Nr.518 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 263 Bezugspreis: Böchentlich 70 Goldpfennig, monatlich 3,- Goldmark voraus zahlbar. Unter Areuzband für Deutschland, Danzig Gaar- und Memelgebiet. Defterreich, Litauen, Buzemburg 4,50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmar! pro Monat. Der., Borwärts" mit der Gonntags. beilage Bolt und geit mit., Gied. lung und Kleingarten". fowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und Frauenbeilage Frauenstimme erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Abreffe: Sozialbemotrat Berlin Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Goldpfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. geile 0,70 Goldmart, Reflamegeile L- Goldmart. leine Anzeigen das fettgebrudte Wort 0,20 Goldmark( auläffig awei fettgebrudte Worte), febes weitere Wort 0.10 Goldmart. Stellengefuche das erste Wort 0,10 Goldmart, fedes weitere 0,05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Boste. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 0.30 Goldmart. Eine Goldmart ein Dollar geteilt burch 4,20. 12085 Anzeigen für die nächste Summer müssen bis 4½ Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin G 68, Lindenftraße 3. abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Donhoff 292-295 Verlag: Dönboff 2506-2507 Sonntag, den 2. November 1924 Herriot und die Sozialisten. Debatten im französischen Parteiausschuß. Paris, 1. November.( Eigener Drahtbericht.) 3m Nationalrat der sozialistischen Partei referierte Léon Blum über die ließ. Tätigkeit der Fraktion seit den Sammerwahlen, besonders über die Frage der Wiedereinstellung der Eisenbahner und erklärte, daß die Sozialisten die Abmachungen Herriots mit den Eisenbahngesellnügend erscheinen. Die Sozialisten beständen auf vollständi. schaften nicht volt annehmen können, weil sie als ungeger Wiedereinstellung der entlassenen Eisenbahner. 3yromsti fritisierte die Politik der Partei, die mehr und mehr zu einer Politik der Zusammenarbeit mit der Regierung Herriols werde. Die Partei dürfte sich nicht treiben laffen. Die Abgg. Lévy und Renaudel sprachen sich für die Fortfehung der bisherigen Politif aus. Renaudel erklärte, daß die Partei sich dieser Politit nicht zu schämen habe. Allerdings habe die Regierung es bei verschiedenen Gelegenheiten an Energie fehlen lassen. Der Nationalrat richtete eine Botschaft an die engTische Arbeiterpartei, worin er sie dazu beglüdwünscht, bei den Unterhauswahlen einige Millionen Stimmen gewonnen zu haben. Die Partei sei dem Ansturm einer bürgerlichen Koalition ausgesetzt gewesen und sei gestärkt aus dieser Feuerprobe hervorgegangen. Dies beweise, daß frotz der überlegenen mittel der kapitalistischen Reaktionäre die Arbeitermaffen in der ganzen Welt mehr und mehr für den Sozialismus, für Befreiungs- und Fortschrittspolitik und Bölkerfrieden gewonnen fei. Gemeindewahlen in England. London, 1. November.( Eigener Drahtbericht.) Heute Sonnabend finden in über 300 Wahlkreisen in England und Wales, ausgenommen London, Gemeindewahlen statt. Dabei find 1017 Size zu befehen. Es find im ganzen 1700 Kandidaten aufgestellt. 125 Sonfervative, 70 Liberale, 47£ abour- Mitglieder und 55 Verschiedene find, weil unbestritten, fofort als gewählt erklärt worden. Englische Universitätsmandate. Condon, 1. November.( WTB.) Die Universität Cambridge hat zwei Konservative, die Universität London einen Unabhängigen in das Unterhaus gewählt. Szabo- Nagyatad gestorben. Budapest, 1. Nedvember.( WTB.) Der frühere Aderbaumi nister Szabo Nagnated ist heute nochmittag in Erdösokonyn infolge Herzschlags gestorben. = Der Vorwärts" hat erst vor. furzem einen Artikel über die Agrarfrise in Ungarn veröffentlicht, der insbesondere auch die wichtige Rolle des Führers der Kleinbauernpartei, des Abg. Szabo darstellte. Man kann wohl sagen, daß dieser Mortimer der ungarischen Regierung des Grafen Bethlen sehr gelegen gestorben ist. Generalsattentat auf Primo? Spanische Generäle verurteilt. Budapest, 1. November.( WTB.) Der frühere AckerbaumiGerücht, daß in Maroffo vor einiger Zeit durch einen General ein Attentat auf Primo de Rivera verübt worden sei.. Primo de Rivera habe diesen General einen Feigling genannt, worauf er einen Revolver gezogen und Primo de Rivera am Arm leicht vers letzt habe. Der betreffende General ist darauf zum Tode ver urteilt worden, aber schon kurze Zeit später im Gefängnis, an Lurigenentzündung gestorben. Jmmunitätsaffären in Polen. Auslieferung dreier deutscher Abgeordneten abgelehnt. Warschau, 1. November.( Mtb.) In der Sejm- Kommiffion murde über die Auslieferung dreier deutscher Abgeordneten beraten. Die Auslieferung des Abg. Graebe( wegen eigenmächtiger Entfernung der Amtssiegel von den Räumlichkeiten der deutfchen Bereinigung in Bromberg) wurde mit acht gegen sieben Siimmen abgelehnt. Der polnilch- nationale Referent Marweg wollte auch die Auslieferung der deutschen Abgg. Morig und Bankr az( S03.) wegen angeblicher Aufforderung zur Nicht bezah fung der Steuern befürworten, doch gelang es, dies zu verhindern. In beiden Fällen wurde die Auslieferung abgelehnt. Der Skandal an der polnischen Grenze. Warschau, 1. November.( Mtb.) Die sozialistische Presse hatte schon vor einiger Zeit festgestellt, daß die Polizei im Binster Gebiet, nur um überhaupt Verhaftungen vorzunehmen, Leute perhaftete, die in gar feiner Beziehung zu den Bandenüber fällen standen. Diese Tatsache bestätigt sich jetzt dadurch, daß das Kriegsgericht in Pinst die ingelegenheit des Ueberfalls bei Lunipies dem ordentlichen Gericht übergeben mußte, da eismaterial gegen die Angeklagten sich nicht zusammenbringen Die Bandenüberfälle dauern an. Herbette wird Botschafter in Moskau. Paris, 1. November.( WTB.) Ministerpräsident Herriot Es handelt sich, wie man annehmen darf, um eine Besprechung hat den politischen Schriftsteller Jean Herbette empfangen. hinsichtlich der bevorstehenden Ernennung Herbettes zum Botschafter in Moskau. Beruhigung für Polen. Paris, 1. November.( WTB.)„ Petit Parifienne" glaubt zu wissen, daß Herriot in Warschau den Vorschlag habe unterbreiten laffen, die französische Gesandtschaft in eine Botiaft umzuwandeln. Dann werde die polnische Regierung für Paris ebenfalls einen Botschafter ernennen. Tschitscherin- Herriot. Russisch- französischer Telegrammwechsel. fischen Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten Tschi Paris, 1. November.( Eig. Drahtbericht.) Zwischen dem ruf tfcherin und Herriot hat am Donnerstag ein persönlicher Telegrammwechsel anläßlich der Wiederaufnahme der ruffisch- französischen Beziehungen stattgefunden. Tschitscherin beglückwünscht darin den französischen Ministerpräsidenten zu seinem Entschluß und gibt der Freude darüber Ausdrud, daß die persönliche Freund fchaft, die ihn mit Herriot verbinde, sehr wesentlich zu diesem Er gebnis beigetragen habe. Herriot spricht in seiner Antwort die Hoff ung aus, daß der vollzogene diplomatische Alt zur Wahrung und Festigung des Friedens in Europa und der Welt beitragen merde. Der boshafte Kyrill. Witwe Paris, 1. November.( WTB.) Großfürst Kyrill von Rußland hat angesichts des Widerspruchs der Kaiserin, it we Maria gegen feine Erklärung zum Zar aller Reußen an diese, wie der„ Gaulois" mitteilt. gefchrieben, deß er seine Thronkandidatur men der Kaiserin- Witwe, wenn solche vorhanden seien, als berechaufrechterhalte; er erklärt sich aber bereit, dirette Nachfom tigte Thronfolger anzuerkennen. Die Söhne der Witwe Alexanders III. um diese handelt es sich find tot. Der gute Kyrill scheint in seiner Wut über den Widerspruch der alten Frau anzudeuten, daß sie allerhöchstselbst eheliche Kinder zu haben geruhen fönnte. - unt= Angloamerikanische Truppen in China. Neue Regierung in Peking. # New York, 1. November.( Eigener Drahtbericht.) In Peking ist die neue Regierung unter General Huangfu gebildet. In Tientsin sind englische Truppen eingetroffen, die die alten russischen Konzessionen schügen, während die alten deutschen Konzessionen von Amerikanern geschützt werden. Im Hafen liegen amerikanische. englische und japanische Kriegsschiffe. Nach einem von Tschangtfolin veröffentlichten Kommuniqué haben feine Truppen die Städte Shanghaitwan, Chinwang und Peitaiho erobert, 30 000 Tschili- Anhänger gefangen und 100 Kanonen erbeutet. New York, 1. November.( Eẞ.) United Breß" meldet aus Shanghat, daß die Armee upeifu fapituliert habe. Belgien rüstet ab. Brüffel, 1. November.( Eig. Drahtb.) Der Wehrminister hat die Schleifung eines Teils der Forts von Namur beschlossen. Die Forts Marchovelette und Malonne dürften aus historischen und ästhetischen Gründen erhalten bleiben.( Wenn sie ästhetischen Wert erlangt haben, dürfte ihnen der militärische wohl abbanden gekommen sein. Red.) Oberbürgermeisterwahlen. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Boitschecktonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkane Lindenstraße 3 Die Charakterlosen. Stumpffinnig und wahlmüde, aber monarchistisch und konfliktlüftern. Man tennt aus dem Versammlungsleben die Gestalt des hysterischen Jünglings, der bei der geringsten Bewegung durch feinen frampfhaften Schrei„ Ru- hee!"" Ru- hee!" erst recht den größten Tumult hervorruft. Jetzt wird im Lager der Rechten nach Einigteit geschrien mit dem Erfolg, daß die dort herrschende Uneinigkeit nur noch vermehrt wird, zum noch viel zu reden, lohnt sich faum. Sie sind so völlig in der mindesten noch deutlicher in Erscheinung tritt. Bon den Nationalsozialisten und Bölkischen Bersetzung begriffen, daß sie als ernste Gegner ausscheiden nicht nur für uns Sozialdemokraten, sondern auch für die Deutschnationalen. Deren Umfall vom 29. August war für die um Ludendorff geradezu ein Geschenk des Himmels, sie konnten aber damit nichts anfangen, weil sie mit ihren eigenen inneren Streitigkeiten zuviel zu tun hatten. Es bestätigt sich die Erfahrung, die man auch außerhalb der Politik, an stilleren Orten, machen kann: Wo ein Hakenkreuz auftaucht, da stintt's. Es stinkt so sehr, daß selbst der völkische Flügel der Deutschnationalen teine Neigung zeigt, in diesem Umkreis dauernden Aufenthalt zu nehmen. Dies vorausgefchickt, mag man die Auseinandersehungen mit Behagen genießen! zwischen den patentierten Trägern des ,, nationalen Gedankens" " P " treterin der Deutschnationalen Partei schlechthin", zugleich als In Berlin erscheint jeßt, wie schon bekannt, als VerBeweis dafür, daß die nach ihrer eigenen Meinung zur Regierung berufene Partei feine Zeitung machen kann, die Nationalpost". Sie bringt die innere Wochenbeschauung des Grafen Weft arp, die außerdem noch in der„ Kreuzzeitung" erscheint, als einen Roman in Fortsetzungen. Wer als Leser der Nationalpost" es durchaus nicht aushalten, tann, auch gleich die nächste Fortsetzung zu genießen, fann sich also die ,,, Kreuzzeitung" taufen. Da fann er nun gleichen sehen, wie der Graf als schüchterner Liebhaber um die Gunst der nationalsozia= liftischen Schönen wirbt. Wie einen, der an Körbe schon gewöhnt ist, hört er ihn stöhnen: Der erste Wahlaufruf der Reichsführerschaft der nationalsozialistischen Freiheitsbewegung" beschränkt sich, was die DeutschnatioTaffif" vorzuwerfen; abgesehen hiervon schlägt er nicht alle Türen zu. nolen betrifft, darauf, ihnen eine schein- nationale charakterloje Der Vorwurf der Charakterlosigkeit wird also von den Deutschnationalen nicht mehr als beleidigend empfunden. Sie beweisen auch damit, wie sehr sie ihn verdienen. Gegen den Nationalsozialisten Stelter freilich, der da sagt, die Deutschnationalen hätten seit der Annahme der„ Berstlavungsgesehe" aufgehört, eine nationale Partei zu fein", bemerkt der Graf mit gewohnter journalistischer Schlagfertigkeit: Es lohnt sich nicht, auf diese Anwürfe einzugehen." Wirklich nicht? Entweder der Ausdruck nationale Partei hat nie einen Sinn gehabt und war nur ein demagogischer Schwindel, oder es steht ein Begriff dahinter- dann aber hat die Deutschnationale Partei tatsächlich am 29. August aufgehört, eine nationale Partei" zu sein. Denn daß nur Landesverräter das tun können, was sie an diesem Tag getan hat, das hat sie selber zuvor tausendmal durch alle Gaffen geschrien. Einen Ruf zur Einigkeit der Rechten erlassen auch die Deutschnationalen Freiherr v. Wangenheim, Franz Behrens und F. C. vom Brud in der Deutschen Tageszeitung"." Durch die Zerrissenheit der Parteien", so liest man dort ,,, haben wir es in dumpfem Stumpfsinn mit ansehen müssen, daß wir von Stufe zu Stufe seit dem Umsturz gesunken find." An einer anderen Stelle bricht der Aufruf in die Klagelaute aus:„ M anklagt über Wahlmüdigkeit, und mit Recht." Die Charakterlosen attestieren sich also felber" dumpfen Stumpffinn" und" Wahlmüdigkeit". Und aus diesem Zustand wollen fie zur Einigkeit empor". Auch hier ist es wieder so: Je lauter das Geschrei nach Einigkeit, desto schlimmer das Durcheinander! Während Westarp noch immer das Zentrum für den Essen, 1. November.( WTB.) In letzter Zeit haben unter den Bürgerblod einfangen will, ergeht sich die deutschnationale Fraktionen des Rathauses erneut Beratungen über die Be Provinzpresse in unflätigen Beschimpfungen dieser Partei. sezung des Essener Oberbürgermeisterpostens und der Kreuzzeitungs"-Graf selbst kann trotz seiner Sehnstattgefunden. Danach ist die Wahl des Staatssekretärs Bracht, sucht, Minister der Republik zu werden, die Bemerkung nicht Chef der Reichskanzlei, vorbehaltlich seiner Zustimmung zum Ober- unterdrücken, die Deutschnationalen betrachteten es als eine bürgermeister der Stadt Essen gesichert. Es fann angenommen ihrer Aufgaben, das Volk der dem deutschen Wesen entwerden, daß die Wahl im Lauf der nächsten Woche vorgenommen sprechenden monarchischen Staatsform entgegenzuführen". Es ist hübsch, wenn so deutlich gesagt wird, zu welchem Bochum, 1. November.( WTB.) In der heutigen Stadtverweck die Deutschnationalen den ministereid auf dic ordnetenfißung wurde in der Stichwahl Ministerialrat Dr. Republik zu schwören bereit sind. Ruer- Berlin( Demokrat) mit 19 von 49 abgegebenen Stimmen zum Oberbürgermeister gewählt. 16 Stimmen erhielt der Kandidat des Zentrums Bürgermeister Dr. Gener Bochum. 13 Bettel waren weiß. wird. = * Sie werden in die Berlegenheit nicht kommen! Aeußerlich geschwächt, innerlich gebrochen, wird die Deutschnationale Partei nach dem 7. Dezember noch weniger imstande sein, den festen Kern einer Regierungstoalition zu bilden als zuvor. Aber es genügt nicht, den Deutschnationalen ihre politische Jmpotenz zu beweisen, es ist notwendig, ganze Arbeit zu machen imd dem Grundsatz zur Geltung zu verhelfen, daß in der Republit nur republitanische Parteien zur Regierung berufen sind. Die Reaktion muß so niedergeworfen werden, daß sie ans Wiederaufstehen nicht mehr benken kann, und aus dem Bürgerblod muß Schotter gemacht werden! Das ist das Ziel, und zu feiner Erreichung ist die Anspannung aller Kräfte notwendig. * Beniger als je zuvor wird sich Deutschland nach dem Bahlsieg der englischen Konservativen eine Außenpolitik der nationalistischen Großmäuligkeit leisten fönnen. Niemand wird ernstlich bestreiten wollen, daß das Triumvirat Macdonald Herriot Marg beffer für Europa und damit auch für Deutschland gewirkt hat als das Triumvirat Baldwin Poincaré Cuno. Baldwins Rückkehr zur Macht ist daher geeignet, Besorgnisse hervorzurufen, die allerdings durch den Umstand gemildert wer den, daß Baldwin von den dreien weitaus der Verstän digste war. = Es wäre patriotische Pflicht der Deutschnafionalen gewefen, mit ihren Forderungen zu warten, bis das Ruhrgebit sowie Köln geräumt und wir mit einem Ratsitze in den Völferbund aufgenommen sind. Unter den nun einmal leider bestehenden Verhältnissen war der Gedanke des Bürgerblods eine Ausgeburt politischen Unverstandes. Wozu wird er denn nun führen? Doch vermutlich dahin, daß die Sozialdemokratie einen Gewinn von mindestens 50 Proz. erzielen wird. Eine nette Freude für den„ Bürger"!! Man hätte den Sozialdemokraten gar teine beffere Parole geben tönnen als den, Bürgerblod. Da steigen alle die Gespenster von Gespenster von Scharf. macherei und Unterdrüdung der Arbeiter aus der Kaiserzeit wieder auf." Graf Bernstorff hat die Dinge ganz richtig gesehen. Grund genug, daß er von den Nationalisten mit fast dem. felben Haffe verfolgt wird, als wäre er ein ,, Marrist". Aber noch ist die Gefahr des Bürgerblocks durchauss nicht beseitigt. Vielmehr muß die Wahl vom 7. Dezember erst das Gespenst endgültig vertreiben. Jede Stimme für die Sozialdemokratie ist ein Sieb für die Gespenster der Scharfmacherei und der Unterdrückung der Arbeiter" aus der Kaiserzeit! Sparkassenskandal. Wer sind die Blamierten? Aus Schlesien wird uns geschrieben: Völkische Einigkeit. Die Wulle- Leute gegen die Kunze- Jünger. D Die Deutschvölfischen fürchten mit Recht, daß es ihnen bei den Reichstagswahlen schlecht gehen wird. In Norddeutschland fehen sie ihren vollständigen Busammenbruch voraus. Schon bei den letzten Wahlen haben sie in Norddeutschland ihre Mandate mit Ausnahme von Thüringen überall nur durch Zu fammenzählung der Stimmen in Wahlkreis verbänden erhalten. Trotzdem mußten sie noch bei 13 von ihren 32 Sihen nur durch die Reichsliste in Anspruch nehmen. Sie wissen ganz genau, daß diesmal die Lage für sie viel schwieriger sein wird. Sie müssen mit der Möglichkeit rechnen, daß sie jest nicht mal in Wahlkreis nerbänden Mandate erhalten können und dadurch möglicherweise ihnen auch auf der Reichsliste zahllose Stimmen verloren gehen. Deswegen suchen sie verzweifelt nach Stimmreserven. Uns fiegt ein Rundschreiben der Deutschvölkischen im Wahlkreise Schneidemühl vor, das von den Völkischen an alle Ortsgruppen der Deutschsozialen( Knüppel- Kunze) Partei versandt wird. In dem Rundschreiben heißt es: „ Der jezige Wahlkampf wird uns Bölkische den schärfsten Angriffen aussehen. Auslands- und Judengeld, das Reichsa banner und die Sozialisten werden im Vordergrund dieses sicher beispiellos harten Kampfes stehen. Darüber hinaus werden alle Parteien von rechts bis links uns Bölkische leidenschaftlich) befämpfen, weil wir mit den alten unfähigen Betrügerparteien abrechnen, dem Bolte rücksichtslos die Wahrheit sagen und nicht nach der Wahl umfallen wie die deutschnationalen Heuchler, die Minifferposten erfehnten. Unsere völtischen Organisationen der Deutschjozialen und Deutschvölkischen Partei find aber mittellos und haben nicht genügend Redner!" Die Bölkischen schlagen deshalb den deutschen Ortsgruppen vor, Immerhin! Macdonald hat sich ehrlich bemüht, zwischen Frankreich und Deutschland die Versöhnung herbeizuführen. Von einer fonservativen Regierung ist ein ebenfo weitgehendes Interesse für paneuropäische Ziele nicht zu erwarten. Desto notwendiger wird es, daß die deutsche und die franzöfifche Demokratie aus eigener Er Der ungeschickte Versuch der deutschnationalen Bresse, sozial tenntnis heraus unverrückt an ihnen festhalten. Nichts wäre demokratischen Verwaltungsbeamten in Mitteldeutschland die Schuld am Kreisspartassenstanpalen, in die Schuhe zu schieben und dümmer und plumper, nichts aber auch würdeloser, als wenn sich das deutsche Volt, nach deutschnationalen Rezepten, einer dunkeln, wedt hier Erinnerungen an einen Vorfall aus dem Jahre auf diese Weise das Berschulden deutschnationaler Beamter zu verdritten Macht als Landsknecht gegen den gemeinsamen Nach 1923. Es war aufgefallen, daß die Beamten und Angestellten der Es daß die Beamten und Angestellten der völkischen Spizenkandidaten bar anbieten würde, um zu gegebener Zeit dafür den verdien reis und Stadtgirofaffe in Frantenstein i. Echt aufzustellen. Natürlich würde dann im günstigsten Falle nur ein ten Fußtritt zu erhalten. Die franzöfifche Demokratie hat am 11. Mai für vier die Kredite der Raffe zu fpeculativen Geschäften mißbrauchten. Bon pöllischer Randidat gewählt. Von den deutschsozialen Kandidaten, die sich auf die gemeinsame Liste setzen lassen wollen, wird verlangt, Jahre ihre Herrschaft aufgerichtet. Die deutsche fann und sozialdemokratischer Seite wurde deshalb beim Bermal daß sie rednerisch befähigte(!), bewährte, völtische Männer muß am 7. Dezember das gleiche tun. Dann wird es möglichtungsrat der Kaffe Beschwerde erhoben. Der Verwaltungsrat, fein, für den Frieden Europas und für die Wohlfahrt der dessen Vorsitzender der deutsch nationale Landrat, thr. beiden Böller Großes zu schaffen. Laffen sich aber die beiden p. Thielmann war, heftritt die Vorfälle ganz entfchie Bölker, durch nationalistische Einflüsse verleitet, gegeneinden. Im Verlauf der Auseinandersetzung ergab sich, daß der ander ausspielen, dann wird ungeheures Unheil angerichtet deutsch nationale Landrat an den Spetulationen werden, das sich durch den hoffnungslosen Niedergang der beteiligt war. Gegen die Spekulanten wurde auch jetzt nicht vorWirtschaft jedem Manne und jeder Frau in Deutschland und gegangen. Es blieb alles beim alten. Darauf erfolgte sozial in Frankreich fühlbar machen wird. demokratische Beschwerde beim Innenminister, der den Regierungspräsidenten von Breslau mit der Untersuchung der Angelegenheit betraute. Nunmehr erhielten bie fozialdemokratischen Beschwerdeführer am 31. Juli folgenden Bescheid: Deutschnationaler Einfluß auf die deutsche Politif fönnte nach dem Regierungswechsel in England. noch gefährlicher wreden als zuvor. Und darum ist es ein Gebot nicht nur der inneren, sondern auch der äußeren Politik, daß den Halbierten, den Charakterlosen, den Stumpfsinnigen, den Wahlmüden, furz, daß der Deutschnationalen Partei am 7. Deezmber der Fangstoß gegeben wird! Der gefährliche Bürgerblock. Wahlaussichten der Sozialdemokratie. Die Parole des Bürgerblocks ist, taum aufgetaucht, schnell durch eine andere Bezeichnung ersetzt worden. Daß der Bürgerblock" in Wirklichkeit ein Blod der Besizenden fein sollte, liegt auf der Hand. Deshalb bemühte man sich, feinen mahren Charakter möglichst zu verschleiern. Man erfand für ihn die Bezeichnung Staatsbürgerblock und andere schöne Firmenschilder, ohne daß es gelingen wollte, den Kern der Sache zu vertuschen: Jetzt nimmt Graf Bernstorff, der demokratische Abgeordnete, in der Zeitschrift ,, Deutsche Einheit" zu dem ganzen Blan Stellung. Er sagt in einer Betrachtung über die durch die Reichstagsauflösung geschaffene Lage: Wenn ich mit Bestimmtheit annehmen muß, daß eine im Auslande als nationalistisch bezeichnete deutsche Regierung die Räumung des besetzten Gebiets verzögern wird, so ver zichte ich eben, zum mindesten aneilen, auf den Bürgerbled". Befreiung. Bon Igo Lihnerz Mauern stiegen eng an den Zug hinan, der wie zwischen zwei erftarrten, steilen Steinwellen dahin faufte. Das blaugold jubelnde Licht, das bisher sogar die fliehenden Rauchfetzen in Brofat verwandelt hatte- wurde weiß wie Kalf, grau wie erloschene Asche plötzlich starb es, wie von einer Schere abgeschnitten. Wie schwarzer, flebriger Schlamm legte es sich dicht um uns, stieg hoch an uns, daß wir erblindeten. Die Worte, die zögernd durch den schmalen Raum geflogen, fielen tot zu Boden; Stille, wie in einem Garg, gefellte sich der Finsternis, die sich, ein undurchdringlicher Zaun, um uns gestellt. Der Atem der Menschen im Abteil war nicht mehr, das tote Dunkel hatte ihn verschlungen. Es faß ein Mädchen im Coupé, das hatte Glieder, herb noch von unberührtheit und weich doch vor Sehnsucht. In seinen Augen spiegelten sich die Nächte, die fie erleben wollte als noch Tag war. als noch Tag war. Ein junger Mensch war da, mit fernen Augen und schmalen Händen mit Mufitfingern. Als jenes Mädchen eingetreten, war fein Blid einen Augenblid lang gegenwärtig geworden und hatte das Mädchenantlik getrunken. Flammen leuchteten darin, da dieser Blid über des Mädchens Antlig glitt. Es war ein alter Herr da, mit gleichgültig gewordenen Augen, verschlossenen Lippen; der Jubel der Landschaft, durch die der Zug uns getragen, hatte ihn nicht geweckt; er las in der Zeitung, die Stirn runzelnd, die Lippen noch fester aufeinander pressend. Eine Bürgerfrau war da, deren Körper war verdorben, ihr Gesicht zerrissen vom Gebären vieler Rinder, in ihren Augen lag Ergebenheit, müder Trog. Sie hatte vor sich hingefbarrt; fie muß ihre fleine dumpfe Wohnung gefehen, das Schreien ihrer Kinder bernommen haben. Sie befah die Sächelchen, die sie von der kurzen Reise als Geschenke mit nach Haufe brachte. Sie hielt eine Wachs pippe in der Hand. Es war ein Reisender da, dessen Lippen murmelten Brozente, beffen Augen waren voll von Zahlen; er faß da, gebeugt über ein Durchschreibebuch, in dem er, hin und her blätternd, addierte. Und ich war da und trant die Sonne, und berauchte mich am Leuchten des bunten Herbstlaubes, und hatte nichts zu tum in aller Melt, und fonnte fein Geld verdienen; und das Morgen lag mir so fern, mar mir so fremd wie der letzte Tag. So waren wir dagefeffen als die Erde uns verschlang und in jäher Finsteruis vergrub, daß unfer Atem still stand. Während wir aber noch dafaßen, erwachte der Niem wieder; nur daß er rascher ging, wie wenn er fürchtete, aufgehalten zu merden. Die Schnelligkeit des Atems der Menschen im Coupé aber mar verfchteben und erzählte. Erzählte: Helß war der Atem des Mädchens; er fam aus geöffneten Lippen. Ihr gegenüber saß der junge Mensch, und sein Atem drang Ihre an den Herrn Minister des Innem gerichtete Beschwerde vom 31. Dezember 1923 über die Geschäftsführung der Kreis- und Stadtgirofaffe in Frankenstein ist eingehend geprüft worden. Diese Prüfung hat ergeben, daß tatsächlich im vorigen Jahre mitglieder des Verwaltungsrats und anscheinend fast sä miliche Beamte und Angestellte der Kreis- und Stadtgirofaffe deren Kredit, und zwar teilweise ohne entfprechende Dedung in Anspruch genommen haben, um unter Husnuhung der fortschreifenden Geldentwertung durch Kauf und Verkauf von Wertpapieren persönliche Gewinne zu erzielen. Dieses Verhalten fann, wenn es auch in den meisten Fällen formell durch, Ericilung der Genehmigung von feiten des Verwaltungsrates gededt war feinesfalls gebilligt werden. Den Beteiligten sinb deshalb ernste Vorstellungen gemacht worden. Inzwischen ist den Beamten und Angestellten der Kasse das Betreiben von Spefulationsgefchäften auf dem Riden und mit dem Kredit der Spartasse verboten worden. Dadurch ist gewährleistet, daß derartige nicht zu billigende Fälle fich nicht wiederholen. Auch im übrigen wird dafür Sorge getragen, daß sich die Geschäfte der Kreis- und Stadt girofaffe den gefeglichen und ministeriellen Borschriften gemäß vollziehen." Feine Sache, wenn sich Berwaltungsrat und Beamte einer Kreis spartaffe unter Leitung eines deutschnationalen Landrats auf Kosten der Kasse und der Deffentlichkeit bereichern fönnen! Deshalb: ort mit den sozialdemokratischen Landräten! Her mit den Bandratsposten für die deutsch nationalen Rrippenjäger, die ihre Geschäfte verstehen! zu dem ihren hinüber und vermählte sich mit ihm; so daß irgendwo in der Mitte eine sehr leise, füße elettrische Spannung entstand. Ihre und seine Hände bebten vor der Lust, dem Verlangen, einander zu greifen. Ein gemeinsames Lieb mit rotem Rhythmus sang ihr Blut. Es waren Jubel in diesem Lied und Wehmut; Jubel der Gemeinschaft und Wehmut des Wissens, daß Lied und Rhythmus erlöschen würden, jäh abbrechen, fobald es wieder tagte. In diesen Minuten aber rauschte das ewige Jauchzen des Einanderbefizens, Einandergehörens zwischen den beiden. Der alte Mann dachte, daß er bald im Sarge liegen würde wann? Es war so gleichgültig, er mar müde und darin würde es noch enger sein, noch finsterer. Ein Frösteln wollte ihn übermannen, aber er befann sich, daß es dann kein Erwachen mehr gab. Er erschrat vor dem gräßlichen Gedanken, scheintot begraben zu werden und beschloß, einen Brief zu hinterlassen, eine halbe Stunde nach seinem Tode zu öffnen, in dem er anordnete, daß drei Aerzte feinen Tod feststellen müßten; außerdem wollte er verbrannt werden. Er würde diesen Brief schreiben und zuoberst auf seinen Schreibtisch legen, sobald er nach Hause fäme. Die Frau erinnerte sich, gelesen zu haben, daß Eisenbahnunfälle aller Art in Tunnels häufiger feien, als auf der Erdoberfläche. Sie zitterte: Wenn jetzt etwas geschähe? Ihre Kinder standen vor ihr und ihr Mann. Dieser war den ganzen Tag in seinem Geschäft, und fam er mittags und abends nach Hause, war er oft mürrisch und müde. Nur selten geschah es, daß ein Wort, ein Lachen der Kinder, die zu gebären er fie gezwungen, auf seinem Gesichte ein Lächeln medien; dann war es einer Grimaffe ähnlich. Die Kinder fürchteten ihn, seine rauhe Stimme, feinen herrischen Ton, seine brutal züchtigende Hand. Stürbe fie jegt, die Kinder wären doppelt verwaist; er müßte noch einmal heiraten. Eifersucht schoß heiß in ihr empor, ftach an ihrem Herzen, verfniff ihr Gesicht, erfüllte ihren Atem mit Haß Der Reifende rechnete weiter, in die Zukunft hinaus. Er überschlug, wieviel er bisher erfpart habe, mieviel er noch verdienen müsse, um sich unabhängig zu machen. Er würde bald heiraten, und er würde sehr vorsichtig sein: seine Frau mußte ihm eine ansehnliche Mitgift mitbringen. Er berechnete, wie hoch diese Mitgift sein müsse, damit er seinen eigenen Betrieb aufmachen könne. Gelänge es ihm, eine gute Partie zu machen, so war er am Ziele, wenigftens aber um ein wesentliches Stück dem Ziele näher, wenn er auch noch dazu rechnete, was er bisher zurückgelegt. Er sah sich als Herrn durch feinen Betrieb gehen, an gebückten Köpfen vorbei; er hörte sich mit feinen Geschäftsfreunden Wige täuschen; er dachte an die Bettfreuden, die feine Gattin ihm bereiten würde. Er zog das Wasser, das ihm im Munbe zusammengelaufen, aufatmend zur Rehle zurüd und verschludte es hörbar. Und ich faß unter allen diesen Menschen und hörte, mas der Atem eines jeden erzählte, und war heiter und war traurig und sehnte die Sonne herbei als sie mit einem jähen Satz, eine runde -O feien, die sich der Reichsführerschaft Hitler, Ludendorff, v. Graefe unterstellen würden". Das Rundschreiben der Bölkischen ist also nichts weiter als ein Versuch, die Organisation der KunzeLeute zu stören und ihre Stimmen für die eigene Liste zu gewinnen. So oder so werden die Herrschaften nicht viel Glüd haben. Die schwerindustrielle Telegraphenunion. Zum Kapitel Presse und Wirtschaft. Wir veröffentlichten gestern einen Artikel, der sich mit der schroffen Rechtsschwenkung der Telegraphenunion befaßte und darauf hinwies, daß eine Reihe von demokratisch gerichteten Mitarbeitern in der letzten Zeit die ungaftliche Stätte verlassen hat, um sich nicht zu Werkzeugen reattionärer Politik zu machen. Die Telegraphenunion sendet uns dazu eine längere Berichti gung, deren furzer Sinn dahin geht, daß die besagten Mitarbeiter nicht aus politischen Gründen ihren Bosten verlassen, fondern andere Bemeggründe angegeben hätten. Es erübrigt sich, auf die einzelnen Bunfte der Berichtigung einzugehen, wenn wir das Folgende feststellen: 4 Es mag zutreffen, daß die ausgeschiedenen Mitarbeiter der Tu. in ihren Kündigungsbriefen davon abgesehen haben, ihren Austritt mit dem politischen Kurswechsel zu begründen. Tats fache ist und das wird uns von mehreren ausgefchiedenen Mitgliebern der Tu.