Nr.544 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 276 Bezugspreis: öchentlich 70 Goldpfennig, monatlich 8,-Goldmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, Saar- und Memelgebiet. Defterreich, Litauen, Luremburg 4.50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmar pro Monat Der..Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit..Sied. lung und Kleingarten" fowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: ..Sozialdemokrat Berlin* Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Goldpfennig Anzeigenpreise Die et nipaltige re.reille zeile 0.70 Goldmart Retian eth 4.- Goldmart. Kleine Anzeigen das fettgedruckte Wort 0.20 Go mart( auläffia awer fettaedruckte Worte). iedes weitere Bori 0.10 Goldmart. Stellaefuche cas erfte Wort 0.10 Goldmark tedes meitere Wort 0.05 Goldmark Worte über 15 Buchstaben zählen für amei Borte. 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Einig und geschlossen fandte sie bei jeder Wahl in wachsendem Maße ihre Vertreter in den Reichstag, und damit wuchs von selbst ihr politischer Einfluß, soweit er in einem Staate, in dem der Reichstag nicht viel mehr als ein schönes Dekorationsstück war, wachsen fonnte. Heute ist der Reichstag etwas ganz anderes. Heute geht die politische Macht vom Bolte aus und der Reichstag ist berufen, diese Macht zu verförpern. Wie er zusammengesetzt ist, ist die Regierung zusammengesetzt, die er halten oder stürzen kann, je nachdem er ihre Arbeit bewertet. So wählt heute der Wähler nicht nur den Reichstag, er wählt auch die Regierung. Seine Berantwortung bei der Wahl ist damit gegen früher gewaltig gewachsen. Und in dieser Zeit steht die deutsche Ar beiterklasse nicht mehr einig und geschlossen da. Anstatt dem gemeinsamen Gegner auf wirtschaftlichem und politischem Gebiet auch dort in geschlossener Front gegenüberzustehen, wo die Machtverhältnisse gesetzliche Formen erhalten, wüten die Arbeiter gegeneinander, wobei sie ihre eigene Macht zerstören. Der Krieg und das Elend der ihm folgenden Jahre haben die politische Erziehung der heranwachsenden Generation verhindert. Das Schlagwort fonnte an die Stelle der politischen Einsicht treten. Das muß wieder anders werden. Es wird von den Leuten, die sich kommunisten nennen und die geschäftsmäßig die 3ermürbung und 3erstörung der Arbeiterorganisationen von innen aus betreiben, soviel vom Klaffenkampf geredet. Dabei drücken sie eine der wichtigsten Stätten des Klassenkampfes auf den Boden einer Radaubühne hinunter, in dem Bestreben, den Reichstag und den Parlamentarismus den Arbeitern zu verefeln. Oder ist der Reichstag feine Stätte des Klassentampfes? Ist es für die Arbeiter ohne Bedeutung, ob dort wüste Lärmszenen aufgeführt werden oder praktische Arbeit geleistet wird? Der Reichstag entscheidet! Wo wird die Frage entschieden, ob wir den gesetzlichen Acht st undentag wiederbekommen sollen? Jm Reichstag. Wo wird das Arbeitsgerichtsgeseh, das Ar beitsvertragsgeseh, die Schlichtungsord nung, das Tarifgeset gestaltet? = Wo wird die Arbeitslosenversicherung geschaffen und wo wird die Reichsversicherungsord nung den Verhältnissen angepaẞt? Im Reichstag. Wo allein ist es möglich, das Koalitionsrecht zu sichern und die gesetzliche Anerkennung der Gewerkschaften durchzusetzen? Im Reichstag. = Wo wird die Verteilung der Lasten gefeßlich geregelt, wie der Dames Plan uns gebracht hat? Wo wird über die 30llpolitik entschieden? Im Reichstag. am 7. Dezember gewählt wird, zu beschäftigen haben. Mit all diesen Gesetzen wird sich der Reichstag, der Gewerkschaftsmitglieder! Ihr seht, es handelt sich bei der Wahl nicht allein um hochpolitische Fragen, es geht auch um Euer besonderes Recht. Es geht um die Bedingungen, unter denen Ihr in der Fabrit und in der Werkstatt arbeiten sollt. Es geht um Euer tägliches Brot. Eure Klasseninteressen sind es, um die im Reichstag gekämpft wird. Und dieser Kampf kann nicht mit Kindertrompeten geführt werden, wie es die Kommunisten tun, es gilt ernste sachkundige Arbeit zu leisten. Gewerkschaftsmitglieder! Berlaß ist. Das ist die Sozialdemokratische Partei. Es gibt nur eine Partei, auf die in all diesen Fragen Die bürgerlichen Parteien sind alle mehr oder weniger abhängig von Euren Klassengegnern, den Unternehmern. Von ihnen könnt Ihr keine Hilfe erwarten. Und die Kommunisten? Gerade Ihr habt Gelegenheit, deren Spaltungsarbeit zu beobachten. Sie sind auf ausländischen Befehl hin nichts Verderber der Arbeiterklasse. anderes als die Helfershelfer der Reaktion, die Arbeiterinnen und Arbeiterfrauen! Gebt Eure Stimme der Sozialdemokratischen Partei! Sie war es. die Euch durch ihre Volksbeauftragten erst das Wahlrecht in Reich, Land und Gemeinde gegeben hat, damit der politischen Einflußlosigkeit des weiblichen Teils der Bevölkerung ein Ende gemacht werde. Die deutschen Arbeiter müssen ihrem alten Ruf wieder Ehre machen, und Ihr, Gewertschaftsmitglieder, Ihr seid der Vortrupp. Laßt Euch nicht einfangen von Schlagworten. Werbt für die Partei ernster proletarischer Arbeit. Wählt am 7. Dezember sozialdemokratisch! Der Vorstand des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes. Neue Faschistenmorde. Jedoch keine Fremdenpanik- da„ ständige Erscheinungen" Rom, 17. November.( Eigener Drahtbericht.) Bei Becchiano, einem Dorf in der Nähe von Pisa, unternahmen heute faschistische Bans n eine Strafegetution, bei der vier Personen erichossen, eine verwundet wurde. Sechs Schuldige find verhaftet. In Livorno wurde heute nacht eine Bombe gegen das Haus einer Freimaurerloge geworfen, die aber nur Sachschaden verur achie In heute eingetroffenen deutschen bürgerlichen Freitagsblättern wird eine Meldung des Berireters der„ Morningpost" weitergegeben, wenach die Cage Italiens fritisch geworden sein soll, die Fremden follen in Scharen Rom verlassen usw. Das entspricht in feiner Weise den Tatsachen. Innenpolitische Unruhen und Kämpfe find ständige Erscheinungen in Italien. In Rom ist alles vollfommen ruhig. Troh des Abbröckelns des Faschismus beherrscht Mussolini usid Thi dans des m und seine Miliz die Cage. де.. Giolitti gegen Mussolini. Rom, 17 November.( Eigener Drahtbericht.) Im italienischen Rumpfparlament hielt am Schluß der Budgetdebatte Mussolini eine Rede, in der er fich für Deutschlands Eintritt in den Bölkerbund aussprach und dafür eintrat. daß Deutschland einen dauernden Sig im Völkerbundrat erhalte Schließlich stellte er die Bertrauensfrage. 315 25geordnete stimmten für die Regierung 21 enthielten sich der Stimme, während 6 Abgeordnete unter Führung Giolittis gegen die Regierung stimmten. Insgesamt umfaßt das Parlament 535 Abgeordnete, davon gehören 130 der Opposition an. Aus dem Stimmenverhältnis ergibt sich also, daß sich insgesamt 158 2bgeordnete der Regierungsparteien außer der Oppofition an der Abstimmung nicht beteiligt haben. Der isolierte Faschismus. Rom, 17. November.( Eigener Drahtbericht.) Es steht fest, daß neben Giolitti auch die beiden anderen Ministerpräsidenten der jüngsten italienischen Bergangenheit sich von Mussolini abwenden und mit der Bewegung der Kriegsteilnemer zusammenarbeiten wollen. Die Haltung dieser Bersönlichkeiten findet in weiten Kreisen, die bisher die Politik Mussolinis stügten, Widerhall. will daher die gegenwärtige Session der Kammer so rasch wie möglich beenden. Mussolini Rom, 17. November.( Eigener Drahtbericht.) Die Gegnerschaft Giolittis gegen Mussolini gewinnt durch den Beitritt Gari baldis, hinter dem die Veteranen stehen und dessen Name in Italien besonderen Einfluß hat, größte politische Bedeutung. In politischen Kreisen wird dieses Ereignis sogar als ein Wiederauf blühen der Macht Giolittis betrachtet. Umfomehr, als Garibaldi am Sonntag in einem Interview die Rückkehr Giolittis auf den Boften des Ministerpräsidenten für notwendig erflärt hat. Giolitti gilt allgemein nicht nur als der älteste, sondern auch als der flügste italienische Politiker. Wenn er auch in der Kammer nur das Haupt einer t'einen Gruppe ist, so hat er doch im Lande eine große 2n hängerschaft Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Posticheckkonto: Berlin 375 36- Baufkonto: Direftion der Diskonto- Geiellichaft. Devoitentasie Lindenstraße 3 Hasardspiel mit dem Rhein. Wie sich Herr Jarres die ,, Versackungspolitik vorstellte. Der 16. November würde verdienen, zu einem nationalen Gedenktag erhoben zu werden. Denn an diesem Tage wurde durch Rückgabe der Regiebahnen an die Deutsche Reichsbahngesellschaft die wirtschaftliche Räumung des be= jegten Gebiets beendet, die Gefahr seiner Abtrennung vom Reich beseitigt. Dies herbeigeführt zu haben, war gewiß eine nationale Lat", nur werden die Erbpächter des natio naien Gedankens es nicht wahr haben wollen, weil sie sonst zugeben müßten, daß diese Tat der Befreiung von der Sozialdemokratie durch ihr fonfequentes Eintreten für den Dames- Plan gegen ihren fanatischen Widerstand eingeleitet und mit durchgeführt worden ist. Wie war es bei den anderen? " Die rechtsvolksparteiliche Kölnische Zeitung" hat sich gerade diejenigen Kreise, die sich heute am nationalsten ge= fürzlich veranlaßt gefühlt, gegen die von demokratischer Seite in Erinnerung gebrachte Taifache Stellung zu nehmen, daß bärden, vor Jahresfrist das Rheinland seinem Schicksal überlassen wollten. Das Kölner Großkapitalistenblatt sprach von einem Berjackungsschwindel", mit dem die Linksparteien im Wahlkampf operierten. Nun ergreift der Führer der rheinischen Demokraten, Justizrat a If, früherer Reichstagsabgeordneter, in der demokratischen Presse das Wort und rollt die ganze Frage der Berfackungspolitif" auf. Die Dinge, um die es sich dabei dreht, sind bereits früher Gegenstand lebhafter Bolemiken gewesen, wobei positive Angaben des Genossen öffler im ,, Borwärts" seinerzeit lebhaftes Aufsehen erregten. Es ist noch in Erinnerung, wie zu Ende September 1923 im Lager der Rechtsparteien Stimmen dafür laut wurden, daß follte, also nicht nur die Erwerbslosenunterstützungen, sondern das Reich jegliche Zahlungen an das besetzte Gebiet einstellen auch die Beamtengehälter Lsm. Diejenigen, die für diese Katastrophenpolitik eintraten, schlugen vor, daß Deutschland reich für alle weiteren Folgen verantwortlich machen sollte. diesen seinen Entschluß feierlich der Welt mitteilen und FrankDies hätte in der damaligen Zeit der Separatistenputsche usw. nichts anderes bedeutet als den glatten Berlust des Rheinlandes und des Ruhrgebietes. Wenn dieser unheilvolle Plan im letzten Augenblick verhindert werden fonnte, so nur dank dem entschlossenen Widerstand der Sozialdemokratie, u. a. des Genossen Sollmann im Reichskabinett, der aber nur von demokratischer Seite reftlos unterstützt wurde. Einzelne Zentrumsminister, z. B. Dr. Brauns, schwankten, ebenso Dr. Stresemann. Wir haben zwar damals geglaubt, daß Dr. Stresemann auf Soll manns Seite in dieser Frage trat, aber der volksparteifiche rheinische Abgeordnete Dr. Moldenhauer hat fürzlich erklärt, auch Stresemann hätte zu den Bersackungspolitikern ge= hört. Er muß es ja wissen, und bei dem bekannten Nachempfin dungsvermögen Herrn Stresemanns wäre es gar nicht verwunderlich, wenn er sich gegenüber Sollmann als Gegner der Bersackungstheorie und gegenüber Moldenhauer als ihr Anhänger gefühlt hätte. Es ist jedenfalls bezeichnend, daß er nach der Ausschiffung der sozialdemokratischen Minister gerade Herrn Jarres, also den Hauptbefürworter der Versackungspläne, als Bizetangler in sein Kabinett nahm, haften Blan, das bejegie Gebiet feinem Schicksal, d. h. in Die Kölnische Zeitung" umschreibt den objektiv freveldiesem Fall dem französischen Imperialismus auszuliefern, als die internationale Lösung". Der Wiz ist gut. Die internationale Sozialdemokratie ist jedenfalls stolz darauf, diese Sorte von„ internationalen Lösungen" verhindert zu haben, die gerade von den nationalen" Kreisen, ins esondere von der gesamten Rechtspresse empfohlen wurde. Die internationale Sozialdemokratie hat damit den deutschen Westen gerettet, den die nationalen" Parteien Wie überhaupt alles, was die preisgeben wollten. politik empfohlen haben, sich dadurch kennzeichnet, daß es ,, Baterländischen" im letzten Jahre auf dem Gebiet der Außengeradeswegs zum Verlust der besetzten Gebiete geführt hätte, während die von der Sozialdemokratie empfoh ene und durch gesetzte Bolitik die Befreiung dieser Gebiete bezweckte und zum Teil bereits erreicht hat. Nun versucht die ,, Kölnische Zeitung", in ihrem Bestreben, die damaligen Tatsachen zu vertuschen, die Dinge so hinzustellen, als hätten die Befürworter der Bersackungspolitik lediglich an eine vorübergeher de Lockerung des Reichsgefüges gedacht. Es soll der Eindruck erwedt werben, als follte in deren Augen die Trennung vom Reiche von furger Dauer sein. Dieser Schwindel läßt sich aber mit einer einzigen Tat fache glatt widerlegen, und zwar mit einer Aeußerung des damaligen Ober ürgermeisters und jetzigen Bizetan lors selber. A's nämlich in den fritischen Tagen Herr Jarres in einem Ausschuß des Reichstages seine Ideen entwickelt hatte. wurde ihm von sozia demokratischer Seite entgegnet. daß die Versackung den Verlust von Rhein und Ruhr bedeute. Darauf erwiderte S�err Jarres:, »Zawohli wir verlieren dadurch iu der Tal Rhein und Ruhr. iton wir werden sie uns in zehn Zähren mi« Wafscvgewali wieder holen!" Und dieser Hasardeur ist als Vertrauensmann-der Deutschen Volkvpartei in das Reichskabinett geschickt worden. Und da wagen es volksparteiliche Blätter, den Linksparteien Mangel an Nationalgefühl vorzuwerfen, während Männer aus ihrem eigenen Lager noch vor Jahresfrist mit Ideen spielten, deren Verwirklichung zum Zusammenbruch des Vaterlandes unverziiglich geführt hätte! Neben Herrn Iarres war der Hauptbsfürworter der Ver- sackung des besetzten Gebietes der Reichefinanzminister Dr. Luther. Dr. Luther bestreitet zwar, daß er als Volks- parteiler der Reichsregierung angehört, aber er ist jedenfalls als deren Vertrauensmann in das Kabinett genommen worden und er hat sich stets als ein eifriger Verfechter der Bürgerblock- idee betätigt, wenigstens hinter den Kulisicn. Es war Dr. Luther, der, als der erste Versackungsvorstoß bereits abgewehrt war, einen neuen Vorstoß in dieser Rich- tung unternahm, und zwar nach dem Ausscheiden der So- zialdemokraten aus der Regierung Stresomann. Auf Betreiben der Rentenbankleitung machte er Mitte Novcm- der dagegen Stimmung, daß eine verhältnismäßig geringe Rentemnar'summe für die Erwerbslosenbezahlung ins Ruhr- Sebiet geschickt wurde, obwohl alle Anzeichen dafür sprachen, aß es sich um die letzte Ausgabe dieser Art handeln würde. da die Verhandlungen mit den Besatzungsbehörden vor dem Abschluß standen Erst nachdem die Sozialdemokratische Partei und die freien Gewerkschaften in energischen Kund- gedungen gegen diesen Plan protestiert hatten, erklärte das Reichskabinett, daß es die Mittel hierzu doch aufbringen würde Iustizrat Falk hat in seinem Aufsatz, wie bereits- in seinen Ausführungen bei der Demokraten-Kundgebung im Ver» liner Sportpalast, betont, es liege ihm fern, die v a t e r l ä n- d i s ch e n Motive der Versackungspolitiker anzuzweifeln. Auch wir stehen nicht an, zu bestätigen, daß die finanzielle Lage des Reiches damals so oerzweifelt war, daß man auf den Gedanken der Versackung kommen konnte, ohne bewußt Landesverrat zu treiben, sondern sogar in dem Irrglauben, damit Deutschland zu dienen. Das gilt aber keineswegs für alle: Bei gewissen Schwerindustriellen des Westens, die in diesen kritischen Stunden mst General Degoutte über die A b f ch a f- sung des Achtstundentages und ähnliches verHandel- ten, dürften nackte Profitinteressen und sozial- r e a k tionäreZielein ihrer Stellungnahme keine geringe Rolle gespielt haben. Und wenn gerade deutschnatianal- großagrarische Blätter sich am eifrigsten kür die„vor- übergehende" Preisgabe des Rheinlandes und des Ruhr» ge vieles einsetzten, so muh man zu dem Schluß kommen, daß auch hier das bewußte o st e l b i s ch e Interesse an der Schaffung eines verkleinerten agrarisch-reakkio- nären Norddeutschlands den Gedanken dieses Ver- lustes beherrscht hat. Man erinnert sich in diesem Zusammenhang an den Ausspruch Hergts am 13. März 1920 beim Ausbruch des Kapp-Putsches, als er sich dem Genossen Heilmann gegenüber weigerte, sich von den Kappisten loszusagen, und dies trotz de» Hinweises auf die drohende Zertrümmerung der Reichseinheit durch die sichere Losreißung Süd- und Westdeutschlands. Damals erwiderte H e r g t: i, wir virlleiM Posta und W*stpreuß«K wieter. Und ein krclfkiger Ostsiast Ist für die fernere deutsche Zukuust vielleicht wcrwvllcr als dles.'s Deutschland, das ja doch zugrunde gehl." Der Gedanke an den„kräftigen" snatürlich monarchistischagrarischen)„Oststaat" dürste wohl erneut in dem Gehirnersatz jener„nationaler" Herrschasten gespukt haben, die vor Jahres- frist Rhein und Ruhr auf zehn Jahr« preisgeben wollten. Nun, wo dieses Unheil vor allem durch die Arbeiterschaft verhütet werden konnte, die Reichseinhest gerettet wurde und .?n einer Privatsache". So« Lotte Zielesch. Der gekrümmte Finger Herrn Krügers klopft bescheiden«m die Tür des Privatkontors. .Herein!" sagt der Kommerzienrat und hebt das Gesicht mit dem schwer bestimmbaren Ausdruck von dem Jcchreebericht, der vor ihm auf dem Schreibtische liegt..Was gibt es, Krüger?" Der Tingetrrtene spricht mit leiser, dsmiitdger Stimme..... eine Privatangelegenheit? Na also, schießen Sie lost Aber in fünf Minuten muß ich in die Sitzung." Herr Krüger scheint in, wesenlose zusammenzuschrumpfen. ....was sagen Sie--? strlaUd? KrankheitsurlaUb? Jetzt, wo wir mitten tn der Arbeit sind?" .Die großen Auströge für die Saison sind abgeschlossen. Info« fern wäre der Zeitpunkt ganz günstig", murmelt der abgearbett-t aussehende Mensch..Außerdem ist Herr Hannemann orientiert und könnte mich vertreten.". Der Kommerzienrat dr«ht geärgert seinen Kohinoor hin und her. .Ich bin sehr herunter, und der Arzt sagt"... Der Kommerzienrat winkt ab. .Papperlapapp! Die Lerzte sagen viele«! Aber Sie sollen meinetwegen Ihren Urlaub haben— mehr als zehn— na. sagen wir zwökf Tage kann ich Ihnen aber nicht bewilligen"... „Herr Kommerzierat, der Arzt oerlangt aber..." _.Und nun lasten Sie mich mit Ihrem Arzt zufrieden, lieber Krüger. Glauben Sie mir, wenn ich alles tun wollte, was mir die Aerzte sagen, ich wäre längst ein toter Mann", sagt der Kammer. zienrnt jovial. .Schicken Sie mir Herrn Hannemann rüber" Gr nickt ent- lastend. Herr Krüger verneigt sich linkisch und geht. • Einige Stunden sind vergangen. Gin Angestellter überdringt dem Kommerzienrat eine Karte. „In einer Privatsache" sollte ich bestellen." Der Kommerzienrat studiert die Visitenkarte de» bekannten Presteoertreter» mst hochgezogenen Brauen. „Ich laste bitten". Und er springt auf. als der kleine bewegliche Herr da» Zimmer betritt. „Mein hochverehrter Herr Kommerzienrat— außerordentlich liebenswürdig von Ihnen, mich zu empfangen— weiß ja. wie sehr in Anspruch genommen— nur auf zwei MimLen." „Bitte Sie, Herr Doktor, ich stehe jederzeit gern zu Ihrer Ver- fügung.— Was verschafft mir das Vergnügen Ihre« heutigen Be- suches?" Der Doktor nigt sich verbindlich vor.„Also— nämlich— vor einiger Zeit hatte ich mir bereit» ertaubt, Ihnen. Herr Kommer. zienrat, die Zirkulare einzuschicken— es handelt sich um bis(Brün. dung eines Erholungsheim» für Unbemittelte."— ' das Ruhrgebiet wieder allmählich und sicher befreit wird, da kann es diesen selben Leuten ntcht schnell genug gehen. Jeder Zwischenfall im besetzten Gebiet ist ihnen ein Dorwand, gegen die ErMungspolui! des Dawes-Lmachtens. zu Hetzen. Herr H e.r g t, der vom tleinen„kräftigen Oststaat" träumte, soll der künftige Kanzler deL nationalen Bürgerblocks werden und es sollen diejenigen über das v o n ü n s gerettete Deutsch- land herrschen, die vor Jahresfrist bereit waren, Deutschland preiszugeben! Diesen dreisten Plänen wird das Volk die gebührende Antwort erteilen— am 7. Dezember! Das Enöe üer Regie. Alle Bahnen in deutscher Verwaltung. Amtlich wird gemeldet: vi« Uebergabe der Regiebahnen an die Deutsche Reichs- bahngesellschost ist in der Rächt vom l». zum 10. diese» Atonal» in allrn Bezirken reibnagsio» erfolgt. Auch im vezlrk Trier gelangte die Strecke Trier— Hermeskeil, die bisher von den stanzSfl- schen Vrsahungstruppen als Urbungsstrecke in Anspruch genommen wurde, zur Uebcrgabe. E» Ist nunmehr mSgUch. nach ollen Stationen der Deutschen Reichsbahn zu verfrachten und Fahrkarten zu lösen. D!e Bezahlung der Fahrkarten und der Frachten erfolgt überall In deutscher Mark. Bochum, 17. November.(Eigener Draht bericht.) Die Ueder- gäbe der Negiebahn an die Deutsche Reichsbahn hat sich im Ruhr- gebiet überall glatt vollzogen. Der Verkehr hat keine Unterbrechung erfahren. Wenngleich die Bevölkerung und die Eisenbahner des be- setzten Gebetes aus leicht verständlichen Gründe» jede öffentlich« Kundgebung ihrer Freude unterließen, so Ist Ihre Genugtuung über die Befreiung des Neichsbahnnetze» noch größer als bei den früheren Abschnitten der wirtschaftlichen Räumung.. Soweit es der Fahrplan bor Regi« gestattet», der noch b s zum 1. Dezember beibehalten wird, sind bereits am Sonntag einige Eilgüierzüge. auf große Ent- fcrnungen, so zwischen Köln und Berlin, eingelegt worden. Auch die M lchzüge fahren wieder wie vor der Ruhrbesetzung. Mit der Durchführung des neuen deutschen Fahrplan» am 1. Dezember werden d« Verkehrsverhältniste wiederhergestellt, wie st« vor dem Einmarsch der franzosisch-belgischen Truppen be- standen haben. Die Zuge aus der Richtung Schwerte, diu bisher nur bis Hörde fuhren und von dort nach Dortmund-Süd umgeleitet wer- den mußten, fahren jetzt wieder unmittelbar nach Dortmund-Haupt- bahnhof. Der Fahrplan auf der Streck« Dortmund— Lünen— Gülmen ist schon am Montag verbessert. Auf den großen Bahnhöfen sind bereits weder durchgehende Fahrkarten für alle deutschen Strecken zu haben. Die früheren Pächter der Bahnhofswirtschaften sind wieder in ihre alten Vertragsrechte und-pflichten eingesetzt und nahmen fast durchweg zusammen mit dem deutschen Eisenbnhnpcrfonal Ihre TSt'okcil w eder auf. Di« meisten französischen und belaischen Noklamseinrichtungen auf den einzelnen Bahnhöfen waren am Man- tag bereits verschwunden. Die Gebäude der Elsenbahndirektion Essen und die beiden Verkehrsämter'n Essen sind von den französi- fchen Beamten verlassen bis auf ewige wenig«, die die Geschäfte der Regie abwickeln. Auf den Bahnhöfen bleiben zunächst neben den deutschen Bahnhofsvorständen. noch di« mil tärischen Bahnhofs» kommandanturen der Besatzung bestehen. Ek Leitung der Reich». b a h nd irek ti o n Essen de nach der Räumung Dortmunds von Hamm nach Dortmund Lbersiedekie. wird bald nach Essen zurück» kehren. Dos Wagenamt hat bereits fein» Tätigkeit m Direktion«. gebäud« aufgenommen. Di« fühlbar« Erleichterung, die da» Ver- fchwnden der Mleum und d:r Regi« mit ihren vielen Beamten für das befttzie Gebet bringt, wird sich auch auf dem Gebete, des Wohnungswesens zeigen. Zahlreiche für das französisch-belgische Personal beschlagnahmte Wohnungen sind fr» i geworden und viele beutst Familien verlieren ihr» ausländischen Zwang»« mieter.