperlich nicht mitgenommen wird von der Last, die sie durch Fährnisse befördert, vielen unbeteiligten Leuten oft Verderben und Geschick. Di« menschliche Seite des Gefühls, das Mitleid und Mtleiden, kann nur schwach zum Durchbruch kommen, wenn es sich um arm« Lasttiere handelt, um Pferde, die vom Uebergewicht der Lost gehemmt werden oder an Ucberarbeit zusammenbrechen. Dann stehen meist auch die anderen Räder still, es bildet sich ein Verkehrs- Hindernis, und die Menschen der Straß« bekommen plötzlich Lust und Möglichkeit, sich Gefühlen hinzugeben, solche in Worten auszu- drücken, ja, Feuer und Flamm« zu werden, und in Parteinahme zu jchwelgen. Es ist dies eine Art Rache, die der neimös gewordene Sklave des Straßenverkehrs an diesem nimmt— das Pferd steht auf (oder wird wegbefördert), die Glocken schrillen wieder, die Hupen brüllen, Lenker und Leiter fluchen, und in Straßen und Herzen herrscht wieder die Maschine. E»«st«in sehr«inseitiges Bild, was wir vom Verkehr in uns tragen. Hätten wir mehr Zeit und Ruh« zur Beobachtung, wir würden Anderes, Stärkeres sehen, und unser Mitleid würde tieferes Erlebnis. Wann achten wir auf die menschlichen Lasttier«, wann haben wir Gefühl für sie, und wann können wir uns zu einer Gefühiswelle des Zornes dein Mißbrauch menschlicher Lasttrage- kr«ft gegenüber aufraffen? Und doch hätten wir mehr als einen Grund dazu, und Gelegen- hell bietet uns fast jede Straß«. Da ist der kleine, schwächliche Lehr- ling, der Zentnerlasten von Cisenstangen auf dem Karren zu befördern hat und hilflos stehen bleiben muß, wenn ein« Steigung ihm die Kraft benimmt. Da ist der Radfahrer, ein andere» Rad oder noch unbequemere Ware auf dem Rücken schleppend. Da sehen wir einen Laufjungen mit einem Berg von Kartons auf dem Rücken, oder wir schauen flüchtig auf den feierlichen Zug von Plakat trägern — sie alle, jung und alt, jind schlimm mißbraucht als Pferd«, nur sehen wir«s nicht, nur achten wir nicht darauf. Wir halten uns selbst für so arme Opfer unseres Berufs, daß wir der ärmeren vergessen. Sehen wir uns endlich einmal die Straß« und den Verkehr gründlicher an. Entdecken wir das Leben darin, formulieren wir seine Gesetz«. Das hilft uns, uns und anderen, denn überall wogt und tobt sozialer Kampf, und überall müssen wir ihn führen. Es gibt wenig Dinge und Probleme, die so zum Sozialismus führen können wie das der menschlichen Lasttiere. Beschäftigen wir uns damit! Es Ist billiges Anschcniungsmaterial einer großen Lehre und Erziehung zu ihren Zielen. Reaktionäre von Rechts unö Links. Im verwattrmgsbezirk XVklk(Weißens««) wurde in der letzten Bezirtsoersammlung der Abbau unseres Genossen Fischer endgültig vollzogen. Neben den Bürgerlichen stimmten dt« drei Kommunisten und auch die zwei USPD.-Vcrtreter dafür. Wie schnell bei den beiden letzteren Parteien sich die Meinungen, auch wenn sie gelegentlich als grundsatzliche bezeichnet werden, ändern, kann man daraus ersehen, daß bei der ersten Stellung- nehme der Bezirtsversammliing zur Abbaufrag« sie mit uns der Auffassung waren, daß hier kein Abbau in Frage kommen könne. Der Sprecher der KPD. betonte bei dieser Gelegenheit noch de- sonders, daß sich ein Abbau nur gegen die Arbeiter- schaft auswirken könne und sie schon deswegen grundsätzlich dagegen seien. Nachdem der Magistrat nun trotzdem den Abbau eines Stadtrats oerlangte, waren die Grundsätze und sonstige Ve- denken verslogen und derselbe Sprecher beantragte namens der Kommuni st«n den Abbau eines weite- ren Mitgliedes des Bezirksamtes, und zwar den des Bürgermeisters Genossen Pfannkuch. Dies erschien ollen übrigen Fraktionen so sinnlos, daß die KPD. bei der Abstimmung allein Wieb. Die sonst häufig genug auch bei den unsinnigsten Antrügen mit ihnen sympathisierenden Deutschnotionolen und USP. enthielten sich der Stimme Wie die KPD. und USP. die Wahrnehmung der Interessen der Arbeiter auffassen, zeigt auch ihr Eintreten für den Abbau des Genossen Fischer, der Dezernent des Wohlfahrtsamtes ist. Gegen seine Amtsführung sind niemals sachliche Einwendungen gemacht worden. Selbst der KPD.-Vertreter erkannte bei einer früheren Gelegenheit die Tätigkeit des Genossen F. ausdrücklich lobend an und auch die USP, oertrat bisher den Standpunkt, daß dieses für die Arbeiter so wichtige Dezernat nicht den Bürgerlichen in die Hände gespielt werden dürse. Jetzt ober taten sie es zur Freude der Bürgerlichen. Gerade die Ausführungen des deutsch- nationalen Redners hätte diese sogenannten Arbeitervertreter zur Besinnung bringen müssen. Jedoch siegte blinder f)aß. Es ist unsere Aufgabe, der Arbeiterschaft die Augen darüber zu öffnen, wie ihr« Interessen täglich mißachtet werden. Die Kommunisten sind die treuesten Heiser der Reaktion. Ihre politischen„Taten" werden von einer Mischung aus Haß. Irrstim und Dummheit bestimmt. * Ueber das Thema„Bürgerbiock und Republik— der Abbaujkandal in Wilmersdorf" sprach in einer gut besuchten Sffentlichen Versammlung im Bismarck-Gymnasium in Wilmersdorf der Ministerpräsident a. D. Genosse Stelling. Er geißelte scharf das heuchlerische Gebaren der Deutsch. nationalen. Schon vor Iahresfnst waren sie bereit. Er- s l! Nu ngs Politik zu treiben, um nur in die Regierung zu gelangen und die Preußen-Koalition zu sprengen. Der Versuch zur tjerbel- siihrung des Bürgerblocks, wobei Stresemann den„Brückenbauer" abgabt, ist eine Schmach der deutschen Politik. Schachergeschäfte der schlimmsten Art sollen jetzt in der schicksalsschwersten Stund« Deutschlands abgeschlossen werden. Ein Bürgerblock«väre in der Außenpolitik gleichbedeutend mit einem Mißtrauen gegenüber Deutschland imd ein« vollständige Isolierung. Auch kritisiert« der Redner scharf die jetzige Politik der Rechtsregierung in Mecklenburg, die Mißwirtschaft in der Finanzpolitik. Ueber den Abbauskondal in Wilmersdorf sprach alsdann Genosse Lüdemann. In kurzen Ilmrissen zeigte er das ganz« reaktionäre Gebaren der Deutfchnationalen und der Volkspartei. Den Herr- schasten komme es in Wilmersdorf darauf an, den alten Ruhm Wilmersdorfs als reaktionäre Gemeinde hochzu- halten. Den Boden der Sachlichkeit haben jedenfalls die Verhandlungen in der Bezirksverftimmlung verlassen. Hier wird jedes Recht mit Füßen getreten. Ein Beamter, der sich bei der armen Bevölkerung hoch verdient gemacht habe, wird durch diesen Klüngel beseitigt. Mit einem Hoch auf die Republik und die Partei schloß die Versammlung nachdem folgende Entschließung angenommen war: „Die im Bismarck-Gymnasium am Z. Oktober tagende Volksoersammlung Wilmersdorf nimmt mft Entrüstung Kenntnis von dem einseiligen Abbau in dem Bezirksamt Wilmersdorf. Sie spricht dem Stadtrat Oppel für seine bisherig« aufopfernde Tätigkeit ihren Dank und ihr Vertrauen aus und fordert, daß er im Interesse der armen Bevölkerung Wilmersdorf in seinem Amt verbleibt." Ein Krankenhaus-Fubilaum. Dos von der Stadt Berlin geschaffene Krankenhaus Friedrichshain besteht jetzt fünfzig Jahre. Am 8. Okto- ber 1874 wurde es eröffnet und mit den ersten Kronken belegt. Schon lange hatte der Mogistrat die Einrichtung eines eigenen städti- schen Krankenhauses beabsichtigt. Noch vor dem Krankenhaus Friedrichshain konnte im Jahre 1372 das städtische Barackenlazarett Moabit eröffnet werden. Es war als Pockenlazarett gebaut worden, weil nach Ausbruch der Pockenepidemie im Jahre 1871 die bereit- gestellten Lazarette nicht genügten. Als dann die Epidemie im Frühjahr 1872 wider Erwarten rasch erlosch, wurde das Baracken- lazarett als allgemeines Krankenhaus in Benutzung genommen. Das Krankenhaus Friedrichshain ist aber in seinen Anfängen tatsächlich älter als das mit großer Host in der kurzen Frist von nur drei Monaten errichtete Barackenlazarett Moabit. Zur Förderung des von der Stadt gehegten Planes eines eigenen allgemeinen Kranken- Hauses vermacht« ihr im Jahre 1884 ein Rentter Jean Jacques F a s q u e l ein Kapital von 50 VOV Talern für ein solches Kranken- Haus mit der Bedingung, daß bis Ende 1868 der Bau begonnen sein müsse. In den Iahren 1867 und 1868 wurden die Entwürfe auf- gestellt und von den Gemeindebehörden beschlossen, und so konnten dann noch vor Ende 1868 die Fundamentierungsarbeiten in Angriff genommen werden. Die Bauausführung dauert« fast sechs Jahre, bis zum Herbst 1874. Die Kosten des Baues samt Inventar be- liefen sich aus über 4% Millionen Mark, was für die damaligen Verhältnisse eine sehr beträchtliche Summe war. Als die neue An- -statt am 8. Oktober 1874 eröffnet wurde,«vor sie zur Aufnahme von 626 Kranken(572 Erwachsenen und 48 Kindern) eingerichtet. Die BettenMl ist später durch Vermehrung der Pavillons bis über 966 gesteigert worden._ Gine FalschmLuzerbaude vor Gericht. Schwere Strafen verhängte da» Schöflengericht-Mitte gegen eine fünfköpfige Falschmünzerbande, die in großem Umfange gefälschte Billionenscheine der Reichsbahn in den Verkehr gebracht hat. Die Scheine waren in einer Gastwirtschaft in der Linienstraße, das Stück zu 1,50 M., erworben worden. Die Bande hatte ihre Tätigkeit auch in KottbuS und Sachsen ausgeübt. Der größte Teil der Angeklagten war wohnungSloS. Ver- urteilt wurde der Expedient Eugen Dreß zu dre« Jahren Zuchthaus, der aus Wilna stammende Reisende G o v st e i n zu zwei Jahren Zuchthaus, der Konditor Alfred S ka l a zu zwei Jahren Gefängnis, der Kaufmann Wilhelm Tichauer und der Bäcker Waldemar Hirschmeyer zu je einem Jahr drei Monaten Gefängnis. Sämtliche Angeklagte erhielte« noch fünf Jahr« Ehrverlust. Wissenschaftliche DisknsfionSabend« für Beamte. Luch in diesem Winter werden die Wissenschaftlichen DiSkussionsabende für Beamte fortgesetzt. TageS- Politik ist ausgeschlossen. Die Kurse nehmen auf die Vorbildung der Beamten und die besonderen Schwierigkeiten Rückficht, die sie bei der Vertiefung in die Probleme de« wissenschaftlichen Sozialis« muS haben. Auf Grund der Erfahrungen des letzten Winters ist folgender Plan aufgestellt.' 11. Oktober. Schöne: Diktatur de» Proletariats. 2 5. Oktober(Referent voraussichtlich Erl- spien): Begriff des Klassenkampfes. 8. November. Falken- b er g: Proletariat und Mittelstand. 2 2. November» Levi: Nationalismus und Internationalismus. 6. Dez« m ber(Refe- rent voraussichtlich Bernstein): Materialistische GeschichtSauffassnng. Di« Abende finden jeden zweiten Sonnabend in der Juristischen Sprechstunde, Linden st r. 8, pünktlich um 7'/, Uhr, statt. ES wird erwartet, daß die parteigenösfischen Be- amten an diesen Kursen, die eine Ergänzung der gewerkschaftlichen Kurse deS Allgemeinen Deutschen BeamtenbundeS darstellen, voll- zählig teilnehmen._ wieder ein schwerer Straßenbahnunfoll. An der Ecke der Hussiten« und Voltastraße fuhr ein Wagen der Linie 6 in schnellem Tempo um die Ecke, wurde dadurch aus den Schienen ge« schleudert und raste gegen den Bürgersteig, der Anhänger stürzte»in und begrub unter sich ein« gerade vorbeikommende ältere Frau, die sofort tot war. Mehrere im Anhänger sich befindende Fahrgäste erlitten Verletzungen und wurden in da? Krankenhaus lransportiert. .Da» Lusffchiss als Fluchthelfer". In der ersten Beilage zum „Vorwärts" vom Sonnabends den 27. September d. I., ist in einem Artikel, der die Ueberschrist„Das Luftschiff als Fluchthelfer" trägt. von dein Landratsamt Niederbarnim die Rede. Da dos in dem Bericht erwähnte Gut Radewalde bei Baruth im Kresse I ü t e r. bog-Luckenwald« liegt, kommt nattirkich nur das Landratsamt Iüterboz-Luckenwalde als Kläger in Frage. vnilsch« Zreunde de« Qoaferfnm». Soi», abend, 11. Oktober, 7 Uhr abends. Schiilaula ReichSiagSujer S: Dr. HanS SimonS: Der europäische siriedcii. Heinrich Becker: Ausgabe» und Aussichten einer deutschen Oiläkcrbewcgung. 3n voller Jährt! Ein kollkühner Eisenbahnräuber. Vor dem Schöffengericht Berlin-Mitt« hatte sich wegen einer großen Reihe ungemein verwegener und gefährlicher Eisen- bahndiebstähle der vierfach vorbestrafte Arbeiter Edmund N o w o ck in Gemeinschaft mit acht weiteren Angeklagten zu ver- antworte». Eines Tages will der Angeklagte auf dem Güterbahnhof gesehen haben, wie ein Zivilist in Gemeinschaft mit einem Eisen- bahnbeamten in aller Gemütsruhe einen Postwagen beraubte. Dies brachte ihn auf den Gedanken der Po st wagenberaubung im großen Stile. Er wendete dabei eine höchst lebensge- sührliche Methode an. Beim Verlassen der Züge auf dem Schlessschen Bahnhof sprang er auf die linke Seite des in voller Fahrt befindlichen Zuges, kletterte auf den Trittbrettern zum Postwagen. Nachdem er die Verschlüsse mit einer Zange geöffnet halte, ging er an die Beraubung des Wagens. Um mit seiner Beute an der rechten Seit« abspringen zu können, klettert« er während der Fahrt mit seinen Beutestücken unter den Wagen hindurch und sprang dann ab. Mehrsach hat er sich hierbei Schaden getan und sich auch den Fuß verstaucht. Das hinderte ihn jedoch nicht, neue Raubzüge zu unternehmen. Di« übrigen Ange- klagten waren der Beihilfe und der Heksserei beschuldigt. Der Staatsanwalt beantragte gegen Rowack drei Jahre Zuchthaus und Ehrverlust: gegen die übrigen Angeklagten teils Freisprechung. teile Gefängnisstrafe. Das Urteil lautete auf zwei Jahre Gefängnis gegen Nowack, gegen die fünf anderen. Angeklagten auf ein bis fünf Monate Gefängnis: drei wurden freigesprochen. Der Tod hak geläutet. Um 2Vz nachts läutete es heftig in der Rettungsstelle Gitschiner Str. 166. Als der SanilätS« beamte öffnete, sah er bor sich einen Mann, der plötzlich zusammen« brach. Er trug ihn schleunigst in das Zimmer hinein, wo er be- merlt«, daß er einen Toten vor sich hatte. Nach vorgefundenen Papieren handelt eS sich um den Hochbahnschaffner Otto Asielt auS der Alexandrinenstr. 1162, der an hochgradiger Lungentuberkulose litt und dessen Leben allem Anschein nach ein Lungenschlag ein Ende gemacht hatte. Ein Kursus für Schwerhörige. Am S. Oktober d. I. beginnt in der Fortbildungsschule für Schwerhörige und Taube. Berlin NW. 6, Llbrechtstr. 