- Redaktion auf Anfrage bestätigt, daß für ihren Schritt die Rechtsschmentung der Telegraphenunion maß gebend gewesen ist. Aus irgendwelcher Laune oder aus dem Bunsche, ihre wirtschaftliche Lage zu verbessern, läßt sich die Handlung dieser Journalisten um so weniger erklären, als fie im Hause der Telegraphenunion gut bezahlte Stellungen inne hatten. Es ist jedenfalls unbestreitbar, daß es politische Motive waren, die sie zum Ausscheiden aus der Telegraphenagentur zwangen. Damit steht aber fest, was wir behauptet haben, nämlich daß ble Telegraphenagentur und vor allem die von ihr verbreiteten Provinzforrespondenzen, die sich der politischen Konglühende Scheibe, zwischen uns spang, daß wir die Augen schließen mußten vor dem Uebermaß des plöblichen Lichtes. Ich öffnete die Augen wieder und sah, wie das Mädchen, ganz leise erschauernd, mit einem fernen Lächeln und halbgeschlossenen Augen, den Blick über des Jungen Antlitz und Körper glitt, sich in ihre Ede zurücklehnte; während dieser etwas vorgebeugt faß, und in seinen Augen war wieder die Ferne, und feine Finger spielten einen langsamen Taft; wie leise Trauer war es über ihm ausgegossen. Der alte Herr las wieder in seiner Zeitung. Die Frau hielt die Puppe in böfe geballter Fauft. Der Reisende rechnete in seinem Durchschreibebuch. Und ich ließ mich durch die Landschaft tragen und frank die viele, viele Sonne und die bunten Farben des Herbstes und grüßte die weiß und rot emporjubelnden Häuschen, und das Morgen war mir so fremd und fern, wie der letzte Tag. Einweihung der„ Komödie". Die Bettlerin fist noch immer auf der Steinstufe des Kurfürstendamm Hauses nahe der Uhlandstraße. Die Spieluhr, die sie au drehen pflegt, wenn die Dunkelheit beginnt, fo lange, bis faum noch ein Nachtvogel vorbeischleicht, ift in vielen Tonlagen zerbrochen. Die Stimme, mit der sie ihr gedrehtes Lied begleitet, ist noch älter fängt, fo flingt es schon wie eine Gespensteret. Man gibt ihr nicht und feuchender geworden. Wenn sie zu fingen und zu spielen an mehr, man rettet sich vor ihr durch die Flucht. So wurde sie immer gebücter, immer bitterer, immer böfer. Sie hat vieles auf dem Herzen, wenn die Beute freudestrahlend aus dem KurfürstendammTheater kommen. Aber sie darf es noch fagen. Jegt hat sie noch mehr Gram, denn es wurde ein neues Theater am Kurfürstendamm gebaut. Die Leute, die es bezahlen fönnen, fommen noch strahlender aus dem neuen Hause. Sie werden die Bettlerin noch weniger hören. -w Die Bettlerin verlischt. Aufflammt das einladende Licht der Reinhardtschen Komödie". Es ist ein verstecktes Haus, wenn man von der Straße tommt. Aeußerlich gar nicht der Brunt, durch den man zu einem Kunsttempel gelangt. Nur ein freundlicher Eingang, als wenn es sich um em Speisehaus handelt. Und darinnen es muß gesagt werden ein Reichtum, der die Sinne nur erfreut. nichts ist überlastet. Alles ist mit Ruhe ausgedacht und ausgewogen. Man trifft nur auf Behaglichkeit, auf lizbkosende Farben, Kreme farben und angenehmes Rot. Das Parkett, die Logen, gastfreundlich jeder Siz und jeder Winkel. Aber wer wird der Gast sein? Wer darf der Gast sein? Mar Reinhardt, der Herr dieses Hauses, träumte einst davon, 5000 Menschen an einem Abend ins Theater zu rufen. Jetzt ruft er nur 500 in feine winzige Komödie". Ste ist ausgestattet mit allem Komfort ber Jestzeit", als da find: Borzimmerghen für die Logen, sagar Logen für die Riebige, die ganz auf der Bühne fiken und den Schauspielern und Schauspielerinnen bis in die dunkelsten Kulissengeheimnisse hineinspähen wollen. Boltaire hat trolle der Deffentlichkeit leichter entziehen tönnen neuerdings noch| stärker unter die Herrschaft rechtsstehender schwerindustrieller reise gekommen find. Den Linksgerichteten unter ihren Mitgliedern, die mehr oder minder faltgestellt wurden, blieb diese Schwenfung nicht verborgen. Sie haben daraus die Konse quenz gezogen. Vielleicht fann bald von weiterer Flucht berichtet werden. Aus dem Wahlkampf. Während aus taktischen Gründen die Deutsche Volkspar tei allein in den Wahlkampf zieht, regen sich überall die Interessenten, die sie vertritt, und fordern Zusammengehen mit den Deutsch nationalen im Wahlkampf. Die Schleswig- Holsteinische Handelstam mer, Landwirtschaftskammer, Handwerferfammern, Bauernverein und Handwerkerbund fordern in einem Aufruf das Zusammengehen der Deutschnationalen und der Deutschen Volkspartei im Wahlkampf. Was trennt schließlich auch die Volkspartei von den Deutschnationalen außer persönlichen Fragen? Aber die Volkspartei darf nicht offen zu den Deutschnationalen stoßen, um auch in Zukunft besser für fich schachern zu fönnen. Die Deutsch nationalen nominieren ihre Randidaten. In Potsdam I bringen sie wieder die alte Liste, ohne Krüger Hoppenrade( Jafager), der wegen schmutziger Geschichten fein Mandat niederlegen mußte. Die Offensive der Deutschen Zeiturig" gegen den unschuldigen jungen Bismard hat nichts gefruchtet. Er wurde wieder als Spitzenkandidat im Kreise Weser- Ems aufgestellt. Er scheint wirklich noch viel vom jungen Dachs an sich zu haben. Als er die Mißstimmung gegen die Jafager spürte, beeilte er sich mit der Erklärung, daß er nicht wieder fandidieren wolle; als ihm die Kandidatur angeboten wurde, griff er freudestrahlend zu. Also ein Jaseger- Liftenführer. Warum, weiß man schon aus der Deutschen Zeitung". Ben nehmen, wenn nicht ihn? Den die Partei der Persönlichkeiten", die Führerpartei" kann keinen an beren auftreiben. " Der demokratische Reichsparteitag, Eine Rede des Abg. Haas. Im Anschluß an die Geschäftsfihung des demokratischen Reichsausschusses für Handel und Gewerbe fand ein geselliges Beisammensein statt, bei dem Geheimrat Dr. Wieland darauf hinwies, welche Bedeutung die kommenden Reichstagswahlen gerade für die Wirtschaft haben werden. Der Parteivorsigende Reichsminister a. D. Roch stellte fest, daß die Demokratische Bartei im letzten Jahre ihre Feuerprobe bestanden habe. An der Tagung nahmen auch Breuhischer Landwirtschaftsminister Dr. Wendorff und Oberbürger meister Bö B Berlin teil. Gestern fand ein Begrüßungsabend statt, bei dem die auswärtigen Delegierten von den Berliner Demofraten begrüßt wurden. Regierungsrat Merten, der Vorsitzende der Berliner demokratischen Parteiorganisation, hieß die zahlreich Erschienenen willkommen. Den Kernpunkt des Abends bildete eine politische An'prache des bisherigen Reichstagsabgeordneten a asKarlsruhe. Er wies darauf hin, daß die Demokratie in diesem Wahl. fampfe besonders heftigen Angriffen ausgesezt ist. Trogdem, fo erflärte er, gewinnen wir immer mehr die Ueberzeugung, daß noch felten die Kampfesfreude unserer Anhänger so groß gewesen ist wie jezt. Wir sehen deshalb mit starkem Vertrauen dem Wahlausgang entgegen. Was heißt heute Links, was heißt heute Rechts? Gehören die Deutschvölkischen auf die äußerste Rechte oder auf die äußerste Linke? Wir wollen die Verfassung und die Republik erhalten. Die Frage der Außenpolitit iſt auch nicht unter die Formulierung rechts" oder„ tints" zu bringen. Sagen wir doch statt deffen oeffer, was wir wollen. Wir wollen die Fortsetzung der hisherigen Außenpolitik, die im Wege der Berständigung ganz Deutschland die Freiheit bringen will. Wir wollen die Befreiung Deutschlands und nicht den Untergang durch eine sinnlose Ratastrophen. politif. Um biefer Außenpolifit willen tönnen wir an einer Regierung nicht mitwirken, in der die Deutschnationalen vertreten sind, denn sie wollen die Außenpolitif nicht." Konsumentenpolitit" und Broduzentenpolitif" sind auch Schlagworte. Konsumenten und Produzenten find aufeinander angewiefen. Wir richten uns in un'erer Politit nach den Bedürfnissen der Braris und nicht nach Schlagworten. Die politischen Vorträge des Abends wurden von musikalischen Darbietungen umrahmt. Die eigentlichen Parteiverhandlungen beginnen heute im Landtagsgebäude. diese Riebige einstmals von der Bühne verjagt. Leffing hat ihn dafür hoch belobt. Mag Reinhardt hat das alles wieder vergessen. Er ist trotzdem ein genialer Theatermann. Die Harmonie, die er den Theatergäften verschafft, ist entzückend. Selbst die zahireichen Damen, die nur wegen der Bause zur Einweihung famen, denn Stresemann, der Reichskanzler und einige Dugend der gangbarsten Berühmtheiten wurden als Damenspende und ohne Aufschlag gezeigt selbst dieses mit der Bettlerin auf der Steinschwelle verfeindete tout Berlin" wurde durch die kleinen Künste und durch die große Kunst Mar Reinhardts gewonnen. Er hatte, um mit der Goldonischen Boffe von dem „ Diener zweier Herren" sein Haus zu weihen, die besten Künstler eingeladen. Die besten Künstler gehen eben gern zu ihrem beften Meister. Er versteht es besser und verführender als alle anderen, die Talente zu loden und zu lodern. Solange diefes Theater gespielt wird, meint der Nationalökonom, daß er mit feinen Einwänden gegen diesen Theaterbetrieb unrecht habe. Wird man hernach nüchterner, begegnet man beim Berlassen des schönen Hauses den zahlreichen Kindern, die auf der Straße mit Streich hölzern handeln und betteln, dann berechnet man wiederum, daß folcher Lurusbetrieb nur wenigen, ganz wenigen Freude machen wird. Reinhardts Künstler sind vor allem die Thimigs, Boter, Tochter und Gohn. Welche Zauberer der Fröhlichkeit! Sibylle Binder und Dagny Servaes anmutig und sonnig, Gustan Waldau ein Pedant, zwerchfellerschütternd, Walter Janssen und Baul Hartmann, zwei herrliche Liebhaber, im Dormern und im Säufeln gleich start, und Wilhelm Völker, der uffigste Tölpel, den man sich benten tann, Mar Hochdorf. Grete Wiesenthal. Seit ich sie zum letztenmal fah, ist eine Reihe Don Jahren vergangen und auf den Tanzpodien hat sich Wesentliches ereignet. Wir sehen die Kunst, als deren frischeste und hoffnungsficherste Vertreterin sie damals erschien, heute mit anderen Augen. Wir erkennen vor allem die Mängel einer Technit, die sich aus den Ballettkünften noch nicht zu freien Ausdrudsformen geläutert hat, das leberwiegen äußerlich deforativer Effekte und die Abhängigkeit von der Musit, die nicht als dienende Begleiterin, sondern als Führerin des Tanzes erscheint. Trogdem: Als Grete Wiesenthal im Mar morsaal ihren„ Donauwalzer" tanzte, hatte ich wieder den hinreißenden Eindruck einer urechten, ursprünglichen tänzerischen Natur, die aus dem Bollen schöpfen darf und jeden Rhythmus erlebt, den sie gestaltet. Namentlich das Aufhüpfen aus aleitendem Schritt, der jauchzende Wirbelsprung mit hochgezogenen Knien sind unnachahmliche Gipfelleistungen. Aber auch als Romposition ist dieser Tanz ein Meisterwerf. Ich möchte ihn einmal ohne Mufitbegleitung sehen, denn es ist mehr das Werf der Grete Wiesenthal als das tes Johann Strauß. Alles übrige war recht niedlich". Auch die fechs Schülerinnen waren es, die, fürchte ich, in dieser Schule über bas Niveau der Niedlichkeit nicht hinauswachsen werden. 3. G. Berliner Sinfonie- Orchester. Der nächste städtische Sammermusifabenb findet am 3., abends 8 1hr, im Kammermusikhaus ( großer Saal), Bützowstr. 112, statt. Brogramm: Septett von Beethoven und Oftett von Schubert. Eintrittspreis 40 f. Karten erhältlich bet Wertheim( Theatertaffe), Sorsch( Gewerkschaftshaus), Engelufer, Orchesterbureau, Lüßowstr. 76, sowie an der Abendkasse. Die Tragödie eines Kommunisten. Ein Brief des Kommunistenführers Bozenhardt. Der Fall Bogenhardt ist noch in aller Erinnerung. Beim Rücktransport von Süddeutschland nach Stargard gelang es dem Kommunisten Bogenhardt in Berlin seine gemüts lichen schwäbischen Polizeibegleiter in das Gebäude der Sowjethandelsvertretung zu locken und dort selber zu entkommen. Daran schloß sich der bekannte Konflikt mit der Sowjetregierung. Den Oberbonzen in Moskau war die Sache außerordentlich fatal. Man wollte nicht, daß die Geschäfte litten und deswegen wurde Bozenhardt fallen gelassen. Die Rote Fahne" erklärte ihn feierlich und in aller Form für einen Spizel. Bozenhardt hat im Gefängnis sich unter dem Eindruck dieses schurkifchen Verhaltens seiner Partei das Leben nehmen wollen. Erst langsam ist es gelungen, ihn wieder zu beruhigen. Inzwischen hat man ihn skrupellos und kaltschnäuzig geopfert, feine Fa milie bleibt ohne Unterstützung, was aus einem deutschen Arbeiter wird, ist den Machern der KPD. vollständig gleichgültig. Erschütternd wirkt ein Brief, den Bogen hardt aus dem Gefängnis an einen Parchimer Parteigenossen gerichtet hat. Wir veröffentlichen ihn ohne Abänderung. Bozzenhardt, Strafanstalt zu Stargard i. P. Stargard, den 22. Oftober 1924 Sie werden vergebens auf eine Antwort gewartet haben. Nach Erhalt Ihres geschätzten Schreibens gab ich Ihnen gleich Antwort. Dieser Brief wurde von dem Herrn Untersuchungsrichter angehalten. um mun Ihnen überhaupt Antwort zukommen zu lassen, muß ich mich politisch furz und einwandfrei dabei verhalten. Wissen wollen Sie, ob ich tatsächlich der von der KPD. in ihrem Zentralorgan proflamierte Spigel bin? Nein! Aber wer gibt Ihnen die Gewißheit, daß ich nicht ebenso betrüge wie die KPD? Ihr Vertrauen zu meiner Person? Nun, für dieses bin ich Ihnen sehr dankbar, und Sie werden dabei nicht fehlgegangen fein. Glauben Sie mir, da meine ganze politische Einstellung und meine politischen Handlungen mein Inneres, mein ganzes Seelen. leben war, hat mir dieser Berrat ungeheure Seelentämpfe verursacht. Nur in Rücksicht auf meine Familie, die ich auch damit vernichtet hätte, habe ich den letzten Schritt unterlassen. Meine Flucht in die Handelsvertretung war eine Dummheit. Aber von daher allein tommt diese Bezeichnung Spitzel nicht. Die„ Donauwacht", ein fozialdemokratisches Blatt, für das württembergische Oberland in Ulm a. d. D., von wo ich herstamme, brachte letzten Monat darüber einen Artikel, der zutrifft. Da, denfen Sie noch etwas zu! Lassen Sie sich den zusenden von der Redaktion. Diese tennt mich persönlich und wird Ihnen als Parteifreund gern zu Diensten stehen. Herr X! Selbstverständlich bin ich geheilt und fein Kommunist mehr. Die PD. hat mit der kommunistischen Wirtschaftsform nichts mehr 3 fun. Sie ist ganz in terroristisches und anarchistisches Fahrwasser geleitet. Unter der blutigen und terroristischen Saat des fanatischen Saffes fann feine befeligte Weltordnung hervorgehen. Sie ver nichtet wohl alles Bestehende, aber auf dem Trümmerfeld der alten Gesellschaftsform wächst eine neue hervor, mit all denselben Fehlern und antifozialen Ungerechtigkeiten der alten. So wenig wie sich eine Idee mit Gewalt totschlagen läßt, ebenjomenig läßt sie fich mit Gewalt zum Gemeingut machen. Im endgültige Reformen und eine wirkliche Harmonie zu schaffen innerhalb einer furzen Zeit, müßten wir alle geborene Meffiaffe fein. Gewiß ist es Pflicht jedermanns, der die armen Menschenmassen liebte, die Jahrhunderte unter den stählernen Stetten einer überfapitalistischen Fron schmachten, ihnen diese abzunehmen und zu erleichtern versuchen. Dazu gehört aber, daß fie selber erst den Sinn und die Form eines anderen Menschen bafeins begriffen haben. Solange man aber eine folche Maffe hat, die mir zujubelt, wenn ich spreche, und 5 Minuten nachher einem Wirtschaftsform umsonst. Das ist meine jekige Meinung. Die Füh anderen glaubt, ich wäre Spihel, ist jede Einführung einer anderen rer der KPD. zu schonen, habe ich teine Veranlassung. Unterstützt werde ich und meine Kinder von der 3. Arbeitshilfe nicht. Die Eltern meiner Frau, die aber sehr arm find, helfen mir etwas. Habe nichts mehr wie meine Kleider. Der verunglückte Sinowjew- Aufruf. Neue Ausreden, neuer Schwindel. Wie nicht anders zu erwarten war, hat die„ Rote Fahne" unsere Feststellungen, daß sie den letzten Aufruf der Mostauer Exekutive in fastrierter Form veröffentlichte, mit einer Flut von Beschimpfungen beantwortet. Die Tatsache selbst fonnte sie freilich nicht ableugnen. Sie berief sich aber darauf, daß ihr der Text des Aufrufes telephonisch aus Wien übermittelt worden sei. Der von ihr veröffentlichte Text, erklärte fie, stimme, abgesehen von geringfügigen Berstümmelungen", mit dem in Nr. 140 der Internationalen Pressekorrespondenz" in Wien überein. " Ein Vergleich der beiden hier angezogenen Tegte zeigt, daß die Rote Fahne" auch in diesem Falle ihre zweite Natur, das Lügen, nicht hat lassen können. Auch gegenüber dem Text in der„ Inpreforr" weist der in der„ Roten Fahne" veröffentlichte Tert des SinomjewAufrufes sehr wesentliche Streichungen auf. So fehlen in der Roten Fahne" folgende Säße: Die Boruntersuchung ist geschloffen. Die KPD. stellt mir eben einen Berteidiger( Spikel). Ich lehne ihn ab für mich. Lasse mir einen vom Staatsgerichtshof stellen. Für die KPD. habe ich Stellung, Gut, Zeit, Gesundheit und die Freiheit geopfert! Diefe Partei geht aber weiter und verlangt mein Leben noch, um ehrlos zu sterben. Die KPD.- Leitung weiß, daß ich tein Spitel bin, aber eine sehr unbequeme Person für ihre jetzige Einstellung. Mit Gruß! Bogenhardt. Für jeden, der Bogenhardt fennt, fann fein Zweifel sein, daß er ein ehrlicher und überzeugter Kommunist war und daß er aus rein idealen Beweggründen, so wie er auch schreibt, sich selbst ganz der Sache opferte, die er für richtig hielt. Er hatte gerade durch den starken idealistischen Zug feiner Berson einen verhältnismäßig großen Einfluß in Medlenburg sich erworben. Um so erschütternder wirft es, wenn man sieht, wie die kommunistische Parteileitung ihn glatt weg wider befferes wissen fallen läßt, nur weil es den höheren Zwecken der Oberbonzen dienlich ist. Das schuftige Berhalten der KPD.- Leitung wird nicht nur Bozenhardt, sondern auch zahllosen anderen Arbeitern die Augen öffnen. „ Geringe Werbekraft". Die Kommunisten verraten die eigenen Leute. Das Polizeipräsidium teilt amtlich mit: Die ersetzungserscheinungen innerhalb der Kommunistischen Partei, auf die vor kurzem schon hingewiesen wurde, treten immer offenfumdiger zutage. Trotz aller Anstrengungen, der Zentrale will es nicht gelingen, den illegalen Apparat der KẞD. intaft zu halten. Es scheint fast, als wenn die Mitglieder, um den ihnen von der Leitung zugewiesenen unangenehmen Aufgaben zu entgehen, einfach der Abteilung la des Polizeipräsidiums anonym davon Mitteilung machen. Nur so ist es zu erklären, daß eine geheime Zusammenkunft der sogenannten militärifchen Gruppenleiter, die am 31. Oktober d. 3. im Lokal voer Wald, Pflugftr. 5, stattfand, durch einen Originaleinladungszetttel der Abteilung Ia- durch die Poft per Eilbrief zugestellt bekanntgegeben und so die Festnahme der dort Bersammelten ermöglicht wurde. Daß diese Tatsachen der Zentrale Lebannt und natürlich äußerst unangenehm sind, ergibt sich aus der gestrigen Nummer der Roben Fahne", die die amtliche Mitteilung über tommunistische Waffenfunde nur halb bringt. Sie wagt offenbar nicht, den Sah der amtlichen Mitteilung: " Die Zersetzung innerhalb der Kommunistischen Partei ist soweit vorgeschrithm, daß jetzt auch ihre am sorgfältigsten gehüteten und verborgenen Geheimnisse der Polizei bekannt werden, wie die vor kurzem erfolgte Aushebung der Paßfälscherzentrale beweist," ihren Befern aus begreiflichen Gründen befarintzugeben. Die vor. gefundenen Berichte, die Aufschluß über die veranstalteten Instruk tionen und militärischen Uebungen geben, sind durchweg pessi mistisch gestimmt und flagen über die geringe Werbetraft der Sache. Die Festgenommenen, bei denen die verschiedensten Hiebund Schußwaffen gefunden worden sind, werden wegen Bergehens gegen das Gesetz zum Schutze der Republit dem zuständigen Richter vorgeführt werden. Diese amtliche Meldung behandelt allerdings sehr drastisch den unaufhaltsamen 3erfall der KPD. Es will nichts mehr gelingen. Aber ist nun in der KPD. fein Spigel mehr, wenn alles sich auflöst? Die Kommunisten haben sich selbst zum Zerfall bestimmt, als sie unter Ruth Fischers Führung verwandeln. Die sinnlose Uebertragung russischer Methoden dazu übergingen, sich tonsequent in einen Berschwörerflub zu auf die deutsche Bewegung- Sinomjews famose Bolschewisierung besiegelt ihren Untergang. Die KPD. wird sich von den Schlägen, die ihr die Wahl am 7. Dezember versetzen wird, nicht wieder erholen. Die neue Reichsbank. Erfte Sigung des Generalrats. In ber ersten Sigung des Generalrats der Reichsbanf am gestrigen Freitag, in der sämtliche Mitglieder anwesend waren, fand unter Borsiz des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht die Konstituie rung statt. Der Präsident erstattete Bericht über die durch das neue Bandgesetz getroffenen organisatorischen Maßnahmen und erläuterte den derzeitigen Stand der Reichsbant. Der Kommissar für die Notenausgabe, Prof. Bruins, erstattete Bericht über die ihn betreffenden Fragen. Der Generalrat stimmte sodann der Ernennung des Reichsbankdirektors Drense zum Mitglied des Diret toriums zu. Generalagent Gilberts Amtsantritt. Der ständige Generalagent für die Reparationszahlungen, G. P. Gilbert, hatte am Freitag eine ausgedehnte Besprechung mit Wir wollen den Ring proletarisch- kommunistischer Kampf- dem Reichsfinanzminister, dem Reichsbantpräsidenten, dem Direktogemeinschaft um das deutsche Broletar at schließen." rium der Goldnotentant fomie mit Bertretern der deutschen Wirt Verschanzt Euch in den Betrieben!" schaft. Sein Vorgänger Owen Young hat seinem Nachfolger 100 Millionen Goldmart übergeben. Dieser Betrag setzt fich aus den von Deutschland gezahlten Reparationsraten sowie den Einnahmen aus der Regietasse und dem Recovery Act zusammen. " Jeder Soldat der Revolution führe die Revolution." Ferner heißt es in der Roten Fahne" zahm und brav:" Die Kommunistische Partei soll gefeffelt und gefnebelt werden", während es selbst im gemilberten Wiener Tert heißt: Sie( bie sozialistische Demokratie" Severings) will die Rom. munistische Partei mit gefnebelten und gefesselten Gliedern die demokrat schen Wohltaten ihrer Schandrepublit empfangen laffen." Die Rote Fahne" wird sich bei diesen Feststellungen selbstver ständlich darauf berufen, daß diefe geringfügigen Berstümmelungen" der telephonischen.Uebermittlung zur Bast fallen. Das. Weichensteller schuld, bei kommunist schen Redaktionskatastrophen arme Telephon! Bei Eisenbahntatastrophen ist gewöhnlich der jedoch muß immer ein anderer Sündenbod herhalten, um die fom. munift sche Arbeiterschaft über die innere 3erfahrenheit und Verwirrung ihrer Führerschaft" hinwegzutäuschen. 4 Die deutsche Goldnoten bant hat dem scheidenden Generalagenten als Andenken die zweite der neuen Goldnoten im Betrage von 10 M. übergeben, während Dr. Schacht die erste Goldnote erhalten hat. Owen Young hat dem Reichstanzler einen Abschiedsbesuch gemacht. Owen Young erflärte vor Pressevertretern, daß in bezug auf die Tätigkeit des Generalagenten Erklärungen erst von seinem Nachfolger abgegeben werden würden. Young sprach seine persönliche Anerkennung hinsichtlich der Zusammenarbeit mit den deutschen Behörden aus und betonte das herzliche Entgegen tommen zu tun gehabt hätte. Young erklärte weiter, er begrüße es, daß aller amtlichen und privaten Persönlichkeiten, mit denen er in Berlin In der deutschen Vertretung beim Sowjetbund stehen, wie der Ost- Erpreß erfährt, Beränderungen bevor. Der erste Botschaftsrat in Moskau, von Radowig, verläßt seinen Boften au anderweitiger Verwendung. An feine Stelle tritt der bisherige General- Gilbert sein Nachfolger merde, weil er ein Mann von hohen tonful in Charlow, eg, der durch den Gefandschaftsrat Graab Charafiereigenschaften, liebenswürdigem Wesen und großen Fähigersetzt wird, bisher Wirtschaftsreferent in der Mostauer Botschaft. feiten sei. Sowohl hinsichtlich seines Alters als auch seiner ErSpanische Generäle verurteilt. Die Generale Berenguer fahrungen fei er für den Poften des Generalagenten außerordentlich und Darabia sind zu je sechs Monaten Festung bergeeignet. Die Erfahrungen der letzten Woche", so schloß Mr. Young, urteilt worden, weil sie an einer politischen Versammlung teilhaben mir die Ueberzeugung gebracht, daß große Bölfer, wenn mur genommen haben. Berenguer ist der frühere Oberkommandant in der rechte Geist vorhanden ist, auch die richtigen Wege zur ZuMarollo. Von Bewährungsfrist wird nichts gemeldet. sammenarbeit und zum allgemeinen Wohl finden." Gewerkschaftsbewegung Zur Lohnbewegung der Eisenbahner. Aus gewerkschaftlichen Eisenbahnertreisen wird uns geschrieben: Die Arbeiter, Angestellten- und ein großer Teil der Beamienschaft stehen unter dem ungeheuren Druck einer anhaltenden Preissteigerung aller Lebens- und Bedarfsartikel. In der Oeffentlichkeit wird leider viel zu wenig auf die soziale Stellung der Eisenbahner Bezug genommen. Das Publikum fährt. Damit ist die Sache erledigt. Stellt man aber das Einkommen dieses Personals( Arbeiter und untere Beamte) bei Beachtung ihres verantwortungsvollen Dienstes in Vergleich zu den unerhörten Preissteigerungen, dann verdient diese Gruppe doch wohl von Zeit zu Zeit die Beachtung. Ein unterernährtes Personal, behaftet mit unregelmäßigem, langem Dienst, hat ein Recht auf ein menschenwürdiges Dasein. Hinzu kommt ein nicht außer Acht gelassener Faftor: die Arbeitsunlu ft. Berordnungen und Verfügungen, oder ein ausgeflügeltes Arbeits- oder Stüdzeitsystem schafft auf die Dauer feinen Ausgleich. Nun haben die Verhandlungen am 27. Oktober bezüglich Er höhung der Arbeiterlöhne zu feinem Ergebnis geführt. Das war vorauszusehen. Entgegen früheren Forderungen auf Erhöhung der Löhne, die bei den Berhandlungen schließlich doch zu einem befriedi genden Ergebnis führten, weil als entscheidende Instanz der Reichstag in Frage tam, liegen die Verhältnisse heute wesentlich an ders. Jetzt haben wir es nur mit der Reichsbahngesellschaft zu Jm Berwaltungsrat sitzen die Schwerindustriellen von Siemens und Klöckner und der Beitreter der Agrarier, der Rittergutsbefizer v. Batodi. Also ein privattapita liftisch geleitetes Unternehmen. Daß diese Interessentengruppen unter feinen Umständen für eine sofortige Verbesserung der Bezüge wie für die Beseitigung der militärischen 10tägigen Lohnzahlungs methode eingenommen sind, versteht sich von selbst. Denn auch sie beschäftigen tausende von Arbeitern, die seit längerer Zeit auf Lohnerhöhung drängen. Die ablehnende Begründung, daß die Eisenbahnerlöhne ini Ruhrgebiet um 1 Pf., im Mitteldeutschland um 11 Pf. und in Oberschlesien um 3 Bf. höher liegen, als in der Privatindustrie, ist ein stichhaltiger Grund für die unzeitgemäßen Löhne der Eisenbahner. Wir stellen diefen Löhnen den Wochendurchschnittsverdienst vom Juli 1924 der amerikanischen Metallarbeiterföhne im Staate New York gegenüber. Diese betragen für Werkstattarbeitende im Lokomotiv- und Bahnwagenbau 130,80. für Männer und 100 m. für Frauen. Umgerechnet auf 48 Stunden, ergibt dies einen Stundenlohn von 2,93 M. für Männer und 2,08 m. für Frauen. Blaubt die Reichsbahngesellschaft etwa, daß ein Arbeiter mit 24 M. Wochenlohn überhaupt noch imftande ist, seine Existenz zu fristen? Glaubt sie vielleicht, daß Arbeiten beim Weichen- und Gleisumbau mit einem leeren Magen gewissenhaft ausgeführt werden können? Glaubt sie ferner, daß Kesselauswäscher, flopfer oder bläser die rapide Abnugung ihrer Bekleidung mit einem derartig niedrigen Verdienst ausgleichen sollen? Selbst unter Berücksichtigung der der Reichsbahngesellschaft auferlegten Berplichtungen, sind diese Löhne als Kulilöhne zu bezeichnen; sie stehen auch im Widerspruch mit dem im beutschen Arbeiter. Wenn schon auf die Sparsamkeit besonderer Gutachten niedergelegten Grundja bezüglich der Lebenshaltung der Wert gelegt wird, dann bitte, im eigenen Lager. Ist es nicht ein Standal, wenn infolge der Tarifermäßigung 300 Millionen Goldmart in die Taschen der Großindustrie und des Großhandels zurüdfließen, aber dennoch von einer Preissenfung nichts zu spüren ist? Hinzu kommen die geradezu fabelhaft anmutenden Gehälter in Höhe von 100 000 m. für den Generaldirektor Deser, je 60 000 m. für die Direktoren und je 24 000 M. für die Mitgliedr des Berwaltungsrates. Schon aus moralischen Bedenken hätten diese Herren auf derartige Gehälter verzichten müssen. Was würde die deutschnationale Horde für ein Gebrüll ent wideln, wenn diese Gehälter von Sozialdemokraten ober Gewertschaftsführern bezogen würden! Wo sind die deutsch nationalen Maulhelden, die während der Mauvahl um die Stimmen der Eisenbahnarbeiter und Beamten buhlten, mit dem Versprechen, die Besoldungsgruppen X bis XIII und I bis III zu beseitigen, um dadurch die unteren Gruppen an die oberen heranbringen zu fönnen, Wo ist die versprochene Erhöhung der Arbeiterlöhne? Die Reichsregierung hat nun wieder einmal eine neue Berbilligungsaktion" in Borbereitung. Die Umsatzsteuer soll herabgesetzt werden. Dagegen ist nichts einzuwenden. Wir be fürchten nur, daß diese Attion nicht zu einer Preisverbilligung führt, fondern, wie bei der Tarifermäßigung, zugunsten des Privattapitals fich auswirft. Die Berbitterung steigt, und mit Recht. Die Eisenbahner verlangen, daß die Vertreter der wirtschaftlichen Organisationen auf dem schnellsten Wege in neue Berhandlungen eintreten mit der Reichsbahngesellschaft. Lehnt diese ab, so muß der Reichsarbeitsminister angerufen werden. Fünfzigprozentige Ehrlichkeit Cine ift ganz offenfundigerweise nur bei den Deutschnationalen vorhanden. Sie müssen deshalb aufs äußerste betämpft werden. ungeheuerliche Fälscherzentrale bildet das Waffenarsenal der kommuniffen. Auf diese Verbündeten der Deutschnationalen trifft dasselbe zu. Freiwillige Beiträge für den erfolgreichen Kampf der SPD. gegen diese Boltsverräter zahlt man schnellstens an die Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Berlin S. 14, Wallstraße 65, oder auf Postichedton to Nr. 48 743 an leg Bagels, Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. Die jetzigen Zustände müssen unvermeidlich für die gesamte Wirtschaft unberechenbare Folgen haben. Die Eisenbahner aber haben die verdammte Pflicht und Schuldigfeit nicht nur als organisierte Masse geschlossen dazustehen. Sie haben die Lauen und Indifferenten zu organisieren und ihnen die Halsstarrigfeit des neuen Arbeitgebers darzustellen. Es ist genug! Lohnkonflikt in der Gasbetriebsgesellschaft. mettere Erörterungen nicht einlaffen. Unter diesen Umständen fiegt es nahe, daß die Töpfer in einer am Montag stattfindenden Verfammlung auch ihrerseits beschließen, rücksichtslos vorzugehen. Wenn auch der Schlichtungsausschuß angerufen ist, so wird es doch schwer halben, die Töpfer Berlins zum Abwarten zu bewegen. Die Forde rung der Töpfergesellen ist mäßig. Sie bewegt sich um 30 bis 40 Broz. über dem Friedensnominallohn, während bisher bei Zeitlohnarbeiten nur 10 Proz. tariflich vorgesehen waren. Die Akkordsäge entsprechen den bisherigen Friedenssägen. Nebenbei soll die langumstrittene Handwertszeugentschädigung endlich durchgesetzt werden.