Abendausgabe Nr. 499 41. Jahrgang Ausgabe B Nr. 250 5 Goldpfennig 22. Oktober 1924 = Vorwärts= Bezugsbedingungen und Anzeigenpreife find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel.- Adreffe: Sozialdemokrat Berlin Berliner Volksblatt Berlag und Anzeigenabteilung: Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag Gmbe). Berlin S. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2507: Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands OC- Prozeß in der Dunkelkammer. Die Auflösung wider Willen. Von Hermann Müller, Franken. Die Oeffentlichkeit ausgeschlossen.- Auch die Anklageschrift kann die Wahrheit Reichstages vermeiden. Am meisten die Deutsche Bolkspartei, nicht sagen. B. S. Leipzig, 22. Oftober.( Drahtbericht.) Vor dem Staatsgerichtshof zum Schutze der Republik begann heute morgen unter startem Andrang des Publikums der ange= fündigte Prozeß gegen 26 leitende Mitglieder der Organi fation Conful. Schauplatz der Verhandlung ist wieder der große Senatssitzungsfaal des Reichsgerichts, in dem besondere Vorkehrungen getroffen werden mußten, um eine so ungewöhnlich große Anzahl Don Angeklagten und Verteidigern unterzubringen. Sehr zahlreich ist wiederum auch die Presse vertreten. Pünktlich um 9 Uhr betrat der Gerichtshof den Saal, und sein Borsitzender, Senatspräsident Niedner, eröffnete die Verhandlung. Dann wurden die Angeklagten zunächst über ihre Personalien vernommen, und zwar zuerst die Kapitänleutnants a. D. Hoffmann, v. Killinger und Kautter, die von der Anklage als die eigentlichen Gründer und Führer der D. C. betrachtet werden. Hoffmann ist Student in München, v. Killinger bezeichnet sich als kaufmännischer Angestellter, während Kautter befundet, daß er sein Studium aufgegeben habe und einen anderen Beruf suche. Als beschäfti. gungslos" bezeichnet sich von den übrigen Angeklagten der frühere Student Klingsch aus Roburg, ebenso der frühere Bant beamte Alfred Henkel aus Gotha. Korvettenkapitän a. D. Dietrich v. Abendroth ist, wie seine Personalvernehmung ergab, jetzt Ges schäftsführer eines Nationalen Klubs". Unverschämte Erklärung eines Verteidigers. = Vor Verlesung der Antlageschrift, die nicht weniger als 150 Schreibmaschinenseiten umfaßt, erhob sich der Hauptverteidiger, Rechtsanwalt Dr. Luetgebrune Göttingen zu einer Erklärung, in der er ausführte, daß ein Delikt gegen das Republikschutzgesetz in dem vorliegenden Fall nicht bestehe. Trogdem wollten die Anges flagten den Staatsgerichtshof anerkennen. Die Angeflagten wissen," fo betonte der Verteidiger, daß sie vor den füddeutschen Senat des Staatsgerichtshofs gehören, und sie wissen, daß für zwei behinderte Mitglieder des Staatsgerichtshofs die Herren 23 iffelt und Brandes, Mitglieder der SPD., die nicht zuständig sind, ein getreten sind. Die Angeklagten protestieren gegen diefe Herren nicht! Es ist ihnen sogar lieh, wenn die Herren von der Sozialdemokratie erfahren, was von den großfpurigen Anflagen gegen die D. C. übrig geblieben ist. Aber die Angeklagten wollen wenigstens wissen, wie diese Stellvertretung zustande gekommen ist.": Nach längerer Beratung des Gerichts erflärte der Präfi bent: Staatspräsident Blos- Stuttgart und Bürgermeister AdeLung- Mainz feien ertranft und Professor van Calter verhindert. Es sei beim Staatsgerichtshof üblich, daß man nicht die ordnungsmäßigen Vertreter berufe, sondern Herren, die gerade zur Hand wären, um eine Berzögerung der Verhandlung zu vermeiden. Es sei häufig vorgekommen, daß Herren des Norddeutschen Senats als Vertreter im Süddeutschen Senat säßen. fom ich als Sturmsoldat zu ihm. doch, daß Bors. Sie wußten damals das Unternehmen sich gegen die Regierung richtete. Angefl.: Darüber habe ich mir keine Gedanken gemacht. Angefl.: Darüber habe ich mir feine Gedanken gemacht. Ich kam aus Dresden nach Berlin und stellte mich zu Verfügung. Sodann wird der Angeklagte Hoffmann über die Entstehung der Geheimorganisation befragt. Dabei fommt es zu dem er. warteten Ausschluß der Deffentlichkeit. Die„ Verdienste" in der Dunkelkammer. Angell. Hoffmann: Zwischen unseren Arbeitsgemeinschaften bestand ein loser Zusammenhang. Als in Oberschlesien die Abwehrfront entstand, war unsere Parole:„ Was Beine hat, gehört zu dem Abwehrkampf dorthin." Das war unsere Pflicht dem Vaterlande gegenüber. Dort in Oberschlesien sind Dinge entstanden, um derefwillen ich hier angeklagt bin. Ich bitte mich deshalb, obwohl die Dinge drei Jahre zurückliegen, unter Ausschluß der Deffentlichkeit zu vernehmen. Die Presse hat so maßlos gegen uns gehegt, daß viele meiner Kameraden bis heute habe auch bei der Voruntersuchung gemisse Dinge feine Stellung in der bürgerlichen Gesellschaft gefunden haben. Ich nicht berührt, um mein Vaterland nicht zu schädigen. Vorf.: Sie fönnen sich doch aber am besten vor der Deffentlichkeit reinigen. Angefl: Der Hohe Gerichtshof wird sicher die Form finden, meine geheimen Mitteilungen später befannt zu geben. R.-A. Bloch: Die Anflage ist geheim erhoben und bis zu diesem Augenblid geheim behandelt worden. Wenn Herr Hoffmann öffentlich ausfagt, so ist es völlig unverständlich, warum man dann bisher die An flage geheim hielt. Justizrat Hahn: Die Angeklagten haben das größte Interesse, öffentlich zu sprechen. Ob das aber im Interesse des Staates liegt, möchte ich bezweifeln. Reichsanwalt Niethammer: Die Bereinbarungen, die zur Schaffung der D. C. führten, find Die Bereinbarungen, die zur Schaffung der O. C. führten, find derart, daß man öffentlich im Intereſſe des Landes nicht darüber fprechen kann. Auch die Anklagefchrift durfte die volle Wahrheit nicht fagen. Ich bitte, bei Besprechung des oberschlesischen Selbst schußes die Deffentlichkeit auszuschließen. Das Gericht beschloß darauf mit Rücksicht auf die Gefähr dung der Staatssicherheit die Deffentlichkeit für den Teil der Bernehmung, der die Entstehung der D. C. schildert, auszu schließen. = Alle bürgerlichen Parteien wollten die Auflösung des die am 24. September die Krise mit ihrem Verlangen auf einseitige Erweiterung der Reichsregierung nach rechts eröffnete. Noch am Sonntag hat Stresemann in Frankfurt am Main gegen die Auflösung geredet. Die ,, Kölnische Zeis tung" sah aus innen- und außenpolitischen Gründen in der Auflösung eine Katastrophe". Nur so erklärt es sich, daß fast vier Wochen lang ein efler Kuhhandel um Ministersize getrieben werden konnte. Außer der Sozialdemokratie wollte eben jetzt feine Partei das Ende dieses Reichstages. Sollte die Auflösung vermieden werden, so gab es, da der Bürgerblock ohne Demokraten feine sichere, Mehrheit hatte, nur eins: Marr hätte mit seinem Kabinett vor den Reichstag treten müssen. Er wäre dort sicher nicht gestürzt worden. Diesen immer wieder von der Demokratischen Partei vorge schlagenen Weg konnte Mary nicht betreten, weil die deutschvolksparteilichen Minister in diesem Falle aus der Reichs regierung auszutreten drohten. Aus der schleichenden Krise wäre die offene geworden. Die Deutsche Volkspartei fühlte fich durch den unfittlichen Berliner Patt an die deutschnationale Partei gebunden. So kam es schließlich zur Auflösung teien. Während Macdonald in England zur Auflösung wider den Willen aller bürgerlichen Par griff, um schnell eine reinliche Entscheidung herbeizuführen, tam sie bei uns am Ende mißlungener Schiebergeschäfte, weil einfach nichts anderes übrig blieb. Nur die Sozialdemokratie hat in allen Phasen der Krise dieses Reichstags erfolgen müsse, daß sie eigentlich sofort allen Beteiligten immer wieder erklärt, daß die Auflösung nach Verabschiedung der Dawes- Geseze fällig gewesen sei. Der jezt ohne Einberufung durch Wolffs Telegraphenbureau in Auflösung persette Reichstag war eigentlich schon nicht erste Tagung wurde nach den französischen Wahlen am mehr zeitgemäß, als er zum ersten Male zusammentrat. Seine 11. Mai eröffnet, die die Grundlage für eine wesentliche Menderung der europäischen Politif geschaffen haben. London und Genf hätten nicht so erfreuliche Ergebnisse gehabt, wenn der der am 4. Mai gewählte Reichstag den Stempel der Ver11. Mai nicht zum Sturz Poincarés geführt hätte. So frug gangenheit, während es galt, für die Zukunft Politik zu machen. Die Sozialdemokratie war im alten Reichstag gegen den frühen Wähltermin gewesen. Die Förderer einer reaktionären Innenpolitik fonnten aber damals die Wahlen Landtagsauflösung beschlossen. nicht früh genug bekommen; der zu früh geborene Reichstag Auf der Tagesordnung der heutigen Sigung des Landtages steht als erster Bunft der Antrag aller Frattionen auf Auflösung des Landtags. Das Wort zur Begründung des gemeinsamen Antrages auf Auflösung wird nicht verlangt. In der Besprechung des Antrages empfiehlt Die Verteidiger baten darauf um eine Verhandlungspause, um zu dieser Erflärung des Gerichts Stellung zu nehmen. Nach dieser zweiten Unterbrechung der Sigung gab dann im Namen der Angeklagten und der Gesamtverteidigung R.-A. Dr. Luetgebrune eine Erklärung ab, die lediglich demonstrativen Charakter feiner Fraktion gestellten Anträge, die besagen, das Staatsministes Abg. Meyer- Ostpreußen( Komm.) die Annahme zweier von hatte, da es gegen die Beschlüsse des Staatsgerichtshofes ja befanntlich ein Rechtsmittel, nicht gibt. Der Berteidiger erklärte:" Die freie Wahlpropaganda für alle Parteien zu sichern durch rium aufzufordern, in Verbindung mit der Reichsregierung die Berteidiger rügen die nichtordentliche Befehung des Staatsgerichtsaftentlaffung aller Wahlkandidaten und Agita freie Wahlpropaganda für alle Parteien zu sichern durch hofes. Es ist gleichgültig, ob die ordentlichen Vertreter leicht oder schwer zu erreichen waren. In dem Protokoll vom 11. August 1922, toren für den Reichs- und Landtag und durch Verhinderung jeder worin die süddeutschen Staaten sich bereit erklärten, besonders ferner, das Staatsministerium zu ersuchen, von der Reichsregierung neuen Verhaftung von Wahltandidaten und Agitatoren sowie Bayern, ist ausdrücklich betont, daß der Süddeutsche Genat völlig die Aufhebung des Belagerungszustandes zwecks Sicherstellung einer unparteilich zusammengesett fein foll. Es ist aber doch merkwürdig, ungehinderten Wahlpropaganda für alle Parteien zu verlangen. daß die beiden Herren der Sozialdemokratie jetzt auf diesem Wege in den Senat gebracht worden sind."