Menöaosgabe Nr. 537 ♦ 41. Jahrgang flusgabe B Nr. 264 StjuflsBditneiina« und Bnze!zen»reis« Hnb in tote Morgcnausgabt angtgebeir ReDatHon: Sw. 88. Cintoenflcage 3 Setaiptediet: DSnhoff 292— 295 Tel,-Adrefs«:Sozlald«morrat Beclia Serlinev Volksblstt 5 Golöpfennig Donnerstag 13. November 1924 Verla« und AnzeistnabteUun«: Seschäftszeit 9—5 Uhr Verleger: BorwSrlo-Bercag Gmtoh. Berlin Sw. SS, cintoensll�d« 5 Fernsprecher: VSnhoff 26C'3'2int Zcntralorgan der Sozi aldemokrati fchen Partei Deutfchlands Scharfmacher am werte. Zum Streik der Hochbahner. Seit Tagen leidet die Berliner Bevölkerung unter den Folgen des Hochbahnerstreiks, der eines der wichtigsten Ber- liner Verkehrsmittel lahmgelegt hat. Straßenbahn und Autobus sind in keiner Weise in der Lage, den Ansturm des Publikums M bewältigen. Das Personal dieser Unterneh- mungen bricht unter der Arbeitslast Zusammen, das Publikum erleidet durch Verspätung schweren Schaden, das ganze Ber- liner Wirtschaftsleben wird empfindlich gestört. Die Oeffentlichkeit hat ein berechtigtes und lebhaftes Jnter- esse an der möglichst sofortigen Beseitigung d i e s e r Z u st ä n d e. Die juristischen Auseinandersetzungen darüber, daß keine einzige Behörde in der Lage sei. in den Konflikt zwischen der Hochbahndirektion und ihren Ange- stellten einzugreifen, können niemand befriedigen. Die Not- läge ist so offenkundig, daß ein Eingreifen der Behörden un- bedingt verlangt werden muß. Inzwischen entwickelt sich eine Kampagne gegen die Ange- stellten der Hochbahn, die so skandalös ist, daß kein an- ständiger Mensch— ganz gleich, wie er politisch gesonnen sein mag, wenn er nur über einen Funken sozialen Gefühls und sozialen Verständnisses verfügt— sich mit Ekel von diesem Treiben abwenden muß. Es ist besonders die natio- nalistische Scherl- Presse, die sich hier in den Dienst wider- wäriigster Scharfmacherei stellt. Liest man die knalligen Ueberschriften, die groß aufgemachten Schauerberichte des „Lokal-Anzeiger", des„Tag" und des famosen roten„Tag", dann ahnt man fürchterliches: Bolschewistische Drahtzieher scheinen am Werke, geheime kommunistische Machinationen im Hintergrunde, die Gewerkschaften unternehmen angeblich eine politische Machtprobe. Die arme, für das Publikum fürsorg- lich gestimmte Direktion will angeblich so gern den Betrieb wieder aufnehmen, aber finsterer Terror behindert solche Möglichkeiten. Mit Schaudern sieht der spießbürgerliche Leser dieser Hetzblätter schrecklichste Bilder der Revolntions- �eit wieder auftauchen- Dieser Hetz�. bei der selbstverständlich die„ D. A. Z." nicht fehlen kann, muß ganz entschieden ent- gegcngelreten werden. xDer bolschewistische Teufel ist bei den Aug,-stellten der Hochbahn gän-lich einstußlos. Mit Recht stellen bürgerliche Zeitungen fest, daß' der Streik der Hoch- bahner eigentlich verwundern muß, weil die Hochbahner von allen Verkehrsangestellten in den letzten Iabren am wenigsten Slreikneigung gezeigt haben. Freigewerkschaftlich ist über- Haupt nur ein g a n z kl e i n e r T e i l organisiert, die größere Hällte der Angestellten ist u n organisiert, ein anderer Teil gehört den christlichen Gewerkschaften an. Wenn diese Leute jetzt zum Mittel des Streiks greifen, so liegen dem nicht im geringsten politische Motive zugrunde. Es ist ein nackter Kampf um die wirtschaftliche Exi- st e n z. Daß es zu diesem Kampfe gekommen ist, ist aus- schließlich Schuld der Hochbahndirektion. Genauer ge- nommen, nicht Schuld der HochbahndirektioU. sondern Schuld der Direktion der Deutschen Bank, von der der Vorstand der Hochbahn in seinen Entschließungen vollständig abhängig ist. Die Bezahlung der Hochbahnangestellten ist eine unwürdige: selbst die Direktion hat in ihren Zuschriften an die Presse nicht den Mut, auch nur ein Wort zur Berteidi- gung der Hungergehälter ihrer Angestellten zu verlieren. Jeder Berliner weiß, welch anstrengende Arbeit olle Vcr- kebrsangestellten heute bei der Ueberfüllung der Verkehrs- mittel zu leisten haben. Jeder Berliner wird sich sagen, daß Gehälter von 1S0— 180 Mark für diese Arbeitsleistung eine skandolö? niedrige R-zablung n-iv. Die kamose �inderzrtloge von 4,60 M. sbuchstäblich vier Mark und sechzig Pfennige! für jedes Kind iit eine direkte Verhöhnung jedes sozialen Gedan- kens. Die Direktion wird auch nicht sagen können, daß die wirtschaftliche Lage ihres Unternehmens eine höhere Bezahlung nicht möglich mache. Die Leitung der Hochbahn hat während der Inflationszeit jede Großzügigkeit in wirt- schaftlichen Fragen vermissen lassen. Sie hat günstige Gelegen- heiten zur Erweiterung und Ausbau chres Unternehmens dank ihrer pfennigfuchsenden Einstellung verstreichen lassen. Seit- dem die Währung stabilisiert isi. sind die Einnahmen ihr aber in einem ganz beträchtlichen Maße zugeflosien. Die abnorme Ueber'üllung ihrer Wagen bedingt die Ausnutzung der Ren- tabilitätsmöglichkeit bis zur äußersten Grenze. Nicht umsonst bewertet die Börse die Aktien derHochbahn von allen Wertpapieren weitaus am höchsten. Die Gesellschaft kann auf eine Zusammenlegung ihres Aktienkapitals verzichten, weil ihre Goldwerte in voller Höhe erhalten geblieben sind. Ihre Obligationsschulden hat sie durch eine recht- zeitige Zusammenlegung im Verhältnis von 1: 10 restlos beseitigt. Sie steht schuldenfrei da und ist in der Lage. aus ihren laufenden Mitteln jetzt ganz gewaltige Erneuerun- gen vorzunehmen. Bekannt ist, daß sie 120 neue Wagen, also eine nicht unbeträchtliche Ausgabe, etwa ein Drittel chres Wagenparks, in diesem Jabre neu bestellt hat. Don wirt- schastlicher Notlage kann bei dem Unternehmen nicht die Rede fein. Es würde auch absolut nichts schaden, wenn die Herren Aktionäre, nachdem sie die Inflationszeit ohne Dividende aus- gekommen sind, auch die ersten beiden Jahre nach der Infla- tion auf Dividende verzichteten, und wenn die gewiß notwen- digen Erneuerungen auf Kosten der Dividende und nicht auf Kost ender Arbeiter und Ange stellten bezahlt würd««. Dann wäre nämlich das Problem sehr schnell ' gelöst, die Gesellschaft würde durchaus imstande sein, erträgliche Löhne zu bezahlen, wenn sie nicht aus den Knochen ihrer Ar- beiter sich jetzt ihre Substanz erneuern lassen wollte. Der Appell, den die scharfmacherische Direktion mit allen Mitteln einer gerissenen Pressekampagne an die Oeffentlichkeit richtet, um den Unwillen der Bevölkerung gegen die angeblich bolschewistisch verseuchten Angestellten zu lenken, muß vielmehr sich gegen die Direktion selber wenden. Sie allein trägt die Verantwortung dafür, daß ihre Angestellten aus der.Der- zweislung heraus zum Streik gegriffen haben, der, selbst wenn er tausendfach juristisch nicht einwandfrei wäre, moralisch durchaus berechtigt bleibt und von jedem anständigen M e n s ch e n mit allen Mitteln unterstützt werden sollte. Die Deutsche Bank, die hinter diesem Skandal steht, will nichts weiter, als mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln ihren H e r r e n st a n d p u n k t durchsetzen. Die Angestellten sollen kuschen, ihre Arbeitszeitbedingungen sollen so bleiben, daß vom Achtstundentag nicht die Rede ist, ihre Gehälter sollen niedrig gehalten werden, damit der Profit der Banken ungeschmälert bleibt, die ja auch sonst in unerhörter Weise das Publikum zu bewuchern belieben. Dem verlogenen Versuch, die Schuld an diesem Streik auf die Angestellten abzuwälzen, muß von vorn- herein widersprochen werden. Es gibt ein höheres R e ch t als das Recht juristisch ausgeklügelter Paragraphen, es gibt das Recht unbestreitbarer und unwiderlegter Not, aus der ein Ausweg bei dieser Direktion offensichtlich nur durch Kampf gefunden werden kann. O e f f e n t l i ch e Interessen haben auf die Direktion der Hochbahn keinen direkten Einfluß, da sie privates Eigentum ist. Das ist ein Zustand, der in Verlin von allen einsichtigen Kommunalpolitikern— nicht nur von der Sozialdemokratie— bedauert wird. Die Stadt ist verpflichtet, der Hochbahn- gesellschast gegenüber die öffentlichen Interessen mit aller Energie wal rzunehmen. Wir erwarten, daß der Magistrat durch den Oberbürgermeister nichts versäumen wird,-in den auf die Dauer unerträglichen Konflikt einzugreifen und der Hochbähndirektion klarzumachen, daß ihre scharfmacherischen Allüren im höchsten Grade unangebracht sind. Das Publikum darf nicht darunter leiden, daß eine von der Deut- scheu Bank abhängige Eesellschaftsleitung den Auftrag er- halten hat, bestimmte Scharfmacherplänc, koste es, was es wolle, durchzuführen. Das Interesse der Oeffentlichkeit er- fordert eine ausreichende und gerechte Vezah- lung der V e r k e h r s a n g est e ll t e n, erfordert eine Einschränkung der Gewinne dieser privaten Gesellschaften so lange, bis diese gerechte Bezahlung gesichert ist. Unter keinen Umständen dürfen die Behörden dem jetzigen Zustand weiter tatenlos zu- sehen.__ die öeutsch-fran�ölisch en verhanülungen. Neue Schwierigkeiten. Varls. 1Z. Jtoocmbct.(Cigmec Drahibericht.) Iiie deulich. fraazösischea handel-oerlragsv-rhondluvgen, die am 5 November wieder aufgenommen worden sind, scheinen aus Schwierigkeiten gestoßen zu sein. Velde Delegationen, d'.e In der erslen Sitzung die Listen der gegenseitigen Forderungen und Wünsche ausgetauscht haben, sind seitdem nicht mehr zusammengetreten. Hebet d'e Aalur dieser Schwierigkeiten will der„Malin" wissen, daß es sich darum handele, den künsligrn hatidclsverlrag mit gewissen vessimniuagen des Dawee-Planes in E nklang zu bringen. Das Llolt spricht in diesem Zusammenhang lnsbeiondere von den Rcparuiionrllcfe. rungm, was unseres Wissens nicht ganz zutrefscn dürfte. Dagegen ist es wohl r'chlia. daß die ausgetauchten Schwierlgke tcn ocn Gegenstand einer cinstündigen Unterredung gebildet haben, den der deutsche votschafter zusammen mit dem Ches der dentsäien Delegation am Monlag mit Herriol vnd dem französischen handelsmlntper gehabt haben. Sine seder tatsächlichen Begründung entbehrende Unter- stellung ist es jedoch, wenn der.Matin" behauptet, daß Deutschland den Abschluß der Verhandlungen teils mit Rücksicht ans die bevor- stehenden Wahlen, teils in der Absicht, von der Gegenseite neue Zugesläodnisse herauszuschlagen, verschleppe. VizepräsiüentenwahlimbayeriscbenLanötag München, 13. Navenibcr.