Nr.536 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 272 Bezugspreis: Böchentlich 70 Goldpfennig, monatlich 8,-Goldmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, Saar- und Memelgebiet. Defterreich, Litauen, Luremburg 4.50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmar! pro Monat Der Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit..Gied. lung und Kleingarten" fomie, der Unterhaltungsbeilage..Seimmelt und Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint wochentäglich ameimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Abreffe: ., Sozialdemokrat Berlin. Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt ( 10 Goldpfennig Anzeigenpreise: Die eini paltige Nonpareillegeile 0.70 Goldmart. Retlamezeile 4- Goldmart.., Kleine Anzeigen bas fettgebrudte Bort 0,20 Gold. mart( zuläffig zwei fettgedruckte Worte), tedes weitere Wort 0.10 Goldmart. Stellengefuche das erste Wort 0.10 Goldmark tedes weitere Wort 0.05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 0.30 Goldmart. Eine Goldmart ein Dollar geteilt burch 4,20. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft. Berlin SW 68. Linden. ftraße 3 abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Rebattion: Tönhoff 292-295 Berlag:: Dönhoff 2506-2507 Donnerstag, den 13. November 1924 Dorwärts- Verlag 6.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36 1 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gefellichaft, Tevofitenkane Lindenstraße 3 Verkehrsaufnahme in Deutschösterreich Wahlparole der Unternehmer. Seit dem heutigen Tagesbeginn. Wien, 12. November.( Eigener Drahtbericht.) Der Eisen. I des Strafvollzuges einverstanden, bat jedoch, dem bereits bahnerstreit, der in lüdenloser Gefchloffenheit und ohne jeden in der Vorbereitung begriffenen Reformprogramm der Regierung, Zwischenfall geführt wurde, ist beendet. Heute mitternacht wird der das eingehcnder Ueberlegung bedürfe, nicht vorzugreifen. Betrieb wieder aufgenommen. Heute nachmittag fand die Sihung der Vertrauensmänner der streifenden Eisenbahner statt, in der die Unterhändler über die Verhandlungen mit der Generaldirektion Bericht erstatteten. Nach längerer Debatte wurden die Jugeständniffe der Generaldirektion zwar als genügend erachtet; über einen Punkt wurden jedoch weitere Verhandlungen für erforderlich gehalten, die dann spät abends zur Einigung führten. Staatliche Republikfeier in Wien. Wien, 12. November.( Eigener Drahtbericht.) Aus Anlaß des zum Nationalfest erklärten Tages der Broklamation der Republit fanden überall große republitanische Rundgebungen und Veranstaltungen statt. Vor dem Parlament, wo sich der Bundespräsident und die Regierung eingefunden hatte, veranstaltete tas Bundesheer eine große Barade. Beim Abmarsch der Truppen tam es auf dem Beg von der Ringstraße bis zu der in einem Borort liegenden Kavallerietaserne mehrfach zu Kund. gebungen der Arbeiter gegen Ravallerieoffi. siere, die auf ihren Mänteln die Orben der alten kaiserlichen Armee trugen. Wieberhol griff die Polizei ein und nahm mehrere Berhaftungen vor. Die Verhafteten wurden jedoch bald darauf mieter freigelaisen Am Schluß der Barode verlieh der Bundespräsident die ersten Ehrenzeichen der Republik Deutschsterreich, so dem Polizeipräsidenten von Wien, früheren Bundeskanzler Dr. Scho ber und dem früheren Bräsidenten des Nationalrats und christlichsozialen Führer Dr. Beistirchne und niedrige Löhne. Der Hauptausschuß des Reichsverbandes der deutschen Industrie und der große Ausschuß der Ver einigung der deutschen Arbeitgeberverbände waren maßen, wenn auch nicht eingestandenermaßen die Wahlgestern im Reichswirtschaftsrat versammelt, um gewisserparole der Unternehmer herauszugeben. Dr. Sorge, der Borsigende des Reichsverbandes, der die Berhandlungen leitete, betonte sowohl zu Beginn wie zum Schluß der Verhandlungen, daß die Geschlossenheit der Induſtrie", das will heißen der Schwerindustriellen und der Fabrikanten der Fertigindustrie ,,, böllig wiederhergestellt" sei. Damit wird im Prinzip zugestanden, daß diese Geschlossenheit nicht immer bestanden hot. Wir bezweifeln übrigens, ob sie in der Zolltariffrage, die gleichfalls erörtert wurde, heute besteht. Der Referent, Fabrikbefizer G. MüllerDerlinghausen wandte sich gegen die hochschuh ber und verlangte u. a., daß die gegenwärtige Regierung Zöllnerischen Bestrebungen der anderen Länoder der Reichsrat so schnell wie möglich einen neuen 3011tarif herausbringen solle, d. h. bevor der neue Reichs tag gewählt ist. Freie oder beschränkte Luftfahrt? Aufgezwungene Beschränkung dann für alle! Gegenwärtig finden in Paris Verhandlungen statt, um die für Deutschland überaus läftige Beschränkung im Luftfahrtwesen zu beseitigen. Bis jetzt hat Frankreich noch nicht den von Deutschland geforderten Abänderungen der Versailler Luftfahrtbestimmungen zugestimmt. Daher die Meldung englischer Blätter, Deutschland wäre bereit, nach dem 15. No vember nur noch solche fremde Flugzeuge von der Größe und Stärke, wie sie Deutschland selbst vorgeschrieben sind, deutsches Reichsgebiet überfliegen zu lassen. Führen die Verhandlungen noch vor Ablauf des Jahres nicht zu einem Erfolg, dann bleibt Deutschland in der Tat nichts anderes übrig, als seinen grundfäßlichen Standpunkt, daß die Begriffsbestimmungen für die deutsche Luftschiffahrt ebenso wie für die deutschen auch für die ausländischen Flugzeuge gelten müssen, durchzu führen. Jede andere Regelung muß naturgemäß die deutsche Luftfahrt ruinieren, weil sonst frem de Flugzeuge die deut- strielle Produktins politit sprach ein GeneralAls letzter Berichterstatter über die allgemeine indu schen Luftverkehrslinien beherrschen würden. Die für die Luftverkehrslinie London- Berlin getroffene Regelung direktor Eichberg, Präsidialmitglied der Vereinigung der deutbleibt bis zum Ende dieses Jahres in Kraft. Wann werden die anderen entwaffnet? London, 12. November.( BTB.) In der gestrigen Bersanm hung der englischen Bölkerbundsliga erflärte der Arbeiterführer Clynes, die Entwaffnung Deutschlands vermöge den Weltfrieden nicht zu sichern, folange die anderen Nationen voll bewaffnet blieben. Auch britischer Verzicht? man operierte mit Bahlen, von denen die Unternehmer am Dann tamen die üblichen Steuerschmerzen zur Sprache. besten wissen müssen, daß sie falsch sind. schen Arbeitgeberverbände, über Arbeitszeitfrage und Lohnpolitit. Das beste hebt man sich bis zuletzt auf. Dieser Generaldirektor Eichberg erklärte also, daß unser Er port von 5,7 Milliarden im laufenden Jahre auf mindestens 14 Milliarden gesteigert werden müsse, wenn wir die Repa rationslaft von 2% Milliarden jährlich aufbringen und im= ftande sein sollen, die zu unserer Ernährung und für unsere Wirtschaft notwendige Einfuhr zu zahlen. Angesichts dieser Einschränkung der Reparationskommission. Situation sei die Ratifizierung des Abkommens Italien und das deutsche Eigentum. Beträchtliche Kostenherabsehung. von Washington völlig unmöglich. Und der Herr Paris, 12. November.( Eigener Drahtbericht.) Die Reparations- Verzicht auf Beschlagnahme von Nachkriegseigentum. Generaldirektor fügte noch hinzu:„ Nachdem wir das Dawes Gutachten angenommen haben, müssen wir auch die Vortommiffion veröffentlicht am Mittwoch das Programm der von ihr Durch WTS. wird offiziös erklärt: Die von der italienischen aus fegungen für seine Erfüllung schaffen." mit Rücksicht auf die Durchführung des Dawes- Planes in Regierung angegebene verzichter! lärung auf die AnIn diesem Burite stimmen wir ausnahmsweise dem Aussicht genommenen Umgestaltung der eigenen Organisa- wendung des in§ 18 der Anlage 2 zu Teil 8 des Versailler Ver Generaldirektor Eichberg zu. Diese ,, Boraussetzung" ist nämtionen. Der innere Aufbau und die Struktur der Kommission trages vorbehaltenen Rechte der Beschlagnahme des Nachlich, daß die Arbeits- und Lebensbedingungen, bleiben die gleiche, wie sie in Artikel 2 des Arhangs II des friegseigentums wird nicht nur in den amtlichen deutschen also insbesondere die Arbeitszeit der deutschen Arbeiter Friedensvertrages festgesetzt ist, mit dem einzigen Unterschied, daß streifen mit lebhafter Befriedigung aufgenommen. Sie ist als ein und Angestellten nich chlechter sein dürfen, als die die Hauptdelegierten der in ihr vertretenen Mächte ihren ständi Beweis dafür zu betrachten, daß die italienische Regierung in die Arbeits- und Lebensbedingungen der Arbeiter und Angen Siß nicht mehr in Paris haben werden. Sie werden anbelsvertragverbandlungen, deren Eröffnung für gestellten in den Ländern der Alliierten! fünftig nur noch bei wichtigen Entscheidungen an den Beratungen Anfang Dezember feststeht, in dem gleichen Geist des Entder Kommission teilnehmen, die zu diesem 3wed in einzelne gegentommes eintritt, in dem auch die deutsche Regierung Sessionen von furzer Dauer zusammengezogen werden sollen. die Verhandlungen zu führen gewillt ist. Die hohen Gehälter, die die Hauptdelegierten bisher bezogen haben, sollen im Zusammenhang damit eine sehr beträchtliche herabsehung erfahren. Die laufenden Geschäfte der Kommission werden von den beigeordneten Delegierten erledigt werden. Diese bilden zugleich ein permanentes Direktionsfomitee. Der 87 des Anhangs II des Friedensvertrages, der den Ausschuß ermäch tigt, die Gesamtheit seiner Amtsbefugnisse und Vollmachten auf feine Beamten, Beauftragte in Sonderausschüsse zu übertragen, liefert die rechtliche Basis dieser in Aussicht genommenen Reorganifation. Welche Fragen der Entscheidung der Hauptdelegierten vorbetalten bleiben sollen, bleibt den Beschlüssen der Kommission über laffen. Das Direktionsfomitee, in dem sich die beigeordneten Delegierten durch ihre Generalféfretäre vertreten laffen fönnen, wird, wenn es über eine aus dem Tawes- Plan resultierende Angelegen heit zu entscheiden hat, gemäß der Bestimmung des Londoner Abkommens durch Hinzutritt eines amerikanischen Dele gierten els Vertreter der Anleihegläubiger erweitert werden. Eine ganze Reihe der in die Reparationsfommission eingegliederter Dienststellen, insbesondere das Bureau für Reftitutionen und Naturallieferungen, das Finanzkomitee, das Informationsbureau, die Rechtsabteilung sowie eine größere Anzahl von Sekretärposten werden aufgehoben. Der Hauptzwed, der mit diefer Reorganis fation beabsichtigt ist, die Reduktion der sehr beträchtlichen Kosten, die sich bisher auf etwa 500 Millionen Frant jährlich belaufen haben, dürfte damit gesichert sein.. Condon, 12. November.( Eigener Drabibericht.) Es verlautet, daß die englische Regierung beschlossen bat, auf das Recht der Begnahme deutschen Privateigentums für den Fall abfichtlicher deutscher Verfehlung gegenüber den Reparationsverpflichtungen formell zu verzichten. Der Kampf gegen Mussolini. Die Kommunisten tanzen außer der Reihe. Rom, 12, November.( EP.) Bei der heutigen Wiedereröffnung der Kammer überraschte das Erscheinen der& ommunisten unter Führung des Abgeordneten Repoffi. Bei der Etöffnung der Sigung waren 280 Abgeordnete zugegen, darunter auch die ehemaligen Frontkämpfer. Auf der Regierungsbant faßen Mussolini mit Federzoni und anderen Ministern. Als erster Redner tam der Kommunist Repoffi zum Wort, der sofort heftige Angriffe gegen den Faschismus und die Regierung erhob, die er der Miffchuld an der Ermordung Matteottis bezichtigte. Er wurde dafür vom Präsidenten zweimal zur Ordnung gerufen und von Farinacci und anderen Faschisten mit Schmährufen unterbrochen. Zum Schluß gab er der Hoffnung Ausdruck, daß sich bewaffnete Bauern- und Arbeitergruppen bildeten, um die Dittatur des Proletariats vorzubereiten. Die Kommunisten behielten sich vor, nur an den Sihungen teilzunehmen, wenn fie dies für geeignet erMatteotti, Casalini und Giota. Wie Was aber die angeführten Zahlen der Ausfuhr im laufenden Jahre und der notwendigen Ausfuhr bei Erfüllung des Abkommens von London betrifft, gestatten wir uns einige Borbehalte zu machen. Es ist niemandem unbekannt, daß unsere Ausfuhrstatistik durchaus mangelhaft ist und einen Teil unserer Ausfuhr gar nicht erfaßt. hoch unsere Ausfuhr aber sein muß, um das Abkommen vpn London zu erfüllen, das hängt nicht so sehr von der rohen Summe der Ausfuhr, als von ihrer Qualität ab. Wenn Eichberg zur Lohnfrage dann noch pathetisch ausruft, die Arbeitgeber müßten zunächst von sich selbst als Person und Unternehmer Opfer verlangen, um mit moralischem Recht von der Arbeiterschaft fordern zu können, daß diese, helfe, die Wirtschaft wieder aufzurichten, so hätte er eigentlich bald hinzus fügen sollen, wie fich die Unternehmer diese Opfer" vorftellen, die sie zunächst selbst zu bringen hätten! Man müßte auch wissen, was die Unternehmer darunter verstehen, daß die Arbeiterschaft die Wirtschaft wieder aufrichten helfen" müsse. Aber wenn Eichberg es vielleicht auch nicht offen ausgefprochen hat und wenn Herr v. Borsig nach dem uns vorliegenden Bericht in der Aussprache gesagt hat, daß diese Grundsäge der Lohnpolitik zwar die Bereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände nicht populär machen, aber dem Wohl des Baterlandes dienen, so weiß jeder, was darunter zu verstehen ist. Man braucht nur die Vorgänge in der Ber= liner Metallindustrie beobachtet zu haben, wo die Unternehmer Lohnforderungen einer einzelnen Arbeitergruppe fofort mit Aussperrung beantworten, um darüber klar Fortschritte der franzöfifchen Etatberatung. achteten. Präsident Rocco hielt dann die Gedächtnisreden für zu sein, was sich hinter den Worten nur schlecht verbirgt. Die Obstruktion der Herriot- Gegner gescheitert. Paris, 12. November.( Eigener Drahtbericht.) In der Mittwochsfizung der Kammer machte die Diskussion des Budgets, noch dem die Abstimmungen der letzten Tage der Opposition die völlige Aussichtslosigkeit der von ihr verincten Obstruktion zum Bewußtfein gebracht baben, rafae fortidritte. Gelegentlich der Beratung des Etats pes Juftizministeriums wurde bon fozialisti iber Seite erneut die Ausbebuna der in Frankreich noch immer üblichen Deportation der Schwerverbrecher in überfeeifche Straitolonien gefordert und zu diesem Zwecke die Streichung eines Kredites in Höhe von 50 000 rant verlangt. Der Justiz minifter erklärte fich im Brinaip mit der geforderten Reform Anschluß Giolittis an die Opposition? Rom, 12. November. ( Eigener Drahtbericht.) In der am Mittwoch wiedereröffneten Tagung des Rumpfparlament fehlte neben der Opposition auch Giolitti. Er gehört bis jetzt nicht zur Oppofition. Man erwartet jedoch, daß er sich jetzt den Oppositionellen anschließen wird. Der indische Englandboykott. Die Stadtbehörde von Ahmedabab bat beschlossen, in den Mädchenschulen das Spinnen( zur Herstellung der badder- Boykotikleiduna) obligorifa einzuführen. Einen gleichen Beschluß haben die Behörden des Tanjore Distriktes gefaßt. " 1 Wir müssen gestehen, daß uns die Offenheit, mit der die Unternehmer turz vor den Wahlen ihre Parole ausgeben: Gegen den Achtstundentag, gegen die Ratifizierung des Abkommens von Washington", einigermaßen überrascht. Die Unternehmer sind sonst bei Wahl= fämpfen etwas zurückhaltender, mindestens der Deffentlichkeit gegenüber Es trifft sich ganz gut, daß am selben Tag der Wirtschaftsausschuß des banerischen Landtages sich mit den Anträgen unserer Parteigenossen befaßte, in denen der achtstündige Arbeitstag für Handel, Industrie und Gewerbe bei allen Staatsbehörden und in allen Staatsbetrieben gefordert wird Gegen diese Anträge sprachen sich die bayerischen Regierungsvertreter aus und die bürgerliche Mehrheit des Ausschusses lehnte fie ab! Es trifft| Das Leipziger Blatt der Nationalsozialisten, die| folchen Strafverfolgungsmaßnahmen Abstand zu fich nicht minder gut, daß am selben Tage das Wolff- Bureau aus Saarbrüden folgende Meldung bringt: Auf Grund des Beschlusses der Regierungskommission des Saar gebiets vom 7. November ist der Achtstundentag im Saars gebiet mit Wirkung vom 8. November gefeßlich festgelegt worden. Die Fassung der Verordnung entspricht nicht vollkommen derjenigen, die der Landesrat in seiner let'en Sigung angenommen hatte; doch hat auch die Regierungstommission den ursprünglichen Entwurf ergänzt. Wenn es also nach dem Wahlprogramm des Reichsverbandes der deutschen Industrie und der Bereinigung der deutfchen Arbeitgeberverbände ginge, dann würde in Deutsch fchen Arbeitgeberverbände ginge, dann würde in Deutsch land der 3ehnstundentag und vielleicht, wie in der Schwerindustrie, der 3 wölfstundentag, wieder ein geführt. Mitteldeutsche Zeitung", ist bereits zufammen gebrochen, der Nationalsozialist" in Chemnih ist in Schwierigkeiten geraten und auch der Streiter weiß nicht mehr ein und aus. " Das sind immerhin recht interessante Tatsachen. Andere Parteien und Parteizeitungen gerieten während der In flation in Schwierigkeiten und haben sich erst nach der Stabilisierung wieder erholt. Die Nationalsozialisten" und die Baterländischen" gehen den umgekehrten Weg. Es ist ihnen nie so glänzend gegangen als während der Inflation. Heute, nachdem das Gespenst der Inflation fortgescheucht ist, weiter waren als ein Inflationsgespenst. Wie es vor der brechen sie zusammen. Sie beweisen damit, daß sie selbst nichts Reichstagsauflösung hieß: Fort mit dem Inflationsreichstag, muß es jcht heißen: Fort mit den Inflations parteien! Rechts schwenkt, marsch! So siehste aus! nehmen, durch die eine Betätigung der Mitglieder der beiden Ausschüsse behindert würde. Mit entsprechenden Anregungen wird die Reichsregierung an die Landesregierungen herantreten. Snweit die Entscheidung bei den Gerichten liegt, ist sie allerdings der Einflußnahme durch die Verwaltung entzogen. Eine Gewähr dafür, daß die Gerichte die Immunität als gegeben ansehen, besteht bei der 3weifelhaftigkeit der Rechtslage nicht. Die Reichsregierung beabsichtigt deshalb, dem Reichstag eine Gesegesvorlage vorzulegen, durch die die Immunität der Ausschußmitglieder auch nach) Auflösung des Reichstags ausdrücklich sichergestellt wird. Die beiden kommunistischen Mitglieder des Ausschusses, Ruth Ausschusses nicht erschienen, um sich nicht der Gefahr der BerhafFischer und Thälmann, waren zu den Verhandlungen des hung auszusehen. Der Antrag, zwei Stellvertreter den Berhandlungen beiwohnen zu lassen, wurde vom Ausschuß abgelehnt. Was sagt die deutsche Regierung? Der zweite Erzberger Mörder freigelassen. Die Telegraphen- Union meldet aus Prag: Nehmen wir einmal den mehr als unwahrscheinlichen Fall, daß die Mehrheit der Wähler und Wählerinnen am 7. Dezem= ber den bürgerlichen Parteien ihre Stimme gibt, die dieses Wahlprogramm der Unternehmer annehmen. Nehmen wir weiter den unwahrscheinlichen Fall, daß die deutsche Arbeiterschaft sich den Achtstundentag rauben ließe, das Programm der Unternehmer: Niedrige Löhne und lange Arlangen Artifel nachlesen, daß es mit der Rechtfertigung der Grillefsen ist endgültig eingestellt worden. beitszeit, sei verwirklicht. Wie würde etwa zehn Jahre später die Wolfsabstimmung im Saargebiet ausfallen, wo unter französischer Herrschaft der Achtstundentag bisher völlig aufrechterhalten und jetzt dauernd gefeßlich festgelegt worden ist? Die Untersuchung gegen den in Preßburg verhafteten Tilleffen ist endgültig eingestellt worden. Da die 30täg ge Frift verstrichen ist, ohne daß die deutsche Regierung die Auslieferung verlangt hätte, liegt für eine weitere Festhaltung Lillessens tein Grund vor. Da er feine Ausweispapiere hat, tann ihm jedoch der Aufenthalt in der Tschechoslowakei nicht gestattet Wir find neugierig, die Gründe zu erfahren, die die deutsche Regierung veranlaßten, gegen den Erzberger- Mörder Tillessen nichts zu unternehmen. In der Deutschen Tageszeitung fann man in einem füllungspolitif nichts ist. Die Verständigung von London bedeute teinen Erfolg. Diese Behauptung an sich ist nicht originell. Man fann sie j den Tag aus deuthnationalem Munde hören, seit das deutschnationale Schachergeschäft pleite gemacht hat. Originell aber ist die Beweisführung Die Deutsche Tageszeitung" führt nicht merden. Wir beschränken uns darauf, diese Frage an die Herren weniger als drei auswärtige Gewährsmänner an, um ihre Bevom Reichsverband und der Vereinigung der deutschen Arbeit hauptung zu beweisen. Da findet man neben dem Schweden geberverbände zu richten, die gefliffentlich ihren Patriotis Cassel und dem Engländer Keynes den- Japan Chro mus" in den Vordergrund stellen. Aber wir fennen ja den nicle"! Zu der Beweistraft ihrer eigenen Argumente und AutoPlan der Verfackung des Rheinlandes", und es würde uns ritäten haben die Deutschrationalen offenbar nicht mehr Vertrauen auf. nicht sonderlich überraschen, wenn sich gewisse Unternehmer mit einem kleineren Deutschland abfinden würden, vorausgesetzt, fie tönnten dagegen die längere Arbeits zeit eintauschen. Wie dem aber auch sei: Das Wahlprogramm der Unternehmer ist jetzt heraus. Es lautet: Beseitigung des Achtstundentages und niedrige Löhne! Wir wissen, daß der Reichsverband der deutschen Industrie wie die Bereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände Bertreter in allen bürgerlichen Parteien haben. Es gibt nur eine Sicher heit, dieses Unternehmerprogramm zu Fall zu bringen: fich mit aller Entschlossenheit für den Wahlsieg der Sozial. Demokratie einzusehen! Die völkische Pleite. Es fracht an allen Enden. Der„ Sozialdemotratische Pressedienst" bemerkt