Nr.498 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 253 Bezugspreis: öchentlich 70 Goldpfennig, monatlich 8,- Goldmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, Gaar- und Memelgebiet. Desterreich, Litauen, Lugemburg 4,50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmark pro Monat. Der., Borwärts mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit..Gied. lung und Kleingarten" sowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und Frauenbeilage Frauenstimme erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin* Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 10 Goldpfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. geile 0,70 Goldmart, Reflamezeile 4.- Goldmark. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 0,20 Gold. mart( zuläsfig awei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 0.10 Goldmart. Stellengesuche das erfte Wort 0,10 Goldmart, jedes weitere Wort 0,05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen filr zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 0,30 Goldmart. Eine Goldmart. cin Dollar geteilt durch 4,20. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4½ Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin G 68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nacm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292-295 Verlag: Dönvoff 2506-2507 Mittwoch, den 22. Oktober 1924 Ein Aufruf der Reichsregierung. Entschlossen auf dem Boden der Verfassung. Die Reichsregierung wendet sich mit der folgen-| Bürgerblock mitmachen wollte, war bekannt. Wenn zwischen den Rundgebung an das deutsche Volk: ihr und der Mehrheit der Schnitt vollzogen wird, so kann das nur zur Klärung der Verhältnisse dienen. Nach kurzer Zeit steht das deutsche Bolt wiederum vor der Aufgabe, einen neuen Reichstag zu wählen. Im alten Reichstag hatte die Regierung keine feste arbeitsfähige Mehrheit. Die mannigfaltigen ernstesten Bemühungen, eine solche zu schaffen, führten nicht zum Ziel. Letzten Endes scheiterten fie deshalb, weil die noch unter den Nachwirkungen des wirtschaftlichen Zusammenbruchs getätigte Wahl vom 4. Mai die radikalen Elemente allzu sehr gestärkt und dadurch eine aufbauende Arbeit der übrigen Parteien außerordentlich erschwert hatte. Das Wohl des deutschen Volkes fordert, daß dieser Mangel durch die Neuwahlen beseitigt wird. Nachdem der Londoner Patt angenommen und feine Durchführung bereits eingeleitet ist, muß die unter schweren Opfern, aber mit sichtbarem Erfolge geführte Politik der Regierung folgerichtig fortgesezt und für die Zukunft gesichert werden. Auch der wirtschaftliche Wiederaufbau hat eine ruhige Fortentwid lung der deutschen Politik nach außen und im Innern zur Voraussetzung. Sie ist aber nur dann gesichert, wenn sich alle am Wiederaufbau beteiligten Parteien entschlossen auf den Boden der Verfassung stellen und diese gegen jeglichen ungesetzlichen Angriff, gleich, von welcher Seite er fommen mag, verteidigen. Im neuen Reichstag müssen die einigenden Kräfte stärfer fein als die entzweienden. Die radikalen Elemente follten durch die Neuwahl ausgeschaltet werden. Ist es nicht eine Schande, daß der Deutsche Reichstag mit polizeilicher Hilfe tagen muß und sich Extreme von rechts und links die Hand reichen, um seine Arbeit zu fabotieren? Soll das deutsche Volk im Innern weiter gefunden und soll nach außen die neugewonnene Gel tung erhalten und gemehrt werden, so muß die Regierung fich auf eine feste Mehrheit stügen können. Auch die Parteizersplitterung der letzten Wahlen steht dem entgegen. Es dürfen nicht, wie am 4. Mai, nahezu eine Million Stimmen vergeblich abgegeben werden. Nicht in der Zersplitterung liegt das Heil, sondern im Streben zum Ganzen und zur Einheit. Möge sich das Deutsche Bolt von diesen Gesichtspunkten leiten lassen, wenn es bei der kommenden Wahl über feine Zukunft entscheidet. Der Aufruf der Reichsregierung erweckt den Anschein, als ob die Wahlen gegen den Bund von Ludendorff und Katz gingen. Aber war dieser Bund mit seinen 94 Abgeordneten wirklich so start, daß seinetwegen aufgelöst werden mußte? Jedermann weiß, daß das nicht der Fall war! Die Kernfrage des Wahlkampfes wird in dem Aufruf vollständig umgangen, es wäre denn, daß der Passus, der vom Boden der Verfassung spricht, als eine Erklärung gegen die Deutschnationalen aufgefaßt werden sollte. Es versteht sich aber von selbst, daß eine Regierung, die nicht mehr geschlossen genug war, um noch vor den Reichstag treten zu fönnen, zum Wahlkampf nicht viel mehr als einige allgemeine Redensarten beitragen fann. Schiffer geht. Geßler auch? Abschied der Bürgerblöckler von den Demokraten. und Von den bei der Entschließung über die Regierungsbildung in der Minderheit gebliebenen demokratischen Abgeordneten sind, wie WTB. meldet, die Reichstagsabgeordneten Schiffer, Gerland und Reinath, sowie die preußischen Landtagsabgeordneten Dominicus Grund aus der Demokratischen Partei ausgeschieden. Dem Parteivorstand ist hiervon in einem gemeinsamen Schreiben Kenntnis gegeben worden. Die bayerischen Abgeordneten Dr. Geßler und Sparrer, die gleichfalls zur Minderheit gehören, treffen ihre Entscheidung nach Fühlungnahme mit ihren heimatlichen Organisationen. Dazu bemerkt eine Erklärung der Demokratischen Partei: „ Das Ausscheiden dieser Herren werde natürlich bedauert, da die anderen Fraktionsmitglieder mit ihnen in langer Gemeinschaftsarbeit manche persönlichen Beziehungen gewonnen hätten. Erklärlich macht den Schritt die Tatsache, daß die sämtlichen in Frage tommenden Herren bei der Neuaufstellung der Kandidas nlisten voraussichtlich nicht mehr berücksichtigt worden wären, da ihre Ansichten von den Meinungen ihrer Wahlkreisorganisationen abwichen und die Wahlkreise sich in voller Uebereinstimmung mit der Politik der Reichstagsfraktion befänden. Die Herren entgingen da her dem Mißtrauensvotum ihrer bisherigen Parteiorganisationen, indem sie ihren Austritt vorher vollziehen. Schließlich sei noch festgestellt, daß die bayerischen demofratischen Organisationen zu den Streitfragen ebenfalls bereits Stellung genommen hätten, und zwar gleichfalls im Sinne der Reichstagsfraktion." Daß eine kleine Minderheit der demokratischen Reichstagsfraktion aus den berühmten taktischen" Gründen den Bauernbund und Demokratie. Der Brief, in dem der Bauernbundführer Böhme seinen Austritt aus der Demokratischen Partei mitteilt, ist typisch für die innere Einstellung eines Teils des Bauernbundes. Dr. Böhme fagt, die Mehrheit des Bauernbundvorstandes sei mit der Haltung der Demokraten in der Schutzzollfrage nicht einverstanden. Außer dem seien die Mitglieder des Deutschen Bauernbundes monatela.ng Angriffen und ironischen Aeußerungen seitens ihrer Berufskollegen ausgefeßt, ein Zustand, der angesichts der Uebermacht der auf dem Lande verbreiteten groß agrarischen Bresse fich zur Unerträglichkeit steigert". monarchistischen Bresse als Grund für den Austritt aus der DemoDie Angst vor der deutschnationalfratischen Parteiman darf der Demokratischen Partei gratulieren, daß sie nicht in die Verlegenheit versetzt wurde, mit solchen Aufrechten" in den Wahlkampf zu ziehen. Der Aufruf der Demokraten. erfassen, in dem sie mit aller Schärfe für Republik und DemoDie Demokratische Partei hat einen Wahlaufruf tratie eintritt und der Volkspartei den Vorwurf macht, daß sie infolge ihres Anlehnungsbedürfnisses an die Deutschnationalen die Politik der Mitte verlassen habe. Ueber die Deutschnatio nalen heißt es u. a.:„ Wer jetzt die Monarchisten zur Regierung ruft, zerstört alle Möglichkeiten. Die Partei der jungen demofratischen Republit tonn nicht der monarchistischen Reaktion in den Sattel helfen.... Angesichts des Borstoßes der Reaktion ist die Republit in Gefahr. Sie foll ausgehöhlt, sie soll unter miniert werden. Die Nation soll durch innerpolitische Kämpfe zerminiert werden. Die Nation soll durch innerpolitische Kämpfe zerrissen und geschwächt werden." Gegen Demokratie und Liberalismus. Das Ziel der Volkspartei. Die Verhandlungsführer der Deutschen Volkspartei, gezeichnet Scholz, 3apf, Curtius, wenden sich in einer erregten Kundgebung gegen die deutsch- demokratische Partei, der man heftige Vorwürfe darüber macht, daß sie der Bildung schließt: des Bürgerblocks nicht zugestimmt habe. Die Kundgebung ,, Sachliche Gründe für die Haltung der deutsch- demokratischen Fraktion waren hiernach nicht gegeben. Barlamentarische Kurzsichtigkeit, Parteidottrinarismus sowie Gin flüffe linksradikaler und internationaler Kräfte haben in ihr eine verhängnisvolle Rolle gespielt. Diese Kräfte, die letzten Endes die Reichstagsauflösung verschuldet haben, gilt es im Wahlkampfe beiseite zu schieben, um das unverrückbar fiststehende Ziel der Deutschen Volkspartei innerer Festigung zur Fortführung bewährter Außenpolitik im tommenden Reichstag zu erreichen." Die Deutsche Volkspartei hat den Deutschnationalen ZuDeutschnationalen in den Wahlkampf, trotzdem die Deutsch treiberdienste geleistet. Sie geht als getreuer Knecht der nationalen erkennen lassen, daß sie nicht an die Fortführung der bisherigen Außenpolitik denken. Sie wollen die bürger liche Demokratie ausschalten, den Liberalismus in Deutschland vernichten das ist ihr Ziel. Wir haben nichts gesagt... Die Heiligkeit des Berliner Patts. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkajje Lindenstraße 3 Mörderzentrale OC. Geheimorganisation Consul- Ehrhardt unter Anklage. Bor den Schranken des Staatsgerichtshofes zum Schuhe der Republik" soll heute nach mehrjähriger Untersuchung endlich der Prozeß gegen die Mitglieder der deutschnationalen Geheimorganisation, die unter dem Namen ,, Consul" geführt wurde, zur Berhandlung kommen. 26 Anhänger und zum Teil engste Mitarbeiter Ehr= hardts find unter den vielen Beteiligten auserwählt, um bündelei begeht nach dem Strafgesetzbuch, wer einer Bereinisich wegen ,, Geheimbündelei" zu verantworten. Geheimgung oder Verbindung angehört, deren Dasein, Verfassung oder Zweck vor der Staatsregierung geheimgehalten werden soll. Jeder, der der bewußten Beteiligung an einer solchen geheimen Verbindung überführt wird, wird mit Gefängnis bis zu sechs Monaten, die Stifter und Vorsteher der Berbinbung mit Gefängnis von einem Monat bis zu einem Organisation C. gilt nicht etwa der aus dem Leipziger UnterJahre bedroht. Als„ Stifter und Borsteher" der ausgebrochene Häuptling Ehrhardt, sondern sein Komsuchungsgefängnis mit Hilfe seines Geheimbundes plice, der frühere Kapitänleutnant Alfred Hoffmann, der, wie selbstverständlich, in München seinen Wohnsiz hat. Die Mitglieder des Geheimbundes, zu denen u. a. auch der bekannte Kapitänleutnant v. Killinger und der ebenso bekannte Ver= trauensmann Ehrhardts, Kautter, gehören, setzten sich zusammen aus ehemaligen Angehörigen der Ehrhardt- Brigade. Schulz und Tillessen, die im August 1921 Erzberger Man erinnert sich, daß die beiden Mordbuben meuchlings erschossen, zu dieser Geheimorganisation in engster Verbindung standen, und daß der badische Staatsanwalt, der die nach München weisenden Spuren dieser Meuchelmörder verfolgte, in der Wohnung von Killinger und Hoffmann Haussuchungen vornehmen ließ, wobei ihm das gefamte Material der Geheimorganisation in die Hände fiel. Unter anderem fand er die Satzungen der Organisation C., in denen ausdrücklich mit dürren Worten ausgesprochen wird, daß die Organisation C. eine Geheimorganisation" sei, daß die Mitglieder sich ,, verpflichten, untereinander ein Schuh- und Truzbündnis zu schließen, wodurch je der Angehörige der Organisation der weitestgehenden Hilfe aller anderen Mitglieder sicher sein fann". Weiter sieht die Sagung vor, daß die ,, Mitglieder sich verpflichten" müssen, ein Machtfattor zu fein, unbedingten Gehorsam gegen die Führer" zu üben, strengstes Stillschweigen zu bewahren und zu diesem Zweck eine förmliche Verpflichtung einzugehen. Um gar keinen Zweifel über die Sache aufkommen zu lassen, bestimmt der§ 11 der Sagungen außerdem, daß heimmis möglichst vollständig zu machen, wurde eine GeVerräter der Feme verfallen". Um das Geheimschrift eingeführt, die durch Zahlen gewisse Worte erfekte, die sich in einem bestimmten, den Eingeweihten bekannten Wörterbuch auf den durch die Ziffern angedeuteten Seiten befanden. Ueber den 3 wed der ganzen Organisation läßt die Sagung auch keinen Zweifel, insofern sie erklärt, daß ihr Bestreben dahin gehe, durch Einsegung einer nationalen Regierung die Wiederkehr der heutigen Verhältnisse unmöglich zu machen". Es handelt sich also ganz offensichtlich um eine Ver= Wortes. Und es hat niemanden überrascht, als festgestellt schwörerorganisation im schlimmsten Sinne des wurde, daß zu dieser Verschwörergesellschaft nicht nur die Schulz und Tillessen und die Scheidemann- Attentäter, sondern auch die Rathenau- Mörder Fischer und Kern und deren Helfershelfer Techow und Konsorten in engstem Berhältnis als Mitglieder oder doch als Ver= trauenspersonen standen. In dem Prozeß gegen Techom und Genossen hat der Oberreichsanwalt Ebermayer die Zusammenhänge furz und bündig dargestellt, In dem an anderer Stelle zitierten Aufruf der Fraktion Halb als er u. a. ausführte: und Halb" findet sich diese liebliche Blüte: Führende Regierungsparteien haben uns Deutschnationalen Ende August feierlich ihr Wort verpfändet. Die Deutschnationale Volkspartei war zum Regierungseintritt unter Hintanfegung schwerer Bedenken im.Interesse des Vaterlandes bereit. Das gegebene Wort wurde nicht eingelöst... Ich hatte es aber auch für meine Pflicht zu sagen, daß sich gewisse Umstände herausgestellt haben, die erkennen lassen, daß die Täter mit gewissen Organisationen in Verbindung gebracht werden können und daß diese Organisationen den Tätern den Gedanken zur Tat eingegeben haben. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter. Ich sage, daß diese Organisationen ihnen bei der Tat behilflich gewesen sind. Bei allen Attentaten auf Erzberger, Rathenau, Scheidemann sind es immer dieselben zurücverfolgen lassen. Es ist ein Unsinn zu glauben, daß alle Angeklagten nach Berlin gekommen seien, jeder zu einem anderen 3wed. Ich bin der festen Ueberzeugung, daß fie alle vorher wußten, was geschehen sollte, daß sie sich planmäßig verab redeten, und sich in Berlin getroffen haben. Deshalb liegt auch die Vermutung nahe, daß der Mord von den Angeklagten planmäßig organisiert war, daß er nicht ein dem Zufall entsprungenes Verbrechen gewesen ist, daß nicht Kern und Fischer allein die Urheber des Mordes waren. In den Kreisen der Nationalsozialen hat Rathenau feineswegs einen guten Namen gehabt, ebensowenig in der Organisation Conful". Ernst Doch kaum war deth Lindeiner das Wort entfahren, da verriet sein schreckensbleicher Mund, daß er eine Dummheit gemacht habe. Wie fonnte er die Verbündeten, die Bolkspartei, so mit dem Ber- Kreise, sie haben alle gemeinsame Beziehungen, die sich lange liner Baft vor den Bauch stoßen! Er läßt deshalb durch die ihm dienst willige Telegraphenbureaus schleunigst erklären, daß der Vorwurf gegen führende Regierungsparteien", sie hätten ihr Wort gebrochen, sich nicht gegen die Stresemänner richte, sondern gegen eine andere Seite"! Da außer dem Zentrum und der Deutschen Bolkspartei taum noch andere führende Regierungs parteien" vorhanden gewesen sind, so richtet sich der Vorwurf der Deutschnationalen allein gegen das Zentrum, wenn er nicht bis morgen überhaupt zurückgenommen ist. Denn es ist die Eigentümlichkeit der Ja- Neinfager, daß die Linke nicht weiß, was die Rechte schreibt. Berner Techom hat ja selbst geäußert, daß mitglieder dieser Organisation gehalten waren, die Aufträge der Organisation auszuführen. Und unmittelbar vor der Tat hat Kern zu Schütt gesagt: „ Verräter gehen bei uns um die Ecke!" Das spricht doch für die Annahme, daß, wenn selbst Kern und Fischer ihr Leben verloren, eine Organisation zu ihrer Rache bereit stand. Und dazu kommt noch Techows Aeußerung dem Schütt gegenüber:„ Wir muß ten handeln, denn das Geld ging uns aus." Zu fammenfassend will ich sagen, die Verhandlung hat nicht den vollen Beweis erbracht, aber durch den Antisemitismus, der in allen diesen Organisationen gepflegt und getrieben wird, ist eine Atmosphäre geschaffen, die Mordpläne begünstigt. = In dem Prozeß gegen die Parchimer Fememörder wurde vom Oberreichsanwalt wie vom Gericht eindeutig die Beteiligung völkischer Ge heimorganisationen am Meuchelmorde" als erwiesen festgestellt. Daß diese Organisationen ihre verbrecherischen Mitglieder nicht nur in jeder Weise decken, daß sie den Behörden gegenüber falsche Angaben machen, hat die Unter fuchung gegen die Organisation ,, Consul" hinlänglich erwiesen. Die einzelnen Mitglieder sind ja durch die Sagungen ver pflichtet, strengstes Stillschweigen" zu bewahren, wenn fie nicht der Feme verfallen wollen, und andererseits sind sie ebenso verpflichtet, jebem einzelnen ihrer Berschwörer: fameraden durch ihr Schutz- und Trugbündnis ,, weitest gehende Hilfe" sicherzustellen. Die Untersuchung gegen die Mordorganisation ,, Consul" läuft nun seit dem August 1921, also mehr als volle drei Jahre! Das Wesentliche, was gegen die einzelnen Führer und Mitarbeiter der Ehrhardt- Berbrechergemeinschaft festzustellen war, hat der Staatsanwalt am Landgericht Offenburg in Baden schon in den Monaten unmittelbar nach dem Erzberger- Morde festgestellt, und die Untersuchungen, die im Auftrage der fächsischen und thüringischen Regierung ebenso wie in Preußen veranstaltet wurden, haben diese Feststellungen nur bekräftigt. Benn trobem mehr als drei Jahre ins Land gegangen sind, bis sich die Reichsanwaltschaft entschloß, die Anflage fertigzustellen und bis endlich ein Verhandlungstermin anberaumt wurde, so spricht das nicht gerade für einen überragenden Eifer an der Berfolgung jener Organisationen, von denen der Oberreichsanwalt selbst nachgewiesen hat, daß sie an politischen Morden beteiligt sind und daß sie politische Mörder mit allen ihren Mitteln zu schüßen suchen. Mit einer geradezu beängstigenden Eile hat die Oberreichsanwaltschaft verdächtigte Rommunisten vor Gericht gestellt, und der Staatsgerichtshof hat erschreckend harte Urteile gegen sie zu fällen gewußt. Die Hinauszögerung