( Auch Blos und Adelung der Wahl so bald wie möglich einberufen, damit wir endlich zu einer Abg. Windler( bntl.): Hoffentlich werde der neue Landtag nach find bekanntlich Sozialdemokraten! Red. d. B.) anders zusammengejezten Staatsregierung fommen.( Lebh. Aha! bei den Regierungsparteien.) Der Redner gibt der Erwartung Ausbei den Regierungsparteien.) Der Redner gibt der Erwartung aus drud, daß das Staatsministerium sich als ein reines Geschäftsministerium betrachte und feine grundlegenden Maßnahmen mehr vornehme. Reichsanwalt Niethammer protestierte gegen diese Auffassung. Die Geschäftsordnung des Staatsgerichtshofes fei felbständig in der Besehung des Senats. Richtig ist, daß die Vergehen, die den Angeklagten zur Last gelegt werden, in München begangen find, aber sie dehnen sich auf das ganze Reich aus. Deshalb scheint es mir angemessen, daß der Senat auch von norddeutschen Mitgliedern besetzt ist. R.-A. Dr. Luetgebrune: Da die Sache dem Süddeutschen Senat zugeteilt ist, mußte die Besehung des Senats nach dem Grundsatz durchgeführt werden, daß kein Angeklagter seinem gesetzmäßigen Richter entzogen werden darf. Nach dieser Erklärung trat das Gericht abermals zur Beratung zusammen, als deren Ergebnis der Präsident verkündete, daß das Gericht die Rüge der Verteidigung zurüdweise. und daß der Präsident des Staatsgerichtshofes durchaus entsprechend der Geschäftsordnung gehandelt habe. Die Angeklagten hätten gar fein Recht zur Beschwerde, da man ursprünglich die ganze Berhandlung vor den Norddeutschen Senat bringen wollte. Die Angeklagten dürften dem zuständigen Senat in feiner jeßigen Zusammensehung volles Bertrauen(!) entgegenbringen. Damit trat man in die Verhandlung ein, und Kapitänleutnant Hoffmann wurde als erster vernommen. Bors: Sie sind doch einer der Gründer der Organisation Consul. Schildern Sie uns, wie Ehrhardt die zweite Marinebrigade bildete. Angell. Hoffmann: Im Jahre 1920 fam ich aus der Gefangenschaft und trat in die 2. Marinebrigade ein. Vorf.: Diese Brigade bestand doch mit Wissen der Regierung und warf für die Regierung in München Mitteldeutschland und Schlesien Aufstärte nieder. Sie hat sich dadurch nur verdienstvoll gemacht. Später wurde der Regierung von der Entente nahegelegt, die Brigade aufzulösen, und die Regierung fonnte fich dem nicht entziehen, trok oller Vorstellungen von Ehrhardt und General Lüttwig, her fich offen widersette, so daß Haftbefehle gegen ihn und Rapp erlaffen wurden. So fam der Kapp- Butsch. Angeflagter: Am Abend des 13. März, als Ehrhardt in Berlin eingerüdi war, lösung einstimmig angenommen. Hierauf wurde ohne weitere Aussprache der Antrag auf AufDer Antrag war von allen Fraktionen gestellt und besagt: Nachdem das Staatsministerium im Einvernehmen mit dem Zeltestenrat als Tag der Neuwahl des Preußischen Landtags den 7. Dezember 1924 bestimmt hat, löst sich der Landtag am 6. Dezember dieses Jahres auf." Vizepräsident Dr. v. Kries stellt fest, daß mehr als zwei Drittel der Auflösung zugestimmt haben, daß also der Anirag mit der gefehlich erforderlichen Mehrheit angenommen ist.( Beifall.) Die fommunistischen Anträge auf Aufhebung des Belagerungszustandes und Haftentlassung aller Kandidaten usw. werden gegen die Linke einschließlich der Demofraten abgelehnt.( Pfuirufe links.) Hierauf jeßt das Haus die zweite Beratung des Haushalts des Volkswohlfahrtsministeriums fort. Eine Zentrumskundgebung. Abwarten! Die Reichstagsfraktion der Deutschen Zentrumspartei faßte folgende Entschließung: " Der Reichstag und der Preußische Landtag sind aufgelöst. Ein bedeutsamer Wahlkampf steht bevor; die Zentrumspartei hat ihn nicht gesucht. Sie sieht ihm jedoch, in der Ueberzeugung von der Richtigkeit und der vaterländischen Notwendigkeit ihrer Politik und im Vertrauen auf die bewährte Treue ihrer Wähler, mit un beirrbarer Zuversicht entgegen. Am 27. und 28. Oftober tagt der Reichsparteita g. Seine vornehmste Aufgabe wird es sein, die großen Linien für den tommenden Wahlkampf zu ziehen. Deshalb teine vorzeitigen Rundgebungen einzelner in unseren Reihen. Es müssen die Beschlüsse des Parteitags abgewartet werden." wies dann auch alle Zeichen der Unreife auf. Die fommunistischen und nationalsozialistischen parlamentarischen Siebenmonatsfinder maren natürlich mit diesem Reichstag zu frieden. Die Kommunisten haben im Weltestenrat des Reichstages nicht für die Auflösung plädiert. Sie leben nur von Protestaktionen, aber wo blieb ihre Agitation für Auflösung Kommunisten sind zurzeit so durcheinander, daß sie bei einer dieses Reichstags? Ihr Ausbleiben ist begreiflich. Die Reichstagswahl mit schwersten Berluften zu rechnen haben. ökonomischen Wegen bei Stabilisierung der deutschen Wäh Der Dames- Plan sucht eine Befriedigung der Entente auf rung zu erreichen. Das bedeutet das Ende des Traumes von der Weltrevolution. Auch die Völkischen waren so still wie noch nie wäh rend einer Krise. Herr v. Graefe machte zwar Bize über früher die Leidenschaften aufzupeitschen unternahm, schien ihm die bescheidenen Deutschnationalen, aber die Art, mit der er ganz abbanden gekommen zu sein. Die Völkischen, die im Reichstag bisher nichts für das Bolt geleistet haben, fürchteten den deutschen Wähler als Richter über völkische Impotenz. So fanden die Sozialdemokraten in den beiden anderen Oppositionsparteien" feine Unterstützung, als sie die Auflösung forderten. Auseinanderfall bei der Abstimmung über die Dames- Geseze, Die Deutsch nationalen aber hatten seit ihrem lichte, den Charakter der Oppositionspartei eingebüßt. Ihr die das zweite Versailles" ohne Boltsbefragung erst ermögFührer Hergt hatte versprechen müssen, daß er als Fraktionschef zurücktreten würde, sobald der Eintritt der Deutschnationalen in die Regierung erfolgt. In dem Eintritt in die Regierung sahen die Deutschnationalen aber die einzige und letzte Rettung vor der Rache des Wählers. Die Deutschnationalen folcher wollte die Partei, die sich im Mai mit ihren irrealen waren seit ihrem Auseinanderfallen nur noch Bruch. nationalistischen Phrasen 105 Mandate erschlichen hatte, nun, da sie Trägerin der Erfüllungspolitik geworden war, begreiflicherweise sich nicht vor den Wählern sehen lassen. Für eine spätere Zeit hoffen ihre Führer auf die bewährte Bergeßlichkeit des deutschen Michel. Als Die Mittelparteien hätten trotz der unüberwindlichen Abneigung der Deutschnationalen gegen Neuwahlen die Auflösung bald erzwingen fönnen. Sie wollten aber nicht. Die Deutsche Volkspartei und das Zentrum hatten dafür Gründe der Taktik. Es ist traurig, daß in einer Zeit, in der außen. politische Entscheidungen von größter Tragweite in Sicht sind Räumung der Kölner Zone, Aufhören der Militärkontrolle, Abkürzung der Fristen der Ruhrbesetzung 3 entrum und Deutsche Volkspartei die Regierungsbildung unter Zurückstellung aller grundsäglichen Gesichtspunkte nach taktischen Erwägungen vornehmen wollten. Sie folgten darin den Leitfägen des Reichsaußenministers Strese -W mann, der die Auffassung vertrat, daß gerade wegen der außenpolitischen Lage die Deutschnaüonalen in die Reichsregierung aufgenommen werden müßten, denn man müsse sie binden. Herr Stresanann fürchtete als Außenminister eine hemmungslose Störungspolitik der Deutschnationalen, die sich m kleinen und großen Anfragen äußern konnte. Die Deutsch- nationalen sollten also in die Reichsregierung aufgenommen werden, weil man ihnen zutraute, daß sie in ihrer Ägitations- politit alle vaterländischen Interessen außer acht lassen würden, wenn sie nicht an die Futterkrippe kommen würden. Die Deutsche Volkspartei und der rechte Flügel des Zentrums hatten aber auch innerpolitische Gründe, die Deutsch- nationalen regierungsfähig zu machen. Sie wollten dadurch vor den nächsten 2Üahlen den Deutschnationalen die Eist- zähne ausbrechen. Durch Teilnahme an der Verantwortung in einer Regierung der Erfüllungspolitik sollten sich die Deutschnationalen gründlich kompromittieren, sollten sie die Vorteile einer Oppositionspartei im politischen Konkurrenzkämpfe verlieren. Besonders die Deutsche Volks- partei hoffte dadurch Wähler zurückzugewinnen, die sie im Mai verloren hatte, weil der von deutschen Oberlehrern ge- züchtete deutsche„Edelmensch" damals noch glauben durfte, daß zwischen der Politik Stresemanns und Hergts noch ein Unterschied wäre. Das Gros des Zentrums endlich wollte unter keinen ilmständen jetzt einen Wahlkampf, weil es fürchtete, daß unter der Parole für und gegen Zölle auf Lebens- mittel die rheinischen Bauern und die rheinlsch-westfälischen Arbeiter noch mehr hintereinander kämen, als sie es schon sind. Außerdem behaupteten die Zentrumssührer, daß sie in einem Wahlkampfe nicht sehr viel gewinnen könnten. Die Demokraten endlich waren aus doktrinären Gründen gegen eine Auflösung. Sie wollten, daß sich das Kabinett dem Reichstag stellen sollte, der es stützen oder stürzen konnte. Bei ihnen lag die Entscheidung, weniger wegen ihrer Zahl, als weil Strefemann weiß, daß er mit feiner„Zeit" gegen die große demokratische Presse auf die Dauer keine Außenpolitik machen kann. Die Demokraten müssen im Zeichen von Schwarz-Rot-Gold in diesem Wahl- kämpf gewinnen. Zu einer wesentlichen Verschiebung des Wahlresultats braucht es aber gar keines sehr großen Ge- Winnes der Demokraten. Selbst die Rechtsparteien rechnen mit einem sozialdemokratischen Zuwachs von mindestens 25 bis 30 Mandaten. Das war einer ihrer Gründe gegen die Auflosung. Denn es gibt bürgerliche Parteien, denen im Reichstag 60 Kommunisten und 100 Sozialdemokraten lieber sind als 30 Kommunisten und 130 Sozialdemokraten. Für uns waren die uns allgemein gestellten Prognosen erfreulich. Im März dieses Jahres faselten alle Reaktionäre von