Abendausgabe Nr. 539 41. Jahrgang Ausgabe B Nr. 270 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreife find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: Sm. 68, Lindenstraße 3 Ferniprecher: Dönhoff 292-295 Tel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin NO 5 Goldpfennig 14. November 1924 Vorwärts= Berliner Volksblatt Berlag und Anzeigenabteilung: Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin S. 68, Lindenstraße 3 Ferafprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Der Terror in Spanien. Vor entscheidenden Ereignissen. Condon, 14, November.( Efa.) Der Korrespondent des " Daily Expreß" in San Sebastian telegraphiert: Trotz der strengen Zenjur beginnt man die Cage in Spanien zu überblicken. Die Erklärung, in der König Alfons sagte, daß er die Diktatur hiugenommen habe, um den Bürgerkrieg zu vermeiden, ist jetzt diskreditiert. Katalonien und Navarra find in Siedebiße und ein großer Teil der Armee bereitet sich auf einen Front. wechsel vor. Dem gleich n Korrespondenten zufolge steht die gewaltsame Befreiung des Generals Berenguer, der bekanntlich fürzlich zu G2fängnis verurteilt worden ist, nahe bevor. Trotz der Hinrichtun. gen, die in Barcelona und in Pamplona stattg funden hätten, sei der Aufstand nicht unterdrückt. Zahlreiche Sozial sten, Revolutionäre und Liberale feien in Barcelona, Saragoffa, Balenzia und Madrid verhaftet worden. Montag und Di nstag allein feien 152 er fonen festgenommen worden. Die reaktionären Regimenter erflärten, die Dittatur folle andauern; denn wenn sie gestürzt würde, würde auch die Monarchie stürzen. Zuspitzung in Südflawien. Aufhebung der Autonomie Kroatiens und Slawoniens. Belgrad, 13. November.( WTB.). Die Regierung hat die fofortige Aufhebung der Autonomie Kroatiens und Slawoniens angeordnet, die auf Wunsch der Kroaten von der Regierung Davidevitsch verfügt worden war. Die Stockung der Pariser Verhandlungen. Deutsch- französische Unstimmigkeiten. Paris, 14. November.( Eigener Drahtbericht.) Die Pariser Bresse veröffentlicht am Freitag morgen Einzelheiten über die Schwierigkeiten, durd; die die deutsch- französischen Handelscerirags. verhandlungen vorübergehend ins Stoden geraten find. Eo erfläit „ Deuvre", die deutsche Regierung habe die von ihr in Aussicht ge= ncmmenen Konzeffionen auf wirtschaftlichem Gebie'e abhängig ge= macht: 1. Bon der Wiederaufhebung der seit Oktober in Frankreich eingeführten 20 proz. Einfuhrabgabe; 2. von neuen Zugeständnissen in bezug auf eine vorzeitige Räumung der Ruhr und 3. von gewissen Zugeständnissen für das po= litische Statut des Rheinlandes. Aehnlich werden die deutschen Forderungen auch vom Matin miedergegeben, der der deutschen Regierung erneut den Vorwurf macht, daß fie die Handelsver'ragsverhandlungen benußen wolle, um auf poli ischem Gebiet Mccht zu gewinnen. Insbesondere scheine Die es Deutschland um die Beseitigung der 26 proz. Einfuhrabgate zu gehen. Diese deutsche Forderung wird von dem Blatt mit dem Hinweis bekämpft, daß die Einführung dicser Abgabe in Frankreich die deutschen Zahlungen nicht um einen Pfennig erhöhe. deutsche Behauptung, daß dadurch die deutsche Ausfuhr nach Frant reich behindert werde, bezeichnet das Blatt als Verwand und weist darauf hin, daß England mona' lich etwa 12 Millionen Bokmark von der deutschen Einfuhr erhebe, während Frankreich, das sehr schonend vorgegangen sei, im abgelaufenen Monat nur etwa 1 Million Goldmart erhoben habe. Im übrigen fönnten, fo fährt das Blatt fort, Argumente dieser Art gegen jede Bestimmung des Friedensvertrages bzw. des Dawes Blanes ins Treffen geführt werden. Das Blatt behauptet weiterhin, daß auch die vor furzem eingesetzten Komitees für Naturalliefe rungen non deutscher Seite Widerstand begegnen. Diefe Behauptung entspricht, wie wir von zuständiger Seite erfahren, in teiner Weise den Tatsachen. Die endgültigen Unterhauszahlen. Condon, 14. November.( EP.) Das letz'e Resulta' der Wahlen zum Unterhaus, das heißt dasjenige der schottischen Universitäten, ift gestern bekanntgeworden. Das Parteienbild im Unterhaus ist dadurch endgültig das folgende: Konservative 415, darunter 7 Ronstitutionalisten, Arbeiterpartei 152, Liberale 43, Unabhängige 5, zusammen 615 Abgeordnete. Die Handelskammer gegen Auslandsdumping. • London, 14. November.( WTB.) Auf einer Sigung der Vereinigung der britischen Handelskammern erklärte der Präfident Stanley Ma chin in emer Rede, man müßte Macdonald zum Abschluß des Londoner Abkommens beglückwünschen. Gewisse Industrier würden allerdings vielleicht durch die Lage, in der sich Deutschland befinde, ernst betroffen werden. Die jetzige Regierung dürfe es nicht ruhig zulassen, daß Industrien von Nationen zerstört würden, die längere Arbeitss zeit, niedrigere Löhne und entwertete Bechselturse hätten, wodurch die Konkurrenz ungleich und unfai werde. Machin erklärte weiter, er fei nicht ohne Hoffnung, das ein Abkommen geschlossen werde, welches es England ermöglichen werde, seinen Handel mit Deutschland in größerem Umfange zu erneuern, als dies in der Vervangenheit möglich geweser sei. Ebenso erhoffe er den baldigen Abschluß eines Handels Dertrages mit Frankreich. Auf dem kommunistischen Olymp. Aus Mosfau wird uns geschrieben: In der letzten Zeit hat die Krise in den lei enden Streifen der Kommunistischen Partei eine außerordentliche Verschärfung erfahren. Zwischen den Mitgliedern des„ Politischen Bureaus" des fommunistischen Zentralfomitees, das de facto die ganze Gewalt in Händen hat, wird ein heftiger Kampf um die Macht geführt. Die Stellung Kamenews, der stets bestrebt war. eine ausgleichende, verföhnende Haltung gegen rechts und links einzunehmen, ist starf erschüttert, da er gegenüber dem Privatkapital eine zu nachgiebige Bolitik betricb. Es wurde neuerdings sogar geplant, ihn aus der Leitung der Regierung auszuschalten, indem man ihn zum Gesandten in Paris ernennen wollte. Gegenwärtig jedoch haben sich Kamenew und Sinowjew wieder zum Kampf gegen Trokki vereinigt. Dieser Kampf um die Macht hat in den kommunistischen Partei freien eine Stimmung erzeugt, die in den Worten Ausdruck findei: So fann es nicht weitergehen." Obwohl tie illegalen Organisationen innerhalb der Kommunistischen Partei zerstört sind, herrscht in der breiten Kreisen der kommunistischen Mitgliedschaften gegenüber der Boli il der leitenden Kreise eine so heftige oppositionelle Stimmung wie faum je zuvor. Frontangriff auf den Reichspräsidenten. Deutschnationale neunen Ebert meineidig. Das deutschnationale Organ der Altfonservativen, die„ Kreuzzeitung" wegen ihrer Berlogenheit schon zu Bismards Zeiten unrühmlichst befann leistet sich die Unverfrorenheit, in schlecht verhüllter Form den Reichepräsidenten des Meineids zu bezichtiger, lediglich weil ihnen der senstige Stoff für Wahlpropaganda ausgegangen ist. Da ist dieser Tage in der Geschäftsstelle der Deutschnationalen eine Sudelbroschüre beschagnahmt worden, die sich besonders mit dem Reichspräsidenten beschäftigt. Die Kreuzzei ung" zitiert aus dieser von einem Anonymus A." Mitarbeiter der Scherlpreffe folmende Stelle, die der Reichsaugenschein ich ein befenn'er präsident bei seiner fommissarischen Bernehmung im Brozeß gegen folmende Stelle, die der Reichs Banger beschweren haben soll: Ganßer Bom Beginn des Krieres bis zu dessen Ende habe ich mich rüdhaltlos auf den Boden der Landesverteidigung gestellt und in diesem Sinne gehandelt; während des aanzen Krieges war ich gegen die Streits der Arbeiter der Rüstungsindustrie." Der Parlamentsredakteur der„ Kreuzzeitung" fügt dem 3i'at leistet haben. Denn obgleich die rote Januaraftion in erster heuchleri'ch hinzu:„ Herr Ebert kann diesen Eid nicht ge: Linie ein politisches Unternehmen war, so war sie doch auch ein Rüstungsarbeiterstreit." Diese Bemerkung erfolgt nur, damit der anonyme Schmähschriftsteller„ A." in einer Erklärung versichern fonn, Ebert habe diesen angeblich unmöglichen Eid doch geleistet! Die Folgerungen soll sich der Leser selbst ziehen.... Der Bamphletist, der se mit der Ehre des Reichspräsidenten umspringt. leistet sich in seiner Zuschrift an das konservative Blatt noch diese Nichtswürdigkeit: Ende November steht in Magdeburg die Klose des Herrn F. Ebert gegen eine Zeitung, die ihm Ldesverrat vorgeworfen hat, zur