fe.50841.Jahrgang Ausgabe A Nr. 258 Bezugspreis: Böchentlich 70 Goldpfennig, monatlich 8,- Goldmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, Saar- und Memelgebiet. Desterreich, Litauen, Luxemburg 4,50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmar? pro Monat. Der., Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und geit" mit., Gied. lung und Kleingarten" fowie der Unterhaltungsbeilage..Heimwelt" und Frauenbeilage Frauenstimme erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adreffe: Sozialdemokrat Berlin* Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Goldpieranio Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille seile 0,70 Goldmart, Reflamezcile 4.- Goldmark. Kleine Anzeigen das fettgedruckte Wort 0,20 Sold. mari( zulässig zwei fettaedruck: e Worte), jedes weitere Wort 0,10 Goldmart. Stellengesuche das erfte Wort 0,10 Goldmart jedes weitere Mort 0,05 Goldmark. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Seile 0,30 Goldmart. Eine Goldmark- ein Dollar geteilt burch 4,20. Anzeigen für die nächste Nummer müffen bis 41 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früb bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutfchlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292–295 Verlag: Dönyoff 2506-2507 Dienstag, den 28. Oftober 1924 Dr. Wirth für Republik und Frieden. Der Zentrumsparteitag gegen den Bürgerblock. Nach der mit großem Beifall aufgenommenen Rede des Reichstanzlers erstattete auf dem Reichsparteitag des Zentrums der Borsitzende der Reichstagsfraktion Abg. Fehrenbach Bericht Fehrenbach führte aus, daß die brennendste Frage für die Fraktionspolitik die Erweiterung der Regierung gewesen sei. Von der Partei sei eine Erweiterung der Regierung auch nach rechts durchaus gebilligt worden und ebenso die Bestrebungen der Reichsregierung, die Deutschnationalen in die Regierung und damit in die Verantwortlichkeit hineinzubeziehen. Es habe sich aber bald eine solche Erweiterung aus innerpolitischen Gründen als unmöglich herausgestellt. Die Deutschnationalen hätten zu der Frage der Innenpolitif eine Stellung eingenommen, die es unmöglich gemacht habe, fie in die Regierung hineinzubeziehen. Dadurch, daß sie diese aufrechterhalten hätten, hätten sie ihre Aufnahme in die Regierung unmöglich gemacht. Im weiteren Verlauf schildert der Redner dann den Verlauf der Verhandlungen über die Regierungserweiterung. Er betonte, daß auch die Haltung der deutschen Wolfspartei ver= fehlt gewesen sei, weil sie sich von vornherein hätte sagen müssen, daß die von ihr vorgeschlagene Lösung nicht zu einem Ziel führen tönne. Reichsarbeitsminister Dr. Brauns ergänzte die Mitteilungen des früheren Reichskanzlers Fehrenbach über das letzte Stadium der Regierungsfrise. Der nächste Redner war Reichskanzler a. D. Dr. Wirth, Dr. Wirth ber von der Versammlung stürmisch begrüßt wurde. führte aus: Das größte Unglück für die deutsche Nation bedeute ein Abirren von dem gegenwärtigen Weg der deutschen Politik. Wehe denen, die uns von diesem mit Erfolg eingeschlagenem Wege drängen wollen. Es ist gefährlich, wenn der politische Gegner bei dem Griff nach der Macht sich nur von innerpolitischen und parteipolitischen Erwägungen leiten läßt und alles Außenpolitische ausschaltet. Die deutsche Außenpolitik muß Dienst am Bolte sein, sie fann deshalb nicht nur unter dem Gefichtspunkt parteitaktischer Erwägun gen oder um ein paa: Ministersessel geführt werden. Wir sind noch nicht über die Gefahren, die der Außenpolitik des Kabinetts Marg drohen, hinweg. Wir haben bisher, soweit wie möglich, eine Bolitit der Lasten, die uns der Versailler Vertrag auferlegt hat, getrieben, die von den politischen Gegnern als Erfüllungspolitik ge fennzeichnet wurde. Wenn nun im Wahlaufruf der Deutschnationalen die Reinigung vom Erfüllungsgeist gepredigt wird, wenn der Verfassung und dem Parlamentarismus, die erst die Kräfte geschaffen haben, mit deren Hilfe man Ministersessel erobern wollte, der schärfste Kampf angesagt wird, dann ist das fein Innehalten der bisherigen Außenpolitit, fondern Schaffung starter Gegensätze im Inneon. Auch von der Gegenseite muß anerkannt werden, daß die Politik des Zentrums objektiv richtig gewesen ist. Diese Erkenntnis hat bei der Deutichnationalen Partei begreiflicherweise Unbehagen erregt. Dr. Wirth ging dann auf den Artikel des Grafen Westarp in der Kreuzzeitug" ein, der behauptet hat, die Richtlinien des Reichskanzlers Marr seien von den Deutschnationalen nicht ausdrücklich anerkannt worden, sondern die deutschnationalen Unterhändler hätten Vorbehalte entscheidender Art gemacht. Er fährt fort: Wir vom Zentrum müssen es ablehnen, unfere Politit Der englisch- russische Konflikt. Macdonald gegen das konservative Wahlkomplott. London, 27. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Der heutige Tag brachte eine weitere Entwicklung der die Oeffentlichkeit ungeheuer erregenden russischen Angelegenheit. Ratowiti händigte dem Foreign Office eine offizielle note ein, in der er eine Enfschuldigung von feiten der britischen Regierung und die Bestrafung aller für die Fälschung verantwortlichen privaten und amtlichen Personen fordert, sowie im Interesse von guten britischrussischen Beziehungen die Einfegung eines Schiedsgerichts zweds Prüfung der Angelegenheit. Gleichzeitig wurde dem Foreign Office mitgeteilt, daß an der Echtheit des Dokumentes keinerlei Zweifel bestehen können. Nunmehr hat Macdonald das Schweigen gebrochen und in einer Rede in Cardiff die Geschichte der Note an Rakowiti dargestellt aus seinen Ausführungen geht hervor, daß Macdonald erft inmitten des Wahlkampfes, am 16. Oktober, in den Besitz des Dokumentes gefommen ist und für den Fall, daß sich die Echtheit des Dokumentes später erweisen sollte, dem Foreign Office den Auftrag gegeben, eine Note vorzubereiten. Der vom Foreign Office verfaßte Tegt wurde von Macdonald abgeändert und schließlich Freitag nacht ohne ausdrückliche Genehmigung Macdonalds vom Foreign Office veröffentlicht. Ob die Note in ihrer ursprüngülchen Faffung oder in der von Macdonald abgeänderten Form veröffenlicht wurde, geht aus der Rede Macdonalds nicht hervor. Es hat den Anschein, daß Macdonald, froh Anerkennung der guten Absichten des Foreign Office, diejen Schrift als übereilt betrachtet und mit den meisten Ministern das Dokument für eine Fälschung hält. Er könne fich, führte er aus, des Verdachts nicht erwehren, daß die ganze Sache ein tonservatives Wahlkomplott jei. von der Rechten kompromiffieren zu lassen. Unser Kanzler Mary steht uns zu hoch, als daß irgendein Fleck von dieser Seite ihm angeheftet werden könnte. geheftet werden könnte. Mit den Schlagworten der verschiedenen Art, wie z. B. Wirth oder Stegerwald, die bestimmte Richtungen im Zentrum anzeigen follen, will die Rechte nur Verwir rung in den Reihen der Zentrumswähler stiften. Das ist die ganze Rechtstattik, die Frage der Taktik nach dem Wahlkampfe ist sekundärer Natur. Habe ich nicht recht gehabt, nach all den Geschehnissen ber letzten Wochen, schon früher vor den Manövern der Deutschnationalen zu warnen?( Lang anhaltender stürmischer Beifall.) Wir haben nicht unrecht gehabt, zu betonen, das Zentrum müsse nach eigenem Wissen und Ermessen die politischen Richtlinien auf stellen. Ferner stellte Dr. Wirth die Frage, wo die Kräfte herfemmen, die dem Ziel der Rettung der nationalen Freiheit und der Wohlfahrt der deutschen Bevölkerung dienstbar zu machen wären. Glaubt jemand, daß die vier von den Deutschynationalen präsentierten Ministerkandidaten, die in der entscheidenden Sihung vom 29. August mit Nein gestimmt haben, den außenpolififchen Kurs der Regierung Marr garantiert hätten? Jetzt ist es erwiesen, daß die Deutschnationale Frattion am 29. August deshalb halb und halb stimmte, um die negativen Politiker nachher ins Kabinett zu schicken. Das Zentrum wird, so führte er zum Schluß aus, nicht nur wieder tommen, sondern gestärkt aus dem Wahlkampf hervorgehen. In Zukunft handelt es fich um die Lösung folgender Probleme: 1. Sicherung unserer heutigen Staatsform, 2. Beseitigung des in unserem Volfe vorhandenen Elends 3. Gesundung der Finanzen in Reich, Ländern und Gemeinden, 4. die große taktische und prinzipielle Führung der Außen politif. Wer das Zentrum unterstützt, wer die Hand reicht zur Fortführung der außenpolitischen Linien und zur Lösung dieser Probleme, der wird nicht nur unser Mitarbeiter, sondern auch unser Freund sei. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depositenkañe Lindenstraße 3 Hoffnung auf Segen. Kommunisten als Retter ans deutschnationaler Not. Was niemand mit gesundem Menschenverstand und den einfachsten Kenntnissen im Rechnen für möglich gehalten hat, das ist plöglich Tatsache geworden. Für jeden durchschnittlich Gebildeten bringt das Hamburger Wahlergebnis einen deutschnationalen Stimmenverlust um 26 Proz., den Zusammenbruch der Völkischen, die nur ein Drittel ihres Befißstandes vom 4. Mai wahren konnten, und einen Rückgang der Kommunisten um ein volles Drittel ihres Bestandes. Die Sozialdemofratie hat dagegen ihre Stimmenzahl nicht nur gehalten, sondern vergrößert. Aber das ganze ist doch eine eflatante ,, Niederlage der Sozialdemokratie". Wer das nicht glaubt, der mag die Berliner deutschnationalen Blätter vom Montag abend durchlesen. Gerade, als ob wieder einmal der Matador der Partei, v. Lindeiner, den folgsamen Redaktionen die notwendigen Anweisungen gegeben hätte, so wird übereinstimmend in der Deutschen Tagesgeitung", der Deutschen Zeitung", vor allen Dingen aber im Hugenbergschen Tag" der Nachweis" geführt, daß die Sozialdemokratie und der Linksblock eine schwere Niederlage erlitten hätte. Um einen solchen Nachweis führen zu können, bedarf es einer nicht geringen Fertigkeit auf dem Gebiete der Taschenspielerei. Man stellt nämlich gegenüber das Wahlergebnis vom Februar 1921 und das vom 26. Oktober 1924, und läßt den 4. Mai dieses Jahres einfach in der Versenkung verschwinden! Nun ist es richtig und allgemein bekannt, daß sich seit 1921 die Parteiverhältnisse auch in Hamburg verschoben hatten, und der 4. Mai mit seinen Inflationswahlen hat ja dafür einen Beweis geliefert, der den Deutschnationalen den Mut gab, fategorisch den Rücktritt der bisherigen und die Ernennung einer neuen Reichsregierung unter der Führung eines der Ihrigen zu verlangen. Auch in Hamburg hatten die Deutschnationalen wie die Bölkischen am 4. Mai einen verhältnismäßig starken Aufschwung erlebt, der ihre Wünsche und Hoffnungen ins ungemessene steigerte. Während die Deutschnationalen bei den Bürgerschaftswahlen 1921 nur 56 478 Stimmen zählten, wurde diese Zahl bei den Maiwahien dieses Jahres fast verdoppelt, bei denen 114 498 deutschnationale Bettel abgegeben wurden. Damals schien es den Parteihäuptimmer anmaßender, immer großspuriger wurde ihre Redeweise. Wer da wissen will, wie sich in den Hirnen der Deutschnationalen das Ergebnis der letzten Reichstagswahl auswirkte, der mag in einem der Hamburger Flugblätter nachlesen, in dem es hieß: Den Ausführungen des ehemaligen Kanzlers folgte ein minutenlanger, nicht enden wollender Beifall Juftigiat Mönnig betonte in seinem Schlußwort, daß der starte Beifall, der Dr. Birth gezollt worden sei, nur beweise, daß die Grundfäße, die ei vertreten habe, die Grundsätze der Partei seien. Als erster Debattenredner sprach der Frankfurter Universitäts- lingen, ale ob ihr Wachstum nirgends Halt finden würde, professor Dessauer, der mit Genugtuung feststellte, daß Marr nicht weiter nach rechts gegangen sei. Man tönne nicht zulassen, daß in das in Weimar gebaute Haus Leute hineingelassen werden, die von vornherein erklären, daß es ihre Abficht sei, dieses Haus zu zerstören. Abgeordneter Esser verweist auf die Tatsache, daß Laver renz, dem ein Ministerposten zugedacht war, gegen die Dawes Geseze gestimmt hat. Wie könne man von solchen Männern erwarten, daß sie, zur Mitregierung zugelassen, die von Marg erfolgreich beschrittene außenpolitische Bahn mitgehen würden! Abg. Ülisa- Oberschlesien bekennt sich zum Kabinett Marr und zu dem Willen, an der bisherigen Politit festzu halten. Die Verhandlungen dauerten bis 48 Uhr. Alle Redner traten für eine einmütige und geschlossene Haltung des Zentrums ein und billigten die Politik des Reichskanzlers. Heute vormittag wird die Tagung fortgesetzt. Durch Macdonalds Rede sind die bürgerlichen Anschuldigungen völlig zusammengebrochen. In den Kreisen der Labour Party ist man der Ansicht, daß der gegen die Partei geplante Streich sich am Wahltag gegen feine Urheber wenden werde. Kommunistische Konzessionspolitik. Berschacherung füdrussischer Kohlengruben an Italien. Rom, 27. Oktober.( Eigener Drahtbericht.) Die Sowjetregierung hat nun auch den italienischen Kapitalisten gegen flingende Münze einen Teil der sozialisierten Erdschähe Rußlands verkauft. Einem ifalienischen Konsortium ist nach einem Abkommen zwischen dem russischen Botschafter und Mussolini das alleinige Recht zur Ausbeutung der Kohlenlager im Donezgebiet auf die Zeit von 33 Jahren verliehen worden. Die neueste wirtschaftspolitische Maßnahme der Moskauer Sowjetregierung reiht sich ihren bisherigen würdig an. Nach dem sie erst vor kurzem dem amerikanischen Trusttönig Harriman das alleinige Recht auf die Ausbeutung der Manganerzlager in Georgien verkauft hat, geht sie nun dazu über, auch die südrussischen Kohiengruben, die in der ruffischen Wirtschaft etwa dieselbe Rolle spielen wie die Ruhrkohlen gruben in der deutschen, an das italienische Kapital zu verschachern. Ein rührendes Bild: die kommunistische Sowjetregierung Arm in Arm mit Mussolini, dem Protektor des italienischen Kapitals, und Harriman, dem mächtigsten Gegner der amerikanischen Arbeiterklasse. Und unter dem Schutz dieser heiligen Dreieinigteit- Sino wjew, der unter behaglichem Schmunzeln der Trusttönige und Konzessions befizer das Geschäft der internationalen Brunnenvergiftung und Verhegung der Arbeiterklasse betreibt! ,, Das Volf hat bei der letzten Reichstagswahl den schuldbeladenen sozialistischen und demokratischen Parteien und damit der von ihnen gebildeten Regierung eine niederschmetternde Niederlage bereitet. Knapp die Hälfte ihrer Reichstagsfize verloren sie, während die Deutschnationalen zur größten Fraktion wurden. Was ge= schah aber in Berlin? Die Berliner Machthaber fümmerien sich einen Pfifferling um den Willen des deutschen Boltes. Das alte Reichsfabinett blieb im Amt, und der Reichspräsident Ebert weigerte sich, den Deutschnationalen die Regierungsbildung zu übertragen. Erstes Gesetz einer parlamentarischen Boltsvertretung ist, daß die ffärkste Partei in Parlament mit der Regierungsbildung beauftragt wird... In der Deutschen Republik wird dieses Erste Gesez mit Füßen getreten. Die stärkste Partei wird nicht mit der Regierungsbildung beauftragt." Das war wenige Tage vor der Hamburger Wahl niedergeschrieben! So start fühlten sich die Deutschnationalen auch im Hamburg, daß sie es als ein von Gott gegebenes Recht ansprachen, als stärtste Partei anerkannt zu merden. Nun haben fie in den wenigen Monaten, die seit der letzten Wahl vergangen sind, nicht weniger als 31000 Stimmen eingebüßt, während die Sozialdemokratie wie bisher die stärkste Partei in Hamburg blieb. Nach der Logik der deutschnationalen Forderungen muß also die Sozialdemokratie als stärkste Partei mit der Hamburger Regierungsbildung betraut bleiben. Gelbst die übelsten Gehirnverrenkungen deutschnationaler Arithmetiker können daran nichts ändern. Das wird auch um so leichter möglich sein, als alle Anstrengungen von Bolkspartei und Deutschnationalen es nicht fertig brachten, einem Rechtsblod die Mehrheit zu verschaffen. Die Bolkspartei und die Deutschnationalen gingen in Hamburg Hand in Hand. In einer Reihe von Flugblättern, die von sogenannten unparteiischen Vereinen herausgegeben waren, wurden sie ohne weiteres als Rechtsparteien" gleichgestellt. Bei beiden war die Hoffnung start, daß die Wahl in Fortsetzung der durch den 4. Mai gezeichneten Linie zum Bürgerblod führen würde. 77 Nun ist die Enttäuschung groß. Deshalb wird jetzt nach einem Ausmeg gesucht. Der deutschnationale Lag" hat ihn spielend gefunden. Er rechnet aus, daß der bisherige Senat in die Minderheit gedrängt sei und zwar seht er alle Hoffm auf den lieben Bundesbruder von links, die Kommunisten. Co schließt er seine Beweisführung: ®a tft« 24 Kommunisten ffir Wc SenatsbWuny nicht in Fra n g anerkennen würden. Die Deutsch- nationalen haben diese Anerkennung au sdrückl i ch aus- gesprochen vorbehalilich der näheren Formulierung in der Re- gierungserklürung. Es wurde ferner gar kein Zweifel darüber ge- lassen, daß der wesentlichst« Punkt der Richtlinien die Zu- sicherung der durchaus loyalen Durchführung der Dowes- Gesetze darstelle. Dagegen ist kein Widerspruch seitens der deutschnationalen Dcrhondlungsführer erhoben worden!— Es ist ferner unrichtig, daß, wie Gros Westarp schreibt,„es an Vor- behalten entscheidender Art gegen die Richtlinien nicht gefehlt habe". Es ist von„Vorbehalten" in entscheidenden Punkten über- Haupt nicht die Rede gewesen." Es steht also Erklärung gegen Erklärung. Kein Zweifel, daß den Leuten der fünfzigprozentigen Gesinnung von vorn- gänge. Hie Staabsoper, hie städtische Oper— das muß die Devise sein. Staat und Stadt werden sich in dem Augenblick, in dem endlich eine solide Grundlage gefunden ist, ihren moralischen Verpflichtungen nicht entziehen und werden künstlerische Kräste zu schützen, die in Not Geratenen zu stützen wisien. Die Proletarische Feierstund?, die am Sonntagmittag im Großen Schauspielhaus veranstaltet wurde, galt dem zwanzigjährigen Bestehen des Vereins sozialistischer Arbeiter- jugend Groß- Berlin. Freudig war die sozialistische Jugend nach dem Großen Schauspielhaus gekommen und füllte das weite Rund des Hauses. Nach Orgelpräludiimi sarg der von Rose- berry d'Arguto vorzüglich geschulte Chor das fünfstimmige Madrigal„Junges Volk" und den stimmungsvollen altengiischen Kanon„Sommer ist in» Land gekommen". Dann hielt Staatssekretär Genosie Heinrich Schulz die Ansprache. Er erinnen- an di- Ansänge der sozialistischen Jugendbewegung, er gedachte der Kämpfe und Widerstände im alten preußischen Polizeistaat, er sprach von der verheerenden Wirkung des Krieges, von dem schnellen und kräftigen Wachsen der sozialistischen Jugendorganisation und hatte für sie die aufrichtigsten und besten Wünsche in die Zukunft. Ge- nosie Schulz sprach aus liebevollem Gerzen, er sprach als wahrer Freund und Förderer der Jugend, und die Jugend am Sonmaq im Großen Schauspielhaus dankte ihm mit lautem Händeklatschen, Die Uraufführung des tragischen Maskenspiels.Das Rad" von Paul Zech, die mm folgen sollte, mußte leider wegen schwerer Er- krantung des Regisseurs Heinz Goldberg ausfallen Es war gewi' kein Ersatz, wenn in die Lücke Theo Mac et sprang und Gedicht von Lessen. B-rthel, Liebscher. Henckel. Jürgen' Brand und BSranger rezitierte. Aber er entledigte sich seiner Aufgabe mit viel Glück und großem Geschick und fand dankbare Zuhörer. Chor- gesänge und Orgelphantasie, von Willi Jäger aefoielt, beendeten die eindrucksvolle Kundgebung. K. F. Das Gemüt und dl? kanailld. Zwei Tanzabende im B lüthnersaal. Ein schöner Jüngling mit dem unwahrschein. llch melodischen Namen Olindo Looael erscheint auf dem Poduun, umschreitet langsam die Bühne, tief versonnen, die Augen halb geichlcijcn, oft unsicher schwankend wie von Rausch oder Traum befangen. Schmiegt sich in weichen Bewegungen musikalischen �syytymen an.(im Priester Des neuen Tanges? Eher ein dienender Chorknabe,«in sanftes passives Gemüt, kaum fähig zu selbNändizem (o-gtaiten. abhängig von den Tönen, die sein Körpergefühl inspirie- ten. Im Besitz einer beachtenswerten Technik, mit der er aber so wen'0 anzufangen weiß, daß seine besten Wirkungen wie ungewollte Zufcllseiiekte aussehen. Im vorigen Jahre lachte das Vublikum ihn aus. Diesmal nahm man ihn ernst, nicht weil er reifer geworden wäre, sondern weil man inzwischen zugelernt hat und den virtuosen Macher von einem redlich Wollenden zu unterscheiden weiß, auch wenn dieser mit unzulänglichen Mitteln arbeitet. Drei Tage später. Sturm an der Kasse. Ueberfüllter Saal. Valeska Gert tanzt. Ihr« frühere Glanznummer„Kanaille" hat sie aus dem Programm gchtrichen. Aber sie könnte alle ihre Tänze sc nennen, die alten wie die neuen. Stur die zwei seriösen Nummern, eine schlichte eindrucksvolle Vision„Demut" und die wohlfeil knallige herein mur fünfzigprozentige Glaubwürdigkeit zugebilligt werden kann. Fest steht, daß der Bürgerblock auf einer Lüge aufgebaut werden sollte der Lüge von der außenpolitischen Bandlung der Deutschnationalen. Haben die Deutschnationalen der Regierung rückhaltlose Versicherungen gegeben, so ist sie felbft Opfer der Lüge. Sie hätte jedoch wissen können, zu mieviel Prozent deutschnationale und rückhaltlose und ausdrückliche Erklärungen ehrlich sind. Schwarz- Rot- Gold voran! Der Siegeszug des Reichsbanners der Republik. Der Sonntag stand unter dem Zeichen des Reichs banners Schwarz- Rot- Gold. Am Niederrhein, am Oberrhein, im Ruhrgebiet, in Miteldeutschland und in Potsdam fanden machtvolle Rundgebungen für die Republik statt, die ganz vom Geifte der Einheit und der Siegeszuversicht getragen waren. Die Veranstaltungen verliefen in voller Harmonie. Weder die Kommunisten, noch die Monarchisten wagten die Feiern zu stören, und selbst in Potsdam, wo es die Deutsch nationalen an Hezz versuchen nicht hatten fehlen lassen, tam es dank der Disziplin und der moralischen Ueberlegenheit der Reichs bannermannschaften zu feinen größeren Zusammenstößen. Sehr gegen den Wunsch der Deutschnationalen. Schon die deutschnationale Montagspreise versuchte es so hinzustellen, als habe der Republikanertag in Potsdam unter dem Zeichen des Terrors und blutiger Auseinandersetzungen geftanden. Die amtliche Bresse der Deutschnationalen nimmt diese Fälschungsmanöver auf. Sowohl die Deutsche Tageszeitung" wie die„ Deutsche Zeitung" und die Kreuz- Zeitung" sprechen von Tätlichkeiten und Ausschreitungen der Reichsbannerleute. Die Deutsche Zeitung" versieht ihren Bericht mit der Ueberschrift„ Blutige Heldentaten des Reichsbanners". Noch findiger in der Fabrikation von Schauermärchen und Schauer überschriften ist die„ Kreuz- Zeitung".