(WTB.) Die 23. öffentliche Sitzung des bäuerischen Landtages ist auf Drnstag, den 18. November. einberufen worden. Erster Gegenstand der Tagesordnung ist die Neuwahl des Ersten Vizepräsidenten und des Zweiten Schrifiiührers. Diese Neuwahl ist veranlaß: durch die Veränderungen in der Stärke der sozialdemokraüfchei' und der völkischen Fraktion. Wie in parlamentarischen Kreisen verlastet. werden die Sozialdemokrat«« den Abgeordnewn Auer als Ersten Vizepräsidenten vorschlagen. Der bisherige Gnt« Vizepräsident, der völlische Abgeordnete Dörfler, dürfte voec.uzsichillch den Posten eines Zweiten Vizepräsidenten erhalten. diszipiinarverfahren gegen einen völkiscken Schwerin. 12. November. fTU.) Amts�mptmann Wiese in Doberan, Abgeordneter der Nattonalsazi-ilistitchen Frei- heitsbewegung Groß-Deutlchlands, wurde bis zur Euedizm'g eines gegen ihn schwebenden Disziplinarverfahrens vom Amt fuspendiart. Schlupfwinkel öer Macht. Bersteckte Kampfziele des Grofskapitals. Für den kommenden Wahlkamps am 7. Dezember genügt es nicht, den kapitalistischen Charakter unserer Gegner, der Deutschen„Volks"portei, der Deutschnattonalen„Volks"partei usw nur im allgemeinen, gleichsam obenhin zu er- fassen. Vielmehr müssen wir uns in die Interessen vor- tiefen, die die kapitalistischen Parteien zwar.nicht offen ver- treten, weil sie sie nicht offen zugeben können, die aber doch die eigentlichen Ziele ihres politischen Handelns sind. Jeder einzelne Wähler muß diese Zusammenhänge deutlich erkennen: denn, es verhält sich mit den Wahlen des moderner) Parlamen- tarismus ähnlich wie mit den Gefechten im modernen Kriege: Jeder einzelne Kämpfer muß sorgfältig ausgebildet werden. Ueber die kapitalistische Wirtschaftspokitik wie die Schutz- zollbewegung, das Treiben der Kartelle, die Forderung des zehn- bis zwölfstündigen Arbeitstages und dergleichen ist schon viel geschrieben worden. Es gibt aber Interessengebiete des Großkapitals, die nicht so offen zutage liegen, versteckte Machtpositionen, an deren Behauptung den Nutz- nießern außerordentlich viel gelegen ist. Sehen wir uns ein- mal diöfe großkapitalistischen Stellungen etwas näher an: Da ist zunächst der Berwaltungsrat der Deut- scheu Reichsbahn gesellschast. Er besteht aus etwa 17 Mitgliedern, die zur Lzälfte von der Reichsregierung er- nannt sind, während der Rest von dem internationalen Treu- händer eingesetzt ist. Daß die zweite Hälfte dieser Köroerschast nach rein kapitalistischen Gesichtspunkten ausgesucht ist, ver- steht sich bei dem ausgesprochenen Erwerl scharakter des Dawes-Eutachtens von selbst. Was soll man aber dazu sagen, daß auch die von der Reichsregierung bestimmten Mitglieder in ihrer Mehrzahl den Kreisen des Großkapitals entnommen sind. Unter diesen Personen ist zuerst der frühere„Demokrat" Dr.-Ing. Karl Friedrich v. Siemens zu nennen. Er wurde zum Präsidenten des Berwaltungsrates gewählt. Herr v. Siemens ist Vorsitzender des Aufsichtsraies der S i e m c n s u. H a l s k e A.-G., der Siemens- S ch u ck e r t- W e r k e G. m. b. H., der„S i e m e n s" E le kt r i s ch e B e t r ie b e A.- G. usw. Er bat insgesamt 14 Aussichteratsmandate inne. Ein großer Teil des Aktienkapitals dieser'Gesellschaften steht in'olge Familkenbesitzes zu seiner persönlichen Verfügung. Die S i e m e iz s u. H a ls k c A.-G., die Siemens-Schuck e rt- Werke usw. sind in größtem Um'ange Lieferantender Reichsbahn. Sie liefern: Elektrische Stellwerke und Signalvorrichtungen, Telcpbon- und Telegranhenanlagen, elektpische Lokomotiven und StreckenausrüstungeZ, Triebwagen. Beleuchtungsanlagen für. Bahnhöfe und Dienstgebäude nebst den dazu er'orderlichen Kraftwerken und Leitungsnetzen, elek- irische Werkstatteinrichtungen, Berschiebeonlagen, Krane, Ent- loderorrichtungen usw. usw. Ein anderes Mitglied des Verwaltungsrates, ebenfalls von der Reicbsregienmg ernannt, ist der Geheime Kommerzienrat Eduard Ärnhold, Chef der bekannten Kab'en-Groß- bandlesfirma Cäsar Wollheim in Berlin. Er ist Vor- sitzender des Au'sichtsrates der Aktiengesellschaft für Änilinfabrikation, der Berlin-Anhaltischen M a s ch i n e n b a u 2l k t i e n g e s e l l s ch a f t, der B e r l i n- Karlsruher Jndustriewerke A.-G., der Chemi- scheu Fabriken K u n h e i m u. E o. Ä.- G., alle in Berlin. Er ist ferner stellvertretender Vorsitzender des Auf- sichtsrates der Dresdner Ba n.k, der„Ilse" Bergbau A.-G., der S ch a n t u n g- E i s e n b a b n- G e s e l l s ch a f t. Schließlich ist er noch Mitglied des Aufsichtsrates der AEG. und der Ludwig L o e w e u. Co. A.-G. Insgesamt hat er neun Aufsichtsratsmandate inne von Gesellschaften, die zu einem Teil mit der Reichsbahn-als Lieferanten in lebhafter �geschä'tlicher Veejehung stehen Ein weiteres der von der Reichsregierung ernannten Mitglieder des Berwaltungsrates ist der Geheime Kommer- zienrat K l o e ck n e r aus Duisburg. Er ist Mitglied in 2Z Aussichtsräten. Darunter sind folgende Unternehmungen, bei denen er den Vorsitz im Aufsichtsrate inne hat: Die Kloeckner Werke A.-G., Berlin, die G r u n d k r e d i t Bank A.-G. in Duisburg, das Krefelder Stahlwerk in Krefeld die M a f ch i n e n b a u a n st a l t Humboldt A.-G. in Köln. Diese letzteren Gesellschaften liefern an die Reichsbahn: Schienen, Schwellen, Dampflokomotiven. Güter» wagen usw. Man kann die Liste noch fortsetzen. Es gehören dazu weiter der Generaldirektor Dr. Ott, der Wirkliche Geheime Rat v. B a t o c k i, Oberpräsident a. D. und Majoratsherr auf Schloß B l e d a u bei Cranz-Ostpreußen, der Ernährungs» diktator während des Krieges, ein bekannter ostpreußischer Großagrarier, und andere mehr. Der Raum der Zeitung ge- nügt nicht, um alle diese Personen hinsichtlich ihrer Wirtschaft- lichen Interessen zu analysieren. Das eine dürste jedoch er- schöpfend bewiesen sein, daß hier eine breite Front des Unternehmertums unter dem einsaitigen Gesichts- punkte der Belieferung der Reichsbabn sich zusam- mengeschlossen hat. Die Vertretung der großen Misie der Beamten, Angestellten und Arbeiter in dem Verwaltungsrat ist, verglicken mit der der Großindustrie, geradezu dürftig zu neu- neu. Eine Macht, die der der Lieler''n"en-l5liq''c gewa-bsen wäre, ist im Berwaltungsrote nicht vorhanden, es sei denn, daß man an die ausländischen Mitglieder henkt, die jedoch schwer- sich als Vertreter der deutschen Volkswirtschaft anzusprechen sind. Ein ähnsiches Bild wie der Verwaltungsrat der Reichs- bahn zeigt der Aufsichtsrat der„Vereinigten Iydu- stris-Unternehmuvges A.- G.'. Serif«. Die Viag, wie sie sich abgekürzt nennt, ist eine Reichsgesellschaft. Ihr Aktienkapital, das laut Goldmarkeröffnungsbilanz vom 1. April dieses Jahres. 120 Millionen Goldmark, also eine un- geheure Summe, betrögt, ist vollständig in den Händen des Reiches. Die Viag ist eine sogenannte doldinA Company, b. b. eine F i n a ttz g e s e l lsch a st. die nicht selber wirt- schaflliche Unternehmungen betreibt, sondern nur dazu be- Stimmt ist, Aktienpakete derartiger Unternehmungen, an denen das Reich interessiert ist, zu besitzen und zu verwallen. Die Viag ist in der Hauptsache an folgenden Unternehmungen mll Kapital betelligt: Reichs-Kredit-Gesellschaft, Deutschs Werke, Elektrowerke, Ostpreußenwerk, Württembergische Landes- Glektricitäts A.-S.. Vereinigte Aluminiumwerke, Innwerk- Bayerische Alumimum-A.-G., Mitteldeutsche Stiekstosswerke, Bayerische Kraftwerke, Alzwerke G. m. b. H., usw. Alle diese Unternehmungen, mit Ausnahme der zuletzt genannten Alz- werke, werden in der Form von Aktiengesellschaften betrieben. Das Reich, d. h. die Viag, besitzt entweder das gesamte Aktien- kapital der Werke— dies ist zum Beispiel bei den Elektro- werken der Fall— oder das Reich verfügt nur über einen Tell des Aktienkapitals, wie zum Beispiel bei den Deutschen Werken, in denen auch privates Kapital mitarbeitet, oder wie bei dem Ostpreußenwerk und der Württemberaischen'Landes- Tlektricitäts A.-G-, an denen außer dem Reich auch noch die Länder(Preußen bzw. Baden) sowie Kommunen und Kommunalverbände betelligt sind. Trotz des rein offenllichen Charakters der Viag, ist doch in 'hrem Aufsichtsrat. entsprechend ihrem Charakter als Finanz- gesellschast, das private Bankkapital stark vertreten. Es gehören diesem Aufsichtsrate an: Herr Jakob Gold- i ch midt, Direktor der Darmstädter- und Nationalbank, In- Haber von 68 Aufsichtsratsmandaten, Herr Oskar Z ch l i t t e r, Direktor der Deutschen Bank, der in„nur" 51 Aufsichtsraten vertreten ist, Dr. W a l t e r F r i s ch, Direk- :or der Dresdner Bank, CurtSobernheim, Direktor der Kommerz- und Privatbank, Eduard BeitvonSpeyer, Bankier, Frankfurt a. M., Franz Urbig. Direktor der Diseonto-Gesellschaft. Von insgesamt 25 Aufsichtsratsmit- alledern entfallen 6 auf Vertreter des privaten Bantkapitals. Außer den Bankdirektoren sind aber auch noch andere Ver- treter des privaten Großkapitals in dem Aufsichtsrat der Viag vorhrnden. So der Geheime Regierungsrat Professor Dr. N i k o d e m E a r o. ein bekannter Fachmann auf dem Gebiete des Stickstoffwesens, der Geheime Kommerzienrat Dr.