— Ein Erfolg des.Zwe ien Versailles". * Mst der Uebergabe der Rcgiebahnen an die deutsche Ver» waltung der Reichsbahngesellschaft ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Durchführung der in London beschlossenen Ab- machungen erfolgt. Damst verfügt die Deutsche Reichsbahn „Richtig, ich erinnere mich", nickt der Kommerzienrat, der sich an gar nichts erinnert. „Inzwischen hat sich ein Gründungskomitee gebildet— und wir sind dabei, die Sache.zu finanzieren— Sie wissen ja selbst, wie schwierig dies Unternehmen sich in den jetzigen undurchsichtigen Zeiten gestattet—hm—". „Und Sie wünschen meine Beteiligung", sagt der Kommerzien- rat mit undurchdringlicher Miene. „Hm— sowohl— ich habe mir nämlich gedacht— daß es einen hervorragenden Eindruck machen— auch zur Nachahmung an, spornen würde— wenn kchr in unseren Kreisen besten» geschätzter Name, Herr Kcnnnerzienroi",— der kleine Herr verbeugt sich— „als einer der ersten auf unserer Liste figurieren würde— ist dieser Name uns doch längst rühmlichst bekannt als der des großen Wohl. täters und Menschenfreundes— an dessen Tür niemand vergeblich zu pochen braucht..." Das Gesicht des Kommerzienrat» wird Immer undurchdringlicher. Er greift wie absichtslos nach der Lifte, die der Doktor vor ihn hin- gelegt hat. Mit einem raschen Blick streift er da» Papier und steht, daß zwei der ersten Lankmagnaten erklecklich« Summen gezeichnet haben— nur zwei— er fft der Dritte— es Ist entschieden eine Ehre, daß man bereit» an dritter Stelle seinen Namen zu sohrn wünscht— außerdem wird die laffache, daß er in gleicher Höhe zeichnet, nicht nur einen guten maralischen Eindruck machen, sondern auch geeignet sein, seine Finanzlage vorteilhast zu beleuchten. Wo» immerhin nichts schaden kann. Der Kommerzienrat zeichnet mit rascher Feder die gleiche Summe wie seine beiden Vorgänger. Man durfte hier nicht Neinlich sein. Notfall» mußten eben die Angestellten mit der Zulage warten. „Ich dank« Ihnen, Herr Doktor", sagt er würdevoll.„Ich danke Ihnen, daß man mein stet» wache» Interesse an den Vestrebungen aus sozialem Gebiet berücksichtigt hat." und er drückt dem Kleinen die Hand� »Sie verpflichten uns wirklich, Herr Kommerzienrat." Der Doktor nimmt Hut und Stock und als letztes die Liste an sich und verläßt dos Zimmer. Mit unbestimmbarem Gesichtsausdruck sieht der Kommerzienrat ihm nach. Der vierte Bezirk des Berliner Gaue»»om Deutschen Arbeiter- sängerbund konzertierte im großen Saal des Krisgemreinshauses. Ein BTd, da» so mancherlcj Eedonkm aufstesiten laßt: die groß« Mittelempore, in deren Brüstung Schlachtennamen eligelossrn sind. die Fahnen und Embleme. Klänge erschall« i. die einer Kultur. bewegung erwachsen, die Wege bei Friedens gehen wollen, da wo man Wege der Gewalt nur fand. Klänge, deren letzter Ursprung wettanschoulicher und künstlerischer Idealismus sind. Der Bezirk hat eine Reihe stattlicher Ehöre. Diese vereinigten sich am Anfang und zum Schluß zu je euer gemeinsamen Darbietung: Uthmann« .Du fernes Land" und Kauns.Lebensiied* erklangen unter wieder unemgeschrankt über alle Dohnlin!ett. Der wlchilgsts und wirtschaftlich rentabelste Teil des deutschen Bahnnetzes wird damit in den Sesamtbetrieb wieder einbezogen, die Wirt- schaftshoheit Deutschlands ist dadurch wieder vvilständig her- gestellt. Die Uebergabe der Regiebahnen an die deutsche Ver- waltung muß in kurzer Zeit die W i r t s ch a f ti i ch k e i t des deutschen Bahnnetzes wesentlich erhöhen. Damit wird auch die Möglichkeit geschaffen, eine wettere SenkungderFracht« t a r i f e in absehbarer Zeit vorzunehmen. Der Abbau des von PoincarS durchgeführten Regiesystems ist ebenso wie die Befreiung Dortmunds ein Erfolg der Erfüllung s- Politik und der Annahme der Dawes-Gesetze durch den Reichstag. Im besetzten Gebiet wird diese Entwicklung bei den Reichstagswahlen zweifellos eine heilsame Wirkung ausüben. Rur ein konsequentes Weitergehen auf dem einmal befchrittenen Wege kann die Befreiung weiteren besetzten Gebietes bringen, kann überhaupt Deutschland von dem Druck befreien, der seil den Tagen des Ruhrkampfes so zerstörend auf unser Wirt- schaftsleben gewirkt hat. Die enügültige Räumung. ■ Bochum, 17. November(Eigener Drahtbericht.) Die Cntschrt- dung über die Räumung der nördl chen Zone des allbefetzten Gebiet» und im Zusammenhang damit auch die endgültig« Räumung des Ruhrgebiets wird, wie hier verlcmtet, voraussichtlich im Dezember, kurz nach den deutschen Reichstagswahlen, auf einer Kon- ferenz der alliierten Ministerpräsidenten fallen. Hapern und üie Lanübunübant. Ein unglückliches Experiment. Mit Hochdruck arbeiten vornehmlich di« hinter dem Reichs- landbund stehenden agrarischen Kreise oaran, die Erbschaft der Rentenbank anzutreten und mit Hilfe ihrer Ueberschüsse ein monopolartiges Kreditin st itut zu gründen, das die deutsch: Landwirtschaft, insbesondere die Dauern und die Kleinlandleute unter di« wirtschaftlich« Oberhoheit der reaktionären agrarischen Organisationen bringen soll. Gegen diesen Plan haben die Negierungen der Lander ebenso wie die bäuerlichen Genossenschaften Einspruch erhoben. Das hält den Reichslandbund und mit ihm das Reichsernährungsministerium nicht ab, den Gedanken weiter zu propagieren. Man entsandte nach L a y e r n den Präsi- dentcn der deutschen Rentenbank Dr. Lentze und den Staats- sekretär Im Ernährungsministerium Hagedyrn, um die bayerischen Gründe gegen den Plan zu entkräften. Bayern weigert sich, das landwirtschaftliche Kreditwesen in Berlin zentralisieren zu lassen und steht auf dem richtigen Standounkt, daß der fjypothekarkredit der Landwirtschaft besser durch die Hypothekenbanken als durch eine Zentralbank ver- sehen werden kann. Nach langen Verhandlungen Hai nun der bayerische Ministerrat beschlosien, dem Projekt nur unter der Voraussetzung zuzustimmen, daß die Rentendan? Kr-diranstalt nur Personalkredit« geben darf, während die sur die Hripo- theken bereitgestellten Gelder nach einem bestimmten Schlüssel auf die Länder verteilt werden sollen. Dieser Einspruch ist von großer Wichtigkeit. Soll nämlich die Rentenbanb-Kreditanstalt lediglich Personal kredite ausgeben, so v e r li e r t s i r j e d e n Z w e ck. Die Perfofial* kredite der Landwirtschaft werden heute in musterhafter Weise durch die landwirtschaftlichen Genossenschaften ver- waltet. Die Schaffung eines neuen Institutes für den gleichen Zweck kann also nur den Sinn haben, dem genossenschasilichsn> Spitzenunternohmen. der Preußischen Zentralgenossen. schaftskasse, ein grohagrarisch eingestelltes Unternehmen als Konkurrenz entgegen-ustellcn. Die Klein- und Mittel- bauen» dürfen dazu die Beiträge zahlen, während der Reichs- landbund nach feinen politischen Intentionen die Krebste ver- teilt. Daß er dabei früher recht unrationell verfahren hat, geht daraus hervor, daß die Rentenbank vor einigen Monaten von einem Betrage von SO Millionen Mark, der der Landwirtschaft zur Verfügung gestellt werden sollte, nicht weniger als I. G. Rohrboch, Leltunq. Eine noch zahlreichere und intensivere Beteiligung aller Sänger b«» Bezirk« wäre erwünscht gewesen. Hie? ist Ort und Zeit, wo da» Tendenztted zu machtvoller Aundgebung werden kann. Ben den Einzelchören sann zuerst Einigkeit- Mitte mtter Leitung de» Herrn Coro. Ick) hebe bei Dirigentcn nun bereil» zunz wiederholten M.r'« gehört uid hotte wieder den Eindruck, daß«r sich mit Vorliebe einem Bleigewicht gleich dem Chor« anhängt. Sei.,„Heinrich Frauenlob" von Gade war da» nur eben noch Mögliche an Langstieligkeit und schleppender Schwere. Tief musikalisch durchfühlt« Leistungen bot der Gemischt« Chor Norden unier Kurt Stock. Sinn für charakteristische Sprnch- behcmd'ung, für Eist und Möglichkeiten de« Choroe'ang'ichen sind eil starke» Kennzeichen dieser Arbeit. Rur hat der Ehomeister eine gefahrvolle Neigung, alle» den Einzelheiten zuieb« zerfließen zu lassen. Eine strrffere Zusammenfassung erscheint darum, besonder» auch mit Rücksicht auf«ine., solchen Raum, und hie, noch in Ht.i- blick aus die sowieso schon delikat« Empfindelei dieser romantischen Schumann�achen geboten. Jedenfalls war da» ober ein Musizieren. dem man gern und mit wahrem Genuß zuhören konnte. Der U t hm o n ,»Ehor sang, wie auch neulich in der Phi'hamo.,.« sicher und lebendig van I. G. Rohrbach geführt. Stubbe»„Strom de» Leben»" und Thuill«» wunderliebliches„Nachtizall". Daß I. Hören- stein mit dem Schubert-Chor durch Lachner,„Allmacht" und der .mopoliwnischen Villonelle„Wenn wir hinausziehn" wieder starken Eindruck macht«, war vorauszusehen. Er hatte schon in der Lieder- auswahl die Art des Raumes genügend berücksichtigt. Armin Lieberma'in, Fritz Hoppe und Karl Lenzew»M spielten ci.i Beethcvensche« Trio für den ersten Cellisten«ine wahre Studie im Daumenaussatzspiel. Armin Liebermann brachte weiterhin Kcmpvsittenen für ein Eello, mit feinen besten Pariner., und Fräu- lein Elly Brandenburg ein Requiem von Popper. Es war «in oiregender und reicher Abend, der ein vorzügliche» Bild rrm chorgesanglichen Streben des<. Bezirk» gab. S. G. .Gewalt" von Ernst Clffauer. Der gefährliche Titel könnte den Argwohn erwecken, al» cd der Dichter des Hatzgesang» aezen E Plant» wieder da» Schwert gezückt hätte. Aber dem ist erfreulicherweise nicht so. Er bat nur eine Komödie geschrieben. In dieser macht er un«, einem dringenden Bedürfnis zufolge, mit dem alten Dessau« bekannt, als Hochdrrselbe noch jung urt) schon war und ein« Liebes- Heirat mit einer Apothekerstochter abschloß, vi« junge Hoheit de- nimmt sich dabei ganz nach dm, Korporal-Sys.am, behandelt un» at» Rekruten, verprügelt tne Soldaten, sticht einen vermeintlichen Nebenbuhler halbtot und umstellt da« Hau, der Geliebten mit Wachen. Doch eine Grenze h« di« öhauetyrannenmacht. Der Prinz muß dem Mädchen, das er zur verttoblen Herzogin inachen will, das Opfer semer Persönl'chke.t bringen und um sie zu ge- winnen, wird er sanft wie ein Lamm,. Der Schillersche Komparativ: Tapfer, wcr sich seii.ft bezwang, hat wiederum ein Wunder getan. Außerdem ist was be fürstliche Ltmistpdäre anbelanst da» feh'enh« Bindeglied zwischen Alt-Held albeig und Kabale und Liebe hergestellt. Aber d.-r Fürfteirglanz soll, nach Angabe des Verfasser«, chne Pe- deutung sein. Aiso bleibt nur eine mit guxm Bühumgeschtck gemachte Uisterkal una für harmlose Leute übrig, die dem Stück bei seiner Ur. aufsührung in,„Reu n Theater":n F r a n kf u r, a. M. denn auch Veffall spendeten. Sott strafe Lissimer. H. o. Z. | 30 Millionen Mart ausgerechnet ben großen D- Banten über auftrat. Eine 3appel- Erzellenz war er beileibe nicht. Er war| melten sich bei ber Hochschule für Bobenfultur und gingen bann geben hat. Diese Brattik hat bei den Bauern berechtigten geradezu brutal offen in der Darlegung feiner politischen unter Borantritt des Bundespräsidenten Hainisch und bes Bürger Broteft hervorgerufen. Auffassungen. Mehr als einmal hat er es als Aufgabe feiner meifters Seiß zum Friedhof nach Döbling. Dort sprachen Brofessor Bariei erflärt, fich fch übend vor das Portemonnaie Bede für den Boltsbildungsveren, Brofeffor Uebersperger als Detan der Befigenden stellen" zu müssen, ein Geständnis, der Philosophischen Fatuität, Professor Hugelmann als Präsident das verdientermaßen zum geflügelten Borte wurde. bes Bundesrats, der Gesandte Pfeiffer im Auftrag der deutschen Unvergessen bleibt jene Szene im Reichstage Anfang No. Reichsregierung, ferner Bürgermeister Seiz im Namen der Sozial vember 1911, als Henbebrand unter dem bemonstrativen bemokratischen Partei, Professor Tandler im Namen der sozialdemo Beifall des damaligen in der Hofloge sigenden ronfratischen Hochschulprofefforen und Stubenten. Borher hatte ein prinzen und dessen Bruder August Wilhelm die angeblich Arbeiter- Gefangverein einen Trauerchor angeftimmt. Dann wurde englandsreundliche Politik Bethmann Hollwegs aufs schärffte der Sarg emporgehoben und in bie Familiengruft getragen. angriff. Damais geriet der sonst so fanfimütige Bethmann aus dem Häuschen und er schleuderte dem ungefrönten Rönig" Worte der Entrüstung ins Gesicht, wie es noch kein Minister der ihm je gewagt hatte: Der Sireit um die Gestaltung der Rentenbant- Kredit enftalt beweist von neuem, wie wenig burchgearbei tet das Projekt noch ist, dessen Durchführung man am liebsten von der Reichsregierung auf dem Wege der Notverordnung erlangen möchte. Nicht nur bet Bayern, auch bei anderen Länderregierungen bestehen dagegen die schwersten Bedenten. Deshalb ist jede fiberhaftete Regelung auf das ent schiedenste zurüdzuweisen. Die Bemühungen des Reichslandbundes sind durchaus verständlich, weil er von der Gründung einer Kreditanstalt nach seinen Vorschlägen ein politisches und wirtschaftliches Wt achtmittel von größter Rraft in die Hand befommen würde, aber befürchten muß, daß ihm die Wahlen einen Strich durch die Rechnung machen.. Die Reichsregierung ist unseres Erachtens feineswegs berech tigt, einen Schritt von solcher Tragweite durch eine Notver ordnung vorzunehmen, zumal immer deutlicher herportritt, daß das geplante Institut gar nicht in der Lage ist, wesentliche neue Krebite für die Landwirtschaft zu erschließen, ohne damit den bereits bestehenden Banten und Genossenschaften Mittel zu entziehen. Der ungekrönte König von Preußen". v. Heydebrand nnd der Lafa gestorben. Auf seinem schlesischen Gute Klein- Tschuntawe im Kreise Trebniz ist am Sonnabend der ungetrönte Rönig von Preußen, der Führer der Alt- Ronservativen, von Heyde brand und ber Lase im Alter von 73 Jahren gestorben. Ein Stück deutscher Geschichte, wenn auch nicht gerade rühmlicher, fintt mit ihm ins Grab. Fast flingt der Name des einst so einflußreichen Mannes heute wie aus einer längst verschollenen Welt. So schnell hat er sich selbst und feine Beit überlebt. Die österreichische Regierungskrise. Seipel gibt den Auftrag zur Kabinettsbildung zurück. Ich muß es bebauern, daß in diefem Hause über unsere Beziehungen zu einem fremben Staate, mit dem wir in normalen Blen, 17. Stovember.( Eigener Drahtbericht.) Die BerhandBeziehungen stehen, in dem Ione gesprochen worden ist, der viel- lungen des Bundeskanzlers Dr. Seipel mit den Landeshaupt. leit in Wahlversammlungen müßlich( Eehr gut! lints), ber aber halte auch den Bandeshauptleuten, bie nicht Sozialdemokraten finb, leuten nehmen einen sehr schwierigen Verlauf. Der Bundestanzier in einem feiner Berantwortung bewußten Barlament nicht üblich mit einem Rüdtritt gebroht. Es scheint aber, daß er bei ihnen ift.( Beifall fints.) Wenn ich im Bewußtsein meiner Berantwortung bamit nicht ben erwarteten Schreden ausgelöst hat und die Landesabgewogene Morte über die Reden frember Staatsmänner spreche, hauptleute entschloffen sind, es auf den Rüdtritt der endgültiges so fann und soll dies zu einer Rlärung unferer internationalen Regierung antommen zu laffen. Als fünftiger Bundeskanzler wirb Beziehungen führen. Celdenschaftliche und alles Maß übersteigende bereits der ehemalige Staatsfetretär ber Justiz, der Christlichsozials Worte, wie die des Herrn von Heydebrand( Sehr richtig![ ints. Dr. Ramet genannt. hört! hört!) mögen Partelintereffen dienen, das Deutsche Reich fchädigen fie.( Lebhafter Beifall und hört! hört! links umb bei den Sozialdemokraten.) Ich würde es bebauern, wenn sich in diefem Hohen Haufe die Sitte einbürgern follte, über unfere auswärtigen Beziehungen in diesem Tone zu sprechen. Der Starte braucht feln Schwert nicht im Munde zu führen."( Lebhaftes Bravo.) Dies treffende Wort vom Schwert im Munde" haben Henbebrand und die Konservative Partei dem Kanzler auch im Weltfriege nie vergeffen. Sie haben ihm das Leben durch offene Angriffe und heimliche Inirigen mehr als schwer ge macht. Und Henbebrand hat als Annegionist reinften affers burch Mufftedung immer weiterer Kriegsziele sehr wesentlich bazu beigetragen, die Spannung zwischen der offiziellen beut fchen Politit und den Forderungen der„ üngetrönten" weiter und weiter zu machen. Chriftlich- Sozialen- Fraftion bie Frage, ob fte feine Stellungnahme Am Montagnachmittag stellte Dr. Seipel in einer Sigung der billige oder bie der Landeshauptleute. Darauf hat der Riub mu Dreiviertelmehrheit die Haltung der Landeshauptleute gebilligt. Es handelt sich dabei um folgendes: Der Bundeskanzler hat den Lan zugunsten des Bundes förmlich verzichten. Dazu waren die Landes. beshauptleuten zugemutet, baß sie auf bie Finanzhoheit ber Länder hauptleute nicht zu bewesen, ba fie damit rechnen, daß in absehbarer Beit doch eine fozialdemokratische Mehrheit im Ratonalrat bestehen wird und sie die chriftlich- fogiale Berwaltung in den Ländern richt ben Sozialdemokraten ausliefern wollen. Nachdem der Rlub sich fo gegen Dr. Geipel ausgesprochen hatte, erklärte diefer, fofort emen Brief an ben Bräsidenten bes Nationalrats richten zu wollen, worin er ben Auftrag zur Rabinettsbildung zurüdgibt. Dieser Brief ift fammenbruch Heydebrands. Im Reichstagsausschuß brach er, fchieberete, in ber er zugleich Dr. Ramet als feinen Nachfolger Bis der Zusammenbruch tam. Er brachte auch den 3u nochmals zusammen, und nun hielt der Bundestangler eine Abtatsächlich beim Bräfibenten eingetroffen. Der Rlub trat( päter als er die ganze Wahrheit erfuhr, in Tränen aus und er- chieberete, in ber er zugleich Dr. Ramet als feinen Nachfolger flärte: 23 ir find allesamt belogen und be empfahl. Impieweit Dr. Seipel felbft nach bielen letzten Bor trogen worden." Das war fein legtes Wort über bie sangen es mit seinen Erflärungen ernst meint, läßt sich vorläufig Kriegs- und Siegesberichte. Als alles zu Ende war, ging er noch nicht feststellen. nach Rlein- Tschuntawe, um fein Gut zu bewirtschaften. Kabinettsumbildung in Ungarn. Freilich als sein Ruhm im Zenith stand, ba zitterte bie ganze preußische Berwaltungsmaschinerie einschließlich bes Röniglichen Staatsministeriums" vor dem Stirnrunzeln diefes tannes, der im preußischen Dreitlaffenhause wie im Reichs tage bie fonservative Fraktion führte. Gewichtiger als alle Reichstanzler und Ministerreden war das Wort des feinen Junters aus Schlesien, der wie alle feine Genoffen monarchisch bis auf die Knochen" war, aber nur so lange, als der gefronte Psychopath der Junkerklasse zu Willen blieb. Der Mittelland. fanal, für den fich Wilhelm II. mit seiner ganzen töniglichen Autorität" eingefeßt hatte, wurde von den Ronservativen des Dreiflaffenhauses unter Heydebrands Führung abgelehnt. Und Bon der Bolitik zog er fich ganz zurück, und er war nicht mochte der angestammte Landespater auch noch so sehr ver fichern: Gebaut wird er doch!", so hielten es die Heydebrand fofern hat er sich ein gutes Andenken bewahrt. Leute fetnes netts wurde heute vollzogen. Bum Außenminister murte Tibor zu bewegen, wieber eine Kandidatur zu übernehmen. In- Budapest, 17. November.( EP.) Die Umbildung des KabiLeute mit ihrem Podbielski, ber in seiner gebildeten Sprache Schlages fonnten herrschen in ihrer Zeit. Die Schaum- seltowfati ernannt, ber früher als Staatssetretär im Handels. erflärte: 3ch werbe mir doch nicht mit dem Laufekanal vor ben schlägerei der Deutschnationalen überließ er ben estarp und ministerium wirfte und zulegt als Direktor der Ungarischen AllBauch stoßen laffen." Und als Wilhelm II. fich gegen Ende des Krieges als jeder den Busamenbruch nahen fühlte, in Sergt. Dafür war er doch im Grunde zu ernst. Und das gemeinen Kreditbant tätig war. Er gilt ferrner als hervorragende Breußen das gleiche a hire chi forderte, um bas Bolt war ein unverkennbarer Borzug im Vergleich zu den Epigonen, wirtschaftliche Autorität, bie berufen fein wird, auch die Handels Wahlrecht bie heute feine Rolle spielen möchten. günftiger zu stimmen, da war es wieder Henbebrand, der Monarchist, der im Dreitlaffenhause namens feiner Frattion ausführte, der Wunsch der Krone" finde zwar bei ihr immer besondere Beachtung, aber dieser Wunsch habe sich so oft geändert, daß er jetzt feine Berücksichtigung finden tönne, denn für eine verständige Wahrnehmung der öffentlichen Angelegenheiten" erscheint uns ein gleiches Bahlrecht nicht als eine geeignete Grundlage". Fertig! Die Konservativen liegen die Borlage trog aller Mühen der von ihrem Rönig beauftragten Minister nicht passieren. Das Dreiflaffen- Bor recht war ihnen wichtiger selbst als Königstreuel Heydebrand war flein von Figur, aber politisch doch von ganz anderem Maß, als seine Nachbeter bei ben Deutschnatio nalen. Wenn er im Reichstag oder Landtag das Wort er griff Inappe und präzise Art zu sprechen, stets das Dhr des Haufes. er sprach stets ohne jebes Stonzept fo hatte feine Er sprach nicht oft, aber er hatte etwas au fagen, menn er Gilbert erläutert sich. Rein Angriff auf die Expertabgabe. D BTB. meldet: Der Generalagent für die Repara'tonszahlungen Barfer Gilbert teilte gestern abend gegenüber Preffenachrichtert offisiell mit, baß fein Schreiben vom 14. Rovember 1924 an den Reichsfinansminister Dr Luther tein Angriff auf den Reparation- Recovery- Aft fel. Das Dreiflaffen- Bor Reparation- Recovery- ft fet. Das Schreiben, so heißt es in der Mitteilung, spricht für fich felbst. Es ist eine Benachricht gung der deutschen Regierung, baß der Generalagent gemäß ben Bestimmungen des Dames- Blans die volle Annuität ohne Rüd fich auf irgendwelche Recovery- 2fts sammeln und der deutschen träge nur dann und in folchem Umfange erstatten wird, als er von Regierung die von ihr auf Grund von Recovery- Aft bezah ten Be dem Transfertomi ce bazu ermächtigt wird. Das Transfertomitee hat am 31. Oftober bem Generalagenten die Ermächtigung erteilt, die Zahlungen bis zu einer weiteren Entscheidung durch das Romitee fortzufehen. Die Mitteilung an die deutsche Regierung in dem Die Mitteilung an die deutsche Regierung in dem Schreiben vom 14. November ist also ein Schrit, der unternommen ist, um dem Transferfomitse die ihm nach dem Dawes- Plan übertragenen Rechte zu sichern. Urbeltspaufen, die die Leistung erhöhen. Ueber die Frage, ob und wann während der Arbeit Ruhepaufen gemacht werben sollen, ift schon viel geschrieben worden. Reues beachtenswertes Material ift burch Untersuchungen des Industrial Fatigue Research Board" beigebracht worden, über bas in der Umschau" berichtet mirb. Durch Bersuche im Laboratorium und in den Werfstätten ließ fich feststellen, baß ber Arbeitsertrag um 5 bis 10 Bro. gesteigert werben tann, wenn die einförmige Arbeit durch richtig gelegte und gemessene tube pausen unterbrochen wirb. Diese Wirkung der Bausen zeigte sich am beutlichsten bei ungeübten Arbeitern. Sie trift nicht fofort in die Erscheinung, fonbern macht sich erst nach einigen Monaten geltenb. zu berücksichtigen finb babei bas Alter ber Arbeiter, ber Beitraum, jeitbem bie Arbeit ausgeführt wird, die Beleuchtung bes Arbeits. raumes u. a. Die Beränderungen sind bei Frauen und Rinbern deutlicher als bei Männern. So wurde&. B. bie Morgenarbeit von 17 Frauen, bie mit Elifettenleben beschäftigt waren, burch eine Baufe von 10 Minuten unterbrochen. Es ergab sich nach 2% Mo naten eine Probuftionssteigerung um 13 Bros., obgleich die too iche Arbeitszeit um 2 Bros. Bertürat worben war. Durch Einfchieben der gleichen Ruhepause murbe die Beistung von 6 Frauen, die Pappfartons herstellten, um 5 Broz. erhöht. Bei 7 Arbeiterinnen, bie bie Glicher von Fahrrabtetten zufammenfesten, wutbe fürblich eine Pause von 5 Minuten eingelegt. May 6 Monaten betrug ihre Leistung 18 Broz. mehr, obgleich die Arbeitszeit um 7 Bros. vertürzt war. Es ergab fich ferner bei den Unterfudyungen, daß für jeben Einzelfall der richtige Zeitpunkt und bie Dauer befonbers betimmt werden muß, um durch Pausen Höchstleistungen zu erzielen. Auch muß stets darauf geachtet werben, womit die Bause am besten verbracht wird. Ein allgemeines Geleg für bie verschiebenen Inbu- erflärt, daß das Schreiben lebiglich eine buchhalterische striezweige läßt sich nicht angeben. Scholelade als Theaterbillett. Auf ein eigenartiges Mittel, dem Steuerfistus ein Schnippchen zu schlagen, ist die Leitung des Londoner Shaftesbury Theaters verfallen. Die Besucher brauchen in Zufunf: feine Billetts mehr löfen; der Einlaß erfolgt gegen Borzeigung einer Tafel Schokolade bei den Tür ließern. Der Preis dieser Tafeln Ichwankt, je nach der Größe des Blakes, auf den eine Anwarifaft erhoben wird, zwischen 1 und 10 Schilling. Die Theaterbirettion hofft, auf diese Art der Verpflichtung enthoben zu sein. Bergnügungsfeuer zu zahlen. Es ist faum anzunehmen, daß die Steuerbehörbe blejen Geniestretch ohne Widerspruch hinnehmen wirb. Immerhin tönnte man dieses Mittel ben notleibenben deutschen Theaterbirektionen empfehlen, bie vielleicht auf diese Weise den Zuftrom ber Schaufuftigen in hre Unternehmungen lenten tönnten. Die Bellsoper pleit weiter. Rahbem geltern ber konkurs über bie Boltsoper berbängt worden war, belloß das Bersonal einmütig, weiter zuspielen. Die Berhängung des Ronturies bat auf den fünftlerischen Be. trieb feine Einwirtung. Die Verftellungen geben ohne Unterbrechung in ber bisherigen Gitte wetter. Air die fünstlerische Leitung ift ein besonderer Ausschauk eingefekt, bem Les Bles, Prof.' Arnals und Rapellmeister Sweis angehören. Amundsens Nordpolflug. Nach einer Melbung aus Nem Dort find bem Rabitan mumblen 100 000 Dollar sur Ausführuna bes Norbbolanges sur Berfügung gestellt werden. Dieser foll in Sunt von Spitbergen aus unternommen werden. Diese Erklärung entspricht unferen Mitteilungen in der Sonnabend- Morgenausgabe des Vorwärts". Indeffen ist noch ein Bunft unflar: Der Generalagent fagt, baß fein Schreiben feinen Angriff auf den Recovery- Att bebeute. Diefer Recovery- Att ist aber eine spezifisch englische Angelegenheit und feine Aufrechterhaltung ift bom Sachverständigengutachten ausdrücklich bestätigt worben. Die inzwischen eingeführte franzöfifche und erlische 28prozentige Abgabe ist aber, wenigftens nach beut der Auffassung, in Gutachten nicht oorgefehen. Wenn auch Glberts Schreiben fein Angriff auf die eng ifche Abgabe ist, so ist noch nicht daraus zu folgern, daß es eine 3uftimmung zu der franzöfl chen und belgischen Maßnahme barstellt Andererseits war es zuminteft ooreilig, barin eine Berur tellung des franto- belgischen Borgehens zu erbliden, wie es verschiebene Blätter sowohl in Berlin wie Barts und London getan haben. Jedenfalls geht aus diesen vielen Misbeutungen und Unflar heiten hervor, daß das erwähne Schreiben boch nicht für sich selbst prpicht". Auch die Entfache, daß sowohl die Barifer wie auch ble Londoner Bresse feit Erscheinen des Briefes jeden Tag eine andere Interpretation bringen, spricht nicht gerade für feine Eindeutigkeit. vertragsverhandlungen mit Deutschland durchzuführen. An Stelle bes auf feinen Bosen als Gesandter nach Baris zurüdtehrenden Barons Borannnt wurde beffen Vertreter Johann Bub zum Finanzminifter ernannt. Zum derbauminister wurde der Präsident der Landwirtschaftspartei Johann Mayer berufen. England und die Sowjetregierung. Ernfte Warnung an Rußland. Condon, 17. november.