Abendausgabe Nr. 521 41. Jahrgang Ausgabe Nr. 261 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in der Morgenausgabe angegeben Redatiion: Sm. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 5 Goldpfennig Dienstag 4. November 1924 Berlag und Anzeigenabteilung: Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Vorwärts- Berlag GmbH. Berlin Sw. 68, Lindenstraße: 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Nordamerika wählt. Letzte Kandidatenworte. カラ Justiz und Wahlkampf. Die Justiz eine Hoffnung der KPD.. Der deutsche Kommunismus ist am Sterben. Es bewährt fich an ihm die alte Erfahrung, daß sich eine Bewegung, die nicht tonservieren läßt. Tiefgreifende Umwälzungen der Staats- und Gesellschaftsordnung, bei denen die Gewalt die Rolle der Geburtshelferin spielt, lassen sich, wie jeder Marrist weiß, nicht zu jedem beliebigen Zeitpunkt herbeiführen. Eine gemaltrevolutionäre Bewegung ist daher nur dann organisationsfähig, wenn in den Massen der Glaube an das Vorhandensein oder das stürmische Herannahen einer„ revolutionären Situation" lebendig ist. Dieser Glaube ist aber heute bei der kommunistischen Führerschaft verschwunden, und auch ihre zusammenschmelzende Anhängerschaft ist von Zweifel an der ihr gepredigten Lehre zerfressen. New York, 4. November.( kabeldienst der TU.) Präsident| 411, Arbeiterpartei 152, Liberale 42, Unabhängige 5. Fünf einzig und allein auf die gewaltsame Revolution gerichtet ist, Coolidge forderte am Wahlvorabend durch Radio die Wähler zu Ergebnisse stehen noch aus. größter Wahlbeteiligung auf. Diese Mahnung ist um so notwendiger, da das Interesse der Wähler überaus schwach bleibt. In New York sah man gestern nur vereinzelt Menschenansammlungen, u. a. am höchsten Wolfenfrazzer, dem WoolworthGebäude, auf dessen Giebel die Scheinwerfer der Zeitung Sun" zum ersten Male probeweise aufleuchteten. Sie sollen heute abend das Wahlergebnis mitteilen. In Wallstreet( Börse) wird eifrig 11: 1 für Coolidge gewettet. Niemand bezweifelt mehr feinen Sieg. Die Anhänger Cafollettes erklären, daß ihnen der Kampf um den kon greß wichtiger fei als der um die Präsidentschaft; sie hoffen, bei der Wahl die abfolute Mehrheit im Repräsentantenhaus zu erlangen. Sie sind entfchloffen, dauernd als dritte Partei aufzutreten. Washington, 4. November.( EP.) Der demokratische Kandidat Davis hat eine letzte funtentelephonische Botschaft an die Wähler gerichtet. Davis hat von New York aus und Coolidge vom Weißen Haus gesprochen. Coolidge weist darauf hin, daß nicht Die deutschen Sachlieferungen. Einsetzung des gemischten Ausschusses. Paris, 4. November.( Eigener Drahtbericht.) Das Schluß protokoll der Londoner Konferenz sieht zur Regelung aller mit dem heiflen Problem der Naturallieferungen zusammenhängenden Fragen die Einsetzung eines besonderen gemischten Komitees vor, dessen Mitglieder zu gleichen Teilen von der Reparationsfommission und der deutschen Regierung zu ernennen sind. Da diese Ernennungen von beiden Seiten erfolgt sind, wird das Komitee am 6. November zu seiner fonftituierenden Sizung zufammentreten. Auf Grund offizieller Vorbesprechungen wurde beschlossen, am 10. November Verhandlungen über die Lieferung von Kohlen, Farben und Stickstoff mit der Anhörung der zuständigen deutschen Sachverständigen zu beginnen. In der gleichen Sizung soll auch das neutrale Mitglied des Komitees ernannt werden, deffen Stimme nach den Londoner Vereinbarungen im Falle von einen Amerikaner einigen. 7 Der bolichemisierte" Kommunismus hat auf jede prattische Tätigkeit zugunsten der arbeitenden Massen innerhalb der bestehenden Verhältnisse grundsäßlich und bewußt verzichtet. Er hat den Arbeitern nichts zu bieten, als die einige Hoffnung auf einen bevorstehenden gewaltsamen Umschwung, wenn diese Hoffnung schwindet, dann steht er mit leeren Händen da. Und es ist nur selbstverständlich, wenn sich dann diejenigen Arbeiter, die einige Jahre hindurch zum Kommehr als 50 Prozent der Wähler bisher ihre Differenzen den Ausschlag geben soll. Vermutlich wird man sich auf munismus gestanden haben, wieder derjenigen Partei zumen7. Wettfieber- Coolidges Wahl gesichert? New Yort, 4. November.( EP.) In New York werden gegenwärtig hohe Beträge über den Ausgang der Präsidentschaftswahlen gewettet. Für Coolidge stehen im allgemeinen die Wetten am besten, doch werden weniger hohe Beträge eingefeßt als bei früheren Präsidentenwahlen. Man glaubt nicht, daß die Wetten zur Stunde eine Million Dollar überschreiten, wogegen die Wetten bei früheren Wohlen gelegentlich 3 bis 4 Millionen Dollar betrugen. Die Wählerschaft scheint im allgemeinen wenig Interesse an der Wahl zu befizen, da die Wahl Coolidges im allgemeinen als fest stehende Tatsache gilt Die Kampagne ist deshalb weniger helett als bei früheren Anlässen, besonders zur Zeit Roosevelts und Bryans. Die Wahlreisen von Brnen haben feinerzeit eine Strede erreicht, die dem Umfang der Erde gleichtam. Roosevelt hielt seinerzeit zur Höhezeit der Wahlkampagne in der Regel 20 Reden tägiid). Bei der gegenwärtigen Kampagne hat eigentlich nur Senator 2afollette gewisse Anstrengungen unternommen. Coolidge hat faum mehr als zwei bis drei Reden gehalten. Auch der demokratische Kandidat Davies ergriff in der Regel aur da das Wort, wo nach seiner Ansicht die Stellung der Demokraten durch die Angriffe von Lafollette gefährdet erschien. Im ganzen find 631 Delegierte zu wählen, die dann ihrerseits die Präsidentenwahi vornehmen werden. Davon werden Coolidge menigstens 274 und höchstens 350 zuge= sprochen werden, also in jedem Falle eine absolute mehrheit Man glaubt, daß die Stimmen, die Coolidge nicht erhalten wird, sich im Verhältnis von 75 zu 25 auf Davies und Lafollette verteilen werden. Diese Schäzungen werden selbstverständlich von den Demokraten und Progressisten nicht geteilt. Die Resultate der Delegierienmahlen werden voraussichtlich am Mittwoch morgen bekanntgegeben. Obwohl die Präsidentenwahl erst am 10. Januar im Weißen Hause in Washington stattfinden wird, werden diese Dele giertenwahlen gleichwohl schon von vornherein für die Präsidenten wahl bestimmend sein, da die Delegierten sich ihrerseits für den ener oder anderen Kandidaten verpflichtet und damit das impera tive Mandat übernommen haben. Algemein anerkennt man, daß die Brogressisten durch die Niederlage der Arbeiterpartei in England einen verhängnisvollen Schlag erlitten haben. Seit dieser Niederlage fallen die Arbeiterorganisationen, die bis jetzt Lafollcite, zum Teil in hohem Maße, finanziell unterstützten, eine nach der anderen von ihm ab und wenden sich mehr und mehr den Demofraten zu, da sie von deren Sieg jezt mehr überzeugt find. Immer hin bezweifelt man, ob die amerikanischen Arbeiter der sozusagen in legter Stunde abgeänderten Losung ihrer Führer folgen, werden, da ihnen während Wochen und Monaten Lafollette als derjenige Randidat bezeichnet worden ist, der allein das Interesse der Arbeiterschaft vertrete. Britisches Regierungsprogramm. Konservative Andeutungen. London, 4. November.( WTB.) Der frühere tonfervative Minister Joynson hids erklärte in einer Rede, es müsse eine Regierung vorhanden sein, die auch wirklich den Willen habe zu regieren. Indien fei große Freiheit gewährt worden, aber die letzte Verantwortlichkeit müsse bei der britischen Regierung bleiben. Wenn die Regierung auch nicht den Wunsch hege, etwas zurückzunehmen, so müsse sie doch darauf bestehen, daß keine Aufstände oder Gewalttaten irgendeiner Art stattfänden, deren Ziel es sei, die britische Herrschaft in Indien zu stürzen. Hicks sprach die Hoffnung aus, daß alle unerwünschten Fremden vertrieben würden und daß Fremde, die das Land zu betreten wünschten, einer eingehenden Brüfung unterworfen würden. Die Regierung dürfe nicht rückschriftlich sein, sondern müsse die Politit fozialer Reformen fortsetzen. Die Wohnungsfrage müsse energisch in Angriff genommen werden. Gegen die. Arbeitslosigkeit sei das einzige Mittel die Festigung des britischen britischen Handels. Der Redner fündigte strenge Sparfamteit in den öffentlichen Verwaltungen und eine möglichst baldige er absetzung der Steuern an. Man müsse für die zukünft ge En'wicklung des britischen Reiches forgen, denn allein in dieser Richtung liege jede Hoffnung für die Zukunft der Nation. Bei einer folchen Entwidlung würde Großbritannien weiterhin das größte Band der Welt sein. Wahlbilanz. London, 4. November.