Nr. 94. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret tn's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. proQuartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post Beitungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7123. Vorwärts 12. Jahrg. Insertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs: Anzeigen 20 fg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonns und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Bernsprecher: Amt 1, Nr. 1508, Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. 230 Das Französische Budget. Paris, 19. April 1895. Endlich ist das Budget zu stande gekommen und sind die Finanzen gerettet; und die Deputirten betäubt von 3 Milliarden, und 426 Millionen die geschafft und ausgegeben werden mußten, todmüde von der Länge und Heftigkeit der Debatten, welche die angenehmie Arbeit am Restaurations- Buffet unterbrachen, sind in die Ferien gereist, um sich von ihren Anstrengungen und Mühfalen auszuruhen. " Dienstag, den 23. April 1895. Ribot und die Budgetkommission hatten gut ein ruhiges Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Gewissen zu haben; sie hatten ihr möglichstes gethau, die Gin- Der Kongreß der Unabhängigen nahmen hoch zu veranschlagen, so daß die Finanzverwaltung einen Minderwerth von 15 Millionen 204 Tausend Frants für die Budgetabschätzung des Ertrags der Steuern und Staatsmonopole blos für den Monat Februar feststellen mußte. Der Abgeordneten Schuld war es nicht, wenn die Ausgaben sich vermehrten, während die Einnahmen sich verminderten. Wie weiland Pontius Pilatus wuschen sie sich die Hände in Unschuld, und überließen es dem Senat, das Budget in's Gleichgewicht zu bringen. Arbeiterpartei Englands. Ueber diesen Kongreß, über den wir bereits in der Sonn abend- Nummer nach bürgerlichen Zeitungen berichteten, geht uns von unserem Londoner Korrespondenten noch folgender ausführliche Bericht zu: London, 20. April. Vom Ostermontag bis zum darauffolgenden Mittwoch hat in Newcastle die dritte Jahrestonferenz der JudeDie guten, alten Perrücken des Senats waren die letzte pendent Labour Party stattgefunden. Dieselbe war von Hoffnung geworden, der Messias. All diese Invaliden der Bo- 84 Delegirten besucht und tagte unter dem Vorsitz von Keir Es war schwer, dieses Budget für 1895 zur Welt zu bringen. Titik waren außer sich vor Freude, daß man sie noch für irgend Hardie. Nach dem Bericht des Kassirers hat die Partei in der Seit dem 17. März 1894, wo der Finanzminister es vorgelegt etwas gut genug hielt. Der Vorsitzende der Budgetkommission Beit vom 1. Februar 1894 bis zum 31. März 1895 rund hatte, studirten es die Abgeordneten und fühlten und kneteten hielt eine prächtige Rede, worin er die Ordnung und Sparfam- 670 Pfund Sterling eingenommen und 724 Pfund Sterling verdaran herum. Nach 12 Monaten des Studirens, Herumfühlens feit in den Finanzen predigte. Die begeisterten Senatoren be- ausgabt, davon 312 Pfund für Wahlzwecke. Von den Einnahmen und Knetens kam die Kammer am 20. März mit einem Defizit- fchloffen, daß diese Rede gedruckt und an den Bürgermeistereien entfallen 134 Pfund auf regelmäßige Beiträge, was, auf 14 Monate Budget nieder. aller Gemeinden von Frankreich angeschlagen werden sollte. vertheilt, auf eine bedeutend weniger große Mitgliederzahl Die Ausgaben 3426 Millionen, Sie weihten die Aera der Sparsamkeit ein mit einer schließen läßt, als gewöhnlich in runden Zahlen" angegeben zu Die Einnahmen 3420 unnüßen Ausgabe von 20 Millionen. So verfahren die Staats- werden pflegt. Indeß das Mißverhältniß zwischen der Anzahl Fehlbetrag 6 Millionen. weisen in Frankreich. Dann gingen sie daran, hier 100 000, dort der zahlenden Mitglieder und dem Einfluß von Parteien Man entschied sich dafür das Defizit zu decken, indem man 200 000 Fr. abzuzwacken, bis das Defizit verschwunden war. ist überall ein großes und proportionell vielleicht nirgends größer falsches Silbergeld machte. Die Falschmünzerei ist eine Staats- Wie das gut und recht ist, trafen alle diese Ausgabe- Verminde- als gerade bei der Independent Labour Party, deren Leiter meist einiichtung. Was ist aus der sittlichen Entrüstung der National- rungen die wenigen Vortheile, welche die Sozialisten in dem ein merkwürdiges Geschick entfaltet haben, die Tagesvorgänge und ökonomen gegen die kleinen Freiheiten geworden, welche die Budget für Bahnwärter, Briefträger und andere kleine Staats- politischen Konstellationen zum besten der Partei auszunuzen. alten Feudalkönige sich beim Geldprägen nahmen? Jetzt sind es beamten durchgesetzt hatten. Man fürchtete einen Augenblick, es Ueber die Anzahl der Sektionen der Partei fehlen genaue Analljährlich Millionen, die von den biederen Bourgeoispolitikern werde zu einen Konflikt zwischen Kammer und Senat kommen, gaben, in London bestanden nach dem Vorstandsbericht im durch die Schwankung des Geldwerthes gut gemacht werden. allein nach einem Austausch von sauerfüßen Worten verständigten Februar d. J. 30 Zweigsektionen, von denen die meisten indeß Sie hatten die Absicht, die 31/2 Millionen, welche diese ehren- sich die beiden Versammlungen, und nach einigen gegenseitigen noch ein pretäres Dasein führen. Für die bevorstehende Parwerthe vom Strafgesetzbuch mit Galeerenftrafe belegte Industrie| Ronzessionen gelangte man endlich zum ersehnten Gleichgewicht lamentswahl hat die Partei bis jetzt 21 Kandidaten im Felde. einbrachte, zur Ablösung fälliger Obligationen zu benutzen. Das des Budgets, das am 13. April endgiltig angenommen ward. Die Arbeiten der Konferenz bezogen sich auf die Auserwies fich jedoch als unmöglich. Und das Geld muß zur Aber dieses Gleichgewicht besteht nur auf dem Papier. Es geftaltung des Programms, die Feststellung der Taktik Deckung des Defizits verwandt werden. verlautet, die 68 Millionen, die für die Expedition nach Wada- der Partei und Organisationsfragen. Troß der aus der Falschmünzerei gewonnenen 3/2 Millionen gastar bewilligt waren, feien schon zu Ende, bevor der Feldzug war noch ein Defizit von 2/2 Millionen vorhanden, und es blieb richtig begonnen habe, und wenn die Verminderung der Ein tein einziges Mittel mehr, das Loch zuzuftopfen. nahmen, wie fie für den Februar festgestellt ist, sich, was mehr Alle Kaffen waren geleert; man hatte sogar auf gewiffe als wahrscheinlich ist, bei den späteren Monaten wiederholt, so Einnahmen bis in das Jahr 1901 vorgegriffenfurz, es befand kann jeder sich ungefähr vorstellen, welch' hübsches Defizit wir fich, wie der„ Temps" es ausdrückte, auch nicht ein Sou in den nicht auf dem Papier, sondern in der Kasse am Ende des Jahres Staatstaffen, um nicht berechneten Verpflichtungen zu genügen. haben werden. Und um zu diesem glänzenden Ergebniß zu gelangen, haben die Deputirten dem Parlament die Demüthigung des proviforischen Zwölftel*) auferlegt" seufzt der" Temp3", der für gewöhnlich findet, daß alles ganz vortrefflich sei in dieser besten der kapitalistischen Welten. Neber die Programmänderungen läßt sich in kurzem nur soviel sagen, daß sie im ganzen eine stärkere Betonung und be stimmtere Formulirung des sozialistischen Charakters der Partei darstellen. Wir gehen auf die einzelnen Forderungen, die in fünf Gruppen: landwirthschaftliche, industrielle, auf den Unterricht bezügliche, allgemeine soziale und fistalische Forderungen eingetheilt sind, hier nicht weiter ein, sondern betonen nur, Man ist darauf gefaßt und pfeift darauf. Es ist weder das daß das Ziel der Partei dahin bezeichnet wurde:„ Eine industrielle erste noch wird es das letzte Mal sein, daß derartiges vor- Republik auf Grundlage der Vergesellschaftung des Bodens und tommt. des Kapitals", und als Weg zur Erreichung dieses Bieles: die Die Ober- Rechnungskammer, die das Rechnungsjahr 1893 zu Erziehung der Volksgemeinschaft in den Prinzipien des Sozialisprüfen hatte, veröffentlicht eben ihren Bericht: er stellt fest, daß mus, die gewerbliche und politische Organisation der Arbeiter, Die Deputirten waren nicht so tief betrübt; sie hatten man sich über die Einnahmen getäuscht, sie zu hoch ver- die unabhängige Vertretung sozialistischer Prinzipien in allen auf ein ruhiges Gewissen; sie hatten so fleißig gearbeitet. Und in anschlagt hatte; dagegen hatten die Ausgaben sich ge- Wahlen beruhenden öffentlichen Körperschaften". Die Kammern, majestätischster Ruhe spreizte sich der Finanzminister Ribot. steigert. die an dem Gleich Dagegen wurde ein Antrag, den Titel der Partei in Während der Debatten, wenn er sprach, konnte man denken, es gewicht des Budgets fest hielten, hatten Nationale sozialistische Partei" abzuändern, mit 64 gegen 9 handele sich um das Budget eines Staates auf dem Mond. auf einen Einnahme- Ueberschuß von 153 000 Stimmen abgelehnt. Die Mehrheit war der Ansicht, daß es Denen, die eine Vermehrung der Ausgaben und eine Verminde- Frants gerechnet. Das Ergebniß unserer Prü- unpraktisch sei, einen Namen aufzugeben, unter dem die Partei sich bekannt gemacht und wichtige Erfolge erzielt habe. Die rung der Steuern forderten, antwortete er rubig:„ Sie schaffen fung ist ein Defizit von 84511 800 r." ein Defizit!", und wenn weiter gedrängt wurde, fügte er philo Minderheit wollte, als sozialistische Partei solle man auch im sophisch hinzu:„ Sie wollen es gut, mir ist's recht, aber es Titel Farbe bekennen. giebt ein Defizit!" Wenn das Budget in Frankreich nicht rechtzeitig festgestellt ist, beschließt die Kammer ein„ provisorisches Zwölftel", d. h. Monatsbudget, was diesmal wiederholt geschehen mußte. Feuilleton. Statt eines Ueberschusses 84% Millionen Defizit! Und ferner heißt es in dem Bericht: Außerdem war das Rechnungsjahr 1898 mit Ausgaben belastet, für die tein Kredit in dem Budget bewilligt war Diese Ausgaben erreichen die Summe von 243 440 000 Fr." Mehr als zweihundertdreiundvierzig Millionen! Man glaubt sich nach Rußland versetzt. Gallus. $ " Die Debatte betreffend die Fragen der Taktik der Partei drehte sich im wesentlichen um die Frage, wie man sich bei Wahlen zu verhalten habe, wo fein sozialistischer Kandidat im Felde sei, ob man bei solchen unter allen Umständen Wahlenthaltung üben solle die sogenannte„ vierte Klausel"( d. h. des alten wandernden Gesellen schaft der Natural- Verpflegungsstationen. Diese haben den waren bald alle Berufsklassen und Bevölkerungsschichten Zweck, den mittellosen Wanderer mit mathematischer Ge- auf der Wanderschaft vertreten. Die wirthschaftiche Mit dem Abdruck der geschichtlichen Er- wißheit in das Glend der Arbeiterkolonien zu geleiten. Sie Lage gestattete den Handwerksmeistern nicht mehr, find die unausgesetzt thätigen, sicher greifenden Fangarme ihre unterstützen, welche zählung des Vampyrs Arbeiterkolonie. Je erbärmlicher die Ver- nun sich mit dem Rrethi und Plethi der Landstraße Berliner Märztage" pflegung auf den Stationen, desto erfolgreicher der Fang. assoziirten und gleich letzteren ihre Zuflucht zum Bettel wird am 1. Maibegonnen werden. Nach der einmal geltenden Lehre bilden für den armen nahmen. Naturgemäß wälzte sich die Besteuerung durch und Elend ( Nachbruck verboten.] Mann Hunger und die sichersten Etappen den Bettel auf die kleineren Bürgersleute und niederen auf der Himmelsleiter; für den reichen Mann gewähr. Beamtentlassen, insonderheit aber auf die gesammte Landleistet natürlich der Geldsack dieselbe Sicherheit. Einen bevölkerung ab, an deren Taschen und Vorrathskammern ganz mittellos dastehenden Wanderer fragte der Gendarm bald so immense Ansprüche gestellt wurden, daß sie nicht Die Fangarme des Vampyrs Arbeiterkolonie. auf der Herberge, wovon er in den letzten Tagen gelebt. befriedigt werden konnten. Die Vertreter der Kirche, welche Von einem Manne, der durch dauernde Arbeitslosigkeit zu" Von dem, was es auf den Natural- Berpflegungsstationen durch den Bettel der Wanderer ihre eigenen Einnahmen Das ist nicht wahr," sagte der bei der Landbevölkerung geschmälert sah, war nun eifrigst langem Wanderleben auf Deutschlands Landstraßen gezwungen giebt," antwortete dieser. 11 Denn das war, geht uns die folgende interessante Darstellung seiner Er- Gendarm, davon kann kein Mensch leben". Und doch bemüht, Gott und aller Welt plausibel zu machen, daß der war, geht uns die folgende interessante Darstellung seiner Er hatte jener hohlwangige Wanderer ganz der Wahrheit ge- arbeits- und mittellose Wanderer auf Arbeiterkolonien und lebnisse in den berühmten Verpflegungsstationen zu. mäß geantwortet, der Gendarm kannte nur nicht den Unter- Natural- Verpflegungsstationen vor allem Ungemach und Wir glauben damit werthvolles Material zur Beurtheilung dieser schied, der zwischen einem normalen Menschen und Fährlichkeiten dieser Welt geschützt ist, daß er dort Arbeit, so gerühmten Initiative der Sozialpolitiker von der inneren einem angehenden Kolonisten besteht. Jener Hunger Nahrung, Kleidung, Verdienst findet, daß er dort überMission" zu liefern. tünstler vulgo angehender Kolonist hatte laut haupt alles hat, was ihn mangelt. Sogar zu der Vater und Begründer dieser Anstalten ist der Pastor Ausweis seines Wanderscheines schon einige 30 Natural Ungeheuerlichkeit der Bitte versteigt sich die Klerijei, von Bodelschwingh in Bethel bei Bielefeld. Es wäre inter- Verpflegungsstationen in Anspruch genommen und war nun nur beileibe keine Gabe an einen Wanderer zu verabfolgen, effant zu erfahren, woher dieser junkerliche Pastor den Beruf mehr fähig, in den Räumen der nächsten Arbeiterkolonie sondern diesen kurzer Hand an die Natural- Verpflegungsnimmt, dem Proletariat als Hilfe bringender Engel zur als dressirbares Objekt zu figuriren. Wer noch, wie der stationen und Arbeiterkolonien zu verweisen. Seite zu treten. Es handelt sich bei Begründung der technische Ausdruck lautet, Seele besißt, d. h. wem noch Geben von Gaben an Wanderer untergrabe das moralische Naturalverpflegungs- Stationen und der Arbeiterkolonien Willenskraft und Selbstvertrauen aus den Augen bligen, Gefühl, die Sittlichkeit; die Wanderer hätten zur genüge um nichts weniger, als um Hilfe für das Proletariat. kann keine Aufnahme in Kolonien finden, ihm wird be- fatt zu essen auf den Kolonien und Stationen; das Geld, Liegen Beweggründe vor, die auf Gebieten zu suchen sind, deutet, sich die Kolonie mit der Kehrseite seines Körpers das man ihnen gebe, wendeten sie erfahrungsmäßig nur zur Völlerei an, während ja doch auch ihre" Kollektanten welche zum Heil und Frommen der Kirche und deren Schäf zu betrachten. lein beffer mit dem dichtesten Schleier bedeckt bleiben? Bu jener Zeit, als das Handwerk noch einen goldenen fortgesetzt unterwegs wären, um Geld und Gaben von Seine Arbeiterkolonie Wilhelmsdorf hatte der Pastor Boden hatte, waren die Handwerksmeister im stande und freundlichen Gebern dankbarlichst in Empfang zu nehmen. Und der an die Wand gedrückte arbeits- und mittelfir und fertig, nur die Gäste wollten sich nicht einstellen, gern bereit, die wandernden Gesellen nach Handwerksbrauch um an sich die Dressur pastoraler Kultur vollziehen zu mit einem Zehrpfennig zu unterstützen. Auch die Land- lose Wanderer? Er hat in der Regel nur die traurige lassen. Um schleunigst Objekte zu bekommen, an denen bevölkerung folgte gern dem Zuge altgermanischer Sitte Wahl, seine Zukunft der Landes- Polizeibehörde anzuvertrauen, Hochehrwürden seine Kulturaufgaben par force in An- und übte Gastfreundschaft gegen den des Weges Ziehenden. um in einer Korrektionsanstalt vorübergehend ein Unterwendung bringen konnte, entschloß er sich gern zur Bater- Infolge der Entfaltung der tapitalistischen Produktionsweise kommen zu finden, oder auf Arbeiterkolonien zu verderben. bindende Erklärung abgeben. V " 1 wurde: ,, itud fallen seh ich Zweig auf Zweig! Jekt Entwurfs) oder ob unter gewiffen Bedingungen ein Gingreifen haben sollte, bringt heute der Reichs Anzeiger" folgende, Wider das Umstnezgefeh haben sich auch die Männer gestattet werden soll. Die letztere Ansicht, für die auch der Vor- wohl aus dem Ressort des Herrn v. Köller stammende Er der Feder von Mainz ausgesprochen. Der Mainzer Jourstand der Partei eintrat, drang mit 38 gegen 24 Stimmen durch, klärung: nalisten- und Schriftsteller Verein hielt am Sonn und es ward bestimmt, daß bei lokalen Wahlen lokale oder Von den Berliner Politischen Nachrichten" und dem„ Ham- abend im Konzerthaus eine Versammlung ab, in welcher nach speziell dazu einberufene nationale Konferenz das Recht haben maßgebender Stelle eine zurückziehung der Umsturzvorlage" aus Distriktskonferenzen und bei allgemeinen Parlamentswahlen eine burger Korrespondent" werden Andeutungen verbreitet, als ob an längerer Debatte einstimmig folgende Resolution angenommen speziell dazu einberufene nationale Konferenz das Recht haben sollen, die jeweilige Taktik gegenüber den anderen Parteien vorzu den Berathungen des Reichstags in Aussicht genommen sei. Es " Der Mainzer Journalisten und Schrifts schreiben. Jedes Mitglied der Partei muß eine dementsprechende ist dem gegenüber darauf hinzuweisen, daß die Einbringung der steller- Verein, welcher zu seinen Mitgliedern Angehörige Vorlage auf einem Beschluß der verbündeten Regierungen beruht. aller Parteien zählt, ersucht, in Wahrung seiner Berufsinteressen, Bon anderen Beschlüssen sei hervorgehoben eine Resolution Eine Entschließung des Bundesraths, durch die jener frühere Be- den hohen Reichstag um Ablehnung der sog. Umfturzvorlage, zu gunsten Erhöhung der Altersgrenze für Halbzeitler auf schluß rückgängig gemacht werden würde, steht nicht in Frage. Die wie dieselbe aus den Kommissionsberathungen hervorgegangen ist, Das fünfzehnte Lebensjahr, und eine Resolution, die den verbündeten Regierungen dürfen an der Erwartung festhalten, insbesondere derjenigen Bestimmungen, welche die freie BethätiMitgliedern eindringlich anempfiehlt, den Konsum 2C. daß es in den weiteren Berathungen des Reichstages gelingen gung in Kunst, Literatur und Wissenschaft bedrohen und im Sinne Genossenschaften beizutreten und sich an deren Leitung wird, der durch die Kommissionsberathungen erheblich um einer kulturfeindlichen Reaktion jede öffentliche Meinungsäußerung thätig zu betheiligen. Der Borfland der Partei, bestehend ausgestalteten Vorlage eine Form zu verschaffen, welche den von zu unterdrücken bestrebt sind." Keir Hardie, Vorsitzender, Tom Mann, Generalsekretär, den verbündeten Regierungen bei der Einbringung verfolgten John Lister, Schatzmeister, und Fred. Brocklehurst, Absichten gerecht wird." schriftführender Kassirer, wurde nahezu einstimmig wiedergewählt. Herr von Köller hat also die Hoffnung noch nicht kommt auch die längst legendäre Deutsche Lehrfreiheit" an doch noch ein Umsturzgefeß fertig zu versitätsverfassung geplant. Es handelt sich um eine Eindie Reihe. In Preußen wird eine Aenderung der UniNoch ist zu erwähnen, daß eine Resolution gegen die aufgegeben, doch noch Theorien und Methoden des Anarchismus unter der Motivirung bringen. Nach Lage der Dinge ist Dieses zähe abgelehnt wurde, es solle diese Ablehnung keine Freundschafts- Festhalten am Umsturz seitens des Ministers des Innern schränkung der Lehrfreiheit, und zwar zunächst erklärung an die Adresse der Anarchisten bedeuten, sondern nur, auch erklärlich. Dieser Herr hat seit seiner Uebersiedelung um die Stellung der Privatdozenten. Während in daß man die Angriffe auf den Anarchismus der kapitalistischen aus dem lustigen Straßburg nach hier nur Mißerfolge Bayern, Sachsen und anderen deutschen Staaten die ZuPresse überlasse. Aus der Ansprache Keir Hardie's an den aufzuweisen, kommt nun auch noch die Umsturzvorlage, 3 bedarf, wird in Preußen dem Minister erst Anzeige erRongreß ist hervorzuheben, die Empfehlung, fich u. a. auch auf Fall, so ist es sicher, daß Herr v. Köller mitfällt. Diese guten Fuß mit der Temperenz bewegung zu stellen. Der Aussicht aber erklärt zur genüge die trampshaften An- stattet, nachdem die„ Habilitation" vollendete Thatsache geBorstandsbericht empfiehlt unter anderem den Erlaß eines in worden. Ebenso wenig kann der Minister einen Privatdrei Sprachen abgefaßten Begrüßungszirkulars an die Adreſſe der ſtrengungen, das„ Monſtrum" zu retten. Dozenten aus seiner Stellung entfernen, solange die Fakultät Zur Entfagung auf eigene Wünsche fordert die es nicht beschließt. Dieser Zustand soll jetzt eine Modifikation Nordd. Allg. 3tg." die Kartellparteien der Umsturzvorlage erfahren, wenngleich nicht klar ist, ob dies im Wege einer gegenüber auf. Veranlaßt wird das eroffiziöse Organ zu förmlichen Statutenänderung oder im Verwaltungswege" seiner Mahnung durch Ausführungen der Kreuz- 3tg.", in geschehen soll. Die ganze Angelegenheit wird mit großer denen dieses Blatt seinen alten Standpunkt betont, daß es Heimlichkeit betrieben. Gleichwohl ist die Frankfurter wenig Begeisterung für die Borlage hege. Bindter II jammert Beitung" in der Lage, aus zuverlässigfter Quelle versichern nun, daß, wenn die Vorlage abgelehnt würde, der wahre zu können, daß die Angelegenheit vor einiger Zeit zum Triumphator bei einem Zusammenbruch dieses gesetzgebe Gegenstand der Beschlußfassung in einer Sigung des gerischen Versuchs doch die Sozialdemokratie sein würde." sammten Staatsministeriums gemacht und daß eine Fakultät Im ganzen zeigt die Konferenz, daß die Independent Die verbündeten Regierungen, so schreibt Bindter II. weiter, der Universität Berlin in irgend einer Art bereits mit der Labour Party ihre Pofition in der