Verhandlung. Die Sache spielt nun schon zwei Jahre. Man darf wohl gespannt sein, ob sie wieder verlagt wird. Der Bursche, der die infame Verdächtigung ausspricht, als ob der Reichspräsident den von ihm angestrengten Prozeß wieder vertagen" lassen wolle, ist selbst genau darüber unterrichtet. daß der angeflagte Redakteur des Staßfurter Hegblattes bisher durch immer neue Winkelzüge die Entscheidung stets hinaus gezogen und den Prozeß verschleppt hat. Der Eigentümer des Blattes ind Vorgänger des jetzt angeklagten Redakteurs Roth, Hans Hottenrott mit Namen, ist wegen Beschimpfen des Reichspräsidenten und der Republik bereits zu 2% Jahren Gefängnis verurteilt worden, ist aber flüchtig und konnte bisher nicht ergriffen werden. Die Deutschnationalen machen jetzt gemeinsame Sache mit diesen Gesellen, indem sie den Reichspräsidenten, wenn auch versteckt, des Meineids bezichtigen. Das soll ihnen am Wahltage nicht vergessen werden! Der Abbau des Devisengesetzes. Die Reichsbank gibt bekannt, daß zugleich mit dem durch den Erlaß der neuen Devijenverordnung erfolgten Abbau der De Disengefeggebung auch die getroffenen besonderen Anord nungen, die der Devijenhamsterei entgegenwirten wollten, d. h. die Bestimmungen über die Meldepflicht aufgehoben werden, nachdem die Bardeckungsvorschriften bereits durch den For: fall der Devisenrepartierungen gegenstandslos geworden sind. Deutschvölkische Brüderlichkeit. Raufereien zwischen Tentschnationalen und Nationalsozialisten. Wien, 14. November.( WTB.). Als in einer Bersammlung der Großdeutschen Volkspartei Viz kanzler Dr. Frand sich gegen die Nationalfezia iften wandte, die das Ansehen des Staates durch thr Tre ben herab'etzten, entstand bei den anwesenden Nationalsozialisten und Deutschnatioral.n großer Lärm, so daß es dem Redner schwer murde, sich verständ ich zu machen. Echließlich arteten die Ruheftörungen zu Raufereten aus, in deren Verlauf der deutschnationale Führer Baron Liebenberg verprügelt wurde. Polizei mußte schi eßlich den Saai räumen, wobei eine Anzahl National fozialisten verhaftet wurde. Politische Nullen. Deutschnationale Führerweisheit über England. In der Deutschnationalen Volkspartei sind alle Schattierungen der Nullität verireten. Es gibt darin große, mittlere und fleine politische Nullen. Als eine kleine politische Null ist jener Fürst Bismarck anzusprechen, der ausschließlich deshalb deutschnationaler Spizenkandidat wurde, weil er der Entel seines Großvaters ist. Von dem politischen Auftreten dieser Miniaturdurchlaucht ist nur soviel bekannt, daß sie in den Entscheidungstagen vom August überall im Reichstag mit der Versicherung herumlief, daß sie zwar die Notwendig feit der Annahme des Londoner Abkommens erkenne, daß sie aber deshalb nicht wisse, was sie tun solle, weil Prof. Hoesch, nach dem sie sich unbedingt richten wolle, in der Fraktion als schärfster Meinsager auftrete. Da der ehemalige außenpolitische Leitartikler der Kreuz- Zeitung" ater am 29. August plötzlich eine Ja"-Karte hervorzauberie, war Durchlaucht im letzten Augenblick von ihren Zweife'n befreit und sie konnte aus nahmsweise nach ihrer Ueberzeugung abstimmen. Dies scheint aber dem jungen Bismard zum Verhängnis geworden zu sein, denn bis zum heutigen Tage steht es noch nicht fest, ob das Berdienst", als Enfel seines Eroßvaters auf die Welt gekommen zu sein, ein zweitesmal ausreichen wird, um deutschnationa'er Svikenfandidat zu werden Fürst Bismarc jun. hat nun zu Beginn des reuen Wahlfeiner nationalen Gesinnung geliefert, indem er seine durchtampfes eine besondere Probe seines politischen Könnens und lauchtigsten Gedanken über den Ausgang der englischen Wahlen zum besten gab. Er erklärte, daß ihm das Resultat der Unterhauswahlen deshalb freue, weil es eine Niederlage für den demokratischen Gedanken sei und weil man danach nicht mehr werde behaupten fönnen, daß in Europa der ug nach links gehe. Die große politische Null der Deutschnationalen, Herr Ostar Hergt, Exzellenz, war offenbar von der bismarschen Größe diefer Weisheit dermaßen erschüttert, daß sie seither in mal erklärte Hergt, eine deutsche Linksregierung wäre ,, fein jeder Wahlrede auf demselben Argument herumreitet. Eingeeigneter Bariner" für die englische fonservative Regierung, und in seiner vorgestrigen Rede in München begründete er fein Rechts schwenkt, marsch!" mit dem guten Beispiel des englischen Rucks nach rechts. Wenn Sch am gefühl etwas wäre, was in der Deutschnationalen Partei noch seine Heimstätte hat, dann würden die lischen Wah'en und vor allem nach den letzten französischen Hergt und Bismard niema's wagen. solche Argumente vorzubringen. Wenn die Sozialdemokratie nach den vorlegten engWahlen den Rd nach links in diesen Ländern als ein nachahmenswertes Beispiel für das deutsche Volt bereichnete, so konnte sie sich wenigstens darauf berufen, daß die Elemente in diesen Ländern, die eine Balitik der Verständigung und des Entgegenkommens Deutsch and gegenüber betreiben, zur größeren Macht ge'angt feien und daß Deutschland alles Interesse habe, diese Entwicklung durch einen eigenen demokratischen Kurs zu fördern. Dieses Argument gilt übrigens heute noch, da in Frankreich eine Linksmehrheit herrscht, die wir durch eine entsprechende Politik zu fördern allen Anlaß haben, damit nicht die zerstörenden deutschfeindlichen Kräfte unter Führung Boincarés, Millerands und Maginots wieder die Oberhand gewinnen. mard sind Aber es müßte doch Ferrn erot und fonar Herrn v. Biswenn sie nicht absolute politische Anolpaheten bekannt sein, daß die konservative Bartei in England dasjenige Element ist das seit jeher Deutsch land am feindlichsten gefinnt gewefen ist In dem neuerdings vom Auswärtigen Amt herausgegebenen Schriftwechsel Iswolskis befindet sich ein Bericht dieses Kriegshehers. an den Baren, in dem er einen Besuch schildert, den er beim König von England auf dem Schoß Ba'moral machte, wo er u. a Bonar Law, dem Führer der Konfervativen begegnete, der sich durch seine deutschfeindlichen Aeußerungen besonders auszeichnete. Es ist ferner bekannt. daß der Eintritt ben Bonar Laws an den damaligen Ministerpräsidenten Englands in den Weltkrieg durch ein Schrei Asquith veranlaßt wurde, in dem die dama's noch zögernde liberale Regierung entschieden aufgefordert wurde, ihre Verpflichtungen Frankreich gegenüber zu erfüllen. Der Kampf der Konservativen gegen die Arbeiterregierung bei den jüngsten Wahlen wurde mit ausgesprochen deutschfeindlichen Arnumenten neführt. Die Konfervativen hatten die Unterſtükung der berüchtigten Rothermere- Presse, des„ Daily Mail", des" Daily Mirror" und auch der erirem deutschfeindlichen Morning Post" Einer der Hauptrufer im Sireite gegen die Regierung Macdonald war der ehemalige Liberale Winston Churchill, der zu den Konservativen übergegangen ist und dessen deutschfeindliche Gesinnung in jeder seiner Wahlreden zum Ausdruck kam. Churchill ist jetzt Schazkanzler in der neuen Regierung Baldwin geworden. Aber es fommt noch besser. Am Mittwoch wurden die Mitglieder der neuen Regierung ernannt, die nicht zum eigent= ichen Kabinett aehören. a fo die Unterstaatsfefretäre usw. Zum Unterstaatssekretär für die auswärtigen Angelegenheiten wurde Ronald Mac Neill ernannt. Diefer Mac teilt ist ein alter Bekannter: er hatte bereits diesen Posten in der letzten Regierung von Bonar Lam inne, durch deren Bassivität die Belegung des Ruhrgebiets ermöglicht wurde. Wenige Tage nach dem Einmarsch der Franzosen ins Ruhrgebiet hieit Mac Neill eine aufsehenerregende Rede, in der er gegenüber den feierlichen Protesten Deutschlands erklärte, Deutschland, das sich des der Seeresleitung. Wie die sozialdemokratischer Minister die vaker| Rechtsbruchs an Belgien schuldig gemacht habe, fei nicht beländischen Berbände und insbesondere die Statthelmorganisationen fugt, sich über einen französischen Rechtsbruch zu beklagen fürchten, zeigt das Verbot des Stahlhelmsporttages am 12. Oftober." und es sei durchaus erklärlich, daß die Franzosen, die Nun folgen acht Programmpunkte, von denen so schmer unter den deutschen Verwüstungen im Kriege zu leiden wir die sechs interessantesten hier folgen laffen: gehabt hätten, mit allen Mitteln zu ihrem Gelde zu tommen nersuchten. Aehnliche Reden hielt er wiederholt während der ganzen Zeit des Ruhrkampfes. Der