Nr.54641.Jahrgang Ausgabe A nr. 277 Bezugspreis: Böchentlich 70 Goldpfennig, monatlich 3,- Goldmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, Saar- und Memelgebiet. Desterreich, Litauen, Luremburg 4.50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmark pro Monat. Der Vorwärts mit der Gonntags beilage Boll und Reit" mit..Gied. lung und Kleingarten" fowie der Unterhaltungsbeilage..Heimwelt und Frauenbeilage Frauenstimme erscheint wochentäglich ameimal Gonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: .Sozialdemokrat Berlin* Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Goldpfennig Anzeigenpreise: Die einipaltige Ronpareille. geile 0.70 Goldmart. Retlamezcile - Goldmart. Kleine Anzeigen" bas fettgedruckte Bort 0,20 Goldmart( auläffig zwei fettgedruckte Worte), tedes weitere Wort 0.10 Goldmart. Stellengefuche das erfte Wort 0,10 Goldmart jedes weitere Wort-0.05 Goldmart, Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Seile 0.30 Goldmart. Eine Goldmart. ein Dollar geteilt durch 4,20. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4½ Uhr nachmittags im Sauptgeschäft. Berlin GW 68, Linden. ftraße 3. abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Ferniprecher: Redaktion: Donhoff 292–295 Verlag: Dönboff 2506-2507 Mittwoch, den 19. November 1924 Caillaux amnestiert! Er kehrt in die aktive Politik zurück. Paris, 18. November.( Eigener Drahtbericht.) Der Senat| Amnestie soll also Maloy und Caillaug nicht gewährt werden. haf am Dienstag in der fortgesetzten Beratung des Amnestiegesetzes nötigenfalls, so erklärte der Senator, jei er bereit, Malvy zu amdie Ausdehnung der Amnestie auf den ehemaligen Minister des nestieren, der große Vorzüge befize, und der sich nicht bereichert Innern, Maloy, mit 195 gegen 62 Stimmen, die Ausdehnung auf habe, solange er Minister gewesen sei. Unerbittlich aber bleibe Caillaug mit 176 gegen 104 Stimmen angenommen. Die er gegen Caillaur Auch Senator Berger sprach gegen die Begnadigung von Caillaug. Reaktion hatte dagegen versucht, die Wiedergutmachung des an den beiden demokratischen Staatsmännern begangenen Unrechts zu verHerriot hindern. Ihre Redner legien in ihren Ausführungen eine Gehässig feit an den Tag, die Herriot selbst zu einer sehr entschiedenen Intervention veranlaßte. Ueber ihre Anträge ist die Mehrheit zur Tagesordnung übergegangen. Die reaffionären nationalistischen Tagesordnung übergegangen. Die reaktionären nationalistischer Abendblätter speien in ihren Kommentaren Gift und Galle über den Beschluß des Senats. Durch einen Zusatz wurde auch der Royalistenführer Charles Maurras, der seinerzeit die Anschläge auf Violette, Moutet und Sangnier inszeniert hatte und zu vier Monaten Gefängnis verurteilt worden war, amnestiert. Die Amnestierung Maloys ist insofern nur noch eine Formalität gewesen, als der frühere Innenminister nach vollständiger Berbüßung seiner fünfjährigen Verbannungsstrafe wieder unbehindert in den politischen Kampf treten fonnte und bei den letzten Wahlen in seiner engeren Heimat mit überwältigender Mehrheit zum Abgeordneten wieder gewählt wurde. In einer der ersten Sizungen der neuen Kammer hielt er unter dem stürmischen Beifall der Mehrheit bei der Gelegenheit einer gehässigen Bemerkung von reaftionärer Seite eine ergreifende Selbstverteidigungsrede, die für seine einstigen Richter vom Staatsgerichtshof, d. h. vom Senat, vernichtend war. Anders lag der Fall Caillaug. Die von der Mehrheit des Senats im Frühjahr 1920 ausgesprochene Entziehung der bürgerlichen Ehrenrechte für die Dauer von zehn Jahren war bisher noch immer in Kraft. Die unter dem Einfluß von Clemenceau damals begangenen Rechtsbeugungen waren bei diesem Prozeß womöglich noch traffer als bei der Berurteilung von Malvy. Die Wahlen vom 11. Mai d. J. fanden unter der Parole der Amnestie statt, die sich ganz besonders gegen das Caillaur- Urteil richtete. Der ihn betreffende Paragraph des Amnestiegesezes wurde von der Rammer natürlich mit großer Mehrheit angenommen, doch bestanden stets einige Bedenken über dessen Schicksal im Senat. Denn der größte Teil der Senatoren von 1920, die als Staatsgerichtshof Caillaug verurteilt haben, ist heute noch im Amt und Würden und obwohl die Abstimmung bei dem damaligen Urteilsspruch geheim war, ist die Einstellung der einzelnen Abstimmenden im allgemeinen bekannt gewesen. So mußte man befürchten, daß viele es ablehnen würden, sich nach vier Jahren selbst zu desavouieren. Das erklärt auch die verhältnismäßig starte Minderheit, die sich gestern gegen die Amnestierung ausgesprochen hat. et klärte, die Regierung würde keinen Mann zur Begnadigung empfehlen, der das Vaterland verraten hobe. Frankreich sei start ge tug, um den Kampf der Idee ertragen zu können. Es habe ihn sogar notwendig. Der. Att des Bergessens, den man jekt fordere, folle den Beweis liefern, daß man vielleicht im Augenblick der Gefahr alles dem Heile des Vaterlandes untergeordnet habe, aber nachdem die Gefahr vorüber sei, könne man auch Streitigkeiten und Meinungsverschiedenheiten vergessen, die während des Krienes gefahrvoll erschienen. Der Senat stimmte zunächst über Caillaur cb, der, wie bereits gemeldet, mit 176 gegen 104 Stimmen amavestiert wurde.. Bei der Detatte über den Teil Malon erklärte der ehemalige Union, der Fraktion Poincarés, Malon fei illegal verur Aderbauminifter Chéron, der Vorsitzende der Republikanische 1 teilt worden. Senator Lissier forderte Poincaré auf, fich über den Teil Maloy auszusprechen, um sein Gewissen zu er leichtern. Poincaré erwiderte:„ Ich habe nicht geglaubt, daß man sich auf einen ehemaligen Präsidenten der Republik für Handlungen berufen kann, die unter seiner Präsidentschaft sich ereignet haben. Malvy felbst hat verlanat, vom Staatsgerichtshof abgeurteilt zu werden, felbst hat verlanat, vom Staatsgerichtshof abgeurteilt zu werden, und die damalige Renierung hat ohne Butun des Präsidenten der Republik gehandelt. Ich kann jedoch erklären, daß mir persön lich feine Handlung zu Ohren gekommen ist, die dar auf schließen läßt, daß Malon es an Patriotismus hätte fehler laffen. Hierauf wurde abgestimmt und die Amnestie Malvys, wie ebenfalls schon gemeldet, mit 195 gegen 62 Stimmen genehmigt. Der Senat setzte sodann in rascher Folge die Diskussion über das Gesez fort, in deren Verlauf bei der Besprechung der Amrestierung militärischer Bergehen der Kriegsminister die Erklärung abgab, daß sechs Jahre nach dem Siege die Stunde geengen wurden, zu vergessen. Doch fönne von einer Amnestie für tommen sei, die schweren Vergehen, die während des Krienes be Berrat. Berbindung mit dem Feinde, Desertion vor dem Feinde und Spionage nicht die Rede sein. Dec Senat beschloß in diesem Sinne und lehnte einen Antrag ab, der eine Verschlechterung des Kammertertes vorsieht. Die Kredite für Jaurès Notionalbegräbnis bewilligt. Paris, 18. Nevember.( Eigener Drahtbericht.) Die Kammer hat am Dienstag einen von der Regierung angeforderten Kredit in Höhe von 650 000 Francs zur Bestreitung der Kosten für die Ueberführung und die Beise zung Jaurès im Pantheon in namentlicher Abstimmung mit 340 gegen 60 Stimmen angenommen. Dorwärts- Verlag 6.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Posticheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Devontenfase Lindenstraße 3 Seipels Rücktritt. Die Krise der Sanierung. Um die Koalition der drei streifenden Eisenbahnerverbände, des großen sozialdemokratischen mit dem fleinen christlichsozialen und großdeutschen zu sprengen und damit den Eisenbahnerstreik niederzufämpfen, hatte der deutschöſterreichile Bundeskanzler Dr. Ignaz Seipel feinen Rücktritt crit angedroht und dann auch ausgeführt. Den gewünschten Erfolg hat er damit nicht erzielt. Die wirtschaftliche Not der Eisenbahner ohne Unterschied der politischen Richtung war stärker als der Druck, den Seipel mit seinem Rücktritt auszuüben glaubte, die politisch zu den Regierungsparteien stehenden beiden Organisationen hätten ihren geringen Anhang verloren, wenn sie abgefallen wären. Front blieb lückenlos geschlossen und ihr wurde der Sieg in diesem Kampf, den Seipel leichtsinnig heraufbeschworen hatte. Die Sechs Milliarden Kronen kostet bis zum Jahresschluß die Erfüllung der Forderungen der Eisenbahner, die sich der finanziellen Leistungsfähigkeit des Staates stets bewußt geblieben sind, wie sie auch selbst dem gewaltigen Personalabbau zugestimmt und die wirtschaftliche Umstellung des Eisenbahnbetriebs ermöglicht und gefördert haben hundert Milliarden aber hat die mehrtägige Stillegung der Eisenbahnen dem Bundeshaushalt gefoftet. überspannt. Wenn 95 000 Staatsangestellte sich bei gleichSeipel hat das Autoritätsprinzip, das er über alles stellt, bleibendem Gehalt und unausgesetzt steigenden Preisen immer mehr einschränken, immer weiter ins Elend hinabgleiten müssen, während sie daneben den Lurus Tausender sehen, so verdrängt schließlich das Bewußtsein der Pflicht zur Selbstund Familienerhaltung ein noch so ausgeprägtes staatliches Pflichtbewußtsein. Da findet auch jene Sanierung ihre Grenzen, die Seipel mit dem Bölferbund ausgemacht und zu dessen Durchführung man den ehemaligen Rotterdamer Bürgermeister Zimmermann mit fürstlichem Gehalt und ebensolchem Wohnsiz in Wien eingesetzt hat. Wie die Seipel- Regierung die sozialdemokratischen Vorschläge zur Sanierung aus eigener Kraft, zur Stabilisierung der Krone durch scharfe Erfassung der Baluten- und Devisenvorräte im Lande und durch entsprechende Besizsteuern abwies, so nahm sie mit der auslänsich. Ganz anders als in Deutschland, wo der Generaldischen Hilfe auch den Raub der Finanzhoheit des Staates auf agent für die Reparationszahlungen und das Transferkomitee wendung der den Reparationsbetrag übersteigenden Staatszwar Steuern beschlagnahmen fönnen, aber über die Berreich der Gesamtbetrag seiner Ausgaben genau voi geschrieeinnahmen nichts zu bestimmen haben, ist Deutschösterben. Jede Zahlung aus der doch für Deutschösterreich aufgebrachten Anleihe, bei deren Auflegung die Großbanken der Entente und Neutraliens massig verdienten, muß von dem Generalkommissar erst bewilligt werden, was er auch noch erfolgreich als Druckmittel benutzen kann. Der auf Zimmermanns Geheiß erfolgte Massen= abbau öffentlich Angestellter hat nur geringe Die endgültige Rüdtehr Crioche in bas aktive politiſche Staatssekretär v. Trendelenburg abgereift. finanzielle Wirkung gehabt, weil diese Leute ja Pensionen, Caillaug' Leben ist natürlich für Frankreich und vielleicht für Europa - ein Ereignis ersten Ranges. Neben Herriot, wenn nicht gar über ihn wird Caillaur sehr bald wieder der Führer der französischen bürgerlichen Demofratie sein und es ist anzunehmen, daß er bei seinem berechtigten Groll gegen die Reaktion mit dieser sehr rücksichtslos umspringen wird. Er ist zwar inzwischen über sechzig Jahre alt geworden, ist aber noch immer von unglaublich frischem, angriffsluftigem Temperament. Die Wut der gegnerischen Bresse gegen seine Amnestierung ist für die Angst fennzeichnend, die sie vor ihm hat. Wir können das französische Bolt nur auf das herzlichste dazu beglückwünschen, daß es aus eigner Kraft und aus eignem Gerechtigkeitsgefühl die politischen Justizverbrechen gefühnt hat, die in der Kriegs- und Nachkriegspsychose an den Borkämpfern der Demokratie. Caillaug und Maloy, begangen wurden. In solchen Stunden können die Franzosen auf ihr Vaterland stolz sein. Das sprechen wir mit einem gewissen Gefühl von Neid aus, wenn wir bedenken, daß wir in einem Lande leben, das bisher nicht die Kraft aufgebracht hat, das Justizverbrechen an Fechenbach wieder gut zu machen. Aber am 7. Dezember wird das deutsche Volk mit der Reaktion so gründlich abrechnen, daß auch in Deutschland das Recht eine Heimstätte wieder haben wird, dann erst werden auch die Deutschen auf ihr Vaterland wieder vorbehaltlos stolz sein fönnen, ohne unter dem beklemmenden Gefühl zu leiden, daß sie vor der ganzen gefitteten Welt die Kulturschande der Fechenbach- Justiz verantworten müssen. figura wird noch gemeldet: * Paris, 18. November.( WTB.) Ueber die heutige Senats. Senator General Stuhl brachte ein Amendement ein, nach dem alle von der Amnestie ausgefchio ffen werden, die mit bem Feinde in Berbindung gestanden haben sollen. Die Staatssekretär v. Trendelenburg ist gestern abend zur Weiterführung der Verhandlungen nach Paris abgereist. Gegenüber den Verfuchen, die Haltung der deutschen Delegation in der Frage der 26% igen Ausfuhrabaabe als ein politisches Moment deuten. betont die TU., daß es sich hierbei nur um eine währungsund wirtschaftspolitische Frage handelt. Die oder Abfindungen bekommen und wenn sie gar nichts verdienen, der Arbeitslosen- und Armenunterstützung anheimfallen. Die Abgebauten mit ihren Familien sind natürlich keine Freunde und Fürsprecher dieser Sanierung. zu Sanierungsdrosselung aller Kultur- und Wohlfahrtsausgaben hat die Arbeiter empört, denen Stabilisierung und Geldnot schwere Dauerarbeitslosigkeit brachte, wozu feit Monaten zahl= reiche Bank- und Geschäftskrache kommen. Die deutschnatio= nal Empfindenden wieder mußten mit Entrüstung und Beschämung sehen, daß nur die Sozialdemokraten für die Ehre des Staates eintraten, während die großdeutsche Folge ist, daß heute von einer Großdeutschen Volkspartei" Fraktion mit der Seipel- Partei durch dick und dünn ging. Die außerhalb des Barlaments kaum noch die Rede und ihr Ende nur noch eine Frage der nächsten Zeit ist. Ihre Führer und Minister werden dann wohl christlichsozial werden, ein Teil ihres ohnehin nicht großen Anhangs wird sich der Hitlerei Asyl würdig vertreten ist. anschließen, die ja durch den wackeren Roßbach im Salzburger Frankreich zu Zugeſtändniffen in der Exportabgabe bereit? Paris, 18. November.( Eigener Drahtbericht.) Staatssekretär Trendelenburg wird am Mittwoch abend in Paris zurück erwartet, und man rechnet damit, daß die Verhandlungen der nommen werden. In den hiesigen politischen Kreifen macht sich beiden Delegationen bereits am Mitwoch wieder aufge: wegen der langen Dauer der Unterbrechung bereits einige Ner= posität bemerkbar. Für eine von einer franzöfifchen Agentur verbreiteten Information, wonach der deutsche Botschafter Herr v. Hoesch die Leitung der Verhandlungen auf deutscher Seite übernehnien werde, liegt keinerlei Anhaltspunkt vor. Geneigtheit, über die Frage der Weitererhebung der 26 pro Wie bereits gemeldet, besteht bei der französischen Regierung zentigen Erportabaabe, die den Anlaß zu den Schwierigfeiten geoebe 1 hat, den Meinungsaustausch mit der deut fchen Regierung fortzufeßen, vorousgefeßt, daß die Verhandlungen darüber in feiner Weise mit denen über den Handelsvertrag rerquickt werden. Die definitive Entscheidung über das Schicksal der Abgabe lient nach Auffassung hicfiger unterrichteter reise beim Agenten für die Reparationszahlungen bzw. dem Transferkomitee, was praktisch dahin auszulegen ist, daß die französische Regierung evtl. auch zu einer Herabsehung des gerenwärtig in Höhe von 26 Próz. erhobenen Sages bereit wäre, falls die für die Durchführung des Dames- Blanes fompetenten Stellen der Anficht fein sollten, daß die von Frankreich auf diese Weise eingezraene Summe den Betrag übersteigt, auf den Frank reich nach Abzug der Befagungskosten, des Gegenwerts der Naturelleistungen usw. Anspruch hat. Auch über eine Revision der Modalitäten beim Einzug der Abgaben wäre man hier zu Berhandlungen bereit derart, daß die Erschmerungen, die heute dem cutfchen Export aus der Erhebung erwachsen, fünftig in Wegfall tomen follen. | radikale nichts bedeuten, dem Zweiparteiensystem, So nähert sich Deutschösterreich, da Rechts- wie Lintsund es ist gar nicht so ausgeschlossen, daß die nächsten Rationalratswahlen der Sozialdemokratie die Mehrheit geben. Schon jetzt ist sie so start, daß gegen sie nichts Entscheidendes beschlossen werden kann. Nur durch schnöden Amismißbrauch 3. B. im Wehrministerium fönnen fleine Schäbigkeiten gegen das starke Republikanertum in der Wehrmacht verübt werden. Herr Seipel und seine Leute sind nämlich Mon= ar chi sten, nur fönnen sie es nicht offen sein, da das Ausland, besonders die Tschechoslowakei mit ihrem starten Anhalt an Frankreich die Wiederkehr der Habsburger als Monarchen nicht zulassen. Ueberdies steht allen Butschversuchen sowohl die republikanische Wehrmacht wie der Republikanische Schutzbund unserer Genossen im Wege. Seipel ist unter Berdrängung des oberösterreichischen Landeshauptmanns Hauser an die Spige der christlich fozialen Partei gelangt, jenes anderen Prälaten, der ein eben| werden, ein noch junger Mann, der allerdings vom Finanzwefen jo ehrlicher Republikaner wie Anhänger der Vereinigung Deutschösterreichs mit dem Deutschen Reich und in Kultur bingen weit gemäßigter ift. Erst vor wenigen Wochen, furz nach seiner vollen Genesung von der Schußwunde, die ihm ein auch geistig armseliger Proletarier verseht hatte, hielt Dr. Seipel ohne jeden aktuellen Anlaß im christlichsozialen Barteirat eine Kampfrede gegen die feit 1869 in Desterreich bestehende allgemeine Simultanschule und die sofortige Antwort war ein Proteststurm der Arbeiterschaft, der auch das antifleritale Gewissen der Großdeutschen im Lande wachrüttelte. Seipel mußte einlenten und im Nationalrat erklären, daß bei der jezigen Zusammensetzung der Regierung an eine derartige Schulreform" gar nicht zu Senten sei und nicht gedacht werde. " Der Anlaß, der jetzt zum endgültigen Rücktritt Seipels geführt hat, ist geringfügig. Diefelben christlichsozialen Länderregenten, die durchaus für den Plan Seipels waren, der Stadt Wien eine Abgabenteilung" zuzufügen, die den Ertrag der Wiener Besiz- und Lurussteuern in die Kassen der Länder zur weiteren Schonung der Agrarier leiten sollte, die nehmen jegt Front gegen eine Verkürzung ihrer Finanzhoheit. Seit dem der Bollerbund im September weitgehende Ersparniffe durch an Abschaffung grenzende Bereinfachung der selbtändigen Länderverwaltung gefordert hat, sind natürlich auch die christlichsozialen Länderregenten gegen das Sanierungswert. An dieses aber bleibt Deutschösterreich vorläufig gebunden. In einigen Tagen kommt der tschechische Außenminister Dr. Benesch, der einer der tätigsten Leute im Bölkerbund ist, nach Wien. Da wird natürlich über die ganze Sanierungs frage gründlich verhandelt werden. Die Tschechoslowakei ist als Teilhaber an der Sanierungsaktion, als Nachbar Deutsch österreichs und, da sie sich immerhin als Vormacht der Nachfolgeftaaten der Habsburger Monarchie fühlen fann, auch in Dieser Eigenschaft lebhaft an der Alpenrepublit interessiert. Herr Seipel aber soll anderes im Sinn haben. Man behauptet ernstlich, daß jene Kampfrede gegen die freie Schule seine Kandidatenrede für den Purpur eines Kardinals gewefen fei. Bielleicht zieht sich der alternde Mann, dessen flerifalmonarchischen Zielen in Deutschösterreich doch keine Erfüllung winft, nach tom zurück. * Der Hauptausschuß des Nationalrats hat den Chriftlich sozialen Dr. Ram ef einstweilen zum Bundeskanzler gewählt und ihm die Kabinettsbildung übertragen. Ob er die Großdeutschen wieder in die Regierung bekommt, wird der Großdeutsche Parteitag entscheiden, der heute Mittwoch zusammentritt. Sollten die Großdeutschen die Genfer Sanierungsfahne nun aus Angst vor dem Verlust allen Anhangs etwa verlassen, so ist zunächst nicht abzusehen, was dann geschieht, denn ohne die großdeutschen Stimmen fönnten weder die Christlich fozialen noch die Sozialdemokraten regieren. Man wird also den Entschluß des Großdeutschen Parteitags abzuwarten haben. Dr. Ramet war schon einigemal in der Republik Minister, ist aber in feiner Weise aufgefallen. Wir laffen nun die uns zugegangenen Wiener Draht berichte folgen: Ramek auf der Min stersuche. Wien, 18. November.( Eigener Drahtbericht.) Die neue Regierung ist auch heute nocy nicht gebildet worden. Der Houptaus fchuß, der dem Nationalrat Borschläge für die Wahl der Regierung zu machen hat ,, befignierte" auf Antrag den Christlichsozialen Abg. Dr Ramet zum Bundeskanzler. Ramef erflärte, daß er on Dienstag die Kabinetisliste noch nicht vorlegen fönne, sondern nod Berhandlungen führen müffe. Am Donnerstag würde er in ber Lage fein, die Lifte vorzulegen. Infolgedessen wurden fomoht der Haupiausschuß wie der Nationalrat auf Donnerstag vertat. Immerhin steht jetzt bereits feft, daß außer dem Bundeskanzler Seipel auch der Finanzminister Dr. Kien bod dem neuen Kabinett nicht mehr angehören wird. Finanzminister foll Dr. Ahrer Der anständige Mensch. Bon Wilhelm Lichtenberg. weniger als vom Geschäftema chen versteht. Minister des Aeußern soll der christlichsoziale Abg. Dr. Mataja werden, der schon seit Jahren diesen Posten haben möchte. Zurüdtreien foll auch der famose Minister für Sozialverwaltung, Schmit; da gegen wird der Heeresminister Va u goin im Amt bleiben. Schmik soll durch den früheren M.nister für Sozialverwaltung Dr. Resch Die Großdeutschen werden sich über ihre ersetzt werden. Teilnahme an der Regierung erst am Mittwoch entscheiden. In christlichsozialen Kreisen rechnet man aber ganz bestimmt damit, daß sie an der Regierung teilnehmen werden. Im christlichfozialen Organ werden bereits zwei Großdeutsche genannt, die in die Regierung eintreten sollen. Gesandtenwechsel in Berlin. Wien, 18. November.( Eca.) Dr. Namet hat heute abend 1s neue Kabinett gebildet. Die Ministerliste, die jedoch noch nicht endgültig ist, loutet: Bundeskanzler: Dr. Julius Ra met, Vizekanzler, Inneres und Justiz: Dr. Kressin( Großdeutscher), Finanz: Dr. Ahrer, Soziale Fürsorge: Dr. Resch, Auswärtiges: Dr Mataja, Hecrwesen: Dr. Weiz( also nicht mehr Baugoin). Ob Handelsminister Dr. Schürff in der Regierung bleibt, ist noch nicht entschieden. Der jetzige Außenminister Dr. Grünberger geht als Gesandter nach Berlin, von wo der bisherige Gefandte Rieblabberufen werden wird. Parlamentsboykott auch in Prag. Unter Führung der deutschen Genossen. Prag, 18. November.