zu bem pon uns schon im gestrigen Abendblatt veröffentlichten Bettelbrief Bulles: Aehnlich soll es den vaterländischen Verbänden ergehen, die ebenfalls in aller Welt herumpumpen und sich troß ihres gepachteten„ Nationalbewußtseins" nicht einmal schämen, in der Schweiz um Geld zu werben. Es ist vorläufig noch verfrüht, Darauf näher einzugehen, aber sicher ist, daß die vaterländische Be wegung noch vor den Reichstagswahlen eine besondere Freude ericben wird. Für heute wollen wir nur soviel sagen, daß sich die vaterländische Bewepgung auf ausländische Mittel auf. baut und neben ihr aus der oleichen Quelle auch Herr Ludendorff und feine Etrategie im Münchener Bürgerbräu. feller bezahlt worden ist. genug, und so nimmt man dann Anleihen beim Auslande Was beweisen diese ausländischen Autoritäten? Wenn sie mit ihrer Ansicht recht haben, daß der Dawes- Plan für Deutschland eine neue Ratastrophe bedeutet, dann sind die Deutschnatio nalen die größten Lumpen. Denn sie haben die Annahme der Dawes- Gefeße erst möglich gemacht, und sie haben sich diesen„ Berrat am Volt" auch noch bezahlen lassen wollen. Die„ Deutsche Tageszeitung" härgt also die Schande der Deutsch nationalen Partei an die große Glode, lidem fie die auswärtigen Herren aufmarschieren läßt. Aber wo eine Dummheit gemacht wird, darf Herr Hergt nicht fehlen. Der Ausländerfimmel, der bei der Deutschen Tages zeitung" ausgebrochen ist, scheint ansteckend auf ihn zu wirken Er hat in seiner Augsburger Rede nicht mur feire üblichen Verleum dungen gegen den Reichspräsidenten und die Soz aldemokratie los. gelaffen, sondern auch eine neue Barole ausgegeben. Er sagte: Der englische Rud nach rechts ist ein gutes Bei spiel für die deutschen Wahlen und am 7. Dezember heißt die Parole: Rechts schwentt, Marsch! Wie weit muß es mit den Deutfcnationalen getommen fein, daß sie sich genöt et fchen, ihren Wählern ausländische Sachver ständige und englische Wähler als Muster hinzustellen! Man kann Herrn Hergt und der deutschrationalen Partei zu dieser neuesten Behlparole gratulieren. Sie wird einen außergewöhnlichen Lach erfolg haben. Die Ausschußmitglieder immun. Der Ueberwachungsausschuß des Reichstags ftimmte am Mittwoch der früher bereits vertretenen Rechtsansicht zu, daß Die Unterstützung der nationalsozialistischen Bewegung durch das die Mitglieder des lleberwachungsausschusses und des. Auswärtigen Ausland war bisher überhaupt nur ein offenes Geheimnis, ohne daß Ausschusses, die nach Artikel 85 der Reichsverfassung auch nach ertisher aber positive Beweise für die allgemeine Annahme erfolgter Reichstagsauflösung bestehen bleiben, die Immunität bracht werden fonnten wir glauben annehmen zu dürfen, daß sich bis zum Zusammentritt des neuen Reichstages bieser Zustand schon in den nächsten Wochen ändert und unserem befizen. Stcatsfefretär 3 weigert vom Reichsministerium des Bolle endlich gezeigt werden fann, wie die nationale Bewegung" Innern gabt als Vertreter der Reichsregierung befannt, daß diese in Deutschland international finanziert wird. fich bei der Zweifelhaftigkeit der Rechtslage die den Rechten der Dazu können wir ergänzend mitteilen, daß auch in Mittel- Mitglieder der Ausschüsse günstigere Auslogung zu eigen gemacht deutschland die Nationalistische Freiheitspartei mächtig wackelt. hat. Sie hat daher den Oberreichsanmalt veranlaßt. von Alter und neuer Ruhm. Konzertumschau von Surf Singer. Es ist etwas Eigentümliches, oft audragisches um den Ruhm eines Künstlers Ein paar Jahrzehnte hat man sich um den Genuß, Eugen d'Albert on Klavier zu hören, gerissen. Die Segnungen des Altmeister Liszt fdywebben über ihm, und es gab mirflich fein inbrünstigeres Beten an den Tasten des Flügels, als wenn d'Albert sich in die Welt Beethovens versentte. Heute ist das anders. An Ser Füchtigkeit seiner Technit, an dem grobfchlächtigen Donebenhauer braucht man faum mehr Anstoß zu nehmen; aber feine innere un geschloffenheit, fein an Respetilosigkeit grenze: des Berpagen der Tempi und des im Wert legernden Stimmungswertes nehmen For men an, die das Zuhören nicht mehr zur Annehmlichkeit machen Ob diesen genialischen Musikanten das Klavierspielen nicht mehr intereffiert oder ob er, durch Produktion abgelentt, feinen Weg mehr zu anderer als zur Opernfunft findet, das ist schwer zu entscheiden. Seine Bugtraft hat d'Albert langsam eingebüßt, und es bleibt von dem Bicnisten, wenn er nicht eine Wiedergeburt an Haupt und Gliedern an sich vornimmt, nur noch die große, schöne, erquidende Jugenderinnerung. Einen Unberannten beim ersten Schritt in die Deffentlichkeit hymnisch preisen zu lönnen, gehört zu den größten fritischen Freuden. Man darf das uneingeschränkt bei Simon Golsterg, den Fesch- Schüler. Der 15jährige geigt mit der Reife eines Volljährigen, mit absoluter Sicherheit der Griffe und des Striches, dabei in einer natürlichen Art der Darstellung, die Bewunderung erregt. Ein edler Ton vergesellschaftet fich mit einer edlen Empfindung, die beim E- Dur- Konzert von Bach vielleicht noch völlig auf die Borte tes Lehrers schwört, in dem verftaubt: n D- Moll- Konzert von Joachim ( in ungarischer Weise) aber von blühender Selbständigteit wird. Das Bibrato, die Fülle und Sinnlichkeit bes Tons zeugen von einen musikantischen und spezifisch geigerfchen Empfinden. Es ist kein Zweifel, daß Simon Goldberg in fürzester Zeit zu den Besten der besten Geiger gehören wird. " schen Boltslebens, in einem organisierten Єpeftatel fühlt man die ordnende Hand eines großen Musikanten. In die Tiefe geht weder diefes Stüd, noch vor allem der in bengalischem Licht aufgezogene Schlußgefang. Preisend die Göttlichteit schweigt das Gedichtder reine Mensch, der Ethiker Bufoni hat auch diesen Abschluß tom poniert, der in feiner Klangstruttur ein wenig an den Schluß der Lisztschen Faustsinfonie erinnert. Die Distanz zu dem Schaffen des wundervollen Menschen Busoni ist noch zu flen, als daß nicht immer mieder fein Wert zur Diskussion gestellt werden müßte. Wie das mieder sein Wert zur Distusfion gestellt werden müßte. Wie das Urbeil auch immer ausfalle, jetzt oder später: Wir stehen mit ge= fentiem Kopf, den Hut in der Hand, vor einem der besten Musiker föpfe, die unfere Beit gesehen hat. Erich Kleiber hatte nicht geringe Mühe, das Auseinanderfallende technisch zusammenzuhalten; über manche Aeußerlichkeiten, bie Bufoni felbt wohl durch Berinnerlichung des Spiels vergeffen gemacht hätte, fonnte weder er noch Betri hinwegtäuschen. Braun und Severing im Hochwassergebiet. Rasche Hilfe der preußischen Regierung. Der preußische Ministerpräsident Genosse Braun und der Innenminister Genosse Severing weilten am Dienstag im Hochwassergebiet, um sich an Ort und Stelle über die Größe des angerichteten Schadens und die Schwierigkeiten der heimgefuchten Bevölkerung zu informieren. Der Umfang des Schadens tann im Augenblid noch nicht durch eine fefte Baht angegeben werden, aber das eine steht bereits fest, daß die Schäden mindestens ebenso groß find wie bei der Ueberschwemmung des Jahres 1920. Wohl hat der Wasserstand diesmal nicht ganz die Höhe von 1920 erreicht, allein das plöbliche Auftreten des Hochwassers hat überall die Rettungs- und Bergungsarbeiten außerordentlich erschwert. Auf Grund der Feststellungen werden schon in den nächsten Tagen Finanzministerium preußischen größere Mittel zur Linderung der Schäden angefordert wer den. Die vom Ministerpräsidenten zur Verfügung gestellten 200 000 Mart waren lediglich als erste rasche Hilfeleistung gedacht. Dom Bon einer Bereitstellung größerer Geldmittel durch das Reich ist im Augenblick noch nichts befannt. Der Aufruf der Reichsregierung. gur Sammlung von Spenden wird am 14. oder 15. d. M. ericheinen. Die Dom Reichspräsidenten aus seinem Disposi tionsfonds gegebenen 200 000 mart sollen die Einleitung der Spendensammlung darstellen. Amtlich wird gemeldet: Bum 3mede der beschleunigten Abstellung der durch das Hochwaffer im Rheinland entstandenen Schäden hat der Preußische Minister für Volkswohlfahrt den Oberpräsidenten sowie fämilidje Regierungspräsidenten der Rheinproving mit den nötigen Weisungen versehen. Gemäß diesen Anweisungen fönnen in Ergänzung der allgemeinen Hilfsaftion 2ufräumungsarbeiten und aus instandsegungen als große Motstandsarbeiten aus den Mitteln der produttiven Erwerbslosenfürsorge gefördert werden, die den Regierungspräsidenten bereits zur Ver fügung gestellt worden sind. Als Boraussetzung gilt, daß es fich nicht um laufende Unterhaltungsarbeiten, sondern um die Schaffung zufäßlicher Arbeitsgelegenheit handelt. As Träger der Notstandsarbeiten tommen die Gemeinden in Frage. Neues über die Wirkung des Alkohols. vielmehr haben sollten, sich mit der Wirkung des Alkohols auf den Die Amerikaner, die praft sch feine Gelegenheit mehr haben oder menschlichen Körper zu beschäft gen, geben fich defto fr ger theoreti fchen Untersuchungen hin. Ueber die neuesten Forschungen auf diesem Beb et wird in der Umschau" berichtet: Man hat besonders untersucht, durch welche Umstände die Menge des ins Blut aufgenommenen Alkohols verringert wird. Je langfamer die Aufnahme erfolgt, um so geringer st de Trunkenheit, die hervorgerufen wird. Im allgemeinen wirft im Mogen vorhandene Nahrung verdünnend; doch haben manche Nahrungsm ttel biefen Einfluß stärker als andere. So wird z. B. durch Milch oder Mich und Bret, die 2% Stunden vor dem Alkohol genommen werden, de Resorption sehr verlangsamt. Dagegen hat Fleisch, das so häuf g mit Alkohol zusammen genossen wird, wenig Einfluß auf die Resorpt on durch das Blut. Versuche, die über die Schnelligkeit und Genau g feit beim Maschinenfchreiben nach Alkoholgenuß vergenommen wurden, zeigten, daß de Einwirkung des Alkoho's sehr vermindert war, wenn er mit dem Essen oder kurz nach dem Essen gencmm.n wurde. In den großen Sinfoniekonzerten des Blüthner. Orchesters maltet Peter Raabe feines Amtes mit außerordent licher Hingabe und so intensiv lehrend, das gelegentlich das Sinfonie. orchester im Klang und in der Afturatesse des Spiels nicht mehr zu ertennen ist. Was wir immer betont und gepredigt haben, scheint sich zu bewahrheiten, daß unter der Leitung eines Mannes, der Der Boltsglaube, daß der Alkohol auch als Nährmittel d'enen Künstler und Arbeiter zu gleicher Zeit ist, das Sinfonieorchester fönne, erweist sich vor dem Forum der Wissenschaft als wenig becine Renaissance erleben tann. Man höre eine Sinfonietta_von gründet Alkohol ist nur insofern ein Nahrungsmittel, als es ein Baul le 3 fi, ffen formal abgeschlossenes und im fühnen Wurf Stoff ist, den der Körper verbrennen fann. Die gute Wrkun de tahinfliehendes Opus 1 wir jüngst schon gelobt hatten. Das sinter Wein bei der Wiebergenesung Kranter ausübt, beruht hauptsäch fonische Stüd läßt die Blasinstrumente aus dem Orchester fort und lich darauf, daß er nach der gewöhnlichen Nahrung Appetit erregt erreicht tennoch einen Klong, der die Bläser nicht vermiffen läßt und eine gewiffen Bufri benhet hervorruft. Die Blutverte lung n Dieser Mei erschüler von Friedrich E. Roch verbindet mit einem der Haut, die durch den Alkohol bewirkt wird, erzeugt ärmenefühl den hrer ehrenden technischen Fundament ein schwungpolles, und Unterdrückung leichter Schmerzen, so daß damit ein Wohlbefinden jugendlich begeistertes Temperament. Besonders der erste Saz hai hervorgerufen wird. De amer tanische Gelehrten Icugnen, daß der eine fraftstrohende Leidenschaft, die nur vorübergehend durch ein Alkohol ein notwendiges Arzneimittel ki; jedenfalls ist er fein warmes, liebhaft empfundenes Seitenthema und durch das Spiel fpezifisches Mittel wie z. B. des Chin'n. einer Sologeige abgebimp't wird. In der Durchführung sind Brat schen und Gegen gelegentlich durchaus bläsermain, was, wie gefährlicher fei als bei förperlicher Tät gfe't, ist nicht richtig. Die Crfagt, den Klong fehr anmu.ig nüanckert. Klepfi ift, wie auch das Andante zeigt, ein Musiker, der die flaffische Form beherrscht, in Edukiak arbeitet er mern mit fugierten Teilce, doch schwebt über der art rhythmischer Eigenheiten wie der Figuration und des Be fammelcs, über ber fompliziert anzusehenden und doch natürlich flingenben Berbindung der Streichinstrumente ein Geist, der von modernem Musika tentum gestreift wurde. Das Wert machte auf Mufifer wie auf Bublifum einen außerorden.lich storten Eindruck, zumal es sehr wirkungsvoll, faprizios und wuchtig zum Vortrag ge langte, Ein Toter wurde im dritten Konzert der Staats. operntapelle gefeiert. Es follte erwiesen werden, daß dieser Tote in feinem Bert lebenbig geblieben ist. Ferrucio Bufoni fam in feinem Stonzert für Klavier, Orchester und Männerchor Opus 39 zu Worte und seiner Asche trauerten die erschütternden Ewigkeitsilänge der maurerischen Musit Mezorts nach. Egon Betri spielte das außerordentlich schwierige Konzert; er ist wohl der einzige Pianist, der es formal und inhaltlich darzustellen, flang lich in den vielen Schattierungen des Ernftes und der Heiterfeit nüancieren kann. Der Name Konzert bezeichnet das große, fünf fägi e sinfonische Gebilde nicht richtig. Es ist weder nach der Form hin noch nach der crgonischen Entwidlung ein einheitliches Gebilde. Sein Hölpunkt ist der dritte, tragisch ernste Teil, in dem tatsächlich eine außerordentliche Erfindung mit einem leidenschaf.lichen Verschwenten von Kunstaustrud, Beweglichkeit, Temperament gepaart ift. Auch der Prolog hat große Linie und Schwung. Allerdings cheint hier der Klavierpart stiefmütterlich in nicht sehr erfühlten Bhrasen dchirflingen. Der italienische Eaz ist gewiß blendend Komödie Die für heute anoeleste Gritaufführung von Geraldys irtuos geschrieben, ja mißig mit seinen Spiegelungen des italieni.. im é e muj wegen Erfrantung Helene Thimigs verschoben werden. Walter Giefeting, der Dämon des Klaviers, raft sein Temperament leidenschaftlich auf den Ta' en ous, wenn es etwa Re er gift. Er finft in Andacht. in Gebetsflüstern in das Beleben ätherischer, firchenhafter, transzendentaler Tone, wie man sie nach Farbe und Belichtung sonst nicht hört Alles durchbrängt dieser moderne Meister mit Elut und Nerv. So wird auch der Bortrag zweier Bufoni- Scnoten, obgleich es teine tiefgründigen Werte sind, burch den Spieler noch Erlebnis. De Voltsmeinung, daß Alkohol bei figender Lebensweise ge fahrungen der Lebensversicherungen laffen erkennen, daß Leut, die feinen Alkohol zu sich nehmen, länger leben als solche, die täglich Alkohol genießen. Aber hierbei spielen noch andere Fragen mit. Im alleme nen fann man fagen, daß Aitohol zu einer gefunden Lebensführung nicht nötig ist; für Kinder und Personen mit e nem schwachen Nervensystem ist er gefährlich. Ceo Blech und die Große Boltsoper. Der Betriebsrat ber Großen Volksorer schreibt uns: In ter Vollversammlung des Bers forals der G20. vem 8. ter die Vertreter der Bühneng noffenschaft und Vertreter des Deutschen Musikerverbondes be wohnten, hat das Berfonal Herrn Generalmusikdirekter Blech, nachdem derfelbe ers flärte, bem ritut auch in dieser schweren Zeit zur Verfügung zu schen, eine stürmische Coction targ bracht. Einzelre Et: len ber Bresse haben diefe Tatsache so verdreht, als ob Herr Gerer( mufit. direttor Blech durch irgendwelche Mittel und Intrigen eine we gurg gegen Herrn Large angefacht hätte. Der Betriebsrat der GVO. muß folchen Enstellungen mit allem Nadbrud entgegentreten. Die jekt in der gesamten Bresse festgestellten Tetfachen in der Schäfts. führung sind durch diese Taftit der Ablentung nicht aus der Welt zu schaffen. Es hieße die Urteilstraft der Beteiligten doch zu ſehr Die Bolschewisierten. Die Wähler werden nicht mehr gefragt. Die Listen aufstellung„ besorgt die Zentrale. ,, Revisionisten" fönnen ins Gefängnis wandern. Die KPD. versucht, an der Listenaufstellung der SozialDemokratischen Partei herumzumäkeln. Mit wenig Glüd. Wie die sozialdemokratischen Reichstags- und Landtagskandidaten listen zustande tommen, weiß jeder Parte: genosse. Die Aufstellung der Kandidaten erfolgt in voller Deffentlich. feit. Wie steht es aber damit bei der KPD.? Es ist tekannt, daß sich in der KPD. die Gemäßigten und die Radikalen feindlich gegenüberstehen. Die Anhänger des von Mostau befohlenen, für Deutschland wahnwißigen Terrors menden diese Methoden vor allem- gegen ihre eigenen Parteigenossen an. Ganze Führergarni turen find abgefägt worden. Aus der Roten Fahne" und aus anderen tommunistischen Blättern mußten alle Re dakteure verschwinden, die sich den Moskauer Befehlen nicht b.indlings unterwerfen wollten. Den Stadtverord neten im Rheinland und in Westfalen, die sich weigerten, den Moskauer Blödsinn mitzumachen, ging es nicht besser. Ueberall in der KPD. regt sich der Geist der Bernunft, der sich sagt, daß der Arbeiterschaft mit den Mostauer Rezepten nicht gedient ist. Wenn man sich in den Parlamenten, in denen um das Schicksal der Arbeiterklasse gefämpft wird, wie ein Tollhäusler benimmt, so ist man damit 2mar ein braver Bollstrecker der. Befehle aus Mostau, aber die Interessen der Arbeiterschaft müssen bei diefer Tattit ins Hintertreffen geraten. Die Reaktion ist bei dieser Kampfesweise der einzige Nuznießer. Das hat man bei dem Entscheidungstampf um den Bürgerblod geHätte die Taftit der fommunistischen Reichstagsfraktion gestegt, dann stände das Reich heute unter dem Diftat eines beutschnationalen Bürgerblocks und Preußen wäre den felben Weg gegangen. Gibt es einen Menschen, der der Anficht ist, daß das gut für die Arbeiterschaft gewesen wäre? Fragt die Prominenten der KPD. selbst, ob sie daran glauben! Ihre Antwort wird ein elendes nationalistisches Gestammel sein, das sie den Hafenfreuzlern abgehorcht haben und an das der größte Teil der Hafenfreuzler heute selbst nicht mehr glaubt. Aber Moskauhat befohlen, also mußte die Berliner Filiale gehorchen. Die Bersilavung" durch den Dames- Plan muß herhalten, um die Verftlavung durch Moskau zu verdecken. Das ist der eigentliche Grund und das ist auch der Grund dafür, daß man die Neinjager in der KPD. hinauswirft. Vernunft, Klarheit und Besinnung dürfen sich in der KPD. nicht ausbreiten. Deswegen wird jede Diskussion unterdrückt. fehen. dem Küstriner Putsch bei der politischen Polizei und dem Reichsministerium des Innern Angaben gemacht hat, die den Stahlhelm in Frankfurt belasten. Die Hallesche Rosenbaum 3entrale( Herr Rosen-| in Berlin verhörten Stahlhelmmannes aussagen sollen, der kurz vor baum ist ein Herr Saciem tnechtisch ergebener junger Mann) hat ohne Befragen der Mitgliedschaft einfach durch einen fogenann en Bezirksausschuß in Halle die Kandidaten aufstellen laffen. Um das einstimmig" zu ermöglichen, sandte sie zunächst eine Anzahl gutbefoldeter Kommissare" in den Bezirt, die die Köpfe in den einzelnen Unterbezirfen zu bearbeiten" hatten. Diese Helden haben dann in den einzelnen Konventikeln mit diftatorischen Mitteln dafür gesorgt, daß nur der Zentrale völlig genehme Männer zum Bezirksausschuß gingen. Auf diesem Bezirksausschuß wurde außerdem den von der Zentrale befoldeten kommissaren" Sig und Stimme von der Rosenbaum- Zentrale verliehen", jo taß die Schclem- Knaben ohne weiteres beren Stimmen als Vorschuß für fich buchen fonnten Die Ausschußsigung tlappte programm mäßig. Die vom Bezirksfeldwebel Rosenbaum( Rosenbaum ist von den Scholem- Fischer ausbrüdlich zum militärischen Leiter für Mitteldeutschland bestellt) präsentierten Liften, die vorher mit Scholem festgelegt waren, wurden von dem so auffrisierten„ Bezirksausschuß mit der der guten Besoldung entsprechenden Begeisterung gesch'uckt. Die an die Rommissare" gezahlten fetten Diäten haben sich für die Rosen bäume gut rentiert; denn an der Spike der Reichstagsliste glänzen nunmehr der vielgewandte Wilhelm Koenen und der Hand lungsgehilfe" Rosenbaum. Das ist die„ Bolschewisierung" der Kommunistischen Partei, von der Echolem- Golfe bis vor wenigen Tagen in so begeisterten Worten schrieben. In Wahrheit bedeutet diese Bolschewisierung der KPD. lediglich den Berrat der Mitgliedschaft an einen Klüngel verantwertungsloser und zum Teil völlig unbefannter Existenzen. Der bisherige Abgeordnete Schumann( Georg) hat sich mit feines Auftretens immerhin einiger Beliebtheit bei der Mitgliedschaft der Zentrale nicht recht vertragen fönnen. Er erfreute sich wegen bes Bezirks Halle. Das war Scholem peinlich. Er erließ baber ein pölliges Spredverbot für Schumann, der auf diese Weise die letzte Möglichkeit verior, sich mit seinen Anhängern auseinander zusetzen. Gegen ihn schwebt ein Strafverfahren, das ihm bei seiner Richimiederwahl die Verhaftung bestimmt einbringt. Man hat Schumann fein Mandat gegeben, so daß er von seinen eigenen Parteifreunden dem Gefängnis mit Sicherheit überqutwortet ist. Das nimmt niemanden mehr Wunder. Es ist z. B. auch ein offenes Geheimnis, daß in der Berliner PD. Zentrale heute durch Haß und Ehrgeiz ein Mitglied oder Angestellter das andere der Polizei denunziert. Der Fall Schumann ist dafür der beste Beweis. Schumann ist wie man mitteilt gegenwärtig an dem Berliner Kommunistischen Blatt Welt am Abend tätig. Auch aus dieser Stellung foll er jetzt verdrängt und durch eine andere Kraft erfekt werden, die bei den Scholem- Golfe in ange nehmerem Geruche steht. Die Mitgliedschaft der KPD. weiß von Wenn der Kampf im Reichstag nach den Maimahlen nicht biefen Schiebungen und ta fächlichen parteigenössischen Verrätereien mit einem Bürgerblod unter deutschnationaler Führung nicht das geringste. Sie erfreut sich in beneidenswerter Ahnungsendete, so ist das dem offenenundenergischen Auflosigkeit der von der Zentrale ftets verfündeten einstimmigen" treten der Sozialdemokratischen Partei zu Beschlüsse, ohne das frivole Spiel zu ahnen, das die behaglich auf, verdanken, das sämtliche anderen Parteien zwang, Farbe zu ihren Geffeln sich rätelt.den jungen Leute treiben. bekennen, und das zur Reichstagsauflösung führte. Damit ist für die Arbeiterschaft die Bahn freigemacht morden, noch einmal selbst um ihr Schicksal zu kämpfen: Befitblod mit all seinen Folgen oder Republikaner blod, in dem der Arbeiter etwas zu sagen hat! Und die KPD.? Sie guillotiniert weiter, um auch nach ben Neuwahlen jere von Mostau befohlene Tattit fortjeßen zu tönnen, die sie an die Seite der äußersten Reattion, Fer Schwerindustrie vom rechten Flügel der Boltspartei und ber Crojagrarier vom Neinjager- Flügel der Deutschnatio nalen, zwingt. Ifts gleich Wahnsinn, hat es Mostau doch befohlen! Der Sosialdemokratische Breffedienst" gibt über die Tatil bei der Kandidatenaufstellung folgenden aufschlußreichen Bericht: unt rſchäßen, wenn man annimmt, ein Gesamtperfonal ließe sich zu vrbeitslosen Marioretten eines einzelnen, genieße er noch fo viel Tertreuen, her bwürdigen. Der Betriebsrat hält es deshalb für feine Bilicht, diefen urgerechtfertigten Angriffen gegenüber nochmals in aller Deffentiteit die absolut uncinennüßige Handlung des Herrn Genercimufifdirettors Blech festzustellen." Generalmufitdirettor Blech erflärt persönlich: Ich habe feit meinem Eintritt in de Große Boltsoper zu feiner Beit weter fchriftlich noch mündlich zu Angehörigen des Infituts Aeußerungen grtan. Die geeignet wären, bas Wirfen des Generalintendenten Lance zu erschmeren, zu fabotieren oder feine Berson zu degra diren urd Ferabzuwürtigen. Es ist wohl vorgefommen, tak ich abfäffine ritit feiner fünstlerischen Maßnahmen( Fall, Benitello) zunächt ihm ins Ceficht ausgeübt habe urb radher in aller Form mit Vorständen befproden babe. Noch viel meniger hobe irrenbmen und irgendwann die ausgebrochene Rrife herbrizuführen oder zu verfdarf n berucht. Alle openteiligen Neuberungen wer. ben von mir cis Lügen und gehäßige Verleumdung erflärt. Leo Blech Um beschämendsten ist es dem bisherigen Abgeordneten Kilian- Halle ergangen. Krach im Hermann- Prozeß. Ein Zeuge wegen Meineidverdachts verhaftet. Weimar, 12. November.