Kr. 551 ♦ 41.�ahrgaag Musgabe A Nr. 2SH Bezugspreis: WöcheutUch 70 Goldpsennig, monatlich ö,— Soldmark voraus zahlbar. Unter Ztreuzbaud für Deutschlands Danzig, Saar- und Memelgebiet. Oesterreich, Litauen, Luxemdurg iäO Goldmart, für das ädrige Ausland 5ch0SoIdmari vro Atonal. Der..Vorwärts' mit der Sonntags- beilage„Boll und fteit" mit..Sied» lung und Kleingarten' sowie de: Unlerhaltungsdeilage.�e im weit' und sirauenbeilaae..irrauenltimme' erscheint wochentäglich zweimal. Sonntags und Montags einmal. Telegramm-Adreffe: «Sozialdemotrat Verliv' Morgenausgabe Devliner Volksblstt (lv SoiaplennlS) Anzeigenprelse: Di« e i n I v a I t i g» Nonpareille »eile a.70 Goldmart Reklomezeile t.— Goldmart...Kleine Snzelgeu' das tettgedruckte Wort 020 Goldmart lzuliissig zwei tettaedruckle Worte). iede« wettere Wort g.lll Goldmart. Stellengesuche das erste Wort ll.lll Goldmart iedes weitere Wort 0,0S Goldmart. Worte llder IS Buchstaben zählen sär zwei Worte. ssamUienanzeigcn sllr Abonnenten geile llAll Goldmark. «ine Goldmart— eln Dollar aeteU» durch<,2G. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4'/!! Uhr nachmittags im Sauvtgekchäft. Berlin EW KS. Linden- straheS abgegeben werden. Gcäfsnet von g Uhr früh bis s Uhr nachm. �entralorgan äer SosialäemoKraNlcKen Partei VeutfcKlanäs Neöaktion unö Verlag: EW S5. Linüenstraße Z Fernsprecher: Redaktion! Ton Ii oft LVL— Svö Bering- Tönboss'.1506 2507 Sonnabend, den 22. November 1924 vorwärts-verlag G.m.b.H., SM öS» Linüenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 ZK- Bankkonto: Direktio» der DtSkonto-Gesellichaft, Tevontenkasie Lindenstrane Z Nathuflus unfthulöig verurteilt. Darstellung unseres Pariser Korrespondenten. Von unserem Pariser Korrespondenten erhalten wir aus Lille folgende Betrachtung zu dem Prozeß gegen General von N a t h u s i u s. Nicht General Nathusius, sondern die französische Militär- gerichtsbarkeit stand am Donnerstag in Lille zur Anklage. Sie hat seit dem Wasfenstillstand Hunderte von deutschen Offizieren «ruf Grund von anonymen Denunziationen, auf Grund von Dienstbotengeschwätz und Hmtertrcppenklstsch in Ab- Wesenheit zu langjährigen Gefängnis- und Zuchchcmsstrafen ver- urieilt und sie hat in allen den Fällen, wo es infolg« irgendeines Zufalls zu einer Wiederaufnahme der Verhandlungen m Gegenwart der Angeklagten gekommen ist, diese freisprechen müssen. Sie Hai erst vor wenigen Wochen einen Kommunalbeamtm auz dem Elsaß, der als deuischer Offizier am Kriege teilgenommen hatte und in dieser Eigenschaft von einem Kriegsgericht in Abwesenheit zu zehn Sahren Zuchthaus oerurteilt worden war, glänzend rehabilitieren Müssen, nachdem die Zeugen, aus Grund deren Aussagen die Be- strasung in der ersten Instanz erfolgt war, im Angesichie des Be- fchuidi-gtei nicht ein« ihrer leichtfertigen Behauptungen aufrechtzu- erhalten vermocht haben. Noch ein solcher Fvcispruch, und die sranzösifche Gerichtsbarkeil war« für immer gerichtet gewesen. Das war offenbar die Ueberlcgung, die das Tun der militärischen Richter von Lille, vor denen der deutsche General Nathusius am Donnerstag erschienen war, ausschließlich beeinflußt und bestimmt hat. Sie waren Richter in eigener Sache. Sie haben— wer hätte das von Offizieren anders erwarten können!— um sich selbst freisprechen zu können, ihr unglückliches Opfer, dessen U n- schuld aus dem Verlauf der Verhandlungen ganz eindeuiig hervorging, schuldig gesprochen Auch für sie galt offenbar der Satz, daß der Zweck die Mittel heiligt und das höhere Interesse der fran- zösffchen Militärjustiz das Opfer eines solchen Rechtsbruches einer himmelschreienden Ungerechtigkeit wert ist. Die Anklage, die in der ersten Instanz zur Verurteilung des Generals v. Nathusius geführt hat, ist im Verlaufe der sieben- stündigen Verhandlung so jämmerlich in sich zusammen- gebrochen, daß selbst Vertreter französischer Blätter, als der Gerichtshof sich zur Beratung zurückzog, ganz offen im Gerichtsfaal der Uoberzeugung Ausdruck gegeben haben, daß der Prozeß mit einer glatten Freisprechung des deutschen Offiziers enden würde, der durch ein« im Jahre 1919 bereits vorgenommene Haussuchung davon unterrichtet worden war� daß ein Verfahren gegen ihn ge- schwebt habe, und der sicherlich nicht über die Grenze gekommen. wäre, wenn er nicht ein völlig reines Gewissen gehabt hätte. Von den Zeugen hat nicht einer unter Eid auszusagen vermocht, daß Nathusius sich auch mir einen der dem Einwohner der Villa abhanden gekommenen Gegenstände anZeeignet hat. Es ergab sich im Gegenteil die merkwürdige Taksache, daß die Anzeig« nicht von dem angeblich Bestohlenen erstattet worden ist, fondern von dem Mann der Beschließerin, der die Obhut des Hauses über- tragen worden war. Dieser mußke, von der Verteidigung in die Enge getrieben, zugeben, daß er sich zu einer Anzeige genötigt fühlte, weil er und seine Frau mit ihrem Herrn in einen Konflikt geraten waren und„besürchten mußten, daß man ihnen selbst den Diebstahl zur Last legen würde". Es wurde weiterhin festgestellt, daß nach der im' Hause des Generals v. Nathusius vorgenommenen Haus- suchung durch amerikanische Polizei zusammen mit einem französi- schen Offizier ein Protokoll aufgenommen worden ist, in dem nicht nur bestätigt wurde, daß die Haussuchung völlig ergeb- n i s l o s oenlaufen war; das Protokoll enthielt darüber hinaus die Erklärung des von dem Besitzer der Villa zur Teilnahme an der Haussuchung nach Koblenz entsandten Angestellten, daß festges.ellt worden sei, daß der gegen General v. Nathusius ausgesprochene Verdacht nicht aufrechterhalten werden könne. Was aber ist mit diesem Protokoll geschehen? Der Angestellte hat es an- gcblich verloren. Als der Verteidiger einen Zweifel m diese Be- hauptung zu setzen wagt« und von der Wahrscheinlichkeit sprach, daß dieses Protokoll aus durchsichtigen Gründen beiseitegeschafft worden war, da hielt der Vorsitzende sich für verpflichtet, den Zeugen gegen solche Angriffe in Schutz zu nehmen. Aber es gab noch andere Momente, die die Objektivität und Wahrhaftigkeit der Richter in einem höchst merkwürdigen Licht erscheinen ließen Drei Entlastungszeugen stellten dem Angeklagten einen g l ä n- zenden Leumund aus: ein Bankier, ein Geistlicher und ein Kaufmann, der einst als Dragoner unter o. Nathusius gedient hatte, alle drei französische Staatsangehörige, die den Krieg auf französischer Seite mitgemacht haben. Sie sagten über- einstimmend aus, daß General v. Nathusius noch heute in den Städten Lothringens, wo er einst in Garnison gestanden hat, sich der größten Achtung aller Bevölkerungskreise erfreu«, nicht nur wegen seines Wohlwollens, das er stets der effaß-lothringischen Bevölkerung bewiesen Hab«, sondern vor allem wegen seiner großen Ehrenhaftigkeit und der Lauterkeit seiner Gesinnung. Sie sagten weiterhin aus, daß keiner, der den deutschen Offizier je gekannt habe, ihn irgendeiner unehrenhaften Handlung, geschweige denn eines Dieb''ahls für fähig halte. Das Gericht ist über alle diese Aussagen zur Tagesordnung