41.�akrgang Ausgabe A Nr. 2S2 Bezugspreis: Wöchentlich 7l) Gokdpfennig. monatlich L,— Goldmark voran» zahlbar. Umer Kreuzband für Deutschland. Danzig. Saar- und Memelgebiet. Oesterreich, Litauen, Luxemburg 4ch<) Doldmarl, sjir das übrige Ausland SdZ0 Goldmarl pro Monat. Her..Borwirts* mit der Sonntags* beilage„Boll und Zeit* mit„Sied* lung und Kleingarten* sowie der Unterhaltungsbeilage„Htimrvelt* und ssrauenbeilage„Frauenstimme* erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Monwg, einmal. Telegramm-Adresse: „Sozialdewolrat Berlin* Morgenansgabe Vevliner Volksblatt (l««»Ulpteniils) Anzeigenprelse: Di« einspaltig« Nonpareille. »eil« 0,70 Goldmark. Reklamezeil« ».— Goldmark.„Kleine Anzeige«* das fettgedruckte Wort OL» Gold- mark tzulässtg»wci fettgedruckte Worte), iedes weitere Wort O.lO Goldmark. Stellengesuche dag erste Dort O.lO Goldmark jedrs weitere Dort 0,05 Goldmark. Worte über lö Buchstaben zähle« für zwei Worte, ssamilienanzeigrn für Abonnenten geile 0L0 Goldmark. Eine Goldmark— ein Dollar geteilt durch<,20. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis<>chUhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin GW OS. Linden- strass-S. abgegeben werden. Geöffnet von S Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdctnokratf fehen Partei Deutfchlands Keüaktion und Verlag: SV? 68» tinöenstraße 3 Oritirtiflirsrfiief Redaktion: Dönhoff 292—295 �ern,precyer. 0 e 1 1, g:-vönb-ff 2306-2507 Dienstag, den 31. Oktober 1934 vorwärts-verlag G.m.b.H., Sw 68. LinSenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 575 ZK— Bankkonto: Direktion der Diskonto. Gesellschaft. Deposttenkasic Lindeiistrafte Z Aufgelöst! Der Bürgerblock in Scherben.— Die Entscheidnng beim Volk. Amklich wird 8 Uhr tl Mnuken mitgekeilt: Der Reichs- Präsident hat nachstehende Verordnung erlassen:.p arla- menlarische Schwierigkeiten machen die Lei- beHaltung der gegenwärtigen Reichsregierung und gleich- zeilig die Bildung einer neuen Regierung auf der Grundlage der bisher befolgten Innen- und Außenpolitik unmöglich. Auf Grund des Art. 25 der Reichsverfassung löse ich deshalb den Reichstag auf." v erlin. den 20. Oktober 1924. Der Reichspräsident, gez. E b e r t. Der Reichskanzler, gez. Marx. Die Cntscheiüung öes Kabinetts. Das Reichskabinett trat um S Uhr in der Reichskanzlei zu der entscheidenden Sitzung zusammen. Vach kurzer Sitzung be- schloß es. beim Reichspräsidenten die Auslösung des Reichs- tags zu beantragen, nachdem zuvor der Abgeordnete Koch dem Reichskanzler die ablehnende Antwortder Demokraten mitgeteilt hatte. Die Reichsregierung teilte ihren Leschluh der vesienllichkeil in folgender amtlichen Kundgebung mit: »Die Bemühungen des Reichskanzler«, die jetzige Reichsregie- rung zu erweitern, um ihr eine sichere Mehrheit Im Reichstag zur Fortführung der bisherigen Politik zu verschaffen, sind endgültig gescheitert. Daraufhin hat der Reichskanzler, da sich ein anderer gangbarer weg nicht zeigte, in Uebereinstimmung mit dem gesamten ReKlsskabinett beim Reichspräsidenten die Auslösung des Reichstag, beantragt, um dem Volke Gelegenheit zu geben, eine solche Mehrheit zu schaffen. Der Reichspräsident hat dem Antrag des Reichskanzlers entsprochen." Drauf und dran! Es lebe die Sozialdemokratie! Die Kunde von der endlich vollzogenen Auflösung des un- möglichen Reichstags vom 4. Mai wurde schon gestern abend durch ein Extrablatt des„Vorwärts" in der Bevölkerung Berlins verbreitet. Sie rief überall Genugtuung, in den Kreisen unserer Parteigenossen geradezu Jubel hervor. Man empfindet diese Auflösung als einen Sieg der Vernunft und des Rechts, wie sie während des ganzen Verlaufs dieser erbärmlichen Krise von der Sozialdemokratie unermüd- lich gepredigt wurden, und damit als einen Sieg derSo- zialdemokratie selbst. Schon längst war es klar, daß es nur zwei Möglichkeiten gab. Kam die Auflösung nicht, dann kam der Bürger- block. Der Bürgerblock, das war die Proklamierung des Klassen- kampfs von oben. Das war die Diktatur des Kapi- t a l s. Das war der Hochschutzzoll, die steuerliche Privilegie- rung des Besitzes und die schonungslose Belastung der breiten Massen durch Lohndruck, Lebensmittelverteuerung und Ber- längerung der Arbeitszeit. Der Bürgerblock, das war die Legitimierung, die Krönung des schmutzigen Handels vom 29. August, derTriumphderpolitischenUnmoral. Die Bildung einer Bürgerblockregierung wäre eine Schmach für das deutsche Volk gewesen. Dieser Schmach ist es entgangen, und nun ist es berufen, selbst zu urteilen! Die Wahlen müssen so ausfallen, daß den Vertretern des Besitzes ein für allemal die Lust vergeht, eine Regierung gegen die Republik und gegen die breiten Massen des arbeitenden Bolkes aufzurichten. Dazu ist vor allem notwendig, daß die Deutsch- nationalen entscheidend geschlagen werden. Man müßte an der Vernunft des Volkes verzweifeln, wenn man nicht glauben würde, daß dieses Ziel jetzt zu erreichen ist. Die D e u t sch n a t i o n a l e Partei hat sich vor den Augen des ganzen Volkes selbst gerichtet. Sie hat es in dem Augenblick getan, als die Hälfte ihrer Reichs- tagsfraktion am 29. August mit der roten Reinkarte in der einen Hand, mit der anderen Hand die weiße Iakarte für das Eisenbahngesetz abgab. Sie hat sich selbst gerichtet, als Herr Hergt, selber dem Scheine nach ein Neinsager, die 48 Ja- stimmen für vier Ministerportefeuilles— auf das Dutzend eines — an die Herren Zapf und E u rt i u s von der Volkspartei verhandelte. Sie hat sich obendrein durch ihr brutales Ein- treten für neue Brotzölle— in einer Zeit, in der d»s deutsche Brot ohnehin schon schlechter und teurer ist als fast jedes andere— vor den Massen der städtischen Verbraucher rück- sichtslos demaskiert. Die Frauen, die noch am 4. Mai den Deutschnatio- nalen in hellen Haufen nachgelaufen sind, müssen jetzt gefragt werden, ob sie noch einmal denen ihre Stimme geben wollen, die nach dem vergänglichen„Sieg" am 4. Mai drauf und dran waren, ihren Kindern das Brot zu nehmen. Die Deutschnationalen gehen in diesen Wahlkampf mit ge- brochener Front und mit gebrochenem Rückgrat. Sie werden in ihrer Angst und ihrer Verzweiflung einen Wahlkampf führen, der an schmutziger Demagogie alles bisher Erlebte in den Schatten stellen wird. Es wird ihnen nichts nützen. Darüber darf man sich freilich nicht täuschen: Es gibt breite Gefilde des platten Landes, in denen der Kampf für die Reichstagsfraktion uns Parteiausschuß. Tagung am Mittwoch Vormittag. wegen der Auflösung des Reichstags findet die Sitzung der sozialdemokratischen Fraktion am Mittwoch, den 2 2. Okkober. vormittags IvAhr, im Fraktionszimmer 25 des Reichstages statt. Gleichzeitig tagt der Parteiausschuß, dessen Mitglieder ohne besondere Einladung ebenfalls zu dieser Sitzung erscheinen müssen Wahrheit schwer sein wird. Dort werden sich die Deutschnatio- nalen zum Teil noch halten können. Desto notwendiger wird es sein, sie aus den übrigen Teilen des Reiches, vor allem aus den industriellen und städtischen Gebieten so gründlich wie möglich hinauszufegen. Aber auch die„B o l k s p a r t e i" der Herren S t r e s e- mann, Curtius und Zapf verdient keine bessere Be- Handlung als die Deutschnationale Partei. Für sie muß es heißen: Mitgefangen, mitgehangen! Sie war es, die das schmutzige Geschäft am 29. August entrierte; sie war es, die frivolerweise die ganze Regierungskrise herbeiführte, indem sie die erpresserische Erklärung abgab, ohne die Deutschnatio- nalen werde sie nicht mehr als Regierungspartei vor den Reichstag treten, sondern ihre Mitglieder aus der Regierung zurückziehen und damit das Kabinett Marx spren- gen. Auch in allen Fragen der inneren Lastenver- t e i l u n g hat sie sich als die getreue Helferin der Deutsch- nationalen erwiesen. Soll der Bürgerblock ein für allemal zerschlagen werden, dann darf die Volkspartei nicht gewinnen, was die Deutschnationalen verlieren werden. Die Demokraten waren die einzige bürgerliche Partei, die den Bürgerblock klar und entschieden ablehnte. Das Zentrum hat dagegen eine viel weniger klare Haltung ge- zeigt. Wie scharf die Gegensätze in seinem Innern sind und wie stark sich reaktionäre und kapitalistische Einflüsse auch hier geltend machen, ist in den unerquicklichen Verhandlungen der letzten Tage deutlich in Erscheinung getreten. Die Parteien der äußersten Rechten und der äußersten Linken befinden sich in Zersetzung. Es mag sein, daß den Nationalsozialisten manche nationalistische Stimmen zugute kommen werden, die sich von den Deutschnationalen ab- wenden: nur dieser Konjunkturgewinn kann die Ludendorff- Partei vor der Vernichtung retten, aber ihren Zerfall wird er nicht aufhalten können. Was die Kommunisten noch zu melden haben, wird sich zeigen. Auch ihnen stehen zweifellos st a r k e Verluste bevor. Auch bisher unaufgeklärte Arbeiterschichten beginnen iu begreifen, daß Kindertrompetenkonzerte im Reichstag und �evolutionsprophezeiungen. die niemals eintreffen,, nicht ge- eignet sind, ihre Lage auch nur im geringsten zu verbessern. Die Kapitalisten— auch darüber geht allmählich auch schon dem Dümmsten ein Licht auf— sehen zehnmal lieber Kommunisten im Reichstag als Sozialdemokraten, denn sie wissen, daß die Kommunisten ihnen ganz ungefährlich sind. Indem siedieArbeiterfrontzersplittern, betreiben die Kommunisten nur die Geschäfte des Kapitals. Das einzige, was die Scharfmacher und Herren im Hause fürchten, das ist eine große starke sozialdemokratische Partei. Weil die besitzenden Klassen wissen, daß bei den Wahlen die Sozialdemokraten gewinnen, die Kommunisten verlieren werden, darum haben sie sich solange gegen die Auflösung gesträubt. Die Sozialdemokratie tritt mit scharfem Schwert und reinem Schild in diesen großen Kampf ein. Zwischen ihr und den reaktionären Bürgerblockpolitikern steht die Entscheidung. Das ganze deutsche Volk hat über dieewigenRegic- r u n g s k r i s e n, über die nie endenden Verhandlungen zwischen den Parteiführern, den schmutzigen Handel um Mi- nisterplätze geflucht und gestöhnt. Aber das Volk hat an diesen Zuständen selbst schuld, weil es bisher nicht verstanden hat, daß es sinnlos ist, die Stimmen auf zahllose kleine Parteien zu zersplittern, daß es gilt große Parteien zu schaffen und zwischen großen Parteien zu entscheiden. Wer den Deutschnätionalcn zur Herrschaft verhelfen will, mag deutschnational wählen! Aber wer v e r h i n d e r n will, daß die Deutschnationalen zur Herrschaft kommen, der muß sozialdemokratisch wählen! Diese Wahlen müssen eine Etappe sein zur Erringung einer sozialdemokratischen Mehrheit im Deutschen Reichstag. Das nächste Ziel, dessen Erreichung wir für ganz selbstverständlich halten, ist, daß die Sozialdemokratie wieder zur weitaus stärksten Fraktion wird. Wenn diesmal erreicht wird, daß die sozialdemokratische Fraktion etwa doppelt so stark wird wie die deutschnationale, dreimal so stark wie die kommunistische und ebenso stark wie die beiden nächst- stärksten Fraktionen zusammen— und dies alles scheint uns nicht unmöglich— dann dürfen wir mit unserem Erfolg zu- frieden sein. Nicht gleichgültig ist es aber auch für uns als Sozial- demokraten, wie es auf den übrigen Bänken des Reichstags, außerhalb der sozialdemokratischen aussehen wird. Denn es ibt keine Erlösung von der ewigen inneren und äußeren 'rise, wenn der Reichstag der Deutschen Republik nicht eine republikanische Mehrheit bekommt, die allen mon- archistischen und sozialreaktionären Umtrieben entschlossenen Widerstand leistet. Utid nun heißt es für uns alle an die Arbeit! Der elende Reichstag vom 4. Mai, diese im Fieberwahn der In- flation entstandene Mißgeburt, existiert nicht mehr. Der Bürgerblock liegt in Scherben, ein Alb ist von uns genommen! Alles, was m Deutschland frei gesinnt ist, hat das Ende dieses Reichstags herbeigesehnt. Unsere Parteigenossen im Lande haben seine Auflösung stürmisch gefordert. Nun ist sie da, der Weg ist frei, und es heißt: Vorwärts! Neuwahl auch in Preußen! Da der Geschästsordnungsousschuß des Pre«. ßischen Landtags in der vergangenen Woche einstimmig beschlossen hatte, im Falle einer Auslösung des Reichstags die an sich sättigen Preußenwahlen zusammen mit den Reichstags- mahlen stattfinden zu lassen, unterliegt es keinem Zweisel, daß, nachdem nunmehr die Würfel im Reiche gefallen sind, auch der p teuflische Landtag ein vorzeitiges Ende erreicht. Alle Parteien des pren- ßischen Landtags sind sich einig, die Wahlen im Reich und in Preußen gemeinsam slaltsinden zu lassen, schon um die den Parteien entstehenden hohen kosten zu vermindern und einer Wahlmüdigkeil der Wühler vorzubeugen. Der Wahltermin. Der Wahltermin ist noch nicht festgesetzt. Das Reichsmiiiisterium des Innern hat festgestellt, daß zur technischen Vorberei- t u n g der Wahl vier Wochen erforderlich sind. Der späteste verfassurlgsmähige Termin ist der 14. Dezember. Als Wahltermin wird der IS. oder 2 3. November in Betracht kommen. Die letzten verhanölungen, Die demokratische Fraktion des Reichstages beendete ihre Besprechungen um S Uhr nachmittags. Nach der Sitzung begab sich der Borfitzende der Fraktion. Abg. Koch, zum Reichskanzler, uin diesem die Antwort der Fraktion auf die Anfrage des Reichskanzlers mitzuteilen. Di« deutschnationale Reichstagsfraktion ver- sammelte sich wieder um 6 Uhr. ging dann aber ohne weiter« Erörte- rung sofort wieder auseinander, da sie kein« Veranlassung Hab«, auf die Beichlllssz der demokratischen Fraktion oder sonst auf irgend- welche Beschlüsse zu warten. Die Fraktion tritt am Dienstag um 12 Uhr mittags wieder zusammen. Auf den Brief des Reichskanzlers ist insofern eine Antwort erfolgt, als noch eine Rückfrage an den Reichskanzler gsstellt wurde. Das Reichskabinett tagte ab S Uhr in der Reichskanzlei. Tie Ablehnung der Demokraten. Der entscheidende Beschluß der Demokraten hat folgenden Wort- taut: „Die deutsche demokratische Fraktion hat wiederholt erklärt, daß nicht der geringste Grund für die Herbeiführung einer Regierungskrise vorgelegen hat. Wenn der Herr Reichskanzler sich entsprechend dem Geist der Der- fassung entschlösse, unbekümmert um die schwankende Haltung einiger Fraktionen, mit dem jetzigen Kabinett vor den Reichstag zu treten, so würde dies Kabinett vor dem Reichstag ein glattes Ber. trauensvotum erhalten. Die schchere außenpolitische Gefahr, die mit der Einbeziehung der Deutschnationalen in das Kabinett bei Efcer unsicheren außenpolitischen Haltung verbunden ist, hat die deutsche demokratische Fraktion wiederholt zu dem Br� schluß veranlaßt, eine ainseitige Erweiterung des Kabinetts nach rechts nicht mit ihrer Verantwortung zu decken. Die geplante Zu- sammensetzung des neuen Kabinetts, in das auch Deutschnotion al« berufen werden sollen, die sich dem Dawes-Gut- achten xegenübir ablehnend verhallen haben, haben die deutsche demokratische Fraktion in ihrer' Haltung nur bestärkt. Daß die Fraktion, die dafür eintritt, das jetzige Kabinett in seiner Gesamtheit zu erhalten, ihr« Zustimmung dazu gäbe,«in Mitglied ihrer Fraktion in einem ohne sie neu gebildeten Kabinett zu belassen und daß sie durch einen derartigen halben Beschluß un- klar« Verantwortlichkeiten schaffe, ist ein Verlangen, dem die Fraktion nicht entsprechen kann." Die Ueberbringung des AuflösungsdekretS. Stoatsfekretär Bracht hat dem Reichs tagsprasi den- ten das Auflösungsdekret überbracht. Dieses wird sofort gedruckt und sämtlichen Reichs tagsabgeordncten zugestellt werden. Mit der Auflösung des Reichstags haben auch sämtliche Aus- s ch ii s s« des Reichstags ihre Arbeiten beendet. Auch der Auf- wertungsausschuß tritt daher nicht mehr zusammen. Die Fraktionen tagen ebenfalls als Fraktionen nicht mehr. Der Präsident wird aber ihrem Zusammentritt kein Hindernis in den Weg legen, indem«r sie als Vertrauensleute der Parteien be- trachtet. ver?nflations- Reichstag. Der Reichstag, der am 4. Mai gewählt wurde, hat nur eine Lebensdauer von 189 Tagen gehabt. Die wenigen Sitzungen, die er abgehalten hat, haben sein« Arbeitsunfähigkeit erwiesen. Zu fruchtbarer und eruster gesetzgeberischer Arbeit ist er nicht gekommen. Seine Zusammensetzung spiegelte die geistige Verwirrung der In- fla-tton-zeit wieder. Die Wahlen am 4. Mai hatten folgendes Ergebnis: Mandate Stimmen Nationalsozialisten......... 32 1924 018 Deutschsozial«.......... 4 337 943 Deutschimtionale......... 106 5 718 Ö43 Wirtschastspartei.......... 15 1265 074 Volkcportei........... 44 2 700 447 Bayerische Vo'kspartei........ 16 946 649 Zentrum............ 65 3 921 206 Dcnmkraten........... 28 1655 076 Sozialdemokroten......... 100 6 014 372 Kommunisten........... 62 3 746 643 Di« größer, Mandatsziffer der veutschnationalen gegenüber den Sozialdemokraten erklärt sich aus der späteren Hineinnahm« reattio- uärer Splitter In die deutschnationale Frakt'on. Neben diesen Parteien traten eine große Anzahl von Splitter- Parteien auf— ein Zeichen politischer Disziplinlosigkeit und Ver- Milderung die nur durch die Nachwirkung der Inflation zu erklären war. Bei dieser Wahl darf es kein« Zersplitterung, keine Disziplin« losigkeit mehr geben. Nicht um klein« Sonderintereffen, sondern um große Entscheidungen geht es! Erstes Echo aus Sem Nekch. Hannover, 20. Oktober.(Eigener Dvahtbericht.) Die Auf- ., ung des Reichstages durch den Relchspräsidentcn, die heute, Wontag abend, in Hannover bekannt wurde, löste in allen Kreisen d«r Bevölkerung die höchst« Spannung au« In der Stadt verkündeten Anschläge, die von großen Menschenansammlungen um- standen waren, das Ereignis. In verschiedenen Theatern und Kinos wurde die Auflösungsmeldung bei Schluß der Borstellung noch bekanntgegeben. Tei den republikanisch gesinnten Männern und Frauen fand diese Wendung der Dinge freudige Zustimmung. Besonders wirkungsvoll kam, dies zum Ausdruck in einer von Tau- senden von Personen besuchten Festveranstaltung der Ortsgruppe Hannover des Reichebanners Schwarz-Rot-Gold in den Sälen des Loltsheims. Der Redner Raloff betont« dort nach Bekanntgabe der Meldung, daß nunmehr das Dolt zu ent- scheiden habe, ob c- sich das gierige Streben der monarchistischen Reaktion, das den Regierungswechsel zu einem schmutzigen Geschäft machen wollte, gefallen lassen wolle. Nicht endenwollendcr Beifall lohnte die Ausführungen des Redners. Prophet Tirpiy. Deutschnationale Angst vor den Neutvahlen. Abrechnung mit den Deutschnotionalcn ist die Forderung der Stunde! Zitternd gehen sie in den Wahlkampf. Die Auf- lösung des Reichstags, das Urteil des Volkes haben sie ge- fürchtet. Deshalb der Umfall vom 29. August, deshalb der erbärmliche Schacher um ihre Gesinnung und ihre Grundsätze! Aus schlotternder Furcht vor der Sozialdemokratie haben sie der Welt das erbärmliche Schauspiel vom 29. August geliefert. Nun müssen sie in den Kampf, den sie scheuten! Gestern noch glaubte Herr von T i r p i tz sich und seine Freunde sicher vor der Abrechnung. Ee stattete seinem Wahlkreis Oberbayern-Schwaben in den letzten Tagen wieder einmal einen Besuch ab und erörterte vor einem kleinen ge- ladenen Kreis in einem Münchencr Hotel die Richtlinien, die ihn und einen Teil seiner Freunde veranlaßt hätten, im Reichs- tag für das Dawes-Abkommen zu stimmen. Einleitend be- tonte Tirpitz, daß er kein Parteimann im engeren Sinne sei und die Dawes-Gesetze, zumal in ihrer verschlechterten Gestatt. wie sie in London beschlossen wurden, für völlig un- durchführbar halte. Wenn er trotzdem zuge- st i m m t habe, so deswegen, weil durchdieAblehnung der Gesetze der Reichtag aufgelöst und dabei der Sozialdemokratie die denkbar beste Wahl- parolegeschaffenwordenwäre. Damit wäre einer roten Mehrheit in den Sattel geholfen worden, wahr- scheinlich auf lange Jahre. Das mußte unter ollen Umständen verhindert werden. Das deutschnationale Täuschungsmanöver mit den Stimmzetteln fei notwendig gewesen, weil die Sozial- demokraten entschlossen waren, durch Abkommandierung von 39 bis 35 ihrer Parteigenosien bei der Abstimmung die Dawes- Gesetze unter allen Umständen zu Fall zu bringen.