des Geheimbundprozesses gegen die Ehrhardt- Organisation dürfte deshalb tiefere Gründe haben. Wir hoffen, daß diese Gründe in der Verhandlung offen ausgesprochen werden, wenn unser Glaube daran auch nur sehr gering ist. Aber nach unferer Kenntnis der Dinge würden wir uns nicht wun dern, wenn der Bertreter der Reichsanwaltschaft selbst die Geheimbündler als patriotische Männer" hinstellte, denen man um ihrer Berdienste um das Baterland" willen manches nachsehen müsse! Möglich fogar, daß der Bertreter der Oberreichsanwaltschaft gegen Bresse und Polizei Borwürfe deshalb erhebt, daß sie sich eingehend mit der Organisation C. beschäftigten. Man weiß, wie leicht sich im Zeichen des Bürgerblocks die Ansichten auch bei scharfsinnigen Juristen zu ändern pflegen. Wer deshalb von der heute beginnenden Berhandlung gegen die Berschwörerorganisation Enthüllungen erwartet, der mirb Enttäuschungen erleben. Die einzige Ent hüllung", die da vor sich gehen wird, dürfte die sein, daß die Organisation C." ein nüßliches Glieb im Staate des Bürger blocks fei, und daß alle Angriffe gegen fie ihre Berdienste" verkennen. " Freilich wird man im Bolte die früheren Beweisführun gen Ebermayers so wertig vergessen wie die Urteile gegen fommunistische Hochverräter. Und man wird daraus die notwendigen Schlußfolgerungen ziehen. Eine aristokratische Arbeiterdichterin. Bon Profeffor Dr. Eugen Bolbe. Daß der Sozialismus gleichbedeutend ist mit Humanität, Tolevanz, Böllerpersöhnung und sozialem Ausgleich, ist eine Erkenntnis, die den Denkenden aller Gesellschaftsschichten aufgeht- wenn sie ehrlich sein wollen gegen sich und andere. Nicht selten ereignet es sich, doß Persönlichkeiten der höheren Stände, ja selbst der Aristokratie, in den Idealen des Sozialismus das höchste Glück der Men, chheit erbliden. Es sei hier an die Prinzessin Pauline von Württemberg erinnert, die den Breslauer Arzt Dr. Willim heiratete und bann in fozialdemokratischen Bersammlungen ein häufig gefehener Gaft war. Hergt- Bassermann. Neue Führerwahl bei den Deutschnationalen? Nach den Reichstagsneuwahlen am 4. Mai prophezeite ergt einem gefälligen Ausfrager des Lotal- Anzeigers" das große Wunder. Es ist bis auf den heutigen Tag nicht befannt geworden, ob der deutschnationale Führer damit den Umfall der 48 Jasager meinte, jebenfalls wollen seit diesem Ereignis die Gerüchte über eine Führerkrise in der deutschnationalen Partei nicht verstummen, so daß wenigstens das eine feststeht, daß er gt sein blaues under er lebt hat. Die Führerfrage scheint mit der Auflösung des Reichstags wieder in den Bordergrund getreten zu sein. Die Deutsche Beitung", die in lekter Beit von gewiffer deutschynationaler Seite des öfteren bei tikligen Angelegenheiten als offizielles Sprachrohr benutzt wurde, verzeichnet die Nachricht, daß die deutsch nationale Partei nunmehr vor der neuen Führerwah 1" steht. Die Nachricht ist insofern von größtem Intereffe, als sie den Beweis erbringt, daß es dem bisherigen Führer Hergt auf dem letzten Reichsparteitag, der bekanntlich hinter geschloffenen Türen tagte, nicht gelungen ist, die Oppofition zu bändigen. Die Deutsche Zeitung" läßt feinen Zweifel darüber, daß es der 3wed der neuen Führerwahl ist, Hergt abzufägen, da er bisher in allen entscheidenden Augenblicken versagt hat. Sie vergleicht Hergt mit B affermann, der seinerzeit der Vorsitzende der nationalliberalen Partei war, und von dem es in dem bekannten Frymannschen Buch„ Wenn ich der Kaiser wär'" heißt: Höllein, der bekannte Ueber- Brüller, murbe in feiner Berliner Wohnung verhaftet. Remmele, Grglewicz und andere traf man nicht mehr an. Man mußte sich mit Hausfuchungen begnügen, bei denen man übrigens nichts fand. Staatsanwalt gegen Reichsfahne. Die Farben der Republik rechtlos. Folgende unglaubliche Geschichte wird gemeldet: Am letzten Berfassungstage hatte der Pförtner Tessen. dorf eines Potsdamer Hauses an einem Fenster seiner Wohnung eine fleine ich warzrotgoldene Fahne angebracht, um auf diese Weise zu seinem Teil den Verfassungstag zu feiern. Der Sohn des Hausbesizers, ein Hauptmann a. D. v. Bauer, fah das, begab sich zu der Portierwohnung und riß die schwarzrotgoldene Fahne vom Fenster herunter. Das Fahnen. tuch steckte er in die Tasche und entfernte sich dann. Als die Bortierfrau hinter ihm hereilte und die Herausgabe der Fahne verlangte, stieß er sie mit der Faust zurück, so daß sie beinahe zu Boden gestürzt wäre. Von der Ortsgruppe Potsdam des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold wurde daraufhin gegen Hauptmann v. Bauer bei der Staatsanwaltschaft Anzeige wegen Beschimpfung der Farben der Republif gemäß§ 8 3iffer II des Republ tschußgefeges erstattet. Nunmehr hat der Erste Staatsanwalt in Potsdam das Verfahren gegen v. Bauer mit der Be gründung eingestellt, daß in deffen Berhalten feine Beschimpfung der Fahne der Republit erblickt werden könne. Das Ehepaar Tessendorf ist wegen dieses Borfalles von dem Hausbefizer wegen unziemlichen Verhaltens" auf die Straße gefeßt worden. ,, Baffermain nun fehlen alle Eigenschaften, über die Der Fall zeigt deutlich, wie es um den Schuh der Reder Leiter einer wichtigen, ja unentbehrlichen Partei verfügen muß: zunächst fehlt ihm der Charakter, und damit der feste Salt publik bestellt sein wird, wenn die deutsch nationalen in fich selbst, die sittliche Widerstandsfähigkeit; bonn Monarchisten erst das Heft in der Hand hätten. Aber mit mangelt der Blid für die treibenden Kräfte der Zeit, das Berdem provotatorischen Entscheid des Ersten Staatsständnis für die Entwicklung der Nation außerhalb des Partei- anwalts in Potsdam darf die Angelegenheit nicht ihr Bewenlebens und außerhalb des Parlaments.. So ist Herr Baffermann den haben. Wir nehmen mit Bestimmtheit an, daß der das Verhängnis feiner Partei geworden.... Heute bietet die Partei preußische Justizminister den Herrn Staatsanwalt ein Chaos, und sie wird fich daranis nur reffen, wenn fie diefen eindeutig über seine Pflichten in der Republik aufflären wird. Führer zum Abgrund beseitigt. Wesel frei! Wird Herr Hergt diesen Wint, der sicherlich die Zuſtimmung weiter Kreise der Deutschnationalen findet, verwefel, 21. Offober.( WTB.) Die Belgier haben heute stehen? Wie es heißt, hat Westarp, der Führer der altkonservativen Gruppe bei den Deutschnationalen, Hergt bei der letzten abend 6.30 Uhr Wesel verlassen und find über die Cippe Fraktionsfigung einen Blumenstrauß übereicht. In und Rheinbrüde nach Büderich abmarschiert. Der Abmar ,, ist China ist die seidene Schnur das letzte Geschenk für politische ohne jede Störung verlaufen. Todestandidaten. Aber die Gebräuche sind bei den einzelnen Bölkern verschieden, mag auch ihr Sinn derselbe sein. Ludendorff unerwünscht. Er soll sein Reichstagsmandat niederlegen. Mar Maurenbrecher veröffentlicht in der Deutschen Beitung" einen Artikel über den Deutschen Tag in Blauen, in dem Beitung einen Artikel über den Deutschen Tag in Plauen, in dem der Reichstagsabgeordnete Ludendorff aufgefordert wird, sein Mandat niederzulegen. Er tut das in der Form: Das war das Erlebnis dieses Tages: für die unendliche Maffe der geradlinig und einfach denkenden Menschen läßt Cudendorff sich nicht in ein Parteiprogramm spannen, er bleibt der ganzen Nation angehörig. Er ist uns zu gewaltig, als daß wir ihn gern in den Gossentot eines Wahlkampfes herabgezogen fähen; er darf auch seinerseits fich nicht mutwillig verengen. Er barf das Erbe eines Riesen- Geschehens nicht im Kleinfrieq parlamen. tarischer Nachbargrüppchen verpulvern." Sieht man von aller Speichelederei ab, so ist der Zweck der Uebung flor: 2 udendorff soll nicht wieder Reichs. tagsabgeordneter werden. Höllein verhaftet. Der Unterfuchungsrichter beim Landgericht I Berlin hat die Berhaftung einer Reihe gewesener fommunistischer Reichstagsabgeord neter angeordnet, teils wegen schon länger schwebender Berfolgungen, beils wegen der neu entdeckten RBD.- Urkundenfälschungszentrale. Bir wollen nicht länger Am Lebensbanfett Als Anachte geduldet nur fein, Als Freie wir wollen Erhobenen Hauptes Zur großen Türe herein. Mit bröhnenden Schritten Wir schreiten einher, Die neuen Zeiten zu fünden: Ein Feuer, das glimmend Im Zeitenschoß geruht, Wird sich zur Flamme entzünden. Wir führen zum Siege Die junge Weft, Ein Rufen der Freiheit erschallt: Das Alte muß fallen, Dem Neuen der Sieg! Mir( prengen der Retten Gewalt. Selbft in der Umgebung der ehemaligen Regierenben hatten die Arbeiter und ihre Bestrebungen warmherzige Freunde, bie mit den Mühseligen und Belabenen fühlten. Das beweist der nachstehende „ Gefang der Arbeiter", den die 1920 verstorbene großherzoglich med lenburgische Obersthofmeisterin Paula von Bülom, geborene Gräfin von Linden, die langjährige Freundin Kaiser Wilhat harte Schicksalsschläge erlitten. Sie hat aber auch viel beobachtet helms I., in ihren bei R. F. Köhler in Leipzig erscheinenden Dentwürdigkeiten Aus verfunfenen Welten" abbrudt: Gesang der Arbeiter. Bon Paula Wilhelmine von Bülow, geb. Gräfin von Binden. Mit bröhrenden Schritten Wir dyreiten einher, Am Webstuhl der Zeiten zu weben. Habt acht, ihr da vorne, Gebt frei die Bahn, Wir wollen vom Staub uns erheben Seit Menschengebenten Das Joch auf der Ghrn Jetzt fordern mir unser Recht. Wir heben, wir heben Uns fraftvoll empor. Und mit uns ein neues Geschlecht. Wir suchen, wir suchen Den Sonnenschein Und neue, beffere Zeiten. Hinweg mit den Sorgen, Hinweg mit der Not! Fürs lachende Leben wir ftreiten. Wir sind die Massen, Wir tragen die Last, Wir schaffen und mühen und sorgen, Wir bienen der Menschheit Mit Schweiß und Blut, So gestern, so heute, so morgen. Woher dies Mitfühlen in der fühlen Hofluft? Frau von Bülom und fich zwar als ein Rädchen gefühlt in der großen Maschine des höfifchen Lebens mit seinem Glanz, aber auch mit feiner inneren Leere, sich aber dennoch den flaren Blick für die Welt, für das Aufwärts und Vorwärts ihrer Mitmenschen bewahrt. Ihre Denkwürdigkeiten teine Antlagefchrift! werden den Blic in eine große freie Persönlichkeit erschließen. Die Vase. Bon Hans Bauer. Frau Quasnik und Frou Zutsche sind gute Befannte. Frau Quasnig befigt eine Base, die sie verlaufen möchte. Frau Butsche fucht eine Base. zu laufen. Frau Quasnig stellt Frau Zutsche die Base vor:" Dafsis echdes Meißner Borzellan." Frou Zutsche ist entzückt: Diesje brachofoll. Das'se ausgefuchd scheenes Schoid. Was sollsedn goson, Frau Quasnig?" Frau Quasnig bentt: Wenn ich den Preis feftsege, tann ich nicht mehr als 20 D. verlangen. Wenn Frau Butsche den Preis feſtfest, fann sie nicht weniger bieten als 50 M. Darum faächelt Frau Quasnih: Was dengnin, wasmr nehmn gann?" " 1 Frau Zutsche denkt: Wenn ich ein Angebot mache, fanm es nicht unter 20 m. Jein. Wenn hingegen Frau Quasnik den Preis festießt, tann sie nicht über 10 m. verlangen. Darum lächelt Frau Butsche: Was sollin da saachn... Chwees weergli nid, wasj drfor gehm foll." " Frau Quasnik: Was sollmen bei'ner Beganbn fríangn. Dasje direggd beinlich, Mr hadd da far geine ferung was Borzellan so gofd. Gehmse, wasse wolln." Wiederherstellung der Wirtschaftseinheit. Paris, 21. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) In Artikel 3 des Anhangs III zum Protokoll der Londoner Konferenz haben sich die Regierungen von Paris und Brüssel verpflichtet, die Verwa! tungs und Wirtschaftseinheit des Deutschen Reiches 14 Tage nach der zweiten Feststellung der Reparationsfominisfion wiederherzustellen. Diese zweite Feststellung ist am 13. Oftober erfolgt. Um einen neuen Beweis ihres Entgegenkommens zu geben, haben die französische und die belgische Regierung die Aufhebung der die Wirtschafts- und Verwaltungseinheit einschränkenden Maßnahmen zum Teil bereits für Dienstag angeordnet. Cine Verordnung der Interalliierten Rheinlandtommission bestimmt, daß alle seit dem 11. Januar 1923 geschaffenen französischen Dienststellen, foweit sie der wirtschaftlichen Ausbeutung der in den beschten Ge bieten liegenden Pfänder dienen, einschließlich der Ausfuhrstelle in Bad Ems am 27. Oftober um Mitternacht aufgelöst werden und die deutsche Verwaltung wieder in ihre Aemter eingesetzt wird. Die Berwaltung der 3ölle, der staatlichen Forsten und der Ausfuhrtontrolle ist bereits in der Nacht vom Montag zum Dienstag den deutschen Behörden übergeben worden. Am 27. Oftober follen ferner alle von den Besagungsbehörden beschlagnahmten und in Betrieb genommenen Bergwerfe und Rotereien sowie industrielle und landwirtschaftliche Unternehmungen ihren Besizern zurüd gegeben werden. Gine gleichlautende Berordnung des Oberkomman bierenden der Besatzungstruppen ordnet die gleichen Maßnahmen für das Ruhrgebiet und den Brückentopf von Düsseldorf an. Frau Zutsche: auson Breisn raus." Frau Quasniz: Wennmesi heide enne Base im Ladn goofd, iffie nadierlich nich billich. Awr mrwees ehm nich wasmr in Briwad friangn foll." Frlangnfe, masie wolln.' chbin poch gans " Frau Zutsche: E Relechnheidsgauf iffje nadierlich immer e Relechnheidsgauf. Amr mr willje nadierlich ood) niemandn iwer. forbeeln." Frau Quasnik: Chab ehm so gedachd awer Se deerfn mrs nich iebelnehm in nischb fr ungud hawich so gedacht um de zwanzi. breißi, ferzi Margg rum." Frau Zutsche bleibt die Spude weg. Dann fagt sie mit triefender Freundlichkeit: So habjsmrs ooch ungefähr gedachd, Alfo loffnmrs bei den zwanzi, dreißi, ferzi Marga. Frau Quasnik denkt: Schmuzianin die Frau 3utsche! Frechheit von ihr, nicht zu sagen: 50 m. will ich für die Base geben." Frau Zutsche denkt: die Schmaroßerin Frau Quasniz! Un verschämtheit von ihr, nicht zu fagen: 10 M. tostet bie Base für Sie! Wie Frau Quasnih der Frau Zutsche die Waje übergeben will, enbgleitet sie den vor Aufregung zitternden Händen und zerbricht. Frau Quasnih erwartet, baß Frau Butsche fagt:„ Das war meine Schuld." Frau Butsche erwartet, daß Frau Quasnik fagt:„ Das war meine Schuld." Keine fagt es. Die Zwingburg von Ernst Krenet. Eine Bremiere, eine Urauf führung in der Staatsoper Das war seit vielen Jahren nicht da. Irgend etwas muß Intendanz und Dirigent, Solisten und Chor er. griffen haben an dieser szenischen Rantate, irgend etwas hat alle gezwungen, in vorbildlicher Zusammenarbeit die unendlichen Schwie rigfeiten eines neuen Stils zu überwinden. Es war eine Aufführung von geradezu leidenschaftlichem Schwung. Mit der Musik und dem Werfelschen Tert harmonierend, ging Bewegung durch die Hörth schen Gruppen, Bicht und Szene wurden ein Ganzes, und folistisch rührten Soot, Schorr, Henfa, Mitting, Caler, Habich und die Leider mit den Rehlen die Geister. Herrliches, edles, padendes Theater, Kleiber dirigiert. Was dirigiert er? Eine Mufit, Sie nur noch Rhythmus, nur rhythmisch gebannter Ausbruck ist. Dies die treibende Kraft, der auch der größere Teil des Bublifums erfiegt. Der andere, stille Teil ist entfett, Der begeisterte Teil fiegt; ergriffen von ber Theaterwirtung feierten Die Zuhörer den Komponisten, der Dirigenten Kleiber und Rüdel, den Chormeister. Wir wollen nachtaften, woher das Entfehen kommt, wo das starte Talent Kreneks fist, und wohin heute noch ein hemmungsloser Trieb den hochbegabten, doch unaus. gereiften jungen Komponisten leitet. K. S. Der unbeirrbare Herr von Bode, Die Angelegenheit der Flora büfte, die vor einigen Monaten nach dem Besuch des englischen Journalisten Lucas angeblich zugunsten der Auffassung des Herrn von Bode erledigt sein sollte, scheint inzwischen doch wieder in dem Stadium, in dem sie nun feit fünfzehn Jahren verharrt, steden geblieben zu sein. Herr von Bode dekretiert, die Wachsbüste des Herrn Lucas sei ein echter Leonardo. diejenigen, die den Beweis erbracht haben, daß sie zweifellos von Lucas ift, haben sich hinläng itch ausgesprochen, und das Ministerium sieht sich nicht bemüßigt, Jubilierenüe Reaktionäre. Das Wahlprogramm der Schwerindustrie. Der Verein Dsutscher Eisen- und Stahl- i n d u st r i e l l e r, der 1874 dcm Kampf um die Schutzzölle sein Entstehen verdankte, konnte gestern sein fünfzigjähriges Bestehen feiern. Der Festredner Dr. Reichert nutzte den Augenblick, um ein großes Wahlprogra mm zu entwerfen. Er forderte die Privilegierung des Besitzes gegen direkte Steuern, wandte sich gegen die Ratifizierung des Washingtoner Abkommens, befürwortete den Aus- bau der Elsenkartclle und den Abschluß internationaler Konventionen, mit denen die Eisenpreise hochgehalten werden 'ollten. Selbstverständlich oerlangte der bekannte deutschnatio- mle Abgeordnete auch bei dieser Gelegenheit ch o ch s ch u tz- ölle für die deutsche Schwerindustrie. Dabei entschlüpfte hm das neckische Wort, daß der Zoll nicht nur als ein Unter- nehmer-, sondern auch als ein A r b e i t e r s ch u tz aufzufassen sei. Was bringt nun der Zoll den Unternehmern? Ihnen bedeutet er die Sicherstellung ihrer Monopolpreise, die Erhöhung der deutschen Eisenpreise um den Betrag des Zolls über den Weltmarkt st and hinaus, und zwar auf Kosten der verarbeitenden Industrie. Diese Uebersteiaerung der Preise, die mit der Konkurrenzfähigkeit vieler eisenver- arbeitenden Gewerbezweige gezahlt wird, ermöglicht es der Sck'werindustrie, einen Teil ihrer Produktion nach dem Aus- lande unter den Weltmarktpreisen zu ver- schleudern und so die anderen Staaten zu Gegenmaß- nahmen gegen die Einfuhr deutscher Waren direkt herauszu- fordern. Der Arbeiterschaft aber bringt der Schutzzoll die Verteuerung ihres täglichen Bedarfs und die Benachteiligung der Beschäftigung in den metallverarbeiten- den Gewerben. Erhöhte Arbeitslosigkeit ist also die Folge. So sieht der„Schutz der Arbeit" für diejenigen In- dustrien aus, die nicht das Glück haben, ihre Rohstoffe selbst erzeugen zu können. Für die Schwerindustrie aber hat ja Dr. Reichert deutlich genug gezeigt, w i e man sich den Schutz der Arbeitskraft unter dem Schutzzoll vorstellt. Zwölf Stunden Arbeitszeit, Löhne, die weit unter dem Weltmarktnioeau liegen, Durchkreuzung des Washingtoner Ab- Bommens— kurz soviele Knechtung auf der ganzen Linie. Diese Tendenz wird noch verschärft, daß es gerade die Arbeitgeber der Schwer indu st rie gewesen sind, die ungeachtet der großen Opfer der Arbeiterschaft im Ruhr- kamvf die ersten waren, welche Lohnkürzung und Arbeitszeit- Verlängerung