( WTB.) Die Konservativen und die Liberalen haben bei den Parlamentswahlen noch je einen Siz gewonnen. Der Stand der Parteien ist folgender: Konservative Neuer Faschistenterror. Auch gegen die Katholiken. sich darüber, daß in Rom am geftrigen Tage abends bewaffnete Rom, 4. November.( WTB.)„ Osservatore Romano" beklagt Faschisten in bedrohlicher Weise durch die Straßen 30gen, ohne daß die Polizei gegen fie einzuschreiten wagte. Der„ Offervatore Romano" ftellt feft, daß am vorigen Sonnabend abends 29 Uhr bewaffnete Schwarzhemden in das Zentrallokal der fatholischen Bereinigung in Rom eindrangen, sämtliche Briefkästen der verschiedenen katholischen Vereine, die im Palast ihren Sit haben, zerschlugen und alsdann verschwanden.„ Offervatore Romano" fragt, wohin man mit folchen Zuständen fommen werde und ob man vielleicht auf diese Weise das heilige Jahr vorbereiten wolle. „ Messaggero" verzeichnet mehrere Fälle aus den letzten Tagen, an denen an verschiedenen Orten Italiens die Faschisten Angehörige der Oppofitionsparteien angegriffen und ver. wundet haben. Neuer Prozeß gegen Nathusius. den, die die praktische Vertretung ihrer Interessen auf ihre Fahne geschrieben hat, und die auf demokratischem, gewaltlosem Weg den Zielen des Sozialismus näherzukommen versucht der Sozialdemokratie. Die kommunistische Partei sucht diesen natürlichen Entihren Anhängern und den sozialdemokratischen Arbeitern wicklungsprozeß aufzuhalten, indem sie den Graben zwischen ständig vertieft und jenen vorredet, die Sozialdemokratie sei eine bürgerliche", eine kapitalistische Partei geworden. Unter Verzicht auf jede Logik und jede Wahrheit gießt sie auf die Sozialdemokratie täglich ganze Kübel einer mehr oder minder fünstlichen moralischen Entrüstung aus, sie fut so, als sei alle Reinheit und alle Seelengröße bei ihr, jeder Berrat aber und jede Gemeinheit auf der anderen Seite. Zu diesem Zwed mill sie jetzt durchaus auch die zahlreichen strafrechtlichen Berfolgungen ausnutzen, die in der letzten Zeit eingesetzt haben. Es ist darum nofwendig zu sagen, wie die Sozialdemokratie zu diesen Verfolgungen steht. Paris, 3. November.( Havas.) Der in Forbach verhaftete Ge neral v. Nathusius ist nach Lille übergeführt worden, wo er feinerzeit vom Kriegsgericht in Abwesenheit zu 5 Jahren Gelicher Urkunden betrieben wird, so muß der Staatsanwalt fängnis verurteilt worden ist. Er muß sich nun einem neuen Urteil unterwerfen. Der gewesene faiserlich deutsche General v. Nathufius ist, wie schon berichtet, beim Gräberbesuch auf französisch gewordenem Boden verhaftet worden. wordenem Boden verhaftet worden. Er hatte sich ahnungslos und auf Grund der einer allgemeinen Einladung nahekommenden Einreiseerleichterung zu Allerseelen in ein Land begeben, wo er vorher gelebt hatte und wo nahe Berwandte von ihm begraben liegen. Ein französisches Offiziers gericht hatte ihn, wovon er nichts wußte, also wohl ohne Zustellung des in seiner Abwesenheit gefällten Urteils, wegen -Diebstahls zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Jetzt bringt man ihn vor ein solches Gericht. Die französische Regierung täte gut daran, diesen Mißgriff zu forri gieren. Litauen verletzt Memels Rechte. Memel, 4. November.( Eigener Drahtbericht.) Zu der verhinderten Verhaftung des Landwirts Petereit in Adlonen, der den Oberwachtmeister Heidemann ericho B, haben die Memeler Richter und Staatsanwälte der Presse eine Erklärung erlassen, in der es u. a. heißt: Der Besizer Pelereit hat am 30. Dftober 1924 auf feinem Gehöft den Landesnolizeiwachtmeister Heides mann erschossen. Als am 1. November Polizeibeamte im Begriff waren, Petereit festzunehmen, haben ein Beamter des Landes direktoriums, ein Offizier und der Führer der litauischen Schüßenvereinigung Petereit befreit. Das Verfahren, das die Machthaber einschlagen, widerspricht dem Artikel 5 der Konvention über das Memeler Gebet, worach die Strafgesetaebung und Gerichtsverfassung zur Zuständigkeit der Organe der autonomen Berwaltung des Memeler Gebietes gehören. Abweichende gefeßliche Vorschriften würden verfassungswidrig und daher nichtig sein. Die Machthaber hindern also die Gerichte und den Staatsanwalt, ben Täter, dem Gesetz entsprechend, zu verfolgen. Wir erklären nun hiermit: Wenn wir unser Amt weiterführen, so tun wir bas, um im Interesse der Bevölkerung zu verhüten, daß in der Zeit der Wahl zum Landtag, die wieder geordnete Staatliche Zustände bringen wird ,, die Rechte in noch weiterem Umfang lahmgelegt werden als jetzt. Eine Lahmlegun würde aber fang lahmgelegt werden als jetzt. Eine Lahmlegun würde aber eintreten, weil eine genügende Anzahl anderer zum Richteramt befähigter Männer im Memelgebiet nicht vorhanden ist." Der Oberstaatsanwalt hat einen Steckbrief gegen Petereit erlassen. * Kowno, 4. November.( Einener Drah bericht.) Der Prozeß wegen des Memeler deutschvölkischen Butschverfuchs wird vor dem Rownoer Kriegsgericht Ende November beginnen. Zweifellos sind von Kommunisten in der legten Zeit wiederholt Handlungen begangen worden, die ein strafrechtliches Einschreiten herausgefordert haben. Wenn z. B. Beamte der Schußpolizei überfallen und mit Gewalt ihrer Unrecht in Spitzelverdacht geraten find, getötet werden, wenn Waffen beraubt werden, wenn Personen, die mit Recht oder Werkstätten entdeckt werden, in denen die Fälschung amtsie verfolgen, und jeder Richter muß Personen, die sich solcher Handlungen schuldig gemacht haben, verurteilen. Kein Mensch hat den Anspruch, nicht angeflagt und nicht verurteilt zu werden, weil er einer bestimmten Partei angehört. Auch Kommunisten können das Privileg der Straffreiheit nicht für sich in Anspruch nehmen. unerbittlicher Schärfe verfolgt werden muß, und anders steht Anders steht es mit der Frage, ob auch jede Kleinigkeit mit es mit der Frage des Strafausmaßes. Hier hat die Sozialdemokratie stets auf dem Standpunkt gestanden, daß jeder Anschein einer Verfolgungssucht vermieden werden muß, und daß die etwa vorhandenen idealen Beweggründe der Tat zu berücksichtigen find, soweit irgend nur das Gesetz es zuläßt. Vor allem aber ist sie der Meinung, daß nach allen Seiten hin mit gleichem Maß gemessen werden muß Da dies leider nicht der Fall ist, übt die Sozialdemokratie an der Justiz die schärfste Kritif. Sie kann ihr vernünftigerweise teinen Vorwurf daraus machen, wenn sie Gewalttäter, Totschläger, Urkundenfälscher verurteilt. Sie macht ihr aber den Borwurf, daß fie oft auf einem Auge blind ist und mit dem anderen doppelt fieht. Bei der vorwiegend bürgerlichen und oft deutschnationalen Einstellung der Staatsanwälte und Richter tritt oft eine unterschiedliche Behandlung rechts- und linksputschistischer Bestrebungen ein, die zur schärfsten Kritit herausfordert An dieser Kritik hat es die Sozialdemokratie nie fehlen lassen. Statt sich mit der Sozialdemokratie gegen diese ungerech tigkeit zu wenden, fordert die KPD. selber eine Ungerechtigkeit, indem sie in jedem Fall Straffreiheit für ihre Mitglieder verlangt. Und statt dafür zu wirken, daß Justiz und Verwaltung verbessert und mit sozial empfindenden Elemen= ten durchsetzt wird, tonzentriert sie ihre Angriffe eben auf Diese Elemente, nämlich auf die wenigen Sozialdemokraten, die in Justiz und Berwaltung tätig und bei dieser Tätigkeit selbstverständlich an das Gesetz gebunden sind. So tann man in ihrer Breffe täglich lesen, daß in der Ebert Republit" sozialdemokratische Richter ,, Bluturteile" fällen. Daß Ebert die deutsche Justiz nicht umkrempeln kann, wissen sie und daß die wenigen stets in der Minderheit befindlichen sozialdemokratischen Richter in der geheimen Gerichtsberatung für ausgleichende Gerechtigkeit und Anerkennung idealistischer Beweggründe bei der Strafzumeffung wirten, tönnten sie sich denken, wenn es ihnen eben nicht nur darauf ankäme, die Sozialdemokraten zu verleumden. Estnisch- ruffischer Konflikt. Der estnische Gesandte in Moskau, Die sturke Zunahme der gegen Kommunisten eingeleiteten Birt, überreichte der Sowjetregierung eine Note, in der er mitteilt, daß er mos fau verlassen wird wegen der fortgesezten Strafverfolgungen fann die Sozialdemokratie aus politischen Angriffe auf ihn in der Sowjetpresse. Es