fe.494 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 251 Bezugspreis: Böchentlich 70 Goldpfennig, monatlich 3,-Goldmark vocaus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luxemburg 4.50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmar! pro Monat. Der., Borwärts mit der Sonntags. beilage Bolt und Reit" mit„ Gied. lung und Kleingarten". sowie der Unterhaltungsbeilage Seimmelt und Frauenbeilage Frauenstimme ericheint wochentäglich aweimal, Gonntags und Montags einmal, -ANO Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Goldpfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. geile 0,70 Goldmart, Reklamegeile L- Goldmart.„ Kleine Anzeigen" bas fetigebrudte Bort 0,20 Goldmart( auläffig amei fettgedruckte Borte), jebes weitere Wort 0.10 Goldmart. Stellengesuche bas erfte Bort 0,10 Goldmart, jedes weitere Mort 0,05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen file awei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 0,30 Goldmart. Eine Goldmart ein Dolar geteilt burch 4,20. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden. ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr frillb bis 5 Uhr nacm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Donhoff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Sonntag, den 19. Oftober 1924 Die Woche fängt gut an! Die Krise dreht sich weiter. WTB. meldet am Sonnabend- Abend: Die Verhandlungen, die der Reichstanzler heute über die Erweiterung der Reichsregierung geführt hat, haben noch nicht ein abschließendes Ergebnis gezeitigt. Der Reichstanzler beabsichtigt, die Verhandlungen bis Montag abend zu Ende zu führen. Solche Endtermine find schon oft genannt worden, ohne eingehalten worden zu sein. Die von der Volkspartei frivol herbeigeführte Krise geht trotzdem weiter und macht Deutschland zum Gespött der Welt. Der Tag" wußte gestern von Differenzen zwischen dem Reichspräsidenten und dem Reichskanzler zu melden. WTB. bezeichnet das mit Recht als„ tendenziöse Erfindung". Man wird daraus vielleicht wieder umgekehrt zu folgern ver suchen, daß das Vorgehen des Reichskanzlers auf das Konto des Reichspräsidenten zu buchen sei. Auch das ist natürlich volltommen falsch. Die Berantwortung trägt der Reichskanzler, fie kann nicht auf das Staatsoberhaupt abgewälzt werden, das man durch Verbreitung aller möglichen und unmöglichen Gerüchte aus seiner Zurückhaltung hervorzulocken versucht. Mit welchen Mitteln alberner Stimmungsmache gearbeitet wird, geht auch daraus hervor, daß das Gerücht verbreitet wird, die Sozialdemokratie habe resigniert", sie habe fich mit der Unvermeidlichkeit des Bürgerblocks abgefunden", bie Schwierigkeiten lögen nur noch bei den Demokraten". Die Sozialdemokratie hat unzählige Male in ihrer Presse und durch ihre Bertreter bei offiziellen Unterhaltungen erklärt, daß nach ihrer Ueberzeugung der Bürgerblock das Verderben Deutschlands ist, und daß fie gegen ihn, möge er nun mastiert oder unmastiert in Erscheinung treten, einen un erbittlichen Kampf führen werde. Sie hat unzählige Male erklärt, daß sie in der Befragung des Boltes das einzige Mittel erblickt, um den Skandal dieser Krise zu beenden. Im übrigen wurde gestern im Reichstag zur Abwechslung erklärt, daß die Verhandlungen über den Bürgerblock aussichtsLos seien, und daß daher morgen, Montag, die Auflösung des Reichstags erfolgen werde. Soweit es in Deutschland überhaupt noch Wahrscheinlichkeiten gibt, ist dies auch wahrscheinlich. Die Deutschnationalen erlaffen folgende Erklärung: Der Vorschlag der deutschnationalen Ministerliste ist dem Herrn Reichskanzler Mart nicht überreicht worden, weil die Vorausfegung dazu noch nicht gegeben war. Die in der Presse bisher gebrachten Bermutungen über die Ministerliste entbehren jeder Grund Sonnabendnachmittag machte sich eine steigende Befrem lage. In der Sitzung der deutschnationalen Reichstagsfraktion am dung(!) über die insbesondere durch das Verhalten der Demofratischen Partei nochmals verursachte Hinauszögerung einer Entfcheidung deutlich bemerkbar. Die Armen erleiden Tantalusqualen. Sie riechen schon das Leder der Portefeuilles. Und können sie noch immer nicht ans Herz drücken. * Eine Parlaments- Korrespondenz macht über die Erflärungen, die von den demokratischen Vertretern dem Reichsfangler Mary abgegeben wurden, folgende näheren Angaben: Die Demokraten halten unbedingt an ihrem früheren Beschluß fest, daß sie feinem Mitglied ihrer Partei die Zugehörig keit zu einem durch Deutsch nationale ergänzten Kabinett feit zu einem durch Deutsch nationale ergänzten Kabinett gestatten fönnten. Es sei keine Rede davon, daß die demofratische Fraktion einer solchen Regierung etwa mit wohlwollender Neutralität begegnen werde. Sie werde zwar nicht sofort auf den Sturz eines solchen Kabinetts hinarbeiten, werde auch ihren polis tischen Grundsätzen getreu eine Außenpolitik unterstüßen, die sich in der bisherigen Richtung bewegt. Die demokratische Fraktion be halte sich aber in der Innenpolitik volle Handlungsfreiheit vor und fühle fich als Gegnerin des Rechtskabinetts, wie es nach den bis herigen Mitteilungen geplant ist. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Posticheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depositenkaße Lindenstraße 3 1 Von anderen Dingen. Nur nichts davon...! 3. R. 3, der nun unter dem Namen ,, Los Angelos" in die amerikanische Luftflotte eingereiht ist, hat die Welt ver fleinert. Neue Perspektiven des Weltverkehrs haben sich er öffnet. Die Kontinente rücken näher aneinander. Der Atlantische Ozean, einst die unüberbrückbare Scheide zwischen Europa- Asien und den unbekannten und unerforschten Ländern der Neuen Welt, dann die große Verbindungsstraße zwischen den Kontinenien, wird nun in rasender Fahrt von mit donnernden Motoren, die den Triumph der Technik in Schiffen überquert, die stolz über den Wolken dahinsegein brausender Sinfonie verkünden. Triumphgesang Technik, Triumphgesang der Naturbeherrschung, Triumphgesang von Geist und Arbeit! Alle Wege des Weltverkehrs werden fürzer. Die Völker rücken näher aneinander. Was die Politik und der Krieg auseinanderreißt, das führen Technik und Arbeit wieder zusammen. Technik und Arbeit gehen voran und weisen den Weg. der Der Schrei der Uebergroßstadt New York, der millionenfach zu dem deutschen Luftschiff emporstieg, war eine grandiose Herrscherwillens. Ein Rausch riß die Millionenmenge in Manifestation menschlichen Lebenswillens und menschlichen fiebernder Erwartung und brausendem Ausbruch zusammen mente, das Bewußtsein der gigantischen menschlichen Macht, - das Hochgefühl menschlichen Herrschertums über die Eledie aus dem gemeinsamen Wert erwächst, an dem Tausende von Hirnen und Händen durch Generationen arbeiteten. Ueber den Ozean hinweg, über alle Grenzen, über alle Politik hinweg rüttelte mit elementarer Gewalt ein menschliches Gemeinschaftsgefühl an den Menschen, die emporblickten zu dem Uebersegler des Ozeans und in fieberhafter Spannung seinen Flug verfolgten. Auch in England, auch in Frankreich! Schon läßt sich fühlen, wie die technische Großtat an völterhemmenden politischen Verträgen rüttelt, stärker als es Politit bisher vermochte. Schon hängt das Geschid weniger drohend über den Wertstätten, die das stolze Schiff schmiedeten. Das Zentrum hat am Dienstag beschlossen, nur dann in den Bürgerblock zu gehen, wenn auch die Demokraten mit machten. Es hat dann am Donnerstag die Feststellung ge= Ein Weltenverbinder, ein Bölterverbinder, ein Wegtroffen, daß die Erweiterung der Regierung nach rechts geweiser, ein Bahnbrecher! Nicht Herrschaft von Völkern über fcheitert sei. Die Demokraten beharren bei ihrem alten Völker, von Menschen über Menschen Beschluß, nicht mitzumachen, das Zentrum hat noch feinen Bölkern, Gemeinschaft von Menschen, um in der Gemeinschaft Gemeinschaft von neuen gefaßt. das Leben zu erkämpfen und zu erhöhen im Ringen mit den Elementen, in der Ueberwindung und Beherrschung von Raum und Zeit das ist der Gesang seiner brausenden Motoren hoch in den Lüften. Ein Symbol menschlicher Freiheit, ein Symbol kommender Bölkerfreiheit in der Gemeinfchaft, ein Symbol unserer eigenen fommenden Freiheit. Aus unferen Hirnen, aus unserer Arbeit wird sie emporsteigen! Seht das Symbol! Da stellt es Deutschland mitten hinein in die Völkergemeinschaft, da weist es unserer Politik die Wege zur fommenden Freiheit. Herr Wallraf hat die nächste Sigung des Reichstages end gültig" auf Mittwoch, den 22. Oktober, angesetzt. Auf der Tages ordnung stehen Beamtenfrogen, außerdem Wohnungs- und Sied Auch die geftrige Sigung des Reich stabinetts hatte lungsfragen, eventuell eine Erklärung der umgebildeten Regierung. fein Ergebnis. Dienstag 5 Uhr nachmittags tagt der Aeltestenrat. Sozialdemokratische Regierung in Schweden von Anatole France spreche ich Ihnen unseren lebhaftesten Dank aus Das dritte Kabinett Branting. Stodholm, 18. Oktober.( Eigener Drahtbericht.) Genosse Hjalmar Branting, der die Kabinettsbildung übernahm, hat rasch seine Ministerliste zusammengebracht. Das neue kabinett erhäit folgende Zusammensehung: Präsidium: Branting. Inneres: Möller( auch Soziales). Aeußeres: Prof. Undén. Juffiz: Nothin. Militär: Hansson. Finanz: Thorison. Handel: Sandler. Berkehr: Carison. Acerbau: Cinders. Ohne Reffort: Wigfors und Levinson. Prof. Undén ift Völkerrechtslehrer und Mitglied der bisher von Branting geleiteten schwedischen Böfferbundsabordnung. Möller und Hansson find leilende Redakteure des Stockholmer " Socialdemokraten". Thorsson war auch schon im früheren Kabinett Branting Finanzminister, Levinson war bisher Staatsfefrefär im Wehrminifterium und wird der Sprechminister in den bevorstehenden Militärdebatten sein. Alle Minister sind altbekannte Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei. Chefredakteur des Stockholmer Zentralorgans unserer Partei wird Abg. Genosse Engberg. Zum Tode von Anatole France. Die Vorsitzenden des Deutschen Friedensfartells haben anläßlich des Todes Anatole Frances folgendes Telegramm an den Präsidenten der französischen Kammer, Herrn Painlevé, gefondt: Als Vorsitzende des Deutschen Friedenstartells noch erfüllt von den Eindrücken des hier abgehaltenen 23. Weltfriedenskongresses, sprechen wir herzliche Teilnahme aus an dem Verlust, den Frankreich und die Welt erlitten haben durch den Tod des großen Dichters, der so ganz Franzose und zugleich so gang Weltbürger war." Dem Deutschen Friedenskartell ist darauf sceben vom Rammer präsidenten Bainlevé folgendes Antworttelegramm zugegangen: Im Namen der Verwandten, der Freunde und der Bewunderer für die wertvolle Sympathiekundgebung, die Sie uns freundlichst haben zukommen lassen. Painlevé." Das Begräbnis. Paris, 18. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Unter Beteiligung des gesamten offiziellen Frankreich wurden am Sonnabendmittag die Sterblichen Ueberreste Anatole Frances zur letzten Ruhe gebracht. Am Quai Malaquais, in unmittelbarere Nähe des Geburtshauses des großen Toten, vor dem Institut de France", das in ihm feier Ledeutendstes Mitglied verloren hat, war der Sarg auf einem Katafalt mit schwarzen und violetten Behängen und reichem Blumenschmuck aufgebahrt worden. Abordnungen wissenschaftlicher, litera rischer und politischer Gesellschaften und Vereine hatten zu beiden Seiten der Bahre Aufstellung genommen. Auf der Tribüne hatte sich der Präsident der Republik, umgeben von fämt lichen Mitgliedern der Regierung, eingefunden. Unter den geladenen Gästen bemerkte man neben den Präsidenten con Kammer und Senat u. a. den ehemaligen Ministerpräsidenten Caillaux, der, durch Spruch des reattionären Staatsge: richtshofs unter Clemenceau von Paris verbannt, von der jetzigen Regierung die Erlaubnis erhalten hatte, nach Paris zu kommen, um feinem persönlichen Freunde die letzte Ehre zu erweisen. Reden wurden gehalten von Painlevé im Namen des Parlaments, von dem Unterrichtsminister Albert für die Regierung, dem Hiftoriter Hanotaur für die Akademie, dem Schriftsteller Lecomte im Hanotaur für die Akademie, dem Schriftsteller Lecomte im Namen der literarischen Verbände, von Buisson für die Liga für Menschenrechte, von Léon Blum für die Sozialistische Partei und von Jouhaug für den Allgemeinen Gewertschaftsbund. Die Ueberführung des toten Dichters auf den Friedhof von Neuilly fand unter ungeheurer Beteiligung der Pariser Bevölkerung statt. Die ersten Unterhausmandate besetzt. Kampflos gewählt: 10 Arbeiterparteiler, 30 Konservative London, 18. Oktober.( Eige ter Drahtbericht.) Am Sonnabend find offiziell für die 615 Siße des Unterhauses rund 1400 Randi daten nominiert worden. Der einzige Arbeiterminifter, der ohne Gegenfandidaten als gewählt zu betrachten ist, ist der Postminister Hartshorn. Wahrscheinlich werden noch neun andere Ar beiterkandidaten ohne Wahlkampf ihren Abgeordnetenfig erhalten. Die Konservativen erhaltet über 30 Sige ohne Wahlkampf, auch ihr Führer Baldwin. Und wir? Die deutsche Politif? Aber nein, nichts von Politif, nichts von dem politischen Deutschland! Reden wir von England! Das traditionelle Parteien- und Herrschaftssystem des Mufterlandes des Barlamentarismus erfährt eine Revolution von weltgeschichtlicher Bedeutung. Der traditionelle Wechsel der Herrschaft zwischen Liberalen und Konservativen ist vorüber: gemeinsam haben Liberale und Konservative auf den Sturz der Arbeiterregierung hingearbeitet, gemeinſam ziehen sie in den Wahlkampf gegen die Arbeiterpartei. Die klassische Form des Herrschaftswechsels im parlamentarischen System, der Wechsel der absoluten Barlamentsmehrheit, wird abgelöst durch den Wechsel der relativen Mehrheiten. Die Probleme der Koalitionspolitik werden brennend. Die Zeit des Uebergangs ist gekommen, in der nichts beständig ist als der Wechsel, das Hin- und Herschwanken der Macht und des Einflusses der Parteien, bis eine von ihnen am Ende so fest und so dauernd und so mächtig im Bolte verwurzelt sein wird, daß eine neue Zeit der Stabilität und der Kontinuität der Staatsleitung beginnt. Die großen Faktoren der Geschichte und der Wirtschaft setzen sich nicht schlagartig und gradlinig durch, es bedarf menschlichen Ringens und menschlichen Irrtums von Generationen, um neue Systeme durchzusehen. Ein Volk aber lebt auch in der Uebergangszeit, die zwei Systeme des staatlichen Lebens verbindet. Die hemmenden Probleme seines Lebens sind in der Uebergangszeit nicht aus der Welt. Sein inneres staatliches Leben, die Grundlage geordneten Wirtschaftens, muß in Ordnung und im Gange gehalten werden, die notwendige Arbeit von Gesetzgebung und Berwaltung muß weitergehen, bie notwendige Regelung seiner Beziehungen zu anderen Völkern darf nicht vernach lässigt werden. England erlebt die Uebergangszeit gerade in einer Epoche, in der brennende aktuelle Probleme gelöst werden müssen. Die sozialen Verhältnisse in England, das Arbeitslosenproblem, die Regelung der Beziehungen zu Frankreich, zu Deutschland, zu Rußland, die Regelung der Beziehungen zu den neuerworbenen und neuprotegierten Teilen des Weltreiches, die Entwicklung Indiens eine Fülle grandioser Probleme harri der Lösung. Sie vernach lässigen über den Problemen des innerstaatlichen Lebens be- deutet Anarchie und Zerfall. Eine solche Uebergangszeit erfordert politische Führung. Eine Führung, die mit dem Gegebenen rechnet und über dem Ziele der Zukunft das Notwendige der Gegenwart nicht über- sieht, und doch ihre Blick« unverrückbar auf die großen grund- sätzlichen Ziele in der Zukunft heftet, denen die Zeit entgegen- reift. Die englische Arbeiterpartei erfüllt diese schwerste aller vclitischen Aufgaben mit unvergleichlichem Geschick und Würde. Macdonald ist Führer. Der Widerstand gegen seine Politik wuchs, eine Koalition gegen ihn schloß sich zusammen. Seine Regierung, die seinem Lande Ansehen und Ehre ge- geben hat, ging einer schleichenden Krise entgegen. In der schleichenden Krise mußten notwendig die Zügel der Regie- rung am Boden schleifen, mußten die brennenden Probleme des Tages ungelöst bleiben und Schwierigkeit über Schwierig- keit, Verwicklung auf Verwicklung entstehen— wochenlang, monatelang vielleicht. Macdonald, der Führer, hat nicht nur seiner Partei eine günstige Situation wahrgenommen. Er hat seinem Lande eine Zeit der schleichenden Krise, der drohenden Anarchie, der Würdelosigkeit, der Beschämung erspart. Mit männlicher Tat hat er um des Landes willen dem Volke selbst erneut die Eni- scheidung in die chand gegeben, und so wahres Führertum und echt demokratische Gesinnung verbunden. Ein lehrreiches, ein großes Beispiel für alle Völker, die ähnliche Uebergangszeit durchleben! Uns drängt sich die Parallele auf: Ramsay Macdonald— Wilhelm Marx. Aber nein, nein, reden wir nicht von Deutschland! * In Boulogne-sur-Mer tagt gegenwärtig der Kongreß der radikal-sozialen Partei, heute wird der Ministerpräsident H e r r i o t eine mit großer Spannung erwartete Rede vor den Delegierten halten, die gewissermaßen ein Rechenschafts- bericht sein wird, den der bisherige Vorsitzende und jetzige Regierungschef vor den Vertrauensmännern seiner Partei ablegen soll. In den früheren Iahren hieß es allgemein in Frankreich, die Radikal-Sozialcn seien zum baldigen Ver- schwinden oerurteilt, denn sie hätten mit der Erledigung des französischen Kulturkampfes ihre eigentliche Daseinsberechti- gung verloren. Und wenn alle diese Propl�ezeiungen durch die Tatsache widerlegt werden, daß die Partei Herriots bei den letzten Wahlen wieder einmal als die stärkste aus dem Kampfe hervorging, so liegt es nicht nur an der Unvorsichtig- keit der Reaktion, die unter dem Deckmantel des Nationalen Blocks versuchte, diesen Kulturkampf neu zu entfachen, es liegt auch an der alten politischenSchulungdesfranzö- fischen Bürgertums, das übe? alle rein Wirtschaft- lichen Interessen hinweg noch einige überlieferte Ideale aus den früheren Revolutionen zu wahren verstanden hat. In Frankreich gibt es eine starke, lebensfähige, k a m p f e s f re u d i g e bürgerliche Demokratie, die sich in den entscheidenden Stunden auf die Seite der Arbeiterschaft gegen die plutokratisch-schwcrindustrielle Re- aktion stellt und Schulter an Schulter mit ihr ringt. Es ist gar nicht zu leugnen, daß dieses überlieferte tätige Interesse der französischen bürgerlichen Demokratie, die stets frei von jedem Untertanengeist gewesen ist, an den Geschicken der Nation wesentlich dazu beigetragen hat, Frankreich nach seiner schweren Niederlage von 1870-71 wieder hochzubrin- gen und ihm die Sympathien und die Hochachtung des Aus- landes zu gewinnen. Das hat sich im Jahre 191ä in einem für Deutschland sehr schmerzlichen Maße gezeigt: und auch im Jahre 1924 ist es den vereinten Kräften der bürgerlichen und der proletarischen Demokrat:» innerhalb weniger Wochen gelungen, Frankreich aus jener moralischen Isolierung zu befreien, in die es durch die Rcchtsblockpolitik Poin- c a r � s hineinmanövriert worden war. Starke, kampfesfreudige bürgerliche Demokratie, treu ge- hütete Ideale aus bürgerlichen Revolutionen der Vergangen- heit, Emanzipation vom Geiste des Untertanen, gemeinsamer Der verlorene Standpunkt. Ich habe das schon immer gesagt: und ich habe das— so wahr irnr Hesiferich helfe— durchaus nicht, wenigstens nicht nur, aus Loialpatriotismus behauptet: Man kann zuweilen sogar in Berlin etwas erleben. Ich habe an diesem Glauben mit einer Art von oerbisienem Fanatismus festgehalten, trotzdem die Kätnersfrau Wilhelmin« Pege- low aus Pribslaw bei Schivelbein in Hinterpommern mir schon 1917 sagte:„Ik wet nich, wo Ii in Berlin lewen künnt. Ii möt doch dotblicwen vor Langemiell" Mein Glaube ist belohnt worden. Und zwar in der durch die Kirche traditionell vorgeschriebenen, also klassischen Form— durch ein Wunder. Wenigstens— und für diesen Ausdruck kann ich mich wieder auf einen klasitschen Zeugen, den verflosienen Herrn Reichs- kanzler Michaelis berufen— wie ich es auffasse. Höven Sie zu! Ich kam gestern am Reichstag vorüber. fBitt«! Ruhel Das ist durchaus nicht verdächtig. Mein Schneider wohnt in der Nähe.) Plötzlich stürz: aus«wer Ssitentür«m Herr hervor, leb- Haft gestikulierend und mit sich selbst laut sprechend. Das fiel mir auf. Selbstverständlich— dann besser« Herren sprechen nicht laut mit sich selbst auf der Straße, das machten sie un Sanatorium ab. Und schließlich mag man vom Reichstag denken, was nian will, auch mir ist bekannt, daß man dort viel und laut mit sich selbst spricht, aber trotzdem müßte man doch wohl die Behauptung, der Reichstag s e i«in Sanatorium, nur als schlechten Witz ansehen. Indem gestiku- liert dieser Herr an mir vorüber. Nun ist meine Wirtin, Frau Pinsternagel in Berlin-Wilmersdorf, ein« enrogierte Leserin der Scherlpresse. Auf einem gewissen Ort lagert ständig wenigstens ein Jahrgang der„Woche'. Auf diese Weise(— ob August Scherl auch damit gerechnet hat?!—) bin ich selbst bereits gut bekannt geworden mit all den Leuten, die uns herrlichen Zeiten entgegen führten. Da ich außerdem durch einige Besuch« von Sechstageremien und völ- tischen Versammlungen mir so etwas wie«inen kriminalistischen Scharfblick erworben habe, so konnte ich zwar nicht feststellen, wer dieser Herr war. aber doch, daß er in Augusts„Woche" in Ehren abkonterfeit war. Das wäre nun natürlich alles nichts Besonderes, aber jetzt kommt jw'such erst das, was ich eigentlich erzählen will, und warum ich an dem Tag nicht zu meinem Schneider gekommen bin. Also, wie dieser Reichstagspatient gerade meinen Weg kreuzt, höe ich ihn deutlich murmeln:„Ich habe meinen Standpunkt verloren, meinen Standpunkt verloren...' Nun hat ja jeder schon allerlei verloren, nicht nur den Regenschirm oder den Zahn oder die Geduld. aber, bcc- müssen Sie schon zugeben, die Erklärung eines besseren lierrn auf offener Straße,«wen Standpunkt verloren zu haben, hat etwas Ungewöhnlichem Ich jedenfalls war davon derartig be- troffen, daß ich ohne Bedenken meinen Schneider Schneider sein ließ und diesem interessanten Herrn folgte. Ich folgte, er murmelte, er Kampf der bürgerlichen und proletarischen Kräfte des sozialen Fortschrittes gegen die Reaktion, Wiederausstieg eirted Volkes nach schwerer Niederlage durch Gewinnung der Sympathien der demokratischen Außenwelt— uns scheint, daß das deutsche Volk in dieser Hinsicht manches von Frankreich lernen könnte. Aber reden wir nicht von Deutschland, reden wir nicht vom neuesten trübsten Kapitel der deutschen Geschichte! >» Die schwedischen Wahlen sind vorbei. Schlag auf Schlag sind die Schlußfolgerungen gezogen worden— wie es dem Geiste der Demokratie und des Parlamentarismus entspricht. Der Ausgang der Wahl bedeutete Regierungskrise — Regierungskrise heißt Zwang zur Lösung. In wenigen Tagen ist diese Aufgabe erfüllt worden. Schweden hat eine Regierung. Aber Deutschland? ch Z. R. 23, der kühne Uebersegler des Atlantik, hat in stolzem Fluge, im brausenden Triumphgesang seiner Motore, die Grenzen der moralischen Isolierung Deutschlands gesprengt. Da sprach man in den Wandelgängen des Deutschen Reichs- tags, Z. R. 3 hat soviel gewonnen, daß Herr Stresemann ein halbes Jahr brauchen wird, um zu zerstören, was Z. R. 3 gewann. Aber da reden wir von deutscher Politik, von Herrn Stresemann, von deutscher Regierungskrise. Nein, reden wir nicht davon! O nein, nein, pfui, pfui! „ftegierimgstolT. Deutschnationales Urteil über Teutschnationale. Am 29. August hatte der Kanzler die A u f l ö s u n g s- genchmigung in seiner Aktentasche. Aus Angst vor der Auflösung kommandierten die Deutschnationalen 48 ihrer Mitglieder zum Jasagen ab, oder wie die„Deutsche Tageszeitung" das ausdrückte: sie übten „Vernunft", um der Auflösung zu entgehen. Dafür ließen sie sich als gute Kaufleute von den Strese- männern und einigen Zentrumsleuten vier Mini st er- sitze versprechen. Als aber die Abstimmung vorüber war, ging der Krach im eigenen Lager los. Mißtrauens- b c s ch l ü f s e gegen die Jasager Hagelten nur so und der Rück- tritt der Führung— lies: Hergt— wurde stürmisch verlangt. Schließlich sagte Hergt selbst, um dem Sturm zu begeg- neu, eine„Reform der Partei an Haupt und Gliedern" zu und kündete„schärfste Opposition" für den Fall an, daß sie nicht den versprochenen maßgebenden Einfluß im Kabinett er- hielten. Seit der Zeit schachern und feilschen sie nun um die Ministersitzc mit einem Eifer, den sie in ihrre eigenen Sprache als„orientalisch" zu bezeichnen pflegen. Aber während die Bolksparteiler ihnen als Lakaien nach- laufen, um ihnen Trosttropfen gegen ihre Zerfetzungskrankheit zu spenden, rührt sich im Körper der Deutschnationalen Partei der Widerspruch gegen solche Tränklein. Ein„hervorragendes Mitglied" der Deuifchnationalen spricht in einer Zuschrift an die„Deutsche Zeitung" davon, daß es nur„mit Zittern und Beben" die Zeitungen in die Hand nehme, um über den neuesten Stand der Krise sich zu unterrichten: Wir svayen um immer vorn neuem nicht nur. wie die Lamms- gcduld zu erklären ist. die von unserer Parteileitung bei den un- w ü r d i g e n P e r h a>i i> l u g en mit dem Reichskanzler und den anderen Parteien wegen der Regierungsumbildung bewiesen wird, sondern wir gehen den Dingen auf den Grund und werfen die Frage auf, w:««s überhaupt zu erklären ist, daß denkende Politiker von Nomen und Ansehen sich darauf versteiseu, ln eine Regierung hinein zu wollco, deren wesentlichsls Vertreter aus tausend guten Gründen von der Part.i bekämpst werden mußten, die sich in nichts geändert haben, sondern im Gegenteil ihren Weg zum Jnter. nationalen folgerichtig weiter gegangen siiud.... Deshalb möchte ich für mich und im Namen nicht gleichgültiger Gestnnungs- murmelte, ich folgte in einem der Eigenort der Situation mir an- gemessen erscheinenden Abstand von fünf Schritten. Das ging so bis da. wo Wintergarten und Zentralhotel«ine etwas wilde Eh« eingegangen lind. Am Ufer war es ziemlich menschenleer gewesen. Nur ein paar Jungen hatten gerufen:„Kiek mal, det is'n Mieterrat', aber was sagen Iungens nicht, und übrigens, was soll das auch heißen? Aber hier am Wintergarten, wo die letzten Pferdebufse stellen, kam es anders. Mein Herr geht auf«inen zu. Jetzt fragt doch der Kutscher, wo er hin will. Und ich höre, wie der ander« sagt: „Meinen Standpunkt suchen.' Kennen Sie Droschkenkutscher? Dies war jedenfalls einer. Der sieht ihn so von der Seite an und dann sagt er:„Mann— wenn Sic schon am Vormittag'n dowen Geist verschluckt haben, dann lassen Se sich in'n Reichstag wählen, aber lasten Ss nur in Ruh', sonst können S« vielleicht heut noch uf'm Mars Radio zu hören kriegen.' Dies hatten nun aber doch schon verschiedene gehört. Drüben vom Wagen schreit einer rüber:„Du, Mensch, bring den nach'n Fundbureau, da werden sie ihm den Standpunkt schon klar machen.' Nun geschah das, was in Berlin immer geschieht, und deswegen ja meistens auch nichts passiert. In einer Minute war rund um uns rum«ine johlende Mäste. An der Peripherie dieser Mass« hatte sich das Gerücht zu bilden begonnen, einem Kastenboien wäre soeben ein« halbe Million in bar und ncch eine Menge Aktieneffekten(— so sagte einer—) gestohlen worden. Nach dem Zentrum zu hielt sich hartnäckig die Meinung, ans einen Reichstagsabgeordneten wäre ein Attentat verübt worden. Ab und zu schrie einer:„Haut'n doch, det verdammte Aas!' und neben mir sagt einer:„Diese verfluchten Juden, das ist es ja eben— und gemd« jetzt, wo der Zeppelin in Amerika ist. Di« müsten all« an den Beinen aufgehängt werden.' Di« beiden Hauptansichten waren nun gerade im Begriff,«ine Kombination in der Diagonal« der Kräfte miteinander«inzugehen, als es meinem Herrn, der im übrigen immer weiter gemurmelt und gestikuliert hatte, plötzlich gelingt, in den Wagen zu springen, so daß ihn alle sehen können. Jetzt wird es still und da sagt er ganz laut: „Meine Damen und Herren, ich komme soeben aus dem Reichstag—" na und so weiter, ich weiß das nicht mehr so genau, aber schließlich kam wieder die Gesch'chte mit dem verlorenen Standpunkt. Weiter kam er denn natürlich nicht, da ging das Gejohl« los. Aber in dem- selben Augenblick springt jemand von der anderen Seite in den- selben Wagen, schafft sich Ruh« und sagt:„Meine Herrschaften, einen Augenblick! Dem Mann kann geholfen werden.' Damit stellt er sich vor ihn hin, sieht ibn scharf an und fragt ganz Wut:„Sie sind Rcichstagsabgeordncter? Gut.— Sie haben ein« Regierungskrise? Gut.— Welcher Partei gehören Sie an?'„Deutsch« Volksvartei!' „So, Deutsche Volkspartei,' sagt er, hebt— so beschwörend, misten 0:<— beide Hände hoch und sagt:„Sie sind gerettet, Sie haben keinen Standpunkt verloren, denn Sie haben nie einen Standpunkt gehabt!' Damit springt er runter vom Wagen und weg ist er. Was jetzt kam, kann ich nicht so erzählen. Es hat übrigens genostsn für alle Fälle doch den Eindruck schildern, den wir. se länger je mehr, von dem Verhalten unserer Parteilei« tung bei den Verhandlungen über die Regierungsmnblldung be- kommen haben. Wir dürfen dabei nicht außer Betracht lasten, daß unsere Beauftragten weniger ihre Meinung oertreten, als die Beschlüsse ausführen, die in der Fraktion gefaßt worden sind. Und da muß gesagt werden, daß offenbar dort ein: Arl von Regierungslollhett ausgebrochen ist, ohne politische Einstellung, die Urteil und Würde im gleichen Motze vermissen lätzt und die nur eine brünstige Sehnsucht zu haben scheiuk: hinein in die Regierung um jeden Preis, also auch unter Aufopferung von Programmpunk- ten und Versicherungen, die vor der breitesten Oessentlichkeit festgelegt worden sind. „Führende Persönlichkeiten" der Deutschnationalen, sa heißt es weiter,„drängensichdanach.indie Regierung zu kommen und den Jammer vergrößern zu helfen! Ueber die Enttäuschungen, die unsere Partei uns gebracht hat. sind wir längst hinaus, noch nicht aber über das Gefühl der Beschämung, wenn wir so viel Mangel an Würde, und Stolz sehen!" Schließlich kündigt dies„hervorragende Mitglied dar Deutschnationalen Partei in Sachsen den„Regierungstollen" fürchterliche Abrechnung an. insbesondere den in Sachsen gewählten Abg. H o e tz s ch und dem Industrievertreter Dr. Reichert, von denen schon heute das Wort gelte: „Werft sie zu den Toten l" Daß die deutschnationale Seuche der Regierungstollwut durch solche Androhungen eingedämmt werden könnte, ist nicht anzunehmen. Vielmehr sehen die großen Strategen nach dem 29. August alle ihre Anhänger zerflaitern, so daß sie glauben, nur noch durch Eroberung der Regierungssessel ihre Partei zusammenhalten zu können. Deshalb die„Regierung?