diktierten Die wirtschaftliche Krise oerhalf diesem einseitigen Diktat der schwerindustriellen Scharfmacher zum Siege. Was in den Krisenzeiten erreicht wurde, soll setzt durch die reaktionäre Wirtschaftspolitik der Schwerindustrie, deren Schildhalter die Deutschnationalen und die Deutsche Volkspartei sind, verewigt werden. Dagegen muß man mit der aräßten Entschiedenheit ankäw'üen. Die Wahlen stehen bevor. Die Arbeiterschaft wird die Forderungen der Sozial- reaktionäre zu durchkreuzen wissen. die VerhanSlungen in üer Metaüinöuftrie. Di« Arbeitnehmerorganisationen der Berliner Metallindustrie verhandelten gestern mit dem Aerband Ber- liner Metallindusirieller wegen einer Erhöhung der Löhn« für die Transportarbeiter. Anlaß dazu hatte die neuerdings wieder eingesetzte Bewegung unter den Transportarbeibrrn gegeben, die durch den Berkshrsbund e-ne angemessene Erhöhung ihrer erbärmlichen Stundenlöhn« beim BBMJ. beantragt hatten. Nachdem während der etwa sieben st ündigen Verhandlungen von den ver. handelnden Parteien die verschiedensten Vorschläge gemacht worden waren, wurden schließlich die Verhandlungen aus Freitag nach- mittag vertagt. durch eine ernsthaft eingeleitete Untersuchung den Fall aufzuklären und wahrhaft zu entscheiden. Inzwischen hat nun cm ganz ähnlicher, wenn auch minder be- deutender Fall die Fachkreise beschäftigt— der Fall der angeb- lichen D o na tello-Pla kette mit dem Bildnis des Dogen Francesco. Foscori. Bode hatte sie angekauft und ein« ausfuhr- Hche Begründung ihrer Urheberschaft im Jahrbuch der Preußischen Kunstsammlungen veröffentlicht. Bald darauf meldst« sich in einer italiemschon Zeitschrift ein venezianischer Bildhauer Licudis und erklärte, der Urheber der Plakette zu sein, von der er drei Zustände angefertigt und eine Reihe von Exemplaren abgesetzt hätte. Man sollte denken, daß damit auch dieser Fall erledigt gewesen wäre. Aber nein! Nachdem die Plakette ein« Zeitlang aus ihrer Vitrine entfernt worden war, ist sie numnchr cm ihren Platz zurückgekehrt. Freilich hat ihr Berfertiger in aller Ausführlichkeit die Urheber- schast an der Plakette für sich reklamiert. Allein Zerr von Bode weiß es bester: er war zwar nicht dabei, als die Plakette ent- stand,«der er erklärt nun m den„Berliner Museen", st«st 2, daß er trotz Licudis cra der Echtheit seiner Plakette festhakte, denn die rötliche Patina, die neben dem abgeschabten schwarzen Lack sich -eige, sei ein Beweis ihres Atters, sterr Licudis habe, ohne sich dessen zu erinnern, gewiß seine Plakette über einem Abguß des Originals nachgeformt. Man liest«s verblüfft. Als ob.Zirkel und Metermaß, die mit Sicherheit ein Original von dein stets. kleineren Nachguß zu unterscheiden aestatten, gar nicht existierten. und als ob es kein« Fälscher von Patina gäbe! Nunmehr steht nichts dem im Weg«, daß auch der Keine hübsche Merkur des ver- storbetK'n Bildhauers Georg Römer, der eine Zeitlang als altpadua- nischc Bronze im Kaiser-Fri«drich-Museum ausgestellt war, in seine Vitrine als Werk des 15. Jahrhunderts zurückkehre. Und da sage einer noch, daß die Kunstgeschichte keine„fröhliche Wissenschaft" wäre! Die Eröffnung der Diener„Galerie des IS. Jahrhunderts". Ein neues Museum ist beben in Wien eröffnet worden, wie im „Cieerone" berichtet wird. Es ist die von stofrat staberditzl geschaffen«„Galerie des IS. Jahrhunderts" in den Räumen der oberen Belvedere, die die Fortsetzung des„Barock-Mufeums" im unteren Beloedere bildet. Der Schwerpunkt dieses neuen Museums liegt in der Sammlung auserlesener Meisterwerke altösterreichischer Kunst; es reicht bis zu den großen deutschen Impressionisten Liebermonn und Cormth. Die Expre'sionisten sollen in der..Modernen Galerie" Aufnahme finden, deren Eröffnung für das nächste Jahr geplant ist. Aillflk. streltaa Tl, Ubr findet das erste JuvilSimiSkonzcrt der Bruckner- Vereinigung in der Philbnrmonie Natt. Zur Aulkübrung gelangen der 1. Zatz aus der S. Slnlonie und die»roß« Messe w S'-moH. Musikalische Leitung: Dr. Felix M.at. Die«unsthaadlung Fritz«vursitt lZivelsgischast: Dudapester Straße 7) eröffnet am 24. eine Ausstellung peruani scher Ausgrabungen. in der Töpfereien und Handwebcreien au» dem alten Peru gezeigt werden. Ziaiiaxischer Sinostreik. Wie-u» Rom gemeldet wird, hat die Ver- einigung der Klnodeffher ibre Leitung beanfiragt, angesichts der lZ'.böhung der Autorengebühr ebellens die Sperrung sämtlicher italienischen Kinos an- zuordnen al« Demonstration gegen die Regierung. Reu« Sowieimarien. Das PoNkommIssariai de» Sowsetbnnde» wird ein» neue Briefmarlenserie herausgeben. Die Postwertzeichen tragen das Porträt Lenins. Gegen Republik, vc Der Wahlaufruf be Die Deutschnationalen erlassen einen Wahlausruf, der allen bürgerlichen Republikanern die Augen öffnen muß über die Gefahr, die eine Rechtsregierung unter deutschnationaler Führung für die deutsche Außenpolitik und für die innere Ent- Wicklung in Deutschland bedeuten würde. Während des Feilschens um die Ministerfitze haben die Deutschnationalen die Richtlinien der bisherigen Außenpolitik anerkannt— mit Worten I- Sie waren bereit, auf parlamentarischer Grundlage in eine Regierung einzutreten, sie waren bereit, aus der Hand des Reichspräjidenten Eberl die Bestallung als Minister der Republik entgegenzunehmen. Jetzt, wo es auf die Stimmen der Wähler ankommt, er- lasten sie einen Wahlaufruf, der in jedem Absatz sich gegen sie selbst wendet. Denn die demagogischen Kraftphasen, die niederträchtigen Beschimpfungen der Republik und ihrer Ber- fassung, mit denen sie die völkische Kokurrenz zu übertrumpfen versuchen, sprechen laut genug: wir haben gelogen seit dem 4. Mai! Wir haben gelogen am 29. August, wir haben ge- logen im Zuge der Verhandlungen um unseren Eintritt in die Regierung! Und jeder unbefangene Leser, der das deutsch- nationale Gebaren oerfolgt hat, weiß, daß auch dieser Wahl- aufrus nichts als eine einzige Lüge ist. Der Aufruf beginnt: „Am 4. Mai haben wir Deutsch rattioriclle dem Gegner eine schwere Niederlag« beigebracht. Aber wir haben keinen vollen Sieg des deutscheiotionalen Gedankens errungen. Darum muß noch einmal gekämpft werden." Die Wähler werden fragen: für welchen deutschnationalen Gedanken? Für den, der ihnen in der Wahlagitation vor- geredet wird, oder für den vom 29. August? Für den dieser Kundgebung oder für den der Anerkennung der Richtlinien des Reichskanzlers Marx? Es tzeht weiter mit einer Beschimpfung derdeut- s ch e n Verfassung, wie sie selbst im völkischen Jargon selten ist: „Die vergangenen Monate haben genügt, den Parlamen- tarismus, besten Unfruchtbarkeit wir voraussagten, als Un- Möglichkeit zu erweisen. Mit Ekel wendet sich das deutsche Volk, das Ruhe zu eigener Arbeit verlangt und sachliche Arbeit von seiner Regierung, von einem System ab, das von der Demokratie auf Geheiß der Feinde eingeführt und von Erfüllungspolitikern zum Unglück des deutschen Volkes durchgeführt worden ist- Der Reichspräsident, dessen Platz noch imnrer nicht verfassungsmäßig nach dem Willen des Volkes besetzt ist, Hot kein Verständnis gezeigt für die überparteilich« Ausgabe: dem Volke eine arbeitsfähige Regierung zu verschaffen. Er Hai die von ihm bewirkt« Auflösung ausdrücklich mit„parlamentarischen Schwierigkeiten" begründet. Damit ist zugestanden, daß der Parlamentarismus nicht fähig war, zu regieren, und nicht einmal fähig, eine Regierung zu bilden." Am Eingang der deutschen Verfastung steht:„Das deutsche Volk, einig in seinen Stämmen... hat sich diese Verfassung gegeben." Von dieser Verfassung sagt der Wahlaufruf, daß sie„auf Geheiß der Feinde eingeführt" sei. Das ist die schwerste Beschimpfung, die nicht nur der Verfassung, sondern dem ganzen Volke zugefügt werden kann! Die Partei, die die Verfassung und das parlamentarische System so schäm- los beschimpft, wollte in die Regierung aufgenommen werden! Dieser Aufruf zeigt klar: eine deutschnationale Regierung oder eine Regierung, in der die Deutschnationalen bestimmenden Einfluß haben, ist eine Regierung gegen die Ver- fassung! Die wirklichen Ziele der Deutschnationalen zeigt der folgende Absatz: „Unersetzliche Wochen wurden mit Verhandlungen versäumt. und unaufschiebbare Aufgaben— die Aufwertung. Beamtengesetzgebung, Sicherstellung der christlichen Schule, Reuordnung der Handelsbeziehungen zum Auslände. Schutz der nationalen Wirtschaft und die erträgliche Regelung gegenüber der Entente— mußten zurückstehen. Das neue Parlament wird die Aufgabe haben, einen solchen un- fähigen Parlamentarismus zu überwinden." Aufwertung— aber im Geist« der Spekulanten, die auf Kosten der Geschädigten verdienen wollen, nicht als Entfchädi- gung für die Opfer der Inflation: Schutz der nationalen Wirt- schast— aber durch Hochschutzzöll«, die. wie Prof. S e r s i n g rfaffungi ftftäkiUu Deutschnationalen. erklärt, selbst ein alter Schutzzöllner, zum Ruin der deiu,.., Wirtschaft führen müssen; erlrägliche Regelung gegenüber de Entente— wohinter sich die Absicht verbirgt, die Ausführung des Dawes-Plcnes zu sabotieren— unbekümmert uni das Schicksal der besetzten Gebiete. Schließlich: Ueberwindung des unfähigen Parlamentarismus: das heißt: Sturz der Ver- fassung, deutschnationale Diktatur, Rückkehr zum Obrigkeits- staat der Vorkriegszeit. Kampf gegen die Sozialdemokratie, Kampf gegen die De mokratie ist die Parole dieses Aufrufes: „Der letzte Grund für die so entstandene Lage ist die u.rwür. dige Abhängigkeit von der Demokratischen Partei, in die man sich bei der Regierungsbildung begab, obwohl di« demokratische Beteiligung für ein« national Mehrheit weder notwendig, noch förderlich war. Man hat den Mut nicht ausgebracht, über eine j ü- disch geführte, vom Marxismus abhängige, dabei zahlenmäßig bedeutungslose Gruppe und ihren Plan, die national« Einig urg zu sabotieren, hinwegzugehe i. Wer die sechs Elendsjahre miterlebt hat, seitdem unsere schwarzweißroie Fahne ausgetauscht wurde gegen die schwarzrotgelbeTrikolorederDemokrati«, der weiß, daß wir recht hatten mit unserer Behauptung: Eine Regierung ist nur möglich ohne die Sozialdemokratie, ein Auf- stieg nur im Kampf« gegen die Sozwldemokratt«. Gerade weil man das hohe Ziel der Deutschnationalen Volks- partei, die Volksgemeinschaft, zu einer Parteiengemein- schast umzufäls.hen versucht hat, die auch der Marxismus umfassen sollte, stellen wir fest, daß die Volksgemeinschaft, die Ge- sinnungsgemeinschaft aller auf christtich-nationalem Boden stehenden Dolkskräfte nur durchgesetzt werden kann im Ganzen gegen die Auffassung der Sozialdemokratie, die dem Volte di« hohen Güter der Religion rauben will, die mit Klassenkampf und organisiert c�n Terror die Gemein- schast der zum Aufbau bereiten Kräfte zerschlagen n.id die sich bis heute weder an dem Kämpft gegen die Kriegsschuldlüge beieiligen will, weil sie die Schulddes S. November zu verbergen hat, noch an dem Kämpft gegen die Erfüllungspottiit, weil der Befreiungswille des Volkes ihre Macht zerbrechen würde." Volksgemeinschaft im Munde der Deutsch- nationalen heißt also Ausschluß von über einem Viertel des deutschen Volkes vom demokratischen Selbstbestimmungs- recht. Volksgemeinschaft heißt also Unterwerfung der Arbeiter- schast unter die Diktatur des Großbesitzes! Die Partei, die drauf und dran war, eine Klassenregierung zur Knechtung der Arbeiterschaft zu machen, zetert über Klassenkampf! Zum Schlüsse: „Unsere Ziele bei de? Regierungsbildung werden wir jetzt weiier verfechten: Die Reinigung des politischen Lebens von dem Ro- vembergeist, der damals Wort und Eid brach und bis heute nicht Wort zu halten gelernt hat. Die Reinigung von dem Cr- f ü l l u n g s g« i st, der sich dem Auslände in würdelosem Pazi- fismus unterwirft, aber den nationalen Kreisen mit Ausnahme- gefetzen und organisierer Gewalt entgegentritt. Unsere Partei bleibt, was sie war: monarchisch und völkisch, christ- lich und sozial; unsere Ziele bleiben wie unser Name: deutsch und national. Unsere ruhmreichen Farben bleiben schwarz- weiß rot, und unser Will« ist fester denn je: Ein Deutschland zu schaffen, frei v o n I uden herrs chaft und von Fran» zosenherrschaft, frei von parlamentaristlschor Klüngel, und demokratischer Kapitalsherrschaftz ein Deutschland, in dem wir und unsere Kinder wieder aufrecht und stolz unsere Pflicht tun wollen." „Reinigung vom Novembergeist", das heißt: fort mit der Republik.„Reinigung vom Erfüllungsgeist" be- deutet: SchlußmitderbtsherigenAußenpolitik. Wenn das noch nicht deutlich genug ist. so tut das Bekenntnis zur Monarchie und zum Antisemitismus in einem Atemzuge ein übriges. So sieht die Partei aus, die Deutschland regieren wollte! Ganz Deutschland aber wird nach diesem Wahlaufruf sagen: wo bleibt der 29. August? Wie verträgt sich diese Kundgebung mit der Absicht, sich auf Grund eines schmählichen Handels mit Gesinnung in eine parlamentarische Regierung der Re- publik einzuschleichen? Das find die Grundsätze der politischen und sozialen Re- aktion. Aber alles das. was in diesem Wahlaufruf steht, ist käuflich. Um vier Ministerfitze war alles zu haben! vom englischen Wahlkampf. De? 18. Oktober wa? der Termin, bis zu dem die einzelnen Kandidaten nonnmert werden mußten, d. h. unter anderen For- niolitäten auch je 599 Pfund deponieren muhten, die nur denjenigen zurückerstattet werden, die ein Fünftel der abgegebenen Stimmen ans sich vereinigt haben werden. Diese hohe Kaution bildete früher in zahlreichen Wahlkreisen ein unüberwindliches Hindernis für di« Arbeiterorganisationen, die oft überhaupt auf die Aufstellung eines Kandidaten verzichten mußten. Di« Gesamtzahl der aufgestell- ten Kandidaten gitt stets als ein sicheres Symptom fÄ die Bereit- schuft und auch für die Aussichten der einzelnen Parteien. In diesem Jahre weist die Labour Party«ine weit höhere Kan- didat�nzahl auf als 1923, obwohl bereits im Vorjahr« der Fort- schritt gegenüber 1922 sehr betrachtlich war. Dagegen sind die Liberalen weit schlechte? vertreten als im Vorjahr«, was zum Teil darauf zurückzuführen ist, daß sie in der Hauptsache die Kosten der lokalen Bürgerblock-Abkommen tragen mußten. Di« Kon- seroativen weisen etwa di« gleiche Zahl von Mandatsbewerbern wie in der Vergangenheit auf. Die offiziellen Ziffern der Kcmdidatenausstellung lauten: Arbeiterpartei... 508(im Borjahve 434) Konservative 589(,„ 538) Liberale........ 343<„, 454). Dazu kommen noch 15 Unabhängige(i, V. 16), 8 Kommunisten und 5 irische Republikaner. Unter den 539 Konservativen sind 7„Kon- stitutionalisien" gezälftt, die sich, wie zum Beispiel Churchill, vor allem zur Ausgabe gestellt haben, die Sozialisten zu bekämpfen und di« dabei von den Konservativen, zum Teil auch von den Libe» ralen unterstützt werden. Ohne Gegenkandidaten wurden am 18. Ottober 32 Abge- ordnete für gewählt erklärt, und zwar 9 Arbeiterparteiler, 6 Liberale, 16 Konservative und«in irischer Nationalist.(Ursprung- lich wurden 39 Konservative als bereits gewählt gemeldet.) Im Bor- jähr« hatten mir 4 Arbeiierparieiler kampflos gesiegt. In 36 Wahlkreisen haben Liberal« auf dl« Aufstellung von Kandidaten verzichtet, um den Sieg der Konservativen zu er- leichtern, während nur in 19 Wohlkreisen Konservative«inen ähnlichen Liebesdienst den Liberalen geleistet haben— natürlich immer nur auf dem Rücken de? Arbeiterkandibaten Indessen werden Dreikämpfe(sogenannte„dreieckige" Wahlen) in mehr alz einem Drittel der Wahlkreise stattfinden. Das Gesamtbild der gegenwärtigen Wahlschlacht geht aus fol- gender Ausammenstellung hervor: „Dreieckige" Wahlkämpse 225 Konservat iv->s ozialistische Zweikämpfe,,», 216 Liberal- konservative Zweikämpfe 49 Liberal-sozialistische Zweikampf«...... 47 Im Vorjahre betrug dt« Zahl der„dreieckigen" Wahlen 254. Dieser verhältnismäßig klein« Zahlenunterschied ist daraus zurück- zuführen, daß die Arbetterparte, überraschenderweise Kandidaten in einer großen Anzahl von Kreisen aufgestellt hat, in denen früher ausschließlich die beiden bürgerlichen Parteien um den Steg rangen. Di« wechftlselttgen Verzichtserttärungev der beiden bürgerlichen Parteien sind vor allem in solchen Kreisen erfolgt, wo im Vorjahre Sozialisten mtt einer geringeren Stimmenzahl gewähll wurden als ihre liberalen und konseevattven Gegner zusammengerechnet hatten. 7» dezember Großwahltag. Wie die„Telegraphen-Union" erfährt, hat der Zweite Ausschuß des Hessischen Landtoges beschlossen, dem Landtag zu empfehlen, die hessischen Landtagswahlen, dt« urfprüng. lich auf den 18. November festgesetzt waren, auf den Tag der Reichstagswahle« zu vsrlegen. Es P anzunehmen, daß dos Plenum den Beschluß in setner heutigen Sitzung annehmen wird. Aller Voraussicht nach werden auch in Bayern die Reichs- tagswahlen mit ander« politischen Wahlen verbunden. Für Mit!« Dezember waren ursprünglich di« bayerischen Gemeinde- mahlen m Aussicht genommen. Es darf angenommen werden. daß st« nunmehr mtt den Reichstagswahien«n?. Dezember zu» fammengelogt werden. „ Du sollst dich nicht krank melden!" ,, Erziehung" der Krankenkassenmitglieder. Die menschlichen Maschinen haben immer noch so viele Fehler und Schwächen, daß sie jeden Unternehmersyndikus zur Verzweif lung bringen. Sie wollen mitreden bei der Kalkulation über ihre Verwertung bei der Bemessung der Löhne und Arbeitszeit, wollen Sommerurlaub, streifen von Zeit zu Zeit oder müssen wegen„ Renitenz" ausgesperrt werden. Die Industrie, vielmehr die Wirtschaft", macht zwar alle Anstrengungen, solchen Massenstörungen der Produktion zu begegnen, den Produktionsausfall zu beseitigen, die Produktion zu erhöhen, allein fie muß auch mit dem Widerstand der einzelnen rechnen, die entweder danach trachten, beffere Arbeitsstellen durch Wechsel zu finden oder aber, wenn sie feine Lust zum Arbeiten haben, sich einfach frant melden, um sich auf Roften der Krankenkasse einen guten Tag zu machen, oder gar darauf ausgehen, entlassen zu werden, um für ihr Nichtstun die Erwerbs lofen fürsorge in Anspruch zu nehmen und gelegentlich etwas hinzuzuverdienen, um sich ein angenehmes Leben zu verschaffen. Allmählich ist die Industrie" hinter diese Schliche" gekommen. Sie hat diese Fehlerquellen wissenschaftlich" erforscht und ist unablässig bemüht, sie abzustellen. Durch gleichmäßige Niedrighaltung der Löhne und gleich lange Ausdehnung der Arbeitszeit sucht sie dem Wechsel der Arbeitsstellen zu begegnen, und durch die Einrichtung der Betriebstrantentaffen mit sogenannten Ver trauensärzten sucht man auch den Krankmeldungen der Simulanten" beizukommen. = In der Wirtschaft" gibt es nur 3iffern. 