Nr.528 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 268 Bezugspreis: Böchentlich 70 Goldpfennig, monatlich 8, Goldmark voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, Gaar- und Memelgebiet. Defterreich, Litauen, Lugemburg 4.50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmar! pro Monat. Der., Borwärts mit der Sonntags beilage Boll und Beit mit..Gieb. lung und Kleingarten sowie bez Unterhaltungsbeilage Seimmelt und Frauenbeilage Frauenstimme erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Abreffe: Sozialbemotrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Goldpfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille Beile 0.70 Goldmart, Reflamezeile 4.- Goldmart. Kleine Anzeigen bas fettgedrudte Wort 0,20 Gold. mart( auläing awei fettgedruckte Borte), tebes weitere Wort 0.10 Goldmart. Stellengefuche das erfte Wort 0,10 Goldmart, jedes weitere Wort 0,05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen Für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 0.30 Goldmart. Eine Goldmart. ein Dollar geteilt burch 4,20. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 42 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Ferniprecher: Redaktion:: Donhoff 292–295 Verlag: Dönboff 2506-2507 Sonnabend, den 8. November 1924 Unsere Kandidaten. Die Vorschlagslisten für Berlin und Potsdam II. Der gestrige außerordentliche Berliner Bezirks. parteitag widerspiegelte das Bild der inneren Geschlossenheit und Festigkeit der Berliner Parteiorganisation. In einer knappen Stunde wurden die Kandidaten für den Reichs- und Landtag aufgestellt. Während die Sieger von gestern, die Deutschnationaien, nicht nur Tage, sondern Wochen zu benötigen scheinen, um aus der Menge der Ja- und Neinsager diejenigen auszuwählen, die im fünftigen Reichstag vielleicht Gelegenheit haben sollen, mannhafte teutsche Politit nach berühmten Vorbildern zu treiben ,, steht die Sozialdemokratie, von altem Kampfgeist beseeit, in geschlossener Angrijfsfront. Bor Eintritt in die Tagesordnung sprach die Bersammlung den Genossen Hirsch und Heimann durch den Vorsitzenden, Genossen Künstler, ihren Glückwunsch zu ihrer bisherigen 25jährigen erfolgreichen Arbeit aus, die sie zum Wohl der Einwohner Berlins in der Stadtverordnetenversammlung und ihren Ausschüssen geleistet hatten. Die Reichstagskandidaten. Genosse Künstler berichtete dann über die Vorarbeit des erweiterten Bezirksvorstandes zur Aufstellung der Reichstags- und Landtagskandidaten. Er betonte dabei insbesondere, daß diese Bors fchläge vom engeren Bezirksvorstand und den Vorsitzenden der Berliner Kreise einstimmig angenommen wurden. Nach kurzer Ausiprache, die sich insbesondere auf die Doppelfandidatur der Genoffin Ryned bezog. wurden folgende Listen für den Reichstag per Attlamation gemäß den Vorschlägen des erweiterten Bezirksvor= standes angenommen. Vorschlagsliste für den Wahlkreis Berlin. 1. Artur Crifpien 2. Hugo Heimann 3. Clara Bohm- Schuch 4. Siegfried Aufhäuser 5. Richard Fischer 6. Dr. Julius Mojes 7. Hermann Wäger 8. Corenz Breunig 9. Adolf Hoffmann 10. Minna Todenhagen. Vorschlagsliste für den Wahlkreis Potsdam II. ( Teltow- Beeskow): 1. Fritz Zubeil 2. Eduard Bernstein 3. Franz Künstler 4. Elfriede Ryned 5. Dr. Kurt Löwenstein 6. Kurt Heinig 7. Richard Krille 8. Hans Holtz 9. Ella Seger 10. Wilhelm Reimann. Eisenbahnerstreik in Deutschösterreich. Rücktritt der Regierung und des Generaldirektors der Bundesbahuen. Wien, 7. November.( Eigener Drahtbericht.) In den heutigen entscheidenden Verhandlungen über die Forderungen der Eisenbahner drohte die chriftlichsozial- großdeutsche Regierung wiederholt mit ihrem Rüdiritt, wenn die Forderungen aufrechterhalten würden. Die Bertreter der Eisenbahner erwiderten, daß sie für wirtschaftliche Ziele fämpfen und sich nicht unter politischen Druc stellen lassen. Während die Forderungen für das affive Personal so ziemlich bewilligt wurden, lehnten Regierung und Generaldirektion der Bundesbahnen eine genügende Erhöhung der Bezüge der Pensionisten ab. Daran scheiterten schließlich die Berhandlungen. Die Regierung erklärte, daß sie nunmehr dem Bundespräsidenten und dem Hauptausschuß des Nationalrats ihren Rüdtritt anzeigen werde. Auch Generaldirektor Günther ift zurückgetreten. Die Richtlinien für den Streit, die von dem sozialdemokratischen, dem christlichsozialen und dem großdeutschen Eisenbahnecverband bereits vor mehreren Tagen gemeinsam herausgegeben worden waren, sollten im Fall der Einigung widerrufen werden. Da es nicht zur Einigung gefommen ist, erfolgt auch ein Widerruf nicht und das Gesamtpersonal der Bundesbahnen trift heute nacht 12 Uhr geschlossen in den Streit. Im weiteren Verlaufe des Abends find inoffizielle Berhandlungen mit der Generaldirektion der Bundesbahnen wieder eingeleitet worden, jo daß es nicht ausgeschlossen ist, daß der Streit nur furze Zeit dauern wird. Auch diese Nachverhandlungen sind, wie spät nachts aus Wien amilich gemeldet wird, gescheitert. Wien, 7. November.( WTB.) Die Generaldirektion der öfterreichischen Bundesbahnen veröffentlicht eine längere Mitteilung, worin sie zunächst die den Angestellten zugestandenen Lohnaubesserungen aufführt. In den Verhandlungen über die von den Gewert. Die Landtagskandidaten. ein Antrag Berlin- Mitte eine furze Aussprache hervor, der forderte, Bei der Aufstellung der Kandidaten zum Landtag rief daß Genossen, die in verantwortlichen Verwaltungsstellen der Gee meinde tätig sind, nicht als Reichs- oder Landtagskandidaten benannt werden sollten. Der Antrag wurde alsdann abgelehnt. In der weiteren. Aussprache wurden einige Aenderungen in der Stellenbefehung vorgeschlagen, die jedoch durch die Annahme der vom Bezirksvorstand vorgelegten Wahlvorschläge abgelehnt wurden. Folgende Listen wurden für den Landtag auf 1. Wahlreis, Berlin. gestellt: 1. Paul Hirsch 2. Karl Leid 3. Gertrud Hanna 4. Otto Meier 5. Hermann Lüdemann 6. Dr. Weyl 7. Erich Kuttner 8. Gustav Sabath 9. Eduard Zachert 10. Helene Schmih 11. Emil Klenz 12. Karl Weiner 13. Willi Marste 14. Paul Hennig 15. Auguft Gebert. 2. Wahlkreis, Potsdam II ( Teltow- Beeskow): 1. Friedrich Bartels 2. Georg Klaußner 3. Luife Kähler 4. Emil Klodt 5. Willi Drügemüller 6. Hermann Harnisch 7. August Heitmann 8. Albert Horlih 9. Franz Czeminsfi 10. Georg Wendt 11. Hedwig Wachenheim 12. Hans Woŋwod 13. Georg Richter 14. Richard Draemert 15. Georg Oppel. Ferner beschloß der Bezirksparteitag, dem Parteivorstand zu. empfehlen, die Gen. Adolf Hoffmann, Marie Kunert und Dr. Herz- Spandau an sicherer Stelle auf die Landestifte zu setzen. Der zweite Vorsitzende. Genosse Müller, schloß den Parteitag mit einer furzen Ansprache, in der er auf die Einigkeit und Geschlossenheit hinwis, die der Parteitag durch seine fajnelle und er= erfolgreiche Arbeit befundet hatte. Mit einem begeistert aufgenomme nen Hoch auf die Sozialdemokratie erreichte der Berliner Bezirksparteitag fein Ende. schaften ultimativ mit dem 7. November befristeten Forderungen erklärte die Bundesbahnverwaltung, einen Betrag von 42 Mil liarden( 2,82 Millionen Mart) zur Ausschüttung einer unmittelbaren Teuerungszumendung und 25 weitere Milliarden für andere Forderungen zuzugestehen. Zum Schluß hebt die Mitteilung hervor, daß die Bundesbahnverwaltung trotz der bereits zugestandenen Aufbesserungen im Ausmaß von 892 Milliarden( 55,3 Millionen Mark) auch diesmal zu schwer ins Gewicht fallenden Opfern bereit sei. Massenflucht der Fremden. Wien, 7. November.( TU.) In Wien hat eine Maffenflucht der Fremden eingefeßt. Die abgehenden Züge wurden gestürmt, ohne daß annähernd alle Passagiere mitfahren fonnten. Die vor nehmen Stadthotels leerten sich schon nachmittags, und es blieben nur wenige Fremde, die über Autos verfügen, zurüd. Nordamerikanisches Gesamtergebnis. Zwei Sozialisten im Repräsentantenhaus. Washington, 7. November.( WTB.) Die Republikaner erlangten im Repräsentantenhaus 246 Size, also einen Zuwachs von 21 Sigen, wodurch sie eine Mehrheit von 28 erhalten. Die Demokraten haben 173, die Farmerlabour- Partei 3 und die Sozialisten zwei Site. Die Demokraten nahmen den Republikanern vier Site ab und verloren 27. Die zwei Sozialisten find die wiedergewählten Victor Berger. Wisconsin und Cagmardia- New York. mardia- New York. Sie werden dem Cafollette- Blod angehören. Die drei kandidaten der Farmerlabour- Partei wurden in den Kongreßdistrikten von Minnesota gewählt, wo die Republifaner einen Sit verloren. Jm Senat erhöhte sich die Zahl der Size der Republikaner con 49 auf 52, abgesehen von Jowa und Minne, ota, wo die Senatswahl noch unentschieden ist, die Demokraten 39, die FarmerlavourParteien einen. Die Republikaner nahmen den Demokraten vier Senatssige ab. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postichedkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Devofitentajie. Lindenstraße 3 Kriegsschuld- Taktik. Stammtischpolitik oder wissenschaftliche Forschung Es ist bezeichnend für das beschämend niedrige Niveau der deutschnationalen Gesamtpolitik, wie entsetzlich wenig man gerade im Lager der Hergt, Winckler und Genossen von der Kriegsschuldfrage weiß. Von dieser Seite ist am allerwenigsten geschehen, um die Klärung der Schuldfrage vorwärtszubringen. Die wichtigsten Beiträge, die auf diesem Gebiete von bürgerlichen Politikern und Forschern geliefert wurden, stammen von Leuten wie Delbrück und Montgelas, die von der Reaktion entschieden bekämpft werden. Als die deutschnationale Fraktion nach den letzten Maiwahlen vorübergehend. gestärkt in den Reichstag zurückkehrte, setzte sie die Besprechung einer Interpellation über die Schuldfrage durch. Der für diese große, langersehnte Aktion" von ihnen vorgeschickte Frattionsredner Berndt entwickelte in einer wohl seit Wochen und Monaten vorbereiteten anderthalbstündigen Rede einen Gemeinplatz nach dem andern und brachte auch nicht einen halben neuen Gedanken zum Ausdruck. Er offenbarte dabei eine absolute Untenntnis der wichtigsten internationalen Kriegsschuldliteratur und seine ganze Wissenschaft schien sich auf die Lektüre des 1916 erschienenen E. D. Morelschen Buches zu beschränken. Mit Recht hat Macdonald in einer vielbeachteten Stelle seiner Genfer Rede vor dem Bölkerbund erklärt, daß die Prüfung der Schuldfrage eigentlich den Historikern überlassen werden sollte, und daß man zu einem endgültigen und ficheren Urteil erst in 50 Jahren kommen dürfte. Aber diefelben rechtsstehenden Leute in Deutschland, denen diese Aeußerung fo gut gefiel, weil sie darin wohl mit Recht ein Abrücken von der Schuldlüge erblickten, wollen die Behandlung der Schuldfrage zu einem großen Boltsrummel gestalten, veranstalten in Berlin und München, in Hamburg und Breslau immerfort Massenfundgebungen, in denen Bierbanfreden geschwungen werden, deren geistiger Inhalt womöglich noch tiefer steht als die langweilige Interpellation des Herrn Berndt. Für dieses Verhalten gibt es nur zweierlei Erklärungen: Entweder sie haben nicht begriffen, daß es bei der Behandlung der Schuldfrage ausschließlich darauf ankommt, einen Um schwung in der öffentlichen Meinung des Auslandes herbeizuführen und daß solche„ vaterländischen" Rundgebungen jeden derartigen Umschwung nicht nur nicht fördern, sondern sgoar bis zur Unmöglichkeit erschweren, erstens ihres deutsch- monarchistischen Charakters wegen und zweitens, weil sie meist in der Ableugnung einer deutschen Reparationspflicht ausklingen. Oder es kommt den Herrschaften gar nicht auf die Befehrung des Auslandes und auf die Revision des Schuldurteils von Versailles an, sondern sie erstreben lediglich innerpolitische Propagandavorteile zugunsten der Monarchie. In Wahrheit ist ein solcher Umschwung in der öffentlichen Meinung des Auslandes, namentlich in Frankreich, bereits seit langem im Werden. Macdonald sprach eigentlich nur das offen aus, was von Millionen von Franzosen, Engländern, Amerikanern, Italienern bereits gedacht wird, was aber niemals laut verkündetes Gemeingut bei unseren früheren Gegnern sein wird, solange die Möglichkeit besteht, daß die deutsche Reaktion zugunsten eines mit Recht verhaßten und gestürzten Regimes davon Nuzen zieht. Wir hatten die Hoffnung niemals aufgegeben, daß das französische Volk die Kriegssschuld eines Boincaré einmal erkennen würde. Diese Hoffnung verwirklicht sich seit einiger Zeit in immer stärkerem Maße, nicht dank der„ vaterländischen" Kundgebungen, sondern trotz dieses störenden Rummels. Einmal ist es die Mentalität der Bölker, die sich in der Richtung einer um so stärkeren Fähigkeit zur kritischen und unparteiischen Stellungnahme entwickelt, je mehr man sich von den Ereignissen zeitlich entfernt, und außerdem sind es die Ergebnisse der historisch wissenschaftlichen Forschung, die alle Vor- und Fehlurteile zu korrigieren helfen. Allein in den allerletzten Monaten sind z. B. in Frankreich mehrere Arbeiten erschienen, die aus dem bisherigen Stand der Kriegsschuldforschung das Fazit ziehen, und zwar in einer Weise, die für Poincaré geradezu vernichtend ist. Lange Zeit hatte die französische Presse die Taktik befolgt, die Beröffentlichungen der Gesellschaft für das dokumentarische Studium der Kriegsursachen" totzuschweigen. Das lag vielleicht auch daran, daß die meisten Autoren dieser kleinen Gruppe- Demartial, Pevet, Morhardt, Gouttenoire de Toury gewissermaßen zu umgelehrten Grelling wurden und mit einem Fanatismus alle Fragen behandelten, der es selbst dem unparteiischen Deutschen manchmal schwer macht, ihnen beizupflichten. Alles, was von Ententeseite im Juli 1914 geschehen ist, trägt in ihren Augen verdächtigen, wie nicht gar verbrecherischen Charakter; alles, was deutscher- oder gar österreichischerseits damals geschah, wird dort begründet und gerechtfertigt. Ist es nicht einem dieser Autoren sogar eingefallen, gegen die Randbemerkung Wilhelms II. zu dem Wortlaut der serbischen Antwort auf das 1 Wiener Ultimatum, wonach Desterreich nunmehr alles erreicht habe, was es wollte, heftig zu polemisieren, diese Antwort Punkt für Punkt als unbefriedigend und ungenügend zu bs- zeichnen und das militärische Vorgehen gegen Belgrad damit zu rechtfertigen!! Es mag fein, daß in dem Bewußtsein, ohne dies gegen den Strom zu schwimmen, die Pcvet und Morhardt gewisterniaßen absichtlich über das Ziel hinausgeschossen haben, aber sie haben damit zugleich die Resonanz beeinträchtigt, die ihre Arbeiten im eigenen Lande bezweckten und verdienten. Auch das neue.Morhardtfche Buch„Die Beweise"*) ist bis auf eine begeisterte Besprechung durch den bekannten Ro- manschriftsteller Vitor Margueritte in der„Ere Nouoelle" fast totgeschwiegen worden. Es enthält in gedrängter und wir- kungsvollcr Aneinanderreihung und Zusammenfassung die überzeugenden Beweise des planmäßigen Kckiegs- willensPoincar6s undJswolfkis, geht aber, wie bereits erwähnt, in der Rechtfertigung aller Handlungen, der Wiener und aller Unterlassungen der Berliner Regierring u.E. viel weiter, als es jemals eine wirkliche objeksive Forschung tun wird. Ein anderes Werk, das zu Beginn des vergangenen Sommers erschien, hat dagegen das gleiche Schicksal des Tot- geschwiegenwerdens nicht erlebt, sondern im Gegenteil eine solche Sensation erregt, daß die verschiedensten Blätter, je nach der politischen Tendenz, dazu in langen Leitartikeln Stellung genommen haben. Es handelt sich um das Buch eines Fünfundzwanzigjährigen. Alfred Fa- bre-Luce, der schon auf einen mehrjährigen Dienst in der Diplomatie zurückblicken konnte ser ist ein Verwandter des Berli- ner Botschafters de Margerie) und bereits zwei Jahre zuvor ein Buch über die englifch-franzöfischen Beziehungen veröffntlicht hatte, das schon damals starkes Aufsehen erregte. Dieses Buch, das den Titel„Der Sieg" trägt"), ist bei weitem das beste Werk, das in den letzten zehn Jahren in Irgendeinem Lande über die Kriegsschuldfrage erschienen ist. Es zersällt in zwei Teile: im ersten erörtert es das Problem der Entstehung des Krieges, im zweiten unterzieht es die Politik von Versailles einer unerbittlichen Kritik. Die Lektüre des ersten Teils wäre infolge des etwas komplizierten Aufbaues ermüdend, wenn sie nicht durch seinen geradezu blendenden Stil und seine überaus scharfsinnigen polsiischen und psychologischen Bemerkungen und Schlußfolgerungen von atemraubender Spannung wäre. Ohne die Leidenschaft und das Pathos der Pevet und Mor» Hardt, sondern mit fast übertrieben nüchterner Sachlichkeit bildet dieses Buch die furchtbarste Anklage gegen P.oincar6s und Jswolfkis Kriegswillen, die jeyials erhoben worden ist. Wie armselige geistige Zwerge erscheinen die teutschen KriegsunschuldskLmpen im Vergleich zu diesem jungen Franzosen. Wie soll man sich nun zu diesen Veröffentlichungen ver- haften? Wer deutsch-monarchistisch« Propaganda für wichtiger hält als die Bekehrung des Auslandes, der wird sich natür- lich dieser Bücher bemächtigen und damit einen solchen Lärm schlagen, daß ihre Wirkung dort, wo es darauf ankommt, näm- lich in Frankreich, schließlich verpufft. Da. eine Recht- fertigung der Hohenzollem am wenigstens der Wunsch dieser — durchweg linksgerichteten— Franzosen ist, wird man höchstens damit erreichen, daß sie in ihrem Eifer erlahmen. 2lber eine andere Taktik führt zum Ziele:. Diese hoff- mmgsoolle Entwicklung im Auslande fortschreiten und a u s- reisen lasten, die Ankläger von heute und morgen(auch Victor Margueritte selbst bereitet ein eigenes Kriegsschuldbuch vor) mit sachlichem, einwandfreiem, wissenschaftlichem Material anregen und befruchten— und im übrigen: möglichst wenig Mclarm, möglichst wenig Kundgebungen, möglichst wenig onen", veranstalten, die nur zum umgekehrten Ergebnis führen. Als eine wissenschaftliche Arbeft von hohem Werte ist die neuerdings nn Auftrage des Auswärtigen Amts von ) des preuves. Paris, ftidrairl« du Travall. **) La Victoire. Paris. Editions de la Nouvelle Perne Fraacaise. Friedrich Stieve herausgegebene Sammlung des di- p l o m a t i s ch c n Schrifwcchsels Jswolfkis anzu- sehen. Ein Teil dieser Berichte und Telegramme Jswolskis war bereits bekannt dank Beröfsentlichungen im„Berliner Tageblatt" und in der„Humanite"(hinsichtlich der Bestech- lichkeit der Pariser Presse''. Es sind aber in der vierbändigen Sammlung 500 neue Schriftstücke enthalten, nicht nur Js- wolskis, sondern z.B. auch Sassonows, und dos ganze wurde von Stieve in einem fünften Band sachlich und eindrucksvoll geschichtlich zusammengefaßt. Man kann an der chand dieser autentischen Dokumente den kallen und systematischen Kriegs- willen Jswolskis seit seiner Ankunft als Botschafter in Paris im Jahre 191l bis kurz vor Kriegsbeginn fast Tag für Tag verfolgen und die durchaus parallele Gesinnung und Tätigkeit Poincarss geht aus diesen Dokumenten nicht weniger deutlich hervor. Jswolskis Haß gegen die deutsch- französische Versöhnungspolitik Caillaux', sein Aufatmen über dessen Sturz durch Poincarö, sein Zittern um das Ergebnis der Wahl zum Präsidenten der Republik im Januar 1913 und sodann die intime Zusammenarbeit mit Poincarö. wobei letzterer als der größte Treiber zum Krieg, als der eigentliche Scharfmacher in den Balkankonflikten, die eigentlich nur Rußland berühren, erscheint— das sind nunmehr un- widerlegbare geschichtliche Tatsachen. Leider hört die sonst sehr vollständige Sammlung mit dem Anschlag von Serajewo auf. Von unbekannter Hand sind diejenigen russischen Archive, die sich auf die Schicksalswochen vom Juli 1914 beziehen, wohl aus guten Gründen verschleppt worden. Sie würden zwar nur die Kette der Beweise endgültig geschlossen haben, aber allein die Tatsache ihrer Entfernung spricht Bände. Alles, was auf diesem Gebiete und nach diesem Muster deutscherseits geschieht, um die Schuldfrage wissenschaftlich zu klären, wird stets unseren Beifall finden, weil nur so die Le- gende der einseitigen und sogar der hauptsächlichsten Kriegs- schuld Deutschlands auch in den Augen der übrigen Völker widerlegt werden kann. Jede monarchistische Reinwoschungs- Propaganda dagegen, wie überhaupt jeder öffentliche Kriegs- unschuldsrummel mft Stammtischreden und oberflächlichen Protestresolutionen wird auf unsere m, bedingte Gegnerschaft stoßen, teils aus taktischen Gründen im Interesse der Sache, teils aus Gründen der historischen Wahrheit: weil schon das„Hineinschlittern" der kaiserlichen Regierung in den Krieg, jene Trottelhaftigkeit, die die Vernichtung von 1*4 Millionen von deutschen Menschenleben miwerschuldet hat, ein nie wieder gutzumachendes Verbrechen ist, das im Novembersturm von 1918 eine noch viel zu gelinde Sühne gefunden hat. Sürgerblock unü Scharfmachergelü. Jndustriegelder für die Deutschnationalen. Der„Arbeitsausschuß deutschnationaler Industrieller" schnorrt bei den deutschnationalen Unter» nehmern um Wahlgelder für die Deutschnationalen. Der Schnorrbrief der Herren Hugenberg und Reichert ent- hält eine unverschämte Beschimpfung der Parteien links von den Deutschnationalen. Er behauptet, daß der Linken„erheb- liche Mittel aus dem Inlands und dem A u s. l a n d e und an- scheinend nichtnurausprivatenQuellen" zur Ver- Verfügung stehen.„Diese Anstrengungen," heißt es dann, „bedrohen die Lebensinteressen der deutschen Wirtschaft." Warum denn nicht gleich: die Linke ist von französischem Regierungsgeld bestochenl Diese Unterstellung wird von den folgenden Industriellen mft Namen gedeckt: Hans Menck, Hochkamp< Altona; Ministerialdirektor Dr. Meydenöauer, Berlin; Dr. Richard Freiherr von Michel- Raulin o, Bamberg; Walter Mühlinghaus in Fa. Steffens u. Noell«, Berlin; Fabritbesitzer Äarl Neuhaus, Löwensen- Pyrmont; Dr. Friedrich Oldenbourg, München; D. Wilhelm Freiherr von Pech mann, Direktor der Bayerischen Handelsbank, München; Dr.