„ Der Rachezug nach Botsdam"," Das Reichsbanner provoziert"," Schlägereien, Stinkbomben, Sowjetfterne"," Schwarz- rot- goldener Landfriedensbruch"," Schwarz- Rot- Gelbe gegen das Publikum" signalisiert das Blatt seinen Lesern. Daß es sich bei dieser Art von Berichterstattung um einen Teil jenes Berleumdungsfeldzuges handelt, der seit der Gründung des Reichsbanners von den völkischen und deutschnationalen Monarchisten systematisch getrieben wird, braucht nicht besonders hervorgehoben zu werden. Das Reichsbanner wird diese Angriffe in Ehren bestehen. Sie zeigen lediglich die unehrliche und unehrenhafte Kampfesweise fowie die Wut und Angst der Angreifer vor dem Einheitslager der Republikaner, dem Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold! Der Berleumdungsfeldzug gegen den Republifanertag in Potsdam war forgfältig vorbereitet. Die reaktionäre Preffe hatte es an aufputschenden Artikeln. nicht fehlen lassen. Die Kreuz- 3eitung" vor allem ließ nicht im unklaren darüber, worauf man es im deutschnationalen Lager abgesehen hatte. Sie schloß einen maßlos aufreizenden Artikel am Tage vor der Veranstaltung mit den Worten: Der Rachezug ist um adht Tage verschoben worden, er soll morgen stattfinden. Die Herren Braun, Severing und Löbe find mohl nicht im unttaren darüber, daß sie und mit ihnen die Sozialdemokratische Partei die moralische Berantwortung für alle Folgen fragen, die aus dem Rachezug nach Potsdam etwa entstehen werden." Bei den Deutsch nationalen rechnete man nicht nur von vornherein mit Ausschreitungen, sondern man münschte sie geradezu und ließ deshalb eine ergebene Breffe die Rolle des agent provocateur spielen. Der Erfolg war der, daß tatsächlich einige Freunde der Methoden Luden dorff und Laverrenz einen förmlichen Gastrieg mit Stintbomben gegen die aufmarschierenden Reichsbannermannschaften eröffneten, und daß man die Feier durch pro vozierende Lieber zu stören versuchte. Später folgten Angriffe rechtsraditaler Gruppen auf Fahnen Bantomimit Tod", fallen aus dem Rahmen. Alles übrige ist unerhört schmissige, grimmig pietätlose Berultung, tausendfach gepfefferter Haut- gout, getanzte Zeitfatire. Jeber Sprung eine Pointe, jeder Schwung ein flatschender Pritschenhieb. Keine Spur von tän gerischem Rhythmus, alles pantomimische Karikatur. Giftige, groteste Berrbilber einer dem Untergang geweihten Uebertuttur. Im Parkett hörte ich eine Dame sagen: Sie ist die größte neben der Wigman". Es scheint doch, daß ein Teil des Publikums noch nicht genügend zugelernt hat. Sonst würde es die große, im Werden begriffene Kunst der Zukunft von einem geistreichen, blendenden Barieté zu unterscheiden wissen. J. G. Im Blüthnerfaal wurde zum erstenmal ein Film gezeigt:„ Mit der Hapag nach Südamerita". Die Hamburg- AmerikaLinie hatte die Aufnahmen in Brasilien und Argentinien machen laffen, und die Hamburg- Amerita- Linie führt auch den Film vor. Also ein Reklamefilm, oder, wie man in solchen Fällen feiner und vorsichtiger sagt, ein Werbefilm. Gewiß ist gegen derartige Vor: führungen nichts einzuwenden. Im Gegenteil, gerade der Film ist der geeignetste Vermittler der Kenntnis von deutschem. Fleiß und deutscher Energie, und die Aufnahmen von dem Leben und der Induſtrie fremder Länder, von der Eigenart der Vegetation und der Schönheit der Landschaft vermögen zur Völkerverständigung und auf eine so unzulängliche Weise geschehen wie hier. Das Firren und Fimmern der einzelnen Bilder war zum Teil unerträglich, die Aufnahmen waren meistens zu matt, die Beleuchtung im Vorführungsapparat bald zu schwach, bald zu grell. Dazu kam, daß Der Mann am Apparat es überaus eilig hatte, und die Bilder im Galoppschritt cm Beschauer vorüberzogen. Auf die Protefte des Publikums mäßigte er zwar das Tenipo, aber einen nennenswerten Gindruck konnte eine solche Filmvorführung nicht hinterlassen. Schade barum. Die Hamburg- Amerifa- Linie aber sollte diesen Film nicht auf Reisen schider, sondern ihn durch einen anderen, schöneren und prägnanteren erfegen und für geeignetere Borführung Sorge tragen. K. F. Drei neue Everest- Expeditionen. Wie Londoner Blätter mit teilen, soll die für 1926 nunmehr festgesetzte neue englische EverestErpedition zwei Rivalen erhalten. Sowohl die Schweizer wie die Deutschen bereiten Unternehmungen vor, die bereits im nächsten Jahr die Eroberung des höchsten Gipfels der Erde sich zur Aufgabe stellen. Die Schweizer Expedition wird aus 25 der besten und erfahrensten Bergführer bestehen, die von einem bekannten AmateurAlpinisten geleitet werden Die deutschen Alpinisten sollen nach den Angaten der englischen Bälter einen Fonds für die Organisation ihrer Expedition fammeln, und als Better soll der berühmte Inns bruder Bergsteiger Bhilipp von Pfeiffer in Aussicht genommen fein, der in den Mpen eine langjährige Erfahrung gesammelt hat. Ite Musit. Die Gesellschaft zur Pflege alter Mufit veranstaltet im Rahmen der Humboldt- Hochschule Mittwoch 8 Uhr in der Hochschule für Mufit einen Kunstabend, an dem zur Aufführung gelangen: Stompofitionen Friedrichs II., Johann Sebastian Bachs, Friedemann Bachs und Bring Louis Ferdinands. Die Rüdtehr Knud Rasmussens. Nach mehr als breijähriger Reife an der arktischen Stüfte traf in Seattle( Kalifornien) der Führer der dänischen Expedition zum Studium der Estimos, Knud Rasmussen, ein. der Republik. Bei dieser Gelegenheit erhielt ein Reichs| Denten fann jene Buscherung mur bebeuten, daß nach Anbannermitglied schwere Kopfverlegungen. Das sind Vorfälle, rahme des Londoner Patts die deutschnationale Reichstagsfraktion die der Kreuz- 3eitung" entnommen sind. Site im Reichskabinett erhalten sollte." Wenn die Rechtspresse angesichts dieser Tatsachen von Provokationen des Reichsbanners spricht, so ist das die beste Illustration für die Berlegenheit, in die das Monarchistenlager durch den Verlauf des Potsdamer Republikanertages versezt worden ist. Da man dem Reichsbanner nichts am Zeuge flicken tann, muß man zu Fälschungen greifen. Das Reichsbanner wird sich durch derartige Manöver ebensowenig beirren lassen als die republikanische Bewegung. Sie wird am 7. Dezember mit der Fraktion Stintbombe abrechnen. Der Spandauer Abbauskandai. Verschlagenheit, Hinterlift, undeutsch, antinational! Eine. freundliche Begrüßungsansprache für den Zentrumsparteitag! Die But macht die Deutschnationalen offenherzig. Der widerwärtige Charakter der Politik halb und halb der Deutschnationalen tritt um so flarer hervor. Der dumme Jude Marx. Die Wahlparole der evangelischen Pastoren. Das im Berborgenen blühende Blättchen der evangelischen Bastoren, der Reichsbote" lebst du auch noch? instruiert feine Lefer in den Pfarrstuben für den Wahlkampf, den es im Geiste Luthers führen will: ,, Nun gilt es aber mit aller Macht, so viele Deutsche wie möglich mit diesem freien, fröhlichen Christengeiste Luthers zu erfüllen. Derselbe wird wie eine innere Lebenssonne wirken, von der aus Ehrlichkeit, Geradheit, Natürlichkeit, Ehrfurcht, Liebe, Vertrauen, Einigkeit in alle Lebensgebiete unferes Boltes dringen werden Man wird sich abkehren von dem teuflischen Lügengeiste des im Grunde dummen, nur von wahnsinnigem Ehrgeize und Herrschsucht getriebenen Juden Mary. Man erzählt folgende Anekdote von Sereniffimus: Serenissimus Rindermann:„ Aeh, lieber Kindermann, hm ja, Bismard? Netter Kert, wirklich netter Keri! Aber dumm! Dumm!" Also Wahlparole der Pastoren: gegen den dummen Juden Mart. Für solche Leser des„ Reichsboten", die nicht im Bilde sind: fie meinen natürlich: Marg, Karl, nicht Mary, wilhelm. Die endlose Reihe der skandalösen Abbaubeschlüsse ist diefer Tage in Spandau durch den( wenn auch nur provisorischen) Beschluß, den stellvertretenden Spandauer Bürgermeister, Genossen Dr. Herz, abzubauen, vermehrt worden. Der Beschluß ist mit einer fnappen Majorität gefaßt. An ihm haben auch die Mittelparteien mitgewirkt. Die Motive dieses Beschlusses sind in den Verhandlungen ganz eindeutig zutage getreten, es handelt sich um ganz gewöhn lichen Antisemitismus, der sich bei den Demokraten ganz befonders gut ausnimmt. Im allgemeinen werden die Abbaubeschlüsse gegen sozialdemokratische Stadträte mit ihrer angebau lichen Unfähigkeit begründet. Spandau ist ein Novum infofern, als dort der Abbau wegenbesonderer Fähig keit erfolgt; denn bei den Beratungen ist ausdrücklich darauf hingewiesen, daß Genoffe Dr. Herz als guter Jurist und Anmalt bei seinen nicht zu bestreitenden Fähig feiten sehr bald in der Lage sein würde, fich eine neue wirtschaftliche Position zu schaffen. Die Spandauer sind wenigstens originell. Vielleicht könnte man, wenn diefe Logit anerkannt wird, wenigstens alle übrigen Abbaubeschlüsse rückgängig machen. Denn da die Unfähigkeit der an anderen Orten abgebauten Sozialdemokraten selbstverständlich gerichtsnotorisch" ist, find doch diese Sozialdemokraten wirtschaft lich am schlechtesten dran! In Wirklichkeit zeigen die frummen Gedankengänge bürgerblödlicher Logit nur, welche Bere renkungen die Herrschaften vornehmen müssen, um zu ihrem Biel zu kommen. In allen bürgerlichen Parteien Spandaus ist nur die eine Anlicht vertreten, daß an der Qualifitation des Genossen Herz nicht gezweifelt werden kann. Aber er ist Jude, er ist Sozialdemokrat, er muß verbrannt werden. Bis jekt ist der Spandauer Abbaubeschluß erst einmal gefaßt, also wohl nur als vorbereitender Beschluß entsprechend den Bestimmungen der Abbauverordnung aufzufaffen. Wir richten an Demokraten und Rentrum die Frage, ob sie es wirklich bei diefem Standal belaffen wollen. Nie mand, der die Spandauer Berhältniffe fennt, magt zu leugnen, daß hier eine ungeheuerliche Rechtsbeugung vorliegt. Noch ist es Beit, fie rückgängig zu machen. Bayern schützt O. C. Ein Schritt bei der Reichsregierung. München, 27. Oktober.( Eigener Drahtbericht.) In der Hauptverhandlung, die in der vorigen Woche vor dem Staatsgerichtshof zum Schuhe der Republit gegen die Mitglieder der D. C. wegen Geheimbündelei stattfand, ist nach Ansicht der bayerischen Regierung die Berufung der Richter in einer Weise erfolgt, die mit dem 26 tommen zwischen der bayerischen Regierung und der Reichsregierung über die Bildung des Süddeutschen Senats beim Staatsgerichtshof nicht vereinbar fein foll. Die bayerische Regierung hat deshalb Schritte bei der Reichsregierung unternommen. Eine deutschnationale Jrreführung. Der Berliner Lokalanzeiger" wußte dieser Tage zu berichten. = daß der Schriftsteller v. Gleichen Rußwurm sich wegen Herabsetzung der republikanischen Staatsform und wegen Beleidigung des Reichspräsidenten Ebert und des preußischen Innenministers Severing vor dem Schöffengericht in BerlinSchöneberg zu verantworten gehabt hätte und daß das Gericht unter Ablehnung des angebotenen Wahrheitsbeweises den Angeklagten freigesprochen hätte mit der Begründung, daß v. Gleichen die republikanische Staatsform nicht habe verächtlich machen wollen. man tann Dieser Bericht des deutschnationalen Blattes ist wohl annehmen absichtlich irreführend; denn es hat sich nicht um ein Beleidigungsverfahren gehandelt, das die Stellung eines Strafantrages durch den Reichspräsidenten zur Voraus fegung gehabt hätte, sondern um ein Verfahren auf Grund des Republitschutzgesetzes, an dem der Reichspräsident persönlich ebenso unbeteiligt war wie der preußische Innenminister. Wahlvorbereitungen. Die Deutschkonservativen, deren immer noch vorhanbene Organisation als Aufsichtsinstanz für die politische Haltung ber Deutschnationalen funktioniert, erlassen folgenden Aufruf an ihre Mitglieder: Namens des Engeren Vorstandes der Konservativen Partei fordern die unterzeichneten Borsigenden die konservativen Parteifreunde auf. bei den bevorstehenden Wahlen zum Reichstag und Preußischen Landtag sich für die Deutschnationale Boltspartei einzusehen, deren Geschloffen heit zu wahren und jede Wahlmüdigkeit zu be= tampfen um diese Aufgabe mit Erfolg lösen zu können, ist es erforderlich, daß bei der Aufstellung der Wahllisten der tonservative Gedante innerhalb der Deutschnationalen Boltspartei zu angemessener und wirksamer Bertretung gelange. Wir fordern deshalb unsere Freunde weiter auf, fich in den Streisvereinen und Landesverbänden auch hierfür mit aller Entschiedenheit einzusetzen, weil nur so Gefahren Ser Absplitterung und Bahlmüdigkeit verhindert werben tönnen. Graf Westarp. D. Graf Seidlig- Sandreczki. Die Deutschkonservativen werden dafür sorgen, daß die Ja= aus der Furcht vor der Wahlmüdigkeit. ** Eine Erklärung der Verteidigers im D. C.- Prozeß, Justizrat hahn, läßt darauf schließen, daß der Schritt der bayerifchen Regierung auf Anlaß oder zum mindesten in Berbindung mit den vom Staatsgerichtshof Berurteilten unternommen worden ist. Justizrat Hahn sekt die Gründe für jager abgefägt werden. Der Hamburger Schreden( pricht die Beschwerde im einzelnen auseinander. Der Kern ist der, daß der Vorsitzende des Staatsgerichtshofes für drei ver. hinderte füddeutsche Beisiger infolge der Dringlichkeit der Angelegenheit drei Bei= fizer aus Norddeutschland herangezogen hat! Darin fieht die partikularistische Regierung Bayerns eine Verlegung der Abmachungen zwischen Bayern und dem Reich, so daß die Angeklagten entgegen dem Artifel 105 der Reichsverfassung ihrem ordentlichen Richter entzogen worden sein sollen. " Der Leipziger Komödie foll also eine Neuauflage der Komödie Banern und das Reich" folgen. Es ist eine schöne Sache, wenn sich Leute, die sich den Kampf gegen Berfaffung und Republik zur Aufgabe gemacht haben, auf die Regierung des zweitgrößten Landes stüzen können! Undeutsch und antinational! Dentschnationale Begrüßung für den Zentrumsparteitag. Trotz der gewaltigen Enttäuschung der Deutschnationalen über das Fehlschlagen ihrer Hoffnungen rechnen die Deutschnationalen noch mit der Möglichkeit eines Bürgerblocks mit Hilfe des Zentrums nach den Wahlen. Graf eft arp hat in der Kreuzzeitung" erneut die Wahlparole für den Bürgerbloc ausgegeben. In der deutschnationalen Presse aber bricht die Enttäuschung über die Spekulation auf fünftige Regierungsbildung durch. Die Bommersche Tagespost" bezichtigt das Zentrum undeutscher Gesinnung: - Es war nur ein Der Professor Gerland, der aus der Demokratischen Partei ausgetreten ift, veröffentlicht einen offenen Brief an den Parteivorsitzenden Koch. Er hat an der Demokratischen Partei auszusehen: ihr Eintreten für das Reichsbanner, für den Böllerbund, die Duldung der Pazifisten Schönaich, Schüding, Quidde, das Richteintreten für den Brotwucher. Herr Gerland gehörte zu den Machern des Thüringer hungerblods. Das und sein Brief an Roch zeigen, wie er die Demofrotie auffaßt. Ungefähr fo, wie die Boltspartei den Begriff: Verfaffungspartei. * Wie aus Kreifen der Bayerischen Boltspartei mitge. teilt wird, liegen zur Ausgleichung der Gegenfäge zwis schen Zentrum und Bayerischer Boltspartei zwei Vorschläge vor. Die Bayerische Bollspartei schlägt vor, das Zentrum soll in Bayern feinen Kandidaten aufstellen und soll den bisherigen Abg. Hofmann- Ludwigshafen auf die Reichsliste nehmen. Der in der Pfalz von der Bayerischen Bolkspartei aufgestellte Kandidat Beyersdorfer bleibt ohne Gegenfandidat. Das Zentrum mant dagegen folgenden Vorschlag: Im rechtsrheinischen Bayern wird vom Bentrum ten Kandidat aufgestellt, im fintsrheinischen Bayern ( Pfalz) wird eine gemeinsame Liste aufgestellt mit Beyersdorfer als ersten, Hofmann als zweiten Kandidaten. Dieser Borschlag wurde von der Bayerischen Boltspartei abgelehnt, jedoch soll Aussicht bestehen, daß der Borschlag der Bayerischen Volkspartei doch noch durchdringt. * * „ Das Zentrum hat sich entlarvt! Die unwürdige, hin= Der Bertretertog der Deutsch demokratischen Partei terhältige Rolle, die es in den Tagen der Regierungskrise in Württemberg hat in einer einstimmig angenommenen Entgespielt hat und die jedem Deutschen angesichts solchen widerfchließung die Haltung der Fraktion und des Parteivorstandes wäh wärtigen politischen Intigrantentums eine Barla rend der letzten Regierungstrije einmütig gebilligt und ist für eine mentsauflösung nur wünschenswert machten diese Rolle hat eine entschloffene Fortsegung der Politik der Mitte eingetreten. Als für allemal gezeigt, daß in dieser Partei nationale Spitzenkandidaten sind aufgestellt: Dr. Ing. Philipp Wieland, Fragen teine Rolle spielen. Der Sieg des linten Zen- Dr. Theodor He uß, beide Mitglieder des seitherigen Reichstags, trumsflügels beweist zur Genüge, wie unvaterländisch man und Dito Henne, Obermeister und Präsident der Hanwerts. in diesen Kreisen schon immer eingestellt war. fammer in Reutlingen. Köder, den man berechnend auswarf, wenn man je einmal sich bewogen fühlte, die nationale Parole herauszustellen. Das hat uns ber 20. Oftober endgültig bewiesen. Und das müssen wir immer im Gedächtnis behalten. Mag es im Lande noch so viel ehrlich deutschfühlende Katholiken geben, mögen noch so viele der Ueber geugung sein, daß sie sich im Ratholizismus nur einer religiösen Weltanschauung, nicht aber einer besonderen politischen Lebensform verpflichtet hätten, als Partei, als prattischer politischer Wille ift das Zentrum undeutig und antinational." Das größte Blatt der Deutschnationalen im Lande, die hamburger Nachrichten", sagen zur Erklärung der Unterhändler des Zentrums über den Gang des Regierungshandels: Nach dem Reichswahlgesetz müssen Kreiswahlvorschläge Don mindestens 500 Wählern unterzeichnet hein. An Stelle von 500 Wählern genügen 20, wenn glaubhaft gemacht wird, daß mindestens 500 Wähler Anhänger des Wahlvor schlags find. Der Reichsminister des Innern hat empfohlen, für die Parteien, die im letzten Reichstag durch Abgeordnete vertreten waren, diese Glaubhaftmachung ohne weiteres als erbracht anzusehen. Zu diesen Parteien zühlen folgende: Bayerische Boltspartei, Bayerischer Bauernbund, Deutschdemokratische Partei, Deutsche Volkspartei, Deutsche Zentrumspartei, Deutschnationale Bolkspartei, Deutschsoziale Partei, Landliste, Liste der Kommunisten, Nationalsozialistische Freiheitspartei, Sozialdemokratische Partei, Wirtschaftsgruppe der Deutsch- hannoverschen Partei, „ Das ist in aller Berschlagenheit und hinterlist echt ultramontane Madhe. Nach gradem deutschen Wirtschaftspartei. Gewerkschaftsbewegung Der Lohnkonflikt bei der Reichsbahn. Die Verhandlungen über die Erhöhung der Eisenbahnerlöhne mit der Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn sind gestern ergebnisios verlaufen. Zunächst entrollte ein Vertreter der Finanzverwaltung ein Bild der Finanzlage des Eisenbahnbetriebes. Diefe sei feineswegs so rofig, wie man im allgemeinen onnehme. Er verwies auf die Belastung des Betriebes durch die Repara tionsleistungen. Die Einnahmen seien sehr gering. Selbst das Herbstgeschäft sei ungünstiger ausgefallen als man annehmen fonnte. Daraus ergebe sich die Notwendigkeit, die Ausgaben einzuschränken. Eine allgemeine Lohnerhöhung sei nicht mög= lich, zumal die Eisenbahnerlöhne einen Bergleich mit den Induſtrie. löhnen durchaus auszuhalten vermöchten. Von den 450 000 Arbeitern der Reichsbahn hätten etwa 400 000 ebenso hohe oder höhere Löhne als die Industriearbeiter. Die Reichsbahn tönne den Bor marsch auf dem Lohngebiet nicht antreten. Mit Ausnahme örtlicher Nachprüfungen fönne nichts zugesagt werden. Die Gewerkschaftsvertreter übten scharfe Kritik an diesen Darlegungen. Der Industrielohn fönne nicht maßgebend sein. Die Industrie habe nicht acht Lohngruppen wie der Eisenbah betrieb, teine so hohen Spannungen und auch keine zehn. tägige Lohnzahlung. Im übrigen konnten die Gewerkschaften nachweisen, daß zum Teil der Industrielohn über dem Eisenbahnerlohn liegt. Auch die Kommunen zahlten im allgemeinen höhere Löhne. Die Gewerkschaften verwiesen auf den Schiedsspruch für Mitteldeutschland, der den Gemeindearbeitern eine Lohnzuloge von 8 Pf. pro Stunde, auf drei Monate verteilt, zuge sprochen habe. Die Not des Eisenbahnpersonals steige ins lln. erträgliche. Die Steigerung der Kosten der Lebenshaltung sei richt mehr zu bestreiten. Der zunehmenden Berelendung müsse unter allen Umständen Einhalt geboten werden. Es sei unbes greiflich, daß die Eisenbahnverwaltung nicht einmal den Ausgleich schaffen wolle für den seit der legten Lohnerhöhung um 12 Bunfte gestiegenen Reichsinder. So fehlerhaft und mangelhaft auch dieser Inder sei, es müsse verurteilt werden, daß eine Stelle auf die andere warte. Das Reichsfinanzministerium vertröfte die Staats- und Reichsarbeiter bis zur Regelung der Eisenbahnerlöhne, während die Eisenbahnverwaltung andererseits ihre Arbeiter auf die zukünftigen Industrielöhne vertröste. Die Verwaltungsvertreter erwiderten, daß die Kommunen höhere Löhne zahlen könnten, weil fie feine Rücksicht auf das all gemeine Wohl nehmen.(?!) Was sie zahlen, holen sie wieder her aus und nicht zuletzt aus der Arbeiterschaft selbst.( Und die Reichsbahn etwa nicht?) Die Eisenbahn müsse jedoch eine andere Taftit verfolgen. Im übrigen sei eine Aftion vorbereitet für einen Abbau der Preise.