(Wie oft soll diese gemeine Verleumdung wiederholt werden?) Schließ- lich teilte Tirpitz noch mit, daß er mit aller Energie für den Eintritt der Deutschnationalen in die Regierung«intrete, weil die Dawes-Gesetze in der Hand der bisherigen Regierung zu einer schwerenGefahrfür Deutschlands Zukunft werden müßten. Heute müssen die Deutschnationalen der Abrechnung ins Gesicht sehen. Unfreiwillig hat ihnen Tirpitz in entscheidender Stunde die heuchlerische Maske abgerissen. Sie wollten Deutschland regieren, obgleich sie wußten, daß ein« Neuwahl ein Volksurteil gegen sie sein würde, sie wollten nach dem Eingeständnis von Tirpitz das Dawes- Gutachten sabotieren, die bisherige Außenpolitik durchkreuzen. Belastet mit der Schmach des Gesinnungsschachers, be- lastet mit der Schande der politischen Heuchelei, belastet mit dem Geständnis von Tirpitz gehen sie in die Wahl. Unsere Antwort auf Terpitz ist, seine Prophezeiung wahrzumachen: rote Hochflut gegen die Deutschnationalen und den Bürgerblock! ..Kampf üem Srotwucher! Tie Erfolge Kanitzschcr Ernähruug sp olitik. Der Reichstag ist aufgelöst. Er hat«ine wichtige Frage un- gelöst hinterlassen. Lei den Neuwahlen wird das Dolt darüber entscheiden, wie die Wirtschafts- und Ernähru.rgspolitik des Reiches xehondhabt werden sott; Was das Kabinett Marx auf diesem Ge- biet geleistet hat, gab einen Vorgeschmack von dem, was das deutsche Volk von«i.i«r Regierung des Bürgerblocks zu erwarten hat. Der Ernöhrungsministrr Graf K anitz sah ja seine Hauptaufgab« darin, die Interessen der politisch eingestellten Kreise des Reichs- landbundes in der Regierung zu vertreten. Sems garzs Po- litik war darauf zugeschnitten. Am 2 7. Juni, dem Tage, an dem Kanitz die Schutzzollvor- läge ankündigte, kostet« der Roggen in Berlin rund 122 M. i« Tonne. Der Preis hat sich mittlerweile zeittneilig nahezu verdoppelt und er betrug nach einem kleine- Rückschlag gestern 224.50 Mark je Tonne, also über 100 M. mehr als vor vier Monaten. Wie kam das? Noch ehe das Ergebnis der neuen Ernte bekannt mar, har das Reichssrnährungsmr.iisterium die Ausfuhr von Getreide teil- weife freigegeben, um die Inlandspreise aus die Höhe der Welt- Marktpreise zu bringen. Bald aber stellt« sich heraus, daß d:e deutsche Ernte an Brotgetreide ungewöhnlich schlecht aus- gefallen war, daß ferne? auch das Ernteergebnis der übrigen Staaten weit hinter den Erträgen de? vorangegangenen Jahre zurückblieb. Schon aus diesem Grund« muhten die Getreidepreise am Weltmarkt und im Inland steigen. Die Ausfuhrfreiheit für Getreide hatte den Erfolg, daß dem deutschen Volke 80 000 Tonnen Getreide ent- zogen wurden, obwohl es dieses jetzt dringend notwendig braucht. Der Export erfolgte aber zu Preisen, die weit unter den heutigen Preisen logen, so daß das Geschäft, das dem internationalen Getrerdehandel zugute kam. dem deutschen Volke einen D e r l u st von mehr alsl MillionGoldmark einbrachte. Der starke Getteidebedars Deutschlands aber bewirkt«, daß deutsch« Importeur««ine sehr stark« Nachfrage im Ausland e.ttsalieten. So wurden die Weltmarktpreis« künstlich weiter in die Höhe getrieben. Und es war die merkwürdigste Erscheinung, die der deutsche Ge- treidemarkt seit Jahrzehnten erlebt hat, daß der an Qualität wesertt- lich schlechtere Roggen zeitweilig in Berlin teurer war a l s der viel bessere Weizen! Die Rückwirkung aus den B r o t p r e i s konnte nicht aus- bleiben. Schon im September oerzeichneie das Stattsttsch« Reichsamt eine Erhöhung des durchschnittlichen Brotpreises in Berlin, der zwar pro Kilogramm nur 3 Vi Pf. ausmachte, immerhin für den großen Teil der auf Kurzarbeit oder Erwerbslosenunterstützung an- gewiesenen Proletarier empfindlich genug war. Der Brotpreis ist inzwischen weiter gestiegen. Das kommt nicht so sehr in dem Preis für Einheiisbrot zum Ausdruck, der nahezu unverändert geblieben ist. Aber die Bäcker, die die erhöhten Mehlpreise zahlen müssen, wenden das aus den Kriegssahren beliebte Mittel an, um die Mehrkosten des Mehles auszugleichen: si« verringern das Brot- gewicht oder sie setzen dem Getreidemehl das billiger« Kartoffelmehl zu. Teureres Brot und schlechteres Brot sind schon die bisherigen Exfolg« der landbundfteundlichen Ernährungspolittk des Grafen Könitz. Wenn diese ganze Entwicklung im Interesse der Lck.ndwirtschast notwendig gewesen wäre, ließ sich dagegen nicht einmal viel sagen. Tatsächlich aber hat von dieser Preiserhöhung nur ein ganz kleiner Teil der Landwirte überhaupt Nutzen gezogen, unter ihnen natürlich in erster Linie die Großgrundbesitzer. Der größeren Vorteil aber hatte der Getteidehardel, der sich in der Bor- aussicht der Zölle rechtzeitig mit Getreide eindeckte, um es dann später, nach Einführung der Zölle, um so vorteilhafter ver- kaufen und den Gewinn in seine Tasche stecken zu können. Durch dies« Erwartung ist setzt ein Strich gemacht. Der Reichstag ist auseinandergegangen, ohne die Zollvorlage zu ver- abschieden. Die Krise«n der Landwirtschaft, die durch den Tief- stand der Getreidepreise und durch die Kreditnot herbeigeführt war, ist durch die Kornhausie und durch die reichlichen Kredite der Rentenbank behoben. Denjenigen Landwirten, die von Ernte- schaden bettoffen wurden, kämen ober auch Zölle nicht helfen: für sie kommen vielmehr Nur Hilfsmaßnahmen m Betracht,.in denen die sozialdemokratisch durchsetzte preußische Regierung Vor- bildliches geleistet hat. Wem das Korn verfault ist, dem nutzt eben der höchste Preis nichts mehr, dem nützt auch kein Zoll. Das Volk aber wird jetzt zu entscheiden haben, ob es zu der gewaltigen Verteuerung des Getreides am Weltmarkt noch durch Zölle das Seinige beitragen will, um die Getteidepreise künstlich zu erhöhen und den Junkern auf seine eigenen Kosten noch Sonder- vorteile zuzuschanzen, die diese zum brutalen Kampf gegen die Rechte des Voltes in der Republik ausnutzen. das trunkene Schiff. von Peter Hamecher. Das ist ein Traum, eine zeitlose Legende. Vorüberstürzende Länder; Rausch der Farben und Klänge, der Trunkenheiten und Besessenheiten: Revolte und Extase. Urmorgen der Menschheit will neu beginnen und bäumt sich auf gegen alles Abgeleitete, Eingeengte, Zivilisatorisch«.„Welch ein Jahrhundert der Hände!" lockt es da. Rot flattert die Fahne des individualistischen Aufruhrs. Christus wird der„ewige Dieb der Kraft" genannt.„Ich war niemals aus diesem Volk«, war niemals Christ: ich bin von der Rasse, die beim Todesurteil sang: ich oerstehe die Gefetze nicht, habe keine Moral, bin ein roher Mensch." Und dann leuchtet es auf, einer neuen Erde Gesicht:„Wann werden wir gehen, über Weite und Berge, zu grüßen die Geburt der neuen Arbeit, die neugeborene Weisheit, die Flucht der Tyrannen und Dämone, dos End« dss Aberglaubens, und als die Ersten Weihnachten auf Erden anbeten. Der Gesang des Himmels, der Zug der Völker! Sklaven, laßt uns dos Leben nicht verfluchen." Worte sind dies, glühend, berauscht. Aber hinter diesen Worten steht der extattsche Ausbruch und Aufbruch eines Lebens. Die Legende von einem, der mrt zwanzig Iahren ein Dichter war(das Kind Shakespeare, nannte ihn Victor Hugo, der Meister der Phrase), der dmm die Literatur alz einen unzulänglichen Ausdruck seines Seins hinter sich warf, die Länder entlang stürmt« und in Afrika, ein Achtunddreißigjährizer, endete. Siebenzig Jahr« sind am 20. Ok- tober verflossen, seit dieser Jean Arthur Rimbaud in Charte. ville in den Ardcnnen das Licht der Welt erblickte. Mit sechzehn schrieb tr Ders«, di« die Bewunderung Berlaines erregten. Eines Tages, nach vergeblichen versuchen, der Zucht des elterlichen Heimes zu entrinnen, taucht dieser Bursche in Paris auf. Verlaine nimmt sich semer an. Und dann geschieht dos Seltsame: Lerlain«, aner- kannte r Dichter, Familienvater, bürgerlicher Beamter, verliebt sich in die frisch«, smnenfttotzend« Männlichkeit dieses jungen Genius „mit dem Aittlitz de? gestürzten Engel".„Der Gott unter den Halbgöttern" nennt ihn Verlaine noch nach Jahren. Neun Monat« weilt Rimbaud im Hause Berlaines. Dann, im Juli 1872, brechen die beiden auf. und di« toll« Landstörzerfahrt durch Belgien. England und wieder zurück nach Belgien beginnt. In jenen Tagen schrieb Rimbaud seine schönsten Gedichte, glühend« Visionen explo- sioer Kvqt. Räusche mis Farbe und Ton. deren herrlichstes,„Das trunkene Schiff", wi« ein« Vorahnung seines eigenen Lebens ist. „Und bisweilen sah ich. was kein anderer gesehen". Als Traum» wandter, als Visionär will er leben, und seine Verse wirkten wie da» Hereinbrechen eine? halbwilden Horde über eine alle, müde Kulturnation. Die Beziehung zu Verlain« nahm ein jähes Ende. Berlaimr, eifersüchtig, schoß in Brüssel auf den Gefährten, der sich von ihm trennen wollte. Die Polizei mischte sich, nach einem zweiten Attentat, ein. und Verlaine mußte diese Rauschtat mit zwei Iahren Gefängnis büßen. Rimbaud wandte sich heim und schrieb jenes unerhört« Buch der Abrechnung:„Der Sommer in der Holle", das er, kaum, daß es gedruckt war, wieder zurückzog. In jenem kleinen Buche steht der Satz:„Ich verlasse Europa. Mit eisernen Gliedern, mit dunkler 5?aut, mit wilden Augen werde ich wiederkehren: auf mein Gesicht hin wird man auf eine starke Rasse schiießen. Gold werde ich haben, werde müßig und roh fein, Die Frauen lieben diese wilden Gesellen, die aus heißen Ländern kommen. Ich werde mich in di« Polittt mengen." Ihm, der von eurer visionären Kunst träumte,„tue aller Beschreibung, aller Be- lehrung entbehrt," war Europa samt der Literatur unerträglich ge- worden. Sein fieberndes Blut trieb ihn umher, und nachdem er Europa durchquert, bald Hauslehrer, bald Hasenarbeiter, Begleiter eines Zirkus, nachdem er, von den Holländern angeworben, dann flüchtig, sich in Batavios Urwäldern herumgettieben. landete er in Afrika, um den Rest seines Lebens dort als Kaufmann zu oer- bringen, dem primitiven Leben nahe und der glühenden Sonne, di« er geliebt. Und dann starb er, früh und häßlich. Einer scheußlichen, wahrscheinlich erblichen Krankheit erlag er, di« ihm, nachdem sie ihn erst zum Krüppel gemacht, lange entsetzliche Leiden brachte. herbst an üer Havel. Roch immer ringen sich Stunden voll Nachsommerglanzes durch herbstlich« Dünste, und dann leuchten farbig« Mosaiken«m Blattwerk der Ufergehölze«ms Was sich da in gelben, gelbrmen und roten Tönen über die Baumkronen und Büsche sprenkelt und spreitet, das hat so gar nichts mit dem Blütenflor bunter Wiesen gemein und ist im hellen Licht« dennoch seiner Wirkung sicher. Einer Wirkung freilich mit elegischem Einschlag, wie ihn jeder Ab- klang mit sich bringt. Und doch ist es kein Tod in dem üblichen Sinn« des �Wortes, den di« dem Fall sich«ntgegenfärbenden Blätter erleiden. Schon vorher wandert aus ihren Zellen alles, was wert- voll ist, in die Zweig«, Aeste und Winterknospen des Baumes und Strauches zurück. Dies« Abwanderung bedingt in erster Linie die Verfärbung der Blätter. Das Chlorophyll(Blattgrün), dessen in- tenfives Grün bisher alles beherrschte, gibt auswandernd die fahlere Grundfarbe des Blattes wieder frei. Die Herbstfärbung war also nur überdeckt, nicht neu gebildet, und das aus teergewor- denen Zellen bestehende Blatt fällt schließlich als«in« Hülle, die nicht mehr Leben enthält, wie etwa der Hornstoff unserer Haare und NägA. Unter den immer schiefer einfallenden Strahlen der herbst- lichen Sonne und unter der Wirkung bewegter Luft belebt sich der Spiegel der Hovelseen anders als im Sommer. Man fühlt das Slndersfem deutlich ohne es deutlich beschreiben zu können. Reiz- voll kontrastiert und harmoniert das Geflimmer des Spiegels und des Kielwassers mit den weißblitzsr'de« Segeln zahlreicher Boot« aller Formate. Don oben her gleiten die Flugkünste gewandter Möven und weniger gewandter Nebelträhen in das Bild, dos ringsum von Laub und Nadel wold umrahmt und von weißen Wolken auf lichtblauem Grunde überdacht wird. Hier und da ein Spalt im Rahmen, der ein Kirchlein oder sonst ein« menschliche Siedlung freilegt. Hier und da aber versperren den Blick des Wanderers Hoffte des Schilfrohrs wie mit Mauern. Hoch, steil und dicht ragt der Riffe unter unseren Gräsern aus nassem Grunde auf, von wehenden Fruchtfahnen gekrönt, ungsdrochen und al« Alleinherffcher. Im dichten Schluß seiner schlanken Stengel duldet er nichts Fremdes zwischen sich, nur teer geworden« Nffter des Rohffängers und anderer Ufertiere Dann wird mit dem Schwin- den der Schilfmauer der Blick wieder frff und schwe'st hinüber nach der Pfauen infel etwa oder nach der malerischen Heilandskirche bei Sacrow oder nach dem idyllischen Nedlitz oder— nun, der Freund der.Havel kennt sffne Lieblingspuntte auch ohnedies! Walde inwärts wenden wir uns, um von einer der bewaldeten Anhöhen den Blick auf das Wasser zu genießen. Ueber dem mvosi- gen Boden glitzert das Filigran des Altwcibeffommers oder die Fäden segeln frei durch di« Luft, mit der klffnen Spinnerin daraus. Große, wffße Pilz« durchbrechen di« Nadeldecke, Fliegenpilze stehen in dreisten Farben neben weißen Bovisten am Weg«, und wer da sucht, der findet des Wunderbaren noch genug. Wer einen reizvollen Anfang oder Abschluß sucht, beginnt oder endet mit dem Besuch des Pfingstberges. Auf dem Turm« des romantischen Velvederes angelangt, wendet man dem Bornstedter Exerzierplatz den Rücken und hat dann vor sich den Ausblick auf di« wundersam aus Wald, Wasser und Architektur zusammen- gesetzt« Umgebung Potsdams. Sie muß vor Zeiten noch herrlicher gewffen sein, denn Alexander von Humboldt zählte sie zu den schön- sten der Wev. Und sie ist auch jetzt, bei Sonnenschein, die schönste. die Beriins weitere Umgebung bietet— und nur mit Schaudern denkt man hier oben an das steinerne Meer Berlins, dem man bald wieder zueilen muß._ B. L. Herr Gerst dekretiert das Ende Alelhufalem». Der Volks- bühnenbund. die christtathvlische Nachahmung des Volk-bähnm- Verbandes, hat in Berlin nach mancherlei Anläufen endlich Boden gefunden: Herr Gefft, sein bettiebsamer Dirigent, hat das vor der Piffte stehend«„Dramatische Theater" saniert und zffgt in einem Ukos bereits an, wi« er dort den„Herrn im Haufe" zu spielen gedenkt. Sffbstvcrständlich ttitt der Volksbühnenblind hier m Berlin nicht ffnseitig katholisch auf, er moffchtert hier unter der' allgemeinen christlichen und nationaten Fahne auf. Herr Gerst ttitt also fein« Regierung in Berlin an und verkündet: „Die Detttschnatwnale Bolkspartel hat dankenswerter Weise im vreußischen Landtag ffn« kleine Anfrage über die Aufführung von Iwan Gölls„Mechusalem oder der ewige Bürger" eingebracht und gesagt, was das Staotsministerium zu tun gedenke, um der syste- ma tischen Vergiftung der Dolksfeff« entgegenzutreten. E, ist außerordentlich erwünscht, daß diese klffne Anfrag« einmal Geleoen- hfft gibt, über die Aufgaben des Staates angesichts der Theater- verhiitoissr in Verlin und im Reiche zu sprechen, da die Arbeit der freien Volksbühnen und Kutturolganifottonen nicht ausreicht lmd ohne weitgehende staatlich« Untefftützung nicht wirksam werden kann.(Also Herr Gerst wünscht weiters Subventionen!) Das Stück„M e t h u f a l e m" ist ein« Stunde nach Unterzeich- nung des Vertrages, der mich«instwfflen zum Geschäftsführer der dangas 10 Ludendorff, der Reichszerstörer. Bittere Wahrheiten aus Bayern. Erich, der unverwüstliche, der den Zusammenbruch seiner Kriegführung, feines Kapp- Butsches, seines Hitler- Butsches und seiner Militärorganisationen beffer überlebt hat als die meisten seiner Opfer, ist in Bayern heute eine der verhaßtesten Persönlichkeiten. Moon fann sagen, daß es selten ein Politifer verstanden hat, sich in so turzer Zeit um feinen Kredit zu bringen. Das verhindert aber nicht, daß Ludendorff sich auch weiter von seinen Freunden als den groBen Mann feiert läßt. Er täte beffer daran, sich in die bayerische Presse zu vertiefen. Er würde der Wahrheit entschieden näher fommen. So veröffentlichte der„ Miesbacher Anzeiger" neuerdings einer Artifel aus dem Bayerischen Baterland", in dem dem abgetafelten General einige bittere Wahrheiten gesagt Einem General, der den größten aller Kriege nicht gewonnen habe, so heißt es da, gezieme ein selbstbewußtes Auftreten in feiner Weise. Ein Bauer, dessen Gut unter den Hammer gefommen sei, ein Kaufmann, der Konturs gemacht habe, oder ein Ingenieur, dem sein Haus über dem Kopf zusammengebrochen sei, würde sich hüten, das große Wort zu führen. Und so solle fich auch Ludendorff ein Schild an die Band malen mit den Borten: Ich habe den Krieg verloren. werden. Es ist zu begrüßen, daß man jetzt auch schon in Bayern, wenigstens in dieser Hinsicht die Wahrheit sagen darf. Es hat lange genug gebauert, und es ist noch gar nicht so lange her, daß die sozialdemokratische Presse, die der Wahrheit die Ehre gab, mit Bindesveratsprozessen und Repreffalien bedroht wurde. Nunmehr packt also auch die getreueste Schildhalterin der deutsch nationalen Dolch stoßlegende, die Bayerische Boltspartei, mit dem Märchen ein und man darf mit einiger Reugier darauf warten, was die Deutsch nationalen zu diesem " Dolch stoß" sagen werden. Nach einer verträglichen Betternschaft bei den Wahlen sieht das nicht gerade aus. Aber das„ Bayerische Vaterland" ist noch viel boshafter. Es eri mert Ludendorff daran, daß Hunderttausende durch den Krieg alles verloren haben, was sie in sauerster Arbeit erfparten, während andere und Ludendorff mit ihnen trotz des verlorenen Krieges ihr gesichertes Eintommen haben". Indem das Blatt auf diese unschuldigen Opfer des Krieges hinweist, fragt es: " Was aber ist ihr Lohn? Haben auch sie eine Bension, die ihnen eine Sorgenfreie Zukunft sichert? Stehen auch ihnen Autos zur Verfügung? Können auch diefe fich in aller Gemütsruhe in Sommerfrischen und Bädern erholen?" Das find heifle Fragen, die man an so mancher schwarzweißroten Bensionär der Republir stellen sollte, und sie flingen aus dem Munde eines bayerischen Volksparteilers beinahe revounoadr. Schade, daß man es vergeffen hat, sie schon bei dem Prozeß in der Blutenburger Straße zu stellen. Bayern würde wahrscheinlich der Mühe enthoben sein, den„ Frontbann"-Prozeß zu führen. Durch Schaden wird man, wie das banerische Beispiel zeigt, flug und vielleicht ist das Sprichwort auch für rische Beispiel zeigt, flug und vielleicht ist das Sprichwort auch für Ludendorff nicht ganz unpassend, wenn er auch bisher nicht allzu große Spuren von den Eigenschaften gezeigt hat, die man gemeinhin mit Klugheit zu bezeichnen pflegt. Eggerstedt- Erzberger. Infolge einer mißglädten Rorrettur hieß es unter dem Bild des Abg. 2aberrenz in einem Teil der Auflage unferer gestrigen Abenbausgabe, daß der deutschnationale Berkehrsministerkandidat am 24. Juni 1924 gegen den Abgeordneten Erzberger tätlich geweien fet. Es follte wie übrigens aus dem daneben stehenden erläuternden Text deutlich hervorging Daß Herr Baverrenz außerdem früher auch eine Erzberger Versammlung sprengte und gegen den Zentrumsführer hegte, wurde gleichfalls erwähnt. Der deutschnationale Candtagsabgeordnete Boß- Hannover- Dit ift zur Nationalfozialistischen Freiheitspartei übergetreten. Dramatischen Theater G. m..b. 5. bestellte, vom Spielplan abgeſetzt morden und wird nicht wieder erscheinen. Bor Unters zeichnung dieses Vertrages hatte der Bühnenvoltsbund feinen Einfluß auf den Spielplan. Es ist mir bis jetzt noch nicht gelungen, festzustellen, wer die Berantwortung für die Annahme dieses Wertes trägt.( Was geht das Herrn Gerst an?) In der Aufführung des„ Methusalem" hat Herr Regiffeur Neubauer während der Aufführung einen Schauspieler veranlaßt, den Bühnenvoltsbund anzupöbeln. Nach Schluß der Aufführung von mir befragt, ob er der Urheber dieses Scherzes" fei, hat Herr Neubauer statt einer Antwort den Bühnenoolfsbund und mich persönlich vor dem gesamten Personal mit Ausdrücken beschimpft. die sich nicht wiedergeben lassen. Herr Neubauer ist daraufhin von Herrn Dieterle fofort beurlaubt worden und wird nicht auf feinen Boften zurückkehren. Außerdem werde ich eine Beleidigungsflage gegen ihn anstrengen.... " Mas fagt Herr Dieterle, der bisherige Beiter des„ Dramatischen Theaters" dazu? Ließ er nicht fürzlich noch mitteilen, Herr Gerst merde ihn in der Leitung des Theaters unterstüßen; eine Ueber nahme des Theaters durch den Bolfsbühnenbund sei nicht erfolgt ufw. Das Schiff, das fo stolz gewimpelt ausfuhr, ist geftrambet. Es fitzt auf dem Sande des Boltsbühnenbundes feft. Runter mit der Flogge! Herr Gerst hat das Kommando und die Künstler haben Robau vor ihm zu machen. Er bulbet teine freie Runft für seine Schäflein. Mievlet Gold hat Miethe gefunden? Dr. Stammreich, der Assistent des Profeffor Miethe bei der Zertrümmerung der Quedffilber. atome, macht in den Naturwissenschaften" bemerkenswerte mit ilungen über die Quantität des gefundenen Goldes. Das Quarzefäß des verwendeten Brenners war aus einem Rohr geblasen, von dem ein Stück der Analyse unterworfen wurde. Es lies fich in inem 14 Gramm schweren Stüd fein Gold, dagegen eine ganz winzige Menge Silber nachweisen. Die Untersuchung der Rohen. elektroden und der Stromzuführung ergaben ebenfalls eine vollfommene Goldfreiheit. Das für die Lampenfüllung verwendete Qued. filber enthielt auch eine ganz geringe Wenge Silber und außerdem eine äußerst geringfügige Menge Gold, die aber quantitativ nicht zu erfaffen war. Die Lampe brannte 197 Stunden ohne Unterbrechung. die Elektrodenspannung schwanfte bei einer mittleren Bogenlänge von 158 millimetern und einer Belaftung von 12,6 Ampere zwischen 160 und 175 Bolt. Die Entleerung des Brenners nach seinem Erfaiten geschah sehr forgfältig, da erfahrungsgemäß goldreiche dickflüffice Quedfilbertröpfchen hartnädig an der Bandung festgehalten werden. Das Rathodengefäß des Brenners zeigte in der Höhe des Quedfilberniveaus einen Ring aus feinen Tröpfchen in Gefamigewicht von zehn Milligramm, in denen nachweislich Gold enthalten mar. Ebenso ließ sich in dem schwarzen Belag, den das Leuchtrohr aufwies, neben viel Silber deutlich Gold nachweisen. Das ausgefüllte Lampenquedfilber wurde schließlich einer sehr langsamen Batuum. deftillation unterworfen. Aus dem letzten Tropfen diefes Quedsübers lieben fich 0,000082 Gramm Gold gewinnen. Das Thalia- Theater wird die letten Borstellungen der Operette geunerliebe", welche bis zum 27. b. M. banern, zu volfstümlichen Preisen ( Don 6 bis 1 M.) geben. Der verbotene Stahlhelmtag. Die Begründung der Hallenser Instanzen. Halle, 20. Oktober.( Eigener Drottbericht.) Die Deutsche Volks partei hat bekanntlich eine Anfrage an die preußische Regierung gerichtet, die sich mit dem Berbot des Stahlhelm- Sport tages in Halle durch den Genossen Grüßner befaßt. Noch bevor der Minister des Innern auf diese Anfrage geantwortet hat, gab der Merseburger Regierungspräsident unserem Parteiblatt in Halle folgende Erklärung für die Begründung seines Verbotes: An der Großen Anfrage der Heydenreich und Genoffen ist be merkenswert, daß sie von widersprechenden Entscheidungen des Regierungspräsidenten nedet, die das Ansehen der Staatsregierung angeblich schädigen sollen. Es ist darum notwendig, die Geschichte biefer widersprechenden Entscheidungen einmal turz zu ffizzieren. Die erste Aufhebung des Verbots des Stahlhelmtages wurde dadurch bewirkt, daß die Stahlhelmführer Hauptmann Schulz und Geschäftsführer Nord dem Regierungspräsidenten feierlichst erflärten, daß der Stahlhelm alle Vorkehrungen getroffen habe, Düfterberg an der Ausübung von Exzessen zu hindern und daß keine Rede von einem politischen Anstrich, des Sporttages fein fönne. Die beiden genannten Stahlhelm- Arrangeure rückten in einer Unterredung von der bisherigen Tätigkeit des Stahl. helms entschieden ab und erklärten, daß Düfterberg, wenn er am Sonntag, den 12, Offober, wieder aus der Reihe tanzen follte, er im Stathhelm als Offizier sowohl wie als Kamerad erledigt fet. Sie fügten außerdem hinzu, daß das Stahlhelmgefolge Düfterbergs nur gering fei. Dies und die feierlichen Versprechungen der genannten Herren veranlaßten den Regierungspräsidenten, das erste Verbot zunächst bedingt aufzuheben. Wie wurden nun die Versprechungen der Stahlheimleute gehalten? Das Programm des Sportfestes enthielt Vorschriften, daß alle Kraftwagen und Motorräder nur mit den anti republikanischen schwarzweißroten Fah nen fahren dürften. Am Donnerstag abend forderte der Stahlhelm fogar in ben rechtsgerichteten Halleschen Blättern die Bürgerschaft zur allgemeinen Hissung der schwarzweißroten Fahne auf, und als Antwort auf das Versprechen, daß Düfterberg sich keine Erzeffe auf dem Sporttage und im Zusammenhang mit dem Sporttage erlauben würde, erfolgte unmittelbar nach der Genehmigung des Festes der wüste Angriff des Düsterberg Dessauers" auf die Republit, auf die neuen Regierungsmethoden und auf den Regie. rungspräsidenten Grügner. Sämtliche Versprechungen der Stahlhelmführer waren gebrochen. Es fonnte fein Zweifel mehr darüber bestehen, daß am 12. Oftober, wie es auch die deutschnationale Hollesche Zeitung" sehr treffend zum Ausdrud brachte, ein neuerer und größerer antirepublikanischer Aufmarsch als am 11. Mai, dem bekannten Ludendorff- Tage, vor fich gehen sollte. Deshalb mußte der Tag endgültig verboten werden. Ein Justizverbrechen? Leichtfertige Verhaftungen in Erfurt. fprechen und erklärte, die in der leisten 3eit eingetretene Befestigung der Bage sei nur auf Kosten des Verluftes eines gewissen zelfs feiner Selbständigkeit erreicht.