-Jwg. W. Reichel, Geheimer Regierungsral, Derlm-Lankwitz: Fabrikbesitzer Dr. Rtemerfchmldt, München; Fabrikbesitzer Cmil Ritte rhaus, Brandenburg; Karl Schal- ler, Mitglied des Vorstandes der Julius Pinrsch A.-G., Berlin: Generaldirektor Kommerzienrai Th. W. Schmidt, Hos(Bayern): Geheimer Regiorungsrat S ch w a r tz, Präsident der Preußischen Central-Bodencredit A.-G., Berlin; Dr. Springorum. Dort- mund; Dr. T ä n z l e r. Berlin; Fritz Thyssen. Mülheim(Ruhr): Dr. Ludwig von Winterfeld. Mitglied des Borstandes der Siemens-Schuckert-Wsrke G. m. b. H., Berlin. Das sind die Geldgeber der Deutschnationalen Mit Scharsmachergeld führen sie den Wahlkampf für die soziale Reaktion. Bürgerblock ist Besitzblock, bedeutet Klassenherr- schaft des Großkapitals_ Menetekel! Gemeiudewahlen in Mccklenvurg-Ttrelih. In Mecklenburg-Strelitz fanden am Sonntag Ge- meindewahlen statt, di« als Prüfstein für die Reichstags- wählen, ähnlich wie in Hamburg, Interesse verdienen. Die Wahl in der größten Stadt des Landes, UUubrondenburg, hatte unter Berücksichtigung der Maiwahlen zum Reichstag folgendes Ergebnis: 2. November 4. Mai Eozialdemolraten....... 1430 1205 Kommunisten......... 560 054 Völki'che.......... 767 1654 Deuiichnalionale....... 1321 2666 Deutsche VollSportei...... 538 300 Aehnlich war der Ausfall in dem nächstzrößten Ort Neust r«- l i tz. Dort ergab die Wahl in runden Zahlen: L.November 4. Mai Sozialdemokraten....»... 1300 800 Kommumste»......... 200 1000 Bölkiiche.......... 440 1400 Deulschnationale und BolkSpartei 1150 2500 In beiden Orten verzeichnen also olle Parteien einen starken Stimmonrückgong, während die Sozialdemokratisch« Partei sich nicht nur gehalten, sondern eine beträchtliche Anzahl Stimmen neu ge- wcmnen hat. Nach Prozenten berechnet haben die K o m m u n i st e n in Neubwndenburg'bzw. Neustrelitz verloren 42 und 80 Proz., die Völkischen 68 und 73 Proz.. die Deutschnationalen 50 und 55 Proz. In den kleineren Orten, in denen gewählt wurde, liegen die Berhäl.nisse nicht viel anders. Parlamentsbeginn in Hamburg. Die bisherige Koalition im Bürgerausschuh. Hamburg, 7. November.(Eigener Drahtbericht.) Da, n« u g e» wählte hamburglsche Landesparlament trat am Frei, tcgabend zu seiner ersten Sitzung zusammen. Der Alterspräsident Genosse St ölten heb in seiner Einführungsrede scharf den rcpubli- kanisch demokratischen Gedanken hervor und betonte, daß die Unsoch- lichkeit des Wahlkampfe» jetzt der sachlichen Arbeit weichen müsse. Lei der Wohl des Präsidenten erhiell der bisherige Präsident Genosse Rudolf Roß 136 von 143 abgezebmen Stimmen. Erster Vizepräsiden: wurde nach der Fraltionestärke der Deutschnatio. nale Dr. Bohnert, zweiter Vizepräsident der Volksparloilcr Sanne. Di« Zahl des Bürgeraueschusses, auf den«in T-il der De» sug-mjfc des Parlaments übergeht und der nach den Grundsätzen der Verhiiltniszahl zusammengesetzt wird) ergab folgende Verteilung: Sozialdemokraten 7, Domokra'.en 3. Kommunisten L. Potts- parlei 3 und Deutschnttiomüe 5 Sitz«. Di« bisherig« Koalition hat also die Hälfte derSitz« inne. Die Völkischen stimm- ten für die Deutschnationalen. Bon den vier Schrif.sührersitzen fiel«, zwei an die Sozialdemokraten und je einer an die Demokralcn und Kommunisten. Von den Kommunisten wurd« ein Antrag aus Haftentlassung der wegen des Ottoberputschos oerurtcj.en kommunistischen Abgeordneten eingebracht. Ein Mißtrauensanrrag gegen den bisherigen Ssnot, durch den nach der Verfassung nur«in Es- samtrücklritt herbeigeführt werdcn kann, ist bisher nicht gestellt. Wie wir erfahren, finden aber bereits Verhandlungen zur Umbildung des Senats statt. Seine Schwester. Bon Kät« Luci« Günther. Sonntagmorgen. Die beiden Männer sitzen im gegenseitigen, brütenden Schweigen am Frühstückstisch. Der Vater schiebt die Tasse zurück. Es schmeckt ihm heute nicht. Sein« Hand greift zur Zeitung. Di« Buchstaben wirbeln ihm durcheinander— die Worte verlieren den Sinn, bevor sie ihm bewußt werden Seine Gedanken umkreisen im zähen Fest- halten das eine Wort— das, im Zorn« ausgesprochen, ziellos in der Luft schwebt. Di« Luft vergiftet... Gern Blick streift miß. trauisch den Sohn, tastet im Raum umher— bleibt an der Kommode haften, deren sonst so blanke Platt««ine leichte Staub- schicht ausweist: „Da hat se immer Blumen htnjestellt, det Mädel. Jeden Sonntach." Der Sohn schweigt. „S'on Luderl— Un ick sage det Wort wieder un wonnste't noch un noch ablehnst. Det Mädel is un bleibt«ne...* „Vater!"' Der Sohn springt auf. Steht hochgereckt vor dem Vater. Sein junges, intelligentes Gesicht flammt. „Vergiß bitte nicht, daß Trude meine Schwester ist!" Der Bater steckt sein« Pfeife in Brand. „Nanu— wat willste'n damit gesagt haben? Du--- Junge. noch bin ick hier Herr im Haue!" D« Sohn legt begütigend die Hand auf des Vaters Schuller: „Das sollst Du auch bleiben. Und hoffentlich noch recht lang«. Aber— Vater, es muß endlich einmal ausgesprochen werden: Du überspannst Dein« Rechtet" „Wat iberspann ick?" „Deine Rechts als Bat er!" -.�-.???-" „Ja, Bater. Trude ist jung. Ihre Kindheit war hart und ohne Freude. Daß sie trotzdem so ktndlich geblieben— daß sie uns hier mit so unermüdlichem Eifer di« Hausfrau ersetzt— daß'ie uns unser enges Heim erträglich macht. Vater— das sollten wir ihr danken." „Unsinn, det is ihre Pflicht un Schuldigkeit!" „Und wenn ihr diese ihr« Pflicht eine» Tage« zu schwer wird — wenn sie Dein ewiges Nörgeln und verbittern jeder Freude nicht mehr ertragen kann und mag— was dann---?" . Der Vater pafft dicke Wolken. „Du solltest ihr hin und wieder einmal ein hannloses ver- gnügen gönnen." „So. Nennst« det valleicht ha nilloset Aajnijen— bis morjens um Sechs«?" Der Sohn lehnt sich im Stuhl zurück. Die Erinnerung an die in lustiger Gesellschaft verlebte Nacht zaubert«w Lächeln um seinen herben Mund. „Ja, Vater, bis morgens um Sechs« hat unser Fest gedauert. Es war sehr schön. Unsere Trude ist ordentlich aufgeblüht." „Wo denn?" „Aber Vater— ich habe Dir doch erzählt, daß mein Ingenieur und Vorgesetzter, der mich seinen Freund und Mitarbeiter nennt, den praktischen Erfolg seiner Erfindung seiern wollt«. Und— daß er mich gebeten hat, meine kleine Schwester mitzubringen." „Hm." Der Vater pafft dicke Wolken „Und da Du gestern bei Deinen Freunden warst— und ich Dich nicht stören wollte— habe ich Trude ebm ohne Deine Extra- erlaubnis mitgenommen." Der Vater pafft immer dickere Wolken „Und da ich eine andere Dame nach Hause bringen wollte— habe ich unsere Trude dem Ingenieur anvertraut. Und der, mein Freund, hat sie in allen Ehren bis an unser Haus bogleitet." „Worum hat f« mir denn det nicht jesagt, als s« um Sechs« ankam?" Der Sohn blinzelt den Vater durch die Tabakswolken hindurch belustigt an. „Hast Du sie denn zu Worte kommen lassen, Vater?" Der Vater läßt die Pfeif« sinken. „Junge! Det Hab' ick warraftig nicht. Den Mund Hab ick ihr roboten, als se sich vateidigen wollte. Mein Haus Hab ick ihr vaboten Rausjelchmissen hob' ick det Mädel." Der Sohn nickt. Er weiß... Der Vater erhebt sich schwerfällig. Steht— und brummt in sich hinein. Nimmt das Staubtuch aus dem Wandkörbchen und wischt mft zitternden Fingern den Staub von der Kommode. Der Sohn ist ans Fenster getreten. Sein liebevoller Blick um- faßt des Vaters müde Gestalt. Begreift sein verlegenes Tun. Mit innerlich befreiter Stimm« sagt«r: „Uebrigens, Bater— der Ingenieur hat unsere Trude gern. Er will heut nachmittag herkommen. Will Miseren Vater kennen lernen!" Der Vater hebt seinen Kopf. „Det--- det----'■ Er kann nicht sprechen Still geht er in die Küche. Der Sohn bleibt am Fenster stehen. Abwartend. Er beobachtet durch dl« offen« Tür, wie der Vater die Blumen entdeckt, die Trude für den Sonntag besorgt— und die sie. damit sie sich frisch erhalten über Nacht in Wasser gelegt hat. Er sieht, wie der Ba"«? behutsam. mit zärtlicher Geste über di« Blüten streicht— wie er sie bedächtig aus der Wann« nimmt. Er möchte zu ihm gehen, ihm ein gutes Wort sagen, aber—— er kennt den Vater. Ter darf jetzt nicht gestört werden.... Die Blumen im Arm— kommt der Vater zurück. Grübelnd bleibt er vor der Kommode stehen: „Wenn ick bloß wißte, wo det Mädel setzt schteckt. Ick—>.k wiröe— ick Wirde hin---* Der Sohn unterbricht ihn mft befreitem Aufatmen: „Ich weiß, wo Trude ist. Vater." Die Blicke der beiden Männer treffen sich. Das wieder auf- flackernde Mißlraucn in den asten Augen wird durch die Liebe— durch die hell« Freude, die ihm aus den jungen Augen entgegen- strahlt, schnell überwunden. „Na, denn is«t ja jut..." Der Sohn gibt ein verstohlenes Zeichenaus dem Fenster. Der Vater hat nichts gemerkt. Cr steht vor der Kommode und freut sich über die Blumen, die genau auf demselben Platz stehen, den„det Mädel" ihnen angewiesen. Plötzlich hebt er den Kopf, staunt den Sohn an— schreft ihm zu: „Wat sch-'thst« denn noch immer ant Fenster. Jeh, renne— Holl unsere Trude." „Damit wir wieder wissen, det Sonntach i»!" Die Lesesäle der Preußischen Skaaksblbsiclhek. Seit einiger Zeit ist auch der Onentastsche Leese saal in der Staatsbibliothek der allgemeinen Benutzung zugänglich gemacht, es mag daher ange- bracht erscheinen, einiges über die Lesesäle der Staatsbibliothek zu sogen. Von den vier Lesesälen ist der Groß« Lesesaal woh! vielen bekannt. Er ist in diesem Jahre einer ziemlich gründlichen Mo- dernisierung unterworfen worden, di« Abteilung„Theolone" ist sogar gänzlich aufgefrischt. Für fast alle Nationen ist durch Kon» oersotionslexika gesorgt, man findet nämlich nicht nur die bekannten deutschen, englischen(amerikanischen) und französischen, sondern auch je ein großes niederländisches, schwedisches, dänisch:?, lpa- nisches, russisches und tschechisches Konversationslexikon. In dem Lesesaal und an anderen Stellen hängen auch Papp'efeln mit Winken„Zur Benutzung der Staatsbibliothek". Irreführend ist darin nur der Passus:„In bringenden Fällen werden Bestellungen für die Leihstell« wie für den Lesesaal sofort erledigt." Don noch- mittags 3— 9 Uhr ist gar nicht daran zu denken, aber auch von 9— 3 Uhr erhält man durchaus nicht immer dringend gebrauchte Bücher. Entschuldigt wird dies von den leitenden Beamten mit dem„Beamtenman'cl": denn auch in der Staatsbibliothek sind 10 Prozent der Beamten abgebaut worden, trotzdem durchaus keine „Persona'inflatton" wie bei vielen anderen amtlichen Stellen statt- gefunden hat. Wenig avpetitüch sind die Katalog« des Lesesaals anzusehen— Im Zeitschriftenlesesaal hat sich nichts ae- ändert, unter den ausliegenden Zeitschrilten vermißt man unser wissenschaftliches Organ„Die Gesellschaft".— Der Orientalisch« Lesesaal enthält ein« sehr gute und reichhaltige Zu- sammenstellung von Grammatiken, Wörterbüchern und Literatur» geschichten der meisten orientalischen und der asrikanischen Sprachen, wichtige Texte in der Origina'sprache(Chinesisch, Sanskrit. Arabisch, Hebräisch usw.), sowie Bücher über Land und Leute und die Fach- zeftlchriften. Leider ist dieser LesesaÄ vorläufig nur von 9—3 Uhr geöffnet und damit den tagsüber berufetätigen Studenten usw. ver- Die Konservativen melden sich. Dies alles sei mir untertänig! Die Deutschtonservativen sind enttäuscht, daß bei der Aufftellung der Kandidatenlisten der Deutschnationalen nicht an der Spige einer jeden Kandidatenliste ein echter, alter hartgefottener Konservativer steht. Grollend erläßt der weitere Borstand der Deutschtonservativen Partei folgende Erklärung: " Der weitere Vorstand der Deutschkonfervativen Partei erfieht aus der Aufstellung der Wahlbewerberlisten der DNBP. zu seinem Bedauern, daß dabei berechtigte fonservative For derungen night in ausreichendem Maße berüd sichtigt worden sind. Jetzt tommt es indeffen allein darauf an, aus den Wahlen des 7. Dezember im Reich und in Preußen eine starte und geschlossene nationale Rechte hervergehen Bartelfreunde auf, die Geschlossenheit zu wahren, jede Bahl müdigkeit zu befämpfen und bei der Wahl ihre vaterlän dische Pflicht zu tun. Um unseren Einfluß für die Zukunft zu gewährleisten, ist in intensiver Arbeit im Lande alles daranzusetzen, um die fonservativen Auffassungen in der DNVP. und in allen anderen nöllischen Gruppen zu besserer Wirkung zu bringen." Diese Herren, deren Ansprüche seit der Revolution nicht geringer geworden sind, halten jeden deutschen Wahlkreis für ihre ureigenste Domäne. Sie möchten den Deutschen Reichs tag beherrschen wie seinerzeit den Dreiflaffeníandtag in Preußen. Die Deutschnationale Partei beherrschen sie trotz ihres Grolles ohnehin. Ist doch Herr windler, den sie schon im Dreiflaffenparlament als Wortführer benutten, recht eigentlich ihr Mann. Arbeiterschaft und Steuerreform. Herab mit den Steuerabzügen! Die Reichsregierung hat in diesen Tagen auch Steuerermäßigungen versprochen. In Anbetracht dessen ist es besonders wichtig, auf die unhaltbar hohe Besteuerung der Arbeitseinkommen zu verweisen und mit Nachdrud eine Neuregelung der Lohnsteuerabzüge zu fordern. Im verflossenen Inflationsjahre haben die Lohnempfänger fast die gesamten Einkommensteuern allein aufbringen müssen. Das zeigt folgende Tabelle sehr flar. Bom Gesamtauffommen Der Einkommensteuer entfielen z. B. auf die Lohnsteuer im Jahre 1923: im Januar: 90,0 Broz. Februar. 94,2 März.. 95,2 April Mai Juni 78,7 53,6 82.4 im Juli d " 92,2 Proz. Auguſt 55,2 September. 82,2 Dttober 84,1 November. 91,4 Desember. 92,2 Im Jahresdurchschnitt sind von den Lohnempfängern alfo 82,6 Proz aller Einkommensteuern aufgebracht worden. Infolge der Festigung der Währung ging in den ersten Monaten des Jahres 1924 der Anteil der Lohn empfänger etwas zurüd. Jm Januar betrug er 45,3 Broz, im Februar 49,0 Proz. und im März 44,4 Proz. Seitdem ist er aber wieder erheblich gestiegen. Er betrug z. B. * im April 1924. 52.8 Prog. im Juli 1924 56,1 Proz Auguft 1924 61,2 Septbr. 67,0 3 Mai Juni 54,2 63,8 Der Reallohn der Arbeiter und Angestellten ist im Baufe dieser letzten sechs Monate gesunten, gleichwohl ist ihre steuerliche Belastung im Verhältnis zu den übrigen Steuerzahlern unausgelegt gestiegen. Die Sozialdemokratische Bartei forbert, daß die Lohnsteuer sofort entscheibenb herab gesezt und dafür bas hohe Privateintommen fchärfer besteuert wird. Das Arbeitseintommen ist, namentlich in tinderreichen Familien, ohnehin durch die rohe Form der Umsatzsteuer und die unterschiedslos erhobenen Mietzinssteuern viel zu start belastet. fchloffen. Die Direktoren der Drientalischen Abteilungen geben als Grund den Beamtenmangel" an, weshalb eben von 3-9 Uhr feine Aufsichtsperson zur Verfügung stände. Hoffentlich läßt sich doch bald die Benuzung auch von 3-9 Uhr ermöglichen. Für die Benutzung der Handschriften( mit Ausnahme der orientalischen) bient wie bisher der vierte Lesesaal, der Handschriftenlese Wohltuend berührt es, daß Blafate in der Leihstelle, im Orientalischen Lesesaal usw. das Publikum darauf hinweisen, daß Wünsche und Anregungen gern entgegengenommen werden. E. P. Der Reichspräsident zum Tode Thomas. Der Reichspräsident hat an die Schwester von Hans Thoma folgendes Beileidstelegramm gerichtet: Ihnen, der Schwester und Pflegerin Hans Thomas, fpreche ich beim Hinscheiden des Meisters meine aufrichtige Anteilnahme Mein babisches Heimatland verliert mit Hans Thoma ben Meister, der sein innerstes Wesen erfaßt und dargestellt hat, ganz Deutschland einen der größten und würdigsten Verkünder unseres Boltstums, die Kulturwelt einen der Ersten im Reiche der bildenden Kunst" aus. Reich, Länder und Auslandsanleihen. Ausarbeitung von Richtlinien. fo Jaurès ins Pantheon. Das Programm der Feier. In der Besprechung der Finanzminister der Länder, die gestern Paris, 7. November.( Eigener Drahtbericht.) Für die feler. im Reichsfinanzministerium stattfand, wurde nach eingehenden Be- liche Ueberführung der sterblichen Leberreste Jaurès in das Panratungen ein Ausschuß zur Ausarbeitung von Richttheon ist nunmehr folgendes offizielle Programm festgesezt worden: tinien für die Aufnahme von auswärtigen Anleihen durch Länder Die Hebung des Sarges auf dem Friedhof in Albi findet am und Gemeinden gewählt. Der Ausschuß setzt sich zusammen aus 21. November in Anwesenheit des Unterrichtsministers und des ArVertretern des Reiches, der Reichsbant von Preußen, Bayern, beitsministers sowie von Delegierten von Kammer und Senat, des Sachsen, Bürttemberg, Homburg. und Bremen. Die Beratungen Generalrats und der städtischen Behörden statt. Die Ueberführung über die geplanten Steuermilderungen werden heute vor- zum Bahnhof erfolgt in einem offenen, rot ausgeschlagenen Wagen mittag fortgesezt werden. Der Garg selbst wird mit der franzöfifchen Fahne bedeckt sein. Auf der Fahrt nach Paris wird der Sarg von den Delegationen der Regierung, des Parlaments und der sonstigen öffentlichen Sörper. schaften begleitet werden. In Paris selbst wird er zunächst in feierlichem Zuge nach der Deputiertentammer gebracht werden, wo er pom Morgen des 22. bis zum nächsten Tage in der äußeren Borhalle aufgebahrt werden wird. Die Ueberführung ins Bantheon erfolgt am Nachmittag des 23. November. Der Trauerzug nimmt seinen Weg über die großen Boulevards und die Rue Montmartre, wo das Restaurant liegt, in dem Jaurès die Kugel des Mörders getroffen hat und wo eine kurze Gedächt nisfeier stattfinden soll. Die Trauerrede bei der Beisetzung im Pantheon wird Ministerpräsident Herriot halten. Ein Jahr Festung für Apelt. Leipzig, 7. November.( Eigener Drahtberucht.) Das Urteil gegen pelt im Reichsgerichtsprozeß gegen die Rote Fahne" lautet auf ein Jahr Festung und 100 m Geldstrafe wegen Borbereitung zum Hochverrat. Sechs Boden gelten als durch die Untersuchungsheft verbüßt. In den übrigen Bunkten der Anflage erfolgte Freispruch. Am Freitagnachmittag ist das Urteil des Staatsgerichtshofes gegen die beiden Kommunisten Dudding und ermberg aus hamm verkündet worden. Beide Angeklagten wurden wegen Bor bereitungen zum Hochperrat in Verbindung mit Bergehen gegen das Republikschußgefeß zu je zwei Jahren Gefängnis und je 200 mart Geldstrafe verurteilt. 10 b3to. 8 Monate werden durch die Untersuchungshaft als verbüßt angerechnet; die Kesten des Verfahrens wurden den Angeklagten zu gleichen Zeilen auferlegt. Aus der Begründung des Urteils ist zu entnehmen, daß der Staatsgerichtshof im Gegensatz zum Reichsanvalt nicht zu der leberzeugung gelangte, daß der Angeklagte Heimberg Radyridten Iciter der Unterabteilung Hamm der RPD. gewefen ist. Ais strafmildernd wurde den beiden Angeklagten ihre Jugend und die durch aus ehrenhafte Cesinnung zugute gehalten; als ttaferschwerend aferdings ihre wichtige Funktionärstellung. Prozeß Hermann. Der Aufmarsch der Zeugen. M Teuerungsdebatte in Paris. Baris, 7. November.( WTB.) Rammer. In der heutigen Nachmittagsfizung standen die Interpellationen über die Lebensteuerung und die damit im Zusammenhang stehende Frage der Wohnungsnot und der Preistreiberei zur Debatte. Als erster Interpellant fritisierte der Abgeordnete. Brunst, Deputierter Don Baris, die Politif der Regierung Poincaré, bie er für die augenblickliche Lebensteuerung verantwortlich machte. Das Steuerfnftem, das der Nationale Block geschaffen habe, belafte die lebensnotwendigen Artifel, modurch die unerträgliche Preiserhöhung herbeigeführt worden sei. Sie zu bekämpfen, feien energische reDD tutionäre Maßnahmen notwendig, Das einzige Mittel, das vielleicht wirksam sein tönne, sei die Abgabe vom Bermögen, um den notwendigen Ausgleich zu schaffen. Der fozialistische Abgeordnete Constant behandelte die gleiche Frage und empfahl ähnliche Maßnahmen wie sein Borrebner. Der rechtsstehende Abgeordnete Lemire fiellte alsdann an den Ministerpräsidenten die Frage, warum die Regierung eine neue Anleihe auflege. Ministerpräsident Herriot erwiderte, die von der jezigen Regierung geplante Anleihe dürfe in feiner Weise mit den vorangegangenen Anleihen verglichen werden. Nach seiner Ansicht dürfe man dem Lande nichts verheimlichen, man müsse es vielmehr in weitestgehendem Maße über die Finanzlage auftlären, um so mehr, als das einzige Mittel, das zur wirksamen Bekämpfung der Lebensteuerung führen könne, die Sanierung der finanziellen Lage durch einen rücksichtslosen Ausgleich des Budgets sei, den man dem Lande zwar oft versprochen, aber niemals durchgeführt habe. ( Die Rechte proteftierle bei diesen Borben, und zwar jo lärmend, baß ber Ministerpräsident sich minutenlang tein Gehör verschaffen tonnte. Weimar, 7. November.