übergegangen. Der Vorsitzende, der jeden der Belastungszeugen gegen unbequeme Fragen der Verteidi» gung in Schutz nehmen zu müssen glaubte, hat es ruhig geschehen lassen, daß die Entlastungszeugen aus dem Publikum heraus be- schimpft wurden, weil sie gewagt hatten, die Wahrheit zugunsten eines deutschen Offiziers zu sagen. In seiner Verteidigungsrede richtete der Verteidiger an den Vertteter der Anklage u.a. folgende Worte:„Ich frage Sie, bei Ihrem Gewissen, ob Sie, wenn anstatt des deutschen Generals ein französischer Offizier oder auch nur ein einfacher Soldat auf der Anklagebank säße, ob Sie nach diesem völligen Zusammen- bruch der Zeugenaussagen, nach diesem völligen Fiasko der gegen Nathusius vorgebrachten Beschuldigungen nicht selbst die Anklage fallen lassen und die Einstellung des Verfahrens beantragen würden?" Der Vertreter der Anklag« ist daraus die Antwort schuldig geblieben. Das Gericht hat sie an seiner Stelle gegeben, die Antwort, daß die französische Militärgerichtsbarkeit zweierlei Maß kennt, daß ein Angeklagter, nur weil er Deuffcher fft, bei ihr auf Gerechtigkeit keinen Anspruch hat. Selbst das exttem-natio- iwlistffche„Echo de Paris" Hai am Freitag anerkannt, daß die fran- zösssche Politik mit der Verhaftung des Generals Nathusius einen schlechten Griff getan habe, da er einer der wenigen an- ständigen deutschen Offiziere zu sein scheine, der sich nichts habe zu- schulden kommen lassen. Trotzdem hat ihn das Liller Kriegsgericht zu einem Jahr Gefängnis oerurteilt. Dieser Spruch ist ein« der schmählichsten Rechtsbeu- gungen, die je vorgekommen sind. Das franzüfssche Volt, in dessen Namen er ergangen ist, hat wahrlich noch ein weit größeres Interesse an der Wiedergutmachung des begangenen Unrechts als sein unschuldiges Opfer. Denn jedenfalls ist es nicht nur die Ehre des Generals Nathusius, die durch die Willkürjustiz der fcanzö- sifchen Offiziere befleckt worden ist. Der französischen Regierung nahestehende Kreise haben immer wieder versichert, daß diese so unangenehm ihr der Zwischenfall sei, sich außerstande sähe, in«in schwebendes Geriäftsverfahren einzugreifen. Dieses ist nun- mehr zu Ende. Die Militärjustiz hat versagt. Hoffentlich verlagt die französische Regierung nicht auch. Es wäre bedauerlich, nicht nur um der Wiederversöhnung Deutschlands und Frankreichs willen, sondern auch für das Ansehen der französischen Demokratie. Soweit unser Pariser Korrespondent, der den Berhand- lungen begewohnt hat. Noch vor drei Tagen haben wir anläßlich der Amnestie- rung C a i l l a u x' und M a l v y s durch den Senat geschrieben, daß in solchen Stunden die Franzosen stolz auf ihr Vaterland sein dürfen. Aber gegenüber dem Liller Kriegsgerichtsurteil haben die Franzosen umgekehrt allen Anlaß, sich ihres Landes zu schämen, genau so wie alle rechtschaffenen Deutschen bei dem Fechenbach- Urteil, bei dem Freispruch Luden- d o r f f s und bei so vielen anderen Iustizverbrechen sich ihres Landes schämen mußten Mögen nun die beiden Negierungen miteinander wett- eifern nicht in sinnlosen Repressalien, sondern in d e r W i e- derherstellung des Rechts. NichtigkeitsbestbweröeimNathusius-prozeß Paris, 21. November.'MTB) Der Verteidiger des Generals von Nathusius, vechksanwall Nicolai aus Aleh, hat l eule vv' mittag das Kassationsversahr en gegen das gestern vom Kriegs- gericht in Lille ausge'prochene Arlell beantragt (Weiteres zum Fall Nathusius siehe dritte Seite.) Die SeamtengeKälter. Stellungnahme der preußischen Regierung. Wiederholt konnte man in letzter Zeit hören, daß gegen die vom Reich geplante Erhöhung der Beamtengelder einige Länder, namentlich Preußen, Einspruch erhoben hätten. Nach unseren Informationen liegen die Dinge so, daß gerade die preußische Regierung und insbesondere der preußische Mi- nisterpräsident Genosse Braun immer wieder auf die Auf- besserung der Beamtengehälter hinzuwirken gesucht haben, um eine Erhöhung der Gehälter, insbesondere der unteren und mittleren Beamten, durchzusetzen. Dabei steht der preußische Ministerpräsident aus dem Standpunkt, daß es nicht nur nötig sei, prozentual die Ge- hälter der unteren und mittleren Beamten an die Friedensgehälter anzunähern, sondern daß es vor allem not- wendig wäre, die heute gänzlich unzulänglichen Ge- hälter dieser schlecht bezahlten Gruppen schleunigst so zu erhohen, daß den unteren und mittleren Beamten wirklich auch das zum Leben notwendige Existenz- Minimum gegeben wird. Es ist eigenartig, daß die Hindernisse gegen diese gerechte Gehaltserhöhung im Reich und in Preußen nur bei den Finanzministern zu liegen scheinen, und es ist weiter sehr eigenartig, zu wissen, daß diese beiden Herren, von denen insbesondere der Reichssinanzminister Dr. Luther sich' gegen- über den Wünschen der unteren und mittleren Beamten be- sonders hartleibig zeigt, der Deutschen Volkspartei angehören. Machtansprüche öesLanöbunöes Zur Umstellung der Rentenbank. Der Aufsichtsrat der Rentenbank hat am Donnerstag eine Entschließung gefaßt, die mit allem Nachdruck die Grün- dung einer Agrarbank als Nachfolgerin der Rentenbank verlangt. Andere Anzeichen deuten darauf hin, daß man jetzt einen erneuten Vorstoß versucht, um unter allen Umständen noch vor dem Zusammentritt des neuen Reichstages ein großes, mit einer Art Steuerhoheit aus» gestattetes Agrarinstitut zu schaffen, das vorwiegend umer dem Einfluß des politisch orientierten, für Monarchie, Schutz« zölle und wirtschaftliche Reaktion eintretenden R e i ch s l a n d- b u n d e s stehen soll. Die Bestrebungen, die hier im Gange sind, verdienen schon deshalb die Aufmerksamkeit der breite- sten Oeffentlichkeit und besonders der Arbeiterschaft, weil alle Pläne und Absichten der Rentenbankleute auf das peinlichste geheimhalten werden. Seit der Annahme der Gesetze zur Erfüllung des Dawes-Vertrages besteht das Projekt. Die Rentenbank hat eine ganze Reihe von teilweise einander sehr stark widersprechenden Mitteilungen über den Charakter des neuen Institutes gemacht. Bisher ist aber noch nicht ein ein- ziger Gesetzentwurf veröffentlicht worden. In den internen Beratungen der beteiligten Körperschaften sind die Entwürfe natürlich bekannt. Man verheimlicht aber ganz planmäßig die Veröffentlichung des gesamten Organisationsstatuts, das allein erschöpfenden Aufschluß darüber geben könnte, welche Nebenabsichten mit der Schaffung einer neuen zentralen Agrarbank, der Rentcnbank-Kreditanstalt, verbun- den sind. Es kann nämlich keine Rede davon sein, daß irgeriK jemand im Deutschen Reiche sich gegen den Gedanken wehrt, eine Organisation zu schaffen, die die Liquidation jeneö 800-Millionen-Mark-Kredite erleichtern soll, welche die Land- Wirtschaft von der Rentenbank erhalten hat. Die Landes- regierungen, die aus verschiedenen Gründen gegen die ge- plante Rentenbank-Kreditanstalt Einspruch erhoben haben, denken gar nicht daran, eine Verlängerung dieser Kredite zu verhindern. Mit Recht wird aber von einigen Länderregie- rungcn der' Standpunkt vertreten, daß die