dem unabwendbaren Ende der deuffchen Sozialdemokratie. Fünf Monate später ist kein Streit darüber, daß wir das Rennen machen werden. Obwohl die Sozialdemokratie mit der Forderung der Auf- lösung des Jnflations-Reichstagcs allein stand, kam sie ans Ziel. Die Wähler und Wählerinnen haben nun das Wort. Sie werden sich bewähren und der Sozialdemokratischen Partei ihre Stimme geben, der einzigen Partei, die zu den Wählern Vertrauen hatte. Anter falscher Klagge. Bas aastenpolitische Programm der Deutschaationalen. Der deutschnationale Graf Westarp hat in Wilmers- dorf eine Wahlrede gehalten, in der er auf das außenpolitische Programm der Deutschnationalen einging. Er stellte die Be- hauptung auf, daß die Deutschnationalen nicht daran dächten, die bisherige Außenpolitik zu unlerstützön. lieber die allgemeinen Richtlinien fegte er, nach einem Bericht der Tele- graphsnunion: „Er ertlärLs, daß an der Erfüllung der Gutachten- g e s s tz e kein« Regierung vorübergehen könne, auch wenn Deutsch- national« darin seien. Es werde aber darauf ankommen, wer die deutsch« Regierung bei der Handhabung der Eme zerbrochene Revolutions-Gper. (Kveneks„Zwingburg" in der Staatsoper.) Als Anstatt zur Oper von Ernst Krenek erklingt in der Q: a a t s o p e r der erste Satz seiner 2. Sinfonie. Dieses Monsire- stück des jungen Mannes aus Wien zeigt in Reinkultur das Wollen, das Können und dos Äersagen eines großen Talents. Aus mysti- scheu Gefilden heraus«iteT ekelt sich nicht, sondern springt«in« laute, schreiende, von Pauken und Trompeten inspirierte Musik, die nicht zu wachsen scheint, sondern mit aller Brutalität und Hemmunge- loflgkeit willkürlich austaucht und versckwindet. Em Haßgesmig gegen unser Ohr, in hypermoderner Mißachtung alles Schön- klmgens und bar aller Lyrik, Aber schon hier, mitten im Gewoge dieser sehr freien und selbständigen Sttmmsührungen dringt etwas durch, was Krenek zu einem Eigenen macht:«in fanatischer Sinn für den Rhythmus. Wenn Schreiers Musik auf der Vision eines Klanges beruht, so lebt seines Scbülers Sinfonie von der Gewalt, der Härte, der Var:°tionsbr«:t«, der Zeiteinteilung. Es liegt etwas jugendlich Ungebärdiges. Widerspenstiges, Kämpferisches und ge- radezu Wollüsttg-Bernichtendes in diesem Auftrumpfen, gleichzeitig etwas, das packt, ohne warm zu machen. Es ist Musik nicht des Herzens, sondern der Nerven, nicht der im Gesanglichen lagernden Gefühlsschwere, sondern nur der gelegentlichen Betgefühl«. Musik des motorischen, also zertgebundenen Menschen mit all seinm Schreien, seinen Krämpfen, mit den Spielarten des grotesken, ja, des deltranten Taumels und der chaotischen Trunkenheit. Das Orchester entwickelt sich von den besänftigenden Streichmstrumerten fort zu einer Hymnik von Blech- und Schsaainstrumenten. Die Instrument« singen sich nicht durch, sondern schlagen sich durch. Einem aggressiven Wollen gelallt sick«in« rücksichtslose Hand und eine Hemmungslosigkeit, wie sie einer Entwicklung bekömmlich sein kann, wenn ein Meister sie führt. Krenek, vielleicht der begabteste unter den lebenden jungen Komvornsten, ist zu früh frei geworden. Sein Können wird nicht paralnsiert durch das Urerlebnis eines ge- reisten Menlchsn. Die szenische Kantate„Zwingburg" ist überall dort packend, wo sie Szene, Theater, Bewegung und Aktion w'.rd; sie bleibt in der Handfertigkeit stecken da, tvo fi« Kantate. Himirtus, Gesang, Melodik werden müßte. In den Stimmen einiger Men'ckentyven, wi« dem Ausgezehrten oder dem Trunkenen, reicht die Erfindung gemde dadurch aus daß die Musik hingestricheli, nicht gefärbt ist. Wo aber etwa Mann und W'ib sich zu einem Liebe-gesang zusammenfinden müßten, da genügt dieser«xpreisio- ristische Will« durchaus nicht. Krenek hat keinen Sinn oder kein Gefühl für derartige Hsrzensemanationen. Um so stärker ist auch in der Kantate sein rhythmischer Wlle, seine rhythmisch« Kunst. Er bolanz-ert die Zeitmaße, er prägt die Toktschiäqe mit einer oroß- artigen, g-rndezu revolutionären Kraft aus. Und da in dem Werk fon der G'-b-ugtheit einer gedrückten Mass« bis zum taktrräßigen Krehen und Kurbeln dm Lebensm-lodie, von dem Siarrsein b s 'u dem revolutionären Kampfgefühl alles auf Bewegung eingestellt st, so stellt sich Krenek für diesen neuen Typ einer Oper, deren mziger�„Held" die Masse Mensch ist, als ein kommendes, noch nicht 'genwärtiges, als« doch im ganzen überschätztes Großtalent h«r- Gesetze zu vertreten hat. Man werde alles daran setzen müssen, die Gesetze für Deutschland erträglich zu machen. Darum war das Ziel der Deutschnationalen: hinein in die Regie- rang, teilhaben an der Verbesserung dieses Gefetzeskomplexes.. '„Es ist falsch, wenn man sagt, wir hätten die R i ch t- linien des Kanzler? vorbehaltlos angenommen. Wir haben uns insbesondere mit dem Satz über den Eintritt in den Völkerbund nicht einverstanden erklärt. Auch die übrigen Punkte der Richtlinien haben wir nur als Verhandlungsgrund« läge angenommen. Eine falsche Auffassung ist es auch, wenn behauptet wurde, die Deuffchnationalsn feien umgefallen und bereit, die Außenpolitik in der bisherigen Form unverändert fortzuführen. In den Richtlinien ist diese Fcrderung auch nicht aufgestellt, da wir uns nie darauf eingelassen hätten. Die Richtlinien enthalten nur die Fest- stellung, daß die Londoner Abmachungen durchgeführt und besttm- mend für dl« Zlußenpolitik fein müßten. Unser« Kritik an den Londoner Abmachungen halten wir voll aufrecht." Diese Ausführungen zeigen, daß die Deutschnationalen in einer Bürgerblockregierung unter der falschen Flagge der Fortführung der bisherigen Außen- Politik eine Taktik der Sabotierung der bisheri- gen Außenpolitik betrieben haben würden. Im ein- z e l n e n stellte Graf Westarp als deutschnationale außen- politische Richtlinien auf: Notifizierung der Kriegs- fchulderklärung, kein Eintritt in den Völkerbund. Die große außenpolitische Gefahr, die eine Regierung unter deutschnationaler Führung, die unter falscher Flagge deutschnationale Außenpolitik betreiben würde, für Deutschland bedeutet, ist damit deutlich aufgezeigt. Risse in der Kpv. Ter Kampf mit den Opportunisten. Die Reibungen in der Kommunistischen Partei werden immer stärker. Sie sind die unausbleibliche Folge der kommunistischen Politik selber. Die linken Führer der KPD. betonen offenherzig, daß unter ihrer Führung seit dem Oktober vergangenen Jahres die Partei eine ganz andere ge- worden ist. Sie sprechen davon, daß„aus einer radikalsozia- listischen eine bolschewistische Partei geworden" sei. Da ist es kein Wunder, daß die Massen zu rebellieren anfangen. Die Masten haben keine Lust zuzusehen, wie die kommunistischen Führer tagaus tagein nichts anderes tun, alsdemBürger- block die Steigbügel zu halten. So entstehen dann Szenen, wie sie die„Rote Fahne" sehr vorsickitig und reserviert in einem Bericht über eine Neuköllner Mitgliederversammlung andeutet. In dem Bericht heißt es: „In einer von mindestens 600 Mitgliedern besuchten Vers«mm- lung, zu der die„B o l z«- A n h a n g e r"(das sind die kommunistischen Revisionisten. D. Red.) alle Mann aufgeboten hatten, ver- suchte nach dem Bericht des Genossen Kasper die„rechte Frak- tion" durch Bolze, dem ebenso, wie aus dem Bezirksparteitag auf Antrag der Bezirksleitung, verlängerte Redezeit gewährt wurde. ihren von der Politik der Gesamtpartei abweichenden Standpunkt zu verteidigen. Obwohl B. in dieser Versammlung viel weniger offen als auf dem Bezirksparteitag auftrat, erkannt« die Mitgiied- fchaft die opportunistischen Abweichungen in den Auffassunzen von Bolze und selten Freunden, was durch die nachfolgend«, mit allen gegen 1ö Stimmen angenommene Resolution zum Ausdruck to.nmt: .Di« Mitg'tederversammlung des 14. Bezirks begrüßt die poli- tischen Beschlüsse des Berliner Bezirksparterdages. Sie oerurteilt aufs entschiedenste das Auftreten des Genossen Bolze.... Weder im Bezirk noch im Betrieb dürsten{ich Kommunisten zu einem offenen oder versteckte« Bündnis mit der verräterischen Sozialdemo- kralle hergebe». Aktivste Arbeit im Beirieb, in der Gewerkschaft, überall da, wo proletarische Massen sind, macht stch der 14. Bezirk zur hechstet Pflicht, um den Sieg der Revolution herbeizuführen." Die Annahme einer solchen Resolution— ausgerechnet in Neukölln, einer reinen Arbeiterstadt— ist um so pikanter, als Neukölln in Groß-Berlin dereinzige Bezirk ist, in dem die Kommunisten es für richtiger befunden haben, beim Abbau aus. Mit seiner Kapazität wird in 5— 10 Iahren der Reifung zu rechnen sein. Krenek selbst hat die Idee zu dem Werk geliefert, Franz Werse! hat st« mit außerordentlichem Bühneninstinkt in schwungvoll« Poesie gebannt. Dieses Werk hätte ein zeitgemäßes Revolutionsstück wer- den können: doch ist dem Gedanken«wer Abrechnung zwischen Kapital und Arbeiterschaft leider im letzten Augenblick das Rückgrat gebrochen worden. Die Szenen schließen sich leider zu einem Kreis, in dem das Herrentum Zentrum bleibt Unsere Arbeiter werden, wenn das Werk vor den Volksbühne n>-Mftgli cdern erscheint, über diesen fehlenden Riß mitleidig die Achseln zucken und werdcn stch erinnern, daß d'e Grundidee d--s Werkes aus Tollers„Maschinen- stürmern" stammt. In der„Zwingburg" herrscht der Fobrittöniq. Ein armer Teufel Hot ibm ernst getrotzt. Dafür wurde er verurteilt, die Dreh- orgel im Takt der Fronarbeit zu spielen. Heute hat«ine gnädige Laut?