( Es wird auf die in der heutigen Nummer befindlichen Ver fammlungsanzeige hingewiesen.) Lohnverhandlungen im Bergbau. Effen, 1. November.( Eca.) Auf Antrag der Bergarbeiterorganifationen finden in den nächsten Tagen in den verschiedenen Revieren Verhandlungen über die von den Organisationen beantragte Lohnerhöhung von 20 Proz. statt. Bei den Zechenverbänden ist jedoch feinerlei Stimmung dafür vorhanden, diesen Wünschen auch nur teil weise nachzugeben. Wesentlich beeinflußt wird die Stellungnahme der Zechenverbände auch durch das Verhalten der Reichsregierung bei den letzten stattgefundenenen Verhandlungen mit den Eisenbahnern und Postbeamten, bei denen das Reich jede derzeitige Erhöhung der Gehälter und Löhne als undiskutabel bezeichnete. Man hat von seiben der Regierung durchblicken laſſen, daß diese Stellungnahme nicht aufrechterhalten werden könne, wenn von der Privatwirtschaft zu einer allgemeinen Erhöhung der Löhne übergegangen werde und daß dann auch eine Milderung der jezigen Steuerlast unmöglich sein würde. Es ist nach Lage der Dinge zu erwarten, daß die Berhandlungen in den Revieren ergebnislos verlaufen. Verbindlich erklärter Schiedsspruch. Dortmund, 31. Oftober.( Eca.) Die zur Beilegung der Lohn- und Arbeitszeitstreifs in den Gas-, Wasser und Elektrizitätswerfen Rheinland und Westfalen am 15. und 23. Oftober gefällten Schiedssprüche, die von den Arbeitgebern abgelehnt wurden, sind mit dem beutigen Tage vom Reichsarbeitsminister für verbindlich erklärt SPD.- Betriebsvertrauensleute und Gewerkschaftsfunktionäre! worden. Wichtiges Flugblattmaterial ist sofort abzuholen im Betriebsfetretariat Lindenstr. 3. Besonders die Vertreter der Mittel- und Kleinbetriebe werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. Parteiausweis mitbringen. 3. A.: A. Ho 13. Im Gegensatz zu den Berliner städtischen Gas- und Wasserwerken und zur Gasgesellschaft Niederbarnim, bei denen die Löhne auf Grund einer Vereinbarung mit dem Verbande der Gemeinde- und Staatsarbeiter ab 29. September bzw. 19. Oftober in der Weise ge= regelt wurden, daß bei den ersten Gesellschaften die Löhne ab 29. September um 3 Pf., ab 19. Oftober um weitere 2 Pf., zusammen um 5 Pf. erhöht wurden, hat die Direktion der Gasbetriebsgesellschaft jedes Entgegenkommen in der Lohnfrage rund weg abgelehnt. Es hat den Anschein, als ob die Direktion es unter allen Um. ständen zu einen Ronflikt mit der Belegschaft trei. Cohnregelung für Hausangestellte in Geschäfts- und Industrieben will. Wenn bei den Arbeitern der Gaswerke dieselbe Berant- häusern. Durch Schiedsspruch des Schlichtungsausschusses Großwortungslosigkeit vorhanden wäre, wie bei den leibenden Herren, Berlin wurden die Lohnfäße der Hausangestellten in Geschäfts- und dann würde es um den Wirtschaftsfrieden Berlins äußerst traurig Industriehäusern ab 26. Oftober d. J. durchschnittlich um 10 Proz. bestellt fein. erhöht. Tarifabzüge find im Bureau des Deutschen Portier verbandes( Sektion VII des Deutschen Verkehrsbundes) Berlin W 62, Bayreuther Str. 31, gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches zu haben. S Die ablehnende Haltung der Gasbetriebsgesellschaft in der Lohn frage veranlaßte den Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter, die Entscheidung des Schlichtungsausschusses anzurufen. Das Ziel war, die gleiche Lohnregelung für die Belegschaft der GasbetriebsRechtsanwalts Henkel das Schiedsgericht getagt. Gegen die gesellschaft zu erreichen, wie sie auf Grund der Vereinbarungen mit den Gas- und Wasserwerken besteht. Gestern hat unter Vorsitz des Stimmen der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber hat der Vorsitzende ungelernten Arbeiter um 2 Pf., die der gelernten um 1 Bf. hinter einen Spruch gefällt, nach dem die Löhne für die angelernten und den Löhnen der übrigen Gasarbeiter zurückbleiben. Die Neuregelung soll ab 27. Oftober Geltung haben. Hierbei ist ganz außer acht gelassen, daß die Arbeiter der Berliner sowie der Niederbarnimer Gasgesellschaft ſeit 20. September bzw. 19. Oktober die erhöhten Löhne beziehen. Der Schiedsspruch ist für die Arbeiterschaft untragbar. Die Tariffommission tes Gemeinde- und Staats arbeiterverbandes hat den Schiedsspruch abgelehnt. Die Belegschaft wird in Urabstimmung über die Frage: Annahme oder Streit, entscheiden. Differenzen im Töpfergewerbe. Der Teilstreit der Buchdrucker in Schlesien, welche den in Berlin gefällten Schiedsspruch nicht annahmen und den Streit verkündeten, hat weitere Ausdehnung genommen. 3ahlreiche Zeitungen in der Provinz mußten ebenso wie die Breslauer Zeitungen ihr Erscheinen einstellen. In Breslau erschien gestern nur die sozialdemokratische Volkswacht". Die Arbeiterschaft beim oberbayerischen Kohlenbergbau hat eine Forderung auf Gewährung einer 20prozentigen Lohnerhöhung überreicht. Ein Schiedsspruch für den Siegerländer Eisensteinbergbau er höht den Gesamtdurchschnittslohn um 10 Proz. Als Stichtag gilt der 1. November Bis zum 5 November läuft die Erklärungsfrist. ( Gewerkschaftliches fiehe auch 3. Beilage.) Sophien- Säle Sophienstraße 17-18. Säle frei! Norden 9296.= Die Lohnvereinbarung für die Ofenseher ist am 31. Oftober abges laufen. Die Verhandlungen scheiterten, da die Fabrikanten überhaupt jede Aussprache ablehnten. Von den Arbeitnehmervertretern wurde darauf hingewiesen, daß die Art der Ablehnung geradezu eine fatastrophale Birkung bei den Töpfergesellen hervorrufen würde. Deffen und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co. Berlin GB. 68, Lindenstraße 3. ungeachtet wurde wiederum betont, daß sich die Arbeitgeber auf Berantwortlich für Politik: Craft Reuter; Wirtschaft: Artur Gaternus; Gewerkschaftsbewegung: Fr. Ehforn; Feuilleton: Dr. John Schikowski; Lotales und Sonstiges: Friz Rarstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckeret Hierzu 5 Beilagen. Vorteilhafte Kleiderstoffe gestreift oder kariert Mtr. 1.20 Flauschflanell Reinwoll. Cheviot vorzügliche 130 cm breit... Mtr.2.95 Wollcrêpe in aparten Druckmustern.... Mtr. Mantelstoffe mollige Qualitäten, 4.80 Froße Ausw. 3.50b.16.50 Damen- Hut komstsaldonem Zylinderstoff... 4.90 Damen- Kleidung Jumper- Bluse aus gestreiftem Flanell mit Bubikragen.. .. 3.90 12.75 Kasak aus bedruckt. 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Besenvorhang 75x125 cm..... Küchenkante 2.65 .2.85 .2.95 3.95 10 em breit..... Mtr. O.10 Reste u. Abschnitte von Leinen- und Baumwollstoffen für Lelb- und Bettwäsche, sowie Schürzenstoffe zu besonders billigen Preisen Nr. 51$ ♦ 41. Jahrgang 7. Seilage ües vorwärts Sonntag, 2. November 1424 /im Spielerstranü ües Nordens. Ein kleiner Staat mit engen, ihn fesselgleich umstrickenden Grenzen, besorgt aus Mangel an produktionsfähigem Hinterland um feine Existenz, beschließt, die Fremdenzirkulation mit allen Mitteln zu heben. Man sah sehr schwarz in der Abgeschlossenheit, fürchtete, es gehe auf Biegen und Brechen, wenn es nicht gelinge, die Fremden, d. h.«ine begüterte Luxusschicht, zahlreich ins Land zu ziehen.— Ein nicht ganz faires, nicht ganz moralisches Er- mögen— denn das Endziel war die Gründung einer Spielbank. Dos kleine Ländchen Monte Carlo im Süden ist seit Jahr- zehnten gut dabei gefahren, hat sich einen höllisch- verwegenen Ruf errungen. Die Flaneur« und Nichtstuer der ganzen Welt sammeln sich in se'nen Grenzen. Warum sollte es dem Ländchen Danzig, das lieblich genug der gebuchteten Ostsee Anlieger ist, nicht auch möglich sein. Dort Palmen, hier Buchen, aber dort ewiger Frühling und hier nur ein paar warme Sommermonate. Mehr Nordlandstimmung und kühlere Sonn«. Das Experiment. In den ersten Iahren nach der Abtrennung des Freistaatgebichs begann man, kühn geworden durch den Zustrom geschäftesuchender Ausländer, mit dem Experiment. Man hatte auf niemand Rücksicht zu nehmen, war auf sich allein gestellt und riskierte schließlich nichts. Ob es sehr moralisch war oder' nicht, man fragte nicht danach. Erst später kamen d e Bedenken. Als der Versuch einschlug und das Kasino in Zoppot einen immer größeren Kreis von zweifelhaften Existenzen um sich versammelt, der auch beretts begann, seine Fühler in das sonst ganz ehrwürdige Bürgertum auszustrecken. Es kam eine tolle Zeit. Das Freistaatgebiet wurde international, nicht gerade im besten Sinne des Wortes. Die Inflationsnutznießer machten sich breit, die Be- völkerung stand unter ihrem Einfluß, und Krönung des Ganzen waren Kasino und Spelbank. Dicht am Strande gelegen, umgürtet von den herrlichen Buchenwäldern des uralisch-baltischen Höhenzuges. war äußerlich alles geschehen, um die„Spielhölle" in«inen reimollen Rahmen zu fassen. Das Kur- haus war Mittelpunkt des Ganzen, Flügel an Flügel wurde, freundlich rot bedacht, hinzugebaut, auf das fobelhasteste ausgestattet und bald prä-. sentierte sich den erstaunten Bicken ein Monte Carlo, wie man es sich hier im Norden pompöser � nicht vorstellen konnte. Hundert Meter davon lagen � noch Fischerhütten, die sich langsam zu Sommer- villen erhöhten, wurden Nett« getrocknet, vollzog sich das gewerblich« Leben des Fischerdorfes. Es kam Geld unter die Leute. Hotels nud Pensionen konnten auch nach beendeter Saison die Fülle der Gäste kaum fassen. Ihnen saß das Geld locker und man l ebte dies« ßeitt«, die in das eingeschlossene Ländchm den frischen Zug zu bringen schienen, nach dem d-e vom Reich getrennten Bewohner lechzten. Die Regierung des Freistaates scheffelte in den ersten Jahren die steuerl chen Abgaben der Spielbank in Massen. Sie mar tatsächlich, wie man es vorausgesehen hatte,«ine der wichtigsten Einnahme- quellen des Staates geworden. Aber die Sache halt« ihren Haken! Eine Art Demoralisation breiter Bevölkerungsschichten machte, sich bemerkbar. Man mußte erst ein Auge, später zwei zudrücken, um den inneren Schaden nicht zu sehen, der durch die Bank im Staate angerichtet wurde. Es kamen lelchke Silken unter den schweren Menschen aus. Es ging verdammt schnell, aber Geld war genug vorhanden. Es regnete Proteste einsichtiger Leute und schl«ßlich ging es nicht mehr an, den Kopf in den Sand zu stecken, die Schäden abzuleugn-m, die sich durch den/Zustrom der Spielerkreise in außer- ordentlichem Maße bemerkbar machten. Man mußte zu strengen Verboten schreiten. Der Bevölkerung Danzigs wurde das Kasino verschlossen, wenn sie n'cht den Nachweis einer gesicherten Existenz en Hand der Steuerquittung vorweisen konnte. Es war nicht mehr so leicht, in das Allerheiligste des Roulettes und des Baccarats ein- zudringen. Nur den Fremden machte man es leicht. Denn es war schließlich nicht Sache der Regierung, sich um das moral fche Gleich- gewicht dieser Globetrotter zu kümmern. Man sprach das natürlich nicht aus, ebnete aber durch große Propaganda im Reich« und im Auslande den Leuten, die ihr Geld los werden wollten, den Weg. Mit der Stabilisierung der wirtschaftlichen Verhälwisse verzog sich dann ein Teil der vorübergehend ortsansässig gewordenen Fremden, und um die Zirkulation wieder in Gong zu bringen, bedurfte es neuer Propaganda der Kosinogesellschoft. Ein»bürgerliches" Spielchen. W'« man so zu sagen pflegt, hat heute das Kasino in Zoppot „seine Existenzberechtigung noch nicht erbracht". Das heißt der Gipselpunkt des Spielbetriebs ist überschritten und es scheint langsam abwärts zu gehen. Nur in den Sommermonaten und an sonstigen ereignisreichen Tagen sind die Spielsäle, wie in früherer Zeit, bis auf den letzten Platz gefüllt. Es ist nichts Neues mehr und man redet nicht viel darüber. Man wünscht die Sache überall möglichst mit Stillschweigen zu übergehen, um den unbequemen Mahnern aus dem Wege zu gehen, die sich heftig gegen die Fortsetzung des Spielbetriebes eingesetzt haben. Der immer noch rege Fremden- verkehr bringt natürlich noch die zur Aufrechterhaltung notwendigen Besucher. Originalitätshalber sieht man sich die Sache an, setzt und verliert oder gewinnt zuweilen ein paar Gulden. Mit Leib und Seele sind wohl nur wenige dabei, und auch die Romane der so- genannten vernichteten Existenzen werden hier nicht geschrieben. Hin und wieder ein Selbstmord, ein nächtlicher Sprung von der vom Kasino weit in die See hineinführenden Landungsbrücke, die für diesen Zweck jedem zur Verfügung steht. Aber das sind seltene Fäll«. Die meisten scheinen die Sache gut bürgerl ch zu betreiben. Sie engagieren sich nicht zu stark, es fehlt vielleicht das Fluidum der mondainen Welt, vielleicht ist auch das Naturell der Leute N'cht wie jenes der Rivieraflaneur«. Wer einen Blick in die Roulette- säl« wirft, ist erstaunt über die bürgerliche Schichtung dieses Publikums. Das berühmte„verzweifelte Gesicht" des leidenschaft- lichen Spielers ist selten zu sehen. Zuweilen findet man es bei den Frauen an den-Baccarattischen, wo mit leichter Hand und zitterndem Herzen größere Summen riskiert werden. Ruhe liegt über dem Ganzen. Das monoton« Sprechen und zum Spiel Auffordern der Croupiers(meist die eizig Eleganten hier, die Smokings ohne Taschen tragen müssen, deren Äermel am Handgelenk zugeschnürt sind), das leise Rollen der Kugeln, das Klirren der durch die Rechen zusammengeschobenen Schips sind einzig« Geräusch«. Sechsundsechzig und Skat sistd dagegen eine ausregend« Sache. Es ist also nicht mehr die Spielbank par excellence, die der berühmten Schwester in Monte Carlo irgendwie Konkurrenz machen kann. Eine Stätte zu geselliger Abendunterhaltung— wenn man will. Nur in den Sommermonaten entwickelt sich das, was man großen Spielbetrieb zu nennen pflegt. Da wirkt sich das auch aus die Bewohner aus. Die Vermieter in Zoppot uno Umgebung sind inzwischen durch Schaden klug geworden. Wer ein Zimmer, eine Wohnung mietet, eine Pension bezieht, muß jetzt oft einen Vorschuß leisten, der der Höhe des Preises entspricht, den.man für die Dauer des Aufenthalts fordern zu können glaubt. Es ereignete sich nämlich allzu häufig, daß der Mieter sein gesamtes Geld verspielte und eines schönen Abends ohne einen Pfennig dastand, Er konnte weder die Pension bezahlen noch der gastlichen Stätte des Kasinos durch eine Reise nach Hause den Rücken kehre». Er hatte buchstäblich nichts mehr. Viele hatten noch ihre Wertsachen verspielt, zu deren Verpfändung im Kasino ebenfalls eine Bank eingerichtet worden war. Für den absoluten Spielerbankrott hat die Kasinoleitung die Ein- richtung getrossen, dem Ausgeplünderten, ähnlich wie in Monte Carlo, ein Billett in seine Heimat zur Verfügung zu stellen, damit er die Bank, die sein Vermögen geschluckt, in guter Erinnerung behalte. Außerdem ging niau dem Krach, der spielbankschädi- gend wirkt, aus diese Weise aus dem Wege. Es soll natürlich auch Fälle gegeben haben, wo die rollende Kugel dem Spieler Glück und der Bank Pech ge- bracht hat. Einige ganz Schlaue sollen mit 10 000 und 20 0CO Gulden in der Tasche das Roulett ver- lassen haben. Einer soll sogar stracks' mit dem er- spielten Vermögen die Heimreise angetreten haben. Die meisten aber sorgten getreulich dafür, daß die Bank anr nächsten Tage zurückerhielt, was ihr ge- nommen worden war und noch einiges dazu. Sonst wären sie ja kein« richttgen Spieler gewesen, und das Kasino hätte längst schließen müssen, wenn jeder mit seinem Gewinn heimgezogen wäre. Man sorgt schon dafür, daß die„schöne Einrichtung" noch mehr Herzen erfreuen kann. Immerhin hat es den An- schein, daß der Spielerstrand des Nordens in keiner Weise mit dem des Südens— Monte Carlo— in Wettbewerb treten kann. Die Spielleidenschaft findet im Süden ein wesentlich günstigeren Boden. * Alles in allem: Der Nimbus dieses nördlichen Spielerstrandes scheint im Schwinden. Der steuer- liche„Sündenzoll" für den Freistaat sinkt von Jahr zu Jahr und die Protestler gewinnen Oberwasser. Der pikante Reiz des Zoppoter Kasinos wird heute , noch wach gehalten durch die Bewohner der kleinen östlichen Staaten, die ein Bedürfnis haben, in diesem Milieu„mondain" zu wirken. Ein Vergnüngen, das man ihnen lassen soll. hoch üas Geschäft! Den Deutschnationalen ist nichts so unangenehm, als wenn städtische Gesellschaften gedeihen. Jetzt hat es ihnen die Berliner Brennstoff G. m. b. H. mal wieder angetan. Diese Gesellscha»' mar bekanntlich schon vor Jahresfrist im Berliner Rathaus hart unt stritten. Sie hat von früher her das Recht, auch an Private Brenn« stoffe abzugeben. Das ist ein furchtbarer Angriff gegen die dreimal geheilia'en Prinzipien der deutschnattonalen Geschäftemacher. Vor Jahresfrist wurde ein Antrag, der von bürgerlicher Seite gestellt war, den Brennstoffverkauf an Private zu untersagen, mit zwei Stimmen Majorität in der Stadtverordnetenversammlung abgelehnt. Jetzt kommen die Deutschnationalen wieder mit einem gleichen Antrag. Man kann neugierig sein, was sie diesmal zur Begründung anführen werden. Inzwischen hat sich nämlich die Brenn st ofsgesell- schast glänzend entwickelt-, sie ist heute eines der größten, wenn nicht das größte Kohlengeschäft in Berlin. Die notleidenden Kohlenhändler sehen sich einer unangenehmen Konkurrenz gegenüber. Sonst predigen die Herrschaften immer die Vorzüge der freien Kon- kurrenz. Wenn aber mal ein städtisches Unternehmen ihnen Kon- kurrenz macht, dann geht die Welt unter. In Wirklichkeit wollen die Kohlenhändler keine frei« Konkurrenz, sondern Kartellbewucherung lös Der Mittelweg. Don Sir Philip Gibbs. Es war Susan, seine Schwester, und sie hatte einen Mann bei sich, der etwas im dunklen Hintergrund geblieben war. Mit einem„Hallo, Bertram", trat sie ein. Der Mann folgte ihr und schloß die Tür hinter sich. Susan lehnte, schwer atmend, wie nach einem schnellen Laufe, an der Wand. Ihr Begleiter war Dennis O'Brien, den Bertram von Frankreich her kannte. Er behielt den Filz- Hut auf dem Kopfe und nahm die Hände nicht au� der Tasch�, während er Bertram halb spöttisch, halb gleichgültig ansah. Aber er war totenblaß. „Etwas spät für einen Abendbesuch," bemerkte Bertram. Susan fragte, ob die Dienstboten zu Bett wären, und als Bertram bejahte, ging sie mit ihrem Begleiter in die Studier- stube voran. „Schließ die Tür, Bertram, mein Junge!" Bertram gehorchte. Furcht beschlich ihn, denn es war etwas Seltsames in Susans Aussehen und ganzem Wesen. „Was ist denn?" fragte er. Susan nahm eine Zigarette und zündete sie an, bevor sie antwortete. O'Brien hatte sich in Bertrams Schreibstuhl gesetzt und hielt den Hut zwischen den Knien. Er trug noch den Schützengrabenmantel und sah ärmlich aus. „Die Sache ist die, Bertram, daß Dennis, mein Mann, wir haben nämlich vor einer Woche geheiratet, flüchtig ist. Die englische Polizei ist scharf hinter ihm her, und ich möchte dich fragen, ob du den Mut hast, ihn ein paar Tage hier auf- zunehmen. Er wird sich ruhig verhalten und keine Mühe machen." Sie blickte leise lachend zu Dennis hinüber. Eine Locke ihres braunen Haares hatte sich unter dem Hut hervorgestohlen. In ihren braunen Augen stinkelte es. und die Wangen waren gerötet. Sie sah einer Irländerin ähnlicher als je. Vielleicht hatte die Aufregung ihr Blut entflammt, oder auch die Heirat, die sie 0 beiläufig ankündigte. Susan verheiratet! An einen Mann, hinter dem die Polizei„scharf her" war! Das war wieder eine Familienkrise! �.L_, Bertram lachte, aber ohne Fröhlichkeit.„So so, O'Brien wird gesucht? Und du bist mit ihm verheiratet, Susan? Hast du mir noch mehr solche Mitteilungen zu machen?" „Nein, für den Moment ist das alles," sagte Susan, chren Bruder ängstlich beobachtend. Als sein Gesicht hart wurde, trat sie zu ihm und legte beide Hände um feinen Arm. „Bertram! Wir beide haben immer zusammengehalten. Du hast mir aus mancher Klemme geholfen und mich nie ver- raten. Ich bin heute in der schlimmsten Klemme, und Dennis auch. Es ist eine Frage von Leben und Tod. Denk an alte Zeiten." „Ich muß mehr wissen," antwortete Bertram scharf und sah zu dem schweigsamen, nervös lächelnden O'Brien hinüber. „Was haben Sie hier in England getrieben? Brandstiftung?" Denn er erinnerte sich, daß mehrere Holzplätze in den Londoner Docks von den Sinnfeinern in Brand gesteckt worden waren mit der Drohung weiterer Schäden. Dennis O'Brien drehte den Hut zwischen den Händen. „Ich antworte auf keine Fragen." „Aber es ist vielleicht Schlimmeres als Brandstiftung. Waren Sie vorigen Montag in Dublin?" Dort hatte außerhalb des Schlosses ein Angriff stattge- funden, bei dem zwei britische Offiziere in ihrem Auto getötet worden waren und drei Sinnfeiner, die im Hinterhalt lagen„ auch den Tod gefunden hatten. Die anderen waren ent- kommen. Dennis O'Brien wurde noch bleicher, und Susan zog scharf den Atem ein. „Ich war in Dublin," sagte O'Brien.„Jetzt kommt es darauf an, ob Sie Freund oder Feind sind." „Ich bin ein Freund Irlands." erwiderte Bertram,„aber ein Feind derjenigen, welche das Land mit Blut überfchwem- men und es in Anarchie stürzen." „Dqs tun die Engländer," grollte O'Brien. „Die Irländer gleichfalls, bei Gott!" sagte Bertram. O'Brien zuckte die Achseln und murmelte etwas von dem Rechte auf Freiheit. Hier warf Susan ihre Zigarette ins Feuer und legte ihren Arm um Bertrams Hals. „O du mein Bruder! Jetzt ist keine Zeit, über Irlands Freiheit und Englands Tyrannei zu streiten. Begreife es doch' Dennis ist mein Mann, und sein Leben steht auf dem Spiel. Du mußt ihn hier verbergen, um meinetwillen." Bertram überlegte scharf und schnell. Susans Worte hatten sein ritterliches Gefühl erweckt. Sie war die Frau dieses Mannes und es war auch nicht leicht, einem gehetzten Menschen die Tür zu weisen. Aber Joyce? Wenn er O'Brien bei sich verborgen hielt, könnte auch ihr Name hineingezogen werden und der ihres Vaters.„Lord Otterys Tochter ge- währt einem irländischen Rebellen Obdach!" Was für einen Lärm würden die Zeitungen daraus schlagen. Und sein eigener Bater Michael Pollard, Parlamentsmitglied, der die Polltik der Repressalien stets verteidigt hatte! Ein regelrechter Fa- milienskandal also und verdammt gefährlich! „Kannst du keinen anderen Zufluchtsort finden?" fragte er Susanne zögernd. Susan lachte.„Die Polizei war uns dicht auf den Fersen. Nur eine einzige Straße hatten wir vor ihnen voraus." Wieder ergriff sie seinen Arm.„Großer Bruder! Sports- man und Gentleman! Um des irischen Blutes willen, das auch in dir kreist!" „Zusammen mit englischer Ehrenhaftigkeit und Treue," sagte Bertram scharf. „Dann werde ich mich also wieder auf die Straße drücken," sagte O'Brien finster.„Zur Hölle mit all seiner Treue! Ich will keine Gnade von englischer Treue!" Er stand auf und ging zur Tür, aber Susan stürzte ihm nach und hielt ihn fest. „Dennis, lieber Dennis! � Bertram ist ganz und gar für die irische Freiheit. Und vergiß nicht, daß auch ich halb englisch bin." .Letzt aber ganz irisch!" flüsterte Dennis leidenschaftlich. Bertram blickte auf die beiden. Sein Gesicht flammte, das Haar hatte er zurückgeworfen, daß es ihm wirr um den Kopf stand. „Eine verteufelte Geschichte!" sagte er.