Nr.520 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 264 Bezugspreis: Böchentlich 70 Goldpfennig, monatlich 8,- Goldmark noraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, Saar- und Memelgebiet. Desterreich, Litauen, Luxemburg 4.50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmar! pro Monat Der., Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit..Gied. lung und Kleingarten sowie ber Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und Frauenbeilage Frauenstimme" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialbemotrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Goldpfennig Einzeigenprette: Die einfpeltige Ronpareille geile 0,70 Goldmart, Refiantesele L- Goldmart. Ricine Wagrigen bas fettgebrudte Bert 8.30 Colb mar!( aulana wet fettgabente Borte), tebes 0.10 Golbmart. weitere Bort Stellengefube bas erte Wort 0,10 Golbmart, lobes weitere Boct 0.05 Golbmast Werte ber 15 Budhaben dien Meet Borte. Familienangelege far abonnenten Belle 0.30 Gotomet Sine Smart- cin Dolios griell bund 4.30 zeigen e ble Re Sauptgeschäft, Berlin 68. C Brake. abgegeben werben. C Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Donhoff 292–295 Verlag: Dünboff 2506-2507 Dienstag, den 4. November 1924 Hochwasserkatastrophe im Westen. Ueberschwemmungsgebiet: Rhein, Main, Mosel, Neckar, Saar. Westdeutschland ist von einer Hochwasserfatastrophe bedroht, die die Ueberschwemmung Süd- und Mitteldeutschlands in der ersten Hälfte des September noch zu übertreffen scheint. Bis Redaktionsschluß lagen folgende Mitteilungen vor: Köln, 3. November.( WTB.) Das Hochwasser ist weiter im Steigen begriffen. In Bonn stieg der Wasserstand seit Vormittag um 50 Zentimeter; weiteres Steigen ist angezeigt. In königs. winter liegen die Gleise der Bahn nach Bonn unter Wasser. In Remagen ist die Schiffswerft völlig überschwemmt. In Neuwied drang das Wasser in die Häufer ein, der Marktplatz ist von Wasser umspült. In Koblenz trat die Wasserwehr in Tätigkeit. Pontons wurden an die gefährdeten Stellen gefahren. Die Verwüstungen find groß. Bei Zeltingen mußte die Kleinbahn den Verkehr einstellen. Köln, 3. November.( WTB.) Wie das Hafenamt mitteilt, ist das Hochwasser nach wie vor im Steigen. Die Steigerung beträgt weiter 5 Zentimeter pro Stunde. Die Wasserwehr ist nach wie vor in Tätigkeit. Das gleiche wird von Koblenz, Trier, Mainz und Mannheim berichtet. In Bonn sind alle Uferstraßen überschwemmt. Trier zum Teil geräumt! Koblenz, 3. November.( TU.) Die bisherigen Feststel. Die bisherigen Feststel lungen lassen erkennen, daß die Ueberschwemmungskatastrophe der größten gleichkommt, die sich in den lehten 100 Jahren ereignet hat. Einige Stadtviertel von Trier find infolge der Wafferflut von den Einwohnern größtenteils geräumt. Seit Samstag ist der Verkehr auf der Privat- Moseltalbahn, zwischen Trier und Bullay, vollständig eingestellt. In den besonders niedrig gelegenen Orifchaften haben die Fluten fleinere Häuser voll ständig ausgespült. Kleine Gebirgsbäche haben sich in reißende, 100 Meter breite Flüsse verwandelt. Der hohe Wasserstand der Liefer unterbindet den Eisenbahnverkehr Wengerohr Bern castel. Letzteres ist kaum zu erreichen, da alle Straßen, bis in die Nähe von Koblenz, überschwemmt sind. Der größte Teil der Häuser an der Alf- mündung steht bis zu den ersten Stodwerten unter Wasser. Der Kirchhof an dieser Stelle ist in den Wellen verschwunden. Auch in Cochem ist der Verkehr nur mit Kähnen möglich. Alle Uferdörfer zeigen dasselbe Bild. Wo die Einwohner durch das Hochwasser überrascht wurden, versuchen sie mit Booten in die Wohnräume zu gelangen, um ihre Habseligkeiten zu bergen. Stellenweise sind die Weinhänge überschwemmt. Die groß angelegte, feit einigen Monaten im Bau befindliche Grube bei Carden ist ernstlich gefährdet. Neuerdings rechnet man auch mit einer Sperrung der Eisenbahnstrede Trier- Koblenz, da die Betriebsficherheit schon start beeinträchtigt ist. Bei Burgen scheint der Bahndamm bereits durchlässig zu sein. Das Alarmwesen hat nach übereinstimmenden Nachrichten gut funktioniert. Zurzeit ist noch nicht festzustellen, ob Menschen umgekommen sind. Die im Wasser schwimmenden Iiertadaver laffen auf beträchtliche Tierverlufte schließen. Mit dem heutigen Tage dürfte das Schlimmste über standen sein. Wenn auch Warntelegramm aus den Vogesen befagen, daß mit einem weiteren Steigen des Strombettes bis zu zwei Metern gerechnet werden müsse, so wird andererseits gemeldet, daß die Regengüsse in dem fraglichen Gebiet nachgelassen haben. Frankfurt a. M., 3. November.( WTB.) Nach hier vorliegenden Nachrichten über das Hochwasser sind im Gebiet der Kinzig, besonders im Kreise Gelnhausen, erhebliche Verkehrsstörun gen zu verzeichnen. Einige Orte des Kreises Gelnhausen sind vollständig vom Bahnverkehr abgeschnitten. Aus Oberhessen laufen öhnliche Nachrichten ein. Das Gießener Beden bildet bis gegen Weglar einen See. Diez und Limburg bedroht. Limburg a. d. Cahn, 3. November.( WEB.) Infolge des Hochwassers der Lahn ist fast die gesamte Unterstadt von Limburg in Mitleidenschaft gezogen. In Diez ist das Wasser bis fast zur Höhe des Marktplates gestiegen. Sowohl in Limburg wie auch in Diez mußten zahlreice Häuser geräumt werden. Obwohl das Wasser im Laufe des Tages ein wenig zurüdgegangen ist, ist für die Nacht bei wiedereinsehendem Regen ein weiteres Steigen zu befürchten. Die freiwilligen Feuerwehren stehen überall alarmbereit; ihre Hilfe wurde aud, schon viel fach in Anspruch genommen. Seit 1782 nicht mehr erlebt. Aus Saarbrücken wird gemeldet: Das Saargebiet ist von einer Hochwasser fatastrophe heimgesucht worden, wie sie feit 1782 in folcher Heftigleit und Ausdehnung nicht mehr zu berzeichnen gewesen ist. Durch die Regengüsse der letzten Woche hat die Saar und ihre Nebenflüsse die Ufer überschwemmt und in Saarbrücken nicht nur die Häfen und Hafenpläge, sondern auch die Uferstraßen und die unteren Stodwerte ber tiefer gelegenen Säufer unter Baffer gefeßt. Der Begelft anb ist von 3,30 Meter auf 7 Meter gestiegen. Seit Montag früh ist das Wasser um 16 Bentimeter gefallen. Der gewaltige Schaden läßt sich noch nicht annähernd übersehen. Erdrutsch bei Wiesbaden. Mülheim a. Main ist überschwemmt. Aus Darmstadt wird gemeldet, daß der Eisenbahndamm zwischen Wiesbaden und Höchst in einer Strede von 500 Metern gestern abgerutscht ist. Die Gleise wurden durch die Wassermengen vor und hinter den Tunnel geworfen. Dank der Aufmerksamkeit des Streckenpersonals wurde eine Katastrophe verhindert und der noch in Höchst haltende Personenzug, der die Strede hätte passieren müffen, abgeleitet. Der gesamte Betrieb zwischen Wiebelsbach und Eberbach ist unterbrochen und auch durch Umsteigen nicht aufrechtzuerhalten. Vorwärts- Verlag 6.m.b.H., GW 68, Lindenstr. 3 Bostichedtonto: Berlin 375 36 Banttente: Direttion der Diskonto- Gefellschaft, Devontentafe Stubenstraße 8 Großkampftag in Amerika. Die Neuwahl des Präsidenten der Bereinigten Staaten. Heute erlebt Amerita den Tag, der alle vier Jahre und zwar nach der Verfassung am ersten Dienstag im No vember die gesamte Bevölkerung in höchste politische Spannung versetzt. Diese ungeheure Spannung ist nicht allein durch die überragende persönliche Machtftellung zu erklären, die die amerikanische Berfaffung ihrem Präsidenten verleiht und deren Ausfluß man besonders im Jahre 1917 zu spüren betam, als Wilson, ohne einen Rongreßbeschluß zu benötigen, in den Krieg gegen Deutschland zog. und im Jahre 1920, als er bei der Frage der Rat'fikation Frankfurt a. M., 3. November.( TU.) Das Hochwasser im Rhein des Versailler Vertrages den flaren Willen des Parlaments und Main steigt, wie die Frankfurter Zeitung" berichtet, immer monatelang in Schach hielt. Das Interesse der Gesamtbevölnoch. Das Mainzer Wasserbauamt meldet aus Magau ein Stei- ferung an der Präsidentenwahl ist auch darauf zurückzuführen, gen des Rheins von 590 gestern auf 660 heute. Für Mainz daß ein parteipolitischer Wechsel im Washingtoner Weißen lauten die Zahlen 205 und 350, für Caub 354 und 518, o ft- Haus eine Aenderung fast der gesamten höheren Ver heim bei Einfluß des Rheins 372 und 540. waltung nach sich zieht, der nicht auf die Minister- und Gouverneurposten beschränkt bleibt, sondern der sich sogar in vielen Fällen auf die Botschafterstellen im Auslande erstreckt. und mögen im Laufe der Zeit die grundsäglichen Unterschiede zwischen den beiden alten Hauptrivalen, den Republika nern und den Demokraten, im Laufe der Zeit noch so verwischt worden sein, so gibt es bei jeder Neuwahl stets gewisse Parolen, um die zwischen den Anhängern der einen und der anderen Partei mit einer Erbitterung und einer Leidenschaft gekämpft wird, die uns Europäern und besonders uns Sozialdemokraten oft etwas lächerlich vorkommt. Welche Kämpfe find zum Beispiel vor etwa 25 Jahren um die Frage der Gold- oder Silberwährung geführt worden! Wir Sozialdemokraten wissen, daß beide Parteien durchweg großmotraten für sich in Anspruch nehmen können, daß sie einſt tapitalistisch denken und handeln; und, wenn die De weniger hochschutzöllnerisch und in sozialer Hinsicht weniger scharfmacherisch waren als die Republikaner, so ist dieser Unterfchied in unseren Augen nur ein sehr relativer, und er genügt nischen Gewerkschaftsführers Samuel Gompers, der stets uns nicht als Rechtfertigung für das Verhalten des amerikadie Sache der Demokraten mit einer Hingabe verfochten hat, als wäre sie die Sache der Arbeiterschaft selber. In Wirklich feit fam infolgedessen die Arbeiterbewegung zumindest politisch nicht vorwärts, und die sozialistischen Präsidentschaftskandidaten haben niemals eine für bie bortigen Berhältnisse nennenswerte Zahl von Stimmen auf sich zu vereinigen vermocht; selbst dann nicht, als im Jahre 1920 eine so populäre Figur wie die des damals wegen feiner Kriegsgegnerschaft seit Jahren eingeferferten Genossen De bs zum Bannerträger der flaffenbewußten Arbeiterschaft gemacht wurde. Auch der Wasserstand des Nedars ist dieser Tage außer ordentlich gestiegen. Das Nedarvorland war auf weite Streden überschwemmt. Der Sportplatz an der Sellheide stand fofort unter Wasser. Kocher und Jagst haben dem Neckar große Wassermengen aus Württemberg zugeführt. Bei Diedesheim, wo diese beiden Nebenflüsse in den Neckar einmünden, betrug die Wafferhöhe Nebenflüsse in den Neckar einmünden, betrug die Wafferhöhe 5,43 Meter. Wie aus Dieburg gemeldet wird, sind zwischen Aitheim und Babenheim weite Strecken des Landes überschwemmt. Aschaffenburg, 3. November.( WTB.) Auf der Strede Aschaffenburg- Obernburg am Main bei Buchtal wurde der Lifenbahn damm von den hochgehenden Fluten des Mains an nicht weniger als sieben Stellen unter ipült. An drei Stellen traten schwere Dammbrüche ein. Die Wiederherstellungsarbeit erfordert mindestens eine Woche Arbeitszeit. Zwischen Miltenberg und Wertheim am Main bei Faulbach wurde durch einen Damm bruch der Eisenbahnverkehr auf voraussichtlich mehrere Tage unterbunden. Hanau, 3. November.( WTB.) Das Hochwasser der Kinzig erstreckt sich auf das weite Beden um hanau und hat einen großen Teil der Außenbezirke der Stadt unter Wasser gesetzt, da die großen Wassermengen der Kinzig nicht in den ebenfalls hochgehenden Main abfließen können. Zahlreiche Straßenzüge sind nur noch mit hochrädrigen Wagen zu erreichen. Ueberschwemmungen im Odenwald. Darmstadt, 3. November.( Mtb.) Infolge der anhaltenden wolkenbruchartigen Niederschläge der letzten Tage führen alle Bäche des Odenwaldes Hochwasser, das stellenweise über die Ufer trat und infolge seines rafenden Laufes einen bedrohlichen Charakter annimmt. So gefährdete die Mündling in der vergangenen Nacht einen Teil der Stadt Erbach( Odenwald), so daß die Feuerwehr alarmiert werden mußte. In Niederramstadt wurde Sonntag nacht die Bevölkerung durch die Sturmglocken zur Hilfeleistung aufgerufen. Die bedrohten Häuser wurden sofort geräumt und das Vich aus den Saffungen getrieben, da man mit einem weiteren Steigen des Wassers rechnet. Um die Landtagsauflösung in Sachsen. Stellungnahme des Parteivorstandes. Der Parteivorstand hatte zu Montag, den 3. November, Bertreter der sächsischen Bezirksvorstände und der Mehrheit und der Minderheit der fächsischen Landtagsfraktion zu einer Besprechung nach Berlin berufen. Auf dem fächsischen Landes parteitag in Leipzig war, wie erinnerlich, beschloffen worden, daß die fozialdemokratische Landtagsfraktion einer Antrag auf Auf lösung des Landtages stellen sollte. Der Beschluß war ein ftimmig gefaßt worden, weil zuvor in einer Besprechung in Dresden eine Vereinbarung über die Ausschaltung von Streitigkeiten bei der Ausstellung der Landtagskandidaten zustandegekommen war. Ueber Ausstellung der Landtagslandidaten zustandegekommen war. die Ausführung dieser Vereinbarung hatten sich aber Meinungsver. schiedenheiten ergeben. In der Sitzung zeigte sich, daß die vor dem Leipziger Parteitage getroffenen Vereinbarungen noch nicht durch geführt sind, weil die Konferenzen der fächsischen Unterbezirke zum Teil noch nicht getagt haben, zum Teil erst für den 16. November einberufen sind. Der Parteivorstand tam nach eingehenden Berhand lungen mit den Vertretern der fächsischen Bartciinstanzen zu dem Beschluß, der sächsischen Landtagsfraktion zu empfehlen, den Antrag auf Auflösung des Landtags erst zu stellen und von anderer Seite gestellten Anträgen auf Auflösung erst zuzustimmen, nachdem die Dresdener Bereinbarungen durchgeführt sind und dadurch die Sicherheit für einen einheitlichen und gegloffenen Landtagswahllampf gegeben ist. Was diesmal jedoch die Spannung der gesamten ameritanischen Wählerschaft ganz besonders steigert und darüber hinaus die Arbeiterbewegung aller Länder gleichfalls auf das höchste zu intereffieren geeignet ist, das ist die Tatsache, daß zu den zwei traditionellen bürgerlichen Rivalen noch eine dritte Partei hinzugefommen ist, die zwar nicht- oder noch nicht eine spezifische Partei der Arbeiterklasse ist, die aber in der Hauptsache von den gewerkschaftlichen und fogar von den politischen Organisationen des amerikanischen Proletariats offiziell unterstützt wird. Gompers' Einfluß auf die Gewerkschaftsbewegung hat feit dem Kriege infolge seiner ausgesprochen kleinbürgerlichen Haltung nachgelassen; während er seit mehreren Monaten schwer tranf daniederliegt, find in den hauptsächlichsten Gewerkschaften neue Männer ans Ruder gekommen, die in ihrer Mehrzahl erkannt haben, daß es ein Narrenspiel ist, wenn Arbeiterorganisationen sich für die demofratische oder gar, wie das vereinzelt vorkommt, für die republikanische Kandidatur erwärmen. Diese Gewerkschaftsführer haben sich mit den Leitern der Organisation der kleinen Landwirte( Farmer) und mit der Sozialistischen Partei zusammengetan, und sie haben mit Hilfe unzufriedener Elemente aus den Reihen beider bürgerlichen Barteien, vor allem aber aus den demokratischen Reihen, be schloffen, den Kampf selbständig zu führen. Als Bannerträger bestimmten sie einstimmig den sehr populären Senator vom Staate Wisconsin, La Follette, der zwar selbst über 70 Jahre alt ist, aber mit erstaunlicher Frische die Ideale einer jungen, wirklich fortschrittlichen Partei verkörpert. Im Zusammenhang mit dem ungeheuren Reichtum, der sich in den Neutralitäts- und Kriegsjahren 1914 bis 1918 jenseits des großen Teiches angesammelt hatte, aber auch im Bujammenhang mit der großen Wirtschaftskrise, die als Kehrfeite der Medaille in den Jahren 1920 bis 1922 das ganze Land erschütterte, find unge heure Skandale zum Vorschein gekommen, bei denen die beiden alten Barteien sehr übel mitgenommen wurden. Der letzte, der bekannte meritanische Betroleumsfandal, hat eine ganze Reihe von hohen und höchsten Staatsbeamten tompromittiert, ja unmöglich gemacht, und hätte dabei der als persönlich unbestechlich geltende Präsident Coolidge nicht mit eiserner Fauft durchgegriffen und führende Parteifreunde rücksichtslos faltgestellt, dann würde die Republitanische Partei bei den jezigen Wahlen sehr gefährdet sein. Allerdings sind die Blößen der Republitaner in diesen Rorruptionsaffären dadurch ausgeglichen wor den, daß führende Demotraten in demselben Petroleum-| ist die Tatsache, daß nunmelr auch in Amerita eine geschäft stedten mie ihre angeblichen Todfeinde; so hatte große Partei entstanden ist, die die Gesamtheit der Arbeiter Wilfons Schwiegersohn, Mac Adoo, der als demokratischer schaft und der sonstigen Ausgebeuteten des Großkapitals zu Präsidentschaftsfandidat in Aussicht genommen war, den umfassen versucht und daß dieses neue Gebilde in einer Weise beiden republikanischen Kabinettsmitgliedern, Marinesekretär auf den Plan tritt, die überall Aufsehen erregt. Mag auch Denby und Justizminister Daughery, die Hände gereicht, Coolidge diesmal noch mit großer Mehrheit gewählt werden, um große Erdölfonzessionsschiebungen zum Nachteil des wie die meisten prophezeien, mag selbst durch ein Wunder Staates durchzuführen und zu decken, bei denen fünstlich an- Davis das Weiße Haus für die Demokraten zurückerobern gezettelte Revolutionen auf mexikanischem Boden eine in den hochindustriellen Vereinigten Staaten von Nordamerika Rolle spielten und für deren Bertuschung man sogar allzu gern gehört die Zukunft der neuen Fortschrittspartei, weil sie so einen fleinen Krieg gegen Merito vom Zaune gebrochen die Partei der Arbeiterschaft ist. hätte. Dieser bodenlose Standal allein wäre schon Grund genug für die anständigen Leute in Amerika gewesen, eine neue Partei zu bilden, denn die auf Betreiben La Follettes eins gesezte Untersuchungskommission des Senats stellte fest, daß betde Parteien von dem bevorzugten Betroleumfonfortium ungeheure Bestechungsgelder erhalten hatten. Das war auch der letzte Anstoß zur Bildung der neuen Fort [ chrittspartei, die sich aus den oben erwähnten Organifationen bildete und die Zuzug aus beiden Lagern erhielt: La Follette selbst ist zwar Republikaner gewesen, aber lebte feit Jahren im Kampfe mit der offiziellen Parteiführerschaft; doch stammt der größere Teil der leitenden Männer der neuen Gruppe aus dem demokratischen Lager, und es wird allge mein angenommen, daß sie für die demokratische Bartei eine gefährlichere Konkurrenz bildet als für die republikanische. Insofern find die Aussichten Coolidges, der von den Republikanern erneut aufgestellt wurde, erheblich besser als die des demokratischen Kandidaten Davis. Die große Frage ist nun die, wie La Follette abschneiden wird. Wird er nur als Letter das Ziel paffieren, wird er Davis überholen oder hat er sogar Aussichten, das Rennen gegen Coolidge zu machen? Letzteres wird von der großen amerikanischen Preffe, die mit Ausnahme der Hearst- Blätter Front gegen La Follette macht, durchweg verneint. Von demokratischer Seite wurde in den letzten Tagen des Wahlkampfes Stimmung gegen La Follette mit dem Argument zu machen versucht, daß eine Stimmabgabe für die neue Fortschrittspartei doch nur eine aussichtslose Stimmenzersplitterung bedeuten würde, die den Republikanern den Sieg erleichtern würde. Inwieweit diefes anöver der lekten Stunde noch auf diejenigen Gemerkschaftsmitglieder Eindruck machen konnte, die von altersher daran gewohnt waren, der Gompersschen Parole zu folgen und für die Demokraten zu stimmen, bleibt abzuwarten. Die Präsidentenwahl vollzieht sich nach einem Verfahren, das ein Mittelbing zwischen Boltsabstimmung und indireffer Wahl bildet. Alle Wahlberechtigten fönnen ihre Stimme für eine Partei abgeben; diejenige Bartei, die in einem der Staaten die meisten Stimmen erhalten hat, stellt allein sämtliche Wahlmänner, zu denen der be treffende Staat je nach der Bevölkerungsziffer berechtigt ist. Die Minderheiten werden, und mögen sie noch so start sein, in den einzelnen Staaten und infolgedessen auch bei der eigentlichen Präsidentenwahl durch die Wahlmänner nicht berückfichtigt. Das ist natürlich für eine alte, eingespielte Partei von großem Vorteil gegenüber einem erst in den Anfängen der politischen Aktivität begriffenen Parteiapparat. Deshalb ist es durchaus erklärlich, daß die Aussichten Coolidges als die weitaus besten gelten, während man La Follette nur wenig Chancen gibt. Schließlich dürfte der Sieg der Kon= fervativen in England über die Labour Party eine starte moralische Rüdwirtung zum Nachteil der Fortschrittspartei gehabt haben, die allgemein und mit Recht als das amerita nische Gegenstück zur englischen Arbeiterpartei gilt. Aber auch wenn der mutige Versuch La Follettes und feiner Anhänger, die alten Parteischablonen zu durchbrechen und aus dem politischen Sumpf herauszukommen, in den Amerika durch die Macht der Kartelle und Banten und durch die aktive oder passive Mitschuld der Führer beiber bürgerlichen Parteien hineingeraten ist, diesmal noch zu feinem pofitiven Erfolg führen sollte, wichtig und sogar epochemachend Feldzugs- Anekdoten. Bon Paul Gutmann. Das deutsche Gemüt, das so lange geschlummert hat, soll in seinem Ernst und Humor wieder zur Geltung fommen. So will es ein Münchener Verlag, der sich das Ziel gefeht hat, Feldzugs anefboten 1914/18 herauszugeben. Die Leute, die Sonne im Herzen haben, werden den Schwarzfehern zeigen, welche frisch- fröhliche Sache so ein vierjähriger Krieg gewesen ist, zu Nutz und Frommen der heranwachsenden Jugend, die noch das Herz am rechten Fleck hat. Das walte Gott! Natürlich), wo viel Licht ist, da gibt es auch, viel Schatten, aber der Humor, die herrlichste Gabe des Deutschen, wird auch damit fertig werden. Besonders letterer", sagt der Verlag, ,, der in all den schweren Kampfesjahren selbst unter den größten Entbehrungen und Strapazen nicht unterzufriegen war, und wie das Buch zeigen wird, ganz herrliche Blüten gezeigt hat, ist wert, in der Erinnerung aufbewahrt zu werden." Alle deutschen Männer und Frauen werden zu einem literarischen Wettbewerb aufgerufen, durch den die Bollendung des Buches gezeitigt werden soll. Es versteht sich, daß die Preisrichter für ein so herrliches Unternemen Männer sind, die als Spezialisten auf dem Gebiet der Herzenssonne gelten. Es sind dies der Brettldichter Hanns von Gumppenberg und der Jugendredakteur und sinnige Lyriter Friß von Ostini. Sie haben nicht nur egal Sonne im Herzen, fon denn auch ein„ bon" zwischen den Namen. Für die Beurteilung des Kriegshumors sind diese ehrwürdigen Greise auch deshalb besonders geeignet, weil sie bei Kriegsausbruch bereits im ungefährlichen Alter waren und beshalb ben Humor der Sache voll auf sich wirten laffen fonnten. Da leider nur die lebenden Deutschen und nicht auch die loten zum Wettbewerb ermuntert werden konnten, wird der Humor nicht rein zur Geltung fommen. Lebende haben nämlich ein sehr schiechtes Gedächtnis, weil der frühere Eindruck durch einen späteren erstickt mirb. Aber wenn der Tobe den letzten Augenblic wiedergeben tönnte, so würde der Humor überwältigend sein. Wie ich im Drahte verhau an meinen Eingeweiden zappelte" einfach ein zwerchfell. erschütterndes Stück für die Kinderstube. Oder: Wie wir das Wasser aus dem Granattrichter. tranfen, bis uns auf dem Grund die toten Rameraben angrinjlen." Noch viele andere Scherze könnten die Toten erzählen, aber begnügen wir uns mit dem Humor der Lebenden! Ein Prachtstüd für ein späteres Lesebuch wäre der Fall Helmhate. Aber auch aus der fonnigen Hinterfront hätte jeber ehr liche Deutsche, der nicht wie die Preisrichter damals in München fein Bier trant, einen feinen Scherz zu berichten. Wie mein Feld mebel sich eine kleine Billa zusammenschob."