( Eigener Drahtbericht.) In der Haltung ber deutschen Sozialdemokraten und der übrigen Oppa fitionsparteien im tschechoslowakischen Parlament ist heute eine weitere en dung eingetreten. Nach den heute im Abgeordnetenhaus abgegebenen Erflärungen der Führer der Oppositionsparteien wird Staatsvoranschlag nit teilnehmen. der größte Teil der Opposition an den Berhandlungen über den Durch diese Nichtteilnahme ist bezweckt, das System des tschechoslowakischen Parlaments Dittatur der Führer der tschechischen Koalitionsparteien. Es vor aller Deffentlichkeit als das zu kennzeichnen, was es ist, als die gehört zu den Methoden des tschechischen Parlaments, daß alle Gefeßentwürfe einschließlich des Staatsvoranschlags nicht der Beratung und Verhandlung den beiden Kammern unterbreitet werden, sondern daß sie erst in Konventikeln der Koalition ausgearbeitet und dann vom Parlament unverändert angenommen werden. Dadurch werden die Barteien der Minderheit praktisch von jeder parlamentarischer Mitarbeit ausgeschlossen. Dieses von Jahr zu Jahr sich verschärfende System hat diesmal dazu geführt, daß die deutschen Sozialdemokraten und, ihrem Beispiel folgend, auch die übrigen oppofitio nellen Parteien bei der Berhandlung des Budgets die Komödie einer solchen Beratung nicht mehr mitmachen wollen. neter Genosse Dr. Czech eine scharfe Erklärung ab, in der In der heutigen Sigung des Abgeordnetenhauses gab Abgeord neter Genoffe Dr. Czech eine scharfe Ertlärung ab, in der System des Absolutismus durch Bloßstellung vor der ganzen er ausführte, daß die deutschen Sozialdemokraten dieses herrschende Deffentlichkeit unmöglich zu machen trachten werden. Außerdem hat der Klub der deutschen sozialdemokratischen Abgeordneten und Senatoren sich mit einem Aufruf an die arbeitende Bevölkerung gewandt, in dem sie ihr Fernbleiben von den Beratungen rechtfertigt. Der Aufruf verweist auf die außerordentliche Verschärfung der wiri schaftlichen und politischen Lage und auf den Gegensatz zwischen den den jezigen unhaltbaren Zuständen. Er wendet sich scharf gegen demokratischen Verheißungen bei der Gründung des Staates und das ganze Regierungssystem, das gegen die arbeitenden Massen, besonders gegen die deutschen Arbeiter mit der größten Rüdsichtslosigkeit vorgeht. In der oben erwähnten Erklärung vor bem Abgeordnetenhaus führte Bizepräsident Genoffe Dr. Czech aus: demokratischen Arbeiterpartei mit übermenschlicher Gebulb Vier Jahre haben sich die Abgeordneten der deutschen sozialauf diesem unfruchtbaren Boden abgemüht in der Hoffnung, daß ihre Arbeit, ihre wiederholten Mahnungen, wenigstens bei den Einfichtsvolleren unter Ihnen das Gewiffen wecken werden, daß sie die über sie selbst im Umlauf find, nie entgegentreten. Jedes Hervortreten in die Deffentlichkeit scheint ihnen schon unanständig. Eie leiden unsagbar or erlittener Unbill, aber sie wollen nie rehabilitiert und schon gar nicht gerächt sein. Wollte man aber deshalb annehmen, daß nur unanständige, Was ein anständiger Mensch ist. läßt sich überhaupt nicht befi- aufdringliche Menschen Karriere machen, dann gäbe man sich erst nieren. Am schlechtesten würde man es machen, wollte man fogen: recht einem verhängnisvollen Jrrium hin. Denn das, was man Der anständige Mensch ist das Gegenteil vom unanständigen Men gemeinhin den anständigen Menschen nennt, ist ja gar nicht der an fchen. Nein, der anständige Mensch hat mit dem unanständigen ständige Mensch, dem man Verehrung und Begeisterung entgegen überhaupt nichts zu schaffen er ist weder sein Gegenteil, noch bringt. Man hat sich zu sehr davon gewöhnt, allen Menschen, die fein Antipode. Jedenfalls nicht in unserem Sprachgebrauch. Heut- Karriere machen, die Geld verdienen und Ansehen erringen, irgend zutage versteht man unter einem anständigen Menschen einen, der wie schmutzige Straßen anzubichten, aus denen sie aus ihrer einnicht falt und nicht warm macht, den man nicht fürchtet und nicht stigen Bescheidenheit zu ihren jzigen Stellungen gegangen sind. beachtet, der feine Karriere macht und von dem man nicht behelligt und deshalb verfällt man immer wieder in den Fehler, allen Eckenfein möchte. steher des Lebens, allen am Wege Gebliebenen, ohne weiteres zu Rachdem ich einmal alle Begriffe verfchoben haben, hat der antonzedieren, daß sie anständige Menschen seien.... Es ist durch ständige Mensch feine Rolle ausgespielt, wurde er zu völliger aus nicht unanständig, den uniüchtigen Menschen wissentlich zu über Paffivität verurteilt. Man hat sich daran gewöhnt, Unfaires und flügeln, es ist nicht unanständig, ein Geschäft zu machen, welches Ulauteres als unvermeidliche Begleiterscheinungen des täglichen der Langfame, von tausend Strupeln Gequälte doch niemals oder Lebens in den Kauf zu nehmen, man verjagt Menschen, die nicht jedenfalls reichlich zu spät gemacht hätte! Es ist nicht unfair, Berimmer Treu und Redlichkeit üben, durchaus nicht mehr die gefell bindungen anzufnüpfen und zu fultivieren, nur um feinem Talent chaftliche Achtung, man mußte sich mit ihnen obfinden welche die Geltung zu verschaffen, die es sonst vielleicht nicht erlangt hätte. Rolle follte in einer derartigen Welt eigentlich noch der anständige man nen das Strebertum und der anständige Mensch, will davon Mensch zu spielen haben? nichts wiffen. Der anständige Mensch Eleibt abseits und läßt dem anderen den Bortritt. Bielleicht wird er dann der Sekretär oder der Raffierer bes Emporgefommenen und leistet ihm vortreffliche Dienste gegen geringe Bezahlung. Oder er schreibt günstige Beer schreibt günstige Besprechungen über den auf den Gipfel feines Ruhms gelangten Dichter, während er doch früher auch davon träumte, fo einer zu werden. Oder er fiest an Abend, nach fümmerlichem Tagewerk, voll ehrfürchtigem Echauer in seinem Leibblatt, welche Fülle von Macht nun diefer oder jener Weggenosse in seiner Hand vereinigt. Sie leiden alle, diese anständigen Menschen, aber sie fönnen doch nicht anders. Sie wissen, woran es ihnen fehlt, aber fie fönnen nichts besser machen. Man geht über sie zur Tagesordnung über, fragt nicht nach ihnen und beachtet sie nicht.. Nur selten streift sie ein Blid, ein flüchtiges Gedenken. Dann nicht man ein tißchen mit dem Kopf, fchließt halb die Augen und sagt anerkennend: Ein onftändiger Mensch... Aber sie hörer's nicht einmal, weil es unanständig ist, zuzuhören, wenn zwei miteinander über einen dritten spredjen.... Trotzdem gefteht man es ihm auch heute noch ohne weiteres zu, baß er ein anständiger Mensch fei, belobt ihn mit furzen Worten rd freundlichen Bliden mehr aber hat man für ihn nicht mehr übrig. Cher noch ein mitleidiges Lächeln. Denn man weiß, daß ihn das Schidfal ausersehen hat, irgendwo an der Beripherie des Glülds zu bleiben, den anderen harmlos zuzusehen, sich in einer Welt, die nicht mehr die feine ist, nicht mehr zurechtzufinden- kurz: Ein anftändiger Mensch zu bleiben... Man ist im Laufe der Zeisen auch etwas mißtrautsch ge worden. Denn nicht jeder anständige Mensch ist es aus einer un bebingter Lauterfeit feines Charakters heraus. Es wird schon Stimmen, daß es mcarthen unter ihnen einfach an der Entschlußkraft fehlt, die taufend Sniffe und Pfiffe, die im Leben so oft zum Erfolg verhelfen, anzuwenden. Daß fie nur einfach Hemmungen unerworfen. find, die fie von jeder Stonturrenz von vornherein aus schalten. Daß sie die großen Farfeure des Lebens bewundern, ihre Zaten befteunen und es ihnen doch nicht gleichzumachen vermögen. Es gibt aber ohne Zweifel auch viele, viele andere, denen es unfaßbar erschiene, einem Mitmenschen etwas anzutun, oder sich auch nur auf Roften eines anderen zu bereichern. Das sind nun in Wahrheit die anständigen Menschen. Sie verschmähen es, zweideutige Geschäfte zu mochen wenn sie nicht überhaupt jedes Gefdhät als etwas unanftändiges betrachten und ihm prinzipiell aus dem Wege gehen. Sie verschmähen es, ihren Vordermann zu über flügeln und warten geduldig ihre Zeit ab. Sie werden über ihre Thimenschen nie ungünstige Nachrichten verbreiten, und Gerüchten, Zwei Minuten den Toten. Benn die Uhr von Greenwich am 11. November eines jeben, dem Waffenstillstand folgenden Jahres auf 11 Uhr zeigt, erheben in London und allen Städten Englands die tausend und abertausend Bolicemen die Arme in die Wagrechte Der Verkehr steht still. Zur felben Minute ruht die Arbeit m Fabriken und Kontoren. 3mei Minuten schweigt der Werktag, im Andenken an die Toten des Arieges und den Tag, der dem Morden ein Ende bereitete. unferen Argumenten Rechnung tragen, wenigftens die traffeften Ausschreitungen unterlassen, die härtesten Bedrückungen mildern werden. Sie haben uns aber immer wieder schmerzvolle Enttäuschungen bereitet, und gerade jetzt, da das Land unter den Folgen der von Ihnen herbeigeführten Wirtschaftstrife leidet, haben Sie alle Methoden der Unterdrückung gefsteigert. Tausende Staatsbedienstete wollen Sie brotlos machen.( 7000 Esenbahner sollen entlassen werden, weil ihre tschechischen Sprachkenntnisse nicht genügend seien! Die Red.) Die Bodenreform wird zur gewaltsamen Nationalisierung mißbraucht, eine neue Drosse lung des deutschen Schulwesens ist im Zuge, die Knebelung der Breß- und Versammlungsfreiheit ist härter denn je. Immer unverhüllter kommt der nationalistische Macht. gebante zum Ausdruck. In Wirklichkeit wird über die Lebensfragen des Staates in fleinen Konventiteln entschieden, wird die Immunität bebenfentos preisgegeben, Interpellationen und selbst Sigungsberichte zenfuriert wir aber find nicht gewillt, dabei zu helfen. Wo gibt es ein Parlament, in dem das Budget bis auf die letzte Ziffer in geheimen Konventiteln zusammengestellt wird?! Nirgends in der Welt würde man dergleichen wagen! Hier verlangt man, daß wir dem Absolutismus die fonstitutionelle Staffage stellen sollen. Das Unrecht, das hier an der Opposition begangen wird, ist nur das Spiegelbild der Unterdrückung, unter der Millionen zu leiden haben, die nicht der Klasse der Herrschenden angehören. Nach sechsjährigem Beftehen dieses Staates gibt es noch Gebiete, die hier im Hause nicht vertreten sind. Sie haben den gemischtsprachigen Staat, wie es die Tschechoslowakei ist, mit der tschechoslowatischen Nation identifiziert. Alle Kundgebungen über die Festigkeit Ihres Systems tönnen nicht darüber hinwegtäuschen, daß dieses System in seinem Innern zerrüttet ist. Es läge sehr nahe, der Gewalt, die Sie anwenden, Gewalt entgegenzusetzen. Aber Sie hätten dann nur einen billigen Borwand, den Staatsangestellten und den Pensionären das zu verweigern, was Sie ihnen zu geben sich endlich entschließen. Darum betreten wir einen anderen Weg. Wir lassen Sie bei der Beratung und Abstimmung des Budgets allein, um jo zu zeigen, daß Sie nicht parlamentarisch und auch nicht demokratisch regieren. Die Abstimmungsmaschine, die wir in diesem Hause zurüdlassen, wird niemand als Volksvertretung bebrachten können. Was wir heute tun, ist nur ein Versuch, das System des Absolutismus un möglich zu machen, und wir sind überzeugt, daß uns dieser Versuch gelingen wird.( Beifall.) Auch die anderen deutschen Parteien gaben Erklärungen ab und verließen dann den Saal. Polens neuer Kurs. Wichtige Erklärungen des Außenministers Skrzynski. Warschau, 18. November.( Eigener Drahlbericht.) In einem aufsehenerregenden Interview des„ Echo Warszawskje“ erklärte der polnische Außenminister Strzynski, es wäre höchſte. Zeit, daß man aufhöre, die Welt in zwei Teile zu teilen: die Sieger und die Besiegten. Deutschland and Rußland müßten als völlig Gleichberechtigte auf die politische Arena treten. Polen habe feinen Grund, den Eintritt Deutschlands in den Bölkerbund und der allgemeinen Anerkennung Sowjetrußlands mit Befürchtungen entgegenzusehen. Diese Aeußerungen sind um so bemerkenswerter, als Polen während der Genfer Völkerbundstagung eine sehr fühle Reserve gegenüber dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund an den Tag legte. Allgemein hieß es fogar, daß gerade Polen den Eintritt Deutschlands in den Bölkerbund recht ungern fehe. Anfang Oktober tam Graf Strzynski von Gen nach Paris und äußerte sich Bariser Zeitungsvertretern gegenüber in einer Weise, die seine Besorgnisse gegenüber der neuen Entwidlung der Dinge deutlich verriet. Es ist nun möglich, daß innerpolitische Gründe für diese bisherige Haltung maßgebend waren und daß der Umsch wung nach links, von dem in dem nachstehenden Drahtbericht die Rede ist, einen neuen außenpolitischen Kurs ermöglicht, für den es bei früheren gab. Im Interesse der europäischen Entspannung und besonlintsgerichteten Regierungen Bolens schon mehrfach Ansätze ders der deutsch- polnischen Beziehungen würden wir es natürlich lebhaft begrüßen, wenn sich Bolens zukünftige Außenpolitik im Sinne der obigen Erklärungen Strzynskis orientierte. Um 11 Uhr wurde Biadilly Circus, Londons Potsdamer Plaz, das Herz Londons, durch den Tag und Nacht, ohne Ende, das Blut des ungeheuren Berkehrs gepumpt wird, für die Dauer weniger Herzschläge still wie ein Friedhof. Das Rattern und Fauchen der Motorer fezte aus. Das Drängen und E.oßen, das Einander. Ueberholen und leberhaften auf Straßen und Bürgersteigen hörte mit einem Schlage auf. Die vielfach gestaffelte the der Autos und Omnibusse erstarrte, wie von einem geheimnisvollen Zauberstabe berührt. Die Krane, die über dem Neubau im Süden freisten, hielten an, und die Arbeiter, die das ale Versicherungsgebäude eit reißen, verharren, die Werkzeuge in ihren Händen, Die Menge, die die Straßen überflutet hat, steht still, schweis gend, die Männer mit entblößtem Houpte. Alle die dumpser und hellen tausendfälligen Geräusche der großen Stadt find gespenstisch in sich zusammengejailen. Eine Stille bricht herein, unheimlich für das Dhr, das das Brausen der Stadt gewohnt ist, an jene endlosen bangen Gefunden gemahend, wenn in den großen Schlachten des Weltfr: eges wenige endlos bange Gefunden das Schweigen und die Stille vor dem Sturm eintraten. Wenn das Einzelfeuer der Gewehre aussehe, Maschinengewehre und Geschüße schwiegen, um wenige Sekunden darauf mit einem Male wie ein ungeheures Ge mitter loszubrechen. Lie vergessene Sonne steht plöglich, eine große schweigt, mitten im Alltag, die ungeheure Stadt. Zwei lange rote Scheibe, im dünnen seidigen Nebel am Himmel. Zwei Minuten Minuten benfen Millionen on bie Toen bes Krieges und den Tag des Waffenstillstandes für Deutschland, einen bitterbösen Tag, an dem die größte Tragödie feiner Geschichte sich erfüllte. Hier ein Tag des Sieges und des Triumphes. Aber in Hal tung und Bild der stummen Männer umb Frauen, die hier mitcer im Alltag die Toten ihren, spiegelt sich nich.s mehr von der Eitelfeit des Sieges, fein Abglang jenes Laumels, der diese Stadt can foll. In ihnen spiegelt sich nichts als der unpathetische Ernst, als historischen 11. November 1918 wie eine wilde Orgie erfaßt haben Erinnerung an Entbehrung daheim, an die Nächte des Grauens in Flandern. Gemeinsame Erinnerungen von Hunderttausenden, von Millionen hüben und drüben, die der Zufall des Blutes und der Geburt' n diefes oder jenes Land, in diesen oder den gegenüberliegenden Schützengraben gestellt hat. Die von irgenbeiner patrio tischen Vereinigung herausgegebene Barole, an diesem Tag die alten Striegsmedaillen anzulegen, wor nicht befolgt worden. Den Invaliden, feine einzige medaille, fondern nur die fünftliche rote ganzen langen Tag sah ich, außer im Knopfloch eines bettelnden Mohnblume, Erinnerung an Flanderns Mohn, die im Namen der Wohltä.igkeit der Fürsorge für Kriegsopfer und Hinterbliebene von hunderten von Frauen in den Straßen verkauft wurden. Nach fechs Jahren fonnte der Feind von gestern hier unter den ehemaligen Feinden stehen, mit ihnen vereint der Loten gedenkend, unbehelligt felbst dann, wenn er nicht unbekannt, ein Namentofer unter den Namenlojen, stünde, fondern wennt ihm bas Mal, ein Deuifcher zu fein, fichtbar auf die Stirn geschrieben wäre. Die zwei Minuten find um; ein Kanonenschuß zeigt es an, der von fernher in die gläserne Stille tönt. Ein erstes Autohupen, wie ein ferner Bogelruf. Dann zerbricht der Bonn. Die Policemen geben das Zeichen. Die Motoren erwachen aus ihrer Erstarrung. und die unendliche Melodie der Großstadt braust wieder über uns hin, Und toum ist man ein paar Schritte weiter, fo rufen die Ein ganzer Kert... Aber fort mit ihm! In ihrem Kampfe gegen die Republik und ihre Vertreter vollführen die Deutschesten unter den Deutschen zuweilen die wunderbarten Kopffprünge. So schreibt z. B. der ehemalige Königliche Landrat v. Herzberg", ein befannter Antisemiterich, in der Deutschen Zeitung" folgenden Lobgefang auf den preußischen Minister des Innern, den Genossen Severing: F Einer der folgerechtesten, ja wohl der zielbewußteste Berireter der neuen Zeit ist der preußische Minister des Innern Severing Der Neid muß ihm lassen, daß er nichts halb tut, daß er ein ganzer Kerl ist, der das, was ihm, feiner Auffassung und feiner Partei günstig erscheint, mit brutaler Rüdsichtslosigkeit planmäßig betreibt und unter Beiseitefchieben aller Hemmnisse auch durchsetzt. Er ist nicht nur von des Gedanken Bässe angetränkelt; ihn hemmen und stören nicht juristische Bedenken: er ist infofern praktischer Berwaltungsbeamter, cls er sich nicht enge an die Zwirnsfäden oder Stride etwa entgegenstehender Paragraphen hält; er gibt ihnen die Auslegung, die seinen Zielen entspricht; er würde ... mit seiner großen Willenstraft, an richt ger Stelle eingesetzt, die seiner Vorbildung entspricht, Gutes für das deutsche Volt und für Preußen leisten fönnen. So, wie er aber einmal ist, ist auch sein Handeln zwangsmäßig durá fe'ne ganze Entwicklung bedingt, und er ist so in den Geist der neuen Zeit verstridt, daß er aus seiner Haut nicht heraus tann und handeln muß, wie ihn sein durch falsche Entwicklung mißleiteter Ginn treibt... Weil aber Severing ist, was er ist, so muß er for!! Wirklich ist auch der ganze Artikel, der dem Manne mit diefer Willenskraft, diesem ganzen Kerl" gewidmet ist, mit der Ueberschrift versehen: Fort mit Severing!" Um diesen Ruf einigermaßen begründen zu können, fügt der ehemalige Königliche Landrat eine Klatschge schichte an die andere, von Severings Tätigkeit während des Kapp- Butsches angefangen bis zur Gründung und Wirksamkeit des Reichsbanners", von dem Herzberg be hauptet, daß es, die Wahlbewegung der Rechten durch Terror stört und niederhält"! Ganz besonders wird dem Minister verargt, daß er die Verwaltung mit ungebildeten" Menschen durchsetzt hat. Ueber das Maß dieser Umgestaltung der Verwaltungsmaschinerie werden gerade zur Wahlzeit die ungeheuerlichsten Zahlen verbreitet. Der Amtliche Preußische Pressedienst hat fich veranlaßt gesehen, gegen ähnliche„ eraften Zahlen", die dieser Tage in der Scherlpresse verbreitet wurden, eine knappe Richtigstellung zu verbreiten. Es heißt darin: Von 26 preußischen Polizeipräsidenten sollen nur ein halbes Duhend Verwaltungsbeamte sein. Von den 12 preu. kischen Oberpräsideiten sollen nur zwei frühere Verwaltungsbeamte sein. Bon 215 höheren Beamten der Inneren Verwaltung" follen mur 12 Proz. Akademiker fein. Von 77„ wichtigsten Verwaltungsstellen" follen 30 mit Parteifetretären besetzt fein. forderungen erfüllen, die ja nicht nur an die Ablegung eines von Schieberaffären, für die die Preußische Staatsbant Examens geknüpft sind. Höhere Beamte der Inneren Verwaltung sind generell die vom Landrat einschließlich aufwärts. Tatsache ist nun aber, daß Dom Landrat einschließlich aufwärts. Tatsache ist nun aber, daß von den ungefähr 400 Landräten Preußens etwa zwei Drittel die Prüfung als Regierungsassessor bestanden haben, dazu weitere 70 die Prüfung als Gerichtsassessor, und daß eine weitere Reihe eine andere akademische Vorbildung hat. Dazu kommt noch eine Anzahl zwar nicht akademisch, aber doch vorgebildeter früherer Verwaltungs. beamter. Die Vizepräsidenten bei den Oberpräsidenten und Regierungspräsidenten haben entweder die Gerichts oder, in den meisten Fällen, die Regierungsassessorprüfung abgelegt. Nach unserer Auffassung ist die Durchsetzung der preußischen Verwaltung mit republikanischen Elementen, auch wenn sie nicht verwaltungstechnisch vorgebildet" sind, bei weitem nicht in dem Maße erfolgt, wie das Interesse der Republif es erheischte. Und wenn irgendein Vorwurf erhoben werden müßte, so wäre es der gegen die Koalitionsregierung, daß sie die Demokratisierung der Verwaltung bisher allzu langsam betrieben hat, so daß noch immer in allerhand Stellen sich Freunde von Herzberg und Bestarp herumdrücken. Gegenüber den Verdächtigungen Severings aber muß doch einmal darauf hingewiesen werden, daß im Jahre 1917, also noch in der glorreichen Zeit Wilhelms, auch nicht weniger als 27 preußische Landräte mit dem Mafel behaftet waren, nicht verwaltungstechnisch vorgebildet zu sein. Freilich waren diese Außenseiter damals konservative Guts= besiger, und deshalb reden die Deutschnationalen heute von ihnen nicht. Wir aber haben allen Anlaß davon zu sprechen, haft vorgebildeten Landräte von 1917 noch weit größer ge besonders wenn wir uns erinnern, daß die Zahl dieser mangelwesen ist. Von dem Kavalleriegeneral Podbielski, der eine minister spielen mußte, wollen wir in diesem Zusammenhang Zeitlang Landwirtschaftsminister und dann gar Reichspost nicht einmal sprechen. nicht einmal sprechen. Nationale Realpolitik". Eine Abrechnung mit Stresemann. Deutschen Volkspartei fort. Sie rechnet in einem zweiten ArDie Germania" seht ihre Auseinandersetzung mit der tifel mit dem neuen Schlagwort Stresemanns von der nationalen Realpolitif ab. Sie sagt, gerade diejenigen Parteien, denen man den Vorwurf gemacht habe, sie seien international eingestellt, hätten seit Jahren nationale Realpolitik getrieben, während sie von vielen Bolitikern, die sie jetzt auf den Schild erheben, arg vernachlässigt worden sei. Die " Germania" stellt damit noch einmal fest, daß den Parteien der Kleinen Koalition, den Sozialdemokraten, dem 3entrum und den Demokraten, das Verdienst zu kommt, das Stresemann und die Deutsche Volkspartei heute gern für sich in Anspruch nehmen möchten. Wörtlich heißt es in dem Artikel: Mit Ausartungen internationalen Dentens hat die deutsche Außenpolitit, soweit sie vom Zentrum beeinflußt wird, nichts zu Dazu ist festzustellen: Bon den 23, nicht 26 Polizeipräst. tun, und auch die linken Nachbarparteien des Zentrums denten in Preußen find 12 nicht verwaltungsmäßig vorgebildet dürften sich gegen Berallgemeinerungen in dieser Beziehung zur und freien Berufen entnommen, 6 haben die Prüfung als Regie Wehr sehen. Niemand wird behaupten, daß die Politik der Verrungsassessor, 3 als Gerichtsaffessor cbgelent, einer hat sonstigegangenheit fehlerlos war, aber in ihren Grundzügen war sie nicht jur'stische akademische Borbildung und e ner ist ein richtig. Sie nahm Rücksicht darauf, daß wir eine Periode durch nicht ata em sch vorgebildeter Verwaltungsbeamter. Bon der 12 zumachen hatten, in der die Ultimatumsportif be den Gegnern Oberpräsidenten stammen 7 aus freien Berufen, von diesen Trumpf war, wo die Alliierten uns Entscheidungen präsentierten mit 7 haben 2 die Qualifikation als Richter, von den übrigen standen der Alternative: Bogel, friß oder strb! Weil die vom Zentrum 3 vorher im Dienst der Preußischen Berwaltung als vorgebil maßgebend mitgeführte Politik nicht wollte, daß Deutschland stürbe, dete Fachbeamie, einer im mittelbaren Staatsdienst und darum hat man sich dem Zwange gefügt, wie ein Baum sich vor dem einer an höchster Beamtenstelle im Reichsdienst. Im übrigen tft zu Sturme beugt, um nicht gefnidt zu werden. Das war damals bemerken, daß die Oberpräsidenten, Regierungspräsidenten und Boli national und real wäre damals schon die Berücksichtizeipräsidenten politische Beamte find, für die es mindestens gung realer Tatsachen e'n Programmpunkt einflußreicher ebenso sehr darauf anfommt, daß sie mit der Bevölkerung ihres Kreise gewesen, die politisch rechts vom Zentrum stehen, so Bezirks politisch und wirtschaftlich in engster Fühlung stehen, so daß wäre uns wohl manche Trübsal erspart geblieben. dafür in erster Linie Persönlichkeiten geeignet sind, die diese AnZeitungsverfäufer die Abendausgaben ous, mit Geschwindigkeit ist keine Hererei den Schilderungen der großen Zweiminutenstille der Hauptstadt der Welt. Bom geborenen Sachsen. Schauplatz: Straßenbahnhaltestelle Bom geborenen Sachfen. Schauplak: Straßenbahnhaltestelle am Dresdner Hauptbahnhof. Eine fremde Dame tritt auf einen freundlichen Mann zu: Bitte, fönnen Sie mir sagen, mit welcher Linie ich zur Hähnelstraße fomme?" Der freundliche Mann:„ Baronse mal. Da fahnfe am besten mitr 6. Nee, wardnese mol, noch besser mitr 8 oder doch mitr 16." Der Dame scheint die Auskunft etwas unsicher; sie wendet sich an einen zweiten freundlichen Mann. Dieser starrt angeftrengt in die Luft." De Hähnelstraße? Nu heernse, ch'bin doch ä gebirbiger Dräsener, aber von dr Hähnelstraße habch noch nie was geheer!!" Ni wah? fällt der erste freundliche Mann ein. Das habch mr coch( chen gedacht, ch glocbe, ne Hähnelftraße die gibbts hier garni in Drüsen!" Die Jagd nach dem lebenden Dinosaurier. Eine Expedition nach Südamerika wird von einem australischen Forscher, Ganne Derter, unternommen, um den„ lebenden Dinosaurier" zu finden, der verschiedentlich in dem Esquel- See in den Anden gesehen worden sein foll. Der Direttor des Zoologischen Gartens von Buenos Aires, Clemence Onelli, hatte bereits vor zwei Jahren eine mißglückte Jagb nach diesem fabelhaften Untier unternommen. Derter hofft num, das Lier zu finden, über dessen Dasein bereits zwölf Zeugnisse vorliegen und beffen Spuren man in der Umgebung des Sees gefunden hat. Die Expedition führt Leuchtrafeten mit, um den See bei Nacht zu erleuchten, da das Untier sich nur in der Dunkelheit zeigt. Große Fallen und ein Lastkraftwagen werden ebenfalls mitgeführt, um das merkwürdige Ungeheuer fangen und abtransportieren zu tönnen. Hoffentlich verbietet der zuständige Staat dem allzu unternehmungsluftigen Freibeuter, dieses fabelhafte Untier" wegzuschaffen. Er soll es in feinem Milieu lassen und dort studieren. Die Staats' heater bleiben am Bugtage gefchloffen mit Ausnahme der Oper am Stonicaplak, wo das bereits angefündigte Konzert unter Mitwirtung des Demchors ftattfindet. Da die Staatstheater infolge des Berbots aber auf den Anschlagzettein bereits die Schließung der brei Säufer befanntgegeben hatten, wird es frog Aufhebung des Berbots bei diesem Beschluß bleiben, weil auf einen angemessenen Besuch doch nicht mehr zu rechnen war.