( Wenn die nur nicht wieder eine neue Teuerungswelle bringt.) Die Verwaltung erfenne die Not wohl an, habe auch den Willen, etwas zu tun, es fehle aber an dem Können. neue Die Gewerkschaften erklärten dazu, daß die 300 Millionen Mart, die infolge der Tarifermäßigung der Eisenbahnfasse im Jahre verloren gingen, nichts weiter bedeuten als eine Liebesgabe an das Privatkapital. Kein Mensch im Lande glaube. noch an einen Preisabbau, wenn nicht eine andere Wirtschafts= und Steuerpolitik getrieben werde. Der Eisenbahnbetrieb hätte alle Ursache, sein Personal anständig zu bezahlen und Teistungsfähig und arbeitsfreudig zu erhalten. Man müsse die Ueberzeugung gewinnen, daß einzig und allein das Pri pattapital fommandiere und die Eisenbahnverwaltung ihm willig Folge leiste. Das Personal müsse dabei jedes Intereffe am Betrieb und am Staat verlieren. Demnach müßten die Gewertschaften an einer allgemeinen Zuloge festhalten. Sie mürben alles aufbieten, das zu erreichen. Brotestversammlung der Berliner Wohnhausportiers. Am Freitag waren die Wohnhausportiers und Portierfrauen überaus zahlreich dem Rufe der Organisation gefolgt, um den Bericht über den Berlauf der Bewegung entgegenzunehmen. Nachdem Wieloch die Frage: Braucht die Arbeiterschaft die gewerkschaftliche Berufsvertretung? erörtert hatte, berichtete Scherer über die Verhandlungen vor dem Landgericht III. Er erklärte am Schluß seiner Ausführungen, daß trotz aller Gerichtsentscheidungen der Kampf um das Recht der Berufskollegen weiter geführt werden muß. Der Vertreter beim Landgericht, R.-A. Dr. Mellentin, machte längere Ausführungen über die Verhandlungen vor dem Landgericht und wies auf Grund seiner dem Gericht vorgetragenen Tatsachen nach, daß das Urteil, das die Hausbesizer als nicht tariffähig erklärt, ein Fehlurteil sei und von der höheren Instanz sicher torrigiert werden wird. In der Diskussion fam die Entrüstung darüber zum Ausdrud, daß man es imme noch wagt, die Hausangestellten in den Wohnhäusern als Menschen zweiter Ordnung zu betrachten. Man verlangt von ihnen prompte Erfüllung ihrer Pflichten, ohne zu fragen, ob die gewährte Entlohnung überhaupt noch als Bezahlung angesehen werden kann. Der Reichssektionsleiter Werner betonte, daß die Verbandsleitung keine Kosten scheuen werde, um die schwer um ihre Existenz kämpfenden Portiers in jeder Weise zu unterstützen. Vorausjegung aber sei, daß auch die Portiers alles aufbieten, um die Organisation weiter zu stärfen und auszubauen. Die Stimmung der Versammlung wurde ausgedrückt in der einstimmigen Annahme folgender Entschließung: „ Die am 24. Oktober 1924 in den Auguste- Bittoria- Sälen äußerst zahlreich versammelten Wohnhausportiers und Portierfrauen nehmen mit Entrüstung Kenntnis von dem Verlauf der Feststellungsklage vor dem Landgericht III. Die Versammelten betrachten das Urteil des Landgerichts als ein Fehlurteil. Sie erwarten, daß die Organisation nichts unversucht läßt, um der am schlechtbezahltesten Berufsgruppe zu ihrem Recht zu verhelfen. Die Versammelten geloben, auch ferner treu zur Fahne der freigewerkschaftlichen Organisation zu stehen und besonders dafür Sorge zu tragen, daß auch der letzte Kollege, die letzte Kollegin Mitglied des Verbandes wird, damit eine geschlossene Front den Ausbeutern gegenüberstehen fann." Zum Liegniter Böttcherstreik. Neue Löhne für Kellerarbeiter. fbandsartetten mit den fich dazu bereit erffärenden Böttchern zu ver-| Leno" aus den Streffbetrieben zurückzuziehet, der Regte. handeln. Auch das hat nichts genügt. Am gestrigen Montag ging rungspräsident diese Anordnungen nicht befolgt beim Böttcherverband telephonisch die Meldung ein, daß die und die Teno" weiterhin die Streitarbeiten der Böttcher Leno" nach wie vor die Arbeiten der streitenden Böttcher in verrichten läßt. Liegnig verrichtet und erneut Schupo in die Betriebe gelegt wurde. Der Böttcherverband, dessen Mitglieder jetzt nahezu 5 Wochen streifen, erklärt, daß in einer Verhandlung am 25. Oftober die Liegnitzer Arbeitgeber in den Einlegereien gar keine Wenderung in ihrer Der Böttcherverband sagt weiter: reaktionären Haltung zeigten. " Es ist ja auch gar fein Wunder, die Herren Unterneh: ner wissen ia, daß die Liegnizer Regierungsstellen auch die Auf zum Wahlkampf! Oeffentliche Wählerversammlungen: Niederschönhausen: Mittwoch, den 29. Oftober, 7½ Uhr: Schloß Schönhausen, Lindenstr. 11. Thema:„ Warum wurde der Reichstag aufgelöst?" Referent: Artur Crifpien. Die Genossen von Pankow sind eingeladen. Donnerstag, den 30. Oktober, abends 71 Uhr: Neukölln und Kreuzberg: im großen Saal der ,, Neuen Welt", Hasenheide. Charlottenburg: Hohenzollern- Festsäle, Berliner Straße 105 ( Ecke Wilmersdorfer Straße). Steglih: Gymnasium, Heesestraße. Tagesordnung: Nieder mit dem Bürgerblock! Es lebe die Sozialdemokratie! Redner: Kuttner, M. d. L., Severing. Minister des Innern, Ströbel, M. d. R. Freitag, den 31. Oktober, abends 71/2 Uhr: Berlin- Mitte: Musikerfäle, Kaiser- Wilhelm- Straße 31. Tiergarten: Arminiushallen, Bremer Straße 73.- Nationalhof, Bülowstraße 37. Wedding: Germaniafäle, Chausseestraße 110. Spandau: Restaurant Markthalle, Pichelsdorfer Straße. Wannsee: Reichsadler, Königstraße 26.( Beginn 8 Uhr.) Zehlendorf: Lindenpart, Berliner Str. 108.( Beginn 8 Uhr.) Friedenau: Rathaus( Bürgerſaal), Am Lauterplatz. Tempelhof- Mariendorf: Aula Kurfürstenstraße in Mariendorf. Ober- und Niederschöneweide, Johannisthal: Aula Berliner Straße in Niederschöneweide. Lichtenberg: Schulaula Partaue. Für die in den Weingroßhandlungen und Liförbetrieben be schäftigten gewerblichen Arbeitnehmer hatte der Deutsche Verkehrsbund dem Arbeitgeberverband der Getränkeindustrien das im April getroffene Lohnabkommen gelündigt. Gefordert wurden mit Rücksicht auf die Verhältnisse 20 Broz. Zulage. Die Arbeits geber lehnten eine Verhandlung ab, so daß der Schlichtungsausschuß Groß- Berlin entscheiden mußte. Am 21. Oftober wurde ein einstimmiger Schiedsspruch gefällt, der eine Zulage von 10 bis 12 roz. von der laufenden Lohnwoche vorsieht. Beide Bertragsparteien haben den Schiedsspruch angenommen. Abzüge des Lohnabkommens find im Verkehrsbund, Engelufer 24/25, Zimmer 32, gegen Mitgliedsausweis zu haben. Schiedsspruch im mitteldeutschen Gemeindearbeiterstreik. Halle, 27. Oktober.( Eigener Drahtbericht.) Am Sonnabend tagte die vom amtlichen Schlichter in Mitteldeutschland berufene Schlich tungsfammer im Gemeindearbeiterstreit, die einen Schiedsspruch dahin fällte, daß der Augustlohn mit Wirkung ab 3. September bis 30. September um 3 Pf. auf 54 Pf. erhöht wird. Ab 1. Oktober wird der Septemberlohn von 54 auf 57 Pf. erhöht. Ab 1. November wird der Oftoberlohn von 57 auf 59 Pf. erhöht. Hierzu treten Hausstandsund Kindergelder. Die alten Lohntlassen bleiben bestehen. Der Schiedsspruch ist von der Lohnkommission der Gemeinde- und Staatsarbeiter mit geringer Mehrheit angenommen unter der Bedin gung, daß Maßregelungen im mitteldeutschen Gebiet nicht statt. finden dürfen. Die Gemeindearbeiter Mitteldeutschlands haben hiernach durch ihr einmütiges Zusammenstehen einen Sieg auf der ganzen Linie errungen. Das vorbildliche Wien. Am Sonntag wurden in Wien Neuwahlen zu der Genossen. schaft der Handlungsgehilfen vorgenommen. Diese Körperschaft, hauptsächlich eine Berufstrantentasse, ist ehedem von den Christlichen- Sozialen beherrscht worden. Schon lange vor dem Kriege gelang es aber den Sozialdemokraten, sie zu erobern und jetzt stehen den sozialdemokratischen Kandidaten überhaupt feine Gegner mehr gegenüber. Trotzdem es sich also diesmal um feine eigentliche Wahl handelte und schon eine geringe Beteiligung der fozialdemokratischen Wähler genügt hätte, um den Sieg ihrer Liste sicher zu stellen, so war doch die Wahlbeteiligung außergewöhnlich start. Im Dezember 1918 waren 9175, im November 1921: 11 225 fozialdemokratische Stimmen abgegeben worden. An diesem Sonntag stieg die sozialdemokratische Stimmenzahl auf 18 455. Dieser Vorgang bezeugt aufs neue die außerordentliche Pflichttreue, von der die sozialdemokratische Arbeiterschaft Wiens und ganz Desterreichs erfüllt ist. Dieser Pflichttreue ist es zu danken, daß die österreichische Arbeiterbewegung sich als ein startes Bollwerk gegen alle Angriffe der Reaktion gehalten, und daß an ihr vorübergegangen find. Die deutschen Arbeiter sollten sich bei der kommenden Reichstagswahl an den Wiener Sozialdemofraten ein Beispiel nehmen. Weißenfee: Aula Realgymnasium, Woeldpromenade. Pankow: Konzerthaus Linder, Breite Straße 34. Reinidendorf- Tegel: Schützenhaus in Reinickendorf- Ost, Re- auch die Zersplitterungsversuche der Kommunisten fast ohne Spuren sidenzstraße 1/2. Tagesordnung in allen Bersammlungen: Nieder mit dem Bürgerblock! Es lebe die Sozialdemokratie! Redner: Aufhäuser, M. d. R., Clara Bohm- Schuch, M. d. R., Crispien, M. d. R., Paul Hirsch, M. d. L., Heinig, Regierungsrat Joachim, Künstler, Kuttner, M. d. L., Dr. Löwenstein, Otto Meier, M. d. L., Dr. Moses, Heinrich Ströbel, M. d. R., Heinrich Schulz, Stelling, Dr. Weyl, M. d. L. Genoffinnen und Genoffen Berlins! Hamburg ist ein Borbild, hinter dem Berlin nicht zurückbleiben darf. Auf zum Wahlkampf! Sorgt für Maffenbesuch der Versammlungen! Anordnung des preußischen Handelsministers sabotieren. Der Böttcherverband weist öffentlich darauf hin, daß er jede Verantwortung über die nunmehr kommenden Dinge ablehrt. Es ist alles geschehen, um den Kampf mit gewerk. Ichaftlichen Mitteln und in dessen Richtlinien zu führen, amtlich geschützte„ Teno" einen geordneten Abschluß der Bewegung indes macht der jetzt vier Wochen dauernde Rechtsbruch durch die unmöglich. stellende Erwiderung" auf die Ausführungen in Nr. 492 des Die Technische Nothilfe fandte uns eine umfangreiche richtig „ Vorwärts". Eie behauptet, daß ihrem Einsatz Verhandlungen Dienststelle voraufgegongen feien, die zu feinem Ergebnis führten. bei der Regierung in Gegenwart des Leiters der zuständigen LenoErst nach Versagen aller Schritte zur Vermeidung des Einsatzes sei diese erfolgt. Ihr sei die Einholung eines Gutachtens der Regierung in Liegnig vorausgegangen, das der Gewerkerat dahin abgegeben habe, wonach die Böttcherarbeiten Notstandsarbeiten seien. " Teno" habe außerdem ein Gutachten beim Liegniter Städtischen öffentlichen Untersuchungsamt für Nahrungsmittel, Genußmittel und Gebrauchsgegenstände eingeholt, das ebenfalls den Einsatz der Teno" für erforderlich bezeichnete. Die der Liegniger Leno" weder der dortige Syndikus noch die in Frage Entgegen den Angaben im Vorwärts" gehöre dem Borstad kommenden Unternehmer an. Ist die ganze Sache wirklich so wichtig, dann fönnte fie doch den Unternehmern nicht so wenig wichtig erscheinen, als daß fie die Böttcher vier Wochen lang streifen faffen, ohne mit ihnen zu verhandeln und sich mit ihnen zu einigen. Die Streitenden tragen das Risiko des Lohnausfalls, den UnterStreit offenbar ruhig zusehen können. Wäre der Kohl wirklich dem Berderb ausgefeßt, dann müßte doch mit den Unternehmern ein Wort geredet werden, die es darauf ankommen lassen, aristatt den Unternehmern Streifbrecher zu liefern, sie in ihrem hartnäckigen Widerstond geget ordentliche Lohn- und Arbeitsbedingungen zu maliger Aufforderung des Handelsministers, die Wir berichteten bereits am 18. Oftober im Borwärts" übernehmern nimmt die„ Teno" das Risiko ab, so daß sie dem den unberechtigten Einfaß der Technischen Nothilfe durch die lokalen Behörden in dem Liegnitzer Böttcherstreik. Wie uns jetzt von der Gauleitung des Böttcherverbandes mitgeteilt wird, hat inzwischen der preußische Handelsminister, nachdem seiner ersten Anordnung, die„ Teno" zurückzuziehen, nicht Folge geleistet wurde, am 23. Oktober die Liegniger Regierung erneut ben sofort zurüdzuziehen und wegen der etwaigen NotNEU RICHTER TEGLITZ Blaufopf ZIGARETTENFABRIK OTTO KRESSIN, BERLIN, SCHONHAUSER- ALLEE 149. Schuhmacher- Schwindel. In der letzten Nummer der Zeitung der Deutsche Bekleidungsarbeiterverband das gekündigte Lohndes Bekleidungsarbeiterverbandes( Dppofition) wird mitgeteilt, daß abkommen ohne Lohnerhöhung mit den bisherigen Löhnen auf vier Wochen verlängert habe. Diese Behauptung ist eine glatte unwahrheit. Wir ersuchen unsere Mitglieder, auf diesen Schwindel nicht hereinzufallen. Der Deutsche Bes Kleidungsarbeiterverband ist vielmehr bemüht, die gestellten Lohnforderungen durchzusetzen und zur Durchführung zu bringen. Deutscher Bekleidungsarbeiterverband, Zentralleitung. Für die Nordwestgruppe der Eifenindnsfrie hat der Reichsarbeitsminister die gefällten Schiedssprüche vom 10. Oftober betr. Lohnerhöhung um 5-6 Broz. und vom 16. Oktober betr. Verlänge rung des Mehrarbeitzeitabkommens bis zum Februar nächsten Jahres mit sofortiger Wirkung für berbindlich erklärt.( Ist das die von Dr. Brauns in Köln versprochene baldige Rückkehr zum Achtstundentag?) Achtung, SPD.- Gastwirtsgehilfen! Mittwoch nachmittag 4½ Uhr Bersammlung im Lokal des Genoffen Tschiefing, Aderftr. 1. Tagesordnung: 1. Die bevorstehenden Reichstagswahlen". Referent Genosse Otto Riska. 2. Diskussion. Parteigenoffen, der Reichstag ist aufgelöst! Auf in den Wahlkampf! Agitiert eifrig für die Versammlung. Der Borstand. 3. A.: Seiffert. Rentralverband der Schuhmacher. Gemeinsame Branchenversammlung der Friedrichstadt- Maßschuhmacher und der Schoß- und Reparaturbranche Mittwoch die Lohnverhandlungen mit dem Berein Berliner Maßschuhmachermeister und abend 6 Uhr im Saal 1 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 25. Bericht über den Innungen. Gewerkschaftsbewegung: Fr. Chlorn; Feuilleton: Dr. John Schikowski; Lotales Berlag: Borwärts- Verlag G. m. b. S., Berlin. Druck: Borwärts- Buchdruckerei und Sonstiges: Fris Karstädt; Anzeigen: Th. Glocke; sämtlich in Berlin. und Verlagsanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. Hierzu 2 Beilagen. Berantwortlich für Politik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; EINERsagt es dem Andern DUNLOP die Weltmarke CORD bürgt für Qualität! Sophien- Säle Sophienstraße 17-18, Säle frei! Norden 9296. Zin Friedensformat Die beliebte Dt 35 KRESSIN ZIGARETTE in bekannt überragender Qualitat Nr. 50841. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Das Berliner Wohnungsrecht. Bei vielen Mietern herrscht große Untlarheit über das augen-| volljähriger Erbe zum Hausstand des Erblassers gehört hat oder blicklich in Berlin bestehende Wohnungsnotrecht. Im folgenden wenn ein volljähriger Abkömmling des verfügungsberechtigten Erbsollen daher die wichtigsten Bestimmungen mitgeteilt werden. Am loffers Erbe geworden ist und als Wohnungsuchender in der Dring24. August hat der Magistrat im Gemeindeblatt das neue Ber- lichkeitsliste eines der Wohnungsämter Berlins eingetragen ist. Durch diese Regelung hat auch der Rechtsentscheid des Kammergerichts, liner Wohnungsnotrecht veröffentlicht, das mit dem der sich mit der Erbenwohnung befaßte, seine Bedeutung verloren. 1. September 1924 in Kraft getreten ist. Nachdem am 1. Oktober Uebergroße Wohnungen fönnen wie bisher von Wohnungsamt in 1923 das Wohnungsmangelgefeß und das Gesetz über Mieterschuß Anspruch genommen werden. Ein Unterschied gegenüber dem bisund Mieteinigungsämter, die die Grundlage für das Wohnungsnot- herigen Rechtszustand besteht nur darin, daß bei der Feststellung, recht bildeten, in Kraft getreten waren, mußte auch das Berliner ob eine Wohnung übergroß ist, numehr die Untermieter mitgeredWohnungsnotrecht einer Abänderung unterzogen werden. Möblierte Zimmer. In den Grundsähen der Wohnungszwangswirtschaft ist nichts Wesentliches geändert worden, insbesondere bringt das neue Woh nungsnotrecht noch nicht die Freigabe der Geschäftsräume und Wohnräume von mehr als 6 3Zimmern, die von den Vermietern vielfach erhofft wurde. Insofern ist jedoch eine Erleichterung eingetreten, als möblierte Zimmer nicht möblierte Wohnungen nicht mehr der Zwangswirtschaft unterliegen. Einzelne möblierte Zimmer brauchen daher nicht mehr dem Wohnungsamt angezeigt zu werden, sobald sie freistehen. Es ist auch nicht notwendig, nach Abschluß eines Mietvertrages dem Wohnungsamt hiervon Kennanis zu geben. Desgleichen fönnen auch einzelne möblierte Zimmer im Anzeigenteil einer Zeitung zur Vermietung aufgegeben werden. Eine Loderung der Zwangswirtschaft ist ferner auch dadurch erfolgt, daß Mietverträge nur noch anzeigepflichtig sind, sobald sie leere oder möblierte Wohnungen, selbständige Wohnungsteile und leere Zimmer, Die zur Vermietung bestimmt sind, betreffen. Anzeigepflichtig sind also nicht mehr Mietverträge über Geschäftsräume. Wohne zu Hause"! Lehnert Bad Schlaf Diele. Kuche Auch eine„ Fünfzimmer- Wohnung". net werden. Wird eine Wohnung wegen Uebergröße beschlagnahmt, so kann das Wohnungsamt, wenn eine vollständige räumliche und wirtschaftliche Trennung der beschlagnahenten Räume von den übrigen Räumen nicht möglich ist, mur Personen einweisen, die feine eigene Wirtschaftsführung haben. Die Benutzung des Anschlusses an die Gas- und elektrische Hauptleitung für Beleuchtungsund Kochzwede fann anders wie bisher von dem Mieter der Hauptwohnung nicht verlangt werden. Das Verfügungsrecht des Wohnungsamtes. Die Beftimmungen über die Inanspruchnahme von Wohnungen find zum Teil erweitert, zum Teil eingeschränkt worden. Wird eine Wohnung von dem Hauptmieter länger als 3 Monate nicht benutzt oder gibt der Hauptmieter die Wohnung auf, so kann das Wohnungsamt ohne Rücksicht darauf, ob sich in der Wohnung noch ein Untermieter aufhält, die Wohnung in Anspruch nehmen und einem Wohnungfuchenden zuweisen. Mit dieser Bestimmung werden alle die Fälle getroffen, in denen Mieter zum Nachteil der bei den Wohnungsämtern angemeldeten Wohnungsuchenden über ihre Wohnung verfügen, indem sie zunächst einen Untermieter bei sich aufnehmen, dem sie dann hinterher gegen Zahlung einer Abstandssumme die gesamte Wohnung überlaten. Wenn auch alle Kammern des Mieteinigungsamtes und auch die Beschwerdestelle des Landgerichts die Maßnahmen der Wohnungsämter gegen solche Untermieter, die sich die Wohnung erschlichen haben, bestätigt haben, so ist es dennoch zu begrüßen, daß eine derartige Bestimmung in das neue Notrecht auf genommen worden ist. Eine andere sehr einschneidende Bestimmung räumt dem Wohnungsamt die Befugnis ein, alle Räume zu beschlagnahmen, die zu unfifflichen oder gesetzwidrigen Zweden benutzt werden. Zur Zeit. als die Unterbringung der Ruhrflüchtlinge außer ordentliche Maßnahmen notwendig machte, war von der Regierung angeordnet worden, daß Räume, die derartigen Zwecken dienten, den Inhabern ohne weiteres fortgenommen werden und zur Unterbringung von Flüchtlingen verwendet werden konnten. Nach dem neuen Notrecht sollen derartige Räume ohne weiteres von den Wohmungsämtern in Anspruch genommen werden können. Es fönnen Danach z. B. Räume beschlagnahmt werden, in denen ohne erforder liche Genehmigung Glücksspiele geduldet und Tanzvorführungen vernahme für Wohnungsuchende erst dann zulässig ist, wenn die Poranstaltet werden oder die von den Inhabern als Absteigequartier usw. benutzt werden. Die Vererbung von Wohnungen. Eine Neuregelung ist auch hinsichtlich der Bererbung von Wohnungen getroffen worden. Bisher haben die Wohnungsämter den Anspruch eines Erben auf die Wohnung nur dann anerkannt, wenn der Erbe zurzeit des Erbanfalles in der Wohnung sewohnt hat und auch dort polizeilich gemeldet war. Neuerdings wird im Erbfalle der Anspruch auf die Wohnung auch dann anerkannt, wenn ein 10] Der Mittelweg. Bon Sir Philip Gibbs. Bertram erinnerte ihn daran, daß auch andere das Baterland gerettet hätten und nun im selben Elend fäßen. ,, Sie jedenfalls doch nicht," fnurrte der Mann feindselig. Ja, gerade, ich auch!" sagte Bertram. Kommen Sie, wir wollen eins trinken und die Sache besprechen." Sie traten in eine der schmutzigen Schenken ein, die in diesen Straßen häufig sind, und Bertram saß seinem ehemaligen Korporal an einem von Bierüberresten nassen Tische gegenüber. Am Schenktisch standen eine Anzahl elend ausfehender Männer und tranten ihr Bier in düsterem Schweigen. Huggett bat um ein Glas Stout, das, wie er sagte, Effen und Trinken war. Er war ein hagerer Bursche mit einem zerbeulten runden Hut und einem alten Mantel aus dem Schützengraben, auf dem noch der Schlamm von Flandern und der Somme flebte. Seines Zeichens war er Polierer gewesen, wie Bertram wußte, aber jegt wäre mit Polierarbeit nichts los, sagte der Mann. -W Nach dem zweiten Glafe Stout wurde er redselig, aber Bertram gefiel es nicht, was der Mann zu ihm fagte. Um so weniger, als er da in roher und heftiger Weise ein paar von seinen eigenen Ansichten hören mußte, die ihm selber aufgestiegen waren die rauhe Behandlung, die den Männern nach dem Kriege zuteil wurde, in welchem fie mitgefämpft hatten, die Ungleichheit der Belohnung für geleistete Kriegsdienste, so daß alte Frontsoldaten arbeitslos herumlaufen mußten, während die Heimkrieger, die Drückeberger alle Arbeit an sich gerissen hatten. ,, Sehen Sie sich bloß die Generäle in Whitehall an," sagte Huggett. ,, Stolzieren da herum, als wär's noch immer Krieg, mit ganzen Blumengärten auf der Brust. Haben die vielleicht bis zu den Knien im Dred gestanden und Maschinengewehre bedient dicht unter einem deutschen Wall? Nee, weiß Gott nich!" ,, Die haben auch nach besten Kräften ihre Arbeit getan," sagte Bertram. Auch ihre Arbeit mußte von jemandem getan werden." Das sah aber Huggett gar nicht ein. Der Krieg hatte das Leben des gemeinen Volks nicht leichter und beffer gemacht, nein, viel schwerer. Er gab wohl zu, daß, wenn Friz( die Deutschen) gewonnen hätte, er alles rein weggefegt und England lebendig geschunden hätte. Also mußte er geschlagen werden. Aber nach dem Kriege? Wo waren all die Ber Das Verfügungsrecht über jeden freigewordenen Mietraum, abgesehen von einzelnen möblierte Zimmern, steht nach wie vor dem Wohnungsamt zu. Die Hausbesitzer bzw. ihre Stellvertreter oder sonstige Verfügungsberechtigte haben binnen 3 Tagen dem Bohrungsamt anzuzeigen, sobald Räume genannter Art frei oder unbenutzt sind oder sobald feststeht, daß der Inhaber sie zu einem bestimmten Termin verläßt. Verfügt das Wohnungsamt nicht immer halb einer Frist von 14 Tagen vom Lage des Eingangs der Anzeige ab über die Räume, so geht das Verfügungsrecht auf