„ Der Leutnant als Marketender." Deutsche Frauen und russische Gefangene." Das mären fo einige humoristische Streiflichter. Die amerikanischen Sozialisten und die Präsidentenwahl. In einem Schreiben an das Sekretariat der Sozialistischen Arbeiterinternationale, in welchem er die Abwesenheit der amerifanischen Delegierten von der letzten Exekutivsihung der SAJ. entschuldigt, gibt Genosse Morris Hill quit, der internationale Gefretär der amerikanischen Sozialistischen Partei, folgende DarStellung der gegenwärtigen Stellung der amerikanischen Sozialisten im Präsidentschaftswahlkampf: Präsidenten und des Rongresses. Der Wahlkampf ist von außer Wir stehen in einem heißen Wahlkampf für die Wahl des ordentlicher Bebeutung für die sozialistische Bewegung in den Bereinigten Staaten und nird in hohem Maße für die Zukunft unferer Bewegung bestimmend sein. 3 um erstenmal m der politischen Geschichte unseres Bandes sind alle Kräfte der organisierten Arbeiterbewegung vereint zur Unterstügung eines unabhängigen Präsidentschaftskandidaten. Dazu gehören die American Federation of Labor( Gemertschaftsbund), die zum erstenmal die Unterfügung der Demokratischen Partei aufgegeben hat, die mächtiger Eisenbahnerverbände, die dem Gewerkschaftsbund nicht angeschlossen sind, und eine Reihe anderer fortschrittlicher und radi taler Organisationen. Die Sozialistische Partei bildet einen Teil diefes politischen Blods und einen sehr wichtigen Faftor im Wahlkampf. Und wiewohl die Plattform, auf welcher die Senatoren La Follette und Wheeler ihren Kampf führen, vom sozialiftischen Standpunkt fehr viel zu wünschen übrig läßt, hoffen wir, daß durch die tägliche Zusammenarbeit der Sozialisten mit organi fierten Arbeitern und Farmern in diesem Wahlkampf schließlich eine dauernde politische Einigung zwischen ihnen zustande fommen wird. Die Wahlen finden am 4. November statt. Anfangs Januar soll eine Konferenz aller Elemente in den Vereinigten Staaten, die La Gallette und Wheeler unterstützt haben, abgehalten werden, um über den Vorschlag, eine ständige politische Partei zu bilden, zu entscheiden. Die Entscheidung dieser Konferenz wird in hohem Maße von den Ergebnissen abhängen, die wir in diesem Wahlfampf erzielen, und von dem Grabe der politischen Seibft ändigteit, die die Sozialisten den Arbeitern einzuflößen imftande sein werden. Es ist klar, daß die amerikanischen Sozialisten vor einer ungeheuren Aufgabe stehen. Und wir hoffen, daß in nicht ferner Zukunft die Maffen der organisierten amerikanischen Arbeiter als eine politisch wie gewerffchaftlich organisierte Macht den ihnen gebührenden Plah in der Internationale einnehmen werden. New Bort, 3. November.( T2.) Trotz der verschiedensten Bermutungen über den Ausgang der Präsidentenwahl herrscht noch Vermutungen über den Ausgang der Präsidentenwahl herrscht noch allgemeine Unwissenheit über das tatsächliche Ergebnis. Genau wie vor den englischen Wahlen beansprucht jede Partei den Sieg für sich. Es erweckt den Anschein, als ob Coolidge die besten Aussichten hätte. Doch auch diese Annahme ist anzweifelbar, da Cafollettes Anhängerschaft bei weitem größer ist, als allgemein vorausgesetzt wird. Wenn sich auch das republifanische Wahlprogramm nicht wesentlich von dem der Demokraten unterscheidet, so ist die Demokratische Partei im Laufe der letzten Jahre doch zu unbeliebt geworden, um ihren Kandidaten Davis durchzubringen. Jede Partei hat eine Reihe von Staaten für fich zu sichern gewußt. Zweifelhaft bleibt die Stellung nahme von mehr als der Hälfte der Staaten. Nicht ohne Einfluß werden die Stimmen der deutsch amerikanischen Wählerschaft fein, die sich anscheinend noch nicht endgültig entschließen fonnte. Wie ungewiß die Lage ist, erfieht man aus den beständig wechselnden Verhältniszahlen der abgeschlossenen Betten. Es ist nicht ausgeschlossen, daß sich bei den Wahlen feine abjolute Stimmenmehrheit ergeben wird, so daß die end gültige Entscheidung dem kongreß überlassen bliebe. Da im kongreß die Stimmen der Republikaner und Demokraten Da im Kongreß die Stimmen der Republikaner und Demokraten Aber auch die deutschen Frauen sollen ja am Preisausschreiben teilnehmen. Nun wohlan denn, so plaudert nur launisch und sonnig von euren Kriegserlebnissen! Wie ich drei Söhne verfor."„ Der Mann ohne Beine."" Berhungernde Säuglinge."„ Wie ich mir beim Stehen um Brot die Beine erfror." Unterleibsieiben und freuden." Alles besonders komische Themen, die ihr einsenden tönnt. Die Herren Breisrichter werden sich vor Lachen die Bäuche halten. Bergeßt aber um Himmelswillen nicht den§ 11, der besagt: Die Manuskripte müssen einseitig beschrieben sein." Bergeßt es nicht! Denn wenn ihr nicht einseitig schildert, sondern die große Zeit auch etwa von der fleinlichen Kehrseite darstellt, so könnt ihr Gift darauf nehmen, daß die Münchener Humoristen euch nicht ein mal einen Trostpreis spenden werden. Sie wollen nämlich für die Zukunft ein Monument errichten. Bieles aus der großen Zeit tönnte erblassen", heißt es in ihrem Aufruf, nicht etwa„ piele" fönnten erblassen. In jedes einzelnen Grinnerung haften soviel stolze, begeisternde Momente aus den Kriegsjahren, die wert sind, der Nachwelt erhalten zu bleiben." Besteckt darum diese sonnigen Erinnerungen nicht. Sendet außerdem die erforderlichen 2 Mart ein. Auf, deutsches Volk! Lache, Bajazzo! " Der Zusammenbruch des Dramatischen Theaters. Das unter außerordentlich günstigen Aufpizien gegründete Dramatische Theater, bem vor allem reiche Gelbmittel zur Verfügung standen, das über einen großen Stab von Mitspielern verfügte und fich in der Wahl des Repertoires feinerlei Reserven aufzuerlegen brauchte, wäre schon vor Wochen erledigt gewefen, wenn nicht zu guterlegt noch der Bühnenvoltsbund eingesprungen werde. Es ist müßig, zu untersuchen, ob die entscheidende Ursache des Sufammen bruchs in der falschen Leitung des Theaters, das eine viel zu große Truppe und weit über dem Durchschnitt stehende Gagen hatte, zu fuchen ist, oder in der Auswahl der Stücke oder in der Blödheit des Bublifums, das für experimentierende Unternehmungen nichts übrig hat. Das Eingreifen des Bühnenvoltsbundes, der alsbald das über moderne Repertoire hinauswarf und mit gut fatholischen Stüden aufwartete, hat das Endergebnis nicht aufzuhalten vermocht. Der Bühnenvoltsbund hat umsonst an 90 000 Mart in das Unter. nehmen hineingeſtedt. Der lang gefürchtete 3ufammenbruch ist nun doch eingetreten, der Direttor Dieterle hat bereits am Sonnabend Ronturs angemeldet. Die für morgen angefeßte Neueinstudierung spielt porläufig Don Robert Guiscard" und ,, Demetrius"" findet nicht statt. Man niemand weiß, auf wie lange Die Komm. ftunde" weiter. Ob der letzte Steuermann des Theaters, Herr Gerst, weitere Mittel bes Bühnenvolksbundes flüffig machen fann und das Theater in irgendeiner anderen Form neu aufziehen wird, steht noch dahin. So viele Fehler das Dramatische Theater, begangen haben mag, feinen Zusammenbruch wird jeder, der in der Kunst Bugemut und Ausschauen nach neuen Formen und Ideen zu schähen weiß, bedauern. Anders stellt sich das Gefühl ein zu dem Reinfall des Bühnenvolksbundes. Diese national- chriftliche Organisation, die gleich start find, würde auch hier das Endrefultat von der Wähler schaft Cafollettes abhängen. Die unklaren Aussichten haben die Spannung der Wählerschaft aufs äußerste gesteigert, insbesondere da jedermann sich auf ganz unvorhergesehene Ueberraschungen vorbereitet hat. Folgen des konservativen Wahlfiegs. Der Genfer Friedenspakt gefährdet. Genf, 3. Nov.( Eigener Drahtbericht.) In Genfer Bölferbundstreifen wird das englische Wahlresultat viel besprochen. Man ist der Ueberzeugung, daß die in wenigen Tagen ans Ruder kommende fonfervative Regierung unter Baldwin den Friedenspatt von Genf nicht ratifizieren werde, weil dadurch die Einftellung der britischen Flotte in den Dienst des Bö kerbundsrats zu befürchten fei. Ralifiziert England nicht, so erledigt lich das Genfer Friedensabkommen automatisch von selbst. Der Plan, im nächsten Jahre eine Abrüftungskonferenz einzuberufen, wird unter diesen Umständen vielleicht fallen gelassen. = Macdonalds Rücktritt nicht vor Mittwoch. London, 3. November.( Eigener Drahtbericht.) Die bisherigen Mitteilungen über die Ministerliste Baldwins beruhen lediglich auf Vermutungen. Baldwin bewahrt absolute Verschlossenheit in diefer Frage. Der Rüdtritt Macdonalds ist vor Mittwoch oder Donnerstag nicht zu erwarten. Das Kabinett will unter allen Umständen erst die Untersuchung über den Sinowjew- Brief und die Umstände seiner Veröffentlichung beendigen. Es ist aber anzunehmen, daß der Kabinetterat am Dienstag den genauen Beitanzunehmen, daß der Kabinetterat am Dienstag den genauen Beit punkt des Rücktritts schon feftiegt. Die Kommunistische Partei hat dem Kabinett angeboten, ihren Sekretär und den britischen Delegierten bei der dritten Internationale Mac Manus, dessen Unterschrift unter dem mysteriösen Sinowjet- Brief stand, bernehmen zu lassen. Die französischen Sozialisten einig. Fortfehung der Linksblockpolitik. Paris, 3. November.( Eigener Drahtbericht.) Die zweitägigen Beratungen des Zentralrats der Sozial stischen Partei Frankreichs haben zu dem erfreulichen Ergebn's geführt, daß man sich auf eine gemeinsame Formel zu einigen vermocht hat, die ein rückhaltlojes Bekenntnis zu der im Juli beschlossenen Bolitik der aktiven Unterstügung des Ministeriums Herriot bedeutet, und die sich unter gewissen, die politische Unabhängigkeit und Selbständigkeit der Partei garantierenden Vorbehalten, für deren Fortsetzung ausspricht. Dieser Beschluß hat die einmütige Zuſtimmung der Delegierten des ganzen Landes gefunden. Bedauer lich ist, daß diese Einmütigkeit nicht in der Frage zur Bewilligung bes Budgets zu erreichen gewesen ist und daß sich hier der Zentralrat vor die Notwendigkeit gestellt sah, sich zwischen einer EntSchließung Blum und einer Entschließung Brade zu entscheiden. Immerhin hat die Debatte den Beweis erbracht, daß die über taktische Zweckmäßigkeiten bestehenden Meinungsverschiedenheiten taktische teineswegs grundsäglicher Natur sind und daß die Gerüchte von Grundsägen, wie sie von einem Teil der bürgerichen Bresse seit Wochen in durchsichtiger Absicht verbreitet worden waren, ieder Grundlage entbehren. Auch Redner der Opposition, wie Léon Blum, 3yromsti, Bebas und andere, betonten übereinstimmend, daß von einem Aufgeben der bei der Uebernahme der Regierung durch Herriot von der Partei eingeschlagenen Politik nicht die Rede sein könne. Bas verlangt wird, ist lediglich eine etwas stärkere Betonung der sozialistischen Grundfäße, wie Blum sich ausdrückte, die sozialistische Doktrin nicht in Schub fäden verstauben zu lassen und die fozialistische Agitation mit Erfolg fortzulegen. Auch die Opposition erkannte an, daß die Außenpoliti des Ministeriums Herriot burchaus zu billigen fei, und daß die neue Regierung alles in ihrer Kraft Stehende getan habe, um das von ihr gegebene Versprechen einzulösen. In der Aussprache m'es Grumbach insbesondere auf die außenpolitischen Wirkungen hin, Die ein Sturz des Ministeriums Herriot zur Folge haben könnte, der nicht nur in Deutschland den Ausfall der Wahl ungünstig beeinfluffe, darüber hinaus die Reaktion und den Nationalismus ganz Europas in gefahrdrohender Weise ermutigen und fräftigen würde. Conmpère Morel wünschte, daß die Fraktion noch schärfer übrigens nicht, wie es fürzlich hieß, 200 Theater beherrscht, sondern höchstens 200 Theatergemeinden aufweist, hat seit langem den bren nenden Ehrgeiz, in Berlin ein eigenes Theater aus Reklame- und Prestigegründen zu haben. Die Zahl seiner effettiven Mitglieder ist in Berlin außerordentlich gering, die Notwendigkeit eines eigenen Theaters besteht gar nicht, aber der sehr unternehmungsluftige Generalsekretär, Herr Gersi, will, toste es, was es wolle, in Berlin eine Bühne fontrollieren, um nachher in der Provinz damit Geschäfte zu machen. Es ist der dritte Reinfall, den er in Berlin erlebt hat. Das Theater in der Kommandantenstraße, das er sich angegliedert hatte, brachte es nur auf vier Wochen Spielzeit unter feinem Regime und nur ein Stüd fam heraus. Das Erperiment mit dem Stegliger Schloßparktheater, das im vorigen Jahre eingeleitet wurde, endete felbst dann, wenn Herr Gerst weitere Mittel daranwendet, kein glor= reiches und gewinnbringendes Unternehmen werden. Wir sprechen dem Bühnenvolksbund feineswegs seine Berechti gung ab, er mag dort wirken, wo die Borauslegungen für feine Existenz gegeben sind. In Berlin hat er nichts zu suchen. Wie schwach und unfundiert feine Gründungen felbst in ausgesprochen Batholischen Gebieten sind, mag eine Nachricht aus Schlesien beweisen, bie uns eben zugeht. Danach soll- Einzelheiten fönnen wir im Moment nicht nachprüfen bie Schlesische Bühne, die der Bühnenvoltsbund in Glaz als Wandertheater unterhält, gleichfalls vor dem Zusammenbruch stehen. Als pitantes Detail wird dabei erzählt, daß zwar die Aufnahme jüdischer Schauspieler in die Truppe untersagt war, aber die Frau des Direktors fich trobem als Jüdin herausstellte. Ein Mufterstadion für München. In München hat sich ein Ausschuß gebildet, der mit Unterstüßung der Stadt ein Stadion bauen will, wie es einzig in seiner Art in der Welt bisher ist. Es foll ein gedecktes Stadion werden, das also sportliche Beranstaltun gen bei jedem Wetter gestattet, das außerdem geheizt und beleuchtet werden soll, um auch im Winter. und zur Nachtzeit verwendbar zu sein. Der Entwurf hierzu stammt von Regierungsbaumeister Dollmann. Das Stadion ist als mächtige Halle von 160 Me'er Länge und 100 Meter Breite gedacht. Die Arena wird 60x120 Meter groß sein; bei größeren Flächen leidet die Uebersichtlichkeit, wie das Berliner Stadion bewiesen hat Der Boden soll aus Humus mit eingewalztem Lösch bestehen, Staubentwicklung wird durch zeitweise Berieselung vermieden. Von der Arena fteigen amphitheatralisch die Zuschauerreihen auf, die einschließlich der Stehpläge über 19 000 Berfonen faffen fönnen. Den ganzen Bau überwölbt ohne Säulenstügung eine Eisentonstruktion von 100 Meter Spannung bei einer Scheitelhöhe von 28 Meter. Die Heizanlage wird die Halle im Winter bis auf 12 Grad erwärmen fönnen, außerdem wird für den Sommer eine besondere Frischluftanlage mit Wasserberieferung eingerichtet, was für fportliche Veranstaltungen beson ders wichtig ist. Durch besonderen Bodenbelag foll die Aufstellung von Tischen und Stühlen ermöglicht werden, wodurch noch weitere 7000 Personen untergebracht werden können. Damit würde ein Bersammlungsraum gefchaffen, wie es wenige in Europa gibt und der bei Kongreffen, Maffenversammlungen usw. 26,000 und mehr Berfonen Platz böte. Außer für Turn- und Rafenfport, für Kongreffe und Bersammlungen fönnte das Stadion für Rab. und als bisher den Abst and unterstreiche, der zwischen der Politik der am meitesten links stehenden Gruppen der bürgerlichen Linten und bem sozialistischen Programm besteht. Longuet mies nach daß auch in Frankreich die Kommunisten die treuesten Bundesgenoffen der nationalistischen Reaktion find. Paul Faure führte die versch edene Haltung der einzelnen Berbände auf das Fehlen eines Parteiorgans zurück und verlangte unter großem Beifall, daß nichts unterlassen werde, um das Wiedererscheinen des im Frühjahr eingegangen Populaire" zu ermöglichen. Es wurde beschlossen, allen Barteimitgliedern enen Sonderbeitrag von 2 Frant fährlich aufzuerlegen, um das weitere Erscheinen bes Populaire" wenigstens im bisherigen Um fange, also zweimal monatlich, sicherzustellen. Compère Morel beflagte, baß die Bartei mit 71000 eingeschriebenen Mitgliedern nicht in der Lage sei, die Mittel für eine in Baris er fcheinende Tageszeitung oder doch wenigstens eine sozialistische Pressekorrespondenz aufzubringen. " Die Entschließung zugunsten der Fortsetzung der Unterstützungspolitik wurde einstimmig angenommen. In einer Nachtsizung schlug Blum vor, den Junibeschluß, der die Fraktion der Verpflichtung enthebt, in jedem Fall gegen das Budget zu stimmen, dahin zu ermeitern, daß, wenn d'e sozialistische Partei genügende Reformen durchsetze, die Parlamentsgruppe ermächtigt werde, für das Budget zu stimmen. Bebas trat dafür ein, daß über den Beschluß vom Juni nicht hinausgegangen würde. Nach einer längeren Debatte wurde der Antrag Blum mit 1130 gegen 720 Stimmen angenommen. Zusammentritt der französischen Kammer. Paris, 3. November.( Eigener Drahtbericht.) Nach einer Ferienpause von reichlich 10 Wochen tritt am Dienstag das französische Parlament erneut zusammen. Die neue außerordentliche Seffion gilt vor allem der Beratung des Haushalts, der bereits feit Anfang Oktober im Finanzausschuß der Kammer zur Erörterung steht. Da die Lesung des Ausschusses noch nicht zu Ende ist, wird auf Borschlag der Regierung bas Plenum zunächst die Einzelberatung der Ausgaben beginnen und die übliche Generaldebatte auf später verschieben. Große politische Debatten sind vorläufig nicht zu erwarten. Auf der Tagesordnung des Senats, der ebenfalls am Dienstag zusammentritt, steht vor allem der bereits im Sommer von der Kammer verabschiedete Amnestie gesegentwurf, dessen Beratung besondere Bedeutung durch die heiß umstrittene Rehabili. tierung Caillaug' und die Wiedereinstellung der Eisenbahner zukommt. Schreckenskind Ludendorff. Die Deutschnationalen betteln um seine Gunft. Als Ludendorff den Hitler- Butsch verloren hatte, hatte er nichts Eiligeres zu tun, als seine bisherigen vermeintlichen Verbündeten, die Bayerische Bolts partei, au beschimpfen. Der Monarchist zog gegen die erfolgreichste Monarchistenpartei Deutschlands zu Felde. Heute ist der Strach so weit gediehen, daß der Monarchist Ludendorff dem bayerischen Monarchen" droht, ihn in die Tinte zu reiten, und daß er die Monarchistentlüngel der ehemaligen Offiziere vor die schwierige Frage stellt, ob sie dem Monarchen oder dem Monarchistenführer die Gefolgschaft auffündigen sollen. Augenblicklich scheint die Schlacht so zu stehen, daß sich die norddeutschen Offiziere a. D. für Ludendorff, die bayerischen für Rupprecht entscheiden. Dem taftischen Genie Ludendorffs ift es also geglückt, das Monarchistenlager in zwei feindliche Parteien zu spalten. Und das als Auftakt zu den Dezemberwahlen! Aber Ludendorff gilt nicht nur in seinem engeren Kreis als Schreckenstind. Das geht aus einem Bericht hervor, den ein Teilnehmer an einer der letzten Reichstagungen der Waterländischen Verbände an seinen Auftraggeber fandte. Der Bericht verdient es, ganz der Deffentlichkeit übergeben zu werden, da er zeigt, wie der Wind bei den Geislerschen Ehrenmännern und feinen deutsch nationalen Auftraggebern weht. Er lautet: Die Teilnehmer der Versammlung waren ganz entgegen meiner ursprünglichen Annahme alles Männer in vorgeschrittenem Alter; 3 umeist Offiziere des Beurlaubtenstandes. Den Borsitz führte General Graf von der Golz. Es wurde zuerst das Urteil im Conful- Prozeß verlesen, das allgemeine Entrüstungsrufe zur Folge hatte, besonders als der Vorsitzende erwähnte, daß dieses Urteil der beste Beweis sei, wie parteiisch in der Republik geurteilt werde. Weitere Empörung löfte die Tatsache aus, daß am Sonntag in der Stadt Friedrichs des Großen, in der Zentrale der deutschen Kaiserherrlichkeit, in Potsdam also, ein Tag des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold abgehalten werden soll. Dann ergriff der Abgeordnete Geisler das Wort zu seinem Vortrag über das System Severing. Für die Baterländischen Verbände gibt es nur einen Rampfruf: ,, Nie wieder Sozialdemokra tie!" Es muß im Wahlkampf alles darangesetzt werden, das schwarzrotgoldene Lager zu schwächen. Die Demokraten unterscheiden sich in nichts mehr von den Sozialdemokraten. Beide Parteien sind französischen Zersehungswillens. Die 3entrumspartei ist überhaupt feine deutsche Partei, und das wird bewiefen durch ihr EinEintreten für das Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Nichtauslieferung des Erzbergermörders. die Interessenvertretungen der Internationalen Hochfinanz und des Antwort der ungarischen Regierung. Budapest.