sozialistischen Bewegung sind mit dem Zuschnitt ihrer Vorlage, mit dem Versuch, die Sache befaßt worden ist. Wir glauben unsererseits hinzu behauptet. Sie ist trob allem, was Reir Hardie in seiner An- Umsturztendenzen auf dem Boden des gemeinen Rechts wirksamer Sprache darüber sagte, so wenig die sozialistische Arbeiterpartei zu bekämpfen, den ausgesprochenen Wünschen der Mehrheit des fügen zu dürfen, daß es sich hier wohl um die philos Englands, wie dies die Sozialdemokratische Föderation ist, aber Reichstags entgegengekommen. Mißlingt dieser Versuch, so sophische Fakultät handeln wird und daß es der Fall fie ist ein aktives Glied der sozialistischen Bewegung und als fällt auf die Thatkraft, Einsicht und Fähigkeit, politisch zu Leo Arons ist, der den armen Privatdozenten den Zorn solches in mancher Hinsicht die Ergänzung der Föderation. handeln, welche welche die bürgerlichen Parteien zum Kampf des preußischen Staatsministeriums zugezogen hat. Es ist Beide Organisationen haben ihre Fehler, beide aber auch gewisse gegen die Todfeinde der bürgerlichen Gesellschaft auf aber auch ein einfach grauenhafter, unerträglicher Zustand, Vorzüge, und wenn sie im Konkurrenzkampf mit einander die zubringen vermögen, ein trauriges Licht. Man kann überzeugt daß ein leibhaftiger Sozialdemokrat an einer preußischen ersteren noch nicht ganz überwunden haben, so stehen sie sich sein, daß die Sozialdemokratie diese Beleuchtung des Defisits an Universität Vorlesungen über theoretische Physik und ähn heut doch schon in vielen Punkten näher, als vor drei Jahren. Kraft zu positivem Handeln auf feiten ihrer Gegner, ein solches liche staatsgefährliche Dinge halten kann. Da ist es tein Die Konferenz beschloß auch die Versendung eines Birkulars an Beugniß, das sich die bürgerlichen Parteien selbst ausstellen, zur Wunder, wenn die Zöpfe bedenklich zu wackeln beginnen die übrigen sozialistischen Organisationen behufs Meinungs- Förderung der Siegeszuversicht ihrer Anhänger ausgiebig zu ver- und sich ein allgemeines Schütteln des Kopfes erhebt. Lieber austausches über die Bedingungen einer Verschmelzung. Es sieht werthen wissen wird. nicht danach aus, als ob im Augenblick viel daraus werden wird, aber in bezug auf Taktik und Prinzip bedeuten die Beretten! Uebrigens mögen fich die Herren beruhigen, ob gehen. Also, alle Mann an Bord, um die Umsturzvorlage zu mag die sagenhafte deutsche Lehrfreiheit" zum Teufel schlüsse der Konferenz unzweifelhaft einen Schritt zur Ber- Umfiurz oder nicht, die Sozialdemokratie wird triumphiren, Sozialisten aller Länder. Die Preffe hat der Konferenz große Aufmerksamkeit geschenkt, die liberale mit ziemlichem Mißbehagen, da die Independent Labour Party ihre Geschosse hauptsächlich gegen die liberale Partei richtet und dieser in erster Reihe gefährlich ist. Natürlich sind die respettablen Toryblätter sehr darauf bedacht, sich nicht durch Freundschaftsbezeugungen gegenüber der Independent Labour Party zu kompromittiren, aber zwischen den Zeilen liest man doch das schadenfrohe Behagen, daß vorderhand nur des Nachbars Haus bedroht ist. schmelzung. Politische Lebersicht. Berlin, 21. April. " trog alledem. Das Reichstags- Präsidium beim Kaiser. Bekannt lich war das Reichstags- Präsidium nach den Vorgängen Die Aktien der Umsturzvorlage fallen mehr und des 23. März zu Bismarcks Geburtstag zum Kaiser geladen mehr. Man richtet sich bereits allerseits darauf ein, daß worden. Die beiden Zentrumsherren erschienen bei Hofe, das Gesetz abgelehnt wird. In offiziellen Kreisen des Reichs während der Abg. Schmidt aus Berlin abreifte. Man Morgen- Dienstag- tritt der Reichstag wieder tages macht man sich mit dem Gedanken vertraut, daß, glaubte damals, es wäre aus politischen Gründen geschehen. zusammen, und da auch die Ferien des Landtags an falls die Umsturzvorlage scheiteru sollte, keine Neigung be- Heute lesen wir in den Zeitungen aber folgendes: demselben Tag schließen, so arbeitet von morgen an die stehen wird, die Tagung über das Pfingstfest hinaus aus- Der erste Vizepräsident des Reichstags Schmidt( Bingen) parlamentarische Maschine sofort mit Volldampf. Die zudehnen. In diesem Falle würde selbstverständlich davon war vor Beginn der Osterferien wegen eines Halsleidens Zolltarif- Novelle, die den Reichstag zunächst beschäftigt, Abstand genommen werden, noch neue zu erwartende Vor- auf ärztliche Anordnung nach Ballanza gegangen und hatte an wird zu keinen sehr leidenschaftlichen Debatten führen. lagen, wie das Börsengesetz, den Gesezentwurf betreffend dem Hofdiner am 1. April und am Empfang des Reichstags Erst wenn die Umsturz vorlage in zweiter Lesung den unlauteren Wettbewerb u. s. w. zu verabschieden. Es Präsidiums seitens des Kaisers nicht theilgenommen. In der freivor das Plenum Tommt, was nach der heutigen Erklärung würde dann sogar an der Zeit fehlen, das bereits vor sinnigen Presse, insbesondere der Freifinnigen Zeitung", wurde bas Fernbleiben von den Festlichkeiten auf politische Motive, des Reichs- Anzeigers" zweifellos ist, werden die Geister liegende Arbeitsmaterial zu bewältigen, zumal die Justiz namentlich die Stimmung der Fraktion, zurückgeführt. Schmidt scharf aufeinander platen. Da die Haltung des Reichstags novelle, die Gewerbe Ordnungs Novelle noch in den hatte bald nachher eine der Mittheilung Richter's über von der Haltung der Wähler abhängt, so können wir an Kommissionen liegen. Für die Arbeiten der Arbeiten der Justiz die politische Seite der Sache widersprechende Dardiese nur die nochmalige Aufforderung richten, sich ihrer kommission wird vielleicht der Modus gesucht werden, die stellung hierher gelangen lassen und schon damals betont, Abgeordneten zu versichern und die schwankenden Ge- selben für die kommende Tagung zu erhalten. daß er bereits hier in ärztlicher Behandlung gewesen und vom ftalten, deren es nicht wenige giebt, fest am Kollett zu Arzte nach Ballanza geschickt worden sei. Er hat nunmehr eine Die Umsturzkommission wird am Mittwoch zusammen- mehrwöchige Kur in Pallanza gebraucht und ist um weiteren packen und zu strammen". treten, um den Bericht an das Plenum zu prüfen, den der Urlaub eingekommen, um sich noch einer Nachkur unterziehen zu Ueber die Aussichten der Umsturzvorlage sind sich Ober- Landesgerichtsrath aus dem Lande mit dem Ochsenkopf, Herr können. Er wird daher den Plenarverhandlungen im Reichstage zunächst fernbleiben. gung d jetzt auch noch die Offiziösen in die Haare gerathen, nach. Buchka, während der Ferien verfaßt hat. dem dieses Monstrum von Gesetzgebung unter den staats- Die Wallfahrten und die Umfiurzvorlage. Der Abg. erhaltenden Parteien schon längst einen unheilbaren Wirr- Dr. Lingens hat, der" Germania" zufolge, feinen Entschluß, an warr angerichtet hat. Während nämlich in den letzten einer Wallfahrt nach Loreto theilzunehmen, aufgegeben, da im Tagen in den Berliner Politischen Nachrichten" und dem Reichstage wichtige Abstimmungen bevorstehen. Hamburger Korrespondent" Notizen auftauchten, deren den Kampf für Religion, Ordnung und Sitte, gegen den Umsturz Die bösen Sozialdemokraten! Ihre großen Erfolge haben Ursprung auf die Umgebung des Herrn Miquel zurück veranlaßt und nun als man am besten Wege war, den Drachen geführt wurden und wonach die Regierung den Geschmack zu tödten, hindert er noch einen so frommen Mann, wie den an der Umsturzvorlage in ihrer jezigen Gestalt verloren Abg. Lingens, an einer Wallfahrt. V Eugen Richter antwortet darauf in der Freis finnigen Zeitung", die Nachricht, als ob das Fernbleiben des Abg. Schmidt von den Hoffestlichkeiten der Bismarcbegründet worden, sei falsch. Dies sei nicht der Fall gewesen. ehrung mit einer Halskur oder mit Gesundheitsrücksichten Wir wissen nicht, welche der beiden Lesarten richtig ist und enthalten uns deswegen der sonst nothwendigen Schlußfolgerungen. Sein sicheres Erbstück auf der Kolonie ist, wenn er es nicht Wesen von Herbergen zur Heimath drastisch illustriren. Lump, Strolch, Vagabund, Bettler, Söffel und endlich, mit schon auf den Natural- Verpflegungsstationen angetreten hat, Vorschriftsmäßig von Station Bielefeld bis Station welchem Titel er in seiner Anredeskala die höchste Stufe der sog. Kolonievogel, welcher in der ungenügenden Lebens Rheda am Nachmittag sechs Stunden marschirend, erreicht zu haben scheint: Sozialdemokrat. Ein handfester haltung eines Menschen die Bedingungen zu seinem Entstehen wurde hier am Abend ein Verpflegungseffen ge- Bruder Schmied soll übrigens den gestrengen Herrn Polifindet. Je erbärmlicher die Lebenshaltung eines Menschen, je geben, das aus gekochtem Wasser, in welchem sich einige zisten einmal belehrt und begreiflich zu machen versucht unbändiger diese garstige Krankheit, welche ihre armen Kartoffeln und Steckrübenstücke wild jagten, bestand. Nach haben, daß, wenn es nur halb so viele Sozialdemokraten Opfer aus der Täuschung nicht frei giebt und bei ihnen der Mahlzeit war der Heißhunger nur noch unbändiger ge- gebe, wie in seiner Einbildung existirten, daß dann der dieselben Symptome hervorruft, wie der Schnaps bei seinen worden. Erst einige murrende Stimmen, artete der Unwille ungleich größere Theil der sogenannten Vagabunden nicht Opfern, die mit dem Delirium tremens fämpfen. Die der Gäste bald zu einer kleinen Revolte aus. Der requirirte auf der Landstraße zu sterben und zu verderben brauche. Natural- Verpflegungsstationen sind Aushungerungsanstalten, Gendarm, über die Ursache der Aufregung orientirt, konnte Ein unbefangenes Augenaufschlagen genügt, um zu ge deren Gäfte in mehr oder minder beschleunigtem Tempo oder wollte nichts schaffen, jedoch stellte sich Ordnung und wahren, daß auf den Herbergen die Wanderer in zwei Klassen dem Verderben und Absterben geweiht sind, und bilden die Ruhe von selbst her, als Brot und Kaffee auf den Tisch vertreten sind: solche, die grundsätzlich nie eine Natural Fangarme des Vampyrs Arbeiterkolonie. gegeben wurde. Nicht weniger tumultuarisch ging es Verpflegungsstation in Anspruch nehmen, und solche, die Ant Soweit ich auf der Wanderschaft kennen gelernt, find später im Schlafsaale zu, da der Hausvater resp. dessen Ver- Tag um Tag die Verpflegungsstationen besuchen. an allen Orten, an denen sich Herbergen zur Heimath treter verlangte, daß die Verpflegungsgäste in den schmalen, Sprechen, Blick, an Haltung und Kleidung, überhaupt an befinden, diesen die Natural- Verpflegungsstationen ein- einschläfrigen Bettstellen mit je einer einer brettähnlichen der ganzen Erscheinung, merkt man bald, daß jene Selbstverleibt: an Orten ohne Herberge zur Heimath find die Matraße und leichter Decke, unter welcher taum vertrauen, Charakter und Energie besitzen und sich durchStationen Gastwirthen oder Privaten anvertraut. Auf ein einzelner Platz zu finden vermochte, zu zweien schlafen zubringen wissen, bis sie wieder Arbeit und Verdienst finden, Herbergen zur Heimath als Verpflegungsstation wird nach sollten. Auf den Einwand, daß man die Nacht über ja während diese das gerade Gegentheil personifiziren, sich Sem Rezept gekocht: Wenig und schlecht! Jedoch giebt es schrecklich frieren würde, ertheilte der Hausvater lakonisch träge, dumpf- und stumpfsinnig von einer Station zur anderen Ausnahmen, zu denen Minden und Rinteln zählen, nicht die tröstliche Auskunft, im nächsten Winter würde das wohl schleppen, bis ihre Wanderung im Krankenhause, Gefängnisse, zu vergessen Hildesheim, wo der Hausvater außerdem die anders eingerichtet. Korrektionshause oder gar in einer Arbeiterkolonie einen Ausnahme macht, daß er seinen Gästen gegenüber zuvor- Eine schlaue Manier, den Verpflegungsgästen den legten unheimlichen Abschluß findet. Die Stationsbummler tommend und gemüthlich ist, ohne Hintansehung von Drd- Heller aus der Tasche zu zerren, wendet der Hausvater der meinen, man könne die Bodelschwingh'schen Bestrebungen nung und Reinlichkeit. Gastwirthe und Private empfinden Herberge zur Heimath mit Verpflegungsstation in Northeim und Einrichtungen immerhin humane und christliche nennen; ihren Gästen gegenüber noch hier und da ein menschliches an. Am 17. März 1893, als ich bei ihm Verpflegungsgast denn die Wanderer brauchten sich dank dieser Vor- und Rühren; sie geben am Mittag zur genüge satt zu essen war, hielt er uns am Abend eine Standrede, die so geläufig Fürsorge, die ihnen von seiten der Kirche zu theil würde, und bringen die Gäste in warmen und reinlichen Betten vou statten ging, daß jedermann merkte, er halte dieselbe um nichts mehr zu bekümmern. Nur sollte man, sezen unter; ich nenne rühmlichst Warendorf, Burgsteinfurt, alle Abend, und erklärte in derselben, er nehme ja sonst sie ein wenig kleinlaut hinzu, nicht immer so schrecklich Rheine. von den Verpflegungsgästen kein Schlafgeld, aber heute frieren müssen, hin und wieder doch wenigstens einmal fatt Während bei Gastwirthen und Privaten zwischen Abend müßten diejenigen, welche allein schlafen wollten, zu essen bekommen und die Behandlung sollte nicht eine gar Stationshalter und Verpflegungsgast ein mehr oder minder 10 Pf. zahlen. Gerade zehn Verpflegungsgäste fanden jeder jo garstige sein. Die erstgenannten Wanderer lachen zu anheimeluder, zuvorkommender, gleichberechtigter Ton zur noch 10 Pf. in ihrem Besitze, welches Geld, zusammen eine solchen Lamentationen und nennen den Vater der Arbeiterund Geltung kommt, scheinen die Herbergen zur Heimath in Mark, der Herr Hausvater schmunzelnd in seine Westen- tolonien Natural- Verpflegungsstationen furzweg Vagabundentönig jedem Verpflegungsgafte eine Waare zu erblicken, die bei tasche versenkte. eine Anspielung darauf, daß ihnen von Gottes und Rechts wegen zu verzollen ist. Die Was die Behandlung im allgemeinen anbetrifft, welche auf grund der Wanderordnung die Verpflegungsgäste weder altgermanische Biederkeit und Gaftlichkeit kommt in diesen dem Verpflegungsgaste zu theil wird, so wird mit ihm Zeit noch Gelegenheit finden, auch bald zu unlustig und Herbergen nicht zur Geltung und ist die Bezeichnung zur nirgends viel Federlesens gemacht. Schon die Marken- erschlafft sind, sich bei Handwerksmeistern und anderen Heimath" unpassend gewählt. Am 6. Januar 1893 spielten ausgeber haben selten ein freundliches Wort für den Halb- Arbeitgebern nach Arbeit umzuschauen, deren Wanderschaft fich auf der Herberge zur Heimath" mit Natural- erfrorenen und verhungerten. Der Marken ausgebende daher zum zweck und planlosen Wandern, zum wirklichen Verpflegungsstation in Rheda Vorgänge ab, die das Polizist in Warendorf redete alle per Du an und betitelt fiel Bagabondiren ausartet. stol( Schluß folgt.) Mit dem Bttttd der Landwirthe geht es sichtbar bergab. Am 9. Mai 1894 gab die„Korrespondenz des Bundes der Landwirthe" die Mitgliederzahl des Bundes auf genau 201 736 an. Die„Deutsche Tages-Zeitnng", die erst später (1. Oktober) begründet wurde, berichtete eines Tages über einen weiteren thatsächlichen Zuwachs von 30 000 Mitgliedern, macht also 231 736 Mitglieder. Jetzt wagt man im Bunde von höchstens 180 000 Mitgliedern zu reden, da wären also schon 30 000 dersertirt; in einem Jahre schon eine ganz hübsche Ziffer. Jedenfalls hat die Mitgliederzahl die Tendenz, zu sinken. Und wo das Ausreißen erst einreißt, da ist kein Halten mehr. Von Eingeweihten wird die Mitglieder- zahl heute schon ans nur 140 000 angegeben und davon sollen noch sehr viele die Beiträge schuldig sein. Die Regierung, die den Antrag K anitz schnöde zurückwies, arbeitet'jetzt fieberhaft in„Hilfe für die Landwirth- schaft". Die bereits angekündigten Verhandlungen der Regie- rang mit den Vertretern der sieben östlichen Landschaften haben am 19. d. M. unter Leitung des Landwirthfchaftsministers und unter Betheiligung des Finanzministers, des Staatssekretärs Grafen Posadowsky und eines Kommissars des Ministers des Innern stattgefunden.� Sie haben, nach dem offiziellen Bericht, ergeben, daß eine erhöhte Nutzbarmachung der Landschaften für den bäuerlichen Realkredit wünschens- werth und ausführbar ist. Abgesehen davon, daß bei einzelnen Instituten eine Erweiterung des Kreises der beleihungsfähigen Besitzungen und eine Vereinfachung der für den bäuerlichen Besitz geltenden Beleihungsvorschriften angezeigt erscheint, wird, wie berichtet wird, es vor allem darauf ankommen, Einrichtungen zu treffen, welche dem Kleingrund- besitzer die Regulirung seiner Hypothekenverhältuisse und die Benutzung des landschaftlichen Kredits bequem machen und ihn zur Abstoßung der hoch verzinslichen Privat- und Sparkassen- Hypotheken bestimmen. Die nähere Ausgestaltung dieses Planes muß bei der Verschiedenheit der Verhältnisse und satzungsgemäßen Grundsätze den Verhandlungen innerhalb der einzelnen Institute überlassen werden. Die landwirthschaftliche Verwaltung wird in dieser Beziehung die weiteren Anregungen geben. Von besonderer Bedeutung ist, schreibt der offizielle Bericht, daß sänimtliche Vertreter der Landschaften in Uebereinstiimuung mit den Organen der Staatsregierung den hier und da befürworteten Gedanken einer provisorischen Suspendirung der Amortisatiouszahlungen der Schuldner mit Entschiedenheit zurück- wiesen.— Auf dem Slllgemeiuen(!) deutschen Handwerkertage, der in Halle zusammengetreten ist, wurde die folgende Resolution einstimmig gefaßt: „Der VIII. Allgemeine deutsche Handwerkertag hat nicht die mindeste Veranlassung, von den auf oen bisherigen Handwerker- und Jnnungstagen gefaßten Beschlüssen Abstand zu nehmen. Er verlangt vielmehr nach wie vor eine gründliche Aenderung der Gcwerbe-Ordnung, und erwartet, daß den Wünschen der Handwerker in folgenden Punkten Rechnung getragen werde: 1. Einführung der obligatorischen Innung und Handwerker- kammer, sowie des Befähigungsnachweises; 2. Gesetzliche Festlegung der Begriffe Handwerk und Fabrik; 3. Beseitigung der Militärwerkstätten und äußerste Ein- schränkung der Gefängnißarbeit; 4. Verbot des Haustrens der Ausländer, und möglichste Be- schränkung des Hausirhandels der Inländer durch Prüfung der Bedürsnißfrage, sowie Verbot des Detailreisens bei Privaten; V. Beseitigung der Konsumvereine, insbesondere der Offiziers- und Beamten-Konsumvereine und-Waarenhändler; L. gänzliches Verbot der Wanderlager und aller Arten von Versteigerungen neuer Handwerks-Erzeugnisse, sowie dos Jilialgeschäfts-Unwesens, eventuell progressive Besteuerung dieser; 7. Regelung des Submisfionswesens; L. Vorzugsrecht für die Forderungen der Bauhandwerker; 9. Zugängigmachung der Reichsbank für das Handwerk; 10. Beseitigung des Firmen- und Reklamenschwindels(un- lauterer Wettbewerb); 11. Weitere Erschwerung von Gründungen nach dem Aktien- gesetze; IL. Aenderung der Konkursordnung; 13. Gewährung von Reichstagsdiälen. Der Handwerkertag beschwört die verbündeten Regierungen, endlich diesen Wünschen mehr als bisher Rechnung zu tragen und so das deutsche Handwerk vor dem Ruine zu bewahren." Wir kommen auf die Verhandlungen des Kongresses noch zurück. Die Petroleuuipreise sind in jüngster Zeit reißend emporgeschnellt und haben jetzt eine Höhe erreicht, wie nie zuvor— doppelt so hoch als vor Jahresfrist. Es ist das nicht, wie man den Leuten vorredet, die Folge eines Ver- siegens der Oelquellen, sondern das Werk eines O e l- k a r t e l l s, der die russischen und amerikanischen Oel- quellen monopolisirt hat, und nun, nachdem durch Schleuder- preise_ die Konkurrenz niedergeschlagen ist, das Publikum kaltblütig und methodisch schröpft. Wie man uns mittheilt, will� die russische Regierung dem Ring durch eine Ausfuhrsteuer auf Petroleum zu Hilfe kommen, eine Prozedur, die nicht blos in die leeren Staatskassen, sondern auch in gewisse Nimmersatte Privattaschen Geld bringen wird.— Der Fuchsmiihler Prozeß beginnt am Dienstag, den 23. d. M. Am Sonntag fand in Fuchsmühl durch die Vertheidiger Rechtsanwälte Bernstein und Schmitt in An- Wesenheit der Einwohnerschaft und der Vertreter der Presse eine Angenscheinnahme des Schauplatzes der Vorgänge vom 30. Oktober 1894 statt unter Markirung der Szenerie nach Angabe der Fuchsmühler Einwohner.— Die württembergische Stände- Versammlung ist durch königl. Dekret auf den 15. April wieder zusammenberusen worden.— Von der Pflichttreue der österreichischen Polizei berichtet der offiziöse Draht aus Prag vom Sonntag, 21. April. In der vergangenen Nacht wurden hier etwa 2000 Plakate aufreizenden Inhaltes verbreitet, in welchen zur Theil- nähme an der Maifeier aufgefordert wird. Die Plakate wurden beschlagnahint> fünf Personen wurden verhaftet.— Die österreichische Polizei scheint überhaupt etwas reizbar zu sein. Wenn die Plakate übrigens vielleicht auf r o t h e m Papier gedruckt gewesen sind, dann wäre die Sache ja klar. Denn die rothe Farbe wirkt„ausreizend" überall.— Ein neuer Kämpfer für die Sozialdemokratie wird am 1. Mai 1893 in Ungarn erstehen. Von diesem Tage ab wird das erste sozialdemokratische Tageblatt in Ungarn erscheinen. Die nun im 23. Jahr- gange stehenden Wochenblätter„Nöpszawa" und„Volks- stimme" werden verschmolzen und unter dem Titel „Nspszawa"(Volksstimme), Zentralorgan der ungar- ländischen Sozialdemokratie, achtmal wöchentlich erscheinen. Wir wünschen dem neuen Kampfgenossen bestes Gedeihen. Hoffentlich ist das Unternehmen bald redaktionell und finanziell so gefestigt, daß es von Bourgeoisie und Re- gierung in Ungarn gefürchtet wird und unter den Arbeitern Ungarns die Lehren der Sozialdemokratie mit vollem Er- folge verbreitet.