- Ing. E. h. Philipp W i e l a n d aus Ulm(Donau) u. a. Vergeblich wird man in dem Aufsichtsrat der Biag nach einer angemessenen Vertretung der Arbeiter, der Angestellten, der Abnehmer suchen. Der Verwaltungsrat der Reichsbahn, der Aufsichtsrat der Viag und noch viele derartige Körperschaften, das sind die ver st eckten, in weitesten Kreisen unbekannten Macht- Positionen des Großkapitals. Um diese Stellun- gen zu hallen, dazu werden die Wahlgelder an die Rechtsparteien gegeben, da-u werden deren zahllose Blätter und Blättchen im ganzen Lande finanziert und aus- gebalten. Man kann sich das schon ein Stück Geld kosten lassen. Es sind Spesen, die nachher, d. h., wenn die Wahlen zufriedenstellend ausge'allen sind, das Geschäft schon wieder einbringen wird Diese Ciiquenwirlschait, die sich mst Hille einer feilen, das Volk irre'ütrendcn Presse am Ruder zu hallen sucht, ist ein Unglück für Deutschland. Denkt an die Euno-Regierung, an die Insiatlonsze'.t in der Simnes.und seine Verbündeten schrankenlos wüteten. Das Eroßla�i al muß einer starken Regie- rung des Volkes unterstellt werden, nicht aber dari die Regierung dem Großkapital in die Hände gegeben werden. Das letzters würde eintreten, wenn die Rech�spar�sien bei der kommenden Reich stagswatzl die Mehrheit der Stimmen auf sich vereinigten. Jeder kläre seinen Ar- bestokollegen auf dem Bau, in der Werkstatt, im Bureau aus. Sucbt vor allem den Frauen diese nicht einfachen Zusam- mznhänge klar zu M2chen. Es kann am 7. Dezember nur eins Parole geben: Fort mit der kapitalistischen Interessenten- Wirtschaft! fferr Stresemann reöet. Seine Worte und seine Taten. vorkmuud. 13. November.(WTB.). Auf der Tagung des Zentra. Vorstandes der Deutschen Volkspartei in Dortmund hielt heute Reichsaußenminister Dr. Streemann ein« Ansprache über die außenpolitische Lage, in der er folgendes ausführte: Mein« Domen und Herren I Wir haben in diesem Jahre zum erstenmal Anzeichen d�.für gesehen, daß die Erkennt us der Rot- wendigkeit des Zusammenarbeitens der Völker urd eines friedlichen Ausgleichs ihrer Interessen Herr zu werden beginnt über die Eegrnsötz« des Krieges und feine furcht- baren« Folgen. Die Stadt Dortmund kann wie kaum eine andere deutsche Stadt diese Entwicklung aus unmittelbarster Er- fohrung bezeugen. Das Ziel der deullchen Außenpolitik kann nur fein, in loyaler und foch icher Zusammenarbeit mll dem Ausland überall für die wirtschaftlichen und nationalen Bedürfnisse unseres Volkes Verständnis zu schaffen, Problem sür Problem zu bereinigen und so für Deutschland die Stellung wiederzuerringen, dt« ihm zukommt. Wir hoben, keine ander« Möglichkeit, als Schritt für Schritt unseren mühevollen Weg zu gehen. Ich mutz hier in voller Objektivität ftststell-en, daß der Geist der Verständigung undVersöhnung.der di« Londoner Konferenz und insbesondere unsere schwierigen Verhandlungen mit den französischen und bel- gischen Staatsmännern beherrschte, sich weiter als fruchtbringend erwiesen hat, und daß unser Vertrauen in die Vcrtragsrceu« unst'er Gegenkonirahenten mcht getäuscht worden ist. Ich nehm« aber keinen Anstorrd, zu erklären, daß auch auf der Gcge'lle.x das Be- streben obgewaltet hat, sich mll dem Geiste der Londoner Konferenz zu erfüllen. Im oltbesetzten Gebiet b'eibt noch eine Fülle von Arbeit, die sich insbesondere auf die Milderung des Ordonnanzsystems bezieht. Aber auch hierüber schweben zurzeit Verhandlungen, von denen ich hoffe, daß sie im Interesse der Bevölkerung, aber auch im Interesse der Entspannung der deutsch-fran- zölischen Beziehungen zu einem guten Ende gelangen. Das Fazit meiner Ausführungen über das bisher für die besetzten Gebiet« Erreicht« kann ich dah'n zusammenfassen, daß sich das Vertrauen, das uns in London zur Unterschrift und zur U ebernehm.« so schwerer Verpflichtungen bestimmte, bis heut« gerechtfertigt hat. Ebenso wie hinsichtlich der besetzten Gebiete, ist auch sonst die Abwicklung des Londoner Paktes bisher normal ver- laufen. Namentlich hat die 8 00> M i ll i o n e n- A n l-i h« in allen Ländern, in denen sie aufgelegt worden ist, einen überaus starken Erfolg gehabt. Der Ausbau der deutschen wirtschaftlichen Beziehungen mit dem Ausland« ist in vollem Gangs. Mit denVereinigtenStaaten von Amerika und mit Spanien sind Handelsverträg« bereits abgeschlossen, die noch der Genehmigung durch die Parla- mente harren. Mit England, Frankreich, Belgien, der Schweiz und der Türkei schweben zurzeit Handelsvertrags- Verhandlungen, uird mit Italien, Japan und Polen steht der Vsginn oon Verhandlungen unmittelbar bevor. Es haben sich bei un» die Verhältnisse gegen stüher geändert, insbesondere durch die Verringerung unserer industriellen Rohstoffbasis und der landwirt- schaftlichen Erzeugung. Wir finden aber auch bei den anberen Lür- dern, mll denen wir verhandeln, vielfach ander« Voraussetzungen vor. Es ist nicht möglich, einfach an die Verhällnisse und Beziehungen anzuknüpfen, wie sie im Jahre 1814 abgebrochen worden sind. Es müssen neu« Wege gesucht und. gefunden werden. Den leri'.ndrn Gr-ird'asz au» un>':r:r Hand lzpa'llck der Vr«» kriezszell. nämlich den der gegenseitigen Meistbegünsti» gu n z, können und müssen wir aber auch fernerhin zur Grund- läge unserer Handelsbeziehungen mll dem Auslende machen. Wir stehen in diesem Punkte vor einer entscheidenden Wen- dung und Besserung unserer Lage. Jedes andere System von Zoll» Vereinbarungen führt zur Abschließung der Länder unter sich, ein« Tendenz, die heute sich noch viel schändlicher auswirken muh als früher, wo in Europa große, organisch entstandene und ausgeglichen« Wirtschaftsgebiet« vorhanden waren. Der gerade in den letzten Wochen im Ausland ni&r ohne bestimmt« Tendenz verbreiteten B-fürchtunz, daß Deuischland da, Autland in kurzem mit deutsch:« Waren üb-rschwewwen und!>ch Rlt-heiöelberg, öu feine... Don Lux. Ich hatte in Karlsruhe zu tun. Alt Heselberg, die fein«, Nvgt ewe Stund« davon. Di« Darschaft wurde übcrzäh't. Der D-Zug um 3�11 Uhr abends mußt« genommen-verde», da reicht« es knapp. Doch ds« Heidelberger hatten Zusammenkunft waren um 12 Uhr gerad so am Auseii.aickergehen... also Quartier gratis. Einmal wieder oben in Molkenkur sitzen lijitncn und hinabsehen, die Wa'dbügel hrnntur auf den gewundenen Neckar bis jenseits, wo die reden- bestandenen Weinberge sich dehnen, einmal wieder zu fühlen: O Deutfch'and,'chönes Land, mein Land... Die Sitzung war schon zu Endes als ich um%12 Uhr den Genossen suchte. Also schnell hinterher. Nur nicht verlausen! Glück wie immer, kurz vor seiner Haustür erschnappte ich ihn. Freude... Doch zu Hause ist die Frau krank... aber bei der Tante Quartier sicher. Die alte Wittib, die sell einem Men'chenalter an Studenten vermiotut, war noch auf...„Ich tun» nig«inschlofe... Der eine, was bei mer wohne dhäte, hol hett fei Geburtsdog... Ich bi so bangelig, wie er Holl heeme finde bäht... Mer Hobe ooch scho Lumbewe't uuder de Schtudend« jetzt... So hobn's noch nie»ig gofoffe Auf dem schäum großen Liedermeiersofa, weich, breit, mollig mll drei Wolldecken zugedeckt, liege ich wie in Abrahams Schoß. Als ich einschiafen will und mich freue, daß die Tante nicht Recht gehabt hatte mit ihrer Meinung, daß ich schwerlich heute am Ersten des Mo. nats, einem Sonnabend noch dazu, zum Schlaf kommen würde, hör« ich unten einen wüsten, ulkenden Lärm. Ich stecke den Kopf zum Fenster hinaus... Ein« Ulkgruppe von Studenten um einm Schutzpolizisten. Sie sekkieren ihn noch allen Regeln der Kunst, In Erwartung feines obrigkeitlichen Tones lehne ich mich gespannt hin« au»... Nichts— wohlgefällig läßt er sth verulken. O du heilige Polizsiivache der Großstädte, was hättest du wohl alles erlebt, wenn dl« Sektierer deines Befeh'sgewalligen vom Fujel betrunken« Pro- leten gewesen wären? Der Lärm verstummte nur,-- um neuem die Still« zu überantworren. So ging es bis gegen 4 Uhr früh. Dann brachten, nein, schleiften sie den einen von den Beiden, wo bei der Tante wohnen bähte, den, der Geburtstog gefeiert hatte,... ge- feiert mll den 500 Mark, die der Geldbriefträger extra für den Ge- burtstog morgens gebracht hatte. Gegröhl, Gesinge, als wenn das Hous davon umfallen lallte. Ich luge auf den Korridor. Die Ge- sichter haben nur zwei Farben: kuallröl oder leichenfahl. Der Anzug des Geburtslagskiitdes ist von oben bis unten bet——_ kleckert. Ein Auzug aus l-i Frankfurter Maßonsertigung, wofür der Fron- brudu- a»is d:m Volle drei« zum Sonntag bekommt. 500 Mark gestern bekommen zum Derkotzen. Volkswirtschaft, wie segensreich verteilst du dein« Gaben! Denn die Ta'chcn hatten sie ihm aus den Hosen gezogen zum Zeichen, daß er blank geworden war. Der ruhestörende Lärm brachte niemand ein Strafmandat. So wie die sagenhafte reiche alt« Jungfer behäbiger Bürgerzell ihrem gehätschelten Kagenviehzcuz alles erlaubte, Sliftunzen vermachte, so hätscheln sie heut überall ihre katcigen Etudoi ten. lassen sie gröhlen, miauen, sich die Krallen schärfen m Suff und Rufs, damit sie schneidig, falt'chnärzig bereit sind, wie ehedem bei Mechterstädt und Bad Thale. Mll dem frühesten Zug ging ich auf und davon. Der Blick, Deutschlands schönster mit, den Neckar hinab, war mir ver» leidet, wo angesichts solcher Natur das Ebenbild Gottes mit Corps- mutze und buntem Band kostbare Iugendtaze verludert. Denn erst wenn der Monat zu Ende geht, wird es ruhiger. Und es konnte mich auch nicht trösten, daß bei der Tante noch«in Studall wohnt, der 'fast Tag und Nacht arbeitet. Denn, so sagt« sie, der erste wäre es, solange sie vermietete. Einer unter den vielen. Und die vielen sind unser« Richter, Rechtsanwälte, Aerzte und Regierungsräi- von morgen.... yädiftice MilkeuSroma. Di« Nobert- Bühnen sind bei all ihrer Vornehmheit gediegene Theater. Wenn sie ein nnies Stück auf den Spielplan letzen, hat der Besucher das beruhigend« Gefühl, keinen verlorenen Abend zu riskieren. Fehlgriff«, wie der schnell abgereiste„Herr Pipagran" sind selten. Schalom