( Ung. Korr.- Bureau.) Auf die Note der deutschen Regierung, in der gegen die Entscheidung des ungarischen Justizministers, der die Auslieferung Schulz- Försters verweigerte, Ein spruch erhoben wird, hat die ungarische Regierung der deutschen Gesandtschaft in Budapest eine Antwort zukommen laffen. Wie verlautet, hält darin die ungarische Regierung an ihrem bisherigen Standpunkt fest, daß Schulz ein politischer Verbrecher sei, der megen mangelnder Gegenseitigteit nicht ausgeliefert werden könne. Die ungarische Regierung erklärt jedoch, daß fie bereit sei, bezüglich der Ausweisung von Schulz aus Ungarn unverzügliche Verfügungen zu treffen. Augenblicklich befindet sich Schulz noch im Gewahrsam bei der Budapester Polizei. Die ungarische Regierung erklärt ferner ihre Bereitwilligkeit, mit dem Deutschen Reich zwecks Abschlusses eines Gegenseitig teitsvertrages Berhandungen aufzunehmen. Mussolinis Mordarmee. Wenn also gejagt wird:„ Nie wieder Sozialdemokratie!", so find damit Zentrum, Demokraten und Sozialdemokraten gemeint. Diese schwarzrobgoldene Gesellschaft verfügt leider über einen ungeheuren Wahlfonds, der sicher insgeheim von den Roalitionsregierungen erheblich verstärft worden ist. Außerdem findet man auf jener Seite eine bewundernswerte Partei. disziplin. Demnach muß im schwarzweißrofen Lager ein Burgfriede geschlossen werden, damit dessen Kampf in einer Einheitsfront geführt werden kann. Es muß jeder als Freund begrüßt werden, der nur eine der schwarzweißroten Parteien wählen will. Es soll darum die breite Masse möglichst nicht von den einzelnen rechtsstehenden, sondern nur von der einen schwarzweißroten Partei bearbeitet mer. ben. Sie ben. Sie ist der wahre vaterländische Berband. Des näheren führte Geisler dann aus, wie er sich die Gache in Berlin bente. Susammen. faffend sagte er, es gehe nicht um wirtschaftliche Ziele, sondern um rein politische. Wir wollen den guten Geist(!) im schwarzweißroten Bager stärfen zur Bekämpfung des zerfegenden Geistes im schwarzrotgoldenen. Also heraus am 7. Dezember mit dem besten Wahlplatat, das es gibt: mit der schwarzweißroten Fahne! Rom, 3. November.( WTB.) Angetrunkene Soldaten ber Rationalmilig gerieten nachts in einem Café mit einem gleich falls angetrunkenen Arbeiter wegen Beläftigung von dessen Frau in Streit. Die Milizsoldaten schleppten, indem sie dabei von einem Zivilisten unterstützt wurden, den Arbeiter aus dem Lokal heraus und er dolchten ihn. Es gelang, die Schuldigen herausrüsten Schimpfereien gegen die jüdische Republik. Es sprachen nicht zufinden und zu verhaften. Pferderennen, Filmaufnahmen und vorführungen, Zirkusveran staltungen und Ausstellungen dienen. Kurz, ein Raum, einzigartig in seinen vielen Berwendungsmöglichkeiten, und geradezu ideal für eine Rongreß und Ausstellungsstadt wie München. Richard Straußens Rüdfrit. Richard Strauß hat seine Stellung als fünstlerischer Direktor der Wiener Staatsoper aufgegeben mit der Begründung, daß er mit dem anderen Direktor und Kapellmeister der Biener Staatsoper Schalt nicht länger zufammenarbeiten tönne. Das österreichische Unterrichtsministerium hat daraufhin eine aus führliche Erklärung ergehen lassen, in der es den Sachverhalt tharlegt. Strauß, der nur auf fünf Monate für Wien verpflichtet war, fonnte die fünstlerische Leitung für das ganze Jahr natürlich nicht in einer Weise durchführen, die seinen Plänen entsprochen hätte. Zudem ſcheint es fein Ehrgeiz mehr gewesen zu sein, wie sich das auch schon amberwärts zeigte, feine eigenen Stüde aufzuführen, als neue Opern herauszubringen. Da Strauß entbehrlich, der andere Direktor Schalt aber zurzeit umentbehrlich ist, läßt man Strauß gehen, wird aber alles verfuchen, um seine Stunft auch femmerhin der Biener Oper dienstbar zu machen. Der Stenographenbund Gabelsberger für die Einheitsfurzschrift Die Bertretung des Deutschen Stenographenbundes Gabelsberger hat am Sonntag in Eisenach Stellung zu der neuen Einheitsstenographie genommen. Der Beschluß der Tagung besagte:„ Der Deutsche Stenographenbund Gabelsberger hat von jeher die Schaffung einer deutschen Einheitskurzfchrift als Aufgabe der Regierungen betrachtet und stellt sich infolgedessen auch heute hinter die Regierungen des Reichs und der Länder und empfiehlt feinen Vereinen, sich auf die deutsche Einheitsturzschrift umzustellen." In der folgenden Debatte friefte es von nationalen Ergebenheitsphrajen gegenüber dem früheren monarchischen Regime und von nur die Bertreter der Rechtsparteien, sondern auch die des Offiziers bundes, des Landbundes, des Deutschen Frauenbundes. Besonders ergreifend war es, wie der deutschnationale Redner gar flehentlich bat, daß die Bruderparteien von links und rechts doch ja den Burgfrieden halten und alles, was gewesen ist, vergeffen möchten. Es stellte sich auch in der Debatte heraus, daß Ludendorff ( Verzeihung: Exzellenz Ludendorff) durchaus nicht gewillt ist, mit den beiden anderen Rechtsparteien Frieben zu schließen. Es wurde daher beschlossen, an ihn eine Abordnung zu senden, die fich zusammensetzte aus„ Männern im grauen Haar, Männern im schaffen. den Alter und Männern, die taum Flaum auf der Cippe haben", die mit flehentlichen Bitten das armfühlende Herz Sr. Exzellenz rühren und ihn darauf hinweisen sollten, daß an einem einzigen Wort von ihm das Schicksal der„ Schwarzweißrofen Sache" und damit des deutschen Vaterlandes hänge. Besonderes Interesse wird für Sie haben, daß Major Höfle vom Schlesischen Landbund aus Breslau bitter wehflagte über die politische, wirtschaftliche und tonfeffionelle 3erriffenheit Schlesiens ,,, wo nicht einmal der Kleinbauer zu wiffen scheint, daß er ins schwarzweißrote Lager hineingehört".( Mein bedauernder 3wischenruf: Oh!" löfte sichtlich allgemeine Sympathie aus.) Sehr gefchickt wußte ein Herr Leutnant der Nationalsozialistischen Freiheitspartei, gerade als man sich die Bruderhände reichen wollte zum friedlichen Zusammenarbeiten, eine Erklärung Ludendorffs bekanntzugeben, die dahin ging, daß Exzellenz nie und nimmer mit den Vaterländischen Verbänden zusammenarbeiten werde, solange nicht Herr Geisler ausgeschifft sei. Das Gemurr darüber in der Versammlung beruhigte Herr Geister damit, daß er fagte, Exzellenz Ludendorff habe ficher ganz andere Gründe. Er fing dann sofort an, sich über Herrn Anwachsen der deutschen Theater. Die erste Nummer_vom Dr. Stresemann zu verbreiten, und damit hatte er die ganze „ Deutschen Bühnenspielplan zeigt bereits für den verflossenen Versammlung sofort auf die Fährte gefekt, die ihr behagte. Er verSeptember ein startes Steigen der eröffneten Bühnen. Während im ficherte, daß Dr. Stresemann mit derselben beredten Begeisterung für Auguft die Zahl bis auf 162 herabfant, trieb sie der September, wo viele fleinere Theater noch nicht eröffnet und die meisten Kurtheater rechts plädieren werde, wie er bislang für fints eintrat. Mit dem schon gefchloffen hatten, auf 323. Und nicht bloß die ständigen üblichen nationalen Rummel wurde die Versammlung dann geschlossen, Bühnen jenten mit Macht ein, auch die Banberbühnen und gaftieren und ich entging ber 3 ahlung eines untostenzuschusses den Ensembles beginnen ihre Tätigkeit. Ebenso macht sich der dadurch, daß ich mir die Garderobe im Reichstandbund ansah. Im Banemut an Uraufführungen in start steigendem Maße bemerkbar. großen und ganzen war es für mich ein überaus erhebendes Gefühl, Brachte der Juli begreiflicherweise bie geringste Anzahl, nämlich nur im Kreise solcher Baterlandsfreunde gefeffen zu haben. Vielleicht geben 3, stieg fie im Auguft auf 7, im September bereits auf 28. Sie mir bald wieder Gelegenheit dazu. arablichen Orient. Eintritt 50 Bf. Vorträge. Dienstag 8 lbr spricht in der Gefellschaft für Mamtunde, Dorotheenitt. 6, Hörsaal 3, Bruno Richter über Erschautes und Erlebtes ini In der Biychologischen Gesellschaft" gibt am 6. Bob.: 8 Uhr, im Anftitut für bräftische Bihchologie", Kurfürsten Bamm 45, Herr Dr. S. Ridle eine Vorführung: Aus dem Reich der Bahlen". Gäste mögen sich vorher bei Dr. Albert Moll, Kurfürstendamm 45, anmelben. 3m Museum für Meeresfunde findet Dienstag, 1 Uhr, burch Bros. Brühl eine Führung:„ Deutsche Seefischereibetriebe" ftatt. Das italienische Gesamtgaftspiel in der Staatsoper beginnt am Montag, den 10., mit einer Boritellung des Barbiere di Siviglia". Riccardo Straffiari wird in feiner Blangpartie als Figaro auf treten. Die übrigen Partien find mit ersten Strästen der Mailänder Scala bejezt. Wie weit muß es mit den Deutschnationalen gekommen sein, wenn sie auf die übelsten Mittel der Backfischromantik zurückgreifen, um das warmfühlende Herz Seiner Erzellenz", die ihnen oft genug die falte Schulter gezeigt hat, zu be arbeiten! Kann man sich etwas kläglicheres vorstellen, als diese deutschnationale Abordnung, die beauftragt wird, Erich Lindström mit flehentlichen Bitten" zu rühren"? Der Bettel wirtt um so abstoßender, als die Deutschnationalen soeben erst die Hintertreppe der republitani chen Regierung fluchtartig verlassen mußten. Heute Schachern sie um republikanische Ministerposten, morgen um die Stimmen der Monarchisten. Heute sind sie bereit, auf die fchwarzrotgoldene Fahne der Republik den Verfassungseid zu leisten, morgen bekennen fie sich vor dem Butschgeneral Ludendorff zur schwarzweißroten Sache". Echt Fraktion Mampe, echt deutschnational! Man handelt mit Ja- Stimmen, Gehpelzen, Kleidern, Brifetts, warum nicht auch mit der schwarzweißroten Sache"? 募 halbheit, Unaufrichtigkeit und Waschlappigkeit gefallen laffen? Es hieße die Wähler beleidigen, ihnen bas zuzumuten! Soll sich die deutsche Republif so etwas lägliches an Eine kommunistische Enttäuschung. schrieb der tommunistische laffentampf": Um 2. NoHalle, 3. November.( Eigener Drahtbericht.) ( Eigener Drahtbericht.) Am Mittwoch vember muß Halle von den roten Frontkämpfern und den profes tarischen Massen Mitteldeutschlands überflutet werden. Am 2. November muß die Burgeoisie erzittern vor den Massen der mittel. aufmarsch beweisen, daß die Zeit der deutschen Tage wie der Deutschen roten Fronttämpfer. Sie müssen durch Massenschwarzretgoldenen zu Ende ist. Diefer Erguß hatte die reaktio näre Presse Mitteldeutschlands zu ungestümen Angriffen gegen der Oterpräsidenten und den Regierungspräsidenten sowie die übrigen republikanischen Behörden veranlaßt. Es hätte dieses Geſchreis nicht bedurft, denn der Sonntag brachte für die fommunistischen Groß mäuler einen entfeglichen er einfall. Insgesamt über fluteten" etwa 2000 Personen die Stadt. Aeltere Arbeiter fah man gar nicht unter ihnen, die Massen" wurden gestellt aus der Schaar der 15 bis 17jährigen kommunistischen Jugend, die selbst aus Schleswig- Holstein und Oberschlesien heranbefördert worder moren. Dennoch war der Eindruck in dem einzigen Lokal, in dem fich diese kommunistischen Maffen zusammenfanden, so fläglich, daß die Leitung auch noch die Kindergruppen borthin beorberte, um den Saaf zu füllen. Dieser mit großem Geschrei ar gekündigte Aufmarsch hat die völlige Einflußlosigkeit der kommunistischen Bewegung Mitteldeutschlands aufgezeigt. Vom Wahlkampf. Die feindlichen Brüder bei den Deutsch nationalen fra fehlen nicht nur miteinander, sie haben sich vielmehr bereits an der Burgel. Beweis: die„ Deutsche Tageszeitung". schreibt gestern abend gegen die„ Deutsche Zeitung": fchreibt gestern abend gegen die Deutsche Zeitung": Ste ,, Es ist der gemeinsamen nationalen Eache, es ist dem Erfolg der von links her angezetielten, weitreichenden und entscheidenden Auseinandersetzung wenig damit gedient, wenn 3. B. in der " Deutschen 3eitung" immer wieder Hände nach der Gurgel von Gesinnungsgenoffen fahren, ftatt sich zu Fäusten gegen den gemeinsamen grundsäglichen eina zu ballen. Es fann sich doch jegt wahrlich nicht darum handeln, perspätete Scherbengerichte über diefen oder jenen politisch Gesinnungsverwandten zu inszenieren und Fragen der Taftit zu solchen der Recht gläubigkeit aufzubauschen, wäh rend der Kampf gegen die offene Reßerei des Sozia. lismus und der Ünchristlichfeit alle Kräfte erfordert." Die Hand an der Gurgel der Jasager hat die Hilferufe der deutschnationalen Einigkeitsaufrufe hervorgerufen. Hände an der fo pflegt eine Partei Gurgel, Scherbengerichte, Einigkeitsaufrufe auszusehen, wenn die politische Bleibe in innerem Streit zum Ausbrud kommt. * Die Demokraten haben am Montag für Berlin ihre Randidaten nominiert. Es sind dies für die Reichstagswahl Barteivorsitzender Koch, Frau Dr. Else Lüders, Malermeister Könte, Bostrat Delius. Für den Landtag wurden auf gestellt: Minister a. D. Fisch bed, Stadtverordneter Merten, 2. Fischbed, Stadtverordneter Merten, Bastor Graue, Frau Dr. Slausner, Bofigeifetretär Rab Der bisherige Abg. Gustav Hartmann, der von den Hirsch Dunderschen Gewerfvereinen tam, also Arbeiter ist, wurde bent Parteivorstand für einen sicheren Siß auf der Landesliste empfohlen. Der demokratische Parteivorstand hat mit den Wahlkreisvorfizet den die Reichsliste aufgestellt. Die ersten vier Bläge werden auf ihr Die bisherigen Abgeordneten Koch, Frau Dr. Baumer, Ertelenz und Dr. Hermann Fischer einnehmen. Reichswehrminister Dr. Geßler, der bisher die fünfte Stelle wieder erhalten follte, hat sich endgültig dahin entschieden, feinerlei Randi batur weber für die Reichsiifte noch für eine Kreiswahlliste anzunehmen. Für die fünfte Stelle der demofraitschen Reichsliste ist ein bayerischer demokratischer Abgeordneter vorgesehen, über dessen Namen jedoch bisher nichts verlautet. 3wischen dem Zentrum und der Bayerischen Bolts. partei waren Verhandlungen im Gang über eine Verständigung. Man wollte für die Reichstagswahl die Interessengebiete abgrenzen. Der Landesausschuß der Bayerischen Boltspartei lehnte am Sonntag einen Zentrumsvorschlag ab. Die Ablehnung wurde gestern in führenden Zentrumstreifen beraten. Am 11. November wird sich der Zentralausschuß des Zentrums damit befassen. Die Baye rische Boltspartei erklärt ausdrücklich, daß sie zu weiteren Verhandlungen bereit sei. Die Vorstände der deutsch nationalen Landesorga nisationen berieten gestern über bie beutschnationale Reichsliste unter dem Borsiz des chrlichen Matters Windler: Das muß schwere Arbeit sein; denn wie berichtet wird, ist die Aufflellung der deuttinationalen Starhaterfte noch nicht bis zur Bekanntgabe der Namen gebiehen. Zunächst wird heute der Parteivorstand sich mit den einzelnen Borschlägen beschäftigen. Wie sagt die Deutsche Tageszeitung": die Hand an der Gurgel der Jasager. Deutschnationale gegen Geisler. Magdeburg, 3. November.( Eigener Drahtbericht.) Die Orts gruppe Magdeburg des Reichsbanners Schwarz Rotof peranstaltete am Sonntag eine Protestfundgebung gegen die unerhörten Beschimpfungen und Verleumdungen des Reichs. herigen deutschmationalen Abgeordneten Geisler, der zu gleicher banners durch den Fülyrer der vaterlänbischen Verbände, den bisy herigen Deutschnationalen Abgeordneten Geisler, der zu gleicher Beit in einer Versammlung der Deutschnationalen in Magdeburg feine Gemeinheiten gegen das Reichsbanner wiederholte. Daß diefe Berleumbertätigkeit Geislers selbst in deutsch nationalen reifen jet peinlich empfunden und verurteilt wird, prediger marrin in Magdeburg, ebenfalls bisheriger Abgeord geht aus ber Tatsache hervor, daß der völlisch eingestellte Domneter der Deutschynationalen, dem Bundesvorstand des Reichsbanner's mitgeteilt hat, daß er mit Geister und dessen Berleumdungen nichts zu tun haben wolle, sondern von ihnen abrücke. In der überfüllten Reichsbannerperfammlung Sprachen Landtagsabgeordneter Brandenburg, Rebakteur Friz Ebert, der Zentrumsführer Habelmann und der Geschäftsführer des Reichsbanners Dr. Baerensprung. Ein Sturm der Begeisterung brach los, als die Aufforderung erging, als Antwort auf die Berleumdungen des Reichsbanners alles zu tun, damit die reaktionären Parteien im neuen Reichstag zur Bedeutungslosigkeit herabgesetzt werden. Nach der Versammlung zogen die Teilnehmer zum Domplat, wo sie dem schwer ertrantten Bundesvorstigenden, Oberpräsidenten Hörfing eine Huldigung darbrachten. Gewerkschaftsbewegung Der Lohnstreit der Buchdrucker. Einmütige Ablehnung des Schiedsspruchs. Am Sonntag und Montag tagte in Berlin eine Konferenz der Gauvorsteher des Buchdruckerverbandes, an der auch Vertreter der übrigen graphischen Organisationen teilnahmen. Aus allen Teilen des Reiches waren Telegramme und Briefe eingelaufen, die ihrer Entrüstung über den vom Schlichter des Reichsarbeitsministeriums gefällten Schiedsspruch Ausdrud gaben. Von der Konferenz wurde verlangt, daß sie höhere Lohnforderungen, als sie die Lohnkommission aufgestellt habe, nominiere und mit allen zu Gebote stehenden Mitteln durchdrüde. Die versammelten Organifationsvertreter nahmen eingehend Stellung zum Schiedsspruch und ber derzeitigen Lage im Gewerbe und in der Organisation. Allgemein lam die Befremdung über den gefällten Schiedsspruch zum Ausdrud, der dann auch einmütig abgelehnt wurde. Sowohl in der Lohnhöhe als auch in der Dauer sei der Schiedsspruch völlig ungenügend. In der am Montag in den Sophienfälen abgehaltenen außer ordentlich zahlreich besuchten Funktionärversammlung berichtete der Gauvorsitzende Bra un eingehend über die mit den Unternehmern Gauvorsitzende Braun eingehend über die mit den Unternehmern gepflogenen Lohnverhandlungen. Die Unternehmer lehnten die berechtigten Forderungen der Arbeitnehmer stritte ab, so daß die Berhandlungen scheiterten. Es tam dann zu dem befannten Schiedsspruch des Reichsarbeitsministeriums, welcher den Gehilfenforderungen nur sehr wenig entgegentam. Der Verbandsvorstand berief daraufhin die eingangs erwähnte Gauvorsteher konferenz ein, die zur Ablehnung des Schiedsspruches gelangte. Diese Mitteilung Brauns fand die einmütige 3ustimmung der Funktionärversammlung Nachdem der Referent noch einige Ausführungen über die gewerbliche Lage gemacht hatte, gab er die gestellten Lohnforderungen befannt und machte es jedem einzelnen zur Pflicht, den Beschlüssen der Gauvorsteherfonferenz, die auch die Billigung des Berliner Gauvorstandes gefunden haben, nachzukommen. Heute, Dienstag, sind in allen Betrieben folgende Forderungen auf möchentliche Lohnerhöhung ab 25. Oftober zu stellen: Lohntlasse C verheiratet 10,40, ledig 9,78, Lohnklasse B vers heiratet 9,78, ledig 9,17, Lohntlasse A verheiratet 8,44, ledig 8,31; Neuausgelernte 7,28 M. In Druckereien, in denen diese Forderungen nicht bewilligt werden, ist sofort die Kündigung mit Wirkung ab 7. November einzureichen. Ueber das Ergebnis der Verhandlungen ist dem Gauvorstand ab Mittwoch mündlich auf dem Bureau oder schriftlich Bericht zu erstatten Ueberstunden sind für die Dauer des Konflittes gänzlich abzulehnen. Gegen die formulierten Forderungen erhob sich feine Stimme. Ohne jede Diskussion fanden die von Braun unterbreiteten Borschläge die Zustimmung der Versammlung.. Die Funktionäre gaben dadurch zu erkennen, daß sie entfchloffen sind, bem Herrenstandpunkt der unter nehmer unter Anwendung aller gewerkschaftlichen Kampfmittel entgegenzutreten. Beschluß der Berliner Posts und Telegraphenarbeiter Die im Deutschen Berkehrstund organisierten Arbeiter der Post, Telegraphie, Reichs- und Staatsbetriebe beschäftigten sich mit den Lohnverhandlungen. Nach der Entgegennahme der Berichte über die Verhandlungen im Reichsfinanz ministerium und der Reichspost wurde durch längere Diskussion folgende Entschließung einstimmig angenommen. " Die heute, am 31. Oftober, tagende Mitgliederversammlung des Deutschen Berfehrsbundes, Bezirk Groß- Berlin, Seftion 6- Boſt, Telegraphens, Reichs- und Staatsbetriebe nimmt mit Entrüffung Renntnis von den Verhandlungen ihrer Unterhändler mit der Deutschen Reichspoft und dem Reichsfinanzministerium betreffend Erhöhung der Löhne und Gehälter. Die Behauptung, eine Erhöhung der Löhne der Arbeiter ziehe eine neue Inflation nach sich, muß die tieffte Entrüftung aller ehrlichen Staatsbürger hervorrufen. Ebenso ungeheuerlich ist die Behauptung der Vertreter der Reichspoft, für die Lohnregelung der Reichsarbeiter fäme nicht die Teuerung, sondern die Löhne der Industriearbeiter in Frage. Bedauerlich ist es, daß die von einem rassgierigen Unternehmertum einseitig biftierten Industrielöhne zur Grundlage der Arbeiter eines demokratischen Staates gemacht werden. Die Berfammlung beauftragt den Deutschen Berkehrsbund, unter allen Umständen dafür einzutreten, daß bie Löhne der Leuerung unbedingt angepaßt werden, um einer vollständigen Berelendung der im Reich und Staat beschäftigten Lohnempfänger norzubeugen. Die Bersammelten find entschlossen, den ihnen aufgezwungenen Rampf aufzunehmen und mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln durchzuführen." Norddeutsche Schrauben- und Metallwerke. Wie uns berichtet wird, hielt die Belegschaft dieses Betriebes, der in Niederschönhausen, Buchholzer Straße, liegt, eine Versammlung ab, um die Schaffung einer Betriebsvertretung in die Wege zu leiten. Es wurde eine zweigliedrige Kommission gewählt, um zu diesem Zwed bei der Firma vorstellig zu werden. Der Betriebsleitung war jedoch die Aussprache schon vorher überbracht, worauf sie die Sprecher wegen zu geringer Leiſtung" nach zehnmonatiger Beschäftigung fofort entfeß. Wer in meinem Betriebe stänfert, wird entlassen," sagte der Herr Direktor. Die Belegschaft trat in den Streit. Die Streifenden ersuchen, den Betrieb zu meiden. Streik in den Verbandstoffbetrieben. Der Deutsche Verkehrsbund überreichte dem Arbeitgeberverband der Verbandmittelhersteller am 10. September neue Lohnforderungen. Für die Zeit ab 19. September wurde eine Erhöhung von 20 Pro3. gefordert. Der Arbeitgeberverband lehnte direkte Verhandlungen ab mit der Motivierung, daß es sich nur um eine Cohntürzung von 10 Pro 3. handeln tönnte. Der Schlich tungsausschuß fällte am 7. Oftober einen Schiedsspruch, durch den die Lohnsätze um 7 Proz. erhöht werden follten. Troß diefer geringen Erhöhung nahmen die Arbeitnehmer diesen Schiedsspruch an, die Arbeitgeber lehnten ihn a b. Vor dem Schlichter waren die Arbeitgeber gleichfalls zu feinem Zugeständnis zu bewegen, obwohl in fleineren Betrieben bereits höhere Löhne gezahlt werden. Hinweise auf die Streitgefahr blieben unberückfichtigt. Auf Grund dieser Provokation wurde am gestrigen Montag in folgenden Betrieben die Arbeit eingestellt: Ostar Staller, Johannisstr. 