« des Fabrikl-errn den Arbeitern Feiertag versprochen. Sehn- süchtig begrüßen die Menschen Licht, Sonne und Frühling. Der Ausgezehrte atmet die Sonne ein, der Trinker frönt seinen körper- lichen Leidenschaften, der Bergmann verflucht seinen Hammer, der Mann grüßt den Tag, an dem er dos geliebte Weib frei umarmen .darf. Die Stunde der Liebe ist für die Menschen angebrochen, der Tag des Lachens und der Freiheit. Revolution lauert in diesen Herzen: sie wird übertönt vom Jammern des Leiermanns. Der freie Mensch hat ein neues Gottesm.al gebaut, ein Standbild als Symbol der Kraft, der Freiheit, Schönheit und Menschlichkeit. In ihrem Anblick versunken, trunken von Freiheitsgefühl stürmen di« Arbeiter die Zwingburg. In diesem Moment schlägt das Ends der Feierstunde. Auf einmal, ruckartig, erkennen die Menseln, daß sie ihrer alten Triebe nicht Herr geworden sind. Der Ausgezehrie»iehi die Klin'ken der Sonne vor. der Säufer verlangt statt Freiheit Fusel, die liebende Frau wird als Dirne gebrandmarkt, der Bergmann ergreift seinen Hammer wieder und olle erkennen nur einen Herrscher an. den Fronh-rni. den Febrikdireltor, das Kapital. Dos Standbild, Symbol der Freiheit, fällt auf den freien Menschen nieder und begräbt ihn, und der Leiermann, todlos tot, ruft den Fluchbrecher, den Herrn der großen L-bsnsmelodie in den Herzen der t-efgeliebten Menschheit aus der Verborgenheit auf. Ein zeitgemäßes Werk mit unzeitgemäßem Abschluß, dennoch künstlerisch geprägt und in seiner fundamentalen Zusammenschließunq von Chor, Solisten, Szene. Rbvthmus und Melodie vorbildlich für ein künftiges Oratorium. Die Staotsoper hat gezeigt, was sie kann. Sie gehe auf diesem Weg weiter, auch wenn es sich um ein Erveri- ment und noch nicht um eine vollendete künstlerische Tat handelt. _ Kurt Singer. Zola auf öer Sühne. Die Uraufführung des vierakngen Dramas„Theres« R a q u i n" im Renaissance Theater wäre beinahe so e!wa» wie ein« Sensation geworden. Der Bülincnvcrein hatte gegen das Stück Sturm gelaufen. Warum? Weil es zu schscht ist? Oder un- moralisch? Keine Spur. So'che Gesichtspunkt« interessieren den Bühnen- verein weniger. Nein,„Theres« Raquin" ist von Emile Zola. des Bezirksamtes mit den Sozialdemokraten zusammenzugehen. Konsequenz ist niemals eine Stärke der KPD. gewesen. Jeden- falls spricht die bloße Tatsache eines solchen Berichts deutlich genug dafür, daß die KPD. wieder beginnen muß, ihre Zeit auf taktische Diskussionen zu verwenden. Im allgemeinen wird das in der kommunistischen Presie nach Möglichkeit verdeckt. Je stärker aber der Druck der Zentrale auf Verschweigung der Differenzen ist, um so schärfer wirkt die schließlich unvermeid- liche Aussprache. Schon muß die Parteileitung wieder be- ginnen, Statistiken über Zustimmungsresolutianen zu veröffent- lichen. So zitiert die„Rote Fahne" eine Asuherung der„Hain- burger Volkszeitung": „Der Zentralausschuß hat scharf den Trennungsstrich gegenüber einzelnen Elementen gezogen, die da glauben, die Gewinnung der Massen sei gleichbedeutend mit der Verschleierung und Verheimlichung unserer revolutlouSren Ziele und mit ter Anpassung an sozialdemo- kratische Illusionen und schließlicher Aufgabe leuinistisch-r Prinzipien. Die vom Zentralausschuß erneut bestätigte Linie unserer Taktik will unserer Partei den Charakter einer Massenpartei ohne jegliche Perwässerung der revolutionären Prin- zipien erhalten." Der Trennungsstrich ist offenbar innerhalb der KPD. gezogen, die danach also noch nicht restlos gereinigt ist. Wir wünschen dem Fortgang der Reinigungsprozedur den aller- besten Erfolg. Bei den Wahlen werden die Bolksmaffen von sich aus das nötige dazu beitragen, um sie so weit fortzuführen, bis Deutschland von den Kommunisten ganz gereinigt ist.___ Ernennung ües Reichswahlleiters. Der Reichsminister des Innern hat zum Reichswahlleiter den Präsidenten des Statistischen Reichsamts, Geheimen Re- gierungstat Prof. Dr. W a g e m a n n, und zu seinem Stell- Vertreter das Mitglied des Statistischen Reichsamts, Geheimen Regierungsrat M e i s i n g e r, ernannt. Die Geschäftsräume des Reichswahlleiters befinden sich Berlin W. 1 l), Lützowufer 8; Fernruf: Berlin Kursürst 9509: Tele grammadresse: Reichswahlleiter Berlin W. 10. Hegen Eigenmächtigkeiten öer Regierung. Beschluß der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion. Di« sozialdemokratische Reichstagssraktion faßte in ihrer heutigen Sitzung, di« zur Stund« noch fortdauert, etn- inütig folgende Entschließung: „Die Reichstagsfraktion der Sozialdemokratischen Partei Deutsch- lands legt gegen die Abficht der Reichsregierung, auf Grund der am 31. Oktober ablaufenden Ermächtigung zur anderweitigen Festsetzutig des Ortszuschiags selbständig und unter Ausschakttmg des Reichziags und der Länder das System des Ortszuschlags durch das System des Wohnungsgeldes zu ersetzen, schärfsten Protest ein. Die sozialdemokratische Fraktion kann nicht anerkennen, daß dt: vom Reichsfinonzministerimn eingeleiteten Erhebungen über die HS!,« der Wohnungsmieten. die sich lediglich auf die zurzeit gezahli'n Mieten stützen und die Notlaige aus dem Wohnu>?gsmarkt sowie bt-- rechügten Wünschen der Beamten nach bescheidenen, aber dock) an- gemessenen Wohnungen vollständig außer Betracht lassen,«ine geeignet« Grundlage für di« Aufstellung des neuen Ortskl-ossenverzeich- ntsses bilden. Ein solches Ortsklassenverzeichnis müßt« um so mehr abgelehnt werden, als es auch für die Reichs- und Staatsarbeiter und Angestellte« sowie für die Kriegs opf er große Rachteile zur Folg« Hütt«. Forner verlautst nichts davon, daß die Reichsregierung den Forderungen der s ozialdemokratischen Fraktion noch Abschaffung der Tarifklasssn 6 und 7 usti» der Ortsklasse« D und£ zu entsprechen gedenkt. Die soziakdetnobrattsche Fraktion ersucht deshalb die Reichsregie. rung, von der Absicht einer selbständigen Ae nde- rung des bisherigen Systems des Ortszuschlags Abstand zu nehmen und sich darauf zu beschränken, zum Ausgleich der in- zwischen eingetretenen Metsteigerungen den Ortszuschlag zu erhöhen, die grundsätzliche Neuregelung ober dem neu zu wählenden Reichstag zu überlassen." und Zola ist ffr Franzose. Bekantlich hat da» Bühnenkartell im Juli den Vertrag erneuert, nachdem S.ücke von französischen Autoren von deutschen Bühnen ausgeschlossen sein sollten, einen Vertrag, der vor seiner Erneuerung an dieser Stelle als albern und von kunstfremden Anschauungen ausgehend gekennzeichnet worden ist. Der Direktor des Renatssance-Thsatere, Theodor Tagger, stets guten Willens und erfüllt von künstlerischem Ehrgeiz, hält das Drama für ein starkes wertvolles Stück und sieht in ihm ein« interessante Votstuf« zu Strind- bergs dramatischem Zeichnen. Daher häte er den Bühnenveretn vor längerer Zeit gebeten,«s ihm zur Aufführung freizugeben. Der Büynenverein schlug ihm die Bitte glatt ab. Da vollbrachte Tagger ein« mutige Tat. Er entschloß sich, �Therese Raquin" ohne Genehm i- gung aufzuführen. Und siehe da! Das Bühnenkartell gab klein bei und hob den törichten Boykott vollständig auf. Leider war in der Angelegenleit das tapfeve Eintreten für Kunst kultur die einzig« Tat. Die Aufführung selbst war keine. Gerade „Therese Raquin" auszugraben, lohnt sich nicht, lohnt sich besonders in Taggers Bearbeitung nicht. Das düstere Ehedrama, in dem der Liebhaber der Therese mit ihr den Gatten umbringt, aber von Ge- wissensbissen hinterher so gequält wird, daß die lodernde Liebe erlischt und stch in grimmigen Haß verwandelt, dies Drama läßt uns kalt. Ein sensationeller S'off mit krampfiger Charak.erzeichnting dir Hauptpersonen, bei dem wir uns fragen: was geht das uns an? Das Stück hat auch seine Feinheiten. Zola hat das Milieu der Bürger- familie Raquin mit seiner Beobachtungsgabe betrachtet und die kleinen Eigenheiten und Schwächen der All'aasmenschen in s me? Ziselierarbeit bildhaft gemacht. Diese liebevolle Kleinma erei hat Herr Tagger gestrichen und nennt lein Zerstoruntewerk„Bearbeitung". Das ist so als wenn man eine fertige Skulptur„solange bearbei et", bis nur der roh« Steinklotz übrig bleibt. Di« Be'etzunq war ebenfalls verfehlt Iren« Driesch war für di« liebedurstige Ga'tin zu alt und Ellen Neustädter für die betuliche Mutter zu jung. So wurde di« uns fremde Handlung auch noch unglaubhaft. Außerdem trieben die Triesch und Theodor Laos ihre schauspielerische Sprechkunst so weit, daß man glaubte, Ausländer radebrechen zu hören, pi« beiden Hauptfiguren hatten sich in«mc Dcrkramnftheit verrannt, di« iveder etwas Na'ürliches noch«ine Art Stil«kennen ließen. Ernst Degner. NolksbShae. Max Der! beginnt am 25. etnen auf sechs Abends be- rechneten VortragSityIiuS mit Achtbildern:.Da« Bildwerk". Die Vor- träge finden im Hörsaal dcS ÄunstzewerbemusrumS, Prin,- AlbreÄt-Strahe 7a, statt. Einlaßkarten zum Preise von 60 Pf. in den Ver- kaufsstellen der Volksbühne: Linienstr 227, Söpenicker Straße 68, Tiehlchc Theaterkassen usw. .Da» Rad" von Paul Zech wird anläßlich de« SOjährigen 53 e- sieben« der Sozialt siische« Arbeiterjugend Mrotz- Berlin« am Sonntag, den 26., vorm.!0 USr. im Grossen Schauspielbau« uraufgeiübri. In den Hauptrollen: Biencrt, Grün- berg. Hartbrrg, Kamper«,.siober, Krause, Mohneck. Regie: Heinz Koldberg. Eine Housmusil bei Goethe vor lM Zähren zum Beilen der Alirrihilfc und Unte, Haltung der Renlnerdeime oeranstaitet da« VodlsadttZämt Prenzlaun Berg unter Mitwirkung von Beinbard Bötet, de» Pros. Ttehllscheil Madrigalchore« und de« Pros. Mayer-Mahr-Trio« in der VollSbiitzne am Bütowptatz am Sonntag, den 26. Ottober, vormittag« 11'i, Uhr. Dortmund geräumt. Abzug der Franzosen.- Keinerlei Zwischenfall. Dortmund, 22. Oftober( Eigener Drahtbericht.) Die Stadt Dortmund ist seit Mittwoch vormittag 10 Uhr von französischen Truppen frei. Die Räumung der Dortmund- Hörder Zone vollzog fich in den frühen Morgenstunden. Artillerie, Train und Infanteria murben auf dem Dortmunder Hauptbahnhof verladen. Kurz vor 10 Uhr verließen Ravallerie und berittene Gendarmerie mit Blingen 10 Uhr verließen Kavallerie und berittene Gendarmerie mit flingen dem Spiel die Stadt. Vor dem Abzug der Truppen erfolgte die in höflicher Form gehaltene Verabschiedung des Chefs des Zivilbureaus bei den Mitgliedern des Magiftrats. Die Bevölkerung verhielt sich in würdevoller Ruhe. Es tam zu feinerlei Zwischenfällen. Dortmund, 22. Oktober.( WTB.) Heute früh 8 Uhr hatten die Franzosen bereits einen Teil ihrer bisherigen Dienstgebäude pöllig geräumt. Gegen 8½ Uhr hat General Marty mit zahl reichen Offizieren in Automobilen das Stadtgebiet verlassen. Die Truppen felbft we'lten zu dieser Zeit noch zum großen Teil in der Stadt. Es find bisher keinerlei Zwischenfälle vorgekommen. Dorfmund, 22. Oktober.