3iffern für die technischen Prozesse wie für den faufmännischen Betrieb, 3iffern auch für die Masse Mensch. Die wissenschaftliche" Schrift der Ber ein gung der deutschen Arbeitgeberverbände über die Arbeitszeitfrage hat bereits als eine der Ursachen mit für den Ausfall von Produktionsstunden auf die Kranfmeldungen hingewiesen, auf die Tariffrankheit", und eine Steigerung des Ausfalls der Arbeitsstunden gegen die Kriegszeit um 30 Broz. nachgewiesen". Der schamhaft seinen Nanken verschweigende Berfaffer dieser Unternehmerdenkschrift hat es immerhin noch menschlich erklärlich gefunden, „ daß die beträchtliche Höhe des Krankengeldes, dessen weitere Herauffezung auch heute noch von den Gewerkschaften verlangt wird, immerhin einen gewissen Anreiz zu Krank meldungen bietet, zumal nach den derzeitigen Bestimmungen auch für den Sonntag Krankengeld gezahlt wird und dadurch im Wochenverdienst oft nur ein völlig unzureichender Unterschied zwischen Arbeitsverdienst und Krantenentschädigung vorhanden ist." In der Industrie- und Handels- Zeitung" geht nun der Regierungsbaumeister a. D. W. Bolz, da er nichts mehr zu bauen hat, den Dingen auf den Grund.„ Kranfmeldungen in der Industrie. Der Einfluß hohen Krantengeldes und finkende Beschäftigung" ist seine tiefgründige„ wissenschaftliche" Untersuchung überschrieben, die er angestellt hat, da seit Anfang dieses Jahres in den industriellen Betrieben eine auffallende Steigerung der Krankenziffern festzustellen sei. M Für alle Auffälligkeiten in seinen Tabellen hat der Bearbeiter eine einfache Erklärung. Im Jahre 1921 z. B. war der Krantenstand in den sicherlich zu den gesündesten zählenden Monaten" August und Juni am höchsten, im November und Ottober am niedrigsten. Der Mai 1923 hatte die höchste, der November die niedrigste Krankenziffer aufzuweisen. Grund für diese an sich widersinnigen Erscheinungen ist eben der furz vorhergehende Höchst- bzw. Tiefstand der Krankengeldfurve." Urabstimmung in den Städtischen Gas- und Wasserwerken Die Belegschaften der Städtischen Gas- und Wasserwerke Aktiengesellschaft hatten in einer Urabstimmung mit übergroßer Mehrheit einen Schiedsspruch abgelehnt, der das Ueberarbeitszeitabkommen bis Ende Dezember mit 8% Stunden Arbeitszeit täglich verlängerte und darüber hinaus bis zum Ablauf des Tarifes 8% stündige Arbeitszeit vorfah. Die Direktionen hatten die Berbindlichkeitserflärung dieses Schiedsspruches beantragt. Bei den Verhandlungen darüber hatte das Reichsarbeitsministerium den Parteien aufgegeben, sich in nochmaligen Verhandlungen über den Streitfall zu einigen. Diese Verhandlungen führten zu feinem Ergebnis, so daß sich erneut das Arbeitsministerium mit der Sache befassen mußte. Von den Vertretern des Ministeriums wurde daArbeitnehmer abgelehnt werden mußte. Durch Vermittlung des bei ein Vermittlungsvorschlag gemacht, der von den Vertretern der Berbandshauptvorstandes und einiger Aufsichtsrtäe der Attiengesellschaften wurden die Parteien erneut zu Verhandlungen zusammengebracht, in denen man sich nach langer Aussprache auf folgender Basis einigte: Die Arbeitszeit für Tagesarbeiter wird vom 23. Oktober bis 31. Dezember auf 84 Stunden festgesetzt; vom 1. Januar 1925 ab gilt die achtstündige Arbeitszeit. Für die Schicht arbeiter verbleibt es auch über den 1. Januar hinaus bei der RegeMit dieser Erklärung steht zwar die Tatsache im Widerspruch, daß in dem Zeitraum von Mitte 1922 bis Anfang 1923 die Kranten turve sich mit einigen Schwankungen auf der Höhe von etwa 4 bis 5 Proz. der Belegschaft hält, während die Krankengeld furve einen außerordentlich tief gelegenen Bunkt erreicht hatte. Dieser scheinbare" Widerspruch löst sich aber bei Bolz in der Erflärung auf,„ daß diese Ziffern in einer der Gesundheit ungünstigen lung, die bis zum 30. September d. J. gegolten hat. Die LohnJahreszeit das natürliche Minimum darstellen, das niemals unter- äe in allen Gruppen werden ab 29. September um 3 f. und ab 19. Oftober um weitere 2 Pf. erhöht. schritten wird". Die Arbeiterinnen erhalten 3 refp. 1 Pfennig. Das Lohnabtommen gilt bis zum 30. November. Welche Jahreszeit ist denn nun eigentlich der Gesundheit günstig, wenn die ganze Zeit von der Mitte des einen bis zum Anfang des nächsten Jahres her Gefundheit ungünstig ist? Zum Beweis für seine Theorie, daß die Höhe des Krankengeldes zur Krankmeldung animiere, ist Bolz einer ganz besonderen" Erscheinung auf die Spur gekommen. Seit dem Ende der Inflation, der Umstellung auf Goldmart, hat das Krankengeld einen verhältnismäßig hohen beständigen Wert. Die Krankenziffer müßte also steigen und sich auf einer gewissen Höhe halten. Trotzdem schwankt die Krankenziffer in den letzten 9 Monaten bei der Firma A. von 3,2 Proz. über 13 Proz. auf 8 Proz., bei der der Firma B. von 2,5 Proz. über 8,5 Proz. auf 6 Proz., bei der Firma C. von 2,8 Proz. über 9,5 Proz. auf 8 Proz." Während in all den Jahren von 1908 bis 1913 die wirtschaftliche Lage der von unserem Regierungsbaumeister a. D. untersuchten Be triebe nicht die geringste Rolle spielt, führt er zur Wiederherstellung des Gleichgewichts seiner Theorie, die 1924 vom hochgespannten Seil herunterzufallen droht, die wirtschaftliche Lage der drei Firmen ins Feld, die im Winter 1923/24 zu Betriebseinschränkungen, Entlassungen und Kurzarbeit geführt, vom Frühjahr ab aber ein allmähliches, sehr günstiges Zunehmen der Beschäftigung mit sich gebracht habe. Die Beweisziffern für diese Erklärung bleibt er uns schuldig. Dafür behauptet er: In einer Vollversammlung der Gas- und Wasserwerksarbeiter, die gestern abend im Saalbau Friedrichshain tagte, berichtete Polenste über die Verhandlungen und den vorliegenden Einigungsvorschlag, den er im Auftrage der Obleutekonferenz zur Annahme empfahl. Nach langer Aussprache wurde der Vorschlag mit einer geringen Mehrheit abgelehnt. Es findet nunmehr heute in den Betrieben eine Urabstimmung statt. Tarifabschluß in der chemischen Industrie. In der chemischen Industrie Groß- Berlins ist es nach längerem tariflosen Zustand zum Neuabschluß eines Tari bertrages gekommen. Die wesentlichsten Bestimmungen des neuen Tarifbertrages sind folgende: Erhöhung der Stundenlöhne/ um rund 10 Broz., Aufhebung der Fachgruppenspanne, die 5 Proz. betrug, Berdoppelung der Familienzulage und Erhöhung der Schmutzulage. chemischen Industrie wurde das Verhandlungsergebnis nach einem In einer start besuchten Veriammlung der Funktionäre der Chemischen Industrie wurde das Verhandlungsergebnis nach einem Heiterfeitserfolg der Kommunisten angenommen. Nähere Auskunft sowie Ausgabe der Tariftabellen im Verbandss bureau der Fabritarbeiter, Engelufer 24/25, Aufgang C., 1 Treppe, Bimmer 93. Zusammenschluß der Schwachstrommonteure. Dem von den Betriebsräten der führenden Firmen der Berliner Schwachstromindustrie gebildeten Agitationsausichuß ist es in bersammenfassung der Schwachstrommonteure und helfer in der Organis fation eine Grundlage zu finden. Die Monteure und Helfer werden die unien angezeigte Versammlung zu besuchen, um die legten notdeshalb im Auftrage jämtlicher Betriebsräte der Branche ersucht, wendigen Beichlüsse zu faffen. " Schwankungen in der Krankheitsziffer sind also kein Ausdruckschiedenen Verbandlungen mit dem DMV. gelungen, für die Bu des wirklichen Gesundheitszustandes einer Belegschaft... Das Krankengeld erweist sich als zu hoch, weil der Arbeitswille nicht mehr der gleiche wie vor dem Kriege ist. Diesem Arbeitswillen hat nicht nur der Krieg Jeschadet, sondern vielmehr die Erwerbslosenfürsorge." Das Krankengeld betrage heute bei den norddeutschen Werken etwa 3 bis 3,60 M. für den Facharbeiter für jeden Tag. Der " Krante" hat feine Abzüge, braucht fein Fahrgeld, so daß die Bon drei großen Unternehmen, einem süddeutschen und zwei Differenz zwischen seinem Nettolohn abzüglich der Werbungsfoften norddeutschen, mit insgesamt fast 150 000 Arbeitnehmern standen und dem Krankengeld viel zu gering sei ,, das Krankengeld also„ ganz ihm statistische Angaben aus den Jahren 1908 bis 1924 zur Verzweifellos ein fügung. Daß in dieſen 16 Jahren einige kleine Veränderungen eingetreten find, ein Stahlbad" von 52 Monaten mit nachfolgender „ Entfettungstur" und etliche andere Unebenheiten, Wohnungsnot, Menschenabbau, Verkürzung und Wiederverlängerung der Arbeitszeit und dergleichen, das alles bildet für einen Regierungsbaumeister a. D. fein Hindernis, um ziffernmäßig nachzuweisen, was zu beweisen war. " Unser Statistiker muß freilich zugeben, daß der Gesund heitszustand unseres Boltes fich wesentlich ver= schlechtert hat. Aber diese Berschlechterung erkläre noch lange nicht die in den letzten Jahren eingetretene Steigerung der Rrantenziffern um mehr als 100 Pro3. Die Hauptrolle spiele dabei das Krankengeld, dessen Höhe vom Lohn abhängig ift. Die Krankenziffern paßten sich in ihrer Bewegungsrichtung vollkommen der Krankengeldhöhe an. " Bei hohem Krankengeld sehen wir hohe Krant. heitsziffern, bei niedrigem Krankengeld die geringste Bahl von Erkrankungen selbst in den Jahreszeiten allgemein günstigen Gesundheitszustandes, z. B. im Sommer." fei die herabsehung des KrankenRadikalmittel en des Simulantentums begünſtige"." Das geldes. Den Kassen blieben einstweilen als Abwehrmittel im wesentlichen nur die Nach untersuchungen durch Vertrauensärzte der Kassen oder Kontrolle durch besondere Krankenbesucher. Bei der Firma C. feien von 1597 in 12 Arbeitstagen sich frank Meldenden 451 Personen nachuntersucht mit dem Erfolg, daß fofort 351 gefund geschrieben wurden. Die Firma B. habe schon 1912 bis 1913 etwa 35 bis 40 Proz. gesundschreiben lassen, in den Jahren 1921 bis 1923 steigerte sie ihre Erfolge auf 45 bis 73 Proz. Daraus gehe hervor, daß die soziale Erziehung der Kassenmitglieder noch verbessert werden muß". Uns scheint nach allem, daß es mit der sozialen Er8iehung der Unternehmeranwälte sehr schwach bestellt ist. Anstatt einer Würdigung der Krankenziffern auf Grund der ge= samten sozialen und wirtschaftlichen Berhältnisse eine einseitige Stellungnahme gegen die Arbeitnehmerschaft und Ankündigung vermehrter sozialer Reaktion.„ Erziehung" durch die Betriebskrankenkassen, Heilung durch„ Gesund schreiben“. Gemeindearbeiterstreik in Mitteldeutschland. Zur gleichen Zeit, in der die Gemeindearbeiter in Halle a. d. S. in den Streit getreten sind, haben auch die Gemeindearbeiter in magdeburg und Erfurt fowie in einer Anzahl weiterer Städie Mitteldeutschlands die Arbeit eingestellt. Der Anlaß ist in den schon seit Wochen anhaltenden Lohnbewegungen zu suchen. Außer in den Betrieben der Gas-, Wasser und Elektrizitätswerke wird auch in den Krankenhäusern, Theatern usw. ges streift. Die Technische Nothilfe wird eingesetzt. Achtung, Buchdrucker! Wie uns mitgeteilt wird, ist das nach Stellung einer Ausgleichsforderung fristlos entlassen Handiegerpersonal der Firma Hermann& Co. worden. Der Streit der Porzellanarbeiter in Nordböhmen ist beendet. Schwachstrom- Monteure! Am Freitag, den 24. Oktober, abends 7 Uhr, im Garde- Rafino, Sophienstr. 34, öffentliche Bersammlung sämtlicher Monteure und Helfer der Groß- Berliner Schwachstrom- Industrie. Lohnergebnisse und Stellungnahme dazu. Wetter für Berlin und Umgegend. Meist bewölkt, nur vorübergehend ettvas aujilarend, zeitweise leichter Regen bei wenig geänderter Temperatur. Berantwortlich für Bolitit: Ernst Renter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Fr. Chlorn; Feuilleton: Dr. John Schikowski: Lokales und Sonstiges: Friz Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdrudcret und Verlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. Hierzu 2 Beilagen. In unseren bedeutend vergrösserten Textilabteilungen BESONDERS BILLIGE ANGEBOTE Verkauf soweit Vorrat Kleiderstoffe Schotten doppeltbreit Rockstoffe ..... Meter kariert und gestreitt, aparte Stellungen, 100 cm breft, Meter Reinw. Foulé uni und gemustert. Kleiderstoffe ..Meter reine Wolle, mit Nadelstr., doppeltbreit, mod. Farben, Meter Trikot 140 cm breit, diverse Farben............. Meter Foulétuch elegante Kleiderware, in vielen Farben, Meter 145 195 29⁰ Seidenstoffe Blusenseide 195 schwarz- weiss gestreift Hutsamt schwarz und farbig......... Damassé .... Meter Meter doppeltbreit, elegante Qualität........ Meter 425 ... Meter 5⁹⁰ 650 Astrachan 390 90 5⁹⁰ sohwars, 120 om breit... 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Schmortöpfe 18-20-45016-2282516-24975 Hermann Wirtschaftsartikel Zinkwannen m.Holzbod. 900 1075 Kasserollen 45,60,75,95P130 Zinkzober Holzbd.850107514501750 Teppichkehrer mit Gummiecken 875 Gasplätten er, at 790 Olenvorselzer 165 200 225 Plättbretter bezogen 475 525 600 Eiserne Kasseiten. 750 184 Schmertopfeemail.65,85P1110125 Brotbüchsen lackiert, do 250 325 1.1 Erhitzer, Garnit. koriert... Nr. 49$ ❖ 41. Jahrgang 7. Heilage ües vorwärts Mittwoch, 22. Oktober 1924 Ueberroschend schnell haben Preußen und das Reich sich über die Frage der Eiiheits- kurzlchrift geeinigt. Jeder Stenograph, gan,; gleich, auf welches System er schwört, weiß, wie hart die einzelnen Systeme um die Vor- Herrschaft, um die Anerkennung als das brauchbarste gestritten haben. Wir wollen diesen Streit nicht erneut aufrollen, wenn mir unseren Lesern ein Bild von der neuen „Einheitskurzschrift" übermitteln, indem wir einig« Konsonanten und Schriftproben wieder- geben. Vom individualistischen Standpunkt aus ist es ganz gleichgültig, mit weicher Kurz- fchrift der einzeln« die best« Leistung er- reicht. Im Interesse des Zusammenarbeitens ober ist es sehr oft erwünscht, wenn alle Beteiligten dasselbe System beherrschen. Die neue Einheüskurzschrist ist ein fiom- promih zwischen den beiden Systemen, die die Mehrzahl der Stenographiebeflissenen auf sich vereinigen, zwischen Stolze-Schrey und Gabelsberger. Dabei ist aber doch ein fast völlig neues System entstanden, von dem wohl noch niemand sagen kann, ob es den auf seine Verwendbarkeil gesehten Er- Wartungen entsprechen wird. Die Stolze- Schreyaner haben z. B. das kreisrwrde„r" geopfert, das die Eabelsbergerianer in Grund und Boden verdammen. Es sind nun eine ganze Menge r-Konsonanzen, also Berbin- düngen von Mitlauten mit dem„r" ent- standen. Die Bokalbezeichnung ist grund- sätzlich nach Stolze-Schrey durchgeführt, aber auch hier sind einige Aenderungen zu ver- zeichnen. Die Gabelsbergenaner wollten durchaus nichts von der weiten e-Berbindung wissen, und die Stolzc-Schreyaner nichts von der bei Gabelsberger üblichen Wölbung des o. Als Kompromiß ist aus diesen Wider- sprllchen die weit« o-Wölbung entstanden. In der Reichs kurzschrift sind die in unserer Skizze einfach unterstrichener Zeichen von Gabelsberger, die wellig unterstrichenen von Stolze-Schrey übernommen. Die doppelt unterstrichenen Zeichen waren beiden Systemen eigen. All« anderen Buchstaben sind neu. Wenn die Behörden auf die Einführung dieser Kurzschrift in ihrem Dienstbetrieb dringen, so werden die bei ihnen Tätigen sie wohl oder übel lernen müsien. Die- jenigen Angehörigen der alten Generation aber, die irgendeines der vielen bestehenden Kurzschriftfysteme beherrschen, werden sich ohne Not wohl nicht mit der Erlernung der Einheitskurzschrift abgeben. Eicher werden es auch die Jünger der neuen Einheitskurzschrift zu schönen Lei- stungen bringen, und sie werden dies« Leistungen dann, genau so wie die Anhänger der anderen Systeme auch taten, als schla- genden Beweis dafür anführen, daß nur die Einhcitskurzschrift wert sei, gelernt zu werden. Die neue üeutfthe ReichsturMrist. JDcxs ofer t/ £ l ir ; c er � 2 j f f i y c/z cht c? otr f jy gr epr A_ j 2 22. yfy rnjo 5?-/; 'Ff "v r rr ß> // c r J% ß ß tr v zo> zsr x y z zr* zxj ocTn TfärrtencZe fScferi/P/oiroie c/zz von atem J/immei...*$ \s/2 ß2' t/.