20/21; mar Rahnemann, Aft.- Ges., Elsaffer Str. 59; 2fcher u. Bŏmper, Wörther Straße 29 und Eberswalder Str. 30/31; Morih Böhme, Oranienburger Str. 65. Arbeiterinnen und Arbeiter, übt Solidarität und meidet für die Dauer des Streits diese Betriebe! Die Rollegen aus den Roll- und Fuhrbetrieben bitten wir gleichfalls um Unterstützung. Achtung, SPD.- Bekleidungsarbeiter! Mittwoch, den 5. nov., abends 7 Uhr, im Reichstafino, Neue Königstr. 26, Versammlung aller SPD.- Bekleidungsarbeiter und -arbeiterinnen. 2.- D.: 1. Die bevorstehenden Wahlen und die Arbeiterklaffe". Referentin: Genoffin Mina Todenhagen. 2. Fraffionsangelegenheiten. Materialausgabe. Der Frattionsvorstand. Die nichtständigen Angestellten der Stadt Berlin. Aus Angestelltenfreifen der Stadt Berlin wird uns geschrieben: Mit den Bertretungen der nichtständigen Angestellten ist Ende Mai 1924 der 4. Tarifvertrag für die nichtständigen Angestellten der Stadt Berlin abgeschloffen worden. Infolge der bekannten Vorgänge vor den Sommerferien in der Stadtverordnetenversamm lung ist die Zustimmung der Stadtverordneten zu diesem Vertrage erst am 5. September erfolgt. Der Tarifvertrag hat Wirkung in feinem allgemeinen Teil ab 1. Juni, dagegen in der Regelung der Dienstbezüge vom 1. April ab. Hierzu gehört aber neue Einreihung in Bergütunggruppen und Anrechnung von Dienstzeiten gleicher Beschäftigung vor Eintritt beim Magistrat. Dieses würde für einen größeren Teil der Angestellten eine Höherstellung ihrer Bezüge und Nachzahlung ab 1. April bedeuten. Bis heute, zwei Monate nach der Verabschiedung durch die Stadtverordneten, ist diefe Regelung noch nicht erfolgt. Glaubt der Magistrat, daß die Zarifangestellten bei der jezigen hohen Lebenshaltung mit ihren minimalen Gebältern auskommen fönnen? Es wäre zu empfehlen, daß die sozialistische Stadtverordneten fraktion sich einmal nach dem Stand der Dinge erkundigt. Allgemeine Verbindlichkeit des Banktarifs. Wie der Allgemeine Verband der Deutschen Bantangestellten mitteilt, ist die zwischen den Trägern des Reichstarifvertrages für das deutsche Bankgewerbe am 5. September vereinbarte Verlängerung des früheren Reichstarifvertrages jezt durch die Reichsarbeitsverwaltung mit Wirkung ab 1. September 1924 für allgemein verbindlich erklärt worden. Gewerkschaftsmitglieder in Neukölln! Am Dienstag, den 11. November 1924, abends 7 Uhr, beginnt im Reform- Realgymnasium, Boddinstraße, ein Lehrgang des Ge nossen Friz Schröder über„ Die Gegenwart probleme der gewerkschaftlichen Organisation". Der Kursus umfaßt vier Abende. Teilnehmergebühr 1 M. Hörerkarten sind bei Beginn des Kurjes zu haben. Wie die Schirmfirma Lichtenstein Reklame macht. Uns liegt eine Reklamekarte vor, die die Firma per Post an ihre Kundschaft gesandt hat. Der erste Absatz dieser Karte hat folgenden Wortlaut: Meine seit 15 Jahren in Tegel, Berliner Straße 4, befind liche Filiale habe ich einer gründlichen Revision unterzogen, das Lager neu und gut sortiert aufgefüllt, die bisherige dortige Berkäuferin abgelöst und eine erste Berliner Vertäuferin jetzt dort beschäftigt." 14 tote Unter den Betriebsmaurern der Firma A. Borfig find. uns mitgeteilt wird- Lohndifferenzen ausgebrochen. Der Betrieb ist von den Maurern zu meiden. 3m Hamburger Hafen fuchten die Kommunisten eine Attion zu inszenieren. Es ist ihnen nicht gelungen. Die Bauarbeiter in Einbed( Hannover) lehnten einen Schiedsspruch mit 56 Bf. Stundenlohn ab und traten in den Streit. Achtung, 2. Löwe u. Co., Suttenstraße. Mittwoch, den 5. November, nachm. 5 Uhr, Fraktionssihung der SPD.- Kollegen bei Triller, Berlichingenstr. 7. Erscheinen aller unbedingt notwendig. Der Fraktionsvorstand. Buchdruckerei- Hilfspersonal! Das Buchdruckerei- Hilfspersonal hat sich dem Borgehen der Gehilfen bezüglich Forderung und Kündigung zum nächsten 8ahttage( Freitag, den 7. November) anzuschließen. Alles nähere am Donnerstag, nachmittags 42 Uhr, in der Funktionärversammlung, Gewerkschaftshaus( Saal 1), Engelufer 24/25. Aus der Partei. " Sozialdemokratischer Pressedienst" im neuen Heim. Der Sozialdemokratische Pressedienst", das Nachrichtenbureau der sozialdemokratischen Presse Deutschlands, bezog am Sonnabend feine neuen Räune, die in den von der Partei erworbenen Grundstücken Belle- Alliance- Platz 7/8 aufgestockt worden sind. Hier hat sich der Pressedienst eine seinem erweiterten Umfange entsprechende Arbeitsstätte geschaffen, die neben den zweckmäßigen Einrichtungen eines modernen Nachrichtenbureaus auch Gediegenheit und Geschmac der Ausstattung nicht vermissen läßt. Neben den sieben Arbeitszimmern der Redakteure und ständigen Mitarbeiter ſind jekt auch die modernsten Errungenschaften des Nachrichtendienstes zweckentsprechend untergebracht worden. In besonderen Räumen sind die Anlagen für die Funkaufnahme und den Funkgebe dienst, durch den die Parteipreffe täglich mehrmals bedient wird, in luftiger Höhe, den Wellen des Aethers zunächst, untergebracht. Daneben fehlt es nicht an den nötigen Zimmern mit den Einrichtungen für die telephonische Aufnahme, und auch Buchhaltung und Expedition haben endlich ihre eigenen Räume. Von dem neuen Wert, auf das die Parteipreffe und mit ihr die gesamte Pariei stolz sein kann und das nicht zuleßt der unermüdlichen Tatkraft des Leiters des Pressedienstes, Genossen Alfringhaus, zu danken ist, konnte man sich auf einem Begrüßungsabend überzeugen, zu dem das Unternehmen am Sonnabend geladen hatte. Neben zahlreichen Mitgliedern des Parteis und Bezirksvorstandes sah man die Geschäftsleitung des„ Borwärts", die bisher dem„ Barlamentsdienst" eine Arbeitsstätte gewährt hatte, die Kollegen der Borwärts"-Redaktion und mehrere bürgerliche Reakteure, weiter Borstandsmitglieder des ADGB., der AfA und des ADB. Auch die Pressestellen der Reichsregierung und der preußischen Staatsregierung, sowie die Nachrichtenstellen der einzelnen Ministerien hatten ihre Leiter entfandt. Neben dem preußischen Ministerprästdenten sah man den sächsischen Gesandten Dr. Gradnauer, ferner die Genaffen Wels, Landsberg, Bauer, Breitscheid und viele andere. Ohne Unterbrechung hat das Nachrichtenbureau unserer Parteipresse den schwierigen Umzug vollendet und bereits am Sonntag murde die gesamte Parteipresse des Reiches von dem neuen Heim aus bedient, wie bisher an alter Stätte. Unsere Kandidaten in Niederschlesien. Görlik, 3. November.( Eigener Drahtbericht.) Die Bezirks. tonferenz für den Agitationsbezirk Görlitz( Niederschlesien), die am Sonntag in Liegnik tagte, beschloß, die Reichstagskandidatenliste unverändert zu laffen. Die ersten fünf Kandidaten der Liste sind: Paul Tauba del Görlitz, Otto Buchwiz Görlitz, Anna = Der imbefangene Leser muß nach dem Text unwillkürlich zu der Ansicht kommen, daß mit der Verkäuferin etwas nicht gestimmtemiz- Berlin, Emil Görbig- Berlin, Bruno Fehlisch hat, da von Revision und von Ablösung der früheren Ver- Liegnitz. Die Liste für den Landtag verzeichnet als erste fünf fäuferin die Rede ist. In dem Zeugnis der früheren Ver- Kandidaten folgende: Hugo Eberle Görlig, Otto Fritsch. fäuferin, die 3% Jahre ihren Boften ausgefüllt hat, Gaubli- Bunzlau, Mar Simon Neusalz. Die Konferenz be Liegniz. Frau Dr. Wegscheider- Berlin- Lichterfelde, Emil ist ausgedrückt, daß fie erste Berkäuferin war, und daß sie schloß, den Parte vorstand zu ersuchen, an aussichtsreicher Stelle auf ehrlich, pünktlich und fleißig war. Gekündigt wurde fie wegen die Landesliste den Geschäftsführer des Hauptverbandes deutscher Arbeitsmangel", wie die Firma angibt. Es ist geradezu unverantwortlich, wie hier der Unternehmer die Interessen der An- Krankenkassen, Genossen Helmut Lehmann Berlin, und das gestellten schädigt, die Verkäuferin in den Augen der Rundschaft Mitglied des Vorstandes des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes, herabsetzt und damit auch der Angestellten das Aufsuchen einer Genossen Kuzur- Berlin, zu sehen. Auf die Reichsliste sollen der Vorsitzende des Textilarbeiterverbandes, Genosse Jäckel, und als neuen Stellung erschwert. Die Firma sollte denn doch versuchen, Landarbeitervertreter das Mitglied des Hauptvorstandes vom Deut eine anständigere Reklame zu machen. Die Arbeiterfundschaft in schen, Landarbeiterverband, Genosse Quasni z- Berlin, gesetzt Tegel dürfte infolge dieser Reklame sicher das entsprechende Verständnis für Einkäufe bei der Firma Lichtenstein haben. Kommunistische Wahltaktik. Effen, 3. November.( TU.) Am gestrigen Sonntag wurde in Essen der rheinisch- westfälische Betriebsräte- und Betriebsdelegierten Rongreß. eine rein tommunistische Beranstaltung eröffnet. Es waren 559 Betriebsräte und Betriebsdelegierte aus Rheinland und Westfalen erschienen. Das Referat erstattete der Landtagsabgeordnete Sobotika, der zum Kampf gegen das Lohnabkommen, gegen die Arbeitszeit und gegen die bestehende Wirtschaftsordnung überhaupt aufforderte. Der Kampfbeginn wurde auf den 1. Ja nu ar festgesetzt.( Also auf den Sankt Nimmerleins tag. Da der 1. Januar bekanntlich ein späterer Termin als der 7. Dezember ist, so tann ja, wie bei den lehten Reichstagswahlen, bis dahin mit den kommunistischen Forderungen a gitiert werden. Bei den letzten Reichstagswahlen haben die Kommunisten immerhin die Courage gehabt, Streifs zu inszenieren. Diesmal sind sie zu feige dazu. Sie wissen, daß ihr schmählicher Zusammenbruch dann schon vor dem 7. Dezember offenbar würde.) Die Röchling- Werke wieder in Betrieb. Wie aus Saarbrüden gemeldet wird, wurde nach sieben= wöchiger Aussperrung auf den Röchlingschen Eisenwerken in Boldlingen am Montagmorgen die Arbeit unter den bereits gemeldeten Bedingungen wieder aufgenommen. Streikdrohung der österreichischen Eisenbahner. Am Montag begannen Verhandlungen mit den Eisenbahnern, die für den 7. November Streit angedroht haben, falls ihre Lohnforderungen nicht erfüllt werden. Man glaubt, daß es gelingt, den Streit zu vermeiden. Photographischer Bromfilber- Kunstdrud. Im Vergleich zu den Löhnen der gelernten Verufe in der graphischen Industrie werden die Kundrudphotographen sehr schlecht entlohnt. Infolgedessen reichten die Kollegen aus dieser Branche Lohnforderungen ein, und daraufhin haben die Firmen Potophot, Alexandrinenstraße 10 und Schwerdtfeger, Reinickendorfer Straße 96, die Gehilfen fristlos entlassen. werden. = Kandidatenaufstellung in Halle- Merseburg. Halle, 3. November.( Eigener Drahtber cht.) Der Bezirksparteitag Halle- Merseburg stellte am Sonntag nach Referaten von Krüger- Merseburg über die politische Lage im Reiche und Professor Waentig- Halle über die Verhältnisse in Preußen folgende Kandidatenliste Kandidatenliste auf: Für den Reichstag: Spizentand dat Richard Krüger- Merseburg, Franz Peters- Halle, Frau Wadwig Weißenfels. Genosse Frizz Kunert hatte eine neue Kandidatur seines Alters wegen abgelehnt. Als Kandidaten für den Preußischen Landtag werden folgende Genossen bestimmt: Sp zenkandidat Professor aentig- Halle, Christang- Eisa leben, Reinhold Drescher Halle, Heinzelmann- Zeiß. = Berantwortlich für Bolitik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Gaternus; Gewerkschaftsbewegung: Fr. Ekkorn; Feuilleton: Dr. John Schitowski; Lotales und Sonstiges: Frig Karftabt; Anzeigen: Th. Glode, sämtlich in Berlin. Berlag: Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruckerei und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co. Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. Sierzu 2 Beilagen. DUNLOP Vollgummi für Lastwagen gleich in Qualität und Leistung wie CORD für DUNLOP Automobile! Die Weltmarke bürgt für Qualität! ein, und darauihin haben die Firmen Botoy hot, Alexandri Sophien- Säle Sophienstraße 17-18. Norden 9296. Säle frei! Für sin für us, für ihn. nur PALMIN! Nr. 520+ 41. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Kriminalistischer Kleinkram. Das fehlende Telegramm. Der polnische Rabbinerkandidat T. erhält in Paris ein Tele gramm: Romme sofort, Mutter liegt im Sterben." Er begibt sich auf das polnische Konsulat nach einem Auslandspaß. Die 450 Franken, die er für seinen vor drei Jahren abgelaufenen Paß zu zahlen hat, fann er nicht aufbringen. Die Erledigung eines Gefuches auf Erlassung der Gebühren würde zuviel Zeit in Anspruch nehmen er passiert die deutsche Grenze ohne Erlaubnis und wird in Berlin aufgegriffen. Vor dem Richter. er ist wegen unerlaubter Grenzüberschreitung angeflagt entschuldigt er sich durch den Hinweis auf seine sterbende Mutter. Das Telegramm hat er aber in Paris zurückgelassen. Der Richter glaubt es ihm und glaubt es auch nicht. Entgegen dem Staatsanwalt, der drei Wochen Gefängnis verlangt, erfennt er nur auf zehn Tage Haft- ,, weil der Angeklagte zur fterbenden Mutter wollte", obgleich es eigentümlich erscheint, daß er das so wichtige Telegramm nicht bei sich hat".... Wie aber, wenn der Rabbinerkandidat wirklich zur sterbenden Mutter eilt! Hatte der Richter, wie er es im Urteil zum Ausdruck brachte, ihm das geglaubt, so wäre es doch gerechter gewesen, ihn einfach über die Grenze abzuschieben. Num geschieht dies erst in zehn Tagen und da... ist die Mutter wohl schon tot, und der Rabbinerkandidat wird die Reise von Paris unnüz gemacht haben. Strafe aber muß sein! Wer weiß, vielleicht wollte er auch nicht zur Mutter Telegramm ist ja in Frankreich geblieben. 4 " Leichtfinn und Gefängnis. das Der gelernte Schloffer V. ist als Hausdiener beschäftigt. Er bewohnt die Stube gemeinsam mit zwei Schlächtergesellen. Während deren Abwesenheit stiehlt er ihnen 31 Mart und geht von dannen. Als das Geld alle ift, stellt er sich freiwillig der Polizei fommt vor den Richter. 28 Jahre alt, verheiratet, lebt er von seiner Frau getrennt. Weshalb er das Geld genommen habe?" „ Aus Dummheit Ein Monat Gefängnis.. ,, Es war eine große Gemeinheit," sagt der Richter im Urteil. Zu welchem Zwed er das Geld verbraucht hat, danach wird der Angeklagte nicht gefragt; nach der Quelle seines Leichtsinns wird nicht geforscht. B. ist schon einmal vor drei Jahren, als er als Schlosser in der Fabrit beschäftigt war, wegen Kupferdiebstahls zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt worden. Das Gefängnis hat ihn aber nicht gescheiter gemacht. Die dritte Beichtsinnstat wird Diebstahl im Rückfall bedeuten und tann eine Buchthausstrafe mit sich bringen. Es gibt allerdings Leute, die der Ansicht sind, daß das Gefängnis überhaupt nicht hilft. Eine Bewährungsfrist soll unter Umständen heilsamer sein. Der Angeklagte ist ein geschlagener, einsamer Mensch so sah er menigstens aus. Das galante Abenteuer. Eine Puhmacherin. Wie lange mag es aber her sein, daß sie zum letztenmal einen Hut garniert hat? Sie macht um 21 Uhr nachts am Halleschen Lor die Bekanntschaft zweier junger Leute. Man wandert von Lokal zu Lokal, nimmt einen Likör nach dem anderen und landet schließlich natürlich, im„ Absteigequartier". Am nächsten Morgen ist die kleine liebenswürdige Puhmacherin mit dem Geld und den übrigen Wertsachen ihres noch felig schlummernden Ravaliers verschwunden sie hat auf diese Weise die von ihr ges leisteten Dienste eigenmächtig und allerdings sehr hoch eingeschätzt höher, als es die ortsübliche Tage gestattet. Nun steht sie vor dem Richter und behauptet, sich an nichts erinnern zu können, weder, wie sie das letzte Lokal verlassen habe, noch wie sie nach Hause gekommen sei, fie habe am Abend vor der Begegnung mit dem ausgeplünderten Herrn noch tüchtig Kotain geschnupft. Kokain ist wirklich gefunden worden. Bon den Sachen ist nur ein Teil zurückgegeben. Ihr Ravalier befindet sich auf Reisen, auch die Wirtin soll wegen des Zustandes ihrer Zimmermieterin am Morgen nach deren Rückkehr aus dem Hotel befragt werden. Die Sache wird vertagt. Die kleine blonde Buzmacherin schwebt graziös auf ihren Pompadourabfäßen aus Dem Gerichtssaal... in Untersuchungshaft. Da kann sie sich von ihrem traurigen Gewerbe und vom Rofain erholen. Die Fundunterschlagung. S., Kutscher von Beruf, hat wegen Diebstahls acht Monate abzubrummen. Er prozessiert aber beim Gewerbegericht mit einem Gegner und will die Sache zu Ende führen, bevor er ins Gefängnis muß 16] Der Mittelweg. Bon Sir Philip Gibbs. ,, Mir geht es auch wieder sehr gut, dante," war Joyces fühle Antwort. Dann streifte ihr Blick O'Brien, der sich bei ihrem Eintritt erhoben hatte. ,, Willst du mich nicht vorstellen?" fragte sie Susan. ,, Dennis O'Brien, mein Gatte," sagte Susan sehr ruhig. " D, welche Ueberraschung! Herzlichen Glückwunsch für euch beide. Das tam ein bißchen plöglich, wie?" Sie saß in Bertrams Lehnstuhl, gähnte leicht und hatte die schlanken weißen Arme hinter ihrem Bubenkopf" verschränkt. Eine Zigarette, Bertram!" Bertram gab sie ihr, zündete sie an und murmelte etwas von später Stunde und Schlafenszeit. Er hatte wohl bemerkt, daß Joyce O'Brien nicht die Hand gegeben hatte, denn wie oft hatte sie ihm lachend gesagt, sie haßte alle Irländer, mit Ausnahme der Halbirländer, wie er einer war! Nun ahnte er, daß Joyce nicht zu Bett gehen würde, ehe Susan und Dennis fort waren. Und Dennis ging doch nicht. Es mußte irgendeine Erklärung gegeben werden, und ohne erregte Szene würde es nicht abgehen. Eine halbe Stunde später war es so weit. Nachdem Bertram und Susan sich vergeblich bemüht hatten, eine lebhafte Konversation zu unterhalten, während O'Brien finster schweigend dabei saß, und Jonce immer ungenierter gähnte, Fragen stellte, deren Antworten sie nicht abwartete, sprang fie plöglich auf und redte und streďte sich. Habt ihr eigentlich feine eigene Wohnung? Ich will gewiß nicht ungaftlich erscheinen, Susan, aber ich finde, du und dein neu erworbener Gatte, ihr solltet nach Hause gehen. Bertram und ich pflegen nämlich manchmal auch zu schlafen." Eine Pause, dann antwortete Beriram: O'Brien bleibt hier. Er wird hier auf dem Sofa schlafen." Wieder eine Pause. Tut mir leid," sagte Joyce endlich, ,, aber das erlaube ich nicht." Warum nicht?" Jezt fam's zum Ausbruch, das wußte Bertram. " Es ist gegen die Abmachung mit meinen Dienstboten," war die sehr ruhig gegebene Antwort. Dann aber fagte fie etwas, was auf ihre Kenntnis des Grundes dieses Besuches schließen ließ:„ Außerdem soll mein Haus fein Zufluchtsort für irische Rebellen sein. Ich bin Engländerin und handle danach! Ja, nun war die Szene da. Bertram entschloß sich zu einer aufrichtigen Erklärung, Joyce hatte ein Recht darauf. Dienstag, 4. November 1924 Kraft zur Umfehr fanden, ziehen in schier endloser Folge vorüber. Das Schicksal des einzelnen