(?!) Die deutsch russischen schweren Prüfungen unterworfen, die aber alle glücklich überstanden freundschaftlichen Beziehungen, fuhr Tschitscherin fort, wurden fele find. Der Konflikt im Zusammenhang mit dem Zwischenfall betreffend die Berliner Handelsvertretung ist beigelegt. Die Sowjetregierung betrachtet jedoch die teilweise Erterritorialerflä. rung des Gebäudes der Berliner Handelsvertretung als unzureichend und wird in den fommenden Handelsvertragsverhand lungen mit Deutschland die Erterritorialität des ganzen Gebäudes lehnende Stellung der Sowjetunion gegenüber dem Bölter bund zu erlangen trachten. Tschitscherin erörterte dann weiter die abund sagte, die in der letzten Zeit verbreiteten Nachrichten, daß die Comjefregierung oder einer ihrer Bertreter in den bestehenden Bölterbund einzutreten beatsichtige, ollein oder mit einem anderen Staate gemeinfam, feien von Anfang bis zu Ende reine Erfinbungen. Der Redner führte weiter aus, daß vom Sowjetstand punkt aus ein Eintrit: in den Völkerbund eine Aufgabe der Selbmächte Ledeute und schloß, die Sowjetregierung urteile ebenso über ständigkeit und eine Unterwerfung unter die Politit der EntenteDeutschlands Eintritt in den Bölterbuns, das dadurch in Rombinationen vermidelt und zum Feinde der Sowjetunion werden könnte.(?!) Tschitscherin schloß mit einem Hinweis auf die enge Freundschaft der Sowjetunion mit dem erwachenden Often im allgemeinen und die russisch- chinesische Freundschaft im besonderen. Linkenwahlsieg in Paris. tag in dem Pariser Stadtviertel Porte St. Martin flattgefundene Paris, 20. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Eine am Sonntag in dem Pariser Stadtviertel Porte St. Martin stattgefundene Erfahwahl zum Stadtrat hat dem Kartell der Linken einen neuen tarten Erfolg gebracht. Die drei dem Kartell angehörenden kandidaten haben 2330 Stimmen auf sich zu vereinigen vermocht gegen 1700, die dem Nationalen Block zugefallen find, während am 11. Mai die nationalistische Liste etwa 3000 Stimmen erlangt hatte. Auch die Stimmen der kommunisten find ungewöhnlich stark 3urüdgegangen. Von den 1360 Stimmen, die die Liste Cachin am 11. Mai erhalten hatte, find nur noch 588 geblieben. Für die am nächsten Sonntag stattfindende Stichwahl gilt die Wahl des sozialistischen Kandidaten, zu deffen Gunsten die Mitbewerber der Radikalen und der republikanisch- jozialistischen Cifte zurüdgetreten find, für gesichert. Neuer Wahlaufruf Macdonalds. London, 20. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Macdonald hat eines neuen Wahlaufruf erlassen, in dem es heißt: Obwohl die Arbeiterregierung sich nur auf eine Minderheit fest stützen konnte, sei es ihr gelungen, mit Unterstügung des Bertrauens des Landes die Regierung zu führen. Er hoffe, daß das Land bei der gegen wärtigen Wahl der Arbeiterpartei die Macht gebe, ihr Wert durch= zuführen und insbesondere zwei große Linien zu verfolgen: den Frieden in der Welt zu fördern und dem nationalen Familienleben durch die Ausführung des in Angriff genom menen Haus bauprogramms zu dienen. Erfurt, 20. Oktober.( Eigener Drahtbericht.) In Sondershausen find brei unbescholtene Parteigenoffen unter dem Berdacht des Mein. eides verhaftet worden. Der frühere Beigeordnete, Genosse Steglichkeit fest, daß die Führer der liberalen unb tonservativen Bartei Die Leitung der Arbeiterpartei stellt in der englischen Deffentmann, stand unter der Beschuldigung, in öffentlicher Berfammlung zum Boltsbiebstahl aufgefordert zu haben, vor ben Schranken des Gerichts. Dabei beschworen einige bür. gerliche Besucher jener Versammlung, die sich jedoch an der Sente aufgehalten hatten und schon deshalb den Berlauf der Bersammlung und die Ausführungen des Redners nicht genau verfolgen fonnten, Stegmann habe bamals an die Versammlungsteil. nehmer die Aufforderung gerichtet, fich Holz zu holen. Die drei jetzt unter Meineidsverdacht verhafteten Genossen, barunter der Leiter jener Bersammlung, die als Zeugen vernommen wurden, beschmoren das Gegenteil. Der Vorfizende befchuldigte fie deshalb furzerhand des Meineids. Sie wurden des halb sofort in haft genommen. Die Aufregung über diese Maßnahme ist groß. Die Familien der Verhafteten befinden sich in großer Not, da fie durch das Vorgehen der Justiz ihres Grnährers beraubt sind. Graefes Polizeiabenteuer. In Böhmisch- Charlottenburg. Bor furzem brachte die volfische Bresse die Schauernachricht, daß die völkischen Abgeordneten Herr v. Graefe und Schliephacke zu Friedland in Böhmen sich freiwillig in Schutzhaft begeben hätten, um sich der Bynchung durch die Kommunisten zu entziehen. An der Sache war zwar fein wahres Wort, doch sind wir jetzt in der Lage, einen Fingerzeig für den Ursprung der ganzen Schauermär zu geben: Gaßen da vor einigen Wochen in Klingers Weinstuben zu Charlottenburg vier überaus völtisch aussehende Herren, die ihren Schmerz über Deutschlands Niedergang durch reichlichen Weingenuß zu betäuben fuchten. Dies Bedürfnis war so start, daß sie bei Eintritt der Polizeistunde der Aufforderung des Wirts, das Lokal zu verlassen, teinerlei Folge leisteten, so daß dieser schließlich fo gegen% 42 Uhr die Polizei zu seiner Unterstützung alarmieren mußte. Auch der wiederholten Aufforderung des Wachtmeisters begegneten die teutschen Reden nur mit Hohn. Als diefer darauf zur Siftierung schreiten wollte, legitimierten sich die Herren als: 1. der völlische Reichstagsabgeordnete v. Graefe, 2. ber völkische Abgeordnete Schliep hade, 3. der völlische Abgeordnete Rechtsanwalt Schröder. Wismar, 4. der Freiherr Wolf. v., Menschell. Der Polizeibeamte erklärte den Herren nunmehr, daß er sie zur Anzeige bringen werde, worauf die Reden mit Hohngelächter erwiderten, sie tönnten sich nicht strafbar machen, denn als Reichstagsabgeordnete wären sie immun. Nach meiteren Auseinandersezungen verließen die Gelden endlich um 2,30 Uhr mit geröteten Röpfen und festen, d. h. nicht mehr ganz festen Schritten das Lofal. Begen dieser Sache schwebt zurzeit ein Strafverfahren gegen v. Graefe und Genossen. Gollte die etwas gesteigerte Phantasie der Herren Graefe und Schliephate nicht am Ende dieses Erlebnis in die böhmischen Wälder überpflanzt haben?! Tschitscherins Reklametrommel. Rattenfängermelodien gegenüber Deutschland. Mostau, 20. Oktober.( Russische Telegraphenagentur.) Auf einer gemeinsamen Sigung des Zentralegefutinfomitees der Sowjetunion mit den nationalen Bundesräteft hielt Tschitscherin eine Rede über die internationale Lage der Sowjetunion. Nach einem Hinweis darauf, daß die Sowjetregierung im letzten Jahre wiederum von mehreren Staaten anerkannt worden sei, sprach Tschitscherin zu= nächst über die Beziehungen zwischen Rußland und Frontreich und sagte dazu: Wir werden nur dann normale Beziehungen wieder aufnehmen, wenn daran feine Bedingungen gefnüpft werden, der Wiederauf nahme der Beziehungen ein Botschafteraustausch folgt und sich die franzöftiche erfennung auf das ganze Gebiet der Sowjetunion be. zieht. Der Redner fam dann auf die Lage Deutschlands zu ein geheimes Abkommen getroffen haben, in dem sich beide Teile verpflichten, nach den Wahlen, wie auch das Ergebnis ausfallen möge, das Arbeiterkabinett unter allen Umständen zur Demission zu zwingen. Polnisch- russischer Zwischenfall. 10: 06.5 Polnische Diplomaten in Petersburg verprügelt. Warschau, 20. Offaber.( DE.) Ein schroffer und ungewöhnlicher diplomatischer Zwischenfall droht die ohnehin nicht freundschaftlichen Beziehungen zwischen Polen und Sowjetrußland noch mehr zu verschärfen. Bei einem Besuch Petersburgs wurden vier polnische: Diplomaten, darunter der erste Gesandtschaftssekretär Graf Tarnowski, auf dem Moskauer Bahnhof überfallen und verprügelt. Der polnische Geschäftsträger richtete wegen dieses Borfalls eine Note an das Außenfommiffariat. Wigdor Kopp sprach Im Namen der Sowjetregierung das Bedauern aus. Der ruffische Gesandte in Warschau, Woitow, hatte verschiedene Perfönlichkeiten aus den polnischen politischen Kreifen zu einem Frühstüc eingeladen, doch blieben fämt.iche Polen wegen des Petersburger Borfalls fern. Unruhen in Portugal. ist einer neuen Verschwörung gegen die Regierung auf die Spur Ciffabon, 20. Oftober.( Eigener Drabtbericht.) Die Polizei gelommen. Sie hat 11 Mitglieder des Komitees verhaftet. Unter ben Berhafteten befinden sich auch Soldaten. Die Kaufleute von Lissabon haben am Montag als Protest gegen die Besteuerung einen Berläuferstreit begonnen, in beffen Berlauf es zu schweren Tumulten fam. Gendarmerie fchoß auf die Aufständischen. Eine Massenverfammlung für Kaufleute hatte vorher schon in einer Proflamation die Regierung als Feindin der Interessen des Landes ausgerufen und zum revolu tionären Aufstand gegen die Regierung aufgefordert. Sozialdemokratischer Oberpräsident. In Kopenhagen. Der auch Kopenhagen, 20. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) weit in deutschen Parteifreisen bekannte bisherige Bürgermeister von Ropenhagen, Genosse Jensen, der seit 22 Jahren sein Amt als befoldeter Bürgermeister verfah, ist von der Regierung zum Oberpräsidenten ernannt worden. Dieses Amt, das bisher ein bürgerlicher Rammerherr innehatte, findet in Deutschland fein Gegenstüd. Der Oberpräsident ich gewissermaßen der Staatskomunissar in der Stadtverwaltung. Er hat die gesamte Leitung der Berwaltung und den Borsiz in den Magistratsfizungen. Zum Nachfolger Jensens wurde der Genosse Hedebol gewählt, der bisher Gefretär im Bandesverband der Gewerkschaften war. Matteotti- Mörder festgestellt. Muffolinis Gehilfen. Rom, 20. Oftober.( EP.) Die kriminalwissenschaftliche Fachuntersuchung hat auf dem für die Entführung Matteoffis verwen. deten Automobil Fingerabdrüde von Dumini und Volpi seftgestellt, deren Mittäterschaft am Morde damit erwiesen ist. erst fünzigjährig, der bekannte Berliner Dr. Friz Grünspach geRechtsanwalt Frih Grünfpach gestorben. 2m Montag abend ist, storben, der besonders in ben letzten Jahren eine besondere Rolle in großen politischen Prozessen spielte. Obwohl Jude und Demokrat, murbe er gerabe von rechtsbelschewiftischen Angeklagten- RosaZuremburg- Mörder Bogel Oberleutnant Marloh, Traugott von mit Borliebe und meist Jagom, Harden- Attentäter Weichardt usw. mit Erfolg in Anspruch genommen. Gewerkschaftsbewegung Professorale Theorien. Der Krieg und seine Folgen haben die private und die staatliche Wirtschaft Mittel- und Osteuropas zerrüttet, die Lebensmöglichkeiten weiter Kreise der Bevölkerung ungeheuer erschwert. Die mittleren Klassen werden zerrieben, immer neue Schichten werden zu reinen Lohnarbeitern, die Proletarisierung des Voltes macht schnelle Fortschritte. Aber dieses soziale Brodeln schafft zugleich neue Verwirrung; es gibt Enttäuschte, die vom Sozialismus erwarteten, daß er aus dem Chaos im Handumdrehen eine neue Welt schaffen würde, so wie etwa der liebe Gott seinen Schöpfungsaft in sechs Tagen erledigt hatte; dann wieder stießen wir auf jene Kreise, für die der soziale Absturz zu plötzlich tam und die noch immer auf das Wunder warten, das ihnen zur Widerherstellung einer selbständigen, bürgerlich gesicherten Gristenz verhelfen solle. Zu kurz war die Zeit bisher, zu fehwierig waren die wirtschaftlichen und die politischen Berhältnisse, als daß die einen wie die anderen für die Grundgebonten der modernen Arbeiterbewegung gewonnen werden konnten, daß nämlich die Umgestaltung der tapitalistischen Wirtschaftsweise zu einer höheren sozialen Ordnung, daß die Befreiung der arbeitenden Welt von Not und Elend nicht wie ein Geschenk vom Himmel fällt, sondern von den Arbeitern selbst in der unermüdlichen Arbeit des Tages erfämpft werden muß. Es tauchen nun Propheten auf, die in diese Bewegung der Gärung und des Werdens allerhand hineingeheimnissen und daraus wissenschaftliche Theorien brauen. Weil sie dem Wesen der Arbeiterbewegung fernstehen, sprechen sie von deren Krise und glauben mit philosophischen Erörterungen die Seele der Arbeiter gewinnen zu fönnen. Bon einem bestimmten Standpunkt geht immerhin noch Dr. Franz Schürholz aus, der seine Schrift" Die deutschen Gewerkschaften als staatliche und gesellschaftliche Existenzaufgaben" in dem fatholischen Boltsvereinsverlag in M.- Gladbach erscheinen läßt, fie aber zugleich dem Präsidenten des Reichsverbandes der deutschen Industrie, Geheimrat Bücher, widmet. Daraus ergibt Rich der Inhalt der Schrift: die„ negativ kämpferische Klassenideologie" soll durch die„ arbeitsproduktive berufsständische Gedankenwelt" geZeit der wirtschaftlichen Depression auszunügen suchen, um den Arbeitern ohne Rücksicht auf ihre Psyche und ihre Arbeitsgefinnung die Verlängerung der Arbeitszeiten und die Herabseßung der Arbeitslöhne aufdrängen; man, findet die Antwort darauf auch in den Schriften der Arbeitgeberverbände, die die Pariaftellung der deutschen Arbeiter zu einer Dauereinrichtung machen wollen. Die deutsche Arbeiterbewegung weiß die ihr gestellten Aufgaben anders zu lösen, als durch die von uns erwähnten professoralen Theorien: indem sie sich der brutalen Unterdrückungssucht des Unternehmertums Brust an Brust gegenüber stellt und so auch diejenigen Schichten der werftätigen Bevölkerung für sich gewinnt, die bisher aus Verzweiflung oder Enttäuschung den Weg zu ihrer Organisation noch nicht gefunden haben. Brauns für das Washingtoner Abkommen. # Aus Duisburg berichtet die TU.: Anläßlich des 25jähr. Bestehens des Chrifti. Metallarbeiterverbandes fand Sonntag früh in der Städtischen Tonhalle eine Festversammlung statt, in der Reichsarbeitsminister Dr. Brauns u. a. ausführte: Nach den Beratungen, die wir in Bern mit den Arbeitsministern von Frankreich, England und Belgien hatten, dürfen wir zuversichtlich hossen, daß sich die Ratifizierung des Washingtoner Ab tommens auch in Deutschland trot unserer schwierigen Verhältnisse durchführen lassen wird. Ich bin sogar fest davon überzeugt, daß die Reichsregierung diesen Weg beschreiten wird. Für die durchgehenden Sonntags: Für die durchgehenden Sonntags: betriebe wollen wir so lange nicht warten, sondern hier an bet schaffen, sobald wie möglich.( Lebhafter Beifall.) Um die Ortszulagen der Beamten. Die Bergarbeiter fordern Lohnerhöhung. In Bochum fand am Montag eine Sigung der an den Tarifberträgen im Bergbau beteiligten Berbänden statt. Es wurde beschlossen, die geltenden Tarife zu fündigen. Der Beschluß wurde damit begründet, daß die Steigung der ebenshaltungskosten eine Lohnerhöhung unbedingt erforderlich mache. Mit Rücksicht auf die eingetretene Preissteigerung der Lebensmittel und Bedarfsartitel sei ein Ausgleich durch Lohnerhöhung gerechtfertigt. Internationale Berufssekretariate und Ruffenfrage. ( IGB.) Schon feit geraumer Zeit und besonders seit dem Wiener Kongreß des IGB. weisen die Russen immer und immer wieder auf die Lintsströmung bei ben internationalen Berufsfetre tariaten hin, womit angedeutet wird, daß durch die auf dem Wiener Rongreß beir. Die Beziehungen zwischen dem JGB. und den Internationalen Berufsfetretariaten gefaßten Beschlüsse fozusagen eine Hintertür geöffnet wurde, durch die die Russen ihr Ziel der Zerstörung der regulören Gewerkschaften erreichen können. Ohne Kom mentar geben wir nachstehend die Liste der Konferenzen und Kongreffe wieder, die in den letzten Monaten von internationalen Bea rufssekretariaten abgehalten wurden und auf denen mit oder ohne Diskussion die Aufnahme der Russen abgelehnt oder vertagt worden ist: Bekleidungsarbeiter, 29. und 30. mai, Wien; Bauarbeiter, 24. und 25. Juni, Stockholm; Trans. portarbeiter, Juli, Hamburg; Metallarbeiter, 26. Juli, Wien; Friseurgehilfen, 21. bis 23. Juli, Wien; Berg. Berlin; Textilarbeiter, 17. bis 24. Auguſt, Wien; Bucharbeifer, 5. bis 12. Auguft, Prag; Pelzarbeiter, Juli, bruder, 8. bis 13. Auguft, Hamburg; Glas arbeiter, 18. September, Brag; Bandarbeiter, 17. September, Berlin; PLT.. Arbeiter, 14. bis 17. September, Wien und Lederarbeiter, 24. bis 25. Juli, Berlin. Bleibt Rheinland- Westfalen fern! Das Landesarbeitsamt Westfalen und Lippe, Abteilung Bergbau, in Bochum, läßt durch WTB. folgende Warnung verbreiten: In den letzten Tagen hat ein wilder 3uftrom von Arbeitern aus fast allen Landesteilen Deutschlands in dem schwächt und verdrängt werden. Die Arbeiter sollen berufstechnisch teit beschlossenur aus dem Reichsfinanzministerium stammen ftriebezirk noch weiter zu vermehren. Erst am 15. d. M. sind weitergebildet, die gewerkschaftlichen Organisationen zu verantwort licher Mitarbeit an den wirtschaftlichen Produktionsaufgaben herangezogen werden. Daraus würden die Kräfte strömen eines inneren Loslösungsprozeffes von den politischen Denkgewohnheiten". Es müffe eine voltswirtschaftliche Leistungsverteilung fommen, durch die jede Gruppe in das System des gesellschaftlichen Produktionslebens eingefügt ift". Ist hieraus Ziel und Richtung der christlichen Gewerkschaften zu erkennen, so sieht Professor Eugen Rosen stock( Industrievolt", Frankfurt a. M. 1924, Carolus- Druckerei) ,, aus der Krisis der Arbeiterbewegung" eine neue Bewegung sich erheben,„ die der Arbeit ihr eigentliches Ziel weift". Die Gewerkschaften feien es, die Psychotechnik und Bureaukratisierung in den Betrieben förderten. Nirgends eine Auflehnung gegen die Almacht von Rapital und Technik, nirgends auch nur der Versuch, den Menschen wieder in die Herrschaft über diese Dinge einzusehen, überall Berwechslung von Mensch und Proletarier, Bolt und Maffe." Aber die neue foziale Schlacht entbrenne nicht mehr awischen Unternehmer und Arbeiterorganisation: ste entbrennt in der Brust des einzelnen Unternehmers, der zu wählen hat zwischen Scheinblüte feines Unternehmens auf der einen, Boltsordnung auf der anderen Seite." Den Ausweg qus diesem Labyrinth fieht Rosened in einem industriellen Leh system", nach Lehrfyftem", Hem Borbild des bäuerlichen und des kriegerischen Lehnsystems im Mittelalter; das sei die Ordnung, nach der naturnotwendig die Bolschewifi in Rußland heute greifen". Für die rückständige Wirtschaftsverfassung Rußlands mag diese Anpassung an das Mittelalter, dem Kopfe eines deutschen Professors entsproffen, vielleicht passen, darüber wollen wir uns fein Urteil erlauben; das westdeutsche Proletariat lehnt diese philosophisch verbrämte Wiedererweckung der Hörigkeit entfichieben ab. " " Ein anderer Hochschullehrer( 5) einz Marr," Bon der Arbeitsgefinnung unserer industriellen Massen", Berlag Englert u. Schlosser, Frankfurt a. M. 1924) appelliert an die Bildungsschicht", den deutlchen Arbeitern nicht die das Ich- Interesse anreizende amerikanische Arbeitspsychologie" aufzudrängen, sondern die pofitiven Werte im deutschen proletarischen Arbeitsethos" anzuerkennen. Marr schließt mit der Versicherung. der Kantsche Pflichtbegriff. dieses astetische foldatische Pflichtideal durchwaltet auch unsere proletarische Welt, befeelt auch ihren marristisch- entstellten, immer noch unerlöften Soziafismus. Und aller Groll zwischen den Leitern und Dienern der deutschen Arbeit kann uns nicht darüber täuschen, daß sie gerade in ihrer preußischen Auffassung vom Sinn und Zweck der Arbeit Kinder eines Volkes find, Sozialisten alle beide." Der Hymnus auf diesen feltsamen Sozialismus" beantwortet fich durch die Feststellung in einer anderen Schrift( Dr. Hans Egon Honisch,„ Die Rationalisierung des industriellen Produktionsprozeffes", Greifswald 1924, Berlag 2. Bamberg),„ daß selbst der sozial höchststehende Großbetrieb jedem einzigen seiner tausend Arbeiter ein Stück von seinem Menschentum und feiner Eigentümlichkeit raubt". Honisch will die Produktivität der Unternehmungen steigern durch die Anwendung der psychotechnischen Methoden, insbesondere des Taylorsystems. Er glaubt, daß eine Ausnutzung der Arbeiterschaft durch rationalisierte Arbeitsmethoden in Deutschland kaum zu befürchten" sei, und er verlangt bei der Einführung des Taylorsystems die Einfühlung des Unternehmers und des Betriebsleiters in die Psyche des Arbeiters.