( Eige her Drahtbericht.) Der Prozeß gegen den früheren thüringischen Innenminister Genossen Her= mann wurde am Mittwoch nach dreitägiger Pause fortgefeßt. Der Verlauf der Mittwochverhandlung zeigte deutlich, daß ein junger querföpfiger Oberstaatsanwalt bei Prozessen gegen fozialdemokratische Minister seine Sporen verdienen mill. Mil wie feltenem Eifer die Gegner Hermanns am Wert gewesen sind, beweist die Tatsache, daß, obwohl das Verfahren bereits am 10. Jaruar 1924 von der Reichsn ehr eingeleitet worden war, die erste Bernehmung des Beschuldigten erst am 6. März erfolgte. Eine richterliche Bernehmung hatte überhaupt nicht stattgefunden. Als erster Zeuge wurde am Mittwoch der frühere fächsische Innenminister Genosse Liebmann vernommen. Er führte aus, dcß er mit Ministerpräsident Held den Ankauf von Ausrüftungs gegenständen für die Landespolizei durchgesprochen habe. Held ſei unterrichtet worden über die Art und Anzahl der Waffen und den Preis. Durch die in der Presse verbreitete Aussage des Ober regierungsrats Mitsch würde der Einbrud ermedt, als ob her verbotene Handlungen stattgefunden hätten. Die fächsische Re gierung hatte damals vor eirer fehr schweren Situation gestanden, da die Polizeiorgane Medungen über sich bildende Geheimorgani fationen machten. Bei der Prüfung der fächsischen Poligeiperhältnisse hätte sich herausgestellt, daß in der Landespolizei viele Fehlstellen vorhanden gewefen feien. Die Richt linien, die das Reich über die Schuhpolizei herausgegeben hatten, feien sehr streng gewefen. Durch die Regierung sei die Ausstellung einer Hilfspolizei geplant worde für den Fall, daß irgendwelche Angriffe auf die Re. publir erfolgten. Die Hilfspolizei follte zusammengerufen werden, sobald Gefahr drohe. Dieser Plan der Hilfspolizei sah die Notwendigkeit einer Bewaffnung vor. Es fonnte sich info ge der BeStimmungen des Friedensvertrages nur um eine außeretatsmäßige Bewaffnung handeln. Ueber die Erlangung der Mittel habe er mit Minister Held gesprochen. Dieser sei damit einverstanden gewesen, daß die Mittel für diese Zwecke flüssig gemacht werden sollten. Um nicht eine stärkere Beunruhigung in die Bevölkerung hineinzutragen, fei die Aufstellung der Hilfspolizei und die damit verbundene Maßnahme geheimgehalten worden. Die Sache fei schließlich so gegangen, daß held selbst den Vorschlag machte, wie die Mittel aufgebracht werden fönnten ohne den Landtag darüber zu befragen. In einer Rabinettsfigung fet über diese Angelerenheit Beschluß gefaßt worden. Jeder der an der Sihung teilnehmenden Herren sei sich darüber flar gewesen, wie die Waffen gekauft werdet follten. Mit der Durchführung diefes Beschlusses fei der Finanzminister und der Innenminister beauftragt worden. Der Finanzminister habe dann die Gelder angewiesen.-Als Genoffe Liebmann auf die Art der Wassenbeschaffung eingehen wollte und das Verhältnis zwischen der damaligen fächsischen Regierung und der Reichswehr berührte, wurde die Frage aufgeworfen, ob die Aussagen des Genossen Liebmann in nichtöffentlicher Sigung weiter gehört werden sollten. Entgegen dem Attrage des Oberstaatsanwalts besch oß das Gericht, den Zeugen Liebmann über diese Fragen zu hören und die Deffentlichkeit während der Dauer seiner Vernehmung von der Berhandlung auszuschließen. Der Reuge Claß, der Waffenmeister der Landespolizei ist. gab an Müller Brandenburg habe von den Waffen in bem geheimen Raum gewußt. Seine Ueberraschung bei der Auffindung der Waffen durch die Reichswehr und den Leiter des Canbestriminalamies habe er für ein fünstliches Getue geWerner Scholem ist der ehemalige Lehrling Rilians in der Halleschen Rebattion gewefen. Der Echredensfnabe Scholem wuchs seinem Meister in besserer Erkenntnis der günstigen Aussichten bei der Barlespaltung über den Kopf, während Silian nur sehr zögern Stommunist wurde. Erst die heftigen Fußtritte feines ehemaligen Lehrlings regten feine Dentfähigkeit zu der Ueberzeugung" an, daß es günstiger fei, zu den Kommunisten zu gehen. Er tat es erft, als ihm die Stelle des ersten Rebat'eurs fidher war. Im Sinne der Bentrale ist Rilian stets unzuverlässig gewesen. Der ehemalige Lehrbereibigt, da er als Mittäter in Betacht fomme. Die Ent ling Scholem verachtet seinen ehemaligen Behrmeister deshalb gründlich. Der Bezirksfeldwebel Rosenbaum hat ihn jekt rach vor. heriger Rüdsprache mit Scholem an aussichtsloser Stelle auf die Kandidatenliste verbannt. Der Berrat an verdienten Mitgliedern der eigenen Partei ift eines der traurigften Rapitel in der Kommunistischen Bartei, das sie vor allen anderen Parteien voraus hat. Den Lokomotivführer Bogenhardt ließ man fallen, sobald er ins Zuchthaus eingeliefert worden war. Das langjährige verdiente Mitglied der Partei Georg Schumann gibt man preis, meil er Kindertrompeten und Bombenromantif nicht für die geeigneten Methoden hält, die Interessen der Arbeiter flasse wahrzunehmen. Und das alles soll die Arbeiterschaft mit ihrem ehrlichen Namen decken! Der 7. Dezember wird zeigen, ob die Arbeiterschaft auch weiter geduldig genug ist, um einer Partei Sig und Stimme in den Parlamenten zu geben, der nichts daran liegt, praf zutische Arbeit für die Arbeiterschaft zu leisten, Wer will, daß den Besigtlöcklern durch den Blod ber Schaffenden der Weg perireten wird, fann nur eine Partei der prattischen parlamentarischen Arbeit wählen. Alles andere bedeutet Arbeit für die Reaktion. Die Freunde des Herrn Cange. Wie bürgerliche Blätter mit teilen hat Etat tret mege, der sich mit be orderem Eifer des Bo'tsovernbireftors ange arnimmt, in russicht gestellt, daß die städtifche Runftdeputation durch Bereitstellen größerer Mittel Herrn Bence aufs reue in der Bei'una der Boltscper befestigen wolle. Bern Herr Wene das tatsächlich gefagt haben soll e, so hätte er bomit eine bemerkensmerte Unfenntnis städtischer Angelegenheiten befindet. Denn die Kurstbevutation hat in ihrer Sigung vom 6. November ausdrütlich tefchloffer:„ Der Beltsoper merben bei en gegenwär igen Leften und bei der gegenwärtigen Leitung Mittel nicht zur Verfügung gestellt. Hans Thoma über Coglerbefuch". Por etwa 6 Boden, als es Fars Thora fchon gar nicht mehr qut nima. hatte er Befuch Don hr treuen Freunden, einem b tennten Göttinger Universitäts pros for der Medizin urb firer Gattin. Die Gifte blieb nur menine Tane, und cls Thema fie bet. färger zu bleiben. ties her Profeffor auf feinen Beruf hin und darauf, daß Logierbefuch für Thoma zu arftreng rd fei. Der meif'er artwortete in feinem breitesten Badisch:" Hascht recht. Mit em Lozierbesuch ist es fo: „ Am erfchte Taq e Ca'cht. Um zweite Tag e Pascht. Am britte To e l'nitat, Wenn ma net fortgaht." Erich Waste gelat in der neuen Kunsthandlung, Tanengten, Straße 6, als Rollettin Austellung Aquarelle von einer Italienreise. Die Ausstellung ist vom 12.- 29. November geöffnet. # B -P Museums ührungen. Conntag. ben 16.. 10 Uhr norm., finden wiffen. fchaftliche Führungen durch Direttorialbeamte im Alten Muteum ( Steben und Reliefs de: laffi'chen Aeit 1) Prof. Schröder und im Raiser Friedrich Mufen m( talien im 14. Rabi bundert) Dr. Bolbach statt. Bulakkarten zu 50 Bf. find hor Beginn am Cingana der genannten Museen in beschräniter Arzähl erbältlich. Die Muffinftrumcnf nfammture der Staatlichen Hochschule für Mus, afanerfir. 1, geöffnet Sonntags, Tienstags, Donnerstags und Sonn abends 11-1 Uhr, ist in den Wintermonaten geheizt. Stahlbelm" Mordorganisation? halten. Danach wurde der Zeuge Müller Brandenburg vers nommen. Auf besonderen Antrag der Berteidiung wurde er nicht meffnunggattion in Süd- Thüingen habe er geführt bis zum Juli 1923. Dann habe er die Aktion abgegeben. Was weiter daraus geworden fei, das fön te er nicht facen, benn auf seine dienstlichen Anfragen über die Waffenangelegenheit fei ihm die Aus funft verweigert worden. Die Waffer beschlagnahmen feien ihm immer erst nachträglich befannt geworden. Er habe aber stets ben Eindruck gehabt, daß Minister Hermann mit diesen Waffenauffäufen nichts unternahm, was staatsfeindlich ist. Hermann habe diese Maßnahmen ergriffen, um den Schuh der Republit zu gewährleisten. Das Minister Herm.m mit den affen illegale tommunistische Verbände ausrüften wollte, fei eine findliche Vermutung. Er habe immer darauf gedrängt, daß die befchlagnahmten Waffen nicht in Bella- Mehlis b'ieben, fondern nach Be mer übergeführt würden wegen ihrer Sicherheit. Was aus den Waffen, die in Bella- Meh is beschlagnahmt und nach Weimar transportiert wurden, geworben fei, fönne er nicht figen. Ueber den ge heimen Raum führte Müller- Brandenburg aus, daß er ihn in der Waffenmeisterei zur Aufbewahrung geheimer Atten habe verwenden wollen, weil in feinem Dienstzimmer feine Aufbewahrungsmölichkeit für solche Aftenstüde vorhanden gewesen wäre. Bei der Deffnung des Raumes fet er fehr überrascht gemeen, bort der Hausfuchung durch den Verbindungsoffizier von BranWaffen vorzufinden, da ihm der Waffenmeister Claß bei benstein ihr Vorhandensein verfchwiegen hätte. Er fei einfach, fprach los gewesen als durch Nitsch das Waffenlager entdeckt worde1 fel. Die wider pruchsvollen Aussagen der legten Zeugen hatten ein längeres Verhör zur Folge. Der Oberstaatsanwalt glaubte, den Waffenmeister Claß in seinen Aussagen bei Un= mahrheiten ertappt zu haben. Er erklärte den Zeugen Claf wegen Verdachts des Meineides für fofort verhaftet. Die Ber teidigung wardte fich mit aller Entschiedenheit gezen diefe Art des Vorgehens der Oberstaatsanwalt, das die Ermittlung der Wahrheit er'chwere und drohte, die Berteidigu ig niederzulegen, menn der Oberstaatsanwalt feine für die einwandfreie Beweishandenen Zeugen der Reff.neffe eines Oberstaatsanwalts gegenüber sich hüten würden, eine Aussage zu machen. Die Beweisaufnahme wird am Donnerstag vormittag ge= schlossen. Nachspiel zum Rüstriner Butsch. Frankfurt a. d. O., 12. November.( BS.) Wie bereits gemeldet. bat am Mittwoch vor dem Amtsgericht Frankfurt ein Beleidigungsprozeß der Ortsgruppe Frankfurt des Stahlhelm" gegen zwei Mitglieder der bortigen Stadtverordnetenverfammlung begonnen, die in öffentlicher Sigung den Stahlheim" als„ Mordorganisaaufnahme hinderliche Maßnahme nicht zurüdzöge, da die noch vortion" bezeichnet hatten. Stresemann berichtigt.. Die fatirische Abhandlung, mit der wir den Herrn Außenminister Dr. Stresemann in der letzten Morgennummer bedacht hatten, gibt ihm Veranlassung, uns eine längere„ Berichtigung" zu schicken, in der er bestrei et jemals mit der Demokratischen Partei wegen Eintritts in diese Partei oder wegen einer Kandidatur verhandelt zu haben, deß er jemals Wahlfchlerperdienste für die Fortschrittspartei geleistet habe, daß er es darauf angelegt habe, die Sozialdemokratie aus der großen Koalition zu drängen und noch manches andere. Wir behalten uns vor, auf das Schreiben Dr. Stresemanns un Busammenhange zurüdzutcmmen. In der Verhandlung erflärte der Verteidiger des beflagten fozialdemokratischen Stadtverordneten Faber, Rechtsanwalt Fal tenfelb, daß in diesem Prozeß die Dinge öffentlich erörtert merben würben, die man in Rottbus im Buch ruder Prozeß hinter verschloffenen Türen verhande't habe. Es werde der Nachweis dafür erbracht werden, daß der Landbund den Küstriner Butsch zum Teil finanziert habe. Derartige Mittoilun gen feien Don einem Stahlhelmmann felbft ben Behörden gegenüber gemacht worden. Weiter fehe es fest, daß der Stah helm Bo gromlisten angefertigt habe. Auf der einen Liste feien die Namen der Oft juben, auf der anderen die der Frankfur.| ter jüdischen Rechtsanwälte und der sozialdemo. tratischen Führer verzeichnet gewefen. Der Verteidiger legte bem Gericht eine derartige Liste vor, die auf dem Papier des Magistrats der Stadt Frankfurt geschrieben urb nach den Behauptungen per Beklagten von einem städtischen Beamten angefertigt worden ist. Das Gericht beschloß daraufhin, eine Anzahl Zeugen, und zwar Mitglieder des„ Stahlheim" zu laden, da von dem Kläger der Einmandigung abgehalten. Sie beschäftiate fich u. a. mit der Arbeitslosenerhoben wurde, daß es sich nicht um Pogromlisten, fondern um„ Ausweisungsliften" gehandelt habe. Better sollen auch noch andere Zeugen geladen werden, die über die Aussagen des Die Regierung Baldwin bat am Mittwoch ibre erfte Kabinettefrace und dem Bau von Arbeiterwohnungen. leber ihre Ent schlüsse verlautet nichts. Menichenaniammlungen in Downings street, wie anläßlich der ersten Sigung des Kabinetts Macdonald, fehlten gänzlich. Gewerkschaftsbewegung Das Reichsfinanzministerium meldet sich. Die Berliner Protestkundgebungen der Beamtenschaft gegen die Haltung des Reichsfinanzministeriums in der Besoldungsfrage, die am letzten Montag stattfanden, haben auf den Reichsfinanzminister anscheinend doch einigen Einbrud gemacht. Der Reichsfinanzminister hat nämlich an die Spizenorganisationen der Beamtenschaft folgendes Schreiben gerichtet: " Wie durch die Presse bereits bekanntgegeben worden ist, beabsichtigt die Reichsregierung eine maßpolle allgemeine Aufbesserung der Beamten gehälter zum Zwed ihrer weiteren Annäherung an die Friedens nominalgehälter durchzuführen. Ich beabsichtige, die Beamtenorganisationen zu einer Besprechung in dieser Angelegenheit rechtzeitig einzuladen. Die Mitteilung des Termins muß ich mir noch vorbehalten." Es ist das erstemal, daß das Reichsfinanzministerium vor dem eigentlichen Beginn der Verhandlungen den Spizenorganisationen eine besondere Mitteilung über seine Absichten gibt. Die geharnischte Beschwerde der Beamtenorganisationen über das mehr als schroffe Benehmen der Herren von Schlieben und Kühnemann den Beamtenvertretern gegenüber hat gewirkt. Daneben soll die Mitteilung des Reichsfinanzministers der Beamtenschaft zweifellos auch zur Beruhigung dienen, was allerdings nicht durch Worte, sondern nur durch eine wirklich soziale Lat in der Besoldungsfrage erreicht werden kann. Das Antwortschreiben der Beamtenorganisationen hat folgenden Wortlaut: ,, Die unterzeichneten Spizenorganisationen nehmen davon Kenntnis, daß fie rechtzeitig zu Berhandlungen über die geplante Aufbesserung der Beamtenbezüge eingeladen werden sollen. Sie erwarten jedoch in Anbetracht der innerhalb der Beamtenschaft herrschenden Erregung, daß der Verhandlungstermin nicht mehr lange hinausgezögert wird. Die unterzeichneten Organisationen bringen ferner schon jetzt zum Ausdrud, daß eine etwaige Annäherung der Beamtenbezüge lediglich an die FriedensNominal gehälter völlig unzureichend ist. Sie werden Dielmehr bei den Verhandlungen Forderungen stellen, die allen Beamten ein angemessenes Real einkommen sichern und darauf Bedacht nehmen, daß durch eine verhältnismäßig stärfere Auf befferung der Bezüge der Beamten der geringst befoldeten Gruppen die Juniregelung eine Berichtigung erfährt, die den begründeten Ansprüchen dieser Beamten gerecht wird." Der Reichs bund der höheren Beamten hat das Antwortschreiben nicht unterzeichnet. Er will feine besondere Berüdsichtigung der unteren Beamten, fondern fordert eine gleich. mäßige Aufbesserung für alle Gruppen. Eine solche Gleich mäßigkeit muß aber angesichts der verschärften Notlage der finderreichen unteren Beamtenschaft in Wirklichkeit höchst ungleich wirten. Eine Abschrift des Antwortschreibens wurde zugleich an die Vertreter der einzelnen Länder gesandt, damit diese bei den für den fommenden Dienstag angesetzten Beratungen des Reichsfinanzminis fteriums mit den Ländern von den Forderungen der Beamtenschaft bereits unterrichtet sind. Hier handelt es sich um eine Vorsichtsmaßregel. Es tam nämlich wiederholt vor, daß nach der Entscheidung die Länder erklärten, sie hätten vielleicht eine andere Haltung eingenommen, wenn sie über die Forderungen der Beamten schaft beffer im Bilde gewesen wären. Allem Anschein nach fann also mit ziemlicher Sicherheit angenommen werden, daß die ents scheidenden Beratungen mit den Organisationen Mitte nächster Woche beginnen. Wie die Reichsbahngesellschaft anfängt. Ins wird geschrieben: Die Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahngesellschaft hat durch Zelegrammbrief vom 5. November 1924 die Lagewerffopf zahlen der Ausbesserungswerte, Haupt- und Nebenmerfstätten sowie der Ausbesserungsstellen der Bahnbet ebs- und Bahnbetriebswagan merte für die Zeit vom 1. Oftober 1924 bis 31. Dezember 1925 vor läufig auf 142 100 Tagewerftöpfe festgesetzt. Danach würde die Anfang Oktober d. I vorhandene Zahl von 153 942 Werftöpfen zunächst um 11842 vermindert. Diese Verminderung verteilt sich auf das ganze Reichsbahngebiet. Die neu festgesetzten Tagewertstopfzahlen wirken sich, genau betrachtet, ganz verschieden aus. Während sich in der Mehrzahl der Bezirke eine Verminderung des Kopfbestandes ergibt, kommen in einigen Bezirfen für einzelne Dienstzweige auch Personalvermehrungen in Frage. So soll sich z. B. die Zahl der Werkstättenarbeiter im Reichsbahnbezirk Aitona um 217 und die Zahl der Betriebswerkstättenarbeiter um 452 Röpfe vermindern, während sich im Bezirk Berlin die Kopfzahl der Werkstättenarbeiter um 836 vermehren, dagegen die Zahl der Betriebswerkstättenarbeiter um 328 Köpfe vermindern foll. Aehnlich mie in Berlin liegen die Dinge in den Bezirten Breslau, Staffel, Frankfurt a M., Dresden, Schwerin und Stuttgart. In den übrigen Bezirken schwanken die Personalverminderungen in den genannien Dienstzweigen zwischen 47 Köpfen im Bezirk Oldenburg und 1020 Köpfen im Bezirk Erfurt. Im belegten Gebiet erfolgt am 16. d. M. die lle bernahme der Regiebahnen und damit werden zunächst bis 75 roz. der vor der Befrkung vorhandenen Arbeiter wieder eine gestellt. Dieser Prozentsaz entspricht dem nach dem allgemeinen Personalabbau im übrigen Reichsgebiet vorhandenen Durchschnitt. Die Hauptverwaltung hat außerdem aus Rentabilitätsgründen in Aussicht genommen, die Fahrzeugausbesserungs. arbeiten in Eisenbahnausbesserungswerfen und Hauptwerkställen Harburg, Berlin, Breslau I und IV, Erfurt, Bitten( Lokomotiv ausbesserung), Betzdorf, Hoyerswerda, Braunschweig( Wagenaus. besserung), Krefeld- Oppeln( Lokomotivenausbesserung), Mainz. Ratt bor( Lokomotivausbesserung), Greifswald, Dresden( Lokomotivaus befferung), Malchin sowie in den Betriebsabteilungen Minden, Guben, Etolp, Bischen und Radebeul einzustellen. Die Reichsbahndirektionen sollen bis zum 1. Dezember Vorschläge machen, in welcher Weise die Einstellung der Fahrzeugunterhaltung in den genannten Werfen zweddienlich durchgeführt werden kann. Mit der Durchführung der angekündigten Maßnahmen, die, wie anzunehmen ist, im Laufe des nächsten Frühjahres erfolgen soll, ist eine weitere Personalverminderung um girta 12000 Tagemertföpfe verbunden. Soweit die Maßnahmen der Hauptverwaltung. Es ist in der Presse bereits richtiggestellt worden, daß die GeAnordnungen von der Verwaltung nicht gehört worden sind. Der Vorstand des