— Zum Prozeß gegen Giolitti. Der Kaffationshof berielh am 22. d. Mts. über die Berufung Giolitti's in den bekannten gegen ihn schwebenden Prozessen. Der Staatsanwalt führte aus, für einige Fragen müsse vor Durchführung des Verfahrens die Meinung der Deputirlenkammer eingeholt werden, während für die anderen die Gerichtsbehörde zuständig sei. Die Vertheidiger Giolitti's bestritten die Zuständigkeit der Gerichte für sämmt- liche Fragen und forderten die Anrufung der Kammer. Der Kassationshof vertagte feine Entscheidung auf die Sitzung vom Mittwoch.— Deutsche in Frankreich. Unter dieser Rubrik finden wir in verschiedenen französischen Blättern eine Notiz des Inhalts, daß deutsche Arbeiter in Rive-de-Gier, dem Schauplatze des großen Glasarbeiterstreiks, mit französischen in Streit gerathen seien und diese mit Revolvern bedroht hätten. Die Erbitterung wachse und es sei nothwendig, den Ar- beitern das Tragen von Revolvern zu verbieten. Wie es scheint, sind trotz der Warnungen deutsche Arbeiter als Streik- brecher nach Rive-de-Gier gegangen, und haben von den Unter- nehmern, nach amerikanischer Bourgeoissitte, Revolver er- halten, um auf die Arbeiter zu schießen, deren Plätze sie weg- genommen haben. Die Sache bedarf der Ausklärung, die wir von unseren französischen Genossen erwarten.— Chanviniste» in Paris. Dem Heroldbureau wird tele- graphirt: Paris, 20. April. Gesteru Abend fand im 8. Bezirk der Stadt ein großes Protestnieeting statt, welches die sozialistischen Parteien gegen die Abfindung der französischen Flotte nach Kiel einberufen hatten. An demselben nahmen mehrere Abgeordnete und Munizipalräthe theil. Natürlich handelt es sich um eine boulangistische Hans- wurstiade, sür welche die wirklichen Sozialisten nicht zu haben sind.— Der 1. Mai in Spanien. Die Vertreter der großen Ar- beiterverbindung haben sich in einer Konferenz mit den Vor- bereitungeu zur Feier des 1. Mai beschäftigt. Es sollen in mehreren Städten große Meetings abgehalten und im ganzen Lande ein Manifest verbreitet werden.— Die Entwickelung der dänischen Sozialdemokratie. Als die dänischen Sozialdemokraten im Jahre 1872 zum ersten Male eigene Kandidaten aufstellten, erhielten sie, woran die„Franks. Zeitung" erinnert, nur 315 Stimmen; bei den Wahlen von 1334 wurde der Sozialist Holm mit 5390 Stimmen gewählt; 1892 wurden 10 sozialistische Kandidaten aufgestellt, welche über 17 000 Stimmen erhielten. Jetzt, drei Jahre später, wurden für sozialdemokratische Kandidaten fast 26 000 Stimmen abgegeben. Wenn die Sozialdemokraten auch in der Hauptstadt ihren größten Sieg errangen, so haben sie doch in den Provinzen eben- falls bedeutende Erfolge erzielt, denn die radikalen Kandidaten sind dort nur mit Hilfe der Sozialdemokraten ge- wählt worden. Dazu kommt, wie bereits erwähnt, daß die Opposition im Folkething nur mit den acht sozialdemokratischen Stimmen die Majorität erlangen kann, da sonst 53 gegen 53 stehen.— Parsamentarisches ans Dänemark. Vor Schluß des Reichstages traten am 20. April sämmtliche Äusgleichsgegner im Folkething zu einer Partei, welche den Namen„Linken-Resorm- partei" trägt, zusammen. Die neue Partei zählt 53 Mitglieder, zum Obmann wurde der Folkethings-Präsident Sofus Hoegsbro gewählt; der Vorstand besteht aus Mitgliedern aller bisherigen Gruppen der Ausgleichsgegner. Ferner konftituirte sich heute die 27 Mitglieder zählende ausgleichsfreundliche Linkenpartei des Folkethiugs; der frühere Vorstand wurde wiedergewählt.— Der Konflikt zwischen Schweden nnd Norwegen scheint kaum mehr vermeidbar. Auf norwegischer Seite glaubt man im Interesse einer friedlichen Lösung alles gethan zu haben, was sich mit der Ehre verträgt, und in Schweden drängt die chauvinistische Partei, welche in dem Kronprinzen ihr Haupt hat, mit allem Eifer zum Krieg und hat auch trotz der Mahnungen der sozialistischen Partei, einen großen Theil der öffentlichen Meinung mit sortgerissen. Die schwedischen Sozialisten werden für ihre Bemühungen, den Frieden zu erhalten, nach bekannten Mustern des Mangels an Vaterlandsliebe, ja des Landesverraths beschuldigt, und sind schweren Verfolgungen ausgesetzt. Der Kronprinz, welcher im Fall des Krieges, den Thron besteigen soll, will selber an der Spitze der Armee gegen die Norweger ins Feld ziehen und hofft binnen wenigen Wochen den„militärischen Spaziergang" beendigt zu haben. Worin der schneidige Herr sich geirrt haben könnte.— Von russischer Freiheit. Aus Petersburg wird berichtet: Die Zollbehörden konsiszirten kürzlich eine Menge von Flugschriften, welche aus Königsberg zum Zwecke der Vertheilung im Innere Rußlands gesandt wurden. Die Broschüren beschäftigen sich mit der russischen Regierungsform und dem Schisma der orthodoxen Kirche und suchen das russische Volk sür den Stundismus(Wiedertäufern) zu gewinnen. Als Verfasser wird- der angebliche preußische Unterthan August Tyrbach bezeichnet, welcher seit langer Zeit heimliche stundistische Propaganda in Rußland betreibt. Gegen- wärtig wird seitens der Regierung eifrig nach den an der Ver- breitung der Schriften betheiligten Personen geforscht; biS jetzt wurden deren zwei ermittelt, ei» gewisser Friedrich Werner in Neu-Rudin und Karl Schwanebach, ein deutscher Ansiedler in den Kolonien an der Wolga.— Rußland. Professor Mendelejew(dessen Name in unserer letzlen Nummer durch einen bedauerliche» Druckfehler entstellt ward) hat sich, wie uns mitgetheilt wird, entschlossen, den Staub Rußlands von seinen Füßen zu schütteln und wird vermuthlich nach Paris übersiedeln, wohin er einen Ruf erhalten hat. So treibt der Despotismus die Wissenschaft aus dem Lande.— Der Friede zwischen Japan und China ist jetzt von den beiden kontrahirenden Mächte» ralifizirt. Am vorigen Sonnabend konnten wir melden, daß eine Verständigung zwischen der deutscheu, der französischen und der russischen Regierung in beziig auf die Wahrung gemeinsamer Interessen in Ostasrika erfolgt sei. Gegen eine solche Ver- ständigung ist an sich gewiß nichts einzuwenden, und sie wider- spricht auch an sich"keineswegs den Prinzipien der von der deutschen Regierung proklamirten Neutralität. Ein etwas bedenkliches Aussehen erhält aber die Sache dadurch, daß russische Blätter das Einverständniß der drei genaunteu Regierungen als gegen England gerichtet auffassen. Wenn dies wahr wäre, so hätte die deutsche Regierung entschieden das Prinzip der Neutralität verletzt, und könnten die Folgen sehr schlimme sein. England läßt sich nicht vergewaltigen, und wenn die Reichsregierung sich zu einem solchen Versuch hergäbe, würde das Deutsche Reich als Schildknappe Rußlands und Frankreichs eine traurige Rolle spielen— von den schweren Gefahren ab- gesehen, in die ein Konflikt mit England uns stürzen würde.— Die Expedition nach Tschitral hat ihr Ziel erreicht. Die hartbedräugie englische Garnison ist entsetzt; der Beherrscher von Tschitral, Schar Aspul, entflohen. Es fragt sich nun, ob die Engländer das für sie so wichlige Gebiet direkt dem indischen Reich einverleiben, oder ob sie es durch einen von ihnen ganz abhängigen Häuptling verwalten lassen wollen.— Die Verschwörung ans Korea. Die Untersuchung gegen Liyoshun, den koreanischen Gesandten in Japan, der in der vorigen Woche verhaftet wurde, hat begonnen. Liyoshun ist des Mordes und des Verrathes angeklagt. In die Angelegenheit sind noch andere Beamte verwickelt.— Der argentinische Kongreß wird in der zweiten Woche des Monats Mai zusammentreten.— PavleinatfitJldjfiMt; Parteiliteratur. Wohl keine Schrift unserer Partei hat in bürgerlichen Kreisen so großen Absatz gesunden als B e b e l's Buch:„Die Frau und der Sozialismus". Der allgemeinen Verbreitung in Arbeiterkreisen stand bisher der Preis des Buches entgegen. Verfasser und Verleger lassen nunmehr die 25. Auflage als Jubiläumsausgabe in 10 Wochen- l i e f e r u n g e n k 20 Pf. erscheinen; sie kommen damit dem Wunsche vieler Arbeiter und Arbeiterinnen nach, die sich gleich- falls in den Besitz des Buches setzen möchten. Diese Lieferung-- Ausgabe des Buches ist um ein Fünftel des früheren Umfanges vermehrt worden und bedeutet somit eine erhebliche Bereicherung seines Inhalts an thatsächlichem Material, das der Verfasser sür seine Beweisführung auf den einschlägigen Gebieten gesammelt und aufgenommen hat. Insbesondere sind auch die statistischen Angaben und Milthcilungen bis auf die neueste Zeit weiter- geführt und alle veralteten Angaben ausgemerzt worden. Das e r st e H e f t ist soeben erschienen. *• Aus Mainz wird uns vom Sonntag geschrieben: Von der auf dem Frankfurter Parteitag gewählten Ägrarkom Mission hielt heute die süddeutsche Sektion im„Weißen Rößchen" eine Konferenz ab. Den Vorsitz führte V o l l m a r, außerdem waren anwesend Birk« München, B a ß l e r- Stuttgart, Ehr- Hardt- Ludwigshafen, Dr. David- Gießen, Dr. Q u a r ck« Frankfurt, I ö st- Mainz, Ulrich. Offenbach, ferner die Ver- trauensleute von Frankfurt und Mainz und die Redakteure der „Mainzer Volkszeitung" und der Frankfurter„Volksstimme". Die Berathung nahm den ganzen Tag in Anspruch. Von der Agitation. Eine Agitationstour von Schierstein bis Rüdesheim führte am 2. Osterfeiertage Dr. Quarck in Gemeinschaft mit Wiesbadener, Biebricher und Schiersteiner Genossen aus, während eine weitere Anzahl Genossen an beiden Ostertagen im AmtZSchwalbach erfolgreich thätig waren. Be- arbeitet wurden Schierstein, Unter-Walluf, Eltville, Erbach, Oestrich-Winkel, Geisenheim, Rüdesheim; in allen Arbeiter- quartieren dieser Orte wurde die Frankfurter„Volksstimme" und die Broschüre„Umsturzvorlage und Zentrum" verbreitet. Maifeier. Eine Volksversammlung in Dresden, in der Dr. G r a d n a u e r die Bedeutung der Maifeier unter lebhaftem Beifall geschildert hatte, nahm einstimmig einen Antrag an, wonach dahin gewirkt werden soll, daß die Parteigenossen und ihre Familien am I. Mai keine Einkäufe machen, damit den Handlungsgehilfen Gelegenheit gegeben ist, den Tag mitzufeiern. Aus Rom wird in der bürgerlichen Presse berichtet: Die Leitung der Arbeiterkanimer beschloß, ihre Mitglieder aufzufordern. am 1. Mai die Arbeit ruhen zu lassen, den Tag durch Abhalten von Vorträgen über die Arbeiterfrage zu feiern und den Lokal- und Provinzialbehörden, sowie der Regierung die Wünsche der Arbeiterklasse zu unterbreiten. Nach Nachrichten aus den Provinzen sind nirgends lärmende Demonstrationen für den 1. Mai geplant; gleichwohl untersagte die Regierung alle Aufzüge und Versammlungen im Freien. In Spanien hat der Minister des Innern ebenfalls alle Arbeiterumzüge am 1. Mai verboten. * m Todtenliste der Partei. In Zittau ist der Fischwaaren« Händler H o l l ä n d l e r, einer der ältesten und tapfersten unter den dortigen Parteigenossen, durch einen Unglücksfall ums Leben gekommen. Er stürzte infolge seiner Kurzsichligkeit in einen mit Schlamm gefüllten Graben und ertrank darin. Die Zittauer Parteigenossen rühmen von ihm, daß er, trotzdem er selbst einer der ärmsten der Armen war, doch jeder Zeit, wenn es galt die Parteiinteressen zu wahre», sein Scherflein zur Hand hatte. < Polizeiliches, Gerichtliches»e. — Aus dem b a d i s ch e n Musterländle meldet der Offen- burger„Volksfreund", daß der Amtmann bei einer Flugblatt- vertheilung im Amtsbezirk Stockach sogar verlangte, daß die Flugblattvertheiler 21 Jahre alt sein müßten. Und was noch schöner ist: wer Flugblätter vertheilen wolle, müsse erst ein ärztliches Attest darüber beibringen, daß er mit keiner an- steckenden Krankheit behaftet sei! Noch empörender aber ist der Versuch, die Preßdelikte dem Schwurgericht zu entziehen und sie der Strafkammer zu überweisen. Nach der bisherigen Auslegung des badischen Einsührungsgesetzes zum Reichspreßgefitz müssen Preßvergehen, sobald sie von der Staatsanwaltschaft im öffent- lichen Interesse verfolgt werden, durch Geschworenengerichte zur Aburtheilung gelangen. Bisher ist es auch immer so gehalten worden. In einer Anklagesache gegen Redakteur Zielowski aber beantragte die Staatsanwaltschaft die Sache vor die Strafkammer des Offinburger Landgerichts zu verweisen. Die Sache, um die es sich handelt, betrifft eine angebliche Be- leidigimg der Leiter des ehemaligen Konsumvereins der kaiser- lichen Arlillerie-Werkstätte in Straßburg i. E. und dort hat die Staatsanwaltschaft die angeblich Beleidigten— einen Lieutenant und einen Schreiber— auf den Weg der Privat klage verwiesen. Das Offenburger Landgericht hat sich wirklich, trotz des Hinweises auf die Kompetenz des Schwurgerichts, für zu- ständig erklärt und den Redakteur Zielowski zu 50 M. Geldstrafe verurtheilt, gegen welches Urtheil wegen der Wichtig- keit der Kompetenzfrage Revision beim Reichsgericht eingelegt werden wird. — Gegen den Redakteur Hermann Keßler und Genossen in Mannh e im ist wegen der Veröffentlichung eines Briefes, den seinerzeit der Pater Sziegienny an die Arbeiter Polens gerichtet hat, Untersuchung eingeleitet. Durch die Veröffentlichung des Briefes soll die„Volksstiuime" verschiedene Klaffen der Be- völkerung zu Gowaltthätigkeiten gegen einander öffentlich an» gereizt und damit Z 130 des Strafgesetzbuchs verletzt habe«. Da aber der genannte Pater in seinem Briefe die unterdrückten Polen nur auffordert, ihre Feinde, die Kapitalisten, nicht mehr z» wählen, sondern sich den sozialistischen Organisationen anzu« schließen, so würde sicherlich selbst dann Fresiprechung erfolgen müssen, wenn nicht der Brief schon vor 14 Monaten von der .Volksstimme" veröffentlicht, die Sache also nach dem Preßgesetz längst verjährt wäre. Bemerkt sei noch, daß nach der betreffenden Nummer, worin der Brief stand(Nr. 3 vom März 1894),.in den Lokalitäten der„Volksstimme" eine polizeiliche Haussuchung vorgenommen wurde, die trotz aller Emsigkeit vollständig resnltat- los blieb. .— Das Landgericht in Gießen sprach den Parteigenossen Heinrich R e u tz e l aus Jckartshausen und die Frau des Gast» wirths H e ii s e l ans Rommelhausen von der Anklage der An- stistung zum Meineid kostenlos frei. Die Sache, um die es sich handelte, war folgende: Vor einigen Monaten hielt der Arbeiter- schutzvmin in Rommelhausen an einem Sonntag Morgen in einem besonderen Zimmer bei Gastwirth Hensel eine Sitzung ab. Bei dieser Gelegenheit soll seitens der Gastwirthschaft das Ver» bot überschritten worden sein, während der Kirchzeit an Orts- eingesessene Getränke w. zu verkaufen. Die Familie Hensel sowohl wie sämmtliche Anwesende, bis auf einen gewissen Adam Rack, bestritten entschieden, daß außer an Genosse Reutzel und einen anderen auswärtigen Theilnehmer seitens der Gastleute Getränke zur verbotenen Zeit verabfolgt worden seien. Im guten Glauben an sein Recht legte darum auch Gastwirth Hensel gegen das Strafmandat von 3 Mk. wegen Uebertretung jenes Verbots Berusung ein, ließ jedoch vorher Adam Rack in ftin Haus rufen, um von ihm zu erfahren, ob ihm wirklich Getränke verabfolgt worden seien. An dem Gespräch waren Genosse Reutzel und Frau Hensel betheiligt, und Rack behauptete nun, diese hätten ibm zu einer falschen Aussage vor Gericht zu be- stimnien gesucht. Diese Behauptung wurde von den Beschuldigten aus das enlschiedeiiste in Abrede gestellt, gleichwohl genügte sie = " die Verschiedenartigkeit der deutschen Vereins- und Versammlungs geseze aufmerksam zu machen, wodurch sich bedingt, daß Ihr Eure in dieser Sache handelnden Personen nur in öffentlichen Versammlungen wählen dürft." der Staatsanwaltschaft, um eine Anklage wegen versuchter Ver- 10,93( 0,93) M.; für weibliche Arbeiter in Siegen Nassau Ju einem Flugblatt, gerichtet an alle baugewerb leitung zum Meineid zu erheben. In der Gerichtsverhandlung 1,10( 1,13) M., bei dem sonstigen rechtsrheinischen Erzbergbaulichen Arbeiter Deutschlands, schildert der Vertrauensmann wies der Vertheidiger, Rechtsanwalt Gutfleisch auf die In 1,05( 1,02) M., bei dem linfsrheinischen 1,06( 1,01) M. Der reine der baugewerblichen Arbeiter von Dresden" die schlechte Bewahrscheinlichkeit hin, daß die Angeklagten wegen einer Lohn der im Steinfohlen Bergbau beschäftigten Arbeiter schaffenheit der Baubuden und Aborte, die Schädlichkeit der solchen Kleinigkeit und in so täppisch- offener Weise jemand betrug im Jahre 1894 auf eine Echicht für unterirdisch beschäftigte offenen Roatsfeuer und des Arbeitens bei fensterlosen Bauten im zu einem so schweren Verbrechen hätten verleiten wollen. eigentliche Bergarbeiter im Durchschnitt in Oberschlesien 2,79 Winter, das Treiben des Schwindlerthums unter den BauunterDann unterzog er die Glaubwürdigkeit des nichts weniger als( i.. 1893 2,74) M., in Niederschlesien 2,59( 2,60) M., in West- nehmern in Beziehung auf die Nichtbezahlung des Lohns u. s. w. unbescholtenen Belastungszeugen einer vernichtenden Kritit und falen 3,73( 3,71) M., bei Saarbrüden 3,68( 3,83) M., bei Aachen und erklärt dann, in diesem Falle ließen sich die Uebelstände schloß mit dem Wunsche, daß der Gerichtshof mit ihm zu der 3,15( 3,18) M.; für sonstige unterirdisch beschäftigte Arbeiter in nicht durch Streiks, sondern nur durch die Gesetzgebung beseitigen, Ueberzeugung von der Unschuld beider Angeklagten gekommen Oberschlesien 2,44( 2,42) M., in Niederschlesien 2,49( 2,54) M., in denn ein so torrumpirtes Unternehmerthum wie im Baugewerbe fein möge. Wenn nicht, so fündigte er die Absicht, Revision ein- Westfalen 2,61( 2,59) M., bei Saarbrücken 2,65( 2,78) M., bei Aachen werde im günstigsten Falle alles zugestehen, um nichts zu halten. zulegen, an, und gab, im Falle der Nebenantrag der Staats- 2,51( 2,52) m.; für über Tage beschäftigte erwachsene männliche Weiter heißt es in dem Flugblatt: Tragt genügend authentisches anwaltschaft auf Vertagung angenommen würde, eine Reihe Arbeiter in Oberschlesien 2,15( 2,15) M., in Niederschlesien 2,18 Material aus den beruflichen und sonstigen Statistiken, besonders weiterer Zeugen an, durch die über die Person des Adam Rack( 2,21) M., in Westfalen 2,72( 2,70) M., bei Saarbrücken 2,79 der Krankenkassen 2c., zusammen. Sucht objektiv urtheilende baudie nöthige Aufklärung gegeben würde. Der Gerichtshof er-( 2,84) M., bei Machen 2,44( 2,44) M.; für jugendliche männliche technische und medizinische Fachmänner für diese Frage zu intertannte, wie erwähnt, auf tostenlose Freisprechung und auf so- Arbeiter( unter 16 Jahren) in Oberschlesien 0,84( 0,86) M., in effiren, fo werden wir in furzer Zeit ein Beweismaterial zur fortige Haftentlaffung Reuzel's. Reuzel hat 2/2 Monate die Niederschlesien 0,94( 0,95) M., in Westfalen 1,12( 1,11) M., bei Verfügung haben, das sich zum Zweck einer Petition und Dentfeelischen und körperlichen Leiden der Untersuchungshaft ertragen Saarbrücken 1,01( 1,06) M., bei Aachen 0,99( 1,02) M.; für schrift an den Bundesrath und Reichstag erfolgreich verwerthen müssen, während deffen seine Familie ihres Ernährers beraubt weibliche Arbeiter in Oberschlesien 0,89( 0,89) M., in Nieder- läßt. In allernächster Zeit wird Euch von uns das weitere und auf die Unterstügung der Parteigenossen angewiesen war. Schlesien 1,23( 1,26) M., bei Aachen 1,21( 1,21) M. Bei dem Material, Frage- und Petitionsbogen u. f. w., zugehen, deren Eine recht sonderbare Entscheidung fällte das Schöffen- Brauntohlen Bergbau im Ober- Bergamtsbezirk Halle zahlreiche wie gewissenhafte Ausfüllung Ihr als Eure Pflicht gericht in Tübingen. Ein Genoffe, der während der letzten betrug der reine Lohn für eine Echicht für unterirdisch beschäftigte betrachten müßt. Als selbstverständlich betrachten wir, daß Ihr Landtagswahl sozialdemokratische Flugblätter im Bezirk Tübingen eigentliche Bergarbeiter 2,79( 2,83) M., für sonstige unterirdisch überall in den einzelnen Orten öffentliche Gewerkschafts- Ververbreitet hatte, war vom Oberamt Tübingen mit 5 M. Strafe beschäftigte Arbeiter 2,50( 2,50) M.; für über Tage beschäftigte sammlungen einberuft und diese hier aufgeworfenen Fragen ein belegt worden, stellte aber Antrag auf gerichtliche Entscheidung. erwachsene männliche Arbeiter 2,49( 2,34) M., für jugendliche gehend diskutirt. Wir können zum Schluß nicht unterlassen, auf Vom Schöffengericht wurde seine Beschwerde kostenpflichtig ab- männliche Arbeiter 1,23( 1,28) M. gewiesen. Der Vorsitzende begründete das Urtheil damit, daß in den Flugblättern einiges enthalten sei, was gegen die jetzige Gesellschaftsordnung verstoße. Danach scheint in Tübingen das Blech der Umsturzvorlage schon als baare Münze zu zirkuliren. Die Schuhmacher in der mechanischen Schuhfabrik von Die Zahl der streikenden Wiener Ziegler wird auf rund Bemerkt sei noch, daß von dem Flugblatt in Württemberg Rosenthal u. Groß, Neue Grünstraße, befinden sich im 12 000 geschätzt. Die auf dem Wienerberg fortarbeitenden Ver mehrere hunderttausend verbreitet worden sind, ohne daß Ausstand. Die Arbeiter sahen sich genöthigt, die Arbeit nieder- lader sollen von Streitenden mit Steinen beworfen worden sein. anderswo die Verbreiter vor Gericht gezogen worden wären. zulegen, weil wiederholt Maßregelingen organisirter Arbeiter vor Weiter heißt es, ein Haufe Arbeitsloser sei in die Noth Bon der Strafkammer in Duisburg wurde der Partei- gekommen sind. Außerdem ist von den Fabrikanten der Versuch Neusiedler Biegelwerke eingedrungen und habe die Materialien genosse W. Heusgen wegen Majestätsbeleidigung zu zwei gemacht, Arbeiter heranzuziehen, die seinerzeit bei den Burger zu zerstören versucht, wobei die einschreitende Gendarmerie mit Monaten Gefängniß verurtheilt. Der Staatsanwalt