27(nahe dem Bahnhof Frirdrichstraße) wieder«in Kursus für hochgradig Schwerhörige im Ablesen und in der Erhaltung der Sprache, desgleichen ein Heilkursus für Sprach- kranke. Anmeldung sofort in der bezeichnelen Schule beim Direktor Schorsch täglich vormittags 9—16 und Donnerstag nachmittag 5— 6 Uhr. Die Cisenbahnausstelluug in Seddin. Der vergangene Sonn- tag brachte der Ausstellung nicht weniger als 45 666 Besucher: die Gesamtzahl hat sich somit auf 266 666 erhöht. Der Schluß der Ausstellung ist nunmehr auf Sonntag, den 19. Oktober, festgesetzt. Prof. vr. Frilhjof Tlanseu spricht heute Dienstag, den 7. Oktober, nachm. bft, Uhr, im Berliner Rundfunk über:»Der Völkerbund auf dem Wege zur Universalilät". Das Reichspostmuseum bleibt wegen innerer Arbeiten vom 6. bis einschließlich 11. Oktober geschlossen. Trauerfeier für die Toten von Mainz. Für die bei dem Eisenbahnunglück im Mainzer Tunnel ver- unglückten 4 Deutschen fand gestern vormittag 8 Uhr in der Kapelle deS städtischenFriedhofS eine Tjrauerkundgebung stait, bei der im Auftrage des Oberkommissars der Rheinlandkommission Tirard der stellvertretende Oberdelegierte Bastiani an jedem der vier Särge einen Kranz niederlegte. Ebenso erfolgten Kranz- niederlegungen seitens der Direktion und des Personais der Regie und des französischen Armeebischoss. Nach dem Trauergottesdienst wurden die Leichen nach dem Bahnhof gebracht, bon wo sie, entsprechend den von den Familien getroffenen Bestimmungen, weiter- geleitet wurden. Für den verunglückten französischen Regiebeamten G r e m i e r wurde eine Trauerfeier im französischen Militärlazarett abgehallen._ Eisenbahnkatastrophe in Südafrika. Ein schweres Eisenbahnunglück ereignete sich am Sonntag früh bei Durban(Kopland). Der von dort abgehende Postzug geriet auf ein Nebengleis und stieß mit einem dort stehenden Güterzug zusammen. Der erste Wagendes Postzuges wurde voll- ständig zertrümmert. Vier Personen wurden getötet, 19 sch w e r v e r le tz t._ Versuche mit.Mutterlustschiffen" tu den Vereinigten Staaten. Im Staate Ohio find Versuche angestellt worden, von einem lenkbaren Luftschiff, dessen oberer Teil als Flugstart her- gerichtet ist, kleinere Flugzeuge auffliegen zu lassen. Die Versuche seien vollkommen geglückt. Man hofft, nicht nur die Flugzeuge abfliegen zu lassen, sondern sie auch noch Beendigung ihrer Mission wieder an Bord des Mutterlustschiffes aufnehmen zu können. Ueberschwemmungen und Schneefall in Frankreich. Aus Süd- frankreich werde» st arte Ueberschwemmungen ge« meldet, die auf die b e s t i g e n Regengüsse der letzten Tage zurückzuführen sind. Ganze Ortschaften sind überschwemmt. Der Verkehr ist teilweise unterbrochen. In den französischen Alpen fällt seit gestern Schnee. Selbstmord an Heine» Grab. Am Sonnabend ließ sich ein 19 jähriger deutschböhmischer Student namens Alfons Raus nach Toresschluß in Paris auf dem Friedhof von Montmartre ein« schließen und schoß sich mitten in der Nacht am Grabmal Heinrich HeineS eine Kugel in den Kopf. Das Expeditionsschiff.Grönland" gelandet. Der bekannte Groiilandfahrer Ejnar Mittelsen, der seil dem 28. September als vermißt galt, ist mit seinem Expeditionsschiff„Grönland" wohl- behalten im norwegischen Hasen M o l d e eingetroffen. Die Schäden de» Erzeruiner Erdbebens. Nach einer Meldung aus Konstantinopel sind in dem Bezirk Erzerum während der letzten Erdbeben 266 Personen getötet worden. Ferner find 566 Stück Bich umgekommen, 8872 Wohnungen wurden völlig zerstört und 2566 beschädigt. dieser kostbare Stoff, welcher in der weltberühmten Nay-Teif« enthalten ist, hat eine doppelte Wirkung. Erstens erzeugt Ei, wie seit Jahrhunderten bekannt, ewe zarte, reine und jugendfrische Haut, und zweitens einen prächtigen Schaum von wunderbarer Weichheit und ganz eigenartiger Konsistenz. Auf Grund dieser beiden Vorzüge wird Ray-Seife seit 23 Jahren als die beste und im Gebrauche mildeste Toilette-Seffe angesehen. Verlangen Sie klar und deutlich: Amerika und der 3. R. 3. Die deutschen Instruktoren. Friedrichshafen, 6. Oftober. Wie amerikanische Meldungen befagen, ist Kapitän Steel zum Kommandanten des Flughafens Lakehurst ernannt und die Führung des 3. R. 3 in den Bereinigten Staaten Rapitän Jacob Klein übertragen wurden, die beide die leberfahrt nach Amerita mitmachen. Wie wir hierzu weiter er= fahren, hat die amerikanische Regierung mit der Luftschiffwerft Friedrichshafen ein Abkommen dahin getroffen, daß mehrere Offiziere und einige Techniker drei bis vier Monate in Latehurst verbleiben, die die amerikanische Befagung mit den konstruktiven Einzelheiten des Luftkreuzers und mit der Navigation und den dazugehörigen, zum Teil sehr komplizierten neuen Apparaten vertraut machen sollen. Soweit bisher befannt ist, werden die Herren Lehmann, Scherz, PruB, Größinger rorübergehend in Lakehurst bleiben und dort als Instruktoren mirten. Die amerikanische Regierung hat ferner bei den MaybachWerken zwei Motoren von je 400 PS. bestellt, die als Reserve für das Luftschiff in Frage kommen und die in den Die Frage, nächsten Tagen nach New York verfrachtet werden. ob 3. R. 3 in Latehurst mit der unverbrennlichen Heliumgasfüllung des Schwesterschiffes versehen werden wird, ist noch nicht gänzlich flar, da die Umfüllung des Gases nicht unerhebliche Schwierig feiten bereiten würde. Interessant ist dagegen die Nachricht, daß sowohl in den Vereinigten Staaten, als auch in Deutschland von der Wissenschaft an der Herstellung eines unverbrennlichen Gafes gearbeitet wird, das als Erfaz für Helium in Frage fommt. Parteinachrichten Ginsendungen für diese Rubrik find Berlin B. 68, Sindenstraße 3, für Groß- Berlin ftets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trep. rechts, zu richten. 5. Preis Friedrichshain. Dienstag, den 7. Oftober, bei Nofin, Gubener Straße 19, Funktionärinnentonferenz( Abteilungsleiterinnen, Rinderfchus und Arbeiterwohlfahrt). Besprechung der Arbeit zur Frauens Werbewoche und Ausgabe des Materials. Arbeiter- Wohlfahrt, Kinder Schuh- Kommission. Am Freitag, den 10. Oftober, abends 7 Uhr, im Wohlfahrtsamt, Rigaer Straße 103, Qgb. II, 8immer 16/17, Vortrag des Genoffen Thed über: Grundlegendes der Jugendwohlfahrt." Bünft liches Erscheinen erforderlich. Sämtliche Genossen und Genoffinnen, welche in der Aug. Wohlfahrt und Jugendwohlfahrt tätig sind, sind hierburch mit eingeladen. 7. Kreis Charlottenburg. Heute Dienstag, den 7. Oftober ,. 7 Uhr, Sigung bes Bildungsausschusses im Jugendheim, Rofinenstr. 4. Jede Übteilung muß bertreten fein. Heute, Dienstag, den 7. Oktober: 13. b. 8 Uhr bei Krüger, Butlißer Str. 10, Funktionärtonferens. 89. Abt. Neuköln. Die Funktionärsibung findet nicht bei Stahl, Sanber ftraße 11, fonbern bei Krüger, Lenauffr. 16, statt. 99. Abt. Brig. 7 Uhr Funktionärfonferenz bei Beutner, Chauffeeftr. 66. 137. Abt. Neuköln. 7 Uhr, Boltshaus, Scharnweberstr. 114, Funktionär fizung. Jungsozialisten, Gruppe Tempelhof- Marienborf, treffen fich heute abend 7% Uhr Stralauer, Ede Alofterstraße, um gefchloffen an der Friedens tunbgebung, Stadthalle, Klosterstraße, teilzunehmen. Morgen, Mittwoch, den 8. Oktober: Mitgliederversammlungen und zahlabende in Groß- Berlin: 1. 26t. 7 Uhr Mitgliederversammlung Schulaula, Auguftstr. 68. Bortrag bes Genoffen Bista:„ Die Berschiebung der wirtschaftlichen Macht". 2. Abt. 7 Uhr bei Ohngemach, Rommandantenftc. 88, Mitgliederber fammlung. 3. Abt. 7% Uhr Sablabend bei Schuls, Stallschreiberstr. 29, und Krüger, Engelufer 23. 4. Abt. 7 ühe bet Stofenzweig, Landsberger Straße 89. Bortrag bes Genofen Säußler. 5. Abt. 7 Uhr bei Scheithauer, Gormannstr. 29, Abteilungsversammlung. Die Bezirksführer laben ein. Bortvärts"-Lefer und Gäste wiltommen. 6. Abt. 7 Uhr Bahlabenbe in ben bier bekannten Bokalen. 7. st. 8 Uhr Bahlabende bei Kube, Strelißer Straße 55, Don, Bergftraße 71, Dahms, Schlegelstr. 9, Beirau, Pflugftr. 1, Diefe, Bohenstr. 19. 8. Abt. 7 1hr Bablabende bei Ridert, Steinmetstr. 36a, Seiler, Steinmegstr. 29, und Meher, Lützotofir. 7. 9. Abt. 7- Uhr Mitgliederversammlung im Artushaf, Berleberger Str. 29. Bortrag des Genoffen Stadtv. Dr. Julius Moses: Menschenökonomie eine Notwendigkeit". Borwärts"-Leser willkommen. 10. Abt. Pünktlich 7 Uhr in der Aula der Mädchenschule, Gerhardftr. 5. Bortrag der Genoffin Minna Tobenhagen:„ Der sittliche Gebante im Sosialismus". 11. Abt. Rahlabend in folgenden Lokalen: Bezirke 676-681, 684a und 685 bei Berger, Lebekomstt. 21, alle übrigen Bezirke bei Kaiser, Gozkowskyftraße 28. 12. Abt. 7 Uhr Abteilungsversammlung bei Schmidt, Bicifftr. 17. 13. Abt. 7 Uhr Bablabenbe: Bezirle 704-708, 714/715 bei Bausch, Bre botstraße, 716-721 bei Olbrich, Bitbeders, Ede Berleberger Straße, 709 und 721/726 bei Joseph, Wilhelmshavener Straße. 14. Abt. 7% Uhr Bahlabende: Gillwad, Buttbufer Straße 24, Start, Butt bufer Straße 14, Bogen, Graunfit. 17. 15. Abt. 7 Uhr Bablabende: Bezirle 251-253, 254-259 und 260 bei Golbbach, Binetaplas 7. Bortrag des Genoffen Karl Leid: Die Bolitik in Preußen". Bezirke 265/266 bei Nietschmann, Aderstr. 122. Bortrag des Genossen Dr. Bosener- Wolfstebl. 16. Abt. 7% Uhr gemeinsamer Bablabend bei Carus, Boltastraße 37. Neu wahl der Revisoren und des Abteilungstaffierers. 17. Abt. 7% 1hr Bablabend bet Gerth, Lynars, Ede Zegeler Straße, und Utnehmer, Trift, Ede Samoaſtraße. 18. Abt. 7 Uhr Bablabenbe in ben bekannten Lokalen. 19. Abt. Bablabend in ben bekannten Lokalen. 20. Abt. 7 Uhr Bablabend in den bekannten Lokalen. 21. Abt. 7 Uhr Bahlabend in ben bekannten Lokalen. 22. Abt. 8 Uhr Rahlabend bei Scholz, Föhrer Ede Fehmarnstraße; Radzan, Brüffeler Str. 43; Sentel, Utrechter Str. 10. 24. Abt. 7 Uhr Zahlabende in den bekannten Lokalen. 25. Abt. 7% Uhr Rahlabende: bei Gott und Fahrenholk; bie Zahlabende Kramer und Lemble gemeinsam bei Kästner, Elbinger Str. 24. Bahlabenden Referate. Die Bezirksführer laden ein. Auf allen 26. Abt. Die Abteilungsversammlung fällt diese Woche aus und findet in der nächsten Woche ftatt. 27. bt. 7 Uhr gemeinsamer Rahlabend in der Aula, Sonnenburger Str. 20. Bortrag des Genoffen Otto Meier, M. b. 2. 28. Abt. 7 Uhr bei Büttner, Schwedter Str. 23. Bortrag des Genoffen Dr. Caffau über: Die englische Arbeiterbewegung". 29. Abt. 7% Uhr Mitgliederversammlung im Altersheim, Danziger Str. 61. 30. Abt. 7 Uhr Werbeversammlung in der Schulaula, Pappelallee 40/41. Bor trag des Genossen Hermann Lüdemann, M. d. L., über:„ Die Politik der Sozialdemokratie". 31. Abt. 7 Uhr in der Schulaula, Schönfließer Str. 6. Bortrag des Genoffen Landrichter Ruben über:„ Die Aufgaben der Partei in der Rommunal. und Staatsverwaltung". 32. Abt. 7 Uhr Gruppenzahlabende: Gruppe Wilhelm Kluge bei Seinrich, Lange Ede Krautstraße; Gruppe Meister im Böhmnischen Brauhaus, Lands. berger Allee; Gruppe Teuert in der Schule, Lange Str. 31, Rimmer 55; Gruppe Bartmann in der Schule, Fruchtstr. 38. 33. Abt. 7 Uhr Bahlabende in folgenden Lotalen: Büttner, Stralauer Allee Nr. 31; Hoffmann, Stralauer Allee Ede Markgrafendamm( mit den Stra lauer Genossen aufammen); jenseits der Bahn: Rienih, Simon- Dach- Straße Nr. 24. Die Bezirksführer laben ein. 34. Abt. 7% Uhr Zahlabend bei Rosin, Gubener Str. 19; Müde, Warschauer Straße 17. 35. Abt. 7% Uhr Bablabende: 1. Töpper, Rigaer Str. 85; 2. Schule, Samariterftraße 20; 3. Bombe, Boigiftr. 25; 4. Bortowsti, Schreiner. Ede Bettenfoferstraße. Ueberall Referate. 38. 261. 7% Uhr Sahlabende: Bezirke 154, 155, 156, 157 und 158 bet Bartusch. Friedenstr. 88; Bezirke 153, 159 und 161 bei Strauß, Palisadenstr. 71; Bezirt 160 bei Wachs, Frieden Ede Roppenstraße; Bezirke 183, 184 und 185 bei Fischer, Lichtenberger Str. 21; Bezirke 186 bis 188 und 195 bei Mergwig, Barnimstr. 13( Bortrag des Genossen Büchner); Bezirk 189a bei Rosenberg, Langebedste. 1( Vortrag des Genossen Reibetans); Bezirke 189b und 189c bei Tinius, Wilhelm- Stolze- Str. 34. 39. Abt. 7 Uhr Mitgliederversammlung in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3. Bortrag des Genossen A. Richter, M. d. 2., über„ Die politische Lage". 40. Abt. Werbezahlabende in folgenden Lokalen: Bichöfer, Großbeerenftr. 23 ( Bortrag des Genossen Täubert); Reufner, Hagelberger Str. 20a( Bortrag des Genoffen Alühs); Müller, Kreuzbergstr. 44( Bortrag des Genoffen Stei ner); Boigt, Dreibundstr. 12( Bortrag des Genossen Kuttner, M. d. L.). Thema in allen Zahlabenden: Warum wir zum Rampf riften milffen". Gäfte, durch Parteigenossen eingeführt, willkommen. 41. Abt. 7 Uhr Rahlabende: Simon, Belle- Alliance- Str. 30; Schufter, Chamiffoplaz 4; Luke, Bergmannstr. 93; Mende, Gneisenauftr. 6. 42. Abt. Rahlabende in den bekannten Lokalen. 43. Abt. Rahlabende in den bekannten Lokalen. 44. bt. 7% Uhr Mitgliederversammlung im Reichenberger Sof", Reichenberger Str. 147. Bortrag des Genossen Dr. Rarfen über: Die Kulturbewegung des Sozialismus". 45. Abt. 72 Uhr Rahlabende: Liebig, Wiener Str. 57a; Studenberg, Glogauer Straße 17; Sebestreit, Reichenberger Str. 124; Minnig, Laufiger Str.45. 46. Abt. 7% Uhr Mitgliederversammlung in der Schulaula, Wrangelstr. 85. Bortrag des Genoffen Beiers- Hochdonn, M. d. 2., über: Die Stellung der Sozialdemokratie zum Staat einst und jekt, sowie zum Reichsbanner Schwarz Rot- Gold". Nichtmitglieder können eingeführt werden. 48. Abt. 7 Uhr Werbeversammlung bei Gliefing, Wassertorstr. 68. Bortrag des Genoffen Nietisch über: Die Bolitit der Sozialdemokratie". Charlottenburg. 51. Abt. 7% Rahlabende: 1. Gruppe bei Schellbach, Königin Elisabeth- Str. 6. 2. Gruppe: Dantelmannftr. 1. 3. Gruppe: DantelmannStraße 18( Bortrag des Genossen Wildung). 52. Abt. 7% Uhr AbteiTungsversammlung bei Büttner, Raiserin- Augusta- Allee 81. Thema:„ Das Sachverständigengutachten". 53. Abt. 7% Uhr Zahlabende in den betannten Lokalen. 55. Abt. 7% Uhr Rahlabend der 8. und 9. Gruppe bei Reimer, Wilmersdorfer Str. 21. Der Rahlabend der 10. Gruppe findet am Freitag, den 10. Oktober, 7% Uhr, bei Bohne, Schloßstr. 45, ftatt. 55. Abt. Seute, Dienstag, 8 Uhr, Vorstandssigung bei Lange, Spielhagen. ftraße 16/18. 56. Abt. 7% Uhr Rahlabend bei Liersch, Kantstr. 62. 57. Abt. 7 Uhr Rahlabende: 1. Gruppe bei Arndt, Rantstr. 51; 2. Gruppe bei Thunad, Wielandstr. 4.- 58. Abt. 7% Uhr Funktionärsigung bei Bäch, Ranteftr. 31, Kommissionsberichte. 67. Abt. Grunewalb. 8 Uhr Abteilungsversammlung im Lokal Lindened, Hubertusbader Straße. Die Bezirks- und Straßenführer müssen erscheinen. 68. Abt. Halensee. 8 Uhr bei Sandmann, Westfälische Straße 42. Bortrag des Genossen Warburg:„ Die politische Lage". Wilmersdorf. 69. Abt. 7% Uhr bei Andreas, Pfalzburger Straße 55. Bor71. Abt. trag des Genossen Dr. S. Löwy: Kommunalpolitik". 7 Uhr bei Jonas, Durlacher, Ede Bruchfaler Straße, Mitgliederber fammlung. 72. Abt. Bortrag des Genossen Kiezmann. 7% Uhr bei Kollath, Seidelberger Platz 1. Vortrag des Genoffen Dr. b. UngernSternberg: Gegenwarts- und Zukunftsaufgaben der Sozialdemokratie". Schöneberg. 77. Abt. 7% Uhr Bahlabende: 1. Bezirk bei Milbem, Nollendorfstr. 16. 2. Bez.: Jürgens, BarbaReferent: Genosse Schröder. toffaftr. 5a. Referent: Genosse Braeste, 3. Dez.: Wittkowski, MartinLuther- Straße 78. Referent: Justizrat Gottschalt. 4. Bez.: Will, Mar tin- Luther- Straße 68. Referent: Genoffin Brochownid. 78. Abt. 8 Uhr Bablabende: Wandtke, Bahnstr. 25, Küllmann, Hauptstr. 8, König, 79. Abt. Feurigs, Ede Prinz- Georg- Straße, Rosenthal, Ebersft. 66. Pünktlich 8 Uhr Bablabende: 1. Bez.: Arndt, Baubener Straße 10. Referent: Genoffe Bernh. Krüger, 2. und 3. Bez.: Lokal Häußer, Königs weg 42, Referent: Genoffe Bauboff. 4.- 6. Bez.: Groß, Sedanstr. 17, Referent: Genoffe Wendt. 7. Bez.: Lokal Bottschus, Reichardtstraße, Ede Sachfendamm. Referent: Genoffe Winberg. 8. Bez.( Lindenhof): Lotal Achtenhagen. Referent: Genosse Buttkammer. In fämtlichen Bezirken Vortrag: Aultur und Sozialdemokratie". 80. Abt. Bablabende in folgenden Lokalen: 1.- 3. Bez.: Gürlich, Rubens-, Ede Begasstraße. Bors Thema: Die Somborlage". 2. Bez.: Lokal Lähn, Rubensstr. 49. Referent: Genoffe Dr. Goldschmidt. trag über: Klassenjustis". 81. Ast. Friedenau. 71 Uhr Bezirks- und Bablabende: 1.- 3. Bez.: Rlabe, Bandierbfir. 60/61, Referent: Genoffe Blant: lnfere Stellung zum Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". 4.- 6. Bez.: Schulz, Wiesbadeners, Ede Laubacher Straße. Vortrag des Genoffen Paulus: Freihandel oder Schutzzo". 17 99. Ast. Brit. 7% Uhr bei Bebmifa, Stubover Str. 35, Mitgliederber fammlung. Vortrag bes Gentoffen Sendel. 101. Abt. Treptow. 7 Uhr Einzelzahlabende: 2. Bez.: Gohlis, Kiefholzftraße 19, 3. und 4. Bez.: bei Oettinger, Stiefholaftr. 35, 5. Bez.: Krug mann Jägerhäuschen am Treptower Bart. Der 1. Bezirk tagt aus nahmsweise wegen Lotalmangel am Donnerstag, den 9. Oktober, bei Stephan, Grägstr. 1. Bortrag:„ Organisationsfragen". 102, Abt. Baumschulenweg. 7% Uhr Werbe- Mitgliederversammlung bei Borgmann, Ede Baumschulen und Liefholzstraße. Hierzu laden die Bezirksführer ein. 103. Abt. Oberschöneweibe. 7 Uhr Sablabend und Mitgliederversammlung. Realgymnafium, Sebbelinstraße. Vortrag des Genossen Landa. 104. Abt. Niederschöneweide. 7 Uhr Lokal Schmidt, Berliner, Ede Ru dower Straße, Generalversammlung. Vortrag des Genoffen Robert Breuer: Die politischen Parteien und die Arbeiterklasse". 