Deutschen Eisenbahnerverbandes leat aegen das Vorgehen der Verwaltung entfchieben Berwahrung ein. Er wird versuchen, eine möglichst weitgehende Milderung der nach Absicht der Hauptverwaltung fofort einsehenden Entlassungsmaßnahmen durchzusehen. Es wird außerdem Aufgabe der beteiligten Gemeindeverwaltungen und Regierungsstellen sein, die Eisenbahner in ihren Bestrebungen zu unterstügen. So muß u. a. versucht werben, durch Förderung des Wohnungsbaues ( Gewährung von Baukostenzuschüssen usw.) dafür zu sorgen, daß die notwendigen Umstellungen durch Personalversehungen er leichtert werden können. Die Kommunisten haben bei der Bekanntgabe der neuen Abbau pläne der Reichsbahn wieder einmal den Mund sehr voll genommen. Diefe traurigen Gesellen, die durch ihre verbrecherischen Torheiten die Arbeiter in die Zuchthäuser bringen und dann auf die Sozial: demokratie schimpfen, weil sie die Unglücklichen nicht von heute auf morgen befreien fann, diese hysterischen Kraftmeier und Prahlhäne fönnen jetzt wohl spaltenlang über den neuen Eisenbahnerabbau schwagen, aber sie können nicht einen Eisenbahner schüßen. Wie immer und überall, so muß und wird auch hier der DEB. mit Unterstützung der sozialdemokratischen Presse rettend und helfend eingreifen. Das eine aber ist sicher: Je größer der Bahlerfolg der Sozialdemokratie am 7. Deze mt. ber, desto mehr wird sich die Reichsbahn hüten, den Abbau ohne Berücksichtigung der gewerf. fchaftlichen Forderungen vorzunehmen. Wie es gemacht wird! Am 11. November traf in Moskau die Delegation der englischen Gewerkschaften ein. Am selben Tage wurde der ruffische Gemertidaftstongreß eröffnet. Am selben Lage meldet das bolschewistische Korrespondenzbureau Jmprefor' aus Moskau, daß Purcell, der Führer der englischen Delegation, in seiner Ansprache an den Kongreß gesagt habe, daß in der Sowjetunion seit 1920, wo er zum letzten Male da war, wunderbare Aenderungen sowie Verbesserungen in der Lage der Arbeiter vor sich gingen. Die großartige Leistung des russischen Proletariats würdi gend, meint Purcell, es möge eintreffen, daß derartige Henderungen auch in England zu verzeichnen wären." Es ist natürlich ganz ausgeschlossen, daß Purcell, der ein erfahrener und ernster Gewerkschaftler ift, am Tage seiner Ankunft so etwas gesagt haben kann. Aber den rapide zusammenschmelzenden Gläubingen der bolfchemistischen Wunderfur soll eingeredet werden, daß die Engländer die ruffischen Arbeiter um ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen beneideten! Diefelben Arbeiter, die unter einem fürchterlichen Antreiber system leiden und noch weit entfernt sind, auch nur die Hungerlöhne des zaristischen Rußland zu haben, ganz zu schweigen von dem politischen Terror, der dem des blutigen 3crismus mindestens die Wage hält. Zur Aussperrung im Siemenskonzern. Bom Gesamtbetriebsrat der Siemenswerte wird uns schrieben: geIn der Roten Fehne" Nr. 155 vom 12. November 1924 erfaylen ein Artikel„ Die Lohnbewegung im Siemenskonzern", der Don sachlichen Unrichtigkeiten stroht und gehässige Anariffe gegen die Gefam betriebsvertretung der Siemenswerte enthält. Damit glaubt die„ Rote Fahne" den Ausgesperrten zu dienen! Der Gesamtbetriebsrat muß es im Interesse der im Kampf stehenden Arbeiterschaft im gegenwärtigen Augenblid ablehnen, auf die Gemeinheiten der„ Roten Fahne" und ihrer Hintermänner in allen Einzelheiten einzugehen. Zur Aufklärung für die Belegschaft fei aber folgendes gefagt: Das fogenannte Mißtrauensvotum der 40 fommunistischen Arbeiter räte( von insgesamt 193 Arbeiterräten des Konzerns) gegen den geschäftsführenden Ausschuß des GBR. wurde desha b angenommen, meil diefer es abgelehnt hat, eine von den Kommunisten verlangte Konferenz der unorganisierten Vertrauensleute(!) zweds Die Berbreiterung der Rampfbasis" einzuberufen. führenden Kommunisten im Siemenstonzern sind selbst zu feine, um ihre fämpfenden Kollegen attiv zu unterstügen! Der Oberkommunist des Wernerwerfs H. lehnte fogar eine Geldsamm lung für die Ausgesperrten ab! Es ist daher auf diefem nicht mehr ungewöhnlichen Beae verfucht, durch eine unverantwortliche Körperschaft die Belegschaften in eine Ratastrophe zu hehen und dafür fräter für ein Fiasto den Gesamtbetriebsrat als Sündenbod in die Wüste zu schicken. Der Gefamtbetriebsrat. der sich in der übergroßen Mehrzahl aus freigewerffchaftlich organisierten Kollegen zusammenfegt, fennt feine unorganisierten Vertrauensleute und wird sich in diefem Standpunkt auch durch das größte Geschrei der Kommunisten nicht beirren laffen. Nach Beendigung der Bewegung im Konzern werden sich die Betriebsräte der Siemenswerte über die tommunistischen Praktiken eingehend auseinandersetzen. Zur Lohnbewegung in der Herrenkonfektion. Verhandlungen im Reidsarbeitsministerium am Freitag vergange In dem Lohnstreit in der Herrentonfektion ist es auch bei den ner Woche zu feinerlei Einigung gefommen. Schon in einer Borverhandlung, die auf Einlebung der Unternehmer tags zuvor stattfand, zeigte es sich, daß es diesen auf eine gründliche Aenderung des Werkstüd- Zeitschemas im Reichsmanteltarif in ihrem Sinne anfam. Eine Einigung tam deshalb auch nicht zustande. Man verlangte sogar von den Organisationsvertretern eire Erklärung. daß fie einer solchen Aenderung zustimmen würden. Auch beim Reichsarbeitsministerium versteiften sich die Unternehmet auf ihre Forde rung und erklärten, daß sie sich durch niemand zwingen affen werden, Lohr rhöhungen zu zahlen. Den Parteien wurde fchließlich aufgegeben, sich innerhalb 14 Tagen zu ver ftändigen. Ueber die dann noch ftrittigen Buntte foll ein Schiedsgericht entscheiden. Nach den Aeußerungen der Unternehmer fommt es ihnen nur auf eine 3erschlagung des Reichsmanteltarifes an. Sie fühlen sich gegenwärtig als die Mächtigeren und wollen thre Macht rücksichtslos ausnutzen. An den Arbeitern und Arbei terinnen der Branche wird es liegen, den Unternehmern das Nonzept zu verderben. Buchbindereifunktionäre in Buchdruckereien! Analog der den Buchdrudern gewährten Zulagen ist gestern zwischen dem Verein Berliner Buchdruckere befizer und uns mit Wirkung ab 1. November ein Lohnvertrag für Lohn und Alfordbuchbinder abgeschlossen worden, der für Zeitlohnarbeiter Lohnverträge fönnen von heute ab im Bureau in Empfang genommen werden,( Siehe auch Versammlungsanzeinen.) Fürsorge für erwerbslose Seelente. Mit dem 1. November ist nun auch die Erwerbslosenuniers stüßung für Seeleute eingeführt. Die von der Reichsregierung auf Grund der ihr vom verflossenen Reichstag erteilten Ermächtigung erlassenen Bestimmungen hierüber find in einer im Reichsgeseh blatt" befanntgemachten Verordnung vom 30. Oftober 1924 festges legt. Danach sind unterstützungsberechtigt Bedürftigkeit" vorausgejezt Erwerbslose, die in den letzten 12 Monaten vor Eintritt der Bedürftigkeit mindestens drei Monate als Angehörige der Schiffsbefagung eines deutschen Seefahrzeugs beschäftigt, aber nicht für den Fall der Krankheit pflichtversichert waren. Für die Höhe der Unterstügung wie für die Aufbringung der Mittel gelten im allgemeinen die Borschriften über Erwerbslosenfürsorge. Die Mittel werden auch hier durch Beiträge sowie durch eigene Leistungen der Gemeinden aufgebracht. Die Beiträge leisten Reeder und Seeleute je zur Hälfte. Ueber die Wartezeit heißt es dann: Die Fürsorge darf erst nach einer Wartezeit Don mindestens drei Wochen gewährt werden. Diese Bestimmung muß von den Seeleuten als eine außer Sie fann in ihrer ordentliche Härte empfunden werden. Allgemeinheit nicht aufrechterhalten werden, mag fie sich auch für den Einzelfall, wo der Seemonn nach einer besonders langen Seereise abgemustert wird, rechtfertigen lassen. Die obersten Landesbehörden werden hier ordnend eingreifen müssen. Die Befugnis hierzu ist aus§ 2 der Verordnung zu folgern, wo es heißt, daß auf die Fürsorge auch die§§ 5 bis 31 der Verordnung über Er wert slofenfürsorge Anwendung finden, mithin auch§ 9, nach mel chem die obersten Landesbehörden( mit Zustimmung des Reichs. arbeitsministers) die Wartezeit( hier nur eine Woche) bis auf drei Tage" abkürzen können. Auf jeden Fall wird der fünftige Reichstag die gesamte Materie regeln müssen. Diese Sozial politif" der Pflichten ohne Rechte muß verschwinden. Achtung, Zimmerer! Verbandskameraden! Im Vorwärts" und in der„ Roten 19 " Fahne" vom 24 Oktober teilten wir mit, daß durch zentrale Ver handlungen am 9. Oktober in Hannover eine neue Vereinbarung Rechte und Pflichten der Betriebsber über Die Spigen der Unters tretung zustande gekommen fei. nehmerverbände versuchten darauf im Trüben zu fiichen, indem fie auf Grund einer nebensächlichen Vereinbarung im Bezirk Bayern vorgaben, daß die Biffer 12 in Fortfall tommen müsse. Die Zentralverbände lehnten darauf die ganze Vereinbarung ab. Es ist uns jetzt durch die Gauleitung mitgeteilt worden, daß die Unternehmerberbände des hoch, Beton und Tiefbaugewerbes nun doch die ganze Vereinbarung bom 9. Dtfober anertennen.( Siehe" Zimmerer" Nr. 43 bom 25. Oftober.) Die Vertrauensleute und Betriebsräte haben somit das Recht, auf Grund der Vereinbarung ihre Maßnahmen zu treffen. Alle Verbandskameraden werden hierdurch ganz be sonders auf diese neue Situation hingewiesen. Im weiteren werden alle Verbandskameraten, welche auf der Baustelle„ Gewerkschaft Treu zu Pyrig". Frohnau, beschäftigt waren, aufgefordert, sich beim Kameraden Gustav Hennig, Wittenau, Hauptstr. 38, zur Entgegennahme ihres rückständigen Bohnes zu melden. Zentralverband. der Zimmerer, Rahlstelle Berlin u. Umgegend. Der Konflikt bei Bolle. Eine Belegichaftsversammlung der Meierei Bolle lehnte nach einem Bericht des Organtiationsvertreters den Vergleichsvorschlag, den die Firma bei dem Schlichter gemacht hat, einstimmig ab. Soll in diefem lebenswichtigen Betrieb, der nicht nur große Teile der Bevölkerung mit Milch versorgt, sondern auch Krankenhäuser, Sanatorien und Kinderheilstätten, der Lohnkonflikt nicht auf die Spige getrieben werden, muß nunmehr der Schlichter eingreifen aber nicht etwa wie im Konflikt bei der Hochbahn. Jm Tapezierergewerbe ist es, wie ichon berichtet. in Berband lungen zu Lobnvereinbarungen gefommen. Die Differenzen find damit erledigt und die für alle bestreiften Betriebe verhängten Sperren sind aufgehoben. Alle Tapezierer und Näherinnen er scheinen in der öffentlichen Versammlung heute abend 7 Uhr in den Bentral- Festiälen, Alte Jakobstr. 32. Bericht über die Bers handlung und Ausgabe der Lohntarife. Deutscher Sattler- Tapezierer- und Portefeuiller- Berband. Die Ortsverwaltuna. Achtung, AEG..Kabelwert! Am Freitag nachmittag 3½ Uhr im Lokal von Jmberg, Wilhelminenhofftr. 36, Fraktionsligung fämtlicher SPD.- Genoffen und Snmpathisierende. Tagesordnung: 1. Die bevorstehenden Wahlen". Referent Genoffe E. Barth. 2. Aussprache. Der Fraktionsvorstand. Achtung, Bud binber in ben Buckbrudereien! Morgen, Freitag. abends 5 Uhr, bei Baum. Stallschreiberstr. 47, Funktionärligung zur Entgegennahme des Berichtes. Jeder Betrieb muk vertreten fein. Rentralverband der Angestellten. Chemie: Mitaliederversammlung im 8dA. heute abend 7½ Uhr. Bund der technischen Angestellten und Beamten, Gauverwaltung Branden burg. Gemeinsame Mitgliederversammlung der Fachgruppen Baugewerbe, Architekten und Steinmekted niter heute abend 7% Uhr im Lotal Rur alten Geheimratskneipe", Berlin SB. Jerufalemer Str. 8( Nähe Dönhoffplak). Rentralverband der Angestellten, Fachgruppe Gemeinde Getionen Richte ständige und Werfs ngestellte. Mitaliederversammlung Donnerstag abend Tagesordnung: 7 Uhr in den Mufiler- Festfälen. Raifer- Wilhelm- Str. 31. 1. Angestelltenrechte in der Republit. Referent Rollege Reik. 2. Bericht über die Gehaltsverhandlungen. 3 Aufstellung der Delegierten für die örtliche Generalversammlung: 4. Berschiedenes. Deutscher Holzarbeiterverband. Außerordentliche Vertrauensmännerver sammlung der Modelltischler am Freitag nachmittag 5 Uhr im Berbandshaus, Rungestr. 30. Jeder Betrieb muß vertreten sein. Rimmerer. Die nächste Versammlung aller Vertrauensleute des Hoch, 7 Uhr, in Saverlands Festfälen, Neue Friedrichstraße, Eingang Rochstraße, statt. Berontwortlich für Politik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saterius; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schitowski: totales und Sonstiges: Friz Karstadt: Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m b. S.. Berlin. Druck: Borwärts- Buchdruckerei und Berlagsanstalt Baul Ginaer u Co. Berlin SW 68. Lindenstraße 3. Sierzu zwei Beilagen und Frauenftimme". Beton- und Tiefbaugewerbes findet am Dienstag, den 18. November, abends Ein milde und sicher wirkendes Abführmitte, sind San.- Rat Dr. Strahls Hauspillen, seit dem Jahre 1851 weltbekannt. Auch bei Hämorrhoidal-, Leber- und Gallensteinleiden vorzüglich bewährt. Von Aer ten u. Patienten glänzend begutachtet. in Originalschachteln à Mk. 1.- u. 2- 7u haben in den Apotheken, wo nicht, franko Nachnahme durch Elefanten- Apotheke. Berlin SW., Leipziger Straße 74, am Dönhoffplatz. übergibt man nur dem Nachwe s des Deutsch. Musiker- Verbande. Annahmestellen: Rosenthaler Str. 14( Norden 4719), Bernburger Str. 30( Nollend. 647). Musikaufträge werkschaften und der Hauptbetriebsrat vor der Beröffentlichung dieser denselben Spizenlohn wie für die Buchdrucker festießt. Die woh Sophien- Säle Sophienstraße 17.18. Vexhaus 2 2 mi gehaltvoll If. Norden 9296. Säle frei! Zigarette MASCHALLAH BERLIN Nr. 536 ❖ 41. �ahrgaaz 1. SeiSaKL öes Vorwärts dvttkerstag.l?. November 1424 K3*r~m «SS fcdBMaaatjMaaaaB Schon vorher ist gc gew'dmei ist. Bor allein fallen die vielen Geschäfte für ärztlich« Instrument« auf. Große, bekannt« Firmen stellen ihr« Erzeugnisse in den Schaufenstern aus und wahre gimder der Feinmechanik kann man dort betrachten. Die meüizinischen Institute. Aber den richtigen Anstrich erhält dieses Siadtvierte? durch die fast unzchligen medizinischen Institute. Allen voran steht die Eljatilc', die ein« Stab: für sich allein darstellt. In ihrer Näh« sind serner die Universtlälskiinlken(Zieaelstratze), serner die etwa i5 zur Eharite gehSrenden pvilkliniken(Luisen- und Schumannstraße und Alerank-erufer) für die verschiedensten Erkrankungen des mensch- lichen Körpers. Außerdem ist in der Luisenstraße noch d,« tlerärzt» lich« Hochschule und last not least— in der Hannoverschen Straße das Leichenschauhaus. Neben diesen öffentlichen Anstalten sind aber auch noch viel« Privaikiiniken vorhanden fSchumann« und Karl- S ratze). Die Eingänge zur Ehari'egegend sind mit Statuen großer erzt« geschmückt, z. B am Neuen Tor das Standbild von Robert Koch, am Karisplatz von Rudolf Virchow(die Enthüllung dieses Denk- male stieß bekanntlich bei dem fahnenftüchtigen Wilhelm II. auf Varteeaum tu öer Poliklinik. Betreten wir nun«in» dieser Polikliniken: es ist ein« der beiden für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheilen. Da» Wartezimmer ist gedrängt voll. Wer hierher geht, muh über genügend Zeit verfügen. Um ungeduldige Gemüter gleich von vornherein zu beruhigen, hat man' an die Wand ein Schi» gehängt mit der Aufschrift:.Alan übe sich ln Geduld." Und dann häng! da noch ein anderes Schild:.Die Ve- nuhung der Klinik ist nur ÄUnderbemitlelien gestattet." Unwillkür- sich fragt man sich dann:„Ja, wer zählt nun jetzt eigentlich olle» zu den Unbemittelten?" Hält man dann unter den Wartenden Um- CbMrHä-Kraakeabaas, große Schwierigkeiten) und endlich an der Eck« Schumann- und Luisenstrahe dos Denkmal für Albrecht v. Gräfe, den Erfinder de» Augenspiegel». Jedem Fremden fäll: hier sofort dos Besonder« auf. Erwachsene und Kinder, Greis« und Jüngling« mit«rbundenen Obren. Nasen, Armen, Köpfen usw. streben den verschiedenen Kliniken zu, die da sind für Nasen-, Hals- und Ohrentronk«. innere und Nervenkrankhelten. Ferner befinden sich hier das Institut für Kreb«. forfchung, die Poliklinik für Frauen» und Kinderkrankheiten u. a. Bin Vtwieraum. {«Höh, kann man sich schon leicht ein Bild davon machen, wie weit sich heul« die.Unbeml telcheit" ausgedehm hat. Es sitzen Leute da, die früher bestimmt mit der Nase gerümpft und sich dafür bedankt hätren, sich hier stundenlang wartend aufzuhalten und sich in Be- Handlung zu deaeden. Aber dle Rai hat Wandel aeschaffen. Fried- lich sitzt setz: alle» nedenelnvnder und unterhält sich no ürttd) über da» NSchstliooende. die Krankheiten. Klein« Kinder, von denen nicht wenig da sind,«erden häufig unruhig:«in mitgebrachte« Spielzeug oder der so unhygienische Nuckel, der immer noch nicht aussterben will, beruhigen sie aber schnell wieder. Endlich kommt dann der Aufruf der eigenen Nummer.(Täglich werden in dieser einen Klinik etwa Z30 pocsoncn abgefertigt.) Viele suchen die Poliklinik der Choriii al» letz'« Hoffnung auf. weil sie wo ander» von einem hartnäckigen Seiden nicht die gesuchte Heilung fanden. Zm Haler- suckmngsraum heißt es nun«rst wieder mal wanen, bi» sich schließlich einer der Praktikanten de« Wartenden armimmt. Nach einer Vor- Untersuchung wird dann der Patient einem der leitenden Aerzte vor. geführt und diese stellen dann endgültig dt« Diagnose und über. nehmen die weiter« Behandlung. Steiner« OperoHonen, wie Entfernen von Wucherungen au» Nachen oder Nase oder Herausnehmen der Man- deln usw. werden in einem besonderen Raum sofort ausgeführt. Aus diesem dringt sehr häufig jämmerliches Kinderschreten heraus. Für bestimm-« Erkrankungen der Atmungenrgan« einschließlich Kehlkopf werden mit gutem Erfolg« Sopslichl- bzw. Hetßtuslbödcr angewendet. In einem Kellerraum werden diese Bäder zum Preise von 1,20 M. für 0 Bäder verabfolgt. das Siegestor. Dl« Wrangelstmhe hat, wie|o manche Straß« des südöstlichen Berlins, mchts besonders Anziehendes. Grou« wochentägliche Häuser- fronten, und auch den zahlreichen Läden sieht Man an, daß sie dem Bedürfn!» de» kleinen Mannes dienen, der hart mit der Not des Leben» kämpft und sich kein« Luxusausgaben leisten kann. Schlecht und recht ein« Proletarierstraße— die Herren Hausbesitzer natürlich ausgeschtosienl Aber eine. Sehenswürdigkeit, e i n Kleinod nennt die Wrangel- ftraße ihr eigen, um deswillen st« nicht mit den glänz- und rühm- vollsten Straßevzügen der Hauptstadt, nicht einmal mit der Tauentzlenstraße, tauschen würde, das ist die Tür der Kaserne des weiland königlich Preußischen Z, Garde vegiments zu Fuß, das so- gewannte»Hindenburg-Tor". Es darf nicht benutzt, sondern bloß angestaunt werden, beim einstmats wurde es vom Leutnant Hinden- butg durchschritten, und«in Pappschild,, welches die unvermeidliche eiserne Petnagelung nur teilweise verdeckt, kündet: Eingang um die Ecke! Wie das Brandenburger Tor seinen Ciegeswazen,, die Ei«- gesfäule ihre Siegesgöttin und Wilhelm seinen Siegerkkanz hat, so hat dieses Siegestor seinen Siegesspruch. Er lautet:„Nicht durchhaiien, sondern siegen!" So zu lesen in goldenen Buchstaben noch im Jahre 1924 und zu lesen voraussichtlich, so lang ein Tropfen Blut noch glüht, noch«ine Faust den Degen zieht. Sinnend versenken wir UN» in das Anschauen dieses Spruches: die proleta tische Umgebung versinkt um uns, und im Strahlenkränze steigt ein« große Zeit vor uns auf. Wie war es doch damals? Zunächst allerdings ward von den stellvertretenden Generalkommandos wie von den Kirchenkanzdln der Wille zum Durchhalten gepredigt. Aber bald stellte sich heraus, daß diese Mahnung eigentlich eine beleidigend« Unterschätzung,«in läppi- sche»(Sereds sei. unwürdig des teutschcn Volkes, welche, schon zu Hermann de» Cherusker» Zeit von Eicheln und gerösteter Baumrinde gelebt hott«. Auch diesmal verknackte es spielend und fast iv"--—- mäßig Kohlrübenschnitzel. Grünfulter und Sägespäne und lächelte hekdenhost dazu. Wenn weiter Nichts von ihm verlangt wurde; da» konnte>hm nicht Impomeren. Die große Masse verlangte nach höheren ZieZenI Denn wl« sogt Wilhelm?„Ziel erkannt, Kraft ge- spannt"(—■ oder auch: Holland erkannt— Opel-Pserdekräfte ge- spamttl). Und so ertönte dann von der Etsch zum Best«in einziger Schrei der Entschlossenheit:.Nicht durchhalten, sondern stegentll' Wir möchten mit Hits» pensionierter Generalstäbler wöchentlich ewmal da» ganze deutsche Volk, das vom Verftändigungswillrn durchseucht ist und nur noch seinem Bauche dient, durch die Wränge!- straße dirigieren, damit es angesichts jenes Siegesspruchs cm seine Brust schlägt und der Zeit gedenkt, wo man das Durchhalten nicht für der Red« wert erachtete und nur das Siegen der, Reiz de» Vergnügens hatte.„Nicht durchhauen, sondern siegen," jr, laßt diesen Eßmuch nur an seinem Platze, daß jedermann ihn siezt und zähneknirschend erkennt, zu welchem Saltomortal« nationale! Moulheldentum fähig war zu einer Zeit, als Sein und Nichtsein «tri«« ganzen Volkes auf dem Spiele stand! .Nichc durchhalten, sondern siegen!" Volk, denke daran am 7. Dezember! 