** v zß-/ � o � �- y? yyy, --/ JC.S.F. Die Zntersystemale kurzjchriftliche Arbeits- gemeinschafi Groß-Berlln hatte kürzlich«nach dem ehem. Herrenhaus zu einer Kundgebung gegen die deutsche Reichseinheitsstenogrvphie eingeladen. Die Gabelsbergersche Schule war ferngeblieben. Staatssekretär Genosse Heinrich Schulz war durch dringende anderweitige Verhandlungen verhindert. In einem Schrei- ben hatte er sich entschuldigt, was den Rednern und Anwesenden Veranlassung gab von „Kneifen" zu sprechen. Di« Hauptredner des Abends, Dr. Thoma, Geitner und Dr. Hase wandten sich entschieden gegen den Entwurf zur Einheit? st eno- g r a p h i e und nannten ihn ein totgeborenes Kind. Es wäre ein Unglück, wenn diese Schrift amtlich in den Schulen eingeführt würde. Statt eine Volkskurzfchrist einzu- führen, wolle man dem Bolke eine Schrift aufzwingen, die unlogisch aufgebaut und noch dazu schwer zu erlernen sei. Richtiger wäre es gewesen, wenn die Regierung von jedem der bekanntesten Systeme je einen Sachverständigen zu einem Ausschuß ver- einigt, einen oder auch mehrere Entwürfe hätte vorlegen lassen. Sie konnte die Grund- läge des Systems, ob vokalschreibend oder symbolisch, bestimmen. Dann wäre etwas ganz anderes herausgekommen. Nachdem olle Redner sich gegen den jetzigen Entwurf ausgesprochen hatten, wurde eine Resolution in diesem Sinne angenommen. Es ist notwendig, noch etwas näher auf diese Kundgebung einzugehen. Bis jetzt haben die bürgerlichen Stenozrapheroerbände stets betont, sie seien„neutral und un- p o l t t i s ch". Das Gegenteil hat sich im ehe- maligen Herrenhaus gezeigt. Man glaubte im früheren Herrenhaus zu fein. Bielleicht hat auch der Bersammlungsraum abgefärbt. Was sich die Redner des Abends gegen un- feren Genossen Schulz leisteten, geht denn doch zu weit. Die Arbeiterstenographen waren nicht oertreten, sonst hätten sie gegen eine derartig« Verunglimpfung des Genosien Schulz zweifellos protestiert, auch soweit sie den Entwurf ablehnen: ober sie sind doch nicht so töricht, die Entstehung der Einheitskurzschrift nur ihm allein zuzu- schreiben. Hier sollte der Sozialist getrosten und lächerlich gemacht werden. In ironischer Weis« erklärte Dr. Hase:„Ich will es n'cht als ein Unglück betrachten, daß ihn die Revolution an die Oberfläche gespült lfot, aber für die Einheitsstenogrophie ist er ein Unglück." Dr. Thoma, ein Bayer, also verständlich, machte natürlich auch sehr an- zügliche Bemerkungen. Wem Gott ein Ämt gibt usw. Oder, was bei uns praktisch ist, Wer die Schwierigkeiten kennt, die bei der Schaffung der Ein- heitskurzschrift zu überwinden warm, wird es begrüßen, daß endlich ein Entschluß gefaßt wurde. Bei den großen Gegensätzen, die gerade auf dem Gebiete der Stenographie bestehen, war voraus- zusehen, daß der fertige Entwurf der Einheitskurzschrift zunächst auf geringe Freundschaft stoßen würde. das hat er, H. Sch„ nicht m den Akten. Den Bogel schoß der früher auch in Arbeiterkreism bekannt« Reform- ftenograph D a h m s ab, der die Preußenregierung für die An- nahm« des Entwurfes deshalb verantwortlich machte, weil sie 51 Der Mittelweg. von Sir Philip Gibbs. Als Bertram sich auf dem Untergrundbahnhof Kensington High Street auf dem Wege zu seines Vaters Haus in der Sloane Street eine Abendzeitung kaufte, erinnerte er sich, daß es auch noch andere Lebenstragödien gab als seine, und noch mehr Tote, als sein totgeborenes Kind. „Sechs Tote in Dublin. Ernst hafte Schießereien aus dem Hinterhalt. Neue Repressalien." So lauteten die Ueberschriften der ersten Seite, und Bertram wurde von diesen Zeilen so erschüttert, daß er die Einzelheiten schon nicht mehr las. Es waren doch immer die gleichen. Englische Offiziere, die von jungen Burschen in Zivil angeschossen und junge Iren, die aus ihren Betten ge- holt und von unbekannten Männern, die in Uniform gewesen sein sollen, kaltblütig erschossen werden. Irische Häuser, die die Soldaten niederbrennen, Ueberfälle, Bombenattentate, Durchsuchungen, der gewöhnliche tägliche Bericht vom irischen Aufstand, der ihm wegen der Halbheit seines Zugehörigkeits- aefühls von Mal zu Mal unerträglicher wurde. Er war halb Ire, halb Engländer, halb Demokrat, halb Tory, halb Pro- testant, halb Katholik, aber, wie er hoffte, wenigstens ein ganzer Christ. Er schlug die Zeitung auf, als er in der Bahn saß, und fand den Namen seines Vaters dick gedruckt auf der Mittelseite. „Große Rede des Herrn M i ch a e l P o lla r d K.C." „Verteidigt die R e g i e r u n g s p o liti k der Repressalien." Bertram zerknitterte die Zeitung und ließ sie neben seinen Sitz fallen. Für seinen Vater war das heute ein großer Abend. Er würde sich begeistern und„die absolute Notwendigkeit, diese Mörder mit der festen Hand der briti- schen Gerechtigkeit zu unterdrücken", verteidigen, und das alte Gesetz Moses„Aug' um Auge, Zahn um Zahn" anrufen, und diejenigen, die mit den Kronrebellen verhandeln wollten, als Leute, die sich mit Mördern die Hand schütteln, anprangern. Wenigstens würde der alte Herr bis spät in die Nacht im Parlament bleiben. Das war der einzige Trost. Er würde seine Mutter allein sprechen können, und einen heftigen Wortwechsel mit seinem Vater vermeiden, der ihn als Ver- räter am britischen Weltreich zu behandeln pflegte, ihn, Bertram Pollard, Major und Führer einer Maschinengewehr- abteilung, ihn, der England leidenschaftlich liebte.--- „Mutter!" Sie war ihm bis in die Halle entgegengegangen. Bei dem Anblick ihrer kleinen Gestalt und ihres traurigen Ge- sichts rissen seine gequälten Nerven, die während des langen Wochenbettes stets so straff gespannt sein mußten, und er ließ seine Stirn auf ihre Schulter sinken und seine Augen füllten sich mit Tränen, wie in den alten Zeiten, wenn er zu den Ferien nach Hause kam oder wieder zur Schule abreisen mußte. „Mein armer Junge," sagte sie beruhigend,„ich verstehe schon... Das arme kleine Baby." Sie nahm ihn bei der Hand und führte ihn in ihr kleines Wohnzimmer und bat ihn, ihr über die Einzelheiten von Joyces Entbindung zu erzählen. „Joyces Entbindung, Mutter!" sagte er; aber sie schüttelte den Kopf: „Für feinnervige Männer ist es fast schlimmer als für uns. Die Qual des Wartens..." Er hatte seiner Mutter so viel zu erzählen, dieser kleinen Frau mit dem dünnen grauen Haar um das verwitterte Ge- ficht, aus dem ihn die guten braunen Augen so liebevoll an- sahen. Ihr hatte er als Knabe all seine Geheimnisse erzählt, all seine kleinen Sünden gebeichtet, und nie einen strengeren Verweis, als ein vorwurfsvolles„Aber Liebling!" emp- fangen. Sie hatte ihn verwöhnt, wie sie alle verwöhnt hatte, Dorothea, Susanna, den kleinen Digby und ihn selbst. Ihre kleinen Dummheiten und ausgelasienen Streiche hatte sie vor dem raschen und zornigen Temperament ihres Vaters in Schutz genommen, vor seiner irischen Ungeduld und altmodi- schen protestanttschen Unduldsamkeit— er war Südirländer, aber Protestant. Sie hatte für ih« Kinder sogar geflunkert, und sie liebten sie deshalb und nützten ihre Furcht vor dem „alten Herrn" und seinen Wutanfä'llen nach Kräften aus. Die Kinder hatten niemals so viel Furcht vor ihm, wie sie. Schon als sie klein warni, hatten sie sich gegen ihn auf- gelehnt Dorothea war stets am rebellischsten gewesen, schon lange bevor sie einen preußischen Offizier, den sie 1912 in Wiesbaden kennengelernt hatte, heiratete.. Schon damals flüsterte man von einem Kriege mit Deutschland— aber Dorothea hatte diese Gerüchte verlacht und sich wie alle die- jenigen/ die sich nicht mit internationaler Politik beschäftigten, nicht um sie gekümmert. Diese Heirat war ihre letzte Aus- lehmmg gewesen. Michael Pollard, K. C. M. P-, hatte sich seine Tochter aus Seele und Herz gerissen. Ihretwegen haßte er„die Hunnen" nur um so mehr. Und Susanna? Es machte ihr Freude, den Zorn des „Ogers"— so nannte sie ihn— aufzureizen. Ihr wurde es nicht überdrüssig, mit immer neuen Kämpfen ihr Recht auf ein Frühstück im Bett aufrechtzuerhalten, welches er als den liederlichen Instinkt ihres verwilderten irischen Blutes be- zeichnete.„Auch deines Blutes, folglich kann ich nichts da- für," war ihre beständige Antwort auf diesen Vorwurf ge- wefen. Worauf dann der„alte Herr" zurückzugeben pflegte: „Soviel ich weiß, ist ja das Normannische darin stärker als das Keltische." Sie hatte sich über seine protestantische Einfachheit lustig gemacht, seine väterlichen Befehle als frühvicrorianische Tyrannei verlacht, und war mit freudigem Einstehen für die „Freiheit", die für sie späte Tanzvergnügungen und die „Notes for Women" bedeutete, zur Suffragette geworden, als Michael Pollard M. P. M., aber noch nicht K. C., ein heftiger Gegner der �rauenstage war. Bei diesen häuslichen Szenen hatte Bertram stets Su- sannes Partei ergriffen. Aber seine Lieblingsschwester und sein bester Kamerad war Dorothea. Ihre deutsche Heirat, das lange Schweigen und Abgeschnittensein während des Krieges hatten in seinem Herzen einen Riß verursacht. Jetzt sprach er von ihr:„Hast du wieder einmal von Dolly Nachricht gehabt?" Frau Pollard blickte ängstlich nach der Tür und zog ein paar Briefe aus ihrem Handtäschchen:„Vater weiß nicht, daß wir uns schreiben. Du weißt doch, er hat jede Verbin- dung mit ihr verboten." „Blödiinn!" sagte Bertram. Die Mutter gestand, daß sie es eigentlich unrecht fände, ein Geheimnis vor dem Vater zu haben, aber von ihrer Erst- geborenen getrennt zu sein, war mehr, als sie ertragen konnte. „Sie schreibt so lieb wie immer. Ihre Heirat und der Krieg haben nichts an ihr geändert, außer, daß sie Deutsch- land ein bißchen verteidigt." Bertram lächelte:„Ich glaube, das ist so ganz natürlich." Er schwieg einen Augenblick und fragte dann nach seiner anderen Schwester.„Und was ist Susannes neueste Leiden- schaft?" Frau Pollard machte ein bekümmertes Gesicht und blickte wiederum ängstlich nach der Tür, als ob sie jeden Augenblick das Eintreten ihres Gatten fürchtete. (Fortsetzung folgt.) -W sozialistisch orientiert sei. Er fagte:„ Es wäre nicht so well ge- fober d. 3. nach vorheriger im Laufe des Vormittags angebrachter tommen, wenn wir in Preußen nicht mehr eine sozialistisch Anzeige nach Schalterschluß nicht nach Dienstschluß- ein Depot orientierte Regierung hätten." Und weiter sagte er: vot 600 000 m. nom. Attien der Vereinigten Glanzstoffabriken bei Mit Hilfe des sozialdemokratischen Einfluffes in der Preußen- der Effektentasse der Brandenburgischet Girozentrale eingeliefert. regierung hat Heinrich Schulz seinen Willen durchgesetzt." Auch Der von den Einlieferern verlangte Depotschein ist nicht ausgestellt worden. Im Laufe des Sonnabend 4. Oktober wurde gegen den Genossen Heilmann wurde gehetzt. Er soll gesagt bei der Prüfung die Fälschung erkannt. Die offenbare Absicht der haben:„ Was hat denn der Volksschüler für einen Nutzen von der Fälscher, auf dieses Depot Geld zu erhalten, ist somit vereitelt Erlernung der Stenographie? Für die Volksschule komme sie gar worden. Die Beschlagnahme der 600 000 m. Bereinigte Glangstoffnicht in Frage." Aber er, Heilman, jei ja Gabelsbergeria. fabriken- Aktien durch die Kriminalpolizei ist sofort von dem Diret ner", das erkläre alles. Gegen die Presse schleuderte Herr Geittor Strangmann veranlaßt worden, nachdem ihm durch die Effekten ner der Bannstrahl, weil sie angeblich von Jüngern Babelsbergers war. Die Fälscher haben also von der Brandenburgischen abteilung von dem Fälschungsverdacht Anzeige gemacht worden bebient wäre und Proteste von Stolze- Schren nicht bringe.(!) Die Arbeiterftenographen ersehen hier wieder, wie„ unpolitisch" die bürgerlichen Stenographieverbände sind. Hoffentlich ziehen sie bie richtige Lehre aus diefer sonderbaren politisch- neutralen" Eine Berein Sozialistische Arbeiter- Jugend Groß- Berlin stellung und schließen sich den Arbeiterstenographenvereinen an. * Nachdem die Regierungen des Reiches und der Länder den Juli- Entwurf 1922 als deutsche Einheitskurzschrift anerkannt hatten, Am Sonntag, den 26. Oktober, vormittags 10 Uhr Feierstunde wurde im Reichsministerium des Innern am 17. Oftober 1924 unter anläßlich des 20jährigen Bestehens der Berliner Organisation Beitung von Staatssekretär Schulz eine Konferenz abgehalten, an der Bertreter aller Reichsrefforts und Landesregierungen teilnahmen. Die Konferenz hat einstimmig zunächst die amtliche Syftemurkunde festgestellt und darauf gleichfalls ein stimmig folgende Richtlinien für die Einführung der Einheitsturzschrift in den Schulunterricht und in den amtlichen Verkehr beschlossen: 1. Spätestens om 1. April 1926 ift in allen öffentlichen höheren und Handelsschulen und, soweit möglich, auch in fämtlichen anderen Schulen, die Einheitskurzschrift als Pflichtoder Wahlfach einzuführen. In anderen Systemen als in der Einheitskurzfchrift darf Unterricht in den Schulen nicht erteilt werden. Begonnene Lehrgänge fönnen bis zum Abschluß fortgeführt werden. 2. Soweit Behörden bereits eine Kurzschrift amt lich eingeführt haben, stellen sie sich binnen einer möglichst furz zu bemeffenen Beit auf die Einheitsfurzfchrift um. 3. Sämtliche Zentralbehörben find verpflichtet, ihren Ber waltungszweig barauf hin zu prüfen, inwieweit er sich auch über ben bisherigen Umfang hinaus für die Einführung der Kurzidrift eignet, um in entsprechendem Umfang die Einheitskurzichrift alsbalb amtlich einzuführen. Die Aufstellung einheitlicher Mindestgrundsätze bleibt vorbehalten. 4. Alle Beamten und Angestellten find darauf aufmerksam zu nachen, daß nach Ablauf einer gewissen, nicht allzu lang zu be messenden Frist im Behördenmejen mur noch die Einheitsfurzschrift verwendet werden wird. Reich und Länder werden in ihren Behörden die Erlernung der Kurzfchrift nach Möglichkeit fördern. Ferner hat die Konferenz die Einsetzung eines behördlichen Ausschusses für die Einheitskurzschrift beschlossen, der die weiteren Maßnahmen vorzubereiten hat, wtb eine Sachverständigentommiffion eingesetzt, die alsbald die Redeschrift festsetzen soll. im Großen Schauspielhaus, Karlstraße Gesangschor Roseberry d'Argufo. Festspiel:„ Das Rad" von Jech unter Mitw. namhafter Künstler. Festansprache: Staatssekr. Heinrich Schulz Starten im Borverkauf à 0,75 M. für diese Beranstaltung sind zu haben im Jugenderretariat, Sindenſtr. 3, 2. Sof 2 Treppen, bei ben Funtionären der Sozialisten Arbeiter- Jugend, in der Vorwärts- Buchhandlung, 2, bei Fischer, N 20, Bastianstr. 7, S Joseph, NW., Wilhelmshavener Str. 48, F Schmidt, Charlottenburg, hagener Str. 22, Goldschmidt, 113, Stolpische Str. 36, Lier, 60, Naunynftr. 9, Rosinenstr. 4, P. Dölz, Jmmanueltirchstr. 24, Vorwärts- Spedition, NO 55, Greifen Wittschus, 34, Petersburger Str. 5, Hoffmann, N 58, Lychener Str. 8, Burg, Prenzlauer Allee 189, Horsch, SO, Engelufer 24, Schlag, Cöpenid, Rieger Str., Kroll, N 65, Utrechter Str 21, Borwärts- Spedition, Utrechter Str. Girozentrale auf die eingelieferten Effetten tein Geld erhalten. Weitere Effetten sind von den Fälschern bei der Brandenburgischen Girozentrale nicht eingeliefert worden." Wir geben die Zuschrift aus Loyalitätsgründen wieder. Immerhin ist es fonderbar, daß die Girozentrale nach Bekanntwerden des Attienschwindets erklären ließ, daß sie gegen etwaige Berlufte durch dingliche Sicherheiten gedeckt sei. Diese Erklärung wäre überflüssig gewesen, wenn von vornherein feststand, daß feinerlei Berlufte ein getreten waren. Unsere erste Wahlversammlung. Wahlauftakt im Kreuzberg- Biertel. Das Urteil im Gattenmordprozeß. Fünf Jahre Gefängnis für Prüfer. Im Prozeß gegen den Portier Kart Brüfer, der sich vor dem Echwurgericht des Landgerichts II wegen Ermordung seiner Frau zu verantworten hatte, wurde gestern das Urteil gefällt. Das Gericht nahm als Motiv der Tat Eifersucht an und verurteilte den Angeflagten nur wegen gefährlicher Körperverlegung mit tödlichem Ausgange zu fünf Jahren Gefängnis unter Anrechnung von acht Monaten Untersuchungshaft. ginnen befundet, daß die Ehefrau Prüfer es mit der ehelichei Treue In der weiteren Beweisaufnahme hatten noch mehrere Zeus nicht sehr genau genommen habe. Sie selbst habe offen zugegeben, daß sie mit anderen Männern verfehrt habe. Frau P. sei sehr fofett gewefen und habe sich damit gebrüftet, daß alle Männer ihr auf der Straße nachfähen. Zwischen den Eheleuten habe es ständig Streit gegeben, der aber auch regelmäßig mit einer Bersöhnung endete. Frau Brüfer habe ihrem Manne, wenn er ihr EifersuchtsSzenen machte, oft gedroht, daß sie ihm das nächst beste Stüd an den Kopf werfen oder ihm die Augen ausfrager nach dem letzten schweren 3ant mit ihrem Manne fich nur deshalb mit dem Angeklagten wieder vertragen habe, weil sich bei ihr Folgen ihres leichtsinnigen Lebenswandels bemerkbar machten. Brüfer jet oft sehr aufgeregt gewesen, doch habe er stets auch die Frau wieder mann, der schließlich den Anlaß zu der Bluttat gab, wurde der Untersuchungsrichter, Landgerichtsrat Kruspi, vernommen. Er habe durch die Kriminalpolizei Nachforschungen nach Hoffmann onstellen lassen, die aber ergebnistos geblieben feien. werde. Eine der Zeuginnen vertrat die Anficht, daß die Getötete Aufgaben der Krankenkassenambulatorien. Welche Aufgaben tönnen Krantentaffenambulatorien erfüllen? - so hieß das Thema des Referats, das Genosse Professor Dr. Chajes in der Berliner Gesellschaft für öffentliche Gesundheitspflege hielt. In Groß- Berlin find 30 Ambulatorien eingerichtet wor den. Es ist damit eine Institution ins Leben gerufen, die auf die Gesundheit eines großen Teiles der Berliner Bevölkerung von Einfluß ist. Daraus erwächst dem Sozialhygieniker die Pflicht, zu fordern, daß die neuen Einrichtungen den Ansprüchen der Individualmedizin und Sozialhygiene in weitestem Maße entsprechen. Wie foll nun ein Ambulatorium eingerichtet sein und arbeiten, um die erforderlichen Aufgaben auf diesen beiben Gebieten weitgehend zu erfüllen? Durch das Gesetz ist den Krankenkassen die Pflicht auferlegt, für die ärztliche Behandlung ihrer Mitglieder zu sorgen. Damit ist auch die Berpflichtung verbunden, mit den fann deshalb den Krankenkassen prinzipiell nicht das Recht absprechen, aufgewandten Summen eine bestmögliche Leistung zu erzielen. Man auch in eigener Regie zu beschaffen, wenn der Beweis erbracht wird, die erforderlichen Leistungen, die der ärztlichen Behandlung dienen, daß die Ambulatorien mindestens das gleiche leisten, wie die bis. herige Art der ärztlichen Versorgung, und wenn sie ebenso wirt fchaftlich arbeiten. Die Wahl der Ambulatoriumsärzte, die feft angestellt werden und gewissermaßen in ein Beambenverhält nis zu den Krantenfassen treten, muß durch Sachverständige erfolgen. Die Art der Auswahl ist schwierig. Sie erfolgt medmäßig grundfäßlich im Benehmen mit den ärztlichen Organisationen, z. B. auf Grund von Vorschlagslisten. Entscheidend muß ſein die fachliche Gig nung der einzustellenden Aerzte. Bei Streitigkeiten muß eine unSprechstunde des einzelnen praktischen Arztes oder Spezialarztes parteiische Schiedsinstanz vorgesehen sein. Im Gegensatz zu der eine öffentliche Versammlung mit dem Thema" Bürgerblod Im Gewerkschaftshaus hatte gestern der 6. Kreis( Kreuzberg) sigende Genosse Sweitard wies von vornherein darauf hin, oder Reichstagsauflösung" einberufen. Der Kreisvors baß Störungsversuche, wie sie in letzter Zeit im Südosten bei unferen Versammlungen zu verzeichnen waren, sofort im Reim erstickt würden. Der Referent des Abends, Landtagsabgeordneter Genosse Dr. Meyl, wies darauf hin, daß die im Thema gestellte Das neue Teuerungsgespenst. Frage bereits ihre Lösung gefunden habe. Der Reichstag ist aufgelöst. Dasselbe Schicksal hat den Landtag ereilt. Am 7. Dezember 40prozentige Steigerung der Lebensmittelpreise. wird die deutsche Wählerschaft Gelegenheit zum Großreine Das unaufhörliche Steigen aller Lebenshaltungskosten, das sich machen in beiden Barlamenten haben. In schärfster Weise zeich machen in beiden Parlamenten haben. In fparfiter Beise zeich, einwandfrei an der ständigen Erhöhung der Reichs- mete Genoffe Went das Berhalten der Schacherparteien im Reichs indexgiffer feststellen läßt, hot bereits als unvermeidbare daß viele deutsche Bürger nur allzu schnell den Krieg vergessen tag. Unter dem Beifall der Versammelten stellte der Referent feft, Folgeerfcheinung Gehalts- und Lohnbewegungen hervorgerufen. haben. Hier muß das Gedächtnis aufgefrischt werden. Die SoAls Hauptursache für die unaufhaltsame Steigerung aller Lebens- zialdemokratie