geht unter in dem der Menge und die Gesetzesmaschine arbeitet weiter.... Was kann damit geleistet werden? - das behauptet er wenigstens. Wiederholten Mahnungen der Die Beihilfe der Stadt zum Wohnungsbau. Polizei, fich zu stellen, kommt er nicht nach. Er verläßt seine Wohnung und seine Frau, meldet sich ab, und ist nun wohnungslos auch ohne Beschäftigung. Ein Fahrgast läßt beim Bezahlen auf das Trittbrett der Droschke seine Brieftasche fallen; der Angeklagte springt hilfsbereit hinzu und steckt die Brieftasche ein. Auf die Frage des Fahrgastes verneint er den Fund. Einem fremden Manne gibt er von dem gefundenen Geld 20 m. als Schweigegeld dieser hatte nämlich den Vorgang beobachtet. S. wird aber verhaftet und erhält zwei Wochen Gefängnis wohl absihen müssen. gewesen zeug" die acht Monate von früher wird er num Miss er meint Der Einbrecher und die Handtasche. Einbrecher: der ältere ein Klempner ist es wenigstens einmal der jüngere, ein 22jähriger, ist mit einer Strafe von vier Wochen hat bereits drei Borstrafen wegen schweren Einbruchs; wegen Diebstahls belastet. Auf diese steht eine Bewährungsfrist. megen Diebstahls belastet. Auf diese steht eine Bewährungsfrist. Der ältere, reichlich mit Einbrecherwerkzeug ausgestattet allerdings: was ein richtiger Einbrecher ist, hat ganz anderes Werkzubrechen, erblickt aber die Stechuhr des Wächters und tritt zurück. versuchte gemeinsam mit dem Jüngeren einen Baden auf Beide werden bemerkt und festgenommen. Der ältere erhält eine ziemlich milde Strafe neun Monate Gefängnis der jüngere eine um so härtere vier Monate. Das Einbruchswertzeug mitsamt der Handtasche, in der es aufbewahrt war, wird beschlagnahmt. Der Angeklagte bedankt sich für die neun Monate, bittet jedoch, ihm die Handtasche zurückzugeben, denn sonst hätte er nichts, worin er feine Parfümeriewaren, mit denen er nach dem Verlassen des Gefängnisjes zu handeln beabsichtigt, herumtragen könnte. Die Handtasche wird beschlagnahmt. Was der 22jährige vor der Bekanntschaft mit dem älteren getrieben hat, ob er Eltern besitzt, weshalb er, der früher Bolier ist, Diebstähle begeht, danach fragt der Richter nicht, das interessiert ihn nicht- ebenso wenig, daß der noch junge Mensch nach dem Verlassen des Gefängnisses, von feiner Seite gestützt, wohl weitere Diebstähle begehen wird und so bis an feines Lebens Ende. Gerichtlicher Kleinfram vor dem Amtsrichter. Berhaftet, vorgeführt, abgeurteilt. Wieviel menschliches Veid liegt hier verborgen! Menschen, die durch Kleinigkeiten aus dem Gleise geworfen wurden, Menschen, denen keine Hilfe wurde und die von selbst teine * ,, Sieh mal, Joyce, O'Brien ist Susans Mann, und die Polizei ist hinter ihm her. Meine Ansicht über Sinnfein tennst du doch aber ich habe mein Wort gegeben. O'Brien bleibt heute nacht hier." ,, Er bleibt nicht hier," entschied Joyce. Dies ist mein Haus. Wenn dieser Mann in zwei Minuten noch hier ist, telephoniere ich an die Polizei." Damit eilte sie zum Schreibtisch und ergriff das Telephon. Bertram folgte ihr, verzweifelt in sie hineinredend, daß er sein Wort gegeben hätte. Er verstand ja auch Joyces Standpunkt, teilte ihn sogar. Diese Sinnfein- Geschichte war verbrecherischer Wahnsinn. Aber O'Brien war sein Kriegstamerad gewesen, und jetzt war er Susans Mann. Das mußte fie doch begreifen! Sein eigener Schwager war in Lebensgefahr, und es stand doch nicht in ihrem Ehrenkoder, einen Berfolgten auszuliefern, Einen Verbrecher? Er wußte es nicht, D'Brien hatte ihm nichts gesagt, und Bertram hatte auch nicht gefragt. Aber auf das alles tam es hier ja gar nicht an. Ich habe mein Wort gegeben, Jonce. Meine Ehre steht auf dem Spiel!" ,, Und meine Ehre?" fragte Jonce ruhig und hart. Der Name meines Vaters? Unsere Ehrenhaftigkeit gegen England?" Sie wandte sich wieder an O'Brien, das Telephon noch in der Hand. Gehen Sie noch nicht? Die Zeit ist um." " Dennis O'Brien lächelte ihr zu, feine irischen Augen huldigten ihrer Schönheit, als fie feindlich vor ihm stand. Solange Bertram in sie hineingeredet hatte, war dieses Lächeln nicht von seinen Lippen gewichen, als ob dieses Hin- und Herreden zwischen seinem Schwager und dieser Engländerin ihn be luftigte. Ich gehe schon," sagte er ,,, machen Sie sich nur teine Sorgen. Was soll man auch von englischen Frauen anderes erwarten? Die würden einen verhungerten Hund von der Tür jagen." Tolle Hunde sogar mit der Peitsche," war Joyces Antwort. Da aber fuhr Susan wütend dazwischen. Joyce, du bist nichtswürdig! Kein Wunder, daß Bertram die Hölle im Hause hat. Ich möchte noch erleben, daß die Bolschemistsn mit deinem ,, Bubenkopf" und deinem weißen Hals ihr Spiel trieben." Joyce nahm das Telephon wieder auf und sprach hinein: Polizeistation, bitte." Den Beschluß der Berliner Stadtverordnetenver sammlung, aus dem für 1924 zu erwartenden Ueberschuß des Stadthaushaltes fünf Millionen Mart zur Unterft übung des Wohnungsbaues herzugeben, dürften alle Wohnungsuchenden mit Beifall begrüßt haben. Die bald nach Ausbruch des Krieges erzwungene Stillegung der gesamten Wohnungsbautätigkeit und die bei Kriegsschluß aus dem wirtschaftlichen Zu sammenbruch sich ergebenden außerordentlichen Schwierigkeiten, die Wohnungsbautätigkeit wieder in Gang zu setzen, haben uns einen drückenden Wohnungsmangel gebracht. Zur gänzlichen Ausfüllung der klaffenden Lücken, die der Krieg hier gerissen hat, find das wissen wir andere Mittel erforderlich als die fünf Millionen, die jetzt aus dem Stadtfädel zur Verfügung gestellt werden können. Aber auch das Wenige, das sich mit fünf Millionen schaffen läßt, ist ein erfreulicher Beitrag zur Linderung des Woh mungsmangels. In welchem Umfange diese von der Stadt gewährte Hilfe den Wohnungsbou fördern fann, darüber hat einem unserer Mitarbeiter der Stadtrat Genosse Wuzky, der Dezernent für das Wohnungswesen und Vorsitzender des Aufsichtsrates der Wohnungs fürsorgegesellschaft, einige Auskünfte gegeben. Für die Verwendung werden Richtlinien aufgestellt, über deren Fassung demnächst der Magistrat beraten und beschließen wird. Sie bedürfen dann noch der Zustimmung des Aufsichtsrates der Wohnungsfürsorgegesellschaft, die mit der Ausführung dieser Hilfsoftion betraut ist. Beihilfen aus den fünf Millionen der Stadt können für die bereits genehmigten Bauvorhaben, die durch Hypothefen aus der Hauszinssteuer ermög licht wurden, nicht mehr in Betracht tommen. Diese noch der Aus führung harrenden Bauvorhaben, an denen der Flachbau mit nur 30 Proz., der Hochbau mit 70 Proz. beteiligt ist, werden rund 6700 neue Wohnungen geschaffen. Bei den neuen Bauvorhaben, benen die Hilfsaktion der Stadt zugute kommen soll, fann man die Bautosten einer Wohnung von durchschnittlicher Größe auf 12 000 Mart schätzen. Da der höchstzulässige Betrag der Hauszinssteuerhypothek für solche Wohnungen sich auf 7000 M. beläuft, so bleiben noch 5000 m., die gedeckt werden müssen. Wenn mit der von der Stadt beizutragenden Hypothet bis zu 90 Proz. der Baukosten, also bis etwa 11 000 m., gegangen wird, so ist diese Hypothet auf 4000 m zu bemessen und 1000 M. muß dann der Bauende noch anderweitig beschaffen. Bei einer hypothet von 4000 m ie Wohnung fönnte man mit 5 millionen Mart die Herstellung von 1250 neuen Wohnungen ermög lichen. Die noch fehlenden 1000 m. je Wohnung werden für gemeinnützigen Baugesellschaften und Baugenossenschaften, die für viele Baulustige leider unerschwinglich sein, sie fönnen aber von die Unterstützung von Bauvorhaben besonders in Frage kommen, Die Finanzierung der neuen Bauvorhaben soll so beschleunigt werden, daß bei Ausgang des Winters alles zum Baubeginn fertig fein fann. Wenn Ausschachtungsarbeiten möglich werden, tönnten die neuen Wohder Winter nicht allzu hart ist und vielleicht schon im Februar die nungen bereits im Juli oder August bezugsfertig dastehen. Zur Linderung des Wohnungsmangels tragen auch Maßregeln bei, die dem Verfall älterer Häuser und Wohnungen vorbeugen. Wenn man an der einen Stelle neue Wohnungen baut und an anderen Stellen ältere Wohnungen durch Verwahrlofung unbewohnbar werden läßt, so tann das Ergebnis das sein, daß die Gesamtzahl der Wohnungen trok aller Aufwendungen nicht die jeßige Höhe der Mieten ermöglicht es einem Hauseigentümer, sein Haus vollständig wieder in Ordnung zu bringen, falls er es nicht gar zu sehr heruntergewirtschaftet hat. Bei manchen Häusern wird aber eine gründliche Instandsetzung mur möglich sein, wenn man dem Eigentümer hierzu einen besonderen Kredit gewährt, der gar nicht pon langer Dauer zu sein braucht. Mit 4000 m., Die, Neubau einer Wohnung ermöglichen, fann man eine beträchtliche wenn sie zu der Hauszinssteuerhypothet von 7000 m. kommen, den Bahl arg verwahrlofter Wohnungen vor gänzlichem Verfall bewohren. Es wäre zu wünschen, daß auch für solche Zwede eine gewisse Summe bereitgestellt werden könnte. leichter aufgebracht werden. nennenswert zumimmt und vielleicht sogar weiter abnimmt. Schon ,, Joyce, ich verbiete es dirk Ich gab mein Wort. Das wirst du doch noch respektieren? Du sollst es respektieren bei Gott! Wenn du das Telephon noch einmal anrührst, dann trage ich dich die Treppe hinauf." Joyce sah ihm in die Augen und erwiderte feinen durchdringenden Blid. Sie sah den großen Zorn in seinen Augen und sah, daß er entschlossen war, seine Körperkraft zu gebrau chen. Ich weiche der Gewalt. Drei gegen eine, und alle Feinde." Sie lachte schrill auf, nahm ihren Belzmantel und ging hinaus. Sie hörten ihren leichten Schritt auf der Treppe und das Zuschlagen ihrer Schlafzimmertür. " Armer Bertram," sagte Susan, sich die Augen trocknend. Wild wandte er sich ihr zu. Wie unterstehst du dich, so von Joyce zu sprechen? Sie hatte vollständig recht, abgefehen von meinem verpfändeten Wort. Wenn O'Brien den Rebellen spielen will, so foll er es auf seine eigene Gefahr tun und nicht in englische Häuser friechen, um sich da zu ver= stecken." Susan erblaßte. Auch du, Brutus?" sagte sie leise. Sie flüsterte Dennis O'Brien etwas zu. Jawohl, gehen wir. Gute Nacht, Pollard." Bertram antwortete nicht. Er regte sich nicht, wie er so auf dem Raminteppich stand und finster ins Feuer starrte, als seine Schwester und ihr irischer Gatte aus dem Zimmer gingen und einen Augenblid darauf das Haus verlassen hatten, wie er an dem leisen Zufallen der Haustür hörte. So stand er wohl eine halbe Stunde noch und seufzte schließlich wieder auf: Wie schwer ist das alles!" Dann stieg er zu Joyces Zimmer hinauf, fand es verschloffen und erhielt auch feine Antwort auf sein Klopfen. In elender Stimmung schlich er in sein eigenes Bett. 12. Joyces Benehmen nach der mitternächtlichen Szene mit Susan und Dennis war für Bertram geradezu verblüffend. Er hatte einen peinlichen Streit über den Gegenstand erwartet, der vom Unpersönlichen zum Persönlichen überging, was zwischen zwei Ehegatten, beide von heftigem Temperament, immer gefährlich ist. Aber Joyce wollte nichts über die Sache hören. Sie war den nächsten Tag spät aufgestanden und mit verbundenem Handgelenk zum Lurich gekommen. Er erfun digte sich, weshalb sie den Arm verbunden hatte, und erhielt die Antwort: Du hast mir beim Telephon beinahe den Arm geEr ergriff Joyce beim Handgelenk und riß es vom Tele- brochen. Vielleicht bist du dir über deine eigene Gewalttätig phon los, fich seiner Heftigkeit wohl bewußt. ,, Nein!" donnerte Bertram. feit selbst nicht klar." ( Fortsetzung folgt.) Ein Rentnerheim für Neukölln. Der Verwaltungsbezirk Neukölln hat seine Wohlfahrtseinrichtungen um eine neue vermehrt. Am Sonnabend wurde in der Saalwirtschaft Karlsgarten" ein Lagesheim für Kleinrentner, für Sozialrentner und für Wohl fahrtsrentner eröffnet. Nicht wenige von den etwa 5000 Rentnern dieser Art, die das Wohlfahrtsamt Neukölln zu betreuen hat, sind vereinsamt und empfinden besonders im Winter die ganze Un behaglichkeit ihrer bescheidenen Wohmmg. Für sie ist das Rentnerheim als Aufenthaltsstätte geschaffen worden, damit sie hier den Tag über in warmen Räumen zusammen mit ihren Schicksals= genoffen verweilen können An er schlichten Eröffnungsfeier beteiligten fich Mitglieder des Bezirksamtes und der Wohlfahrtsverwaltung, Berireter und Vertreterinnen der Rentnerorganisation, des Notdienstes der Frauen, der in der Wohlfahrtspflege tätigen Bezirksvorsteher Neuföllns. Stadtrat Genosse Schneider, der Borfihende des Wohlfahrtsamtes, vollzog die Eröffnung. In seiner Weiherede betonte er, daß dieses Heim nicht nur für das leibliche Wohl der meist schon recht bejahrten Besucher und Besucherinnen sorgen wird, sondern ihnen auch eine Stätte der Freude fein will. Sie haben einen großen Saal als Aufenthaltsraum, in dem sie plaubernd beieinander fihen können. Wer will, farm hier in der Mittagszeit auch ein Effen zu ganz billigem Preis erhalten. Ein fleinerer Eaal dient als Leseraum, in dem es stiller zugeht. Das Heim hat bereits eine fleine Bücherei, für die man auf Bermehrung durch Spenden von guten Büchern hofft. Für die üblichen Spiele( Kartenspiel, Damesviel usw.) ist das nötigste vorhanden, doch sind auch hier noch Spenden erwünscht. In dem großen Saal sollen auch Vortragsabende veranstaltet werden. Dabei rechnet man auf mitwirtung von Jugendlichen, die so Gelegenheit finden werden, die Alten zu erfreuen. Im Geben und Empfangen wird um Jugend und Alber ein Band der Freundschaft und der Gemeinschaft sich schlingen. Stadtrat Schneider tonnbe einen Brief vorlesen, den er von Kindern, den Pfleglingen einer durch den Notdienst der Frauen eingerichteten Rataostube, erhalten hatte. Gie fdyrieben ihm, daß sie den alten Leuten eine fleine Freude bereiten möchten und für sie fünf Gesellschaftsspiele spenden, die sie selber angefertigt haben. Zugleich fündigten sie an, daß sie dem Heim mal einen Besuch machen wollen, um den Alfen hübsche Lieder vorzusingen. Die Berlesung dieses Briefes wurde von den Teilnehmern der Feier mit freudigem Beifall begleitet. Auch die Schülerinnen des Lyzeums I, die durch Gesangsvorträge die Feier verschönten, ernteten Beifall und Dant. Das neue Rentnerheim( Karlsgartenstr. 6/11) wird an allen Wochentagen von morgens 10 Uhr bis abends 6 Uhr geöffnet sein. Der falsche Abt. Als fie„ den Braten" rochen. Abbau im Bezirk Zehlendorf. Seinze, eingeftanben, die Tat ausgeführt au haben. Der Inhaftierte hat vor einiger Zeit bei dem Justizwachtmeister um die and seiner Tochter angehalten, ist aber ab Die Bezirksversammlung in Zehlendorf hat jeht zum drittenmal in derselben Angelegenheit den gleichen Beschluß gefaßt, und die Seschlange geht jetzt an den Beschwerdeausschuß beim Kammer- ſchlägig beschieden worden. Es wurden auf den Kleidungsstüden des Täters Blutspuren gefunden; auch stimmten die Fingerabdrücke Genosse Draemert kurz als„ Theater" abfertigte. Der große Schmerz teiligt sein. Sie ist inzwischen in Bunzlau verhaftet worden. gericht. Die Volkspartei erhob in der Debatte wieder Lamentationen, die überein. Die Schwester des Heinze foll an der Tat beder Volksparteiler, den einzigen sozialdemokratischen Stadtrat nicht Der Täter wird wahrscheinlich morgen nach Glogau übergeführt abwürgen zu können, obwohl unsere Genossen in der Bezirksver. sammlung nur 3 gegen 16 stehen, ist immerhin menschlich begreiflich. Im Laufe der Debatte tam es noch zu einem lebhaften 3uDeffentl. Wähler- Bersammlungen Uhr: Mittwoch, 5. November, abends 7 Friedrichshain: Königsbant, Große Frankfurter Str. 117. Baumschulenweg: Lyzeum Baumschulenstraße. Tagesordnung: „ Nieder mit dem Bürgerbloc! Es lebe die Sozialdemokratie!" Redner: Adolf Hoffmann, Otto Meier. Reinickendorf- West: Hartmanns Brauerei, Scharnweberstr. 104. Donnerstag, 6. November, abends 71/2 Uhr: Lichterfelde: Aula Oberrealschule Ringstraße. Tagesordnung: „ Die Hohenzollern und ihre Vermögensverschiebungen." Redner: Landtagsabgeordneter Otto Meier. Neukölln: Kindl- Brauerei, Hermannstr. 214. Tagesordung:„ Die Lügen im Wahlkampf Redner: Adolf Hoffmann. Augen auf!" fammenstoß, weil ein Zuhörer von der Tribüne aus sich ungerügt an der Debatte beteiligte. Als schließlich bei der namentlichen Abstimmung derselbe Zuhörer, offenbar Mitglied der Bolkspartei, auch durch Ja- und Neinrufe sogar in die Abstimmung eingriff, for derte auch Bezirksverordneter Dr. von Seefeld( Demokrat) den Borfitzenden( Volkspartei) auf, endlich dagegen Front zu machen; das geschah dann auch mit dem Hinzufügen, vom Plage des Vorsitzenden aus sei der Borgang nicht bemerkbar gewesen. Vorher gab es eine endlose Debatte über die Müllbeseitigung. Es wurde einstimmig beschlossen, Befreiungsanträgen nach vorheriger sorgfältiger Prüfung soweit als möglich stattzugeben. Von den Deutschnationalen wurde der Anlaß benutzt, um die eingerostete Los- vonBerlin- Bewegung" etwas aufzupolieren, was von unserem Redner gebührend gekennzeichnet wurde. Besonders wurde den Deutsch rationalen unter die Nase gerieben, daß sie während der Inflationszeit sämtliche Anträge auf Gebührenerhöhung niedergestimmt und dadurch die Gemeindeverwaltung geschädigt haben. " Großfeuer tam am Montag nachmittag in dem Dorfe Linden. berg bei Buch vermutlich durch Brandstiftung in einer mit Erntevorräten gefüllten Scheune zum Ausbruch. Der weithin fichtbare Feuerschein veranlaßte das Ausrücken der Wehren von Karow, Blankenburg, Malchow usw. Um des Feuers Herr zu werden, mußten die Wehren längere Zeit fräftig arbeiten, wozu es langer Schlauchleitungen bedurfte. Der Schaden ist erheblich und nur teilweise durch Versicherung gebedt. werden. Parteinachrichten Ginsenbungen für diese Rubrik find Berlin S. 68, Sindenstraße 3, für Groß- Berlin flets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trep. rechts, au richten. Arbeiterwohlfahrt. Die für heute angefegte Sigung der Genoffinnen aus dem Frauennotdienst fällt ans. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Mittwoch, den 5. November, pünktlich abends 7 Uhr, findet in der Juristischen Sprechstunde die Bu fammenkunft der Kinderfreundehelfer statt. Tagesordnung: 1. Unsere Weih 2. Berfchiedenes. nachtsfeier. Die Bezirkstaffierer werden gebeten, weds Außer dem mußte infolge verlängerter Arbeitszeit die Mittwoch- Sprechstunde unserer mattung der Reſtbestände eine halbe Stunde früber zu erscheinen. Bentral- Geſchäftsstelle in die Zeit von 6-7 Uhr verlegt werden. 1 122. Abt. Biesdorf. Mittwoch, den 5. November, abends 8 Uhr, öffentliche Bersammlung: Lokal Porath, Marzahner Str. 31. Bortrag des Genossen Kiezmann: Wen geben wir am 7. De zember unsere Stimme?" 1. Kreis mitte. Dienstag, den 4. November, abends 8 Uhr, Sigung aller im Notdienst der Berliner Frauen tätigen Genoffen und Genoffinnen, Reichslafino, Neue Königftr. 26. 5. Kreis Friedrichshain. Bildungskommission! Mittwoch, den 5. November, 6 Uhr Erscheinen aller Mitglieder in der Königsbank, Frankfurter Allee. Obleute einladen. 5. Kreis. Die Abteilungsobleute der Arbeiterwohl fahrt, Kinderschuh- und Kommunalen Kommission treffen sich heute Dienstag, abends 8 Uhr, Lokal Prichstein, Neue Königstr. 26. Wichtige Besprechung. Alle Abteilungen müssen vertreten fein. Heute, Dienstag, den 4. November: 83. Abt. Markenfelde. Seute Sandzettelberbreitung für den Often: bei Körner, Lantwißer Straße; für den Westen: bei Quandt. 95. Abt. Neukölln. Handzettel auf dem Kreisvertretertag in Empfang neh men. Mittwoch Handzettelverbreitung. Jungsozialisten- Gruppe Tempelhof- Mariendorf. 7% Uhr Jugendheim Lyzeum. Ausspracheabend. Referent: Genosse Fromm. Morgen, Mittwoch, den 5. November: 10. Abt. 7 Uhr bei Trümper, Flensburger Straße 3, Sunktionärinnenber fammlung. 30. Abt. 7 Uhr Funktionärtonferens bei Mahnkopf. Carmen- Sylba- Str. 123. Charlottenburg. 54. Abt. 7% Uhr Funktionärfisung: Lokal Fischer, Char lottenburger Ufer, Ede Cauerstraße. 58. bt. 7% Uhr Sizungsfaal Ranfeftr. 4 born 4 Tr., Funktionärsizung. Einteilung der Wahlarbeiten. 76. Abt. Dahlem. Abteilungsversammlung und Bablabend, anschließend NoVortrag. bemberfeier 8 Uhr Lotal Schilling, Königin- Luife- Straße 42. 81. Abt. Friebenan. Sozialistisches Geminar! 8 Uhr bei Klabe, Sandierh ftraße 60/61. Thema: Handelsgeographie." Referent: Genoffe Grunwald. 82. Abt. Steglis. 8 Uhr bei Thiel, Albrechtstr. 87, wichtige Funktionär. Tonferens. Sämtliche Parteis und Gewerkschaftsfunktionäre müssen et fcheinen. 87. Abt. Marienfelde. 7% Uhr Mitgliederversammlung bei Schuster, Kirch straße 68. Bortrag des Genoffen Lempert: Warum bin ich Sozial bemokrat?" Gäste willtommen. 92. Abt. Neuköln. Pünktlich 8 Uhr Lotal Räderiz. Innftraße 8, wichtige Funktionärfißung. Die Gruppenführer müssen erscheinen. 101. Abt. Treptow. Sämtliche Funktionäre nehmen an der Kreisfunktionär fitung Mittwoch, den 5. November, 7½ Uhr, bei Schöps, Niederschöne weide, Grünauer Straße 8, teil, 108. Abt. Köpenid. 