( Eigener Drahtbericht.) In der Freitagiigung des Brozesses gegen den früheven thüringischen Damenminister Genossen Hermann murde die Bernehmung der Beugen fortgelegt. Staatsbankdirektor Grempel bestritt die Behaup tung, daß er das Vorhandensein des Kontos„ Landespolizei- Anschaf. fung verschwiegen hebe. Er habe damals allerdings ausweichend geantworbt, da er zum erstenmal mit der Kriminalpolizei in Be rührung gefommen fei. Polizeileutnant Bathfe bestätigte die ordnungsmäßig, erfolgte Anweifung und Durchführung der angeordneten Waffenbeschlagnahme in Bella- Mehlis; es fei seinerzeit cine Ministerialverfügung ergangen, die Baffen aus der Benölfe tung herauszuziehen. In Zella- Mehlis hatte das Kommando ber Landespolizei tamals wiederholt Waffen beschlagnahmt 2uch feien Waffen nach Weimar gekommen, deren Verladung am hellen Tage erfolgte. Allerdings feien in den Rreifen der Industriell Ien Bedenken aufgetaucht wegen der Ueberführung ber Waffen Ministerpräsident Herriot fuhr dann fort: Er spreche im nach Weimar. In der Zeit des Ausnahmezustandes hätten Interesse des Landes, sie sich daher an das Reichswehrfommando nach Stuttgart gewandt Seine Regierung werde nichts preisgeben. und von diesem erreicht, daß die beschlagnahmten Baffen noch Sie hätte nur zum Ziel, das Land vor finanzieller Anar Ohrbruf famen. Die Rüdgabe dieser Waffen fei nach Aufchte und deren Felgen zu bewahren. Seve Reierung werde auch hebung des gerungszustantes im März 1924 erfolgt. Der testrebt sein, die Bälle auf die notwendigen Bedarfsartikel zu ver. Reuge Batholmes aus Zella- Mehlis befundete, ooh nur ringern, aber we tönne man von ihr verlangen, daß fie in einigen auffäufe feien fo vor sich gegangen, daß an ihrer Rechtmäßigkeit( Der Ministerpräsident wird wiederum von der Rechten für mich fertige Waffen aufgetauft worden' eien. Die Betjen Wochen die Witfurgen einer vierjährigen fch.chten poltr teftige. fein 3weifel auftauchen tombe. Diese Auffailung bestätigte auch ber Seuge pox Nerdheim aus Bella- Mehlis. Müller- Brandenburg habe damals den Wunsch geäußert, möglichst olei Waffen zu be tommen. Vorarbeiter Schleich er fagte aus, baß er in meineen einmal einer Konferenz beigewohnt habe, bei der über Bildung von Silfspolizei verhandelt worden fei. In dieser Hilfspolizei fellten auch die burgerligen Kreise vertreten sein. Er habe die Auffassung gehabt, baß Müller Brandenburg über alles unterrichtet war. Ein fleiner 3mischenfall entstand, als der Ober. ficatsanwalt den Antrag stellte, einen Industriellen über feine Auffassung betr. die Waffenauffäufe der Regierung zu vernehmen. Die Verteidigung widersprach diefem Antrag, einen politischen Gegner des Angeklagten als Gutachter zu hören; ebenso tömde fie bie Bernehmung eines Arbeiters aus der Waffenindustrie beantrogen. Der Vorsitzende ftellie fich auf den Standpunti der Berle bigung. In der Nachmittagsfihung bestätigte eine Nethe peiterer Beugen, daß tie Auftragserteilung zum Waff nauftauf om Chef der Landespolizei Müller- Brandenburg gegeben worden sei. Wegen der Ertranfung des Jeunen Korf, auf deffen Bernehmung der Oberstaatsanwalt nicht verzichten will. wird am Sonnabendvorm tag nur eine turze Sigung stattfinden. Dern wird Bertanung auf Mittwoch befchloffen werden. Nachmittags mar ber frühere fächsische Innenminister Genoffe Liebmann cr Schienen, um sich zu den Waffenauffäufen für Sachfen au äußern. Da aber die Genehmigung der fächsischen teaterung zur Aussage fchlte und diese nur durch einen Stabinettsbeschluß erteilt werden kann, fonnte der Zeuge nicht vernommen werden. Der Zwischenfall von Ingolstadt. Die Haltung der franzöfifchen Regierung. Bühnenverein und Theaternot. Die Organisation der Bühnen- Paris, 7. November.( Eigener Drahtbericht.) Die offiziöse Havas leiter hat in Berlin eine außerordentliche Generalversammlung abge- Agentur veröffentlicht eine offensichtlich aus den Kreisen der Allierten halten, in der über den Abbau der Eintrittspreise und der Star Militärtontrollkommission in Berlin stammende Mitteilung über den garen verhandelt wurde. Sie fand unter Ausschluß der Deffent 3wischenfall Don Ingolstadt. Sie bemüht sich, durch eine ruhige fichkeit statt. Infolgedessen bringen die Beitungen DON objettive Darstellung der bedauerlichen Borgänge, der agitatorischen Teilnehmern mehr oder weniger ausführliche Berichte.( Nach Aufbauschung, die diese durch die reaktionäre Presse in Frankreich dem schlechten Borbild geheimer Kommi fionsberichte aus den Bar erfahren haben, das Wasser abzugraben. Es wird barin ausdrücklich lamenten.) Wir machen dergleichen nicht mit hat der Bühnen- anerkannt, daß es sich um eine von unperantwortlichen verein Interesse daran, daß die Deffentlichkeit von seinen Beschlüssen Clementen veranstaltete Rundgebung gehandelt habe und den zu und ohne Deffentlichkeit wird er sie nicht gut vermirt- ständigen deutschen ellen nicht der geringste Borwurf gemacht lichen fönnen so mag er fie mitteilen. werden könne. Man habe den Eindrud, daß die deutsche Regierung, die kein Intereffe daran habe, die öffentliche Meinung aufzuputschen, von dem Zwischenfall nicht minder peinlich berührt sei als bie berische Regierung, die fofort alle Maßnahmen angeordnet habe, um die Uebeltäter zur Berantwortung zu ziehen. Der Zwischenfall fei um so bedauerlicher, als er der erste set, der sich seit der Wiederaufnahme der Militärtontrolle ereignet habe, die bisher fast ohne Schwierigkeiten babe durchgeführt werden fönnen, erfährt Spielplanänderung. In der Boltsbühne lommt Sonnabend ftatt „ Don Carlos das indische Märchen„ Vasantasena" zur Aufführung. Be ginn 8 Uhr. Märchenaufführungen. ilifit, der Simmelineiber, ein Spiel von Mar Gungnidel, gelangt im Rahmen der im neuen beater am 300 stattfindenden Märchenbiele Sonnabend nadm. 3%, lbr aur Erstaufführung. Im Central heater wirb Sonnabend nachmittag Herrmann, aufgeführt. 31, Ubr„ Der geittefelte Kater, Dichtung and Muft von Alfred Arnold Ried ist in eipzig, wo er sich auf einem Gaffipiel befand, einem Schlaganiall im Alter von 48 Zabren erlegen. In Lustspielen und Operetten bat er in Berlin die artige Stunst, die Leute zum Zachen zu bringen, wader ausgeübt. Das Marmorhaus gefchloffen! Die Eigentümer des Marmorhauses haben in Ausiübrung des vom Kammergericht gefäüten Urteils bom Marmorbaus Befis ergriffen und lofort die Phoebus- film... in die ihr vertraglich zustehenden Rechte eingelegt. Die Phoebus Im A... hat nach llebeinahme das Theater geschlossen und wird es demnächst als Uraufführungstheater wieder eröffnen. Eine neue Oper Stegfried Wagners. Siegfried Wagner arbeitet gegen. wärtig an einer Sinfonie und an einer Dper Bahnopfer", die in Spanien im Weftgotenreich spielt. Der Naturfor cher von Watteville, der in Uganda am Ufer des Kongo nach einem weißen Nashorn für das Beiner Museum forfchte, wurde von einem Löwen angegriffen, furchtbar zugerichtet und getötet. Diese Feststellung der dafür zuständigen Stellen ist insofern erfreulich, als sie den von der nationalistischen Hehpresse in Frankreich fyftematisch verbreiteten Lügen von der paffiven Resistenz der zuständigen deutschen Behörden und den Widerständen aller Art, auf die die Kontrolltätigkeit der alliierten Offiziere gestoßen fei, ein Ende macht. Das offiziöfe Kommuniqué warnt ausdrücklich vor der Berbreitung solcher Nachrichten und fordert die Presse auf, den offiziellen Bericht der Rommiffion über das Ergebnis ihrer Tätigkeit abzuwarten, bevor sie durch übereilte und der tats fächlichen Begründung entbehrende Urteile die öffentliche Meinung beunruhige. Die bayerische Regierung bedauert. München, 7. November.( Eigener Drahtbericht.) Wegen des bedauerlichen Borfalls in Ingolstadt hat der bayerische Ministerpräsident held der verbandsstaatlichen Diftriftskommission München gegenüber schriftlich das Bedauern der bayerischen Staats. regierung ausgesprochen. unterbroch a n.) Der Bärm werde ihm nicht aus der Ruhe brin gen und ihn nicht verhindern, feine Meinung offen zum Ausbruc ou bringen. Das letzte Budget habe ein Defizit von 4 Milliarden zurüdgelassen, die gededt merden müßten. Seine Bolitit bestehe barin, dos Gelb zum Ausgleich von denen zu verlangen, die es befizen.( Lebhafter Beifall links.) Der Soz'alist Faure ergreift darauf das Wort zur Interpellation über die Lebensteuerung, wirb aber von dem rechtsstehenden Abgeordneten De Mire unterbrochen, der erklärt, er wolle im Namen seiner Partei dem Ministerpräsidenten antworten. Der Kammerpräftent Painlevé erflärt dies für nicht angängig. Der Abgeordnete e Mire versucht trotzdem zu sprechen, was die Kommunisten zu lärmendem Brotest veranlaßt. Der Kammerpräsident ruft dem Ab. geordneten Le Mire zu, er habe schon zu Beginn der Eigung darauf aufmerksam gemacht, daß er Achtung vor der Geschäftsordnung petlarge. Er habe schon einmal, ohne ermächtigt zu sein, das Wort ergriffen. Der Abgeordnete versucht feine Handlung zu rettfertigen er erklärt, in seiner Fraftion sei man fogar dafür eingetreten, daß n an die jetzt von der Regierung Herriol aufgelegte Anleihe unter. stuk en müsse und zwar im Interesse des ganzen Landes. Sogor der Führer des nationalen Blocks Miller and habe zur Zeichnung aufg fordert. Der Abgeordnete e Mire, Don dem Kammerpräsidenten aufgefordert, die Diskussion riot weiter fortzuführen, fügt sih, worauf ber 3wischenfall als erledigt betrachtet wird. Die Kammer unterbricht ihre Sigung. Nach der Wiederaufr ahme feßt der Abg. Faure( Sog.) die Be grücibung feiner Interpellation über die Lebensteuerung fort. Auf seine Forderung der Erhöhung der Einkommensteuer erflärte der Ministerpräsident, ehe man an eine Erhöhung denke, müsse erst der Eingang der jegt best henden Steuern verbessert werden, weil sonst die pünktlichen Steuerzahler benachteiligt würden. Abg. Faure erflärt zum Schluß, der Sieg vom 11. Mai werde nur ein pofitives Ergebnis zeitigen, wenn man die Boitit zur Geitung bringe, die man den Wählern versprochen habe. Der rechtsstehende Abgeortrete Bonnefous bringt eine Interpellation ein, in welcher Auskunft von der Regierung hinsichtlich der Schaffung einer Kapitalrenten steuer gefordert wird Herriot verlangt hie Bertagung biefer Interpellation und felt bie Bertrauensfrage. mit 333 gegen 117 Stimmen wird seinem Antrage gemäß beschlossen. Nathusius in Lille. Paris, 7, November.( Eigener Drahtbericht.) In der An. gelegenheit Nathufius ist bisher feine neue Entscheidung erfolgt. Er befindet sich im Militärgefängnis von Lille und wird hort ent gegen den von den Deutsch nationalen verbreiteten alfchmeldungen durchaus forrett behandelt. Er soll nach einer mitteilung der hiesigen Blätter sich felbft lehr befriedigt tilte über geäußert haben. Der von dem deutschen Botschafter nach Lille entsandte Botschaftsrat hat sofort von der französischen Regierung die Erlaubnis erhalten, sich mit dem General und den zuständigen Gerichtsbehörden direkt in Berbindung zu sehen und den Berhafteten bei der juristischen Borbereitung der Revisionsverhandlung zu unter. stüßen. Die Atten sind ihm von dem zuständigen Kriegsgericht zur Einsicht ausgehändigt worden. Wenn auch die Regierung außer stande ist, zugunsten des Generals in das schwebende Gerichtsverfahren einzugreifen, so hefft man andererseits in den ihr nahestehenden Kreisen, daß der Zwischenfall in Kürze eine befrie bigende Beilegung finden wird. Jn Südflawlen hat sich die Regierung Dawibomitsch, bie fich auf Serbisch- Oppofitionelle und auf die Minderheitsnationen stüßte, nicht lange gehaltet. Paschitsch ist wieder am Ruder. Gewerkschaftsbewegung Streitbeschluß in der Gasbetriebsgesellschaft. Die gestrige Urabstimmung der 1955 Köpfe starten Beleg idjaft der Gasbetriebsgesellschaft hatte folgendes Ergeúnis: Bon 1725 Abstimmenden stimmten 1607 für Streit und 111 für Annuhine. Eine Vertrauensmännerversammlung nahm zu dem Abstimmun sresultat sofort Stellung und beschloß, zunächst das Ergebris der heute mittag 12 Uhr vor dem Schlichter Wissell, fattfindenden Verhandlungen abzuwarten. Die Versammlung war der Auffaffung, daß auf keinen Fal! unter die für die städtischen Gasbetriebe geltenden Cohn- und Arbeitsbedingungen herabgegangen werden darf. Eine Versammlung am Montag abend wird entgül tig entscheiden, ob dem heutigen Verhandlungsergebnis zugestimmt werden kann oder aber der Streitbeichluß sofort durch geführt werden muß. Zum Eisenbahnerkonflikt. Bei Abschluß der Sizung über die Lohnerhöhung für die Eisenbahnarbeiter erklärten die Bertreter der Reichsbahnverwaltung, Hauptstelle, den Organisationsvertretern, daß sie dem Verwal tungsrat über die zur Sprache gebrachten Dinge berichten würden Darin lag naturgemäß. daß nach der Berichterstattung die Organisationen von dem Ausgang unterrichtet würden. Bis heute haben jedoch die Organisationen irgendwelchen Bescheid nicht erhalten. Die Stimmung bei einem großen Teil der Eisenbahnar: beiter ist wegen dieses Verhaltens des Reichsverkehrsministeriums bis zur Siedehike gestiegen, um so mehr, da in der 3 wifchenzeit, auf dem Berwaliungswege von den Bezirken Berlin und Altona einigen Orten die Ortslohn aulage erhöht worden ist, ohne daß die Gewerkschaften hinzugezogen wurden. Es besteht die Gefahr, daß es in den nächsten Tagen zu Teilaktionen tommt. Am Montag nimmt der Deutsche Eisenbahnerverband endgültig Stellung zu den schwebenden Fragen. Infolgedessen wird er wohl vorher noch einmal die Reichsbahnverwaltung, Hauptstelle, um eine endgültige Antwort ersuchen. Je nachdem, wie nun diese ausfällt, wird es dovon abhängen, ob die jetzt bestehende Unruhe in Permanenz fortbestehen wird. Es ist allerdings nicht anzunehmen, daß die Reichsbahnhauptverwaltung bei den noch immer steigenden Preisen den Mut aufbringen wird, die unterbreitete Lohnforderung wie bisher voll und ganz abzulehnen. Auch in Köln spitzt sich die Situation zu. Eine im Voltshause abgehaltene Bersammlung formulierte eine Entschließung, in der eine allgemeine und gleiche Erhöhung der Löhne gefordert wird. Weiter verlangten die Versammelten statt der zehntägigen die Wiedereinführung der siebentägigen Löhnungs. periode. Sollte es unmöglich sein, zu einem entsprechenden Ergebnis zu kommen, so lehnen die Eisenbahner die sich hieraus ergebenden katastrophalen Folgen c.b. Neue Verhandlungen im Buchdruckgewerbe. Unter dem Vorsiz von Profeffor Brahn werden heute im Reichsarbeitsministerium neue Verhandlungen der Organisations bertreter geführt zur Beilegung des Konflikts im Deutschen Buchdrudgewerbe. Voraussichtliche Einigung im Omnibusbetriebe. Das technische Personal für einen Vergleich. Am Freitag mittag fanden erneut Berhandlungen zwischen der Direktion der Omnibus- 2.- 3. und den Angestellten vor dem Ge merberat Körner statt. Nach sehr ausgedehnten Besprechungen wurde ein Rompromißvorschlag gemacht, der dahingeht, daß die Chauffeure jeßt, entsprechend ihrer Dienstzeit, Tagegelder Don 6,10 m. bis 6,80 M. erhalten, während die bisherigen Lage öhne 5,55 m. bis 6.20 M. betrugen. Die Schaffner sollen Togelöhne von 5,20 m. bis 5,65 m.( bisher 4,80 m. bis 5,15 M.) erhalten. Die Frauen- und Kinderzulage ist auf 27 Pf. pie Tag festgelegt worden. Die Angestellten werden heute zu diesem Einigungsvorschlag tSellung zu nehmen. Nach Lage der Dinge ist damit zu rechnen, daß auf diefer Grundlage eine Einigung erfolgt. Im Lohnstreit des technischen Berfonals tagte gestern das Schiedsgericht. Nach mehrstündiger Verhandlung wurde folgender Bergleichsvorschlag gemacht: Auf die zurzeit bestehenden Lohnfäße bzw. Tariffäße erfolgt für das Personal ein Zuschlag von 10 Broz. Die danach sich ergebenden Stundenföhne find auf volle Pfennige aufzurunden. Im übrigen bleibt es bei den bisherigen Vereinbarungen. Das Abkommen gilt für die Zeit rom 1. Oktober bis 31. Dezember 1924. Es fann mit 14tägiger Frist gekündigt werden. Eine Vollversammlung nahm den Bericht des Organisationsvertreters über den Vergleichsvorschlag entgegen. Nach eingehender Diskussion wurde auf Vorschlag des Organisationsvertreters der Bergleichsvorschlag gegen wenige Stimmen angenommen. Die Säße betragen demnach: Handwerker, Gruppe I: 81 Pf., Gruppe II: 74 Pf., Hilfshandwerker 68 Pf., Lager. arbeiter 63 Pf., Arbeiter 59 Pf. Dazu Frauen und Rinderzulage je 3 Pf. Damit ist der Streiffall mit der Omnibusgesellschaft für das technische Personal erledigt. gor! SHA Teilstreiks der Tapezierer. „ Das Handwert geht zugrunde", schreien die Unternehmer, sobald die Arbeiter fordern, daß ihre Löhne den erhöhten Lebens. haltungskosten angepaßt werden müssen. Diese Klagetöne sind aber schon so gewohnheitsmäßig geworden, daß sie auf die Arbeiter un so mehr ihre Wirkung verloren, als sie im Widerspruch mit den Tatsachen stehen. Nicht nur, daß von den bestehenden Firmen feine in Konkurs geriet, find neue Unternehmer im Tapezierergemerbe in Berlin und seinen Vororten wie Pilze aus der Erde geschossen. Dabei wird heute noch der gleiche Mindestlohn von 75 Pf. gezahlt Die Geschäftslage ist äußerst günstig und die Gewinne glänzend. Sozialdemokratischer Pressedienst. Der Sozialdemokratische Parlamentsdienst" ( ab 1. November„ Sozialdemokratischer Pressedienst) verlegte am 1. November feine Redaktion von Lindenstraße 3 nach Berlin SW 61, Belle- Alliance- Platz 8. Tel.: Dönhoff 4196-4198.- Telegrammadr.: Sopadienft wie im Februar 1913. Die Unternehmer behaupten, die Preise feien gegen 1914 um nur 25 Broz. gestiegen, und diese Steigerung könnten die Arbeiter leicht tragen. Seit dem Ablauf des Tarifvertrages am 15. Auguſt 1923 haben die Unternehmer noch keine längere Arbeitszeit gefordert, froh guter Beschäftigung. In schlechter Zeit aber ist eine Berlängerung der Arbeitszeit erst recht nicht einzusehen, umsoweniger, als der Tapezierer meist vier Monate im Jahre arbeitslos iſt. Entgegen dem Standpunkt der Unternehmerfommission sind in vielen Betrieben den Arbeitern größere Lohnerhöhungen bewilligt worden, während andere Betriebe sich nach den Beschlüssen der Arbeitgeberorganisationen richten. Wenn von einem allgemeinen Streit abgesehen wurde, so nur mit Rücksicht auf die allgemeine Situation. Schließlich reißt aber den Arbeitern doch die Geduld. Von Montag bis Freitag haben die Tapezierer in folgenden Werkftätten de Arbeit eingestellt: W. Dittmar, Moltenmarkt 6, und Polsterwerkstatt, Cadiner Straße 20. Guttmann, Schillingstraße 16. Fischer und Wedell, Spandauer Straße 38. orbs, Auguststraße 63. Beschte, Große Frankfurter Straße 137. Baerwintel, Dresdener Straße 131. Rolfowiti, Königsberger Straße 26. Karl Barth, Alerandrinenstraße 97. Ueber diese Betriebe ist die Sperre verhängt. Kollegen, übt Solidarität! Arbeit darf in diesen Betrieben nicht angenommen werden. Da außerdem weitere Streits zu erwarten sind, bitten wir bei Arbeitsangeboten erst Erfundigungen im Bureau einzuziehen. Für alle Streifenden heute, mittags 12 Uhr, Bersammlung im Graphischen Vereinshaus, Alexandrinenstraße 44. Deutscher Sattler-, Tapezierer- und Portefeuillerverband, Ortsverwaltung Berlin. Schiedsspruch für das Töpfergewerbe. Im Lohnstreit der Töpfer wurde vor dem Schlichtungsausschuß verhandelt. Die Lobnkommission der Töpfer betonte, daß der geforderte Stundenlohn von 1,50 M. Hei den unregelmäßigen Arbeitsverhältnissen der Ofenfeßer durchaus angemessen fei. Die Töpfermeister fonnten sich bei ihrem Verantwortungsgefühl der deutschen Wirtschaft gegenüber" nicht entschließen, die Forderung zu bewilligen. Nach einer faum zehn Minuten dauernden Beratung des Schlichtungsausschusses fällte der Vorsitzende gegen bie Stimmen aller Belfiber folgenden Epruch: Der Lohn beträgt ab 1. November 1,20 M. pro Stunde. Die Affordberechnung erfolgt auf der Basis von 110 Pioz. der Friedensfäße. Als Handwertszeugentidhädigung follen 21%, Broz. aezahlt werden. Die Geltungsdauer geht bis zum 24. Februar 1925. Troß seiner Unzulänglichleit wurde der Schiedsspruch in einer Bersammlung gegen eine starke Minderheit angenommen. Das Obermeisterpech der Tischlerinnung. Herr Paeth als Beklagter und Kläger. meister feine glückliche Hand zu haben. Nicht als ob ihre Obermeister Die Berliner Tischlerinnung scheint in der Auswahl ihrer Obernicht gefinnungstüchtig seien. Daran hat's wohl noch nie gefehlt. Aber sonst scheint die Sache nicht recht zu flappen. Der gegenwärtige erste Obermeister der Innung ist der deutschnationale Stadtverordnete und Reichstagskandidat Baeth. Er soll bei einem Wortwechsel mit seinem Stellvertreter, dem zweiten Obermeister Borsdorf, diefem sein Mißfallen in der Weise befundet haben, daß er zweimal verächtlich vor ihm ausspudte. Das muß fich nun ein zweiter Ober vom ersten Ober nicht gefallen lassen, so daß sich Obermeister Paeth wegen Beleidigung des Obermeisters Borsdorf in der nächsten Woche vor Gericht zu verantworten hat. Baeth hat jedoch Gegentlage angestrengt, weil Borsdorf folgende Behauptung aufgestellt habe: Paeth habe die für die notleidende Ruhrbevölte rung gesammelten und am 5. Mai 1923 an ihn abgelieferten Spenden der Innungsmitglieder( Wer schnell gibt, gibt doppelt!") im damaligen Betrage von etwa 800 Goldmark erst Ende September 1923 abgeliefert, als diese Spenden infolge der fortschreitenden Gelbentwertung nur noch einen Wert von etwa 15 Goldpfennigen reprä fentiert hätten. Diese Gelder waren von der Innung durch deren zweiten Obermeister an Paeth als den Vorsitzenden des Spigen verbandes, nämlich der Vereinigten Verbände Berliner Holz. industrieller, abgeführt worden. Zu dieser Angelegenheit liegt nun eine eidesstattliche Erklärung des Synditus der Freien Vereinigung der Holzindustriellen" vor, in der dem ge= annten Spikenverband vorgeworfen wird, daß er die für die Ruhrhilfe gesammelten Gelder zunächst für Verbandszwecke ver wendet und dann erst nach beinahe fünf Monaten völ lig entwertet an die zuständigen Sammelstellen abgeführt habe. Die ,, Freie Vereinigung" ist wegen dieser Angelegenheit und anderer Zwiftigkeiten aus dem Spizenverband ausgeschieden. Die Angelegenheit hat aber eine nicht geringe Bedeutung für die Holzarbeiter. In der erwähnten eidesstattlichen Versiche rung des Syndifus Haertlein wird behauptet, daß Herr Paeth bei Beginn der Reichsmanteltarifperhandlungen die Berhandlungen des Arbeitgeberverbandes zu hintertreiben wußte durch Bestreitung der Aktivlegitimation. In einem Schreiben an eine Anzahl Innungen habe es dann Paeth so hingestellt, als ob die Arbeitgebertommission( Arbeitgeberverband), der Paeth selbst angehörte, mit dem Holzarbeiterverband na ch einer bestimmten Richtung hand in hand" arbeite, in den verschiedensten Fragen widerstandslos sei und daß größte Gefahr drohe, wenn ihm( Paeth) nicht gewisse Bollmachten gegeben würden. Paeth fei daraufhin aus der Verhandlungs. tommission ausgeschlossen und die BVBH. ersucht wor den, einen anderen Vertreter zu entsenden. Sein Verhalten während der Beratungen des Reichsmanteltarifs und sein Zusammenwirten mit dem Holzarbeiterverband(?) wurde nach Erklärungen der Arbeiterführer in Weimar am 8. März von dem Vertreter der württembergischen Holzindustriellen unter Bus stimmung der übrigen Delegierten als bodenlose Gemeinheit" bezeichnet. Einer der wichtigsten Gründe, weshalb die Freie Bereiniqung" aus dem VVBH. ausgetreten ist, war nach der eides. stattlichen Erklärung, daß die Freie Vereinigung wegen der organisatorischen und taufmännischen Unfähigkeit und Strupellosigkeit des Borsigenden der BBBH.