zieht mit voller Zuversicht in den Wahlkampf und wird sich der Betrieb in einem Ambulatorium anders abspielen mittelpreise nach zuverlässigen Berechnungen beträgt sie für die sie wird alle diejenigen, die sich abseits gestellt haben, wieder aufmüssen. Es müssen Aufnahmeärzte tätig sein, die ein besonlegten Monate rund 40 Proz wird von maßgebender rütteln. Der Feind steht rechts! Wir müssen den Kampf führen Zuweisung der Patienten an die verschiedenen Aerzte, insbesondere ders großes ärztliches Können besigen und für eine zweckmäßige Ser lage he an die ben mann Seite die durch die Spetutation im Anschluß an die Ankündigung gegen den Bürgerblod, den man uns aufzwingen wollte. Spezialärzte forgen. Die Ambulatorien müffen mit einer Appa der Zollvorlage hervorgerufene Breiserhöhung auf dem infere Aufgabe muß es fein, einen Blod der Sozial ratur ausgestattet sein, die allen modernen Anforderungen der Getreidemarkt bezeichnet. Das Getreide ist von jeher die demokratie zu errichten. Traurig ist es feststellen zu müssen, wissenschaft entspricht. Schwierig ist namentlich das Problem der Sozialpe Ralfulationsbafis für alle landwirtschaftlichen Produkte gewefen. Die KPD. als Wegbereiter des Bürgerblods zu Behandlung bettlägeriger Patienten durch die Ambu Bom Getreidepreis hängt der Kartoffelpreis ab, denn der Landwirt bezeichnen. Der Kommunistischen Partei, die mur ständig bemüht latorien. Entweder müßten foviel Aerzte dauernd angestellt sein, berechnet vier Zentner Kartoffeln gleich einem Zentner Roggen. ist, die Sozialdemokratie in Mißtredit zu bringen, fagen wir uns Cbenso stehen die Biehpreise mit ben Getreidepreisen in einer gewiffen Relation. Dieser Zustand wird augenblicklich noch durch die führen. Nüßen wir die furze Zeit aus. feren Kampf an. Rüdsichtslos werden wir den Kampf daß auch in Zeiten von Epidemien ausreichende Haus besue ungünstigen Meldungen über den Ausfall der diesjährigen Ernte verstreichen, ohne daß jeder einzelne propagandistisch für die Sozial- Ein weiteres Aufgabengebiet, das die Ambulatorien zu übernehmen Keine Stunde darf tags und nachts gemacht werden können, oder aber es müße ein Zusammenarbeiten der Ambulatorien mit den Kaffenärzten erfolgen. verschärft. Es treten ferner noch andere Momente hinzu, die ihre demokratie wirbt Unsere Parole sei: Für die Demokratie, gegen hätten, wäre die Begutachtung( vertrauensärztliche Nachhunter. Ursache in der Gestaltung der Auslandsmärkte finden. So macht eine Reaktion, auf und vorwärts! Stürmischer Beifall folgte diesen ſich bei der Preisbilduma für Butter u. a. auch die Tatsache ver- Ausführungen. In der Aussprache wurde das Verhalten der Kom- fuchung). Nicht zu unterschäßen ist ferner die Ausbildungsmöglich teuernd bemerkbar, daß feit einiger Zeit nur wenig Auslands- munisten beim Abbau sozialdemokratischer Stadträte ufro. scharf latorien für die Aerzte und die Wissenschaft darstellen. Vor allem ist feit, die gut geleitete und von erstklassigen Aerzten versorgte Ambu butter, die sonst preisregulierend wirkt, nach Deutschland herein gegeißeit. Gegner meldeten sich nicht zum Wort. Nach einem antommt. So geht die bänische Butter zurzeit fast ausschließlich nach feuernden Schlußwort des Referenten nahmen die Versammelten aber ein vorzügliches Aerztematerial erforderlich, wenn die Ambu England. Bei den Eiern bewirkt wieder die Jahreszeit ein Knapp gegen zwei Stimmen eine Entschließung an, in der die Reich 5= latorien ihre Aufgaben erfüllen und einen Fortschritt bedeuten sollen. werden der Eingänge und somit eine Berteuerung. Trogbem aljo tagsauflösung begrüßt wurde. Mit einem dreifachen, Diese Borbedingung wird sich nach der Ueberzeugung des Refebei dieser Breissteigerung eine Reihe von Momenten vorhanden ist, begeistert aufgenommenen Hoch auf die Sozialdemokratie hatte die renten nicht erfüllen lassen, wenn Aerztefchaft und Krankenkassen die dem Einfluß der Bentraistellen und Behörden des Reichs ent eindrucksvolle Rundgebung. die den Wahlkampf in Groß- Berlin weiter in fchärfftem Kampfe einander gegenüberstehen. 30gen find, fteht man an zuständiger Stelle auf dem Standpunkt, überhaupt eröffnete, ihr Ende erreicht. daß in mancher Hinsicht doch noch genügend Anlaß zum Eingreifen vorhanden sein dürfte, um so einer weiteren Teuerung Einhalt zu gebieten. In einer Reihe von Handelszweigen find die in die Breise einfalkulierten Spannen noch immer zu hoch. Hier wird unter allen Umständen ein Druck einzusetzen haben, wenn durch freiwillige Bereinbarung mit den betreffenden Interessenten freisen kein Abbau dieser Handelsspannen erzielt werden kann. Im brigen glaubt man an den zuständigen Stellen, daß der Höhe puntt der augenblicklichen Teuerung bereits überschritten ist, da die Getreidepreise jetzt wieder eine finfende Tendenz aufweisen. Der Verbraucher hat ebenfalls die Möglichkeit, von sich aus das neue Teuerungsgeipent au bekämpfen, indem er durch Zusammen schluß in ben Konsumvereinen die spekulationswütigen Händlerfreise Ihrem Echtdal überläßt. Der Kampf um das Pachtland. 11 Großfener in den Eisenbahnwerkstätten Tempelhof. 48 Uhr in den Eisenbahnmertstätten Tempelhof Aus noch nicht aufgeklärter Ursache brach gestern abend gegen roßfeuer aus. Beim Eintreffen der Tempelhofer Feuerwehr Stand die ganze Werkstatt in der gesamten Ausdehnung in hellen worauf mehrere Züge der Berliner Wehr unter Leitung des BrandFlammen. Es wurde sofort die Meldung Großfeuer" meitergegeben, direktors Flöther an der Brandstelle erschienen. Starfe Qualm entwicklung, hervorgerufen durch brennendes Kalzium, verhinderte des Vorgehen der Wehren. Aus zwei B und drei C- Rohren wurde unaufhörlich Wasser gegeben. Erst nach eineinhalbstündiger Arbeit gelang es, die Macht des Feuers zu brechen. Die Aufräumungs. arbeiten zogen fich bis um Mitternacht hin. Ein Feuerwehralarm. Als der Kaufmann Hermann Reinhold in seinem Privatfraftwagen die Klopstodstraße entlangfuhr, berfuchte eine Frau noch dicht vor dem Auto über den Straßendamm zu fommen. Um fie nicht zu überfahren, riß M. den Wagen herum und fuhr dabei gegen den vor dem Hause Nr. 50 aufgestellten Feuermelder, so daß diefer umbrach. Dadurch wurde natürlich die betreffende Feuerwache alarmiert. Berfonen sind nicht zu Schaden gekommen. Das Rundfunkprogramm. Mittwoch, den 22. Oktober. Eine som Bund der Kleingartenvereine in Charlottenburg im Klubhaus Westen einberufene und sehr stark besuchte Versamma lung nahm nach einem Bertrag des Bundesvorsitzenden folgende Entschließung einstimmig an: Die am 20. Oftober im Klubhaus Westend, von zirka 500 Mitgliedern des Bundes der Kleingartenvers eine zu Charlottenburg- Westend besuchte Bersammlung fürchtet für die Erhaltung des von über 1000 Kleingärtnern benugten Geländes. Sie fordert energisch im Interesse der Boltserziehung und der ErHaftung ber start gefährdeten Boltsgefundheit die Sicherstellung des in Frage tommenden Geländes, um zu verhindern, daß zirka 4000 bis 5000 Perfonen, die täglich schwer arbeiten müffen, wieder in enge Wohnungen und lichtlose Höfe zurückgedrängt wer ben. Besonders genß wäre die Gefahr für die Kinder, die dadurch den förperlichen und sittlichen Gefahren der Straße in hohem Maße Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-6.25 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkpreisgegeben würden. Die Versammlung spricht einmütig die Anficht kapelle). Während der Pausen: Ratschläge fürs Haus. 6.30 Uhr aus, daß unbedingt in allernächster Zeit Dauergelände für Klein- abends: Die Funkprinzessin erzählt: Tiroler Märchen und Sagen gärtner beschafft werden muß, und ist der Meinung, daß das Terrain Die Rache des Bergmännleins, Villa Maria, b) Das Kräutlein a) Nord- Westend für diesen Zweck am besten geeignet ist. Sie ersucht Proesler). 7.45 Uhr abends: Vortrag des Herrn Reichsministers wider den Tod, Rudolf Greins.( Die Funkprinzessin: Adele daher das Bezirksamt, die Umwandlung dieses Gebietes in Dauergelände sofort in die Wege zu leiten. Die Bersammlung erwartet für Ernährung und Landwirtschaft Graf Kanitz: Das amerikanischdeutsche Kinderhilfswerk". rom Bezirksamt und den Mitgliedern der Bezirksversammlung, daß Dirigent: Otto Urack, fr. Kanellmeister an der Berliner Staats8.98-10 Uhr abends: Liszt- Abend. fie die Gesundheit des Boltes als höchstes Gut mit allen Kräften zu oper. 1. Les Préludes", sinfonische Dichtung für Orchester. schüßen bereit sind." 2. Gondoliera" aus Venezia e Napoli"( Celeste Chop- Groenevelt, Klavier). 3. a) Es muß ein Wunderbares sein, b) O komm im Traum ( Konzertsänger Hermann Schey). 4. Der heilige Franziskus über die Wogen schreitend"( 2. Franziskus- Legende)( Celeste ChopGroenevelt, Klavier). 5. a) Der du von dem Himmel bist, b) Kling' leise, mein Lied( Konzertsänger Hermann Schey), 6. VI. Ungarische Rapsodie( Celeste Chop- Groenevelt, Klavier). 7. a) Wieder möcht Schey). 8. Mephistowalzer( Orchester). Das Orchester besteht aus ich dir begegnen, b) Die drei Zigeuner( Konzertsänger Hermann Mitgliedern des Berliner Philharmonischen Orchesters. schließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theaterdienst. Eine Antwort der Brandenburgischen Girozentrale. Im Abendblatt des„ Borwärts" vom Sonnabend, den 11. Dr. tober d. J. wurde anlählich der Berichterstattung über die großen Aktienschwindeleien des Jakobi und Genossen gesagt, daß die Bran: genburgische Girozentrate der Bittoria G. m. b. H. auf die Ein lieferung von 600 000 nom. Attien der Bereinigten Glanzstoffabriken Gelb gegeben hat. Dazu wird uns von der Girozentrale folgendes mitgeteilt: Die Bittoria C. m. b. H. hat am Freitag, den 3. Of " 99 AnEs gelang dem Redner, seine Ausführungen auf rein sachlichem Niveau vorzutragen und Anspielungen auf den Tagestampf zu ver meiden. Professor Dr. Chajes gab in dem Schlußwort zu erkennen, daß es sein Wunsch sei, den Kampf zwischen den Aerzten und den der Aerzte, vor allem aber im Intereffe der zahlreichen Krantentassen bald beendet zu sehen, im Interesse der Krantentassen, Bersicherten und zum Nutzen der Boltsgesundheit. Arbeiterbildungsschule Groß- Berlin. An die gestern begonnene Arbeitsgemeinschaft des Genossen Crifpien über die„ Geschichte der politischen Parteien" im LeibnizGymnafium, Mariannenplak, fchließen sich folgende Arbeitsgemeinschaften an: Mittwoch, den 22. Oftober: Moderne Probleme des Sozialis mus", Genoffe Gebhardt, in der Gemeindefchule, Grünthaler Straße 5. Ueber dasselbe Thema spricht ant Donnerstag, den 23. Oftober, Genoffe Redakteur Stein in der Juristischen Spreche stunde, Lindenstr. 3, 1. Hof part. Fernier an demselben Tag: Ce schichte der Arbeiterinternationale", Genoffe Gebhardt, Jugendheim Charlottenburg, Rofinenftr. 3, und Bolkswirtschaftliches Denfen und Handeln, Genosse Bantrat Ruge, verlegt nach Treptow, Jugendheim, Elfenstr. 3, direkt am Bahnhof Trepsow. Freitag, den 24. Ottober, Die Marrsche Geschichtstheorie", Genosse Stadtrat Kari Wermuth, in der 71. Gemeindeschule, Fruchtstr. 38, Einführung in die Marr- Literatur", Genosse Gebhardt, Lichtenberg, Bibliothet, etchfetftr. 28 Das Erziehungsproblem", Genosse Horlig, in Weißenfee, im Phyfifzimmer des Realganmafiums, Woeldpromenade. Sonnabend, den 25. Ottober: Historisch- ökomisches Seminar", Genoffe May Grunwald, in der Bibliothet der Arbeiterbildungsschule, Lindenstr. 3, 2. Hof II.,„ Grundlagen und Kritik der Arbeiterbildung". Genosse Horlig, verlegt in die Sophienschule, Meinmeisterstr. 16/17. Freitag, den 31. Oktober: " Revolutionsgeschichte", Genoffe Marquardt, in Stegliz, Refraurant Thiel, Ringstr. 52. Die Hörgebühr beträgt 1,- bis 1,20 Goldmart. Arbeitslose haben gegen Ausweis unentgeltlich Zutritt. Mitglieder des Bereins Arbeiter Jugend zahlen die Hälfte. Berufung gegen das Urteil in dem Prozeß Jiende. Die Staatsanwaltschaft beim Landgericht II bat das Urteil des Schöffengerichte Schöneberg gegen den Kriminalfommiifar Dr. Fiende und den Kaufmann Ernst Beder durch Berufung angefochten. Bekanntlich hatte die Staatsanwaltschaft gegen Dr. Jiende 8uthausstrafe und gegen Beder Gefängnisstrafe beantragt gehabt. Ein Kriegsbeschädigter hat am Freitag nachmittag eine Briefta fche mit 248 Mart und wichtigen Papieren auf der Fahrt Hochbahn Rottbuser Tor- Potsdamer Blak verloren. Der Finder wird gebeten die Tasche in der Haupterpedition oder in der Geschäftsstelle des Borivärts" in Neuöln, Redarftraße.2, abzugeben, Wie Schwarzweißrote arbeiten! Sie fordern Handlangerdienste von der Schule. = Der Deutsche Offizier Bund möchte als parteipolitisch- neutrale" Vereinigung gelten. Das hindert seine Ortsgruppe Berlin- Kreuzberg nicht, eine„ paterländische Gedentfeier" der Leipziger Bölterschlacht von 1813 zu veranstalten. Was soll heute, wo das deutsche Bolt den Frieden braucht, um aus der Not herauszukommen, eine solche vom Geist des Krieges erfüllte Feier? Das Jahr 1924 ist doch für den Krieg von 1813 fein Jubiläumsjahr", so daß der Deutsche für den Krieg von 1813 fein Jubiläumsjahr", so daß der Deutsche Offizier Bund nicht eine„ heilige Pflicht" zur Veranstaltung diefer Feier geltend machen kann. = werden, den gewünschten Handlangerdienst zu leiften. Eltern, die nicht mitschuldig an einer den Krieg verherrlichenden Propaganda werden wollen, sollten ihre Kinder von dieser Beranstaltung fernhalten. 75 Zum Explosionsunglüd bei der Denkmalsweihe in Jüterbog ist richtigzustellen, daß nicht eine Batterie eines te f.- Art.- Reg. das es gar nicht gibt mitgewirkt hat, sondern eines Seich 3 w.-Art.- Neg. Ein Fünfundsiebzigjähriger. Genosse Julius Enigt ist fürzlich Jahre alt geworden. Er gehört zu den ganz Alten in der Partei, die deren Aufstieg von den kleinsten Anfängen bis zu ihrer heutigen Größe miterlebt haben. Enigt tam als Bierzehnjähriger nach Berlin. Im Jahre 1882 wurde Enigt tasse, der späteren Algemeinen Ortstrantentasse gewählt, der in den Verwaltungsförper der fogenannten Menerfchen Krankener feit der großen Zusammenlegung der Berliner Stranfenfaffen im Jahre 1914 als zweiter Direktor vorstand und bis zu seiner am Nein, diese„ vaterländische Gebentfeier" ist als milita 31. Dezember 1920 erfolgten Pensionierung angehörte. Enigt gehört ristisch monarchistische Rundgebung gedacht! Eine zu jenen bescheidenen überzeugten Parteimitgliedern, die im stillen fchwarzweißrote Umrahmung hat man dem Bettel gegeben, auf dem unausgefeßt für die Partei wirken und durch ihren persönlichen Ber die Vortragsfolge gedruckt ist. Schwarzweißrot ist auch die Gesin- tehr sich der allseitigen Wertschätzung ihrer Mitmenschen erfreuet. nung, die aus der ganzen Veranstaltung spricht. Sie bietet u. a. Bilder aus vergangenen Zeiten brandenburgisch- preußisch- deutscher Geschichte". Ein Bild zeigt die„ huldigung der Stände vor Kurfürst Friedrich I. und seiner Gemahlin Kurfürstin Elfa 1415 zu Berlin. Auf die„ tolonialen Bestrebungen des Großen Kurfürsten" foll ein anderes Bild hinweisen, das den„ Empfang der ersten Negerdeputation" darstellt. Im dritten Bild marschieren ,, die langen Kerle des Preußenfönigs Friedrich Wilhelm I." auf, im vierten sieht man Friedrich den Großen vor der Schlacht bei Leuthen( Mufit: Friedericus Rer), das fünfte bringt eine Lager izene am Abend der Schlacht bei Leuthen". Das sechste zeigt Königin Luise mit dem Prinzen Friedrich Wilhelm und dem Brinzen Wilhelm". Aus 1813 gibt's nur eine Szene Aufruf an mein Bolt" zu sehen, aber nichts von der Völkerschlacht bei Leipzig". Dann folgt sogleich das Jahr 1870, aus dem zwei Bilder geboten werden: Die Wacht am Rhein 1870"( Mufit: Die Wacht am Rhein) und Kaiser Wilhelm I. und seine Paladine vor Paris 1870/71"( Mufit: Parifer Einzugsmarsch). Von 1871 bis 1914 herrscht wieder tiefes Schweigen, weil aus dieser Zeit doch nichts von Belang, nämlich fein Strieg, zu melden ist. Aber dann kommt das nächste Bild: Ausmarsch 1914"( Mufit: O Deutschland hoch in Ehren) und schließlich eine„ Apotheose" mit gemeinsamem Gesang von„ Deutschland, Deutschland über alles", wobei die hinzugedichtete vierte Strophe nicht vergessen ist. Was die„ Apotheose" bringen mird, sagt der Bettel nicht. Vielleicht eine Bergötterung Wilhelms II. oder Ludendorffs? Daß auch eine Militärtapelle der Reichswehr mitwirkt, versteht sich von selber. Die Gebentfeier" foll am 25. Oftober stattfinden. Sie wäre eine Probotation, auch wenn die Schwarz- Weiß- Roten dabei ganz unter fich blieben. Aber sie haben die Recheit, zu der am 24. Ottober ftattfindenden Generalprobe fogar die Schul. jugend einzuladen. Den Schulen ist ein Rundschreiben zu= gegangen, für das ein Major a. D. als Vorsitzender verantwortlich gezeichnet hat. Lehrpersonen und Schulkinder samt Angehörigen werben ergebenst eingeladen, gegen Zahlung eines Eintrittsgeldes der„ Generalprobe zu den lebenden geschichtlichen Bildern" beizu wohnen. Die Schulleiter werden gebeten, die Schuljugend in geeignet erscheinender Weise hiervon in Renntnis zu fegen." Und zum Schluß fagt das Rundfdjreiben:„ Wir verfehlen nicht, darauf hinzuweisen, daß wir eine parteipolitisch- neutrale, wirtschaftliche Vereinigung sind." Wie die Faust aufs Auge paßt zu dieser Versicherung die dem Schreiben beigefügte Vortragsfolge, ihre oben aufgezählten Genüsse und die fchwarzweißrote Umrahmimg. Das Schreiben ist gebrudt, woraus wohl auf Massenversendung gefchloffen werden darf. Man muß leider fürchten, daß nur zu viele Schulleiter fich dazu hergeben Hühneraug auf Zeh' und Sohľ Wirst du los durch Lebewohl! In Drogerien und Apotheken. Verlangen Sie ausdrücklich Lebewohl" mit Filzring. Eisenbahnfatastrophe in Wittenberge. Auf dem Bahnhof in Wittenberge stießen zwei Lokomotiven mit einem zum Bahnsteig abgestoßenen Wagen in einer Weiche zusammen. Bei dem Zufammenstoß wurden der Schaffner Struve und Hilfswagenmeister Wilte aus Wittenberge getötet. Die Gleise waren etwa drei Stunden gesperrt. Die Büge von Hamburg und nach Samburg erlitten bis zu einer Stunde Verspätung. Heliumgas für 3. R. 3. Wie aus Fort Worth in Tegas gemeldet wird, sind vier Waggonladungen Selium gas für den 3. R. 3 nach Lalehurst abgegangen. Zwanzig weitere Waggon labungen werden folgen. Bom Getreide verschüttet. Nach einer Meldung aus Mailand ist in Stagno Lombardo bei Cremona unter der Last der Getreidevorräte der erste Stod einer Mühle zusammengebrochen. Drei Arbeiter wurden verschüttet und konnten nur noch als Leichen geborgen werden. Polen will deutsche unterernährte Kinder aufnehmen. Die polnische Regierung hat die deutsche Gesandtschaft in Warschau benach richtigt, daß sie ihre Genehmigung dazu erteilt, daß unterernährte Kinder notleidender Eltern von deutschen Familien in Polen aufgenommen werden. Arbeitersport. Arbeitersport und Schule. In dem Nachrichtenblatt einer weltlichen Schule Neuköllns finden wir folgende Notiz:„ Leider hat uns das Arbeitersportfartell zu seiner Sportwoche nicht eingeladen, wohl aber damals uns wegen unserer Beteiligung an dem Schulsporttag als einer„ bürgerlichen Veranstaltung" Borwürfe gemacht. War es Nachlässigkeit, daß wir übersehen wurden? Bürgerliche Vereine senden uns fortwährend Einladungen, die natürlich in den Papiertorb wandern." Die Einladung der weltlichen Schule ist wohl bisher aus dem Grunde nicht erfolgt, weil dann auch nichtmitglieder der Arbeitersportvereine bei den Veranstaltungen mitwirken würden. Die Zusammenarbeit zwischen Arbeitersport und Schule sollte aber doch ernsthaft in Erwägung gezogen werden, da der Spiel und Sportbetrieb der Schule immer größeren Umfang annimmt. Wird diese Verbindung nicht hergestellt, so wird der bürgerliche Sport die gesamte Schuljugend zu sich hinüberziehen. Vielleicht beschäftigt sich einmal der Kartellverband mit dieser wichtigen Frage. Sport- Abteilung Schöneberg. Leichtathletit, Sandball. Borf. A. Bas. muth, Friedenau, Albeftr. 