den Bermieter über. Die Frist beginnt jedoch nicht zu laufen, wenn die in der Anzeige gemachten Angaben unzutreffend find. Für Portierwohnungen bringt das neue Notrecht insofern eine Ausnahme, als eine Verfügung durch das Wohnungsamt, d. h. eine Inanspruch fierwohnung länger als 4 Wochen nicht benutzt ist und feine sichere Aussicht auf die Benuhung innerhalb der nächsten 4 Wochen besteht. Beabsichtigt der Vermieter vor Ablauf dieser Frist einen neuen Portier anzunehmen, so bedarf die Verfügung über die Wohnung der vorherigen Zustimmung des Wohnungsamtes. Ms Portierwohrungen fommen dabei nur solche Wohnungen in Betracht, die bis zu dem Augenblick des Freimerdens als Portierwohnungen gedient haben. Lehnt der Vermieter den ihm nach der Anzeige bezeichneten Wohnungsuchenden ab, so wird auf Antrag des Wohnungsamtes ein 3wangsmietvertrag festgesetzt. nungsamtes ein 3wangsmietvertrag festgesetzt. Hervorzusprechungen, das Heim für die Helden"? Dies sollte ein Land fein, in welchem die Helden leben fonnten? Er war ja auch so'n fleiner Held gewesen, na ja, und hatte auch getan, was er fonnte, aber seine Arbeitslosenunterstützung war nicht mal ausreichend, einen Hund anständig zu ernähren. Dann sprach er mit leiserer Stimme von der Verbitterung unter den Kameraden. Sie wurden allmählich wild vor Zorn. Er selber glaubte ja nicht an Revolutionen, aber die anderen taten's. Sie wollten alles runterreißen, alles zusammenschmeißen, das Unterste zu oberst kehren, und dann von vorne anfangen, aber alle müßten dann gleich sein. Da trieben sich ausländische Kerls herum, lauerten an den Fabriken, in den Schenken und brachten die grünen Jungens auf solche Ideen. ganz wilde Eine Menge von Flugblättern liefen um Sachen, wurden in die Hausbriefkästen geworfen und den Fabrikmädchen in die Hand gedrückt. Alles, was Huggett forderte, und gesezte Leute, die dies wilde Gequatsche nicht glaubten, ebenfalls, war anständiger Lohn für anständige Arbeit. Die anderen wollten die rote Revolution, blutigrot, fagte Bill Huggett. ,, Und wundert Sie das, Herr, wenn's überhaupt keine Gerechtigkeit für ehrliche Arbeiter gibt? Man fordert es ja direkt heraus!" Bertram hörte ihm düster zu. In diesen Worten Bill Huggetts, dieses hageren Kindes des Londoner Boltes, flang die Stimme der niederen Welt mit, die weder im Parlament, noch in der Presse gehört wurde, das dumpfe Murren der un zufriedenen, verbitterten, friedlosen Maffe, der Arbeitslosen, die fich fragten, wie er es selbst getan hatte, ob sich all diese Opfer gelohnt hatten. Er lenkte das Gespräch auf einen anderen Gegenstand, der sein verstörtes Gemüt nicht so drückte. Wie geht's Ihrer Frau, Huggett?" Denn er erinnerte sich, daß der Mann damals in der Maschinengewehrkompagnie das Bild seiner Frau bei sich getragen und es ihm einmal mit Stolz gezeigt hatte. Es war die Photographie einer einfach aussehenden Frau in einer billigen Bluse, dazu aber den unvermeidlichen Federhut. Auch jetzt zog Huggett das Bild hervor und legte es in die Bierlache auf dem Tisch. ,, So sieht sie jetzt nicht mehr aus. Wissen Sie noch, wie ich es Ihnen mal bei Mally an der Somme gezeigt hab? Bald nachher is sie verrückt geworden. Nach einem Luftangriff. Sie haben sie weggebracht, und nu bin ich mit de Jören alleine. Seine Stimmer brach, und er fuhr sich mit der Hand über die Augen. Bertram murmelte ein paar teilnehmende | Dienstag, 28. Oktober 1924 heben ist hierbei, daß das Wohnungsamt nur einen Wohyungfuchenden zu bezeichnet braucht. Eine Auswahl unter mehreren Mietraumfuchenden steht daher dem Vermieter nicht zu. Jeder Abschluß eines Mietvertrages, jedoch nicht eines Untermietvertrages über möblierte Zimmer, ist dem Wohnungsamt binnen einer Woche nach Abschluß des Vertrages zur Genehmigung mitzuteilen. Die Anzeige hat durch den Mieter zu erfolgen, jedoch Barm die Vera pflichtung auch durch den Vermieter erfüllt werden. Bon besonderer Bedeutung ist endlich, daß jede gewerbsmäßige Vermittlung von Mieträumen sowie das Mieten von leeren und möblierten Wohnungen zum Zwecke des gewerbsmäßigen Weitervermietens verboten ist. Die Wohnungsämter können von diesem Grundfah Ausnahmen zulassen. Inwieweit dies geschehen soll, wird, wie bereits durch die Presse bekannt gemacht worden ist, noch durch besondere Richtlinien festgelegt werden. Eine Vermittlung von möblierten Zimmern ist durch diese Bestimmung des neuen Notrechts nicht getroffen. Möblierte Zimmer fönnen daher vermietet werden; die Zeitungen machen sich auch nicht strafbar, wenn sie ein Inserat über möblierte Zimmer in ihrem Anzeigenteil aufnehmen. Private Anzeigen von Mieträumen, die also feine Bermittlung betreffen, find nicht verboten und nicht strafbar. Neubauten oder durch Umoder Einbauten neu geschaffene Räume unterliegen nicht dem neuen Berliner Wohnungsnotrecht, wenn sie nach dem 1. Juli 1918 bezugsfertig geworden sind oder bezugsfertig werden. Die Polizei als Schützer des Volkes. Severing gegen prügelnde Schuhleute. In der Aula der Universität murde gestern eine„ Bolizeiwissenschaftliche Woche" eröffnet, die von der Verwaltungsafademie Berlin veranstaltet und von über 300 höheren und mittleren Polizeibeamten aus dem ganzen Reiche besucht ist. Nach Begrüßungsworten des Staatsministers a. D. Drews nahm der preußische Innenminister Genosse Severing zu einer Ansprache das Wort, in der er feine Befriedigung über das Wirten der Verwaltungsakademie im Sinne einer Fortbildung der Polizeibeamtenschaft ausdrückte. Allein die Tatsache, daß das Innenministerium 300 Polizeibeamte zu diesem Kursus beurlauben tonnte, sei ein deutlicher Beweis von der fortschreitenden Konsolidierung unserer politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse. Noch vor drei Jahren hätte man angesichts der damaligen unruhigen Verhältnisse so viele Beamte nicht dem Dienst entziehen können. Die verrohenden Wirkungen des Krieges, so führte der Minister weiter aus, zeigen sich in der Steigerung der Kriminalität. Die Inflationszeit hat diese bedauerlichen Wirkungen noch verstärkt. Während so die Aufgabe der Polizei erschwert worden ist, sind gleichzeitig die staatlichen Machtmittel vermindert worden, denn die Polizei entbehrt jetzt der Rüdendedung, die sie früher in der starken Wehrmacht hatte. Während früher Attentate nur Einzelerscheinungen waren, müssen wir heute leider feststellen, daß es Berschwörerorganisationen von rechts und links gibt, die nur durch eine starte Polizei niedergehalten werden können. Der Staat bedarf daher noch mehr als früher einer unbedingt zuverlässigen und leistungsfähigen Polizeibeamtenschaft. Darum ist es besonders zu beklagen, daß die Gerichtsberichte der letzten Wochen verschiedene Fälle behandelten, in denen Polizeibeamte zur Verantwortung gezogen werden mußten, weil sie in der Trunkenheit ihre Dienstpflicht verletzt und sich an Staatsbürgern vergriffen hatten. Wir müssen aber verhindern, daß der Ruf Schutz vor Schuyleuten!" wieder aktuell wird. Wir müssen an unsere Polizeibeamten die Bedingung stellen, daß sie im Dienst wachsam bleiben, daß sie sich im Dienst die Wohlfahrt der Bürger angelegen sein laffen, daß sie sich im Dienst nicht betrinten. Derjenge, der so wenig Selbstbeherrschung hat, daß er dem Alkoholteufel nicht entfliehen kann, der soll lieber freiwillig den Dienst quittieren, ehe er sich an Gerichtsstelle bedeuten lassen muß, daß er für den Dienst eines Polizeibeamten nicht geeignet ist. Was sich in den letzten Wochen ereignete, gehört zu dem schwärzesten Kapitel der Polizei. Das Wort„ Amokläufer" ist nicht zu scharf für Leute, die unter Mißbrauch ihrer Amtsgewalt, statt das Publikum zu schützen, ihre sadistische Neigung am Publikum ausgelassen haben. Ich bin weit davon entfernt, die " Worte. Was aber nüßte es? Dann zahlte er für das Bier, nahm seine Armbanduhr ab und schob sie zu Bill Huggett hinüber. ,, Bielleicht bekommen Sie etwas dafür, es hilft ein bißchen weiter, Geld habe ich nicht." Huggett starrte auf das Armband hin. An manchem Schlachtenmorgen war die Uhr auf Null gestellt gewesen. Der junge Major hatte sie Tag und Nacht getragen und alle Augenblick den Aermel zurückgeschüttelt, um nach ihr zu sehen. Huggett schob das Armband zurück. Det nehm' id nich, und wenn id am Verhungern wär." ,, Dann hilft es nicht," sagte Bertram, ließ die Uhr in seine Tasche gleiten und erhob sich. Suchen Sie mich auf von Zeit zu Zeit, Huggett. Bir müssen doch als alte Kriegskameraden in Berührung bleiben, nicht?" Als Bertram die Schente verließ, stand Huggett stramm und salutierte mit der Hand am zerbeulten Hut. 8. Bertram war überrascht, als er eines Tages seinen Schwiegervater im Charing Croß Road antraf, den er in Ottery Park vermutete, tief in irgendein veraltetes historisches Wert vergraben, für das er viel mehr Interesse empfand, als für das spannende Drama des jetzigen Lebens. Bertram hätte ihn nicht einmal bemerkt, wenn nicht zwei Passanten ihre Anfichten ausgetauscht hätten. Kennen Sie das alte verdrehte Huhn dort?" ,, Nein, wer ist das?"" Der Graf von Ottery. Wissen Sie noch? Früher Kolonialsekretär. Das reaktionärste alte Schwein.. Eigentlich wollte Bertram gemächlich nach dem Norden schlendern, um Joyces Tee zu vermeiden, bei dem natürlich Kenneth Murleß und seine Gesellschaft zugegen waren, von Kenneths glänzender Schlagfertigteit hatte er einmal wieder genug, aber er beschloß, seinen Schwiegervater anzureden. Lord Ottern stand vor dem Schaufenster eines Herrengarderobengeschäfts und war in tiefe Betrachtung der ausge stellten Waren versunken, auf welchen Schilder mit ,, sofort anzuziehen" oder ,, faum getragen" angebracht waren. Er war ein schwerer, breitschultriger Mann mit rotem, frischem Gesicht, ein bißchen sommersprossig, dazu ein rötlicher struppiger Voll- und Schnurrbart. Der Bauernfänger von Beruf hätte ihn für einen einfältigen Landmann gehalten, der mal nach London tommt und eine leichtgläubige Beute ist. Aber der Bauernfänger hätte eine riesige Enttäuschung erlebt. ( Fortsetzung folgt.) diefe auf andere Namen laubenden und auf höhere Beträge gefälschten Kreditbriefe vor und erhielten auch die Beträge ausgezahlt. Um im großen Stile diefes raffinierte Verfahren, durch das der Postfistus um viele tausende Mart geschädigt worden ist, betreiben zu fönnen, hatten fich die Angeklagten ein Motorrad zugelegt. Sobald es ihnen ge lungen war, auf einen gefälschten Kreditbrief bei einer Postanstalt den Betrag herauszubekommen, fetten sie sich auf das Rad und fausten in 80- Kilometer- Tempo zur nächsten Bostanstalt. So haben sie an einem Tage nicht weniger wie fünf Post: ämter gebrandschaht. Staatsanwaltschaftsrat Höfer geißelte scharf die Gemeingefährlichkeit und das Raffinement der Angeflegten und beantragte gegen fie je vier Jahre Gefängnis. Das Gericht billigte den Angeklagten, nachdem es lange geschwantt hatte, ob es sie nicht ins Zuchthaus schicken sollte, mildernde Umstände zu und erkannte gegen jeden der beiden Angeklagten auf drei Jahre Gefängnis. Polizeiorgane in Bausch und Bogen für diese Dinge verantwortlich| Sie legten dann in anderen Städten bei den dortigen Poftanstalten zu machen. Wenn Beschuldigungen gegen die Polizei erhoben wurden, habe ich mich immer im Parlament und in der Deffentlichkeit energisch gegen Berallgemeinerungen gewandt; aber ich halte mich für verpflichtet, gerade hier diese Dinge vorzutragen, damit auch diese Einzelerscheinungen nun endlich aus der Polizei verschwinden. Wer als Polizeibeamter wehrlofe Gefangene mißhandelt, gehört nicht in die Polizei hinein. infere Polizei, ganz gleich, ob Kriminal, Schuh- oder Kommunalpolizei, muß intatt bleiben, wenn sie die schweren Aufgaben der nächsten Zeit durchführen soll. In England und Amerika genießt der Polizeibeamte beim Publikum eine andere Einschägung als hier, er gilt im Bewußtsein des Boltes als der Freund, Beschüßer und Kamerad der einzelnen Bolfsgenossen. Dahin müssen mir auch bei uns tommen, das Publikum foll den Polizeibeamten nicht als Henfer und Büttel betrachten, sondern als den Schüßer und Freund des Volkes. Wenn es noch nicht so ist, dann liegt die Schuld freilich nicht allein bei den Beamten, sondern zum großen Teil auch in dem falschen Urteil, das schon der Jugend über die Stellung des Schußmanns beigebracht wird, wenn man ihn als den Wauwau hinstellt. Ich habe die Absicht, mich mit dem Kultusminifterium in Berbindung zu sehen, damit dafür gesorgt wird, daß schon in den Saulen den Kindern eine ganz andere Borstellung von den Aufgaben und dem Wesen der Polizei beigebracht wird.( Beifall.) Der Minister begrüßte am Schluß feiner Ausführungen die Arbeit der Verwaltungsakademie, die den Beamten ein gutes geistiges Rüstzeug verschaffen will. Auch für die Aufgaben der Polizei gelte das alte Goethe- Wort: Ein Mann, der recht zu wirken denkt, muß auf das beste Werkzeug halten! Gautag der Kriegsbeschädigten. Der Gau Groß- Berlin des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinterbliebenen hielt fliezlich im Landtagsgebäude seinen 6. Bautag ab. Es waren insgesaint 93 Delegierte und eine große Anzahl Gäste, darunter von den Gauen Pommern, Schlesien und Rheinland, anmesend. Der Gauvorsigende Ebert mies in feiner Eröffnungsansprache darauf hin, daß die Organisation die Nachwirkungen der Inflationsperiode gut überstanden hat. Den Geschäftsbericht erstattete der Gauleiter Mende: Die Beschlagnahmekommiffare. Der falsche und der richtige. Bigilant beschäftigte 3emte sich ein müheloses Einkommen zu Als Kriminalfommissar suchte der früher bei der Polizei als verschaffen, das ihn aber bereits in zahlreichen Fällen vor den Strafrichter und in das Gefängnis gebracht hat. Seine im Dienste der Kriminalpolizei erworbenen Kenntniffe mußte er dadurch aus, daß er als Kriminalfommissar auftrat und Beschlagnahmen vornahm. Nachdem er erst vor turzem wieder aus dem Gefängnis getommen war, traf er einen Freund aus früherer Zeit, der ihm flagte, daß er sich in großer Not befinde, fo daß er bereits seine Uhr bei einem Bekannten versetzt habe. Bemte witterte hier eine günstige Gelegenheit und erklärte sich bereit, seinem Jugendfreunde aus der Klemme zu helfen. Er erfuhr die Adresse des Geldgebers und erschien dann dort, wo er sich als Kriminalkommissar ausgab be= Neber den Willen Deutschösterreichs, ins Deutsche Seich Helme autebren, über diesen unzerbrechlich fortlebenden Willen, sprach in einer Versammlung des Desterreichisch deutschen Volksbundes Profeffor Hobohm- Potsdam auf Grund seiner eben in Deutschösterreich gewonnenen Eindrüde. Genosse Richard Bernstein bestätigte diese Mitteilungen durch Schilderung der Anschlußbegeisterung unserer deutschösterreichischen Genossen, denen er legthin in einer Reibe Versammlungen über die reichsdeutschen Verhältnisse berichtet hat. Allerdings wäre die Behandlung der Deutschösterreicher durch reichsdeutsche Behörden, so zum Beispiel die glatte wegnahme der auf Anforderung bezahlter Ginbürgerungsgebühren bei Verweigerung der Einbürgerung als Verwaltugsgebühr"- Beträge von 50 und sogar 250 Goldmart!! nur geeignet, die Anschlußbegeisterung drüben zu dämpfen, wenn sie nicht zu start wäre, um über solche Anfechtungen zu triumphieren. Aus der Partei. Ein feltenes Jubiläum. Am heutigen Tage sind es vierzig Jahre her, daß der Reichstagsabgeordnete Genoffe Bod- Gotha im Jahre 1884 in den Reichstag eintrat. Genoffe Bod- Gotha war der Alterspräsident des letzten Reichstags und wird, wie wir hoffen, auch wieder der Alterspräsident des am 7. Dezember neu zu wählenden Reichstags sein. Wenn er heute auf eine vierzigjährige parlamen tarische Tätigkeit zurückblicken Bann, so hofft die ganze Partei, daß es ihm beschieden sein möge, noch lange als Vertreter der Arbeiterschaft im Reichstage wirken zu können. Ginsendungen für diese Rubrik find Berlin SB. 68, Lindenstraße 3, und erklärte, es fei Meldung eingegangen, daß die von ihm de Parteinachrichten liebene Uhr gestohlen fei. Er müsse sie also beschlagnahmen, und es sei auch ein Strafverfahren zu gewärtigen. Dabei ließ er je= doch durchblicken, daß er nicht abgeneigt sei, gegen eine gewisse Ent fchädigung die Sache unter den Tisch fallen zu lassen. Der ge ängstigte Geschäftsmann ging, obwohl er sich feinerlei Schuld bein ähnlicher Weise ist Zemfe bei verschiedenen Geschäftsleuten mit der Drohung einer Berhaftung aufgetreten und hat größere Mengen von Waren, darunter Belze von erheblichen Werten, erschwindelt. An die falsche Adresse geriet er aber bei einem Fabrifdirektor, bei dem er mit der Behauptung erschienen war, daß gegen den Direktor ein Berfahren megen unerlaubter Ausfuhr eingeleitet worden sei, und daß er den Auftrag habe, die Bücher und Papiere zu beschlagnahmen. Da er auch hier andeutete, daß die Sache sich durch eine entsprechende Geldzahlung totmachen ließe, fchöpfte der Fabrit direktor Berdacht und bestellte den angeblichen Kriminalkommissar zum nächsten Tage wieder. Er benachrichtigte aber inzwischen die Kriminalpolizei. As Zemfe am nächsten Toge erschien und als er im Begriff war, den ihm aufgezählten Geldbetrag einzuftreichen, traten plötzlich Kriminalbeamte hinter einem Vorhang hervor und verhafteten thn. Wegen feines gemeingefährlichen Treibens hielt das große Schöffengericht Wedding eine große Strafe für den unverbefferlichen Betrüger für notwendig und verurteilte ihn zu 5 Jahren Gefängnis und Ehrverlust. Die Stabilisierung der Währung brachte auch für die Organifation wieder ein neues finanzielles Fundament, das von den Mitgliedern durch ihre außerordentlich starke Opferwilligkeit, die in An- wußt war, auf den Vorschlag ein, und mit der Uhr und einer betracht der Niedrigkeit der Renten um so höher anzuerkennen ist, noch sehr gestärkt wurde. Das laufende Geschäftsjahr wurde mit einem Kaffenbestand von 146 M. begonnen. Inzwischen hat sich cuch die Kasse außerordentlich gebessert, am 30. September war ein Barbestand von 1138,45 m. vorhanden. Der Gau steht vollkommen schuldenfrei da. Mit Hilfe einer Agitationsfommission wurde die ganze Organisation wieder neu belebt. Einzelne während der Inflation eingegangene Ortsgruppen wurden wieder aufgerichtet. Die Mitarbeit der Frauen an der Organisation ist eine überaus gute: Die Hauptarbeit mar die der Bertretungen der Mitglieder vor dem Bersorgungsgericht. Im Geschäftsjahr wurden insgesamt 769 Termine, hauptsächlich vor dem Versorgungsgericht, wahrgenommen. An Rentenerhöhungen tommen insgesamt 3730 Prozent in Betracht. Neue Berufungen wurden im Laufe des Geschäftsjahres 577 eingelegt. Lebhaft ist immer noch über den langsamen Gang der Berufungen vor den Spruchbehörden zu flagen. Gegen den Abbau der Rentenversorgung und Fürsorge murde in melyreren öffentlichen Versammlungen innerhalb des Gaues Stellung genommen. Wenn jetzt die Hauptfürsorgestelle für Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene innerhalb der neuen Organisation der Wohlfahrtspflege erhalteen bleibe, dann sei dies im wesentlichen auf die Bemühungen des Gaues zurückzuführen. Ge meinsam mit der Liga für Menschenrechte wurden aus Anlaß der zehnjährigen Wiederkehr des Kriegsausbruches Bersammlun gen gegen den Kriegs- und Revanchegedanken neranstaltet, die außerordentlich gut besucht waren. Der Bericht des Gauleiters wurde von dem Gauvorsigenden Ebert ergänzt. Diskussion zum Geschäftsbericht erstreckte sich zum weitaus größten Teil auf organisatorische Angelegenheiten des Bundes. Albert Baumeister vom Internationalen Arbeitsamt sprach über Kriegsbeschädigtenbewegung und Kriegsopferversorgung im Auslande. Ausgehend von der Berschiedenheit der Berteilung der Bodenschätze auf dem Erdball und der verschiedenen staatspolitischen und fulturellen Einstellung gab er ein umfassendes Bild über die Kriegsopferbewegung der Welt. Baumeister zeichnete ferner noch die Berfchiedenartigkeit der Bemessungen der Bersorgung nach den Auswirkungen einer Beschädigung oder des Verluftes eines Ernährers. Die Organisationen in Amerifa, Frankreich und England feien militärisch, aber doch so eingestellt, daß sie für den Frieden wirten wollen. Die Berschiebenartigkeit gegenüber Deutschland erfläre sich eben auch aus den verschiedenen staatspolitischen Auffassungen der einzelnen Bölker. Eine große Anzahl von Anträgen lag dem Gautag zur Beratung por. Einmütig wurde einem Antrag der Hinterbliebenen zugestimmt, von der Regierung zu verlangen, daß auch beim Tod von Hinterbliebenen Sterbegeld gewährt wird, um fich ein anständiges Begräbnis zu sichern. Gegenwärtig müsse in den meisten Fällen die Armenpflege in Anspruch genommen wer den. Stürmisch wurde die Finanzierung der öffentlichen Kriegsopferfürsorge aus Reichsmitteln verlangt. Abgelehnt wurde die Schaffung eines Heldendenkmals für die im Kriege Gefallenen. Das beste Denfmal für die Toten des Weltfrieges sei, durch eine ausreichende Versorgung und Fürsorge für die Lebenden im Geifte der Toten zu wirken. Went alle Kriegerfinder anständig versorgt wer den, dann sei dies viel mehr wert, als ein Denkmal von Stein und Erz. Angenommen wurde ein Antrag, der verlangt, daß sich der Bund ganz flar zur republitanischen Staatsform be. fenne. Mit einem Hoch auf den Reichsbund schloß der Gauverfigende die Tagung. Fälschungen von Postkreditbriefen. Umfangreche und raffinierte Fälschungen von Postkreditbriefen waren Gegenstand einer intereffanten Verhandlung, die vor dem Schöffengericht Wedding stattfand. Unter der Anklage der schwe rem Urkundenfälschung und des Betruges hatten sich die Kaufleute Paul Luedtke und Georg Riemer zu verantworten. Riemer, der im Gefängnis schwer erfranft war, mußte auf einer Tragbahre in den Gerichtsiaal geschafft werden. Die Angeflagten, bie in einem hiesigen großen Engrosgeschäft arbeiteten und mit Boftkreditbriefen zu tun hatten, beschafften fich gefälschte polizei liche Personalausweise, auf Grund deren sie sich an den verschieden sten Bostanstalten Deutschlands, fo in Hamburg, Königsberg, Nürn berg und in der Umgebung dieser Städte Poft tonten anlegten, und Kreditbriefe für diese Konten ausstellen ließen. Bor dem Amtsgericht Berlin- Mitte hotte fich der Schloffer Walter off wegen einer misfentlich falschen Anschuldigung gegen die Kriminalbetriebsassistenten Buchholz und Waldom zu verant worten. Die Beamten nahmen in der Wohnung des Angeflagben in Grünau einmal eine Durchfuchung vor, weil diefer ein Spartaffenbuch entwendet hatte. Bei dieser Amtshandlung fanden sie zwar den gesuchten Gegenstand nicht, aber fie benutzten die Gelegen heit, um eine Münzensammlung, ein Meßband, einen wertvollen Marinedolch und einen Rohrpostbrief zu beschlagnahmen, weil der Besitzer über den Erwerb dieser Sachen feine flare Austunft geben fonnte. Der Angeklagte befchwerte sich nun wegen vermeintlichen Diebstahls bei dem Kriminalfommissar Riese, obwohl er über den Sachverhalt bei der Amtshandlung unterrichtet wurde. Das Ge richt hielt den Tatbestand der fallchen Anschuldigung für gegeben und ertannte gegen den Denunzianten auf 6 Monate Gefängnis und dreijährigen Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Es hielt diese hohe Strafe für angemessen, um den Kriminalbeamten in ihrer verantwortungsvollen Tätigkeit einen wirffamen Schutz zu gewähren. Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 28. Oktober. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-6.30 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). Während der Pausen: Ratschläge fürs Haus". 7.45 Uhr abends: Vortrag des Herrn Dr. Viktor Engelhardt: Kungfutse und der chinesische Geist". 8.30 Uhr abends: Berlin, wie es weint und lacht( Alt- Berliner Humor). 1. Ouvertüre zu„ Berlin, wie es weint und lacht", August Conradi( Fritz Wenneis, SchiedmayerMeisterharmonium). 2. a), Daraus, da muß man sich nichts machen" aus der Posse Berlin. wie es weint und lacht", August Conradi, b) Der Berliner hat Herz und Gemüt" aus der Posse Höhere Töchter". Steffens, c) Alt- Berliner Lindenlied( Berlinade) Lapini ( Fritz Langendorff, Gesang). 3. a), Ich bitte um Entschuldigung", Couplet R. E. aus Mein Leopold, L'Arronge, b) Berliner Luft, Marschlied, Paul Lincke, e) Wenn Kalkelatersch in de Boombliete ziehn, Marschcouplet, Paul Lincke( Grete Wiedecke. Humoristischer Vortrag). 4. a) Da haben Sie den Berliner!"( Alte und neue Steckbriefe des Berliners und seiner Vaterstadt), b) Dutitre"( Am Grabe von der Ollen), Felix Philippi, c), Berlin im Brennglas"( Kleines aus dem Tagebuch Berlins) Adolf Glaßbrenner ( Karl Zander, Rezitation). 5. a) Bäckerliebe", aus der Posse Posse Höhere Töchter", Steffens," c),„ Der Ton macht die Musik", Kyritz- Pyritz", G. Michaelis, b), Mach die Augen zu", aus der aus der Posse, Pechschulze", Salingré( Fritz Langendorff, Gesang). 6. a) Bei Kempinski", Couplet, Martin Knopf, b) Ich bin eine Witwe", Couplet, Aletter, c) Bummelwalzer, Rich. Günther( Grete Wiedecke, Humoristischer Vortrag). 7. a)' Berliner Leierkasten" ( Das kann nur ein Berliner sein) Couplet, David Kalisch, b), Etwas jungen, Eckensteher, Droschkenkutscher, Felix Philippi( Karl vom alten Siechen"( slist komisch) Alexander Meyer, c) SchusterZander, Rezitation). Am Schwechten- Flügel: Kapellmeister Otto Urack. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theaterdienst. Madame für Groß- Berlin sfets an das Bezirkssekretariat, 2. Hof, 2 Trep. rechts, zu richten. Bezirksverband Berlin SPD. Zur Aufstellung der Kandidaten für die Wahlen zum Deufschen Reichstag und Preußischen Landtag am 7. Dezember 1924 findet am Freitag, den 7. November, abends 7 Uhr, ein außerordentlicher Bezirkstag Im Plenarscale des Preußischen Staatsrats, Ceipziger Str. 3, staff. Die Abteilungen und Kreise werden gebeten, unverzüglich zur Kandidatenfrage Stellung zu nehmen. Alle Vorschläge find bis zum 4. November an das Bezirkssekretariat einzureichen. Bezüglich der Zahl der Delegierten ist der Berteilungsplan für das Geschäftsjahr 1924/25 maßgebend.( Siche Juni- Nummer der SPD.- Mitteilungen.) Es ist den Abtellungen freigestellt, die bisherigen Delegierten mit ihrer Vertretung zu beauftragen oder. Neuwahlen vorzunehmen. Mandatsformulare gehen den Abteilungen rechtzeitig zu. Der Bezirksvorstand. 2. Kreis Tiergarten. Heute, Dienstag, den 28. Oftober, 7% thr, erweiterte Kreisvorstandsfigung bei Krüger, Butligftr. 10. 17. Kreis Lichtenberg. Brattion der fos. Elternbeiräte! Heute, Dienstag, 7½Uhr, Rathaus, Möllendorfstraße, Bimmer 25, Sigung mit der Arbeitsgemeinschaft der foa. Lehrer. Referat des Gen. Dr. Siggel fiber:., Schuls fragen. Alle Parteigenoffen, die Elternbeiräte sind, müffen erscheinen. Parteimitgliedsbuch muß am Eingang vorgezeigt werden. Die Karten zur Teilnahme an der Befichtigung des Botanischen Gartens in Dahlent am 2. Nobember sind am Donnerstag abend 27 Uhr von der Bibliother, Weichfelfir. 28, abzuholen. Näbere Angaben ebenda. 14. Rrels Rentölln. Handzettelverbreitung Mittwoch, den 29. Oftober, 6% Uhr, in allen Abteilungen bon den üblichen Stellen aus. 17. Kreis Lichtenberg. Mittwoch, den 20. Oftober, pünktlich 6 Uhr, gemein fame Sibung des Kreisvorstandes mit der Fraktion im Simmer 25 bes Rathauses. Die Abteilungsleiter baben dafür zu sorgen, daß zu dieser Sigung fämtliche Abteilungslaffierer erscheinen, Anschließend 8 Uhr Konferens fämtlicher Kreisfunktionäre. Wichtige Tagesordnung. 18. Kreis Weißenfee. Mittwoch, den 29. Oftober, 7½ Uhr, im ,, Grünen Baum", Kreisfunktionärtonferens. Vortrag des Gen. Dr. Moses: ,, Neichs tagswahl und Sozialdemokratie". 19. Kreis Pankow. Mittwoch, den 29. Oktober, 7 Uhr, erweiterte Streis borstandssitung bei Meyer, Pantow, Breite Str. 14( Türkisches Belt). Heute, Dienstag, den 28. Oftober: 6. Abt. 7 Uhr Sunktionärfonferenz bei Dobroblaw, Shineminber Str. 11. 16. Abt. 7% Uhr Werbeberfammlung bei Strüger, Hussitenstr. 34. Referent: Bürgermeister Karl Leid. 38. Abt. Wegen der erweiterten Kreisvorstandsbung findet die Sibung sämtlicher Funktionäre nicht Dienstag, sondern Donnerstag, ben 80. Oftober, 7% Uhr, bei Bartusch, Friedenstr. 88, statt. Neukölln 89. Abt. Bon 6 Uhr ab bolen die Bezirksführer beim Abteilungs leiter Sobrechtstr. 35/36, wichtiges Material ab. 92. Abt. Die Bes sirtsführer holen abends die Handzettel und Streifen zur öffentlichen Versammlung in der Neuen Welt am Donnerstagabend bei Wolff, KaiserFriedrich- Str. 173, ab. 93. Abt. 6 Uhr bei Förster, Herzbergfir. 12. Sandzettel abholen zur Versammlung am Donnerstag. 95. Abt. Bezirksführer! Material abholen bei Sürtler, Brinz- Handiery- Str. 34. Mittwoch Handzettelberbreitung. 98. Abt. 7% Uhr bei Teich Funktios närfibung. Inngfozialisten. Grubbe Siben. 8 the furistische Sprechstunde, Bindenftr. 3. Bortrag des Gen. Dr. Warburg: Deutscher und englischer Barlamentaris mus." Gruppe Tempelhof/ Martendorf. 7% Uhr Lefeabend im Ju gendheim Lhzeum, Germaniaftraße. Morgen, Mittwoch, den 29. Oftober: 1. Abt. 7% Uhr außerordentliche Mitgliederversammlung Schulaula Auguft ftraße 68. Die Sozialdemokratie im Wahlkampf." Ref.: Gen. Ruttner, 2. Wahlen. 1. Abt.( Gastwirtsgehilfen.) Nachmittags 4 1hr bel Bichiefing, Aders ftraße 1, Versammlung. Tagesordnung: Die bevorstehenden Reichs tagswahlen." Ref.: Gen. Otto Sista. 2. Abt. 7½ 11hr außerordentliche Mitgliederversammlung bei Ohngemach, Kommandantenftr. 88. 3. Abt. 7% Uhr Mitgliederversammlung Saal 5 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 25. Bortrag des Genoffen Landa: Reichstagswahlen und Sozialdemokratie." 2. Wahl der Delegierten aum reisvertreter- und Beatristag. Die Bezirksführer laden die Mitglieder hieran ein. 4. bt. 7% Uhr Mitgliederversammlung bei Bebi, Neue Friedrichstr. 96/98. Thema: Reichstagswahlen." 2. Wahl der Delegierten zum Bezirks und Kreisbertretertag. Die Besirtsführer werden gebeten, die Mitglieder einzulaben. 5. Abt. 7 Uhr im Rofenthaler Sof, Stofenthaler Str. 11/12, Abteilungsver fammlung. Vortrag des Gen. Dr. Webl: Reichstags- und Landtays wablen." Vorwärtslefer und Gäste sind eingeladen, 6. Abt. 7% Uhr Abteilungsverfammlung bei Büttner, Schwedter Str. 23. Bortrag des Gen. Dr. Freund: Reichstagswahlen und Sozialdemokratie. 7. Abt. 7% Uhr Mitgliederversammlung in Röblers Bestfälen, Tied Straße 24. Tagesordnung: 1. Referat des Gen. Dr. Lohmann:„ Die bevorstehenden Wahlen." 2. Wahl der Delegierten zum Bezirks und Streisvertretertag. 8. Abt. 7 Uhr Sigung des Bergnügungsfomitees mit dem Jugendleiter bet Schilling, Pallasstr. 5. 2. Ouergeb.. 2 Tr. 9. 61. 7% Ubr Sizung der Bezirksführer und Betriebsvertrauensleute. 12. Abt. 7 Uhr Abteilungsversammlung Schule Rostoder Str. 32. Referent: Gen. Otto Meier. 13. Abt. 8 Uhr Arminiushallen, Bremer Straße, Abteilungsversammlung. Vortrag des Gen. Dr. Bechlin, Wen also eine Toiletteseife gebrauchen, dann enn Sie eine Seife für Ihr Gesicht und Ihre Hände bedenken Sie bitte, daß man gute Seifen aus guten Materialien und schlechte Seifen aus schlechten Materialien macht. Schlechte Materialien sind billig, gute Materialien sind teuer, RAY- Seife wird aus feinsten Fetten und Hühnerei hergestellt. Wenn Sie Ihr Gesicht, Ihre Hände, Ihren Körper mit Seife nicht reinigen, sondern pflegen wollen, dann dann wählen wählen Sie RAY- Seife. Nicht auf den Preis, sondern auf die Zusammensetzung des Fabrikates kommt es an. Die raffinierte Zusammensetzung und die Herstellung der Ray- Seife sind ein Geheimnis. nur 22. Abt. 7 Uhr Werbeberfammlung Schulaula Lütticher Str. 47/48. Bor trag des Gen, Kurt Aiezmann über: Reichstagswahlen und Sozial demokratie." 24. Abt. 8 Uhr Bablabende in folgenden Gruppenlofalen: Rösner, Imanuel firchstr. 25; Schmidt, Marienburger Str. 48; Winzer, Wins, Ede Christburger Straße; Müller( Schweizerhäuschen), am Bahnhof Weißensee. Die Funktionäre, Betriebsvertrauensleute und Wahlhelfer treffen sich in ihren Gruppenlofalen eine Stunde vorher. 31. Abt. Bablabend in den bekannten Lokalen. Wichtige Mitteilungen. 32. Abt. 7 Uhr Abteilungsvorstandssizung mit den Gruppenleitern bei Wiehle, Königsberger Str. 6. 34. Abt. Umständehalber findet die Funktionärfonferenz Mittwoch bei Nofin, Gubener Str. 19, statt " 38. Abt. 7½ Uhr Funktionärtonferenz bei Bartusch, Friedenstr. 88. Charlottenburg. 55. Abt. 7 Uhr bei Reimer, Wilmersdorfer Str. 21. Abteilungsversammlung. Thema: Sozialdemokratie und Reichstagswahl." Referent: Gen. Karl Hetfchold. Die Bezirksführer müssen einladen. 56. Abt. 71 Uhr außerordentliche Mitgliederversammlung bei Liersch, Kantstr. 62. Die Bezirksführer laden hierzu ein. 77. Abt. Schöneberg. 7% Uhr Mitgliederversammlung bei Win, MartinLuther- Str. 68. Vortrag des Gen. Richard Strille: Die politische Lage." 83. Abt. Lichterfelde. 7½ Uhr in den Lichterfelder Festsälen, Behlendorfer Straße. Vortrag des Gen. Stünstler: Die Reichstagswahlen." 86. Abt. Marlendorf. 7½ Uhr Funktionärsibung Bimmer 26. Nenköllu. 89. Abt. 7 Uhr Vorstands und Funktionärsigung bei Stahl, Sanderstr. 11. 91. Abt. 7 Uhr Flugblattverbreitung bei öfter, Karls. gartenstr. 4. 94. Ast. 6 Uhr Sandzettelverbreitung von den beTannten Stellen aus. 8 Uhr abends Funktionärfihung bei Günther, Schillerpromenade 11. 96. Ast. Handzettelverbreitung von den bekannten Stellen aus. Die Bezirksführer holen am Dienstag bom Abteilungsleiter die Handzettel. 97. Abt. 7 Uhr im Reichensaal der 12. Gemeindefchule, Thomasftr. 20, Versammlung. Thema: ann die Wohnungszwangs wirtschaft die Wohnungsnot beseitigen?" Referent: Gen. Franz GutSchmidt, Mitgliedsbuch legitimiert. 136, t. Neinidendorf- Dft. 7½ Uhr Jugendheim, Seebad, Residensstr. 49, Sunktionärsihung. Sämtliche Funktionäre und ihre Helfer müssen erfcheinen. 141. t. Nosenthal. 7% Uhr Lokal Frische, Niederstr. 5, Funktionärbung. Königswusterhausen. 7 Uhr öffentliche Wählerversammlung im Rotal Bahnhofshotel. Genoffen, forgt für Maffenbesuch. Frauenveranstaltungen am Mittwoch, den 29. Oktober: 7. Kreis Charlottenburg. 7% Uhr Schulaula Joachimsthaler Straße 31/32, öffentliche Frauenversammlung. Vortrag des Gen. Dr. med. Hans Graag: Frauenleiden und Frauenleid." Anschließend frete Aussprache. 38. Abt. 7½ Uhr bei Bartusch, Friedenstr. 88. Vortrag des Gen. John: Die Aufgaben der Frauen im Reichstagswahlkampf." 102. Abt. Baumschulenweg. 7½ Ubr bei Saß. Baumschulenftr. 72, Bortrag der Genoffin Kunert: Lebenshaltung und Ueberbölferung." Nachdem ge mütliches Veisammensein. * Genossenschaftsaufbau. SPD. Konfumgenossenschafts- Generalversammlungsbertreter. Dienstag, den 28. Oftober, abends 6½ Uhr, in den MufferFestfälen, Kaiser- Wilhelm- Str.$ 1: Generalversammlung. Die außer ordentlich wichtige Tagesordnung erfordert die Teilnahme jedes Vertreters. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 6. st. Genose Otto Rodedei, Rheinsberger Str. 41, ist berstorben. Beftattung Mittwoch, den 29. Oftober, 3% Uhr, Strematorium Grichtstraße. Jugendveranstaltungen. Heufe, Dienstag, den 28. Oftober, abends 7% Uhr: Gesundbrunnen II: Schule Wiesen-, Ede Pantstraße. Distuffion: ,, Neichs. banner und SAJ." Görliker Viertel: Görliger Str. 51. Bortvog: Das Leben der Ameisen und der Bienen". Nordosten I: Bögowftr. 40, Bortrag: Laffalle". Nordosten II: Danziger Str. 62. Außerordentliche Mitglieder. versammlung. Norbrine: Vorwärts- Spedition Greifenbagener Str. 22. Mitgliederversammlung. Moabit II: Schule am Stephanplak. Löns- Abend. Resenthaler Borstadt: Gipsstraße( Schule). Bortrag: Soziale Märchen". Schöneberg 1: Rubens, Ede Hauptstraße. Bortrag: Jugend und Religion". Schönhauser Borstabt: Jbsenftr. 17. Vortrag: Entwicklung der Städte". Westen: Kurfitrstenstr. 141. Vortrag: Bube und Mädel.( fortfegung.) Mädchenausschußfikung am Donnerstag, den 30. Oktober, 7% Uhr, im Jugendheim Lindenstr. 3. Bortrag: Die Schule". Alle Abteilungsmädchenvertreterinnen find zu dieser Gigung eingeladen. Sport. Rennen zu Mariendorf am Montag, den 27. Oftober. 1. Sennen. 1. Une Petite( Ch. Mills), 2. Lady Bosworth( Hedert), 8. Barmaid( Snöpnadel jr). Foto: 24: 10. Blat: 14, 25, 24: 10. Ferner liefen: Native Forbes, Byverberg, Siegleicht, Schneewolfe, Manila I, Baula Bingen, Leuchtturm, Schwarzwaldmädel, Irrteufelchen, Long Nunchen, Dmega, Frettchen, Quantität, Else B. I, Ballast, Ninon I. 2. Stennen. 10. 3. Kinolönigin( E. Smiter). Sipiter). Sofo: 98: 10. Blay: 33, 63, 18), Ferner liefen: Kapitän Halle, Linscott jr., Venus, Alüdes Tochter, Stadett, Bunier, Kartenspieler, Dolerit, Triumph, Divisionär, Stalle, Morgentan, Sevilla. 3. Rennen. 1. Ostermagda( Weidmüller), 2.. Fenelon( E. Treuberz), 3. Francisco( F. Schulz). Toto: 85:10. Blat: 35, 33, 60: 10. Ferner liesen: Long Mufa, Leichtsinn, Gawein, Schiller, Amazonia, Elschen, Berdun, Angriff, Durchbruch, Arche, Josef. 4. Rennen. 1. Budbruder( Großmann), 2. Zora( Ch. Mine), 3. Diagonale( E. Swiger). Toto: 15: 10. Blat: 12, 12, 13: 10. Ferner liefen: Alpengeier, Drelise, Kapellmeister, Billy A., Lebenslust. 5. Rennen. 1. Alland( Ch. Mins), 2. Sting Batts( E. Smizer), 3. Fels( J. Mills). Toto: 21: 10. Platz: 10, 10, 10: 10. Ferner liejen: Feuerwehr, Bring Adbell, Doritha, Trotteur. 6. Rennen. 1. Barmaid( Knöpnadel jr.), 2. Altgold( Elias), 3. Tell ( Weidmüller). Zoto: 346: 10. Blap: 49, 23, 19: 10. Ferner liefen: Sturm, Cadiac Agworthy, Prinzessin Etawah, Crassus, Florian, Minsko, Lukullus. 7. Rennen. 1. Erdmann( G. Bleis), 2. Pontresina( H. Hermann), 3. Doyffeus( St. Fisch). Toto: 88: 10. Blab: 22, 16, 16:10. Ferner liefen: Fistus, Allertony, Alpenfer, Haubize, Adler, Arworthy I, Frühauf, Edinhard, Heideprinz, Fürst, Nachtfalter, Fafter J., Schlips. 8. Rennen. 1. Bismark( Senöpnadel jr.), 2. Interpellant( Ch. Mills), 3. True For( Jaug jr.). Toto: 148: 10. Plak: 39, 22, 21: 10. Ferner liefen: Jobannistäfer, Dlley B., Quintora, Clärchen M., Koranna, Margot I, Minz, Jimiene, Attorie, Della, Wildfate, Marina, Erbgraf. Bom farbigen Winter". Nicht einförmig, weiß oder gar grau, tie man früher glaubte, ist der Winter, nein farbenprächtig über alle Maßen und bunt und vieitönig ist auch das intersportgetriebe der Wintersport. pläge. Dieser Buntbeit trägt nun auch die Zeitschrift„ Der Winter" Rech nung. br 18. Jahrgang, im Bergverlag Rudolf Rother, München, Don Karl J. Luther herausgegeben, erscheint in farbige Umschläge geheftet, die für jedes eft ein in buntem Offselverfahren gedrucktes Bild bringen. Das vorliegende erste Heft des neuen Jahrganges, das vom Verlag gegen Einsendung von 50 Bf. als Probebeft zu beziehen ist, enthält ausgezeichnete von Photographen und Künstlern auch graphisch reichillustrierte Beiträge. Geschäftliche Mitteilungen. gutes Jebe Reklame ist zwecklos, wenn das Fabrikat, für welches die Propaganda erfolgt, in feiner Qualität nicht der Anpreifung entspricht. Ein Fabritat empfiehlt sich in erster Linie von selbst und deshalb ist es auch erklärlich, warum der Dunlop- Cord- Reifen" durch die technische Bollkommenheit feiner Herstellung, unter Verwendung allerbesten Rohmaterials, in der furzen Zeit feit seiner Einführung eine so beispiellose Verbreitung gefunden hat. Er beherrscht die Straße, denn ein ieder Kenner weiß: Die Weltmarte bürgt für Qualität". Fort mit den Feinden der Republik! Tagung der Berliner Funktionäre. Die Berliner Funktionäre hatten sich gestern in der Brauerei Friedrichshain versammelt, um die Referate des Genossen Crispien und der Genoffin Bohm- Schuch über das Thema„ Gegen Militaristen, gegen Monarchisten, für den Sozialismus" entgegenzunehmen, die als Einleitung zu dem Wahlkampf in Berlin gedacht waren. # Genoffe Crispien sprach in der Hauptsache über die außenpolitischen Fragen. Es ist das Verdienst der Sozialdemo tratie, so führte er aus, daß die Regierung und die Regierungsparteien für die Annahme des Londoner Abkommens gewonnen wurden, so daß die schwankende Haltung in dieser Frage beseitigt wurde. Schon vor den Wahlen am 4. Mai ist es das Streben der Bürgerlichen gewesen, die Außenpolitik auf die Sozialdemokratie, ihre Innenpolitit aber auf die Deutschnationalen zu stützen. Das war für die Sozialdemokratie untragbar, und so stimmte sie einer Auflösung zu. Der Ausgang der Wahlen ist befannt. Er brachte 106 Deutschnationale, 32 Nationalsozialisten, 4 Deutschsoziale und 62 Kommunisten, insgesamt 204 Abgeordnete von 472, die von vornherein gegen das Londoner Abkommen waren. Das Zeichen der letzten Wahlen war die Wahl müdigkeit, die auch bei der Wahl in Hamburg zutage getreten ist. Wir müssen daher die Wahlmüden aufrüfteln. Wir müssen uns gegen die Zersplitterung in allzu zahlreichen fleinen Parteien wenden. Es ist unfinnig, wenn sich in Berlin eine Partei auftut, die aus ehemaligen Demokraten und Sozialisten usw. besteht, und behauptet, die Republik stüßen zu wollen, während sie die Republik schwächt durch Bekämpfung der starken Parteien, auf die die Republit sich wirklich ſtüßen kann.( Zustimmung.) Bei der jetzigen Regierungstrise fam es der Sozialdemokratie darauf an, den Bürgerblod zu verhindern, um dadurch zu vermeiden, daß dieser Reichsbag dann 4 Jahre lang vegetiere. Es mußte daher erreicht werden, daß die Demokraten nicht nach rechts abschwenkten. Der Erfolg hat unsere Tattit bestätigt. Wir haben gesehen, wie die anderen Parteien, die die Auflösung gar nicht wollten, fich in eine Lage hinein manövrierten, aus der nichts anderes als die Auflösung herausführen konnte. In der jetzigen Regierung haben die Reaktionäre unter Führung von Stresemann sich in den Bordergrund gedrängt. Im Zentrum, das sich bemüht, niemandem vor den Kopf zu stoßen, tobt ein harter Kampf zwischen Rechts und Lints. Die Demokraten treten offen für die Republik ein. Eine besondere Stellung nehmen die Deutschoolfsparteiler ein. Sie machen den Demokraten den Vorwurf, daß sie durch ihre Haltung die Auflösung des Reichstages herbeigeführt hätten. Sie hätten den Bürgerblod zum Scheitern gebracht und müßten daher betämpft werden. Außerdem sind in dieser Partei Leute wie Heinze, die ganz offen für die Monarchie eintreten, Leute wie Stresemann, die im offenen Kampf mit der Sozialdemokratie stehen. Die Deutsch nationalen erflären, daß sie in dem fommenden Wahlkampf den Anfang des Sieges vollenden müssen, den sie am 4. Mai begonnen haben. Sie sind Feinde des Parlamentarismus und wollen einen Boltsblod gegen die Sozialdemokratie. Die Kommunisten haben sich in den letzten Wochen vollfommen umgestellt. Sie fagen jetzt, fie feien teine sozialistische Partei, sondern eine bolfchemistische Partei. Fran Gohlte hat fürzlich in Halle in einer fommunistischen Berjammlung erklärt, dah die bisherigen Führer der Kommunisten, jozialistische Opportunisten gewesen seien.( Heiterfeit.) arbeiten, daß in Europa die Handelsbeziehungen so geregelt werden, daß alle Völker bestehen können. Der Gedante der vereinigten Staaten von Europa darf von uns nicht befämpft werden. Darüber hinaus aber müssen wir auf gute politische und wirtschaftliche Beziehungen zu den anderen Weltteilen hinarbeiten. Es ist bezeichnend, daß der Kampfaufruf feiner bürgerlichen Partei sich gegen die Kommunisten richtet, sondern lediglich gegen die Sozialdemokratie. Die kommunisten werden von den Rechisparteien als willkommene Hilfstruppen betrachtet. Wir wissen, daß in der KPD. der Plan besteht, alle unsere Versammlungen zu stören. Wir haben jetzt im Ruhrgebiet Bersammlungen erlebt, in denen die Kommunisten uns mit Stühlen und Steinen angegriffen haben. Gegen solches Gefindel gebt es feine Rücksicht mehr. Das sind teine proletarischen Klassenfämpfer. Das ist reaktionäres Gesindel.( Bustimmung.) Wir müssen die Reaktion so schlagen, daß sie nicht mehr daran denft, sich gegen den demokratischen Staat zu erheben. Wir wollen daher eine Politik der proletarisch- sozialistischen Notwendig feiten. Da wir in der Partei einig sind in den Zielen, so laßt uns auch gemeinsam fämpfen. Wir haben in Berlin eine alte Schuld gutzumachen: Wir müssen dafür sorgen, daß Berlin der Stärke feiner Arbeiterbewegung entsprechend in die Erscheinung tritt. Arbeiten wir, tämpfen wir, daß wir den Sieg an unsere Fahnen heften.