( eben des Herrn Paeth) in finanzieller und organisatorischer Hinsicht in schwerste Gefahr gebracht wurde". Herr Paeth wird als ein Mensch bezeichnet, der zu den Personen und Dingen seiner Umgebung nie in ein richtiges Verhältnis fommen tann. Durch seine Widerflage hat Herr Baeth hoffentlich die Möglichkeit gewonnen, über diese Dinge durch lückenlose Beweisführung Klarheit zu schaffen. Insbesondere die Organisation der Holzarbeiter hat ein wesentliches Interesse daran, genau zu wissen, mit wem sie es zu tun hat. Achtung, Buchdrucker! Die Herstellung von Montag8-8eitungen bat, gemäß der Verordnung des Polizeipräsidenten vom 13. März d. J., nach § 1 zu erfolgen, derselbe lautet: In Zeitungsdrudereien, in denen regelmäßig eine Sonntag und Festtag- Abendausgabe oder eine Montag und Nachtfesttag Morgenausgabe hergestellt wird, darf der Betrieb an den Conn und Festtagen, mit Ausnahme des ersten Weihnachts, Oster- und Bängstfeiertages, bereits um 7%, Uhr abends in dem Umfange wieder aufgenommen werden, wie er zur Herstellung dieser Abendoder Morgenausgabe notwendig ist. Den Betriebsbeamten und Arbeitern muß in diesen Anstalten an je drei aufeinanderfolgenden Sonn- und Festtagen eine ununterbrochene Ruhezeit gewährt werden, die mindestens zu betragen hat: am ersten Sonn- oder Festtag 18, am zweiten 24, und am dritten 34 Stunden. Am Weihnachts, Oster- und Pfingstfest muß die ununterbrochene Rübezeit der Betriebsbeamten und Arbeiter mindestens 48 Stunden betragen." Kein Kollege darf also vor 7, Uhr abends anfangen, Musikinstrumentenarbeiter! Schiedsspruces erfolgt am Montag, den 10. November, von Die Urabstimmung über Annahme oder Ablehnung des 4 bis 6 Uhr in nachfolgenden Lokalen: I. Reichenberger Hof. Reichenberger Straße 147; II. Witifcuß, Petersburger Str. 5; III. Bigeder, Blumenstr. 34; IV. Rain, Wilden. bruchstr. 68, Ede Harzer Str.; V. Schulz, Gleimstr. 65; VI. Epfeler, wertichaften die mit den Beiträgen nicht mehr als 3 Wochen Naugarder Straße. Ede Carmen- Sylva- Straße. Stimmberechtigt sind nur die Mitglieder der freien Ge rückständig sind. Mitgliedsbuch muß vorgelegt werden. Deutscher holzarbeiterverband. Ortsverwaltung Berlin. Achtung, Buchbrucer! Am Montag, den 10. November, abends 7 Uhr, finden Bezirksversammlungen statt. Achtung, Zimmerer! Am Sonnabend und Sonntag, den 8. und 9. Rovember, in allen Bezirke'n Bersammlungen. Die Bezirke 15/20( bei Raffun) und 38 halten am Montag, den 10. November, ihre Bezirksversammlung ab. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung werden alle Kameraden ersucht, die Bezirksversammlungen zu besuchen. Rentralverband der Rimmerer, Rahlstelle Berlin u. Umg. Berantwortlich für Politik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Safernus; Gewerkschaftsbewegung: S. Steinez; Feuilleton: Dr. John Gaikowski: Lotales. und Sonstiges: Frig Karstädt; Anzeigen: Th. Glode, sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin.. Drud: Borwärts- Buchdruckeret und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co. Berlin SB. 68, Lindenstraße 3. Sierau 2 Beilagen. Sie können lange suchen • che Sie diese Vereinigung von Preis und Qualität wiederfinden 90 SW. Friedrichstr. 240/41 W, Potsdamer Straße 50 W, Schillstraße 16 NW, Busselstr. 29 NW, Turmstraße 41 NW, Wilsnacker Str. 22 6.90 8 90 Lombard 980 12.50 Einige Beispiele: Damen- Halbschuh, beste Paßform mit modernen Absätzen Damen- Halbschuh, la Roßchevreau, eleganter Straßenschuh. Original Goodyear- Welt Damen- Halbschuh, neueste Modenschöpfung, unter Friedenspreis Herren- Schnürstiefel, la Rindbox, strapazierfest, bewährter Straßenstiefel Original Goodyear Wel Damen- Schnürstiefel, echt Boxkalt... Friedenspreis Original Goodyear Welt Herren- Schnür590 690 890 980 1250 stiefel, eleganter Straßenstiefel. Friedenspreis 12.50 Schuhfabrik 113 eigene Verkaufsstellen, davon in Groß- Berlin: N, Brunnenstraße. 37 N, Danziger Straße 1. N, Müllerstraße 3 N, Friedrichstraße 130. O, Andreasstraße 50, O, Frankfurter Allee 22 SO, Oranienstraße 2a SO, Wrangelstraße 49 C, Sp.ttelmarkt 15 C, Rosenthaler Straße 14 Charlotter bur Wilmersdorier Str. 122/23 & Cie ATG. BurobM Neukölln, Bergstr. 30/31 Potsdam. Brandenburger Str 54 Nr. 52841. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Sonnabend, 8. November 1924 Wie märkische Kleinstädte aussehen. Wenn man jemand fragt, ob er Fürstenberg fenne, so wird er fchmunzelnd bejahen: natürlich, dort oben an der medienburgischen Grenze, prächtige Umgebung.... Aber so neidlos wir den anderen Staaten und Provinzen ihre Schönheiten lassen, so können wir Märker doch auch mit einem Fürstenberg aufwarten, das zu besuchen Märker doch auch mit einem Fürstenberg aufwarten, das zu besuchen durchaus lohnt, da es selbst mancherlei Bemerkenswertes bietet und durch das nahe ehemalige Kloster Neuzelle Freude an Schäßen der Kunst spendet. Unser Fürstenberg liegt an der Oder, unterhalb Frankfurt a. d. D., ist auch Schnellzugstation, mit dem Bummelzug natürlich erst nach einigen Stunden erreichbar. Immerhin für Frühaufsteher eine Tagespartie und mit erschwinglichen Kosten zu bestreiten. Eine Kleinstadt, die sich auswächst. Während manche der märkischen Kleinstädte ein idyllisches Dasein führen( vielleicht auch bewußt führen wollen), hat Fürstenberg dem Zuge der Zeit nicht gewehrt und durch seine Lage an der Oder und dem Spree- Oder- Kanal auch Anspruch auf lebhasten Verkehr. Kommt man mit der Bahn von Frankfurt a. d. O., so überschreitet man zunächst den alten Kanal( etwa in der Gegend, wo der Lebuser und der Gubener Kreis sich berühren), und trifft am Ausgang der Stadt den„ neuen" Kanal, der 1890 fertiggestellt wurde.( Der alte Kanal wurde 1662-1668 erbaut.) Interessant ist diese ganze durchfahrene Strece, weil man sie für das alte Bett der Oder hält, die bis zu ihrem Durchbruch nach Norden westwärts floß. Es wird jezt zur Abkürzung des Kanalwasserweges und zur Vereinfachung des Durchschleusens ein Durchftichfanal bei Fürstenberg gebaut, der in einigen Jahren fertig sein wird. Gleich am Bahnhof bemerkt man zwei Glasfabriken, auch sonst ist industrielle Tätigfeit sichtbar, und man spricht von weiteren Projeften auf diesem Gebiet. Daß der Stinnes- Konzern 500 Morgen Land erworben haben soll, wird erzählt, aber nicht überall geglaubt. Jedenfalls wird der projektierte Hafen auch zur schnellen Entwic Tung aller Verhältnisse beitragen. Am Bahnhof hat auch der Landbund feine Niederlassung, aber wo Industrie und Handel gedeihen, ist für reaktionäre Bestrebungen ein schlechter Nährboden. Das Stadtbild. Von dem Bahnhof zieht sich eine längere von meift fleinen Häusern flantierte Straße zum Stadtinnern; geradeaus gelangt man zur einfachen, aber gut erhaltenen Stadtkirche, einem gotischen Ziegelbau, dessen Turm nicht vollendet werden konnte und daher mit einem Regel bekrönt ist, um den zahlreiche Raben nisten. Die Lage der Kirche auf dem etwa um 15 Meter aufsteigenden Ufer des neuen Kanals ist recht malerisch, namentlich von der Kanalbrüde oder gar von der Oderbrücke aus gesehen. Eine lebhafte Geschäftsstraße führt zum weiten Markt, auf dem das zweigeschossige Rathaus mit stattlichem Frontgiebel sich befindet. Hinter ihm als Anner in gleicher Aussta'tung das Feuerwehrdepet. Die Häuser am Markte weisen wenig Charakteristiches auf; der ganze Stadtcharakter betont fehr das Rütlich- Einfache und läßt nicht ahnen, daß schon Kaiser Karl IV., der die Stadt vom Kloster Neuzelle fauffe, hier gegen Ende des 14. Jahrhunderts einen Handelsplay machen wollte, um Frankfurt an der Oder lahmzulegen. Nun, die Neuzeit wird beiden Städten die nötige Ellenbogenfreiheit gewähren: Friede ernährt, Unfriede zerstört. Bom Markt oder vom Kirchplatz führen steil abschüssige Wege zum Ufer, dessen Bezeichnung als Bollwert den maritimen Charat'er dartut. Ja, hier weht„ Seeluft", von Steffin her, und bis nach Breslau reichend. Die Oder ist denn doch ein anderer Fluß 20] Der Mittelweg. Bon Sir Philip Gibbs. " ,, Wir müssen den Trieb zur Grausamkeit im menschlichen Gehirn ertöten," sagte Bernhard Hall, der Verleger der ,, Neuen Welt", mit flammenden Augen. Wir müssen aufhören, unseren Kindern das alte Höhlenmenschenmärchen von den Helden einzuprägen, die Menschen und Tiere heten. Wir müssen es als öffentliche Schande an den Pranger stellen, wenn Frauen die Federn von eigens dazu getöteten Bögeln am Hut tragen." Dieser fanatische Haß gegen Grausamkeit jeder Art ließ Diese Männer den Friedensvertrag befämpfen. Er lag allen ihren Ansichten zugrunde, dem Problem in Indien, Irland. Aegypten, der Negerfrage in den Vereinigten Staaten, dem Problem der Arbeitslosen in England, den Beziehungen zwischen Kapital und Arbeit, ja sogar der Scheidungsfrage. Wie schwer war doch alles! Bertrams alter Seufzer. Mit Joyce wurde es noch viel schwerer, wenn er sich entschieden auf Seite dieser Männer stellte, die ihn, wie er fühlte, allmählich befehrten und zu sich herüberzogen. ,, Sie sollten sich uns anschließen," sagte ein Mitglied der Arbeiterpartei. Wir brauchen die intellektuelle Jugend. Ja, warum schreiben Sie nicht einmal für die„ Neue Welt"? fragte Bernhard Hall ,,, Sie haben das Talent, das rechte Wort zu finden." Bertram fühlte sein Herz mächtig klopfen, als ihm der große Berleger und wählerische Kritiker diese Worte sagte. ,, Einen realistischen Roman über den Krieg," sagte ein anderer.„ Niemand in England hat es Barbusse gleichgetan. Sie könnten das, Bollard! Ihnen hat sich dieser Gegenstand tief eingebrannt. Geben Sie's ihnen tüchtig, den alten Perücken. Legen Sie das Herz Englands hinein." Bertram blickte hastig zu Christy hinüber. Er hatte ihm das Wort abgenommen, sein Buch geheim zu halten, und Chrysti hatte Wort gehalten, das wußte er. ,, Bollard wird uns noch alle eines Tages überraschen," fagte Christy, fügte aber sofort mit sarkastischem Lächeln hinzu: ,, aber mir dürfen seine aristokratischen Konnegionen nicht vergessen! Es ist schwer, mit seiner eigenen Raste zu brechen." Fürstenberg und Stift Neuzelle. als unsere zahme Spree, und ein Schlepper mit sechs, sieben und| Schlabens Katholiken find. Man muß, um einen Bergleich für diese mehr breiten Oberfähnen, der stromaufwärts furcht, bietet schon ein imposantes Bid. Im Kanal liegt eine stattliche Zahl dieser Schlepper, sowie Frachtdampfer, auf der Uferstraße herrscht lebhaftes Treiben, ein neues Gebäude der Dampfergenossenschaft ist vollendet, und in den anderen Häusern wird für die praktischen Be dürfnisse des Binnenschiffers durch Schiffsausrüstungsgegenstände gesorgt. Auch in den Wirtschaften zeigt nicht allein die Nachfrage nach dem Alkohol, sondern auch das Vorhandensein der Wasserstandstabelle, daß Schiffahrt hier zu Hause ist. Einer Eigentüumlichkeit fei noch gedacht: in Fürstenberg gibt es einen Denkmalsfodel, aber kein Denkmal darauf. Dieses die bekannte Kriegerdenkmalsfigur Neuzelle mit alter Klosterkirche. sich hier eenbarende Kirchenpracht zu finden, sich der großen theinischen und füddeutschen Kirchen erinnern, an deren Ausschmückung Jahrhunderte gearbeitet haben. Jedenfalls ist in dem nüchternen norddeutschen Gebiete ein solcher Kirchenbau etwas ungewöhnliches. Das alte Softer war eine Stiftung des Martgrafen von Meißen ( 1268) für die Bifterzienser. Sein Reichtum war groß; Fürstenberg und 40 Dörfer gehörten ihm. In den Huffitenkämpfen und im Dreißigjährigen Kriege wurde es vernichtet; danach erstand die Klosterkirche im Spätrenaissanceftil. Charakteristisch ist, daß die Kirche nicht( wie sonst in fatholischen Landen) geöffnet ist; ihr Inneres ist nur gegen Erstehung einer Eintrittskarte zu besichtigen. Krüger. ist im Sommer 1918 dem Vaterland geopfert worden und man hat noch feinen Ersaz gefunden. Der Godel trägt auf der dem Rathaus zugewandten Seite eine Tafel mit den Worten: Den Söhnen des Kirchspiels Fürstenberg a. d. D., die für das Baterland starben. Angesichts so vieler mißlungener Schöpfungen zur Ehrung aller Kriegsopfer drückt diese Inschrift und somit der Denfmaisrumpf das Richtige aus: den Dank für den Heldentod. Das an der Straßenfront des Rathauses befindliche Eiserne Kreuz mit den eingeschlagenen Nägeln: Krone, W und Jahreszahl, hat eher Anspruch darauf, entfernt zu werden. Stift Neuzelle. Wer Fürstenberg besucht, wird sich auch nach dem nahen Stift Neuzelle begeben, mit der Bahn in wenigen Minuten, von der Station dann noch ein Viertelstündchen auf ansteigender, guter Straße, die in das große Dorf Schlaben hineinführt. Plöglich steht man vor einem verschwiegenen Klosterteich und tritt nach wenigen Schritten durch ein stattliches Portal in den weiten Klosterhof. Bur Linfen und zur Rechten sich weit hinziehend alte Gebäude, die jetzt Schulzweden dienstbar gemacht sind und u. a. ein Lehrerinnenseminar enthalten, das allerdings auch wohl bald sich auflösen wird. Bor uns erhebt sich nun die prächtige Klosterkirche, noch heute dem fatholischen Gottesdienste geweiht, da die größere Zahl der Bewohner Christy war nicht so sicher, daß diese Borurteile in die Luft gesprengt waren. In der Kriegszeit hatte allerdings eine Vermischung stattgefunden. Aristokratinnen waren Milchmädchen, Krankenpflegerinnen und Marketenderinnen geworden. Männer mit höherer Gymnasialbildung waren als gemeine Soldaten eingetreten. Aber jetzt fand die Trennung wieder statt. Jeder zog sich auf seinen früheren Standpunkt zurüd. Bertram mußte Christy Recht geben. Er dachte an Kenneth, General Bellafis und viele andere. Er war froh, wenn die anderen weg waren, und er mit diesen alten Kameraden zu einer intimen Aussprache allein blieb. Christy war von einfacherem Stoff. Bon tödli.her Unbeirrtheit in seiner Beurteilung der Tatsachen. Seine abfolute Aufrichtigkeit und sein harter Realismus zogen Bertram mächtig an. Christy log sich auch selbst nichts vor, er sagte sich und anderen schonungslos die Wahrheit, wie er sie sah. Er hatte auch Bertram dazu gebracht, flar in sich selbst zu sehen. ,, Sie sind nach zwei Seiten hin und hergezogen, mein Lieber," fagte er ihm eines Abends, als sie beide vor dem Kaminfeuer faßen. 3wei entgegengesezte Ideale bekämpfen sich in Ihrer Brust. Bon Tradition sind Sie ein Konservativer und versuchen, mit dem Liberalismus eine Art von Bündnis einzugehen. Sie stehen mit einem Fuß in jedem Lager." ,, Ein Jekyll und Hyde in einer Person also, wie in Stevenfons Roman?" lachte Bertram, aber dieser Schwertstoß hatte feine Rüstung durchschnitten und ihn ins Lebendige getroffen. ,, Ja, ein Hamlet in Holland Street," sagte Christy. Sie möchten auch Ihren alten Oheim, die Tory- Tradition, erschlagen, aber sie können es nicht über sich gewinnen, ihn beim Beten" zu ermorden. Sie stehen noch unter der Herrschaft der Kafte." 64 ,, Es ist nicht meine Rafte, sondern die meiner Frau." ,, Stimmt," sagte Christy ,,, und aus Ritterlichkeit verleugnen Sie das Licht, das in Ihnen leuchtet die starke, weiße Flamme der Wahrheit." Und er zitierte die Heilige Schrift, wie er es öfters tat: So jemand zu mir kommt und hasset nicht seinen Bater, Mutter, Weib, Kinder, Brüder, Schwestern: der kann nicht mein Jünger sein. Und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolget, der fann nicht mein Jünger sein." ,, Das gehört zu den Trümmern des Krieges," sagte Henry ,, Eine harte Lehre, wenn die Auslegung hart ist," sagte Carvell. Ich bin froh über diese Zertrümmerung. Denft Bertram. Sie fann zuweilen zu der Grausamkeit führen, doch an den Kastengeist des Englands von 1913! Gott sei welche Ihre Freunde so glühend hassen." Dank ist auch diese Erbschaft der Dummheit in die Lust ge- lm der Ehrlichkeit willen muß man auch hart fein." sprengt." Und Christy sprach von dem Geheimsten in seinem Leben, " | Geht man schräg über den Klosterhof, so gelangt man zu der jetzt von den Protestanten benuzten Pfarrkirche zum heiligen Kreuz, auf deren Bierung eine Kuppel gefeßt wurde. Auch in ihr find Fresken, ein schöner Altar und Studorna. mente zu sehen. Die oberen Teile der beiden Türme stammen aus neuerer Zeit. Der landschaftliche Reiz der ganzen Anlage ist durch den hügeligen Charakter des zur Linken der Oder sich hinziehenden Geländes gegeben; nicht nur die Kirchen, auch die Naturformation mutet süddeutsch an. Mit jenem treffsicheren Blick, den die Mönche stets bewiesen haben, wenn es galt, Orie für ihre Niederlassungen zu wählen, ist auch Neuzelle seinerzeit erbaut worden. Das große Dorf Schlaben hat diesen Reiz nicht zerstört, die Häuser fügen sich gut in die Landschaft ein. Aber wo einst mönchisches Leben sich abspielte, herrscht heute moderne Kultur, und die Bahnzüge, die unten im Tal vorüberdonnern, geben die neue Melodie an. Frische Jugend wächst heran, in der Ueberwindung technischer Schwierigkeiten ihre Herrschaft über die Natur dokumentierend. Gerade Fürstenberg, diese fleine Stadt, zeigt, was zielbewußtes Streben herDorzubringen vermag. Der friedliche Wetteifer auf dem Gebiete des Handels und Verkehrs schafft die Möglichkeit, mehr Menschen als bisher Eristenz zu gewähren. Auf dem Rückwege vom Stift zur Station machen wir noch einmal halt. Weithin schweift der Blick über das breite Odergebiet, bis er an Fürsten berg haftet: hier die Stille der Vergangenheit, dort das pulsierende Leben der Gegenwart und Zukunft, das allein des Menschen Dasei ideell und materiell zu verschönen imftande ist! Das Flaggenlied in der Elternversammlung. Aus der Berliner Luisen städtischen Oberrealschule wird uns ein Vorkommnis mitgeteilt, das wir der Schulaufsichtsbehörde zur Beachtung empfehlen. Bor einigen Tagen fand tort in der Aula eine Eltern versammlung statt, an der auf besonders dringende Einladung des Schulleiters fast die gesantie. Elternschaft sich beteiligte. Ihr fonnte der Oberstudienbirektor Dr. Grundscheid die freudige Mitteilung machen, daß cin Gönner der Anstalt ein großes Modell eines Handelsschiffes au Unterrichtszwecken geschenkt habe. Nach der Enthüllung dieses Schiffsmodells fang die Versammlung, vom Direktor dazu aufgefordert, stehend zwei Verse des Flaggen liedes mit dem Keyr reim: Dir woll'n wir stets ergeben fein, getreu bis in den Tod, bir woll'n wir unser Leben weih'n, du Flagge fchwarz- weißrot." Wer das mißbilligt, den würde der Herr Oberstudiendirettor wahrscheinlich belehren, daß doch unsere Handelsflagge nun einmal schwarz- weiß- rot ist. Die Meine schwarzrotgoldene Gösch ändert daran doch nicht viel. Daß aber gerade dieses Lied das Kampfwelches er nur ein einziges Mal, am Vorabend einer Schlacht, zu Bertram erwähnt hatte. ,, Als ich herausfand, daß meine Frau mich in den Schmutz der Lüge herabzog, in den Schlamm geistiger Impotenz und des Mitleids mit sich selbst, da verließ ich sie mit meinem Segen. Es war schwer, denn ich hatte sie geliebt!" ,, Schwerer noch für die Frau," sagte Bertram. Buerst," gab Christy zu. Nachher war sie froh darüber. Wir hatten uns fünf Jahre hindurch vor dem Kriege, unaufhörlich aneinander zermürbt; das erleichterte ihr das Auseinandergehen. Es tat ihr leid, daß ich nicht gefallen war. Für fie wär's auch besser gewesen, vielleicht auch für mich. Nach dem Waffenstillstand wurde das gemeinsame Leben unerträglich. Sie hatte sich verändert und ich auch. Wir kamen auseinander. Sie haßte meine sozialistischen Tendenzen, ich ihre verdammte kleinstädtische Philosophie. Sie begreifen, sie hatte unter ihrem Stand geheiratet, eine Pastorstochter und ich! Man dente!" Bertram war eine Zeitlang still. Sollte Christys Geschichte sich bei ihm wiederholen? Auch Joyce hatte ,, unter ihrem Stande" geheiratet, eine Grafentochter den Sohn eines Advokaten. ,, Christy, mein Alter," sagte er endlich. Ich glaube an die Treue. Mit dem Glauben stehe und falle ich. Treue für das ist das Leben für mich nicht wert, gelebt zu werden. das Baterland, für seine Frau, für seinen Ehrbegriff. Ohne Einige Minuten paffte Christy schweigend seine Pfeife. Dann gab er zu:„ Ja Treue ist schon etwas Gutes, aber Treue dem Erhabensten, nicht dem Niedrigsten gegenüber. Treue für Lügen ist Untreue für die Wahrheit. Das ist eine der fleinen Ironien des Lebens. Manchmal verdammt schwer zu ertragen!" Das Gespräch wurde von Janet Welford unterbrochen, welche Christy zu besuchen fam. Sie liebte ihn. 14. war Diese Dame, Janet- Janet Rockingham Welford, wie ihr ganzer Name auf der ersten Seite mancher Romane und unter den Spalten der Neuen Welt" zu lesen stand eine alte Bekannte Bertrams. Das heißt, sie selbst war nicht alt, noch Anfang der Dreißig, aber sie hatten schon im Kindergarten miteinander gespielt und Märchen zusammen gelesen, und Jahre später hatten sie sich auf Gesellschaften getroffen in jenen wundervollen, fernen Tagen vor dem Kriege war das tausend Jahre her oder in einem anderen Leben gewesen? Danach waren sie einander nicht mehr begegnet, bis sie sich eines Abends, überraschend für beide, in Christys Wohnung getroffen hatten. ( Fortsetzung folgt.) -G ind Farbenlied der schwarzweißroten taifer. lichen Kriegsflotte gewesen ist, darüber macht man sich vohl in der Luisenstädtischen Oberrealschule teine Gedanken. Die Anstalt wird zurzeit von armähernd 900 Schülern besucht, deren Eltern zum großen Teil. die Schule liegt im Often der Stadt er werftätigen und republikanisch denkenden Bevölkerung ngehören. Daher war denn auch die Beteiligung an dem Gesang ine erfreulich dünne. Was aber sagt der Minister zu diesem Mißbrauch? Ein neuer Prozeß zum§ 218. Wieder schwere Zuchthaus- und Gefängnisstrafen. Die Empörung über die Härte des§ 218 bes StGB. ist im Bolt allgemein. Dennoch reiht sich Prozeß an Brozeß und der be. auernswerten Opfer, die nach den ausgestandenen förperlichen und celischen Qualen auch noch zu Gefängnis verurteilt werden, werden mamer mehr. Mit einem Seitenstück zu dem Heifer- Prozeß be. chäftigte sich gestern das