liberale, Manchester Guardian" schreibt über seine erneute Ernennung zum Unterstaatssekretär folgendes: „ Die Wahl, die Baldwin für den Posten des Unterstaatsfefre ärs für auswärtige Argelegenheit getroffen hat, fommt etwas unerwartet. Ronald McNeill ist zwar sein früherer Unterſtaatssekretär gewesen und hatte daher einen gewissen Anspruch auf diesen Bosten. Aber einige feiner Reden in den fri tischen Zeiten unserer Auseinandersehungen mit Frankreich weren recht unglüdlich und, wie wir glauben, für seinen Chef recht unbequem, denn sie schienen eine viel größere Bereitschaft zu zeigen, sich in Gesigchaft der französischen Politik zu begeben, als sie die Regierung als solche zeigte." Glücklicherweise können McNeill und Genossen trotz aller ihrer Deutschfeindlichkeit uns nicht mehr so viel schaden wie ihrer Deutschfeindlichkeit uns nicht mehr so viel schaden wie einst, weil inzwischen in Frankreich der Umschwung eingetreten ift und nicht mehr Boincaré, sondern Herriot über den Kurs der französischen Politik Deutschland gegenüber bestimmt. Aber die Anhänger Poincarés und Gegner Herriots onerieren reits mit dem Argument des englischen Umschwungs, und ba fönnen ihnen nationalistische Redensarten eines McNeill fehr willkommen fein. Was soll man aber von deutschen Politikern halten, die auf einen Churchill oder einen Mac Neill spekulieren, um parteipolitische Geschäfte zu machen, die sich auf den Umschwung in England berufen, um Bropaganda für die Rechtsparteien zu machen? Wenn das nicht Landesverrat ist, bann hat dieses Wort überhaupt keinen Sinn mehr! Das„ Exerzierreglement". Wahlvorschriften des Landbunds. Der Landbund der Provinz Sachsen hat, wie uns aus alle berichtet wird, neuerdings ein ,, Ererzierreglement" herausgegeben, das er in einer zweiten lleberschrift. als Richtlinien zur Einleitung des Wahl. tampfes" bezeichnet. Der Wortlaut dieser Richtlinien ist außerordentlich interessant und charakteristisch für die verlogene demagogische Kampfesart der schwarzweißroten Landbündler. Wir lassen deshalb den einleitenden Abschnitt vier folgen: Das Ziel muß sein Bildung einer chrifkich- nationalen Regie rung. Seit sechs Jahren werden wir von Sozialdemokraten, Den fraten und Juden regiert. Die dauernde Abnahme der demofra tischen und sozialdemokratischen Parteien zeigt, daß die Entwadlung im Volk nach rechts geht. Es ist daher durchaus vahi scheintid. daß die Rechte im tommenden Wahlkampf fiegen wird, wenn ich die einzelnen Rechtsparteien einig sind im Kampf gegen den von Juden geführten Marṛismus. Der eigentliche Kampf geht gegen Sozialdemokraten und Demotraten.( Die Kommunisten find also ihre lieben Freunde! D. Rcb.) Der Stamp wird geführt zwischen den nationalen Elementen des Bolles, die Männer mit Sachkenntnis und Bilichtbewußtsein an die Spike haben woven und dem internationalen demokratisch- sozialistischen Großfapitalis. mus, der sich mit feinem Gelde, einen Teil der Gemertidaften als Boripann gefcuft hat.( Bieber rein tommu nistische Beweisführung. D. Reb.) Wenn die Binte sich ne in der Regierung betätigt, wird man ohne viel Bedingungen in den Bölterburd eintreten und damit dem deutschen Bolt er neues Brailles aufbürden. Taß man den General v. Seedt u.t Damit das staatserhaltende Offizierstorps der Reichswehr beseitigen will. Steht außer 3: eifel. Der erst von Wilhelin II gcabeile. wegen eines Mißerfelges bei Berdun verabschiedete Gencini v. Deimling ist lethafter Anwärter auf den Bosten des Chefs Schluck und Jau" in der Volksbühne. Dem neuen Herrn der Bolfsbühne ist ein großer Schlag geglückt. Er hatte einen starten Bundesge toffen, Gerhart Hauptmann, unfere1 Gerhart Hauptmann, den Dichter, der ruhig und gerade feinen Weg geht, der an dem wilden Gebahren der Jüngsten nicht teilnimmt und nie teilgenommen hat, und doch jung geblieben ist, der in die Menschenseele und damit in die Seele des Bolles am innigsten hineingehorcht hat. Diesen Dichter, der zu uns ge hört, hat sich Herr Holl geholt. Die gestrige Erstaufführung des Scherzip eles„ Schlud vad Jau" war ein starter und ein ehrlicher Erfolg. Weniger ein Erfolg der Aufführung als des Rüpeispiels an sich. Man verlangt von der Bolfsbühne nicht den genialen Wurf, wie ihn Mag Reinhardt vor langen Jahren getroffen hat, aber man denkt an die letzte Hauptmann- Premiere im Schiller- Theater. Da war das Publikum nicht so aufnahmewillig wie die Gemeinde der Bellsbühre, und dem deßnerschen Fuhrmann Henschel" murde bama's der schönste Erfolg zuteil, den es geben fann. Er wurde zu einer Ovation für Gerhart Hauptmann. So war es gestern can Bülowplaz nicht. Der Aufführung fehlte der leichtbeschwingte Flug, die bezwingende Illufion, aus dem Alltag losgelöst zu sein. Aber ber Zuschauer ging mit und wurde schnell gefangen genommen. Im rolog bittet der Dichter: Und nehmt dies berbe Stüdicin nicht für mehr Als einer unbesorgten Laune Kind." 1. Londoner Abmachungen: bindendes Recht.( Also Barole Er füllungspolitit. D. Red.) 2. Zusammengehörigkeit von Arbeitgeber und Arbeit nehmer.( Also fapitalistisch- proletarische Einseifungsgemeinschaft. D. Red.) fratischy- demokratischen Elemente aus der Berwaltung. D. Red.) 3. Fagbeamtentum.( Also Hinausmurf aller fezialbeno. 4. Vereinfachung der Steuerpolitik und Anpassung an die Leistungsfähigkeit.( Also weitere Entlastung des Besige und stärkere Ausbeutung der Besiglosen. D. Red.) 5. Chriftliche Schule und Kirche. 6. Mehrhaftmachung des Boltes. in feinen Dieses Landbundegerzierreglement tönnte wesentlichsten Teilen auch von der fommunistischen 3entrale herausgegeben werden. Der eigentliche Kampf das ist ja auch der geht gegen die Sozialdemokraten" Scholem- Kurs. Die Parole von der Käuflichkeit der deutschen Gewerkschaften" ist ebenfalls Gemeingut der völkisch- kommuDeimling laufen sich die edlen Kämpen seit einigen Wochen nistischen Soalitionsbrüder. Im Kampf gegen den General bereits den Rang ab, und das Verbot des Stahlhelmsporttages hat nicht nur bei den Völkischen, sondern auch bei den Kommunisten, die ihre Agitationsfelle fortschwimmen fahen, lebhaften Kummer ausgelöst. Selbst in bezug auf christliche Schule und Kirche" ist die gemeinsame Idee bei beiden koa: litionsgenossen sehr weit entwickelt, ist es doch in Halle, in dem es nach der fommunistischen Legende„ nur“ Kommunisten gibt, nicht möglich, auch nur eine einzige welt liche Schule einzuführen, und schließlich ist die Politik der Wehrhaftmachung unseres Boltes" eine der Hauptstüßen der Kommunistischen Partei. Bir verweisen auf die vielfachen Anbiederungen der KPD. an die Reventlow und Konsorten. Die Landbündler haben also durch ihr Ererzierreglement einen neuen Beweis ihrer Koalitionsfähigkeit erbracht. " Hermes redivivus. Er kandidiert für das Preußenparlament. Wenn nicht alle Zeichen trügen, wird der frühere Reichs ernährungs- und Finanzminister Dr. Hermes wieder in die aftive Politik zurückkehren. Und zwar gedenkt er feine neue politische Lausbahn als Zentrumsabgeordneter des Preußischen Landtages von vorne zu beginnen. Zwar ist er in dem Wahlfreis Roblenz Trier, wo er Sachverständiger des Winzer Wahlkreis Köln Aachen geschafft. Hier steht er an vierter verbandes spielen wollte, durchgefallen, dafür hat er es im Stelle auf der Preußenliste des Zentrums, so daß an seiner Wahl nicht zu zweifeln ist, wenn sich das Zentrum nicht in legter Stunde noch besinnt und ihn auf Grund seiner politischen Vergangenheit in der Versenkung läßt, in der er mit Fug und Recht vor zwei Jahren verschwunden ist. # Kommunisten- Prozesse. Leipzig, 13. November.