( Eigener Drahtbericht.) Am Mittwo wird bas Rabinett fich mit der Frage der ruffischen Propaganda be schäftigen und über bie Antwort auf die Sowjetnote megen bes Sinomjew- Briefes verhandeln. Die Regierung ist entschioffen, den russischen Protest abzulehnen und darauf hinzuweisen, daß diefer Brief nur eine untergeordnete Rolle in der großen masse rufft. scher Einmischungen in britische Angelegenheiten spiele. Die Antwort an Rußland wird eine sehr ernste arnung gegen die Fortsetzung ber bisherigen Propagandamethoden fein. Im übrigen wirb barin ausgesprochen werben, daß Großbritannien den Wunsch habe mit Rußland in guten Beziehungen zu leben und bas dies möglich fei, wenn Rußland sich in den internationalen Angelegenheiten korrekt verhalte. Tichitscherin gegen das neue enalische Kabinett. niftifchen Jugendorganisation der Stadt Mestau trat unter anderen Mos au 16. November.( DE) In einer Verfemmtung der fommu Tschitscherin als Redner auf, und richtete dabei eine Reihe auffallend scharfer Angriffe gegen die führenden Männer der neuen englischen Regierung. Lord Curzon, Rußlands alter Feind het jebez Regierungsform und fein ganz spezieller Feind bei der Sowjetregie rungsform, fet allerdings in einem beforativen Ehrenamt so gut wie taltgestellt worden. Aber Auften Chamberlain als Außenminifter be beute ebenfalls einen energischen britischen Imperialist n und als Unwirtschaftlichkeit und phantastischen Abenteuerlust" zum Finanzfolcher einen Gegner Rußlands. Churchill, ben man trop feiner minister gemacht habe, verfolge diefelbe Richtung. Bon einer Regie rung, zu der folche Männer gehören, müsse eine ergimperial'ftische" Bolitit gegenüber Rußland erwartet, ja es müsse sogar mit Eiz. mischungsversuchen gerechnet werden. Herriot vor dem Senatsausschuß. Ankenpolitische Fragen. Amt hat sich heute mit dem Brief Barter Gilberts befchäftigt und wärtige Angelegenheiten hat heute nachmittag in Anwesenheit des Condon, 17. November.( TU.) Das britische Auswärtige Parta, 17. November.( BTB.) Die Senatskommission für ausMinisterpräsidenten eine Sigung abgehalten. Der Borfizende des Frage behandele und die Erhebung der 26prozentigen Abgabe burch Frontreich und Englans nicht beeinträchtige. Die Ausschusses erklärte dorm, daß er dem Mini erpräsidenten folgende Abgribe würde nach wie vor erhoben und ihr Ergebnis dem Re- Frazen vorgelegt habe: 1. über die Durchführung des Tawes- Blanes; para ionsegenten befonntgegeben, der den Betrag bem Deutschen und Garantien Frankreichs; 3 über die Entwaffnung Deutschlands 2 über die Folgen der Londoner Ronferenz hinsich lich der Pfänder Reich gutfchreibt. Gilbert wolle nur sagen, daß er für die deu.fche umb bie Tätigtet ter interalliierten Kontrollfommiffion; 4 über Sas Reparationsfrage maßgebend fei. Die verbündeten Mächte Brototell von Genf und 5. über bie Beziehungen Frankreichs zu hätten sich in allen frogen unmittelbar an ihn zu wenden. Nur er England und Rußland. Diele Fragen haben im Baufe der heutigen fet berechtigt, über bie Rückerstattung der von den deutschen Expor. Sizung einige tigfieber noch durch andere ergänzt, fo u. a. über teuren bezahlten Reparationsabgaben zu verfügen. die bollchemistischen Umtriebe in Nordafrifa und in den franzöfifchen Rolonien, über die von Deutschland ausgegebenen Industrie obligationen und über eine Anzahl von diplomatischen Dokumenten, bie einerfeits bezug auf ble französisch- englischen Beziehungen, ondererseits auf den Cintritt Deuschiands in den Löiferbund haben. Bor bem Ausschuß hat Ministerpräsident Ser riot sich über alle diese Fragen in eingehender Weise ausgesprochen. Ludo Hartmanns Bestattung. Wien, 17. Rovember.( Eigener Drahtbericht.) Am Montag nachmittag um 4 Uhr fand die Leichenfeier für den verstorbenen Genossen Budo Hartmann unter großer Beteiligung feiner Freunde ftatt. Es waren u. a. erschienen: der Bundespräsident Hainisch, Oberbürgermeister Seiß, der Präsident des Bundesrats, Brofessor Hugelmann, das Präsidium des sozialdemokratischen Bar. telvorstandes, Genoffe Rart Rautsty, a's Bertreter der deutschen Regierung ber Gefanbte Pfeiffer, der Dekan der Philosophischen Fatul tät Professor Bede, als Bertreter des Republikanischen Schußbunbes Brauntal. Ferner war die Akademische Legion mit roter. fywarz umflorter Fahne in Uniform erschienen. Die Trauergäfte versam Selbst gerichtet. Köln, 17. Robember.( Gigener Drahtbericht.) Wm Montage abend wurde ber fozialdemokratiiche Beigeordnete der Stadt Köln, Heinrich Säfer, ber seit dem 8. November vermißt wurde, als eine aus dem thein gelandet. Er hat wegen der gegen ihn schwebenden Bestechungsaffäre Selbstmord verübt. Gewerkschaftsbewegung Die Hochbahn steht immer noch still! Heute beginnt die zweite Woche des Streits der Hoch- und Untergrundbahn. Inzwischen hat man festgestellt, daß es ein wilder Streit ist. Für das Publikum, auf dessen Rücken sich der Herrenstandpunkt der Hochbahngesellschaft austobt, wären Feststellungen nach der Richtung von größerem Interesse, wann nun endlich dem Spiel ein Ende gemacht wird. Zwischen dem Streitbeschluß durch Urabstimmung und der Ausführung dieses Beschluffes war noch 3 eit, den Streitbeschluß Unternehmer und soziale Laften. Amtlich wird mitgeteilt: Wie über die soziale Last im allgemeinen, so haben gewisse Unternehmerkreise auch über die angebliche Mehrbelastung, die der Uebergang von der Erwerbslofenfürsorge zur Arbeitslosenversicherung mit sich bringen soll. ganz phantastische und übertries bene 3iffern verbreitet. Die Mehrbelastung soll danach 100 Proz. und mehr betragen. Sie soll dadurch entstehen, daß in der Erwerbslosenfürsorge Voraussetzung für die Unterstüßung Be dürftigkeit ist, während in der Arbeitslosenversicherung eine solche Bedingung natürlich ausgeschlossen ist, da man einem Arbeit An das Bureau der Sozialistischen Arbeiterinternationale und der Amsterdamer Gewerkschaftsinternationale. Wir russischen Arbeiter leben in einem Zustande der volk tommenen politischen Rechtlosigkeit. Es gibt weder Versammlungsfreiheit noch Rede oder Presse= freiheit. Wegen einer gelegentlichen bescheidenen Kritik an der Tätigkeit der Gewerkschaften werden wir Arbeiter eingeferfert. Die Bedingungen, unter denen wir unsere illegale Tätigkeit für die Demotratie und den Sozialismus ausüben, find grauenhaft. Die entsegliche Arbeitslosigkeit, die niemandem von uns die Gewißheit über den nächsten Tag hinaus gibt, die furchtbare politische Unterdrückung haben uns vollkommen zu Sflaven gemacht. unwirksam zu machen durch einiges Entgegenkommen. Allein Leserinnen und Freunde der Frauenwelt" Bir fehen keinen Ausweg aus unserer Rechtlosigkeit. Der einzige die Direktion der Hochbahngesellschaft bestand auf ihrem Schein des verbindlich erklärten Schiedsspruchs. Sie hat nichts dazu getan, den Streit zu verhindern und nichts dazu getan, den ausgebrochenenen Streit möglichst rasch beizulegen, obgleich die Streitenden jederzeit zu Verhandlungen bereit waren. Die Scharfmacher der Hochbahngefellschaft haben sich lächerlich gemacht mit ihrer Entlassungsandrohung, sowie mit ihrem Notver. tehr". Ihrer absoluten linfähigkeit, mit ihrem Personal vernünftig umzugehen, hat die Hochbahndirektion die Krone aufgefeßt, als sie durch thren Arbeitgebern band die Berhandlungen zur Beilegung des Streits fa botierte, durch die mehr als naive Forderung, die Streifenden sollen sofort die Arbeit bebingungslos wieder aufnehmen, fich neu einstellen und sieben laffen, obendrein aber ihren Betriebsrat und ihre Streit. leitung verraten, der Maßregelung ausliefern. Offen gestanden, an soviel Unfähigkeit glauben wir nicht bei den Herren. Sie wußten von vornherein, daß eine solche Unverschämtheit die Streifenden nur noch fefter zusammenschließen muß. Hinter dieser unglaublichen Rüdsichtslosigkeit gegen das Bubli. tum stedt zweifellos eine Speculation auf die Taschen des Publikums. Sonst fönnte die Hochbahngesellschaft eine solche Personalleitung nicht einen Tag länger im Dienst laffen, da sie geradezu eine Gefahr für die Betriebsstetig feit bedeutet, felbst wenn sie sich hinter den Arbeitgeberver band versteckt. Um die Komödie weiter zu spielen hat jetzt die Hochbahndiref'ion noch größeres Entgegentommen" gezeigt als am Sonnabend. Sie hat sich nämlich bereit erklärt, ihre für sie so sehr billigen Bedingungen für die Wiederauf. nahme der Arbeit fallen zu lassen und den Streifenden zugefagt, dann, wenn sie erst die Arbeit wieder auf genommen haben, in neue Berhandlungen über die bestehenden Meinungsverschiedenheiten einzuwilligen". Wer will es den Streitenden verdenfen, wenn sie nach dem ersten ,, Angebot" auf diesen Leim nicht eingehen? Anders ftände die Sache, wenn ben Streifenden be. timmte Zusicherungen gemacht würden, so daß sie im Ver. trauen darauf die Arbeit wieder aufnehmen könnten. Sie streiten schließlich nicht zum Beitnertreib. Und bei aller Sympathie mit ihren Forderungen, wie ihrer Lage als Arbeitnehmer im Hochbahnbetriebe überhaupt müssen sie doch daran erinnert werden, daß die Ablehnung eines für verbindlich erklärten Schiedsspruchs ihre Position erschwert. Wir sind jedoch fest davon überzeugt, daß, sobald sich die Möglichkeit der Wiederaufnahme der Arbeit bietet, die hoch bahner den Betrieb wieder in Gang bringen. Der Streit trifft weit weniger die Hochbahngesellschaft als die arbei. Hbe Bevölkerung Berlins. Eine gründliche Berbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingun gen läßt sich nur auf dem Wege zielbewußter disziplinierter Gewerffchaftsarbeit erreichen, nicht von heut auf morgen durch einen Streit. Der Oberbürgermeister Böß war in voriger Woche verreist. Sein Telegramm an den Reichsarbeitsminister kann diesen nur auf Umwegen erreichen, weil jetzt Dr. Brauns nicht in Berlin ist. Da aber auch der Reichsarbeitsminister sich über den verbindlichen Schiedsspruch nicht glatt hinwegfeßen fann, wäre es wohl besser gewesen, wenn der Oberbürgermeister direkt eine Ver. mit lungsaftion unternommen hätte, als diese Aufgabe dem Reichsarbeitsminister zuzuweisen, dem die Hände gebunden sind. Nach allem appellieren wir an die beteiligten Gewerkschaften, im Einvernehmen mit den Streifenden eine Vermittlungsaktion einzuleiten, mit dem Ziel einer sofortigen Wiederaufnahme der Arbeit unter bestimmten Garantien für die weitgehendste Berücksichtigung der Beschwerden der Streifenben. Gewerberat Körner ist der Auffassung, daß der Betrieb vielleicht schon am Mittwoch wieder aufgenommen werden kann, wenn beide Teile Entgegenkommen zeigen. Die Hochbahndirektion mill mit den Gewerffchaften als Bertragskontrahenten verhandeln. Es wäre wirklich zu wünschen, daß diese Auffassung sich bestätigt. Es müßte dann heute ernstlich verhandelt werden. Die ftreikenden Hochbahner nahmen gestern nachmittag zu der Besprechung zwischen der Leitung bes Arbeitgeberverbandes und der Streifleitung am Sonnabend Stellung. Das Berhalten der Berhandlungskommission, die die starken 3u mutungen abgelehnt hat, wurde einmü ig gebilligt. Im Verlauf der Aussprache fam allgemein zum Ausdrud, daß von einer bedingungslosen Wiederaufnahme der Arbeit feine Rede fein fann. Die Hochbahner würden sich und ihre Bewegung aufgeben, wenn sie fich den Forderungen des Herrn Erler und feiner Hinter männer unterwerfen würden. Alle Berlockungen der Direktion, Streitbrecher zur Erweiterung des Notbetriebes" anzuwerben, sind bisher vollkommen erfolglos geblieben. Wenn die Vermittler in diesem Streif feine anderen Vorschläge machen tönnen, als wie bisher, dann ist an eine gütliche Beilegung des Kampfes nicht zu denken. Das streifende Fahrpersonal ist fest entschlossen, seine Sache auf dem bisherigen Wege des Rampfes durchzufechten. Es ist höchste Zeit, dem grausamen Spiel ein Ende zu machen. 3ft auf beiden Seiten der wille vorhanden, dann fann heute noch in wenigen Stunden nachgeholt werden, was in einer vollen Woche verfäumt wurde. werden hiermit herzlich eingeladen zum Fröhlichen Nachmittag Donnerstag, den 20. November 1924, nachmittags 4 Uhr, in den Germaniafälen, Berlin N, Chauffeestraße 110. Saalöffnung 3 Uhr. Programm: 1. Lieber zur Baute: Lisa Albrecht- Gertrud Bareŋ. 2. Reigentänze der Kindergruppe„ Hallesches Tor": a) Es murmeln die Wellen, es murmelt der Bach. b) Wegt im Sternenglan; leis' die Nacht herein. 3. Rezitationen Frau Marie Borchardt( Theater des Westens). 4 Ansprache: Das Recht auf Freude 5. Lieder zur Laute: Lisa Albrecht - Gertrud Baren. 6. Reigentänze der Kindergruppe Brenzlauer Berg": a) Jch geh durch einen grasgrünen Wald. b) Dort unter der Linde. e) wo ein Klein's Hüttle steht. o) Soppa, Seiffa. e) Der Kudud und der Biedewitt. 7. Rezitationen: Frau Marie Borchardt( Theater des Westens). Lichtblick in unserem illegalen Leben war die Stimme der europäischen Arbeiterschaft, die in der Sozialistischen Arbeiterinternationale und der Amsterdamer Gewerkschaftsinternationa'e vereinigt ist. Zu unserem tiefen Leidwesen ist jetzt auch diese Stimme verstummt. Bor furzer Zeit waren zwei Bertreter der Amsterdamer Internationale in Rußland: die Genossen Edo Fimmen und Susaune Lawrence. Sie famen nicht als offizielle Bertreter, bekleiden aber doch verantwortungsvolle Posten in uns nahestehenden Parteiorganisationen. Sie wurden von den Vertretern der Sowjetregierung und der Gewerkschaftbureaukratie in Empfang genommen, die sie in Automobilen herumführten, in Musteranstalten geleiteten( die speziell für derartige Schaustellungen hergerichtet find) und die Arbeiter in besondere, ihnen zu Ehren veranstaltete Versammlungen trieben und sie zwangen, Hurra zu schreicht. Die Sowjetgewaltigen verstehen es ausgezeichnet, Sand in die Augen zu ffreuen. Am nächsten Tage priesen die ausländischen Gäste in der Sowjetpresse Eintrittskarten zum Preise von 30 Pf. für die Veranstaltung find in allen Tonarten Sowjetrußland. Und Edo Fimmen wurde so zu haben: Lindenstr. 3, 2. Hof II links, Zimmer 1. nehmer nicht die Zahlung von Beiträgen zumuten fann ohne ihm auch bei Eintritt des Versicherungsfalles die Versicherungsleistung zu gewähren. In einer großen Zahl der bedeutendsten Arbeits= nachweise Deutschlands hat nunmehr eine Untersuchung darüber stattgefunden, wieviel die Mehrbelastung bei Wegdarüber stattgefunden, wieviel die Mehrbelastung bet weg fall der Bedürftigkeit als Vorauslegung tatsächlich betragen würde. Auch in diesem Falle hat sich gezeigt, daß die Mehrbelastung nicht entfernt den von Unternehmerseite angegebenen Betrag erreichen würde. trag erreichen würde. Im großen Durchschnitt wird sie nicht mehr als 20 v. 5. betragen. Gerade bei den größten Arbeitsnachweisen in ausgesprochenen Industriegegenden so in Berlin, in Teilen des Ruhrgebiets, im fächsischen Industriebezirk usw. liegt sie sogar wesentlich tiefer. Es ist an der Reit, daß mit den unrichtinen 3'ffern der Unternehmerkreise über die Lasten der Sozialpolitik gründlich aufgeräumt wird. Zur Personalordnung der Eisenbahner. Die Beratungen des Berwaltungsrats der Reichsbahn über den fünften Entwurf der Personalordnung finden am 20. November statt. Auch der fünfte Entwurf der Personalordnung konnte die Zustimmung der Eisenbahneroraanisation nicht finden. Sie haben deshaib an den Generaldirektor Defer einen Brief gerichtet, in welchem sie vor den Beratungen des Berwaltungsrats Verhandlungen mit dem Gneraldirektor persönlich beantragt haben. Auf die eigentlichen Forderungen der Eisenbahner geht der Brief nicht weiter ein. Lohnabkommen in der Musikinstrumentenbranche. Die Urabstimmung über den Schiedsspruch ergab die Annahme desselben. Anschließend ist das Lohnablommen von den beiderseitigen Organisationen unterzeichnet worden. Deutscher Holzarbeiterverband, Ortsverwaltung Berlin. Schiedsspruch für die Hamburger Werftarbeiter. Ein Sonderichlichtungsausschuß des Reichsarbeitsministeriums fällte einen Schiedsspruch, der den Werftarbeitern einen Aufich lag von drei Pfennigen pro Stunde zubilligte. Von den Werftarbeitern ist dem Schiedsspruch zugestimmt. Von den Werftbefizern liegt noch feine Erklärung vor. Internationale Konferenz der Gastwirtsgehilfen, pon Rührung gepact, daß er sich zu der Erfärung verstieg, das Bureau der Amsterdamer Internationale fei ein Lakai der Bourgeoisie. Diese Erklärung versetzt uns in Erstaunen, Darm während die Gewerkschaftsbureaukratie Potemkinsche Dörfer inszenierte und die erwähnten ausländischen Bertreter in früheren fürstlichen Gemächern bewirteten, versinkt die wirkliche russische Arbeiterklasse immer tiefer unter der Schwere des politischen Drudes und der Armut, und der russische Bauer fiecht unter dem Hunger dahin und stirbt aus. Während die Anhänger" der Amfterdamer Internationale mit unseren Unterdrüdern pofulierten, gehen ihre Anhänger, die ruffifchen Sozialdemokraten und die ruffischen Sozialisten, zu Lausenden in den Gefängnissen, auf den Solowegki- Inseln, in Sibirien und in vielen anderen Deportations: lagern zugrunde. Diese Unglücklichen, die sich selbst überlassen und der Willfür der Tscheka ausgeliefert find, führen einen erbitterten Kampf mit Hilfe von Hungerstreif, Selbstmord( fie schneiden sich die Bulsadern auf, erhängen sich), um die elementarsten menschlichen Daseinsbedingungen zu erzielen. Warum hat feiner der erwähnten Vertreter darum gebeten, daß man ihm die Gefängnisse, Ronzentrationslager und Verbannungsorte zeige, in denen Taufende ruffischer Sozialisten interniert find. Diese unglücklichen Gefangenen leben doch in Sowjetrußland unter Bedingungen, die dcs Blut in den Adern erstarren lassen. Warum sind sie nicht zu diesen unglücklichen Gefangenen gegangen? Asir bitten inständigst das Bureau der Arbeiterinternationale und der Was war ihre Begeisterung, heilige Einfalt oder Eigennut? Anisterdamer Internationale, derartige tattlose Besuche ihrer Mitglieder zu verhindern. Obwohl sie zu uns nicht als offizielle Vertreter gelommen sind, gelten fie trotzdem als eure verantwortlichen Vertreter. Solche Besuche erschweren unfere chnehin unerträglich schwere illegale Arbeit. Wir führen in Sowjetrußland einen Kampf um die Demofrafie und den Sozialismus unter unheimlich schweren Bedingungen. Ihr müßt uns hierbei wenigstens moralisch unterstüßen. Wir wenden uns gleichzeitig an die europäischen Arbeiter mit der kameradschaftlichen Bitte: Helft unseren sozialistischen Genossen, die in Sowjetrußiand jahrelang in den Gefängnissen schmachten, infolge Unterernährung fast alle an Storbut und Hungertyphus erfranft sind und wie die Fliegen dahinsterben, materiell und moralisch." Wir russischen Arbeiter sind nicht in der Lage, unferen unglüdlichen Gefangenen wesentliche Unterstügungen angedeihen zu lassen, denn bei uns in Sowjetrußland werden sogar GeldsammIungen für gefangene Sozialisten mit Gefängnis und Verbannung bestraft. Eine Gruppe von Arbeitern der Butilow- Werfe in Petersburg. Am 25. November wird in Berlin eine internationale Kons ferenz der Hotels, Restaurant- und Café- Angestellten zusammentreten, um engere Verbindungen zwischen den in diefen Betrieben Befationen find zur Teilnahme eingeladen. Nähere Ausf nft erteilt schäftigten berzustellen. Alle freigewertschaftlichen Berufsorganidie Internationale Union der Hotels, Restaurant- und Café- Ange- au diefem Reitpunkt jeber Funktionär anwesend ist. stellten, Amsterdam( Holland), Westeinde 17. Aus dem Petersburger Arbeiterleben. Zunehmende Aktivität der Arbeiter. Der RSD. wurde aus Petersburg geschrieben: In hiesigen Arbeitertreisen macht sich eine zunehmende Be ebung bemerkbar. Eine große Rolle spielt hierbei der Druck Der Behörden auf die Arbeiter und die von ihnen mit allen Mitteln betriebene Intensivierung der Arbeit. Noch im vorigen Jahre mußten die illegalen sozialdemokratischen Organisationen die Aktivität der Arbeiter weden, jetzt jedoch kommt die Initiative immer öfter aus den Massen selbst. In verschiedenen Betriebskonferenzen treten die Arbeiter, wie die Sowjetpreffe meldet, mit ,, mensch ewistischen Reden" auf. Gleichzeitig macht sich eine lebhafte Nachfrage nach Gründung illegaler 3irfel bemerkbar; das ist insofern ein Fortschritt, als im vorigen Jahre das Streben der Arbeiter nur dahin ging, illegale Literatur zu ver breiten. Jetzt ist auch auf diesem Gebiet die Nachfrage so groß, daß fie nicht zu bewältigen ist. Wenn wir Tausende von Eremplaren des" Sozialistischen Beten"( des in Berlin erscheinenden russischen fezialdemokratischen Zentralorgans) hier hätten, so würden wir fie ausgezeichnet verbreiten fönnen. Gleichzeitig macht sich in hiesigen Arbeiterfreifen immer stärker das Bestreben bemerkbar, ihre Stimme in der freien joziaIistischen Presse ertönen zu lassen. Als Beleg dafür kann der nachstehende 13 Profeft gegen Edo Fimmen Verband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Funktionäre in den BDB.