Aschs schon öfter gegebenes Drama„D e r Gott der Rache", das das Thearer am Kurfürsten- dämm gestern herausbrachte, ist«ine sichere Sache. Eigenartiges Miiieu, interessanter S off, seine Charakterzeichnung, ein« fremde, fchick'a'shafte West der L«bem Feuer, das vlötzlich zur Aerd rbthell auffämmt. Ergreifend in ihrer qualvollen Sucht, aus dem Sumpf aufzusteigen. EmUie U n d a, ein« selbst gegen das Ausland mll Prohibitivzöllen abschließen mied, muß ich«ntsch-eden entzegentreten. Deutschland fleht bezüglich seiner Ausfuhr weit hinter allen anderen Ausfuhrlöndern der Welt zurück. Wir müssen uns andererseits aber darüber klar sein, dag, venri wir nach dem Ausland ausführen wollen und mufstn, wir dem Ausland auch unseren eigenen Markt öffnen müssen. Wir körnen von dem Ausland ni-ht verlangen, daß es uns«"« W uen ausrlmin: wenn wir uns gegen Sie Waren des Auslandes absperren. Ich habe fchon vorhin darauf huigewiesen. daß wohl alle maßgcvenu-n K�elle in Deutschland überz-uxt sind, daß unser Zollsystem sich auf e>er gemäßigten Basis h-stien muß. Aber es ist unendtich schwer, die beterligtsn Krcise dazu zu bringen, dies« allgemein« volks-rirtschot»-- liche Erkenntnis in die Tat umzusetzen, und ich muß ur alle beteiligten Kreise den Appell richten, daß st« übertriebene Forderungen zum Schutze ihrer speziellen Interesson zurückstehen ch Wenn der Außenminister Siresemann redet, dann sagt er mitunter ganz vernünftige Dinge. Es wäre auch eigentümlich gewesen, wenn er ausgerechnet in dem durch die Annohme des Londoner Abkommens befreiten Dortmund nicht die Notwendigkeit verspürt hätte, sestzustellen. daß die E r f ü l l u n g s p o l i t i k endlich ihre Früchte trägt und daß die außenpolitische Atmosphäre Europas seit der Er- setzung Poincarss durch H e r r i o t sich geändert hat. Wenn aber der Volksparteiführer Stresemann in Aktion tritt, so tut er stets genau das Gegenteil dessen, was ihm die außenpolitische Vernunft vorschreiben müßte. Außenpolitisch empfiehlt er sich als der Mann der Verständigung und der loyalen Durchführung des Gutachtens. Innenpolitisch ist er der unermüdliche Steigbügech alter der Deutschnationalen in den Regierungssattel. Wenn es noch den Deutschnationalen gegangen wäre, so würde Herr Stresemann heute nicht in Dortmund geredet haben, weil Dortmund noch von den Franzosen besetzt wäre. Mit der Unterstützung, oder vielmehr unter der Führung der Sozialdemokratie, aber gegen den Widerstand und die Sabotagetaktik der Deutschnationalen ist Dortmund befreit worden und wird auch das übrige besetzte Gebiet befreit werden. Und welche Schlußfolgerung zieht Herr Stresemann daraus? Gemeinsame Front mll den Deutschnationolen gegen die Sozialdemokratie, Bürgerblock gegen Arbeiterklasse! Als Außenminister weiß er, daß der Bürgerblock eine Katastrophe wäre, daß die ganze Welt von dem stärksten Mißtrauen gegen ein« Regierung mit Deutschnatio- nalen erfüllt wäre und daß die Räumung der übrigen Teile des besetzten Gebietes gefährdet wäre. Aber als Bolksparteiführer hat er nur die Klassen- Interessen des Kapitalismus ror Augen, und diese ge- bieten ihm, sich nach rechts zu orientieren. Typisch für diesen geistigen Zwiespalt ist die Stelle seiner Rede über die Handelsoertragsverhandlungen. Als Minister weiß er, daß die Hochschutzzollpolllik ein auß-npolittiches Verhängnis wäre und warnt die Interessentenkreise vor überspannten Forderungen. Aber als Bürgerblöckler wird er im Schlepptau der Großagrarier und Schwerindustriellcn den Schutzzolffchwindel mitmachen. Im Auslands hat sich Stresemann durch seine Seitensprünge der letzten Monate bereits um seden Kredit gebracht. Im Inlands ist es um ihn nicht viel besser bestellt. Auch der „stürmische, langrnhastende Bekmll". der seine Reden begleistch wird ihn hossenilich nicht-über die Tat'ache hinroegtäufchou daß man ihm in seiner eigenen ll.ertoi schon deshalb nl ch• traut, weil man ihn dort am allerbesten kennt. Leinerts Pension? er im?. Hannover, 13. Nrvew.öer.(MTB.) In der gosstizen S tzuna des Bürgervorst'cherkcllegiun-.s wurde die Pensionierung des Ober- bürzermeisters L e i n e r t beschlossen. Taigen stimmten die Arm- munisten, während sich tie SoziaLtamokraten der Siiurm« er-th-.-tt.--n Es wurde dann festgestellt, daß kamst der Antrag aus cin Diszi- plirarvarsahren hinfällig geworden ist. von Iankels Dirnen, erfrischend Käthe H a a ck al» naives PflLnzche» aus der Provinz. Granach und Jlka G r ü n i n g(feine Frau Sara) wurden immer wieder vor die Rampe gerufen. Dgr. »Der Zlah im Danzcthaus", das abfand tttich muntere und von pch-eillastische«- Einfällen reich aewüchte Lustspiel F o r st« r- L a r r i- nagas z:ht jetzt über die Bühne des Renaissance-Theaters. Unter der Regie Franz Sondinqer» geht man der Sachs mit Witz und Geist zu Leibe und erreicht, daß sich die Mär van der im Panzerhaus«iniescklossmsn Gemeinde, mitsamt dem Floh. der ihr Bewegung r-erl-eiht, sehr traumhaft cbfpelt. Manbwal wohl etwas zu traumhaft und-u abstrakt. Im ganzen wurde-ciz- voll und mit gutem Verständnis gespielt. Vor allem von Roma B u b n und Franz Sondinger. K. Dl: Ausgrabung de» Clrcu» Maxlmus tu Rom. Die italienische Regierung Hot sitzt ein Gesetz eingebracht, durch das die Auszrabunz des Cirous Max.mus beschlossen werden soll. Damit wird ein weiterer bedeutender Schritt gemacht, um das noch in der Erde schlummernde alt« Rom zu neuem Leben zu erwecken. Die Fpci- legunq der Kaiferforo imd der Abhärme d-s Kavittts hat ja bereits mit den Grabungen auf dem Forum de« Lugustus begonnen. Nun wird die großartigste Lergnügung-antage des Roms der Kaiserz-it, der Cirous Maximus, fteizclcpt. Der Riesenbau, der Eitz« für 300 000 Zuschauer bat, lag in dem Tal zwischen dem Palattn und Aventin, wo jetzt die Gaswerke stehen. Die Niederlezung die'es unschönen Bauwerks auf einer der berühmtesten historischen'Stätten Roms erschien seit langem als Notwendigkeit, und deshalb wird die Entscheidung der Regierung mit Jubel aufgenommen. Drohende Ausrottung der Väreu in Norwegen. Eines der wenigen Länder Europas, in denen Bären deute auch außerhalb der zoologischen Gürten noch vorkommen, ist Norwegen. In der nor- wegischan Zeitschrift für Forstwesen wurde kürzlich die Forderung erbosen, den Bären als Schutzwild zu erklären, da er infola« zahl- reicher Verfolgungen in Norwegen allmählich auszusterben fce-ümie. Der Verfasser des Artikels stellt fest, daß fvrtpf anzungstü-dtize Bürenfamilien mit Sicherheit nur noch in den nordöstlichen Land- schaften Norwegens und an der norwegisch-finnilch-en Grenze be- c backstet worden sind. Da dies« Bären nur wenig Schaden an- rlch'en und Angriffe auf Manschen in den letzten Iahren überftiupt nicht mehr vorgekommen sind, hält der Verfasser eine Schonung de» gerinnen noch vorhandenen Bärenbestandes für wünschenswert und notwendig. Svlclplanäntiermig. Die für dent« w der K I? m! d i e anae'etztc Trit- -nisslldrunci von ,?Im-ee- ist auf näistste Wocke verlidode«. T-onnrr»taa und Freitag:»Onleicheu hat geträumt-". Sonnabend und Tountag.Unsere ll-we Frau--. Vorträge, tteber leine ssorlekungereile In si-ntralasten dStt Dr. C o ki n- Wiener aui Beraniastung der Hilmboldt-Hochichule im L-öiiagl de« Kunst- newerdemulewn« leinen zweiten Vortrag: �stuinenslätlen, Wüsten und Nomadenvättei" am Freitag. 8 Mr. Tai ckvglifchc Semwae, Doioibeenstr. S, bietet auch dlele« Semester jeden Freitag um S.M einen Bortraz in englsscher Sprache. Die?or- iragends» sind m-i-tenS bedeutende Vertreter journalistilcher und politUcher Kreise Am Freitag stricht Edgar A. Mowrer von der.Tdieago Dalltz NewS" über.The meamwg oj the llmeiicau prcjidevtiat etectiou". 0crat reöet von Jesgheit! Er plauzt wieder Banner auf. Hergt hat in München eine Rede gehalten, in der er um Schonung seiner Partei durch Volkspartei und Völkische»varb. Ter Burgfriede ist seine heiße Sehnsucht; er soll reiten, was für die Teutschnationalen noch zu retten ist. Dabei redet er von Feigheiten: „Kaum je hätte sich eine Partei in einem solchen Gewissens. konflikt befunden wie die Deutschnationalen bei der Frage: An» nähme oder Ablehnung der Dowesgesetze. Heute läge der Konflikt hinter der Partei. Heute gäbe e» kein Nein. oder Zasagen, sondern nur ein« Partei, einiger und ge» schlossener denn je. Nun gelt« es.