Große Schöffengericht Neukölln unter Borsitz von Landgerichtsdirektor Löning. Die Hauptangetlagte mar die frühere Hebamme und jetzige Bortierfrau Martha Schmidt. Im November 1922 war im Städtischen Krankenhaus in der Gitsdiner Straße eine Frau unter eltsamen Umständen verstorben, die auf einen verbotenen Eingriff schließen ließen. Die Ermittlungen ergaben, daß die Berstorbene bei Frau Schmidt in Behandlung" gewesen war. Bi ener Hausfuchung fand man bei Frau Schmidt ine umfangreiche forrespondenz und ein forgfältig geführtes Tagebuch mit den genauen Adressen von über 200 Frauen und Madchen. Eine Gruppe diefer Frauen war mitangeflagt. Frau Schmidt legte ein umfassendes Geständnis ab. Ihre Tätigkeit war Weitere Beschränkung der Hundesperre. Nachdem seit dem 5. September ein neuer Tollwutfall nicht festgestellt worden und die Schußfrift bezüglich des am 5. Auguft in der Prinzenstraße vorgekommenen Seuchenfall inzwischen verstrichen ist, hat der Polizeipräsident die zur Bekämpfung der Tollwut ergangenen Maßnahmen für ein weiteres Gebiet der Stadtgemeinde Berlin aufgehoben. Der noch verbleibende Sperrbezirk ist wie folgt abgegrenzt: Im Westen durch die Havel, im Süden durch die Bahn vatiffimum über Segualpathologie. Als Kuriofum fei erwähnt, daß sich die Angeklagte ein besonderes Bergnügen daraus machte, fich Dom Zahnarzt völlig gesunde Zähne anbohren zu laffen. Dabei besaß sie von Jugend auf eine große Intelligenz und zeigte auch vor Gericht eine große Schlagfertigkeit und Logik. In Frage standen mehrere Fälle von Betrug und schwerer Ur tundenfälschung. Gemeinsam mit einer bereits abgeurteilten Freundin hatten sie es in raffinierter Weise verstanden, einen Münchener Kaufmann fast um sein ganzes Vermögen zu bringen. Weiter hatte sie als Frau Rechtsanwalt Behrens einen Antiquitätenhändler um Gold und Silberwaren beschwindelt und den Erlös in Spiel strecken Spandauer Bororibahn, Auswandererbahnhof Fürstenbrunn, flubs verspielt. Bom Schöffengericht Schöneberg war Cora Cohn zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. Im Gegensatz zu Jungfernheide, Butligstraße, Lehrter Bahnhof, Stadtbahn Lehrter dem Gutachten von Dr. Hirsch erklärten der Leiter der Irrenan- Bahnhof bis Rummelsburg, im Often durch die Bahnstrecken ftalt Herzberge, Sanitätsrat Dr. Klippstein, und Medizinalrat( Briezener Bahn) Stralau- Rummelsburg, Neu- Lichtenberg, LichtenDr. Thiele, teine genügenden Grundlagen für den§ 51 zu berg- Friedrichsfelde, Zentralfriedhof, Magerviehhof, Marzahn bis haben. Die Angeflagte fei, wenn auch vermindert, verantwortlich, haben. Die Angeklagte fei, wenn auch vermindert, verantwortlich, zur Weichbildgrenze, im Norden durch die Weichbildgrenze. Alle da sie die von ihr seit Jahren begangenen Hochstapeleien mit außer außerhalb des vorbezeichneten Sperrbezirkes liegenden Teile Berlins find nunmehr frei von der sogenannten Hunde ordentlicher Raffiniertheit und großer Blanmäßigkeit durchgeführt iperre. Doch sei hier nochmals darauf hingewiesen, daß die habe. Das Gericht verneinte ebenfalls die Anwendung des§ 51, Hunde in dem sperrfreien Gebiet der Stadt mit einem beißermäßigte aber das erste Urteil auf vier Monate Gefängnis. ficheren Maultorb und, wenn sie frei umherlaufen, mit einem Halsband versehen sein müssen, bas die genaue Adresse des Eigentümers oder eine gültige Steuermarte trägt. Proletarische Feierstunde am Sonntag, den 9. November, vormiffags 11 Uhr, im Großen forb- und Leinenzwang für die aus dem Sperrbezirt fommenden Schauspie haus, Karlstraße: Die Revolution Trommeln/ Paufen Hörner/ Orgel/ Männerchöre/ Sprechchore. Reqniem von Toller. Hinan vorwärls- hinan! von Goethe. Ansprache: Genosse Artur Crifpien. Mitwirkende: Ebert( Mitgl. des Staats heaters), Solofprecher; Watter Drwerffi( Orgel); Männerchor Namenlos"( Mitgl. d. MSB.) unter Leifung des Chorm. Thilo; der Sprechchor für " Proletarife Feierstunden" unter Leliung von Albert Florath. Einzelfarte 1 Goldmart. Frau.ntreisen so bekannt, daß nicht nur aus Berlin, sondern aus dem ganzen Reiche ihre Hilfe in Anspruch genommen wurde. Die Frauen und Mädchen, die allen Ständen ingehörten, hätten sie unter Tränen um Hilfe cebeten. Die Ver eidigung hielt einen Beweis für eine fahrlässige Tötung nicht für nbracht und das Gericht sprach auch Frau Schmidt in diesem Buntt ser Anklage frei, dagegen wurde sie wegen gewerbsmäßi- nachm. 3 Uhr im Theater des Westens: Wo33ed", ein Fragment ter Abtreibung in zwei Fällen und des Verfuchs in sieben Fällen zu einer Gesamtstrafe Don zwei Jahren Zuch te jaus unter Anrechnung von zehn Monaten Untersuchungshaft perurteilt. Die mitangeklagten Frauen erhielten Gefängnisstrafen on zwei Wochen bis sechs Monaten mit dreijähriger Bewährungsfrist. Die Reinigungsarbeiten am Schiller Denkmal. Die Baudeputation Mitte teilt zu den Meldungen über die Arbeiten am Schiller- Denkmal folgendes mit: Es handelt sich ledigich um Reinigungs- und Instandsehungsarbeiten, beren Ausmaß durch den Umfang der Berwitterungs- und Zertörungserscheinungen bestimmt ist, und die den 3wed haben, die wertvolle Jugendarbeit von Begas der Stadt zu erhalten. Da feit ehn Jahren aus Mangel an Mitteln nichts für die Erhaltung ge. an werden fonnte, war die Oberfläche des Dentmals so start erwittert, verschmußt und von vielen Riffen durchsetzt, daß siefer Busband faum als erwünschte Batinierung angesehen werden fonnte. Auch der preußische Kunstkonservator, dem die Arbeiten sorgeführt wurden, hat die Notwendigkeit zur Beseitigung der Schmußfrufte anerkannt, damit der Boden für eine neue gute Bainierung geschaffen werden konnte. Jezt kommt es darauf an, die Risse zu dichten, die damit verbundene Nacharbeit vor zunehmen und die verwitterte Oberflächenschicht zu entfernen, damit ber glatte, widerstandsfähige Warmor wieder zutage tritt. Dann Nt die Sicherheit gegeben, daß des Denkmal bei forgfältiger Pflege mb fachgemäßer jährlicher Reinigung durch Abwaschen mit un chädlichen Flüssigkeiten in seinem Marmorcharakter erhalten werden Bann. Die Arbeiten werden von Fachleuten einer Firma aus jeführt, die wiederholt von Begas für feine Arbeiten herangezogen Durbe und stehen unter der fünftlerischen Leitung eines bewährten jelbständigen Bildhauers. Dabei fann von einer Gefährdung der Dberflächenbehandlung, soweit diese überhaupt noch bei der einpetretenen Berwitterung erfennbar war, oder gar von einer Berchiebung der Details gar nicht die Rede sein. Gerade bei der Be handlung der Details wird mit ganz besonderer Sorgfalt vorge gangen und das noch vorhandene Modell zu Rate gezogen. Ein polizeiliches Verhör, wie es nicht sein soll. Mit schweren Verfehlungen der Polizeiassistenten gippold und Tempelhagen aus Diebersdorf im Kreife Teltow hatte fich das große Schöffengericht in Lichter felde zu beschäftigen. Von der Antlage wurde den Angeklagten orgeworfen, in Ausübung ihres Amtes den Arbeiter Herzberg burch Schläge zur Aufklärung eines ihm vorgeworfenen Diebstahls veranlaßt zu haben. Gegen Herzberg war der Wer bacht aufgekommen, daß er einen Diebstahl begangen habe. Die Beamten begaben sich zu ihm. Infolge seines Leugnens wurde Herzberg gefesselt und mit dem Stiel einer Mist forte fower mishandelt. Der Antlagevertreter faßte den Fall so schwer auf, daß er gegen die Angeklagten eine Strafe hon einem Jahr fünf Monaten refp. einem Jahr awei Monaten 8uchthaus beantragte. Entgegen diefem Antrage fam das Schöffengericht zu der Ansicht, daß nur schwere Körperverlegung vorliege. Das Gericht berurteilte beshalb Lippold zu einer Geldstrafe von 500 m. und Tempelhagen zu einer Beldstrafe von 250 W. Weiter wurben die beiden Angeflagten zur Zahlung einer anfehnlichen Gelbbuße an den Arbeiter Herzberg berurteilt. Die Staatsanwaltschaft wird voraussichtlich Berufung einlegen. Degeneriert aber verantwortlich! von Georg Büchner. Eintritt 0,90 Gm. Rarten für alle Veranstaltungen zu haben im Bureau des Bezirksbildungsausfuffes, Lindenste 3,2 Sof II, Rimmer 8, Buchhandlung Vorwärts zindenitr. 2. Bigarren gefchäft Horsch, Engelufer 24/25, bet fämtlichen Spebiteuren sowie allen Obleuten der Kreisbildungsausschüsse. Die schlechte Krankenhauskost. Was das Hauptgesundheitsamt dazu fagt. Zu der im Bornarts" Nr. 473 veröffentlichten Ent. fchließung der Vereinigung sozialdemokratischer Aerzte" teilt das Nachrichtenamt des Magistrats uns folgende Erwiderung des Hauptgefundheitsamts mit: Die Bereinigung sozialdemokratischer Aerzte stellte feft, daß der Aufwand für die Beköstigung der Kranten in ben Krankenhäusern gänzlich unzureichend sei. Würden doch nur 1,10 m. je Tag für die Berpflegung eines Kranten aufgewandt. Richtig ist, daß 1,10 m. ( für Tuberkulose find es 1.30 M.) gegenüber einem Friedenssatz von 1,30 bis 1,40 m. zur Verfügung stehen. Es muß aber beachtet wer den, daß diese Rosten nur für die Beschaffung der Rohstoffe für die Berpflegung verwendet werden. Der Verbrauch an Heizmaterialien und Wasser, die Personallöhne und dergl. mehr sind dabei nicht mit gerechnet. Ferner ist zu beachten, daß die Nahrungsmittel in sehr großem Maßstabe eingekauft und zum Teil in eigener Regie her gestellt werden, also erheblich billiger sind als im Privathaushalt. Es kann deswegen nicht gefagt werden, daß der Aufwand für die Berpflegung in den städtischen Krenkenhäusern unzulänglich fei Selbstverständlich ist die Krankenhausfost verbesserungsfähig, und eine Verbesserung wird auch ständig angestrebt und durchgeführt wer ben, foweit es die Mittel der Stadt erlauben. Bielleicht werden in furzer Zeit schon die oben erwähnten Friedensfäße erreicht oder gar überschritten werden." Die Verkehrswacht. Eine deutsche Berkehrswacht ist als eingetragener Berein mit bem Siz in Berlin begründet worden. Die Organisation foll die an vielen Orten bestehenden Autowachten und dergleichen zufammenschließen. Die neue Organisation soll, so wird uns mit geteilt, feine erschwerende Ueberorganisation sein, sondern sie soll nach Möglichkeit zentral den Berkehr zwischen örtlichen Autowachten und Spitzenverbänden vermitteln. Eine der vornehmsten Aufgaben der DWW. soll es sein, an den Orten, an denen eine Berfehrswacht bzw. Automacht nicht besteht, eine solche örtliche Berfehrswacht ins Leben zu rufen. Es sei zu hoffen, daß die Einmütigkeit, die die deutschen Verkehrsorganisationen durch Gründung der Deutschen Verkehrswacht" gezeigt haben, Erfolge zeitigt, die den deutschen Berkehr in jeder Beziehung fördern werden. 3ur Gründungsversammlung waren erschienen: Allgemeiner Deutscher Automobilklub. Deutscher Verkehrsbund, Reichsabteilung der Kraft fahrer, Deutscher Automobilhändlerverband, Mitteleuropäischer Motor wagenverein, Kraftfahrervereinigung Deutscher Aerzte, Dresden, Deutscher Touringflub, München, Automobilklub von Deutschland, Deutsche Autoliga, Reichsverband der Deutschen Automobilindustrie, Zentralverband für das Kraftdroschtengewerbe Deutschlands, Ber. einigung Deutscher Kraftfahrschulen, Bund Deutscher Rabfahrer, Arbeiterradfahrerbund Solidarität", Offenbach a. M., Deutscher Berkehrsbund- Reichsabteilung der Straßen und Kleinbahner, Deut. icher Verkehrsbund- Reichsabteilung für Transport und Spedition, Kraftverkehr Deutschland G. m. b. H., Dresden. Zum 1. Bor Bum 1. Bor fizenden wurde der Leiter der Berliner Omnibus- Aftiengesellschaft, Generaldirektor Kaufmann, gewählt, die beiden geschäfts führenden Vorstandsmitglieder find Brudmayer vom ADAC., Reis vom Deutschen Berkehrsbund, Reichsabteilung Kraftfahrer. " „ Ich gebe nach allebem mein Gutachten ab, daß die Angeklagte als geiftestrant im Sinne des§ 51 zu beezichnen ist." Mit diesen Worten teendet Gefängnisarzt Dr. Hirsch sein umfangreiches Republit oder Monarchie? Das Reichsbanner veranstaltet in Gutachten vor der Berufungsstrafkammer des Landgerichts II, por Berlin am Montag, den 10. November, abends 8 Uhr, im Saalbau der sich die Privatfekretärin Cora Cohn verantworten mußte. Friedrichshain eine Rundgebung mit dem Thema: Repu. Die Angeklagte stammt aus einer angesehenen Hamburger Familie, blit oder Monarchie", bei der führende Parlamentarier der deren Mitglieder aber fast fämtlich in geistiger Umnach. republikanischen Parteien das Wort ergreifen werden.. Das Reichs tung gestorben find. Was der Sachverständige über die abnorme banner will durch diese erste Veranstaltung in überparteilicher Weise Beranlagung der Angeklagten erzählte, war ein förmliches Bribie Wahlarbeit der republikanischen Barteien ergänzen. Die drei Schönheitsfehler 1. Der Zahnstein ist ein Absatz des Speichels ähnlich wie der Kesselstein des Wassers. Er hat eine graugrüne, braune bis schwarze Färbung und ist zunächst ein Schönheitsfehler, der den Zähnen ein häßliches, ungepflegtes Aussehen gibt und einen üblen fauligen Geruch aus dem Munde verursacht. Er ist aber auch ein höchst gefährlicher Feind des Gebisses, weil er Zahnfleisch- und Kieferschwund sowie Zahnfleischentzündungen und Eiterungen verursacht. Er ist äußerst festsitzend und hart; oft umkleidet er in harter Kruste den ganzen Zahnhals, entblößt die Wurzel und verursacht ein Lockerwerden der Zähne. 2. Mißfarbener Zahnbelag hervorgerufen durch starkes Rauchen von Zigarren und Zigaretten, ist weniger schädlich, aber ein um so auffallenderer Schönheitsfehler des Gebisses. Wie entfernt noch mit sogenannten Lösungsmitteln; in dieser Beziehung man Zahnstein und Zahnbelag? Weder mit Mundwasser ähnelt der Zahnstein auch dem Kesselstein, gegen den allerlei Lösungsmittel sich als wirkungslos erwiesen haben und die rein mechanische Beseitigung sich am besten bewährt. Millionen, die heute Chlorodont täglich im Gebrauch haben und ihre schönen weißen Zähne dieser Zahnpflege verdanken, haben es selbst ausprobiert, daß Mundwasser die mechanische Reinigungskraft der mikroskopisch feinen reinen Kreide im Chlorodont nicht ersetzen kann. Ferner wird erneut darauf aufmerksam gemacht, daß der MaulHunde auch in den sperrfreien Stadtteilen fortbesteht, und daß die aus letteren in das Sperrgebiet gebrachten Hunde gleichfalls an die Leine zu nehmen sind. Diese Verordnung tritt mit der im Laufe des 8. November erfolgenden Beröffentlichung im Amtsblatt der Regierung Potsdam in Kraft. Kokain- Orgien vor Gericht. Einen Einblick in das Treiben in den Kotaintafchemmen, in denen die Gäste unheimliche Mengen des entnervenden Giftes bis zu Tagesdosen von 5-6 Gramm verschnupfen, gewährte eine Verhandlung, die gestern vor dem Schöffengericht Mitte gegen den Kaufmann Paul Gerron und mehrere Mitschuldige geführt wurde. In Gerron scheint man die Zentrale des unerlaubten Rofainhandels in Berlin aufgehoben zu haben. Lange Zeit waren alle Durchsuchungen seines Zigarettenfellers vergeblich gewesen bis es auf eine Anzeige eines Konkurrenten gelang, ein Riefenlager von Kofeinvorräten bei Gerron zu entdecken. Es wurde festgestellt, daß er in seiner Wohnung große Gelage veranstaltete, bei denen in Riesenmengen Rofain verschnupft wurde. Seine Kundschaft verkehrte vorwiegend im Modern. feller". Einer der Hauptabnehmer Gerrons war ein angeblicher Schlesischer Baron von Otterström, der sich hinterher als Hochftapler entpuppte und der einen Kreis junger Leute um fich gefammelt hatte. die er in Kokainrausch versehte und dann mit ihnen Orgien besonderer Art trieb. Gerron trat in den nächtlichen Zusammenfünften als eifriger Berfechter der Freunde des Kokaingenusses auf und hielt über die Seeligkeit des Kotainrausches Vorträge. Als in der Gerichtsverhandlung die großen Mengen Kokain auf dem Richtertisch ausgebreitet wurden, stieg allen Anwesenden ein betäubender Geruch in die Nase. Ein eigenartiges Bild ge= währten dabei die vier Angeklagten, die sämtlich leidenschaftliche Rofainisten find. Stieren Auges blidten sie auf das begehrenswerte Gift und konnten sich von dem Anblick nicht losreißen, so daß Landgerichtsdirektor Steinhaus zu Gerron sagte:„ Da wird Ihnen wohl ganz anders?" Der Angefagte erwiderte darauf:„ Ja, da muß ich auch eine Prije nehmen, sonst halte ich die Verhandlung nicht länger aus." Damit zog er eine Dose aus der Tasche, schüttete sich eine beträchtliche Menge des weißen Pulvers auf den Handrüden und zog es hoch", wie es bei den Rofainisten heißt. Das Gericht fam zu der Ueberzeugung, daß bei der Gemeingefährlichkeit dieser Rofainseuche, die schon so viel Unheil angerichtet hat, wie dem Strafrichter täglich vor Augen ges führt werde, feine Geldstrafe genüge. Eine Gefängnisstrafe müffe abschrecken. Das Gericht verurteilte Berron wegen unerlaubten Handels mit Arzneimitteln und Beamtenbestechung zu drei Mo naten und zwei Wochen Gefängnis und drei Jahren Ehrverlust. Die Mitangeklagten Schneidermeister Friedrich und Schneider erhielten wegen Beihilfe je 60 M. Geldstrafe. Die Ehefrau Gerron wurde mangels Beweises freigesprochen. # Das Rentnerheim für Berlin- Mitte, das vor zwei Jahren im Haufe Breite Straße 6 eingerichtet wurde, hat seinen Winterbetrieb für 1924/25 dort wieder aufgenommen. Die Räume sind neu hergerichtet worden und machen jezt einen redit freundlichen Eindruck; auch hat das Heim ein Klavier erhalten, das einem Gönner zu verdanken ist. Die Eröffnung des Winterbetriebes wurde mit einer fleinen Feier verbunden, an der auch Bürgermeister Genosse Schneider von Berlin- Mitte und andere Mitglieder des Bezirksamtes teilnahmen. Im vorigen Winter besuchten dieses Heim regelmäßig an 100 Personen, ältere Damen und Herren, und mit unter wurde diese Zahl noch beträchtlich überschritten. Für diesen Winter erwartet man einen mindestens ebenso starken Besuch. Den Gästen des Heims ist es von Nußen, daß die Räume der Kochschule des Berliner Hausfrauenvereins ihnen als Unterkunftsstätte dienen. Die alten Leute wissen es zu schäzen, daß die dort zubereiteten Speisen auch ihnen zugute fommen. Das Heim ist geöffnet mur an den drei Wochentagen Donnerstag, Freitag, Sonnabend von 4 Uhr i nachmittags bis 8 Uhr abends. Pflege und Ernährung des Säuglings. Am 20. November beginnt im Auguste- Vittoria Saus, Charlottenburg, Frautstraße Straßenbahnhof Westend) ein Kurfus für Mütter und Mädchen, in dem alles das praktisch und theoretisch gelebrt wird, was eine Frau von der Pflege und Ernährung des Säuglings wissen muß. Der Kurfus umfaßt vier Doppelstunden jeweils Donnerstags bon 8-5 Ubr. Die Einschreibegebühr von 5 M. ist im Bureau der Anstalt zu entrichten. Ein Autounglüd mit tödlichem Ausgang bedarf noch der Aufflärung. Am vergangenen Montag wurde vor dem Hause Neue Königstraße 86 der Kaufmann Ernst Stein, der Am Friedrichshain 1 wohnte, von einem Personenauto überfabren. Den schweren Verlegungen, die er dabei erlitt, ist er jetzt erlegen. Weil der Vorgang noch nicht genügend geklärt ist, so werden Augenzeugen gebeten, sich bei dem 2. Kriminalbezirk. Friedrichshain, zu melden. des Mundes 3. Ubler Mundgeruch als Folge mangelhafter Zahnpflege macht sich weniger dem davon Betroffenen, als seiner näheren Umgebung bemerkbar. Neutrale Salze im Chlorodont, die eine vermehrte Speichelin Verbindung mit dem herrlich erfrischenden Pfefferminzbildung und dadurch eine natürliche Mundreinigung bewirken, geschmack beseitigen diesen markanten Schönheitsfehler unmittelbar. Jeder Tube Chlorodont ist eine genaue Gebrauchsanweisung beigefügt. Chlorodont- Zahnpaste und die dafür geeignete Chlorodont- Zahnbürste mit gezahntem Borstenschnitt sind die besten Hilfsmittel gegen den gefürchteten Zahnstein, mißfarbenen Zahnbelag und den oft damit verbundenen üblen Mundgeruch. beseitigt Chlorodont- Zahnpaste Geheimnisvolle Brandstiftungen. Ein großer Bootswerftbrand, der schon fünf Wochen zurückliegt, beschäftigt jezt auch die hiesige Kriminalpolizei. In der Umgegend von Königswusterhausen wurden eine ganze Reihe von Scheunen in Brand gesteckt, so daß man schon von einer Epidemie sprechen konnte. Die Brandstifter waren so dreist, daß sie in Senzig sogar Zettel an das Sprizenhaus schlugen, auf denen sie den nächsten Brand ankündigten. Die bezeichneten Gebäude gingen dann auch in Flammen auf. Aber obwohl sie bewacht worden waren, gelang es nicht, die Verbrecher zu fassen. In der Nacht zum 30. September brannte dann die Bootswerft von Boellner, die besonders Motorboote baute, nieder. Der Besitzer wohnt etwa 500 Meter entfernt auf dem anderen Ufer eines Wasserarmes. Am 29. September trat der Nachtwächter wie immer um 8 Uhr abends feinen Dienst an. Unter dem Tagwächter hatten die letzten Leute um 6% Uhr den Hof verlassen. Der Wächter machte alle Stunde einen Rundgang und stach dabei die Kontrolluhren. Nach jedem Frübftädspaufe die Fabrik verlaffen hatten, ift es zu verbanken, daß nicht große Verluste an Menschenleben eingetreten find. Ein schweres Automobilung! üd ereignete fich auf der Straße Görlig- Löbau. In der Kurve vor dem Eisenbahntunnel urweit der Molkerei Schlauroth überschlug sich beim Ausweihen vor einem unbekannten Fuhrwert das Dreiradjahrzeug eines hiefigen Fleischermeisters, die Infassen zum Teil unter sich begrabend. Der Chauffeur und der neben ihm sitzende In'aff crutten leichte Verletzungen, der dritte einen Knochenbruch und der vierte so schwere Verlegungen, daß er bald nach der Einlieferung in das Krankenhaus starb. Morgen, Sonntag, den 9. November: 79. Abt. Schöneberg. Borm. 11-1 Uhr im Sokal Groß. Sedarfte. 17, politic Aussprache. 82. Abt. Steglik. Borm. 10 Uhr Albrechtshof", Albrechtstr. 1, 9.- November Feier." Redner: Genoffe Robert Breuer. 101, Abt. Treptow. Abends 7 Uhr Revolutionsgebenkfeier beim Genossen Krugmann, Jägerhäuschen, Am Treptower Park 67. Gesangsvorträge des Ebert Meno Quartetts. Rezitationen, Ansprache des Gen. Wermuth, Musikvorträge des Gen Wermuth jun. Eintritt frei. 104, Abt. Reberschöneweibe. 6 Uhr Revolutionsfeier im Restaurant Schmidt, Berliner, Ede Rudower Straße. Ansprache, Rezitationen, Gesang. Sympathifierende als Gäste willkommen. 121. Abt. Karlshorst. 