- Betrieben! Seute abend um 26 Uhr im Lokal Gründler, Rimmerfir. 30, wichtige Sikung. Wir erwarten bestimmt, daß Die Branchenleitung. Achtung, Zimmerer! Verbandskameraden! Seute abend 7 Uhr, Steue Friedrichstraße 35, Eingang Rochstraße, Vertrauensmännetversammlung für das Soch, Beton- und Tiefbaugewerbe. Die Vertreter aller Arbeitsstellen müffen unbedingt erscheinen. Am Freitag, den 21. November, im Gewerkschaftshaus allgemeine Mitgliederversammlung, au der der Rentralvorligende des Berbandes, Kamerad Schönfelder, das Referat übernommen hat. Die Verbandstagsprotokolle tönnen nunmehr durch die Bezirkstaffierer im Bureau abgeholt werden. Sentralverband der Rimmerer, Rahlstelle Berlin und Umgegend. Berantwortlich für Politik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternns; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schiłowsti: Cotales und Conftiges: Frig Karstädt; Anzeigen: Th. Glode. sämtlich in Berlin. Berlag: Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckeret und Verlagsanstalt Paul Singer u. Co. Berlin SW. 68, Lindenstraße& Hierzu 2 Beilagen. DUNLOP Vollgummi für Lastwagen gleich in Qualität und Leistung wie CORD für DUNLOP Automobilel Die Weltmarke bürgt für Qualität! angesehen werden, der aus den Rreifen der Arbeiter der Bu liftischen Elemente in diesem Großbetriebe zum Ausdruck bringt. Bir tilom Werte stammt und die Ansicht der zahlreichen soziafaffen nachstehend biefen Broteft in einer ursprünglichen Saffung Sophien- Säle Sophienstraße 17-18. folgen: MAGGI Fleischbrüh Würfel Norden 9296. Säle frei! Fleischbrüh Würfel MAGGI Wre In Qualität einzig! Nr. 544 41. Jahrgang julled Die Hochflut der Pakete. 1. Beilage des Vorwärts Das Weihnachtsgeschäft hat seit Wochen begonnen. Nicht das Geschäft für den einzelnen Käufer, der in den Lader geht, um seine paar Bedürfnisse für sich und die Seinen zu Weihnachten zu befriedigen er wird in diesem Jahre sehr schnell mit dem Einkaufen fertig werden!-, so.dern das Geschäft der Fabrikanten und Grossisten. Sie haben längst schon die Abschlüsse gemacht, und namentlich der Handel mit Süßigkeiten, mit Schokolade, Pfeffer* fucher und Marzipan, ist für den Fabrikanten und zum größten Teil auch für den Grossisten abgeschlossen. In diesen Tagen und Wochen beginnt der Versand an die Geschäfte, Läden und Ver. faufsstellen. ein 28 jähriger polnischer Arbeiter Wladislav Dinkowicz die Schnitterin Frongista Konol, mit der er ein Verhältnis hatte, weil er ihrer überdrüffig geworden wor. Er beraube fte sodann ihres Geldes. Man vermute, daß der Mörder versuchen wird, über Berlin nach Polen zu entfliehen. Der Flüchtige ist 1,70 Meter groß und unterlegt. Er hat schwarzes Haar, einen englisch geftuzten Schnurrbart und Fliege und trägt einen grauen weichen Hut, einen dunklen Jackettanzug und schwarze Schnürschuhe. Der Abschluß einer Karriere. Zur Berhaftung des Regierungsrates Bartels. Zu der Aufsehen erregenden Verhaftung des bisherigen Leiters des Fremdenamtes im Berliner Polizeipräsidium, Regierungsrats Bartels, erfahren wir folgende Einzelheiten: Wer einen Einbid erhalten will in die Größe und den Umfang Die Fremdenpolizei besteht beim Berliner Polizeipräsidium in des Versandgeschäfts, der muß jeht einen Spaziergang mache nach der jezigen Form seit einigen Jahren. Kurz nach dem Kriege umden großen Berliner Abfertigungsbahnhöfen, vor allem nach dem faßte fie eine große Anzahl Beamter, da in den ersten Monaten Schlesischen und dem Lehrter Bahnhof. Er wird die nach dem Waffenstillstand noch zahlreiche Abwicklungsarbeiten vorfühnsten Erwartungen übertroffen finden und staunend stehen vor zunchmen, die in Deutschland internierten ehemals feindlichen Ausder unendlichen Fülle der Pekete, die hier aus den großen Post- letzten Jahres wurde die Ab'eilung dann start verkleinert, nachdem lärder in ihre Heimat zu überführen weren usw. Im Laufe des pafetwagen ausgeladen werden, die mit der Straßenbahn im Dienst in allen Ländern das Bestreben eingesetzt hatte, die Pa ßforma. der Postverwaltung eintreffen und die aus den Bahaipostwagen aus litäten nach Möglichkeit aufzuheben. Die Fremden geladen werden. Die mit dem Beladen und Entladen der Wagen polizei bleb nach wie vor der politischen Polizei unterstellt. In der beschäftigten Beamten und Arbeiter zählen, zählen, unentwegt, die letzten Zeit hatte das Fremdenamt die Aufgabe, Ausländern, die sich Zahl 1000 st Bald erreicht, und immer neue Patete fommen und in Berlin aufhielten und die in die Heimat oder in andere Länder gehen, und der Bahnsteig bietet oft genug nicht Platz für alle die reisen wollten, den sogenannten Sichtvermerk zu erteilen. In bis hoch an die Ueberdachung des Bahnhofes aufgestapelten Pakete. allen Fällen, in denen die Gesuche von Ausländern nach dem Sicht vermert oder einer Aufenthaltsbewilligung feine Schwierigkeiten Man sieht hier fast ausschließ ich die Pakete der Fabriken und der verursachten, wurden die notwendigen Formalitäten durch die unter großen Versandgeschäfte, leicht zu erkennen daran, daß fie fich in bamien selbständig vorgenommen. wöhrend der Dirigent nur in Umhüllung und Berpadung einander gleichen wie Zwillingsbrüder. besonders wichtigen oder verwidelien Fällen herangezogen wurda. Einer dieser braunen oder gelben Pappfartons ficht fast genau so Bis zum vorigen Jahre unterstand das Fremdenamt dem Regie aus wie ein anderer daneben liegender Karton. Man hat bekannt- rungsrat Göhrte, der dann durch Regierungsrat Bariels ab. lich im Kriege die General- Pape- Straße, an der die sechs Berliner gelöst wurde. Bartels entstammt der Bergkarriere, er wurde nach Bezirkskommandos laget und zu denen die Refruten mit den Papp- praktischer Tätigkeit als Bergbeamter Berarat in der zuständigen, fartons pilgerten, in denen sie ihre bescheidene habe bargen, hier aus, als der jegime Staatssekretär Dr. Weißmann das dem Handelsministerium unterstehenden Verwaltung und trat von Generalpappfartenstraße genannt. Ach, um wie viel gewaltier ist preußische Staatskommissariat für die öffentliche Ordnung überdie Pappfartonarmee, die jetzt am Schlesischen und Lehrter Bahn nahm, zu diesem als politischer Referent über. In dieser Stellung hof am Beschauer vorüberzieht! Am allertollsten ist der Tanz der wurde dann Bartels, der inzwischen zum Regierungsrat ernannt Pakete in den Abendsturden, wenn es gilt, die Bahnpoftwagen für worden war. in zahlreichen Fällen für die 3mede der po die vielen aus Berlin fahrenden D- und Eilzüge zu beladen. litischen Polizeibehörden vermontt, er hat u. a. auch Aufträge des Auswärtigen Amts ausgeführt und wegen seiner her Borragenden Sprachkenntnisse er spricht fließend fünf unternommen, die ihn auch nach Rußland und Japan führen. Nach Sprachen, darunter russisch und jaranisch auch viele Reisen 2uflösung des Staatskommissariats wurde er dann an die Spike des Berliner Fremberamtes berufen, da er gerade mit den Annelegen heiten dieser Behörde befonders vertraut und infole feiner Sprach fenntnisse für diesen Bosten geeignet war. Er aalt allgemein als ein sehr erfahrener Beamter von tadellofem Charakter, von dem niemand aus feirer Umgebung der aus dem Kreis finer Vorgefagten eine strafbare mit den Pflichten eines Beamten nicht zu vereinbarende Handlung für möglich gehalten hätte. Nach den bisherigen Andeutungen über die Grünte feiner Berhaftung muß Bartels im bringenden Verdacht einer paffioen Beamten bestechung im engeren Sinne nach§ 332 StGB. stehen, und zwar, wie bereits remeldet, im Zusammenhang mit der Affäre des Ende vorigen Monats verhafteten ruifischen Kaufmanns Michael Holzmann, dem Betrügereien und Erpressungen zur Last gelegt werden. Und wenn man vor diesem geschäftigen Leben und Treiben steht, dem Ein- und Ausladen zuschaut, ist es so, als wenn einem ein geheimnisvoller Hauch umweht. Man weiß nicht, wohin diese Taufende und aber Taufende von Paketen wandert, nach welchen Städter und Ortschaften, wer sie öffnen und wer einst aus ihnen erfreut und zu Weihnachten beschenkt werden wird. Man weiß nur, daß sie in die weite Welt wandern, daß der Inhalt vieler Batete vielleicht niemals an den Mann und an den Käufer kommt, deß er unbenuzi in einem Laden liegen bleibt, verstaubt, verschmukt und an Ansehen und Wert verliert. Zum Raubmord in der Elfaffer Straße. Der Rautmörder Beest, der den Briefmarkenhändler Bruno Hamburger in der Elsasser Straße 76 ermordet hat, wurde im Laufe des gestrigen Montags von den Kriminalfommissoren Dr. Rie mann und Brasch mit noch weiter verhört, ohne daß be merkenswerte neue Zasady n festgestellt werden fonnten. Der Vera haftete bestreitet nach wie vor, nach der Tat noch in der Wohnung gewesen zu sein. Wie er saat, hat er den Schlüssel nur on fich ge nommen, um durch Verschließung der Tür die Entdeckung des Berbrechens wenigstens zu verzögern. Den Schlüffel habe er in die Ta'che des geraubten Mantels gesteckt und mit diesem verkauft. Das Mordhandwerkszeug, mit dem der Täter sein ahmungsloses Opfer niederschlug, ist ein ziemlich schwerer Bronzehund. Er schlug so wuchtig zu, daß die Bronze einen Sprung befam, an dessen Splittern Blut und Hoare fleben blieben. Nach dem Ver. brechyen hielt sich Leet unter dem Namen Merkel die ganze Zeit bei dem Mädchen in der Blumenthalstraße auf. Den Tag üter ging er tie aus. Erst nach Eintritt der Dunkelheit wagte er sich auf die Straße, um die geraubten Sochen zu verkaufen. Der Berhaftete ift sehr ruhig und zeigt nicht eine Spur von Reue. Ein Mord in Mecklenburg beschäftigt auch die Berliner Kriminals polizei. In Massow bei Röbeln ermordete am Sonntag vormittag 28] Der Mittelweg. Bon Sir Philip Gibbs. Einmal verließ ihn die Selbstbeherrschung, und er flammte so heftig auf, daß es ihn Janets Freundschaft hätte fosten fönnen, wäre sie nicht so großzügig und ihr Humor nicht so allfaffend gewesen. Mit ihren Freundinnen fonnte er noch Geduld haben, und wenn sie noch so wild daher redeten. Sie bewiesen ihren Idealismus durch den Dienst an der leidenden Menschheit. Aber manche unter den hier verfehrenden Männern erschienen ihm geradezu als verderbliche Giftpflanzen. Sie waren auch Mitglieder des ,, Linfen Flügels", in welchen Janet ihn ver geblich hinzuloden strebte. Es waren Egoisten, stolz auf ihren Idealismus, Poseurs der rebellischen Bhilosophie, Jakobinerdilettanten, ohne Leidenschaft, ohne Ehrlichkeit. Zwei davon hatten den Kriegsdienst verweigert und hatten fich als Pazifisten dafür einterfern laffen. Guf, dazu gehörte vielleicht ein größerer moralischer Mut, als in Zeiten allgemeiner Kriegsbegeisterung die graue Uniform anzuziehen. Aber diese jungen Leute waren nur dann Pazifisten, wenn das Vaterland in Cefahr war, und jetzt redeten sie hier in aller Sicherheit als überzeugte Revolutionäre, sprachen Lenin das Recht zu, die Feinde der russischen Revolution auszurotten, und priesen die herrliche Aussicht auf eine Weltrevo lution, welche das kapitalistische System zerstören würde. Besonders ein junger Mann namens Melvin erregte Bertrams Zorn. Mit affettiert gewählter Sprache, dabei mit seinem seidenen Taschentüchlein spielend, erklärte er seine Ueberzeugung, daß die Arbeiterpartei durch eine dirette Aktion" die Regierung stürzen werde. ,, Dieser tommende Streik wird die ganze Industrie lahmlegen. Alle Gewerkschaften werden sich zu gemeinsamem Vorgehen zusammeniun, und ich freue mich schon auf das Vergnügen, die Kriegsgewinnler und Bourgeois an den Laternen pfählen hängen zu sehen. Es lebe die englische Revolution!" Lachen und Beifall ertönte noch, als Beriram sich langsam von seinem Stuhl erhob und, an den Kamin gelehnt, Melvin so wütende Blicke zuwarf, als wollte er ihn zu Boden schlagen. ,, Das kann ich nicht weiter mit anhören," sagte er. ,, Was denn, mein sehr Verehrter?" fragte Melvin. " Ihre verdammte Unaufrichtigkeit und den gefährlichen Unfinn, den Sie reden." Die Berhaftung Bartels foll cuf Grund ganz neuer. erst in den letzten Tagen aufgetauchter Verdachtsmomente erfolat fein. In eingeweihten Kreifen wird behauptet, tak es sich dabei um die Auf findung eines geheimen Kontos des Renierungsrats bei einer fleinen Benffirma harbele, deffen Höhe angeblich mit den Summen übereinstimmen soll, die nach den Behauptungen Holzmanns dem Leiter des Fremdenamtes für ein gemisses Enigegenkommen zu nefloffen feien, ohne daß wir jedoch die Verantwortung für die Richtigkeit dieser Behauptung übernehmen wollen. Das Opfer eines gewerbsmäßigen Hofeldiebes ist ein Ritterguts. befizer aus Schefien geworden, der in einem Berliner Hospiz ab. gestiegen war. Während er auf turze Zeit fein Zimmer verlassen hatte, wurden ihm doraus Juwelen von hohem Berte gestohlen. Der Dieb ist auch an anderen Stellen schon aufgetreten. Er fommt stets ohne Gepäd. nur mit einer Attentasche, und bezahlt das Zimmer im voraus. Wo er dann Gelegenheit zum Stehlen findet, steckt er die Beute in die Aktentasche und verschwindet damit. Melvin entgegnete, daß er diese rohen Worte nicht liebe, so argumentierte man nicht. Man wäre weder höflich, noch geschmackvoll. ,, Es ist jedenfalls nicht so roh wie eine blutige Revolution," gab Bertram bitter zurüd. So, so, Sie gehören zu den Reaktionären," sagte Melvin scheinbar herausfordernd, aber seine Stimme zitterte. ,, Sie vertreten die Prinzipien der Morning Post"." Ich versuche jedenfalls, das Leben mit gesundem Men fchenverstand anzusehen," sagte Bertram, und nicht wie ein wirklichkeitsfremdes Kind. Ich habe den Krieg in der Nähe gesehen. Deshalb will ich keine Revolution sehen. Die wäre noch entseglicher." Janet goß Del auf die empörten Bogen. Ritter Treuherz," faqte sie ,,, wahrlich, Ihr sprecht Worte der Wahrheit und der Weisheit. Diefes Kind ist nach Verdienst getadelt worden. Aber nun übt Enade, benkt daran, daß hier ein Gärtlein ist für schöne Damen, nicht aber ein Tummelplatz für zornige Ritter." Berzeihen Sie," sagte Bertram und wurde ruhiger. Melvin zog sich beleidigt zurüd, und bald gingen auch die anderen. Ich habe mich benommen wie ein dummer Kerl," fagte Bertram, als fie allein waren. Verzeihen Sie mir wirklich?" Sie verzieh ihm so gründlich, daß sie sich an seiner Seite auf den Fußtoden hintauerte und die Hände um die Knie geschlungen, von all den Verwicklungen des Lebens zu sprechen begann. Bald aber meinte fie, er solle nur auch nach Hause gehen, es wäre nicht recht gegen seine junge Frau, wenn er so lange bliebe. Jonce wird auch noch nicht zu Hause fein, und mir ist es verhaßt, in ein einfames Haus zurückzukommen." Sie sah forschend zu ihm auf. Ich fürchte, Ihre Ehe ist nicht so, wie fie sein sollte. An wem liegt die Schuld?" An mir!" erwiderte er prompt. Sie meinte, daß fie feinen verborgenen Kummer schon ergründen fönnte, wäre er nur nicht so schrecklich schüchtern. " Ich möchte so gern helfen." ,, Das tun Sie schon," beteuerte er, aber dann warnte ihn eine innere Stimme, daß dies nicht recht gegen Jonce wäre, und daß er die Treue, die feiner Seele heilig war, nicht mehr so fest hielt. Janet half ihm etwas zu viei. Bald würde er ohne ihre Hilfe, ihre Sympathie, ihr Verständnis, ihre Kame radschaft das Leben unerträglich finden. Mit einer plößlichen Bewegung zog er fich von ihr zurüd, und sie blidte erstaunt Dienstag, 18. November 1924 Oerthel- Egloffstein. In der Wohnung der Gräfin v. Wartensleben. flagte Dora Lehmann vornommen, die behauptet, ganz unter dem In dem Hochstapelei prozeß Derthel- Egloffstein wurde die Ange Einfluß Derthels gestanden zu haben, mit dem sie damals zu sammenlebte. Der Angeflagte bestätigt dies auch und versichert. laß er alle Mitangeflagten ins Unglüd gestürzt gobe. Sie hätten nur nach seinen Weisungen gehandelt, und er stehe für alles ein. Nach der Pause erklärte Derthel im Gegensatz zu seiner Stel lungnahme am Bormittag, daß er es fatt habe, auf die anderen Angeklagten Rüdsicht zu nehmen. Er fame dabei immer mehr ins Unglüd hinein. R.-A. Dr. Ludwig Meyer ersuchte den Angeklagten Derthel namens der anderen Angeflagten, nur bei der Wahrhei: zu bleiben, damit sei allen am besten genügt. Der letzte große Fall betraf den Wohnungsschwindel, den der Angeklagte bei der Gräfin v. Wartens eben eingefä® elt hatte. Die Gräfin stand im Jahre 1922 im Mittelpunkt einer auch im Reichstag oft erörterten Angelegenheit. Man hatte ihr den Vora bei Blankenf: lde auch in Berlin die Lebensmittelfarten wurf gemacht, daß sie während ihres Aufenthalts auf ihrem Gut Gräfin wurde auch damals zu 11200 m. Geldstrafe ver weiter bezogen habe, trotzdem sie Selbstversorgerin war Die urteilt. Bei der Erörterung im Reichstag war auch erwähnt worden, daß die Gräfin in der Hohenzollernstraße 1 eine übermäßig große Wohnung, die sich auf mehrere Stockwerte ausdehnte, inne hatte. Das Wohnungsamt hatte daraufhin die Wohnung te fchlagnahmt Derihel erfuhr davon. In e'nem mit Schneider, Oberleutnant und Berbindungsoffizier" unterzeichneten Brief wurde der Gräfin der Besuch eines Dr. Macency von der amerikanischen Mission angekündigt. Die Deutschnationale Boltsvartei habe ein Intereffe daran, daß die amer tanische Miffion die Wohnung erhalte. Sie habe auch 10 000 m. dafür ausgefeßt. Kurz darauf er durn Derthel als amerikanischer Dr. Macenen bei tee Gräfin. Er war hierbei von Dora Lehmann begleitet, die er als Dolmetscherin und Mitglied der Deutschnatinalen Volkspartei auss Freundin, die Mitangeklagte Schwarze, als Mitglied einschreiten gab. Derthel hatte vorher in der Schellingstraße seine andere laffen. Diese Mitgliedstarie wies die Lehmann bei der Gräfin vor. Es gelang schließlich Derthel, de Gräfin zum Abschluß eines ta riellen Mietsvertrages zu bewegen. Derthel erhielt die Schlüssel der Wohnung und erschien dort auch mehrmals. Er tat dort, als ob er zu Hause sei, spielte Harmonium und benutte die Gelegenseit, der Gräfin Briefbogen und ein Schedbuch zu entwenden Durch den Portier des Hauses lek fich Derthel auch polizeilich als fie die Wahrnehmung machte, daß der„ Amerikaner", der nur wenig Dr. Macercy anmelden. Die Gräfin wurde aber miftrauisch ols Deutsch sprechen fonnte, so daß er eine Dolmetscherin benö: ite, heimlich mit dem ihn begleitenden angeblichen Verbindungsoffizier Schneider fließend Deutsch sprach. Als sie von dem Vertrag zurück. treten wollte, drohte der Angeklagte mit dem Auswärtigen Amt, da er schon seine Familie telegraphisch habe zurüdkommen laffen. Schließlich wollte er aber von dem Bertrag zurücktreten, wenn die Gräfin ihm die angeblich an die Deutschnationale Volkspartei pezahlten 10000 m. zurüderstatte. As er domit kein Glüc hatte. liek Derthel ridis rhr von fich hören. Der Angeflate Derthel will auch in diesem Fall nur aus Edelmut gehandelt haben. In der Verhandlung am Montag wurden auch die Sachverstäne digen über der Geisteszustand des Angeflagten vernommen. Prof. Dr. Strauch erblickt in Derthel einen entarteten Nervenschwächling, der hodhrabig minderwertig sei. Die Rechtsanwälte Dr. Fuchs und Dr. Them of beantragten die Ladung von Prof. Dr. Pfister als weiteren psychiatrischen Sachverständigen, da dieser 1918 zu dem Schluß gefommen fei, Saß Derthel unter einer zwangsläufigen Bes tätigung gestanden habe. Das Gericht beschloß, Prof. Dr. Pfister zu heute als Sachverständigen zu laden. Prof. Dr. Strauch bezeichnete die Angeklagte Dora Lehmann als ein charatter schwaches Mädchen. Sie fei schwärmerisch veranlagt und habe unter dem unheilvollen Einfluß Derth is gestanden. Auf Grund dieses Gutachtens be'chloß das Gericht auf Antrag von R.A. Dr. Juliuse berger I von Amts wegen die Angeklagte Lehmann aus der Unter fuchungshaft zu entlessen, weil Fluchtverdacht nicht mehr vorliege. Die Verhandlungen wurden dann auf Dienstag früh vertagt. Große fachgewerbl dhe Konditoreiousstellung. In der Zeit vom ftellung für des gesamte Stonditoretaewerbe, verbunden, mit Pfefferfuchen 28. November bis 8. Dezember findet die erfte große fachgewerbliche Aus und Süßwarensdau in der neuen Engrosballe, Landsberger Allee 116-117, ftatt. Für das Publikum wird die Borführung der Hertelleng der efte zelnen Produkte der Süßwarenbrauche von besonderem reffe fein. | auf.„ Was ist denn, teurer Ritter?" Ich will doch lieber gehen. Es wird spät." Aber es war erst zehn Uhr und noch nicht zu spät für einen Besuch von Christy. Das Mädchen hatte ihm auf fein Klingeln geöffnet, und sie bemerkte ihn erft, als er schon im Zimmer stand. ,, Hallo!" grüßte er. Wo sind alle die anderen?" Ritter Treuherz hat sie durch seine Heftigkeit verscheucht." Janet erhob sich von ihrem Blag auf dem Fußboden neben Bertrams Stuhl und reichte Christy die Hand mit der Bewe gung einer Prinzeffin. Christy drückte einen warmen Auß darauf und sagte: Das häßliche Tier huldigt der göttlichen Schönheit." ,, Das häßliche Megatherium dem schönen Pterodactyl", e: gänzte Sanet Sie scherzten auf ihre gewohnte Art, aber Bertram fuhlte eine gewisse Gespanntheit heraus. Christy war nicht so ungezwungen wie fonft, und Janet nicht ganz so natürlich. ,, Gehen Sie schon?" fragte Christy, als Bertram sich zur Tür wandte. ,, Das versuche ich schon seit einer halben Stunde." ,, Dann bleibt nicht, weil Ihr gehen wolltet, sondern geht," zitierte Janet, und Christy lachte. Aber Bertram sah einen seltsamen Ausdrud in seinen Augen, halb schüchtern, halb befümmert. Bar Freund Christy wegen seiner Kameradschaft mit Janet auf ihn, Bertram, eifersüchtig? Lächerliche Idee. 22. Christys Kritik an Bertrams Buch hatte es gnädig ge meint. Er verlangte nur die Streichung gewiffer Stellen, welche Bertram in einen Prozeß verwickelt hätten, da sie sich gegen einen ganz bestimmten General richteten. Seine Anerfennung bestand in ein paar furzen Worten, war aber für Bertram, der ihn kannte, föstlicher als das überschwenglichste Lob. Sie fönnen schreiben. Sie finden das rechte Wort." Das war ungeheuer viel von dem scharf- kritischen und todehrlichen Christy. Außerdem erbot er sich, das Buch seinem Freunde, einem Berleger, zu schicken. Beriram wollte sofort wissen, wann das Buch erscheinen werde und auf welches Honorar er rechnen könnte. Frühestens fommt es zum Herbst heraus." „ Erst im Herbst? Gott im Himmel!" Nun mußte Christy aber doch lachen. Fürs erste hat es überhaupt noch niemand angenommen: Geduld, mein Lieber." ( Fortsetzung folgt.) Wucher im Kaffeehaus. Borgehen von Preisprüfungsstelle und Staatsanwaltschaft. Gegen ein bekanntes großes Kaffeehaus sind, wie die Preisprüfungsstelle mitteilt, im Laufe von zwei Monaten annähernd 20 Anzeigen eingegangen, die insbesondere folgende Preise be mängeln: indbeutel mit Sahne 1,25 m.