15. Geschäftsstelle: E. Appelbaum Schöne berg, Guzkowstr. 2. Wir fuchen für ben 26. Ottober für unsere 1. Männer und 1. und 2. Jugendmannschaft spielstarke Gegner auf unserem Blak vormittags. Gilangebote find zu richten an S. Ehtich, Berlin 6, 29, Belle- Alliance- Str. 17. Jugendveranstaltungen. Arbeitsgemeinschaft Abraham. Die Borbesprechung des engeren Kreises der Arbeitsgemeinschaft findet heute, Mittwoch, abends bereits um 7 Uhr pünktlich im Jugendheim Lindenstr. 3 statt. Achtung, Chorteilnehmer! Heute, Mittwoch, abends 28 Uhr, Probe im Jugendheim Lindenstr. 3. Fahrgeld wird erstattet. Jeder Teilnehmer mus Achtung, Abteilungstaffierer! Seute von 5-7 Uhr Ausgabe und Aberfcheinen. rechnung der Beitragsmarken. Ausgabe der Jugend voran", ArbeiterJugend" Festschrift", Internationale". Achtung, Abteilungsleiter! Die Weihnachtslose au 25 und 50 Pf. find abzuholen. Heufe. Mittwoch, den 22. Oktober, abends 7% Uhr: Faltenberg: Am Faltenberg 117, Diskussion: ,, SAJ." Friedrichshagen: Jugendheim Scharnweberstr. 105, Bortrag: 8wed und Siele." Lichten. berg- M.: Jugendheim Dossestraße, Bortreg: Die Jugendbewegung." Often Friedrichshain: Jugendheim Frankfurter Str. 16, Bortrag: Gemeinschaftsleben in der SAJ." Often B.- B.: Schule Ebertyftr. 12, Bortrag: ,, Entstehung der Erde." Prenzlauer Vorstadt: Achtung, neues Jugendheim! Jeden Dienstag und Freitag im Jugendheim Danziger Str 23( Schule), Sof 2 Tr. Südost R.: Schule Glogauer Str. 15, Bortrag: Reiseerlebnisse." Tempelhof: Germaniastr. 4/6, Bortrag: Literatur." Wannsee: Schule Charlottenstraße, Bortrag: Unsere Einstellung zu Kirche und Freidenfer. Webbing: Ruheplay-, Ede Antonftraße, Bortrag: Was will die GAZ." Sport. " Rennen zu Strausberg am Dienstag, den 21. Oftober. 1. Rennen. 1. Riß me quid( Bolt), 2. Brise( Dertel), 3. Atalanta ( Derfchug). Toto: 255: 10. Blag: 87, 16, 35: 10. Ferner liefen: Duellnymphe, nädigste, Jungfernrede, Heldin, Blauschwarz, Sultane VIII, Miratel, Simona, Maitäfer, Nalog, Paria. 2. Rennen. 1. Fichte( St. Edler), 2. Berseba( Stys), 3. Duo vadis ( Einfinger). Toto: 47: 10. Blag: 27, 43, 19:10. Ferner liefen: Rößling, Stummer Teufel, Coeur Bube, Diogenes, Maimond, Semendrin, Fechterin, Arienta, Diestel St., Partei, Calla. 8. Rennen. 1. Herenprinz( Franzke), 2. Freia III( Grabsch), 3. Höllenfee( Sentpell). Toto: 71: 10. Blas: 19, 13, 39: 10. Ferner liefen: Dornis Bruder, Transuse, Bubersicht, Donna Lita, Hohe Sonne, Perlenkette, Fuchsie, Demetra, Elbe, Baldfee. 4. Rennen. 1. Heimattreuer( Globig), 2. Berta( Stys), 3. Larodosta ( ate). Zoto: 37:10. Blak: 16, 38, 16: 10. Ferner ftefen: Benelope, Perlenfischer, Cambutta, Attade II, Sabitry, Heliade, Pomona, Carneval. 5. Rennen. 1. Wetterscheide( n. Below), 2. Ma Berthe( Staudinger), Toto: 27: 10. Blaz: 14, 22, 29: 10. 3. Maifäfer( Sand. Linden). Ferner liefen: Hellarofa, Kormoran II, Isis II, Ravenna. 6. Mennen. 1. Fanch( Mate), 2. Sommerflor( Gröschel), 3. Theorie II ( Hartmannshof). Toto: 28: 10. Blag: 14, 12: 10. Ferner liefen: Maifrizdorf, Dorna Batra, Zwirn. 7. Rennett. 1. Lily J.( Urban), 2. Sonnenschein( Thielemann), 3. Herbststurm( M. Schmidt). Soto: 46: 10. Plat: 26, 16: 10. Ferner liefen: Räuberhauptmann, Elfchen, Sulbo. Nur nicht Furcht vor Erkältung u. Grippe! Es gibt einen vorzüglichen Schutz gegen schädliche Keime in der Mundhöhle, auch gegen Mundgeruch nämlich Calciform- Tabletten der Firma W. SPINDLER A.-G., Berlin C. 19( Spindlershof) In allen Apotheken und Drogerien zu haben. Eine poesievolle Hausfrau sandte uns im Jahre 1910 das folgende Verslein: Laut tönt Reklametuterel Für Margarine stets aufs nen Und spräng das Trommelfell dabei, Wer Cobu kennt, bleibt Cobu treu. Und nicht nur diese, auch die Millionen Hausfrauen, die Cobu seit vielen Jahren kennen und schätzen, werden Cobu immer wieder den Vorzug geben. Durch keine noch so grosse Reklame werden sie sich davon abbringen lassen. Die deutsche Hausfrau weiss aus Erfahrung: Cobu bleibt Cobu. Nicht die Reklame nein, die Güte hat Cobu so bekannt und beliebt gemacht. Unsere Spezialmarke Cobu genügt den höchsten Ansprüchen. Von stets gleichmässiger Güte zeigt sie im Aussehen und Geschmack alle Eigenschaften feinster Molkereibutter. Cobu ist das Spezialerzeugnis einer fast 40jähr. 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Chausseestr. 30/31 7.30: Die Geliebte ir.: Wilh. Dieterle 7 Uhr: Sr. Hoheit mit Fritzi Massary Gastspiel der Künstlertruppe Berliner Theater des Bühnenvolksbundes: 7.30 Uhr: Der süße Kavalier Donna Diana Komödienhaus Lustspiel v. Moreto 8: Der unwider- Trianon- Th. stehlich. Kassian SCALA 8 Uhr Internat. Heute 72 Uhr: Solott' Erika Gläßner, Jul.Falkenstein VARIETE. Ferd. Bonn Lessing- Theater 8 U.: Die gr. Revue Wien gib acht! Ueb.150Mitwirkende Kasse den ganzen Tag geöffnet Stg. 26. Okt., 4 Uhr Gr. Kinder- Vorstell. Kleine Preise: Hänsel und Gretel Märch. m.Ges u.Tanz Mittw. 4 U( kl. Pr.): Hänsel u. Gretel Deutsch. Künstlertheat. Täglich 72 Uhr Der Tanz um die Liebe Operette in 3 Akt. von Osk. Strauss Martha Serak Erikav. Theilmann Paul Graetz/ Robert Nästlberger Robert Scholz Hans Wassmann Georg Baselt Erich Walter Mus.Leit.: M. Roth Tänze: H. Lingen Bühn Bild: E.Stern Lustspielhaus Tägi 8 Uhr. Die Zwillingsschwester Lustsp. v L.Fulda Käte Dorsch/ Joh. Riemann Hans Jonkermann Neues Operettenhaus Täglich 8 Uhr: R. Valentin/ Lis! Karlstadt in Vorstadttheater" Burleske v. Karl Valentin Wallner- Theat. Tägl. 72 Uhr: Uriel Acosta Goethe- Bühne Klosterstr. 43 Täglich 72 Uhr: Die natürliche TOCHTER Titelrolle: Else Heims Preise: 7., 5.-, 3.Abonnenten haibe Kassenpreise Th.i.d.Gem.- Turnhalle Weißensee, Pistoriusst.23 Sonnt. abds. 71/2 Uhr Eva Benndorf in Der fidele Bauer von Leo Fall Preise: 80 Pf. b. 2 M. Vorverk. u. Abendk. Thalia- Theater 72Uhr Tägl.72 Uhr Zigeunerliebe Musik von Franz Léhar Der Film der Wunder KOMISCHE OPER Direktion: James Klein 8 Uhr Allabendlich 8 Uhr Diese Revue ,, Das hat die Welt noch nicht geseh'n" übertrifft fraglos alle Revuen der Welt aus folgenden Gründen: Die berühmtesten Berliner Bühnenkünstler sind nur bei uns! Die Original- Ausstattungen der Pariser Revuebühnen sind nur bei uns! Die fabelhaften echten spanischen Tanztruppen sind nur bei uns! 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Nach verschiedenen Meldungen sollen die seit Jahren schwebenden Verhandlungen zur Herbeiführung einer Interessen. gemeinschaft zwischen dem englischen Farbentrust und dem deutschen Anilin Konzern gescheitert iein. Die Abmachungen waren sehr weit gebiehen und standen vor tem Abschluß. Die engilfche Regierung hat noch furz vor ihrem Rücktritt ihre Zustimmung zu den Abmachungen versagt. Die Gründe hierzu werden in der heftigen Opposition zu suchen fcin, die sich gegen ein solches Rartell gebildet hatte. Die Opponenten waren einesteils die außerhalb des Trusts stehenden Ileineren Farbstoffbetriebe, andernteils die Farbstoff. tonsumenten. Das Monopol ber deutschen Anilinfabritation auf dem Welt. markt wurde feit jeher von den englischen Interessenten als unangenehm empfunden. Im Kriege wurde deshalb unter tätiger Mithilfe der englischen Regierung der Versuch unternommen, die britiche Lertifindustrie von dem Bezuge deutscher Farben unabhängig zu machen. Ein leistungsfähiges Unternehmen follte durch die Zusammenfassung mehrerer fleinerer Fabriten in fer British Dyes Ltd. geschaffen werden. Diese wurde 1919 mit einem ehemaligen Zweigunternehmen der Höchster Farbwerte, das seit 1919 unter der Firma Levinstein 2td. betrieben war, Dereinigt. Die so zusammengefaßte Anilinfabritation erhielt den Ramen British Dyestuff Corporation Bon deren Grundfapital in Höhe von 10 Millionen Pfund Sterling übernahm die englische Regierung einen Anteil von 2 Millionen Bfund. Die Dyestuff Corporation erbrachte eine arge Enttäuschung. Sie schloß beispielsweise im Geschäftsjahr 1920/21 mit einem Berift von 1444 343 Pfund ab. Und dies, trotzdem die Einfuhr auf Grund eines Gesetzes, bem Dyestuff 3mport Regulations 2ct, start gebroffelt wurde. Ueber die Mengen, die zur Einfuhr gelangen follten, entschied ein Komitee, bestehend aus fünf Bertretern der Farbstofftonfumenten, brei solchen aus der Farbstoffund chemischen Industrie und brei neutralen Personen. Auch in den folgenden Jahren hat die Dyestuff Corporation nicht gewinnbringend gearbeitet. So wurde das Bestreben immer stärker, die Konkurrenztämpfe gegen die deutsche Industrie aufzugeben und statt deffen eine Intereffengemeinschaft mit biefer herbeizuführen. Auch von den deutschen Interessenten murde eine Lösung dieser Art begrüßt. Die Berhandlungen darüber dauern schon Jahre hindurch. Die tonservative Regierung Englands fand einem solchen Abkommen nicht unsympathisch gegenüber. Einer der heftigsten und machtvollsten Gegner des Abkommens ift Mr. Levinstein, der liber Fachkenntnisse verfügt, und mit dem non ihm geleiteten Unternehmen, den ehemaligen Zweigbetrieb der Höchster Farbwerte, zur Dyestuff Corporation tam. Zwischen ihm und den Präsidenten Sir William Alegander tam es widerholt zu Differenzen, die schließlich zum Austritt Levinsteins aus der Leitung der Dyestuff Corporation führten. Levinstein ist run als Bertreter der unabhängigen Produzenten ter Wortführer im Rampfe gegen die Intereffengemeinschaft mit ben Deutschen. Die Gegnerschaft der Konsumenten liegt por alem in der Furcht, es tönne fich daraus ein Monopol entwidein, das eine gefunde Preisentwicklung ber Anilinfabritate verhindere. So wären die Bestrebungen zur Herbeiführung einer Inter effengemeinschaft zwischen den beiden Farbstoffindustrien vorläufig gescheitert. Ueber furz oder lang wird es doch zu einer Bereinbarung irgendwelcher Art tommen. Die ameritanische Konfurrenz in der Farbstoffindustrie hat sich im Gegensatz zur eng fifchen sehr gut entwickelt. Ins fpeint, daß diese das Ihrige bazu beitragen wird, einen deutsch- englischen Zusammenschluß zu fördern, es sei denn, die um Basel tonzentrierten und an Qualität leiftungsfähigen Schweizer Anilinfabriten würden ihre schon bestehenden Berbindungen mit den Engländern fo eng fnüpfen, daß die deutsche Ueberlegenheit dadurch etwas paralysiert werden könnte. <-11. Die deutschen Reparationskohlenlieferungen. Unter den Sachleistungen auf Grund des Vertrages von Ber failles und der von ihm ausgehenden Abkommen waren die Kohlen icferungen der Menge und dem Werte nach die wichtigsten. Bei früheren Beratungen über die Lieferprogramme, so vor allem nach der Teilung Oberfchlesiens, wurden Hinweise der deutschen Unter Ländler auf die beträchtliche Berkleinerung der Kohlenbasis nicht beachtet und die Golfmengen derart hoch beziffert, daß bei ihrer Erfüllung geringe Defizite entstanden. Diese wurden dann int wesentlichen zur Begründung für den Einmarsch in das Ruhr gebiet benutzt. Mit der Erinnerung an diefe Tatsachen sollte mur die Wichtigkeit der Rohlenlieferungen für die Länder der Entente crneut festgestellt werden. KABINETTS BILDUNG POLITISCHE AUFKLÄRUNG Der deutsche Tartarus. Lokal- Anzeiger www manm Jacky Coogan Rommt! த M Es föhnt Marx- Syfiphus vor Qual: Stets rollt der Block hinab ins Tal. Hergt- Tantalus muß raftlos schnappen Nach den Minister- Happen- Pappen. Das Schwerste aber ist beschieden ift, baß die Lieferprogramme auf längere Sicht und mit einer gewissen Stetigteit abgeschlossen werden. Ein solches Bertangen ist billig und es liegt im Interesse der Lieferbezirbe, ihrer Bergwerte und Arbeiter wie auch in dem der Empfangsländer." H. Löffler. Das Kontrollamt der Stadt Wien. Die Stadt Wien hat bekanntlich eine rein fozialdemokratische Berwaltung, die sich auf einen Gemeinderat ftüßt, der zu etwa zwei Dritteln aus Sozialdemokraten besteht, während der Rest der christ lich- sozialen Partei angehört. Die Tätigkeit der Wiener Stadtverwaltung ist außerordentlich vielseitig und umfangreich, ihre Leistungen können geradezu glänzend genannt werden. Ein wefent liches Berdienst on dem Aufbau des Rommunalwesens der Stadt gebührt dem Kämmerer Dr. Breitner. Wien ist das erste Beifpiel einer europäischen Großstadt, die weitgehend nach fozia. liftischen Grundfäßen verwaltet wird. Die dort angewandten Methoden find deshalb für uns besonders lehrreich. Charakteristisch für die Wiener Gemeindeverwaltung sind ihre großen praktischen und finanziellen Erfolge. Ein wichtiges Instrument zur Sicherstellung dieser Erfolge ift das von dem Genossen Dr. Breitner eingerichtete städtische Kontrollamt. Es ist das eine verhältnismäßig fleine, aber hochbedeutsame, vielfach gefürchtete Preisnotierungen für Nahrungsmittel. Mittwoch, 22. Oktober 1924 Minister a Portefeuille O.KOESTER Doch den SPD.- Danaiden: Soviel fie in das Faß auch gießen, Stets wird es durch den Boden fließen. Wo denn das Brett sei, fragst du Tropf? Der Spießer trägt es vor dem Kopf! O. K. Dienststelle. Das Kontrollamt besteht aus einem Direttor und zirka 45 Beamten. Die Hauptaufgabe des Amtes ist die Ueberma chung der gesamten Gemeindeverwaltung in wirtschaft. licher Hinsicht. Das Ammt übe teine Rechnungskontrolle im fubalternen Sinne aus, sondern es prüft die Tätigkeit aller zur Ges meinde gehörigen Aemter, Anstalten, Betriebe, Unternehmungen usw. daraufhin, ob thre Geschäftsgebarung in einer wirtschaftlich rationellen Weise erfolgt. Das Amt ist in fünf Abteilungen gegliedert. Es kontrolliert die Hoheitsverwaltungen ( Steuer, Abgaben usw.), die Betriebsverwaltungen( Heilund Pflegeanstalten, Wasserwert, Kanalisation, Märkte, Schlachthof, Steinbrüche, Ziegelwerte usw.), die Unternehmungsverwaltungen( Straßenbahn, Gaswerfe, Elektrizitätswerte, Lagerhaus, Brauhaus usw.), und die gemischt wirtschaft= lichen Unternehmungen. Zu dem lehteren Punkte ist zu bemerken, daß die Gemeinde Wien on mehr als 100 Unternehmun gen der Industrie, des Handels und des Verkehrs finanziell beteiligt ist. Die Beteiligungen betragen zwischen 10 und 100 Proz. des Kapitals der einzelnen Gesellschaften. Birta 30 diefer Unternehmungen, von denen die Stadt die Mehrheit des Kapitals befizt, werden ebenfalls durch das Kontrollamt überwacht. Entsprechend ihrer verantwortungsvollen Tätigkeit werden zu Mitgliedern des Kontrollamtes nur besonders vertrauens. würdige Personen ernannt. Sie werden sehr forgfältig ausgesucht. Zunächst müssen die Anwärter eine mindestens zehnjährige, zufriedenstellende Dienstleistung bei der Gemeinde Wien hinter sich Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels je haben. Dann werden sie versuchsweise zwei bis drei Jahre in dem Zentner frei Haus Berlin. Gerstengrütze, lose... 17,50-18,00 Kakao, leicht entölt Gerstengraupen, lose 18,50-24,50| Kakao, fettarm 75,00-96,00 100,00-120,00 Haferflocken, lose.... 21,00 22,50 Tee, Souchon, gepackt. 320,00-400,00 Hafergrütze, lose..... 20,50-22,50 Tee, Indischer, gepackt. 400,00-470,00 Roggenmehl 0/1. 20,00 21,50 Inlandszucker basis mel. 34,00-37,00 Weizengries Hartgrieß 70% Weizenmehl Weizen- Auszugmehl Speiseerbsen, Viktoria Speiseerbsen, kleine Bohnen, weiße, Ferl Langbohnen, handveries. 21,50-24,25 Inlandszucker Raffinade 40,50 25,00 26,75| Zucker Würfel 42,00-45,00 19,21-21.00 Kunsthonig 39,00 42,00 21,25-28,00 Zuckersirup hell in Eim. 40,00-45,00 18,00-24,50 Speisesirup dunk. in Eim. 27,00- 31,00 16,00-18,50 Marmelade Einfr. Erdb. 90,00 95,00 22,00-24,75 Marmelade Vierfrucht 40,00 18,50-29,50 Steinsalz, in Säcken 31,00-37,50 37,50-$ 1,00 Siedesalz in Säcken 17,75-19,50 4.40-5,00 eigentlichen Dienste des Kontrollamtes beschäftigt. Nach Ablauf der Probezeit haben sie eine besondere Prüfung abzulegen. Erst danach Pönnen sie zu Mitgliedern des Kontrollamtes ernannt werden. Das Amt unterſteht unmittelbar dem Bürgermeister, es ist vom Magiftrat unabhängig. Der Bürgermeister allein ist berechtigt, das Personal des Amtes anzustellen. Die Einrichtung des Kontrollammies ist in der Verfassung der Bundeshauptstadt Wien vom 10. November 1920 gesetzlich verankert. Seit einigen Monaten befindet sich nun, wie hinlänglich be. fannt, der deutsche Bergbau in einer schweren Absazkrise, tie bereits zu Bechenstillegungen und Arbeiterentlaffungen geführt lat, ganz abgesehen von den Feierschichten, die zur Drosselung der Broduktion außerdem noch eingelegt werden mußten. Sie geht in der Hauptfache von der allgemeinen Belt mirt schaftstrife aus. Nach der Renntnisnahme des nunmehr von ter Reparationstommiffion für Oktober festgesetzten Liefer. rrogramms fann man fich faum des Einbruds erwehren, als fei fie aus gewiffen Gründen bestrebt, diese Abfahtrise noch zu ver. schärfen. Nach dem bisherigen Programm waren 1,778 MilHonen Tonnen Rohle einschließlich 612 000 Tonnen Rofs im Monat aus den westlichen Bergbaubezirken zu liefern. Das endgültige Oktoberprogramm, welches erst jetzt der Lieferbezirfen zugestellt murde, fieht eine Minderung der Mengen auf 1,114 mil. lionen Tonnen einschließlich 159 000 Zonnen Rofs not. Die Gefamilieferungen werben, gemessen an dem bisherigen Programm um 37,4 Broz. und die Rofslieferungen gar um 74 Proz. gemindert. Es ist nach den jahrelangen Erfahrungen nicht enzunehmen, daß insbesondere der Bedarf für Frankreich und Luremburg mit diesen Lieferungen gedeckt werden wird und es besteht daher die Befürchtung, daß, wenn etwa vorhandene Borräte aufgezehrt sind, sie in derselben rudartigen Weise, wie sie it herabgesetzt wurden, wieder hinaufgefeßt werden. Das plögliche und unerwartete Herabsehen der Liefermengen und the fehr verspätete Uebermittlung bes Programms gibt Veranlassung 8 Störungen beträchtlicher Art in den Rotereien, weil die Broduktion schnellstens eingeschränkt werden muß, denn die Absatznot wird dadurch gefteigert. Sollte das Programm im nächstfolgen. den oder übernächsten Monat in gleicher plößlicher Weise rudartig gesteigert werden, dann liegt die Möglichkeit vor, daß es nicht erfüllt werden fann. Boraussetzung für eine glatte und reibungslose Erfüllung der Rohlen- und Rotsreparationslieferungen Röstgetreide, lose.... 20.00-21.00 inl. gez. Condensm. 