«ine Revision der Londoner Abmachungen zu erreichen. Das sei das Ziel der Deutschnationalen. Di« Erfolge der Reichsregierung feien nur Feigheiten. Durch das ganz« Dalk gehe ein« Bewezung: die fchwarzweißrote. Diese müsse am 7. Dezember siegen. Burgfrieden muß sein unter allen Parteien, die sich zu dieser Farbe bekennen. Di« Parole am 7. Dezember sei: Rechts schwenkt, marsch!" Die Londoner Abmachungen nur Feigheiten! Das ist besonders fäian im Munde des Herrn Hergt. der zu feige war. es über der Frage Annahme oder Ablehnung dieser „Feigheiten" zu einem Wahlkawpfe kommen zu lassen. Die Herren haben Mut. wenn es gilt, eine Katastrophe sür das deutsche Volk zu provozieren— zu einer friedlich Politischen Auseinandersetzung im Wahlkampf sind sie zu feig. Lieber verkaufen sie ihre Meinung. Herr Hergt möchte das Halb und Halb aus der Welt schaffen. Aber mit dem Banner der Einigkeit, das er jetzt aufpflanzt, steht es ebenso wie mit dem bekannten nie schwankenden Banner der Teutschnationalen— es schleift im Schmutz des Gesinnungshandels. Die letzte Tasse Kakao. Läkselhasker Tod eines betagten Eelehrten. In dem Haufe Altonoer Straß« 10 bewohnten seit 31 sZchren der 65 Jahr« alte Privatdozent an der landwirtschaf lichzn Hochschule Dr. Franz D u y s« n und der 69 Jahr« alt« Dr. med. et phil. Kratz gemeinsam eine Z-Zimm«rwohnung mit Küche und mehreren Rebenräumen, in denen sie wisfenschaftlichs Arbeiten ausführten. Dr. Duyfsn behandelte an der Hochschul« besonder» Gräser» und Samsnktmde und Pflanzenkrankheiten. Dr. Kratz unterstützte ihn bei den häuslichen wifsenschafUichen Arbeiten. Di« bei-den Gelehrten führten«in Einsiedlcrteben w ihrer Behausung. Ein weibtiches Wesen betrat nie die Wohnung. Die Säuberung besorgt« Kratz. Gekccht wurde von beiden, die Mahlzeiten wurden in der Küche«in- genommen. Am Dienstag kam Dr Duyfsn nicht zur Vorle'ung. Ein Assistent bemb sich nach der Wohnung, om sich üler das Ausbleiben zu er kundigen, klopfte wlederholt, erhielt aber kein« Antwcrt. Hierbei beruhigt« man sich zunächst. Am Mittwoch erschien Dr. Duyfen wieder nicht in der Hochschule. Jetzt entsand« man wieder«inen Assisten«n mit einem Justttutsdiemr. Bride klopften nun so lona«, bi« Dr. Krap endlich aufmacht«. Cr iah ganz verstört au« Hatl:«inen auffollend roten Kopf und sagt«:„Franz fitzt kin«n im Speiso>imn«r auf dem Sofa." Das war jedoch nicht der Fall. Der Affisiert und der Diener gingen in die Küche und sa';en Dr. D u y s l n bier tot auf einem Stuhl neben dem Kochherd sitzen. Sie benachrichtigte» die Polizei und all? Vs» g'ci umstände de» unaufgellärta» Todesfalles gaben Deran assunq, euch die Mordto m m tsfion in Kenntnis zu setzen. Dia Kri» sr.iM fraurilct« Vünger un.d P sch mit ihren Beamten beaaben sich nach der Wohnung, u« mit ilren Beamten den Befund aufzu» nchmon. Dr. Kratz wurde perbcrt, und nun erzcb sich so gendes Bild: Di« beiden Gegchreo arbeiteten, wie Dr. Kratz sagt,»pch am Montag abend zu am man. Dann fetzen sie sich in die Küche und kochte» üch gegen 10>$ Uhr Kakao. Während beide ihn tranken, lank Dr. Duqs«» auf seinem Stuhle plötzlich tot in sich zusammen. Sein Freund erschrak so heftig, daß er ganz dgn Koos verlor. Statt, obwohl er Arzt ist. Wiederbelebungsvar- suche mit sämtlchen Mit«In anzustellm. streichelt er dem Toten nur die Hönde und rückte ihn mit dem Stuhle dicht an den Kochherd, um ihn an tank Feuer?u wärmen. Das sitzte er die gan'e Nacht und den nächsten Tan fort; auch bis folgende Nacht noch und den M ttwrch. bis der Assistent und der Dsiner kamen. Ein Arzt der hinzugezogen wurde könne die Todesursache nicht ohne weitere« erkennen. Erst die Obduktion tarn sie siststellen. Bei Dr. Kratz stell« er B«roistuna»:rscheinunaen fest. Ssts die Lrick» nach dem Schauhaul« gebracht wurde, siräub'e sich Dr. Kratz heftig und fast tobend, sich von keinem toten Freunde»u trennen. Cr wurde we�en f-I-es Geisteszustände» und der Deogiftunnserschesnungen vorläufig nach der Charit» gebracht. Ob ihn ein Dorsch"ld-n an dem Tode Dr. Duv'ens trifft oder ob ticfer eines na ür ichen Todes gestorben ist. läßt sich noch nicht faaen. Skinrn Freund e wa zu beinitiaen. hotte«r um so weniger Verantosiinv. als er für fernen Leben«» un'er�ast aus ibn angewiesen war. Merkwürdig ist. daß Dr. Dunsen nor«iniaen T�en em: Kassette mit einigem Gest!. Wertsachen, Pa-si-rn und Testament vcn der Bant, die sie in Verwahrung ba't«, nach Haus« obnef.o't dat.«. Di« Mordkommission ist mit der weiteren Aufklärung beschäftigt._ Schwarz-Wek�-Rot bei der Neichswehr. Im„Vorwärts" wurde vor kurzem die Frage gestellt, von wem die bei der Kommandantur Berlin beflehents Musikkapelle die Ge» N'hmgung erhalten haben maz, in einem besonders von D«ut'ch. rationalen und Deutschvölkischen gern besuchten Konzerllokal bei ainer Veranstaltung mitzuwirken, die an den öffentlichen Anschlag- säuken durch schwarzweißrot umrahmt« Plakate bekanntgegeben wurde. Ein« Antwort haben wir bisher nicht erhallen. Heut« drängt sich uns die ander« Froas auf. ob die Reichswehr der beut» ich-» Republ t es für zulässig halten kann, daß bei der Beer- digung«ine« Reichswehrsoldaten Kränz« mit schwarzweißroten Schleifen gezeigt wurden. Das ist in Spandau vorgekommen, wo«in Reichswehrsolbat «im der II. Kompagn« des Infanterieregiments 9 durch Selbstmord aus dem Leben geschieden mar und im Beisein torex K'm-maden und zweier Offlzsir? zu Grabe getraa�n wurde. Do er d'm Bismarck-Buud anoehört hall«, so be�iliaten sich an dem B gräbnis auch Mitglieder dieser antirepubl kanisch-m Deroini«unq. Sie erschienen mit ihren Abwichen, den schmarzweißroten Bändern� an d:n Aermeln und ähnlichem„Schmuck", zum Teil auch mit Hakenkreuzen. Auch jur»e Mädchen irre» gekommen, die Sträuße mit schwarzweißroten Bündchen brachten. Schwarzweißrot waren auch die Schleifen vyn zwei Kränzen, die von Kameraden de« verstorbnen getragen wurden. Zwei andere Kränze, de« sie srendeien, hatten schwarzweiße Schleifen. Schwarz- weiß mar einmal die sZohn« des rrusiischen Köniareich's. fchmart- weiß ist auch die Fahne der preußischen Republik. Schwarzweiß» rot war die Fabne des deutschen Kaisirrriche«. sie ist aber nicht die Fahne d« deutschen Republik giblieben. Kränz« mit den Farben der deutschen Repub'ik, mit schwarzrotgoldenen Schl-ifen, ütb man bei d'es'M B»orqbnis eines Told't�n der revublikamtchen Reichswehr nicht. Schwarzweißrot ist noch die sogenannt« Kriegs- floag«. die nur mit der bescheidenen Zutat«irrr Neiner schwär, rest erfNcren Gö'ch sin Größe von etwa einem Fünfundzmanz'mstsl der Gestuntfläch: der 16 warzweistroten Flaagsö d'» deutsch« Republ'k «m deutet. An den schwarzweißroten Kranzschlrifen war von einer schwarzrotgoldenen Gösch und auch von dem die Mitte der Krieg». Die Jünöe wiöer Dinker. Der Prozeß des völkischen Agitators. Bor de« Amtsgericht Mitte stand unter Vorsitz des Amtsgerichts- rats v. Oellingen die schon mehrfach vertagte Beleidigungsklage des Schriftstellers und völkischen Landtagsabgeordneten Dr. Arthur Dinier gegen den Redakteur Dr. Birnbaum an. In der.Literarischen Rundschau" des„Berliner Tageblatts" vom 5. November 1919, für die Dr. Birnbaum verantwortlich zeichnet«, erschien ein Artikel unter der Ueberschrift„A n t i s e m i- tismusalsGeschästsobjett". Es war in dem Aufsatz das Buch Vinters„Die Sünde wider das Blut" besprochen worden und in bezug aus die in dem Buch angeführten Zitate aus dem Talmud und Schulchan Aruch die Behauptung der Fälschung und Verfälschung erhoben worden. Das Buch selbst wurde als Schmutzwert und fem Inhalt als Schmutz bezeichnet. Wegen dieses Artikels hatte Dinier die Beleidigungsklage angestrengt. In einem früheren Termin hatte das Gericht be- schlosien, sowohl den vom Beklagten vorgeschlagenen Sachverständigen sür Tolmudsorschung, Professor Lindführ aus Hamburg, wie auch Dr. Bischof als Gegensachverständiqen zu laden. Zu dem heutigen Termin war Dinter mit seinem Rechtsbsistand Justizrat Dr. Hahn erschienen, während dem Beklagten Dr. Birnbaum die Rechtsanwälte Fritz Eobn. Dr. Klee und Dr. Gronemann zur Seit« standen. Rechts- anmalt Cohn: Das Buch hat größtes Aufsehen erregt und ist für die südischen Mitbürger voll der schwersten Beleidigungen. Es muß daher nachgewiesen werden, daß das Buch das ist, was in der Kritik von ihm behauptet worden ist. Wir müssen daher auch literarische Sachverständige zum nächsten Termin laden lassen.— Rechtsanwall Dr. Klee: Zu der nächsten Verhandlung bitten wir auch die Alten des Amtsgerichts Schmalkalden herbeizuschaffen. Der Kläger stellt sich in seinem Buch aus eine hohe sittliche Warte und spricht von einem jüdischen Kommerzienrat, der eine Stelle zur systemati- schen Derführun« von 117 deutschen Jungfrauen eingerichtet habe. Da« setzt bei dem Kläger eine sittlich hochstehende Bersönlichkeit voraus. In dem Schmalkaldener llrieil wird aber der Beweis des unsittlichen Lebenswandelsbei D in» t e r selbst als erbracht angesehen. Dem Privatkläger werden Ehebruch und unehelich« Kinder nachgewiesen. Eine ganze Reihe von Zeuginnen, mit denen Dinter unsittlichen Verkehr ge- pflogen hat. werden in dem Urteil aufgeführt.— Dr. Dinter pro- testiert energisch: Es Handell sich um unerwiesen und beweislo» geblieben« Behauptungen eines jüdischen Gegners. Das Urteil ist noch nicht rechtskräfttg und es schwebt noch die Berufung beim Amts- aencht Weiningen.— Justizrat Dr. Hahn: Es besteht das Be- streben von jüdischer Seit«, den Prioatkläger tot zu machen, well er flagge einnehmenden Eisernen Arn-z nichts?u bemerken, sandern man sah nur das Schwarz- Weiß-.Rot des ehemaligen Kaiserreiches. Hält der Rcielsrcehrmötisicr«ine solche Kranz- schleife, von Reichswehrsrldat n getragen, für zulässig? Sonderbar berührt« auch di« Rede des Geistlichen, der imqefNr im Tone eines Offiziers a. D. sprach. An dem Bismarck- Bimd schien er keinen Anstoß zu nehmen: er nennte ibn ll-ear und richtete sein« Worte an di« zum Trauergesolge gehörenden Mit- all»der. Der Verstorben« soll i'bri-dZN« einen Zettel hinterlassen haben, auf dem er von der Fahne schwarzweißrot und seiner Pflicht sprach Was mag das zu bedeuten heben? Habt Ihr schon versessen! JbnVi khr schon vergessen?" lautete da» Thema ein» Wähler- ver'ammlung in Charlottenburg. Den überaus zahlreich Erschis-enen rief der Referent. Genrsis Landa. die Krie�szeit rnll dem sich tear-ir stei'erndcn Glend und di« nachfolgende Jnslaiirn»- verlad« ins Gedächtnis. Ost vom Beifall urtenbrochen. zeigte der Redner, wie dieselbe» Kreise, die durch ihre Porkrietspoli ik den Kriea herflufleichworen haben, nach dem bekannten Rezept..Haltet den Dieb" di« Schuld allein bei d«t andern suchen wollten. Tie Aus- ieuduag dgr Mcssim erreichte ihren Höbev'Nkt, als während der In- flatien Wochenlöhne von 3 bis 4 Goldmart g-zahll wur- den. Damals wurde da» BrrI, Berufstätig« wie S'sinrenwer. buch- stSblich«nteianet. Tie Nachwehen dieser fürchterlich«: Zeit haben jetzt die Arbeiter zu tragen: Die Gewerkschaften sind geschwächt, der Achtstundentag verloren, die Löhne sind auf das Niveau von Hunger- löbnen«efunksn. Von d-r Zustimmung zum Sachverstä-dlren-Gut- acht» erwartet unsere Partei«ine Besserung unstrer Wir schasts- läge und damit wieder neuen Aufstieg der Arbcitsrilasse. Diesen Aufstieg zu fördern, ihn zu beschleuni««» und»u festige", ist am 7. Dezember Gelegenheit. Wenn di« Sozialdemokratie gestärkt au» de» ZLathlen hervorgeht und«ine repustikani'che Mshrhell den Reichstag beherrscht, wird es auch wieder vorwärts gehen.