7% Uhr in der Aula des Rant- Gymnasiums, Tresdomallee 44, Revolutionsgebentfeier. Ansprache des Reichsministers a. D. Robert Schmidt. Musikalische Darbietungen. 123a, Abt. Raulsdorf Süb. 5 Uhr Restaurant Jägerheim" Revolutions gedenkfeier. 128./130, bt. Pankow. 17 Uhr Revolutionsgedenkfeier bei Linder, Breite Straße. Redner: Otto Meier. 132./133. Abt. Blankenburg und Buchhola. Nachm. 5 Uhr bei Alug, DorfStraße 2, Revolutionsgedenkfeier Redner: Genoffe Landa. Der Wasserstand in Köln ist gegen den letzten Tag um etwa 1 Meter gesunken, das Fallen hält an. Der augenblidliche Stand beträgt 7,79 meter. Eine Reihe von Straßen in Köln find wieder vom Wasser frei. Der Verkehr jetzt langsam wieder ein Die Instandsehungsarbeiten heben begonnen. Die Felder der Ilmsein wird. Am Mittelrhein sind Hunderte von Familien obdachlos. Bei Koblenz forderte die Mosel drei Menschenleben. 141. 134. Abt. Buch. Nachm. 5 Uhr im Elysium, Kaiser- Friedrich- Straße, RevoTutionsgebentfeier Redner: Dr. Erich Witte. Gang begab er sich bis zum nächsten in seine Bude. So auch wieder gebung Bonns litten schmer, so daß Neufaat erforderlich 136. bt. Reinidendorf- Oft. 7 Uhr in der Aula des Realgymnafiums Berner furz vor 1 Uhr nachts. Er hatte nichts Auffälliges wahrgenommen. Kaum aber befand er sich 2 Minuten in seiner Bude, da ertönte zweimal furz hintereinander ein dumpfer Knall, und als er hinausging, fchlugen aus dem großen Schup pen soon die hellen Flammen empor. Die Feuerwehr Parteinachrichten mußte sich darauf beschränken, die gefährdeten angrenzenden Bauernhöfe zu retten. Wahrscheinlich sind zwei Balken an gebohrt und mit Pulver oder einem anderen Sprengstoff gefüllt worden. Daher der zweimalige Knall. Mitteilungen, die zur Aufklärung dienen fönnen, nimmt Kriminalfommissar Dr. Koch im Bolizeipräsidium entgegen. Ein Mäd enmord in Hessen beschäftigt auch die hiesige Kriminal. polizei. In Bellersheim wurde seit dem 14. September d. J. das 18 Jahre alte Hausmädchen Elisabeth Wirth vermißt. Aйe Nachforschungen der Behörden blieben erfolglos, bis endlich die Vermißte als Leiche wiedergefunden wurde. Sie ist ermordet worden. Der Täter ist ein 26 Jahre alter aus Bellersheim gebürtiner Schlächtergefelle Adolf Steul, der die Flut ergriffen hat. Man vermutet, daß er sich nach Berlin gewandt hat. Mitteilungen über sein Auitauchen an Kriminalfommissar Quoos im Zimmer 96 des Polizeipräsidiume. „ Glaube und Heimat", Karl Schönherrs einst so viel gespieltes Stück, das den Namen seines Berfassers. von Land zu Land trug, hat das Rose Theater auf seinen Spielplan gefeßt. Die Zuschauer waren sichlich ergriffen, denn das Wert packt heute noch. Seelische Konflikte sind eben an feine Zeit gebunden, und das schwere Erleben des Einzelmenschen durch die brutale Gewalt eines Mächtigen ist auch jetzt noch an der Tagesordnung. Wenn wir auch um ganz andere Fragen streiten, wenn der Terror auch in anderen Formen über die Erde raft. Die Schauspieler taten alles, um das Denken und Fühlen dieser bodenständigen Bauern, sowie ihre quälende Seelenangst und ihre brennende Heimatliebe durch Wort und Gefte verständlich zu überliefern. Das Bühnenbild des zweiten und dritten Attes war sehr gut gelungen. Im Ensemble fand man lau'er neue Namen: Direktor Bernhard Rose spielte den Christoph Rott, der ihm besonders gut zu liegen scheint. Die öffentliche Bersammlung unserer Partei, die fürzlich im Bezirt Friedrichshain stattfand, follte befanntlich von den Rommunisten gesprengt werden. Der Vorsißende dieser Versamm Iung. Genoffe Buchmann, ersucht uns mitzuteilen. daß er, entgegen der Nachricht einer Berliner Tageszeitung, nicht die Schupo herbeigerufen habe, da die Versammlung hinlänglich durch unsere Parteigenossen gesichert war. Arbeiter- Bildungsschule. Die Arbeitsgemeinschaft bes Ge noffen Horlig beginnt heute Sonnabend abend pünktlich 7 Uhr. Haarmann 27 facher Mörder. Wie der Hannoversche Kurier" erfährt, ist soeben die von der Staatsanwaltschaft fertiggestellte Antlage gegen Haarmann und Grans der Beschlußkammer des Landgerichts zugegangen. Die Anklage gegen Haarmann wirft bieiem Mord in 27 Fällen bor, während Grans in zwei Fällen der Anstiftung zum Morde und gewerbsmäßiger Sebleret beschuldigt wird. Zunächst wird dem Angeklagten die Anflagefchrift zugestellt, worauf sich dieser oder fein Berteidiger äußern fann, erst dann wird die Beschluß fammer das Verfahren eröffnen. Die Schwurgerichtsverhandlung wird deshalb erst Anfang Dezember stattfinden. Flugzeugabftur; in Steffin. Mit einem Lehrflugzeug der Stete tiner Fliegersoule, einer Albatrosmaschine, stürzte auf dem Flug. play Rrefow bei Stettin der Flugzeuglebrer Arthur Schulz aus beträchtlicher Höbe ab. Die Maichine wurde voll. tommen zertrümmert. Schulz war auf der Stelle tot. Einsendungen für diese Rubrik sind Berlin SB. 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin ftets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trep. rechts, au richten Oeffentliche Kundgebung. Sonntag, den 9. november, vorm. 10 Uhr, in Köpenid, Aula der Körner- Schule, Lindenstr. 11. Thema: Der 9. November und die Reichstagswahlen! Redner: Dr. Julius Moses. Achtung, Genoffinnen! bolen! Die Wahlerin" son ben Speditionsstellen aur Berteilung abzu 1. Kreis Mitte. Sonnabend, den 8. November( heute). Die Abteilungs führer holen Handzettel und Blakate beim Genoffen Richiesing, Aderfstraße 1, ab. Für umgehende Berbreitung ist zu sorgen. 11. Kreis Schöneberg- Frichenau. Gonnabend, den 8. November, 7 Uhr, Revolutionsgedenkfcier in Friedenau, Somuthaymnasium, Somuthstraße. Orgelspiel. Siegliger Männergesangverein, Rezitationen. Ansprache des Genossen Rudolf Wissell. Sprechchor der SAJ. Schlußgefang. Un toftenbeitrag 30 Bf., Jugendliche die Sälfte. Arbeitslose freien Eintritt. 3. Kreis Wedding. Sonntag, den 9. November, Revolutionsfeier in der Schulaula Grünthaler Straße 4/5. Ansprache: Genosse Aufhäuser. 9. Areis Wilmersdorf. Karten zur Proletarischen Feierstunde( Revolutions. gedenkfeier) am Sonntag, den 9. November, find noch beim Genoffen Chanm, Auguftaste. 6, au haben. 39./48. Abt. Heute, Sonnabend, den 8. November: Seute Flugblätter( Wählerin) abholen aus der Juristischen Sprechstunde. Lindenstr. 3. Alle Genoffinnen und Bezirksführer werden aufgefordert, sich zu beteiligen. 40. Abt. Seute Flugblätter( Wählerin) abholen von Reufner. Sagelberger Straße 20a. Alle Genoffinnen und Bezirksführer werden gebeten, fich rege zu beteiligen. 41./42. Abt. Seute Flugblätter( Wählerin) abholen von Söhle, Bergmannftraße 69. Alle Genoffinnen und Bezirksführer werden gebeten, fich rege au/ beteiligen. 43./44. Abt. Seute Flugblattverbreitung( Wählerin) vom Lokal Wolf, Gräfeftraße 26 aus. Alle Genoffinnen und Bezirksführer werden dringend erfucht, fich rege zu beteiligen. 42. Abt. Beairte 102, 104, 111, 113, 114, 118, 121: Biersdorf, Urbanstraße, Abholen der Zeitungsfragebogen. 45. Abt. Seute Flugblätter( Wählerin) abholen aus dem Reichenberger Sof", Reichenberger Str. 149. Alle Genoffinnen und Bezirksführer werden dringend ersucht, sich rege au beteiligen. 46. Abt. Heute Flugblätter( Wählerin) abholen beim Gen. Sinton, Gorauer Straße 19. Alle Genoffinnen und Bezirksführer werden dringend ersucht, fich rege zu beteiligen. 47. Abt. Seute Flugblätter( Wählerin) abholen aus dem Sobal Musbauer Straße 1. Alle Genoffinnen und Bezirksführer werden ersucht, fich rege au beteiligen. 7 Uhr. 81. Abt. Friedenau. Im Somuth- Realgymnaftum Revolutionsfeier. Eintrittskarten au 30 Bf. an der Kaffe. Die Vorwärtsagitation ift am Sonntag, den 9. November, früh 10 Uhr, Treffpunkt beim Abteilungsleiter Rubbed Odenwaldstr. 26, 1. Aufg.. 1 Tr. 123,. 124. Abt.( Raulsdorf und Mahlsdorf). 7% Uhr bei Anders, Bahnhofftraße, Revolutionsacben feier. 135. Abt. Karow. 7% Uhr Restaurant Rum Bantarafen", Bandarafenstraße, Revolutionsgebentfeier. Referent: Genoffe Nietisch. 186. Abt. Reinickendorf- Oft. Gämtliche Bezirksführer Flugblätter abholen bei Wahle, Provinaftr. 56. Das Rundfunkprogramm. Sonnabend, den 8. November. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-6.15 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 6.20 Uhr abends: Ratschläge fürs Haus", 7 Uhr abends: Verkehrsunfällen". 7.45 Uhr abends: Vortrag des Herrn Professor Vortrag des Herrn Landgerichtsrat Eger: Rechtsfolgen von Dr. Atzler: Sport und Ernährung". 8.30 Uhr abends: Bunter Abend. 1. Ukrainisches Potpourri mit Gesang. Tschernjowsky ( Balalaika- Chor und-Orchester der russischen Studenten unter Leitung von Professor J. Rüger). 2. a) Boxkämpfe. Mühlon- Schulte, b) Meyers Hose, v. Schlicht( Wilhelm Welge. Rezitation). 3. a) Fantasie aus der Operette„ Die Kätzchen", Hugo Felix. b) Volkslieder- Potpourri( Gretel Tavera von der Rakete", Kunstpfeiferin). 4. a) Die Träne, Mussorgsky. b) Zigeunerpotpourri, J. Rüger( Balalaika- Chor und-Orchester, Professor J. Rüger). Welge, Rezitation). 6. a) O Katharina", Richard Fall, b) Gon5. a) Bakterien, M. Mussorgsky. b) Magenkrank, Rideamus( Wilh. doliere, Tango, José Armandola( Gretel Tavera, Kunsfeiferin). 7. a) Mondscheinliedchen, Volksweise, b) Habe Mitleid"( Sologesang). Bakaleinikoff, c) Wolgalied mit Chorgesang. Volksweise ( Balalaikachor und-Orchester, Professor J. Rüger). Am SchwechtenDer Brand in der Benzolfabrik der Zeche Mont Cenis ist im kanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. WetterUrack. Anschließend: Dritte BeFlügel: Kapellmeister Otto Erlöschen. Weitere Gefahr besteht nach Ansicht der Sachdienst. Sportnachrichten. Theaterdienst. 10.30-11.30 Uhr abends: verständigen nicht mehr. Dem Umstande, daß die Arbeiter aur Zu dem Eisenbahnunglüd bei Rouen wird weiter mitgeteilt, daß die Uriache der Entgleisung des Schnellzuges Paris-. Le Havre ein Schienenbruch gewesen ist. Die vier legten Wagen, darunter der Speisewagen, iprangen aus den Schienen. Da die Wagen nicht schnell genug fortgeräumt werden fonnten, fuhr ein Güterzug aus der entgegengesetzten Richtung in die ents gleiten Wagen hinein. Bis jetzt zählt man zwei Tote und seche Verwundete, darunter einen Schwerver wundeten Der Materialichaden ist bedeutend, zumal elf Wagen des Güter auges entgleisten. Tanzmusik. Straße: Revolutionsoebentstunde. bt. Rofenthal Borm. 10 Uhr Sandzettelverbreitung vom Lokal Frische, Niederstr. 5. Alle Genoffen haben sich einzufinden. Jugendveranstaltungen. Werbebezirk Brenzlauer Berg. Beute abend Besuch des Brater". Bur Bufführung gelangt der Film Schmiede". Die Mitglieder treffen fich um 47 Uhr Sochbhhof Danziger Graße, Normaluhr. Der Eintritt beträgt statt 1 M. 60 Bf. Mitglieder anderer Abteilungen fönnen sich beteiligen, Arbeitersport. Fußballspiele am Sonntag. Wiederum stellt morgen die MSB. in ihren drei Bezirken fast fämtliche Mannschaften zum Rampf auf den grünen Rafen. Der Nordbezirk hat noben einigen Gerienspielen eine Reihe von Bfit, tspielen zusammengestellt, die die Mannschaften der verschiedenen Gruppen einander gegenüber bringen. Der Ost- und Südwestbezirk wartet ausschließlich mit Punktspielen auf, und außer einer Gruppe, wird überall mit der zweiten Runde angefangen. Die ersten Mannschaften treten pünktlich 2 Uhr an, vorher spielen die unteren Manit schaften. Rorben: Borwärts- Teutonia in Senningsdorf; Eisenfpalterei- Minerva in Eisenspalteret Eberswalde: Welten- Nordista in Betten; Hertha- Allemannia in Steinfurth bei Eberswalde; Bernau- Staaten in Bernau: FichteNord- HSV. Rorb in Reinickendorf- West, Gemeindeplag. Pflichtfpiele: Rathenow- Boruffia in Rathenow; Union- Arminia in der Pichelswerder Straße, Gemeindeplak; Siemensstadt- Bittenau in Siemensstadt, Am roten Kreuz: Seegermühle- Sportverein 22 in Seegermühle; Abler 08- Spanbau, Andreas Sofer- Plah: AGB. 24- ATV. Bankow, Abler 12- Fichte- Gesundbrunnen, beide Christianiaftrake: Selvetia- Wader 20 auf dem Erer, Schönhaufer Allee: Elsthal- Briefelang in Elsthal: Sanfa- Pantom 08 in Hohenneuendorf. Often: Adlershof- Sparta A in Adlershof, Bismardstraße; Alt- Glienicke gegen Fichtenau in Alt- Glienice: BC- Brandenburg 02 in Johannisthal; Romet Germania in Fürstenwalde; Sparta B- Merfur in Lichtenberg. Wagnerplak: BGB. 22- Lichtenberg II: Retschendorf- Frisch- Fret in Retschendorf; BGB. 16- Tasdorf; Lustig- Fibel- Fichte- 60. in Rubow; Ronkordia- Bri tannia, TBC.- Stralau, beide Gemeindesportplag im Blänterwald; Askania gegen Friedrichshagen in Röpenid, am grünen Trift: Lichtenberg III gegen Sertha 22 am Bahnhof Rummelsburg, Annaftstraße. Sübweften: Steglik- Brandenburg a. s. in Steglik. Gemeindesportplak: Lantwik- Britannia im Gemeindepart Lantwik: Schöneberg- Hertha- Luden walde auf dem Dominicusplak in Schöneberg, Sachfendamm; Potsdam gegen Teltow in Potsdam auf dem Bornstedter Feld; Nowawes- Frischauf- Luckenwalde in Nowawes, Babelsberger Park: Wilmersdorf- Rüstig- Borwärts in Wnersdorf, Württembergische Straße: Stern- Neuköln in Marienfelde. Dori cake: Luckenwalde I- Bittoria in Ludenwalde: BC. Moabit- Sudenwalbe II; Fußballring- Fortuna, Wassersportplatz Blößenfee: 8BC.- Roffen, Gemeindefport. plak, Spandauer enke; Trebbin- Ruhlsdorf in Trebbin; Kreuzberg gegen Neuköllner BC, Tempelhofer Feld( einsame Pappel). Berliner Arbeiter- Schachklub, Abt. Steglik- Fricbenar. Spielabend jeden Dienstag 8 Uhr bei Richter, Stealik. Felbftr. 8. Gonntag, ben 9. November, Dorm. 10 Uhr, Mannschaftswettkampf der Abteilung Stealth- Friedenau gegen Rorden II. Dienstag, den 11, November, abends 8 Uhr, Bortrag des Schachgenoffen B. Soffmann über Endspiele". Deutscher Arbeiter- Schachbund, Abteilung Norbweft. Sonntag, ben 9. November. fpielt die 1. Mannschaft von Storbweft gegen Norden I im Lokal von Nak Marstr. 6. Treffpunti: Bahnhof Butligstraße 9 Uhr vormittags. Die 2. Mannschaft spielt gegen Südwest in unserem Spiellofa! Arminiushallen, Bremer Straße, porm. 10 Uhr. Dafelbft jeben Dienstag ab 7 Uhr Spielabend und tostenloser Unterricht für Anfänger. Gäste willkommen. Arbeiter- Radfahrer- Bund Solidarität", Ortsgruppe Berlin. Touren fülr Sonntag, den 9. November 3. Abt.: Adlershof. Riege. Start 1½ Uhr Laufiker Blak. 5. Abt.: Sonnabend, den 8. November, awanaiaftes Stiftungsfeft bei Bote, Johannisthal. Start 7 Uhr abends Landsberger Plaz 9. Uhlenhorft Start 1 Uhr. 6. Abt.: Schönwalde. Klöpfer, Schlachtefest. Start 1 Uhr Rovenhagener Str. 26. 7. Abt.: Birkenwerder. Start Uhr Colonieftraße 147. 8. Abt.: Streifzüge durch den Grunewald. Start 8 Uhr Arminius. plak. Nachm. 1 Uhr Waldstr. 8 nach Rehlendorf, Gerete. 9. Abt.: Schönmalde. Klöpfer. Start 1 Uhr Schulftr. 114. Ortsgruppe Charlottenburg: Besichtigung der Bildergalerie. Treff ohne Räder 10 Uhr Galvaniste, 13. Ortsgruppe Niederschönhausen: Dammsmühle. Start 10 Uhr Friedensplan. Ortsgruppe Reinidendsrf: Start 1 Uhr. Riel am Start Residenzstraße, Ede Bankower Allee. 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Von den Hauptgruppen werden jedoch die Besiger der Obligationen nach fünf Jahren vor fanten die Lebensmittel von 125,0 auf 121,5 oder um die Wahl gestellt, ob sie diese Papiere gegen Attien der Gesell 2,8 Proz., während die Industrie stoffe von 135,2 auf 136,2chaft umiouschen wollen. Dieses Umtauschsrecht ist besonders cder um 0,7 Proz. anzogen. wertvoll in dem Falle, daß es den fraglichen Gesellschaften gelingt, innerhalb weniger Jahre Dividenden herauszuwirtschaften, die größer sind als der 3insfuß der jetzt ausgegebenen Obligationen. Daher glaubt man die neuen Harpener Anleiheftüde nur mit 7 Pros zent ausstatten zu brauchen, während man sonst für eine gleiche Anleihe einen Binsfuß von 10 bis 11 Prozent hätte bewilligen müssen. Die Gesellschaft kommt so billig zu Anlagefapital, während sie aus Aftien nur einen sehr niedrigen Ausgabefurs erzielt hätte, wodurch sich der Kapitalertrag wesentlich gemindert hätte. Es ist wahrscheinlich, daß in der nächsten Zeit diese Form von Obligationen, die im Ausland vielfach gebräuchlich ist und dort den Namen Convertible Bonds führt, auch für den deutschen Rapitalmarkt eine gewiffe Bedeutung gewinnen wird. Die Um. ftellungspolitik der Aktiengesellscha ten hat das Vertrauen des Anlage lange niemand weiß, ob er in absehbarer Zeit überhaupt auf fuchenden Publikums in den Aktienmarkt schwer erschüttert. SoDividenden rechnen tann und in welcher Höhe diese in Betracht fommen, wird es für Aftien wenig Freunde geben. Daran kann auch die bevorstehende Ermäßigung des Börsenumsatzstempels nichts ändern. Festverzinsliche Obligationen gewöhnlicher Art jedoch müssen be: den heutigen Geldverhältnissen entweder mit zu hohen Zinssägen bedacht werden oder sie bringen am Kapitalmarkt nur geringe Erträge. Aus diesen Gründen ist der Convertible Bends ein außerordentlich günstiges Emissionspapier, weil er die Kapitalgeber von dem Risiko entbindet, daß sie vorläufig überhaupt feine Erträge zu sehen bekommen, es ihnen aber freiſtellt, die Scheine in Aftien umzutauschen, sobald diese mehr einbringen. Die deutsch- französischen Zollverhandlungen. Die in Paris wieder aufgenommenen Handelsvertragsverhand. Lungen werden insbesondere durch die Verschiedenheit der Handelsverirags und Bollpolitit Deutschlands und Frankreichs bestimmt. Deutschland steht auf dem Boden der meist begünstigungj Nach den amtlichen Mitteilungen hat sich der Großhandelsinder und tann Zollbindungen, d. h. Abweichungen vom auto. alfo im Anfang November um 1,5 Proz. gesenkt. Es wäre aber vernomen 3olltarif gewähren. Frankreich tennt das Vicist- fehrt, daraus auf eine veränderte Tendenz in der Preisbildung begünstigungsprinzip nicht, sondern nur den Minimal- und schließen zu wollen, denn die Senfung beruht in erster Linie auf Agrarartikel, die infolge der günstigen argentinischen Ernte Magimaltarif. Der letztere wird als Generaltarif bezeichnet. fchätzungen im Preise santen. Sie haben nach dem 5. November Es ist jedoch in der Lage, für eine Reihe von Waren den günstigeren aber wieder im Preise angezogen, sodaß mit der Erhöhung Tarif oder einen Zwischentarif zwischen Minimal und Generaltarif des Inder gerade wie im verflossenen Monat auch im November zu einzuräumen. rechnen ist Das Ziel der deutschen Verhandlungen ging dahin, für die Der Lebenshaltungsinder läßt sich auch diesmal Meistbegünstigung an Frankreich die tatsächliche, wenn auch matchlecht mit der wirklich vorhandenen Teuerung verein formelle Meistbegünstigung von ihm für alle Waren unserer Export- fie von den Gewerkschaften erstrebt wird, Bandel bringen fönnen. baren. Hier wird erst die Aenderung der Grundberechnung, wie wirtschaft einzuhandeln. Im Grunde genommen läuft der Bausch auf Ausgleich der beiderseitigen Vorteile und Zugestärtmisse hinaus. Die vor Wochen abgeschloffene Generaldiskussion ergab bann auch folgende Einigung: Deutschland wird Frankreich die allgemeine Meistbegünstigung zugestehen, ferner für gewisse französische Erzeugniffe vertragliche Herabjegungen oder Bindungen seiner Tarife und, falls die Einfuhrfreiheit nicht hergestellt werden kann, Rontingente für die Einfuhr französischer Waren nach Deutschland einräumen. Dafür gewährt Frankreich den Minimaltarifin allen Fällen, wo die Bedingungen der Erzeugung und des Marktes dem nicht entgegenstehen. Ist das aber der Fall, dann soll nach der Billigkeit, die den von Deutschland zugestandenen Vorbeilen und Zugeständnissen entspricht, verfahren werden. Die Formel sieht also bei Frankreich ein equivalent für die von Deutsc land gewährte Meistbegünstigung vor. Die Unterbrechung der Verhandlungen bis zum 5. November 1924 war nur der Feststellung dessen gewidmet, was nun Aequivalent fein soll. Die deutsche Delegation hat sich auf die Zusammenstellung deutscher Waren( 3. B. Datteln, Korinthen usw.) beschränkt. für die cuf Einräumung des Minimaltarifs verzichtet wird. Diese Liste liegt den jetzigen Verhandlungen zugrunde. die sich also zum Teil cuf Erörterung der einzelnen Warengebiete erstrecken werden. Die Franzosen haben eine Aufzeichnung von Waren fertig gestellt, für die sie Zollbindungen und Zollherabsetzungen, Einfuhr freiheit und Rontgentierung verlangen. Nach Lage der Dinge fann nur ein Uebergangsablom. men erreicht werten, bis die Praris und die Fertigstellung des neuen deutschen Generaltarifs den endgültigen Abschluß ermöglicht. Kompliziert wird der Verhandlungsverlauf sehr wahrscheinlich burch die Saarfrage und die Frage der eljaß lothringischen Rontingente, die nach französischem Wunsch noch 18 Monate weiter gewährt und dann in drei Etappen abgebaut werden ollen. Die Angelegenheit der 26proz. Ausfuhrabgabe gehört mehr zum Reparationsfompler und fann nicht gut in de Sandeisvertragsverhandlungen einbezogen werden. Interessant wird bei Regelung der ganzen Materie vor allem die Behandlung der elfaß- lothringifayen Stortingente fein, die von der Schwerindustrie als gewiffes Rompenfationsobjett bemigt werden sollten. Der Reichsindex für die Lebenshaltungskosten. Die Reichsin begziffer für die Lebenshaltungsfoften( Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung und Befleibung) für Mittwoch, den 5. November, ist nach amtlicher Mitteilung gegenüber der Borwoche unverändert geblieben. Sie beträgt ( die Borfriegszeit gleich 100 gefeßt) 123.0. Auch im Kleinhandel find die Nahrungsmith Ipreise etwas zurüdgegangen, was aber durch Mietpreiserhöhungen in einigen Ländern ausgeglichen wird. handelsinderziffer des Statistischen Reichsamts ist gegen Die auf den Stidhag des 5. November berechnete Großüber dem Stande vom 28. Oftober( 128,5) um 1,5 Broz. auf 126,6 zurüdgegangen. Niedriger lagen vor allem die Börsen und Großhand( spreise von Roggen, Weizen, Gerste, Hafer, Butter, Zuder, Rindfleisch, Schweinefleisch und Wolle. Gestiegen sind die Breise für Ochsenhäute, Relbfelle, Leder, Baumwoll, Leinen- und Verkauf nur soweit Vorrat Neue Formen der Kapitalbeschaffung. In der Regel erfolgte die Kapitalbeschaffung der