steht zu erwarten, Gründen nur mit tiefem Mißbehagen betrachten. Die daß auch weitere estnische Persönlichkeiten Moskau verlassen werden. I bei den Reichstagswahlen bestimmt zu erwartende starke Ab nahme der kommunistischen Stimmen muß auch auf die noch perbleibenden Reste der kommunistischen Anhängerschaft er nüchternd wirken, menn als einziger Grund für diese Abnahme die zunehmende politische Einsicht der Arbeiter erkennbar ist. Wird es aber der KPD. möglich, ihre Wahlren Drud urückzuführen, dann wird es ihr auch möglich, thren Anhängern zu sagen: Seht, trotz aller Berfolgungen haben wir noch immer so und so viel Stimmen aufgebracht!" So find die strafrechtlichen Berfolgungen tatsächlich zu einem letzten Rettungsanter der RBD. geworden. Cie hofft, durch agitatorische Ausnutzung dieser Berfolgungen einen Teil der Stimmen, die ihr am 4. Wai zugefallen find, sich zu erhalten, und sie bekommt ein bequemes Mittel in die hand, die wahren Ursachen ihrer Berlufte zu perfchleiern. Die wahre Ursache ihres Rückgangs liegt in der totalen Unfähigkeit und Unlust dieser Partei, fich für praktische Ar beiterinteressen einzusehen. Je flarer diese Ursache hervortritt, desto lieber muß es uns Sozialdemokraten sein, denn besto näher ist dann die völlige Gesundung der Arbeiterbewegung und die Möglichkeit neuer großer Fortschritte. | industriellen, die fürzlich stattfand, teinen Zweifel gelaffen.| unter der Borausfehung, Saß die alleinige oberste Füh Für die deutsche Wirtschaft aber und für die verarbeitende In- rung Adolf Hitler nach feiner Freilaffung gewährleistet ist duftrie, die heute mehr als je niedrige Rohstoffpreise brauchen, Unsere Bedingungen murden verworfen. Die Großheutsche wird der neue Verband ebenso wie die Forderung nach Schutz- Bolfsgemeinschaft erklärt sich daher als eine felbständige Reichs zöllen die schwersten Gefahren mit sich bringen. organisation. Ten bisherigen Führern Streicher und Effer wird bas uneingeschränkte Bertrauen ausgesprochen. Die Leitung der Reichsorganisation wird durch einstimmige hinzu mahl des thürin ger Bandtagsabgeordneten Dr. Dinter ermeitert. Diese erweiterte Leitung beschließt unter der Bezeichnung„ Bollzugsausschuß der Großdeutschen Volksgemeinschaft" die Geschäfte meiter. zuführen und Adolf hitler jederzeit die Organisation zur Berfügung zu stellen. Die Großdeutsche Boltsgemeinschaft wird sich an den Gemeindemahlen in Bayern mit eigenen tandida en aufs regfte beteiligen, dagegen lehnt sie eine Beteiligung an den Reichstagswahlen mit eigenen Biften ab, um die Zersplitterung im voltischen Lager micht noch zu vermehren, Orden gefällig? Diese Gefahr ist um so größer, als jeßt außer 3meifel steht, daß auch internationale Vereinbarungen über die Absaßregelung der Schwerindustrie der verschiedenen Länder angestrebt werden und dicht por ihrem Abschluß sind. Beabsichtigt wird zunächst die Ausschaltung des Wett bewerbes am internationalen Markt durch ein internatio. nales Kartell, das die Preise und Lieferungsbedingungen regelt. Man bestreitet vorläufig noch, daß darüber hinaus eine enge Arbeitsgemeinschaft zwischen der Schwerindustrie Deutsch lands, Frankreichs und Belgiens angestrebt wird. Es liegt aber in der Natur der Sache, daß sich die Beziehungen zwischen den schwerindustriellen Gruppen der einzelnen Länder sehr bald enger gestalten werden, menn erst ein internationales Syndikat besteht und der erbitterte Kampf. der bisher in der Reparationsfrage und in der Frage der Kohlenlieferungen geführt wurde, aufhört. Eine Reihe von Anzeichen deutet darauf hin, daß bereits bei den deutsch- französischen Handelsver fragsverhandlungen, die morgen wieder aufgenomLäge es in unserer Macht, so würden wir Sozialdemo- men werden, die verschiedenen schwerinduftriellen Gruppen traten die Justiz veranlassen, daß fie, ganz besonders in der einander in die Hände arbeiten werden auf Kosten des Ber gegenwärtigen Wahlzeit, den Kommunisten jede Schobrauchs und der Arbeiterschaft. Die fchwerindustrielle Reihr Inferatenteil. Die berühmten Inserate, in denen deutschnung angebeihen läßt, die mit dem Gesetz noch vereinbar ation tritt mit erhöhter Kraft in den politischen und mirt ist, und daß sie dann was sie ohnehin tut nach der schaftlichen Kampf. Sache der Arbeiterschaft ist es, bei den anderen Seite hin in der gleichen Weise verfährt. Wir haben nächsten Wahlen zu verhindern, daß sie wieder den großen den lebhaften Wunsch, daß die Wahlagitation der Einfluß auf die Regierung erhält, den sie im kaiserlichen Deutschland innehatte. Rommunisten sich so frei wie möglich gestalten möge, und daß barum auf Berhaftungen und sonstige Störung tommunistischer Veranstaltungen verzichtet wird, daß auf alle Fälle jeder Anschein vermieden wird, als bestände die Absicht, die Agitation dieser Partei für ihre legale Vertretung im Barlament irgendwie einzuschränken. Das ist für uns eine Forderung nicht nur der Gerechtigkeit, sondern auch der polifischen Klugheit. Und in diesem Sinne fönnen wir nur wiederholen, was hier schon oft gesagt worden ist: Jede Stimme, bie am 7. Dezember für b 7. Dezember für die Sozialdemotratie ab gegeben mird, ist eine Stimme des Protestes gegen amelerlei Maß und gegen Klaffen juftia! Neugruppierung der Schwerindustrie. Nationale und internationale Syndikate. Die deutsche Schwerindustrie, deren Verbände in folge der Inflation und der Stabilisierungstrife teils gelockert waren, teils ihre wirtschaftlichen Aufgaben hinter anderen Be strebungen zurückgestellt hatten, hat jest eine Neu gruppierung vorgenommen. Die Verhandlungen über die Bildung eines Rohstahlfynditats sind gestern abgeschlossen worden. Dieser Verbandsgründung sollen in Kürze neue Organisationen folgen, die Produktion und Absah ber Halbfabritate der Eisenindustrie regeln. Der Stahlmertsperband, dessen machistellung vor dem Kriege eine außerordentlich große mar, ist somit wieder im Eniftehen. Awed ber Neugründungen ist, die Hochaltung der Eisenpreise durch fapitalistische Stontrolle und Regelung der Probuftion und bes blages. Sinfen die Breife, so werden die Betriebe eingeschränkt oder tillgelegt, bis der Rüdgang der Borrate den Handel und den Berbrauch amingt, die geforderten höheren Preise anzu nehmen Da augenblicklich die Schwerindustrie unter Ab jakich mierigtelten leidet, fonnten selbst bie miber strebenden Elemente sich zunächst zum Abschluß des Rohstahlfonditats einigen. Das Bestreben nach rücksichtsloser och haltung der Eisenpreise hat schon früher die Schwerindustrie zu einem der wichtigsten und machtvollsten Träger des Shuzzoll gedanfens gemacht Auch die Bildung des neuen Berbandes mirb biefem 3wed bienstbar gemacht wer ben. Darüber hat man auf ber Tagung der deutschen EisenIn Verschiß! Siebenundzwanzig bayerische Generale haben Sudendorff aus der Standesgemeinfchart ausgefchloffen. Bubenborff. mie hamse bir verbufft! Diefen SiebenundzwanzigHimmelgottverbanzigSiebenundzwanzig Generalen biste Bust Die ums Baterland verdienten Hintern Bölben fich in Feindschaft. Deine Stand'sgemeinschaft 3ft jetzt einzig und alleine biz Romintern! Ach felbft ein perfalter Boltsheros Ift und bleibt ein Nichts Niedrigsten Gewichts. Gegen einen echten Königssprob. Bor hem Kini harr folch 3werg, Bis der gnädig ihn beordert. Wer den Herrn auf Säbel forbert, Findet leicht fein Jüdisch- Tannenberg. Midh aon sinbenheden. Junge Dichtung in Sondervorstellungen der Boltsbühne, In Scei mai neen will die Bolfsbühne in diesem Jahre junge Dichtung ouf die Bühne bringen. Noch im Baufe des November wird eine erste Borstellung zwei noch ungespielte Einafter von Bruft zufam men mit einem neuen Stüd von O'Neill Unter dem ratibi. ichen Monb" vereinigen. Für die weiteren Matineen find Werte non Wilhelm Broun, Melchior Vischer und Julius Maria Beder in Aussicht genommen. Erste Regiffeure und Darsteller haben ihre Mitwirtung bereits zugejagt. Boraussetzung für die Durchführung blejer Scaberneranstaltungen ist aber, daß sich eine genügend große Anzahl von Abonnenten findet. Um jebermann die Teilnahme an den Aufführungen zu ermöglichen, wird von den Abonnenten für jede Berstellung ein Be trag von nur 1,50 m. erhoben. Auch Nichtmitglieder der Boltsbühne tönnen sich an diesem Abone ment beteiligen. Anmeldungen erfolgen in den Geschäftsstellen der Boltsbühne, Linienstr. 