„ Es muß erreicht werden," so schließt die Schrift, daß Not, Sorge und Berzweiflung der unter mißbräuchlich angewandtem Taylorsystem Arbeitenden in deutschen Unternehmungen nicht entstehen dürfen. Das Schicksal von Arbeitern, die jahraus, jahrein denselben Handgriff, diefelbe Bewegung vollführen, weil sie leben wollen, weil sie Frau und Kind versorgen müssen, weil die Entwicklung feinen anderen Weg als den des Amerifanismus" gegangen ist, muß in deutschen Industrien eine Unmöglichkeit sein." " In der rauhen Wirklichkeit der fapitalistischen Produktion reden die Tatsachen eine ganz andere Sprache als die Theorien und Wünsche deutscher Universitätsprofefforen. Die Antwort auf diefe vielleicht wohlwollenden, sicher aber weltfremden Ansichten haben die deutschen Unternehmer vorweg gegeben, indem sie die Die kluge Hausfrau nimmt nur das echte Am Sonnabend fanden im Reichsfinanzministerium zwischen den Vertretern der Beamtengewerkschaften und der Regierung Verhandlungen statt über eine Neuregelung der Ortszulagen und des Wohnungsgeldes. Die Regierung trat mit einem fertigen Plan auf, der eine völlige Beseitigung der Ortszuschläge vorsah und lediglich den Wohnungsgeldzuschuß, wie er vor dem Kriege üblich war, vorsieht. Die Vertreter der Beamten lehnten ohne Ausnahme die Vorschläge der Regierung einmütig ab. Um fo verwunderlicher ist es, daß bereits am Montag, obwohl strengste Bertraulich in der bürgerlichen Bresse Nachrichten auftauchten, die fönnen und die den Anschein zu erwecken suchen, als ob es bei den Verhandlungen zu einer Einigung gefommen wäre. Ein 3u geftändnis, zu dem sich die Regierungsvertreter schließlich angesichts der ablehnenden Haltung der Beamtenvertreter bequemten, nämlich die 5 Ortsklassen auf 4 zu beschränken, wird in dieser erwähnten Auslaffung in einen„ Kompromißvorschlag", Diese Darstellung läuft tatsächlich wieder auf eine bewußte der nach sehr langen Beratungen zustandegekommen sei, umgebogen. Irreführung der Deffentlichkeit und der Beamtenschaft hinaus. An sich erfirebt die Beamtenschaft bekanntlich schon längst eine Verringerung der Orisklassen von 5 auf 3. Mit dem jetzigen Bugeständnis fuchte die Regierung lediglich auf die Beamtenschaft zu wirken. Kommunistische Berichterstattung.. Genoffe Thieme vom Zentralverband der Bäder und Konsitoren schreibt uns: auffaßt, beweist sein In einer Versammlung des Konditoreipersonals am 16. Oftober hatte sich neben einer fommunistischen Sprengtolonne auch ein Berichterstatter der Roten Fahne" eingefunben. Wie dieser Herr eine fachliche Berichterstattung wohl im Interesse der Kommunistischen Partei Bericht, der in der Roten Fahne" am 18. Oftober erschienen ist. Nachbem er so ziemlich wahrheitsgemäß über Tarifabfaluß und Lohnabkommen berichtet, fchreibt er weiter, ich habe erklärt, daß ich mit einzelnen Unternehmern Sonderverhandlungen gepflogen hätte. Das ist einfach eine wahrheit; über Sonderver handlungen habe ich nichts berichtet. Wenn er weiter ausführt, daß fich die Belegschaften über diese arbeitsgemeinschaftliche" enge Berbindung der Gewerkschaftsbeamten ihre eigenen Gedanken machen und dabei auffordert, den mit den Verhandlungen beauftragten Kollegen Thieme sehr scharf auf die Finger und auch auf seinen Mund zu sehen, so charakterisiert er mit dieser haltlosen, ausgestreuten Berdächtigung die Moskauer Parole der Kommunisten der soge nannten Einheitsfront. Buchdrucker! Die Wahl der Handfegervertreter zum Verbandsvorstand ist durch die Versammlung der Handseßerfunktionäre am 14. Oftober eingeleitet worden. Der beste Vertrauensausdrud unserer Kollegen war die einmütige Wiederaufstellung der bis, herigen vier Beisiger, der Kollegen Barth, Brünne, Fiedler und tiefe bed gegen das übrige Bäderdugend fommunistischer Stimmen. Der Wahlordnung entsprechend wurden außerdem die Kollegen Guth und Pätold nominiert. Wir erwarten, daß sich die Berliner Sandsezertollegen den einmütigen Beschluß ihrer Kollegen zu eigen machen und in den Betrieben bahin wirken, daß die Wiederwahl der bisherigen Vertreter im Verbandsvorstand in ebensolcher Einmütigteit erfolge, wie ihre Wiederaufstellung. Sollte es die geistige Leitung" der sogenannten„ Opposition"( lies KPD. Belle) für notwendig befinden, uns mit einer ihrer bekannten Gegen parolen zu begelen, so dürfte fie auch diesmal die Abfuhr er leiden, die sie sich von unserer Kollegenfchaft bei allen bisherigen gabe gelangt. Sorgt für geschlossene Wahlbeteiligung und zeigt Wahlen geholt hat. Die Stimmzettel sind bereits zur Auseuch des Vertrauens würdig, das euch durch die Wahlen der Hand fetzervertreter zum Verbandsvorstand von der Gefamtorganisation anvertraut ist!" Die Gewerkschaftsrichtung Amsterdam. Lohnregelung in der Silberwarenindustrie. Der Schlichtungsausschus sprach den in der Silberwarenindustrie beschäftigten Arbeitern und Arbeiterinnen für die Zeit vom 18. Ottober bis zum 19. Dezember folgende Löhne zu: Facharbeiter 76 Pf. pro Stunde, angelernte Hilfsarbeiter, die über fünf Jahre im Beruf tätig find, 63 Bf.; Hilfsarbeiter unter dieser Bes fchäftigungszeit 50 Bf.; Handpoliererinnen 52 Pf.; Arbeiterinnen 45 Pf. Der Spizenlohn betrug bisher 70 Pf. Wie Sensel in einer Vollversammlung der Branchenangehörigen mitteilte, batten nahm nach ausgiebiger Distusfion den Schiedsspruch gegen eine die Arbeitgeber jede Lohnerhöhung abgelehnt. Die Versammlung ftarke Minderheit an. Verhandlungen mit dem BBM3. Die Funktionäre und BetriebsTransportarbeiter der Metallindustrie! Heute Dienstag nachmittag delegierten haben sich bereit zu halten, falls plögliche Besprechungen erforderlich find. Einladungen erfolgen durch die Zeitungen. Daher sind die Berfammlungsanzeigen zu beachten. = rheinisch- westfälischen Induſtriebezirk eingesetzt, der geeignet iſt, bei der äußerst ungünstigen Arbeitsmartflage im Bezirt das Heer der bereits Erwerbslosen im eng bevölferten Indu mehrere Tausende von Bergarbeitera infolge Betriebseinschränkungen entlassen worden und weitere Entlas fungen stehen noch bevor. Es wird daher dringend vor jeglicher Bureife in den rheinisch- westfälischen Industriebezirk gewarnt, weil die Erlangung von Arbeit und Unterkunft zurzeit dafelbft ausge schlossen ist und eine Unterstützung aus öffentlichen Mitteln nicht in Betracht kommen kann." Aussperrung im Frankfurter Baugewerbe. Die Arbeitgeberberbände des Baugewerbes im Bezirk Frank furt a. M. haben die Bauarbeiterschaft ausgesperrt, da hier und in Mainz die Arbeiter bei einigen Firmen in Streit getreten Die Arbeitgeber hatten eine 2ohnerhöhung ab. gelehnt. Zum Lohnkampf in der Oberpfalz. München, 20. Oktober.( Eigener Drahtbericht.) Die Krise in der oberpfälzischen Bergbau- und Hüttenindustrie, die durch den Streit auf der staatlichen Luitpold- Hütte( wegen des 17prozentigen Lohnabzuges) und durch die Aussperrung von weiteren 4800 Wrbeitern der Privatindustrie seit längerer Zeit besteht, nähert sich Das Sozialministerium hat inzwischen die ihrem Ende. Verbindlichleitsertlärung des Schiedsspruces, der den Arbeitern eine Erhöhung der Stundenlöhne um 5 Bf. Aubinigte. abgelehnt. Die Gründe für diese Entscheidung liegen in der außerordentlich schlechten Konjunktur, in der die oberpfälzischen Betriebe fich gegenwärtig befinden". Die Arbeitgeber haben daraufhin erklärt, daß sie ihre Betriebe ab 23. Oftober wieder öffnen werden. Die Arbeiter haben zu dieser Entscheidung, die für sie eine Niederlage bedeutet, noch nicht Stellung genommen. In Hamburg find die in den Modelltischlereien beschäftigten Arbeiter wegen Lohndifferenzen in den Streit getreten. Der Lohntampf im oftpreußischen Baugewerbe ist beendet. Die Verhandlungen zwischen den beteiligten Organisationen haben zu einer Einigung geführt. Die Arbeit ist allenthalben wieder aufgenommen worden. Deutscher Wertmeister- Berbans Düffelborf, Begir? X Berlin. Große all gemeine Wertmeister- Bersammlung famtlicher Wertmeisterkollegen, die in ben AEG. Betrieben befchäftigt find, heute Dienstag abend 7 Uhr im Club haus, Ohmstraße 2. Stellungnahme zu ber Kündigung unseres Mantel tarifes und Beschlußfaffung, ob Staffel- oder Leistungstarif.( Referent: Rol Bahlreiches und pünktliches Erscheinen aller Werkmeister gea. Gethle. Rothe. stellegen erwartet der Vorstand des Bezirks X. Rentralverband der Schuhmacher. Heute, Dienstag, nachmittags 5 Uhr, Branchenversammlung der Maschinen- und Handswider und zwiderinnen bei Bok, Weberstr. 6. Die neuen Lohnforderungen." Mittwoch, den 22. Ot. tober, abends 6% Uhr, Generalversammlung im Gaal 4 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24. Delegiertenversammlung für die BGR. Raffen- und Geschäftsbericht für das 3. Quartal 1924. Die neuen Lohnforderungen. Zus tritt nur mit Mitgliedsausweis. Senning, Alexandrinenstraße 44, Berfammlung aller Betriebsvertrauensleute Graphisches Gewerbe! Morgen, Mittwoch, nachmittags 5 Uhr, bei des graphischen Gewerbes. Wichtige agitatorifche Fragen machen bas Erscheinen aller Funktionäre zur unbedingten Pflicht. Kein Betrieb darf unvertreten fein. Berbeausschuß für das graphische Gewerbe. 3. A.: Otto Fiedler. Berantwortlich für Politik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Gaternus; Gewerkschaftsbewegung: Ft. Chloen; Feuilleton: Dr. John Shikowski; Cotales und Sonstiges: Willy Mobus; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruderet und Berlagsanstalt Baul Singer u. Co.. Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. Hierzu 2 Beilagen. EINER. sagt es dem Andern DUNLOP die Weltmarke PALMIN CORD bürgt für Qualität! mit dem Namenszug DrSchlund auf jeder Packung! Hr. 446» 41. 7- schließe«, ohne die Streiks nutzlos sind: Regisseur Martin Betger nimmt gerade die Szene.Straße de« Elends' auf, die die vom Kapitalismus ausgebeuteten, auf di« Straße geworfenen Menschen zeigt. Diese Straße ist schnell und hübsch aufgebaut worden, aus primitivsten Mitteln, mehr angedeutet, ober täuschend echt: ebenso verblüfft das Milieu in den einzelnen Häusern; es ist der Wirklich- keit abgelauscht. Und die Menschen, die über diese fluchbeladene Straße ziehen, find noch viel echter. Man sieht da manchen Charakterkopf, markante Züge, verelendet, Schminke ist da über- flüssig. Wie oft ist der Film von Zufälligkeiten abhängig, und wie viel Mühe macht mitunter die kleinste Szene! Heute ist di« Aufnahme kaum schwierig, denn die Echtheit der Darsteller ans dem Volke die ist zu überzeugend; fi« arbeiten hier an ihrem einzigen freien Tag« sozusagen au« Idealismus, da die Jofa nur Fahrgelder und Verpflegung bestreitet. ihr ginge. Warum, zum Teufel, hallen sie nicht den Takt, ihn und das Telephon in solchen Tagen unbehelligt zu lassen? „Sind Sie es, Herr Pollard? O Verzeihung, aber können Sie mir nicht sagen, wie es Joyce heute geht?" Das war die übliche Frage, und feine Antwort war kurz: „Ganz gut, danke," und dann knallte er den Hörer wieder auf den Apparat. Er hatte keine Lust, Einzelheiten zu bc- richten. Diesmal war es eine männliche Stimme.„Sind Sie es, Bertram? Hier ist Kenneth Murleß. Wie geht es denn Joyce?" Woher nahm Kenneth das Recht, an einem solchen Tage solche Fragen zu stellen? Das war wieder echt feine Unver- schämtheit. Und doch, Joyces wegen, die Kenneth gern Halle, fühlt« er sich verpflichtet, diesmal eine etwas höflichere Ant- wort zu geben:„Es geht ihr gut." „Grüßen Sie sie herzlich, allerherzlichst von mir," sagte Kenneths Stimme durch oen Draht,„bestellen Sie ihr, daß mir ihr Perlust schrecklich leid tut." Seinen herzlichsten Gruß! Bertrams Gesicht überzog sich mll einer tiefen Röte, als er an diesem verwünschten Instru- ment stand. Seinen allerherzlichsten Gruß! Das ging doch etwas zu weit. „Ich fürchte, es geht ihr noch nicht gut genug, um ihr schon irgendjemandes allerherzlichste Grüße zu bestellen," sagte er eisig. „Mein ttefftes Beileid, alter Freund," antwortete Kenneth. Bertram hängte an. Er hatte nicht das Bedürfnis, von Kenneth Beileidsbezeugungen entgegenzunehmen. Er wünschte, daß dieser Bursche seine griechische Rase in seine Akten im Auswärtigen Amt steckte und sie dort ließe: sie schwebte sonst in Gefahr, eines Tages gebrochen zu werden. Der nächst« Anruf glättete feine Sttrn schon nach den ersten Worten. „Bist du's Mutter? Ja. Joyce scheint jetzt außer aller Gefahr zu sein. Ich soll zu dir kommen:... Ist denn der alte Herr nicht zu Hause? Die irische Debatte? Ach, diese Riesendummheit habe kch ja ganz vergessen. Schön, ich komme dann." (Fortsetzung folgt.) Wohlfahrtsminister und Aerztekammer. Auf die Anfrage des Gen. Dr. We ŋl im preußischen Landtag, wie sich der Wohlfahrtsminister zu den Maßnahmen der Aerzte fammer im Falle des Prof. Liepmann stelle, antwortet der Minister Sirtfiefer: # Nach§ 2 des Gefehes vom 25. Mai 1887 umfaßt der Geschäftsfreis der Herzbetammer auch die Erörterung DON wirtschaftlichen Angelegenheiten. Es erscheint aber durchaus zweifelhaft, ob eine besondere Vertrags tommiffion eingesetzt werden darf, die bestimmte wirtschaftliche Forderungen der Aerztekammer den Aerzten gegenüber erzwingen fann. Diese Frage wird der Minister von den Oberpräsidenten nachprüfen lassen, und insbesondere nachprüfen lassen den Fall schuldigt wird, seine Ehefrau Quise durch Beilhiebe ge totet zu haben, um sich ihrer zu entledigen. Wie errinnerlich, wurde Frau Luise Prüfer am 8. Februar 1924 in der Bortier wohnung. Belle- Alliance- Straße 13. mit eingeschlagenem Schädel tot aufgefunden. Die Verhandlung entrollte ein trübes Ehebild. Der Ungetlagte beftritt, die Tat mit leberlegung ausgeführt zu haben. Er habe in Notwehr gehandelt. Ein wahres Martyrium habe er in diefer Che durdgemacht. Seine Frau sei zantsüchtig gewesen und habe ihn und die Kinder vernachläffigt. Dazu tomme, baß sie ihn ständig mit anderen Männern betrogen habe. Von den fünf Kindern der Ehe, von denen noch drei leben, stamme nur eins Der Kampf um das Stückchen Land. Die Kleingärtner befinden sich in schwerer Bedrängnis; fre schweben in fteter Gefahr, aus ihrem Paradies verdrängt zu werden. Wer die jetzt veranstalteten Kleingartenbau- Ausstellungen besucht, wird ihre Angst und Erbitterung vollauf zu würdigen wissen, haben fie doch gezeigt, mit welcher Luft und Liebe der Großstadtmensch an feiner minzigen Scholle hängt und wie reich sein Fleiß und seine Mühe um dieses Stückchen Erde belohnt werden. Auf ihr ist seine Fomilie glücklich und sie läßt sie das Elend der Weltstadt einmal vergessen. Der Kleingarten ist gewiffermaßen die Sommerreife bes armen Mannes. Um die Erhaltung des geliebten Besizes hat nun ein Kampf begonnen mit jenen Behörden, denen jedes Verständnis für die einfachsten Bedürfnisse der arbeitenden Klasse fehlt, die aus Der Reichsverband der Kleingartenvereine Deutschlands neranstaltet Deshalb augenblicklich eine Werbewoche, auf die wir bereits in einem längeren Beitrag vorbereitet haben. In dem Rahmen dieser Ber. anstaltung im dichtgefüllten Saal lag cin Bortrag des Regierungsrats Albrecht, der einen anschaulichen Ueberblick über die Gefchichte und Werben des Kleingartenwesens vermittelte. des Berliner Profeſſors, bem von einer Aerztekammer ein Bertrag Oeffentliche Verfammlungen! rein mucherischen Gründen den Bodenspekulanten ihr Ohr leihen. mit der Geschäftsstelle ber Ambulatoriem nicht genehmigt ist." Heute, Dienstag, den 21. Oktober, abends 71, Uhr: 6. Kreis Kreuzberg: Gewerkschaftshaus, Engelufer 25/26. Tagesordnung: Bürgerblod oder Reichstagsauflofung. Referent: Landtagsabgeordneter Gen. Dr. Weyl. Freie Aussprache. Die Berliner Krankenkassen wollen befanntlich eine Frauenflinit einrichten. Hervorragende Vertreter der Aerztefchaft hatten hierbei ihre Mitwirtung zugesagt. Um so befremdlicher mußte ein Schreiben der Berliner Aerztekammer an Professor Licpmann wirken, durch das die Aerztekammer in durchaus unverständlicher Beife in die Beziehungen eingriff, die zwischen Aerzten und Kron- 16. Kreis Copenid: Aula der Körnerschule, Lindenstr. 11. Referent: tentassen bestehen. Das Schreiben, das Gen. Weyl Veranlassung zu der oben erwähnten Anfrage gab, hatte folgenden Wortlaut: „ Die Groß- Berliner Vertragskommission fann dem von Profeffor Liepmann vorgelegten Vertrag mit dem Verband der Gen. Kurt Kiehmann. Thema:„ Die polifische Lage." Schon im Mittelalter finden wir Kleingärten an den Stadtmauern, die Bürgergärten, fozusagen ein Hausgartenerfaß. Einen felchen stellen auch unfere heutigen Gartenhäuser" vor, jen. Hinterhäuser in den Mietfasernen, die das Zeitalter der Industrie uns gebracht hat. Dem Heimstätten geses entspricht aber das Oeffentl. Frauenkundgebung Steinhaus mit Ruzgarten, und Krankentassen im Bezirk des Oberversicherungsamts Berlin bie Oeffentl. Genehmigung nicht erteilen, und zwar aus folgen. den Gründen: Die Einrichtung einer Frauenklinik Nord"( es handelt sich um die Einrichtung einer Klinit mit Betten und Am bulatorium, um dort den Frauen und Kindern Rat und Hilfe angedeihen zu lassen) ist offensichtlich mur ein Schritt auf dem Wege der von den Krantenfaffenverbänden verfolgten Politit, die auf Monopolifierung der Krantenverfor. gung in Eigenbetrieben ausgeht und lehten Endes zur Bernich tung ber freien ärztlichen Berufsausübung führen muß. Es ist zu befürchten, daß der geplanten Frauentlinit Nord" weitere Klinische Rassenanstalten folgen, sei es für die einzelnen Fachgebiete, fei es für die verfchiedenen Stadtgegenden. Die daraus entstehenden Folgen für die flinische Betätigungs. möglichkeit der Fachärzte in Groß- Berlin liegen auf der Hand. Es kann angesichts der großen chirurgischen und gynäkologischen Abteilungen in den städtischen, charitativen und Staatlichen Strantenhäusern sowie der zahlreichen Privatkliniken, die Raffen. mitglieder zu dem üblichen Sah aufnehmen, teine Rede davon fein, daß ein Bedürfnis nach Spezialkliniken der Kaffen vorban. den ist, deren Schaffung unter Aufwendung fehr großer Mittel, also auch volkswirtschaftlich nicht zu rechtfertigen wäre. Die Ber: tragstommiffion erblickt in dem Borgehen der Kaffen, das mit ber in Rede stehenden Klinit eingeleitet wird, einen weiteren Borstoß gegen die Freiheit des ärztlichen Berufs und hält alle vertraglichen Beziehungen zu den Krantentassen, die nicht im Rahmen der faffenärztlichen Berträge liegen, für eine fdywere Gefahr für die freie Aerzteschaft. Daher hat die Bertragstommission befchloffen, den vorliegenden Bertrag abzulehnen. So vorsichtig auch die Antwort des Ministers gehalten ist, so läßt sie dennoch erkennen, daß zum mindesten im Ministerium das Vorgehen der Berliner Aerztekammer feine Billigung findet. Donnerstag, den 23. Oktober, abends 7 Uhr, in der Bodbrauerei, Fidicinstraße 2/3. Thema:„ Gegen Brofverfeuerung und Zollwucher." Referentin: Reichstagsabgeordnete Frau Bohm- Schuch. Artikel 155 der Reichsverfaffung fichert jedem Deutschen eine gefunde Wohn- oder Wirtschaftsstätte zu. Rur drei Städte förderten diesen Gedanken: Stiel, Flensburg und Leipzig. Erftere in großzügiger Weise; leider geschieht die Berpachtung nach Meistgebot. In Leipzig war es Dr. Schreber, der die Jugendpflege organisierte, Spielpläge schuf, aus denen fich langsam die sogenannten Schrebergärten entwidelten, Aehnlich gründete nach in Frankreich gemachten Studien eine Bewegung, die fich lediglich auf Mitteldeutschland erstreckte. Geheimrat Bielefeld feine Kolonien; das Rote Kreuz verhielt sich übrigens ablehnend. Die größte Bewegung war die spontane der hausgartenlosen Wohnungsinhaber, meist ehemalige Landbewohner; fie pachteben Laubengelände von einem Generalpächter, der es wiederum von den Bodengesellschaften ge pachtet hatte. Damit war von vornherein der Wucher begünstigt; er führte fchließlich zu Organisationen. Während der Kriegszeit gefordert, jedes Brachland nuhbar zu machen. Verordnungen über wurde die Bevölkerung aus nährwirtschaftlichen Gründen aufBereitstellung und Höchstpreise brachten dann am 31. Juli 1919 das Reichstleingartengefez; das Brivatgeneralpächter tum wurde befeitigt. Die Erfolge dieses Gesetzes waren gemeffene Patpreife, foziales Rünbigungs. recht, das Rleingartenfchiedsgericht und 3 wangspachtgefeß; ein Recht, das wichtigste, hat es nicht anbetrifft, fo hat sie bisher bloß für Kartoffelparzellen gesorgt; der gebracht: das Recht auf Dauerbefit. Was die Stadtgemeinde Berlin fünftige Generalbebauungsplan berüdsichtigt bas Kleingartenwesen wenig. Das heutige Verkehrswesen mache aber die Zusammendrängung der Industrie innerhalb der Großstadt nicht nötig, und die Arbeiterschaft müsse ihre Gärten in erreichbarer Nähe haben. Der Redner betonte, daß das Bolts wohlfahrtsministerium die Dauertleingärten begünstigt; bestimmte Gebiete follen für fie freigehalten werden; sie sind eine vollsgesundhe' iliche Notwendigkeit, was von allen Parteien nur die sozialdemokratische ertaunt hat. Boden fei überdies genügend vorhanden, den man billig von ihm. Ein Kind sei geboren, während er im Felbe war. Mehrfach habe er seine Frau mit anderen Männern überrascht. Sie hätten von ihm. Ein Rind sei geboren, während er im Felbe mar. Mehr fich wiederholt getrennt gehabt und feien erst wenige Tage vorher, als er die neue Bortierstelle erhalten hatte, wieder zusammengezogen. Die Frau habe aber gleich wieder Streit angefangen, weil er nicht genug verdiente. Am 8. Februar fei er abends nach Hause gekommen und habe in der Wohnung einen fremden Mann in Hemdsärmel vor gefunden, den seine Frau ihm als einen alten Bekannten namens 5offmann vorstellte, der gekommen fei, ihm Arbeit nachzuweifen. Nach dem Weggange Hoffmanns habe die Frau ihn beschimpft, und Kaffen- offmann als es zum Wortwechsel fam, zur Feuerzange gegriffen und auf ihn Nach dem Weggange Hoffmanns habe die Frau ihn beschimpft, und einschlagen wollen, so daß ihm die Pfeife aus dem Munde flog. Is er sie beruhigen wollte, fei fie noch frecher geworden, habe ein Beil ergriffen und ihn auch am Oberschenkel getroffen. Nun feien fie handgemein geworden. Sie habe sich das Beil nicht entreißen lassen wollen, und da habe er den hochgehobenen Arm ergriffen und mit ihr gerungen. Dabei sei er zurückgeprallt, und das Beil fei gequoffenen Augen, dunkelretes Blut fei aus der Wunde gefloffen. ber Frau direti gegen den Kopf geflogen. Sie wantte mit Der Borsigende machte den Angeklagten auf zahlreiche Widersprüche aufmerksam. Diefer blieb aber dabei, daß er in Notwehr gehandelt habe. Mehrere Zeugen befundeten, daß die Getötete ein sehr böses Beib war. Sie gab sich mit vielen Männern ab. Die Kinder und die Wohnung starrten vor Schmuk. Der Mann fonnte ihr nicht Genüge leisten und nicht genug verdienen. Seinen Verdienst ver wendete fie für Näschereien und Tand. Der Angeklagte habe oft bitter geflagt. Sie selbst habe auch wiederholt geäußert, daß fie ihm eins mit der Feuerzange auf den Kopf hauen werde. Allerdings hat der Angetlagte ebenfalls ähnliche Aeußerungen, und Allerdings hat der Angeklagte ebenfalls ähnliche Aeußerungen, und noch am Lage der Tat, zu einem Freunde gemacht. Dieser will diese machen könnte, wenn man ehrlich wollte. Der Mord an der Händlerin Bock. Sechs Jahre Gefängnis für Franziska Chimilewski. Bor dem großen Schwurgericht des Landgerichts fand gestern die Berhandlung gegen die Arbeiterin Franzista Chimilemfti ftatt, bie bie Händlerin Bod, bei der sie zusammen mit dem Zeugen Sadetti gewohnt hat, ermordet hat. Frau Bod betrieb ein fleines Ladengeschäft in der Fürstenberg. straße 10. Sie wohnte in einer fleinen Stube neben dem Laden. Die Angeklagte Chimilemfri und der Zeuge Sadetti hatten sich im Jahre 1920 verlobt, die Verlobung wurde aber wieder aufgelöft. Es bestanden zwischen der Frau Bock und der Angeklagten felt längerer Zeit 3miftigteiten. Am 26. August 1923 begab sich die Angeklagte in das Zimmer der Frau Bod. Es tam zu einem Bort wechsel zwischen den beiden. Schließlich warf die Angeklagte Frau Bod auf das Bett und mürgte fie am halfe. Dabei bemerkte die Chfmilewski, daß die Jalousien der Babentür hochgezogen waren. Sie ließ von der Frau ab und schloß die Jalousie. Dann fiel fie wieder über die Frau her und erwürgte fie. Die Angeflagte nahm darauf etwa 4 Millionen Mart, einen goldenen Ring und ver schiedene Wäscheſtücke an sich, die sie in einen Gad tat, der auf dem Hängeboden lag. Die Angeflagte gibt an, daß fie in Wut darüber, daß die Bock ihr den Bräutigam abfpenftig gemacht hätte, die Tat begangen habe, und zwar ohne Ueberlegung. Dagegen he hauptet die Antlage, daß die Tat faltblütig und mit Ueberlegung ausgeführt worden sei. Die Angeklagte erzählte bann Einzelheiten aus ihrer Jugend und schilderte die trüben häuslichen Verhältnisse. Ihr Bater sei ein Trunkenbold gewesen er habe für alle arbeiten müssen. Die Mutter, die vom er g erden fei, habe ihre Wut an den Kindern ausgelassen. Im Lauer Berhandlung mußte der Schlächter Sadetti, der Liebhaber der Angeflaaten Chimilewsti, zugeben, daß er sie wiederholt brutal mishandelt habe, auch noch, als fie in hochschwangerem Zuftande fich befand. Weiter gab er auch zu, daß er während des Verfebrs mit der Angeklagten fchon Beziehungen mit einer anderen Frau angefnüpft hatte. Frau Bod habe ihm dazu geraten und immer gefagt, er folle die Angeklagte, die von ihm schon zwei Kinder hatte, figen laffen, da fie für ihn zu alt fei. An dem verhängnis. vollen Morgen habe er feine neue Braut Frau Bod vorgestellt gehabt. Der Staatsanwalt nahm nur Totschlag mit nachfolgendem Diebstahl an und beantragte gegen die Angeklagte 6½ Jahre Zucht. haus unter Bersagung mildernber Umstände. Die Rechtsanwälte Dr. Artur Brandt und Dr. Herbert Fuchs wiesen darauf hin, baß es sich um eine nach den Gutachten der Aerzte geiftig fehr tief stehende Person handele. Das Schicksal dieser im Beben herumgeftoßenen Frau verbiene Mitleid. Das Be richt billigte nach längerer Beratung der Angefagten mildernde Umstände zu unb verurteilte fte wegen Totschlags und Diebstahl fu feds Jahren Gefängnis. In den Urteilsgründen fprach Band gerichtsbirettor Dr. Schimmat das Bedauern aus, daß das Gefeß feine Handhabe biete, den Hauptschuldigen, nämlich den Geliebten der Angeklagten, der die moralische Berantwortung für die Tat trage, zur Rechenschaft zu ziehen. Der Gaffenmord in der Belle- Alliance- Straße. Bor dem Schwurgericht des Landgerichts II begann gestern bie zweitägige Berhandlung gegen den Portier Karl Prüfer, ber be 1 SEIFE Redensart aber nicht ernst genommen haben. Die Berhandlungen tourden schließlich auf heute früh vertragt. ,, Sie fuhren weit weg." In Eggersdorf bei Spandau wurden gestern die 20 Jahre alte Fabritarbeiterin Frida Müller aus der Reichenberger Straße 131 erschossen und der 21 Jahre alte Schloffer Mag haerich aus der Spandauer Straße in Berlin erhängt aufgefunden. Haerich hatte seine Braut erſchoffen und darauf versucht, sich an seinen Hosen trägern zu erhängen. Als diese entzweiriffen, drehte er die Wermei feines Hemdes zusammen und wiederholte den Versuch. Diesmal gelang es ihm, fein Ziel zu erreichen. Der Beweggrund der graufigen Tat ist noch nicht zu erkennen. Auf einem Bettel an Frau Müller, die Mutter der Erschoffenen, stehen folgende Worte: Liebe Frau Müller! Wir haben uns beide sehr gut vertragen. Wir fahren jeßt weit weg!" Das Mädchen hatte jedenfalls feine Ahnung von dem Borhaben ihres Geliebten, da es noch am Abend vorher in fröhlichster Stimmung gewesen ist Haerich war ftets ein verschlossener Mensch gewesen. Bielleicht hat er die Tat in einem Anfalle von Geiftestrankheit begangen. Ueber 200 000 Besucher in Seddin. Am legten Sonntag ist die eisenbahntechnische Ausstellung Berlin- Seddin geschlossen worden. Bis zum letzten Tage waren die Ausstellungshallen und das Gelände star! besucht. Insgesamt sind mehr als 200 000 Be iucher in Seddin gewefen, darunter zahlreiche Ausländer. Die ungewöhnlich rege Anteilnahme hat gezeigt, wie bolletümlich die Eisenbahn und namentlich die Lokomotive in Deutschland ist. Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 21. Oktober. Bei einer Schlägerei erstochen. das In der Nacht zum 10. Auguft d. J. um 1 Uhr wurde in das Krankenhaus in Budow ein Mann eingeliefert, der einen Meiferstich in das Gehirn erhalten halte. Er ist jetzt an den Folgen diefer Berlegung gestorben und wurde festgestellt als ein Straßenhändler Weichert. Die Ermittelungen ergaben, daß er den tödlichen Stich in jener Nacht bei einer Slagerei Bursthändlern in der Manteuffelstraße in der Gegend der Awischen Straßenhändlern, Straßenmädchen und Staliger und Naunynstraße erlitten batte. Es ist aber noch nicht gelungen, die Täter zu ermitteln. Wer zur weiteren Anflärung sich bei Kriminalfommissar ob im Polizeiamt Kreuzberg, Beitragen fann, insbesondere Zeugen der Schlägerei werden erfucht, Bimmer 44-46, am Belle Adiance Blaz 5, zu melden. # Aenderungen im Straßenbahnverkehr. Bom 20. Oktober d. 3. ab wird die Linie 176, HundefehleZentralviehhof, über Eldenaer Straße, Scheffelstraße und Möllenborfstraße bis zum Roedernplatz in Lichtenberg verlängert. Auf der Linie 97, Bahnhof Südende- Mariendorf, wird während ber Hauptverkehrszeiten früh und nachmittags der Fahrabstand von 20 auf 15 Minuten verbichtet. Die Linie 40, Steglitz- Swine. münder Straße, wird anstatt über Leipziger Straße, Spittelmarti, Mollenmarkt, Rathaus, Spandauer Straße, Neuer Martt von der Leipziger Straße über Mauerstraße, Französische Straße, östlicher Lindentunnel, Dorotheenstraße, Rupfergraben, Eiferne Brüde, Mufeumsstraße Burgstraße, Neue Promenade zum Hadeschen Markt und weiter wie bisher geführt. Die Linien 12 und 32, die wegen Bauarbeiten durch den westlichen Lindentunnel geführt wurden, werden vom 20. d. M. ab ebenfalls durch den öftlichen Tunnel geleitet. Auf einer Anzahl Linien werden die Abfahrt zeiten von den Endpunkten um einige Mi uten verschoben. Die geänderten Seite werden auf den Aushangfahrplänen in den Wagen befantgegeben. Außer dem üblichen Tagesprogramm: kapelle). Während der Pausen: Ratschläge fürs Haus". 7.45 Uhr ftellt gegenwärtig eigens au diesem Zwed angefertigte Handarbeiten 4.30-8.30 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funk- Mode und Handarbeit. Das Raufhaus des Westens abends: Vortrag des Herrn Direktor von Müller, Präsidenten des aus, bie bie Deutsche Modeindustrie in ihrer Bolllommenheit zeigen. Reichsamts für Landesaufnahme: Die Bedeutung der Landes Wrrangements find ein Bunder an fünftlerischem Geichmad. Farben aufnahme". 8.30-10 Uhr abends: VL Sonderveranstaltung der Funkstunde unter Mitwirkung von Fausto Ricsi( Bariton der Maibon berückender Schönheit leuchten dem Belchauer aus Filetdeden länder Skala), Ibolyka Gyarfas( Violine), Otto Urack( Cello). mit Beberftidereien, loftbaren, apart geformten Riffen, Teepuppen, 1. Adagio aus der D- Dur- Sonate, Locatelli( Otto Urack). 2. Violin- Ruchengloden und mit bunten Wollen gefüllten Regalen entgegen. ziane, R. Brogi. b) Marechiare, Paola Tosti, e) Piccola Zingara konzert in A- Moll, Vivialdi( Ibolyka Gyarfas), 3. a) Visione Vene Wolfe ift die große Mobe, findet mithin verschiedenartigfte BerKreisler, b) V. Ungarischer Tanz, Brahms- Hubay( Ibolyka Gyarfas). aus der Oper Zaza", Leoncavallo( Fausto Ricci). 4. a) Liebesleid, 5. a) Credo, Verdi, b) Maria Marie, Di Capua. c) Prolog aus der Oper Bajazzo, Leoncavallo( Fausto Ricci). 6. a) Andantino, Martini Kreisler, b) Serenade, Pierné( Otto Urack). Am SchwechtenFlügel: Hans Philipp Hofmann. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst. Sportnachrichten, Theaterdienst. menbung; Beispielsweise find wollbestickte, waschbare Garnituren Blumentörben( Teemarmern), aus winzigen handgenähten Seidena fehen. Russische Arbeiten prangen in herrlichstem Bunt neben blüten bestehend. Den Hintergrund für diese kunstfertigen Dinge bilden Transparent- Malereien. 7, Uhr: Versammlung der Mitglieder der Konsumgenossenschaft der BerMitglieder der Konfumgenoffenfchaft Moabit! Mittwoch, 22. Dftober anfsstellen 26-28, 85, 81, 102, Schulaula, Wiclefftr. 53/54. feber vernunftgemäßen Hautpflege muß lauten: Wasche Dich täglich mit der weltbekannten milden Ray- Seife!" Denn ihr loftbarer Gehalt an Hühnerei hat eine doppelte Wirkung. Erstens erzeugt er, wie feit Jahrhunderten bekannt, eine zarte, reine und Jugendfrische Haut, und zweitens einen Schaum von wunderbarer Weichheit und ganz eigenartiger Ronsistenz. Auf Grund dieser beiden Borzüge wird Ray- Seife seit mehr als 23 Jahren als die im Gebrauche mildeste Toiletteseife angesehen. Sie werben von der Güte und Wirkung der Ray- Seife überrascht sein. Berlangen Sie flar und deutlich: Ray- Seife Abban, Maffengaragen und Wohnungsneubau. Summe im Jahre rund 5 Millionen. Davon können für elma 720 Wohnungen Bauzuschüsse gezahlt werden. Die Entwicklung hat gezeigt, daß man mit dem Verfahren der Zuschußzahlung den Wohnungsbau recht wirksam fördern fann. Seit Infrafttreten der Hauszinssteuer feien aus beren Mitteln in Groß- Berlin 5000 Wohnungen errichtet worden. Damit ist nicht nur die Wohnungsnot ganz erheblich gemildert worden, sondern auch die Arbeitslosigteit im Baugewerbe hat baburch start abgenommen. Der Bürgermeister will bei den maßgebenden Stellen beantragen, daß die Beträge, welche aus Haus Die Feierstunde Aus der Bezirksversammlung Charlottenburg. Die bürgerlichen Fraftionen der Bezirksversammlung Charlot tenburg mußten in der letzten Sigung zu ihrem größten Merger ihren Abbaueifer wiederum zügeln. Sie glaubten, diesmal endlich ihre Absicht, den Genoffen Stadtrat Karrer den Dezernenten des Arbeitsamtes abzubauen, durchführen zu können. Der von ihnen eingereichte Antrag, Rarter abzubauen, fam nicht zur Berhandlung, weil bre Berfammlung mit 26 gegen 24 Ghimmen den Beschluß des Ausschusses über den Abbau von besoldeten Bezirksamtsmitgliedern annahm. Dieser Ausschuß hatte mit 7 gegen 6 Stimmen beschloffeer, das Bezirksamt zu ersuchen, durch Rüdfrage beim Ministerium des Innern festzustellen, ob dort die Anweisung des Berliner Magistrats zum Abbau von 2 Mitgliedern des Bezirksamtes als bindend angesehen wird. Dethleffen, der Sprecher der vereinigten Bürgerlichen, warnte aus fachlichen Gründen, diesem Befchluß beizutreten. Der Beschluß des Ausschusses bedeute eine Berzögerung des Abbaues. Aus den Ausführungsbestimmungen, die bas ministerium des Innern zur Personalabbauverordnung erlassen hat, geht flar hervor, daß der Magistrat zu bestimmen hat, wie viel Beamte abzubauen sind. Es fomme hinzu, daß in den letzten Tagen fich die Landesversammlung für den Abbau von Wahlbeamten entschieden habe. Es besteht aljo kein Zweifel mehr darüber, zinssteuern eingehen, auch zur Hergabe von 1. Hypothefen zu mäßigen daß die Personalabbauverordnung auch auf die Wahlbeamten angewendet werden müsse. Die sozialdemokratische Fraktion brachte Binssätzen verwendet werden, damit der Bau von Hochhäusern wieder rentabel wird und dadurch auch den minderbemittelien Streifen, zum Ausdrud, daß ihrer Meinung nady der Abbau von be foldeten Wahlbeamten überhaupt unzulässig fei die ja sehr erheblich zur Hauszinssteuer beitragen, billigere Woh und stimmte für den Antrag des Ausschusses. Nun müſſen die Rechts- gen zur Verfügung stehen In Charlottenburg muß die Aufführung von Hochbauten ganz besonders eifrig betrieben werden, um parteien der Charlottenburger Bezirksversammlung sich wohl oder ablich die noch in den unzulänglichen Baraden wohnenden Mieter bel noch einige Bochen gedulden. Bis dahin ift hoffentlich die angemeffen unterbringen zu fönnen. ganze Abbaufrage durch die Landesversammlung und das Ministe rium endgültig geflärt. In längerer Debatte wurde noch einmal der geplante Bau von Massengaragen in der Haefelerstraße, in unmittelbarer Nähe der Häuser ber Baugenoffenfchaft, behandelt. Bereits in einer Aus: yußfizung haben unsere Genossen darauf hingewiesen, daß folche Maffengaragen großen Lärm verursachen und durch den Benzingestant eine bedeutende Berschlechterung der Luft herbeiführen. Außerdem ift bie Steigerung des des Verkehrs in der Nähe solcher Maffengaragen eine große Gefahr für Kinder und erwachsene Straßenpaffanten. Die SPD. Frattion stellte deshalb den Antrag, das in Frage tommende Gelände durch Grlaß baupolizeilicher Vorfchriften ausfchließlich für die Erbauung von Wohnungen zu fichern. Dieser Antrag wurde von der Bezirksversammlung ab gelehnt. Dagegen wurde einstimmig beschlossen, das Bezirksamt zu erfuchen, fofort mit dem Polizeipräsidenten in Verbindung zu treten, um im Bezirk Charlottenburg Gebiete anzuweisen, welche fich zur Errichtung von großen Garagen besser eignen, als wie das in Aus. fidyt genommene. Von dem Ergebnis dieser Berhandlungen ist der Bezirksversammlung Mitteilung zu machen. Ein von uns gestellter Zujazantrag, Genehmigungen für den Bau von Massengaragen fo lange nicht zu erteilen, bis die Berhandlungen mit dem Bolizeipräsidenten erledigt find, wurde gegen die Stimmen der Sozialdemokraten abgelehnt. Eine andere Anfrage ersuchte das Bezirksamt um Auskunft, wie weit die von Charlottenburger Bürgern gezahlte Wohnungsabgabe zur Linderung der Wohnungsnot in Charlottenburg und zur Unterstüßung gemeinnüßiger Siedlungs. gesellschaften Verwendung gefunden hat. Der Bürgermeister teilte mit, daß der Bezirk von den eingehenden Hausginssteuerbeträgen ein Drittel für sich verwenden dürfe. Fir Charlottenburg beträgt diese Unsere der Sozialistischen Arbeiterjugend anläßlich des 20jährigen Bestehens findet im Gr. Schauspielhaus am Sonntag, den 26. Oktober statt. Der Bezirksvorstand. Die Haffkrankheit im Freiffaat Danzig. In den zum Freistaate Danzig gehörenden Orten Jungfer, Stuba und Zeyer, ist die sogenannte Hafffrankheit festgestellt worden. In Jungfer ist sie am stärksten aufgetreten, wo bisher auch ein Todesfall zu ver zeichnen ist. Bon amtlicher Stelle in Danzig wird die Nachricht über das Auftreten der Haffkrankheit im Freistante bestätigt. Aus der Partei. Dreißigjähriges Parteijubiläum. Am 25. Ottober d. 3. blidt der Sozialdemokratise Rreisverein 3ittau in Gadyfen auf fein breißigjähri ges Bestehen. Die sozialistische Bewegung in der sächsischen Oberlausitz hat sich aus fleinen Anfängen heraus entwidelt. Lange Beit galt diese Gegend als derjenige Teil Sachfens, wo unfere Bewegung nur schwer vorwärts zu bringen war. Das hat sich unter: dessen ganz bedeutend geändert. Die Partei stellt heute einen ochtunggebietenden Faktor dar. In der schwierigen Zeit der letzten Jahre hat fich auch hier unsere Organisation wader behauptet; trotz allen Anfeindungen von der äußersten Linken und Rechten ist es vorwärts gegangen. Erft vor kurzer Zeit hat sich die Partei eine eigene Beitung gefchaffen. Bei den lehten Reichstagswahlen hatte sie einen beträchtlichen Stimmenzuwachs zu verzeichnen. Groß ist die Anzahl der Parteigenoffen, die in den Gemeindepartamenten als Gemeindeverordnete und Gemeindeäſteſte tätig sind. Eine ganze Reihe Gemeinden haben einen fozbalifüfchen Bürgermeister. Natürlich hat auch die Gewerkschafts- und Genoffenfchaftsbewegung in entsprechender Weise sich entwideft. Die fäch fische Oberlausit stellt für unsere Partei eine Hochburg dar. Bet dem Opfermut der Parteigenoffen ist zu hoffen, daß es immer so bleibt. Zum Schluß wurden die Straßenbahnunfälle be. fprodjen, welche sich in letzter Zeit auf Charlottenburger Gebiet ereignet haben. Die rechte Seite des Haufes führte die bedauerlichen Unglücksfälle lediglich auf technische Unzulänglich eten zurüd und verlangte ein Verbot der Ueberfüllung der Straßenbahn und eine Bermehrung der Wagenfolge auf den eineinen Linien. Die Sozialdemokratie betonte, baß in der Hauptfache bie starte Ueberlastung des Berfonals und Parteinachrichten die Tatsache, daß in der letzten Zeit fast ausschließlich junge, nicht vollkommen ausgebildete Fahrer eingestellt worben find, die Schuld an den vielen Unglücksfällen tragen. Die vollendetsten technischen Einrichtungen bieten nur ei ten mangelhaften Schuß gegen Gefahren, so lange die Angestellten der Straßenbahn durch zu lange Arbeitszeit übermäßig angeftrengt find und für einen Stundenlohn Don 21 bis 60 Pf. täglich 10 els 14 Stunden arbeiten müssen. Del- und Benzinbrand in Roblenz. Ein großer Branb wütete Gesellschaft American Oversee Trading Corporation. Zahlreiche in Roblenz in dem Del und Benzinlager ber amerikanischen Benzinfäffer explodierten; der Schaden ist ungeheuer groß. Die Ursache des Brandes ist noch nicht aufgeflärt. Menschenleben find nicht zu beklagen. 9000 3entner Getreide verbrannt. Eine Scheune der BevinzialHeilanstalt zu Lüneburg geriet in Brand. Die Feuerwehr mußte fich darauf beschränken, die angrenzenden Gebäude zu schüßen, wäh rend die Scheune selbst vollständig niederbrannte. 9000 3entner ungedroschenes Getreibe und eine Reihe landwirtschaftlicher Maschinen wurden ein Raub der Flammen. Man vermutef Brandftiftung. Bergarbeiterlos. Durch ein schlagenbes Better sind in der Rohle.igrube Winter- Slag in der Proving Limburg in Belgien drei Arbeiter getötet und vier verlegt worden. HandarbeitsAusfellungen haben bisher stets das regste Interesse unserer sehr geehrten Damen- Kundschaft gefunden. Die auf Anregung weitester Kreise jetzt neu veranstaltete Ausstellung fűr Handarbeiten aller Art und Gaffungen übertrifft bei weitem alles bisher Gebolene. Fin Besuch dieser Ausstellung dürfte deshalb sehr interessant und zugleich nützlich sein, weil wir ganz neuartige Handarbeits- Methoden vorführen und die hierfür erforderlichen Materialien aller Art gleichzeitig zu besonders billigen Preisen zum Verkauf bringen. KAUFHAUS DES WESTENS Ka Jewe DAS HAUS DER QUALITATS WAREN! Tauentzienstr.21-24, Wittenbergnlatz einfendungen für diese Rubrik find Berlin SW. 68, Lindenstraße 8, für Groß- Berlin ffets an das Bezirkssekretarist, 2. Sof, 2 Trep. rechts, zu richten. Abendfeier der Frauenwerbewoche! Die wegen Ueberfüllung am Freitag, ben 17. Oktober, abends ½ Uhr, Dan ber Abenbfeier ausgeschlossenen Inhaber von Eintrittsprogrammen merben gebeten, ihre Programme file die nächste, voranssichtlich Ende November fattfindende Abendfeier aufzubewahren. Sie behalten für diese Beranstaltung Galtigkeit. 3. Areis Bebbing Der Kursus Moderne Probleme im Sozialismus" findet ftatt am Mittwoch, abends 7 Uhr, in der Schule Grünthaler Straße 4/5, Alaffenraum Sof links. Um rege Beteiligung wird dringend erfucht. 17. Areis Lichtenberg. Bildungsausfchuß- Sizung Dienstag( heute) 7% hr in der Bibliothet, Weichselftr. 28. Wichtige Tagesordnung. 19. Kreis Bankow. Siehe 3. Kreis Wedding. 20. Kreis Reinidendorf. Giche 3. Kreis Bedding. 4. Kreis Brenzlauer Berg. Arbeiterwohlfahrt und Kinderschustommiffion. Die Abrechnung der Sammellisten der Deutschen Nothilfe" findet heule 7 Uhr bei Burg. Brenzlauer Allee 189, ftatt. Heute, Dienstag, den 21. Offober: 70. Abt. Wilmersdorf. In der heutigen Mitgliederversammlung findet die Borsiandswahl statt. 101. Abt. Treptow. Sur heute stattfindenben Frauenfundgebung im Reichenfaal der Schule Bilbenbrudsstraße, abends 7 Uhr, ist Sie Teilnahme aller Genoffinnen und Genoffen Bflicht. Rowawes. Dienstag, 21. Oktober, abends 7% hr. bei Siemte, Ballfir. 55, Funktionärligung. Sungfoaialisten, Spielgemeinschaft! 8 Uhr Juristische Sprechstunde, Sinden. ftraße 8, Busammenkunft. Aussprache über die Winterarbeit. Anzahlung Verein der Berliner Buch- Berein der Berliner Buch- Auf Teilzahlung ½ zabung drucker und Schriftgießer druder und Schriftgießer Nach langem, schwerem Leiden entfchlief am 15. O't. unjer lieber Freund nb alter Rampfgenoffe, ber Rollege Paul Ranhuf Das Abstimmungsmaterial zur Ur wahl von vier Hanblegerbeisigern für den Berbandsvorstand ist von feiten der Be triebe mit 20 Mitgliedern und mehr von der Berwaltung abzuholen. Die Wahl findet in der Woche vom 20. bis 25. Oftober d. J. ftatt, und bie Stimmzettelauszahlung ist am Em Alter von 72 Jahren. Der Ber ftorbene wat in langen Jahren in ben verschiebensten Bofitionen als Vereins- Montag, 27. b M., nachm. von 5 Uhr ab funktionär tätig und stets bemüht, in trener Pflichterfüllung feinen Rollegen ein elfriger Förberer ihrer Intereffen au sein. Der Dant der Organisation und feiner Freunde ift ihm gewiß. 118/9 Der Ganvorstand. Die Eindscherung erfolgt beute, Dienst., mittage 12 Uhr, Gerichtstr.37/ 38 im Graph. Bereinshaus anberaumt. 118/8 Der Gauvorstand. 100 000 Prof. Dr. Keysser Weihnachtsbäume Chefarzt und leitender Chirurg des Vinzenzkrankenhauses, Lichterfelde Ost, Wilhelmstr. 36a hält vom 20. Oktober ab Sprechstunde Litzowplats 6, hpt. Montag b Freitag 5-6 U.; Tel.: Lützow 672 Im Krankenhaus vorm. 12-1 Uhr, nur nach telephonischer Vereinbarung. Tel: Lichterfelde 201 u. 908. Stidlinge 1 bis 3 meter, volle, frische, bunkelgrüineBare inWaggon Labungen frachtfrei Station Berlin, jekt preiswert abzuschließen. Reettanten wollen Abreffe mittellen an Jünger& Diedrich, Berlin W8, unter H. 782. Rest in 6 Monatsraten 8u Babenpreifen fanten Sie elegante, gutfigende Herrengarderoben Damen- Gummimantel ALBERT be! Shenk openidier Str. 127 Sof rechts, feln Laben. Geschäftsz. 9-7 Uhr. Diskret! Ungeniert! Der gute KapitänKautabak ist in dealston ZigarrenKaufabakerbilities geschaffen erhältlich C. Röcker, Berlin Lichtenberger Straße 22, Kgst. 3861 Der note Frosch wie er hier steht ist Garantie für Qualität Erdal putet die Schuhe, pflegt das Leder Erdal- Fabrikniederlage Berlin, Lankwitz, Charlottenstr, 33 津 Morgan, Mittwoch, den 22. Oftober: Migliederversammlungen und Zahlabende in Groß- Berlin! 3. Abt. 7 Uhr im Saal 5 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24/25. Bot. trag des Genoffen Dr. v. Ungern- Sternberg: Die deutsche Wirtschaft nach dem Londoner Abkommen." 5. Abt. 7% Uhr Funktionärfikung bei Seblee, Georgenfirchstr.$ 6. 8. Abt. 7 Uhr bei Büttner, Schwedter Str. 23. Thema: Aus dem toten Saufe." Referent: Stadtverordneter Justizrat Siegbert Löwn. 8. Abt. 7% Uhr Mitgliederversammlung bei Grinder, Schwerinstr. 13. Bortvag der Genoffin Burm, M. d. R.: Die politische Lage." Die Beairfsführer treffen sich eine halbe Stunde früher. .st. 7% Uhr Zahl- und Diskutierabend bei Sufenbach, Perleberger Straße 64. Abrechnen der Bezirksführer am Sonntag, den 26. Oktober, von 10-12 Uhr beim Raffierer Otto Serrichen. Wilsnader Str. 40. teilungsleiter: Albert Schmidt, Rathenower Str. 25. Ab10. Abt. 7% Uhr Reichensaal der Schule Alt- Moabit 23. Vortrag des Genoffen Dr. Rocad: Die politische Lage." Die Funktionärversammlung faut aus. 11. Abt. 7 Uhr bei Berger, Levekom, Ede Jagowstraße. Bortrag des Genoffen Abramowitsch: Arbeitsverhältniffe in Rußland." 14. t. 7% Uhr Smule Buttbufer Str. 3, Mitgliederversammlung. Bortrag über Rulturfragen. 15. Abt. 7 hr bei Goldbach, Binetaplan 7, Abteilungsversammlung. Bortrag des Genoffen Kreuziger: ,, Aus dem roten Saufe." 17. bt. 7% Uhr Gesellschaftshaus Triftstr. 63, Abteilungsversammlung mit Gästen. Referens Genoffe Metisch. Thema: Bilrgerflod oder Ar beiterblod." 18. Ubt. 7 Uhr Schulaula Bankstr. 17, Bortrag des Genossen Dr. Aarsen: Aus der Geschichte der Partei." 79. 161. 7 Uhr Graue Schule, Gothenburger Straße. Bortrag des Genoffen Leid, M. 6. 2.:,,Die Bolttit in Preußen." 28. st. 7% Uhr bei Wende, Roloniefte. 123, Mitgliederversammlung. Neferent: Genoffe Kurt Seinig: Die politische Lage." 21. St. 7 Uhr Schulanla Blantagenftr. 