- tollwut", die sie befallen hat. Gleiches Recht für jedermann. „Ei» bemerkenswertes Urteil." Der armen„Deutschen Zeiwng" ist großes Heil wider- fahren. Sie glaubt von„Severing-Dämmerung faseln zu können und begründet ihre Phantasien mit der Wiedergabe eines Urteils, das die Strafkammer Elberfeld am Freitag in einer Klage des Ministers S e v e r i n g gegen den. verantwortlichen Redakteur der„Bergisch-Märkischen Zeiwng", S i l g r a d, gefällt hat. „Der Inhalt de« angefochtenen Artikels war bekanntlich der Vorwurf, daß die politisch« Polizei in Elberfeld und der Minister mitschuldig an der Ermordung Schlageters gewesen seien. Seinerzeit wurde der Angeklagte von der Straf- kammer Elberfeld freigesprochen unter Zubilligung des§ 193. Das Reichsgericht, das auf Berufung des Staatsanwalts sich ml dem Urtell be fasten mußte, hatte den Spruch an die Vormswnz zurück- gewiesen mit der Begründung, daß zur Heranziehung des§ 193 ein persönliches Interesse des betreffenden Redakteurs vorliegen müsse. Die Strafkammer Elberfeld stellte sich am Freitag auf den Standpunkt, daß dies persönliche Interesse für den Angeklagten zweiselsftei als Vertreter einer nationalen Zeitung gegeben sei und sprach ihn wiederum unter Heranziehung des% 193 frei. Die Kosten, die nicht gering sind, fallen der Staatskast« zur Last. Verteidiger Sikgrads war Rechtsanwalt Dr. Lütg-brune-Göttingen. Di« Be- gründung des freisprechenden Urteils ist für die vaterländische Preste von autzerordenlstcher Wichtigkeit.' Das Urteil ist nicht nur für die„vaterländische Presse" von außerordentlicher Wichtigkeit. Wenn � die Urteilsbegründung vorliegt, wird sich herausstellen, daß die Begründung nicht die geringste Veranlassung gibt, von„Severing-Dämmerung" zu schwätzen, sondern daß vielmehr inderSachedie„Bergisch- Märkische Zeitung" sehr schlecht gefahren ist. Der Freispruch erfolgte lediglich aus formalen Gründen, lediglich deshalb, weil die Strafkammer erneut trotz des Einspruches des Reichs- alles und noch vielmehr in der„B. Z." gestanden. Zwischen Kom- munisten und Völkischen soll es eine schwer« Holzerei gegeben haben. Rost Wolffstein soll auch dabe gewesen sein. Mehrere sollen oerhastet worden sein. In der„Roten Fahne' und in der „Deutschen Tageszeitung' stand jedenfalls noch, die betreffenden Fraktionen würden einen Antrag einbringen, den Polizetpräsi- denten Richter sofort zur Disposition zu stellen. W« das nun alles noch gekommen ist, weiß ich natürlich nicht. Ich hörte nur noch, wie der Mann der Deutschen Volkspartei sagte:„Gott sei Dank, daß ich meinen Standpunkt wieder habe, denn was man n cht hat, kann man nicht verlieren, also muß ich noch haben, was ich noch hatte.' Was er eigentlich damit so richtig hat sagen wollen, Hab ich bis heute mcht rausgekriegt, aber das liegt wohl so allge» mein an der Deutschen Voltspartei. Uebrigens, der Droschken- kutscher rief ihm noch nack):„Sie, Ihnen fahr ik zwischen Weih- nachten und'n ersten Festtag jratis nach'n Reichstag zurück!" verheimlichte Pestepiöemien. Vor einiger Zeit hat Lord Rothschild dem Britischen Museum zu London ein« reichhaltige Sammjung von Flöhen ver- macht. In dieser eigenartigen Kollektion zählt man nicht weniger als 700 Stück dieser wenig geschätzten Tiere. Sie sind sorgfältig konserviert und wohlerhalten. Die Sammlung darf als vollständig betrachtet werden! denn sie umfaßt sämtliche Arten. Es befinde: sich auch«in historischer Floh darunter, jener nämlich, der den sranzö- sischen Gelehrten Gauthier und Raybaud im Jahre 1902 be: ihren Versuchen. Pestbazillen zu übertragen, wertvolle Dienste geleistet hat. Diese Versuche sind damals glänzend gelungen und haben den Beweis erbracht, daß der Floh«in außerordentlich gefährlicher Schmarotzer ist, der vor ollen Dingen Epidemien wie die Pest zu oerbreiten vermag. In den Jahren 1917 bis 1920 hat man diese Gefahr in Paris zu spüren bekommen. Auf dem letzten Aerzte- kongreß in Brüssel hat Dr. Eduard Ioltrain berichtet, wie da- mals in Paris die Pest auszubrechen droht«. Di- Oessentlichkeit hat niemals etwas davon erfahren: denn die Regie- rung wachte mit großer Sorgfalt darüber, daß die K r a n k h« i t s- fälle geheim blieben, um keine Panik aufkommen zu lassen. Zuerst wurde die Erkrankung bei ungefähr zwanzig Menschen innerhalb eines bestimmien Bezirks festgestellt: es waren lediglich solche davon betroffen worden, die kurz vorher Tatenbesuchc gemacht hatten. Man stellte fest, daß Flöhe den Leichnam oerlassen und mu ihren Bissen die Krankheit auf die Lebenden übertragen hatten. Em ondener. ähnlicher Fall wurde bei einem Hausdiener beobachtet, der eine Ratte getötet hatte, ohne indes von dem Tier gebissen worden zu sein. Auch hier oerließen die Flöh« den Kadaver und siedelten auf den Körper des Menschen über. Auf diese Weise verbreitete sich die Pest rasch, und es kamen in kürzester Zeit 93 Fälle vor. Gegen diese Plage setzt« nun«ine cnergische Tätigkeit der Behörden und der Aerzte ein. Die Behörden erklärten den Raiten den Krieg und setzten einen Kopfpreis auf sie aus. Freilich waren die Ratten nicht die eigentlichen Urheber der Seuche, sondern viel- mehr ihr« Flöhe. Der Gegenseldzug, den die Aerzte unternahmen, bestand in sorgfältiger Behandlung der Erkrankten durch Antipest- gerichts dem Redakteur den Schutz des§ 193 zugebil| erregte allgemeines Aufsehen; sie ist von einer seltenen Vollständigligt hatte. Wir wollen uns nicht dagegen wenden, daß diese 3u billigung erfolgt ist. Wir zitieren nur noch einmal, wie schon in unserer gestrigen Morgenausgabe die Begründung des Stralsunder Urteils gegen den Genossen Dr. Bolze in einer Privatbeleidigungsklage. In der Begründung der Verurteilung des Genossen Dr. Bolze hieß es: Denn, wie schon das Oberlandesgericht in Stettin im Urteil vom 12. Mai 1924 unter Bezugnahme auf die Stellungnahme des Reichsgerichts ausgeführt hat, sind berechtigte Interessen des Angeklagten nicht darin gegeben, daß er als Celler des fojialdemokratischen Parteiblattes die Interessen dieser Partei wahrnehmen wollte. Denn die Bresse nimmt, me das Oberlandesgericht ausführt, bezüglich des§ 193 StGB. teine Sonderstellung ein, und die Zugehörigkeit zu einer Partei begründet nicht ein den Täter nahe angehendes Interesse. Im übrigen ist aber ein eigenes Interesse des Angeklagten nicht ersichtlich, zumal er selbst durch den Artikel des Privatfägers nicht angegriffen ist." Klarer fann das zweierlei Maß, mit dem die deutsche Justiz in politischen Dingen zu meffen pflegt, nicht illustriert werden. Der Sozialdemokrat vertritt teine be rechtigten Interessen, wenn er seine Partei verteidigt. Der deutschvölkische Redakteur der„ vaterländischen Breffe" hat selbstverständlich das Recht, von berech tigten Intereffen zu reden, wenn er einem Minister den unerhörten Borwurf macht, an der Ermordung eines Deutschen mitschuldig zu sein. Das ist„ deutsches“ Recht, und da sollte fich niemand wundern, wenn diese deutsche Rechtsprechung mit Mißtrauen vom Volfe angesehen wird. Seinem Richter. Erich Lindström- Ludendorff. " München, 18. Oftober.( WTB.) Die Münchener Boft" richtet in ihrer heutigen Nummer eine Anfrage an das Justizministerium folgenden Inhalts: Ist es richtig, daß General Ludendorff einem Mitglied des Gerichts, das über ihn wegen seines Berbrechens des Hochberrats au urteilen hatte, sein Bild mit einer Widmung überreichte? Hat dieser unparteiische Richter das Bild angenommen? Kann das bayerische Staatsministerium der Justiz über diese Frage Auskunft geben? feit. Die Aufdeckung der Paßzentrale wird von der Polizei als eine sehr wichtige Sache argesehen. Das dort vorgefundene Material gibt offenbar die Möglichkeit, den Kommunisten das Leben etwas schwerer zu machen. Allerdings steht es feineswegs feft. ob nicht eine zweite Sentrale besteht, und als sicher fann mon amehmen, daß, wenn sie nicht besteht, sie bald beschafft fein wird. Schließlich etwas müssen die Kommunisten doch verstehen, und menn man Geld hat und die Bellen" in allen Behörden funttionieren, warum foll man nicht bald eine neue Poßzentrale schaffen fönnen? Es wäre auch verkehrt, sich über diese Dinge moralisch zu entrüften, bie Revolutionsromantit der Kommunisten richtet sich politisch ja von selber. Nur werden sie sich nicht wundern dürfen, wenn nach dieser Ausstellung, die man eigentlich einem Revolutionsmuseum einverleiben sollte, fein Mensch die wütenden Dementis der" Roten Fahne" nocy ernst nimmt. Das„ Material" gegen Loeb. Die Blamage des thüringischen Finanzministers. Jm thüringischen Landtag tam vorgestern wie wir schon furz meldeten, der Fall Loeb" zur Sprache. Das Belastungsmaterial", bas der Finanzminister v. Klügner vorbrachte, war geradezu fläglich. Hartmann, in der er den sozialdemokratischen Antrag auf GinDas Ereignis des Tages war die Rede unseres Genossen fetzung eines Untersuchungsausschusses begründete. Er Berantwortung des Präsidenten oder eines einzelnen Mitgliedes stellte zunächst fest, daß weder Gesetz noch Geschäftsordnung die des Direktoriums tennt, und daß infolgebeffen die Revision gefezwidrig erfolgte. Darauf befoßte fich Hartmann mit dem Hauptgewährsmann des Finanzministers, dem zweiten Direttor der Staatsbant Grempel. Grempel machte bei seiner Einstellung über seine persönlichen Verhältnisse unwahre An= gaben. Von verschiedenen Seiten wurde Loeb vor ihm als einer nicht vertrauenswürdigen Persönlichkeit gewarnt. Wenn die Einstellung dennoch erfolgte, so geschah das, weil er im Augenblick infolge gewiffer Lofalkenntnisse nicht zu umgehen war. Infolge finanzieller und familiärer Schwierigkeiten geriet er im Laufe der Zeit unter den Einfluß des Alkohols. Als bei einer Revision festgestellt wurde, daß Grempel ohne Wissen Loebs sein Konto nicht nur erheblich überzogen hatte, sondern sogar 5000 m. aus der Kasse auf sein Separation to hatte eintragen laffen, griff Loeb durch und veranlaßte, daß das Konto durch regelmäßige Abdeckung in Ordnung gebracht wurde. Das ist Die Paßzentrale der KPD. der Grund für die Denunziation des Herrn Grempel. Wie es mit Papiere von der Wiege bis zur Bahre. der Glaubwürdigkeit Grempels bestellt ist, geht daraus hervor, daß er bereit war, dem Staatsbankpräsidenten gegenüber das Gegen. Die von der politischen Polizei vor einigen Tagen ausgehobene teil von dem zu beeiden, was er 8 Wochen vorher über eine Baßzentrale der Kommunistischen Partei wurde am Sonnabend den Sigung im Finanzministerium zu Protokoll gegeben hatte. Vertretern der Berliner und der auswärtigen Presse im PolizeipräsiEine ähnliche Gestalt ist ein anderer Denunziant Loebs, ein dium in natura vorgeführt. Es handelt sich bei dieser Zen- stellvertretender Direktor, dem die Kreditgabe trale, die von zwei Angestellten der Kommunistische Partei in übertragen war. Dieser Herr denunzierte Loeb beim Finanzminister einem illegalen Bureau in Neukölln betrieben wurde, um einen großen Attenschrank, der alle Utensilien zur Herstellung wegen feines angeblich leichtfertigen Berhaltens in der jedes beliebigen Passes fast aller Länder und jedes belie- Gewährung von Krediten. Tatsächlich steht es aber so, daß alle Kredite, die Verluste brachten, von Loeb nicht genehmigt waren, bigen deutschen amtlichen und privaten Ausweispapieres er fondern von eben diesem Denunzianten verausgabt wurden! Es ist möglichte. Mit erstaunlicher Sorgfalt haben die beiden Facharbeiter überhaupt ein eigentümliches Bild. Der Finanzminister fagt aus, der KPD, alles nötige Material zusammengetragen und mit daß ein Direktor nach dem anderen getommen sei, um sich über Loeb burecufratischer Sorgfalt übersichtlich zusammengestellt. Der vor= tragende Referent fonnte mit Recht fagen, daß manche Behörde sich über ben anderen beschwert. zu beschweren, und bei Loeb wieder hat sich ein Direktor fortgesetzt die Arbeit der Kommunisten wenigstens in diesem Punkte zum Was die Revision anbelangt, fo hat einer der Ren foren, Herr Borbild nehmen tönne. Eine vorgefundene Lifte gibt eine Bastian, nachdem er einfah, wozu er benutzt werden sollte, Uebersicht über die zahllosen Pässe, die die KPD. für ihre Führer Grempel gegenüber erklärt: Wenn ich gewußt hätte, wozu ich hier ausgestellt hat. Der Reisepaß, mit dem Ruth Fischer im Gebenuht werden joilte, dann hätte ich diesen Auftrag nicht anwonde einer Schweizer Lehrerin aus Basel seinerzeit nady England genommen. Herr Schulze- Robft, der andere Revisor, aber hat zum Parteitag ber Kommunistischen Partei Englands gefahren ist, einem hochstehenden Herrn in Berlin auf dessen Frage, ob denn Herr zirtulierte ebenso wie die Bäffe Koenens, Rilians rib anderer Loeb irgendwie seine Pflicht perlegt habe, geantwortet: fommunistischer Größen. Die Stempel und Unterschriftensammlung, nein, feinesfalls. die in nicht weniger als 27 großen Schubfächern untergebracht war, . ferum, bie ausgezeichnete Erfolge hatte. In den behandelten Fällen endete die Krankheit nur zu 4 Proz. tödlich; wo fein Serum an gewandt worden war, sind 80 Proz. Todesfälle zu beklagen gewesen. Wie schon erwähnt, hatte die Regierung die Epidemie ängstlich verheimlicht. An einen ähnlichen Fall erinnert Dr. Noir in einer der legten Nummern des ,, Concurs Médical". In diesem Auffah wird eine Anekdote aus" Napoleons ägyptischem Feldzug wiedergegeben. Im Juli 1799 begann in der franzöfischen Armee bei den Pyramiden die Beft aufzutreten. Um feire Truppen nicht zu beunruhigen, verlangte Bonaparte von den Mit gliedern des Aegyptischen Instituts" in Kairo eine Bekanntmachung, die den Soldaten einreden sollte, daß die Pest nicht anstecend sei. Die Aerzte, insbesondere Desgenettes, erhoben lebhaften Einspruch. 3ormig antwortete Napoleon: So feid Ihr eben alle, Ihr Dottoren, Chirurgen und Heilfünstler, mit Eurer Schulweisheit". Dr. Pugnet, ein Mitglied des Aegyptischen Instituts, schrieb damals tem General: Sie sind ein Eroberer, d. h. ein Mensch, der alles feinen eigenen Interessen opfert, wenn er nur Ruhm und Ansehen erringen tann. Bleiben Sie dabei, fehen Sie Ihre zerstörende Laufbahn fort. Aber haben Sie Achtung vor den Männern, die keinen anderen Ehrgeiz als das Wohlergehen der Menschheit haben, und die ihre Lebensaufgabe darin sehen, die Wunden zu heilen, die Sie und Ihresgleichen schlagen." Die Offenherzigkeit des Arztes muß Napoleon offenbar gefallen haben, denn er lud ihn zum Bantett ein und bat ihn, den Zwischenfall zu vergessen. Buguet wurde später nach Martinique entsandt, um dort das Gelbe Fieber zu studieren. „ Der Name dieses Helden der Wissenschaft", so fügt Dr. Noir hinzu, „ ist heute fast unbekannt. Das Enzyklopädische Wörterbuch der medizinischen Wissenschaften widmet ihm nur fünf oder sechs Zetlen. Das ist alles. Der Ruhm Napoleons und das Dunkel, das den tapferen Gelehrten bis heute umgeben hat, sind Tatsachen von gestern. Das Ansehen und die öffentliche Anerkennung der Gelehrten, die die Wohltäter der Menschheit sind, werden die Tatsachen von morgen fein". Die Herbstausstellung der Akademie, die gestern mittag am Barifer Blaz eröffnet wurde, umfaßt Zeichnungen, Graphit, Aqua. relle, Pastelle, Gouachen und Kleinplaftit, im ganzen ungefähr 600 Nummern. Ihren akademischen Charakter erweist sie in dem foliden Durchschnittsniveau und in dem Fehlen aller Senfationen. Arbeiten minderen Wertes find eigentlich nur von ein paar älteren Mitgliedern der Atademie beigesteuert worden, denen man wohl die Pforten nicht ganz verschließen tonnte. Daß man einigen von ihnen aber die Bevorzugung einer Sonderausstellung zuteil werden ließ, war überflüffig. Die Ausstellung, die täglich von 10 bis 5 Uhr geöffnet ist, wird im Zusammenhang mit der Jurnfreien noch ausführlich gewürdigt werden. 3. S. Konzert der„ Typographia". Die Typographia", Gefangverein Berliner Buchdruder, veranstaltet unter Leitung ibres Chormeisters Alexander Weinbaum am Dienstag, den 28., abends 8 Uhr, mit dem Sinfonie ( Blüthner-) Orchester im Konzertaal der Hochlaule für Mufit ein Konzert, in welchen unter Mitwirkung von Adelheide Bickert, Baula Weinbaum und Professor Albert Fischer Werte von Brahms, d'Albert, Berr und Bruch zu Gehör fommen. Humboldt- Hochschule. Fräulein Dr. Michaelfen bält am Mittwoch, abends 8, Ubr, in der Aula Dorotheenſtr. 12 einen Lichtbildervortrag über , Die Romantit in ber bildenden Kunst". Das sind die Hintergründe, die zu der Amtsenthebung Loebs führten. Sie zeigen deutlich, daß es sich lediglich um eine politische 2ftion handelt, und man fann sagen, daß mit größerer Strupel losigkeit selten vorgegangen worden ist, obwohl man sich in den Tezten Jahren an mancherlei gewöhnt hat. Die Räumung Dortmunds. Ein Aufruf des Oberpräsidenten von Westfalen. Münster, 18. Oftober.( TU.) Der Oberpräsident von Westfalen hat anläßlich der bevorstehenden Räumung des Dortmunder Gebietes an die Bevölkerung von Dortmund- Hörde folgenden Aufruf gerichtet: Am 22. Oftober 1924 werden die französi fchen Befotungstruppen einen Teil des Gebietes von DortmundHörde räumen. Mehr als 21 Monate hindurch mußte eine fremde militärische Besagung mit all ihren Folgen von der deutschen Bevölkerung ertragen werden Groß waren Bedrüdung und Entbehrung, größer noch die Seelennot im befekten Gebiet. Allen, die behrung, größer noch die Seelennot im befeßten Gebiet. Allen, die in der Not der Zeit in ihrer Liebe und Treue zum deutschen Baterland nicht werkten und nicht wichen, gebührt aufrichtige Anerkennung und herzlicher Dant. Die Bewohner der jetzt freiwerdenden Gebiets teile und wir mit ihnen sind erfüllt von tie finnerliner Freude über die endlich wiedererlangte Freiheit. Diese Freude zu äußern, wird ihnen niemand wehren. Ich bitte aber die Bevölkerung ernst und dringend, immer und überall eine würdevolle Zurüdhaltung zu bewahren, insbesondere bei und nach dem Abmarich der Besagungstruppen jede Sundgebung zu unterlassen Kein Wort darf gesprochen oder geschrieben werden, das die Entspannung und die Freiheit der Zukunft gefährdet. Alles, aber auch alles, muß vermieden werden, was die Bage der noch unerlöften deutschen Bolfsgenossen nachteilig becinfluffen könnte. Gerade in diesen Tagen muß uns der Gedanke einer gefunden Boltsgemeinfchaft und Schicksalsverbundenheit davor bewahren, in der Freude des Augen.blics über Maß und Ziel hinausgehen. In dieser Ge finnung rufe ich dem Bezirk Dortmund- Hörde nochmals ein dankbares und herzliches Glückauf zu." Seit Ausgang August find bis jetzt die nachstehenden Gemeinden vollständig von der Befagung geräumt worden: Die entlarvten Lügner. Was kommunistische Dementis wert find. # 17 4 Als wir am 27. September auf Grund der Mitteilungen der russischen sozialdemokratischen Auslandsdelegation die Nachricht brachten, daß auf den Soloweski- Inseln ein Hungerstreit der politischen Gefangenen ausgebrochen sei, leugnete die Sowjetregierung auf das entfchiedenste. Die Rote Fahne" brachte am 1. Oktober unter der Ueberschrift Vorwärts 2ügen" eine offiziöse Erflärung der Russischen Telegraphenagentur. daß die Mittei lungen über den Hungerstreit in Berlin erfunden sind und eine Lüge darstellen". In den bürgerlichen englischen und französischen Zeitungen erschien am 3. bzw. am 4. Oftober eine ähnliche sowjetamtliche Erklärung. Und noch am 6. Oktober hatte ein offizieller diplomatischer Vertreter Sowjetrußlands den traurigen Mut, auf eine diesbezügliche Anfrage einer europäischen sozialistischen Partei die Tatsache des Hunger streits fategorisch zu leugnen. Demgegenüber erklärt die Auslandsvertretung der Sozialdemokratischen Partei Rußlands, daß sie nunmehr authentische sowjetamtliche Dokumente, die nicht zur Veröffentlichung bestimmt sind, besigt, in denen die Sowjetregierung den Hungerstreif von 105 russischen Sozialisten auf Solowegti bestätigt und mitnach Solowegti entsandt worden sei, um die Angelegenheit an teilt, daß der Staatsanwalt am Obersten Tribunal, Ratanjan, Ort und Stelle zu„ regeln". Sowjetregierung in fcha miofer Weise gelogen und Es fann danach festgestellt werden, daß die russische die öffentliche Meinung in Rußland und im Auslande fowie die kommunistische Arbeiterschaft bewußt irregeführt hat, als sie die Nachricht über den Hungerstreit auf den Solnwetzki- Inseln dementierte und noch jetzt öffentlich leugnet. Der Kongreß der Radikal- Sozialen. Eine bürgerlich- demokratische Internationale? Paris, 18. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) 3m Rahmen des Parteitages der Radikalen und Radikaljozialen Partei in Boulogne fand am Sonnabend eine internationale& onferenz von Delegierten der demokratischen Parteien aus elf Ländern statt, die den Zusammenschluß dieser Parteien in einer neuen Jnter. nationale vorbereiten soll. Bisher sind folgende Länder verfreten: Frankreich, Deutschland( Abg. Heile), Tschechoslowakei, Polen, Bulgarien, Belgien, Holland, Dänemark, Litauen, Griechenland und Ungarn. Die Ankunft von Delegierten aus anderen Ländern wird erwartet. Der Parteitag selbst, der am Freitag u. a. eine Entschließung zugunsten der Einführung der weiflichen Einheitsschule angenommen und die innere volitif der Regierung rückhaltlos gebilligt hat, ist am Sonnabend nachmittag in die Besprechung der Finanzpolitit des Kabinetts Herriot eingetreten. Herriot, der sich schon am Sonnabend zur Teilnahme an dem Parteitag nach Boulogne begeben hat, unterbreitete vor feiner Abreise die Richtlinien seiner Rede, die er am Sonntag dort zu halten gedenkt, dem ministerrat zur Billigung. Paris, 18. Oktober.( WTB.) Der Kongreß der rabitalen Partei in Boulogne- sur- Mer beschäftigte sich in seiner gestrigen Nachmittagsfizung mit dem Geschäftsbericht. Im Berlaufe der Distussion erklärte der Abgeordnete Bhiffon, die Regierung Herriot habe außenpolitisch ihre Aufgabenn glänzend durchgeführt. Man müsse, was die Innenpolitit anbetreffe, ihr noch einige Zeit Kredit gewähren und nicht so sehr Ungeduld an den Tag legen. Die radikale Partei sei eine Regierungspartet, die feine extreme Politik betreiben tönne. Sie trenne sich von den Sozialisten, weil sie das Brivateigentum schützen wolle. Man dürfe aber diesen Schutz angesichts der augenblicklichen Notlage nicht über. treiben. Ein anderer Redner, der Abgeordnete Borrel, begrüßte befonders, daß seitens der franzöfifchen radikalen Bartei der Versuch zu einer internationalen Verständigung mit außerfranzösischen Parteien gleicher Tendenz gemacht werde. Schließlich wurde die Resolution der radikalen Frauen, die das Stimmrecht verlangt, einem besonderen Ausschuß übermittelt. Der Tätigkeitsbericht des Parteivorstandes wurde genehmigt. Im Laufe der gestrigen Nachmittagssigung legte der Abgeordnete Montigny die Politik der Regierung Herriot dar. Er erinnerte an die Schwierigkeiten der inneren Politif. Die Regierung, die sich einen ungeheuren Kredit durch ihre Außenpolitit erworben habe, tönne wieder alles wagen, denn sie werde von der Mehrheit der Rammer unterstüßt. Vor allem erwarte man, daß der Senat die Amnestie bewilligen werde, die gewisse ungerechtigkeiten wieder gut machen müsse Ueber 100 Delegierte erhoben sich in diesem Augenblid und riefen Bive Caillaug“. Der Abgeordnete Montigny erinnerte noch daran, daß noch zu viel Posten von Anhängern des nationalen Blods bescht seien und daß es vor allem erforderlich sei, auf finanziellem Gebiet halbe Maßnahmen zu vermeiden. Nach dieser Nede wurde eine Resolution an genommen, die Herriot den Dont und das Bertrauen des Parteitages ausspricht. Ferner wurde eine Entschließung angenommen, in der die Einführung der französischen Gesetzgebung in Elsaß- Lothringen, die öffentliche Abstimmung bei den Wahlen des Präsidenten der Republik und der Präsidenten von Kammer und Senat an Etelle der geheimen Abstimmung, sowie endlich das Koalitionsrecht für sämtliche Beamte gefordert wird. Einberufung des sozialistischen Parteiausschusses. Paris, 18. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Der Partei. ausschuß der Sozialistischen Partei Frankreichs ist für den 1. und 2. November zusammenberufen worden. Auf der Tagesordnung stehen vor allem bie Fronen der Fortsetzung der tell politik und der Budgetbewilligungen. Völkerbundrat 27. Oktober in Brüssel. Paris, 18. Ottober.( Eigener Drahtbericht.) Der Völkerbundrat ist zur Beilegung des englisch- türkischen Streitfalles um Mofful Spedhorn, Der, Sinsen, Lenkerbed, Asen, Flaesheim, sämtlich von seinem Präsidenten, dem belgischen Minister Hymans, für im Kreise Recklinghausen, Niederbonsfeld und Weiper im Kreise den 27. Oftober nach Brüssel zufammenberufen worden. Hattingen, Berghofen und Höchsten im Kreise Hörde, Gruiten und Hardenberg- Meviges im Kreise Mettmann. Bei diesen Gemeinden handelt es sich meist um 30llpostierungen, die nur mit fleinen Bosten von Gendarmeriebeamien und Zollbeamten befeßt waren. Dr. jur. Robert Faber, Seniorchef der Faberfchen Druckerei in Magdeburg, Herausgeber der„ Magdeburgischen Zeitung" und Ehrenvorsitzender des Vereins deutscher Beitungsverleger". ist an Herzschwäche plöglich gestorben. Der preußische Minister. präsident Braun hat aus diesem Anlaß dem Verein deutscher Beitungsverleger" namens der preußischen Staatsregierung sein Beileid ausgesprochen. Die Ausweisung von Schulz- Förster aus Ungarn erleidet, da der Ausweisungsbescheid noch nicht Rechtstraft erlangt hat, eine Berzögerung um einige Tage. De Margerie bleibt in Berlin. Paris, 18. Oftober.( Eigener Drahibericht.) Unferen Melbun gen über die in Aussicht genommenen Berjonalveränderungen auf den wichtigsten diplomatischen Bosten Frankreichs ist noch nachzutragen, daß eine der wenigen Botschaften, die von einer Umbelegung nicht betroffen werben, diejenige in Berlin ist. Der Berliner Botschafter de Margerie war zwar ursprünglich als Nachfolger Barrères für Rom ausersehen und an seiner Stelle follte Loucheur die Vertretung Frankreichs übernehmen. Nachdem dieser nunmehr endgültig abgelehnt hat, wird Herr de Margerie in Berlin bleiben. Wie einige Morgenblätter in Ergänzung der gestrigen Informationen mitzuteilen in der Lage find, foll als fünftiger Botschafter in Moskau Jean Herbette, der frühere Leit. artikler bes Temps", in Aussicht genommen sein Gewerkschaftsbewegung tung in qualitativer Beziehung sichert die Ausfuhr. Eine Herab-| Ueberstunde follte lediglich mit dem Lohn, weitere Ueberarbeitszeit drückung der Reallöhne hat aber zur Folge die Herabdrückung nicht nur der quantitativen, auch der qualitativen Arbeitsleistung. Voraussetzungen der Produktionssteigerung schlössen, würden sie in ihrer volkswirtschaftlich selbstmörderischen Auch wenn die Unternehmer sich diesen Tatsachen nicht verDeutschland ist nur lebens- und entwicklungsfähig mit intensiver, Politik fortfahren. Dem Kapital tommt es nicht auf Steigerung der qualitativ und quantitativ. fonturrenzfähiger Industrieproduktion, Produktion, sondern auf Profit an, und zwar auf mühelosen die Ueberschüsse abwirft. Es bedarf also bei tapitalistischer und großen. Je größer der Profit, desto niedriger ist der LohnProduktion eines Unternehmertums, das sich unablässig bemüht, die anteil, d. h. die Möglichkeit für die Arbeiterschaft, die von ihr erProduktionsmethoden zu verbessern, und einer leistungsfähigen Ar- zeugten Produkte zu kaufen. Das aber bedeutet Rückgang des Abbeiterschaft. fazzes, Arife. Je leistungsfähiger die Arbeiterschaft, je vollkommener die Betriebsorganisation ist, desto größer werden die volkswirtschaftlichen Ueberschüsse sein, die die Voraussetzung sind für die Fortentwidlung ber Betriebe, für die Möglichkeit, die Arbeitseinkommen zu steigern. Von der Steigerung der Arbeitseinkommen hängt wieder die Steigerung der Leistungsfähigkeit der Arbeiterschaft ab, ohne die die Steigerung der Produktion nicht möglich ist. Bei der Bemessung der Löhne und der Leistungsfähigkeit der Industrie nimmi man irrtümlicherweise die Vorfriegslöhne und die Vortriegsproduktion zum vergleichenden Maßstab. Der einzig zichtige Maßstab ist immer der höchfte Lohn und die höchste Produktionsleistung im Ausland. Jeder andere Maßstab bedeutet Stillstand, also Rückschritt. Deutschland muß eine Ueberschußwirtschaft haben, nicht allein, um diese Ueberschüsse zur Steigerung seiner Leistungsfähigkeit zu verwenden: es muß auch Ueberschüsse herauswirtschaften, um die Reparationspflichten zu erfüllen in dem sehr beschränkten Maße, in dem sie erfüllbar sind. Auch das ausgeflügeltste Transfer" system fann die Tatsache nicht aus der Welt schaffen, daß der internationale Handel durch kommunizierende Röhren geht, daß ein Land im allgemeinen nur in dem Maße ausführen kann, in dem es einführt und umgekehrt. Eine Ausnahme bildet die Aus- und Einfuhr von Arbeitskräften. Hier bedeutet aber Ausfuhr Berarmung und Einfuhr Bereicherung. Deutschland hat vor dem Kriege 1 200 000 ausländische Arbeiter beschäftigt, während seine Auswanderung unwesentlich war. Das fam daher, weil vor dem Kriege die Arbeitszeit in Deutschland die fürzeste auf dem europäischen Festland war, seine Löhne mit zu den höchsten gehörten, seine Arbeiterschutzgesetzgebung die beste in der Welt war. Diese Umstände waren ausschließlich der Sozial. demokratie und den freien Gewerkschaften zu danken, die fie gegen den Widerstand der Regierung und der Unternehmer in jahrzehntelangen Kämpfen erzwungen haben. Ohne die Erstarfung der Gewerkschaften wäre der Auffchwung zum entwickelten Industrieftaat nicht möglich gewesen. Seit dem Kriege geht die Entwidlung fast ununterbrochen in die umgekehrte Richtung. Deutschland ist wieder ein Land mit zu nehmendem Auswanderungsüberschuß geworden. Nur die leistungsfähigen, jungen Arbeitskräfte wandern aus. Von der ausländischen Arbeitern wird Deutschland wegen feiner niedrigen Löhne gemieden. Sogar die polnischen Arbeiter wandern über Deutschland weiter nach Frankreich, England und Amerika. Die deutschen Unternehmer haben sich fartelliert und vertruftet; nicht aber um die Produktion organisatorisch auszubauen, sondern um die Preise hochzuhalten, sogar über die Welt. marktpreise, was nur bei Hochschutzöllen möglich ist. Deshalb find sie auch auf Gegenseitigkeit für die Agrar. 3ölle. Ueberstiegene Preise der Industriewaren und der Lebensmittel bedeuten her abdrüdung der Reallöhne, somit Verminderung der Leistungsfähigkeit der Arbeiterschaft, Vermehrung der Auswanderung, Verminderung der industriellen Einwanderung. " Die Unternehmer spekulieren fie spekulieren immer toch folgendermaßen: Schugzölle und Verteuerung der Inlandpreise gestatten Berbilligung der Ausfuhrpreise, somit Steige rung der Ausfuhr." Aber abgesehen davon, daß man im allgemeinen nicht ausführen tann, ohne einzuführen, weil jede Arbeitsleistung nur mit einer anderen Arbeitsleistung bezahlt werden kann, wird das Ausland gegen eine solche Dumpingpolitit mit Geget maßnahmen antworten. Nicht die Unterbietung, die Ueberbie Nur durch storfe Gewerkschaften und eine starke Sozialdemokratie können die Unternehmer zur Vernunft gezwungen werden. Zahlenmäßig find Gewerkschaften und Bartei heute stärker als vor dem Kriege. Aber auch das Kapital ist stärker. Es hat sich vertruftet und fartelliert. Nur durch die innere Geschlossenheit, die restlose organisatorische Erfassung der Mossen, ihre Zielsicherheit kann das Kapital bezwungen werden. Die Lohnverhandlungen der Eisenbahner. Die Eisenbahnerorganisationen hatten am Sonnabend mit den Vertretern der Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn Borbesprechungen über eine Lohnerhöhung des dem Tarifvertrag unterstehenden Personals. Die Organisationsvertreter verwiefen u. a. auf die Preissteigerungen, die feit der letzten Cohnerhöhung im Juni d. 3. eingetreten sind und stellten fest, daß die von der Reichsregierung eingeleitete Preissenfungsattion ohne jeden Erfolg blieb. Die Vertreter der Eisenbahnverwaltung teilten daraufhin mit, daß der Generaldirektor und der Verwaltungsrat sich zunächst mit der Sache befassen und die Wirtschaftslage fowie den Stand der Industrielöhne einer eingehenden Prüfung unterziehen müßten. Die entscheidenden Verhandlungen könnten infolgedessen erst Ende Oktober stattfinden. Die Gewerkschaften betonten nochmals, daß eine möglichst schnelle Berhandlung erforderlich sei und eine allgemeine Erhöhung der Bezüge nebst wöchentlicher Lohnzahlung eintreten müsse, da die foziale Lage der Arbeitnehmer eine Verzögerung und eine längere Zahlungsperiode als die wöchentliche Zahlung nicht vertrage. Tarifkonflikt bei der Hochbahn. Organisationen am 10. September gefündigt worden. Gleich Die Tarifverträge für das Personal der Hochbahn sind von den zeitig wurden der Direktion Abänderungsanträge für die Manteltarife des technischen sowohl wie auch des Fahrpersonals einstundentages, die Gewährung eines Ueberstundenzuschlages gereicht, die sich auf die Wiederherstellung des Acht von einem Dirttel des Stundenlohnes beziehen. Der Urlaub sollte nach einer Beschäftigungszeit von 10 Jahren auf 20 Tage erhöht werden und das von der Gesellschaft zu gewährende Krankheitsgeid follte nach Verlauf der ersten fünf Krankheitstage voll gezahlt werden. Die Direktion erflärte, daß diese Anträge ihr feine Möglichkeiten zu Verhandlungen gäben. Sie übergab den Bertretern des Personals Gegenvorschläge. " mit 20 Broz, Sonn- und Feiertagsarbeit mit nur 30 Proz. bezahlt werden. Auch bezüglich des Krankengeldes und der Erhöhung der bis jetzt bestehenden Tarife bedeutet. Am Donnerstag kamen die Löhne zeigte die Direktion kein Entgegenkommen. Diese Vorschläge der Direktion hätten eine Verschlechterung der Borteien wiederum im Schiedsgericht zusammen. jezt, daß die skrupellose Agitation, die der Fachverband der Es zeigte sich Eisenbahner", der den christlichen Organisationen sehr nahe steht, der Direktion reichlich Gelegenheit gab, die Arbeitnehmergruppen gegeneinander auszuspielen. Die Christen famen mit einer Sammlung von 700 Unterschriften des Berkehrspersonals, mit denen bewiesen sein sollte, daß nur sie zum übrigen hatten auch diese Verhandlungen wiederum feinen positiven Abschluß eines Torifvertrages zugelassen werden könnten. Im Erfolg, fo daß sie abermals vertagt werden mußten. Die Angehörigen des technischen Personals gestern äußerst zahlreich versammelt, um einen Bericht entgegen zu nehmen. Der Vertreter des Verkehrsbundes meinte, daß es noch fehr zweifelhaft sei, wie die ganze Geschichte ausläuft. Wenn sich der Fachverband" auch weiterhin für die allein richtige Organifation hält, so müsse ihm auch die Berantwortung dafür zugeschoben werden, wenn die Direktion schließlich überhaupt feinen Tarifvertrag abschließt. Las technische Personal hätte sich jedenfalls zu entscheiden, ob auch fernerhin unter Tarifverträgen gearbeitet werden soll. oder nicht. Die Direktion beschritt nunmehr einen gänzlich neuen Weg der Tarifverhandlungen, indem sie die beiderseitigen Anträge fofort dem Schlichtungsausschuß zur Entscheidung überwies. Der Verkehrsbund konnte sich mit einer derartigen Behandlung der Angelegenheit nicht abfinden, do über die beider feitigen Vorschläge unter den Parteien nicht verhandelt wurde. Der Schlichtungsausschuß unter Vorsitz von Gewerberat Körner schloß sich diesem Protest an. Der Borsigende gab den Parteien auf, von Klärung der Fragen vornehmen solle. In diesen Berhandlungen fich aus ein Schiedsgericht zu bilden, das zunächst einmal eine Bom die Direktion wiederum mit der Forderung, die wir beeits im Borwärts" mitgeteilt haben, daß die gesonderten Verträge für das technische und Fahrpersonal in einem Vertrage vereinigt werden sollen. Sie wollte die Rechte der Betriebsräte so weit befchränken, daß lediglich dem Betriebsrätegesetz Genüge getar ist. Offenbar hatte sich die Hochbahngesellschaft dabei die Berhältnisse bei der Straßenbahn zum Vorbild genommen, bei der jo auch trotz eines Betriebsratsmitglied zu finden ist. Von der Arbeitszeit wollte Personals von über 12 000 Stöpfen bis heute noch fein freigestelltes die Direktion natürlich nicht eine Minute ablassen. Die erste Der reich Illustrierte Winter- Katalog Damen- Kleidung Jumper- Bluse aus bedrucktem Flanell m. Paspel u. Knöpfen Kasak aus vorzügl. reinwoll. Trikot m. 3.75 Stick. u. Pelzbesatz 24.00 Morgenrock bedr. Velours, einfarbig garniert 9.75 Mantel reinwoll. Flauschstoff, mit Biesen verziert.. Mantel vorzügl. Velours de laine.. 