105. Abt. Adlershof. 7½ 1hr 2. Gemeindeschule. Radidestr. 10/11, Mitgliederversammlung mit Gästen. Vortrag: Die politischen und wirt Schaftlichen Berhältnisse in Gowjetrußland". Referent: Dr. Woloffom. 106. Abt. Johannisthal. 7% Uhr bei Schreier, Friedrichstr. 6, Mitglieder. berfammung. Vortrag des Genossen Dr. Zichauer:" Bollerbund und Sozialdemokrate" 107. Abt. Alt- Glienicke. 7½ Uhr Lokal 8um Wasserturm". Schirnerstraße. Vortrag über:" Der Sozialismus bon der Utopie zur Wissenschaft". 108. Abt. Copenid. 7% Uhr Rahlabende: Danmvorstadt: Schulz, Bahnhofstraße 34. Bortrag des Genossen Reuter: Der Wiederaufstieg GroßBerlins". Bortrag Kieb und Altstadt: bei Fiebach, Müggelheimstr. 1. bes Genoffen Ufermann:" Die Krife der deutschen Industrie und das Londoner Abkommen". Kölnische Vorstadt: Jugendheim Grünauer Straße 5, Bimmer 3. Vortrag des Genossen Toltsdorf: Die politische Lage". 109. Abt. Friedrichshagen. 8 Uhr bei Schola. Friedrichstr. 81, Mitglieders bersammlung. Vortrag des Genoffen Saternus:„ Schutzone Brot berteurung und Produktionssteigerung". Lichtenberg. 114. Abt. 7% Uhr Mitgliederversammlung mit Gästen bei Lauter, Kroffener Straße 14. Vortrag des Genoffen Bernhard Göring. 115. Abt. 7 Uhr Werbeversammlung Schulaula, Kranprinzenstr. 10. Bortrag des Genoffen Franz Künstler: Die Politik der Partei". 116. Abt. 7 Uhr im Gesangsaal der Knabenmittelschule Marlstr. 12/13, Mitgliederversammlung. Thema: ,, Der Abbau im 17. Verwaltungsbezirt". 117. Abt. 7% Uhr gemeinsamer Bahlabend Schule Lückstr. 60. Bortrag der Genoffin Geher:" Die Frau im wirtschaftlichen und bolitifchen Leben". 118. Abt. 7% Uhr bei Tempel, Gudrunsh. 7, Abteilungsversammlung. Vortrag des Genossen Wendel. 120. Abt. Friedrichsfelde. 7% Uhr Mädchenschulgebäude, Wilhelmftr. 29. Vortrag des Genossen Dr. Korach:„ Die Zeitung als Waffe im boli tifchen Rambf". " 121 Abt. Karlshorst. 7 Uhr Restaurant Bur Rennbahn", Trestowallee, Ede Friedrich- Wilhelm- Bromenade, Abteilungsversammlung. Vortrag der Genoffin Wachenheim: ,, Die politische Lage und die Partei". 122. Abt. Biesborf. Die Mitgliederversammlung am Mittwoch fällt aus. 123. Abt. Rantsdorf. Die Mitgliederversammlung findet 8 Tage später statt. 125. Abt. Weißensee. 7 Uhr Bezirksversammlungen: 1. Bez.: Schönfeld, Sebanftr. 70, 2. und 4. Bez. bei Gallas, 5. Bez. im Grünen Baum". 127. Abt. Sohenschönhausen. 7 Uhr Schule Freienwalder Straße 6. BorSchule trag des Genoffen Theet: Staat Kirche". 133. Abt. Buchholz. 7% Uhr bei Roffad, Hauptstr. 71, 3ahlabend. Bortrag: .Die Politik der Partei". 131. Abt. Niederschönhausen. 7½ Uhr Sablabenbe: Deftlich ber Kaifer- Wilhelm- Straße bei Klindt, Friedenstraße, westlich bei Lott, Raiserweg. Die Bezirksführer Iaben ein. 134. Abt. Buch. 8 Uhr 8ablabend bei Göpfert. Tagesordnung: Agitationsund Organisationsfragen". 136, Abt. Reinidendorf- Dft. 7½ Uhr Bezirksabende: 1.- 4. Bez.: AlbertFreytag- Straße, Lokal Rosat, Provingftr. 61, 4. Bez. von Albert FreytagStraße bis Bankower Allee und 5. und 6. Bez.: Lokal Kunze, See, Ede Megirftraße, 7.- 9. Bez.: Jugendheim Seebad, Residenzfir. 49, 10. nnd 11. Bez.: Konditorei Steinbach, Schillerpromenade 48, 12. und 13. De girt: Jugendheim Seebad, Resibenastr. 49, 14.- 16. Bez.: Rokal Bürgergarten, Hauptstr. 51/52, 137. Abt. Rinidendorf- West. 7% Uhr Bablabenb im Bolshaus, Scharnfreberftr. 114. Die Bezirksführr laden ein. 138. Abt. Hermsdorf. 8 Uhr bei Fröhlich, Koonstrake. Bortrag. 139. st. Tegel. 8 Uhr Mitgliederversammlung Restaurant Otto Schade, Berliner Straße 17. Tagesordnung: Rommunalpolitit". Referent: Genoffe Stadtrat Mener. Barteiangelegenheiten. 140. Abt. Borsigwalbe. 7% Uhr bei Boitschach. Ernststr. 1. Bortrag über: Das Sachverständigenantachten und die politische Sage". 141. Abt. Rosenthal. 8 Uhr Lokal Schmidt, Lindenallee 43. Bortrag bes Genoffen Dr. Freund:" Schutzölle und die politische Lage". Jugendveranstaltungen. 83. Abt. Lichterfelbe. 7% Uhr bei Schmidt, Sindenburgdamm, Ede Roonftraße, Vortrag des Genoffen Häbide: Kulturaufgaben der Partei". 84. Abt. Lantwik. 8 Uhr Funktionärtonferens Restaurant Kunze, Bietbenftr. 87. Abt. Marienfelbe. 8 Uhr Sahlabend bei Schuster, Kirchstr. 68. Tagesordnung: Die Reparationsfrage". Neukölln. 89. Abt. 7 Uhr Schule Kaiser- Friedrich- Straße 4, Abteilungsverfammlung. Bortrag bes Genossen Dr. Paul Lebi: Deutschlands Außenpolitit". 90. Abt. 7 Uhr Bablabende in folgenden Lotalen: 13., 17. unb 24. Bez.: Gemeindeschule Rütliftraße. 15. und 26. Bez.: Jahn, Fulda Ede Weferstraße. 16. und 25. Bez.: Janide, Janfaſtr. 11. 22., 23. und 36. Bez.: Schittler, Donauftr. 118. 34. unb 43. Bez.: Groß, Münchener Straße 53. 35. Bez.: Jdealfasino, Weichselstr. 8. Ueberall Vorträge. 91. Abt. 7½ Uhr Abteilungsversammlung im Rarlsgarten. Referent: Genosse Sitte. 93. Abt. 7% Uhr Sahlabende: 56. Bez.: Belder, Treptower Straße 23. 57. Bez.: Rubbelt, Kaiser Heute, Dienstag, den 7. Oktober, Mitgliederversammlungen: Friedrich- Straße 172. 58., 81., 82. und 85. Bez.: Förster, Herzberg95. Bez.: ftraße 12. 83, 84. 97. Bez.: Rißmann Böhmische Straße 6. bet Bristow, Richardstr. 53. 96., 98. und 99. Bez. bei Warnfiedt, Thü 94. Abt. 7 Uhr Abteilungsringer Str. 22. Siedlung: im Bärwinkel. Weifeftr. 19/20. berfammlung im Beichensaal der 21. Gemeindeschule 95. Abt. 7% Uhr Referent: Genosse 8ubeil:" Die Politik der Partei". Kindl- Braueret, Hermannstr. 214, Abteilungsversammlung mit Gästen. Bortrag des Genoffen Stelling: Was tat die Sozialdemokratie für die Arbeiterschaft?" 7% Ubr 8ablabende: 79., 80., 90. und 91. Bez. bei Außri, Leineftr. 1. 92., 104., 105., 106. Bez. bei Rosinski, Siegfried, Ede Neißestraße. In beiden Lokalen Vortrag: Die Berliner Berkehrsverhältnisse und der Bahnhof Hermannplay. Referenten: Seimann und Großmann. 98. Abt. Die Abtilungsversammlung fällt aus. 97. Abt. Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 7. Oktober. Tageseinteilung. 10 Uhr vorm.: Bericht über die Kleinhandelspreise der wichtigsten Lebensmittel in der Zentralmarkthalle. 10.15 Uhr vorm.: Erste Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. 11.35 Uhr vorm.: Funkbörse( Die Notierungen der Berliner und Hamburger Produktenvorbörse). 12.15 Uhr nachm: Kurzer Tendenzbericht der Berliner Vorbörse( nur Montag bis Freitag). 12.55 Uhr nachm.: Uebermittlung des Zeitzeichens. 1.05 Uhr nachm.: Zweite Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Wetterdienst. 2.15 Uhr nachm.: Kurzer Tendenzbericht der Berliner Börse( nur Montag bis Freitag). 3 Uhr nachm.: Funkbörse( Die amtlichen Notierungen der Berliner und Hamburger Produkten- und Viehbörse; amtliche Devisen). 4 Uhr nachm.: Funkbörse( Getreide cif. Hamburg; Berliner Kolonialwaren- Großhandelspreise). 4.30-6.30 Uhr nachm.: Unterhaltungsmusik( Berl. Funkkapelle). Während der Pausen:„ Ratschläge fürs Haus". 7,30 Uhr abends: Vortrag des Herrn Dr. Wegner: Wettervoraussage"." Auf besondere Veranlassung der pädagogischen Abteilung des Zentralinstituts für Erziehung und Unterricht": 8 Uhr abends: 1. Vortrag des Herrn Professor Dr. Lampe. Direktor der pädagogischen Abteilung des Zentralinstituts für Erziehung und Unterricht: Mark und Märker". 8.30 Uhr abends: 2. Huldigung für Königin Sophie, Charlotte Besser( Alfred Braun vom Schillertheater Charlottenburg). 3. Flötenkonzert C- Dur, Friedrich der Große( Prof. Emil Prill( Flöte), Kapellmeister Otto Urack( Klavier). 4. a) Anekdote aus dem letzten preußischen Kriege, Heinrich v. Kleist, b), Das Ordensband" aus Klein Zaches, E. T. A. Hoffmann( Alfred Braun vom Schillertheater Charlottenburg). 5. a) Auf Flügeln des Gesanges b) Frühlingslied, Mendelssohn- Bartholdy, c) Zarenlied aus der Oper Zar und Zimmermann". Lortzing( Kammersänger Cornelius Bronsgeest, am Flügel: Kapellmeister Otto Urack). 6. Aus der Chronik der Sperlingsgasse, Raabe( Alfred Braun vom Schillertheater Charlottenburg). 7. Aus Jost Seyfried", Cäsar Flaischles( komp. von Hugo Kaun) a) Und du bist's du, b) Gute Nacht, c) Sei's Sturm, d) Der Mond, guck doch, der Mond ( Kammersänger Cornelius Bronsgeest, am Flügel: Der Komponist). 8. a) Veränderungen in der Mark, Fontane, b) I. Bataillon Garde, 36. Abt. 7 Uhr Rahlabende: 1. Gruppe bei Busch, Tilfiter Str. 27; Bortrag des Genoffen Roch über: wed und Ziele des Reichsbanners". 2. Gruppe bei Biebermann, Zorndorfer Str. 9. Fontane( Alfred Braun 3. und 4. Gruppe bei Wittschuk, Petersburger Str. 5; Bortrag des Genoffen Thielmann: Regierung und Sozialpolitit 37, Abt. 7 Uhr Bahlabende: 1. Bezirk bei Nowad, Sausburgstr. 11; 2. und 3. Bezirk bei Jerasch, Ebertnstr. 10; 4. bis 6. Bezirk bei Köhler, Matternftraße 14. Borträge in allen Bezirken. Referenten die Genoffen Krause, Müller und Mehle. DY www vom Achtung, Abteilungsleiter! Wir weisen barauf hin, daß am Mittwoch von 5-7 the bie*** fchrift in Empfang genommen werden kann. Buchholz: Lotal bon Roffad, Sauptstr. 71. Capenid: Jugendheim Grünauer Straße 5. Gesundbrunnen II: Schule, Bank, Ede Biesenstraße. Marienborf: Alte Schule, Dorfstr. 7.- Neukölln V: Jugendheim Schierte Straße 44, mit Vortrag:" Ins Leben binaus". Neukölln VI: Schule KaiferFriedrich- Straße 4, Werbeabend. Vortrag:" Bwed und Ziele der SAJ." Nordost II: Schule Danziger Straß 23. Vortrag: Weshalb find die meisten Erfindungen im lezten Jahrhundrt gemacht worden?" Nordring: Lokal von Mahnkopf, Carmen- Ehlba, Ede Greifenbagener Straße. Vortrag: SAJ. und ihre Biele." Prenzlauer Vorstadt: Badeanstalt, Oberberger Straße 57. Rosenthaler Borstadt: Schule Gipsstraße, Hermann- Löns- Abend. Schön hauser Vorstadt: Schule Jbsenstr. 17. Staaten: Jugendheim Delbrüd ftraße 30a. Wannsee: Schule Südost G.- B.: Schule Görlißer Straße 1.Charlottenstraße. Bortrag: Geschichte der Arbeiterjugendbewegung". Weften: Baugewerkschule, Kurfürftenstr. 141. Werbebezirk Neukölln: Der Werbebezirksmädchenabend findet be ftimmt morgen, Mittwoch, abends 8 Uhr, in der Jugendherberge, Canner Straße, ftatt. Vortrag: Körperkultur und Kleidung". Schulentlaffene Mädel find herzlich willkommen. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftsstelle: Berlin S. 14, Gebastianftr. 37/38. Sof 2 Tr. Rameradschaft Kreuzberg. Abt. GW. Blod 1-9. Außerordent Tich michtige Rusammenkunft der aktiven Kameraden am Diens. tag, den 7. Oktober, 8 Uhr, im Restaurant Schneekoppe, Besizer Bogasch, ErNoftiastraße, Ede Arndtstraße. Blockführer eine habe Stunde früher. fdjeinen unbedingt erforderlich. 6. Arbeiter- Samariter- Bunb e. B., Bezirk L. Folgende Rolonnen beginnen neue Rurse: Friedrichshagen: Rönig- Friedrich- Schule, Montag, den Gemeinde- Schule, Oktober; Reinidendorf- Oft: 3. Bantower Allee, Mittwoch, 8. Oktober; mahlom: Schule, Mittwoch, 8. Oktober; Abteilung& reuzberg: Schule, Bergmannstr. 60/65, Dienstag, den 7. Of tober, Abteilung Charlottenburg: Leibniz- Oberrealgymnasium, Schillerstr. 125/127, Dienstag, den 7. Oftober, Abteilung Steglib: Schule, Plantanenstraße, Dienstag, ben 7. Oktober; Abteilung Treptow: Schule, Bildenbruchstraße, Montag, den 6. Oktober; Abteilung Bantow: 6. Gemeindeschule, Schulstraße, Montag, den 6. Oktober. Arbeiter- Radio- Club, Berlin. Mittwoch abend 7 Uhr in der Geschäftsstelle, Geibelstraße 20, erweiterte Borstandsfizung. Tagesordnung: Die erste Antwort der RTB." Zutritt haben sämtliche Gruppenleiter. Dienstag abends 7% Uhr öffentliche Veranstaltung in der Waffertor- Schule, Wassertorstr. 31: Die kulturelle Bedeutung der Radiotechnit" und Mein Detektor- Apparat." Gruppe Often: Rigaer Str. 54. Am Dienstag, den 7. Ottober, 7 Uhr abends, hält Dipl.- Ing. Kimmich in der Gruppe feinen dritten Bortrag über Borgänge im Detektor- Empfänger( sp. Schaltungen und Störungen mit Lichtbildern). Juristische Gesellschaft. Sonnabend, den 11. Oktober, abends 8 Uhr, im großen Gaal des Oberverwaltungsgerichts, Hardenbergstr. 31( am 800). Bortrag des Rechtsanwalts Dr. Mag Alsberg zu Berlin über: Der Prozeß des Gotrates im Lichte moderner Jurisprudenz." Schillertheater Charlottenburg). Verband Bolksgesundheit, 8entralorganisation der Arbeiter- Gefundheits. 9. Märkische Idylle für Klavier op. 62, K. Kämpf, a) Stürmischer vereine, Ortsverein Berlin. Deffentliche Protest tundgebung Abend, b) Seerosen im Mondschein, c) Träumerei im Park von die gegen gefeßliche Behinderung der Nacktkulturbewegung Sanssouci( Der Komponist). Anschließend: Dritte Bekanntgabe Donnerstag, den 9. Oktober, abends 28 Uhr, Schulaula Jfflandste. 9. der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sport( Nähe Jannowigbrüde). Freie Referent: Genosse Rudolf Teßmann. nachrichten, Theaterdienst. Aussprache. Zur Deckung der Unkosten ein freiwiller Beitrag. கலே Fritzi Massary die unvergleichliche 38 Zigarette hat sich dank ihrer hervorragenden Eigenschaften sehr rasch eingeführt; sie ist der Liebling aller ant Der Weltfriedenskongreß. Erfter Tag. ( Fortsetzung aus der Abendausgabe.) Graf Harry Reßler, über dessen Rebe wir schon in der Abenbausgabe berichteten, führte weiter aus, die deutsche Regierung habe den aufrichtigen Wunsch, bald in den Völkerbund einzutreten. Das Aufnahmegesuch habe lediglich deshalb nicht mehr gestellt wer= ben lönnen, weil die notwendigen, der Information dienenden Bor besprechungen durch die Schuld undeutlicher englischer Er. Plärungen unseren Delegierten in London gegenüber zu spät begonnen worden feien. = Frithjof Nansen, 9 ber große Standinavier, berichtebe, häufig von Beifall unterbrochen, über die Arbeit des Völkerbundes. Es feien nicht nur Beschlüsse gefaßt, es sei auch praktische Arbeit, wie z. B. die Heimführung famtlicher Kriegsgefangenen, geleistet worden. Auch fei es dem Bölferbund gelungen, Streitigkeiten zwischen Süd slawien und Albanien zu schlichten, in einen ernsthaften Konflikt zwischen Schweden und Finnland vermittelnd einzugreifen, den Korfu Fall zwischen Italien und Griechenland befriedigend beizulegen und auch englisch französische Gegen fäge auszugleichen. Nach langen vergeblichen Bemühungen von privater Seite sei es dem Bölferbund gelungen, Deutsch österreich zu fanieren; jetzt sei er dabei, Ungarn zu helfen. Mit Befriedigung müsse es auch erfüllen, daß es dem Bölkerbund gelungen sei, eine Anleihe aufzunehmen, die es einer Million Türteiflüchtlinge ermöglicht, fich in Griechenland anzusiedeln. Auf Grund all dieser Tatsachen fingen auch allmählich diejenigen an, das Wirten des Böllerbundes zu würdigen, die ihm bisher steptisch oder sogar höhnend gegenüberstanden. Erfreulich sei es, daß sich nun allmählich auch in Deutschland ein Wandel zur Friedensgefinnung bemerkbar macht, und nichts sei mehr zu wünschen, als daß Deutschlands Eintritt in den Bölkerbund bald geschieht. Deutschland werde willkommen sein. Im Anschluß an das Referat Nansens beschloß man die sofortige Absendung eines Telegramms an das dänische Parlament, dem soeben von der dänischen Regierung ein Gesezentwurf zur vollständigen Abrüstung vorgelegt worden ift: der 23. Weltfriedenskongreß hofft, daß das Gefeß ange nommen wird. Nach einer äußerst lebhaften Debatte zwifchen Dr. Pflug. Hamburg und Geh. Rat Heilberg- Berlin über die Frage, ob Deutschland dem Bölkerbund beitreten soll, ohne daß die im Berfailler Bertrag berührte Schuldfrage restlos geflärt fei, forderte die überwiegende Mehrheit der Versammlung mit Heilberg den sofor tigen Eintritt Deutschlands. Die Nachmittagsiigung des Kongresses tegann mit einem feinen Intermezzo. Frau Berlen- Stuttgart tam nochmals auf die Tatfache zu sprechen, daß die deutsche Regierung bis jetzt den kongreß noch nicht offiziell begrüßt hat. Die Rednerin vermutet start, daß diefes