2*] Der Mittelweg. Don Sir Philip Gibbs. Noch nicht zwanzig Jahre war er alt, und alles, was er erlebt hatte, war Kneg und Blut und Tod. Die Aufregung seines älteren Bruders machte ihn nervös: ein bißchen de» trunken mar er auch. Endlich sagte er:.Auf Wiedersehen, Alter. Ich möchte nun gehen und mich ein bißchen amüsieren." Bertram hatte ihn nicht noch Susan und Denis gefragt. Als Digby fort war, stürmte Bertram wieder im Zimmer auf und ab. Er dachte an Dlgby, wie er noch ein kleiner blond- haariger Junge gewesen war, dem er abends Märchen erzahlt hakte. Dann war dle Muiter gekommen, hatte sie geküßt und beide schufen geschickt. Nun war Bertram zum Uebecfließen voll von Mitleid für die Mütter der ganzen Welt. 17. In dem Rohmen de» Spiegels über dem Kamin in Bertram» Studierzimmer steckte die Karte, welche Lady Ottery ihm für ihren Bortrog über die.Religion der Revolution in Bergangenheit und Gegenwart" gegeben hatte. Cr hatte die Karte mit wachsendem Unbehagen täglich angeblickt. Sie er- innerte ihn drohend an etwas Unangenehmes, wie eine Stund« beim Zahnarzt oder sonst eine entfernte, lästige unvermeidliche Pflicht. 10. April. Die Religion der Revolution. In Vergangenheit und Gegenwart. Don der Gräfin v. Ottery. Dorsitzendrr: Scine Gnaden der Herzog von Brahmshaw. „O Gott, ich glaube, ich muß hin," hatte Bertram wohl gemurmelt, dann aber wieder es vergessen. Joyce erinnerte ihn eines Morgens beim Frühstück:„Du gehst doch zu Mutters Vortrag?" Am folgenden Nachmittag, am 10. April, war Joyce ärgerlich, als er dem Bortrag auszuweichen strebte. Die geistigen Fähigkeiten ihrer Muttsr waren dock sehr bedeutend. Bertram murmelte zwar etwas von seiner Abneigung gegen Buchgelehrsamkett. gab aber schließlich nach und erklärte sich demütig einverstanden, den Vortrag zu besuchen und seiner er- habenen Schwiegermutter gebührende Ehrfurcht zu erweisen. Dafür belohnte thn Joyce durch den Schimmer eines Lächelns, kühlte ihn aber gleich wieder durch die Bemerkung ad, sie hoffe, der Vortrag wurde ihn zu vernünftigen Ansichten bekehren und ihn die schreckliche Gefahr der Anschauungen seiner reoo- lutionären Freunde erkennen lassen, besonders zu einer Zeit. wo England durch„Pöbelherrschaft" bedroht sei. .Mein liebes Kind," sagt« er leichthin,»erstens sind meine Freunde kein« Revolutionäre und zweitens bin ich nicht der Meinung, daß England durch eine Pöbelherrschost bedroht ist." »Auch nicht von einem kommenden Streit?" Er zögerte einen Augenblick, ehe«r antwortete:»Die Leute nennen es Aussperrung." Sie nannte da» eine Wortklauberei, und wenn er da» auch nickt zugeben wollte, so sah er doch«in. daß der Streit eine ernsthafte Gefahr wäre, wenn zu den zwei Millionen Ar- beitsloser noch all» Bergleute aus den Kohlengruben hinzu» kämen und diese Zahl um weiter» Millionen müßiagehender Arbeitsloser vermehrten..Es kann dann zum Bürgerkrieg kommen, versetzte Joyce gelassen. »Unsinn!" brauste Bertram auf..Wer sagt das?" »General Bellosie. Als Milglisd des Ministeriums des Innern muß er es wissen." „Dann soll er um Gottes willen seine geschätzten Kennt- niste für sich beJhalten." sagte Bertram ärgerlich,»statt hier dich mit ihm zu befreunden. „Warum denn das?" Dertrams Nerven zittertin bei dem Gedanke» an Freuadschast mit diesem Militaristen von Profession und semen arroganten Manieren. „Weil er dir Beschöstigung verschaffen kann. Ich glaube sogar, ee will dir etwas anbieten." „Hast du ihn darum gebeten?"—„Mehr»der weniger. Suchst du etwa keine Beschäftigung? Es ist an der Zeit, daß du auch deinen Teil zum Hanshalt beiträgst." Bertram stand auf und ging ans Fenster. Endlich sprach er mit leiser Stimme, der man die Aufregung anhörte:„Ich hatte gehofft, du würdest das nicht aussprechen! Ich werde dir mein Logi» und meinen Unterhalt zurückzahlen, sobald mein Buch veröffentlicht sein wird." Sie folgte ihm ans Fenster und legte liebkosend die Hand auf feine Schulter. Er war überrascht. Wie lange hatte sie das nicht getan. „Bertram, ich spteic hier nicht die wütende Katze. Du weißt, da» ist nicht meine Art. Ick will dir auch wahrlich nichts vorwerfen Aber du weißt doch selbst, wie sehr du eine lohnende Beschäftigung wünschst. Und nun ist General Bellasis bereit, dir eine zu verschaffen. Also weshalb ärgerst du dich?" Bei Ihren Worten, dem alten kameradsckaftlichen Ton. durch ihre Hand auf seiner Schulter schwand sein Aerger dahin. Wenn sie Nur wüßte, wie ein Wort von ihr sein? Heftigkeit besänftigen konnte. „Warte den Erfolg meines Buches ab," bat er.„Ich glaube wirklich, ich verstehe etwas von der Schreiberei. In- zwischen, wenn Bellasis mir etwas anbieten kann, will ich es mir ernstlich überlegen." 18. Joyces Kreis, eigentlich auch seiner, war es. der sich in seinem ganzen Glänze zu dem Dortrage von Lady Ottery zusammenfand. Bertram fuhr mit Joyce in einem Auto von ihrem Häuschen in Holland Street nach dem Vortragssaal, vor welchem schon eine Reihe sehr eleganter Privatautos hielt. „Die neuen Armen sind immerhin noch nicht so schreck- lich arm," sagte Bertram und dachte an Huggetts elende Stube mit den vier schreienden Kindern. Joyce schlug ihn scharf auf die Hand.„Mein Gott, sie haben ein bißchen aus dem Ruin gerettet. Schrecklich wenig, wir werden noch alle bankerott." Sie hatten zwei reservierte Plätze in der vorderen Reibe. Benram bemerkt«, daß sie einen neuen blauen Hut trug mit Neiherfedern und den kurzen Hern-elinmantel, den sie von ihrer Mutter zur Hochzeit erhalten batte. Sie sab wieder blühend und wunderhübsch aus, als sie vor ihrem Stuhle stand und ihren vielen Bekannten zulächelte. „Wie geht es Ihnen, Lady Joyce?" fragte General Bellasis sehr beflissen und höflich und wandte sich huldvoll an Bertram mit der Bemerkung:„Immer munter, Pollard?" Kenneth Murleß kam nachlässig heceinaeschritten, wie immer tadellos elegant von dem weißen Streifen unter seiner Weste b's herab zu den hellen Gamaschen. Bertram fand ihn un- erträglich.„Wie geht'e, Joyce? Ist Lady Ottery in guter Form? Hoffentlich nicht nervös?" „Muttsr ist nie nervös," sagte Joyce,„das liegt nicht in der Familie." (Fortsetzung folgt.) Genoffinnen, Frauen! Die Wählerin" Nr. 2 ist am Freitag in den Verteilungsstellen. Gerthel v. Egloffstein. Er betätigt sich auch zum Schuh Wilhelms II. Der dritte Verhandlungstag wurde durch verschiedene Zeuge 1 vernehmungen ausgefüllt, wobei Herr Derthel wieder gefiffentlich feine„ Rechtseinstellung" betonte. Als ihm der Staatsanwalt auch eine„ Linfseinstellung" nachweist, antwortet Herr Derthel schlagfertig. daß seine gelegentliche Linkseinstellung nur im Intereffe feiner Rechtseinstellung erfolgt sei. 1 Amtsgerichtsrat Dr. Neumann begant mit der Bernehmung des Adjutanten" des Derthel- Egloffstein, des Angeklagten Otto Hermes, Sohn eines Oberförsters und im Kriege Leutnant geworden. Im Jahre 1919 lernte er Derthel als„ Oberleutnant Freiherr von Richthofen" fennen, der fich als Verbindungsoffizier Madensens ausgab. Die Darstellung des Angeklagten, der von den Borgängen im allgemeinen nicht viel gewußt haben mill, bringt nur eine Wiederholung der schon am Montag von Derthel- Ea offftein gemachten Angaben. Sodann wurde Banfdirettor Schwei. zer vernommen, der frühere Leiter einer Filiale der Darmstädter Bank in Breslau, der sich auch mit der Angelegenheit des Um tausches der Kriesnoten zu befaffen hatte. Der Beuge hatte Ver. dacht geschöpft und energisch die Auslieferung der Noten zu verhindern gesucht. Der falsche Oberleutnant von Richthofen habe mit gröktem Raffinement und mit der größten Hartnäckigkeit die Auslieferung der Noten betrieben. Eines Nachts um 2 Uhr wurde der Zeuge aus dem Bett an das Telephon gerufen. Es hieß Staatsgespräch und ein Oberleutnant v. Richthofen teilte ihm mit. daß es im Intereffe der Heeresverwaltung liege, daß der Umtausch vollzogen würde. Durch eine unvorsichtige Aeußerung Derthel- Richthofens aber wurde Echweizer stuhig und mißtrauisch. Vor der Bernehmung des Bankiers Eppitein erklärte R.-A. Dr. Herbert Fuchs, es sei dem Angeklagten lediglich darauf aige fommen, diese Art von Leuten mit goldenen Etuis zu treffen", die er aus sozialen und nationalen Gründen hoffe. Zum Beweise für die idealen Gesichtspunfte des Angel'agten überreicht der Berteidiger eine Mappe von Flugblättern des Bundes Deutscher Männer und Frauen" zum Schuße der des Lebens Mil= persönlichen Freiheit und helms II. Der Anaeflagte sei attives und werbendes Mitglish diefes vaterländischen Bundes, der ganz rechts stehe, aber feine umstürzenden Zwede verfolgt habe, gewefen. Staatsanwaltschaftsrat Dr. Weißenberg weift darauf hin, daß der Angeklagte sich nicht immer nur rechts betätigt habe, fondern auch an den kommunistischen Unruhen cftio beteiligt gewesen fei. Der 2ngeklagte fann sich also nicht darauf berufen, daß er nur aus idea en Gründen infolge feiner Rechtseinstellung gebondelt habe. Der Angeklagte erklärt dazu, daß er auch bei der Linksbetätigung nur im Intereffe feiner Rechtseinstellung gehandelt habe. Er habe nie für seine politischen Werte von irgendeiner Partei einen Pfennig bezogen. Der nächste Beine ist der Direktor einer großen Getreidebant, Heinrich Eppstein cus Posen, der in Breslau mit Schrome wegen des Umtausches der in seinem Besitz befindlichen 9% Millionen Krissnoten in Berbindung getreten war. Es habe fich für ihn, zur Vermeidung von Verlusten um einen günftigen Austausch gehandelt. Als altem Soboten sei ihm der Offiziersrod heilig gewesen, so daß er in einem Offizier nicht einen Hochstapler vermutet hätte. Seine Bedenken wurden dadurch beseitigt, daß in der Attentaide des„ Herrn von Lüttichau" ein Schreiben des Reichs. der Aktentasche des Herrn von Lüttichau" ein Schreiben des Reichs finanzministeriums mit der charakteristischen Unterschrift Erzbergers sich befand. In dirkem Schreiben erklärte sich Erzberger mit dem Eintausch der im Befik des Armeefommandos Mackensen befindlichen Kriesnoten in deutsche Reichswährung einverstanden. Shm, Eppstein, hatte die Lage der alten Offiziere, die alles im Ariege hingegeben hatten, leid getan und deshalb hatte er die Herren etwas verdienen lassen wollen. Es sollten dies feine Schmiergelder sein, sondern gewisse Dotationen. Die Angeklagten Derthel und Hermes traten den Angaben des Zeugen sehr scharf entregen und fagten ihm ins Gesicht, daß es sich um Schiebergeschäfte gehandelt hatte, mas der Zeuge als Lüge bezeichnete. Der Zeuge Major a. D. Bernet war zu jener Zeit Bahnhrfskommandant in Kaffet. Durch einen Zufall gelengte eines Tages ein Telegramm, dos an den Verbindungsoffizier der Kriefa" gerichtet mar, in feine Hände. Durch Befragen feines Stellvertreters, eines Feldwebel'eutnants erfuhr der Zeuge, daß in seiner Abwesenheit ein Oberleutnant von Richthofen vor einiger Zeit mit diesem verhandelt habe und es verstanden hätte, den Oberleutnant einzufencen. Die Ermittlungen ergaten, daß im Hotel Schirmer sich eine „ Kriefa" aufgetan hat mit einem Verbindun soffizier, Freiherr von Richthofen. Heiterfeit erregte es, als der Zeuge feststellt, daß eine Militäreinrichtung„ Kriefa" in Kassel gar nicht bestand, sondern nur ein Schwesternheim„ Kriefa", so daß der Angeklagte alfo Rom. mandant des Schwesternheims gewesen sei. Der Zeuge Bernet hat burch fein Eingreifen verhindert, daß der Hessische Bankverein die 2 Millionen Kries 1oten dem angeblichen Oberleutnant von Richthofen aushändigte. Justiz und Erwerbslose. Im Februar d. 3. herrschte in der fleinen Ortschaft Tasdorf in Niederbarnim und in der Umgegend Baltberge, wie in vielen anderen Orten Deutschlands eine allgemeine Arbeitslosigkeit. Fast Sämtliche Fabriken hatten ihren Betrieb eingestellt. Erſt gegen Mitte des Februar wurden menige Beute in einigen Fabrifen wie der untergebracht. Aber die große Arbeitslosigkeit bestand nach mie vor. Am 13. Februar murde in einer Bersammlung der Erwerbslosen der Beschluß gefaßt, durch einen Umzug bei verschiedenen Fabriten um Arbeit anzufragen. Es bildete sich ein Bug, dem eine rote Fahne vorangetragen rourde. Der Führer dieses Zuges follte ein gewiffer Elias Jacubomis, ein gebürtiger Ruffe fein. An diefem Tage waren, die Gondjäver des Ortes in erhöhter. Alarmbereitschaft. Vor der Fabrik von C. D. Wegener wurde die Menge aufgefordert, auseinanderzugehen. Das aber war nicht so schnell zu bewerkstelligen, da clles wie eingefeilt und eingeschlossen war. Die Landjäger stellten daraufhin 20 Teilnehmer fest, darunter drei Frauen und den Anführer" Elias Jacubomiß, der besonders unfanft behandelt wurde. Trotzdem J., ein Russe, schon über zehn Jabre sich in Deutschland aufhielt und in Tasdorf eine feste Boh mung hatte, wurde er einen Tag später aus seiner Wohnung heraus verhaftet und ins Gerichtsgefängnis des Amtsgerichts Raltberge geftect, wo er volle vier Wochen schmachtete. Bei der nun stattfindenden Gerichtsverhandlung vor dem Amtsgericht Kalfberge wurden drakonische Strafen verhängt. J. wurde als der spiritus rector dieser ganzen Cache angesehen und zu drei Monaten Gefängnis verurteilt, während die übrigen 19 jeder 100 m. Geldstrafe erhielten. Durch die Berufung sämtlicher AnSorgt für die richtige Verbreitung! getlagter tam die Sache nun nach Lichtenberg vor das große Schöffengericht. Es marschierte eine große Reihe Zeugen auf. Der Amtsanwalt hatte in seinem Plädoyer die Strafen vom Amtsgericht Ralfberge aufrechterhalten. Der Verteidiger der Leute, Rechtsanwalt Dr. Georg Loewenthal, stellte mit Recht das ganze Beginnen der Leute als eine harmlose Sache hin; besonders wehrte er sich gegen die Angriffe des Amtsanwalts, die Dieser gegen Jacubomiz gerichtet hatte. Er fand auch milde, verständige Richter. Das Urteil lautete: 3. 30 M. Geld strafe, die übrigen je 10 M. mit Ausnahme zweier An geflagter, die freigesprochen wurden. Jm Schatten der Moschee. Die Zustände im Wünsdorfer Lager. Vom Stadtarzt, Genossen Dr. Alfred Korach, wird uns geschrieben: Dicht vor den Toren Berlins, unweit 3offen, liegt das Büns. dorfer Flüchtlingslager. Ein Dutzend langgestreckter, niedriger Holzbaraden diente dort während des Krieges vielen Hunderten von internierten Muselmanen als Unterkunft. Inmitten des Lagers wurde im Jahre 1916 aus Reichsm tteln eine Moschee errichtet geschmackvoll aus Holz gebaut und gefrönt von einem schmuden Minarett, die einzige, die Berlin und seine Umgebung befizen. Sie wird jezt alljährlich an den mohammedan schen Fest tagen von den in Berlin ansässigen Bekennern des Islams aufgesucht. Die Baulichkeiten der Moschee sind aber jegt in hohem Grade repaes regnet raturbedürftig. Namentlich das Dach ist arg beschädigt hindurch! Wer die Kosten tragen soll, ob das Reich oder die Ber es handelt sich um etwa 500 m. liner muselmanische Kolonie ist strittig. Viel schlimmer bestellt ist es um das Flüchtlingslager felbst und seine jezigen Infaffen. Burzeit sind etwa 250 Ber fonen dort untergebracht; de Trümmer der Armee des Baltifumers Bermondt- Awaloff unseligen Angedenkens, der ein Korps von Abenteurern zusammenstellte und die halbe Welt mit feinem eigenen, ganz wertlosen Schwindelpapiergeld beglückte. Angesichts der Ausbreitung des Elends in Deutschland legt wahrlich keine Veranlaffung vor, sich in besonders ausgedehntem Maße gerade für d'ese Leute einzusehen, die ihr Los selbst verschuldet haben. Trotzdem fann man aber vom Standpunkte der Menschlichkeit die Zustände in Wünsdorf in feiner Weise billigen, sondern muß vielmehr eine schleunige Abhilfe verlangen. Denn die Art der Unterbrin gung der 250 Menschen spottet jeder Beschreibung. Die Quartiere sind einfach menschenunmürdig und überraschen selbst den, der gewohnt ist, die schlechtesten Proletar erwohnstätten des Berliner Nordens zu besuchen. Die Feuersgefahr ist enorm groß. Bor furzem brannten erst zwe: Baraden nieder, und nur einem Zufall ist es zu danken, daß nicht auch die Moschee ein Opfer der Flammen wurde. Baradenteile sind durch Vorhänge aus alten Decken und Tuchfeßen Die den verschiedenen Familien zugeteilten voneinander abgetrennt. Die Luft, die in den Baraden herrscht, st außerordentlich schlecht, die Belichtung vielfach ganz mangelhaft. Bollends als ganz unzureichend muß das elende Mobil ar bezeichnet werden, soweit ein solches überhaupt vorhanden st. Namentlich die unfäglich fümmerlichen, unhygienischen Lagerstätten bieten einen schrecklichen Anblid. Die Baraden sind eine Brutstätte der Tuberkulose. Man sollte sie entweder abreißen oder aber sie nach Behebung der Feuersgefahr als Ställe für Federvieh benußen. De jezigen Lagerinfaffen, die entweder Tag für Tag herumfizen und fich dem Nichtstun ergeben oder aber sich durch Pilzesammeln, Rar toffelnnachbuddeln und diese oder jene Handarbeiten einige Groschen verdienen, sollte man so schnell wie möglich anderswo unterbringen oder aber einer Berufstätigkeit in irgendeinem Lande zuzuführen versuchen, damit auch endlich einmal diese traurigen Spuren des Bermondt- Schwindelunternehmens getilgt werden. Abfindung von Versorgungsanwärtern. Amtlich wird mitgeteilt: Nach der Verordnung der Reichsregierung vom 30. Oftober 1923 und den dazu erlassenen Bestim mungen fann Berforgungsanwärtern bei Rüdgabe ihres Berior aungsscheines eine einmalige Entschädigung bon 2000 Mart gewährt werden. Diese Verordnung gilt auch für diejenigen Verforgungsanwärter, die auf Grund von Berfonalabbauverordnungen des Reiches 31. Oftober 1923- für den Beamtendienst vorgemerkt waren. Wenn folde Veriorgungsanwärter die vorgeschriebenen Anmeldefristen für die Gewährung der Entschädigung( 31. August 1924 bezw. 3 Monate nach ihrer erfolgten Entlassung auf Grund der Personalabbauverordnung) deshalb verfäumt haben, weil sie die Sachlage nicht erkannt haben, so fönnen sie die Gewährung der einmaligen Entschädigung spätestens noch bis zum 31. Dezember d. Js. bei dem für ihren Wohnort zuständigen Versorgungsamt beantragen. Hinsichtlich der Fristverfäumnis müssen die Anträge glaubhaft begründet werden. Das Rundfunkprogramm. Donnerstag, den 13. November. " Wovon man Der Herr Administrator. Ein Kläger, der zum Angeklagten wurde. Beim Schöffengericht Pantom flagte der Administrator Dr. Dorsch vom Berliner Rieselgut BI an fenfelde gegen den Moltereibefizer 3ahn, der ihn durch einen Artikel in der Zeitschrift„ Die städtische Molkerei" beleidigt haben sollte. Zahn hatte darm erzählt, wie er als Bächter eines zu dem Rieselgut gehörenden Landstückes, das er zur Gewinnung von Gras für seine Kühe nußen wollte, sich über Mangel an Bewässerung bei dem Herry Administrator beschwert habe. Dr. Dorsch, an dem ein starter Alkoholgeruch zu bemerken gewesen sei, habe die Beschwerde als „ Lüge" zurückgewiesen und ihn, bertüdt" genannt, habe gedroht, ihn über den Haufen zu schießen oder ihm die Knochen entzwei zu schlagen, und habe schließlich in Aussicht gestellt, daß Zehn im nächsten Jahr fein Gras bekommen werde. Für Dorsch, der diese Darstellung in den meisten Punkten bestritt und sie als Ehrenfränkung gerichtlich verfolgt sehen wollte, flagte nicht die vorgefehte Dienstbehörde, vielmehr mußte er felber eine private Be. leidigungsflage einreichen. Er tat dies erst im letzten Augenblid vor Ablauf der Verjährungsfrist, aber Rohn behielt die Möglich feit, gegen ihn die Wiederflage megen Beleidigung 3 erheben und sie dann noch auf Bedrohung auszudehnen.. Der Kläger Dorsch wurde so zum Angeklagten, und die Beweise aufnahme drängte ihn vollends in diese Rolle hinein. Zayn hielt feine Schilderung voll aufrecht, Dorsch aber gab nur zu, daß er gefagt habe:„ Gehen Sie vom Wege, sonst schlage ich Ihnen mit dem Stod über den Schädel!" Alles Uebrige beftritt er, auch den Alkoholgeruch, den er gleichfalls als ehrenfränfend empfand. Zeugen des Bertwechie's waren zwei Männer, die in ber Nähe von Zahns Landstid arbeiteten, als Dorsch mit seinem Wagen hier anfangte. Vor Gerift befundeten fie, daß bei Bahns Beschwerte der Administrator Dorsch das Wort„ Lüge" oder„ Lügner" gebraust und im Laufe des daran fich tnüpfer den Wortwechiris nedroht habe, Bahn über den Haufen zufchießen. Der eine dieser Zeugen versicherte auch, bemerkt zu haben wie Dorsch einen Revolver fchon halb aus der Tasche zog, den er tann bei der Annäherung des Zeugen wieder eingestedt habe. Gegen den Wormurf, noch 2fohol gevochen zu haben, wehrte sich Dorsch mit den Aussagen feines Inspektors und feines Feldhüters, die nichts gerochen hatten. Den vom Justizrat Golgen, dem Verteidiger Bahns, angebotenen Beweis, dan Administrator Dorsch bei anderer Gelegenheit durch anfcheinende Trunkenheit den Unwillen von Insassen der Heimirtie Biantenfelde erregt habe, lehnte der Richter ab. Der Verteidiger beleuchtete das durch die Zeugen bekundete Verhalten des Adminis ftrators gegenüber dem Bächter, das ihn als zu einem Beamten dieser Stellung ungeeignet erscheinen lasse. Der Richter verfante dem Angeklagten Zahn für den Zeitungsnicht erwiefen sei der Alkoholgeruch und die daraus zu folgernde artikel den Schutz des§ 193( Wahrnehmung berechtigter Interessen). Trunkenheit, ein Vorwurf, der bei einem Beamten diefer Stellung sehr schwer wiegen würde. Erwiefen feien aber die Worte. Lüge" und verrückt" und die Drohung, Zahn über den Haufen zu schießen. Dieses Verhalten sei bei einem Beamten und gebit. betem Mann besonders verwerflich. Das Urteil lautete gegen Bahn wegen Beleidigung auf 100 m. Geldstrafe. gegen Dorfch wegen Beleidigung auf 50 M. Geldstrafe und wegen Bedrohung auf 200 m. Geldstrafe. Herr Dorsch wird sicherlich nicht die Empfindung hacen, daß er aus diesem von ihm angestrengten Brozeß als Gieoer hervors gegangen sei. Molfereibefizer Zahn wird Berufung einlege::. gegangen fei. Molkereibesizer Zahn wird Berufung einlege::. Film und Arbeiterklaffe. In der gestrigen Sitzung der Vertreter der 20 Berliner Kreis. bildungsausschüsse wurde das Thema:" Film und Arbeiterflaffe" behandelt. Dabei wurde festgestellt, daß der Film„ Schmiede", welcher zurzeit in einer Reihe Lichtspieltheater läuft, von einigen Theaterbesigern arg verschandelt wird. Man läßt den Bildstreifen übermäßig schnell laufen und maßt sich Zenfur rechte an dadurch, daß man den letzten Teil des Films beschneidet und die vorgeschriebene Musikbegleitung und besonders die Internatio nale, welche zum Schluß gespielt werden soll, unterschlägt. Die Versammelten brachten einstimmig zum Ausdruck, daß sie diesen Willkürlichkeiten unter allen Umständer entgegentreten werden. Der Bildstreifen hat der FImprüf fammer vorgelegen und ist von ihr genehmigt worden. Eine eigen mächtige Zensur durch die Theaterbefizer wird sich die Arbeiterschaft unter feinen Umständen gefallen faffen. Es ist übrigens intereffant, daß die Herren, die sonst der Zensur durch die Kammer nicht grade übermäß g viel Sympathie entgegenbringen, sich diesem Bildstreifen gegenüber Rechte anmaßen, zu denen sie weder befugi noch befähigt sind. Den Arbeitern aber empfehlen wir, diesen Film welcher der Weltanschauung des Proletariats Ausdrud verleiht und den Gedanken der Organisation als die Ursache des kulturellen Fortschritts darstellt, eifrig zu beachten und einer Bekämpfung ihrer Bestrebungen durch Verschandelung oder Sabotage dieses Films wirksam entgegenzutreten. Die städtischen Reffungsstellen. Das Rettungeamt der Stadt Außer dem üblichen Tagesprogramm: Berlin ersucht uns um die Aufnahme des folgenden:„ Nach dem 4.30-6.15 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funk- Bericht über eine Strafiache gegen einen früheren Rettungsarzt kapelle). 