15/17, Bortrag des Genossen Dr. Mofes: Die Frau in der Bolitit und in der Gesezgebung." 22. ASt. Die Mitgliederversammlung findet am nächsten Mittwoch, den 29. Oktober, in der Schulaula Bütticher Str. 47/48 statt. 23, Abt. Die Abteilungsversammlung findet umständehalber erft Donnerstag in der Schulaula Mullerstr. 48 statt. 24. 26t. 7 Uhr in der Schulaula Seinersdorfer Str. 18. Vortrag des Genofen Koste: Was muß der Arbeiter von der BetriebswirtschaftsIehre wiffen?" 25, Abt. 7% Uhr im fleinen Gaal des Gaalbaues Friedrichshain Mitgliederversammlung. Bortrag des Genoffen Mirus über: Bartei und Ronfumgenolfenidbaft. Borwärtslefer willkommen. Die Bezirksführer Taben ein. 27.st. 7% Uhr Zahlabende: Gruppen Schilling, Genz und Lipinski bei Mehling, Gaudystr. 6. Gruppe Stoldt bei Bogdanowig, Sonnenburger Str. 1 Gruppe Trommel bei Senffer, Kopenhagener Str. 37. 99. Abt. 8 Uhr Werbeaufammenkunft der Bezirke 962-967 bei Rochhaus, Schliemannftr. 38. 38. Abt. 7 Uhr Rahlabende: Bezirke 940/42 bei Bobft, 2ndjener Str. 103, 943/46 bei Schmidt, Bappelallee 64, 951/54 bei Soffmann, Enchener Str. 8, 971/79 bei Mabulani. Carmen- Eniva- Straße 123, 980a- d bei Neustaedt, Wicherstr. 50. Theater, Lichtspiele usw. Staats- Theater Lessing- Theater Opernhaus Täglich 8 Uhr: FU: Zwingburg Die große Revue: Opernhaus am Königsplatz 7: Hänsel u.Gretel Leierkasten Wien gib acht! Ueb.150Mitwirkende Schauspielhaus Kasse den ganzen Tag geöffne 7% Uhr: Faust. I. Schiller Theater 7 U: Fuhrmann Bentsch. Künstlertheat. Henschel Volksbühne 7: Vasantasena Deutsch. Theater 7 Uhr: Die heilige Johanna von Bernard Shaw Regie: M. Reinhardt Kammerspiele 8 Uhr: Die tote Tante und andere Begebenheiten Theater 1. d. Koniggrüler Str. 8 Uhr: Erich XIV. Th. a. Nollendorfpl. 7.30: Die Geliebte Sr. Hoheit mit Fritzi Massary Berliner Theater 7.30 Uhr: Der süße Kavalier Komödienhaus 2: Der unwiderlich. Kassian SCALA & Uhr: Internat. VARIETE Th. im Admiralspalast Täglich 7 Uhr Der Tanz am die Liebe Operette in 3 Akt. von Osk. Strauss Martha Serak Erikav.Theilmann Paul Graetz/ Robert Nästlberger Robert Scholz Hans Wassmann Georg Baselt Erich Walter Mus.Leit.: M. Roth Tänze: H. Lingen Bühn.Bild: E.Stern Lustspielhaus Tägi 8 Uhr. Die Zwillingsschwester Lustsp, v. L.Fulda Kate Borsch/ Joh. Riemann Hans Junkermann Hewes Operettenhaus Täglich 8 Uhr: K. Valentia/ Lisi Karlstadt in ,, Vorstadttheater" Burleske v. Karl Valentin Wallner Theat. Tägl. 7% Uhr: Uriel Acosta Residenz- Th. Tägi. 7 Uhr: Dir.: Fel. Meinhardt die große Revue Die „ Noch und Noch vier Central Theater U Täglich 8 Uhr: Gwissenswurm Schlaumeier Deuts Opernhaus 71/2 Mus. v. W.W. Goetze Rigoletto Kleines Th. Uhr: Intimes Theater 8: Liebeskonzern Täglich 8 Uhr Tempo- Tempo: Tilla Durieux in Metropol- Theater Ein idealer Gatte Tägl. 7% Uhr: A. Schröder, Westerhold, Gräfin Mariza Burg. 8. Lettinger Th. 1. Kommand. Str. Adele Sandrock, Letzt Vorstellungen Trianon- Th. 8: Malobetrotter Dramatisch. Theater Solott' Chausseestr. 30/31 Heute 7 Uhr: Dir.: Wilh. Dieterle Erika Gläßner, 7 Uhr: KOMODIE Jul.Falkenstein u. Ferd. Bonn UM ROSA Th.i.d.Gem.- Turnhalle v.P. A. Angermayer Weißensee, Pistorfasst.23 Theater am Kottbusser Tor Sonnt. abds. 7 Uhr Eva Benndorf in. Täglich 8 Uhr. Der fidele Bauer Sonnt. nachm.3U.: Elitevon Leo Fall Preise: 80 Pf. b. 2 M. Vorverk. u. Abendk. KOMISCHE OPER Direktion: James Klein 8 Uhr Allabendlich 8 Uhr Diese Revue Das hat die Welt noch nicht geseh'n" übertrifft fraglos alle Revuen der Welt aus folgenden Gründen: Die berühmtesten Berliner Bühnenkünstler sind nur bei uns! Die Original- Ausstattungen der Pariser Revuebühnen sind nur bei uns! Die fabelhaften echten spanischen Tanztruppen sind nur bei uns! Wirkliche große dekorative Aufbauten und große Balletts sind nur bei uns! Der Marsch ins Wasser ( Legende vom Nil). Das große Perlen- Ballett mit dem lebenden Diadem. Die Soldatenburg mit 90 Zwergen und Knaben. Das Straußfedern- Ballett vorgef. v. franz, Mannequins Was unter einem Frauen32. 6. The Abteilungsversammlung in Camibis eftaler, Fachtſte. Se ( oberer Saal). Tagesordnung: 1. Bortrag bes Geneffen Sanda: ,, Warum find mir Gozialdemokraten?" 2. Diskussion. Abteilungsangelegenheiten und Berschiedenes. Die Genoffen laden Gäfte ein.. 35. Abt. 7 Uhr Schulaula la Sohenlohefte. 10, Bottvag der Genoffin Wachen71 Die Bezirksführer heim: Sozialdemokratie und Regierungsbildung." müffen einladen. Abrechnung mit dem Raffieret. 34. bt. 7% Uhr in den Comeniusfeftiälen, Meneler Str. 67. Aus der Geschichte der Partei. Referent: Gex. Rarl Berntuth. 21 35. Abt. 7 Uhr Schulayle Rigaer Str. 82, Mitgliederversammlung. Bor. trag des Genoffen Stadtrat Seremann: Rommunalpolitik." Gäste und Bomärtslefer lönnen eingeführt werden. Bezirksführer einladen. 36. Abt. 7½ Uhr Schulaula Petersburger Str. 4, Vortrag der Genoffin Sanna, M. b. 2.:,,Die politische Lage." Gäste haben Zutritt. 38. bt. 7 Uhr unterer Gaal bei Schmidt, Fruchtftr. 36a, Vortrag des Gensfsen Robert Breuer: Die politische Lage." 39. Abt. 7 Uhr Juristische Sprechstunde, Lindenfte. S, Borisas des Genoflex Riemann: Regierungsbildung und Sozialdemokratie." 6% Uhr Funktionärsihung. 42. Abt. 7 Uhr Schule Bergmanxit. 68/69, Sitgliederversammlung. Thema: Die Stellung der Partei aum Staate." Bor 43. bt. 18 Uhr bei Rabe, Fichteftt. 29, Abteilungsversammlung. trag des Genoffen Litle: Die Borgänge im Bezirksamt Rreuzberg." 45. Abt. 7 Uhr Mitgliederversammlung in der Schuleula Reichenberger, Ede Forfer Straße. Bortrag des Gexoffen Adolf Soffmann: Bollsnot und Reichstag." Borwärtslefer und Intereffenten find eingeladen. 47. Abt. 7 Uhr Mitgliederversammlung mit Referat des Gensifer Paul Sirsch bei Behrendt, Meanteuffelste. 95. Charlottenburg. 51. abt. 7½ Uhr bei Schellbad), Rönigin- Elifabeth- Str. 6, Bortrag über Die Tommunale Tätigkeit". Referenten Genoffen Dr. Borchardt und Dr. Gußmann. 53. bt. 7 Uhr Schulaula ber 29, Gemeinbeschule, Biebestraße, Mitgliederversammlung. Bortrag des Ge. noffen Steinkopf, M. d. R.: Die Sozialdemokratie in der Roalition oder Oppofition." 54. bt. 7 Uhr im total 8um Birnbaum", Galvaniftr. 13, Bortrag des Genoffen Dr. Barburg: Deutschnationale Regie. Tung oder Reichstagsauflösung?" 56. t. 7 Uhr in der Schulaula Bestalosaifte. 40/41. Bertrag des Genoffen Dr. Witte über: Die politische Lage." 57. bt. 7% Üht bei Thunad, Wielandite. 4. Abteilungsver fammlung. Bertrag des Genoffer Sufchit über die politische Lage. 68. Abt. Salenses. 8 Uhr Zahlabend bei Gandmann, Westfälische Str. 42. 8. Abt. Schöneberg. 7 Uhr im Selmholz- Gymnasium, Rubensstraße, Bortrag des Genoffen Frik Schröder: Die Anleihe und ihre Bedeutung für die Arbeiterschaft." 81. Abt. Friebenan. 7% Uhr im Geschäftszimmer des Friebenauer Rathanses, Lanierplay. Bortrag der Genoffin Dr. Begscheider- 8iegler, M. d. 2.: Rultur und Partei." 82. Abt, Steglik. 8 Uhr bei Thier, Albrechtstr. 87, Gigung des Agitationsausichuffes mit dem engeren Borstand. Wichtige Tagesordnung. Anmesenheit der Bezirksführer erwünscht. 85. St. Lantwig. 8 Uhr Mitgliederversammlung ist Barabiesgarten. Borfrag des Genoffen Dr. Freund, M. d. 2.: Politischer Rüd- und Ausblid." 85. Abt. Tempelhof. 8 Uhr Aula der 2. Gemeindeschule, Werder, Ede Friedrich- Wilhelm- Straße, Mitgliederversammlung. Genosfe Pfarrer Frande spricht über Sauptmanns, Beber". der Gemeindeschule( Seichenfean Weifeftr. 19/20. Borinag bes Ga noffen Rubeil, M. 5. R.: Die Bolitit der Bartet." 98. 2bt. Deffents liche Bersammlung am Mittwoch, den 22. Otober, 7% Uhr, Schulaule in der Gemeindeschule, Mariendorfer Weg. Tagesordnung: Reichstags= auflösung." Referent Gen. Aufhäuser. 110. Abt. Grünau. 8 Uhr bei Werner, Röpenider Straße, Mitgliederver fammlung. Vortrag des Genossen Theet: Politische Tagesfragen." 113. Abt. Lichtenberg. 7 Uhr Cecilieninzeum, Rathausstraße, Berbever fammlung Bottrag des Genoffen Dr. Richard Lohmann: Barum müſſex mit uns für Politit intereffieren?" 136. Abt. Reinickendorf- Oft. T½ Uhr im Jugendheim Seebab, Residenzkr. 49, Bortrag des Genossen Aünstler. Frauenveranstaltung am Mittwoch, den 22. Oktober: 79. Abt. Schöneberg. 7 Uhr bei Groß, Sedanstr. 17, Bortrag der Genoffix Todenhagen. Gäste wiltommen. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 44. Abt. Am 15. Oktober verfaeb Genoffe Paul Rauhut, Mariannex fleaks 48, im Alter von 72 Jahren. Einäscherung heute, Dienstag, 12 Uhr im Krematorium Gerichtster. 37/38. 79. Abt. Schöneberg Genoffin Edarbt ist verstorben. Die Einäicherung fand bereits am Montag in Wilmersdorf statt. Jugendveranstaltungen. ind Achtung, Teilnehmer am Sprecher! Millwood, ben 22. 5.., abenbe 48 Uhr, Brobe im Jugendhetan, Lindenstr. 3. Das Fahrgeld wird erfekt. Jeder Teilnehmer muß unbedingt erfcheinen. Theaterabonnements für 1924/25 find noch zum Preise box 5 m. The Jugendfekretariat, Lindenstraße 3, erhältlich. Zur Feierstunde am Sonntag, den 26. d. M., find noch Karten im Jugen fefretariat erhältlich. Heute, Dienstag, den 21. Oftober, abends 7% Uhr: Röpenie: Jugendheim Grünauer Straße Vortrag: Runst._ Moabit II: Souie, Am Stephansplat, Bortrag: Alt- Berlin." Neukölln M: Jugendheim Nogatstraße 53, Borirag: Infere Gegner." Neuölln V: Jugendheim Schierkestraße 44, Bortrag: Arbeiterkultur." Reukölln VI: Jugendheim Katser Friedrich- Straße( Schule). Bortrag: Aus den Ar fangen der deutschen Arbeiterbewegung. Geschichte der Arbeiterbewegung. 1. Teil." Nordost II: Samle Bößowstraße 40, Bortrag: Ist Religion Brivatangelegenheit?" Rorbring: Borwärtsspedition Greifenhagenes Rosen Straße 22, Bortrag: ,, Arbeiterjugend und Gewerkschaftsjugend." thaler Vorstadt: Schule Gipsstraße, Borttag: Arbeiterjugend und Literatur." Bantow: Jugendheim Breite Straße 32, Boritag: Gris Reuter." Neinidendorf- D.: Seebad", Refidensstraße 46, Bortrag: Grundlage des Marrismus. Schönhauser Borstadt: Schule Jbfenstraße 17, Einführunge abend. Steglit 1: Jugendheim Albrechtstraße 47, Bortrag: Alt- Berliner Sumor". Beißensee: Realgymnasium Woeldpromenade, Bortrag: August Bebel." Westen: Kurfürstenstraße 141, Bortrag: Körperpflege. .மர் Mentokn. 90. Ast. 7% Uhr in der Aula der Knabenmittelschule DonauWetter für Berfin und Umgegend. Meist betölt mit vereinzeltes straße 120, Bortrag des Genoffer Dr. Bosenter- Wolfsteht: Regierungs bildung und Bartei." 94. Abt. 7 Uhr Abteilungsversammlung in Regenfällen. Temperatur wenig verändert. Mäßige westliche Binde. 2 Nur so verpackt MARGARINE Schwan im Blauband 8 Thalia- Theater Uhr Große Volksoper su 7Uhr Tägl.7% Uhr rock alles zu sehen ist Zigeunerliebe usw. Lotte Werkmeister, Else Berna, Hanna Gorina, MiB Nielsen, Bruno Kastner, Arnold Riek, Paul Westermeier, Siegfr. Berisch, Hugo Flink, Heinz Sarnow, Bianca and Jesia, Jali und Fernan, Casanova usw. Bedent. herabges. Preise Parkett 10 M., I. Rang 8 M., II. Rang 6 M., III. Rang 3 M. Tagesk. ununterbr. geöffnet Musik von Franz Léhar Nelfor THEATER 7% 11. 7% Der Harem auf Reisen e. Rud. Nelson Berlins Musikschlager. Ververk 11-1, 5-7 Ohr Rose- Theater Dir.: B. Rose Alt- Heidelberg Anfang 7.45 Walhalla Circus am Rosenthaler Tor Großes internationales Varieté Programm! 16 Anfang 8 Uhr Sänger Casino- Theater Preise: 0.40 0.60 1.- 1.50 usw. Glänzendes Lothringer Str. 37 Tagl. 8 Uhr Oktober17. a. Neu! Neu! Programm Satan Weib! Auf vielf. Wunsch Berliner Volksstück in 6 Bildern Pannemanns Berliner Humor, Berliner Typen Liebestraum", Vorher: Bunter Teil Volkstüml. Preise Reichshallen- Theat. Abends& U. a. Stg. nachm. 3 Uhr Stettiner Sänger Neu Mutter uff Reisen Hachm. halbe Pr. b. vell. Abendprogr. Donhoff- Bretti: Herrlich. Progr.! Anf. 7. Populäre Preise Rennen zu Strausberg Busch Tgl.7%, Stgs. a.3 U. 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Bp.) bringt folgenden m zweiter Lesung abgelehnten Antrag wieder ein:„Im Falle des Abbaus von kom» munalen Wahlbeanrien kann der Ausschuß, falls der ordnungs- mäßige Gong der Verwaltung durch einen Abbaubeschluß ge- fährdet erscheint, auf Antrag der Aufsichtsbehörde durch eine«inst- weilig« Verfügung feststellen, daß dem Einspruch aufschiebend« Wirkung beigelegt wird." Abg. Kilian(Komm.) lehnt den Gefetzentwurf ab. Wenn der Willkür beim Abbau vorgebeugt werden soll«, so müsse das all- gemein erfolgen, und man dürfe nicht vor dem Kommunisten- abbau Halt machm. Abg. Gnesinsti(Soz.): Mit dieser ablehnenden Haltung stehen die Kommunisten sich selbst im Lichte. Ein Regierungsverlreler spricht sich gegen die rückwi r- kend« Kraft aus, die dem Gesetz beigelegt werden soll. Abg. Dr. v. Eampe(D. Bp.): Wenn die rückwirkende Kraft vom Uebel ist, so muß nicht nur der Termin vom 8. Februar, sondern auch der vom 1. September abgelehnt werden. An der namentlichen Abstimmung über diesen Antrag beteiligen f'-ch nur 154 Mitglieder. Das Haus ist beschlußunfähig. Di« Beschlußunfähigkeit kam dadurch zustande, daß die meisten Abgeord- neten der Deutschnarionalen und ein großer Teil der Ab- geordneten der Deutschen Volkspartei den Saal verließen und sich nicht an der Abstimmung beteiligten. Das Haus ist damit bereits zum dritten Male in der Frage' der Personalabbauverord- inmg beschlußunfähig geworden. * In einer sofort anschließenden zweiten Sitzung wird der Haushalt des J�tswohlfahrtsministeriums weiterberaten und zwar beim Wohnungs» und Siedlungswesen. ?lbg. Meper-Solingen(603.) Cs ist eine bewußt« Irreführung der BeoSlkerung, wenn bclMuptet wird, daß nur die freie Wirtschaft die Bau- rätigkeit beleben könne. Das ist unter den heutigen wirtschaftlichen Verhältnissen gar nicht möglich: die Mieten in Häusern, die ohne Vauzuschüsse errichtet werden, würden das Fünffache der Vor- kriogszeit betragen. Wer glaubt, daß Arbeiter und kleine Leute eine solche Last tragen können? Wenn die Mietpreise so gesteigert werden sollen, müßten die Löhne entsprechend steigen. Aber die Industrie lehnt ja schon heute jede Lohnerhöhung ab. In der In» statt onsperivde mußten die Häuser und die Wohnungen v e r- fallen und verwahrlosen. Di« Mieten müssen so beniesten sein. daß die Wohmingen instand geholten werden können. Mit dem, was das Ministerium m dieser Richtung den Hausbesitzern zugestanden hat: 64 Proz., ist für den Besitzer bei ordnungsmäßiger Bewirtschaftung schon ein Uebcrschuß möglich. Ich habe an über tausend Wohnungen die Probe darauf gemacht, lieber diese Grenze darf nicht hinausgegangen werden. Was an Hauszinssteuer mehr erhoben wird, muß für allgemeine Zweck« Verwen- düng finden. Zum Abbau der Wvhnu n gszwarrgs w i rstchaf t und des Mieterschutzes ist die Zeit noch lange nickst gekommen. Ohne ösfent- liche Hilfe ist ein Wohnungsbau nicht möglich. Der jährliche Wohnungszuganz war schon vor dem Krieg' rund 120 000, lieute werden nur SO 000 Wohnungen jährlich neu erstellt, wir haben also fortdauernd mit großer Wohnungsnot zu tun. Die Nutznießer der Hauszinssteuerhypotheken sind leider, namentlich in Verlin, nickst die Arbeiter itrid Angestellten, sondern andere, die es nicht nötig haben. Hier muß Wandel geschaffen iverden. Wir brauchen nach englischem Muster«in groß- zügiges Wohnbauprogramm. Mit de? dritten Steuern otoerordnunq bat das Reich ja auf eine selbständige Wohnungspolitik verzichtet. Jetzt ist also Preußen an der Reihe, ein solches Programm auf lange Sicht zu entwerfen. Abg. Sonnenschein(Dnat.) schließt sich den Wünschen des Vor- redn-srs nach baldiger Behebung der Wohnungsnöte an. Mit dem heutigen System werde das aber unmöglich fein. Di« Soziali- sierunq fei der L-stgedanke der Wohnungszwangswirtschaft ge- wesen. Selbst in der Mieterschaft wachse der Wunsch nach ihrer Aufhebung. In. merkwürdigem Gegensatz zu dem an geb. lichen Schutz der Minderbemittelten stehe die Mietpolitik des Staates, der für eigene Wohnhäuser die vierfache Friedensmiele verlangt habe.(Zuruf rechts: Wucher!) Mit der sozialistischen Gnindeinstellunq müste Schluß gemacht werden. Miete und Hans- zinssteuer sei klar zu trennen, dam»' de? Mieter erkenn«, was er an Miete, was er an Steuer.zahle. Die dritte Steusrnotoerordnung müsse fallen. Aus de? Hauszinssteuer seien Zinsbeträge für das Kapital zu gewähren. Kinderreiche Familien müßten Steuererlsichlerungen erholten. Bei einer solchen Aenderung der Wohnurgspolitit werde sich auch der Vaumarkt wieder beleben. Abg. Dr. Grundmann(D. Vp.) betont die Gegnerschaft seiner Partei gegen jede Zwangswirtschaft. Natürlich könne man die Wohnunflszwangzwirtschaft nicht mit einem Schlag auf- heben. Die Mieter müßten davor geschützt werden, daß sie kein Dach mehr über dem Kopfe hoben. Freilich seien sie in den letzten Iahren unerhört verhetzt worden.(Widerspruch ln-te.) Nach Aufhebung der Lebensmittelzwangswirtschoft waren Lebensmittel sofort da, wenn sie auch teurer wurden. Die Zwangswirtschaft hält sich nur durch Zuschüsse notdürftig am Leben. Wir verlangeii dm Ausstellung eine- Programms für die freie Woh- rnrngsivirlschcist. Den Anfang könnte man machen bei den gewerblichen Räumen und den großen Wohnungen. Das Wohnungsnot- recht muß schleunigst remdiert werden, denn da steckt noch das bißchen Soz-alisierung drin, das von der glorreichen Revolution noch übriggeblieben ist.(Lachen b, d. So.z.) Die hohen Zinssätze dürfen freilich nicht in die Haus miete einkalkuliert werden. Da muß auf andere Weise Abhilfe erfolgen. Abg. Kilian(Komm.): Das zwiespältig« System der preußischen Bekämpfung des Wohnungselends hat bankrott gemacht, wie alles bankrott gemacht hat(Zurufe rechts)— alles, außer den Kommu- nisten!(Lachen rechts.) In den Großstädten, wo das Wohnungselend am größten ist, werden relativ am wenigsten Wohnungen gebaut. Haben die Hausargrarier erst die Freiheft der Mietssteigerung, dann wird der Ermissionen kein Ende sein. Abg. Dominicus(Dem.): Bei der Rechnung des Ministers bleibt pro Jahr«in Fehlbetrag von 60000 Wohnungen übrig, der sich naturgemäß von Jahr zu Jahr noch vergrößern muß Ab- helfen kann bis zu einem gewissen Grade die Vermehrung der öffentlichen Mittel: aber wie ist weiter zu helfen? Die sachkundigen Darlegungen des Kollegen Meyer werden ja wohl auch weiter eine objektiv« Würdigung des großen Problems ermöglichen. Der Minister sollte einmal eine Sachverständigenprüfung der Theo- rien der Abgg. Meyer und Erundmann eintreten lassen. Ein so- fortiger Uebergang von der Zwangs- zur freien Wirischaft ist ganz und gar unmöglich. Sollte es aber nicht ausführbar sein, die ans- schließlich zu Geschäf'szweckcn benutzten Räum« fteizustellen? Bei dem jetzigen Bauzuschußsystcm mit Hilfe der Hauszins st euer Mfgeflogen! hat man, zumal in Berlin, Mißbräuche feststellen können, indem die neu erstellten Wohnungen zu übermäßigen Mietpreisen an reich« Leute, auch sehr häufig an Ausländer, vermietet werden. Redner empfiehlt dann noch die abgebauten Beamten hinsichtlich des Woh- nungsbedürfnisfes der Berücksichtigung des Ministers. Minister hirtsiefer: Wir würden es außerordentlich begrüßen, wenn wir den ab- gebauten Beamten mehr entgegenkommen könnten; aber mir stehen dafür Mittel nicht zur Verfügung. Dom Wunsche wegen der Sachoerständigenprüfung werde ich entsprechen. Die Zahl der B a u h a n d w e r k e r hat sich in jüngster Zeit gehoben; sie reicht im ganzen für das jetzig« Bedürfnis aus. Es hat allerdings«ine starte Abwanderung stattgefunden, und steigt im nächsten Jahre die Bautättgkeit. so dürfte diese Frage eine brennende werde,:. Eine Bestimmung über die Verwendung der einzelnen Räume erscheint mir eher als«in« Ausdehnung der Zwangswirtschaft, denn als ein Ab- bau. Von den Kommunen werde ich ganz ungemein bekniet, die in den Richtlinien zugelassenen Sätze noch wesentlich zu er- höhen. Di« Gewährung von Hauszinssteuerkrediten an Aus- länder ist nach den Richtlinien nickst zulässig. Die Ausführung der Vorschläge für die t i n d e r r e i ch e n Familien ist in der jetzigen Zeit nicht möglich. Wir glauben, daß die Zurverfügungstellung von 2 Proz. der Hauszinssteuer an die Kommunen zur Unterstützung kinderreicher Familien und zum Ausgleich von Härten ausreichend fein wird. Für Steuererleichterungen bei Neubauten sind wir stets ein- getreten. Wir wollen wieder zu einer freien Wirtschaft kommen, sind aber der Meinung, daß die bisherig« Regelung das wirtschaftlich erträgliche Maß bedeutet. Warten Sie«imnal ab, welchen Erfolg die Zurverfügungstellung der Hauszinssteuer für die Neubautätigkeit haben wird. Ein hervorragendes Mitglied der Deutschen Volkspartei hat mich dringend gebeten, von einer weiteren Erhöhung der Mieten abzusehen. Abg. Ladendorss(Wirtschaftspartei) kritisiert die Tätigkeit der Wohnungsämter, besonders ihr« Gebührenpolint, wodurch oft Woh- mmgen längere Zeit leerstehen. Nach der Gebührenordnung des Wohlfahrtsmintsteriums müsse z. B ein deutscher Hausbesitzer, der sein ehemaliges Haus von«inen, Ausländer zurückkaufen wolle, 8000 Mark Gebühr zahlen. Dienstag, 12 Uhr: Landeswahlgesetz, Personalabbaugesetz, Fort- setzunq der Aussprache zum Wohlfahrtshaushalt, Schluß 5% Uhr. proletarische Zreiöenker. Internationaler Kongrest in Wien. Zum erstenmal fand in Wien in den ersten Tages des Oktober eine internationale Zusammenkunft der auf dem Boden des Sozialismus stehenden Freidenker statt, um eine proletarische Freidenker-Internationale zu schaffen. Die alte Kongreßstadt Wien erwies sich gerade für diese Aufgabe als besonders geeignet, da heute wohl in keiner anderen der führenden Großstädte der Sozialismus sich derart bewährt und behauptet hat, die sozialistische Partei als geschlossene Einheit gewahrt ist und zugleich neben der Partei die sozia- listische Kulturarbeit in so umfassender Weise durch Frei- denkerorganifatimun übernommen ist, wie in Wien. Unser Bruderblatt, die„Wiener Arbeiter-Zsitung", begrüßte die Freidenkertagung mit besonderer Anerkennung der Werbearbeit des Freidenkertums für den Sozialismus und hob hervor, daß in Wien und Oesterreich die Freidenker geradezu die Elite der Partei bilden. Der Hauptzweck der Tagung war, einmal die theoretische Grundlage des proletarischen Freidenkertums in seiner Stellung zum Sozialismus festzulegen, die wichtigsten Gegen- wartsforderungen der Freidenker hinsichtlich der Trennung von Staat und Kirche und des Schulwesens zu behandeln und eine aktive proletarische Freidenker-Internationale ins Leben zu rufen. Das einleitende Referat über die Theorie des Freidenker- tums hielt K r i s ch e- Berlin, der in einer Uebersicht der letzten Geschichte des Freidenkertums die Verlegung des Schwer- Punktes der