227 und Rönigsploz 7, in der Boltsbühnen Buchhandlung, Köpenickerstr. 68. an den Tiegschen Theaterfaffen und in den übrigen Berkaufsstellen der Bolfsbühne. Der Meinetesche Männerchor gab im Beethovensaaf ein Konzert mit volkstümlichem Programm. Eigentlich mehr ein paar Stunden het berer, fröhlicher Unterhaltung. ein erfrischendes Aufatmen nach dem Alltag, ein Aufatmen in der Sphäre des Humors und des leber nuts. Darum nicht etwa wertlofer als ein richtiges Konzert" mit schwerer und schwerster Koft. Auch die leichte Mufe, folange fie mich fo leichtgeschürzt ist, daß jede tünfilerische Form abweferb ist( und bas ist das Enticeibende!) sollte hier von Zeit zu Zeit thren Plag beanspruchen. Im Volkslied nehmen ja gerade Fröhlichkeit und Krach bei Lindströms. Spaltung auch im schönen Mecklenburg. Nicht nur in Bayern vollzieht sich die völkische Spaltung. Was dort der Esser und der Streicher, das ist in Mecklenburg, dem Heimatlande Graefes, ein gewisser Rör ner mit feinem " Bortrupp". Die Mecklenburger Warte" sieht sich genötigt, an der Spike des Blattes in Fettdrud eine Erflärung der Reichsführerschaft"- d. h. Ludendcrffs, Straffers und Graefes abzudrucken, in der es heißt: Die Reichsführerschaft der Nationalsozialistischen Freiheits. bemegung Großdeutschlands lehnt, wie bere is bekanntgegeben murde, bas fogenannte Direttorium"( Dr. Bold, Scale, Suntel) als eine die Störung der Gefchloffenheit unserer Bewegung bewirtende Sonderorganisation unbedingt ab. Auch in Medlenburg hat sich eine in irreführender e fe den Namen Bandesverband der NSDAP." mißbrauchende fleine Organ.fation unter Herrn Körner aufgetan, die sich besagtem Direktorium unter ftellt hat und fogar ein eigenes Blatt, den„ Bortrupp", heraus gibt. Wir erbl den in dieser Arbeit eine unverantwortliche Sabotage der Einheitlichkeit unserer Bewegung.... Sabotage der Einheitlichkeit unserer Bewegung.... Wir for dern deshalb jeden treuen Befenner unferer nationalfoz al stischen Freiheitsbewegung auf. fofort von jener Unfrieden stiftenden Sonderaffion abzurüden. Auch das Blatt Bortrupp" muß nach seinen jüngsten Artikeln gegen unsere Bewegung unbebing: abgelehnt werden. Das ist nun das Heil der Diftatur, mit der die Lindströms das deutsche Bolf beglüden wollten!' nicht einmal in ihren Steihen fann fich die Reichsführerschaft" autorität verschaffen, aber bie Millionen deutscher Republikaner follten folhen politischen Dilettanten bedingungslos Gefolgschaft leiften! Der pölfische Sout bricht wie der fommunistische in fich felbst zu fammen. Der 7. Dezember wird zeigen, mie meit die Ber fegung in diefen Barteien der Dittatur bereits gediehen ist! Los von Ludendorff! Streit um Hitler. München, 4. Nopember.( Eigener Drahtheridyt.) Eine in München abgehaltene aus ganz Deutschland Lefuchte Reichston. ferenz ber Großbeutschen Boltsgemeinschaft hat einstimmig folgenden Beschluß gefaßt: „ Seit Monaten hat die Großdeutsche Boltsgemeinschaft ihren Willen bekundet, in der nationalsozialistischen Freiheitsbewegung unter der Reichsführerschaft Ludendorff- Straffer- Graefe aufzugehen, Humor einen breiten Raum ein. Diesmal waren es lauter neuere Boltslieber, die da erflangen. Ich hörte Baumanns sehr fentimen bales„ Glüd in der Heimat", Othegravens brollige Bearbeitung des 3mischen Berg und tiefem Tal", Lorgings Balzerlieb" und die boiden Schlußchöre. Der Verein zeigte sich in guter Disziplin, mit gerunbetem Klang, der in den Tenören einen vielleicht etwas zu tebligen Einschlag halte. P. 2. 3oseph fam Diesmal mit gefunder. netfirlicher Auffassung der fdichten Eädelhen und mit ruhiger Führuna. Emil Rühne zitierte den Gift Wilhelm Buschs, erzählte Märchen und Schnurren und fang Boutenlieber aus neuerer Beit schicht und natürlich, ohne jebe liebertreibung in Stil und Aus drud. Ein befreiendes Aufatmen und fröhliches Lachen durchwehbe ben gut besetzten Eccl. S. G. Die Deutschnationalen handeln auch damit. So langweilig es ist, den redaktionellen Teil der neu erschei nenben beutschnationalen Nationalpo ft zu felen, als deren Herausgeber übrigens jezt der Berkehrsministerkandidat der Deutschnationalen, Wilhelm averrenz, zeichnet, so intereffant iſt nationale Wählerstimmen gegen Kleider und Briketts gesucht werden, find zwar feither spurlos von der Bildfläche verschwunden, dafür findet man aber in der neuesten Nummer folgenden Ersatz: Achtung! Flandernkämpfer! Das Flandernfreus ift durch die zuständige kom. mission des Adm. v. Schraber genehmigt und für die Flandernfämpfer zur Ausgabe gelangt. An wärter wollen sich unt. Beifügung von Porto an mich wenden zweds Zustellung von Antragsformularen, alles weitere daraus ersichtlich. Das Kreuz in echt Bronze m. Schwert u. Gefechtsspiegel: Antwerpen, Dier, Opern, Somme, Flandernschlacht, Durchbruchs Schacht, Seefrieg, Luftfrieg. Antr. erbet. an euren Rameraden Paul Rust, Erste Berliner Bereins abzeichen, Ordens, Fahnen und Medaillenfabril. Die Deutschnationalen sind von einer fabelhaften Bielseitigkeit! Ihre Handelsliste vermehrt sich von Tag zu Lag. Sie handeln nicht nur mit Gesinnung und polltischen Grundsägen, sondern auch mit Drden, bie gar nichtegiftieren. Uber freilich, der Fall des fürzlich von den Gerichten verurteilten Ordensschwindlers letter, der sein Unwesen mit Zustimmung Ludendorffs trieb, hat gezeigt, wie einträglich derartige Kommissionen" find. Man bekämpft doch nicht umsonst die Jubenrepubät und das Juden. fapital! Und wenn es nicht gelingt die Ministerposten der Judenrepublik zu erschleichen, muß man sich an anderen Dingen schablos halten. Es geht ums Ganze, es geht um die schwarzweißrote Sache" der Schröder, Hergt und Laverrenz und wie sie alle heißen. Bayern gegen Reichsregierung. Partikularistischer Finanzkonflikt. München, 3. November( Eigener Drahtbericht.) Die Ber. orbnung bes Reidspräsidenten, die jede Auslandsanleihe der Gemeinden und Länder non der Zustim mung bes Stai.hsfinanzministers abhängig macht, flößt bei ber banerifen Regierung auf( mere Bebenten, ba man in biefer Perortnung einen neuen Eingriff des Reiches in die Selbständigkeit ber Länder ficht. Man perir hier die Auffassung, bab tas Recht der Aufsicht über die Aufnahme pon Anleihen bisher selbständiges Recht der einzelnen Finanzverwaltungen war, so daß Die Beroobnung des Reichspräsidenten sowohl staatspolitisch mie finanzpolitisch batfädlich in die Rechte der Länder eingreife. Be fonders peinlich berührt ist man davon, daß die Verordnung auf Grunb bes Artikels 48 der Reichsnerfaffung erleffen worden ist. Es ift damit zu rechnen, taß sich ber bayerische Ministerrat alsbalb mi: der Angelegenhelt befaffen und aus grumbfäßlichen Erwägungen heraus beschließen wird, sofort bei der Reichsregierung in dieser Frage vorstellig zu werden. und zwar für Bühne, Schrifttum und bildende Runit eingerichtet werden. Die brei Abteilungen fönnen auch gemeinsam beraten, die gutachtlichen Neußerungen auch schriftlich eingeholt merden Der Kunstausschuß ist für bas Gebiet der Broving zu ständig, in der sich der Gih bes Bolizeipräsidiums befindet. Der in Berlin eingerichtete Ausschuß ist zugleich für den Bereich der. Broving Brandenburg und Grenzmart Westpreußen- Bosen, der Ausfchuß in Frankfurt a. M. zugleich für die Hohenzollernschen Bande zuständig. Bis zur Errichtung eines Polizeipräsidiums in Düsseldorfi wird von dem dortigen Regierungspräsidenten ein porläufiger Runstausschuß gebildet, auf den die gleichen Borschriften mie bei den übrigen Anwendung finden. Der Kunstausschuh in Röln a Rh ist für die Regierungsbezirke Köln, Koblenz, Trier, Der neue Präfident der Physikalisch- Technischen Reichsanstalt, der in Düsseldorf für die Regierungsbezirke Düsseldorf und Aachen Die Polizeibehörde hat, wenn sie abweichend von zuständig. In der Physikal' sch- Technischen Reichsanstalt fand am Sonnabend die dem Gutachten des Kunstausschusses einschreiten will, an den Einführung bes neuen Präsidenten, des bisherigen Tübinger Minister des Innern und zugleich in Abschrift an den Kultusminister Bhyficers Brof. Baschen, durch den Vertreter der Reichsregierung, auf dem Dienstwege zu berichten. Das Recht und die Bilicht ber Staatssekretär Schulz, statt. In seiner Einführungsrebe Bolizeibehörde, in bringenben allen bie notwen dankte der Stoatssekretär in warmen Worten dem