48/14 25,00-26,00 übertragen ist. Linsen, mittel Linsen. große Kartoffelmehl Makkaroni. Makkaronimehl Schnittnudein, lose. Bruchreis Rangoon Reis Tafelreis, glasiert, Patna Tafelrels, Java Ringäpfel, amerik. Getr. Pilaumen 90/100. 60,00-63,00 Das Kontrollamt ist ein neuartiges Organ der kommunalen 28.00 32,00 Pflaumenmus in Eimern 43,00 43,00 Selbstverwaltung Die deutschen Städte befizen nicht eine Behörde 3,70-4,20 dieser Art. In Berlin haben die Aufsichtsräte der in Gesell5,20-5,80 fchaftsform übergeführten kommunalen Unternehmungen( Straßen43,00-46,60 Bratenschmalz in Tierces 99,50-101,50 bahn, Nord- Süd Bahn sowie die Gas-, Wasser und Elektrizitäts38,00-39,00 Bratenschmalz in Kübeln 101,00-102,00 werfe) eine Aufgabe, die der des Kontrollamtes ähnlich ist. Die 25,00-28,00 Purelard in Tierces 17,50-18,00 Purelard in Kisten 96,00 98,50 Aufsichtsräbe tönnten zu einer wirksamen Kontrollinstanz 19,00 20,00 Speisetalg in Packung 65,00-66,00 24,25-32,00 Speisetalg in Kübeln durchgebildet werden, menn es gelänge, ihrer Arbeit Stetigteit 32,75-39,00 Margarine, Handelsm. I 66,00 und Unabhängigkeit zu sichern. Die eigentlichen Kämmerei85,00-90,00 desgl. II 40,00-43,00 Margarine, Spezialm. I.. 80,00-84,00 Derwaltungen in Berlin aber unterliegen feiner Aufsicht, die speziell 54,08-61,50 desgl. II. 69,00-71,00 ihre Tätigkeit daraufhin prüft, ob sie auch wirtschaftlich rationell Cal. Pflaumen 40/50 60,00-65,00 Molkereibutter la i. Fäss. 222,00-226,00 erfolgt. Das ist eben der Unterschied zwischen der bureaukratisch Rosinen in Kisten, Candia 60,00 70,00 Molkereibutter i. Pack. 230,00-233,00 Sultaninen Caraburnu.. 75,00-90,00 Molkereibutter Ila i. Fäss. 190,00-200,00 geleiteten Gemeinde aus der Zeit des alten Obrigkeitsstaates und Korinthen, choice 1. Pack. 190,00-210,00 der ökonomisch handelnden sozialistischen Ge. Mandeln, süße Barl Mandeln, bittere Bari 175,00-185,00 Corned beef 12/6 lbs p. K. 37,00-42,00 meinde, daß die letztere darauf achten muß, daß ihre Hand Zimt( Cassia) 106,00-115,00 Ausi. Speck, geräuchert 103,00-120,00 fungen fich in wirtschaftlich richtigen Bahnen bewegen. Kontrolle Kümmel, holländischer. 55,00-65,00 Quadratkäse. Schwarzer Pfeffer Singap. 108,00-115,00 Tilsiter Käse, vollfett 120,00-135,00 der Wirtschaft ist zwar keineswegs die Wirtschaft selber, aber ein Weißer Pfeffer 160,00-170,00 unentbehrliches Hilfsmittel zu ihrer geordneten Führung. Es bleibt zu erwägen, ob und inwieweit eine Einrichtung wie die des Rontrollamtes der Stadt Wien auf die deutschen Verhältnisse zu Dr.- Ing. W. Majerczit. Pflaumen, entsteint 99 70,00-78,00 Molkereibutter 175,00-135,00 Auslandbutter in Fässern 233,00-244,0 50,00-65,00 150,00-155,00 Bayr. Emmenthaler Rohkaffee Brasil 195,00-220,00 Echter Emmenthaler 175,00-185,00 Rohkaffee Zentralamerika238,00-295,00 Ausl. ungezuck.CondensRöstkaffee Brasil 240,00-290,00 milch 48/16 21,00-23,50 Röstkaffee Zentralam... 310,00-375.00 Inländische desgl. 48/12 16,50-19,25 Der Landtag vor der Auflösung. parteinachrichten Entscheidende Beratung am Mittwoch. Der Landtag trat gestern zu einer feiner letzten Sizungen zusammen. Nachdem die Haushaltsberatung von der Tagesordnung abgelegt war, wurde zunächst die namentliche Abstimmung zu dem Entwurf über den Abbau von Wahlbeamten wieders holt, bei der sich am Montag Beschlußunfähigkeit ergeben hatte, da die Parteien der Rechten sich nicht an der Abstimmung beteiligten. Auch heute beteiligten sich bie Deutschnationalen und die Deutsche Boltspartei nicht an der Abstimmung. Abgegeben wurden 208 Stimmzettel es fehlten demnach vier Stimmzeffel an der absoluten Mehrheit und das Haus war wiederum beschlußunfähig. In der sofort vorgenommenen neuen, 356. Sizung wurde die Novelle zum andeswahlgesez( Ungleichung an das Reichswahlgefeh) in zweiter Belung beraten. Der Ausschuß hat dazu noch cine Entschließung angenommen, wonach das Staatsministerium er. fucht werden soll, binnen zwei Monaten nach Verabschiedung des Gefeßzes einen Gesetzentwurf vorzulegen, der die Wahlpflicht für die Wahl zum Preußischen Landtag einführt. Ein Antrag der Temokraten, wonach die Kreismahloor. fchläge von mindestens 1000 Wählern unterzeichnet fein müffen, während die Unterschrift von 20 Wählern solcher Parteien genügen soll, die im letzten Landtag vertreten waren, wurde in der Fassung cngenommen, daß statt„ 1000" gesezt wird 500". Die Vorlage wird auch gleich in britter Beratung nach den Beschlüssen des Ausschusses en bloc mit der vorhin erwähnten Abänderung angenommen, ebenso in der Schlußabstimmung, und zwar mit mehr als 3weidrittelmehrheit. Nächste Sigung Mittwoch 11 Uhr Antrag der Regierungs. parteien auf Auflösung des Landtags; Fortseßung der Haushaltsberatung). Schluß gegen 5 Uhr. Die Beschlüsse des Aeltestenrats. Der Aeltestenrat des Bandtags beendete feine zweite Gihung 2,15 Uhr. Der Haushalt soll noch ordnungsmäßig verabschiedet werden. Die noch ausstehenden Sieben Cats tommen am Mittwoch auf die Tagesordnung. Die Redezeit wurde dahin festgelegt, daß zur zweiten Beratung nur 10 Minuten festgesetzt werden. In der britten Beratung soll jede Fraktion eine halbe Stunde fprechen. Der Landtag wird auch noch das neue Wahlgefeß verabschieden. Bor Sonnabend werden voraussichtlich die Beratungen nicht beendet sein. Nach den weiteren Beschlüssen des Aeltestenrats wurde der Wahltag entsprechend der Festsetzung für die Reichstagswahlen auf den 7. Dezember angefeht. Boraussichtlich wird das Plenum des Landtags am Mittwoch sich mit den Beschlüffen des Aeltestenrats beschäftigen, um die endgültige Feststellung zu treffen. Einsendungen für diese Rubrik stad Berlin B. 68, Sindenstraße 3, für Groß- Berlin fiets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trep. rets, au richten. 2. Kreis Tiergarten. Donnerstag, den 23. Dtober, 8 Uhr, Mieterverfamm lung im großen Gaal des Moabiter Gesellschaftshauses, Bieleffte. 2. Die Genoffen werden gebeten, die Versammlung zu besuchen. 6. Kreis Kreuzberg. Zu dem um 7% Uhr am Donnerstag stattfindenben Rurfus des Genossen Stein über Moderne Probleme des Sozialismus". werden noch Teilnehmer zugelaffen. Freie Schulgemeinde. Donners tag, den 23. Oktober, 7% Uhr, bei Wolf. Gräfeftr. 26, Borstandsfigung. Jede Schule muß vertreten sein. 7. Kreis Charlottenburg. Donnerstag, den 28. Oftober, 8 Uhr, im Schiller. Realgymnafium, Schillerstr. 26, Bortragsabend der Freien Schulgemeinde. Thema: Unsere Schule der werdenden Gesellschaft. Referent: Stadt Schulvat Dr. Löwenstein. Austausch der Bibliothetsbücher. 1 12. Kreis Steglis, Lichterfelde, Bankwig. Der Kurfus Revolutionsgeschichte beginnt erst am 31. Oktober. 13. Kreis Tempelhof- Mariendorf. Donnerstag, ben 23. Oktober, T½ Uhr, Gigung im Rathaus Mariendorf, Simmer 26. Freitag Bezirksver fammlung. 14. Kreis Neukölln. Arbeitsgemeinschaft ber Kinderfreunde! Donnerstag, den 23, Oktober, 7 Uhr, Schulaula Bobbinstraße, Lichtbildervortrag bes Genoffen Dr. Mag Hodann über Die Not des Arbeitertindes". Rarten zu 25 Bf. find im Parteibureau und an der Abendkasse zu haben. 17. Kreis Lichtenberg. Donnerstag, 84 Uhr, in der Bibliothet, Beichfel. Straße 28, Bortrag des Genoffen Dr. Beffer: Sosiale Tendenzen in bet jüngsten Dichtung." Eintritt frei. " 20. Kreis Steinidendorf, Abt. Hermsdorf. Heute, Mittwoch, abenbs 8 Uhr, in Hermsdorf, Restaurant Lindengarten, Inh. Baud, Berliner Straße, Runftabend: Humor und Frohsinn"( Gesang, Tanz, Resitationen). Mit wirkende: Rosa Siorth- Gell( Sopran), Opernfänger Reinhold( Bariton), Oda v. Holten( Tans), Theo Maret( Rezibation). Eintrittskarten au Preise von 0,75 Goldmart find noch an der Rasse zu haben. Arbeiter. wohlfahrt und Rinderfuglommiffion! Donnerstag, den 23. Oktober, pünktlich 7 Uhr, im Verwaltungsgebäude Reinidendorf- Oft, Hauptstr. 46, Bimmer 53, Gigung. Jeder Ort muß vertreten fein. Tagesordnung wird in der Sigung bekanntgegeben. Heute, Mittwoch, den 22. Oftober: 24. Abt. 74 Uhr Aula Chriftburger Str. 14, gemeinsame Eternoerfomm Tung der 204. und 213. Gemeindeschule. 28. bt. 7% Uhr zahlabend in den bekannten Botalen. 98. Abt. Reukölln 7% Uhr im Zeichenfaal ber Gemeindeschule Maciendorfer Weg Abteilungsversammlung. Vorwärtslefer und Gäste willkommen. Bos trag über Das Sachverständigengutachten". Morgen, Donnerstag, den 23. Oftober: bei Bärwalde, Schlegelstr. 8. 7. Abt. 7% Uhr Sigung fämtlicher Partei und Gewerkschaftsfunktionäre 21. Abt. 6 Uhr Vorstandssigung bei Ulbrich, Utrechter, Ede Malplaquetstraße, Funktionärversammlung 7% Uhr ebenda. Tagesordnung: Wahlkampf. Elternbeiräte, Betriebsvertrauensleute und die Werbekommission müssen erfcheinen. 23. bt. 7% Uhr Abteilungsverfammlung in der Schulaula Muerte. 43. Bortrag des Genossen Karl Leid: Die politische Lage." 29. Abt. 8 Uhr Werbezusammenkunft der Bezirke 955-970 bei Stochhaus, Schliemannftr. 38, der Bezirle 959 a und b, 960 a und b, 961 bei Burg Brenzlauer Allee 189. 37. bt. 7% Uhr Abteilungsversammlung im Petersburger Sof", Beters burger Str. 55. Bortrag des Genossen Sempert über: Die politische Gituation." 81. Abt. Friebenau. Pünktlich 8 Uhr im Statsteller des Friedenauer Rat hauses( Gesellschaftszimmer) Mitgliederversammlung. Bortrag des Ge noffen Eduard Bernstein, M. D. R.: Die politifche Lage." 86. Abt, Martendorf. 7½ Uhr Mitgliederversammlung in der Schulaula Kurfürstenstraße. Bortrag des Genoffen Dr. Moses: Die Stellung ber Sozialdemokratie zu den bevorstehenden Rämpfen." Chemalige Bartei. genoffen tönnen eingeführt werden. Das Staatsministerium hat dann den vom Landtag angenommenen Beschluß der Landtagsauflösung nur noch zu ver fünden. Die Gefehentwürfe über die neue Städte und Land. gemeindeordnung sollen nicht weiterberaten werden; ein Antrag des Zentrums und der Sozialdemokraten auf Weiter. beratung fcheiterte, wie wir bereits meldeten, an dem Widerspruch 132. bt. Blantenburg. 7% Uhr außerordentlicher Zahlabend bei Alug, der Deutschnationalen. Drei Tropfen! 107. bt. lt- Glienice- Faltenberg. 7% Uhr Borftandsfigung beim Genoffen Neumann, Gartenstadtstraße. Dorfstr. 2. Sungfagiaffen Renin. The Stogotte. I/ 12, Rinbertetehallen. Reft tentin: Maria Sodann. Thema: Staat und Sozialismus." Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 99. Wt. Belg. Am 20. Oktober verstarb Genoffe Schriftfeger Georg Norge, Pintschallee. Einäscherung Donnerstag, den 28. Oftober, 6% Uhr, Krematorium Baumfculenweg. 99 Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefdäftstelle: Berlin S. 14, Sebaftianstr. 37/38, Sof 2 St. Kamerabschaft Schöneberg. Mittwoch, den 22. Oftober, abends 7% Uhr, Mitgliederversammlung im großen Gaal Eberstr. 80. Referent: B. Hof. Republikaner als Gäste willkommen. Zentralverband bez Angestellten, Ortsgruppe Groß- Berlin. Donnerstag, den 28. Oktober, abends 7 Uhr, Einführungs und Elternabend der Jugendgruppe Neukölln in der Nula ber I. Mäbchen- Mittelschule, Neukölln, Donau ftraße 120. Darbietungen: Mufit, Rezitationen, Ansprache, Aufführungen. Um rege Beteiligung der Jugendlichen und deren Eltern wird gebeten. Arbeiterftenographen Arends. Donnerstag, abends 7% Uhr, Mitglieder verfammlung. Treffpunkt Gewerkschaftshaus, Restaurant. Verband Boltsgesundheit, Gau Berlin- Brandenburg. Freitag, den 24. Oftober, abends 8 Uhr, Berlin D., Lange Str. 31( Rähe Schles. Bahn bof), öffentliche Versammlung. Genosse Heinrich Kuchel spricht über: Boltsfreiheit und Boltsgesundheit." Diskussion. Eintritt fret. Arbeiter- Abstinentenbund, Gruppe Neukölln, Schierteste. 44, Mittwoch, ben 22. Ottober, abends 7 Uhr, Mitgliederversammlung. Gruppe Mitte, Donnerstag, den 23. Oktober, abends 7% Uhr, Gipsstr. 23a, wichtige 8ufammenzunft. Deutscher Republikanischer Reichsbund, Ortsgruppe Berlin B, 10, Bendlerftraße 12. Rurfüleft 5865. 1. Bezitt Süd- Südost. Mittwoch, den 22. Ottobet, abends 8 Uhr, im Lokal Mar und Morig, Oranien. Rrake 162, und 2. Beair? Bantow, Freitag, den 24. Oktober, abends 8 Uhr, Tarrifes Belt, Pantow, Breite Str. 14. Schriftsteller B. Rowad vom Reichsbanner Gwarz Rot Gold fpricht zum Thema: Auflösung des Reidstages? Was ver Tengt die Reichsverfaffung?" Mitglieder und Gäste herzlich willkommen. Berein der Freibenter fire Feuerbestattung. B., Gau Groß- Berlin, Besief 19, Bantow. Am Mittwoch, den 22. Ottobet, abends 7 Uhr, Mitgliederberfammlung in Bantow, Schulaula Grunowstraße. Reichsbund Deutscher Mieter, Verwaltungsbezirk Tiergarten. Deffentliche Mieterverfammlung am Donnerstag, ben 23, Ottobet, abends 8 Uhr, im Gefellschaftshaus, Wicleffte. 27, Bereinigung für Schul and Erziehungsfragen Berlin- Treptow. Ber fammlungsort: Beichen faal ber 6. Treptower Gemeindeschule, Wildenbruch fraße 53 III. Freitag, ben 24. Oftober, abends 8 Uhr, Bertrag von Prof. Dr. Paul Deftreich über Die Produktionsschule der entschiedenen Schul reformer. Eintritt frei! Der Mieterbund Berlin- Steglik C..( Sorft Robiftraße 1) veranstaltet am Freitag, den 24. b. t., abenbs Uhr, in der Aula der Oberrealschule in Berlin- Steglis, Elisenfreaße, eine öffentliche MieterperfammTung, in der im Verein mit ben im ganzen Deutschen Reidje von dem Reichsbund Deutscher Mieter veranlagten Protestkundgebungen gegen die Be Referent: feitigung bes Mieterschußes Stellung genommen werden foll. Rechtsanwalt Dr. Goegel, Berlin. Freie Bereinigung von Sternfreunden, Berlin. Gonnabend, den 25. Dr. tober, abends 8 Uhr, Boltsabend in der Goethe- Schule zu Wilmersdorf, Westfälische,& de Münstersche Straße, Straßenbahnlinie 91, um Interesse für bie Bunder bes Sternhimmels bei fung und alt zu erweden. Berband festatistischer Abstinenten, Beziet Friedrichsfelbe. Mittwoch, den 22. Oftober, abends 8 Uhr, im Jugendheim, Berliner Str. 45. Bortrag: Altohelfreie Jugenderziehung. Gäste sind eingelaben. " Berliner Mieterbund, Bezir! Kreuzberg. Mieterverfammlung am Donners tag, den 28. Oftober, abends 7% Uhr, bei Walter, Kreuzbergstr. 23. Borteag bes Genoffen Ruben über den augenblicklichen Stand bes Rampfes um den Mieterfchuz. Gesinnungsfreunde find als Gäste willkommen. Der Deutsche Monistenbund, Ortsgruppe Berlin, veranstaltet in den Räumen bes Sozialwissenschaftlichen Klubs, Berlin SW., Wilhelmftr. 48, abenbs 48 Uhr, einen breiabendlichen Rurfus von Dr. med. et phil.. Rronfeld über Rörperbau, Charakter und Psychose". Der erste Vortrag findet am 23. Oktober statt, bie beiben anderen am 30. Oftober und 6. November. Kaol Hand aufs Herz ist die beste Oel- Politur für alle Metalle Sparsamer als Putzwasser Überall zu haben! MM Sie liest nicht die Frauenmet darum hab' Vertrauen, arbeitende Schwester! Preis des Heftes 30 Pf., mit Schnittmuster 40 Pfg. Eleganter Sealplüschmantel auf schwerem Damasséfutter, mit Rischen verarbeitet 149 M. sowelt Vorrat Bu bezieben durch die Ausgabestellen und Botenfrauen des..Vorwärts" Besuch möglichst vormittags, da nachmittags starker Andrang. Nur Qualitäten! Keine Dutzendwaren I Auch für stärkste Figuren in a len Abteilungen Passendes am Lager. Mittwoch, Donnerstag, Freitag Ausnahmepreise!!! 3 Plisch- u. Pelz- Tage! Gelegenhelt für Minderbemittelte Sealplashmäntel wunderb Qualität. auf la 89.- 125.- 141.- 195.Seidenplüschmäntel Butter 69.- 84.- 115.- 126.Entzückende Ulster 15.- 24-39.- 58.Dister mit Pelzbesätzen 32.- 56.- 84.- 116.Fesche Rostime 29.- 51.- 87.- 126.Par 8 Tage: Modelle zu Extra Preisen! 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Oftober. nachmittage 4, be, im Dresbener Garten, Dresdener Sitage 45: Morgen Donnerstag, abenbs 8 2hr, Swinamanber Sitake 39: Versammlung wa Tagesordnung: 1. Gefchä tebericht. benen Nachruf. Desgleichen der Sibt 103 Branchenversammlung Botting bes Herrn St. Brostate ber GBD., die ihre Genoffin durch Krang und Blumen ehrie. Bielen Dant auch den Angestellten der Begietsverwaltung Groß- Berlin bes Deutschen Berzehrs bundes und ben Mietern des Sauses über bem Vortrag: Tagesordnung: 1. Bericht 2 Fragestenung u.Beanswort. 3 Verschiedenes. Branchenangelegenhellen. 3. Verschiedenes Da der sortrag ein fete lehrreicher ift, bitten wir unsere Mitglieder, vellaähitg Eintritt Der Berstand. Achtung! Betriebstäte htung! au erscheinen. Auch Gäfte haben fxelen Denlfie. 2. Nicht zulegt aber bante id bet Schwefter Geritud, ber treuen Pflegerin meiner teuren Berstorbenen, file ihre au opfernde Tätigkeit. Auch dem Boltschor Güb- Often meinen Dan obmannes im Verbandsbureau, Sinten für den stimmungsvollen Gefang. 241b ftraße 83/85, 8immer 5, in Empfang ge Namens der Hinterbliebenen nommen werben. Die Defsverwaltung. Str. 17 ber Betriebsräte- Zeitschrift ift erschienen uns tann gegen Borlegung ber Leg timationsfarte bes Betriebsrats Andreas Bede. Stahlmatratzen Schnupftabak- Marke Danziger Kadriinski ( garantiert reia- selbst gekachelt) in ellenGeschäften erhältlich Metallbetten Tabakfabrik F. W. Dieball, Mas. Politerauft., Metallb. a. Pris. Günft Stahlmatratz., Kinderbetten dir. an Priv. a bing a Afrei Eisenmöbelf.Suhi.thilr. Kat.30A frei. Eisenmöbelfabr.Suhl Thür. Berlin SO 33, Köpenicker Str. 28.