( Der Beamte, der für das törichte Berbot verantwortlich ist, follte feitgestellt und für den Schaden haftbar gemacht werden). Die Große Bollsoper ist heute geschlossen. Donnerstag 7%, Uhr:„ Der Freischüt". Ein Richard Dehmel- Abend findet im 2effing- Museum, am Donnerstag 8 Uhr statt. Die Galerie Dr. Goldschmidt- Dr. Wallerstein, Schöneberger Ufer 36a, zeigt in ibrer November/ Dezember- Ausstellung eine umfangreiche Stolettion Handzeichnungen und Graphik von Käthe tollmit. Im Kupferflichkabinett find zwei neue Ausstellungen eingerichtet worden, in der allen Abteilung: Beichnungen franzöfifcher Meister bes 15. bis 18. Jahrhunderts, in der Abteilung für moderne Graphik: Englische Radierungen und Steinbrude des 19. Jahrhunderts. Puccini erfrartt. Der italienische Kon ponist Buccini befindet sich zur Zeit in einer Brüffeler Klinik in Behandlung; er muß sich einer Stehitopf operation unterziehen. Diese für die Voltspartei wenig schmeichelhaften Erinne rungen sind ein recht unsanfter Rippenstoß für die Bürgerock freunde, die sich unter der falschen Maske der nationalen Realpolitit" bemühen, die erbittertsten Feinde dieser Politik in die Regierung hereinzuschmuggeln. Aber das Blatt wird noch deutlicher. Es nennt Stresemann eine eklektische Persönlichfeit, deren Charakterbild es an der nötigen Klar heit fehle, und die die Pendelpolitit feiner Partei zwischen rechts und links aus Gebundenheit und Neigung mitmache. Das Zentrum aber fenne nur eine Außenpolitik, die den ihr eigentümlichen Anschauungen und leberzeugungen entspreche, und werde nur den Staatsmann unterzeugungen entspreche, und werde nur den Staatsmann unterstützen, der sich diese Politik zu eigen macht. Dem Artikel kommt um so größere Bedeutung zu, als er mitten während des Wahlkampfes noch einmal feststellt, daß das Zentrum für einen Bürgerblod nicht zu Roalition( 3entrum, Demokraten, Sozialdemokraten) um haben ist und die Verdienste der sogenannten Wirth die deutsche Außenpolitif fräftig unterstreicht. sich, am 7. Dezember eine Mehrheit für den Rechtsblod zuDamit ist Klarheit geschaffen. Die Bolkspartei bemüht fammenzubringen. Das Zentrum will sich diesem Zwang entziehen. Es dürfte also, wenn die Mehrheitsverhältnisse es gestatten, mit der Bendelpolitik der Deutschen Volkspartei Schluß machen. In der Hand der Wähler liegt es, mit dem Stimmzettel dafür zu sorgen, daß der Wille zu einer republikanischen Politik der Klarheit zur I at wird. Schieberaffäre Holzmann. Kredite der Preußischen Staatsbank? Der Fall Bartels zieht immer weitere Kreise. Eine Kocrespondenz veröffentlicht jetzt Mitteilungen darüber, wie die Rre. bite zustendegekommen sind, die die Preußische Staatsbank an die Beteiligten Holzmann und Kutister gegeben hat. Die Sicherheit, die für die Kredite gestellt wurde, soll unzulänglich gewesen sein, weil ein Mitbürge der Wechsel, die Firma Grube, ein Abkommen mit dem Kreditnehmer Kutisker abgeschlossen habe, wonach sie für Wechsel nicht in Anspruch genommen werden tonnte. Holzmann und Kutister haben zusammen die Verwertung des großen Hanauer Eisenbahnmateriallagers übernommen und maren dann in Streit geraten, als Solzmann fein Geschäft zustande brachte, sich aber von seinem Komplizen Kunster große Vorschiffe auf die Abschlußprovision hatte bezahlen lassen. Der Icgtere wurde num durch eine Anzeige in einen Bucherprozeß verwickelt und mußte eine nach Millicnen zählende Kaution stellen, um auf freiem Fuß belassen zu werden. Der Angeber, ein gewisser Striet r, der selbst vorher das Hanauer Lager besessen hatte, benannte Holz mann ois Belastungszeugen gegen Kulister, so daß dieser jetzt gegen Holzmann Anzeige wegen Betruges und Erpressung erstattete, um ihn zu erledigen. Man sieht, es ist ein gonger Rattentönig mitverantwortlich gemacht werden soll, ohne daß jedoch aus der Veröffentlichung ersichtlich wäre, inwieweit d'ese gegen faufmännische Grundsäge verstoßen und Beriuste erlitten hat. Wir hoffen, daß alles getan wird, um diese Frage aufzuklären. Wetter verzeichnet die Korrespondenz die Behauptung, daß. als die Berkiner Kriminalpolizei die umfangreichen Ermittlungen im Falle Holzmann- Kutister in Angriff nahm, Generaldirektor Kutisker dem mit diesem Auftrag betrauten Kriminalfommissar eine Steno. typistin zur Verfügung gestellt hat, die Kutister selbst eist von seinem Gegner Strieter, dem bisherigen Besitzer des Hanauer Lagers, wegengagiert haben soll, und die mir dieser ganzen ver: wickelten Materie sehr vertraut sein soll. Es heißt, daß diese Dame, von der man doch annehmen muß, daß sie ihr Gehait von Herrn Rutister empfängt, noch weiter bei dem betreffenden Kommissar tätig ist und jogar alle Protokolle über die diesbezüglichen Bernehmungen aufnimmt. Angeblich soll auch des öfteren en in Diensten Rutisfets stehender Privatdetektiv dabei zugegen sein. Die ganze Meldung trägt offenfundig den Charakter eines Verfuches, die Aufmerksamkeit von dem start belasteten Regierurigsrat Bartels abzulenten und vielleicht aus politischen Gründen andere Instanzen in den Mittelpunkt der Standalaffäre zu rücken. Wir ziehen es vor, die weiteren angekündigten Mitteilungen abzuwarten, ehe wir zu den Vorwürfen im einzelner Stellung nehmen. Jedenfalls fann mun schon jetzt aus der gegenseitigen Bezichtigung der Komplizen interessante Eröffnungen über die Geschäftspraktiken mancher Neureicher erwarten. Der Freiburger Prozeß. den Berhand ungen der letzten Woche vor allem die Lörracher UnDie Frage der Umsturzvorbereitungen. Freiburg, 18. November.( Eigener Drchtbericht.) Während in lungen des Staatsgerichtshofes. Die Dienstagvernehmungen brachten norbereitungen der KPD. der Gegenstand der Verhandruhen selbst zur Erörterung famen, find seit Montag die U m st urzollerdings über diesen Umsturzplan, der zweifellos, wenn vielleicht auch nur unter dem Dedmantel der Abwehr einer faschistischen Gefahr, bestanden hat, nicht viel Neues zutage. Zunächst stellte die tommunistische Verteidigung den Antrag auf Bernehmung einiger Zeugen, die befunden follen, daß der als vogelfrei bezeichnete Angerechtsradikalen Verbänden gehört habe. Kölberle gibt flagte Kölberle der Kommunistischen Partei im Dienste von dies auf Bernehmen zu. Allerdings habe er aus Idealismus" gehandelt und nur die sachlichen Auslagen bezahlt erhalten. verwandt mit Hermann Herbster) gehörte der KPD. seit ihrem BeDer hierauf vernommene Angeflage Otto Herbster( nicht stehen an und war im September legten Jahres mit der Einrichtung eines Kurierdienstes betraut. Während der Unterfuchungshaft schimpfte Herbfter in mehreren an Mitangeklagte gezichteten Kaffibern über den Angeklagten Büche, der dem Staatsanwalt Angaben über fein Waffenlager gemacht habe. Bon diesen im Baunerwelsch abgefaßten Kaffibern, die regelmäßig durch die unter auch der hauptbelastende, der in der Röhre hängen blieb. Klosettleitung befördert wurden, liegen einige dem Gericht vor, darHerbster gibt an, diese Kaffiber nur zu seiner Unterhaltung gegemeint sein. schrieben zu haben, ein solcher Schauerroman" fönne ja nicht ernst " Als Spione der KPD. waren femer die Angef'agten Schumacher, Büche und Grimm tätia, die das zugeben, aber sich der Strafbarkeit ihrer Handlungen nicht bewußt gewesen sein wollen. Der Angeklagte Treffeifen gibt zu, Leiter des Unterbezirks Freiburg der RBD. gewefen zu fein. Eine Haussuchung mehrere streng vertrauliche Rundschreiben der KPD. zutage. Der förderte in seiner Wohnung einen 2meren per mit Mnition und Angeklagte Me mer, der ebenfol's des Kurierdie ftes beschuldigt zuliebe an. Den Antrag, die Leitung des Kurierdienstes für Frei wird, gehört, wie er ang bt, der KPD. nur einem Gefargsfreunde burg zu übernehmen, lehnte er ab, meil er fürchtete, mit bem Gerichte in Berührung zu kommen, dessen Klassenjuftiz" ihm schon damals bekannt war. Das umfangreiche Beweismaterial, das bet ihm vorgefunden wurde, will meßmer nie erhalten haben. Dar unter befinden sich u. a. Fragebogen, die an die Ortsgruppenleiter durch Kuriere weiterversandt werden sollten und in denen nach der Menge und der Art der zur Verfügung stehenden Waffen und erfannt haben, daß die KPD. auch auf ungefehmäßigem Wege ihr Lastautos befragt wird. Erst an diesem Material will Meßmer Ziel zu erreichen fuche. Er habe sich daher auch nicht mehr an der Parteiarbeit betätigt. 11 Am Schluß der Morgenverhandlung stellt die Verteidiguna noch einen umfangreichen Beweisanirog. Es sollen etwa 15 3eu. gen, bie zum Teil rechtsraditalen Berbänden an gehören, befunden, daß eine faschistische Gefahr in Oberbaben im September letzten Sabres tatsächlich bestand. Entscheidungen über die zur Beratung gekommenen Beweisanträge Zu Beginn der Nachmit'orso rhandlungen werden zunächst die mitgeteilt. Der Anklagevertreter unterstellt els mahr, daß die Angeklagten an das Bestehen einer faschistischen Gefahr glaub. fen und nimmt deshalb vom Verhör der beantragten Zeugen Av. stand. Ueber die Vorladung der zwei Untersuchungsgefangenen des Ticheta- Prozesses behält sich der Senat vor, nach dem Berhör Köl berles zu entscheiden. Der Gerichtshof fritt dann wieder in das weitere Verhör der Angeklagten ein, die des Kurierdienstes und damit der Vorbereitung zum Hochperrat beschuldig: werden. Die Verhandlungen dauern um 6 Uhr abends noch fort, Der Kommunalkonflikt in Bochum. Bochum. 18. November.( Eigener Drahtbericht.) Die Regierung steht einer Auflösung der Bochumer Stadtverordnetenberiammlung, die infolge der Radaupolitik der Kommunisten andauernd arbeitsunfähig ist, ablehnend gegenüber. Sie ist der Ansicht, daß es bei dem Stärkeverhältnis der Parteien( 18 Rommunisten zu 40 Nichtlommunisten) möglich sein muß, auf legalem Wege wieder ordnungsmäßige Zustände zu schaffen. Der Magistrat fönne bis zum Januar von der Einberufung einer Stadtverordnetenversammlung absehen. In der Januarversammlung sei nach bisteriper Gepflogenheit die Wahl des Vorstehers, feines Stellvertreters usw. als erster Punkt auf die Tagesordnung zu sehen. Da ergebe sich die Gelegenheit, bas Stadtparlament wieder verhandlungsfähig zu machen. Präsidentenneuwahl im bayerischen Landtag Auer 1. Vizepräsident. München, 18. November.( Eigener Drahtbericht.) Der Bane. rische Landtag machte in seiner Rachmittagsfizung am Dienstag endlich das Unrecht wieder gut, das seine Mehrheit im Sommer d. J. durch Ausschaltung der Sozialdemokratie von den ihr zustehenden Ehrenposten im Landtagsbireftiorium begangen hatte. Auf Antrag der Sozialdemokratischen Fraktion wurde die Geschäftsordnung dahin ergänzt, daß die Zusammensetzung des Präsidiums entsprechend der Stärke der Fraktionen erfolgen muß. Nachdem nunmehr die Sozialdemokratie einwandfrei die zweitſtärkste Fraktion des Landtages ist, wurde am Dienstag eine Neuwahl vorgenommen, bei der Genosse Ehrhard Auer bei Stimmenthaltung der Bayerischen Volkspartei die Mehrheit der abgegebenen Stimmen( 37 von 69) auf fich vereinigte und somit zum ersten Bizepräsidenten gewählt war. Als zweiter Vorsitzender wurde der Abgeordnete Dörfler gewählt, der bisher zu Unrecht auf dem Stuhl des ersten Bizepräsidenten gesessen hat. Gewerkschaftsbewegung Nur Arbeit kann uns retten!" Merkwürdig! Die ganze deutsche Arbeitnehmerschaft ist ge zwungen von den die Regel bestätigenden Ausnahmen abgesehen, an verschiedenen Tagen im Jahre, wie heute am soge= nannten Bußtage, die Arbeit ruhen zu lassen zu feiern, weil diese Tage gefeßlich als Feiertage erklärt sind. Bon all diesen Feter tagen, die mitten in die Woche fallen, ist zweifellos der Bußtag der überflüssigste. Die in Wochenlohn oder Monatsgehalt stehenden Arbeitnehmer fönnen sich solche Feiertage schließlich ge fallen lassen. Für alle in Lage-, Stück- oder Akkordlohn stehenden Industriearbeiter jedoch bedeuten solche Feiertage eine wirt. schaftliche Schädigung um den sechsten Teil ihres Wocheneinkommens, die bei den gegenwärtigen niedrigen Reallöhnen erheblich ins Gewicht fällt. Der Feiertag soll schon einen Sinn haben, um ein solches Opfer gerechtfertigt erscheinen zu lassen. Der targ entlohnte Industriearbeiter braucht wahrhaftig feinen besonderen " Bußtag", um zu büßen, selbst wenn er nicht schon durch Kurzarbeit oder gar längere Arbeitslosigkeit das Jahr hindurch wahr haftig genug büßen muß für die Sünden der kapitalistischen Wirtschaftsordnung. Für die geringste Unbesonnenheit während der Arbeitszeit droht ihm die Entlassung. Persönliche Fehler muß er am eigenen Leibe büßen, und bei irgendwelchen Vergehen gegen die Gesetze wird er abgeurteilt, oft ohne jegliches Verständnis für seine Notlage und seine Beweggründe. Doch ganz abgesehen von dem Charakter dieses als Feiertag bestimmten Novembermittwochs, der für die Arbeitnehmerschaft längst Sinn und Bedeutung verloren hat, wenn er fie je für uns gehabt hätte wie steht es nun mit dem Produktionsausfall? Dasselbe Unternehmertum, das weder gegen die Arbeitsruhe am Bußtage noch an einem anderen der Wochenfeiertage das geringste einmendet, gebärdet sich, als drohe der Produktion eine uncrmeßliche Einbuße, wenn die Arbeitnehmerschaft einen Wochentag als Feiertag beansprucht. Einen Feiertag, der, wie der 1. Mai, für sie nicht allein, sondern für unser ganzes Kulturleben von größter Bedeutung, für die Arbeitnehmerschaft besonders erhebend ist und der ihr das Opfer eines Tagesverdienstes wert erscheint. aufgenommen wird, und zwar möglichst schon om| 65 Bf. die Stunde. In orthopädischen und mechanischen Betrieben Mittwoch mittag. Auch die anwesenden Gewerkschaftsvertreter wird ein Zuschlag von 10 Broz. gezahlt. Der bisherige Zuidlag erklärten sich mit der Arbeitsaufnahme auf der Grundlage des bon 1 Proz. für Werkzeug und 10 Proz. für Fournituren bleibt Tarifvertrags einverstanden, andererseits sieht die Arbeitgeberseite bestehen. Don Maßregelungen ab. Boraussichtlich dürfte eine Versammlung der Streifenden Mittwoch vormittag über ihre Stellungnahme ent fcheiden. Hierzu sei bemerkt, daß die bei den Verhandlungen anwesen den Gewerkschaftsvertreter sich nicht aktiv an den Verhandlungen teteiligt haben. Nach der ganzen Sachlage wird der heutigen Versammlung der Streifenden nichts weiter übrig bleiben, als der Vereinbarung ihrer Streitleitung zu folgen und die Arbeit wieder aufzunehmen. Antrag der sozialdemokratischen Stadtverordnetenfraktion. fozialdemokratische Stadtverordnetenfraktion folgenden Dring Zu der Stadtverordnetensizung morgen Donnerstag hat die lichteitsantrag eingebracht: Durch den Streit bei der Hoch- und Untergrundbahn sowie der Nordsüdbahn ist die gesamte Bevölkerung Berlins in Mitleidenschaft gezogen. Der Magistrat wird um Auskunft gebeten, welche Schritte zur Beilegung des Konfliktes er bisher unternommen hat, und wird ersucht, alle Anstrengungen zur Beseitigung des Streifs weiter zu machen. Ferner wird der Magistrat ersucht, hierbei die städtischen Interessen an der Nordjüdbahn A.-G. wahrzunehmen." = Die Besprechungen über die Beamtengehälter vertagt Die ursprünglich für Dienstag angefeßten Besprechungen der Reichsregierung über eine Erhöhung der Beamtengehälter sind auf morgen, Donnerstag, vormittag 10 Uhr, verschoben werden. Verhandlungen mit den Vertretern der Länder werden sich daran anschließen. Der geschäftsführende Ausschuß der Beamtenverbände wird Donnerstag vormittag über die Grundlinien, die als Verhandlungs basis dienen sollen, beraten. Nachmittags um 23 Uhr werden die Besoldungsausschüsse der einzelnen Organisationen im Finanzministerium tagen, um eine gemeinsame Richtlinie für die Beratungen zu finden. Um 4 Uhr findet dann die gemeinsame Beratungen zu finden. Um 4 Uhr findet dann die gemeinsame Be. sprechung im Finanzministerium ſtatt In Beamtenkreisen erwartet man, daß diesmal die Zulagen prozentual gestaffelt werden, d. h. daß die unteren Gruppen stärker bedacht werden als die höheren, damit diesen Gruppen das Eristenzminimum gewährleistet wird. Man hofft ferner bestimmt darauf, daß das Dezember Entweder das Argument der Unternehmer gegen die Feier des 1. Mai, des Verfassungstages oder des 9. November, die Pro duktion fönne den Arbeitsausfall nicht ertragen, ist richtig, dann träfe es in erster Linie auf die als durchaus überflüssigen überlet ten Feiertage wie den Bußtag zu; oder aber es ist hingehalt bereits am 25. November zur Auszahlung gelangt. fäliig, und dann dürfte es auch den Feiertagen der Arbeitnehmer. schaft nicht entgegengehalten werden. Weil es trotzdem geschieht, ergibt sich daraus, daß die Argumentation unehrlich, nur ein Vorwand ist zur Verschleierung des Eigensinns der Reaktion. Am 7. Dezember erklären wir jeglicher Reaktion den Krieg; das soll ihr Bußtag sein. Der Hochbahnerstreik vor dem Ende. Unsere Mitteilung im gestrigen Abendblatt daß der Reichs arbeitsminister sich zum Eingreifen entschloffen hat, wurde durch folgende Wolff- Meldung bestätigt: Der Reichsarbeitsminister hat im Hinblick auf die Schwierigkeiten im Berliner Verkehr und die Bitte des Magistrats Bertin, in der Arbeitsstreitigkeit bei der Hoch- und Untergrundbahn vermittelnd eingegriffen und die Parteien für heute mittag zu einer Aussprache eingeladen. Da jedoch in dieser Streitigkeit bereits ein Schlichtungsverfahren durchgeführt und der Schiedsspruch für verbindlich erklärt ist, also ein beide Parteien bindendes Tarifverhältnis vorliegt, handelt es sich bei der vorstehenden Berhandlung nicht um ein förmliches neues Schlichtungsverfahren, fendern lediglich um eine unverbindliche Aussprache mit den Parteien, von deren freier Entschließung die Beilegung des Kampfes abhängig sein wird. Wiederaufnahme der Arbeit? Ueber das Ergebnis der Verhandlungen wird uns berichtet: Die um 2 Uhr begonnene Berhandlung im Reichsarbeitsminifterium mit der Streilleitung und der Hochbahndirektion hat zu folgendem Ergebnis geführt: Die ausgesprochenen Entlassun gen werden zurüdgenommen, auch die des Betriebsrates und der Streitkommission. Die Entlassenen werden in ihr altes Dienstverhältnis wiedereingefeht. Das Ergebnis wird heute in einer Vollversammlung den streikenden Hochbahnern zur Entscheidung vorgelegt. Nehmen die Versamm Iten das Er. gebnis an, so kann der Hochbahnbetrieb am Donnerstag wieder im Gange sein. ** WTB. gibt das Berhandlungsergebnis in folgender Fassung wieder: Es ist eine Vereinbarung auf folgender Grundlage zustande gekommen: Die anwesenden Vertreter der Streifenden werden sich bei diesen dafür einsehen, daß die Arbeit auf der Grundlage des Tarifvertrages wieder FAKINO? Um die Personalordnung der Reichsbahn. Der Verwaltungsrat der Deutschen Reichsbahngesellschaft wird ihm vom Generaldirektor der fünfte Entwurf der Per morgen Donnerstag zusammentreten. Bei dieser Gelegenheit wird fonalordnung vorgelegt werden. Gleichzeitig wird der Verwaltungsrat Beschluß fassen über die Erhöhung der Bezüge. Für die Arbeiter soll sich die Aufbesserung zwischen 9 und 12 Proz. bewegen. Die Beamtengewertschaften sind von der Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahngesellschaft für Donnerstag zu Verhand lungen geladen. Unternehmer und soziale Lasten. " Durch ein technisches Versehen war die Notiz über die Lasten der Arbeitslosenversicherung, die wir am Dienstag morgen unter gleicher Ueberschrift brachten, mit der Einleitung Amtlich wird mitgeteilt" versehen worden. Tatsächlich handelt es sich das bei um die Nachricht einer Korrespondenz, die nach unseren Erfundigungen fachlich vollkommen richtig ist, aber feinen amtlichen Ursprung hat. Erfolge kommunistischer Gewerkschaftsarbeit. Neue Löhne im Böttchergewerbe. Wie der Verband der Böttcher, Weintüfer und Hilfsarbeiter ( Bezirk Berlin) mitteilt, wurde mit der Freien Arbeitgebervereini gung im Böttchergewerbe für die Bezirke Berlin, Potsdam und Werder a. d. H. das 4. Lohnablommen zum Tarifvertrag für das Böttchergewerbe vereinbart. Das Lohnabkommen beginnt mit dem 17. November und sieht Löhne vor von 1 M. pro Stunde für Böttcher und 80 Pf. für Hilfsarbeiter. Achtung, Bauarbeiter des Baugewerksbundes, Baugewerkschaft Berlin! Der Verband der ausgeichloiienen Bauarbeiter, versammlung der Mitglieder des Deutichen Baugewerksbundes und Verein Berlin, hat zum heutigen Vormittag 912 Uhr nach den ,, Mufiteriälen", Kaiser- Wilhelm- Str. 31, eine gemeinsame MitgliederEr hat zur rre der ausgeschlossenen Bauarbeiter einberufen. führung auch eine Flugblattverbreitung auf den einzelnen Baustellen vornehmen lassen. Wir ersuchen unsere Kollegen, an dieser Versammlung nicht teilzunehmen, da unsere Organisation zu dieser Beriammlung nicht aufgerufen hat. Wir regeln unsere Angelegenheiten mit unseren Mitgliedern felber und lassen uns nicht von Außenstehenden unsere Dispositionen diftieren. Der Vereinsvorstand. Lohnverhandlungen im Bergbau. Bochum, 18. November.( Eigener Drahtbericht.) Die Schlichtungsberhandlungen für die Lohnregelung im Bergbau finden voraussichtlich Mitte der nächsten Woche stait. Wieder Feierschichten. Infolge von Abiagichwierigkeiten und im Zusammenhang mit den Förderungsschwierigkeiten, zu dem der Beitritt zu der zu einem Syndikat umgewandelten Ruhrkohle" A. G. zwingt, sehen sich die Kohlenzechen der Gewerkschaft Friedrich Thyssen zur Einlegung von Feierschichten gezwungen. Bislang war die Beschäftigung der Bechen, die über besonders günstige Verfrachtungsmöglichkeiten am Rhein verfügen, befriedigend. Der Konflift in der Meierei Bolle, der durch die Ablehnung des Schiedsspruchs durch die Firma entstand, ist nunmehr beigelegt, da der Schiedsspruch durch den Schlichter von Berlin für verbindlich erklärt worden ist. Jm bayerischen Kohlenbergbau wird gegenwärtig unter dem Vorsiz des Landesschlichters in München über die Lohnregelung verhandelt, die sich wegen der bedrängten Lage der Arbeiterschaft sehr schwierig gestaltet, da auch die Bergbauunternehmer sich auf eine wirtschaftliche Notlage berufen. Achtung, SPD.- Polizeibeamte! Am Donnerstag, den 20., und Freitag, den 21. November, abends 7 Uhr, im Restaurant Ohngemach, Kommandantenstraße 88, Sigung des Werbeausschusses der Polizeibeamten und der Vertrauensmänner. Mitgliedsbuch legitimiert. Auf unserem Boden stehende Kollegen können mitgebracht werden. Der Werbeausschuß. Achtung, AEG.- Apparatefabriken! Am Freitag, den 21. Novemb., nachm. 4 Uhr, im fal Sängerheim, Weddingstr. 9, Gesamtfraktionsfikuna der SPD.- Genossen der AEG.- Apparatefabriken mit Außenwerken. Tagesordnung: 1. Die bevorstehenden Wahlen. Unsere Aufgaben. Referent: Genoffe Eckhardt. Erscheinen aller ist Pflicht! Der Fraktionsvorstand. am SPD.- Holzarbeiter, Oftenbezirke! Werbematerial abholen morgen, Donnerstag, im Lokal Schwarzer, Gabriel- Mar- Str. 17, Borhagener Blaz. Die Bezirke Nordosten und Norden I bei Brutner, Weidenweg 85, ebenfalls Material abholen. Der Werbeausschuß. Achtung, Buchbinder in reinen Buchbindereien! Morgen, Donnerstag, abend 26 Uhr in den Zentralfestsälen, Alte Jakobftr. 30, Bersammlung aller in den B.D.B. Buchbindereien beschäftigten Kollegen und Kolleginnen. Tagesordnung: Stellungnahme zu den Testen Lohnverhandlungen. Wir er warten vollzähliges Erscheinen Die Branchenleitung. Berband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Galanteriebranche. Morgen, Donnerstag, abend 7 Uhr, bei Böker, Weberstraße, allgemeine und Photobetriebe. Branchenversammlung. Bericht von der Schiedsgerichtssigung. Chromo Die durch Schiedsspruch festgefeßten neuen Löhne find von beiden Parteien angenommen worden. Die Branchenleitungen. Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter, Brande Gas- uns erwerke. Morgen, Donnerstag, abend 7 Uhr, in den Sophien- Sälen, Sophienstr. 