„Aber wenn O'Brien hierbleiben will, kann er das Sofa dort haben!" „Bravo!" rief Susan leise und küßte ihren Bruder. Ihre Augen waren naß. „Sehr herzlich ist die Einladung nicht," sagte O'Brien sarkastisch,„aber wenn dein Bruder sein Wort gibt—" „Zweifeln Sie an mir?" rief Bertram wütend. „Ich bin in Ihrer. Hand," antwortete O'Brien demüttger als vorher. Plötzlich kam Joyce herein. Sie hatten nicht gehört, wie sie die Haustür aufgeschlossen hatte, und alle waren überrascht. Einen Augenblick stand sie erstaunt in der Tür. der Pelzmantel war ihr halb von den Schultern geglitten. Dann wandte sie sick zu Susan, ohne ihr Erstaunen zu verbergen. '„Hallo! Ist etwas nicht in Ordnung?" „Wie blühend du wieder aussiehst, Joyce," sagte Susan außerordentlich höflich- Zwischen den beiden herrschte immer eine Art von bewaffnetem Frieden. Susan grollte über„die hochmütige Herablassung" ihrer Schwägerin, und Joyce hatte ihrem Manne nicht verhehlt, daß sie seine Schwester für einen kleinen Sprühteufel hielt, mit schrecklich schlechten Manieren (Fortsetzung folgt.), j des Publifums durch Ringbildung und vor allen Dingen Ausplünde rung der Behörden bei Kohlenlieferungen. Hoffentlich macht die Stadtverordnetenversammlung den Herrschaften einen gründlichen Strich durch die saubere Rechnung. Ein Ueberschuß im Stadthaushalt. Ausschüttung großenteils für Wohlfahrtszwede. Der Magistrat tann den Stadtverordneten jetzt ein vorläufiges Ergebnis des Abschlusses der Stadthaupttasse für das Rechnungsjahr 1923( das am 31. März 1924 endete) vorlegen. Für 1923 betragen in Rentenmark die Einnahmen rund 130 Millionen, die Ausgaben rund 125% Millionen, mithin bleibt ein rechnungsmäßiger Ueberschuß von 4½ Millionen Mart( genauer: 4 485 920 m.). Dagegen ergab der Abschluß für das Rechnungsjahr 1914 in dem damaligen Berlin rund 457 Millionen Mart Einnahmen und über 462 Millionen Mart Ausgaben, so daß ein Fehlbetrag von über 5 Millionen Mart blieb. Eine Bergleidung von 1923 mit 1914 ist nicht möglich, weil die großen Werle jetzt nicht mehr mit ihren vollen Einnahmen und Ausgaben, jondern nur mit ihrem Ueberschuß am Haushalt erscheinen und weil das Jahr 1923 unter dem Einfluß der Geldentwertung stand. In 1923 floß die Papiermartzeit mit einem starten Fehlbetrag ab, ber erst durch die Goldmartzeit ausgeglichen wurde. Der Ueberschuß von 4% Millionen aus 1923 wäre bestimmungsgemäß in voller Höhe an den Ausgleichsstock abzuführen, der in der " wird in den Ambulatorien befondere Aufmerksamkeit gewidmet,| Rentenempfängern sofortige Bezahlung. Es wird davor gewarnt, denn gerade sie sind es, die ganz besonders das Volksvermögen der Schwindlerin Geldbeträge zu übergeben. Die Beamten und schädigen. Um aber allen Anforderungen zu genügen, werden die Angestellten der Wohlfahrtsämter sind mit Ausweisen versehen. Krankenkassen in ganz kurzer Zeit einen Tag und Nachtdienst in ihren Ambulatorien einrichten und so die Rettungsstellen bei vorkommenden Unglücksfällen und plöhlichen Erfranfungen denn es ist bekannt, daß die meisten Aerzte Anforde rungen von Patienten, die sie nicht fennen, während der Nacht ftrifte ablehnen entlasten. Diesen Ausführungen folgte ein Rundgang. An den freundlichen hellen Warteraum schließen sich je ein Sprechzimmer für den praktischen Arzt, für den Spezialisten für innere Krankheiten, für Frauenleiden, für chirurgische Erkrankungen, für Ohren-, Nasenund Halsleiden, für Augenfrankheiten, für Orthopädie, für Kinderfrankheiten, ein Röntgen- und Bestrahlungszimmer an. Die Aerzte, Deffentl. Wähler- Bersammlungen Mittwoch, 5. November, abends 7½ Uhr: Friedrichshain: Königsbant, Große Frankfurter Str. 117. Baumschulenweg: Lyzeum Baumschulenstraße. Tagesordnung: „ Mieder mit dem Bürgerblod! Es lebe die Sozialdemokratie!" Redner: Adolf Hoffmann, Otto Meier. Inflationszeit aufgebraucht wurde und demnächst allmählich wieder aufgefüllt werden muß. Der Magistrat will aber den größten Teil dieses Ueberschuffes auf das Rechnungsjahr 1924( 1. April 1924 bis 31. März, 1925) übertragen und in folgender Weise verwenden: zunächst für Wohlfahrtszwecke, und zwar zur VerIchidung turbedürftiger Kinder und Erwachsener 50 000 m., zur die hier wirken werden, find alle erfahrene Spezialisten, die durch das vollkommene Instrumentarium instand Berschickung tuberkulöser Kinder und Erwachsener 50 000 m., zur Milchverbilligung für Bedürftige 180 000 m., zur Kinderspeisung gefekt sind, Vorbildliches zu leisten. Die Vertreter der Ministerien, die hier einen Musterbetrieb sahen, mußten zugeben, daß diese Am500 000 M., zur Reform des Obdachs 300 000 m., zum Umbau des Hospitals Reinickendorf und zur Verlegung der Geschlechtskranken- bulatorien Behandlungsstellen darstellen, die allen Anforderungen station dorthin 120 000 M., zur Fertigstellung der Heizanlage im hinsichtlich der Behandlung der Kaffenpatienten genügen. Nach Krankenhaus Moabit 80 000 m., zum Bau der 3. und 4. Liegehalle diefem Rundgang, an dem sich auch die Vertreter der Presse bes in der Kinderheilanstalt Buch 110 000 m., in: ganzen für Wohlteiligten, darf man erwarten, daß die Regierungsvertreter, die sonst nur von den Aezteorganisationen über die angebliche Minderwertig fahrtszwede 1 390 000 m., weiter für Schulzwede namentlich zur Lernmittelbeschaffung 250 000 m., zur Verstärkung des feit der Ambulatorien informiert wurden, nach dieser Besichtigung Betriebsfonds der Stadthauptkasse 1 500 000 m., zur Ber- die Berechtigung der folgenden Entschließung und die Aussichten stärkung des Grunderwerbsstodes 1250 000 m. Das find die fie für die Bolksgesundheit eröffnet, in ihrer ganzen Tragweite zufammen 4 390 000 m., so daß nur noch 95 920 m. zur leber: würdigen werden. In der Entschließung heißt es: weisung an den Ausgleichsfiod verbleiben. Der Magistrat ersucht die Stadtverordneten um Zustimmung. Diese Vorlage wird bei den Parteien der Rechten teine ungetrübte Freude weden. Das leberschuß ergebnis paẞt doch gar zu schlecht zu dem verlogenen Geschrei über die angebliche Mißwirtschaft des bis her in feiner Mehrheit sozialistischen Magistrats. Das Ambulatorium Johannisstraße. Den Teilnehmern an der Protesttundgebung des Verbandes der ' Krantenfassen( über die wir gestern berichteten) wdr Gelegenheit gegeben, eines der mustergültig eingerichteten Ambulatorien der Berliner Kaffenverbände in der Johannisstraße zu besichtigen. Der Chefarzt Dr. Königsberger führte über die Gegenwarts ind Zukunftsaufgaben der Ambulatorien etwa folgendes aus: Durch die andauernde Bedrohung der Sozialversicherung durch die Aerzteorganisation wurde der Krankenkassenverband gezwungen, ärztliche Eigenbetriebe zu errichten. Der Hauptgefichtspunkt war dabei gewesen, den Kaffenmitgliedern die ihnen in natura zu gewährende ärztliche Versorgung unabhängig von der Stellung der Aerzteschaft zu den Krankenkassen zu gewährleisten. Andererseits machen es die Fortschritte in der Medizin nötig, den Patienten alle Hilfsmittel der modernen Diagnoftit zugängig zu machen. Der heutige Privatarzt fann es sich nicht mehr gestatten, Röntgenapparate, Höhensonnen, Einrichtungen zur Blutuntersuchung, Mikroskopie usw., die nicht allein eine große Apparatur, sondern auch ein geschultes Personal verlangen, als Kleingewerbetreibender zu unterhalten. Andererseits muß den Patienten, für die ihre Zeit ilyr einziges Vermögen bedeutet, Gelegenheit geboten werden, daß sie bei Erkrankungen dieses Bermögen nicht in unnötiger Weise durch langes Warten bei den Kassenlöwen verschwenden. Dazu fommt, daß viele Erkrankungen sehr häufig eine spezialistische Untersuchung und Beratung verlangen, die der praktische Arzt nicht gewähren farm, sondern er muß den Patienten zum Spezialisten überweisen. Wenn man nun berücksichtigt, daß ca. 80 Pro3. aller Spe zialisten im Westen Berlins wohnen, während die eigentlichen Profetariergegenden doch der Norden, der Often und der Süden sind, so fann man die immensen Verluste an Zeit und Geld fich annähernd vorstellen. Dazu kommt, daß sehr viele Kaffenfprechstellen nicht den geringsten Anforderungen in hygienischer Beziehung genügen, denn viele Aerzte verwenden Treppenaufgänge, zugiae Flure und halb. dunkle Kammern als Wartezimmer. Andererseits verlangt auch der schlechte Gefundheitszustand der breiten Maffen, daß eine gründliche Sanierung in Angriff genommen wird. Dies ist aber nur in großen rationell betriebenen ärztlichen Instituten, wie sie die Kafferambulatorien darstellen, möglich. Diese Rassenambulatorien, über vierzig an der Zahl und nur in Proletarier gegenden befindlich, dienen nicht allein der Behandlung, sondern auch der Fürsorge. So haben die Krankenfaffen jetzt schon Sprechstunden und Be. ratungsstellen für Schwangere eingerichtet, Für forgestellen für Säuglinge und Kinder werden in ganz furzer Zeit folgen. Den großen Bolksfeuchen, der Tuberkulose, den Geschlechtstrantheiten und dem Alkoholismus KON LINON Die Volksgesundheit ist durch die Kriegs- und Inflationszeit aufs schwerste erschüttert worden. Die Sozialversicherung ist daher vor die Aufgabe gestellt, umfassendere und tiefer greifendere Fürforge als je zuvor zu leisten, mit Mitteln, die infolge der Berarmung des Volkes aufs äußerste beschränkt sind. Insbesondere. die Krankenversicherung vermag ihre wesentlich gefteigerten Leistungen nur durchzuführen bei ftrengfter Sparsamkeit, haushälte. rischer Wirtschaft und unablässiger Zurückdrängung des Ueberflüssigen zugunsten des Notwendigen. Neuerdings ergehen sich namentlich die Aerzteorganisationen in besonders heftigen Anfeindungen gegen die Krantenfassen. Die Krankenkassen lehnen die Aerzte ab. Die unter größten Entbehrungen der Versicherten aufVerantwortlichkeit für die wirtschaftliche Noticge eines Teiles der gebrachten Mittel der Krankenversicherung fönnen nicht der Erhaltung überzähliger Aerzte geopfert werden. Sie müffen in stärtstem Ausmaße den Versicherten unmittelbar zugute fommen. Die Krantentassen verlangen daher das Recht, unter größtmöglichster Förderung unserer Boltsgesundheit das gilt als das höchste den faffenärztlichen Dienst nach dem Grundsatz des höchsten Ruheffekts bei geringstem Aufwand zu gestalten. Das vergiftete Viehfutter. Konsumgenossenschafts- Generalversammlung. Stellungnahme zur Frage der parteipolitischen Neutralität. In der am 28. Oktober in den Mufiterfestsälen tagenden Gene. ralversammlung der Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend erstattete das Vorstandsmitglied Lamm den Bericht über das 25. Geschäftsjahr 1923/24, aus dem hervorzuheben ist, daß die Mitgliederzahl von 143 688 um 19 080 auf 162 768 stieg; die Mitgliedschaft setzt sich zusammen aus 81 930 Männern und 80 838 Frauen. Der Umfah des ersten Halbjahres Juli- Dezember 1923( die Zeit der stärksten Inflation) beziffert sich auf 4068 743. Billionen Papiermark; das zweite Halbjahr Januar/ Juni 1924 er. brachte 12 812 803 Rentenmart. Auf den Rentenmarfumfah gelangen 2 Proz. als Rüdvergütung zur Ausschüttung. Die Zahl der Warenabgabestellen erhöhte sich durch Uebernahme des Konsumvereins Merkur in Spandau( 9) und eine Neuerrichtung auf 173; außerdem unterhält die Genossenschaft 6 Fleisch abgabestellen und 5 Warenhäuser. Der Durchschnittsumfaz pro faufendes Mitglied belief sich im Halbjahr 1924 auf 168 Rentenmart.. Die Goldbilanz vom 30. Juni 1924 weist einen Reingewinn voit 45 011 Rentenmart aus; die gesamten Reserven beziffern sich auf 1 147 997,74 m. Der Referent betonte die sich aus der Bilanz ergebende absolut gesunde Fundierung des genossenschaftlichen Unternehmens. Im Bericht des Aufsichtsrats begründete der Aufsichtsratsvorsitzende Lange den Antrag der Berwaltung auf grundsätzliche Zustimmung zur Angliederung der Schneidereigenossenschaft hoffnung". Die Aus sprache zeitigte eine Reihe von Wünschen und Anregungen, auf die das Vorstandsmitglied Mirus näher einging. Einen breiten Raum in der Aussprache beanspruchten zwei der Generalversammlung vorgelegte Entschließungen, in denen zum Aufruf des Zentralverbandes Deutscher Konsumvereine vom 22. Eeptember 1924 Stellung geDeutscher Konsumvereine vom 22. Geptember 1924 Stellung genommen wurde; dieser Aufruf warnt die Genossenschaften vor Bestrebungen, die die Organisation parteipolitischen Zweden dienstbar machen wollen. Die von fommunistischer Seite eingebrachtelangatmige Resolution enthielt gröbliche Beichimpfungen der Zentralinstanzen, so daß der Vorsigende unter Zustimmung der Versammlung von ihrer völligen Verfejung Abstand nahm. Die von der Fraktion„ Genossen schaftsaufbau" vorgelegte Entschließung hatte nachstehenden Wortlaut: Die Generalversammlung der Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend erklärt zu dem Beschluß des Borstandes und Ausschusses des Zentralverbandes deutscher Konsumvereine, daß Wahrung der parteipolitischen und religiösen Neutrali tät Wesensgrundsatz und Lebensnotwendigkeit jeder aufwärtsstrebenden, sich ihres gemeinwirtschaftlichen Zwedes und Zieles bewußten Genossenschaft ist. Die politische und religiöse Ueber zeugung des einzelnen soll in feinem Fall als hindernd für die genossenschaftliche Mitarbeit angesehen werden; jedoch ist allen Bestrebungen, die Genossenschaftsbewegung zu parteipolitischen Zweden zu mißbrauchen, entschieden und mit allen Mitteln entgegenzutreten. Das Aufsichtsratsmitglied Buttler verwies in der Begründung unter Beibringung reichlichen Materials darauf, daß von der tommunistischen Partei mit allen Mitteln versucht werde, die Genoffenschaften unter das Diftat der mostomitischen Drahtzieher zu bringen; die Organe des Zentralverbandes hätten nur aus innerem Pflichtgefühl gehandelt, wenn sie derartigen frivolen Bestrebungen entgegentretem In der Abstimmung gelangte die Genossenschaftsaufbauenffchließung mit ftarter Dreiviertelmajorität zur Annahme. Nahezu einstimmig wurde sodann die Bilanz genehmigt und dem Borstand die Entlastung erteilt. Ohne Widerspruch erfolgte die Zu ſtimmung zur Angliederung der Hoffnung". Die Verteilung des Reinaewinns erfolgt in der Weise, daß 20 000 m. dem Reservefonds, 20 000 M. dem Personalunterstützungsfonds und der Rest von 5000 M. dem Spezialrefervefonds zufließen. Zum letzten Punkt der Tagesordnung: Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern lag mur eine gülOhne Wahlaft fonnte die Generalversammlung die auf der Genossenfchaftsaufbaulifte präsentierten Kandidaten: Michaelis, Grahl, Friz, Schmidt, Liese, Martens und Engelmann als gewählt erklären. Der Unmut der Kommunisten über dieses Resultat und über die Tüchtigkeit" ihrer Fraktionsleitung ging in einer ftürmischen Heiterkeitswelle der Generalversammlungsmehrheit unter. Ein gemeiner Streich wurde dem Molkereibefizer Rostowski dem Grundstück einen Molkereibetrieb und hat 10 Kühe und ver in der Zorndorfer Straße 53 gespielt. Koslowski unterhält auf fchiedenes Kleinvieh. Schon wiederholt ist der Versuch gemacht worden, dem Mann einen Streich zu spielen. So wurden einmal in das auf dem Hofe aufgeschichtete frischgemähte Gras per oftete Nägel gestreut, ein anderes Mal waren Glastige Vorschlagsliste von der Fraktion Genossenschaftsaufbau vor. Iplitter unter das Futter der Tiere gemischt. In beiden Fällen gelang es, die Tiere vor dem Verzehren des verdorbenen Futters Schweinfurter zu bewahren. Jeht wurde eins der stärksten Gifte grün- unter das Futter gemischt, in dem es negen seiner grünen Farbe nicht erkennbar war. Außerdem pflegt der Biehhalter die Tiere in frühester Morgenstunde, zu der es in der jegigen Jahres zeit noch ziemlich dunkel ist, zu füttern. Eines der Tiere ist bereits an den genoffenen Giftbroden eingegangen, die neun anderen find so schwer erfrantt, daß auch sie wahrscheinlich nicht zu retten fein werden. Man nimmt an, daß der Bubenstreich aus Rache gegen den Molkereibefizer verübt wurde, doch ist über den Täter noch nichts bekannt. Die Kriminalpolizei hatte eine Person verhaftet, doch mußte diefelbe wegen mangelnder Beweise wieder auf freien Fuß gefekt werden. In Anbetracht der besonderen Bosheit, mit der diese Tat begangen wurde, werden Apotheken- und Drogenhändler ersucht, über Personen, die in den letzten Tagen bei ihnen Schweinfurtergrün getauft haben, Mitteilung zu machen an das Polizeiamt Friedrichshain, Kriminalkommissar Kanthack. Warnung vor einer Schwindlerin! Das Bezirksamt Kreuzberg teilt mit, daß in lezter Beit eine gut gekleidete Frau, die fich als Beamtin eines Wohlfahrtsamtes ausgibt, Rentenempfänger und ähnliche Kreise besuche. Sie verspricht die Beschaffung von Holz und Kohlen zu einem Preise, der weit unter dem üblichen Marktpreise liegt. Unter der Vorspiegelung, daß die Kohlen fofort zur Berteilung gelangen sollen, vorher aber der Preis für die ge wünschte Menge entrichtet werden müsse, berlangt sie von den Der vornehme" Fleischermeister. Um feine Frau mit einem besonders schönen Sonntagsbraten zu erfreuen, faufte im Januar d. 3. ein Herr bei dem Schlächtermeister Kreuz in der Königin- Augusta- Straße 18 ein Etüd Roastbeef im Gewicht von 1½ Pfund. Man forderte ihm dafür den Preis von 6 Mart und 40 Pf. ab, den der Käufer auch bezahlte. In seiner Wohnung angelangt, erlebte er statt der erhofften Freude eine Enttäuschung, denn seine Frau als erfahrene Hausfrau erklärte ihm, daß der Breis für den Braten viel zu hoch sei. Das Ehe paor fragte in mehreren andere Fleischerläden nach dem Preise für Roastbeef und erfuhr, daß allgemein dafür 1,60 bis 1,80 m. pro Pfund gezahlt werde. Der Käufer begat fich nach dem Kreuzschen Laden zurück und stellte den Meister wegen des unverhältnis. mäßig hohen Preises zur Rede. Mehr deutlich als höflich erklärte ihm Kreuz, daß er, wenn er in einem so vornehmen Laden in einer fo vornehmen Gegend ein so vor. nehmes Roast beef taufe, er noturgemäß mehr zahlen müsse als bei mir.ber vornehmen Fleischern. Da er sich energisch weigerte, den Mehrbetrag herauszugeben, erstattete der Käufer, der von Beruf Kriminalbeamter ist, gegen den Schlächtermeister Anzeige. Es 18 täglich kostet CHES REIC DELTS KALODONT die Zahnpflege mit der unerreichten schäumenden Zahncreme Kalodont KALODONT wurde festgestellt, daß das Fleisch in einem kleinen Orte bei Wittstock| cufgekauft worden war. An dem Gewinn waren außer Kreuz noch zwei andere Händler beteiligt. Der Eintaufspreis betrug für das Pfund 80 Pf. Das Schöffengericht Berlin- Mitte, bei dem die Angelegenheit verhandelt wurde, verurteilte den Schlächtermeister Kreutz wegen Preistreiberei zu einer Geldstrafe pon 1000 m. refp. 40 Tagen haft. Die beiden Teilhaber wurden zu 400 und zu 100 m. Geldstrafe verurteilt. Zu der heutigen Flugveranstaltung bei den Zeppelin- Flughallen Staaten bei Spandau erfahren wir, daß im Interesse der Förderung der deutschen Luftfahrt Studenten und Schülern bei einem Eintritt von nur 50 Pf. durch eine hohe Zahl von Losen Gelegenheit gegeben wird, fich Berlin und Umgebung in Freiflügen aus der Vogelschau anzusehen. Die Flugzeuge, moderne Luftverkehrslimousinen, werden vom Deutschen Aero Lloyd, der bei dieser Gelegenheit den Besuchern seine auf den internationalen Strecken Berlin- AmsterdamLondon und Berlin- Königsberg- Moskau verkehrenden Maschinen zeigen wird, vorgeführt werden. Der Start von Freiballons sowie Schauund Sportflüge unserer besten früheren Jagdflieger, desgleichen der Fallschirmabsprung einer Dame werden den Besuchern manche Abwechselung und besondere Sensation bieten. Flugscheine für Rundflüge werden zum Breise von 12 Mart abgegeben. Bei zu großent Andrange fönnen die Flüge auch wochentags zwischen 2 und 4 Uhr nachmittags nachgeholt werden. Beginn 2 Uhr. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Heute, pünktlich 3 Uhr nach mittags, im Theater des Westens Wozzeck" von Georg Büchner. Karten zum Preise von 90 Pf. find noch im Vorraum des Theaters zu haben. Sonntag, den 9. November, vormittags 11 Uhr, im Großen Schauspielhaus Proletarische Feierstunde. ,, Die Revolution" zum Gedenken an den 9. November 1918. Preis der Einzelfarte 1 Goldmart. Sonntag, den 23. November, pünktlich 3% Uhr nachmittags, in der Philharmonie 2. Festkonzert: Französische Kammermusit". Preis der Einzelfarte 1 Goldmart. Sonntag, ben 30. November, nachmittags 2½ Uhr, in Schillertheater Charlottenburg: Dr. Claus", Lustspiel von Adolf I'Arronge. Preis pro Karte 1 Goldmart. Sonntag, den 16. November, pünktlich nachmittags 2½ Uhr, im Deutschen Opernhaus: ,, Rigoletto". Preis pro Karte 1,20 Goldmart. Karten für alle Veranstaltungen sind zu haben im Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. Hof II, 3immer 8, Buchhandlung Vorwärts, Linben straße 2, Bigarrengeschäft von Horsch, Engelufer 24/25, bei allen Vorwärtsspeditionen sowie allen Obleuten der Kreisbildungsausschüsse. Genoffe Pfarrer Bleier spricht Montag, den 3. November, abends 7 Uhr, in der Aula der Gemeindeschule, Charlottenburg, Oranienstraße, über das Thema:„ Goethe und die Religion". Genossinnen unb Genossen, Friedensfreunde, erscheint zahlreich. Boltsbildungsamt Kreuzberg. Das Steiner- Rothstein- Quartett spielt am 4. November, 8 Uhr, im Leibniz- Gymnasium, Mariannenplag 27-28, Werte Don Schubert, Brahms und Dvorak. Rarten zu niedrigen Einlaßpreisen im Boltsbildungsamt, Vordstr. 11, und an der Abendkasse. Der Halbauer Mord aufgeklärt. Der Strafgefangene als Täter. Das Geheimnis, das über dem dreifachen Mord an der Familie des Justizwachtmeisters Scheuermann im Gerichtsgefängnis Halbau lagerte, hat am gestrigen Sonnabend eine überraschende Aufklärung gefunden: Auf Grund eines schlüssigen Indizient beweises muß als Täter der einzige Zelleninfasse der Anstalt be. zeichnet werden, obgleich dieser selbst aus dem brennenden Gebäude unter Auffprengung feiner fest verschlossenen Zellentür gerettet merden mußte. Ueber die in ihrem Raffinement an Rinotrids und Rolportageromane erinnernde Art und Weise, wie dieser Gefangene es verstanden hatte, feine Unschuld an dem von ihm allein begangenen furchtbaren Verbrechen vorzutäuschen, erfahren wir folgende Einzelheiten: Wie erimmerlich befand sich im Halbauer Gefängnis zur Zeit bes Mordes ein einziger Infasse, und zwar der wegen Betruges und Urkundenfälschung zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis verurteilte Speditionsgehilfe Heinze aus Beuthen in Oberschlesien, ein 25jähriger Mann. Heinze hatte von dieser Strafe in der betreffenden Anstalt bereits 4 Monate verbüßt und hatte sich dabei sehr gut ge führt. Er genoß das volle Vertrauen der Familie des Justizwacht meisters, besorgte fleine Arbeiten im Gefängnis und tonnte sich ziemlich frei bewegen. Für den Rest seiner Strafe war ihm auf Grund feiner Führung Strafaufschub in Aussicht gestellt worden, und Heinze mußte daher in der letzten Zeit mit der Möglichkeit rodynen, daß er demnächst auf freien Fuß gefekt werden würde. Diese Aussicht scheint num in ihm den Plan haben reifen lassen, fich durch Beraubung des Juftizwachtmeisters die notwendigen Bar mittel für die erste Beit der wiedererlangten Freiheit zu beschaffen. Am Abend des Mordtages lockte er die Frau des Justizwachtmeisters in eine der leerstehenden Bellen, in der er mit Reißen von Febern beschäftigt war. Allem Anschein nach hat er die Frau aufgefordert, fich von diesen Federn ein Kissen zu stopfen, denn es fanden sich später in diefer Belle, in der die Leiche der Frau lag, Federmengen in einem Eimer vor. Mit einer bereitgehaltenen Art schlug er die Frau nieder und schlok dann die Tür dieser Zelle mit dem für alle Bellen passenden Schlüffel, dessen Aufenthaltsort er Bannte, feit zu. Anscheinend fam in diesem Augenblick der Justizwachtmeister, der wohl seine Frau fuchen wollte, hinzu, der nun auf die gleiche Weise das Opfer des Mörders wurde. Die Leiche Scheuermanns schloß Heinze in die gegenüberliegende Belle ein und begab sich dann in Die Wohnräume der Familie. Hier scheint er der um 7 Uhr abends ahmungslos heimkehrenden Tochter aufgefouert und sie gleichfalls mit der Art niedergemacht zu haben. Fräulein Scheuermann hatte fich für ein 48 Uhr abends mit einer Freundin verabredet, die aber die Tür der Scheuermannschen Wohnung verfchloffen fand und sich dann wieder entfernte. Inzwischen durchwühlte Heinze die Woh nung nach Wertfachen und Kleidungsstücken, die er dann wahrschein lich irgendwo in der Nähe des Gefängnißfes vergraben hat, um fie später abzuholen. In der Küche verspeiste er noch in aller Ruhe einige Obstfonferven und sonstige Eẞporräte. Dann legte er an ver schiedenen Stellen des Obergeschosses Brandherde an und schloß sich num wieder in feine Belle ein, um jeden Verdacht von sich abzu lenden. Die Art nahm er mit sich, um sich, falls feine Rettung nicht| gelingen sollte, selbst zu befreien. Er warf sie zum Fenster hinaus, als seine Rettung sicher war. Bisher hat Heinze, der jetzt im Gefängnis zu Sagan sigt, noch fein Geständnis abgelegt, doch ist damit zu rechnen, daß er bei seiner alsbald erfolgenden Vorführung zu einem Lotaltermin im Halbauer Gefängnis unter der Wucht dieses Indizienbeweises zusammenbrechen wird. Das Segelschiff ohne Segel. Eine umwälzende Neuerung. Auf der Ostsee fanden Versuchsfahrten mit einem neuartigen Windkraftschiff statt. Das Fahrzeug ist fonstruiert von dem Erfinder des Flettner Ruders, Direttor Anton Flett ner. Die hierbei zur Verwendung gelangten neuen Windkraft maschinen haben die in sie gefeßten Erwartungen voll erfüllt. Das von der Friedr. Krupp Germania- Werft AG. Kiel erbaute Fahrzeug trägt zwei haushohe, drei Meter bide glatte Metallwalzen an Stelle der Masten und Leinwandbesegelung. Diese Zylinder drehen sich in der Minute 100mal und haben den 15fachen Wirkungsgrad eines gleich großen Segels. Die phyfitalifchen Vorarbeiten sind seitens des Flettner- Konzerns in der Aerodynamischen Versuchsanstalt der Universität Göttingen durchgeführt worden. Diese neuartige Segelmaschine tann von einem einzigen Mann elektrisch bedient werden und nutzt die Windkraft auch für die Großschiffahrt aus, wodurch eine Betriebsersparnis Don 30 bis 80 Proz erzielt werden kann. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Die Kinderreichen von Berlin- Wedding verfammeln sich am Mittwoch, den 5. November, abends 7% Uhr, in der Schulaula Wiesen-, Ede Grenzstraße. Bortrag des Herrn Dr. Poppe: Die Geele des Rindes". Der Arbeiterverein für Biochemie und Lebensreform i. B.. hält am Dienstag, den 4. November. abends 7 Uhr, in der Schule Jflandstr. 11, hochparterre, feine 1. Mitgliederversammlung ab. Tagesordnung: 1. Bericht. 2. Wahl von Berteilungsstellen. 3. Verschiedenes. Im Intereffe des Aufbaues und der erfolgreichen Fortentwidlung werden die Mitglieder um rege Beteiligung gebeten. Gäste und Bevater, die mit der Arbeiterbewegung sympathisieren, willkommen. Das Rundfunkprogramm. Sonntag, den 2. November. 9 Uhr vorm.: Morgenfeier. 11 Uhr vorm.: Gründungsfeier der Hochschulkurse der Funkstunde. 1. Huldigungsmarsch, Wagner. 2. Eröffnung der Funkhochschule durch Staatssekretär Dr.- Ing. Bredow. 3. Ansprachen. 4. Akademische Festouvertüre, Brahms. Dirigent: Otto Urack, fr. Kapellmeister an der Staatsoper, Berlin. Das Orchester besteht aus Mitgliedern der Staatsoper, Berlin. 4.30-6.15 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 6.20 Uhr abends: Ratschläge fürs Haus". 6.45 Uhr abends: Die Funkprinzessin erzählt: Schwänke, Schnurren, Scherze aus dem prinzessin: Adele Proesle.r) 7.45 Uhr abends: Vortrag von Hans deutschen Mittelalter. gesammelt von Paul Brockhaus.( Die FunkWeber, Mitglied des deutschen Heimatbundes Danzig:" Danzig als Freistaat". 8.30 Uhr abends: Renaissance. Alte Tänze in neuem Gewande. Sarabanden: 1. a) von Bach, b) von Hündel( Orchester); 2. a) von Jean Philippe Rameau, b) von J. B. Lully( Die chilenische Pianistin Rosita Renard). Menuette: 3. a) von Boccherini, b) von Mozart( Orchester); 4. von Jean Philippe Rameau( A- Moll und G- Moll)( Rosita Renard). Gavotten: 5. a) von Gossec, b) von Méhul( Orchester); 6. a) von Edvard Grieg, b) von Karl Reinecke ( Rosita Renard). Giguen und Couranten: 7. a) Gigue von MozartTschaikowsky, b) Courante von Händel( Orchester); 8. a) Gigue von Jean Baptiste Lully, b) Courante von J. B. Lully( Rosita Renard). Die Klavierkompositionen( außer denen von Grieg und Reinecke) sind bearbeitet von Leopold Godowsky. Orchester: Berliner Funkkapelle. Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theaterdienst. Königswusterhausen, Sonntag, den 2. November. 10.40-11.40 Uhr vormittags: Konzert des Sternschen Konservatoriums der Musik. Gustav Holländer, Berlin. Direktor: Prof. Alexander von Fielitz. Streichorchester unter Leitung des Herrn Felix Robert Mendelssohn. Solist: Max Korbanek, Violine. ( Welle 680). 1. Eine kleine Nachtmusik für Streichorchester( Serenade, Menuetto, Romanze, Rondo) W. A. Mozart. 2. Konzert E- Moll ( Allegro moderato, Andante cantabile, Allegretto giocoso) P. Nardini. 3. Serenade für großes Streich orchester( Pizzo in forma di Sonatina, Walzer, Elegie Finale) P. Tschaikowsky. 11.50-12 50 Uhr nachm.:( Welle 2800). 1. Zwei englische Melodien für Streichorchester, Grieg, a) Herzwunden, b) Der Frühling. 2. Konzert A- Dur( Allegro aparto, Adagio, Rondo Tempo di Menuetto) W. A. Mozart. 3. Holberg- Suite für Streichorchester( Allegro vivace, Sarabande, Gavotte, Air, Rigandon) Grieg. Montag, den 3. November. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-6.15 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 6.20 Uhr abends: Ratschläge fürs Haus". 7 Uhr abends: Tausend Worte Englisch. 7.45 Uhr abends: Vortrag Oskar Schulz, Vorstandsmitglied des stenographischen Instituts Berlin: Die Einheitskurzschrift". 8.30 Uhr abends: Solistenkonzert. 1. a) Rezitativ und Arie der Susanne: Endlich naht sich die Stunde" aus der Oper Figaros Hochzeit". Mozart, b) Szene und Arie der Wurm- Meisenberg). 2. a) Laß mich mit Tränen mein Los beVioletta:' s ist seltsam" aus der Oper, La Traviata", Verdi( Mary klagen" aus Rinaldo", Händel, b) Sarabande für Cello allein, J. S. Bach, c) Litanei, Schubert( Anton Hekking). 3. a) Wanderers Nachtlied, b) Fischerweise, Schubert, c) Der Soldat. d) Die Lotosblume, e) Lied eines Schmieds, Schumann( Roland Hell, Tenor). 4. a) Hans und Grete, b) Wer hat dieses Liedlein erdacht, c) Des Antonius v. Padua Fischpredigt. Gust. Mahler( Mary Wurm- MeisenGounod, c) Antante aus den Rokokovariationen, op. 33, Tschaiberg). 5. a) Nocturne op. 9 Nr. 2, Chopin, b) Meditation, Bachkowsky( Anton Hekking). 6. Traum durch die Dämmerung. Rich. Strauß, b) Verborgenheit, c) Der Musikant, Hugo Wolf( Roland Hell, Tenor). Am Flügel: Otto Urack. Filmpalast Börse- Sadefcher Soi, Rofentholer Str. 40-41, Borführung des films, Das Bestattungswesen vom Altertum bis zur Neuzeit". ( Neukölln): Dienstag, den 4. November, abends 7 Uhr, im Starlsgarten, großer Gaal, Mitgliederversammlung. Mitgliedskarte ist vorzuzeigen. 7½ Uhr, im Askanischen Gymnasium, Berlin SW., Hanesche Str. 24( am AnFreidenker- Boltshochschule Berlin. Dienstag, den 4. November, abends halter Bahnhof). Referat Hennes Friedag: Aus der Bragis einer weltlichen Gemeinschaftsschule"( mit Borlage von Reichnungen der Kinder). Berein der Freibenker für Feuerbestattung 1905. Bezirk 1( Mitte): Jm Bezirk 14 Arbeitersport. 3 Uhr. Jahreshauptversammlung im Karlsgarten, Karlsgartenstraße. Tages. Freie Turnerschaft Neukölln- Brik. Sonntag, den 2. November, nachmittags ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Berichte. 3. Anträge. 4. Neuwahlen. 5. Die Situation im Bund. 6. Verschiedenes. Pünktliches Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Nachdem geselliges Beisammensein. Frisch auf- Luckenwalde I treffen fich am Sonntag, den 2. November, auf dem Großes Arbeiter- Fußballwettspiel in Neukölln. Rüftig- Borwärts 13 I und Städt. Sportplak( nahe Cimbria- Sportplan), Neukölln, Grenzallee, im Ber 1: 0 schlug, werden sie alles daran sehen, um Frisch auf eine Riederlage bei bandsspiel. Anfang 2½ Uhr Da R.-B. im legten Spiel Nowawes 94 mit zubringen. Da Frisch auf eine führende Stellung in der Tabelle innehat, ist quter Sport au erwarten. Borher, 12.45 Uhr, R.-B. II gegen Frisch auf- Lucken10 Uhr Jugendspiele auf obigem Plak. Unterftükt den Arbeitersport durch walde. Um 11 Uhr R.-B. III gegen Bittoria II, Abt. Kreuzberg. Bormittags euren Besuch! Fahrverbindungen: Bis Bhf. Neukölln oder bis Kaiser- FriedrichGrenzallee, 95, 98, 148 bis Dammwea, Bumpstation, von dort 7 Minute Straße, 10 Minuten Laufzeit. Straßenbahnlinien 11, 15, 47, 48, 147 bis Laufzeit. Sport. Rennen zu Strausberg am Sonnabend, den 1. November. 1. Rennen. 1. Oceana( Walter Heuer), 2. Sonnenschein( Quade), 3. Modepuppe( Saager). Toto: 51: 10. Blag: 24, 36, 63: 10. Ferner liefen: Brise, Wolfenschieber, Gandolfo, Golden Gate, Blücher, Quellnymphe, Lehnsgraf, Waldrun, Rubel, Lona, Kiltinte, Singrivalis, Atalanta. 2. Rennen. 1. Raubritter( b. Edertsberg), 2. Daim II( v. Moßner), tesen: Savoyard, Fanch, Radom, Nordsee. 3. Rotdorn( Staudinger). Toto: 54: 10. Plaz: 18, 23, 15: 10 Ferner 3. Rennen. 1. Glashäger( Thielemann), 2. Morgenstunde( Albers), 3. Douschta( Krüger). Toto: 36: 10. Plaz: 15, 14, 15: 10. Ferner liefen: Kadewitt, Seewarte, Hingebung, Jduna, Retrozsa, Koroby, Rhapsodie. 1. Mandarin( Bismark), 2. Eisenkrone( S. Edler), 4. Nennen. 