( Eigener Drahtbericht.) Bor dem. 5. Straffenat des Reichsgerichts hatte sich am Donnas. tag ber 37jährige Bertmeister Ernst Rasteiler aus Stottbus wegen Borbereitung zum Hochperrat zu verantworten. Rafteller ift feit 20 Jahren politisch und gewerkschaftlich) organisiert, gehörte tis sur Spaltung der Sozialbe motratie an und gründete nach ber Spaltung eine Ortsgruppe der PD. in Rottbus, deren Borsigender er mar. Als im vorigen Jahre die KPD. verboten mar, stand er in lebhaftem Briefwechsel mit der Zentrale in Berlin und verbreitete in der illegalen Zeit Flugblätter und Broschüren in dem Bezirk Rottbus, die auf einen gewaltsamen Umfturz hin zielten. Auch gründete Kasteller in dem Bezirk die tommu nistischen hundertschaften und versuchte diese militärisch auszubilden, um bei einem eventuellen Umsturz gerüstet zu fein. borteller und der wadere Regiffeur Baul Hendels wurden Dorhonden. Die hätte luftig in Aftion treten müssen. Die Haupts ftürmisch gerufen. Eine Aufführung, die sich jeder ansehen sollte, der sich an echter Runft laben möchte. Ernst Degener. Chinesische Flußfahrt. Gelb und breit, wie mit sehnsüchtig ausgebreiteten Armen fließt der Jangife tiang bei Schangha: ins blaue Meer. Gelb, breit, buntes Leben das ist der erste Eindruck des„ blauen Flusses", wie er auf deutsch, unbeirrt um feine unzweifelhaft gelbe Farbe, heißt. Auf der ungeheuer bre ten Wellenfläche schneiden Dampfer mit langen Rauchfahnen durch des Wasser, schaufeln Boote, blähen sich Segel so viele, daß sie in der Ferne fast unentwirrbar erscheinen. Auf dem Jangiferiang entlang geht unsere Reife. Flußauf. Am Kaiferfanal vorüber, der bei Tschingfiangfu mündet, die einst stolze faiserliche Wasserstraße, d'e heute, überflüssig geworden, nur noch cin Sumpf ist. Nanting, die Stadt des Porzellanturms und der Hausboote, taucht auf, im Abenddämmern versinkend. umlodert von der glutroten Sonne. Millionen von Fröschen vollführen e'ne unheimliche Musik. Entöniger Gefang junger Mädchen ertönt aus den soviel Hausbocte sieht man. Booten es scheint, als wohne die halbe Stadt auf dem Wasser, Braun sinkt die Dämmerung über die ungeheure Ebene; das Auge ermüdet am Nichts. Am Morgen ist alles verändert: Berge stehen im hellen flaren Sonnenlicht, mit zartem Grün und hingeklebten Dörfchen, winzige Häuschen, Dorf über Dorf immer höher. Es duftet herb und füß herüber; Enten und Wildgänse ziehen in schönen Bogen durch die Luft und über all dem ein seidigblauer Himmel wie ein Aquaren der Maler dieses Landes. Das Rüpelspiel mar mehr. Der Scherz des Fürsten John Rand, ben Saufcus Jau für einen Tag glauben zu machen, er fei felbst ein Fürst, dieser Scherz mit seiner brolligen Komit und feinem ernsten Untergrund voll Tragit wurde innerstes Erlebnis. An Rieutiang, der großen Borzellanftadt gehts vorüber. Bon Der Zuschauer war beluftigt und ergriffen zugleich. Ergriffen vor Fabritware größten Gils, in China nicht geachtet, in Europa be hier wird das echt ch nefische Porzellan" an alle Welt geliefert. allem vor dem Rüpel Jau des Gerhart Rider, der sich immer allem vor dem Rüpel Jau des Gerhart Rider, der sich immar wundert. Auch seltene alte Borzellane" liefert Rieutiang, raffiniert mehr als ein Schauspieler von Eigenart und echtem Künstlerblut gefälscht- Gott we ß wieviel altes chin: fisches Borzellan", bas das B crweist. Ein Rüpfer mit versoffenen Neuglein, ein unkomplizierter Entzüden europäischer Sammler bildet, hicr seine Heimat hat. Mensch mit natürlichem Gehabe, der sich schnell in feine neue Situation Die Teestadt Hantas ist unser Ziel. Ein Ungeheuer von Stadt. mit seiner Grandezza findet, der sich, sonst stets getreten, fomisch Chinas größte Handelsstadt und die am meisten bevölkerfſte; fünf aber auch erschreckend zum drohenden Herrscherich entwickelt. Ein zehn Millionen Enwohner e'nschließlich der Vorstädte Hanyan und wunderlicher Heiliger, fein Kumpan von der Wage Schluck. Armin Uschang. Riesige Teeberge ſieht man, es ist die eigentliche Heimat des Tees. Ungeheures Leben pulft hier zur Zeit der Ernte in den Schweizer griff bei all seiner Drolligkeit mit der Berförperung Monaten Mai bis Juli, ungeheuer, it der Umjag. Jeder Berg trägt Ses allzeit dienstwilligen betulichen Schlud ans Herz. Johana eine andere Sorte; die Mischung" ist das Geheimnis des Besitzers. Roch- Bauer als rundi che, schmude Frau Adeluz, eine achtbare Unvermischt geht fein Tee von Hantao fort; groß an Zahl find die erb- fomische Leistung, ein sympathisches, immer noch liebenswertes verschiedenen Sorten, die M schungen, Mrturen. Der Europäer Frauchen. Und Werner Hollmann, ein munterer Seneschall faunt über die unzähligen Nuancen, denn er unterscheidet kaum mehr und Stimmungsmacher. Den anderen will ich nicht wehe tun. Die als die Nationalitäten des Tees: indischen, chinesischen, russischen; Sidklill und der Page waren fehl befeht. Und das Bühnenbuib bier aber gleicht der Teckenner unserem We'ntenner, der fede e n. des Edward Suhr schöpfte die theatra ischen Möglichkeite der zelne Sorte mit der Zunge zu unterscheiden weiß. Auf dem Wasser wege gelangt der Tee direkt von Hantao nach London, dem großen Bühne nicht aus. Rummelhaftes Schau- Spiel hätte es sei müssen Stapelplatz für Tee; Engländer und Ruffen sind auch hauptsächlich und nicht gediegener Munanenschanz. Es ist doch eine Drehbühne die Besizer der großen Plantagen. 2. F. | eiter lagt ihm die Antiage zur Laft, daß er der organisatorische Leiter des bekannten Siebener Ropfes in Rottbus ge wesen sei, von dem aus alle Fäden bis weit hinein in das Oberlaufizer Kohlengebiet gingen. Bei einer Haussuchung am 23. NoDember 1923 fand die Polizei zahlreiches belastendes Material, bas zur Berhaftung des Angeklagten führte. 6 Monate Bei seiner Vernehmung erklärte Kasteller, daß er nie mili tärischer Leiter in seinem Bezirf gewesen sei. Das bei ihm besching. nahmte Material sei ihm in der Zeit zugegangen, wo die KBD. noch nicht verboten war. Der Angeklagte will die gemäßigte Richtung in der Partei vertreten haben; er verabscheue einen gewaltsamen Um sturz. Nach seiner Verhaftung habe er sich ganz von der Partei losgesagt, was er in Briefen seiner Bartei und seinen Ungehörigen mitgeteilt habe. Der Vertreter der Reichsanwaltschaft beantragte wegen Bergehens auf Grund des Republifschutzgesetzes und wegen Vorbereitung zum Hochverrat 2 Jahre 6 Monate Gefängnis und 250 M. Geldstraje.. Der Senat fällte nach längerer Beratung folgendes Urteil: Wegen Borbereitung zum Hochverrat und wegen Bergehens nach§ 7 des Republitschuhgeseges wird Kaſteller zu zwei Jahren Gefängnis und 200 m. Geldstrafe verurteilt. Untersuchungshaft und 200 M. werden angerechnet. schen Senat des Staatsgerichtshofes zum Echutz der Republik begann heute der angekündigte Hochverratsprozeß, in dem die Bergänge während der Ausschreitungen im oberbadischen Biesenthal vom September vorigen Jahres zur Aburteilung gelangen sollen. Die Angeklagten, die im allgemeinen feit Oktober bzw. November vorigen Jahres in Untersuchungshaft then, sind heute vollzählig erschienen, mit Ausnahme des badischen Landtags abgeordneten Bock, der nicht verhandlungsfähig ist. Gegen ihn foll ziellen Anklageliste ist auch die badische Landtagsabgeordnete Frau riba Unger angetlagt, sie ist jedoch seit längerer Zeit flüchtig. Ein Teil der Angeklagten ist bereits vorbestraft wegen unerlaubten Baffenbefizes, Diebstahls, Urtundenfälschung usw. Die in poli tischer Hinsicht der kommunistischen Partei angehörenden Berteidiger Dr. Sedel Frankfurt a. M., Dr. Horstmann Düsseldorf sowie Kunz- Waldkirch begründeten eingehend einen Antrag auf Ablehnung des Senatsvorsitzenden Dr. Niedner aus Besorgnis der Befangenheit. Nach einhalbstündiger Beratung ver fündete der Gerichtshof, daß diesem Antrag nicht stattgegeben rird. Der Antrag war von den beiden anderen Berteidigern nicht unterstützt worden. Dann wurde die sehr umfangreiche Anklage. schrift verlesen, die den Angeklagten verschiedene Bergehen gegen das Gesetz zum Schuße der Republit, den Versuch zur Befeitigung bezw. Aenderung der Staatsverfassung, unerlaubten Waffenbesitz, Verabredung zur gewaltsamen Beschaffung von Waffen usw. vorwirft. Darauf begann die Bernehmung der Angelagten, und zwar zunächst die des Stadtrats Herbster aus wesen ist. Lörrach, der als Bundesbezirksleiter der KPD. daselbst tätig geFreiburg, 13. November.( WTB.) Vor dem Süddeut Verurteilte völkische Rüpel. München, 14. November.