27.50 39.00 Kleiderstoffe Popeline- Jacquard Reine Wolle, elegante 2.90 Kleiderware. Mtr. Reinwollener Cheviot marine oder schwarz, 130 cm breit... Mtz. 2.95 Reinw. Flausch- Velours für Wintermäntel, 140 cm breit... Mtr. 3.50 Woll- Crêpe in vielen Farben, ca. 105 cm, Mtr. 3.90 Reinwollener Gabardine marine, schwarz, braun 5.80 130 cm breit..... Mtr. Sportflanell weißer Grund, mit farbigen Streifen Mtr. O.85 Pelzbesätze in vielen Arten und Breiten Chinesische Ziege je 1 cm breit..... Mtr.1.35 Tibet grau, braun, weiß, je 1 cm breit.. Mtr. 3.25 Skunks- und Zobelkanin je 1 embr. Mtr. 1.20 Marabu in modernen Berlin C mod1.45 Wirkwaren Damenstrümpfe mit Seidengriff, schwarz oder farbig..0.75 Herren- Socken grau Wolle plattiert, gestrickt 1.45 Untertaille Kunstseide, farbig, weiß, schwarz 3.90 Prinzeßrock Kunstseide, schwarz u.farbig 7.75 Herren- Garnitur wollgemischt, Jacke 6.90 u. Beinkleid... Seidenstoffe Crêpe Popeline Reinseide, schwarz, letzte Neuheit für Kleider, ca. 100 cm..... Mr. 7.90 Marocain Halbseide, buntfarb. Druckmuster ca. 100 cm..... Mtr. 7.80 Brokat für Besätze und Garnierungen ca. 60 cm Mtr. 5.60 Lindener Köpersamt schwarz oder farbig 8.80 70 cm Mtr. schwarz oder farbig... Mtr. Hutsamt big... Mr. 3.30 Samtflanell bedruckt, vorzügliche 1.20 Qualität.......Mtr. Regenschirme Regenschirm für Damen u. Herren, Halbseide 7.40 Damenschirm Halbseide, gerader Griff und 8.75 mit Futteral Topspitze Halbseide, festkantig mit modernem Griff 10.75 und Topspitze 709 Spandauerstraße Königstraße * Not Küchentuch Reinleinen, weiß oder grau mit roten Karos, 60X60 cm 0.75 Stubenhandtuch Prima Reinleinen, gestreift, abgepaßt, gesäumt u. gebändert 1.25 Reinseid.Strümpfe für Damen, vorzügllohe Tramaselde, farbig. 2.85 srael waren In der Diskussion betonten alle Redner, daß der Abschluß eines Tarifvertrages unbedingt notwendig fei. Man verlangte vor allem, daß endlich der Achtstundentag wieder eingeführt wird, weiter aber auch, daß die großen Verdienstunterschiede zwischen den Gelernten und Ungelernten verschwinden müßten. Das Berliner Sinfonie( Blüthner-) Orchester. Berliner Sinfonie- Orchester G. m. b. H., vormals Blüthner- Orchester, Wir erhalten folgende Berichtigung:„ Es ist nicht richtig, daß das Musikern in einem der gesperrten Betriebe in den Rüden gefallen der fämpfenden Berliner Theatermusiterschaft durch Stellung von sei. Die Sperre ist vom Deutschen Musikerverband über das Ber= liner Theater( Direktion Meinhardt, Bernauer und Schwelb) verhängt worden. Das Berliner Sinfonie- Orchester, vormals BlüthnerOrchester, hat bei feiner Vorstellung dieses Unternehmens mitgewirkt. Es hat vielmehr nur bei Opernaufführungen unter der Leitung des Rapellmeisters Huth an Sonntagnachmittagen mitgewirkt, die von den Berliner Bezirksämtern zugunsten der minderbemittelten Bevölkerung veranstaltet werden und deren Veranstaltung im Berliner Theater vom Deutschen Musikerverband in den in Betracht kommenTheaters hat mit diesen Vorstellungen, abgesehen davon, daß sie den Fällen ausdrücklich gestattet war. Die Leitung des Berliner ihr Haus zur Verfügung gestellt hat, nicht das Geringste zu tun. Der Deutschen Musiter- Zeitung" war eine gleichlautende Berichtigung zugegangen. Sie brachte daraufhin folgende Erklä= rung der Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Musikerverbandes: " " " Zu der sogenannten Berichtigung des Berliner, Sinfonie. Orchesters( Blüthner- Orchester) haben wir nicht mehr und nicht weniger als folgendes zu sagen: Es ist doch richtig, daß das Blüthner- Orchester der kämpfenden Theatermusiterschaft in den Rücken gefallen ist. Beweis: Die Berichtigung des BlüthnerOrchesters selbst, in der gesagt wird, daß es bei Opernaufführungen im Berliner Theater" mitgewirkt hat. Und das, trotzdem das Blüthner- Orchester von uns wiederholt mündlich und schriftlich da von unterrichtet worden ist, daß das Berliner Theater auch für etwaige Opernaufführungen( auch Nachmittagsaufführungen) gesperrt ist. Wenn das Blüthner- Orchester nun ungeachtet dessen Opernaufführungen im Berliner Theater gespielt hat und noch spielt, fo begeht es eben Sperrebruch und fällt damit der kämpfenden Theatermufiferschaft durchaus in den Rücken. Das ist der flare langatmig, verwischt werden kann. Wenn sich das Blüthner- Orchest Sachverhalt, der durch feine Berichtigung, und sei diefelbe noch fo, Don dem ihm begreiflicherweise sehr unangenehmen Vorwurf de Sperrebruches befreien will, so kann das nur dadurch geschehen, daß es seine gesperrte Tätigkeit in dem gesperrten Theater einstellt." ( Gewerkschaftliches fiehe auch 3. Beilage.) Berantwortlich für Politik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus: Gewerkschaftsbewegung: Fr. Egtorn; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lokales und Sonstiges: Willy Möbus; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdrucker und Verlagsanstalt Baul Ginger u. Co. Berlin SW 68, Lindenstraße 3. Hierzu drei Beilagen und Blick in die Bücherwelt". " wird auf Wunsch kostenfrei zugesandt Bezeichnete Handarbeiten Moderne Kreuzstich- Zeichnung auf gutem weißen Halbleinen. Vierecke 3535 em 40x60 cm... 0.28 Kissen mit Rückwand 1.45 Mitteldecke 65x65 cm 1.65 rund Tischdecke 130 cm Tischdecke 4.95 2008.50 Gardinen Scheibengardine Erbstüll m. Bändchen- 0.55 arbeit...... Stück Halbvorhang Erbstüll mit reicher Bändchenarbeit 2.45 Halbvorhang Etamine mit handgearbeitetem 9.50 Fries.... Bettstellen Eiserne Kinderbettstelle weiß lackiert, 1 Seite abklappbar, 70 × 14020.50 Eisenbettstelle weiß lackiert mit Patentboden, 33 mm stark Leichte Plattstichzeichnungen für Wollstickerei auf grauem Halbleinen. Kaffeewärmer 3 teil. 0.95 Kissen mit Rückwand 1.50 40X60 cm Mitteldecke 60x60 cm 160x 1.95 Tischdecke 130 cm rund 5.90 Tischdecke 200 cm 9.75 Decken Schlafdecke HalbSteppdecke Handarbeit, auf wolle, 140x190 cm... 7.90 beiden Seiten Satin, 19.00 Größe 150x200 cm Daunendecke auf beiden Seiten vorzüglicher Satin, mit Gänsedaunen- Füllung, 98.Größe 150X200 cm Federn u. Daunen Bettfedern file..1.80 Weiße Schleißfedern 1/2 Kilo... 5.60 bis 12.80x190 21.- 90x190 9023.- Graue Daunen 1/2 Kilo 8.em Diwanbett mit buntem halbweiß, Bezug 38.- Daunen Bezug.... V/ 2 Kilo.... 12.50 Eiserne Dauerbrand- Öfen Kachelöfen 95.00an | Regulierbar, Schamotte- Einlage Echt Majolika vone Serie 17.50 19.50 Cade- und Amerikanische Dauerbrand- Anthrazitöfen Vier Stockwerke Möbel Herrenzimmer Eiche, gebeizt| Schlafzimmer Eiche, gebeizt 1 Bibliothek, 1 Schreibtisch, Tisch, Schreib- 490.Speisezimmer Eiche, gebeizt, sessel, 2 Stühle..... 1 Büfett, 1 Kredenz, 1 Tisch mit 2 Aus- 740.zügen, 6 Stühle..... oder weiß lackiert: Schrank m. Facette- Spiegel, 2 Bettstellen, 2 Nachtschränke, 1 Waschtoilette mit Facettespiegel, 400.2 Stühle 7 Küche eilig, weiß lackiert........ 81.Mengenabgabe sämtl. Artikel vorbehalten Nr. 494•> 41. �ahrgasg 7. Seilage ües vorwärts Sonntag, 19. Oktober 1924 Die traurige Theaterftaöt. Dcr Zusammenbruch des„Aida"-Unternehm«ns am Kaiserdamm lenkt die öffentliche Aufmerksamkeit auf die B e r l i n e r T h e a t c r- Verhältnisse im allgemeinen, die von jeher eines der traurigsten Kap'tel in der sozialen Geschichte unserer Reichshaupt- stadt gewesen sind. Der Masse der Bühnenkünstler und-künstlerinnen ist es bekanntlich schon immer schlecht gegangen, von einigen„pro- minen ten" Ausnahmen abgesehen. Weniger, wie behauptet wird, ihren Direktoren. Gerade in der Kriegszeit, als der unerwartete Aufschwung des Theaters kam, sind seine Unternehmer reich ge- wordm: später, zur Inflationszeit, mag es manchmal schwierig ge- wesen sein, den Betrieb aufrechtzuerhalten. Aber daß die Theater- leiter sich von keiner Schwierigkeit entmutigen ließen, beweist, daß bis zum heutigen Tage noch sämtliche Bühnen Berlins vorhanden sind. Unsere Bühnen haben sich im Gegenteil vermehrt, und wir hören sogar von der Eröffnung weiterer Theater. Die Konjunktur niuß also eine immerhin günstige sein. Braucht Berlin neue Theater! Die wirtschaftlichen Berhältnisse, ungünstig wie nie. berechtigen uns zu der Frage: Wie ist es möglich, daß sich jetzt Männer finden, de den Mut haben, ein Thevterunternehmsn zu gründen? Jedem logisch denkenden Menschen erscheint eine solche Spekulation Wahn- sinn oder Verbrechen. Handelt es sich doch nicht allein um den Existenzkampf eines einzelnen Direktors, sondern vor allem um das Wohl und Wehe vieler Mitglieder, die ewig der Gefahr ausgesetzt sind, eines Tages plötzlich auf der Straße zu liegen. Der Plan, heute noch in Berlin ein neues Theater zu eröffnen, muß zum min- desten als unvorsichtig bezeichnet werden. Das„Ai da"-Gast spiel liefert uns«in typisches Beispiel. Tausende von Menschen gehörten zu diesem imgeheuren Apparat, der von vornherein unsicher erschemen mußte. Der Name Mascagm allein genügte nicht. Aber die Mitwirkenden wollten pünktlich be- zahlt fein: angeblich sind auch alle Gagen gezahlt worden. Daß sich überhaupt fmanzielle Schwierigkeiten ergaben, läßt jedenfalls auf «nie mangelhafte p:kun ärc Organisation schließen. Noch eine zweite Frage drängt sich uns auf: Besteht wirk- lich für Berlin die Notwendigkeit, neue Theater zu eröffnen? Sie dürfte eher zu verneinen als zu bejahen fein. Sollten die vorhandenen nicht genügen? Halbleere Häuser bestätigen des« Annahme zur Genüge, lind ein Teil der Besucher jetzt sich obendrein aus Freikärtlsrn zusammen. Neue Bühnen, wie das Dramatische Theater, Goethe- und Schaubühne lad-n von Anfang an zu bedeutend ermäßigten Abonnements«in, um über eine sichere E nnahmequells verfügen zu können. Privattheater müssen ohne fremde Zuschüsse arbeiten, haben es also doppelt schwer. Die Große Volksoper ist das einzige Unternehmen, dem eine Unterstützung, unh zwar von der Stadt Berl n, gewährt wird. Di« Höhe der Subventionen ist ganz beträchllich und sehr verschieden, H a in b u r g verlangt beispielsweise für sein Stadttheatcr eine halbe Million Zuschuß. Köln sogar sechshunderttausend, Leipzig nur dre hunderUausend Mark. Diese Summen zeigen uns, wie kost- f p i« l i g ein T h e a t e r a p p a r a t ist: sie wollen aufgebracht fein. Bei der heutigen Geldknappheit ist das ein« höchst schwierig« Aufgabe, besonders in Berlin, der konkurrenzreichsten Stadt. Denn das chsaterl ebende Publikum ist verarmt, muß auf Theaterbesuch verzichten oder von den Vergünstigungen Gebrauch machen, jenen Gurscheinen, die in Geschäftsläden dutzendweis« zu haben sind. Wenn Max Reinhardt neben dem Kurfürstendammtheater eine neue Bühne eröfsner, kann man das gellen lassen, weil es sich uin einen lüchtigen Geschäftsmann und hervorragenden �Künstler handelt. Und wahr- scheinlich wird sich sein Ensemble in der Hauptsache aus Prominenten zusammensetzen, d. h. aus Darstellern mit Riesengagen, die von der frz alen Not kaum betroffen werden dürften. Ohne vertrag und ohne Gage. Es gibt tatsächlich Schauspieler, die niemals einen Ver- trag in die Hand bekommen, infolgedessen bei leicht mög- lichen Differenzen mit ihrer Direktion recht- und schutzlos sind. Mancher Mime ist froh, irgendwo Beschäftigung zu finden, ohne lange nach einem Kontrakt zu fragen. Das kann gut ausgehen, doch sind solche Fälle oereinzell. DervonderDeutschenBühnen- genossenschaft ausgearbeitete Bühnenvertrag, der sogenannte Normaloertrag, auch für den Bühnenverein, dessen Mitglieder die Theaterdirektorcn sind, rechtsverbindlich, ist die Waffe des Schauspielers, zugleich natürlich die berechtigten Jnter- esfen� der Theoterleitung schützend. Der wicht gste Punkt darin ist zweifelsohne die Gagensragc, die wiederum ein heikles Thema bildet. Die finanzielle Lage des Berliner Theaters gestattet es den Direk- tionen nur, eine bescheidene Gag? zu zahlen. Eine Mafsary oder ein Jannings kommen natürlich hierfür nicht in Frag«. Es ist hier wie m allen Berufen: das Gros der Schauspieler, das die Lasten des Berufes zu tragen hat, am Theater vielleicht in erhöhtem Maße. Man hat sich auf eine M i n d e st g a g e ge- einigt, um die Künstler vor Ausbeutung zu schützen. Leider finden sich noch genug Bühnenangehärig«, die sich von ihrer Not bewegen lassen, ein niedrigeres Angebot anzunehmen, und es ist eins bedauerliche Tatsach«, daß dieses Angebot oft von den Künst- lern selbst ausgeht. So unglaublich es klingt, spielen manche Darsteller gelegentlich ohne Honorar, nur um bekannt zu werde». Dadurch sind die Kollegen selbstverständlich in ihren Interessen schwer geschädigt. Berlin kennt keine Dauerver- träge(Iahresverträge) mehr, von den Staatstheatern und der Volksbühne abgesehen: der Schauspieler wird nur noch für irgendeine Rolle in einem bestimmten Stück engagiert. Daraus er- gibt sich, daß eine Schauspielerin heut« hier und morgen da auftritt, mitunter am Abend an mehreren Bühnen. Berlin ist die deutsche Theaterstadt: der Wunsch eines jeden Schauspielers, hier wirken zu können, ist demnach verständlich. In der Provinz bieten sich verhältnismäßig weniger Möglichkeiten. Hier hat der Künstler Gelegenheit, zu filmen oder im Kabarett aufzu- treten. Das find Nebcneinnahmen, auf die er letzten Endes cur- gewiesen ist. Deshalb drängt sich aus Theaterkreisen alles nach Berlin, hoff>?nd,„entdeckt" zu werden. Lieber verzichtet pian auf ein« höhere Provinzgage. Dann gibt es Schauspieler, die aus familiären oder sonstigen Gründen gezwungen sind, in der Reichs- Hauptstadt zu bleiben, ehrlich sich durchhungernd, während ein aus wärtiges Engagement vorteilhafter für sie wäre. >!-» Bei näherer Beleuchtung der hiesigen Theaierzustiinde erkennen wir, daß es in Berlin genug Bühnenkünstler und-künstlerinnen gibt. die die Eröffnung neuer Theater rechtfertigen könnten. Theoretisch niüßte das soziale Elend dadurch gemildert werden, was sich leider als falsche Annahme erweist, da die Theaternot gerade deshalb täglich eine größere wird. Jede Bühne ist nämlich aus Sparsamkeit-- gründen genötigt, ihr Personal auf das allemotwendigste zu beschränken: auch ist nicht zu vergessen, daß viele Kräfte aus anderen Hauptstädten herbeigeholt werden. Jedes neue Theater bringt darum neuen Zuwachs, ohne den Stamm der hiesigen Schauspielerschast befriedigen zu können. Der Mangel an Verträgen tut denn das übrige, um die Lage der großen Menge der Schauspieler und Schau- spielerinnen zu einer vollkommen trost- und hilflosen zu gestalten, und es bedarf des täglichen Aufwandes aller geistig-sittlichen Kräfte. um nicht zugrunde zu gehen. Ein Sonntag bei öen Stillen. Von einem eigenarttgen Zauber ist es, durch die lMbstlichcn Wälder zu streifen, wenn, wie in diesen trockenen Oktobertagen, die Sonne am Mittag hell und warm scheint und die vor den Bäumen gefallenen Blätter gleich großen, goldenen Plättchen auf dem Moosboden liegen. Unaufhaltsam rieseln die braunen, und gelben Blätter von den Bäumen, fallen wie kleine, tote Vögel zur Erde und rauschen unter den Füßen des Wanderers. Die zur Rüst« gehende und zum Winterschlaf sich neigende Natur löst noch einmal olle Liebe der Morschen aus. Zauberhaftes und etwas Geheim- nisvolles zugleich liegt in dieser Liebe der Merschen zu einer Sterbenden, ein Geheimnisvolles, das gewiß nicht Aufklärung und Entschleierung dadurch findet, daß man behauptet hat, nur kranke und dekadente Menschen liebten den Herbst im Walde. Es ist beinahe so, als wenn der Wald im Herbst sich verändert hat, stiller und ernster geworden ist. Der Großstadt.nensch aber, der geplagte und gehetzte, der in der Woche in ewiger 5)ast und Unruhe lebt, das menschliche Lasttier wie er einmal an dieser Stelle genannt worden ist, empfindet /un Sonntag besonders an- genehm und wohltuend die Stille und Erhabenheit zugleich des sterbenden Waldes im Herbst. Und er braucht nur kurze Zeit mit der Eisenbahn zu fahren, um bei den ganz Stillen im stillen Wald zu sein. Der große Friedhof in Stahnsdorf ist, namentlich an den Sonntagvornlittagen, so recht ein Ort des Aufatmens von der Last und Haft der verflossenen Woche und des Sichsammelns zu neuer Arbeit, neuer Anstrengung und neuer— Enttäuschung. Hier bei den Toten ist man im Wald und wie in einem großen Garten zugleich, und es ist so, als ob von den Stillen, die hier schlafen, nicht nur Ruhe, fondern auch neuer Mut in die Seele strömt, neuer Mut, weiter mitzuspielen im Leben, das für den Proletarier immer nur eine Tragödie gewesen ist. Und auf dem Wege nach Stahnsdorf liegt noch so ein Platz, geeignet zum Ausruhen vom dornigen Lebensweg, zum Aufatmen und auf Sichselbstbesinnen. Da ist noch ein Stiller, der geflüchtet ist aus der Welt, die ihm nur Enttäuschung und Aergernis war. Hoch über dem kleinen Wannsee liegt das Grab Heinrich von Kleists, dessen Todestag sich demnächst jährt. Er war zwar aus alter und adliger�Familie, aber Adelsstolz und dummer Dünkel einer Kaste haben ihm das Leben verbittert und Leiden geschaffen, von denen er sich schließlich durch den selbst gewählten Tod löste. Und so ist es ja auch immer gewesen bis auf den heutigen Tag, daß mit Ver- ständnislofigkeit nicht nur, fondern mit Verachtung«ine große, dünkelhafte Kaste herabblickt auf den Proletarier, sein Denken und Empfinden. Indessen, diese Borniertheit Uebelwollcnder und geistig Beschränkter wird die verachteten Proletarier nicht niederdrücken und betrübt sein lasien bis zum Tode, sondern sie stark machen zur Abwehr und zum Kampf, zum Kampf, an dessen Ausgang der Sieg steht. Und auch dieses lehrt ein Sonntag bei den Stillen im stillen Wald! 8] Der Mittelweg. Von Sir Philip Gibbs. Wieder und wieder hatte es Streit gegeben(jetzt ver- fluchte er seine Laune), weil sie bis zum letzten Tage darauf bestanden hatte, ihre Freunde weiter um sich zu versammeln. Sie hatte kein Geheimnis aus ihrem Zustand gemacht, selbst nicht vor Kenneth Murleß, und Bertram litt unter dieser Frei- mütigkeit mit schmerzhafter Eifersucht. Es war ihm fürchter- lich, daß noch andere außer ihm selbst von ihrem heiligen Ge- heimnis wußten. „Es ist abscheulich," hatte er gesagt,„es ist genau ebenso, als ob du dich öffentlich auf dem Marktplatz zur Schau stelltest." „Wie lächerlich du bist," hatte Joyce geantwortet,„man muß ja denken, du seiest in der dunkelsten Provinz aufge- wachsen. In den ersten Regierungsjahren der guten alten Queen. Glaubst du etwa, daß Leute so etwas nicht sehen?" „Ja, natürlich— aber darüber mit Kenneth Murleß zu sprechen, mit diesem dekadenten Lebejüngling." „Mit einem guten� Freund von mir, den ich schon viel länger kenne, als dich," hotte Joyce zurückgegeben. Er hatte eine gräßliche Szene gemacht. Wie konnte er sich das je verzeihen, da Joyce nun da oben lag, zwischen Leben und Tod. Der höchste Augenblick seiner Furcht kam, als er zum mehr als zwanzigsten Male an seiner Tür lauschte und nur wieder nichts als die entsetzliche Stille hörte, die noch von den entsetzlicheren Geräuschen der Tätigkeit von Fremden, die um sein Weib beschäftigt waren, gestört wurde. Bedeutete diese Stille Leben oder Tod? Zwischen zwei fürchterlichen Hirn- schlügen stellte er sich diese Frage. Dann öffnete sich die Tür am Ende der Treppe, und er hörte das gestärkte Kleid der Pflegerin, als sie herunterkam, rauschen. Bertram ging in sein Zimmer zurück und drehte sich um, als die Frau nach einem Anklopfen hereinkam. Es war der Spruch über Tod oder Leben.,, „Geht es ihr gut? fragte er, ohne das Zittern seiner Stimme zu beherrschen. Seine Qual flößte der Pflegerin Mitleid ein. Solch weißes Gesicht und solche verfallenen Augen hatte sie schon bei vielen Männern gesehen. „Ihrer Frau geht es gut," sagte sie,„sie ist außer Gefahr." Dann zögerte sie einen Augenblick und fügte hastig hinzu: „Das Kind kam leider tot zur Melt," Sie verließ das Zimmer und sah nicht, wie Bertram Pollard sich auf den Kaminsims stützte und das Gesicht in den Händen verbarg. 2. Das Kind war ein Knabe. Es hatte die vollendeten Züge von Joyce. Aber nach einem Blick und einem Aufwimmern wollte es die Mutter nicht wieder ansehen. Bertram kniete neben ihrem Bett und bemühte sich, die Feuchtigkeit seiner Augen zu verbergen. Sie strich ihm mit ihren schlanken Fin- gern durch die Haare und streichelte ihn, aber nach kurzer Zeit sagte sie:„Du regst mich auf." so daß die Pflegerin ihm ein Zeichen machte, zu gehen. Als Bertram seine Frau nach so viel Schmerzen in Frieden liegen sah, war in ihm ein Gefühl der Erleichterung aufgestiegen. Ihre Wangen waren leicht gerötet, und all ihre Schönheit war wieder zu ihr zurück- gekehrt. Sie sah blühend jung, fast knabenhaft mit ihren abgeschnittenen Haaren aus. Er drehte sich in der Tür um und blickte auf sie zurück, und als sie wieder die Augen öffnete, warf er ihr mit einer Bewegung, in der seine ganze Liebe lag, eine Kußhand zu, sie aber schloß ihre Augen, ohne ihm zu danken. Während der ersten Entspannung, als er wußte, daß Joyce außer, Gefahr war, hatte er sich nicht um das totge- borene Kind gegrämt. Jetzt begann er erst daran zu denken. Etwas von ihm selbst lag dort im Ankleidezimmer in der Wiege, in die die Pflegerin es getragen hatte. Wenn es am Leben geblieben wäre... Seine Gedanken wanderten in die Zukunft. Er hätte einen Gefährten gehabt, einen kleinen Kameraden. Er hätte ihn reiten gelehrt und Spiele zu spielen und dem Leben ins Gesicht zu sehen und ein Gentteman zu werden. Nicht ein Snob. Nein, er würde ihn gelehrt haben, mitfühlend und „demokratisch" zu sein, so wie es Christy war, mit Verständnis für das niedere Volk und feine Sorgen. Er hätte seinem Sohn etwas von den Leuten, die er im Krieg kommandiert hatte, erzählen können. Von diesen Cockneyburschen, die ganz Nerv und Schneid gewesen waren und dabei einen wundervollen Sinn für Humor gehabt hatten. Seinem Sohn! Dem jungen Berttam. Wie schön das hätte sein könnn! Das Leben wäre weniger einsam gewesen. O Gott, wie war es einsam gewesen, als Joyce dort oben lag und die Pflegerin regierte, und die beiden Mädchen auf den Gängen wisperten, während er in seinem Arbeitszimmer saß und unfruchtbaren Gedanken nachhing. Nachts schlich er sich auf Zehenspitzen ins Ankleidezimmer, drehte das Licht an und zog das Tuch von dem Gesicht des totgeborenen Kindes. Sein Sohn. Was für ein seltsames Geschöpf. Wie eine Wachspuppe, die etwas Joyce und viel- leicht sogar etwas ihm ähnelte. Er küßte das kleine tote Gesicht und zuckte dann jäh vor seiner Kälte zurück. Nicht daß er sich vor dem Tode erschrak. Er hatte viel sterbende und tote Menschen gesehen. Aber dies kleine Ding hier war Joyces Baby. Es war. zu jämmerlich. Nach all ihren Schmerzen. O Gott... Vielleicht war es so das Beste? War Gott gut gewesen? Ein schreckliches Etwas schien jetzt das ganze Leben zu bedrohen. Eine Verwirrung, die immer neue Tragödien zu gebären verhieß. Christy hatte das auch immer gesagt. Die alten Mauern wankten. Der Krieg hatte ie zu sehr erschüttert. Die neue Generation würde noch chlimmere Dinge durchleiden müssen als ihre Väter. Diese Väter, die gute Soldaten gewesen waren, aber im Frieden zu nichts taugten und denen es schwer fiel, zu anständigen Bür- gern einer friedlichen Erde zu werden. Bertram Pöllard bedeckte das Gesicht seines totgeborenen Kindes wieder, drehte das Licht aus und ging hinunter. Cr wollte eine Anzeige für die„Times" aufsetzen— damit Joyces Freunde Bescheid wußten.— Er blieb stundenlang brütend an seinem Schreibtisch sitzen, bis er endlich einschlief und nur durch das erschrockene„Herjemineh!" des Hausmädchens Edith geweckt wurde, die am Morgen hereinkam, um sein Zimmer aufzuräumen, und sofort anfing, seinen Verlust in ihrer ge- schwätzigen gutmütigen Art zu beklagen. 3. Die Pflegerin sagte ihm, was er für die Beerdigung des Kindes zu unternehmen habe. Er ging zu einem Sarggeschäft in der Kirchstraße in Kensington, wo gerade zu dieser frühen Stunde eine Menge nett und vergnügt aussehender Frauen ihre Morgensinkäufe machte. Er haßte sie wegen ihrer Heiter- keit.— Der Sargmacher war zwar höflich, aber doch sehr er- staunt, als ihm Bertram den Auftrag mitteilte.„Eigentlich ist es gar nicht Sitte, ein totgeborenes Kind feierlich zu be- erdigen," sagte er. „Was denn sonst?" fragte Bertram erstaunt. Der Mann hustete verlegen:„Ach, gewöhnlich bringen wir es nur so beiseite."„Donnerwetter, das ist stark!", rief Bertram mit erstaunlicher Heftigkeit.„Ich möchte aber für mein Kind eine richtige Beerdigung haben." Er bestellte einen kleinen Eichensarg mit einer Bronze-- platte, auf der der Name„Bertram Pollard" eingraviert werden sollte. (Fortsetzung folgt.) Ein neuer Park. Dem Berliner Magiftrat ist es gelungen, den Erwerb des Lichterfelder Schloßpartes für die Stadt zu sichern. Bor dem Zustandekommen der Einheitsgemeinde Groß- Berlin hatte Lichterfelbe fich Jahrzehnte hindurch vergeblich bemüht, das Schloß partgrundstück zu erwerben. Die Bersuche scheiterten damals an der Höhe des geforderten Kaufpreises von über einer Million Mart, der für Lichterfelde unerschwinglich war. Nach der Eingemeindung wurden die Bemühungen, den Park der Allgemeinheit zu ers halten, wieber aufgenommen. Auf Grund der in das Feld- und Forstpolizeigesetz im Jahre 1920 eingefügten Naturschutzbestimmungen wurde 1922 durd) Verordnung des Polizeipräsidenten für das ganze Barfgrundstück eine den Baumbestand sichernde Benuhungsbeschrän fung ausgesprochen, und 1923 erklärte dann die Regierung den größten Teil des Geländes zum Naturschuhgebiet. Einer Anregung des Polizeipräsidenten folgend betrieb die Stadt aufs neue den Erwerb des Grundstücs. Nach Festsetzung eines Fluchtlinien plans, ber ben größten Teil als Grünfläche vorbehielt, wurden die Ankaufsverhandlungen wieder aufgenommen. Die Forderung von 20 M. je Quadratmeter näherte sich dem Friedenswert. In langen Berhandlungen wurde eine beträchtliche Herabsehung des Breifes erreicht. Für das ganze Schloßpartgrundstück von rund 23% more gen( genau 58 799 Quadratmeter) einschließlich Gebäude sollen 400000 Mart gezahlt werden, was einem Preis von 6,80 m. je Quadratmeter entspricht. Der Magistrat beantragt jegt die Zu stimmung der Stadtverordnetenversammlung. Das zwischen Hindenburgdamm und Teltomtanal gelegene Grundstück ist teilweise Park, der prächtige alte Bäume hat und als ein Stüd märtischen Urwaldes bezeichnet werden kann. Dieser Bart fügt sich in die Reihe der Anlagen ein, die im Berwaltungsbezirt Steglig längs des Teltowianals schon vorhanden sind oder noch geplant werden und dem Westen und Südwesten Berlins als leicht erreichbare Erholungs. stätte dienen. Die Jagd nach der Braut. Amtsmißbrauch eines Kriminalfommiffars. Gine Standalaffäre im Berliner Polizeipräsidium, die großes Aufsehen erregen dürfte, beschäftigte das große Schöffengericht Schöneberg. Unter der Anklage des Mißbrauchs der Amtsgewalt, der unberechtigten Berhaftung, der Erpressung von An gaben durch Zwangsmittel und der Bestechung hatte sich gestern der Kriminalfommiffar Dr. Ludwig Jiende vor dem Strafrichter zu verantworten. Ditangetlagt ist der Kaufmann Ernst Beder, in deffen Interesse die Jiende zur Last gelegten Straftaten von ihm begangen sein sollen. Becker hatte sich wegen unberechtigter An maßung eines Amtes, ferner wegen der Anstiftung Jiendes zu feinen Strafhandlungen und der aktiven Bestechung zu verantworetn. Der Antiage Hegt folgender Sachverhalt zugrunde: Becker hatte Der Antiage liegt folgender Sachverhalt zugrunde: Becker hatte die Bekanntschaft eines Fräuleins Martha Sch. gemacht, in die er sich vom ersten Augenblick an verliebt hatte, und der er sofort die Heirat antrug. Fräulein Sch. wollte sich jedoch die Sache erft überlegen. Sie verließ Berlin und fuhr zu Berwandten nach Hamburg. Ihren Aufenthaltsort hielt sie verschwiegen. Es wußte davon nur das mit ihr befreundete Kunstmalerehepaar Rudolf Jacobi, das ihr das Versprechen gegeben hatte, niemandem, insbesondere nicht Becker, von ihrem Aufenthalt Kenntnis zu geben. Becker segte nun alle Hebel in Bewegung, um jeiner Heißbegehrten wieder habhaft zu werden. Zunächst schickte er eine Hausangestellte der Familie, bei der Fräulein Sch. wohnte, zu den Eheleuten Jacobi mit der Mitteilung, daß sie die Adresse haben müsse, da bei Fräulein Sch. eingebrochen worden sei. Frau Jacobi fchöpfte jedoch Berdacht und lehnte eine Mitteilung ab. Eine Stunde später flingelte Becker bet Jacobi an, gab sich als Kriminalbeamter aus und verlangte im Interesse des schwebenden Ermittlungsverfahrens die Adresse von Fräulein Sch. Frau Jacobi erkannte aber an der stotternden Aus sprache, daß Becker am Telephon sei und verweigerte wiederum jebe Auskunft. Nun schlug Becker ein recht bedentliches Ber fahren ein. Er wandte fich an den Kriminalfommissar Dr. Jiende, den er gelegentlich fennen gelernt hatte. Jiende hatte bas Dezernat für Mädchenhandel unter sich und leitete nun Beder zuliebe ein Verfahren gegen Unbekannt" wegen Mädchenhandels ein. Zu diesem Zwed mußte Becker eine Anzeige machen, daß seine Braut feit dem 27. Februar verschwunden sei und daß die Befürch tung einer Berschleppung ins Ausland bestehe. Alsdann rief Dr. Jiende Frau Jacobi, die übrigens eine Nichte des verstorbenen Altmeisters Adolf v. Menzel ist, an und verlangte in feiner Eigen. schaft als Kriminalkommissar die Angabe der Adresse. Frau Jacobi blieb aber bei ihrer Weigerung. Darauf fuhr er zusammen mit Beder in einem Auto zu der Wohnung der Frau Jacobi. Während Beder unten wartete, ging er hinauf und machte ihr Vorwürfe, daß fie der Kriminalpolizei die Arbeit durch ihre Weigerung sehr er schwere. Er hatte aber wiederum feinen Erfolg. Jezt fuhr Tiende zum Bolizelamt Schöneberg und ließ durch den Polizeiwachtmeister Matheis Frau Jacobi zwangsweise porführen. Bei der Aufnahme des Protokolls verlangte Frau Jacobi Auskunft, zu welchem Zwecke die Adresse benötigt würde. Da ihr darüber keine Auskunft gegeben wurde, blieb sie bei ihrer Weigerung. Jiende drohte darauf, Frau Jacobi in Polizeigewahrsam zu nehmen und machte sie darauf aufmerksam, daß fie, da es Sonnabend fei, erft Montag dem Gericht vorgeführt werden könne, fie laufe daher Gefahr, solange im Gefängnis zu bleiben, denn es bestehe der Verdacht, daß Fräulein Sch. verschleppt sei und daß Frau Jacobi daran beteiligt sei. Die Drohung mit dem Gefängnis wirkte berart auf Frau Jacobi ein, daß sie jetzt endlich die gewünschte Adresse angab, nachdem sie fich aber von dem Beamten das Bersprechen hatte geben lassen, davon nur dienstlich Gebrauch zu machen. Um 6 Uhr endlich wurde Frau Jacobi entlaffen. Sie fehrte aber wenige Minuten später nochmals zurück, um zu bitten, daß man sie in dem Auto wieder nach Haufe fahre. Als sie das Dienstzimmer Dr. Jiences beI fat, fah sie zu ihrer Ueberraschung, daß Beder anwesend war. fuchte er, seine Fesseln abzustreifen. Als ein Beamter des Berliner Wie sich später herausgestellt hat, mar Becker hinter einem Erkennungsdienstes von ihm Fingerabdrücke in der Antiagebant Vorhang verstedt gewesen und hatte das Gespräch mit an- nehmen wollte, meinte der Tobende: Ich werde mir doch nicht die gehört. Jiende soll nun mit Becker in dem Auto fortgefahren fein Finger dreckig machen lassen von euch." Aber schließlich willigte er und von letzterem für seine Bemühungen 2 englische Pfund ein und meinte, das tut ja gar nicht weh. Als der Vorsitzende die erhalten haben. Beder ist daraufhin nach Hamburg zu Fräulein Sch. Beweisaufnahme schloß, schrie der Tobende: Nun macht man gefahren, hat sich mit ihr verlobt und ist jetzt auch mit ihr verheiratet. Schluß, ich habe Hunger, wo ist die Speifenfarte," Die geradezu Später hat Beder Frau Jacobi aufgesucht und sie gebeten, in der ftoische Ruhe des Borfihenden trug dazu bei, daß der Tobende nach Sache nichts zu unternehmen. Das Ehepaar Jacobi hat jedoch eine und nach ruhiger wurde. Ganz gelassen nahm er das Urteil von Beschwerde an den Polizeipräsidenten gerichtet und drei Jahren, einer Woche Zuchthaus, fünf Jahre dadurch ist das Verfahren in Fluß gekommen. Wie fich weiter ergab, Ehro'erlust und 500 m. Geldstrafe entgegen. Der zu hatte Dr. Jiende auch an die Polizei in Hamburg dienstlich den Aufständige Kreisarzt hatte den Angeklagten vor der Verhandlung trag gerichtet, den Aufenthalt eines Fräulein Martha Sch. zu er- untersucht und ihn für verhandlungsfähig erklärt. mitteln und diese unauffällig zu beobachten. Landgerichtsdirektor Dr. Schneider verkündete nach längerer Beratung das Urteil, nach dem das Gericht bei dem Angeklagten Dr. Jiende nur Freiheitsberaubung im Amte und einfache Bestechung, bei dem Angeklagten Beder nur Amtsanmaßung annahm und hat Dr. Jien de zu 6 Monaten Gefängnis, Beder zu 500 Goldmart Geldstrafe verurteilt. Dr. Jiende wurde außerdem die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter auf drei Jahre aberkannt. 