3. Perlenfischer( Lüder). Toto: 39: 10. Platz: 16, 27, 15: 10. Ferner liefen: Balant, Mundschenk, Cambutta, Settee, Gera, Chane, Wildkaze, Ilse. 5. Rennen. 1. Arienta( Willi Heuer), 2. Golm( Eichhorn), 3. Karnebal( Thalede). Toto: 534: 10. Plaz: 59, 17, 20: 10. Ferner liesen: Süßes Mädel, Czernin, Berta, Ben trovato, Bastionetta, Martini, Bubi, Diogenes. teufel( Breege). Toto: 36: 10. Blaz: 20, 52, 19: 10. Ferner liefen: 6. Rennen. 1. Frechdachs( B. Ludwig), 2. Roberta( Basch), 3. RosenBaladin, Stönigliche Hoheit, Hohe Sonne, Luna, Dorni's Bruder, Csikos, Tranfuse, Sylt, Nimrod, Donna Lita, Fuchsie, Maika. Die Abschiebsrennen auf der Olympia- Radrennbahn versprechen nochmals recht guten Sport. In dem 5 × 20 Kilometer- Dauerrennen ,, Wer ist der beste Schrittmacher?" trifft 2ew a noto auf Weiß, Wegmann, Bauer und Kruptat. Wie der Titel des Rennens befagt, soll es diesmal auch unter den Schrittmachern einen Sieger geben. Die Fahrer fahren nicht alle fünf Läufe, sondern nur ben ersten hinter ihrem eigenen Schrittmacher. In den restlichen vier Läufen nimmt jeder Schrittmacher einen anderen Fahrer auf. Auf diese Reise wird mit Sicherheit festgestellt, wer infolge seiner Tattit und Führereigenschaften auch mit einem fremden Fahrer die meisten Siege erringen fann. Sieger bei den Fahrern und Schrittmachern ist derjenige, der die wenigsten Punkte herausfährt. Bei gleicher Punktzahl entscheibet die gefahrene Kilometerzahl. Von den Schrittmachern Werner Krüger, Geppert, Schadebrodt, Meichsner und Nachtmann müßte Werner Krüger den Sieg erringen. Die Fliegerrennen versprechen ebenfalls recht guten Sport. Der Sieger wird in fünf Läufen à zwei Runden nach BuntiWertung ermittelt. Die Rennen beginnen um ½3 Uhr. preises waren in den letzten Tagen in den Vor- und Nachmittagsstunden Abschiedspreis in Treptow. Die Teilnehmer des großen Abschiedsfleißig beim Training zu sehen. Besonders Stellbrint, ber in Treptow immer ein sehr harter Gegner war, scheint unter allen Umständen das Rennen gewinnen zu wollen. Seine Trainingsleistungen waren ein flein wenig besser als die des Holländers Bletemolen. Es kann jedoch auch der Fall sein, daß Blekemolen beim Training nicht alles hergeben will. Auch Tiet binter Schulz fuhr schnelle Runden, und es hat den Anschein, als wenn dieser beliebte gute Sechstagefahrer am Sonntag ein ernstes Wort mitreben will. Da auch Pawte in Treptow hinter Josef Käser zu Hause ist, so werden die beiden Läufe des Abschiedspreises sicher interessanten Sport bringen. Bei den Fliegern geht es um die Meisterschaft von Treptow". Namentlich zwischen Hahn und Münzner dürfte ein harter Kampf in Aussicht stehen. Zur Meisterschaft von Treptow sind einige Vorläufe notwendig gerorden. Ein australisches Verfolgungsrennen beschließt das Programm. Der Beginn der Rennen ist auf 3 Uhr nachmittags festgesetzt. Wetter für Berlin und Umgegend. Mild, überwiegend bewölkt mit Regenfällen bei lebhaften südwestlichen Winden. Für Deutschland. Ueberall bewölkt mit zahlreichen Regenfällen. Dujardin der wundervolle Weinbrand UERDINGEN A RH. onderangebote Gegründet 1867 Nur billig zu sein ist keine Kunst. 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Die überragende Bedeutung des Wahlausganges am Scheideweg der deutschen Politit zwischen Krieg oder Frieden, Monarchie oder Republik darf aber nicht die ungeheure Wichtigkeit der wirtschaftlichen und sozialen Entscheidun gen verdunkeln. Je größer die Notlage des Landes, um so mehr fühlen die einzelnen Boltsklassen die Eingriffe des Staates, um so wichtiger ist es, wie diese ausfallen. Auf allen Gebieten des wirtschaftlichen und sozialen Lebens stehen grundlegende Aenderungen bevor, deren Richtung vielfach vom Ausgang der Wahlen bestimmt sein wird. Für die Produktions- und Preispolitit heißt es: Soll das Monopoltapital, sollen die Trufte und Kartelle unbehindert und ohne Kontrolle schalten nud walten? Ein gewaltiger Zug zur Kartellierung hat soeben neu begonnen, neue Kartelle in der Schwerindustrie, in der chemifchen und der Textilindustrie sind im Entstehen begriffen. Ihr Bwed ift: geregelte Produktionseinschränkung und Ausschal tung der Preisfonkurrenz. Soll das Monopolfapital die Preise willkürlich diftieren? Betriebsstillegungen nach Belieben durchführen? Die Rechtsparteien als Vertreter des Kapitals werden dies nicht hindern. Zur Berbilligung der Lebenshaltung sind unter anderem Förderung der Einfuhr lebensnotwendiger Baren mit staatlicher Unterstüßnug, Förde. rung der Genossenschaften und gemeinwirtschaftlicher Anstalten jeglicher Art nötig- welche Partei außer der Sozialdemokratie vertritt denn diese Forderungen? In engster Berbindung mit der Produktionspolitie tommt es bei der Handelspolitik darauf an, ob sie die Lebenshaltung im Inland und die Ausfuhr am Weltmarkt zu erleichtern vermag. Die Agrarzölle würden diese Hoffnungen zerirümmern, und nicht weniger die hohen Industriezölle, Sie würden die Lebenshaltungskosten erhöhen, die Bollsgesundheit untergraben, die Produktionskosten steigern und das Ausland zu Gegenmaßnahmen veranlassen, die der deutschen Ausfuhr abträglich find. Sie gefährden den wirtschaftlichen Frieden und die Zusammenarbeit der Bölter. Eine Rechtsregierung würde aber den Hochschutzzoll einführen sie würde den Interessen der Boltsgemeinschaft und der Volkswirtschaft die einzelner mächtiger Gruppen vorziehen. Im Geld und Kreditwesen tut die Verhü fung der Inflation und der Abbau der enormen Bantzinsen not. Wird die Leitung der Reichsbank gegen= über einseitigen landwirtschaftlichen Ansprüchen weiter Feftigfeit bezeugen? Die Regierung der Deutschnationalen würde versuchen, die Reichsbank zu einer gefährlichen Inflation zugunsten des Großgrundbesizes zu treiben. Der Staat tönnte auf mannigfache Weise durch Einflußnahme auf die Reichsbant, durch Steuerpolitit und schließlich mit noch energischeren Mitteln bie Banken zur Verfolgung einer vernünftigen 3inspolitif zwingen. Welche Parteien werden sich dieser Aufgabe unterziehen? Die Aufwertungsfrage ist noch ungelöst; wer foll die Vorteile der Aufwertung haben: der Kleinrentner oder die Reichen? Die bürgerlichen Parteien möchten sie den Starten, die Sozialdemokratie den Schwachen zuschanzen. In der Finanspolitik harrt das Problem der Lastenverteilung der Löfung. Die Steuergesetzgebung ist für die Lebenshaltung der großen Massen, darüber hinaus für die Produktions- und Konjumpolitit von der größten Bebeutung. Bom Ausgang der Wahlen hängt es ab, ob das gegenwärtige ungerechte Steuersystem, das die Staatseintommen überwiegend aus Berbrauchs, Berkehrs- und LohnSteuern aufbringt, beibehalten, ja zum Schaben der Bevölke rung verschärft wird, oder ob es einem anderen, das die großen Brofite, das Bermögen, die Erbschaft, den Wertzuwachs des Bodens, die Grundrente zur Steuerleistung heranzieht, Blazz machen soll. Die Richtung der fünftigen Sozialpolitit wird von ben fommenden Wahlen entscheidend beeinflußt. An der Spike steht das Problem des Achtstunbentages. Die Wahlen gelten ber Rüderoberung diefer großen A DEMOKR PARTE 3 #J DBOL TE ہوئے NINA E + Jaa Sonntag, 2. November 1924 そ D.N. V.P O.KOESTER beraubt worden sind, die Millionen, deren Gristen3 augrunde| strupellose Heße im Wahlkampf zu einem Erfolg. Die Volksparteiler gerichtet worben ist, die Mitter, die in den furchtbaren 3nflationsjahren ihren Kindern oft den notdürftig sten Lebensbedarf versagen mußten, follen bebenten, wer an ihrem Unglüd ichulb gewesen ist, und bei Dieser Wahi dafür sorgen, daß die Macht dieser Schuldigen endlich gebrochen wird." erhielten 6 Size( 27 000 Stimmen), die Deutschnationalen 4( 21 000 Stimmen), die Landbündler 3( 17 000 Stimmen), die Bölkischen 2 ( 7000 Stimmen), die Hausbefizer und Gewerbetreibenden je einen Gif( bei 8600 und 5800 Stimmen) und die Kommunisien 3 Size bei 16 000 Stimmen. Den 17 Rechtsparteilern stehen im jetzigen LandDie 3 Moskauer gaben den Ausschlag und sie taten es zugunsten der tag 15 sozialdemokratisch- demokratische Roalitionsparteiler gegenüber. Reaffion. Das war um so verwerflicher, als es der Reaktion im Wahlgange nicht geglückt war, die Mehrheit, wie sie ganz sicher anErrungenschaft der Nachkriegszeit. Aber auch die übrigen Die Deutschnationalen:„ Bei den Demokraten brennt's! Kommen Sie herauf, von da sieht man's am besten." fozialpolitischen Tagesfragen werden je nach dem Ausgang ber Michel: Danke sehr! Euer Turm ist mir zu wackelig." Wahlen beantwortet werden. Können die Unternehmer ihre begonnenen oder geplanten Angriffe gegen Tarifvertrag und Betriebsräte unter dem Schutz des Staates fortfezen, oder aber wird der Staat diesen Bestrebungen Einhalt gebieten? Die Sabotage gegen die Tarifverträge und Schlich fungsorgane, ble neuerdings aufgetretene Beschneidung des Wirkungstreifes für die Betriebsräte gehören in dieses Gebiet. Goll der Reichswirtschaftsrat beibehalten oder, wie es die Unternehmer haben möchten, weiter abgebaut werden? Soll der Wohnungsnot abgeholfen werden und auf welche Weise: burch Brivatbauten, wozu der Staat Privat kapitalisten Riefengeschenke in den Schoß wirft, oder durch die Gemeinden? Soll die Arbeitslosenfürsorge entwickelt, ihre heute fo färglichen Leistungen erhöht, oder wie Die Unternehmer es wünschen, abgebaut werden? Dieselbe Frage muß auch in bezug auf die übrigen Zweige der So. zialversicherung, der Invaliden- und Altersversicherung gestellt werden, die auf Grund der Selbstverwaltung der Beteiligten neu organisiert werden sollen. Bir fehen: nicht nur auf dem Gebiet der inneren und äußern Politit, sondern auch auf dem der Produktions-, Preisund Handelspolitik, des Geld- und Kreditwesens, der Finanzpolitik und der Sozialpolitik gehen die Bege weit auseinander und es hängt vom Ergebnis der Wahl ab, welche por ihnen eingeschlagen werden. Haltet den Dieb! Je kleiner das Format, umfo größer die Lüge. Im schwerindustr'ellen„ Tag" hält es Herr Marezfy für nötig, für feine Nationalliberale Bereinigung die Wahlparole: „ Gegen die Sozialdemokratie" auszugeben. Er muß für das gnädig überlassene Mandat doch etwas tun. De fleiner und unbedeutender Die sollmis der Schwerindustrie, um so plumper der Schwindel. So schreibt Herr Marekty: Alle die Urmen, die felt der Revolution ihres Ber. mögens und ihrer mühsam erfparten Roigroichen Das schreibt Maregt, einer der jungen Leute der Schwer. industrie, der Sieger der Inflation, im schwerindustriellen Lag". Einer von den Beuten, beren politische Linie die Linie Stinnes. Seifferich ift! mit unverfrorener Frechheit beschuldigt er Sozialdemokratie der Schuld an Not und Inflation. die nahm, zu erzielen. Erst durch die reaktionäre Haltung der Rommunisten ist den Rechtsparteilern die Regierung ausgeliefert worden. Wer hat die Millionen, die der deutsche Mittelstand verlor, die aus den deutschen Arbeitern herausgepreßt wurden, während die Kinder verhungerten? Hat sie die Sozialdemokratie- oder hat sie bei der Regierungswahl, auch in der Stichwahl, für sich allein und die Schwerindustrie? Der Wahlkampf in Anhalt. Das Musterland Anhalt steht mitten im Wahlkampf. Am 9. November sollen die anhaltischen Wähler den Landtag neu wählen. Erft vor 4% Monaten hat eine Landtagswahl stattgefunden, in der so recht die politische Unvernunft große: Wählermassen, ähn fich wie bei den Reichstagswahlen am 4. Mai, zum Ausdrud ge femmen ist. In 13 Parteien und Grüppchen zersplittert, gingen die Wähler in die Wahlschlacht. Die Sozialdemokratie hielt sich gut; sie erzielte m't mehr als 64 000 Stimmen 13 Mandate( früher 18 Mandate).. Die Demokraten bekamen nur 1 Mandat mit 6000 Stimmen( früher 6). Die Bodenreformer, die auch jetzt wieder mit eigener Lifte in den Wahlkampf ziehen, erhielten ebenfalls 1 Mandat bei etwa 3000 Stimmen. 9 Diese sozialdemokratisch demokratische Roa ition, die im alten Landtag die Mehrheit hatte, die Regierung stellte und das kleine Land must er haft verwaltete, wurde burch den Unverstand und die Wahlfautheit vieler Arbeiterwähler am 22. Juni gestürzt und der reaktionäre Mischmasch tam durch In der Landtagsfizung vom 8. Juli stimmten die Kommunisten ermöglichten es dadurch, daß der Deutsch nationale Dr. Knorr an Stelle des Genossen Deist zum Ministerpräsidenten von Anhalt gewählt wurde. Der Bolksparteiler Rammelt und der Deutschnationale Jäntsch wurden Minister. Dieses von den Kommunisten gefchaffene reaktionäre Minderheitstab nett fonnte natürlich nur von furzer Dauer sein. In derselben Sigung, wo es durch die Dalldorfpolitik der drei Moskauer Größen gewählt wurde, beschloß der Landtag, noch mal an die Wähler au appellieren, um einen arbeitsfähigen Landtag und eine vernünftige Regierung zu schaffen. Das soll nun am 9. November geschehen. In der kurzen Zeit ihres Wirkens" hat die reaktionäre Regierung so viel unheil angerichtet, daß hoffentlich die Wähler die Regierung der Rechtsparteifer wegfegen werden. Die Angst vor der Niederlage treibt den Bolksausbeuterblock dazu, mit den schamlofesten Lügen im Wahlkampf gegen die Sozialdemokratie zu operieren. Das wird aber alles n'chts nügen. Die Wähler wissen, was die Sozialdemokratie in der Regierung getan hat. Die Landverteilung, de Grund. wertsteuer und der Heimstättenbau sind vorbildliche Leiftungen. Die Wählerschaft wird nicht dulden, daß die Deutschnationalen, Bandbündler, Bolls- und Wirtschaftsparteiler, die sich zu einer ,, Volksgemeinschaft", in Wahrheit Bolfsausbeutergemeinschaft, zufammengeschlossen haben, das anhaltische Land regieren. Sie wird auch mit den Helfershelfern der Reaktion, den Kommunisten, Abrechnung halten. Es gilt, die deutschnational- kommunistische Reaktion auf der ganzen Linie zu werfen, um wieder die Bahn freizumachen für die Arbeit der Sozialdemokratie im Interesse des Volkes und Landes. Die Sozialdemokratie ist die wahre Boltsgemeinschaft. Nur eine kleine Minderheit! Die Kommunisten unter sich. Die Bezirksleitung der KPD. Berlin- Brandenburg hat für eine Werbewoche vom 2. bis 9. November Anweisungen an die Funk tionäre verschickt, die mit folgendem Klagelied beginnen: In manchen Teilen der Mitgliedschaft, auch bei Bellen mitgliedern, ist troß aller unserer Kampagnen immer noch ein gewisser Widerstand gegen Mitglieder= und Grund der politisch schwierigen Situation und auf Grund der ziemlich regen Werbetätigkeit der SPD. unter allen Umständen überwunden werden muß. Abonnentenwerbung vorhanden, der gerade jetzt auf Außerdem kann man bei einem sehr großen Teil unserer in den Betrieben arbeitenden Genossen eine vollkommen falsche Auffassung über ihre Tätigkeit im Betrieb und über ihre Arbeitsmöglichkeiten beobachten. Sehr oft hört man Ansichten von Genossen, die nur allein im Betrieb stehen, ja auch von Genossen, deren Betriebszellen 5 und 10 Mitglieder stark find, daß sie infolge ihrer schwachen Zahl nichts machen" fönnen. Das zeigt, daß die Genossen die Einstellung der sozialdemokra tischen Wohnorganisation, nämlich, daß man nur etwas machen" fann, wenn ein Haufen von Kommunisten versammelt ist, immer noch nicht überwunden haben. Die Genossen haben immer noch nicht begriffen, daß die Kommu= nisten nur eine kleine Minderheit im Pro= letariat darstellen." So sprechen die Parteikommunisten, wenn sie unter sich sind; dann gestehen sie ein, daß sie nur eine fleine Minderheit im Pro letariat darstellen. Um so mehr reißen sie ihr Maul in der Deffentlichkeit auf. Unseren Parteigenossen wird hier die ausgesprochene Anerkennung über ihre rege Werbetätigkeit gewiß ein Ansporn fein, auch die fleine Minderheit des Proletariats, die heute noch unter fommunistischer Verwirrung leidet, davon zu überzeugen, daß ihr Platz in der Partei der Arbeiterklasse, in der Sozialdemotratie, ist. An die sozialdemokratischen Aerzte im Reiche und in Preußen. Zum erstenmal in der Parteigeschichte wenden sich zu. Beginn eines Wahlkampfes sozialdemokratische Aerzte an gleichgefinnte Aerzte im Reich. Gerade dieser Wahlkampf, der für uns Aerzte unter dem Wahlspruch:„ Sozialer Fortschritt gegen soziale Reaktion" geführt wird, muß alle Aerzte, die aus eigener Anschauung die Nöte des Proletariats und des darbenden Mittelstandes kennen, unter der Flagge Der Sozialdemokratischen Partei vereinen. Nach dem gewaltigen Aderlaß, den der Krieg dem Proletariat zufügte, müssen alle wirtschaftlichen und politischen Probleme in erster Linie unter dem Gesichtswinkel der Menschenökonomie und Bevölkerungspolitik betrachtet werden. Welches sind nun unser Forderungen im Rahmen der Sozialdemokratischen Partei? 1. Erhaltung und Ausbau der Sozialversicherung zu einer Bersicherung des ganzen Boltes gegen Krankheit, Arbeitsunfähigkeit und Arbeitslosigkeit. Es muß endlich Schluß gemacht werden mit dem Kampf, der von den bürgerlichen Aerzten mit Unterftüßung vom Staat bezahlter Universitäts- Professoren, die zum Teil nicht einmal den Unterschied zwischen Kranken- und Invalidenverficherung kennen, gegen die Sozialversicherung geführt wird. Es müssen endlich die Phrasen aufhören von ärztlicher Standesethik, die sich in tätlicher Bedrohung anders gesinnter Aerzte äußert, und vom Standesbewußtsein, das hauptsächlich die Füllung des eigenen Geldbeutels mit den Beiträgen der Bersicherten anstrebt. treter einer freien Wissenschaft, kämpfen Hand in Hand mit der Kirche und dem Militarismus gegen die darbenden Massen. 4. Kampf gegen den Brotwucher und gegen die Schuh 3ölle. Die Unterernährung und die Tuberkulose nehmen wieder zu. An uns sozialdemokratischen Aerzten ist es, hinauszuschreien:„ Nieder mit jedem Brotwucher, mit jedem Einfuhrzoll auf Lebensmittel." Millianen sind von der Tuberkulose bedroht und werden der Seuche unrettbar verfallen, wenn die Wucherzölle kommen. solution manches Bedenken der Moskowiter erweckt, das durch Weltkrise des Kommunismus. fortwährende Klagen der Unentwegten fich immer vergrößerte. Kapitel Tschechoslowakei. Allüberall, wo die Moskauer Sendlinge ihre Spaltungsarbeit in der sozialistischen Arbeiterbewegung bis zur Errichtung eigener fommunistischer Parteien getrieben haben- mitunter geschah dies früher als Moskau wollte, indem sowohl die sozialistischen Parteien wie die freien Gewerkschaften den Bellenbauern die Tür wiesen überall sehen wir die verschiedenen KP.'s in einer Gärung. Und es ist, chemisch gesprochen, feineswegs immer eine alkoholische Gärung, bei der nämlich Spiritus( Geist) erzeugt wird; die plazzenden Blasen des internationalen KP.- Krafels verbreiten öfters Düfte, die schon eher den Schluß auf eine faulige Gärung zulassen, die mit dem Absterben von Bestandteilen, d. h. mit Absetzung und Verbannung untauglich befundener Bonzen endigt. Auch hier zeigt sich zuweilen eine auffallende Aehnlichkeit mit den Kampfund Zunftgenossen vom Hakenkreuz, wo es ja auch einig und brüderlich drunter und drüber geht. Gerry wiek So leb denn wohl, da teures Haus! Wir ziehn betrübt aus dir hinaus. Das Schidjal hat uns am Genid. Wir fehren nie zu dir zurück. In Deutschland die Berkekerung einmal der linken", einmal der ,, rechten", dann wieder der, zentristischen" Führer; in Frankreich der Hinausschmiß der Frossard- Gruppe; in Normegen und Schweden die offene Spaltung; ebenso in Deutsch österreich, wo man die Führer Tomann und Frey verbannt hat und wo jetzt jede Versammlung der paar moskautreuen Parteileitungsmannen durch tobende Tomanniten gesprengt wird, wobei es nicht selten Prügel für die Moskowiten gibt. Neben Deutschland ist die Tschechoslowakei das Hauptbetätigungsfeld der Kommintern". Wie es dort augen blicklich in der KP. aussieht, das schildert im folgenden unser Genosse Redakteur Josef Falta Brünn: = Der Parteitag der Kommunistischen Partei in der Tschecholomalei, melcher in diesen Tagen in Prag eröffnet wird, hat eine schwere Aufgabe zu lösen; er hat zu bestimmen, ob in Bukunft die Partei eine rein bolichemistische, Moskaus Befehlen blindlings gehorchende sein foll, oder ob sie sich im Rahmen der KJ. eine gewisse Selbständig teit erfämpfen soll. Es sind also Fragen, die im Grunde genommen eine Existenzfrage der Kommunistischen Partei in der Tschechoslowakei bilden. Bei uns in der Tschechoslowakei hat sich vor Jahr und Tag, als die Moskowiter Weltrevolutionsparolen gute Aussichten 2. Die ärztlichen Ehrengerichte, diese Hochburgen der zu haben schienen, ereignet, was in feinem anderen Lande sozialen Reaktion, müssen verschwinden; denn es kann in geschehen war: An die Spige der sogenannten Linten in der der deutschen Republik nur ein Recht und ein Gesez für alle geben. tschechischen Sozialdemokratie stellten sich Leute, die in der 3. Schärfster Kampf dem§ 218 des Strafgesetzbuches. Ihr sozial- Habsburger Monarchie als ausgesprochene Opportunisten demokratischen Aerzte seid an erster Stelle berufen, einer überlebten Rechtsprechung Einhalt zu gebieten. Wo stehen unsere Kollegen" im galten, die im Begriff waren, in die österreichische Kriegs Kampf des Proletariats gegen den Gebärzwang? Auf der Seite der regierung einzutreten und die sich drei Jahre hindurch Bourgeoisie, die nur das eine Interesse hat, sich billige Arbeitskräfte aufrichtig bemüht hatten, die revolutionäre Gärung in der zu verschaffen. Die bürgerlichen Aerzte, die standesbewußten Ber- tschechischen Arbeiterschaft zu vertilgen. Dr. Schmeral, ein treuer Knappe des ruhmreichen Hauses Habsburg, ein Opportunist, wie es feinen zweiten gibt, ward zum Revolutionär, nicht anvertraute. In Schmerals Beruf leuchtete plötzlich eine weil man ihm, dem weigen Portefeuillejäger, ein Ministerium Revolutionsflamme auf, gleichzeitig famen ihm Gewissens bisse für die Politik, deren Ziele in den Trümmern der Donaumonarchie zugrunde gingen. Schmeral wußte sich aber Rat: Er fuhr einfach nach Moskau, beichtete dort seine Kriegsfünden und holte sich von Radek eine gründliche Absolution. Das Kind- kein Engel ist so rein, wollte lieber im Dorf der Erste, als in Rom der Letzte sein. So ward Schmeral zum Führer der tschechischen Linken, Moskaus Beauftragter und in dieser Eigenschaft gelang es ihm, die bisher einheitliche Sozialdemokratie zu spalten. Ihm war es genug, allein die Moskowiter gaben sich damit nicht zufrieden. Treuschwur war ihnen zu wenig sie wollten Taten, entwarfen in großen Dimensionen einen Butsch plan, welcher gleichzeitig in der Tschechoslowakei und in Deutschland verwirklicht werden sollte. Aber auch die Masse wollte Taten. wirklicht werden sollte. Aber auch die Masse wollte Taten. Da sich aber die Linke meistenteils aus ungeschulten, erst nach dem Krieg der Partei zugeströmten Leuten zusammensetzte, so ging schon dieser erste Plan in Scherben. Ueber Schmerals Kopf brachte die Maffe einen verfrühten Putsch zustande, der natürlich scheiterte. So mißlang auch der zweite Teil des großen Putschplans, der Aufstand in Mitteldeutschland. 5. Gesundheitliche Ueberwachung aller Kinder und Jugendlichen bis zur Bolljährigkeit und Ausbau des Fürsorgewesens durch Umwandlung der Beratungsstellen in Behandlungsstellen. Kampf gegen die Geschlechtskrankheiten. Kampf gegen den Alkoholismus. 6. Ausbau der gewerbehygienischen Aufsichtsstellen und Errichtung einer Zentrale für das Gesundheitswesen, für die Sozialverficherung und zur Erforschung der Arbeitsbedingungen des Prole tariats. Sozialdemokratische Aerzte, an Euch ist es nun, mit uns für diese Forderungen, deren Notwendigkeit Ihr täglich von neuem erfennt, zu werben und zu kämpfen. Denkt daran, sozialdemokratische Aerzte, daß Ihr in erster Linie berufen feid, das leibliche Wohl der Ausgebeuteten zu schützen. Euer Plaz ist auf seiten des Proletariats, seid Euch dessen bewußt und fämpft mit uns in den Reihen der Sozialdemokratischen Bartei Deutschlands. Der fozialdemokratische Aerztebund: Dr. Moses. Dr. Wenl. Dr. Mary. Demokratische Kandidaturen. Der Berliner Bezirksvorstand der Deutschen Demokratischen Partei hat in einer Borabstimmung gestern beschlossen, dem Barteitag des Wahlkreises Berlin für die Reichstagswahlen folgende Kandidatenliste vozuschlagen: 1. Fischbed, 2. Marie Elisabeth Lüders, 3. Könfe, 4. Albrecht. Für den Preußischen Landtag wird vom Bezirksvorstand folgende Liste dem Bezirksparteitag vorgeschlagen: 1. Reg.- Rat Merten, 2. Pfarrer Graue, 3. Ing. Hausberg, 4. Dr. Margarete Edelheim- Meseriz. Der Berliner Bezirksparteitag tritt am Montag im Rheingold" zusammen. Benn die Berliner Demokraten Herrn Merten als Spitzenkandidat für den Landtag vorschlagen, dann wollen sie damit wohl zart andeuten, daß die Verfechter der Bürgerblockidee in ihnen Reihen doch nicht ganz zu furz fommen sollen. Gar oft bestimmte Moskau Dr. Schmeral zum Rapport, doch gelang es diesem beredsamen, gewandten und mit allen Salben geschmierten Diplomaten allen Verdacht zu zerstreuen. Vor zwei Jahren hatte Schmeral einen großen Kampf ausgefochten -die gegen ihn in der Partei entstandene Opposition, geführt von Dr. Vajtauer, wurde auf Mostaus Befehl aus der Partei ausgeschlossen und Dr. Schmeral in seinen Würden bestätigt. Die Klagen wurden aber von neuem laut: die Partei mache nichts, habe keine feste Linie, lebe nur von heute auf morgen. Und wahrlich, die kommunistische ,, Maffenpartei" machte auch nichts und hatte auch keine politische Linie. Doch einen Antrag auf Sozialisierung der slowakischen Goldgruben haben die tapferen Kommunisten im Parlament ges stellt; leider hatte der gutgemeinte Antrag nur einen Fehlerdie Goldgruben sind schon seit langen Jahren aufgelassen, da fein Gold vorhanden ist. Im übrigen taten die kommunistischen Abgeordneten und Senatoren ihr Möglichstes: hielten lange Reden, zerschlugen die Bulte und vernichteten den Bureaukratismus, indem sie verschiedene Staatsbeamte überfielen, sie beschimpften oder verprügelten, so daß Gerichte und Immunitätsausschuß mit Strafanzeigen, Klagen bzw. Auslieferungsgesuchen überhäuft sind. In der Slowakei und in Karpathornsland, wo das Volk dank der ehemals ungarischen Regierung start zurüdgeblieben ist, lassen die kommunistischen Volksführer" staatliche Gebäude stürmen und jubeln freudig und herzensbeglückt, wenn Arbeiterblut fließt. In dieser Hinsicht erzielten große Erfolge die Kriegsgewinnler und nebenbei tommunistische Abgeordnete Tausit und Dr. Gati. An diesen beiden Herren hatte Moskau be sonderes Bergnügen gefunden, denn Herr Sinomiem hatte fie gelegentlich des Kommunistischen Weltkongresses feierlich belobt und sie dem Schmeral als Beispiel hingestellt. Man muß wissen, daß auf eben diesem Kongreß eine neue tschechische Opposition hervortrat und Schmeral tüchtig einheizte. Diesmal war es Herr Neurath aus Reichenberg, der mit der kommunistischen Jugend gegen Schmeral und Kreibich in die Schranken trat. Große Verbrechen hat man der Parteileitung vorgeworfen u. a. auch das, daß sie in den Spuren Brandlers ginge, von einer Arbeiterregierung mit den Sozialdemokraten träumte und daß das Schlagwort der Einheitsfront fälschlich d. h. aufrichtig interpretiert wurde. Diesmal zog Dr. Schmeral den Kürzeren. Es half ihm und Kreibich nichts geschlagen und verurteilt gingen sie von Moskau heim. Die RJ. hatte eine öffentliche Diskussion angeordnet, die Kreibich und Neurath einleiteten und in die sich auch Sinowjew mit einem äußerst bissigen Aufsatz hineinmengie. Die Diskussion zeigte bisher eine überraschende Verworrenheit in der Partei. Der Reichenberger ,, Vorwärts" hat soeben seine Leser um Entschuldigung dafür gebeten, daß er ihnen täglich wertlose Diskussionsartikel vorsege, aber sie dürften hoffen, daß der Parteitag damit Schluß machen werde. Schmeral selbst entschloß sich weise zu schweigen und benutzte erst die Kreisparteifonferenz in Kladno( das eine Hochburg der Kommunisten war) zu seiner Antwort. Seine Rede war ein Prachtstück von Diplomatie: in vielen sorgfältig gewählten Worten gelang es ihm die Zuhörer zu überzeugen, daß es zwar nötig sei, sich den Befehlen der Moskauer Erefutive zu unterwerfen, daß die Partei auch feierlich geloben wird, es zu tun, daß aber die Verhältnisse es nicht gestatten werden, den Wünschen Mostaus nachzukommen und daß nicht anderes übrig bleibt, als auf der bisherigen Linie zu verbleiben. Der anwesende Kontrolleur Mosfaus hatte mit seinen Einsprüchen gegen diese Diplomatie nichts verrichtet. Kladno ging rechts.. Es entstand natürlich ein heftiger Beitungsfampf in Moskau, das sich Schmerals Rede noch am gleichen Tage funken ließ; als man sie las, war man bestürzt. Keinen Mittelweg gibt es: Entweder anerkennen und durchführen, oder Wer nicht pariert, der fliegt! Da der orthodore, linke Flügel seinen Kampf auch in der zweiten kommunistischen Hochburg, in Brünn, verloren hat, da man sieht, daß Schmeral die Mehrheit hinter sich hat, ordnete Moskau ein Trommelfeuer an: Moskau beginnt von dem tschechoslowakischen Fall Höglund zu sprechen, das Auge Moskau rät den tschechoslowakischen Arbeitern, das überflüssige Feingefühl loszuwerden und gegen die untreu gewordenen Führer loszugehen. So sieht die Situation aus, in der die Kommunisten ihren Parteitag zusammenrufen. Der Parteitag wird zum werden. Und wenn es nicht gleich zu einer Spaltung fommt, Schauplatz eines zähen Kampfes zwischen Links und Rechts wenn der Parteitag die Rüge des Fünften Weltkongresses gut heißt,„ Bolschewisierung" der Partei und Gehorsam gegen Moskau in jeder Hinsicht gelobt, so ist es doch heute schon klar, daß der Burgfriede von langer Dauer nicht wird sein können. daß der Burgfriede von langer Dauer nicht wird sein können. Denn die tschechoslowakischen Kommunisten jammern schon lange über das Unheil, welches sie auf Moskaus Befehl anfie wissen sehr gut, daß die Zeit der Putsche vorbei ist, daß gerichtet haben durch Spaltung der Gewerkschaften; man sich unmöglich nach dem richten kann, was die heilige Dreifaltigkeit in Moskau mit dem Schrittmacher des HorthyTerrors, Béla Kún, anordnet. Die Konflikte werden fich häufen, die Spaltung ist unabwendbar. Da aber eine fommunistische Partei ohne Moskaus Hilfe und Oberkommando nicht denkbar ist, so ist die Zeit nicht weit entfernt, in der die irregeführten Arbeiter in der jetzigen Kommunistischen Partei, deren Rufen nach positiver politischer Arbeit immer lauter wird, den Weg in die alte Sozialdemokratische Partei suchen werden. Dies um so mehr, als die kommunistischen Arbeiter staunend zusahen, wie ihre Abgeordnete gegen das jüngst angenommene Alters- und In= validengeset stimmten, um das die Arbeiterschaft im Schmeral wollte den Putsch nicht ist ja auch bei alten Desterreich durch volle 30 Jahre vergeblich kämpfte. dessen Ausbruch plötzlich erfrankt"; er wollte aber auch durch innere Kämpfe geschwächt, zum Berfall getrieben wird, Während die Kommunistische Partei den Boden verliert, die Mindestforderung Moskaus nicht erfüllen: hartnäckig widersetzte er sich der Umbenennung der Linken in eine Kom- teigt die Kraft, das Ansehen und der Einfluß der Sozialmunistische Partei. Dies nicht nur deshalb, weil er fein Re- Demokratie, sowohl der tschechischen, als auch der deutvolutionäre, fein Kommunist ist, sondern auch aus taktischen schen. Die Sozialdemokratie, die vernichtet werden sollte, Gründen; unter der Firma„ Sozialdemokratische Linke" wächst, blüht und gedeiht zum Wohl der arbeitenden glaubte er unter der Arbeiterschaft mehr Vertrauen gewinnen zu können. Erst nach drei Viertel Jahren befam die Linke in feierlicher Taufe den, neuen Namen- KPTsch., natürlich gegen Schmerals Einspruch. Von der neuerstandenen Partei trennten sich alsbald die 3entristen( Brodecky- Gruppe) und etablierten sich unter dem Namen, unabhängige sogenannte demokratische Partei". Diese kleine, eigentlich bedeutungslose Partei vereinte sich dieser Tage mit der tschechischen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Es war fein Geheimnis, daß im Schoße der neuen KPTsch. I gefährliche Kämpfe toben, daß auch Schmeral trotz der Ab-| Klaffe. hervorragend bewährt bei: Gicht, Grippe, Togal Rheuma, Hervene und Ischias, Kopfschmerzen. Togal stifft die Schmerzen und icheidet die Harniäure aus. Klinisch erprobt. In allen Apotheken erhältlich. 