( Eigener Drahtbericht.) Anläßlich des Reichspräsidentenbesuchs in München am 12. Juli 1922 erlaubten sich bekanntlich mehrere völfische Heldenjünglinge demonstrative Frech heiten gegenüber dem Reichsoberhaupt. Gegen 11 dieser Personen erhob der Reichsanwalt auf Grund des Gesezes zum Stuze der Republit Antlage, überwies aber später die Angelegenheti cinem ordentlichen Gericht in München, das den 3mischenfall burd) Sirafbefehl zu erledigen fuchte. Bon ben 11 Beschuldigten fanden sich 9 mit dem Strafbefehl ab, während the Kaufleute Bug und Schier. holz Berufung einlegten. Diese Berufung stand am Mittwoch zur Berhandlung. Obwohl die Beschuldigten die Erklärung abgaben, daß sie mit ihren Fiegel ien 3. B mit dem Winken mit einer reten Badehoje, ten Reichspräsidenten persönlich nicht beleidigen, sondern nur das Syftem treffen wollten. beantragte der Staatsanwalt die Aufrechterhaltung der vorgesehenen Strafen. Das Gericht beschloß entsprechend und bestätigte den Strafbefehl gegen Wutz in höhe von 80 M. und den von Schierholz in einem Betrage con 60 M. 30g der dänische Forschungsreisende ud Rasmussen, be Diz Nordwest- Paffage zu Lande erzwungen! Im Jahre 1921 gleitet von vier Spezialisten verschiedener Biffensaebiete, aus und ließ sich zunächst auf einer Insel an der Nordwestküste der Hudson bai unter 65° 54' nördl. Breite und 83° 50' westl. Länge nieder. Von hier aus sollte durch Wanderung an den Rüften des nördlichen Cismeeres die Beringstraße erreicht werden! Dabei wollte Ras mussen, gestüßt auf seine völlige Bertrautheit mit den Dialetten Grönlands, fprachvergleichende Studien treiben, die über die Ber wandtschaft der Grönländer mit den Eskimos an den Ufern des Eismeeres Aufschlüsse geben sollten. Sie trafen bei ihren Vorstößen, wie die Umschau" mitteilt, auf Estimos, die noch nie einen Europäer gefehen hatten, und machten reiche geographische Ausbeute. Als die Expedition im Frühjahr 1923 ihre Arbeiten in der Gegend der Hudsonbai beendet hatte, trennte sie sich. Rasmussen letzte seinen Weg nach Westen fort gegen die Beringstraße u. Die Hauptetappen feiner Reise auf Hundeschlitten bezeichneten die Bellotstraße, die Mündung des Bachflusses, König- Wilhelms- Land, Viktorialand, das Delta des Madenzie, Kap Barrow, Ropebue- Sund, Beringstraße. Rasmussen hat also zu Land die ,, Nordwest- Passage" erzwungen: Er ist vom Atlantik, die Küsten des Eismeeres entlang, zum Stillen Ozean vorgedrungen. 21s Reymont Nobelpreisträger. Die Schwedische Akademie hat dem polnischen Schriftsteller Wladislam Renmont meace feines Bertes „ Die Bauern" den diesjährigen Nobelpreis für Literatur verliehen. ,, Die Bauern" find ein großes episches Wert, das im Anschluß an die vier Jahreszeiten Leben und Arbeit der polnischen Bauern schildert. Rein anderes Bolt hat eine moderne Darstellung des Bauern von der fünstlerischen Bedeutung. Mensch und Natur find im ergsten Busammenhang Die Sinfonie der Jahreszeiten begleitet mit er habenem Orchester das Treiben der Menschen. Neben dem großen Bauernroman hat Rermont eine Reihe farbiger historischer Romane gefchrieben. Die Probleme der modernen polnischen Fobrikstadt be Nationalitäten und den Kampf zwischen Kapital und Arbeit auf handelte er in feinem Roman Lodz, in dem er den Wettstreit der dem Hintergrunde dieser merkwürdigen Stadt entwickelte. wurde in unserem Feuilletonteil abgedruckt. Lodz anwälte hat anläßlich seines Jubiläums eine Festzeitschrift herausDankbare Erfinderaufgaben. Der Berband Deutscher Patentgegeben, in der folgende scherzhafte Erfinderaufgaben gestellt wer gegeben, in der folgende scherzhafte Erfinderaufgaben gestellt wer ben: 1. Brieffaften mit selbstte tiger Einrichtung zum Berhüten des Ginwerfens unfrantierter Briefe. 2. Berfahren und Maschine zur Nuzbarmahung des Straßenlärms. 3. Geruchlofes Taschenklosett. Charlottenburg wiederum zwet Heitere Abende. Josef Plaut gibt am 15. und 16. Nov., abends 8 Uhr im Schiller- Saa Walter von Molo lieft aus eigenen Werfen auf Einladung der Literarischen Gesellschaft Steelitz in der am Sonntag. 4.12 Uhr im Kleinen Hause des Schloßparktheaters in Steglit stattfindenden Literarischen Morgenfeier. vorstellung von Schneewittchen" zu billigen Preifen( 0,20-1,50 Wit) statt. Jm Wolhalla- Theater findet am Sonntag nach m. 4 Uhr eine Märchenfommt nach dem Beschluß der Komiteemitglieder der diesjährige Nobelpreis Kein Nobelpreis für Phyt und Chemie. Wie Aftonbladet" meldet. für Phyfit und Chemie nicht zur Verteilung. Die Hochbahn steht. Seit Dienstag früh steht die Hoch- und Untergrundbahn still Berödete Fahrtartenschalter, verlassene Bahnhöfe, geschlossene Gilter: tore: Die Straßenbahn macht verzweifelte Bersuche, das fahrluftige Publikum zu befördern, allerdings auf ihre Art. Ohne einen mertlichen Mehreinsatz von Magen, werden die planmäßig verfehrenden Straßenbahnzüge bis zum Bersten vollgepfropft und das Broblem ist gelöst. In diesen Tagen der Verkehrsnot zeigt sich ein bringlicher denn je bisher die Unzulänglichkeit dieses Beförderungsmittels, gleichzeitig aber auch die Notwendigkeit eines geordneten und ausgebauten Hoch- und Untergrundbahnbetriebes, der den Berline: Berkehr, besonders im Zentrum der Stadt, zu bewältigen in der Lage sein muß. Und tradem rührt sich feine Hand zur Vermittlung im Hochbahnerstreif. Es scheint, als ob bei den Behörden die Lebens michtigkeit des Hochbahnbetriebes nicht anerkannt wird. Die Ver. pflichtungen der Allgemeinheit gegenüber scheinen die Hochbahn gesellschaft recht wenig zu belasten. Ein Privatunternehmen, tas für große Teile der Beröfferung Berkehrsmöglichkeiten zu schaffen fich verpflichtet hat, darf nicht in einer Weise, wie es beim Hoch bahnerstreit geschieht, diese Berpflichtung einfach ignorieren. Ge. Schicht es dennoch, so haben die Behörden die Aufgabe die Aufred, t erhaltung des Betriebes nicht den Angestellten, sondern der Gefellschaft zur Pflicht zu machen., Die werftätige Bevölkerung der Weltstadt Berlin fann verlangen, in einwandfreier Weise von und nach den Arbeitsstätten befördert zu werden. Geschieht das nicht, wird durch die Lässigkeit der Aufsichtsinstanzen ein lebenswichtiger Teil unserer Stad'verkehrsmittel außer Betrieb gefeßt, so hat die Bevölkerung den Schaden und es läuft legten Endes darauf hin aus, daß diese wir schaftlichen Rämpfe auf dem Rüden des Bublifums ausgetragen werden. Zwei bledere, Geschäftsreisende". Zur Festnahme lange gesuchter Geldschrankeinbrecher. mirb, m'rffamer betämpfen zu fönnen. Ein nicht zu unterschäzenderyat. tor find beispielsweise die& fchhändler auf den Därften der Hafenstädte, Statist sch konnte bisher festgestellt werden, daß von den Grossisten 51 Proz. aller Ware an ambulante Gewerbetreibende abgefegt werden. b'e breite Masse dafür interessiert und bei den gefeßgebenden KörperMit aller Schärfe muß der Kampf gegen den Einzelhandel geführt, schaften protestiert werden. Der Borsitzende Albert Lehmann sprach über die Unterbindung des Etraßenhandels durch ungefegliche Maßnahmen; er tabelte diesen Gefeheszustand, der e'ne ungerechte Einstellung verrät, und forderte Objeftin'tät bei der Regelung aller Fragen des Straßenhandels. Stadtverordneter Gen. 3immer mann erinnerte die ambulanten Händler an die Pfl cht. ihre Berufsinteressen rücksichtslos zu vertreten, wozu Ihnen der 7. Dezember Ge. legenheit bietet. Die Gelehrten Einsiedelei. Merkwürdige Feststellungen zum Tode Dr. Duyfens. Der rätselhafte Tod des Privatdozenten Dr. Dunsen ist noch nicht weiter geklärt. Die Beiche wird heute nachmittag obduziert werden. Ueber das Ergebnis werden wir berichten. Dr. Krah fonnte noch nicht vernommen werden. Es scheint teine Bergiftung, sondern ein allgemeiner Nervenzusammenbruch vorzuliegen. Inzwischen sind weitere Tatsachen über das Zusammenleben der beiden alten Sonderlinge befannt geworden. Die Freundschaft zwischen den beiden war die denkbar inniafte und stammt schon aus dem Jahre 1893. Damals bezogen sie die Wohnung im vierten Stod des Gartenhaufes in der Altonaer Straße, die sie bis zum heutigen Tane inne haben. Die Miete murde immer pünktlich gezahlt. Die Sie wuschen und bügelten fegar fefber. In einer fleinen Kammer Wohnung wurde von beiden Männern felber in Ordnung gehalten. Die neben der Küche hatten sie ihren Trockenboden aufgeschlagen. Speisekammer war mit Lebensmitteln aller Art gut versehen. Mert würdig ist es auch, daß man in der Wohnung eine ganze Menge von Frauenfleidern, Röden und Blufen fand. wiemohl ein weibliches Wesen niemals die Wohnuna betreten hatte. Im Wäscheschrank lagen mehrere Stöße Damenmäßche. Dr. Dunsen felbft trug, als man ihn neben dem Herd tot auffand, Frauenfleidung, und zwar Barchent beint eider, Barchentunterrod, Damenhemd und eine wollene Bluse. Dr. Krag aber war völlig entfräftet und nicht imstande, sich Gewerkschaftsbewegung Noch keine Vermittlung im Hochbahnerstreik. Die Herren von der Direktion der Hochbohngesellschaft