( Lebhafter Beifall.) Alsdann sprach Genossin Bohm- Schuch: Das DamesGutachten erschien uns als der erste Schritt, das deutsche und das gesamte europäische Wirtschaftsleben wieder in Ganz zu bringen. Der Kampf in der Zukunft wird sich nun um die Lastenperteilung abspielen. Bei den kommenden Wahlen werden die Frauen den Ausschlag geben und daher ist es die Aufgabe vor allem der Genossen in den Betrieben, auf ihre Kolleginnen in fameradschaftlicher Weise aufflärend einzuwirken. Darüber hinaus muß auch im Haushalt, im Freundeskreise und wo immer sich Gelegenheit bietet, für die Partei geworben werden. Nur dann besteht die Aussicht, daß der neue Reichstag wahrhaft arbeitsfähig wird. Die Kommunisten sind wesen. Das hat sich gerade in der Sozialpolitit ausge im Reichstag die treuen Helfer der Reaktionäre gewirtt. Wir werden im kommenden Reichstag für das Washingtoner Abkommen fämpfen. Der Achtstundentag ist eben nur international zu regeln, und dazu bietet eben das Washingtoner Abkomdie Wochenfürsorge und Wochenhilfe durchgesetzt. Wenn diese Ermen die einzige Möglichkeit. Troh der Inflation haben die Frauen rungenschaften befestigt und erweitert werden sollen, so muß der Jugend fürsorge einiges durchsehen können, aber es bleibt neue Reichstag anders aussehen als der alte. Wir haben auch in der gerade auf diesem Gebiet noch viel zu leisten übrig Die richtige Zusammenjehung des neuen Landtages ift in fozialpolitischer Hinsicht nicht minder wichtig als die des Reichstages, da die Ausführung der Reichsgefeße Aufgabe der einzelnen Länder ist. Auf dem Gebiete der Bevölkerungspolitit muß vor allen Dingen noch viel Arbeit in bezug auf die Berbesserung des Wohnungswesens geleistet werden. Die verlangt hat, daß die Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter in den Sozialdemokratie ist die einzige Partei gewesen, die Tarifverträgen berücksichtigt werden. In den ersten Wahlversammlungen haben die bürgerlichen Parteien als eine überspannte Forderung bezeichnet, daß den Jugendlichen die Zeit für den Fortbil bungsunterricht bezahlt werde. Dadurch werde die deutsche Wirt Thee jezige Politit foll auf die Sabotage der Durchfüh- schaft geradezu zu Grunde gerichtet. Tatsache aber ist, daß die Not rung des Londoner Abkommens eingestellt fein. Thr Hauptziel ist natürlich immer wieder ein Bündnis mit Sowjetrubland, d. h. ein militärisches Bündnis. Die Rechtsparteien möchten die Verständigungspolitik dadurch fabotieren, daß sie erklären, daß die Sozialdemokraten mit ihnen nicht in der Kriegsschuldfrage übereinstimmen. Wir sind der Meinung, daß die Kapitalisten aller Länder am Kriege fchuldig find, aber wir können nicht zugeben, daß Deutschland gang allein am Kriege schuldtos sei. . Die Frage des Bölferbundes hat für uns eine andere Bedeutung bekommen durch die Stellungnahme des Genossen Macdonald. Wir sind durch die Internationale verpflichtet, an der Reorganisation des Bölkerbundes mitzuarbeiten. Die Sozialdemokratie tann bestehende Einrichtungen nicht einfach ignorieren. Die internationalen Zusammenhänge machen auch für die jetzige Gesellschaft ein übernationales Barlament nötig und die Sozialdemokratie fieht jeht ihre Aufgabe darin, dieses Parlament, den Bölferbund, zu demokratifieren. Die englische Arbeiterregierung hat sich vor der Geschichte ein bleibendes Verdienst erworben, die Frage ber internationalen Abrüstung ins Rollen gebracht zu haben. Diese Arbeit fann natürlich nur dann erfolgreich sein, wenn die Arbeiterpartei in England Fortschritte macht, wenn vor allem in Deutschland eine starte Sozialdemokratie einen bestimmenden Einfluß auszuüben vermag. Die Kommunisten meisen darauf hin, daß die Engländer zur gleichen Zeit, da sie für die internationale Abrüstung eintreten, in Mossul Bomben abwürfen. Man tönne daher auch den Russen feinen Vorwurf über ihr Vorgehen in Georgien machen. Dazu ist zu erklären, daß die englische Arbeiterregierung eine Minderheitsregierung ist, die durchaus nicht volle Handlungsfreiheit hat. Die englische Arbeiterpartei ist sich far, daß zu einer fozialistischen Bolitit nicht nur eine Mehrheit, sondern vor allem eine starke Mehrheit im Parlament nötig ist. Die Arbeiterregierung muß leider manches hinnehmen, was sie durchaus nicht billigt. Ganz anders liegen die Dinge in Georgien, wo ein friedliebendes, fozialistisches Land von seinem Bundesgenossen mitten im Frieden ohne Not überfallen, wurde. Nur ein politischer Ignorant oder ein böswilliger Mensch fann Mossul und Georgien auf eine Linie bringen. Inzwischen ist in England noch der Brief Sino wjews befannt geworden, der auffordert, überall tommunistische Zellen zur Verbreitung der Weltrevolution zu bilden. Die Konservativen haben in England erklärt, daß dieser Brief der Todesstoß für die Rußlandpolitit Macdonalds sei. Wir müssen daraufhin arbeiten, daß der sozialistische Einfluß in allen Ländern gestärft wird, um zu einer Befriedung der Welt zu gelangen. Wir haben in Deutschland den Kampf gegen die Militaristen mit aller Kraft zu führen. Wir müssen darauf hinviele junge Menschen dahin gebracht hat, die Gesetze zu übertreten. Zur Berhinderung dieses Mißstandes müssen gerade wir für die Jugendlichen eintreten. Genoffin Bohm- Schuch trat sehr warm für unser Schul ideal ein und forderte auf, daran mitzuarbeiten, daß vor allem der innere Widerstand bei den Frauen und Männern in dieser Frage gebrochen werde. Das ist aber vor allen Dingen Aufgabe der Frauen selbst. Nachdem Genossin Bohn- Schuch das Unsinnige der Deutschnationalen in der Frage der Kriegsschuld gebüh rend beleuchtet hatte, schloß sie mit einer begeisterten Aufforderung an die Frauen, ihre Pflicht im Wahlkampfe zu erfüllen, dann würde der Ausgang der Wahlen nicht zweifelhaft sein. Den begeistert aufgenommenen Ausführungen der Referentin folgte feine Distustion. Genosse Künstler forderte in einem Schlußwort die Funktionäre auf, am 7. Dezember dafür zu sorgen, daß Berlin wieder das alte„ rote Berlin" werde. Mit einem freudig aufgenommenen Hoch auf die Sozialdemokratie schloß die Funktionärversammhmg. Wahlauftakt in der Provinz Brandenburg. Am Sonntag, den 26. Oftober fanden in allen Unterbezirten Delegiertentonferenzen als Auftakt für den Mahlkampf statt. Die um Berlin gelegenen Kreise wie TeltowBeeston, Nieder- Oberbarnim und Ofthavelland, Ruppin tagten im Gebäude des Preußischen Landtags Die Referate murden von den Genossen Fr. Bartels, Elfriede Ryned und Wilh. Krüger erstattet. Sämtliche Referenten brachten übereinstimmend zum Ausdruck, daß diefer Wahlkampf entscheidend sein wird nicht nur für die Entwicklung der Deutschen Republit in den nächsten Jahren. fondern auch für Gesamteuropa. Bon dem Ausgang der Wahl wird es abhängen, ob die Anfähe zur Befriedung Europas weitergeführt werden können, ob die Wiedergefundung der deutschen Wirtschaft sichtbare Fortschritte macht und damit die Grundlagen für den Aufstieg der arbeitenden Klasse ge= schaffen werden, oder ob wieder wüstester Nationalismus gepaart mit tommunistischem Phrasenschwall jede praktische Arbeit in den Barlamenten unmöglich machen soll. Die Konferenzen, die getragen waren von hellem Kampfesmut, erledigten ohne wesentliche Schwierigkeiten die Nominierung der Reichstags- und Landtagstandidaten, die nun dem Bezirksparteitag zur Beschlußfaffung vorliegen werden. Bei der Behandlung der wahltechnischen Angelegenheiten tam von den Delegierten einmütiq zum Ausdruck, daß keine Rede davon fein darf, daß unsere Wählerversammlungen zu Diskutierklubs unferer Gegner herabgewürdigt werden dürfen, sondern daß sie zur Auftlärung der Wähler und insbesondere der am 4. Mai betrogenen Wähler ausgestaltet werden müssen. Mit dem Gelöbnis, alle Kräfte in den Dienst der Partei zu stellen, tonnten die Konfevenzen schon nach furzer Tagung gefchloffen werden. Massary ROAL 5-8 Defff 6-8 Eine Zigarette von Rang Edel wie der Name Fü groß und klein Auf allen Gebieten gleich leistungsfähig zu sein- das ist unser Stolz! Und Leistungsfähigkeit in unserem Sinne bedeutet, für niedrigste Preise den höchsten Gegenwert zu liefern. Ob für groß oder klein: es ist eine Freude, bei uns zu kaufen! C& A Königstr. 33 Am Bahnhof Alexanderp!. Chausseestr. 113 Beim Stettiner Bahnhof ( Untergrundbalinstation) Niedlicher Kinder- Mantel aus molliger Flauschware, mit reizender Stepperei Vetzierung. 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Da die Ausfuhr hingegen zu rüdgegangen ist, ergibt sich ein Einfuhrüberschuß von 59,4 Millionen Goldmart. In den ersten drei Bierteljahren beträgt der Einfuhrüberschuß mehr als eine und eine halbe Milliarde. Bei der Wür. digung dieser Zahlen ist allerdings zu berüdsichtigen, daß sie nur ein unzulängliches Bild von dem deutschen Außenhandel geben, da die Ein- und Ausfuhr des besetzten Gebietes von ihnen nicht lückenlos erfaßt wird. Dem Werte nach betrug die Einfuhr II. Lebensmiltel und Getränke 4 382 483 1924 Ausfuht Aug. Jan./Gept. Geptbr. Aug. Jant/ Sept in Doppelgentnet 46 460 451 670 15 648 1614 847 58 856 Warengruppen Septbe. I gebende Tiere 64 100 21 911 3566 511 Illa Rohstoffe 21 267 599 14 395 354 37 902 595 181 890 467 2143 059 4714 490 4 647 195 29 545 749 Illb.Salbf. Waren 2668 440 IV Fertige Waren 961 777 2123 343 701 542 24 287 842 3 298 112 2793 770 20 895 520 V. Gold u. Gilber 1 041 2531 10 787 126 11858 3 243 497 106 3 397 188 28 320 908 86 828 13 143 036 Bufammen 29 345 440 20 835 751 255 331 558 12 886 700 13 003 209 91 964 897 Der Mengen nach betrug bie Aug. Jan./Sept. Sept. Aug. Jan./Sept. nach Gegenwartswerten in 1000 Goldmart 4945 1924 Ausfahr Einfuhr Warengruppen Sept. Bebende Tiere 7934 60 540 1550 1957 6 928 II. Lebensmittel 206 684 152 426 * 1 544 229 34 543 50 398 284 465 223 901 58 537 42371 121436 89 142 4130 11 023 623 422 448 224 148 317 2 575 793 40 607 43 835 295 281 587 814 1275 735 65 836 6109 947 42 766 442 822 1768 37 054 454 687 1430 297 413 11 903 64 056 589 361 4 554 005 und Getränke Illa.Robftoffe Illb.Salbf. Baren IV. Fertige Waren V. Gold u. Gilber Busammen 3 658 015 In den Außenhandelszahlen des Septembers tritt der katastrophale Fehler, den der Reichsernährungsminister Rani in seiner Außenpolitit gemacht hat, mit aller Deutlichkeit zutage. Bekanntlich hatte das Reichsernährungsministerium, e he es die Ergebnisse der letzten Ernte kannte, die Ausfuhr von 80 000 Tonnen Getreide ins Ausland zugelassen. Im September allein mußten nun nicht weniger als 47 000 Tonnen Weizen, 39 484 Ton nen Roggen und 30 973 Tonnen Gerste hereingebracht werden, um den Fehlbetrag wettzumachen, der durch die Ausfuhrpolitit des Grafen Raniz entstanden war. Da nun dieses Getreide zu wesent lich höheren Preisen eingeführt wurde, als vorher, das deutsche Getreide ausgeführt worden war, entsteht daraus ein enormer Ver. Iuft für die deutsche Zahlungsbilanz, der selbstverständlich auf die Berbraucher abgewälzt wird. Wenn heute das deutsche Volk schlech teres und Heineres Brot essen muß als vorher, so bezahlt es damit zugleich die Kosten dieser verfehlten und verlustreichen Nah. rungsmittelausfuhr. Bemertenswert ist übrigens, daß die Ausfuhr indu. strieller Fertigfabritate im September wieder nach gelassen hat, während hingegen fertige Industriewaren des Auslandes in größeren Mengen her eingetommen find. Die fünftliche Hochhaltung der Breise im Inlande hat zur Folge, daß auss ländische Baren billiger eingeführt werden fönnen und auch eingeführt werden, während die eigene Industrie unter Beschäftigungslosigkeit leidet. In verkürzter Arbeitszeit oder in Arbeitslosigkeit tragen die breiten Bevölkerungsmassen die Kosten diefer verfehlten Preispolitik. Dabei wünschen manche Fertigindus strien, daß in Zukunft die Hochhaltung der Preise ihnen noch er leichtert wird und fordern zu diesem Zwed Schutzölle. Gegen die Teuerung! übergeben werden können, ohne daß der Sparer nötig hätte, erst in die Stadt zu fahren. Die deutschen Sportassen fürchten von der Einführung einer Postspartasse eine starke Beeinträchtigung ihres Betriebes. Man will daher nur im Einvernehmen mit ihnen vorgehen, da der Post jede Schädigung der Sparkassen fernliegt. Der Rhein- Main- Donau- Kanal. Die große Bedeutung einer Schiffahrtsverbindung zwischen den Stromgebieten des Rheins und der Donau, d. h. zwischen NordseeFrankreich- Nord- und Westdeutschland und Süddeutschland- Deutsch österreich- Ungarn- Rumänien- Bulgarien Utraine- Schwarzes Meer ist schon längst erkannt worden, und in der ersten Hälfte des Ministe Posten Reichstag Auflösung H.ABEKING. Der deutschnationale Wolf in der Falle. 29 vorigen Jahrhunderts wurde darum der Ludwig stanal erbaut, der die Donau mit dem Main verbindet. Da dieser Kanal jedoch nur für Schiffe von 120 Tonnen fahrbar ist, hat er für die heutige Wirtfchaft feinen Wert. Die Rhein- Main- Schiffahrt für große Schlepptähne von 1500 Tonnen endet jetzt bei Aschaffenburg, für kleinere Schiffe bei Bamberg. Die Donauschiffahrt mit ihren 1000- TonnenSchlepptähnen fann jetzt stromaufwärts nur bis Regensburg betrieben werden, wo eine alte gemauerte Donaubrücke und das häufig eintretende Niederwasser die weitere Schiffahrt stromaufwärts verhindern. Nun ist der Bau eines modernen Donau- Main- Kanals bereits aus dem Stadium der Erwägungen heraus und nähert sich der Berwirklichung. Der neue Kanal wird eine Spiegelbreite von 38 und eine Tiefe von 3,75 Meter haben, er wird nach beiden Fahrtrichtungen zwei Schlepptähne von je 1200 Tonnen, geführt von einem Dampfer von 210 Pferdeträften, aufnehmen können. Ein solcher Schiffszug kann den Inhalt von 5 Güterzügen mit je 50 Waggons befördern, indem er dazu nur ein Bierzigstel der auf der Eisenbahn dafür erforderlichen Lokomotivkraft verwendet. Die Transporttosten für Massengüter werden auf diese Weise um mehr als Zweibrittel vermindert, die Berringerung der Geschwindigkeit tommt dabei weniger in Betracht. Der bereits fanalisierte( schiffbar gemachte) Main, dessen Schleife nächst Würzburg durch einen Kanal umgangen wird, foll von dem Kanal bei Bamberg verlassen werden. Dann folgt der Sanal bem Tal der Regniß, geht an Erlangen, Fürth und Nürn berg vorbei, überschreitet die Wasserscheide, erreicht das Tal der Altmühl und mündet nächst Thalheim in die Donau. Bon da bis Baffau muß die Donau erst reguliert werden, um fo große Schlepp: tähne aufnehmen zu können. Der Hauptausschuß des bayerischen Stäbtebundes, der am Sonntag in München tagte, nahm einstimmig eine Entschließung an, in der auf die Ueberteuerung der Lebensmittel hingewiesen und erklärt wurde, baß die aften bes Lonboner btommens nicht allein auf die verbraucheri haft ab gewälzt werden dürften. Die notwendige Reinigung des wirt schaftlichen Lebens habe sich noch lange nicht vollzogen. Die Not der großen Massen fel unhaltbar geworden. Die Städte feien aur äußersten Sparfamteit übergegangen. Die Privatwirtschaft müse folgen und durch Berbilligung die Kaufkraft der Berichten. Entsprechend dem Projekt des Münchener Ingenieurs völkerung stärken. Die Reichsregierung müsse endlich zeigen, daß thre Geduld gegenüber der Südfichtslosigkeit wirtschaftlicher Macht ftrömungen zu Ende sei. Ueberschuß und Leihgelder der Reichspoft. Der Geschäftsbetrieb der Reichspoft hat sich in den letzten Monoten recht günstig gestaltet. Sie hatte insbesondere große Mengen von Drucksachen( Reklame) zu versenden. In den erster fünf Monaten dieses Beichäftsjahres erzielte die Reichspoft einen lleber ichuß von 50 millionen Goldmark. Damit ist aber nicht gesagt, daß ihr gesamter Jahresüberschuß 120 Millionen bee tragen müßte. Infolge der noch bestehenden tameralistischen Buchhaltung erscheinen die Ausgaben für Bestellungen nicht gleich bei der Auftragsvergebung, sondern erft bei der Ausführung in der Rechnung. Man ist dabei, die kaufmännische Buchhaltung einzuführen, aber bei den 20 000 Bostdienststellen, und da sämtliche Bücher neu angelegt, auch das Personal erst ausgebildet werden muß, geht das nicht so schnell. Von dem Ueberschuß wird zunächst ein bisher vollkommen fehlender Betriebsfonds gebildet. 20 Millionen dafür stehen schon im Etot. Das übrige und ebenso die Depotgelder des Bost sched verkehrs die dem Postscheckfunden nicht verzinst werden verleiht die Boft auf Binjen ufw, nach Grundsätzen, die die Reichsbant ausgestellt hat und äußerst vorfichtig. Sie gitt diese Gelder an die Reichsbant, das Reichsfinanzministerium und gewisse Banken. Darlehen an Privatkunden, die früher gegeben worden sind, werden nicht mehr gewährt, noch bestehende bei der ersten Gelegenheit zurückgezogen. Die Zinserträge werden verwendet, um die Gebühren herabzusehen. So ist zu der bereits erfolgten Ermäßigung der Postscheck- und der Fern sprechgebühren( im Fernverkehr) eine weitere beabsichtigt und foll bald eintreten. Gegenüber den Gerüchten von großen Verlusten, die die Reichspost als Kreditgeberin beim Zusammenbruch der Berliner Handels- und Depositenbank erlitten haben soll, wird auf das Bestimmteste erklärt, daß die Reichspoft ihre Gelder von dieser Bank rechtzeitig zurückgezogen und weder bei ihr noch bei irgendwelchen anderen Kreditnehmern auch nur einen Pfennig verloren habe. Bor kurzem studierte der Reichspoſtminister mit dem zuständigen Referenten die Einrichtungen der Poftiportaffe in Wien. Es besteht die Absicht, auch in Deutschland diese bequeme Spareinrichtung zu schaffen, die besonders für stadtferne Landorte in Betracht tommt, weil fo Spargelder auf Sinfen einfach dem Landbriefträger Die Wasserscheide liegt 410 Meter über dem Meer, die Gine mündestelle des fanalisierten Mains bei Frankfurt 82 und die Einmünbestelle der kanalisierten Donau bei Baffau 290 Meter hoch. Diefer beträchtliche Höhenunterschied wird durch 49 Kammer. schleusen von durchschnittlich 10 Meter Gefälle überwunden; er ermöglicht aber auch, an dem Kanal große Kraftwerke zu ers Hallinger soll das Wasser des Lech von unterhalb Augsburg in einem besonderen Zubringetanal auf die Wasserscheide des Donau- MainKanals gebracht werden. Man würde dadurch 800000 PS ge= winnen. Zusammen mit den im Ausbau begriffenen großen Waffers traftwerken Oberbayerns( Walchensee, Isar usw.) würde dann Gerstengrütze, lose... Preisnotierungen für Nahrungsmittel. Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels je Zentner frei Haus Berlin. 18.5024,50 Kakao, fettarm 75,00-96,00 Gerstengraupen, lose 100,00-120,00 17,50-18,00 Kakao, leicht entölt Haferflocken, lose... 21,00-22,50 Tee, Souchon, gepackt. 320,00-400,00 20,50-22,50 Tee, indischer, gepackt. 400,00-470,00 Hafergrütze, lose.. 16,65-185,0 Inlandszucker basis mel. 31,50- 33,00 Roggenmehl 0/1. 20,00-23,00 Inlandszucker Raffinade 24,75 26,00 Zucker Würfel WeizengrieB 16,75 19,50 Kunsthonig 70% Weizenmehl Speiseerbsen, Viktoria Bohnen, weiße, I erl Langbohnen, handveries. Linsen, kleine Hartgrieß Weizen- Auszugmehl Speiseerbsen, kleine Linsen, mittel Linsen, große Kartoffelmehl Makkaroni Makkaronimehl Schnittnudein, lose. Bruchreis Rangoon Reis Ringäpfel, amerik. Getr Pilaumen 90/100.. 39,00-45,00 39,00 42,00 19,75 26,50 Zuckersirup hell in Eim. 40,00-45,00 18,00 24,00 Speisesirup dunk. in Eim. 27,00-31,00 16,00-18,50 Marmelade Einfr. Erdb. 90,00-95,00 40,00 22,00-24,75 Marmelade Vierfrucht 28.00-32,10 Pflaumenmus in Eimern 18,50 29,50 Steinsalz, in Säcken... 31,00-37,50 54,00-61,50 Dienstag, 28. Oktober 1924 Bayern über mehr als 1,2 Millionen Pferdekräfte verfügen, und da das industriearme Südbayern diese gewaltige Kraftmenge nicht aufbraucht, könnte ein sehr großer Teil davon dem industriereichen Nordbayern und dem Maintal bis Frankfurt und darüber hinaus zur Verfügung gestellt werden. In Deutschösterreich sind bis jetzt 175 000 PS ausgebaut, 110 000 PS im Bau und über 1750 000 PS auswärtiger Großwasserkräfte überhaupt vorhanden. Durch die Ausmilzung der Wasserträfte wird sich der Kanal, zu deffen Bau das Reich und Bayern einen großen Beitrag geleistet haben und weiter leisten werden, schon während des Baues zum Teil bezahlt machen; nach seiner Fertigstellung wird er, selbst bei mäßigen Schiffahrtsabgaben, ein sehr rentables Unternehmen werden. Bermutlich werden auch die an dem Kanalbau start interessierten reichen Weststaaten, England, Frankreich, Holland und Belgien Kapital dafür bereitstellen, so daß die vorläufig auf 20 Jahre bemessene Bauzeit wesentlich abgekürzt werden fönnte. Die Donauregulierung Regensburg- Passau ist bereits im Bau begriffen. Der Donau- Main- Kanal wird den billigen Transport der Ruhrtohle nach dem östlichen Nordbayern mit seinen unerschöpflichen Eisenerzlagern, die durch den Kohlenmangel Bayerns fast mausgenügt geblieben find, ermöglichen rund dadurch voraussichtlich ein Industriegebiet schaffen, das dem Ruhrgebiet nicht sehr nachstehen wird und das die deutsche Eisenausfuhr nach dem industriearmen Often Europas gewaltig erhöhen wird. Andererseits wird der Kanal den Weststaaten die billige Heranführung des Getreides, Petroleums und Holzes aus den Donauländern und bis aus Kaufafien geftatten. Bon überragender Bedeutung ist der Kanal für Deutschösterreich. Wien fiegt gerade in der Mitte des mehr als 4000 Kilometer langen Wasserweges: Norbfee- Rottendam- Rhein- DonauSchwarzes Meer. Die Ruhr- und Saartohle wird billig nach dem industriellen Deutschösterreich kommen. Die wirtschaftlichen Interessen Deutschösterreichs und Deutschlands erfahren dadurch eine neue und starte Berflechtung. Die deutschösterreichische Industrie wird ⚫durch die verbilligte Zufuhr der Rohstoffe in die Lage versetzt werden, sich der mächtigen reichsdeutschen Industrie anzupassen; für den Erport nach dem Osten hat sie ohnedies den Vorteil der geringeren Entfernung der altgewordenen Handelsbeziehungen. Deutschösterreich hat vor allem die Aufgabe, die Donau für 1200- bis 1500- TonnenSchiffe fahrbar zu machen, die Niedrig- Wasser- Regulierung durchzuführen, die Schiffahrtshindernisse bei Aschach und im Struden zu beseitigen, die viel zu flein gewordenen Häfen von Linz und Wien auszubauen, bort einen Freihafen zu schaffen, die Hochwassergefahren zu mildern und eine Donauflottille zu bauen. 