6.20 Uhr abends:„ Ratschläge fürs Haus". 7 Uhr abends: wegen fahrläffiger Tötung hat dieser Arzt in der Verhandlung Vortrag des Herrn Dr. Neumark, wissenschaftliches Mitglied des Angaben über die Einrichtungen der Rettungsstellen gemacht, die Hauptgesundheitsamtes der Stadt Berlin: Zum neuen Ratten- nicht den Tatsachen entsprechen. Es sei hier auss kampftag am 22. und 23. November". 7.45 Uhr abends: Vortrag des brüdlich festgestellt, daß alle Rettungsstellen mit Sterilisier Herrn Ingenieurs Otto Lech: Die weiße Kohle und ihre Zukunft". apparaten, in denen die Verbandsstoffe regelmäßig feimfrei 8.30 Uhr abends: Populärer Abend. 1. Hurra! Hurra!' s ist alles wieder da, aus der Burleske„ Der Harem auf Reisen", Rud. Nelson gemacht werden, und mit Desinfektionsmitteln in allen ( Orchester). 2. Was man sich heimlich denkt, Elká( Friedel Anforderungen entsprechender Menge versehen sind und waren. Tzscheppan, Sopran). 3. Das Spielzeug( Schatz, hast du mir was Jede Rettungsstelle hat einen Operationstisch, und Entbindungen mitgebracht). Shimmy aus der Frou- Frou- Revue tommen nicht selten vor. Der in Betracht kommende Arzt ist furze spricht", Frank Stafford( Orchester): 4 Pasadeno. Hans Warren Beit nach dem Vorkommnis, das zur Erhebung der Anklage ( Willi Weiß, Tenor). 5. Grüß mir mein Wien, Lied a. d. Operette führte, aus dem Dienste des Rettungswesens ausgeschieden." Gräfin Mariza", Kálmán( Orchester). 6. Warum denn, ach warum denn, Duett aus der Operette„ Der Tanz um die Liebe", Oskar Strauß( Friedel Tzscheppan und Willi Weiß). 7. Eine Welt, wo der Dollar das Herz regiert, aus der Operette„ Der Tanz um die Liebe", Oskar Strauß( Orchester). 8. Walzer, du mein Walzer. Duett aus der Operette„ Der Tanz um die Liebe", Oskar Strauß ( Friedel Tzscheppan und Willi Weiß). 9. Schatz, ach Schatz, schenk mir' ne Kleinigkeit, Shimmylied aus der großen Revue An Alle", Bertuch( Orchester). 10. Wien, du Märchen aus 1001 Nacht, R. Stolz( Friedel Tzscheppan). 11. Laufe keiner Frau nach, K. Hajós ( Willi Weiß). 12. Wo die Liebe wohnt, aus der Burles Beer Funkkapelle, Am Schwechten- Flügel: Kapellmeister: Otto Urack. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst. Sportnachrichten, Theaterdienst. 10.30 bis 11.30 Uhr abends: Tanzmusik. Harem auf Reisen", Rud. Nelson( Orchester). Orchester: Berliner Ausstellung österreichischer Pässe. Mit Rücfi ht darauf, daß in Deutschland für Ausländer bekanntlich Paßzwang besteht, werden alle im Amtsbezirk des Berliner Generalfonsulates wohnhaften österreichischen Bundesangehörigen in ihrem eigenen Interesse aufmertjam gemacht, ihre Päffe, fofern die Gültigkeit derselben abs gelaufen ist, beim österreichischen Generalfonfulat, Berlin W 10, Bendlerstr. 15( Parteienverkehr zwischen 9 bis 1) zur Erneuerung einzureichen. Für die Ausstellung bzw. Verlängerung von öfterreichischen Reisepässen ist außer zwei Lichtbildern und der polizeilichen Aufenthaltsbewilligung noch die Vorlage eines Heimaticeines, aus dem hervorgeht, daß der Betreffende in einem Orte der Republik Desterreich beimatberechtigt ist, erforderlich. Für Optanten genügt an Stelle des Heimatscheines das Optionsdekret. 1000 Odol ist antiseptisch Odol ist sicher antiseptisch Odol ist ganz bestimmt antiseptisch Odol Der Tod der Einfamen. Die 83j å brige Schneiderin Juliane Marie Kopf, Waldstr. 55, war seit einiger Zeit von den Hausbewohnern nicht mehr gesehen worden. Da dies schließlich auffiel, wurde endlich die Kriminalpolizei benachrichtigt, die die Behausung der N. öffnete und die Greisin tot im Bette auffand. Der Tod war infolge von Herzschwäche eingetreten. Ein Zusammenstoß zwischen zwei Straßenbahnmagen ereignete fich am Dienstagnachmittag gegen 3½ Uhr an der Jerusalemer Kirche. Ein Wagen der Linie 66 fuhr auf einen Anhänger der Linie 55 auf. Beide Perrons wurden start beschädigt, der Anhänger aus den Schienen gehoben und auch noch eine vorüberfahrende Autobroschke beschädigt. Durch Glassplitter wurden mehrere Personen leicht verlegt. Eine Frau E. Hauff aus der Prinzenstraße mußte mit Schenfelquetschungen und Schnittverlegungen nach der Rettungsstelle in der Kommandantenstraße gebracht Bezirksbildungsaus chuß Groß- Berlin. Sonntag, den 16. November, nachmittags 3 Uhr, im Theater des Westens Wozzed", von Georg Büchner. Preis pro Starte 0,90 m. Sonntag, den 23. November, nachmittags 38 Uhr, Festionzeit( Französische Stammermusit) im großen Saal der Philharmonie. Breis der Einzeltar e 1 im. Am 22., 26., 29. November, 3. und 6. Dezember, nachmittags 3%, Uhr, Märchenvoritellung im Theater des Westens. Zur Aufführung gelangt„ Lotte im Weihnachtslande", Märchen mit Mufit, Gelang und Tanz Starien zum ermäßigten Preise von 30, 40, und 60 Pj. Starten jür alle Veranstaltungen sind zu haben in den bekannten Stellen. werden. Boltsvorstellung im ftaatlichen Schiller- Theater. Sonntag. 16. November, im Schiller- Theater Charlottenburg Vorstellung des Auftspiels: Dr. Klaus". Beginn 22 Uhr. Karten zum Preise von 1 M., einschließlich Garderobe zu haben. und Programm, find in allen Bezirtsämtern und soweit vorrätig im Theater Jugendweihe Neu ölln. Freitag, den 14. November, 4 Uhr, Beginn des Unterrichts in der Knabenmittelschule, Donauitr. 120. Anmeldungen werden dort sowie in den Vorwärts- Speditionen, Siegfried- und Neckarstraße 2, gegen Zahlung von 50 Pf. angenommen. Oeffentl. Wählerversammlungen Heute, Donnerstag, 13. November, abends 7/2 Uhr: Mariendorf: Aula des Gymnasiums Kaiserstraße. Waidmannsluft: Lokal Arit, Waidmannstraße. für Tagesordnung: Gegen Monarchie und Schutzzölle die Republik und Berbilligung der Lebensmittel! Redner: Luise Kähler, Karl Wermuth. Freitag, den 14. November, abends 71 Uhr: Wedding: Pharusfäle, Müllerstr. 142 und Schulaula GrünStaaten: Gasthaus Wolf. thaler Str. 5. Theis- Straße. Grunewald: Aula des Gymnasiums Herbert Ede Kaspar Schöneberg: Ühlandschule, Kolonnenstr. 20/22. Lichtenrade: Restaurant Rohrmann, Hilbertstraße. Grünau: Jägerhaus, Bahnhofstr. 1. Pantow: Gesellschaftshaus, Berliner Str. 103. Hohenschönhausen: Schulaula Rödernstr. 68/72. Borsigwalde: Borsigwalder Festfäle. Tagesordnung: Deutschnationale oder sozialdemokratische Politit? Kriegs- oder Friedensreichstag? Anna Geyer, Adolf Hoffmann, Klodt, Lüdemann, Dr. Mofes, Redner: Aufhäuser, Robert Breuer, Fleißner- Dresden, Ella Seger, Gerhart Seger, Adele Schreiber.. Sonnabend, den 15. November, abends 7/2 Uhr: Friedrichshain( 37. Abt.): Schulaula, Hausburgstr. 20. Männerchor Prenzlauer Berg. Treffpunkt Donnerstagabend 8 Uhr im Raulsdorf- Süd: Restaurant Sanssouci. Krematorium Gerichtstraße zur Beerdigung des Genossen Burr. Jugendveranstaltungen. Achtung, Mitglieder des B.-B.! Seute, Donnerstag, 28 Uhr, Gikung im Distusfionszimmer. Jugendheim Lindenstr. 3. Adtung, Abteilungsleiter! Sonnabend, den 15. d. M., Borsitzendenkonferenz im Jugendheim Lindenstr. 3. Heute, Donnerstag, den 13. November, abends 7½ Uhr: Friebenau: Jugendheim Offenbacher Str. 5a. Mitgliederversammlung. Schönhauser Borstadt: Schule Sbsenfic. 17. Diskussion: Körperkultur". Eenefelder- Biertel: Oberberger Str. 57. Bertrag: Sumor in der Dichtung". Südwesten: Jugendheim Lindenstr. 3. Vortrag: Arociterjugend einst und legt". " Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftsstelle: Berlin G. 14. Gebaftianstr. 37/38. Sof 2 Tr. Kamerabschaft Tiergarten: Donnerstag, den 13. D. M., abends 6.50 Uhr, Antreten von dem Hause Karlstr. 29. Dienstanzug. 20. Secabidaft Reinidendorf: Donnerstag, den 13. b. M., abends 7 Uhr. im Lokal Arlt, Waidmannslust, Waidmannstraße, lähe Bahnhof Waidmannsluit, Treffen. Kamerabschaft Wedding: Freitag, den 14. d.M., abends 6 Uhr, Antreten der Abteilung 1, außer Gruppe Drnch, in der Schulaula Grünthaler Straße. Gruppe 2 und Gruppe Drya, Bharus- Gäle, Ordnerdienst in den BerJammlungen. Kamerabschaft Betershagen- rede: sbo: f: Donners.ag, den 13. b. M., abends 8 Uhr, im Lokal Mabel. Petershagen, Mitgliederversamm Iung. Republikaner als Gäste willkommen. Kemeradschaft Köpenid und Untergruppen: Freitag, den 14. b. M., abends 7% Uhr, im Jugendheim Grünauer Str. 4, wichtige Borstandssigung. Die Untertaisierer rechnen dort mit dem Haupttassierer ab. Deutsche Landsmannschaft der Brovina Posen, Groß- Berlin. Sauptver fammlung am Donnerstag, den 13. d. M., abends 8 Uhr, in der Kindl- Brauerei, Neukölln, Hermannstr. 211-218. Boltsbildungsamt Reinidendorf. Donnerstag, den 13. b. M., abends 8 Uhr. in der Aula der Humboldt- Schule in Tegel und am Freitag, den 14. D. M., abends 8 Uhr, in der Aula des Realgymnasiums in Reinickendorf, Berner Straße, Bolksliederabend Eintrittskarten zu 50 Bf. in den Berkaufs ftellen fowie an der Abendtaffe. Deutscher Monistenbund, Ortsgruppe Groß- Berlin. Am 13 November, abends 8 Uhr. im Meifterfaal. Röthener Str. 38, Bortrag des Herrn Dr. R. Müller Freienfels über Persönlichkeit und Weltanschauung". Bereinigung für Schul- und Erzichungsfragen, Berlin- Treptow. Freitag, den 14. November, abends 8 Uhr, im Reichensaal der 6. Treptower Schule, Wildenbruchstr. 53. 3 Tr., Vortrag über Gesamtunterricht". Eintritt frei. Frauengruppen für Coziale Arbeit. Bortrags- und Diskussionsabend über die Vinchologie der weiblichen Jugendlichen" am 18. November, abends 8 Uhr, in der Sozialen Frauenschule. Berlin B. 30, Barbarossastr. 65. Außer Mitgliedern tönnen auch andere Intereffenten daran teilnehmen. Berein der Freidenfer für Feuerbestattung. Am Dienstag, ben 18. b. M., abends 7 Uhr, in der Neuen Welt, großer Gaal, Lichtbildervortrag: Entwidlungsgeschichte des Menschen". Referent Dr. D. Saufer. Eintrittskarten au 30 Bf. in allen Rahlstellen des Vereins fowie an der Abendkaffe. Wenn Besuch tommt hilft sich die Hausfrau schnell aus jeder Verlegenheit, wenn sie Spritzgebackenes nach folgendem Oetker- Rezept herstellt: 375 g Mar arine Pid. ca. 0,90 250 g Zucker Pid. ca. 0.45. 2 Päckchen von Dr. Oetker's Vanillin- Zucker 125 g ab ezogene und gemahlene Mandeln, Pfund ca. 2.-. 1 Ei 250 g Weizenmehl Pfd. ca. 0,24. M. 0.68 0.23 0,12 0.50 "> ca. 0.19 " " 0.12 0.32 " M. 2.16 250 g Dr. Oetker's Gustin oder feinstes Stärkemehl Pfund ca 0.64 Zubereitung: Rühre die Butter schaumig, gib alle Zutaten nach der Reihe daran, fülle die Teigmasse in eine Butter- oder Gebäckspritze und spritze kleine Kränze oder S, die man bei mäßiger Hitze bäckt Verlangen Sie vollständige Rezeptbücher in den Geschäften, wenn vergriffen, durch Postkarte gratis und franko von Dr. A. Detter, Nährmittelfabrik, Bielefeld • Eingetretene Preisschwankungen sind zu berücksichtigen. Für die so zahlreichen Beweise herz Trauerfpenden lichster Teilnahme beim Sinfcheiden meines lieben Mannes fage ich hier. durch allen Freunden und Bekannten meinen herzlichsten Dant 309b Jm Namen aller Hinterbliebenen Marie Mörschel geb. Junder. Niederlehme- Ziegenhals. 12. Rov 1924. jeder Art Parzellen n Motzenmühle vo 100- an. Kiehler liefert preiswert Berlin, Arndtstr. 44, Paul Golletz. vormals Robert Meyer. Mariannenstr. 3. 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November, abends 7 Uhr, im Börsensaal des Mufitervereinshauses, Kaiser- Wilhelm- Str. 31. An dieser Konferenz müffen teilnehmen: Der Bezirksvorstand, die Abteilungsleiter oder deren Stellvertreter und die Abteilungstaffierer. Es ist unbedingt notwendig, daß jede Abteilung verfreten ist. * Die ,, Wählerin" fann morgen( Freitaa) abgeholt werden, für die 40. Abt. bei Reufner. Sagelberger Gtr 20a; für die 41./42. bt. bei Höhlke, Bergmannstraße 69; für die 43/44. Qibt, bei Wolf, Gräfeftr. 26; für die 45. Abt. aus dem Reichenberger Sof: Reidenberger Str. 149; für die 46. Abt. bei Frau Simon, Gorauer Str. 19; für die 47. Abt. Mustauer Str. 1 und für die 48. Abt. aus der Spedition Prinzenstraße. ** 2. Kreis Ziergarten. Sigung der Beamtenobmänner ber 9. bis 13. Abteilung Freilag, den 14. November 7 Uhr, in der Vorwärtsspedition Wilhelmshavener Str. 48. 5. Arcis Friedrichshain. Beamtenwerbeausschuß: Seute 7 Uhr wichtige Beforechung bei Wittschuß. Petersburger Str. 5. Funktionärinnen: Heute, Donnerstag, 7% Uhr, bei Rofin, Gubener Str. 19. Alle Abteilungen müffen vertreten fein. 6. Kreis Kreuzberg. Freitag, den 14: November, 7 Uhr. erweiterte Kreisvorstandssigung bei Biehler, Dieffenbachstr. 76. Beitungstommiffionen aller Abteilungen: Freitag, den 14. November. pünktlich 7 Uhr, wichtige. Gikung in der Juristisc en Sprechstunde, Lindenstr. 3. 7. Kreis Charlottenburg. Ortsausfduk für Arbeitermohlfahrt: Freitag, ben 14. November, 8 Uhr. im Rathaus Rimmer 1, wichtige Sigung aller in der Wohlfahrtspflege tätigen Genoffinnen und Genoffen, 11. Kreis Edöneberg- Griebenen Freie Schulgemeinbe A beitsgemeinschaft ber Kinderfreunbe: Seute 7½ Uhr bei Rosenthal, Ebersstr. 66, Sichtbildervortrag des Oberschulrats Dr. Silfer: Wege zur neuen Erziehung". Arbeiterwohlfahrt und Kinderschuh: Die Helfer und Selferinnen treffen fich heute, Donnerstag. pünktlich 7 Uhr. bei Rosenthal. Ebersstr. 66. 18. Kreis Weißenfee. Freitag, den 14. November, 7 Uhr, im Realgymna fium, Fortfehung der Arbeitsgemeinschaft des Genoffen Sorlik. Jeder Rurfusteilnehmer muß eine furze schriftliche Arbeit mitbringen mit der Ueberschrift Was führte mich zum Sozialismus?" oder Wann und weshalb wurde ich Sozialdemokrat?" Heute, Donnerstag, den 13. november: Jungfozialisten. Gruppe Nordoft: 7% Uhr Danziger Str. 23, Ausspracheabend: Die Aufgaben der Jungfozialisten". Gruppe Friedrichshain: 7 Uhr im Jugendheim Tilsiter Str. 4-5, Diskussionsabend. Frauenveranstaltung am Donnerstag, den 13. November: 81. Abt. Friedenau. Die Genoffinnen beteiligen fich am Kreisfrauenabend 72 Uhr bei Rosenthal, Schöneberg, Ebersstr. 66. Die Funktionärinnen 1 Stunde früher. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 29. Abt. Am Montag, den 10. November, verstarb unfer Genoffe, der Bezirksführer Heinrich Burr. Einäfcherung heute. Donnerstag, abends 8% Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Ueberführung von der Karlstr. 29 7 Uhr. Sport. Rennen zu Strausberg am Mittwoch, den 12. November. 1. Rennen. 1. Jongleur( Gorsler), 2. Ma Berthe( Kuhnke), 3. Dceana( Walter Heuer). Toto: 32: 10. Plaz: 15, 16, 14: 10. Ferner liefen: Riß me quid, Heldin, Quellnymphe, Sultana VIII, Propulfor, Lehnsgraf, Atalanta. 2. Rennen. 1. Mundschent( Stuhnke), 2. Lese( Stys), 3. Messina ( Hartmannshenn). Toto: 26: 10. Plat: 14, 12: 10. Ferner liefen: Perlenfischer, Glashäger, Süßes Mädel. 3. Rennen. 1. Zwirn( Walt. Müller), 2. Reichard( Kuhnte), 3. Lilienstein( Bröschel). Toto: 105: 10. Platz: 36, 20: 10. Ferner liefen: Gallipolt II, Szep asszony, Radom. 4. Rennen. 1. Raubritter( Lt. Jay), 2. Savoyard( Hr. König), 3. Sommerflor( v. Borke). Toto: 42: 10. Plaz: 22, 28: 10. Ferner liefen: Onkel Otto, Marc Anton. Fancy. 5. Rennen. 1. Rabel( Stys), 2. Rößling( E. Bebr), 3. Wippchen II ( Duade). Toto: 26:10. Plag: 13, 14, 22:10. Ferner liefen: Fontamora, Wildlage, Amianca, Chane, Dattel, Delmora, Bastionetta, Diogenes, Bauberflöte, Rotichwanz. 6. Rennen. 1. Gnadenfrist( Franzte), 2. Danabourg( Willi Heuer), 3. Gigerl( Sths). Toto: 282: 10. Plat: 89, 64, 89: 10. Ferner liefen: Paris, Kiltinte, Golden Gate, Lily J., Ganymed, Herbststurm, Memento, Cea, Modepuppe. Wetter für Berlin und Umgegend. Bollig, troden bei schwachen, südöstlichen Winden. Temperaturen wenig verändert. Gelegenheitskauf! 5000 Sprechmaschinen 85 M. 50% herabgesetzt! Export- und Restposten unter Fabrikationspreis Platten wieder billiger, neu, doppelseitig 25 cm 30 cm 10000 Musikinstrumente Mandolinen 6.50 5.7.. 850 10.- 14 911.- 15 8.50 10.50 12. 3.50 an . 2.50 3. 4.90 8.50 10.50 Ziehharmonika Wiener 1.20 1.90 Geigen Gitarren echt Eiche Zithern Kinderinstrumente u. Harmonikas Riesenauswahl Schulz& Gundlach, Münzstr. 18 dicht am Alexanderplatz Gehen erkrankten Fuß wird jeder Schritt zum Martyrium und die Möglichkeit auf Luft zu gehen" erscheint als wahre Erlösung. ie haben in der Tat die Möglichkeit auf Luft zu gehen“! 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Man ist fast geneigt, ihnen recht zu geben, wenn man sich die Tatsache vergegenwärtigt, daß jetzt, sechs Jahre nach der Proklamierung der Republik, das deutsche Volt sich in die Lage versezt sieht, mit seinem davongelaufenen Landesvater und dessen Familie über das Eigentum an dem Bolksvermögen, das die Hohenzollern im Laufe der Jahrhunderte an sich gebracht haben, zu prozejfieSo pietätvoll wie nach 1918 ist denn doch selbst das Bürgertum früher mit verjagten Dynasten nicht umgegangen. 21s nach 1866 Hannover und Kurhessen ihre,.angestammelten" Landesväter los wurden und unter die Pickelhaube der Hohenzollern kamen, da waren weder die Hohenzollern noch die preußische Regierung und die Bolksvertre tung so sentimental, wie das deutsche Volk nach 1918. Bts= mard wußte recht wohl, daß jeder Pfennig, der den depossedierten Fürsten gezahlt würde, für diese eine Waffe sein würde, ihre dynastischen Ansprüche zu propagieren. Er proflamierte demgegenüber das unzweifelhafte Recht der Notwehr" gegen derartige Bestrebungen und legte dem Landtag im Jahre 1868 Gesetze vor, durch welche das gesamte Vermögen der landesherrlichen Familien von Hannover und Kurhessen beschlagnahmt wurde. Als der Zentrumsführer Windthorst bei der Beratung dieser Vorlagen prophetisch ausrief, daß die Hohenzollern einst ihre historische Vergelfung erhalten würden, entgegnete ihm Bismard mit den berühmt gewordenen Worten, daß die königliche Regierung in der Ausübung ihrer Pflicht für den Frieden des Landes zu sorgen nicht über juristische 3wirnsfäden stolpern würde." Heute denken diejenigen, die sich als die Erben Bismards aufspielen, bekanntlich ganz anders über die juristischen Zwirnsfäden". Sowohl das Abgeordnetenhaus wie das Herrenhaus nahmen die Vorlagen an. In dem Kommissionsbericht des Herrenhauses, das doch wahrlich kein wildes Revolutionstribunal war, findet sich der folgende Satz, der beweist, daß die ,, edlen und erlauchten Herren" besser. wußten, worauf es ankommt, als die jetzigen bürgerlichen Paríamentsmehrheiten in Preußen und dem Reich: Die Mitwirkung der Volksvertretung ist im vorliegenden Falle nur deshalb in Anspruch genommen, einesteils, weil es sich um Santtionierung einer politischen Maßregel handelt, bei der von Haus aus flar bleiben muß, daß die Mitwirtung der Gerichte ausgeschlossen bleibt." Schließlich seien unseren Regierungen und Bolksvertretungen noch aus der Rede, mit der Bismard die Gesetzentwürfe im Herrenhause begründete, folgende Ausführungen in das Stammbuch geschrieben: verübten." Nun ist freilich das Hohenzollernhaus recht bescheiden".