Nr. 96. Erscheint täglich außer Montags. Breis pränumerando: Viertelfährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret n's Haus. Einzelne Nummer iBfg. Sonntags- Nummer mit lustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30Mt. proQuartal. Unter Kreuzs band: Deutschland u. OesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt. pr.Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Numiner müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. zu machen. " " Donnerstag, den 25. April 1895. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. J. IV C. 805. 94. VII 6845. Beglaubigte Abschrift.[ und es giebt Ministerwechsel und Systemwechsel; auf dem Ge- Die drei mächtigsten Reiche Europas." Hm! Ein Im Namen des Königs! In der Straffache gegen den Redakteur biete der auswärtigen Politik ist es aber selbst bei Märchen aus alten Zeiten will uns nicht aus dem Sinn Hugo Poetsch zu Berlin, geboren am 18. November 1863 zu den wildesten der wilden Völker feststehende Sitte, daß keine hat's nicht einmal ein gewisses England gegeben, das Colditz in Sachsen, evangelisch, wegen Beleidigung durch die Regierung mit der Politik der Vorgängerin brechen darf, feinerzeit, vor fast 100 Jahren, als Napoleon, der Preſſe hat die VII. Straſkammer des Königlichen Landgericht daß gewisse Grundsäge von je der Partei befolgt werden Weltbezwinger, das ganze Feſtland von Europa im zu Berlin in der Situng vom 21. Dezember 1894 für Recht ertanut: Der Angeklagte Poetsch wird wegen Beleidigung durch müssen. Parlamentarischer Zickzackkuns im Inneren, Besitz und unter der Fuchtel hatte, ihm truziglich die Presse zu einer Gefängnißstrafe von 2- zwei Monaten Stetigkeit nach Außen das ist französische und englische Schach bot und den Kampf gegen ihn viele Jahre und zur Tragung der Kosten des Verfahrens verurtheilt; dem Regel. Anders unser unparlamentarischer Zickzackkurs. lang führte, bis Napoleon, der Weltbezwinger, Polizei- Direktor Siebdrat zu Chemnitz wird gleichzeitig die Be- Erstens ist er zehnmal mehr Zickzack als der parlamentarische überwunden war? Und lag dieses England nicht in fugniß zugesprochen, die Verurtheilung des Angeklagten auf dessen zichzadt zehnmal von rechts nach links und von links Europa? Liegt es nicht noch heute in Europa? Und ist Kosten innerhalb vier Wochen nach Zustellung des rechtskräftigen nach rechts, che jener mit parlamentarischer Schläfrigkeit es etwa kleiner geworden und schwächer als damals? Wir Urtheils durch Einrückung der Urtheilsformel in den Vorwärts" fich 11112 ein Mal einziges umdrehen fonnte. reiben uns die Augen. Nein England ist noch immer Berliner Boltsblatt, an hervorragender Stelle öffentlich bekannt und zweitens hat er den Muth der Konsequenz. da, und seine Flotte ist so stark wie die Deutschlands, Ferner wird angeordnet, daß alle vorfindlichen der Zickzack gut ift für die innere Frankreichs, Rußlands und noch verschiedener Exemplare der Nr. 70 der periodischen Zeitschrift Vorwärts" Wenn Berliner Volksblatt, sowie die zu ihrer Herstellung bestimmten Politik, warum nicht für die äußere? Zickzackkurs nach anderer Länder zusammengenommen. Platten und Formen, soweit sie den inkriminirten Artikel, über Innen, Zickzackkurs nach Außen! Herr Jemineh! Die Vereinigten Staaten von Europa schrieben wei wegen Mißhandlung im Amte", unbrauchbar zu Und dem Jupiterhaupt des Zickzackkurses entsprangen haben ein Loch, ein großes, großes Loch- England fehlt. machen. Berlin, den 3. Januar 1895.( L. S.) gez. Altrichter: vorigen Sonnabend die Vereinigten Staaten von Europa. Das ist Pagoden- Weisheit. Gerichtsschreiber des Königlichen Landgerichts I. Etraftammer VII. Der Friede von Schimonoseti, wie der zwischen China Ja, sie haben England vergessen, die biederen PagodenFür richtige Abschrift. Berlin, den 23. April 1895. Baganz, und Japan getauft ist, war die Art, mit welcher, wie wei- Weifen. Oder könnten wir die Weisen nicht weglassen? land bei dem Heidengott, das schicksalsschwere Haupt ge- Blos Pagoden. spalten wurde, um die Echwergeburt zu ermöglichen. Also England haben sie vergessen. Nur schade, daß Sie Welche Konsequenz des Zickzackfurs! Cogar wir, die die Engländer sich nicht vergessen haben. wir seine Leistungsfähigkeit kennen und einen gewaltigen haben vortrefflich für sich gesorgt. Und während Respekt vor ihr haben, trauten ihm diese Löwenkühnheit der Zickzack- Kurs strengste Neutralität predigte, die der Konsequenz nicht zu, und waren so ungerecht zu glauben, vor einem halben Jahre von England vorgeschlagene er werde den ostasiatischen Verwickelungen gegenüber sich gemeinsame Aktion" heldenmüthig ablehnte und politische von der so oft und so warm betheuerten Neutralität wie Sternguckerei trieb- schlängelte England sich an die Seite ein echter Philifter einfangen lassen und nicht den Wuth des Siegers, schlängelte sich in sein Vertrauen, und schuf, haben, er selbst zu sein das heißt Zickzackkurs. gemeinsam mit ihm, die vollendete Thatsache des Friedens Hut ab! Wir haben uns getäuscht, der Zickzackkurs von Schimonoseki! Und als die Sterngucker das Fernrohr war sich selber getreu, nach dem Wahlspruch des Professors hinlegten, stolz auf ihre so tapfere und pfiffige Neutralität", Biedermann in Leipzig, und die Neutralität von gestern da stießen sie auf einmal mit der Nase an die vollendete ist heute in den Wind geschlagen, wie die Tugend einer Thatsache. Und da die Thatsache hart ist, hart und halsalten Jungfer, die sich zickzackfursmäßig vorgenommen hat, starrig wie Granit, so war die Ueberraschung keine annicht mehr tugendhaft zu sein, und sich dann mit Binjen genehme. Namentlich nicht an der Newa und an der und Zinseszinsen entschädigen will. Sprce. An der Seine, wo man für John Bull einige Zärtlichkeit hat nachdem der Bruder Russe sich als ein ist man so arger Finanz Hochstapler entpuppte schon philosophischer. Sekretär. Die Vereinigten Staaten von Europa, dieser schöne Traum der friedenliebenden Zukunftspolitiker ift er plöglich Wahrheit geworden? Am vorigen Sonnabend tönte die frohe Botschaft an unser Dhr, und sie kam von einer Stätte, wo feierlicher Ernst zu herrschen pflegt und gute und schlechte Wiße nicht gemacht werden könnten, auch wenn sie erlaubt wären: aus den heiligen Hallen der Ober- Pagode amtlicher, dreifach destillirter Preßweisheit. Die Vereinigten Staaten von Europa",- so schallte es durch das erstaunt aufhorchende Land. Also fort mit der Neutralität. Hui und hast du nicht gesehen! Es leben die Vereinigten Staaten von Europa und ihre gemeinsame Aktion! Großer Gedanke! Verflucht gescheidt, wenn es nicht gar zu schr das Gegentheil wäre. Die Vereinigten Staaten Europa's haben sich zufammengefunden zu gemeinsamer Aktion, um die Interessen Europa's zu wahren gegen die ihnen drohende Gefahr!" Gefahr woher drohend? Auch das enthüllte die PagodenBöse Ueberraschung! Doch was thun? Weisheit. Ja pan war der Sünder. Japan? Neue UeberDie englische Flotte und auf die Flotten tommt es raschung. War dieses Japan, das„ asiatische Preußen", uns Die Vereinigten Staaten von Europa! Zählen wir in diesem Fall an ist stärker als die Flotten der neunicht seit Monaten als ein wahrer Musterknabe von Staat die Häupter der Lieben. Eins, zwei, drei Teutschland, gebackenen Vereinigten Staaten von Europa zusammengeschildert worden, und zwar durch dieselbe unfehlbare Frankreich, lußland. Nicht mehr? Nun, wozu braucht genommen. Und was mehr sagen will England hat Pagoden- Weisheit, die jetzt mit einem Male die Vereinigten es ihrer mehr? Genügt das nicht? die Freundschaft Japans und, wenn nöthig, seine BundesStaaten von Europa" von den Sternen des Himmels" Die drei mächtigsten Reiche Europas genossenschaft zu Wasser und zu Land. Das verleiht ihm herunterholte, um sie den ungezogenen, erfolgberauschten haben sich zu einem gemeinsamen diplomatischen Vorgehen eine solche Ueberlegenheit, daß es die Vereinigten Staaten Japanern an den Kopf zu werfen? O heiliger 3ick- geeinigt" orakelt die Pagoden- Weisheit heraus aus der der Pagoden in aller Gemüthsruhe auslachen kann. zack, auch hier? Cloaca Maxima- der Hauptkloake am Rhein. Die drei Kurz, England beherrscht die Situation. Gewiß! Wir leben ja im Zeichen des Zickzacks, und mächtigsten Reiche." Und sie heißen? Wir sagten es schon: wenn man dann einmal Zickzack will, dann muß man ihn Deutschland, Frankreich, Rußland- oder richtiger grup auch ganz wollen, immer und überall. Da sind andere pirt, geographisch wie politisch richtiger: Frankreich, Wölfer sie gehören zu den„ wilden" nach der Pagoden- Deutschland, Rußland, denn der Zickzack Messias Deutsch Weisheit, die haben in ihrer inneren Politik mitunter land ist in der Mitte, eingeteilt zwischen den zwei auch Zickzackkurs- die Parteiregierungen kommen und gehen Schächern. Feuilleton. [ Nachdruck verboten.] B " stehen. Mehr und mehr fassen die Frauen festen Fuß, und langsamt, aber sicher erringen sie sich eine Stellung, die über die bis dahin von ihnen eingenommene hinausgeht. Beweise hierfür bieten die Kindererziehung, die Literatur, die und darin unterscheidet sich eben der Standpunkt der Neuzeit so wesentlich von dem früherer Jahrhunderte. Auch bei den berühmtesten Völkern des Alterthums verblieben ja die Frauen in untergeordneter Stellung. Statt sich über das Entstehen einer neuen Macht in Asien sittlich zu entrüsten, hat es sich kluger Weise mit der Thatsache abgefunden und sucht sie nach Kräften auszunüßen. Guid Die armen Vereinigten Staaten von Europa" haben das Nachsehen. Sie haben nicht die Mittel, England aus Der Einfluß der Frauen auf die Lebens- und Umgangsformen, ja selbst die Rechtspflege, Jahrhunderte später als Homer, und innerhalb dieser Zeit Willenschaft." Von Henry Thomas Buckle. Aus dem Englischen übersetzt von Eugenie Jacobi. In der Neuzeit fallen der Einfluß der Frauen und der Fortschritt der Menschheit fast mit einander zusammen, während Griechenland eine ganz entgegengesetzte Ere scheinung aufzuweisen hat. Plato lebte mindestens vier machten die Griechen doch bemerkenswerthe Fortschritte auf den verschiedenen Gebieten der Kunst, wie der Wissenschaft. Einen Antheil hieran haben die Frauen aber keineswegs. Ja, im Zeitalter Homer's waren sie sogar einflußreicher In seinem Rechte hat Rom der Nachwelt die edelste als in dem Plato's was sich aus den Schilderungen, die Gabe hinterlassen. Vielumfassende, wohlgeordnete Sagungen diese Männer und ihre Zeitgenossen von dem Leben der des Verfassers der Einleitung zur Geschichte der Zivilisation", sind mit vollendeter Geschicklichkeit ausgearbeitet, und ihnen Gricchen entwerfen, deutlich erhellt. Die Thatsache stellt vor Beginn unseres neuen Romans: Berliner März entnehmen wir unsere besten und meisten Rechtsbegriffe. die Frage in das Licht der Zeit, eine andere hingegen in tage" in unseren Feuilletonspalten veröffentlichen, glauben wir Frankreich und Deutschland stehen in ausgedehntestem Maße das örtlicher Verhältnisse. Bei den rauhen, unwissenden vielen unserer Genossinnen und Genossen einen Gefallen zu thun. Die Arbeit Buckle's, der schon 1862 starb, ist für die Geschichte auf dem Boden des römischen Rechtes, und auch Englands Spartanern besaßen nämlich die Frauen einen größeren der Frauenbewegung von höchster Wichtigkeit. Die Original- vorzüglichsten Gesetzgebern hat dasselbe als Leuchte gedient. Einfluß, als bei den höflichen, gebildeten Athenern, und es Uebersetzung, in der wir den jetzt 37 Jahre alten Essay, der Bracton unter den älteren und Somers, Hardwicke, wäre gewiß des Erforschens werth, die Ursachen jener Erursprünglich ein Vortrag war, veröffentlichen, ist möglichst von Mansfield und Stowell unter den späteren englischen scheinung herauszufinden. Doch ich will nur auf dieselbe Fremdwörtern gesäubert.) Rechtsgelehrten hat es dazu befähigt, die rauhen Sahungen aufmerksam machen. Sie ist ja einer von den vielen Be( Indem wir diesen, in Deutschland wenig bekannten Essay " Das Feuilleton wird später als Broschüre im Verlage von unserer angelsächsischen Vorfahren zu mildern und den weisen, die darthun, daß die vielgerühmten Errungens August Schupp in Leipzig erscheinen. Forderungen der Gegenwart anzupassen. Doch den Frauen schaften des Alterthumes in hohem Grade einseitig waren, Der Gegenstand, über den ich mich hier auszulaffen ge- wird dieses unvergängliche Denkmal menschlicher Weisheit und daß sie fallen mußten, weil die Gesellschaft nicht denke, der Einfluß der Frauen auf die Wissenschaft, gehört nicht im mindesten gerecht. Ein hervorragender Schrift in ihrer Gesammtheit fortschritt, sondern einen Theil ihrer unzweifelhaft zu den anziehendsten und auch zu den wichsteller bemerkt hierüber sehr treffend, daß dort die Frauen Mitglieder opferte, um dem anderen das Vorrücken zu tigsten Dingen. Ihre Gesittung verdankt die Menschheit nicht als Personen, sondern als Sachen angesehen werden. sichern. Eine solche Gestaltung ist den gesellschaftlichen Ver der Wissenschaft. Jedes Vorwärtsrücken der Völker hängt Sie waren aller Rechte vollständig bar und befanden sich mit einem entsprechenden Fortschritte auf dem Gebiete des ganz in der Gewalt ihrer stolzen und aumaßenden Herren. hältnissen der Neuzeit zum Glücke nicht eigen. Hier hat Wissens zusammen, und gleichzeitig ist der Einfluß der Bei dem anderen großen Wolke des Alterthums, bei den der Einfluß der Frauen sich als äußerst heilsam erwiesen. Frauen in beständigem Wachsen begriffen. Unter solchen Griechen, belehrt uns schon die Literatur darüber, mit Durch ihn kam ein höherer Schwung in das Leben hinein, Umständen drängt sich uns die Frage auf, in welchen Be- welchem beißenden, bitteren Spotte jene lebensfrohen und das damit der Gefahr entrückt wurde, zu einem bloßen, ziehungen dieser Einfluß und die Wissenschaft zu einander geistreichen Leute die Frauen behandelten. Diese waren gleichförmigen Werktagseinerlei herabzusinken. Weibliche r ihnen keine Gefährtinnen, sondern weiter nichts als bloße Einfluß wehrte der Gewaltthätigkeit, minderte die Grausam= Spielzeuge. *) Ein. Freitag den 19. März 1858, gehaltener Bortraa. feit und wirkte sänftigend und mildernd auf die Art und Die erste auswärtige Aftion" des Zickzackkurses ist dem Zickzack zum Opfer gefallen. Der Zickzackkurs war zu tonsequent. Auch die Mucker revoltiren gegen das Umstarz seiner Position heraus zu treiben. Wollen sie gegen das Un- 1 daß er eingebracht wird. Läßt dies doch darauf schließen, vermeidliche fich stemmen, so können sie nur vollends die daß das bürgerliche Gesetzbuch für das Reich doch nicht so gefeh, allerdings nicht deswegen, weil es ihnen zu reaktionär Suppe in Ostasien verderben und den deutschen Handels- bald Gesez wird, als nach den Erklärungen des Staats- wäre, sondern weil nach dem Umsturzgesetz der Kommissionsinteressen nie heilbare Wunden schlagen. sekretärs Nieberding im Reichstage angenommen werden fassung die lieben Brüder in Christo von der katholischen Klerisei zu gut wegkommen. In einer Kundgebung des sollte. Den Schluß der Sigung bildete die Berathung des Zentralvorstandes des evangelischen Bundes zu Merseburg, Gesezentwurfs, betr. das Pfandrecht an Privat Eisen- betreffend die Umsturzvorlage und deren Ausnugung zu Die deutschen Interessen sind in der That gefährdet- bahnen und Kleinbahnen und die Zwangsvollstreckung in flerifal- ultramontanen Zwecken, heißt es: Wer möchte die schwere Verantwortung auf sich nehmen, gefährdet durch den Zickzackkurs. derselben. Videant Consules! Nein nicht die Konsuln, Der Gesetzentwurf bezweckt die Hebung des Realkredits durch einen zu weit getriebenen äußeren Schutzversuch für das sondern das Bolt sehe zu, daß das Gemeinwesen keinen für die Kleineisenbahn Unternehmungen. Blos von kon- Christenthum diese göttliche Macht in den Augen des Boltes herab zusehen, als könne sie ohne Hilfe der Menschen nicht bestehen? Schaden leide durch die Konsuln des Zickzack- fervativer Seite wurden gegen denselben Bedenken laut. Wer möchte zugeben, daß es noch innerhalb des Bereiches turses! Bei der Reichstags- Erfahwahl in Rinteln jener Aufgabe liege, das römisch- ultramontane Priesterthum von den Hofgeismar erhielt, soweit bisher bekannt, Vielhaben letzten Schranken zu befreien, welche seinen Bestrebungen, Staat ( Ant.) 3060, Wächter( Soz.) 1600, Souchay( natl.) 861, und eich seinem Einfluß zu unterwerfen, gesetzt sind? Wer möchte Virchow( frs. Bp.) 280 und Martin( Rp.) 87 Stimmen. Die Imparität noch verschärfen, unter welcher in bezug auf Schutz gegen Verunglimpfung und auf Wahrung berechtigter Interessen der Das Resultat aus 90 Ortschaften ist noch ausstehend. Proteftantismus gegenüber der streitenden römischen Kirche leidet? Politische Leberlicht. Berlin, 24. April. Aus dem Reichstage. Die Fortsetzung der zweiten Lesung der Zolltarif- Novelle brachte heute zunächst eine längere Debatte über die beantragte Erhöhung des Bolles auf Honig von 20 auf 36 M. pro Doppelzentner. angenommen. Heute beantragte Herr Letoch a vom Zentrum, auch für den Waben-( Scheiben-) Honig die Zollerhöhung ein treten zu lassen, eine Erhöhung, von der die Regierung in ihren Motiven sagt, daß eine Nothwendigkeit dafür nicht vorliege. Unser Genosse Grillenberger, unterstützt vom Genossen Wurm, bekämpfte in energischer Weise die geplante Erhöhung, durch welche besonders die Nürnberger Lebkuchenbäckerei leiden würde. Die Erhöhung im Sinne des Antrags Letocha, also noch über die Regierungsvorlage hinaus gehend, wurde bei sehr schwach beseztem Hause gegen die Stimmen der Linken angenommen. Die zweite Lesung der Umsturzvorlage soll am Donnerstag nächster Woche beginnen. Im Präsidium rechnet man acht Tage für die Erledigung der zweiten Lesung. M Wir erwarten auf das bestimmteste, daß Gesegesvorschläge der bezeichneten Art nie die Billigung des Bundesraths finden werden. Sie sind nicht der Weg, auf dem man für den Frieden in unferem theuren Vaterlande, für die Wahrung von Religion, Die Reichs- und StaatsSitte und Ordnung eintritt. regierungen würden sich selbst aufgeben, wenn sie solchen Ansprüchen sich unterwürfen. in über In der Kommission wurde dieser Antrag in erster Die Stellung der Regierung zur Umsturzvorlage, wie Lesung abgelehnt, dann aber auf eindringliche Be- fie aus der Kommission hervorgegangen, ist noch nicht flar zu fürwortung des sächsischen Bundesraths Bevollmächtigten erkennen. Nach einer nationalliberalen Beitung soll die durch Eine vorzeitige Wirkung der Umsturzvorlage hat die Kommiffion beschlossene Aufhebung des Kanzel- Paragraphen von der Regierung als unannehmbar bezeichnet der Oberbürgermeister von Berlin vorige Nacht erlebt. Herr Zelle schlummerte friedlich, als er durch einen Eilwerden sein. Die Bundesstaaten und die Umsturzvorlage. In brief des Oberpräsidenten von Berlin davon verständigt der zweiten Kammer beantragte der nationalliberale Ab- wurde, daß die aufsichtsbehördliche Weisheit es mit den Rechten des Magistrats und der Stadtverordneten- Vergeordnete Me 3( Darmstadt), die Regierung aufzufordern, sammlung für unvereinbar erachtet, beim Reichstag gegen im Bundesrath gegen die Umsturzvorlage zu stimmen. Gegenüber der früher von uns gebrachten Nachricht, die Umsturzvorlage zu petitioniren. Herr von Achenbach be handlung der Stadtverordneten- Versammlung daß die württembergische Regierung entschlossen sei, gegen auftragt in seinem Ukas den Oberbürgermeister, die Vers die Umfturzvorlage zu stimmen, wird jetzt versichert, daß über den Anschluß an die Magistratspetition zu das württembergische Staatsministerium sich noch nicht mit weil verhindern, es nach der = Städte Ordnung der Abstimmungsfrage befaßt hat. unzulässig sei, daß kommunale Körperschaften Die Nationalliberalen gegen die Umfturzvorlage. politische Fragen verhandeln. Daß durch das vorgeschlagene Von allen Seiten mehren sich die staatserhaltenden Knebelgesetz die vitalsten Gemeinde- Interessen auf das Dhne Debatte angenommen wurde auch die Erhöhung Stimmen gegen das Umsturzgefeß. Der Frankfurter national schärfste verlegt werden wir erinnern nur an den unfür Kakao- Del von 9 resp. 20 M. auf 45 M. Lebhaft wird liberale Verein nahm folgende Resolution an: die nun folgende Position, wonach Baumwolljamen- Del, das" In der Erwägung, daß die schon gegen den Regierungs- ausbleiblichen Niedergang des graphischen Gewerbes im bisher mit 4 M. per Doppelzentner tarifirt ist, in Zukunft entwurf des sogenannten Umsturzgesetzes vorhandenen Bedenken Falle der Annahme der Umsturzvorlage- scheint Herr gleich den Speise- Delen mit 10 M. besteuert werden soll. durch die Veränderung, welche die Kommissionsbeschlüsse herbei- von Achenbach in seinem polizeilich- staatsanwaltlichen Eifer Diese Erhöhung wird dadurch begründet, daß Baum- geführt haben, noch gesteigert worden sind, daß das so geplante gänzlich übersehen zu haben. Ebenso ist dem verbotswollfamen- Del in neuester Zeit in immer steigendem Maße Gesetz den ursprünglichen Zweck nicht erfüllen, dagegen eine ver- eifrigen Oberpräsidenten wahrscheinlich nicht zum Behängnißvolle Schädigung des Rechts der freien Meinungs- wußtsein gekommen, daß mit seinem Verbot als Speise- Del Verwendung finde und zwar zur Fabrikation äußerung herbeiführen wird und mit liberalen Grundsäßen un- das verfassungsmäßig garantirte Petitionsrecht für von Kunstbutter( Margarine) und zur Konservirung von vereinbar ist, wird die Zentralleitung der nationalliberalen Partei die Berliner Gemeindevertretung illusorisch macht. Fischen. ersucht, mit aller Energie das Zustandekommen des betreffenden Vielleicht thun wir aber Herrn von Achenbach mit unserer Von unserer Seite trat der Abg. Harm gegen diese Gesetzes zu bekämpfen." neue Vertheuerung eines Massen- Konsumartikels ein, während von der Rechten besonders der Graf Kanig gegen die Kunstbutter und für die Zollerhöhung zu Felde zog. Die Debatte über diesen Punkt konnte nicht zu Ende geführt werden. Der Rest der Tagesordnung soll morgen seine Erledigung finden. Im Abgeordnetenhause stand zur ersten Berathung der Gesetzentwurf betreffend die Freilaffung des aus außer preußischem Grundvermögen, handels- oder gewerblichen Anlagen sowie aus der Betheiligung an dem Unternehmen Anlagen sowie aus der Betheiligung an dem Unternehmen einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung fließenden Eintommens von der Gemeindesteuer. er Das Zentrum merkt wohl, daß seine eigenen Annahme unrecht. Möglicherweise verbietet er die öffentWähler von der Umsturz vorlage, auch in der liche Verhandlung der Magistratspetition, weil er dieselbe Kommissions faffung, nichts wissen wollen. Der mit uns für so überaus schwächlich und rückgratlos hält, Bentrumskandidat für Lennep Mettmann, Herr Stöbel, er daß er die Stadtverordneten- Bersammlung vor der Blamage, lärte deshalb, daß er unter allen Umständen gegen die Umsturz- in so zahmer und unwürdiger Weise gegen das der Kultur vorlage flimmen werde, auch gegen die von der Kommission und dem Volkswohl ins Gesicht schlagende Kommiſſionsbeschlossene Gestalt. Er würde bei einer anderen Haltung jeden machwerk zu protestiren, bewahren will. Oder der Herr Oberfalls viel weniger Stimmen erhalten haben. Der in Köln wieder präsident ist vielleicht gar der Meinung, daß die gouverne kandidirende bisherige Abg. Greiß, der bekanntlich sogar zu den mental- kleritale Umsturzleistung unter jeder Kritik ist, Baumeistern der Umsturzvorlage in der Kommissson gehörte, versucht von den anderen Zentrumsmitgliedern der Kommission und daß es deshalb für die Berliner Stadtverordnetenabzurücken. Ein Kölner Zentrumsblatt, der„ Rhein. Merkur", Versammlung nicht angemessen erscheint, sich mit diesem erklärt sich in der Lage, mitzutheilen:" Herr Greiß, würde, Monstrum zu beschäftigen. Wir werden abwarten, welche wenn er der Kommission