freigeiftigen Bewegung von dem bügerlichen zum proletarischen Lager hervorhob und die Notwendigkeit der Klärung des religiösen Problems vom foziologisch-wissenschaft- lichen Standpunkt im Sinne des Marxismus betonte. Nicht nur die Kirchen, auch die Religionen seien als Schöpfungen von Klassenepochen Gebilde von Herrschaftssystemen, darum Fremdkörper in einer konsequenten herrschaftslosen Gemein- schaftskultur. An ihre Stelle haben in ihr die Ideen und Kult- formen der solidaren Menschheit zu treten. Aufgabe der Frei- denker sei es, für den konstruktiven Begriff des Sozialismus als einer umfassenden solidaren Kulturbewegung in den Par- teien zu werben und an ihrer Seite die besonderen Aufgaben für die geistige Befreiung der Massen zu übernehmen. Die Korreferenten C e p e k- Prag und Z n a y d e n- Kärnten erörterten vornehmlich die Fragen der Zusammen- arbeit mit den sozialistischen Parteien, und am Schluß wurde eine Resolution der Oesterreicher angenommen, welche in Uebereinstimmung mit den Referaten die Solidarität mn den sozialistischen Parteien betont, die Notwendigkeit der geistigen Befreiung und Lösung von Ideologien der bisherigen Gefellschaftsordnung neben der politischen und ökonomischen Befreiung für unentbehrlich erklärt, diese Arbeit als spezielle Aufgabe der proletarischen Freidenker betrachtet und die Par- teien auffordert, ihr hierbei keine Hemmnisse in den Weg zu legen. Nach einem Referat von Hartwig- Brünn wur- den verschiedene Forderungen, die sich aus dem Gebot der Trennung von Kirche und Staat ergaben(Entpolitisierung der Kirche, ihre Unterstellung unter das Vereinsgesetz, konfessions- loser Unterricht, Abschaffung der theologischen Fakultäten und kirchlichen Feiertage usw.),.beschlossen. Konsequent wurde weiter nach Referaten von B a r t o s e k- Prag, Wolf-Leipzig und F r a n tz l- Wien die staatliche Anerkennung von Frei- denkerorganisationen als dem Grundsatz der Trennung von Kirche und Staat widersprechend abgelehnt, die Berweltlichung der Schule, Schulgeldfreiheit und Lehrmittelfreiheit nach einem Referat von Span genberg- Gera beschlossen und dann ein Vollzugsausschuß der neu gegründeten Internationale der proletarischen Freidenker gewählt, welcher über die oben skizzierten Richtlinien mit der Brüsseler Internationale die Anerkennung dieser Richtlinien und damit die internationale Einheitsfront des Freidenkertums errichten oder wenigstens mit ihr eine Arbeitsgemeinschaft anstreben soll. Auf dem Wiener Kongreß waren über 50 Delegierte aus dem Deutschen Reich, Oesterreich, der Tschechoslowakei, Italien, Frankreich, Belgien, der Schweiz usw. mit über 600 000 organisierten Mitgliedern anwesend und zahlreiche tele- graphische Zustimmungen zur geplanten Gründung der Inter- nationale ans Amerika, Frankreich, Polen, Portugal usw. ein- gelaufen. Zu der künstlerischen Begrüßungsfeier und den acht großen öffentlichen Versammlungen in den größten Sälen Wiens hatten sich Zehntausende der Wiener Arbeiter eingefunden, die mit großem Interesse den Ausführungen der auswärtigen Referenten lauschten. Wirtschaft Die hungernden" Börsianer. Imper jammervoller werden die Klagen der Börsianer und immer länger die Reihe der vor der Börse halten den Privatautos. Vor dem Kriege warteten ein paar Autos und Equipagen um die Mittagsstunde vor dem Börsengebäude, jetzt würder: sie in einer Reihe gedacht- ganze Straßenzüge in Anspruch nehmen. Immerhin,„ Klappern gehört zum Handwerk", und der Regie: rung muß zuweilen flargemacht werden, daß man mit Steuern reich lich bedacht ist, sonst könnte sie am Ende eines Tages auf den höchst unangenehmen Einfall kommen, den notleidenden Börsenmännern noch mehr aufzubrummen. So protestierte man gestern in der Burg straße gegen den hohen Börsenstempel und faßte schließlich einen eintägigen Streifbeschluß, um der Kundgebung möglichste Bucht zu verleihen. In der gut vorbereiteten spontanen Rundgebung" schilderte Bankier Harrel zunächst in ergreifender Weise das überhandnehmende Glend" der Bankiers. Die Not sei groß, Provisionen und Gewinne deckten kaum die Hälfte der Kosten, und der Abbau der Angestellten müsse fortgesetzt werden, wenn die Regierung nicht ein Einsehen habe und die Umsatzsteuer... Ein anderer Bankier schilderte in beweglichen Worten den wilten Schmerz der Börsianer, die zusehen müßten, wie die volkswirta schaftlich so hochbedeutungsvolle Institution der Börse an Wert verliere, wenn der Umsagstempel nicht bald... Eigene Interessen tämen dabei natürlich faum in Betracht, aber die Londoner, die Pariser und die New Yorker Finanzkreise gewöhnten es sich ab, in Berliner Effekten zu kaufen, wenn die Regierung nicht das Einsehen habe, doß im Intereffe einer Belebung des Börsengeschäfts der Umfagstempel. Ein Großbanfdirektor, Herr Wassermann von der Deutschen Bant, forderte, daß der Reichstag sich mit dem Abbau der Steuer beschäftigen müsse, und ein Mafler jammerte über die tommende„ Proletarisierung des Börsenmakler standes". Ein Angestelltenvertreter( natürlich ein Direktor!) fprah ebenfalls für Ermäßigung der Steuer, damit dem Abbau der Beamten entgegengewirft. werde.. Niemand zahlt, mit besonderem Vergnügen Steuern, und daher wird man den Börsenleuten die gestrige Kundgebung schließlich nach: sehen. Der Börsenstempel betrug vor dem Kriege 30 Pf. pro Mille, heute 15 Mark pro Mille; aber wer ist heute in der Lage, seine EinTommcnsverhältnisse mit denen der Borkriegszeit zu vergleichen? Den Börsianern geht es trotz aller Klagen immer noch gano passabel, wenn auch, ihre Einkünfte das soll zugegeben mit den phantastischen Gewinnen aus der Inflationszeit nicht mehr zu vergleichen sind. Außer wenigen für die Lurusindustrie schaffenden Gewerbezweigen hat aber auch niemand reder Regierung noch Bevölkerung ein Interesse daran, den Börsianen nody uguriösere Lebensverhältnisse zu schaffen. terben | | = 13 fartell( Stahlwerksverband) vereinigt, um einesteils eine straffe Ein-| völkerung, trotz der in Kraft befindlichen Breisfenfungsmaßnahmen heitsorganisation herzustellen und andernteils die Preisgestal vor sich geht, ist einfach ein Standal. Nach den amtlichen Mela tung zu beeinflussen oder die Mengenproduktion zu fondungen über Roggenbrot- und Weizenmehlpreise in den Eildienst tingentieren. Von den Stahlprodukten, die dem Stahlwerts- gemeinden ergeben sich zum Teil ungeheuerliche Preiserhöhungen. verband unterstanden, handelte es sich um sogenannte A. und B. So stieg 3. B der Preis für Roggenbrot in Leipzig von 24 Bf. Produkte. Unter A.- Produkten verstand man: Halbzeug, Eisen- Anfang Juli auf 37 Pf. Anfang Oktober. In Königsberg im bahnmaterial und Formeisen. Diese Produkte waren syndiziert,| gleichen Zeitraum von 30 auf 42 Pf., in Lübeck von 20 auf 30 Pf d. h. der Verband war der alleinige Verkäufer der in Chemniß von 28 auf 38 Pf. Der Preis für Weizenmehl stieg Produkte, und jedes Werk war verpflichtet, sie nur an den Verband von Juli bis Anfang Oktober in Mannheim von 40 auf 48 Pf., in zu liefern. Hingegen waren die B. Produkte( Stabeisen, Draht, Frankfurt a. M. von 38 auf 50 Pf., in Hamburg gar von 36 auf Bleche, Eisenbahnachsen, Radreisen, Röhren, Schmiede- und Stahl- 50 Pf. Die Lebenshaltungskosten haben sich infolge der Preissteige gußstücke) nur kontingentiert und fonnten von den produ- rung fortgesetzt erhöht. Der Reichs in der für die Leeknshaltung zierenden Werken an die Abnehmer frei vertauft werden. betrug om 3. September 1,15, am 15. Oftober aber bereits 1,23. Der geplante Rohstahlverband soll keine Verkaufsorganisation Tie Steigerung allein in der ersten Hälfte des Oktober beträgt sein, sondern eine feste Kontingentierung der ge= 3,4 Prog. samten Rohstahlfabrikfation bezweden. Im Rahmen des Berbandes, der wahrscheinlich eine Art Generalfartell sein soll, wird die Bildung von Interessenverbänden der verschiedenen Gruppen angestrebt. Wie diese aufgezogen und in den Gesamtver band eingegliedert werden sollen, ist noch nicht bekannt geworden. 90 Pro 3. der in Betracht kommenden Werke, worunter sich die großen gemischten Konzerne befinden, sollen sich mit der Bildung eines Rohstahlverbandes nach vorgelegtem Muster ein= verstanden erklärt haben. = Diese Preissteigerungen fann zunächst die Regierung nicht latenlos hinnehmen. Was nügen alle Preissenfungsmaßnahmen, wenn auf der anderen Seite den strupellosen Preistreiber, Kartellen, sonstigen Handelsorganisationen, nicht das gemeingefährliche Handmert gelegt wird? Bis jetzt bedeuten die Ermäßigungen der Steuern und Frachten, Krediterleichterungen usw. in Wahrheit einen 3 u= schuß auf Kosten der Allgemeinheit an die Preistreiber. Die Ursache der Preisouftriebbewegung ist die neue 301loor lage. Zölle wirken ihrem eigentlichen Wesen entsprechend preisDie Frage der Verbandsbildung in der deutschen Schwereisen- steigernd. Um dieses Wesen der Zölle zu verschleiern, soll der Preis industrie erhält eine besondere Bedeutung durch die feit langem gefprung nicht jäh mit einemmol, fcedern allmählich erfolgen. führten Bestrebungen eines überstaatlichen Montanblocks. Preissenkungsmaßnahmen und Zollvorlage: ein unlösbarer Bekanntlich spielt diese Frage eine große Rolle in den zollpolitischen Widerspruch. Wenn das Unheil nicht niedergeschlagen wird, Berhandlungen mit den Westmächten. Die belgischen, lugem dann wird die deutsche Wirtschaft über kurz der Schauplatz schwerer burgischen und französischen Interessenten haben sich Wirtschaftskämpfe sein. grundsäglich mit einer Koalition mit den deutschen Hüttenwerken einverstanden erklärt. Auch von deutscher Seite soll man nicht abgeneigt fein, zu einer internationalen Vereinbarung zu kommen. Das internationale Schienensyndikat, das schon vor dem Kriege bestanden hat, ist bereits wieder im Entstehen begriffen. In den übrigen Zweigen der Schwerindustrie ist eine Entscheidung noch nicht gefallen. Preissenkungsprogramm und Preistreiberei. 11. Die andauernden Preiserhöhungen der letzten Zeit fonn= ten zunächst überhaupt nicht mit wirtschaftlichen Vorgängen be= gründet werden. Bald aber lösten sich die Zungen der Preistreiber. Das sei die allgemeine Kapitalknappheit, der hohe Bankzins, die unerträgliche Steuerbelastung, die hohen Eisenbahnfrachten. Das alles wirke preissteigernd, weil diese Belastungen auf die Waren= preise geschlagen werden müßten. So weit so gut. Nun bestehen aber diese angeblich hohen Belastungen nicht erst seit Monat August, dem Beginn der fortwährenden Preissteigerungen; sie waren schon lange vorher da. Also müssen andere Kräfte am Werke sein. Nichtsdestoweniger schenkte die Regierung der Klagen über zu hohe Belastungen willig Gehör. Sie stellte ein Preissenkungsprogramm auf, das nach Annahme des Londoner Pattes die Grundlage für ein neues Aufblühen der Wirtschaft geben soll. An erster Stelle jenes Programms stand die Ermäßigung der Umsatzsteuer von 2% auf 2 Proz. Ferner sollten die Eisenbahntarife ermäßigt, die Kohlenpreise gesenkt und nennenswerte Erleichterungen in der Kreditbeschaffung durchgeführt werden. Dieses Programm zur Berbilligung und Erneuerung der Wirtschaft ist von der Regierung schnell zur Ein- und Durchführung gebrachi worden. Bom 1. Oktober d. J. an hat sie die Umsatzsteuer tatsächlich von 2% auf 2 Proz. herabgesetzt. Die Normalfiassen des Eisenbahngütertarifs, die Säße des Liertarifs, des Kohlenausnahmetarifs sind mit Wirkung vom 10. September d. I. um rund 10 Proz. ermäßigt werden. Ferner wurde der sogenannte GewichtsBon wirklicher Bedeutung für die Allgemeinwirtschaft ist nur die in der Protestversammlung betonts Frage des Beam= tenabbaues. Lediglich von dem Gesichtspunkt aus betrachtet, daß der anhaltenden Entlassung von Beamten durch eine Serab fehung des Börsenstempels entgegengewirkt werden fann, gewinnt die Aktion der Börsenwelt Betxutung. Wenn eine wirkliche Gewähr dafür gegeben ist, daß der Beamtenabbau zum Stillstand fäme, dan fönnte der Frage einer mäßigen herabzuschlag für Güterbeförderungen in gedecten Eisenbahnwagen fehung der Steuer vielleicht nähergetreten werden. Abgesehen davon aber hat außer der relativ geringen Zahl der berufsmäßigen Spefulanten niemand ein Interesse an einer Belebung des Börsenspiels. Die Gepflogenheiten der Inflation, in der für weitesie Kreise die Arbeit Nebensache, das Börsenspiel aber das Hauptgeschäft war, erscheinen wenig erstrebenswert und ihre Biederkehr nicht erwünscht. Das Argument, daß das Reich aus einer Ermäßigung der Steuer durch Belebung der Börsenumsäge etiva erhöhte Einnahmen erzielen fönnte, ist vernünftigerweise gestern von den Börsenleuten selbst erst gar nicht vorgebracht worden. Syndikatsbildungen in der Schwereisenindustrie. Seit längerer Zeit werden Verhandlungen gepflogen, unt die früher so mächtigen Verbände in der Schwereisenindustrie wieder zu neuem Leben zu erwecken. Man war schließlich dahin übereingekommen, die endgültige Beschlußfassung bis nach der Errich. fung des Rheinisch- Westfälischen Kohlensyndikats hinauszuschieben. Bekanntlich standen das frühere Kohlensyndikat und der Stahlwerksverband in enger Beziehung. Dies war erklärlich, da Kohle und Eisen, infolge der Entwicklung der gemischten Betriebe, unlöslich miteinander verbunden sind und Kohlenzechen sowie Hüttenbetriebe fast restlos ein und denselben Gesellschaften gehören. Nachdem das Kohlensyndikat gebildet war, wurden die Verhandlungen über die Neuerrichtung des Stahlwerfsverbandes, wenn auch in anderer Form, wieder aufgenommen. Die Stahlwerfsbetriebe waren am 14. Oktober in Essen versammelt, um zu der Frage der Verbandsbildung Stellung zu nehmen. Ueber das Resultat dieser Verhandlungen unterrichtet folgende offizielle Mitteilung: ,, Unter den maßgebenden Stahl- und Walzwerfen fand eine eingehende Aussprache statt zum Zwecke der Bildung eines allgemeinen Rohstahlverbandes. Der vorgelegie Entwurf eines Bertrages wurde als eine geeignete Grimblage angesehen, um die Bestrebungen zu fördern. Die Verhandlungen sollen in der nächsten Woche ihren Fortgang nehmen. Im Rahmen des Rohstahlverbandes wird auch die Bildung von Einzelver bänden für die verschiedenen Erzeugergruppen sich leichter ge stalten, als eine Erfassung der gesamten Rohstahlfabrikation möglich sein würde." von 10 auf 5 Proz. herabgesetzt. Die Ermäßigung der übrigen Ausrahmetarife steht bevor. Die Preise für Steinkohle wurden vom 18. September für das schlesische Revier, vom 1. Oktober für das dos feit 7. April d. I. bestehende Distontierungskontingent um Ruhrgebiet um etwa 10 Proz. gesenkt. Endlich hat die Reichsbank 10 Brez. erhöht und die Laufzeit" für Warenwechsel von 2 auf 3 Monate verlängert. Sicherlich hat kein Einsichtiger von diesen Maßnahmen ein unmittelbares Sinken der Preise erwartet. Solche Eingriffe in wirtschaftliche Dinge fönnen sich natürlich erst in angemessener Zeit auswirken. Aber ein weiteres Steigen der Preise, wie es zum Entsetzen aller Berbraucher, besonders der werftätigen Be• Preisnotierungen für Nahrungsmittel. Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels je Zentner frei Haus' Berlin. Gerstengraupen, lose 18,50 24,50| Kakao, fettarm 75,00 96,00 Gerstengrütze, lose 17,50-18,00 Kakao, leicht entölt 21,00-22,50 Tee, Souchon, gepackt. 320,00-400,00 100,00-120,00 Haferflocken, lose Hafergrütze, lose 20,50 22,50 Tec, indischer, gepackt. 400,00-470,00 Roggenmehl 0/1 20,00-21,50 Inlandszucker basis mel. 34,00- 37,00 Hartgrieß 21,50-24,25 Inlandszucker Raffinade 40,50 Weizengrieẞ 25,00-26,75 Zucker Würfel...... 19,221,00 Kunsthonig 21,25-28,00 Zuckersirup hell in Eim. 40,00- 45,00 18,00 24,50 Speisesirup dunk. in Eim. 27,00 31,00 16,00-18,50 Marmelade Einfr. Erdb. 90,00 95,00 43,00-45,00 70% Weizenmehl Weizen- Auszugmehl Speiseerbsen, Viktoria Speiseerbsen, kleine, Bohnen, weiße, Ferl Langbohnen, handveries. Linsen, kleine Linsen, große Linsen, mittel Kartoffelmehl Makkaroni Makkaronimehl Schnittnudein, lose. Bruchreis Rangoon Reis Tafelreis, glasiert, Patna Tafelreis, Java. Getr. Pflaumen 90/100. Ringäpfel, amerik. Pflaumen, entsteint 22,00 24,75 Marmelade Vierfrucht 28,00-32,00 Pflaumenmus in Eimern 18,50-29,50 Steinsalz, in Säcken 31,00- 37,50 37,50 51,00 Siedesalz in Säcken 17,75-19,50 42,00-45,00 39,00-42,00 40,00 3,10- 3,60 3,70- 4,20 4,40- 5,00 5,205,80 98,50-99,50 99,00-100,00 95,00-97,00 65,00-66,00 66,00 60,00 63,00 80,00-84,00 69,00-71,00 43,00 46,00 Bratenschmalz in Tierces 38,00-39,00 Bratenschmalz in Kübeln 25,00- 28,00 Purelard in Tierces 17,50-18,00 Purelard in Kisten 19,00 20,00 Speisetalg in Packung 24,25- 32,00 Speisetalg in Kübeln 32,75-39,00 Margarine, Handelsm. I 85,00-90,00 desgl. II. 40,00-43,00 Margarine, Spezialm. I 54,00-61,50 desgl. II. Cal. Pflaumen 40/50.. 60,00-65,00 Molkereibutter la i. Fäss. 220,00-226,00 Rosinen in Kisten, Candia 60,00 70,00 Molkereibutter i. Pack. 230,00-233,00 Sultaninen Caraburnu.. 75,00-90,00 Molkereibutter Ila i. Fäss. 190,00-200,00 Korinthen, choice 70,00-78,00 Molkereibutter, i. Pack. 190,00-210,00 Mandeln, bittere Bari 175,00-185,00 Auslandbutter in Fässern 235,00-242,03 Mandeln, süße Bari 175,00-185,00 Corned beef 12/6 lbs p. K. 37,00- 42,00 Zimt( Cassia) 106,00-115,00 Ausl. Speck, geräuchert 103,00-108,00 Kümmel, holländischer. 55,00-65,00 Quadratkäse. 50,00- 60,00 Schwarzer Pfeffer Singap. 108,00-115,00 Tilsiter Käse, vollfett. 120,00-135,00 Weißer Pfeffer. $ 150,00-155,00 Bayr. Emmenthaler Rohkaffee Brasil 195,00-220,00 Echter Emmenthaler Rohkaffee Zentralamerika238,00-295,00 Ausl. ungezuck. Condens240,00-290,00 milch 48/16 21,00 23,50 310,00-375,00 Inländische desgl. 48/12 16,50- 19,25 20,00-21,00 Inl. gez. Condensm. 48/14 25,00- 26,00 Die offizielle Verlautbarung ist sehr unflar gehalten. Es ist daraus feineswegs zu ersehen, ob die Verbandsbildung nach altem Muster vor sich gehen soll. Bekanntlich trat der im Jahre 1904 ge= gründete Deutsche Stahlwertsverband A. G. on Stelle einer Reihe von Spezialverbänden. Diefe( Schienen- und Schwellengemeinschaft, Trägerverband, Halbzeugverband, Verkaufsverbände Röstkaffee Brasil für Stabeisen, Draht, Bleche, Röhren usw.) wurden zu einem General= Röstkaffee Zentralam.. Röstgetreide, lose 160,00-170,00 175,00-185,00 E. Reichseinnahmen im ersten Steuerhalbjahr. Die Einnahmen des Reiches aus Steuern, Zöllen und Abgaben entwickelten sich im September und im ersten Halbjahr gegenüber dem Voranschlag wie folgt: September 1.Halbj. Voranschlag Etatsjahr 1924 ( in 1000 pihmart) a) Fortdauernde Steuern 480 394 babon: Lohnabzüge. Andere Einkommensteuer Körperschaftssteuer Bermögenssteuer Erbschaftssteuer Umsatzsteuer: a) allgemeine b) Qurussteuer Kapitalverkehrssteuer b) einmalige Steuern babon: BO 1924 2 617 238 4 108 000 113 465 592 449 1 344 000 55 481 404 758 1 25 369 148 978 144 000 4 . 28 310 2257 178 232 376 000 8 561 30 000 9 . BOO 144 965 8766 16 190 862 958 51 556 1 260 000 80 514 180 000 198 000 4 155 30 726 36 000 394 4.005 484 550 124 181 2 647 965 645 531 4 144 000 1 099 700 23 705 136 512 160 000 41 289 231 125 360 000 18 868 101 403 126 000 6 921 38 815 48 000 11 318 36 528 140.000 231 000 499 2 201 9 100 .1 210 3 756 12 600 Arbeitgeberabgabe Besiz- u. Verkehrssteuer überhaupt c) Zölle und Verbrauch davon: Zölle Tabalsteuer Biersteuer Weinsteuer Branntweinmonopol.. Zuckersteuer Salzsteuer Zündwarensteuer 19 204 90.974 insgesamt 609 207 3 299 193 5 243 747 den Voranschlag rein rechnerisch um rund 680 Millios Das erite Semeſter ſchließt günstig ab und übertriffs nen. An dem günstigen Ausfall ist beteiligt u. a. der Lohnabzug, die Umsatzsteuer und die Körperschaftssteuern, 3ölle usw.( besonders Bier- und Weinsteuer). Unzureichend sind die Erträgnisse der Lurussteuer, Erbschaftssteuer( wo sich die Hinterziehungen à la Stimes wahrscheinlich auswirken). die Kapitalverkehrssteuern( die reformbedürftig erscheinen), die Zuckersteuer usw. Bei der Beurteilung des Auffommens darf allerdings nicht vergessen werden, daß das Aufkommen durch Zölle und Verbrauch in Zukunft dem Rahmen des Budgets entnommen wird. Bekanntlich laufen die Einnahmen schon seit dem 1. Oktober 1924 über das Entschädigungskonto. Dadurch machen sich neue Steuern, ev. Berschärfung bestehender Steuern notwendig, deren Vorbereitung augenblicklich im Finanzininiſteriunt schon ziemlich weit gediehen ist. Internationales Jahrbuch des Genossenschaftswesens. Das Internationale Arbeitsamt hat eben eine Neuausgabe feines Internationalen Jahrbuches des Genossens schaftswesens" veröffentlicht, das möglichst genaue Angaben bringt über erstens internationale genossenschaftliche Organisationen; zweitens die Organisationen( Verbände usw.), die in den einzelnen Ländern für die verschiedenen Organisationsarten und Tendenzen innerhalb der Bewegung bestimmend sind. Der erste Teil des Buches umfaßt eine Liste der internationalen Organisationen, auf die nad) 48 Ländern geordnete Listen von mehr als 500 nationalen Organisationen folgen. Organisationen folgen. Soweit möglich, ist für jede Organisation angegeben: Der Name, das Gründungsdatum, die hauptsächlichsten Beamten, ihre Zeitschrift, ihre nationalen und internationalen Anschlüsse, die jüngste erhältliche Mitgliederzahl. Der zweite Teil ist für ergänzende zahlenmäßige Angaben über die verschiedenen Tätigs teiten der Organisationen in Tabellenform vorbehalten. Die erste dieser Tabellen enthält Angaben über die den vera schiedenen Spitenorganisationen angeschlossenen Genossen schaften, deren Zahl, die Zahl ihrer Einzelmitglieder und den Warenumsatz. Die zweite Labelle betrifft die Geschäftstätigkeit der Zentralen. Die Angaben beziehen sich auf den Warenumfa der Zentralen, und zwar an Mitglieder, an Produkten ihrer Mitglieder und insgesamt. Auskunft wird auch gegeben über den Wert der Eigenproduktion und die Zahl der in eigenen Betrieben beschäftigten Personen. Eine dritte Labelle unterrichtet über die genossenschaftliche Banttätigteit, und zwar über das Gesamts fapital der Banten, die Reservefonds, den Aktivfaldo der Einlagen von Sparern und Inhabern laufender Konten; den Betrag der Bilanz, den Betrag der Gewinn- und Berlustrechnung und endlich über den Betrag der gewährten Darlehen und der im Laufe des Jahres estomptierten Effekten. Die letzte Tabelle bezieht sich auf ersicherungsgenossenschaften. Sie gibt für jede dera ſelben an: Die Zahl der Versicherten( Zahl der Policen), die Ges jamtversicherungssummen; den Betrag der Versicherungsprämien int Laufe des Jahres; die Versicherungsleistungen während des Jahres und den Betrag der Bilanz. Dixin Henkel's Seifenpulver Sriferipalve Dixin Henkel ist sparsam im Gebrauch und von ausgezeichneter Walchwirkung. GL Arbeiter- Sport Neichstagung der Naturfreunde. mifzubringen. Gorgt dafür, doß alle Gensen des Sprechhots eteinen. Der Bezirk Giden Weft en fährt geschlossen auf einen Schein. Dazu abteilungsweise Anmeldung bis Freitag, den 24. Oktober, nachm. 