werden mohl auch begreifen, daß das Bublifum ein gemisjes nicht gar ge ringes tereffe baran hat, zu erfahren, wann es der Gesell schaft beliebt, den Betrieb wieder aufzunehmen. Nicht irgend einen Rotbetrieb", mit dem experimentiert wird, fon dern den richtiggehenden Betrieb. Dem Publikum bleibt zwar der Trost, daß auch dieser Streit wieder ein Ende nimmt und die Sach bohn nicht dauernd still liegt, allein die Frage dürfte von der ge schäßten Direktion nicht als unbescheiden betrachtet werdet, wie lange der Zustand denn eigentlich noch dauern foll, daß ein so wichtiges, für die Riesenstadt Groß- Berlin unentbehrlich gewordenes Berkehrsmittel unbenügt bleibt. Wenn man es in der Direktion der Hochbahn noch nicht miffen sollte, dann sei es hier gesagt, daß das streifende Personal feineswegs die Absicht hot, die Arbeit zu den alten Bedingungen wieder aufzunehmen. Der etwaige Plan, die Belegschaft auszu hungern, um sie mürbe zu machen, bedürfte zu seinem Gelingen mindestens einer recht langen 3eit. Möglich, daß die Herren Diref.oren es länger aushalten als die Angestellten und es darauf antommen lassen wollen. Eine andere Frage ist es aber, cb bas Publikum, soweit es nicht im Bestz eines Autos oder Motor rads ist, einem solchen Schauspiel ruhig zusehen fann. Dem Sonderdezernat für Geldschranfeinbrüche in der Berliner felber fortzubewegen; er mußte in den Krantenwagen getragen ebenso viel Zeit wie die Direftion. Sie fönnen warten, me Kriminalpolizei ist die Festnahme zweier sehr gefährlicher Ges. schrankeinbrecher gelungen, die zwar in Berlin wohnten, aber den Schauplatz ihrer Tätigkeit im ganzen Deutschen Reich fuchten und fanden. Bemerkenswert ist die außerordentliche Geschicklichkeit, mit der die beiden Embreder arbeiteten, bemerkenswert umb aners fennenswert zugleich aber ist die mühsame und schließlich auch erfolg reiche Spürtätigkeit der Kriminalpolizei. Die Einbrecher, die seit geraumer Zeit viele Städte und Ort schaften in der Provinz und im Reiche, besonders in Sachsen und in Bayern, heimaesucht, hatten es befonders auf Finanzämter, Orts. und Gemeindekassen und andere öffentliche Anstalten, daneben aber auch auf Gasanstalten und Brauereien abgefehen. Den Beamten tes Gonterdezernats für Geldschrankeinbrüche gelang es nach unauss gesetzten Bemühungen, als Hauptbeteiligte einen 30 Jahre alten, aus Schenfa za gebürtigen Maler Johann Wyrwidi und einen 38 Jahre alten Schlosser Wilhelm Bauer, der aus AnnerKrottendorf stammt, zu ermitteln. In Berlin führten die beiden Berbrecher ein sehr folides Leben, und jeder hatte auch eine Braut aus gutbürger'ichen Kreisen. Eine Ra'chemme betraten sie nie. Sie begnügten sich mit dem angenehmen Familienverkehr. Bon Bruf waren beide Geschäftsreifende. Wyrwidi fuhr mit einem schen Koffer umher, ter Marmoruhren und dergleichen Sachen enthielt. Bauer hotte nichts Peftimmtes, bot aber hin und nieber Greißmainen an Wyrmidi besuchte mit feinem Rofer haiptsächlich öffentliche Gebäude und große Brinatbetriebe. Sierbei flapperte er alle Burcaus ab und mertte fidh, wo die Gefbirante ftonden. Beuer war ebenfo tüchtig, aber nicht ganz fo tätig. Bette schrieben ihren Brauten nur von ihren Berkaufs. gefäften and diefe girgen nicht immer mut. Mancher Brief enthielt tie Klage, daß tas Geld trapp sei. Aber die Rei'enden tamen doch immer aus, und renn sie nach Berlin zurüdfehrten, fo waren ihre Börken wieder gefüllt. Die Beobachtungen und Feststellungen ber Kriminalpolizei ergaben nun die auffallende Erscheinung, daß die großen Gelbfchranteinbrüche fast alle auf der Route dieser beiden Geschäftsreifenden lagen. Alle Polizeibehörden wurden auf die beiden Reifenden aufmerksam gemacht und stellten fest, daß sie überall gewesen waren, wo sich bad nach ihrem Auftreten ein Geldschranfeinbruch ereignete. Nah gumpet'en war aber den beiden zunächst nichts. Die Berliner Kri minolbeamtar beobachteten nrmifi, einen gefährlichen Burschen, ter stets eine scharfgeladene Pistole bei fich führte, mit der größien Borsicht und in aller heimlichfeit, so auch am 21. Oftober auf dem Mege nach dem Anhalter Bahnhof. Ein Beamter fond als harmLofer Reisender hinter den beiden, als sie Fahrkarten über Nürnberg rech Gunzenhausen löften. Jezt wußte man. daß ihr nächstes 11 werden. Falsche 5 Billionen- Noten. Bon den in letzter Zeit ausgegebenen Reichsbanknoten über 5 Billionen Mart mit dem Datum des 15. März 1924, die ihren Schuß in einem natürlichen Wafferzeichen Eichenlaub und Kreuz born in ornamentaler Verarbeitung darstellend und in den im Papierstoff eingebetteten orangeroten und grünen Pflanzenfasern tragen, find Fälschungen aufgetaucht, die als fo che an dem Fehlen oder der mangelhaften Nachahmung der Echtheitsmerkmale Wasserzeichen und Bffenzenfafernunfchwer zu erkennen find. Bor Annahme diefer Fälschungen wird gewarnt. Den besten Schuh vor der Annahme von Falschstücken bietet die Kenntnis des Aussehens und der Beschaffenheit der echten Noten. Für die Aufdeckung von Falschmünzerwertstätten und dahin führende Angaben zahlt die Reichsbant hohe Belohnungen. Bei ruhiger Ueberlegung und rein sachicher Betrachtung der Situation müssen auch die Herren Direktoren zugeben, baß zum mindesten einmal der Bersuch gemacht werden muß, auf dem nicht mehr ungewöhnlichen Wege von Ber han blungen mit den Streifenden eine Berständigung zu erzielen. Die Strefe tenden haben von vornherein zu erkennen gegeben, daß ste jederzeit zu Berhandlungen bereit sind. Die Strei fenden sind feineswegs etwa unvernünftige Menschen, sondern sie sind auch jetzt noch zu jeder Stunde bereit, über die Beilegung des Streifs zu verhandeln. D'e Streitenden haben aber auch es fein muß. Allein tas Publikum hat feine Luft. darauf zu warten, bis man in der Direktion einsieht, daß augenblicklich die Strei. fenden die Stärteren sind Die Herren Direttoren mögen sich auf den Kopf stellen, versuchen, S.reifbrecher zu gewinnen, die Technische Nothilfe in den Dienst ihrer Sache zu stellen, doch all. ihre petzweifelten Anstrengungen in der verfehrten Richtung führen nidr dazu, die Hoch- und Untergrundbahn wieder jahren zu lassen. Die Herren vergeben sich durchaus nichts, wenn sie sich zu der Einsicht aufraffen, daß ohne Berhandlungen der Konflikt nicht beigelegt werden foun. Ganz abgesehen davon, daß sie durch ihre niedrige Lohntemessung, ihre all u große Scheu vor cedentlichen Löhnen und Gehältern für das Perfonal nicht für sichden Konflikt heraufbeschworen haben. Muß man aber wohl oder übel einsehen, daß es ohne Berhandlungen, die allerdings von der Absicht eines weitgehenden Ent„ Bolf und Zeit", unfere illustrierte Wochenschrift, liegt gegentommens getragen fein müssen, nun einmal nidyt geht, dann der heutigen Bostauflage bei. liegt tein ersichtlicher Grund vor, solche Verhandlungen unnüßer. weise zu verfchleppen. Weitere Senfung der Milchpreise. Die stärkere Inanspruch nahme der von der Berliner Milchpersorgung G. m. b. 5. ein. Nach dem ginzen bisherigen Verlauf des Konflikts, mehr noch, gerichteten Ausgleichstallfe und die Herabschung des Butler nach der ganzen Einstellung der Leitung der Hochbahngesellschaft, preises ermöglichen eine weitere Senfung der Milchpreise. Diese be preises ermöglichen eine weitere Senfung der Milchprofe. Diefe befcheint es allerdings ein ziemlich vergeblicher Berju, bie tragen vom Sonnabend den 15. November 1924 ab für ein Liter Direttion der Gesellschaft zu bewegen, Berhandlungen Bollmilch um Laden tes Kleinhandels 32 Pf., für ein Biber Bollmilh ab Rubstall 36 Bj. Der Preis für Magermilch bleibt unver herbetzuführen ändert auf 10 f. fe Liter bestehen. Selbstmord im Vorortzug. Gestern wurde in einem Abteil des Borortzuges Nr. 2181, ber nach Friedrichshagen fuhr, ein emo 40 Jahre alter mann beim Ginireffen des Zuges in Charlottenburg mit zwei Schüssen im Ropf tot aufgefunden. Es liegt zweifelhaft Selbstmord por. Es liegt zweifelhaft Set bit morb vor. Aus hinterlassenen Papieren ist als Grund zur Eat Schwermut anzunehmen. Der Tote ift 1,69 Meter groß. von schlanker Gestalt, mit länglichem Gesicht, braunen Augen, dunfelbraurem furzem Haar und Schnurrbort. Er war befleidet mit eirem fdywarzen Mantel, arünem Wollschal, grauen Hut und schwarzen Stiefeln. Die Leiche ist in das Leichen schauhaus gebracht worden. Zweckbienliche Mitteilungen erbittet bie Kriminalpolizei im Polizeiamt Charlottenburg, Zimmer 241. Das 1. Wohlläfin feilstonzert des Sin'onic- Orcheflets der Schul polizei unter Clemens Edmalftich, mit Kommerfänger Walter Kirchhoff als Gast, wird am 18. November. 