anwesenden ehebigen vorläufigen Maßnahmen zu ergreifen, bleibt unberührt. Sie maligen Bräsidenten, Geheimrat Warburg, für feine langjährige auf opfernbe Tätigkeit, die er nur infolge bohen Alters, bas ihn im übrigen auch heute noch an verbienstvoller Forschungsarbeit nicht hinbere, aufgeben mußte. Der Redner bedauerte, daß es dem Nach folger Barburgs, Geheimrat Nernst, nur furze Zeit möglich war, bie Anstalt zu leiten. Trotz ihrer Kürze war die Amtsführung von Ge heimrat Nernst jedoch von größter Bedeutung, da es ihr gelang, bie Anstalt, die unter der Not der Inflation befonders zu leiben hatte, ungefährdet durch die schwere Zeit zu bringen. In Prof. Baschen glaube die Reichsregierung eine Persönlichkeit gefunden zu haben, der es gelingen werde, die von Helmholz begründete und von seinen Nachfolgern fortgeführte wissenschaftliche Tradition der Reichsanstalt in vollem Make aufrechtzuerhalten und durch zielbewußte Förderung der deutschen Physik neue Erfolge zu sichern. Im Namen der Beamtenschaft wurde Prof. Baschen von Genahme he'mrat Selborn herzlichst begrüßt. Prof. Pafchen bantte allen und gestand, daß er nur nach langem Zögern sich entschlossen hätte, das verantwortungsvolle Amt zu übernehmen. In diesem Entschluß hätte ihn vor allem die Zusicherung der Regierung beträftigt, die fich bereit erflärt hätte, die Mittel für die Schaffung eines neuen For schungslaboratoriums zu bewilligen. Der neue Präsident gab der Hoffnung Ausdruck, daß es hm und seinen Mitarbeitern gelingen merde, der deutschen Phyfit, welche unter dem Mangel an materiellen Mitteln zu leiden hat, durch Einsehen des deutschen Geiftes wieder die führende Stelle zu sichern, die sie in Helmholz' Zeiten einnahm. Die Bildung von Kunstausschüffen. Zu der Allgemeinen Berfügung vom 26. März 1924 über die Bildung von Kunstausschüssen find jeßt, wie der Amtliche Breußische Pressedienst mitteilt, usführungsbestimmungen des Kultusministers, des Minifters des Innern und des Justizministers ergangen. Die wesentlichen Bestimmungen find folgende: Die Polizeipräsidenten haben die Stunftausschüsse im Einvernehmen mit dem Generalstaatsanwalt binnen sechs Wochen nach Bekanntmachung der Ausführungsbestim mungen zu bilden. Bei jedem Ausschuß sollen drei Abteilungen, ift in solchen Fällen auch berechtigt und verpflichtet, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, ohne das Gutachten des Runstausschusses einzuholen oder abzuwarten. Sie soll dann nachträglich das Gut achten des Kunstausschusses erheben, um zu prüfen, ob die Aufrecht erhaltung oder Aufhebung der Maßnahmen geboten ist. Will eine fchuffes abweichen, so hat sie vor ihrer Entscheidung an den zustän Staatsanwaltschaft von dem Gutachten eines Kunstaus bigen Generalstaatsanwalt zu berichten, der, falls er ebenfalls von der Stellungnahme des Kunftausschusses abweichen will, in Fällen Don besonderer Bebeutung vor seiner Entscheidung an den Justiz minister zu berichten hat. Die Minister werden die geeigneten. Fälle dem bei den drei Ministerien gebildeten Ausschuß zur Beaut achtung vorlegen, der die Aufgabe hat, in ameifelhaften Fällen oder in Fällen von besonderer Bedeutung in gemeinschaftlicher Fühlungnahme die Entschließung der beteiligten Minister vorzubereiten. im Franz Werfel wurde bon der Spaeth' schen Buchhandlung eingeladen, Burgersaal des Berliner Rathauses aus eigenen werten zu lesen. Der Bortragsabend findet am Freitag, ben 7., abends 8 Uhr, statt. Heber Anatole France wird Kurt B. Goldsmidt am 8., abends 8 Ubr, im Auguft- förster- Saai, Reithstr. 11, auf Beranlassung der Deutjaen Gesellschaft für ethische Stultur sprechen. Bordamm findet in der Zeit vom 4 bis 20. im Kunstgewerbehaus Eine feramische Sender Ausstellung ber Steinquifabriken Belfen. Friedemann u. Weber, Budapester Str. 8, ftatt. Außer handgemalten Gebrauchsgeschirren werden im besonderen fünstlerische Einzel Fayencen sowie Lampen gezeigt. Die Kunsthandlung Sri Gurfilt, Potsdamer Str. 113, eröffnet ant 4. anläßlich des hundertfünfzigfien Geburtstages Caspar David Friedrichs eine Kollettiv- Ausstellung des Künstlers. Der dänische Bildhauer Kai Melsen ist im Alter von 42 Rabren ge it or ben. In der Glyptothel und im Kopenhagener Stunstmuseum ist er viel vertreten. Biele seiner Arbeiten gingen nach Norwegen Zur Verkehrsregelung. Die Hochwassergefahr im Westen. Der in Berlin von der Polizeit aufgestellte Plan einer allge meinen Berkehrsregelung, aus dem im„ Bormärts" das Wesentliche bereits mitgeteilt wurde, ist bei einem Teil der Jnter= effenten" auf Widerspruch gestoßen. Der 3med diefer weiter im Steigen begriffen. Das Hochmaffer des Rheins und seiner Nebenflüsse ist Der Main fließt als ein Regelung ist, in den Straßen mit startem Berkehr die glatte Abreißender Strom dahin und droht zu einer Katastrophe für die midlung zu sichern, die dem Wohl aller dient. Das erfordert manche umliegenden Städte zu werden. Stark gefährdet find in erster Rüdlightsnahme des Einzelnen auf die Gesamt. Linie Köln und Frankfurt a. M. heit, aber ber babei für die Gesamtheit erreichte Gewinn tommt fóließlich auch jedem einzelnen zugute. Ueber die Absicht, die Rechte der Fußgänger und der Fuhrmertsführer fünftig bestimmter abzugren aen, bestehen wohi feire nennenswerten Meinungsverschiebenheiten. Belben, den Fußgängern und den Fuhrwertsführern, wird bamit genügt, daß in verfehrsreichen Straßen ble Fuhrmerte an den Ecken bie Schußwege für bie Fußgänger beachten follen, aber auch die Jußgänger nicht mehr an jeder beliebigen Stelle auf den Bahr dämmen umherbummeln dürfen. Rutscher und Chauffeure geben den Fußgängern an den Straßeneden die Schußwege frei und tönnen tanach bei ungehinterter Fahrt den geringen Beitnerlust leicht wieder einholen. Die Fußgänger warten auf Freigabe der Schußwege und fönnen dann ungefährdet die Fahrdämme über fchreiten. Ucber bicfe Regelung werden sich nur Großfoge ärgern, die aus ihrer Grunewaldvilla im Auto unaufgehalten nach dem Stadtinnern rafen möchten und nicht felten Ihren Chauffeur auf die Anflagebant hetzen. Man weiß ja, baß oft ge rabe bie Beute, die am meisten faule Zeit haben, am rajchesten vor wärts fommen wollen. Ernster ist die Erregung über den anderen Hauptpunkt der Ber. fehrsregelung, über die Beschränkungen des Fuhrwerts pertehrs in den belebteren Straßen, die als Straßen erster Ordnung gekennzeichnet werden folien. Die Borschrift, daß hier zu gewissen Tagesstunden feine Waren ein- oder ausgeladen werden dürfen und Personenfuhrwerte nur zum Aus- und Ein fieigen halten follen, ist für die Inhaber von großen Geschäften begreiflicherweise unbequem. Gestern haben ihre Organisationen bazu Stellung genommen, aber auch sie scheinen sich der Einsicht nicht ganz zu verschließen, daß solche Sperrfristen notwendig find. Briche Tagesstunden die geeignetsten find, barüber gehen unter den verschiebenen Gruppen der Geschäftsinhaber die Meinungen auseinander. Der 3wang. bie Perfonenfuhrmerte in Nebenstraßen marben zu laffen, bis der Fahrgast sie zur Weiterfahrt braucht, mirb Beinem Geschäftsmann schaden. Die Dame, die im Auto vorfährt und es nachher in der Nebenstraße wieder besteigen soll, wird nicht weniger Einfäufe machen, meil sie die paar Schritte gehen muß. Was sagen zu dem ganzen Regelungsplan die Fuhr werts führer? Für sie ist die glatte Abwidlung des Verkehrs pon befonderer Wichtigkeit. Mit Freude werden sie es begrüßen, daß auch der Fußgärger zur Disziplin erzogen werden soll. Das mird manchen Fußnänger vor einem Unfall bemahren und manchen Kutscher und Chauffeur por einer Antlage. Beratungen der Verkehrsdeputation. Heute vermitag beschäftigte sich die städtische Berkehrsbeputation in längerer Sigung mit der vom Bolizeipräsidium ausgearbeiteten neuen Berkehrsordnung. An den Berclungen beteiligten sich der Dzement für Berfehrswe'en im Polizeipräsidium Regierungsrat Dr. Mosle some emme Re he non Referenten des Bolizeipräfi diums. Nach einer ziemlich eingehenden Aussprache stellte sich her. aus, daß ble vom Polizeipräsidium vorgeschlagene Neuregelung des Berfehrs auf bedeutend meniger 23iberi pruch bei ben mit cficdern ter Berkehrsboputation stößt, els dos nad bem Brotet Sturm der Interessentennerbände anzunehmen war. Im Brinzip wurde bie Einteilung nach Berlehrsstraßen 1. und 2. Ordnung qutgeheißen. Ebenso