| erhielt seinen Grafentitel und Wilhelm II. im Jahre 1894 die Es ist bereit, diejenigen Teile des Kronvermögens", die Galerie. Die Monarchisten sind so geschmackvoll, anzunehmen, d. h. daß er sich für ein Amtsgeschäft habe beste ch en lassen, also eine Handlung begangen habe, die nach unserem Straf gesetzbuch mit schwerer Freiheitsstrafe bedroht ist. = zu überlassen, wenn dieses ihm dafür eine Abfindung" zahlt, die bereits im Jahre 1919 auf 100 millionen Gold mart bemessen war. Zur Sicherung or dem schlimmsten Hunger verlangen die Hohenzollern die sofortige Auszahlung einer jährlichen Renteron 14 Millionen Gold mart. Sie sind ferner bereit, die Entscheidung über die Vermögensmasse einem Schiedsgericht zu überlassen, falls ihnen von vornherein neben einer Anzahl von Schlössern und Grundstücken ein Landbesig von 400 000 morgen garantiert wird, der ihnen einen jährlichen Rein ertrag von 5,7 millionen Goldmark bringen würde, d. i. der Jahresbetrag der Invaliden Der Rücksichtslose. Wolling Jerblin Lehnert. Muß sich der Mensch denn ausgerechnet hier hinlegen? Man fann sich ja gar nicht die Auslage ansehen!". rente, die 34 000 erwerbsunfähige Inva liden rentner nach einem Leben voll Mühen und Entbehrungen beziehen! Ich habe nicht gehört, daß die Vorfahren des Königs Georg, nachdem sie das Haus Stuart vom Throne Englands getrieben. hatten, diesem Hause durch Staatsgelter die Mittel geliefert haben, der föniglichen Armee bei Bulloden entgegenzutreten. Ich habe nicht gehört, daß die verschiedenen 3weige des Hauses Bourbon, deren Thron den Staatsumwälzungen in Franfrenich, in Spanien und in Italien zum Opfer fiel, auf Kosten dieser Länder mit einer Dotation versehen worden wären. Noch weniger ist es mir wahrscheinlich, taß die spanische Regierung es für ihre juristische Pflicht halten wird, der Könizin Isabella Mittel zum Kriege gegen sich zu liefern, und daß von Italien die Bourboren in ihren Absichten durch Staats- Für uns ist die Frage der sog. Auseinandersehung" mit mittel unterstützt wurden. Ich führe dieses nur an, um Ihnen die den Hohenzollern eine politische und feine Geringfchätzung zu kennzeichnen, mit welcher wir die Entrüstung juristische. Der größte Teil des Volkes ist durch die veraufzunehmen haben, die sich von vielen feindlichen Seiten geitenbruchte Politik der Hohenzollern enteignet worden. Den macht, als ob wir hier einen ungerechten, gewalttätigen Aft gegen Hand- und Kopfarbeitern sowie dem Mittelstand und selbst über einem an sich ungerecht seines Thrones beraubten Fürsten vielen Familien, die sich früher großer Reichtümer erfreuten, ist durch die wilhelminische Politif ihr gesamtes Vermögen genommen worden. Das ganze Volt mit Ausnahme von ein paar Parasiten und Glücksrittern feufzt unter den Folgen der dynastischen Politik. Sparkassengläubiger, Hypothekengläubiger, Rentner usw. sind durch dieselbe an den Bettelstab gebracht. Durch die Abgeltungsverordnung sind Ansprüche gegen den Staat, die nach den Grundfäßen des bürgerlichen Rechts absolut zweifelsfrei und viel besser fundiert waren, als die Hohenzollernansprüche, zugunsten des Staates gestrichen oder auf ein Minimum reduziert worden. Es gehört ein robustes Gewissen dazu, bei dieser Sachlage den Hohenzollern Werte von ungezählten Millionen zuschanzen zu wollen. Unsere Vertreter in den Parlamenten haben von Anfang an aus dieser Erkenntnis die Konsequenzen gezogen und die Vorlegung eines Enteignungsgeleges an den Reichstag verlangt, durch welches den Ländern die Möglichfeit gegeben wird, die angeblichen Vermögen der Dynastien, die von Rechtswegen dem Wolfe gehören, auch zugunsten des Volkes zu verwenden. Wie unvorteilhaft sticht hiergegen das Verhalten unserer Regierungen und bürgerlichen Parlamentsmehrheiten ab, mit denen diese anscheinend den Hohenzollern den Danf abstatten wollen für die herrlichen Tage", denen sie das deutsche Volk entgegengeführt haben. Was hat es nun für eine Bewandtnis mit diesem sog. ,, Hohenzollernvermögen?" Ist dasselbe überhaupt ein Privatvermögen im Sinne unseres bürgerlichen Rechts? Die Hohenzollern famen bekanntlich arm mie die Kirchen mäuse nach Brandenburg. Eine Trennung zwischen Staatsvermögen und landesherrlichem Vermögen gab es in der Zeit des Absolutismus nicht. Die Fürsten galten als die Repräsentanten und Treuhänder des Boltes. Was sie erwarben meist geschah, es durch Krieg und Raub, sowie durch Enteignung von Kirchengütern und ähnliche wahrlich nicht pirvat rechtliche Akte- erwarben sie mit Mitteln des Volkes und für das Volk, als dessen erste Diener" sie sich angeblich nach dem Worte Friedrichs 11. fühlten. # Welche Vermögensmassen die Hohenzollern im Laufe der Zeit zusammengerafft. haben, darüber unterrichtet anschaulich eine Dentschrift. welche das preußische Finanz ministerium vor einigen Wochen dem Staatsrat und dem Landtag norgelegt hat. Schade, daß die Denkschrift so schwerverständlich ist; sie wäre sonst die beste Propagandabroschüre für den Wahlkampf. Da sind zunächst ungezählte Herrschaften und Güter mit einem Land- und Privatbesig von mehr als 700 000 morgen. Ferner 103 Nug grundstücke und 80 Schlösser und Parts. Welche Bedeutung es für die Groß- Berliner Bevölkerung hat, daß die Entscheidung im Sinne des Volkes fällt, geht aus der Tatsache hervor, daß 83 dieser Nutzgrundstücke und 28 von den Schlössern und Parkss in Berlin und Potsdam nebst Umgebung gelegen sind, darunter Parkanlagen wie Bellevue, Sanssouci, Babelsberg, Pfaueninsel usw., die für die Großstadtbevölkerung geradezu unentbehrliche Erholungsstätten sind. Wenn die Bevölkerung Berlins am 7. Dezember den offenen oder versteckten Monarchisten ihre Stimme gibt, darf sie sich nicht wundern, wenn ihr diese Erholungsstätten entrissen werden. Berlin W.8 In den Unglücksjahren 1806 und den folgenden, in denen von allen ,, Untertanen" die äußersten Opfer an Gut und Blut verlangt wurden, hatte der damalige Landesherr Friedrich Wilhelm III. die Domäneneinfünfte, die ohnehin nicht eta Privatvermögen waren, sondern dem Staate zustanden, nit voll für seine Privatausgaben verbraucht, sondern sie für Zwecke der Kriegführung zur Verfügung gestellt. Als später einige Hofschranzen darauf drangen, daß Friedrich Wil helm III sich diese Beträge noch nachträglich erstatten lassen sollte, erwiderte er mit folgendem Handschreiben: ,, Meine Untertanen haben in den Jahren 1806/07 und ferner in den unglücklichen Zeiten nicht nur zum größten Teil ihr Ver mögen verloren, sondern auch außerdem große Opfer gebracht, was ihnen nicht ersetzt worden ist. Ich will nichts davon voraus haben, sondern mit ihnen das Unglüd teilen und mit ihnen verlieren." Als der Mohr seine Schuldigkeit getan und das preußische Bolk auf den Schlachtfeldern sein Leben für die Dynastie ver sprigt hatte, waren diese guten Vorsäge bald zum Teufel. Friedrich Wilhelm III. ließ sich die zur Kriegführung vers wandten Teile der Domäneneinfünfte nachträglich auszahlen und taufte von dem Betrag die sog. Sollysche Gemälde sammlung, die den Grundstock der staatlichen Kunstgalerien bildet und jetzt als Hohenzollernvermögen" defla riert wird. Selbst der volksparteiliche Finanzminister. v. Richter tommt in der erwähnten Dentschrift zu folgender Schlußfolgerung: Wir sind freilich der Ueberzeugung, daß auch eine rein juristische Auseinandersehung zu einem Siege des Voltes führen müßte, wenn das deutsche Volk nach dem November 1918 dasselbe getan hätte, was die französische Republik nach dem Sturze des Kaiserreichs im Jahre 1871 getan hat, nämlich die monarchistischen Richter davonzujagen und an deren Stelle Republikaner zu sehen. Bei einem Richterstande, der zu mehr als 90 Proz. monarchistisch verseucht ist, wie in Deutsch'and, sind natürlich die Interessen der früheren Monarchen beffer aufgehoben als diejenigen des Volkes. Beweis hierfür ist ja schon die Tatsache, daß alle Prozesse, die seit dem Bestehen der Republik zwischen dem Volke und den früheren dynastischen Familien geführt sind, zuungunsten des Volkes entschieden sind. Nur ein paar Beispiele dafür, wie windig es auch rein juristisch um die Ansprüche der Hohenzollern steht: Der Münchener Kunstmaler Schad verpflichtete fich gegen Berleihung des Grafentitels an ihn und seine Familie seine Galerie dem deutschen Kaiser und seinem jedesmaligen Nachfolger in der Regierung" zu überlassen. Das saubere Geschäft wurde beiderseitig erfüllt. Der titellüsterne Sammler ,, Die Domäneneinfünfte, die der König nicht für sich und seine Familie in Anspruch nahm, gehörten ohne weiteres dem Staate. Es war deshalb unzulässig, daß Friedrich Wilhelm III. sich nach träglich auf Staatstosten dafür entschädigen ließ, daß er in der Zeit der Not seine Privatausgaben eingeschränkt hatte." Ein typisches Beispiel für die Selbstlosigkeit der Hohen. zollern! Die vormaligen Dynasten wissen, was bei den Wahlen Dom 7. Dezember für sie auf dem Spiele steht. Wir sehen sie deshalb überall als eifrige Förderer der deutschnationalen und deutschvölkischen Reaktion. Sachwalter der Hohenzollern bei der Auseinandersetzung mit dem preußischen Volk ist der Herr v. Berg, der vor einigen Tagen als Adels. marschall" jenen famosen Aufruf zur Wahl monarchistischer Kandidaten erlassen hat. Am 7. Dezember wird das Volk hoffentlich die gebührende Antwort darauf erteilen und dafür forgen, daß die dem Wolfe gehörigen Bermögens= werte nicht den Hohenzollern und damit gleichzeitig der monarchistischen Propa ganda zur Verfügung gestellt werden. Bürgerlicher Versammlungsschlaf. Aus einer Volkspartei- Versammlung. Es fennzeichnet die Wahlmüdigkeit der bürgerlichen Nection, daß in einer von der Deutschen Volkspartei einberu enten in den: Kammerfälen, Teltower Straße, stattfand, und auf der der öffentlichen Wählerversammlung, die am Dienstag Referent Streiter sich vergeblich bemühte, die Schaufelpolitik der Strefeleute zu begründen, so rund 200 Personen anwesend waren. Ein Teil von ihnen war obendrein bestellte Claque. Aber selbst der Besuch der übrigen Wähler reichte zusammen mit dieser richt hin, um den Saal zur Hälfte zu füllen. Zufälligerweise hielt am gleichen Tage das Reichsbanner Echwarz- Rot- Gold in der Nähe eine Versammlung ab, und es war fein Wunder, daß die Kameraden sich lebhaft dafür intereffierten, was die schwarzweißrotgoldene( Aus wahl nach Bedarf) Partei auf ihren Wahlversammlungen verzapfte. In der Diskussion famen auch einige demokratische und sozialdemo fratische Redner zum Bort. Es erregte große Freude, daß em Parteinenosse erklären fonnte, der volksparteiliche Referent habe ja selbst Wahlpropaganda für die Sozialdemokratie gemacht, indem er erklärte, die bisherige Bolitik müsse aufrechterhalten werden. Genosse Seshold entfräftete die Darlegungen des Referenten mit schlagenden Gegenargumenten. Den Einberufern der Versammlung war es offenbar recht peinlich, in diese Kampfstellung gerüdt zu werden und es war ihnen offenbar noch peinlicher, daß das Reichsbanner die Bersammlung mit einem 5 och auf die Republit und mit dem dritten Bers des Deutschlandliebes beendete. Erst d Reichsbanner vermochte überhaupt in diese müde Zusammenkunft etwas Leben hineinzubringen. Vielleicht wäre es beffer, man ließe den geplagten Rechtsparteilern ihren gefunden Versammlungsschlaf. Um Macht und Einfluß des Unternehmertums Interessentenpolitiker. Die Parteien, die am lautesten ihre nationale Gesinnung und ihr Staatsbürgertum betonen und am entschiedensten vom Klassenkampf abrücken, sind die schlimmsten Interessentenparteien. Man kann bei ihnen direkt die Abgeordneten nach Branchen sortieren. Ein fleiner Beleg dafür ist ein vertrau liches Rundschreiben des Reichs bundes des TextilEinzelhandels e. V.". Es heißt: Sehr geehrtes Mitglied! Es ist eine alte und nur zu berechtigte Klage des Einzelhandels, daß er in der parlamentarischen Vertretung seiner Interessen hinter anderen Bevölkerungsgruppen weit zurück steht. Manches Unhe in der Vergangenheit, manche Sonder. belastung, die uns noch gegenwärtig bedrückt, ist ohne Zweifel darauf zurückzuführen. Aber mit Versammlungsbeschlüssen, mit unfruchtbarem Schelten ist dieser Zustand nicht zu ändern. Wir müssen uns rühren, müssen unseren ganzen Einfluß aufbieten, daß bei den am 7. Dezember d. 2. stattfindenden Neuwahlen zum Re chstag fachkundige und erprobte Vertreter unserer Berufsgruppe Siz und Stimme gewinnen. Zu unserer Freude können wir mitteilen, daß das geschäftsführende Vorstandsmitglied unseres Bundes, Herr Dr. Deite, im Wahlkreis Medlenburg- Lübed als Spizenkandidat der Deutschen Volkspartei für die ReichsWillst Du Qualitätsraucher sein Kauf' bei Oscar Görner ein! ter den Linden 3 tagswahl aufgestellt worden ist und die Randidatur angenommen hat. Andere aussichtsreiche Kandidaturen uns nahe. stehender Persönlichkeiten bei bürgerlichen Bar telen befinden sich in Vorbereitung. Aber der Wahlkampf erfordert n'cht nur geistige Kräfte, fondern auch erhebliche finanzielle mittel. Die Rassen der politischen Baricien haben sich von den Mai- Wahlen noch nicht ausreichend er bolt und versagen teilweise gänzlich. Soll es den Stand daturen unserer Berufsvertreter nicht an ausreichender Propaganda fehlen, fo bürfen mir gelbliche Opfer nicht scheuen. Bu folcher Wahlhilfe rufen wir jedes einzelne unserer Mit glieber auf. Es geht nicht um die Unterstützung diefer oder jener polit schen Partei wir sind als wirtschaftliche Intereffenvertretung parteipolitisch völlig neutral, es geht um macht und Einfluß unferes Standes. Dieser Gedanke und die Erwägung, wie sehr das wirtschaftliche Schicksal auch des Textileinzelhandels von der Zusammensetzung des temmenden Reichstags abhängt, follte jebem von uns groß. zügige Gebefreudigkeit als eine Pflicht gegen sich selbst erscheinen lassen. Wir rechnen auf Sie, und mir erwarten, baß Sie opferwillig eintreten für unsere Wahlparole:" Iegtil. einzelhändler in den Reichstag!" Bumsendungen erbitten wir mit der Bezeichnung für Bahl. wede" an unfer Postscheckkonto Berlin Nr. 33947 oder an unser Konto bei der Darmstädter und Nationalbant, Depositentasse, Berlin 2. 8. Charlottenstraße 29/30. In vorzüglicher Hochachtung Reichsbund des Tertil- Einzelhandels e. B. Der Borsigende Rudolph Hertzog. Für diese Leute ist der Reichstag eine Börse, ein ClearingInstitut, wo bei Steuerberatungen und bei der Beratung wirt. schaftspolitischer Gefeße die Intereffen der Unternehmer aus geglichen werden, während der Allgemeinheit das Fell über die Ohren gezogen wird. " Dieser Interessentenschacher ist am ausgeprägtesten in der Boltspartei. Sie follte eine Sammelwahlparole ein führen: Alle Branchen des Handels und der Industrie werden bestens vertreten. Aufträge werden entgegengenommen und prompt ausgeführt. Für beste Deckung durch schwarzweißrote Gesinnung wird Sorge getragen." Das Stimmrecht der Ausgewiesenen. In einer Verordnung des Ministers des Junern wird bestimmt, daß Stimmberechtigte, die aus dem belegten Gebiet( alt und neu belegtes Gebiet) ausgewiesen oder durch, Maßnahmen der Befagungsmanie verbrängt sind, insbesondere auch Berionen diefer Art, die infolge der Wohnverhältnisse dorthin noch nicht haben zurückfebren können, für die Landtagswahlen auf Antrag in das Wähler. berzeichnis ihres Aufenthaltsorts einzutragen find, auch wenn sie an diesem Drie feinen Wohnsiz oder gewöhnlichen Aufenthalt haben. Aus der Partei. Der fächsische Dauerkonflikt. Dresden, 12. November.( Eigener Drahtbericht.) In einer Stonferenz ber fächsischen Bandesinstanzen und der Frattions minderheit murde einstimmig folgende Resolution ange. nemmen: Die Landesperfammlung der Sozialdemokratischen Partei Sachfens hat am 25. und 23. Oftober in Leipzig einstimmig bela) offen, den Landtag aufzulösen und die Neumahlen am 7. De zember zu vollziehen. Die Frattionsmitglieder haben diesem Beschluß meber wipec sprochen noch gegen ihn Bedenten erhoben. Biberspruch ist auch nicht geltend gemacht werben gegen bie Dresbener Bereinbarungen. bie die Standidatenfrage betrafen. Der Parteivorstand ist den Dresdener Bereinbarungen beigetreten und hat die Frattionsmitglieder angewiesen, den Leipziger Beschlüssen zuzu timmen. Auf offenbaren Einspruch einzelner i glieber Fat er jedoch ( päter der Graftionsmehrheit empfohlen, der aufiöfung des Band tages erst dann zuzuftimmen, wenn die Dresdener Bereinbarungen erfüllt frien. Eine Suspendierung des Beschlusses der Banescer. fammlung ist aber nicht erfolgt. Nachträglich erklärten euch die Fratticnsmi glieder, daß die Kandidatenfrage für fie feine Rolle fplete, sondern daß fie aus politischen Gründen die Bandtagsauf lofung nicht für gegeben erach en. Die Frage der 3medmäßigkeit der Auflösung des Bandtages mar jedoch durch die LandesverfammJung entschieden. Trogdem hat die Frattionsmehrheit. nechbem fie vorher in Sonderfihungen unter Ausschaltung der Ge famtfrattion bie einzelnen Genoffen festgelegt hat, die Auflösung des Banbigges abgelehnt. Sie hat es gelan, obwohl sie vorher in Zum Streik der Hochbahner. Die Hochbahndirektion macht scharf. Arbeitswillige des Fahrpersonals am Dienstag schon die Wieders aufnahme des Betr'ebes anfündigte, erklärt sie fegt, daß sie auch mit den angeblich vorhandenen 300 Arbeitswilligen einen Teilbetrieb noch nicht eröffnen tönne. Man hege seitens der Direktion das Bedenken, daß Streifende fich in 3i vilkleidung auf die Bahn höfe begeben und das Fahr- und Bedienungspersonal in seiner Tätigkeit stören oder eventuell den Strom ausschalten könnten. Die Polizeibehörde habe sich allerdings bereit er. flärt, zur Berhütung folcher Eingr ffe eine entsprechende Anzahl von Schupobramben zur Verfügung zu stellen. Arbeitswillige feien offen. bar in erheblich größerer Zahl vorhanden, aber fie scheuten sich, dics zu erkennen zu geben, weil von den Streifenden ein außer. ordentlicher Terror ausgeübt werde. Dennoch hoffe die. Direkt on, daß sich in letzter Stunde für die Einrichtung eines Teile betriebs die nötige Bahl von Streitbrechern melden werde. Der Artitel schließt:„ Die Anfnüpfung von Verhandlungen seitens der Direffion ist völlig ausgeschlossen. Die Direktion der Hochbahngefellschaft, deren scharfmacherische| bahn gemeldet hätten. Während die Hochbahndirektion jedoch ohne Haltung nicht von heute und gestern ist, gibt sich die größte Mühe, durch Lancierung tendenzioser ober bireft erjun bener Nachrichten den Streit der Hochbahner in die gange zu ziehen. Auch die Direktion der Hochbahn wird wohl nicht be haupten tönnen, daß das Fahrpersonal besonders radifal eingestellt oder streifluftig ft. Aber die Schmutzkonkurrenz, die die Direktion der Hochbahn während der Inflationsperiode gegen die Straßenbahn auf Kosten des Personals trieb. die rücksichtslose Ausnutzung der Schwächung der Gewerkschaften durch die Inflation und die fommunistische Zerstörungsarbeit muß schließlich die zahmsten Gemüter zur Erregung bringen. Die Direktion der Hochbahn weiß es sehr wohl, und der Schlich ter, der den letzten Schiedsspruch verfündet und für verbindlich erflärt hat, müßte es gleichfalls m'ffen, daß die Hochbahner sich in erster Linie gegen bie versuchte Berewigung des Ab. baues des Achtstundentages erhoben haben. Es ist uns einfach unverständlich, wie deutsche Unternehmer und wie amilide Schlichtungsstellen, die doch beide m't den Arbeitern und ihren Vertretern in dirette Berührung tommen, der Meinung sein können, daß die deutsche Arbe terschaft die Verlängerung der Arbeitszeit auf die Dauer ertragen wird. Wenn zu dieser Berlängerung der Arbeitszeit noch eine unzureichende Entlohnung fommt, wie bei der Hochbahn, dann darf man sich nicht wundern, wenn die Arbeit. nehmerschaft sich auch einem verbindlich erklärten Schiedsspruch nicht beugt. In der Nachtausgabe des„ Taa" vom Dienstag fündigte die Direktion der Hochbahn an, daß ab Mittwoch" Leilbetrieb auf der Hochbahn" herrschen würde. Dieser Teilbetrieb fore an geblich mit den 3ngenieuren und dem Auffichts perfonal durchgeführt werden. Hierzu wird uns vom Bund der tech nischen Angestellten und Beamten mitgeteilt, daß das technische Personal, das von der Direktion in diesem Artikel als Stref bredergarde ausersehen ist, sich für diese Rolle bestens be. danki. Bis gestern nachmittag hat die Direktion, die schon am Dienstag die Wederaufnahme des Betriebes mit Hilfe des Aufsichtsperfonals angekündigt hatte, es noch nicht einmal gewagt, das Berfangen des Streifbruchs an das jechnische Aufsichtspersonal zu stellen. Der Kampf um die Erhaltung des Achtstundentages, den das Ber fehrspersonal führt, ist auch die Forderung des Auf. fichtspersonals. In den gestrigen Abendblättern, und insbesondere wieder in der Nachtausgabe des„ Tag", fann man ähnliche falsche Nachrichten der Hochbahnd rettion finden. Im Tag" wird erzählt, daß sich etwa 300 Arbeitswillige infolge des Ultimatums der Drektion der Hoch eindringlichster Rede auf die verhängnisvollen, parteiſchädigenden Folgen eines solchen unbegreiflichen Verhaltens auch von Genossen bingewiesen wurde, die bisher den Standpunkt einer Landtagsauf löfung nicht vertraten. Alle nachdrücklichen Bemühungen scheiterten an der Eigenwilligkeit und vorgefaßten Meinungen. Mit der Ablehnung der Auflösung des Bandtages haben 23 Mitglieber der sozialdemokratischen Fraktion einen schweren Difzi plinbruch begangen, der die Interessen der Partei schwer schädigt. Dami: haben die 23 die Verbindung mit der Organt fation eigenwillig und unter bewußter Mißachtung der Partei genoffen gelöft. Die Bezirksorganisa ionen werden ersucht, für die schnellste b berufung der Disziplinbrecher von ihren Abgeord netenmanbaten zu forgen. Die Zustimmung der 23 zu der Bertagung des Landtages bis zum 9. Dezember hat es der fächsischen Barteiorganisation unmöglich gemadyt, die in Dresden und Leipzig getroffenen Bereinbarungen burchzuführen. Die Landesinstanzen sprechen den Genossen, die sich für die Durchführung des auf der letzten Landesversammlung einftimmig gefaßten Beschluffes und für die Auflösung des Landtages eingesetzt haben, ihr volles Vertrauen aus und werden sie in jeder Hinsicht stügen. Die 23 treiben eine Bolitif auf eigene Fauft. Demgegenüber fordern die Landesinstanzen, daß die Abgeordneten der[ zialbemokratischen Partei im Landtag die Auflösung und Beschlüsse der fächsischen Bartelorganisationen durchführen. Die Landesinstanzen der Sozialdemokratischen Bartel Sachfens sprechen der Regierung Held das schärffte Mißtrauen aus. Die Landesinstanzen