17, Allgemeine Funktionärversammlung. Unter dieser Ueberschrift berichtet die„ Rote Fahne" prahlerisch über die Belehrungserfolge der Kommunisten bei der Rückführung ihrer Anhänger in die freien Gewerkschaften. In der AEG., Brunnenstraße, follen von 40 Mitgliedern der Union der Handund Kopfarbeiter" 23 wieder in den Deutschen Verkehrsbund" zurüdgefehrt fein und fich sogar zwei Vertrauensleute gewählt haben. Nach den Feststellungen des Werfebrebundes ist in dem genannten Betrieb nur ein Transportarbeiter, der ganze zehn Wochen lang eine Gaſtrolle in der Union gegeben hat, in den Verkehrsbund zurückgekehrt, dem er feit 1912 angehörte. Der betreffende Transportarbeiter war praktisch noch gar nicht aus Breife von 50 Bf. erhältlich. feiner alten Organisation ausgeschieden. Seine Gastrolle in der Union hat ihm aber die Augen geöffnet über den wabren Wert der kommunistischen Gewerkschaftsarbeit und ihn in der Erkenntnis bestärkt, daß nur starfe freie Gewerkichaften den Arbeitern etwas bieten fönnen. Insofern baben die Kommunisten und nicht uur in dem einen Falle einen„ Erfolg" zu verzeichnen. Lohnregelung für die Schuhmacher. Am 13. November fällte der Schlichtungsausschuß in der Lohnftreitfache der Maßschuhmacher einen Schiedsspruch, der den bisherigen 2ohn um 5 Broz erhöht. Beide Parteien haben den Spruch angenommen. Der neue Lohn beträgt für Zeitlohnarbeiter und als Affordbasis für neue Arbeiten 891 Pf., für Zeit Lohnarbeiterinnen und als Affordbasis für Reparaturen 843/4 Pf. pro Stunde. Am gleichen Tage wurde zwischen dem Zentralverband der Schuhmacher und dem Verband der selbständigen Schuhmacher Berlins eine Lohnvereinbarung getroffen, die den bisherigen Loon um 5 Pf. pro Stunde erhöht. Die neuen Löhne betragen: Arbeiter im Zeitlohn und als Affordbafis für neue Arbeiten 70 Pf.. für Zeitlohnarbeiterinnen und als Affordbasis für Reparaturen Ein neuer Stern, die große 3.9 große 39 Zigarette Angestellte der Geldschrankfabriken und Bauschloffereien. Der neue Rahmentarifvertrag mit den Gehaltssäken einschließlich Dezember d. J. ist im Drud fertiggestellt und im Ortsbureau des 8dA., Belle- Alliance- Str. 7/10, zum Sentralverband der Angestellten, Gettion Geldschrankfabriken und und Bauschlossereien. Berantwortlich für Politik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Gaternus; Gewerkschaftsbewegung: J. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schifowski; Lofales und Sonstiges: Friz Karstädt: Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Verlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruderet und Verlaasanstalt Baul Singer u Co. Berlin GW 68 Lindenstraße 3. Hierzu drei Beilagen und Unterhaltungsbeilage Seimwelt". Ein milde and sicher wirkendes Abführmittel sind San.- Rat Dr. Strahls Hauspillen, seit dem Jahre 1851 weltbekannt. Auch bei Hämorrhoidal, Leber- und Gallensteinleiden vorzüglich bewährt. Von Aer ten u. Patienten glänzend begutachtet. n Origina'schachteln à Mk. 1.- u. 2- zu haben in den Apotheken, wo nicht. iranko Nachnahme durch Elefanten- Apotheke. Berlin SW., Leipziger Straße 74, am Dönhoffplatz. Hühneraug' auf Zeh' und Sohl' Wirst du los durch Lebewohl! In Drogerien und Apotheken. Verlangen Sie ausdrücklich„ Lebewohl" mit Filzring. PEOin der bekannten Packung die Tänzerin Triumph Georg A.Jasmatzi Akt. Ges. DRESDEN- A.21 AÐ Nr. 546 41. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Mittwoch, 19. November 1924 Aus dem Leben der Zeitungsverkäufer. Der durch den Weltkrieg hervorgerufene wirtschaftliche Nieder gang Deutschlands, den die junge Republik mühsam zu überwinden fucht, hat bekanntlich fast allen Berufen die schwersten Schäden gebracht. Die Eristenzfroge ift deshalb so schwierig, weil sich nicht wie früher taufe neue Möglichkeiten zum Broterwerb bieten. Das bedeutet aber für weite Kreise ein Zur- Untätigkeit- Berdammisem, wer nicht arbeitet, hat natürlich auch nichts zu effen. Das Berliner Elend ist namentos; an allen Straßeneden begegnet es uns. Die Siroßen- und Kleinhändler sind gar nicht zu zählen, und nicht immer sind es alte Muttchen oder Kinder, die versteckt um ein Almofen flehen. Die Not. ist auf das höchste gestiegen; man denke nur an die sogenannten„ freien Berufe", die den Härten des Alltags mit am meisten ausgesetzt sind. Die einen laufen als Agenten oder Reisende treppauf, treppab, während andere ouf den Höfen fingen oder spielen. Ein Notanter für viele ist der Beruf des Zeitungshändlers geworden. Ede Kurfürstendamm. verkauf eber Absatz findet, ist eine bekannte Tatsache, Dem Zeitungs verfäufer ist das recht, denn Geschäft ist nun einmal Geschäft. Außer dem freut es ihn, bald ausverkauft zu haben, fann er doch dann nach Hause zurückkehren. Die nicht verkauften Blätter werden zurüc genommen, Weinrestaurants. Geschminkt, in tilliger Seide frierend, fpazieren| Boulevardpreffe mit ihren Standol- und Mordgefchichten im Straßen. die Anderen" vorbei, eine Anflage wider die fatte bürgerliche Welt. Aus dem Lokal, vor dem er frösbelnd steht, dringen jogar Militärneifen. Dieses Grölen Betrunkener verhallt in den stiller werdenden Straßen. Die Nacht kommt und mit ihr aus dem„ Café Wilreationären Welt. Nicht zulegt sind sie das Produkt ihrer täglichen helma" jene widerliche Katerstimmung der Trägt einer flerbenden Zeitungsleftüre, und wenn der Zeitungshandel nicht ein gor jo fchwerer Beruf wäre den man nur ergreift, um überhaupt sich not dürftig ernähren zu fönnen, dann müßte auch der Verkäufer sich doch manchmal Gedanken machen, wieviel Gutes und wieviel Schlechtes er Wo der Kurfürstendamm beginnt, der Gedächtniskirche gegenfiber, an der windigen, belebten Ede also, ift oft der Standplay für jene, die den Zeitungsverlauf als letztes Mittel, sich über Wasser zu holten, erwählt haben. Im Anfang macht es dem Neuling Spaß; I alimählich wird es( ingwellig, ja unangenehm. Die Borübergehendet beachten ihn entweder gar nicht, oder sie mustern ihn neugierig, erftaunt.„ Ein Student?" denten sie vielleicht. Er preist seine Zeitun gen an, erst schüchtern, dann immer dreister. Aber das Publikum ist durchaus nicht so faufluftig, falls die Zeitung nicht gerade ein Ereignis von Bedeutung zu melden hat. Es dauert oft zwei Stunden, bis er ein Dund Zeitungen vertauft hat. Seine Einfünfte bleiben durchaus bescheidene. Die Dame mit dem Automobil", die für die Beitung einen Fünfziger gibt, ohne sich den Restbetrag herausgeben zu lassen, fährt nicht oft vorüber. Alte, gepflegte Herren interessieren 44544 fich für funge Zeitungsverfäufer mehr als für ihre Sensationsblätter. Der Geschmad des Bublifums läßt auf den Käufer selbst schließen, und im Laufe der Zeit weiß er, mer den„ Lotal- Anzeiger" und wer Die Rote Falyne fauft. Man erkennt sie schon von weitem, denn es find immer dieselben. In fostbare Belze gehüllt, betrachten ste gierig die Schaufensterauslagen, strömen in die großen Cafés und 29] " Der Mittelweg. Bon Sir Philip Gibbs. " Einstweilen sollte er einen Artikel für die Neue Welt" fchreiben, der den drohenden Streit behandle, besonders aber bas, was die Arbeiter wirklich dachten und wollten. Er wüßte ja durch Huggett Bescheid. Gut," meinte Bertram, ich versuchs. Aber halten Sie den Streit für wahrscheinlich?" Unvermeidlich, wie ich gehört habe." Die Großverdiener wollten im Verein mit der Regierung die Löhne auf den Borkriegsstand herabdrücken; daß aber auch die Preise mitfinten würden, war vollständig ausgeschlossen. Niedrige Löhne und Arbeit nach dem Sweering- Syftem ift jetzt die Losung, nicht mehr das schöne Wort Heimstätten für unsere Helden", und wie sonst die schönen Bersprechungen im Kriege lauteten. ,, Es ist eine nieberträchtige Schande!" schloß Chrifty. Eine Zeitlang faßen die Freunde schweigend da, rauchfen und lauschten auf das wohlbekannte Geräusch des Londoner Lebens auf der Straße. Ab und zu fog Chrifty an seiner Pfeife, und eine kurze Glut beleuchtete dann sein langes, hageres Geficht mit den tiefliegenden Augen und der gewölb ten Stirn. Endlich beugte er sich vor und schürte die verglimmenden Kohlen im Kamin. So gern ich auch das Resultat des Streits abwarten möchte, weil ich dabei sein will, wenns hier ernst wird, ich muß doch wieder fort. " Schon?" fagte Bertram mit tiefem Bedauern, denn er hing fehr an diesem alten Freunde, mit dem er die schreckliche Kriegszeit buchlebt hatte. Wohin geht der Weg diesesmal?" Buerst nach Berlin. Dann vielleicht- Mostau. Ich bin schon um die Einreiseerlaubnis eingekommen." ,, Mostau?" Christy lächelte. Ja, es wäre der Einlaß in den Tiger fäfig, aber er wolle nach Rußland hinein und die Neue Welt" hatte ihn auch dazu aufgefordert. Denn was über Rußland in die Deffentlichkeit drang, war alles eine fünftlich fabrizierte Lüge Er aber wollte mit eigenen Augen sehen, wie fich das System dort auswirkte. Vielleicht hatten Lenin und sein Anhang trog aller Mißgriffe und Grausamkeiten doch eine gefunde Idee gefunden. Vielleicht fing eine neue Aera der So zialgeschichte an, denn es wäre lächerlich, vorauszusehen, daß nur durch die westliche Zivilisation das lezte Wort der mensch 955157 Daroaris vermittelt, wieviel Wahrheit und wieviel Lüge Selbst wenn er irgend eine moralische Verantwortung trüge, so würde er sich ihrer doch taum jemals bewußt werden, denn er steht da und wartet, wartet, ein lebender Automat ist er, steckt man einen Groschen hinein, dann funktioniert sein Hirn mechanisch, und feine Seele wird apathisch. Boller Neio schaut der Händler zum Konkurrenten neben ihm, wenn er mehr verdient, und voller Wut ins„ Romanische Café" hinüber, denn es ärgert ihn, daß der Leser dort für den Breis einer Lasse Kaffee bort alle die Blätter und noch weit mehr lesen tann, anstatt seinen Bedarf bei ihm zu decken. Doch plöglich wird er aus diefer refignierten Betrachtung geriffen, denn eben schnarrt thn die Raritatur einer sempathisch flingenden Stimme an: Wat, Se ham noch nich den letzten Fridericus? Schweinerei vafluchte! Na, den jcmse ma de Nachtausgabe!" Der Händler verkauft eine Nacht ausgabe", verdient toohl fo feine drei Pfennig dran und wartet auf den nächsten Kunden. O ja, es sind schon Runden", die er hier vorm „ Café Wilhelma" zu bedienen hat. " -M Der„ Fliegende". Als Late ist man leicht geneigt, den an fich faum anstrengenben Zeitungsverlauf als eine sehr leidyte Arbeit zu betrachten. Nun ein Bergnügen, im strömenden Regen oder in der falten Nacht am eirer windigen Straßenede zu stehen, ist es wohrlich nicht. Hat man Berlangen nach einer heißen Tasse Kaffee, die starren Glieder auf. zuwärmen, so fucht man wohl schnell eine Rutscherkneipe auf. Be stimmt fann man aber damit rechnen, daß in diesem Augenblic ausgerechnet! die Kontrolle tommt. Die Jelfungshändler werden nämild ab und zu kontrolliert. Denn umsonst zahlt der Verlag Das tleine Figum nicht. Es heißt also auf der Hut sein. Obendrein läuft men Gefahr, von den Kollegen on einem günftigen Platz durch Intrigen von ihrer" Ede verjagt zu werden Ebenfalls darf man sich nur in einer Entfernung von zehn Schritten den Kiosten nähern. Das ist Borschrift und der Gewerbeschein natürlich Borauss hung. Sonft wird man von dem Kiostfräulein etwas unsanft angefahren Die Zeitungen werden übrigens in unserem Spezialfalle am Bahnhof 300 abgeholt; ein Rabfahrer, neuerdings Motorradfahrer( Beit ist Geld!) bringt sie in einem Riesenrudjad on; dort werden fle per teilt, und die Händler begeben sich schleunigft an ihre Ede. Sie haben ihr Stammpublikum, das ihnen vielleicht fünf Pfennige extra gibt, wenn sie etwa das ben neuesten Klatsch erzählende Blatt recht früh bringen. Doch zählt das immerhin zu den Glücksfällen. Daß die lichen Weisheit und der Organisation auf wirtschaftlicher Grundlage gesprochen sei. Er wollte ohne Borurteil die Wahrheit, die eine Wahrheit ergründen. ,, Sie werden noch selbst Bolschewift werden," scherzte Bertram. ,, Geschieht das, so ifts mit unserer Freundschaft aus." Den legten Saz sprach er leichthin, aber mit einem geheimen Unterton von Aufrichtigkeit und Angst. Werbs Ihnen mitteilen," lachte Christy. Bostkarte genügt: Ich bin Bolschewift geworden." Nach ein paar Minuten fragte Bertram plöglich: haben Sie es Janet Billford gesagt, daß Sie reifen? Christy beugte sich wieder über das Feuer und schürte es langjam. Dann sagte er: Nein!" Chrifty, Alter, ist etwas zwischen Ihnen und Janet nicht in Ordnung? Ich meine in Ihrer Freundschaft und Liebe?" Christy lachte, ftand auf und stellte sich vor den Spiegel. Liebe? Mit dieser häßlichen Fraze? Welch furchtbarer Ge danke!" Sie liebt und vergöttert Sie," sagte Bertram ernst. Da flammte Chrifty so zornig auf, wie Bertram ihn noch nie gesehen hatte. Bum Teufel, Bollard! Was geht Sie das an! Mit welchem Recht sprechen Sie überhaupt von ihr? Bevor Sie jeden Abend in ihrer Wohnung faßen, fam fie oft hierher zu mir!" Bertram war von diesem plöglichen Ausbruch ganz überwältigt. Also war Christy doch eifersüchtig auf ihn! Und er hätte sich eher die rechte Hand abgehackt, als Christy wehe zu tun. Schulter." Na, Sie alter Efel! Haben Sie wirklich glauben Er ging zu ihm hinüber und legte die Hand fest auf seine fönnen, ich wollte mich zwischen Sie und Janet eindrängen? Und meine Frau? Und meine Liebe und Treue für Joyce?" Christys Wut sant so schnell in sich zusammen, wie sie aufgeflammt war. Er sah bleich und tief beschämt aus. Berzeihen Sie, Pollard! Aber Sie haben mich eben verrückt gemacht mit Ihrer Bemerkung. Ja, ich liebe dies Mädchen wie ein schmachtender Romeo. Sie bringt mein Froschblut zum Sieden. Das ist ja auch einer der Gründe, die mich forttreiben. Ich fliehe." Warum fliehen?" fragte Bertram dringend. Warum nicht bleiben und mit ihr sprechen?" Wieder schaute Christy mit seltsamem Blick in den Spiegel. Nicht mit der Frage, mein Junge. Außerdem habe ich ständlich ein Dorn im Auge find, fich ihre Zeitungen von den Expedi Während die wilden Händler, die der berufsmäßigen selbstve tionen besorgen, werden jene von der Zeitungszentrale( 33.) in der Jerufalemer Straße beliefert. Hier werden auch die Zeitungen von den in der Nähe wohrenden Händlern persönlich abgeholt. Zentrale verfügt über fünfunddreißig Radler, die dreimal täglich durch ganz Berlin fausen; um zwei Uhr nochts wird sie schon ge öffnet. Der Nachtdienst der Händler währt von sechs bis zwölf Uhr; sie arbeiten mit Rabatt, der durchschnittlich dreißig Prozent beträgt, Der alte Brauch. Die Der Staat befiehlt noch immer: Heute haft du, Untertan, Buße zu fun, wie er ebenso anordnet, daß man am Sonntag nach dem Buß'ag der Toten gedentt! Es war nach der Revolution der Sozialdemokratischen Partei leider nicht möglich, durchzusehen, daß mit diesem alten Brauch gebrochen wird, der nicht nur eine Beschränkung der persönlichen Freiheit des einzelnen ist, sondern auch unliebsam genug in. Die wirtschaftlichen Verhältnisse eingreift und den Arbeitern für einen Tag Lohn und Verdienst nimmt. Diese staatliche Festsetzung des Bußtages ift aber auch bezeich nend genug für die Heuchelei der herrschenden Klasse. Es ist doch ganz erklärkch, daß es niemandem einfallen wird, auf Befehl Buße zu tun, wie man denn überhaupt nicht weiß, was man unter Buße tun verstehen soll. Und weil man das nicht meiß und weil viele nicht wissen, was sie mit dem langen, leeren Tag anfangen sollen, find am Buß'ag in Berlin und wohl auch in anderen großen Städten die Kneipen voll und überfüllt. Der Staat verlangt, daß der einzelne heute Buße tun soll, und er ist der Ansicht, daß es ein höchst unbußfertiges Handeln ist, wenn man an einem folchen Tage Konzerte, Theater, Birfus und andere Stät'en aufsucht, an denen die Heiterfeit auf dem Progarmm steht. Am Bußtag fomohl mie am Totenfest müssen diese Stätten geschlossen sein, aber sie dürfen nur Oratorien aufführen und geistliche Musik zu Gehör bringen. Ja, in den Kaffee, häusern darf die Musikkapelle ebenfalls nicht spielen, und in Berlin hat man sich früher, da die Kaffeehäuser noch bis um zwei Ihr nachts und länger offen halten durften, in der Weise geholfen, daß man, um mehr Bublifum anzuloden, anfündigte: nach zwölf Uhr Muft?! Wer bis dahin in der Kneipe den Bußtag gefeiert" hatte, fonnie zum Schluß noch das Konzert der Kaffehauskapellen hören, und was ihm bisher an Bußfertigkeit gefehlt hatte, erwarb er sich leicht und fchynell bei den Klängen der Mufit im Kaffeehaus! Der alte Bußtag ist geblieben, und die Folge diefes staatlichen Feiertags ist, daß man in Berlin am Abend und in der Nacht nie mals so viel Betrunkene auf der Straße erblickt wie am Bußtag. Staat und Kirche aber sanktionieren auf diese Weise den heuch lerischen Unfug. Trauerfeier für Cuda Hartmann in Berlin. Der Desterreichisch Deutsche Boltsbund fäßt seiner Donnerstag, den 20. D. M. im Herrenhause stattfindenden Wahlversammlung eine Trauerfund gebung für ben ersten Gesandten der österreichischen Republik in Berlin, den großbeutschen Borfämpfer Professor Lubo S) artmann vorangehen. Beginn pinktlich 7 Uhr. Der Deutsche Ar. better Sängerbund hat seine Mitwirkung in Aussicht ge stellt. Nach dem offiziellen Redner des Baltsbundes, dessen Mits begründer Hartmann, gewesen, wird ein parlamentarischer Zeits genosse des Berstorbenen sprechen. Besondere Einladungen ergehen nicht. Die Trauerversammlung ist allgemein zugänglich. Die Wahlversammlung des Desterreichisch Deutschen Boltsbundes, die, wie berelts gemeldet, Donnerstag, ben 20. d. M., abends 8 Uhr, im Herrenhaus, Leipziger Straße, statte eine Frau, nicht wahr? Wenn ich auch nicht mit ihr zue sammen lebe. Die Welt ist gerade jezt nicht zu Liebesaffären angetan, fie geht zugrunde und ich schaue zu. Meine fenile Leidenschaft fommt ein bißchen zu spät; in meinem Alter follte man vernünftiger sein. Ich werde 45." 0 Als Bertram fortging, fagte Christy schnell: Noch ein Abschiedswort, mein Junge. Wenn Sie nicht eigens für Untreue geschaffen sind und Bott weiß, das sind Sie nicht so brechen Sie alles ab und fliehen Sie, sobald Sie die Treue nicht länger halten törmen. Das ist am ficherften, Moskau ist eine interessante Stadt." und Sie schüttelten fich die Hände und wünschten einander alles Gute. ,, Berdammt furios, dies Leben," jagte Chrifty, als er fich über das Treppengeländer lehnte, Ja, es ist alles so schmer," rief Bertram hinauf. Bei diesen alten, mohlbekannten Worten mußten beide lachen. Bertram ging in Gedanken verfunfen beim. Wie Christy in Feuer geraten war! Und mit 45 Jahren! Da war's Zeit, an Jonce denken. Bußte sie denn überhaupt, was Liebe war? daß die Leidenschaften sich abkühlten. Dann mußte er wieder eh ihm, wenn er sie es nicht lehren fonnte, dann wäre sein und ihr Leben von Grund aus zerstört. 23. Bertram hatte eben seinen ersten Zeitungsartikel, der in der Neuen Welt" erschienen war, burchgelesen, als er hörte, zu ihr hinein, denn er hatte den ängstlichen Ruf in der gewie Jonce im Zimmer nebenan seinen Namen rief. Er eilte fiebten Stimme wohl bemerkt. Sie stand an ihrem Schreibtisch, eine illustrierte Zeitung in der Hand, in welche sie bestürzt hineinblickte. Was ist denn, Joyce?" Sie zeigte auf eine Illustration und flüsterte: ,, Das fann nicht wahr sein." Ein flüchtiger Blick auf das Blatt überzeugte ihn, daß es eine Abbildung von Holme Ottern mit feinen Terrassen und breiten Treppen, seinen Tennisplägen und Rosengärten war. Nun ja, Holme Ottery. Warum ben nicht?" meinte Bertram. Das schöne alte Schloß wurde ja so oft photographiert." ( Fortseßung folgt.) a findet und für jedermann zugänglich ist, wird zu den Fragen des Anschlusses, Minderheitenrechts und Rechtsgleichstellung der Desterreicher in bezug auf die Wahlen Stellung nehmen. Es werden Reichsminister a. D. Koch, Abg. Friedrich Stampfer, Rammergerichtsrat Caspari und andere Kandidaten verfchiedener Parteien sprechen. Vertreter der österreichischen Kolonie aus dem Ruhrgebiet und anderen Teilen Deutschlands werden anwesend sein. Ein„ Elektrizitätsstreik". Defekt im Umformerwert 3offener Straße. Die Städtischen Elektrizitätswerte sind gestern, nachdem schon am Montag im Bezirk Prenzlauer Tor eine größere Unterbrechung aufgetreten war, am Dienstag im Süden und Südwesten Berlins von einer empfindlichen Betriebsstörung betroffent worden. Aus noch nicht völlig aufgeklärten Gründen verjagte gegen 4 Uhr nachmittags, zu einer Zeit, in der durch das Anschalten aller Lampen bei Einbruch der Dunkelheit die höchste Belastung im Stromversorgungsneh herrscht, die Zuführung des hochgespannten Stromes aus dem Kraftwerk Rummelsburg nach der Umformerstation in der 3offener Straße 9, wo der aus Golpa und Trattendorf kommende hochgespannte Wechselstrom in Gleichstrom von 220 Volt Spannung umgewandelt wird. Da der Unfall in der Zeit der Höchstbelastung eintrat, wurden auch die im Süden und Südwesten untergebrachten Unterstationen sämtlich in Mitleiden. fchaft gezogen. Ueberall brannten die Sicherungen durch und an einigen Stellen traten auch ernst ere Beschä digungen ein. Die Wiederherstellungsarbeiten wurden dadurch erschwert, daß fämtliche Stromabrehmer aus begreiflichen Gründen in den Geschäften und Haushaltungen die Lampen nicht abschalteten. So oft daher von dem Umformerwerf der Versuch gemacht wurde, den einen oder anderen Straßenzug auf die anderen Kraftwerke umzuschalten, brannten durch die sofort einsetzende Höchstbelastung die Sicherungen durch. Erst in den späten Abendstunden gelang es durch Parallelschaltungen die Beleuchtung größtenteils wieder herzustellen. Die Zeche des„ Ehemaligen". Die treulose Strohwitwe. Als er aus dem Zuchthaus heimfehrte. Durch einen Racheaft gegen seine eigene Frau ist der Rohrleger Johann Schreiber selbst gründlich in die Patsche geraten. Schreiber ist ein schwer vorb strafter Mann, der bereits acht Jahre im Zuchthaus gesessen hat. Während er die letzte Strafe im Zuchthaus verbüßte, hatte er seinem Diebesgenossen Bruno Kasuste, der etwas früher zur Entlassung tam, den Auftrag gegeben, feiner Ehefrau einen schönen Gruß zu übermitteln. Kasuste hatte den fameradschaftlichen Dienst ausgeführt, war dann aber etwas zu weit in feiner Nächstenliebe gegangen und hatte mit der Ehefrau ein Liebesverhältnis angeknüpft. Als Schreiber dann Oeffentl. Wählerversammlungen Donnerstag, den 20. November, abends 7/2 Uhr: Prenzlauer Berg, 27. Abt.: Schulaula, Sonnenburger Str. 20. Charlottenburg: 51. und 55. 2bt.: Schulaula, DandelmannStraße 26/ 28.52. und 53. Abt.: 30. Gemeindeschule, Wiebestraße( Eingang Neues Ufer). Steglitz: Oberrealschule, Elisenstraße 2. Karlshorst: im Fürstenhaus. Blankenburg: Lokal Klug, Dorfstr. 2. Tagesordnung: Deutschnationale oder sozialdemokratische Politik?