Bersäumnis eng mit dem Kuhhandel der Regierung mit den Deutschnationalen zusammenhängt und stellt diese Tatsache selbst auf die Gefahr, eine Rüge vom Präsidenten zu erhalten, fest. Professor Quidde als Borsigender versicherte unter allgemeiner Heiterfeit, daß zu einer folchen Rüge teinerlei Veranlassung vorliege. In der zweiten Debatte erklärte Geheimrat Heilberg Breslau, daß die Frage, weshalb die deutsche Regierung vom Kongreß noch keine Notiz genommen habe, noch nicht ganz geflärt sei. 6 Eine lebhafte Aussprache entspann sich dann nochmals über die Frage der 3medmäßigkeit der Kriegsschulderörterung, wobei Genosse Professor Kawerau Berlin unter dem Beifall der Bersammlung betonte, daß es nicht möglich sei, diese Frage ohne fachliche und einwandfreie Untersuchung zu klären. Profeffor Quidde stellte fest, daß der Londoner Kongreß vor vier Wochen geschickt in diefes Wespennest gegriffen habe, indem er zunächst einmal eine Resolution angenommen habe, die besagt, daß die Kriegsschuldfrage nicht durch ein Diktat gelöst, wie es der Versailler Bertrag darstellt, sondern dieses Problem nur durch Deffnung aller Archive geflärt werden tonne, daß es aber unzweckmäßig fei, Deutschlands Eintritt in den Böllerbund von dieser Frage abhängig zu machen. Gegen Schluß der Versammlung wurden mehrere Anträge des Ausschusses für aftuelle Fragen angenommen. Einer von ihnen behandelte die Frage der politischen Gefangenen. Der Rongreß ersucht alle Friedensfreunde, eine wohlwollende großzügige Behandlung der politischen Gegner und besonders der politischen Inter nierten und Gefangenen in allen Ländern zu fordern. Er ersucht fernerhin die Regierungen und Parlamente der Staaten, die es angeht, ihren Willen zum Frieden und zur Menschlichkeit dadurch zu beweisen, daß sie unverzüglich für die politischen Gefangenen im weitesten Umfang Amnestie gewähren. In einem weiteren Antrag erinnert der Rongreß angesichts der friegerischen Ereignisse, die China zerfleischen und scheinbar non fremden Einflüssen begünstigt werden, an die Gefahren, welche alle Kriegsausbrüche selbst in fernen Ländern für die Gesamtheit der Staaten enthalten; ferner daran, daß es feinen Konflikt gibt, der nicht nach den Grundsägen des Rechts und der Billigkeit erledigt werden tönne. Ein weiterer Antrag beschäftigt sich mit der gespannten Lage auf dem Balkan, ein anderer mit dem Schutz der nationalen Minderheiten. Schließlich begrüßte der Rongreß auch noch die Annahme des Dawes Gutachtens, die von Deutschland geleistete Hergabe von Pfändern und Garantien und die Mobilisation der deutschen Schuld, den Verlauf der Londoner Konferenz und der fünften Bölferbundstagung, die Aus Dem Genoffen Emil Barth und feiner lieben Frau fenden die herzlichsten Glückwünsche zur Silber- Hochzeit, Vorstand u. Funktionäre der 93. Abteilung, 6666666 9999998 UnseremGenoffenEmilBarth und Frau zur heutigen SilberHochzeit herzlichen Glückwunsch. Ebamalige Mitarbeiter aus der Werkstatt der Deutschen Revolution. 999999996666666 Verlangen Sie beim Einkauf ausNachruf! Nach kurzem Krantenlager ftarb unerwartet unser lieber Rollege, der Gießereiarbeiter Reinhold Ruther Als Rommiffionsmitglied hat er ftändig feine Kraft der Branche zur Berfügung gestellt; sein Andenken werden wir ftets in Ehren halten. Die Einäscherung ist bereits erfolgt. Branche der Hilfsarbeiter im Deutschen Metallarbeiterverband. 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Der Rongreß bestätigte andererseits, daß die loyale. vollständige Erfüllung der Reparationen, der Wiederaufbau der zerstörten Gegenden Frankreichs und Belgiens von recht lichen und tatsächlichen Gesichtspunkten aus unerläßlich sei. Der Kongreß richtete schließlich an die deutsche Regierung das dringende Ersuchen, die Aufnahme in den Völkerbund zu beantragen. Eine Abordnung beim Reichspräsidenten. Am Spätnachmittag empfing Reichspräsident Ebert eine Abordnung des Weltfriedenskongresses. Es waren delegiert für Belgien Senator La Fontaine, für Frankreich Präsident Buisson und General Berraug, für England Ms. La wrence und Mrs. Edison, für Deutschland Profeffor Quidde, für die Tschechoslowakei Genoffe Josef Stipin, Chefredakteur des tschechisch- sozialdemokratischen Zentralorgans, für Dänemark Peters, für Norwegen Nansen, für Schweden Sanstaed, für die Schweiz Golan, für Polen Dr. Pollat, für Deutschösterreich Professor Rudolf Goldscheidt und für Amerika Deutschnationale gegen Wallraf! Mrs. Call Sport. Rennen zu Karlshorst am Montag, den 6. Oktober. 1. Rennen. 1. Wollenschieber( Eittner), 2. Baris( Ralff), 3. Brise ( Piloinb). Toto: 83: 10. Plat: 32, 17, 32: 10. Ferner liefen: Turfball, Sant Martin angeh., Reichard, Blauschwarz, Ezel. 2. Rennen. 1. Hiltrud( v. Borde), 2. Sham Dich( Hr. Staudinger), 3. Sellaroja( b. Edertsberg). Toto: 26: 10. Blag: 13, 21, 17:10. Ferner liefen: Wetterscheide, Mein Leopold, Macbeth, Theorie II. 3. Rennett. 1. Magnolie( Edler), 2. Labrador( Burst), 3. Schirm. herr( Dertel). Toto: 31:10. Blaz: 29, 17, 26: 10. Ferner liefen: Eigilelf, Sydow gef., Dorn II gef., Stardinal II angeh., Münzmeister, Rüdgrat gef. 4. Rennen. 1. Oftflucht( v. Borde). 2. Trugschluß( v. Edertsberg), 3. Sommerflor( Hr. Staudinger). Toto: 15:10. Plat: 11, 15:10. Ferner lief: Balestrina. 5. Rennen. 1. Heidud( Zimmerman), 2. Fippa( Thielemann), 3. Höllenfee( Grabsch). Toto: 28: 10. Blag: 17, 31, 68: 10. Ferner liefen: Remmel, Dbotrit, Laurin, Bohnenteufel, Stieglit, Lump, Annabell, Boruſſia, Lindwurm. 6. Rennen. 1. Fliegender Holländer( Dertel), 2. Jfelberg( v. Edertsberg), 3. Rächer( K. Broda). Toto: 22: 10. Plat: 13, 13: 10. Ferner liefen: Hongleur, Miratel. 7. Rennen. 1. Dtus( B. Letidi), 2. Stri( Edler), 3. Lachsalve ( Duade). Toto: 68:10. Blaz: 40, 35, 30: 10. Ferner liefen: Quo vadis, Karneval, Neptun, Czernin, Efto, Amara, Zauberflöte, Partei. und ,, Tag der Schwergewichte" im Sportpalaft. Das sowohl an Reichhaltigkeit wie an Güte im deutschen wohl auch im ausländischen Borbetrieb einzig dastehende Programm für den nächsten Stampfabend am 10. Dttober im Sportpalast it nunmehr fertiggestellt. Es präsentiert sich als ein Schwergewichts. programm von größten Dimensionen. Im Hauptkampf des Abends trifft ans Breifensträter auf den australischen Schwergewichts. meister George Coo!, einem Boyer von internationaler Geltung. Der Stampf geht über 10 Dreiminutenrunden, gemäß den Bestimmungen für internationale Stämpfe in vier Unzen- Handschuhen. Der Schweizer Europameister Clement erhält in Sabri Mahir unseren besten technischen Bertreter zum Gegner, dieser Kampf geht über acht Runden von je drei Minuten, vier Unzen- Handschuhen. Die weiteren Kämpfe des Abends, in denen ausgesuchte Vertreter des Nachwuchses im Ring erscheinen werden, gehen über je sechs Runden in sechs Unzen Handschuhen. Eramaleurmeister Franz Diener hat den versprechenden österreichischen Schwerschnellen Siege auch hier bekannt gewordene Mar Schmehling. Stoln gewichtler Heinz ar to Wien zum Gegner erhalten, der durch seine fämpft gegen den jezt sehr verbesserten Mar Did mann- Berlin. Die„ Deutsche Tageszeitung" ergeht sich in einem spaltenlangen Klage- und Wutgeheul darüber, daß das Reichstagsgebäude dem Weltfriedensfongreß für seine Eröffnungsfeier zur Verfügung gestellt worden ist. Hat sie vergessen, daß zurzeit ein deutsch nationaler Reichstagspräsident das Verfügungsrecht über das Fall würde auf eine besondere Gedächtnisschwäche schließen lassen, Reichstagsgebäude hat oder hat sie es nicht vergessen? Der erste Blattes für den Gesinnungsgenossen ihres Chefredakteurs in der Ja der zweite auf die besondere Freundschaft des deutschnationalen fagerei, Herrn Wallraf. Auf alle Fälle zeigt der Erguß der Deut- weltrefordmann van Ruyssevelt zu verpflichten, der in letter schen Tageszeitung", wieviel internationalen Taft von einer Regierung zu erwarten ist, in der die Deutschnationale den„ maßgeben. den Einfluß" befizen. Olympia- Radrennbahn. Noch kurz vor Zoresschluß wartet die Direktion der Olympiabahn bei ihrem nächsten Rennen am Sonntag, den 12. d. Mis., mit einem erstklassigen Programm auf. Nach langen Bemühungen ist es gelungen, für diesen Renntag den StundenBeit einer ganzen Anzahl Rekorde den Garaus machte. Entsprechend der Stärke dieses Fahrers find deutscherseits die zurzeit besten Fahrer Sawall und Saldow verpflichtet. Als vierter Teilnehmer ist der französische Meisterfahrer Grassin in Aussicht genommen. Die Verhandlungen schweben noch, stehen aber furz vor dem Abschluß. Die Dauerrennen Wetter für Berlin und Umgegend. Etwas fühler, meist bewölft, später führen über 20, 30 und 50 Kilometer. Fliegerrennen werden das ProRegen, zunehmende südwestliche Binde. gramm vervollständigen. Ein Jeder zufrieden MARGARINE Und das Schweinchen wird immer dicker! Die Feinkostmargarine ,, Schwan im Blauband" muss doch wohl etwas ganz Besonderes sein! Ein jeder schätzt sie, man kann reichlicher als früher verbrauchen, und doch erspart die gute Hausfrau viel Geld, das vielleicht den Kindern am Geburtstage zustatten kommt, wo ihnen damit eine unerwartete Freude bereitet werden kann. Unser Kirnverfahren ist die Lösung des ausserordentlichen Erfolges von ,, Schwan im Blauband Preis 50 Pf. das Halbpfund in der bekannten Packung. Schwan im Blauband 3 Deutscher Metallarbeiter- Verband Donnerstag, den 9. Offober, abends 7 Uhr, in Kliems Festfälen( Ber gnügungs- Palast Groß- Berlin"), Hafenheide 13/15: Allgemeine Branchen- Versammlung der Rohrleger und Helfer. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zum Ergebnis der Lohnverhandlungen 2. Berbands. u. Branchenangelegenheiten. 8u dieser Versammlung muß jeber Branchenkollege erscheinen, da fie für die Gestaltung der Lohnverhältnisse von entscheidender Bedeutung sein wird. Achtung! Goldschmiede Achtung! Donnerstag, 9. Ottober, nachmittags 4 Uhr, in den„ Alademischen Bierhallen", Dorotheenstraße, Ede Charlottenstraße: Versammlung Lindenstr. 81 Leiterwagen aller in der Juwelen- und GoldsmiedeVerband der Gemeinde- u. Staatsarbeiter u. alle ander. Transportgeräte liefert billigst. Großer Vorrat. Filiale Groß- Berlin:: Branebe: Gas- u. Wasserwerke Georg Wagner Achtung! branche beschäftigten Kolleginnen und Kollegen. Tagesordnung: 1. Die Antwort ber Arbeitgeber betreffs eines Tarif abschlusses. 2. Diskussion. Bahlreiches Erscheinen wird erwartet. Köpenicker Str. 71. Wagen- und Karofferiearbeiter! Achtung! Rein Ladengeschäft. Dienstag, den 7. Oftober, abends 7 Uhr, im Sigungs- Keine Sehaufenster- Donnerstag, den 9. Ottober, abends 7 Uhr, in Boefers Festfälen", faal bes Berbandshauses, Johannisstr. 14/15, of L. I. Reklame, dafürwesentWeberstraße 17: Allgem. Funktionär- Versammlung lich billigere Preise Vollversammlung sämtlicher Gas- und Wasserwerke Trauerfpenden alter in den Wagen- und KarofferieTagesordnung: 1. Stellungnahme zu den Schiebssprüchen.- 2. Freie Aussprache. jeber Art fabriten beschäftigten Kolleginnen und liefert preiswert Kollegen. Paul Golletz, Be- vormals Robert Meyer, Berfammlung belanntgegeben. Die Tagesordnung wird in der Mariannenstr.3. Mitgliedsbuch legitimiert, ohne dieses DAB Erscheinen aller Funktionäre ist erforderlich. Jeder trieb muß vertreten fein. Organisationsausweis ist vorzuzeigen L16 20 Die Branchenleitung. J. A: Gener Amt Morigpl. 10203 tein Zutritt. Die Ortsverwaltung. Preuß. Staatslotterie 110 000 Gewinne u. 1 Prämie, zusammen Ren: enmark: 21140 000 S Höch tgewinn gemäß§ 9 R.-M. 1Million 1 Pr. 1 20 1 zu 1 zu 500 000 500 000 = 300 000 200 000 Ziehung der I. Klasse am 10. u. 11.0kt. Ganze- Halbe- Viertel- Achtel- Lose 12 zu 24 6 3 M. Originallose zu haben St. Lotterie- Einnehmer Ritter i. Fa. P. Raddatz& Co. Leipziger Straße 122-123. Postscheck- Konto Berlin 41 537. frisch gekirnt SOEBEN ERSCHIENEN: Die Gesellschaft INTERNATIONALE REVUE FÜR SOZIALISMUS UND POLITIK Herausgegeben von Dr. Rudolf Hilferding Heft 7 Otto AUS DEM INHALT: Alexander Stein: Die Erste Internationale Landsberg: Die Bayerische Denkschrift und der deutsche Einheitsstaat Dr. Theodor Haubach: Militärische und politische Gewalt Dr.- Ing. W. Majerczyk: Elektrische Großkraftversorgung in DeutschMads Iversen: Die dänische Landwirtschaft unter dem Freihandel land Preis des Heftes Mk. 1,20 Zu beziehen durch: Buchhand!. J. H. W. Dietz Nachf., Lindenstr. 2 Nr. 472 41. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Severings Antwort. Preußen hat alle Krisen überstanden". Zur zweiten Beratung stand in der gestrigen Landtags fizung zunächst die Novelle zum Stempelsteuer gefez Die Borlage wird im wesentlichen in der Ausschußfaffung in zweiter und dritter Lesung angenommen. Die zweite Beratung des Haushalts des Innen ministeriums wird darauf fortgefeßt. Innenminister Severing = stellt fest, daß in Preußen gegenüber dem Vorjahre eine gewiffe Beruhigung in wirtschaftlicher und politischer Be ziehung eingetreten fei. Das vergangene Jahr, so betont der Mi nister, stand unter dem Zeichen des Ruhrkampfes, der Ber rüttung der deutschen Finanzwirtschaft, der Inflation und der Arbeitslosigkeit. Benn auch der Ruhrkampf von der Bevölkerung bes Westens unter Leitung der Reichsregierung geführt wurde, so ist Preußen, insbesondere meinem Ressort, doch ein großer Teil der Einzelfämpfe zugefallen. Es gehörte zur fiegreichen Führung des Ruhrkampfes die Unterdrüdung der Geheimorga. nisationen, die versuchten den passiven Widerstand in den attiven zu verwandeln. Es gehörie dazu die Beseitigung derjenigen Organisationen, die in Berlin, in Schlesien und in anderen preußis schen Gebietsteilen verfuchten, auf ihre Art den Ruhrkampf zu be treiben. Und ols es gelang, die Gefahrenquelle zu verstopfen, da brachen im Westen die Mai Unruhen, der Bergarbeiterkampf, aus, der von den Kommunisten zu parteipolitischen Zweden ausgenugt wurde. Als die Inflation immer weitere Fortschritte machte, die Lebensmittelpreise ins Ungemessene stiegen, die Lebens mitteltnappheit immer bedrohlicher wurde, da versuchten die Kommunisten durch Errichtung einer Arbeiter. und Bauernregierung gegen ben Staat anzufämpfen.( Lärm bei den Kommunisten.) Wollen Sie vielleicht bestreiten, daß Sie( zu den Rommunisten) im Juli und August des vergangenen Jahres alles versucht haben, die Bevölkerung gegen die bestehende Staatsform 30. September 1923 in Düsseldorf. Anfang Oftober erlebten wir dann den Puffch in Austrin und in Spandau. Fm November endlich kam dann noch der Hifler- Busch in München. Wenn ich alle diese Verhältnisse mit den heutigen vergleiche, so darf ich noch einmal mit Befriedigung feststellen, daß Dienstag, 7. Oktober 1924 Für das Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold. des Landrats Bülow schwebt die Boruntersuchung. Ich greife in diese nicht ein, wenn ich einen Brief eines Rittergutsbefizers, eines ehemaligen Rittmeisters an mich verlese, der mir ein objektives Urteil über den Landrat Bülow unterbreitet. Er bringt zum Ausbrud, daß er vier Jahre lang zur größten 3ufriedenheit mit dem Landrat Bülow zusammen gearbeitet habe, bezeichnet ihn als einen durchaus selbstlosen Mann, dessen großer Energie der Kreis jetzt ruhige Berhältnisse verdanke.( Burufe bei den Deutschnationalen.) Auch das deutschnationale Staatsratsmit glied Freiherr von Malzahn ist mir gegenüber persönlich für Ben Landrat Bülow eingetreten und hat gebeten, ihn doch, un allen Streitigkeiten die Spize abzubrechen, in einen anderen Kreis au versehen.