40 Goldmart Bestechungsgeld wurden Wochen auf die Untersuchungshaft angerechnet. dem Staat für verfallen erklärt. Außerdem wurden Dr. Jiencke zwei Der Mord in der Leibnizstraße aufgeklärt. Selbstmord des Täters. Am 21. Jufi d. I. wurde die 63jährige Witwe Luise Rösler in ihrer Wohnung in der Leibnizstr. 10 zu Berlin- Charlottenburg ermordet aufgefunden. Der Tod war durch Hammerschläge, die die Schädeldecke zertrümmert hatten, herbeigeführt. Der Mörder hatte die Leiche in einen Teppich eingewidelt und den Kopf auf ein Riffen gebettet. Er hatte 200 Rentenmart, 28 amerikanische Dollar, eine Brieftasche mit 30 M., ein Familienalbum und drei Flaschen Geft geraubt. Pläne für die Wohlfahrtspflege der Stadt. P für die Wohlfahrtspflege, hielt am Sonnabend vor Vertretern der Der Berliner Bürgermeister Scholz, feit furzem Dezernent Breffe einen Vortrag über das Fürsorgeprogramm der nächsten Zeit und über die fünftige Organisation der Wohlfahrtspflege. Die für den Winter zu erwartende Steigerung des Notstandes fordert höhere Unterstügungen und Beihilfe zu den Feuerungsfoften. Die Erhöhung der Rentenrichtsäge für Sozial, Klein- und Armenrentner und die Feuerungsbeihilfe sind bereits von der Stadtverordnetenversammlung genehmigt, worüber im Vorwärts" berichtet wurde. Für die Her. richtung der notwendigen Wärmehallen hat der Magiftrat die erforderlichen Beträge bereitstellt. Den Pfleglingen der Hofpitäler und Siechenhäuser ist eine Erhöhung des Taschengeldes von 1 M. auf 3 M. zugedacht. Bürgermeister Scholh zählte dann eine Reihe anderer Maßnahmen sozialer Fürsorge auf, für die die Mittel teils schon bewilligt find, teils erst bei der Stadtverordnetenversammlung beantragt werden sollen. Bewilligt find u. a. neue Wäsche für Heil- und Pflegeanstalten, mehr Berschicung tuberfulöser Kinder und Erwachsener, mehr Bandaufenthalt für Pfleg linge der Jugendwohlfahrt, bessere Kleidung für Waisentinder und Fürsorgezöglinge, Ausbau der Krankenhäuser Moabit, Urban, Gitfchiner Straße und Buch, Einrichtungen für Spiel und Sport, Reform des Obdachs, Verlegung der Geschlechtsfrankenstation. In Borbereitung sind u. a. Vorlagen über Mittel zur Fortsetzung der Milchverbilligung für Bedürftige, zur Kinderspeisung, zur Rinderverschidung, zum Umbau der Heilstätte Buch in ein Hospital, zum Ausbau der Kinderheilanstalt Buch( mehr Liegehallen), zu Notftandsarbeiten, zur Arbeitsbeschaffung für Obdachlose usw. Die schon bewilligten und die noch zu bewilligenden Beträge stellen sich auf zufammen 18 Millionen Mark. Die Ermittelungen der Kriminalpolizei führten zu der Gewiße heit, daß der Mörder emm Stiefbruder der Ermor beten war, ein 35 jähriger, aus Dumenten gebürtiger ehemaliger Oberwachtmeister Gustav Rebs dat von der Schußpolizei in Hannover sei. Dieser hatte ungefähr 14 Tage bei feiner Stiefschwester au Besuch geweilt und war nun verschwunden. Der Flüchtige tauchte bald hier, balb da in Groß- Berlin auf. Schließlich schloß er sich einem Straßenmädchen an, das ihm Unterschlupf gewährte, ohne zu wiffen, mit wem fie es zu tun hatte. In einer Schantwirtschaft In seinen Ausführungen über die Neuorganisation in der Elfafferstraße beteiligte sich Rebsdat als unbekannter Gaft der gesamten Wohlfahrtspflege betonte der Bürgereinmal am Würfelspiel und verlor mehr, als er bezahlen fonnte. meister, daß eine Vereinheitlichung nötig fei, um ein Weil er auch noch frech wurde, so mar man drauf und dran, ihn Nebeneinander und Gegeneinander zu vermeiden und eine Ver zahlungsunfähige Gaft seinen Hut zum Pfande ließ, und fo entging meine Wohlfahrt, Jugendwohlfahrt, Kriegsbeschädigten- und Kriegsder Bolizei zu übergeben. Man einigte fich aber dahin, daß der einfachung und Verbilligung der Berwaltung zu erreichen. Allge. der Mörder noch einmal feinem Schicksal. Jeht versuchte er, nach hinterbliebenenfürsorge feien in einer einheitlichen Zentral Frankreich zu entfommen. Er hoffte um fo eher bort ge verwaltung und in zwanzig einheitlichen Bezirks borgen zu sein, als er früher in der Fremdenlegion gedient hotte. perwaltungen zusammenzufaffen, doch müsse durch besondere Es gelang ihm jedoch nicht, über die Grenze zu fommen, weil die Ausschülfe für Landesjugendamt und Bezirtsjugendämter und durch Kriminalpolizei alle Behörden unterrichtet hatte. Auf der Rückkehr besondere Beiräte für Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen aus dem Westen wurde der Flüchtige zwischen Magdeburg fürsorge auch die Eigenart dieser Fürsorgegebiete zu ihrem Recht und Berlin im D.3uge erkannt. Auf dem Potsdamer tommen. Eine Dollständige Bereinheitlichung fei gefehlich möglich, Bahnhof waren auch Vorkehrungen zu feiner Festnahme getroffen. doch dürfe man nicht den Einheitsgedanken rücksichtslos durchführen Er verließ jedoch den Zug auf der dem Bahnsteig entgegengefehten und von einem Extrem ins andere fallen. Auch die schon bea Seite und entfam fo. Seht wandie er sich nach dem Osten. Am stehende enge Zusammenarbeit zwischen der behördlichen Wohlfahrts31. Juli wurde in Königsberg i. Pr. an einem gewissen Otto Ipflege und der freien Wohlfahrtspflege foll weiter aufein Straßenraub verübt. Der Täter entfam. Da wurde am 3. Sep rechterhalten bleiben. tember in Breslau ein ähnlicher Raub auf offener Straße verübt. Diesmal gelang es, ben Täter zu fassen. Bevor man aber auf der Wache noch dazu gekommen war, feine Taschen zu durchsuchen, zog er einen Revolver und tötete sich durch einen Schuß in die rechte Schläfe. Bei dem Selbstmörder fand man Ausweispapiere des in Königsberg beraubten Otto T. Die Leiche wurde photographiert, und an Hand der Bilder ist jetzt festgestellt worden, daß der Lote der vielgesuchte Raubmörder Rebebat war. Ohne Zweifel ist es bem Flüchtigen auch im Osten nicht möglich gewesen, über die Grenze zu gelangen. Wie ein wildes Tier. Unter sehr schwierigen Verhältnissen fand vor dem Botsdamer Schöffengericht eine Verhandlung gegen den 34jährigen Kaufmann Paul Roster statt. Der Angeklagte ist wegen Rückfallbetrugs und Urkundenfälschung angeflagt; er ist bereits achtzehnmal vorbestraft. Am 11. August d. 3. ist er aus der Strafanstalt Lichtenburg entwichen. Bereits vier Tage später in Botsdam angekommen, be fuchte er eine Bigarrenfabrit um einen größeren Bosten Zigarren zu prellen. Er bestellte für etwa 500 M. Rauchzeug und ließ es sich zu einem bestimmten Zuge zur Bahn bringen; die Bezahlung folte am Zuge erfolgen. Der Fabrikant schöpfte Verdacht und benachrichtigte die Polizei. Der Kriminalassistent Meyer begab sich mit dem Boten zur Bahn. Als der Zug heranfuhr, winkte der Angeklagte schon von weitem den Poten heran. Er ließ sich die Bigarren geben und meinte, das Geld habe er per Boft abgeschickt. Er übergab dem Boten einen Bosteinlieferungsschein über 505,60 m. Der Bolizeibeamte aber verhaftete in diesem Augenblick den Be trüger. Der Einlieferungsschein war gefälscht. 60 Pf. waren in Berlin eingezahlt, die 505 m. hatte der Betrüger vorgefeßt. Kaum hatte der Angeklagte den Gerichtsfaa' betreten, als er einen Iob. fuchts anfall martierte. Er beschimpfte das Bericht in nicht mieberzugebender Weise. Ms der Vorsitzende nach seinen Berfonalien fragte, meinte der Angeklagte: Ich habe mit Ihnen gar nichts zu reden, schweigen Sie!" Das Toben und Schreien wurde derart, daß die Berhandlung ausgefeht werden mußte als der Angeklagte wieder vorgeführt wurde, gefeffelt zwischen zwei Edyupobeamten, nahm er wie früher wieder auf der Anklagebant Play. Jezt gebärdete er sich wie ein wildes Zier. Sein Schreien gellte durch das Gerichtsgebäude und immer wieder verDie schäumende Zahncreme Die Reinigung der Schupo. Die Veröffentlichung der Ergebnisse verschiedener Gerichts perhandlungen in den letzten Tagen gegen Schußpolizeibeamte, die wegen Körperverlegung ufto, angellagt waren, hat im Publikum große Beunruhigung hervorgerufen. Nach einer durch WTB. verbreiteten Mitteilung des Polizeipräsidiums wird gegen alle diese Beamten scharf eingeschritten. Solche Beamten werden unweiger lich fofort entlassen. Vorgebeugt wird derartigen Auss schreitungen mit den verschiedensten Mitteln, wie ständige Be lehrung, unvermutete Kontrollen der Wachen und Streifen, Hafta barmachung der zuständigen Vorgesetzten usw. Auch der Polizeimachtmeister Wolter, der durch die Verhandlung am 16. d. M. start belastet wurde, ist sofort seines Amtes enthoben und das Berfahren mit dem Ziel auf Amtsentlassung gegen ihn eingeleitet worden. Vorher gegen ihn einzuschreiten, war nicht möglich, da Wolter, wie es auch die lleberzeugung des Gerichts erster Instanz merkte die Behörde ausdrücklich, daß sie bei Beurteilung dieser war, in der Notwehr gehandelt zu haben schien. Im übriget be Fälle Trunkenheit nicht als Milderungsgrund gelten läßt und daß sie Trunfenheit im Dienste strengstens bestraft. nachm. pünktlich 2 Uhr, im Staatstheater Charlottenburg Tartuffe von Bezirksbildungsausichuß Groß- Berlin. Heute, Sonntag, den 19. Oktober, Molière. Sonntag, den 26. Dftober, nachm. pünktlich 3 ühr, im Theater bember, vorm. 11 1hr, im Großen Schauspielhaus Broletarische Feierstunde des Westens Madame Legros" von Heinrich Mann. Sonntag, den 9. Nofind zu haben im Bureau des Bezirksbildungsausschusses Lindenstr. 3, 2. of anm Gedenken an den 9. November 1918. Karten für alle Veranstaltungen 2 r., Bimmer 8, Borwärtsbuchhandlung Lindenstr. 2, im Zigarrengeschäft von Horsch, Engelufer 24/25( Gewerkschaftshaus), bei allen Obleuten der Streisbildungsausschüsse sowie in allen Borwärtsspeditionen. Wegen für die Ausstellung od und Leben zurüdgezogen. Wir bitten, den mangelnden Entgegenfommens der Ausstellungsleitung werden die Starten Bertauf einzustellen. Nähere Aufklärung im Mittellungsblatt. Gesangsgemeinschaft bei der Übendfeier am lebten Freitag einen Mantel Berloren. Im Saalbau Friedrichshain hat ein weibliches Mitglied der verloren. Der Berlust trifft die Berlieterin sehr hart. Der Finder wird gebeten, seine Adresse der Vorwärts"-Redaktion anzugeben. wurde bei der gleichen Beranstaltung ein Kneifer in schwarzem Etui. AbzuGefunden holen im Frauenfefretariat, Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 Treppen. KALODONT KON LINON KALODONT wäscht Jhre Zähne blendend weiß! „ Klaffenkämpfer". für Groß- Berlin ffets an das Bezirkssekretariat, 2. Hof, 2 Trep. rechts, zu richten. 1. Strels Mitte. Dienstag, den 21. Ottober, 7% Uhr, Sigung des erweiterten Kreisvorstandes bei 8fchiefing, Aderstr. 1.- Die Kreisrevisoren werden gebeten, um 7 Uhr zu erscheinen. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Alle Fahnen und Banner müffen bei Seidler, Belforter Str. 11( Bigarrengeschäft), abgeholt werden. 3. Kreis Friedrichshain. Montag, den 20. Oftober, 7% Uhr, bei Wittschuk, Petersburger Str. 5, Kreisvorstandssigung mit den Abteilungsleitern. Arbeiterwohlfahrts, Rindersdug und Kommunale Rommission: Freitag 28 Uhr Vortrag des Genoffen Rohler über Riele und Aufgaben der Jugendpflege" im Wohlfahrtsamt, Rigaer Str. 103, Quergeb. 3 Treppen, Rimmer 16/17. Das Erscheinen sämtlicher Genossen und Genoffinnen, die in der allgemeinen Wohlfahrts- und Jugendfürsorge tätig sind, ist er wünscht. Sämtliche intereffierten Genoffen und Genoffinnen sind ebenfalls eingeladen. 6. Kreis Kreuzberg. Dienstag, den 21. Oktober, 7½ Uhr, öffentliche Ber fammlung im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25. Thema: Bürgerblock oder Reichstagsauflösung?" Referent Genoffe Dr. Wenl, M. d. L. Der Kursus des Genossen Crifpien über Die Geschichte der politischen Barteien beginnt trop der öffentlichen Bersammlung des Kreises am Dienstag abend pünktlich 8 Uhr im Leibniz- Gymnasium, Mariannenplay. 7. Kreis Charlottenburg. Montag, ben 20. Oktober, 7 Uhr, in der Aula ber 22. Gemeindeschule, Wiglebenstr. 34, großer Filmabend der Freien Schulgemeinde. Eintrittskavten einschl. Brogramm 50 Pf. au haben am Eingang. Die Einheitsfront zwischen Kommunisten und Parteinachrichten Bürgerlichen brachte auch die letzte Bezirksverordnetenver- Ginsendungen für diese Rubri? sind fammlung in Lichtenberg. Schon zu Beginn der Sigung bei Be Berlin SB. 68, Lindenstraße 3, ratung einiger belangloser Angelegenheiten ging es recht lebhaft zu. Die Bürgerlichen, unter ihnen besonders der Deutschnationale 3immermann, und die Kommunisten Gäbel und Frau Rosenthal fagten sich die üblichen Liebenswürdigkeiten, die sich bis zur Androhung van Prügeleien steigerten. Erst die Ausführungen des Genossen Thurm, fie hätten ja doch die Absicht, beim Abbau zusammenzugehen und sollten daher nicht solch Theater aufführen, führten zum Ende dieser fruchtlofen Debatte. Zum Abbau der Bezirksamtsmitglieder beantragte Dr. Schmidt( 3.) Bertagung auf turze Zeit und Zusammentritt des Ausschusses für den Abbau, da bei der letzten Abstimmung im Ausschuß ihr Vertreter sich " geirrt"(!) hätte Nach Wedereröffnung gab Genosse Thurm den Bericht des Ausschusses, aus dem hervorgeht, daß wohl noch teine Partei in so furzer Zeit so oft umgefalien ist wie die Kommunisten im Lichtenberger Bezirksparlament. Die erste Ausschußfizung beschloß mit 5 gegen 4 bürgerliche Stimmen den Abbau der bürgerlichen Stadträte Fischer und Dr. Graeffner. Dann tagte eine Vollversammlung, in der die Kommu nisten beantragten, den Stadtrat Dr. Siggel und den Bürgermeister John abzubauen, die beide Sozialisten sind. Die dadurch notwendig gewordene Ausschußßigung beschloß mit den Stimmen der SPD. und KPD. wie die erste Ausschußfizung, zum Abbau Fischer und Dr. Graeffner vorzuschlagen. Die letzte Bezirksversamm lung vom Mittwoch, 15. Oftober, beschloß Bettelabstimmung. Es fielen auf Fischer 31, auf John 24, Dr. Graeffner 22, Dr. Siggel 17, Wigle 2 Stimmen. Nach längerer Debatte beschloß die Versamm lung Stichwahl zwischen John und Dr. Graeffner. Es entfielen auf John 26 und auf Dr. G. 22 Stimmen. Die Einheitsfront zwischen Bürgerlichen und Kommunisten war her= gestellt. Burufe, wie sie sonst von den Kommunisten mit Borliebe gegen die Sozialdemokraten angewandt werden, hagelten von der Tribüne gegen die Kommunisten, die recht fleinlaut wurden. Es wurde dann noch von derselben Mehrheit beschlossen: Die Genehmigung zur Wiederbesehung der Bürgermeisterftelle aus der Reihe der übriggebliebenen Stadträte cinzuholen und für die Zwischenzeit den Stadtrat Stimming mit der Vertretung zu beauftragen. Mit dem Abbau des Genossen John, der ein Lebensalter in der Arbeiterbewegung tätig ist, haben die Kommunisten bewiesen, daß sie den Kampf gegen rechts nur zum Schein, in Wirklichkeit aber den Kampf gegen die Arbeiterschaft führen. Bei den kommenden Wahlen werden sie hoffentlich auch in Berlin wie anderswo die Quittung erhalten. Besser als wie die Kommunisten es in den Be zirksparlamenten felbst getan haben, konnte das arbeiterfeindliche Handeln und das scheinrevolutionäre Reden dieser Arbeitervertreter" mirklich nicht gekennzeichnet werden. Wahrscheinlich wollen sie durch die Tat demonstrieren, wie tapfere„ Klassentämpfer" sie in Wirklich feit sind. Die fulfurelle Bedeutung des Rundfunks fann sich erst dann auswirken, wenn die Darbietungen von den Zuhörern nicht nur als Augenblicksgate gewertet werden. Lieder und Mufit, die flüch tig verhallen, find nur höchstens eine angenehme Unterhaltung. Erst wenn es gelingt, die Darbietungen des Rundfunks so zu vertiefen, daß der Hörer einen bleibenden Gewinn hat, darf man mit Berechti gung von der fulturellen Leistung des Rundfunk sprechen. Es ist eine Tatsache, daß unbekannte Liederterte meist nicht verstanden werden, so daß viele Zuhörer dem nicht folgen fönnen, was im Rundfunt von Sänger und Sängerinnen geboten wird. Diesem liebelstande versucht ein Buch: Das Wort zum Lied" abzuhelfen, in dem die Texte von 1800 Liedern Aufnahme gefunden haben. Das von Julius Lerche bearbeitete und bei Bote und Bod in Berlin erschienene Buch ist sehr übersichtlich geordnet und gestattet leicht das Auffinden der in den Rundfuntprogrammen angekündigten Liedern. Eine Naturfreunde- Ausstellung wird vom Touristen Berein Die Naturfreunde", Drtsgruppe Obers und Nieder. iconemeide, in Niederschöneweide, Fennstr. 1, vom Sonntag, den 19. Dttober, bis Freitag, den 24. Dtober, veranstaltet. Während die Naturwissenschaftliche Gruppe der Ausstellung Zeugnis von der Stultur. arbeit innerhalb der Drganisation ablegt und damit der Deffentlichkeit zeigt, daß der Touristen- Verein Die Naturfreunde" nicht ein Wanderverein für fich ist, sondern als proletarische Kulturorganisation ein Glied in der Kette der Arbeiterorganisationen überhaupt, will die II. Gruppe Buch und Bild mit dazu beitragen, bas geistige Rüstzeug zu vermitteln, ohne dem ein Aufstieg der Arbeiterklaffe unmöglich ist. Hier findet man Bücher non allen größeren Arbeiter- Berlagen weit unter Tagespreis. Die Aus ftellung ist geöffnet: Sonntag von 8-9%, Uhr; terttags: abends von 7 bis 9 Uhr. Die Kinderlefeffube Treptow, Wildenbruchstr. 53( Gemeindefdule IV), it vom Montag, 20. Dttober, wieder täglich nachmittags von 3-6 Ubr unentgeltlich für Knaben und Mädchen vom 8. Jahre an geöffnet, außer Sonnabends. Freiwillige Helferinnen werden gebeten, sich zu melden bei Frau Erna Feder, Leipziger Str. 103, Merkur 8472. Jugendveranstaltungen. Morgen, Montag, den 20. Oftober, abends 7% Uhr: Often( Petersburger Viertel): Schule Ebertyfte. 12. Bortrag: Entstehung Often( Stralauer Biertel): Schule Naglerstr. 3. Diskussion: der Erde". Arbeitsdienstpflicht. Werbebezirk Reutöfn: Abendfeier anläßlich des 20jährigen Bestehens der Berliner Arbeiterjugend 8 Uhr in der Aula der Knabenmittel fchule Donauftr. 120. Eintritt: Unkostenbeitrag. 9. Kreis Wilmersdorf. Sigung des engeren Kreisvorstandes mit den Ab teilungsführern Dienstag, den 21. Oktober, pünktlich 7 Uhr, bei Kroiß, Solsteinische Str. 60. 13. Kreis Tempelhof, Marienborf, Marienfelbe, Lichtenrabe. Der Rurfus des Genoffen Gebhard findet nicht Dienstag, sondern morgen, Montag, in der 4. Gemeindeschule, Mariendorf, Surfürstenstraße, sbatt. Sungsozialisten und Arbeiterjugend willkommen. 14. Rreis Renkölln. Montag, den 20. Oktober, T½ Uhr, Sigung des erweiter ten Kreisvorstandes an bekannter Stelle. Arbeitsgemeinschaft ber Rinder. freunbe: Dienstag, den 21. Oktober, Uhr, Necharstr. 3, turze Gigung und Rurfus des Genossen Rasparius( Alebarbeiten). Donnerstag, den 23. Oftober, findet in der Schulaula Bobbinftraße ein Lichtbildervortrag des Genossen Dr. Mar Sodann über Die Not des Arbeitertindes" statt. Rarten zu 25 Bf. am Eingang. 15. Kreis. Montag, den 20. Otlober, 7% Uhr, Kreisvorstandssigung mit den Abteilungsleitern, der Fraktion und den fozialistischen Lehrern im Zeichenfaal ber 1. Gemeindeschule, Niederschöneweide, Berliner Str. 31. 16. Streis Röpenid. Dienstag, den 21. Oktober, 7 Uhr, öffentliche Kreis. verfammlung in der Aula der Rörner- Schule, Lindenstraße. Bortrag bes Genoffen Riegmann: Die politische Bage 17. Kreis Lichtenberg. Freie Galgemeinbe: Montag, ben 20. Oftober, 7 Uhr, in der Aula der Mittelschule, Marktstraße, Bortrag des Herrn Stabt Schulrats Dr. Siggel: Der gegenwärtige Stand des Schulwesens und der Weg aur Einheitsschule". Mitglieder fönnen Gäfte einführen. 20. Kreis Reinidenborf. Donnerstag, ben 23. Oktober, 6% Uhr, im feinen Sigungsfaal bes Rathauses Bittenau, Ronferenz der Genoffen, die als Mieteinigungsamtsbeifizer, im Wohnungsausschuß, als Mietfchöffe ober fonft in der Wohnungswirtschaft ehrenamtlich oder beruflich tätig sind. Die Stadträte müssen ebenfalls erscheinen. Das Rundfunkprogramm. Sonntag, den 19. Oktober. 4.30-6.25 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berl. Funkkapelle). Während der Pausen: Ratschläge fürs Haus". 6.30 Uhr abends: Die Funkprinzessin erzählt: Deutsche Volksmärchen( von Königen und Königskindern) a) Falada, b) König Drosselbart, c) Die Gänsehirtin am Brunnen.( Die Funkprinzessin: Adele Proesler). 7.45 Uhr abends: Vortrag des Fräulein Dr. rer. pol. Borchard: Bekämpfung des Bettlerunwesens". 8.30-10 Uhr abends: WagnerStaatsoper. 1. Ouvertüre zu Rienzi". 2. Fantasie aus abend. Dirigent: Otto Urack, fr. Kapellmeister an der Berliner -Lohengrin. 3. Siegfried- Idyll. 4. Einzug der Götter in Walhall( SchlußSzene aus Rheingold"). 5. Fantasie aus Meistersinger von Nürnberg". 6. Ritt der Walküren aus der Walküre". Das Orchester besteht aus Mitgliedern des Berliner Philharmonischen Orchesters. Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theaterdienst. Königswusterhausen, Sonntag, den 19. Oktober. 10 40-11.40 Uhr vormittags( Welle 680): Konzert. Mitwirkende: Das Hübner- Trio. Berlin. 1. Violine: Kurt Hübner. 2. Violine: Willi Schulz. Cello: Willi Heide. Am Flügel: Erwin Blumenreich.) Potpourri, Urbach. 3. Romanze a. d. D- Moll- Konzert, Wieniawski 1. Schallwellen, Walzer, Johann Strauß. 2. Aus Mozarts Reich, ( Violinsolo: Kurt Hübner). 4. Czardas aus Der Geist des Wojwoden, Großmann. 5. Melody Song". Tanzpiece aus eigener 11.50-12 50 Uhr Kompositionsmappe der Kapelle, Hübner- Reich. nachm.:( Welle 2800) Konzert. 1. Melodien aus Rigolette". 2. Trio Es- Dur, Mozart( Andante, Menuett, Polonäse, Presto assai). 3. Zigeunerweise, P. Sarasate( Violinsolo: Kurt Hübner). 4. Wenn zwei sich lieben", Lied aus der Operette Die Rastelbinder", Fr. Léhar. 5. Canzon di Maggio, Miohelli. Montag, den 20. Oktober. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-6.30 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). Während der Pausen: Ratschläge fürs Haus". 7 Uhr abends: Tausend Worte Englisch. 7.45 Uhr abends: Vortrag des Herrn Johannes Breger, Oberregierungsrat im Reichsgesundheitsamt:„ Der Segen der Pockenimpfung". 8.30-10 Uhr abends: Volkstümlicher Abend. 1. a) Das Mühlrad( Ans dem 17. Jahrh.), b) Da unten im Tal, c) Ach, Modder, ich will ein Ding ha'n, Brahms, d) Lustig ist's Matrosenlebeu( Volksliedchen v. d. Lahn) ( Willi Weiß, Gesang). 2. Gellertsche Fabeln( Lo Norman, Rezitation). 3. a) Das Schäfermädchen und der Kuckuck( Volkslied aus dem 18. Jahrhundert), b) Mutter Maria daheime( Wallfahrtslied), c) Die Lehre vom Kuß, A. Hammerschmidt( 1650), d) Das steinalte Jüngferlein( Volkslied aus Schlesien)( Elsa Gregory, Gesang zur Laute). 4. a) Wie komm ich denn zur Tür herein, Brahms, b) Mein Mädel hat einen Rosenmund, Brahms, e) Soldatengossen( Soldatenjungen)( schwedisches Volkslied) Pacius, d) Die Musik kommt, Text von Liliencron, Oskar Strauß( Willi Weiß, Gesang). 5. a) Der Doppelkümmel( 18. Jahrhundert) Vikt. Reichenberg, b) Ein Kaffeeklatsch( 1865) Weitsmann, c) Die drei Gesellen. Zimmer. d) Heiratsfragen in verschiedenen Altern, Haizinger( Le Normann, Rezitation). 6. a) Das Lob des Ehestandes, Walzerlied aus Oesterreich, b) Auf Porzellan, Alex. v. Klitzung, c) Bei Goldhähnchen, Else Gregory ( Else Gregory, Gesang zur Laute). Am Schwechten- Flügel: Kapellmeister Otto Urack. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theaterdienst. Heute, Sonntag, den 19. Oktober: 21. Abt. Achtung, Funktionäre! Die Eintrittstarten zum heutigen Unterhaltungsabend find unbedingt abzurechnen. Morgen, Montag, den 20. Oktober: 3. bt. Rommunale Rommission: 7½ Uhr Sigung bei Krüger, Engelufer 23. 11. Abt. Die Funktionärtonferens fällt aus. Die Bezirksführer laden aur Mitgliederversammlung am Mittwoch ein. Vortrag des Genossen Abramo. Arbeitsverhältnisse in Rußland". Mitglieder der Konsumgenoffenfchaft: Fitr die Berkaufsstellen 26-28, 35, 81 und 102( Moabit) 7% Uhr Bersammlung in der Schulaula Wiclefftr. 53/54. witsch: 12. Abt. 7% Uhr bei Schmidt, Wiclefstr. 17, Funktionärversammlung. 24. Abt. 7 Uhr Funktionärsigung bei Rösner, Immanuelkirchstr. 25. 29. Abt. 7 Uhr bei Kluge, Danziger Str. 21, Werbezusammenkunft für die Bezirke 919-924. Die Bezirke 908/914 Dienstag 7% Uhr Werbeaufammenkunft bei Schneider, Prenzlauer Allee 43. ,, Borwärts"-Leser und Gäste werden eingeladen, 40. Abt. 7% Uhr funktionärversammlung bei Reufner, Sagelberger Str. 20a. 70. Abt. Wilmersdorf. 8 Uhr erweiterte Borstandsfihung bei Kroiß, Gasteiner Straße 6. Die Straßenführer müssen erscheinen. 103. Abt. Oberschöneweibe. 7% Uhr bei Jmberg, Wilhelminenhof, Funktionär. figung. 108. Abt. Röpenia. 7% Uhr Vorstandssigung im Jugendheim Grünauer Str. 5, Bimmer 1. Tagesordnung: 125. Abt. Weißenfee. 7½ Uhr Borstandssitung bei Gallas. Bernau. Mitgliederversammlung 7½ Uhr im Lokal Modisch, Raiserstraße. Bollsnot und Reichstag". Referent Genoffe Rudolf Wiffell. Borwärts"-Leser und Freunde der Partei find als Gäste willtommen. Jungsozialisten. Arbeitsgemeinschaft Engelhardt: Geiftige Bewegungen der Gegenwart. 8 Uhr Jugendheim Lindenstr. 3. Dortfelbft Empfangnahme ber Jungfozialistischen Blätter". Frauenveranstaltungen am Montag, den 20. Oktober: 2. Streis Ziergarten. 7 Uhr bei Berger, Levesom, Ede Jagomstraße, 3. Bortragsabend des Genoffen Miethke: Seguelle Erziehung". Gäste willkommen. 4. Abt. 7% Uhr bei Schwara, Blankenfeldefte. 10, Vortrag des Genossen Riemann: Die Frau in Bolitik und Wirtschaft". 14. Abt. 7 Uhr bei Gillwald, Putbuser Str. 24, Bortrag der Genossin Gdetbenhuber. 25. Abt. 7 Uhr bei Gott, Aniprodeftr. 8, Lefeabenb. 39. nnb 48. bt. 8 Uhr Hermann- Löns- Abend in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3. Gäste willkommen. 74. Abt. Rehlendorf. Frauengruppe: 18 Uhr bei Schnorre, Potsdamter Str. 3, Lejeabend. 82. Abt. Steglik. 7% Uhr Frauenunterhaltungsabend bei Thiel, Albrecht, Ede Ringstraße. Lieder zur Laute, Rezitationen. 140. Abt. Borfigwalbe. 7% Uhr bei Heider, Räusch, Ede Cenftstraße, Bortrag des Genossen Maß: Sexualfragen". Uebermorgen, Dienstag, den 21. Offober: 16. Abt. 7 Uhr bei Döhling, Brunnen ftr. 79, Funktionärihung, an der alle politischen und gewerkschaftlichen Vertrauensleute und die Haustaffierer teilnehmen müssen. 78. Abt. Wilmersdorf. 8 Uhr bei Stroik, Boffteinische Str. 60, Mitgliederverfammlung. Vortrag des Genossen Lempert: Die Politik der Partei". Frauenveranstaltungen am Dienstag, den 21. Offober: 22. Abt. 7 Uhr im Lokal Nadzan, Brüffeler Str. 43, Bortrag der Genoffint Kreffe: Die Werbewoche und die Frauen". Borher musikalische Dar bietungen. Gäste( auch Männer) willkommen. 33. bt. 7 Uhr im Konferenzzimmer der Schule Sohenlohestr. 10, Bortrag des Genoffen Drunfel: Erlebniffe in England". * 7. Abt. Die am Mittwoch, den 22. Oktober, fällige Mitgliederversammlung fällt umständehalber aus und findet am Mittwoch, den 29. Oktober, ftatt. 8. Abt. Die Bezirksführer laden zu der am Mittwoch, den 22. Oktober, stattfindenden Mitgliederversammlung ein. Die Genossen beteiligen fich an der Mieterversammlung am Montag im Nationalhof". 85. Abt. Tempelhof. Mittwoch, den 22. Oftober, 8 Uhr, MitgliederversammTung in der Aula der 2. Gemeindeschule, Werber, Ede Friedrich- WilhelmStraße. Bortrag des Genoffen Pfarrer France über Die Weber" ( Sauptmann). 136. bt. Reinidendorf Dft. Mittwoch, 7% Uhr, im Jugendheim Geebab, Refi benzite. 49, Mitgliederversammlung. Die Bezirksführer werden gebeten, die Mitglieder durch Handzettel einzuladen. 146. Abt. Reichsbruderet. Mittwoch, den 22. Oktober, nachmittags 3% Uhr, Betriebsversammlung( Werbeversammlung der SPD.) im Alepandriner, Alexandrinenftr. 87a. Tagesordnung: Brotverteuerung und Lohnkampf". Referentin Genoffin Wurm, M. d. R. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 24. Abt. Genoffe Billi Schmidt, Marienburger Str. 48, ist ver. forben. Beerdigung Montag, den 20. Oktober, nachmittags 2 Uhr, Brenzlauer Allee, Marien- Kirchhof. 39. Abt. Am 18. Oktober verstarb der alte Parteigenoffe Abolf Ospaisti, Wilhelmftr. 133. Beerdigung Dienstag, den 21. Oktober, 2% Uhr, Dreifaltigteits- Rirchhof. Bergmannftr. 39/41. Sport. Rennen zu Grunewald am Sonnabend, den 18. Oftober. 1. Rennen. 1. Heldrastein( Thielemann), 2. Cardinal II( Dblenburg), 3. Cobria( Albers). Toto: 13:10. Blag: 11, 15: 10. Ferner lief: Gera. 2. Rennen. 1. Roland( Dlejnit), 2. Kamtschatka( Grabsch), 3. Frohfinn( Eich). Toto: 76: 10. Platz: 26, 21, 111: 10. Ferner liefen: Isonzo, interweide, Deutscher Michel, Ama, Borussia, Löwenherz, Prinzeß Friedel, Mantinea, Einfalt, Royale. 3. Rennen. 1. Balamedes( D. Schmidt), 2. Hobe Pforte( H. Blume), 3. Anfang( H. Brown). Toto: 144: 10. Blag: 20, 13, 18: 10. Ferner liefen: General Höfer, Traumdeuter, Lorenzo, Aralinda. 4. Rennen. 1. Olifant( 6. Dreißig), 2. Petunie( D. Schmidt), 3. Leander( Huguenin). Toto: 120: 10. Blak: 25, 23, 24: 10. Ferner liefen: Bafur, Moloch, Bardes Bruder, Dollar. 5. Rennen. 1. Domina( Zimmermann), 2. Lady Grey( D. Schmidt), 3. Chane( lbers). Toto: 19: 10. Blaz: 10, 11, 11: 10. Ferner liefen: Sabitry, Rhapsodie, Blad Bell, Vivace. 6. Rennen. 1. Optimat( D. Schmidt), 2. Hardud( Olejnik), 3. Cap der Hoffnung( Grabfd). Toto: 28: 10. Blah: 12, 18, 13: 10 Ferner liefen: Melanie, Chiemgaunerin, Bulcain VIII, Concza Gora, Stattliche, La Bouree, Pil fieben, Roft. 7. Rennen. 1. Fürft( Olejnik), 2. Felfenriede( D. Schmidt), 3. Sonnenschein( Thielemann). Toto: 50: 10. Platz: 17, 15, 34: 10. Ferner liefen: Eifentrone, Chriftschmud, Lämmergeier, Minenhof, Höhenrauch, Ober, Soto, Paria. Alles sagt einander:« Nur Salamander!!! MARKE AM SALAMANDER A- F- B. NDER Der Salamander Schuh ist das Produkt jahrzehnte langer Erfahrungen in der Schuhfabrikation. Deshalb ist er in gufer Ausführung, Passform und Schniff vorbildlich Colche Ware and dann die Preise: das ist C& A Apartes Winter- Kostüm aus geripptem Velours de laine, Jacke am Kragen und unten herum mit dem beliebten Tibetpelz garniert, ganz auf Seido 85 nur. 00 Hochmodernet Mantel aus guter Affenhautware, reich mit Pelz( Biberette) besetzt, außer dem mit geschmack. voller Tressenverzierung 00 56 Mantel im Rücken Bus molliger Flausch. ware. mit sehr aparter Biesengarnierung 50 16 Fesches Samt- Kleid aus guter Koper. ware. mit Bubikragen and entabekender Kaopf- Garnierung 27 75 Schönes Kleid aus guter Cheviotware. mit bunter Stickereiverzierung und Plisséfalten 4A der Seite 9 50 Königstraße 38 Am Bahnhof Alexanderpl Chausseestr. 118 Beim Stettiner Bahnhof ( Untergrundbahnstation) Bestellungen können nicht berücksichtigt Schriftliche Bestellungen Am 15. Oft, nachm. 22 Uhr, entschlie nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Zeiden mein innig geliebter Mann, Schwager und Onkel Paul Rauhut im Alter yon 72 Jahren. Dies zeigt in tiefer Trauer an Emma Rauhut geb. Heldt Berlin SO 26, bent 18. Ottober 1924 Mariannenstr. 48 232b Die Einäicherung erfolgt Dienstag mittag 12 Uhr Gerichtstraße 37/38. Prof. Dr. Keysser Chefarzt und leitender Chirurg desVinzenzkrankenhauses, Lichterfelde Ost, Wilhelmstr. 36a hält vom 20. Oktober ab Sprechstunde Lützowplatz 6, hpt. Montag b Freitag 5-6 U.; Tel.: Lützow 672 Im Krankenhaus vorm. 12-1 Uhr, nur nach telephonischer Vereinbarung. Tel: Lichterfelde 201 u. 908. iche Nach langem, mit großer Geduld ertragenem Schmerzenslager verschieb heute morgen um 13, Uhr mein innigftgeliebter Gatte, mein treuforgender Bater und Schwiegervater, der Gastwirt und Böttchermeister Adolf Ospalski im 66. Lebensjahre. Berlin SW. 48, den 18. Oftober 1924. Wilhelmstr. 133. In tiefer Trauer Berta Ospalsti geb. Menze. Alfred Ospalsti. 236b Elfriede Ospalsti geb. Senze. Die Beerdigung findet Dienstag, den 21. Oftbr, nachm. 2 Uhr, von der Leichenhalle des Dreifaltigkeitskirchhofs, Bergmannstr. 39/41, aus statt. Trauerfpenden jeder Art liefert preiswert Paul Golletz, Dormals Robert Mayer, Mariannenstr. 3. Amt Morigpl 10303 Beinleidende fordert in den Apotheken Dr. Sidier's Siwalin", das bewährtes/ e. sicher wirkendste Mittel gegen Krampfadern, Beingeschwäre, Hämorrhoiden. Frostbeulen u.alle schwer beilenden Wanden. Tausende von Anerkennungen Hersteller: Dr. Sidler& Co G.m.b.H., Freiburg i. B. Nagelpflege- Garnituren Kop& Joseph echt in vornehmer Ausstattung. BERLIN W Tabakwaren großhandlung Zigarren, Zigaretten, Tabak billig Potsdamer Str. 122. Lindenstr. 81 Ein großer Irrtum ift es, wenn Sie Perfil nur als ein Mittel anfehen, das der Wäsche ein Schönes blütenweißes Aussehen gibt und es daher lediglich als Zusatz verwenden oder nur für ein zweites Kochen. Perfil ift in allererster Linie Waschmittel Seine außerordentlich schmutzlofenden Eigenschaften bewirken die Säuberung der Wasche felbfttätig durch einmali ges kurzes Kochen. Jede Hausfrau, die. dies einmal richtig erkannt hat, ift des Lobes voll Persil bleibt Persil! Perfil das Paket 45 Pfg. Meine alten Schuhe sehen wie neu aus, seitdem ich sie nach der neuen Methode mit der wohl riechenden Schuh- Edelcreme ,, Tuberan" behandle( das Wort ist leicht zu merken: ,, ran' mit der Tube" turz Tuberan"). Genaue Anweisung wie man ohne sich die Finger zu beschmugen sein elegantes Schuhwerk selbst pflegen und, wie neu erhalten kann, senden wir Ihnen nebst einer Probetube der wohlriechenden Tuberan Creme, wenn Sie diesen Zeitungsausschnitt mit Ihrer genauen Adresse in einen mit 3 Pfennig frantierten Umschlag steden und einsenden an die A.