Verwaltung der landwirtschaftlichen Kredite keineswegs ganz oder auch nur vorwiegend den privaten Interessengruppen überlassen wer- den darf. Wie recht sie mit diesem Standpunkt haben, geht aus einer Aeußerung des Landbündlers Hilger-Spiegelberg hervor, der trotz der allgemeinen Kreditknappheit in der Ge- neralversammlung der Rentenbank die Landwirte unverblümt dazu aufforderte, sie sollten um Gottes willen keine entliehe- nen Gelder zurückzahlen, da man nicht wisse, wie man sie später brauchen könne. Man scheut also nicht davor zurück, den Kredit st romzuunterbinden und zu v e r h i n- dern, daß entbehrliche Kredite des einen Landwirtes zur Darlehnsgewährung an bedürftige andere Land» wirte frei werden, wenn dies nur in den Rahmen der eigenen Interessenpolitik paßt! Und es ist bezeichnend genug, daß diese Aeußerung in einer Sitzung erfolgte, in der der Ein- spruch eines Baucrnoertreters gegen die Rentenbank-Kredit- anftalt durch die Abfchneidung des Wortes kurzerhand nieder- gedrückt wurde. Seit seinem Bestehen geht das Bestreben des Landbundes dahin, die gesamte Landwirtschaft gegen die Republik und ihre Regierung aufzuputschen. Die Zeit der Zwangswirtschaft und des Währungsverfalls boten ihm dabei sehr oft günstige Mög- lichkeiten. In vielen wirtschaftlichen Dingen, so auch im Ber- waltungsrat der Rentenbank, ist es dem Landbund auch oft gelungen, diese Einheitsfront herzustellen. Daß man sich dabei selbst über die Interessen der eigenen Berufsange- hörigen hinwegsetzte, ist bekannt. Hat doch, wie erinnerlich, die Rentenbank die Hälfte eines für die Landwirtschaft freien, großen Kredites den Großbanken zugeleitet: es bedurfte erst des Einspruches der Bauernorganisationen, um diese Liebäugelei der Landbundführer mit dem sonst soviel ge- schmähten„internationalen Kapital" zu stören. Aber im großen und ganzen erfolgten die Beschlüsse im Direktorium und Berwaltungsrat der Rentenbank meistens e i n st i m m i g. Berücksichtigt man, daß in vielen Einzelfragen und sogar in manchen grundsätzlichen Problemen die Interessen des Groß- grundbefitzcs und der Bauernschaft weit auseinandergehen, so ist diese Einstimmigkeit recht auffällig. Sie beweist, daß es den Führern des Landbundes gelungen ist, im engen Ber- Handlungsraum die Führer der Bauernorganisationen aus ihre Seite zu bringen. Daher will es auch nichts besagen, wenn man bei einer Abänderung des ursprünglich geplanten Organisationsstatutes der Rentenbank-Kreditanstalt gegen- über den öffentlichen Körperschasien wesentlich bescheidener ge- worden ist und den Vertretern der Länder-Regierun- gen sogar a ch t von zwanzig Sitzen zugestehen wollte. Man verläßt sich eben darauf, daß bei Zwistigkeiten zwischen den Gemeininteressen und den Privatinteressen die Einheits- front der Landwirtschaft unter der Führung des Landbunde: sich bewähren wird. Hat man dann die Majorität im Per waltungsrat, so besteht durchaus die Möglichkeit, die Priv-' intereffen über die Interessen der Gesamtheit zu stellen. Das ist letzten Endes der Grund, weshalb sich die Sack malt« ber bisherigen Rentenbank dagegen st rauben. den E i n l p r u ch der Länderregierungen gegen die einseitige Nerfassung der Rentenbank-Kreditanstalt anzuerkennen. Die Gründung einer Organisation zur Verwaltung der Ren- tenbankkredite hätte längst vollzogen sein können, wenn man nur mit der Regierung zusammengehen wollte. Man will aber die Schaffung eines Geldinstitutes, das im Zweifels- falle sogar in der Lage ist. die Kreditpolitik des Reiches zu durchkreuzen, wenn es den Landbündlern paßt. Man will insbesondere ein Bankinstitut, das den Wirtschaft- lichen Bestrebungen des Reichslandbundes in weitem Maße dienstbar gemacht wird. Diese Absicht tritt um so klarer zutage, wenn man daran erinnert, daß die landwirtschaftlichen Genossenschaften in ihrer Gefamcheit gegen den Plan der Rentenbank-Kreditanstalt Ein- spruch erhoben haben, daß ferner auch die in der Preußischen Zentral-Genosienschaftstasse zusammengefaßten Genossenschaf- ten aller Richtungen eine schwere Gefährdung ihrer Arbeit von der Gründung der neuen Bank erwarten. In den landwirtschaftlichen Genossenschaften sind 7 5 Prozent der deutschen Landwirte organisiert. Sie sprechen sich dagegen aus. Die übrigen 25 Prozent dekretieren, daß die Rentenbank-Kreditanstalt trotzdem geschaffen wer- dep soll und bekommen es fertig, die Länderregierungen da- für verantwortlich zu machen, wenn die Neugrllndung nicht zustande kommt und wenn daraus für die Landwirtschaft Nachteile erwachsen sollten! Verständlich wäre die Anmaßung, mit der die Berwalwng der Rentenbank ihren Protest kundgibt, wenn man sich wenig- stens innerhalb der Rentenbank-Kreditanstalt darüber einig wäre, welch« Art des Kreditwesens besonders gepflegt werden soll. Ursprünglich wollte man die Kreditanstalt auf ch y- pothekenkredite beschränken. Es ist aber nicht genug Geld da, um diese Aufgabe wirksam fördern zu können. Als nun auch die Hypothekenbanken Einspruch erhoben, erklärte man, daß man zunächst vomehmlich Personalkredite gewähren wolle. Die Perionaltredite an die Landwirtschast werden aber heute fast ausschließlich durch die Genosienschaften versehen. Schafft man daneben ein neues Personalkreditinstitut, so wird die Gefahr, daß die Genossenschaften darunter leiden, ganz bedeutend gesteigert. Daran kann aber niemand ein Interesse haben, der die ausgezeichnete Arbeit der landwirtschaftlichen Genossen- schaften für das Kreditwesen kennt und der insbesondere ihre Bedeutung für die mittlere und kleinere Land- Wirtschaft richtig einzuschätzen weiß. Darum hat man ein weiteres Tätigkeitsfeld für die Rentenbank-Kreditanstalt ins Auge gefaßt. Man wollte Aus- l a n d s k r e d i t e für die deutsche Landwirtschaft beschaffen. Tatsächlich befindet sich ein Führer des Reichslandbundes— derjenigen Organisation, die alle ihre Gegner als„Knechte des internationalen Kapitals" bezeichnet— zurzeit in England. um den britischen Finanziers die Taschen aufzuknöpfen. Man muß es dahingestellt sein lassen, wie diese famosen Politiker ihre Bestrebungen, den deutschen Außenhandel und damit die in�-rnationalen chandelsbeziehungen durch eine Schutzzollpolitik zu untergraben, mit ihren Kreditgesuchen im Ausland in Uebereinstimmung bringen wollen. Festgenagelt muß die Tat- fache jedoch werden, um die Kapitalpolitik der völkisch ein- gestellten Landbundkreise zu beleuchten. Aber es besteht ja keine Aussicht, daß bei den hohen Zinssätzen, die immer noch für Auslandskredste verlangt werden, wesentliche Beträfe für die deutsche Landwirtschaft nutzbar gemacht werden können. Wenn überhaupt jemand, so sind dazu die Reichsbank und diejenigen Hypothekenbanken, die über Auslandsver- bindungen verfügen, eher imstande als diejenigen Leute, die im Verwaltungsrat der Rentenbank ihren Einfuhrungskursus in das moderne Kreditwesen durchgemacht haben. Ueberdies besteht keine Eile zur Schaffung des Instituts, da ja die ersten Rückzahlungen an Krediten erst i m Herbst nächsten Jahres erfolgen sollen. Es ist daher unbegreiflich und es läßt sich nur aus der Furcht vor einer republikanischen Mehrhest im neuen Reichstag erklären, wenn Kleinrentner! Die Sozialdemokratie hat Euch... Don F r i tz M ü l l e r. Chemnitz. Es war an einem Sonntag im November 1924. Beim Oberstadt. sokretär Rothe harrte alles auf den Boginn des Mittagessens. Die Hausfrau lief ein übns andere Mal in die Küche, um nachzusehen, daß nichts anbrannte. Die Großmutter setzte die Stricknadeln in Tätigkeit, als gelte es eine zwanzigköpfig« Familie mU Socken aus- Z'istallen. Die Kinder hotten je einen Apsel bekommen, damit sie mit ihrem„Aber ich Hab' Hunger!" der Mutter nicht gar so sehr in den Ohren lagen. Der Hausherr guckte fortwährend nach der Tür und sagte:„Noch zehn Minuten gebe ich zu. Wenn die Tante Kamilla big dahin nicht gekommen ist, dann wird gegessen!" Da klingelte es. Tante Kamilla kam. Sie war ganz atemlos. „Aber wo bleibst denn du nur so lange?" fragte die 5musfrau.