billigt man das Berbot des Haltens von Automobilen n ben Berkehrsstraßen 1. Ordnung wie das Berbot des Bastwagenfuhrverkehrs zu bestimmten Tageszeiten. Allerdings wünscht die Deputation dieses Berbot auf die Zeit von 2-7 hr nachmittags beschränkt zu sehen. Auch gegen die Einrichtung von besonderen Schußwegen zum lleberschreiten der Straßen durch das Publikum, die mit weizen Strichen auf dem Fahrdamm mar fiert werden sollen, findet einen grundfäglichen Bider: pruch. Allerdings follen Einzelheiten der Berkehrsordnung noch besonders durchberaten werben, imunerhin fann man nach dem Ber. lauf der heutigen Berhandlungen annehmen, daß die Borschläge des Bolizeipräsidiums fich leichter durchsetzen werden als zu erwarten. war. Die Bertehrsdeputation beschloß schließlich die Einfezung eines fleineren Ausschusses, der gemeinsam mi Berfretern des Magistrats und der Tiefbauverwaltung noch einmal ver. fchiedene Einzelheiten der Verkehrsordnung durchberaten fall. Be fonders die Frage bleibt noch zu prüfen, meiche Straßen als Bertehrsstraßen erster und zweiter Ordnung zu bezeichnen find. Einstimmig wurde beschlossen, daß die neue Berkehrsordnung nicht vor dem 1. Januar des nächsten Jahres in Straft tritt. Rasperletheater. felgen aufrechterhalten. Auch die Wied führt Hochwasser. Am Marientor in Duisburg bat fich die Sperrschleuse infolge des Hochmallers fetgefekt. Die Hafenverwaltung war gestern eifria bemüht, bie Schleute wieder in Funktion zu fehen. in burch bos Steigen des Rheinwassers abgetriebenes Bloß durchbrach bei Homberg die Anferfetten mehrerer in Somberg por Anter fiegenber Rähne. Diese Rähne famen ins Treiben und stießen zusammen. mobel ein mit Roblen belabener Rahn fant, Mehrere andere Rähne murden schwer beschädigt. Menschenleben sind nicht zu beflagen. Frankfurt a. M., 4. November. Geffen abend um 10 Uhr gen. Der Main it Montag zwischen 6-7 Uhr langsam um meitere war das Waffer des Mains bis zur Saalgalle vorgebrun. 20 Jentimeter gestiegen und dürfte bis Dienstag früh noch weiter fteigen. Aschaffenburg meldet ein Stelgen um 40 Zentimeter. merfheim ein stündliches Anmadsen um 4-5 Zentimeter, doch fcheint für Frankfurt die größte Gefahr vorüber zu sein, wenn nicht noch neue ftarle Regengüffe einsehen. Köln. 4. November( Eigener Drahtbericht). Der Rhein ist an fieben Steffen start über seine Ufer getreten und überschwemmte weite Streden, Jn Möln, wo sonst der Rhein einen normalen Wasserstand von etwa 2 Metern jeigt. ffand heute früh das maffer auf 8,12 27 eter. Der Rhein steigt noch weiter stündlich um 4 3entimeter. Auch von den ebenfiüffen des Rheins und vom Oberrhein wird noch andauernd startes Steigen gemeldet. Die am Rhein gelegenen Straßen in Köln stehen unter Waffer. Im fenviertel fagern in den Kellern und Cagerhäusern für minionen von Mark Lebensmittel, die nicht rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden konnten und nunmehr dem Verderben preisgegeben find. 3m neuen Kölner Hafen mußten alle Arbeiten infolge des Hochwassers eingestellt werden. Schon läßt sich der Rheins, das schon den Kaiser- Wilhelm- Pack überflust, wird die im Düsseldorf, 4. November. Durch das Hochwasser des durch das Hochwaffer angerichtete Schaden auf viele Millionen Mart Bau befindliche große Rheinpromenade, die nach Kallersberechnen. Seit Sountagnacht ist in Köln der Hochwasserschuh alar- merth führt, start gefährdet. Große Teile der Aufschüttungen miert worden, der den durch das Hochwasser bedrohten Einwohnern find bereits meggespült. der Altstadt Hilfe zu leiften hat. Die Rheinuferbahn grol'chen Köln und Bonn ist nicht mehr durchgeführt werden. Auch der Eisenbahnverkehr wird durch das Hochwasser befonders auf den Moselstreden start beeinträchtigt. zwischen Bonn und Koblenz ist durch das Hochwaffer lahmMühlheim, 4. Jonember. Der Eisenbahnverkehr gelegt. Auch Der Rhein füieg heute vormiffag bis neun Uhr auf 8,20 Meter. Augenblicklich erhöht sich der Wasserstand um etwa zwei Zentimeter Ueberschwemmungen in Frankreich und Belgien. in der Stunde. Die ganze Rheinwerft von der Hohenzollern- reich nehmen nach den letzten Meldungen einen besorgniserregenParis, 4. November. Die Ueberschwemmungen in Ostfrantbrüde bis zum Filzengraben gleicht einem See. Die Deuber den limfang an. Bei Seban wurden gestern von ber Strömung Rheinwerft steht ebenfalls unter Wasser. Jeder Berlade drei Brüden über die Maas fortgeriffen. verkehr hat aufgehört. In Mannheinm ist das Wasser zum Stehen ge- Meurthe und Mosel find über ihre Ufer getreten. Nancy ift betommen. Don Koblenz wird weiteres Steigen um zwei bis drei droht. Das Waffer der Mofet ift in bie 23 or stäbte non mes Zentimeter, vom Oberrhein leichtes Fallen igemeldet. eingedrungen und hat die umliegenden Dörfer überschwemmt. In Belgien haben besonders Charleroi und Lüttich schmer gelitten. Der Straßenbahnverfehr von Lüttich nach Seraing und der Eisenbahnperfehr nach Nordbelgien sind unterbrochen. Dinant ist teilweise in Dunkel gehüllt, weil die Gasleitungen beschädigt find. Namur bat meniger schmer gelitten, doch fürchtet man, daß die Brüden ben fluten nicht mehr lange standhalten werden. Die Vorflädte von Brüffel sind überschwemmt. Hal ist auf allen Seiten von Waffer eingeschlossen. Der Schaden im Moseltal. Das Hochwasser ift im Baufe des geftrigen Tages weiter gestiegen. Om ganzen Moseltal hat das Waffer verbeerenben Schaden angerichtet. Ganze Drifchaften find über. memmt, in zahllosen Fällen ist Bieh ertrunken. Die über raschten Bewohner der überschwemmten Mofelbörfer haben nur das fenders übel sind die Winzer beran, denen der neue Moſt in den Allernotwendigste vor den entfesselten Elementen retten fännen. Be: überschwemmten Rellern verdirbt. Die Gleise der Mofeltalbahn liegen teilweise 2 Meter unter Wasser. In Neuwied ist das Hochwasser größtenteils in die Häufer eingedrungen, der Marktplaz ist vom Wasser umfpüst, so daß teilweise ein Bootsverkehr einfegte. Der Straßenbahnverkehr ist stark gehemmt und wird durch Um Piloten das Anfämpfen gegen ben Sturm besondere Freude machte; so fonnten sie und ihre Maschinen menigstens ihre Tüchtigkeit beweisen. Eine zahlreiche Zuschauermenge hatte sich zum Großflugiag eingefunden. Sie wurde für ihr tapferes Wushalten bei dem feines. wegs angenehmen Serbstwetter voll entschädigt. Die Sportflugzeuge purgelten nur so in der Luft umher, Sturzfüüge, Roll und Schleifenflüge acig ind, bei boten ger oft die über nach oben ftanben. A's Cenation wurben Fallsdirm- 2bfprünge des Ronfirufieurs Steltner umb einer Dame gezeigt. Sie gelangen glänzend. Der Fallschirm ist vine Meutonstruktion und hat eine Oberflähe von 120 gm. Er arbeitet mit Bentilen, durch deren Betätigung bie Abstiegs. seichwindigkeit reguliert werden fann. Eine glänzende beutsche Berkehrsfluofeiffung vollbrachte türzlich ein Flugzeugführer vom Deutchen Aero- Loyd. Er startete mit einem Berkehrsflugzeug morgens um 5.55 Uhr in een over zu cinem Baffagierflug nach Amfterdam, bas er in drei Stunden 85 Mimuten erreichte In Amsterdam startete er um 12,10 Uhr mittags zum Rüdflug nach Berlin Bon Amsterdam bis zur Zwischenlandung in Hannover benötigta das Flugzeug nur zwet Stunden Flugzeit fro des sehr stürmischen und regnerischen Wetters, Von Hannover bis zum Flugplak Steaten dauerte der Flug nur eine Stunde und 35 Mimuten. Die Fiuglinie Amfterdam- Berlin beträgt annähernd 600 Kilo meter. Die schwarzweißrot umrahmte Kommandantur- Kapelle". In den Straßen Berlins prangt an den Aniclagiäulen ein Plalat, bas zum Besuch des Berliner Konzertbaufes eine lädt und einen eutigen ben b" zum Besten eines Striegere benimals verspricht. Daß biefes Platat i warzweißrot um rabmt ist, fann man bei der Lieblingsstätte beuticnationaler und deutschvölkischer Zeitgenossen vielleicht begreiflich finden. Unbegreif lich ist aber, daß auf dem Blatat die Mitwirkung der Kapelle der Kommandantur Berlin" angefündigt wird. Wer gab dieser Stabelle die Erlaubnis zur Mitwirtung in einem Stonzertlokal und bei einer Beranstaltung, die sich in schwarzweiß roter Aufmachung empfehlen? Man fhreibt uns: Auch das geistige Proletariat, Schauspieler und andere Künfiler, stellen sich in der nachrevolutio ären Zeit recht lebhaft an die Seite ihrer handarbeitenden Klaffen- Die Taubenfreunde, und deren find nicht wenige in Berlin, genoffen. Uber