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Die Gewerkschaftsabteilung der kommunistischen Parteizentrale| tion bestanden, die noch niemals politisch ihre Pflicht| hat zu ihrem letzten Bezirksparteitag einer Bericht gegeben, dem wir zur weiteren Verbreitung verhelfen möchten. Seines Umfangs wegen müffen wir uns jedoch teilweise auf die Wiedergabe der wichtigsten Portien der Einzelübersichten beschränken. Die Einleitung aber fei unverkürzt hier hergesetzt: Seit dem letzten Bezirksparteitag im März 5. 3. hat die Arbeit in allen Gewertschaftsfrattionen mehr ober minder nachgelassen. Der größte Teil der Frat tionen ist erheblich zusammengefchrumpft, ein Teil überhaupt so gut wie ganz verschwunden. Die Schwankungen, die die Partei in der Gewerkschaftsfrage durchmachte, tonnten naturgemäß an der Fraktionsarbeit nicht spurlos porübergehen Der größte Teil der Parteimitglieder hat die reformistischen Gewertschaften verlassen; die Zurückgebliebenen waren infolge des durch die Massenflucht der Mitglieder aus den Gewerkschaften geschwundenen Einflusses vielsoch nicht mehr zu bewegen, fommunistische Fraktionsarbeit zu leisten. Selbst nach dem Frankfurter Parteitag war eine wesentliche Steigerung der Fraktionsarbeit nicht zu erreichen. Erst nachdem die Beschlüsse des 5. Weltkongresses und des 3. Kongreffes der R, G. J. vorlagen, war es möglich, die Fraktionsarbeit wieder neu zu beleben. Ueberall find jedoch erst wieder Anfänge vorhanden, die sich aber sicher, wenn die Partei die nunmehr festgelegte Linie fest und ohne Schwankungen durchführt, sehr schnell zu stärkerem Einfluß in allen Bertänden entwickeln werden. Die Durchführung der Beschlüsse des 5. Weltkongreffes wird besonders noch in Berlin gehemmt durch die Ausein andersetzungen mit der selbständigen Verbänden. Nach Lage der Dinge werden jedoch auch diese in nächster Zeit beendet und damit die Bahn frei sein, auf der ganzen Linie unter Entfaltung aller Kräfte systematische Frattionsarbeit durchzuführen." Die fommunistische Gewerkschaftsabteilung arbeitet also syste matisch. Ihre Tätigkeit erstrect fich auf 13 Industriegruppen. Wir folgen hier dieser Einteilung: 1. Banken, Handel und Gewerbe. a) Fraktion der Bankangestellten. Unsere Fraktion ift von 30 auf girta 60 Genossen gewachsen. Es werden regelmäßig Zufammenfünfte abgehalten; auch bestehen Berbindungen mit der Provinz. Eine wesentliche Beeinflussung der Organisationen der Banfange stellten war jedoch noch nicht möglich, zumal der freigewerkschaftliche Allgemeine Berband der Bantangestellten fich in seiner Politit von den gelber Berbänden so gut wie nicht mehr unterscheidet. b) Butab- Fraffion. Diese ist gänzlich auseinandergefallen. Soweit festgestellt werden konnte, find zirfa 30 Parteigenossen im Butab organisiert, die jedoch troh wiederholter Aufforderun gen und Einladungen nicht zu bewegen waren, Fraktionsarbeit zu leisten. c) Wertmeisterverband. Trog aller Bemühungen... ift es bisher nicht gelungen, in diesem Berbande eine Frottion zu bilden. Der Vertrauensmann, mit dem wir bisher in Berbindung standen hat in lezter Zeit auch nicht mehr reagiert, fodas nir mit dieser Organisation fo gut wie gar feine Verbindung mehr haben. Die Parteigenoffen, die in diesem Berband organisiert sind, haten bisher ihre Pflicht als Rommunisten gründlich vernachlässigt. erfüllt hat. In letzter Zeit ist die Verbindung so gut wie verloren gegangen und muß wieder aufgenommen werden. stehende sehr starke Fraktion war schon immer durch innere b) Berband der ausgeschlossenen Bauarbiter. Die hier te stehende sehr starke Fraktion war schon immer durch innere 3wiftigteiten in ihrer Attivität gehemmt. c) Verband der Asphalteure.... Eine Frattion besteht nicht. d) Verband der Dachdecker. Hier bestand eine verhältnismäßig starte Frattion. Die Mehrheit der Ortsverwaltung ist in unserer Hand. In letzter Zeit sind keine Berichte mehr über die Tätigkeit der Frattion gegeben worden. e) Verband der Maler. Von der Tätigkeit der zahlenmäßig starken Fraktion war in letzter Zeit nichts zu spüren. Berichte fehlen gänzlich. 3. Industriegruppe Bekleidungs- und Textilindustrie. a) Bekleidungsarbeiterverband. Gelegentlich der Spaltung der Berliner Zahlstelle find alle unsere Genossen in die oppofitionelle Ortsgruppe, die unter Schumachers Führung steht, übergetreten. Fraktionsarbeit wird nicht geleistet, weil wir mit dem Verband feinerlei Verbindung mehr haben. b) Bekleidungsarbeiterverband( Opposition). Hier besteht eine ziemlich starte Frattion, die jedoch... sehr wenig kommunistische Arbeit geleistet hat. c) Friseure. Eine Frattion besteht hier nicht; wir haben lediglich einen Bertrauensmann, der uns über die Vorgänge in der Organisation berichtet. Sonntag, 2. November 1924 d) Hutmacher.... Unser Einfluß, der früher sehr gut war, ist zurüdgegangen, zumal die Fraktionsarbeit fast ausschließlich von einem Genoffen geleistet wurde, der in letzter Zeit infolge Krantheit sich nicht mehr so wie früher zur Verfügung stellen tonnte. Die Frattion" foll jetzt wieder straffer zusammengefaßt werden. e) Tegfilarbeiter. Die Fraktion war früher zirka 60 Genoen start. Drei unserer Genoffen waren im Hauptvor stand, brei in der Ortsverwaltung Berlin, einer im Gauvorstand und einer im Verbandsbeirat. Diese Genoffen verstanden nicht, ihre Arbeit in der Mitgliedschaft zu verankern, weil sie mit der Fraktion nicht besonders eng zusammenband ist die Frattionsarbeit vollständig zusammengebrochen. Es ift arbeiteten. Nach dem Ausschluß von vier Genossen aus dem Verjedoch jetzt gelungen, die noch organisierten Genossen wieder zu einer Frattion zusammenzufaffen.... Der ausgeschlossene Genosse Forstreuter hat im Laufe der letzten Monate den Versuch unternommen, die Unorganisierten au erfaffen. Diefe Gruppe umfaßt ungefähr 500 Mitglieder und ist natürlich absolut bebeutungslos. Auf Grund der Komintern- Beschlüsse wird versucht, diefe Gruppe schnellstens wieder mit bem DTB. zu vereinigen... 4. Induffriegruppe Chemie. a) Fabritarbeiter. Die Berliner Zahlstelle ist zurückgegangen.. Damit ist natürlich auch der Einfluß unserer Fraffion, der früher schon ein sehr beachtlicher war, erheblich zurüdgegangen. Die in der Fraktion noch erfaßten Genossen haben sich... einen neuen FratPreisausschreiben des Vorwärts Die Kunst der politischen Zeichnung hat, nicht zuletzt durch die Anregung, die ihr die Redaktion des„ ,, Vorwärts" gewährte, in Deutschland einen erfreulichen Aufschwung genommen. Sie weiter zu fördern, ist der Zweck dieses Preisausschreibens. Zu beantworten ist mit den Mitteln des Zeichenstiftes die für den Politiker wie für den Künstler gleich spannende und reizvolle Frage: WIE SIEHT DER MENSCH AUS. DER ALLES GLAUBT, WAS IM BERL. LOKAL- ANZEIGER STEHT? do esd faid Der Verlag hat Preise von 150, 100 und 50 M., ferner 5 Trostpreise zu 30 M. Die mit Preisen ausausgesetzt.( Alles bar! Kein Pelz, keine Briketts, keine Leninbilder!) gezeichneten Arbeiten werden veröffentlicht. Entwürfe sind, mit einem Kennwort versehen, bis zum 10. November der Redaktion Vorwärts" einzusenden. d) ZDA.- Fraktion. Nach dem Hinauswurf der beamteten und ehrenamtlichen( tommunistischen) Ortsverwaltungsmitglieber im März d. I. hat jede Fraffionsarbeit jo gut wie aufgehört.... Bei einem großen Teil unserer Berliner Genossen besteht nach dem Bes fchluß des Raffeler Verbandstages die Auffassung, daß es un des möglich sei, mit Erfolg tommunistische Fraktionsarbeit zu leisten. Trotzdem soll die fommunistische Fraktionsarbeit wieder fyfte matisch aufgenommen werden. 2. Industriegruppe Bau- und Steinindustrie. a) Baugewerksbund. Hier hat immer nur eine kleine Frat Wahlaufruf. Bon Iwan Heilbut Dich mein' ich, dich, ja dich, dich, der dies lieft, und feinen andern! Du gehst zur Wahl und du lachft? Stehst vor der Urne und lachst noch immer? Das Wahlgeschäft ist eine Posse für dich? So fo! Gut, daß ich's weiß. Ich will dich nun etwas fragen: Du lachst also auch wenn Menschen, ein Haufe Menschenmaterial, Nummern, blumengeschmüdt, von Müttern, Frauen, Kindern begleitet, zum Bahnhof geführt, den Zug besteigen den Karren der Guillotine Wenn du die Augen der Mütter und Kinder siehst und die Augen der Männer im KarrenDann lachst du? Aha! 77 Dr. Otto Köster, Dr. John Schikowski und Ludwig Lessen haben das PreisrichterRedaktion des„ Vorwärts". amt übernommen. Ich könnte dich mehr, viel mehr noch fragen aber du haft es ja selber erlebt. Haft selber an Massengräbern gestanden Massengrab, Grab für die Masse hast gelacht vor Entsezen, und über dein Lachen wär' dir dein Herz fast vereist vor Entsetzen. Haft deine Glieder gesucht und gepfiffen: Nun ist das Tanzen vorbei. Haft deine Binde heruntergeriffen Alles blieb dunkel da hast du gegrinst: Nun spielen wir Maulwurf, juchhe! Die neue Zeit! Neue Menschheit! Amerikanische Tüchtigkeif! Amerikanische Ideale! Knock- out! Jusqu'au bout! Hurra! Aber die Mütter rufen: Nicht radikal! Schickt sie uns halb zurüd, wenn es so ist aber ichidt uns die Hälfte! Die Glieder! Wir wollen sie pflegen, mit Wachsamkeit und geheuchelter Fröhlichkeit pflegen! Und nun hast du ein fleines Schild an der Jade gleich einem Alfo die Frauen! und du spielst Ziehharmonika. Ja, dich mein' ich, dich, grade dich! Orden Du wünscheft alfo, daß all das noch einmal geschehe? So so! Das wußte ich nicht! Du mußt aber nicht vergessen jetzt meine ich dich, der du Glieder und Sinne noch haft Das wußte ich nicht, daß es Menschen gibt, die dann lachent du mußt aber nicht vergessen Ja, dich mein ich, dich, dich, der du lachend zur Urne gehft! Du lachst folglich auch: Wenn sie vor dir liegen vergiffet, verbrannt, zerlöchert, zerrissen. Was sage ich mehr? Du weißt es ja selber! Du lachst, wenn du den Kopf deines Freundes neben lints und seinen Rumpf neben dir rechts Aha, dann lachst du? liegen siehst Oder wenn du die eig'nen Glieder fuchst... und nicht findest. die Augen reibst. Oder wenn du die Augen reibst, und mit der Zunge lallst: Ich kann nichts mehr sehen ist es denn Nacht-? Ja, dich mein' ich, dich, Der da lacht! an dem Tage- nämlich an jenem Tage, wenn die neuen Mordinstrumente, deren Wirkung du gar nicht begreifft denn eh du fie begreifft; bist du schon längst Atomewenn sie über dich kommen nicht vergessen also, mein Freund, daß du heute gelacht hast, mein Freund: ,, Meinetwegen"- hast du gesagt dir ,, mag das alles noch einmal geschehen." Das hast du gesagt. Bergiß es nicht dann! Lache nur! Du hast recht! Wenn nur Atome bleiben als Refte der Schlacht, ist die Krüppelfrage erledigt. Es bedarf keiner Lazarette mehr, es gibt weder Krücken noch Richharmonikaspieler, die Holzbeinfabrikanten, ja, die können flagen, die Armen! Die neuen Instrumente fegen die Stuben besenrein, radikal. Oder ein Gedanke blitzt auf: Sind die Frauen etwa auch Soldaten dann? Nicht etwa Straßenbahnführerinnen, Postboten- Nein: Soldaten mit Stahlhelm, Granate. Instinktiv ahnen sie schon die neue Zeit hurra! Sie scheren das Haar, wollen bärtig sein grüßen wie Männer Die neue Zeit! Amerikanische Ideale! Europa? Atome! Nichts bleibt nach nur eine Fabrik in Essen Hurra! Da flagt ein Stimme aus dem Nichts: Mußte das sein? Und die Fabrit in Essen pfeift, schwarz schlammen die Töne aus dem Schlund: Ja, das muß sein! Krieg muß sein, wo Nachbarn sind! Ja, das muß sein! Flüstert die Stimme aus dem Nichts Landleute aus Burgund und Sachsen find die Nachbarn? Aber sie haben im Krieg gelegen gegeneinander. Uebrigens( flüstert dei Stimme): Soeben haben sich ihre Atome onsvorstand gewählt und sind dabei, wieder fyftematische Frattionsarbeit zu leisten. b) Glasarbeiter I. Unser ausschließlicher Einfluß in der 3 a hl. ftelle Stralau ist durch Uebertritte von Parteimitgliedern zur Union und durch den hinauswurf der letzten Genossen nach dem legten Streit in der Stralauer Glashütte vollständig verloren gegangen. c) Glasarbeiter II. Die Zahlstelle Berlin ist nach wie vor fe ft in unserer Hand. d) Porzellanarbeiter. Hier best and eine starte, gut arbeitende Fratt on. Wir hatten die Mehrheit in der Ortsver. waltung und einen starten Einfluß im Hauptvor. stand. In letzter Zeit fehlen Berichte gänzlich. 5. Industriegruppe Freie Berufe. a) Aerzte, Rechtsanwälte, Redakteure, Schriftsteller, Künstler uft. Diese Berufsgruppen werden von einem Industriegruppenleiter be atbeitet. Eine Frattion besteht lediglich bei den Aerzten, die aber bisher infolge innerer Differenzen nicht zu einer zielflaren Arbeit tamen. 6. Graphische Industriegruppe. a) Buchbinder. Seit der Spaltung haben wir zum reformistischen Buchbinderverband feinerlei Verbindung mehr. b) Buchbinder- Opposition. De nicht unbedeutende Frattion steht ungefähr zur Hälfte auf dem Boden der Parteibeschlüffe, während die andere Hälfte unter Führung von Czerny der Schumacherschen Auffaffung zuneig... c) Buchdruder. Durch den verlorengegangenen Streif im Herbst 1923 find fast alle Berbindungen mit den Betrieben verloren gegangen. Fast alle unsere Genossen wurden arbeitslos. Dadurch ist natürlich auch unser Einfluß fast ganz und gar gefchwunden. Im Borst and des Berliner Gaues find wir durch einen Genossen vertreten.. Die noch vorhandene kleine Fraktion ist jetzt wieder zusammengefaßt worden. d) Graphische Hilfsarbeiter. Diese Fraktion, die nie groß war und über nennenswerten Einfluß verfügte, hat ebenfalls unter dem Novemberstreit sehr start get tten. Monatelang war von einer Frat fibnsarbeit überhaupt nichts zu merken... Dem Ortsvorstand, der 13 Mitglieder zählt, gehört fein Genosse an, während im Haupt vorstand zwei Genossen vertreten sind. e) Lithographen und Steindrucker. Hier besteht eine fleine Fratfion, die zwar regelmäßig ihre Zusammenfünfte abhält, aber bisher feine nennenswerten Erfolge aufzuführen hatte. 7. Industriegruppe Landwirtschaft. Monaten ebenfalls nachgelaffen. Die Fraktion gibt ein Blatt" Der rote Weckruf" heraus. b. Brauerei- und Mühlenarbeiter. Bon der Existenz einer Fraktion ist nichts zu merken c. Fleischer. Die Berliner 3ahlstelle ist fest in unse. rer Hand. Im Hauptvorstand haben wir die mehr heit. Der vorhandene Einfluß wird von unseren Genossen geschickt ausgenutzt. d. Gastwirtsgehilfen.„ Troß des Ausschlusses führender oppofitioneller Genossen ist noch immer eine ziemlich gut arbeitende Frattion vorhanden e. Tabatarbeiter. Hier besteht eine fleine, pon aktiven Genoffen geleitete und schr zielbewußt arbeitende Fraktion, die die überwältigende Mehrheit der Mitgliedschaft hinter sich und die Sige der Ortsverwaltung fest in der Hand hat. 10. Industriegruppe Metall. a. Metallarbeiter. Die Entwicklung der letzten Monate und die haltung der( fommunisti chen) Partei in der Gewerkschaftsfrage hat .. Dadurch war sich hier besonders verhängnisvoll ausgewirft naturgemäß auch unser Einfluß auf ein Minimum zufammengefchrumpft. Während wir Ende August 1923 den 328 reformistischen Generalversammlungsdelegierten 316 Oppofitionelle entgegenstellen fonnten, hatten wir in der legten Generalversammlung nur noch zirka 70 Delegierte der Opposition. Von einer Fraktionsarbeit war so gut wie nichts mehr zu spüren In den letzten vier Wochen ist die Fraktionsarbeit, in DMV. erneut wieder aufgenommen worden. b. Union der Hand- und Kopfarbeiter: Industriegruppe Metali. Die Union hat nach ihren Angaben zirka 1200 zahlende Mitglieder der Metallindustrie. Die von Ostrowiti durch Er fassung der Unorganisierten, gebildete Industrieorgani. sation Metall( die etwa 1500 Mitglieder hatte) wurde mit der Union verschmolzen. Auch die abgesplitterte Gruppe der Kupfer. schmiede. zirfa 200 bis 300 Mitglieder, wurde ebenfalls nach anfangs hartnädigem Sträuben in die Union über geführt... Mit den auf dem Boden der Parteibeschlüsse stehenden Genossen ist eine neue tommunistische Fraftion gebildet worden. ,, Ueber die weitere Entwicklung der Berhältnisse läßt sich im Augenblick nichts Abschließendes sagen." c. Mafchinisten und Heizer. Hier besteht eine fleine Frat. tion, deren Arbeit jedoch in letzter Zeit auch nachgelassen hat. d. Kupferschmiede. Zu der nach der Abspaltung der oppositionellen Ortsgruppe der Berliner Kupferschmiede sich immer mehr wi der konsolidierenden reformistischen Zahlstelle des Verbandes der Kupferschmiede haben wir so gut wie keine Berbindung mehr. Holz.IG a) Candarbeiter. In Berlin besteht natürlich keine Fraftion; in ber Broving werden die Landarbeiter durch die Unterbezirkssekretäre 11. Industriegruppe Holz. mitbearbeitet, b) Gärtner und Gärtnereihilfsarbeiter. Der hier bestehenden fleinen, politisch nicht immer sehr geschidt arbeitenden ist es im Frühjahr d. J. gelungen, zwei Ge Boden in ble sepatung zu enflenben. Gin Genoffe noffen gehört der Gewerkschaftsfommission an. Die wichtig. sten Branch en befinden sich in unseren Händen.. c) Hausangestellte. Eine Verbindung besteht hier nicht. 8. Industriegruppe Leder. a. Holzarbeiter. Hier ist unser Einfluß nach wie vor ziem Iich start. Die Fraktion ist ziemlich gut erhalten geblieben, wenn es auch auf Grund der allgemeinen Verhältnisse nicht gelungen ist, entscheidenden Einfluß zu gewinnen. Es lag vielleicht daran, daß biefe gratti on politich nicht immer sehr gefø i dt auftritt. Berichte über die Tätigkeit der letzten Wochen tegen nicht vor. b. Böttcher. Hier bestand immer eine fleine, aber gut arbeitende Fraktion, von deren Tätigkeit in derlegten Zeit allerdings wenig zu merfen war. Berichte fehlen. 12. Industriegruppe Reichs-, Staats- und Kommunalbetriebe. a. Gemeinde- und Staatsarbeiter. Diese Fraktion ist unter a. Lederarbeiter. Diese Frattion hat sich gut gehalten, wenn auch ihr Einfluß auf die Gefanitmitgliedschaft dadurch zu rudder, Ungunft der Berhältnisse fast vollkommen zusammengebrochen. der, Ungunst der Berhältnisse fast vollkommen zusammengebrochen. ging, daß ungefähr die Hälfte arbeitslos ist. Der Bosten des Zurzeit fund noch zwei Genossen als Angestellte in der Ortsverwaltung. ersten Bevollmächtigten und die Mehrheit der Orts Für einige Betriebszweige find Betriebszellenzeitungen herausverwaltung sind fest in unserer hand. Im Zentral- gegeben. vorstand, der aus 13 Mitgliedern besteht, befinden sich 4 KB D.. Genossen. Zur Gemertjchaftstommission werben zwei Genossen gestellt... b. Sattler, Tapezierer und Portefeuiller. Hier besteht eine zahlenmäßig starke Fraktion. Die regelmäßigen Zusammenfünfte werden aber sehr schlecht besucht. Der Boften des erst en Bevoll mächtigten ist von unseren Genoffen besetzt, die Mehrheit der Ortsverwaltung besteht jedoch aus Reformisten. Bon den sechs unbcfoldeten Mitgliedern des Zentralvorstandes gehören drei unserer Partei an e. Schuhmacher. Unsere Frattion ist verhältnismäßig flein, der Einfluß auf die gesamte Mitgliedschaft der Organis fation ist entscheidend. Der Bosten des ersten Bepoll. mächtigten und die Mehrheit der Ortsverwaltung find, fest in unserer Hand. 9. Industriegruppe Nahrungs- und Genußmittel. a. Bäder und Konditoren. Die Aktivität dieser an sich fleiner, aber immer in Führung stehenden Fraktion hat in den legten gefunden, verbunden, vereinigt zu Einem Nun sind sie eins. Oder ein Neger vom Senegal ist der benachbart mit einem Berliner Handlungsgehilfen, Tarifklaffe zwei, der unter hundert Schulden und Sorgen Brüder, Schwestern und Mutter ernährte? Aber sie haben im Krieg gelegen ( flüstert die Stimme aus dem Nichts) gegeneinander. Wo sich aber die Nachbarn treffen, Menschen, die ihre Zunge trennt, aber Menschen mit Nieren und Herzen glaubst du, fie fühlten das heil'ge Bedürfnis, die Schädel einander einzuschlagendarum nur: weil sie Nachbarn sind? Ach, ich weiß es, du Schornstein in Essen ( flüstert die Stimme aus dem Nichts): Haß unter Bölfern das ist Berleumdung Aber die Lüge schürt leicht das Blut. Und mit Schaufeln heizen die Führer Lüge ins Volf, das Bolt ist der Ofen und ist die Maschine, die stampfen muß, und ist der Rüden, der tragen muß, und ist der Leib, der zerbrechen muß weil ihn der Führer im Nebel zerschellt zu tausend Millionen Atomen, Atomen.. ( flüstert die Stimme aus dem Nichts). Und der riesige Schlot steht da und schweigt. * Dich mein ich, ja dich, dich, der dies lieft, und feinen andern! Du gehst zur Wahl und du lachst? Stehst vor der Urne und lachst noch immer? Bater!, Mutter! Du hältst deiner Kinder Schicksal in Händen! Euer eig'nes, ihr Jungen, Männer und Mädchen, eurer ungeborenen Kinder Schicksal in euren Händen! Wo ihr nicht lacht, wenn das Leid die Herzen umfrallt Sterbender, Wunder, Blinder umtrallt das Herz ihrer Lieben, wenn sie das Wort trifft: Gefallen! ein Beil vor die Stirne lacht auch heut nicht, seid ernst, ihr steht vor der Urne ihr steht vor der Schlacht, von Gesicht zu Gesicht vor dem Tod. Der mit der Beitreibung beauftragte Polizeibeamte ließ sich aber von der Beklagten mit der Ausrede abweijen, daß gegen das Urteil Einspruch eingelegt sei. Auf einen Beweis für diese Behauptung hat der wadere Bollziehungsbeamte offenbar verzichtet. Auf einen erneuten Antrag auf Be treibung der Klagesumme, der erst nach vielen Bemühungen gestellt werden fonnte, erhielt der Prozeßvertreter Nachricht, daß die Pfändung bei Hillmann u. Heinemann fruchtlos ausgefallen sei. ein In diesem Fall ist der negative Ausgang der Pfändung aber besonders auffällig. Die beklagte Frma ist night etwa in Zahlungsschwierigkeiten. sondern ist im Gegenteil eine der finan ziell am besten gestellten Firmen der Stuck- und Gipsbranche. Die Inhaber derselben find Hausbefizer, verfügen über Grundstücke, haben mehrere Fuhrwerte, großes Lager an Gerüst materialien und Produktionsmitteln und beschäftigen zurzeit etwa 80 Arbeitnehmer Angesichts diefer Tatsachen muß allen Ernstes die Frage geftelt werden, ob das Polizeiamt Berlin Wilmersdorf, das die Beitreibung vornahm, blinde Bolstreckungsbeamte verwendet oder solche, die sich beim Pfänden die Augen verbinden lassen Oder fellte es tatsächlich um die Firma so übel bestellt sen, daß nicht einmal für 79 m. bei ihr zu pfänden ist? Bis zum Beweis des Gegenteils müssen wir dies bestreiten. % Die Organisation des Klägers wird den Beschwerdeweg bes schreiten; daß dieser Weg sehr lang und schwer gangbar ist, dürfte im allgemeinen bekannt sein. Ob er überhaupt zum 3 ele führt, wird die Zukunft lehren. Der Kläger ist zum Glüd noch jung und hofft daher, daß er noch vor seinem Tode in den Befih feines ausgeklagten Lohnes kommt. Es ist und bleibt aber geradezu ein Standal, daß die Behörde sich als ohnmächtig erklärt, gegen eine derartige Firma einen Bahlungsbefehl über 79 m. zu vollziehen. Ja den Marmorbrüchen von Carrara ist der Generalftreit verkündet worden, weil es nicht möglich gewesen war. zwischen den Beigern. und den Bergarbeitern eine Einigung zu erzielen. Der Streit wird von der faicistifen Gewerkschaft geleitet(!). An dem Ausstand nehmen die Arbeiter aller Industrien teil. Die Regierung hatte umsonst eine Einigung zu erzielen versucht. Verein der Berliner Buchdruder und Schriftgleßer. Morgen, Montag, nachnittag 5% Uhr in den Sophien- Sälen, Sophien ftraße 17-18, Generalversammlung. Berichterstattung von den LohnverhandIungen. Baugewerksbund, Fachgruppe der Töpfer. Außerordentliche Mitglieder. versammlung Montag abend 6 Uhr in den Residenz- Festfälen, Landsberger Straße 31. Tagesordnung: Die Ablehnung unserer gestellten Forderungen feitens der Unternehmer und Beschlußfaffung über weitere Maßnahmen. Die Funktionäre haben schon um 5 Uhr zu erscheinen. Gäfte und anders Organi fierte, durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Der Fachgruppenobmann. Deutscher Belleibungsarbeiterverband, Filiale Berlin, Sebaftianstr. 37-38. Serrentonfeltion: Mitgliederversammlung Montag abend 7 Uhr im Reichs tafino, Neue Königste. 26, Ede Wadzedstraße, für alle Rolleginnen und Rolle ginnen fowie Aufchneider und Ruschneiderinnen. Tagesordnung: 1. Bericht über die Lohnverhandlung mit den Arbeitgebern. Referent Rollege Rugebach. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung iff das Erscheinen aller in dieser. Branche Beschäftigten unbedingt notwendig. Mitgliedsausweis legitimiert. Damenmaßbranche und Konfettioisänderinnen: Funktionärversammlung am Donnerstag abend 6 Uhr Sebastianstr. 37-38, Sof part. Tagesordnung: Stellungnahme zur Ablehnung des Schiehsipruchs burch die Arbeitgeber, Mitgliedsausweis ist vorzuzeigen. Jedes Geschäft muß vertreten sein. Geschäfte ohne Funktionäre haben eine Delegation au ent Herrenwäschefabritation: Mitgliederversammlung am Freitag abend 7 Uhr in den Musikerfälen, Raiser- Wilhelm- Str. 31, großer Saal. Tagesordnung: 1. Die bevorstehenden Reichstagswahlen. Referentin Genoffin Marie Jumacz, M. b. R. 2. Bericht über die Berhandlungen mit bent Arbeitgeber. perband. 3. Berschiedenes. Eintritt nut gegen Borzeigung des Mitaliebs buches oder tarte. Ohne dies. oder mit mehr als vier reftierenben Wochenbeiträgen tetn 8utritt! Die Branchentommiffionen. fenden. Achtung, BBMI. Funktionäre! Die Vereinbarung über die Regelung der Tariflöhne für Rlaffe IV und V und weiterer Bestimmungen, gültig ab 27. Oftober 1924, ift im Berbandshaus des DMB., Bimmer 20, ab 4 Uhr ( Gonnabends Rimmer 4) täuflich erhältlich. Der Bichtigkeit wegen muß jeber Funktionär im Beste derfelben fein.. b. Beamtenfraktionen. Unser Einfluß unter den Beamten ist nach wie vor ziemlich schwach. Fraktionen bestehen nur bei den Postbeamten, Berufseuerwehrmännern und den Lehrern, Von der Postfraftion wird gefagt, daß fie zwar sehr flein ist, aber verhältnis fraffion wird gefagt, daß fie var fehr flein ist, aber verhältnis. mäßig gut zusammenhält. Die Genoffen verstehen aber vielfach noch nicht genügend politisch fler zu arbeiten." Die Feuerwehrfraffion ist ungefähr 40 Genoffen start und hält monatlich regelmäßige 3. November, 5 Uhr. ini Reichenberger. Hof. Sigungen ab. Jm engeren Vorstand der Berliner Orts. gruppe haben wir zwei Genossen und einige sympathisierende; im erweiterten Borstand drei Genossen. Unser Einfluß ist als ein ziemlich guter zu bezeichnen." Bon der Lehrerfraktion wird gejagt, daß sie verhältnismäßig gut arbeitet, vor allen Dingen rührig fei. Sie gibt eine Monatsschrift Socialistischer Erzieher" heraus. Der Borjihenbe der Berliner Ortsgruppe in der Gewerkschaft beutscher Boltsschullehrer ist in unserer Hand." Das rote Beamtenkartell hat sich wieder neu fonstituiert und feine Arbeit wieder aufgenommen. Deutscher Solzarbeiterverband. Bertrauensmännerperfammlung aller bent Reidsmantelpertrga unterstellt gewefenen Betriebe, am Dienstag, den 4, November, abends Uhr, im Andreanum, Andreasfit. 