„Laßt mich nur erst ein wenig verschnaufen," war die Antwort,.dann werde ich alles erzähl«!" Tante Kamilla hatte einst besiere Tag« gesehen. Ihr Mann besaß ein gurg-hendes Geschäft und hinterließ ferner Witwe ein kleines Vermögen, von dessen Zinsen sie leben konnte. Da sie sehr genügsam war und außerdem einen sehr ausgedehnten Verwandten- kreis belaß, lernte sie die Not des Lebens nicht kennen, bis der Ber. fall unserer Wahrung einsetzte. Da waren die paar tausend Papier- mark Kapital nicht einmal mehr«in« Scheibe Brot wert. Da sie mar:cherlei gelernt hatte und da man sich auch hier und da ihrer annahm, blieb es ihr zwar erspart, alle Bitternisse des Klein- rentnerinuentums auslosten zu müssen. Aber der Zwang, sich auf ihre allen Tag« noch vollständig umstellen zu müssen, hatte sie mit Haß gegen die neue Zeit erfüllt. Man saß am Tische urcd schlürfte die Suppe. Da war Tante Kamilla so weit, daß sie die Gründe ihrer Berspäluug darlegen konnte. Sie lagte:„Ale ich eben zu euch kommen wollt«, klingelte es. Wer stand draußen? Frau Frommel. die Vorsitzende vom Hausfiauenverein. Sie erzählte mir. daß sie in großer Verlegenheit sei. Es habe ihr jemand versprochen, einen Stoß Flugblätter zu ver- testen, sei aber nicht gekommen. Und da fragt« sie mich, ob ich es tun wolle. Ich konnte natürlich nicht nein lagen und habe..— hoffentlich hat sie dich ordentlich bezahlt!" fiel ihr Herr Roth« ins Wort.—„Da- ist doch Ehrensache." war die Antwort.„Frau Fromm«! ist mir auch gefällig gewesen. Sie hat mir zweimal Kar- toffelgutscheine verschafft, einmal..."—„Tos hat st« aber doch nicht von sich aus getan, sondern als Angestellte der Stadt!" wandte der Hausherr ein. Tante Kamilla fuhr fort:„Und dann hat sie mir ge ogt: ich sei doch Klelnrentnerin und beziehe Unterstützung. Und dokür müsse ich doch auch etwas leisten." Da schlug Sloth« mit der Faust auf de«, Tisch und rief ziemlich erregt:»Das hast du dir gefallen lassen?!"—.Es ist aber doch leider die Rentenbank die Schaffung der Kreditanstalt mif dem Wege der Rotoerordnung fordert und dabei im Reichs- ernährungsministerium. das ja als landbundsteundlich bekannt ist, Unterstützung findet. Wenn eine solche Bank notwendig ist, so müßte sie in engster Anlehnung an das Reich und an die bestehenden Kreditinstitute derart aufgezogen werden, daß ein Gegeneinanderarbeiten der verschiedenen, für die Geldpolitik verantwortlichen Instanzen unmöglich ist. Mit Recht haben der Reichsbankpräsident Dr. Sckacht und der Ausschuß der Zentralgenossenschaftskaffe auf die Gefahr einer U e b e r- organisation im Geldwesen hingewiesen. Es scheint, daß man sich über diese Bedenken hinwegsetzen will, nur um die Sonderintereffen eines kleinen Teiles der Landwirtschaft gegen den Willen des größeren Telles der deutschen Landwirtschaft durchzusetzen. Wir zweifeln nicht daran, daß die Parteikasse der D e u t s ch n a t i o n a l e n aus dem Bestehen einer dem Landbund dienstbaren Zentralbank erhebliche Vorteile ziehen würde. Das Boll als Ganzes hat von der Schaffung einer solchen neuen, im Dienste der Reaktion stehenden Geld- macht nurRachteile zu erwarten. Deshalb ist gegen die neuen Pläne der fchärffte Einspruch der Arbeiterschaft am Platze. Abschied von der Rentcnbank. Der Reichspräsident hat aus Arilaß der Umorgrmtfotlon der Deutschen Rentenbank an deren Präsidenten, Staotsminister a. D. Dr. L« ntz e, folgendes Schreiben gerichtet: „Hochgeehrter Herr Präsident! Die im Zusammenhang mit dem Dawes-Plan erforderlich g«. wordene Neuordnung des Währungswesens hat auch die allmähliche Zurückziehung der Rentenmark zur Folge. Di« Auf- gaben der Deutschen Rentenbaeik, die am IS. Oktober IllSZ gemündet worden ist und am 16. November o. I. die ersten Nentenmarkscheine in den Verkehr gebracht hat, sind damit im wesentlichen erfüllt. Vor einem Jahre, in der Zeit der höchsten Not, laben Sie, Herr Präsident, der Vorstand und der Verwaltungs- rat der Deutschen Rentenbank sich dem Vatn'ande zur Verfugimg gestellt: Sie selbst wie der Verwoltungsrat haben durch Unterzeich. nung der Rentenmarkschetn« den unestchlltterlichen Glauben an die Gesundung der deutschen Währung und der deutschen Wirtschaft bekundet und so zum Gelingen des Werkes tatkräftig beigetragen. Nach der Umorganisation der Deutschen Rentenbank ist es mir eine besondere Genugtuung, Ihnen, hochverehrter Herr Präsident, dem Vorstände der Bant sowie den Mitgliedern des Verwaltungs- rotes für dl« erfolgreich« Tätigkeit der alten Rentenbant den Dank des Reiches zum Ausdruck zu bringen. Mit dem Ausdruck meiner vorzüglichen Hochachtung bin ich Euer Exzellenz ergebenster gez. E b e r t. Reichspräsident." Geschichtsfälschung. Tie Stresemann-Legende der Volkspartei. Die Presse der Deutschen Volkspartei arbeitet an einer Geschichtslegende. Durch stete Wiederholung glaubt sie folgende Erfindungen zu politischen Tatsachen zu machen: 1. Die Ersüllungspolitik hat Deutschland ins Unglück gebracht. 2. Herr Stresemann war vom Herbst 1923 der Führer der deutschen Außenpolitik. 3. Seine Außenpolitik hatte, mit der bisherigen Crfül- lungspolitik nichts zu tun. Sie war im Gegensatz zur Er- füllungsvolitik— Befreiungspolitik. 4. Stresemannfche Außenpolitik hat Dortmund, Hörde, Mannheim, die Flaschenhälse befreit. Punkt 1 wird in der„Zeit" von gestern abend in folgende Formel gebracht: „Die Erfüllungspolitik des Herrn Dr. Wirth. die unserer Währung den Todesstoß versetzte, Hot mit einem so so!" sagt« die Tante ganz kleinlaut.—„Run hört mir aber doch alles auf!" rief Rothe,„die Kleinrentnerunterstützung bekommst du als ganz klein«, viel zu geringe Entschädigung dafür, daß du durch den Verfall der alten Währung auf deine alten Tage um die Erträgnisse dessen gekommen bist, was dein Mann für dich geschafft und gespart hat. Der Beamte erhält, wenn er so alt ist wie du. sein Ruhegehalt, leine Witwe ihre Wiiwenbezüg«: und niemand verlangt, daß sie dafür noch arbeiten müsseci! Na, wart« nur. alte Frömmeln, morgen teil« ich das dem Fürsorgeamt mit, wie du dein«..." Jetzt legte sich die Hausstau ins Mittel und sagte:„Aber Däterchen, du schlingst vor Wut die gebraten« Leber nur so Himer! So bekommt dir doch das Essen nicht!" Das war für„Väterchen" «in gewichtiger Grund, die Angelegenheit bis nach dem Essen zu ver- tagen. Er hätte sie sogar vergesien, wenn ihm nicht, als er auf dem Vor- saal etwas sucht«, ein Päckchen Zettel in die Augen gestochen hätte. Er nahm einen Zettel vor, warf einen Blick darauf und sagt«:„Tante, weißt du auch, was das für Flugblätter sind?"