hatte sechs Ausstand als Streitbrecher die Interessen der Arbeiter geschädigt Steinen bombardirt worden wäre. Gin lebensgefährlich beMonate Gefängniß beantragt. Trotz des Protestes des Ange: haben. Ein gütlicher Einigungsversuch, von diesem für die Ar- drohter" Gendarm habe einen Arbeiter schwer mit dem Säbel tlagten wurde die Oeffentlichkeit während der Verhandlung mit beiter nachtheiligem Beginnen Abstand zu nehmen, blieb erfolglos, verlegt. der Begründung ausgeschlossen, man brauche feine politischen weshalb sich die dort Beschäftigten veranlaßt sahen, einmüthig Ju Wien soll es am Sonntag nach der Wahl des Gehilfen Märtyrer! Gegen das Urtheil wird Revision angemeldet die Arbeit nieberzulegen. Wir ersuchen deshalb, den Zuzug ausschusses des taufmännischen Gremium3, die zu fernzuhalten. Die Agitation3 Rommission. gunsten der Antisemiten ausfiel, zu Schlägereien zwischen diesen Zu zwei Wochen Gefängniß wurde in Leipzig Rich. Lipinski als verantwortlicher Redakteur der Aus Burg geht uns folgender Aufruf zu: Genossinnen und den Sozialdemokraten" gekommen sein, was bei dem rüpelLeipziger Boltszeitung vom Schöffengericht ver und Genossen! Der Burger Echuhmacherstreit steht bei der haften Charakter der Antisemiten schon möglich ist. Die Polizei urtheilt. Der Rath der großen Seestadt hatte unter dem Siegel deutschen Arbeiterschaft noch in frischer Erinnerung. Infolge soll zwölf Verhaftungen vorgenommen haben. Die Angestellten der Pariser Omnibusgesellschaft bedes Amtsgeheimnisses den Stadtvätern die Bewilligung von des Ausgangs dieses Streits wurde in allen Städten, wo die 1000 M. zu einer Pappdeckel- Adresse vorgeschlagen, die am 1. April Burger Ringfabrikanten Filialen unterhalten, der Boykott über schloffen am Sonntag in einer von etwa 5000 Personen besuchten Bismarck zum Geburtstag überreicht werden sollte. Wenige diese verhängt und von der gesammten deutschen Arbeiterschaft Versammlung den allgemeinen Streit. Die Ursache sind LohnStunden vor der Beschlußfaffung lüftete die Leipziger Bolts- bisher in anerkennenswerther Weise fortgeführt. Um nun ihren differenzen und entschädigungslose Entlassung von Kameraden. zeitung" durch einen Leitartikel den Schleier des Amts- durch den Boykott gesunkenen Absatz wieder zu heben, errichten Am Montag verkehrten infolge des Streits nur sehr wenig geheimnisses. In diesem Artikel wurde bezweifelt, daß es an die boykotlirten Fabrikanten in allen größeren Städten Filialen Wagen. Jeder wurde von 3 Polizisten begleitet. Bis jetzt ist Blake sei, dem Vater des Sozialistengesetzes durch den Rath und suchen durch Annoncen, die sie in Arbeiterblätter zu lanciren übrigens kein Zwischenfall vorgekommen. einer Stadt, über die zehn Jahre lang der kleine Belagerungs- verstehen, die Arbeiterschaft wiederzugewinnen. Dem gegenüber zustand unsägliches Elend verbreitet hat, eine solche Ehrung der Boykott mit aller Schärfe fortgeführt werden muß, da die halten wir uns für verpflichtet, darauf hinzuweisen, daß widerfahren zu lassen, und in der Art und Weise dieses Zweifels in betracht kommenden Fabrikanten die Koalitionsfreiheit der foll die Beleidigung des Stadtrathes liegen. werden. Gewerkschaftliches. Versammlungen. Vom Präsidenten des deutschen Gastwirthe- Verbandes, - Die Zwickauer Amtshauptmannschaft hat den Arbeiter. Arbeiter bis jetzt weder anerkannt, noch die in Umlauf gesezten Herrn Theodor Müller, war für gestern Nachmittag nach Bildungsverein im Dorfe Vielau aufgelöst, weil der Vorstand die Arbeitsbedingungen verschlechtern. So hat z. B. die Firma Bersammlung einberufen behufs Erörterung des vom Reichs Bildungsverein im Dorfe Biel'au aufgelöst, weil der Vorstand Schwarzen Liſten zurückgezogen haben. Dazu kommt noch, daß sie den Konkordiasälen, Andreasstraße, eine öffentliche Gastwirthedie Veränderung des Vereinszwecks nicht vorschriftsmäßig an: Gleiche u. Grabow erst vor furzer Zeit ihren Arbeitern bedeutende fanzler ausgegebenen Fragebogen zur Ermittelung der Arbeits. gezeigt habe. Diese Veränderung" bestand darin, daß der Berein so nebenbei beschlossen hatte, die Maifeier zu begehen. Lohnabzüge gemacht. Nochmals, Genoſſinnen und Genossen, verhältnisse in Gaft- und Schankwirthschaften. Die Versammlung Verein so nebenbei beschlossen hatte, die Maifeier zu begehen. agitirt, sorgt dafür, daß keine Arbeiterin und kein Arbeiter aus war von gegen 1000 Personen besucht und waren alle Berliner Das war allerdings eine That, die gleich die schärfste Strafe er den boykottirten Geschäften Schuhwaaren entnimmt, bis die von Gastwirthe- Vereinigungen in derselben vertreten. heischte. Warum beschloß der Verein nicht, sich an der Bismarck den Fabrikanten über uns verhängten Maßregeln zurückgenommen bogen umfaßt 30 Fragen und bezieht sich auf Kellner( OberDer Frage feier zu betheiligen. Nun hat er's! find. Deshalb laßt Euch durch kein Manöver der Fabrikanten kellner), Lehrlinge und Kellnerinnen. Nach angestellten Er irre führen; die eventuelle Aufhebung des Boykotts wird nur mittelungen sind in Berlin 6000 Schanttonzessions- Inhaber mit durch das hiesige Gewerkschaftstartell erfolgen. Nachstehende ca. 21 000 Bediensteten vorhanden. Alle Fragen des Frages janter, Dedermann u. Hömen. rad Zack u. Cie.( Inhaber Alfred Zweig), Hömen, Kro Bostale teberlicht. Firmen stehen unter Boykott: Gleiche u. Grabow, Gonbogens wurden zur Debatte gestellt. In engerem Kreise batte warnen. # bereits eine Vorberathung der Fragen in bezug auf deren Beantwortung stattgefunden. Nach Meinung dieses vorberathenden Ausschusses hat die gegenwärtig übliche tägliche Arbeitszeit feine nachtheiligen Folgen für die Gesundheit, Fortbildung und das Familienleben der Bediensteten. Insbesondere ist der Ausschuß auch der Ansicht, daß die Kellner genug freie Zeit haben, sich dem Familienleben zu widmen, wenn sie diese Beit nur dazu benutzen wollten und nicht zu Vergnügungen gewisser erachtet und Orte Krankenkasse für den Gewerbebetrieb der Raufleute, Handelsleute und Apotheker zu Berlin. Bor uns liegt der Geschäftsbericht pro 1894. Der Das Gewerkschaftskartell: J. A.: May Kaschub e. Der Vertrauensmann: E. Raturbe. selbe ist insofern von besonderer Bedeutung, als bei der Kaffe feit dem 1. Januar 1894 die freie Arztwahl besteht. Ueber die Sämmtliche Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. Vortheile und Nachtheile der letzteren läßt sich freilich nach dem Zur Beachtung! In der bürgerlichen Presse werden nach Ergebniß des einen Geschäftsjahres fein abschließendes Urtheil Schmölln in Sachsen Altenburg für die Knopffabrit von bilben, aber zweifellos muß zugestanden werden, daß das: Donath Arbeiter zu dauernder Beschäftigung gesucht. Es finanzielle Ergebniß des Rechnungs- Abschlusses von 1894 fein sei dazu bemerkt, daß sich in Schmölln ca. 800 Snopfarbeiter Art." Martin Heraberg protestirte entschieden gegen eine günstiges ift." Ueberaus schwerwiegend erscheint, daß im Ver- im Ausstande befinden. Alle Arbeiter werden eht, derartige Fragebeantwortung und forderte eine austömmliche gleich zu 1893 die Zeitdauer, welche zur Heilung des ein- auf diesen Ausstand aufmerksam zu machen und vor Zuzug zu Besoldung für die Bediensteten, mit welcher Forderung er zelnen Krankheitsfalles erforderlich war, allerdings in ein Wespennest stach. Die vorgeschlagene Frage eine weit längere gewesen" ist. Auffallend sind auch die enorm gestiegenen Ueber die Urfachen des Streiks in der Goldleisten beantwortung fand die Zustimmung der Majorität der Versammlung Ausgaben für Medizin und Heilmittel, welche den Vereins- Fabrit von B. Grosz in Leipzig Reudnih, Gilen- die Majorität der Versammlung erachtete ferner eine gefeßliche ärzten den Vorwurf der Medizinverschwendung" eingebracht burgerstraße, wurden dort in einer Bersammlung Mittheilungen Regelung der Ruhepausen und der Arbeitszeit für die Bediensteten haben. Betreffs des denselben ferner gemachten Vorwurfs, daß gemacht, um deren Bekanntmachung wir gebeten werden, da der für undurchführbar, schon in Rücksicht auf die dadurch bedingte fie häufig unbegründeterweise die Kaffenmitglieder erwerbe- genannte Unternehmer gedroht hat, sich an stelle der Streifenden pekuniäre Schädigung der Bediensteten durch Entgehen der TrinkDer freien unfähig schreiben", hat sich, wie es in dem Geschäftsbericht heißt, Arbeitskräfte aus Berlin zu holen. Nach den Angaben eines Redners gelder, der beliebten Besoldung der Kellner. Ebenso wurde bie Verwaltung der Rasse nicht dem verschließen können, daß in jener Bersammlung hat einer der bei Großz beschäftigt gewesenen Bereinbarung soll alles überlassen bleiben. der Vorwurf scheinbar fein ganz unberechtigter ift". Es wurden Vergolder fortgesetzt freiwillig nach Feierabend gearbeitet und dadurch eine Sonntagsruhe für das Personal für undurchführbar im Berichtsjahre pro Mitglied ausgegeben: An Arzthonorar sowie durch Verlegung einer gewissen, von seinen Mitarbeitern hervorgehoben, daß dem Personal freiFür wünschens2,23 M.( 1893: 1,91 M.), an Medizin, Heilmitteln 2c. 3,47 M. peinlich inne gehaltenen Lohngrenze die bis heute drohende Ge- gestellt ist, den Gottesdienst zu besuchen. ( 1893: 2,36 M.), an Krankengeld, Krankenhauskosten, Angehörigen- fahr einer Lohnherabsehung hervorgerufen. Zwar versprach er werth wird es ferner erachtet, daß die Geistlichen auch und Wöchnerinnen- Unterstützung 15,80 M.( 1893: 13,83 m.), an in den Bergolder- Versammlungen, fein unfollegialisches Berhalten mehrmals in der Woche Predigten und Andachten abhalten Verwaltungskosten 1,83 M.( 1893: 1,62 M.). Infolge der im zu ändern; in Wahrheit that er jedoch das Gegentheil, indem er( Seiterkeit.) Nach freier Vereinbarung soll dem Personal auf Jahre 1893 erfolgten Beitragserhöhung betrugen die Einnahmen aus auf andere demoralisirend einzuwirken suchte. Höhnisch prahlte dessen Verlangen in der Woche entweder ein ganzer oder zwei Beiträgen und Eintrittsgeldern pro Mitglied im Berichtsjahr 24,09 er damit, daß er weiter nach Feierabend arbeite, und bedrohte halbe Tage freigegeben werden. In dem Trinkgelderwesen wird Mart, gegen 18,48 M. im Jahre 1893; indeß das ungünstige Ergebniß schwächere Kollegen, die ihn an die Einhaltung seines Versprechens lein Nachtheil für den Kellnerstand erblickt. Auch war die vorberathende des vorliegenden Geschäftsberichtes, das Ende Ottober schon vor ermahnten, einfach mit Niederschlagen. Auf Beschwerde beim Sommiffion und mit ihr die Majorität der Versammlung der auszusehen war, veranlaßte den Vorstand, der Generalversamm. Werkführer versprach dieser Abhilfe, jedoch gleichfalls ohne Meinung, daß 80 pCt. der Kellner eine Beseitigung der Trink lung eine weitere Beitragserhöhung in Vorschlag zu bringen, dauernden Erfolg. Weiter hat der in Rede stehende Arbeiter eine gelber nicht wünschen. Verlangt wird die Verwendung der welcher auch die Generalversammlung vom 16. November 1894 Mitarbeiterin, die noch dazu verheirathet ist( wie auch er!), Strafgelder im Jutereffe der Angestellten und die Festsetzung ihre Zustimmung mit Rücksicht auf die gegebene Zwangslage er bezichtigt, mit ihm ehebrecherischen Ungang zu haben, worauf Empfohlen wird die Stellenvermittelung der Wirthevereine. bestimmten Gebührensages für Stellenvermittelung. theilte." Schließlich wird noch in dem Bericht darauf hin- die durchaus unbescholtene Frau ihn verklagte, gewiesen, daß in dem vorliegenden Abschluß auf Verlangen der Folge hatte, daß er eine Buße zahlen und eine öffentliche Ehren- Soweit die Beantwortung des Fragebogens seitens der Herren Aufsichtsbehörde die Einnahmen und Ausgaben mit aufgenommen erklärung der Beleidigten erlassen mußte. In einer Versamm- Gastwirthe. Eine Antwort, die diktirt ist von der Profitwuth sind, welche erst im Januar des laufenden Jahres zur Buchung lung, wo sein Verhalten gerügt wurde, biß er dem Vertrauens- und der Rücksichtslosigkeit gegen ihre Angestellten. gelangt sind, aber ihren Ursprung nach in das Vorjahr gehören mann fast einen Finger durch. Infolge deffen kam es zu Thät und es heißt dann weiter:" Der Abschluß erscheint hierdurch weit lichkeiten, wegen deren er gegen seine Kollegen bei der günstiger, als er in Wirklichkeit ist." Staatsanwaltschaft Strafantrag stellte. Diese wies ihn jedoch ab. Nun verlangten die bei Großz beschäftigten übrigen Vergolder die Entlaffung des Störenfriedes, um auf diese Weise weitere Feindseligkeiten zu vermeiden. Der Chef ließ sich jedoch nicht darauf ein. Da die Verhältnisse in der Grosz'schen Fabrik auch sonst zu wünschen übrig laffen und trotz wiederholter VorWolff's Telegraphen- Bureau. Düsseldorf, 22. April. Heute wurden die Berathungen der stellungen hierin ebenfalls teine Abhilfe geschaffen worden war, Zentralftelle für Arbeiter Wohlfahrtseinrichtungen eröffnet. fo legten sämmtliche betheiligte Vergolder schließlich die Arbeit Den Vorsitz führte Staatssekretär a. D. Herzog. Die Be Preußische Bergarbeiterlöhne. Beim Salzbergbau nieder. Bemerkt sei noch, daß der Arbeiter, der die geschilderte rathungen sind gut besucht. Vertreter haben entsandt: die betrug der reine Lohn für eine Schicht im Jahre 1894 im Ober- bedauerliche Rolle spielte, beim Antritt seiner Stelle von den Reichsregierung, das preußische Ministerium, das Kriegsbergamts Bezirk Halle für unterirdisch beschäftigte eigentliche Kollegen bestens aufgenommen und von ihnen bei der Arbeit in ministerium, das Reichs- Marine- Amt und das Reichs- Poſtamt. Bergarbeiter im Durchschnitt 3,65 M.( gegen 3,69 m. im Jahre jeder Weise gefördert worden ist. Um so begreiflicher ist es Die Versammlung begrüßten Regierungspräsident Freiherr 1893), für sonstige unterirdisch beschäftigte Arbeiter 3,19( 3,30) M., daher, wenn seine Kameraden nicht mehr mit ihm zusammen v. d. Recke und der Beigeordnete Gräfe. Den Hauptpunkt der für über Tage beschäftigte erwachsene männliche Arbeiter 3,38 arbeiten wollen. heutigen Berathung bilden die Krankenkassen. Die Vorträge eröffnete Professor Dr. Hiße aus Münster: Ueber Minimal- und Maximalleistungen der Krankenkassen. Die abhängige Lage der Lehrer wird durch eine Nachricht aus eipzig wieder recht ins helle gerückt, wonach dort, und wohl auch in anderen Orten Sachsens, den Lehrern vom Rultus ministerium verboten ist, Mitglieder von Naturheilvereinen zu werden. Ebenso ist ihnen die Ausübung der ärztlichen Thätigkeit untersagt worden. ( 3,33) M., für jugendliche männliche Arbeiter( unter 16 Jahren) Der Streit der Maurer und Zimmerer in Quick 1,21( 1,24) M. Beim Erzbergbau betrug der reine Lohn für born und Haslob ist beendet. Die Weister haben fämmtliche unterirdisch beschäftigte eigentliche Bergarbeiter in Mansfeld 2,61 Forderungen der Gefellen bewilligt. ( 2,74) M., imOberharz 2,35( 2,33)., in Siegen- Nassau 2,38( 2,41) M., Vom ,, freien" Koalitionsrecht der Arbeiter. In Riel bei dem sonstigen rechtsrheinischen Erzbergbau 2,43( 2,43) M., bei hat die Polizei fast sämmtliche Gewerkschaften aufgefordert, ein dem linksrheinischen 2,34( 2,30) M.; für sonstige unterirdisch be- Mitgliederverzeichniß einzureichen und die ein- und austretenden schäftigte Arbeiter in Mansfeld 2,72( 2,76) M., im Oberharz Mitglieder an und abzumelden, wie es der§ 2 des Vereins2,39( 2,38) M., in Siegen Nassau 2,24( 2,32) W., bei dem gesetzes vom 11. März 1850 von solchen Vereinen verlangt, die sonstigen rechtsrheinischen Erzbergbau 2,12( 2,10) M., bei dem eine Einwirkung auf öffentliche Angelegenheiten bezwecken. Eine linksrheinischen 2,43( 2,48) M.; für über Tage beschäftigte öffentliche Gewerkschaftsversammlung erhob gegen dieses Borerwachsene männliche Arbeiter in Mansfeld 2,59( 2,66)., im Oberharz 1,75( 1,76) M., in Siegen- Naffau 2,05( 2,09) m., bei geben wegen seiner Einseitigteit Protest. = dem sonstigen rechtsrheinischen Erzbergbau 2,11( 2,13) M., bei Eine Enquete über die Arbeitsverhältnisse der Berg dem linksrheinischen 2,02( 2,06) M.; für jugendliche männliche arbeiter veranstaltet der Deutsche Bergarbeiter Ver= Arbeiter in Mansfeld 1,06( 1,04) M., im Oberharz 0,64( 0,64) m., band... in Siegen- Naffan 1,09( 1,12) M., bei dem sonstigen rechts Der dritte internationale Kongreß der Bergleute wird theinischen Erzbergbau 1,11( 1,09) M., bei dem linksrheinischen am 3. Juni in Paris abgehalten. eines Depeschen. ( Deveschen- Bureau Herold.) Sofia, 22. April. Der frühere Polizeipräfekt Lucanow ist verhaftet worden. Paris, 22. April. Als streikende Omnibusbedienstete heute Nachmittag gegen 4 Uhr im Quartier des Ternes einen Dmnibus anhalten wollten, machten die Polizeibeamten von ihren Waffen Gebrauch und verwundeten zwei Ausständige; fünfzehn andere Ausständige wurden verhaftet. Senator gewählt an stelle des Sozialisten Desessarto, der sein Mous, 21. April. Lafontaine( Sozialift) wurde zum Mandat niedergelegt hatten. Belgrad, 22. April. Ein Erlaß des Finanzministers ordnet an, daß das Zündholz- Monopol vom 13. Mai ab in fraft treten soll. Djedda, 21. April. Die Cholera gewinnt an Ausdehnung. In der Quarantänestation Rameran am Rothen Meer beträgt die Sterblichkeit unter den Pilgern gegenwärtig über 60 Fälle, was ben schlechten sanitären Verhältnissen Kamerans zugeschrieben wird. Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 94. Tokales: Dienstag, den 23. April 1895. " 12. Jahrg. Aber mehr noch. Auch dem Verein Freie Bühne", mittelst Droschte nach einem Krankenhause. Beim Eintreffen dader seit etwa zwei Jahren teine Theateraufführungen mehr selbst war Rubow infolge eines Blutsiurzes bereits gestorben. veranstaltet hat, ist seitens des Berliner Polizeipräsidiums eine Eine erschütternde Szene ereignete sich, als später die Gattin, Achtung, Charlottenburg! Seit dem 1. April führt die Verfügung zugegangen, wonach die Aufführungen des Vereins die noch in Ungewißheit über den Vorfall war, an die Leiche hiesige Partei den Vertrieb ihrer Presse und Literatur in eigener als öffentliche anzusehen sind und daher von jetzt ab ihres Mannes geführt wurde. Rubow hinterläßt außer der Frau Regie. Es versteht sich, daß es jetzt mehr als je die Pflicht eines der Theaterzenfur unterliegen. Die Begründung der zwei unmündige Söhne. jeden Parteigenossen ist, durch rege Agitation für die Erwerbung Verfügung beschränkt sich, gleichwie bei dem an die Freie Volks- Ein Nachtbild. Einen Selbstmordversuch begingen am neuer Abonnenten zu sorgen, und namentlich auf den Bezug der bühne gerichteten Schreiben, auf die Worte: Nach den Abon- bühne Presse durch die Parteiſpedition hinzuwirken. Diejenigen Abon- gemachten Beobachtungen". Da diese Beobachtungen Sonntag Morgen zwischen 3 und 4 Uhr die 31 jährige nenten, welche noch bei dem Genossen Beyer mit Abonnements- gerade bei der Freien Bühne" schon geraume Zeit zurückliegen Rentnerin Anna Ech. und deren 12 jährige Tochter Julie. Als geldern restiren, haben den Betrag nur an den Parteispediteur und der Verein seit zwei Jahren nur noch dem Namen nach der Schuhmann G. vom 34. Polizeirevier auf seinem Dienstgange G. Scharnberg, Wilmersdorferstraße 124, abzuliefern. An den eristirt, so liegt zu tage, daß ein prinzipielles Vorgehen der das Hallesche Ufer entlang fam, bemerkte er, wie vor dem felben sind auch alle Beschwerden wegen unpünktlicher Lieferung 2c. Bolizei gegen alle in den letzten Jahren gegründeten Bühnen- Hause 27 eine Dame an den nur durch eine niedrige Einfassung zu richten. Billets zur Maifeier sind bei den bekannten Genossen vereine geplant ist, deren Aufführungen der polizeilichen Ge- eilte und alsbald im Wasser verschwunden war. Der Beamte von dem Spazierwege abgeschlossenen Rand des Landwehrkanalš zu haben. Die Vertrauensleute. nehmigung bisher nicht bedurften. Der Verein" Freie Bühne", eilte auf einem in der Nähe liegenden Boot zu Hilfe und bemerkte dessen Leitung, seitdem der frühere Vorsigende Dr. Brahm nun, daß die mit den Fluthen kämpfende Frau ein kleines Mädchen mit Direktor des Deutschen Theaters geworden ist, in den Händen einem Strick an sich befestigt hatte. Beide wurden gerettet und des Herrn Dr. Paul Schlenther ruht, wird gegen die Verfügung sofort mittels Droschke nach einem Krankenhause gebracht. des Polizeipräsidenten den Rechtsweg beschreiten. Und da sage noch einer, daß die Köllerei sich nicht um Mutter und Tochter haben seit Mitte Januar d. J. im ersten Kunst und Literatur fümmere. Selbst den braven sozialisten- Stock eines Hauses in der Möckernstraße eine aus drei Stuben feindlichen Bürgersleuten werden nach zweijährigem gefunden bestehende Wohnung inne; ihr Verhalten wird als tadellos ge Pflanzenschlaf die trüben Augen sperrangelweit aufgerissen. Ob schildert. Die Mittel zum Unterhalt gewährte ein Mann, zu dem Fräulein Ech. schon vor der Geburt der Tochter in nahen die Herren sehend werden? Beziehungen stand. In diesen Verhältnissen hat nun, wie verlautet, eine Veränderung bevorgestanden, die Mutter und Kind Beide haben daher mit Sorge um die Zukunft erfüllen mußte. im gegenseitigen Einverständniß in den Tod zu gehen beschlossen. Ihr Befinden im Krankenhause ist derart, daß keine Lebensgefahr mehr zu bestehen scheint. Die Osterferien find vorüber. Das Büblein rückt mit Fibel und Schiefertafel wieder heran und harrt der Lehren und - der Prügel, die im pädagogischen Preußen noch immer an der Tagesordnung sind. Wie sollte auch im Zeitalter der Schneidig. feit der gutgefinnte Lehrer auf den Gedanken kommen, daß sich ohne den Bakel vielleicht ebenso brav das Regiment in Ordnung halten läßt, als