21. Am alefchen Tage unt 6 Uhr in demselben Botal Gigung der erweiterten Ortsperwaltung. Instrumentenarbeiter. Bertrauensmännerversammlung am Montag, den 13. Industriegruppe Verkehr. a. Eisenbahner. Durch den allgemeinen Personalabbau ist unser Gesamteinfluß auf die Eisenbahner start zurüdgegangen... Eine trotzdem noch gut funktionierende Fraktion besteht im Freien Eisenbahnerverband. Zu der reformistischen Ortsgruppe des DEV. haben wir so gut wie feine Verbindung mehr.... b. Hochbahner. Berbindungen bestehen nicht mehr; sie müssen schnellstens wieder aufgenommen werden. c. Straßenbahner.... Wir haben in den letzten Wochen wieder einige Verbindungen aufgenommen und sind dabei, die Fraftion neu aufzustellen. d. Transportarbeiter. Die Frattion ist wieder neu gebildet wor den, die unter der Leitung des neu gewählten Fraktionsvorstandes nunmehr wieder zu arbeiten beginnt. Die Frattion war in den letzten Monaten so gut wie tot. Gewerkschaftsbewegung ( Gewerkschaftliches siehe auch 4. Seite Hauptblatt.) Die Arbeitszeit in Polen. Mit Ausnahme der oftoberschlesischen Hütten industrie gilt in Polen der Grundjazz des Achtstunden tages. Bu den 52 Sonntagen tommen 20 und für den Bergbau 21 Feiertage, außerdem in den meisten Betrieben der 1. Mai. Nach Abzug dieser 74 Sonn- und Feiertage bleiben für die Arbeit 293 Tage, d. h. 48,67 Wochen zu 46 Stunden, im Jahr 2239 Wert stunden. Die Arbeiter sind zu einem 15tägigen Urlaub berechtigt. Nach Abzug der 92 Urlaubsstunden, die vom Unternehmer bezahlt werden, beträgt die Jahresarbeitszeit 2147 Stunden. Ein fefteingewürzeltes Gewohnheitsrecht will es, daß dem Arbeiter beim Beginn und Abschluß feines Tages werts mindestens je 5 Minuten gefchenkt werden. Diese täglich berlorenen 10 Minuten ergeben jährlich 48,7 Stunden. Alles in allem arbeitet alio der polnische Fabritarbeiter 2098,8 Stunden im Jahr. Die polnischen Wirtschaftstreife weisen darauf hin, daß in Frankreich um 342 und in Deutschland um 972 Stunden mehr gearbeitet wird. Polen habe von allen(?) Staaten Europas die kürzeste Arbeitszeit. * Der polnische Arbeitsminister Darosti erflärte, er werde zurüdtreten, falls die Arbeitszeit in der Süttenindustrie von neuem verlängert werden sollte. Fruchtlose Pfändung bei Hillmann u. Heinemann. In der Klagefache des Stuffateurs Barsanti, der als Baubefegierter bei der Studfirma Hillmann u. Heines mann, Berlin, rechtswidrig entlassen war, wurde die Firma am 23. März 1924 durch Bersäummisurteil des Innungsschiedsgerichts Berlin zur Zahlung von 79 m. verurteilt. Die Beklagte erhob feinen Einspruch, das Urteil wurde rechtsfräftig und daraufhin die Beitreibung des Betrages vom Prozeßrertreter des Klägers beantragt. Achtung, Buchbrucer! Die Kollegen bes 4. Besitts, die der Amfterdamer Richtung angehören, treffen fich heute, Sonntag, vormittag 9% Uhr im Solal von Schonad. Samariterite, 8( Ede Rigaer Straße). Achtung, SPD.- Befleibungsarbeiter! Mittwoch abend 7 Uhe im Reichsbafino, Reue Rönigftr. 26, Bersammlung aller SPD. Beleidungs arbeiter und arbeiterinnen. Tagesordnung: 1. Die bevorstehenden Wahlen und die Arbeiterschaft". Referentin Genoffin Minna Zoben hagen. 2. Fraktionsangelegenheiten. Materialausgabe. Der Fraktionsvorstanb. Achtung, SPD. Gemeinde- und Staatsarbeiter! Montag abend 7 Uhr im Gewertschaftshaus, Engelufer 24-25, Gaal 1, wichtige Ronferens aller Funktionäre, die auf dem Boden der GPD. ftehen. Tages. Reiner ordnung: Stellungnahme au den Wahlen. Materialausgabe. barf fehlen. Der Fraktionsvorstand. Baytung. SPD. Fabritarbeiter! Montag abend 6% Uhr im Gemertschaftshaus, Engelufer 24-25, Gaal 5, wichtige Besprechung aller SPD.. Sympathisierende tönnen Fabrikarbeiter. Parteiausweis mitbringen. durch Genossen eingeführt werden. Der Werbeausschuß. Achtung, Bergmann- Rofenthal! Dienstag nachmittag 4 Uhr in Manthens Gesellschaftshaus. Rofenthal, Sauptstraße, SPD.- Wählerverfammlung. Tagesordnung: Die Sozialdemokratie und die Arbeiterschaft". Referent Genoffe Karl Leid, M. b. 2. Sympathifierende und Die SPD.- Frattion. ,, Vorwärts"-Leser haben Zutritt. Materialausaabe. Achtung, Knorr- Bremse! Dienstag nachmittag 4 Uhr in der Schulaula Marktstr. 11, Fraktionsverfammlung der SVD.- Genoffen. Tagesordnung: Stellungnahme zu den bevorstehenden Wahlen. Freunde Der Fraktionsvorstand. und Anhänger der SPD. find eingeladen. Stumpffinnig und wahlmüde! So bezeichnet ein Aufruf des Landbundvorsitzenden Wangenheim die deutschnationale Wählerschaft. Im Gegensaz dazu herrscht in den Reihen der Sozialdemo fratie frischer Kampfesgeift, wie unfere ersten Wählerverfammlungen im ganzen Reiche beweisen. Noch stehen wir am Anfang der Wahlbewegung. Wir fönnen sie noch lebendiger und erfolgreicher gestalten, wenn jeder unserer Freunde sich zur Aufgabe macht, die sozialdemokratische Presse in immer weitere Kreise zu verbreiten. Das geschieht am besten, wenn neue Leser gewonnen werden für das Zentralorgan der Partei, den „ Vorwärts". " Nachstehender Bestellzettel ist auszufüllen und an die Hauptgeschäftsstelle des Vorwärts", Berlin S. 68, Lindenftraße 3, einzusenden.( In Orten außerhalb Groß- Berlins ist der Vorwärts" bei der Post zu bestellen.) " Ich abonniere den Borwärts" mit der illustrierten Sonntagsbeilage Bolt und Beit". der Unterhaltungsbeilage Heimwelt und der Beilage Frauenftimme" in Groß Berlin täglich zweimal frei ins Haus. 21. ( Monatlich 3.- Goldmart, wöchentlich 70 Goldpfennig.) Name: Wohnung: Straße Nr.. Dorn Hof Quergeb.- Seitenfl. Tr. lints rechts bet Wirtschaft Die Reichsbahn als Auftraggeber und Verbraucher. Die Deutsche Reichsbahngefellshaft hat anläßlich ihrer Gründung eine Dentfchrift veröffentlicht, die die Lage der Reichsbahn ausführlich schildert. Von besonderem Interesse sind die in der Schrift enthaltenen Angaben, die die Bedeutung der Reichs bahn als Auftraggeber und Verbraucher in der deutschen Wirtschaft beleuchten. Wir entnehmen ihnen folgende Uebersicht. 1. Rohle: Anschlag für 1924 13,1 mil. Tonnen. Verbrauch für 1000 Lokomotivfilometer 17,2 Tonnen. 2. Schmierstoff( Del usw.): Verbrauch für 1000 Lokomotivfilometer rd. 21 kg. 3 Oberbaumaterial.. StaatsReichsbahn ( einschl. bahnen ( ausschl. Rhein- und Einheit Elf- Lothr.) Ruhrgebiet) nach der nach dem Wirklichkeit Wirtschafts 1913 plan 1924 1. Länge der durchgehenden Gleife der Haupt und Nebenbahnen km 2. Länge aller übrigen Gleise 79 230 35 644 75 409 41 250 3. Anzahl sämtlicher Weichen, auf ein fache Weichen berechnet Stüd 258 400 245 400 4. Anzahl der zur Unterhaltg. d. Ober baues u. d. Weichen erfordert. Kräfte Köpfe 5. Auf 1 km Gleislänge( lfd. Nr.1) entf. 6. Gleislänge der Umbaustrecken mit Neustoffen 102 000 1,24 86 500 1,15 km 4013 5,00 8,18 M 7. Auf 100 km, Gleislänge( Ifd. Nr. 1) entf. Umbauftreden m. Gleislänge b. Verbrauch an 8. Schienen 9. Kleineisen 10. Weichen 11. 2fd. Nr. 8+ 9+ 10. 12. Von der Gesamtmenge( Ifd. Nr. 11) entf. auf 1 km Gleislänge( Ifd. Nr. 1) 2.000 Die Ueberfättigung des Bankgewerbes. Auf die Proteste der Börseninteressenten gegen die Börsenumsatzsteuer hat der Reichsfinanzm'nister eine ausführliche Antwort erteilt, in der er eine Prüfung der Frage ankündigt, ob nicht die allgemeinen Bedürfnisse der Wirtschaft, insbesondere der Interessen der Kleinaktionäre, eine Milderung der Börsenumsatzsteuer in nächster Zeit erforderlich machen. Im übrigen will der Reichsfinanzminister die Herabsehung der Börsenumsatzsteuer dem Parlament auch interessante Angaben dafür, daß die mit der Börse zusammenüberlassen. In dem Antwortschreiben des Minister ums finden sich hängenden Berufe heute im Verhältnis zum Umfaz außer= ordentlich start besetzt sind. Es heißt da: In einer vorläufigen Schäzung ist festgestellt worden, daß der Rurswert der an den deutschen Börsen gehandelten D videndenpapiere gegenüber dem Stande vor dem Kriege auf etwa ein Drittel zurückgegangen ist. Bezieht man die festverzinslichen Werte unter Hinzurechnung der neu zugelassenen Papiere ein, so ist der Rückgang des Gesamtwertes der gehandelten Papiere mindestens auf den fünften Teil erfolgt. In unverkennbarem wirtschaftlichen Mißverhältnis hierzu steht die große Zahl von Personen, die sich gewerbs. mäßig mit dem Effektenhandel beschäftigen. Das Prüfungsstellenverzeichnis für die Zwecke der Börsenumsatzsteuer beim Finanzamt Börse enthielt z. B. - am 1. Juli 1914 Kursmakler Fondsmakler. Bankgeschäfte 83 254 590 am 1. Dltober 1924 Kursmaller. Fondsmakler Bankgeschäfte 178 633 1765 zufammen 927 Stellen zufammen 2571 Stellen Die Zahl der Börsenbesucher ist in Berlin, soweit ich von hier aus habe feststellen tönnen, noch mehr, und zwar auf etwa das Bierfache des Friedens gestiegen. Bei beträchtlicher Ein. engung des Betätigungsfeldes und damit der normalen Verdienstmöglichte ten, läßt sich also eine überaus starte Vermehrung der sich Betätigenden und Verdienstsuchenden feststellen. Der Verfuch, für eine so unverhältnismäßig hohe 3ahl von Personen durch Herabsehung der Börsenumfaßfteuer neue und ausreichende Ver dienstquellen zu erschließen, dürfte nach der gekennzeichneten Sach118 000 lage, so wie sie sich auf Grund des hier bekannten Materials darstellt, fe nen Erfolg, jedenfalls einen Erfolg von irgendwelcher Dauer versprechen." 234 000 50 000 397 000 5,26 Ton. W " Ton. 295 000 132 000 42 000 469 000 5,94 Berbrauch an 13. bölzernen Bahn- u: Weichenschwellen 14. eilernen Bahn- u. Weichenschwellen Stüd 4 406 000 5 795 000 2.825 000 2 550 000 Stüd 7 281 000 8 345 000 92 15. fo. Nr. 18+14 16. Von der Gesamtmenge( Ifd. Nr. 15) 111 Nach dieser enormen Zunahme der Bankbetriebe und der Maklerstellen ist es fein Wunder, wenn heute nicht nur die steuerlichen, sondern auch die übrigen Belastungen des Börsenverkehrs außerordentlich hoch sind. Bantprovisionen und Spesen sind immer noch derart, daß sie den Abschluß von Effektengeschäften wesentlich erschweren. Unter diesen Umständen tann nicht davon die Rede sein daß die Börsenumsatzsteuer allein den Effektenumfah so sehr er fchwere, wie es die Interessenten behaupten. Deutschlands Bezugs- und Abfatländer. Das Statistische Reichsamt legt jetzt die Zusammenstellung der Warenein- und ausfuhr, gegliedert nach den einzelnen Bezugs- und Abfakländern für das erste Halbjahr 1924 vor. Im allgemeinen ergeben diese Zahlen, daß die Richtung des deutschen Außenhandels gegenüber der Zeit vor dem Kriege sich nicht wesent lich verändert hat. Zwar ist der Anteil Europas am Außenhandel um 11 Broz. bei der Einfuhr und um 5 Proz. bei der Ausfuhr größer als vor dem Kriege. Das erflärt sich aber zu einem wesentlichen Teil daraus, daß Deutschland nach dem Friedensdiktat von Versailles wesentliche Gebiete verloren hat, die auch später noch in engen Handelsbeziehungen zum Mutterlande standen, jezt aber in der Statistik als Ausland auftreten. Ebenso wird Lugem burg. das vor dem Kriege mit Deutschland in 3ollunion stand, heute von der Statistik als Ausland behandelt. Dadurch vermehrt sich naturgemäß der europäische Anteil am deutschen Außenhandel. Auch sonst ist die Statistit nur mit größter Vorsicht zu ge brauchen. Die deutschen Außenhandelszahlen umfassen nicht oder doch nur teilweise den Verkehr des Ruhrgebietes mit dem Ausland. Weiter ist zu berücksichtigen, daß im ersten Halbjahr 1924 die Preise bedeutend höher waren als im Jahre 1913, daß also auch die Wertverschiebung bei den einzelnen Waren, für die die verentf. auf 1km Gleislänge( ifd. Nr. 1) Als Arbeitgeber ist die Reichsbahn jetzt der größte Unternehmer der deutschen Wirtschaft überhaupt. Sie beschäftigt insge famt 700 000 Arbeitnehmer, nämlich 292 410 Beambe und 393 412 Arbeiter. Die Bedeutung der Reichsbahn als Arbeitgeber wird aber noch übertroffen von derjenigen, die die Reichsbahn mittelbar für die deutsche Wirtschaft hat. Sie gehört zu den größten Verbrauchern von Eisen, Rohle und Holz und kann mit ihrem Bedarf ganze Großunternehmungen voll beschäftigen. Die Mengen, die hier in Betracht tommen, sind so ungeheuer groß, daß die Wirtschaft mit dem stetigen Bedarf des größten Verkehrsunternehmens zu rechnen gewohnt ift. Große Gruppen verschiedener Gewerbezweige find in ihrem Abfah davon abhängig, ob die Reichsbahn Neuanlagen vornehmen fann oder nicht. Als z. B. neuerdings infolge der allgemeinen Breisübersteigerung am Inlandsmartt ohnehin die Aufnahmefähig. feit der Verbraucher versagte, die Reichsbahn aber infolge finanzieller Nöte darauf verzichten mußte, große Aufträge zu vergeben, verschärfte sich die Industrietrise im Lofomotivbau in der Schwerindustrie und im Rohlenbergbau. Bekannt ist, daß die Zechen des Ruhrgebietes für den plötzlichen Ausfall an Reparationstohlenl'eferungen einen Ausgleich darin Juchten, daß sie von der Reichsbahn eine größere Abnahme von Brifetts verlangten. Da die Reichsbahn über feine eigenen Produktionsstätten verschiedenen Länder als Bezugs- und Absazquellen in Betracht kommen, fügt von den Reparaturwerkstätten ist hierbei ganz abzusehen muß sie ihre Ware am freien Marft oder bei den Syndikaten fau fen. Die Reichsbahn dürfte heute der einzige Großfonzern in der Wirtschaft sein, der von den Rohstoff- und Materialproduzenten so abhängig ist, daß er die Preise nicht einmal durch eigene Produktionsbetriebe fontrollieren fann. Unter diesen Umständen ist es nicht verwunderlich, daß während der ganzen Inflationsperiode und noch bis in die Zeit der Etabilisierung hinein der Anteil der Sachtoften an den gesamten Betriebskosten der Reichsbahn größer war, als derjenige der Personaltoften, daß vor allem auch gegenüber der Vorkriegszelt sich das Verhältnis diefer Ausgaben zum Nachteil, der Arbeitnehmer verschoben hat. Erst in den Tekten Monaten war der Anteil der Personalausgaben etwas größer. Die Ursachen hierfür dürften jedoch in der starten EinJchränkung der neuen Aufträge, die die Reichsbahn an die Indu strie verteilt hat, zu suchen sein. das Bild wesentlich trüben. Mit den einzelnen Erdteilen entwickelte sich der deutsche Warenaustausch wie folgt( einschl. Gold und Silber): Preisnotierungen für Nahrungsmittel. Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels je Gerstengraupen, lose.. Gerstengrütze, lose Haferflocken, lose 44 Hatergrütze, lose lose..... Roggenmehl 0/1...... Weizengrieß Hartgrieß 70% Weizenmehl Weizen- Auszugmeh! Speiseeibsen, Viktoria Speiseerbsen, kleine Bohnen, weiße, erl Langbohnen, handveries. Linsen, kleine Linsen, große Kartoffelmehl Makkaroni, Hartgrieẞwr. Linsen, mittel Eternudeln Meh nudein 75,00-96,00 100,00-120,00 Zentner frei Haus Berlin. 18,50-24,50| Kakao. fettarm 17,50-18,00 Kakao, leicht entölt 21,00- 22,00 Tee, Souchon, gepackt. 320,00-400,00 20,50-22,50 Tee, indischer, gepackt. 400,00-470,00 17,53-19,50 Inlandszucker basis mel. 31,00-33,00 20,00-23,00 Inlandszucker Raffinade 24,75-26,0| Zucker Würfel 17,50-19,50 Kunsthonig 39,00-45,00 39,90-42,00 19,75-26,50 Zuckersirup hell in Eim. 40,00-45,00 18,00 24,00 Speisesirup dunk, in Eim. 27,00-31,00 16,00-18,00 Marmelade Einfr. Erdb. 90,00-95,00 23.00- 32,0 Pflaumenmus in Eimern 43,00- 45.00 Asien. Afrika Australien Einfuhr Millionen Goldmark Proz. d. GesamteinБаго. ausfuhr 1. Balbi. Halbjahrs- 1. Salbj. Halbjahrsdurchschnitt 1924 1913 1924 durchschnitt 1913 Europa Amerika. 1217,1 . 2418,6 3116,7 58,9 55,6 B 1530,5 27,2 27,8 428,6 534,5 9,6 9,6 211,7 257,6 4,7 4,6 206,7 163 8 4.6 2.9 Insgesamt 4482,7 5608,1 100,0 100,0 Ausfuhr Europa Amerika. 9 2063,6 3885,3 73 76,2 451,5 779,7 16,0 15,3 9 Afien Afrita Australien 242,1 274,1 8,5 5,4 59,3 108,1 2,1 2,1 108 52.1 0,4 1,0 5099,3 100,0 100,0 Insgesamt 2827,3 Die Statistik ergibt, daß der Anteil Europas am deutschen Außenhandel immer noch ein sehr großer ist und daß die Ueberjeeländer feineswegs den Ausfall des deutschen Exportes nach den Nachbarstaaten wettmachen fönnen. Daraus ergibt sich mit zwingender Notwendigkeit die Forderung, die deutschen an de Isbeziehun gen mit den europäischen Ländern moglich günstig zu gestalten. Das ist nur zu erreichen durch den Abschluß langfristiger Handels.. verträge, über den jetzt mit einer ganzen Reihe von Staaten verhandelt wird. Allerdings hat es den Anschein, daß man sich vormeisten Länder, insbesondere auch Deutschland, selbst sich für eine läufig nur zu furzfristigen Abkommen entschließen wird, da die 3olltarifreform freie Hand behalten wollen. Auf die 20 wichtigsten Bezugs- und Absa länder verteilte sich der Außenhandel Deutschlands in der Reihenfolge ihrer Bedeutung wie folgt( einschl. Gold und Silber): Einfuhr. Bereinigte Staaten Großbritannien Frankreich Argentinien Italien Schweiz Dänemark Niederländisch- Indien. Britisch Südafrila Desterreich. Belgien. Rußland: Südrußland Nordrußland China Brafilien Spanien Halbjahrs 1. Halbjahr burchschn. 21 621 1. Halbjahr 1924 1913 Mill. Goldmart 1924 Proz. der Gesamteinfuhr Halbjah durchfch. 195 797,1 857,8 17,8 15,3 • 441,6 541,6 9,9 9,7 89,4 295,5 2,0 5,8 Elsaß- Bothringen. 244,3 5,4 277,4 269,8 6,2 4,8 Britisch- Indien 211,9 270,9 4,7 4,8 Tichechoilowatei 210,1 4,7 Polen: Ostpolen. 40,8 0,9 Ostoberschlesien 184,9 8,0 Westpolen 21,8 0,5 Australischer Bund 188,2 148,1 4,2 2,6 Niederlande 181,8 179,8 4,1 3,2 168,9 166,7 8,8 3,0 147,9 108,5 8,3 1,9 121,9 96,7 2,7 1,7 119,2 118,8 2,7 2,0 94,0 43,5 2,1 0,8 9 68,7 1,5 65,8 181,7 1,5 3,2 47,1 1,1 18.2 0,4 62,6 71,6 1,4 1,3 54,4 131,7 1,2 2,4 52,0 99,5 1,2 1,8 Ausfuhr. Proz. der Gesamtausfuhr 274,2 350,0 9,7 6,9 Großbritannien 229,8 725,6 8,1 14,2 Bereinigte Staaten 202.4 356,6 7,2 7,0 Tichechoslowakei. 167,5 5,9 150,7 271,0 5,5 5,3 151,7 5,4 158,0 142,9 4,9 2,8 70.1 2,5 52,6 1,9 12,1 0,4 129,8 117,1 4,6 2,2 103,7 199,3 3,7 3,9 Argentinien 85,5 189,2 3,0 2,7 Japan 73,2 61,4 2,6 1,2 Britisch- Indien 65,9 75,4 2,3 1,5 Norwegen China 59,0 81,4 2,1 1,6 58,4 61,5 2,1 1,2 Brasilien 50,2 100,0 1,8 2,0 45,7. 48,8 1,6 1,0 45,2 75,2 1,6 1,5 89,8 896,2 1,4 7,8 5,2 0,2 42,4 1,5 Niederlande Schweiz. Desterreich Dänemart Bolen: Ostpolen. Ost- Oberschlesien Westpolen Schweden Italien Finnland Rumänien Frankreic Elsaß- Lothringen. Danzig. 8425 232TIT Diese Uebersicht ergibt, daß eine ganze Reihe von Staaten ihren Anteil an dem deutschen Außenhandel steigern fonnten, andere ihn wesentlich verrringert haben. Die Unterschiede sind jedoch, wenn man sie auf ihre Rückwirkung für den gesamten deutschen Außenhandel nachprüft, nicht sehr groß. Ausfallend ist z. B. der Rückgang Der deutschen Ausfuhr nach Großbritannien, die im ersten Halbjahr 1922 faum ein Drittel des Standes von 1913 betrug. Unter den Einfuhrländern haben Italien und Spanien ihren Stand vergrößern tönnen. Das Statistische Reichsamt verweist darauf, daß bei diesen Ländern die Saisonausfuhr von Südfrüchten, die vor43,08-46,60 Bratenschmalz in Tierces 97,00-98,00 nehmlich im Frühjahr erfolgt, eine große Rolle spielt. 18,50- 29,50 Steinsalz, in Säcken 31,00-37,50 37,50-51.00 Siedesalz in Säcken 17,75 19,50 3,103,60 3,70-4,20 4.40- 5,00 5,20- 5,80 Noch jetzt steht die Reichsbahn unter dem Drud der hohen Preise für ihre Betriebsmittel. Kohle, Eisen und Schwellen find heute noch um 19 bis 63 Broz. über dem Borkriegspreis. Derartige Preissteigerung nimmt das Berkehrsunternehmen des Deutschen Reiches hin, während sie bei Lohnforderungen sich auf das fräftigste zur Wehr seht. Wie notwendig gerade eine gemeinwirt. fchaftliche Kontrolle bei dem Materialbedarf der Reichsbahn notwendig wäre, zeigt allein schon die Tatsache, daß jede unnüze Verbeuerung des Reichsbahnbetriebes doppelt schwer wirfen muß, Ringäpfel, amerik. in einer Zeit, wo die Reichsbahngesellschaft in hohem Maße zur Erfüllung des Londoner Bertrages herangezogen wird und die gesamte Wirtschaft eine Ueberspannung der Tarife Sultaninen Caraburnu.. 75,00-92,00 Molkereibutter lla i. Fäss. 190,08-197,00 nicht verträgt. Mef- Stoffe Winter- Paletot- und-Ulster- Neuheiten, reine Wolle. von 9,80 Mark an Velour de laine( Affenhaut), schwere Mantelware, 130 breit, von 7,20 Mark an Molkenmarkt 14 Ecke Molkenstraße. Bitte genau auf Eingang Nr. 14 zu achten! Tuchhaus MEFreitag 47,00-52,00 Bratenschmalz in Kübeln 97,50 99,00 25,00-30,00 Purelard in Tierces 92,0 Bruchreis 17,5-18,09 Purelard in Kisten... 93,00- 93,50 Rangoon Reis 19,00 20,00 Speisetalg in Packung 65,00-66,00 Tafelreis, glasiert, Patna 24,25-32,00 Speisetalg in Kübeln Tafelreis, Java. 32,75-42,00 Margarine, Handelsm. i 66,00 desgl. II. 60,00-63,00 40,00-43,50 Margarine, Speziaim. I.. 80,00-84,00 54,00-61, 0 desgl. 11. Getr Pilaumen 90/100. Pflaumen, entsteint Cal. Pflaumen 40/50 85,00-90,00 69,00-71,00 60,00-65,00 Molkereibutter la i. Fäss. 222,00-223,00 29 Rosinen in Kisten, Candla 60,00- 70,00 Molkereibutter i. Pack. 227,00-229,00 70,00-75,00| Molkereibutter i. Pack. 190,00-207,0 190,00 Auslandbutter in Fässern 230,00-236,0 200.00 Corned beef 12/6 lbs p. K. 40,00-42,00 106.00-115,00 Ausl. Speck, geräuchert 108,00-120,00 55,00 65,00 Quadratkäse? 1. 50,00-6,00 120,00-125,04 Tilsiter Käse, vollfett 120,00-135,00 165,00-170,09 Bayr. Emmenthaler 160,00-170,09 200,00-223,00 Echter Emmenthaler 175,00-185,60 Korinthen. choice Mandeln, süße Bari Mandeln, bittere Bari Zimt( Cassia) Kümmel, holländischer Schwarzer Pfeffer Singap. Weißer Pfeffer Rohkaffee Brasil Röstkaffee Brasil Röstkaffee Zentralam. Röstgetreide. lose Rohkaffee Zentralamerika240,00-365,00 Aust. ungezuck.CondensROAL 5$ EINE ZIGARETTE VON RANG 260,00-300,00 milch 48/16 330,00-390,00 Inländische desgl. 48/12 20.00- 21,75 inl. gez. Condensm. 48/14 21,00-23,50 16,50- 19,25 25,00- 26.00 Von Schweden abgesehen ist der deutsche Export nach allen Staaten heute geringer als vor dem Kriege. Die Außenhandelsbilanz ist troftlos paffiv: die Einfuhr ist bedeutend größer als die Ausfuhr. Dieses Mißverhältnis läßt sich nur mildern oder be feitigen durch eine planmäßige Förderung unserer Warenausfuhr. Diese aber ist nur denkbar, wenn das deutsche Bolt entgegen den Wünschen seiner Reaktionäre seine Handelspolitik Darauf zuschneidet, daß es bewußt in den elfmartt hineintritt, also unter Absage aller handelsfeindlichen Schutzzollbe. strebungen und unter vernünftiger Förderung des Freihandelsgebankens. Musikaufträge übergibt man nur dem Nachweis des Deutsch. Musiker- Verbandes. Annahmestellen: Rosenthaler Str. 14.( Norden 4719), Bernburger Str. 30( Nollend. 647). Defff EDEL WIE DER NAME MASSARY! 68 692 Herbst- Meffe bei Jandorf Montag Dienstag Mittwoch Schluß- Verkaufstage Damenwäsche mit Taghemd Hahlsum 1.35 reiche Taghemd Stickerel Kniebeinkleid mit Hohlsaum Nachthemd 2.35 1.45 mit Hohlsaum garniert 3.45 Prinzeßrock mit Hohlsaum garniert 3.25 Kleiderstoffe Blusenstoffe gestreift Meter 0.95 Schotten doppeltbreit Meter 1.65 Blusenflanell englische Art Meter 2.95 reine Wolle Popeline viele Farben doppeltbreit Meter 3.90 Damast Halbseide ca 85 cm breit f. 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Abendbrotteller mit Goldband und Linie 0.60 Kompotteller mit Goldband und Linie 0.45 Küchengarnitur 22 teilig, m. Golddekor 14.50 Kottbuser Damm * Wirtschaftsartikel Eimer emailliert, ca. 28 cm Kohlenplätten poliert 2 Gasplätten fein vernickelt, mit Er hitzer, Garnitur.... Brotkasten fein lackiert Glas 1.10 2.95 8.95 3.45 Butterdosen geprefie 0.35 Kuchenteller ca. 32 cm, Diamantmuster 1.25 Sturzflaschen glatt 0.65 Bierbecher schmolzen 0.12 Teebecherchmolzen 0.12 Wilmersdorfer Str. Sie wußten es noch nicht? Gerade für Persi Wollwäsche ist e so schön! All die hübschen modernen Sachen in ihren freundlichen Farben können Sie so bequem waschen! Machen Sie einmal an einem kleinen Stück einen Versuch. Sie werden selbst überrascht sein, wie schön es wird, Natürlich behandelt man Wolle und Buntsachen stets handwarm. Mit Persil gewaschene Wollsachen bleiben locker und weich, verlieren die Form nicht und bekommen ein schönes neues Aussehen. Persil das Paket 45 Pfennig. 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Hilferding, an seinen programmatischen Artikel Probleme der Zeit" im ersten Heft der Gesellschaft" an, indem er die Grundlagen und Richtlinien einer demokratischen Außenpolitik zeichnet. Die Wandlungen, die sich jetzt in der europäischen Politik zeigen, werden zurüdgeführt auf die tiefgreifenden Umbildungsprozesse, die sich in der Wirtschaft Europas und Ameritas vollziehen. De Richtlinien der sozialdemokratischen Außenpolitik, die der Verfasser als realistischen Pazifismus bezeichnet, ergeben sich nicht aus opportunistischer Anpassung an die jewe lige außenpolitische Konjunktur, sondern aus der objektiven Prüfung der ökonomischen und politischen Faktoren, die sich bei dem jetzigen Umwandlungsprozeß der internationalen Politik ergeben. Ein weiterer wichtiger Beitrag, der die theoretische Diskussion innerhalb der Partei beleben dürfte, ist der Aufsatz von Friz Baade Richtf nien für ein sozialdemokratisches Agrarprogramm". Der Verfasser untersucht die Entwicklung, die die deutsche Landwirt schaft in den letzten Jahrzehnten durchgemacht hat, um eine Reihe praktischer Maßnahmen vorzuschlagen, die den Inhalt einer fozialift schen Agrarpolitik bilden sollen. Im Anschluß daran untersucht der Verfasser auch die Landarbeiterfrage, die nur bei der energischen Durchführung einer sozialistischen Agrarpolitik lösbar erscheint. Ein außerordentlich wichtiges und interessantes Problem unter sucht R. S. Fuchs in einem Auffah Zur Biologie der menschlichen Arbeit". Hier wird die Frage der Steigerung der Produktion und der Intensivierung der menschlichen Arbeitsleistungen an Hand der neuesten wissenschaftlichen Untersuchungen geprüft und gleichzeitig Kritik geübt an den negativen Seiten des Taylorsystems, das von den verschiedensten Seiten aus als Heilmittel gepriesen wird. Die Behandlung dieser Frage in unserer wissenschaftlichen Zeitschrift dürfte die Aufmerksamkeit breiterer Kreise der Parteigenossen auf das Studium der Arbeitsprobleme lenfen, die schon jetzt im Mittelpunft unserer wirtschaftspolitischen Kämpfe stehen. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrit sind Berlin SB. 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin ftets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trep. rechts, zu richten. Bezirksvorstand. Donnerstag, den 6. November, abends 8 Uhr pünktlich, wichtige Sigung im konferenzzimmer der„ Borwärts"-Redaffion, Lindenstr. 3. * Arbeiterwohlfahrt. Ronferens mit den bisherigen Bertrauensfrauen des Notdienstes am Dienstag, den 4. November, abends 8 Uhr, im Reichstafino, Neue Rönigftr. 26. 1. Areis mitte. Montag, den 3. November, 7½ Uhr, Gigung des erweiter. ten Areisvorstandes bei Dobrohlaw, Swinemünder Str. 11. Anschließenb Dienstag, den 4. November, Sigung der Stadt- und Bezirksverordneten. 71 Uhr, Areisvertretertag im Reichstafino( früher( Bubi- Gäle), Neve Rönigftr. 26. 3 Kreis Webbing. Dienstag, den 4. November, 7 Uhr, Areisvertreterver fammlung in den Bharus- Sälen. Müllerstr. 142( unterer Saal). Vortrag des Genoffen Leid: Die Wahl am 7. Dezember". Aufstellung der Randi daten zum Landtag. 4. Areis Brenzlauer Berg. Erweiterte Kreisvorstandssigung Dienstag, den 4. November, 7 Uhr, bei Alug. Danziger Str. 71. Die Abteilungslette. Mittwoch, den 5. November, 7% Uhr, rinnen treffen sich 17 Uhr dafelbft. bei Rösner, Immanuelkirchfte. 25, Beamten werbeabend. Es wird ersucht, Beamte, die möglicherweise für uns zu gewinnen find, zur Teilnahme zu veranlaffen. 5. Areis Friedrichshain. Montag, den 3. November, 7 Uhr, Areisvertreterfonferenz in Schmidts Gesellschaftshaus, Fruchtstr. 36a. Tagesordnung: 1. Bortrag des Genossen Otto Meier: Die Bedeutung der Wahlen für die Sozialdemokratie". 2. Distuffion. 3. Borschläge für die KandidatenTiften. 4. Berschiedenes. Die Abgeordneten und Delegierten des Kreises werden gebeten, pünktlich zu erscheinen. Mandatsausweis, Delegiertenfarten fowie Mitgliedsbuch find mitzubringen. 6. Kreis Kreuzberg. Dienstag, den 4. November, 7 Uhr, bei Wolf, Gräfeftraße 26, Konferens aller Selferinnen für Agitation, Rinderfreunde, Atbeiterwohlfahrt und Kinderschuh. 7. Kreis Charlottenburg. Montag, den 3. November, 7½ Uhr, Kreisver treterversammlung in der Aula des Schiller- Realgymnasiums, Schillerftraße 26. Tagesordnung: 1. Der 7. Dezember und die Sozialdemokratie". Referent Genoffe Nietisch. 2. Borschläge zur Aufstellung der Randidaten. Aur Teilnahme find berechtigt die in den Abteilungen gewählten Delegierten, die Abteilungsvorstände, die Mitglieder der Bezirks- und Stadtverordnetenversammlung sowie Stadträte. Den Abteilungen wird empe fohlen, am Saaleingang ein Verzeichnis der Delegierten abzugeben. 9. Kreis Wilmersdorf. Dienstag, den 4. November, 8 Uhr, Areisdelegiertenversammlung bei Kulta, Lauenburger Str. 21. Tagesordnung: Aufstellung der Reichstags- und Landtagskandidaten. Die Bezirkstagsdelegierten müffen ebenfalls erscheinen. 11. Kreis Schöneberg- Friedenau. Montaa. den 3. November, 8 Uhr. Kreismitgliederversammlung im Lokal Wilhelmshof. Ebersstr. 80. 1. Vortrag des Genossen Landa. 2. Stellungnahme zur Randidatenaufstellung. 12. Areis Steglis, Lichterfelde, Lankwik. Montag, den 3. November, 7% Uhr, bei Zimmermann. Steglik. Am Martt 3. Areisdelegiertenversammlung. Alle alten Kreisdelegierten haben zu erscheinen. Neue Mandate werden nicht ausgegeben. Bortrag des Genossen, Richard Krille:„ Der Wahlfampf". Montag, den 3. November, im Rathaus Steglis, Fraktionssigung. Sämtliche Stadt- und Bezirksverordneten sowie Bürgerdeputierten müssen erscheinen. An die Berliner Arbeiterschaft! Die Kinos und ihre Programme hatten bisher einen vorwiegend kleinbürgerlichen Charakter und werden vielfach im Interesse reaffionärer Bestrebungen mißbraucht. Zum erstenmal ist es gelungen, einen Großfilm herzustellen, der die Nöte und Sorgen der Arbeiter, Angestellten und Beamten in unserem tapitalistischen Zeitalter aufzeigt und dahin austlingt, daß nur durch starte gewertschaftliche und politische Organisationen die Proletarier ihre Befreiung erkämpfen fönnen. Nur einheitliches, geschlossenes Auftreten aller Hand und Kopfarbeiter verbürgt den Sieg der Enterbten und Ausgebeuteten. Das will der Film„ Die Schmiede" allen Arbeitern mit auf den Weg geben. Die unterzeichneten Organisationen fordern die Berliner Arbeiterschaft auf, die Kino- Theater zu bejuchen, welche den proletarischen Film„ Die Schmiede" zeigen. Bezirksverband der SPD. Groß- Berlin. 