noch angehört hatte, gar nicht daran Maßregeln die städtische Vertretung gegenüber diesem Nach einer unerheblichen, dem Gesezentwurfe zustimment- gedacht haben, seinen Antrag zurückzuziehen." Es handelt sich neuesten Ausfluß polizeilicher Vormundschaft ergreifen wird. den Debatte wurde er einer 14 gliederigen Rommission um den bekannten die Vorlage mildernden Antrag Greiß, Jedenfalls hat Herr von Achenbach glänzend bewiesen, daß zu gunsten eines sie noch verschärfenden er es auch ohne Umsturzvorlage fertig bekommt, der bes überwiesen. Hierauf folgte die erfte und zweite Berathung der dann des Gesetzentwurfs betreffend die Aufhebung des in dem nationalliberalen Antrages Boltz zurückgezogen wurde. Die rufenen Vertretung der Bürgerschaft den Mund zu vervormaligen Fürstbisthum Fulda für die Einwilligung der Erklärung kommt spät. Sie hätte sofort nach der Zurückziehung bieten. Db er die Annahme der Vorlage im Reichstag erfolgen sollen, jetzt liegt die Annahme nahe, daß sie nur um Ehefrauen in Bürgschaften und Expromissionen der Ehe- der Kandidatur willen geschieht. Uebrigens enthält sie den dadurch fördert männer bestehenden Erfordernisses der gerichtlichen Form. Vorwurf einer groben Ungehörigkeit gegen die anderen Blatt. Interessant an diesem Gesetzentwurfe, der eine Materie Bentrumsmitglieder der Kommission, die demnach zu der Zurückdes bürgerlichen Gesetzbuches regelt, ist blos die Thatsache, ziehung nicht ermächtigt gewesen wären. das freilich steht auf einem andern Nicht das geheime Wahlrecht habe er gewollt, läßt Fürst Bismarck jest in seinem Hamburger Leibblatt erklären. Er habe die öffentliche Abstimmung gewünscht, der Reichstag habe ihm aber die Sache verdorben. Nun das deutsche Bolt hat Weise der Lebensführung ein. Nach dieser Seite hin liegt Wissenschaft auf Thatsachen beruht. Nur diese haben ihm die Sache noch gründlicher verdorben, indem es aus dem er offen und klar am Tage. Die Frage nach seinem An- Werth, und alles andere ist ein bloßes Schwägeln. Die Spielzeug, das ihm der nationale Hero3" in die Hand gab, theile an den Fortschritten der Wissenschaft ist jedoch nicht jenigen, die sich so äußern, mögen wohl die Thatsache, sich eine Waffe fchmiedete, mit welcher der Heros selbst besiegt so ohne weiteres zu beantworten. Es muß unumwunden nicht aber den Werth zu schäzen verstehen. Der Werth der ward. Von den Beschlüffen des Allgemeinen deutschen eingestanden werden, daß keins von jenen großen Werken, Dinge ist weder eine Eigenschaft, noch ein Bestandtheil der die dem Kopfe wie dem Herzen des Menschen Lebensteime selben; er hängt einfach von ihren Beziehungen zu anderen Handwerkertages sind noch die folgenden zu registriren: zuführen, einer Frau entstammt. Auf dem Gebiete der Dingen ab. Man sagt z. B., daß ein Geldstück den und Ueber den Bausch windel wurde die folgende Resolution Musit, der Malerei, der Dicht- und der Bildhauerkunst den Werth hat. Allein in der Münze selbst liegt er doch gefaßt: Der achte Allgemeine deutsche Handwerkertag protestirt auf haben Männer die Hauptarbeit gethan, und mit einer Ent nicht. Worin läge er denn aber sonst? Mit unseren deckung, die einen Markstein in der Geschichte des Menschen Sinnen vermögen wir ihn nicht wahrzunehmen. Wir das entschiedenste dagegen, daß die Beseitigung des Bau. thumes bezeichnet, ist noch keine Frau hervorgetreten, wie können ihn weder sehen, noch hören, noch fühlen, noch ich windels durch gesetzgeberische Maßnahinen bis zur Ein günstig auch ihr äußeres Leben gestaltet war. Aus schmecken oder riechen. Einzig und allein in seinen Besführung des bürgerlichen Gesetzbuches verschleppt merden soll, dieser Thatsache wurde nun fortdauernd die sehr ziehungen zu etwas anderem beruht der Werth des Geldstückes, und giebt seiner tiefften Indignation darüber Ausdruck, daß diesem schamlosen Schwindel gegenüber die verbündeten Rebestimmt ausgesprochene Folgerung gezogen, und und mit den Thatsachen verhält sich's ebenso. Sie stellen gierungen bis jetzt noch kein Mittel der Abhilfe zu finden wußten. daß den an und für sich gar keinen Werth, sondern nur eine nichtige Der Handwerkertag spricht auch die bestimmte Erwartung aus, zwar von hervorragenden Schriftstellern Frauen die Höhen der Wissenschaft unerreichbar Masse dar. Erst durch ihre Zugehörigkeit zu unserem ge- daß die Periode der„ Erwägungen" endlich einmal ein Ende find. Ihr Wirkungsfeld ist, hieß es, ein beschränktes. Im saminten Wissen erlangen sie Werth, und dieser besteht nimmt und von Veranstaltung von überflüssigen, nutzlosen und täglichen Leben, im Bereiche der Sitte, im häuslichen Kreise mithin blos in der Möglichkeit des Wirkens, also gleichsam dilatorischen Enqueten ernstlichst Abstand genommen wird. Zum sechsten Punkt der Tagesordnung, betreffend die haben sie sich läuternd und verschönernd zu bethätigen. in etwas Nachfolgendem. Thatsachen gewähren allein den und Militär WertstättenEinen mittel- oder unmittelbaren Einfluß auf die Wissen Vortheil, daß man von ihnen auf das zu schließen vermag, Gefängniß schaft vermögen sie aber nicht auszuüben, und erstreben sie was sie ins Leben rief. Nicht in ihnen, sondern in den Arbeit wurden folgende drei Resolutionen angenommen dies dennoch, so sind ihnen nicht blos hierin Mißerfolge Wechselbeziehungen, die sie und Vorstellungen und Begriffe und der Vorstand beauftragt, dieselben in geeigneter Form sicher, nein, sie unterbinden damit auch ihre Thätigkeit auf mit einander haben, liegt wahres Wissen. Mit Thatsäch zu verschmelzen und den Behörden einzureichen: Der achte Allgemeine deutsche Handwerkertag möge beschließen, , dem Gebiete, das ihnen ein berechtigtes und wirklich nuz lichem hat sich der Kleinigkeitskrämer vollgestopft, während bei den tönigl. Regierungen dahin vorstellig zu werden, daß die der Weise es auszunuzen versteht. Preisen bezahlen lasse. bringendes Schaffen ermöglicht. Solche Anschauungen bekämpfe ich nun ganz ent- Von diesem Standpunkte aus betrachtet, zerfällt die Buchthaus und Gefängnißarbeit dadurch eingeschränkt wird, schieden. Ich halte sie für unrichtig und gefährlich, für Wissenschaft in die Art und Weise des Verfahrens, in das daß man dieselbe für die Bedürfnisse der Staatsverwaltung ebenso falsch in den Grundsätzen, als verhängnißvoll hin- Wissen und in das Können. Von ihrem ersten Their soll oder zum mindesten die in den Gefängnissen hergestellten Arbeiten sichtlich der Bethätigung. Hoffentlich gelingt mir's, zu er jetzt die Rede sein; doch zuvor will ich noch die beiden unter Ausschluß der Maschinenarbeit nach den ortsüblichen weisen, daß die Frauen weit davon entfernt sind, einen ge- anderen Gebiete umgrenzen. Zum unmittelbaren ZielDer achte Allgemeine deutsche Handwerkertag sieht in dem ringen oder gar keinen Einfluß auf die Wissenschaft zu punkte hat alles Können entweder den Nuzen oder das haben, daß sie im Gegentheil die Fähigkeit besigen, ihn in Behagen, alles Wissen hingegen die Erforschung der Wahr- immer mehr von seiten der Reichs- und Kommunalbehörden einweitestem Maße auszuüben, und daß dies auch thatsächlich heit, und dem entspricht auch die Verschiedenartigkeit des gerichteten Regiebetriebe eine arge Schädigung des selbständigen geschieht. Jener Einfluß ist so bedeutend, daß man kaum beiderseitigen Bereiches. Das können setzt die Ereignisse Handwerks und macht es deshalb den Vorständen der einzelnen Innungen und Vereine zur Pflicht, überall energisch gegen die seine Grenzen zu bezeichnen vermag, und doch steht ihm noch in klingende Münze um, und das Wissen sieht sie Regiebetriebe, die noch dazu mit unterbietung der von den Inein ferneres Wachsthum in Aussicht. Er brach sich auch voraus. Dieses verkündet und jenes überwacht die nungen gezahlten Löhne arbeiten, Front zu machen. nicht blos von Zeit zu Zeit in plötzlichen und vorüber uns umgebenden Erscheinungen. Je vollständiger das Die vom Vorstande eingebrachte Resolution lautete wie gehenden Wallungen Bahn, sondern wirkt traft gewiffer Wissen ist, um so beffer vermag es in die Zukunft zu nachstehend: Gesetze, die der menschlichen Natur innewohnen. Dem schauen, und je vollständiger das Können ist, um so genauer Der achte Allgemeine deutsche Handwerkertag erklärt sich in flüchtigen Beobachter bleibt er allerdings verborgen, weil wird seine Beaufsichtigung sein. Die Sternkunde z. B. Konsequenz seiner früheren Beschlüsse für Aufhebung der Militärfeine Strömung nicht an der Oberfläche, sondern unter ihr nennt man den höchsten Zweig des Wissens, weil sie am wertstätten und für Beschäftigung der Gefangenen mit Herstellung dahingeht. Trotzdem hat er bereits die wichtigsten Erfolge weiteften über die Gegenwart hinausgreift. Lange ehe die von Halbfabrikaten unter Ausschluß der Verwendung von Mas erzielt, und unsere Wissenschaft ist in ihren äußeren Formen, Erscheinungen sich wirklich zeigen, wird ihr Eintreffen von schinen oder mit Ausführung von Kulturarbeiten. wie in ihrem Kerne und Wesen davon nicht unberührt geblieben. den Gelehrten verkündet, die damit eben die Bedeutung Um Klarheit in diese Sache zu bringen, müssen wir ihres Arbeitsfeldes darthun. So läßt sich auch auf dem uns zunächst über den Begriff Wissenschaft" verständigen. Gebiete der Bewegungslehre vorausbestimmen, daß gewisse Es giebt Leute, die fortwährend mit ihrem gesunden Menschen- Umstände gewiffe Folgen nach sich ziehen. Damit hört dann verstand prahlen. Bei ihnen kann man übrigens im all aber das Wissen auf und es tritt das Können in seine gemeinen ziemlich sicher sein, daß sie von demselben nicht Nechte, um die erforschte Wahrheit nutzbar zu machen. Fortfegung folgt.) sonderlich viel befizen. Sie nun werden sagen, daß diel Zu den Konsumvereinen nahm der Handwerkertag in folgender Form Stellung: Der achte Allgemeine deutsche Handwerkertag verurtheilt die Konsumvereine als einen Uebergriff nackter Selbstsucht in die Existenz und das Recht des Nächsten; er fieht in ihnen den Reim zu völliger Zerstörung unserer gegenwärtigen Gesellschaftsordnung und Untergrabung der Monarchie infolge ibrer sozialistisch kommunistischen Tendenz. Insbesondere beklagter M Den Umstand, daß in ihrer Existenz geschüßte Stände( Beamte| anwalt Bernstein aus München, wird vielleicht beantragen, daß wurde Sanftleben im dreizehnten oder vierzehnten Lebensjahre und Offiziere), deren Beruf es sein sollte, Eigenthum und Erwerb sich auch das Richterkollegium an Ort und Stelle begiebt und dort von seinem Vater dem Hauptmann Ehrenberg zur Erziehung Der auf ihren Gewerbefleiß Angewiesenen zu schüßen, in einen einen Lokaltermin abhält. übergeben. höhen. M " V deloyalen Wettkampf mit jenen eintreten und so bewußt oder unbewußt Der Zentrumsabgeordnete Lerno führt den Vorsitz In der ganzen Angelegenheit„ Nieken" trifft allerdings den zur Zerstörung des gewerblichen Mittelstandes beitragen, deffen in diesem sensationellen Prozesse. sensationellen Prozesse. Herr Lerno hat be- Sanftleben ein Vorwurf. Er hat sich als Richier in einer sehr Erhaltung als eines unentbehrlichen Gliedes unseres Staats- tanntlich im Reichstage, als die Fuchsmühl Affäre verwickelten Angelegenheit aufgeworfen, au deren Entwirrung ihm lebens unerläßlich ist. Der Handwerkertag beschließt, alle gesetz von den Abgeordneten Sigl und Kröber gestreift wurde, die nöthige Sachkenntniß und die erforderliche kritisch geschärfte lich erlaubten Schritte zu thun, um diese Auswüchse der Gewerbe- eine ganz merkwürdige Erklärung abgegeben Erklärung abgegeben, aus der Urtheilskraft fehlten. Hochachtungsvoll freiheit zu beseitigen und empfiehlt den Handwerkern auf das man eine gewisse Animosität gegen die Angeklagten herausPaul Kampffmeyer. dringendste, im Interesse ihrer Selbsterhaltung allen Konsum- hören mußte. Lerno ist auch sonst als tifteliger, spitzfindiger Durch vorstehenden Brief werden unsere Mittheilungen vereins Bestrebungen nicht nur fern zu bleiben, sondern die Jurist bekannt. Er hat z. B. im bayerischen Landtag mit in der Hauptsache nur bestätigt, und nur in bezug auf die felben zu bekämpfen, wo immer die Nothwendigkeit hierfür juristischer Spigfindigkeit die Ungiltigkeitserklärung der vier sozial- Person Sanftleben's modifizirt. vorliegt. demokratischen Landtagsmandate von Nürnberg vorgeschlagen, Ueber die„ Beschränkung der Konsum wurde aber damals von seiner ganzen Fraktion im Stich gez Außerdem sendet uns auch Herr Sanftleben selbst aus pereins- Filialen und Heranziehung berlassen. Von den übrigen Richtern ist nichts zu sagen, als Bürich eine ziemlich nichtssagende Erklärung. Charakte selben zur Gewerbesteuer" wurde erklärt: daß der eine Beisitzer, Landgerichtsrath Pätzold, auf ristisch an dieser ist, daß Herr Sanftleben mittheilt, er habe Der achte Allgemeine deutsche Handwerkertag beschließt, die einer Karte, die an seinem Amtszimmer im Gerichtsgebäude am 29. September 1894 in Zürich Rieken zufällig" kennen Staatsregierung zu veranlassen, die Errichtung von Konfum- hängt, nach seinem Namen die Worte stehen hat:" Landgerichts- gelernt. Da nun nach seiner Angabe Rieken bereits Ende vereins Filialen zu beschränken. Bei der Anmeldung einer rath und Premierlieutenant der Landwehr". Zur Ehre des November Zürich verließ, so beschränkt sich die Bekanntschaft solchen ist dieselbe mit einem Durchschnitt von 16 M. zu ver- Herrn Lerno sei es übrigens gesagt, daß er die Verhandlungen Sanftleben's mit Riefen auf knapp zwei Monate und auf anlagen; jede weitere Filiale ist progressiv in der Steuer zu er- am heutigen ersten Tage geschickt, ruhig und fachlich geleitet hat. grund dieser kurzen Bekanntschaft hat Herr Sanftleben die Er ist kein Brausewetter, tommt den Angeklagten wohlwollend Die politische Vertretung des Hand- entgegen und läßt sie ausreden. Auch mit der Vertheidigung Kühnheit, die mehr als ein Jahrzehnt währende Thätigkeit werts" rief eine große Debatte hervor, die mit der Auſtellt er sich auf besten Fuß und läßt ihr den nothwendigen Riefens sachverständig und beweiskräftig beurtheilen zu An- Spielraum. Bezeichnend für den ganzen Prozeß ist, daß der wollen. Das ist eine Anmaßung, die nur in der Jugend nahme folgender Resolution endete: Der achte Allgemeine deutsche Handwerkertag beschließt an ein einziges Mal das Wort genommen hat. Staatsanwalt während des ganzen Verhörs der Angeklagten nicht und der Unerfahrenheit des Herrn Sanftleben einige Entfolgender altbewährten Braris festzuhalten: pag schuldigung findet. and L. Bei allen Wahlen ist thunlichst dahin zu wirken, daß mit und Treuherzigkeit sind die hervorragendften Eigenschaften. Mit äußerte sich fürzlich ein sozialistischer Abgeordneter gegenüber der Das Verhalten der Angeklagten ist musterhaft. Gutmüthigkeit Christus und das Wahlrecht. In der belgischen Rammer wert aufgestellt und gewählt werden; wo dies nicht möglich, da enthaltung ihres Eigenthums seitens der Gutsherrschaft getragen, Bei dem von Ihnen( den Klerikalen) geschaffenen Wahlsystem Hilfe handwerkerfreundlicher Parteien Kandidaten aus dem Hand- Lammsgeduld haben sie die Unterdrückung und die Vor- äußerte sich kürzlich ein sozialistischer Abgeordneter gegenüber der Bor- flerifalen Kammermajorität in der Gemeindewahlrechts- Debatte: hat der Handwerker in allen Fällen und mit allen erlaubten bis sie die Noth zur Selbsthilfe zwang. Wenn sie in leidenschaft- würde Chriftus, lebte er heute, nur eine Stimme haben, während Mitteln denjenigen Kandidaten zu unterſtüken, welcher voll und licher Weise vor den Richtern ihre Anflagen gegen den Baron Bilatus und Herodes jeder vier Stimmen hätten." Der Grazer ganz für das Programm der deutschen Handwerker, insbesondere und besonders gegen seinen Förster erheben, wenn obligatorische Junung und Befähigungsnachweis einzutreten ver- sie auf die drückenden Steuerlasten hinweisen und ihre hinweisen und ihre Arbeiterwille" wendet diesen Klassischen Vergleich auf Desterreich spricht. 永 棒 Armuth schildern, dann wird einem an und meint: Nach dem heutigen unsinnigen Wahlgeseze würden 2. Der achte Allgemeine deutsche Handwerkertag hält nach Mit das Herz weich. Herodes und Pilatus in der Kurie der Großgrundbesizer wählen, Politik und mißverstandenen sozialdemokratischen wie vor die Gründung einer sogenannten Mittelstandspartei für Lehren hatte die Aktion der Fuchsmühler Bauern- daß muß und Jesus würde vom Wahlrecht überhaupt ausgeschlossen sein. überflüssig, ja schädlich, weil bereits Parteien mehr wie genug jetzt jedem klar werden. nicht das geringste zu thun. Und da zetern unsere Klerikalen im Namen Gottes" gegen jede bestehen, und weil für die Forderungen des deutschen Handwerts das natürliche Rechtsbewußtsein, das ihnen im Leibe steckte und Pilatus und Herodes die einzigen Wähler in der 1. Klaffe ihres Erweiterung des Wahlrechts!- Und in Preußen würden und Mittelstands im Reichstag bereits eine große Mehrheit vor- zur Selbsthilfe trieb. Jetzt, nachdem das Militär gegen sie vor Bezirkes sein, während Christus' Stimme bei der Wahl als die 3. Der achte Allgemeine deutsche Handwerkertag spricht den gegangen ist und sie die Folgen für ihr Thun tragen müssen, eines der vielen Wähler der 3. Klasse ohne jede Wirkung auf das dämmert es auch bei diesem Landvolke und die sozialen GegenWunsch aus, es möchten diejenigen handwerkerfreundlichen fäße der heutigen Welt kommen ihm zum Bewußtsein. Unser Resultat wäre. So steht es um die Wahlberechtigung in dem Parteien, welche eine größere Vertretung des Handwerts in Reichs. Partei- Organ, die„ Münchner Bost", wird jetzt schon viel in Staate, der für Religion, Ordnung und Gitte kämpft don und Landtag als eine unbedingte Nothwendigkeit seit langen der Gegend gelesen und es wird um so größere Verbreitung Jahren anerkannt haben, dem Handwerk bei den Wahlen Mandate finden, je weniger milde das Urtheil ausfallen wird. mehr wie bisher überlassen. Bei der Abstimmung wurde Absatz 1 und 3 der Resolution mit großer Mehrheit, Absah 2 mit tuapper Mehrheit angenommen. handen ist. ioid a Eine Resolution, in der die Einzelregierungen auf gefordert werden, den von Innungen begründeten und unterhaltenen Fachschulen eine größere Unterstüßung als bisher in finanzieller Beziehung angedeihen zu lassen, wurde debattelos angenommen. 17 würdigen Weise Stellung: Es war Im österreichischen Abgeordnetenhause wurde heute ein von jungczechischer Seite beantragtes Mißtrauensvotum gegen die Regierung abgelehnt. Dem Antrage lagen die Rurstreibereien der Wiener Börse in Gisenbahnattien zu grunde, welche durch die zweideutigen und sich widersprechenden Bemerkungen des Handelsministers über die er staatlichungsaktion veranlaßt waren. Das Barlament und der Budgetausschuß werden geradezu zu einer Vorfammer der Börse herabgedrückt!" dieser Ausspruch des jungczechischen Abgeordneten Raizl charakterisirt die Auffassung vieler Kreise in Desterreich über die skandalöse Haltung des Handelsministers in der Eisenbahnfrage.-S Der " Die Nationalliberalen Württembergs haben sich von der Schlappe, die sie während der letzten Landtagswahl erhalten haben, noch nicht erholt. Die Ersagwahl im 14. württembergischen Reichstagswahlkreis( Ulm) findet wie bekannt am 30. April statt und trotzdem es nur noch 8 Tage sind, hat die nationalliberale Partei, welche bei der legten Reichstagswahl 10 383 Stimmen auf ihren wegen der Wahlumtriebe aus dem Reichstage verbannten ehemaligen Abgeordneten Bantleon vereinigte, noch feinen Kandidaten aufgestellt. Ja es wollen sogar diesmal die Nationalliberalen ihre unbefleckte" Fahne verleugnen und unter dem Namen„ Wirthschaftspartei" in den Wahlkampf einziehen; sie haben eingesehen, daß sie das Vertrauen des Bolles Neuen Freien Preffe" zufolge würde der zwischen Desterreichnicht mehr besigen und sehen ihre legte Rettung nur noch Ungarn und Bulgarien abzuschließende Handelsvertrag auf darin, das Volk noch einmal über die Ohren zu hauen. Die Werthzöllen beruhen, bei gleichzeitiger Bollerhöhung von 101/2 S. Sozialdemokraten, welche Bürgerausschußmitglied Dietrich in auf 151 pet. Stuttgart aufgestellt haben, eröffneten letzten Sonntag mit mehreren Versammlungen den Wahlkampf und werden, wohl wissend, daß an einen Sieg vorläufig nicht zu denken ist, die Agitation, hauptsächlich am Sonntag und Montag vor dem Wahltage energisch betreiben. Endlich nahm der Handwerkertag zu der geplanten Einführung des Maximalarbeitstages im Bäckergewerbe in der folgenden, seiner durchaus Der vom 22. bis 23. April 1895 in Halle a. G. tagende achte Allgemeine deutsche Handwerkertag findet in der beabsichtigten Einführung eines Marimal- Arbeitstages im Bäcker gewerbe einen erneuten Angriff auf die Selbständigkeit des fleinen Handwerks und einen Eingriff in die persönliche Freiheit der betheiligten Handwerksmeister und Gefellen, da zweifellos, nachdem einmal der Maximal- Arbeitstag im Bäckergewerbe eingeführt ist, derselbe auch auf alle anderen Kleingewerbe ausgedehnt wird. Der ganze organisirte Handwerkerstand verwahrt sich entfchieden gegen die Einführung des Maximal- Arbeitstages, da dadurch auch der letzte Rest des Kleinhandwerks verschwinden und dem Großbetrieb überliefert werden würde. 