wenn dies in dem Rahmen geschieht, wie am Sonn haben zurzeit an der Ausstellung im Neuen Rathaus zu Schöne lag bei der kommunistischen Propagandaation der Roten Hilfe", berg ihre große Freude. Auf der Schau des Bezirts West- Südwest bann muß man Künstler und Zuschauer bebauern. Die Künst= stellen fünf Vereine 552 Tauben aus. Die Sensation bideten die terhilfe", als angeblicher Leiter der Veranstaltung, will nadh 18 Indianer. Diese Rasse ist sehr selten und außerdem fchmierig einer Erläuterung im Programm ein Proletarisches Thea zu ziehen, da die Tiere erst im höheren Alter ihre volle Schönheit ter" fchaffen, fle will die Lüge und den Sumpf der gegenwärtigen erlangen. Unter den Tauben, die alle auf den Böden von Berlin B. Kultur, bie Entrechtung von Millionen Menkhen und das System und Schöneberg wohnen, find fämtliche einfchlägige der Bourgeoisie nacht und bemastert zeigen. Das Theater muß tassen vertreten, u. a. fieht man viele Angehörige der Schöne nen den Menschen erobert werden, die mit ihrer Kunst" oder„ Ten- berger Lotalraffe, ferner Berliner, Brieftauben, Stargarder ZitterSenz" den Weg zeigen fönnen, den die Menschheit in den nächsten hälfe, fautauben, englische Kröpfer usw. Desg'eichen find viele Jahrhunderten auf Grund einer abfolut feststehenden so Wiener Hoflieger vertreten, die jetzt fehr in Aufnahme fommen, zialpolitischen Entwidlung gehen muß und ebenso die englischen Eistern. Diese werden nach und nach gehen wird!" Das flingt wirklich sehr revolutionär, ober was zur Modetaube. Bei diesen Tieren muß der ganze Körperbau ziem verstehen die Künstler unter einer abfolut feststehenden lid lang geraben fein, um vor den Augen der Preisrichter Gnade fozialpolitischen Entwicklung?" Offen gefagt, das Debüt der Künft zu finden. Die Ausstellung wurde bislang fehr gut befucht, u. a. lerhilfe am Sonntag war ein großes asperletheater" nach auch von vielen Schulklassen. Mostauer Rezept. Wir fehen auch Lichtbilder. den Bölkerbundsrat, beffen Vorsitzender der Hunger ist, den lieben Herrjott" ( Herr ot) und Macdonald, wie sie bas Proletariat perfchachern, alles mit paffenden humoristischen Melodien. Und während man fo alles, mes nicht Marte Moskau ist, in ben tiefsten Orkus, wohin die Berräter gehören, verfentt, ertönt immer wieder der Ruf: Seid alle einig. Wir würden diefes Mostauer Rasperletheater nicht gloffieren, wenn es nicht ein Symptom der Zeit wäre. Denn die Zu hörer und Zuschauer waren sicher zu einem wesentlichen Leil gemertschaftlich organisierte Arbeiter, die sich still fchweigend diesen Affentanz bieten ließen. Und das in der Stadt der Intelligenz"! Dieſes Proletarische Theater" der Rünstlerhilfe würde man in jeder Kleinstadt auspfeifen. Wenn dies die abfplut feststehende sozialpolitische Entwicklung" der Zukunft sein soll, dann gehen wir wirklich herrlichen Zeiten" entgegen. Großflugtag in Staaten. 11 Am Sonntag flog affes in Staaten draußen auf dem Flugplay: Hüte, Mügen, Flugmaschinen und sogar auch Men chen ohne Ma schinen. Der Bind'ad auf der Fugzeughalle des Deutschen Aeroloyd blähte sich im Sturm zu einer diden Wurft. Aber das genierte die flinten, fleinen Sportflugzeuge nicht. Es schien fast, als ob den Jugunglüd in England. Ein Schnellzug von Liverpool nach Glas griet in Brand. Bisher find zwölf Beihen geborgen. fom ist entgleift. Dabei wurden mehere Wogen zertrümmert, einer Die Zahl der Berwundeten wird auf vierzig geschäßt. Schwere Flugzeugtatastrophe bei Danzig. Das Flugzeug, das den Baffagierperfehr zwischen Marienburg und Danzig permittelt, ist Dienstagvormittag verunglückt. Infolge starken Windes mußte der Führer furz vor Danzig eine Not landung pornehmen. Hierbei überschlug sich das Flugzeug und wurde zertrümmert. Der Führer und alle drei Insaisen, zwei Herren und eine Dame, wurden getötet. Parteinachrichten Cinfendungen für diese Rubrik sind Berlin B. 68, Lindenstraße 3. De Seine, die Loire und die Rhpne sind ebenfalls über die Ufer getreten. In Bar- le- Duc sind durch die Ueberschwemmungen eines fleinen Fluffes mehrere Fabriken unter Waffer gefeht worden, so daß Hunderte von Arbeitern brotlos geworden find. Auch die Keller der Banken stehen unter Waffer, so daß die Kassenschränke geräumt werden mußten. Jugendveranstaltungen. Heute, Dienstag, 4. November, abends 7 Uhr: Charlottenburg. Einführungsabend in der Schulaula, Pestalozziftr. 40 Gefang. Rezitationen. Bol stänge, Sans- Sachs- Spiele. Geschäftliche Mitteilungen. Das Schuh, Safal Behrubt. Münaftraße 25, mit feinen Filialen Cottbufer Damm 13 und Frankfurter quee 54, bringt wiebe um, infolge günftigen Eintaufs, eine Reihe billiger Angebote in guten Schuhen. Wir weisen deshalb auf das heutige Inferat ber Firma hin Gewerkschaftsbewegung Reform der Personalordnung der Reichsbahn. murf der Bersonalordnung der Reichsbahn fert ggestellt werden. Gegen Ende diefer Woche wird poraussichtlich ber vierte EntSchon in den bisherigen Entwürfen fand eine Reihe von Forderun fchaften den dritten Entmurf als Ganzes ablehnen mußten, so wird gen der Gemertschaften Berücksichtigung. Allein w'e die Gemertes fchließlich auch bei der endgültigen Fassung der Bersonalordnung fein. Die Würfel über bas Schiafal der Eisenbahner sind bereits gefallen, menn auch der Rampf um die Bersonalordnung por be den Seiten noch mit unverminderter Sähigkeit zu Ende geführt wird. Der britte Entwurf, dessen Inhalt in her amtlichen Berlautbarung nur kurz berührt wurde und auf den wir beshalb etwas genauer eingehen mollen, hat, mie der Soz. Breffedienst" erfährt,' nsgefamt breißig Abschnitte, die, wie z. B. im Versicherungswesen und bei den Wohlfahrtseinrichtungen, zum Teil die früheren Best mmungen übernehmen, teilweise aber auch wichtige Wenberungen bringen. In Zukunft gibt es nur noch Reichsbahnbeamte; fie find feine Angestellten und seine Re chsbeamten im eigentlichen Sinne des Wortes, sondern das Bradutt eines ausgeflügelten Systems. Der Charakter des Berufsbeamtentums ist gewahrt. In der Hauptsache gibt es bei der Reichsbahn fünftig a wei ganz verschiebene Kategorien Don Beamten; die alten und die neuen. Die alten Beamten, d. h. d'e bei der Umstellung mitülbernommenen Beamten, haben im mefentlichen ihre alten Rechte beibehalten. Der neue Beamtennachwuchs bagegen ist in bezug auf Beamtenrechte wesentlich feledter geftellt. Die Reichsbahnbeamten find republi. tanische Beamte. Sie haben den Eid auf die Berfaffung zu leiften. De Reichsbahn wird verpflichtet, zur Unterbringung der Ber forgungsberechtigten( Militäranmärter) 15 Proz. der einzustellenden Beamten aus den Versorgungsberechtigten zu entnehmen. In der Befolbungsfrage ist zunächst noch te i ne Neuregelung vorhanden. Hier sind die Machtbefugnisse des Generaldirettore noo night flar abgegrenzt. Die Organisat onen fordern hier Ein= frantung der Machtfülle des Generaldirektors durch eindeutige Festlegungen in der Personalordnung. Bon dem neuen Plan, bağ Berwaltungsrat und Generaldirektor zusammen die Entscheidung haben sollen, find die Gewerkschaften nicht entzückt. Der Einfluß des Reichsfinanzminister hat fein Einspruchsrecht natürlich nur Reichstages fann nur inbireft und höchstens bei der Aufstellung einer neuen Besoldungsordnung stärker geltend gemacht werden. Der nach oben. Ein Einspruchsrecht gegen eine leberschreitung der unteren Grenze zu schaffen, hat man seinerzeit vergessen. Meu ist. daß für besonders gefährdete Posten 3ulagen gezahlt werden. Das Drängen der Eisenbahnbeamtenschaft auf höhere Cine stufung wird wahrscheinlich nur zu einer Bermehrung der Stufen führen; zwemäßiger wäre es, nicht auf höhere Stufen, sondern auf höhere Bezahlung innerhalb derselben Stufe zu drängen. In der Urlaubsfrage bleibt es wahrscheinlich einst we len beim Urlaub der Reichsbeamten. Die Organifat onen find dagegen, daß Berwaltungsrat und Generaldirektor allein in für Groß- Berlin der Urlaubsfrage bestimmend sein sollen. flets an bas Bezirkssekretariat, 2. Bof, 2 Trev. rechts, au richten. 5. Areis Friedrichshain. Arbeiterwohlfahrt und Kinderschus! Ole flir haute abeno angelegte Sigung in der Meuen Stönigstr. 26 finbet nicht statt. 