-G., Abt. Tuberan, Dresden- N. 6. Berkaufsstelle: Berlin W. 8, Mohrenfiraße 16. Fernsprecher: Merkur 2099. ee in den Bergen W TEEKANNE der Gehaltvolle, werden! ANDERS' 94 am Bahnhof Wedding Reinickendorfer Straße 16 By Auf Tellzahlung Herren- Anzüge schick u. Damen- Garderoben Paletots modern Pelzkragen! Einsegnungs- Anzüge u. Hielder ● Riesen MOBEL Auswahl und Polsterwaren, eigenes Fabrikat Erleichterte Zahlungs- Bedingungen! Kredithaus, Anders' Größtes Hads direkt am Nettelbeckplatz 16 Reinickendorfer Strasse 16 Pank-, Gerichtsstrassen- Ecko Besichtigung ohne Kaufzwang erbeten. Zähne 1,50M. Teilzahlung V. ei kleiner Anzahl u. wöchentl Abzahl. von M. an Echte Goldkronen v. 8 M. an, Ersatzkronen 3 M. an Zahnziehen mit Betäubung 1 M. 3 Jahre Garantie. Vorzeiger 10% Rab. Sprechz. 9-7. Sonnf.9-12 Bülowstr. med. Zahnarzt Dr. Wolf, Potsdamer Str. 55, Hochbahn dent. Jumper- und Jadenwolle, 6.50 per Bfund gediegene Handarbeits- Wolle, in 30 Farben Da wir der allgemeinen Geldfnappheit wegen jedes gewünschte Quantum zu diesen Preis abgeben, fo dürfte unser Angebot für jeden Verbraucher von größtem Intereffe sein. Strid. wolle in allen Preislagen. Bertauf täglich von 9-6 Uhr. Master nach auswärts franko. Rein taden! Adresse genau beachten! DESHALB DER BILLIGSTE u. ZUGLEICH Wollvertrieb, Dircksenstr. 45, Hof part. DER FEINSTE TEE IM VERBRAUCH Reiu Laben! Rähe Bahnhof Borfe. Nr. 49441.Jahrgang THE STAURATION 2. Beilage 2. Beilage des Vorwärts Geisterstunde in Potsdam. lu O.KOESTER , Wird da drüben nicht französisch gesprochen? Komm, hauen wir ihnen den Schädel ein!" Wohlfahrtsfragen im Landtag. $ Der Landtag versagte in feiner geftrigen Gigung in einer| Impfungsvorschriften müßten die Behörden pflichtgemäß entgegen. Reihe von Fällen die Genehmigung zur Strafverfolgung von Abgetreten. Die Gefundheitszeugnisse für Nupturienten(!)( Aber ordneten. Im Falle Hoffmann Guben( So3.) wegen Unter Herr Minister: Ehestandstandidaten. D. Red.) sind pur auf reidys fajtagung im Ami wird die Genehmigung erteilt. Hierauf fegi das gefehlichem Wege zu erreichen. Die Verhandlungen mit dem Reiche Haus die Beratung des haben ergeben, daß bort nod gewiffe Bedenten bestehen, und ein einseitiges Borgehen Preußens erscheine juristisch ausgeschlossen. Es handelt sich dabei nach unseren Intentionen lediglich um einen Austausch dieser Zeugniffe, nicht etwa um ein neues & wangsmeises Ehehindernis. Auch hierzu ist aber eine reichsgefeßliche Regelung erforderlich, ich werde meine Bemühungen um ein pofitives Ergebnis fortjeßen. Wohlfahrtshaushalts bei der allgemeinen Besprechung zum Abschnitt ,, Boltsgefundheit" fort. Frau Abg. Arendfee( Romm.) erklärt, bie heutige Wohlfahrts pflege biene nicht dem Ziele, den Kranten zu helfen; bei der tapita liftischen Gesellschaft fei das nicht durchführbar. Auch in der Wohl fahrtspflege unterstütze die Sozialdemokratie eine Bolitit, die die Interessen des arbeitenden Boltes schädige. In Petersburg feien die Gesundheitsverhältnisse besser als in Berlin(!!). Die Strafbestimmungen über Abtreibung müßten verschwinden. Zu fordern sei eine Neuregelung des. Hebammenwesens mit verbesserten Anstellungsbedingungen für die Hebammen. Die schulärztliche Ber forgung der Schultinder lasse noch sehr zu münschen übrig. Zur wirksamen Bekämpfung der Tuberkulose müßten den Gemeinden ausreichende Mittel zur Verfügung gestellt werden. Für eine beffere Schwangeren, Böchnerinnen, Säuglings- und Kinderfürforge müßte bas Reich den Gemeinden die notwendigen Mittel zur Berfügung stellen zur Einrichtung von Heimen, Beratungs- und Fürsorgestellen u. a. Abg. Dominicus( Dem.) schließt sich dem Proiest gegen die Worte des fozialdemokratischen Abg. Dr. Meyl an, die Aerzte hätten ein Interesse daran, daß recht viele Leute frant feien, und mendet fich gegen die Kommunalisierung des Aerztestandes. Gerade das Wohlergehen der Kranten sei in den Händen freier Persönlichkeiten besser aufgehoben als bei beamteten Aerzten, die ihre Stellung ihrer politischen Gesinnung verdanken.( Sehr richtig!) Die Frage der Dentisten müsse im Ausschuß noch geprüft werden; jeden falls verdienten bie Intereffen der Dentisten Berücksichtigung. Auch feine Partei sei für Gesundheitsatbeste vor Eingehung der Che. Minister Dr. Hirtfiefer: Neue Wohnungen werden im Jahr etwa 50 000 hergestellt. Das reicht nicht entfernt aus, die Zahl muß mindestens verdoppelt werden. Die Staatsmittel müssen daher entsprechend höher bemessen werden. Vor dem Kriege wurden etwa 150 000 ohnungen jährlich neu erstellt. Eine Umfiedlung aus den Großstädten in die nächste Nachbarschaft ift staatspolitisch fehr erwünscht, aber ohne weitere Staatsgelder auch nicht durchführbar. Der staatlichen Wohnungs: fürsorge bedürfen befonders die besetzten Gebiete und die Flücht linge, zumal aus dem Often, die zum Teil geradezu menschen unwürdig untergebracht sind. Der Realkredit fängt an, fich jetzt wieder bem Wohnungsbau zuzuwenden. Zwischentredit reicht noch nicht entfernt an das Bedürfnis heran. Auch die Stadtschaften arbeiten eifrig in Bedürfnis heran. Auch die Stadtschaften arbeiten eifrig in dieser Richtung. Zweite Hypotheten sind heute überhaupt nicht zu haben. Der staatliche Die Wohnungszwangswirtschaft tann fo lange nicht beseitigt noch gelodert werden, als Angebot und Nachfrage noch in fo schreiendem Mißverhältnis stehen. Für Aufhebung der Zwangswirtschaft möblierter Räume fann man eintreten, wenn, wie in Berlin, das Angebot die Nachfrage überschreitet. Den Abbau der Wohnungsämter sollen die Gemeinden tunlichst betreiben. Im Mieterschußgefes find grundlegende Aenderungen noch nicht vertretbar. Auch in Zukunft werde ich auf einen vernünftigen Abbau bedacht sein, soweit es die wirtschaftlichen Zustände irgend gestatten. Zur allgemeinen Boltswohlfahrt und zur Erwerbslosenfürsorge tann ich konstatieren, daß Sonntag, 19. Oktober 1924 worden.( Bfuirufe fints.) Die Beamtenstellung würde dem Ana fehen des Aerzteftandes nur nützlich sein. Die fünstliche Ge burtenbeschränkung ist heute nichts anderes als die Notwehr gegen Zunahme des Elends. Wo bleiben die Aerzte im Rampf um die Aufhebung des§ 218? An den Folgen der ungeregelten Geburtenbeschränkung durch Kurpfuscher usw. sterben in Berlin alljährlich 5000 bis 6000 Frauen. Die hemmungslose Fortpflanzung ist heute geradezu unfittlich. Die Brotestbewegung in Desterreich hat neuerdings einen mächtigen Aufschwung genommen. Die Rednerin fordert staatliches Eins greifen in der Frage der Geburtenbeschränkung und Legali. fierung des Schwangerschaftsabbruchs. In Sowjetrußland sei dies seit drei Jahren der Fall. Dort gingen die Frauen nicht zum Kurpfuscher, sondern zum Arzt. Abg. Dr. Wefter( 3.) polemisiert gegen die vom Abg. Dr. Weyl organisierte gelbe Aerztegewertschaft, deren Mitgliedervielfach junge, wirtschaftlich unerfahrene Menschen für den Krantentafsenverband verpflichtet werden. Durch die Verträge werde die ganze Arbeitskraft der Aerzte in den Dienst der Kasse gestellt, Ausübung von Privatpraris sei verboten. Angenehm sei die Gewährung eines jährlichen Erholungsurlaubes. Die Versorgung in Krankheitsfällen sei unzulänglich geregelt. Vor allem werde dem Arzt im Falle vorzeitiger Aufgabe seiner Tätigkeit ohne Einwilli gung des Raffenverbandes eine Konventionalstrafe in Höhe mehrerer Monatsgehälter auferlegt. Das sei unfittlich, sei eine Pascha mirtschaft. Nicht die Industrie sei es, sondern die Krankenkassen, die auf vorzeitiges Gesundschreiben drängten. Der Frage der Ueberlastung der Schulkinder mit wirtschaftlichen Arbeiten follte das Wohlfahrtsministerium besondere Aufmerksamkeit schenken. Bei der Gewährung des Arbeitsurlaubs muß eine richtige Auswahl getroffen werden: zunächst sind zu berücksichtigen die Frauen und Mädchen, dann die ganz jungen und die ganz alten Arbeiter, die tranten Arbeiter und erst zum Schluß die übrigen. Die Apotheken auf dem Lande bedürfen der Unterstützung. Die Gifttonzessionen auf dem Lande und in den Meinen Städten muß möglichst auf die Apotheken beschränkt werden. Die Tierärzte dürfen da nicht das Dispenfierrecht haben. Damit fchließt die Aussprache über den Abschnitt„ Boltsgesundheit". In einer persönlichen Bemerkung verwahrt sich Abg. Dr. Weyl( Soz.) gegen Angriffe des Abg. Dr. Wester, be fonders gegen die Behauptung, er sei fein richtiger Arzt. Persönlich sei gegen ihn gehetzt worden. Was er vorgetragen habe, feien Frage der Weltanschauung. Der ärztliche Beruf sei ein herr licher Beruf, nicht aber das ärztliche Gewerbe. Das Haus beginnt hierauf die Beratung des zweiten Abschnitts zum Wohlfahrtsetat über Wohnungs- und Siedlungswesen. Mit der Aussprache verbunden wird die Beratung einer Reihe Don Uranträgen des Zentrums über Milderung der Bohmungsnot in Oberschlesien und den Randgebieten der besetzten westlichen Landesteile, der Deutschen Bolfspartei über Zu weisung der durch die Rückkehr der Ausgewiesenen aus den befeßten Gebieten freiwerdenden Wohnungen an die Verdrängten aus den abgetretenen Gebieten des Oftens, sowie über Aenderung des Reichsmietengefeßes und über Beschlagnahmebefreiung bestimmter Wohnungen sowie der Demokraten über die Verwendung der durch Zusammenlegung von Behörden freiwerdenden Dienst wohnungen. Bon der NeubauAbg. Bergmann( 3.): Hoffentlich wird im nächsten Jahre ein größerer Teil des Ertrages der Hauszinssteuer für die Neubautätigteit flüssig gemacht werden können. In den besetzten Gebieten follte nach einem Beschluß des Landtages die Hauszins Steuer, bie bort ja sehr verspätet zur Erhebung gelangt, überhaupt nicht mehr erhoben werden. Diesem Beschluß ist die Regierung nicht nachgekommen, wir müffen aber darauf bestehen. Für leiftungs unfähige Hausbefizer bzw. Mieter sollte ein Erlaß der Hauszinssteuer nach bayerischem Muster in den bevorstehen. den Ausführungsbestimmungen in Aussicht genommen werden. Bei nahe fertiggestellte Bauten liegen zu lassen, wäre ein ganz besonders schwerwiegender volkswirtschaftlicher Nachteil. Die Wohnungsnot nimmt im besetzten Gebiet immer noch zu und erfordert deshalb hier eine vorzugsweise Behandlung. tätigkeit fällt für tinderreiche Familien und für die armen Leute überhaupt unter den heutigen Berhältnissen gar nichts ab, fie tommt nur tapitalstarten Interessenten zugute. Das darf aber nicht fein; es muß, sei es auf genossenschaftlichem Wege oder sonstwie, auch diesen Streifen geholfen werden. Die Aufhebung der Wohnungs. zwangsmirtschaft mit einem Schlage halten wir für unmöglich; es ist ein völliger Trugschluß, davon eine wesentliche Belebung des Baumarktes und der Bautätigkeit zu erwarten. Der Abbau fann nur allmählich vor sich gehen, und über das Tempo diefes Abbaues find die Meinungen noch sehr geteilt. Die Grund. studspreise fteigen ebenfalls unausgelegt; auch hier muß einmal von berufener Stelle ein ernstes Wort gesprochen werden. Hierauf um 5 Uhr Bertagung auf Montag 1 Uhr. Luft und Licht. Im Kampfe gegen die Tuberkulose. Der Verein der Freunde tubertulöser Rinder hat die Bertreter der Berliner Preffe mobil gemacht, um ihnen die in Berlin und Hohenlychen bestehenden Einrichtungen zur Bekämpfung der Knochen und Gelenktuberkulose zu zeigen, damit sie das öffentliche Gewissen wachrufen. Denn auch Licht und Luft kosten Geld, obwohl Einrichtungen, wie die in der Eberswalder Straße, auf dem ehemaligen Eperzierplay, mit verhältnismäßig geringen Geldmitteln zu schaffen sind. Es handelt sich nicht nur darum, diese einzige Einrichtung zu erhalten, als vielmehr darum, den guten Anfang, der hier gemacht ist, fortzusetzen, allen tuberkulösen Kindern in Deutschland zu helfen. Der leitende Arzt des„ Ambulatoriums für fnochen- und gelenktuberkulöfe Kinder" in Berlin und der„ Heilanstalt für äußere Tuber tulose" in Hohentychen, Professor Dr. Eugen Kisch, äußerte sich über die gestellten Aufgaben dahin: Wie sehr der Gesundheitszustand in dem Unglüdsjahr 1923 gelitten hat, ist dem Landtag aus den beiden Denkschriften bekannt. Im ersten Halbjahr 1924 ist er gegenüber dem zweiten Halbjahr 1923 die Zahl der Erwerbslofen zurüdgegangen erfreulicherweise etwas besser geworden; der Tiefstand scheint überwunden zu sein. Das Ministerium bat in seinen Be- ift. Es liegen Anzeichen dafür vor, daß man auf eine allgemeine mühungen zur Bekämpfung der Boltsseuchen nicht nachgelassen. Die wirtschaftliche Besserung rechnen kann.( Der Minifter Bekämpfung der Geschlechtstrantheiten muß, wenn gibt größeres statistisches Material.) Die produttive Erwerbslosen das Reich hier nicht vorgeht, von Preußen in die Hand genommen fürforge wird noch mehr als bisher den dauernd Erwerbslosen sich werden, ebenso ist ein Landesirren geset eine Notwendigkeit. zuwenden müssen. Die an uns gelangten Rlagen über Mißstände Die Grippeertranfungen haben bei dem Ginten der Widerstandskraft in den Erziehungsanstalten waren durchweg übertrieben. der Bevölkerung einen oft bösartigen Charakter angenommen. Die Es tann nicht davon bie Rede sein, daß dort ein rückständiger Geist Ausdehnung des Wirkungsbereichs der Kreisärzte wird er herrscht. Das Bersonal ist pädagogisch vorgebildet, und der Zivil. folgen. Der Berfonalabbau dürfte bei der Medizinalverwaltung tun verforgungsschein macht doch auch an sich noch nicht erziehungsfähig. lichst eingeschränkt werden. Ein fachlicher Abbau hat überhaupt nicht in den Anstalten wird gute Arbeit geleistet, die Anerkennung verstattgefunden. Die von mir ins Leben gerufene Organisation für dient.( Bustimmung im Zentrum.) Die Errichtung von Jugend hygienische Boltsbelehrung macht gute Fortschritte. Die Nahrungsämtern geht in befriedigender Weise vor sich. Für die Kinder mittelkontrolle sorgfältig zu handhaben ist in einer Zeit, wo die Ber- fpeifung fließen die Mittel aus dem Auslande leider nur noch spärlich. Auf Grund der guten Erfolge, die die Berliner Chirurgische fälschungen zunehmen, besonders notwendig. Eine entsprechende Um- Auch 1923 gelang es, 45 000 Kinder zur Erholung im Auslande Universitätsklinik in Hohenlychen init Sonnen- und Freiluftbehand arbeitung des Nahrungsmittelgesetzes ift in Angriff genommen. Die unterzubringen, wofür wir außerordentlich dankbar sind.( Unruhe lung bei der Knochen, Gelent, Drüsen- und auch Lungentuberkulose allein arbeitenden Land- und Kleinstadtapotheker haben bei den Kommunisten.) Immer mehr werden auch im Inlande Erfeit Jahren erreichte, hat das preußische Kultusministerium gemeinsam in der Inflationszeit besonders gelitten. Alle Parteien haben be- holungsheime für Kinder eingerichtet. Auch die Jugend- mit der Stadt Berlin bereits im Jahre 1921 dauert, daß meinem Reffort pflege der schulentiaffenen Jugend ist in den freien Bereinigungen nur so geringe Mittel gut aufgehoben. Auch der Städtetag gibt diefer Organisation vor zur Verfügung stehen, aber mit dem Bedauern allein ist der Wohl einer amtlichen den Vorzug. Den Männern und Frauen, die sich fahrt des Bandes nicht gedient. Zur Aufklärung des Publikums wird felbstlos in den Dienst dieser guten Sache der Jugendpflege gestellt von meinem Ministerium andauernd der Deffentlichkeit und der Breffe haben, gebührt unser Dant. Soviel geschehen ist, es bleibt noch viel Material geliefert. Den krantentassen ist schon vor längerer zu tun übrig. Mögen wir durch tatkräftiges Zusammenwirken auch Beit eine Abschlag von 20 Broz. auf die Tagen gewährt. Eine Not- in Zukunft die Volkswohlfahrt fördern.( Beifall.) lage der Aerzte ist aber um so mehr auch in Betracht zu ziehen, als bei einer großen Zahl namentlich älterer Aerzte pöllige MittelIofiateit eingetreten ist. Erfreulich ist die Inangriffnahme der Selbst versicherung nach dem bayerischen Vorbild. Die von den Sozialbemofraten verlangte Durchbrechung des Reichsimpfgefeßes fönnen mir nicht afzeptieren. Aufforderungen zur Sabotierung der Abg. Frau Kunert( Goz.) empfiehlt die Annahme einer Entfchließung, die Staatsregierung zu ersuchen, bei der Reichsregierung auf Erlaß eines Gesetzes über die Borlegung von Gefundheits 3eugnissen aum Eingehen der Ehe vorstellig zu werden. Die 2 ersteschaft hat ihr Ansehen im Bolte durch ihren Streit sehr geschädigt. Sogar Gebärenden ist die ärztliche Hilfe verweigert das Ambulatorium in der Eberswalder Straße eröffnet. In diesem werden täglich etwa 300 tuberkulöse Kinder mit natürlichen Sonnenbestrahlungen, fünstlichen Bestrahlungen, Frein luftfuren usw. behandelt. Zur Kräftigung der Muskulatur und Hebung des Allgemeinzustandes werden unter ärztlicher Leitung gymnastische Uebungen ausgeführt. Die Kinder erhalten daselbst Sommer wie Winter Freiluftschulunterricht. Auf diese Weise wird es nicht nur ermöglicht, die tuberkulösen Kinder, deren Zahl fich infolge der schlechten Ernährung während der Kriegs- und Nach triegszeit in erschredender Weise vermehrt hat, mit außerordentlich geringen Geldmitteln wieder zu heilen, sondern man konnte auch burch die angeführten Maßnahmen die Entwicklung ber| Tuberkulose bei unterernährten Kindern mit großer Sicherheit über haupt verhüten. Die Entstehung der Tuberkulose zu verhindern, ist aber die vornehmste Aufgabe der Tuberkulosebekämpfung. Die Heilanstalt in Hohenlychen Erhöhung gegenüber 1914 zu verzeichnen. Ein Artikel des Birt schaftsamts des Deutschen Buchdrudervereins beschäftigt sich in der Zeitschrift für Deutschlands Buchdrucker" vom 19. Geptember 1924 mit der Frage: Breissteigerung oder Preisabbau?" und stellt folgendes feft:„ Ende August, besonders aber Anfang September, murde bereits 1914, von der Berliner Chirurgischer Universitäts- Preiserhöhungen ein, die teilweise sogar größeren wurden die Preise stabil, und bei den verschiedensten Waren traten klinik( Direktor Geh. Med.- Rat Prof. A. Bier) gegründet. Es han- umfang hatten."„ Leime haben demnach in den letzten Wochen delte sich hier um den Versuch, ob die im Schweizer Hochgebirge mit eine zweimalige Preiserhöhung erfahren."" Für Dertrine werden Sonnen- und Freiluftbehandlung bei der Knochen- und Gelentteilweise recht hohe Preise verlangt."" Bei Betriebsstoffen ist mit tuberkulose erzielten Resultate auch in der Ebene erreicht werden teilweise recht hohe Preise verlangt. können. Prof. Dr. Kisch hat die Sonnen- und Freiluftbehandlung faum zu erhoffen. Auf dem Eisenmarkt ist bereits eine abermalige weiteren Steigerungen zu rechnen." Bei Metallen ist eine Sentung mit verschiedenen anderen Behandlungsmethoden( Bierscher Stauung, orthopädischen Lagerungen, künstlichen Sonnenbestrahlungen, Röntgenlicht u. dgl.) kombiniert und auf diese Weise recht günstige Resultate erzielt. Ueber die Aufgaben des Vereins fagte der Berliner Stadtrat, Genosse Dr. Korach: Die unbestreitbaren Erfolge der Freiluft- und Sonnenbehandlung bei tuberkulösen Kindern haben dazu geführt, den Verein der Freunde tuberkulöser Kinder" zu gründen, dessen Aufgaben sich feineswegs im Sammeln von Geldern für tuberkulöse Krante erschöpfen soll, sondern dessen Biel es ist, dieses Ambulatorium, das zum erstenmal systematisch den Bersuch gemacht hat, die moderne Behandlung tuberkulöser Kinder in Berbindung mit Gymnastik und Freiluftunterricht durchzuführen, als Muster anstalt auszubauen. Dieser Heilgedanke soll dann eine allgemeine Verbreitung finden und zur möglichst zahlreichen Gründung ebenfolcher Ambulatorien und Freiluftschulen in anderen Städten Deutschlands führen. Man darf überzeugt sein, daß die Teilnahme an den Arbeiten des Bereins, dem bereits eine große Anzahl von führenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und der verschiedenen Berufsstände angehören, eine ganz besondere wirtschaftliche und gesellschaftliche Förderung der sonst unsere Bolksgesundheit aufs schlimmste bedrohenden leidenden Mitmenschen bedeutet. Die Geschäftsstelle des Vereins„ Freunde tuberkulöser Kinder" leitet Herr Dr. Taubmann, Berlin W. 50, Prager Str. 13.) Den Bestrebungen dieses Vereins ist die weitgehendste Unterftützung und Förderung von Reich, Staat und Gemeinden zu wünichen, wie auch von privaten Kreisen, die finanziell mit cingreifen fönnen. Der Zeitungspreis. Ueberteuerung aller Materialien. Immer lebhafter und berechtigter werden die Klagen, und Proteste über die noch immer viel zu hohen, ja täglich wieder steigenden Preise der verschiedensten Lebens- und Bedarfsartikel, die in feinem auch nur annähernden Verhältnis zu dem dürftigen Einkommen der breiten Masse der Konsumenten, stehen. Und mit Recht. Es liegen genügend statistische Nachweise vor, die bezeugen, daß bei Den landwirtschaftlichen Produkten, einem großen Teil der Bekleidungsartikel die Verdienst- und Gewinnquote unnötig hoch im Preise einfaltullert ist. In gleichem Maße flagt die Leserschaft über die hohen Bezugspreise der Zeitungen. Bom Standpunkt des Lesers, namentlich der breiten Massen durchaus verständlich. Und speziell die sozialdemotratische Bresse wünschte und hätte ein eminentes Interesse daran, wenn es in ihrer Möglichkeit läge, die Bezugspreise zu reduzieren. Aber hier liegen, die Dinge wesentlich anders. Und es ist deshalb to al falsch, ganz mechanisch die Beitungsbezugspreise mit den Preisen für Lebensmittel und Bedarfsartitel aller Art zu vergleichen und ,, alles in einen Topf zu werfen". Der Zwed dieser Zeilen foll deshalb sein, dem Leser an. Hand der tatsächlichen Zahlen der Produktionskosten im Verhältnis zum Brodu ft einen tieferen Einblick in die Dinge zu gewähren. Cins steht fest: Der Breis ber Zeitungen, auch der sozialdemofratischen, ist heute noch erheblich teurer als im Frieden. Er beträgt im Durchschnitt 70 bis 75 Proz.( unter Berücksichtigung des zweimeligen Erscheinens z. B. beim Borwärts") mehr als 1914, nachbem er wiederholt im Laufe des Jahres ermäßigt worden ist. Dieser Preis müßte fofort ermäßigt werden, wenn die zur Herstellung einer Zeitung erforderlichen Materialien, wie Maschinen, Schriften, Bapier, Farbe, Blei, Dele, Textilien aller Art, einen niedrigen Prozentsaz der Erhöhung gegenüber dem Stande Don 1914 aufweisen würden. Das ist feineswegs der Fall. Das Papier foftet ab 10. Oftober 29,5 Pf. das Kilo, während es 1914 im Durchschnitt 20 bis 20,5 Pf. gefoftet hat. Also bereits beim Papier eine fast 50prozentige Verteuerung. Bei allen anderen Materialien ist aber heute eine noch 85. bis 90 prozentige Mef Itoffe 84 Durch Gate Preiswürdigkeit feit Jahren bekannt Herrenstoffe: D. Neueste Rips- Popeline und Feinkords von Mark 13.90 an Damenstoffe: Velour de laine und Tuche für Mäntel von Mark 8.80 an Tuchhaus MEFreitag Molkenmarkt 14 Ecke Molkenstraße. Bitte genau auf Eingang Nr. 14 zu achten! Neuwahlen in Norwegen. Christiania, Mitte Ottobier.. Am 20. Oftober wird das norwegische Parlament, der„ Stors wegens auf drei Jahre neugewählt werden. Da das norwegische thing", von allen über 23 Jahre alten Frauen und Männern Nor Parlament nicht aufgelöst werden kann, wird am 20. Oktober die politische Richtlinie Norwegens für drei Jahre festgelegt. Das ist insofern bedeutungsvoll, als auch für Norwegen die kommenden bringen sollen. Zur Entscheidung steht außerdem das Alkoholverbot brei Jahre die endgültige Liquidierung der Folgen des Weltfrieges für das ganze Land. Seit dem Kriege befindet sich Norwegen in ständiger Gärung. Auch Oeffentliche Frauenkundgebung in dieſem ſkandinavischen Lande hai der Weltfrieg eine UmDienstag, den 21. Oktober, abends 7 Uhr, in Treptow, Schulaula Wildenbruchstraße Thema:„ Volksnot und Reichstag." Referentin: Frau Luise Kähler, M. b. 2. Erhöhung um 10 Prog. eingetreten; teilweise sind die Preise um ungefähr 20 Pro3. höher als Ende Auguft." Die Breise für Bindfäden usw. sollen eine abermalige 5prozentige Steige. rung erfahren." Und so geht es weiter fort in dem Artikel. Es gibt aber eine ganze Reihe von Materialien, die zur Herftellung der Zeitung nötig sind, die gegen 1914 noch immer mehrere 100 Broz. teurer find. So betragen beispielsweise die Postbestell- und Ueberweisungsgebühren im Durchschnitt 60 bis 84 Proz. pro Eremplar. Die Boten löhne sind teilweise über 100 Proz. höher als im Frieden. Demgegenüber fällt es faft gar nicht ins Gewicht, wenn die Frachten, die Kohlen und einige Steuern in den letzten Tagen eine geringe Ermäßigung erfahren haben. Man vergißt hierbei, daß die tatsächlichen Preise ebenfalls immer noch 60 bis 80 Proz. höher als im Frieden sind. Dann aber kommt die steuerliche Belastung hinzu. Nach einer in den letzten Tagen durch die Bresse gegangenen offiziösen Statistik betrug die Belastung für Einkommen-, Bermögens, Gewerbe-, Kommunal- und Umfeßfteuer 1914 0,45 Bros., jegt 7,22 Bro3. also das 16fache! Allein dadurch ist die Betriebsausgabenquote um 50 bis 60 Broz. gestiegen. Dann aber stellt der geneigte Leser zwei fehr wichtige Momente nicht in Rechnung. Durch den Krieg und die Nachfriegszeit hat fein einziges Gewerbe so stark gelitten als gerade das Zeitungsgewerbe. Die wichtigsten Produktionsmittel, wie Maschinen, Schriften usw., waren völlig heruntergewirtschaftet. An einen Ersatz fonnte während der letzten 9 Jahre kaum gedacht werden. Eine 16seitige Rotationsmaschine aber, die, um nur ein Beispiel anzuführen, im Frieden 27 000 m. toftete, toftet heute zirka 40 000 m.! Bei allen anderen Maschinen und Schriften liegt es genau so. Diese Neuanschaffungen sind heute aber eine unbedingte Note wendigkeit, sollen vor allem auch die sozialdemokratischen Betriebe fonkurrenzfähig bleiben. Daneben war es ebenso notwendig, die Gehälter und Löhne, die auch heute nicht als immer ausreichend angesprochen werden können, wieder, auf eine einigermaßen ange messene Höhe zu bringen. Demnach ist das tatsächliche Verhältnis von Zeitungspreis und Produktions- bzw. Materialpreisen heute folgendes: schichtung hervorgerufen und eine sich in revolutionärem Tempo vollziehende wirtschaftliche Entwicklung heraufbeschwört. Im Jahre 1914 betrug die Zahl der Pferdekräfte, die die norwegische Wirtschaft in Gang hält, tnapp eine Million; Ausgang 1923 waren es deren 2 Millionen. Im Jahre 1914 war der Rurs der norwegischen Krone im Verhältnis zum Sterlingfurs 18,25, im Jahre 1917 stand er 12,90, heute jedoch 31. Im Jahre 1914 wurde der Staatshaushalt Norwegens mit rund 100 Millionen Kronen nicht nur im Gleichgewicht gehalten, er wies fogar noch einen Ueberschuß von rund 30 Millionen auf; 1916/17 war der Haushaltsplan auf rund 400 millionen angeschwollen mit 120 Millionen Ueberschuß; 1919 betrug der Ueberschuß noch 100 Millionen. 1923 verzeichnete das Budget jedoch eine Unterbilanz von rund 50 Millionen. Die Staatsfchulden waren von 423 Millionen im Jahre 1916 auf 1503 Millionen im Jahre 1923 emporgeſchnellt. Die zahlreichen Parteizersplitterungen und Umbildungen, die Norwegen in den Jahren des Krieges und ber Nachkriegszeit gefehen hat, bilden den besten Beweis für die Unfähigkeit der im Lande herrschenden bürgerlichen Klasse, die Folgen der wirtschaft. lichen Zuckungen: Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot, Betriebsstillegungen, steigende Steuern, rudartige Preissteigerungen. Die sozialistische Bewegung Norwegens wurde bis in die Kriegsjahre von der gelernten Arbeiterschaft getragen. Ein tariat, bie Arbeiter in den Fischereibetrieben und die Bauernknechte, radikaler Flügel bestand aus Seeleuten. Das ungelernte Prolestanden noch größtenteils jeder politischen Betätigung fern. ImmerKriege in der elektrotechnischen Industrie, die sich auf Norwegens hin hatte der neuaufgefommene Großlapitalismus fehon vor dent Wafferkräfte aufbaut, ein neues ungelerntes Fabritproletariat er zeugt. Diese Arbeiterschaft zufammen mit den radikal veranlagten Seeleuten, die die Krise in der norwegischen Schiffahrt nach dem Ariege arbeitslos gemacht hatte, wurden rasch dem BolschewisParteispaltung unter den norwegischen Sozialisten: Der mus in die Arme getrieben. So fam es im Jahre 1921 zur ersten rechte Flügel tat sich auf als„ Norwegische Sozialdemokratie", die Mehrheit schwenkte als„ Norwegische Arbeiterpartei" in das Lager Mostaus ab. Auf Grund der zehn bekannten Bedingungen Mos faus vollzog sich im Jahre 1922 eine weitere Spaltung. Von der Arbeiterpartei" trennten sich die„ Kommunisten". Bei den Wahlen 1921 war die Sozialdemokratie gegenüber der Arbeiterpartei start ins Hintertreffen geraten. Sie vermochte nur in einigen Wahlkreisen Kandidaten aufzustellen und brachte es mit 83 000 Stimmen auf rund 200 000 Stimmen zufieten. nur 8 Size, gegenüber 29 Sigen, die der Arbeiterpartei" mit Unter ganz anderen Berhältniffen treten die norwegischen Sozialdemokraten diesmal in den Wahlkampf. Sie haben wieder eine Preffe und einen festen, zahlenden Mitgliederbestand. Sie Der Zeitungspreis ift gegenüber 1914 3irta 70 bis 75 Pro3. haben in allen Wahlkreisen Kandidaten aufgestellt, und die sozialhöher; die Materialpreise und Produktionstoffen mindestens 80 bis demokratischen Redner konnten sich überall Gehör verschaffen, chne 90 Proz. und teilweise bedeutend mehr Prozent! Mit anderen Prügeleien ausgefeßt zu sein. Die Zersplitterung in drei Parteien Borten: Der Zeitungspreis ist etwa um 20 Pro3. im Durchlaßt allerdings die Hoffnung nicht aufkommen, daß die norwegische schnitt niedriger. Daß unter solchen tatsächlichen Berhältnissen, Arbeiterschaft als Siegerin aus dem Wahlkampf hervorgehen so schwer es fällt, an einen Abbau der Bezugspreise noch nicht gedacht förmie. Dazu hat die gegenseitige Zerfleischung der letzten Jahre werden kann, wird jeder einsichtige Leser, wenn auch schweren 3u viel Gleichgültige geschaffen. Die Bauernpartei vermag unter Herzens, eingestehen müssen. diesen Umständen viele Arbeitnehmer auf dem Lande für sich einzufangen. Noch am 31. August 1924 hat jedenfalls in Würdigung dieser unumstößlichen Tatsachen die Hauptversammlung deutscher Zeitungsverleger in Kassel einen einmütigen Beschluß angenommen, in dem zum Ausbrud tommt, daß zurzeit jeder weitere Abbau der Bezugspreise als eine Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit der deutschen Presse... unter allen Umständen abzulehnen ift". Es ist nicht 3wed dieser Zeilen, den Interessen der bürgerlichen Beitungsverleger irgendwie das Wort zu reden. Aber es ist Pflicht, auszusprechen, was iſt. Die sozialdemokratische Presse hat in dem Rampf um die Verbesserung der Lebenshaltung der arbeitenden Massen stets in erster Reihe geftanden. Und sie dürfte darin nicht erlahmen. Aber fie ist allein auch außerstande, die Dinge von heute auf morgen zu meistern, deren Ursachen zurzeit einen Abbau der Bezugspreife Derbieten. Wir sind aber der Ueberzeugung, daß nach Vorstehendem jeder Leser nun einen anderen Einblick erhalten hat. Er wird zugeben müssen, daß es nicht etwa„ böser Wille" oder gar„ fapitalistische Magime" ist, wenn die sozialdemokratischen Zeitungen den Wünschen auf eine Bezugspreisermäßigung einstweiten nicht entsprechen können. Unter den bürgerlichen Parteien tobt der Wahltampf fast ausfchließlich um das Alkoholverbet, das in Norwegen besteht. Konservative und Rechtsliberale wollen das Berbot aufheben, Linksliberale und Bauernverband wollen es aufrechterhalten. Demgegenüber hat die Sozialdemokratie auf ihr Wahlprogramm die sozialiftischen Forderungen geschrieben: Fort mit dem Goldzoll, Durch führung und Ausbau der Arbeiterversicherung, Steuerreform und Demokratisierung der Betriebsführung! hervorragend bewährt bei: Gicht, Grippe, Logal Rheuma, Nerven- und Ischias, Kopfschmerzen. Togal stillt die Schmerzen und scheidet die Harnsäure aus. Klinisch erprobt. In allen Apotheken erhältlich. Best. 74,3% Acid. acet. salic, 0,46% Chinin, 12,6% Lithium ad 100 Amylum. Wir fesseln unsere Abnehmer durch unsere guten Qualitäten Wir erweitern unseren Kundenkreis durch unsere billigen Preise Kinder- Schnürstiefel ans prima Chr. Chevreau in naturgemässer breiter, Form, Derbyschnitt. solide Qualität, prima Böden, spott billiges Angebot.... 25/26 3.90, 23/24 2.⁹⁰ Kinder- Schnürstiefel sus prim. schwarz Rind- u. Chr.box, mit u. ohne Kippe, m. Derbyschnitt, besond. stark kräftig. Böden, extra solid. stark. Schulstietel, ganz besonders billigiges Angebet ... 81/35 8.80, 27/30 59⁰ Damen Halbschuhe aus prima echt Chevreau und Boxcalf, in modern., rund. Form, mit elegantem Absatz, prima Verarbeitung, solides Fabrikat, vorzüglicher Strassenschuh, spottbilliges Angebot...... 575 Damen- Schnürstiefel prima echt Boxcalf, mit u. ohne Derbyschnitt, echte Rahmenarbeit, zum Teil Hochschait, vorzüglich. Strassenstiefel, selten billiger Gelegenheitskauf...... 90 99⁰ Damen Knopfstiefel ans Ia Lackleder mit Stoffeinsatz, Bowie echt Chevreau m. Lackkappe, nene spitze Form m. eleg. Absätzen, echte Rahmenarbeit, vorzügl. Fa brikat, aussergew. billig. Angebot 109⁰ Damen Lackschuhe prima Lackleder zum Schnüren, in neuester, spitzer Form m. elegantem Absatz, hervorragendes Fabrikat, eleganter, leichter Strassonschuh, ganz besonders billiges Angebot.. 