7% Uhr Mitgliederberfammlung bei Schulz, Müggelheimstraße 12, Bortrag bes Genoffen Reuter: Landtags Reichstags wahlen." Wahlen der Delegierten aum Bezirkstag. Lichtenberg. erscheinen. Mit Einen ungewöhnlichen Gaunerstreich verfuchte am 13. v. M. in Breslau ein bisher noch unbekannter Mann. Bei dem Provinzialamt der Barmherzigen Brüder erschien ein älterer, glattrafierter Mann in Priesterkleidung mit allen Abzeichen eines Abtes, Ring, Schärpe und Brustkreuz. Er überreichte eine Visitenkarte mit dem Namen Dr. Karl Maria Thürmer, Abt von Maria- Ein fiedel. Er wurde mit allen Ehren empfangen und gab an, daß er in der Nähe von Breslau ein großes Krankenhaus bauen wolle. Architekten und Unternehmer habe er bereits durch ein Beihungsinserat gesucht. Der Mann erzählte viel von seinem Kloster, auch, daß er aus verschiedenen Gründen, über die er sich nicht dufern wolle, gezwungen gewesen sei, ein Klosterfanatorium an die Gemeinde Kelheim in Bayern für 400 000 Goldfranten zu vertaufen. Darüber legte er auch notarielle Verträge vor, die mit dem Siegel des Klosters und der Gemeinde versehen waren. Unternehmern, Architekten und Bankvertretern, die sich auf das Inserat gemeldet hatten, wurde in Gegenwart der Klosterbrüder verhandelt. Dem Abte" lag daran, eine Baufaution von 40 000 bis 100 000 Mart zu bekommen. Weil die Unternehmer darauf nicht eingingen, so versuchte er, sie von den Barm herzigen Brüdern und deren Kloster selbst zu erhalten. Aber auch mit diesem Anliegen scheiterte er. Jetzt erklärte er, daß er sich nunmehr an den Kardinal menden werde und empfahl sich. Dem Brior waren aber unterdessen Bedenten aufgestiegen und er hatte fich bereits an die Breslauer Kriminalpolizei gewandt. Als Beamte erschienen, war der Abt" verschwunden. Wider Erwarten fam er um 1 Uhr nachmittags noch einmal zurück und berichtete, daß er beim Kardinal sehr gut zu Mittag gespeist und die erBesenen 40 000 Mart bereits erhalten habe. Unvorsichtigerweise plauderte er aber auch aus, was es zu Mittag bei dem Kardinal alles gegeben habe. Darunter stand auch ein prächtiger Braten. Jetzt wußte man im Kloster vollends Bescheid. Es war gerade Freitag und also unmöglich, daß der Kardinal dem„ Abt" einen Braten vorgesetzt haben sollte. Die Kriminalpolizei wurde wieder verständigt und nahm den angebli Nach einem stundenlangen Berhör wurde er als ein eiufmann entlarpt. Der von Breslau zur Mitarbeit aufgeforderte Definer Erkennungsdienst stel'te weiter fest, daß der Schwindler ein 65 Jahre alter, aus Everswinkel im Kreise Warendorf gebürtiger Buchhalter Johannes Theile ist, der in Borsigwalde in der Ritterstraße wohnte und dort eine Frau hatte fizen laffen. Theile war bis 1917 bei einer großen Firma in Borsigwalde beschäftigt gewesen, dann aber wegen Arbeitsmangel entlassen worden. zeigte sich. daß er 17mal vorbeftraft ist, zuletzt im Jahre 1900 wegen Betruges und Urkundenfälschung und anderer Straftaten mit 15 Jahren Zuchthaus. " 1 Es Abriß der Blumenhalle am Potsdamer Bahnhof. Die alte Blumenhalle am Potsdamer Hauptfernbahnhof, deren Geschichte hier wiederholt behandelt wurde, hat gestern ihre Pforten für immer geschloffen. Mit dem Abriß ist bereits begonnen worden und heute im Laufe des Tages wird von der Halle nichts mehr zu sehen sein, als ein einziger Schutthaufen. Bekanntlich hatte der Abriß zu langwierigen Verhandlungen zwischen Eisenbahnfistus und der Inhaberin der Blumenhalle geführt, der aber jegt auf dem Wege der Verständigung feine Erledigung gefunden hat. Der Eisenbahnfiskus hat den Pächtern der Blumen wie aum der Gemüsehalle zwei neue Stände am Potsdamer Ringbahnhof am Durchgang zum Wannseebahnhof angewiesen. Mit der Blumenballe fällt auch gleichzeitig die sich hier an dem linken Flügel des Hauptbahngebäudes hinziehende Steinmauer, so daß man dann einen vollkommen freien Ausblick auf das Bahnhofsgebäude haben wird. Vor dem Bahnhof wird eine neue Verkehrs- und Zufahrt straße angelegt. Der proletarische Großfilm„ Schmiede", der augenblidlich in Berliner Lichtspielhäusern läuft, findet überall den lebhaftesten Beifall. Besonders die Schlußszene, die unter den Klängen der Internationale" gespielt wird, wirft einbrudsvoll auf alle Besucher. Leider haben es einige Lichtspieltheater befizer angezeigt gehalten, diese Szene überhaupt nicht zu zeigen und auch die dazu gehörende Mufit- die Jnternationale"- nicht zu spielen. Sache der Besucher muß es sein, darauf hinzuwirken, daß auch dieses Bild abgerollt wird. dorfer Barteigen offen gut bekannt war, ist vor einigen Genosse Paul Weber, der besonders in Kreisen der MarienTagen nach einem langen Leiden gestorben. Weber trat schon Frühjahr 1908 in die Mariendorfer Gemeindeverwaltung gewählt. in jungen Jahren der Partei bei und wurde zum erstenmal im Später besetzte er den Bosten eines Gemeindefchöffen. Die Mariendorfer Barteigenossenschaft hat durch den Tod Webers einen schweren Perluft erlitten. Seine Einäicherung erfolgt heute nachmittag hr im Krematorium Baumschulenweg. 3 Geständnis des Halbauer Mörders. berichtet: Am Sonnabend hat der einzige Infasse des Gefängniſſes, Aus Glogau wird noch folgendes über die Halbauer Mordtat Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 4. November. 114. Abt. 7% Uhr Borstands und Funktionärbung bei Schwarzer, Gabriel- Mar- Straße 17. 118. Abt. 8 Uhr Funktionärfihung bei Rothe, Frankfurter Allee, Ede Sagenstraße., Die Funktionäre müssen 128./130. bt. Bankow. 7% Uhr bel Meier, Türkisches Belt, Funktionär fonferenz. 134. Abt. Buch. 8½ Uhr beim Genoffen Löffler Borstandsßigung. Die Mit glieder des Feftausschusses werden gebeten, an der Sigung teilzunehmen. 138. Abt. Hermsdorf. 71 Uhr Bablabend bei Fröhlich, Roonftraße. Bortrag des Genoffen John: Die bevorstehende Reichstagswahl." bersammlung. Wichtige Tagesordnung. 141. Abt. Rosenthal. 7% Uhr bei Milbrod, Walderfeestraße 5, Mitgliederi 146. Abt. Reichsbruderei. Nachmittags 44 Uhr im Grabbifchen Bereinshaus, Alexandrinenstraße 44, Mitgliederversammlung. Vortrag des Genoffen Emil Barth: Die Lehren der englischen Bablen. not. Siemensstadt- Safelhorst. Am Mittwoch. den 5, November, abends 7% Uhr, Abteilungsversammlung bei Sondheim. Wichtige Tagesordnung. Bernau. Frauenabend am Mittwoch, ben 5. November, abends 7½ tbr, bei Erscheinen aller Genoffen durchaus notwendig. Modisch, Kaiserstraße. Vortrag: Die Frauen und unsere Genossenschaft." Referent: Genoffe nötfchte. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 86. Abt. Mariendorf. Am Sonnabend, den 1. November, nachmittags, verstarb unfer langjähriges Parteimitglied, der Gastwirt Genoffe Konrad Knauer. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 5. November, nachm. 3 Uhr, in Mariendorf auf dem Kirchhof Friedenstraße statt. Jugendveranstaltungen. Abteilungsversammlungen. Heute, Dienstag, abends 7½ Uhr: Buchholz. Lofal bon Roffad, Sauptstraße 71. Frankfurter Biertel. Tilfiter Straße 4/5. Arbeitsgemeinschaft über Religion. Görliger Viertel. Görlizer Straße 51. Mariendorf. Dorfstraße 7. Moabit II. Schule am Stephansplat. Bortrag: Die Novemberrebolution. Neukölln III. Rogathstraße 53. Neukölln IV. Bolal Bärivinkel, Steinbockstraße 21. Neukölln V. Schierfeftraße 44. Neukölln VI. Kaiser- Friedrich- Straße 4 ( Schule). Pantow. Breite Straße 32. Prenzlauer Borstadt. Danziger Schöneberg I. Rubens, Ede Hauptstraße. Schöneberg II. Franken straße 10. Schönhauser Vorstadt. Ibsenstraße 17. Senefelder Viertel. Bahnhofstraße 30a. Oberberger Straße 57. Spandau. Neuendorfer Straße 38. Staaten, Stegli I. Albrechtstraße 47. Weißenfee. Woeld promenade( Schule). Bortrag: Neuzeitliche Literatur." Westen. fürstenstraße 141, Kur Die Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-6.15 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 6.20 Uhr abends: Ratschläge fürs Haus", 7.45 Uhr abends: Straße 23($ of m). Rosenthaler Borstadt. Gipsstraße 123a( Schule). Vortrag des Herrn Dr. Rudolf Wegener: Der Mensch der Vorzeit". 8.30 Uhr abends: Moderne Dichter. 1. a) Mein Traum, Text von Anna Ritter. Reger, b) Weißt du noch, Text von Anna Ritter, Schmalstich, c) Sonnenland. Text von Anna Ritter, Marx, d) Kurz ist der Mai, Text von Löns, Deike( Irmgard Preiß, Sopran). 2. a) Furcht, Peter Altenberg, b) Nächtliche Szene, Peter Altenberg, c) Der Guckkasten, Georg Hermann( Ida Orloff- Leppmann, Rezitation). 3. a) Gebet Heinrichs des Hohenstauffen( Aus dem gleichnamigen Schauspiel) Dietrich Eckart, b) Credo, Marx- Möller, e) Die Pest in Elliant, Börries, d) Die Lederhosensage, v. Münchhausen( Hans Mühlhofer, Rezitation). 4. a) Aus den Nibelungen, Text von Karl Stieler, Max v. Schillings, b) Neue Fülle, Text von Reger, d) Das Geheimnis, Text von Löns, Deike( Irmgard Preiß, Stefan Zweig, Reger, c) Zum Schlafen, Text von Schellenberg, Sopran). 5. a) Mädchengestalten, Rainer Maria Rilke, b) Die Frau des Alternden, Anton Wildgans, c) Ich bin ein Kind der Stadt, Anton Wildgans, d) Lied der Straßen, Anton Wildgans( Ida OrloffLeppmann, Rezitation). 6. a) Was der Lehrer erzählte, MarxMöller, b) Krischan Saß. Marx- Möller, c) Die Mutter, Rudolf Presber, d) Locken, Rudolf Presber, e) Reiseabenteuer, Rudolf Kapellmeister Otto Urack. Presber( Hans Mühlhofer, Rezitation). Am Schwechten- Flügel: Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten. Theaterdienst. Achtung, Jugendgenoffen! 8u ber Arbeitsgemeinschaft Abraham: Deutsche Reichsverfassung", werden noch Anmeldungen im Jugendsekretariat entgegengenommen. Die Vorbesprechung findet am Donnerstag, den 6. d. M., im Jugendheim, Lindenstraße 3, statt. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Arbeiterabftinentenbund. Neukölln, Aula ber Rnabenmittelschule, Donauftraße, Bortrag von Dr. med. Karl Born fte am 5. November: Ber. nunftgemäße Ernährung. Bund heimattrener Oftpreußen, Bezirksgruppe Neukölln- Brik. 4. No. vember, abends 8 Uhr: Liederabend des gemischten Chores in der Aula Raifer- Friedrich- Str. 268. 5. November, abends 7½ Uhr, Monatsperfammlung in der Passage, Bergstr. 151/152. nördlich drehende Winde. Wetter für Berlin und Umgegend. Aufheiterung. Abkühlung und Für Deutschland. Von Best nach Dft fort schreitende Aufheiterung. Nachtfrostgefahr. Ray- Seife Reinen, jugendfrischen Teint, zarte, weiße Hände, gesunde, frische Haut erzeugt der tägliche Gebrauch der weltberühmten Ray- Seife infolge ihres kostbaren Gehaltes an Hühnerei. Säumen Sie nicht, Ray- Seife in Gebrauch zu nehmen, Sie werden von ihrer Güte und Wirkung überrascht sein. Verlangen Sie klar und deutlich: ,, Ray- Seife". Arbeiter- Sport, A Fußballkampf- Gemeinschaftskampf. Ein großer Teil unserer fonntäglichen Zuschauer, und nicht viel meniger die Spieler selbst, betrachten den Fußballkampf lediglich als eine Angelegenheit zur Befriedigung ihrer Sensationsluft oder ihres persönlid en Ehrgeizes. Wenn aber dem Fußballspiel feine höhere Bedeutung beigemessen werden könnte, wäre die ganze Arbeit zur Durchführung eines geregelten Spielbetriebes wertlos. Die Ar beitersportler beurteilen bei theoretischer Vertiefung in das Wesen des Mannschaftstampfes feinen Zweck nach ganz anderen Gesichtspuntten als jene Kreise, denen der gesamte Sport überhaupt nur Militärersah bedeutet. Der gemeinschaftliche Kampf um ein gemeinfames Ziel versinnbildlicht den täglichen Kampf um ein menschenwürdiges Dasein, und soll uns gerade im Fußballkampf besonders beweisen, daß Einheit und Harmonie verbunden mit physischer und geftiger Leistungsfähigkeit den Sieg weit weniger erschweren. In allen Mannschaftsspielen, und ganz besonders im Fußballkampf, müßte das Gemeinschaftsgefühl noch tiefere Wurzeln faffen und in den Wettspielen zum Ausdruck kommen. Mögen die Mannschaften auch die verschiedensten Spielsysteme bevorzugen( sofern überhaupt von„ System" gesprochen werden fann), so soll doch jede Spielart Dom Gedanken des Gemeinschaftskampfes, des harmonischen Sichverstehens, der steten Bereitschaft zur gegenseitigen Unterstützung, der Kräfteverteilung getragen sein. Jede Handlung soll etwas Be ftimmtes, Gewolltes darstellen, und alle Zufallsformen auf ein Mindestmaß verringern. Auch jene Aktionen, die nur persönlichem Ehrgeiz entspringen, und recht oft die Kräfte des Mannschaftsganzen zersplittern, müssen aus unseren Spielen verschwinden. Jeder Personenfultus in der Berichterstattung und im Berein selbst muß abgestreift werden. Nur, wenn wir Fußballer in unserem Spiel den Gemeinschaftsgedanken betonen und unserem schönen Sport dadurch jenen erzieherischen Wert verleihen, den er in sich birgt, so werden auch temperamentvolle Punktkämpfe stets eine Form erhalten, die zur Propaganda unserer Bewegung geeignet ist, unseren Anhängern einen Genuß bietet und den Arbeitern in den bürgerlichen Verbänden die Augen öffnet. G. Resultate vom Sonntag. Norben: Belten- Vorwärts 1: 5, Bankow 08- Sertha 8: 0, Boruffia- Brik 7: 0, Wader 20- Elsthal 2: 0, Fichte- Gesundbrunnen- Bernau 8: 0, Briefelang- Selvetia 0: 5, Giemensstadt- SSB. Nord 3: 2, Teutonia- Sansa 4: 0, Spandau- Union- Bantom 7: 1, Minerva- AGB. 24 3: 3. Often: Sparta A gegen JBC. 3: 0, Frisch- Frei- Sparta B 1: 1, Lichtenberg I- Fichte- GO. 2: 3, Alf- Glienice- Treptower BC. 0: 2, Askania- Germania 5: 0, BB.- Hertha 0: 0, Obersprec- Lichtenberg II 7: 3, Brandenburg 02- Britannia 3: 2, Lidytenberg III- Adlershof 3: 2. Süden: Botsdam- Hertha Budenwalde 0: 2, Teltom gegen Britannia 2: 2. Schöneberg- Steglik 2: 4, Brandenburg a. d. S. gegen Lantwis 6: 1, Neukölln- Nowames 0: 1, Wilmersdorf- Budenwalde I 1: 2 Rüftig Vorwärts- Frisch- Auf 2: 0, Woltersdorf- Berolina 4: 0, Rehlendorfer BC.- Mariendorfer BC. 5: 0, Trebbin Neukölln BC. 1: 3. BC. Moabit gegen Fußballfring 1: 3, Bittoria- Arminia 4: 1 Lieske und seine Rote" Internationale. Man schreibt uns: Der Vorstand des Arbeiter- Turn- und Sportbundes hat bekanntlich Lieste wegen seiner Berleumdungen und fortgesetzten Schädigung des Bundes ausgeschlossen. Da aber der Ausschluß von Einzelmitgliedern durch die Bereine zu erfolgen hat, so hat der Bundesvorstand den Turnverein Fichte", dem Lieste angehört, aufgefordert, ebenfalls den Ausschluß zu vollziehen, widrigenfalls der Turnverein„ Fichte" ausgeschlossen wird. Gegen den Ausschluß hat Lieste fatzungsgemäß beim Bundesausschuß Beschwerde erhoben, jedoch hat der Bundesausschuß den Ausschluß bestätigt. Die Entscheidung liegt nun bei dem Turnverein Fichte", der morgen in einer Bereinsversammlung darüber entscheiden wird. Die Anhänger Liestes find inzwischen nicht müßig gewesen und haben in allen Vereinen für eine Proteftattion gegen den Bundesvorstand agifiert. Der Erfolg ist aber sehr minimal. Kein Bundes verein hat bisher das Vorgehen von Lieste gebilligt, der 4. Bezirk und die Freie Turnerschaft Groß- Berlin heißen den Ausschluß ausdrücklich gut, andere Vereine mißbilligen das Borgehen von Lieste, perlangen aber, daß Fichte" bzw. der 1. Kreis über den Ausschluß entscheidet. Für Lieste haben in diesem Sinne Stellung genommen: Kreisvorstand( 11 KPD., 3 SPD., 6 Unorganifierte) mit 10 gegen 3 Stimmen; Marienfelde; Kartell Köpenid; Vorstand Neukölln- Briz mit 11 gegen 6 Stimmen; ASB. Adlers hof; Spandau; Sportabteilung Lichtenberg; diverse Fußballabteilungen( die 12. Abeilung verlangt Parteipropaganda für alle Parteien, trotzdem der Bundestag ausdrücklich parbeipolitische Neutralität beschlossen hat); Oberspree; Charlottenburg. Der Verwaltungsausschuß der Fußballer( MSB.) heißt die Schritte Lieskes gegen den Bund nicht gut, ist aber der Meinung, daß es sich hierbei um den Parteiftreit zweier Richtungen handelt. durch den die Bundeseinheit gefährdet werde. Der Ausschluß der RSJ. von dem nächstjährigen internationalen Olympia der Luzerner Internationale hat ebenfalls bei vielen Groß- Berliner Vereinen Widerspruch gefunden. Auch hierbei wird auf die Ur= sache des Ausschlusses( fortgesetzte Bekämpfung und Sabotage. von Festen, wie in Karlsbad usw.) nicht eingegangen, sondern lediglich vom sportlichen Standpunkt aus verlangt, daß alle Arbeitersportler zugelassen werden sollen. Da dieser Ausschluß der RSI. aber von der Gesamtvertretung der Luzerner Internationale beschlossen wurde, fann er nicht einmal von einzelnen Ländern, viel weniger von Ortsvereinen geändert werden. ganze Streit dreht sich darum, daß Lieske und seine„ Rote" Internationale die Losungen der KPD.( siehe den Beschluß des Parteitages der KPD.) sowie den revolutionären Klaffentampf" innerhalb der Sportvereine propagieren wollen, während die Arbeitersportverbände diese Parteipropaganda Dera bieten. Lieske hat in Berlin ein Zentrafbureau der RSI. er= richtet, in den Bereinen sind( wie bei den Gewertschaften) 3ellen" der KPD. gebildet, in Berlin besteht ein„ Rotes" Sportfartell" neben dem offiziellen Arbeitersportfarbell, und die Krone des ganzen bildet die Rote" Sportinternationale. Gegen diese Minierarbeit der KPD. richtet sich der Kampf. In Frankreich und der Tschechoflowakei haber die Kommunisten bereits eine Spaltung herbeigeführt. In Deutschland wenden sich die Verbände, abgesehen Don Groß- Berlin, fast geschlossen gegen die Parteipolitik Liestes, so hat L. wiederholt bei seinen eigenen Parteigenossen einen bösen Reinfall erlebt, weil sie mit Lieste, der die Bundesvorstandsmitglieder als Hundenaturen, die sich schützend vor die Geldsäcke der Rapitalisten stellen", bezeichnete, nichts zu tun haben wollen. Schwimmfest„ Welle". Der Das interne Schwimmfest gab einen interessanten Einblick in die geleistete Bereinsarbeit. Mit Gesang Krönt den Tag" wurde das Fest eingeleitet. Das Riegenschwimmen, das Schwimmen der NEU CHTER STEGLITZ Schwimmschüler, das Schwimmen der Kleinsten bis zu den ältesten Mitgliedern des Vereins, der Frauenfunstreigen, der in seiner letzten Figur von 24 Mitgliedern geschwommen wurde, die Jugendkämpfe, die ausgetragenen Staffeln sowie die Wasserballspiele gaben dem Feste einen abwechslungsvollen Verlauf. Das Welle- Orchester begleitete mit guter Musik die einzelnen Konkurrenzen. Ein gut ge schwommener Lampionreigen bildete einen effektvollen Schluß des Festes. Nachstehend die Resultate: Erstlingsschwimmen, 2 Bahnlängen. A. Mädchen: 1. Rupper 45 Gefunden. B. Weibliche Jugend: 1. Martin 47 Get. C. Frauen: 1. Miller 59 Set, D. Anaben: 1. Rarg 43 Gef. E. Männl. Jugend: 1. Soffmann 39 Get. F. Männer: 1. 8werner 43 Get. Freistilstaffel, 4X2 Bahnlängen( 2 Jugendliche, 2 Männer): 1. Lichtenberger Abteilung 1 min. 54 Get. Brustschwimmen, 4 Bahnlängen: a) Weibliche Jugend: 1. E. Eberhardt 1,30 Min. b) frauen: 1. G. Road, 1 Min. 31 Get. c) Männliche Jugend: 1. Sellermann 1,30 Min. d) Männer: 1,23 Min. Schwimmen der Kriegsbeschädigten. 2 Bahnlängen. 1. R. Krüger 50 Get. Sindernisschwimmen: 1. W. Hoffmann 1,5 Min. Mädchenschwimmen, 2 Bahnlängen: 1. Kündiger 48 Get 2. Sulitschte 49 Get. Rückenschwimmen, 4 Bahnlängen. a) Weibl. Jugend: 1. Eberhardt 1,32 Min. b) Männl. Jugend: 1. W. Soffmann 1.18 Min. c) Männer: 1. E. Sagedorn 1,20 Min. Männerlagenstaffel, 4X2 Bahnlängen: 1. Berlin, 1. Mannschaft 2,07 Min. Knabenschwimmen, 2 Bahnlängen: 1. Grunwald 40 Gel. Kopfweitfpruna. a) Jugend: 1. Schneider 12% Meter. b) Männer: 1. A. Bentert 2,15 Min. Springen: Jugend: 1. Güring. Frauen: Noad. Männer: ThulJugendlagen staffel, 4X2 Bahnlängen: 1. Lichtenberg mann Geitefchwimmen, 4 Bahnlängen. a) Jugend: 1. Gorzella 1,09 Min. b) Männer: 1. C. Althaus 1,10 Min. Beliebiges Schwimmen, 2 Bahnlängen. a) Männer: 1. Tuhlmann 25 Get. b) Jugend: 1. Sellermann 29 Set. Frauen. schwimmen, 2 Bahnlängen: 1. G. Road 40 Gef. Wafferballspiel: Welle, 1. Mannschaft gegen Welle- Jugend, 1. Mannschaft 6: 3 Tore. 14 Meter in 24 Get. Arbeiter- Wintersport- Intereffengemeinschaft. Deffentlichkeit. Das Intereffe an biefem Sporlzweig Rig es alfam fcheinen, der breiten Oeffentlichkeit Spiele in allen Klaffen zu zeigen. Die ständigen Erfolge der Berliner Mannschaften im ganzen Reiche geben Gewähr für guten Sport. Die Frauen des SV. Belle verschönern den Abend durch Reigenvorführungen. Beginn 8 Uhr in der Badeanstalt Oderberger Straße. Folgende Mannschaften freten zum Spiel an: Klaffe B: Freiheit- Tegel, Schiedsrichter: R. Schröter. Welle- Fr. Schw. Norben. Schiedsrichter: Fechner. Jugend Neptun Weiß-Borwärts- N., Schiedsrichter: 9. Gelchom. Klaffe A: Borwärts- NO- Union, Schiedsrichter: A. Drener. laffe B: Neptun- Weiß Faltenfee I, Schiedsrichter: E. Gernegrok. Reigenvorführungen: Jugend Freiheit- Reptun- 2. I, Schiedsrichter: A. Kinfel. Alaffe A: Borwärts- S.- F. G. Neukölln. Schiedsrichter: Busch. Jugend Neptun- Beis II gegen Charlottenburg. Schiedsrichter: E. Jahr. Kartell für Bolisbildung, Sport und Körperpflege, 16. Bezirk. Montag, Tagesordnung: 1. Reichsbanner und Arbeitersport. den 10. November, abends 8 Uhr, im Jugendheim, Röpenid, Sikuna. 2. Die erite ArbeiterOlympiade 1925 in Frankfurt am Main. 3. Abredung vom Bezirkssportfest. 4. Unsere nächsten Aufgaben. 5. Anträge und Verschiedenes. Bundesschule des Arbeiter- Turn- und Sportbundes, Filiale Berlin. Am Freitag, den 7. November, abents 7 Uhr, findet im Fichtehaus, Röpeniderstr. 