mit ihm? Aber was hilft es? Das arme Büblein, das harmlos einen Fehl begeht, ist machtlos dem Gebahren des Schulmeisters überantwortet und nicht seine Schuld ist es, ob der Mann auf dem Ratheder mild und weise oder grimmig und dumm ift. Wies trefft- so gehts einmal in der Prügelpädagogik, die dem Kinde zwar viel Religion und Katechismus eintrichtert, ihm aber von dem Nothwendigeren, der rechtschaffen guten deutschen Muttersprache auch nicht entfernt soviel auf den Lebensweg mitgiebt, daß es sich korrekt und fehlerfrei auszusprechen vermöchte. Der Radfahrersport hat in Berlin eine Verbreitung gefunden, die alles ähnliche übertrifft. Man konnte dies so recht augenfällig beobachten an den letzten schönen Sonntagen, wo zu hunderten die„ berittenen Touristen" an den gewöhnlichen Sterblichen, die den" Grunewald per Fuß durchqueren, vorüberfausten. Auch das weibliche Glement ist in erheblicher Anzahl vertreten. Allgemeines Aussehen erregt es, wenn die Damen- die Zweck Allgemeines Aussehen erregt es, wenn die Damen in Hosen mäßigkeit siegt auch hier wieder über das Vorurtheil vorübergondeln. Junge Mädchen mit Beinkleidern" mancher schüttelt den Kopf. Und doch, wie lange wird's dauern und die Gewohnheit hat auch den Philifter soweit gedrillt, daß er sich danach garnicht mehr umschaut. Mit der schönen Schulferienzeit hat auch die Zeit der Reichstagsferien ein Ende. Auch in dem hübschen Hause, dessen First an goldigem Glanz mit der plumpen Puppe auf dem plumpen Siegespetschaft wetteifert, treten die Leute wieder an und gar mancher ist unter ihnen, der gleich den Schulbuben in sröstelnder Angst vor dem Bakel einhertritt. Und hier tommt noch hinzu, daß die schlechte Eigenschaft des Schacherns Die Dampfschifffahrts Gefelischaft Stern" hat den und Schnorrens eine strafwürdige Verbreitung gefunden hat, und daß Anbau ihres Anlageplates an der Jannonigbrücke vollendet. die Schacherei mit dem Mann versucht wird, der jeweilig gerade Derselbe ist um 600 Quadratmeter vergrößert worden und besitzt den gefürchteten Bakel in der Rocktasche versteckt halten soll. Mögen nunmehr zwei Zugänge. Den einen von der Stralauer Brüde, diejenigen, die solche wetterwendische Leute in das hübsche Haus den andern von der Jannowißbrücke. In Verbindung mit dieser am Königsplatz geschickt haben, ihren ganzen Einfluß aufwenden, Maßnahme ist die Neu- Einrichtung getroffen worden, daß die um die Unzuverlässigen gegen die bösen Einflüsse des Schacher- großen Dampfer von zwei Seiten beschritten werden können. geiftes und der Rohrstocfurcht zu stärken. Mögen die Wähler Hierdurch ist die Möglichkeit geboten, einen großen Dampfer sechs ihren Mandanten sagen, daß sie Männer sein sollen, Minuten eher zu entlöschen, als dies bisher der Fall war, was deren erste Pflicht es ist, fefte um fich zu hauen, gewiß dem Publitum sehr angenehm sein wird. Die Anlegestelle wenn das Strajmittel, das für unmündige Kinder zu schlecht ist, der Dampfer dient als Unterkunft für das Publikum und als wenn der Bakel wieder aus der weiten Rocktasche hervorgeholt Restaurations halle. werden sollte. Es liegt Methode in dem Stück Köllerei, von dessen Anwendung gegen die Freie Voltsbühne wir am Sonntag berichtet haben. Denn der Neuen freien Volksbühne, die am Sonntag im Zentral Theater ihre Mitglieder versammelt hatte, ist die angekündigte Vorstellung sogar verboten worden. " " Wiederum wird eine Blutthat aus dem Vorort Weißensee gemeldet. In dem Hause Heinersdorferweg 33 wohnt seit Jahren die Schuhmannswittwe Augufte Schramm in wilder Ghe mit dem Arbeiter Kognowski. Das Paar, welches sich durch Blumenhandel ernährte und das dem Trunte ergeben war, wollte sich, obwohl es in ständigem Unfrieden lebte, jetzt gefeßlich trauen laffen, und das standesamtliche Aufgebot war bereits erfolgt. Am Sonntag Nachmittag war das Brautpaar wieder betrunken und in diesem Zustande geriethen beide in Streit, der schließlich in eine wilde Rauferei ausartete. Die Schramm ergriff ein Messer, stieß dasselbe ihrem Bräutigami in den Hals und verletzte dann den um Hilfe rufenden K. durch Schläge mit einem Topf erheblich im Gesicht. Hinzukommenden Hausbewohnern leistete die Megäre, ein Beil schwingend, energischen Widerstand und erst nach längerem Kampfe fonnte die Tobende überwältigt werden. Sie wurde sofort verhaftet, während der schwerverletzte K. nach dem Krankenhause Friedrichshain gebracht wurde. ausgeht. Zur Sittengeschichte. In der Untersuchung gegen die Kupplerin Frau Becker aus der Friedrichstraße 72, die bekanntlich Der Tod hat in den letzten Tagen auf dem Bahnkörper der unlängst verhaftet wurde, ist die Hauptbelastungszeugin ein vierzehnjähriges Mädchen. Die Kriminalpolizei glaubt Grund zu Selbst Schulbuben, die was auf ihre Ehre halten, sperren sich Stadt- und Ringbahn wieder eine überreiche Ernte ge der Annahme zu haben, daß dieses Mädchen noch andere Vergegen Prügel; von Männern heißt es aber im deutschen Munde: halten. Am Sonnabend, abends gegen 10 Uhr, machte ein bindungen unterhalten hat, und dehnt ihre Untersuchungen daher Auf groben Kloz ein grober Keil, auf einen Schelm andert- Streckenwärter auf dem Eisenbahngeleise an der Warschauer- auch nach anderen Seiten aus. Die junge Verdorbene bereitet halbe! straße einen entfeßlichen Fund. Dort lag, wie ein Augenzeuge der Untersuchung übrigens insofern Schwierigkeiten, als sie sich mittheilt, die Leiche eines Mannes, der durch einen Zug vollweigert, die von ihr geforderten Aufschlüsse zu geben. Es ist Ter Körper ist in der Magengegend in ständig zerrissen war. zwei Hälften getheilt, beide Arme sind abgefahren, der Schädel daher nicht unwahrscheinlich, daß mancher Mitschuldige straffrei zertrümmert, das Gesicht zum theil abgerissen und Fleischtheile lagen umher. Man vermuthet in dem Verunglückten den MilitärWir erhalten über den Vorgang folgenden Bericht: In invaliden Paul Renner aus der Schillerstraße zu Rummelsburg. der Neuen freien Voltsbühne" sollte am Sonntag das Schau- Außerdem werden noch ein Eisenbahnunfall und zwei Todesfälle spiel Einsam" von Alfhild Agcell aufgeführt werden. Die in auf Bahnhöfen gemeldet. Am Sonntag Morgen um 4 Uhr wurde das Theater strömenden Mitglieder wurden jedoch sehr bald auf dem Bahnkörper zwischen den Haltestellen Jungfernhaide durch das Gerücht beunruhigt, die Aufführung sei verboten. und Beusselstraße die Leiche eines etwa 30jährigen Mannes geDann hieß es wieder, das Verbot sei in letzter Minute zurück- funden, dem anscheinend von der Maschine eines Ringbahnzuges In dem Unbekannten, der einen genommen worden, welche Version an Wahrscheinlichkeit gewann, das Genick abgestoßen war. als das übliche Glockenzeichen gegeben wurde und die Beleuchtungs furzen, röthlichen Vollbart hat, wird ein Händler vermuthet. förper vor der Bühne den Vorhang erhellten. Doch die Ent- Am Sonntag Nachmittag um 2/2 Uhr trat an die Fahrkartentäuschung folgte auf dem Fuße, einer von der blauen Garde ausgabe des Echlesischen Personenbahnhofes ein in den sechziger Köllers gab fund und zu wissen, daß die Vorstellung verboten Jahren stehender Greis heran, der anscheinend auswärts gewohnt sei. Ein lautes 3ischen war die Antwort; die sich geltend hat und von Berlin wieder abreisen wollte. Er fiel anscheinend infolge machende Aufregung legte sich aber schnell, als Mahnungen zur eines Herzschlags plöglich um und war todt. Ruhe erschallten. Der Vorsitzende, Dr. Bruno Wille, gab rufe vom Tode ereilt wurde endlich am Montag Morgen um nunmehr der Bühne aus bekannt, daß keines der 73/4 Uhr der 43jährige Kaufmann Hermann Rubow aus der Verfügung Lehrterstraße, der seit fünf Jahren beim Norddeutschen Lloyd Vorstandsmitglieder irgend welche schriftliche Verfügung Lehrterstraße, der seit fünf Jahren beim Norddeutschen Lloyd erhalten habe und daß somit das im allerlegten Augenblick er angestellt ist und nach seiner Beschäftigungsstelle Rubleben abfolgte Verbot sich als eine Ungerechtigkeit darstelle. Man werde fahren wollte. Ein Schuhmann fand ihn auf dem Bahnsteige dagegen Beschwerde erheben. des Lehrter Bahnhofes in einer Blutlache auf und brachte ihn Nachmittag von Theater. In seinem BeEin junger Weltbürger erblickte Sonntag Mittag im Beisein von hunderten von Zuschauern auf dem Bahnhofe Friedrichstraße das Licht der Welt. Die Mutter, eine 35jährige Dame, die gerade vom Bahnhof Zoologischer Garten eingetroffen war, wurde beim Betreten des Perrons plötzlich von Geburts. wehen befallen, und schenkte, ehe man sie herunterschaffen konnte, einem Knaben das Leben. Ein zufällig anwesender Arzt leistete die erste Hilfe und ordnete sodann den Transport von Mutter und Kind nach einem Krankenhause an. Die Leiche eines neugeborenen Knaben ist am Sonnabend Morgen gegen 7 Uhr auf dem Flur des Hauses Oderbergertraße 13 niedergelegt worden. Hausbewohner sahen, wie sich eine Person schnell aus dem Hause entfernte und in der Luxuspapierfabrik von H. in der Schönhauser Allee verschwand. Die Nachforschungen ergaben, daß dies Mädchen, die 22jährige R., die Mutter des Kindes war. Sie wurde unter dem Verdacht des Kindesmordes verhaftet. Aus dem Fenster der vierten Etage ist am Sonnabend das fünfjährige Töchterchen des Kürschners Grunde aufbaut, in ihr Leben. Immer mehr ziehen sie sich in das unwirthliche Dasein im Hause ihres Mannes sie bedrängt, erster Geliebter, der Bildhauer, ein alter sich selber zurück, immer mehr entfremden sie sich der bürgerlichen als ihr Welt mit ihrem Chinesenthum, mit ihren ungezählten Tonventio- Freund von Friedrich Kern, nach Berlin kommt und Frau Kern Deutsches Theater. Wer einen Kommerzienrath zur nellen Normen. Immer mehr spinnen sie sich in die Gewohn- ihn wiederfieht, als sie von Gewissensnöthen gefoltert wird, ver= Thüre hinauswirft, das ist in meinen Augen ein Sozialdemokrat." heiten derer ein, die mit starken geistigen Fähigkeiten bewehrt, dennoch läßt sie ihren Gatten und geht heim ins Vaterhaus. Die Szenen So fagt der Polizeiwachtmeister Polfe in der Tragikomödie: jedes Durchschnittsköpfchen obfiegen sehen und selber zu Ostern nicht im Schlußakt, in denen die Lösung herbeigeführt wird, enthalten Das Lumpengesindel" von Wolzogen, die am wissen, wovon sie zu Pfingsten leben werden; und so führen sie ein besonders manches rein Theatralische. Friedrich Kern ist frei Eonnabend im Deutschen Theater zum ersten Male auf- trauses Junggesellenleben funterbunt in den Tag hinein. Heute genug, um sein Weib zu begreifen; Irrungen und Wirrungen geführt wurde. Der Ausspruch des gestrengen Herrn Wacht- giebi's ein Fest bei Punsch mud Epicaal und jeder Gaft, täm er der jungen Ehe klären sich; versöhnt geloben sich die beiden Gatten meisters richtet sich gegen die beiden Schriftsteller, die Brüder gleich in Lumpen, ist bei dem Mahl willkommen; morgen muß ein neues Leben. Kern. Den beiden, die vier Treppen hoch in dürftiger Lage die Zabatpfeife über das Knurren im Magen hinweg helfen. wirthschaften, hat der mauschelnde Kommerzienrath Dessauer, Selbst die Ehe Friedrich Kern's ändert nichts daran, man führt der in Berlin eine große Zeitung vom Schlage des das burschitose Junggesellenleben eben zu dreien; und so sehr Pariser Figaro gründen will, eine feste Stellung an hat man sich in die Zigeunerwirthschaft eingelebt, daß die durch feinem Blatte versprochen. aus dem aus gutinüthig veranlagten Brüder Kern nicht einmal ahnen, ewig schwankenden, unsicheren Zigeunerdafein, das sie führen, wie Frau Else Kern durch dies rücksichtslose Treiben verlegt, wie erlöft. Allein ein Kommerzienrath thut nichts umsonst. Die sie im eigenen Heim heimathlos wird; die Welt der honnetten Brüder müßten ihre Federn in den Dienst von Abonnenten Biedermänner und Wohlfituirten bezeichnet die sonderbaren stellen, die nach Pifanterien lüstern sind. Darum muß Herr Käuze von der Gattung der Brüder Kern mit dem SammelDas wissen die beiden Kern wohl. Dessauer, oder wie er sich lieber nennen hört, Herr Dessoir, der namen Lumpengesindel. Seelenkäufer, die Treppen herabsausen; und darum ist der Aber sie fügen sich refignirt. In ihnen, den Schwärmern, bäumt biedere Polizeiwachtmeister, dessen Tochter die Gattin des älteren fich noch der proletarische Troß nicht auf. Sie schweben auch Kern ist, so ungehalten. hier gleichsam zwischen Himmel und Erde." Sie wären damit Sie haben noch nicht den festen Standpunkt erkannt, von dem aus sie nach ihrem besonderen Temperament, nach ihrer besonderen Begabung wirften tönnten, ob sie die Gesellschaft der Oberen dann manierlich fände, ob nicht, was läge daran? Für die humoristische Darstellung, wenn man den Begriff nicht im trivialen Berlinischen Wortsinn faßt, war dies Zwitterdafein des Lumpengesindels, gemengt aus dunklem Ernst und greller Fronie freilich weit werthvoller, als die Schilderung des vollbewußten geistigen Proletariats hätte werden können. Tie Darstellung im Deutschen Theater war zum großen Theil ganz vorzüglich. Nur selten war die Grenze überschritten, wo der Humor anfängt die Züge plumper Rarrifatur zu tragen. Das rundeste Charaktergemälde aus einer Fülle echten, deutschen Humors heraus schuf Herr Nissen als der jüngere der beiden Hauptvertreter des Lumpengesindels. = Leffing Theater. Die Theaterluft wird mächtig schwül im lauen Frühling und das zahlungsfähige Publikum besinnt sich, daß es noch schöneres giebt, als die in Blumenthal's und anderer Götter Hause verkündete Weisheit. Da mag denn ein bischen Residenztheater die schlaffen Nerven reizen. Artikel 214, der dreiaktige Schwant André Sylvain und Ordonneau spielt natürlich mit dem Maurice die Berlin nach importirten Ehebruchs Thema, das französischen Stücke dem züchtigen deutschen Gaumen so behaglich schmackhaft macht. Es kommt bei solchem koketten Verwechs lungsspiel weniger auf den Inhalt an, als auf die Art feiner Verarbeitung. Da läßt sich denn von dem Schwank der Pariser Doppelfirma das Gute sagen, daß er nicht ganz das Hautgoût des Residenztheaters erreicht. Die Frage nach dem Warum" beantwortet der von reuigem Verlangen nach seinem rebellischen Ehgefponft ergriffene Gatte mit einem tiefen Blick auf die ziemlich Man hat im Lumpengefindel" von Wolzogen die Tragi komödie des akademisch gebildeten Proletariats" erkennen wollen. Mit diesem weit gefaßten Begriff tecken sich Jdee und Inhalt der Dichtung nicht. Das wäre fast im Geiste des Herrn Polte im Stücke gedacht und gesprochen. Ein Theilausschnitt aus dem Leben des akademisch gebildeten Proletariats, um bei dem leidigen Zunftausdruck zu bleiben, hat dem Autor wohl den Vorwurf zu seiner humorvollen Studie geboten. Aber dieser Theilausschnitt ist weit entfernt davon, typisch zu sein für die Was wir im Deutschen Theater zu hören bekamen, ist eine mannigfaltigen Formen, in denen sich die Noth des geistigen Arbeiters von heute bis zum niedrigsten Kuliwesen äußern fann. nicht unwesentliche Umarbeitung des ursprünglichen Entwurfs genügend dekolletirte Hausfrau, und dem gleichzeitigen Antwort Gewiß die Brüder Kern und ihre Sippe find Proletarier. Ihr der Dichtung. Troz offenkundiger technischer Mängel, troß feuszer: Aus Gründen, die offen zu tage liegen". Das ist so Talent, ihr Bildungshunger hat sie geistig über die Echicht jener mancher Weitschweifigkeit im Detailwert, war mir der erste ziemlich die höchste Leistung im Stück nach der einen Richtung Gesellschaft, der sie ihrer Geburt nach entstammen, erhoben. Dem einen Entwurf mit seinem liebevollen Verweilen bei den mannigfachen, hin. Aber bei seiner verhältnißmäßigen Sittsamkeit, die den Ehes der Brüder wurden poetische Gaben, dem andern der Hang zu seltsam überraschenden Charakteräußerungen des„ Lumpengesindels" bruch nicht zur vollen Ausbildung kommen läßt, wurde der Schwank fritischer Einsicht zu theil. Hundertfältige verfeinerte Begriffe werthvoller, als die jeßige knappere Form, die dem Theater auch zuweilen wieder recht trivial empfunden und namentlich und Bedürfnisse haben sich bei ihnen eingestellt, die junge Lust, bedürfniß allerdings sich inniger anschmiegt. Wenn nur dies der dritte Aft fonnte sich nur mit Mühe auf den Beinen halten. sich fraftvoll zu bethätigen, rumort in ihren Herzen, brauft auf gröbere Theaterbedürfniß fich häufiger mit feinsinniger Kunst ver- Immerhin wurde dem gut gemeinten Ding und dem flotten trüge! Hier flare Einheit zu schaffen, ist auch der Begabung Spiel, an dem Fräulein Groß nnd Herrn Guthery der Löwenin ihrem Hirn. Nach meiner antheil gebührte, ein recht freundlicher Empfang zu theil.- Dem Aber die ideologischen Schwärmer will die nüchterne Welt Wolzogen's, die ich hochschäße, nicht gelungen. nicht begreifen, so wie sie nicht von ihnen begriffen wird. So Empfindung wenigstens. Frau Kern, die Tochter des Wacht- französischen Schwant ging ein franzöfelnder Ginakter des alten leben sie in Hoffnungsträumen, einer schöner, wie der andere; meisters, hatte einem jungen Wiener Bildhauer, gleichfalls einem Moser„ Die Generalin" voran. Echade um die Mühe, und die Wirklichkeit läßt sie darben, geistig und materiell. Das zigeunernden Proletarier der Kunst, im Jugendrausch sich er- welche vornehmlich die Damen Reichenbach, Elfinger und Waldegg trägt den humoristischen Zwiespalt, der sich auf bitterernstem geben. Diese Bergangenheit verschwieg fie ihrem Gatten. Als an dem trostlos langweiligen Luftspiel verschwendeten. Stationent. Hamburg. Berlin. Barometerstand in mm, d. Meeressp. Windrichtung GGD Windstärke NNANEN( Stala 1-12) Wetter Temperatur OFONOTTE( nach Celfius 50. 4° R.) fäße Der Versammlungen: Sorochowsky gestürzt. Das Kind starb auf dem Transport| Es waren darin zunächst für die Beobachtung des Pofiamts durch| Urtheil, das dahin ging, daß ein vollendeter Betrug als nicht er nach dem Krankenhause. vier Beamte während vier Tage bei Tag und Nacht 3000 m. auf wiesen, ein versuchter aber als zweifellos vorliegend erachtet Ein zwanzigjähriger Kadett Georg J. hat sich nach dem alle waren 800 m. liquidirt. Der Angeklagte berechnete eine durch einen Menschen, dem das größte Vertrauen geschenkt gefeht. Für die Ueberführung des Möller nach der Anstalt in wurde. Die Ausbeutung des Publikums in so schnöder Weise Al. Journal" am Sonnabend im Zentralhotel erschossen. Reise nach Naumburg, die er unternommen hatte, um seinem werden mußte, wäre nicht start genug zu bestrafen, es sei des. Polizeibericht. Am 20. d3. Mts. gegen Mittag gerieth in Auftraggeber Bericht zu erstatten, mit 400 M. Außer den sehr wegen auf 6 Monate Gefängniß und 3000 m. Geldstrafe er der Fürstenbergerstraße ein fünfjähriges Mädchen unter einem hoch angesetzten Spesen nahm der Angeklagte für sich ein Honorar tannt, sowie auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Brauerwagen und wurde getödtet. Außerdem geriethen im von 6000 M. in Anspruch. Abgesehen von der Höhe der An- Dauer von 2 Jahren. nicht sollen dieselben der Wahrheit entsprechen. Laufe des Nachmittags durch eigene Unvorsichtigkeit in der Flott Auf der Anarchistensuche. Dem„ Hamburger Echo" wird Angeklagte behauptete entschieden, daß wellstraße ein 10jähriger Knabe und in der Großbeerenstraße ein er die aus Altona berichtet: Wegen Theilnahme an einer geheimen Er als Verbindung hatte vor längerer Zeit die hiesige Staatsanwaltschaft vierjähriges Mädchen unter vorüberfahrende Wagen und wurden Grenze des Erlaubten nicht überschritten habe. beide erheblich verlegt. In der Georgenkirchstraße fiel ein brei Direftor" müsse doch innerhalb 3 Wochen 6 bis 7000. 21 hier und in Hamburg wohnende angebliche Anarchisten ant jähriges Mädchen, während es sich turze Zeit unbeaufsichtigt in beanspruchen tönnen. Er zahle 5000 M. Miethe und hatte zu geflagt. Die Beschlußkammer des Landgerichts ordnete an, daß der elterlichen Wohnung befand, aus dem Fenster auf den Hof damaliger Zeit acht bis neun Leute zu besolden, welche ein zunächst noch weitere Erhebungen in der Angelegenheit statt hinaus und erlitt einen Schädelbruch. Gegen Abend verlegte Gehalt von monatlich 90 bis 150 M. bezogen und für jede gut finden sollen. Nachdem das geschehen, hat sie dennoch die Erein Arbeitsbursche einen Tischler- Lehrling, mit dem er in der ausgeführte Sache noch ein Extra- Honorar bis zu 300 M. eröffnung des Hauptverfahrens abgelehnt, weil ihrer Ansicht nach Badstraße in Streit gerathen war, durch mehrere Stiche in den hielten. Der Ansatz von 6000 M. für sich sei keineswegs zu die Beweismomente die Anklage nicht rechtfertigen. Gegen den Kopf. Abends wurde auf den Geleisen zwischen den Bahn- hoch, er wisse, daß ein bekannter Wertheidiger für eine vier Beschluß hat die Staatsanwaltschaft Beschwerde beim Oberstationen Warschauer Brücke und Rummelsburg die Leiche eines tägige Reise 3000 m. erhalten habe und er selbst habe einmal Landesgericht erhoben. offenbar vom Zuge überfahrenen Mannes vorgefunden.