- Kriegs- oder Friedensreichstag? Redner: Künstler, Dr Löwenstein, Lempert, Otto Meier, Dr. Moses, Ruben, Adele Schreiber. Freitag, den 21. November, abends 7½½ Uhr: Tiergarten: Arminiushallen, Bremer Straße 72. Prenzlauer Berg: 31. Abt.: Schulaula, Schönfließer Str. 7. Friedrichshain: 7 Uhr: Pazenhofer Brauerei, Landsberger Allee 25/26. Spandau: Seiz' Festfäle, Schüßenstraße. Wilmersdorf: Biftoriagarten, Wilhelmsaue 114. Löschen gelang es, das Feuer einzudämmen. Auch in der Beuffelftraße 55 stand eine Werkstatt in Fiammen, so daß tüchtig gelöscht werden mußte. Das Nachspiel zum Fürstenwalder Ulanentag. Der Rechtsanwalt mit dem Gummischlauch. Der Abschluß des gestrigen Verhandlungstages brachte noch sehr erregte Auftritte. Der Hauptangeflagte Domte erlitt einen Schwächeanfall und Rechtsanwalt Bahn bat daher um eine Pause. Der Vertreter der Nebenfläger, Rechtsanwalt Samter, stellte erneut den Antrag auf Verhaftung der beiden Angeklagten, da es sich um ein schweres Amtsverbrechen handele. Nachdem die Rechtsanwälte Heine und Bahn das Gericht erfuchten, den schon fünfmal gestellten Antrag wiederum abzulehnen, fah mat, wie Rechtsanwalt Samter einen Gummischlauch aus der Akte 1tasche hervorzeg und ihn neben sich auf den Tisch legte. Rechtsanwaft Bahn erfuchte nun den Vorsitzenden, dem Vertreter der Nebenfläger den Gummischlauch fortzunehmen, oder ihn aufzufordern, freiwillig den Schlauch fortzulegen, da der an sich schon sehr nervöse Angeflante Domte noch mehr erregt wäre, wenn er den Gummischlauch liegen sähe. Im übrigen sei dieser Borfall ein in Samter der Anwaltspraris unerhörter Borgang. erklärte hierauf, daß er den Gummischlauch nicht fortlegen werde, da er sich in seiner Persönlichkeit bedroht fühle. Nachdem noch unter großer Aufregung im Saal Rechtsanwalt Heine erf'ärt hatte, daß das Benehmen des Vertreters der Nebens fläger eine unerhörte Geschmacklosigkeit darstelle, bea merkte der Vorsitzende, Landgerichtsrat Siebert, daß er es dem Feingefühl des Vertreters der Nebenfläger überlasse, den Gummi ich auch fortzulegen. Hierauf trat eine längere Pause ein und die Beweisaufnahme wurde dann fortgesetzt mit der Vernehmung eines Belastungszeugen Friedrich Schult, der auf eine Frage von Rechtsanwalt Bohn einräumte, wenn auch nach längerem Sträuben, daß er wegen Meineides mit Zuchthaus vorbestraft sei. Aerztekonferenz des Arbeiter- Samariterbundes. Am Sonntag fand eine Konferenz der beim Bezirk Brandenburg des ASB. tätigen Aerzte statt. Den Vorsitz führte Genosse Dr. Arensberg. Genosse Dr. Marr überbrachte die Grüße Sozialdemokratischen Aerztebundes und teilte mit, des Zuletzt machte er den Dirigenten und dana Schöneberg: Gymnasium, Martin- Luther- Straße( an der daß dieser gerne bereit ist, die Arbeiterfamariter in In Restaurant Hofjäger in Potsdam feierte eine Abteilung„ Ehemaliger". Der Kaufmann Hermann Krüger aus Charlottenburg, auch ein„ Ehemaliger", gibt eine Lage nach der anderen für die Kapelle. Die Zechschuld ist hoch. verschwand er hatten das Nachsehen. Die Kellner mußten beim Wirt die Schuld bezahlen und die Geprellten wandten sich an den Vorstand, der den Namen des Ehemaligen" preisgibt. Trotz aller Mahnungen und trotzdem bei der Kriminalpolizei in Charlottenburg Anzeige erstattet wurde, machte der„ Ehemalige" nicht die geringste Miene, die Zechschuld bei den Kellnern zu bezahlen. Erst als der Staatsanwalt die Sache in die Hand nahm, befam Krüger es mit der Angst und fandle die Zechschuld ein. Trotzdem mußte er sich vor dem Potsdamer Amtsgericht wegen Zech prellerei verantworten. Der Amtss anwalt beantragte 50 M. Geldstraße oder für je 25 M. ein Tag Gefängnis. Das Gericht, unter Vorfig eines jungen Affeffors, stellte fich aber auf folge den Standpunkt: Die Zechschuld habe der Angeflagte nicht für sich, sondern für die Kapelle gemacht, daher be. stand für ihn fein Vermögersvorteil, wenn er die Schuld nicht beglich, zweitens sei er ja dem Vorstand bekannt gewesen und dann hätten ihn die Kellner nicht in fategorischer Form angehalten zu bezahlen. Der Amtsanwalt behielt sich eine Erklärung vor. Im Streit erschossen. Ein Streit, bei dem ein Lokomotivführer Konrad Wiegand aus der Kiautschaustraße sein Leben verlor, wurde jetzt aufgeflärt. In der Nacht zum Dienstag in der vorigen Woche feierten Eisenbahner in einem Zofal in der Huffitenstraße ein Vergnügen, während andere Gäste ihren Regelabend hatten. Die beiden Parteien waren dort öfter beisammen gewefen und fannten sich. Trogdem am es zu einem heftigen Streit, angeblich wegen Belästigung von Frauen. Der Kriminalaisistent a camaret aus der Putbuser Straße griff schließlich zur Pistole und gab mehrere Schüsse ab. Wiegand wurde so schwer getroffen, daß er auf der Stelle verschied. Kaczmarek hatte behauptet, daß er in der Notwehr erst einen Schredschuß und dann einen scharfen abgegeben hatte. In der Aufregung und Berwirrung waren die Vorgänge zunächst nicht flar festzustellen. Eingehende Zeugen. vernehmungen haben jept aber erwiesen, daß Kaczmaret nicht, wie er fagte, in der Notwehr gehandelt hat. Er hatte vielmehr feine Beranlassung, von der Waffe Gebrauch zu machen, und schoß auf Wiegand auch dann noch, wie dieser schon verwundet am Boden lag. Kaczmaret wurde verhaftet und wegen fahr Tässiger Tötung dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Ein nächtliches Abenteuer. Grunewaldstraße). Wannsee: Reichsadler, Königstraße 26. Lichterfelde: Hennigs Festfäle, am Bahnhof Lichterfelde- Ost. Tempelhof: Lyzeum, Germaniaſtraße. Niederschöneweide: Schulaula, Berliner Straße 31. Cöpenid: Körnerschule, Lindenstraße 11. Biesdorf: Bartsch, Dorf- Ede Bahnhofstraße. Hermsdorf: Laud, Berliner Straße. Tagesordnung: Deutschnationale oder sozialdemokratische Politit? Kriegs- oder Friedensreichstag? -W Redner: Aufhäuser, Dr. Breitscheid, Rob. Breuer, HeilDr. Moses, Mieliz, Stelling, Stampfer, Zubeil. mann, Adolf Hoffmann, Gertrud Hanna, Haß, Luise Kähler, 4 ihrer Tätigkeit zum Wohle des Proletariats zu unterstügen. Das Referat erstatte e Genoffe Dr. Philippsborn. Er berichtete, daß die Mitgliederzahl von 5500 im letzten Friedensjahre auf 36 000 gestiegen sei. Als Hauptaufgabe des Arbeiterfamariter- Bundes bezeichnete er die Regelung des Kranfentransportes in den fleinen Städten und auf dem platten Lande. Es kommen dafür fahrbare Tragen und eventuell Krantenautomobile in Betracht; dieselben sind am besten gemeinsam mit den Krantentassen anzufchaffen, da diese an einer schnellen Beförderung ihrer Mitglieder bei einem no'wendigen Krankenhaus. aufenthalt interessiert sind. Die zweite Hauptaufgabe des ASB. verlangt einen organischen Ausbau der HauskrankenPflege. Es ist hier zu unterscheiden zwischen einer einfachen Pflege bei Erkrankung der Hausfrau, die in einer Versorgung der Kinder, in der Erledigung des Einfaufs und anderer Hausfrauen. tätigkeit besteht. Andererseits gehört dazu die eigentliche Hauskrantenpflege, die den Krankenkassen die großen Kosten, die ihnen ein Krankenhausaufenthalt auferlegt, auf ein Minimum reduziert. Die Oeffentliche Frauenkundgebung gerinnen müſſen ſelbſtverſtändlich nach den ortsüblichen Löhnen Freitag, den 21. November, abends 71/2 Uhr: Neukölln: Aula, Emser Straße 134/137. Referentin: Marie Juchacz, M. d. R. felbst aus dem Zuchthaus fam, fand er das Nest von dem Stell vertreter besetzt. Um sich zu rächen, ging er zur Kriminai polizei und legte Geständnis über Geständnis ab von Straftaten, die schon Jahre zurüdlagen. Dabei bezichtigte er die Frau und deren Liebhaber der Teilnahme an den Einbrüchen und der Hehlerei. Er hatte dabei die Absicht, beide ins Zuchthaus zu bringen. Bei seiner Geständnisfreudigkeit ging er so weit, daß Kriminalfom missar Gennat an ihn die Frage richtete, ob er Angst habe, daß der " nast" nicht zu Ende gehe und daß kein freies Plätzchen mehr im Spieß um und brachte zur Anzeige, daß Schreiber mit mehreren Zuchthaus zu finden sei. Das Liebespaar drehte mun aber den anderen Personen zusammen eine ganze Reihe von„ Dingern gedreht" hätten, nachdem er das letztemal aus dem Zuchthaus herausgefommen war. So hätte er bei einem Schlächter 400 Gänse gestohlen, bei einem Pfarrer im Kreise Westernberg Wegen Körperverlegung mit töblichem Aushätte die Diebesbande durch Einbruch zweipferdenebst Wagen gange hatte sich der Kaufmann Grothe vor dem Schwurgericht und Geschirr und vier Flaschen Abendmahl mein erbeutet. Des Landgerichts I zu verantworten. Eines Nachts war in dem Außerdem wurde auch noch ein Einbruch in ein SchuhAntiquitätenladen des Angeklagten eine größere Gesellschaft zu einer geschäft aufgedeckt. Die Anzeige Schreibers dagegen reichte zur Feier im engeren Kreise versammelt, als plötzlich in der Tür ein Ueberführung der Ehefrau und Kasustes nicht aus, jo daß nur gegen fremder Man erschien der offenbar aus den erhellten Fenstern ihn und seine Mitangeklagten das Verfahren eingeleitet werden annahm, daß es sich um einen Nachtbetrieb handelt. Er wollte fonnte. Das Schöffengericht hatte Schreiber auch zu einer viel sich auch nicht abweisen lassen, und mußte herausgeschoben werden. jährigen Zuchthausstrafe verurteilt. Gegen das Urteil hatte SchreiKurze Zeit darauf tam er nochmals zurück und wurde nun etwas ber Berufung eingelegt und behauptete, daß es sich bei den Be: unsanft hinausbefördert. Als Frau Grothe dann hinter dem Einschuldigungen der Ehefrau und Kafustes lediglich um einen Rachheatt bringling das Gitter vor der Ladentür verriegeln wollte, drehte sich handele mit der Absicht, ihn möglichst lange ins Gefängnis zu schicker, der fremde Mann um und spie ihr ins Gesicht. Auf die damit das Pärchen ungestört zusammenleben könnte. Seine Frau Hilferufe der empörten Frau stürzten der Ehemann und mehrere wußte dagegen mit großer Genauigkeit alle Einzelheiten der EinFreunde heraus wid nahmen die Verfolgung des fremden Mannes, brüche aus den Mitteilungen Schreibers anzugeben, so daß auch die der die Flucht ergriffen hatte, auf. Während die anderen Verfolger Berufungsstraftammer des Landgerichts III zu der Ueberzeugung zurückblieben, holte Grothe den Flüchtigen am Barbarossop'ah ein. von der Schuld des Angeklagten gelangte und die Strafe von vier Was nun geschehen ist, hat niemand beobachtet. Der Un Jahren Zuchthaus bestätigte. bekannte wurde einige Zeit darauf mit zertrümmertem Schädel und zertrümmertem Untertiefer in seinem Blut aufgefunden und ist am nächsten Tag im Krankenhause gestorben. Gegen die Anklage verteidigte sich Grothe damit, daß der Flüchtige, der anscheinend betrunter gewesen sei und auch einen gestörten Eindrud machte, furz bevor er ihn erreichte, zu Boden gestürzt sei und sich durch Aufschlagen des Kopfes auf einen spiken Stein die tot bringende Verlegung selbst zugefügt haben müßte. Als Sachverständiger wurde Medizinalrat Dr. Homzüge aus. Es brannten dort u. a. mehrere Kellerräume mit Haus merich und der Borlehrer Maschte vernommen. Der Angeflagte wurde von zahlreichen Zeugen als ein ruhiger, solider und besonnener Mensch dargestellt, der sich bisher tadellos geführt hat. Der Staatsanwalt beantragte die Verurteilung zu 3% Jahren Gefängnis. Rechtsanwalt Dr. Pfannkuchy hielt eine Schuld des Angeklagten nicht für erwiesen und verlangte die Freisprechung. Nach längerer Beratung kam das Gericht zu der Verurteilung des Angeklagten Grothe wegen Körperverlegung mit föd. lichem Ausgange zu der Mindeststrafe von drei Jahren Gefängnis. Was Zwei Kellerbrände. Zwei große und wegen ihrer Qualmentwidlung recht gefährliche Brände beschäf.igten die Feuerwehr im Osten, und zwar in der Großen Frankfurter Straße 87 und Wallner Theater- Straße 42. Nach der Brandstelle in der Großen Frankfurter Straße 87 rüdten auf viermaligen Alarm vier Löschrat und Brennmaterialien usw. in solcher Ausdehnung, daß mit mehreren Schlauchlei ungen längere Zeit füch'ig Wasser gegeben werden mußte. Auch in der Wallner- Theater- Straße 42 hatten mehrere Züge längere Zeit fräftig zu löschen, um des Feuers Herr zu werden. Die Entstehung dieser beiden Kellerbrände ist auf unvor jichtigkeit zurückzuführen. Gleichzeitig verbrannte in der Roe dernstraße. 25 in Lichtenberg ein Auto vollständig. Wegen eines Fabritbrandes wurden die Lichtenberger Feuerwehren nach der verlängerten Gudrunstraße in Lichenberg gerufen, wo in einer Werkstelle Feuer ausgekommen war. Durch tüchtiges bezahlt werden. Der dritte Punkt ist eine Mitwirkung bei allen Aufgaben der öffentlichen Gesundheits. pflege, in der Gewerbe- und Fabritinspektion. In der Diskussion bemerkte Genoffe Dunkel, als von den Schußvorrichtungen an den Maschinen gesprochen wurde, daß diese darum häufig von den Arbeis tern beseitigt wurden, weil sie bei der üblichen Aktordarbeit hirderlich wären. Es muß deshalb das Bestreben aller Arbeiterorganisationen sein, die unsoziale Einrichtung, wie sie die Affordarbeit darstellt, durch Garantierung eines wirklichen Existenzminimums zu beseitigen. In den Schlußausführungen wurde dargelegt, daß der ArbeiterSamariterbund genau dieselbe Neutralität bewahrt. wie der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund. Genoffe Meffing teilte noch mit, daß trok dieser Neutralität viele„ standestreue" Aerzte ihre Mitwirkung bei diesem profetarischen" Roten Kreuz verweigern. da sie der Arbeiterschaft eine eigene profetarische Gesundheitsorganisation nicht zugestehen wollen. nahme fonnte gestern noch nicht abgeschlossen werden. Der Hochstapeleiprozeß Oerthel- Eglo filein. Die Beweisauf Der Angeflaate Sarowe bestritt jede Beteiligung und Schuld an den Schwindeleien, welcher Aussage die anderen Angeklagten scharf entgegentraten. Es fam dabei mehrfach zu sehr erregten Auseinanderlegungen. Schließlich sah sich das Gericht genötigt, noch einige weitere Zeugen zur Aufklärung des Sachverhaltes zu vernehmen und vertagte die Verhandlung auf Donnerstag früh. Der Polizist als Schüßer der Schuljugend. Der Kommandeur der Berliner Schußpolizei, Kaupis, hat angeordnet, daß, um die Schulkinder nach Möglichkeit vor Verkehrsunfällen zu be= wahren, in der Nähe von Schulen an den wichtigsten Straßen. freuzungen vor Beginn und nach Schluß des Unterrichts besondere worden, wie sie in den großen amerikanischen und englischen Städten Posten aufgestellt werden. Es ist damit eine Einrichtung geschaffen bereits besteht. Anerkennung für Schuhpolizeibeamte. Der Polizeihauptwacht meister Weber und der Polizeiwachtmeister Greiner, beide im 273. Polizeirevier stationiert, sowie die Polizeiwachtmeister Bart, Bagel und Bernitas und der Polizeiunterwachtmeister Klees main von der Bereitschaft Weißensee haben fürz ich durch ihr energisches und umsichtiges Verhalten die Festnahme eines Ber brechers herbeigeführt, der einen Raub überfall auf einen Kassenboten verübt hatte. Ferner haben der Polizeioberwachts meister Gaedide und der Polizeiwachtmeister Göße von der Bolizeiinspektion Reinickendorf durch ihr umsichtiges und tatfräftiges Verhalten einen bewaffneten Straßenräuber dingseft gemacht. Den genannten Beamten hat das Kommando der Schuhpolizei in anerkennenden Worten eine Belobigung ausgesprochen. Zu der Affäre des Potsdamer Wunderdoktors. Die gestern er. folgte Obduktion der Leiche der 20jährigen Hildegard Flüchte mann, die nach einer Behandlung durch den an eblichen Arzt Walter Hauser pöglich verstorben ist, hat noch zu feinem Ergebnis geführt. Der Fall bedarf sorgfältigster medizinischer Prüfung. Man weiß bisher nicht, ob man es mit einem überzeugten idealen Westverbesserer oder einem Schwi idler zu tun hat. Eine Vergiftung durch die harmtesen verabreichten Mittel liegt nicht vor. Die eventuelle strafrechtliche Berfehlung scheint, wenn es sich um solche handeln sollte, mit der Art der Erkrankung der Berstorbenen, der sogenannten Zuckerharnruhr, in Zusammenhang zu stehen. Tas das Odol besonders auszeichnet vor allen anderen Mundreinigungsmitteln, ist seine merkwürdige Eigenart, die Mundhöhle nach dem Spülen gewissermaßen mit einer mikroskopisch dünnen, dabei aber dichten antiseptischen Schicht zu überziehen, die noch stundenlang nachwirkt. Diese Dauerwirkung, die kein anderes Präparat besitzt, ist es, die demjenigen, der Odol täglich gebraucht, die Gewißheit gibt, daß sein Mund sicher geschützt ist gegen die Wirkung der Fäulniserreger und Gärungsstoffe, die die Zähne zerstören. Odol ist wirklich gut. Autogaragen in Wohnvierteln. Der Plan einer Verschandelung minder vornehmer“ Wohnvier el Charlottenburgs, Westends durch Errichtung großer Garagen zur Massenunterbringung von Autos wurde im Vorwärts" schon vor einigen Monaten bekämpft. Inzwischen hat in der Bezirksversammlung Charlottenburg, wie der Vorwärts" berichtete, die sozialdemokratische raftion ihre warnende Stimme erhoben und Sicherung des in Frage fommenden Geländes für Wohnbauten gefordert. Die bürgerlichen Bar eien lehnten das ab und es wurde dann nur erreicht, daß die Bezirksversammlung das Bezirksamt ersuchte, wegen Festsetzung anderer Gebiete zur Errichtung croßer Garagen mit dem Polizeipräsidium zu verhandeln. Dieser Beschluß hat nicht die Wirfung gehabt in dem von dem Plan der Massengaragen bedrohten Stadtteil, der Gegend um die Haeselerstraße. einige Beruhigung zu schaffen. Da felche Berhandlungen lange zu dauern pflegen, so wird befürchtet, daß noch vor ihrem Abschluß den Bewohnern dieses Straßenvierte's und auch anderer Stadtteile längst eine oder mehrere Maffengaragen vor die Nase gefeßt sein können. Als feststehend gilt, daß bereits die grundsätzliche Genehmigung zum Bau von 150 Garagen in der Gegend an der Soorstraße erteilt ist. Diese Gegend stand bisher unter der Schutzbestimmung, daß hier Betriebe, die Lärm, Rauch, Gestant usw. verur achen, nicht errichtet werden durften. Neuerdings ist das ganze Viertel als reines Wohngelände erklärt worden, so daß dort die Errichtung von Betrieben der genannten Art unterbunden ist. Die trotzdem erteilte Genehmigung zum Bau der Massengaragen geht von der Ansicht aus. daß der moderne Auto- und Garagenbetrieb feinen Lärm, Rauch, Gestant usw. verursacht. Diese Massengaragen follen sozusagen probe halber in dem Wohnviertel gebaut werden. Laß gegen ein derartiges Experiment die Bevölkerung der Wohnviertel sich mehrt, ist begreiflich. Für die Republif. Der 17. Kreis Lichtenberg hielt in der äußerst start überfüllten Aula der Schule Marktstraße feine zweite öffentliche Wählerversammlung ab in der der preußische Handelsminister, Genoffe Siering, über das Thema„ Gegen Monarchie und Schutzölle für die Republik und Verbilligung der Lebensmittel" sprach. Der Redner sagte, daß dem neuen Landtag croße Aufgaben bevorstehen, und zeigte die Bedeutung der Abfindungsfrage der Hohenzollern, auch der Städteordnung die endlich neben anderen im Interesse der arbeitenden B völkerung gelöst werden müssen. Das System der vielen Parteien müßte verschwinden. um die Zersplitte rung und Stimmenverluste zu vermeiden. Der Voltsgemein schaftsschwindel wurde vom Redner gekennzeichnet. Er wies darauf hin, daß der Achtstundentag und die Wirtschaftsfragen nicht durch kommunistisches Affentheater mit Triller= pfeifen gelöst werden können. Ta es an Lebensmitteln in Deutschland fehle, müßten solche eingeführt und nicht durch Schutz3ölle verteuert werden. Das zu verhindern. ist das hauntsächlichste Ziel der Sozialdemokratischen Partei. Der rouschende Beifall zeigte Einverständnis der Versammlung mit den Ausführungen des Referenten. In der Diskussion fonnten die Redner der KAPD., der KPD. und der USPD. die qute Wirkung des Referates nicht abschwächen. Nach dem Schlußwort des Genossen Siering schloß die Versammlung mit einem stürmisch aufgenommenen Hoch auf die Sozialdemokratie. munistischen Sprecherin ab und trat für die Gewerkschaften an Stelle der Erwerbslojenräte ein. In der Diskussion traten alle Parteien für die sozialdemokratischen Anträge ein 2. Festkonzert Sonntag, den 23. November, nachm. 3% Uhr in der Philharmonie, Bernburger Straße Französische Kammermusik Klavier- Quintett von Caesar Frant/ S reichquartett von Maurice Ravel Cieder von Berlioz Profeffor Röhler( klavier) Das Havemann- Quartett Frl. Hennecke( Gesang) Preis 1 Goldmart. gebeten, genaue Mitteilungen hierüber an die Republikanische Beschwerdestelle, Berlin. 66, Wilhelm str. 48, einzusenden. Diese Stelle wird alle eingehenden Nachrichten genau aachprüfen. Falls ein erheblicher Verstoß gegen Geist und Wortlaut der Ber. faffung festzustellen ist, wird fie ohne Namensnennung in ges eigneter Form auf Beseitigung dieses Mißstandes hinwirken. Jeder Einsender wird von dem Erfolg der Bemühungen unterrichtet. Der„ vornehme" Schlächtermeister. Zu diesen Ausführungen in Nr. 518 erhalten wir vom Schlächtermeister Kreuz folgende Grwiderung: Es ist nicht wahr, daß bei dem Verkauf des Roastbeefs in meinem Laden zur Begründung des Preises die Aeußerung gefallen ist, der Käufer müsse in einer so vornehmen" Gegend, in einem so vornehmen" Laden, für ein so vornehmes" Roastbeef naturgemäß einen höheren Preis zahlen. Es ist dies in der Berhandlung vor Gericht nicht festgestellt worden. Ferner wurde auch nicht festgestellt, daß der Einfaufspreis für ein Pfund Rinderbraten im Januar des Jahres in Berlin 80 Pfennig betragen habe. Gegen das Urteil des Schöffengerichts habe ich Berufung eingelegt. Sprechchor für proletarische Feier kunden. Uebungsstunde: Donnerstag, den 20. November, abends 7 Uhr, im Gesangsiaal der Sophienschule, Weinmeisterftr. 16/17. Abrechnung der Feierstundenkarten. Zum Empfang Dr. Edeners, der am Sonntag, det 23. d. M. auf dem Lloyddampfer Columbus" wieder in Deutschland eintrifft, werden sich der mit Wahrnehmung der Geschäfte des Reichsverfehrsministers beauftragte Staatssekretär Dr. Krohne und der Leiter der Abteilung für Luftfahrwesen im Reichsverkehrsministe- nachtsfeiertag), vormittags 11 Uhr, im Großen Schauspielbaus, Proletarische rium, Ministerialrat Brandenburg, nach Bremerhaven be geben. Die Herren werden dort an Bord des„ Columbus" gehen und dem erfolgreichen Führer des 2. 3. 126 die ersten Grüße und den Dank der Reichsregierung überbringen. Ein Vortrag Dr. Edeners.. Einer Einladung des Reichsverbandes der Deutschen Presse folgend, wird Dr. Edener, der Führer des Z. R. III, am Freitag, den 28. November, abends 8 Uhr, im Marmorsaal des 800 über den Verlauf des Dzeanfluges, der Mitte Oktober die ganze Welt in Atem bielt, sprechen. Lichtbilder werden die Worte des berühmten Luftschiffs führers ergänzen, der bei dieser Gelegenheit das erstemal in Deutschland über die Leistungen des Schiffes und seiner Besaßung berichten wird. Bor. verkauf ab Montag. Der Vorwärts" im Eisenbahnabteil. " " Mart schreibt uns: Vor dem Kriege schrieb der Deutsch- Amerifaner Henri Urban einige Gloffen über Berlin vom amerikanischen Standpunkt gefehe."; u. a. teilte er folgendes Erlebnis mit: Im Eisenbahnabteil 2. Klasse der Wannseebahn start gefüllt. Eine Dame tommt hinzu- ein junger Herr tritt ihr seinen Plah ab. Nachher zieht er den Vorwärts" heraus und beginnt zu lesen. Da wendet sich ein Herr, dem man die Erzellenz a. D. an der Nase absieht, zu ihm mit den Worten: Ein so höflicher junger Mann wie Sie sollte doch den Vorwärts" nicht iesen." Tableau! An diese Episode mußte ich denken, als ich die nette Betrachtung Wahlagitation auf Rädern" las Wie muß es in diesen vorsintflutlichen Gehirnen aussehen, wenn sie eine solche Rüge" auszusprechen magen! Und heute wetteifern nicht nur alle Crzellenzen, sondern auch junge Dachse in der Begeiferung aller freiheitlichen Ideen. Das Urbarische Erlebnis läßt aber noch eine Steigerung der in der neulich erschienenen Plauderei angegebenen Propaganda zu. Man warte, bis die Ueberfüllung des Abteils einer Dame den Sigplatz versagt, biete ihr dann den feinigen an. teutsche Männer stehen vor„ berufstätigen Weibern" grundsäßlich nicht auf und ziehe nur den Vorwärts" heraus.„ Seht, die Wilden sind doch bessere Menschen", wird mancher denken. Die völkische Zeitungsleftüre scheint nicht so veredelnd auf den Leser zu wirken!" Ziel erkannt Kraft gespannt," wie oft liest man jetzt in den rechtsbolschewiftischen Organen diesen Kraftspruch. Gut, machen wir ihn auch zu unserer Lösung, spa men wir alle Kräfte, um den Rückschrittselementen den Weg nach rückwärts zu weisen. Am republikanischen Bekenntnis der Massen wird am 7. Dezember der Sommersput sich in seine wenig schönen Uratome auflösen. Gemein. ,, Die Sahmetterlingsschlacht", Sudermanns 1894 erschienene Stomödie, ist Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Freitag, den 26 Dezember( 2. Weih, Feierstunde:„ Weihnachtsfeier, Versuch einer frohen Feierstunde. Großstadtfrübling", von Rothenfelder. Tanzgruppe Tervis vom Staatstheater. Preis der Einzelfarte 1 M. Die Kreise werden ersucht, schnelstens die Starten vont Bureau abzuholen. Sonntag, den 30. November, nachmittags 22 Uhr, im Staatstheater Charlottenburg: Dr. Claus". Breis pro Karte 1 M. Am 7., 21. und 28. Dezember, nachmittags 3 Uhr, im Theater des Westens:„ Romeo und Julia. Preis pro Karte 90 Pf. Am 22., 26., 29. November, 3. und 6. Dezember, im Theater des Westens, Märchenvorstellung: Lotte im Weibnachtslande Märchenspiel mit Musif, Gelang und Tanz. Beginn der Borftellung 3, Uhr. Karten zum ermäßigten Preise von 60, 40 und 30 f. Karten für alle Veranstaltungen find zu haben im Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Linienstr. 3. 2. Hof II, 3immer 8, in der Vorwärts" Buchhandlung Lindenstr. 