8 Uhr abends, im Orpheum, Hajenheibe, zu populären Preisen wiederholt. Biel und Arbeitsfeld wieder einmal Süddeutschland war. Die Be Parteinachrichten hörten dort wurden wieder berachrichtigt, es wurden abermals Einbrüche perübt, aber die Täter wurden nicht gefaßt. Am vergangenen Sonnobend fchrieb Wyrmidi feiner Braut, daß feine Geschäftstour zu Ende sei und daß er rach Berlin zurüdfebie. Am Mittwoch hatte tie Krin ina polizei gerade wieder Nachricht von einem Geid. franfeinbrud im Finanzamt Eichstädt erhalten, bei bem den Verbredern 7000 Goldmart in die Hände fielen. Als die beiden Geschäftsreifenden in Berlin eintrafen, wurden sie von Kriminalbeamten schon erwartet. Die Beamten ginaen den„ Reifenden", tie ohne Gepad ctament, unauffällig nach. Wyrwidi begab fich in feine Wohnung in der Bismardstraße, zog sich um und holte bonn feine Braut ab. um die Berlobungsringe zu faufen und Berlobungsanzeigen bruden zu lassen. Unterdeffen durchfuckten andere Beamie sein: Wohnung und fanden in eem Roffer Rollen aus 50- Pfennig- und 3- Mart- Stiden, wie sie aus dem Geld. fcrent des Eichstädter Finanzamtes gestohlen worden waren. Jegt wurde Wyrwicki festgenommen, und auch Bauer murde verhaftet. Bei ihm fand man eine Tasche mit den gleichen Geldrollen. Die Berhafteten leugnen natürlich. Es unterliegt aber par feinem Bweifel, dak alle diese Einbrüche. im ganzen etwa 60. auf ihr Konto tommen. Von ihren Hefershelfern hat man noch feine Spur ge funden. Es handelt sich um Geldschrankeinbrücke in Königsberg usw., Reichenbach, Leipzig, Seidenburg. Elsterburg. Faltenberg. Morsbrud, Caftel, Regensburg usw. Ueberall ist Wyrwidi mit seinen Marmoruhren gewesen. Proteft der Straßenhändler. Anläßlich einer gestern vom Reichsverband ambulanter Gewerbetreibenber veranstalteten Brotestversammlung der Straßenhändler wurde folgendes festgestellt: Der Straßenhandel ist täglich Angriffen ausgefeßt, wovon die Berufsangehörigen faum et was missen; ein Hauptargument seiner Gegner ist, daß es sich meist um gestohlene Sachen" handle. Die Behauptung wurde als ver leumberisch zurückgewesen. Der Straßenhandel zerfällt in mehrere Telle; einen Hauptzweig bildet der Obsthandel, der am heftigsten befehdet wird; feine Gegner find nicht einzelne Gruppen, sondern ganze Organisationen. Schokoladenhändlerverband, Fleischerverband, Berband der Kaufleute usw. werden bei den Behörden vorstellig, wobei fich der Reichsverband der Obst- und Gemüsehändler besonders her vortut. Der Geschäftsrückgang liegt aber nicht am Straßenhandel, fondern an der geringen Rauftraft des Publikums, die eine Folge der schlechten volkswirtschaftlichen Lage ift: aus Gründen der Billigkeit bevorzugt die Bevölkerung eben den Straßenhändler. der bei dem geringsten Verkommn's abgebaut" wird. Auch die Fleischerorganisation tritt bei dieser Bekämpfung hervor, pharifä fchermeife, wie ein fürzlich vom„ Borwärts" geschilderter ffandalöser Borfall gezeigt hat. Das feßhafte Gewerbe perfucht heute, Kredite aufzunehmen, um den Straßen handel, beffen Bedeutung als Bollgewerbe noch immer nicht anerkannt Cinfendungen für diese Rubrik sind Berlin SB. 68, Bindenstraße 3, Es liegt jedoch zweifellos etn startes öffentliches Jufereffe nor, alles Saranzulegen, die hoch und Untergrubbahn mögs fich st bald wieder in Gang zu bringen. Wir bürfen poher mohl erwarten, baß nun endlich bie, tompetenten Stallen, die ja mit der Behandlung solcher Ronflite per traut find unb wiffen, daß es nur auf dem Berhandlungs. wege möglich ist, dieser Berfehrslähmung so rasch wie möglich ein Ende zu machen, fich bemühen, bie Parteien aa den Verhandlungstisch zu bringen, um eine Einigung herbeizuführen. Es ist ein geradezu fripoles Spiel mit dem Berkehrs bedürfnis des Berliner Bublikums, darauf zu spekulieren, daß das, was durch den Streif on Einnahmen verloren geht, nachdem dop pelt und dreifach wieder aus dem Publikum herauszu holen; sich gewiffcrmaßen zwingen zu lassen, ausfömmlichere Gehälter zu zahlen und dann unter Berufung auf solchen 3wang eine Erhöhung der Fahrpreise zu diftieren. Nur so wird das Verhalten der Direttion verständlich, die toft bare Zeit zu Berhandlungen ungen üht verstreichen zu lassen, für Groß- Berlin den Herrenstandpunkt hervorzukehren und hinterher ben ffets an bas Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trep. rechts, an richten. 17. Rreis 2ichtenberg. Bildungsausschuß und Jungfozialisten! Heute, Freitag 7 Uhr Rurfus: Marg- Literatur". 14. Abend.) 19. Kreis Paukom. Sonnabend pünktlich 6 Uhr im Rathaus Fraktionssigung mit den Bürgerdeputierten. Morgen, Sonnabend, den 15. november: 24. Abt., 3. Gruppe. 8ahlabend und Materialausgabe 7%, Uhr im Restaurant Schweizerhäuschen, Greifswalder Str. 8 b. 27 Abt. Um 5 Uhr Flugblattverteilung von Mehlberg, Gaubyftr. 6, aus. 55. Abt. Charlottenburg, 8 und 9 Gruppe. 7 Uhr bei Reimer, Wilmersdorfer Straße 21 10. Gruppe bet Bohne. Echloßfft. 45, Abholung ber Flugblätter 137. Abt. Reinidendorf Beit. Bicht ge Flugblattverbreitung am Sonnabend. Aus gabe erfolgt ab 4 Uhr im Voltshaus. Uebermorgen, Sonntag, den 16. november: 54. Abt. Charlottenburg, Sonntag frith 8 Uhr. Flugblattverbreitung: Treffpunkt der 5. Gruppe bei Bihnemann, Selmholaftr. 39, 6. Gruppe Jugendheim Rofinenftraße 4. 7 Grupne Scholzte, Charlottenburger Ufer 19. Sonnabend Funt tionärstzung 8 Uhr, Botal Fischer, Cauerstr. Ede Charlottenburger Ufer. Sport. Reit- und Fahrturnier. Der Donnerstagnachmittag, der als Programmnummer 1 im Sport Balast das Gehorsamsspringen brachte, hatte piele Teilnehmer und Zuschauer herbeigelockt. Bei diesem Springen, das für alle Pferde offen war, durften die Hindernisse nicht über 1 Meter hoch und nicht länger als 2 Meter sein. Doch wurde die Art der Hindernisse erst am Tage der Preisbewerbung befanntgegeben. Sie fegten sich zusammen aus einer Bank mit Lehne", einem Tisch", einem„ Rid", einer Mauer" und einem„ Steg". Zudem waren die Hindernisse nicht wie gewöhnlich von einem grünen Fang eingefäumt, sondern von dünnen Bambusstangen. Die Tiere wurden also von allerlei Absonderlichkeiten überrascht. Trozdem stellten sich 26 Teilnehmer, unter ihnen auch der allbekannte Krieger, dem man nachfagt, er sei 22 Jahre. Bon allen Pferden wurden die Hindernisse glänzend genommen, doch sehen die meisten den Gang über den Steg für etwas aanz Ungeheuerliches an. so daß er ihnen zum Berhängnis wurde. Sieger blieb Leutnant Mom m auf Turto mit 0 Fehlern in der Zeit von 40 Set. Es folgten Olmad( Rittmeister Lok) mit 0 Feh'ern in 40% St., Bring( R. Freed) mit 0 hfern in 44% Sex funden, Breuschen( Oberleutnant Schund) mit 0 Fehlern in 53 Ges funden, Lindequist( Leutnant Lungerhausen) mit 0 febern in 61 Gefunden, Trajan( Hauptmann Feyerabend) mit 0 Fehlern in 62% Ge funden, Diana( Esche) mit 0 Fehlern in 63% Set. Die Ausländer hatten diesmal mit dem Ausgang der Konkurrenz nichts zu tun. Eine fehr starke Beteiligung fand auch das Einspännerfahren. Die Senfa. | tion des Tages waren natürlich wieder die ostpreußischen Hengste. amtlichen Stellen, die sich um die Beilegung des Konfliktes bemühten, obendrein die Schuld dafür zuzuschieben. boz man leider gezmungen" sei, eine Fahrpreiserhöhung vorzunehmen.. Lediglich zu dem Endzwed einer Erhöhung der Dividende, einer Mehrung des Profits wird mit den Eriſtenzintereffen der Angestellten und den Berkehrsintereffen der Allgemeinheit in dieser Weiße Schintluder getrieben. Ein größerer Schuß des Publi fums vor solchen fapitalistischen Spekulationen ist unbedingt not wendig. Tas Landgericht III gegen den Tarifvertrag der Portiers In einer öffentlichen Versammlung im Deutschen Wirtshaus". Neukölln, protestierten gestern aber die Wohnhausportiers gegen das vom Bandger cht III gefällte Irteil, monach ber am 19. Mai 1924 für verbindlich erklärte Schiedsspruch der Rechtswirtsamteit entbehre, Felsch vom Deutschen Berfchrsbund zerpflückte dieses Fehl urteil in allen feinen Teilen. Beim Rammergericht ist bere ts Be rufung angemeldet und es wird sich ja zeigen, ob die Berliner Hausbefizer ihre Bortiers