-In innerhalb furzer Zeit in einer Ehescheidungsflage 80 000. verder Nacht zum 21. d. M. fiel in der Elsasserstraße ein Mann in dient. Seine Unkosten in der vorliegenden Sache seien folossal gewesen. der Trunkenheit hin und schlug sich die rechte Kniescheibe aus. Um den Möller zu ermitteln, habe er Nächte lang in den theuersten Auf der Polizeiwache machte ein Mann, welcher bei einem Ein- Balllokalen verkehren und dort mit mancher Besucherin eine bruch auf einem Grundstück in der Holzmarktstraße betroffen und größere Beche machen und ihr Geld geben müssen, denn der Der Verein der Plätterinnen und verwandter fiftirt worden war, einen Selbstmordversuch, der aber durch einen artige Damen ertheilten keine Auskunft umsonst. Der Rehm habe Berufsgenossen tagte am 9. April. Die Sigung wurde herbeigerufenen Arzt vereitelt wurde. Am Halleschen Ufer er auch bedeutende Opfer bringen müssen; denn sie habe gedroht, zum größten Theil mit der Auseinanderseßung über persönliche stürzte sich eine Schneiderin mit ihrer 18jährigen Tochter, die sie nach Naumburg reisen zu wollen, um dort den Angehörigen des Streitigkeiten ausgefüllt, und legten im Laufe der Verhandlung mit einem Strick an sich gebunden hatte, in den Landwehrkanal. Möller einen unangenehmen Auftritt zu machen. Er bitte, den einige Vorstandsmitglieder ihr Amt nieder. Der Kassenbericht, Beide wurden noch lebend herausgezogen und nach der Charitee früheren Kriminalkommissar Weien, der seit Jahren In der sodann von der Kaffirerin gegeben wurde, giebt einen Begebracht. Vormittags wurde im Spandauer Schifffahrtsfanal haber eines Privatdetektivinstitus sei, als Sachverständigen stand von 419,30 M. an. In der Unterstüßungskaffe befinden bei der Kieler Brücke die Leiche eines Mannes angeschwemmt.darüber zu vernehmen, daß die Anfäße nicht zu hoch seien. Der fich 181,05 m. Die Textilarbeiter( Filiale 1) hielten am 9. April eine Am 20. und 21. d. M. fanden sechs fleine Brände statt. Gerichtshof lehnte diesen Antrag ab, nahm aber die Vernehmung des Herrn Weien als Zeugen in Aussicht. Die Beweisaufnahme gut besuchte Versammlung ab, in der Genosse Sassenbach in Witterungsübersicht vom 22. April 1895. begann mit der Vernehmung des Zeugen Horra. Der Beuge be- einem beifällig aufgenommenen Vortrag über das FreimaurerDa von einer Distusfion Abstand ge fundete, daß sein Schwager Möller vor etwa zwei Jahren als thum" sprach. man sogleich zur Regelung der Kommanditist bei ihm eingetreten sei. Der schon auf dem Poly- nommen wurde, ging technikum überaus leichtsinnige Mensch sei unverbefferlich ge- Vereinsangelegenheiten über. Das Sommerfest soll in Keller's wesen und habe sich vollständig von der Rehm umgarnen Festsälen, Koppenstraße, stattfinden, und wird das Arrangement. Elassen. Man habe ihn in einer Maschinenfabrik in einer Kommission überwiesen. Am 1. Mai sindet ein Ausflug Baußen untergebracht, von hier sei er plötzlich verschwunden nach Hohen- Schönweide, Restaurant zum Wilhelminenhof", statt. und dann wieder in Gesellschaft der Rehm in Berlin aufge Friedrichsberg. Am 15. d. M. hielt der hiesige Arbeiter taucht. Ein Professor in Dresden habe den Möller vor kurzem Bildungsverein seine Generalversammlung ab. Laut Angabe des untersucht und dessen Unterbringung in einer Nervenheilanstalt Vorstandes wurden im verflossenen Jahre 61 neue Mitglieder empfohlen. Da Möller sich in Berlin verborgen hielt, so habe aufgenommen, 12 Versammlungen und 8 Lese- Abende abgehalten. der Zeuge das Institut des Angeklagten in Anspruch genommen. Der Kaffenbericht ergab eine Einnahme von 546,10 M. und eine Eine Verabredung wegen des Honorars habe nicht stattgefunden, Ausgabe von 427 M. Die Bibliothek des Vereins wurde von der Zeuge habe nur aufgegeben, daß Möller ermittelt, von der den Mitgliedern 47 mal in Anspruch genommen. Zum zweiten Rehm getrennt, nach Halle überführt und daß dann seine Punkt der Tagesordnung, Neuwahl des Vorstandes, wurde Verhältnisse geregelt werden sollten. Zwei frühere An- B. Schneider zum Vorsitzenden, Tempel zum Kassirer und gestellte des Angeklagten, welche die Ueberwachung der Post Schicholdt zum Schriftführer gewählt. Als Hilfspersonen und die spätere Verfolgung des Möller wahrzunehmen hatten, fungiren Kreil, Günther und Döhring. Bum Bibliothekar wurde bekundeten, daß sie ein Gehalt von 60 bezwv. 100 M. monatlich Weißpfluck wiedergewählt. Die Abrechnung vom Stiftungsfest bezogen hatten. Sie schätzten die von ihnen verbrauchten Spesen am 17. März ergab einen Ueberschuß von 58,65 M. Um die auf täglich zehn Mart. Der Angeklagte hatte einem der Zeugen Bezirkseintheilung in die Wege zu leiten, wurde eine Kommission die für Horra bestimmte Rechnung diktirt. Als dabei etwa von sieben Mitgliedern gewählt. Der Vertrauensmann machte 15 000. heraustamen, habe der Angeklagte die einzelnen bekannt, daß die Maifeier im Proskauer Garten am 1. Mai ab Posten erhöht und dabei die Aeußerung gethan:„ Er soll plazen; gehalten wird und der nächste Lese- Abend am 4. Mai im Lokale bezahlen soll er, daß ihm die Augen übergehen!" Nach der von Heinicke stattfindet. In der öffentlichen Volksversammlung in Bris am Bekundung des folgenden Zeugen, des früher bei dem Angeklagten angestellten Bureauvorstehers Altmann, hat zweiten Dsterfeiertag referirte Jahn- Berlin über die Kulturder Auftraggeber gesagt:„ Erledigen Sie die Sache nur aufgaben des Sozialismus", indem er besonders in anbetracht des Der Nachtwächterprozek. In eine neue Phase ist jetzt schnell und schneidig, es mag tosten was es will." Der Osterfestes darauf hinwies, daß das Christenthum fich stete, trog mit der Feststellung der Berufungsbegründung der Prozeß der Beuge will dem Horra gesagt haben, daß das Institut für der Lehren feines Gründers, gegen alle Kulturfortschritte, ins dreihundert gegen die Stadt Berlin klagenden Nachtwächter ge- jeden Beamten pro Woche 250 bis 300 m. zu berechnen pflege besondere der Befreiung der unteren Volksklassen erklärt habe, treten, der nunmehr vor dem Kammergericht zur Verhandlung Der Zeuge bekundet ferner, daß er seinen Chef mehrere Male welche erst durch den Sozialismus ihre Auferstehung feiern tommen wird. Es ist nämlich beschlossen worden, dem nach dem„ Ballhaus", den" Blumensälen" 2c. begleitet habe, um werden. Da vor Beginn der Versammlung wieder zwei Frauen Fiskus den Streit zu verkünden, d. h. diesen in den Möller zu ermitteln und daß der Angeklagte bei einem solchen anwesend waren, mußten sich dieselben bei Androhung der Aufden Prozeß insofern hereinzuziehen, daß durch dessen zwangs Befuch) 100 bis 150 M. ausgegeben habe. lösung der Versammlung, der Aufforderung des Gendarmen geweise Intervention hervorgeht, daß die Nachtwächter städtische Der folgende Zeuge, Rechtsanwalt W., ist von dem An- mäß, entfernen. Da sich diese Dinge nun bereits seit Jahresfrist Beamte seien. Hat oder glaubt jemand in seinem Rechtsstreit geklagten in Anspruch genommen worden, um die Auseinander- wiederholen, ohne daß auf die Beschwerde eine entsprechende Ansprüche gegen einen dritten zu haben, so kann er nach jetzung mit der Rehm zu beglaubigen. Die letztere hat bei dieser Antwort ergangen ist, wäre es wohl an der Zeit, sich dieserhalb dem Gesetze demselben den Streit verkünden, um ihn Gelegenheit einen Schein unterschrieben, wonach sie gegen 3ah direkt an den Minister zu wenden. Betreffs der Maifeier wurde zu veranlassen, gewissermaßen sich auf seine Seite 811 stellen, denn die Streitfrage dürfte sich in diesem Monstre bessen Angehörige entfagt. Die 30jährige Beugin Rehm giebliche Versammlung mit darauffolgendem Vergnügen stattfinden Monstreng von 800 M. allen weiteren Ansprüchen gegen Möller und der Vorschlag des Genossen Eberhardt: abends eine öffentprozeffe worauf wir schon in einem früheren Artikel zu, daß sie vor dem Verhältniß mit Möller vier Kindern das zu lassen, angenommen. Versammlung und Vergnügen finden hingewiesen haben dahin zuletzt zuspißen, wem die Fürsorge Leben gegeben. Möller sei zwar ein starker Trinker gewesen, also am 1. Mai abends im Lokale von Güldner in Briz, für die entlassenen Beamten zufalle. Zunächst ist erwiesen und aber irgend eine Geistesstörung habe sie nie an ihm bemerkt. Rudowerstr. 66, statt. nach der Klage, auf welche wir in einem nächsten Artikel aus Kurz bevor Möller ihr entrissen wurde, habe derselbe ihr 1000 m. führlicher zurückkommen werden, in der Hauptsache festgestellt, daß die Beamtenqualität der Wächter unzweifelhaft sei, ferner, gegeben; auf Verlangen des Angeklagten habe sie ihm aber das Geld aushändigen müssen. Der Angeklagte soll von daß sie absolut städtische Beamte früher gewesen sind und ihre Klage auf Anspruch einer Pension sich deshalb nur gegen die Horra 6000 M. Vorschuß verlangt haben unter der Behauptung, Stadtgemeinde wenden könne. Die Wächter sind alle nach dem Sie wolle nämlich von Möller ein notarielles Gheversprechen in daß er die Rehm mit einer größeren Summe abfertigen müsse. Gesetz von 1887 angestellt, ganz gleich, ob fest angestellte oder Händen und deshalb den vierten Theil seines Vermögens haben. Hilfs- Nachtwächter und haben demgemäß sämmtlich ein wohl Die Rehm erklärte im Termine, daß sie niemals eine derartige erworbenes Recht auf die in jenem Gesez befindlichen Bestimmungen Aeußerung gemacht habe. Sie gerieth in große Aufregung, gehabt, als durch das Polizeifosten- Gesetz eine Aenderung in der Ver- als der Angeklagte bestritt, ihr die 1000 Mart abgenommen zu waltung eintrat. Die Klage geht auch auf die Ausführungen des Ministers v. Köller im Abgeordnetenhause näher ein, welche gleichfalls zur Beweisführung mit herangezogen werden. Wiesbaden. München Wien Swinemünde. 763 halb bedeckt 12 762 MSM Regen 762 GSD heiter 12 764 SM 2 wolfig 13 765 4 wolkig . 766 Still bedeckt 767 Still Nebel 766 Still Nebel 756 beiter ° 765 bedeckt • • Haparanda Petersburg Cort. Aberdin. Paris Wetter- Prognose für Dienstag, 23. April 1895. Warmes, theils heiteres, theils woltiges Wetter mit schwachen südlichen Winden und etwas Neigung zur Gewitterbildung. Berliner Wetterbureau. Gerichts- Beifung. haben. Nationale haufmännische Kranken- und Sterbekaffe.( S. 71.) Restaurant Stühler, Neue Grünftr. 38: Vorstands- Sigung. Deutscher Senefelder- Bund. Mitgliedschaft Berlin. Dienstag, den 23. April, abends 8 Uhr, im Lotal von Röllig, Neue Friedrichfir. 44: Mitglieder. Barbiere, Friseure. Dienstag, den 23. April, abends 10 Uhr, Admiralstraße 38: Bahlabend. Bersammlung und Vorstands- Sigung. Gauverein Berliner Bildhauer. Dienstag, den 23. April: Bersamm lung( stehe Annonce). Bureau: Holzmartiſtr. 67. Dienstag, den 23. April, abends 8½ Uhr, im Vermischtes. Als letzter Zeuge und zugleich als Sachverständiger wurde In Apolda wird demnächst ein Krematorium errichtet der frühere Kriminalkommiffar Weien vernommen. Er erklärt, werden. Wie der Verein für Feuerbestattung mittheilt, hat das Interessante Einblicke in den Geschäftsbetrieb gewisser daß in der Regel eine Pauschalsumme für Erledigung der Auf großherzogliche Staatsministerium die Einwilligung gegeben. Privetdetektiv- Justitute und in die sittlichen Zustände unserer träge verabredet würde. In dieser Summe lägen auch sämmt- Ueber das Erdbeben liegen aus Laibach folgende MitGroßbourgeoisie gewährte eine Verhandlung, welche gestern vor liche Spesen. Werde vereinbart, daß das Institut lechnung theilungen vom Sonntag vor: Der heutige Tag brachte feine bes der zweiten Strafkammer des Landgerichts I stattfand. Auf der legen solle, so werde allerdings für einen Beamten mehr liquidirt, deutenden weiteren Stöße; auch die Witterung ist besser und die Anklagebank befand sich der Inhaber eines solchen Institute, als derselbe dem Institut koste, da dasselbe doch unterhalten Bevölkerung infolge dessen ruhiger. Die Strafanstalt auf dem Viktor von Carlowiß, der sich eines vollendeten und werden müsse. Der Beuge prüfte sodann die von dem An Schloßberg ist dem Einsturz nahe; die 1200 Sträflinge werden eines versuchten Betrugs schuldig gemacht haben sollte. Im geklagten aufgestellte Dechnung. Den für den Direktor angesetzten daher nach Marburg geschafft. Der Gemeinderath hat heute die GrünFebruar v. J. erhielt der Angeklagte von dem Ingenieur Preis von 6000 M. halte er unter Umständen nicht für zu hoch, oung einer Stadtbaubank zum Wiederaufbau der Stadt beschloffen. Horra in Naumburg den Auftrag, seinen Schwager, den er selbst sei kürzlich in einer Sache in Wien gewesen und habe Aller Wahrscheinlichkeit nach hat sich der etwa acht Kilometer Techniker Möller, der sich in Begleitung einer Dame von für 10 Tage 2000 m. liquidirt und erhalten. Der Vorsitzende von Laibach entfernte, zwischen Großgallenberg und Seebach ge= Bautzen heimlich entfernt hatte und sich in Berlin aufhalten Direktor Brausewetter, sprach seine Verwunderung darüber aus, legene Berg Dornicki, welcher angeblich sehr höhlenreich ist, geſentt. sollte, zu ermitteln und nach einer Frrenanstalt in Halle zu daß der Direktor eines Privat- Detektivinstituts größere Ansprüche Wiener Blättern wird aus Laibach gemeldet: Die kommissarischen bringen. Der Angeklagte erhielt als Anhaltepunkt eine Photo- mache als ein hoher Staatsbeamter. Der Zeuge Weien gab dann Erhebungen führen neuerdings zu traurigen Ergebnissen. Eine un graphie des Gesuchten und die Mittheilung, daß derselbe Briefe schließlich sein Gutachten dahin ab, daß er die Anfäge für reich geahnt große Anzahl von Häusern muß abgetragen werden. Die Ge poftlagernd beim Postamte 7 bestellt habe. Der Angeklagte ließlich hoch halte. Die Aufstellung des Angeklagten, daß 4 Beamte schäfte wurden aufs neue geschlossen. Eine weitere eingetroffene das erwähnte Poftamt vom 11. bis 14. Februar beobachten, aber zehn Tage hindurch Tag und Nacht thätig gewesen seien, lasje Bionierkompagnie erweift sich als unzureichend, da sich die ohne Erfolg. Sodann besuchte der Angeklagte mehrere Nächte sich jedenfalls nicht rechtfertigen und in anbetracht des Umftandes, Schäden durch den Regen zusehends erweitern. Mittags hatte hindurch die größeren Ballotale, und am 18. Februar wurde daß der Angeklagte 6750 M. jür seine persönliche Thätigkeit be der Regen nachgelassen, abends regnete es wieder in Strömen. Möller in einem solchen ermittelt. E3 gelang dem anspruchte, noch weniger der für die Beamten angefette Breis von Um 5 Uhr 30 Minuten abends wurde ein neuer schwacher ErdAngeklagten auch, ihn von seiner Begleiterin, der un- 3000 M. Nach eindringlicher Verwarnung wurde die Beugin stoß verspürt. Bis jetzt sind keine Erkrankungen vorgekommen. Derehelichten Rehm, die in der Halbwelt unter dem Spitznamen Rehm vereidet und dann die Beweisaufnahme gefchloffen. Staats- Aus dem ungarischen Ueberschwemmungsgebiet wird Kinder- Wally" bekannt ist, zu trennen und ihn zur Ueberführung anwalt Flickel hielt den Angeklagten sowohl des vollendeten, des weiteren berichtet: Die legten Donaudämme sind gestern nach einer Krankenheilanstalt in Halle zu bewegen. Hier wurde wie des versuchten Betrugs schuldig. Selbst wenn man zu gunsten Nachmittag durchgebrochen und haben weitere 25 000 Joch be Möller zurückbehalten, weil er an Delirium litt. Der Angeklagte des Angeklagten den höchsten Saß für seine Auslagen annehme, baules Feld unter Wasser gesetzt. Der angerichtete Schaden hatte nun noch nach Bautzen zu reisen, wo Möller sich eine kurze so könne man nie mehr als etwa 5000 mt, herausrechnen, alles ist unberechenbar; etwa 200 Häuser sind zerstört. Die deutsche Zeit hindurch mit der Rehm aufgehalten und Echulden gemacht übrige von der in Rechnung gestellten hohen Summe habe der Kolonie„ Rudolppsgnad" ist vollständig vernichtet. Nach dem Hunderttausend Gulden gestohlen. Aus der Kanzlei der hatte. Nachdem die Angelegenheit mit diesen Gläubigern geordnet Angeklagte in seine Tasche stecken wollen. war, hatte sich der Angeklagte noch mit der Rehm auseinander- eidlichen Zeugniß der Rehm müsse angenommen werden, Bergbaugesellschaft„ Segen Gottes" wurde Sonntag Nacht die zusetzen. Nachdem auch dies geschehen, reiste der An- daß sie dem Angeklagten 1000 Mart herausgegeben Stasse mit Werthpapieren im Werthe von ca. 100 000 Gulden getlagte am dritten März nach Naumburg, um mit habe. Diefen Betrag hätte v. Carlowit seinem Auftraggeber geraubt und auf's freie Feld geschleppt, wo sie mit Inhalt gestern feinem Auftraggeber abzurechnen. Während seiner Thätigteit in gegenüber verschwiegen und sich dadurch bereichert. Unter der früh vorgefunden wurde. Die Thäter, die bisher nicht ermittelt diefer Eache hatte v. Carlowig bereits einen Borschuß von Rubrik„ Spesen, Restaurants, Theater, Droschten und Depeschen" werden konnten, hatten anscheinend vergebens die Rassette zu 11 200 m. erhalten. Er forderte nun am 3. März nicht weniger habe der Angeklagte nicht weniger als 902 M. in Rechnung ge- öffnen gesucht. als rund 20 000 m., indem er behauptete, daß seine Gesammt stellt, einen Nachweis hierfür aber nicht zu liefern vermocht. Ju der Pulverfabrik Blumau, welche das Eigenthum auslagen etwa 10 000 m. betrügen. Horra schien diese Forde. Die Handlungsweise des Angeklagten müsse als eine gemein- der Attiengesellschaft Nobel Dynamit" ist, fand Sonnabend rung zu hoch, er bot 15 000 W. und verlangte außerdem Rechnungs gefährliche angesehen werden. Er beantrage gegen denselben eine Nachmittag eine Explosion statt, wodurch drei Arbeiter schwer legung. Der Angeklagte reiste ohne Geld ab, schickte aber nach Gefängnißstrafe von anderthalb Jahren und zweijährigen Ehr- und einige leicht verletzt wurden. Es sind etwa 250 kg Schieß einigen Tagen eine Abrechnung, die mit der Gesammtsumme von verlust. baumwolle explodirt; die Fabrikräume sind derart in Mit17 200 m. abschloß. Jnzwischen hatte sich ein früherer Angestellter Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Runge, plädirte für Frei- leidenschaft gezogen, daß der Betrieb für längere Zeit ruhen des Angeklagten, der von dem legteren entlassen worden war, sprechung, da lediglich ein Zivilanspruch vorliege. Er führte muß. Nach einem anderen Bericht sollen 26 Mann verlegt sein. Eisenbahn Zusammenstok. Aus Mailand wird vom nach Naumburg begeben und dem Ingenieur Horra Mitthei- sodann aus, daß weder ein vollendeter noch ein versuchter Betrug Iungen gemacht, wonach derfelbe arg übervortheilt worden sei nachweisbar sei. Wenn von der ganzen beanspruchten Summe 20. d. M. berichtet: Ein Zug der Nordbahn stieß im Bahnhof und noch werden sollte. Horra verweigerte nun vroläufig jede der Betrag von ca. 4000 M. abgerechnet werde, die der An- von Castellanza der Linie Novara- Seregno mit einem Güterzug Bahlung, es tam zu Zivil- und Privatbeleidigungsflagen und geklagte zur Tilgung der Schulden des Möller gebraucht habe, zusammen. 15 Personen wurden verwundet, darunter 3 schwer. Ans Chalons wird vom Sonntag berichtet: Eine Feuers schließlich zu obigem Strafverfahren gegen den Angeklagten. so bletbe teine so hohe Summe übrig, daß man sie für die Terselbe soll die letzte Borschußrate von 6000 M. durch falsche Thätigkeit des Direktors und seiner vier Beamten, sowie für brun st, deren Entstehung unbekannt ist, zerstörte diese Nacht Vorspiegelungen erreicht haben. Seine endgiltige Rechnungs- die Deckung der Unkosten als übertrieben hoch bezeichnen könne. die Tischler- Werkstätten der Kunsthandwerk- Schulen. Der Schaden legung gab die Handhabe zur Anklage wegen versuchten Betruges. Nach 1/2 stündiger Berathung verkündete der Vorsitzende das beträgt über eine Million Frants. = Für den Juhalt der Juferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, den 23. April. Opernhaus. Hänsel und Gretel. Cavalleria rusticana. Schauspielhaus. Der Sturm. Deutsches Theater. Das Lumpen gesindel. Leffing- Theater. Artikel 214. Vorher: Die Generalin. Berliner Theater. Der Probepfeil. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Obersteiger. Neues Theater. Andrea. Schiller- Theater. Die Karolinger. Residenz- Theater. Fernand's Ghe fontrakt. Adolph Ernst- Theater. Madame Suzette. Central- Theater. Unsere Rentiers. Alexander- Play- Theater. Durchgegangene Weiber. Alle 5 BarAlle 5 risons. National Theater. Die lebende Brücke. Theater Unter den Linden. Dorothea. Rund um Wien. Bellealliance- Theater. im Monde. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: Mar Samst. Gastspiel der amerikanischen Gesellschaft William Calder Die lebende Brücke. Großes Sensationsschauspiel mit Musik in 4 Aften( 11 Bildern), nach dem Englischen von Sutton Vane, übersetzt von H. Schwab. Dirigent: Adolph Wiedecke. Elektr. Beleuchtungseffekte v. Lakowsky. Regie: Max Samst. Kassenöffnung 61/2 Uhr. Anf. 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Urania Anstalt für volksthümliche Naturkunde. Am 20. d. Mts. starb nach Iangem, schwerem Leiden unser lieber Kollege, der Schriftseher Robert Wöpke, im 51. Lebensjahre. Er war ein stets treues Mitglied unserer Organisation und wird sein Andenken bei uns stets in Ehren bleiben. Die Beerdigung findet heute Nachmittag 6 Uhr auf dem Rirch hof zum Heiligen Kreuz" in Mariendorf statt. Die Kollegen som der National- Zeitung". Unserem Freund und Genossen Balduin Franke*** Am Landes- Ausstellungspark su feinem heutigen Geburtstage die ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Unter den Linden 21. Nur noch kurze Der Mann Täglich Reichshallen Theater. Speziali- abends täten- Vorstellung. American- Theater. SpezialitätenVorstellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. SpezialitätenVorstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Dienstag, 23. April, abends 8 Uhr. Die Karolinger.( Bernhard, Graf von Barcelona: Karl Zichner vom Fürstl Theater in Gera, als Gast.) Mittwody, 24. April, abends 8 Uhr: Zum 1. Male: Don Carlos. Ein dramatisches Gedicht in 5 Akten von Friedrich von Schiller. Donnerstag, 25. April, abbs. 8 Uhr: Die Karolinger.bo Freitag, 26. April, abends 8 Uhr: Die zärtlichen Verwandten und Ein Strafrapport. Sonnabend, 27. April, abends 8 Uhr: Don Carlos. Central- Theater Alte Jakobrake Nr. 30. Lehte Woche. Nur noch acht Vorstellungen! Emil Thomas a. 6. Unsere Rentiers. Große Posse mit Gesang und Tanz in 4 Atten von Wilhelm Mannstädt und Julius Freund. Musik von Julius Einödshofer. Anfang 1/28 Uhr. Morgen Mittwoch: Benefis für Josefine Dora. Unsere Bentiers. Adolph Ernst- Theater Madame Suzette. Vaudeville: Posse in 3 Atten von Ordonneau. Musik von Edmond Audran.