12.90 Stiller Herren Schnürstiefel aus pr. Rindbox, m. Doppelsohlen and Derbyschnitt, extra starker, solider Qualitatestiefel, geeignet für Strasse und Sport, ganz besonders billig. Herren 14.50 Lackstiefel Ia Chevreaulack mit Chevreau- Einsätzen in neuer, eleganter Form, feinste Rahmenarbeit, erstklassiges Fabrikat.seltener Gelegenheitskauf 1850 Theater 8 Uhr Große Volksoper 8 Uhr Lichtspiele Russisch.Ballett Diaghilew fw. Staats- Theater Walhalla Opernhaus 7 Uhr Ariadne auf Naxos Opernhaus am Königsplatz 72: Der fliegend. Holländer Schauspielhaus 72: Wallenst. Lager Die Piccolomini Schiller Theater 7 U.: Dr. Klaus Volksbühne 22 Der Heimatlose Die Rache d. verhöhnt. Liebhabers 7 U.: Der arme Konrad Deutsch. Theater 7 Uhr: Die heilige Johanna von Bernard Shaw Regie: M. Reinhard: Kammerspiele 8 Uhr: Die tote Tante und andere Begebenheiten Theater i. d. Königgrätzer Str. & Unr: Erich XIV. Th. a. Nollendorfpl. 7.30: Die Geliebte Sr. Hoheit mit Fritzi Massary Berliner Theater 7.30 Uhr: Der süße Kavalier Komödienhaus 8: Der unwiderstehlich. Kassian SCALA 8 Uhr: Internat.Varieté Sonntag 3.30 zu alben Preis, das velle Programm! Th. im Admiralspalast 34 u. 84.Uhr in erster Besetzung die große Revue „ Noch and Nech“ Central Theater 3 Uhr: MORAL The G'wissenswurm U Deuts Opernhaus 7Uhr: Margarete Mtg. 6: Tristan u. Isolde Musikal. Leitung: Generalmusikdir. Brand Walter Intimes Theater 8: Liebeskonzern Tempo Tempo! 312: Drei Einakter Metropol- Theater Tägl. 71 Uhr: Gräfin Mariza Thi. Kommand. Str. Nachm. 3/2 U.: Die Mädels v. Davos Letzte Wochen! 0: Mobetrotter Bramatisch. Theater Chausseestr. 30/31 Lir.: With. Dieterle 7% Uhr: Gilles u. Jeanne von Georg Kaiser Residenz- Th. Dir.: Fel. Meinhardt Die Täglich am Rosenthaler Tor Großes Internationales Varieté Programm! Anfang 8 Uhr Preise: 0.40 0.60 1.- 1.50 usw. KOMISCHE OPER Direktion: James Klein 8 Uhr Allabendlich 8 Uhr Diese Revue Das hat die Welt noch nicht gesch'n" übertrifft fragios alle Revuen der Welt aus folgenden Gründen: Die berühmtesten Berliner Bühnenkünstler sind nur bei uns! Die Original- Ausstattungen der Pariser Revuebühnen sind nur bei uns! Die fabelhaften echten spanischen Tanztruppen sind nur bei uns! Wirkliche große dekorative Aufbauten und große Balletts sind nur bei uns! Der Marsch ins Wasser ( Legende vom Nil). Das große Perlen- Ballett mit dem lebenden Diadem Die Soldatenburg mit 90 Zwergen und Knaben. Das Straußfedern- Ballett vorgef. v. franz. Mannequins Was unter einem Frauenrock alles zu sehen ist usw. Lotte Werkmeister, Else Berna, Hanna Gerina, Miß Nielsen, Bruno Kastner, Arnold Riek, Paul Westermeier, Siegfr. Berisch, Hage Flink, Heinz Sarnow, Bianca und Josia, Juli und Fernan, Casanova usw. Bedeut. herabges. Preise Parkett 10 M., L. Rang 8 M., II. Rang 6 M., II. Rang 3 M. Tagesk. ununterbr. geöffnet U Goethe Bühne 8 Uhr: vier Schlaumeier Berlin C. 2, Klosterstr. 46, a. Eing. d. Untergrd- Bahnh. Klosterstrasse nahe d. Bahnh. Alexanderpl. Dienstag, den Mus. v. W.W. Goetze Neu- Eröffnung: 21 Oktober 1924 Kleines Th. Täglich 8 Uhr abends 7 Uhr: Goethe: Tilla Durienx in Die natürliche Techter" Ein idealer Gatte A. Schröder, Westerhold, H. Burg, R. Lettinger Adele Sandrock, Trianon- Th. Heute 7 Uhr: Colott' Erika Gläßner, Jul.Falkenstein u. Ferd. Bonn Thalia- Theater 7% Uhr Tägl.72 Uhr Zigeunerliche Musik von Franz Léhar Th.i.d.Gem.- Turnhalle Weißensee, Pistoriusst.23 Sonnt. abds. 71/2 Uhr Eva Benndorf in Der fidele Bauer von Leo Fall Preise: 80 Pf, b.2 M. Vorverk. u. Abendk. Theater am Kottbusser Tor Täglich 8 Uhr u Sonnt nachm.3U.: Elitein der Titelroile: Frau Else Heims. Preise der Plätze: M. 7.-, 5.-. 3.-. Mitglieder der Kunstgemeinde der Goethe- Sünne zahl. auf all. Plätzen die Hälfte. Jahresbeitr. d. Mitgl. M. 1.-. Vorverk. ab Mont. d. 18. 10. 11-6 U.i.d.Geschäftsst. Klosterst.43. Apollo8 Uhr 8 Uhr Theater Direktion: James Klein Die erste große Revue- Posse Das lachende Berlin Paul Beckers a. G. Senta Söneland Eise Balzer- Lichtenstein usw. Unter anderem: Die lebende Schreibmaschine Das Massen- Himmelsbett Die Wembley- Ausstellung Parkett 2.50 Eintri Klaas Eintrittpreise! Amtliche Wett- Annahme des Union- Klubs Sänger Schadowstr. 8, in alien Glänzendes OktoberProgramm U. a. Auf vielf. Wunsch Pannemanns Liebestraum", Berlin MW. 7, Sehadowstraße 8. Annahme von Wetten für alle Berjner Rennen in der Zentrale, Filialen und bei den größeren Renn- Vereinen im Reiche. Auszahlung der vollen Totalisatorquoten ohne jeden Abzug. Schriftliche Aufträge und Aufträge auf Konto- Einrichtung sind nur an die Zentrale zu richten. IVO PUHO EIN GROSSER KENNER SAGTE: Die TUFUMA LESSIO ist bei schönem Format gehaltvoll und preiswert. Die TUFUMA ist ein Cigarettenschlager ohnegleichen! BATSCHARIA Herren Oberhemden GEBR MC weiß, bester Rumpf- 185 stoff, m.Piquéeinsatz m.2 passend.Kragen. ganz schwere Qualit. 65 ⑥ME Herrensocken Reine Wolle, m. Doppel: 250 sohle u. Hochferse, einfarbig M Herrenunterjacken Prima wollgemischt beste Qualität, jede Größe 95 3% Damenstrümpfe Mako mit Doppelsohle und Hochferse. Farb.: schwarz, grau, braun 1 55 MK JOE LOE Damengolfjacken 22 Zephirwolle, extra schwer in reicher Farbenauswahl SEIT 1872 GRUMACH KÖNIGSTRASSE 57-59 Circus Busch! Heute Sonnt. 2 × 3+ 7% U. 2 x 222 X X X 2 x Todes= strahlen Autorennen in der Luft 2x Spanische Kampfstiere sowie die brig. Sensat. des aasaries. Circus- Progr Nachm. z. Programm- Schluß: ManegeMärchenspiel, Dornröschen 91, Wasserschaust. 9 " Carmen" Die Zigeunerin Die Todesfahrt d. Postkutsche Machm. Erwachs. a. Kind. halbe Preise Bennizen Sie Vorverk. Wertheim a. Circaskasse LUNAPARK Heute Letzter Sonntag ab 3 Uhr Abschieds -FEUERWERK Militär- Konzert Eintritt 20 Pfennig Echt A.G Panagiotis Tramikos ZIGARETTEN WIEN BERLIN sind Qualität! 8 Uhr UnterhaltungsVarieté Eintritt frei Grosses Programm Blerabteilung, Täglich: 4- Uhr- Tee Fahrräder und Nähmaschinen Auf Teilzahlung Zettha, Berlin ☑ mit dem großen Programm Leichtmotorräder Oranienburger Strasse 65 Lessing- Theater Rose- Theater Täglich 8 Uhr: Die große Revue: Wien gib acht! Dir: B. Rose 1/24: Minna von Barnhelm Alt- Heidelberg Anfang 7.45 Ueb.150Mitwirkende Casino- Theater Rasse den ganzen Tag geöffne Lothringer Str. 37 Tägl. 8 Ubr Deatsch. Künstlertheat. Täglich 7, Uhr Der Tanz um die Liebe Operette in 3 Akt. von Osk. Strauss Martha Serak Erikav.Theilmann Paul Graetz/ Robert Nästlberger Robert Scholz Hans Wassmann Georg Baselt Erich Walter Mus.Leit.: M. Roth Tänze: H. Lingen Bühn.Bild: E.Stern Lustspielhaus Tägl 8 Uhr: Die Zwillingsschwester Neu! Neu! ul Reichshallen- Theat. Abends 8 U. u. Stg. nachm. 3 Uhr Stettiner Sänger Neu Mutter uff Reisen Hachm. halbe Pr. b. voll. Abendarogr. Dönbeff- Bretti: Herrlich. Progr.! Anf. 7. Populäre Preise Satan Weib! Berliner lk- Trio Berliner Volksstück in 6 Bildam Neukölln, Berliner Humor, Berliner Typen Vorher. Bunter Teil Voikstüml. Preise! METROPOL 8 Uhr Der internat. OktoberSpielplan! WIMTETORTEN Heute VorLustsp. v. L.Fulda 2 stellungen Kate Dorsch Joh. Riomena Hans Junkermann Neues Operettenbaus Täglich 8 Uhr: K. Valsatin/ Lis! Karlstadt in 2 32 und 8 Uhr Hachm. halbe Prelse Rauchen gestattet! Philharmonie 7½ Uhr: Vorstadttheater Konzert Burleske v. Karl Valentin Lahnstr.74/ 75 L Rennen zu Grunewald Sonntag, d. 19. Oktober nachm. 1 Uhr Trotz Teilzahlung geringster An- und Abzahlung kaulen Sie bei uns gutsitzende Garderoben Qualitätswaren zu sehr niedrigen Kassaprelsen aus haltbaren 25.an Anzüge Stoffen von M. Raglans Farben von M. 20.- an Paletets bef. 42.- an bester Verarbeitung v. M. Wallner Theat. des Philharm. Orch Central- Garderobenhaus Tägi. 7 Uhr: Uriel Acosta THEATER 17% Tgl. 7% Der Harem auf Reisen 6. Rud. Nelson Berlins Musikschlager. Ververk. 11-1, 5-7 Uhr Dilig. Prof. R. Hagel Weinmeisterstraße 3, 1 Treppe nahe Bahnhof Börse. ZOOLOGISCHER GARTEN Sonntags Gr. Konzert Aquarium geöffnet von 9-7 Uhr ВЕКГІЙ HECH Gegr. 1906 HECHT BERLIN Stempelfabrik Robert Hedut Inhaber: Alfred Schneller Berlin S. 42 Ritter- Straße 116 liefert schnell und billig alle Arte n Stempel. Tel.: Mpl. 7254. Heftpflasterband Heftpflasterband Filzring Pflasterkern Hühneraugen- Lebewohl Das festhaftende Pflasterband verhütet jedes Verrutschen. Der druckmildernde Filzring beseitigt den Schmerz sofort. Der sich allmählich erweichende Pflasterkern dringt tief bis in die Wurzel des Hühnerauges ein, so daß es nach wenigen Tagen völlig schmerzlos entfernt werden kann. Trotz irreführender Behauptungen einer neidischen Konkurrenz lasse ich mich auf einen Zeitungskrieg nicht ein. Ich müßte sonst wegen unnötiger Reklamekosten den Preis auch höher stellen, so daß der Verbraucher die Kosten zu zahlen hätte. Deck scheibe Satur. Grat Piasto Sechseck Schmerzhafte Hornhaut auf der Sohle wird durch LebewohlBallenscheiben schnell erweicht und schält sich von selbst ab. Kein Verrutschen, kein Festkleben am Strumpf. Blechdose( 8 Pflaster Inhalt) 60 Pfg. Lebewohl- Fußbad gegen Brennen und Wundlaufen der Füße Schachtel( 2 Bäder) 50 P. Wer sicheren Erfolg haben will, verlange ausdrücklich das seit 20 Jahren wegen seiner erstaunlich schnellen Wirkung wohlbekannte Hühneraugen- Lebewohl" der Pharmazeut. Fabrik Carl F. W. Becker, Dresden 21 Emaille mit kleinen Schönheitsfehlern sehr preiswert billiger Verkauf Enorm Verkauf nur soweit Vorrat GLAS Mengenabgabe vorbehalten Gusselserne Geschirre aussen lackiert Innen emailliert Schmortople 110130 Bratplannen 175 225 PORZELLAN WIRTSCHAFTSARTIKEL Steingut Porzellan, weiss Extra- Angebot Kaffeegeschirr Extra billig Glas Extra billg mit kleinen Fehlern Satz Salatieren 6 teilig, weiss..... 95Pt. Speiseteller nach.. 25Pt., tief... 30P. 155 850 1850 Satz Salatieren 7 teilig Tafelservice 23 teilig Tafelservice 45 tellig. Waschgarnituren 5 tell, 4257501250 Toiletteneimer mit Einlage Waschbecken creme.... 75,95Pt. 185 Waschbecken bant..... 95Pt. 145225 Gold Bauerngeschirr 295 Handmalerei, Margueriten- Muster Kaffeekannen........... 95PT. 155170 95P.155 40, 50Pt. Zuckerdosen 60P. Tassen.... 45PL. Teekannen Milchtöpfe Abendbrotteller............ 15, 18P 12P Kompotteller. Saucieren 75. Terrinen 180 24 Kartoffelschüsseln..... 115 165 Bratenplatten.......... 45Pt. bis 180 Salatieren. 38, 60, 75P Kaffeekannen 75Pt. 125 Milchtöpfe.. 10, 18, 25, 35Pf. Zuckerdosen 10Pf. Tafelservice 28 tig, für 6 Personen 2500 Tafelservice 23 tlg., far 6 Personen 3250 Tafelservice 77 tlg., für 12 Personen 9500 **** für Restaurateure, Pensionen usw. Porzellan, Goldrand Speiseteller massiv, flach oder tief 30e. Kaffeekannen Abendbrotteller massiv.... 22, 25P. Teekannen Kompotteller massiv..... 15P. Zuckerdosen Bratenplatten massiv.ova: 55Pt. bis 145 Milchtöpfe Platten massiv. 2 teilig 75PL, 3 teilig 105 Mokkatassen massiv Kaffeetassen massiv 15P. 20P. Kompotteller gepreest 10Pt. .......... 125 bis 285 Kompottschälchen gepresst 10PL 145 185 215 Zitronenpressen 15PL 70, 75, 90P 25, 35 bis 65P Butterdosen gepresst.... 35P Bierbecher Sandblas 15Pt 11012 Groggläser auf Fass. 15, 18PL ********* 50Pt. 100 Wassergläser glatt 8Pf., gepr. 10, 12PL Bierbecher Mattbd. 12Pt. Flora 18PL Teabecher Flora..... 18PL Abendbrotteller bunt Tassen bunt.. 30P, bant, dünn... 45Pt. Tassen Goldband, dann.. Kaffeeservice 5 tlg., 2 Pers. 275 Kaffeeservices tig., 6 Pers. 495 Kaffeeservice 16tlg., 12Pers. 1475 Obstteller Perz., reich dek. 78Pf. Tassen weiss Porzellan.. 8, 10Pt. Pf., 3 Liter 135 Bonbongläser 275P., kg 95P Weingläserlein 20Pf. gross 28pt Krüger 68Pf, 2 Liter 95 Pf., 3 Liter 135 Bonbongläser 75f, kg 95 Elektrische Waren Kochplatten kombiniert, 20 cm.... 1450 Kaffeemaschinen 1450 1050 Kocher......... Haartrockner vernickelt...... 2450 Bügeleisen vernick, m. Zuleitung 775 850 Staubsauger Wirtschaftsartikel Holz- u. Bürstenwaren 1 Erbitzer...... Garnitur Gasplätten vernickelt, a Plätten und 290 325 Kohlenplätten Spiritusplätten vernickelt 575 650 750 Gaskocher behmb 165225 3 9751250 Leibwärmer Brenner Wärmflaschen 90P. 110 230 700 Wäscheleinen.......... Plattbretter. Auftragebretter... 200 Waschbretter. Löffel-. Quirl- Gra Rosshaarbesen Rosshaarhandfeger Schrubber 200 250 300 475 525 600 285 350 450 85Pt. 115 135 85P. 125 185 225 275 350 95Pt. 145 45P. Springformen... 75, 90P. 100 120 Kartoffelpressen Waschständer 95Pt. 125 95PL Emaillewaren Schmortöpfe .. 65, 85P. 110 125 Kasserollen 45, 60, 75, 95Pt. 110 150 225 Wasserkessel Schüsseln 45, 55, 65P Kaffeekannen 1, Ltr. 75PL, 2 Ltr. 95PL Waschgarnituren Porzellanf., 5 tlg. 1250 960040 Wringmaschinen 6mm 89mm 42mm a Heisswasser- Walzen 185019502050 Wäschemangeln 35° 37075" Waschtopfe ve 425 475 535 einl. Deckel Kassetten 28x15x8 cm...... Stück 750 Brotbüchsen lackiert, dekoriert 250 325 Obsigestelle Hertie- Spezialseiferiamiert. St 50Pt.36.140 Bertie- Badeseiferijeri. Stack 45 PL- 8512 parfümiert..Stück Herti- Tolletteseifend.35 st. 90PT. H ........... 12000 Küchenlampen......... 85P. 125 105 Tischlampen mit Messingfuss.. 425 575 Nachttischlampen elektr. 450 875 950 Schreibtischlampen elektrisch mit 650 grüner Glocke Schlafzimmerampel das 1150 elektr. 750 Zuglampe komplett, 1975 1750 Speisezimmerkrone Gas elektr. 41. mit Perirei en, 40 cm.......... mit Seidenschirm 1ar Gas elektr. 5250 4850 6500 zogen sechseckig. **** Butterdosen Kannenuntersetzer Kuchenteller gross.... Kuchenteller 17 cm, 19 cm.... 28, 35P. Eierbecher 20Pt. Pressglasserie ,, Kristalio" Tassen... 28, 38Pt. Compots offen 28, 48, 75 PL 115 185 28Pt. Compots in 30, 55, 90 Pt. 145 195 Kompotteller 28P: Kuchenteller 225 40Pt. Butterdosen 115 Käseglocken 185 Ascher gepresst Ascher gepresst 12Pf. quadratisch od 18PL. Aluminiumwaren Schmortöpfe Satz 16-20 450 14-22825 16-24 975 Kasserollen... 65, 85Pt. 110 Wasserkessel.......... 275 325 375 Milchkannen mit Bagel 125 185 Gemüseschüsseln mit Deckel..... 200 Schüsseln mit 2 Griffen, 24 cm..... 135 Küchenschüsseln tief, 32 cm..... 190 135 Essenträger ca. 14, Liter Litermasse.., Liter 75P, 1 Liter 110 Nickelwaren gemustert, St. Stahlwaren Kaffeelöffel Alpaka, gestanzt...... 35P Esslöffel Alpaka, gestanzt.. 75P. Esslöffel und Gabel Aluminis, 12Pt. Kaffeelöffel Aluminium, gemustert. 8Pf. 35P. Obstmesser 250 Geflügelscheren Bestecke mit schws. Heft, Paar 95Pt. 125 Paar 175 Bestecke mit Ebenholzheft..... Zinkwannen Holzboden.. 900 10 75 Zinkzober mit mit Holzboden.. 850 10% 14501750 Teppichkehrmaschine Gummi- 875 Küchendosen. Ofenvorsetzer ecken.. 25, 45P. 165 200 225 325| Obsthorden 6,8,10 Bod. 1950 2500 2950 Hornsalatbestecke 95P1. TIETZ 100 Teppich- Haus100 Potsdamer Straße 100 zwischen Bülow, and Karrstenstraße Beste Einkaufs- Gelegenheit Reichste Auswahl Billigste Preise Perser Imitiert 190 са M. 27.290 240 840 08. x. 43.280 08. 880 M. 58.Axminster 160 285 200 Cs. 800 250 CA. 350 M.108.ca M. 49.M. 72.Velours- Teppiche beste Qualität 160 Ca. M. 58.235 200 800 08. x. 87.Vorwerk- Teppiche Vorlagen, Decken Anker- Teppiche Handgeknüpfte Smyrna Teppiche Brücken, Divandecken, Tischdeck., Läuferstoffe, Velours u. Auslegestoffe von den einfachsten bis zu den besten Qualitäten. Dekorations- Stoffe in reichster Auswahl Ständig Gelegenheitskäufe in Orientfeppichen Tournay mit Franse CR 200 800 M. 168.250 OR 850 800 400 260.caM.335.Prima TournayVorlagen 68 ca. x. 21.120 Bettvorlegar In allen Preislagen Wollplüsch prima 200 ca. 300 250 -.120.850 Ca M.175.ca. 800 400 M.240.M N ****** Tortenplatten m.Fayence- Einl., 30 cm 325 Kannenuntersätze 15 em........ 65Pt. Likörbecher 80PL Teegiashalter ohne Glas 45, 55, 65Pf. Brotkörbe 145425 Kaffeeservice& teilig, auf Brett.. 1150 Badeseife à Stück ca. 120 g............. 2 Stück 50Pf. Basaltseite einste 80proz. Kernseife, Kart à 500g 90PL 18 Schnitzel- Seifenpulver 30P, 3P. 80Pt. Selbstmörder Salt! Es hat noch einen Ginn zu leben! Laß Dir im nächsten Laden geben ' ne echte Maifapar, Nur Nur"! Das ist für Dich die beste Kur! Die beste Berliner 3- Pfennig- Zigarette ach wie Leopold Gadiel Na Weiche, mollige Pfd. S. Schlesinger Gegründet 1864 Neue Königstr. 21 11. Etg. Einzel- Verkauf von Pelzwaren aller Art nach: beendeter Engros- Saisou zu billigsten Preisen; zum Beispiel Ia Ziegenkragen mit Seide gefüttert v. M. 20 an bis zum feinsten Genie. Einzelne Felle zu Besätzen von Jacketts und Mänteln. Reparaturen schnell u. billig Metallbetten Stahlmatratz., Kinderbetten dir. an Priv. Kat.30A frei. Eisenmöbelfabr. Suhl Thür. Königstr. 22-26 Gamperts Konditorei 1 Treppe vor nur Qualitätswaren in größter Auswahl Mäntel 25.- 39.- 45.Letzterschienene Neuheiten! Hochelegante Seidenplüsch- Mäntel erstklassige Qualitäten für den Winter Bezaubernd schöne ModellMäntel Etwas Ungewöhnliches: Tanz- Kleider aus Crepe de chine. 39.- 45.- 59.Hochelegante Große Tolletten selbst für den verwöhntesten Geschmack Vornehme Wollkleider für die elegante Dame Ganz besonders schöne Seidentrikot- Kleider Moderne, tesahe Kleiderröcke große Farbenauswahl Reinwollene Strickwesten für Damen u. Herren gute 20.- 30.- 45.- 8.- 12.- 15.- 10.- 15.- 20.Qual. ittwoch, Kindertag! den 22. Okt. Entzückende wollene u. seidene Hochherrliche feine Farben Modelltür Herbst u. Winter teils auf reinseid. Futter Kostüme 39.- 49.- 59.aus Gabardine, Velours de laine etc. allerneueste Formen. Ferner besonders elegante Kleider Modell- Kostüme 35.- 45.- 55.Welche, mollige Morgenröcke 750 15.- 20.mit Pelzverbrämung f. den Winter. Kasaks Die größte Auswahl Die schönsten Muster Die billigsten Preise Kinder- Mädchen- Kleider le Samt- Kleider u. alle Größen. Hochfeine Winter- Mädchen- Mäntel lede Wollene Knaben- Anzüge Knaben- Paletots Größe. u. Sportformen Spezialität Grosse Weiten Nr. 494 41. Jahrgang Herbstreise. Bon Franz Lepinski. I, 3. Beilage des Vorwärts Tage tamen, wo die Linden ihre Goldblätter verschwenberijch rückten da wanderte ich durch alte Städte, über die seide, ans Meer. Wenn der Zug über die Elbe rollt, Stendal zu, winft fern aus unendlichen Wiesengründen Tangermünde ein paar von den föstlichen Städten, die dort in der Altmart zwischen Stoppel. ädern, Rübenfeldern und endlosen Weiden umhergestreut liegen. Tore mit verwitterten Zinnen, breitfpurig hingestellt, laffen dich ein, weisen dir Gaffen, die sich wie Nattern zwischen geducten und schmalschultrigen Kaluppen hindurchwinden- hier von einer Kirche überwacht, die ihr Turmpaar zu den ziehenden Wolken des Herbsttages hinaufwachsen läßt. Dort auf den Markt laufend, den ein Band, glitzernd von tausend Sonneblizen, bis sie sich in Wiesenmeeren verliert. Ueber ihr triumphiert einer Brüde stolzer Bau nimmt einen Anlauf und springt dann in drei fühnen Säßen über den Strom. Tief unter ihr schnaufen die Schiffe vorbei. Dann sah ich Städte, die sich in Seen spiegeln Mceressehnsucht stillend weit hinten im Lande: Mölle, die Eulenspiegelstadt. Der graubärtige Rüfter zeigt uns den Grabstein des Volksnarren und Volksweisen: "... market wol und dendet dran, wat id gewest si up erden, all die hir voräver gan, moten mi glid werden -OGA Dann Razeburg, noch wellenumspülter, waldumfäumter mit altem romanischen Dom. Und Plön: die hohen Fenster des Schlosses grüßen weit über den See. Dort faiden wir dos Gegenstück zu jenem Konzelvirtuosen Sonntag, 19. Oktober 1924 Der Redever schloß: Für all das, was Karl Kautsky in dem halben Jahrhundert, seitdem er ihr beigetreten ist, geleistet hat, dankt ihm heute die österreichische Sozialdemokratie. Wenn wir ihm Dank jagen, so danken wir auch damit der Genossin Luise Kautsky, denn es wäre Echönfärberei zugunsten des Geburtstagsfindes, zu be haupten, daß sie weniger als die Hälfte Anteil an seiner Leistung hat. allem, daß er so arbeitsfreudig, wie er es ist, noch lange bleiben ( Seiterkeit und Beifall.) Wir wünschen nicht ihm, sondern uns vor möge, daß er das Buch fertigstelle, das er in Arbeit hat, und noch viele andere, dazu noch einige Streitschriften gegen Parteigenossen. ( Heiterfeit.) Wir versprechen nicht ihm, sondern uns, daß wir das, was wir von ihm gelernt haben, zu der nächsten Generation tragen, damit sie das vollende, worauf unser Wirken zu richten und wofür unser Leben zu weihen Karl Kautsky uns gelehrt hat.( Stürmischer Beifall.) Adolf Braun überbrachte Kautsky in herzlichen Worten die Grüße der Sozialdemokratie Deutschlands, die ihrem Lehrer so viel zu danken habe, und zu der er gehöre, wenn er auch nicht mehr in Deutschland lebe. Kautsky Rathaus beherrscht – zerbrechlich wie ein Rofotoſpiel, als hätte sein Konferenz aller parteigenössischen Beamten bantte gerührt, fand aber oft humorvolle Wendungen. Er meinte, Baumeister das zierliche Zeitalter schon dreihundert Jahre vor aus geahnt. Maricher sagt, es sei blasse Romantik, die uns in den Zauber Dieser Gaffen loft und uns in die Dämmerung ihrer Kirchen zieht. Es sei jene Schwäche der Geele, die die Rauheit der Gegenwart scheut und auf den Spuren verwehter Geschlechter Beglüdung sucht. Es tann aber auch sein, daß jene Steinmauern eine Wirklichkeit aussträmen, an der unsere Zeit verarmt ist, eine Kraft ausatmen, von begnadeten Menschen in Form gebannt, der teilhaftig zu werden uns manchmal gelingt. dub und Behördenangestellten Montag, 20. Oftober, abends 71/, Uhr, im Börsenfaal der Mufiferfestfäle, Kaiser- Wilhelm- Str. 31 Tagesordnung: Die preußische Verwaltungsreform. Referent: Genoffe Dr. Carl Herz- Spandau. von Lüneburg. Hätte das Christentum mehr seiner Art, es stünde heute besser mit ihm und vielleicht besser um die Menschheit.. Keiner, der Deutschtum geifert und Bruderliebe schäumt. Aber einer, der da ist, wo ein irrender Weg abgekommen ist, wo ein sucht: Wandervögel finden kein er daß die Redner an ihm nur Vorzüge entdeckten, tomme vielleicht daher, daß man auch bei den Siebzigjährigen die Regel befolge, „ Nichts als das Gute!" Es sei aber gar feine unangenehme Beschäftigung, schon bei lebendigem Leibe die Grabrede zu vernehmen. alte ( Heiterkeit.) Doch betrüblich fei es, daß so viele ofte Freunde ſchon gestorben sind. Und nun gedachte Rautsty mit Wehmut seiner in dem letzten Duhend Jahre dahingegangenen besten Freunde, vor allem Paul und Laura Lafargues, die meinten, wenn man fiebzig ist, habe man sich hinwegzubegeben, welche Ansicht aber Kautsky weder damals teilte noch heute.( Bravo!) Kautsky widmete rührende Worte seinen vielen hingeschiedenen Kampfgenossen in Deutschland, Frankreich und Rußland, besonders aber Viktor Adler, der seit Engels Tode die stärkste intellektuelle Kraft in der Internationale gewesen sei und mit dem er sich oft zusammenManchmal: Wenn du in nächtlicher Stunde über den Markt von Stendal schlenderst, wo der vierarmige Kandelaber an einem Ende glimmt und matte Lichter gegen die geschwungenen Rathausgiebel mirft, mo der steinerne Roland die schlafende Stedt bewacht und öffnet ihnen die Kirche, die Zufluchtsstätte für Obdachlose.„ Ein gelegt habe, worauf sie das Rechte fanden. die Türme der Marienkirche sich einsam zu der Klarheit der Gestirne hinauffehnen. Oder wenn Tangermünde sich aus duftigen Wiesennebeln widelt und dir mit Burg und Tor und Türmen fensterblinkend entgegenftrahlt, als fliege es, noch feucht vom Babe, gerade aus dem Spiegel der Elbe wie aus der Flut vergessener Jahrhunderte. II. In Lüneburgs Gassen lag blau der Abend. Der Herbergspater war gütig wie der liebe Gott.„ Sollt mir nicht frieren, Kinderchen," murmelte er, als er wollene Deden verteilte. Lüneburg ist die giebelfreudigfte Stadt. Die Häuser tragen ihre Giebel offen wie Gesichter. In ihnen steht das Schicksal ihrer Menschen und Zeiten geschrieben- hier ungeftillte Sehnsucht im Aufstreben der Linien, dort weltfreudiges Behagen im offenen Fensterblick. Der„ Sand" ist der Paradeplah solcher Giebelhäuser. An der offenen Seite feines Vierecks wacht finster der Turm der Johannisfirdye, maffig und unerlöst, als harre er des Meisters noch, der einen hellen, freudigen Himmelsweiser aus ihm forme. " Nun hallen Klänge vom Turm.„ Ein feste Burg ist unser Gott", bläst der Türmer über die verdämmerte Stadt. Und das Kirchentor schlürft die Menschen vom Sande" ein. Denn ein Großer der Ranzel spricht heute, dem ein Ruhm vorausging. Er prebigt- zeit gemäß, wie große Kanzelredner heute sind über„ Evangelium und Baterland".„ Deutsche Männer und Frauen!" hebt er an, und „ Deutsche Männer und Frauen" wiederholt er wie einen ewigen Kehrreim. Er feiert den Deutschesten unter den Deutschen( das ist diesmal nicht Goethe, auch nicht Bismard, sondern Luther). Er gloffiert die neue foziale" Bett. Er wettert gegen die Rompromiß sucht der deutschen Staatsienter, die niemals Nein" sagen fönnen ( man weiß also, wie er zum Dawes- Gutachten steht). Dann schäumt er wieder Brüderlichkeit, und Deutschtum trieft ihm dazwischen wie Geifer vom Munde. Samariter für die vom Leben Ueberfahrenen" nennt er sich selbst. Wir wandern mit ihm durch nächtliche, mondbeschienene Gassen. und er spricht uns von seinem Christentum, dem weltumspannenden, Wir grüßen dich, Bauernpfarrer von Plön! allumfassenden. V. Lübeck! Wohl ein Duhend Kirchtürme streben aus dem Gewimmel der Stadt, grün schimmernd. Den quirlenden Verkehr des Markts umringt Gotif, die sich an Rathaus, Kirchen und Tore mit vollen Händen verschwendet. Verschwenderisch ist vor allem dieses Rathaus mit Trepepn, Erfern, Türmen und Bortalen, hinter denen man noch übermütige Koufherren raten und zechen wähnt. Ber schwenderisch offen stehen sogar die Kirchen dieser Stadt. Sie find nicht verriegelt, wie sonst in nördlichen Städten, wo du, willst du ihr Inneres betrachten, erst den Küster suchen mußt, der du Raumprobleme zu durchfühlen fuchst sich gähnend an einer während Säule schubbert und deine Zahlungsfähigkeit aus deinem Aeußeren zu erforschen sich bemüht. Warum versperren die Kirchen ihre Schäße wie Geizhälse? Als ob es unchristlich wäre, vor einem Glasfenster, einem Schnitzwert oder einem Pfeilerbündel Andacht zu halten! VI. Bon Lübeck ist die Ostsee nicht weit. Noch ein Sonnentag und eine Mononacht am Meer, wo Nähe und Ferne ewige Heiterkeit zu firahlen scheinen. Diese Tage, reif von Sommerherrlichkeit und Herbstesfülle, verschweben hier wie trunkene Blätter vom Welten baum in Nacht und Meer. -w " in Wien nur unter der Oberfläche tebie. Dankbar gedenke er aus Kautsky erinnerte dann an seinen Eintritt in die Partei, als fie jener Zeit der Männer, die ihm das Wesen des Proletariats erschloffen, ihn mit dem Proletariat bekannt machten. Andreas und Josef Scheus, Bardorfs und zweier Männer, die er heute mit Freude um sich sehe, Bretschneiders und Leißners. Rautsky teendete seine gedankenvolle Rede mit folgender Betrachtung: Großes liegt noch vor uns, aber auch hinter uns liegt Großes. Darum fühlen wir die Kraft, Großes zu leisten, und daß ich diese Zeit der porbereitenden Siege erleben könnte, macht meinen Geburtstag zu einem Tage des Glückes und des Stolzes. Alles, was ich bin und was so überschwänglich gefeiert wird, verdanke ich dem Proletariat, und dafür habe ich zu danken. Ich danke besonders der ihr getrennt bin, geistig bin ich mit ihr vereinigt, und ich hoffe, den Deutschen Sozialdemokratie. Wenn ich auch organisatorisch von sein werden, daß Defterreich und Deutschland eine Tag zu erieben, da wir auch organisatorisch mit ihr eins ihm will ich dienen bis zum letzten Atemzuge. Einheit bilden. Dem Proletariat hat meine Arbeit gegollen, Rede. Mit braufendem Jubel dankten die Festteilnehmer für diese und desser Frau, worauf er ein mächtiges Patet von eingeSeit richtete noch einige humorvolle Worte an den Jubilar laufenen Glückwunschschreiben und Telegrammen vom Tische nahm und sie zu verlesen begann. Aber er mußte bald einhalten, es waren zu viele. Aus Deutschland telegraphierten zahlreiche WahlkreisorganiGratuliert haben die meisten sozialistischen Parteien der Erde. fationen und viele Redaktionen der Parteiblätter, ferner Reichspräsident Ebert, preußischer Ministerpräsident Braun und andere Parteigenesien. Auch der tschechische Staatspräsident Ma faryt fchickte ein herzliches Schreiben. den Himmel in hundert Farben erschauern. Siehst, wie die Nacht Du stehst noch einmal auf der Mole, von Wellen umpocht, siehst auf Riesenwolken den Tag über das Meer steuert, wie der Mond eine zitternde Brüde über die Wellen schlägt und siehst dich satt. Dann kannst du ruhig an den Schalber treten: Eins Vierter Berlin". Tränen stolpern über runglige Wangen. Rollern glatte Halsfinien Blick die Buntheit gewesener Tage, ihr Heideduft und ihr Meeres.chaft" erscheinen ließ, in einem Sonderdrud mit Ledereinband. Der nächste Morgen hat ein fühles, hartes Gesicht, in dessen hinab. Die Männer verbüstern die Brauen, Deutscher Mannesmut atem wie Nebel rasch zerfließen. zudt verhalten im Blid. Die Augen meiner weitlichen Nachborn füllen sich gemach. Denn dieser Prediger ist ein Virtuose des Worts. Seine unwahrscheinlichsten Thesen flingen überzeugend. Die Logit seiner Rede ist beängstigend. Aber was ist Logit, wo des Wortes Zauber herrschen? Die Schar der Kirchgänger zerrieselt in den schlafenden Straßen. 3war haben sie nicht erfahren, was Evangelium und Baterland miteinander gemein haben. Doch erbauten Gemütes schlürfen sie heim, die Frauen tränendrüsenentleert, die Männer mit wohltuendem Groll im Busen. Wie erhebend ist doch ein Gottesdienst, wenn der auf der Kanzel die deutsche Seele" fennt! III. Dann fort aus den Städten! Städte sehen, heißt in Rieselhaufen nach Perlen suchen eine ermüdende Arbeit. Einmal ausruhen. Rast halten! Schlofen, ohne daß des Dienftes ewig- gleichgestellte Uhr den Schlummer zerhämmert. Bis der letzte Nerv wieder nach Leben ruft und schlafgesättigte Augen wieder nach den Wundern des Daseins verlangen. Kautsky- Feier in Wien. Der Vorsitzende des deutschösterreichischen Parteivorstandes, Bürgermeister Seiß, hatte für die festliche Zusammenkunft die Räume seiner Amtswohnung im Rathaus zur Verfügung gestellt. Alle Bartcitörperschaften, die Gewerkschaften, die Arbeiterfammer waren durch ihre leitenden Funfiionäre Funktionäre vertreten, ferner Bertreter Der Wiener tschechischen Sozialdemokratie und der ungarischen Genossen. Die Sozialdemokratische Partei Deutschland hatte als Vertreter den Reichstagsabg. Dr. Adolf Braun enisendet. Auch einige hervorragende Männer der Wissenschaft waren zugegen und einige alte Parteigenossen, die zum engeren Freundeskreis Kautskys gehören. Die Feier eröffnete im Namen des Parteivorstandes Seiß. Dann hielt Otto Bauer die Festrede. Er feierte Kautsky als Lehrer des Proletariats. Den Jüngeren gezieme es vor allem, von Rautsty als Erzieher zu sprechen, von dem moralischen Einfluß, den er auf sie in der Zeit ihres Werdens und Wachsens ausHinter Lüneburg breitet die Heide ihr rosenrotes Reich. Vier geübt hat. Karl Kautsky verzichtet auf alles, was den Leser abWagenspuren, von Erita überwuchert, von Birken umspielt un rität des Verfassers dem Leser aufzwingen fönnte. Er hat nur ein lenken, die Darstellung komplizieren fönnte, auf alles, was die Autovon Wacholder umdüstert das sind die Wege der Heide. Sie Biel: fo fiar, so einfach, so gemeinwerfständlich als möglich zu schreiben, führen dich über Ebenen, endlos wie Eperzierplätze und leuchtend damit ihn der proletarische Leser verstehe und er ihn überzeuge. Wir wie Blumengärten über Höhen, wo die Fernen in Blau versehen in diesem Stil das vollständige Zurücktreten der Person hinter schwimmen an Heidkoten vorbei, die weltentrückt hinter Ureichen der Sache, die große Hingabe an die Masse derer, denen die kapitafauern, bis sie irgendwo in Sand und Blüten verlaufen listische Welt die höhere Schulbildung versagt hat, und von dieser fanden verblühen- und du ratlos zwischen Himmel und Hingabe ist er durch nichts abzulenten Der Broletarier soll aus eigener Erkenntnis mit ihm gehen. Marg sagt, daß die Geschichte Heide stehst. wohl ih: Urteil spricht, daß es aber die Ehre der Arbeiterpartei er. fordere, daß sie den rechten Weg sehe, bevor die Tatsachen ihr Urteil prechen. Rautsfy hat diese Ehre gewahrt durch die Eigenart feines Bejens, dadurch, daß er nie vor der Strömung des Tages tapitulierte. IV. perIn Lauenburg fuhr ich wieder über die Elbe, ftand ich im Schloßgarten auf hohem Ufer: unten windet die Elbe ihr stahlblaues Nachtem Seiß geendet hatte, erhoben sich alle, um mit dem Lied der Arbeit der Feier den Abschluß zu geben. Doch drängte sich alles zu dem Tisch Kautskys, der von seiner Frau und seinen Kindern umgeben war; jeder hatte das Bedürfnis, dem geliebten Lehrer und geistigen Führer die Hand zu drüden. Braun übergab ihm das Sonderheft, das das Berliner wissenschaftliche Organ„ Die Geselldie Der Kampf" dem großen Lehrer gewidmet hat. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Erziehungsverein Kinderfreunde. Montag, den 20. Oktober, Beginn des Rurfus in Kunsthandfertigkeiten von 7-9 Uhr im Friedrich- Wilhelm- Gymna fium, Rochstraße 13. Arbeiter- Samariter- Bund, e. B., Kolonne Berlin, Geschäftsstelle: N. 31, Schönholzer Str. 20. Die Generalversammlung der Rolonne findet heute, Sonntag, den 19. Oktober, nachmittags 1½ Uhr, mit Referat des Genoffen Kretschmar im Gewerkschaftshaus statt. Infolge sehr wichtiger Tagesordnung ist Erscheinen sämtlicher Mitglieder dringend erforderlich. Ausweistarte und Mitgliedsbuch an der Saalfontrolle vorzeigen. Bund der Kleingartenvereine zu Bestend- Charlottenburg, e. V. Am Montag, den 20. b. M., abends 7 Uhr, im oberen Saale des Klubhauses Westend, Spandauer Chauffee, Ede Rastanienallee, Rundgebungsversammlung gegen die Don der Boben Aktienfellschaft Charlottenburg West und der hiesigen Tiefbaudeputation zur Entfernung der Kleingärtner von ihrem Gelände bisher getroffenen Maßnahmen. Arbeiter- Radio- Club. Der Vorstand beruft zu Mittwoch, den 22. Oktober, abends 28 Uhr, in den City- Sälen, Dresdener Str. 52. eine Generalversammlung ein. Tagesordnung: 1. Bericht des Borstandes: Berhandlungen mit der NTB. und deren Antwort. Neuwahlen des Vorstandes. 2. Die neuesten Erfindungen auf dem Radiogebiet. Der Generalversammlung geht eine Ausftellung von selbstgebauten Detektorapparaten voraus. Anfang 27 Uhr. Apparate mitbringen. Geschäftliche Mitteilungen. An allen Eden und Enden zu sparen bedingt die heutige wirtschaftliche Lage. Deshalb ist jede Neuerung zu begrüßen, die den Weg dazu ebnet. In dem neu herausgekommenen Waschmittel Bewa- Seifenfäben, das Paket zu 40 Pf.. ist ein sehr vorteilhaftes Produkt. Man braucht zum Wäschewaschen, weder andere Geifen noch Waschmittel, erhält eine blendend weiße, angenehm erfrischende Wäsche, schont durch die Bewa- Waschmethode die Wäsche, weil Bewa bie Wäsche nicht angreift. Man achte bei Einkauf auf Bewa und lasse sich nichts anderes aufreden. In der am Mittwoch, den 15. b. M., erschienenen Anzeige des Damentonfettionsgefchäftes Moscana, Landsberger Str. 59, eine Treppe, am Alegan derplak, steht 10 Rabatt; es muß aber heißen: 10 Broz. Rabatt bei Borzeigen des Inserats. Son Fritzi Massary மம் die unvergleichliche Zigarette ist nun jedem Qualitätsraucher zum täglichen Bedürfnis geworden- sie braucht keine Reklame mehr கு Wirtschaft Stinnes in zweiter Auflage. Eine neue Rapitalmacht gewaltigen Umfanges ist in der Bile bung begriffen. Sie nimmt von einem Tage zum anderen an Stärke zu und die Geschwindigkeit, mit der sich zum Schaden der Gemeinwirtschaft hier mächtige Rapitalmassen in einer Hand zusammenballen, zwingt dazu, ihr besondere Aufmerksamkeit zu widmen. " Der Konzern 3 atob Michael fann sich denen der Stinnes, Bofel und Castiglioni würdig an die Seite stellen, denn ebensowenig wie diese ordnet sich die jüngste Geldmacht den Pflichten unter, die ein großer Beliß auferlegt- namentlich wenn er, mie hier, er worben wurde inmitten einer Zeit, in der die meisten mit Hunger und Elend fämpften. Das Gesamtvermögen Jakob Michaels wird mit 120 millionen Goldmart eher zu niedrig als zu hoch bewerbet und die Sorgen feines Generalstabes" bewegen fich denn auch durchweg in der Richtung, es möglichst geschwinde zu vermehren. So kann Herr Michael wahrscheinlich schon heute ungefähr beredmen, wann er die erste Boldmilliarde belsammen haben wird. Die Börsenkonjunktur spielt dabei nicht einmal die Rolle, wie der Laie etwa vermutet, denn sie beherrscht die Geldmacht Michaels weit weniger als umgekehrt der Michael Konzern selbst bie Börse beherrscht. Man muß es zugeben, er versteht frin Fach und spielt sein Instrument virtuofer als mancher Künstler das seine. Augenblicklich ist Jakob Michael der unumstrittene Börsenkönig. Er fauft Schiffahrtsaktien und er fauft Banken werte, vor allem die Attien der Mitteldeutschen Creditbank, weil ihm seine bisherigen Bankverbindungen nicht mehr genügen. Bei solchen Großfäufen, wie sie jeßt der Michael- Ronzern vornimmt, pflegt man an der Börse recht methodisch vorzugehen, um billig zu laufen: wenn eine Bant, die man als Institut eines großen Konzerns fennt, als Abgeberin auftritt, so hat sie bald Gefolgidhaft unter den übrigen Spetulanten und der Kurs stürzt. Damit ist der Boden vorbereitet, um billig einzukaufen. Durch endere unbekannte Institute werden allmählich und höchst vorsichtig neue große Räufe vorgenommen, ohne daß die große Masse ber Mitläufer merkt, daß sie von demselben Konzern ausgehen, der vorher den Kurs durch Verkäufe drückte. So ist jeßt der Michael- Konzern ziemlich gewaltsam und ohne daß die Direktion der Bant etwas davon spürte, innerhalb der Mitteldeutschen Creditbant zu großer Macht gelangt und wird hier wahrscheinlich sehr bald als Herrscher thronen. Daneben aber macht der Michael- Konzern jetzt auch der Stinnes. Gruppe Konkurrenz, denn er bemüht sich durch Aftienfäufe eifrig, Eingang zu finden in die Werke der Stinesschen Rhein Elbe. Union. Daß die Interessentämpfe, die sich am Motanattienmarkt daraus zu entwickeln scheinen, von den Börsenspielern nachy Kräften ausgenutzt werden, darf man mit Sicherheit annehmen. Charakteristisch für das Borgehen des Michael- Ronzerns find feine rein privatwirtschaftlichen Gewinninter. effen, bei den vielen Transaktionen, die jetzt für die Firma im Gange find, fucht man vergeblich nach irgendwelchen 2et. stungen für die Gesamtwirtschaft. Das Bestreben, möglichste Macht über ganze Industrien zu erlangen, prägt sich beim Michael- Konzern, obgleich fein Aufbau sich scheinbar erst im 2n fangsstadium befindet, bereits jetzt ebenso deutlich aus wie bei Stinnes. Am umfangreichsten sind die Interessen der Firma Michael auf dem Gebiet der metallurgischen und chemischen Industrie, wo sie z. B. geradezu beherrschenden Einfluß ausübt. Sie kontrolliert die Chemische Fabrik Billwärder, die Chemische Fa. brif Elderstädt. die Chemische Industrie Afen, die Chemische Fabrit Gesede, die Gesellschaft für chemische Industrie, Bolpriehausen, die Gef. J. Grubenbetrieb, bie Metallwerfe Aders, die Flender Brüden. bau- 2.- G., die Bia 2.-G. f. Motorbau, die Continentale Waffer. meris- 2.- G. Vielleicht weniger umfangreich, darum aber nicht minder bedeutungsvoll ist die Intereffennahme auf dem Terrain marti, wo in methodischer Weise stets die Gesellschaften ge wählt wurden, die Unterbeteiligungen an anderen Unternehmungen gewähren. Auch an mehreren Hotels ift der Konzern, ganz nach Schule Stinnes, maßgebend intereffiert. In der Versiche rungsindustrie bietet die 2.-G. für Beteiligung an Berfidye. rungsunternehmungen die Dachgesellschaft für die Kontrolle an der Zur Absatzkrise im Ruhrbergban. Am 13. unb 14. Oftober fand in Dortmund eine Beratung zwi fchen Bergarbeitern und Zechenvertrciern, Behörden und Regie. rungsabgesandten stait, die sich mit dem Problem der Zechenstill. legungen befaßte. Anschließend wurde von MTB. ein Bericht ver. breitet, in dem es u. a. heißt: 3ur Linderung der Abfaßtrife fagte die Reichsbahnbirettion zu, bei der demnächst erfolgenden Uebernahme der Regiebahnen den Britettbezug zu steigern und gegebenenfalls die Bahnfrachten herabzusetzen, um die deutsche Rohle gegenüber der englischen in Norddeutschland wett. be merbsfähig zu machen." Auf die Dringlichkeit der Brikett abnahme durch die Reichsbahn haben wir schon in einem früheren Auffah hingewiesen. Nun ist in dieser Beziehung eine Zusage er. folgt, die hoffentlich auch gehalten wird, damit bedrohte Mager. tohlenzechen im Betrieb bleiben und bereits stillgelegte wieder in Gang genommen werden fönnen, was bei einigen Anlagen, die noch sehr abbaumürdige Kohlenlager enthalten, durchaus möglich ist.. Wichtiger aber noch ist für die Steigerung des Absages die Ermäßigung der Rohlenfrachten. Nur durch sie fann die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Rohle an der Nord- und Ostküste gegenüber der englischen hergestellt werden. Eine Gegenüberstellung der Preise von Ruhrtohlen mit gleichwertigen englischen Kohlen. forten offenbart, wie dringlich eine Rohlenfrachtermäßigung nach der Nord- und Ostküste ist. Es foftebe Mitte Oftober je Tonne in Goldmart: Groß Ab Grube Ruhr Fettförderkohle RuhrFettstückkohle 15.. 20, Ruhr Gas örderkohle 17, tots I 24, . 31,50 28,50 85,50 27,80 82,80 29,80 86,80 In Hamburg 26,50 In Berlin Der angegebene Breis in Hamburg und Berlin versteht sich einschließlich Bahnfracht. Gleichwertig den genannten Rohlenforten aus dem Ruhrgebiet find, in gleicher Reihenfolge, folgende englische Kohlenforten: 1. Durham unscreened cofing beft, 2. Cardiff best blad vein large, 3. Durham gas best, unscreened und 4. Durham furnace cofe. Diefe englischen Brennstoffe tosten in Goldmart je Tonne zu 1000 Rilogramm: Ab Grube cif Hamburg Frei Berlin. ermöglichen, die Aufnahmefähigkeit der einzelnen Betriebe an den in Frage kommenden faufmännischen Kräften wesentlich eingeschränkt. Als Rückwirkung tritt demgemäß ein verhält nismäßig hoher Bestand an solchen Stellensuchenden in Erscheinung. Auch die Versandtätigtett in den Baumschulen, die alljährlich um Diese Zeit einsetzt, ist weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben, da die kleinen Konsumententreise immer noch durch mangelnde Kauffraft in ihrem Berbrauch behindert sind. Es waren 83 652 Personen bei den Arbeitsnachweisen eingetrogen gegen 85 698 der Vormoche. Darunter befanden sich 56 237 ( 58 515) männliche und 27 415( 27 183) weibliche Personen. Unterftüßung bezogen 26 827( 27 789) männliche und 5511( 5579) meibliche, insgesamt 32 338( 33 368) Berfonen. Die Zahl ber zu gemetn. müßigen Pflichtarbeiten Ueberwiesenen betrug 1581 gegen 1663 ber Borwoche. Die Goldpolitik der Reichsbank. Der außerordentlich große Erfolg der deutschen Anleihe im Aus land wird nicht nur der Erschließung neuer internationaler Kredite für die deutsche Wirtschaft günstig sein, er bringt auch die Boraus fehungen für die 2 u frichtung der neuen Goldwährung, der Reichsmart". Schon vorher ist es der geschickten Geld und Kreditpolitit des Reichsbankpräsidenten Schacht gelungen, erhebliche Devisenbeträge der Reichsbank zuzuführen, für die vorläufig feine Verwendung war. Diese Devisenbeträge wurden zu einem recht erheblichen Teil zu Golbanfäufen verwandt. Folgender. maßen gestaltete sich der Goldbestand der Reichsbank seit dem Einfehen der Goldkäufe: Woche 1924 23. April 30. April 7. Mai. 15. Mai.. 28. Mai. 31. Mai. 6. Juni 14. Juni Bestand Bu(+) u. Abnahme(-) 441 815 000 +12.000 441 827 000 441 880 000 441 851 000 441 872 000 • 28. Juni 30. Junt 441 913 000 441 910 000 448 003 000 462 187 000 462 187 000 7. Juli 466 363 000 1. 2. 3. 4. 15. Jult 469 872 000 15,38 20,44 18.35 2255 23. Juli 21,02 27,41 · . 24,04 30,66 81. Juli 24,52 30,91 27,54 84,16 7. August. 15. Auguft 23. Auguft Die Preise frei Berlin verstehen sich einschließlich asserfracht Hamburg- Berlin. Muß der Transport Hamburg -Berlin auf der Eisenbahn getätigt werden, dann ist der Preis für Ruhrtohle in Berlin niedriger wie der englische Rohlenpreis. Diese Aufstellung zeigt, wie dringlich eine Frachtermäßigung für Ruhr. tohle nach dem Brennpunkt der Ronkurrenz, nach Hamburg, ist. Ob. gleich der Ruhrkohlenpreis ab Grube niedriger wie der englische ist, stellt sich in Hamburg der englische Kohlenpreis durch die geringere Wasserfracht wesentlich günstiger. Der Preisunterschied be trägt, wie ein Bergleich der beiden Aufstellungen zeigt, 4-5 mart je Tonne und wird durch die hohen Eisenbahnfrachtfäge hervor. gerufen. Um die gegenwärtige Ablaktrise im Ruhrbergbau zu mil. bern, sollte unverzüglich ein Ausnahmetarif für Rohlenfrachten vom Ruhrrevier nach der Nordküfte als dringliche Maßnahme in Wirksam. feit gefetzt werden. Es geht nicht an, die Lage im Ruhrgebiet so leicht zu nehmen, wie dies vereinzelt geschieht, indem behauptet wirb, daß von annähernd 470 000 beschäftigten Bergarbeitern nur 3000 bis 4000 durch Zechenstillegungen arbeitslos geworden seien. Der Pro zentsaz, der sich aus diesen Zahlen ergibt, ist gewiß, gering, aber fie find auch beide nicht richtig. Durch das Einlegen von Feier [ chichten auf im Betrieb befindliche Bechen wird die Zahl der unbeschäftigten Arbeiter im Tagesdurchschnitt um das Zehnfache ges steigert. Das muß auch beachtet werden. Behörden und Unter nehmer sollten nicht vergessen, was die Bergarbeidermassen im Ruhrgebiet im legten Jahre schon alles haben ertragen müffen. Die Menschen find unterernährt und abgeriffen, mit einem Wort bettelarm. Noch zu feiner Beit war die Not fo groß wie jest. Bei dieser Bage muß mit allen Mitteln geholfen werden, um die Abfaktrise zu mildern. Im Namen der Menschlich. feit und um die Not zu beheben, ist jede Silfe geboten. Darum foll man nicht nur eine Schlenfrachtermäßigung in Aussicht stellen, fondern schnell handeln. H. Löffler. 80. Auguft 476 052 000 482 822 000 490 694 000 498 084 000 8 000 21.000 21 000 +21.000 +41.000 8.000 +6 003 000 +14 184 000 ++++ 4 176 000 3.009 000 20 000 6 270 000 8 872 000 7.390 000 507 004 000 8 920 000 . 516 484 000 9 480 000 11 626 000 15 660 000 16 810 000 17 839 000 16 746 000 6. September 528 110 000 15. September 543 770 000 23. September 30. September 7. Ottober 560 080 000 577 919 000 594 665 000 Bunagme insgesamt 162 904 000 Anleihe gelungen, einen wesentlichen Teil des im Ruhrkampf Man sieht, der Reichsbant ist es schon vor der Aufnahme der Anleihe gelungen, einen wesentlichen Teil des im Ruhrkampf Derpulperten Goldbestandes zu erneuern. Damals find rund 550 Millionen Goldmart unnüz vertan worden, um den Mark furs zu stüßen, ein Unternehmen, das aussichtslos bleiben, mußte. folange man nicht durch Sanierung des Staatshaus baltes die Notenpreffe ftillgelegt hatte. täujen verwandt, mit deren Hilfe dann die fübernen ScheideErhebliche Beträge hat überdies die Reichsbant zu Silber münzen in den Verkehr gesetzt werden konnten. fließenden Anteil an der Anleihe baldigst in den Stand gescht OR Es ist anzunehmen, daß die Reichsmart durch den ihr zu werden wird, ihren Goldvorrat wesentlich weiter zu verstärten und so die vorgeschriebene Dedung für das neue Geld zu schaffen. " Iduna" Bersicherungs- Gesellschaft, an der" Germania Berfiche Anhaltende aber langfame Befferung am Arbeitsmarkt dem Aftienfapital verteilten. Im Jahre 1920, war bie pon 8238 rungs- Gesellschaft und an der Steine und Erden A.-G. Weiter ist der Konzern an nicht weniger als acht bedeutenden Bahngesellschaften Deutschlands maßgebend interessiert. Die Bantbasis bes Ronzerns, die jetzt wie oben erwähnt weiter ausgedehnt wird, besteht aus der Deutschen Vereinsbant, der Hannoverschen Boden- Credit- A.- G., der Mitteldeutschen Boden Creditbank, der Textil- Credit- A.- G., der Industrie- und Privatbank und der Hrvazta Banta in Agram. 3ug zum Trust. Drud der Löhne, Hoch hat tung der Preise zum Nachteil der Allgemeinheit furz Mangel an jeglichem sozialen Verständnis sind die Kennzeichen diefer jüngsten Gelbmacht, einer Geldmacht, die geschaffen wurde, inmitten der Berarmung des Voltes nicht durch produttive Arbeit, sondern lediglich durch eine gefchidte Rapitalleihpolitik. " Das Landesarbeitsamt Berlin schreibt u. a.: Auf dem Arbeitsmartt ist die langfame Besserung im allgemeine vorherrschend geblieben. Bemerkenswert ist jedoch die Fluktuation der Arbeitskräfte, die auch in nachstehenden Zahlen ihren Ausdruck findet. Der 3ugang der Stellensuchenden betrug 20 030, dem ein Abgang von 22 076 gegenüberstand. Ins besondere macht die günstigere Entwicklung in der Metall und Holzindustrie, dem Bekleidungsgewerbe und jetzt auch fast im gesamten Nahrungs- und Genuß mittel. gewerbe weitere fortfdritte. Im Nahrungs- und Genußmittel vorstehende Saifon, namentlich für die Süßwaren und Tabat gewerbe dürften die eingegangenen Lieferungsverträge für die beindustrie, den Bedarf an Arbeitsfräften recht erheblich gesteigert haben. Andererseits ist durch die Auffbellung der Bilanzen in Goldmart, die eine wesentlich vereinfachte Geschäftsführung An Alle...! Lassen Sie unsere Schaufenster Revere passieren Sie finden ausser unserem heutigen Angebot alles, was Sie brauchen. Für jeden Fuss, für jeden Geschmack, für Arbelt, für Haus und Vergnügen und..... für jeden Geldbeutel! Damen- Lack- Spangenschuhe elegante, moderne Form, 1150 echt Louis XV.- Absatz, gute Verarbeitung.. Schwesternschuhe, randgenäht, schwarz Chevr.- Spangenschuh, für Strasse und Haus, mit kl. Schönhelisfehlern( Umtausch susgeschlass.), Gelegenheitskauf 39º Kinder- Schnürstiefel echt Chevreau, gule Passform, 27-28 4,25, 25-26 3,90, 23-24 325 90 Kinder- Lack- Spangenschuhe gute Qualität, gefällige Form, 31-35 7,90, 27-50 6,90, 25-26 5,90, 23-24...... 4.⁹⁰ der weltberühm'en Dr. Diehl- Stiefel Alleinverkauf der weltberühm'en Dr. orthopädischen " Die Arbeiterbanten werden die Privatbanten in die Enge treiben." Einem aufschlußreichen Auffah in der amerikanischen Zeit. fchrift The Nation" zufolge belauten fich die Rapitalsanlagen der non den Gemertſchaften unterſtükben' rbeiter banten in Amerita bereits auf 130 Millionen Dollar. Ihren Statuten gemäß dürfen diefe Banken höchstens 10 Proz. an die Aftionäre verteilen, der eventuelle Mehrgewinn wird aber den Kunden der Bant, die ihre Rapitalien dort anlegen, vergütet. Die Privat banten vertellen aber viel größere Dividenden. Im Jahre 1917 gab es 55 Privatbanken, die mehr als 50 Proz. Dividenden nach nationalen Banten verteilte burchschnittliche Dividende 13% Proz. Demzufolge stehen auch diese Attienwerte im Rurs sehr hoch, durch schnittlich zweimal so hoch als ihr Nominalwert. Würden die Brivat banten ebenso wie die Arbeiterbanten nur 10 Broz. in Dividenden verteilen, so müßten sie den Einlegern jährlich nicht weniger als 125 Millionen Dollar zurückvergüten. Die Einleger werden deshalb die Arbeiter banten bevorzugen, und es zeigt sich auch bereits bei der Bank der Lokomotivführer, daß dort nur 14 Broz. der Einleger Lokomotivführer waren, während die übrigen, Rechtsanwälte, Lehrer, Beamte, Angestellte und Kaufleute wegen der Borteile für die Einleger ihre Sparkapitalien in die Arbeiter. den beiden Grundfäßen wählen: hohe Dividenden für die Aktionäre bant trugen. Das Publikum muß, meint The Nation", zwischen oder Beteiligung der Einleger am Gewinn. Wird es sich zugunsten des letteren entscheiden, so müssen auch die Privatbanken zwangs läufig dem Beispiel der Arbeiterbanten folgen. 11,50 TUE RECHT U. TRAGE Peiser HAS Postkarte bazu aufgefordert und hat dann auchSoweit die orga Gewerkschaftsbewegung nifierten Kollegen nicht ausreichten- unorganisierte Metallarbeiter ( Gewerkschaftliches fiehe auch 4. Seite Hauptblatt.) Beitragspflicht, aber kein Unterstützungsrecht. Solange die Erwerbslosenfürsorge aus Mitteln der Deffentlich. feit bestritten wurde, war die Fraga nach der Bedürftigkeit bis zu einem gewiffen Grabe berechtigt. Nun aber werden die Mittel zur Erwerbslofenunterstüßung aufgebracht aus Pflichtbet= fragen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Troßdem wird immer noch noch der allen bureaukratischen Weise verfahen. So fchreibt uns ett Beamter, der der Gruppe VI angehört, in deffen Haus halt vier erwachsene Kinder lebei, wovon zwei abgebaut sind und sich durch Aushilfsarbeit und Zeitungshandel ein unzulängliches Einfommen zu verschaffen bemühen, während eine Tochter als Lehrmädchen 35 M. Monatsgehalt hat, während der vierte Soha arbeitslos murde; diesem wurde die Erwerbslofenunterstützung ver weigert, weil das Gesamteinkommen der Familie über das Existenzminimum liege. Ganz abgesehen davot, daß dies nach den letzten Richtfäßen der Stadt Berlin auf Grund der Reichsinderziffer nicht stimmt, ist es ein unhaltbarer Zustand, daß Arbeitnehmer, die offenbar in dürftigen Verhältnisser leben, gezwungen werden. Bei träge zur Erwerbslosenfürsorge zu zahlen, ohne einen Anspruch darauf zu haben, wenn sie selbst arbeitslos find. Es ist höchste Zeit, daß mit dem bureaukratischen System der Erwerbslosenfürsorge gebrochen wird. Das Neueste von der kommunistischen Einheitsfront. Als Antwort auf die Anfrage des Bundesvorstandes des ADGB. an den Ortsausschuß von Gotha, ob die von der„ Roten Fahne" veröffentlichten Programmforderungen dieses Drtsausschusses tatfächlich von ihm stammen, erläßt ein anonymer 18 er Ausschuß Groß- Thüringens" in der Roten Fahne" einen Aufruf, in dem es heißt:„ Sagt es dem Führergesindel, daß es sich der Bourgeoisie längst bertauft hat und heute offen in feiner feigen Dienerrolle bervortritt". Gleich hinterher heißt es in diesem waschechten kommunistischen Aufruf: Schließt die Einheitsfront!" Spotten ihrer selbst und wissen nicht wie. Das Bureau der RGJ. " ( JGB.) Im Bureau der Roten Gewerti& aftsinter nationale sind, wie der letzte Geschäftsbericht mitteilt, zurzeit 100 verantwortliche und technische Angestellte tätig. Trozdem wird bedauert, daß die NGJ. nicht ge nügend freie Bureaumitglieder und verantwortliche Mitarbeiter hat, die die äußerst wichtige Aufgabe erledigen können, die angefchloffenen Organisationen zu besuchen, um eine enge periönliche Verbindung mit der NGJ. herzustellen und Streitfragen an Drt und Stelle zu lösen. Einen solchen Apparat fönnen sich die Amsterdamer" schon aus finanziellen Gründen nicht leisten ADGB.- Achtstundentäg- Film. Die Berwaltungsstelle Berlin des Deutschen Metallarbeiter. Berbandes schreibt uns: " Der soziale Film„ Schmiede", der ein Bild von der schwierigen, lebensgefährlichen Arbeit der Metallarbeiter wahrheitsgemäß dem Zuschauer vor Augen führt, ist vor furzem von der Jofa"-Film gesellschaft aufgenommen worden. Alle freien Gewerkschaften und auch der Deutsche Metallarbeiter- Berband waren aufgefor bert worden, ihre arbeitslosen Mitglieder bei diefer Aufnahme mitwirken zu lassen. Der Deutsche Metallarbeiter- Ber. bond hat dementsprechend feine arbeitslosen Mitglieder durch vom Arbeitsnachweis herangezogen. Die Rote Fahme" benügt auch diese Gelegenheit, um ihre Verleumberbaftit zu üben und behauptet, daß der DMB. in Arbeit stehende Stollegen aus den AEG.- Werben aufgefordert hat, fich auf diese Weise einen Nebenerwerb zu verfdjaffen. Wir weisen diese elende Berleumdung und Verdrehung zurüd. Karben zur Filmaufnahme sind nur an arbeitslose organisierte Metallarbeiter verfandt worden." Zur Tariffündigung der Lohnverträge der Reichs- und Staatsarbeller wird uns mitgeteilt, daß die Kündigung selbstverständlich nicht vom Deutschen Verkehrsbund allein erfolgte, sondern für für die Reichs, Betriebs- und Verwaltungsarbeiter wurden bereits alle an den Verträgen beteiligten Organisationen. Die Berträge am 26. September gefündigt. Streit in der Striderei Trifoia. Die Firma war der Meinung, daß bei 51stündiger Arbeitszeit und übermäßigem Affordschinden ein Wochenverdienst von 40-45 m. für einen Familienvater zu hoch ist und baute den Affordpreis um 10 Proz. für die Striderei ab. Die Stricker waren anderer Meinung, und als auf dem Wege der Verhandlung feine Einigung erzielt werden konnte, legten fie einmütig die Arbeit nieder. Deutscher Bekleidungsarbeiterverband, Filiale Berlin, Sebaftianfte. 37/38. Blusen und Kleiderkonfektion: Versammlung für alle in der Branche be chäftigten Kolleginnen am Dienstag, den 21. Oktober, abends 6 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 58/59, großer Saal. 1. Bortrag über das rankenkassenwesen. 2. Welche Löhne müffen zurzeit bezahlt werden? In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht aller Kolleginnen, in biefer Bersammlung zu erscheinen. Damenmaßbranche und Konfektionsanderinnen: Am Mittwoch, den 22. Oftober, abends 6 Uhr, Versammlung in der Schulaula Rochfte. 13. Die Ablehnung jeder Lohnerhöhung durch die Arbeitgeber und was nun? Erscheinen aller Branchenangehörigen ist Pflicht. Mitgliedsausweis ist mitzubringen. Rolle. sinnen und Kollegen! Geid ihr gewilt, au den alten Löhnen und in den englischen Ateliers" im Afford zu arbeiten? Benn nicht, dann kommt in Branchen steht. Es ift gleichfalls notwendig. refilos dem Deutschen Bekleidungs. bie Bersammlung. Beigt, daß hinter der Forderung auch der Wille der arbeiterverband. Gebastianftr. 37/38, als Mitglied beizutreten, denn nur Gefchloffenheit tann zum Biele führen. Unorganisierte haben ebenfalls Butritt. Deutscher Werkmeisterverband Düffelborf. Bezirk 10, Berlin. Große allge meine Werkmeisterversammlung fämtlicher Wertmeisterkollegen, die in ben AEG. Betrieben beschäftigt find, am Dienstag, den 21. Oktober, abends 7 Uhr, im Klubhaus, Ohmite. 2. Stellungnahme zu der Kündigung unseres Manteltarifes und Beschlußfaffung, ob Staffel- oder Leistungstarif. Referent Rollege B. Rothe. Rahlreiches und pünktliches Erscheinen aller Werkmeisterfollegen erwartet der Borstand des Bezirks 10. gez. Gethke. Rothe. Deutscher Berkehrsbund, Sektion 5, Industriearbeiter. Montag abend 7 Uhr im Simmer 26, Engelufer 24/25, Gigung der Gektionsleitung. Jedes Mitglied hat bestimmt und pünktlich au erscheinen. Aurfus nicht in der Schloßftr. 2, sondern in der 15. Gemeindeschule. Eingang Gewerkschaftsschule Charlottenburg. Dienstag abend 8 Uhr findet dee Spreestraße, statt. Der Obmann. Filmschau. Die Filme der. Woche. Die Wunder des Drients haben zum realistischen wie. märchenhaften Film in gleicher Weise immer wieder gereizt. Der Trianonfilm, der sich einfach Drient nennt, weiß trozdem dem Thema neue Seiten abzu. gewinnen.( Er wurde von dem Berliner Zweig des Neichverbandes der deutschen Presse in dem prächtigen Marmoriaal des Esplanade- Hotels zur Uraufführung gebracht). Die Vorgänge des Films sind zum Teil recht romantisch- phantastisch. Eine Engländerin wird in Aegypten von einem noch freien Araberstamm geraubt und die Frau eines Scheits. Die Schid fale ihrer Tochter und beren treffchwefter bilden den Inhalt des Films. Die erstere( Katja) gerät nach Baris und führt dort das Leben einer großen Rofotte. Die zweite( Damile) verliebt sich in einen englischen Difizier, den fie mit ihrem Kinde verlassen muß. Der Dntel der beiden Mädchen geht nach Paris, um Nache zu nehmen. Er findet dort Satja, die er zum Instrument seiner Nache macht. Der Offizier, von Harry Viebtfe jebr sympathisch dargestellt, verliebt fich in fie( wegen ihrer großen Aehnlichkeit mit ihrer Stieffchwester) und folgt ihr nach Aegypten. Sie soll ibn ins Nez loden. Aber im legten, höchst dramatischen Augenblic opfert sie sich für ihre Schwester und deren Stind, die von dem Offizier aus den Ver folgungen ihres Stammes gerettet werden. Einer der der Hauptreize des Films besteht in dem Doppelspiel Maria Jacobinis, fie verförbert beide Töchter: die mondane, von der Zivilisation verdorbene, wie das ein. mang fache und startgebliebene Arabertind. Sie führt beide Charaffere mal im Zusammenfciel mit großer Bollendung durch. Im übrigen ist der Film bei aller Sleinmalerei voll spannenden Lebens und eine mabre Augenweide.( Die Regie führt G. Righalli) Das Leben in der Wüste ( mit großem Aufwand an Stameliarawanen und miloen Pferderitten, mit der Spbing und den Pyramiden), Straßenbilder aus Kairo und das elegante Leben in Baris( mit einem photographisch erstklassig gemeisterten Hindernis rennen in luteuil) ergeben einen mannigfachen Szenenwechsel und eine Fülle wundervoller Bilder. Eine besondere Ueberra chung bot das kleine raffige Arabertind, das sich in voller Natürlichkeit gab. " Nicht minder phantastisch und reich an guten, aber mit der Handlung faum in Zusammenhang stehenden Szenen sind die Frauenfeinde" Ein russischer Fürst führt ( ufa- beater Surfürstendamm). zuerst in feinem Schloß ein wildes Bojarenleben, wird dann von der Liebe zu einer italienischen Herzogin gebändigt und entwidelt sich ohne Grund eifersüchtig geworden zum Beiberfeind. Sein vermeintlicher Nebenbuhler, der ihm verheimlichte Sohn der Geliebten, stirbt im Duell mit ihm, und so endet das Ganze tragisch. Die Handlung vermag taum zut interessieren, manchmal wirft fie tomisch. Der Fürst( Lionel Barrymore) ist zwar ein außerordentlicher Säbelfechter und Ninger, aber feelisch intereffiert er nicht. Das Interessanteste am Film sind die eingelegten Striegsszenen: der Aufmarsch einer Schlachtflofte und die Schiffsversenkungen durch Unterseeboote d. " Claire, die Geschichte eines jungen Mädchens, heißt der neue sechsaftige Film des Bafag Theaters. Dir Veriaffer ist unbekannt. Was ist da auch viel zu sagen. Die Geschichte", die junge Mädchen im allgemeinen haben, fennt man schon. Es ist immer diefelbe. Fällt fte oder fällt sie nicht? Hier fällt sie nicht nur nicht, fie wadelt fogar taum. Ein Mädel von Charakter, anständig durch und durch. Es gibt ja glüdlicherweise auch noch folche. Also gut, fie fällt nicht, aber leicht wird es ihr nicht gemacht, der Claire. ehe sie sich der legitimen Liebe freuen darf. Ria de Butti ist die Claire, aus prachtvoll unter- und übermalten Augen inniglich und charakterisiert, wo sie einfache Stenotypistin ist. Theodor 2003 wird als minniglich blidend. Ihr Spiel ist schmissig, wo sie Beltdame, trefflich Nervenarzt Pièrre der Retter des Mädels. Immer von neuem darf man fich an der verhaltenen warmen Menschlichkeit dieses Künstlers erfreuen, ber nicht spielt", nicht filmt", sondern nur ein Stüdchen Seele erleben läßt. E. v. Winterstein als ans Strantenbett gefeffelter Stier, dennoch bon jener animalischen Wildbeit, die Ausdruck seiner fünstlerischen Botenz ift. Die Regie führt Robert Dinesen mit gefchicktem. Zusammenfassen. Man darf auch einen gewiffen ernsthaften sozialen Zug in, dem Film nicht berkennen. Ein amerikanischer Film Fattys Millionen versucht durch die belannten burlesten amerikanischen Uebertreibungen Lachen zu erweden. Manches ist ganz diollig, anderes und zwar vieles recht fad. tr. Die Bluthochzeit( Alhambra) ist im Titel blutrünstiger als in Inhalt. Alle Edlen der Nation( mit Ausnahme von einem, der im Zwei fampf mit einem Hochedlen jällt) bleiben am Leben, nur ein bißchen Volt stirbt mal dann und wann in den Stampsszenen. Die ritterlichen Herrent ausgerechnet batten immer gar eigenartige Ehrbegriffe. Diese nehmen die Amerikaner zum Vorwand von Filmbandlungen, um dant starter Oberflächlichkeit und Willkürlust sechs Atte zu füllen. Natürlich wird durch einen Dauerfuß der Schlußpunkt gelegt. Die Amerikaner sollten den Dauerluß nächstens in Zeitlupenaufnahme bringen. Der Film hat die fo genannte große Aufmachung, er fommt aber in einer schlechten stopie zu uns. Frant Lloyd holt als verantwortlicher Regiffeur nicht viel aus den Darstellern heraus. Einige Szenen verlieren fich im hohlen Bathos, andere sind widerlich durch ihre Süßlichkeit. Der Photograph Tonio Claudio bat ein gewisses Verständnis für Landschaften und Tiere. Norma almadge muß sich sehr oft im Profil zeigen, obwohl ihre Nase sich zu derartigen Aufnahmen nicht eignet. Alles in allem wohl Aufwand, aber feine Leistung jedoch die schwärmenden Berehrer der Edelleute sind ent züdt. Auf der Bühne sieht man Otito, einen chinesischen Zauberfünstler. Er bringt die verblüffenden Tricks, befunt et dabei aber ftets den auserlesensten Geschmad, sowohl in der Art der einzelnen Darbietungen, wie in den wunderbaren Farbenzusammenstellungen. e. b. BEWA ein Waschmittel ohne Gleichen Das 6. Paket gratis gegen diesen Schein liefern wir bei Einkauf von 5 Paketen BEWA à 40 Pfg., um unsere wohlriechenden BEWA- Seifenfäden ohne besondere Reklamekosten einzuführen. Vorteile der BEWA- Waschmethode: 1. Sie schonen Ihre Wäsche und sie wird blendend weiß. 2. Bei Verwendung von BEWA brauchen Sie weder andere Seife noch irgendein anderes Waschmittel, daher ist BEWA die billigste Waschmethode. 3. BEWA ist das neue moderne Waschmittel, durch welches die Wäsche wohlriechend. Duft erhält. Fordern Sie BEWA bei Ihrem Lieferanten und nehmen Sie nichts anderes. Engros- Verkaufsstellen: Westen: Zentrale BEWA- Seifenwerke, Berlin- Wilmersdorf, Babelsberger Str. 2. Pfalzburg 3896, 4074. Osten: Paul Kunert, Cadiner Straße 17. Alexan der 3948. Sfiden: Filiale Neue Roẞstr. 6. Mor itzplatz 1726. Moabit: M. Spicker, Tiele- Wardenberg- Straße. Moabit 2611. Anmerkung für Drogerien, Seifengeschäfte usw. Wir liefern an unsere Kunden gegen diesen Schein das 6. Paket gratis u. bitten diesen Gutschein mit Ihrem Firmenstempel zu versehen, wogeg unsere Boten die Gratisauslieferung vornehmen. In Firda Mortenstunde LVA. Hemdentuche 80 cm breit.Meter 0.55 Herrensocken bunt . Hemdenflanelle mit schönen Streifer 0.75 Zephir für Oberhemden Meter 0.70 Garnituren für Kinder, Schal und Mütze. 2.10 Wollschals angestaubt Männerhemden gestreift. Wolle. " 1.50 2.50 Männerhemden wollgemischt, Gr. 5 2.50 Damen- Unterfaillen Aermeln, Trik. 1.80 nnen gerauht, Größe 42, mit Jansen saum m. kl. Fehl. Damen- Schlüpfer in schönen Farben 0.90 Damen- Schlüpfer schwere Qualitat. 1.80 Damen- Taschentücher mit Hohl- 0.15 Herren- Taschentücher weiß. 0.25 Herren- Taschentücher gute Qual. 0.20 Winterhandschuhe Paar 0.35 Hosenträger Gummiband mit Leder 0.50 Stehumlegekragen mit klein. Fehlern 0.35 Oberhemden weiß Trikot, mit schönen, Zephir. Einsätzen, Klapp- 3.Herren- Sporthemden Zephir 2.95 Herrenhemden we inatzen 2.30 Herrenhemden makofarbig mit 2.10 Herren Unterhosen starkes Cewebe 1.Herrensocken Seidenflor, in schönen 0.70 Herrensocken 0.40, 0.30. 