3. A.: Franz Künstler. Gewerkschaftskommiffion Berlin und Umgegend.. 3. A.: Gustav Sabath. Jugendsekretariat der SAJ. 3. A.: Walter Rüdiger. 13. Kreis. Dienstag, den 4. Rovember, 7½ Uhr, Fraktionssigung im Rathaus Mariendorf, Rimmer 26. Tempelhof. Mariendorf, Marienfelde, Lichtenrabe: Dienstag, den 4. November, Kreisvertretersikung pünktlich 716 Uhr in der Schulbarade am Bahnhof Mariendorf. Tagesordnung: Stellungnahme zum Bezirksparteitag am 7. November. 14. Kreis Neukölln. Dienstag, den 4. November, 7½ Uhr, Areisvertreterversammlung in den Baffage- Sälen. Tagesordnung: 1. Bortrag des Ge noffen Dr. Löwenstein. 2. Aufstellung der Randidaten. Montag, den 8. November, 7 Uhr, Fraktionssihung im Rathaus. 15. Rreis. Areisvorstandssigung mit den Funktionären und Delegierten zum Bezirkstag Mittwoch, den 5. November, 7% Uhr, bei Schöps, Niederfchöneweibe, Grünauer Str. 8. 17. Areis Lichtenberg. Abteilungsmietervertreter, Beifiker und Schöffen: Sigung Dienstag, den 4. November, 7% Uhr, in der Bibliothet, Weichselftraße 28. Morgen, Montag, den 3. November: 15. Abt. Bünktlich 7 Uhr bei Goldbach. Binetaplas 7, außerordentliche Mitaliederversammlung. 8 Uhr Frauenabend ebenba. Ref. Genoffe Riegmann. 17. Abt. 7 Uhr Funktionärtonferena bei Dole, Nordhafen 6. 18. Abt. 7 Uhr Funktionärtonferenz bei Müller, Uferftr. 12. 20. Abt. 7 Uhr Sigung der Funktionäre bei Bofe. 23. Abt. 7 Uhr Funktionärsikung bei Grunwald. Stellungnahme zur Kreisvertreterversammlung und zum Bezirtstag. Wilmersdorf. 70. Abt. Pünktlich 8 Uhr erweiterte Borstandssikung bei Rroik. Solsteinische Str. 60. Tagesordnung: 1. Borbefprechung der Randidaten. Tifte. 2. Einteilung der Wahlarbeit für einzelne Bezirke. Alle Funt 72. Abt. 8 Uhr tionäre und freiwilligen Mitarbeiter milffen erscheinen, Gikung des Abteilungsvorstandes und sämtlicher Funktionäre bei Rüthue, Mecklenburgifche Str. 14. 79. Abt, Schöneberg. Alle Mitglieder beteiligen fich an ber Kreismitglieder. perfammlung um 7% Uhr im Wilhelmshof. Ebersstr. 80. Reukölln. 90. Abt. 7% Uhr in der Aula der Anohenmittelschule Donauffe. 120, Abteilungsversammlung. Tagesordnung: Stellungnahme zu den Wahlen. Aufstellung der Kandidaten. Wahl der Delegierten zum Bezirtstag. 98. Abt. 7 Uhr wichtige Mitgliederversammlung bei Teich, RnesebedStraße 135. Tagesordnung: Stellungnahme und Wahl der Delegierten sum Bezirkstag 103. Abt. Oberschöneweibe. 7½ Uhr Funktionärsikung bei Imberg. 104. Abt. Rieberschöneweibe. 8 Uhr im Lobal Thiele, Berliner Str. 38, Gigung fämtlicher Funktionäre. Alle Bezirksführer müffen anwesend sein. Jungsozialisten. Arbeitsgemeinschaft Engelhardt: 8 Uhr Jugendheim Linden. ftraße 3. Sonntag, 2. November 1924 Frauenveranstaltungen am Montag, den 3. November: 81. Abt. Friebenau 8 Uhr bei Alabe, Sandjernstr. 60-61. Referentin Gee nossin Maria Sodann: Agitationsfahrt durch Thüringen". 95 Abt. Reukölln. 7½ Uhr bei Grieger, Leffingftr. 9, Vortrag der Genoffia Seeger: Die Frau und der politische Kampf". Frauen als Gäste find eingeladen. Frauenveranstaltung am Dienstag, den 4. November: 9. Abt. 7 Uhr bei Sübner, Wilsnader Str. 34, Frauenabend. Bortrag mit gemütlichem Beisammensein. Gäste willkommen. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 86. Abt. Marienborf. Die Einäscherung unseres am 30. Oktober ver. storbenen Genoffen Baul Weber findet am Dienstag, den 4. November, nachmittags 3½ Uhr, im Krematorium Baumschulenweg ftatt. Jugendveranstaltungen. Achtung, Jugendgenossen! Ru der Arbeitsgemeinschaft Abraham: Die deutsche Reichsverfassung", merden noch Anmeldungen im Jugendfetretariat entgegengenommen. Die Vorbesprechung findet am Donnerstag, den 6. d. M., im Jugendheim Lindenstr. 3 statt. Heute, Sonntag, den 2. November: Generalversammlung vormittags 9 Uhr im Realgymnasium, Neutölln, Raiser- Friedrich- Str. 208. Friedrichsfelde: Besuch der Treptower Sternmarte. Treffen 45 Uhr Bahnhof. Tempelhof: Fahrt Ludwigsfelde. Treffen 7% Uhr Attilaplak. Werbebezirk Oftbahn, 17. Kreis. Seute abend 18 Uhr im Jugend heim Lichtenberg. Varkaue 10, Eudwig- Frank- Abend. Referentin Sedwig Wachenheim. Morgen, 7% Uhr, Abteilungsmitgliederversammlungen: Moabit I: Waldenfer Straße. Stralauer Viertel: Naglerstr. 3. Karls horft: Schule Auguste- Bittoria- Str. 35. Hermsdorf: Roonstraße. Friede. nau: Offenbacher Str. 5a. Bericht von der Generalversammlung. Geschäftliche Mitteilungen. Das Prinzeß- Theater, früher Folies Caprice, eröffnet heute mit der befannten Direktion der Carl- Rudolph- Bühnen und gliedert sich als drittes Lichtfpieltheater den beiden anderen. Saalburg- Schöneberg und Theater des Bedr dings, Berlin 9., an. Die Direktion wird bemüht fein, ihrem Bublikum erstklassige Brogramme zur Aufführung zu bringen. Man acte auf das heutige Inferat. Belalauf ist Bertrauenssache! Dies bewährt fich, wenn Sie bei Shrem Belzeinkauf die Firma Schlötde u. Männel, Große Frankfurter Str. 106, 2. Etage, berücksichtigen, auf deren Inferat in unserem Blatte mir verweisen. Sie finden dort die größte Auswahl in Belzmänteln und jaden, tragen, -hüten, Geh- und Sportpelzen. Breußisch- Süddeutsche Klaffenlotterie. Die Erneuerung der Boſe zur 2affe der 24.( 250.) Lotterie ( Jut iläums- Lotterie) muß zur Bermeidung des Anspruchsverluftes spätestens am Freitag, den 7. November 1924, abends 6 Uhr, bei dem zuständigen Lotterie- Einnehmer unter Borlegung des Loies 1. Klasse und Zahlung des Einfages für die 2. Klasse Es tommen gefchehen. Die Biehung beginnt gm Freitag, den 14. November 1924. 9000 Gewinne im Gesamtbetrage von 1113 000 Goldmart zur Ausspielung. Der Höchftgewinn beträgt 100 000 Goldmart Stoffe für Herren- und Damen- Bekleidung Beste Fabrikate, große Auswahl! Paletot- u Ulster- Stoffe Flausch, Velours, glatt u. in engl. Art gemust., Breite 140/50 cm. Mtr. 15.-, 20.-, 25.- 10.Gabardine, Rips, Rips, Ondelé für Kleider und Kostüme, 6.Breite 130/40 cm... 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Baumschulenweg. 86. Abt. Mariendorf. Der Vorstand. Nach über 1 Jahr langer Krankheit erlöste der Tod am 30 Ottober unseren lieben, braven und hochverehrten Turngenossen Paul Weber Cin von seinem qualvollen Leiden biederer, ehrlicher Charakter, ein maderer Rämpfer und humorvoller Mensch ist uns zu früh im 57. Lebensjahre verioren gegangen Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. Die Einäscherung findet am 4 Nov. 1924, nachm 3½ Uhr, im Krematorium Baumschulenweg ftatt. Bahlreiche Beteiligung erwartet Turnverein ,, Fichte" 2796 17. Gruppe. Deutscher Metallarbeiter- Verband Achtung! Drahtarbeiter Achtung! Montag, den 3. November, abends 7 he. im Lofal von Schneider, Zilfiter, Ede Zorndorfer Straße: Branchenversammlung aller in der Drahtindustrie beschäftigten Kolleginnen und Kollegen. Tagesordnung: 1. Bericht über unsere Lohnverhandlungen. 2. Diskussion 3. Branchenangelegenheiten. Achtung! Rohrleger und Helfer! Dienstag, den 4. November, abends 7 Uhr, im Jugendheim des VerbandsHauses, Cinienste. 83/85: Bertrauensmännertonferenz. Dienstag, den 4. November, nachmittags 5 Uhr, im Cotal von Bieberstein, Adalbertstr. 59: Gruppenversammlung der kühlertlempner. Tagesordnung: 1. Bericht über bie Lohnverhandlungen 2. Diskussion. Die Wichtigkeit der Tagesordnung macht ANDERS' am Bahnhof Wedding Reinickendorfer Straße 16 Auf Tellzahlung Anzüge schick u. Herren- Paletots modern Damen- Garderoben Pelzkragen! Einsegnungs- Anzüge n. Kleider e Riesen MOBEL Auswahl und Polsterwaren, eigenes Fabrikat Erleichterte Zahlungs- Bedingungen! Kredithaus, Anders' Größtes Haus direkt am Nettelbeckplatz 16 Reinickendorfer Strasse 16 Pank-, Gerichtsstrassen- Ecke Besichtigung ohne Kaufzwang erbeten. Schokoladen! Mauxion Sarotii Trumpf- Brocken Stollwerck, Cyliax es jeben Kollegen zur Pflicht, in diefer Cervusa und andere Mark en Bersammlung zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. Bekanntmachung. des Die auf den 7. Dezember 1924 angefegten Wahlen zum Berbandstag Preußischen Landesverbandes jü-| discher Gemeinden sind auf Sonntag, den 1. Februar 1925 Derlegt worden. Die in der Bekanntmachung vom 20. Ot tober d. 3. mitgeteilten Termine der Auslegung der Wählerliste für den Wahltreis 2( Groß- Berlin) werden aufgehoben. Die Bekanntgabe der neuen Termine erfolgt demnächst. Anmeldungen zur Wählerliste fönnen noch bis 31. Dezember 1924 erfolgen und find an den unterzeichneten Borstand, Berlin N 24, Oranienburger Straße 29, Bimmer 33, zu richten. Berlin, 28. Oftober 1924. Borstand der Jüdischen Gemeinde. Goldriegel, Speise Exquisit, Schmelz und andere Schlager in großer Auswahl! Bei größeren Abnahmen entsprechender Mengen Rabatt! Eisen& Diamant Kaiserstraße 4 Andreasstr. 13 Landparzellen Auf Teilzahlung Anzahlung footing, Borort Falkensee b. Spandau, 10 Min vom Bahnhof in herrlicher Lage, Rest in 6 Monatsraten o altem Dauerwald umgesen, guter Boden. 8u Ladenpreisen tausen Sie die zum Teil m. 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Er versteht es, den einzelnen im engen Kreis wirklichkeitsflar ohne Uebertheatralit zu meistern. Er versteht die Realistit, die ben Dingen anhaftet, mit einem sarten Impressionismus zu umspinnen, ohne daß eine Manier besonders hervortritt. Im Mittelpunkt der Handlung steht die Arbeiterschaft eines großen Wertes. Aus Not, Leiden und Lebensiust entstehen die hundert Konflikte, die die Seele des Arbeiters nicht zur Ruhe tommen lassen. Ganz langsam steigt der Streifgedanke auf. Hier wird es versucht, und da wird es begonnen, doch es scheitert zunächst. Denn nur einer ist da, der die Lebensfrage der Organisation zu schäßen weiß. Die anderen stehen noch indifferent beiseite und müssen zähneknirschend zu Streuze friechen, als man ihre Wünsche nicht erfüllt. Aber aus diesem ersten Versagen wächst der große Gedanke des Bu sammenschlusses, bildhaft schön gestaltet, zur allumfassenden Joee; und als alles gerüstet ist, bricht als Antwort auf neue Drangfal bas große Kämpfen los, das mit dem Siege endet. Sinein spielt vieles aus dem engsten Leben der Arbeiter. Treffend hingestellt und in flaren 3ügen getreu wiedergegeben. Einiges ist noch zu sehr mit dem Auge des Theatermannes gesehen. Das Liebesintermezzo der Arbeitertochter, bie in die Arme eines weichlichen Direktorsjohnes gezogen wird, erinnert start an Ohnets ,, Hütten befizer" und an ein paar verwandte Szenen Sudermanns. Aber man geht darüber hinweg und bewundert die bis zum Schluß geführte Steigerung, die in einer glänzend gesehenen Apotheose ihren Abschluß findet. Die Darsteller wußten sich gut auf den Beinen der Arbeiter zu halten. Daß einiges im Seelischen noch nicht gelang, soll ihnen nicht verübelt werden. Das proIetarische Denten ist dem Schauspieler leider noch etwas Neues. Von den Darstellern seien genannt: Herr Esset als Schmied, Frau Simrod und Fräulein Spatower als Schwestern des Schmieds, Fräulein La Porta als Haushälterin des Wertoirettors, Herr Sillei als Werkmeister und endlich ber feine Martin Herzberg als Schusters sohn. Die Aufgabe der Industriebauten löste mit Geschid Paul Hezet. Die Uraufführung im Luisentheater in der Reichenberger Straße fanb als gutes Omen ein start und ehrlich begeistertes Publikum. Martin Berger und seine nächsten Mitarbeiter durften aus den Händen der Leute, die sie zu schildern verstanden haben, Blumen entgegennehmen. Begeistert stimmie das Haus die Internationale" an. Die Filme der Woche. Eine Wetterentvidlung ist nicht immer eine Höberentwiddung, be trachtet man aber die letzten deutschen Filme, so tann man uneingeschränkt von einer Emporentwicklung reden. Es ist von ben berblüffenden Massenszenen der Weg zum verinnerlichten Film gefunden. Für diese Behauptung bringt der Trianon- Film„ Die Stimme des Herzens" die Bestätigung. Man hielt das Manuftript so, daß man als Handlung Seelentonflitte nahm und einen breiten Raum für eine feine Stimmungsmalerei fand. Um solchen Sujets Geltung zu verschaffen, ist natürlich vor allen Dingen ein hervorragendes Spiel der Darsteller nötig. Darum verpflichtete man die Schwedin Mary Johnson, deren Ausbruck die getreue Widerspiegelung von Erlebtem ist. Einen großen Erfolg hatte auch Einar Röd als Arzt. Einem Menschen mit folchen Augen und derartig feinnervigen Händen traut man ohne weiteres ein tiefes Gefühl zu, und da er ein wahrer Mensch ist, können auch gesellGenossinnen, rüstet zur Wahl! Funktionärinnen- Konferenz am Montag, den 3. November. nachmittags 6 Uhr in den Sophiensälen, Sophienstraße 17/18 Tagesordnung: Reichstags- und Landtagswahlen Referenten: Genoffinnen Bohm- Schuch und Gertrud Hanna Türkontrolle 1. Kreis schaftliche Schranken ihm kein Hindernis sein. In seinem Charakter ruht bie Möglichkeit, ber Stimme feines Herzens folgen zu können. Großartig erfaßten Kaiser- Heyl und Meinhart Maur ihre Waterrollen, während Agnes Esterhazy eine elegante und stets glaubwürdige Ebba war. Auch sonst hatte der Regisseur Hanns Schwarz einen Stab von Elite- Mitarbeitern. Die Photographen erfaßten nicht nur die Stimmung der Landschaft selbst, sondern benutzten sie auch als Illustration für das Empfinden und das Erleben der Menschen. Eine Segelregatta, ein vorbeirollenber Zug und die Visionen einer Jrrsinnigen find glänzend erfaßt. Es verträgt sich also die Sensation mit dem guten Geschmack. Doch ist der Film noch zu lang. Eine gute Filmtat ist auch„ Die Fahrt ins Verderben"( UT. Nollendorfplat) nach Heyermanns anklagendem und aussehenerregendem Bühnenstück Soffung auf Segen". Es ist recht schwer, ein solch bekanntes Stück zu verfilmen; die holländischen Darsteller brachten das Berwachsensein mit ihrem Milieu mit, Barbara von Annentoff, Adele Sandrod, Walter Rilla, Josef Klein, Hermann Picha jedoch lebten fich tabellos hinein. Der Regisseur James Bauer schuf eine voll tommen selbständige Arbeit voller Feinheiten, im Kammerspielton. Die Seebilder sind vorzüglich, und der Untergang der Hoffnung auf Segen", verschuldet durch Naturallgewalt und menschliche Habgier, hinterläßt einen erschütternben Einbrud. Man hielt sich an ein Manuskript mit solch sanftem Abschluß, der nur als Konzession an den amerikanischen Geschmad möglich ist. Sonntag, 2. November 1924 Der ist nämlich wirklich absonderlich; das bezeugte uns wieder Die Katastrophe auf Zeche Often"( uz. Alexanderplat). In Amerika fährt man also mit offenen Grubenfichtern in ein Kohlenbergtvert, und wenn sich die Bergleute im Schacht Bigaretten anzünden, dann gibts eine Explosion. Wenn man aber betet, werben Stumme rebend und bie Habgier der Kapitalisten schmilzt wie Schnee an der Sonne. Es ist ein Versinten in Sentimentalität und Frömmigkeit, alle Menschen handeln fo uneuropäisch und so unangebracht. Der Regisseur William A. Setter zeigt fein großes Können, er benutzt dann und wann einmal einen netten technischen Effett. Filme dieser Gattung haben wir schon lange, lange hinter uns gelassen. e. b. Jagdruf der Liebe." Ein Amerikafilm der For- Produktion, an Kind lichkeit und Kitschigkeit der Handlung nicht zu überbieten. Die berühmte geheimnisvolle Verbrecherbande tritt in Aftion und behindert das Leben eines jungen Mannes, der sich als technisches Genie entpuppt. Der demofratische Bug wird gewahrt durch die von Gewalttatastrophen bebrohie und siegreich bestandene Einheirat des jungen Arbeiters in die Geldmagnatensphäre. Aber was hat der Unglückliche zu bestehen, bevor er zu diesem Glück gelangt! Er wird, nicht ohne Humor, durch alle Gefahren Ameritas gehetzt, und es passiert ihm nichts, als daß er sich zum Schluß bei einem Autorennen beinahe bas Genid gebrochen hätte. Aber nur beinahe. Und trop allem fann man dem Film nicht böse sein. Er ist im Gegenständlichen so prächtig gemacht, wird in einem solchen Tempo weitergetrieben, daß das Bublifum bei der Erftaufführung im Marmorhaus, sichtlich wider willen, zu Deifall hingeriffen wird. K. Jedermanns Weib." Der neu fa- Film im uja- Theater am Kurfürstendamm entspricht in technischer Hinsicht allen Ansprüchen, die man an einen guten modernen Film zu ftellen gewohnt ist: saubere Photographie, straffe Regie( Alexander Norda), glänzende Ausstattung. Um so weniger Gutes ist über seine Handlung zu sagen, die sich ber üblichen Requifiten des Kinogesellschaftsfilms, ohne irgendeine neue Jbee oder einen neuen Einfall bedient. Gin feines Blumenmädchen, das auf der Straße und in Apachenfneipen in strenger Unberührtheit lebt, wird über einen Herzog, der sich ihrer väterlich annimmt, die Frau eines reichen jungen Mannes, der fie verstößt, als er von ihrem Vorleben hört, fte aber wieder heiratet, weil er ohne fie felbstverständlich nicht leben tann. Das Ganze ist nur dazu da, um einer bisher weniger befannten Filmschauspielerin, Maria Corda, Gelegenheit zu geben, eine Nethe sehr raffinierter Toiletten und das zum Metier einer Filmschauspielerin gehörige Reservoir von weiblicher Anmut und Kofetterte zu zeigen, was feboch für die fünstlerische Qualität ihres Spiels noch nichts befagt. Ihre Mitspieler Harry Nestor und Artur Somlay ftellen die üblichen Typen des Gesellschaftsfilms, einen Herzog und einen jungen Lebemann in einer Art bar, wie das Kinopublifum folche Beute zu sehen wünscht.-t. ,, Der Zeppelin- Film." Die Ufa hat ben Bertrieb des offiziellen Films über die Atlantikfahrt des 8. R. III übernommen. Der Film, der als einziger 3.- R.- III- Film wirklich während der Fahrt gebreht wurde, umfaßt alle Etappen von der Abfahrt in Friebrichshafen bis zur Anfunft in Lakehurst im Gegensatz zu den anderen Filmen, bie bei ber Landung in Amerika aufgenommen wurden. HALPAUS RARITÄT B MARGARINE E LL HENRE COOLE Die unübertroffenen Qualitäts Cigareffen Täglich frisch wie die Milch ist nur die Bolle Margarine 1 2- b 35 y Täglich frisch hergestellt in eigener Berliner Fabriku.Verkauf in sämtlichen einschlägigen Geschäften GroßBerlins und Umgegend. Hergestellt mit frischer Milch, daher unvergleichliches Butter Aroma. EMMO Theater, Lichtspiele usw. GOD Staats- Theater Lessing- Theater Opernhaus Heute 4 U. klein. Pr.: 6: Schatzgräber änsel und Gretel Opernhaus am Königsplatz 72: Der Freischütz Gr. Kindermärchen Täglich& Uhr: Schauspielhaus Die große Revue: 2 Uhr: Candida Wien gib acht! 7 U.: Wallenst. Tod Schiller Theater Ueb.150Mitwirkende 72:( iuten Morgen, Kasse den ganzen Tag geöffnet Hr. Fischer!- Das Fest d. Handwerker Deutsch. Künstlertheat. Volksbühne 22: Der Heimatlose Täglich 72 Uhr Der Tanz um die Liebe Die Racke d. ver- Operette in 3 Akt. höhnt. Liebhabers TU. Der arme Fonrad Deutsch. Theater 71 Uhr: Die heilige Johanna von Bernard Shaw Regie: M. Reinhardi Nachm. 2, Uhr: Kabale und Liebe Kammerspiele 8 Uhr: Die tote Tante und andere Begebenheiten Nachm. 3 Uhr: Frühlings Erwachen Die Komödie Kurfürstendamm 206/207 8 Uhr. Der Diener zweier Herren von Carlo Goldoni Regie: M. Reinhardt Theater i. d. Königgrätzer Str. 8 Uhr: Der Mann ohn.Moral Th. a. Nollendorfpl. 7.30: Die Geliebte Sr. Hoheit mit Fritzi Massary von Osk. Strauss Martha Serak Erikav.( heilmann Paul Graetz/ Robert Näst! berger Robert Scholz Hans Wassmann Georg Baselt Erich Walter Mus.Leit.: M. Roth Tänze: H. Lingen Bühn Bild: E.Stern Lustspielhaus, Tägi 8 Uhr. Die Zwillingsschwester Lusts. v L.Fulda Räte Dorsch/ Joh. Riemann Hans Junkermann Neues Operettenhaus Täglich 8 Uhr: R. Valentin/ Lisl Karlstadt in 99 Vorstadttheater" Burleske v. Karl Valentin Wallner Theat. Tägl. 7% Uhr: Uriel Acosta Kleines Th. Täglich 8 Uhr Komödienhaus Tilla Durieux 8 Uhr: Karussell Berliner Theater 7.30 Uhr: Der süße Kavalier Ein idealer Gatte Tilla Durieux. A. Sandrock, M. Kestner, H. Burg, Lettinger, Westerhold. Mittw. u.Sonnar end nachm. 4 U kl. Pr. SCALA Schneewittchen 8 Uhr: internat.Varieté Sonntag 3.30 zu halben Preis. das volle Programm! Gr. Kindermärchen Rose- Theater Dir.: B. Rose 124: Alt- Heidelberg 3/48: Glaubeu. Heimat Schauspielhaus Grosses Direktion: Maximilian Sladek. 8 Uhr Täglich 8 Uhr Om Cille! Die große Schau im Großen Schauspielhaus Regie. Erik Charell Cordy Millowitsch Claire Waldoff Josefine Dora Margo Lion Wilhelm Bendow Albert Kutzner Leo Peukert Oscar Sabo Diane Belli et Mars ( Casino de Paris) Original John Tiller Girls ( London) Reeves and Reeves ( Scala Kopenhagen) Elvira Ronné ( Prima Ballerina) Mr. Julian Fuhs- FolliesBand ( Die Sensation von New- York) Moskauer Vagabunden ( Stanislavskis Künstlertheater) Original- Riesentruppe ( Die grössten Menschen der Welt) Das Wiener Corps de Ballet Sonntag nachmittag 3, Uhr: Der Vogelhändler. Millowitsch/ Dora Lind / Kutzner/ Brandt/ Preise der Plätze 2 bis 15 M. Vorverkauf: Theaterkasse u. A. Wertheim. Circus Busch Heute, Sonntag, 2 X 3 u. 7%, Uhr: Dauertaucher Kapt. Walls 2 × Riesenkrokodile! 2X Auto Rennen in der Luft. Manege- Marchenspiel ,, Dornröschen Nachm. z. Schluß: Abends z, Schluß: Nur n. kurze Zeit: Wasserschanstück Carmen. Nachm. Erw. u. Kind, Lalbe Preise! STAATSOPER OPERNHAUS 10. bis 16. November 1924 Italienisches Gesamt- Gastspiel 10. und 14. November Il Barbiere di Siviglia 12. November La Traviata 16. November Rigoletto Riccardo Stracciari Mercedes Capsir, Camilla Rota, Alessio de Paolis, Gennaro Barra, Angelo Masini- Pieraldi, Gino de Vecchi Dirigent: Giacomo Armani Orchester und Chor der Staatsoper Preise der Plätze: 4-35 Mark. Vorverkauf täglich an der Vormittagskasse des Opernhauses, bei A. Wertheim, Invalidendank und im Kaufhaus des Westens. H DER OZEANFLUG vor Z. R. III Die einzigen während des Amerikafluges vom Luftschiff aus gemachten Aufnahmen Die Überfahrt Der Start. Ucberfliegen der Schweiz. Uebertliegen von Frankreich. Die Azoren und Teneriffa. Begegnung mit dem Dampfer „ Robert Dollar" auf dem Ozean. Die Ankunft Neufundland, Boston. Ueberfliegen. der Freiheitsstatue und der Wolkenkratzer von New York. Landung in Lakehurst. Achtung! Die gleichen Aufnahmen wurden in Gegenwart von Dr. Eckener und der gesamten Mannschaft in New Yorks 5000- FlätzeTheater, Capitol" unter Riesenbeifall gezeigt. Die von der Ufa gebrachten Aufnahmen sind die einzigen, welche an Bord des Z. R. III während der Ueberfahrt aufgenommen wurden. Alle anderen angezeigten Film- Aufnahmen sind von der Erde aus und nur bei der Ankunft in Amerika aufgenommen. TAGLICH IN DEN UFA THEATERN UFA- PALAST AM ZOO KURFURSTENDAMM TAUENTZIEN- PALAST NOLLENDORFPLATZ ANN NEU 8 Uhr Große Volksoper 8 Uhr Martha Reichshallen- Theat. Abends 8 U. u. Stg. nachm. 3 Uhr Stettiner Sänger Nachm. halbe Pr. b. voll. Abendprogr. KAMMERLICHTSPIELE FRIEDRICHSTRASSE ALEXANDERPLATZ WEINBERGSWEG DUKT N- H Triumph- Palast am Moritzplatz Das lustigste Varieté- Programm Berlins mit Busson In der Diele an den Tanztagen: Dönhoff- Brett: Herrlich. Der moderne Tanz Pregr.! Anf. 7. Populäre Preise Täglich Tanzvorführungen. Ausschneiden! 10 Damen- Vorträge mit 100 Lichtbildern nur für Frauen und Mädchen über 16 Jahre von Oskar Voelker Direttor der Berliner Boltslichtheilanstalt Spezialanstalt für Frauenleiden ohne Operation Berlin N, Invalidenstraße 130( Steffiner Bahnhof) Montag, 3. November, Charlottenburg, Tärkisches Zelt, Berliner Strake 53 Dienstag, 4. November, Bharus- Sale, Müllerstr. 142 Mittwoch, 5. Stovember, Sophien- Säle, Sophienste. 18/19 Donnerstag. 6. Rov., Brachtfäle des Oftens, Frankfurter Allee 48 Freitag, 7. november, Central- Festfäle, Alie Jafobstr. 32 Montag, 10. November, Pantow, Konzerthaus, Breifeftr. 34 Dienstag, 11. November, Germania- Säle, Chauffeefir. 110 Mittwoch, 12. November, Mufiterfäle, Kaiser- Wilhelm- Sic. 31 Donnerstag, 13. November, Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünder Straße 42 Freitag, 14. November, Deutscher Hof, Ludauer Straße 15 Ueberall abends 72 Uhr Warum sind so viele Frauen unterleibskrank? Wodurch entstehen Unterleibsleiden. wie Entzündungen, Fluß, Berlage= rungen, Knidungen, Gantungen, Geschwülste? Welche Ursachen haben Rückenschmerzen, Schmerzen tief im Kreuz, sowie Schmerzen im Leib und in den Seiten? Wodurch entstehen schmerzhafte und allzureiche Perioden und welche Krankheiten fönnen daraus entstehen? Wie entstehen Geschlechtsleiden und welche Folgen haben dieselben für das weibliche Geschlecht? Wie erzielt man eine leichte und schmerzlose Entbindung? Wie verhütet und wie heilt man Frauenleiden möglichst ohne Operation? Eintritt 60 fg. und 1 Mt. intl. Steuer Anfang 7 Uhr Kaffeneröffnung 62 Uhr Ya Rach jest vollendetem Ambau zählt die feit 17 Jahren bestehende inftalt mit zu ben größten Anstalten in Deutschland für operationslose Behandlung von Frauenleiden. Die Behandlung von Frauenleiden erfolgt in der Anstalt mittes Beftrahlungen, Thure- Brandt- Massage, Diathermie( Durchwärmung innerer Organe, besonders der Unterleibsorgane), Höhensonne, Lichtbäder, Wasserheilverfahren, Badungen und Homöopathie; außerdem besigt die Anstalt ein eigenes Röntgentebinett Sprechzeit: 10-12 u. 4-6, Donnerstags u. Sonntags gefchloffen. Th. im Admiralspalast Residenz- Theater 34 u. 84 Uhr Heute 312 U. kl. Pr. 2 Vorstellungea 2 360 Frauen in erster Besetzung Ein toller Schwank die größte Revue Täglich 8 Uhr: Noch and Noch" Die vier B Schlaumeier Central Theater Mus. v. W.W. Goetze 3 Uhr: MORAL 71/2 U.: G'wissenswarm Th.i.d.Gem.- Turnhalle Deuts Opernhaus Weißensee, Pistoriusst.23 72 Uhr zu ermäßigt. Preisen Sonnt. abds. 71/2 Uhr Die Fledermans w. Heiden- Heinrich Mtg. 72: Bohème in: Intimes Theater Die Abenteuerin 8: Liebeskonzern Operette von Grzyb Tempo Tempo! Preise: 80 Pf. b. 2 M 312: Drei Einakter Metropol- Theater Casino- Theater Tägl. 7, Uhr: Gräfin Mariza Neues Th. am Zoo Täglich 8 Uhr: Die Frau Lothrin er Str. 37 Tägl. 8 Uhr Neu! Neu! Satan Weib! Berliner Volksstück in 6 Bildern Berliner Humor, Berliner Typen Vorher. Bunter Teil Volkstüml. Preise ohne Schleier Goethe- Bühne Th. i. Kommand. Str. Klosterstr. 43 Täglich 7 Uhr: Die natürliche Nachm. 3 U: Die TOCHTER Mädels v. Davos Täglich 8 Uhr: Der neuest.Schlager von Hugo Hirsch We enn man verliebt ist.. mit Molly Wessely Siegfried Arno Pr. d. Plätze 1-8 M. Titelrolle: Else Heims Abonnenten halbe Kassenpreise WINTBRIEN Dramatisch. Theater 2 Chausseestr. 30/31 ir.: With. Dieterle 72 Uhr: Kommstunde v. Leo Weißmantel Heute Vor2 stellungen 32 und 8 Uhr Nachm. halbe Prelse Rauchen gestattet Trianon- Th. 700LOGISCHER Täglich 8 Uhr: Solott' Erika Gläßner, Jul.Falkenstein u. Ferd. Bonn Gr. Kinder- Yorst. im Trianon- Th. Mittw. 4 U. Pr. ab 60 Pt. Gr. 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Nobbr., säle, o, Andreasstraße 21. abbs. 71 Uhr, Kammer- Säle, abds. 7 Uhr, Andreas- FestFrauenleiden Frauen- und Mädchenkrankheiten wie: Entzündungen, Satarrhe, Fluß, Senkungen, Senidungen, Verwachtungen. Fehlende, cder zu starte, schmerzhafte Menstruation. Was bedeuten: Mückenschmerzen, qüits u. Seitenschmerzen? . Die Wechseljahre Die gefährlichsten Jahre der Fran. Die Krankheiten der Wechseljahre, wie: Geschwäre, nome, Blutungen, fereba, Syfterie, Gemütsleiden. Die Ohne Operation Behandlung Müssen die Frauen so furchtbar leiden? Jede Frau ihr eigener Arzt. 11. Das Geschlechtsleben des Weibes und seine Gefahren. Inhalt: Warum werden viele Ehen jo bald unglüdlich? Warum verblühen und welten die Frauen in vielen Ghen? Warum verlieren die Wänner in der Ehe so oft die Lebensenergie? Woher Warum entstehen die Frauenleiden" erst in der Ehe? tommt die Nervosität, die Neurasthenie und die häufige Arbeitsun fähigkeit der Ehemanner? wodurch werden viele Familien wirtschaftlich ruiniert? Was ist in der Ehe fiftlich, was unfittlich? Welches sind die Menschenrechte der Frauen und des Volkes? Die Berjüngung der Frau durch natürliche Körper, Echönheite und Haarpflege. Die Vortragende demonstriert und lehrt ausführlich: 28te bejeitigt man Falten und Rungeln und fonstige Schönheitsfehler? Muß die Frau 10 alt ausichen wie fi ift? Heeitigung der sorpulenz. Erzielung einer idealen Büfte Wie erhält man diese denerud schön? Wodurch erzielt man wirklich üppigen Haarwuchs? Rat und Hilfe bei Er grauen. Spalten, Kopfiduppen, Saarfärben usw. Wie wird unichöner Haarwuchs beseitigt? uw.- Berzinliche Rezepte werden gegeben. Karten zu 0.60, 0.92, 1.20. 1.50. und Steuer an der Abend. taffe. Aajang 7%, Uhr. Raffenöffnung 1 Stunde vor Beginn. Erscheint nur 1 mal Hochbahn Prinzenstr. Oundvierzig WALHALLA am Rosenthaler Tor. Kolossal- Programm! Schulrelter Schumann mit 3 Pferden Salerno/ 7 El! lott- Savonas Läpp und Habel Ludw. Amann und weitere 8 Sensationen! Anf. 8 Uhr. 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Wir haben durchaus keine Ursache, auf die geringen Umsätze der Konkurrenz neidisch zu sein. Außerdem aber ist der Neid eine häßliche Charaktereigenschaft, die uns nicht liegt. Unsere Reklamekosten vertellen sich auf einen riesigen Umsatz. Die Reklamekosten unserer Konkurrenz dagegen konzentrieren sich auf einen viel geringeren Umsatz. Das ist der Unterschied der Differenz, wie Dr. Unblutig sagt. Unser Kakirol- Hühneraugen- Pilaster hat Weltruf. Es wird ärztlich empfohlen und Tausende von freiwilligen Anerkennungen beweisen seine Güte. Der einzige Vorzug des Konkurrenz- Präparates ist die sechseckige Form des Pflasters. Wenigstens für diejenigen, die sechseckige Hühneraugen haben. Da uns aber diese geometrische Form in unserer reichlichen Praxis noch nicht vorgekommen ist, so haben wir, wie auf alle anderen Spielereien, auch auf diese verzichtet und auch hier das Zweckmäßigste gewählt. 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