— Mll einem freudig«: Hoch auf die Partei schloß die imposante Bar- sammlung. Die überfüllt« Der'ermnrlumg in den Sophien-F-'stsölen war in mehr Äs einer Hinsicht bezeichnend. Unser Ter vis« Trispien hielt ein durchaus fochlche« Referat, das auch allen irgendwie möglichen Einwendungen d?r Gegner gerell't wurde. V:« in mcht geringer Zadl anwesenden Kommunisten ließen sich ,ed-ch auch dies« Gelegenheit n'cht entgehen sich andauernd.m grüßt möglichen Maße zu blamieren. Die SPD. ,u zersch.agen. tst. st führte G nosie Cri�ien aus nach Sinowsew» hllllgem Willen eas Ziel de« kommunistischen Programms, und weitere» und noch größeres Glend der Arb'itermasfen ist der einzige Faktor, ven sie zu? Berwirklichung des Sozialismus in Rechnung stellen. Bewußt bekennt sich im Gegensatz chiertu di« So-iastemokratte zur res-n'.'u- tori'chen TtVcxtext, wes�slb f« auch M« Zerschlagung Ö�r Gewerkschaften al» das größte Verbr-ch«« am Proletariat brandmarkt. Rur geschlossen« Gewerk- schaftsorganisationen können böher« Löhne durch. setzen und durch sie wieder größere Anuskraft der Massen«rzi�>en. Die Kommunisten zögen aber statt positiver Arbeit U'b-restkomnn-n mit den Völkischen vor. wenn schon die praktischen Ergebnisse tläg- lichz gegenseit g« Betn'gsversuche gewesen sind, denn ine Herren Katz»"d Ludendorfl sind einroder würdig. Dun-si Erfüllungsnosi.'k unk BSlkerverständigung gelangen wir zum Ziel; wer mithelfen will, wählt soMdemokratlsch— das ist nach solchen Esmäguimen nicht spekulat v, sondern nur logisch. Daß de« der richtige Weg ist, bewies auch der Verlauf der Diskussion, denn einerseits mar den Gegnern ein« sachliche Wider'egung nicht möglich, während an- dererseits Genosse Crifpien durch«m'ge Parteigenossen noch mit reichlichem Material unterstützt werden tonnte.— Ln"in« gutbesuchten Versammium: referierte in Johannstthrl Genosse K u t: ngr über das Th'mo:„Nieder mit dem Bürqerblo.V. Schon di? Wahlen in Anhalt, Mecklenburg, Hamburg und anderer. Stömui lassen erkennen, daß de Zu�ammensttzung des neucn Reichstage» eine ander«, vor allem eine arbeitsfähig« lein wird. Dr- Referent wies weiter daraus hin, daß dort, wo die Kotmnunisitn stärker geworden sind, die Reaktion gestärkt worden sei. Die Cäsüllungs- nolitik ist nur das einzig mögliche für Deutschland, um aus dem Elemd he'au?':> kommen Reaktion und Kommunisten itrmmen sich gegen di« Erfüllung, da sie dabei ihre Pu'schabsichten nicht durchsübren können. Von der richtigen Zusammen- setzung de« neuen Reichstages hänot es ab. ob die Amarrer di« geplanten Schutzzölle, die das Brot stark verteuern mührn. durch- bringe» können. Gegner meldsten sich nicht zum Wort. Mit«irem begeiferten Hoch auf di« Partei wurde di« verfommlunq geschlossen. In der Wählerver'ammkunq des Tiergorteube-irks im National- Hof Bülowstrahe, dte überaus stark be ucht war. referierte der Reichs- tagsabgeordne« Genosse Dittmann: Das dsu sche Volk stll seine höchst,« Vertretung zum zweiten Male neu wäblen; her Reichs- tag des Mai war der reaktionärste. Verirr, ma und Verzweiflung der breiten Schicht hait'n ibn überhaupt nur zustand« gebracht, der di« Jn.eressen des Reiche» sehr gefährdet«. Die Pargi« dos aufsehenerregende Buch geschrieben hat.— Rechtsomsall Dr. Klee: Was hier gesagt worden ist. ist unwahr. Der Priootkläzer hat in der Verhandlung in Schmalkalden den Ehebruch selbst zu- geben müssen. Rechtsanwall Dr. Fritz Cohn beantragt weiter, die Ehesck)eidungsakten Dinter und die Akten aus einer Unterhaltung- klag« Hess« herbeizufchassen. Dr. Dinter bezeichnete diese Aus- führungen alz unerhörte Unterstellungen. Das alle» sei jüdiseher Schmuß, um von der Sache abzulenken.— Rechtsanwalt Dr. Fritz Cohn: In seinem Buch kommt Dr. Dinter zu de» schärfsten Verdammung von Mischehen. Wir müssen unter Beweis stellen, daß er früher, als er noch Sekretär des Schrift» stelleroerbandes war. ganz ander« über die Ber- «helichung mit einer reichen Jüdin gedacht hat. Wir berufen uns auf das Zeugnis von Prosessor Dr. Herbert Hirschderg und des Generaldirektors der Ufa. Dr. Davidsohn.— Dr. D i n t e r: Diesen Antrag kann ich nur unterstützen. E« handelt sich wiederum um«in« niederträchtige Verleumdung und echt jüdischen Schmus und Sumpf, um abzulenken.— lieber diesen Punkt kommt es noch zu längeren und teilweise sehr erregten Auseinandersetzungen zwischen den Parteien. Im Verlaus dieser gegenseitigen erregten Debatten erklärt plötzlich Rechtsanwalt Dr. Grone mann, daß er den Ein» druck gewonnen habe, daß Dr. Dinter für feine Hand- lungen nicht voll verantwortlich zu machen fei. Er stelle anheim, ob nicht ein psychiatrisches Gutachten über di« Zurechnungsfähigkeit des Privatklägers eingeholt werden soll.— R--A. Dr. Klee: Ich ergänze die Ausführungen von Dr. Gronemann noch durch den Hinweis auf die letzte Red« Dr. Din- ters, daß die Völkischen im Bayerischen Landtage Verräter und Work» zeug« von Freimauern und Jesuiten seien. Das ist doch schon der höchste Grad des„Weiße-Mäuse-sehen". In der Verhandlung in Schmal- Halden lvielte auch eine groß« Rolle der Spiritismus des Dr. Dinier. Es meldet sich dann der Sachverständige Professor Lindführ au« 5)amburg und beginnt darzulegen, daß in dem Buch„Die Sstjid« wider bös Blut" ein Zitat sich befinde, das er gestern selbst heraus« gegriffen und geprüft habe Die'es Zitat auf Seite 383. das sich auf den Schulchen Aruch beruft, ist im höchste» Grave un- zuverlässig. Justizr« Dr. Hahn erhebt Einspruch gegen diese Zluzführungen in Abwesenhei! der vom Kläger benannten Sachvev- ständigen. Der Versitzende bricht dann weitere Erörterunzen nach dieser Richtung ab und vertagt die Verhandlung. Zum nächsten Termin sollen die Akten de« Schmilka ldener Prozesses herbsizxzrne» n erden, jedoch soll, im Einverständnis beider Parteien, der nächste Termin erst anberaumt werden, sobald eine rechtsgültige Entscheidung d«s Landgerichts Meinungen vorliege. „Gegen die Republik" wurfc« damals und wird auch heute noch ge- braucht. Kommunisten und Völkische sabctierten den Parlnrenta- rismus. indem sie mit Skonda'szenen arbeiteten, worüber sich di« Deutschnationalen freuten. Die Taktik icner viel Parteien war immer«ine gemeinsam«, obwohl Klara Zetkin sich zur Erfüllimgs- poli ik bekannte, die das Dawes-Gutach!«» einschließt: ihr« Vartci- genossen sahen jedoch nich� ein, daß es die«inttge Mögllchteit bot. in Deutschland wieder geordnete Zustände zu schaffen. Der 7. De» tember soll nun die Abrechnung mit den Deutschnationalen brinoen. Daß die Sozialdemckratte stet» objektiv genug war, die Kommunisten im Reichstag in Schutz zu nehmen wenn es sich um die Gesch'fts- Ordnung handelte, bewies Gen. Dll mann an einigen schlagenden Deispie'en. Wenn die Krwmunisten in Bedrängnis sind, kommen sie recht gern zu den Sozialdemokraten; sonst ziehen sie mit den 2ö tischen an einem Strang. Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht würden sich, wenn sie heut: lebten, von diise» �iatzenkommunksion" schaudernd abwenden, well ibr« Einstellung eine rein putschsstischa ist. und Marxwieauch Engels habenniedie Gewalt al» die proietarilch» Methode gepriesen. Gev 7-' Dezember soll und muß ber'upen. daß di« gesamte werktiriga Benölkeruna ernsthaft di« Vv'Uik der Sotialdemrkro ia unterstü�'n will.— I» der lebhafte» Diskussion ta belle der Referent, daß sich die ein'elnen Redner nur mik ihren oersönlich-m Angelegenheiten an ihr beteiligten, daß sie ober die großen politischen Froren, die den «iaenlichen Zweck der Derlamm'ung bilden, völlig außer Betracht lassen. Mit einem brausenden Hcch auf die Sozialdemoknr.ie ginge« die versammelten auseinander. Prot'st der llustlzwachlme'.ster. Au» Anlaß der in den letzte« Woche» stattgifunvenen schweren Ausschreitungen in Ge, richte- und Sefängnisgebäuden, zu denen in erster Linie die Bluttoten m khalbau un»« Magdeburg zählen, fi' den am Sonntag den 16. d. N. in ollen Bezirks- und Landesvereinen d.�s Rcichsrerbande» teutlcher Justizwachtmeister Trauerkund» qebungen sür die Ovst? dieser Bluttat'» statt. E» werden an die'am To»''« in allen Oberlandesgerich:»bezirken größer« Der'amm- lungen sämtlicher Justiz- und Etrafw staltsbeamten«inber:-fen. um di« Oeffentiichkeit über die unhaltbaren Zustände in der Cusiiz-«- waltung zu unterrichten. Der verein der Justizwachtmeister im Be» zirk des Kammergericht» Berlin hat zu diesem Zweck ein« Versammlung auf Srerniag, den 16. d. M.. vormittags 16 Uhr, im groben Schrourgerichtssaal. Lll-Moabit 11(Sriminalgerichts.«üiu berufen. Der Verband veulche Frauen llelduag und Zranenkulkur S. V. veranstallot in seinen Räumen Charlrttenbmz. Leibnizstr. 79. eine Weihnachtsmess«. die des Sehenswerten und Lehrhafte» sehr viel enthält. Man gebraucht einzig und alkin lichtech e Stoff« und bevorzugt luftdurchlässig. Ohne jede Laune de? M�de mit» zumachen und ohn« ganz und gar aus dem Rahmen der Mode zu fallen, schafft man für all« Gelegenheiten eige''« Kleider Für di« arbeitende Frau sind vor allen Dingen die vlaudruckkleider von größtem Nutzen. Diese Stesse sind in den ansprechendsten Muster» mtreten di« in sich viele Möglichkeiten zur abmech'lung«reichen und freundlichen Gestaltunz der Kleider tray-n. Während man bi« vor ein paar Jahren nur den Blaudruck kannte, hat man setzt auch Druck- Neider von ret'r, grüner und lila Farbe. Sehr für sich einzunehmen wissen auch die Gewänder au» Waschsammet und ebenso die Hand- gewebten Kindersseider. Die Verzierung wird meisten» aus dem Material heraus genommen. Alle Kleider sind dauerhaft, und«er sie anschafft, hat lein sauer oerdin tes Geld ganz bestimmt nicht sür Plunder auszezeben. Haltbar sind semer die handgewebten Zler- tissen und deseleichen ist es da» Spielzeug, das Generationen über- daurni kann. Jede Ecke lehst und alles rundet sich in schöner, Hand- licher Form. Da, Nürnbergs Spielzeug ist sogar durch und durch primitiv und gibt sich als echte, tiefempfundene Volkskunst. Elne a'kotosgezitenfche Awssellvna eröffnet am.streitap, 14. November- her Arbelter-Nbftinentenound, Crlf erubfc Verl«, im ftinberhort. Wicfen- Ecke Vantstrohe. Ken. Dr. Drucker wnl» über ,. Nrbeitcrklesse und Slkoholsrag«' spreche««,» durch die Ausstellung jölirm.