2, im Bigarrengeschäft von Horich, Engelufer 24/25 ( Gewerkschaftshaus), in allen Vorwärts"-Speditionen sowie bei den Obleu en der Kreisbildungsausschüsse. " Opernabend der Kunstgemeinde Neukölln. Mit einem fünstlerisch wert. vollen Brogramm wartet die Kunstgemeinde Neuköln an ihrem diesjährigen Opernabend am Freitag, 21. November, abends 8 Uhr, in der Neuen Welt auf. Erste Solinen, wie Kammersängerin Margarete Arndt- Ober Alt), Stammersänger Robert Hutt( Tenor) und Opernsängerin Else Jülich- de Bogt ( Sopran) werden mitwirken, sowie das Berliner Symphonic( BlüthnerDrchester) unter Leitung des Stapellmeisters Clemens Schmatitich. Mitgliedermarfen 1 Mt. und Gaftkarten 1,50 Mt. in allen durch Säulenanschlag bezeichneten Zahlstellen der Kunstgemeinde Neukölln. Eine Totengedächtnisfeier veranstaltet der Berein der Freidenfer für Feuerbestattung E. B., Gau Groß- Berlin, am Totenfonntag, den 23. November, vormittags 11 Uhr( Einlaß 10 Uhr) im Großen Schau. spielbaus. Mitwirkung: Berliner Sinfonie- Orchester und Rezitator Meinhardt Maur. Alle, die eines verstorbenen Angehörinen gedenken wollen, find zur Teilnahme eingeladen. Eintrittskarten mit Programm a 80 Pf. find in allen unseren Zahlstellen zu haben. Sport. Reit- und Fahrturnier. Am Montag hatte der Turnier, Reiter und Fahrerverband einen Jubiläumstag. Beim Nachmittag Jagdspringen fiel Frau Rita Wiener abermals angenehm auf, da fie, wie schon so oft, mit dem famosen Schwabenjungen alle Sprünge fehlerfrei absolvierte. Ein sehr schönes Bild bot Stittmeister C. La bouchere, der durch die Rube seiner Pferde Camin und Jopie- Slim, sowie durch seine eigene imponierte. Beim Mehrspännerfahren betam von der Borch für seinen Sechsspänner den ersten Preis. Seine Pferde waren nicht die Stlasse, die einige der Viererzüge repräsentierten, doch ist ein Sechierzug heutzutage eine Attraktion. Hinzu kommt noch, daß es von der Borchs Laune iit, ihn vornehmlich im Galopp vorzuführen, was nahezu eine artistische Leistung ist, die dem Auge natürlich recht viel bietet. Am Dienstag nachmittag tahren im Sportpalast ranb eine Fahrt durch die Stadt über ziela 20 Silo. meter ftatt, die in einem Tempo von 5 Minuten pro Stilometer zu fahren war. Den ersten Preis holte fich E. Gottschalts Gespann. führung im Auch heute noch des Erfolges sicher, wie ihre Auf- en intention art für Biererzüge im Mittelpunkt. Nach dem Vorbemies. die den durch den Krieg proletarisierten Mittelstand mit seinen arbeitenden Töchtern fennt, fann für diese Borfriegsbomödie ein Musterkleingärten auf dem Tempelhofer Feld. Auf dem Tempelhofer Felde, zwischen Flughafen und Ringbahn einerseits und Neukölln und Eisenbahner- Kleingartenkolonie ander: Wagistrat Berlin hat eine 200 Morgen große Fleichsverband feits ersteht jetzt eine neue Kleingartenkolonie. Der nüßigen Bezirksverband Tempelhof e. V. vom Reichsverband der Kleingarten- Bereine Deutschlands zur Unterpachtung übertragen. Tach Blänen bes kleingertenamis Tempelhof ſoll eine Muster Polonie aufgebaut werden. Die Bepflanzung der Hauptwege erfolgt mit Obstalleen. Die Parzellen haben eine Normalgröße von 500 Quadratmetern. Inmitten des Geländes ist ein großer gemeinfamer Festplatz und Spielpläge vorgesehen. Außerdem ist die Einrichtung eines mehrere Heftar großen Schul- und Lehrgartens geplant. Die ganze Anlage soll. während der Sommermonate für Ste Berliner Spaziergänger geöffnet sein. Gegen 600 Kleingärtner haben bereits mit dem Aufbau ihrer Gärten begonnen. Annäherno 300 Gärten werden noch an Interessenten aus dem Bezirk Kreuzberg, Neukölln und Tempelhof vergeben. Anmeldungen nimmt der Vorsitzende des Bezirksverbandes Paul Taubert in der Geschäftsstelle, Mariendorf, Chauffeestraße 293, in der Zeit von 5-7 Uhr nachstellerinnen Wanda Lindner, Lucy Schech, Anna Ahrens und Ellen mittags bis auf weiteres entgegen. Kommunistische Wahlreden. geschichtliches Interesse aufbringen. Heutzutage wirkt sie doch gar zu komisch, diese Frau Steuerinipettorswitwe, die sich für ihre Kinder opfert, sie aber nicht zu vollwertigen Menschen erzieht, fondern sie nur auf den Mann dressiert. Alles ist Schein, Lug und Trug und die höheren Töchter sind die Opfertiere für die gute Bartie. So war der Mittelstand! Er nahm sich selbst Saft und Kraft, um später folgerichtig zerrieben zu werden. Und das Tragischkomische ist. es gibt noch heute breite Schichten im Mittelstande, die sich gerne zurüdentwickeln möchten. Bei den DarMaria Treburg waren die weiblichen Rollen sehr gut aufgehoben. Ebenso gefielen Dir. Rose, Martin Knapfel, Theodor Eickmann und Richard Wagner. In der Wilmersdorfer Bezirksversammlung Republikanische Beschwerdestelle. Aus Kreisen der„ Deut hatten die Kommunisten wieder die aus der Stadtverordnetenverschen' iga für Menschenrechte ist eine Republi sammlung bekannten Anfragen gestellt, um die Arbeitslosen für sic; ranische Beschwerdest elle ins Leben gerufen, die die sehr einzufangen. Die Sprecherin Hoffmann- Gwinner versuchte notwendige republikanische Kleinarbeit bei den Behörden leisten soll. auch die Sozialdemokraten für die Notlage der Erwerbslosen verAlle Republikaner, die von einem Verstoß gegen die Sicherheit und antwortlich zu machen. Genosse Suter wies zunächst die An- Hoheit der Republik oder von irgendwelcher Mißochtung der Verschuldigungen der Roten Fahne" zurück, die Sozialdemokraten fassung von einer Behörde Kenntnis erhalten, werden dringend unterstügten teine fommunistischen Anträge, und begründete dann die Dringlich feitsanträge unserer Genossen, die sich miz der Notlage der Erwerbslosen befassen. Genosse Suter begründete fie in fachlicher Weise. Nicht mit Wahlreden könne man der Not der Erwerbslosen steuern, sondern mit Maßnahmen, die gegenwärtig im Reiche des Möglichen lägen. Wenn in allen Bezirken auf diese Weise praktisch für die Erwerbslosen eingetreten werde, so müßten doch endlich die entscheidenden Stellen auch Verständnis für die Sache aufbringen. Genosse Anton rechnete mit der komStoffe für Herren- und Damen- Bekleidung Beste Fabrikate, große Answahi! Anzug- Stoffe gediegene Qualitäten", in Gabardine u. neuen Tuchbindungen, Br. 140 50 cm Mtr. 15.-, 20., 25.-, 10.Velour de laine, Eskimo für Paletot, Mentel und Ulster. 10., 15.-, 20.-, 8.Breite 130/50 cm... Mtr. Manchester- Loden für SportAnzüge, Pelerinen, imprägn., 6.-, 8.-, 10.-, 4.Breite 70/140 cm... Mtr. Koch& Seeland Gertraudtenstraße 20 21 segenüber ber Petrifirche. Das Rundfunkprogramm. Mittwoch, den 19. November. 9 Uhr vorm.: Morgenfeier. 1. Harmoniumvorspiel( Dr. Böhme). 2. Bußlied. Beethoven( Hans Heinz v. Tarnoff). 3. Bibelrezitation ( Johann Schulzke). 4. Ansprache des Herrn Pfarrer Förtsch. 5.„ Sei nur stille"( altes Kirchenlied) Wolfgang Franck( Mary Nora von Goetz). 6. Bibelrezitation( Johann Schulzke). 7. Harmoniumnachspiel( Dr. Böhme). 3.30 Uhr nachm. Die Funkprinzessin erzählt: Nachdenkliches und Erbauliches. 1. Die Himmelsschlüssel, Manfred Kyber. 2. Das Rotkehlchen, eine Christuslegende, Selma Lagerlöf. 3. Das Märchen vom Maulwurf, Richard Dehmel.( Die Funkprinzessin: Adele Proesler). 4-30-6.15 Uhr abends: Nachmittagsmusik( Berliner Funkkapelle). 8.30 Uhr abends: Buẞtagsfeier. 1. Adagio aus dem Trio in B- Dur Nr. 11, Beethoven( Prof. Mayer- Mahr, Klavier; Alfred Wittenberg Violines Prof. Heinrich Grünfeld, Cello). 2. a) Der verlo.ene Sohn, b) Christus und die Sünderin( Irene Triesch, Vorlesung aus der Bibel). 3. Adagio aus. dem Trio in Es- Dur op. 1 Nr. 1, Beethoven( Trio: Mayer- Mahr, Wittenberg und Grünfeld). 4. a) Ruth, b) Siegeslied der Deborah ( Irene Triesch). 5) Andante con moto aus dem Trio in C- Dur op. 87, Brahms( Trio: Mayer- Mahr, Wittenberg und Grünfeld). 6. a) Hütet euch vor dem Geiz, b) Samson und Dalila( Irone Triesch). 7. Rondo aus dem Trio in B- Dur op. 99, Schubert( Trio: Mayer- Mahr, Wittenberg und Grünfeld). 8. a) Aus dem hohen Liede. b) Der 91. Psalm( Irene Triesch). 9. Andante aus dem Trio in B- Dur op. 99, Schubert( Trio: Mayer- Mahr, Wittenberg und Grünfeld). Warning Eine Fälscherzentrale, welche die überall bekannte PROBLEM- MOSLEM Zigarette in minderwertig ster Qualität hergestellt, u. in den Verkehr gebracht hat, ist durch Mithilfe der Polizei ausgehoben worden und der Staatsannsaltschaft zugeführt. Händler werden von Ankauf solcher Fälschungen. genannt, das wir jeden Fall strafuuchtlich unfolgen. 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Nachdem die skandalöse Tatsache bekannt gemunisten und Bölkischen hatte genügt, um diesen worden war, daß für das riesige Bermögen von Hugo Stinnes nicht ein Pfennig Erbschaftssteuer gezahlt worden ist, weil er es an seine Frau vererbt hat, hat die Sozialdemofratie die Aufhebung der Steuerfreiheit der Ehegatten gefordert. Erneut ist die Sozialdemokratie für Abschaffung der Mietsteuer eingetreten und hat ihre Ersetzung durch eine Wohnungsbauabgabe bis zu 10 Pro3. und eine Besizsteuer gefordert. Sie hat ferner den 2 b bau der Umsatzsteuer und die Ermäßigung der Lohnsie uer verlangt. zu machen. Beide Parteien sorgten schon durch eine große Zahl rein agitatorischer Anträge, vor allem aber durch Radau und wüste Schimpfereien dafür, daß dieser Reichstag fast gar nicht zur fachlichen Arbeit kam. Bon den 29 Sigungen, die abgehalten worden sind, wurde in nicht weniger als 17 über die Freilassung der inhaftierten kommunistischen und völkischen Abgeordneten verhandelt. Kein Wunder, daß für die Arbeit zugunsten der Notleidenden kaum Zeit übrig blieb. Neben Der Verabschiedung der Gesetze zum Sachverständigengutachten waren nur vier Sigungen der Behandlung sozialpolischer Fragen, zwe: der Besprechung der Regierungserklärung und je eine den Beamtenfragen und der Notlage der Landwirtschaft vorbehalten. Was aber in diesem engen Rahmen an gesetzgeberischer Arbeit zu leisten war, hat die Sozialdemokratie geleistet. Unbehindert durch den Kuhhandel um Regierungssige, der den bürgerlichen Parteien das Wichtigste war, widmete sie sich Der Aufgabe, den vielen Opfern des Krieges, der Inflation und den schlecht bezahlten Schichten der Arbeiter, Angestellten und Beamten Hilfe zu bringen. Die bedeutendste gesetzgeberische Arbeit des Reichstages war die Annahme des Sachverständigengutachtens. Bon ihr hing das Schicksal Deutsch'ands ab. Die Sozialdemofratie ist deshalb mit aller Kraft für die Annahme des Gutachtens eingetreten. Bereits am 9. Mai faßte der Borstand der Sozialdemokratischen Partei einstimmig den Beschluß, in der Frage der Annahme oder Ablehnung des Gutachtens den Volksentscheid herbeizuführen. Durch den Umfall der Deutschnationalen ist die Annahme bereits im Reichstag möglich geworden. Aber die Annahme des Gutachtens darf nicht dahin führen, daß es auf Kosten der Arbeiter erfüllt wird. Deshalb hat die Sozialdemokratie ihre Unterstützung bei der Annahme der Geseze von der Bedingung abhängig gemacht, daß die Lasten aus dem Gutachten gerechter verteilt werden, als die bisherige Steuerpolitik des Reichs vorsieht. Keine Erhöhung der Zölle und Verbrauchssteuern, dagegen Abbau der Umsatzsteuer, Ermäßigung der Lohnsteuer und starke An spannung der Einkommen-, Bermögens- und Erbschaftssteuer! Keine Abwälzung der Industriebelastung auf die Arbeiter durch Verlängerung der Arbeitszeit und Minderung der Löhne, sondern Wiedereroberung des Achistundentages und Hebung des Reallohnes auf die Borkriegshöhe! Sanie rung auf Kosten der Besigenden, nicht der Besitzlosen das ist die Parole, mit der die Sozialdemokratie in den Kampf um die Lastenverteilung geht, der im neuen Reichstag ausgetragen wird. Sie wird in diesem Kampf die Reichstag ausgetragen wird. Sie wird in diesem Kampf die einzige Stüße der besiglosen Klasse sein. Von den Kommunisten, die gegen Besitzsteuern, aber für Steuerstundung und Steuerermäßigung zugunsten der Kapitalisten eingetreten sind und die Industriebelastung durch das Gutachten abgelehnt haben, ist in diesem Kampf nichts zu erwarten. Die Soizaldemokratie hat nicht gewartet, bis dieser Kampf an sie herangetragen wird; sie hat ihn selbst eröffnet. SteuerIn der Sozialpolitik hat die Sozialdemokratie zur Wiederherstellung des Achtstundentages die die " fofortige Ratifizierung des Washingtoner Abkommens verlangt. Die Deutsch nationalen haben sofort dagegen beantragt, die Ratifizierung zu unterlassen und die Mitgliedschaft beim Internationalen Arbeitsamt zu fündigen. Das ist ein offenes Bekenntnis zur sozialen Reaktion. Die Bölkischen aber haben ihre nicht minder arbeiterfeind liche Haltung hinter dem heuchlerischen Antrag auf Aufrechterhaltung des Grundsages des Achtstundentages" verſtedt. Wenn er zur Abstimmung gekommen wäre, hätten sie wahrscheinlich gegen ihren eigenen Antrag gestimmt, wie sie einmal gegen ein von ihnen selbst eingebrachtes Bertrauensvotum für die Regierung stimmen wollten! Der völfische Abgeordnete Henning hat in einer Reichstagsrede gegen den Achtstundentag gesprochen. Die entschiedene Forde rung der Sozialdemokratie hat auch die Regierung schon genötigt, ihren Standpunkt zu ändern. Der Reichsarbeitsminister hat eine Aenderung der Arbeitszeitverordnung angekündigt und sich zur Ratifikation des Washingtoner Abkom mens unter gewissen Vorbehalten bereit erklärt. Wenn die Regierung dabei stehen bleibt, ist die Sozialdemokratie entschlossen, auch in dieser Frage den Volksentscheid herbeizu führen. Neben diesen grundsätzlichen Forderungen stand vor allem Linderung des Loses der wirtschaftlich Bedrängten im Vordergrunde der sozialdemokratischen Reichstagsa.beit. Was hier die Sozialdemokratie gefordert hat, ist zwar zum größten Teil an dem Widerstand des Bürgerblocks gescheitert, den Geldbeutel der Besitzenden zu schützen. Aber es wird der zwischen allen bürgerlichen Parteien besteht, wenn es gilt, immer und immer wieder gefordert werden, bis es erreicht ist. Das gilt vom Ausbau der Erwerbslosenfürsorge, bei der die Sozialdemokratie Abschaffung der Pflichtarbeit, Berdoppelung der Unterstützungssätze, Erhöhung des Krankengeldes und Wiedereinführung der Kurzarbeiterunterstützung Gozialrenten. Durch Verdoppelung der Unterstützung gefordert hat. Das gilt ferner von der Erhöhung der aus der Invalidenversicherung, der Unfallrenten und Erwerbslofenfürsorge sollte den Unterstützten nach sozialdemokratischem Antrag das Existenzminimum für ein menschenwürdiges Dasein gesichert werden. Einiges ist durchgesetzt worden. Um das, was hier nicht gelang, muß weiter gekämpft werden. Dasselbe gilt von den sozialdemokratischen Forderungen für die Kriegsverlegten und Kriegshinterbliebe nen. Die Sozialdemokratie hat auch dafür gesorgt, daß sich die bürgerlichen Parteien nicht hinter den Vorwand verkriechen fönnen, es feien keine Mittel dagewesen. Die Sozialdemokratie hat den Weg zur Beschaffung der erforderlichen Mittel Mittwoch, 19. November 1924 gewiesen. Aber ihre Borschläge zur Berdreifachung der Aufsichtsratssteuer und zu einem erhöhten zuschlag zur Vermögens steuer wurde durch die bürgerlichen Parteien abgelehnt, obgleich dadurch nur die größten Vermögen wirklich belastet worden wären. Den bürgerlichen Parteien liegt eben überhaupt nichts an der Linderung der Not der Rentenempfänger und Erwerbslosen, aber alles daran, den Besitz der Kapitalisten ungeschmälert zu erhalten. Die Sozialdemokratie aber sieht in der Linderung der sozialen Not eine ihrer Hauptaufgaben. Das bewies sie erneut durch die von ihr vorgeschlagene Lösung der Aufwertungsfrage. Sie allein hat sich als zuverlässige Vertreterin der Interessen der Masse der enteigneten Sparer erwiesen. Die Deutschnationalen sind Feinde der Aufwer= tung. Sie erhalten ihre Wahlgelder von jenen Organisatio= nen, deren Vertreter sich vor dem Aufwertungsausschuß gegen jede Aenderung der dritten Steuernotverordnung erklärt haben. Der Industrielle Frowein, der Kaufmann Ravene, der Agrarier Graf Kalkreuth sind führende Mitglieder der Deutschnationalen Partei und haben als solche im Aufwertungsausschuß keinen Zweifel daran gelassen, daß Industrie, Handel und Landwirtschaft sich unter allen Umständen gegen jede Aenderung der Aufwertungsbestimmungen wenden werden. Demgegenüber hat die Sozialdemokratie den Standpunkt vertreten, daß der Masse der kleinen Sparer geholfen werden muß, soweit sie sich jetzt in Not befindet, Keine Aufwertung den Spekulanten, feine Aufwertung den Millionären, aber ausreichende soziale Hilfe mit Rechtsanspruch für diejenigen, die der Inflation zum Opfer gefallen sin d. Die Sozialdemokratie hat ferner verlangt, daß die Mittel hierfür durch den Besitz aufgebracht werden müssen, durch Inflationssteuern, aber unter gar feinen Umständen durch Erhöhung der Mieten, der Preise oder gar der Steuerlaften der Massen. Für die Beamten ist die Sozialdemokratie eingetreten für eine ausreichende Besoldung. Sie hat sich gewendet gegen das Unrecht, das den unteren und den mittleren Beamten durch zu niedrige Gehälter zugefügt wird. Dieses Unrecht ist herbeigeführt in einem Reichstag mit starker deutschnationaler und völkischer Vertretung und gemacht von den leitenden Beamten des Reichsfinanzministeriums, die fast ohne Ausnahme zur Deutschnationalen Partei gehören. Auf Veranlassung der Sozialdemofratie hat der Reichstag bereits vor Monaten beschlossen, den Beamtenabbau einzustellen. Die deutschnationalen Beamten haben verhindert, daß dieser Beschluß durchgeführt wurde. Die Klaffenjuftiz. Die Begünstigung der Verbrecher von rechts und die drakonischen Strafen gegen die von links ist von niemandem so stark bekämpft worden, wie von den Sozialdemokraten. Die Landesverratsprozesse wollten sie verhindern durch eine Aenderung der Rechtsbestimmungen. Die Wiederaufnahme der Urteile von den bayerischen Volksgerichten ist von ihr ausgegangen und wäre ihr gelungen, wenn die Rechtsparteien fie nicht verhindert hätten. Die Haftentlassung einiger fommunistischer Abgeordneten ist durch die Sozialdemokratie erreicht worden. Sie ist ferner eingetreten für eine allgemeine Amnestie, aber sie hat sich entschieden dagegen gewendet, daß die Rechtsputschisten mit ihrer Hilfe freikommen, die sogenannten Räteverbrecher aber weiter im Zuchthaus verbleiben. Den Ausgewiesenen des besetzten Gebietes ist besonders durch die Sozialdemokratie geholfen worden. Die unterschiedliche Behandlung von Beamten und sonstigen Ausgewiesenen hat sie bekämpft und eine bessere Fürsorge durchgesetzt als sie vorher beabsichtigt war. Es tommt aber vor allem hinzu die sozialdemokratische Arbeit für die Frauen und für die Jugend. Gerade diese Arbeit, die sich auf alle Gebiete der Gesetzgebung verteilt, hat einen großen Raum in der Tätigkeit der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion eingenommen. Die Sozialdemokratie, der die Frauen ihr Wahlrecht verdanken, ist die einzige Partei, die nicht nur die politische, sonGleichstellung der Frau mit dem Mann fordert. Sie dern auch die wirtschaftliche und gesellschaftliche hat es auch in diesem Reichstag nicht an Bemühungen fehlen lassen, diese Forderung zu verwirklichen. Es gelang bereits, die Gleichstellung der Frauen mit den Männern bei der ErBeamtenrecht derart zu ändern, daß eine Beamtin wegen werbslosenfürsorge zu erreichen. Es wurde beantragt, das unehelicher Mutterschaft nicht disziplinarisch bestraft und entBeamtenrecht derart zu ändern, daß eine Beamtin wegen lassen werden kann, Besonders aber hat die Sozialdemo fratie die soziale Fürsorge für die Frau in den Vordergrund fratie die soziale Fürsorge für die Frau in den Vordergrund ihrer Arbeit gestellt. Um das schwere Los der Mütter zu erverlangt, so daß Abtreibungen in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft straffrei bleiben. Sie hat ferner eine bedeutende Erhöhung der Leistungen aus der Wochenhilfe beantragt, die aber von den bürgerlichen Parteien nur zum fleinen Teil bewilligt wurde. Ihre Forderung auf Berdoppelung der Witwen- und Waisenrenten aus der Invalidenverficherung wurde von den bürgerlichen Barteten glatt abge= lehnt. Aber über diese Einzelbestrebungen hinaus ist auch Die Sozialdemokratie, die als einzige Partei entschlossen den die große sozialdemokratische Politik eine Politik für die Frau. Kampf gegen den Brotwucher des Schutzolls aufgenommen hat, ist die Partei der Frau. Das zeigt sich äußerlich auch daran, daß in der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion mit ihren 11 weiblichen Mitgliedern die Frauen auch ihre zahlenmäßig stärkste Vertretung gefunden haben. fähigen Alters auf 20 Jahre durchgefekt hat, ist aber auch die Die Sozialdemokratie, die die Herabsetzung des wahlBartei der Jugend. Nur von dieser Partei kann die Jugend eine tatbereite Unterstützung in ihrem Rampf um das Recht auf wirksamen wirtschaftlichen Schuh erwarten. Wenn jetzt die Erwerbslosenunterstützung schon vom 16. Lebensjahr ab gewährt wird, so ist das ein Erfolg der sozialdemokratischen Arbeit. Und wenn sich die Sozialdemokratie in dem Rampf um die Wiedereroberung des Achtstundentages an die Spike gestellt hat, so geschieht das auch für die Jugend. Gerade die junge Arbeitskraft unseres Volkes muß am meisten vor wirtschaftlicher Ausbeutung durch zu lange Arbeitszeit geschützt werden, damit die Jugend Zeit und Kraft behält, die Werte unferer Kultur in sich aufzunehmen und sich zu freien und starten Menschen auszubilden. Hinter dem Kampf der Partei um die materiellen Dinge, die sie Schritt um Schritt einer geizigen, unduldsamen imd ausbeuterischen bürgerlichen Welt abringen muß, steht der Kampf um die geistigen Güter, der Kampf um die Ideen der Zukunft für Bolt und Menschheit, Persönlichkeit und Staat. In dem täglichen Kleinkrieg, den die Partei führen muß, um zu diesen Ideen einen Weg zu bahnen, tritt es nicht immer so deutlich hervor, was doch unverrückbar dahinter steht: Die Partei der Arbeit, der Republik und des Sozialismus ist die Partei der Zukunft. Am 7. Dezember gilt deshalb die Wahlparole: für die Partei der Zukunft. Für die Sozialdemokratie! Die„ Bescheidenheit" der Hohenzollern. Ihr Existenzminimum. Den Sachwaltern der Hohenzollernansprüche gegen das deutsche Bolf scheint die Erkenntnis aufzudämmern, welch vorzügliches Agitationsma.erial die landesväterlichen Ansprüche unserer Parter in diesem Wahlkampfe bieten. Der famose Adelsmarschall" und Generalbevollmächtigte der Hohenzollern, Herr v. Berg, stürzt sich deshalb in der ihm eigenen überheblichen Art in geistige Untoften, um die ,, anständig denkenden und urteilsfähigen Leser der Kreuzzeitung" darüber zu unterrichten, daß die Auszüge, die der Borwärts" über sozialdemokrati che Wahlreben über die Hohenzollernansprüche gebracht habe, den„ Gipfel der Unverschämtheit" er. Plimmen, und daß diese Anwürfe das Hohenzollernhaus nicht treffen fönnen". Die Kreuzzeitung" ist so beshaft, die Einsetzung des Herrn D. Berg mit der zutreffenden Ueberschrift„ Lügennachrichten über die Vermögensauseinandersegung mit den Hohenzollern" zu versehen. Da ich bereits in Nr. 536 des„ Borwärts" an der Hand der amtlichen Denkschrift teilweise den dokumentarischen Beweis für die Richtigkeit diefer Anwürfe" angetreten habe, und die Angriffe des Herrn v. Berg, falls fie begründet wären, deshalb auch auf mich be ziehen müßte, sei es mir gefta'tet, in Ergänzung meines Auffages die handgreif ichsten Unrichtigteiten in dem Elaborat des Herrn von Berg richtigzustellen: 1 Herr v. Berg bestreitet entrüftet die Angabe, daß die Hohenzollern ihren Besiz oft durch Raub und Unterschlagung Don Staatsgeldern vermehrt haben. Die amtliche Dentichrift des volksparteilichen Finanzministers v. Richter stellt hierzu fest, daß die Hohenzollern allein durch die sogenannte Sätularisation"( d. i. Raub) der Kirchengüter ihren Grundbesig fast verdoppelt haben, und daß ungeheure durch Steuern aufgebrachte Summen dazu verwandt sind, um fo'che Güter, die der Landesherr infolge Verschuldung veräußert oder verpfändet hatte, zurüdzukaufen oder wieder einzulösen( vgl. S. 46 der Denkschrift, wo auch Beweise hierfür angegeben sind). 