( Novität.) In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Die Kaffe ist von vormittags 10 Ubr ab ununterbrochen geöffnet. Zeit. Heute 91 zum Ben- Ali- Bey. 8 Uhr Oriental. Magie. Preise: 3, 2 und 1 M. Sitzplatz. 223. Male. herzlichsten Glückwünsche.dis D, leb' so lang Du leben kannst Im Familien- und im Freundeskreise, Und tämpf' so lang Du fämpfen fannst Mit unserer Fahn' in der Hand, nach 10 altbewährter Weise. Bir manten und wir weichen nicht, Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit ist Bis wir den Feind bezwungen. unser Ziel, Das wir uns ausbebungen! Im Auftrage Deiner speziellen Berufsgenossen G. R. 208/6 Gesangverein Allegro. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 1. Berl. Reichstags- Wahlkreis. General- Versammlung 2am Dienstag, den 23. April, abends 8½ ihr, in den„ Arminhallen", Kommandantenstraße Nr. 20. Zages- Ordnung: ages Ordnung: 1. Wie gestalten wir in Zukunft eine bessere Agitation des Wahlvereins? 2. Diskussion. 3. Bericht des Vorstandes. 4. Kassenbericht. 5. Neuwahl des Vorstandes. 6. Die Stadtverordneten- Wahl im 3. Kommunalbezirk. Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder wird ersucht. Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein [ 276/16 für den 2. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 23. d. M., abends 8½ 1hr, im Saale der„ Bock- Brauerei", Tempelhofer Berg: Große Versammlung. Zages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Fragen. Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 3. Berl. Reichstags- Wahlkreis. im Donnerstag, den 25. April, abends 8 Uhr, Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstraße 37: Vierteljährliche General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Abrechnung vom 1. Quartal 1895. 3. Vortrag des Genossen Vogtherr. 4. Diskussion. 302/9 Der Vorstand. Am Sonntag, den 21. April, verschieb 5. Vereinsangelegenheiten. unser Sangesbruder Hugo Werner. Die Beerdigung findet Mittwoch Sozialdemokratischer Wahlverein An jedem Sonn- u. Feiertage Nachmittag 6 Uhr vom Trauerhause, für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. nachmittags 4 Uhr: Familien- Vorstellung zu halben Preisen. Feen- Palast Burgfr. 22, neben der Börse.) Nur noch bis zum 30. d. Mts. 4 Geschwister Marteppi. Lebende Marmor- Tableaux. Mr. Petram's. International und Driginal ,, Theatré Fantoche Chaugeant. Brothers William. Troupe Latori. Helma de la Croix. Eduardo Sturla und Clown Bobbi. The trec Quatoris. Mr. Pertois. Riondé und Runge, Carl Jörgensen. Klufti und Mufti. Anfang Wochentags 71/2 Uhr. Sonntags 61/2 Uhr. Castan's Panoptikum. 周 Noch nie dagewesen! Die Riesen des dunkeln Erdtheils: Die Dinka, 40 Männer, Francu u. Kinder. Das scheckige Mädchen Marietta. ,, Präsident Faure. Bock- Brauerei Tempelhofer Berg. Kaufmann's Variété. 57. Bock- Saison. Schluss der Winter Saison am 30. April. Noch nie dagewesener Erfolg: Emil Naucke! der Star dieser Eaison. Lachsalven! Bombenerfolg! Die Kneipgenies. Urkomische Excentrik Burleske. Neu: Der Pennbruder. Neu: Botanische Studien. Neu: Berliner Tanzboden. Enthüllungen über: L'homme masque. Ferner das brillante komische Programm. Am 1. Mai: Eröffnung der Sommer- Saison. Neumann Bliemchen. Leipziger Vaudeville- Gesellsch. Passage- Panopticum. Neu! auf dem Eine Fahrt Golf von Neapel. Täglich: Militär- Konzert. Rottbuserstraße 12, aus nach dem neuen Jakobikirchhof statt. Verband 7536 bladoabio Osten. Versammlungent der in Holzbearbeitungsfabriken am Dienstag, den 23. April, abends 8 Uhr, im Lokale und auf Holzplägen beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Filiale Berlin L. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, Rollege Willy Stein am Sonnabend, den 20. April, nach längerem Leiden verstorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 24. April, Nachm. um 5 Uhr, von der Leichenhalle des jüdischen Kirchhofes in Weißensee aus statt. Um zahlreiche Betheiligung bittet Der Vorstand. Statt besonderer Meldung. Allen Bekannten und Verwandten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, der Knopfarbeiter tobre des Herrn Keller, Koppenstraße 29. 10hnerdnung: 1. Vortrag des Genossen G. Wagner über: Die Bekämpfung der Sozialdemokratie durch die Volksschule". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäste haben freien Zutritt. Süd- Ost. Dicuftag, abends 8½ Uhr, im Vereinshans ,, Süd- Ost", Waldemarstraße Nr. 75.dts Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Dr. G. Heymann über: Wie ist für den tranten Arbeiter gesorgt? 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Der Vorstand. 281/6 Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 23. April, abends 8½ Uhr, im ,, Colberger Salon", Colberger Straße Nr. 23: Sonntag, den 21. April, nach kurzem General- Versammlung. Wilhelm Dütt 742b Krankenlager fanft entschlafen ist. Ww. Nosalie Dütt geb. Schmolke nebst Kindern. Zages Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes. Kaffenbericht. Bericht der Revisoren. 2. des Borfiandes und der Abtheilungsführer. Beerdigung Mittwoch, den 24. April, 3. Berchtattung des Schiedsgerichts und Neuwahl desselben. nachm. 5 Uhr, von der Halle des Neuen Jakobi- Kirchhofes in Briz. Kranzbinderei u. Blumenhdlg. Robert Meyer, Nr 2. Mariannenstraße Nr. 2. NB. Um häufigen Frrthum zu vers meiden, bitte ich meine Freunde und achten. Genossen, genau auf meine Adresse zu Ortskrankenkasse der Buchbinder und verwandten Gewerbe zu Berlin. Den Kassenmitgliedern wird nach stehende Verfügung des Herrn Oberpräsidenten der Proving Brandenburg vom 11. April d. J. zur allgemeinen Kenntniß gebracht: 4. Vereinsangelegenheiten. 5. Fragekasten. Mitgliedsbuch legitimirt. Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. D Der Vorstand. Arbeiter- Sängerbund und Berlins und Umgegend. Sonntag, den 28. April, vormittags präz. 10 11hr: Uebungsstunden zur Maifeier. 1. Kreis: Nicht gemeldet. " 2. Kreis: Festlokal und Uebungsstunde Berliner Bock". Bereine: 20 31257 70 118 152 159 213 141. 3. Kreis: Festlokal Neue Welt, Uebungsstunde Waldemarstr. 75 Süden. Vereine: 5 6 13 23 25 27 43 55 79 90 95 103 108 155 182 210 221. 4. Kreis: gefilotal uno llebungsstunde„ Friedrichshain, Bereine11 18 24 29 53 54 61 63 66 71 73 97 99 115 126 134 136 176 185. Festlokal und Uebungsstunde ,, Elyftum". Bereine: 9 16 22 44 64 88 101 127 162 174 183 200 223. Aus dem Rechnungsabschlusse der Festlokal und Uebungsstunde ,, Sanssouri". Vereine: 17 30 46 48 Ortskrankenkasse der Buchbinder und 50 52 72 82 116 132 154 179 196 211. Anfang 5 Uhr. Sonntags 4 Uhr. verwandten Gewerbe für das Jahr 5. Kreis: Festlokal und Uebungsstunde Schweizergarten". Vereine: 1894 ergiebt sich, daß die Ginnahmen 12 17 28 47 62 102 118 151 168 172 208. zur Deckung der Ausgaben einschließlich Armin- Hallen Kommandantenstraße Nr. 20 Säle und Vereinszimmer von 20-600 Personen. NB. Noch einige Sonnabende und Sonntage zu vergeben. C. Bolzmann's Gesellschafts- Säle, Lichtenbergerstr. 16. Säle und Vereinszimmer von 20 bis 500 Personen mit großer Bühne. Louis Ehrenberg Am Molkenmarkt No. 7 ( früher Annenstr. 16) empf. Freunden u. Bekannten sein 6. Kreis: Festlokal und Uebungsstunde ,, Kronenbrauerei". Vereine: Festlokal und Uebungsstunde Norddeutsche Brauerei". Vereine: Festlokal„ Feldschlöschen", Uebungsstunde Pasewalkerstr. 3". der Rücklagen zur Ansammlung und 36 86 93. Ergänzung des Reservefonds nicht. ausreichen. Da somit eine schleunige 59 98 130 171. Berminderung der Ausgaben erforderlich ist, bestimme ich gemäß§ 33 Abs. 4 Vereine: 15 76 145 204. des Krankenversicherungs- Gesetzes auf Antrag der Aufsichtsbehörde, daß vom 22. 5. M. ab das Krankengeld auf die Hälfte des durchschnitt: lichen Tagelohus herabgesetzt wird. Der Oberpräsident. Staatsminister Achenbach. 78/13 Der Vorstand. J. A.: E. Hoffmann, Borsigender. Geschäfts- Eröffnung. Festlokal und Uebungsstunde ,, Weimann's Volksgarten". Vereine: 4 14 81 96 117 186 220 222 224. Festlokal und Uebungsstunde„ Mierke"( Schönhauser Allee 100). Vereine: 26 69 105 192 215. Festlokal und Uebungsstunde ,, Jägerhans". Vereine: 249 89 120 146 188 193 218 225. 66/5 Geübt werden die zur Aufführung kommenden Lieder:" Gruß an den Mai", Völkerfrühling"," Spulenlied"," Arbeiter- Waterlandslied"," Maiengruß für Alle", Wir glauben an der Freiheit Sieg". Sämmtliche angegebenen Vereine müssen zur lebungsstunde und Aufführung in den bezeichneten Lokalen pünktlich und vollMaterialwaaren, Mehl- und Vor- zählig vertreten sein. Der Vorstand. toft, Flaschenbier- Verkauf. Um ge neigten Zuspruch bittet 7476 Rixdorf, August Unger, Bergstraße 81. Weiss- u. Bairisch- Bierlokal. Jul. Wernau's Restaurant L.Figner Handtuch- Verleih- Institut C. Rosenthalerstr. 57. Vereinszimmer von 50 bis 80 Personen noch einige Tage in der Woche frei. 22022* GN.0.Neue Königstr. 17 Für die hiesigen Leser liegt Fernsprecher Amt 7 N: 2087. Handtuch und Seite 10 PEper Woche der heutigen Nummer unseres Blattes die gekrige Gewinnlike der preuß. Lotterie bei. Zu heziehen darch alle Buchhandlungen. Von der Geschichte des Sozialismus erschien soeben der erste Theil des ersten Bandes Die Vorlaufer des neueren Sozialismus Jubalt des ersten Tiens Vor Plato bis zu den wiedertanfern. Yon fartk Preis rosebiri M. 3. gebd w as( pl. 10) 2920 nasviding apar Freie Volksbühne. General- Versammlung am Dienstag, den 23. April 1895, abends 81, Uhr, im Saale des Herrn Keller, Koppenstr. 29. Tages Ordnung: 1. Verwaltungs- und Kassenbericht 2. Das Theater des neuen Spieljahrs. 3. Anträge der Obmänner der Ordner betreffs Aenderung der§§ 8, 9, 20. 4. Verschiedenes. Achtung! Bahnerjah, auch Theilzahl., wöchentl. Gauverein Berliner Bildhauer. 1 Mart, Gudel, Laufizer Platz 2, Elsasserstr. 12. MöbelGelegenheitskauf Dienstag, den 23. April, abends 8½½ Uhr, im Lonisenstädtischen Klubhaus, Annen- Straße Nr. 16: General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Steinbildhauerangelegenheiten. 3. Rechenschaftsbericht. Der Vorstand. zu außergewöhnlich billigen Preisen. 4. Verschiedenes. Für Brautleute ganze Einrichtungen von 200-1000 M. Theilzahlung ge= ſtattet. Elegante Nußbaum- u. Mabagoni Centralkranken- und Sterbekasse der Zimmerer einfache 15 M., Sophas, Bettstellen( E. H. No. 2 Hamburg), Verwaltungsstelle Berlin. Küchenspinden, Kommoden 12 M., 301/5 Kleiderspinden und Vertitows 30 M., Zu dieser Versammlung-die von großer Wichtigkeit für die Entwickelung unseres Vereins ist- ladet die Mitglieder dringend ein mit Matraßen 20 M., Waschtoiletten, Der Vorstand der Freien Volksbühne. J. A.: Julius Türk, O., Blumenstraße 21. Stühle 3 M., Sophatische 6 M., Säulen- Trumeaux 65 M., Plüsch- am garnitur 60 u. 100 m., Muschelspinden 80 Fachverein der Tapezirer Berlins u. Umg. Silberschränke, Herren Schreibtische, Dienstag, den 23. d. M., abends 8/2 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenftr. 20: Ordentliche General- Versammlung. Tages Ordnung: M 1. Vierteljahresbericht des Vorstandes. 2. Vortrag mit Diskussion. 232/14 8. Bereinsangelegenheiten. Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ersucht Der Vorstand. NB. Ausgabe des Korrespondenzblattes. Achtung! Schmargendorf. Achtung! Genossen, Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß ich in Schmargendorf das Restaurant Sanssouci übernommen habe. Es soll mein Bestreben sein, allen an mich gestellten Anforderungen nach Möglichkeit nachzukommen und habe ich für gemüthlichen Aufenthalt nach Kräften gesorgt. Großer schattiger Garten 789b mit angrenzender Wiese als Spielplay, direkt am Walde gelegen. Großer, 400 Personen faffender Tanzsaal mit Parquetboden. Schreibsekretäre, Bylinder Bureaux, General- Versammlung Mittwoch, den 24. April 1895, abends 82 Uhr, im Lokale des Herrn Schneider, Aunenstraße 16: Zages Ordnung: 1. Abrechnung vom 1. Quartal 1895. 2. Wahl eines Kassirers für den J. A.: A. Gruse, Barnimftr. 41a. Achtung! Spiegel. Wenig gebrauchte Möbel zu 1. Bezirk. 3. Innere Kassenangelegenheiten. halben Preisen und sollte es niemand versäumen, der gut und reell kaufen will, mein großes Lager zu besichtigen. Gekaufte Möbel werden bis 1. Juli tostenfrei aufbewahrt, transportirt und aufgestellt. Schützenstr. 2, Möbelfabrik. Utensilien und Milchgeschäfts- Molkereigerätys, Jordan, Kleine Markusstr. 28. Buchführung, besorgt zuverläſſig, 7486 Kölln, Saarbrückerstr. 7. Frische Ameiseneier. Rothe Dompfaffen 2,50 M., goldgelbe Girlige 90 Pi., Finken 1 M., lautpfeifende Rothkelchen, Drosseln, Haidelerchen. Insektenmehl à Pfd. 50 Pf., Mehlwürmer 60 Stück straße 64, Laden, am Wedding750b Bahnhof. Mittwoch u. Sonntag: Gr. Ball unter Seitung des Tanzlehrers 10 Pf. A. Hoffmann, ReinickendorferHerrn Goldschmidt. 2 gute Kegelbahnen. Volksbeluftigungen aller Art. Die Kaffeeküche ist von 2 Uhr an geöffnet. Für beste Speisen und Getränke sowie für aufmerksame Bedienung wird Sorge getragen. Um zahlreichen Besuch bittet Alfred Mahlitz, Sanssouci" in Schmargendorf, Ruhlaerstraße 20/21. 99 NB. Mein Saal steht Vereinen und zu Versammlungen zur Verfügung. Verein der Lithographen, Steindrucker und Berufsgen. Deutschlands( Filiale Berlin). Donnerstag, den 25. April 1895, abends 8% Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: General- Versammlung. Tages Ordnung: möbl. Schlafst. für 2§., am liebsten Adalbertstr. 74, H. p., bei kleinert Freunde oder Brüder. 745b 2 Stuben, Küche, Hof part. 300 M., 1 Werkstatt im Keller 150 M. Kur fürstenstr. 48 sofort zu vermiethen. Friedrichsberg, Jungstr. 46, mehrere Borderwohnungen von 63 Thlr. an sofort. Arbeitsmarkt. 2776 Eine alte deutsche Feuer Versiche rungs- Gesellschaft sucht für Berlin und Vororte thätige Haupt u. SpezialOff. unter P. 2. nimmt die Erved. 168/11 d. 1. entgegen. 1. Geschäftliches und Raffenbericht. 2. Jahresbericht. 3. Neuwahl der Agenten unter sehr günst. Bedingungen. Gesammtverwaltung. 4. Anträge zur General- Bersammlung in Nürnberg. 5. Wahl der Delegirten. NB. Die Kollegen, welche noch Streiklisten( Wegel u. Naumann) haben, werden ersucht, dieselben abzuliefern. Quittungsbuch legitimirt. In anbetracht der wichtigen Tagesordnung ersucht um pünktliches und zahlreiches Erscheinen Die Verwaltung. 449b Moabit! Oeffentlicher Vortrag für Damen und Herren in der Kronen- Brauerei, Alt- Moabit 47/48, Mittwoch, den 27. April, abends 8½ Uhr. Fräul. Minna Kube, pratt. Naturheilkundige, Leiterin des ersten Charlottenburger Naturheilbads; über: 22092 Die Krankheit des 19. Jahrhunderts, spez.: Nerven-, Geiftestrankheiten, Schlaflosigkeit, Nervosität, Epilepsie, Beitstanz 2c., deren Entstehung und Heilung durch die Naturheilkunde. Der Vorstand des Vereins für argueilose Heilweise. Deutscher Holzarbeiter- Berband Zahlstelle Berlin. Außerordentliche General- Versammlung am Dienstag, den 23. April, abends 8 Uhr, in den Arm inhallen, Kommandantenstraße 20. Tages Ordnung: 1. Berichterstattung der Delegirten vom 1. Verbandstag des deutschen Holzarbeiter- Verbandes in Erfurt. 2. Distussion. 3. Wahl des Ausschusses. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Möbel, Die Ortsverwaltung. W. Pahr, 240/6 einzelne, auch volit Arbeitsanzüge Brunnenstr. 112. Einrichtungen; billigst auch Theilzahlung. Bigarrengeschäft billig z. verkaufen. J. Kellermann, Neue Jakobstr. 26. Näheres Oberbergerstr. 2. Steffen. Arbeiter nur Hüte mit Plätterinnen auf Steh- und Um lege Kragen, Manschetten, Serviteurs u. Oberhemden find. dauernde Beschäft. Kontrollmarke Felix Karpe, Blumenstr. 70. Stepperin, geübte, a. Triko- Anzüge Orts- Krankenkasse des Zimmerergewerbes. vett. Srebs, Reinickendorferſtr. 53. Sonntag, den 28. April, vormittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn Buske, Grenadierstraße 33: General- Versammlung. Zages Drbnung: 1. Beschlußfaffung über die Abnahme der Jahresrechnung pro 1894 und Bericht des Prüfungsausschusses. 2. Verschiedenes. Die auf grund§ 44 des Statuts gewählten Vertreter werden hiermit eingeladen, recht zahlreich zu erscheinen. Der Vorstand. NB. Durch Versehen der Druckerei ist die in Nr. 92 dieses Blattes auf gegebene Bekanntgabe vorstehender Versammlung für den 21. statt 28. d. M. ngezeigt. α Tüchtige Dreher auf feinere Mafchinentheile verl. Stein, Blumenftr. 24. Tüchtige Gürtler auf chirurg. In ftrumente verlangen Gebr. Moutigel, Chausseestraße 2. 751b Schrifthauer und Marmorschleifer verl. H. Mallwitz, Blücherstr. 456. 741b Gute Damen Arbt. a. H. verlangt A. Kindler, Unter den Linden 10. 7436 Parteigenossen! 0.Gerholdt, DresdenerStraße Nr. 2 ( am Rottbuser Thor). Grösstes Lager in Sonnen- und Regenschirmen, Schweizer- Garten Am Königsthor- Am Friedrichshain. Jeden Sonntag Gr. Theater u. Spezialitäten- Vorstellung. Volksbelustigungen aller Art. Anfang 4 Uhr. Im neuen Saale BALL. Entree 30 Pfennig. Es Berliner Adreßbuch Cs wird die Herausgabe eines Neuen Adreßbuchs für Berlin und Vororte" angekündigt, welches, frei von entbehrlichem Ballast", dennoch aber Alles" enthalten und dabei für 6 Mart verkauft werden soll. Demgegenüber fonstatiren wir hiermit öffentlich, daß die Herstellung und der Vertrieb unferes bekannten Berliner Adreßbuch" an Selbstkosten erfordert hat. = für 1891 pro Exemplar M. 14,09 1892 14,78 " " " 1893 15,49 " " " 1894 15,62 h " " 1895 = 15,25 " " " also im Durchschnitt der letzten fünf Jahre= M. 15,05 pro Exemplar, nnd zwar nur an effektiven Ausgaben für das„ Berliner Adreßbuch" speziell. Es ist da kein Antheil an dem unser gesammtes Unternehmen betreffenden, kleinere Ausgaben enthaltenden Allgemeinen Untoften- Konto" mit eingerechnet, ja nicht einmal Kranken-, Altersund Invaliditäts- Versicherung, auch keinerlei Abschreibung irgend welcher Art und keine Berzinsung für unser darin engagirtes Kapital. All das wird von dem hier mitunterzeichneten gerichtlich vereideten Sachverständigen ausdrücklich bestätigt. Wir werden also auch für 1896 bei unserem bisherigen Preise bleiben müssen und ebenso bei unserem bisherigen„ Ballast". Nur haben wir bereits Vorsorge getroffen, einerseits diesen Ballast" noch wesentlich zu vergrößern und dabei dennoch allerthunlichst forrekt zu bleiben wie bisher, und andererseits werden wir neben und außer unserem bisherigen kompleten ,, Berliner Adrehbuch" eine Sonder- Ausgabe des Berliner Adreßbuch für das Jahr 1896 zum Preise von 6 Mark gebunden Bur Substription stellen, welche Sonder- Ausgabe unseren vollständigen Berliner Einwohner- Nachweis, unseren vollständigen Gewerbe- Nachweis und sämmtliche Inserate der großen Ausgabe in Einem Bande vereinigt enthalten wird. Wir dürfen also wohl auch für die Folge auf die Unterstützung aller Interessenten rechnen, wie sie uns seit fast einem Menschenalter zu theil geworden, und deren würdig zu bleiben auch in alle Zukunft unser Bestreben sein wird. Berlin C. Grünstr. 4, 22. April 1895. 728M Verlag und Redaktion des„ Berliner Adrehbuch", W.& S. Loewenthal. Die in obiger Aufstellung enthaltenen Ziffern mit den daran geknüpften buchmäßigen Bemerkungen habe ich geprüft und bestätige hiermit deren genaue Uebereinstimmung mit den ordnungsmäßig geführten Büchern der Firma W.& S. Loewenthal. Berlin, 22. April 1895. O. Klebba, Gerichtlicher Bücherrevisor. Berantwortlicher Hebatteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW, Beutbirate 2, 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 94. Gewerkschaftliches. nicht erhoben werden. Dienstag, den 23. April 1895. 12. Jahrg. langte ein Antrag zur Annahme, der bestimmt, daß diejenigen allgemeine Versammlungen abhalten, in denen im Vordergrunde Verbandstag des Maurerverbandes in Halberstadt. abliefern. Mitglieder, die am 1. Mai arbeiten, 50 Pig. zum Streiffonds des öffentlichen Interesses stehende Fragen besprochen werden Erster Verhandlungstag. Abendfizung. Die abge follen. Am Schlusse der Debatte wurden Auerbach und brochene Debatte über die Anträge zur Beitragshöhe wird fort- Mitgliederversammlung der Freien Vereinigung der Hinze als Revisoren bestätigt. Der letztgenannte berichtete im gesezt. Bömelburg betont, daß es sich bei der ganzen Zivil- Berufsmusiker am 9. April bei Buste, Grenadierfir. 33. ferneren über die Verhandlungen der Gewerkschafts- Kommiſſion. Die Sammlungen des Delegirten haben 145 M. ergeben; davon Beitragsfrage darum handle, auf der einen Seite etwas nachzu- Nach Bekanntgabe des Kaffenberichts wird beschlossen, zur Feier find 120 M. für die ausgesperrten Brauerei- Arbeiter verwendet geben, um auf der anderen Seite mehr zu erringen. Dieses Mehr, des diesjährigen Stiftungsfestes einen Ball bei Keller, Koppen aus freiwilligen Beiträgen aufgebracht, sei unbedingt nothwendig, straße 29, abzuhalten. Auf Antrag Hoch werden 20 W. bewilligt, worden. Hinze wurde als Vertreter wiedergewählt, als StellM. vertreter fungirt Penn. um bei einem großen Streit, wie er z. B. in Dresden möglich um dafür nüßliche Schriften für die Vereinigung anzukaufen. vertreter fungirt Penn.