( Eca.) Durch die französische Besetzung maren in der Stadt Dortmund 500 Wohnungen mit 1100 Bimmern, Räume in städtischen Schulen, das Goethe- Lyzeum, das staatliche Gymnasium, fünf städtische Berwaltungsgebäude, die für 600 Mann bestimmte neue Schupofaserne, bas Hauptzollamt, das Eisenbahnverkehrsamt, das Oberbergamt, der Schlachthof, das Stahlhaus und andere Gebäude beschlagnahmt, die jetzt frei werden. * Trier, 22. Oktober.( Eca.) Die llebergabe der Eisenbahn. werfstätten von der Regie an die Reichsbahngefell. schaft wird in den Tagen vom 26. Oftober bis 1. November erfolgen. Gestern find viele Angestellte der Regie mit ihren Familien nach ihrer Heimat abgefahren. Für den Frieden. Versammlungen im besetzten Gebiet. Dortmund, 22. Oftober.( Eca.) Cine gestern abend von der Friedensgesellschaft veranstaltete Kundgebung für Berständlgungspolitit und Bölkerversöhnung hatte so starten Bejuch, daß eine 3weigversammlung abgehalten werden mußte. Hundertschaften des Reichsbanners Schwarz- Rot- Golb der umliegenden Städte waren zum Teil auf Laftkraftwagen herbeigeholt worden, um für die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung zu forgen. Zu Störungen fam es jedoch nicht. Es sprachen der franzöfifche General Berraug und Generat Freiherr von Schönaich. Antipazifistische Radau- Internationale. Französische Nationalisten machen es deutschen nach. Paris, 22. Oktober.( Eigener Drahtbericht.) In einer von der Liga für Menschenrechte am Dienstag veranstalteten Versammlung. in der Buisson und Basch sowie der deutsche Pazifist Ruczynski zu bem Thema„ Deutschland und der Friede" sprachen, versuchte ein Trupp von etwa 80 Mitgliedern der nationalistischen ,, Action francaise" die Bersammlung zu sprengen. Es fam zu einem Handgemenge, bem erst das Eingreifen eines starten Bolizeiaufgebots ein Ende machte. Zwei Mitglieder der Liga fowie zwei Schuhleute wurden von den nationalistischen Rabaubrüdern Dermundet. Ein Zuftzwischenfall. Neuorganisation der städtischen Wohlfahrtspflege. Die gefeßliche Neuregelung der Fürsorge durch die Berordnung| pflege durchaus zu begrüßen, daß das Gefeß über die Fürsorgepflicht über die Fürsorgepflicht und das Reichsjugendwohlfabisgefeß verlangt die Durchführung einer einheitlichen Fürforge fordert unter besonderer eine Neugestaltung der Organisationen der Wohlfahrtspflege, die sich Berücksichtigung der Kriegsbeschädigten und hinterbliebenen, deren besonders auf die Vereinheitlichung der Verwaltungsstellen und der Sonderstellung in bezug auf die soziale aufbauende Fürsorge an erfannt wird. In der Berordnung ist Sorge dafür getragen, daß Berfplitterung in der Fürsorge, die sich in der Nachkriegszeit durch hinterbliebenen in der ihr eigenen Form weiterbestehen kann, auch ärkeren Mitarbeit aller Kreise der Bevölkerung einzustellen hat. Die bie Hauptfürsorgestelle unter Mitwirkung der Kriegsbeschädigten und gewirkt hatte, entsprach nicht dem Bolfsempfinden und ist finanziell die Spezialisierung der Bevölkerung in Schichten und Klassen ausals Blied des gesamten Wohlfahrtsamts mit eigener Berwaltung. durch zu große Verwaltungstoften belastet worden. Die StabilisieUm das Jugendamt. rung der Geldverhältnisse auf Grund der 3. Steuernotverordnung vom 14 Februar 1924 perlarigte daher aus Gründen finanzieller Ersparnis eine Vereinheitlichung auf dem Gebiete der sozialen Fürsorge für Kriegsbeschädigte und hinterbliebene, der Sozialrentner und Kleinrentner, der Wöchnerinnen, der Erwerbsbeschränkten und der Armenunterstützten. Einheitliche Verwaltung. Dieser Zusammenfassung liegt der Plan einer einheitlichen Verwaltung zugrunde, der sich nicht mehr in direkter Ersparnis der Berwaltungsmittel, sondern auch in der produktiven Gestaltung aufhelfender einheitlicher Fürsorge auswirkt. Die Verordnung läßt das Bahn, da ihr nur die wirtschaftliche Fürsorge der hilfebedürftigen neben aber der Wirkung des Reichsjugendwohlfahrtsgefehes freie minderjährigen, wie sie innerhalb der Familienfürsorge erforderlich ist, im Rahmen der neu zu schaffenben Fürsorgeverbände obliegt, während sie den Jugendämtern die Maßnahmen der vorbeugenden und nachgehenden Fürsorge und der Jugendpflege überfäßt. Dabei ist für ein Gelingen der Fürsorge Vorausfegung, daß eine enge Jugendämter in der Arbeit erfolgt, die sich besonders in mittleren und innere Verbindung der allgemeinen Fürsorgeverbände und der leineren Großstädten in einer einheitlichen Zusammenfassung auch der Leitung bereits ausgewirft hat. Für die Stadtgemeinde Berlin ist durch das Gesetz über die Einheitsgemeinde Berlin die Grundlage für einen systemafischen Aufbau der 20 Bezirksfürsorgeverbände gegeben. Außer ordentlich schwierig und verantwortungsvoll ist aber die Gestaltung gaben, die die gefeßliche Regelung der Berliner Wohlfahrtspflege des Zentralwohlfahrts- und Jugendamis auf Grund der neuen Aufftellt. Die 20 Bezirke mit ihren Millionen Einwohnern stellen fo verschiedenartige fommunale Gebilde dar, daß mir in ihnen die Bedürfnisse sowohl der reinen Induſtrieſtädte( Wedding, Friedrichs. hain, Brenzlauer Berg, Neukölln, Lichtenberg) wie der Bandgemein den( Zehlendorf, Reinickendorf) und der Mittelstandsgemeinden ( Tempelhof, Treptow, Bantow, Steglig) und der wohihabenden Großstadtgemeinden( Charlottenburg, Wilmersdorf und Schöneberg) vertreten haben. Es ist baher für die Entwicklung der Wohlfahrts Der Tod des treuen Wächters. 2000 Goldmark Belohnung für Aufklärung einer Bluttat. Das Opfer eines Ueberfalles wurde, wie wir seinerzeit ausführlich berichteten, in der Nacht vom 20. zum 21. November 1922 der Wächter Josef Ehlert, der bei der Firma Borsig in Tegel angeftellt war. Bon besonderer Bedeutung für die Berliner Berhältnisse ist die neue Organisation des Zenicaljugendamts", das als Landesjugendamt anerkannt ist und wie dein onderes Land die Verantwortung über eine derartig große Bahl von Jugendlichen trägt, wie sie im Rahmen einer Einwohnerschaft von 4 Millionen Menschen vorhanden find, noch dazu besonders gefährdet durch die Berhältnisse der Reichshauptstadt. Die Erfenninis dieser Tatsache, daß dem Landesjugendamt Berlin eine größere Zahl von Kindern untersteht wie irgendeinem anderen Bandesjugendamt, erfordert eine befendere Berücksichtigung bei der Neuorganisation. Das Berliner Jugendamt, das von Stadtrat Saffenbach in jeinen Anfängen begründet wurde, ist das einzige Landesjugendamt in Deutschland, das einer Frau untersteht und das in den schweren Jahren seiner Entwicklung eine Festigung und hat, der für die furze Epanne Zeit faum glaublich erscheint, und der Reform des Bestehenden und einen ergänzenden Ausbau geschaffen Berliner Jugend Fürsorge- und Erziehungsmöglichkeiten gegeben hat, wie fie für die ftact gefährdete Entwicklung der Jugend von un geheurer Bedeutung find. Es ist daher im Interesse dieser Jugend in einer ruhigen, aufbauenden Fortentwicklung der bisher getroffenen Maßnahmen durchaus erforderlich, daß das Jugendamt im Rahmen der bisherigen Leitung mit ihrem bewährten verantwortlichen Mit des Zentralwohlfahrtsamts als eigenes Organ bestehen bleibt unb orbeiterfreis unterstellt bleibt, wo die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Jugendfürsorge und pflege sich in jahrelanger Arbeit als oußerordentlich ersprießlich erwiefen hat. Diese Form würde auch dem Gefeß entsprechen, das eine in fich geschlossene Leitung und Organifation der Jugendämter vorfieht, gerade in Ertenntnis der außerordentlichen Bedeutung, die die Entwicklung der Jugendwohlfahrt in den nächsten Jahren haben wird. Wenn die Neugestaltung des Berliner Wohlfahrtscants sich in Bersönlichkeiten der einzelnen Aemter unter eigener Selbstverant der Weise vollzieht, daß im freien Spiel der Kräfte die leitenden wortlichkeit die begonnene Arbeit weiter leisten fönnen, unter Berücksichtigung aller bereiten und geeigneten Kräfte innerhalb des Boltes wird sich die günftig begonnene Reform der Berliner öffentfichen Wohlfahrtspflege fegensseich für die Bevölkerung gestalten. verschiebener Lanter unb bas Gange alerte als oberster Aufbau ein richtig gehender Stahlhelm. Zudem hatte der Herr Borsteher noch ein Stahlheimabzeichen angestedt. Daß uns hilfefuchenden Frauen, die wir durch den unglücffeligen Krieg an den Bettelstab gekommen, beim Anblick folcher Trophäen ganz merkwürdig zumute wird, ist wohl selbstver ständlich. Ein Gang zu einem Arme worsteher sollte eben tein Gang ins Zeughaus fein. Gefährlicher Brand eines Wohnhauses. Ehlert ertappte in jener Nacht einen Dieb, der an der Ecke der Schöneberger Straße und Kruppallee einen Sad oder Rudjad mit gestohlenem Metall über den Bauzaun geworfen hatte, bot dem Wächter Beib, wenn er ihn laufen lasse. Als der pflicht. Allee, das von 20 Barteien bewohnt wird, tam heute früh um 6 Uhr In dem Edhaus Birchow straße 1/2 und Bandsberger als er gerade felbst über den 3aun herübergeflettert mar. Der Dieb treue Wächter das ablehnte, zog der Verbrecher eine Selbstladeam mehreren Stellen Feuer aus, das an dem Inhalt der Bodenpistole und perfekte den Wächter durch einen Schuß fo fower, baß perschläge und der Dachkonstruktion so reiche Nahrung fand, er am nächsten Mittag im Krantenhause starb. Kurz vor seinem baß die Wehr mit vier Löschzügen vorrüden und unverzüg Lode tonnte er nur noch angeben, daß er den Täter fenne, lich über die schon verqualmien Treppen und über mechanische tam aber nicht mehr dazu, fich auf ben Namen zu befinnen. Die Leitern mit vier Schlauchfeitungen vorgehen mußte. Durch unausBeris, 22. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Stach Melbungen Ermittlungen der Kriminalpolizei haben fett ergeben, daß ber Bergelegtes Waffergeben mit mehreren Motorsprigen gelang es schließ der hiesigen Blätter foll ein am 10. Ottober in St. Cloud bei Paris Grader unter Beuten zu suchen ist, die vorübergehend in lich, das Feuer auf den Dachstuhl zu beschränken. Das obere Ge Emben gelandet ist, von den beutfchen Behörden beschlag. dem Borsigiden Betriebe in Tegel beschäftigt ipß hat etwas durch das Wasser gelitten. Die Entstehung konate maren, megen Metalldiebstählen aber entlaffen würden. Ein Teil noch nicht aufgeflärt werden. Der Schaden ist erheblich und nahmt worden sein. Die Blätter loben die außerordentlich torbiefer Beute fist wegen dieser Diebstahle noch im Gefängnis, andere trifft mehrere Mieter, die nicht versichert find, refte und entgegentommende haltung sowohl ber Gegen Mittag fonnte die Wehr wieder abrücken. Bevölkerung mie der zuständigen Behörden, die ben Luftfahrern in find bereits wieder entlaffen worden. Beteiligt find brei Männer. Der Mann, der den Schuß abgegeben hat, ist ehma jeber Weise behilfid gewefen wären, brüden aber ihr Er 1,80 Meter groß und trug damals einen grauen enganliegenden, flaumen barüber aus, daß die deutsche Regierung bie Beschlag aus Militärstoff gearbeiteten Mantel, einen dunklen Stepphut und nahme eines lediglich Sportzmeden dienenden franzöfifchen einen auffallend großen grünen Rudjad mit neuem Lederzeug. Er Ballons angeordnet habe wenige Tage, nachdem ein deutscher ist zeitweilig mit zwei anderen Männern bereits gegen 5 Uhr nach Zeppelin( U. G. A.! Reb.) mit ausdrüdlicher Erlaubnis der fran mittags in der Nähe des Tatortes gefehen worden. Die Firma zöfifchen Regierung ganz Frankreich überflogen habe. Borsig hat für die Aufklärung eine Belohnung von 2000 o1bmart ausgefekt. 3medbientide Mitteilungen, die auf Wunsch streng vertraulich behandelt werden, nimmt Kriminalfommissar Geißel im Zimmer 56 des Polizeipräsidiums entgegen. ( Sausanruf 195 und 434.) Man tann wohl annehmen, daß die Emdener Beschlagnahme bem lebereifer einer untergeordneten Dienststelle zu ist zu erwarten, daß die deutsche Regierung die fofortige Rüd gabe des Ballons an feinen Eigentümer, ber ein befannter fran. zöfifcher Sportfreund ist, verfügt. muß. Deutschösterreichs Heer. Zuverlässig republikanisch. Wien, 22. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Das Endergebnis der Wahlen der Soldatenvertrauensmänner für das ge. famte deutschöfterreichische Heer hat trotz des Terrors des Heeresminifteriums einen großen Sieg des freigewertschaftlichen mili. tärverbandes gebracht. Disfer erhielt 225 Mandate, während fich der chriftlichsoziale Wehrbund mit nur 23 Mandaten begnügen Die chriftlichsozial- großdeutsche Regierung hat überhaupt schlechte 3eten. Das Eintreten des miebergenesenen Bundeskanzlers Seipel für tonfeffionelle Schulen und Abschaffung des Elternrechts. Die Kinder der Kirche zu entziehen, hat eine große antifleritale Protest. bewegung hervorgerufen. Im Nationalrat gab es Sturmszenen und sogar einen Auszug der Sozialdemokraten. Ferner hat die schlechte Besoldung und Behandlung der Lehrer durch die chriftlichfoz algroßdeutschen Länderverwaltungen im Gegenfaz zur ausfömmlichen Lehrerbesoldung der sozialdemokratisch verwalteten Stadt Wien zu einem eintägigen Proteststreit aller Provinzlehrer geführt, die sich zu einer Demonstrationstagung in Wien vereinigten. Der Raubüberfall in der Frankfurter Straße. Su dem Raubüberfall in der Großen Frankfurter Straße wird mitgeteilt, baß bie Nachricht von dem Tode der Wirtschafterin Emmi Babmuns nicht zutrifft. Sie liegt im Krantenhause und dürfte aller Voraussicht noch mit dem Beben davontommen. Die beiben entkommenen Berbrecher find ein erst 19 Jahre alter Maler Kurt Carom und ein 20jähriger Arbeiter Georg Schön rod. Diese und der verhaftete Millat lernten sich nach der Ausfage des legteren nicht im Zuchthause zu Sonnenburg, sondern im Gefängnis zu Berleberg fennen. Carom war von Kindheit auf in der Großen Frankfurter Straße betannt und auch in dem Hause Nr. 52. Von ihm ging der Plan aus, den Fahrradhändler Kraus zu überfallen und zu berauben. Vor drei Tag'n tamen die Berbrecher nach Berlin und seitdem fuchten sie wiederholt bie Gelegenheit, ihren Plan auszuführen. Sie wurden aber immer gestört. Als sie endlich, fein Gelb mehr hatten, beschloffen sie, zur Tat zu schreiten und jeden etwaigen Widerstand zu brechen. Carow verfah sich mit einer Parabellumpistole, um fie gegen etwaige Berfolger au gebrauchen. Mit ihr hatte er die Wirtschafterin ieder geschlagen. Die Flüchtigen werden von der Kriminalpolizei gesucht. Carom ist etwa 1,67 Meter groß und bartlos und trägt eine belle Drillichiade mit Stehkragen, Breeches ous Mancheſterfamt, die alt und von heller Farbe find. Schönrod ist etwas fleiner, etwa 1,65 Meter groß und unterlegt, hat blondes Haar und ein ovales, biaffes, ebenfalls glattrafiertes Gesicht, trägt eine hellgraue Müze, einen hellgrauen furzen Ueberzieher und einen braunen Arzug und spricht fächsische Mundart. Mitteilungen an Kriminalsekretär Smattons im Polizeipräsidium. Ein Wohlfahrtsvorsteher. Eine Beferin schreibt uns aus Schöneberg: Norwegische Wahlergebnisse. Erfolge der Arbeiterparteien. Ariftiania, 22. Oftober.( WTB.) In Bergen wurden zwei Kom munisten, zwei Rechte und ein Linter( Staatsminister Mowindel) gewählt. In Kristiania hat die Rechte an die Arbeiterpartei Nun foll alfo auch der Dezernent für das Bohl. einen Sig verloren. Rechte und freifinnige Linte erhielten hier fahrtswesen in Schöneberg, der Stadtrat Mohs, abgebaut wervier Size, die Arbeiterpartei brei. Bisher hat die Bauernpartei ben. Wer jemals Gelegenheit gehabt hat, mit Herrn cohs in Be fünf Size gewonnen, bie Sozialdemokraten haben einen rührung zu tommen, wird zugeben müssen, daß dieser Mann durch gewonnen. Die Linte hat vier Size, die Rechte zmei per. sein Wesen und seine Umgangsformen mit den Armen und Hilfefuchenden wie geschaffen für diesen Posten wirkte. Aber: Herr Stimmen haben bis jetzt erhalten: Bauernpartei 118 190, SD- ohs ist Sozialdemokrat und deshalb muß er von zialbemokraten 63 780, Arbeiterpartei 165 937, Rommunisten dem Boften befeitigt werden. Botsdamer Geift ist, was 50 135, habibale Boltspartei 17 285, Linie 144 247, Rechte 262 491. mir brauchen, so scheint mon auch im Schöneberger Bezirksamt zu denken. Einen Vorgeschmack davon, wie diefer Geift aussieht, bot Niederlage der Kommunisten. mir ein Wohlfahrtsvorsteher in feiner Wohnung in ber Golftraße, dem Beruf nach Magistratssekretär, olfo ein Beamter in der Republit. Bei einem Besuch, den ich diesem Herrn in einer Unterstützungscan. gelegenheit abstatten mußte, gewahrte ich im Verhandlungszimmer eine Wand, pollbehängt mit frummen Gäbeln, Seitenge wehren aller Größen, Achieltlappen von Truppen Ioren. Kriftiania, 22. Oftober.( Ill.) In Kristiania stimmten etwa 85 Broz. der Wähler ab, in anderen Städten noch mehr. Es läßt sich bereits feststellet, daß die Mostauer Richtung eine ver nichtende Niederlage erlitten hat und daß der noch junge Bauernbund erneut große Erfolge erzielte. hart 250000 m. für die Voltsbüchereien. Vollsbüchereien in einer Reihe von Bezirken nicht ausSeit einiger Zeit sind Klagen laut geworden, nach denen reichend Sejematerial bieten. lung hat gelegentlich der Prüfung der Haushaltspläne darauf hinAuch die Stadtverordnetenverfamm gewiefen. Der Magistrat hat baber in seiner Sigung am 18. Ditober 1924 auf Grund eines Borichlages der Deputation für Kunstund Bildungswesen beschlossen, für die Auffrischung der Wolfsbüchereien als einmalige Beihilfe 250 000 Mart zu bewilligen, von denen 200000 m. auf Grund einer errechneten Schlüffelzahl auf die Bezirke verteilt und der Rest von 50 000 m. der Bentrale für den Ausgleich in besonderen Fällen vorbehalten bleiben foben. Mieter- Werbewoche. Bersammlung für den Begirt Kreuzberg am Donnerstag, den 23. Oftober, abends 7% Uhr, bei Walter, Kreuzbergstr. 23. Referent Genosse Landgerichtsrat Ernst u ben, Berlin: Der gegenwärtige Stand des Kampfes um den Mieterschutz und die politischen Parteien. Der Berliner Spar- und Bauverein wird auf dem ihm gehörenben Gelände am Schillerpart noch in biefem Jahre pier auferbiods mit 102 Wohnungen errichten. Die Häuser werden noch bem Entwurf des Architefter Bruno Taut errichtet. Es ist 8u begrüßen, daß die Genossenschaft auf ihren bereits bestehenden Entwurf verzichtet hat, um den meit moderneren Entwurf Tauts anzunehmen. Optanten aus dem ehemaligen preußischen Posen und Westpreußen! Alle früheren deutschen Reichsangehörigen, die feinerzeit die polnische Staatsangehörigkeit durch Option erworben haben, werden ersucht, sich in ihrem eigenen Interesse und zur Bermeidung von Weiterungen unverzüglich auf einem Polizeirenler innerhalb Groß- Berlins oder im Optionsrureau des Polizeipräsidiums BerlinSchöneberg Gothaer Straße 19, Zimmer 255, zur Angabe ihrer Personalien zu melden. Unentgeltlicher Unferricht in Säuglingspflege mit praftischen Uebungen findet wieder im Stinderbaus wöchentlich einmal statt. Meldungen schriftlich oder mündlich von 2-6 Uhr im Bureau des Kinderhauses, Blumenstr. 