( Herstellungsfoften etwa 30 bis 35 Pf.), Torteletts mit Sahne 1,50 m.( Serstellungskosten etwa 40 bis 50 Pf.), Streußelfuchen 0,60 m.( Herfieffungstoften etwa 10 Bf.). Bitronenfimonade 1,30 m.( Herstellungs. toften etwa 15 Pf.), Eistaffee 1,50 m., 1 Glas Tee 1 M. Für em zum Tee ferviertes Glas heißen Wassers waren außerdem 20 Pf. zu zahlen. Borstehende Preise erhöhen fich noch um den Bedienungs auf chlog. Bei Konzert wird ein Eintrittsgeld von 50 Pf. erhoben. Wenn man berücksichtigt, daß das Garteniofal nach den eigenen Angaben des Geschäftsführers etwa 5000 Personen faßt, fich somit an die breite Masse der Bevölkerung mendet und daß selbst in Weinlokalen vrid Kaffeebielen zum Teil erheblich geringere Preise gefordert worden sind, so wird man die Erregung der Bevölkerung Derstehen, die ihrer Entrüstung in der Tagespresse und den zahlreichen Beschwerden an die Behörden zum Ausdrud brachte. Die Preisprüfungsstelle hat pflichtgemäß ihr Gutachten im Sinne eines Preiswuchers erstattet. Das im Verhandlungstermin feitens des Verbandsvorsitzenden erstattete gegenteilige Gutachten ist bei der prinzipiellen Einstellung des Sachverständigen zur Preistreiberei. verordnung und Preisprüfungsstelle verständlich. Wie wir erfahren, bat die Staatsanwaltschaft gegen das freisprechende Urteil Berufung eingelegt Im übrigen scheint das Strafverfahren doch immerhin den Erfolg gehabt zu haben, daß in dem betreffenden Botal die Preise ingmifchen erheblich ermäßigt worden sind. So tostet heute beispielsweise ein Tartelett ohne Sahne 60 Pf., ein Windbeutel mit Sahne 80 Pf., trotzdem die Gestehungskosten bei den gestiegenen Breifen für Eier und Butter etwa 40 Broz. höher liegen als im Sommer und die Verabreichung in einer fuguriös ausgestatteten Ziele erfolgt. Transvestiten. Zum Fall Dr. Duysen. Der tragische Tod des Privatdozenten Dr. Duysen hat schnell feine Auftlärung gefunden. Sein tragisches Leben ist aber noch in tiefes Dunbel gehüllt. Im so tragischer, als es vielleicht objektiv einer gewiffen Komit nicht entbehrt, denn ein Gelehrter, geschäßt von seinen Kollegen, verehrt von seinen Schülern, fann den Augenblid faum erwarten, um sich zu Hause in Frauentleider zu werfen. So wurde er auch vor dem Feuerherde tot aufgefunden: ein Damenhemb, eine wollene Bluſe, ein Barchentunterrock und Barchentbeinfleider umhüllten seinen greifen Körper. Dr. Dunfen führte ein Doppelleben: Als Mann in Hofen auf der Straße, auf seinen miffenfchaftlichen Exkursionen, auf dem Katheder im Hörsaal; als Weib zwischen seinen vier Wänden, in Gesellschaft seines Freundes. Das war sein Geheimnis, das er ängstlich vor aller Menschen Augen hütete; feine Lüge der Außenmeit gegenüber eine Lüge, die er der Wahrheit feines Innenlebens Schuldete. Wie lange mag er dieses Geheimnis mit sich geschleppt haben? Mehr als dreißig Jahre lebte er mit seinem Freunde im Gartenhaufe in der Altenaer Straße, wer weiß, wie lange vorher schon er dem Zwang des Verkleidungstriebes nachgegeben hatte. Dr. Duysen war Transvestit, d. h. er trug die Kleider des anderen Geschlechts. War er homosexuell? Bielleicht. Dr. Duysen fann hemoferuell gewesen sein als Transvestit brauchte er es nicht zu fein. Mehr noch: In der Regel ist der Transneftit nicht homo feguell: im Gegenteil, fein Trieb ist normal auf das andere Geschlecht gerichtet. Meshalb aber dann die Bertleidung? Das Frauenkleid ist der äußere Ausdruck der weiblichen Psyche; der Mann, der sich feelisch als Weib fühlt, den weibliche Beschäftigungen reizen, der durch das absonderliche Spiel der Paarung oft auch in Geficht und Bewegungen sich dem Frauen ypus nähert, fpürt in sich den unwiderstehlichen Zwang, Frauenkleider anzulegen. Dieser Drang beginnt oft schon das Kind in frühem Aller zu beherrschen, er wird nicht selten von den Eltern begünstigt, nech öfter wird er von den Nächsten auf schärfste befehdet auch der mit ihm Behaftete fämpft gegen ihn vergebens an: der Drang erweist sich als der Stärkere von beiden. Da gilt es für den Transvesti'en, sich von der Beschränktheit, der Selbstgefälligkeit, der Borniertheit seiner lieben Mitmenschen, die da glauben, daß die Gefeße ihrer Natur, die Naturgefeße überhaupt erschöpfen, daß ihre Gewohnheiten, fie fönnent noch so übel fein, die einzig gottgewollten find, ängstlich zu bewahren. Es gilt, sich in Kleidern, die nich: seinem Geschelcht entsprechen, durch einen Broterwerb, der den Kleidern des Geschlechts entspricht, fich durchs Leben zu schlagen; die Behelligungen und Belästigungen des gleichen Geschlechts, das in den Transvestiten das andere Geschlecht vermutet. abzuwehren; dem Hüter der Ordnung und des Gesetzes aus dem Wege zu gehen. So wird das Leben des Transvestiten zu einem Dornenwege. Nicht selten schließt er es mit Selbstmord ab; ab und zu gelingt es im fer Deffentlichkeit als Transvestit hochbelagt sein Leben zu aber Tüftet Mag erst sein natürlicher Tod das Geheimnis feines Lebe nus Hirschfeld hat bereits vor vierzehn Jahren den Transition ein 400 Seiten umfassendes Wert gewidmet. Er stellt diese abfonderlichen Erscheinungen bei den verschiedensten Bölkern zu den verschiedensten Zeiten feft: er zählt Hunderte von Fällen aus aller Herren Länder auf wieviel Taufende mögen ihm unbefannt ge blieben sein! Er schildert auch, wie ganz allmählich die Anschauungen der Behörden, der Polizei und des Gerichts fich in bezug auf die Transvestiten wandeln. In England und Amerika scheut man nicht vor harten Strafen zurück, um den Transpefilten die Kleider feines Geschlechts zu tragen zu zwingen; doch harie Strafen, selbst mona'elange Gefängnisstrafen schreden den Bestraften nicht vor der Wiederholung seiner ftrafbaren" Handlung zurüd. In In Deutschland lauten die Urteile faft immer auf Freispruch; das Bolizeipräsidium in Berlin erteilt fogar spezielle Erlaubnis zum Tragen von Kleidern des anderen Geschlechts und zur Eintragung eines Namens, der im gleichen Maße auf das eine wie das andere Geschlecht paßt. Am intereffantesten find aber vielleicht die Fälle, wo Freuen verhaftet wurden, weil die Polizeibeamten in ihnen verkleidete Männer vermuteten; so nämlich sahen diese Frauen aus. Trügen sie Männerfleider, fo fielen sie niemandem auf. Der Fall Dunfen mahnt zum Nachdenken. Er stellt die Deffent. lichkeit von neuem für den gesamten Kompler von Fragen: Wie er: zieht man die Menschen zu arößerer Borurteilslcfigkeit, zur inneren Freiheit gegenüber ihren Mitmenschen, zur Aufmertfamfeit, zum Ernst und zur Liebe gegenüber dem Innenleben ihresgleichen und doch nicht ihresgleichen. Unterricht in der Lebensfunde. Mangels einer weltlichen Gemeinschaftsschule in Charlottenburg erteilt die Freie Schulgemeinde durch berufene Lehrer Unterricht in der Bebens. funbe( das fit liche Leben in der sozialen Gemeinschaft). Der Unter richt findet ftatt jeden Mon og und Freitag von 4 bis 6 Uhr in der 32. Gemeindeschule, Drantenstraße 15 a, unmittelbar am Luifenplak. Berechtigt zur Teilnahme sind Schüler und Schülerinnen 3cm zehnten Bebensjahre an, unb zwar einmal wöchentlich. Der Tag bleibt dem Rinde freigestellt. Rinder im legten Schuljahr erhalten den Borbereitungsunterricht zur Jugendweihe. Berhaftung eines Bunderdoktors. Bor etwa zwei Wochen hat sich in Potsdam ein angeblicher Arzt Berner Haufer aus der Schweiz niedergelassen, der die boffrunaslofesten Fälle Der Zuspruch der Potsdamer war ohne Entgelt furieren wollte. Gestern ist nun die 20jährige Tochter eines febr groß. Botsdamer Kriminalfommiffars, die zuderfrant war, in der Be Die Reiche bandlung des Dr. Haufer plöglich berstorben. wurde beichlannabmt und Sanier dem Staatsanwalt vorgeführt. ,, Arbeiterbildung und entschiedene Schulreform." Oeffentliche Verfammilung am Dienstag, ben 18 November, abends 7 Uhr pünktlich. im Friedrich- Wilhelm- Gymnasium, Berlin, Kochstr. 13. Maria Hodann:„ Arbeiterbildung und Schulreform. Gertrud Gilert: Gewerkschaften und Arbeiterbildung." Dr. Th. Tichauer: Unterrichtsmethoden ant Arbeiterbildungsinstituten." Prof. Bau! Deftreich: Arbeiterbildung und entschiedene Schulreform." Aussprache. Jedermann ist eingeladen. Polizei und Wahlen! Die Polizeibeamten Groß Berlins waren fürzlich zu Tausenden in einer überfüllten Versammlung in der Bodbrauerei versammelt, um zu der Auflösung und den Neuwahlen der Parlamente Stellung zu nehmen. Bolizeihauptmann a. D. Giering beleuchtete in seinem Referat die in der Schupo herrschenden Zustände. Die Behandlung der Beamten spreche allen menschlichen Gefehen Hohn. Die Be amtenschaft solle am 7. Dezember ihre Antwort darauf geben. Nicht Wahlenthaltung, sondern Wahlpflicht fei bas Gebot der Stunde, denn schon im Hauptausschuß des Landtages ist von einer Partei( Deutschmationale Beffsp.!) der Antrag gestellt worden, die Polizei vom Wahlrecht auszuschließen. Dagegen muß und wird sich die Polizeibeamtenschaft wehren, und weiteste Boltstreife werden fiz dabei unterstügen. Bon den neuen Parlamenten erwartet und verlangt die Polizeibeamtenschaft ein Beamtenvertretungsgesetz. das ihr die Mitwirkung endlich gestattet. Sie fordert ein modernisiertes Beamtenrecht, in das die Schupo mit Die affoholgernerische Ausffellung des Arbeiter AbftinentenBundes, Kinderbort Bielen, Cde Banfitraße, ift nur noch Dienstag eingeschloffen ist. Jede Sondergeseke für die uniformierte Polizei non 6-9 und Mittwoch von 10-5 Uhr geöffnet. Dienstag 7 Uhr spricht werden rüchaftlos abgelehnt. Endlich erwartet sie ein UnfallGenoikin Herfurth über: Arbeitersport und Allobol"; Mittwoch um fürsorgegefes, das ihnen die Versorgung bei Invalidität, 12 Ubr Gen. Dr. Nullusburger über: Das gelunde und franke oder bei Todesfällen für ihre Angehörigen im vollsten Moke sichert. Das Reichsrahmengefeß, das die Polizeibeamten mie Soldaten be Seelenleben. Der Besuch der Ausstellung ist empfehlenswert, Republikanische Rundgebung des Reichsbanners. Auch in dieser Woche handelt, muß imter allen Umständen fallen. Die Polizei muß veranstaltet das Reichsbanner wieder zwei große überparteiliche, Berufsbeamtenfchaft werden und ihr müssen sämtliche Stellen der Die erfte diefer Rundgebungen Kriminalpolizei, des Verwaltungsdienstes, der Bandjägerei und republikanische Rundgebungen. findet am Donnerstag, den 20., abends 7, Ubr, in den Stammer Gefängnisbeamten überlassen werden. Es muß festgestellt werden, falen in der Teltower Straße fintt. Es fbrechen Ministerpräsident a. D. daß sich an Stelle guter Polizei Selhitichuk bildet, trok der 150prozenStelling. Reicheminister a. D. Dr. Sugo Bren. Führer der indttinen Bermehrung der Polizei. Die Polizeireviere hat man zerhoritbünde Lehrer Rufita. Aim Freitag, den 21., findet eine zweite Rundgebung ebenfalls um 7%, Uhr in der Aula ber Reibniz- Oberrealfoule, Charlottenburg, Schillerstraße, statt. Hier werden fbrechen: Chefredaktear Suttner, Pfarrer Dietrich Graue und ein Führer des Zentrums. Eine Kaninchenzuchfaustellung. Bom 19. bis 23. November ( Buktag bis Totenionntag) findet im Landesausstellungspark( lab) die Verbandsid au aller Brandenburger fowie Berliner Kaninchenzuchtvereine statt. Es werden den Besuchern girla 2000 Stud Kaninchen aller Raffen lomie die aus dem Fell bergestellten Belafachen, die fämlich von ber I. Frauengruppe für Kaninselverwertung hergestellt sind, Schnce im Riefengebirge. Im Riefengebirge schneit es feit Sonntag. Im Hochgebirge liegt der Schnee bereits gegen 3 eh n Zentimeter hoch, an verschiedenen Stellen noch höher. Auch im Tal bleibt der Schnee liegen. Ein schweres Autounglüd ereignete ich Sonntag nacht auf der Chauffee von Oberned nach Breslau. Der dem Direktor bes Thalia- Theaters Stöffel gehörige Wagen fuhr gegen einen Bretterzaun und wurde völlig zertrümmert. Der Intendant der Breslauer Vereinigten Theater Paul Barnay murde aus dem Wagen gefchleudert und erlitt schwere Kopfwunden. Der Chauffeur und ein Neffe Barnans blieben unverletzt. Zehn Flettnerschiffe in Bau gegeben. In Lloyds Shipping Lift wird angegeben, die Hamburg- Amerifalinie sei von der Wichtigkeit des Flettnerschen Rotoridiffes überzeugt und habe sofort Auftrag für den Bau von zehn Flet'nerschiffen von je 10 000 Tonnen gegeben, die als Frachtschiffe in Verkehr gestellt werden sollen. Großfeuer in Reichenberg in Böhmen. Ein ungeheurer Brand mütete im Gütermagazin des Reichenberger Staatsbahnhofes. Der Schaden beträgt über 11 Millionen tschechoslomatische Kronen. Bei den Rettungsarbeiten wurden viele Personen ver legt. Wieder Großfeuer in Jersey- City. Nach einer elbung aus Jersey City, wurde die Stadt von einem& meiten großen Brande innerhalb einer Bode heimgefudyt. Swei Raigebäude der Erie- Eisenbahn mit Inhalt und 14 Flußbarten find verbrannt. Der Schaden wird auf 2 Millionen Dollar geschäzt. Jugendveranstaltungen. Achtung, Theaterabonnenten! Wer bis jept noch nicht Gelegenheit hatte, aur Theatervorstellung am tommenden Sonntag die Marke au entnehmen, fann diefes am Sonntag im Theater nachmittags um 48 Uhr nachholen. Auf geführt wird Wozzeck von Büchner im Theater des Westens, Kantfiraße. Einzelfarten find noch im Jugndsekretariat, Lindenstr. 3, zum Preise von 0,90 Pf. und an der Tagestaffe zum Preife bon 1,- Mr. erhältlich. Heute, Dienstag, 7% Uhr: schlagen, und der Neuaufbau geht sehr langsam vor sich. Anfcheinend wollen ihn einige Stellen nicht.( Stürmifche Rurufe: Kasernendienst, Ererren und Sport.) Den modernen Erfordernissen muß mehr Rechnuna getragen werden durch Verstärkung des Einzeldienstes und Schuifung für den vorbeugenden Rolizeidienst. Ein Polizeibeamter erhölt heute 67 Mart im Monat Gehalt, hinzu treten noch 24 Mart Wohnungsbeihilfe. Den fasernierten Peamten wird ehra ein Drittel davon in Abzug Die Polizeibeamterschaft der unteren Pefebungsgruppen gebracht. ist frweit, daß sie im November ihre Oftoberfchulden bezahlt hat. Die Dezemberbezüge werden fnopp dazu ausreichen, die Nonember bulben zu bezahlen. Im Weihnachtsmonat stehen diefe Männer, die Stüßen des heutigen Staates, ohne einen Pfennig Geld für fich und ihre Familien ba. 96.5 Pro3. der Schmupo steht in den niedrigsten. Befoldumasaruppen und bei der Verwaltungs- und Kriminalpolizei find es 92,5 Proz. In der Borfrienszeit stand die Polizeibeamten fhost in ihrer Befaldama um zwei Gruppen höher, trobem die Sof fraft heute um 60-75 Proz. oefunken ift. Um ehrlich zu bleiheit hilft man sich im Wege der Darlehnsmufnahme. Das, was die Polizei im Ruhro biet ertragen hot, muk wieder gut gemacht werden. Die Beomtenfchoft benft an den Baterfandebant und erwartet feinen Undant. Sie ist newillt. noh wie vor ihre Haut at Markte zu tragen, erwartet dafür aber Anerkennung ihrer berechtigten Forderungen. In der daran arfhließenden Ausfprache murde zum Ausdruc gebracht, daß 1919 die Befeldungsaruppe XIII breime to pie! erhielt, wie die Refoldungsgrumpe III, jekt aber erhält die Re fofdunnenruppe XIII etwa zehnmal fo viel. Der Bandtag hat auch Aufbefferunnen befchloffen, jedoch follen die Mittel fehlen. Ri leicht würde der Finanzminister den Forderungen der unteren Refoldingsgruppen mehr entgegen femmen, menn er selbst einmal eine Refolding aus der Gruppe II rber III erhalten würde. Bem Rerbandsunrfikerden wurde ouensführt. Dah sich alle Redner der einzelnen Parteien für eire 38- fferstellung der Bolizei einsehen, jedoch davon förnten die Refizeibeamten nit fett werden. Den Anträgen der Barteien auf Befferftoffung ist die Renierung zuvoracfommen, indem fie einen neuen Stellenplan norfenen moffee. awis hen om die Landtonsofnfura md aus dem Steffennfont murde nichts. Menn heute to pieffach B- fielbeamie auf die Anflegebon gebracht werden, so liegt es am Snftem und die hem werden angeffant und vorteilt. Menn die Renierung feine Mittel hat. m die Polizei mirbeftens ebenso zu befelden mie früher, dann wollen wir an die Deffentlichkeit achen und mishtätige Gommamen ner anftoften.( Etüirmisher Reifall.) Amei Redner der DeutschDöfifchen fonnten mit ihren Ausführungen die Verfemmeben nicht erwärmen. Rebhaft wurde aefordert. dak sie aufhören follen. Den Ausführumaen eines Rebners der Deutschnatio nalen Boltspartei fchenfte man wenig Reachtung. Mariendorf. Alte Schule, Dorfstr. 7. Bortrag: Bursche und Mädel in der Wis er domen forach. dek man die Machthofugnis im Staat auf eine Belvegung." einzelne beferdere Perfon übertranen mdiffe. wurde er mit arbor 11nruhe unterbrochen. Genofie Stien trat dofir ein, daß die Steuern in fchärferem imb nerechterem Make erfont mirden. Mittel für die Beamtenhofelduna au beschaffen. Der Beamtenfrit und insbesondere der Polizei müsse das Eriſtenzminimum gewährt Moabit II. Gemeindeschule am Stephansplat, Vortrag: Grip Renter." Rentölln II. Jugendheim Nogaisir, 53, Borttag: Die Menschheit einst unb jebt." Morgen, Mittwoch, Gabrt, Treffpunkt 7 Uhr Ringbahnhof. Refill IV. Lokal zum Bärenwintel", Steinbodstr. 21. Bortrag:„ Einführung in den Sostalismus." Neukölln V. Jugendheim Schierkeftr. 44, Diskussion: Warum bin ich in der SAJ?" Rorbring. Spedition, Greifenhagener Str. 22, Bortrag: Stampf gegen Altoholmerden, um Reftechungen nicht nur noraheunen, sondern fie tats und Nikotin." Schönhauser Borstadt. Schule, 3bfenftr. 17, Löns- Abend. Spanbau. Jugendheim Neuendorfer Str. 38, Bortrag: Aftronomie." Weißenfee. Realgymnasium, Woeld Promenade, Glaßbrenner- bend. Westen. Baugewerfschule, Surfürstenstr. 141, Distuffion: Gemeinschaftsleben in der SAJ." Werbebezirk Webbing. Werbebegirls- funktionärtonferens heute, abends 7 Uhr, im Lebigenheim, Schönstebtstraße. Unbedingtes Erscheinen erforderlich, weil wichtige organisatorische Fragen zur Beratung stehen. Briefkasten der Redaktion. S. 3986. 1. Benden Sie fich an den Borstand der Gemeinde, in der Sie Ihr Bauvorhaben auszuführen beabsichtigen, oder an den Landrat. 2. Nehmen Steuer Sie mit dem Wohnungsamt Rüdsprache. 3. 70-80 Quadratmeter. Frau Röber. vorauszahlung. Die Auskunft des Finanzamts ift autreffend. 1. Gegen den Arbeitgeber lönnen Sie erit vorgehen, wenn er die Serausaabe Berlangen Sie die Papiere fofort heraus. der Papiere ablehnen follte. E. 36. 1. Cine Cre 2. Ja. E. 9. Gte lönnen den Austritt ertiären. höhung der Rente tritt nicht ein. 2. Die foziale Aulage. Diefe wird aber nur im Falle der Bedürftigkeit gewährt. Wetter für Berlin und Umgegend. Britmeife stärker bewölkt. In den Für Deutschland. Ueberall troden. Vielfach Tagesstunden etwas milder. leichte Nachtfröſte. Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 18. November. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-6.15 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 6.20 Uhr abends: Ratschläge fürs Haus. 6.30 Uhr abends: Zehn Minuten für die Hausfrau. 6.40 Uhr abends: Vortrag des Herrn Regierungsrats Dr.Ludwig Berliner: Versicherung und Rundinnk". 7.15 Uhr abends: Einleitende Worte zu der Oper: Cosi fan tutte". 7.30 Uhr abends: III. Uebertragung aus der Staatsoper, Unter den Linden: Cosi fan tutte( Weibertreue). Komische Oper in zwei Akten von W. A. Moza.t. Text von Lorenzo da Ponte, Dirigent: Generalmusikdirektor Erich Kleiber. Personenverzeichnis: Fiordiligi: Zanaida Jurjewskaja; Dorabella, ihro Schwester: Else Knepel; Ferrando: Jaro Dworsky; Guglielmo: Artur Fleischer; Don Alfonso, ein Hagestolz: Max Spilcker; Despina, Kammermädchen: Elfriede Mahnherr- Wagner. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten. Theaterdienst. RAY- SEIFE fädlich unminlich au machen. Geneffe Künstler mob die Fr Plämna ob. fich für die nerehten Müniche umb Forderungen der Rolizei so einsehen, dok sie fefte Geftoft annehmen. Er forach fin und wir den festen 3usammenschluß der Hand: Ronfarbeiter und Remien aus. Die Entfcheinunn fione bei der Beamtenfchoft fethit. Wenn sie am 7. Dezember ihre Richt tut in dem Sinne, ihre me zu northaffern, wird hie Gm alles tum. mas in ihren Kräften steht.( Stürmischer Beifall.) Im Stfukwort führte der Referent mis, bak die 9f6neordneten die Anerkennuna der Bolizei zum Ausdrud nebracht hätten. und hie Rolizei ein startes Bekenntnis zum Stonte abrefent bobe. Menn hie Berfurechnen der Parteien ehrlich feien. dmn merde es beffer merden. Müsse nehnert werden, so wolle die Polizei gern mithunnern, aber nicht offein. Eine im Sinne des Referats gehaltene Entschließung fand einstimmige Annahme. Gegen Reaktion und Brotwucher!" In einer gutbesuchten Wahlversammlung in Bontwig( Restau rant Lehmann) referierte Genosse Eduard Bernstein, der sich zunächst mit dem verflossenen Reichstag beschäftigte, um barin zu bem vielbefehdeten Dames Gutachten Stellung zu nehmen, au Deffen Stelle Deutschnationele und Kommunistenjene im Bercin mit Sowjetrußland den Krieg gegen Frankreich vor allem fezen möchten. Eiftere wollen mit den Nationalinstinkt aufhebenden Echlagworten in die Regierung fommen, um fie für ihre Interessen zu mißbrauchen. Gegner erwachsen ihnen u. a, in den Arbeitern, die dem Zentrum angehören, und in den Demokraten, die sich plötzlich darauf befinnen, aß fie links stehen müssen. Der Redner er örterte nun die zur Lüge cusgeschlachtete Kriegsschuldfrage eingehend und befaßte fich schließlich mit der Frage der Schutzölle, die, wie er meinte, ucheraöilen gleichfommen, also eine Lebensgefahr für das deutsche Bolf bedeuten. Unerbittlich muß deshalb dagegen gefämpft werden. Die angeregte Disfuffion bewies die Stimmung Der deutschen Arbeiterschaft gegen die von Rußland besessenen Kom munifter. Begeistert brachte man ein hoch auf die SozialDemokratie aus. Verlangen Sie klar und deutlich: ,, RAY- SEIFE" SEIFF RAY GL Arbeiter- Sport N Bundeskonferenz für Frauenturnen. In feinen Anfängen stand das Frauenturnen ganz unter Leitung der Männer. Seitdem der Frauen jedoch das gleiche öffentliche Recht wie den Männern gewährt ist, macht sich diese Errungenschaft der Republik in einer erhöhten aktiven Anteilnahme der Frauen und Mädchen bemerkbar. In den„ Bundesausschuß für weibliche Körperbildung" des Arbeiter- Turn- und Sportbundes entfenden die Kreisverbände je einen weiblichen und einen männlichen Vertreter. Eine Konferenz biefes Bundesausschusses unter Hinzuziehung der Kreisfrauenturnwarte tagte am 11. und 12. Oftober in Leipzig. Gewünscht wurde, daß in allen Bereinen, Bezirken und Kreisen neben dem männlichen ein weiblicher Leiter gewählt wird; angeregt wurde auch, die Mädchen-( Kinder)-Abteilungen möglichst ganz unter weibliche Leitung zu stellen. Der technische Betrieb des Frauenturnens und sports soll nicht auf übermäßige Wettkämpfe und gleiche Leistungen wie beim Männerturnen eingestellt werden. Geräte wie sportliche llebungen find den phyficlogischen Fähigkeiten des weiblichen Körpers anzupaffen und auf den gefundheit lichen und schönheitlichen Wert der Leibesübungen einzu stellen. Das Ueberhandnehmen der Wettkämpfe ist mit allem Nach brud zu bekämpfen, der llebungsbetrieb foll auf proletarische Kultur, d. h. auf allgemeine Boltsgesundheit, nicht aber lebiglich auf Höchstleistungen der einzelnen gerichtet sein. Besondere Propaganda veranstaltungen für das Frauenturnen follten überall abgehalten werden um die Deffentlichkeit auf die Notwendigkeit weiblicher Beibesübungen immer wieder hinzuweisen. Die Arbeiterturnerinnen müssen aber auch als Genofsinnen im allgemeinen Rampfe um die Höherentwidlung der Arbeiterflaffe und zu Mi streiterinnen erzogen werden, die bei Wahlen und Lohnfämpfen gemeinsam mit den Männern an einer befferen Zukunft arbeiten. Anschließend an die Konferenz wurden die llebungen zur Frankfurter Olimpiade geprüft und das Bodesche Uebungsfyftem vorgeführt, das manches Gute für unseren Uebungsbetrieb enthält. Das in guter Aufwärtsentwicklung befindliche Frauenturnen dürfe durch die nunmehr festgelegten einheitlichen Grundsätze eine weitere wesentliche Förderung erfahren. Wintersport- Olympiade in Schreiberhan. Die Borarbeiten für biefes erfte große Arbeiter Winterfportfest find im vollen Gange. Ein besonderes Werbeplatat wird hergestellt, um recht viele Freunde des Wintersports in den Tagen vom 31. Ja muar bis 2. Februar in Schreiberhau, am Fuße des Riefengebirges, zu verfammein. Die Wettkämpfe werden nach den Gagungen des deutschen Berbandes ausgetragen. Das Programm ist nun mie folgt feflgesetzt: Langlauf für Sportler über 30 und 15 Kilo meter, für Sportlerinnen über 6 Rilometer; hindernislauf, 4 Rilometer; Sprunglauf( Springen); zusammenge. fester Lauf( biefer Lauf besteht aus einem Langlauf von 10 Kilometer und einem Sprung). Die Teil tehmer an den Wett. fämpfen müssen das 18. Lebensjahr, die Teilnehmerinnen das 16. Lebensjahr erreicht haben. Die zahlenmäßigen Anmeldun. gen müssen bis 1. Dezember 1924, die namentlichen Anmeldungen bis 1. Januar 1925 in Händen des Internationalen Olympiadenausschuffes, Leipzig, Fichtestr. 