( Hört! hört! links.) Der Minister erhofft mit der Stabilisierung der Währung auch für die Kreissparkassen wieder günstigere Entwicklung. Nachdem der Minister die Hilfsaktion zugunsten der Landwirtschaft furz gestreift und für den preußischen Finanzminister die für Preußen mögliche finanzielle Hilfe versprochen hatte, wandte er sich den politischen Fragen zu, und führte aus: Dr. v. Campe hat gefagt, ich hätte bei der Anordnung und Durchführung der Verfaffungsfeier seine glückliche Hand gehabt. Den Beweis für diese Behauptung habe ich aber vermißt. Die 7000 Mann Schußpoli. zei, die am Verfassungstage im Lustgarten versammelt waren, bedeuteten doch eine Demonstration gegen die Radikalen von rechts und links, es nicht auf einen gewaltsamen Angriff auf die Verfassung an tommen zu lassen.( Gelächter b. d. Komm.) Dieser Aufmarsch hat auch genügt, um der großen Deffentlichkeit darzutun, daß der preußische Staat über die Machtmittel verfügt, die zur Auffrechterhaltung der Ruhe und Ordnung nötig sind. Gewiß, niemand fann zur Begeisterung und Liebe gezwungen werden. Aber die Beamten, die der Reichsverfassung Treue geien, wenn sie an einer angeordneten Verfassungsfeier teilnehmen. ( Sehr wahr! b. d. Soz.) Ich bin mit Dr. v. Campe auch darin einig, daß ich diese angeordneten Feiern nicht als eine wirksame Bertretung der Idee der republikanischen Staatsform anfehe. Und wenn an jenem Lage nur meine Beamten um mich herum waren, so ist das ein Beweis, daß es so wie bisher mit diesen Feiern nicht weitergehen fann.( Allseitige Zustimmung.) Entweder erklärt der Reichstag einen Tag für den allgemeinen Feiertag, oder man hebt diesen Feiertag auf und überläßt es dem Bolt, sich selbst einen Verfassungstag zu schaffen.( Bewegung.) Ich habe die geschichtliche Bedeutung des 18. Januar niemals verkannt; ich bin der Meinung, wer das Gute und geschichtlich Große der Vergangenheit nicht ehrt, der ist auch einer besseren Zukunft nicht wert.( Lebh. Zuftimmung.)) Ist es aber etwa eine Schande, den Tag als Nationalfeiertag zu feiern, an dem die Weimarer Verfassung abgeschlossent wurde? Gegenüber den Bemängelungen meines Erlasses dur Herrn v. Campe fann ich nur sagen: Kommandieren liegt mir nicht! ( Lachen rechts.) Aber ich mußte die Beschlüsse des Preuß. Staatsministeriums ausführen. Eine Bevorzugung des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold bezüglich der Versammlungsfreiheit findet feineswegs statt. Im Oktober und November 1923 entfaltete der Stahlhelm" und der Jungdeutsche Orden" eine Tätigfeit, in dem Sinne, daß das Volk unter der Suggestion stehen mußte, es brauche nur eines Führers, um gegen die Regierung loszuschlagen. Es gab damals prominente Bolfs= parteiler, die froh darüber waren, daß damals demokratische und fozialdemokratische Landräte in gemiffen Landkreisen faßen. Unter dem Eindruck der damaligen Bewegung habe ich meinen völlig privaten Widerstand, nichtamtlichen, gegen die Gründung des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold aufgegeben, und heute freue ich mich darüber.( Beifall links.) In dem Glogauer Fall ist der Stahlhelm" genau nach den von der Reichsregierung festgesetzten Grundsägen behandelt worden. " 1 nifter eine Rede des Obersten Düsterberg, in der es heißt, wir Zur Charakteristik des Geiftes im„ Stahlhelm" zitiert der Mihätten an der Spitze des Staates Männer, die nie im Felde gewesen feien. Mit diesen Burschen würde man abrechnen. aufzuputschen? Der Minister erinnert weiter an den blutigen schworen haben, brauchen es doch nicht als eine Schande zu betrach Lande herum und sprächen von den Erfüllungsministern Preußen alle Störungen siegreich überstanden haf. Wenn Preußen damals zur Aufrechterhaltung des Reichs beigetragen hat, fo fann es doch mit den Berhältnissen in seiner Staats nerwaltung nicht so schlecht bestellt fein, wie die Deutschnationalen behaupten.( Sehr mahr! bei der Mehrheit.) Auch der Reichs. mehrminister hat wiederholt hervorgehoben, daß, wenn es im vorigen Jahre gelungen ist, das Reich durch alle Störungen hindurch zuführen, das eben Preußen zu verdanten sei, da dem Reich feine Mitte zur Aufrechterhaltung der Ordnung zur Verfügung stehen. Wir haben im vergangenen Jahre stets in engster Fühlung mit dem Reich geftanden. Wir sind dem Reich auch nicht in den Arm gefallen bei der Führung des Ruhrkampfes, wie die Deutschnationalen behaupten. Allerdings haben wir feine Gelegenheit vorübergehen laffen, ohne die Reichsregierung barauf aufmerksam zu machen, daß iran einen solchen Kampf nicht mit der Motenpreffe allein führen kann, und wir haben immer wieder gebeten, jeden Moment zur Beendigung des Ruhrkampfes zu benutzen. Und als infolge der Inflation das Kabinett Cuno zurücktrat, haben wir auch das neue Kabinett Stresemann gebeten, recht schnell den Ruhrkampf zu beendigen, um die Inflation und das Loch im Westen zu stopfen. Denn ohnedem wären alle Versuche der Rentenbank zur Sanierung der Währung vergeblich gewesen. Wir waren auch dagegen, als die deutschnafione Theorie auftauchte, das Rheinland sich selbst zu überlaffen, denn dann würde Breußen das Rheinland auf ewig verloren haben.( Sehr richtig! bei der Mehrheit.) Wir haben diesen Gedanken deshalb aufs energischste bekämpft.( Lebhafter Beifall.) Die Besserung im besetzten Gebiet darf sich die preußische Regierung auch auf ihr Konto schreiben. Were wir jegt wieder daran gehen, die preußische Verwaltung zu errichten, so ist das ein Erfolg der BerTändigung im Condoner Patt. Dieser Paft wäre aber ganz unmögich gewesen, wenn fich nicht auch vorher schon in England und Frankreich unter Macdonald und Herriot eine Wandlung vollzogen hätte. und diese Wandlung wäre ganz unmöglich gewesen, wenn die preu Bische Regierung eine Politik getrieben hätte, wie sie die Deutsch. völkischen und die Deutsch nationalen wollten.( Sehr richtig! lints.) Ueber Selbstverständlichkeiten soll man nicht froh loden und ich bin der Lehte, der dies tut. Die Besserung im RheinTand ist nur eine gelinde, aber es ist doch eine Besserung im Vergleich zu den früheren Zuständen. Der Minister gibt hierauf eine Statistit über die Zahl der ausgewiesenen höheren Berwaltungs. beamten. Insgesamt sind 86 höhere Berwaltungs. beamte ausgewiefen worden, von denen jeßt 71 wieder zugelaffen sind und 6 in anderen Stellen verwendet werden dürfen, so daß nur noch 7 Ausgewiefene bleiben. Das läßt eine fleine Befferung erkennen, aber auch daß wir in der Lage find, heute im belegten Gebiet felye viel besser die Ordnung aufrechtzuerhalten als im vorigen Sabre, so daß die Lage des Separatismus hente hoffnungsloser denn je ist. In der Kommunalverwaltung waren 268 Beamte ausge wiesen worden, von denen bisher 241 die Rückkehr gestattet ist. Es besteht die Aussicht, daß non ben refilthen 27 der größte Teil ebenfalls wieder zugefaffen werden wird. Das gleiche gilt von den technischen Beamten, so baß wir uns der Hoffnung hingeben fönnen, daß binnen furzer Beit die ganze preußische Berwaltung wieder aufgerichtet ist. Ich hatte es für eine Pflicht der Staatsregierung, hier nicht nur den Beamten den Dank auszusprechen, für alles das, was sie in der letzten schweren Zeit geleistet haben, fondern auch der gesamten Bevölkerung der belegten Gebiete.( Lebbaftor Beifall.) Gerade der Tapferfeit der Bevölkerung ist es zu banten, wenn es den Separatisten nicht gelungen ist, dauernd die Herrschaft zu behaupten. Wir werden aber auch in unserer Für forge für die Ausgewiesenen und die notleidenden Gemeinden nicht nachlassen. Auf die Unregelmäßigkeiten im Geschäftsbetrieb Don fommunalen Banten und Spartaisen find wir nicht erst durch den Nordhäuser Fall und ähnliche aufmerkfam geworden. Schon lange vorher hat die Regierung diesen Dingen ihre Aufmertfamfeit geschenkt und ist dagegen vorgegangen. Ich muß mich entschieden dagegen verwahren, daß diefe Unregelmäßig feiten einer Partei aufgebürdet werden. Die richtige Art, wie man folche Dinge behandelt, zeigt der Fall in Dortmund, wo die betreffenden Angestellten schon vor Monaten entlassen worden find. Bezüglich der Ostpreußischen Landesbant ist sicher. lich auch manche Zeitungsnachricht übertrieben. Ich habe auch hier eine Untersuchung angeordnet. An der Spike der Ostpreußischen Bandesbant steht übrigens nicht ein Sozialdemokrat, sondern ein Deutschnationaler.( höri! hört! lints.) Gerade im Inter effe der Beruhigung der Allgemeinheit, die ich besonders im Auge habe, bitte ich, folche Fälle nicht zu verallgemeinern. Im Falle G Brückenbauer Stresemann. Wir wollen nicht den bewußten Gegensatz zwischen dem alten und dem neuen Deutschland. Unsere Aufgabe befieht darin, die Brücke zu fchlagen von der Bergangenheit zur Gegenwart." ( Stresemann am 27. September 1924.) REPUBLIK Diese Laufejungens werde man erziehen müssen. Der Redner fügt Diese Abrechnung folle ihnen aber teuer zu stehe n kommen. hinzu, allgemein zögen die Agenten des Jungdeutschen Ordens" im als von Vaterlandsverbrechern.( Unruhe rechts.) Es helm"," Schwarz- Rot- Gold" usw., über einen Kamm zu fei ganz falsch, alle diese Bewegungen, Jungdo", Stahl= fcheren. Die preußische Staatsregierung habe auch gar tein Intereffe daran, die Freude an wirklichen Gesten zu stören, und wenn es gelingen fönnte, durch solche Feste die vernünftigen Elemente im " Stahlhelm" zu stärfen, so müsse man alles tun, um diese Entwicklung zu beschleunigen. Aber solange die Wortführer dieser Bemegung noch im Lande herumziehen und gegen Juden und Republikaner hezen, sei mit den offiziellen Stahlhelmleuten nichts zu machen. Die im Mat herausgegebenen Richtlinien an die Regierungspräsidenten über die Bersammlungsfreiheit hätten diesen empfohlen, möglichst liberal zu fein. Trozdem seien die Richtlinien ganz verschieden gehandhabt worden, so daß der preußische Innenminister fich schon vor einigen Wochen an den Reichysminister des Innern gewandt und versucht habe, eine Aufhebung der Versammlungsverordnung zu erlangen. Er habe Grund zu der Annahme, daß der Reichsminiffer des Innern die Verordnung tatsächlich bald von fich aus aufheben werde. Dann werde sich zu zeigen haben, ob unser Bolk reif genug fei. Allerdings feien gerade heute Mitteilungen eingelaufen, die einen trüben Blick in die Zukunft böten. Ausgerechnet die vaterländischen Verbände in Potsdam schickten fich an, das Auftreten eines Franzosen in Potsdam ganz grundfäßlich zu verhindern. ( Unruhe rechts.) Der Minister erklärt: Wenn es noch früh genug dazu ist, so möchte ich von dieser Stelle aus die Mitglieder der vaterländischen Organisationen marnen. Es fönnte sonst Zusammenstöße mit den staatlichen Machtmitteln geben. Die Gummifnüppel find nicht nur für renitente Kommunisten da. ( Unruhe rechts.) Wenn sich die vaterländischen Verbände anschicken, genehmigte Bersammlungen zu sprengen, jo habe ich diefen Bersammlungsstörern gegenüber die staatliche Au= torität zu wahren.( Beifall bei der Mehrheit. Unruhe und Zurufe rechts; Warum ist die Versammlung genehmigt? Haben Sie fich rechtzeitig über die Verhältnisse orientiert? Sie haben sich von vornherein für den Franzosen eingefeht!) Der Minister geht dann zu den Fragen der Personal= politit über und erklärt, die Kritik aus allen politischen Lagern beweise, daß er nicht einseitig parteiisch gewesen sei. Gesinnungsschmüffelei gegenüber den Beamten verurteile er ebenso, wie die Redner aus dem Hause. Er schloß sich auch der Unzufriedenheit der Demokraten und Sozialdemokraten darüber an, daß die Demokratisierung der Verwaltung viel zu langsam ginge, erklärte aber, man dürfe ihn nicht verantwortlich machen für Be= fchlüsse des Landtags. Zu Beginn dieses Jahres habe man doch in einer Besprechung über die Beamtenpolitik vereinbart, daß in einer Zeit der Beamtenausweisungen Außenseiter in die Verwaltung nicht aufgenommen werden dürften.( Abg. v. Campe( D. Bp.): Das ist ja auch durch die Abbauverord nung vorgeschrieben!) Diese Vereinbarung sei getroffen worden, ehe der Beamtenabbau begann. Bei der Bestellung von Landräten und Regierungspräsidenten sei der Minister übrigens an die Zustimmung des Staatsministeriums, des Kreistages oder des Provinzialausschusses gebunden. Von einer Hebertreibung des Elements der Außenseiter" tann nicht die Rede sein. Die Außenseiter des alten Regimes unter den Landräten waren 1917 noch nicht ausgestorben. Die jehigen Außenjetter stehen den früheren in bezug auf Allgemeinbildung und Selbstverwaltungsfenntnisse ficherlich nicht nach. ( Widerspruch rechts.) Wenn man die Grundfäße der Barität gelten laffen will, so fann man heute auf Außenseiter nicht gänzlich verzichten. Die Kommunisten fann man grundsäglich von der Selbstverwaltung nicht ausschließen. Solange Sie( zu den Kommunisten) aber Weisungen zur Sabotage der Berwaltung geben, fönnen Sie es dem Staate nicht verargen, wenn er sich dagegen wehrt und sie nicht bestätigt. Es bleibt bei meinen Erlassen so lange, wie Sie( zu den Rommunisten) nicht auf Ihre Methoden und Anweisungen verzichten. Die Staatsregeirung ist entschlossen, jedes staatliche Mittel in Anwendung zu bringen, um die Staatsautorität zu schüßen. So wird jetzt die Stadtverordnetenversammlung von Dortmund aufgelöst werden und nicht mehr Gelegenheit zu derartigen Experimenten haben. Sobald ein Beamter ehrenrührige Dinge begeht, wird er unnachsichtlich entfernt, aber nicht auf bloße deutschnationale Ver dächtigungen hin. Es gibt ja teine Schandtat, die mir nicht angehängt wird. Unter der Spigmarte System Severing" ist fürzlich in der Levrywille Deutschen Tageszeitung" darüber berichtet worden, daß einige Gendarmerieoffiziere sich in ihrem Gehalt auf meinen Befehl verschlechtert hätten. Das ist nicht richtig: ich habe eine derartige Ber. fügung zwar unterzeichnen müssen, bin aber nicht ihr Urheber. Die Anweisung zur Bernichtung preußischer Militärstammrollen hat fofort den Borwurf gezeitigt: Syftem Severing! Severing gegen die Wehrhaftigkeit! Dabei ist die Verfügung auf Anordnung des Reichsministers des Innern erfolgt.( Hört, hört! links.) ( frei nach dem Nibelungen- Film.) Was sie in unserm Rücken brau'n: Der Stresemann wird es schon schlucken. Er möchte ihnen Brücken bau'n, Daß sie bequem hinüberrucken. = Der Kollege Negenborn ist schon in den Ausschußverhandlungen| Fall war. Ferner scheint Danzig heute mehr denn je berufen, ein von mir mancher unrichtigkeiten überführt worden. Er holt aber wichtiger Faktor in der Verbindung mit Rußland zu werden. trotz dieser Korrektur immer wieder die alten unbewiesenen und unDie regen frequentierten Dampferlinien mit einigen russischen Ostbeweisbarce Dinge vor, die in der deutschen nationalen Presse ent seehäfen zeugen davon. halten find. In der deutschnationalen Presse stand auch ein Artikel mit der Ueberschrift:„ Severing im Porzellanladen".( Heiterfeit.) Was soll man dazu sagen, wenn allen Ernstes ein deutschnationaler Abgeordneter hier von der Tribüne sagt, der Minister Severing habe deswegen ein Interesse an der Durchführung der Landgemeindeord: nung, weil der Sozialdemokrat Severing die sozialdemo= fratischen Amtsvorsteher erhalten wolle. Herr Negenborn hat auch auf meine Ausführungen auf dem Parteitag Bezug genommen. Ich habe es damals für meine Pflicht gehalten, meine Partei darauf hinzuweisen, daß, wenn die Gegner der Republik den Kampf mit Revolver und Maschinengewehren führen, wir ihn nicht mit Papierstehe ich auch heute noch, aber an die Amtsvorsteher habe ich dabei fugeln und Refolutionen führen dürften. Auf diesem Standpunkt nicht gedacht. Wenn verlangt wird, daß ein Landrat nur deswegen aus der Berwaltung ausgeschlossen werden soll, weil er verprügelt worden ist, so möchte ich solchen Landräten den Rat geben, daß sie auch wiederprügeln.