108, eine Sigung des Bundesschulbeirates statt. Besondere Einladung erfolgt nicht. Wirtschaft Der Abbau der Devisengesehe. Durch eine Notverordnung des Reichspräsidenten ist jetzt eine ganze Reihe von Bestimmungen der Devisengefeggebung währung überflüssig geworden sind, im Kampf gegen den Verfall der aufgehoben worden, die nach der Wiederaufrichtung der GoidPapiermart aber seinerzeit notwendig waren. Die Regulierung des Devisenverkehrs ist nur noch in wenigen Punkten aufrecht erhalten. So müssen die Devisenkäufe nach wie vor über eine Devisenbant erfolgen, auch die Wechselstubenverordnung bleibt großenteils noch in Kraft. Fortgefallen hingegen ist der Meldezwang der Banten über die abgeschlossenen Devisengeschäfte sowie die Bestim mung, daß Devisentäufer besondere Bescheinigungen über die volkswirtschaftliche Notwendigkeit der Devisenkäufe beibringen. Es fann also wieder jedermann frembe Währung kaufen, ohne die Genehmigung des Finanzamtes zu haben. Do außerdem der Verkauf von Mart ins Ausland jeht wieder erlaubt ist, können die Unternehmungen beim Export auch wieder Markkredite an das Ausland erteilen, fie dürfen ferner ihre Rechnungen auf Mark ausDie AWI", eine Rusammenfaffung der Wintersporttreibenden aller Arbeitersportverbände Groß- Berlins, leate in der am 27. Oftober ftattgefundenen Bersammlung folgendes Programm feft: Beginn bes Troden Sti. Rurfus am Donnerstag, 6. November, auf dem Fichteplag in Baun. schulenweg. Treff: 7 Uhr am Bahnhof Baumschulenweg. Uebung jeden Donnerstag pon 7-9 Uhr. Gebühr für Erwachsene 2 M., für Jugendliche und Arbeitslofe 1 M. Mitgliederbeitrag für das Jahr 1925 beträgt 0,50 M. Weihnachtsfahrt vom 24. Dezember bis 1. Januar 1925 nach dem Schmiedeberger Paß im Riesengebirge. Gesamtkosten zirka 60 M. Anmeldung unter Beifügung von elf Mart bis 1. Dezember an Franz Kirsch, Poftichect Nr. 84 535, Berlin N. 7., mit der Bezeichnung: AWJ. Die Wahlen ergaben folgendes: Geschäftsführer Franz Kirsch, 60. 16, Röpenider Str. 108( Fichtehaus). Tel.: Morigplak 16 577. Rassierer Otto Steinide. Technischer Ausstellen. Wer ins Ausland reift, fann nach den neuen Bestimmungen fchuß: 1. Biefe, 2. Latt, 3. Steinide, 4. Suder( Rodeln). 5. Vergens. Nächste Bersammlung am 13. November auf dem Fichteplak in Baumschulenweg, 128 Uhr. # Den Winterfportintereffenten fei mitgeteilt, baß das Berbeplakat Mir bas Wintersport- Olympia in Schreiberhau am 31. Januar, 1 und 2. Februar nächsten Jahres jest herausgegeben wird. Das Plakat foll in der Saupt. sache nur dort zum Aushang gelangen, wo Wintersportinteressenten vor handen sind. Bestellungen auf das Blakat find zu richten an bie Rentral. fommiffion für Arbeitersport und Körperpflege, Berlin. 57, Billow. ftraße 29 III, oder an die zuständigen Berbände. Das Stadion in Frankfurt am Main. Die Fertigstellung des im Bau befindlichen neuen Stadions der Stadt Frankfurt a. M., in dem das große internationale Olympia des Ar= beitersports stattfinden wird, ist in furzer Zeit zu erwarten. Durch die außerordentlich günstige Herbftwitterung wird es möglich. alle Betonierungsarbeiten vor Eintritt der Frostperiode zu voll enden, so daß eine frühere Fertigstellung als ursprünglich angenommen wurde, möglich erscheint. Das Stadion verspricht die schönste Anlage auf diesem Gebiete in Deutschland zu werden. Dem internationalen Olympia steht denmach eine vorbildliche Stätte der Leibesübungen zur Verfügung. Ruberriege bes Turn- und Sportvereins Fichte. Die Riegenfibung am 5. November fällt aus. Alle Sportgenoffen gehen zur Vereinsversammlung im Gewerkschaftshaus um 7 Uhr. Nächste Riegenfißung am Donnerstag, ben 13. November, 7 Uhr, bei Bensti, Wiener Str. 55. Genoffen, welche den Mannschaftsrudersport pflegen wollen, werden jeht noch in die Niege auf genommen. Jeden Freitag ab 7 Uhr Uebungsabend im Bootshaus Borwärts. Erfter Uebungsabend am 14. November. Nähere Auskunft erteilt Alfred Souriften- Berein Die Naturfreunde", Ortsgruppe Berlin, C. B. Mittwoch, den 5. November, abends 8 Uhr, Gipsstr. 23, Funktionärsihung. Parteis und Gewerkschaftsausweise mitbringen. Sachs, Lichtenberg. Guntherftr. Ruderverein Collegia E. B. Charlottenburg( Bootsbans en der Savel.) 21 wieder Geld in deutscher oder fremder Währung in beliebigen Mengen mitnehmen. Damit ist also troß einer gewiffen formellen Regulierung des Marktes grundsählich der freie Devisenverkehr wiederhergestellt. Welche Auswirkungen die Verordnung auf dem Devisenmarkt haben wird, der weiter der Kontolle der Reichsbant unterliegt, läßt sich natürlich nicht voraussehen. Für die Banken und für den privaten Geschäftsverkehr bringt die neue Regelung wesentliche Erleichterungen, die wahrscheinlich zu einem weiteren Personalabbau führen werden. Die Beibehaltung des Ginheitsfurses, das Verbot des Termingeschäftes und die Zentralisierung des Devisenhandels bei den Devisenbanken geben immerbin die Möglichkeit, im Falle einer Gefährdung der Währung durch umfangreiche Marfperkäufe eine Verschärfung der Kontrolle ein. treten zu lassen. Hoffentlich wird das nicht notwendig. Mit der Wiederaufrichtung der Goldwährung wird die Beeinflussung des Devisenverkehrs wieder besser durch die Regulierung des Kreditwesens als durch irgendwelche Polizeibestimmungen gehandhabt merden können, die den Geldverfehr belasten und den internationalen Austausch von Krediten und Waren erschweren. Ueberstürzte Kreditgesuche im Ausland. Daß die Sorge um die Aufrechterhaltung der deutschen Wäh rung bei den amtlichen Stellen noch immer besteht, beweist eine neue Verordnung des Reichspräsidenten, die Ländern, Gemeinden und Gemeindeverbänden verbietet, ohne 3ustimmung des Reichsfinanzministeriums Anleihen im Ausland Gigung ieden" Freitag, 8 Uhr, im Sobal von Thunad, Charlottenburg, aufzunehmen. Man befürchtet von den vielen Kreditgefuchen, die Wielandstr. 4. Sonnabend, 8. November, Tanzabend( Nacht durch) anläßlich unferes 29. Stiftungsfestes im Rronenfaal, Johann- Georg- Seit fäle, Berlin- Salensee, Johann- Georg- Straße 19 Pflicht eines jeden Mit aliedes ist, zu erscheinen. Bundesmitglieder fowie Gönner werden hiermit eingeladen. Für Unterhaltung ist gesorgt. jetzt an das Ausland gerichtet werden, eine Gefährdung des ausländischen Anleihemarktes und damit auch Nachteile für die Währung und für die Wirtschaft. Der Reichsfinanzminister fann seinen Einspruch nur dann wirksam machen, wenn auch der Reichsrat die Aufnahme des Kredites ablehnt. Die Verordnung ist nur für eine furze Uebergangszeit vorgesehen und soll am 31. Januar tommenden Jahres außer Kraft treten. Eine Auslandsanleihe für Berlin. Ahtletik- Sport- Club e. B. Leichtathleti Soden Rudern. Seben Dienstag, abends 7 Uhr: Babeabend in der Städtischen Badeanstalt Schillingsbrilde Jeben Mittwoch, abends 8 Uhr: Hallentraining der Männer- und Jugendabteilung in der Turnhalle der Friedrich- Werderschen Oberrealschule, Niederwallstr. 12. Jeden Freitag, abends 8 Uhr: Sallentraining der Frauenabteilung in der Turnhalle Stalizer Str. 55/56. Jeden Sonntag, vorm. 10 Uhr: Waldlauf ab Fichtesportplak, Baumschulenweg, Eichbufchallee. Schrift führer der Socken- Abteilung: Willi Mielte, Berlin D. 34, Weidenweg 27. Geschäftsstelle: Alfred Behrends, Berlin RB. 87, Rinzendorfstr. 7. Arbeitersport- und Kulturkartell Lichtenberg, 17. Berwaltungsbezirt. Die Rartelligung findet am Dienstag, den 10. November, abends 8 Uhr, bei Wegner, Frankfurter Allee 236, statt. Alle Bereine und Abteilungen müssen erfcheinen. 17. Berwaltungsbezirk. SPD.- Kulturorganisationsmitglieder und Arbeitsgemeinschaft der 2. S. 3. Am Donnerstag, den 13. November, findet bei Geizte, Scharnweberstraße, Ede kronprinzenstraße, die Monats amerikanischen Konsortium unter Führung der Firma Speyer u. Co., versammlung ftatt. Allen GPD.- Genoffen, die Mitglied eines Turn-, Sport-, Fußball, Athleten, Tennis-, Socken, Schwimm-, Stuber-, Wander, Stenoaraphie, Schach, Gamariter, Voltsgesundheits-, Abstinenten-, Radfahrervereins sind, müssen unbedingt erscheinen. Partei und Bereins. buch legetimiert. Durch Mitglieder eingeführte Gäste haben Rutritt. Mitalieber, bie an diefem Sag verhindert sind, werden gebeten, ihre Abreffe in der Bibliothek Weichselstraße abzugeben. 8. 6. B. Neptun 1894. Am Sonntag, den 9. November, findet im Stadtbad Friedrichshain bas 30. Jubiläums- Schwimmfest statt. Fast die gesamte Berliner Klaffe erscheint am Start. Daneben noch einige Brovinzvereine. Der Eintrittspreis beträgt 50 Pf. Die Nachfeier findet im Gewerkschaftshaus statt. Einen Werbe- Straßenlauf veranstaltet ber Athlettt- Sport Club e. B. am 16. November anläßlich des Sockenspieles ASC.- Leipzig gegen ASC.- Berlin. Rweck des Laufes ist, durch eine möglichst große Rahl Sportler und Sportlerinnen die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf sich au ziehen. Es ailt nicht, den Sieg au erringen, sondern ein Massenaufgebot von Läufern und Läuferinnen auf die Beine zu bringen, die auf einer airta 2000 Meter bam. 1000 Meter langen Strede einen gemütlichen Lauf auriidlegen. Die Brudervereine werden um zahlreiche Unterstützung gebeten. Nähere Einzelheiten werden den intereffierten Bereinen auf Anforderung zugesandt, Anfragen an die Gefchäftsstelle: Alfred Behrends, Berlin N. 87, Bingen. Dorfstraße 7. Am voraufgehenden Sonnabend, den 15, November, findet im großen Gaale des Gewerkschaftshauses anläßlich des 13jährigen Beftehens des Athletik- Sport- Club e. B. das diesjährige Stiftungsfest statt. Sierzu find alle Brudervereine herzlichst eingeladen. Zurn und Sportverein Fichte". Mittwoch, 5. November, abends Mittwoch, 5. Rovember, abends 6½ Uhr, findet im Gewerkschaftshaus, großer Gaal, eine außerordentliche Generalversammlung statt. Tagesordnung: Die Differenzen mit dem Bundesvorstand." Ein Vertreter des Bundesvorstandes ist ein. geladen. Beginn pünktlich 7 Uhr. Mitglieder ohne Mitgliedsausweis und folche, die brei oder mehr Monate Reft haben, haben teinen Rutritt. Sonnabend, 8. November, 30- Jahr- Feier im Ulap, Alt- Moabit 4/10. Alle chemaligen und Gründungsmitglieder, sowie freunde der Abteilung, die davan teilnehmen wollen, geben ihre Adreffe in der Gefchäftsstelle oder beim Turngenoffen. Ririch, Balbftr. 1, ab. Die Anzahl der gewünschten Rarten a 1 M. wird augefandt. Bir turnen jeden Dienstag Turmstr. 75, jeben Freitag Siemensstr. 20. Reservierter Babeabend( mit Familie) jeden Donners bag von 18-49 Uhr. Gäste willkommen! Bafferballtag im Stadtbab Prenzlauer Berg( Oderberger Straße). Am Sonnabend, den 8. November, treten die Berliner Arbeiter. schwimmer aum ersten Male mit einem affetballtag an bie Blankopp ZIGARETTENFABRIK OTIO KRESSIN BERLIN SCHONHAUSER ALUL 149 Noch ehe die obenerwähnte Berordnung in Kraft getreten ist, hat die Stadt Berlin eine große Anleihetransaktion durchgeführt. Sie hat durch Vermittlung der Deutschen Bent Berlin und der Firma Lazard Speyer- Ellissen, Frankfurt a. M., mit einem New York, dem außerdem noch angehörigen Equitable Trust Co., Juc, sämtlich in New Yorf, ein Darlehen über drei Millionen Dollar auf ein Jahr abgeschloffen. Die Stadt Berlin hofft, während dieser Zeit mit Hilfe des Konsortiums eine größere langfristige Anleihe in den Vereinigten Staaten von Amerika unterzubringen. Der Berliner Arbeitsmarkt. Auf dem Arbeitsmarkt ist trop einzelner Berschlechterungserschei nungen die günstige Entwicklung, die mit der Erleich terung der Kapitalbeschaffung einfegte, vorherrschend geblieben. Ungünstig blieben die Beschäftigungsverhältnisse jedoch noch immer im Handelsgewerbe und für Bureauangestellte, von denen ein Teil bereits andere Beschäftigungen aufgenommen hat. Besonders schwierig ist die Unterbringung älterer Kräfte. Trog besserer Konjunktur in einigen großen Industrien sind die Einstellungen von faufmännischen Kräften nur gering, da für die durch größere ArLeiterbeschäftigung bebingte faufmännische Mehrarbeit größtenteils der Stamm der Angestellten ausreicht. Die weitere Befferung wird gleichfalls durch das Gastwirtsgewerbe und die Gruppe Gesundheitsund Körperpflege, in denen naturgemäß um diese Jahreszeit ein Rückgang einfegt und auch durch zurückflufende landwirtschaftliche Hilfskräfte gehemmt. In den anderen Gruppen macht die Besserung langfgm weitere Fortschritte. An dieser Entwiflung ist in lezter Beit besonders auch das Bervielfältigungsge werbe beteiligt, in dem sich der Geschäftsgang für fast alle Gruppen, namentlich jedoch für Schriftfeßer wesentlich gebessert hat. Es waren 81 300 Perfomen bei den Arbeitsnachweisen einge tragen gegen 82 545 der Borwoche. Darunter befanden sich 53 823 Zin Friedensformat Die beliebte 35 KRESSIN ZIGARETTE in count gende Qat nen. ( 55 033) männliche und 27 477( 27 512) weibliche Personen. Unter stigung bezogen 24 750( 25 824) männliche und 5468( 5399) weibliche, insgesamt 30 218( 31 223) Bersonen. Die Zahl der zu gemeinmüßigen Pflichtarbeiten lleberwiesenen betrug 1202 gegen 1284 der Borwoche. Für die Landwirtschaft ist der Bedarf an Arbeitskräften infolge der teilweise beendeten Hackfruchternte zurückgegangen. In der Metallindustrie ist weiterhin eine verhältnismäßig gute Vermittlungstätigkeit vorherrschend geblieben. Nach wie vor gesucht blieben in der Hauptsache Elektromonteure, Kühlerflempner und weibliche Arbeitskräfte. Das Spinnstoffgewerbe weist für die Strickerei und Kürschnerei einen guten Beschäftigungsgrad cuf. Es fehlt an perfetten Maschinenstriderinnen und SadnäherinAuch die Zellstoff- und Papierherstellung und verarbeitung bliet weiterhin gut aufnahmefähig. In der Lederindustrie und Industrie lederartiger Stoffe find Tapezierer und Wagenfeitler gut beschäftigt. In den anderen Branchen ist ein geringes Nachlassen in der Anforderung von Arbeitskräften zu bemerken. Fast alle Branchen des Holz- und Schnitzstoffgewer bes weisen eine weitere langsame Besserung der Lage auf. Im Nahrungs- und Genußmittelgewerbe hatte in der Hauptfache die Schokoladen und Tabatbranche nennenswerten Bedarf an Arbeitskräften. Nach Brauern ist die Nachfrage sehr zurückgegangen. Im Vervielfältigungsgewerbe hielt die Besserung an. Deutsche Schuhzölle für englische Kapitalinteressen. Die Deutsche Borarvereinigung, in der neun der größten Borarproduzenten zusammengeschlossen sind, versucht für Borag einen Einfuhrzoll von 5 Goldmart zu ermirken. Die Deutsche Borarvereinigung ist vom englischen Boragsyndikat vollkommen abhängig; sie verlangt von dem genannten englischen Trust weiterhin zollfreie Einfuhr des Rohmaterials, während der Preis für fertigen Borag um 5 m erhöht werden foll. Die, deutschen Borarerzeuger haben sich ferner dem englischen Trust gegenüber verpflichtet, die Hälfte des leberpreises abzu= liefern. Das würde für das englische Syndikat( wenn man den Ansteckungsgefahren prompt entrinnt, wer bei sich führet Formamint das altbewährte, wohlschmeckende Mund- und Rachendesinfiziens. Erhältlich in Apotheken und Drogerien. Proben und Broschüren fostenlos durch Bauer& Cie., Berlin SW 48, Friedrichstraße 231 Theater, Lichtspiele usw. Staats- Theater Lessing- Theater Opernhaus 8 Uhr: 6U.: Die Meistersing. Die große Revue: von Nürnberg Opernhaus Wien gib acht! am Königsplatz Ueb.150Mitwirkende 7U.: Der Waffen Mittw. 4 U. kleine Pr. schmied Hänsel u. Gretel Schauspielhaus Gr. Kindermärchen 7% U.: Peer Gynt Schiller Theater 7% U: Fuhrmann Henschel Volksbühne 7 U.: Der arme Konrad Deutsch. Theater 71% Uhr: Die heilige Johanna von Bernard Shaw Regie: M. Reinhardt Kammerspiele 8 Uhr: Die tote Tante und andere Begebenheiten Die Komödie Kurfürstendamm 206/207 8 Uhr: Der Diener zweier Herren von Carlo Goldoni Regie: M. Reinhardt Theater i. d. Königgrätzer Str. 8 Uhr: Der Mann ohn.Moral Th. a. Nollendorfpl. 7.30: Die Geliebte Sr. Hoheit mit Fritzi Massary Komödienhaus 8 Uhr: Karussell Deutsch. Künstlertheat. Täglich 7% Uhr Der Tanz um die Liebe Operette in 3 Akt. von Osk. Strauss Martha Serak Erikay.Theilmann Paul Graetz/ Robert Nästlberger Robert Scholz Hans Wassmann Georg Baselt Erich Walter Mus.Leit.: M. Roth Tänze: H. Lingen Bühn.Bild: E.Stern Lustspielhaus Tägi 8 Uhr: Die Zwillingsschwester Lustsp. v. L.Fulda Kate Dorsch/ Joh. Riemann Hans Jankermann Heges Operettenhaus Täglich 8 Uhr: K. Valentin/ Lis! Karlstadi in ,, Vorstadttheater" Burleske v. Karl Valentin Wallner Theat. Tagl. 8 Uhr: David u. Goliath Berliner Theater Th. im Admiralspalast 7.30 Uhr: Der süße Kavalier SCALA Tägl. 8 Uhr: Grock und internat. 11's Stars bilden eine Varieté Revuc Circus Busch Tgl.7%, Stgs.a.3 U. Täglich 8 Uhr Die größte Revue der Welt: ,, Noch und Noch Sonntag 66 2 Vorstellungen in erster Besetzung 3 u. 8 Uhr NOO Central Theater U.: G'wissenswarm Deuts.Opernhaus 7 Uhr: Aida Musikal. Leitung: Generalmusikdir. Braine Walter Intimes Theater 8: Liebeskonzern Tempo- Tempo: Metropol- Theater Tägl. 7 Uhr: Gräfin Mariza Neues Th. Neue Sensation. am Zoo Danertaucher Kapt. Wall's Täglich 8 Uhr: RIESEN- Die Frau KROKODILE ohne Schleier Der Kampf Th. I. Kommand. Str. unt. Wasser Täglich 8 Uhr: Wages des großen Erfolges Der neuest.Schlager karze Zeit verlängert! von Hugo Hirsch Auto- Rennen Wenn man ver liebt ist.. mit Molly Wessely in der Luft!! Siegfried Arno Die berühmt. Ikarier Pr. d. Plätze 1-8 M. Bonhair- Truppe Abends z. Schluß: Philharmonic 8 Uhr; Wasserschaustück Sinfonie- Konz. Carmen des Philharm. Orch Nur noch kurze Zeit! Dirig: Prof. R. Hagel Tolkstüml. Pr.! Un Sint. Schubert: Viel.Kz. E- Mell- St.Saves( Halist). KOMISCHE OPER Direktion: James Klein 8 Uhr Allabendlich 8 Uhr GRÖSSTE REVUE ALLER ZEITEN Das hat die Welt noch nicht gesehn Darsteller: Bruno Kastner Paul Westermeier Hugo Flink Siegfried Berich Else Berna Hanna Gorina Lotte Werkmeister Miss Nielsen Sensations- Bilder Legende vom Nil ( Ballett unter Wasser) Perlenballett ( mit lebendem Diadem) Straußfedernballett Riesenspielzeug ( 90 Zwerge und Knaben) Zillebilder Unter einem Frauenrock Spiegel- Ballett Auftreten der fabelhaftesten span. Tänzer Vorverkauf ununterbrochen 66 Apollo8 Uhr 8 Uhr Theater Direktion: James Klein Die erste große Revue- Posse Durchschnitt des Monatstontingentes zur Berechnung heranzieht)| einen Gewinn von etwa 270000 Goldmart bedeuten. Mit anderen Worten: dieser Einfuhrzoll hätte einen größeren Gewinn der englischen und deutschen Boragproduzenten auf Kosten winn der englischen und deutschen Borarproduzenten auf Rost en der deutschen Konsumenten zur Folge. Man tann woh! erwarten, daß die maßgebenden Instanzen, die kein Interesse daran haben können, den deutschen Boragerzeugern und dem englischen Syndikat Extragewinne auf Kosten der Verbraucher zu vermitteln, diese ungeheuerliche Forderung entschieden ablehnen werden. Seine Gefahr für die Kartoffelversorgung. Gegenüber den zahlreichen Artikeln, die über ungenügende Kartoffelver: sorgung, insbesondere des Westens, veröffentlicht werden, weist der Einheitsverband des deutschen Kartoffelhandels darauf hin, daß der deutsche Kartoffelhandel die Martilage wesentlich anders beurteilt. Es wird dort ausgeführt, daß das Ruhrfohlengebiet, wie überhaupt der ganze Westen, in Kartoffeln erstide und daß man in München noch nie so viel Waggons mit Kartoffeln erblickt habe wie in diesen Tagen. Die Zufuhren seien weit über die Aufnahmefähigkeit der Verbrauchermärkte hinausgegangen. Auch andere Nachrichten bestätigen, daß Kartoffeln in erheblicher Menge am Markte sind. Deutsche Kohlen für Argentinien. Vor kurzem ist ein Vertrag mit Argentinien zustande gekommen über die Lieferung von 175000 Tonnen Steinkohlen für die argentinischen Elektrizitätswerfe, die bisher ständig aus den Bergwerfer in Südwales beliefert morden sind. Neben ansehnlichen Aufträgen seitens Italiens und Argetiniens macht die Nachfrage nach deutschen Kohlen auch in anderen füdamerikanischen Staaten immer größere Fortschritte. Amerikanische Kapitalanlagen. Der riesige Kapitalreichtum der Bereinigten Staaten erlaubt es dem amerikanischen Kapital, außer ordentlich große Kapitalanlagen vorzunehmen. Seit 1921 bis Mitte 1924 hat das amerikanische Kapital die ungeheure Summe Don 17 Milliarden Dollar für verschiedene Zwecke angelegt. Die Summen der Anlagen steigern sich von Jahr zu Jahr; sie be= trugen 1921 4, 1922 und 1923 je 5 Milliarden, im laufenden Jahre werden sie über 6 Milliarden betragen. Bei einem National einkommen, das jährlich auf über 70 Milliarden geschätzt werden fann, fönnen diese Riesenziffern nicht wundernehmen. Indessen bleibt der überwiegend größte Teil der Anlagen in den Vereinigten Staaten selbst. Von 17 Milliarden find nur 1 Milliarde im Ausland, Südamerika, Kanada, Asien und Europa, angelegt worden. In den Vereinigten Staaten selbst wurden in 3½ Jahren 11 Milliarden für Eisenbahnen und Industriegesellschaften, 4 Mil liarden für Staats- und Gemeindeanleihen, öffentliche Arbeiten usw., 1 Milliarde zu landwirtschaftlichen Kreditzweden angelegt. Die ins Ausland verliehenen Kapitalien verteilten sich folgendermaßen: 1921 1922 1928 1924 ( 6 Monate) in Millionen Dollar 431 379 242 320 81 24 19 Für ausländische Regierungen. Für ausländische Industrien 4 15 6 Europa erhält nur einen Teil dieser Kapitalien. Der Baumwollverbrauch der Welt. Die halbjährliche Baumwollstatistik für die erste Hälfte 1924 ist vom Internationalen Baumwollverband vor kurzem veröffentlicht worden. Im ganzen Verbrauchs jahr 1923/24 war der Verbrauch um beinahe 2 Millionen Ballen geringer als ein Jahr zuvor; er betrug 20% Millionen. Der Verbrauchsrückgang beträgt also zirka ein Zehntel. Im letzten Halbjahr entfiel aber der Rückgang nicht auf Europa, fondern auf die über feeiſchen Länder. Die Vereinigten Staaten verbrauchten eine halbe Million Ballen weniger als im ersten Halbjahr. Auch ist der Berbrauch Indiens wesentlich zurückgegangen. Demgegenüber ist der europäischen Länder find aber Veränderungen eingetreten. Erhöht der gleiche geblieben wie in der ersten. Innerhalb der einzelnen europäiſtchen Länder sind aber Veränderungen eingetreten. Erhöht hat sich die Kurzarbeit in der Baumwollindustrie in England, Spanien, Bolen, Holland, Finnland und Dänemart. Zurüdgegangen ist sie in der Tschechoslowakei, Belgien und Schweden. Die internationale Statistik enthält keine Angaben über Deutschland. Was fehlt in Ihrem Küchenschrank Man kann sich heutzutage keinen Küchenschrank denken ohne Feinkostmargarine ,, Schwan im Blauband!" Es gibt wohl keine Margarine, die sich zur Verwendung beim Kochen, Braten und Backen so glänzend bewährt hat, wie sie. In jedem Küchenschrank ist deshalb ,, Schwan im Blauband" zu finden. Sie kostet in der bekannten Packung 50 Pf. das Halbpfund Schwan im Blauband 7 Uhr Große Volksoper Uhr Samson u. Dalila Kleines Theat. Goethe- Bühne Heate 8 Uhr z. letzten Male; Tilla Durieux in Klosterstr. 