2. Herr v. Berg bestreitet, daß die Hohenzollern Ansprüche auf die Schadgalerie erhoben hätten. Demgegenüber stellt die Dentschrift feft, daß Wilhelm II. wiederholt von seiner Schad galerie gesprochen hat. Herr v. Berg hat auch in seinem Schreiben Dom 29. März 1924 an den preußischen Finanzminister sich damit einverstanden erklärt, daß die Schedgalecie„ einer späteren Regelung überlassen werde". Die Schadgalerie befanntlich das Entgelt für die Verleihung der„ Grafenwürde" an Herrn Schadist also nicht feitens der Hohenzollern freigegeben, sondern sollte mindestens bei ben Berhandlungen als Kompenfa ionsobjekt dienen. | würde also die ganze Erdoberfläche noch viel zu flein sein, um auch nur dem deutschen Bolte das Existenzminimum, das die Hohenzollern für sich bean. fpruchen, zu gewährleisten. Das Gesamtgebiet des Deut schen Reichs würde noch nicht einmal ausreichen für die Versorgung der Berliner Vorortgemeinden Lichtenberg oder Wilmersdorf mit dem hohenzollernschen Eristenzminimum. Wer an der Bescheidenheit der Hohenzollern zweifelt, erffimmt nach Herrn v. Berg den„ Gipfel der Unverschämtheit". Bir meinen demgegenüber, daß diejenigen Volksgenossen, die am 7. Dezember ihre Stimme den Parteien geben, die für die Ansprüche der Hohenzollern eintreten, den Gipfel der Dummheit erklimmen und sich zur Kategorie jener wohlschmeckenden Vierfüßler bekennen, die nach dem bekannten Sprichwort fich ihre Megger selber wählen. S. Weinberg. Charakter. Eine Wahlkampf- Anklage. Dieser Bohtompf wird scharf geführt. Es gilt abzurechnen mit dem inneren Feind, der Reaktion. Die Wahrheit ist bitter zu hören, und die Reaktion schreit auf. So hat, getroffen von der moralischen Wucht der Anklagen gegen ihre Politif, die Deutschnationale Partei i Puch Wirtschaft Die Entwicklung der Reichseinnahmen. Der foeben veröffentlichte Ausweis über die Reichseinnahmen an Steuern, Zöllen und Abgaben für den Monat Oktober zeigt eine weitere günstige Entwicklung. Die Einnahmen betragen insgesamt 686 732 610 Reichsmart. Das bedeutet gegenüber dem Bermonat eine Steigerung von nicht weniger als 77,5 Mllionen Mart. Bon Einnahmen entfallen auf die Oftober 1924 a) fortdauernde Steuern 589 521 711 davon Lohnabzüge andere Einkommensteuer Körperichaftestener Vermögenssteuer nebst zuschlägen Erbschaftssteuer allgemeine Umsatzsteuer Lurussteuer. Börsenumfassteuer Kraftfahrzeugsteuer 9 9 1. Avril bis Ende Oftober 1924 8 156 760 499 9 114 873 053 97 849 698 27 330 069 707 222 781 502 601 927 171 308 253 21 928 853 200 156 008 2 860 936 11 422 628 197 390 953 1 060 349 740 10 848 951 62 400 527 10 128 366 70 730 283 4 209 871 36 075 794 18 046 166 48 772 806 128 740 687 774 271 659 • 27 267 511 41 683 057 17 609 277 163 779 659 272 808 536 119 012 667 16 740 770 107 714 844 51 184.016 46 217 887 2743 555 b) einmalige Steuern c) Zölle und Verbrauchssteuern. davon Zölle Zabatsteuer. Biersteuer Zuckersteuer Branntweinmonopol a B Weinsteuer Salzsteuer Zündwaren. Süßstoftmonopol. d) Sonnige Abgaben 14 655 390 7402 339 542 093 1142417 138 691 401 645 4898 111 673 425 5 369 016 An den Einnahmen sind besonders beteiligt die Lohnabzugssteuer und die Umsatzsteuer, weiter vor allen Dingen die Einnahmen aus den Zöllen und Verbrauchssteuern. Der Anschlag ist bei weitem überschritten. Das ist besonders zu beachten, wenn man das Gesamtauftommen in den ersten sieben Monaten des laufenden Steuerjahres in Betracht zieht. Die Gesamteinnahmen vom 1. April bis Ende Oktober betragen nämlich 3 985 925 823 Reichsmart. Der Voranschlag für den ganzen Etat beträgt rund 5,24 Milliarden Reichsmart, so daß das Gesamtaufkommen in den ersten sieben Monaten nur mit ungefähr 14 Milliarden hinter dem Boranschlag der zwölf Monate zurückbleibt. Das günstige Ergebnis gibt denjenigen Recht, die sich für eine Ermäßigung der Steuern im Interesse der Hebung und Belebung der Produktion eingesetzt haben. Es zeigt weiter, daß das Reich im Intereffe der Belebung der Produktion auf dem mit der letzten Steuerreform beschrittenen Wege fortfahren fann. Das darf aber nur mit Einschränkungen gelten. Bekanntlich bestürmt die bürgerliche Preffe das Reich um weitere Steuerermäßigungen, und zwar handelt es sich dort um ganz bestimmte Steuerreduzierungsprojekte. Dabei ist zu bemerken: Für weitere Reduzierungen dürfen natürlich nur derartige Steuern in Frage kommen, die im Voranschlag am meisten überspannt erscheinen, und von diesem Gesichtspunkte aus gesehen müssen für weitere Ermäßigungen die LohnabzugsRein Staatsanwalt ist dagegen eingeschritten. in threm Wahlaufruf die Verfassung auf das gemeinfte beschimpft. ft euer und die allgemeine umfassteuer in Frage tommen. Unfer Genoffe Trimborn in Köln hat die Politik des Herrn Stresemann charakterlos genannt. Der Staatsanwalt belangt ratter- ober auch nur fener Bolitif- Charlterlosigkeit nachzusagen. über Herrn Stresemann: Wir empfehlen dem eifrigen Staatsanwalt folgende Tatsachen 3. Herr v. Berg bestreitet ferner, daß Ansprüche auf die Berthn wegen Beleidigung. Es ist beleidigend, einem Mann von Cha liner Museumsfachen" und das historische Schloffer inventar von den Hohenzollern erhoben seien. Dabei hat er selbst in seinem vorerwähnten Schreiben vom 29. März 1924 betont, daß das Königshaus" auf diese Gegenstände berechtigte Anfprüche geltend mache". Herr v. Berg schränkt allerdings feine Behauptungen dahin ein, daß über alle diese Gegenstände nicht ernstlich" verhandelt fei. Man fann hieraus entnehmen, daß die Hohenzollern bei den Verhandlungen nach der Ar: ber sonst bei ihnen nicht übermäßig beliebten Mühlendammer vorgehen und Ansprüche stellen, die überhaupt nicht ernstlich gemeint sind, in der Annahme, daß die endgültige Abfindung" um jo größer ausfalle, je höhere Ansprüche geltend gemacht werden. 4. Herr v. Berg bestreitet schließlich, daß die Hohenzollern Anfpruch auf eine Unzahl von Gütern und Forsten" erheben. Er gibt aber selbst zu, daß die Hohenzollern um den Hoftammer befit von etwa 400000 morgen fämpfen. Da sie außerdem noch das Schatullgeld Cabinen mit zirka 7000 Morgen und das fogenannte Thronlehen Dels mit über 40 000 Morgen beanspruchen. und da ferner die hohenzollernschen Nebenlinien laut Dentschrift Güter im Umfange von zirka 249 000 Morgen in Anspruch nehmen, ergibt sich ein Gesamtanspruch von zirta 700000 more gen! Dieses Gebiet ist fast dreißigmal so groß als das Gebiet des alten Stadttreises Berlin, in dem zwei Millionen Menschen wohnen, fast sechsmal so groß als der frühere Bundesstaat Reuß äl'erer Linie, und genau doppelt so groß wie die heutige Provinz Groß- Berlin mit ihren 4 Millionen Einwohnern. Herr v. Berg meint, daß ein derartiger Grundbesig, gemessen an dem Besiz anderer großer Familien und an der Zahl der unterhaltsberechtig en Mitglieder des Königshauses", feinesfalls über. mäßig groß sei. Er proflamiert damit als Existenzmini mum für eine größere Familie einen Grundbesig von 175 Qua brattilometern. Da er die Gesamtzahl der hohenzollernschen Familienangehörigen einschließlich der Nebenlinien auf 40 Personen beziffert, so ergibt sich damit als Eristen3minimum pro Herr Stresemann wor in feinen Studienjahren Mitglieb einer Burschenschaft. Im Jahre 1898 legte er im Auftrag feiner Burschenschaft einen Kranz mit schwarzroigoldener Schleife an den Gräbern der Märzgefallenei nieder. Jetzt fämpft er unter schwarzweißroter Wahlparole gegen Schparz- Rot- Gold, als republitanischer Minister gegen die Farben der Republit. Im Jahre 1903 war er Mitglied der Nationalfozialen Partei Naumanns. In einer Rede in Dresden feierte er Nauman, der ihm nur noch nicht radikal und sozial genug eingestellt war. Sechs Wochen später war er nationalliberal und Syndikus des Verraschende Wendungen häufig zu folgen. bandes sächsischer Textilindustrieller. Seinen Reden pflegen so überCharakter, Herr Staatsanwalt!. Seht die Wählerlisten ein! Nur der Eingetragene hat Stimmrecht. Die Stimmlisten liegen nur noch diese Woche aus. Kein wähter darf verfäumen, sich zu vergewiffern, ob er in die Stimmliſten eingetragen ist. Von der Eintragung in die Stimmlisten hängt das Wahlrecht ab. liften unvollständig find. In verschiedenen Bezitten hat sich herausgestellt, daß die StimmJeder Wähler sichere fein Stimmrecht. Seine Stimme darf durch Säumigteit verloren gehen! Am Sohenzollernkopf ein Grundbefiß von 4 Qua: Liste brattilometern. Da nach Artikel 109 der Reichsverfassung alle Deutschen vor dem Gesez gieich und alle Vorrechte der Gebur: aufgehoben sind, und da nach dem Berfassungsartikel 155 allen deutfchen Familien eine ihren Bedürfnissen entsprechende Wirtschafts heimstätte zu sichern ist, würde sich für die 60 Millionen deu' scher Reichsangehöriger das Erfordernis eines Grundbefizes von über 262 Millionen Quadra filometern ergeben. Die gesamte Landobet1 7. Dezember Liste 1! Sozialdemokratische Partei Deutschlands Für soziale Gerechtigkeit und Freiheit Für Republik und Demokratie Gegen Monarchie und Reaktion Für die Sache des Sozialismus fläche der ganzen Erbfugel einschließlich der Wüsten und der un- Wählt sozialdemokratisch! erforschten Gebiete umfaßt mur 142 Millionen Quadratkilometer. Es Katarrhe verhüten Sie Aufwertung und Wahlkampf. Staatsschulden und der pripa en Berbindlichkeiten eine große Rolle. Im Wahlkampf spielt die Frage der Aufwertung der Besonders die Rechtspar'eien versuchen, mit unjachlicher Bropaganda die Stimmen der Kleinrentner zu fangen. Wegen dieser Bedeutung des Problems für den Wahlkampf hat der Sozialwissenschaftitche Club es unternommen, durch einen be'onders Sachverständigen, den Kammergerichtsrat Gölling, das Problem der Aufwertung behandeln zu lassen. aus, das ist die Infiation und ihrer En stehung. Er fennzeichnete Der Referent ging von der Ursache des Aufwertungsproblems in der Deutschen Bo tspartei und den Deutschnationalen diejenigen Parteien, die als Vertreter großkapitalistischer und greßagrari cher Intereffen die Verantwortung für die Inflation tragen, da die hinter ihnen stehenden Gruppen der Echwerinduftrie, des Ziele bewußt gemacht haben. Dadurch ist eine ungerechtigkeit ent Großagrariertums die Infla'ion zur Erreichung ihrer wirtschaftlichen standen, die nach seiner Meinung unter allen Umständen wieder gutgemacht werden muß, um Treu und Glauben wieder in das Rechtsund Wir schaftsleben einzuführen. Er machte eine Reihe von positiven Borschlägen, die er als für den Wahlkampf geeignet ansehen möchte. Er geht dabei von der Unterscheidung aus, daß die Staatsanleihen grundfäßlich anders zu behandeln sind als die pripaten Berbindlichkeiten( hypothefen, Obligationen usw.). Während im ersten Falbe feiner Meinung nach, eine Verschuldung des Boltes an das Bolt vorliegt, handelt es sich im zweiten Falle um Rechtsbeziehungen zwischen Privatpersonen. Daraus folgert er, daß eine Aufwer ung der Staatsanleihen nur unter sozialen Gesichtspunkten erfolgen dürfe, d. h., daß nur diejenigen der Aufwer ung teilhaftig werden dürfen, die anders nicht in der Lage sind, sich zu unterhalten. Er denkt dabei an die Arbeitsunfähinen. Leute über 60 Jahre und ähnlich foz'al Bedürftige. Diesen will er eine Aufwertung mit finfender Bronression nach der Höhe ihrer Forderumen zugestehen, sofern und soweit sie selbst Zeichner oder Erben sind oder die Anleihe als Gegenwert gegen Leistungen erhalten haben. An eine Kapitalauszahlung denkt er im Zusammenhang mit Siedlungspolitit. zur Sch- ffung von Eristenzen und ähnlichem, wie es auch bei der Kapitalabfinduma für Rrieasbedäbinte angemandt morden ist. Die privaten Verbindlichfeiten will er nach den Grundsägen des allgemeinen bürgerlichen Rechtes unter Berüdsichtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse aufgewer et wiffen, jedoch unter Be a steuerung jeglichen Spefulationsgewinnes, unter Beiei'igung der Allgemeinheit im Wege der progressiven S'euer an dem dem Gläubiger zufließenden Aufwertungsbetrag und unter Vermeidung jeglicher Erhöhung der Mietzinssteuer für Hausgrundstücke, Er hofft, durch die Wiedereinführung faufunfähig gewordener Schichten in das Wirtschaftsleben eine Belebung des Marftes, b. t. alfo der Produktion, herbeizuführen. Besonders behandelt will der Referent die Rommunalanleihen und Spartassenguthaben wissen, die je nach ihrer Dedung entweder nach den Grundfäßen privater Ver und deren schädliche Folgen für die Atmungsorgane, wenn Sie die Mundhöhle als Eingangspforte für Infektionsteime täg'ich mehrmals einer gründlichen Reinigung mit Chlorodontzahnpaste unterziehen, Deren Gehalt an attiven Salzen die Munddrüsen zu gesteigerter Sekretion anregt und eine natürliche Mundreinigung bewirkt. Hinzu kommt noch die mechanische Reinigungskraft und der erfrischende Pfefferminzgeschmad, wodurch jeder unangenehme Geruch und Geschmack im Munde, der schädliche Zahnstein sowie der Häßliche braune Zahnbelag, wie er bei Rauchern oft aufzutreten pflegt, verschwindet. Die Zähne werden meist schon nach einmaligem Putzen blendend weiß. Schützen Sie sich bei Beginn der rauhen Jahreszeit vor Ansteckungen und Erkältungen durch täglich dreimaligen Gebrauch von Chlorodont; denn verhüten ist besser als heilen. Eine Probetube nebst Gebrauchsanweisung erhalten Sie gratis gegen Einsendung dieses Zeitungsausschnittes mit Ihrer Abreise an Laboratorium Leo, Dresden-& bindlichkeiten oder nach sozialen Gesichtspunkten aufgewertet werden| tung. Alle Arten von Genossenschaften sind in den„ Gemeinschaften| ein. Das Wirtschaftsarchiv hat zurzeit einen Bestand von follen. Die hier vertretenen Grundsätze decken sich zu einem erheblichen Teil mit den bisher von der Sozialdemokratie vertretenen, die hier die Reche von Staatsbürgern zu wahren bestrebt ist, die sie, wie der Referent richtig bemerkte, schon früher durch ihren Kampf gegen die Inflation zu wahren bestrebt war. Den mächtigen fapitalistischen Gruppen ist es damals gelungen, diese Bestrebungen zunichte zu machen. Die Wähler werden am 7. Dezember darauf zu achten haben, daß sie nich, wie früher, betrogen werden; denn nach den Wahlen würden die Rechtsparteien hätten sie Erfolg nicht daran denken, ihre Wahlversprechungen einzulösen und die hin er ihnen stehenden Gruppen der Inflationsgewinne zu berauben. Sie werden dann für eine Aufwertung der Hypotheken und Obliga ionen, deren Schuldner sie selber sind, nicht mehr zu haben sein, da sie sich ja schühend vor das Portemonnaie der Befizenden stellen. Die Genossenschaftsbewegung in Rußland. In der Zeitschrift„ International Labour Review" schreibt der ehemalige Vorsitzende des Zentralausschusses des russischen Genossenfchaftstongresses, Professor Dr. Protopowitsch, daß die gegenwärtige Lore der Genossenschaf sbewegung in Rußland gekennzeichnet ist durch Verminderung der Zahl der Genossen. fchaften sowie der Mi glieder, ferner durch eine bedeutende Schwächung der Finanzen und eine abnormale Entwicklung der Berwaltungseinrichtungen. Die Geschichte der russischen Genossenschaftsbewegung unter der Räte errschaft tann in drei Abschnitte gegliedert werden. Während des ersten Abschni'ts, der die Zeit vom Ende des Jahres 1917 bis zum Anfang des Jahres 1919 umfaß, blieben die Genossenschaften a's unabhängige Organisationen bestehen. Sie wurden allerdings von der allgemeinen Politik der Regierung gehemmt, welche das Wirtschaftssystem des Landes durchgreifend änderte. Während des zweiten Abschnitts ging die Genossenschaf sbewegung ihrer Unabhängigkeit verlustig, sie wurde zu einer Staatseinrich Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, Geld-, Kranz- und Blumen spenden sowie Beileidskundgebungen beim Heimgange meiner lieben Frau, unjere guten Mutter Martha Pirlich 82/17 geb. Zippel fagen wir dem Gejangverein Bohnsdorf, insbesondere dem Baugenoffen 2. Dorner für seine troftreich n Abshredsworte fowie den Kollegen ber Firma J. C. Pfaff und allen Berwandten, Freunden und Bekannten urseren herzlichsten Dank Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Emil Pirlich. GEGR, 1854 PAUL SCHENCK REICHENBERGER STR. 30 HOCHBAHN KOTTBUSER TOR 70.MITIRISHION Komplett m, 0 cm Seidenschirm f. elektrisch 70,- M. für Gas( 5.9.50 8.Freireligiöse Gemeinde zu Berlin. Bez. Moabit Am 14. d M ist uns. Gesinnungsfreund Straße 6 Georg Freundt Galawebeler am Herzschlag verstorben. Einäich.: morgen, abends 6 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. 334b Die Bezirksleitung Deutscher Metallarbeiter- Verband Achtung! Betriebsräte tung! Nr. 19 der Betriebsrä e- Zeitschrift ift erschienen und tann gegen Borlegung der Leg timationsfarte des Betriebsrats bmannes im Verbandsbureau, Linienitraße 83.85, 8immer 5. in Empfang ge nommen werden. der Berbraucher" zusammengefaßt, die staatliche Organe zur Nahrungsversorgung der Bevölkerung darstellen. Im dritten Abschnitt, der im Frühjahr 1921 mit der Einführung der neuen Wirtschaftspolitit beginn, wurde die genossenschaftliche Selbstver waltung nach und nach wieder hergestellt, doch schritt ihr wirtschatliches Wiederauf eben nur langsam vorwärts, da das Erbteil der vorausgegangenen Politit sie zu schwer belastete Anfang 1918 erreichten die Genossenschaften in Sowjetrußland auf die Konsumvereine trafen und 10% Millionen auf Kreditdie hohe Mitgliederzahl von 21 millionen, wovon 10 Millionen genossenschaften. Das genossenschaftliche Kreditwesen verschwand wäh= rend der Jahre 1919 bis 1921 vollständig und seine Wiedereinführung vollzieht sich sehr langsam. Die Zahl der Konsumvereine hat um ein Dri tel abgenommen, ihre Mitgliederzahl um vier Fünftel. Die Zahl der landwirtschaftlichen Genossenschaften ist andererseits viel größer, ihre Mitgliederzahl aber ebenfalls geringer, fie beträgt durchschnittlich 80 pro Genossenschaft. Der tatsächliche Umfah ist gering. Die einzige Art Genossenschaft, die Fer schritte machte, ist die gewerbliche Produktio industrie und der Desorganisation der Märte eine Eonderstellung in genossenschaft, die gegenwärtig infolge des Ruins der Großder Bewegung einnimmt. Institut für Weltwirtschaft und Seeverkehr an der Universität Kiel. Am Sonnabend, den 15. November, hat im großen Saale des Instituts für Weltwirtschaft und Seevertehr in Kiel die 10. Mitgliederversammlung der Gesellschaft zur Förderung des Instituts stattgefunden. Der Direktor des Instituts, Professor Dr. Bern hard Harms, verbreitete sich in seinem Bericht über die drei Hauptzweige der Institutstätigkeit die wissenschaftliche Forschung, die akademische Lehrtätigkeit und die Pflege der Beziehungen zur wirtschaftlichen Praxis. In allen drei Richtungen ist die Arbeit fortgefeht und fo gerichtig ausgebaut worden. Insbesondere haben die ausländi'chen Beziehungen des Instituts vielseitige Förderung erfahren. Die Bibliothet umfaßt zurzeit 71 000 Bände. Das neben werden 1370 3eitschriften und Zeitungen geha'ten. Außer dem laufen etwa 600 andere periodische Druckschriften regelmäßig P. Raddatz& CO Berlin, Leipziger Str.122/ 23 Achtung! Schnittarbeiterbranche! Waschmaschinen. von 52.- an Die Verleruensmännertonferenz fällt in diefem Monat aus. Donnerstag, den 20. November, nachm. 5 Uhr, im Cotal von Schulz. Elifabethstr. 30: der Bertrauensmännertonferenz Jigarellenmasch nenführer und Bet iebshandwertet. Wir ersuchen vornehmlich die Kleinbetriebe zu diefer Ronferenz zu erscheinen Die Ortsverwaltung. 48.- an Wäscherollen.. Wringmaschinen.. 23.- an Gardinenspanner Plättbretter u. Plätteisen, Waschfässer in großer Auswahl. Dr.Thompson's Seifenpulver ityand th 30% Aus unserer Reklame- Kollektion Größte Musterausstellung in Berlin. DCTHOMPSON'S SEIFENPULVER gibt ohne Bleiche blendend weiße Wasche Micht am 7.Dezember Sofort müssen Sie sich gegen das Schlagwort und für die Tat- unser Angebot- entscheiden. 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Geplant ist ferner die Drucklegung einer Anzahl von fertiggewor tonen we twirtschaftlichen Untersuchungen in den vom Institut her. ausgegebenen„ Problemen der Weltwirtschaft". " Reform der amtlichen Inderberechnung. In der gestrigen Sthung der Inderkommission beim Statistischen Reichsamt wurden von verschiedenen Seiten starte Bedenten gegen die Berechnungsart des amtlichen Lebenshaltungsinder' geltend gemacht. Das Statistische Reichsamt wird infolgedessen bis auf weiteres die auf Grund des Inder vorgenommenen Reallohnberechnungen einstellen. Nach Fühlungnahme mit den statistischen Aemtern der Länder wird das Statistische Reichsamt der Inderlommission in einer auf den 2. Dezember anberaumten Sigung neue Borschläge unterbreiten. Die Groß- Berliner Sparkassen haben im Laufe des Monats Oftober ein neues Anwachsen ihrer Spar- und Giroeinlagen zu verzeichnen. Die Spareinlagen erhöhten sich um 2,1 auf 11,37 Millionen Goldmart, und zwar wurden im Oftober 7445 neue Spar fonten eröffnet. Die Giroeinlagen wuchsen nur ganz unwesentlich, nämlich um 0,3 auf 28,9 Millionen Mart an. Die Spartätigkeit ist demnach im Wachsen, allerdings sind die Beträge, um die es sich dabei handelt, im Verhältnis noch recht gering. Dabei ist im Auge zu behalten, daß in der Regel die Kauffraft der Bevölkerung noch viel zu gering ist, um auf längere Frist hinaus, etwa auf das Alter, zu sparen. Meistens werden nur Beträge für größere Anschaffungen aufgespart. Eine aufgelöste Interessengemeinschaft. Zwischen den Rheini schen Metallwerten, dem Hansa Lloyd und der Benz A. G. bestand eine Interessengemeinschaft für gewisse Fabritations. zweige der Automobilproduktion Diese ist jetzt aufgelöst worden. M Ortskrankenkasse der Gürtler zu Berlin Darmstädter und Nationalbank Einladung zur ordentlichen Ausschußhung am Freitag, den 28. November 1924, nachmittags 5 Uhr, im Kaffentotal, Oranienftr. 138. Tages ordnung: 1. Wahl des Rech ungs Kommanditgesellschaft auf Aktien Einladung zu der ausich..ses zur Prüi ung der Rechnung am Dienstag, den 9. Dezember 1924, vormittags 11 Uhr stattfindenden des laufenden Jahres. 2. Festlegung des im Gebäude unserer Abteilung Beh enstraße zu Berlin, Behrenstraße 68/69, Boranschlags für das Jahr 1925. 3. Ber schiedenes. 107/12 Berlin, den 19. November 1924. Der Borstand. Rarl Röder, Borsigender. Einladungskarte dient als Ausweis. Drai Tropfen! Kaol Hand aufs Herz ist die beste Oel- Politur für alle Metalle Sparsamer als Putzwasser Überall zu haben! Echter außerordentlichen Generalversammlung Tagesordnung: 1. Ausscheiden und Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern; 2. Vorlegung der Goldmark- Eröffnungs- Bilanz auf den 1 Januar 1924, sowie de Prüfungsberichtes der Geschäftsinhaber und des Aufsichtsrates; 3. Beschlußfassung uner die Genehmigung der Go dmark- Erönnungs- Bilanz und über die Umste lun des Gruñakapita s aut Go dma k 60 000 00.unter Bildung einer gesetzuchen Reserve von Goldinark 40 000 0004. Ermächtigung der Geschäftsinhaber und des Aufsichtsiates zur Festsetzung der Moda itäten der Durchführung der Umstellun; 5. Aenjerungen des Gesel schaftsvertrage; gemäß den zu 2 und 3 gefaßten Beschüssen, und zwar des§ 5 Absatz 1( Grundkapita. und Stückelung) und des§ 34( je 2 Goldmark| Stimme); 6. Feststellung zu§ 15 des Gesellscha tsvertrages betr. das Ausscheiden der Herren Andreae, Paul Bernhard und Emil Wit enberg aus der Zahi der persönlich haftenden Gesellschalter. Zur Stimmenab abe sind diejenigen Kommanditisten berechtiot, welche ihre Aktien oder den von einem Notar oder von der Reichsbank oder von dem G.ro- E fekten Depot der Bank des Berber Kassen- Vereins über dieselben ausgestellten Hinterlegungsschein spätestens drei Werktage vor der Generalversammlun bei einer der nachbezeichneten Stelien deponieren, und zwar 1. bei unseren Hauptnieder.assun en in Berlin, Bremen, Darmstadt 2. bei unseren sämtlichen Filialen u d Zwe iederlassungen 3. in Breslau ei en Herren Eichbo n& Co. Cassel bei den Herren Fiorino& Sichel Coblenz bei Herrn Leopold Seligmann " 9 99 Danzig bei der Danziger Bank iür Handel und Gewerbe Aktiengesellschait 50 9 9 Essen a. d. Ruhr bei den Herren Gebrüder Hammerstein bei Herrn Simon Hirschland Frankfurt a. M. bei der Deutschen Effecten u. Wechsel- Bank bei den Herren Otto Hirsch& Co. bei Herrn Jacob S. H. Stern bei den Herren Gebrüder Su zbach Göttingen bei den Herren H. F. Kletswig& Reibstein Hamburg bei den Herren L. Behrens& Söhne bei den Herren M. M. Warburg& Co. Köln be dem Bankhaus A. Levy " Leipzig bei der Allgemeinen Deutschen Credit- Anstalt Magdeburg bei den Herren Dingel& Co. 99 München bei der Bayerischen Vereinsbank bei den Herren Merck, Finck& Co. Stuttgart bei den Herr n Stuber& Co. 4. in Amsterdam bei der Amsterdamschen Bank bei der Internationalea Bank te Amsterdam Wien bei der Mercurbank Berlin, den 14. November 1924 Darmstädter und Nationalbank Kommanditgesellschaft auf Aktien Goldschmidt vons mson preiswert, Klaviermacher Berleih DON Gefellschafts- Anzügen, Pianos, Reßler, Laufiger Straße 52. SealplüschMantel auf wunderbarem Futter 95nur Auch für stärkste Figuren Passendes! Bilige Pe z- und Plüsch Woche! Keine Reklamewaren! Nur Qualitäten! 