5 Uhr, beim Genossen Scholl. Die Abteilungan des Bezirks werden ersucht, in gleicher Anzahl wie zur Treffahrt nach Werder zu erscheinen. Fahnen mitbringen. Auch Genossen von Bruderorganisationen sind herzlichst willkommen. Wegen Quartier müssen sich sämtliche Abteilungen beim Genossen Otto tener, Brandenburg a. d. Savel, Friesenstr. 1, rehtzeitig anmelden. Die Rüge damit wir dann zu einem Buge genügend Wagen gestellt bekommen. Also fornt file Maffenbesuch in Brandenburg! In Leipzig- Eutrisch verloren die französischen Arbeiterfahren 2.05 und 7.10 Uhr nachnittags; nach Wöglichkeit um 7.10 Uhr fahren, sportler ihr zweites Spiel mit 4: 1( 1: 1). Die Leipziger Arbeiter bereiteten den Gästen einen recht herzlichen Empfang. Pause im Arbeiterfußball. Man schreibt uns: In Frankfurt a. M. traten am 18. und 19. Oftober die Delegierter der deutschen Gaue im Touristenverein„ Die Naturfreunde" zu einer Reisfonferenz zusammen, um über wichtige Fragen der Bewegung zu berichten. Der Tätigteitsbericht der Reichsieitung zeugte von großer organisatorischer Für die Mehrzahl der Vereine hat die Herbstferie mit Erledigung und ideeller Arbeit, die seit der Hauptversammlung im Juli 1923 der Spiele am vergangenen Sonntag ihr Ende erreicht. Die Favogeleistet wurde. Trog Inflation und innerer Widerstände kann die riten der einzelnen Bezirke stehen in den seltensten Fällen fest, da Bewegung einen Aufschwung verzeichnen. In verschiedenen Punkten in der zweiten Serie bei der ausgeglichenen Spielstärke der Vereine rourden Fragen organisatorischer Natur erledigt. Eine Entschlie rod große Veränderungen eintreten fönnen. Einige Mannschaften Bung des Zentralausschusses, nach der das Eigentumsrecht an jämt haben jedoch so viel Verlustpunkte, daß sie für die Gruppenmeister lichen Naturfreundehäusern den Reichsleitungen resp. dem Bentrai- schaft zwar selbst nicht mehr in Frage kommen, aber hin und wieder ausschuß und damit der Gesamtorganisation zufommt, wurde einden Siegeszug der Spißenmannschaften hemmen und somit für interstimmig angenommen. In der Debatte wurde bekannt, essante Kämpfe sorgen. daß die Militärbehörde in Sachsen einen Vertrag mit der Ortsgruppe Dresden, wonach die Pulverhäuser von der Festung Königstein dem Touristenverein„ Die Naturfreunde" zum Ausbau als Unterfunftshütten übergeben waren, für nichtig erflärt hat, weil der Touristenverein„ Die Naturfreunde" angeblich eine einseitige politische Organisation ist. Einen besonderen Raumi nahmen die Verhandlungen der Reichskonferenz über Par teipolitische Strömungen im Touristenverein „ Die Naturfreunde" ein. Neben den unersprießlichen VerNeben den vnersprießlichen Verhältnissen in Berlin und im Gau Brandenburg wurde von Konflikten ganz besonders aus dem Rheinland, aus Thüringen und Württemberg berichtet. Die Reichskonferenz stimmt schließlich nach vierstündiger Debatte gegen zwei Stimmen folgender EntschlieBung zu: Die Reichskonferens in Frankfurt a. M. anerkenni in der Entschließung des entraisausschusses und Bonzugsausschusses vom 28. Geptent ber 1924 die Stichtlinien für das Verhalten gegenüber denjenigen, die durch Sonderbündelei unsere Bewegung schädigen. Bom Zentralausschuß wird er. wartet, daß er mit.* ller Festigkeit nach der Entschließung handelt." Die verfioffene Serie war in den Vereinen hauptsächlich der inneren Sanierung gewidmet. Galt es doch die schweren Wunden zu heilen, die Inflation und Arbeitslosigkeit der gesamten Bewegung geschlagen hatten, und die den Spielbetrieb noch bis zum Frühling dieses Jahres schwer behinderten. Jetzt geht es wieder vorwärts. Besonders erfreulich ist es, daß der Jugend wieder mehr Beachtung geschenkt werden fann und auch mittlere Vereine wieder in der Lage sind, Jugend- und Schülermannschaften zu unterhalten. Auch die allgemeine Spielstärke hat sich erfreulich gehoben. Hierzu scheint! der verschärfte Poßzwang für die Spieler sehr viel beigetragen zu: haben und erschwert auch den häufigen Wechsel der Spieler zwischen einzelnen Mannschaften oder gar Vereinen. Im internationalen Sportverkehr ist gleichfalls eine erfreuliche Besserung festzustellen. Der Bundesmeister weifte unlängst in Baris, wo er nicht nur einen bemerkenswerten Sieg errang, sondern auch durch sein sportliches Benehmen die Sympathie der zahlreichen Zuschauer im Fluge er oberte. Die französischen Genossen haben diesen Besuch auch schon in Dresden und Leipzig erwidert. Mit einiger Bitterfeit müssen wir Berliner Arbeiterfußboller zusehen, daß nicht nur die Bundes= Die erwähnte Entschließung des Zentralausschusses und des meisterschaft, sondern auch Deutschlands internationale fußballsportBollzugsausschusses vom 28. September lautet: Im Hinblick auf mancherlei Borgänge fellt der Zentralausschuß gemeinfam mit dem Bollzugsausschus feit, daß alle Organe des Vereins die Arbeit auf die fakungsgemäßen Riele und Aufgaben einzustellen haben. Ben dieser Arbeit darf nicht abgewichen werden, wenn wir nicht Gefahr laufen wollen, von unserer fegenszeichen Tätigkeit abzukommen. Die Aufgabe unferes Bereins fann und darf nur darin bestehen, die arbeitenden Menschen mit dem Kulturellen Wert des Wanderns und mit den Borgängen in der Natur sertraut au machen. Diese Arbeiten bilden ienen Teil, der uns als Naturfreunde auf dem Gebiete fozialistischer Kulturarbeit zukommt. Jedes Abweichen hiervon bedeutet eine Gäbigung unserer Bewegung und damit eine fchwere Gefahr file das fchaffende Volt. Der Zentralausschuß und der Bellzugsausfdaß bringen übereinstimmend zum Ausdrud, daß nach Geift und Form unseres Bereins Die Naturfreunde" es nicht geftattet ist, in ihm aus politischen bam. parteitaftischen oder sonstigen Gründen Fraktionen obet Gonderzusammenfünfte au bilden bzw. solche au pflegen. Jeber, ber felthe Sonbereinrichtungen gründet, fördert oder ihr antgehört, erschüttert damit unsere wertvolle Arbeit und die Einheit des Vereins auf das Schlimmste. Der Zentralausschuß wird beauftragt, alle folche Schädlige Einzelne, Ortsgruppen, Gaute aus dem Verein bann auszuschließen, wenn eine Ber. warnung ohne Erfolg geblieben ist." Des weiteren wurde auf der Reichskonferenz folgende Reso: lution einstimmig angenommen: Der forporative Anschluß eines Organisationsteiles des Touristenvereins Die Naturfreunde" an eine irgendwie politisch eingestellte Organisation ist nicht gestattet. Ist der Anschluß vollzogen, is ift der Austritt in einer fagungsgemäß einberufenen Ortsgruppenversammlung resp. Gaukonferenz aut vollziehen. Geschicht der Austritt innerhalb eines Monats nicht, so ist der betreffende Organisationsteil als ausgefchloffen zu betrachten. Ebenso ist eine Berrufserklärung einer diefer politischen Organisationen für unsere Mit-. glieder nicht zuläffa und nicht sültia. In Frage tommen folgende Organi fationen: Internationale Arbeiterhilfe, Arbeiter- Wahlfahrt, Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold", Rote Silfe und Roter Fraatkämpferbund." Mit diesen Beschlüssen ist nun endlich Klarheit über die Arbeitsmöglichkeiten innerhalb der Naturfreunde- Bewegung geschaffen. Die Mitglieder werden sich auf der vorgezeichneten Grundlage zu gemeinsamer Arbeit zusammenfinden müssen, um ein gesundes Glied im Rahmen der proletarischen Gesamtbewegung zu werden, oder aber aus ihren Anschauungen und Handlungen die Konsequenzen ziehen. Das Wohl der Arbeiterfiaffe verlangt ein= heitliche Arbeit in einer einheitlichen Bewegung auch in der Pflege sozialistischer Ruttur Französische Fußballer in Deutschland. Deutscher Sieg mit 4: 1. Wie wir bereits mitteilten, weilt zurzeit eine französische Arbeiterfußballmannschaft in Deutschland. Am Sonnabend wurde das Rüde fpiel gegen den Dresdener Sportverein, dem Bundesmeister des Arbeiter- Turn- und Sportbundes, ausgetragen. Aufs neue beträf= tigten die Deutschen ihre Spielüberlegenheit. In Paris war es vor acht Tagen ein 3: 0- Sieg, diesmai war das Ergebns 4: 1. liche Bertretung lediglich Dresden und Leipzig überlassen bleibt. Es gilt also, in den Vereinen die Spielstärke kräftig zu heben, damit Berlin auf der nächstjährigen Olympiade in Frankfurt a. M. auch im Fußball den Platz einnimmt, der ihm seiner Bedeutung nach gebührt. H. S. Von der RSJ. Unter den Mitgliedern des Arbeiter- Turn- und Sportbundes ist vielfach noch Unflarheit darüber vorhanden, welche Ziele die sogenannte„ Rote" Sportinternationale( RSI.) verfolgt. Der Bundesvorfihende Gellert hat in der legten Sigung des Bundesvorstanbes hierüber ein ausführliches Referat gehalten, dem wir folgendes auszugsweise entnehmen: Die RS3. ift eine Gründung der fommunistischen Partei mit dem Ziel, die poluische Tattit der KPD. den Sportvereinen aufzudrängen und für die KPD. Propaganda zu machen. Dabei war die russische revolutionäre" Fußballmannschaft, die im vorigen Jahre auch in Berlin spielte, so wenig fatteifest, daß fie nach eigenen Aussagen von Lieste gut überwacht und bei Na cht nach ihrer Heimat abtransportiert werden mußte, um die beabsichtigten Spiele mit Bürgerlichen zu verhindern. Unter Umgehung des Bundes versucht jetzt Lieste, Fußballer und Leichtathleten für Rußland zu gewinnen. Welcher Zweck damit befolgt wird, geht aus dem Brief an die Remscheider Fußballer hervor: Wir haben die Absicht, daß Rückspiel in Rußland euch zu übertragen. Ich glaube bestimmt, daß die SPD. bei euch den Boden verliers, wenn die Fußballer davon hören." Nun verlangt die RS3. bekanntlich ihre Zulassung zum Fran tfurter Olympia der Luzerner Internationale im nächsten Jahre, damit alle Sportler" bort vertreten find. Gellert gab eine Darstellung der Vorgänge beim Karlsbader Bundesfest( Tschechoslowakei), wo die Kommunisten alle Beranstaltungen planmäßig gestört haben. Sollen wir ein Gleiches auch in Frankfurt zufaffen. Gellert berichtet: Bum Begrüßungsabend sollte von jedem Verein nur ein Delegierter erscheinen. Die Kommunisten famen aber in großer Zahl geschloffen mit der Sowjetfahne angerüt. Lieste hielt eine seiner langen gitationsreden, und als dann die Sänger programmäßig auftreten sollten, erhob sich auf ein Zeichen die Sowjetfahne und die Anhänger der RGI. begannen die Internationale zu singen, morauf ein hoch auf die RSI. und die Weltrevolution folgte. Der 3wed war erreicht, das Fest war gestört. Bei dem Festzug versuchten sich die Kommunisten mit der Sowjetfahne an die Spiße des Zuges zu sehen, dann versuchten sie mit einem Schild kommunistische Propaganda zu machen. Beides wurde aber verhindert und das Schild in den Fluß geworfen, worauf die Kommunisten abzogen. Dieses ganze fommunistische Rasperle= theater" stand unter der Regie von Lieste. Resultate vom Sonntag. Bezirk Norden: Borwärts- 5. Minerba 2: 0, Banfoto 08 1 Sffe= tannia 0: 1, Eifenspalierei Teutonia 0: 4, Hertva Welten 1: S, Borussia Wacker 20 1: 3. ATB. Pankow GB. 22 11: 2, Selvetia Fichte- Ges. 2: 1. AS. 24 Artus 9:10. HEB. Nord Adler 12 0: 1, Union Abler 08 1: 4. Bezirk Often: Brandenburg 02 Alt- Glienicke 0: 3, Romet Charta- π 0: 3, Frischfrei Zasdorf 3: 0, Sichte S0. Britannia 0: 1, Buftigfidel Konforbia 8: 0, Tasmania Oberspree 0: 4. Bezirk Südwest: Britannia Laniwi 1: 4, Rüstiabortvärts Romames 1: 0. Wilmersdorf Gfern 1: 1, Ludentvalde I Frifchauf 2: 2. Fortuna Nach diesen Erfahrungen ist beschlossen worden, diese sogenann Fußballring 1: 4. Gesellschaftsspiele: Nordiska Elstbal 3: 1, Lichtenten„ Sportgenossen" der REI. nicht in Frankfurt zuzulaffen, um den Berg I- Astonia 0: 3, Germania Lichtenberg III 4: 6, JBC. Lichten Berg II 2: 5, Adlershof BfB. 7: 2. Siralau BER. 83. Svarta- B internationalen Arbeitersport nicht durch diese SpettafelGertha 2: 4, Friedrichshagen Retschendorf 5: 0, Fichtenan Sabolaa brüder vor der ganzen Welt lächerlich machen zu lassen. Einige 1: 4, Mogen Merkur 8: 1, Staaten Spandau 3: 3. Vereine des 1. Kreises haben darauf beschlossen, falls die RSI. nicht eingeladen wird, ebenfalls nicht in Frankfurt teilzunehmen. Das wäre freilich ein großer Schaden- für die betreffenden Vereine, die offenbar an dem kommunistischen Speftatel ein großes Vergnügen haben. Alle anderen aber werden sich freuen, auch wenn ein paar Mißvergnügte beiseite stehen Und wenn diese Mißvergnügen aus dem Arbeiter- Turn- und Sportbund austreten und sich der RSJ. anschließen, wird ihnen der Bund auch feine Träne nachweinen! Saalsportfest der Arbeiter- Radfahrer. Die Saalsportfeste der Arbeiter- Radfahrer konnten schon von jeher einen guten Besuch aufweisen. Und so war es auch diesmal, als der Gau 9( Provinz Brandenburg) des Arbeiter Radfahrer= Bundes Solidarität" zum 6. Gausaalsportfest in den gesamten Räumen der„ Neuen Welt" am legten Sonnabend aufgerufen hatte. Eingeleitet wurde die Veranstaltung durch einen tadellos gefahrenen Achter- Begrüßungsreigen der Neuköllner Ortsgruppe. Weitere Reigen und ein Einer- und ZweierRunstfahren folgten. Während später jämtliche Saalmannschaften aufführen, nahmen auf der Bühne die zahlreichen Bannerträger ihren Platz ein. In einer mit starkem Beifall aufgenommenen Ansprache des Gauleiters Genossen Richard Hanisch wurde darauf hingewiesen, was der Arbeitersport bezwecke. Genosse Hanisch stellte weiter fest, daß die Arbeitersportbewegung zum Troße ihrer Gegner die Einheit der Organisation au wahren wissel Radballspiele, Kunst- und Farbenreigen füllten weiter bas Programm, das ein dankbares Publikum gefunden hatte, aus. Nachstehend die Resultate: Sechser Kunstreigen: Reinickendorf 12,375. 2. Friedrichshain 11,125. Rathenom 10,75. Finsterwalde 6,875. Gaumeister 1924: Achter Kunstreigen: ut den watoe 13,75. Berlin 12,5. Rathenow 7,5. Gaumeister 1924: Sudenwalde. Reinidendorf Achter- Farbenzeigen: Berlin 9,375. Reinickendorf 9. Nathenows ab gebrochen. Gattmeister 1924: Berlin. Rabballspiele: Sichterfelde gegen Finsterwalde 2: 0. Rathenow unentschieden. Arbeiterschwimmer in München. Reinidendorf gegen Rürzlich weilte eine 10 Mann starfe Mannschaft des SV. ,, Vorwürts" Berlin in München, um die Schwimmgenossen auf ihrem Gdywimmfest zu unterftügen. Die Veranstaltung zeigte, daß auch in Süddeutschland fleißig an der förperlichen Erziehung unserer Jugend gearbeitet wird. Die Siebe und Sorgfalt, mit der man sich dort unten unserer Sache widmet. laffen uns für die Zukunft das Beste hoffen. Eine Nachfeier vereinte bie Teilnehmer aus München, Augsburg. Nürnberg, Lindau, Culm und Berlin. Den Mlinchener Genofen an dieser Stelle herzlichen Dank und Fret Heil für bie herrlichen Stunden. Bereits in der ersten Minute vermochte Dresden durch ein Tor in Führung zu gehen, dem sich 5 Minuten vor Halbzeit das zweite anschloß. Bis zu dieser Zeit fonnten die Gäste nie ernstlich gefährlich werden. Dresden gab seine Ueberlegenheit nur durch leberfombination auf der Strafraumlinie fund. Nach der Pause fam ein bedeutend besseres Spiel zustande, immer spannender wurde der Rampf. Durch wunderbaren Ropfstoß des Dresdener Mittelstürmers unhaltbar unter die Latte wurde das dritte Tor erzielt. Endlich tamen die Gäfte zu dem längst verdienten Ehrentor. Der Dresdener Torwart läuft mit dem Ball bis nahe an die Strafraumgrenze. Dort läßt er, von einem Stürmer angegangen, den Ball fallen, und ungehindert, unter dem tofenden Beifall der Zuschauer, erzielt Frant plassiffer 10. reichs Mittelstürmer das Ehrentor. Die letzten Minuten werden nun noch aufgeregier. Beinahe gelang den Gästen ein zweiter Erfolg, doch der Dresdener Torwort rettet glänzend. Fast mit dem Abpfiff zusammen erzielt Dresden noch ein viertes Tor. Ebenfalls ein wunderbarer Moment. Im Fallen sendet der Sportverein- Stürmer über den bereits am Boden liegenden Berteidiger und Torwart noch unhaltbar ein. Die Mannschaften spielten beide sehr fair. Dresden war technisch bedeutend besser, doch waren die Leistungen unter ihrer sonstigen Form. Die Gäfte haben einige gute Kräfte in ihren Reihen, doch fehlt System in ihrer Spielweise. Nachdem das Lampenfieber überwunden war, entpuppte fich der Torwart als eine ganz tüchtige Kraft, und der Beifall der 12 000 Zuschauer gait ihm oft. Am nächsten Sonntag wird nun Dresden in Berlin seine hohe Klasse beweisen. Die hiesige Städteelf wird alles daran segen, einen Sieg zu erringen. Das Spie! findet am Sonntag, den 26: Of= tober, nachmittags 2% Uhr, auf dem Sportployz Kynaststraße, am Bahnhof Stralau- Rummelsburg, statt. H. Ergebnisse: Eröffnungsstaffel 4X50 Meter. 1. Min dhen 2 Min. 50 Get., 2. Berwaris- Berlin 2 Min. 51 Get 100 Meter beliebig Männer. 1. Jahr, Barwärts- Berlin 1 Min. 194 Get. Springen( 4 Sprünge, 4 Berfungsrichter). a) Frauen: 1. Mages Lehrberger München 30 Bunkie, Plansiffer 4. 2. Beiße- Nürnberg 25% Bunkte. Blazziffer 10. b) Männer( 3 Sprünge, 4 Wertungsrichter). 1. Besch Borwärts= Berlin 24 Punkte, Blakziffer 4. 2. Mooshammer- München 21% Buntte. Ragenstaffel 4X100 Meter. 1. Vorwärts Berlin 5 Min. 48 Set. 100 Meter Seite Männer. 2. Jahr- Borwärts- Berlin 1 Min. 234 Get. Stredentauchen, Männer. 1. Les Vorwärts- Berlin 53 Meter 43 Get. 2. Paple- Borwärts- Berlin 52 Meter 43 Gel. 3. Mooshammer- München 5 Min. 45 Get. 300 Meter beliebig. 1. KreuzienBerwärts Berlin 5 Min. 19° Set. 2. Braun- Milnehen 5 Min. 52 Ger. Stüdenschwimmen 100 Meter Männer. 1. um mert Bor wärts Berlin 1 Win. 332 Sekunden. 2. Herben- Vorwärts- Berlin 1 Min. 35' Get. Bereinsmehtlampf. Berlin: Schwimmen 50, Tauchen 30, Søringen 24. Resultat: 104. Minden Schwimmen 25, Tauchen 39, Springen 21. Resultat: 76. Wafferball. Männer. Vorwärts Berlin green München 3: 1( 2: 0). 2 Naturfreunde, auf nach Brandenburg! Am 25. u. 26. Oftober begeht die Ortsgruppe Brandet. burg des Louristenvereins der Naturfreunde ihr 10jähriges Gründungsfest, au dem die Ortsgruppe Berlin eingeladen ist. Wir ersuchen alle Abteilungen, sofort Fahrscheine zusammenzustellen und bis spätestens Donnerstag, den 23, d. M.. beim Potsdamer Bahnhof anzumelden, da sonst die Eisenbahn Schwierigkeiten machen wird. Wenn in einer Abteilung nicht genügend Genossen für Fahrscheine zusammenkommen, so fönnen sie sich beim Genossen Scholl, Röthener Str. 26, auch bis Donnerstag anmelden. Fahrgelo pre Teilnehmer 2 M. Der Sprech ch or trifft sich am Mittwoch, den 22. Oftober, in der Schule Gipsstraße zu der legten Probe. Fahrgeld ist Bundesmeisterschaft im Geräteturnen. Im vergangenen Jahre wurde die Bundesineisterschaft im Geräteturnen durch einen Einzelwetttampf in Leipzig ausgetragen. In diesem Jahre finden Riegenwetttämpfe ftatt, die uns zeigen werden, in welchem Kreis die besten Turner vorhanden sind. Die Entscheidungstämpfe finden am 26. O t= tober im großen Nibelungeniaal in Mannheim statt. Das Turnen beginnt vormittags 9 Uhr. Nachmittags deranstaltet die Freie Turnerschaft Mannheim im gleichen Gaale, der 5000 Personen Plak bietet, ein Schauturnen mit ausgewähltem Programm. Hierbei werden die besten Lurner aus dem Reiche an den drei Hauptgeräten ein Kürturnen zeigen. Die Vortämpfe innerhalb der Kreisverbände des Arbeiter- Turn- und Sportbundes haben folgendes Resultat gehabt: 1. Ostdeutscher Verband. Verbandsmeister 1. Kreis ( Provinz Brandenburg). 2. Süddeutscher Verband: Verbandsmeister 19. Kreis, tampflos, da Desterreich zurückgetreten ist. 3. Mitteldeutscher Verband: Verbandsmeister 5. Kreis. 4. Nordwestdeutscher Verband: Berbandsmeister 11. Kreis. 5. Süddeutscher Verband. Der Kampf um die Verbandsmeisterschaft hat erst am 19. O: tober in Stuttgart statigefunden, Resultat liegt noch nicht vor. Bom 1. Kreis( Provinz Brandenburg) nehmen an den Ausscheidungswettkämpfen teil: 1. Schneider( F. L. Neukölln) und Gutschow( F. T. Groß- Berlin) mit je 117% Puntten. 2. Schmidt( Fichte- Berlin) mit 115% Buntien. 3. Leuthold ( Fichte- Berlin) mit 113 Buntten. 4. Schwente( Eberswalde) mit 111% Punkten. Freie Turnerschaft Graz- Berlin. Bezirk Süden. Turnen Leichtathleti Sandball. Bir suchen für unfere 2. Sandsalfmannschaft Spiele auf Gegners Blak. Spielangebote au richten an Dite Ciner, ED., Brandenburgstraße 33. Seute abend Männerabteilung geselliges Beisammenfein nach dem Tucnen bei Wolf. Sonnabend, abends 7 Uhr, erster Seimabend im Jugendheim. Reichenberger Str. 66. Freie Turnersaft Renfu- Brig. 3. Frauenabteilung. Der nächste Turnabend der Abteilung findet wieder am Donnerstag, den 25. 6. M., in der Turnhalle des Nealonmnasiums, Raiser- Friedrich- Streße. Statt: Touristenverein Die Naturfreunde", Ortsgruppe Espenid Am Miltwoch, den 22. Ofteber cr., abends 8 Uhr, Bertrag des Genossen Lau. Thema: Der Touristenverein als Aultureorganifation." Unsere Seimabende finden jeden Mittwoá) im Jugendheim, Cöpenis, Grünauer Str. 5, Sof 1 r., Rimmer V, flatt. Sympathifferenbe find herzlichst willkommen. Genoffinnen und Genossen, schickt uns nicht nur Eure Burschen und Mädels, sondern tommt selbst und helft mit Hand anlegen zur Erfüllung unserer Stulturaufgaben. Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Freitag, 7 Whr. Chule Gipsstr. 23, Turntatssigung. Freie Schwimmer Reutään e. V. Das ant Gonnabend, den 25. 02tober, abends 8 Uhr, und am Sonntag, den 26. Ottover, nachmittags 3 Uhr, im Stadtbad Neulon, Ganghoferstraße, stattfindende Totale Subiläums Swimmfeit hat eine glänzende Belegung gefunden. Während am Sonnabend nicht weniger als 276 Teilnehmer an den Start gehen werden, sind es bei den Sonntagstonturrensen 340. Bon auswärtigen Bereinen sind zahlreiche Meldungen abgegeben worden, unter anderem von Bres lau. Görlig, Leipzin, Dresben, Magdeburg, Küstein, Stettin, Naumburg a. S., außerdem find die besten Groß- Berliner Vereine zur Stelle. Da die Kontur rensen große Selber aufwelfen, find felten gefebene ferfe Rämpfe zu ermarten. Rahlreiche Wasserballspiele umrahmen das Programan. Bei den volkstümlichen Eintrittspreisen: Sonnabend 50 f. une Gonning 75 Pf. iit ein guter Befuch zu erwarten. Rarten find an der Kaffe des Gladibades zu entnehmen. Fritzi Massary 77571 DEVENEEN die unvergleichliche Zigarette ist nun jedem Qualitätsraucher zum täglichen Bedürfnis geworden- sie braucht keine Reklame mehr Es geht zum Schluß mit unserem Total- Ausverkauf! Auf unsere Schleuder- Ausverkaufspreise geben wir ab heute noch 20% Rabatt die an der Kasse in Abzug gebracht werden. 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