99 Der Artifel des Ing. L. F. in der Wiener Arbeiter- Zeitung", dem wir die vorstehenden Angaben entnehmen, schließt mit dem eindringlichen Sat:" Möge uns die Vollendung des Kanals nicht unvorbereitet finden." Betriebsräte und Konsumgenossenschaften. Die Konsumgenossenschaftliche Korrespondenz" berichtet folgenden Fall, der zeigt, wie Betriebsräte und Verbrauchergenossenschaften erfolgreich aur besseren Nahrungsmittelverfor. gung der Arbeiter gerade in Zeiten schwerer Not zusammenwirben fönnen: In einem Betriebe der Porzellanindustrie fanden erhebliche Betriebseinschränkungen statt. Die Arbeiter erhielten nur Abschlagszahlungen auf ihren Lohn, die bei weitem nicht einem Wochenlohn entsprachen. Der Lebensmitteleintauf war in Frage gestellt, wenn er nicht auf Borg erfolgte. Das hätte run beim Privathändler oder durch Betriebswarenversorgung erfolgen fönnen, wie es leider meistens geschieht. Statt beffen leitete der Betriebsrat in Gemeinschaft mit dem Unternehmer Berhandlungen mit der Konsumgenossenschaft ein, die zu folgender Abmachung führten: Die Arbeitnehmer des Wertes, soweit sie Lohnforderungen haben, müssen Lebensmittel und Bedarfsartikel in der Konsum genossenschaft entnehmen. Die Lohnfummen werden namentlich pro Woche der Konsumgenossenschaft angegeben. Die leherweisung der Summen geschicht durch den Unternehmer, der gleich. zeitig den Zinsverlust durch die Warenabgabe auf Borg trägt. ieg ber um jag um 60 Bro3, die Mitgliederzahl um 3 Prog. In der betreffenden Berteilungsstelle der Konsumgenossenschaft Hier hat also der Betriebsrat gleichzeitig seinen Arbeitsgenossen be dem Konsumverein einen Dienst erwiesen. So sollte es überall fet. als es Achtung, Verbraucher! Im Wochenbericht des Landesarbeitsund Berufsamts der Rheinproving lesen wir:„ Der Kampf des Handels mit Gegenständen des täglichen, dringenden Bedarfs gegen den Handel mit Industrieerzeugnissen um die geringe Kauffraft des Inlandes wird legten Endes auf Kosten des Arbeitsmarktes ausgetragen. Nachdem sich der Lebensmittelhandel von der Schlappe um die Mitte des Jahres erholt hat, fann er jetzt den Umstand, daß nach seinen Erzeugnissen ein 3 mingender Bedarf herrscht, stärfer ausnutzen, nach dem Berhältnis von Angebot und Nachfrage möglich wäre, weil ihm die Verbraucher felbft zu Hilfe tommen, da fie noch unter dem Einfluß der Inflationszeit stehend, Breissteigerungen als etwas lit abwendbares refigniert hin iehmen." Diefe Beobachtung sollte den Verbrauchern zu denken geben. Eine 21bwehr der Berteuerungsbestrebungen, soweit sie im Herbel auftreten, ist nur möglich, wenn sich die Konsumenten in starken Verbraucherorganisationen zusammenschließen. Darum: Hinein in die Konsumbereine! Ronfumgenoffenfchaften im Kampf gegen Zeuerung. Die fran zösische Regierung führt einen Kampf gegen die dort auch hereingebrochene Teuerung. Dabei hat sie den Konsumgenossenhaften eine beachtliche Anerkennung zuteil werden lassen. In einem Ministerialerlaß wird u. a. die Schaffung von Komitees angeordnet, die Vertreter des Handels, der Konsumgeneffen. fchaften fowie der Verbraucher umfassen sollen. Die Verbraucher sollen hauptsächlich aus den Delegierten der ArbeitergewertDiese fchaften und der Beamtenverbände ausgewählt werden. Komitees werden die Versorgung Frankreichs mit Lebensmitteln eingehend prüfen. Ferner wird auch die Förderung der Kon91,20-92,50 fumgenossenschaften anempfohlen, um allen übertriebenen 92,00-93,00 Forderungen zu widerstehen. 43,00-45,00 3,10 3,60 4.40- 5,00 3,70-4,20 5,20-5,80 97,50-98,50 98,00-99,00 65,00-66,00 66,00 60,00-63,00 37,50-51,00. Siedesalz in Säcken 17,75-19,50 43,00-46,00 Bratenschmalz in Tierces 38,00-39,00 Bratenschmalz in Kübeln 25,00-28,00 Purelard in Tierces 17,50-18,00 Purelard in Kisten 19,00 20,00 Speisetalg in Packung Tafelreis, glasiert, Patna 24,25-32,00 Speisetalg in Kübeln Für den deutsch- spanischen Handelsvertrag. Der Präsident Tafelreis, java. 32,75-39,00 Margarine, Handelsm. 1 85,00-90,00 desgl. Il des deutschen Industrie- und Handelstages hat an 40,00-43,50 Margarine, Spezialm. I.. 80,00- 84,00 das Auswärtige Amt, an das Reichswirtschaftsministerium und an desgl. II. 69,00-71.00 das Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft folgendes 60,00-65,00 Molkereibutter la 1. Fäss. 222,00-226,00 Telegramm gerichtet: Deutscher Industries und Handelstag 60,00- 70,00 Molkereibutter i. Pack. 230,00-233,00 75,00-90,00 Molkereibutter lla i. Fäss. 190,00-200,00 erhebt schärfsten Einspruch gegen die Versuche des deutschen Wein70,00-75,00 Molkereibutter. Pack. 190,00-210,00 baues, das neue deutsch spanische Handelsabkommen zu Fall zu 175,00-185,00 Auslandbutter in Fässern 235,00-24,0 175,00-185,00 Corned beef 12/6 lbs p. K. 40,00-42,00 bringen. Intereffen von Industrie, Handel und Schiffahrt, nament106.00-115,00 Ausl. Speck, geräuchert 108,00-120,00 lich auch des befeßten Gebietes und der Gesamtwirtschaft erfordern 55,00 65,00 Quadratkäse. 50,00-65,00 baldigste Ratifilation. Deutscher Industrie und Handelstag erSchwarzer Pfeffer Singap. 120,00-125,00 Tilsiter Käse, vollfett.. 120,00-135,00 wartet, daß Reichsregierung am Bertrag, der für bestimmte In165,00-170,00 Bayr. Emmenthaler Weißer Pfeffer...... Rohkaffee Brasil 200,00-223,00 Echter Emmenthaler... 175,00-185,00 bustriezweige eine Lebensfrage bedeutet, unbedingt festhält und daRohkaffee Zentralamerika240,00-305,00 Aust. ungezuck.Condensburch unabsehbare Schädigung unferes Auslandabsages verhindert, Röstkaffee Brasil..... milch 48/16. 21,00 23,50 deffen Ausdehnung nach Annahme der Londoner Vereinbarungen Röstkaffee Zentralam... 330,00-390,00 Inländische desgl. 48/12 16,50-19,25 20.00-21.00 Inl. gez. Condensm. 48/14 25,00-25,00 anabwendbare Notwendigkeit ist." Röstgetreide, lose Pflaumen, entsteint Cal. Pflaumen 40/50 Rosinen in Kisten, Candia Sultaninen Caraburnu. Korinthen, choice Mandeln, süße Bari Mandeln, bittere Bari Zimt( Cassia) Kümmel, holländischer 260,00-300,00 160,00-170,00 B GL Arbeiter- Sports A Arbeiter- Wintersport 1924/25. Norden 73 P. überlegen. Neukölln erreichte 42 P., Süden 30 P. und Nord- Ost 29 P. Sonstige Resultate: 52%. Freistilstafette M. 4X50 Meter: 1. Nordost 2:22. Brustschwimmen W. 100 Meter: 1. Jden- Nr. 1: 42%. Knabenbrust 50 meter: 1. Trippensee- G. Geiteschwimmen M. 100 Meter: 1. Jahr- NO. 1:23. Rückenschwimmen 28. 100 Meter: 1. Brandt- N. 1: 49%. Rückenschwimmen M. 100 Meter: 1. Kommatowski- N. 1: 27%. Brustschwimmen M. 100 Meter: Der Wintersport erfreut sich auch in den Arbeiterverbänden einer fecigenden Beliebtheit. Wer ein rechter Sportler ist, läßt sich die Winterfreuden in Schnee und Eis nicht entgehen. Im Touristen verein„ Die Naturfreunde" wird der Schneelauf seit Jahren gepflegt 1. Rommatowski- N. 1: 34%. Freiftil M. 100 meter: 1. Gräbert- 2. 1: 23%. und ist offizieller Sportzweig. Im Arbeiter- Turnerbund Streckentauchen W.: 1. Laferich- L. 25 Meter in 26 Set.; M.: 1. Lesch- Nr. hat sich seit vorigem Jahr eine Wintersport- Interessengemeinschaft 50 Meter in 41% Set.- Mädchenbrustschwimmen 50 Weter: 1. Broses- G. 57. gebildet und auch im vergangenen Winter bereits größere Touren Freistil M. 400 Meter: 1. Werner- L. 6: 20%. Freistil W. 100 Meter: Knaben1. Hardt- N. 1: 53%. Kunstspringen: 1. Nachtigall- N. 58 P. arrangiert. In Berlin fanden Kurse statt, um die Interessenten schwimmen bel. 50 meter: 1. Senmann- Nr. 43%. Lagenstafette M. des Wintersports im Sfilauf vorzubilden und dann im Gebirge mit 4X100 Meter: 1. Lichtenberg 5: 50. Jugendbrust W. 50 Meter: 1. Schutalle- G. 55%. Lagenstafette W. 4X50 meter: 1. Lichtenberg I 3: 26%. Lauf und Sprung die Praxis zu erproben. In Freiburg im Breis= Bruststafette M. gau hatte sich sogar ein selbständiger Wintersportverband gebildet Sugendbrustschwimmen M. 50 Meter: 1. Rimmer- S. 47. 4X100 Meter: 1. Norden I 6:30. Freistil W. 200 Meter: 1. Schukalle- S. Freiund um seine Aufnahme in die Zentralfommission für Arbeitersport 3: 59%. Brustschwimmen M. 50 Meter: 1. Chaudowa- Nr. 49%. Bruststafette W. stilstafette M. 10X50 meter: 1. Lichtenberg 6:15. und Körperpflege nachgesucht. Diese Neugründung dürfte aber überflüssig sein, da die bestehenden Verbände genügend Möglichkeit 10 × 50 Meter: 1. Neukölln 9: 0645. bieten, den Wintersport intensiv zu betreiben. Es ist daher zu emp= fehlen, in allen Orten aus den Mitgliedern der Arbeitersportverbände Arbeitsgemeinschaften" zu bilden und schon jetzt mit den Vorarbeiten zu beginnen. Das große Internationale Olympia 1925 der Luzerner Sportinternationale wird durch wintersportliche Wettkämpfe, die für den 31. Januar, 1. und 2. Februar 1925 in Schreiberhau im Riefengebirge festgesezt sind, ein geleitet werden. Da diese Wettkämpfe eine Vorschau des großen Frankfurter Festes sein sollen, ist eine recht zahlreiche Beteiligung besonders aus Deutschland erwünscht. An Wettkämpfen sind vorgesehen: Langlauf für Sportler, 15 Kilometer; für Sportlerinnen 6 Kilometer, für Jugendliche von 16-18 Jahren, 10 Kilometer. Hindernisleuf, 4 Kilometer. Sprunglauf für Sportler über 18 Jahre und Jugendliche von 16-18 Jahren. Busammengesezter Lauf( Langlauf über 10 Kilometer mit Sprunglauf) sowie ein Rodelrennen. Die Durchführung von Wettkämpfen im Eislauf muß aus Mangel an geeignetem Platz unterbleiben. Der Endtermin für die Meldungen zu den Weit kämpfen ist der 1. Januar 1925, jedoch wird von den Teilnehmern wegen der Quartierbeschaffung usw. eine möglichst frühe Meldung erwartet. Zu den Wettkämpfen steht die Sprungschanze sowie die Rodelbahn in tadelloser Verfassung zur Verfügung, ebenso ist die fostenlose Mitwirkung der Kurkapelle zugesagt. Heizbare Massenquartiere zur Unterbringung von 250 bis 300 Personen sind vorhanden. Es ist also alles für einen würdigen Empfang der Festteilnchmer vorbereitet. Zum guten Gelingen des Festes ist nun vor allem die Einrichtung den Ausbildungskursen notwendig, um in Schreiberhau wirklich guten Sport zeigen zu können. Der selbstgelernte Schneelauf mag ein recht gutes Vergnügen sein, tommt aber für Wettkämpfe nicht in Frage. Nicht minder wichtig ist die Finanz frage, also die Einrichtung von Reisesparkassen zur Deckung der Unkosten. In diesem Sinne mögen alle Freunde des Wintersports gut vorarbeiten und dann sich rüsten zur Reise: Auf nach Schreiber hau! Jubiläumsschwimmfest in Neukölln. Das am Sonnabend und Sonntag im Neuköllner Stadtbad von den Freien Schwimmern" veranstaltete Jubiläumsschwimmfest bedeutete einen neuen Erfolg für die Arbeiterschwimmbewegung. 18 Konkurrenzen und 3 Wasserballspiele wurden am Sonnabend in etwa 2% Stunden erledigt, während am zweiten Tage 20 Ronfurrenzen und 5 Wasserballspiele zum Austrag tamen. In allen Wettkämpfen wurde hart um den Sieg gerungen, den größtenteils der Veranstalter an sich zog. Leider hatte aber der SV. Vor wärts", der bei allen großen Berliner Festen mit zu den Hauptgegnern zählt, durch nicht rechtzeitig s Aufheben eines schwebenden Startverbotes gegen„ Neukölln" am Fest nicht teilgenommen. Einen zufriedenstellenden Ausgleich schafften dafür Breslau, Görlig, Leipzig und Magdeburg, die ihre besten Kräfte geschickt hatten. Einzelne Konkurrenzen wiesen besonders starke Felder auf. So war das Brustschwimmen der männlichen Jugend mit 28 Teilnehmern und das Männerseite der Klasse A und Freistilschwimmen der Klasse B mit 11 bzw. 16 Startenden befeht. Die Reigen der Mädchenabteilung wurden mit reichem Beifail von den zahlreich erschienenen Zuschauern belohnt. Auch sei der übrigen weiblichen Teilnehmer gedacht, die mit Eifer bei der Sache waren. Das Springen der männlichen Jugend und der Männer war gut. In ellen Wasserballspielen wurde hart und fair gefämpft. Nachstehend die Resultate: Dresden- Berlin 1: 1. Die Arbeiterfußballer haben es recht gut verstanden, den schönsten Herbstsonntag für ihr Städtetreffen zu reservieren und diesem Umstand ist es auch zu verdanken, daß der Besuch befriedigend ausfiel. Die Berliner Arbeiterschaft müßte aber noch in weit größerem Maße ihre Unterstützung der Arbeitersportbewegung angedeihen lassen; denn im Vergleich mit Dresden, das an einem Wochen tage 20 000 Begeisterte in die Kampfbahn brachte, bedeutet die Zahl der 4000 Zuschauer in Berlin feineswegs ein günstiges Verhältnis. Troß der Spannung, die auf das Hauptspiel gerichtet war, wurde allgemein dem vorangegangenen Schülerspiel recht viel Interesse entgegen gebracht und dem Nachwuchs für sein gefälliges Spiel durch Beifall gedankt. " Auftrage der KPD. von der kommunistischen Fraktion des TV. arrangiert. Spontan" war ein gutes Duhend Leute des Roten Frontkämpferbundes mit roten Armbinden dazu fommandiert,„ spontan" war die kommunistische Jugend mit ihren Sowjetfahnen erschienen, um dem Zug voran zu marschieren, spontan" erklärte einer der Leiter zum Abschluß:„ Wir sind jetzt am Ende unserer Aktion für die politischen Gefangenen angelangt. Hier muß jest endgültig Wandel geschaffen werden. Die Mitglied fchaft muß aufräumen mit Leuten, die die Organisation regelrecht für ihre politischen Kundgebungen ausnuten, um wieder zu gedeihlicher Arbeit zu gelangen. Die Mitgliederversammlung am morgigen Tage muß von ihren beauftragten Funktionären in Ortsgruppenvorstand und Gauvorstand endliche Klarstellung und Durchführung der Frankfurter Beschlüsse verlangen. 2. S. V. Neptun Lichtenberg 1894. Am Mittwoch, den 29. Oftober, Funk tionärsigung bei Masello, Sauptstr. 6. Des bevorstehenden Schwimmfestes Am Sonnabend, den 1. Nowegen Erscheinen aller Funktionäre Pflicht. vember, außerordentliche Versammlung bei Daberkow, Sagen-, Ede Gudrunstraße( Bhf. Lichtenberg- Friedrichsfelde). Anfang pünktlich abends 8 Uhr. Arbeiter- Sportkartell, Bezirk Prenzlauer Berg. Mittwoch, den 29. Ottober, Sigung bei Werner, Senefelderstr. 3. Tagesordnung: Berichte, Abrech nung vom Schwimmfest, Verschiedenes. Arbeiter- Sport- und Kulturtariell Neukölln. Am 3. November findet in der Klaufe Mareschstraße die nächste Kartellsigung statt. Die einzelnen Bereine haben fich noch vorher mit der Frage des Austritts aus dem Orts Ebenso steht auf der ausschuß für Jugendpflege eingehend zu beschäftigen. Dieses beiden Fragen find so wichtig, daß die Kartelldelegierten mit genauen Tagesordnung die Stellungnahme zum Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Instruktionen ihrer Vereine zu dieser Gizung erscheinen müssen. Nachstehende diesmal bestimmt zu erscheinen: Freie Organisationen werden ersucht, Schwimmer, Schwimmverein Vorwärts. Tambourkorps der Turner, SportKlub Berolina, Stenographen, Lustig und Fidel, Arbeiter- Athletit- Sport- BerAlub Berolina, Fußball- Klub Rüftig- Vorwärts, Naturheilverein, FußballUnion- Vittoria, Artistenverein Einigkeit, einigung. Artiſtenverein Jiu- Jitsu- Vereinigung, Sozial. liche Schule, Arbeiter- Jugend, WeltArbeiter Abstinentenbund. Turn- und Sportverein Fichte. Dienstag, den 28. Oktober, Abteilungs versammlung der 2. Männerabteilung im Gaal 3 des Gewerkschaftshauses. Tagesordnung: Luzerner Rote Sportinternationale. Anfang 7% Uhr. Achtung! An alle Abteilungen! Dienstag, den 28. Oktober, nachmittags von 4 Uhr ab, sind die Mitteilungsblätter in der Geschäftsstelle zum Ab holen bereit. Turn- und Sportverein Eiche, Köpenick( Mitgl. d. A.-T. u. Sp.-B.). Sonnabend, den 8. November, abends 8 Uhr, im kleinen Gaal des Stadttheaters. Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Bericht vom 1. Januar 2. Bundesfragen. 3. Luzerner Rote Sport1924 bis 30. September 1924. internationale.( Olympiade 1925 in Frankfurt a. M.) 4. Wahl von Kreis Arbeiter- Sportkartell, 9. Bezirk, Wilmersdorf. Montag, den 3. November, tagsdelegierten. 5. Anträge und Berſchiedenes. abends 7% Uhr, auf dem Turnplase in der Württembergischen Straße, außerordentliche Kartellmitgliederversammlung. 1. Be richt vom Kartellverband Groß- Berlin. 2. Vorstandserfazwahlen.( 1. Vorkender). 3. Kaffe.( Mit den Beiträgen restieren im 1. bis 3. Quartal: Turner Wilmersdorf, Radfahrer Wilmersdorf und Schmargendorf, Naturfreunde( A. W.) S.- und K.- Jugend über 18 Jahre. P. G. D.) 4. Winterprogramm. Mitgliedsbuch oder-karte legitimiert. Jiu- Jitsu- Lehrgang. Am Mittwoch, den 29. Oktober, beginnt die Sport liche Bgg. Nordost" mit einem neuen Jiu- Jitsu- kursus für Anfänger, regelmäßig Mittwochs von 8-10 Uhr, in der Sporthalle Christ burger Str. 7. Die Leitung des Lehrgangs ist dem bekannten Jiu- JitsuIn dem Kursus werden die Trainer Walter Krüger übertragen worden. den. Besondere Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Anmeldung täglich von 8-10 Uhr abends ebendort. Die Städtemannschaften betreten den Platz mit dem bei solchen Spielen üblichen Beifall. Bei der Zusammenstellung der beiden Mannschaften zu einem Gruppenbild mag es wohl kaum in der Absicht der Dresdener Photographen gelegen haben, durch sein das belebende Spiegelbild Farbenspiel schwarz- gelb, weiß- rot Berlin der heutigen politischen Verhältnisse darzustellen. stößt an, verliert aber gleich den Ball an Dresden, die ihrerseits den Angriff vortragen, doch ohne gefährlich zu werden. Vorerst ist ein besonderer Stil den Mannschaften nicht zu erkennen. Dresden fann sich schwer an die Bodenverhältnisse gewöhnen und seine Verteidigung ist recht unsicher. Berlin erzwingt dadurch zwei Ecken, die aber zu feinem Erfolg ausgenutzt werden können. Dresden spielt nach und nach etwas stilvoller, man sieht zwischen Stürmer- und Läuferlinie gutes Verständnis, aber die Verteidigung läßt noch die wichtigsten Selbstverteidigungstricks des Original- Rano- Systems gelehrt wer nötige Sicherheit vermissen. Berlin zeigt weniger ge= schlossene Spielform. Durch lange Borlagen werden die während die beiden Berteidigungslinien in harmonischem ZusammenStürmer auf die Reise geschickt und ihrem Einzelspiel überlassen, arbeiten die Kombinationszüge der Dresdener durch Abseitsstellen unterbinden. Diese Form bringt den Berlinern weit öfters günftigere Schußgelegenheiten als den Schwarzgelben und mancher sichere Erfolg wird nur durch mangelndes Selbstvertrauen versiebt. Ungefähr nach halbstündigem Spiel lenkt ein Dresdener Verteidiger eine Flanke von links ins eigene Tor. Das Tempo verschärft fich jegt. Dresden spielt auf Ausgleich; doch die Berliner hatten ihren Vorsprung bis zur Halbzeit. An S. B. Sparta 1911. Leichtathletik, Fußball, Hocken, Handball. GeschäftsAbt. Leicht stelle: Erich Grofenid, N. 54, Fehrbelliner Str. 40-41. athletik: Jeden Freitag vorläufig Waldlauf im Friedrichshain bis zur Rege lung der Salle. Treffpunkt bei Riedel, Bözowstraße, abends 7 Uhr. Abt. Socken: Hockeyleiter Karl Springer, NO- fr. D. Bag: Stormo fchriften: Erich Lah 1, Berlin- Lichtenberg, Leffingitr. 18. Plag: Normannenstraße, 2. und 4. Sonntag im Monat, Umkleidelokal daselbst. Gigung FreiAm Frei bags 9 Uhr bei Rosenberg, Elbinger-, Ecke Langenbeckstraße. tag, den 31. Oktober, außerordentliche Versammlung Erscheinen ist unbedingt notwendig. Touristenverein ,, Die Naturfreunde", Drtsgruppe Berlin, e. B. Am Mitt woch, den 29. Oftober, abends pünktlich um 28 Uhr, Monatsversammlung in Tagesordnung: Bericht von der Reichs der Aula Weinmeisterstr. 16-17. fonferenz in Frankfurt am 25. u. 26. Oktober. Berliner Arbeiter- Schachklub. Der Berliner Arbeiter SchachIub feiert am Sonnabend, den 1. November, in den Gesamträumen der Brachtfäle Treptows( Bruno Jrmer), Am Treptower Park 27, sein 15. Stiftungsfeff, verbunden mit großem Ball. Beginn 8 Uhr abends. Einlaktarten find zum Preise von 1 M. an den Spielabenden der Berliner Abe teilungen und an der Abendtafie zu haben. Nege Beteiligung aller Ar. beiter- Sport- und Kulturorganisationen wird erwartet. Ant Freie Turnerschaft Lichtenberg- Friedrichsfelde, 4. Bezirk( Karlshorst). Sonnabend, den 1. November, feiert der Bezirk im großen Festsaal des Deutschen Hauses" in Karlshorst sein 4. Stiftungsfest. Ein gut aufgestelltes Gewähr, allen einen genußreichen Abend zu bieten. Bei dem mäßigen Ein trittspreis von 1 M. ist jedem die Möglichkeit zum Besuch des Festes gegeben. Beginn pünktlich 28 Uhr. Mit der gleichen Schnelligkeit seht nach der Pause das Spiel wieder ein. Dresden zieht alle Register des Rom binationsspieles. Es ist ein Genuß für den Kenner, die verschiedensten Formen dieses Systems zu betrachtet und der Zuschauer bewundert das ausgezeichnete Mannschaftsverständnis, das den Ball in flüssigem, schnellem Zusammenspiel von Mann zu Mann bringt. Jeder Spieler zeigt die genaueste Ballbehandlung mit Kopf und Fuß. Und doch, etwas konnten sie den Berlinern nicht zeigen Brogramm, unter gütiger Mitwirkung des Ebert- Manz- Quartetts, gibt die und zwar das Schießen. Manch günstige Stellung hatte sich Dresden durch das Spiel geschaffen, vermochte aber nicht durch Die Berliner einen erfolgreichen Schuß ihre Arbeit zu krönen. bleiben bei ihrem Flügelspiel und haben damit weit mehr Glück. Die stark aufrückende Dresdener Verteidigung unterstüßt sie geradezu in ihrem Vorhaben. Auch der Dresdener Torwart steht seinem Gegenüber nicht nach. Endlich blüht den Elbestädtern der Ausgleich. Ein Versehen der Berliner Verteidigung verschafft ihnen das Unentschieben. Aus nächster Nähe wird das Lor erzielt. Die letzte Viertelstunde bringt in unvermindertem Tempo abwechslungsweise beide Seiten in Gefahr, doch kann keine Partei bis zum Schlußpfiff den Sieg an sich reißen. Dresden hat ein technisch gutes Spiel vorgeführt, doch wie schon erwähnt, ohne überzeugende Schußleistungen. Ihr forciertes Innenspiel ist Ueberkombination und hat sie um den Neukölln 1: 43%. Mädchenbrustschwimmen, 100 Meter: 1. Both- Neukölln Sieg gebracht. Durch größere Inanspruchnahme der Flügel hätten fie die Berliner Verteidigung, eher bezwungen. Berlin hat seine Stütze in den Verteidigungslinien; aber auch der Sturm zeigte gute Leistungen und hat durch seinen Eifer und seine Schußfreudigkeit angenehm überrascht. Das Spiel würde fair durchgeführt und hatte tüchtige Leitung. Die gesamte Veranstaltung bildet für die Berliner Arbeiterfußballer ein en vollen Erfolg. Resultate vom Sonnabend. Männerstafette, 6X50 Meter bel., Klasse A: 1. Neukölln 3: 22%. Weibl. Jugendbrustschwimmen, 100 Meter: 1. Boer1:57.