deutschen Aktiengesellschaften bisher in zwei Formen: der Ausgabe von Attien oder Obligationen. Aktien stellen Anteile auf den Ertrag des Unternehmens dar; sie können beliebig hoch am Reingewinn beteiligt werden, sie fönnen auch in fritischen Zeiten ertraglos bleiben. Obligationen jedoch sind hypothefarisch gecherte, fest verzinsliche Papiere, die sich in ihrem Charakter etwa von Stadtanleihen, Staatspapieren und dergleichen faum unter fcheiden. Zwischen diesen beiden Hauptformen gab es noch einige andere Spielarten von Papieren, deren Ausgabe zur Beschaffung von Kapital benutzt wurde. Besonders befannt ist von ihnen der Typus der Vorzugsoftien, deren Berzinsung nach oben hin begrenzt ist, die aber in guten Zeiten vorweg am Ertrag der Unternehmungen teilnehmen. Nachträglich fommen dann den Borzugsaktionären vor den übrigen Aktionären diejenigen Beträge zugute, die ihnen früher bei einer niedrigen Berzinsung entgangen waren. Von diesen Borzugsaktien zu unterscheiden sind die soge nannten mehr stimmigen Borzugsaktien, die vielfach in der Inflation zur Sicherung gegen Ueberfrembung ausgegeben wurden, neuerdings aber auch bei Zusammenschlüssen und Angliederungen neuer Unternehmungen ausgenutzt werden. Dieser Aktientypus hat für die Beschaffung von Rapital bisher faum eine Rolle gespielt. Heute sind die Aktiengesellschaften in einer eigenartigen Lage. Die meisten Unternehmungen befinden sich in der Umstellung auf die Goldbilanz. Wie hoch die voraussichtlichen Erträge in der nächsten Zeit sein werden, weiß man nicht. Sicher ist, daß man in weiten Industriekreisen den Aktionären von ihren Profiten möglichst wenig zuwenden will. Die schönen Ge. pflogenheiten aus der Inflation gewöhnen sich nicht so leicht ab. Biele Unternehmungen wollen die Profite zu großen Reserven oder zur Kapitalbildung aufsammeln. Das fönnen sie um fo leichter, als heute die Aktienmehrheiten vielfach in den Händen ganz bestimmter Gruppen sind, die in Erwartung späterer großer Gewinne gern für eine Uebergangszeit auf fleine Dividenden ver. zichten, zumal ihnen meist noch die Aufsichtsratstantieme bleibt. Die kleinen Ationäre gehen allerdings dabei leer aus. Die Börse beurteilt die Sachlage daher ganz richtig, wenn sie sich sträubt, die Aktienkurse, felbst hochwertiger Unternehmungen derart zu fteigern, daß sie wesentlich über 100 Prozent hinausgehen. Die Parität wird im allgemeinen nicht erreicht. Für die meisten Attien gesellschaften ist es bei dem herrschenden hohen Zinssatz und bei den niedrigen Aktienkursen daher unlohnend, durch Ausgabe neuer Attien Kapital aufzunehmen. Die Arbeiterschaft hat an dieser Entwirflung ein Interesse deshalb, weil noch heute viele Unternehmungen infolge Kapital mangels unter Schwierigkeiten leiden und damit Betriebseinschränkungen und Stillegungen begründen. Wenn also auf die geschilderte Weise eine Quelle für neue Kapitalbeschaffungen erschlossen wird, die bisher nicht bestanden hat, so kann das der Arbeiterschaft nur erwünscht sein. Der Elektrizitätswirtschaft und Privatprofit. Ein Kongreß für die Elettrifizierung der französischen Landwirt. schaft, der vor furzem in Lyon abgehalten wurde, forderte die Aufhebung der Konzefficnen für Elektrizitätswerke, die auf Grund eines vont Nationa olod im vorigen Jahre geschaffenen Gesetzes erteilt wurden. Auf dem Kongreß wurde bewiesen, daß die Elektrizität heute tatsächlich das Monovol einiger Truste darstellt und die Elektrifizierung einzig aus Profitinterceffn betrieben wird. Verbraucher wird von diesen Gesellschaften ungeheuer ausgebeutet und gezwungen, 2,50 Fr. für eine Kraftmenge zu zahlen, die dem Werk 24 Cntimes foſtet. Es wurde in Erinnerung gebracht, daß ein Elektrizitätstrust, der dem Großindustriellen 2oucheur nahe steht, den Strom von einem staatlichen Arsenal für 18 Centimes gefauft und denselben an die Verbraucher für 80 Centimes, manchmal für 1,20 Fr., ja jogar für 1,80 Fr. weiterverkauft hat. Berlangsamte Kapitalanhäufung in England. Die bekannte englische Zeitschrift The Economist berechnete vor kurzem die Gr sparnisse der englischen Bevölkerung feit dem Kriege. Für diesen 3wed hat sie die Statistit der Lebensversicherungen, der neuen Kapitalsanlagen( ausgenommen die Regierungsanleihen) und die den Reserven zugeführten Kapitalien der Aftiengesellschaften herangezogen. Die Erhöhung der Bersicherungsbeträge entspricht der seit dem Krieg erfolgten Preissteigerung, auch ist das Verhältnis der Reserven zum Atticnlapnal nicht verändert. Dagegen haben sich die neuen Anlagen seit dem Krieg überhaupt nicht vermehrt, trotz der erfolgten Preiserhöhungen und trotz der Tatsache, daß Staatsschulden aus Steuern zurüdgezahlt wurden, was neue Art agen erleichtert hätte. Daraus folgt eine Berminderung der nationalen Zwei Gesellschaften nim, die Harpener Bergbau- A.-G. Ersparnisse. Vor 1924 hat England ungefähr 15 Pro3. seines NaDeutschland nicht gebrauchte Form von Papieren zur Rapital haltung, sondern auch die Konkurrenzfähigkeit der Industrie mit geund die Basalt- 2.- G. in Linz, benutzen daher eine bisher in tionaleinkommens erfpart und feinem Nationalvermögen einverleibt. beschaffung. Sie geben nämlich Obligationen aus, die mit 7 bzw. ringeren Ersparnissen aus dem Nationaleinkommen aufrechterhaiten 8 Prozent verzinst werden sollen und als feftverzinsliche Papiere werben fann. Es ist unmöglich festzustellen, wie rasch sich das KaAussicht haben, jetzt von der Börse aufgenommen zu werden. Die pital in der Welt anhäuft und wie rasch der englische IndustrieBerzinsung ist allerdings verhältnismäßig niedrig. Dafür Iupparat ausgedehnt werden muß, um damit Schritt halten zu können. = Mengenabgabe vorbehalter WOHLFEILE Heute Geldscheinmehrere Facher, taschen her echt Schweinsleder KnabenSchürzen versch Grössen, IaStoffe Braune Heren60. Pf. 95. Schnürstiefel moderne Formen, prima Rahmenarbeit.. Twill- Kammreine Wolle, garn 10 cm breit, schwarz und marine, Meter Warmer Pt. Moderne WOCHE Schlusstag Halsketten ganz bedeut. unter regul. Preis, Stück Kunstseldene 45. Unterkleider Trikot, in grossem Farbensortiment.. 50 Halbwollene 125 Streifen 100 cm breit.......... 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Beide Teile dieser reaktionären Masse haben in gleicher Weise ihre nationalsozialistischen, völkischen, syndikalistischen und anarchistischen Anhängsel, Antreiber und Uebertrumpfer. Einig in ihren Methoden und Zielen richten die Deutschnationalen und die Kommunisten ihre ganze Stoßkraft soweit von einer Stoßkraft bei ihnen noch gesprochen werden tann auch im gegenwärtigen Wahlkampf vornehmlich gegen die Sozialdemokratie. Einig in ihren Methoden. Sowohl im deutschnationalen wie im fommunistischen Wahlaufruf wird in lieblich übereinstimmender Unverfrorenheit gegen den ,, Terror" der anderen gewettert. Die Deutschnationalen wollen ,, die Arbeiter vom Terror befreien". Die Kommunisten jammern darüber, daß der Einfluß der Massen durch Lügen und Berleumdungen, durch Terror und Verfolgungen gestört werde". Das ist wirklich reizend. Während des Kapp- Abenteuers ordneten die monarchistischen Butschisten an, daß jeder Arbeiterführer auf der Stelle zu erschießen sei, wenn er nicht für die Beendigung des Kampfes der Arbeiter gegen die Putschisten eintrete. Zahl reich sind die Fälle der Morde und zahllos die Fälle der Gummifnüppel- und Stinkbombenattentate völkisch- deutschnationaler Jünglinge gegen Demokraten und Sozialdemo fraten. Die kommunistischen Sinowjem- Agenten arbeiten nicht minder unverdrossen mit terroristischen Aften. Dynamitattentate, Ueberfälle auf sozialdemokratische und gewerkschaftliche Funktionäre werden von den Kommunisten nur als Vorübungen der großen bolfchemistischen Siegesattion_betrachtet, durch die alle Sozialdemokraten und Gewert schaftler an die Laternen fommen sollen. Das alles ist nach der völlisch- deutschnationalen und tommunistischbolschewistischen Moral ganz in der Ordnung. Doch wenn schließlich auch die nachsichtigsten Sozialdemokraten und Gewertschaftler die Geduld verlieren und den terrorlüfternen Heldenjünglingen vom Hakenkreuz und Sowjetstern mal in notwendiger Gegenwehr gehörig die edelsten Körperteile versohlen, oder wenn die völlischen und bolschewistischen Attentäter in den Negen der bürgerlichen Justiz hängen bleiben, dann schreit man über Terror- der Sozialdemokratie. Ginig in ihren Zielen. Sowohl im deutschnationalen wie im fommunistischen Wahlaufruf wird die terroristische Dittatur einer Minderheit über die ungeheure Mehrheit der Bevölkerung gefordert. Die Deutschnationalen erstreben als die beste Staatsform für das deutsche Bolt", die ,, konstitutionelle Erbmonarchie", die Beseitigung der Alleinherrschaft des Parlaments". Die Kommunisten toben gegen die schwarzrotgoldene Demokratie", deren Sturz sie herbeiführen wollen, um das Klassenprogramm" der Bolschemisten, die Aufrichtung der Herrschaft der Werktätigen" zu erringen. Man glaube nicht, daß die von den Kommunisten gemeinte ,, Herrschaft der Werftätigen" was für verschwommene opportunistische Phrasen identisch sei mit dem sozialdemokratischen Bestreben, der Eroberung der politischen Macht durch die Arbeiterklasse. Wir Sozialdemokraten wollen, daß die ungeheure Mehrheit der Bevölkerung die Regierung übernimmt im Interesse der ungeheuren Mehrheit der Bevölkerung. Wir Sozialdemokraten haben fein Klassenprogramm" durchzuführen, denn wir erstreben die Beseiti gung der Klassen und die Bollendung der Demokratie in der Klassenfreien Gesellschaft. -Die Kommunisten erläutern dann das, was fie eigentlich meinen, auch selbst in ihrem Wahlaufruf. Sie bezeichnen ihre putschistische Sette als die einzige Partei der arbeitenden Massen". Damit bestätigen sie nur, was längst notorisch ist, nämlich, daß die Kommunisten nach dem ruffischen Borbild die Diftatur einer winzigen Minderheit, eben der kommunistischen Sekte, über die erdrückende Mehrheit der Bevölkerung errichten möchten. Ob man das nun, wie die Deutschnationalen, Erbmonarchie nennt oder wie die Kommunisten, Dit. tatur der kommunistischen Sekte mit dem Klassenprogramm", das sind nur andere Worte für dieselbe Sache. Und die Sache, um die es sich hier handelt, ist nichts anderes als der Despo tismus, ist nicht die Befreiung der werktätigen Maffen, fondern ihre brutale Unterdrückung durch ebenso gewissenlose wie beschränkte Reaktionäre, ist nichts anderes als die rohejte Bergewaltigung der Menschheit nach feudal- asiatischen Methoden. Despoten können natürlich nur regieren, wenn die ,, werktätigen Massen" vorher politisch entrechtet und wehrlos gemacht sind. Darum haffen die barbarischen Feudalisten und die asiatischen Bolschemister das parlamentarische, bas demo tratische System, denn an diesem System müssen alle ihre Pläne zuschanden werden. Die werttätigen Massen aber gibt das System der Demotratie die bentbar besten Waffen für ihre Selbstbe freiung von jeglicher Knechtung. Einig auf der ganzen Linie. Die Reinigung von dem Erfüllungsgeift, der sich dem Ausland im würdelosen Pazifismus unterwirft", wollen die Deutschnationalen. Die Kommunisten stimmen ihnen zu und rufen Zum Kampf gegen die Durchführung des Dames- Gutachtens". Die Kommunisten wollen nichts wissen von den Bazifisten, sie sind für das militärische Bündnis mit Sowjet- Rußland". Der von ihnen gemeinte ,, Befreiungsfampf" gegen die ,, interna'ionale Finanzclique" fann nur mit militaristischen Mitteln geführt werden. Also Krieg! Deutschland soll zum Schlachtfeld des Machtkampfes zwischen den Sowjetimperialisten und den Ententemächten werden. Das deutsche Volk soll als Opfer für dieses wahnwizige Unternehmen geschlachtet werden! Der Glaube an die Allmacht der Gemalt ist den Kommu nisten wie den Deutschnationalen zur Religion geworden. Sie haben aus der Geschichte nichts gelernt. In dem preußischen Dreiflaffenstaat hatten sich die borussischen Gewalthaber unter zaristischer Brotektion einen militärisch gestüßten Herrschaftsapparat geschaffen. Durch Blut und Eisen" schufen sie das einige Deutsche Reich, von dem sie 1871 in der Berfassung zu Unrecht behaupteten, es sei ein ewiger Bund" der Könige und der Großherzöge zur Pflege der Wohlfahrt des deutschen Voltes". Diese Sorte Wohlfahrt, die berühmten herrlichen Zeiten Wilhelms, haben wir inzwischen gründlich genießen dürfen. Der borussische Herrfchaftsapparat brach 1918 zusammen, und nur reaktionäre oder beschränkte fommunistische Spießbürger wünschen die Kräfte einer nicht ruhmvollen und volksverderblichen Vergangenheit wieder lebendig zu machen. Nur Reaktionäre aller Schattierungen möchten das Zeitalter von Blut und Eisen neu begründen. Wir Sozialdemokraten haben nichts gemein mit diesen reaktionären Traditionen. Wir halten es mit der modernen Idee des Sozialismus, mit dem, was Karl Marg schon 1864 ( Inauguraladresse) als außenpolitische Richtlinien für das Proletariat formulierte: " Wenn die Befreiung der Arbeiter flaffe der verschiebenen Nationen ihr brüderliches 3ufammenwirten erheischt, wie Deutschvölkische Wahlvorbereitung. Siegreich woll'n wir Frankreich schlagen( jupp!), Aus dem Land die Sozen jagen( jupp!), Und den Juden an den Kragen( jupp!)! Ach, mir liegt es schwer im Magen( jupp!) Doch bald wird es herrlich tagen( jupp!)! soll diefes große Ziel erreicht werden mit einer auswärtigen BoSonnabend, 8. November 1924 Der Gipfel des Wahlschwindels. Sie find niemals umgefallen! Die Fraktion Halb und Halb verfolgt im Wahlkampf die Tattit, ihren fünfzigprozentigen Umfall vom 29. August totzuschweigen. Die fleineren der deutschnationalen Geister genieren sich nicht, ihn glattweg abzuleugnen. In einer deutsche nationalen Wahlversammlung in Stettin sprach der deutschnationale Abgeordnete Mentzel über die Stellung der Deutschnationalen zum Dames- Gutachten. Er besaß laut Bommerscher Tagespost" die Keckheit zu folgenden Ausführungen: ,, Und wieder bauchten Hoffnungen auf, als es um das Daro e sGutachten ging, und wir Deutschen nahmen es schließlich doch on. Freilich, die deutschnationalen Abgeord neten waren bei der Abstimmung einstimmig in ihrem Nein. Wir treiben teinen em: erschacher, und er wird aufhören, wenn die Deutschynationalen ans Ruber kommen." Wenn ein deutschnationaler Parteisekretär pom untersten Grade derartige Ausführungen wagen würde, so würde man mit einem Achselzucken darüber hinweggehen. Wenn aber ein deutschnationaler Abgeordneter die Frechheit besitzt, den Umfall der Deutschnationalen vom 29. August durch so faustdicke Lüge aus der Welt schaffen zu wollen, so muß dieser Gipfel des Wahlschwindels denn doch niedriger gehängt werden. Nicht nur Deutschland, die ganze Welt ist voll Hohn und Spott über den schmachvollen Umfall der Deutschnationalen vom 29. Auguft. Der deutschnationale Aemterschacher, die deutschnationale Gier nach Ministersesseln hat den Etel aller politisch denkenden Menschen erwedt. Troß des Zeugnisses der ganzen Welt, trotz des Zeugnisses der eigenen Bresse, der amtlichen Reichstagsprotokolle behauptet Herr Menzel, die Deutschnationalen hätten einstimmig das Dames- Gutachten abgelehnt. Eine so bewußte Lüge ist ein unwiderlegliches Zeugnis für die innere Berlogenheit der deutschntionalen Politit. Wahlparole der Volkspartei. Bollkommen meschugge. Die Partei der Herren Stresemann und Scholz gibt ihre Wahlparole in Knüppelverfen aus. Sie lautet: Kannst du noch zweifeln, Deutscher, was du mußt? Bist du dir deines Meg's noch nicht bewußt? Es ward ja doch ein Zeichen bir zuteil, Klar liegt vor bir der Weg zu deinem Heil: Und läßt es auch die„ Tante Boß" nicht ruhn, Was Frankreich rät, das darfst du niemals tun. Was ihm gefällt, das ist für dich das Schlechte, Das, was es ärgert, ist für dich das Rechte! Und Frankreich fängt gewaltig an zu schrei'n, Sprichst du ein Wort von deinen Rechtspartein. Man sieht, o Demokraterich erbleiche: Das Rechte und die Rechte find das Gleiche. Befonders schafft dem guten Frankreich Beh Die D. V. B. 10 So nimm denn Rücksicht auf die zarte Seele Und wähle!" Rechtspartei, gegen die Verständigung mit Frankreich, gegen Bölberverständigung überhaupt, und in dem Tone! Bankroti, völliper geistiger Banfrott. Es ist fein Wiz, diese Wahlparole wird von der, Nationelliberalen Correspondenz" verbreitet und von der Zeit", dem Organ des Herrn Stresemann, weitergegeben. Eine feine, eine geistreiche, eine würdige Wahlparole für einen Außenminister! Kundgebung zur Reichstagswahl. Das Deutsche Friebenskartell, bem 21 Berbände, zumeist Spikenorganisationen mit einer sehr großen Mitgliederzahl, ange hören, hat folgende Kundgebung zur Reichstagswahl erlaffen: Bei dieser Wahl gibt es nur eine Losung: Sichert die Republik! Nur eine zuverlässige republikanische Mehrheit im neuen Reichstag gibt Garantie für eine friebliche Entwicklung, Deutschlands im Immern und nach außen. Nur fie verbürgt die loyale Ausführung der Dames- Gefeße, die beschleunigte Räumung des befeßten Gebietes, baldigen Eintritt Deutschlands in den Bölterbund, erfolgreng, die Verſtändigung zwischen einem" demokratischen Deutschland reichen Verlauf der vom Bölkerbund geplanten Abrüstungsfonfeund einem demokratischen Frankreich. demokratie, Zentrum und Demofratie. Für welche dieser Bartelen sich der Wähler entscheibet, hängt von der besonderen Einstellung des Einzelnen ab. Die Hauptfache bleibt: für eine dieser Barteien stimmen und werben! Seine Stimme für Splitterparteten oder Splittergruppen! Reine Stimmenthaltung! An alle Mitglieder der une angeschlossenen Organisationen Berichten wir die Aufforderung, mit aller Kraft in die Wahlbewegung einzutreten mit dem Endziel: Sieg des republikanischen Gedankens, der die unerläßliche Borausseßung ist für den Sieg des pazifistischen Gedankens! litit, die frevelhafte Swede verfolgt, nationale Vorurteile ausspielt und in Raubfriegen des Boltes Gut und Blut vergeudet?... Die Uebergriffe der barbarischen Macht, deren Haupt in St. Petersburg ist, und deren Hände in jedem Kabinett Europas sind, haben die Arbeiterklaffe die Pflicht gelehrt, sich der Geheimnisse der internationalen Politik zu bemächtigen, die diplomatischen Attionen ihrer Regierungen zu überwachen, ihnen, wenn nötig, mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln entgegenzuwirken!" Gino wjew in Mostau. Und wie früher die zariftische, Heute fißt nicht mehr der Bar in Petersburg, sondern hat die bolichemistische Regierung in allen Angelegenheiten der übrigen Staaten ihre Hände, um eine Politik zu betreiben, die frevelhafte 3wede verfolgt, nationale Borurteile ausspielt und in Raubkriegen des Volkes Gut und Blut vergeuden möchte. Wir Sozialdemokraten halten es mit den modernen Grundsägen des Sozialismus. Wir suchen durch die Methoden einer friedlichen Politik Freunde und Bundesgenossen im Proletariat der anderen Länder zu gewinnen und die freiung Deutschlands vom internationalen nicht nur, sondern von jeglichem Kapitalismus herbeizuführen. wärtsführende Politik der internationalen Solidarität der Ar Damit sich diese einzig wirklich revolutionäre, weil oor beiter aller Länder zum Wohle der Völker aller Länder durchfeben kann, ist es nötig, der„ reaftionären Masse" der Deutsch Massen von ihr nichts mehr wissen wollen. Das ist die große nationalen und Kommunisten zu zeigen, daß die wirklichen Aufgabe des 7. Dezember. Seht die Wählerlisten ein! Auslegung vom 15. bis 22.November Die auf die Zeit vom 15. november bis einichließlich 22. november diefes Jahres feftgesetzte Auslegungsfrist der Stimmliften und Stimmparteien für die am 7. Dezember flattfindende Reichstagswahl ist nach einer Verfügung des Preußischen Innenminiflers gleichzeitig Auslegungsfrist derfelben wählerverzeichnisse für die preußischen Landtagswahlen. Jeder Wähler muß sich vergewiffern, ob sein Name in der Wählerliste eingetragen ist. Wer nicht eingetragen ist, fann nicht wählen! Als republikanische Parteien tommen nur in Betracht: SozialDie Landarbeiter und die Wahl. Entschließung des Landarbeiterverbandes. schen Landarbeiter- Berbandes eine Konferenz der Gauleiter, Sie Am 30. Oftober tagte in Berlin im Berbandshause des Deutbeschäftigte sich mit der Wahlbewegung und faßte folgende Entschließung: „ Die am 30. Oftober 1924 tagende Konferenz der Gauleiter des Deutschen Bandarbeiter- Berbandes stellt sich nach eingehender AusSprache über die Wahlbewegung auf den Standpunkt, den Arbeiterni in Feld und Wald zu empfehlen, am 7. Dezember 1924 restlos ihre Stimme der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands zu geben. Die Sozialdemokratische Partei ist die einzige Partei, die eine wirkungsvolle, erfolgreiche, im Interesse der gesamten Arbeiterschaft liegende Parlamentsarbeit bisher betrieben hat und ferner in diesem Sinne handeln wird. In dieser Meinung fann auch die gehäffige Art nichts ändern, mit der die Kommunistische Partei Deutschlands heute die Sozialdemokratische Partei bekämpft. Die Rommunisten find Feinde der Arbeiterbewegung. Sie haben mit ihrer strupellosen Kampfesweise gegen die sozialistische Arbeiterbewegung die Gewerkschaften in der Vergangenheit erheblich geschwächt. Auch im Deutschen Landarbeiter- Berband ist zu beobachten, daß die Tätig. feit der Kommunisten nur im Interesse der Deutschnationalen und Damit im Interesse der landwirtschaftlichen Arbeitgeber gelegen ist. Fortschrittes im Arbeitsverhältnis der Landarbeiter. Den Deutsch Die Deutsch nationalen sind ebenfalls Todfeinde jedes nationalen darf darum feine Arbeiterftimme am 7. Dezember| Reichstag. Ihre Leute wollen lieber Butsch spielen, dabei ist doch etwas zu holen zufallen. siehe die Diebstähle in der„ Münchener Post" und drohen mit Wahlenthaltung. Schmuzige Geldgeschichten kommen ans Tageslicht, siehe Bayern. Diese„ Partei" versinkt im Schmuh, in den sie gehört. Dagegen ist die Unterstüßung der Sozialdemokratischen Partei auch darum erforderlich, weil nur diese Partei sich dazu entschließen fonnte, Bertreter der freigewerkschaftlich organisierten Landarbeiter auf ihrer Kandidatenliste aufzustellen. Mit der Unterstützung der Sozialdemokratischen Partei am 7. Dezember darf es aber nicht sein Bewenden haben. iDe ländliche Arbeiterschaft ist ferner verpflichtet, die sozialdemokratische Presse zu lesen, weil sie sich nur dann dadurch weiterbilden tann zur Vertretung ihrer Interessen. Die ländliche Arbeiterschaft muß sich auch in der Sozialdemokratischen Partei dauernd betätigen. Erfreulicherweise ist überall ein neuer Aufschwung im Deutschen Landarbeiter- Berband festzustellen, der auch die besten Aussichten bietet für den Wahlkampf auf dem Lande. Will die ländliche Arbeiterschaft den weiteren Ausbau und die Stärkung ihrer einzigen Waffe im Befreiungskampf gegenüber der Willkür der landwirtschaftlichen Arbeitgeber, dann muß sie am 7. Dezember sozialdemokratisch wählen. Nieder mit der Reaktion! Borwärts im Kampfe für Sozialismus und Demo fratie, für Schuh und Sicherung der deutschen Republik!" Einige Zahlen. Lehrreich für Reichstags- und Landtagswähler. I. Seit etwa einem halben Jahre befindet sich das bekannte Stahlwert Beder A.