weiter m'türlich entlohnen dürfen. Obaphl das Schlichtungswesen vorschreibt, daß verbindlich er flärte Tarifverträge endgültige Urteile, also nicht durch andere Ge richte anfechtbar sind, haben die Haus- und Grundbesiger doch en Gericht gefunden, das dem Schlichter eine moralische Ohrfeige verfeßt. Wenn dieses Urteil auch in der höchsten Instanz Rechtsgrundfaz werden sollte, dann ist es tein Wunder, wenn auch der letzte Rest des Vertrauens in die deutsche Justiz pershm'ndet. Das Urteil ist mit den Hausbesigern barin e'niq, daß die Grundbe. figer Organisation nichttariffabia fei. Unsere Scharfmacher werden jubeln. Se sind nach ihrer Meinung alle nicht tariffähig". Interessant ist die Urteils begründung. Es heißt da u. a: „ Es ist gerichtsbekannt, daß eine nicht geringe Zahl von Hausbefizern, namentlich von Befihern Kleinerer Häuser in den Außen bez rfen d'e Hausreinigung selbst mit Hilfe von Angehörigen besorgt und ferner, daß weiter in nicht seltenen Fällen die Hausreinigung von den Mietern selbst besorgt wird." Ueber die Tariffähigkeit des Bundes sagt das Urteil weiter, daß der Bund erst dann als tariffähig anzusehen ist, wenn er sich die Regelung der Berhältnisse zwischen seinen Mitgliedern, welche Arbeitgeber sind und deren Angestellten be fonders zur Aufgabe fett. Die Sagungen enthalten nur Bestimmungen über den Zweck des Bundes, monach diefer für die eine heitliche Wahrnehmung der gemeinsamen Interessen der Berliner Haus und Grundbesiger eintritt. Zu diesen gemeinsamen Intereffen im Sinne des§ 2 tonne die Regelung der Berhältnisse mit den Arbeitnehmern nicht gehören, eben desha b, weil diese Interessen nicht allen Haus und Grund befizern gemeinsam seien. Der Bund der Hausbesizer sei also nach seinen Sagungen feine tariffähige Arbeitgeber vereinigung. Hieran ver mag die Tatsache nichts zu ändern, daß der Kläger( eben der Bund) früher ei.mal einen Tarifvertrag abgeschlossen hat. Denn eine Vereinigung fann unmöglich schon dadurch allein tarif fähig werden, daß sie in einem einzelnen Falle hren Sagungen zuwider(!) ihre Tariffähigkeit für gegeben erachtet. Nach alledem ist der Kläger feine Arbeitgebervereinigung im Sinne der Verordtung vom 23 Dezember 1918. Es ist auch für eine Gesamtstreitigkeit mit einer Arbeitnehmervereinigung, hier mit dem Beklagten( Portier verband) und demgemäß für ein Eingreifen der Schichtungsbehörden und die Festschung des Tarifs kein Raum; der vom Schlichtungsausschuß festgesetzte und vom Schlichter für perbindlich erklärte Schiedsspruch entbehrt also der Rechtswirksamkeit. Der 7. Dezember wird auch den Portiers Gelegenheit geben durch den sozialdemokratischen Stimmzettel gegen dieses Urteil zu protest eren. Kommunisten als Arbeitervertreter". J Aus Chemnitz wird uns geschrieben: Vor dem Gewerbegericht in Chemnitz flagten ein Zimmerer und ein Maurerpolier gegen eine Baufirma auf Zahlung von je 2000 Mark Judasgeld. Beide waren bei diefer Bauficma an dem großen Dresdner Banfbau in Chemnik tätig. Die Firma hatte sich der Bank gegenüber verpflichtet, den Bau bis zum 1. Juli 1924 bezugfertig zu übergeben. Diefen beiden Polieren und dem Betriebsratsvorsitzenden Martin Seidel, Vorstandsmitglied im Verband der ausgeschlossenen Bauarbeiter in Chemniß, zurzeit Bürgermeister von Niederwiefa- auf Kommunismus dreimal geeicht versprach die Sächsische Baugesellschaft je 2000 Mart zu zahlen, wenn sie dafür Sorge tragen, daß der Bantbau ohne Unterbrechung bis zum genannten Termin fertiggestellt wird. Seidel hat nicht mitgeflagt, trat vielmehr als Zeuge auf, um zu befunden, daß das Versprechen von der Firma tatsächlich abgegeben ist. gegeben, der Kläger habe auf einem Bau, wo er mit mehreren Kol legen zusammenarbeitete, die Arbeit absichtlich ver zögert und den Beklagten dadurch geschädigt. Der Prozeß hat sich über ein Jahr hingezogen, und zwar deshalb, weil es nicht leicht war, festzustellen, ob der Kläger tatsächlich die Arbeit mit Absicht verzögert habe. Es wurde ein ge richtlicher Sachverständiger mit den betreffenden Feststellungen beauftragt. Der machte sich zunächst die Sache sehr leicht, indem er im Kontor der beklagten Firma aus dero Büchern feststellte, daß bei den betreffenden Arbeiten die normale Arbeitsdauer um 50 Proz. überschritten sei. Diese Feststellungen er= fannte der Kläger nicht an, er verlangte, daß die betreffenden Arbeiten auf dem Bau in seiner Gegenwart durch den Sachverständigen besichtigt und von ihm erläutert werden. Das geschah denn auch. Hierbei mußte denn auch berücksichtigt werden, daß der Kläger ja nicht allein auf dem Bau tätig war, daß die mit ihm gleichzeitig dort beschäftigten Klempner oft wechselten und daß er selbst zwischendurch noch auf einem anderen Bau arbeiten Daß Kommunisten sich be fte chent laffen, ist ja bei Menfchet, I als unbillige Härte anfocht, wurde als Entlassungsgrund an die ehemals eine Vorliebe für gelbe Forbe hatten. nicht be onders verwunderlich. Die Sache hat aber noch eine Vorgeschichte. Einige Tage vorher hatte bei dem engen Verhältnis zwischen femmunisti em Betriebsrat und Firma allerdings zu verstehen die Firma Wind davon bekommen, daß die„ Hainstraße" so be nannt, weil die ausgerissene 1 Bauarbeiter dort ein Bureau haben, die Sperre verhängen wollte, um der Lehn„ betrichsweise" hochzutreiben. Richtig fand dann auch eine Fraktionssigung der Ausgeschlossenen statt, wo der Beschluß gefaßt wurde, die Firma zu sperren. Aber nicht über den Bankbau i bewahre nein über di: anderen Baustellen oer Firma. Nun arbeiten zwar an dei anderen Bau stellen überall freie Gewertschaftler, organisiert im Baugewerksbund. Als diese nun die Arbeit auf Beschluß der tommunistischen Fraktionssizung nicht einstellen wollten, waren fie natürlich nach Auffassung der anderen Streit brecher". Ueber den Bankbau hatte man fugerweise die Sperre nicht verhängt, denn sonst würde man ja Streifende haben und Streifunterstügung ist auch dort immer das wenigste". Damals war diese sonderbare Streifstrategie der Ausgeschlossenen" nicht ganz klar. Zwar waren am Banfbau faft nur„ Ausgerissene" beschäftigt. Er ft jest lich et fich der Schleier. Geld stinkt nicht, auch wenn man dafür nicht arbeiten braucht Offenbar halten die Revolutionäre" die Verpflichtung übernom men, hafür Sorge zu tragen, daß keine Unterbrechung der Arbeiten am Bankbau eintrete. Seidel als fommunistischer Bürgermeister, inzwischen von der Baufirma entlassen, erhält zwar bis 15. November seine Lohn fort. Zu der in den nächsten Tagen stattfindenden Betriebsratswahl hat er sich, weil er mandatsmüde ist, nicht wieder aufstellen lassen. Unberechtigte Entlassung. Ein Bauftempner, der jahrelang bei der Firma Kän ik beschäf tigt war, hatte sich in lezter Zeit durch Vertretung der Interessen seiner Kollegen beim Arbeitgeber unbeliebt gemacht. Der Klempner wurde entlassen und als er beim Gewerbegericht seine Entlassung mußte. Auf Grund eines neuen Sachverständigen gut ach tens und eigener Würdigung der Verhältnisse fam das Gericht zu dem Urteil, daß der Kläger wieder einzustellen oder als unbillige Härte darstelle, denn es fet nicht erwiesen, mit 813 m. zu entschädigen ist, da sich seine Entlassung daß der Kläger die Arbeiten böswillig hinausgezögert habe. Berantwortlich für Bolitik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Shikowski; Cotales und Sonstiges: Friz Karstädt: Anzeigen: Th. Glode. sämtlich in Berlin. und Berlaasanstalt Baul Ginger u. Co. Berlin SW 68. Lindenstraße 3. Berlag: Borwärts- Verlag G. m b. 5.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet S.Hoffmann Charlottenburg Wilmersdorfer Straße 12 empf ehlt sein reichhaltiges Lager an selbstfabrizierter Herren- u. Knaben- Bekleidung BILLIGE ANGEBOTE Damen- Hüte für die kalte Jahreszeit Fesche, kleine Form breite Bandgarnit., 90 Silkinasams 590 Seidenplüsch- Hut fesche Form, breite 25 725 Kunstzylinder elegant, breite Bandgar- 75 Bandgarnitur nitur, schwarz und braun 775 Filzhüte verschiedene Formen und Farben, 375 mit breiter Bandgarnitur: Herren- Kleidung gute Winterulster mod. Form 5600 6200 7200 Sakkoanzüge verarbeite. 3500 4200 5800 Hosen gestreift, haltbare Stoffe 490 675 1000 gate 2700 3600 4800 Jünglings- Ulster Stone Jünglings- Anzüge 28° C 35° C 3950 streit. 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