- Die Stellungnahme zur Maifeier fei, die Mittel zu haben, die man brauche, um den Kampf durch- Nach dem unter Punkt„ Verschiedenes" mehrere interne Angelegen- betreffend wurde nach eingehender Diskussion beschlossen, wie im zuführen. Die Verbandsmittel allein genügten nicht und Auf- beiten geregelt, fand die Geschäftsausgabe zu den Osterfeier vorigen Jahre mit den anderen Branchen gemeinsam eine Wersammlung für das gesammte Handels- und Transportgewerbe gabe des Verbandstages sei es, diese Frage zu lösen. Der Ver- tagen statt. nach dem Luisenstädtischen Konzerthaus vormittags 11½ Uhr bandstag beschließt, daß die Beiträge wöchentlich erhoben werden, Bei Fiebig, Gr. Frankfurterstr. 28, fand am 11. April einzuberufen. Arbeitende Kollegen haben einen Theil ihres Vers ferner daß die Beiträge im Winter während einer gewiffen Beit eine Mitgliederversammlung der Freien Vereinigung dienstes dem Vertrauensmann zu überliefern. An die Chefs, bei 3weiter Verhandlungstag. der Kaufleute" statt, in der Herr Dr. Badet in sehr inter- denen auf Entgegenkommen gerechnet werden kann, will man mit Vormittagsfizung. effanter Weise über die gesundheitliche Schädigung durch die dem Ersuchen herantreten, dem Personal den 1. Mai freiDer Verbandstag beschließt, daß für zwölf Wochen in den überlange Arbeitszeit" sprach. zugeben; im übrigen erflärte sich die Versammlung damit eins Monaten Januar, Februar und März der am Vorabend beIn der darauffolgenden Diskuksion führte Kollege Simmel verstanden, daß besonders auf die Stellungslosen eingewirkt schloffene Wegfall der Beiträge eintreten soll. Die Beiträge an, daß die Regierung beabsichtige, einen Gefeßentwurf zur Fest- werden soll um dieselben zum Besuch der Versammlung zu verstellen sich in Orten, wo 3,50 M. und weniger Lohn legung einer einheitlichen Ladenschlußstunde einzuführen. Kaum anlassen. Es wird zu diesem Zweck ein Flugblatt verbreitet üblich find, auf 15 Pf., sonst 20 Pf. Der Vorstand aber sei die Absicht bekannt geworden, so bereite der Verein der werden. Die Wahl einer Preßkommission bildete den Beschluß darf zur Speisung des Streiffonds nach Bedarf Marken Berliner Kaufleute und Industrieller unter der Vorgabe, daß das der Versammlung; gewählt wurden Ma a ß und Samiel I. ausgeben; den einzelnen Zahlstellen steht es frei, diese Kleingewerbe dadurch geschädigt werde, einen Entrüstungssturm Marten obligatorisch einzuführen oder fortlaufende Sammel- vor. Dieser Verein von Kommerzienräthen und Großindustriellen hielt am 18. April eine außerordentliche Versammlung bei Die freie Vereinigung der Graveure, Biseleure ze. bogen auszugeben. Von dem Ertrag dieser Sammlungen oder sei dazu am wenigsten berufen. In einer bereits stattgefundenen Schneider, Annenstr. 16, ab, in der Dr. Joël in einem beifällig der Markenverkäufe verbleiben 30 pet. am Ort, während 70 pet. Versammlung hatte der Referent, Abgeordneter Brömel, nichts aufgenommenen Vortrag über„ Wenn Menschen schweigen, werden dem Streiffonds der Hauptkasse zugeführt werden. Gintritts befferes anzuführen gewußt, als das es in den Straßen Berlins Steine reden" sprach. Unter" Vereinsangelegenheiten wurde ein gelder und Beiträge sind in Marken zu kassiren. Während bei Einführung einer Abendschlußstunde um 8 Uhr zu dunkel sein Antrag, den arbeitslosen Kollegen eine Extra- Unterstützung von militärischer Uebungen werden Beiträge nicht erhoben. Die Ein- würde und infolge dessen die Unsicherheit in Berlin zunehmen 2 Mart am 1. Mai zu gewähren, abgelehnt. Des weiteren nahmen aus Beiträgen und Eintrittsgeldern verbleiben zu 25 pet. müßte, ferner hätten die Handlungsgehilfen wenig Gelegenheit, wurde die Regelung der Maifeier besprochen und gelangte folgende am Orte, während 75 pCt. der Haupttasse zufließen. Die Anträge selbständig zu werden und würden infolge deffen Sozialdemokraten, Resolution zur Annahme: Die Versammlung fordert von allen zur Reiseunterstützung führen zu dem Beschluß, daß jedes Mit bei Einführung einer zeitigen Abschlußstunde müßten nun noch mehr ehemaligen sowie jetzt unserer Organisation angehörigen Meistern, glied, das dem Verbande länger als 1 Jahr oder seit der Gehilfen eingestellt werden, man würde also nur noch mehrSozialdemo- am Tage des 1. Mai für sämmtliche Gehilfen vollständige 4. Woche nach Beendigung der Lehre angehört, auf eine vom fraten schaffen. Da in dieser im Kaiserhof abgehaltenen Ver Arbeitsruhe. Diese Resolution hat der Vorstand allen jetzigen Borstand ausgestellte Legitimationsfarte in der Periode November sammlung das Kleingewerbe nicht allzu zahlreich vertreten war, und ehemaligen organisirten Meistern zuzustellen. Die am 1. Mai bis März Reiseunterstützung erhält. Eine Verbandsstatistit soll wurde beschlossen, in sämmtlichen Stadttheilen Berlins solche feiernden Kollegen versammeln sich am Vormittag im Vereins. in Zukunft alle 2 Jahre vorgenommen werden. Entrüftungsmeetings abzuhalten. Redner hofft, daß die fozial- lokal, Oranienstr. 51. Nachdem noch zur regen Betheiligung zu Nachmittagssigung. Es wird nach furzen Debatten be demokratischen Handlungsgehilfen in diesen Versammlungen nicht dem am 27. April bei Keller, Roppenstraße, stattfindenden schlossen, den Verbandstag alle 2 Jahre abzuhalten und fehlen würden, um ihren Standpunkt zu vertreten. Stiftungsfeste und zu der am 7. Mai im Vereinslokal statt den Delegirten jedesmal 7 M. Diäten, den entgangenen Arbeits- Herr Berger vom freisinnigen Berein Walded" versuchte findenden nächsten Versammlung aufgefordert, erfolgte Schluß der John sowie Fahrt 3. Klasse zu gewähren. Hierauf folgt eine wiederholentlich, eine Schädigung des Kleingewerbes durch die gutbesuchten Versammlung. längere Diskussion über Anträge, die eine bessere Vertretung der Einführung einer einheitlichen Ladenschlußstunde nachzuweisen Ileineren Städte auf dem Verbandstage bezwecken. Die Debatte und meinte, daß durch einen frühzeitigen Schluß um 8 oder führt zu dem Beschlusse, daß Ortschaften mit 300 bis 500 mit 9 Uhr Berlin seinen Weltstadtcharakter einbüßen und zum Krähgliedern einen Delegirten wählen und daß Orte mit weniger als winkel würde. Die darauf sprechenden Kollegen Blum und Wiebe 300 Mitglieder zu Wahlabtheilungen zufammengelegt werden. führten Herrn Berger gehörig ab und meinten, daß wenn man der: Zu den Anträgen auf Verschmelzung aller Gewerkschaftsblätter artige Ausführungen überhaupt ernsthaft nehmen könne, die Handim Baufach berichtet der Verbandsvorsitzende zunächst über die lungsgehilfen durchaus keine Verpflichtung hätten, Berlins Welistadt- Duartal ergab, daß im Vereinsbureau( feit 1. April Schüßen in dieser Sache gepflogenen Vorbesprechungen und Beschlüsse. Charakter auf Kosten ihrer Gesundheit und Kräfte zu wahren; ftraße 15) 125 Brotokolle in Fahrangelegenheiten sowie 466 Briefe Im Gegensatz zu früheren Ansichten seien heute die Zimmerer dieselben Gründe, die Herr Berger heute anführe, feien auch s. 3. straße 15) 125 Protokolle in Fahrangelegenheiten sowie 466 Briefe 1.3. und Karten erledigt wurden. 353 Fundsachen wurden eingeliefert, und andere Berufe gegen die vorgeschlagene Verschmelzung. Auch gegen die Einführung der Sonntagsruhe vorgebracht worden, und Karten erledigt wurden. 353 Fundsachen wurden eingeliefert, der Verbandsvorstand halte vorläufig eine Verschmelzung für aber damals ebenso wenig ftichhaltig gewesen wie heute. Wenn hiervon 60 reklamirt und für diese 312,80 M. Finderlohn gezahlt. aussichtslos. Zu dieser Frage und einigen anderen Anträgen in sich Herr Berger darüber entrüßte, daß die Arbeitgeber ihre 27 neue Mitglieder wurden aufgenommen und zählt der Verein bezug auf die Verbandspresse findet eine längere Erörterung statt, Geschäfte schließen müßten und nach Entlassung der An- somit deren 943. Das Vermögen des Vereins beläuft sich auf die zu dem Beschlusse ausreift, die Sache im Auge zu behalten. gestellten nicht allein Im weiter arbeiten dürften, so thäte futscher, welche auf ca. 5000 geschätzt wird, wurde die Zahl der 3082,18 M. Jm Verhältniß zu der Zahl der Berliner DroschtenDer Vorstandsantrag auf Nichtzustellung des„ Grundsteins" an er den Chefs damit durchaus keinen Gefallen. drei Monate restirende Mitglieder oder an einen Monat Barbiergewerbe, doch gewiß einen Kleingewerbe, müßten organisirten Kollegen für viel zu gering erachtet und daher eine restirende Zahlstellen wird angenommen. Weiter wird befchloffen, fett Sonntags die Gehilfen mittags 2 Uhr entlassen werden, rege Agitation, mündlich und durch die Preffe, dringend Einige Anträge auf Aenderungen des Gehalts der Verbands- Dazu hatten die Herren aber durchaus keine Lust verspürt, personen ernennen zu lassen, mußte wieder fallen gelassen werden, beamten werden abgelehnt. Nach Erledigung einiger unwesent sondern seien übereingekommen, sämmtliche Geschäfte um 2 Uhr dieses Planes bereits erwiesen hat. Sein 12. Stiftungsfest wird da die gemachte Erfahrung die Zweck- und Aussichtslosigkeit da die gemachte Erfahrung die Zweck- und Aussichtslosigkeit licher Anträge wird die Statutenberathung beendet. Der Verzu schließen. Da inzwischen, trotzdem die Rednerliste noch nicht bandstag beräth alsdann über einige Aenderungen im Streit erschöpft war, Echluß der Debatte angenommen wurde, schloß der der Verein in der ersten Hälfte des Monat Juni im Schweizerreglement und im Verhaltungsreglement. Garten begehen, nachdem das vorjährige Stiftungsfest, welches Vorsitzende die Versammlung gegen 1/212 Uhr. wird beschlossen, die sämmtlichen in demselben Lokale stattfinden sollte, des Bierboykotts wegen neuen Bestimmungen heiten entbehren des weiteren Interesses. unterblieben ist. Die fernerhin verhandelten Vereinsangelegen Grenat feine erste diesjährige vierteljährliche Mitgliederversammlung ab. Der Verein Berliner Droschkenfutscher hielt am 19. b. M. seine erste diesjährige vierteljährliche Mitgliederversammlung ab. Der Verein hat im verflossenen Bierteljahre die Mitglieder Der Verein hat im verflossenen Vierteljahre die Mitglieder benken in üblicher Weise geehrt wurde. Der von dem Vorulrich und Michalke durch den Tod verloren, deren Andenken in üblicher Weise geehrt wurde. Der von dem Vorsigenden Knütter erstattete Geschäftsbericht für das erste das Protokoll des Verbandstages für 10 Pfg. zu verkaufen. den Chefs aber sei es unbenommen, bis 6 Uhr allein zu arbeiten. personen ernennen chlag, auf den Fuhrhöfen Vertrauens = Der Es am 1. Mai dieses Jahres in traft treten zu lassen bodenleger, einberufen vom Deutschen Holzarbeiter Berbande, Eine gutbesuchte Brauchenversammlung der ParquetDer Ausschuß erhält wiederum seinen Siz in Berlin. Bei der nun folgenden Vorstandswahl werden gewählt: Böme I tagte am 16. April bei Schöning, Stallschreiberstraße 29. Zum Die Stuckateure tagten am 21. April bei Butte, Grenadiers burg Hamburg als 1. Borsitzender, Keber- Hamburg als ersten Punkt der Tagesordnung: Die Abzüge in der Firma straße 33, um Stellung zur Maiseier zu nehmen. Der Referent 2. Vorsitzender, Staning Hamburg als Echriftführer, Köster Rampmeyer, wozu sämmtliche in der Firma arbeitenden Kollegen Grüneberg rieth, angesichts der schwachen Betheiligung und Hamburg und Richter- Hamburg als 1. und 2. Kassirer. Die erschienen waren, wurde festgestellt, daß genannte Firma, be- in betracht der Arbeitslosigkeit unter den Stuckateuren, von einem Wahl des Ausschusses bleibt den Berliner Verbandsgenossen. Zu günstigt durch die augenblicklich herrschende ungünstige Geschäfts- ftrikten Beschluß für Arbeitsruhe Abstand zu nehmen, es vielmehr Revisoren werden gewählt Schwarz- Hamburg, Eftinger lage, einen momentanen" Abzug erzwungen habe. Wandsbeck, Breßler- Harburg. Mit einem furzen Schluß neue Tarif, welchen die Firma Rampmeyer eingeführt hat, stellt jedem einzelnen zu überlassen am 1. Mai seine Schuldigkeit zu wort schließt Bömelburg den Kongreß mit dem Ausdruckt sich folgendermaßen: Parquet pro Quadratmeter 0,80 M., Stäbe thun. Kleinert fügt hinzu, daß die Agitationkommission der der Hoffnung, daß das Beschlossene zur guten Entwicklung der von 40 Zentimeter Länge und 10 Bentimeter Breite 1,10 m., Bildhauer sich mit den Vertrauensleuten der Stuckateure ins GinOrganisation beitragen und jedes Experimentiren unnöthig machen desgl. von 50 Zentimeter Länge und 10 Bentimeter Breite vernehmen gesetzt, und vorgeschlagen habe, am 1. Mai gemeinsam werde. Er spricht sein Vertrauen aus auf die Arbeit, die die 1,05 m. u. f. w. zu berücksichtigen ist noch, daß Fuhren und eine Versammlung vormittags im Klubhaus, Annenstr. 16, abzuDelegirten in der Heimath vor sich haben und endet mit Nägel geliefert werden. In der hierauf folgenden Diskussion halten. Nach erschöpfendem Meinungsaustausch über diesen Punkt einem Hoch auf die Arbeiterbewegung im allgemeinen und die wurde der in letzter Beit vielfach genannte Herr Christoph Becker, resümirte sich das Ergebniß der Debatte in einmüthiger Bu Maurerbewegung im speziellen. Swinemünderstraße wohnhaft, der nebenbei ein Grünframgeschäft ſtimmung zu folgender Resolution:" Die Versammlung empfiehlt, betreibt, als Urheber der bei Kampmeyer vorgekommenen Lohn- dort, wo es sich ermöglichen läßt, den 1. Mai durch Arbeitsruhe drückereien bezeichnet. Ter Antrag, alle 14 Tage und zwar zu feiern, und sich der Gruppenversammlung der Bildhauer an zuschließen." Der Vertrauensmann Müller unterbreitete sodann Montags eine Versammlung einzuberufen, soll der Ortsverwaltung der Versammlung folgende Abrechnung: Gesammteinnahme: überwiesen werden. Zum Schluß wird bekannt gegeben, daß sich die Kollegen, welche den 1. Mai durch Arbeitsruhe feiern, bei 139,06 M., Gesammtausgabe: 113,90 M., Bestand: 25,16 M. Schöning versammeln wollen. Eine längere, ergebnißlose Debatte entspann fich hierauf über die Wahl eines Delegirten zur Gewerkschaftskommission, und wurde einem eingegangenen Antrage Folge gegeben, der besagte, daß eine Beschlußfassung über Entfendung eines Delegirten zur Gewerkschaftskommission eventuell Wahl desselben in der nächsten öffentlichen Versammlung seine endgiltige Erledigung finden solle. Weiter wurde von den Versammelten das Verlangen gestellt, die schlecht zahlenden Meister zu einer Besprechung einzuladen; der Vertrauensmann versprach, dem Verlangen nachzukommen. Versammlungen. Für den 6. Wahlkreis tand am 21. d. im Schönhauser Viertel eine Voltsvecsammlung statt, in welcher Genosse Mäther einen Vortrag über die politische Lage hielt. Derselbe be zeichnete es als falsch, daß die Arbeiter sich darüber streiten, ob Für die auf Bahnhöfen, Holz- und Kohlenplähen ze. Sie sich mehr der politischen oder gewerkschaftlichen Bewegung beschäftigten Arbeiter eine Organisation zu errichten, sollte zuwenden sollen, hielt es vielmehr für nothwendig, daß die Ar der Zweck einer öffentlichen Versammlung sein, die für dieselben beiter mit mehr Energie als bisher sich beiden Bewegungen zu- am Sonntag nach den Arminhallen" einberufen war. Das einwenden, da beide unzertrennlich von einander seien. Falsch sei leitende Referat hielt Genosse Jahn. In trefflicher Weise es auch, seiner Meinung nach, zu glauben, daß die Umsturz- führte er die überaus erbärmliche Lage der Arbeiter dieses Bevorlage, sofern dieselbe Gesezeskraft erlangen sollte, vornehmlich rufes vor Augen und wies nach, daß nur ein gefchloffenes ZuDie Musikinstrumentenarbeiter nahmen in ihrer Vere auf politischem Gebiete ihre verderbliche Wirkung aus- sammengehen es den Arbeitern ermögliche, bessere Lebensüben werde. Auch auf wirthschaftlichem Gebiete würden die Ar- bedingungen zu erreichen. Ueber die Form der Organisation sammlung vom 21. April infolge der mangelhaften Betheiligung beiter durch ein Umsturzgesetz schwer geschädigt werden. Redner entspann sich eine längere Diskussion. Schuhmann plädirte nur die Wahl der Revisoren für die Streitabrechnung vor; die veranschaulichte weiter, wie die Verhältnisse zwischen Kapital und für Anschluß an den Verband aller im Handelsgewerbe be- übrigen Gegenstände der Tagesordnung wurden für eine spätere Arbeit sich immer mehr zuspißen und die herrschenden Klassen schäftigten Hilfsarbeiter, der zur Zeit 1600 Mitglieder zähle und Versammlung an einem Wochentage( Montags) zurückgestellt. begreiflicherweise zu allen Mitteln greifen, um die Arbeiter noch sich bereits dem Unternehmerthum gegenüber eine achtung- Schöneberg. Die hiesige Gewerkschaftskommission hatte, länger in politischer und ökonomischer Abhängigkeit zu erhalten. gebietende Stellung errungen habe. Von anderer Seite wurde am 7. April eine öffentliche Versammlung einberufen, in der Redner folgerte aus allem die Nothwendigkeit, die Arbeiter der Beitritt zum Verein der Fabrik- und Hilssarbeiter und Genosse Pörsch über den Werth und Nußen der Gewerkschaftsorganisationen machtvoller zu gestalten, um einen Einfluß auf die Arbeiterinnen empfohlen, während sich auch Stimmen für organisation sprach. Die lebhafte Befürwortung zur UnterGesetzgebung auszuüben und dem Unternehmerthum fraftvoll Gründung eines besonderen Vereins für die Arbeiter dieſer ſtützung der Gewerkschaftsbewegung fand in der Diskussion allgegenübertreten zu können. Aufgabe. der Arbeiter sei es, dem Branche erhoben. Schließlich drang lettere Meinung durch und seitige Zustimmung. Unter" Verschiedenem" wurde von dem unheilvollen Indifferentismus die Spize abzubrechen, die Diffe- wählte die Versammlung eine 15gliedrige Kommission zur Aus- Genossen Schubert der Wunsch ausgesprochen, ein Verzeichniß renten zu diszipliniren und zu organisiren, die Massen vorzu- arbeitung der Statuten. aufzustellen über die Zahlstellen der Gewerkschaften. Diese Aubereiten für die Aufgaben, die ihrer harren, für die Ziele, welche Die Sozialdemokratie bewußt erstrebt. Je besser die Arbeiterschaft enn, erstattete Bericht über seine Thätigkeit in einer öffentDer Vertrauensmann der Handlungsgehilfen, Genosse gelegenheit wurde der Kommission übertragen. Rigdorf. Am 9. April tagte hier eine Versammlung des organisirt und aufgeklärt sei, desto leichter würde sie die gegen lichen Versammlung vom 18. April. Im letzten Jahre haben sozialdemokratischen Vereins Vorwärts". Den ersten Gegenstand fie geführten Schläge zu überwinden wissen, je schlechter die Arbeiterschaft organisirt sei, desto größere Verwirrung würde in ihre Reihen acht öffentliche Versammlungen zum theil mit sehr wichtiger der Verhandlung bildete der Kassenbericht des Kassirers. Im Tagesordnung stattgefunden; unter anderem wurde verlangt die ersten Quartal m. getragen werden. Der Streit darüber, ob gewerkschaftlicher oder Ausdehnung der Gewerbegerichte auf das Handelsgewerbe, auch und eine Ausgabe von 121,45 M. zu verzeichnen. Diesem Be politischer Kampf müsse von der Bildfläche verschwinden und in anhaltender Thätigkeit überall die Schuldigkeit gethan werden. Bersammlung in Sachen der Sonntagsruhe. Eine Versammlung in dem gleichen Quartale an. Danach haben 2 Vereinsversamme anhaltender Thätigkeit überall die Schuldigkeit gethan werden. protestirte man gegen die Beschlüsse der Berliner Stadtverordneten richt schloß sich eine Uebersicht über die Thätigkeit des Vereins Von der Fassung einer Resolution wurde Abstand genommen. August in nahm ferner Veranlassung, die Parteispedition in beschäftigte sich mit den Erhebungen der Reichskommission für lungen und 4 Vorstandssigungen stattgefunden. Die Bibliothet weist Arbeiterstatistit; gegen die Vorlage der Regierung, betr. Den un- einen Bücherbestand von 139 Bänden auf und find 32 Mitglieder Tauferen Wettbewerb, wurde gleichfalls Stellung genommen. Ver- als Leser verzeichnet. Die Neuwahl des Vorstandes ergab folgende Die Kistenmacher beschäftigten sich in einer gut besuchten einnahmt find 278,96 M., die Ausgabe betrug 276,81 M. Auf Zusammensetzung: Hoppe, Vorsitzender; Maier, Kassirer; DierVersammlung am 8. April mit der Stellungnahme zum Streit Antrag Hinze wurde dem Vertrauensmann Decharge aus berg, Schriftführer;" Papenfuß, Hupfer, Weißrot und Lehmann, bei der Firma Martin. Wie aus dem Berichte des Kollegen gesprochen. Gewählt für dieses Amit wurde sodann Genosse Beisitzer; Hilpert, Frose und Merseburg Revisoren; Wurbs, BiMärten zu entnehmen war, ist von dem genannten Fabrikanten Deichmann. Türt regte an, die Agitation vornehmlich bliothekar, Hierauf wird von dem Vergnügungskomitee berichtet, jeder Ginigungsversuch entschieden zurückgewiesen worden, und unter den Angestellten der Lebensmittel- Branche in nächster daß das Stiftungsfest einen Ueberschuß von 10,85 M. ergeben alt betreiben, der ganzen Be hat. Dem Vertrauensmann werden sodann 40 M. zur Agitation mußte deshalb über die Fabrik die Sperre verhängt werden. Als Beit energischer Adler und Kohn übergeben und ferner mitgetheilt, daß Mitglieder anderer WahlUnterstüßung wurde für die verheiratheten Ausständigen 15 M. wegung neuen Impuls zu geben. dem im wesentlichen zu; man will große vereine ohne Eintrittsgeld Aufnahme finden. und für die unverheiratheten 9 M. bewilligt. Zum Schlusse ge- ftimmten entsprechende Erinnerung zu bringen. " eine Bestes Puzmittel der Welt! UNIVERSAL " METALL & Co Schutzmarke. PUTZ- P POMADE ADALBERT VOGT& CO BERLIN FRIEDRICHSBERG goldene u.silberna Diefe Universal- Metall- Putz- Pomade ist von uns zuerst im Jahre 1876 zur Einführung gebracht und das Fabrikzeichen Helm" durch gesetzliche Eintragung zur Schuhinarke gekennzeichnet worden. Wir stellen dieses Erzeugniß in den anerkannt hervorragenden und unübertroffenen Eigenschaften jetzt sowohl in rother wie in weisser Farbe her. Proben und Preisanftellung frei und unberechnet. Möbel, nußb. 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