0.20 manschetten und Kragen Gr. 4 weiß, mit eleganten modernen Doppelbrust Farben ges.gesch 0.40 Damen- Strümpfe Seidenfor Stepphüte Größe 55 and 56... 1.25 1.30 1. Herren- Filzhüte Jackett Anzüge aus br. u. bl. Cheviot 22.50 Sport- Anzüge är Herren, 2teilig, mit 17.50 Manchester Anzüge Breecheshose, 36.Sportform mit für Jackett ganz gefüttert, in vielen Farben 4.50 4.50 4.Herren- Hosen gestreift Breecheshosen gestreiflem Homespune Pilot- Hosen grau gestreift Lammfellwesten für Herren, kl. OrBB, 10.Nacktpelze wenig gebraucht Mitfahrer geeignet 46.von 25. Wirtschaftspelze mit KaninHitlerung, für Kutscher und 34. Blaue Monteuranzüge habl. Stoff. aus festen-4.50 Blaue Matrosenanzüge Cre8 mit Uberkr. 3.50 Knaben- Anzüge offer- 6 7Knaben Pyjacks mit warmer Fat rung 12.50 Knaben- Leibchenhosen aus festem Bukskin 2.90 Größe 1-6 melierte S Gr 0-6 Burschen- u. Jünglingsmäntel aus Flauschstoff. irreguläre Ware. Größe 12.38-42 14- Größe 10-12 a Damenmäntel overtoata figém Stoff 8.50 moderne Form Gummimäntel tür Herren und Demen, irreguläre Ware Fabrikat, 14 cm breit, Kammgarnchar: kter 12.00 Meter Meter 1.95 Hosenstoffe in eschmackvollen Streifen. sehr haltbares rheinisches 3.50 Kostümstoffe 140 cm breit Mengenabgabe vorbehalten. BAER SOHNA Berlin nur Chausseestr. 29-30 Arbeitersport. Großes Arbeiter Fußballwettspiel in Neukölln! Rüftig- Borwärts 18 I und Fr. T.- u. Sp.- Verein Nowawes 1894 I treffen sich am Sonntag, den 19. Ottober, auf dem Städtischen Sportplaz( nahe Cimbria- Sportplag) Neukölln, Grenz allee, im Verbandsspiel. Anfang 3 Uhr. Am legten Sonntag konnte R.-B. gegen die spielstarke Neukölln- Briz- Mannschaft ein 2: 2 Resultat erzielen und wird gegen Nowawes noch mit einigen Verstärkungen antreten. Nowawes tritt mit ihrer altbewährten Mannschaft an und es werden sich beide einen fchweren Kampf liefern. Borher, 12 Uhr: R.-B. III und Neukölln- Briz; 1½ Uhr: R.-B. II und Nowawes II. Bormittags 10 Uhr Jugendspiele auf obigem Bei Nieren-, Blasen- und Frauenleiden, Harnsäure, Eiweiß, Zucker. 1923: 13000 Badegaste. Blak. Unterstüikt den Arbeitersport burch euren Besuch! Fahrverbindung:| der Sodenabteilung: wilt miette, Berlin D. 34, Weibenweg 27. Geschäfts. Bis Bahnhof Neukölln oder Raiser- Friedrich- Straße, 10 Min. Laufzeit. Straßen- stelle: Alfred Behrends, Berlin RB. 87, 8inzendorfftr. 7. bahnlinien 11, 12, 15, 47, 48, 147 bis Grenzallee, 95, 98, 148 bis Dammweg ( Bumpstation) von dort 7 Min. Laufzeit. Athletit- Sport- Club, e. B. Leichtathletik, Hocken, Rudern. Jeden Dienstag, abends 7 Uhr, Badeabend in der Städtischen Badeanstalt Schillingsbrücke. Jeden Mittwoch, abends 8 Uhr, Sallentraining der Männer- und Jugendabteilung in der Turnhalle der Friedrich- Werderschen Oberrealschule, Niederwallstr. 12. Jeden Freitag, abends 28 Uhr, Hallentraining der Frauenabteilung in der Turnhalle Staliger Str. 55/56. Jeden Sonntag, vormittags 10 Uhr, Waldlauf ab Fichte- Sportplay. Baumschulenweg, Eichbuschallee. Schriftführer Der Touristenverein Die Naturfreunde", Abt. Webbing, veranstaltet aut 21. Oktober einen öffentlichen Lichtbildervortrag: ,, Wanderung durch die Mark Brandenburg". Mufit, Gefang. Eintritt 30 Pf. Beginn 18 Uhr, Einlag 7 Uhr, 14. Realschule, Lütticher Str. 38. veränderlich, ohne wesentliche Niederschläge. Wetter für Berlin und Umgegend. Zeitweise aufflarend, aber fühl und Für Deutschland: Im Westen troden, im Osten noch einzelne leichte Regenfälle. Wildunger Helenenquelle Das Winter- Jackenkleid aus reinwollenem Velour, Jacke auf Halbseide Der pehartige Windermantel aus bestem Wollplüsch, nutriafarbig, ganz gefüttert Beck 69. Mk Aus unserer Pebabteilung QUALITATS WARE EIGENE FABRIKATION Elegante Maulwurfin- Jacke M. 325MODERNSTE FORM, AUF REINER SEIDE Nutria- Mantel M.1600, SCHLANKE LINIE MIT HOCHSTELLBAREM BREITEN KRAGEN ODER SCHALKRAGEN AUF REINSEIDE NEM DAMAS ODER CREPE MAROCAIN Chinesische Marder- Cravatte M. 19.ECHTE SILBER, BLAU- UND WEISS FÜCHSE HERMELIN, SKUNKS- UND MAULWURFSCHALS PELZDECKEN FUSSTASCHEN PELZVORLEGER 9 Lederbekleidung aassen Leipzigerstrasse 42 Ecke Markgrafenstr.+• Oranienstrasse 165 Am Oranienplatz Deutscher Metallarbeiter- Verband Dienstag, en 21. Oftober, nachmittags 5 hr, im Gewertschaftshanje( Saal 1), Engelufer 24/25: Branchenversammlung aller Metallbrüder und Polierer GroßBerlins. Tagesordnung: 1. Bericht. 2. Branchenangelegenheiten u. Berschiedenes. Mitgliedsbuch ist mitzubringen. Zahlreiches Erscheinen wird erwartet. Dienstag, den 21. Oktober, nachmittags 5 Uhr, im Lotal von Bhuhl, Jeughof-, Gde Mustauer Straße Versammlung der Badeapparatenflempner. Tagesordnung: 1. Die LohnDeffentliche Boltsversammlung am Dienstag, den 21. Oktober, abends 7%, Uhr, im Karlsgarten, Neukölln, Karlsgartenstr. 6-11. Thema: Herr Bfarrer Sieber und die religionslosen Staatsverbrecher Referent Herr Ad. Hoffmann. Diskussion. Herr Pfarrer Gieber ist zu dieser Bersammlung eingeladen. Jeden Sonntag 11 Uhr in der Pappelallee 15: Bortrag. Der Einberufer: A. Harndt, Pappelallee 15. 184/ 8* Gäfte willkommen! und Arbeitsverhältnisse in unferer Gruppe. Hausarztverein Norden. 2. Discussion. Montag, 20. Ottober 1924, abbs. 8 Uhr, Das Erscheinen eines jeden Kollegen ist in den Pharusjälen, Müllerftr. 142: notwendig. Dienstag, 21. Oftober, abbs. 7 Uhr, im Sigungsfaal des Verbandshauses, Cinienfte. 83/85: Versammlung Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht; 2. Bortrag des Herrn Dr. Prostauer über Enberkulose. Nach dem Vortrag: Versammlung Fragestellung und Beantwortung. 3. Beraller kollegen, die mit der Verarbeitung fchiedenes. 237b Da der Vortrag ein sehr lehrreicher ift, des Aluminiums zu tun haben, ins- bitten wir unsere Mitglieder, vollzählig besondere Autogenschweißer, Metall- zu erscheinen. Auch Gäste haben freien former und Drüder und der in diesen Eintritt. Der Borstand. Berufen tätigen Lehrlinge. Tagesordnung: 1. Filmvortrag: Die Gewinnung und Verwendung des Aluminiums mit praktischen Vorführungen im Löten und Schweißen. 2. Aussprache über Betriebsverhältnisse. Achtung! Feilenarbeiter Achtung! Dienstag, den 21. Ottober, nachmittags 5 Uhr, im Cotal von Bleffin, Stargarder Straße 3: Hautkrankheiten Pickeln, Flechte, Hautjucken etc. beseitigen Sie schnell u. sicher m. unser. Biochemischen Seifen nach Dr. med. Schüssler Nr. 111& 222 Nr. 333 als Toilette- u Badeseife besonders für Kinder unentbehrlich. Branchenversammlung Alleinige Kunze& Ahlvers, Hannover Hersten. Tagesordnung: 1. Neuwahl der Branchentommission 2.Branchenangelegen heiten. 3. Berschiedenes. Achtung! Bauanfchläger Achtung! Mittwoch, den 22. Oftober. nachmittags 5 Uhr, im Parterrefaal des Fordern Sie unsere Seifen in den Apotheken, Drogerien u. Parfümerien. Verkaufsstellen erkenntlich durch Schaufenster- Plakate. Verkaufspreis 60 Pfg. pro Stück. Generalvertr. u. Auslieferungslager für Groß- Berlin und Brandenburg: Eugen Krausch, Berlin- Tempelhof, Karl Wilhelm Stange geb. 30. 10. 1899, möchte ein Lebenszeichen an feine alte Mutter in Swinemünde geben. Wer über den Berbleib und jegigen Aut enthalt orientiert ist, wird gebeten, Nachricht zu geben an Frau Ww.Marie Stange Swinemünde, Mühlenstraße 2 1/3 Auf Teilzahlung ½ sabtung Rest in 6 Monatsraten 8u Ladenpreisen tauten Gie elegante, gutsigende Herrengarderoben Damen- Gummimäntel ALBERT bei Schriften und Nachweis billigster Bezugsquellen durch die Kurverwaltung Bad Wildungen. 50 Mark Fahrräder wieder billiger! Neue Fahrräder, Außenlötung, mit Kugellager, Mark 50.- 55.- 60,- 65.Neue Herren- u. Damen- Fahrräder in moderner Ausführung, Innenlötung, Doppelglockenlager Mark 75.- 80.- 85,- 90, Leichtes und stabiles Luxus- Gebrauchsrad von hochw. Qualität und feinster Ausstattung. Eine Qualitätsmaschine höchster Vollendung, in Dauerhaftigkeit nicht zu übertreffen. Doppel- Glockenlager, in elegantester Luxus- Ausführung, schwarzen, gelben oder vernick. Felgen und vernick. Schutzblechen. Orig.- Torpedofreilauf- Rücktrittbremse, pa. Continental- GummiBereifung gelb Kernledersattel mit vernick. Federn, kompl Werkzeug. mit erstklass. Messing- Karbidlaterne, vernickelte Rahmenpumpe oder Fußpumpe, drei Jahre schriftl. Garantie Mark 105.in 8 Jahre schriftl, Garantie, Damen- Luxus- Räder vorstehender Ausführung, Mark 110Ernst Machnow Größtes Fahrradhaus Berlins Weinmeisterstraße 14 Geschäftszeit Filiale: Charlottenburg, Wilmersdorfer Str. 46-47. Geschäftszeit von 9-7 Uhr von 9-7 Uhr Reißend los werden Sie alle überflüssigen Hausund Wirtschaftsgeräte durch eine Kleine Anzeige im„ Vorwärts" 66 ,, Hoffnung" Berliner Schneiderei- Genossenschaft e. G. m. b. H. Am Rosenthaler Tor Berlin N 54, Brunnenstr. 185* Am Rosenthaler Tor Großes Lager fertiger Winterpaletots und Ulster Guter Sitz! Elegante Ausführung! Winterjoppen in großer Auswahl von 10.- M. an Sportanzüge Bozener Mäntel Gummimäntel Erstklassige Maßanfertigung zu sollden Preisen !! Pelzverkauf ist Vertrauenssache!! Darum kauft man nur beim Fachmann. chenk Günstige Angebote und große Auswahl in Pelzwaren aller Art: Köpenicker Str. 127 Hof rechts, tein Laden. Geschäftsz. 9-7 Uhr. Diskret! Ungeniert! wie Seal Elektric, Biberett, Skunks Kanin, Murmel, Fohlen, Persianer, Nutria- Mäntel u. Jacken. Spezialität: Skunksu. Opossum- Kragen. Amerik. Opossum Schalkragen u. Manschetten v. 30. Mark an: Neu eingeführt: Eleg. Pelzhüte 1 Tellzahlung gestattet Verbandshauses. Emienſtr. 83/85 Moltkestr. 18a. Teleph.: Südring 2019 Bigarren! Zigaretten! Schlötcke& Männel Gr. Frankfurter Str. 166. E. Elg. Branchenversammlung Tagesordnung: 1. Stellungnahme Wegen Anflösung meines Engros- Lagers Stahlmatratzen zur Ründigung des Tarifs. 2. Berschiedenes. n. Maß. Polsterauft, Metallb. a. Briv. Günft Die Ortsverwaltung. Bebing.Kat.30Afrei. Eisenmöbelf.Suhl, Thür. vertaufe au Spottpreisen. Eigene Werkstätten L. Mulier, Bogbagener Str. 108 III. Rönigstadt 4117. am Strausberger Platz Kein Laden HOLZHAUSER von 500 Mk. en, Schuppen, Hallen, Garagen etc. liefert preiswert kurzfristig FEE Holzhausbau Littmann N 54, Lothringerstrasse 91/93 Norden 6020/21 Guter Schlaf ist das beste Heilmittel. Metallbetten für Groß und Klein, mit oder ohne Zubehör, Stahlmatratz.. an Private. II. Etage Kein Laden Bequeme Bedingungen Katalog 30A frei. Sisenmöbelfabrik Suhl( Thür.) EMMO Täglich frisch wie die Milch B LL E MARGARINE E ift nur die FILEFRENBOLLE BERLIN Bolle Margarine 1 28 35 S Taglich frisch hergestellt in eigener Berliner Fabrik und Verkauf in sämtlichen einschlägigen Geschäften Groß Berlins und Umgegend Hergestellt mit frischer Milch, daher unvergleichliches Butter Aroma Preiswerte Rotten Granrot Inlett, mit grauen Federn gefällt Oberbett ca. 120x200.145 Unterbett ca. 100x200. 11 Kissen 80X80 Daunen- Oberbett echt türkischrotes Inlett mit 475 Monopoldaun. 130 × 200 49 Unterbett 100x200 Drell mit Halbdaunen. 415 Kissen 80X80 dazu 1775 passend grenrot and rot Gat.dicht.Köperbarch. m.bess.Rupffed.gefüllt Oberbett 130 × 200 350 Unterbett 100 × 200 3100 Kissen 80x80 Даннен- Оborbett Prima Daunen- Inlett 1175 ret mit h'weißen Dau- 7200 nen 130X200, Unterbett 115200 Pa rot.Dreil m.Ia Halbdassen 5200 Bettfedern u. Daunen Samtl.best.entet.u.fullkräftig Rupffedern Grane Federn.... 0.95 Kissen dazu passend. 2650 Baht chines. Entenied. 3.40 1400 Bett- Inlette glatt rot Oberbett 130 X 200. Unterbett 100 x 200. 10 395 Kissen 80 × 80... coht türkisohretes Inleit, rot and rotresa gestreift Fertige Oberbett ca. 120 X 200 795 Unterbett ca. 100 x 200 675 Klasen.... 80 x 80 245 Gafer dicht. Köperbarchent Oberbett 130x200.. 1550 Unterbett 100 × 200 1250 Kissen 80 x 80 . 450 Verkäufe Straße 55a. Merkur 6268. 9 2200 Oberbett 130 x 200 Unterbett 100 x 200 176 Kissen 80x80.. 680 Eoat chines. Entonhalbdaunen. 4.60 Weiß. Ginserupf 8.75, 6.90 Pr.wels. Halbdannen 11.25 Schleißfedern Halbw.Sohleißledern 6.70 Wole Schleißledera 8.60 Heilweißo, dannige Schleißledern 10.90 Ia böhmisch. Bauernashicis Daunen .12.35 Monopoldannen, echt chines.( ges. gesch.) 8.50 Matadordann. halbw. 14.70 Pa. weiße Daunen, sehr füllkräftig.. 21.00 Inlettstoffe und Wäschestoffe Fertige Bettund DamenWäsche sehr preiswert 10 Die ideale Bettfüllung echt chines.( ges. gesch.). Monopoldaunen Pfd. M. 8.50 Monopoldaunen 3-4 Pfd. zum großen Oberbett Monopoldaunen sind natürliche Daunen wie alle inländischen. BB Be& lBe Marke ges. gesch. Die QualitätsDaunendecke mit Is weißen Daunen gefüllt, rot, creme und blau 59⁰⁰ Satin 150 x 200, in verschiedenen Farben.... Prima Daunensatin 9800 Prima Daunensatin Oberesite handgemalt, in 12500 7500 in diversen Farben.. verschiedenen Mustern. Nur soweit Vorrat, Mengenabgabe vorbehalten! Bettfedern, Lustig Aufpassen Manirrt sich- Lustig nur Sprechmaschinen, Gundvierzig Weininger n. Ca., Gardinen- Spezial- Fünfundsechzig Speisezimmer, acht. Bianos, prächtige Instrumente, be- Gewiffenhafte Untersuchung, Auskunft. Stiderinnen auf Sportabzeichen fucht haus, Große Frankfurterstraße 104, erfte undfünfzig Serrenzimmer, fünfund- queme 8ahlweife. Gachter, Oranien. Erfahrene Sebamme Sildesheim- Eckel, Beffert- Nettelbed, Friedrichstraße 43. b Giage, ant Strausberger Blaz. Wir fünfzig Schlafzimmer, fechsundvierzig burgerstraße 42. Billowstraße 62. Blätterinnen, geübte, auf Stehkragen, Raumann- Nähmaschinen für Hausgehaben sehr günstige Bar- Einfäufe ge- Rüchen noch sehr preiswert Möbelhaus Pianos, große Auswahl in jeder Bertrauensvolle Auskunft, langjährige verlangen van Laad, Schmit, and Eitbrauch und Gewerbe. Teilzahlung. Re- tätigt und bieten u. a. zu feltenen Ramerling, Rastanienallee 56. Breislage, Qualitätsware, Sahlungs. Erfahrung. Frau Erdmann, ärztlich gefchig. Greifswalder Straße 5. Herrenparatur- Werkstatt für alle Syfteme. Schleuderpreisen an: Rünstler- Gardinen Speisezimmer, echt Eiche, Büfett mit erleichterung. Max Adam, Münafte. 16. prüft, Stralauer Blag 8-9, linter Sei wäschefabril. Emil Salbarth, G. m. b. S., Friedrich 4.50, 6.10, 7.25; Sarbstores 3.45, 4.75, Kristallspiegel, Standuhr, Bimbam7.10; Madras- Garnituren 8.75, 10.- wert, schwerer Ausziehtisch, 6 Leder- phone und Musikinstrumente. Gontard: Bahnhof). Auch Sonntags. Auf bequeme Teilzahlung. Grammo- tenflügel parterre( direkt Schlesischer Teppich. Thomas, Oranienstraße 44. 11.85; Gardinenftoffe, Meter 0.65, 0.90, fühle, Tomplett gebeizt 275.-. Möbelstraße 1, am Bahnhof Alexanderplatz. Bertrauensvolle Auskunft Frauen, 1.25; Bettdecken 5.75, 6.25, 7.75; Diwan- niederlage Augufistraße 47a. Gelegenheiten in Teppichen, LäuferMädchen, langjährige Erfahrung, ärzt. beden 17., 19., 24.80; Steppdecken ftoffen, Diwandecken, Tischdecken usw. 16.50, 19.50, 24. Läuferstoffe. Meter mapesaderne? Bitrinenauffas, wie Mandolinen, Gitarren, Zithern, Musikinstrumente, lich geprüft. Wolff, Wiener Straße 20, auf Wunsch Teilzahlung. Teppich Schrager 2.70, 3.3.70; Wolkengarnituren eige- volle Siren, Gilbertaften, Maferauf- Biolinen usw., eigener Fabrikation im Derkauft Oppel, Bücherrevisor, Jagowstraße 5. gegen ner Serstellung aus aparten Madras, Tagen, reichgeschnigt. aparte Kredenz, mer noch au wirklich abgebauten Prei Sanía 2086. Teilzahlung Teppiche, 2X3, 30.- ant. ftoffen 37.50, 45. Mart. Sandfilet schwerer Buchführung, Bilanzen. Brüden, Diwanbecken, Bettvorlagen, Stores und Bettdecken, ferner: Tisch.tomplett gebeizt, 395.Auszugtisch, 6 Lederstühle, ſen. Schulz u. Gundlach, Münzstr. 18. Steuerberatung. 2346* Läuferstoffe fabelhaft Au billigen beden, Huggardinen, Etamine- und Malage Auguststraße 47a, Möbelnieder- Pianos, schwarze, zu Fabrikpreifen, Breisen. Elfaifer Straße sechs. Rein brasstoffe, Brüden, Bettvorlagen, Mes eventuell Teilzahlung, verkauft Tichier Gefunden Verloren Laden. Ten, Neukölln, Hermannstraße 47. Schlafzimmer, fingstangen weit unter Tagespreis. Be echt Eiche, großer Federhandwagen, Leiterwagen, Roll- fichtigung unserer Riefenauswahl fehr dreitüriger Antleideschrank mit Kristall. Flügel, Pianos, 275,- an. Raben. Affenpinscher, Sündin, hellrot, Hein, farren, Einzelteile. Fabrit, Dresdener, lohnend. Wiederbringer in Potsdam verloren. Straße 55. gute Belohnung. Tir, Tierarzt, Bots Dam, Charlottenstraße 74. . brittes Bortal, II. Speisezimmer, echt Eiche, innen Gutschein über 5 Prozent Marmor, Spiralböden mit Gegendrud fpiegel, Waschtoilette mit meißem ftein, Münzstraße, 10. Silber Fahrräder Vermietungen Mietgesuche Ganderrabatt. federn, breiteilige Sohlleber, Schäfte, Leisten usw. preisDrellauflagen, wert, Lederhandlung P. Rühl. Berlin: Ede Steglizerstraße. Zahlungserleichte lage Auguststraße 47a. Belzwarenweguer, Potsdamerfir. 43, Stilhle, komplett 475.-. MöbelniederSchöneberg, Bahnstraße 43. Relson, folide Tourenmaschine, 60 M. rungen enormbilliger Damenpelzwaren, Handwagen, Leiterwagen, Raften Herrenpelzwaren, Neuwaren, Blauwolf- Auswahl zu foliden Preisen verkauft radbau, Schöneberg, Hauptstraße 96. Sochelegante Schlafzimmer in reicher 1 Jahr Fabrikgarantie. Nelson- Fahrmagen preiswert. Auswahl. Wagner, siegen 9,75, Slatehasenfüchse Röveniderstraße 9.75, nur dirett Echlafzimmer- Spezialfabrik. Relson- Rennmaschinen, Meisterarbeit, nur 71. Sof. Rein Wolfintragen 9,75, Areuzfüchse geblen Burgstraße 27. Bureauhaus Börfe. Laden. Reine Schaufensterreklame, dahee bet 9,75, Silberwolfe 38, zuverlässig, leicht und stabil, cinjährige Tausche fonnige Flurstube, wesentlich billigere Breise. Gas, füchse geblendet 17,75, Grauwolfscha Teilzahlung. Romplette Zimmer, Ein- Fabrikgarantie. Nelson- Fahrradbau. Baffer, gegen 1 bis 2 Rimmer, Küche. Grubeofen, wie neu, preiswert verTale 14,50. echtfibirische Riesenblau- zelmöbel billig. Wenger, Marfilius- Schöneberg, Hauptstraße 96. Umzugsvergütigung. Besichtigung SonnLäuflich. Faerber, Charlottenburg, möife 48,75, Bideijaden 98, Ball ftraße 8( Aleranderplan). Große Frank- Relfon Halbrennmaschine 55 Mari, tag 2 bis 6 Uhr. Gabriel, SchmidRildertstraße 2, Gartenhaus II. abbiaden 175, Fohlenjaden, See- furterstraße fechsundfünfaig. 1 Jahr Fabritgarantie. Nelson- Fahr ftraße 14, vorn II. Gegen bundjaden, Glintsjaden, Elektrifjaden, graue Saare altbewährtes Biberettjaden, fabelhaft billig, Elefirit nienstraße 172/173. Möbelfabrik Georg Tennigkeit, Dra- rabbau, Schöneberg, Hauptstraße 96. Tausche freundliche, geräumige 2-8imMittel, unentbehrlich ,, preiswert. Frau mantel 195,-, oblenmantel, berren Laufen, besichtigen Sie mein großes Maschine mit Freilauf, Nüdtritt, 78 M., mer- Wohnung. Bevor Sie Möbel Nelson- Herren- Spezialrad, eritilaffige mer- Wohnung gegen ebensolche 1-8im Jänite, Charlottenburg, Echarren sportvela 08- Herrengebpelae, Stunts- Lager und überzeugen Sie sich von den 1 Jahr Fabrikgarantie. Manns, Schilling ftraße 29 1. 30bfragen. Melion- Fahrstraße 28, linfer Geitenflügel, 4 Treppen Opoffumfragen, Bisamschals, billigen Breifen. rabbau, Schöneberg. Sauptstraße Nr. 96. rechts. Goldfchag Bhund 2.50 Mart, Bigarren Maulwurfschals, Belzbefakstreifen, Be100 Stild 6.50. Rigaretten 100 Std fagfelle. Kaufen Sie nicht Möbel, bevor Sie Biele andere Gelegenheiten. meine Preise kennen. Roloffaler Preis- Maschine, deutsches oder englisches Mo- merwohnung, 1. Etage gelegen, gegen Reljon- Damen- Spezialrad, erstklassige Zausche meine neu renovierte 2- Rim1.20. D. Rund, Große Samburgerstr. 1. Wiederverkäufer günſtigite Einfaufs abbau. Rahlung nach Uebercintunft. bell mit Freilauf, Rudtritt. 78 Mart, größere. Daniel, Swinemünderstraße 13. Lichtenthal, Oranienstraße 14a( Sein 1 Jahr Fabrikgarantie. Nelson, Fahr radbau, Schöneberg. Sauptstraße 96. t gelegenheit. Bekleidungsstücke. Wäsche usw. Belshaus! Warschauerstraße 7. Gün- richsplag). Gegründet 1879. 4 Leihhaus, Friedrichstraße 2, Sallesches arten zu ftaunenerregend spottbilligen Straße 1. Sonderangebot in Speife- fen, Kröhl u. Henning, Prinzessinnen Möbel- Hafemann, Reue Schönhauser Teilzahlung, Motorräder. alle Stär¢ Kaufgesuche Arbeitsmarkt Stellengesuche 2295 81/13 ftige Gelegenheitstäufe in allen BelaTor. Enorm billiger Berkauf eleganter Sommerpreisen! Pelamäntel, Pelajaden, Sportpeize, Gehiegen! Fuchsfragen! Damenpelzjaden! bis 3000, Serrenzimmer, Zomplett, 360, Wunderbare Wolfs: aimmer, komplett, 480, 650, 720, 950 ftraße 7. pelze. Edhals und Füchse aller Art. Ge- Serrenpelze! Rahlungserleichterung! Tegenheitskäufe int Herrengarderobe. 440, 520, 680 bis 2400, Schlafzimmer, Reine Lombardmaren. Sehr bequeme Teilzahlung. Serren- komplett, 410, 520, 650, 750, 950 bis Anzüge, Ulfter, Baletots. Gontard 3200, Rüchen, Tomplett, 65, 85, 140, 210 Wir bezlefhen preismert moderne straße 11 am Bahnhof Alexanderplat. bis 350. Gesellschaftsanallge, Schnapet, GtaligerSolange der Borrat reicht: Drilling, Doppelflinte, Straße 128. Morigplak 6260. Reebithaus, Herrengarderobe, Gummi- Büfette, Schränke, Ausziehtische, Schreibglas fauft Müller, Menatsgarderobe. mäntel, Wintermäntel, Joppen, Bett- tische, Lederstühle, Klubmöbel, Ruhe- traße 1. 6-7, Täglich großer wäsche, Maßverarbeitung, bequeme betten, Standuhren, Rauchtische sowie Berkauf von Anzügen, Baletots, Män- Ratenzahlung. Giefert, Charlottenburg, ein Bosten Beleuchtungskörper, Salons, Brismengläser, Photoapparate fauft Tüchtige Bertreter für erfttlaffige Reteln. Cutaways, Frads, Smokings, Goethestraße 25, Untergrundbahn Bis. Wohnzimmer. Ständig Gelegenheits- frant. Blücherftraße 56. 12.-. 28. Neider 5.-, Teilzahlung, Schneidertochter, Kleiderkonfektion prattisch gearbeitet, fudyt in Damen Schneiderei Stellung als guarbeiterin. 235b Brismen- Gerstner, Elisabethstraße 1. Berlin, Jahn" Stellenangebote Unterricht Landwirtschaftliche ein Freigewerkschaftlicher, gewandter Redner wirtschaftlich und sozialpolitisch gründlich beschlagen, der eine gründliche Kenntnis der Arbeitnehmer- Organisationen besitzt, von einer großen Angestellten. Organisation gesucht. Angebote unter R. 36 erbeten an die Hauptexpedition des„ Vorwärts". Glasschleifer gesucht, der fleine Schleiferei in Afford übernimmt. Offerten Ro. A. 3061 an Rudolf Moffe, Berlin, Rosenthaler Straße 48. Lehrmädchen im Alter von 14-16 Jahren für den Verkauf sofort gesucht. Meldungen in Begleitung der Eltern oder des Vormundes in der Zeit von 10-12 Uhr vormittags oder 5-7 Uhr nachmittags in der Personalabteilung IV. St. Jandorf& Co Belle- Alliance- Str. 1-2 Einige ungelernte Rebegewandter Herr oder Dame für Arbeiterinnen BatterieLöterinnen. 2336 2286 zwischen 18 und 30 Jahren, stellt wegen Bergröß. einer Betriebs abteilg. geg. gute Bezahlung noch ein Spinnstofffabrik Zehlendorf G. m. b. H. Ortsteil Schönow bei Teltow. Persönliche Meldungen mit Steuerbuch Invalidenkarte und legter Ar beitsbescheinig. norm. von 9-10 Uhr. Tüchtige branchekundige von feinsten Serrschaften nur wenig mardstraße. flame- Reuheit sofort gesucht. Nur Fachläufe in befferen Möbeln. Speichereien: Fahrräder Lauft Linienftrake 19. Teute mollen sich vormittags bis 9 Uhr getragen. Gelenheitstäufe in aller befter neuer Garderobe eigener Ser- fellschaftsanalige, forpulente Figuren, Monatsanzüge, Winterpaletots, Ge- Lothringer Straße 24-26. Rahngebiffe, Edelmetallbruch, Qued. im Reklame- Bureau 8ind, Grünau, stellung, tonkurrenzlos billig. LeihMöbelkredit und bar an iebermann filber, Sinn, Blei, Grühstrumpfasche, Mittelstraße 6, melden. haus Brunnenstraße 5, Rosenthalerior. ftaunenb billig. Naß, Gormannstr. 25/26, eine Anzahlung. Gärisch, Stralauer Gilberschmelze Chriftionat, Röpenider Geübte Linoleumleger ftellen frither Muladftrage. plak 1. Schlefticher Bahnhof. • ftraße 20a( Manteuffelstraße). Lammfromm u. Bogel, Berlin, Bots Damenmäntel, Serbstmäntel 4.95, Monatsanzüge, Fradanzüge, Smoking- Gelegenheit! Kleiderschränke 18.-, Berbamerstraße 127. Donegalmäntel 9.-, Covercoatmäntel anzüge. Gehrockanzüge, Jadettanzilge, titos 15.-, Waschtoiletten 15., BettFlauschmäntel 7.50, 9.50, Tuch- Winterpaletats, Cutawananzüge, Tail- ftellen, tomplett, 14.-, Plüschsofas 15.-, Schmiedelehrling verlangt Sartstein, mäntel 14.Wilmersdorf, Wilhelmsaue 29. Estimomäntel 19.50, Tenmäntel, für jebe Figur paffend. Schreibtische 25. echte Nußbaum Affenhautmäntel 27.-, 35.- Spezialität: Bauchanzüge, spottbillig. Blifetts 75.-. Riefenauswahl in geWerkstatt Schmechel, Gipsstraße 15, Salpern, Rofenthalerstr. 4, erste Etage. brauchten und neuen Rußbaum, eiche Inhaber: Diplom- Sandelslehrer Ernst vision Rösners faufmännische Privatschule, Bersicherungszeitschrift gegen hohe ProBörfebahnhof. sofort gesucht. Repfchläger, Berleib Don und Gesellschafts- Anzügen, e Mahagoni- Möbeln fowie Rösner, Neue Promenade 3, Börse Swinemünderstraße 3. Leihhaus Friebrichstraße 2 beleiht Rofenthalerstraße 4. Schlafzimmern, Herrenzimmern, tom- bahnhof. April beginnen Halb Belze, Garderobe, Wäsche, Brillanten, pletten Einrichtungen vom einfachsten jahres-, Jahreslehrgänge, Gonbericht aufträgerin, perfette Automaten- FalzeTüchtigen Schnellpreffer, perfette GoldGold- und Silberwaren. Belamäntel. Wollen Sie schöne Seal bis zum apartesten. Zahlungserleichte. aänge für ehemalige Schüler höherer rin verlangt mäntel gut und billig taufen, müffen rung. Gottlieb, Biblos", Buchbinderei Rügenerstraße 13, Lehranstalten, Brivatairtel, Einzelunter G. m. b. S., Wilhelmstraße 28. Damenmäntel, Flauschmäntel 6,90, Sie in den Blauen Bazar laufen, Bahnhof Gesundbrunnen. Lieferung richt zur Ausbildung als Stenotnoiften 9.50, Tuchmäntel 8.50, Estimomäntel Raifer- Wilhelm- Straße Nr. 16, Alexan- Großberlin frei Haus. und Buchhalter. 16. Affenhautmäntel 19.-, Gabardine. derplag, Gelegenheiten, Velzmäntel 150 Handelskunde, Buch- Schirmnäherinnen( für Heimarbeit) führung, [ pottbillig. Metallbetten 19.00, Rechnen, Riefenauswahl. an, Belziaden 50 an, Maulwurfschals Rinderbetten, Meffingbetten, Rorrefpondens, finden sofort dauernde Beschäftigung. Werkstatt Altmann, Rosenthalerstr. 44, 100 an, Gilberwölfe 125, Nutriajaden. Auguststraße 63, Edhaus. Stenographie, Maschinefchreiben, Deutsch, Geldis u. Bing, Schmidstraße 8a. Wenger, English, Franzöfifch, Spanisch. Anmel Sadeschermarkt. Börsebahnhof. Nutriamäntel, Berfianermäntel, Sportdungen ieberzett. Belzwaren gut und billig! Elegante gant, gut, billig. Rahlungserleichterung. traße 162, verkauft direkt an Brivate Barth, Inhaber und Leiter Dipl.- Ing. pelze, Gehpelae, Maßanfertigung, ele- Winbbork Möbeltischlerei, Brunnen. Technische Privatschule von Ludwig Belamäntel, Belajaden fowie Belgroaren Möbel. Großläger in Speisezimmern, Sermann Saafe, N. 4, Chauffeeftraße 1 aller Art. Prima Qualitäten. Belz Belzwaren, direkt aus der Fabrik: Serrenzimmern. Schlafzimmern, Küchen.( Oranienburger Tor). haus Spiker, Kommandantenstraße 27, Belajaden, Belzioppen, Belzmäntel, Einzelmöbeln. Qualitätsarbeit, Maschinenbau, Stunts, Areuzfuchs. Gilberfuchs. Alasta- billiait. Besuch unbedingt lohnend. aller Laden. Elektrotechnik, Tages-, Abendschule. BeBerleih fuchs, Wolf, Wolfsziege, amerikan. ginn der neuen Lehrgänge Ottober. VOR Gesellschafts- Anzügen Opoffum. Reparaturen preiswert. MiChaiselongue 12.-, Diwanbeden 7.50, Behrplan C. Brunnenstraße 4. Norden 5177. chaelis, Rürichnermeister. Große Frank Bolterauflagen, Patentmatragen 12.Damenmäntel, Flauschmäntel Aurzfchrift, Maschineschreiben, landRatenzahlung. Bappelallee 12. furter Straße 99, eine Treppe. wirtschaftliche Buchführung. Auch 8., 13., 19.-, Affenhautmäntel 19.-, Möbelspeicher, Ate Schönhauser Einzelunterricht. Reebithaus zu Labenpreisen. Damen- raße 33/34, Sof links. Rahmen- Rüche. Privatschule von Ernst Solle, 25.- 35.-, umäntel 9.-, 14.- und Serrengarderoben, Damen- und Anrichte- Küche, Schlafzimmer, Metall. bamerstraße 116a. Bots 21. Estimomäntel 26., 25.-, 85.- Serzenschuhe, Wäsche, Betten, Belge, betten fche billig. Damenmäntel- Fabrit Charlottenstraße Gardinen, Steppbeden in bequemer AbNr. 66, II, Einzelverkauf. Geschäftsfchlagszahlung. Berlig School. Frembe Sprachen. Leipzeit ununterbrochen von 8 bis 7 Uhr. Raufhaus Sirschberg Wichtig! für jedermann. Täglich wer- aigerstraße 123a, Ede Wilhelmstraße, u. Co.. Turmstraße 57, 1. Etage. ben verkauft: Kleiderschrank, Bertiko Tauengienstraße 19a. Einzel- und Mandleibhaus, Reinidendorferite. 105, Belzwaren, Gealmäntel, Fohlenjaden, 18 Goldmart, Bettstellen, fomplett, 16, Rlaffenunterricht. Eintritt jederzeit. Metallbettstellen mit Auflegematraßen Technische Privatschule Dr. Werner, Füchse, Flurschränke, Waschtoiletten 18, Regierungs- Baumeister, Berlin, NeanAlez. 5818. Chaiselongues 18, Rommoden 15, Bücherderstraße 3. Maschinenbau, ElektroSpinde, Schreibtische 36, Trumeaus 29. tecnit. Abendlehrgänge. Tageslehr Büfetts 75, Tifche 6, Rücheneinrichtung gänge. 48, Speifezimmer, Serrenzimmer, Schlaf. Maschinenbau, Elektrotechnik, Tages. gefucht für unfere gut eingeführten Touren. und Elektrotechnit 500 3immer. Alles tatsächlich spott. billig. Stargards Möbel- und Lom. Diplomingenieur Stellmacher, Semesterbeginn bardfpeicher, Prenzlauer Straße fecs.richstraße 118. tober. Brofpefte. Standuhren mit Is Meffing- BimbamHeinrich Bitte Lefen. Großes Lager getragener, Große Frankfurterstraße 45/46. Ruschneideschule Möbel- Misch, Wert von 110 Goldmart an. Reichhal Aleganderplag, Eingang Königsgraben. nur erftllaffig erhaltener Winterulfter, tiges Lager. Nur beste Werke. Außer Damenschneiderei, Möbel direkt ab Fabrit, tonturrenglos Rastanienallee 79, Fabrikgebäude. Badettanzüge, Cutawananzüge, Smoking. Serrenschneiderei, gewöhnlich billig. Bildermuth, Berlin, Wäsche, Buzturse. Schnittmuster. anzilge, Gehrodanzüge, Fracanzüge, billig, auf bequemfte Teilzahlung nur Rönigstadt 339. Baletots, zum Teit auf Seide. Speziali im Möbelhaus Humboldt, Butbufer Ausnahmeangebot. Echt Nußbaumtät: Bauchanzüge. Rulante Preise bei Straße 14. Metallarbeiter, Berkmeister, Techniker Straßenbahn: Brunnen- Büfett, 150 breit, innen mit Rügen, erhalten Ausbildung als Borkalkulator. Schnurmacher Staligerstraße 108, Laden, nuten von Bahnhof Gesundbrunnen. nerstraße dreizehn. ftraße, Ede Rügener Straße. 3 Minur 95. Möbelhaus Gottlieb, Rüge- Schwenn, Utrechterstraße 17. 81/11 birelt Hochbahn Oranienstraße. Leihhans Rofenthalertor, Binien Beethoven- Konfervatorium, Friedrich. Sebe Fran freut sich über ein schönes Teilzahlung. Bei leinster An- und ftraße 214. Klavier, Bioline, Gesang, ftraße 203/204, Ede Rosenthalerstraße, Seim. Sie finden in befter Ausfüh. Abzahlung Möbel jeder Art. Möbel Lautenunterricht. Erste Lehrkräfte. BroAN Derta: ft: Früchte Bolfsziegen rung zu allerbilligsten Preisen wunder- Lechner, Brunnenstraße 7. 12. Pelziaden 50.- Stuntstragen. volle [ pelt gratis. Schlafzimmer Serrenzimmer, Schränke, Eiche, Nusbaum, Riefer, in der Gesamtauflage Sämtliche Belzarten. Spottbillige Speifezimmer, Rüdjen direkt beim Tisch- billigst. Buchführungs- Einzelunterricht, BilanzLombardhaus, Gommerpreise. Anzüge 17.-. Gummi- Termeister Julius Apelt, Abalbertstraße 93. Alte Jakob turfus für Fortgeschrittene, 25. 2onk, des Vorwärts sind mäntel fenfationell billig. Reine ftraße 6( Hochbahn Rottbufertor). Auf Flottwellstraße 1. 2316 besonders wirksam Lombarhware. Wunsch Zahlungserleichterung. Nettelbedplay. Füchse 8.-, Blauwolfs. Rideljaden, Biberettjaden, aiegen 12. fämtliche Belgarten Gpott- Sportpelse 60. Alte Schüßenstraße 7, preise. Anzüge 18.-, Ifter 15.-, e direkt am Alexanderplag. derbetten 9.-. Anzahlung geftattet. Reine Lombardwaren. 199 Möbel 22, • * perfekte, sofort gesucht R.Sachs, Neanderstr. 4. Stadtvertreter pon Fried. Dr. teb Kleinfelder G. m. Blanbleibhaus, Schönhauser Allee 115 ( Nordring). Belawareml Staunen. Metallbetten, Auflegmatraßen. Batent. immer 225. Klubgarnituren. Leder Abendlehrgänge, Privatschule für Ma. etregend! Kreuzfüchse! Fünfzehn! matraken, Chaiselongues Walter, Star.lubfeffel 65. Riefenauswahl, über Blauwolfsiegen! mölfe! Serrenanzüge! Garbinenlager. Berfagmare.) Dreizehnt Salb umsonst.( Reine Gilber- aarberftraße aditachn. Feberbetten! Teilzahlung, fulant, Möbel- Misch. Teilzahlung, billig, Möbel- Misch. Teilzahlung, reell, 8.4 Musikinstrumente Monatsanzüge, Binterpaletots, Geh Möbel- Schmibt, Bernauerstraße 80, redanzüge, Fradanzüge, neue Sadeth Speifezimmer, Serrenzimmer, Schlaf. Nur 490.- fabrikneue Bianos, ge anzige, Joppen, modernste Taillenpale- zimmer. Wohnzimmer, komplett von brauchte 350.-. Boigt, Reukölln, Santots verkauft spottbillig Riefenläger Alexander- 475-1900. Einzelmöbel. derftraße 30. Berkauf nur Bienos preiswert. Plim Fabrikgebäude. * Sint, Brunnenstraße 35. Straße 28a, hochparterre.( Gesellschafts- Rahlungserleichterungen. analia kigweift.) schinenbau b. H. Berlin 0 17, Stralauer Platz 23 Maurer, Großh. in technischendel a, Feit. KLEINE Verkäufer( innen) für die Abteilungen Möbelstoffe, Teppiche, Gardinen, Kurzwaren und Besätze sofort gesucht Meldungen von 12-2 Uhr mittags und 5-7 Uhr abends ZEIGEN Jandorf& Co und trotzdem Verschiedenes schr billig! . Bertrauensvolle Auskunft, Verkauf erfahrene hygienischer Frauenartikel, Alaviermacher Sebamme a. D. Sildesheim, Lothrin gerstraße 34/35, Rosenthalertor. Große Frankfurter Straße 113 Kottbuser Damm 1