15 In der Erwägung: U Desterreichisch bulgarischer Handelsvertrag. dürfte nun wahrscheinlich folgendermaßen gestaltet werden: Der Die Organisation der Schweizerischen Bundesbank Bund liefert den Kantonen drei Viertel des Gewinnes der Bundesbank aus, statt der vorgesehenen zwei Drittel. Den Die Regentschaftsfrage in Lippe Detmold. In dem Kantonen wird eine Betheiligung von zwei Fünfteln am Dotations Landtage von Lippe Detmold wurde ein von der Majorität in fapital eingeräumt und desgleichen eine Bertretung im Bervertraulicher Sigung beschlossener Antrag eingereicht, mit Zu- waltungsrathe von zwei Fünfteln der Mitgliederzahl. stimmung des Regenten folgendes Gesez anzunehmen: Bring Volksabstimmungen im Kanton Basel Laud. Das Adolf von Schaumburg- Lippe wird als Regent bestätigt, bis die Baselbieter Volt, welches am legten Sonntag über 5 GesetzesFrage wegen der Thronfolge entschieden ist. Alsdann über vorlagen abzustimmen hatte, hat bei sehr schwacher Betheiligung sif Daß die Einführung des Maximal- Arbeitstages im Bäcker- nimmt der durch die Entscheidung meist berechtigte Thronfolger drei davon angenommen und zwei verworfen. Angenommen sind gewerbe wegen der technischen Schwierigkeiten, des schwanken- die Regentschaft. Die Regelung hat durch einen Gerichtshof zu das Gefeß betreffend die unentgeltliche Rechtshilfe den Bedarfs der nur frisch verkäuflichen Erzeugnisse, der erfolgen. Tritt das Ableben des Fürsten Alexander ein, ohne für Unbemittelte, das vereinfachte ProzeßWitterungseinflüsse, der Abhängigkeit vom guten oder bösen Willen daß eine Regelung erfolgt ist, so erlischt die Regentschaft. Tritt verfahren bei Lohnstreitigkeiten zwischen der Gesellen, der schwächeren oder ungeübteren Arbeitskräfte aus diesem Grunde oder sonst eine Vakanz in der Regent Arbeitern und Arbeitgebern und das Viehprämirungseinerseits und des jeden triftigen Grundes mangelnden Vor- fchaft ein, so ernennt der Landtag einen Regenten aus der gefeß. Verworfen dagegen find das Gesetz über strengere Kontrolle habens andererseits bitten die heute versammelten Handwerker. Bahl der Agnaten, bis eine Regelung erfolgt ist. Der Regent der Schulversäumnisse und betr. Besoldungsregulirung der Bezirksdie hohe Reichsregierung möge von einer Gesetzesvorlage, be- erhält 250 000 Mart aus der Domanialkaffe. Die Staats- lehrer. Von 13 000 Stimmberechtigten erschienen blos rund 4000 treffend Einführung des Maximal- Arbeitstages im Bäckergeverbe regierung erklärt sich bereit, baldmöglichst einen Alt der Reichs- an der Urne. Abstand nehmen. Alle handwerkerfreundlichen Parteien des Reichstages werden dringend gebeten, event. eine diesbezügliche Vorlage pure abzulehnen. Die Resolution fand einstimmige Annahme. Schneidermeister Liebrecht- Magdeburg sprach dann über die Sonntagsruhe und gab in einer Resolution dem Verlangen Ausdruck, daß für die Ablieferung bestellter Waaren nicht, wie jetzt, der zweite, sondern der erste Feiertag an den drei hohen Festen freigegeben werde. einstimmige Annahme. Gesetzgebung zu beantragen, durch welchen das Reichsgericht als Gerichtshof zur Erledigung der Thronstreitigkeit eingesetzt wird. Nach 42 stündiger Berathung wurde der Antrag mit 15 gegen 6 Stimmen angenommen. Der Landtag wurde vertagt. Dee elfah- lothringische Landesausschus nabm in dritter Lesung einstimmig das Gefeß, betreffend die Gebäudesteuer an. Dasselbe stellt eine Ausgleichung und eine gerechtere Vertheilung der bestehenden Gebäudesteuer her und hebt die drückende Thürund Fenstersteuer auf. Der 1. Mai in Frankreich. Man schreibt uns aus Paris unterm 20. April: Was der diesjährigen Maifeier ihr besonderes Gepräge aufdrücken wird, ist, daß sie in erster Linie als eine Manifestation gegen das auf das Streikrecht der Arbeiter geplante Attentat gedacht ist. Um dieser Manifestation einen besonderen Nachdruck zu verleihen, hat denn auch der Nationalrath der frans zösischen Arbeiterpartei folgenden Aufruf erlaffen: Fand ebenfalls zu dem„ Interview" Liebknecht's im ,, Figaro" schreibt ein Parteiblatt, es sei doch zu empfehlen, daß bekanntere ParteiAn die Arbeiter Frankreichs! Genossen! In seinem Schlußworte hob der Vorsitzende Biehl- genossen sich nicht mit Besuchern in Gespräche über öffentliche Der 1. Mai, der seit 1890 in der ganzen Welt der große München hervor, daß auf dem gegenwärtigen Handwerker- Dinge einlassen, und das, was sie zu sagen haben, in der Parteitage 900 Rorporationen durch 620 Delegirte vertreten waren. presse sagen. Letzteres ist sehr einfach und geschieht auch un- Tag der Arbeiterforderungen geworden ist, erscheint Unter Dantesworten und der Mittheilung, daß die gefaßten zweifelhaft allgemein. Aber man kann doch nicht Besuchern dieses Jahr in Frankreich unter besonderen Verhältnissen, bie Beschlüsse durch eine Deputation dem Kaiser übermittelt gegenüber, die sich über deutsche Verhältniffe informiren wollen, uns neue Pflichten auferlegen und unsere Verantwortlichkeit verein Schloß vor den Mund nehmen? Daß Liebknecht sich nicht größern. werden sollen, schloß der Redner mit einem Hoch auf den interviewen läßt, hat er wiederholt erklärt zuletzt nach seiner Infolge des Komplotts, daß die Regierung gegen die Kaiser und die verbündeten Fürsten. Marseiller Reise, die zu Dußenden von„ Interviews" genau Koalitionsfreiheit geschmiedet, haben wir nicht nur wie in der Vertreter aller reaktionären Parteien, so der National in Weise des letzten Figaro"" Interviews" geführt hatte. Vergangenheit unfere internationale Solidarität zu bekräftigen, liberalen, Konservativen, des Zentrums und des Bundes Wenn man noch so wählerisch ist, kann man doch nicht alle Be- sowie unseren beharrlichen Willen, die entgiltige Befreiung der der Landwirthe, nahmen als Gäfte an den Verhandlungen fucher, und namentlich nicht von Freunden wohlempfohlene, ab- Arbeit durch die unmittelbare Werkürzung der Zwangsarbeit theil und bewarben sich um die Gunft der reaktionären weifen das verbietet der gesellschaftliche Anstand, mitunter vorzubereiten, unter der Eure Stlaffe sich frümmt und stirbt. Wir haben uns auch und vornehmlich mit jenen der unsrigen Innungssippe. Wir werden auf die Beschlüsse und die auch das Partei- Intereffe. Dagegen, daß über ein Gespräch sensationell berichtet wird, fann niemand sich schützen. - den Arbeitern und Angestellten der Eisenbahnen, der Arsenale Vorgänge am Handwerkertage noch zurückkommen. und anderer Staatswerkstätten zu solidarisiren, die eine hinter Zum Fall Rieken- Sanftleben schreibt man uns: dem Kaiserreich des 2. Dezember zurückstehende Republik außer Friedrichshagen, 21. April. halb des Rechtes stellen will, sich behufs der Vertheidigung ihrer Der Vorwärts" brachte in seiner Nummer 93 eine Notiz Würde und ihres Brodes mit einander zu verständigen. über Alfred Sanftleben, die geeignet ist, diesen als höchst ver. dächtige Persönlichkeit erscheinen zu lassen. " Die Nenderung der Universitäts- Verfassung. Das Dementi der Norddeutschen Allgemeinen Beitung" findet bei niemandem Glauben. Algemein nimmt man an, diese neue Be Wir haben den bedrohten Korporationen in Masse zu Hilfe schränkung der Lehrfreiheit sei lediglich auf die Absicht zurück zu rücken, ihren Widerstand zu dem unserigen zu machen und zuführen, dem Privatdozenten der Physik an der Berliner Uni- Ich kenne Alfred Sanftleben seit Jahren, und ich habe jenen, welche die Nachfolge der Perier und Dupun angetreten versität, Dr. Arons, das Recht zu nehmen, Vorlesungen zu halten. daher Gelegenheit gehabt, seinen Charakter in allen Lebenslagen haben, zu bedeuten, daß wir in keinem Fall und um keinen Preis Im vorigen Jahre bemühte sich vergeblich die Regierung nach zu erproben. Ich habe Sanftleben als gutherzigen, stets hilfsbereiten an das unveräußerliche Streifrecht rühren lassen werden. dieser Richtung bei der philosophischen Fakultät der Berliner Menschen fennen gelernt, der absolut unfähig ist, mit Polizeiagenten Nicht etwa als ob der Streit, als ob die Arbeitsenthaltung Universität. Nun will sich der Minister für Unterrichts- und wie Sternberg gemeinsame Sache zu machen. In seiner angeborenen für die Emanzipation der Arbeiter genügen könnte. Blos auf Medizinal- Angelegenheiten das Recht einräumen, über den Kopi Gutmüthigkeit bringt Sanftleben ein unbegrenztes Bertrauen dem politischen Wege, durch die politische Aktion, indem sie sich der Fakultäten hinweg mißliebige Privatdozenten nicht bloß wie bis allen Menschen entgegen, und dieses Vertrauen wird leider der Regierung in ihren Händen zu einem legalen Mittel ber jetzt bei der Verleihung von bezahlten Lehrstellen zu übergehen, diese Ueberzeugung habe ich gewonnen nur zu häufig von Enteignung der kapitalistischen Klasse umgestaltet bemächtigen, fondern sie überhaupt an der Lehrthätigkeit und bei Bertretern niedrig denkenden, gemein gesinnten Kreaturen mißbraucht. Es ist werden sie und können sie die Herren ihres Geschickes werden. der Naturwissenschaft auch an der wissenschaftlichen Forschung daher leicht möglich, daß sich ein Sternberg in das Vertrauen Wenn aber der Streit auch nicht die Waffe der Befreiung zu hindern. Sanftleben's zu schleichen gewußt hat, weil diefem jede Menschen ist noch zu sein vermag, so bildet er nichtsdestoweniger in unserer fenntniß fehlt. Einem Sternberg gegenüber erwies sich die heutigen antagonistischen Gesellschaft den einzigen Schuß der Lohn Urtheilskraft Sanftleben's, die noch absolut ungeschult war, als arbeiter gegen die Willkü der Lohngeber. Und ihn den Prole vollkommen ohumächtig. tariern oder einer aktion derselben untersagen, das hieße wie es unser letter Nanter Kongres aussprach fie vor dem Unternehmerthum entblößen, sie biefem überliefern, angeregt, seiner Ausbeutungsgier freien Lauf zu lassen. Genossen! Der Fuchsmühl- Prozeß hat begonnen. Ganz Fuchsmühl fieht sozusagen vor Gericht, denn zu Hause sind etwa nur noch 12 selbständige Einwohner geblieben, alle übrigen sind angeklagt oder sie fungiren als Zeugen. Die Bauern sind guten Muthes und sehen den Verhandlungen mit größerer Ruhe entgegen, als sie die Zeugen, Baron Boller, fein Oberförster Graßmann, Der Premierlieutenant Mayr und auch der Bezirksamtmann Wall besitzen dürften. Am Sonntag waren die Bertheidiger mit einer Anzahl Journalisten in Fuchsmühl und haben dort eine Inaugenscheinnahme abgehalten und eine Probe in bezug auf Hörweite der Aufforderung zum Auseinandergehen gemacht, die thatsächlich sehr zu gunsten der Bauern ausgefallen ist. Der Vertheidiger, RechtsUebrigens theilte Sanftleben seine unbegrenzte Vertrauensfeligkeit mit vielen anderen sozialistisch gesinnten Parteigängern Hollands und Belgiens, deren Gutmüthigkeit ebenfalls von dem Ruffen ausgebeutet wurde. Wenn der Vorwärts" ferner den Vorwurf erhebt, daß Wir werden, wir können uns nicht entwaffnen lassen. Und Sanftleben ein Intimus" Ehrenberg's gewesen ist, so ist indem sich der Nationalrath der Arbeiterpartei an Gure Zahl dieser Vorwurf schon durch die Thatsache ausgeschlossen, daß sich und Eure Energie wendet, um die Vollführung des Attentats Sanftleben in dem Jahre, wo Ehrenberg als Spigel entlarvt zu verhindern, ist er sicher, daß sein Appell gehört werden wird. wurde, noch fast im Knabenalter befand. Nach meiner Kenntniß Am 1. Mai wird das aanze Frankreich der Arbeit auf den * * * Beinen sein, um dem neuen Gesetz Chapelier*) den Weg zu ver- 1 zahlreiche Haussuchungen vor, wobei zwei Ingenieure und fünf 127. und 28. April. Außer unserem Parteigenossen kandidirt sperren und dem Senate der großen Kompagnien und seinem junge Damen arretirt wurden. Die Warschauer Zitadelle ist noch ein„ entschieden" Freifinniger und ein Gouvernementaler. freiheitsmörderischen Entwurf zuzurufen: Zurück! überfüllt. Während Eure österreichischen und holländischen Brüder am Literatur zur Maifeier. Eine Festschrift zum 1. Mat, 1. Mai ihre Bataillone zur Unterstützung ihrer politischen Rechte Swjet" zufolge hat eine spezielle Regierungskommission einen gedruckt in czechischer Sprache, ist von der Wiener Parteis mobiliſiren, die ihnen die Macht zu monopolifiren, wie sie das Eigenthum monopolisirt Gefeßentwurf zum Schuße des literarischen und künstlerischen buchhandlung herausgegeben worden. hat, werdet Ihr die Eurigen zur Unterstützung der ökonomischen Eigenthums ausgearbeitet; danach soll unbefugter Abdruck und Parteifinanzen. Der Vertrauensmann in Kamenz in Rechte mobilifiren, die Euch jene rauben wollen, die Euch Nachdruck unter Umständen mit Gefängniß bestraft werden. bereits den Ertrag Eurer Arbeit rauben. Und wie jener Philosoph des alten Griechenland, der die Bewegung bewies, indem er marschirte, werdet Ihr am 1. Mai Euer Streifrecht beweisen, indem Ihr es ausübt, indem Ihr massenweise aus den Fabriken zieht und einen Tag der Arbeitsruhe in den Dienst Eurer Sache und deren nahen Befreiung stellt. Es lebe die Arbeiterpartei! Es lebe der internationale Sozialismus! Es lebe der 1. Mai! Der Nationalrath: Carnaub, Abgeordneter; Chauvin, Abgeordneter; Crépin, Ferroul, S. Dereure, Jules Guesde, Abg.; Paul& afargue, Prèvost, Roussel, Bürgerin Valette, A. Zévaès. Zum japanisch- chinesischen Friedensschluß wird gemeldet, daß am Dienstag die Vertreter von Rußland, Deutsch land und Frankreich in Tokio die Vorstellungen dieser Mächte gegen den Friedensartikel, welcher die Einverleibung festländischen chinesischen Besitzes in das japanische Reich ftipulirt, zum AusDruck gebracht haben. Die Erklärung ward durch den stellvertretenden japanischen Minister der Auswärtigen Angelegen heiten entgegengenommen. " # * der Lausitz hatte im vergangenen Jahre 133,68 M. Einnahme und 89,87 M. Ausgabe zu verzeichnen, so daß ein Ueberschuß von 43,81 m. verblieb. In Falkenstein im sächsischen Vogtlande ist vom Arbeiter verein in Beziehung auf das schwachmüthige Verhalten, das einige Stadtverordnete der 3. Wählerklasse bei der BismarckEhrung beobachtet haben, folgende Resolution gefaßt und diese den betreffenden Stadtverordneten abschriftlich zugestellt worden: Der Shanghai Mercury" bringt eine Depesche aus Peking,„ Die 5 Stadtverordneten der 3. Bürgertlaffe nahmen gelegentlich laut welcher der Friedensvertrag einer Umänderung unterzogen der Verleihung des Ehrenbürgerrechts hiesiger Stadt an Fürst worden sei. An stelle des Hafens von Peking soll der Hafen Bismarck durch ihre theilweise Zustimmung und ihr theilweises von Nanking, und an stelle des Hafens von Hu- Chow derjenige Fernbleiben von fraglicher Stadtverordneten- Sigung eine von Wee- Chow dem Handel geöffnet werden. Als Gewähr für Stellung ein, die vom sozialdemokratischen Standpunkte aus erklärt werden verwerflich die Ausführung der Vertragsbedingungen sollen die Japaner für unbedingt Die muß. 10 Jahre lang den Hasen von Wei- Hai- Wei besetzt halten. Sozialdemokratie hat dem Vater des Sozialistengesetzes, dem Anarchistische Soldaten. Die Agence Havas" meldet Züchter der Millionäre und Ausbeuter, dem Veranstalter aus Lyon, daß im dortigen 52. Infanterie- Regiment elf Soldaten Die cubanische Frage kann sich leicht zu einem Konflikt dreier grausamer Kriege, nicht nur jede Ehrung zu verweigern, wegen ,, anarchistischer Umtriebe" verhaftet wurden. zwischen Spanien und den Bereinigten Staaten auswachsen. sondern ganz entschieden derartigen Beleidigungen der arbeitenden Die Franzosen in Madagaskar. Der französische Kriegs. Hierfür spricht auch die folgende Meldung aus Madrid vom Bevölkerung entgegenzutreten. Dies können wir ganz besonders minister veröffentlicht neue Nachrichten aus Madagaskar, welche heutigen Tage: Die Regierung zeigt sich über das Interesse, welches von den durch die von uns erwählten Vertreter. Da diese aber durch mehrere wichtige Operationen gegen die Hovas melden. ihr Verhalten unsere Interessen nicht gewahrt haben, sprechen Die Franzosen nahmen das Fort Ambohimarina und die kleine Bereinigten Staaten den Insurgenten auf Cuba entgegengebracht wir unsere Entrüstung darüber aus. Weiter hatte man nicht Batterie Mahabo. In dem letzteren Kampf verloren die Hovas wird, sehr beunruhigt. Die angeordneten diplomatischen Inter- nur erwartet, sondern es als Pflicht der Stadtverordneten dritter 8 Mann und 2 Kanonen. Vier Kompagnien und 2 Sektionenventionen werden in gewiſſen Kreisen als wenig wirkungsvoll an- Klasse betrachtet, daß sie geschlossen gegen Anschaffung einer Artillerie unter dem Befehl des General Meginger nahmen am gesehen. Aus Havannah liegt die folgende Meldung vor: 3. April das verschanzte Lager von Miadane, das von 3000 Hovas vertheidigt wurde. Die telegraphische Verbindung mit Manzanillo, dem HauptEtwa 100 Hovas wurden getödtet und viele verwundet; 3 französische Zirailleurs quartier des Marschalls Martinez Campos, ist wiederhergestellt. Martinez Campos hat sein Hauptquartier verlassen, sein Ziel ist Die Hovas wurden in die Flucht ge- unbekannt.- General Bosch hat die Aufständischen bei Guayabal ge: schlagen. Zehn Rebellen wurden getödtet und viele verwundet.. Die Regierung von Costarica hat versprochen, auf ihrem Territorium die Bildung von Expeditionen gegen Cuba zu verhindern. Hoffentlich schreiben sich die Herren diese Resolution hinter Die Engländer in Nicaragua. Nach Meldungen aus die Ohren. Wer Vertreter der sozialdemokratischen Arbeiterschaft Managua sind drei englische Kriegeschiffe in Corinto( Nicaragua) sein will, hat sich frei zu halten von bürgerlichen Thorheiten. eingetroffen, wie man vermuthet, um die Erfüllung der in dem Schwachmatifuffe fann sie in den Gemeindevertretungen ebenso letzten englischen Ultimatum enthaltenen Forderungen zu erwenig gebrauchen, wie in Land- und Reichstag. zwingen. Nach einer weiteren aus Managita eingegangenen Depesche Ein seltenes Jubiläum feierte am 22. April der Töpfer hatte der Kommandant des britischen Kreuzers Soyal Arthur" G. Bennera in Lüneburg. An diesem Tage war es eine zehn Minuten lange Unterredung mit dem Minister des 25 Jahre her, daß er im Etablissement von Menrich in Arbeit Auswärtigen von Nicaragua und übergab ihm danach ein trat. Seit dieser langen Zeit ist er dort ununterbrochen thätig Ultimatum, in welchem eine dreitägige Frist für die Bezahlung gewesen. Es ist heutzutage selten, daß ein Arbeiter so viele Wenn die Genug Jahre bei einem und demselben Unternehmer beschäftigt ist. Um der geforderten Entschädigung gestellt wird. thuung ausbleibe, würden die Kriegsschiffe Corinto blokiren und so erfreulicher ist es, wenn einmal das Gegentheil festgestellt werden kann, und noch erfreulicher, wenn es sich, wie in diesem Truppen ausschiffen, um die Stadt zu besetzen. alle, um einen unserer Parteigenossen handelt, denn Sozialdemo raten find wegen ihrer Charakterfestigkeit gar zu häufig die ersten, die das Unternehmerthum aus der Arbeit entläßt. wurden verwundet. schlagen.In Belgien soll der Versuch gemacht werden, den 1. Mai zum gesetzlichen Feiertag zu machen. Ein dahin zielender Antrag von sozialistischer Seite wird auch von radikal- bürgerlicher Seite unterstützt. Aussicht auf Annahme ist allerdings vorläufig nicht vorhanden.Die Annexion des Kongostaates. Laut einer von der Regierung mit der Kammermehrheit getroffenen Vereinbarung wird die Entscheidung über die Kongovorlage noch im nächsten Monat fallen. Aller Voraussicht nach wird die Vorlage zur Annahme gelangen.d Nachwahl zum englischen Parlamente. Der liberale Unionist Gurdon wurde mit einer Majorität von 200 Stimmen zum Parlamentsmitgliede für Norfolk Mid gegen den radikalen Kandidaten Wilson gewählt. Die Opposition gewinnt dadurch einen Sig. Ueber die Situation in Italien schreibt unser Mailänder Korrespondent: In den Bereinigten Staaten von Nordamerika giebt der Silberring sich gewaltige Mühe, die Doppelwährung und Falschmünzerei einzuführen. Da Präsident Cleveland sich gegen diesen Schwindel erklärt hat, wird die Frage des Bimetallismus bei der nächsten Präsidentenwahl voraussichtlich den Hauptwahlruf bilden. Parteinachrichten. Bismarck- Büste aus nädtischen Mitteln gestimmt haben würden, anstatt daß sie bis auf den Stadtv. Heinrich Biehweg ihre Zustimmung zu dieser weiteren Beleidigung der arbeitenden Bevölkerung Falkensteins ertheilten. Schließlich werden die Stadtverordneten der 3. Bürgerklasse aufgefordert, beim Stellen von Anträgen und insbesondere bei Abstimmungen sich ganz entschieden nach dem sozialdemokratischen Programm zu richten, oder, falls sie dies nicht wollen, ihr Stadtverordneten- Mandat niederzulegen." * Polizeiliches, Gerichtliches 2c. - Eine unter jetzigen Zeitläuften nicht unwichtige, sonst selbstverständliche Entscheidung traf der Polizeipräsident in Breslau, indem er es grundsäglich für unzulässig er flärte, wenn politische Versammlungen aufgelöst würden, weil sie über die Polizeistunde hinaus dauern. Ein wüstes, wildes Spiel wird von Rom her mit der Festsehung des Wahltermins getrieben. Obwohl über dreiviertel Millionen Wahlberechtigte aus den Wählerlisten brutal gestrichen worden sind ein Gesetzes und Verfassungsbruch, den sich leider das Land stumpfsinnig gefallen läßthat Crispi noch immer große Angst vor dem Wahlresultat. Soeben wird aus Nom depeschirt, wie gestern zwei Ministerversammlungen in Crispi's Von der Agitation. Auch in Westpreußen geht's vorHotel über den Wahltermin berathschlagt haben, und die - In Peitz in der Niederlausit war zu der Versamm allgemeine Stimme der Eingeweihten in Rom geht dahin, daß wärts. Am 7. April wurde in Elbing, wie uns jetzt genun die Wahlen nicht im Mai, sondern erst im Juni stattfinden meldet wird, eine Volksversammlung abgehalten, die gut besucht lung am 19. Januar, in der Dr. Walster aus Kößschenbroda sollen. Crispi erklärte außerdem offen gestern den ihm be- war, und das Referat des Abgeordneten Schulte aus Königs- referirte, durch Handzettel eingeladen worden, die zwei Boztei freundeten Politikern, die Regierung sei feft entschlossen, bei Er- berg, der über die Thätigkeit des Reichstages sprach, mit großem genossen vor den Fabriken und in den Häusern vertheilt atten. Um von der Polizei ungeschoren zu bleiben, war vom Einberufer öffnung der Kammer feinerlei Diskussion zu dulden, die über die Beifall entgegennahm. auf der Anmeldung der Versammlung bemerkt worden: Moralfrage oder über den plico( Aftenbündel) Giolitti" fich erheben könnte und zwar deshalb nicht, weil gefeßlich dieje Dinge Die Bekanntmachung dieser Versammlung geschieht durch noch sub judice"( der gerichtlichen Untersuchung unterliegen) Handzettel, wovon ein Gremplar beiliegt." breiter erhielten trotzdem ein Strafmandat über je 9 M., weil sie find. Die Regierung wird ferner feinerlei Interpellation zulassen, die Druckschriften auf der Straße ohne polizeiliche Erlaubniß vers die Vertagung der Kammer und die damit zusammenhängenden Gegen die Umfturzvorlage faßte in Bartenstein in theilt hätten. Dies ist um so verwunderlicher, als ber eine Fragen der inneren Politik betrifft( Verfassungsbruch, Willkür und Mißbrauch der königlichen Defrete u.f.w.). Dagegen wird die Ostpreußen am Sonntag eine start besuchte Bolfsversammlung lebelthäter im Besitze eines Gewerbescheins ist, wonach er u. a. Regierung jedes Mittel anwenden, um gleich in der ersten Woche nach dem Referate des Reichstags- Abgeordneten Schulte aus Bekanntmachungen jeder Art gewerbsmäßig ausrufen, verkaufen, ein Vertrauensvotum von der Kammer zu erlangen, welche Königsberg einstimmig eine Resolution, worin die Gemein- vertheilen, anheften oder anschlagen fann. Die Sache kam durch darauf so schnell als möglich das Budget zu berathen haben schädlichkeit der Vorlage scharf charakterisirt und vom Vertreter diesen Genossen vor das Schöffengericht, was denn auch auf des Kreises, dem fonservativen Reichstags Abgeordneten Freisprechung erkannte. Der andere Verbreiter hatte teine Be Steppu hn, erwartet wird, daß er dem geplanten Gesetz in jeder rujung eingelegt. Gestalt seine Zustimmung versagen werde. wird. Der Prozeß gegen die wegen Bestechung angeklagten Geschworenen im Bankdiebstahls- Prozeß Tanlongo ist auf eifriges Betreiben Crispi's endlich niedergeschlagen worden, weil fein hinlängliches Beweismaterial vorlag. Inzwischen werden die aus der Banca di Napoli einzelnen Geschworenen zugesendeten Bantpapiere als Kuriositäten an der Börse gehandelt und theuer bezahlt. Ein großes 3elt, das 1500 Personen faßt, hat sich bei der Wahlagitation in Mettmann bewährt. Ta unseren Genoffen kein Saal zur Verfügung stand, wurden unter diesem Zelte Versammlungen abgehalten. = Gleichfalls sehr energischen Proteft gegen die Vorlage erhob am Montag eine Volksversammlung in Kaiserslautern, wo Reichstags- Abgeordneter Bueb unter lebhaftem Beifall gesprochen hatte. Da die Versammlung von Anhängern aller Parteien sehr start besucht war, ist die Thatsache, daß die Resolution einstimmig angenommen wurde, von um so größerer Bedeutung. Die Resolution wird dem Reichstag unterbreitet werden. " Depeschen. Beide Ver Wolff's Telegraphen- Bureau. Kassel, 24. April. Bei der Reichstags- Erfahwahl im Wahl. Napoleone Colajanni veröffentlicht heute im„ Gecolo" einen Leitartikel, worin er die Verfassungsbrüche, die feit der letzten freise Rinteln- Hofgeismar erhielten Vielhaben( Antisem.) 