—„Nein," war die Antwort,„hoffentlich kein« soziotdemokratischenl"—„Leider nicht!" fuhr Rothe fort,„es sind vielmehr deutschnationale Wahlaufrufe! Deutschnationol«!!. Verstehst du?? Von denfclben Leuten, die durch ihre verbrecherisch« Politik euch Kleinrentner um eure Existenz ge- bracht haben!!" Da entfuhr e« Tante Kamilla.„In dem Flugblatt steht aber. an unserem Elend wäre die Sozialdemokratie schuld!" Da kam st« aber bei ihrem Reffen an. Er lud sie ein, es sich auf dem Sofa bequem zu machen. Dann nahm er das Flugblatt her und widerlegt« es Satz für Satz. Die Tante wagte ab und zu einen Einwand. Aber sie hatte damit kein Glück. Rothe ging auf alles ein, was sie sagt«. genau so, wie er es in Versammlungen zu tun pflegte, wenn Zwischenrufe erfolgten. Bei den Sätzen, die den Kleinrentiurn galten, verweilt« er ganz besonders. Er zeigte, was zum Zerfall der alten Währung geführt hat, und legte der immer aufmerksamer lauschenden Tante dar, was die SPD. alles an Anträgen gestellt hatte, daß der unheilvollen Tätigeit der Notenpresse Einhalt geboten würde: wie oft die SPD. die Erfassung der Sachwerte Einführung ausgiebiger Besitzsteuern usw. verlangt hatte, wie die SPD. auf den Unfug des Rückzahlens ge- borgter Gelder in entwerteter Papiermark hingewiesen hatte u. a. m. Er zeigte ihr, wie das Großkapital jene berüchtigte Offensive gegen die Papiermark geführt hatte und im Kampf mit der Reichsmark leider Sieger geblieben war. „Aber warum haben denn die Sozialdemokraten da« nicht in die Tat umgesetzt?" wandte die Tante ei». Jetzt hielt ihr Rothe eine» kleinen Vortrag über politische Machtverhältnisse, über den Ausfall früherer Rcichstagswahlcr und über die Bedeutung der Wahl am 7. Dezember. Das End« vom Lied« ist. daß die Flugblätter der Frau Fromme! in den Ofen wanderten: daß Tante Kamilla ein«, Sroß soziatdemo- offenkundigen Dankerott abgeschloffen, daß man sie auch durch dos geschickteste Plaidoyer dem deuffchen Volke nicht mehr als Besreiunzs- Politik vorspiegeln kann." Der Todesstoß gegen die Währung war die F i n a n z- Politik während des Ruhrtampfes. Ihr Jnspi- rator hieß chelfferich. Sie hatte die Billigung des Herrn Becker von der Deutschen Volkspartei, der neuen chelssench zu den vertrauten Ratgebern C u n o s gehörte. Hinter diesen Männern stand als treibende Kraft die Schwerindustrie, die bewußt den Zusammenbruch der deutschen Währung wollte — siehe S t i n n e s! Die freche Gefchichtsklitterung in diesem Punkte ist die Uebertragung der Methode„Haltet den Dieb" in die Politik. Die Punkte zwei, drei und vier der Behauptungen der Volkspartei führen zu so kressen inneren Widersvrüchen. daß die Fälschung in sich zusammenbricht. Die„Zeit von gestern abend schreibt: „Wir möchten die„Germania" in diesem Ausamn?«nhange an «inen Vorfall erinnern, der damals geeignet war, Auflehen zu er- regen. Während Dr. E t re f e ma n n als Außenmimstcr mit E n- laß seiner ganzen Kraft die Befreiung desRuhrgebie:es als Voraussetzung unserer Zustimmung zum Gutachten v«r- trat, hielt Reichskanzler Marx bei einem Presseempfang ein« Rede, in der er ausdrücklich hervorhob, daß es für die deutsch« Regierung kein« anderen Bedingungen gebe' als die Voraus- s e tz u n g e n, die in dem Gutachten selbst enthalten seien." Dazu eine Tatsachenfrage: 5)at Herr Stresemann in London die Befreiung des Ruhrgebiets zur Boraus- f e tz u n g, zur coueiiüo sine qua non der Annahme gemacht? Die aktenmäßig feffftehenden der Welt bekannten Tatsachen sagen: nein. Er hat die Politik des Reichskanzlers Marx mitgemacht. Daraus ergibt sich: entweder war Herr Stresemann nicht der Führer der deutschen Außenpolitik, sondern M a r x. Dann fällt das Verdienst der Befreiung der besetzten Gebiete auf die Ersüllungspolitik— nicht auf die gewollte, aber nicht zur Tatsache gewordene Befreiungspolitik des Herrn Stress- mann. Oder Herr Stresemann war doch der Führer, dann hat er, wie ja die Londoner Verhandlungen beweisen, die Erfüllungs- Politik betrieben. Dann ist es also auch nichts mit der Be- freiungspolitik originaler Stresemannfcher Prägung— er hat lediglich als Diener der bisherigen Außenpolitik gehandelt, der Befreiungspolitit durch Erfüllung. Die Geschichtsklitterung der Volkspartei ist nicht hieb- und stichfest. Sie ist durch die innere Unwahrhaftigkeit zum Zu- sammenbruch verurteilt.. Die Bismarcks. Eine zeitgemäße Erinnerung. Otto v. Bismarck hat es glücklich geschafft: er darf, trotzdem er dem„zweiten Versailles" zur Ann" hm« vcrholfsn hat, wieder Reichstagsabgeordneter werden. Im Wahlkreis Wsler-Ems prangt er an der Spitze und auf der Rcichslist« rangiert er gleich hinter der großen Exzellenz, Herrn v. Hergt. Ein Zufall führt uns wieder eine Bekanntmachung zu, die die v. Bismarcks in Darzin in Kriegs- Zeiten auf ihren Gütern und Forsten aushängen ließen. S!« ist cd}4 Bismarckscher Geist: Bekanntmachung} Das pilzesammeln in den Gräflich v. Bismarckschen Fcrlten ist bei Strafe verboten. Di« Bekanntmachung tritt mtt dem Tage der Veröffentlichung in Kraft. Varzin. den 17. September 1918. Gräflich v. Bismarcksche Forstverwallung Darzin. Diese Bekanntmachung hatte uns seinerzeit ein Feldgrauer zu- geschickt, der mit Recht über dies«„Unterstützung" der Aermsien beim Durchhalten erbittert war. Der Geist, der aus diesem Dokument spricht, ist es. dem der jugendlieh« Herr v. Bismarck mtt deutsch- nationaler Unterstützung wieder zum Siege verhelfen möchte. W e c wird noch deutschnational wählen? krotische Flugblätter mitnahm, um sie in ihren Kreisen zu verbreiten: daß ihr dafür das Parteiblott umsonst geliefert wurde; und daß der Oberstadt sekretär Rothe noch am selben Tage dem Parteisekrelarial den Entwurf zu einem Aufruf zusandte Der richtet« sich gegen einige Sätze in dem deutschnationalen Flugblatt und begann mit folgenden Worten: ütelnrnilner! Die Sozialdemokratie hat Euch... Der Philosoph des Sritizlsmus. Alois Riehl. Profeffor der Philosophie an de? Berliner Universität, ist in Neubabelsberg im 81. Lebensjahre gestorben. Die deutsche Philosophie verliert in ihm einen führenden Kopf Er war nicht bloß Kachederphilofoph. kein üb'icher Neukantianer, sondern ein wirklicher Brückenschlazer, der zwischen Kant, dem Ausgangspunkt aller neueren Philosophie, in der Gegenwart eine Synthese herstellte. R'ehl war Kantianer und Positivist, Kritiz'.st und Realist. Er verlieh den exakten Raturwiffen- schaf.en. die unserer ganzen Zeit ihre Signatur geben, die erkenntn!»