36, sein. Jedes Band fann für jeden Leitfampf new Sportler und neun Sportlerinnen stellen. Pünkt liche Anmeldung ist die Borausfegung für einen guten Erfolg. Bis her hat nur der deutsche Verband den Wintersport offiziell übernommen, es ist aber zu hoffet, daß die anderen Länder bald folgen. Auch die Arbeiterschaft follte die Schönheiten des Winter Sports im Gebirge, die bisher nur den Begüterten zugänglich waren, an einigen Tagen zur Erholung vom Getriebe der Großstadt und der Fabriken für fich erobern. 20 Jahre Freie Schwimmer Charlottenburg". " " A Riegen mit Freiübungen ufm. mit und ohne Mufif auf, unter an berem werden auch die Uebungen zur Frankfurter Olimpiade 1925 gezeigt. Bon sechs Turnatteilungen werden Pferd- Längssprünge als Wettkampf mit Wertung vorgeführt. Die Sportler führen diverse Sprungarien vor, der Schwimmsport wird durch eine Sondervorführung seiner Trodenübungen allen Interessenten einen Einblick in dieses Gebiet ermöglichen. Außer diesem vielseitigen Programm wird der Bewegungschor" der FTGB, zum ersten Male seine Runft zeigen. Die unter Leitung der Tänzerin Jutta la mt feit einigen Monaten betriebenen llebungen find Gymnastik und Schönheit zugleich. Gymnastik, meil sie den Körper intensiv durcharbeiten und Schönheit, weil diese lebungen geistig vom Einzelnen als Darstellung einer bestimmten Sache empfunden werden müffen, wenn sie Wirkung haben sollen. Die begeisterte Aufnahme dieser neuen Bewegungstunft innerhalb der FTGB. dürfte sich auf alle anderen Arbeiterturnvereine sehr bald übertragen. Und das ist auch beabsichtigt: Der Bewegungscher" soll zur Boltssache werden, er soll die Bolksfeste cus dem Primitiven und Alltäglichen zum Genuß und wahrer Freude erheben. Die Arbeiterschaft sowie alle Freunde des Arbeitersports sind zu dieser Beranstaltung ein geladen. Hallenöffnung um 2 Uhr, Anfang 2½ Uhr. Der Eintritt beträgt trotz der erheblichen Unfosten einschließlich Programm nur Nach dem 50 Pf., Rinder in Begleitung Erwachsener 10 Bf. Nach dem Sportfest findet ein Rommers zur Feier des fünfjährigen Bestehens des Vereins im Deutschen Hof", Ludauer Straße, ftatt. Fußballspiele am Buftag. Der Bezirk Norden veranstaltet morgen ein interessantes Propagandaspiel. Die elf besten Spieler der Gruppen A B treten gegen diejenigen der Gruppen C D an, und den Nordvereinen und ihren Anhängern wird dadurch ein interessantes Bild des Stärfe verhälmisses innerhalb ihres Bezirkes geboten. Das Spiel findet auf dem Teutonia Plaz an der Christianiastraße ( Ede Schwebenstraße) statt, und beginnt pünktlich 2 Uhr. Borher Spielen zwei Jugendmannschaften. 1 vember, abends 48 Uhr, in der Aula bes Schiller- Snaeums, Pant, Ce Böttgerstraße, statt. Am Flügel: Erna Dieter, Violine: Erich Dieter, Rezi tationen: Leo Manter, Ansprache: Karl Mannice, Gefang: Junger Chor", M. d. ASB., Leitung: Chormeister Thyffen. Eintritt 0,50 M. Touristen- Verein Die Naturfreunde", Ortsgruppe Berlin E. B. Ané photographierenden Genoffen treffen sich am Dienstag, den 18. November, abends 8 Uhr im Seim Stallschreiberstr. 62( Reller), aur Bildung einer Photogemeinschaft". Schach- Großfampftag verbunden mit einer Schachausstellung zum 15jährigen Beftehen des Berliner Arbeiter- Schach- Klubs am 19. November( Bußtag) in den Gesamträumen des Berliner Gewerkschaftshauses, Engelufer 24. Brogramm. Wettkampf, Gimulianfpiel. Gästeturnier. Der Gewinner einer Bartie erhält Beginn 3 Uhr: Vortrag des Genoffen Ostar Biber. Anschließend Norb- Südeine Broschüre. Bligturnier. 5 Uhr: Problemlösungsturnier. Gaal 5. Rue beide Abteilungen auf 60 Minuten feftaefekt. Sollte bei den Dreizligern innerantena telen ausei Zweiallace und zwei Dreiliger. Die Lösungszeit ift für halb 60 Minuten noch fein Resultat vorliegen, je wird die Löfungszeit un 30 Minuten verlängert. In beiden Abteilungen kommen je brei Bücherpreife zur Verteilung. Schachausstellung Saal 8. Geöffnet von vormittags 10 Uhr bis abends 8 Uhr. Alle Intereffenten, auch folche, die das Schach erlernen wollen, find willkommen. Freie Zurnerschaft Groß- Berlin. Freitag, 7 Uhr, Turnrateskung Gips Straße 23a. Stampfrichter und Berechner 2 Uhr, Teilnehmer 2 Uhr( iureingana). Bor Rum Bukta a treffen fich: Technischer Ausschuh 1 Uhr, Ordner, turner und Rampfrichter melden fich beim Technischen Ausschuß. Die Absperr einen müiffen um 12 Uhr zu Stelle fein. Turn und Sportverein Wichte. Mittwoch, 19. November( Bußtag). Bartie fämtlicher Männerabteilungen nach Strausberg. Treffpunkt mittags Uhr im Gewerkschaftshaus Strausberg. Donnerstag, den 20, November, Berwaltungskommissionssikung 7 Uhr in der Geschäftsstelle. Ruberriege Turnnerein Fichte" Donnerstag, den 20. November, Riegenfikung bei Bensti, Wiener Str. 85. Wegen wichtiger Lagesordnung müffen alle Mitalieber erscheinen. der Königsbant", Große Frankfurter Str. 117, einen Rampftan im Die Sportvereinigung Kraft Sell" veranstaltet am 19. b. M.( Bußtag) in Ringen, Boxen und Jiu- Jitsu, verbunden mit Auftreten erster Artisten des AABD. Da die besten Kräfte des AABD, im Ring und auf der Matte er scheinen, find fpannende kämpfe au erwarten. Beginn der Beranstaltung 4% Uhr. Kartell für Sport und Körperpflege, 4. Bestet, Brenzlauer Berg. Facts tag, ben 21. b. M., Gihung bei Brner, Senefelderstraße 31, abenbs 8 Uhr. Erscheinen aller Bertreter unbedingt erforderlich. Touristen- Verein Die Naturfreunde", Ortsgruppe Berlin.. B. Sin Dienstag, den 18. und 24. November, abends 7% Uhr, findet im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft freigeistiger Berbände in der Meuen Welt. Hafenheibe, ein Lichtbildervortrag statt. Referent Gen. Dr. O. Sanfer, Ausstellung Staturfreundebücherstube. Wir erwarten, daß alle Genoffen ber Ortsgruppe und auch Genoffen von Bruderorganisationen diefe Beranstaltungen befuchen. Ein tritt 80 Pfennig. Märkische Spiel- Bereinigung. Bezirk Rorben. Auf dem Teutonia- Sport plak, Berlin N., Cristianiaftraße, treffen am Bustag zwei Auswahlmannfchaften des Besirts Norben aufammen, dem vorher ein Spiel unferer Kleinsten vorausgeht. Diese Spiele find dazu da, um Spielermaterial füc aute Ereffen herauszufinden. Unter anderem( pieit die linte Seite und der mittelstürmer von Alemannia", der komplette Innensturm von Fichte Nord" und die Läuferreihe von Spandau. Grundlegend war hier, Spieler Aleinen beginnt um 1 Uhr, das der Männer um 2 br. herauszufinden, die auf Kombinationsspiel eingestellt find. Das Spiel ber Im Südwesten sind einige Serienspiele angefeßt und zwar treffen Steglitz und Lantwiß auf dem Gemeindesportplah in Steglth. Britannia hat Potsdam als Gaft und spielen auf dem Tempelhofer Feld. Ein interessantes Treffen werden sich Bilmersdorf und Neu tölln- Briß auf dem Vereinsplak on der Württembergilden Straße Parteinachrichten in Wilmersdorf liefern. In Teltow wiederholt sich das Spiel Ruhls. dorf- Trebbin; ebenso auf dem Neutöliner Bereinsplay am Dammweg Berolina- BC. Moabit. Eine fombinierte Städtemannschaft fährt in die Brooing und wird sich in Rottbus mit den dortigen Vertretern zu messen haben. Der Berliner Sturm ist nach den Erfahrungen des letzten Städtespiels verstärkt worden, und es ist somit zu erwarten, daß Berlin einen Sieg nach Hause bringt. Immerhin darf Kottbus, das mit dem nahen Forst die Hochburg im M.- Kreis bildet, teines. wegs unterschäßt werden. Resultate vom Sonntag. Norben: Teutonia- Belten 2: 2, Eifenspalterei- Borwärts 1: 4, Bo ruffia- Segermühle 8: 1, Union- Brik 2: 1, ATV. Bantow- Staaten 3: 0, Bader- Bichterfelbe- Fichte- Gesundbrunnen 0: 5, Romet Alt- Glienice 0: 3. Sparta A- Germania 1: 1, Sparta B- Lichtenberg II 1: 2, BGB. 22 Frisch Frei 5: 2, Merkur- BGB. 16 2: 8, Oberfpree- Fichte GD, 1: 0, Tasmania gegen Luftia- Fidel 8: 5, Sertha- Stralau 0: 3, Weißenfee- gichtenberg III 0: 1 Südwesten: Sertha- Ludenwalde- Brandenburg a. b. 5. 1: 0, Britannia gegen Steali 1: 5, Schöneberg- Botsdam 6: 0, Rüftig- Borwärts- Neukölln 0: 3, NBC.- GBC, 1: 2, MGC.- Ruhlsdorf 0: 0. Bittoria- Abler 08, Fortuna- Berolina 24, BC. Moabit- Boltersdorf 0: 0. Wafferballspiele im November. Alaffe A: 18. November Neukölln- Union, Neutöln, A. Rintel. 18, Rovem ber Norden- Borwärts, ND., Wedding, E. Schröter. 18. Nov. Charlottenburg genen Vorwärts L., Friedrichshain, D. Schläffe. Klaffe B: 20, Nov. Norden gegen Faltenfee I, Wedding, E. Gernegroß. 20 Nov. Freiheit- Neptun B. Prenzlauer Bera, E. Jahr. 23. November Welle- Milagelfee, Friedrichshain, B. Wolter. 24. November Charlottenburg- Norden. Dennewih, B. Buftig. 24, November Faltenfee I- Faltensee I, Spandau, Götsch. 25. November Borwärts, 2. gegen Neptun, 2., Friedrichshain, A. Loreng. 26. November Freiheit- Vorwärts, R., Wedding. W. Kreuzer. 26. November Steglik- Union II, Steglit, Thomas, Charlottenburg. 26. November Union I- Neukölln, Kreuzberg, Gehrmann 26. Rovember Borwärts- Guben, Neukölln, Walter. 27. November Charlottenburg gegen Bormärts, N., Charlottenburg. Hoffmann. 27. November Freiheit gegen Faltensee I, Brenzlauer Berg, Drener. 28. November Borwärts, G.- Stenlik, Kreuzberg, Thomas, Neukölln. 28. November Neptun, 2- Röpenid, Friedrichs hain. D. Schläffe. Jugend: 21. November Neptun, 2. I- Welle, Friedrichshain, 21. November Neptun, B. I- Freiheit, Brenzlauer Berg, Abenbroth. 25. NoSamacher. 21. November Union- Neptun, L. II, Friedrichshain, Jungmann. vember Borwärts, R. I- Neptun, B. II, Brenzlauer Berg, Grellmann. 26. No. wärts, N. II- Charlottenburg, Wedding, R. Fechner, Die Freien Schwimmer Charlottenburg" feierten am Sonntag das Feft ihres zwanzigjährigen Bestehens burch ein glänzend ver faufenes Schwimmfeft. Als am 22. Juni 1904 der Berein in einem Bereinszimmerchen des ehemaligen Boltshauses in Charlottenburg gegründet wurde, stellte es fich am ersten Badetage heraus, daß von Ben 33 frischgebadenen Mitgliedern nicht ein einziges schwimmen fonnte. Trotzdem wurde mit frischem Mut an die Arbeit gegangen. Wenn heute der Verein mit seinen 580 Mitgliedern neben zahl reichen Schwimmergruppen eine Sonderabteilung unterhält, die in der Dennewigstraße babet, und sogar eine Kanu und Segelabteilung geschaffen wurde, die eine 25 Boote starte flotte befigt, so hat sich der Berein damit nicht nur selbst das beste Beugnis ausgestellt, son.vember Neukölln I- Borwärts, 2., Kreuzberg, B. Luftig. 26. November Bor dern er hat auch für die förperliche Ertüchtigung der arbeitenden Bevölkerung im Besten Berlins Hervorragendes geleistet. Es ist nur zu hoffen, daß der Wunsch des Bereins, einen eigenen Sommer badeplay mit Boots- und Klubräumen zu haben, recht bald in Er. füllung geht. Das Schwimmfest wurde durch einen Prolog im 28 affer" eröffnet, den eine Dame, auf dem Rüden liegend, in der Mitte des Baffins sprach. In den Konkurrenzen wurde abwechsefungsreicher guter Sport geboten. Besonderes Interesse bot neben einem Figurenreigen der Damen eine Vereinsbruststaffel, die von je cinem Mädchen, Knaben, weiblicher und männlicher Jugend, einer Frau und einem Mann bestritten wurde. Nachstehend die Ergeb. niffe: Eröffnungslagenftafette, 4 mal 2 Bahnlängen: 1. Charlottenburg 2.23% GeFunden. Brufschwimmen, 2 Bahnlängen, a) Mädchen: 1. Burbt- Neukölln 45% Gel. b) Anaben: 1. Grunwald- Belle 42 Get. c) weibliche Jugend: 1. Rannenberg- Waltenfee 44 Get. d) männliche Jugend: 1. Neumann- Charlottenburg 36% Get. e) Frauen: 1. Borchardt- Reutöin 47 Gef. 1) Männer: Schulz- Steglit 35% Get. Männliches Jugend- Seiteschwimmen, 2 BahnTängen: 1. Dunkel- Neukölln 36 Gel. Bereins- Tauchftafette, 4 mal 2 Bahnlängen: 1. Gdhwimmverein Norden 1 18% Min. Babbeln, 2 Bahnlängen: 1. Miethe- Weißenfee 1.18 Min. Männer: 1. Schröder- Weißenfee 1,11% Min. Jugendfchwimmen, 2 Bahnlängen: a) weibliche Jugend: Schaper Neukölln 38 Set. b) männl. Jugend: 1 Rutschbau- Charlottenburg 32 Set. Männer. fchwimmen, Bahnlängen: 1. Steinte- Norden 37% Get. Frauen- Rüdenfchwimmen, 4 Bahnlängen: 1. Tuchtenhagen- Freiheit 1,89 Min. Männliche Jugendlagenftaffel, 4 mal 2 Bahnlängen: 1. Neukölln 2,30% Min. Männer. Geiteschwimmen, 4 Bahnlängen: 1. Rörner- Norden 1,14% Min. Bereins bruftftaffel, 6 mal 2 Bahnlängen, le 1 Mädchen, Knabe, weibliche und männ liche Jugend. Frau, Mann: 1. Neukölln 4.21% Min. Männerschwimmen, 10 Bahnlängen: 1. Dietschte- Neukölln 3,17% Min. Männer- Rückenschwimmen, 4 Bahnlängen: a) Jugend: 1. Rapple- Charlottenburg 1.29% Min, b) Männer: 1. Busch- altensee 1,20% Min. Bafferballspiele. a) Jugend: Steglik gegen Char. tenburg 3:10 Tore. b) Bittenberge genen Charlottenburg 1: 8 ore. Bahnlänge 23 Meter. Sportfest der FTGB. am Bußtag. Morgen nachmittag fommt in der Zentralturnhalle Brinzenstraße ein großes Programm zur Darbietung, das weitere Kreise intereffieren dürfte. Zum Musterriegenturnen an Geräten find 30 Riegen gemeldet. Als Sondervorführungen treten acht NEU RICHTER STEGLITZ Nord- Oft- Sporttag. Der Kampfabend im Ringen, Bogen und Jiu- Jitsu der Sportlichen Bereinigung Nord- Ost" in den Germaniasälen war ein Erfolg. Im Jiu- Jitsu flug ups( NO.) nach wundervollem Rampfe ben bedeutend fchwereren Reimann( Libertas) in 14.15 Minuten durch Halstrawattenhebel mit Nierenfchere. Wolf( NO.) tonnte in 15 Minuten die fbarke Berteidigung von Lorena( Libertas) nicht durchdringen und mußte fich mit einem Un entschieden begnügen. Der Kampf zwischen dem füddeutschen Schwergewichts meister II ert( NO.) und dem füddeutschen Meister Eri Ofchu( München) war tura, aber doch voll intereffanter Momente. Nach 2 Minuten fiegte G. burch Strangulation und Nierenschere von rildwärts. Leider mußte der Stampf Betitiean- Steinte wegen Erkrankung des B. abgefagt werden. Die Jiu- Jitsu Demonstration der beiden Meister Puhlmann- Angermüller fand reichen Beifall. Die Bortämpfe zeigten 5 harte und spannende Treffen. Brofomiti( Giegfried) erzielte gegen Baris( NO.) einen fnappen Buntifieg, desgleichen im Mittelgewicht Rulaad( Siegfried) gegen Röfeler( NO.). Bei noch etwas mehr An- ben- Mann- gehen" hätte Röleler erfolgreich fein müssen. Amei harie Rämpfer standen sich in 2uckstädt ( Siegfried) und Röhling( NO.) unentschieden gegenüber. Den Halbschwer. gewichtlern Smolta( Burich) und Weik( NO.) gaben bie Bunttrichter eben falls ein Unentschieden. Sm Ringen waren bie Bertreter des Beranstalters von ausgesprochenem Bech verfolgt und mußten teilweise unerwartete Nieder lagen hinnehmen. Am besten hielt fich der Junior- Ringer Knoblauch( NO.) gegen Rieger( Berolina). Kreismeister Engelhardt( NO.) warf Oppermann( NO.) in 3 Minuten, desgl. Rocher( Zurich)) in 8,45 Min. Utecht( NO.). Weiter waren noch kurz( Neukölln) über Mabaus( NO.) und 8uppa( N.) über Road( NO.) erfolgreich. Auffallend war der Sieg Don Wonmode( Deutsche Eiche) über Klein( NO.). Frauenturnen im Südoften. In der Lumhalle Glogauer Straße burnt eine Jungmädchenabteilung Montags und Donnerstags von 8 bis 10 Uhr, die noch neue Mitglieder aufnimmt. Borher turnen ( von 6 bis 8 Uhr) Mädchen von 8 bis 14 Jahren. Altersriegenturner Groß- Berlin. Beute, Dienstag, 8 Uhr, Turnhalle Brinzenstraße. Nachdem Sikhung. Besprechung des geplanten Schauturnens. Freie Turnerschaft Neukölln- Brik. In der Woche vom 17. bis 22. No. vember fällt, wegen Ausliegen der Wählerlisten, für die in den Turnhallen Befer, Weife- und Richardstraße turnenden Abteilungen der Turnabend aus. Die Männerabteilung turnt dafür am Donnerstag in der Sorkberghalle. Eine Serbst- Feierstunde, veranstaltet vom Touristen- Verein Die Naturfreunde", Abt. Gesundbrunnen, findet am Mittwoch( Buktag), ben 19. NoBlaufopf ZIGARETTENFABRIK OTTO KRESSIN, BERLIN, SCHÖNHAUSER ALLEE 149. Cinsendungen für diese Rubrik find Berlin B. 68, Lindenstraße 8, für Groß- Berlin flets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trep. rechts, zu richten. 9. Kreis Wilmersdorf. Abteilungsleiter! Die Ganbzettel unb Blafate für ble Wählerversammlung am 21. November find bet Krois, Golfteinische Str. 60, abzuholen. 11. Kreis Schöneberg- Friedenan. Die Abteilungen bolen beute, Dienstag abends 6 Uhr, bon win, Martin- Luther- Str. 69, Blafate unb Gande gettel ab. 7. Kreis Charlottenburg. Mittwoch, den 10. November, 10 Uhr früb, et weiterte Borftandsfizung mit den Abteilungsleitern, Raffierern im Rate haus, Bimmer 1.- Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunbe! Am 21. Nobember, Freitag, 7 Uhr in der 22. Gemeindeschule, Witlebenstraße, Bicht bildervortrag des Gen. Dr. Sobann: Die Not des Arbeiterfindes und bie proletarische Selbsthilfe." Heute, Dienstag, den 18. November: 7. t. 7% Uhr Funktionärftbung bei Dahms, Schlegelftr. 9. 21. Abt. Der Frauenabend fält aus, bafür beteiligen fich die Genoffinnen an der Nachmittagsfeier am 20. November, 4 Uhr, in den Germaniafalen. 38. Abt. 7% Uhr Sibung sämtlicher Bezirksführer bei Bartusch, Friebenstr. 88. 81. Abt. Friebenan. Die Abteilungsfunktionäre treffen sich im Sozialistic fchen Seminar, 8 Uhr, bei Klabe, Sanbjerbftr. 60/61. 84. Abt. Lankwith. 8 Uhr Vorstands und Bezirksführerfihung bei Runge, Biethenstr. 24. 85. Abt. Tempelhof. Werbematerial für ble öffentliche Bersammlung am 21. b. 2. ift sofort von der Genoffin Saarsborf abzuholen. 141. Abt. Zempelhof. 7% Uhr bei Frische, Nieberstr. 5. Funktionärbung. Jungfozialisten, Gruppe Tempelhof- Mariendorf. Die Veranstaltung fält aus. Beteiligung an der Wählerberfammlung der Partei in Marlenfelbe.M Morgen, Mittwoch, den 19. November: 26. 26. 7 Uhr Mitgliederversammlung bei ichmann, Weißenburger Str. 1. Borwärtslefer find bazu eingelaben. 81. Abt. Borm. 10 Uhr Funktionärfibung mit den Betriebsbertrauensleuten bei Goldschmidt, Stolpische Str. 30. 85, Abt. Die Genossen treffen sich um 9 Uhr in den bekannten Lokalen zur Handzettelberteilung. 86. Abt. Borm. 10 Uhr bei Busch, Liffiter Str. 27, Bunktionärkonferens. Die Betriebsbertrauensleute müffen auch erscheinen. 47. Abt. Treffpunkt der Teilnehmer zur Besichtigung bes städtischen Ersiehungsheims Lindenhof( bei Lichtenberg) früh pünktlich 8 Uhr bei Stebentopf, Mustauer Str. 35. Fahrgelbloften 30 P., fir Arbeitslose frei. 49. Abt. Schwerhörigengruppe. 7% Uhr Jugendheim Lindenste, 3. 2. Sof 3 Treppen, Revolutionsfeier. Bortrag des Genoffen Reventlow. Nach dem gemütliches Betfammenfein. 83. Abt. Lichterfelde. Früh 9% Ube treffen fich ble Genoffen in Bichterfelde Oft bei Körner am Bahnhof Oft, in West bei Quandt, Moltkestr. 31. Wichtige Bartelarbeiten. 96. Abt. Neuköln. Borm. 10 Uhr bei 8ilmer, Nogatstr. 57, Funktionäre fitung. 101. Abt, Treptow. 5 4 Uhr nachm. Gemütliches Beifammenfein im Me ftaurant Neu- Tivoli( früher Müzel), Neue Krugallee, Raffeetochen. Borträge usto. Jangsozialisten. Gruppe Friebenau. Salbtagsfahrt. Treffpunkt früh 7% the pünktlich Wannseebahnhof Griedenau. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Zor. -99 Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftsstelle: Berlin G. 14. Gebastianftr. 87/88, Sof 2 Et. Kamerabschaft Krensberg, Südost- Abteilung, Bußtag, früh 7 Uhr. Treffpunkt Kottbuser Tor. Südwest- Abteilung 8 Uhr Hallesches Treffpunkt zum Spaziergang. Kamerabschaft Kreuzberg. Donners bag, ben 20. b. M., abends 7 Uhr, alle Kameraben Rammerfäle, Teltower Straße zuer Berfammlung des Reichsbanners Schwarz- Not- Gold. Kamerab schaft Webbing. Mittwoch, den 19. d. M., vormittags 10 Uhr, Abteilungs, Gruppen-, Unterführer und deren Stellvertreter, Sigung bei Müller, UferStraße 12. Büntliches und vollaähliges Cefcheinen unter allen Umständen notmendig Donnerstag, den 20. b. M., abends 7 Uhr, Swinemünder Ge fellschaftshaus, Swinemünber Strake. Bünktliches Antreten zur Verfamm Tungsüberwachung. Kamerabfchaft Sichtenberg nebft Untergruppen. Donners bao, den 20. b. M., abends 6% Uhr, Antreten der Ramerabfchaft an der Kirche in Friedrichsfelde. Fahnen find mitzubringen. Kamerabschaft Nenenhagen Hoppegarten- Birkenstein. Donnerstag, den 20. November, abends 8 Uhr, Treffen am Bahnhof Neuenhagen aum Gaalschuh ber demokratischen Ver fammlung bei Geier, Neuenhagen. Bollaähliges Erscheinen Pflicht. fchaft Königswufterhausen. Mittwoch, Buntag, den 19. b. M., abends 6 Uhr. Mitgliederversammlung im Reftauant aum unterberg, Inh. Baul Behm, Berliner Str. 18. Unbedingtes Erscheinen aller Mitalieder und Rameraber erforderlich. Teilnahme am Wahllampf ift Bilicht eines jeben. Republikaner als Gäste willkommen. Aamerab Bereinigung für Erziehungs- und Unterrichtsfragen, Stralanes Biertel. Dienstag, den 18. November, 7 Uhr, Schulaula Naglerftr. 