4435, Wächter( Soz.) 1995, Souchay( natl.) 1156, Virchow( frf. Vp.) Bertagung der Kammer in Italien geschehen, aufzählt und zu= In Köln sprach am Sonnabend Reichstagsabgeordneter 437, Martin( Np.) 177 Stimmen. Aus 30 fleinen Ortschaften sammenstellt. Der augenfälligste Verfassungsbruch ist die längst überschrittene Zeit, in der das Land nicht ohne Kammervertretung Molkenbuhr in einer zahlreich besuchten Wählerversammlung stehen die Resultate noch aus. sein darf. Colajanni fordert zu energischen Protestversamm über die Stellung des Zentrums zur Umsturzvorlage. Es wurde lungen aller freiheitlich und radikal gesinnten Italiener auf. eine Resolution gefaßt, worin gegen die Vorlage aufs entEine Maßregel aber wagt er nicht anzubeuten, die sich gegen schiedenste protestirt und dann erklärt wird: Da bei der big wärtig noch erst ganz leife, aber wie es scheint mit allmäliger berigen Haltung des Zentrums, sowie der nationalliberalen Steigerung in den vorgeschrittensten Blättern hörbar macht, eine Partei durchaus nicht zu erwarten steht, daß die Vertreter oder Maßregel, die in diesem Lande Italien beim Kleinbürger und hier in Köln in Frage kommende Kandidaten dieser Parteien Kaufmann, beim Arbeiter und Bauern augenblicklich und über gegen die Vorlage eintreten werden, so erklärt die heutige Verraschend wirken würde, nämlich die Androhung der Steuer- sammlung, daß sie schon aus vorstehenden Gründen, abgesehen verweigerung. Dieses Mittel würde von den durch die von den wirthschaftlichen Intereffen, die ebenfalls auf das ent- flage der Unterschlagung von 20 000 M. freigesprochen, weil nicht wahnsinnigen Steuern ausgepreßten Millionen mit einer Leiden- schiedenste dazu herausfordern, alles aufbieten wird, um in dem fchaft ergriffen werden, welche auch andere, ähnlich regierte Länder bevorstehenden Wahlkampfe dem Kandidaten der Sozialdemokratie Dr. Lütgenau zum Siege zu verhelfen, weil dadurch die beste erzittern ließe. Gewähr gegeben ist, daß das Wolfsinteresse gewahrt wird." Zum Fall Giolitti wird heute aus Rom gemeldet: Ter * Weiden, 24. April. Fuchsmühler- Prozeß. Die Vernehmung der Angeklagten war heute Mittag beendet. Heute Nachmittag beginnt die Vernehmung der ländlichen Zeugen. Weiden, 24. April. Fuchsmühler- Prozeß. Jm Laufe des heutigen Nachmittags wurde eine Reihe von Zeugen vernommen, welche im Wesentlichen die Aussagen der Angeklagten bestätigten. Oldenburg, 24. April. Pastor Partisch wurde von der Anfeisteht, ob der Angeklagte bewußt rechtswidrig gehandelt habe. Wegen Unterschlagung von zweitausend Mark wurde Führung des Doktortitels zu 6 Wochen Haft verurtheilt, die auf Partisch zu drei Jahren Gefängniß und wegen unbefugter Die Untersuchungshaft angerechnet wurden. Der Staatsanwalt Raffationshof fällte heute das Urtheil über die Appellation Aus dem Reichstags- Wahlkreis Weimar- Apolda wird hatte in allen drei Fragen schuldig und eine Gesammtstrafe von 71/2 Jahren Gefängniß und 6 Wochen Haft beantragt. Giolitti's. Das Urtheil des Kaffationshofes hebt den Beschluß uns über die Thätigkeit unserer Parteigenossen zu der heute vor Paris, 24. April. Der Streit der Omnibusbeamten scheint der Anklagekammer auf, sowohl bezüglich der Unterschlagung sich gehenden Nachwahl gefchrieben: Unser Kandidat Baudert an Umfang zuzunehmen. Heute kamen noch einige bedeutungsvon Dokumenten, wie auch bezüglich der Verleumdungsklagen. hat in mehr als 20 Orten des Kreises gesprochen, außerdem lose Zwischenfälle vor, auch wurden einige Verhaftungen vorFür ein weiteres Vorgehen gegen Giolitti bedarf es daher nun wurde von uns eine große Zahl Versammlungen einberufen, in lose Zwischenfälle vor, auch wurden einige Verhaftungen vorgenommen. Nachmittags sammelten sich zahlreiche Ausständige, der Intervention der Deputirtenkammer. denen die Parteigenossen Legien Hamburg, Bod Gotha, überwacht von der Polizei, auf der Place de la Republique und Neißhaus Erfurt, Schoenlant Leipzig, Hansen Tie Goldwährung einzuführen, hat Rußland feit Tivoli- Bauxhall abzuwarten. Hansen Tangent geplant; große Massen Goldes wurden zu diesem Berlin, Schulz- Jena, Raub- Leipzig, sowie die Mitglieder in deren Umgebung, um dort den Beginn der Versammlung in der Erfurter Agitationskommission und aus Apolda Leutert, Leber, Zwecke in der russischen Bank aufgesammelt. Nun scheint Petermann sprachen. Der Freifinn macht gewaltige Anstren- machte den Ausständigen einige Konzeffionen, aber eine VerParis, 24. April. Die Verwaltung der Omnibusgesellschaft Rußland an die Ausführung seines wohl vorbereiteten aungen, die 1893 erlittene Schlappe wieder auszuweßzen. Engen Planes gehen zu wollen. Während unsere Agrarier die Richter, sowie der frühere Abgeordnete a mhammer find fammlung der Streikenden in Tivoli Vauxhall erachtete diese Verschlechterung der Währung planen, will Rußland im zu der großen Anzahl freisinniger Redner noch hinzu Bugeſtändniffe für unzulänglich und beschloß, den Ausstand fortInteresse der Konsolidirung seiner Wirthschaft und der gekommen. Ferner sind die Nationalliberalen und die zusetzen. Die Versammlung ging ohne weiteren Zwischenfall Eicherung seines auswärtigen Handels die Goldwährung Drillingspartei, bestehend aus dem Bund der Land- auseinander. Zur Aufrechterhaltung der Ordnung waren die einführen. Das beweist, daß die internationale Konferenz wirthe, der konservativen und der Reformpartei, äußerst thätig. umfassendsten Maßnahmen getroffen. Trotzdem sind unsere Aussichten sehr günstig. Je größer die London, 24. April. Der Gouverneur von Hongkong tele zur Berathung der Währungsfrage, die die deutsche Reichs Macht der Sozialdemokratie in einem Wahlkreise wird, um so graphirte gestern, da die in Macao und Hoihau herrschende Seuche regierung auf Anregung unserer Agrarier demnächst ein- verzweifelter gestaltet sich der Kampf seitens unserer Gegner. für epidemisch gehalten werde, sei die Einwanderung dorthin ver berufen muß, mit einem vollen Zusammenbruche der Man sieht, es geht vorwärts, trotz alledem! ( Deveschen- Bureau Herold.) bimetallistischen Hoffnungen enden muß. Von russischer Freiheit. In den großen Fabrikorten auf einer Konferenz der Sozialdemokratie dieses Wahlkreises der Zum Reichstagskandidaten für Bremen ist am Sonntag Russisch Polens Lodz und Zyrardow wurden 100 Arbeiter wegen„ sozialistischer Umtriebe" verhaftet und in die Parteigenosse Schmalfeldt in Bremerhaven proklamirt Zitadelle in Warschau übergeführt. In Warschau felbft tamen worden. * * * M boten worden. fervativen beschlossen haben, bei der Stichwahl für den frei Frankfurt a. M., 24. April. Die Frankfurter Zeitung" meldet aus Remscheid, daß die Nationalliberalen und Freiton finnigen Kandidaten zu stimmen. Frankfurt a. M., 24. April. Die Frankf. 3tg." läßt sich aus Mannheim telegraphiren, daß in dem Bankrott- Prozes Für die Bezirkstagewahl in Straßburg Nord Flörsheimer die Angeklagten Joseph Flörsheimer zu 1/2 Jahren, ( Elsaß) ist von der Sozialdemokratie der Zigarrenhändler Heinrich zu 17 Monaten und Herbst zu 1 Jahr Zuchthaus vers Boehle als Kandidat aufgestellt. Termin der Wahl ist der urtheilt worden sind. Berantwortlicher Redakteur: I. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. *) Gesetz vom 14. Juni 1791, das gegen die Roalition der Arbeiter gerichtet ist und durch das Syndikatsgesetz vom 21. März 1:81 aufgehoben wurde. Sierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 96. Parlamentsberichte. Dentscher Reichstag. 75. Sigung vom 24. April 1895. 1 Uhr. Am Bundesrathstische: Graf Posadowsky. Auf Vorschlag des Abg. Grafen Hompesch( 3.) wählt das Haus durch Zuruf an stelle des Abg. Solleuffer den Abgeordneten v. Normann( t.) zum Schriftführer. Darauf wird die zweite Berathung der Novelle zum 3olltarif fortgesetzt. Für Honig besteht jetzt ein Zoll von 20 M. Die Vorlage will für Honig in Waben einen Zoll von 20 M. bestehen lassen, dagegen für allen anderen Honig, auch flüssigen Honig, einen Zollsay von 36 M. einführen. Abg. Letocha( 3.) beantragt einen einheitlichen Honigzoll Referent Möller- Dortmund( natl.) weist darauf hin, daß zuerst Bedenken bezüglich der Unterscheidung zwischen künstlichem und natürlichem Honig obwalteten, weil die Unterscheidung nicht leicht zu bewerkstelligen sei. Diese Bedenken sind aber von Sachverständigen beseitigt worden. von 36 M. Donnerstag, den 25. April 1895. 12. Jahrg. -G An Letocha oder mindestens die Kommissionsbeschlüsse anzunehmen. aus Baumwollensamen- Del und Rindertalg, ja zur Hälfte, her= Staatssekretär Graf Posadowsky: Es ist eine starke gestellt, und nichts ist zur Margarine besser besser geeignet Uebertreibung, daß durch diesen Zoll eine ganze große Industrie als Baumwollensamen Del. Die Zollerhöhung müssen ruinirt sei. Es handelt sich hier bei den feinen Honigsorten um also die Arbeiter in der Preissteigerung bezahlen. einen Lurusgenuß, und gerade die Herren, welche mir immer dem Speisefett wird von den Fabrikanten ich spreche hier vorhalten, wir sollten Luxussteuern einführen, müssen für diesen aber nicht im Interesse der Speisefett- Fabrikanten sehr wenig Boll eintreten. Es ist darauf hingewiesen worden, mit der Land- verdient. Wenn das Speisefett schon zu 35 Pf. abgegeben wirthschaft hätte das nichts zu thun; ich muß diese Behauptung werden muß, ist das wohl flar. Ich möchte jedem Arbeiter gern als total unrichtig bezeichnen. Infolge der Konkurrenz des aus wünschen, daß er von der besten Süßrahmbutter effen kann, aber ländischen Honigs ist unsere Jmferei zurückgegangen. Es ist auch wir müssen damit rechnen, daß das nicht der Fall ist. darauf hingewiesen worden, die Honigfabrikate würden durch diesen Bom moralischen Standpunkt sind wir nicht berechtigt, ein 3oll so vertheuert, daß man sie nicht mehr genießen würde. Nahrungsmittel der Arbeiterklassen zu vertheuern. Die tausende Haben wir aber jemals gehört, daß alle die Leute, die von Arbeitern in den Speisefett- Fabriken würden arbeitslos auf ihre Fabrikate mit Stärkesyrup und künstlichem Honig herstellen, die Straße geworfen werden, wenn diese Fabriken in erklärt hätten: das ist nicht echte Honigwaare? Sie haben nicht folge der Bollerhöhung ihren Betrieb einstellen müßten, daran gedacht, sie haben vielmehr mit Surrogat hergestellte und das lediglich zu gunsten einiger großen Delfabriken. Waare zu einem Preise verkauft, als ob sie von natürlichem Diese Erhöhung der Lebensmittelpreise würde in einem großen Honig hergestellt wäre. Ich kann Sie nur dringend bitten, nach Theile des arbeitenden Volkes große Unzufriedenheit erzeugen. dem Kommissionsantrag zu beschließen. Wie steht diese Vertheuerung im Einklange mit den kaiserlichen Abg. Beckh( frf. Bp.): Ich bitte ebenfalls im Interesse der Botschaften? Die Speisefettfabritation in Deutschland würde. Abg. Letocha( 3.) empfiehlt die Annahme seines Antrages Nürnberger Industrie um Ablehnung der Vorlage und des An- durch den Zoll empfindlich zurückgedrängt werden. Der Arbeiter im Interesse der deutschen Bienenzucht; er beruft sich auf die trages( Buruf rechts: den dritten Nürnberger braucht man aber ist nicht in der Lage Naturbutter zu essen, er ist auf Surrogate zahlreichen Petitionen von landwirthschaftlichen Vereinen u. f. w. nicht mehr zu hören!) Ich habe auch Gelegenheit gehabt, von der angewiesen. Auch der Staat selbst verwendet großentheils Abg. Grillenberger( Soz.): Ich bitte Sie, die Zollerhöhung Nürnberger Lebkuchenfabrikation Kenntniß zu nehmen und weiß, daß Surrogate. In den Kantinen wird fast ausschließlich auf fünftlichen Honig und Honig in Waben abzulehnen. In der die Preisgestaltung keine günstige ist. Für die armen Leute sind die Margarine statt Butter verwendet, und es ist auch kein Zeichen Begründung heißt es: Durch das Zuckersteuer Gesetz vom Honigkuchen oft das einzige Geschenk für ihre Kinder; jede Belastung von Patriotismus, wenn die deutsche Marine dänische Butter 31. Mai 1891 ist der Zoll für festen und flüssigen Zucker aller des Honigs macht sich also für die kleinen Leute besonders drückend auf den Schiffen mitführt. Man sollte bedenken, daß eine ZollArt auf 36 M. erhöht worden; hieraus ergiebt sich die Noth bemerkbar. Daß die Preise für Weizenmehl zurückgegangen sind, belastung des Baumwollensamen- Dels Amerika zu Repressalien wendigkeit, den künstlichen Honig dem gleichen Zollsaße zu unter- fann fein Grund für die Erhöhung des Honigzolls sein. Die vielleicht beim deutschen Zucker veranlassen könnte. Der Reichswerfen. Das ist eine sonderbare Logit. Man hat seinerzeit Buckerinteressenten haben kein Interesse an dieser Bollerhöhung. tag würde sich um die Arbeiter ein gewisses Verdienst erwerben, den Honigzoll von 3 auf 20 Mart erhöht und dadurch Abg. Wurm( Soz.): Bom Bundesrathstische ist behauptet wenn er jede Bollerhöhung ablehnen würde.( Beifall bei den speziell der Nürnberger Lebkuchen- Industrie eine sehr worden, daß die Ingredienzien für die Lebkuchenfabrikation Mehl, Sozialdemokraten.) schwere Schädigung zugefügt. Es ist behauptet worden, Bitronat und Mandeln, 11111 50 pt. billiger geworden Staatssekretär Graf Posadowsky: Es ist doch sehr es werde zu den Lebkuchen überhaupt fein Honig oder sind, die Lebkuchen aber nicht um einen Pfennig im zweifelhaft, ob durch diesen Zoll eine Bertheuerung eines vielsehr wenig Honig und in der Hauptsache Zucker- Preise gefallen feien. Dabei wird Dabei wird aber übersehen, daß fach gebrauchten Nahrungsmittels eintreten wird. Die Zahl der abfälle verwendet. Das trifft für die Nürnberger Industrie seit 1885 der Honigzoll von 3 auf 20 m. erhöht worden ist, Baumwollsamenöl- Fabriken in Amerika hat von Jahr zu Jahr ganz und gar nicht zu. Syrup und ähnliches Zeug mag in was angesichts der besonderen Taraberechnung eine Steigerung zugenommen, und man kommt der Zeit näher, wo BaumwollenNord- und Nordwest- Deutschland verwendet werden, in Süd- um 1200 pCt. bedeutete. Der Lebkuchenpreis konnte daher gar samen nicht mehr vorwiegend für Textil, sondern für Nahrungs deutschland wird er nicht verwendet. In Nürnberg giebt es nicht sinken. mittelzwede angebaut wird. Man soll jeht auf dem Wege sein, große Betriebe, welchen durch die neue Zollerhöhung eine Mehr- Wir haben einen Zoll auf fünstlichen Honig nicht erst eine Konstruktion zu finden, durch welche auf billige Weise das ausgabe von 10-20 000 m. erwächst. Sie sind genöthigt, den feit 1891, sondern so lange als unsere Zuckersteuer- Gesetzgebung Baumwollensamen Del verschifft werden kann. Außerdem ist es südamerikanischen und westindischen Honig zu verwenden. Sie werden besteht. In den letzten Jahren ist die Einfuhr von ausländischem wahrscheinlich, daß nicht wir, sondern Amerika den 3oll tragen geschädigt, ohne daß der Fiskus einen erheblichen Vortheil hat. Honig nicht wesentlich gestiegen; es ist eine vollständig falsche muß. Es handelt sich nicht darum, durch diesen Zoll die großen Man spricht von einem Schutz der deutschen Imkerei. Die Behauptung, wenn man sagt, daß der Honig eingeschmuggelt Anlagen in Mannheim allein zu schützen, auch eine ganze Andeutsche Imkerei vermag aber nicht entfernt diejenigen Quanti- werde. Im Jahre 1890 find 32 000 Doppelzentner eingeführt, zahl fleinerer Delmüller haben gleiche Wünsche geäußert, namenttäten des Honigs zu erzeugen, welche zur Lebkuchen- Fabrikation im Jahre 1892 29 000, 1893 37,000 und 1894 36000 Doppelzentner. lich die Leinölmüller. Das Leinöl, welches in Holland und England nothwendig sind. Viele treiben bei uns die Imkerei aus Daß im Jahre 1895 die Einfuhr bedeutend steigen würde, kann man gewonnen wird, wird vorzugsweise nach Amerika exportirt. Liebhaberei, und es besteht gar keine Nothwendigkeit, diese nicht behaupten, wenngleich in den beiden ersten Monaten dieses Und dieses Del drückt nun auf den deutschen Markt. Interessenten zu schüßen. Dagegen würde Nürnberg und eine Jahres ein größerer Import stattgefunden hat, denn das braucht nicht Wenn die Erdnuß- und Sesammüller durch einen Zoll von 10 M. ganze Reihe von fränkischen Städten und andere süddeutsche das ganze Jahr hindurch anzuhalten, wir haben dieselbe Er geschützt werden, so wäre es dem bei uns raffinirten ErdnußOrte durch die Bollerhöhung schwer geschädigt werden. In scheinung im vorigen Jahre gehabt und doch ist der Gesammt und Sesamöl möglich, bei der Herstellung der Margarine mit der Kommission wurde die Zollerhöhung in erster Lesung mit er- import hinter demjenigen des Vorjahres zurückgeblieben. Nach dem Auslande zu konkurriren. Bei diesem Zoll kommt eine heblicher Mehrheit abgelehnt. Die Kommission ließ sich erst um Einführung des Zolles würden die Honigkuchen- Fabrikanten nennenswerthe Bertheuerung eines Bedarfsartikels gar nicht in stimmen, als der sächsische Regierungsvertreter Zahlen anführte, allerdings gezwungen sein, Syrup zu verwenden. Es ist be Frage. Die letzte Petroleumhausse hat den Petroleum= Kommunismus beren Unrichtigkeit dieser selber später zugeben mußte, aber erst greiflich, wenn von einer gewissen Seite dieses Haus für die preis um 150 pCt. gesteigert dank dem Mammons, und man dann, als die Zollerhöhung schon beschlossen war. Es ist falsch, Verwendung von Stärke eingetreten wird; der kleine handwerks- des hat ausgerechnet, daß, daß der Import des ausländischen Kunsthonigs in den mäßige Fabrikant hat schon jetzt gegenüber dem großen einen wenn zu dem Preis 1876 zurückkehren, der Tetten Jahren gestiegen ist. Das ist eine Be verhältnißmäßig schweren Stand, und wenn Sie ihm den Honig Petroleumbedarf des deutschen Volkes um 300 Millionen Mark hauptung, welche eine sächsische Firma, welche den vertheuern, fann er sich gar nicht mehr halten. Die ganze Boll belastet würde. Nach diesem Zoll hier würde der Zentner Runsthonig für sich in Deutschland monopolisiren möchte, auf- gefeßgebung fann nur im Interesse der Großindustriellen liegen, Margarine etwa 60 Pf. theurer werden und der Zentner SpeiseIm Detailhandel kommen ganz andere gestellt hat. Thatsache ist aber, daß der ausländische Kunsthonig die kleinen haben keine Vortheile von ihr; wir stimmen gegen fett 1,50-1,80 m. gar nicht eingeführt werden kann, weil er viel theurer ist als der die Erhöhung. Preisdifferenzen vor, je nach Lage des Geschäfts und der Kon= deutsche. Der Naturhonig des Auslandes ist aber nicht zu ent- Geheimrath Heule weist darauf hin, daß der ausländische junkturen. Der finanzielle Erfolg der ganzen Tarifnovelle ist behren. Mit recht wird in einer Petition darauf hingewiesen, Honig jetzt viel billiger sei, als vor der Zollerhöhung von 1885; auf etwa 2 Millionen Marf veranschlagt worden. Wahrscheinlich daß die Lebkuchenfabrikanten den Zoll, der zehn Pfennig damals toftete der Honig mit Zoll 82 M., jetzt nur 65 M. werden es aber nur 1/2 Millionen sein. betragen würde, nicht auf den Konsumenten Damit schließt die Diskussion. Der Antrag Letocha wird pro Kilo abwälzen tönnen, eine Verschlechterung der Waare gegen die Stimmen der Freisinnigen, der Sozialdemokraten und würden sich die Konsumenten aber auch nicht gefallen der Mehrheit der Nationalliberalen angenommen; von den lassen. Da nun die Fabrikanten viele tausende nicht aus der letzteren slimmen für den Honigzoll von 36 M. die Abgg. Bayereigenen Tasche bezahlen werden, so wird ihnen nichts anders lein, Paasche, Walter, Wamhof und Schulze- Henne. übrig bleiben, als die Arbeiterlöhne zu kürzen oder Arbeiter zu Der Zoll auf Rafaobutter wird auf 45 M. festgesetzt. entlassen, oder statt eines Stammes ausgelernter Arbeiter Die Position Speiseöle soll folgendermaßen gestaltet ungelernte Arbeiter zu verwenden, wodurch hunderte werden: Speiseöle und raffinirtes Baumwollensamenöl 10 M. von gewerblichen Arbeitern geschädigt werden. Wir haben( letzteres trug bisher einen Boll von 4 M.), Leinöl und rohes das fertige Fett einführen zum Zoll von 10 M.; das feine Veranlassung, die ganze Lebkuchen- Fabrikation einer Baumwollensamenöl in Fässern, sowie Delsäure 4 M., endlich einzigen sächsischen Fabrit tributpflichtig zu machen, welche es verstanden hat, die sächsischen Finanzbehörden zu taptiviren und Ein Antrag des Abg. Wenders( 3.) will für denaturirtes die Reichsregierung zu überzeugen, daß eine Erhöhung des Zolles Baumwollensamen- Del einen Zollsatz von 4 M. sestsetzen. nothwendig sei. Der Reichstag hat alle Ursache, es sich zu über- Nach einem Antrage des Abg. v. Stumm soll die ReIegen, ob er zahlreiche Handwerker ungerechtfertigterweise gierungsvorlage wieder hergestellt werden, das heißt, alles Baumschädigen soll. Wir unsererseits müssen gegen eine solche wollensamen- Del, rohes und raffinirtes, soll mit einem Zoll von Schädigung der Fabrikanten und Arbeiter entschieden protestiren. 10 m. belegt werden. Ich bitte das Haus, die Erhöhung des Honigzolles abzulehnen. ( Beifall bei den Sozialdemokraten.) Geheimrath Henle bestreitet, daß eine schwere oder auch nur eine leichte Schädigung der Honigkuchen- Industrie stattfinden würde. Zur Honigfuchen Fabrikation wird meist Syrup verwendet, nur für die seineren Kuchenarten Honig, aber es handelt sich dabei nur um ganz geringe Mengen. Bei den feineren Kuchensorten aber fällt die Bollerhöhung nicht ins Gewicht, da für den Zentner Honigkuchen die Bertheuerung des Honig nur 4 M. ausmacht und da die Preise der anderen Ingredienzien, welche für die Fabrikation von Honigkuchen gebraucht werden, erheblich im Preise heruntergegangen sind. Abg. Weiß( frs. Vp.): Im Interesse der Nürnberger Lebfuchen- Fabrikation tritt Redner für die Ablehnung der Vorlage und des Antrages Letocha ein. Baumwollensamenöl, amtlich denaturirt 3,50 m. wir voll Abg. Graf Kauit( t.): Die Ausführungen bewegen sich in einem gewissen Widerspruch. Einmal sagt man, daß das Cottonöl sich nicht für Speisezwecke eigne und nachher heißt es dann wieder, daß gerade das Speisefett der ärmeren Volksklassen vertheuert werde. Das Speisefett wird hergestellt zur Hälfte aus Talg, welcher 2 M. Zoll zahlt, und zur Hälfte aus Cottonöl, welches jetzt 4 M. 3oll zahlt. 100 Kilogramm Speises fett tragen deshalb 3 M. Zoll, während die Amerikaner liegt daran, weil die Amerikaner das Fett von gejallenen Thieren u. s. w. verwenden, welches in rohent Zustande garnicht über die Grenze fkommen würde. Das ist nur ein Beweis dafür, daß die meat- inspection- bill vollständig wirfungslos geblieben ist. Der Gebrauch des amerikanischen Speisefettes solte deshalb verhindert werden, weil darin sehr viel ungesunde Bestandtheile enthalten find. Man könnte den Zoll für Speisefett aus Amerika erhöhen; für die Dauer der Abg. Graf Schiverin Löwitz( f.) empfieht diesen Antrag. Handelsverträge ist allerdings der Boll für Sparfett gebunden. Abg. Buddeberg( irs. Bp.) erklärt sich gegen den 3oll auf Aber die Handelsvertrags- Staaten haben an diesem Sparfett gar rohes Baumwollensamen Del, weil dadurch der Wettbewerb fein Interesse, denn von 792 000 Doppelzentner Speisefett Deutschlands auf dem Weltmarkt geschädigt würde. Der Zoll find 759 000 Doppelzentner allein aus Amerita eingegangen. auf raffinirtes Baumwollensamen- Del sei gerechtfertigt, weil dieses Ein anderes Mittel würde ein völliges Einfuhrverbot gegen als Ersatz für Olivenöl gebraucht werde. amerikanisches Speisefett fein; das Speisefett würde dann nicht Geheimrath Heule verweist auf die Preise des Baumwollen- um einen Pfennig theurer werden; es würde einfach das Cottonöl samen Dels in Amerika für die drei gebräuchlichen Marken an seine Stelle treten. Die Landwirthe haben nicht das Interesse, Armour, Fairbanks und Wilcox und des australischen Talg. Der ein gutes und gesundes Nahrungsmittel der unbemittelten Klaffen Durchschnitt ergiebt einen Preis des Rohmaterials von 49,15 M. zu vertheuern; wir wollen nur die fraudulöse Konkurrenz dieser Da die Fabrikationskosten sehr gering sind, so bleibe für die ungefunden Speisefette verhindern. Diese Kunstprodukte wie deutsche Fabrikation noch ein Gewinn von etwa 10 Mart pro Speisefette und Margarine sollen nur äußerlich kenntlich gemacht Bentner Speisefett. Die Zollerhöhung werde also diesen Unter- werden, damit jeder Betrug ausgeschlossen ist. Redner tritt für schied zwischen den Kosten und dem Verkaufspreis noch nicht die Wiederherstellung der Regierungsvorlage ein. vollständig ausgleichen. Die Offerten, welche vor wenig Monaten Abg. Meyer Halle( frs. Vg.): Man befürchtet bei dem noch 64 Mart betragen haben, stellen sich jetzt auf 70 Mart, troy jetzigen Zustande eine Schädigung der Zuckerindustrie; ich ver- der Vorlage. Speisefelt zahlt einen Zoll von 6 Mart, während trete ten Halle- Saalfreis, in welchem die Zuckerindustrie sehr Baumwollenfamen- Del nur 4 Mart zahlt. Wenn dieses Miß bedeutend ist. Die Honigkuchen Fabrikanten brauchen den verhältniß fortbesteht, wird die Einfuhr von Baumwollensamen- Del amerikanischen Honig, der deutsche Honig ist ihnen zu theuer. immer mehr zunehmen. Nur der Vorschlag der Regierung hilft Wird nun der amerikanische Honig vertheuert, so müssen die der Speisefett- Industrie, der Beschluß der Kommission Fabrikanten zu Surrogaten greifen. Ich bedaure, daß die deutsche schadet ihr nur. Landwirthschaft sich des Honigs bisher nicht wärmer angenommen hat. Abg. Harm( Soz., auf der Journalistentribüne schwer verNun wird gefagt, es werden schon jetzt zur Lebkuchen- Fabrikation ständlich, weil er sich von derselben abwendet): Das BaumSurrogate, namentlich Stärkezucker, verwendet. Ja, diese fort- wollensamen- Del wird zu allen möglichen Zwecken verwendet, schreitende Verschlechterung hängt doch zusammen mit dem namentlich zur Herstellung der billigen Margarine und des Honigzoll, den man unbesonnenerweise von 3 auf: 20 m. er- Speisefettes. Die Konsumenten dieser Nahrungshöht hat und nun auf 36 M. erhöhen will. Es wird nun den mittel sind die niedrigen Klassen des arLebkuchen- Fabrikanten nichts übrig bleiben, als zu Syrup zu beitenden Volke 3. und diese müssen also den höheren Boll greifen. Die Herren haben ja so eifrig gefahndet auf Semmeln, bezahlen. Die Fabrikanten werden den Zoll nicht auf ihre welche mit Margarine statt Butter bestrichen waren. Ist es Ihnen Schultern nehmen, sondern auf die Konsumenten abwälzen. Graf etwa nicht ebenso unangenehm, wenn Syrup statt Honig zum Ranit sagte am 22. Januar: Lebkuchen verwendet wird?