- theoretische Basis. Seine We'tanschauung charakterisiert er mit den Sätzen:„Die Welt ist nur einmal da: ober sie ist dem objektiven, auf die äußeren Dinge bezüglichen Bewußtsein als Zusammenhang quantitativer phrsrscher Vorgänge gegeben während ein Teil derselben Welt einem bestimmten organischen Individuum als seine bewußten Funktionen und deren Zusammenhang gegeben ist. Diese Auslastung des Plnchi- schon und ix-s Physischen nernc ich den philosophischen Monismus" (als Gegensatz zum natura'istijchen Monismus)... Di« näm'iche schassend« Macht, die schon in den einfachsten Dingen am Werke ist, setzt ihr Wert in uns, durch uns fort. Sie i t die gcmeinsam« Quelle von Natur und Verstand. Si« bat den Dingen ihr« begriffliche Form gegeben und uns das Verminen, sie zu begreifen. So lliiteie ste zwischen der Natur und den Denkgesetzen jene Harmonie, we che im einzelnen zu vernehmen, Ziel und Lohn oller Forschung ist. Sie selbst in ihrem Wesen bleibt transzendent. Das Geheimnis des Da- seins ist durch das Denken nicht zu ergründen. Das Prinzip des Daseins geh: dem Denken voran: erst Sein, dann denken." Riehl gab dem, was an Kant ewig ist, die modern« Form: die Philosophie war ihm„die Wissenschaft und Kritik der Erkenntnis. deren Gegenstand die Erfahrung ist" Sein arundl-gendes Werk itt „Der philo'ophisch« Kritizismus"(1876— 87). Fcrrer find zu nennen: „Realistische Grundzvge",„Moral und Dogmotik".„Lessing"„lieber wistenschasrichz und niä'twissenjchaft'iche Philosophie".„Giordcmo Bruno",„Friedrich Nietzsche, der Künstler und Denker" und die populäre, oft aufgeleg!«„Einführung in die Philosophie der Gegen, wart", Alois Riehl war im deutschen(setzt ttcKianisierten) Bozen ge- boren, wurde 1870 P' ivatdojeni in Graz, als Profestor der Ph'lo- sophi« wirkte er in Freiburg. Kiel, Hall«, feit 190S in Berlin. Seine Schüler rühmen den Eindruck feiner Persönlichkeit, sein« Schriften beweisen, daß er nicht nur ein scharfer und reinlicher Denker, sondern auch«in künstlerischer Gestalter war. Aloseogai in wle». Pletro AtaScagnte wird in der kommenden Doch« in der Wiener SiaalSoper eine Reibe iialienischer Opern, wie Olhello. Rigoletto. Troudadom dirigieren Ob eS dabei blcibi, oder ob -in eng-r-S verbälMi- zwischen M'Scagni. aiS Bastdirigenlen, und der Staalsoper daraus erwächst, stehl noch dahin. �mgeftänönijfe. Die Deutschnationaleu lüfte» die Maske. Die Verurteilung des Generals v. Nathusius durch ein französisches Kriegsgericht gibt der deutschnationalen Presse, wie vorauszusehen war, Anlaß zu schlimmsten Bramarbassa- den. Bon dem Schandurteil gegen Fechenbach, von der Fesihaltung des unschuldig Verurteilten in einem bayerischen Zuchthaus, von diesem Fleck auf beut- schem Kleide spricht die reaktionäre Presse aus naheliegenden Eründen nicht. Dafür aber ergeht sie sich in gemachter Ent- rustung über das französische Urteil, dessen moralischen Wert wir bereits hinreichend gekennzeichnet haben. Bei dieser Gelegenheit entschlüpft nun der„Deutschen Zeitung" das niedliche Eingeständnis: Bei der ganzen Angelegenheit fpielk es gar keine Rolle, ob im kiricgs feindliches Prlvakeigcnkum verschwunden oder beiseite gescha'fl worden ist. Das geschieht in allen Kriegen. Der Krieg ernährt sich sclbst. Zudem ist ez oölkerrechttich begründet, daß eine Armee aus dem Lande lebt... Das ist eine Verherrlichung des Diebstahls im Kriege, wie sie eindeutiger nicht gedacht werden kann. Auch die„Kreuzzeitung" fällt aus der Rolle. Sie ver- steigt sich zu dem Hymnus auf den Revanchekrüeg: Desto mehr ist es unsere Pflicht, den haß gegen Frankreich mit ollen Kräften zu schüren und ihn vor allein in die herzen unserer Jugend zu senken, damit er, später, wenn wir neue Kräfte gefunden, zum Befreiungskampf Deutschlands führen kann. Im Wahlkampfe behaupten die Deutschnationalen sonst, sie dächten gar nicht an einen Reoanchekrieg. Sie wollten nur ein bißchen Minister spielen, um den Wiederaufbau des Landes zu ermöglichen, was nach ihren Begriffen mit dem Wiederaufbau der alten konservativen Vorrechte identisch ist. Hier aber gibt das offizielle Blatt der Deutschnationalen, dessen sozusagen geistiger Leiter jener Graf Westarp ist, der gleichzeitig Fraktionssührer der Deutschnationalen war und sein wird, offen zu, daß die Partei den„H a ß g e g e n F r a nk» reich schüren" und den Rachekrieg vorbereiten will! Dieselbe Partei aber will unter Verkauf ihrer Grundsätze in die Regierung, um dann mit Frankreich zu verhandeln. Das könnte manche bösartige Ueberraschung geben. Aber wir sind überzeugt, daß das deutsche Volk, das die„herrlichen Zeiten" einmal durchlebt hat, keine Gelüste nach einer Reu- nuflage hat und deshalb am Wahltag die Hoffnungen der Kriegstreiber zunichte machen wird. Slöösinnige Erfinöungen. Kommunistische Wahlkampfmethoden. Die kommunistische Presse verfolgt in diesem Wahlkampf die Methode, in einem Tag mehr zusammenzulügen, als in einem Jahre berichtigt werden kann. Einmal ist„S o l l m a n n an Unterschla. gungen mitschuldig"— eine vollkommen frei erfunden« erbärmliche Lerleumdungl Das andere mal hat Scheide mann in einer Wähierver'ammlung in Freiburg einen kommunistischen Redner oechaften lassen— ein Blödsinn, der sich von selber richtet. Das drittemal hat Stampfer in Bonn erklärt, er Habs an der Frnlasfung der politischen Gefangenen kein Interesse— das Gegenteil ist richtig! Die Reichsbanner'eute sollen ihre Windjacken ausgezogen und sie Stampfer vor die Füße ge» worfen haben. Das Gegenteil ist richtig! Sie haben ein paar Kommunisten, die Radau machten, hinausgeworfen und sich einmütig an dem Verfall, den die Versammlung dem Redner spendete, beteiligt. Es handelt sich in allen solchen Fällen nicht �two um Verdrehungen, Aufbauschungen, tendenziös« Verzerrungen eines wirk- kichen Tatbestandes, sondern um vollkommen freie Er sin. düngen, denen auch nicht dag winzigste Körnchen von Wahrheit zugrunde liegt, um KZlZprozentige Lügen. Bon solchen Lügen ist die kommunistische Presse jetzt täglich von oben bis unten voll. Bedauernswert, wer ihr auch n u r« i n Wort glaubt! Kurswechsel im Rokterbetrieb? Die zum Rottertonzern gehören. den Bühnen! Lelsingtbeater, für dos di« Rotters nun doch noch (man weiß nicht worum) ein« Konzession bekommen haben. Kleine» und Trianentizeater werden vom Herbst IS2S ab vom Direk.or Artur H e l m e r übernommen. Er will das bisher von ihm geleitet«„Neue Theater" in Frankfur! a. M. daneben beibehalten, was also eine kapi-alistisch« aber keine künstlerische Angelegenheit ist. Das bis- herige Konzessicns(un)wesen erlaubt solche merkwürdigen Zustände, daß ein Direktor Theater in Berlin wie Frankfurt hat Was hinter dieser Verpachtung der Rottrrbühi.en, deren Inhaber selbstverständlich am Geschäf. beteiligt bleiben, eigentlich steckt, ist nicht ganz klar. Offiziell wird angegeben, daß es sich nur um ein Zwischenspiel handle, da der eine Inhaber erkrank' ici. Jedenfalls beweist dieser Fall aufs deutlichste, daß das ganze Theaterwesen nicht nur die Kon- zession sfrage. dringend reformbedürftig ist. Weil die Rotters sich