( Heiterfeit.) Sonst brauchen übelwollende politische Gruppen nur einmal irgendeinen Beamten zu verprügeln, damit er aus der Verwaltung verschwindet. Vor deutschnationaler Seite ist erklärt worden, daß die deutschnationale Fraktion nicht eher ruhen und rasten würde, bis ich aus dem Amte entfernt sei und einem Mann Plaz mache, der„ national zuverläffig" sei. Gegen diese Unterstellung protestiere ich ganz entschieden. " gemein annahm, die westlichen Vororte Charlottenburg, Wilmers. dorf, Schöneberg. Die Erklärung dafür ist folgende: Als im Jahre 1920 die Geldentwertung schneller fortschritt, wuchs auch die Nach frage nach bebauten Grundſtüden, 5. 7. Mietshäusern. Die aus Wenn ein solches Sammel- und Verteilungsbecken für den valutastarken Ländern kommenden Ausländer bevorzugten vor allem die modern mit allem Komfort der Neuzeit eingerichteten Häuser als Kaufobjekt. Doch bald waren alle greifbaren modernen Häufer internationalen Warenverkehr voll verständlichem Ehrgeiz die wirtso mußte in festen Härden und die Spekulation sah sich gezwungen, ihren schaftliche Notwendigkeit einer eigenen Messe vertritt das ganze Geschäft den besonderen Verhältnissen an Erwerb auch auf minderwertige Wohnhäuser auszudehnen, bis gepaßt werden, die gerade dieses Wirtschaftsgebiet beherrschen. Schließlich die Nachfrage nach Grundstücken so start wurde, daß auch man hätte sich dem Charakter des Landes anpassen müssen, mit die Mietshäuser in den Arbeitervierteln der Spekulation zum Opfer dem man Geſchäfte machen will. Und hier liegt bie Grbero entwickelbo ſich faſt planmäßig die Ueberfremdung des Großdie fielen. von vielen Ausstellern der Danziger Messe nicht vertan verkannt worden ist. Man hat, wie man es aus einer gewissen Messepraxis heraus Berliner Grundbesizes, und zwar von den wertvollsten MietsUeberfremdungsziffern in der Zeit von September 1922 die Kölner und die Frankfurter Messe beschickte. Nur wenig bis Januar 1923, die das Verhältnis der Auslandskäufe zu gewohnt war, die Danziger Messe beschickt, wie man die Leipziger. häusern beginnend bis zu den minderwertigsten fortschreitend. Die wurden, soweit es sich um Firmen aus dem Reich handelt die der Gesamtzahl der vorhandenen bebauten Grundstücke anöstlichen Bdürfnisse" erkannt. Dazu fam die gänzliche gibt, find für die Hauptverwaltungsbezirke der Gemeinde Großunerfahrenheit vieler Aussteller mit den sehr schwierigen örtlichen Berlin wie folgt: 3oll- und Grenzverhältnissen. Die den Danzigern aufgezwungene Wirtschaftsunion mit Polen ruht aus politischen Motiven auf der Basis sehr hoher Zölle. Und so war im Verkehr der deutschen Finanzen mit den polnischen in einigen Branchen der immer noch fehlende deutsch- polnische Handelsvertrag ein gewaltiges Geschäftshindernis. Die Abschlüsse hätten nach Aussage der Aussteller viel größeren Umfang annehmen können, wenn die Handelsbeziehungen zwischen Polen und Deutschland be( Sehr wahr! links.) Bei den Anschauungen, die mich von der deutsch- reits gewesen wären. Das Fehlen eines solchen Vertrages erschwerte nationalen Partei trennen, ist ja der Kampf dieser Partei gegen mich naturgemäß die Kalkulation, wozu sich dann noch die Unetwas ganz Natürliches, aber er muß in anständiger Form geführt tenntnis mit den polnischen Verhältnissen gesellte. Es hat sich ferner werden. Ich wünsche Ihnen( nach rechts) sogar im Interesse meiner gezeigt, daß auf einem solchen Platz der Exporteur, den viele Gefundheit recht baldigen Erfolg Ihrer Aktion. Was die Große Koalition geleistet hat, das unterliegt dem Urteil Firmen durch direkte Ausfuhr zu umgehen suchen, eine leider unumEr kennt Land und Leute und weiß der Geschichte, und ich habe das Gefühl, daß wir diesem Urteil mit gängliche Notwendigkeit ist. sich natürlich besser vor Schaden zu bewahren als es den mit den eller Ruhe entgegenfegen fönnen.( Beifall links.) östlichen Dingen zum Teil gar nicht vertrauten Firmen möglich ist. Er weiß vor allem, daß gewisse Artikel auf dem osteuropäischen Markt schwer oder gar nicht unterzubringen sind. Nationalgefühl ist feine Spezialität der deutschnationalen Partei. Akg. Dr. Badi( S03.) besproch die 3 u stände auf Borfum, an denen nicht erst ein sozialdemokratischer Landrat Anstoß gecmmen habe, sondern die schon seit Jahrzehnten allen anständigen Menschen Bergernis erregt hätten. Der Terror der Rechtsradikalea gegen alles, was schwarze Haare habe habe auf Borkum die wüftesten Orgien gefeiert. Die Verwaltung müsse mit Energie und Festigkeit auf die restlose Wiederherstellung verfassungsmäßiger Zustände hinarbeiten. damit auch auf Borkum siegreich die schwarzrotpoltene Flagge wehe. Atg. Dr Heß( 3.) führt aus, daß die einseitige Dis qualifizierung der demokratischen Beamtenschaft immer mehr um sich greife. Die uralte hochmütige Dünfel haftigkeit des fonservativen altpreußischen Beamtentums müsse durch die endliche Gleichstellung von Suristen und Technifern aus der Welt geschafft werden. Seinerzeit habe der protestantische Landrat Brinz Friedrich Wilhelm im Kreise Frankenstein, der zu 90 Broz. fetholisch fei, die nachgesuchte Niederlaffung eines fatholischen Ordens nicht befürworten wollen und habe sich dabei in den unglaublichsten Anwürfen gegen die katholische Kirche ergangen. In bezug auf das Bortumlied dürfe nicht übersehen werden, daß bolſchemistische Erscheinungen, wie Trotti, Sinowjew usw. Juden feien und deshalb in weiten Kreisen nicht übermäßige Sympathien cenießen. Bewegungen, wie die auf Borkum müsse man sich totlaufen lassen Herr Ludendorff hate den Vorwurf" Bluthunde" dem Zentrum und den Demofraten cufgewälzt, die die Heeresverstärkungen nicht vollkommen bewilligt hätten. Nach dem Buch des Generals v. Wrisberg sei es die oberste Heeresleitung gewesen, die die Nerven verloren habe. Ludendorff sei Deutschlands Unglück im Weltkrieg geworden. Sei es wirklich angebracht, daß der evangelische Bund heute den konfessionellen Hader schüre? Die von Herrn Geister in einer Potsdamer Stahlheimsersammlung ausgegebene Perole: Für Kreuz and Stahlheim" grenzte an Blasphemie( Buftimmung und Widerspruch). Das Auftreten des Stahlheims und des Jungbo fowie des Reichsbanner: Schwarz- Rot- Gold gegen und für den Franzosen Basch beweise, daß diefe Organisation auf beiden Seiten ein Mißgriff seien. Es bedürfe feiner fämpferischen Organisationen, sondern nur etwas mehr Vertrauen zum demokratischen Staat, um die Republik ird die Verfassung zu schüßen. Tatsächlich hätten deutsch= nationale Beomte die Verfassungsfeier bontot tiert, indem sie auf Urlaub gingen. Am 29. August hätten doch die Deutschnationalen, wenn auch nur fnirschend, die Erfül lungspolitik anerkannt. Die große Koalition in Preußen habe sich sehr gut bewährt und zu ruhigen und geordneten Zuständen geführt. Den Ausdrud Bürgerblod" lehne das Zentrum ab, denn er setze„ Nichtbürger" als Antithese voraus. ( Lebhafter Beifall im Zentrum.) Abg. v. Ennern( D. Bp.) hielt die rigorosen polizeilichen Verbote für nicht geeignet, Beruhigung eintreten zu lassen, ebensowenig die Bevorzugung des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold, das in Berbindung mit der Sozialdemokratischen Partei gegründet worden sei. Das Reichsbanner jegle unter falscher Flagge, denn es sei eine Parteiorganisation, in der die raditalere Richtung Hörfing(!) über die mildere staatsmännische Richtung Severing(!)( netter Blödsinn. D. Red.) den Sieg davon getragen habe. Es berühre nicht gerade sympathisch, wenn ein französischer Pazifist hier rede, die Herren könnten auch einmal zu Hause bleiben. In einer Erörterung über die Kriegsschuldfrage habe Herr Basch sich in beleidigender Weise über Deutschland geäußert, da hätte die Polizei seine Bersammlung doch einfach verbieten sollen. Es wäre besser gewesen, die Verfassungsfeier am 11. August zu untersagen, da sie gerade in die Urlaubszeit falle. Der Umstand allein, daß ein Landrat einmal förperlich mißhandelt worden sei, fönne natürlich noch kein Grund zur Amtsentfernung sein. Wir gingen ja alle in mehr oder weniger gefährliche Wahlkämpfe. Aber in den erörterten Fällen handle es sich doch um ungehörige Brügeleien. Mit einer gewissenhaften Prüfung dieser Fälle ist die Partei des Redners einverstanden. Das Gehalt der Verwaltungsbeamten müsse entsprechend erhöht werden, da diese durch die Inflation am meisten geschädigt worden seien. Jeder, der mitarbeiten wolle, fei willkommen auch von einer Seite, die jetzt noch nicht in der großen Roalition mitarbeite. Abg. Lofsewiti( Pole) betlagt sich über angebliche Vercewaltigung der polnischen Minderheit, namentlich in Oberfchlesien. Weiterberatung Dienstag 11 Uhr. Schluß 6,30 Uhr. Wirtschaft Lehren der Danziger Messe. ( Von unserem Sonderberichterstatter.) Ein auf wirtschaftlichem Gebiet führender Zeitgenosse hat einmal die Meinung ausgesprochen, daß Danzig als Kopf und Mündungspunkt eines gewaltigen Stromsystems, als Hafen und Umschlags: zentrum eines großen, wenn auch noch wenig konsolidierten Landes, zweifellos eine große Zukunft, ja in mancher Beziehung vielleicht eine Monopolstellung haben dürfte". Ein vernünftiges Berhältnis mit der Republik Polen sowie mit den Vertretern des Bölkerbundes, dessen Schutz Danzig untersteht, fei allerdings Boraussetzung. Danzig ist eben der Eingangshaf en für den größten Teil der Rohprodukte, die Polen für seine Industrie braucht und der Ausgangshafen für die Erzeugnisse der polnischen Landwirtschaft und der polnischen Industrie nach Uebersee. Auch der polnische Auswandererverkehr dürfte sich Donzigs als Abgangshafen wieder bedienen, wie es bereits vor einigen Jahren der Was nun das Ergebnis der Messe anbetrifft, so wird behauptet, daß das Geschäft besonders auf dem Gebiet des täglichen Bedarfs, wozu sehr viel ki einfram minderer Qualität gehört, recht Weniger zufriedenstellend erscheint beim Abschluß der gut war. Messe das Gebiet der Maschinenindustrie. Hier trifft auch besonders das zu, was eingangs bereits über die Bedürfnisse des osteuropäischen Marktes gejagt wurde. Eine gute Probe ihrer Leistungsfähigkeit gab die Danziger Industrie. Einige Firmen, die in der letzten Zeit zu Arbeiterentlassungen schreiten muß ten, haben derart erhebliche Aufträge erhalten, daß sie wieder auf Monate hinaus beschäftigt sind. Ein besonderer Erfolg ist, wie es scheint, den intereffanten Rollettivausstellungen jüdlicher Länder wie Spanien, Brasilien und Griechenland hier an der Grenze zum nordöstlichen Europa beschieden gewesen. Man rechnet mit einem guten Export nach Osteuropa und verfolgte wohl kiugerweise mehr den Zwed, erst die in Frage kommenden Waren und die Interessengebiete festzustellen. Und das ist, alles in allem genommen, wohl der Hauptzweck dieser Messe gewesen, den man, zum Schaden des Ganzen, im Drange der Geschäfte allzusehr übersehen hatte. Eine Ron furrenz mit den alten Messestädten des Reiches ist für Danzig untragbar. Men sollte sich damit bescheiden, die nächste Messe denjenigen Branchen zu reservieren, die für eine Geschäftsverbindung mit dem Often hauptsächlich in Frage tommen und sich vor allem hinter den begreiflichen Publikumswünschen nach einer Art Jahr marttsveranstaltung weiter entgegenzukommen. Wenn diese Lehren gezogen werden, verdient das Meffeexperiment des Freistaates Danzig ernsthafter Beachtung. F. K. Häuserspekulation und Ueberfremdung. Während der Inflationsjahre, die Deutschland zum Tummelplatz für die Spekulationsgier der Edelvalutaner aller Länder werden ließ und die Zeitungen tagtäglich von lleber fremdun gen", d. h. von dem übermächtigen Eindringen ausländischen Kapitals in deutsche Aktiengesellschaften berichteten, war auch der Groß- Berliner Grundstücksmarkt den Angriffen der kapitalfräftigen Ausländer ausgesetzt. In allen Stadtteilen, im ärmlichen Norder nicht weniger als im vornehmen Westen, erwarben die Ausländer Mietshäuser zu niedrigen Goldmartpreisen. Nunmehr liegen einigermaßen einwandfreie statistische Ergebnisse des statistischen Amites der Stadt Berlin über die Grundstückskäufe der Ausländer während der Inflation vor, die infolge technischer Schwierigkeiten vorher unterblieben waren. Obgleich seit der Stabilisierung langsam das in Grundstücken dem Grundstücksmarkt verangelegte ausländische Kapital aus fchwindet und die sogenannte„ Entfremdung" eintritt, hat der Rückblick auf die Entwicklung der„ oberfremdung" insofern Bedeutung, als die Ausländer jetzt zum Schaden unserer Wirtschaft die im Werie wieder sehr steigenden Mietshäuser verkaufen und dadurch große Spekulationsgewinne einstecken. Interessant ist die anscheinend widerfinnige Tatsache, daß gerade die Stadtteile im Norden, also die Arbeitergegend, am stärksten durch die Ueberfremdung heimgesucht wurde, anstatt wie man allPreisnotierungen für Nahrungsmittel. Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels je Gerstengraupen, lose.. Gerstengrütze, lose Haferflocken, lose Hafergrütze, lose Roggenmehl 0/1 Weizengrieẞ Hartgrieß 70% Weizenmehl Weizen- Auszugmehl Speiseerbsen, Viktoria Speiseerbsen, kleine... Bohnen, weiße, Ferl Langbohnen, handveries. Linsen, kleine Linsen, mittel Zentner frei Haus Berlin. 18,50- 24,50| Kakao, fettarm 75,00-96,00 17,50-18,00 Kakao, leicht entölt... 100,00-120,00 21,00 22,50 Tee, Souchon, gepackt. 320,00-400,00 20,50-22,50 Tee, indischer, gepackt. 400,00-470,00 20,60 21,75 Inlandszucker basis mel. 41,50-43,00 22,00-24,00 Inlandszucker Raffinade 43,5025,00 26,75| Zucker Würfel 20,00 22,00 Kunsthonig 23,00-28,00 Zuckersirup hell in Eim. 18,00-23,75 Speisesirup dunk. in Eim. 16,00-18,50 Marmelade Einfr. Erdb. 22,00-24,75 Marmelade Vierfrucht 28,00- 31,75 Pflaumenmus in Eimern 18,50-29,50 Steinsalz, in Säcken 31,00-37,50 Linsen, große Kartoffelmehl...... Makkaroni. 37,50-39,50 Siedesalz in Säcken 17,75 19,50 43,00 Makkaronimehl Schnittnudeln, lose. Bruchreis. Rangoon Reis Tafelreis, glasiert, Patna Tafelreis, Java. Ringäpfel, amerik. Getr. Pflaumen 90/100. Pflaumen, entsteint Cal. Pflaumen 40/50 Brenzlauer Berg 30 Proz., Friedrichshain 25 Proz., Wedding 23 Broz., Kreuzberg 19 Proz., Neukölln 16 Proz., Tiergarten 15 Proz., Charlottenburg 12 Prog. Die Ueberfremdung in den anderen Bezirken bewegte sidy zwischen 5 und 10 Broz., und zwar in Berlin- Mitte 10 Proz.