43 Täglich 72 Uhr: Ein idealer Gaffe Die natürliche Mittw. 7: Premiere TOCHTER Tilla Durieux in Die Königin von Neapel Mittw. 4 Uhr kl. Pr.: Titelrolle: Else Heims Abonnenten Schneewittchen halbe Kassenpreise Theater am Residenz- Theater Hottbusser Tor. Dir.: Fel. Meinhardt 8 Uhr: Die vier Schlaumeier Mus. v. W.W. Goetze Sonnab. 4 U. kl. Pr.: Hänsel u. Gretel Trianon- Th. Täglich 8 Uhr: Solott' Erika Gläßner, Jul.Falkenstein u. Ferd. Bonn Th.i.d.Gem.- Turnhalle Weißensee, Pistoriusst.23 Sonnt. abds. 7 Uhr Täglich 8 Uhr u Sonnt. nachm. 3 Uhr: ElifeSänger Fabelhaftes NovemberProgramm! Volkstüml Preise. WALHALLA am Rosenthaler Tor. Kolossal Programm! Schulrelter Schumann mit 3 Pferden Salerno 7 Elliott Savonas Läpp und Habel Ludw. Amann und weitere& Sensationen! Anf. 8 Uhr. 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Röcker, Berlin Lichtenberger Straße 22, Kgst. 3861 Oefen Eiserne Oefen Kacheloefen Kochherde R.Zechlin Alexanderpl.49 BERLIN C. Pianos, Flügel erstklassig, preiswert. Römhildt, Potsdamer Str. 126. MARGARINE frisch gekirnt Gr. Kinder- Vorstell. im Trianon- Th. Mittwoch nchm.4 U. Gr Zaubermärchen Rotkäppchen Dazu die entzück. Sensation Die Zauberbrille Preise ab 60 Pfennig Rose- Theater Dem langjähr. Bezirksführer Brich Ziemke u. feiner jungen Frau viel Glüd und Segen in feiner jungen Che 92. Abteilung Neukölln. 9999006666666 Danksagung. Für die Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unferes lieben Sohnes, meines einzigen Bruders sagen wir ber Firma Klos, Stettiner Straße 27, dem Glaube u. Heimat Meister und den Arbeitern unseren innigDir.: B. Rose 3/48 Uhr: WIND BRIEN ften Dant. Berlin- Niederschönhausen, Charlottenstr. 27. Varieté- 82/ 4 Spielplan Karl Frunzke und Frau Olga Frunzke als Schwester. Achtung! Achtung! Rauchen gestattet Budhoruderei- Hilfspersonal! Leiterwagen u. alle ander. Transportgeräte liefert billigst. Das Berliner Buchdruckerei- Hiltspersonal hat fich dem Vorgehen der Gehilfen be züglich Forderung und Kündigung zum nächsten Zahltage( Freitag, 7. November) anzuschließen. Alles Rähere Donnerstag, den 6. No vember 1924, nachm. 4 Uhr, in der Junttionär- Bersammlung Gewerkschaftshans( S. 1), Engelu er 24/25 Der Ortsvorstand. J. A: Otto Gloth. Deutscher Metallarbeiter- Verband Großer Vorrat. Achtung! BBMJ.- Funktionäre! Georg Wagner Die Bereinbarung über Regelung der Köpenicker Str. 71. Tariflöhne für Rlaffe IV und V und weiterer Kein Ladengeschäft. Bestimmungen, gültig ab 27 Ottober 1924, Keine Sehaufenster- ist im Verbandshause, Simmer 20, bis 4 Uhr, Reklame, dafürwesent- von 4-7 Uhr, außer Sonnabends, im lich billigere Preise Bimmer 4 täuflich zu haben. Der Wichtigkeit wegen muß jeder efonders Funktionär im Befiz derselben sein. wirksam sind die KLEINEN Achtung! Zileleure Achtung! ANZEIGEN in von der Gesamt- Mittwoch, den 5. November, nachim Cotal auflage des mittags 5 Uhr. ,, Vorwärts" Redling, Waffertorfte., 71: und trotzdem Versammlung !! billig!! Die Defsverwaltung. Nr. 52041.Jahrgang Die Hauszinssteuer. 2. Beilage des Vorwärts setzten es durch, daß in der 1. Preußischen Steuernotverord nung, die am 1. April 1924 in Kraft trat, Hausbesig, der mit einem ländlichen Betrieb verbunden ist, von der Bezahlung Die Stellung der Sozialdemokratie im preußischen Landtag. der Hauszinssteuer befreit wurde. So tam es zu er em Bon Friz Tejessy. pörenden Ungerechtigkeit, daß in den Landgemeinden der BeIn den Städten wirkt sich die Hauszinssteuer in den aller- figer eines fleinen Eigenheims unter Umständen einen ganzen meisten Fällen als Zuschlag zur Miete aus. Denn die über- steuer aufwenden muß, während der Großgrundbefizer dem Wochenlohn zur Bezahlung der Monatsrate der Hauszinsgroße Mehrzahl der städtischen Bevölkerung wohnt in Miet- Staate nicht einen Pfennig an Hauszinssteuer abführt. Gegen wohnungen und zahlt die Steuer je nach der Höhe der Friedens diesen Standal lief die sozialdemokratische Landtagsfrattion miete. Selbstverständlich ist dieser Maßstab denkbar unsozial. Sturm, und es gelang ihr auch, in der 3. Steuernotverordnung Denn der Inhaber einer 1500- M.- Wohnung zahlt nur fünf- durchzusehen, daß dieses Steuerunrecht vom 1. Oktober an mal soviel als der Dreihundertmarkmieter, obwohl er viel mehr fällt. Mitten in diesen Erfolg der Sozialdemokraten tönte zahlen könnte. Die Hauszinssteuer steigt zwar mit der aber das Hilfegeschrei der Landwirte, die mit Rücksicht auf die Friedensmiete, doch nicht prozentual. Da der Staat heute angeblich so schlechte Ernte forderten, daß den Agrariern, trotz 24 Proz. der Friedensmiete als Hauszinssteuer erhebt, so be- der 3. Steuernotverordnung, die Hauszinssteuer auch fernerlastet diese staatliche Steuer den Dreihundermarkmieter mit hin in der Form einer Stundung erlaffen werde. Und tat6 M. monatlich, was beim Arbeiterhaushalt eine schwer fächlich gelang es dem Landbund, sämtliche bürgerlichen Bar wiegende Rolle spielt, während der Wohlhabende in der 1500- M.- Wohnung die monatliche Belastung von 30 M. taum fpürt. Dienstag, 4. November 1924 Grundlage einer deutsch bewußten Regierung. Dieses Ziel ist nur erreichbar, wenn das deutsche Landvolt sich nicht zer. splittert, sondern geschlossen ohne Hadern, Nörgeln und Schwanten zusammensteht und seine Stimme mur folchen Barteien und Persön lichtelten gibt, die offen fämpfen unter unferen alten Farben Schwarz- Weiß- Rot". die die Landbündler gegenüber den Dames- Gefeßen bewiesen. Deutschbewußt das ist das neue Wort für jene Haltung, Bor dem 29. August faßten sie eine Resolution nach der anderen gegen die Versklavung durch das zweite Versailles" den Schandvertrag". Deutschbewußte Regierung heißt Regieam 29. August stimmten 13 Landbündler im Reichstag für rung unter der Führung der Fraktion Halb und Halb. ruf in wirtschaftlicher Hinsicht nur antisemitische AgitationsAbgesehen vom Willen zum Brotwucher enthält der Aufphrasen: Doch dies ist noch nicht einmal das Unsozialste an dieser Volksgemeinschaft, wie sie sie auffaffen. geleiteten Beltwirtschaft sollen künftig in Deutſchiamb Steuer. Viel furchtbarer ist, daß sie den Ernährer einer großen Familie viel schwerer trifft als das finderlose Ehepaar! Denn selbstverständlich brauchen acht Köpfe mehr Wohnraum als zwei, und da die Mieten mit der Größe der Wohnung steigen, so hat der Vater von sechs Kindern zu den erhöhten, heute überaus schwer zu tragenden Ernährungsfoften noch eine erhöhte Steuer zu tragen. Der Staat, der salbungsvoll stets von Bevölkerungspolitik spricht, straft also die finderreichen Familien. Es ist selbstverständlich, daß die deutsche Sozialdemokratie sich gegen eine solche Raubsteuer am Volte mit den schärfsten Mitteln gewandt hat. Die Hauszinssteuer, die heute in Preußen erhoben wird, ist veranlaßt durch die 3. Reichssteuernotverordnung vom 14. Februar 1924. Dieser Verordnung galt unser Kampf. Sofort nach ihrem Erscheinen hat die sozialdemokratische Reichstags fraktion einen Antrag eingebracht, in dem sie die Aufhebung dieser Steuer verlangt. Doch das paßte den bürgerlichen Parteien nicht. Sie verstanden es, tausend andere Dinge wichtiger zu finden und vor lauter Regierungsfuhhandel kam die Hauszinssteuer weder im vorlegten noch im letzten Reichstag zur Verhandlung. Es wird nicht zumindest von den Wahlen am 7. Dezember abhängen, ob dieses System der Außerachtlassung wichtigster Volfsinteressen im nächsten Jahre fortgesetzt werden wird. Nun hat aber nicht etwa die Regierung des Herrn Marr die Erhebung der Hauszinssteuer angeordnet, um den Finanzbedarf des Reiches zu decken! Nein! Das Reich hat ungeheure Aufwendungen, die ihm nach dem Kriege aus dem fozialen Elend erwuchsen, auf die Länder abgewälzt, ihnen aber zur Deckung dieser Ausgaben großmütig die unsozialste aller Steuern, die Hauszinssteuer, überlassen. • Preuken stand also vor der gefährlichen Situation, daß es vom Reich verpflichtet wurde, die Hauszinssteuer zu erheben, und diese Steuer auch erheben mußte, da auf andere Weise das Defizit im Haushalt des preußischen Staates nicht zu decken war, nachdem fast die gesamte Wohlfahrtspflege auf Preußens Schultern ruhte. Das preußische Defizit, das durch die Hauszinssteuer gebedt werden mußte und auch gedeckt worden ist, betrug ungefähr 180 Goldmillionen, der Gesamtertrag der Hauszinssteuer wird jedoch heute mit 480 Millionen berechnet, also mit 300 Millionen mehr! Von diesen 300 Milfionen werden aber nicht weniger als 229 Millionen der Neubautätigkeit zugeführt werden. Nur der Rest von 71 Millionen geht zur Deckung des Finanzbedarfs der Gemeinden. Chmerk „ Selbstverständlich sind wir für Boltsgemeinschaft foweit sie fich mit dem Recht des Herrn im eigenen Hauss verträgt!" teien durch übertriebene Nachrichten von einer Erntekatastrophe topfscheu zu machen und für seine Forderung nach Stundung zu gewinnen. Die sozialdemokratische Landtagsfraktion sah sich damit um ihren Erfolg betrogen, eine Mehrheit hatte sie nicht, doch ihr blieb die Möglichkeit, Gegenleistungen zu verlangen. Und so tam es, daß die sozialdemokratische Landtagsfraktion dem Steuerunrecht, das sie nicht hindern konnte, ihre Zustimmung gab, gegen die Zusicherung, daß zu den bis dahin vorgesehenen 184 Millionen noch weitere 45 Millionen der Neubautätigkeit zugeführt werden. Damit hatte unsere Fraktion erreicht, was überhaupt zu erreichen war. So wie vor dem Kriege steht die Sozialdemokratie auch heute Selbstverständlich befriedigt uns diese Gesamtlösung nicht! noch in schärfstem Widerspruch gegen jede Steuerbemessung nach der Wohnungsmiete. Daß wir die Hauszinssteuer in den Machtverhältnissen, diese zu ändern ist Aufgabe des Die sozialdemokratische Fraktion im preußischen Landtag stand durch die Steuerpolitik des Herrn Luther vor der furchtbaren Alternative, entweder die Hauszinssteuer zu schlucken oder demselben Staate, in dem die Sozialdemokratie Regierungspartei ist, die Mittel zum Leben zu verweigern. Wenn die Sozialdemokraten die Hauszinssteuer von vornherein abgelehnt hätten, hätte das den Sturz der preußischen Regierung, den Sturz Severings, den Fall des stärksten republikanischen Bollwerks im Deutschen Reiche bedeutet. Die sozialdemokratische Fraktion sah in voller Einmütigkeit auch diefer Mögwäre, wenn eine Ablehnung der Hauszinssteuer durch die preußische Landtagsfraktion die Erhöhung der Mieten hätte 7. Dezember. verhindern fönnen! Leider bestand aber diese Möglichkeit nicht! ist Deutsch bewußter Brotwucher. schwarzweißrote Reichslandbund. Die Bestrebungen auf Aufhebung der Wohnungszwangsmirtschaft sind bekannt. Die Deutschnationalen haben im Der antisemitisch- schutzöllnerisch- deutschvolksparteilicha Preußischen Landtag nicht etwa gegen die Huszinssteuer gestimmt, weil sie ihnen zu unsozial war, sondern weil sie vermeiden wollten, daß dem Staate zugute fommt, was sie den Hausbesikern vorbehalten wollten. Es bestand daher die Gewißheit, daß eine Ablehnung der Hauszinssteuer durch die fozialdemokratische Landtagsfraktion die Erhöhung der Mieten nicht verhindern, uns aber um jeden Einfluß in der preußischen Regierung bringen würde. In Würdigung dieser Verhältnisse beschloß die sozialdemofratische Landtagsfraktion, der Hauszinssteuer ihre Ruftimmung zu geben, um die erhöhten Mieten gegen den Zugriff der Hausbesitzer zu sichern, jedoch darüber hinaus Kräfte einzusehen, um möglichst große Teile des Ertrages der Hauszinssteuer für den Neubau der Wohnungen bereitzustellen. Ursprünglich hatte der preußische Finanzminister, der Volksparteiler Dr. Richter, dem Neubau 80 Millionen zuführen mollen. Den ununterbrochenen Anstrengungen der sozialdemokratischen Landtagsfraktion gelang es in zähem Kampf, den Betrag für den Wohnungsbau von 80 Millionen auf 229 Millionen zu erhöhen. Damit ist für die Bautätigkeit allein in Breußen für ein Jahr ein größerer Betrag zur Verfügung gestellt, als er vom Reich in der ganzen Zeit der bisherigen Wohnungsnot zur Verfügung gestellt worden ist. Welche Leistung an produktiver Erwerbslofenfürsorge in diesen 229 Millionen steckt, kann sich jeder an seinen fünf Fingern ausrechnen! Allerdings, die letzten 45 Millionen, die in diesen 229 Millionen steden, waren eine harte Nuß! Das Steuerprivileg der deutschen Landwirtschaft ist bekannt. Die Veranlagungsmethoden und die Einschätzung für die Steuern, die von der Landwirtschaft erhoben werden, stehen in fo fraffem Gegensatz zu der Strenge, mit der gegen die städtische und feinen Grund und Boden besigende Bevölkerung vorgegangen wird, daß die Klagen darüber nicht verftummen werden, solange dieses Unrecht besteht. Doch den Landwirten ist noch viel mehr an Bevorzugung zugebilligt worden! Deutschnationale und Zentrum Der Reichslandbund veröffentlicht einen Wahlaufruf. Es nach dem Muster der Partei Halb und Halb- Nummer zwei. Nummer eins war ein Aufruf des Vorstands, Nummer zwei ein Aufruf von Bundesvorstand und Vertreterversammlung. Nummer eins war das Bekenntnis zum Brotwucher, Nummer zwei ist der dreiste Bersuch, darüber hinaus die ganze Landbevölkerung für die Reaktion und die deutsch nationale Phrase in Anspruch zu nehmen. Der Aufruf zeigt, was der Reichslandbund ist: eine politische Filiale der Deutschnationalen. Politisch tritt der Aufruf für den schwarzweißroten Bürgerblod ein: „ Die Neuwahlen am 7. Dezember 1924 follen uns allen Binfei zügen der Linksparteien und ihres Reichspräsidenten zum Troß, die Regierung der nationalen und christlichen Bolts. gemeinschaft bringen. Wir brauchen im neuen Reichstag eine ausschlaggebende deutsch bewußte Mehrheit als sichere Nr. 1. Das Kreuz gehört ins erste Feld! Titit fein in einem international geführten Staate Das deutsche Bandooff will nicht das Stieftind der Bo. Das Gedeihen des Landvolks ist unlösbar verbunden mit dem Ge. famtwohl des deutschen Bolles. Nicht die Bestrebungen des internationalen Welthandels und die Ziele einer alljüdisch ausschlaggebend sein, sondern auf blühendem aufnahmefähigen Binnenmarkt und auf geschüßter Eigenproduktion foll sich das staatliche und wirtschaftliche Leben aufbauen. Den Intereffen weniger großen Exportfirmen darf nicht die Existenz von Millionen bodenständiger Deutschen zum Opfer gebracht werden." Geschützte Eigenproduktion heißt Brotwucher, Ausschaltung von der Weltwirtschaft, Arbeitslosigkeit und Hunger von vielen Millionen Industriearbeitern. Ueber die großen wirtlichen Probleme des deutschen Lebens geht der Aufruf mit ein paar antisemitischen Schlagworten hinweg. Das Geschick der deutschen Industriebevölkerung ist den Leuten vom Reichslandbund gleichgültig. Mag sie verhungern, wenn nur der Profit der Großagrarier geschützt ist. Dieser dumm- reaktionäre, engstirnige Klassenstandpunkt gegen die Industriebevölkerung, dies brutale Aussprechen des Pfeifens auf das Gemeinwohl des Volkes, das diese Leute schon im Kriege in einer an. Landesverrat grenzenden Weise betätigten, geht unter der Firma: Deutsch bewußt. Deutschbewußter Brotwucher, deutschbewußter Klassenkampf gegen die Industriebevölkerung! Aber natürlich heißt es am Schluß: „ Gegen Internationale und Klassenkampf! Für nationale und dyristliche Boltsgemeinschaft! Deutschbewußte Führung unter Schwarz- Weiß- Rot"! Das ist die Losung für das deutsche Land Dolf!" Gegen Klassenfampf- aber für Bewucherung der Arbeiterbevölkerung. Für chriftliche und nationale Boltsgemein schaft aber für Aushungerung der Industriebevölkerung. Christentum aber Brotwucher. Das ist: deutschbewußt. Der Präsident des Reichslandbundes ist Herr Hepp, Reichstagsabgeordneter der Deutschen Boltspartei. Diese Partei fann alles: warum soll sie nicht auch im Reichslandbund deutschnationale Geschäfte besorgen? Wie die Führung, so die Partei. Ein Porträt Stresemanns. Der Vorsitzende der Demokratischen Partei, Herr Dr. Koch, hat den demokratischen Parteitag in Berlin zu einer gründlichen Abrechnung mit der Deutschen Volkspartei und ihrem Führer Stresemann benutzt. Er zeichnete folgendes Porträt von Herrn Stresemann: „ Es muß einmal gesagt werden, daß die Grundfazlosig. teit und Wantelmütigkeit des Herrn Dr. Stresemann einen großen Teil der Schuld daran trägt, daß Deutschland seit dem Jahre 1917 von Katastrophe zu Ratastrophe geführt wurde. Seine Wankelmütigkeit hat 1917 den Reichskanzler Bethmann gestürzt, ohne daß ein geeigneter fich dann zum Barlamentarismus befannt; nach Nachfolger vorhanden war. Bor der Revolution hat er der Revolution war er Gegner des Barlamenta. rismus, um dann wieder auf die parlamentarische Aufnahme der Deutsch nationalen, jezt ist er für Linie einzufchwenken. Vor einem Jahr war er gegen die die Aufnahme, nachdem sein Ropf nicht mehr verlangt wird. Es ist die Schuld Stresemanns, wenn die innere Gesundung um Jahre verzögert worden ist. Mag er sich hüten, daß nicht durch feine Schuld für das Gebiet der äußeren Politif dasselbe gilt." Das Porträt ist richtig, und wie der Führer, so die Partei. Die Volkspartei, die ihre Ideologie auf die nationalliberale Untertanen- und Hurragefinmung des deutschen Spießbürgers aufbaut, um mit seiner Hilfe die Geschäfte der Schwer industrie zu besorgen, ist der Krebsschaden der deutschen Politik. Von dem alten Nationalliberalismus hat sie die Gefinmungslosigkeit, die Wankelmütigkeit, die Unzuverlässigkeit bei allgemein reaktionärer Stimmung, von der Schwerindustrie die brutale reaktionäre Unternehmergesinnung in allen sozialen Fragen. Reine politische Krise in Deutschland, bei der nicht die Bolkspartei zum Schaden der deutschen Entwicklung eingegriffen hätte. Diefer Wahlkampf zeigt sie als den Vortrupp der Deutschnationalen. Auch ihr gilt die Abrechnung app 7. Dezember. Darf man? Klaffenkampf und Smoking. Darf ein Massentämpfer im Smoting der bürgerlichen Gesellschaft erscheinen? Diese Frage bewegte nus, als wir am Donners tag abend einen Blick auf die Reihen der kommunistischen Stadtverordneienfraktion warfen. Strahlend leuchtete die Glaze des rezettel gewählt. Die Reihenfolge der Parteien auf dem EinheitsAm 7. Dezember wird wieder mit dem amtlichen Einheitsffimm- volutionären Klaffenfämpfers, des Glockenräubers und Fausthelden flimmzettel ist in allen Wahlkreisen gleichmäßig. Die Ordnung erflimmzettel ist in allen Wahlkreisen gleichmäßig. Die Ordnung erfolgt nach der Stärke der Parteien bei der letzten Reichstagswahl. Der Reichsrat hat die Vorlage des Reichsministers des Innern über den Einheitsstimmzettel angenommen. Der Wahlvorschlag der Sozialdemokratischen Partei steht auf dem Stimmzettel für die Reichstagswahl überall au erftet Stelle. Am 7. Dezember heißt deshalb die Padole: überall das Kreuz ins erfte Feld, wählt Cifte 1, die Liste der Sozialdemotratischen Partei Deutschlands. Rintorf. In wundervoller Sinfonie stimmte das leuchtende Haupt zu dem blütenweiß gestärkten Frachemd über der revolutionären Männerbruſt. Nach der letzten Mode geschnitten saß der elegante Smoking nicht weniger schlecht, als wenn der eleganteste Lauenbienjüngling aus Berlin B. ihn getragen hätte. Darf ein revolutionärer Rlaffenfämpfer einen Smofing tragen? Wir wagen diese Frage mit Ja zu beantworten. Wir wagen das um so mehr, als Rintorf ja schließlich nur in den Spuren größerer Geister wandelt. Ihm fchwebte wohl Alexandra Kollontai vor, die intime Gesandtin Sinowjews am Hofe des norwegischen Königs. 1 Verkauf nur soweit Vorrat Mengenabgabe vorbehalten WOHLFEILE WOCHE Wir bringen in dieser Woche Waren aus fast allen Abteilungen, die sich durch ihre Preiswürdigkeit schon jetzt zum Einkauf für das Weihnachtsfest ganz besonders eignen HERREN- KLEIDUNG Blusenstoffe Winterjoppen Gummimäntel Gammer, 24 mit Gurt 28 warm gefüttert Schlüpferform 1975 anch 00 28°° 3900 00 gemusterte Stoffe, auch in Sakkoanzüge solide, haltbare Stoffe......... Sakkoanzüge Sportform Winterulster aus guten, gemusterten Stoffen... 5800 in Winterulster verschiedenen Farben, schwere, 6800 Hemdkosen Damen Windelform, mit Stickerei garniert... ......... 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