( Heiterkeit.) Wollen Sie nun diese Art von Nahrungsmittel- Berfälschung begünftigen? Es fommt hierbei aber auch auf ethische Gesichtspunkte an.( Heiterkeit.) Der Honig ist ein besonders geweihter, besonders feierlicher Artifel, vor dem man Ehrfurcht haben und den man nicht durch Bollerhöhungen mißhandeln sollte. In diesem Sinne bitte ich, die Vorlage abzulehnen.( Beifall links.) M = Wir wünschen dringend einen angemessenen Schuß für die Naturbutter, wollen aber die Margarine vorläufig nicht verdrängen." Wir haben also zu erwarten, daß die Herren mit einem Antrag gegen die Margarine kommen werden. Ihr Wunsch wird aber nicht verwirklicht werden. Es ist schon in der Kom mission hervorgehoben worden, daß ein großer Theil der Arbeiter Abg. v. Kardorff( Rp.): Der Regierungskommissar hat nicht in der Lage sei, sich Naturbutter zu kaufen, daß er auf angeführt, daß die Rohmaterialien des Honigkuchens, Bitronat, das Surrogat des Speisefetts oder der Margarine angewiesen Mandel- und Weizenmehl, um 50 pct. im Preise zurückgegangen sei. Vor 1870 wurden als Surrogate für Naturbutter Birnensind und trotzdem ist der Honigkuchen nicht einen Pfennig billiger fraut, Apfelkraut 2c. verwendet, heute wird dafür billiges Speisegeworden. Die Mehrbelastung durch den Honigzoll würde auch fett und Margarine genommen. Die Speisefett- Fabriken sind nur ein ganz geringes betragen. Die Junker wünschen die höhere gute Abnehmer der Landwirthschaft, und aus Dankbarkeit werden Verzollung des Sonias. Deshalb bitte ich Sie, den Antrag sie hier mit einer Rollerhöhung belastet. Die Margarine wird Abg. Gamp( Rp.) bedauert jekt als dritter Redner für den Antrag v. Stumm eintreten zu müssen, da ihm die meisten Argumente schon weggenommen seien. Baumwollensamen- Del fann am besten gebleicht und daher zur Täuschung des Publikums verwendet werden. Wenn auch die Lebenshaltung der Arbeiter sonst zurückgehen mag, die ländlichen Arbeiter sind immer noch in der Lage, Butter zu effen, weil für sie eine Kuh gehalten wird. Darauf wird um 5 Uhr die Weiterberathung auf Donyerstag 1 Uhr vertagt. Abgeordnetenhaus. 57. Sigung vom 24. April, 11 Uhr. Am Regierungstische: Miquel, Thielen. Zur ersten Berathung steht der Gefeßentwurf betreffend die Freilassung des aus außerpreußischen Grundvermögen, handelsoder gewerblichen Anlagen sowie aus der Betheiligung an dem Unternehmen einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung fließenden Einkommens von der Gemeindesteuer. Abg. v. Eynern( natl.) begrüßt diesen Gesehentwurf als die Erfüllung eines vom Abgeordnetenhause selbst geäußerten Wunsches, insofern er eine sehr drückende Doppelbesteuerung beseitige, und beantragt, den Entwurf einer Kommission von viers zehn Mitgliedern zu überweisen. Abg. v. Bockelberg( t.) schließt sich diesem Antrage an. Es werde nothwendig fein, einige Lücken des Gesetzes auszu füllen und zu verhindern, daß nicht nur das außerpreußische, sondern auch das außerdeutsche Einkommen von der Gemeindesteuer freibleibe. Abg. Gothein( frs. Bg.) stimmt dem Grundgedanken des Gesetzes zu und hofft, daß die Bedenken gegen die Form desselben in der Rommission fich leicht werden beseitigen laffen. Abg. Haufen( ft.) Tann das Bedenken des Abg. v. Bockel- Irüstung hervorrufen, ohne die Gründe zu erfahren, welche an Die von der städtischen Verwaltung eingesetzte Komberg nicht theilen. Bringe die Durchführung eines Gesetzes Uebel- geblich ein solches Vorgehen nothwendig erscheinen lassen. Es mission zur künstlerischen Ausschmückung städtischer Gebäude und stände zu tage, so sei feine Zeit zu verlieren, sie zu beseitigen. sei doch merkwürdig, daß gerade die Bertheidiger der Vorlage Pläge hat in ihrer heutigen Sizung beschlossen, in der Vorhalle Seine Freunde werden einer Kommissionsberathung nicht wider- sich scheuen, ihr angeblich so schwer belastendes Material der des Mühlendammgebäudes Mofaitgemälde an den Wand- und prechen. Deffentlichkeit vorzulegen, während die Sozialdemokraten, welche Deckenflächen anbringen zu lassen. Außerdem beschäftigte sich die Geheimer Rath Nöll geht auf die Entstehungsgeschichte des die Vorlage treffen soll, verlangen, daß die weiteste Deffentlichkeit Deputation mit dem Projekt, den Eingang zum Friedrichshain Gesezentwurfes ein und behält sich vor, auf die sachlichen Be- erfahre, auf welche Vorkommnisse hin ein so ungeheuerliches Gesez mit einem künstlerisch ausgeführten steinernen Triumphthor zu denken gegen denselben in der Kommission einzugehen. Es handle angenommen werden soll. versehen und auf dem Andreasplaz steinerne mit reichem Figuren sich darum, die bis zum Inkrafttreten des neuen Kommunal- Bei der Abstimmung wurde der Antrag unserer Genossen schmuck versehene Ruhesitze aufzustellen. Vor der definitiven Be abgaben Gesetzes bestehenden Grundsäge bezüglich der Heran- abgelehnt. schlußfassung über diese Projekte soll die Genehmigung des ziehung der außerpreußischen Einkommen aus Grundbesig und Magistrats und der Stadtverordneten- Versammlung zur Aus Gewerbebetrieb auch für die Zukunft aufrechtzuerhalten. schmückung der beiden Pläge eingeholt werden. Ebenso soll die Genehmigung zur Aufstellung der Kolossalfigur der Berolina auf dem Alexanderplatz, sowie des Uechtriß'schen Brunnens an der Gormannstraße, und der Büste von Schulze- Delitzsch auf dem Play an der Köpnickerstraße erbeten werden. = Abg. Herold( 3) findet es ebenfalls bedenklich, auch den Außerdeutschen Besitz steuerfrei zu lassen. Abg. Winkler( t.) hält eine Ergänzung des Kommunal abgaben- Gesetzes bezüglich des Rechts der Kreise auf Erlaß von Hundesteuerordnungen, bezw. eine authentische Interpretation des bestehenden Gesezes für nothwendig, um der verschiedenartigen Anwendung desselben ein Ende zu machen. Finanzminister Miquel: Die Regierung muß dringend davor warnen, über den Rahmen dieses Gesetzes hinauszugehen. Wir müssen erst abwarten, wie das Kommunalabgaben Gefeß wirkt. Die Hundesteuer hat mehr einen polizeilichen als einen finanziellen Charakter und es empfiehlt sich mehr die Sache auf dem Wege der Polizeiverordnung zu ordnen. Die Vorlage wird an eine besondere Kommission von 14 Mitgliedern verwiesen. Es folgt die erfte und zweite Berathung des Gesetzentwurfs betreffend die Aufhebung des in dem vormaligen Fürst bist hum Fulda für die Einwilligung der Ehefrauen in Bürgschaften und Ex promissionen der Ehemänner bestehenden Gr fordernisses der gerichtlichen Form. Minister Schönstedt empfiehlt die Vorlage als eine rein formelle; das materielle eheliche Güterrecht werde durch sie nicht alterirt. Abg. Kircher( 3.) befürwortet kurz die Vorlage; diefelbe wird darauf in erster und zweiter Lesung ohne weitere Debatte angenommen. Die Umsturzgefehler mit sammt den Regierungsvertretern halten es also mit Falstaff; sie geben keine Gründe an und wenn sie billig wie Brombeeren wären. Die Verlesung des Berichts selbst gelangte bis zum§ 130, worauf die Sigung vertagt wurde. Der Rest soll morgen, vor mittags 1/210 Uhr zu Ende gelesen werden. * Die Mittheilung des Vorwärts", daß gegen den AmtsDie Reichstagskommission zur Berathung des Autrages Kanig ist gestern nach Schluß der Plenarsizung gewählt richter Herrn Dr. Schlössing in Riydorf infolge einer Beworden. Sie besteht aus folgenden Herren: Frank- Baden, schwerde des Gendarmen öppner das Disziplmarverfahren De. Paasche, Schulze Henne, Wamhoff( natl.); Alich bichler, eingeleitet worden ist, soll nach dem hiesigen„ Lokal- Anzeiger", wie Steininger, Dr. Lieber, Graf Galen, Hug, Bingen, Klose, auch nach einer Meldung der„ Rigdorfer Zeitung" unrichtig sein. Rembold( 3.); v. Manteuffel, Graf Kanis, Graf Schwerin- Diesen Behauptungen gegenüber erklären wir nochmals, daß Löwig, Graf Limburg- Stirum, Will( t.); v. Kardorff, Bauer- unsere am Sonntag gebrachte Meldung durchaus der meister( Rp.); Dr. v. Komierowski( Pole); Bebel, Herbert, Wahrheit entspricht. Es schwebt in der That in dieser Angelegenheit ein Disziplinarverfahren gegen Herrn Dr. v. Bollmar( Soz.); Lotze( Antis.); Aucker, Lenzmann( frf. p.); Schlössingt. Nicht der Vorwärts", sondern die beiden er Galler( südd. Vp.); Dr. Meyer- Halle( frs. Vg.). Vorsitzender ist Abg. Dr. Paasche, Stellvertreter Abg. Dr. Meyer- Halle, Schrift wähnten Zeitungen sind falsch informirt worden. führer sind die Abgg. Wamhoff, Well, Galler und Rembold. Lokales: Die neueste Nummer der Korrespondenz des Herrn Köller bringt, wie dies ja gerade nicht sehr selten, eine Reihe Bestätigungen von mehr oder weniger beschämenden Mißständen, welche zuerst im Vorwärts" gerügt worden sind. " Nicht weniger als 890 Ranbvögel find im Jahre 1894 in der Provinz Brandenburg getödtet worden und zwar 302 Habichte, 217 Sperber, 194 Baumfalken und 177 Wanderfalfen. Es lebt aber noch eine Menge Raubgezücht in der Mart. Ju der Urania wird heute Abend Herr Dr. N. Neuhauß ſeine interessanten Photographien in natürlichen Farben und verschiedene andere wissenschaftliche Aufnahmen vorführen. Damen dürfen auf den Verdecken der Pferdebahn, wie man Die zunächst erwähnenswerthe Notiz ist recht gedrückt ge halten. Und zwar aus zwingenden Gründen; beschäftigt sie sich uns mit bezug auf die kürzlich widerrufene diesbezügliche MelEs folgt die erste Berathung des Gesehentwurfs, betr. das doch mit der Sabbatschändung in der Gnaden dung schreibt, in Berlin schon seit Jahren fahren, so unglaublich Pfandrecht an Privat Eisenbahnen und Klein- tirche, welche bekanntlich unter den gottergebenen Augen des dies auch flingen mag. Wer die von Vororten wie Tegel, bahnen und die zwangsvollstreckung in die Regierungsraths Spitta, des Baumeisters Rimpel und anderer Treptow u. a. abgehenden Nachtwagen öfter benutzt, wird regelselben. frommen Leute, unter denen sich auch einige Mitglieder des Kirchen- mäßig die Bemerkung machen, daß auf den Verdecken Männlein Minister Thielen: Seit der vorigen Tagung hat die Re- raths befanden, am Sonntag, den 17. März verübt worden ist. Wir und Weiblein einträchtiglich bei einander sitzen; denn die Parole gierung erneut geprüft, ob für eine gesetzliche Regelung sprachen bei der Schilderung dieses, den famosen Kampf lantet: Unter allen Umständen mitkommen! Es wird stillDer Materie ein Bedürfniß vorliegt und die Erfahrungen für Ordnung, Religion und Sitte verblüffend naturgetreu schweigend geduldet; wenn aber wirklich mal ein Schaffner oder anderer Staaten mit der verwandten Gefeßgebung studirt. illustrirenden Falles am 19. März den Wunsch aus, daß auch das Kontrollbeamter einen Einspruch wagt, so geschieht es in Das Ergebniß dieser Prüfungen hat die Regierung in der Auf- Organ des Herrn Ministers des Junern uns durch eine ent- humoristischer Weise. Das Prinzip ist also durchbrochen! es Nachtwagen find, fällt nicht ins Gewicht, fassung, daß für die Regelung dieser Materie im Wege der sprechende Auslassung eine Freude bereiten möge. Das ist denn Daß Landesgesetzgebung eine dringende Nothwendigkeit vorhanden sei, nunmehr nach Verlauf von fünf Wochen durch folgende knappe da die Damen auf den Verdeckplätzen bis mitten in die Stadt nur bestärkt. Auch die Provinzialbehörden der allgemeinen, wie Notiz geschehen: hinein fahren, wo bei der Ankunft noch reges Leben herrscht. der Eisenbahnverwaltung haben sich überwiegend der Auffassung Die am Sonntag, den 17. v. M. erfolgte Beschäftigung von Bielleicht trägt dies dazu bei, daß endlich auch in Berlin allder Regierung angeschlossen. Es wäre verfehlt, wenn man von Werkleuten bei dem inneren Ausbau der hiesigen Gnadenfirche gemein mit Borurtheilen gebrochen wird, die man in anderen der durch das Gesetz gebotenen Möglichkeit die Privatbahnen in ift von den zuständigen Oberbehörden sehr entschieden gerügt und Städten schon längst nicht mehr kennt. ihrer Gesammtheit zu verpfänden und die Zwangsvollstreckung die zuständige Instanz mit aller Bestimmtheit angewiesen worden, in diefelben herbeizuführen, einen großen Aufschwung des dafür zu sorgen, daß ähnliche Vorkommnisse unter allen Umständen Privateisenbahnwesens und insbesondere des Kleinbahn- vermieden werden." wesens erwartete, aber immerhin ist das Gefeß ein recht Diese Anordnung erfüllt uns im Interesse der ihres freien geeignetes Mittel zur Förderung der Unternehmungen. Der Sonntags beraubt gewesenen Arbeiter mit aufrichtiger Genug Entwurf will die Gewährung von Realkredit dadurch ermög- thuung; fie fontrastirt nur sehr merkwürdig mit der Ordens lichen, daß er die gesammten einer Bahn angehörigen Rechte und verleihung, mit der diverse der Herren, unter deren Augen Sachen, sammt den dem Unternehmer selbst thatsächlich oder am 17. März die Sabbathschändung verübt worden ist, bei Fonzessionsmäßig anhaftenden Werthen zu einer rechtlichen Ein- der einige Tage später erfolgten Einweihung der Kirche heit der sogenannten Bahneinheit zusammenfaßt. Diese bildet die beehrt worden sind. Grundlage für die Verpfändung und Belastung in dem Sinne, Des weiteren enthält die Köller'sche Korrespondenz das Daß die Sachen und Rechte der Bahn eine Einschränkung ihrer cechtlichen Selbständigkeit erleiden und die Verpfändung und Belastung einzelner Theile nur zugelassen wird soweit, als der eigentliche Zweckt, der Betrieb nicht vereitelt wird. Abg. Bode( t.): Wir haben gegen die Vorlage wesentliche Bedenken wirthschaftlicher und juristisch- technischer Natur. Nach Erlaß dieses Gesetzes wird sich das jetzt beschäftigungslose Rapital der Sache bemächtigen, die Spekulation wird erhöht werden und die Kleinbahnen werden von den großen Geldinstituten übernommen werden, welche die Anlagen lediglich mit Rücksicht auf ihr finanzielles Interesse machen werden; er beantrage die Ueberweisung derselben an eine Rommission von 14 Mitgliedern. Abg. Imwalle( 3.) begrüßt den Gefeßentwurf gerade aus wirthschaftlichen Gründen mit Freude, weil er die Betheiligung des Privatkapitals an Kleinbahnbauten ermöglicht. Abg. Oswalt( natl.): Gegen die vorjährige Vorlage ist die jetzige eine erhebliche Verbesserung, und wir werden uns in der Kommission um das Zustandekommen derfelben bemühen. Abg. v. Tiedemann Bomst( dk.) spricht sich gleichfalls sympathisch für die Vorlage aus. B = leber zwei schwere Banunfälle wird berichtet: Bei dem Abbruch des Hauses Krausenstr. 37, das der Aachener- und Arbeiter Otto Rieche aus der Gubenerstr. 16/17 beschäftigt, indem Münchener Feuerversicherungs- Gesellschaft gehört, war auch der er vom dritten Stock die abgebrochenen Steine nach unten warf. Dabei stürzte er von dem Mauerwerk auf den Hof hinab und trug schwere innerliche und äußere Verlegungen davon. Er wurde bewußtlos nach einem Krankenhause gebracht; sein Zustand läßt wenig Hoffnung auf Erhaltung des Lebens zu. Einige Stunden später, gegen 9 Uhr vormittags, ereignete sich ein minder schwerer Unfall auf dem Neubau Wilmersdorferstraße 67 zu Charlottenfolgende: Unter der Ueberschrift„ Ausbeutung der weiblichen Arbeits- burg, der bis zum dritten Stock fertig ist. Zimmerleute waren mit dem Einziehen von Balken beschäftigt und haben dabei ver kraft" wurde in Nr. 42 des Vorwärts" vom 19. Februar d. Imuthlich einen oben liegenden, schweren eisernen Träger aus mitgetheilt, daß in der elektrotechnischen Anstalt von Siemens und Halste einige 20 Arbeiterinnen damit beschäftigt würden, die seiner Lage gebracht. Der Träger stürzte herunter auf die Glühlampen luftleer zu pumpen und zuzuschmelzen. Diese Arbeit Balkenlage des Kellers, schnellte wieder in die Höhe und erfolge unter Anwendung von Quecksilber. Die Wirkung des Ar- zerschmetterte dem 15jährigen Bimmermannslehrling Orthmann beitens mit diesem giftigen Metall", so heißt es dann, zeigt sich denn aus Moabit, dessen Lehrzeit erst zwei Monate dauert, das rechte auch recht prompt. Das vorhin zuweilen noch blühende Aussehen der Bein. Auch er wurde nach dem Krankenhause gebracht und Arbeiterinnen macht einer bleichen Gesichtsfarbe Play, es stellt dürfte kaum wieder gänzlich hergestellt werden. sich große Appetitlosigkeit ein, die Zähne werden im Munde locker und bei manchen zeigen sich im Munde Blasen und Ausschläge. Bis vor anderthalb Jahren ist die Arbeit, bei der sich jetzt Mädchen und Frauen vergiften, von robusteren Männern verrichtet worden. Dann wurden Arbeiterinnen eingestellt, denen anfangs für das Hundert Lampen 1 Mart bezahlt wurde. Bald darauf wurde der Lohn auf 80 Pf. reduzirt, dann auf 75 und gegenwärtig giebt es nur noch 70 Pf.!" " Durch den zuständigen Gewerbe- Aufsichtsbeamten ist folgendes festgestellt worden: Abg. v. luruh- Bromberg( frt.) stimmt der Vorlage zwar" In der Glühlampen- Fabrik der Firma Siemens u. Halske, durchaus zu, wünscht aber in der Kommission die Möglichkeit Markgrafenstr. 94, find etwa seit Ende des Jahres 1898 ungefähr der Gefährdung der Solidität des Kleinbahnwesens genau erwogen 25 Arbeiterinnen mit dem Auspumpen der Glühlampen beschäftigt. zu sehen. Sie sind an die Stelle der vordem beschäftigten Arbeiter getreten, Justizminister Schönstedt bestreitet, daß die Gefahr vorliegt, nachdem infolge konstruktiver Aenderungen der früher zur Bedaß das Großkapital fich spekulativer Weise der Kleinbahnen bedienung einen erheblichen Kraftaufwand erfordernden Queck mächtigen werde, und sucht die juristischen Bedenken des Abg. Bode zu zerstreuen. Die Vorlage wird darauf einer Kommission von 21 Mitgliedern überwiesen. Schluß 14 Uhr. Nächste Sigung Donnerstag 12 Uhr. ( Gerichtstoften- Gesez, Gebührenordnung für Notare.) Parlamentarisches. Durch den Einsturz eines Kellergebäudes ist gestern Vormittag gegen 10 Uhr in der Straußbergerstraße 48 ein eigenartiger Unglücksfall hervorgerufen worden. Daselbst wird zur 3eit auf dem Hofe ein Neubau aufgeführt, zu welchem die noth wendigen Baumaterialien mittels Wagen auf den Hof gebracht werden. Gestern zur genannten Zeit fuhr ein zweispänniger mit Lehm beladener Wagen auf das Grundstück hinauf, als jedoch das Gespann den Hof erreichte, brach plöglich unter lautem Rrachen ein Theil des alten Kellergebäudes in sich zusammen und der Wagen versant in die Tiefe. Der Kutscher Dröschle stürzte vom Bock und erlitt nicht unerhebliche Verlegungen am Kopf; zur Sebung des Wagens aus der Vertiefung mußte die Feuerwehr requirirt werden. Zweimal überfahren und dann ins Waffer gestürzt wurde am Montag auf dem Betriebe des Nordringes ein unbekannter Mann. Derfelbe wollte vermuthlich den Spreekanal filber Luftpumpen die Arbeit auf mechanischem Wege ge- bei Charlottenburg in der Nähe der Schleuse überschreiten und leistet wird. passirte, um sich den Weg abzukürzen, den Bahndamm der Ring= Die Konstruktion der zur Zeit üblichen Luftpumpen ist der- bahn. Der Waghalsige befand sich gerade auf der Ueberführung art, daß nach Auskunft der neuen Maschinenbauer- Krankenkasse, des Bahnkörpers über den Spreekanal, als ein Zug von Westend bei der die betreffenden Arbeiterinnen versichert sind, seit 1893 fommend heranbrauste, dessen Lokomotive den Unglücklichen erfeine der ehemals häufiger vorkommenden Quecksilbervergiftungen faßte und nach dem Nachbargeleise hinüberschleuderte. Hier lag mehr beobachtet worden ist. Während bei den früher üblichen der Verunglückte, der innerliche Verlegungen erlitten haben Quecksilber- Luftpumpen die Verbindungsröhren, Hähne und der mochte, ohnmächtig wenige Sekunden, als auf demselben Geleife gleichen aus leicht zerbrechlichem Glas hergestellt waren, sind ein Zug vom Wedding her nahte, dessen Lokomotivführer den Ver die jetzigen Luftpumpen zum größten Theile aus Metall und so wundeten nicht fah. Wiederum brauste die Maschine heran, abermals gefertigt, daß ein Verstreuen von Quecksilber in den Arbeits- erfaßten die Näder den Armen und zahlreiche Augenzeugen, die am räumen infolge von Bruch der Pumpen nicht mehr vorkommen Ufer des Spreefanals standen, sahen, wie der Verunglückte in weitem fann. Augenblicklich ist die Firma damit beschäftigt, weitere Bogen seitlich geschleudert über die Böschung hinab in das Wasser Vervollkommnungen anzubringen, die das Austreten von des Spreefanals fiel. Jetzt wurde sofort ein Boot requirirt und Quecksilberdämpfen unter allen Umständen zu verhindern be- der Körper des dreifach Verunglückten auch nach wenigen Minuten bereits gefunden. Infolge der gräßlichen Verlegungen stimmt find. war aus dem Unbekannten bereits alles Leben entflohen; die Leiche wurde nach der Charlottenburger Leichenhalle geschafft, doch war es bis jetzt nicht möglich, die Persönlichkeit des etwa 35-40 Jahr alten anständig gekleideten Mannes, der jedenfalle " Die Umsturzkommission trat heute vormittags 1/211 Uhr zur Feststellung des Berichtes zusammen. Berichterstatter ist der tonservative Abgeordnete von Buchka. Der gedruckte Bericht ist ziemlich umfangreich; er umfaßt, ohne Anlagen, 48 Quart feiten. Auf die Stimmung, welche in der nationalliberalen Partei, die bekanntlich die lautesten Schreier nach einem Umsturzgesetz gestellt Der durchschnittliche Wochenlohn einer Arbeiterin beträgt hat, der jetzigen Vorlage gegenüber herrscht, wirft der Umstand ein bezeichnendes Licht, daß von den Mitgliedern dieser Partei heute etwa 13 M., die Glasbläferinnen verdienen mehr. Die Alford nur der Vorsitzende der Kommission, Dr. Böttcher, anwesend war. fäße waren allerdings früher höher, der Wochenverdienst indeß Selbst Herr Professor Enneccerus, der sich wochenlange im nicht; erstere sind aus Anlaß der Verbesserungen der Apparate Schweiße feines Angesichtes bemüht hatte, das Umsturzgesetz und der dadurch bedingten größeren Leistungsfähigkeit herabgesetzt ein Israelit sein dürfte, festzustellen. fertig zu bringen und von dem allgemein behauptet wird, daß er worden." hoffte, durch diese seine Thätigkeit den Befähigungsnachweis für feine Berufung auf irgend eine Geheimrathsstelle im Ministerium zu erbringen, er blieb heute schmollend fern. gehenden Geschäftsordnungs- Debatte darüber, ob die seitens der Vor Verlesung des Berichtes kam es noch zu einer sehr einRegierungsvertreter der Kommission unterbreiteten Materialien dem Bericht beigefügt werden sollen oder nicht. Vor den Augen der Mutter wurde am Dienstag Nachs Diese Mittheilungen bestätigen, wenn auch in etwas abgeänderter Fassung, fast Satz für Satz die von uns seinerzeit ver- mittag in der Georgenkirchstraße die drei Jahre alte Alma öffentlichten Beschwerden der Arbeiterinnen. Nur eine Fest- Fischer überfahren, welche gegen 5 Uhr mit anderen Kindern auf Mutter spielte. Als plöglich ein Flaschenbierwagen um die Ecke beschäftigten Mädchen, nämlich die, daß seit 1893 keine der ehe der Georgenkirch- und Gollnowstraße bog, vermochten wohl die stellung tontraflirt mit den Klagen der bei Siemens u. Halske den Fahrdamm der Ecke der Gollnowstraße unter Aussicht der mals häufig vorgekommenen Quecksilbervergiftungen mehr beobachtet übrigen größeren Kinder sich zu retten, die kleine F. gerieth aber worden sind. Wir haben uns, bevor wir den betreffenden ArEs handelt sich dabei theils um einzelne Säge aus titel brachten, persönlich davon überzeugt, daß Arbeiterinnen wegen unter die Räder des Fuhrwerts, welche über die Brust des anarchistischen Broschüren oder Beitungen, theils um angebliche der geschilderten Mundkrankheiten die Arbeit aufgeben mußten; auf Kindes fortrollten, che die entsetzte Mutter, die wohl vor Schreck Aeußerungen von Rednern in Versammlungen. Allen diesen weitere Fragen wurde uns schließlich die nicht überraschende gelähmt war, den Pferden in die Zügel zu fallen vermochte. Die Aeußerungen ist eigenthümlich, daß sie, nach den Angaben der Antwort zu theil, daß die Arbeiterinnen die Ursachen der Berufs- unglückliche Frau brach ohnmächtig an der Seite ihres schwer Regierungsvertreter, bei dem Stande der heutigen Strafgefeß- frankheiten möglichst zu verheimlichen trachten, weil sie verlegten Kindes zusammen, das nach dem städtischen Krankenbefürchten, daß sie anderenfalls ihr Brot verlieren. Falsch ist bause Friedrichshain geschafft wurde, während Frau F. von gebung nicht faßbar find. Von den Abgg. Bebel und Auer wurde in nachdrücklichster die Mittheilung in der Köller'schen Korrespondenz", daß der mitleidigen Nachbaren nach ihrer Wohnung in der GeorgenkirchForm das Berlangen gestellt, diese Aeußerungen, soweit fie in Wochenverdienst der Arbeiterinnen sich nicht verringert habe. Straße geleitet wurde. Von dem städtischen Verkaufsvermittler Herrn Kretschder Kommission zur Verlesung gelangt sind, in den Bericht Nur wenige, ganz besonders geschickte Arbeiterinnen kommen nach aufzunehmen. Von feiten des Berichterstatters, sowie der langer Uebung annähernd auf die frühere Höhe. Gern hätten mar war uns gestern eine Notiz zugegangen, wonach laut Markt Regierungsvertreter wurde aber diesem Verlangen widersprochen. wir von dem offiziösen Organ die Frage beantwortet gesehen, bericht Fische zu einem Preise, die ungefähr den von der Arbeiter: Man dürfe Aeußerungen, die zwar heute nicht strafbar sind, ob es überhaupt einem jungen, alleinstehenden Mädchen möglich kolonie gezahlten gleichkommen, öffentlich versteigert wurden. aber es in Butunft werden sollen, nicht dadurch zur Kenntniß ist, sich mit 13 Mart Wochenlohn ehrsam durchs Leben zu Unsere Bermuthung, daß dies Ausnahmepreise seien, wird uns jetzt bestätigt und gleichzeitig wird uns abermals die bestimmteste tes großen Publikums bringen, daß die Regierung selbst dazu schlagen. Im ganzen aber bestärken uns die Bestätigungen der Köller Versicherung gegeben, daß die Arbeitertolonie Fifche, welche dem das Material liefert. Unsere Redner wiesen besonders darauf hin, daß es für den schen Korrespondens" in der selbstverständlichen Pflicht, nach Groß- Fischhändler selber 35-40 M. kosten, zu dem von uns an Reichstag eine geradezu unwürdige Bumuthung sei, Straf- wie vor das Interesse der Ausgebeuteten mit aller Energie wahr gegebenen Preise von 12-15 M. fauft. Es ist vorgekommen, daß selbst die Arbeiterkolonie die Waare. welche ihr au diesem bestimmungen anzunehmen. welche allerorts Unmuth und Ent- aunebmen. Die Personen, welche am Sonnabend abends 9 Uhr den Vorfall gesehen haben, der an der Köpenicker Brücke zur Sistirung eines Arbeiters führte, werden gebeten, ihre Adresse bei Schrader, Restaurateur, Manteuffelstr. 