ein« ganze Reihe von Berliner Theatern sichern konnten, sind sie in der Lage, einen blühenden Zwischenhandel mit der Verpachtung zu betreiben. Die hohe Pacht, die die Volksoper in dem von den Rotters gleichfalls kontrollicrlen„Theater des Westens" zahlen muß e, war ein Grund mi' zu ihrem Zusammenbruch. Das Kcmmu- nalisierungsgesetz das auch die Thcaterfragen regeln wollte, ist leider nicht zustande gekommen. Aber die Entwicklung der Berhälinisse drängt dahin, daß dieser Weg beschritten werden muß. Wieder ein Dcrl'ncr Theater sanierungsbedürftig. Kaum haben das Dramatische Theater und die Volksoper Konkurs angemeldet da ist schon t'm neue Theaterpl-nte vor der Tür. Die Goethe- Bühne m der Klosterstrahe, die erst dicsen Herbst eröffnet wurde. ist bereits san/rungsbedfirftia. De Gläubiger berieten bereits, wie [ie das Schff über Wasser halten können. Das Personal soll auf läi.grie Zeit sichergestellt sein. Die Vorstellungen sind vor der Hand ring- stellt da die ziemlich dilettanichche Aufführung von„Sturm und Drang" nicht irzogen hat. Jnzwisckpn werden neue Stücke fSlrind- berg und Schönherr)«inftud ext. Di« Direktion künd'gt ferner Umbauten an. da man b'absicht'gs, gute ältere Filme vorzuführen. Also die Thcaterkrise ist jetzt perfekt, ob sie durch das Kinoexper.ment auf- gehalten werden kann, ist d'e Frage. Man erfährt bei der Gelezenhect daß die Stadt Berln d'r Gnethe-Bühne ein Darlehen von 160 000 M. gegeben hat. Man ist eritaunt daß tue Stadt zu solchen omatenrhaflen Gründungen Geld übrig hatte. Halte das Theater irgendeinen künstlerischen oder sozialen Sinn, der dies rechtfertigte? Boten die Begründer daendeine Gemähr, daß sie e n neues Theater in diesen schwierigen Zeiten durch die vielen Gefahren hindurchbugsieren würder? Will die Stadt für Theaterzwecke etwas tun so soll sie sich mit der Volksbühne in Verbindung setzen. Deren erprobte Methoden würden übereilte Experimente wie unenoar'ete Zusammenbrüche verhindern, da sie aus dem festen Fundament der Organisation der Theater, belucher beruht._ Oeinrid) 7?, st. der EctckäilSsübrer der Volkövilhiic d V. und gleichzeitig Verwaltui'gSdirellor des Theater» am Dülewplat>, steht beute Jahre im .Dienile der'tjeiliner Volksbühneuberueauna. Am 22. Kovember lüstg wurde er ?um Kajflerer der Neuen Preten Boltkbübne gewählt. Wenn die Neue Freie Boltsbubiic bald nach lewer Wabl einen llaelen Aullchwiinq nahm und wenn die ipollsbübne in Beilin heute über tfiäNOO Mitglieder und ein eigene» Thealer oerfügt, so ist da» nicht zuletzt sein Verdienst. der Neichsbaushalt 1924. Ein Nachtrag vorm Reichsrat. Der R e i ch s r a t hat am Freitag einen Nachiragsetat zum Haushallsplan für 1g2t angenommen, der diejenigen Aenderungen und in beschränktem Umfange Nachforderungen enthält, die durch die Entwicklung seit Beginn des Rechnungsjahres erforderlich geworden sind. Insbesondere sind die Stellenpläne bei den einzelnen Behörden entsprechend dem Personalabbau aufgestellt wor- den. Außerdem sollen diejenigen Aenderungen in den Haushaltsplan eingearbei'et werden, die durch den Beginn der Wirksamkeit des von den Sachverständigen aufgestellten R e p a r a- tionsplans und der zu seiner Durchführung erlassenen Gesetze notwendig geworden sind. Der Gesamthaushalt gestaltet sich nunmehr folgender- maßen: er schließt in Einnahme und Ausgabe mit sechs Milliarden Mark. Der ordentliche Haushalt der allgemeinen Reichsverwaltung weist 6 3 Milliarden Mark an Einnahmen auf. Ihnen gegenüber stehen Ausgaben in Höhe von 6,1 Milliarden, und zwar-1.9 Milliarden an fortdauernden und 260 Millionen Mark an einmaligen Ausgaben, so daß sich ein Ueberschuß von 181 Millionen Mark ergibt. Der außerordentliche Haushalt der allgemeinen Reichsverwaltung zeigt einen Ausgabe- bedarf von 661 6 Millionen Mark, der gedeck' wird durch Einnahmen in Höhe von 262,6 Millionen, einen Zuschuß von 61 Millionen aus dem Ueberschuß des ordentlichen Haushalts und einen Anleihsbetrag von 318 Millionen gegen bisher 169,7 Millionen. Da dieser Ersparnis von 121,6 Millionen ein Mehrbedarf von 63,3 Millionen gegenübertritt, fo verringern fich die Abfchlußziffern des außer- ordentlichen Haushalts tatsächlich nur um 68,1 Millionen, nämlich van 733 auf 661,6 Millionen. Auf die eigentlichen Ausgaben der allgemeinen Reichsverwaltung entfallen beim äußerordentlichen Haus- halt 316,6 Millionen. Der Haushalt für die Ausführung des Frie- densoertrages weist, abgesehen von den aus der Jahresleistung zu be- streitenden Reparationslasten, eine Gesamtausgabe von 166,5 Millio- neu gegen bisher 611,5 Millionen auf. Durch Einnahmen nicht ge- deckt sind 166 Millionen gegen bisher 610 Millionen. Hiervon wer- den, wie erwähnt, 116,9 Millionen aus dem Ueberschuß der all- gemeinen Reichsverwaltung gedeckt, während 318 Millionen als Fehlbetrag auf Anleihe zu nehmen sind. Für das Rechnungsjahr 1921 ist es also noch nicht gelungen, den Rerchshaushaltspän ins Gleichgewicht zu bringen, es ist aber, wie der Berichterstatter ausführte, zu hoffen, daß dieser Fehl- betrag eine beträchtliche Verringerung erfahren wird. Jedenfalls weifen die Einnahmen des Reiches bis Mitte November «inen Ueberschuß auf, und wenn auch nicht damit zu rechnen ist, daß es bis zum Schluß des Rechnungsjahres hierbei bleiben wird, so kann doch erhofft werden, daß die Einnahiren trotz der infolge der neuerlichen Steuersenkung zu erwartenden Minderung es gestatten werden, den Fehlbetrag ganz oder zum großen Teil zu beseitigen. Strengste Sparsamkeit und eine weitere Einschränkung der Ausgaben werden auch weiterhin unerläßlich sein. Pariser tzanöelsvertragsverhanülungen. Gilbert soll über die Exportabgabe erscheinen. Paris, 21. November.(Eigener Drahtbericht.) lieber die Unterredung, die am Donnerstag zwischen dem deutschen Botschafter von H o e s ch und dem französischen Ministerpräsidenten H e r r i o t stattgefunden hat, sind von den hiesigen Morgenblättern eine Reihe von Informationen verbreitet worden, die der Richtigstellung bedürfen. Es trifft zunächst nicht zu, wie verschiedentlich be- haupiet worden ist, daß die deutsche Regieru ig die Forderung auf Aufhebung der 2 6 p r ozen t ig« n Abgabe auf den deur- schen Export fallen gelassen habe Der deutsche Botschafter hat vielmehr mit allem Nachdruck auch am Donnerstag wieder betont, daß die Erhebung dieser Abgabe im Widerspruch zu den Prinzipien der Meistbegünstigung stehe. Er hat im Zusammenhang damit im Namen der Reichsregierung erneut der Befürchtung Ausdruck gegeben, daß der Deutsche Reichstag kein irgendwie geartetes Wirtschaftsabkommen mit Frankreich rati- fizinen werde, solange diese Diskrimination der deutschen Einfuhr von Frankreich aufrechterhalten werde. Er hat andererseits her- vorgehoben, daß die deutsche Regierung mit dieser Erklärung keiierlei Pression auf die Handa'soertrageverhandlungen auszuüben versuche und daß die'« dem deutschen Schritt in der französischen öffentliche i Meinung gegebene Bedeutung offenbar auf einem Mißverständnis beruht habe. Die deutsche Regierung schlägt vor. die endgültig« Regelung der 26prozenttzen Exportabgabe der Entscheidung des Agenten für die Reparationszahlungen vorzubehalten und unbekümmert darum die Berhandiungei über den Handelsvertrag fortzusetzen. Herriot erklärte sich mit diesem Vorschlag einverstanden, und im Lause einer zweiten Unter- redung, die im Anschluß an die erste zwischen dem französischen Handelsminister R a i n a l dy und dem Chef der deutschen De- legation, Staatssekretär Trendelen bürg, stattgefunden hat, wurde die Wiederaufnahme der Derhardlungen vereinbart. Paris, 21. November.