erwarten von den Parteigenoffen aber nicht allein die entschiedene Durchführung dieser Beschlüsse, sondern sie fordern vor allem auch die Genossen zu einer rückhaltlofen Hingabe und zu einem Einfeßen aller Sträfte im beginnenden Reichstags mahitampf auf, damit sie den Feinden der Arbeiterbewegung zeigen, daß sie auch dann gewillt sind, der sozialdemokratischen und der demokratischen Idee unerschütterlich die Treue zu halten, menn fie von einigen Manbatsträgern mit Füßen getreten worden ist." Diese Scharfmachere in Reinfultur, die mit Drohungen, falschen Nachrichten und Hochnäfigkeit arbeitet, ist gewiß nicht überraschend, wenn man es mit der Direktion der Hochbahngesellschaft zu tun hat. Am Dienstag meldete die Direktion, daß schon m ttwoch ein Teilbetrieb mit Hilfe des Aufsichtspersonals einsehen werde. Am Diens tag noch läßt sie verfünden, daß sich 300 Arbeitswillige gemeldet hätten und solche offenbar in erheblich arößerer Rahl" perhenti feien, daß die Direttion aber troßdem einen Teilbetrieb nicht aufe nehmen werde. Der„ Terror" der Streifenden fet jo gros, Dao He audy por Sabotageaften nicht zurückschrecken würden. fet Troß dieses angeblichen Terrors wiegt die Direktion die Bes völkerung, die Aufsichtsbehörde und den Schlichter in der Hoff. nung, daß fie einen Teilbetrieb aufnehmen würde. Jedenfalls und das geht wieder die behördlichen Echlichtungsstellen an es völlig ausgeschlossen, daß die Direktion fich ouf irgendwelche Berhandlungen einlasse. Wir nehmen ohne weiteres an, daß das Polizeipräsidium es ohne weiteres ablehnt, sich zum Büttel der Scharfmacher der Hochbahndirektion herzugeben. Wir wüßten auch nicht, welche Mittel in Bewegung gesetzt werden tönnten gegen Streifende, die sich in muster haf. fer Ordnung verhalten haben. Im übrigen erscheint es uns unwahrscheinlich, daß die Auffichtsbehörden ihre Zustimmung zur Aufnahme eines Teil betriebes geben könnten der nichts anderes fein fann als eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit. Eine andere Frage ist es, ob das Reichsarbeitsministerium nicht von fich aus eingreifen müßte, um zu versuchen, den Streif beizulegen. Zu dieser Erklärung sei vorläufig nur folgendes bemerkt: Diese Darstellung des Sachverhalts ist durchaus einseitig. Die erwähnten Beschlüsse der fächsischen Landesversammlung, die am 26. Oftober in Leipzig gefaßt wurden, erfolgten unter der Borauslegung einer lonalen beiderseitigen Durchführung der vorher in Dresden genau festgelegten Bereinbarungen. Diese Voraussetzung ist leider nicht erfüllt worden. Vielmehr find in gewissen Bezirken die getroffenen Bereinbarungen in einer Weise ausgelegt worden, die dem Geist der offensichtlich widersprach. Der Partei. Borverhandlungen porstand beschäftigte fich feitdem in wiederholten Sigungen und unter Anhörung der Bertreter beiber Richtungen mit diesem Konflikt und tam am 3. b. M. zu dem der Deffentlichteit bereits mitgeteilten Beschluß: Der fächsischen Landtagsfraktion zu empfehlen, den Antrag auf Auflösung des Landtags erst zu stellen und von anderer Seite gestellten Anträge auf Auflösung er ft zuzuffimnen. na ch dem die Dresdener Vereinbarungen durchgeführt sind und dadurch die Sicherheit für einen einheitlichen und geschloffenen Landtagswahlkampf gegeben ist." Die Mehrheit der Fraktion hat in der Bandtagssigung vom 8. November entsprechend diesem Rate gehandelt, während die Minderheitgemeinsam mit den Deutsnationalen und den Rommunisten für einen von den Deutschnationalen eingebrachten Auflösungsantrag stimmte. Unter diesen Umständen ist es zumindest sehr unvorsichtig, wenn die Fraktionsminderheit von Barteigenossen, die unter äußerst schwierigen Umständen an verantwortlicher Stelle stehen und jahr. zehntelang der Arbeiterbewegung treue Dienste geleistet haben, be hauptet, bie 23 hätten sich außerhalb der Gefeße der Bertei gestellt. Das gleiche ieße sich mit mindestens derselben Berechtigung von tenen fagen, die sich über die Empfehlungen des legben Gesamt parteitages und des Parteivorstandes hinwegfehen. Es ist jedenfalls tief bedauerlich und geradezu unfaßbar, daß der fächsische Hader in einem Augenblick aufs neue entfacht wird, in dem er nur den Feinden der Arbeiterklasse und der Republik von Nußen sein tann. Billige Preise für vornehme Winterkleidung Herren Ulster und Schlüpfer, mod. verarb., aus besten Stoffarten, Must. u. 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Die Frage der Rechtsgültigkeit des Reichswirtschaftsgerichtes ist für den Vortragenden, vom rein wissen. fchaftlichen Standpunkt aus betrachtet, nicht gelöst. Bekanntlich ist Die Berordnung erst im Reichsanzeiger" veröffentlicht worden, nach. dem das Kabinett Stresemann auseinandergefallen und die ihm ver. lichene Ermächtigung erloschen war. Diese Frage hatte aber feine prattifche Bedeutung, da fich das Gericht in seiner ersten Sizung für die Rechtsgültigkeit entschieden habe. Die Kartellverordnung und das Kartellgericht seien aus der Notwandigkeit entstanden, den Preissteigerungen, die dem Bolte die Lebensmöglichkeit nahm, entgegenzumirten. Es sei deshalb berauerlich, daß die Kartellverordnung nicht die m ono. polistische Tendenz, die eben jedes Kartell hat, würdigt. Die Startellverordnung fennt nur Kartellverträge. Das Reichswirtschafts gericht verfolgt die Braris, nur solch Kartellverträge in feine Lätigbeit einzubeziehen, die auf wirtschaftlichem Gebiet liegen. Soweit fozialpolitijdje Berträge in Frage tommen( Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften), fommen sie für die Tätigkeit des Gerichtes nicht in Frage. So fann im allgemeinen gesagt werden, daß die Notwendig. feit der Preissenfung auf die ganze Pragis des Gerichtes nicht ohne Einfluß geblieben ist. Für die Tätigkeit des Gerichtes waren bis jetzt die§§ 8 und 9 auschlaggebend.§ 8 sieht die fristlose Kündigung vor, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Was aber ein wichtiger Grund ist, fagt der Gefeßgeber nicht, sondern diese Entscheidung ist dem Gericht überlassen. Der wichtige Grund wird vom Gericht überall angenom men, wo irgendwie die wirtschaftliche Bewegungsfreiheit erschwert wird. Jedoch werden hier vom Gericht bestimmte Grenzen gezogen. So ist z. B. die Kündigung eines Kartells nicht zulässig, menn die Mitglieder höhere Gewinne erwartet haben, wenn sie sich durch das Rartell ganz allgemein in ihrer Bewegungsfreiheit beengi sehen und wenn die Breisfalfulation nicht nach ihrem persönlichen Geschmal geschieht. Dagegen hat sich das Gericht für die Zulässigkeit der Kündigung ausgesprochen, toenn das Kartell die Mitglieder zwang, die Preise auf einer un angemessenen Höhe zu halten, wenn es Berpflichtungen, z. B. die Plicht der Rohstoffbelieferung, nicht erfüllte, wenn ein Kartell durch Mehrheitsbeschuß in seiner Grund fage verändert wurde oder wenn sich die Struktur durch irgendeine wirtschaftliche Machtverschiebung innerhalb des Kartells so verändert hatte, daß die Interessen des Mitgliedes gefährdet erscheinen. Im legten Falle braucht nicht eine Schädigung erfolgt zu fein, fondern es genügt für die Rechtsprechung des Reichswirtschaftsgerichts die bloße Gefährdung. An diesem Grundfaz hält das Gericht trotz heftiger Angriffe unbedingt feft. § 9 bestimmt, daß Sperren( Lieferungssperren) nicht verhängt werden dürfen ohne Einwilligung des Präsidenten des Kartellgerichtes. Ueber tie Anwendung des Paragraphen gibt es teine allgemeinen Grundsäge. Das Gericht hat sich aber allgemein auf den Standpunkt gestellt, nur denn die Sperren zu erlauben, wenn bei einem Angriff auf die wirtschaftliche Freiheit fein anderes Abwehrmittel mehr vorhanden ist In bezug auf die Preis. Sifferenzierung steht tas Gericht auf dem Standpunkt, daß fid, eine solche Differenzierung unter feinen Umständen zu einer Eperte auswahlen darf. Den Treurabatt( Preisermäßigung für Dauerfunden) hält das Gericht für zulässig. Unzulässig ist aber Die Berechnungsart, die in Zeiten, wie den gegenwärtigen, zu einer Breissteigerung führen muß. Bon den ungefähr 1500 artellen haben bis ichi nur 178 das artellgericht beschäftigt. In 44 Fallen fei eine Sündigung des Kartellvertrages für zulässig und in 39 Fällen für unzulässig erflärt worden. Stoffe für Herren und Damen- Bekleibung Beste Fabrikate, große Auswabi Anzug- Stoffe gediegene Qualitäten", in Gabaratne u. neuen Tuchbindungen. Br. 140 50 cm Mir. 15.-, 20., 25.-, 10.Velour de laine, Eskimo for Paletot, Mantel und Ulster, 10., 15.-, 20.-, Breite 130/50 cm... Mtr. Manchester- Loden für Sport Anzüge, Pelerinen, impran 6.-, 8.-, 10.-, Brel: e 20,140 cm.... Mir. 8.4.Koch& Seeland Gertraudtenstraße 20 21 seger ter Betrifiedje Die neue Der Bortragende erntete reichen Beifall und hinterließ den Eindruck, daß troß großer Mängel in der Kartellverordnung biefe ein wirksamer Schuß gegen die Preisübersetzung abgeben tann Allerdings lassen sich die greifbaren Erfolge des Gerichtes schwer ver. folgen, so daß der Eindrud weiter Kreise, schärfer im Kampf gegen den Wucher vorzugehen, unterstrichen zu werden verdient. Schach dem Preiswucher! Wie die eben einfeßende Ronjuntturbefferung Don 3int- Balzwertverbandes, der die Zinkblechgrundpreise den Preisverbänden ausgenugt wird, zeigt ein Beschluß des um 1,50 m. pro 100 Kilogramm auf 78 m. herauffezt Der Bedarf der besser beschäftigten Werte an Zinkblechen ist stärker als früher, so daß sich der Verband die Preiserhöhung gestattet. Der früher, so daß sich der Verband die Preiserhöhung gestattet. Der Verband gehört zu jenen Gruppen, die nicht genug 3ollschuh befommen fönnen. Da Zinkbleche aber nur in geringem Umfang in Deutschland hergestellt und zum großen Teil eingeführt monopolpreisen hinaus. werden, läuft das Bestreben ganz eindeutig auf die Erzielung von Dieses Vorgehen steht feinesfalls vereinzelt da und wird nur durch nachlässige Anwendung des bestehenden Kartell. geleges ermöglicht. Die Preisübersehung hat die schwere In duftriekrise verlängert; heute, wo sich der Geschäftsgang unter Ein fluß der ausländischen Anleihen wieder belebt, sind Preisüber fegungen nur geeignet, die hoffnungsvollen Anfäße einer Kon juntturbefferung im Reime zu erstiden. Dieser Zustand fann aber nur geändert werden, wenn das deutsche Bolt am 7. Dezember eine Mehrheit in den Reichstag schickt, die mit dem Treiben der industriellen Drahtzieher endlich und gründlich Schluß macht. Lebenshaltung und Umsatz der Konsumvereine. Der Durchschnittsunifat, den eine genossenschaftliche Verkaufs stelle im Verhältnis zur 3ch! der Mitglieder erzielt, hängt non einer Reihe verschiedener Borouslegungen ab. Neben der Kauftraft spielt die genossenschaftliche Treue", die Einsicht und der Wille der taufen. den Mitglieder eine Rolle, neben der noch durch besondere Einrich tungen und Gelegenheiten die Höhe des Einkaufs auf das einzelne Mitglied bestimmt wird. So wäre es falsch, ohne weiteres aus der verschiedenen Höhe des Kopfumfahes in verschiedenen Bereinen die verschiedene Höhe der Lebenshaltung erschließen zu wollen. Hängt doch der Umsatz neben den angeführten Umständen auch ron der verschiedenartigen Zusammensetzung der Mitgliedschaft ab, die in einem aus Beamten, Gewerbe'reibenden und Arbeitern bestehenden Berein eine ganz andere Kauftraft darstellt als in einem rein prole. tarisch zusammengefeßten. So müßten eine Reihe vorheriger Fest stellungen und Vorsichtsmaßregeln getroffen werden, wenn man ver. suchen wollte, aus der Umsatzhöhe absolut oder im Vergleich verfchiedener Orte Schlüffe auf die Lebenshaltung der, Maffe zu ziehen. Anders liegt es, soweit es sich um wesentlich dieselbe Mit gliedschaft zu verschiedenen Zeiten handelt. Natürlich ist aud) Gerstengraupen, lose.. Gerstengrütze, lose Haferflocken, lose.... Hafergrütze, lose Ro genmehl 0/1..... Weizengrieẞ Hartgrieß 100,00-120,00 Preisnotierungen für Nahrungsmittel. Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels je Zentner, frei Haus Berlin. 18,50-24,51| Kakao. fettarm 75,00-96,00 18,50-18,75 Kakao, leicht entölt 20.00-21.00 Tee, Souchon, gepackt. 320,00-400.00 21,50-22,50 Tee, indischer, gepackt. 400,00-470,00 17,00-19.00 Inlandszucker basis mel, 30,20-33,00 19,25-22,50 Inlandszucker Raffinade 33,00-35,00 24,50- 27,0 Zucker Würfel 37,00-42,00 17,0 19.25 Kunsthonig 39, 0-41.00 19,50-26,50 Zuckersirup hell in Eim. 40,00-45,00 18,00 24,00 Speisesirup dunk. in Eim. 27,00- 31,00 16,00-18,00 Marmelade Einfr. Erdb. 90,00-95,00 22,00 24,75 Marmelade Vierfrucht 40.00 70% Weizenmehl Weizen Auszugmeh! Speisee bsen, Viktoria Speiseerbsen, kleine... Bohnen, weiße, I erl Langbohnen. handveries. Linsen. kleine Linsen, mittel Linsen. große Kartoffelmehl Makkaroni, Hartgrießwr. Eiernudein Meh nudein Bruchreis Rangoon Reis Tafelreis, glasiert, Patna Tafelreis, java Ringäpfel, amerik..... Getr Pilaumen 90/100. Pflaumen, entsteint Cal. Pflaumen 40/50 Rosinen in Kisten, Candia Sultaninen Caraburnu.. Korinthen, choice Mandeln, süße Bari Mandeln. bittere Bari Zimt( Cassia) hier von einer mathematisch genauen Gleichartigkeit feine Rede, da sowohl die Zusammenlegung der Mitgliedschaft wie ihre innere Einstellung zur Genossenschaft und den Vorteilen des genossenschaftlichen Barenbezuges mancherlei mechselnden Einflüssen unterliegt, wie auch die Darbietung der Waren nicht immer genau gleich ist. Trotzdem überwiegt hier bie Gleichartigteit durchaus. Man darf unter den nötigen Borbehalten die Entwicklung des Geschaftsumfages als eines der Mittel verwenden, die ein Urteil über den Lebensstand des Boltes erlauben. und in Berbänden, im ganzen, mie im Verhältnis zur Mitgliederzahl mäßig Berichte über den Umfah der verschiedenen Vereine, einzeln In der Konsumgeneffenschaftlichen Rundschau" werben regel gegeben, die im Laufe der Zeit gemisse Schlüsse auf die Ent- Tung der Kauffraft zulaffen. Bon Bedeutung ist dabei namentlich ber Bergleich mit der Zeit vor dem Kriege So berichtet der Werband Thüringischer Ro: fum. jahr Juli/ September 1924 ein Umfat ven 7 480 600 erzielt vereine, daß in 43 Bereinen mit 151 700 Mi'gliedern im Biertel. m. worden ist. Das sind auf das Mitglied 49,31 M, und aufs Jahr gerechnet 197,24 M. Tatsächlich ist der Umsatz auf das faufende Mit afed höher, da auch die nichtfaufenden„ Papierfoldaten" mitgerechnet find. Das war aber vor dem Kriege ebenfa. Damals aber war der Jahresumsatz je Mitglied 326 M. Er betrug also in diesem Sommer im Kleinhandel etwa 1,25 Proz. war, fo entsprechen die 60% Broz, nur 60% Prog. der Vorfriegszeit. Da nun der Ernährungsindex einem Waren umsag von weniger als die Hälfte der Bor friegszeit. Aus einzelnen Bereinen liegen, gleichfalls solche Zahlen per. So berichtet der Bezirksfonfumperein für Altenburg- Q ft. daß der durchschnittliche Umsatz erst annähernd die Hälfte der opre friegszeit" erreicht habe. Günftiger find tie Zahlen, die aus uhl mit 80% Pro3. und aus Lörrach t. B. mit 79,2 Proz. der Borfriegszeit berichtet werden was aber unter Berüdsichtigung der un ein Fünf el verminderten Kouftraft der Mark nur etwa 64 Brog. der Barenmenge von 1914 ergibt. Man sieht, diese aus ganz anderen Gesichtspunkten her gewonne nen Zahlen ergeben ungefähr dasselbe, was die tägliche Erfahrung und Erhebungen verschiedener 2iri feststellen: eine Verminde rung der Lebenshaltung auf die Hälfte bis zwei Drittel der Borfriegszeit. Ein ähnliches Ergebnis liefert ein anderer Vergleich Die Böhm. Kamnik berichten von einem Durchschnittstopfumfah vor deutschböhmischen Konfumpereine Teplit Schönau und 289 bgm. 233 M. für das vergangene Geschäftsjahr. Der Umfaß für Thüringen, nach dem Vierteljahr Juli/ September berechnet die vorherigen Monate würten ein noch ungünstigeres Ergebnis liefern ist 197,24 M. Da die Lebenshaltung in Böhmen vor dem Kriege feinesfalls höher gestanden hat als in Mitteldeutschla: d, sich auch seit dem Kriege ficher nicht gehoben hat, finden wir auch hier einen Rückstand für Deutschland von einem Sechstel bis zu einem Drittel, was wohl noch zu günstig für uns fein dürfte, -, Ueber die Verkehrslage der Deutschen Reichsbahn im Oktober wird von unterrichteter Seite mitgeteilt: Seit einer Reihe von Monaten fetzte im Oftober zum ersten Male wieder Bagen. Berfehr, hauptsächlich zur Bersorgung der Bevölkerung mit Speise mangel ein, und zwar als Folge starter Anforderungen an den tartoffeln, zur Beschaffung von Rohlenvorräten für Hausbrand und Industrie sowie zur Bewältigung der Zuckerrübenernte. Im übrigen zeigte der Berkehr entsprechend der fast unveränderten WirtschaftsLage feinen nennenswerten Aufschwung. War es Anfangs Oftober noch möglich, den Anforderungen an den Wagenpart im allgemeinen zu entsprechen, fo riefen gegen Mitte des Monats die fast forunghaft steigenden Anforderungen, befonders für Kartoffeln und Rüben, vorübergehend. Berlegenheiten hervor, die sich in Ausfällen in der Wagengestellung aus pirffen. Die Wagengestellung befferte 23.50- 37,5 Pflaumenmus in Eimern 45,00-53,000orläufigen Feststellungen betrug die Wagengestellung im Bereich fich indes gegen Ende des Monats ganz erheblich. Nach den 3.70- 4,20 der Deutschen Reichsbahngesellschaft im Oktober 1 619 826 offene und 4.40 5.00 1 231 594 bebedte Wagen, d. i. eine Mehrgestellung non 26 Prog 91,00-93,00 bei offenen und 14 Proz. bei gebedten Wagen. 18,50-29,50 Steinsalz, in Säcken 31, 0-37,50 37,50-52,25 Siedesalz in Säcken 17,25-21,25 43,59- 45,00 47,00-54,00 2,00 30,00 16,518,0 19,00 20,00 Bratenschmalz in Tierces Bratenschmalz in Kübeln Purelard in Tierces.. Purelard in Kisten Speisetalg in Packung 3,103,60 5,205,80 91,60-95,00 87,00- 88,00 87,00-92,00 65,03-66, 24,25-32,00 Speisetalg in Kübeln 32,75-42,00 Margarine, Handelsm. 80,00-1 0,00 desgl II 66,00 60,00-63,00 99 40,00-46, 0 Margarine, Spezialm.!.. 80,00-84,00 66,00-67,' 0 desgl. II 69,00-71,00 60,00-65,00 Molkerelbutter la i. Fäss. 208,00-210,00 60,00- 70,00 Molkereibutter i. Pack. 21,00-220,00 75,00-92,00 Molkereibutter lla i. Fäss. 175,00-192,00 65,00-75,00 Molkereibutter i. Pack. 185,00-205,00 195,00-210, 0 Auslandbutter in Fässern 216,00-22), 0 200,00-210.00 Corned beef 12/6 lbs p. K. 40,00- 42,00 110.00-120,00 Ausl. Speck, geräuchert 108,00-120,00 55,00 65,00 Quadratkäse. 45,00-60,00 12.00-130,0 Tilsiter Käse, vollfett... 120,00-135,00 175.00-185,00 Bayr. Emmenthaler 160,00-170,00 203,00-223,00 Ehter Emmenthaler 170,00-185,00 Rohkaffee Zentralamerika210,00-3.5,00 Ausl. ungezuck.Condens260,00-300,00 milch 48/16 330,00-400.00 Inländische desgl. 48/12 Kümmel, holländischer Schwarzer Pfeffer singap. Weißer Pfeffer Rohkaffee Brasil Röstkaffee Brasil Röstkaffee Zentralam.. Rösteetreide. lose .. 21,00-23,50 16,50- 19,25 20.00-22.00 Inl. sez. Condensm. 48/14 25.00- 26.00 CHERIF VENESTI Edelster Deutscher Weinbrand Scharlachberg Meisterbrand Weinbrennerei Scharlachberg A.-G., Bingen am Rhein Filialbureau Berlin: Berlin W. 57, Kurfürstenstraße 28. Kahi. WENESTI SCHERIF 3 Servus muss man benutzen zum Stiefelputzen! Chem.Werke Lubszynski& Co.A.- G..Berlin- Lichtenberg Theater, Lichtspiele usw. Staats- Theater Lessing- Theater Opernhaus 71: Der fliegend. Holländer 8 Die gr. Revue Th. im Admiralspast Deutscher Metallarbeiter- Verband Täglich 8 Uhr Die größte Revue der Welt: Achtung! Untofchloffer Achtung! Noch und Nocheute, Donnerstag, 13. November. 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Goliath Täglich 8 Uhr: Solott' Berlin Gemäß Beschluß der Generalverfamm lung vom 17 Ottober 1924 wird das Attien tapital on 50 Millionen Bapiermark auf Goldmart 3 000 000- umgeftellt. An Stelle einer Attie im Papiermarinennwert von Erika Gläßner, m 1000.- follen je 3 Attien im GoldmartJul.Falkenstein nennwert von M. 20.- treten. u. Ferd. Bonn Ferner wurde in derselben Generalverfammlung befchloffen, das umgeftellte Gr. Kinder- Vorst. Aftienfapital von 3000 000 Goldmart um 2 000 000 Goldmart zu erhöhen. m Trianon- Theat. Nachdem der Kapitalserhöhungsbeschluß sbd. 4 Uhr Pr. ab 60 Pt. in das Handelsregister eingetragen ift, ftellung der Attien auf Goldmart vorzuSonnt 4 U. Pr. ab 60 Pf. nehmen und das Bezugsrecht auf diefe Schlaumeier Aschenbrödel umgeftellten Attien auf Grund der nachMus. v. W W. Goetze Dazu in allen Vorstellungen: ftehenden Bedingungen auszuüben. Sonnabend 4 Uhr: Die Zauberbrille 1. 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Die Bermittlung des An- und Bertaufs von Bezugsrechten übernehmen wir. Falls das Bezugsrecht auf dem Bege Der Rorrespondenz ausgeübt wird. merden die üblichen Gebühren berechnet Berlin, den 11. November 1924. Sänger Heute nachm 4 U. Rotkäppchen November- Gr Zaybermärchen 6. Programm! mit Gesang and Kinderballett. Volkstüml Preise. KOMISCHE OPER Direktion: James Klein 8 Uhr Allabendlicn 8 Uhr GRÖSSTE REVUE ALLER ZEITEN ..Das hat die Welt noch nicht gesehn Vorverkauf ununterbrochen Preise von 2 bis 15 Mk. Apollo8 Uhr Theater 8 Uhr Direktion: James Klein Die erste große Revue- Posse Das lachende Berlin Paul Beckers a. G. Senta Söneland Eise Balzer- Lichtenstein usw. Preise 2 bis 10 M. Preise von 20 Pf. an Casino- Theater Lothrin er Str. 37 Tägl. 8 Uhr) Neu! Neu! Satan Weib! Berliner Volksstück in 6 Bildern Berliner Humor, Berliner Typen Vorher Bunter Teil Volkstüml. Preise Circus BUSCH Tgl.72, Stes. a.3 U. Kapt. Wall's Bett Simon& Co. Berlin W 8, Mauerstraße 33. Tuchgroßhandlung! 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