19, abzugeben. Gewerkschaftliches: Preise geliefert wurde, zurückgesandt hat, und daß die Fische sofort der Besprechung der polizeilichen Verfügung zuwende. I sammenbleiben sie erwerben sich dadurch den Dank der Dichter Dann sofort an die Abdeckerei gingen. Das genügt wohl. Dem Polizeipräsidium ist eine Binde von den Augen ge- und der Künstler der fünftigen Generationen. Drum wollen wir Ein ganz besonderer Militärboykott. Die„ Volts- 8tg." fallen, es hat nach und nach eingesehen, daß unsere Vorstellungen den Kampf führen mit aller Energie.( Lebhafter Beifall.) Auch die zweite Resolution wird darauf schreibt: Gin militärischer Boykott eigener Art ist über öffentliche sind. Es irrt der Mensch, so lang er strebt, und da Berlin verhängt worden. Es war bisher Gepflogenheit, daß das Präsidium die schäzenswerthe Charaktereigenschaft des einstimmig angenommen. Benn beantragt darauf, über das Theater des tünftigen die Stadt Berlin den Mitgliedern der Aushebungskommission Strebens zu wiederholten Malen bekundet hat, so ist es ja nach gethaner Arbeit ein Festmahl gab. Diesmal haben es nicht auffallend, daß das Präsidium sich auch einmal Spieljahres nicht zu verhandeln; der Antrag wird gegen wenige mit Freude zu begrüßen, wenn Stimmen angenommen- ein weiterer Antrag, die Zeitschrift jedoch die Offiziere abgelehnt, der Einladung zum Festmahl zu irrt, und es ist nur folgen. Sie wollen, so verlautet, von diesem Berlin" nichts es seinen Frrthum einsieht nur wäre es von Vortheil gewesen, die Wolfsbühne" weiter erscheinen zu lassen, wird dem Vorstande mehr annehmen, dessen Stadtverordneten- Versammlung es unter- wenn das Präsidium auch uns die Binde von den Augen ge- zur Erwägung überwiesen. Der Kaffenbericht des Vierteljahres ist folgender: Bestand laffen habe, dem Altreichskanzler zu seinem 80. Geburtstage nommen und uns flar erwiesen hätte, daß unsere Vorstellungen einen Glückwunsch zu schicken." Wir wünschen, daß deutsche und öffentliche sind. Leider sind die bisher angeführten Gründe gar am 1. Januar 1491,55 M., Einnahme Januar 5521,85., ausländische Potentaten, die etwa Bezlin mit ihrem Besuch nicht stichhaltig. Welcher Art sind die Beobachtungen, die das Polizei- Februar 4808,25 M., März 5841,30 M., Summa 17 662,95 M. Februar 3712,75 M., März beehren, gegebenen Falles dem Beispiel der Offiziere folgen. präsidium machte, und warum sind sie gemacht? Dem Verein, Freie Ausgabe Januar 4537,85 M Der Büchermarder, der die Lesehallen seit längerer Zeit Bühne“ ist die gleiche Verfügung zugegangen, aber feit zwei 7956,80 M., Summa 16 207,40 m. Bestand am 1. April 1455,55 m. heimgesucht hat, ist gestern in der Person des stellungslosen Jahren hat der Verein keine Vorstellungen gegeben, die Beob- Dem Kassirer wird auf Antrag des Revisors Scholz einstimmig achtungen müssen also nothwendig schon vor zwei Jahren gemacht Decharge ertheilt. Handlungskommis Gehrig verhaftet worden. worden sein und heute erst erhalten wir von diesen Beobachtungen Nach einem kurzen Schlußworte schließt der Vorsitzende mit Vermißt wird seit einiger Zeit der 31 Jahre alte Gerber Kenntniß. Das ist zum mindesten eigenthümlich. Wir sind schon einem brausenden Hoch auf die" Freie Boltsbühne“ die VerRudolf Richter, der in der Brunnenstr. 96 wohnte. so neugierig, die Beobachtungen näher kennen zu lernen. Unsere fammlung. Statuten aber sind, soweit sie den Charakter der Vorstellungen betreffen, die gleichen geblieben fünf Jahre lang; kurz, die Gründe sind nicht stichhaltig und so erklären wir unsererseits auf grund unserer Beobachtungen, Polizeibericht. Am 23. d. M. nachmittags wurde im Lust auf grund unserer Statuten, daß unsere Vor garten ein 9jähriger Knabe durch einen Schlächterwagen über- stellungen nicht öffentliche sind. fahren und erheblich verlegt. Ein 6jähriges Mädchen erlitt Sind die Voraussetzungen falsch, so sind es auch die in der elterlichen Wohnung in der Großen Frankfurterstraße Folgerungen. Wir sollen uns der Zensur unterwerfen. Das dadurch schwere Verletzungen am ganzen Körper, daß seine dürfen, das wollen wir nicht thun. Art. 27 der preußischen Kleider, anscheinend infolge Spielens mit Streichhölzern, in Verfassung lautet: Jeder Preuße hat das Recht, durch Wort, Brand geriethen. Auf dem Anhalter Bahnhofe wurde ein mit Schrift, Druck und bildliche Darstellung seine Meinung frei der Bedienung einer Weiche betrauter Arbeiter durch eine zu äußern. Eine Zensur darf nicht eingeführt werden. Rangier- Lokomotive schwer am Fuße verlegt. Als abends ein Schuhmann in der Manteuffelstraße zwei Arbeiter wegen einer Uebertretung zur Wache bringen wollte, leisteten fie Widerstand und schlugen auf den Beamten ein, so daß dieser von seiner Waffe Gebrauch machen mußte; beide Excedenten wurden verwundet, jedoch gelang es nur den einen festzunehmen, der andere ergriff die Flucht.- Am Tempelhofer Ufer wurde die Leiche eines neugeborenen Kindes im Landwehrkanal angeschwemmt. Wetter- Prognose für Donnerstag, 25. April 1895. Warmes, theils heiteres, theils woltiges Wetter mit schwachen südlichen Winden und etwas Neigung zur Gewitterbildung. Berliner Wetterbureau. Abrechnung der Boykott- Kommission vom 18. Mai 1894 bis 1. April 1895. Einnahme: Tellersammlungen. Beiträge für Beröffentlichung der boykottfreien Gastund Schankwirthschaften Freiwillige Beiträge. giur diodesut Summa Ausgabe: Für Flugblätter( 1 527 750 Stück). " Plakate und Legitimationstarten " Säulenanschläge " Inserate und Boykottlisten im Vorwärts" " Versammlungsunkosten. Bersäumnißkosten und Agitation für den Boykott " " Achtung, Zimmerer! Sämmtliche beim Fischereihafenbau in Geeftemünde und beim Erweiterungsbau des Kaiserhafens in Bremerhaven beschäftigte Zimmerer haben am Dienstag die Arbeit niedergelegt. Grund: Lohndifferenzen mit dem Unternehmer. Er will für die Wasser-, Ramm- und TiefbauArbeiten, wofür im Lohntarif der Zimmerer 50 Pf. Stundenlohn gefordert und übrigens von den meisten Zimmermeistern jener Orte auch gezahlt wird, nur 45 Pf. zahlen. Die Ausständigen ersuchen um strenge Fernhaltung des Zuzugs. Der Streik der Monteure in der Maschinenfabrik Trotz dieses flaren Wortlauts der Verfassung hatte in der Beit der finstersten Reaktion im Jahre 1855 der Polizeipräsident von Grobu. Ko. in Leipzig- Gutrisch dauert, wie die ,, LeipHinkelden die Verordnung erlassen, die uns jetzt die Zensur ziger Volkszeitung" meldet, unverändert fort. Die Bemühungen, aufnöthigen will. Unsere Kunstwerke wollen wir uns weder von von auswärts Ersatz für die Ausständigen herbeizuziehen, sind todten noch von lebenden Polizeipräsidenten verkümmern lassen. bisher fehlgeschlagen, so daß sich die Firma gezwungen gesehen Wir wollen den Streit um unser Recht nicht halb führen, hat, Techniker in der Probiranstalt mit arbeiten zu lassen. Es fondern wollen gerichtlich feststellen lassen, ob der Art. 27 der wird ersucht, den Zuzug von Monteuren auch fernerhin von Verfassung zu recht besteht oder nicht besteht. Bis zur Aus- Leipzig fernzuhalten. tragung des Rechtsstreites aber wollen wir unsere Thätigkeit, Beim Wiener Zieglerstreit setzt die Polizei die brutale soweit sie die Veranstaltung von Theatervorstellungen betrifft, Vergewaltigung der Arbeiter fort. Im Bösendorfer Revier juspendiren. Die bereits begonnenen Serien:" Der Pelitan" machte die Gendarmerie einen Angriff auf 2000 Streifende, die und Der Pfarrer von Kirchfeld" follen noch zu Ende geführt ohne jede feindliche Absicht die Straße daher kamen. Dabei werden, da ein freiwilliges Aufhören uns Verpflichtungen bis zur wurden 11 Arbeiter verwundet, davon zwei tödtlich. 8 der VerHöhe von 5000 m. auferlegt." In diesem Sinne hat der Vorwundeten erhielten die Wunden im Rücken! Unter den Verstand in einer Sigung mit dem Ausschuß, den Revisoren und wundeten befinden sich drei Frauen. Es ist natürlich, daß durch ben Obmännern der Ordner beschlossen, Ihnen folgende Resolution solche Brutalitäten nur Del ins Feuer gegossen wird. Die vorzulegen: Polizei fühlt sich denn auch bereits der Lage, der sie selber die bedrohliche Wendung gegeben hat, nicht mehr gewachsen. Dragoner trafen in jenem Revier ein und auch nach anderen Bezirken des Aufstandes ist Militär beordert. " " M. 5775,52 Der Verein Freie Boltsbühne erklärt die Behauptung des Polizeipräsidiums, daß die Vorstellungen des Vereins öffentliche 3037,56 feien, für falsch. Er beauftragt den Vorstand, gegen die Ver471,28 fügung des Polizeipräsidiums den Rechtsweg zu beschreiten. Bis M. 9284,31 zum Austrage des Rechtsstreits suspendirt der Verein feine Thätigkeit, soweit fie fich auf Beranstaltung von Theater M. 3731,25 vorstellungen bezieht. Die bereits begonnenen Serien werden zu Ende geführt." 202, " " " 38, " " Fahrgelder " Porto und Schreibmaterial " " in Berlin und Provinz Brandenburg · • " " diverse kleine Ausgaben der Kommission Summa M. 8960,87 " Bilanz. • M. 9284,31 .8960,87 " zu Das Mittagsblatt der Arbeiter- Zeitung" vom Dienstag wurde wegen des Abdrucks einer Rede aus der am Montag aufgelösten Biegelarbeiter- Versammlung konfiszirt. " Aus einer Unterredung, die zwei unserer Wiener Parteis genossen mit dem Bezirkshauptmann Graf Auersperg über 597, Meine Damen und Herren, fuhr der Redner fort, der ganze das Auftreten der Polizei hatten, sei folgendes mitgetheilt: Der 3404,40 Vorgang ruft uns mit Deutlichkeit die Geschichte Deutschlands Graf wurde von unseren Genossen gefragt: Ist es richtig, daß 105,65 vor hundert Jahren ins Gedächtniß. Daniederlag das deutsche der Lieutenant Bregenzer zum Genossen Razet, als ihm dieser Wolf, lichten Höhen. wegen seiner Schneidigkeit" Borstellungen machte, äußerte:„ Das paren bie roer en bed, Klein waren die Großen auf tlein nächste Mal werde ich schießen lassen." Lieutenant Bregenzer, waren sie nicht, daß sie den Spiegel des Lebens, die Kunst, zu der der Unterredung beiwohnte, fand es nun an der Zeit, in das 667,75 zertrümmern versuchten, weil er ihnen ein Bild des Jammers zeigte. Gespräch einzugreifen, und sagte:„ Gewiß, das werde ich auch 29,50 Die beiden Perlen Klassischer Poesie, die auch wir unseren Mit- thun." Bezirkshauptmann:„ Es wäre auch ganz gerechtfertigt gliedern vorführten, an deren Aufführung wir jetzt verhindert gewesen; wir hätten bei den vier Zusammenstößen werden sollen, sie geben lebhaft Zeugniß ab von der Haltung der in der Vorwoche schon schießen lassen, aber wir damaligen Großen. Kabale und Liebe wurde zuerst auf einem haben gedacht, daß der Streif Sonnabend zu Hoftheater aufgeführt, Emilia Galotti auf einem Fürstenschlosse. Ende sein wird. Sie waren ja bei diesen Vorfällen nicht Aber der Polizeipräsident hat es wahrscheinlich gut gemeint, er selbst dabei, sonst würden Sie wissen, wie die Arbeiter gegen -Genosse Preußler: hat zur ersten Jubiläumsfeier des neugegründeten Deutschen uns auftreten. Wir müssen so handeln." Der Ueberschuß ist den ausgesperrten Brauerei- Urbeitern und Reiches 8000 deutschen Bürgern beweisen wollen, wie recht Platen Ich bin nun acht Tage hier im Streifgebiet und kann sagen, Böttchern überwiesen. hatte, als er fang: daß ich die friedliche Stimmung unter den Leuten genau fennen gelernt habe, und daß ich troß dieser Stimmung noch obendrein die Leute vor jedweder Ausschreitung abmahne." dürfe. Einnahme Ausgabe Ueberschuß . 323,44 P. Singer. R. Millarg. P. Hilpert. H. Gumpel. H. Mattutat. Obige Abrechnung ist geprüft und für richtig befunden. Die Revisoren: R. Augustin. Fr. Felgentreff. H. Werner. Gerichts- Beitung. Dersammlungen. Ich weiß es längst, man kann hinieden Nicht schlechteres als ein Deutscher sein. ( Lebhafter Beifall.) Als einziger Redner ergriff das Mitglied Penn das Wort, geißelte mit scharfen Worten die Verfügung und erklärte seine Zustimmung zu der Resolution des Vorstandes, die hierauf einstimmig angenommen wurde. Dieses Gespräch charakterisirt die Situation schärfer, als es die umfänglichste Kritik vermöchte. Vom Pariser Omnibusfutscher Streik wird gemeldet: Die Ausständigen der Omnibusgesellschaft hielten Dienstag Nachmittag eine Versammlung ab, in der sehr heftige Reden gehalten Darauf erhält Herr Dupont das Wort zur Begründung wurden. Beim Verlassen des Versammlungslokals wurden Drohrufe gegen diejenigen Angestellten der Gesellschaft Wegen thätlicher Beleidigung wurde gestern der der zweiten Resolution, die folgenden Wortlaut hat: sich dem Ausstande nicht angeschlossen Schuhmann Johannes Heinzel vor der ersten Straf- In der Zeit der Suspension wird der monatliche Beitrag ausgestoßen, die sich dem tammer zur Verantwortung gezogen. Derselbe hatte eines Tages auf 20 Bf. ermäßigt. Der Vorstand wird beauftragt, von Zeit hatten; man folle die Wagen der Gesellschaft umstürzen. Am Boulevard Magenta kam es zwischen der Polizei und den einem Kutscher J. in der Brizerstraße ein polizeiliches Straf- 8u Beit statutenmäßige Veranstaltungen zu treffen: Redner bemerkt zur Begründung des Antrages: Der Verein Streifenden, die die Fensterscheiben eines Pferdebahnwagens zermandat wegen Fahrübertretung zu überbringen. Er fand nur die Frau des F. zu Hause und ersuchte diese, ihm den Enipfang müsse, unter allen Umständen bestehen bleiben jetzt würde es trümmerten, zu einem Zusammenstoß. In der Nähe der Place des Mandats auf dem mitgebrachten Formular zu bescheinigen. fich zeigen, ob die Mitglieder dem Verein angehören, weil sie de la République schleuderten die Streifenden Steine gegen einen Als ihn die Frau zu diesem Behufe mit in ihr Wohnzimmer billige Theatervorstellungen sehen wollen, oder ob sie aus Pferdebahnwagen und stürzten ihn um. Die republikanische Garde nöthigte, soll er sie dort unschicklich und unfittlich berührt prinzipiellen Gründen ihm angehören. Der Borstand beabsichtigt, fchritt lebhaft gegen die Ausständigen ein, die auf den großen haben. Die Frau hat ihr Abenteuer mit dem Schuh- in der Zeit der Suspension Vorlesungen und Konzerte zu ver- Boulevards wieder zusammentrafen, dort mehrere Omnibusmann dritten Personen eranstalten. Für diese Zwecke sowie für den Prozeß soll der kleine wagen anhielten und sich dann in der Richtung nach der Bastille und auch ihrem Manne zählt und letzterer hat die Strafanzeige erstattet. Der Beitrag erhoben werden. Türt fonstatirt, daß der Kassen- zurückzogen. Wie viel von dieser Schilderung übertrieben ist, Angeklagte bestritt seinerseits jede Schuld und behauptete, daß bestand von 1455 M. sich bis Ende Mai, dem Ende der Spiel- entzieht sich natürlich jeder Berechnung. Weiter wird aus Paris berichtet: Das Bentralkomitee der die Frau allerdings versucht habe, ihn zu einer Thorheit zu verseit, start verringern würde. Aber nicht darum handele es sich, leiten, daß ihr dies aber nicht gelungen sei. Die Verhandlung sondern darum, daß der Verein Freie Voltsbühne" einen Rechtsvereinigten Droschtenkutscher von Paris beschloß, die fand unter Ausschluß der Deffentlichkeit statt. Durch die Beweis tampf von großer fulturhistorischer Bedeutung auszufechten habe. Kutscher für den 25. d. M. zu einer Generalversammlung zu be aufnahme hielt der Staatsanwalt die Schuld des Angeflagten Die Verfügung vom 10. Juli 1851 nämlich verlange, daß jeder rufen, um über die Frage des Generalstreits aller im Personenfür erwiesen und beantragte 200 M. Geldstrafe. Der Gerichtshof Unternehmer oder Verein, der Vergnügungen, Mastenfeste, Transportwesen von Paris Angestellten zu berathen. Auch die ging über den Strafantrag noch hinaus und erkannte auf 250 M. Luftbarkeiten, Theatervorstellungen veranstalte, diese anzu Eisenbahnbediensteten, die gestern in Paris ihren den aufsichtführenden Beamten jede Kongreß begannen, sollen die Frage eines Ausstandes berathen Geldstrafe, event. 25 Tage Gefängniß. Er hielt eine empfind- melden habe und zu geben verpflichtet sei. Selbst wollen. liche Strafe für geboten, weil er der Meinung war, daß ein im verlangte Auskunft Auch die Londoner Omnibusfutscher wollen ausständig Dienste befindlicher Beamter sich nicht in solcher Weise vergessen daß analog dem Bersammlungsgesez den aufsichthabenden Beamten werden, wenn der täglich der Omnibus- Gesellschaft zu zahlende der Verfasser dieser Verordnung fönne nur gemeint haben, persönlich irgendwelche Fragen geringerer Bedeutung beantwortet Miethpreis nicht herabgesetzt wird. Am Dienstag fand ein werden müßten. Aber so wenig das Vereinsgesetz Angabe der angeblich äußerst stürmisches Meeting statt, wo der Ausstand bes Verlangen nach Vorlegung der Theaterstücke, ja die Gepflogenheit, Die ordentliche Generalversammlung der Freien Säge aus dramatischen Werken zu streichen, alle die seltsamen Wolfsbühne, die am Dienstag, den 23. April, ſtattfand und von Blüthen der Zensur, mit denen man Bände füllen könnte, Profeffor Dr. Karl F. W. Ludwig, Direktor des 1500 Mitgliedern besucht war, gestaltete sich zu einer auf reiner Willfür und hätten keinen gesetzlichen Boden. imposanten Kundgebung gegen die preußische Theaterzensur. Der Nur um ihre Konzession nicht zu verlieren, um nicht materiellen physiologischen Instituts der Universität Leipzig, ist am 23. April Hauptpunkt ihrer ursprünglichen Tagesordnung lautete: Be- Schaden zu erleiden, hätten sich die Theaterdirektionen dieser in dieser Stadt gestorben. Professor Ludwig war am 29. Desprechung über das Theater. Die Verhandlung über diesen Willkür der Zensur unterworfen. Und als bei Gelegenheit des zember 1816 in Witzenhausen in Hessen geboren. 1742 habilitirte Bunft aber verhinderte das Polizeipräsidium durch Erlaß einer Verbots der ,, Weber" Dr. Grelling das Polizeipräsidium verklagte, be- er sich zu Marburg und wurde 1849 ordentlicher Professor der Verfügung, die wir bereits mitgetheilt haben, aber zur näheren stritt auch er nicht das Recht der Zensur, sondern behauptete, Physiologie und Anatomie in Zürich. Von dort ging er 1855 Information noch einmal abdrucken. Die Verfügung lautete: nur, daß der Inhalt des Stückes„ Die Weber" und das Publikum als Professor der Physiologie an das Josephinum in Wien, und " Auf grund der hier gemachten Beobachtungen und nach bes Theaters( Deutsches Theater), in dem die Weber" zur Auf- siedelte in gleicher Eigenschaft 1865 nach Leipzig über. dem Inhalte der Statuten der Freien Volksbühne müssen die führung kommen sollten, eine Störung der Ordnung nicht be- seinen zahlreichen bedeutsamen Arbeiten sei besonders hervor. von derselben veranstalteten Borstellungen als öffentliche und fürchten lasse. Als Ergänzung dieser lückenhaften Argumentation gehoben, daß er den Einfluß der Nerven auf die Speichelsefretion demgemäß der diesseitigen Polizeiverordnung vom 10. Juli 1851 gab er folgende Darstellung zum besten. Den Angehörigen der nachwies, sowie seine Feststellungen über Blutgafe, Lymphbildung unterliegende angesehen werden. besigenden Klassen, die 5 M. für einen Parquetplatz zu zahlen und die Lebenseigenschaften des Herzens. Durch die Erfindung Ich mache den Vorstand darauf aufmerksam, daß auf grund im ftande wären und so den augenscheinlichsten Beweis dafür des Kymographion schuf er der Physiologie die graphische des§ 5 der gedachten Verordnung der Text der darzustellenden liefern, daß sie zur Störung der gesellschaftlichen Ordnung nicht Methode. Ungemein groß ist die Zahl seiner Schüler, ungefähr ihnen werde der Genuß der Weber" verboten, 200 Physiologen verdanken ihm ihre Ausbildung. Stücke zeitig d. h. 14 Tage vor der Vorstellung zur Zensur hier geneigt wären Aus Bukarest wird berichtet: Die Donau steigt andauernd. einzureichen ist. Die weitere Aufführung von Stücken ohne die und den Proletariern, den Mitgliedern der Volksbühne werde er Die Vorstellungen der Weber" für das Deutsche In Braila sind die tiefer gelegenen Stadttheile überschwemmt. vorherige Einholung der zenſurpolizeilichen Genehmigung wird gestattet. Theater wurden allerdings gerettet, aber die heutige Ver- Bei Calaraschi find 4 Personen ertrunken und eine große Anzahl Don hier aus inhibirt werden." fügung ist die Folge der Grelling'schen Argumente; die Lücke in Vieh ist zu grunde gegangen. Im Dorfe Chirnogi konnte die Hälfte der Gesetzgebung, von der damals die Gegenpartei sprach, der Bewohner sich nicht mehr rechtzeitig retten und wurde vom soll jetzt verstopft werden; der einzige Ort, an dem das Hochwasser der Oltenita eingeschlossen; da das Wasser weiter Dichterwort frei ertönen fönnte, ohne Furcht vor dem Stift des steigt, find die Bewohner in großer Besorgniß. In Giurgevo ist Bensors, soll zerstört werden. So wollen wir denn thun, was der Damm und Hafen bedroht. die einzelnen Dichter und Theaterdirektoren nicht gethan haben, als Einzelpersonen vielleicht nicht thun konnten; es handelt sich nicht darum, jetzt festzustellen, ob wir eine Vorlesung oder drei sondern darum, die Urbedingung für Vorlesungen halten, unseren Brozeß au schaffen. Die 8000 Mitalieder sollen aus den Redner oder gar Vorlegung der Reden verlange, so berube das schlossen wurde, falls die Forderung nicht bewilligt wird. Die Verfügung traf am Freitag, den 19. April abends ein, fie hatte weiterhin zur Folge, daß das Polizeipräsidium bereits am 20. April dem Direktor des National- Theaters die Mittheilung zugehen ließ, die Vorstellung am Sonntag, den 21. April würde inhibirt werden. Zur Besprechung der Angelegenheit ergriff zunächst der Vorsitzende Dr. Franz Mehring das Wort: , Sie werden mit mir einverstanden sein, meine Damen und Herren, wenn ich die kleinen Vorkommnisse in der Verwaltung während des abgelaufenen Vierteliabrs heute übergehe und mig Vermischtes. Briefhaffen der Redaktion. E. 2. Wollen Sie uns Freitag Abend besuchen. Mainz. Für die" Mainzer Boltszeitung" geeigneter, als für Vorwärts". Neues Adreß- Buch für Berlin und Vororte. Herausgegeben vom Berliner Lokal- Anzeiger. Entgegnung. Die Firma W.