__ Sport. Reit- und Aahrturul«. Der Dienstag, der u. a. ein Jagdspringen für Damenpserbe i« Sportpalost bracht«, war, seinen Prüfungen nach, al» Tag der Damen anzusprechen. Der MUtwochmoraen stellt« aber auch an das sportliche Können der Damen seine Anforderungen, galt es doch. hinter einem Master auf der Rennbahn Grunewald«inen Jagd- galopp zu absolvieren. Siegerin wurde Frau Franke aus Hannepü; die Lbriae Plazierung war: Schwabenjunge sFra» Wiener). Alma V (Frau Lilltich). Siegfried(Fräulein v. Opel). In der großen Gc- brauchsprüsung wurde der öÜ-Kilometer- Dauerritt von Votsdom noch Grunewald ablowisrt. Her Kurs war biinstlich durch �inderniss» lehr erschwert. Der Schwede Ohzon, der etus Emir als erster Reiter um 9 Uhr vom Siart ging, langte mn Hi Uhr in Grunewald an. Kreon und Raureif kamen nicht durch» Ziel._. OeWerMostsbewegung Der Hochbahnerstreik geht weiter. Die Streiklag« ist unverändert. Durch di« Perbindlichkeits- .ärung des Schiedsspruches ist di« Bewegung von vornherein .inpliziert. so daß sich nur schwer ein Ausweg finden läßt. Bei jx starken Bcemiröchtigun� d«r Derkehrsverhältnisse iedoch, die der Streit insbesondere für viele Arbeiter und Angestellt« bedeutet. 'ollte unter Zurückstellung aller Prestigefragen versucht werden, die Parieien möglichst rasch an den Berhandlungs- tisch zu bringen. Das wird sa schließlich auch ohnehin geschehen müssen. Je eher aber dieser Streik wieder beeidet werden kann, desto Keffer Ist es im Interesse-der Wiederherbeiführung normaler Terkehr»Verhältnisse. Die Hochbahndirektion müßte es sich schon mehr als bisher ange'egen sein lassen, die Arbeitsbedingungen ihrer An- r? stellten endlich einmal so zu regeln, daß sich nicht alle nasen- ang Differenzen herausbilden, die den Hochbahrverkehr des Publikums fortgesetzt gefährden. D>« Hochbahn ist doch schließlich nicht nur Erwerbsunternehmen, sondern außerdem ein Verkehrs- u n t e r n eh m e n auf das das Publikum sich eingestelü hat, so daß es darauf angewiesen ist. Auf seinem Rücke i werden di« fort» währenden Differenzen ausgefochten. Dafür darf es dann höhere Fahrpreis« zahlen, sobald die Direktion es für er- forderlich hä't. Mit der ständigen ostentatiren Heroorkehrung des Herren- stondpunktes, wozu nicht viel gehört, ist es nicht getan. Das Personal, das vielfach eine recht schwere und verant- wortungsvolle Tätigkeit auszuüben hat, muß weniger schematisch als vernünftig behandelt werden. Auch die Herren von der Direktion müssen mit dazu beitragen, daß der Betrieb auf legalem Wege wieder in Gang kommt. Etwas mehr V e r st ä n- digungswillen führt eher zum Ziel« als die von den Kundigen doch nur von der humoristischen Seite aufgenommenen Pläne, den Betrieb mit der Teno oder mit Srreikdrcchrrn rciluwisc wieder in Gang zu bringen. Das Berliner Publikum, ist hinsichtlich seiner Lerkehrs- Verhältnisse das geduldigste der ganzen Welt. Das ist wahrlich nicht verwöhnt. Dach schließ'ich wird es des Schundludertreibens mit seinen Darkehrsbedürfnissen doch einmal überdrüssig. Ver- nünftigere Perfonalpolitik und Schluß mit diesem Streik! Die Streikenden kommen heut« nachmittag um 1 lZ Uhr ZU einer Versammlung in Havellands Festsmen zulammen, um den Situationsbericht entgegenzunehmen. Verhandlungen im Turbinenstreit bei der AEG. Bei den gestern gepflogenen Verhandlungen zwischen dem Me- tallkartell und dem Verband Berliner Metallindu- strieller zur Beilegung der Aussperrung in der Turbinensabrik stand die Fordemn der Dreher nach Aenderung des bisherigen Akkordbcr'chnungssystems im Lorderzrurd der Erörterungen. Wühlend bisher die Akkor dberechnung nach dem„Zeit- fystem* aufgeführt wurde, d. h., daß für ein Arbeitsstück nicht ein in GalS ausgedrückter Betrag angesetzt war, forderign die Dreher für die Zukunft ein« Festsetzung des Akkordpreifes nach Mark. Die Vertreter d:r AEG. körnten einer solchen Aenderung für di« Turbinensabrik allein nicht zustimmen, sagtsn aber eine Prüfung der Angelegenheit für den Gesemtkerzern zu. lieber die Gewährung einer Lohnzulage an die Dreher, die in diesem Be- triebe besonders quarisizierte Arbeiten auszuführen haben, fand heut« vormittag ein« Verhandlu.g mit der Betriebsvertretung statt. Es ist zu erwarten, daß bei zufriedenstellendem Eni- rgenkrmmen der Direktion di« Aussperrung alsbald eigelegt werden kann. Protest der NeZchs- und Staatsarbeiter. In einer überfüllten Protestoerfammlung. die der Ge- meinde. und Skatsorbeiterverband für die Lohnempfänger bei den Reichs, und Staatsbehörden einberufen hatte, referierte Schar lau vom Hauptvorstand über di« letzten Lohn- verharrdlunzen im Finanzministerium. Don der Regierung wurde wiederum das alt« Sprüchlein her- gesogt, daß Lohnerhöhungen unweigerlich Preis st«ige- r u n g e n im Gefolge haben müßten. Wie bei den Beamten, so wurde such bei den Lohnempfängern die inzwischen etwas legenden» Haft gewordene Preisabbauaktion herangezogen. der:n Aus. Wirkung durch fortgesetzt« Lohnstc igerungen in Gefahr sei. Nichts ist seitdem eingctre.en: durch die Liebedienerei der Rsichsregierung den Agrariern gegenüber ist nicht nur der Preis für das Brotgetreide gestiegen, sondern automatisch damit auch alle anderen Bedarfsartikel. Nach der Kündigung des Lohnabkommens Hot es lange ge- dauert, ehe eine Einladung zu Verhandlungen erfolgte. Di« Re- gierung erkannt« an, daß die Preise außerordentlich an- gezogen haben. Sie stand ober nicht auf dem Standpunkt, daß jede Teuerung durch Lohnerhöhungen wettgemacht werden müsse. Den Vorteil von solchen Lohnerhöhungen hätte nur die Händler- schast. Wenn die Loh empffänger ritzt Bezug nehmen auf di« Ge- hälter der ihnen gleichzustellenden Beamten, so haben sie ein gules Recht dazu. In der Inflationszeit, als die Arbeiter einmal etwas mehr erhielten als die Beamten, hatte es di« Regierung mit der Auf. besserung der Beamten sehr eilig. Jetzt, wo es umgekehrt ist, läßt man sich Zeit. Offenbar soll die nötig« Distanz zwichen den Arbeiter- und Beamtencinkommen streirg gewahrt werden, um den Lohn- empfängern«inen Anreiz zu geben, einmal„Beamter" zu werden. Eine Gegenüberstellung mit den gleichen Beamtengruppen zeigt di« Rückständigkeit der Arbeiterlöhne, Ein Staatsarbeiter b«> zielst beispielsweise einen Stundenlohn von 5 0 Pfennig, während der Beamte 59 Pfennig erhält. Im Endgehalt vergrößert sich das Verhältnis auf 30 und 70 Pf.. Bei dien Endzehältern der H a n d- wsrk« r und der ihnen gleichzuachtenden Beamten ist ein ähnlicher llnl« r schied festzustellen. Scharlau erklärte, daß eine A u s b e s f e- rung der Arbeiterlöhne dringender denn j« sei. besonders wenn die Regierung anerkennt, daß die Beamtengehälter auch zu niedrig find. Di« Streiks der Reichs- und Gtaatsarbriter in vielen Testen des Reichs sollt« die Regierung vor einer Verschärfung der Lag« warnen. Bei allen Konflikten mit der Regierung sind die Lohnempfänger imm:r als Arbeiter zweiter Klaffe behandelt wo»den: Beim Abbau, bei der Anerkennung der Betriebs. Vertretungen mrd bei vielen anderen Gelegenheiten. Unter dem Bei. fall der Versammelten meinte der Referent, daß es Ausgabe der Reichs- und Staotsarbeiter fein muß. der reaktionären Reichs regio- rung durch eine straffe Organisation gerüstet gegenüberzustehen. Nur aus der eigenen Kraft heraus wird der Widerstand zu brechen sein. In der Diskussion berichtete S t e t t e r über erschreckende Hungerlöhne, die im Reiche gezahlt werden. So scheut man sich nich!, den Reichswasferbauarbeitern. die in der jetzigen Jahres- zeit verkürzt arbeiten müssen. Wochenlöhne von 13,12 M., ja von 0 M. anzubieten Folgende Resolution fand einstimmige An nahm«: „Die im Lehrervereinshaus von Tausenden besuchte Derfarnm lung der in den Reichs, und Staatsbetrieben beschäftigten Arbeit nehmer nimmt mit Entrüswng Kenntnis von der V« r f ch l e p- pung der Lohnverhandlungen im Reichsfinanz- Ministerium. Die Berfammelten protestieren mit alle? Schärfe gegen die von der Reichsregterung tn der letzten Zeit beliebte Lohn- Politik, welche die Arbeiter zur wirlfchastlichen Verelenduna und zum langsamen Verhungern zwingt, um so mehr, als feit Wochen ein« fortgesetzte Steigerung aller Leb nsnrittelpretfe und der sonstigen Bedorfsarükel erfolgt«, ein« Lohnerhöhung aber nicht eingetreten ist. Di« Berfammelten erwarten nunmehr die unverzügliche Aufnahme von Verhandlungen und sofortige E r- höhung ihr er mehr als kargen Löhne. Sie sprechen dem Verband der Gemeinde- und Staats- arbeiter ihr vollstes Vertrauen aus und beauftrogcn die Organi- fationsleitung, selbst das letzte gewerkfchct'tliche Wickel in Anwert- dung zu brinpen, falls die Reichsregierung ihren berechtigten Forde- runzen nicht Rechnung trogen sollte. Die Versammellen gelobe» gleichzeitig, alles daran zu setzen, um auch den letzten unorganisierten Arbeiter und die letzte Arbeiterin in den Reichs, und Staatsbetrieben der Organi. fation zuzuführen, um damit den reaktionären Bestrebungen der Reichsregierung für alle Zukunft ein festes Bollwert entgegensetzen zu können." Die glänzend verlaufene Versammlung sollte der Regierung«ine Warnung sein, sich nicht ganz und gar ins Schlepptau der Schwer- industrie zu begeben.