97. Sprechchor für Proletarische Felerffunden. Donnerstag, abends 7 Uhr, Uebungsstunde im Gesangssaal der Sophienschule, Weinmeisterstraße 16/17. Das Sinfonie- Orchener der Schuhpolizei veranstaltet auch in diesem Winter in selbstlofer Weise fünf Konzerte zu Wohltätigkeitszweden. Das erfte Konzert findet am 13. November im Blüthner- Saal mit Walter Strchhoff als Gast statt. Bei verhältnismäßig geringen Eintrittspreisen bieten biefe Ronzerte auch den meniger bemittelten mufilliebenden Streisen Ge egenheit, gediegene, gute Musif zu hören. Ein Ueber- Zeppelin. Die„ Times" erfahren aus New York, daß die Goodyear- 3eppelin Company in Acron den Bau eines Zeppelin- Luftschiffes mit einem Casinhalt von 5 Millionen Rubitfuß beabsichtigt. Das neue Luftschiff würde somit doppelt fo groß mie ber 3. t. 3 und würde für den Transatlantitbienst bestimmt fein. Die Ausarbeitung der Pläne wird fofort nach Ankunft des Chefingenieurs der Friedrichshafener Werte, Dr. Karl Arnstein, begonnen merden. Dr. Arnstein wird in 14 Tagen mit 12 3eidnern Deutschland verlassen, Kapitän Ernst Lehmann, der Vizepräsident der amerikanischen Gesellschaft, wird am Bau ebenfalls teilnehmen. Gewerkschaftsbewegung wie bisher mit 230 Stunden pro Monat bestehen. Die Bestimmungen Der Hauptfeind. " Die„ Rote Fahne" hat sich gestern wieder einmal ausgezeichnet. Der Schred über die Reichstagsauflösung hat ihr das bißchen Verband geraubt. Alls Sprachrohr der KPD. fann man freilich nicht erwarten, daß sie irgendeine flare politische Linie verfolgt oder eine Politik betreibt, die man als Arbeiterpolitif bezeichnen fönnte. Aber immerhin, soviel Dummheit hätten wir selbst der KPD. nicht zugetraut. Also die neueste" Parole" ist die Bolschewisierung" der KPD. Bisher nahm man an, die KPD. ist eine bolichemistische Partei. Das war offenbar ein großer Jrrtum. Sie war wahrschein. lich auch so eine verräterische reformistische" Partei und wird jetzt durch Ausschlüsse„ bolschewisiert". Aber nicht allein die KPD., auch die Gewerkschaften sollen nach dieser Methode des Selbstmords cus Ueberzeugung" bolschewisiert" werden. So beschloß wenigstens der Zentralausschuß der KPD. Und wenn der etwas beschließt, dann haben die Gewerkschaften stramm zu stehen und Order zu parieren. Der Zentralausschuß nahm zur Gewerkschaftsfrage" für die Kommunisten ist die Gewerkschaftsbewegung noch eine heiß umstrittene Frage auch eine Resolution an. Refolutionen müssen nun einmal fabriziert werden. Diefe Resolution verpflichtet die Mitglieder der KẞD., sich gewerkschaftlich zu organisieren. Um zu dieser Erkenntnis zu kommen, haben die Kommunisten zwar einige Jahre gebraucht, und sie ging ihnen auch erst auf, als fie von Moskau einen direkten Befehl erhielten. Aber was da ausgesprochen wird, verdient dem Meer der Vergangenheit entrissen zu werden, in das die Parolen der KPD. zu versinken bestimmt sind. Diese Resolution beginnt also folgendermaßen: „ Der Zentralausschuß der KPD erklärt: Die Beschlüsse des 5. Weltkongresses der KJ. verpflichten alle Mitglieder der Kommunistischen Parteien zur Mitgliedschaft und zur revolutionären Arbeit in den Gewerkschaften. Nur durch eine zähe und zielflare revolutionäre Aufklärungs- und Organisationsarbeit in den refor mistischen Gewerkschaften kann der Reformismus in der Gewert fchaftsbewegung, der Hauptfeind im proletarischen Befreiungskampi, überwunden werden." So, nun weiß man es! Nicht die Unternehmer, die die Löhne drücken und die Arbeitszeit verlängern, sind der Hauptfeind im proletarischen Befreiungstampf. Nicht die Deutschnationalen, die zurüc wollen zur Monarchie des Brotwuchers und des Militarismus, nicht die Völkischen, die den Militärstaat aufrichten wollen und zum Revanchefrieg treiben, nicht die schwerindustriellen, Volksparteiler sind der Hauptseind der waschecht mostowitischen Kommunisten: die fieben Millionen freigewertschaftlich organi= fierten Arbeiter, Angestellten und Beamten, die den kommunistischen Klamaut, ihren Parolenschwindel, ihre Fälscherzentrale, ihre illegalen Butschzellen ablehnen und fest auf dem „ reformistischen Boden der Sozialdemokratie stehen, die sind der Hauptfeind" der bolichemistischen Kommunisten! Die tommunistischen Einfaltspinsel, die derart der erdrückenden Mehrheit der organisierten Arbeiterschaft den Krieg erklären, im selben Augenblid, wo diese sich anschickt, allen Feinden des Prole tariats eine Entscheidungsschlacht zu liefern, reißen sich damit selbst die Moste der Einheitsfront" vom Gesicht. Und das ist gut jo. Der Zentralausschuß der KPD. hat damit allen Arbeitern gefagt, wo sie hingehören. Daß die KPD. als ernsthafter Gegner des Kapitals und der Reaktion nicht mehr in Betracht kommt, darüber wird sich auch der Zentralausschuß der KPD. feiner Täuschung mehr hingeben. Den Kampf für die Befreiung des Proletariats führt in jeder Beziehung allein die Sozialdemokratie, Schuiter an Schulter mit den formistischen" freien Gewerkschaf ten. Die KPD. fagt allen Arbeitern, daß wir ihr„ Sauptseid find. Somit stele fie fich selbst auf die Seite der Deutschnationalen und der Völkischen. Es ist erfreulich, daß das von Anfang an flar ausgesprochen ist. In der heutigen Stummer der„ Roten Fahne" wird dieser Kampf um die Einheitsfront der Kommunisten mit der Reaktion fortgefekt. In thrud fordert das bolfchemistische Blatt seine Anhänger auf:„ Der Wahlkampf muß in die Gewerkschaftsversammlungen getragen werden!" -Wir sind zwar der Meinung, daß die Gewerkschaftsversammlungen zu anderen Zwecken dienen; aber wenn es die Kommunisten durchaus haben wollen, so folien sie nur den Berjuch machen! Sie werden ihre blauen Wunder erleben über den Empfang, den ihnen ihr Hauptfeind" bereiten wird. Hinter dieser Aufforderung, die Gewerkschaftsversammlungen als Erfaz für die leeren Wählerver= sammlungen der PD. zur allgemeinen Rahbalgerei zwischen Arbeitern desselben Berufs zu machen, also die Zersplitterung der Arbeiterschaft bis zu ihrer Lahmlegung zu treiben, heißt es bann:„ Die Einheit der Gewertschaftsbewegung muß gerade im Wahlkampfe von den Kommunisten mit allen Mitteln propagiert merden". Hier fann man die Leiter wegziehen. geht es in der Heuchelei wirklich nicht mehr., Der Konflikt bei der Hochbahn. Höher Cie gestern stattgefundenen Verhandlungen zwischen den Organifafionen des Personals der Hochbahn und der Direktion über den Abschluß neuer Lohn- und Manteltarife brachten folgen Des Ergebnis: Die Forderung der Organisationen, auch in Zukunft für das technische und das Fahrpersonal getrennte Manieltarife zu haben, murde schließlich von der Direktion an er tannt. Dagegen wurden alle weitergehenden Forderungen, die auf eine Berbesserung der Tarifbestimmungen abzielten, abgelehnt. Für das technische Berfonal bleibt die Arbeitszeit von täglich 8% Stunde bestehen. Die Berbesserungsanträge wegen der Bezahlung von Krankheitstagen und der Berlängerung der Urlaubszeiten wurden von der Direktion nicht anerkannt; es bleibt bei den bisherigen Bestimmungen des Tarifs. Die Löhne der Handwerker und Vorarbeiter werden pro Stunde um 5 Pf., die der Vorhandwirter und Handwerker auch um 5 Bf. erhöht. Die Lohnerhöhung für Vorarbeiter, Angelernte, Ungelernte und Portiers beträgt 4 Pf. Fahrkartenoruderinnen, Arbeiterinnen und Reinemachfrauen erhalten 3 Bf. pro Stunde mehr. Die Erhöhungen betrage 1 im Durchschnitt 7 Proz. Derliner ElektrikerGenossenschaft Berliner angeschl, dem Verb, sozialer Baubetriebe Berlin N24, Elsässer Str.86-88 Fernsprecher: Norden 1198 Herstellung elektr. Licht-, Kraftund Signalanlagen Verkauf aller elektrischer Bedarfsartikel. Ausführung sämtl. Reparaturen Preiswerte, gediegene Arbeit • Karl Wilhelm Stange geb. 3 10. 1899, möchte ein Lebenszeichen an feine alte Mutter in Swinenründe geben. Wer über den Verbleib und jezigen Au enthalt orientiert ist, wird gebeten, Nachricht zu geben an Frau Ww. Marie Stange Swinemünde, Mühlenstraße 2 Die Arbeitszeit für das Verkehrspersonal bleibt auch für den Vorbereitungs- und Abschlußdienst und für die freien Tage haben eine wesentliche Verschlechterung erfahren. Auch in der Bezahlung der Krankheitstage und des Urlaubs ist der Tarif nicht geändert worden. Der Berkehrsbund hatte in bezug auf die Löhne beantragt, daß sich diese auf die entsprechenden Gruppen der Reichsbesoldungsordnung aufbauen sollten. Das hat die Direktion abgelehnt; die im folgenden aufgeführten Gehälter bleiben wesentlich dahinter zurüd. Es sollen erhalten: Zugprüfer monatlich 169 M., Zugfahrer und Weichensteller Anfangsgehalt 156 M., Endgehalt nach elf Dienstjahren 167 M., Bahnhofswarte und Zugbegleiter 141 refp. 150 M, Bahnstigschaffner 123 resp. 135 M., Fahrkartenverfäuferinnen 106 bis 117 M., Reinemachfrauen erhalten pro Stunde 39 Pf. Die Erhöhungen betragen hier etwa 6 Proz. Es besteht wenig Aussicht, daß das Personal der Hochbahn dieses Berhandlungsergebnis annimmt. Durch die Rücksichtslosigkeit der Direktion, nicht nur alle Verbesserungsvorschläge abzulehnen, sondern darüber hinaus noch Verschlechterungen durchzusehen, ist der Konflikt atut gemorden. beamten um 7 Broz. erhöht. Durch Schiedsspruch vom 8. Oftober war bekanntlich eine Gehaltserhöhung von durchschnittlich 24 Proz. für die Lehrlinge und jugendlichen Angestellten, für die über 20 Jahre alten Angestellten eine solche von 8 Proz., und zwar bereits ab 1. September zugesprochen worden. Wenn der Zentralverband der Angestellten und die übrigen am Reichstarif beteiligten Angestelltenverbände einer vergleichsweisen Erledigung auf der bes zeichneten ungünstigeren Grundlage zustimmten, so war hierfür die Erfahrung ausschlaggebend, daß bei den Arbeitnehmern günſtigen Schiedssprüchen auch nicht auf eine Verbindlichkeitserklärung durch das Reichsarbeitsministerium gerechnet werden kann. Löhne nach der Bedürftigkeit. In vielen Ländern ist während des Krieges die Zahlung von Familienlöhnen eingeführt worden, die nicht in Hinsicht auf geleistete Arbeit, sondern auf die Unterhaltungspflichten des Arheiters gewährt werden. In Frankreich bestand dieses System schon vor dem Kriege in gewissen staatlichen Berwaltungszweigen. Das Internationale Arbeitsamt wurde häufig um Ausfunft über Familienlöhne angefragt. Um den Wünschen nach dies bezüglichen Aufschlüssen zu genügen, wird es demnächst die Ergebnisse einer internationalen Erhebung über den Gegenstand Deröffentlichen. Ein Aufsatz in der Internationalen Rundschau der Bezirksverband Brandenburg. Arbeit" unterrichtet über die Gründe der Einführung der Familien. Unterbezirk Teltow- Beeskow. Am Sonntag, den 26. Oktober, vormittags 10 Uhr, findet in Berlin, Landtagsgebäude, Saal 7, ein statt. außerordentlicher Unterbezirkstag Tagesordnung: 1. Die Partei und die Wahlen. 2. Aufftellung der Kandidaten. 3. Wahl der Delegierten zu dem am 2. November stattfindenden Bezirksparteitag. vorzunehmen. Jeder Orisverein muß vertreten sein. Wir ersuchen die Ortsvereine, fofort die Wahl der Delegierten Der Unterbezirksvorstand. 3. 2.: W. Drügemüller. Unterbezirk Nieder- Oberbarnim. Am Sonntag, den 26. Oftober, vormittags 10 Uhr, findet in Berlin, Landtagsgebäude, Saal 15, ein flaff. außerordentlicher Unterbezirkstag Tagesordnung: 1. Die Partei und die Wahlen. 