15. Streis. Heute Dienstag abend, 7 Uhr. Kreisvorstandssigung mit den De legierten zum Bezirtstag und den funtion ren bei Schöps, Niederschöneweide, Grlinauer Str. 8, Aufstellung der Randibaten. Bei der Verfegung in den einstweiligen Ruhestand ( Wartegeld), in den dauern ben Ruhestand, beim Bezug der Benfion find für den alten Reichsbahnbeamten die Ansprüche aus seinen bisherigen und noch geltenden Rechten gewahrt. Das ist z. B. der Fall bei Berlegung auf eine Dienststelle von geringerer Bewertung. Oder wenn z. B. die Reichsbahn eines Tages bie Ben fionsfäße her abiegi, dann wird nicht die Benfion der alten Dienstjahre gekürzt, sondern nur die der neuen. Bei den tünd baren Beamten kommt die Versehung in den einftmeiligen Ruhe stand nur dann in Frage, wenn es sich um eine besondere qualiji zierte Arbeitskraft handelt, für die vielleicht im Augenblic keine Berwendung vorhanden ist. Bei Entlassungen ist die Möglichkeit der Zahlung einer Abfindungssumme vorgesehen. Diese Abfindungssumme murde bei den Verhandlungen gegenüber den Gemerkschaftsvertretern als besondere Wohltat gepriesen. Sie ist im Grunde nichts anderes als eine Selbstverständlichkeit; denn er= fahrungsgemäß gelingt es einem älteren Eisenbahner nur sehr schwer, in der Privatwirtschaft ein Unterkommen zu finden. Begen Bersegung in den Ruhestand, gegen Entlassung u. dgl. ist, wie betannt, ein Einspruchsrecht bei einer Schiedsstelle vorgesehen. In der Arbeitszeitfrage sind die Richtlinien des Reichsfabinetts und ebenso die Bestimmungen der Arbeitszeitverordnung übernommen worden. In der Dienst und Mietwohnungsfrage sind die alten Borschriften beibehalten. Abänderungsmöglichkeiten liegen im Bereich des Generaldirektors. Auch hier wollen die Gewerkschaften, daß ein Teil der Macht des General direktors in die PO. verlegt wird. Für Krankheitsfälle ist neu vorgesehen, daß bei den fündbaren Beamten zunächst die Weiterzahlung des Gehalts bis zu 26 Wochen erfolgt und, wenn dann der Arzt feststellt, daß Aussicht auf Genesung besteht, die Entlassung zunächst nicht vorgenommen werden darf. Für die Dienst und Schußleitung werden besondere Vorschriften vom Generaldirektor erlassen. Bei den Dienstvergehen und Strafen sind die wesentlichsten Bestimmungen des Reichsbeamtengefehes übernommen; sie haben aber, wogegen die Organisationen sich wandten, insofern eine Verschärfung erhalten, als schon gewöhnliche Vorgefeßte Strafbefugnisse in die Hand bekommen haben. Diese Verschärfung ist nicht zu halten. Die endgültige Personalordnung, die aus dem angefündigten vierten Entwurf hervorgehen soll, wird im Laufe des Monats Januar erscheinen. Drohender Streik bei der Omnibusgesellschaft. Die Urabftimnung über das Angebot der Direktion der Omnibusgesellschaft hat mit mehr als 3weidrittelmehrheit der gesamten Belegschaft die Ablehnung ergeben. Damit ist die Gefahr einer Arbeitsniederlegung in unmittelbare Nähe gerückt. Die Belegschaft wird in einer Vollversammlung über die zu unternehmenden Schritte Beschluß fassen. An die Buchbinder in den Buchdruckereien! Lout Beschluß der Ortsverwaltung und der Branchenleitung haben die in den Buchdruckereien beschäftigten und nach dem Buchdruckervertrag entlohnten Buchbinder für Gehilfen dieselben Forderungen wie die Buchdruder einzureichen. Näheres fiehe Morgenausgabe. Für geübte Buchbindereiarbeiterinnen beträgt die Forderung 6,10 M. pro Woche. Die bei Nicht bewilligung umserer Forderungen notwendige Kündigung hat am Frei Erstklassiges Material! 90 त Mod. breite Schiebespange oder Schnürschuh, Spitze Form, Attenhaut, Wildleder imit., braun, grau od. schwarz, gute Kernledersohlen, für Straße u. Gesellschaft Damen- Halbschuhe 60 mod. For m. Lackkappe, teils braun Boxr., gut. Material do. Orig. Goodyear Welt Eleg. Gesellschaftsschuh mit rotem oder grünem Besatz 80 12" Babyschune Leder und Stoff, sowie warme Kinderstiefel mit Schnalle oder Schnüren. 18-31. Pl. 95 Kinderstiefel 90 Kräftiges Spaltleder. 31-35 M. Kamelhaarstoffschuhe mit Schnalle oder und Ledersohlen billig Ohrenschuhe, Filz Gross Detail 80 1 tag, den 7. zum 14. November zu erfolgen. Wir bitten, die Morgenausgabe vom Freitag, den 7. November, zu beachten, in melcher weitere Anweisungen erfolgen. Verband der Buchbinder und Papierverarbeiter." Richtung" hätten sie genügend Zeit in den Mitglieder- und GeDie Ortsverwaltung. Eine Blamage der Kommunisten. Bom Zentralverband der Hotel-, Restaurant und Café- Angestellten wird uns geschrieben: Am vergangenen Dienstag war eine Versammlung aller gastwirtschaftlichen Arbeitnehmer Berlins nach den Germania- Sälen einberufen worden. Die Verwaltung des Verbandes hat bereits vor einem halben Jahr beschlossen, die aus dem Verband ausgeschlossenen Kommunisten Knüppel Kunze- Leute und andere Krafeeler zu solchen Versammlungen nicht mehr zuzulassen. Die Generalversammlung des Zweigvereins des Verbandes hat diesen Standpunkt mit allen gegen 11 Stimmen gebilligt, weil folche Versammlungen durch die Ausgeschlossenen lediglich zur Austragung ihrer persönlichen Differenzen benutzt werden und dann zu einer Schädigung des Verbandes führen. Die Kommunisten hatten demgegenüber schon tagelang vor der Versammlung die Parole ausgegeben, den Zutritt der Ausgefchloffenen unter allen Umständen zu erzwingen. Der Standal fetzte auch prompt nach Eröffnung der Versammlung ein. Auf Befehl von Moskau glaubten einige Verbandsmitglieder die Zulassung der Ausgeschlossenen beantragen zu müssen. Als der= artige Anträge nicht zugelassen wurden, versuchte einer der Verfammlungsteilnehmer fich mit Gewalt das Wort zu verschaffen. Er wurde mit sanfiem Nachdruck vom Podium herunterbefördert, Wir hätten angenommen, daß die" Rote Fahne" vernünftig genug gewesen wäre, über die Blamage, die sich die Kommunisten in dieser Versammlung zuzogen, zu schweigen. Da sie nun aber doch keinen Sieg" melden tonnie, hat sie eine Schimpfkanonade losgelassen unter der Ueberschrift:„ Der Gewerkschaftsführer Saar ruft die Polizei." Wir beschränken uns darauf, festzustellen ,, was sich tatsächlich ereignet hat. " 1 Als die Kommunisten mit ihrer Absicht, die Versammlung zu ( prengen bzw. der Verbandsleitung die Bersammlung aus den Händen zu nehmen, nicht durchfammen, entstand ein unbeschreiblicher Tumult in der Versammlung, der die Verbandsleitung veranlaßte, die bereitgestellte Polizei zum Eingreifen zu veranlassen. Die Verbandsleitung wird auch zukünftig unter allen Umständen gegen derartige Unternehmungen der Kommunisten Lorgehen. Als die Polizei an der Saaltür erschien, war auf einmal völlige Ruhe eingetreten; die Krafeeler vertrochen sich in die MauseTöcher. Das bloße Erscheinen der Polizei hat die sehr aufgeregten Kommunisten außerordentlich gut beruhigt. Das Referat des Genossen Saar wurde dann unter größter Aufmerksamkeit angehört, auch die Diskussion verlief absolut ruhig. Nach Schluß der Diskussion verlangten einige Kommunisten, daß jemand von der anderen Richtung" zum Wort fommen müsse. Demgegenüber erklärte die Verbandsleitung, daß es innerhalb der Gewerffchaft, foweit Mitglieder in Frage tommen, feine Rich tungen" gibt und daß auf feinen Fall zugelassen würde, daß die tommunistischen Verbandsmitglieder in derartigen Versammlungen gegen den Berband auftreten. Zur Vertretung ihrer neralversammlungen. Nun entlud sich noch einmal die ganze Wut der KPD.- Leute über die erlittene Niederlage. Zwei Bäckerduzend verließen die start besuchte Versammlung, die sich dadurch nicht beirren ließ. Die zurückbleibenden 95 Proz. der Versammlungsteilnehmer hörten sich in aller Ruhe das Schlußwort an, so daß die Versammlung mit einer argen Schlappe für die sogenannte„ Opposition" endete. Achtung Tapezierer und Näherinnen! Bei der Firma Dittmar, Moltenmarkt 6, Bolsterwerkstatt, Cadiner Straße 20, find alle Näherinnen, Bolsterer und Deforateure, wegen Nichtbewilligung der Forderungen in den Streif getreten. Die Kollegen, welche alle lange Jahre bei der Firma beschäftigt sind, erhalten nur den Mindestlohn. Die Werkstatt ist für alle Polsterer, Dekorateure und näherinnen bis auf weiteres gesperrt. Kollegen, übt Solidarität! Nehmt feine Arbeit bei der Firma an. Berband der Sattler, Tapezierer und Portefeuiller, Ortsverwaltung. Berantwortlich für Bolitik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Fr. Ekkorn; Feuilleton: Dr. John Schilowski: Lokales und Sonstiges: Frig Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. 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