8: Die Achtung vor der Schülerpersönlichkeit. Referent: Herr Lehrer Röhlena. Eltern will Lommen. Der Brovinzialverband des Boltsbunbes bentsche Kriegsgräberfürforge e. B. veranstaltet am Sonntag, den 28. November( Totensonntag), nadmittags 4 Uhr, in der Alten Garnisonkirche, Neue Friedrichstraße 46, eine Gebächt nisfeier für die im Weltkriege Gefallenen. Eintritt frei. Gäste willkommen. Zin Friedensformat Die beliebte 39 KRESSIN ZIGARETTE in bekannt überragender Qualitat Wirtschaft Die Ueberorganisation des Kartoffelhandels. Die unregelmäßige Entwicklung des diesjährigen Kartoffelgeschäftes hat dem Kartoffelhandel Aniaß zu Klagen gegeben, die zugieich die Ueberorganisation im Kortoffelhandel beleuchten. Die Kartoffelzeitung" bringt eine Zuschrift aus Mitgliederkreisen. die sich besonders mit dem Herbstkartoffelgeschäft im Ruhrgebiet befaßt, wo es zahlreiche Verluste infolge verfehlter Kaufdispositionen gegeben hat. Zu erinnern ist daran, daß zeitweilig die Bahnhöfe des Ruhrgebietes mit Kartoffeln überfüllt waren, die feine Abnehmer fanden. In Erwartung großer Preissteigerungen hatte der Handel aufgekauft, was zu bekommen war. Die Eisenbahn mußte der starken Inanspruchnahme von Wagen dadurch entgegengetreten, daß sie die Wagenstandsgeider start erhöhte und so die Verlaber zwang, schleunigst zu verkaufen. Ziele der deutschen Handelspolitik. Die Tatsache, daß mit dem 10. Januar 1925 die einseitige Meist begünstigungsklausel fällt, die das Deutsche Reich feinen Kriegsgegnern zugestehen muußte, hat dazu geführt, daß zurzeit bereits Handelsvertragsverhandlungen mit Frankreich gepflegen werden und daß die Erörterungen über einen Handelsvertrag mit Großbritannien und mit Italten angebahut find. Die Interessenten sind seit Monaten damit beschäftiat, ihre Wünsche der Reichsregierung und den parlamentarischen Körperschaften darzulegen. Damit neben den Einzelwünschen und den hinter ihnen das ganze deutsche Vo'k ihr Recht finden, ist der Deutsche Frei handelsbund( Frankfurt a. M., Neue Börse) bemüht, die Deffen lichkeit über die auf dem Spiel stehenden Gesamtinteressen aufzuflären. Er hat zu diesem Zwed Leitfäße für die deutsche Handelspolitik bekanntgegeben, denen wir fol: gendes entnehmen: Die große Aufgabe, das deutsche Volk auf dem zur Verfügung stehenden Landgebiet zu ernähre ist mit dem vorhandenen Boden deutsche Volk ist darauf angewiesen, das, was ihm fehlt, im weltund den gegebenen dürftigen Naturalschäzen nicht zu lösen. Das wirtschaftlichen Austausch zu erwerben. Um einen möglichst großen Ausfuhrüberschuß zu schaffen, muß bei einem Mindest aufwand von Produktionskosten ein Höchstmaß von Erträgen erziet der Löhne geht nicht an, da mit einer Herabsehung der werben. Eine Verbilligung der Produktion durch Verringerung eines der wichtigsten Attivposten der deutscher Wirtschaft, sinken gierung Handelsobjekte in Form von Zollpositionen zur Verführung gestellt werden. Es muß jedoch Klarheit darüber bestehen, daß die deutsche Regierung ge teigt ist, als Vertreter der überwiegenden Mehrheit des deutschen Volkes auf diese Zollpositionen zu verzichten, wenn die ausländischen Regierungen sich zu dem gleichen Borgehen entschließen. Es ist grundsätzlich falfch, bei den Erörterungen über die Handelspolitik zwischen Produzenten- und Konsumentenpolitik eine.t Unterschied zu machen. Jeder einzelne und jeder Betrieb ist zugleich Produzent und Konsument. Je mehr der Zollschutz ausgedehnt wird, um so schwächer wird die Schuhwirkung Was er als Produzent der zollgeschütten Ware gewinnt, verliert für den einzelnen Gewerbezweig und für den einzelnen Betrieb. er als Konsument anderer Waren, die einen Zollschutz genießen. Die Berliner Elektriker- Genossenschaft teilt mit, daß fie in Wilmersdorf, Landhausitr. 4, eine Filiale eingerichtet hat, bon der aus sämtliche westlichen Bezirke Groß- Berlins in bezug auf elektrisches Licht, Kraftanlagen und alle einschlägigen Facharbeiten bearbeitet werden. lungen zwischen Deutschland und der Schweiz, beneffend den Abbau Das deutsch- schweizerische Handelsabkommen. Die Verhand der beiderseitigen Einfuhrbeschränkungen, sind gestern zum Abschluß gelangt. Das Abkommen wurde am Montag im Auswärtigen Amt von den Delegationen unterzeichnet. Es bedarf noch der Genehmifeitiger Ratifizierung der Genehmigung in Kraft treten. Die verfehlten Spekulationen famen daher, daß man die Kaufkraft der Verbraucher und das Eindeckungs: bedürfnis überschäßt hat. Sodann hat, wie es in der erwähnten Zuschrift heißt, sich die Zahl der Kartoffelhändler um mindestens 100 Pro3. erhöht. Nach Aufhebung der Handelserlaubnis stürzte sich alles auf den Kartoffelhandel. Die alten reellen Firmen, welche die immer steigenben Preise nicht zahlen wollten, Lebenshaltung die Leistungsfähigkeit der deutschen Arbeit, gung durch die beiden Regierungen und wird 14 Tage nach gegens wurden an die Wand gedrückt. Genau wie in den Berladergebieten, so hat auch in den Berbrauchergebieten die Zahl der Kartoffelhändler zugenommen. Alles faufte Kartoffeln, um hierdurch reid zu werden. Eine Uebersicht des Marktes war darum nicht mehr möglich. Ramen die Waggons dann auf der Empfangsstation an. so wurde die Abnahme verweigert; denn gerade in diesem Jahr ist an jeder Kartoffel etwas zu finden. Infolge der naisen Bitterung sind die Kartoffeln mit Lehm behaftet oder mit faulen usw. durchsetzt; auf der andern Seite fam Ware zur Berladung, welche jeder Sorgfalt entbehrte. Nun fragt es sich, woher be tommen die vielen neuen Händler ihre Ware? In der Vorkriegsmüßte. Es wäre unwirtschaftlich, in Deutschland die Produktionszweige zu fördern, in denen Waren erzeugt werden, die im Ausland mit wesentlich geringeren Kosten hergestellt werden können. Ganz besonders gilt dies von denjenigen Waren, die selbst wieder als Produktionsmittel im Produktionsprozeß verwandt werden, also von Rohstoffen und Halbfabrikaten Es gilt aber auch von den Lebensmitteln, deren Preise unmittelbar auf die Löhne und damit ganz allgemein oufu die Produktionskosten einwirken. Die deutsche Fertigfabrifatindustrie fann auf offene Avstandsmörkte nicht rechnen, wenn sie nicht selbst geneigt ist, auf den Zollschuß zu verzichten Mit Rücksicht auf die schutzzöllnerischen Neigungen des Auslandes müssen der deutschen ReFür eine deutsche Produktionspolitik ergibt sich daraus die Notzeit arbeiteten die Berlader mit ihren bestimmten Kunden und Verwendigkeit, Lebensmittel, Rohstoffe und Halbfabrimittlern. Es war früher für einen neuen Großhändler sehr schwer, fate frei hereinzulassen. Den dadurch zunächst betroffenen ins Geschäft zu kommen. Heute dagegen ist es anders geworden. Produktionszweigen, also Landwirtschaft, Rohstoff- und HalbfabrikatGenau so wie neue Großhändler wie Pilze aus der Erde gewachsen industrien, erwächst die Aufgabe, sich durch Vervollkomm find, so hat sich die Zahl der Agenturfirmen mehr als verdoppelt. nung des technischen Apparats so zu stärken, daß sie Denn wenn man es mit der Vermittlung nicht so genau nimmt, den Wettbewerb mit der ausländischen Konkurrenz aufnehmen fann auch hierbei viel Geld verdient werden. Woher hätten die fönnen, ohne daß der überwiegenden Mehrheit des deutschen Volkes vielen neuen Händler ihre Ware befommen, wenn es feine Agenten ungebührliche Opfer auferlegt werden. Offenbarem Rotstand, insgäbe? Verkauft ein Verlader seine Waren durch einen Vermittler, besondere in der Landwirtschaft, muß mit anderen Mitteln als fo verläßt er sich darauf, von den Vermittlern einen zahlungsfähigen durch Zölle gesteuert werden. Käufer zu bekommen. Ein Verlader würde wohl taum an einen neuen Käufer, welcher ihm unbekannt ist, etwas verkaufen. Da gbt es 3. B. Leute, welche nicht für 10 Pf. aut find, und doch jeden Tag den Bahnhof voll Kartoffeln stehen gehabt haben. Fragt man se einen„ Großhändler", woher er feine Ware hat, so sagt er, durch den und den Agenten. Der Verlader verläßt sich auf den Vermittler und ist verlassen. Früher war es in der Ordnung, daß der Mafler sich erst über die Bonität( 3chlungsfähigkeit) des neuen Kunden eingehend informierte, heute fällt sogar dieses noch manche mal fort. Es kommt eben manchem Metler( es fei nur von gewiffen losen Maklern die Rede) nur darauf an, möglichst viel Geschäfte auf dem Papier stehen zu haben; denn die Provision ist schon fällig nach Abschluß des Geschäftes; was fümmert es ihn, ob der Verlader nachher durch das schifanöfe Verhalten des Käufers Geld verliert. Je mehr Ware durch seine Hände geht, um fo höher ist sein Verdienst. Mit Recht verlangt die Fachzeitschrift, daß wenigstens im Kartoffelgeschäft wieder die Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns gewahrt wird. Die geschilderten Zustände im Kartoffelhandel weisen aber auch deutlich darauf hin, wo die Gründe für die unmäßige Ver teuerung der Kartoffeln zu suchen sind. In den letzten Monaten nar es tatsächlich so, daß der Kleinhandelspreis für Kartoffeln faft immer um 80 bis 100 Proz. über dem Erzeugerpreis lag, daß ferner allein die Berdienstspannen im Playhandel so groß waren, daß die Verbraucher von einer Senfung der an den Erzeuger gezahlten Preise keinerlei Vorteil spürten. Hier follte einmal ganz energisch durchgegriffen werden. Wenn sich bei den Fehlspekulationen eine Reihe von Händlerfirmen die Finger verbrannt hat, so ist das nur erfreulich, weil das hoffentlich unlautere Elemente abhalten wird, im Handel mit diesem wichtigen Lebensmittel hohe Verdienstmöglichkeiten zu suchen. Es ist auch durchaus wünschenswert, wenn sich der Fachhandel selbst gegen diefe Mißstände zur Wehr seht. Ein Erfolg jedoch wird nur dann zu erwarten sein, wenn einerseits Landwirtschaft und Ber braucherorganisationen, andererseits aber Fachhande! und Behörden zusammenarbeiten, um die Mißstände auf diesem Gebiete zu bekämpfen und wucherische Prattifen am Kartoffelmarkt auszuschalten. Zentner frei Haus Berlin. Preisnotierungen für Nahrungsmittel. Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels je Gerstengraupen, lose.. 18,50 24,50 Kakao. fettarm 75,00 96,00 Gerstengrütze, lose... 18,50-18,75 Kakao, leicht entölt... 100,00-120,00 Haferflocken, lose 20,00-21,50 Tee, Souchon, gepackt. 320,00-400.00 Hafergrütze, lose..... 21,50-22,50 Tee, indischer, gepackt. 400,00-470,00 Roggenmehl 0/1 17,00-19,00 Inlandszucker basis mel. 29, 0-32.00 Weizengrieẞ 19,25-22,50 Inlandszucker Raffinade 33,00- 35,50 Hartgrieß 24,50-2,00 Zucker Würfel. 37,00-42,00 39,04,00 70% Weizenmehl Weizen- Auszugmehl Speiseerbsen, Viktoria Speiseerbsen, kleine Bohnen, weiße, erl Langbohnen, handverles. Linsen, kleine Linsen, mittel Linsen, große Kartoffelmeh! Eiernudeln 17,0 19.25 Kunsthonig 19,50 26,50 Zuckersirup hell in Eim. 40,00-45,00 18,00-24,00 Speisesirup dunk. in Eim. 27,00-31,00 16,00-18,00 Marmelade Einfr. Erdb. 90,00 95,00 22,00-24,75 Marmelade Vierfrucht 40,00 45,00- 53,00 28,50- 37,5 Pflaumenmus in Eimern 18,50 29,50 Steinsalz, in Säcken... 31,00-37,50 37,50$ 2,25 Siedesalz in Säcken 17,25 21,25 99 3,10- 3,60 3,70-4,20 4.40- 30 5,20-5,80 90,00-9,50 86.00-88,00 Makkaroni, Hartgrießwr. 43,50 45,00 Bratenschmalz in Tierces 90,00-92,00 Meh'nudein Bruchreis Rangoon Reis Tafelreis, glasiert, Patna Tafelreis, Java. Ringäpfel, amerik. Getr Pilaumen 90/100.. Pflaumen, entsteint • Die deutsch- ruffishen Handelsvertragsverhandlungen begannen am Freitag in Moetau mit einer feierlichen Eröffnunge fizung, in der der deutsche Botschafter Graf Brockdorff- Rangau eine emleitende Ansprache hielt und betonte, daß Teutschland den Weg nach Often antrete als aufrichtiger Freund, um gemeinsam mit den Völkern der Sowjet Union aufzubauen, was durch den Krieg zerstört wurde. Entschlossen, unter gegenseitiger Achtung der gegenfeitigen Interessen des anderen Teiles zu verhandeln und in der flaren Erkenntnis, daß jedes Land das Recht befigt, fein Wirtschaftssystem nach eigenem Ermessen aufzubauen, gehe man an die Arbeit. Am Montag begannen die geschäftlichen Verhandlungen zwischen den beiden Delegationen. Betriebseinschränkung trotz lebhafter Nachfrage. Deutsche Bergwertszeitung schreibt, ist die Nachfrage nach Eisenerzeugnissen unverändert lebhaft geblieben. Die Bertreter der Werte im Reich bringen weitere Nachfragen an, die aber zurzeit abgelehnt werden müssen. Einige Werke vertaufen schon seit acht Tagen nicht mehr. Das Auslandsgeschäft hai fich ebenfalls etwas belebt und es sind hier und da bessere Preise erzielt worden. Ab rheinisch- westfälischen Werken sind im Freimarkt zurzeit etwa folgende Durchschnittspreise zu ermitteln: Borblöcke 105 M., Knüppel 110-112 M., Blotinen 117 M., Stabeifen 122 W., Formeisen 117 M., Univerfaleifen 132 M., Ganzeifen 155 M., Grobbleche 135-138 M., Midelbleche 150 M., Feinbleche über 1 Milli meter 180 m., Feinbleche unter 1 Millimeter 195 M., Weißdraht 135 M., gezogener Droht blant 16 M. pro 100 Kilo, gezogener Trotz dieser Belebung des Draht verzinkt 20 m. pro 100 Kilo. Eisenmarfies beabsichtigen die Rheinischen Stahlwerte III in Duisburg die Blechproduktion aufzugeben und diese Betriebsab.eilung auf eine andere Produktion umzustellen. Des Wert hat gegen 1000 Arbeiter und 70 Angestellte die Kündigung zum 1. Januar ausgesprochen. Eine Leipziger Gartenbaumeffe. Es ist geplant, vom Frühjahr 1925 at eine Gartenbaumesse in Leipzig im Rahmen der Allgemeinen Mustermesse zu veranstalten. Die Gartenbauumeffe foll den gesamten deutschen Erwerbsgortenbau umfassen, daneben aber cuch auf die Samenzüchter- und Gartenbaubedarfsartikel ausgedehnt werden. Auf der Messe sollen die Gartenbauerzeugnisse als Handelsmare so gezeigt werden, wie sie vom Erzeuger on die Wie. derverfäufer oder Großverbraucher übergehen; fie hat also mit einer Gartenbauausstellung nichts gemein. 47,00-54,00 Bratenschmalz in Kübeln 25,00-30,00 Purelard in Tierces Neugestaltung des Kohlensyndifats. Der in der vorgestrigen 15,75-18,0) Purelard in Kisten 86,00-90,00 Mitgliederversammlung des Kohlensyndikats gebildete Ausschuß ist, 24,25-32,00 Speisetalg in Kübeln 19,00 20,00 Speisetalg in Packung 65,00-66, wie die Rheinisch- Westfälische Zeitung" hört, als eine Art Reor 32,75-42,00 Margarine, Handelsm. I 66,00 ganisationsausfchuß gedacht, der nicht nur die bestehenden .. 80,00-1 0,00 desgl. II. Differenzen mit den zwangsweise angeschloffenen Zechen einer Klärung zuführen soll, sondern überhaupt erie Umgestaltung des gefamten Syndikatsvertrags vorbereiten soll. Insbesondere soll sich ber Ausschuß auch mit einer neuen Lösung der Beteiligungsfrage befassen. Dem Ausschuß gehören Vertreter der Hütenzecher, der reinen Zechen sowie der zwangsweise angeschlossenen Zechen an. Cal. Pflaumen 40/50 Rosinen in Kisten, Candia Sultaninen Caraburnu.. Korinthen, choice 40,00-46,0 66,00-76,60 69,00-71,00 Margarine, Spezialm.i.. 80,00-83,00 desgl. II. 60,00- 65,00 Molkereibutter la i. Fäss. 203,00-2 8.00 60,00- 70,00 Molkereibutter i. Pack. 212,00-216,00 75,00-92,00 Molkereibutter lla i. Fäss. 175,00-192,00 65,00-75,00 Molkereibutter, i. Pack. 182,00-200,00 195,00-210,10 Auslandbutter in Fässern 211,00-216,0 200,00-210,00 Corned beef 12/6 lbs p. K. 40,00-42,00 110.00-120,00 Ausl. Speck, geräuchert 108,00-120,00 55,00-65,00 Quadratkäse. 45,00-60,00 125,00-130,00 Tilsiter Käse, vollfett.. 120,00-135,00 175,00-185,00 Bayr. Emmenthaler 203,00-228,00 Echter Emmenthaler Rohkaffee Zentralamerika240,00-310,00 Ausl. ungezuck.Condens170,00-185,00 Röstkaffee Brasil 260,00-300,00 milch 48/16 Röstkaffee Zentralam... 330,00-400,00 Inländische desgl. 48/12 Röstgetreide. lose 20.00-22.00 Inl. gez. Condensm. 48/14 Mandeln, süße Bari Mandeln, bittere Bari Zimt( Cassia) Kümmel, holländischer Schwarzer Pfeffer singap. Weißer Pfeffer Rohkaffee Brasil 160,00-170,00 Der Südwestdeutsche Kanalverein hot in einer nach drei Jahren zum ersten Male abgehaltenen stark besuchten Mitgliederversamme lung beschlossen, die Regierungen und die Bolksvertretungen des Reichs und der Länder Württemberg, Baden und Hessen zu bitten, mit aller Energie so rasch als möglich den begonnenen Ausbau 21,00 23,50 16,50- 19,25 der Neckar- Wofferstraßen vom Rhein zur Donau 25.00- 26.00 durchzuführen. Höchstleistung Eine deutsche I Teure Zeiten machen erfinderisch. Die hohen Butterpreise brachten die große Erfindung , Rahma buttergleich" Probieren Sie noch heute die Margarine Rahma buttergleich Man verlange beim Einkauf von ,, Rahma buttergleich" gratis die Kinderzeitung ,, Der kleine Coco". Nr. 54441. Jahrgang Fort mit Severing? 2. Beilage des Vorwärts Monarchisten und Kommunisten schreien in brüderlicher Einmütigkeit: Fort mit Severing! Rechts- und Linksradikale bekämpfen diesen Mann seit Jahren mit allen Mitteln der Berleumdung und Verhegung, weil sie mit Recht in ihm eine der stärksten Stügen der Republik und der friedlichen und freiheitlichen Entwicklung Deutschlands fehen. So einigen sich Rechts- und Linksbolschewisten, die den Bürgerkrieg nach innen und den Revanchefrieg nach außen wollen, so einigen sich alle, die nicht in der freien Luft einer menschenwürdigen Demokratie atmen tönnen, sondern sich wieder in die dumpfe Atmosphäre des Untertanenstaates und des Militärdrills zurücksehnen, auf den gemeinsamen Ruf: Fort mit Severing! Was wird es bedeuten, wenn Severing nach diesen Wahlen nicht wiederkommt? Severing hat in jahrelangem zähen Kampf die illegitimen Geheim- und Mordorganisationen der Rechts- und Linksradikalen bekämpft. Severings Rücktritt würde den Triumph des Stahlhelm, Werwolf, Jungbeutschen Orden, Organi fation C., würde den Sieg der Bolschewisten von rechts und links bedeuten, würde Ludendorff und 3wan kag die Bahn freimachen, um der Republik den Todesstoß zu geben. Severing hat in jahrelanger aufbauender Arbeit eine republikanisch zuverlässige Sch u spolizei geschaffen. Tritt Severing zurüd und übernimmt ein monarchistischer Innenminister die Polizei, so hätten die Putschisten gewonnenes Spicl, so wäre eine starte Waffe der Republit verloren und der gesamte Polizeiapparat des Staates würde wie in Vor friegszeiten gegen die Arbeiter und die Gemert. fchaften losgelassen. Arbeiter, wollt Ihr das? Severing hat in die alte, muffige und reaktionäre preußische Verwaltung frische Luft hineingebracht Früher fonnten nur die feudalen Korpsstudenten Beamte werben. Ein Arbeiter oder eine Arbeitersohn galt als minderwertig, fam nie über den unteren Beamtengrad hinaus. Severing aber hat an Stelle ber bis in die Knochen reaktionär fonservativen Oberpräsidenten Männer wie den früheren Arbeiter Hörfing in Magdeburg eingesetzt, der das Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold gefchaffen hat und mit Feuer eifer für die Republik eintritt. Severing hat viele andere Arbeiter, die gezeigt haben, daß sie im Leben ihren Mann stehen, zu hohen und höchsten Beamten der preußischen Berwaltung gemacht. Severing hat sozialdemokratische Landräte auf das flache Land gefeßt, damit sie für das Gemeinwohl wirten und für die Rechte der unter dem alten Regime entrechteten und gefnechteten 2andarbeiter eintreten. Severing hat so den Fluch der sozialen und politischen Degradierung von den Arbeitern genommen und die vielen wertvollen Kräfte der Arbeiterbewegung für die ganze Republik nuzbar gemacht. Trift Severing zurüd, fo kommt der übermütige, brutale pommerjhe Junter als Landrat, Regierungspräsident und Oberpräsident wieder, und es beginnt eine Zeit der schärfften Reaktion und Arbeiterentrechtung! Polizeifpiheftum, rechtsradikaler Terror, freche Anmaßung der Offiziersverbände und schamlose Ausbeutung durch das Unternehmertum werden Triumphe feiern wie zur Zeit des Sozialiftengesetzes. Arbeiter! Frauen! Republikaner aller Berufe! Wollt Ihr, daß Preußen ein festes Bollwert ber Republif gegen alle reaftionären Strömungen im Reiche bleibe, wollt Ihr, daß die bayerische Königsmacherei, die Ludendorff- Hitlerschen Putschverbrechen, die scharfracherischen Gelüste der Schwerindustrie. die sinnlosen Bürgerkriegsinftruttionen der Moskauer zu fchanden werden, wollt Ihr, daß die Revanchefriegsheße der Rechtsradikalen und abgedankten Offiziere zufammenbreche, die ohne Waffen mit Euren Knochen und dem Blut Eurer Söhne den Irrsinnskampf gegen die stärksten Militärmächte der Welt führen möchten, wollt Ihr, daß die Republik lebe und start werde und daß der deutsche Arbeiter und seine Kinder eine freie, friedliche und glückliche Zukunft haben werden, dann wählt sozialdemokratisch, auf daß Severing, der Mann des Vertrauens aller Republikaner, bleiben fann! Volksgemeinschaft! Das Ziel der Reaktion. Wir haben kürzlich aufgezeigt, was die Deutschnafionalen wollen. Die Kreuzzellung" bestätigt, daß wir die Ziele der Reaffion richtig gezeigt haben, Sie schreibt: So harf es flingt, was der„ Borwärts" in die Worte fleldet: „ Die Sozialdemokratie foll vom Staatsleben ausgefchloffen werden. Sie foll wie eine ausfähige Bartei behandelt werden, mit der grund. jählich jede 3usammenarbeit abzulehnen ist, wir danken dem„ Borwärts" für seine verständnisvolle Deutlichkeit; denn fie trifft Wortfür Wort das richtige." Die Arbeiterschaft und ihre Partei soll behandelt werden wie unter dem wilhelminischen Regime. Darauf am 7. Dezember die Antwort: Sieg der Sozial. demokratie! Das wahre Gesicht der Deutschnationalen. Graf Westarps Klage über die Macht des Reichstags. In einer Betrachtung in der Kreuzzeitung vom 30. Tezember 1917, die dem Mitarbeiterzeichen nach aus der Feder des Abgeord neten Grafen e starp stamme, jammerte der fonservative Barteiführer darüber, daß der Reichstag in der zweiten Hälfte des Jahres 1917 eine„ tatsächlich wirksam gewordene Erweiterung seiner Rechte" habe durchseßen fönnen". Seit dem Juli 1917 beanspruche die Reichstagsmehrheit, daß die gesamte Politik des Reiches lediglich nach ihrem Diftat geführt werden darf. Dieser Anspruch erftredt fich aber vor allem auf die gesamte äußere Bolitie". Es ist richtig, daß bie bamalige Reichstagsmehrheit im Gegenfag zu den Rechtsparteien einen größeren Einfluß namentlich auf die Dienstag, 18. November 1924 Deutsches Heldentheater. Auf Wunsch hoher und höchster Kreise plant die Direktion eine nochmalige Wiederholung des bewährten Zugstückes„ Das Leben für Ludendorff, Raffke und Comp." mit der Balletteinlage, Totentanz".( Logenplähe bereits in festen Händen!) außenpolitischen Geschehnisse anstrebte, je mehr sich herausstelle, daß anders es zu einem Frieden nicht tommen werde. Die Not des Baterlandes drängte schließlich auch Zentrum und Demofraten, mehr Rechte für die Voltsvertretung zu fordern. Das Volk Gefindel! In der gleichen Ausgabe der Kreuzzeitung" wettert ein Herr Julius Werner gegen die Demofralisierung. Wenn die polt tischen Machthaber nicht den Mut finden, gegenüber der deutschfeind fichen Beltdemokratie die preußisch deutsche Monarchie zu festigen und die Reichsverfassung auf Bismarckscher Grundlage zu erhalten, dann dürfen sie sich nicht wundern, wenn sich manch ein loŋaler Staatsbürger das Zarathustramort aneignet:„ Den Herr schenden wandt' ich den Rücken, ols ich fah, was sie jetzt Herrschen nennen: Schachern und Markten um Macht mit dem Ge= findel" Nieder mit dem gleichen Wahlrecht! Der Reichsbote" vom 15. Ncvember 1917 schrieb unter der Ueberschrift: Dinge, für die wir danken": Wir danken also für jeden Fall für die bereits angedrohte Republit Deutschland". Wir danken aber auch für alle Demokratisierung", Parlamentarisierung" und für das gleiche Wahlrecht". Wenn nicht für das gleiche schlechthin, so doch für seine mechanische Gewährung. Wir danten endlich für jede Art von Verzichtfrieden ohne Annegionen und Entschädigungen". Das sind Beispiele von der Boltsfeindi ichkeit der Konservativen, die nach der Revolution schleunigst ihre Firma änderten, sich eine " Bolts" partei nannten und vergessen zu machen suchten, wie sie als herrschende Kafte das gemeine Bolt verachtet und es rechtlos gehalten haben. Nach der Revolution heucheln fie. In den„ Rich flinien für unsere politische Arbeit", die die Deutschnnatioalen im Anschluß an ihren Wahlaufruf zur Nationalversammlung Ende Dezember 1918 ver. öffentlichten, hieß es: „ Die gegebene Verfassung für den deutschen Staat ist nuntmehr die parlamentarische Regierungsform, getragen vom Bertrauen der Mehrheit seiner Bürger und ruhend auf dem gleichen Wah! recht." Und auch den Frauen tommt man zart entgegen: Bir begrüßen die deutsche Frau als ein in jeder Beziehung zur Mitarbeit am öffentlichen Leben gleichberechtigtes Mitglied." Woher auf einmal die Freundschaft für die politische Frau? Bor dem Essen las man's ganz anders. Da gehörte die Frau ins Haus. Im öffentlichen Leben hatte sie nichts zu tun. Damals hieß cs: die Demokratie bie gegebene Verfassung für Deutschland. Heute fagen fie in ihrem Wahlaufruf: „ Die vergangenen Monate haben genügt, den Barlamen tarismus, dessen Unfruchtbarkeit wir vorausfagten, als Un möglich feit zu erweisen. Mit Etel wendet sich das deutsche Bolt, das Ruhe zu eigener Arbeit verlangt und fachliche Arbeit von feiner Regierung, von einem Syftem ab, bas von ber Demokratie auf Geheiß der Finde eingeführt und von Erfüllungspolitikern zum Unglüd des deutschen Boltes burchgeführt worden ist." Heuchelei damals, Gesinnungslosigkeit auch heute. Kamen fie zur Regierung, fie würden das verfluchte System der konservativen Reaktion wieder aufleben laffen. Werft die Reaktion nieder! Fort mit den mastierten Konser. vativen, den Deutschnationalen! Ein Geisler- Sieg. Es geht abwärts mit den Deutschnationalen. An Freitag, den 14. November, hielt die Deutschnationale Bolkspartei ihre erste Wahlve: sammlung in Storfow( tart) ab, bas fie bei ben Maiwahlen endgültig erobert zu haben glaubte und wo sie bamals immerhin eine stattliche Stimmenzahl gemustert hatte. Ausgerechnet Herr Frig Geisler, Bertreter der Nationalen Ber. 19 | bände und der Nationalen Arbeiterverbände", mar berufen, die Um follfraftion der Halbierten zu verteidigen. Wie anders diesmal bas Bild als im Mai! Fast schien es, als fei für die Freunde der Deutsche nationalen in Stortom für diesen Abend die Parole ausgegeben worden, der Versammlung fernzubleiben. Storfows Arbeiterschaft war es, die den Saal füllte. Wie wohl Herrn Geis'er por diesem denten. Er mußte sehr schnell erkennen, daß das Kampffeld für ihn angriffsluftigen, siegesgestimmten Auditorium mar, fann man sich von vornherein verloren war. So wand er sich mit einer bemerkens. werten Zahmheit durch all die Krümmen und Finsternisse des deutschnationalen Weges feit dem 4. Mai, bemüht, auch hier zu zeigen, daß fein Banner nie gefchwankt habe. Echonungslos und außerordentlich wirksam rechneten in der Diskussion unter dem stürmischen Beifal mit dem deutschnationalen Politiker und Benz vom Reichsbanner der Bersammlung die Genossen Landiagsabgeordneter Klaußner Schwarz- Rot- Bold mit dem tapferen Vertreter der Vaterländischen Verbände ab. Begeistert stimmten die Versammelten in das drei fache hoch auf die Republik ein, mit dem die Reichsbannerleute die Bersammlung schloffen. 