( das vorwiegend Handels- und Industries häuser befigt), fenner Wilmersdorf( 9 Proz.), Treptow( 9 Proz.), Eteglik( 6 Broz.), Lichtenberg( 6 Broz.), Pankow( 6 Proz.). Die starte Ueberfremdung des Berliner Hausbesizes, die Ende Januar 1923 mindestens ein Viertel aller bebauten Grundstücke Berlins ausmachte, findet in folgenden Gründen ihre Erklärung: Vor allem war es die Not der Zeit, die Inflation, die in jenen Tagen immer schärfere und schlimmere Formen anzunehmen drohte und oft die Mark binnen wenigen Tagen um die unsere Kapitalisten in die Sachwerte zu flüchten, sondern auch die Hälfte ihres Wertes verminderte. Damals versuchten nicht nur in Deutschland spekulierenden Ausländer taten ein gleiches, stießen ihre Marfreichtümer ab und wurden Hausbefizer in allen Stadtteilen Berlins. Es wurde ihnen auch sehr leicht gemacht, in den Berliner Grundbesitz einzudringen, denn es gab teine gesetzlichen Bestimmungen, die den Ausländern die Grundstücstäufe erschwerten, noch fanden sie irgend welche Hindernisse bei den Berliner Hausbefizern, die, geblendet von den riesigen Papiermarksummen, bereit waren, ihre Häuser zu verkaufen. ein nicht unbeträchtlicher Schaden zugefügt worden, der erst Rein volkswirtschaftlich gesehen, ist uns durch die Neberfremdung späterhin fichttar wird, wenn die Ausländer die in ihren Händen befindlichen Mietshäuser mit großen Gewinnen abstoßen und den erzielten Erlös der deutschen Wirtschaft entziehen und mit ins Ausland hinübernehmen. Für die Ausländer es befinden sich noch zurzeit ungefähr 20 000 Häuser in ausländischen Händen bedeuten die Häuserauffäufe nur Flucht in die Sachwerte und geeignete Objekte zur Spekulatice. Alle übrigen Gedanken, wieder festen Fuß im großstädtischen Hausbesitz zu fassen und von aba der Rente, die ihre Häuser abwerfen, zu leben, lagen ihnen völlig fern. gesehen von einigen Ausnahmen Eine umfassende und genau geführte Statistit über die Nation nalität der fremden Hausbefizer gibt es nicht. Nur der Bezirk Schöneberg besitzt darüber vollständige Angaben. Aus ihr ist zu ersehen, daß die modernsten Häuser zuerst von den Bewohnern valutastarter Länder( wie Schweden Holland, Amerika) gekauft wurden, während späterhin die Häuserkäufe der Ausländer aus den valutaschwachen Ländern überwiegen( Deutsch- Desterreich, Polen, Tschechoslowakei) und die anderen fast vollkommen verschwinden. In der Zeit vom 1. September 1923 bis Ende Juni 1924 find von den Ausländern an Deutsche insgesamt 879 Häuser zurüc Der fa uft werden. Immerhin waren im Juli d. J. schäzungss Wenn auch das Eindringen der Ausländer direft feine Gefahr weise dennoch fast 20 000 Häufer im ausländischen Befih. für die Intereffen der Berliner Mieter bedeutet, so können sich doch später sehr unangenehme Verhältnisse am Grundstüdsmarkt entwidein. Die Ausländer, die, wie fchon oben erwähnt, die Grundstücke als Spekulationsobjekte erworben haben, werden, sobald die Mieten steigen, versuchen, die Häufer mit hohem Gewinn abzustoßen, und die deutsche Spekulation wird sich bemühen, ihrerseits lukrative Geschäfte herauszuwirtschaften. Abgesehen von den Schäden ftrupelloser Spefulation werden wertvolle flüssige Rapitalien in den freiwerdenden Grundstücken angelegt, die besser der nach Betriebsmitteln dürftenden Industrie zugeführt werden sollten. Es ist daher die Aufgabe der vernünftigen Mietpolitik, diese drohenden Gefahren zu bannen und das Interesse der Allgemeinheit vor dem Eigeninteresse gewinnsüchtiger Spekulanten zu schützen. Festwertanleihen im September. Troß aller Schwierigkeiten und Hemmungen entwickelt sich die deutsche Wirtschaft langsam wieder aufwärts. Die ungeheure Kapitaltrappheit, die mit der Stabilisierung der Mark Ende vorigen Jahres in Erscheinung trat, beginnt sich zu mildern. Mit der wieder einseßenden Bildung von neuem Rapital geht auch der Zinsfuß für Kredite auf erträgliche Werte herunter. Besonders für langfristige Anleihen ist der Zinssaz im Abstieg begriffen. Der Prozeß der Bidung von neuem Kapital und der Herabminderung der Zinsquoten läßt sich aus vielerlei Beispielen beweisen. 3. B. erhöhten sich bei der Berliner Spartasse in der Zeit vom Januar bis August d. I. die eigentlichen Spareinlagen von 1,3 auf 7,5 Millionen Mark, während die Depositeneinlagen von 12,9 auf 28,7 Millionen Mart angewachsen find. Die RheinischWestfälischen Spartassen haben für den ersten Ottober die Herabsetzung des Hypothekenzinssages von 15 auf 12 Pros zent beschlossen. Die an der Berliner Börse notierten 5 pro 3. Goldhypotheten Pfandbriefe zeigen auch im Monat September steigende Nurse, d. h. fallende Realverzin fung, wie aus folgender Zusammenstellung ersichtlich ist( 1 Gramm Feingold gleich 2,79 Goldmark nach der Definition der Reichsmark): Berliner Hypothekenbank. Frankfurter Pfandbriefbank Leipziger Hypothekenbank. 1.9. 1,65 11. 9. 22. 9. 30. 9. 1,63 1,64 1,69 1,69 1.71 1,75 1,70 1,66 1,65 1,65 1,65 Meininger Hypothekenbank 1,64 1,64 1,63 Norddeutsche Grundkreditbank 1,58 1,63 1,65 1,70 Preußische Bodenkreditbank 1,58 1,63 1,63 1,59 Schlesische Bodenkreditbank 1,59 1,63 1,64 1,68 Westdeutsche Bodenkreditbank 1,58 1,63 1,65 1,68 Durchschnittl. Wert der 8 Kurje 1,62 1,64 1,66 1,67 44,00-47,50 39,00 42,00 40,00-45,00 27,00-31,00 90,00-93,00 40,0043,003,10-3,60 3,70 4,20 4,40- 5,00 5,20-5,80 Die Gold Hypotheken- Pfandbriefe weisen in den Monaten Fes 92,50-93,50 93,00-94,00 bruar bis September d. I. folgende durchschnittliche Kurs= 89,50-90,50 entwidelung auf: 92,00-94,00 65,00-66,00 Bratenschmalz in Tierces 38,00 39,00 Bratenschmalz in Kübeln 23,00-26,00 Purelard in Tierces 16,50-17,00 Purelard in Kisten 18,00-19,00 Speisetalg in Packung 23,25-31,00 Speisetalg in Kübeln 31,75 38,00 Margarine, Handelsm. 1 66,00 85,00-90,00 desgl. II. 60,00-63,00 40,00-43,00 Margarine, Spezialm. I.. 80,00-84,00 54,00-58,00 desgl. II. 69,00-71,00 60,00-65,00 Molkereibutter la i. Fäss. 222,00-228,00 Rosinen in Kisten, Candia 60,00-70,00 Molkereibutter i. Pack. 229,00-236,00 Sultaninen Caraburnu. 75,00-90,00 Molkereibutter lla i. Fäss. 185,00-208,00 Korinthen, choice 70,00 75,00 Molkereibutter 99 1. Pack. 190,00-208,00 Mandeln, süße Bari 175,00-185,00 Auslandbutter in Fässern 235,00-237,0; Mandeln, bittere Bari.. 170,00-180,00 Corned beef 12/6 lbs p. K. 37,00 40,00 Zimt( Cassia) 106.00-115,00 Ausl. Speck, geräuchert 103,00-103,00 Kümmel, holländischer. 55,00 65,00 Quadratkäse. 45,00-55,00 Schwarzer Pfeffer Singap. 108,00-115,00 Tilsiter Käse, vollfett. 112,00-118,00 Weißer Pfeffer 150,00-155,00 Bayr. Emmenthaler 160,00-170,00 Rohkaffee Brasil 195,00-220,00 Echter Emmenthaler Rohkaffee Zentralamerika230,00-285,00 Ausl. ungezuck.Condens240,00-290,00 milch 48/16. Röstkaffee Brasil Röstkaffee Zentralam... 310,00-375,00 Inländische desgl. 48/12 Röstgetreide, lose 20,00-21,00 Inl, gez. Condensm. 48/14 170,00-190,00 20,50-23,25 16,50- 17,50 26,00- 26,50 Ende Februar März " April Mai 1,56 1,41 1,04 1,09 Ende Juni Juli August. September " • 1,11 • 1,25 1,57 1,67 Der Durchschnittskurs von 1,67 am Ultimo September bedeutet für den Käufer der Hypotheken- Pfandbriefe eine Realverzinsung von 8,4 Broz.( Einen Monat vorher war die entsprechende Zahl 8,9 ge wefen.) Immerhin ist der Say von 8,4 Proz. noch reichlich hoch. Wenn es sich bewahrheitet. daß die internationale 800- Millionen Mart- Anleihe für Deutschland zum Kurfe von 97 und einem Zins fah von 7 Proz. auf den Markt gebracht wird, so steht zu hoffen, daß der Zinsfuß für langfristige Kapitalsanlagen bald noch weiter herabgehen wird. Damit aber eröffnet sich für die Kommunen wie überhaupt für die öffentlichen Körperschaften die Aussicht, in Kürze wieder eigene Anleih zu vernünftigen Bedingungen herausbringen zu können. Dr. M. GU 3. Arbeiter- Sport A 1. internationales Arbeiter- Olympia. Das Jahr 1925 wird im Zeichen eines großen internationalen Festes der Körperkultur stehen. Aus allen Ländern werden die Arbeitersportler, vereinigt in der Luzerner Sportinter nationale, in Frankfurt a. M. zusammenströmen, um die 1. Arbeiter Olympiade abzuhalten. Dieses erfte internationale Treffen foll aber nicht eine huldigung sportlicher Größen im Sinne der bürgerlichen„ Olympischen Spiele", also ein reines Sportfest werden, sondern durch Massenarbietungen aus allen Ländern die Ziele des internationalen Arbeitersports zur Darftellung bringen. Die großen nationalen Feste in Leipzig, Prag, sowie die Beranstaltungen der Belgier und Schweizer haben bereits eine internationale Beteiligung im engen Rahmen gehabt und durch ihren glänzenden Verl auf das Bewußtsein gestärkt, daß die Abhaltung eines internationalen Festes möglich ist. Eine sozialistische Olympiade fann sich aber weiterhin nicht nur auf die Körperkultur beschränken, sondern muß auch die Wohlfahrtspflege und geistige Sultur des Sozialismus in seinem Rahmen einschließen. Hun derttausende werden in Frankfurt zusammen. strömen als jungjozialistische Vorfämpfer des Proletariats. Große Zuschauermassen werden den Darbietungen beiwohnen. Ihnen allen gilt es ein Gesamtbild aller fozialistischen Kultur zu zeigen als Sinnbild gemeinsamen Strebens für Volksgesundheit, Frieden und Freiheit und für die Völkerversöhnung mit dem Ziel: Nie wieder Krieg!" Die alte Weltstadt Frankfurt a. M. ist an internationale ZuA fammenfünfte gewöhnt. Für das 1. Internationale Arbeiter- Olympia wird ein neues Stadion gebout, das seiner Vollendung entgegengeht und ein großer Boltssportpark im wahren Sinne des Wortes werden wird. Auf dem Gelände der ehemaligen Militärschießanstalt liegt der 39 hektar große Sportpark. Das eigentliche Stadion umfaßt ein Feld für Spiele und leichtathletische Kämpfe, eine Laufbahn von 500 Meter Länge und 7½ Meter Breite und eine Hürdenlaufbahn, 130 Meter lang und 8 Meter breit. Ringsum sind breite Terrassen für 40000 3u schauer. Das Stadion ist umgeben von einer großen Spielwiese, von einer Durchgangsstraße durchzogen. Wiese und Straße sind in einer Höhe angelegt und bieten weiteren 40000 3uschauern Blaz, es fönnen hier zu gleicher Zeit vier Fußballspiele bzw. Massenübungen ausgetragen werden. Zwischen Kampfspielbahn und Spielwiese befindet sich ein Hochbau, der nach der Kampfbahn zu Zuschauertribünen enthält. Der Mittelteil ist nach Art der griechischen Theater als Freilichtbühne vorgesehen. Eine dreistufige Bühne ermöglicht die Aufführung großer Schauspiele, die von jedem Punkt der Terrassen sowie der Tribüne übersehen werden können. Die ganze Sportplatzenlage ist mitten im Wald gelegen. Zur Propaganda für das Fest erscheint seit Juli d. I. eine fünftlerisch mit vielen Jüustrationen versehene Festschrift( Tiefdruck), Die von Interessenten durch die Arbeitersportvereine bezogen werden kann. An die internationale Arbeiterschaft und die sozialistische Presse ergeht de Bitte um rege Werbetätigkeit für die erste internationale Arbeiter- Olympiode, damit sie zu einer würdigen Demonstration für die sozialistischen Kulturspiele werde. Auf nach Frankfurt! Das neue Stadion im Frankfurter Stadtwald. Ein neues Wigblatt. " In Berlin erscheint ein Arbeiter" blott, das sich höchst radital gebärdet, auch eine Spalte Arbeitersport" eingerichtet hat, mit dieser Spalte aber offenbar nur den 3wed verfolgt, den Arbeiterspart bei der Arbeiterschaft sowohl wie in der breiten Deffentlichkeit lächerlich zu machen Die„ Driginalberichte" werden offenbar in angeheiterter Sonntagsstimmung geschrieben von Leuten, die vom Arbeitersport nicht viel verstehen. So berichtet dieses Sensationsblatt Tber die am letzten Sonntag stattgefundene Altersriegenturnschrt Groß- Berlin: " Die Kommunisten stürmen Oranienburg. Die Altersriegenturner von Groß- Berlin machten am gestrigen Sonntag mit über 500 Teilnehmern und 100 Gästen eine Turnfahrt, bei der die Stimmung erhöht wurde dadurch, daß über 150 Musiter teilnahmen. In Oranienburg angekommen, bemertte man eine heillose Aufregung. Die Bolschewisten tommen! Das Bürgertum jah schon die Mauern von Oranienburg wanfen. Schon vorher rasselte das Telephon der Oranienburger Speckbürgerschaft und der hoch ängstlichen Polizei. Die Meldung lautete, daß Truppen mit Musik in Anmarsch auf Dranienburg feien. Ziemlich furchtsame und recht erstaunte Gesichter stan den auf den Straßen." Offenbar hat die Höhensonne dem Berichterstatter einigen Schaden getan. Bemerft sei nur, daß der Umzug behördlich geneh= migt par, auch die Oranienburger Bevölkerung wußte, daß die Turner tommen. Das Publikum war auch gar nicht furchtsam, nur die jungen Mädchen meinten auf scherzhafte Angebote, daß sie sich lieber jüngere Bräutigams aussuchen. Im übrigen war die ganze Turnfahrt ohne jeden politischen Anstrich, da die Firma Lieske 1. Co. erfreulicherweise zu Hause geblieben war, und so war clles citei Freude und Humor. Vielleicht gibt die Rote Fahne", denn Tiefe hat das Wikblatt eingerichtet, ihrem Berichterstatter eine talte Kompresse? Der Kommunist Lieske ausgeschloffen. Der Gesamtvorstand des Arbeiterturn- und-sportbundes hat in seiner Sizung am 28. September den Berliner Kommunisten Bruno Lieste wegen fortgesetzter Schädigung des Bundes ausgeschlossen. L. hat in ganz unglaublicher Weise gegen die Leiter des Bundes und der gesamten Arbeitersportbewegung gehegt und die Spaltung des Bundes systematisch betrieben, indem er in allen Bereinen die Zellenbildung betrieb und seine Vertrauensleute mit geheimen Rundschreiben schmutzigen Inhalts versorgte. Diesem Treiben negenüber übte seit Jahren die Bundesleitung eine fast unbegreifliche Toleranz, bis ein neuerliches Geheimschreiben L.s voll strogender Beleidigungen der Bundesleitung dem Faß den Boden ausschlug. Mit dem Ausschluß Lieskes dürfte nun der Kampf erst recht beginnen, denn die von Lieste in Groß- Berlin wie im Reiche gegründeten ,, KPD.- Zellen" werden ihn nicht fallen lassen, sondern nun auf eine kommunistische Sonderorganisation mit erhöhter Kraft hinarbeiten. Fußball. über 400 Meter Freistil. Gotte Neukölln( Bundesmeister) stellte hier den Sieger und schwamm in bestechender Manier eine neue Bundesbestzeit von 6.09.8 heraus. Ein Riegenspringen von 25 Teilnehmern und das Damenspringen mit 9 Teilnehmerinnen füllten das weitere Programm aus. nehmer waren sehr gut und wurden fast alle mit 7 bis 8 Punkten Die Sprung ausführungen der weiblichen Teil, gewertet. Eine solche große Teilnehmerzahl fann Berlin nicht aufweisen. Die nun folgende Männerlagen stafette über 3 × 100 Meter( ohne Seite) war sehr spannend. Die Wiener führten bis zur zweiten Ablösung. wurden aber dann von dem Neuköllner Mannschaften beschloß den ersten Tag. Am Sonntag fand die FortSchlußmann verdrängt. Ein flottes Wasserballspiel zweier Wiener fetzung des schönen festes im Dianabad( 33% Bahn) statt. Vertreter der Stadt und Behörden begrüßten die deutschen Teilnehmer auf das herzlichste. Nach einem Aufschwimmen der Kinderabteilung begannen die sportlichen Kämpfe. Die aroße Freistilstafette über 33%, 66%, 100, 133, 100. 66/3, 33 meter holten sich die Neuföllner überlegen. Frl. G. Buchbinder fiel im Rückenschwimmen durch ihren langen ergiebigen Stoß auf. Der spannendste Kampf des Tages war das Männerbrustchwimmen der Klaffe A. 100 Meter. Hier lieferten sich . Klein- Neukölln und Brosch- Wien einen scharfen Kopf- an- Kopf- Kompf, den der Neuköllner durch guten Spurt entfchied. In der Bruststafette 3 X 100 meter war der Bundes= meister( Wien) nicht zu schlagen und gab den Neuköllnern mit 8 bis 9 Metern das Nachsehen. Im nun vorgeführten Turm springen vom 7- Meter- Brett und Hauptspringen vom 3- Meter- Brett wurde Gutes gezeigt. Einige Teilnehmer erreichten für einen Sprung 10 Punkte. Der Sportgenosse Lehmann- Leipzig führte u. a. einen gutgelungenen zweieinhalbfachen Salto vom Turni aus und wurde mit starkem Beifall belohnt. Die kurze Strecke über 100 Meter Freistil war dem Neuköllner Götte nicht zu nehmen. Die 6X nochmal 33½ Meter lange Schluß- Stafette jab die Wiener den Gästen, die sich mit allen Kräften wehrten, in. Front. Als Hauptwettkampf wurde dann das Wasserballspiel ausgetragen. Die Wiener Brosch und Hummel verhalfen ihrer Mannschaft durch ihre Angriffsluft zu einem großen Erfolg. 10: 3 mar das Ergebnis. Die besseren Technifer siegten hier vor den schnelleren Schwimmern der Neuköllner, die leider mit Ersatz spielen mußten. Am Montag waren dann nochmal alle Teilnehmer fröhlich veriammelt und herzliche Abschiedsworte beschlossen die gut gelungene Veranstaltung. Im Frühjahr werden die Wiener in Neukölln erwartet. 3wei Tage später traten die Neuköllner zu einem Vereinszweikampf in Mannheim an der mit 9: 5 Punkten von ersteren gewonnen wurde. 