- Männl. Jugendbrustfiafette, 4X50 meter: 1. Neukölln 2:49. KnabenMännerlagenflafette, 4X50 Meter, Klaffe B: 1. Neukölln 2: 43. Bruststafette, 4 × 50 Meter: 1. Neukölln 3: 21%. Männl. Jugendbrustfchwimmen, 100 Meter: 1. Jastulski- Neukölln 1:29. Männerschwimmen beliebig. Klaffe A, 200 Meier: 1. Götte- Neukölln 2: 38%. Springen für Jugend, 3 Pflicht, 1 Kürsprung: 1. Stagemann- Neukölln 24% Punkte, Plaz aiffer 4%. Mädchenrückenschwimmen, 50 Meter: 1. Burdt- Neukölln 54%. Männerfeitefchwimmen, 100 Meter, Klasse B: 1. Rabus- Union 1: 29%. Frauenbrustschwimmen, 100 Meter: 1. Butter- Neukölln 1:52. stafette beliebig, 4X50 Meter, Alaffe B. 1. Union- Berlin 2:32. Jugendseiteschwimmen, 100 Meter: 1. Gorzella- Berlin 1: 27%. brustschwimmen, 100 Meter, Klaffe A: 1. Klein- Neukölln 1:29, rückenschwimmen, 100 Meter: 1. Sildebrandt- Neuköln 1: 46%. Jugendbruststafette, 4X50 Meter: 1. Neukölln I 3:22. Jugend: Naumburg a. d. G.- Neukölln, Schiedsrichter Dreyer- Neptun- W., 4: 1 Tore für Neukölln. Männer, Klasse A: AGB.- Leipzig- Neukölln, Schiedsrichter Blafe- Poseidon- Breslau, 7: 5 Tore für Leipzig: Poseidon- BreslauNeptun Weißensee, Schiedsrichter Hoffmann- Magdeburg, 7: 3 Tore für NeptunWeißenfee. MännerMännl. MännerKnabenWeibl. Wasserballspiele. WasserResultate vom Sonntag. Männerlagen stafette, 4X50 Meter, Klaffe A: 1. Breslau 2:91. Weibl. Jugendstafette, 4X50 Meter beliebig: 1. Neukölln 3: 11%. Anabenschwimmen, 50 Meter beliebig: 1. Müller- Weißenfee 0:42. Männerschwimmen, 100 Meter beliebig, Klasse A: 1. Götte- Neukölln 1: 12%. Männerbruststafette, 4X50 Meter, Klasse B: 1. Neukölln 2: 53%. ballspiele, Jugendflasse: 1. Spiel: Breslau- Lichtenberg, 5: 0 Tore file Lichtenberg; 2. Spiel: Neukölln- Görlig, 3: 1 Tore für Neukölln. MännerrückenSchwimmen, 200 Meter, Klasse A: 1. Geibt- Görlig 3:11. Männl. JugendStafette, 4X50 Meter beliebig: 1. Charlottenburg 2: 31%. Springen fite Männer, Klasse A, 6 Pflicht, 2 Rürsprünge: 1. Geibt- Görlig 57% Buntte, Plazaiffer 3. Männerstafette, 3X100 Meter beliebig, Klasse A: 1. Neukölln 3: 34%. Männerschwimmen beliebig 100 Meter für Bereine ohne Winterbad: 1. Wauer- Eberswalde 1: 36%. Männerseiteschwimmen, 100 Meter, Rlaffe A: 1. Faulde- Breslau 1:21. Männerbrustschwimmen, 100 Meter, Klasse B: 1. Kühne- Tegel 1: 34%.- Mädchenbruststafette, 4X50 Mieter: 1. NeuFölln III 3: 534. Wasserballspiel, Männer, Klaffe B: Leipzig- Union- Berlin, Schiedsrichter Dahle- Neukölln, 2: 1 Tore für Leipzig. Männerschwimmen, 100 Meter beliebig, Klasse B: 1. Polotschet- Breslau 1: 18%. Frauen fchwimmen, 100 Meter beliebig: 1. Rahcf- Görlig 1: 50.- Weibl. JugendYagenstafette, 3X50 Meter: 1. Neukölln I 2:18. Männerstafette, beliebig Männl. Jugend50, 100, 200, 100, 50 Meter, Klaffe A: 1. Neukölln 6: 16%. Tagenitafette, 4X50 Mater: 1. Reukölln I 2:42. Männerstafette, 4X50 Metec beliebig, für Vereine ohne Winterbad: 1. Stettin 2: 48%. Wasserballspiele, Männer, Klaffe A: 1. Spiel: Görlig- Neukölln, Schiedsrichter Hoffmann- Magdebura, 5: 6 Tore für Neukölln; 2. Spiel: Breslau- Norden, Schiedsrichter Schmidt- Neukölln, 6: 5 Tore für Breslau; 3. Spiel: Stettin- Magdeburg, Schiedsrichter Blase- Breslau, 0: 7 Tore für Magdeburg. „ Borwärts"-Schwimmfest. " Der Schwimmverein Borwärts" Berlin 1897 brachte am Sonntag, den 1. Oktober, im Stadtbad Neukölln seine internen Vereinsmeisterschaften zum Austrag. Der Vorwärts" verfügt auf allen Wettkampfgebieten über eine Anzahl Schwimmer, die es ihm ermöglicht, guten Sport zu bieten. So wurde im Stafetten- und Einzelstowimmen sehr hart um den Sieg gekämpft. Die Zuschauer waren mit regem Interesse bei der Sache und dürften sportlich auf ihre Kosten gekommen sein. Die Frauen führten ein Figurenliegen ror, das großen Beifali fand. Ein Kunstspringen zeigte gute Leistungen. Das Wasserballspiel zwischen Süden und Neukölln war im ganzen ausgeglichen. Das Resultat 4: 0( 3: 0) für Süden zeigt Das Sträfteverhältnis nicht richtig an. 2: 1 oder 3: 2 wäre ent[ prechend. Im Gruppenmehrkampf waren Lichtenberg 79 P. und Dichtung und Wahrheit. Neben dem Arbeiter- Tur und Sportbund ist in letzter Zeit insbesondere der Touristenverein„ Die Naturfreunde" zum Tummelplatz der kommunistischen Akteure gemacht worden. In der gestrigen Nummer der„ Roten Fahne am Montag" fann man es wieder einmal nicht unterlassen, die Vorgänge anläßlich der Frankfurter Reichskonferenz der Naturfreunde in bewußt falscher Darstellung zur Kenntnis der Leserschaft zu bringen. Der Berichterstatter hat offenbar die Fähigkeiten seiner Freunde überschätzt, wenn er fälschlich berichtet, gegen die entscheidenden Beschlüsse hätten die Vertreter der Gaue Branden burg und Niedersachsen gestimmt. In Wirklichkeit handelt es sich um eine Gegnerschaft seitens der Gaue Niederhessen und Niedersachsen. Der Brandenburger Gauobmann aber übte in revolutionärer Konsequenz seiner Anschauungen Stimm= enthaltung. Stimmenthaltung ist aber zumeist das Bekenntnis der Unfähigkeit, flar Stellung zu nehmen, oder der Demagogie, die systematisch eine flare Stellungnahme umgeht. Ferner glaubt man noch festnageln zu dürfen, daß zu der Reichskonferenz, die eine Tagung der deutschen Gauleiter darstellen sollte, als Be= auftragter der Sozialdemokratischen Partei der rühmlich" befonnte Leiter der sozialdemokratischen Frattion Adolf Lau offiziell eingeladen und erschienen war. Der Genosse La u war in Wirklichkeit vor der Reichsleitung der Naturfreunde wegen der Vorgänge im Gau Brandenburg des TVdN. zur Konferenz geladen. Die Behauptung, daß er dort als Beauftragter der Sozialdemofratischen Partei offiziell eingeladen" war, um etwa als solcher der Reichsleitung der Naturfreunde ihre Handlungen vorzuschreiben, ist so lächerlich, daß man auf die daraus gezogenen Folgerungen nicht einzugehen braucht. Nicht ein fommunistischer Rongreß, sondern die Treibereien der Kommunisten im TV. überhaupt, waren schließlich maßgebend für die Beschlüsse der Zentralinstanzen der Naturfreunde. Auch hier wieder die bewußte falsche Darstellung, denn von den wirklichen Tatsachen in allen oben bezeichneten Bunkten ist der Berichterstatter der Reten Fahne" genau unterrichtet. Wetter für Berlin und Umgegend. Mild und überwiegend bewollt. Für eine erheblichen Niederschläge bei mäßigen südwestlichen Winden. Deutschland: In West- und Süddeutschland leichte Regenfälle, überall mild. Denkt an die Wahlen! Die Reichstags- und Landtagswahl finden gemeinsam am 7. Dezember statt. Sie sollen eine Abrechnung bringen mit denen, die unser Volk in neue Kriege heßen und es im Frieden auswuchern wollen. Sie sollen entscheiden über die Zukunft des Reiches und Preußens, fie follen zeigen, ob die Republik imstande ist, sich gegen die Bohrarbeit der Monarchisten im Volksbewußtsein zu verankern. Diese Wahlen stellen daher an jeden große Anforderungen. Eine Unzahl politischer Fragen treten vor jeden Einzelnen aus der Wählerschaft und heischen flare Antwort. Da ist es notwendig, daß die schneidigste Waffe im politischen Kampfe, die sozialistische Presse, weitestgehende Verbreitung findet. Jeder unserer Freunde wirbt für die Wahl, indem er dem Vorwärts" ständig neue Leser zuführt. Der Vorwärts" ist heute das meistbeachtete Blatt Berlins. Er ist führend in politischen Fragen, er bietet einen umfassenden Nachrichtendienst aus allen Hauptstädten Europas, besonders aber aus allen Gegenden Deutschlands. Im Wahlkampf wird die Sozialdemokratie und ihr Zentralorgan, der ,, Vorwärts", in vorderster Reihe stehen. Deshalb ist es nötig, sich bald eintragen zu lassen in die Liste der dauernden Leser des " „ Vorwärts". Ich abonniere den Vorwärts" mit der illustrierten Sonntagsbeilage Bolt und Reit". der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Feilage Frauenstimme in Groß Berlin täglich zweimal frei ins Haus. ( Monatlich 3. Goldmark, wöchentlich 70 Goldpfennig.) Name: " Wohnung: " Straße Nr. Dorn Hoi Quergeb.- Seit.nfl. Tr. linis rechts bei Inzwischen gehen die Treibereien der Kommunisten in der Organisation der Naturfreunde weiter ihren Gang. In derselben Nummer der" R. F. a. M." wird von einer Gründungsfeier der Ortsgruppe Brandenburg berichtet, an die sich spontan" cin großer Demonstrationszug zum Brandenburger Zuchthaus anschloß. Wir wollen dieser Spontanität ein wenig auf den Grund leuchten.( Ausgefüllt zu senden an: Expedition„ Verwärts" Lindenstr. 3.) Der große" Demonstrationszug von etwa 250 Personen war im Sm. 68, Wirtschaft", wie sie die Unternehmer wünschen. damit, daß - wie Herr In Unternehmerkreisen rechnete man offenbar ganz bestimmt mit| miternähren. Nicht mehr Arbeit, sondern billigere Arder Umbildung der Reichsregierung nach rechts durch beit fordern die Unternehmer. Und sie begründen dies den Eintritt von vier Deutschnationalen in das Kabinett. Sicherlich Dr. v. Borsig Iyat man mit der Auflösung des Reichstags nicht gerechnet, ols man sich zu der sozialpolitischen Kundgebung deutscher Wirtschaftsführer" anläßlich des 50jährigen Bestehens des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller entSchloß. Jedenfalls verdanken wir diesem Anlaß das Programm der Unternehmerorganisationen zu dem großen Abbau, den es auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiet eingeleitet hat und durch zusetzen sucht. Die Arbeitnehmerschaft muß vor allem wissen und sich klar darüber werden, was für sie auf dem Spiele steht, damit sie ihr Verhaiten zu ihrer gewerkschaftlichen Organisation wie ihre Entscheidung bei den Wahlen am 7. Dezember gehörig einrichten fann. " Wirtschaft" ruft Dr. Klönne und meint damit das 3 wei schichtsystem, die 72 stündige Arbeitswoche, die in der Schwerindustrie erhalten bleiben, in der übrigen Industrie durch geführt werden soll. Zur Begründung dieser Forderung führt er aus: „ Es steht fest, daß der Ausfall von 1% Stunden Arbeit unter Lage allein im Ruhrgebiet einen Ausfall von 12% Millionen Tonnen Kohle im Jahre bedeutet. Es steht fest, daß das in der Dreifachschicht erzeugte Stabeifen um mehr als 10 Proz. teurer wird als das in der Doppelschicht erzeugte. Und trotzdem soll der adtstündige Arbeitstag wieder eingeführt werden, trotzdem soll das Washingtoner Abkommen ratifiziert werden. Wirtschaft, Horatio!" Es steht fest, daß abgebaut und stillgelegt wird; in den Hüttenbetrieben trotz Zwölfftundenschicht, im Bergbau trotz Acht stundenschicht unter Lage, die nicht verlängert werden kann. Es steht also fest, daß trotz dieser Höchftarbeitszeiten der Absah stodt, an Kohle wie an Eisen. Es steht ferner fest, daß der Zwölfftundentagarbeiter nicht wesentlich mehr verdient als der Achtstundentag. arbeiter. Es kommit schließlich nicht nur darauf an, was den Unternehmern nüßt, sondern nebenbei doch auch darauf, wo der Arbei. ter bleibt, feine Eristenz, seine Familie und sein Familienleben. Der Reichsarbeitsminister wird gefragt: „ Weiß er nicht, daß der Hochofen von Arbeitnehmerseite anserforen wurde, nur um eine Bresche zu legen?" Er weiß freilich, daß die Schwerindustriellen es waren, die zuerst in den Achtstundentag Bresche gelegt und an Stelle des Dreischichtwechsels den 3weischichtwechsel eingeführt haben, daß gerade die Schwerarbeiter die Berlängerung ihrer Arbeitszeit um die Hälfte, um vier Stunden, am schwersten empfinden. Und wir wissen, daß, wenn erst einmal in der Shwer industrie die Zwölfftundenschicht zur Dauereinrichtung geworden ist, die übrigen Internehmer argumentieren: die Arbeitszeit, die der Schwerindustrie rest ist, muß der gesamten Industrie billig sein. Herr Klönne kommt dem Reichsarbeitsminister Dr. Brauns, der doch nach Bern gegangen sei, auch tatholisch bzw. chriftlich:. " Ist sich der Minister darüber klar, daß die Doppelschicht nach dem jetzt üblichen veredelten Völklinger System dem Hochöfner jeden zweiten Sonntag freigibt, die dreifache( Achtstunden-) Schicht aber nur jeden dritten, daß die Kircheit beim Boltiinger System von vier Sonntagen an dreien arbeitsfrei ist, bei der Dreifachschicht aber nur an zweiten?" Die christlichen Gewerkschaftsmitglieder lassen diesen schwachen Troft feineswegs als Begründung gelten für ihre Berurteilung zur zwölfftündigen Arbeitszeit. Die Stunde ist erest!" ruft Herr Klönne.„ Es geht um die deutsche Lebensmöglichkeit, es geht um alles. Wir haben die Wahl, soviel zu arbeiten, bis wir uns wieder hinaufgearbeitet haben; oder weniger zu arbeiten, uns damit in die bereiten Hände der Sieger auszuliefern.... und den Stand unserer Kultur und Zivilisation um 100 Jahre zurückzuwerfen. Das Volt möge sich entscheiden." Gegen diese Art der Beweisführung war der Orforder Professor Senior mit seiner„ legten Stunde" dem Karl Marg im Kapital" ein Kapitel widmete ein Muster von Gründlichkeit. Wieviel fönnte in acht Stunden mehr gearbeitet werden, wenn die Arbeitshände, die heute von der Arbeit aus geschlossen sind, beschäftigt würden? Die Wirtschaft, mit der sich die Unternehmer einfach identifizieren, muß doch wohl oder übel auch die Arbeitslosen, wenn auch noch so fümmerlich MARGARIN „ das kapital frant, die Arbeitskraft aber noch gesund" fei. Die Tatsache, daß die durch die gesamten Kriegsfolgen zerrüttete Arbeitsintensität trog verlängerter Arbeitszeit, trok Zwölfstundenschicht wie der auf der Höhe ist, wird gegen den Achtstundentag ausgespielt, obgleich fie die beste Befürwortung für den Achtstundentag ist. Man sucht die Dinge auf den Kopf zu stellen, indem man zu beweisen sucht, daß der Achtstundentag die Arbeitslust lähme, der Zwölfftundentag aber sie neu belebe. In Wirklichkeit ist es die naheliegende Furcht vor Entlassung, vor dem Abbau, die den einzelnen Arbeiter besonders antreibt. Dieselben ,, Wirtschaftsführer", die der verlängerten Arbeitszeit im Zweischichtinstem den Erfolg einer Steigerung der Leistung um etwa 50 Broz. zuschreiben, obwohl die Arbeitsverlängerung nur 20 Broz. betrug", sprechen von einer gegenfäßlichen Stellung zur Arbeit mit dem Rüden gegen die Arbeit“. Diese Verdächtigung, die ein Dr. Marr prägte, bezeichnet der Hauptgeschäftsführer der Bereinigung deutscher Arbeitgeberverbände, Dr. Tänzler, als 3ntreffend. Tänzler erklärt, wenn die deutsche Regierung das Washingtoner Abkommen ratifizierte, würde sie den Glauben an jede auf Bernunftgründen beruhende Reichspolitik umbergraben". Wir möchten einmal sehen, wie die Reichspofitit aussieht, bie auf den Vernunftgründen von Dr. Tänzler beruht. Weiß denn der gute Mann noch immer nicht, daß sich die übrigen Industrieländer eine deutsche Schmuzfonkurrenz nicht gefallen lassen? Der Generaldirektor der Linte- Hofmann- Lauchhammer-.- G., Dr. Eichberg, Borstandsmitglied der AEG., bemerkt, daß die Ber. befferung der Lebenshaltung eines Volkes nicht durch Lohnerhöhun gen, sondern ausschließlich durch Mehrleistungen pro Arbeitstag und Mensch hervorgerufen werden fann. Eine Erhöhung der Löhne ohne gleichzeitige Mehrleistung wird diese Wirkung( der Erhöhung der Kauffraft der Bevölkerung) höchstens vorübergehend, niemals auf die Dauer haben. Sie wird nur dazu führen, das Geld zu entwerten... Und deshalb ist es unbedingt notwendig, in diesem Augenblid far herauszusagen, daß mit Lohnerhöhungen und weniger Arbeit der deutschen Wirtschaft und damit dem deutschen Bolte nicht geholfen werden tann" Die Währung müsse durch Lohnerhöhungen wieder verfallen und solche zu neuer Inflation führen. Als ob die Löhne die Inflation verschuldet hätten! Ais ob die Arbeitnehmerschaft die hochgeschraubten Preise für Nahrungsmittel, Meidung und Wäsche und obendrein die weiteren Steigerungen der Lebensmittelpreise auf die Dauer vertragen könne, ohne Lohnerhöhungen! Generaldirektor Piatfched hat herausgefunden, daß nicht weniger als 90 Proz. aller beschäftigten Invaliden den vollen Lohn neben der Rente beziehen. Er fordert daher, daß die vielen Hunderttausende von Renten in Wegfall kommen, die neben dem vollen Lohn heute gezahlt werden". Nach Dr. Pinterneil muß der Lohn sich nach der Leistung richten. Der Arbeitslohn soll den gerechten Anteil am Produktionsprozeß und Wirtschaftserfolg darstellen felbst auf die Gefahr" hin, daß sich die Arbeiterschaft scheidet in die Gruppen der wirtschaftlich gehobenen Qualitätsarbeiter und des Proletariats, das nady dem immanenten Gesetz der Wirtschaft ob femes Werbes und seiner Bedeutung nie über das lebens. würdige Existenzminimum hinaustommen wird." Auch nicht bei zwölfstündiger Arbeitsschicht! Bleibt noch die Meinungsverschiedenheit darüber, unter welchen Arbeitsbedingungen ein lebenswürdiges Existenzmininum möglich ist. Eben darum dreht sich letzten Endes der Streit. Er läßt sich nicht in Zeitungsspalten erledigen. Das Unternehmertum ist ge= fchlossen organisiert, um seine Intereffen zu verfechten. Die Arbeit nehmerschaft muß daraus wohl oder übel die Konsequen zen ziehen. Ihre Macht liegt in ihrer Zahl und in ihrem Willen. Es gilt Widerstand zu leisten gegen den Abbau auf wirtschaftlichem und sozialpolitischem Gebiet. Das Bolt möge sich entscheiden! Jawohl, am 7. Dezember wie auch nachdem für die Sozialdemo= tratie, ihon jetzt aber für seine Gewerkschaften. Mutter's Einkauf Wenn Mutter für die nächste Woche einkauft, darf sie ,, Schwan im Blauband" nicht vergessen. Von Tag zu Tag wächst der Kreis der Verbraucher, denn jede Probe bringt feste Kunden. 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Die ie erste Gefahr der Sentfußbildung beginnt in der frühesten Jugend, wenn das Kind zu laufen anfängt, besonders wenn ungeduldige Eltern den aufrechten Gang zu schnell erzwingen wollen. Dit ie zweite gefährliche Periode ist die Zeit der beginnenden Geschlechtsreife, wenn die Knaben und Mädchen schnell wachsen". Eine besondere Gefährdung liegt in der Lehrlingszeit, wenn die jungen Menschen ständig stehen müssen. Nur allzu oft wird so im kindlichen Alter der Keim zu späteren langwierigen Fußerkrankungen gelegt. Deshalb ist den sorglichen Müttern eine rechtzeitige Behandlung des sich heranbildenden Sent- und Knicfnßes dringend anzuraten. Die pneumatische Schuheinlage Pneumette welche bekanntlich die schonendste Behandlung dieser Fußleiden gewährleistest, ist nun auch in allen Kindergrößen an haben. Aerztliche Auskunft, Fußuntersuchung, auch Röntgendurchleuchtung wird kostenlos und ohne jede Kanfsverpflichtung gerne gewährt. 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Gruppe Neukölln: Am 29, Ottober, 7% Uhr, Schierkeftr. 44, Bortvag: Das Alkoholverbot in Amerika". In der Gesellschaft für Segualreform foricht Dr. Feltr. beilbaber am Donnerstag, ben 50. Oftober, abends 8 1, n ber Schulaula Friedrich| Magdeburger Blah), über Die Bedeutung ber bevorstehenden amerikaniſchen ftraße 126( Oranienburger Tor), über der Siebe Suft und Leid. Eintritt 50 Bf. Gäfte haben Rutritt. Männerchor Einigteit", Berlin- Mitte. Sämtliche Mitglieder treffen fich am Freitag, den 31. Oktober, abends 28 Uhr, in den Bentral- Festfälen, Alte Jalobite. 32. Pünktliches Erscheinen aller ist Ehrenpflicht. Der Bund der Auslandsdeutschen, e, B., Abteilung Amerita, tellt mit, bak Serr Dr. Bufft, bet von 1914-1924 ununterbrochen in den Bereinig ten Staaten gelebt hat und in diesem Frühjahr in der Sumboldt- Akademie bereits einen Rurfus über nordamerikanische Fragen gelesen hat, am Mittwod, den 29. Oftober, 8 Uhr abends, im feurich- Saal, Bühowstr. 76( am Präsidentschaftswahl für Europa" sprechen wird. Da die Wahl am Montag, den 3. November, stattfindet, ist das Thema also von höchster Attualität Bur teilweisen Deckung der Unkosten wird ein Eintrittsgeld von 1 M. erhoben. Arbeiter- Radio- Klub, Ortsgruppe Neukölln. Die am 29. Ottober an gefehte Versammlung in Kliems Festfälen findet nicht flatt. Dafür zwe fammenkunft am 29. Ottober in der Schule Rütlistraße, abends 8 Uhr. Thema:„ Ein Jahr Rundfunt". Gäste willkommen. Berein selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens, Berlin. Donnerstag, den 30. Oftober, abends 8 Uhr, Rosenstr. 2-4, Bortrag des Herrn Arnold Stein: Wahlredyt ist Wahlpflicht". Cobu schmeckt gut Lederwaren Reise- Artikel Cobu macht den teuren Aufschnitt unnötig. Eine fast 40 jährige Fabrikationserfahrung und das technisch vollkommenste Herstellungsverfahren bürgen für die Qualität unserer Marke Cobu. Kaufen Sie noch heute. Ueberall erhältlich. 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Richard Bettzich: " Die Ratten sind wie weggeblasen." Mangels: Das Mittel hat unter den Rätten furchtbar aufgeräumt."- 1 Kilo dieses Rattenvertilgungsmittels mit genauer Gebrauchsanweisung M. 175, 2 Kilo M 2.85, 4 Kilo M. 5, 8 Kilo M. 8.-, 12 Kilo M. 10.-. Die Aufträge werden wieder der Reihe nach, wie sie einlaufen, ausgeführt und wieder nur soweit, wie die Partie hergibt. Zu bezlehen durch die u. Ferd. Bonn Auf Teilzahlung gabung Blumengärtnereien Mittwoch 4 Uhr Rest in 6 Monatenten k eine Preise: 3 Baben pretien tauren Sie ble Peterseim- Erfurt von Behörden, Schulen, Universitäten, Städtischen GartenverwalHänsel und Gretel Märchen mit Gesang and Tanz Goethe- Bühne Klosterstr. 43 Täglich 7 Uhr: Die natürliche TOCHTER Preise: 75.-, 3.Abonnenten halbe Kassenpreise Thalia- Theater 7Uhr Tägl.7%, Uhr sind nur bei uns! Zigeunerliebe Der Marsch ins Wasser ( Legende vom Nil). Das große Perlen- Ballett mit dem lebenden Diadem Die Soldatenburg mit 90 Zwergen und Knaben. 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