& S. Loewenthal fühlt sich gemüßigt, in dem Anzeigentheil hiesiger Blätter die Ankündigung eines Auszuges aus ihrem Adreßbuche mit einem nicht mißzuverstehenden Augriff auf das in unserem Verlage demnächst erscheinende„ Neue Adreß- Buch für Berlin und Vororte" einzuleiten. Dies zwingt uns zu einer kurzen Entgegnung: Die Firma W.& S. Loewenthal erklärt sich unter Berufung auf ihre Geschäftsbücher außer Stande, ein vollständiges Adreßbuch billiger als zum Selbstkostenpreis von ca. 15 Mark herzustellen. Darauf können wir nur bemerken, daß wir nie das Gegentheil geglaubt oder kehauptet haben. Gerade die Ueberzeugung, daß besagte Firma nicht im Stande ist, ein vollkommenes Adreßbuch zu dem erforderlich billigen Preise zu liefern, ist der Grund, weshalb wir uns zur Herausgabe eines solchen entschlossen. Wenn die Firma W.& S. Loewenthal aber den Glauben zu erwecken sucht, als könnten auch wir unmöglich das leisten, was sie nicht vermag, so dürfte es genügen, darauf hinzuweisen, daß unser neues Adreßbuch nicht etwa blos einen Einwohner-, Geschäfts- Nachweis und Inserate enthalten wird, wie die von der Firma W.& S. Loewenthal neu angekündigte Theil- Ausgabe, sondern daß das„ Neue Adreß- Buch für Berlin und Vororte" folgenden Inhalt aufweisen wird: Theil I. Einwohner- Nachweis. Alphabetisches Verzeichniß der Einwohner Berlins ( Name bezw. Firma, Stand oder Geschäftszweig, Wohnung bezw. Geschäftslokal, Sprechstunde, Telephonvermerk). Theil II. Saus- und Straßen- Nachweis. Alphabetisches Verzeichniß der Straßen Berlins, Verzeichniß der Häuser mit Angabe der Eigenthümer, Verwalter und Miether. Theil III. Standes- und Gewerbe- Nachweis. Verzeichniß der Einwohner und bezw. Firmen, nach Stand bezw. Erwerbs- und Berufszweigen geordnet. Theil IV. Statistische Uebersicht. Königliches Haus. Alphabetisches Verzeichniß der Behörden mit ihren Unterabtheilungen, der öffentlichen Anstalten, Kirchen, Schulen, Sehenswürdigkeiten u. s. w. Theil V. Vororte von Berlin. a) Alphabetisches Verzeichniß der Einwohner; b) Alphabetisches Verzeichniß der Straßen, Verzeichniß der Häuser mit Angabe der Eigenthümer, Verwalter und Miether. Theil VI. Jnferaten- Anhang. Theil VII. Plan von Berlin mit einem alphabetischen Verzeichniß der Straßen, Plätze und Brücken Berlins und seiner Vororte. Wir liefern hiernach zu dem Vorbestellpreise von 6 Mark ein vollständiges Adreßbuch, nicht einen Auszug, nicht ein Bruchstück eines solchen: Daß aber jede der vorstehend aufgeführten Abtheilungen unseres neuen Adreßbuchs auch alle äußeren und inneren Vorzüge aufweisen wird, die man von einem so wichtigen Verkehrsorgan zu verlangen berechtigt ist, dafür dürften die bisherigen Leistungen und geschäftlichen Gepflogenheiten des unterzeichneten Verlages dem verehrlichen Publikum völlig ausreichende Gewähr bieten. Berlin, den 24. April 1895. SW. Zimmerstr. 40/41. Die Redaktion des Neuen Adreß- Buchs für Berlin und Vororte. Verlag von August Scherl, Begründer und Verleger des„ Berliner Lokal- Anzeiger". Berantwortlicher Redakteur: J. Diert( Emil dioland) in Berlin. Truck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 96. Die Bauern von Fuchsmühl vor Gericht. Weiden, den 23. April 1895. Donnerstag, den 25. April 1895. " 1 = 12. Jahrg. Fuchsmühler wollte er nicht mehr im Walde sehen.- Bors.: treten müssen. Die Angeklagte Karoline Greger ist ein Danach läge also die Hauptschuld am Oberförster.- Angeti.: 18jähriges Mädchen. Sie erzählt: Als die Soldaten famen, Jawohl. Vors.: Ihr Vater ist erstochen worden. wollte ich fortgehen, der Vater sagte aber: Dummes Madel, die Angetl.: Jawohl. Bors.: Sie hätten doch die Ge- thun uns ja nichts. Der Gemeindediener Burger gehört meinde von dem Begehen des Unrechts abhalten sollen. auch zu den Angeklagten; er ist im Auftrage des Bürgermeisters Mit dem fahrplanmäßigen Zuge sind die Angeklagten heute Ange tl.: Ich wußte, daß die Leute recht hatten, außer beim Förster Graßmann gewesen mit der Bitte, Holz anweisen früh um 8 Uhr 48 Min. von Wieſau in Weiden angekommen. dem war auch die Aufregung schon zu groß. Wenn ich zu lassen. Graßmann habe ihn aber schroff abgewiesen. Alles verlief in größter Ruhe und Ordnung. Die Leute, fast nicht mitgemacht hätte, dann hätte ich mich in der Ge- Borf.: Sie mußten doch als Gemeindediener wiffen, daß Sie fämmtlich mit Bündeln versehen, ordneten sich zum Zuge und meinde unmöglich gemacht. Weil ich so schon zur Ruhe ge- das Holz nicht eigenmächtig holen dürfen? Angefl: Ja, zogen ohne Aufenthalt nach dem Rathhause. Auf dem Bahnhofe mahnt habe, hatten mich verschiedene Gemeindemitglieder schon ich war doch im Jahre 1876, wo wir das Holz ge und auf den Bürgersteigen der Straßen bildeten die Einwohner im Verdacht, mit dem Zoller gemeinsame Sache zu machen. holt haben, holt haben, auch dabei und es ist uns nichts pafvon Weiden dichtgedrängt Spalier. Alle Fenster der Häuser Rechtsanwalt Bernstein bittet zu fragen, ob die Leute nicht in firt. Wors.: Haben Sie die Soldaten gefehen waren mit Zuschauern besetzt und auch der Landgerichtspräsident Heinen Gruppen hinausgezogen sind, auch im Walde nur in und den Bezirksamtmann gehört?- Angell: Den Bezirkssah freundlich lächelnd aus einem Fenster seiner Wohnung auf fleinen Gruppen gearbeitet haben. Angefl: Es waren etwa amtmann habe ich das dritte Mal deutlich gehört und bin gleich den Zug herab. Kurz vor der Ankunft des Zuges auf dem immer 6 bis 8 Personen zusammen. Vors. Wie hätten Sie fortgegangen. Von der Stecherei habe ich nichts gesehen.- Von Markt wurde ihm von einem Fenster aus" Halt" zugerufen. denn dann das Holz vertheilt? Angell.: Ich wäre zum einigen weiteren Angeklagten wird übereinstimmend angegeben, Ein Momentphotograph hatte sich hier postirt und machte eine Forstassessor gegangen und hätte ihn gebeten, mein Holz zu ver- die Worte des Bezirksamtmanns seien so verstanden worden, als Gruppenaufnahme. Jm Sigungssaal wurden die Angeklagten messen. Vorf.: Das hätten aber gewiß nicht alle Angeklagten sollten die Rechtler auf die Anhöhe tommen, der Amtmann unter Mitwirkung des Vorsitzenden placirt, was überaus rasch gethan. Die Angeklagten erheben sich fast alle und rufen: habe ihnen Vorschläge zu machen. Der Angeklagte von statten ging. Um 94 Uhr eröffnete der Vorsitzende, Land- Wir wären alle dazu bereit gewesen!" Angefl. Vincenz Schulter erzählt: Als der Amtmann das letzte gerichtsrath Berno, die Verhandlung, der auch Regierungsrath Stock: An jede Klafter ist Name und Hausnummer des Be- Wort gesprochen, stürzten die Soldaten sofort lo3. Vors.: Frhr. v. Andrian und der Präsident des Landgerichts bei rechtigten angeschrieben worden.-Vors.: Dursten Sie denn das Sie sind doch Holzhauer im Staatswald, Sie mußten doch das wohnen. Der Namensaufruf ergiebt, daß 151 Angeklagte an- Holz beanspruchen, wie es der Hieb giebt?- Angefl.: Jawohl strafbare Ihrer Handlung erkennen? Anget I.: Nun, mein wesend sind; einer, ein gewisser Johann Schraml, ist gestorben, wie es der Hieb giebt. Das angewiesene Holz unterscheidet sich Bater selig ist 1875 auch eigenmächtig in den Wald gegangen, und zwei Frauen, Vogl und Start, sind durch Krankheit am Er- kaum von dem, was wir gefällt haben. Die Angeklagte Bimmer auch in Waldsassen verurtheilt worden. Er hatte keinen scheinen verhindert. Zwei Angeklagte, junge Burschen, werden aus der mannsfrau Marie Ernst berger wird nach der Vorbestrafung Vertheidiger. Er hat aber den Prozeß durch alle Untersuchungshaft vorgeführt. Es schwebt gegen sie eine Unter- gefragt. Sie bestreitet eine Bestrafung. Vors.: Sie sind wegen Instanzen durchgeführt und ist schließlich vom obersten fuchung wegen Aufruhrs. In der Neujahrsnacht haben sie mit Forstfrevels bestraft vor 15 Jahren, Sie haben sich eine Trag- Gericht in München freigesprochen worden. Und da noch zehn anderen Burschen mit den Gendarmen wegen der last Gras geholt und haben 80 Bf. bezahlen müssen.( Große dachte ich, mir tann's auch nicht fehlen, da ich ebenso wie mein Fuchsmühler Vorgänge Streit bekommen und sich den Beamten Seiterkeit.) Vors.: Haben Sie nicht gehört, was der Be Vater selig nur das Rechtholz geholt habe. Vors.: Können fchließlich thätlich widersetzt. Dieser gemeinsame Widerstand ist zirks- Amtmann gesagt hat. Angetlagte: Was hat denn Sie über den Prozeß nähere Angaben machen?- Angel.: von der Staatsanwaltschaft als Aufruhr qualifizirt worden. der zu sagen, wir waren ja im Recht.( Große Heiterkeit.) Im Jahre 1875 hat der Vater das Holz geholt Die Bernehmung der Angeklagten über ihre Personalien er- Vors.: Der Bezirksamtmann sagte, Sie sollten weggehen, und 1876 ift er freigesprochen worden. Der Angeklagte giebt, daß die Mehrzahl noch nicht bestraft ist, eine größere An- Haben Sie das nicht verstanden, als er den Säbel Johann Greger gehört zu denjenigen Rechtlern, zahl ist wegen Körperverlegung schon vorbestraft und wenige zog? Angetl.: Das habe ich nicht verstanden, ich die verstanden haben, fie sollten zum Amtmann hinauf haben wegen Diebstahls und Unterschlagung schon Vorstrafen er bin noch nicht Soldat gewesen.( Minutenlange Heiterkeit.) fommen, und die hinauf gegangen sind. Er erzählt: Als ich litten. Ein wegen Auflaufs Angeklagter, Johann Haubner, ift 52 mal, Vor f.: Aber die Soldaten mußten Sie doch zum Weggehen nach oben tam, stürzten die Soldaten auf mich los und ich bin darunter 20 mal wegen Bettelns vorbestraft. Der wegen veranlassen? Angefl.: Ja, ich glaubte, die Soldaten thun verwundet worden. Rechtsanwalt Bernstein: Wo und wie Auflaufs Angeklagte Andreas Heindl ist, wie sich nachträglich uns nichts, wenn wir ihnen nichts thun. Erst als die sind Sie verwundet worden?- Greger: Ich habe mehrere Stiche herausstellt, nicht erschienen, weil er für den morgigen Tag auch Soldaten Laufschritt machten und Hurrah schrien, sind wir in den Rücken bekommen. Ich wandte mich zur Flucht und lief, als Zeuge geladen ist. Heindl wird durch Gerichtsbeschluß noch fortgerannt. Vors.: Das ist eben das Unglück, daß Sie erst was ich nur laufen konnte. Während des Laufens bin ich verwundet einmal telegraphisch geladen. fortgerannt sind, als Sie merkten, es wird Ernst gemacht. Der worden. Angefl. Xaver Klier: Ich wollte nur mein Recht Die Vernehmung zu den Personalien der Angeklagten ist in Angeklagte Johann Schaumberger ist ein 67 Jahre alter suchen. Ich muß 500 M. zahlen und will dafür auch mein Holz. einer Stunde zu Ende geführt. Mann und fast taub.. Er hat als Tagelöhner mitgefällt. Als Es wäre doch traurig, wenn Recht nicht Recht bliebe. Ich habe Der erste Angeklagte ist der Gürtler Michael Grillmeier der Vorsitzende ihn fragt, ob er denn den Bezirksamtmann nicht zum Bezirksamtmann gefagt: Wenn Sie uns gut stehen für die aus Fuchsmühl. Vors.: Sie sind des Landfriedensbruchs und gesehen und gehört habe, antwortet er unter großer Heiterkeit: Anweisung, dann gehen wir fämmtlich weg. Vors.: Haben Forfifrevels angeschuldigt, was haben Sie auf die Anklage zu Sch tenne den Bezirksamtmann nicht. Ich hab' in meinem Leben Sie nicht gehört, daß drei verhaftet worden sind? Warum erwidern? Angetl.: Ich habe nur mein Recht gesucht. Der noch keinen Bezirksamtmann gesehen. sind Sie da den zweiten Tag wieder hinausgegangen? Sie 3oller hat uns unser Holz vorenthalten. Ich hab' mein Haus Hierauf tritt eine Mittagspause ein. In der Nach mußten doch befürchten, daß Ihnen das gleiche passirt.- Anmit Schulden übernommen und brauche das Holz. Bors.: mittags- Sigung werden zunächst diejenigen Angeklagten getlagter: Das wäre mir auch gleich gewesen. Recht muß Warum habt Ihr denn den Zoller dann nicht verklagt? Ihr vernommen, die nothwendig wieder nach Hause müssen und nicht doch schließlich Recht bleiben. Vors.: Warum sind Sie nicht müßt doch wissen, daß sich im Staate niemand fein gut fünf Tage in Weiden bleiben können. Der Vorsitzende ist weggegangen, als die Soldaten kamen?- Angefl.: Ich sagte Recht selbst holen darf. Angekl.: Ja, all' das Prozessiren gewillt, diese Angeklagten im Einverständniß mit Vertheidigung mir, die Soldaten haben ja in Frankreich den Leuten half nichts. Der Zoller hat gesagt, er will die Fuchsmühler auf- und Staatsanwaltschaft zu entlaffen, wenn sie verhört sind. Es nichts gethan, wenn sie sich nicht widersett hängen lassen. Wenn ich kein Holz babe, kann ich nicht aus sind dies Mütter, die zu ihren Kindern müssen. haben, also werden sie mir auch nichts thun! tommen. Ich habe nur mein Recht gesucht. Vors.: Sie Die Angeklagte Frau Barcer ist die Frau des todt. Der Angeklagte August Wedlich ist von einem Soldaten ge= waren also mit im Wald?- Angell: Ja, mit war ich gestochenen Bauern. Die 65jährige Frau hat schwarze stochen worden. Er hat dem Soldaten zugerufen: Ich bin auch Der zweite Angeklagte ist ein junger 19 jähriger Mensch, der Trauerkleider angelegt und es ist rührend, wie sie vom Tode Soldat gewesen. Der Soldat aber erwiderte: Das ist mir lächelnd zugiebt, daß er mit Holz hauen geholfen habe. Der ihres Mannes erzählt. Ihr Mann habe Trommelwirbel gehört ganz egal, Du elendiger, ungesalzener Bauern. Angefl. Bäcker Ludwig Stod sagt: Ich hab' nur mein Recht und wollte deshalb zum Bezirksamtmann gehen, der ferl, Ihr rohes Bolt sollt es einmal ordentlich gesucht und nur mein Holz gehauen. Wenn's nicht mein ge- oben auf der Anhöhe stand. Da seien ihm die die Anhöhe spüren. wesen wär, hätt' mer scha jemand 20 000 m. geben können, herunterstürmenden Soldaten entgegen gekommen, er habe nicht Angeklagter Georg Ronz, Bauer aus Fürstenhof, erzählt einen Diebstahl hätt' ich nicht begangen. ausweichen können und sei über den Haufen gedes längeren von der Gemeinde und den Prozessen mit der Fa Vorf.: Gerade weil Sie ein verständiger, ordentlicher st och en worden. Die Angeklagte bestreitet, gehört zu haben, milie v. 3oller, die auf die Boller'sche Familie nicht das beste Mann find, hätten Sie wissen müssen, daß man was der Amtmann gesagt hat. Sehr resolut tritt die Angeklagte Licht werfen. Er habe nur sein Rechtholz geholt. Der nicht zur Selbsthilfe greifen darf. Sie geben zu, mit im Walde Magdalena Helm auf. Sie hat sich schon im Sommer 1894 Lieutenant habe] kommandirt: ,, Vorwärts, marsch, gewesen zu sein? Angekl.: Jawohl. Bertheidiger Rechts- eigenmächtig einen Theil ihres Rechtholzes geholt und ist dafür marsch!" und die Soldaten hätten Hurrah!" ge= anwalt Bernstein: Ich möchte den Herrn Vorsitzenden er- vom Amtsgericht in Waldfassen zu 1,50 m. verurtheilt worden. rufen. Die Aufforderung habe er nicht gehört. Er habe fuchen, die Fragen doch etwas bestimmter zu formuliren. Es Der Oberamtsrichter, erzählt sie, habe ihr gesagt, so lange dem selbst eine Verwundung erhalten, aber als er sich schon zur liegt der Vertheidigung natürlich daran, nicht nur festzustellen, 3oller die Ablösung nicht gerichtlich zugesprochen sei, müsse er lucht gewandt habe. Die Soldaten sind wie die an welchem von beiden Tagen jeder der Angeklagten im Walde das Rechtholz anweisen lassen. Es wird eine Anzeige verlesen, wilden Thiere gewesen. Ich glaub' nicht, daß bei einer war, sondern auch daran, festzustellen, inwieweit jedem der An- die die Angeklagte an das Bezirksamt Tirschenreuth gerichtet hat Stlavenjagd in Afrika es so schrecklich zugeht, wie es ceflagten nachgewiesen werden kann, ob er die dreimalige Auf- und in der sie in recht drastischer Weise mittheilt, daß sie sich an diesem Tage war.- Rechtsanwalt Bernstein fonstatirt orderung des Bezirksamtmanns zur Räumung des Waldes auch ihr Rechtholz holen werde und falls der Waldauffeher" Graß bei mehreren Angeklagten, daß sie ihre Verwundungen alle gehört hat. Der Angeklagte Alois Pappenberger war als mann Gewalt anwenden sollte, sie Gewalt dagegen feßen auf ber Flucht hinten in den Rücken vermeintlicher Rädelsführer verhaftet worden. Der Gendarm hat werde. bekommen haben. Angeklagter Johann Beer antihm gefagt:„ Machen Sie sich's nicht so leicht" und er hat geantwortet: Rechtsanwalt Bernstein: Ist Ihre Verurtheilung zu wortet auf die Frage des Vorsitzenden, warum er fich I boab fane Angst, wir haben das Recht dazu. Die Magdalene 1,50 M. bekannt geworden im Dorfe? Angel.: Ich habe betheiligt habe: Meine lieben Herren, denken Sie sich Helm hatte sich schon vor mehreren Monaten ihr Holz geholt, es überall erzählt und die Bauern sagten sich, die 1,50 M. ristiren in meine Lage, mein seliger Vater hat 1849 ungestraft Holz sie bat dafür 1,50 M. Strafe erhalten und da sagten wir uns, der wir, wenn wir nur unser Holz bekommen. Vors.: Sie haben geholt, ich hab 1876 ungestraft Holz geholt. Wir haben uns an 1,50 M. wegen ristiren wir's. Der Angefl. Restaurateur Karl auch den Angeklagten Fürst angestiftet, im Walde mitzuarbeiten, die Regierung, an den Bezirksamtmann, ja ans Ministerium Bittner verweist darauf, daß er sich im Jahre 1876 auch schon und haben ihm Geld dafür gegeben. Die Angeklagte bestreitet gewandt, nix hat geholfen. Sollen wir denn jedes Jahr um einmal das Holz selbst geholt hat, daß der damalige Prozeß aber das aber. Der Angeklagte Fürst erklärt, er habe von der unser Recht streiten, das ist doch zuviel verlangt, meine lieben mit Freisprechung geendet hat. Der Vorsitzende stellt fest, Helm 1 M. erhalten. Auch der Angeklagte Thoma erklärt, Herren. Die Aussagen der weiteren Angeklagten enthalten daß dieser Landfriedens- Prozeß thatsächlich mit Freisprechung von der Helm angestiftet worden zu sein, er will von ihr 2 M. nichts Wesentliches. Einer sagt: An der ganzen Sache ist geendet hat. Borsigender: Sie haben doch auch Nuhholz, erhalten haben. Die Angeklagte Helm giebt das schließlich weiter niemand schuld, als der, der uns das Holz nicht genicht nur Brennholz gefällt. Ang et L.: Das Holz steht uns zu, wie's zu. Sie fügt hinzu: Der Graßmann ist an allem schuld, er gegeben hat. im Hieb vorkommt. Der Angeklagte Bittner schließt hatte Generalvollmacht. Der Graßmann hatte kein Recht uns Am Schluß der heutigen Sigung, der um 7 Uhr abends erfeine Vertheidigung:„ Ich kann " Ich kann nur sagen, daß uns zu wehren, er hat selber kein Recht.( Große Heiterkeit im folgte, war etwa die Hälfte der Angeklagten vernommen. der Baron Zoller gequält hat von Anfang Auditorium.) Morgen um 8 Uhr früh wird die Vernehmung fortgesetzt. Die big zu Ende." Der Angeflagte Regen war Rechtsanwalt Schmidt stellt den Beweisantrag, daß 1849 ganze morgige Sigung dürfte damit ausgefüllt werden. auch als„ Rädelsführer" verhaftet. Er ist ein sehr die Fuchsmühler sich ebenso eigenmächtig das ihnen vorenthaltene intelligenter Mann und sehr flar in seinen Aussagen. Er Rechtholz geholt haben, das Verfahren gegen sie aber nicht über erzählt, Baron Zoller habe in einem Briefe an den Bürger- die Boruntersuchung hinausgekominen sei. Der Vorsitzende giebt meister Stock geschrieben, er werde das Holz am 25. Oktober ac das aus eigener Kenntniß der Aften zu. Der Angeklagte weisen. Man habe bis zum 29. gewartet und sei dann, nachdem Josef Kunz, ein junger 18jähriger Bursche, ist mit seinem man die Polizei benachrichtigt, zur Selbsthilfe geschritten. Vater nach dem Wald gegangen. Er sagt: Ich habe das Holz Vors.: Ja, Sie hätten doch aber erst alle Rechtsmittel er gefällt, weil ich schon in der Schule gelernt habe, wer sein Oldenburg, 24, April 1895. schöpfen müssen. Angefl.: Herr Vorsitzender, wir Bauern Recht nicht vertheidigt, ist ein Feigling!( Un- Wie ein Cagliostro des neunzehnten Jahrhunderts erscheint verstehen doch nichts vom Prozessiren, wir haben alles unserm ruhe im Auditorium.) Angeflagter Andreas Ernst berger: jener Mann, der heute aus der Untersuchungshaft auf die AnRechtsanwalt überlassen. Der Winter stand vor der Thür, wir 1893 war das schlechteste Jahr, da sind wir in die Tiefe ge- flagebank der Straffammer des Großherzoglichen Landgerichts brauchten das Holz. Die Chikanirerei war nicht mehr zum tommen. Mein Vater hat mit Baron Zoller prozessirt und hat geführt wird. Obwohl sich die Presse schon seit geraumer Zeit aushalten, es war nicht mehr möglich. Die Gemeinde sein Recht nicht gekriegt. Fünfzehn Jahre lang haben wir unser mit dem Pastor Dr. Partisch, der es so vortrefflich verstanden ist so schon arm. Ter Zoller hat sie vollends ruinirt. Holz nicht gekriegt. Ich war ein kleiner Bube und habe hat, eine Reihe weltlicher und geistlicher Behörden zu täuschen, Mir wär' schon wohl, wenn ich 1870 im Felde ge- ein bischen Kaff holen müssen, da haben sie mich in beschäftigt, so ist am hiesigen Orte die Spannung des Publikums blieben wär' in Frankreich, dann wär's beffer. eine Grube gestellt und ich habe geweint. Dann auf die Einzelheiten dieses heute beginnenden Sensationsprozesses Vorsitzender: Ja, es liegt ein schwerer Fehler haben wir 15 Jahre blos die Hälfte gefriegt. Die Prozeß- aufs höchfte gestiegen. Es haben lange Verhandlungen mit allen vor, aber Sie können doch nicht sagen, daß Sie alle Rechtsmittel fosten haben wir nicht mehr erschwingen können. Der Lehens- möglichen Behörden des In- und Auslandes geschwebt, um die erschöpft haben, Sie hätten ihre 10%, Klafter einklagen sollen, träger wird mich und meine Familie an den Bettelstab bringen. Wahrheit über das Vorleben des Pastors zu erhalten. dann hätten Sie Ihr Recht bekommen.. Der Angeklagte Häusler Arbeitslos werde ich durch die Welt ziehen. Andere haben sich Danach ist amtlich festgestellt worden, daß Partisch am Kaspar Vogl, ein 67 Jahre alter Mann, erzählt rührend, wie die ihr Recht im Walde geholt und sind von Strafe und Kosten 7. Dezember 1860 zu Wien als Sohn eines Hausmeisters ge= Soldaten tamen und den einen Mann todtgestochen haben. freigesprochen worden. Wir sind zur Verzweiflung boren und dort am 9. Dezember 1860 nach römisch- katholischem Auch zu ihm sei ein Soldat gekommen und da habe er gesagt: getrieben. Was wir leiden müssen, das wissen wir allein, Ritus auf den Namen Johann Evangelist Partisch getauft Ich bleibe hier und sterbe für mein Recht". Der Soldat habe meine Herren Richter. Ich und meine Kinder sind am 29. Of worden ist. Im Jahre 1874 fam Partisch auf das Knabenihm aber nichts gethan." Die Angeklagte Häuslers wittwe tober mit hinausgezogen und haben etwas Windlaub eingesammelt. Seminar in Wien, aber bereits im März 1875 wurde er von Therese Lehnhardt hat einen Korb voll dürrer Aeste und Die Angeklagte Maurerswittwe Therese Schultes sagt: dort wegen schlechten Studienerfolges" wieder entlassen. Gleich Streu zusammengefucht. Sie ist auch Rechtlerin. Vorf.: Wir Wittweiber find fast alle gleich gegangen, wie die Soldaten darauf hat Partisch, wie derselbe behauptet, der österreichischen Wie tamen Sie denn dazu, sich die Streu zu holen. Angetl.: tamen, weil wir uns gefürchtet haben. Die Angeklagte Bar- Kaiserstadt den Rücken gekehrt und will sich, obwohl erst 15 Jahre Der Winter vor der Thür, kein Geld, kein Holz im Haus, da bara Konz ist Dienstmagd, sie bittet, nachdem sie verhört ist, alt, in Triest, München, Leipzig und Berlin sein Brot als Haustreibt's einen schon dazu. Zum Angeklagten Bürger- um Beurlaubung. Vorsigender: Haben Sie fleine Kinder bezw. Privatlehrer verdient haben. Gleichzeitig will er an den meister Josef Josef Stod sagt der Vorsitzende: Wenn zu besorgen? Angefl.: Nein, nur im Stalle zu thun. Universitäten der erwähnten Städte als Hospitant Vorlesungen man von feinem der Angeklagten verlangen fann, von Aber das Vieh is hoalt ebenso nothwendig, wie die gehört haben. Ob sich diese Angaben bewahrheiten, konnte nicht Ihnen, als dem Bürgermeister, hätte man verlangen können, daß Klanen Kinder.