100prozentige Aufwertung! Aber nicht für das Volk, sondern für die Fürsten. Der thüringische Staat hat die Domänen und den immobilen Besitz des Herzogs Bernhard v. Meiningen übernommen. Ueber die Entschädigung des Herzogs fam eine Einigung nicht zustande. Nun entschied das Oberschiedsgericht zugunsten des Herzogs. Er erhält: 1. 300 000 Goldmart Rückstände. 2. Weitere 300 000 m. 3. Eine monatliche Rente von 41 250 m. bis der Fis fus fein Kapital von 8 250 000 M. zurückzahlen wird.. Der beklagte Fiskus trägt vier Fünftel, der Herzog ein Fünftel der Gerichtskosten. Der Besitz der Rentner und vieler anderer Staatsbürger st befanntlich ebenfalls an den Staat übergegangen. Der Staat entmit einem geringfügigen fchädigt sie wenn er sie entschädigt Bruchteil ihrer Ber! ufte. Der Herzog Bernhard v. Meiningen wird 100prozentig entschädigt. Das ist Aufwertung nach den Herzen der Deutschnatlonalen. Die wirtschaftliche Not der Polizeibeamten. Bon Abolf Rompf, Bol.- Obersekretär und 1. Borstzender des Berbandes Breuß. Bolizeibeamten e. B. Ortsgruppe Staff L Eine Notiz über Erhöhung der Offizierspensionen, die in den letzten Tagen durch die Presse ging, g bt mir Beranlassung, die breite Deffentlichkeit auf die Besoldungsverhältnisse der Bolizeibeamten, insbesondere der unteren Polizeibeamten( Schuß-, Kriminal- und Berwaltungspolize), die Tag und Nacht auf der Straße stehen, h'nzuweisen. Die an und für sich ausreichenden Offizierspensionen aufzubessern ist der Staat bereit, aber für die Polizeibeamtenschaft Gelder flüssig zu machen, fann sich der Staat nicht entschl'eßen. Interessant wäre es zu erfahren, ob für diesen gen Personen aus dem Mannschafts- und Unteroffiziersstande, die während des Krieges ebenfalls Offizier und Oberbeamtenstellen wahrgenommen haben, die ja eigentlich an und für sich selbstverständlichen, erhöhten Ber forgungsmaßnahmen getroffen sind. Ohne die Sache erst näher prüfen zu müssen, kann jedoch jetzt schon wieder behauptet werden, daß hier die gleichen Erscheinungen zutage treten werden wie bei der letzten Besoldungsreform. Borfommnisse in der letzten 3 it in der Polizei sollten doch dem Finanzmin sterium und den gesetzgebenden Körperschaften, die leider erst am 7. Dezember wiedergewählt werden, Beranlassung geben, ihr Augermert auf die wirtschaftliche Netlage der Polizeibeamtenschaft zu richten. Was erleben wir heute täglich von den Beamten, die die Stüßen des Staates fein sollen: Selbstmorde, Unterschlagungen, Beamtenbestechungen ufm Alles, um den wirtschaftlichen Sorgen zu entgehen. Der Beamte, der seinen Mitbürger schüßt, der dafür sorgt, daß Ruhe und Ordnung im Lande herrscht, damit der Geschäftsmann se'nen Geschäften nachgehen kann, Damit Schieber und das neue Großlapital seine im Kriege und in der Inflation auf Rosten der Allgemeinheit erworbenen Millionen mit größter Ruhe verschlemmen fönnen, dieser Beamte wird am flechtesten bezahlt. Im Preußischen Landtag haben alle Bar trien, insbesondere die fozialdemokratifche, demokratische und Zentrumspartei, die schlechte Bezahlung und die Notlage der Polizeibeamtenschaft anerkannt. Das Reichsfinanzministerium verhält sich aber immer noch a blehnend. Bei den Verhandlungen der Spitzenorganisationen haben sie wenig Gegenliebe gefunden. Troßdem die Gegenstände des täglichen Bedarfs fteigen, hält man den Beamten immer den Preisabbau Den unter: stügungsfonds der Schußpol zei hat man von 400 000 auf eine million erhöht. Die Beamten verzichten auf den gesamten Unterftügungsfonds. Der Staat soll ben Beamten das geben, was ihnen Bor. gebührt. Wir müssen zusehen, wie auf der einen Seite ben höheren Beamten die Gehälter in ausreichendem Maße zur Verfügung ge= stellt werden, während auf der anderen Seite die unteren Bol zei beamten ben wirtschaftlichen Sorgen durch Selbstmord, Unterthlagungen usw. entgehen müssen. Es soll ausdrücklich damit betont werben, daß damit nicht gesagt werden soll, daß die höheren Beamten zuviel Gehalt betommen, aber wir vertreten mit aller Bestimmtheit den Standpunkt, daß cs unmöglich ist, den höheren Beamten ausreichende Gehälter zu zahlen, während man die unteren Beamien terben und hungern läßt. Wir wissen, daß die Finanzlage unferes Baterlandes sehr schlecht ist, aber dann müssen alle Bolfsgenossen an den Lasten, die uns ber verlorene, von den unteren Beamten und den Arbeitern ganz gewiß nicht gewollte Krieg und das Sachver ftändigengutachten auferlegt, gleichmäßig beteiligt werden. Heute muß man sehen, wie die Arbeiter und die unteren Be einten hungern, während auf der anderen Seite Geld im lleberfluß vorhanden ist. Wo liegen nun die Ursachen unserer schlechten Bejoldung? 1. In der Unreinigtet und inneren 3erfplitterung der Bee amtenschaft felbft. 2. An der schlechten, vor allen Dingen ungerechten Finanzwirtschaft. 3. Daran, daß das Großfapital, das doch in Wirklichkeit regiert, fagt: Bessert die Beamten nicht auf, sonst kommen die Ar. be ter und verlangen eine Rohmerhöhung." Also bekommen die unteren Beamten nichts. 4. In der inneren, noch immer spaltenden Kluft zwischen Arbeter und Beamtenschaft. Der letzte Bunft ist wohl der wichtigste, der auch von ben mah gebenden Stellen gesch dt ausgenutzt wird. Darum wacht auf, Kollegen, ich rufe euch zu:„ Ihr habt am 7. Dezember, am Tage der Wahl, das Wort, gebt allen denen, die eure Lace nicht verbeffern wollen, durch den Stimmzettel die gebührende Antwort. am fichtlich einer einheitlichen Bewertung des Grundvermögens entgegen zu fommen, wie überhaupt es bas Bestreben des Minifteriums fei, den Gemeinden in der Ueberwindung ihrer finanziellen Nöte behilflich zu sein Diese Erklärung des Vertreters des Reichsfinanzministerians wurde von der Bersammlung mit sichtbarer Enttäuschung aufgenommen. Seitens des Verbandes wurden dann dem Regierungsvertreter durch den Geschäftsführer Asmus Swinemünde die = Oeffentl. Wählerversammlungen heute, Dienstag, den 18. november, abends 7/2 Uhr: Prenzlauer Berg, 24. und 25. Abt.: Oberrealschule, Pasteurftraße 44. Gewerbe- und Kaufmannsgerichte. Verbandsversammlung in Bremen. Am 14. und 15. November tagte in Bremen die 12. Verbandsversammlung des Verbandes deutscher Gewerbe- und Kaufmannsgerichte, die von mehr als 300 Bertretern besucht war. Außer Vertretern der Bremer Regierung und Behörden nahmen auch mehrere Bertreter von Reichs- und Landesministerien an dieser Tagung teil. Bemerkenswert ist aus der Begrüßungsansprache des Vertreters des Reichsarbeits- und Reichsjuftizministeriums die Mitteilung, tak auf Grund mehrerer dringlicher Anträge im Reichstag der Reichsarbeitsminister bereits in der nächsten Zeit den Entwurf eines Arbeitsgerichtsgesetzes der Reichsregierung, alsdann dem vorläufigen Reichswirtschaftsrat und dem Reichstag vorzulegen gedente. Nach Erledigung der ge schäftlichen Angelegenheiten und nach Wiederwahl des bisherigen Verbandsausschusses hielt Universitätsprofessor Dr. HedemannJena den ersten Bortrag über„ Das freie Ermessen in der Gerichtsbarkeit. Der Redner gab einen geschichtlichen leverblid über die Entwicklung der gerichtlichen Beweistheorie, bei der der Richter den Schuldbeweis na fiarren, unumstößlichen Formeln fuchte. Das eriparte ihm eigene Stellungnahme und brachte feine eigene innere Stimme zum Schweigen. Seit etwa zwei Jahrzehnten hat die Bewegung des freien Rechts eingefeht Kreuzberg: Erbe( vorm. Kliem), Hosenheide 13. Marienfelde: Hafeloff, Berliner Straße 114. Neukölln: Erbe( borm. Kliem), Hasenheide 13. Brih: Beckers Gesellschaftshaus, Chauffeestraße 97. Treptow: Nitschte. Am Treptower Part 26. Alt- Glienide: Franz Bohn, Grünauer Straße 55. Oberschöneweide: Aula Gemeindeschule, Frischenstraße. Friedrichshagen: Schröders Gesellschaftshaus, Friedrichstr. 137. und fich machtvoll ausgebreitet. Die Richter entscheiden heute mehr Lichtenberg: la Mittelschule, Marktstraße. Mahlsdorf: Lokal Anders, Bahnhofstraße. Niederschönhausen: Schloß Schönhausen, Lindenstraße 11. Redner: Crifpien. Kutiner, Dr. Löwenstein, Karl Leid, Müller- Franfen, Siering, Ernst Reuter, Heinrich Schulz, Dr. Benl, Wermuth, Zista. Donnerstag, den 20. November, abends 7/2 Uhr: Prenzlauer Berg, 27. Abt.: Schulaula, Sonnenburger Str. 20. Charlottenburg: 51. und 55. Abt.: Schulaula, Dandelmann ftraße 26/ 28.52. und 53. Abt.: 30. Gemeindeschule, Biebestraße( Eingang Neues Ufer). Steglih: Oberrealschule, Elifenstraße 2. Karlshorst: im Fürstenhaus. Blankenburg: Lokal Klug, Dorfstr. 2. oder minder nach freiem Ermessen, ob eine Behauptung wahr oder umwahr, ein Beuge glaubwürdig ist eber nicht. Die Freiheit bes Richters ift baburch gewaltig gemachfen, zugleich aber auch hat sich seine Berantwortung vergrößert. Diese Berantwortung fönne nicht ernst genug genommen werden, da be: unserer in Gegenfägen zerriffenen Zeit auch bei dem Richier als einem Rind seiner Zeit religiöfe, allgemein menfchliche, literarische und berufliche Abhängigkeit möglich fei. Die größere Freiheit in ter Rechtsprechung fei zu begrüßen, aber fie finne des erhöhten Verantwortlichkeitsgefühls der Richter nicht entbehren. Ueber... Neue Aufgaben der Gewerbe- und Kaufmannsgericht sprach Obermegistratsrat ölbling- Berlin, der dringend die endgültige Gestaltung der Arbeitsgerichte durch ein einheitliches Arbeitsgerichtsgeset forderte. Die Arbeitsgerichte hätten sich ber ihnen zugewiesenen Aufgaben und felbst ihrer ausgedehnten freiwilligen Tätigteit voll. tommen gewahlen gezeigt. Bebauerlid fei, daß man den Gewerbeand Arbeitsgerichten die Schlichtungstätigkeit genommen und sie ben Schlichtungsausfüffen übertragen habe das Einigungs- und Brozeßwejen müsse bei den Arbeitsgerichten wieber vereinigt werden. Redner: Künstler, Dr. Löwenstein, Lempert, Otto Meier, Ein Rüdiritt auf dem Gebiet der sozialen Rechtsprechung Dr. Moses, Ruben, Adele Schreiber. dürfe nicht geduldet werden. Tagesordnung: Deutschnationale oder sozialdemokratijche Politit? Kriegs- oder Friedensreichstag? Für uns Schußpolizeibeamten ist die Wahl aut 7. Dezember Oeffentliche Frauenkundgebung zum Breußischen Landiag von ganz besonderem Interesse, ja jogar ausschlaggebend. Biele Kreise, viele der jeßigen Borgesezten haben en großes Interesse daran, daß unser Innenminister Severing, ber in anerkennenswerter Weise trog Anjeindungen von links und von rechts es verstanden hat, mit der gesamten preußischen Bolizei die Ruhe und Ordnung aufrechtzuerhalten, verschwindet. Wir wissen, daß wir nach Artikel 130 der deutschen Reichsverfassung Diener der Gesamtheit und nicht einer Bartei sind. Aber wir beanspruchen das Recht zu leben und wollen die uns gewährte Bereinigungsfreiheit und das Recht, das jedem Deutschen nach Artifel 118 zufteht, feine Meinung frei zu äußern, voll und ganz in Anspruch inchmen. Wenn wir unser Los verbessern wollen, wenn wir unsere Bereinigungsfreiheit behalten und nicht den Gegnern der Republik ausliefern wollen, dann überlege jeder Beamte reislich und wähle am 7.: Dezember 1924 republikanisch. Preußischer Landgemeindetag. Kommunale Steuerfragen und Verwaltungsreform. Sonnabenb trat der Berband der preußischen Landgemeinden zu einer Tagung im Reichstag zusammen. Anwesend waren Bertreter der Reichs- und Staatsbehörden, der kommunalen Spihenverbände, des Reichslandbundes und anderer mit Kommunalwirtschaft in Berbindung stehenden Organisationen. Der erste Vorfihende, Bürgermeister Lange- Weißwasser, gab von der Entwidlung des jest 22 000 Mitgliedergemeinden zählenden Verbandes Bericht, der nunmehr die zweitgrößte fommunale Spizenorganisation und als solche einen wichtigen Fattor im öffentlichen Leben darstelle, mit dem Gesetzgebung unb Regierung rechnen müßten. Die Tagung fet in erster Linie von dem Wunsch erfüllt, die verloren gegangenen Selbstverwaltungst srechte der Gemeinden zurückzugewinnen und zu erweitern. Dann gab Landrat a. D. Dr. Gerete den Geschäftsbericht. Er feilte mit, in welder Richtung die Bemühungen der Organisation feit ihrer Gründung verlaufen feien. So habe man sich gegen die Absicht der Einführung der Landbürgermeiste. reien wie gegen die rücksichtslose Auflösung aller Gutsbezirke ges wandt. Er begrüßte die Bertleinerung der Wahlbezirke und ver= Tangie dann vor allem, daß die Landfreise in größerem Maße als bisher den Stadtkreisen gleichgestellt würden. Besonders starf habe fich der Verband mit der Steuer- und Finanzfrage beschäftigen müssen. Die Gemeinden brauchten unter allen Umständen eigene Steuerquellen, denn bei dem augenblicklichen System fei es ihnen möglich, alle tommunalen Aufgaben durchzuführen. Jim Schluß betonie Dr. Gerefe, daß der Verband sich bei aller Kritif jeder Parteipolitif enthalten und sich nur mit fommunalpolitischen Aufgaben beschäftigen wolle. rat über Als zweiter Bunft der Tagesordning war ursprünglich ein Refetommunale Steuerfragen durch Ministerialdirektor Bopit vom Reichsfinanzministerium vorgefehen. An feiner Stelle erschien jedoch Ministerialrat Dr. Rauf mann um die Erklärung abzugeben, daß der Reichsfinanzminister mit Rücksicht auf die Tatsache, daß die augenblickliche Reichsregierung nur als eine gefchäftsführende Regierung bis zu ihrer zu erwartende Umbildung zu betrachten sei, feinem Bertreter auf dieser Tagung nicht geftatte, fich über den bevorstehenden Finanzausgleich zu äußern um nicht dadurch den Abfichten einer fünftigen Regierung vorzugreifen. Dr. Kaufmann glaubte aber versichern zu fömen. Reichsfinansminifteriumn nicht abgeneigt fei, den Gemeinden hinsichtlich mancher Wünsche, so vor allem, hinheute, Dienstag, den 18. November, abends 72 Uhr: Ansprache, Rezi Wilmersdorf: Oberrealschule, am Seeparf. tation, Gesangsvorträge.- Redner: Pfarrer August Bleier. wesentlichsten Wünsche der Gemeinden hinsichtlich einer Finanzreform vorgetragen. In erster Linie wurde die Erteilung des Zuschlags rechts zur Eintommensteuer verlangt, die früher die Haupteinnahmequelle der Landgemeinden gebildet habe, und im Zusammen hang hiermit die Einführung der örtlichen Voreinschäßungs tommiffion, um ungleiche Beranlagung zur Einfommensteuer zu vermeiden. Ferner wurde eine weitere Beteiligung der Gemeinden an ben Umsatzsteuererträgen, Vereinfachung der Steuerzahlung, Auf hebung der einseitigen Belastung des Grundver mögens(!), Beranlagung der Gewerbesteuer durch die Orts: behörden u a. m. gefordert. men. 19 Eine lebhafte Ausspreche entwidelte sich über ein vom Richter Dr. Schminde Bremen erstattetes Referat„ Die Erfahrungen mit der neuen Schlichtungsordnung", in dem dieser die Mängel der auf Grund des Ermächtigunnsgeleges erlassenen Schlichtungsverord nung vom 30. Oftober 1923 hervorhob und sich dahin aussprach. daß die Echlichtungsordnung nicht mehr barielle, als eine RofZwei Ber brüde zu einem allgemeinen Arbeitsgerichtsgefch. treter von Arbeitgebervereinigungen führien Kane darüber, teß es zu viel Gerichtsbarkeit gäbe, wodurch die Einheitlichfeit der Rechtspredung beeinträchtigt werde. In den Arbeitsonder gerichten fehle es häufig an juriffiid) cenügend vornebildeten Ber: fonen. Es fei bedauerlich, daß die Berufungsgrenze bei den Arbeitsgerichten zu hoch sei und daß es gegen arbeitsgericiliae ürieile teine Berufung gebe. Einer der Unternehmervertreter forderte die Eingliederung der Arbeitsgerichte in die ordentlige Gerichtsbarkeit; die Berufung müffe eingeführt werden und Borsigender müsse ein Richter sein. Den Standpunkt der Arbeitnehmer vertrat Clemens Rörpel vom ADEB., der in den Ausführun gen der Unternehmervertreter den Bemeis erblickte, daß ihnen der Geist des Arbeitsrechtes völlig fremd ist. Der Sinn der Arbeitsgerichte, den Arbeitnehmern schnell zu ihrem Recht zu verhelfen, geht Mis zoeiter Referent foto bann der bisherige beutschnationale durch Herabfehung der Berufungsgrenze, und durch Hinausschiebung waltungsreforbes Berfahrens zugrunde. Brufutiasmöglichteilen bei den ArbeitsEr betonte einleitend, daß die Notwendigkeit einer solchen richten würden in piclen Fällen tem Arbeitnehmer längere Zeit Reform wohl von niemandem bezweifelt werden fönne. Da man in ihren eingeflagten Lohn vorenthalten. Schnelligkeit des einer Ueberfülle pon Instanzen und Rontrollen erstice. Der Redner Berfahrens bei den Arbeitsgerichten sei bedeutungsvoller als beschäftigte sich dann eingehend mit der sogenannten kleinen Bercin gelegentliches Fehlurteil. Die Arbeitnehmer betrachten es als waltungsreform, fowie mit der Landgemeinde und wichtige Errungenschaft, baß über ihre Angelegenheiten Beiliger Städteordnung, wobei er betonte, daß die wichtigste Frage aus der Arbeitnehmerichaft und Arbeitgeberschaft entder Autonomie, an bie nur mit größter Borsicht herangegangen lajeiben. Auch wir sind der Meinung, daß die je hige Rege werden dürfte. Aus feinen Fall dürfe dadurch eine Loderung des lung der Arbeitsgerichtsbarkeit nur ein Provisorium ist. Staatsgefüges, eine zerschlagung Preußens herbeigeführt werden. Das Die freien Gewerkschaften find Anhänger des Gedankens eines Gegegen feien die Brovinzen in startem Ausmaße für die Erfüllung fezzbuches der Arbeit, worin die unzähligen zerstreuten Bestimmun der Stantsaufgaben heranzuziehen. gen der jegigen Arbeitsgerichtsbarkeit zusammengefaßt werden. Es müffen Nachbem, noch Rettor Herrmann über Schulreform gesprochen Sie ergab plöglich, hatte, wurde in die Aussprache eingetreten. nachdem bis dahin die Stimmung der Tagung völlig einmitig zu fein schien, eine Oppofition in verschiedenen wichtigen Putten, jo in der Frage der Auflösung der Gutsbezirke, der Eine führung der Landbürgermeistereien und der Wahl bes Schulvorstandes. Mehrere Gemeindevorsteher stellten sich auf den Standpunkt, daß die Auflösung der Gutsbezirke sowie die Einführung der Lindbürgermeistereien entgegen den vom Vorstand und den Referenten geäußerten Meinungen durchaus zu begrüßen feien. Ferner wurde Kritif daran geübt, daß bei der Auswahl der Refe: renten anscheinend parteipolitische Gesichtspunfte mit gewirkt hätten. Als es dann zur Abstimmung über die von den Vertretern der Provinzen beschlossenen Entschließungen fam, fonnte zunächst teine Ginigung erzielt werden. Die Gegenfäße prallten babei verschiedentlich so hart aufeinander, daß einige Dele gierte mit dem Austriit der hinter ihr stehenden Gemeinden aus dem Verbande. drohten. Schließlich gelang es dem Borstand, die erregten Gemüter zu beruhigen und die Annahme der Entschließungen mit einigen feinen, den Wünschen der Organisation ent gegenkommenden Aenderungen zu erzielen. Zur in angreform wurde festgestellt, daß ohne die Bieberherstellung der finanziel len Selbstperantwortlichkeit der Gemeinden eine Behebung ihres Finanzelends nicht denkbar fei. Zur Berwaltungs. reform wurde die Stellungnahme des Borstandes gebilligt und die schnelle Durchführung der Reform perlangt. schließung stellt sich weiterhin auf einen ablehnenden Standpuntt hinsichtlich der restlosen Einführung von Landbürgermeistereien und einer allgemeinen Auflösung der Gutsbezirfe. Unerträglich sei ferner vom Standpunti der Selbstverwaltung die Bestimmung, wonach die Landrate willfürlich vom Staatsministerium ernannt werden fönnen. Zur Schulreform wurde auf dem Gebiete des Volksschulwesens eine Berständigung der gegenseitigen Spizenverbände für wünschenswert erflärt und die Kommimalisierung der Volksschulen entschieden abgelehnt. A Vexhaus mild gehaltvol Die Ent 2 beste felbständige Arbeitsgerichte. mit abgeschlossenem Instanzenzug und eigenen Verfahrensvorschrif ten geschaffen werden. Die heutige Berstreutheit der arbeitsrechtlichen Bestimmungen in verschiedenen Gesetzen verwirrt die Arbeitnehmer, die dadurch oft um ihr Recht tonnnen. Wir fordern weiter paritätisch zufammengefebe Arbeitsbehörden, die alle Arbeitsfranen regeln. Unter Ziel ist, daß aus dem Geiste der Arbeiter heraus; sich die Gerechtigkeit durchsehen foll. Das lekte Referat, mit der die Laguna abschloß. hielt Stadtrat Dr. Goldschmidt- Megteburg über„ Die Bedeutung der Zivilefetnov lle für die Gewerbe- und Kaufmannsgerichte". Das Güteverfahren der Novelle ist für die Gewerbegerichte nicht zwingend, dom hat das Gericht freie hand betr. eines Sühnetermins. Das Mahnverfahren fällt bei den frbeitsgerichten fort, weil es cine Berzögerung des Prozeßverfahrens bedeuten würde. Bagatellfachen fennen b'e Arbeitsgerichte nicht, denn auch der geringste eingeflante Lohn ist für den Arbeitnehmer von großer Bedeutung. Ohne Bedenken fönnten die Neuordnungen der Zivilprozeß= novelle, die weitergehend als die sondergerichtliche Regelung feien, für die Gewerbe und Kaufmannsgerichte übernommen werden. Die Tagung war damit zu Ende. Es wurde dem Verbands. ousschuß überlassen, Zeit und Ort des nächsten Verbandstages zu bestimmen. Spröde u.rote Haut Aufspringen der Hände und des Gesichts, Bundsein und unreinen Teint pflegemittel erhalten Sie überall wo Sie die bekannte Chlorodont- Zahnpaste taufen. beseitigt fofort Leokrem Diefes bewährte Saut If. Zigarette MASCHALLAH BERLIN FAKINO? Verein der Stereotypeare und Galvanoplastiker Oefen, Herde Berlins und Umgegend. Mittwoch, den 18. november( Bußlag), vorm. 11 Uhr, im Dresdener Rafine", Dresdener Straße 96: Versammlung aller Systeme, neu u. gebraucht. Badeeinrichtungen SO fort aufstellbar. Max Lachmann Nf., N 54, Lothring.Str.11 Norden 1897. der Vertrauenslente und Druckereifaffierer. Tagesordnung: 1. Bortrag des Rollegen Goeschle: Stottern Die Forderungen der Jegtzeit und die Stereotypeure. 2. Freie Aussprache. 3. Berichiedenes. 328b Fachheilung! Rollegen! Die Bereinsversammlung am 16. 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