500,, alte" Herren in Oranienburg. acht an den Veranstaltungen der Altersriegen als ein gutes Vorzeichen beUeberall hören wir den Appell an die i unge Garde", das Erbe der Aten zu übernehmen, die fchon abgekämpft seien. Wer aber die alte Garde" am Sonntag in ihrem Massenaufgebot gefehen hat, der mußte mit Freude eine reichlich vorhandene Tatkraft konstatieren. Auf diesen Stamm der älteren Turner über 35 Jahre kann die Arbeiterturnbewegung mit voller Zuversicht vertrauen und die Alten dürften auch der Jugend ein gutes Vorbild solidarischer Zusammenarbeit fein. Die große Wonderfahrt am Sonntag hat die größte Beteiligung aller bisherigen derartigen Wanderungen gehabt. Die Musikkapellen von Neukölln Brig und Fichte" sorgten nicht nur für die musikalische Unterhaltung, sondern erhöhte auch die Werbetraft bei den Märschen durch Birkenwerder und Oranienburg. Am ehnis fee inmitten prächtiger Landschaft wurde von einigen Mannfchaften eiftig das Fußballspiel gepflegt. Mit Musik und Gesang ging es durch die herbstliche Waldlandschaft. Nachmittags traf der ganze Schwarm in Oranienburg ein, 100 noch einige Stunden froher Geselligkeit folgten. Beteiligt waren 14 Vereine mit rund 500 Teilnehmern im Durchschnittsalter von 42 Jahren. Wir dürfen die steigende Teilnehmertrachten. Im Anfang nächsten Jahres wird einer weiteren Deffentlichkeit Gelegenheit gegeben fein, cinem großen Turn- und Sportfest der Altersriegen beizuwohnen. Hier können die nicht turnenden älteren Genoffen sich dann durch eigenen Augenschein überzeugen, weichen vorteil. ganz besonders die Aufmerksamkeit der Berliner Arbeitersportler auf den Ausgang des vereinbarten Städtespiels Berlin Dresden, das am 24. Oftober auf dem städtischen Spielplay an der Kynast straße, am Bahnhof Stralau Rummelsburg, haften Einfluß systematische Leibesübungen auch auf ältere Personen ausüben. stattfinden wird. Dresden wird sicher eine Mannschaft nach Berlin schicken, deren hauptsächlichste Posten durch den Bundesmeister DSV. ( Dresdener Sportverein) befent fein werden. Nebenbei ist zu erwähnen, daß der genannte Berein im November d. 3. zu einem Spiel nach Paris eingeladen ist, wo er gegen eine fombinierte Mannfchaft der dortigen Arbeiterfußballer antreten wird. Berlin wird sich gleichfalls bemühen, eine ausgesuchte Mannschaft ins Feld zu schicken, die den Elbestädtern den Sieg nicht leicht machen wird. Der Berliner Arbeiterschaft wird durch dieses Städtetreffen ein hochwertiges Spiel geboten und kein Genosse sollte verfäumen, durch seinen Besuch die Veranstaltung zu einer großen Demonstration der Arbeitersportbewegung zu gestalten. * Die angekündigten Sonntagsspiele wurden bei dem denkbar schönsten Fußballwetter ausgetragen und haben neben einigen Ueberraschungen nachstehende Resultate ergeben: Alemannia- Borwärts 2: 0, Belten- Minerva 2: 1, Hertha- Nordiska 1: 3, Boruffia- Elstal 1:11, Wacker 20- Sansa 4: 0 Viktoria- Adler 08 0: 6, Wacker- Lichtenberg- GB. 22 5: 0, Fichte- Gef- Staaten 2: 1. ATV. Pankow Giemensstadt gegen Fichte- Nord 1: 2, HGV. Nord 24 gegen Spandau 3: 4. gegen Bernau 4: 1. GV. 24 gegen Adler 1: 3, Rathenow gegen Artus 2: 0, Often: Adlershof- JBC. 4: 3; Alt- Glienicke- Germania 3: 1. Merkur gegen BGB. 1: 1, Lichtenberg II- Retschendorf 6: 1; Kontordia- Lichtenberg I 2: 1, Lustig- Fidel- Tasmania 2: 4, Oberspree- BfB. 1: 0.. berg III 5: 3, Friedrichsh.- Herta 0: 3, Astania- Weißensee 6: 0. Südwesten: Brandenburg a. S.- Herta 2: 1, Potsdam- Lantwig 1: 2, Teltow gegen Schöneberg 3: 0, Britannia- Stegli 0: 3, Ludenwalde 1- Rüstig 3: 2, Stern- Bittoria 2: 5, Neukölln Frischauf 0: 2 Fußballring GB. Moabit 3: 0, Woltersdorf- BC. Moabit 3: 1, Ruhlsborf- MEC. 3: 0, 8BC.- Trebbin 1: 0, NBC.- Rreuzberg 1: 7, Rowawes- Helvetia 0: 1. Stimmungsmache. Stralau- LichtenSchwimmfest des Kartells Prenzlauer Berg. Am Sonntag veranstaltete das Kartell ein Schwimmfest in der Badeanstalt Oderberger Straße. Die einzelnen Konkurrenzen hervorzuheben, hieße andere zurüdfeßen. Die sportlichen Wettkämpfe zeugten von einem guten können der Arbeitersportler. Die Pantower Turner Kapelle forgte für musikalische Unterhaltung, während die Wasserballspiele der kombinier en Borwärts"-Mannschaften die Zuschauer bis zum Schluß in Spannung hielten. Leider war der Verein Freiheit" dem Feft ferngeblieben. Nachstehend die 1,31. Resultate: Männerstaffel 4X47 bel.: 1. Borwärts II 2,14%. Männl. Jugend- Rückenschwimmer 94: 1. Flid- Bormärts 1,28, 2. Schubert- Vorwärts Knabenbrustschwimmen 47: 1. Wunsch- Vorwärts 58%, 2. SpartowizBorwärts 1,5%. Männl. Jugend- Bruststaffel( Sportler) 4 X 47: 1. Roland 3,17%, 2. Fr. Turnerschaft 3,34. Frauenbrustschwimmen 94: 1. Graniẞki- D. 55%, Rälterisch- Borwärts 55%, 2. Schwarzfeld- D. 1 Min. 1/5. Männerschwimmen bel. 94: 1. Jahr- Vorwärts 1.11%, 2. Sübscher- Borwärts 1,11%. Männl. Jugend- Lagenstaffel, 4X 47: 1. Vorwärts 2 44%. Paddeln für Frauen 47: 1. Granigki- D. 1,42. Kartell- Bruststaffel 6 X 47: 1. Vorwärts III 5,11%. Dasselbe für Sportler: 1. Fichte 12 5,27%. Rettungsschwimmen 47: 1. Dehmel- Vorwärts 43%. Rettungsschwimmen für Frauen 1. Krug- D. 47%. Männerrückenschwimmen 94: 1. Klemt- Borwärts 1,21%. 2. Stier- Borwärts 1,23% Männl. Jugend- Brustschwimmen 04: 1. Flick- Vorwärts 1,92%, 2. Saspel- Vorwärts 1,31%. Männl. Jugend- Brustschwimmen 47: 1. SteinteBorwärts 46, 2. Wolff- Vorwärts 46%. Männl. Jugendschwimmen, beliebig 47: 1. Sünide- Borwärts 35%, 2.+ Liese- Vorwärts, Seifert- Vorwärts 37 Get. Weibl. Jugend- Brustschwimmen 47: 1. Wandelt- Vorwärts 51%, 2. 3ölinerVorwärts 55. Männerschwimmen, beliebig( Sportler) 47: 1. Diescher- Fichte 16 42%, 2. Ulrich- N. 42%. Mädchenbrustschwimmen 47: 1. Haupt- Vorwärts 52%, 2. Gdache- Vorwärts 53%. Frauenrückenschwimmen 94: 1. Hennig- D. 1,56, 2. Röfterißsch- Borwärts 1,58%. Männl. Jugend- Bruststaffel 4 X 47: 1. Vorwärts 2 2,55%. Männerlagenstaffel 4 X 47: 1. Vorwärts 3 2,33%. Wafferball: Jugend: Vorwärts- Norden gegen Nord- Ost 3: 0( 0: 0). Männer: Rombiniert rot gegen weiß 5: 4( 2: 2). Freie Turnerschaft Groß- Berlin, Bezirk Süden. Turnen LeichtathletikSandball. Borsigender Karl Sperling, G. 59, Dieffenbachstr. 59. Turnabende: Männer: Dienstag 8-10 Uhr, Jugend: Dienstag und Freitag 8-10 Uhr. Knaben: Mittwoch und Freitag 6-8 2hr. Junamädchen( 14-0): mente und Donnerstag 6-8 Uhr ,. Turnort: Boechstr. 17/20. Sonntag, 19. Oktober, nachm. 3 Uhr, Handballspiel Bohnsdorf- Süden auf dem: g. Athletik- Sport- Club e. B. Leichtatheltit Hockey Rudern. Jeden Dienstag, abends 7 Uhr: Badeabend in der Städtischen Badeanstalt Schillingsbrücke. Jeden Mittwoch, abends 7 Uhr: Hallentraining der Männer- und Jugendabteilung in der Turnhalle der Friedrich- Werderschen Oberrealschule, Niederwallstr. 12. Jeden Donnerstag, abends 7½ Uhr: Hallentraining der Frauenabteilung in der Turnhalle der 115./237. Gemeindeschule, Staliger Straße 55/56. Umkleidelotal: Jeden Sonntag, vorm. 10 Uhr, Waldlauf.. Fichtesportplag, Baumschulenweg, Eichbuschallee. Schriftführer der Hockey. Der Kampf gegen den Arbeiter- Turn- und Sportbund setzt bereits ein. Im Arbeiter Fußball", dem Organ- der märkischen Fußballer, werden alle Mitglieder ohne weiteres für die Rote" Sportinternationale reklamiert, der Bundesvorstand heftig angegriffen und dem 2. Kreisvorsitzenden, der der SPD. angehört, von vornherein das Mißtrauen ausgesprochen. Ferner werden die Hezepisteln der Roten Fahne" in vollem Umfange abgedruckt, während die Anklagen des Bundes gegen Lieste von der Redaktion totgeschwiegen werden. Dabei hat der Bundesvorstand erst kürzlich den von Lieste propagierten Ausschluß der Märkischen Spielvereinigung aus dem Bunde illuforisch gemacht! Will die MSV. fich aufs neue durch Lieske in eine Sadgasse führen lassen, die notwendigerweise zur Trennung vom Bund führen muß? Im Arbeiter- Turn- und Sportbund soll laut Beschluß des Bundestages in Kaffel die Barteipolitit ausgeschaltet werden, herzlich willkommen. um ein Zusammenarbeiten aller Richtungen zu ermöglichen. Wenn der Arbeiter- Fußball" eine rein tommunistische Organisation propagiert, stellt er sich damit außerhalb der Bundesbeschlüsse und möge haus und abends gemütliches Beisammensein mit Tanz im Bootshaus, Tiefdie Konsequenzen nicht vergessen! Arbeiterschwimmsport. Freie Schwimmer Neukölln in Wien. = Zweifellos hat nach dem Kriege der Fußballsport eine gewaltige Ausdehnung angenommen. Er hat sich so richtig zum Bolkssport entwickelt. Auch der Arbeiter- Turn- und Sportbund schenkte dieser Das am Sonnabend, den 27. September, und am Sonntag, den Tatsache mehr Beachtung. Der bereits eingeführte Fußballbetrieb 28. September, vom Arbeiter Schwimmverein Wien mußte erweitert werden und man begnügte sich nicht mehr lediglich mit der bisher üblichen Feststellung der einzelnen Kreismeister, sondern ging zur Austragung der Bundesmeisterschaft über. Im crsten Jahre war es Nürnberg, die nächsten drei Jahre Leipzig und neuerdings Dresden, die die besten Mannschaften des Bundes stellten. Der Inhaber der Bundesmeisterschaft begnügt sich lediglich mit dem ideelen Wert der größten Leistungsfähigkeit und verzichtet auf jede besondere Auszeichnung durch Bokale, Kränze usw. Die Märkische Spielvereinigung( MSB.), die die Mannschaften Berlins in einem Verband zusammenfaßt, war wohl recht oft durch einen ihr angeschlossenen Vereine vertreten. Doch fonnten sich diese nie ganz durch sezen Bedauerlicherweise muß also festgestellt werden, daß Berlin frog der großen Anzahl von Vereinen noch nie die Bundesmeisterschaft an sich reißen fonnte. In Städtespielen, die von sogenannten Auswahlmannschaften ausgetragen wurden, waren schon eher Erfolge zu verzeichnen. Gegen den sächsischen Kreis, der, wie schon erwähnt, zum vierten Male den Bundesmeister stellt, fonnten die Berliner aber nur ein 1: 0- Resultat als bisher besten Erfolg herausholen; zu einem über zeugenden Sieg hat es noch nie gereicht. Um so mehr lenkt fich Abteilung: Willi Mielke, Berlin D., Weidenweg 27. Geschäftsstelle: Alfred Behrends, Berlin MW. 87, inzendorfstr. 7. Touristen- Verein ,, Die Naturfreunde", Abt. Norden. Am Dienstag, den 7. Oktober, findet in der Schulaula Sonnenburger Str. 28, ein Vortrag des Genossen Priester statt mit dem Thema: Körperbildung und Tanz." Der Vortrag verspricht sehr interessant zu werden. Eintritt frci. Gäste Ruber- Werein Collegia Charlottenburg( Bootshaus a. d. Havel). Abrudern findet am Sonntag, 12. Oftober, statt. Vormittags 9 Uhr Korsofahrt um Lindwerder. Nachmittags 2 Uhr interne Regatta vor dem Bootswerder 7a, bei Spandau. Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Gäste herzlich willkommen. Schwimmverein Vorwärts 1897 E. B. Am Sonnabend, den 11. Oktober, abends 7 Uhr, Fortsetzung der Vollversammlung im Gewerkschaftshaus, Engelufer 23, Gaal 1. Es ist unbedingt Pflicht eines jeden Mitgliedes, zu dieser Bersammlung zu erscheinen. Achtung, Schwimmer, 1. Areis, 6. Bezirk. Sigung der technischen Kommission am Donnerstag, den 9. Oktober, abends 18 Uhr, in der Wald. Fahrverbindung Stadtbahn bis Bahnhof Beuffelstraße, Straßenbahn Linie 14. Erscheinen aller Technifer unbedingt notwendig, da das Programm zum Bezirksschwimmfest am Sonntag. den fchänke" am Freibad Blößensee. 18. Januar 1925 fertiggestellt werden muß. Bericht über die Regeländerungen, die am 4. und 5. Oktober in Leipzig beschlossen wurden. Bezirks. ichwimmwartesizung am Montag, den 13. Oktober, abends 18 Uhr, im Lokal Mühlen. Ecke Brommnstraße. Die technischen Funktionäre aller Echwimmvereine des 1. Kreises müssen erscheinen. Tagesordnung: Bericht von den Berhandlungen der Kreisschwimmwarte vom 4. und 5. Oktober in Leipzig. Aenderungen der allgemeinen Wettkampfordnung. Bezirksschwimmfest am Sonntag, den 18. Januar 1925. Verschiedenes. Wegen der wichtigen Tagesordnung müffen a Ile Vereine vertreten fein. Bundesschulfiliale Berlin. Gonntag, den 19. Oktober, gemeinsame Partie der Jungmädchen-, Jugend- und Männerklassen. Näheres in den Turnstunden. Niemand darf fehlen! im Jörger- und Dianabad veranstaltete Schwimmfest hatte durch die Vertreter des Neuköllner Vereins Freie Schwim mer" und eines Sportgenossen vom ASV. Leipzig einen internationalen Charakter. Die elf Mann starte Mannschaft der Neuföllner traf am 26. September nach 19stündiger Fahrt auf dem Wiener Westbahnhof ein. Der Empfang war ein überaus herzlicher. Nachdem die Gäste sich schnell mit der Schwimmbahn des Jörgerbades vertraut gemacht hatten, wurden die Quartiere aufgesucht. Der ASV., der über einen Bestand von etwa 35 000 Mitgliedern verfügt, hatte durchweg gute Kräfte an den Start gebracht, so daß schon alles gespannt war, als am Sonnabend abend um 7.30 Uhr das Zeichen zum ersten Start ertönte. Die Freistil stafette über 6 × 50 meter holte sich nach hartem Kampf der festgebende Verein vor den Neuköllnern. Als nächstfolgende internationale Konkurrenz folate das Männerrückenschwimmen der Klasse A über 100 Meter. Hier war Wien wieder erfolgreich durch seinen Schwimmer 2igner. Er erzielte dabei die gute Zeit Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Mittwoch, 7 Uhr, Sigung des Geselligkeits. von 1.25.8( Bundeshöchstleistung). Zwischendurch wurden interne in der Geschäftsstelle. Sonnabend: Die außerordentliche Vereins. Wettkämpfe eingeschoben, die an Schärfe und Spannung den Hauptversammlung findet nicht im Gewerkschaftshaus, sondern in den Sophien fämpfen um nichts nachstanden. Es folgte nun die mittlere Strecke fäten, Gophienftr. 17/18( Sadefcher Markt), statt. Anfang Punkt 7 Uhr. Sportklub Zurich 02". Neuer Jiu- Jitsu- Kursus. Beginn Dienstag, den 14. Ottober, 28 Uhr, in der Turnhalle Köpenider Str. 2( am Schlef. Tor). abend in der Badeanstalt Turmstraße beginnt am Dienstag, den 7. Oktober, Schwimmverein Borwärts" Berlin 1897. Der erste reservierte Uebungsabends 7-9 Uhr. Der Verein hat den Zweck, das Schwimmen in Arbeiterfreisen zu verbreiten, und erteilt unentgeltlichen Schwimmunterricht an alle weiblichen und männlichen Mitglieder von 6 Jahren an. Die Arbeiterschaft des Bezirts Tiergarten wird aufgefordert, sich rege an den Uebungsabenden zu beteiligen. Theater Lichtfpiele LESW. Staats- Theater Opernhaus 7: Troubadour Opernhaus am Königsplatz 72: Gianni Schicchi Kammertänze. Der Leierkasten Das Schauspielhaus 72 Uhr: Medea Schiller Theater 7: Guten Morgen, Mr. Fischer! Fest d. Handwerker Volksbühne 72: Schneid. Wibbel Deutsch. Theater 8 Uhr: Der Kreis Kammerspiele 72 Uhr: Die tote Tante und andere Begebenheiten Theater i. d. Königgrätzer Str. 8 Uhr: Erich XIV. Komödienhaus 8: Der unwiderstehlich. Kassian Th. a. Nollendorfpl. 7.30: Die Geliebte Sr. Hoheit mit Fritzi Massary Berliner Theater Tägl. 7.30 Uhr: Der süße Kavalier Sil Das prachtvollste Schneeweiß zeigt iede Wäsche, die mit Sil behandelt ist. 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Theater Kate Dorsch/ Jeh. Riemann Chausseestr. 30/31 Hans Junkermann Dir.: Wilh. Dieterle Neues Operettenhaus Täglich 8 Uhr: R. Valentin/ Lisl Karlstadt in 7 Uhr: Tolkening Vorstadttheater" von Alfred Brust Burleske v. Karl Valentin Residenz- Th. Wallner- Theat. Dir.: Fel. Meinhardt| Täglich 8 Uhr: Die vier Tägl. 7 Uhr: Uriel Acosta Rose- Theater Dir.: B Rose Schlaumeier Alt- Heidelberg Anfang 7.45 Circus m Apollo 8 Uhr 8 Uhr Theater Direktion: James Klein Die erste große Revue Posse Das lachende Berlin In den Hauptrollen: Paul Beckers( Gast) Senta Söneland Else Balzer- Lichtenstein Erich Poremski Else Reval 3 Manleys The Twins Giorgi v. d. Scala Mailand Unter anderem: Die lebende Schreibmaschine Das Massen- Himmelsbett Die Wembley- Ausstellung Parkett 2,50 Kleine Eintrittspreise KRONE Rennen zu Grunewald SchönhauserAlles Hochbbf.Danzigerstr Telephon: Humboldt 705 Morgen letzter Tag! Schluss am 8. Oktober Die SENSATION BERLINS!!! 85 Täglich abends 8 Uhr. 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