( Große Heiterkeit, der fich auch die festgestellt werden. Dagegen wurde ermittelt, daß P. im Jahre Sie wissen: es ist unrecht, wenn man zur Selbsthilfe greift. Herren an dem Richtertische nicht erwehren können.) Die 1879 Leiter einer Privatschule zu Laasphe in Westfalen war. Angefl.: Wir glaubten im Recht zu sein. Wir haben den Angeklagten genießen die größte Freiheit, fie treten ungenirt und Auf grund eines gefälschten Abiturienten- und ebensolchen Gemeindediener nach dem Oberförster geschickt, er solle das Holz ohne zu fragen aus. Vors.: Wo laufen denn die Leute fort- Universitätszeugnisses gelang es ihm, von der königlichen Reanweisen lassen. Er hat es abgelehnt, obwohl er General während hin? Herr Wachtmeister, forgen Sie dafür, daß die gierung zu Arnsberg die Konzession zur Leitung der erwähnten vollmacht hat. Der Oberjörster wollte uns nur drücken, die Angeklagten wenigftens wiederkommen, wenn sie momentan aus- Schule zu erhalten. Pastor Dr. Partisch auf der Anklagebank. " StaatsIn dieser Stellung nannte er sich Hans Hubertus Bartisch| dortigen in Betracht kommenden Kirchenatten der Uebertritt nicht zeichneten verbindlichsten Dank auszudrücken, daß Sie, hochgeehrter und gab an: er fei am 27. Dezember 1856 zu Wien als Sohn erfolgt ist. Als ihm dies vorgehalten wurde, hat Partisch er- Herr, der Anstalt zum Jahresfest Ihr Bild geschenkt haben. des Professors Partisch geboren und evangelisch- lutherischer Kon- tlärt: ein Aftenstück betreffs feines Uebertritts sei allerdings Dasselbe hat im Schwestersaale einen würdigen Platz gefunden feffion. Im Sommer 1879 bewarb sich Partisch um die Rektor nicht aufgenommen worden, er sei in der Weise übergetreten, und ist, bekränzt, am Festabend den vielen Theilnehmern von stelle der höheren Volksschule zu Dochtersen, Kreis Rehdüngen. daß er furz vor seiner Ueberfiedelung von Leipzig nach Berlin den Schwestern unseres Hauses gezeigt worden. Wir geben dem Auf grund der bereits erwähnten gefälschten Beugnisse sowie der an den ersten Geistlichen der Nikolai- Kirche in Leipzig, Pastor felben die Unterschrift:" P. W. Janßen, Mitbegründer und WohlKonzession, die er von der Regierung zu Arnsberg erhalten, und Ahlefeld, den er schon vorher besucht, geschrieben habe, er trete thäter unseres Mutterhauses, 1891, November 24. Das Bild eines Beugnisses des Lotal- Schulinspektors zu Laasphe wurde zur evangelischen Kirche über und wolle noch vor seiner Abreise wird von den Schwestern der Anstalt wie von uns in hohen Partisch auch vom Schulvorstand zu Dochtersen zum Rektor ge- das heilige Abendmahl nehmen. Letzteres habe er auch Ehren gehalten werden. Vom großherzoglichen wählt und vom königlichen Konsistorium zu Stade als solcher empfangen und damit feinen Uebertritt für vollzogen erachtet. ministerium ist uns unterm 20. d. M. aufgegeben worden, zur bestätigt. Dem Konsistorium wurde nämlich von der Arnsberger Da Pastor Ahlefeld inzwischen verstorben ist, so läßt sich die Erlangung der juristischen Persönlichkeit, außer dem bereits geRegierung mitgetheilt, daß Partisch fich dienstlich und außer Wahrheit dieser Angaben nicht mehr feststellen. Jedenfalls sammelten und vorhandenen Garantiefonds von 45 000 M., noch dienstlich gut geführt und während der kurzen Beit, in welcher amtirte Partisch zehn Jahre lang an der hiesigen Lamberti- eine Schwesternkasse zur Unterhaltung und Unterſtüßung iner in Baasphe fungirt, tüchtiges geleistet habe". Ich Herbst 1879 Kirche, bis ihn schließlich vor einiger Zeit das Geschick ereilte. valider Schwestern im Mindestbetrage von 3000 m. nachzuweisen. trat Partisch die Stellung als Rettor in Dochtersen an. Allein Er gründete nämlich im Jahre 1888 für feine eigene In dankbarer Werthschäzung und Hochachtung: Borstand der damit schien er noch keineswegs befriedigt zu sein, denn bereits Rechnung ein sogenanntes Damenheim" hierselbst, mit der Oldenburgischen Diakonissen- Anstalt: Dr. Partisch p. Bornemann. im Juni 1880 wurde er, infolge seiner Bewerbung, zum Reftor Absicht, daraus mit der Zeit eine Diakonissenanstalt zu machen. G. Roth." und Nachmittagsprediger in Bremervörde gewählt und vom königl. Dies, Damenheim" wurde anfänglich in einem gemietheten Haufe Der gesammte Inhalt dieses Briefes war erfogen. Dem Konfiftorium zu Stade auch bestätigt. Bei dieser Bewerbung an der Gartenstraße untergebracht. Allein bereits im Jahre 1890 Bartisch war es lediglich darum zu thun, Geld zu erlangen. Am hatte er wiederum die bereits erwähnten gefälschten Zeugnisse, faufte Partisch für diesen Zweck ein eigenes Haus. Der Kauf- 1. Februar 1892 schickte auch Janßen als Beitrag zur Schwesternferner ein Zeugniß von der tgl. wissenschaftlichen Prüfungs- Kom- preis, welcher 85 000 m. betrug, sollte in der Weise bezahlt taffe der Oldenburgischen Diatoniffenanstalt 2000 Mart. Die mission zu Berlin, ein Zeugniß über ein von ihm angeblich ab- werden, daß vom Käufer eine erste Hypothet von 9950 M. über Anklagebehörde behauptet nun, daß Partisch sowohl diese 2000 gelegtes theologisches Examen pro ministerio und endlich ver- nommen wurde, 15 050 M. als fernere Hypothek stehen bleiben Mart, als auch die vorerwähnten 20 000 Mark für sich verschiedene Privatzeugnisse eingereicht. In Dochtersen hatte Par- und 5000 m. am 1. Mai, weitere 5000 m. am 1. November wendet habe. Es verdient noch erwähnt zu werden, daß tisch freundliche Aufnahme in dem Haufe des dortigen Pastors 1890 ausgezahlt werden sollten. Am 2. Oktober 1890 schrieb Bartisch sich im Jahre 1883 um die Stelle eines Hauptpastors Riechelmann gefunden. Letzterer schenkte dem Partisch sein volles Bartisch einen Brief an den Kaufmann P. W. Janßen in bei der deutschen St. Gertrudskirche in Stockholm beworben Vertrauen, lub ihn ein, in seinem Hause Wohnung zu nehmen Amsterdam, in welchem er um eine Unterstützung für die Olden- und in diesem Bewerbungsschreiben u. a. behauptet hat: er und gab ihm schließlich seine Nichte zur Gattin. Bartisch ver- burgische Diafonissenanstalt" bat. Der Sohn des Abreffaten, fei 1883 zum Mitgliede der theologischen Prüfungskommission stand es während seines Verweilens in dem Pastor Riechelmann Dr. C. W. Janßen, ersuchte daraufhin den Partisch im Namen bierselbst ernannt worden. Im September 1889 ließ Partisch schen Hause, sich in den Besitz leerer Briefbogen, die das Amts- feines Vaters um die Angabe: aus welchen Mitteln die Anstalt Todesanzeigen drucken, in denen ein angeblicher Bruder von ihm, fiegel des erwähnten Pastors trugen, zu setzen. Mit Hilfe dieser bisher unterhalten worden und welche Summe zu einer ge- ein Universitätsprofessor Dr. Alexander Theodor Partisch den gelang es ihm, die verschiedenen Zeugnisse in täuschender Weise deihlichen Fortführung des Werkes erforderlich sei. Partisch ant- Tod des Vaters, des Dr. Anton Richard Partisch, Professor a. D. zu fälschen. In dieser Weise fälschte er auch einen Geburts- wortete: Er habe ein großes Anlagefapital aus eigenen Mitteln an der Universität und orientalischen Akademie, Ritter des eisernen schein, in welchem er den 27. Dezember 1854 als seinen Geburts- hergegeben, auf dessen Rückzahlung und Berzinsung er verzichte, Kronenordens erster Klasse, anzeigte. Als Partisch angeblich von tag angab. Diesen benutzte er bei seiner Verheirathung mit der so lange die Anstalt dazu nicht im stande sei. Er bitte um die der Beerdigung seines Vaters zurückkehrte, erzählte er dem Pastor Nichte des Pastors Riechelmann, namens Marie Sievers. Schenkung eines Rapitals zur Bezahlung des Haustaufpreises. Roth, er habe 40 000 M. mitgebracht. Alle diese Angaben waren Während seines Aufenthalts in Bremervörde ließ er eine, Daraufhin antwortete Dr. Janßen: sein Vater werde nächstens jedoch erfunden. Plöglich im Sommer 1894 tam ein Verwandter angeblich von ihm verfaßte Doktordissertation in Stade drucken 20 000 m. als Geschent an die Oldenburgische Diakonissen des Janßen nach Oldenburg, um sich die von Janßen unterund legte sich auf grund derfelben den Doktortikel bei. Allein anstalt senden. Gleich darauf schrieb P. W. Janßen selbst: stützte Diakonissenanstalt und auch das bekränzte Portrait, das auch damit begnügte sich Partisch noch nicht. Im August 1882 er ein alter Oldenburger sende 20 000 Mart an die angeblich im Schwesternsaale hing, in Augenschein zu nehmen. bewarb er sich um die dritte, bezw. vierte Pfarrstelle an der Oldenburgische Diakonissenanstalt als einen Gruß an seine Heimath. Der Verwandte des Amsterdamer Wohlthäters erfuhr nun, daß hiesigen Lambertikirche, unter Einreichung der erwähnten an- Nachdem die 20 000 M. aus Amsterdam eingetroffen waren, alles, was ihm Partisch geschrieben, Schwindel war. Der geblichen Zeugnißabschriften und seiner Doktordissertation. deponirte Partisch dieselben unter der Bezeichnung:" Pastor Amsterdamer Herr machte Anzeige. Als Partisch davon Daraufhin wurde er vom großherzoglichen Ober- Kirchenrath Sr. Partisch für die Diakonissenanstalt" bei der hiesigen Spar- und erfuhr, entfloh er nach Italien. In den Straßen Venedigs fönigl. Hoheit dem Großherzog zur Ernennung als Pfarrer in Reihbant. Schon am 1. November 1890 bob er aber 7200 m. wurde der Abenteurer jedoch nach einiger Zeit, von allen Mitteln Vorschlag gebracht und diese Ernennung wurde auch gleich davon wieder ab, sodann im August 1891 nocy 3000 m. und bis entblößt, aufgegriffen. Sein Gesundheitszustand machte zunächſt darauf vollzogen. Der Kirchenausschuß seyte das dem Partisch 5. Januar 1892 in fleineren Beträgen weitere 2800 M. Am feine Aufnahme in dem deutschen Hospital zu Venedig nothzu gewährende Gehalt auf 1800 m., nebst 600 m. persönlicher 30. November 1892 hat sich nun Bartisch auch noch die letzten wendig. Von diesem aus schrieb er einen Brief an den Geh. Zulagen und 600 M. Wohnungsentschädigung fest. Am 7000 M. dadurch angeeignet, daß er den Depotschein über diese Oberkirchenrath Ramsauer, in dem er ein reuiges Bekenntniß 19. November 1882 wurde Partisch von dem Geheimen Ober- Summe dem Diakonissenhaus als eigenes Geld für ein von ihm seiner Schuld ablegte. Geheimrath Ramsauer verlas alsdann Kirchenrath Hansen ordinirt und in sein Amt eingeführt. Die erhaltenes Darlehen in Zahlung gab. Am 16. Dezember 1891 diesen Brief von der Kanzel der Lambertitirche. Nach Bartisch's Antlagebehörde behauptet nun, daß Partisch noch bis heute schrieb Partisch an Janßen nach Amsterdam wiederum einen Geſundung wurde er nach hier transportirt. Heute hat sich nun nicht zur evangelischen Kirche übergetreten sei. Bei seiner ersten Brief, dem er außer feiner Namensunterschrift noch Bartisch, dessen Strafthaten wegen Urkundenfälschung bereits richterlichen Vernehmung über diesen Punkt hat er angegeben: fälschlich die des Geb. Ober- Regierungsraths Bornemann und verjährt find, wegen Unterschlagung, Betruges und unbefugter er fei, als er 16 Jahr alt war, bei dem Pastor Ahlefeld in des Pastors Roth, beide Vorstandsmitglieder des Diakonissen Führung des Doktortitels vor eingangs bezeichnetem Gerichtshofe Leipzig zum zum Protestantismus übergetreten. Die deshalb hauses, hinzusezte. Dieser Brief lautete: Namens der Olden- zu verantworten. Vertheidiger des Angeklagten ist Rechtsangestellten Ermittelungen haben jedoch ergeben, daß nach den burgischen Diakonissenanstalt beehren sich die ergebenst Unter-| anwalt Schwarz, Oldenburg. Theater. Donnerstag, den 25. April. Opernhaus. Bar und Zimmermann. Schauspielhaus. Die Welt in der man sich langweilt. Deutsches Theater. Die Weber. Leffing- Theater. Zwei Wappen. Berliner Theater. Der Königs lieutenant. Gine Partie Piquet. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Obersteiger. Neues Theater. Ferreol. Schiller- Theater. Die Karolinger. Rehdenz- Theater. Fernand's The fontraft. Adolph Ernst- Theater. Madame Central- Theater. Unsere Rentiers. Alexander- Play- Theater. Durch gegangene Weiber. Alle 5 Bar risons. Schiller- Theater. ( Wallner Theater.) Donnerstag, 25. April, abds. 8 Uhr: Die Karolinger. Freitag, 26. April, abends 8 Uhr: Die zärtlichen Verwandten und Ein Strafrapport. Central- Theater National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: May Samst. 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April, stattfindenden Achtung! Parteigenossen und Genossinnen von Friedrichsberg. Mittwoch, den 1. Mai, abends 8 Uhr, abends 7/2 Uhr, Oranienftr. 51 in Schneider's Gesellschaftshaus, Proskauerstraße 38: ordentl. General- Versammlung werden die Herren Delegirten ergebenst eingeladen. 1. Große Maifeier. Tages Ordnung: Bericht der Revisoren und Abnahme Fest- Vortrag des Reichstagsabgeordn. Arthur Stadthagen. der Jahresrechnung. Nachdem: Kommers 2. Besprechung über die Mahngebühren unter gütiger Mitwirkung des Musikvereins Harfe( Stralau) und der der Arbeitgeber. Arbeiter Gesangvereine von Friedrichsberg unter Leitung des Herrn Dirigenten Malmène. für den 5. Berl. Reichstags- Wahlkreis. 3. Verschiedene Kaffen- Angelegenheiten. General- Versammlung am Donnerstag, 25. d. M., abends präz. 8½ 1hr, im Lokale des Herrn Buske, Grenadierstraße 33. Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Kassenbericht. 3. Neuwahl des Vorstandes und der Revisoren. 4. Verschiedenes. 282/13 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Tischler- Verein. Sonnabend, 27. April, abends 9 Uhr, Melchiorstr. 15: Ausserordentliche General-Versammlung. Tagesordnung: 1. Beschlußfassung über die Ausführung der diesjährigen Dampferpartie. 2. Vereinsangelegenheiten. 25212 Mitgliedsbuch legitimirt. Da der erste Rassirer Herr Pauly sein Amt niedergelegt hat, übernimmt der zweite Kassirer Herr Lehmann, Koppenstr. 78, vom 23. April ab die Rassengeschäfte. Achtung! Mitglieder Der Vorstand. Achtung! Nach Schluß dieser Versammlung findet daselbst eine Generalversammlung der Mitglieder der Juvalidenkaffe der Gürtler statt. Tages Ordnung: 1. Bericht der Revisoren und Abnahme der Jahresrechnung. 2. Kassenbericht. 7836 Der Vorstand. J. A.: G. Kneiff, Borsigender. Vertretung in Rummelsburg. Für die nächste Zeit wird mich Herr Dr. M. Neumann, Mozartstr. 5, vertreten, und zwar von 8-9 und 4-5 Uhr in seiner eigenen Wohnung, nachmittags von 5-6 Uhr in meiner Wohnung, Prinz Albertstr. 4. Dr. Ebner, 22032* Raffenarzt der Meyer'schen Kasse 2c. Möbelder Zentral- Krankenkasse der Maurer, Gipser( Weiss- Kaufgelegenheit ララ binder) und Stuckateure Deutschlands Grundstein zur Einigkeit", fpeicher, Die Zahlstellen, wo Beiträge entgegengenommen werden, befinden sich nach dem 1. Mai in folgenden Lokalen: Osten, Rüdersdorferstr. 8 b. Böhl, Sonnabend u. Montag abends von 8-10 Uhr. Südost, Naunynstr. 65 b. Gröppler, Sonnabend u. Montag abends von 8-10. Südwest, Mittenwalderstr. 43 bei Briefe, Sonnabend abends von 8-10. Westen, Bülowstr. 59 bei Werner, Sonnabend u. Montag abends von 8-10. Moabit, Thurmstr. 84 bei Holzbäcker, Montag abends von 8-10. Wedding, Weddingstr. 9 bei Malkowski, Sonnabend abends von 8-10. Norden, Wollinerstr. 3 bei Bieste, Sonnabend abends von 8-10. Tresckow- und Diedenhofenerstr. 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( Laden) 2215* Za beziehen durch alle Buchhandlungen. dor Geschichte des Sozialismus erschien soepen. der erste Theil des ersten Bandes Die Vorlaufer des neueren Sozialismus Inhalt des ersten Theils Von Plato bis zu den Wiedertaufem Press brosch Von Karl Kantsky : 00: Gruppen- Versammlungen der Gewerkschaften Berlins am Vormittag des 1. Mai. Sämmtliche Versammlungen finden mit Hilfsarbeitern und Frauen statt.n Tagesordnung in sämmtlichen Versammlungen: ,, Die Bedeutung des 1. Maif Nahrungs- und Genussmittel- Gewerbe. Gruppen- Versammlung: Niest's Salon, Weberstr. 17, vormittags 10 Uhr. Referent: Julius Türk. Busammenkunft der einzelnen Gewerbe: Zabalarbeiter und Arbeiterinnen bei Nieft, Weberstr. 17, Brauer und Brauerei Hilfsarbeiter bei Wilke, Andreasstr. 26, Konditoren Schlächter Bäcker. Gärtner • Müller und Müllerei- Arbeiter Barbiere und Friseure Musiker • bei Sommer, Grünstr. 21, bei Sommer, Grünstr. 21, vormittags 9 Uhr. vormittags 9 Uhr. vormittags 9 Uhr. vormittags 9 Uhr. vormittags 9 Uhr. vormittags 9 Uhr. bei Bolzmann, Lichtenbergerstr. 16, bei Bolze, Landsbergerstr. 41, bei Preuss, Nene Friedrichstr. 20, vormittags 9 Uhr. bei Preuss, Neue Friedrichstr. 20, vormittags 9 Uhr. .. bei Wernau, Rosenthalerstr. 57, vormittags 9 Uhr. Handels- und Verkehrs- Gewerbe. Gruppen Versammlung: S Louisenkädtisayes Konzerthaus, Alte Jakobstraße Nr. 37, vormittags 11 Uhr. Referent: Paul Jahn, = Die Kaufleute, Haus- und Geschäftsdiener, Getreideträger, Speicherei- Arbeiter, Roll- und Lastfuhrwerts Kutscher, Möbeltransport- Arbeiter, Händler und Händlerinnen, Droschkenkutscher tommen vor der Gruppenversammlung nicht zusammen, sondern begeben sich direkt nach dem Louisenstädtischen Konzerthaus. Holzindustrie. Gruppen- Versammlung: Brauerei Friedrichshain, m Stellmacher Böttcher Korbmacher . Friedrichshain, vormittags 10 Uhr. Referent: Theodor Glocke. Zusammenkunft der einzelnen Gewerbe: . bei Brüss, Lothringerstr. 41, bei Wilke, Andreasstr. 26, bei Stramm, Ritterstr. 123, bei Wernau, Rosenthalerstr. 57, bei Schöning, Stallschreiberstr. 29, bei Röllig, leue Friedrichstr. 44, bei Röllig, Neue Friedrichstr. 44, Holzbearbeitungsmaschinen Arbeiter bei Heise, Lichtenbergerstr. 21, Parquetbodenleger Stockarbeiter Einfeger Bauanschläger • vormittags 9 Uhr. Metallindustrie. Gruppen- Versammlung:„ Feen- Valak", Burg. u. WolfgangStraßen- Ecke, vormittags 10 Uhr. Referent: August Bebel. Zusammenkunft der einzelnen Gewerbe: Chirurgische Branche Schmiede Klempner Kupferschmiede Zinkgießer und Stürzer Goldschmiede. Graveure und Eiseleure. bei Tempel, Langestraße 65, bei Stramm, Ritterstraße 123, bei Rehlitz, Bergstraße 12, • . bei Buske( fr. Seefeld), Grenadierstr. 33, vormittags 8 Uhr. vormittags 8 Uhr. vormittags 8 Uhr. vormittags 8 Uhr. vormittags 8 Uhr. vormittags 8 Uhr. bei Rau, Stalizerstraße 126, bei Zubeil, Lindenstraße 106, Die übrigen nicht angeführten Gewerbe begeben sich direkt zur Gruppen- Bersammlung. Bekleidungsindustrie. Gruppen- Versammlung:„ Altes Schühenhaus", Referent: Dr. Zadek. Linienstraße 5, vormittags 10 Uhr. Zusammenkunft der einzelnen Gewerbe: . im Lokale Pappel- Allee 3/4, vormittags 9 Uhr. • bei Feind, Weinstraße 11, vormittags 9 Uhr. bei Neumann, Linienstraße 19, vormittags 9 Uhr. bei Meissner, Linienstraße 142, vormittags 9 Uhr. Sutmacher. Kürschner( und Selbständige) Handschuhmacher Zertilarbeiter. Militärmüßenmacher Bosamentirer. Färber, Defateure, Appreteure und Berufsgenossen Wäschebranche im Königstadt- Kasino, Holzmarktstr. 72, vormittags 9 Uhr. • bei Bolze, Landsbergerstraße 41, vormittags 9 Uhr. Dormittags 9 Uhr. Graphische Gewerbe. Gruppen- Versammlung: Böhmisches Brauhaus", vormittags 9 Uhr. vormittags 9 Uhr. vormittags 9 Uhr. vormittags 9 Uhr. vormittags 9 Uhr. bei Nebelin, Langestr. 108, vormittags 9 Uhr. Holz und Bretterträger bei Nebelin, Langestr. 108, vormittags 9 Uhr. Jalousie- Arbeiter, Bürsten- und Pinselmacher, Tischler, Drechsler kommen in ihren Verkehrslokalen um 9 Uhr zusammen und gehen von dort aus zur Versammlung am Friedrichshain. Ristenmacher Schuhwaarenindustrie. Gruppen- Versammlung: Fiebig's Salon, Gr. Frankfurterstr. 28, Vorm. 10 Uhr. Referent: Otto Antrick. dsberger Alle 11/13, vormittags 10 Uhr. Referent: Otto Sillier. Die Buchdrucker, Schriftgießer, Formstecher, Tapetenbrucker, Arbeiter und Arbeiterinnen in Buchbindereien, der Papier- und Lederwaaren- Industrie, Stereotypeure, Hilfsarbeiter, Porzellanmaler und Berufsgenoffen fommen vor der Gruppen- Versammlung nicht zusammen, sondern bes geben sich direkt nach dem Böhmischen Brauhause. Lederbearbeitung. Gruppen- Versammlung: Uhlih' Salon, Badstraße 19, vormittags 10 Uhr. Referent: Joh. Sassenbach. Die Weißgerber, Lohgerber, Leberzurichter, Lederfärber, Seberarbeiter und Arbeiterinnen tommen vor der Gruppen- Versammlung nicht zusammen, sondern begeben sich sofort nach Uhlig' Die Sattler und Tapezirer des Centrums und Südens versammeln sich bei Wienecke, Alte Jakobstr 83, vormittags 8 Uhr, und gehen von dort zur Gruppen- Versammlung. Die Filsschuh- Arbeiter, Zwicker, Schaft- und Schoßarbeiter tommen vor der Versammlung Salon. nicht zusammen, sondern gehen direkt nach Fiebig's Salon. Besondere Versammlungen vormittags: Vorversammlung: Töpfer. Sen's Salon, Brunnenstraße 184, vormittags 10 Uhr. Dachdecker, Steinsetzer. Renter, Swinemünderför. 45, früh 8½ Uhr. Referent: R. Millarg. Zimmerer. toak's Gesellschaftsfäle, Brunnenstraße 16, vormittags 10 Uhr. Steinmetzen. Vorversammlung: Brüning, Rosenthalerstraße 12, vormittags 9 Uhr. Referent: Adolf Hoffmann. Musikinstrumenten- Arbeiter. Soft", Waldemarkraße 73. vormittags 10 Uhr. Referent: H. Rohrlack. Stein-, Gips-, Holzbildhauer u. Modelleure, Stuckateure. Luisenstädtisches Klubhaus, Annenstraße 16( oberer Saal), vormittags 10 Uhr. Referent: H. Schulz( Steglitz). Maurer und Putzer. eller's setsäle, Koppenstr. 29, vorm. 10 Uhr. Referent: G. Wagner. vormittags 10 Uhr. Schneider und Schneiderinnen. Cohn's geftfäle, Benthtraße 20, Referent: J. Timm. Vergolder. Louienſtädtiſches Klubhaus, Annenstraße 16( unterer Saal) vormittags 10 hr. Referent: Fritz Hansen. Glaser, Glasarbeiter, Glasschleifer, Bilderrahmenmacher, Firmenschilderbranche. Arminhallen, KommandantenA 20, vormitt. 10 Uhr. Referent: Dr. Pinn. Möbelpolirer. Nachmittags: Ausflug nach Niederschönweibe bei Havenlandt. Keller's Feftfaal( oberer Saal), Koppenſtr. 29, vorm. 10 hr. Damen- und Kinderkonfektions- Arbeiter und-Arbeiterinnen. Referent: B. Stabernack. Henke's Salon, Naunynstraße 27, vormittags 10 hr.; Referent: Bruno Pörsch. Sollten sich außerdem noch Gewerkschaften finden, die sich an den vorstehenden Gruppen- Bersammlungen betheiligen wollen, so werden diese ersucht, Ort und 3 eit der eventuell vorher stattfindenden Zusammenkunft sofort anzugeben, damit die Bekanntmachung in der Dienstags- Annonce vollständig erscheinen kann. Ebenso diejenigen Gewerkschaften, die überhaupt noch nicht in der Bekanntmachung aufgeführt sind. Die Gewerkschaften resp. die Einberufer der Gruppen Versammlungen haben ihre Versammlungen selbst anzumelden. Bei den Zusammenkünften bedarf es keiner Anmeldung Meldungen sind an das Gewerkschaftsbureau, Grenadierstr. 10 I, zu Händen des Genossen Millarg zu richten. Mit folidarischem Gruß! Der geschäftsführende Ausschuß der Berliner Gewerkschafts- Kommission. Berantwortlicher Ret atteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Drud und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2.