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Deuts Opernhaus Morg. 7.30: Die Geliebte Sr. Hoheit 6 Uhr: Parsifal mit Fritzi Massary Intimes Theater Berliner Theater Geschloss. Morgen Morgen 7 30 Uhr: 8. Liebeskonzern etc. Cloclo SCALA & Uhr. Varieté Revue Bußtag geschlossen! Residenz- Th. Heute Bußtag 8 Uhr einmalige Au führ. Heimat Metropol- Theater Geschloss Morgen u. folg. Tage 72 U: Gräfin Mariza Neues Th. am Zoo Geschlossen. Morgen u. folgende Tage 8 Uhr: Die Frau ohne Schleier Snbd. u. Sonnt. 312 Uhr: Dornröschen Th. i. Kommand. Str. Geschloss Morgen in erstkl. Besetzung 8: Neuest. Schlager Morgen Donnerste. 7 U.: Uraufführung von Hugo Hirsch Gaunerlie.chen Wenn man verliebt ist... Trianon- Th. Siegfried Arno mt Molly Wessely Heute Bußiag 8 U.: Preise der Plätze: 1-8 Mk. Hedda Gabler Rose- Theater Melitta Leithner Helene Burger Dir.. B Rose 70 Uhr Ab morgen tägl. 8. Glaube u. Heimat Lolott' Casino- Theater Gr. Kinder- Vorst. Lothriner Str. 37 im Trianon- Theat Heute geschlossen. Sbd. 4 U. Pr. ab 60 Pt. Neu! Neu! 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Ein Film der Menschheit Ufa- Theater Tauentzienpalast Ufa- Theater Hasenheide Ufa- Theater Weißensee DER HEILIGE UND DIE SÜNDERIN Uta- Theater Schöneberg JOSEF Ein Filmwerk in 5 Akten Ufa- Theater Rollkrug Ufa- Humboldt- Theater JUDAS Ein Drama in 5 Akten Ufa- Theater Reinickendorfer Str. Ufa- Theater Ballschmieder Ufa- Theater Eden- Palast RETTER AUS DER NOT Noch und Noch Goethe- Bühne Reichshaken- Theat. Heute gesc lossen! Abends 8 U. u. Stg. nachm. 3 Uhr Stettiner Sänger Hachm. halbe Pr. b. volil. Abendprogr. . Herrlich. Danboif- Bretti: Progr Anf. 7. Populäre Preise Klosterstr. 43 Heute Budtag geschlossen. WINTOPORTEN Heute geschloss VarietéSpielplan Rauchen gestartet Uta- Palast am Zoo GESCHLOSSEN UfA Strickwolle in allen Preislagen! Jumper- u. Sportwolle pro Pfund nur M. 6.50 Berfauf an jedermann, auch in tleinsten Mengen Qualitätsware in größter Farbenauswahi Ferner. 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Viola; Walter Lutz, II. Cel.o Programm 1. MAX REGER Trio für Violine. Bratsche und Violence o II. PAUL HINDEMITH: Die junge Magd, 6 Gedichte von Georg Tra i ür eine Singstimme, mit Flöte, Klarinette und Streichquartett. III. ARNOLD SCHÖNBERG: Verklärte Nacht. Sextett für zwei Violinen, zwei Violen zwei Violoncelli. Karten für Nichtmitgliedet 1,25 Mk. Warenhaus Herm. Tietz, Buchhandlung Köpenicker Straße 68, Linienstr 227 und Mittagskasse. Circus Busch Donnerstag, d. 20. November 71/2 Uhr: Uraufführung! Großes historisches Manege- Schauftück aus dem Rom Kaiser Neros Quo vadis? Im Zeichen des Kreuzes. Nach Wilson Barret. Für den Circus Busch bearbeitet und inszeniert von Adolf Steinmann. 1. Das goldene Rom. 2. Die Qualen der Folter. 3. In den Ka'akomben des Cestius. 4. Berenice, die Römerin. 5. Das große Bacchanal.- 6. DieMärtyrer des neuen Glaubens. 7. 8, Der Triumphzug des Nero. Unter den Krollen der Löwen. Unter Mitwirkung der berühmten Quo= 50 Löwen 50 vadis" des Kapitän Alfred Schneider, Rom. Die lebenden Fadieln. Das brennende Rom. Kein Film balhe Preise! Eine lebenswahre packende Schöpfung! Vorber: Das große November Circusprogramm Sonntag Nachm 3 Uhr Erwachs.u.Kinder Der angekürzte Circusspielplan und die Schneiderschen 50 Quo vadis- Löwen und Manege- Märchenspiel Dornröschen". Vorverkauf. Wertheim a. Circuskassen Ph. Brand& Co. Weingroßhandlung Dönhoff Berlin SW, 68, Lindenstr. 3( V.) 1200-1201 METROPO VARIETS Uhr Das unver leichliche NovemberSiegel& Co. Prinzenstr. 33 6 M. 獎項 m. Seidenschirm 1 flammig 45 M. mit 60 cm Seidenschirm 60 4 flammig M Programm Größtes Musterlager Berlins Theater am honbusser for. Täglich 8 Uhr u Sonnt nachm 3 Uhr: Elifefür Gas und Elektrisch Sänger Pelzhaus abuco Fabe haftes NovemberProgramm! Volkstüml Preise Schakal, Wölfe. von 35,- Mk.. Füchse von 75,- Mk. Leipziger Straße 58. 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Ein Aufgebot Reichsbannerleute, die in Uniform zum Saalschuh angerüdt waren, fand feinen Anlaß, gegen Ruhestärer vorzugehen. Mit lebhaftem Beifall begrüßt, ergriff der Redner des Abends, unser Fraktionsvorsitzender im Reichstag, Genosse Hermann Müller- Franken das Wort. Er begann mit einem Hinweis auf die deutschnationalen Wünsche, daß die Reichstagswahl nach englischem Muster mit einem ,, Sieg der Konservativen" ausgehe. Herr Hergt, der diesen Wunsch äußerte, ist allerdings einmal in England gewesen( Heiterfeit), aber gelernt hat er nicht, was die englischen Konservativen und wie wesensfrem sie unseren Deutschnationalen sind. Als die Arbeiterregierung Macdonalds ihr Amt antrat, erklärte Baldwin für die Konservativen, daß sie der Arbeiterregierung Fair play" freies Spiel gäben, und niemals sind die Konservativen gegen die Außenpolitit der Arbeiterregierung aufgetreten. Unsere Deutsch nationalen aber standen unter jeder republikanischen Regierung mit der Hinterfront zum Baterland!( Sehr wahr!) Den deutschnationalen Aufwertungsschwindel, dem sie ihren Wahlerfolg vom Mai mitverdanken, den haben sie felbst im Aufwertungsausschuß des Reichstages entlarot; wer wird ihnen nochmals darauf hineinfallen? Was hat dieser InflationsReichstag für die Beamten getan? Nichts, wie auf allen Gebieten! Seine einzige Leistung war die Annahme der Dames. Geseke. Wir haben für diese Löfuna, bie feine fozialistische ist, für diese von Kapitalisten gemachten Gefeße nur gestimmt, um eine neue Inflation zu verhindern, die die härte e Besteuerung des Proletariats ist. und um zur außenpolitischen Ent Ipannung zu gelangen, die die Räumung des Ruhrgebiets ermöglicht und auch bereits zur Folge hat.( Zustimmung.) Der Redner schilderte nun den Kampf der Deuffchnationalen gegen den Dames- plan und fein Ende: die Abtommandierung der halben Fraffion zum Jalagen mit hoch mer ein- Яarte! Mit diesen Charakteren, darunter Tirpik und der Entel Bis mards, wirbt man jekt bei einem Bublitum, von dem man hofft, daß es nicht alle wird.( Sehr gut!) Nicht Hergt allein stand da und tonnte beinahe nicht anders( Seiterkeit), sondern noch viele andere, z. B. jener v. Remnik, der im Kriege dem faiserlichen Staatssekretär Zimmermann das Konzept au der unglückseligen Meritodepesche gemacht und der furz vor der Dames- Abstimmung geschrieben hat, er werde sich nicht die Hände durch Annahme der Dames- Geseze schmukiq und sich nicht am Untergang des Vaterlandes mitschuldig machen und der dann für die Dawes- Gefehe stimmte! Genenüber den albernen Kommumistenmärchen stellte der Redner fest, daß niemals von einem Rusammenregieren von Sozialdemo Praten und Deutschnationalen die Rede gewesen ist. Die Deutschnationalen haben in ihrem Drang zur Futtertrippe" zu allen, für fie noch ihrer ganzen Heltuna bisher noch so unannehmbar scheinenden Bedingungen des Reichskanzlers ja gefagt- sie sind bereit, zur Erlangung der Ministervosten zehn Meineide auf die Republik zu schwören( lebh. Bustimmung), und es liegt nun an den Wählern, dem vorzubeugen. Die aber Deutschnaftalen wollen uns die Hohenzollern wiederbringen, tie mit 30 000 m. jährlich pro Kopf nicht zufrieden, also der einents liche Typ der Familie Raffte find.( Große Heiterkeit.) Auch Herr Stresemann redet in seinen vielen Reden manchmal mon archistisch; er fann aber auch demokratisch reden, er zitiert felbft Uhland und Freiligrath. Sein Pathos erinnert an Schy ller feine Politit schillert noch viel mehr!( Große Heiterfeit.) Immer neue Zeugniffe über diese Familie Hohenzollern werden veröffentlicht, wie z. B. Wilhelms Randgloffen zum. aager rie. denstongreß, wonach er sich nur auf Gott, das scharfe Schwert und ( nämlich fünf Bunkte, die er weiterschrieb) verlasse. ( Heiterfelt.) Wir lachen darüber, aber das Ausland meint, folcher Geist fönnte erblich sein! Die Deutschnationalen haben, nur um Minister zu werden, sonar dem Eintritt in den Bölkerbund zu gestimmt jeẞt reden sie mit ihrem Dreiklassen- Wincler wieder dagegen und meifen zur Begründung" auf das Los der Deutschen im Saargebiet, in Bolen, in der Tschechoslowakei usw. hin. Aber diesen unseren Brüdern tann Deutschland nur im Bölfer. bund helfen.( Gehr wahr!) Der neue Reichstag wird nicht nur das Washingtoner Achtstunden abfommen zu ratifizieren haben, noch wichtiger ist das Arbeitszeitgefeh, und wenn dieses den Arbeitszeit. bestimmungen der Demobilmachungsverordnungen entsprechen soll, die die sozialdemokratischen Boltsbeauftragten 1918 erlassen haben, bann müssen die Wähler für eine möglichst starte sozialdemokra tische Frottion forgen. Gen. Müller führt dann aus, daß die seither eingetretene Getreidepreisteuerung die Einführung von Lebensmittelzöllen unerträglich macht und daß die Wähler dem vorbeugen müssen, nachdem die Sozialdemokratie zunächst die erste Lesung im Auguſt verhindert hat. Das Liebeswerben der evangelisch- orthodoxen Deutschnationalen um die Katholiken, deren Kirche unter der Republit volle Frei heit hat, wird feinen Erfolg haben. Die deutschnationale Zusatz Richtlinie: Abschaffung des Klaffenkampfs", paßi besonders gut für eine Partet, die durch Errichtung des Besihbürgerblods den schärfften Klaffenkampf betreibt!( Lebhafte Zustimmung.) Die von den Deutschnationalen verlangte Erklärung der Schuldlosigteit Deutschlands am Krieg tann fein perantwortungsbewußter deutscher Außenminister abgeben. Mogegen wir uns immer wenden, daß ist die Lüge von der Alleinschuld Deutschlands. Aber wer glaubt denn, daß die Hineinzerrung der Schuldfrage in den Parteikampf Deutschlands Reparationslast auch nur um einen Pfennig vermindert?( Sehr richtig!) Der Redner bespricht eingehend die ganzen Berhandlungen um die Regierungsumbildung. Ohne Demokraten hatte der Bürgerblod teine sichere Mehrheit. Darum begann das brünstige Liebeswerben der Deutschnafionalen um dle Demokraten. Mittwoch, 19. November 1924 Nowawes. Nachmittags 5 Uhr im Eifenbahnhotel Mitgliederversammlung. Gen, Bubeil fpricht über die bevorstehende Reichstagswahl. Morgen, Donnerstag, den 20. November: 34. t. 7% Uhr bei Rafin, Gubener Str. 10, erweiterte Funktionärtonferens. Tagesordnung: Wahlarbeit. 51. und 55. Abt. Charlottenburg. Alle Genoffen treffen sich abends 7½ Uhr in der öffentlichen Bersammlung in der Dandelmannstraße. Funktionäre eine halbe Stunde früber. 80. Abt. Schöneberg. 7% Uhr im Gesangsfaal bes Selmholz- Gymnasiums, Rubensstraße. alleemeine Mitgliederversammlung. 1. Borlesung and Anatole Frances Dichtungen. 2. Abteilungsangelegenheiten. Untoftenbeitrag 20 Bf. Gäste wiüfommen. 92. Abt. Neukölln. Pünktlich 8 Uhr bei Käderis. Innst. 8, Sunktionärs Nhung, u der alle funktionäre, auch die Gruppenleiter erscheinen müffen. Wichtige Wahlfragen. Begirltstaffierer abrechnen. 36. Abt, Charlottenburg. 7 1hr Bablabende: 1. Gruppe bei Biersch, Rant Straße 62, 2. Gruppe: Holzendorfstraße 20. 116. Abt. Lichtenberg. 7% Uhr Funktionärtonferens bei Mebne, Dogbagener Str. 125 Abt. Weißenfee. 7% Uhr Bezirksverfammlungen: 1. Bezirk bei Schönfeldt, Sebanfir, 70, 2. und 4. Desirf am Freitag bei Gallas, 3. Besirf bei Bohlmann, 5. Beairt im Grünen Baum". Tagesordnung: Wablarbeiten. Sonntag, den 23. Movember, in Wartenberg öffentliche Versammlung. Treffpunkt der Genoffen im Grünen Baum", 2 Uhr. Röntgenthal Repernid. 8 Uhr Sablabenb bei Bafener. Erfdeinen aller Mitglieber ift Pflicht! Jungfozialisten Gruppe Nordoft. 7% the Danziger Str. 62. Baradenfchule. Bortrag: Die Bollswirtschaft im Mittelalter." 42. und 43, bt. Die Genoffinnen werden gebeten, bas Bresveganbamaterial für die Frauenfundgebung am 25. b. m. am Donnerstag im Rotal Hoehlke, Bergmannstr. 69, und Wolf. Gräfeftr. 36, in Empfang zu nehmen. 54. Abt. Charlottenburg. 8 Uhr Lokal Otto Sifcher, Cauerstraße, Bortrag bes Gen. Dr. Tichouer. Doch diese blieben diesmal fest und die Wahlen in Hamburg und Anhalt haben ihnen gezeigt, daß sie re et getan haben. So kam es zur Auflösung. Die wir- und wir allein- längst Frauenveranstaltungen am Donnerstag, den 20, November: gefordert hatten. Keine andere Bartei unterstüßte uns darin, auch nicht die fommunistischen Baro'enfchuster.( Heiterfeit.) Die KPD. ist zu einer anarchistischer Bartei geworden das beweist auch die Rede der Frau Gohlte auf dem Brandenburger KP- Tag und hat damit selbst ihre Behauptung widerlegt, daß sie die Erbin des Marrismus sei. Die positive Gegenwartsarbeit. die August Bebel, der stets beide Augen auf das sozialistische Endziel gerichtet hielt, immer gefordert hat, die verleugnet die KBD. und lehnt sie ab. Bei der prinzipiellen" Politik der KPD. im Reichstag wirfien Herr Scholem als Sender und Herr Ludendorff als Empfänger. ( Etürmi'che Heiterkeit.) Achtung vor den Kommunisten im Reichstag hat kein Mensch mehr; wenn man schon folch widerlichen K'amaut macht, dann darf man nicht vor ein paar Kriminalbeamten stramm Kehrt machen und still davongehen wie herr Epstein am 29. Auguft.( Sehr wahr!) Es gilt, die bis zur Wahlmüdigkeit angewiderten KP.- Wähler vom 4. Mai aufzuffären und für die Partei der positiven Arbeit für die Republik und für das arbeitende Bolt zu gewinnen. Den Deutschnationalen und Ludendorffern muß am 7. Dezember die Quittung dafür erteilt werden, daß sie das beutsche Bolt nach all feinen Opfern und Leiden wieder so entrechten wollen, wie es unter der Monarchie war. Noch bei der vorigen Wahl haben die Rechtser gefragt: Ber glaubt denn, daß die Franzosen nach Annahme des Dames- Blans räumen werden? Und was ist heute schon geräumt, was an Deutschland zurückgegeben und was im Dawes- Plan bindend zu gefagt! Nur durch demokratische Außenpolitik ist weiteres Entgegenkommen zu erreichen; an der Bereitwilligkeit bazu haben es Herriot und der französische Linksblock schon bisher wahrlich eicht fehlen laffen.( Bustimmung.) Im Frühjahr dieses Jahres prophezeite" bie Reaktion das Ende der Sozialdemokratischen Partei. Nun bei der banerischen Bandtags. wahl zeigten wir, daß wir noch leben und auch am 4. Mai erhielten wir trok allem und alledem 6 Millionen Stimmen. Nur durch eine Schiebung fonnten bie Deutschnationalen die stärkste Fraktion merden. Jest prophezeit man uns allgemein Zuwachs an Stimmen und Mandaten. Wir wollen und dürfen uns darob nicht in Sicher. heit wiegen( Bebhafte Zustimmung), bis zum 7. Dezember ist noc) Zeit genug, Aufklärung an den Indifferenten und Wahlmüden, an ben Irregeleiteten zu leisten. Zun wir das mit der alten Begeiste. rung für unsere große Sache, dann wird der 7. Dezember nicht nur ein Siegestag für die Partei sein, sondern das, was er werden muß, ein mächtiger Antrieb für die Demokratie und den Sozialismus in allen Ländern, für Völkerverständigung und Bölkerfrieden! Als der minutenlang dröhnende Beifallssturm verrauscht war, begann die Aussprache, in der einige Kommunisten mit gedämpftem Tremmelflang Nummer Soundsoviel aus ihrem Wahlfatechismus, Rapitel Reichstag, Vers SPD. herunterbeteten. Lebhafter Beifall belohnte die Erklärung eines bisher unabhängigen" Genossen, daß er seinen Irrtum vom 4. Mai einsehe und diesmal sozialdemo fratiich wählen werde. 16. Abt. Freitag 7 Uhr ableiter und Helfer bei Döbling. Brunnenstr. 79. 33. Abt. Freitag 7% Uhr außerordentliche Funktionärberfammlung bel Bertalla, Hohenlobeftr. 3. Die Bezirksführer, Betriebsvertrauensleute und Bildunastommiffionsmitglieder müffen erfcheinen. 74. Abt. Bei der Einsicht der Wähler fiften bat fich ergeben, daß ein zelne Genoffen nicht eingetragen finb. Es liegt daher im eigensten Intereffe der Genoffen, die Einfichtnahme nicht auf den letten Tag zu berfchieben. Die Liften liegen von Donnerstag abenb bis Freitagabend im Barteilokal aus. Die Genoffen fönnen auch abends Einsicht nehmen. Gleichzeitig werben Vertrauensleute au Sonnabendabend 8 Uhr zur Situng im Parteilofal eingeladen. 95. Abt. Neukölln, Sonnabend, ben 22. November, 7 Ubr. Gunktionärfizung bei Gürtler, Prinz- Sanbjerhftr. 34. Beaiztsführer alles einlaben. Abs rechnung. Näfte Bufammenkunft Greitag, ben Jungfozialisten Gruppe Friedenan. 21. November. 8 Uhr. Sugendheim, Offenbacher Str. 5a. Großbeeren. 23. November, nachmittags 2 Uhr, Werbeberfammlung für bas Reichsbanner. 23. November, nachmittags 3% Uhr, Wählerverfammlung ber SPD. FILA Jugendverantaltungen. Heute, Mittwoch, den 19. November, abends 7% Uhr. Bichtenberg- Norb: Wahrt. Treffpunkt Stralau- Rummelsbure 7 Uhr. Suboft R. V.: Jugendheim Reichenberger Str. 66( Feuerwehr), Bortrag: Das Bolkslieb." Wannsee: Suaenbheim Schule Charlottenftrake, Bortrag: Die Entstehung der Erde." Weikenfee: Jugendheim Boelenromenade. Bortrag: ..Die Entwidelungsgefchichte ber Erbe." Werbebeair! Sirveerten. Wande rung: Birkenwerder- Lehnikfec. Treffpunkt 7 Uhr Bahnhof Butlinstraße. Morgen, Donnerstag, den 20. November, abends 7% Uhr. Schönhaufer Borstadt: Schule Jblenfte. 17, Bortrag: Warum find wir gegen Alkohol?" Senefelder Biertel: Babeanstalt. Oberbergerite, 57, Bortrag: Bom Nuken der Sterne." Südwest: Der Abteilungsabend fällt aus. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz Rot- Gold". Gefchäftentefie: Berlin G 14. Sebaftianftr. 87/88. Sof 2£ t. Ramerabschaft Steglik unb sämtliche Untergruppen. Donnerstag, tovember, abends 7 Uhr, Antreten aller Stame en in Steglik. Oberrealschule, Elifenstraße. Wichtige Mitteilungen. Kamerabschaft Sier. garten. Mittwoch, den 19 d. M., vormittags 11 Uhr. Alle Kame treffen fich Raffee Gärtner, Holsteiner Ufez. aum Spaziergang Achtung! Am Dienstag, den 25. November, dürfen von unseren Rameradschaften teine Ber anstaltungen irgendwelcher Art in Berlin vorgenommen werden. Diefer Toa bleibt für eine Rundgebung in der Neuen Welt frei, Die Frauenverfammlung. für die unfere Rameraben ben Saalfchuk übernommen haben, findet am Donnerstag, den 20. November. nachmittags 8 Uhr. nicht im Friedrichshain, fondern in den Germania- Sälen, Chauffeeftraße, ftatt. Der Gauvorftnb, Kamerabschaft Friedrichshain, Donnerstag, den 20. b.... abends 7 Uhr, Borstandssikuna mit fämtlichen Aus- und Bezirtsführern Die übrigen Kameraden beteiligen fich mit Fahnen an der Rundgebung in den Rammerfälen. Kamerabschaft Mitte. Donnerstag, den 20. b. m., abends 7 Uhr, trifft fich die Kamerabfchaft vor den Kammerfälen in der Teltower Straße, Ramerabschaft Brenzlauer Berg. Donnerstag, den 20. d. M., abends 7 Uhr, 24., 25., 26., 28. Abteiluna Saalfduk Seder- Realschule. Weißenburger Straße 4, und 27. 29., 30., 31, Abteilung Saalfchuk Aula Sonnenburger Straße 20. Ramerabschaft Charlottenburg. Freitag, den 21. b. m., abends 7 Uhr, Pflichtabend der Rameradschaft in der Leibniz- Oberrealschule, Schiller, Ede Hardenberaftraße. Rein Ramerab barf fehlen. Rundgebung des Reichs banners. Kamerabschaft Friedrichshain. Freitag, den 21, b. M.. abends Der Referent richtete, nach kurzer Erledigung der KPD.- Abgebaueua 8, 4, 5 in er Schulaula Rigaer Str 82. Rua 6, 7, 8 Böhmisches far bten, ein anfeuerndes Sch'ußwort an die Bersammlung, die unter stürmischen Hochrufen auf die Bartei und auf die Republik auseinanderging. Parteinachrichten Ginsendungen für diese Rubrik sind Berlin B. 68. Lindenstraße 3. Brauhaus. Landsberger Allee. Sum Saalschuk bollaäblia erfdeinen. Ramerabschaft Röpenid und Untergruppen Freitag, ben 21. b. 2., 7 Uhr. Saalfduk. Treffen vor der Rörnerfchule. Kamerabfchaft Biotenberg Intl. Untergruppen Freitaa, ben 21. b. m., abends 7 bis 9 Uhr, im Lotal des Rameraden Krüger. Türrfchmidtite, 88. Ausgabe von Müken, Minbjaden, Sofen, Gürtel unb fonftiges Material. Aufnahme von Mitgliedern und Entaeaennahme von Beiträgen, Kamerabschaft Mitte. Freitag, den 21. b. M., abends 7 Uhr, trifft sich bie gesamte Ramerabfchaft vor der Beibniz- OberrealFreitag, ben 21. b... abends 7 Uhr, Bharusfäle. üerfte 142, fleiner Gaal. Antreten zum Saalfduk. für Groß- Berlin fchule, Charlottenbute, Schiueritzake. Ramerabfdaft Mebbing. ffets an das Bezirksfekretariat, 2. Sof, 2 Trep. rechts, au richten. Werbeausschuß der Boft- und Telegraphenbeamten. Am Freitag, ben 31. No. bember, 8 Uhr abends, findet im Saal der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, eine sehr wichtige Berfammlung ftati. Tagesordnung: 1. Die Wahlen. 2. Materialausgabe. Bitte bestimmt au erfcheinen. 9. Kreis Wilmersdorf. Es wird gebeten, alle Beranstaltungen brei Tage borher beim Obmann des Bildungsausschusses abzurechnen. 20. Kreis, Arbeiterwohlfahrt und Kinderschutkommiffion. Donnerstag, ben 20. November, pünktlich 7 Uhr, Sibung im Sigungsfaal des Ratbaufes Meinidendorf- Ost, Sauptstr. 38. Vortrag über: Familienrecht und Bor mundschaftswefen." alle in der sozialen Arbeit stebenden Genoffinnen und Genoffen find einzulaben. Kinderfreunde! Donnerstag um 8 Uhr Elternabend im Gesangsfaal des Gnmnasiums Berner Straße. Bortrag ber Genoffin Epstein: Märchen. Heute, Mittwoch, den 19. November: 17. Abt. 7 Uhr wichtige Funktionärfonferena bei Dofe, Mordhafen 8. 21. Abt. Die Bezirisführer werden gebeten, bie Ottober- Warten am Bustas abzurechnen. 71. Abt. Wilmersdorf. 6 Uhr bei Jonas, Brufaler Ede Ansbacher Straße michtige Besprechung, zu der alle Genoffen erscheinen müffen. Die Be airtsführer laden ein. 81. Abt. Friedenau. Alle Genoffen und Genoffinnen, die fich aur Wablarbeit gemeldet baben oder noch melben wollen, insbesondere die Gunllionäre und die Jugend, treffen sich am Bußtag bon 6 Ubr abends ab bei klabe, Sandjerbitr. 60/01, Aussprache über die Wablarbeit. 10%. Abt. Baumschulenweg. Mittwoch, ben 10. November, nachmittags treffen fich alle Genoffen und Genoffinnen bei Mügel, Neue Krugalce, sum gemütlichen Beifammensein. Die Ortsgruppe Trepton bat bierzu ein gelaben. 128 130. Abt. Bankow. Die Gruppenfübrer von seinersborf boten Sanbaettel und Blakate von der Vorwärtelpedition Mißmann. Mühlenstraße, ab. Genoffe Bfarrer Bleier fpricht Buktaa, ben 19. November, abends 6 Uhr. im Rahmen einer religiösen Feierstunbe in ber Trinitatisfeche, Charlottenbura, Karl- August- Blak, über das Thema: Wer foll Buke tun?" Arbeiter Rabio- Klub, Ortsgruppe mitte. Beatrt 60. Am Donnerstag, ben 20. November d. 3.. abenbs 8 Uhr im Lotal pon Schmelina. Foldensteinftrake 5. öffentliche Berfammlung aller Rabio- freunde. Gäste millkommen. Der Borstand. Bereinigung für Schul- und Erziehungsfragen, Berlin- Treptow. Freitag, 21. November, abends 8 Uhr, im Reicheniaal ber 6 Treptower Gemeindefchule. Wilbenbruchitr. 58, Bortrag: Bolitische Gefchichte." Arbeiter- Abftinentenbund, Gruppe Norben. Am 21. Nopember in ber Schulaula Banfftr. 21/22, 7% Uhr. Lichtbildervortrag von Dr. Druder: ..Die Bollstrankheiten." Arbeitersport. Mittwoch, ben 19. Stopember, angefekte Bildungsausfchußfikung f& IIt bes Touristen- Berein Die Naturfreunde", Ortsgruppe Berlin e. B. Die für Buntages wegen aus. Arbeiter Murfreunbe! Rum weiteren Ausbau unferes jungen Bereins erfuchen wir fämtliche einzeltebenden Bandoniumspieler, Stretcher, Solabläfer und Schlagzeugspieler. fich am Donnerstag, den 20. November 1924, abends Organiñeruna) au erscheinen. Salaaaeua vorhanden. Notentenntniffe erforder 8 Uhr, bei Mechler. Borhagener Str. 114. Au einer Rufammenfunft( event. Ita. Schrammel- Klub Fichte". Wetter für Berlin und Umgegend. Ueberwiegend bewölkt, mit einzelnen leichten Rieber fchlägen, etwas auffrischenbe, von Südwest nach Norbweft brehende Winde Für Deutschland. In Norddeutichland milder und geringe Niederschläge, in Sibbeutschland noch roft. www Wähle Voxhaus! Dann urteile! 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