-G. in Willich bei Krefeld in Zahlungsschwierigkeiten. Es wurde unter Geschäftsaufsicht gestellt, man versuchte unter Fortführung des Betriebes das Unternehmen zu sanieren. Es tam zu feinem Erfolge, das Werf wurde stillgelegt. Die Sanierungsversuche sind zuletzt an dem Widerstand der Familie des verstorbenen Generaldirektors Becker gescheitert; man hatte ihr 500000 0: 0mart in bar und ferner für die Frau Becker eine lebenslängliche Rente von monatlich 3000 Mart angeboten, wenn sie dem angestrebten Bergleich zustimmen würde. Das hat die Familie abgelehnt. Offenbar sind 100 Mart pro Tag Rente, daneben noch die Zinsen von einer halben Million, noch nicht genug für die gnädige Frau, trotzdem die Frage noch nicht geflärt ist, wie weit die einzelnen Mitglieder der Familie Becker am Zusammenbruch des Unter nehmens schuld find. II. Gegenüber den Versuchen der„ nationalen" Parteien, den Monarchismus in Deutschland wiederherzustellen, ist es nüz. lich, daran zu erinnern, was dem deutschen Bolte die Erhaltu g der Parasiten auf den verschiedenen Landesthronen gekostet hai. Nehmen wir zum Beispiel die hohenzollernfamilie, die vor dem Kriege aus 31 Röpfen bestand. Ihr wurden als Schatullengelder und Apanagen alle Vierteljahr folgende Summen, wie Albrecht von Keil in der Weltbühne" feststellt, ausgezahlt: 1. Der Kaiser( monatlich im voraus) 2. Die Kaiserin( vierteljährl. im voraus) 8-10. Seronprinz und Kinder 11. Gitel Friedric 19-13. Adalbert und Kinder 14-15. August Wilhelm und Kind 16. Dstar. 17-18. Joachim und Kinder. 19. Heinrich 20. Waldemar 21. Sigismund 22. Friedrich Leopold 23-24. Friedrich Sigismund und Kinder 23. Friedrich Leopold und Sohn. 26 Friedrich Heinrich 27. Joachim Albrecht. 28-31. Friedrich Wilhelm und Kinder 440 000 Mark 52 500 213 460 " " 107 750 " 90 945 " 82 800 " 42 500 " 77975 " 85 086 " 15.000 12 500 7.500 9.000 7 500 20 7500 7500 15 000 " " " Das macht insgesamt pro Vierteljahr 1274490 Mart oder pro Jahr 5097960 Mart. Außerdem hatte die Hohenzollernfamilie aber noch beträchtliche Einnahmen aus anderen Quellen, besonders aus dem Privatvermögen. Es ist also erflärlich, daß die Hohenzollern, wenn sie face nicht regieren sollen, so doch den Versuch unternehmen, auf dem Wege der Abfindung" das Volk auch fernerhin auszusaugen. Schließlich darf man nicht vergessen, daß es in Deutschland neben Preußen noch ein paar Dugend angeftammter" Dynastien" gab, die gleichfalls recht erhebliche Einkünfte bezogen. III. Bei der Beratung der sozialdemokratischen Forderungen auf wesentliche. Erhöhung der Leistungen der sozialen Bersiche. rungen im vergangenen Reichstag boten die bürgerlichen Parteien für die Invalidenrentner, die bisher eine Monats rente von 13 Mart beziehen, als Zulage eine ganze Mark für den Monat. Das macht auf den Tag berechnet 3% Pfennig, so daß die bisherige Rente von 43% Pfennig auf 46% Pfennig pro Tag stieg. Die Forderung der Sozialdemokraten, die Renten zu verdoppeln, wurde von der bürgerlichen Mehrheit abgelehnt. Fast alle anderen Sozialrenten, trotzdem sie lächerlich niedrig sind, wurden, entgegen den sozialdemokratischen Forderungen, nicht auf gebeffert. Lediglich für die Bezüge der Kriegsopfer wurde von den bürgerlichen Parteien eine geringfügige Berbesserung zugestanden. Der Krach bei den Völkischen. Rebellion gegen die Parlamentarier. Die famose Nationalsozialistische Freiheitspartei jeder Teil des Namens ein Betrug geht in Gefreisch und Gestank zugrunde. Jeder verdächtigt den anderen unlauterer Motive. und mit Recht; dem unfoutere Motive hatten sie alle. Ein Herr Bold aus Lüneburg rebelliert gegen den Führer" Graefe, der er läßt in der„ Mecklenburger Warte", feinem Leiborgan, eine don nernde Philippifa gegen Bold. Nun mischt sich die„ Deutsche Zeitung" ein und läßt einen Gefolgsmann des Bold schreiben. Der schreibt: „ Die Bemühungen, die nationalsozialistische Bewegung in den Rahmen einer Parlaments partei zur weiteren Entwtdlung zu bringen, sind schon heute gescheitert. Die Behauptung, die Vertretung im Parlament sei nur ein Arm der Bewegung, ist ein Widerspruch, wenn in diesem Arm die gefemte Führerschaft als Parlamentarier sich bes findet. Der fommende Wahlkampf, das Rennen um die Reichstagssige, wird in den Reihen der Oppofition, in erster Linie in nationalsozialistisch denkenden Arbeiterkreisen, das legte Vertrauen zu der parlamentarisch eingestellten Führerschaft der Deutschvölkischen Freiheitspartei vernichten. Der Gedanke der Wahlenthaltung dieser Kreise findet seine Begründung durch die rein parlamentarische Arbeit und Einstellung der Führerschaft der Deutschvölkischen Freiheitspartei in den letzten Monaten. Vertrauen zur Führerschaft kann nicht befohlen, sondern muß von unten herauf erworben werden. Die Aufgabe der nationalsozialistischen Oppositionsgruppen im Reich ist nicht die ( Deutschpö fische) Freiheitspartei zu bekämpfen, sondern die nationaliezia ifliche Bewegung in die Bahnen, die Adolf Hitler ihr vorgeschrieben hat, zurückzuführen." Herr Graefe, Herr Ludendorff und die anderen wollen in den Sie melder sich wieder. Die Deutsche Industriellen- Vereinigung lebt noch. Die Deutsche Industriellen- Vereinigung ist unter den Unternehmerorganisationen das, was die Völkischen unter den Rechtsporteien sind. Ihr Organ ist die Deutsche Heizung", die Grundlage ihrer Existenz die Phrase vom zweiten Bersailles" des Lontoner Bertrages. Sie blüht im verborgenen und wird nur bemüht, wenn die Reklametrommel für die Reaktion gerührt werden muß. Sie erläßt jetzt einen Wahlaufruf, gegen den flbst der deutsch nationale Wahlaufruf eine geistige Leistung ist. Er beginnt: „ Die„ Deutsche Industriellen- Vereinigung" erblidt den Stron der bevorstehenden Neuwahlen zum Reichstage in einer endgültigen Niederringung des verhängnisvollen den margistischen Einflusses auf deutscher Staat. Nach ihrer Auffassung ist es lediglich die unheilvolle Wirkung des marristischen Giftes gewesen, die dem deutschen Bolte das Mart aus den Knochen und das Gehirn aus dem Schädel gesogen hat." Dem deutschen Volk wurde allerdings das Mart aus den Knochen gesogen aber nicht durch den Margismus, sondern durch den Hunger. Am Hunger des deutschen Volkes aber Der deutschnationale Reichstagskandidat OK. Mr. Bazille in Vaters Kleidern. trugen die Unternehmer schuld, die in Krieg und Inflationszeit das Volk ausgewuchert haben. Mit dem Geschrei„ Gegen den Marxismus" loden die Bölkischer feinen Wähler mehr. Der Marxismus ist ihnen und ihres gleichen über. Der Aufruf schließt mit folgendem Zitat: „ Der bekannte französische Politiker Léon Daudet sprach einmal in öffentlicher Kammerfißung die grauenvollen aber auf richtig gemeinten Worte aus:„ Ich liebe die deutschen Sozialisten, weil ich Deutschland die Post wünsche." Darum, deutsches Volt, brich am Wahitage die nur zerstörend wirkende Vorherrschaft des Marrismus mit rücksichts lofer Entschloffenheit, dann hast du im felben Augenblick durch dieses dein Handeln den Weg wiedergefunden, der allein aufwärts führt zu den lichten Höhen der politifher Freiheit und wirtschaftlichen Wohlfahrt!" Herr Daudet ist der würdige Kumpan der Benz, Brud und Genoffen. Ein royalistischer Hanswurst, den niemand errst nimmt und den seine Freunde für gelinde verrückt halten. Sei e sondern ich wünsche den Deutschen die Republik. Borte lauteten übrigens nicht: ich liebe die deutschen Sozialisten, archisten paffen zueinander, Herr Daudet paßt zu Herrn Der royalistische franzöfifche Hanswurst und die deutschen Mcnv. Brud von der Industriellen- Vereinigung, der trotz öffentlicher Stöupung wegen Berleumdung immer noch in der Deffentlichkeit hervorzutreten wagt. Wahlkomödie in Sowjetrußland. In furzer Zeit finden in Rußland die Neuwahlen der örtlichen Sowjets statt. Es wird hierbei zu einem ,, Kampf" der herrschen. den Kommunistischen Partei gegen.. nicht existierende andere Parteien kommen. Denn außer der Kommunistischen Partei darf im Sowjetparadies teine andere existieren, und jeder, der eine eigene Meinung zu äußern wagt, fann mit Sicherheit erwarten, daß er eingefertert oder deportiert wird. Außer der offiziellen kommunistischen Presse existiert teine andere, und die Anhänger onderer Parteien sind genötigt, ihre Tätigkeit illegal auszu tben. eine lächerliche Komödie. Die Prozedur besteht in der Unter diesen Umständen verwandeln sich die Sowjetwahlen in Regel darin, daß das örtliche Komitee der Kommunistischen Partei eine Kandidatenliste aufstellt, über die in den kommunistischen Bellen abgestimmt wird. Bei dieser Gelegenheit werden Romitee alle irgendwie selbständig denkenden Kommunisten aus der Liste gestrichen und durch solche ersetzt, die sich in allem und jedem willfährig und folgsam erwiesen haben. Dom In der letzten Zeit zeigt sich in einer Reihe von Städten die Neigung, ein bis zwei Prozent Parteilose, die in den kommunistischen Listen figurieren, in die Sowjets aufzunehmen. Diese als ehrliche Parteilofe" bezeichneten Elemente sind sehr nüßlich bei Unterhandlungen mit den unzufriedenen Bauern und Arbeitern, bei Besuchen von Ausländern, bei Kundgebungen der begeisterten Volksmassen' und sonstigen reftamehaften Schaustüden der Sowjetbehörden. In den Dorfsowjets ist der Prozentsaz der Parteilofen etwas höher, da auf dem flachen Lande die Zahl der Kommunisten noch geringer ist als in den Städten. " " Interessant ist die Diskussion, die wegen der Frage der Parteilofen im fommunistischen Zentralorgan Brawda" geführt wird. In der Nummer vom 16. September finden sich darüber folgende Auseinandersetzungen: Die einen mit dem Volkskommissar Stalin an der Spize erklären: Die vorliegenden Zahlen zeigen, daß die Parteilosen in unseren Sowjets eine ganz unbedeutende Rolle spielen. Das dark nicht so weitergehen.. Man muß alles aufbieten, um die Be deutung der Sowjets zu heben und die Sowjetwahlen in einen ernsten politischen Aft zu verwandeln.... Der Fehler, der bei den vorjährigen Sowjetwahlen in Moskau begangen wurde, wo fast fein einziger Parteilofer in den Sowjet gewählt wurde, darf sich nicht mehr wiederholen." Diese Forderung gegenüber, die die Unsicherheit in den herr schenden Kreisen der Kommunisten fennzeichnet, erklären die konsequenteren Kommunisten: Wozu dies alles? Bei uns gibt's doch seinen Kampf der Parteien und feinen Parlamentstampf nach bürgerlichem Muster.... Wir allein besigen doch nur das Monopol der Legalität". Dieses zynische Eingeständnis muß festgehalten werden. Es ist für die Verhältnisse im Sowjetparadies nicht minder charakteris stisch, wie die Tatsache, daß im tommunistischen Zentralorgan öffent lich darüber diskutiert wird, wie die Sowjetwahlen am besten ,, ge macht" werden können. Mordbuben preisen sich an. Im Hamburger Fremdenblatt" vom 1. November findet sich folgendes Inserat: Ein waghalsiger Mensch. 27 Jahre alt, unbescholten, übernormale Kräfte und ferngesund, will seine ganze Lage ändern. Echeue f. nichts zurück und bin zu jeder Gefahr bereit. Bei gegenseitigem Uebereinkommen verpflichte ich mich auf 5 Johre. Erstklassige Referenzen stehen zur Ver fügung. Nur streng national gesinnte Zuschriften sind zu richten an: Fritz Rut, per Adr.: Heise, Haimar, Post Schude bei Hannover. Nur streng national gesinnte" Kreise dürften für solche Anges bote Interesse haben. Man tut dem edlen Herrn wohl nicht Unecht, wenn man annimmt, daß er für die edlen Zwede solcher„ nationaler" Organisationen tätig sein will, die beim Erzberger- und RathenauMord eine Rolle spielten. Hoffentlich nimmt man sich seiner eine mal gründlich an. Die Wahlfreiheit im besetzten Gebiet. Die Reichsregierung hat sich wegen der Sicherung der Freiheit der Wahlagitation und der Wahlen selbst, also auch der Versammlungs- und Preßfreiheit mit den Regierungen der Besatzungsmächte in Verbindung gesetzt. Diese Regierungen haben Zusicherungen erteilt, die mit Sicherheit erwarten laffen, daß die Wahlvorbereitun gen und die Wahlen von den Besatzungsbehörden in feiner Weise gehindert werden. Aus der Partei. Ein Vierteljahrhundert Stadtvater! Am gestrigen Tage blickte der Genosse Baul Hirsch auf eine 25jährige fommunalpolitische Tätigkeit im Interesse der Ber liner Arbeiterbewegung zurüd. Zur gleichen Zeit ist er 30 Jahre Mitglied unserer Partei. Im Jahre 1899 legten die Genossen Wer nice und Beyer infolge eines Konflittes ihre Mandate in der Charlottenburger Stadtverordnetenversammlung nieder. Ihre Plätze nahmen die Genossen Kurt Baate und Paul Hirsch ein, als einzige Vertreter der Sozialdemokratie in dieser Versammlung. Hirsch entfaltete eine rege fommunalpolitische Tätigkeit, die weit über unsere Reihen hinaus anerkannt worden ist. As die Berliner sozialdemo fratische Stadtverordnetenfraktion beschloß, die Erfolge ihrer fünf-undzwanzigjährigen Tätigkeit im Berliner Rathause zusammenhängend darzustellen und der Deffentlichkeit zu übergeben, wurde dem Genossen Hirsch diese Aufgabe übertragen. Das Wert, welches er geschaffen hat, führt den Titel: 25 Jahre sozialdemokratische Gemeindepolitif" und bildet eine wertvolle Bereicherung unserer Parteiliteratur und einen wichtigen Beitrag zur Geschichte der Arbeiterbewegung. Eine Reihe anderer wichtiger Schriften aus der Feder Don Paul Hirsch sind weit verbreitet und überall befannt. Darunter: Verbrechen und Prostitution als soziale Krankheit"," Kommunale Wohnungsfürsorge"," Aufgaben unserer Gemeindepolitik nach dem Kriege" und" Kommunalpolitische Probleme". 11 Mit zäher Beharrlichkeit strebte Hirsch nach der Zusammenfaffung aller fommunalen Kräfte, um deren Leistungen im Interesse der Allgemeinheit und besonders der Arbeiterklasse zu steigern. Zuerft wirfte er in diesem Sinne als Mitglied des Zweckverbandes, später bei den Kämpfen um die Gründung der Einheitsgemeinde Groß- Berlin. Das Gefeß, welches die Funktionen dieses riesigen Kommunalgebildes regelt und bestimmt, ist auf seine Initiative als damaliger preußischer Ministerpräsident zurückzuführen. Im Jahre 1921 wurde Hirsch auch Mitglied der Berliner Stadtverordnetenversammlung, aus der er dann aber ausschied, als die Teilung Berlins in 20 Bezirke und seine Wahl zum ersten Stadtrat und erfolgte. ftellvertretenden Bürgermeister von Charlottenburg im März 1921 Neben seiner reichen fommunal- politischen Tätigkeit ist Hirsch auch als Dozent an der Sozialhygienischen Akademie in Charlottenburg seit deren Gründung tätig. Er liest dort über Verfassungsund Verwaltungsfragen. Erdmann Dubber gestorben. In Hamburg ist unser altverdienter Genoffe Erdmann Dubber im Alter von achtzig Jahren einem Schlaganfall erlegen. Genosse Dubber wurde am 30. Januar 1845 in Geesthacht geboren, wo er das Korbmacherhandwerk erlernte. In jungen Jahren bereits tam er nach Hamburg, wo die Arbeiterbewegung unier Lassalles Führung einen raschen Ausstieg erlebte. Dubber schloß sich der Bewegung an und war von da ab einer der eifrigen und treuesten Kämpfer für die Sache der Arbeiterbewegung. In den zwölf Jahren des Sozialistengefeges ließ er es fid) vor allem angelegen sein, das illegal im Auslande erscheinende Jahre 1890 fah er es als seine Hauptaufgabe an, den sozial. Parteiorgan„ Der Sozialdemokrat" zu verbreiten, und noch nach dem demokratischen Zeitungsvertrieb in Hamburg zu organisieren. So war er mit dem Geschäftsbetrieb des 5 amburger Echo" von Anbeginn an verbunden. Bis in sein hohes Alter war er ein unermüdlicher Arbeiter für die Partei und so ein Vorbild für jeden Genossen. Erdmann Dubber ist nicht mehr, sein Geist möge uns immer erhalten bleiben! Briefkasten der Redaktion. R. 2. R. 500. 1. Sie müssen persönlich erscheinen. Ihre Frau fönnen Sie mit der Wahrnehmung des Termins beauftragen. 2. Die Repara. turen hat der Hauswirt ausführen zu laffen. 3. Des Sonntags dürfen die Gefchäfte von 7 bis 9 Uhr vormittags geöffnet fein. B. 32. 1. Ja. 2. Rein. 3. Wenden Sie sich an die Buchhandlung 3. 5. W. Diek, Nach folger. Berlin, Lindenstr. 2. W. 8. Rehmen Sie mit dem Landrat Ihres Kreises Rüdsprache. Sie können sich auch an die Kreissparkasse oder eine Genossenschaftsbank wenden. G. M. 4. Beranlassen Sie Ihren Bruder, bei der Stelle, die die Auszahlung angeordnet hat, vorstellia au werden und um Beschleunigung der Angelegenheit zu bitten.-. G. 20. 1. Gegen den Bescheid ist an fich nichts cinzuwenden. 2. Reichsarbeitsministerium. 3. Bieten Sie die Sachen mehreren an. Sie fönnen fie an denjenigen verkaufen. der Ihnen den hödsten Preis zahlt. Ueber den Wert tann man verfchiedener Meinung fein. St. 8. 100. 1. Rein. 2. und 3. Frauen Sie beim Deutschen Holzarbeiter Verband. Am Köllnischen Part, an. A. Nr. 7. Uns ist eine folche Verordnung nicht bekannt. Wenden Sie fich aber an das Beizrksamt, wo Sie die näheren Bedingungen erfahren. Vorträge, Vereine und Versammlungen. lottenburg. Am Dienstag, den 11. November, abends 8 Uhr, Turnabend in der Wiebeschule, Kaiserin- Augusta- Allee, Eingang Neues Ufer. Republikaner als Gäste willkommen. Kamerabschaft Kreuzberg. Am Dienstag, den 11. November, abends 7½ Uhr, bei Rabe, Fichtestraße, Bersammlung der ge. famten Rameradschaft. Bortrag. Republikaner als Gäste willkommen. Reichsbund der Kriegsbeschäbigten, teilnehmer und Hinterbliebenen, Drts. gruppe Süden. Sonntag. den 9. November, nachm. 4½ Uhr, in der Schulaula Mittenwalder Str. 36/37 Feierstunde. Mitwirkende find u. a.: Heinrich Witte vom Staatstheater( Rezitationen), Willi Jäger( Organist), Kurt B'o gel( Violinjolift), Fräulein Lilli Molerus( Konzertfängerin). Fest ansprache hält Gen. Pfarrer Bleier. Eintritt 1 M. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftsstelle: Berlin G. 14, Gebaftianstr. 37/38, Sof 2 Tr. Kameradschaft Eichwalde. Am Sonnabend, 8. Nov., abds. 8 Uhr, bei Rreuz, Bollversammlung. Frauen der Rameraden sowie Repu blikaner find herzlich willkommen.- Kameradschaft Schöneberg. Die Kameraden treffen sich am Sonnabend. 8. November, abds. 17 Uhr, am Untergrundbahnhof Sauptstr. Reichsbannerkleidung ist anzulegen.- Kameradschaft Prenzlauer Berg. Am Sonntag, 9. November, vorm. ab 8 Uhr, wichtige Besprechung mit anschließendem Turnen in der Turnhalle Eberswalder Straße. Alle JugendTameraden müssen erscheinen. Kamerabschaft Lichtenberg. Am Sonntag, den 9. November, mittags 1 Uhr, Treffen am Bahnhof Lichtenberg- Friedrichs. felde. Fahrt nach Fredersdorf. Die Untergruppen treffen sich um 2 Uhr am Bahnhof Fredersdorf. Kameradschaft Köpenid, einschl. Untergruppen. Am Sonntag, den 9. November, früh 9 Uhr, Treffen vor der Körnerschule. Gaalschuß Dienstanzug und Armbinden. willkommen. Kamerabschaft Hoppegarten- Reuen hagen Birkenstein. Am Sonntag, den 9. November, nadm. 2% Uhr, am Bahnhof Soppegarten refp. Neuenhagen Treffen zur Fahrt nach Fredersdorf zur Teilnahme an der Gründungsversammlung. Bollzähliges Erscheinen aller Kameraden Pflicht. Kameradschaft Schöneberg. Am Montag, den 10. November, Treffen in der Turnhalle am Wartburgplag. Kamerabschaft CharTheater, Lichtspiele usw. Staats- Theater Lessing- Theater Opernhaus Heute 4 U. klein. Pr.: Opernhaus 7% Uhr: Bohème Hänsel und Gretel am Königsplatz Gr. Kindermärchen 71% Uhr: Martha 8 U.: Die gr. Revue Schauspielhaus Wien gib acht! 7: Wallenst. Lager Ueb.150Mitwirkende Schiller Theater 72: Guten Morgen, Hr. Fischer! -Das Deatsch. Künstlertheat. Fest d Handwerker Volksbühne 7 Uhr: Don Carlos Deutsch. Theater 72 Uhr: Die heilige Johanna von Bernard Shaw Regie: M. Reinhardı Kammerspiele 8 Uhr: Die tote Tante und andere Begebenheiten Die Komödie Karfürstendamm 206/207 8 Unr: Onkelchen hat geträumt Theater i. d. Königgrätzer Str. 8 Uhr. Der Mann ohn.Moral Th. a. Nollendorfpl. 7.30: Die Geliebte Sr. Hoheit mit Fritzi Massary Komödienhaus Täglich 7 Uhr: Der Tanz um die Liebe Operette in 3 Akt. von Osk. Strauss Martha Serak Erikav. Theilmann Paul Graetz/ Robert Nästlberger Robert Scholz Hans Wassmann Georg Baselt Erich Walter Mus.Leit.: M. Roth Tänze: H. Lingen Bühn Bild: E.Stern Lustspielhaus Tägl 8 Uhr: Die Zwillingsschwester Lustso. v L.Fulda Käte Dorsch/ Joh. Riemann Hans Jankermann Neues Operettenhaus Täglich 8 Uhr: R. Valentin/ List Karlstadt in ,, Vorstadttheater" Burleske v. Karl Valentin 8 Uhr: Karussell Wallner- Theat. Tägl. 8 Uhr: Berliner Theater David u. Goliath Z.1 M. 7U: Cloclo Residenz- Theater SCALA Dir.: Fel. Meinhardt 8 Uhr: Varieté REVUE Sonntag 3.30 zu halben Preis, das vol e Programm! 8 Uhr: Die vier Schlaumeier Mus. v. W W. Goetze Berein der Freidenker für Feuerbestattung E. B., Neukölln, Bezirk 14. Sonntag, den 9. November, nachm. 1 Uhr, im Rneiebed- Balast, Ruesebedstraße 48, öffentliche Filmvorführung. Eintritt 30 Bf. 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