2. Aufstellung der Kandidaten. 3. Wahl der Delegierten zu dem am 2. November stattfindenden Bezirksparteitag. Wir ersuchen die Ortsvereine, sofort die Wahl der Delegierten vorzunehmen. Jeder Ortsverein muß vertreten sein. Der Unterbezirksvorstand. 3. A.: Hubert Kreuer. Zum Tariffonflikt in der Gasbetriebsgesellschaft. Gleichzeitig mit den Gas- und Wasserwerfarbeitern der städtischen Aktiengesellschaften nahmen gestern abend die Arbeiter der Gasbetriebsgesellschaft in einer überfüllten Bersammlung in der Bockbrauerei Stellung zu den Manteltariffragen, die besonders die Arbeitszeit betreffen. Bekanntlich war für die Gasbetriebsgesellschaft Ende vorigen Monats das lieberarbeitszeitabfommen abgelaufen. Ein Schiedsspruch sah die Wiedereinführung der achtstündigen Arbeitszeit vor. Die Arbeiter hatten den Spruch angenommen, während thn die Direktion ablehnte. Gnad vom Verband der Gemeindeund Stcatsarbeiter berichtete über die Verhandlungen, die mit der Direktion wegen des Streitfalles gepflogen worden sind und erklärte, daß der Kampf unvermeidlich sei, wenn das Reichsarbeitsministerium die vom Verband beantragie Verbindlichkeitserklärung nicht aussprechen follte. Noch eingehender Diskussion wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: Die in der Bodbrauerei versammelten Arbeiter der Gasbetriebsgefellschaft protestieren gegen die Verschleppung der Verhandlungen über den Mantel- und Lohntarif. Die Bersammelten erwarten, daß die Entscheidung des Reichsarbeitsministeriums über den schon am 1. Oftober eingereichten Antrag auf Verbindlichkeitserklärung nicht 1. Oftober eingereichten Antrag auf Berbindlichkeitserklärung nicht weiter verzögert wird. Sollte die Verbindlichkeitserklärung abgelehnt werden, so hat sofort die Urabstimmung über den Streit zu erfolgen. In diesem Falle sind die Arbeiter gewillt, mit allen Kräften den Kampf zu führen für die Anerkennung des Schiedsspruches über den Manteltarif und für eine ausreichende, den beutigen Verhältnissen angemessene Lohnerhöhung." Die Rote Fahne" schreibt in ihrem Bericht über die Versamm lung im Friedrichshain, daß Genosse Polenste es wagte", das Abkommen mit der Direktion zur Annahme zu empfehlen, und daß in dor Diskussion die Mehrzahl der Redner gegen das Abfommen gesprochen hätten. Dazu ist zu bemerken, daß Bolenske als Berichterstatter der Obleute sprach, die mit 20 gegen 6 Stimmen dem Abkommen zugestimmt hatten. Unter diesen Obleuten sprachen sich sämtliche führende Mitglieder der KPD. für das Abkommen aus. In der Vollversammlung, mo je vier Redner für und gegen das Abkommen sprachen, trat u. a. der Kommunist Ramin sehr warm für die Annahme des Abkommens ein. Wir sind neugierig, was die KPD. mit diesen offenbaren ,, Verräter" tun wird. Einigung im Versicherungsgewerbe. Der Tarifftreit im Versicherungsgewerbe ist durch eine am 20. Oftober im Reichsarbeitsministerium getroffene Bereintarung mit dem Arbeitgeberverband deutscher Versicherungsunternehmungen beigelegt worden. Hiernach werden mit Wirkung vom 1. Oftober ab die bisherigen Bezüge der Lehrlinge und jugendlichen Angestellten um 15 Proz., die Gehälter der Angestelltert über 20 Jahre, die sozialen Zulagen und die Spesensäge der AußenPelix Stoffe Singles Kottbuser Größte Anzüge Koftüme Auswahl Mantel Kleider Seiden Stoffe Konfektion Mäntel Koftüme, Rocke Gut- Reell- Billig! 2% Rabatt für Mitglieder Auf Teilzahlung Anzahlung Rest in 6 Monatsraten 8u Ladenpreisen tausen Sie elegante, gutsigende Herrensarderoben Damen- Gummimantel ALBERT bei eine löhne und die Art ihrer Zahlung. In Frankreich und Belgien erfolgt die Zahlung zumeist durch Ausgleichstassen der Unternehmer, in anderen Ländern ist die Sache durch Tarifverträge geregelt, und es besteht keine scharfe Unterscheidung zwischert Lohn und Familienzulage. Genaue Zahlen darüber, wie vielen Arbeitern Familienzulagen zugute fommen, liegen bloß aus wenigen Ländern vor. In Frankreich beschäftigen jene Unternehmungen, die Ausgleichstessen Dazu angehören, über Million Arbeiter; zählt man die Eisenbahner, Bergarbeiter, die öffentlichen Bediensteten ufm., so beträgt die Gesamtzahl 2 700 000. Von den Zahlungen des Staates abgesehen, belaufen sich die Aufwendungen für Familienzulagen auf etwa 300 Millionen Frank im Jahr. In Belgien kommer FamilienDer Betrag der zulagen ungefähr 280 000 Arbeitern zugute. Zulagen ist etwa 20 Millionen Frank im Jahr. In den Niederlanden erhalten rund 87 000 Arbeiter Familienzulagen. In allen Ländern Europas kommen folche Zulagen schäzungsweise für 8 Millio nen Arbeiter in Betracht. Kautsky- Feier. Der Bezirtsbildungsausschuß Groß- Berlins und die Berliner Funktionäre hatten Dienstagabend zu einer Kautsky- Feier in die Aula des Gymnasiums in der Mittenwalber Straße geladen. Feierliche Orgeltlänge leiteten ein, und die Improvisationen Rarl Ottos auf der Orgel gingen über zur Begleitung der Sängerin Rofa Hyorth Sell, die Mozaris Raniate mit der erzenen Stimme„ Die ihr des unermeßlichen Welts alls Schöpfer seid" vortrefflich sang. Dann hielt Genosse Hilfers ding die Festrede über das Thema„ Kautsky und sein Werk". Er Schritt mit den Zuhörern von Station zu Station im Leben Kautskys, unt zu erklären, wie dieser, der Sproß eines behäbigbehaglichen Bürgerhauses, zum Sozialismus gekommen ist. Das erfte große Erlebnis in Kautskys Leben war der Aufstand der Rommune nach dem deutsch- französischen Feldzug. Er begann nach dem Sozialismus zu suchen, zunächst unter der Führung der romantischen Romane einer George Cand, und er fand, wie so mancher andere Intellektuelle vor ihm und nach ihm, zunächst den Gefühlssozialismus. Dann stößt er auf Lassalle und auf Marr und auf dessen Rapital". Gleichzeitig studiert er Darwin, wird von Smith und John Stuart Mill angezogen, wie es denn überhaupt bemerkenswert genug ist, daß Kautsky fich auch auf dem Gebiet der Naturwissenschaften und der Biologie das Wissen eines Fachgelehrten angeeignet hat. Im Jahre 1880 fernt Rautsin in Zürich Bernstein und Bebel fennen, er wird nach London zu Marx und Engels geschickt, und er ringt von neuem, um Marg zu ver shehen und Marrist zu werden. Die Gründung der„ Neuen Beit" endlich schafft ihm das geeignetste Instrument für sein großes Wert. Er arbeitet unermüdlich daran, Wissenschaft und Arbeiter zusammen. zubringen, und sein Bestreben geht dahin, daß der Klaffeninstinkt zum Klassenbewußtsein erhoben wird. Die materialistische Ceschichtsauffaffung will er den Massen verständlich machen. Es kommt Der Kampf um den Revisionismus, und hier gebührt Kautsky das Verdienst, verhindert zu haben, daß in den Marrismus hineinfommt, was die Maffen verwirren fann. Dann der Krieg. Kautsky hat auch während dieser Zeit die beiden großen Ziele stets verfolgt, die Einheit der Partei zu erhalten und für die sozialistische Inter nationale zu fämpfen. Als Kautsky nach dem Kriege den Bosche mismus befämpfte, wurde er von nielen angegriffen und stand eine Weile isoliert. Doch die Geschichte hat ihm recht gegeben. Die 310lierung hat aufgehört, und er ist heute eng verbunden mit dem Empfinden des Proletariats. Kautsky hat, so schloß Hilferding, von allen wissenschaftlichen Sozialisten am flarsten und fonsequentesten gearbeitet. Einfach und flar ist sein Stil, und einfach ist stets fein Leben gewefen. Da Hilferding Kautsky als den Kämpfer für die Internatio. nale gefeiert hatte, fang Rofa Hyorth- Sell zur Klavierbegleitung von Dr. Alexander Rödiger ein paar internationale Lieder. Und zum Schluß ertönte wieder die Orgel. Ihre Harmonien entließen Rautskys Geburtstag war, sondern die man gleichzeitig als würdigen die Zuhörer von einer Veranstaltung, die nicht nur Feier von Anfang und Auftakt des kommenden Wahlkampfes ansprechen durfte. Kautsky- Ehrung. Der Bezirksbildungsausschuß hatte gestern abend die Funta tionäre von Groß- Berlin zu einer Kautsky- Feier nach der Auía des Gymnasiums in der Mittenwalder Straße geladen. Am Schluß der Feier, über die wir an anderer Stelle des Blattes ausführlich berichten, wurde folgendes Telegramm an Kautsky gesandt: Dem großen Führer des internationalen Proletariats fenden die zu einer Kautsky- Gedenkfeier versammelten Funktionäre der Sozial demokratie Berlins Gruß und Dant. Künstler." Berantwortlich für Politik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Gaternus; Gewerkschaftsbewegung: Fr. Eklorn; Feuilleton: Dr. John Schilowski: Lokales und Sonstiges: Frig Rarstäbt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Druck: Borwärts- Buchdruckerei und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. ähne 1.2 Teilzahlung Auf Teilzahlung! G.-M. auf gestattet b. kl. Anzahl u. wöchentl. Abzahlung von 1 G.-M. an. Echte Goldkronen v 8 G.-M. an. Ersatzkronen v. 3 G.-M. an. Zähne ohne Gaumenplatte v. 3. G.-M. an. Zahnz. mit Betäub 1 G.-M., b. Bestellg von Gebissen gratis. Rat und Munduntersuchung gratis 3 Jahre weitgehende Garantie. Ueber 20 000 Gebisse zur vollsten Zufriedenheit geliefert. Ecke SchönHatvani, Danziger Strasse 1, hauser Allee. 1 Vorzeiger 10% Rabatt. chenk Fahrräder und Nähmaschinen Höpenidier Sir. 127 Hof rechts, fein Laden. Geschäftsz 9-7 Uhr. Diskret! Ungeniert! Guter Schlaf ist das besie Heilmittel. Metallbetten für Groß und Klein, mit oder ohne Zubehör, Stahlmatratz., an Private. Bequeme Bedingungen Katalog 30A frei Eisenmöbelfabrik Suhl( Thür.) Leichtmotorräder Auf Teilzahlung ☑ Zettha, Berlin Oranienburger Strasse 65 Resonders wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN in der Gesamtauflage des Vorwärts" and billig! Herren- Garderobe Gute Qualitäten zu soliden Preisen ( AMNITZER Schönhauser Allee 821, am Untergrundbht. Nordring OLZHAUSER அ von 500 Mk. an, Schuppen, Hallen, Garagen eic. liefert preiswert kurzfristig Holzhausbau Littmann 54, Lothringerstrasse 91/93 Morden 6020/21 teppdecken preiswert, direkt Fabrik Bernhard Strohmandel, 72Wallst.72il.Spittelmarkt, E.Sendelst u.Nikolsburg.PL.2 AlteSteppded.werd aufgearb