___ Rückgang der unterstützten Erwerbslose». In der zweiten Hälfte des Monars Oliober hat die Zahl der unterstützten Erwerbslosen im Reick Weiler abgenommen, und zwar von 473 000 am 13. Oklober aus 433 000 am l. November, d.h. um rund 8 Proz. Die männlicken HauptunterslützungSempfäiiger haben sich von 427 000 auf 3g6 00l>, die weiblichen von 43 000 auf 39 00» vermindert. Die Zahl der ZuscklagSempfänger ist von 593 000 auf 566 000 zurückgegangen._ Aus der Herrenwäschesabrik Oswald& Isaak. Die„Rote Fahne" bringt unter dieser Aufschrist eine Notiz in ihrer Morgenausgabe vrm if. November, die sich mit den Zuständen in diesem Betriebe beschäftigt, und macht hierfür unterzeichnet« Organisation verantwortlich. Wir sehen uns daher gezwungen, dazu folgeiiixs zu erklären: Di« dort Beschäftigten sind bis auf wenig« irach unserem Wissen MitgliederdesOppositionsverbandes. Der Vorsitzende des Betriebsrates bzw der Vertrauensmann dieses Verbandes ist der Waschmeister Wolf Kratzert,«ingeschriebenes Mitglied der KPD. ' Die„Rote Fcchne" Muß sich daher mit ihrer Notiz an die„Oppo- {ition" bzw. ihm-»igene, Mitglied wenden, was ihr-nicht chwer fallen sollte, insbesondere bei den früheren guten Beziehungen zu der Oppositio-n. Zur Illustration dien« noch folgendes: Innerhalb einer Verhandlung erklärte der Inhaber. Herr Isaak, uns gegenüber, öaß er und sein« Arbeiterschaft sich sehr gut ver- stehen, zwischen ihnen«in außerordentlich harmonisches Einvernehmen herrsche und er von der Oppositionswut feiner Beschäftigten noch nichts bemerkt habe, im Gegenteil, der Waschmeister, Herr Kratzert, bemühe sich, mit ihm all«? im besten Einoernehmen zu regeln. Deutscher Bekleidungsanbeiterverband. Filiale Berlin, Sebastianstr. 37/38. Kinderarbeit in Shanghai. Die von der Stadtverwaltung Shanghai«ingesetzte Kommission für Kinderarbeit hat kürzlich ihren Bericht veröffentlicht. Es ist daraus zu entnehmen, daß das Alter der Aufnahm« der Arbelt in Fabriken und ähnlichen Betrieben je nach der Art der Beschäftigung oerschieden ist. Im allgemeinen gilt jedoch, daß di« Unternehmer Kinder beschästigen, sobald ihnen deren Arbeit einen wirtschaftlichen Wert verspricht. Die Kommisston fand Kinder beschäftigt, die nicht über sechs Jahre alt sein konnten., Di« Arbe.ts- dauer währt gewöhnlich zwölf Stunden im Tag, einschließlich einer Lause von nicht mehr wie einer Stunde für«in« Mahl, zeit. In vielen Wirtschaftszweigen wird in Tag- und Nachtschlch» ten zu je zwölf Stunden gearbeitet. Häufig ist die Lüftung der Arbeitsräum« und die Staubabfuhr ungenügend, und di« lani- tären Zustände lassen viel zu wünschen übrig. Di« Arbeiteranwer- bung durch eingeborene Mittelpersonen ist vielfach gebräuchlich: oer Vermittler beschafft di« nötigen Arbeitskräste und er wird nach der Produktion bezahlt. Die beschäftigten Kinder erhalten manchmal überhaupt kein« Löhne und ihr« Derhälmisse sind praklijch die von Sklaven. Die Kommission empfiehlt vorläufig das Verbot der Per- Wendung von Kindern unter 10 Iahren: nach vier Iahren soll die Altersgrenze auf 12 Jähre erhöht werden. Sie macht auch ein« Reih« weiterer Reformvorschläge, die in der Woehenschrift „Labour and Industrial Information"(herausgegeben vom Inier- nationalen Arbeitsamt) abgedruckt sind. Wirtsthcrst vas öffentliche Steuerbuch. Vor einigen Tagen ging die Nachricht durch d!« Zeitungen über die tiefgehende Wirkung, welche in den Vereinigten Staaten von Amerika die zum erstenmal gesetzlich angeordnete Offen- legung der Steuerlisten gehabt hat. Der arneritan'sche Bürger hat damit etriiich Gelegenheit erhalten, genau festzustellen, wie die Steuerlast seines Landes»erteilt ist. Das Ergebnis war geradezu ungeheuerlich und löste einen Sturm gerechter Em- p ö r u n g aus. Man konnte aus den öffentlich aufliegenden Listen einwemd-fret sehen, welche Leistungen die Finanzgewaltigen dieses reichen Landes zu den allgemeinen Steuerlasten bewirken. Es zeigte sich die unumstößlich« Tatsache, daß gerade die Reichsten im Verhältnis zu ihrem Vermögen sehr niedrige Steuersummen befahlen: so war schwarz aus weiß zu lesen, mit welcher Unverfrorenheit„die steuerkräftigen Schultern" sich um die Ersüllirng ihrer Steuer Pflicht herumdrückten. Dagegen half kein Ableugnen mehr: di« nackten Zahlen führten eine zu deutliche und einwandfreie Sprache, vor deren Gewalt auch die in den Diensten der Kapitalistengruppe eifrig tätigen Federn verstummen mußten. Was keinem Finanzamt und keinem beamteten Steuerkommissar glücken konnte, wird durch die Angst vor den offenen und hellen Augen der Oeffentlichkeit möglich werden: Die Steuer- erklär ungcn der reichen Leute werden unter diesem Druck in Zu- kunft wahrheitsgetreuer ausgefüllt werden, sofern es der an ihrer empfindlichsten Stelle getroffenen Finanzmacht nicht gelingt, diese segensreich« Maßnahmen der offenen Steuerbücher wieder ver- schwächen zu lassen. Wie steht es in diesem Punkt in Deutfchlemd? Seit Iahren hat Genosse Keil mit Unterstützung der Fraktion«inen Antrag auf Offenlegung der Steuerlisten in einem bestimmten Ausmaß eingebracht, damit endlich einmal in dem lreiesten Staate der Welt seder Bürger weiß und wissen darf, ob und in welcher Weise di« Reichen dem armen Vaterland gegenüber ihre Pflicht erfüllen. Die bürger- liche Mehrheit des Reichstags hat in den Ausschußberatungen es immer vermocht, dm Antrag zu Fall zu bringen. Bei Er- örterung der Warenpreise und bei den Lohnverhandlungen wird den Arbeitern und Angestellten immer und immer wieder die„uner- hörte Steuerlast" vor Augen geführt, welche das Kapital In Deutschland zu tragen bat. Wenn diese Tiraden richtig sind, so müssen die Unternehmer und Kapitalisten es als ein« wahre Wohltat«mp- finden, wenn das Volk auf Heller und Pfennig erfchrsn kann, welche Summen von diesen Staatsbürgern in den Reichs- mch Staatssäckel fließen. Alle die Gegengründe, wie Kveditgefährdung u. dergl., verschwinden und zerrinnen in Nichts: denn was in Ame- rika, wo das„busine ss", das Geschäft, als das höchste HeiTg- tum verehrt und geschützt wird, möglich und durchführl-ar ist, muß in Deuffchtond viel weniger schwierig und gefährlich sein. Dazu kommt«in Wckteres. Deutschland ist durch den verlorenen Krieg mit hohen Reparafionsverpflichtungen belastet. Um die Repa- rationen und die Aufbringung der dazu erforderlichen Summen dreht sich«in gut Teil des deutschen Schicksals. Jeder Deutsch« muß dazu sein gerüttelt Maß beitragen. Die gerechte Verteilung dieser Last ist und bleibt der Kernpunkt der beut- schen Finanzpolitik auf lang« Jahr« hinaus. Klar und deutlich hat dos deutsch« Großkapital des« Sachlage erkannt irnd demnach seinen Plan und sein« Abwehrwaffen geschmr.det. Der Aufkauf eines großen Teils der Zeibunyen und die damit ver- bundene Möglichkeit, dih öffentliche Meinung nach feinem Sinn zu beeinflussen, bildet dabei eine der gefährlichsten Maßnahmen. Mit großer Geschieffichkeil wird dieser Steuerabwehrkampf vom Großkamteil geführt. Man versucht die Masse d-s Volkes dnrch allerhand Scheinparolen(hie„deurich", hie„undeutsch" und ähnlichen Unsinn) zu zersplittern, um sie von dem Kernpunkt der beut- schen Politik abzulenken. Um so inehr muß es Aufgäbe der Par- teien fein, welch« sich ihre Unabhängigkeit vom Großkapital bewahrt haben, immer und immer w'eder auf die Haupi-ufgabe der deut- schen Finanzpolitik hinzuweisen und die träge Masse der Werk- tätigen aller Schichten des Volkes aufzurütteln zum großen und gerechten Kampf um di« richtige Verteilung der deutschen Kriegs» lasten und Steuern. Dazu ist es ober unumgänglich notwendig, daß mit offenen Karten gespielt wird. Das Steuerzahlcn ist«in« Sache, di« seden Sivaisbürger auf das allerversönlichste berührt Leistet er seinen Anteil, so muß«r auch die Gewißheit und Sicherheit haben, daß all« anderen nach chmm Können und nach ihrer Kraft diese Pflicht erfüllen, denn sede Steuerdruck bergsrei wird auf die emderen. ehrlichen Steuerzahler automatisch cchgewälzt. Klarheit und Wahrheit in Steuer- d'ngen fordert das Volk und hat ein hriliges Recht darauf. Wer ihm diese vermaigert. zeigt, daß er das Polt betrügen will. Diese einfach« Forderung der Gerechtigkeit hat das amerikanische Volk gegenüber seiner allmächtigen Finanzaristokratie durchgesetzt. Wird das deutsche Volk dazu nicht die Kraft haben? Es wird sie aufbringen, wenn es nicht wieder in Verkennung seiner wahren Interessen den Parteien des agrarischen und indu- striellen Großkopitals zur Macht oerhllft, sondern bei der nächsten Wahl die Sozialdemokratie unterstützt und ihren Sieg sichert.' I. A. Berg. Verantwortliill kllr Politik: Ernst Reut»: Wirtschaft: Art« Sutern»»! Dewrrkschaftsbeweguna: 3- Steiner: Feuilleton: Dr. Zahn SchikowskI: Lotale? und Sonstiacs: Frist starftödt: Anzciacn: Tli. Stocke, sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts-Verla«<5. m b. S.. Berlin. Druck: Borwiirts»Buchdruck«rei und Verlaasanstalt Paul Singer u. To.. Berlin SD KS. Sindenstraste Z. Herren-Stiefel K*» kräftiger Arbeite Stiefel........... �0 do. echt Rindbox nieder»« breit« For», gutes Material...%0 do. echt Boxcalf Qao •tthr gutes Fabrikat ßowi« braun Boxriod• do. Orig.- Goodyear- � tÄ/eSt modorne apitz. Fora, gut« Babyschuhe ftieff-ewie warme Kinder- 0� mm allefei mit Schnalle oder■Qk Sohnüreo. 1Ä-31... Pf. 90 Kinderstiefel-»so CrZjb KjÄfligeaäpa'tleder, 31-3511. Kamelhaarstoff- «rhu ho mit Schn&Il. od.t Attranschöbe, Fll*. . billig Obrensi und LetTersoblen. Billig aber gut! Durch günstigen Einkauf sind wir wieder in der Lage, der GroO-Berllner Bevölkerung billige Schuhe zu liefern. 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