(MTB.) Nach Beendigung der Unter- redung, die Hand:lsminist«r Rayroaildy mit Staatssekretär Dr. Trcn- delonburg über die wiederaufgenommenen Handclsvertraqsverhand- lungen hatte, ist folgendes Kommuiiquö vcrössentlicht worden: Es hat im Handelsministerium eine Besprechung zwischen Handeis- minister Raynaldy und Staatssekretär Dr Trendelenburg über di« Verhandlungen zum Abschlüsse eines Handelsabkommens stattgefunden. Man hat sich über das Verfahren der in der nächsten Woche abzuhaltenden Sitzung geeinigt, sowie ferner über die Berufung der S a ch v e r st ä n d i g e n, die daran teilnehmen sollen, Die nächst« Sitzung findet Montag nachmittag 3 Uhr statt. Mulsolini«.begrüßt" Hiolittis Geaneefcbast. Rom, 21. November.(Eigener Drahtbericht.) Mussolini stellt sich so. als ob er sehr zufrieden sei, daß G i o l i t t i zur Oppo- sition übergetreten ist und dort die Führung einer neuen Gruppe übernommen hat. In diesen Tagen erklärte er einem Interviewer, daß er den Schritt begrüße, denn es fei bester, eine aktive Opposition als inaktive Abgeordnete zu haben. Infolge des U e b e r. tritt- einer Reihe faschistischer Abgeordneter zur Gruppe Giolltti ist der große Rat der Faschisten einberufen worden, um Maßnahmen zur besseren Disziplinierung der faschisti- fchen Bewegung zu beraten. Im Senat kommt die Regierung Mustolini jetzt in eine neue Zwickmühle. Cr hat nicht nur ernstlich gewarnt, die Gewalt. Politik der Faschisten länger zu dulden, sondern auch angekündigt, daß er sich mit den S i n c l a i r k o n z e s s i o n e n befasten will. Diese Konzestionen übertragen dem amerikanischen Sinclairkonzern all« Ausbeutungsrechte auf Erdöl, die Italien zu vergeben hat. Die Angst vor der Aufdeckung der damit verbundenen Schiebngen hat bekanntlich zur Ermordnung M a t t e o t t i s geführt. Es ist möglich, daß ein Teil der Geheimnisse Matteottis zur Sprach« kommt und dann eine Abstimmung herbeigeführt wird, die der Regierung sehr gefährlich werden kann. Salöwm-�egierung gegen Rußen-Vertrag. Die Nicht« atifizicrung offiziell angekündigt. London, 21. November.(Eigener Lrahlbericht.) Der SÄals- sekrcläc für auswärtige Angrteg.nheilcn. Chamberiain, hat dem russischen Geschäftslräger Rakswfky am Freitag eine Note übergeben, in der er anzeigt, daß die Regierung den rufsisch-euglischsn Vertrag weder dein König zur Rakijilakion empfehlen, noch dem Pur. lament zur Pehandlung vorlegen werde. ScharfeflntwortChamberlatnsinöerSinowjew-Sache London, 21. Ndoernber.(TU.) Chomberlain hat heute dem russischen Botschafter in London, Nakowski, die engl sche Antwort auf die Erklärung Rakowsstis vom 25. Oktober über den Sinowjew-Brief übermittelt, in der es u. a. wörtlich heißt:„Sie haben, anscheinend ans eigenem Antriebe und ohne sich die Zeit zu vorheriger Aus- einandersetzung mit Moskau zu nehmen, den Brief Sinowjews für ein« grobe Fälschung erklärt. Sie führten an, daß die kam« munisiifche Internationale sich in ihren eigenen Rundschreiben nie als„Dritt« Kommunistische Internationa'«" bezeichne, daß Smo- wjew nie als Vorsitzender des Präsidiums des Vollzugskomitees der kommunistischen Internationale, sondern stets als„Vorsitzender des Vollzugskomitees" zeichne, und daß der Gefamtinhalt eine Ansammlung von Widersinnigkeiten darstelle. Die Regierung Seiner Majestät kann diese Ansicht nicht teclen. die von den amtlichen Kundgebungen und dIr Preste der Sowjetunion wider» legt werden. Es ist unnötig, sich mit diesen Einzelheiten zu be- schäftigen, da die in dem Besitz der Regierung Seiner Majestät befindlichen Unterlagen nicht den geringsten Zweifel an der öden- kilät des Sinowjew-vriefes lasten. Seiner Majestät Regierung ist nicht gewillt, über die Angelegenheit zu diskutieren. Weiter muß ich bemerken, dcß Sie den Charakter der Ihnen von meinem Vorgänger gemachten Vorhaltungen voll- kommen mißverstanden haben, wenn Sie annehmen daß dies« nur den Sinowjew-Brief bchcmdeltcn. Die Handlungen, über die sich Seiner Majestät Regierung zu beschweren hat, be- schränken sich nicht auf einen bestimmten Brief, sondern dehnen sich im Gegenkeil aus den gesamten Umfang der revolutionären Pcopa- ganda aus, für die der Brief ein bezeichnendes Probestück ist und di« zuweilen im Geheimen und zuweilen— wie Sie richtig bemerken,— unverhohlen geführt wird. Die durch Rundfunk über die ganze Welt verbreiteten Erklärungen Si- nowjews bilden an sich«inen genügenden Beweis für die Propaganda, di« von der Dritten Internationale mit Misten und Zustimmung der Sowjetregierung andauernd geführt wird." Da die Konservativen noch unter der Regierung Mac- donald den englisch-russischen Handelsvertragsentwurf auf das schärfste bekämpft und dessen Ablehnung sogar in den Vorder- grund des Wahlkampfes gestellt haben, war diese Mitteilung der Nichtratifizierung eine Selbstverständlich- k e i t. Für die sowjet-russische Diplomatie bedeutet dies einen schweren Schlag. Es ist kaum anzunehmen, daß die Ar- beiterpartei diesen Schritt zum Gegenstand eines großen Feldzuges gegen die Regierung Baldwin machen wird, einmal, weil auch die Liberalen gegen dieses Abkommen waren, und außerdem, weil die Sinowjew-Angelegenheit gewisse Illusionen, die in den Reihen der Labour Party lange Zeit über die Aufrichtigkeit der Sowjet-Regierung herrschten, gründlich zerstört hat. Viel größeres Aufseben dürfte der andere Schritt C h a'lst-. b e r l a i n s erregen, nämlich die überaus scharfe, geradezu barsche Rote an Rakowsti bezüglich der Sinosew-Affäro. Die Regierung Valdwin hat zwar bisher betont, daß fie weder die vollzogene Anerkennung Sowjet-Rußlands rückgängig machen, noch die diplomatischen Beziehungen abbrechen wolle> aber der Ton des Schreibens Chamberlain ist gerade noch a n derGremze dssten, was im diplomatischen Verkehr statthast ist. Eigentlich müßte die Sowjet-Regierung, wenn sie nicht vor der Welt als tödlich blamiert dastehen will, ihrerseits nunmehr die Konseguenzen ziehen und Rakowski abberufen. Sie könnte dies sogar um so leichteren Herzens tun, als mit der Erledigung des Handelsvertrages der Hauptvorteil ihrer Anerkennung durch Großbritannien einstweilen ins Wasser gefallen ist. Die kommunistischen Kirchenheiligen. Bannbulle gegen Trotzki. Die„Präger Presse" meldet aus Moskau: Der Moskauer Ausschuß der Kommunistischen Partei hi«U ein« besondere Sitzung ab, die T r o tz k i gewidmet war und feinem Versuche, die revolutionären Begebenheiten im Jahre 1917 in einem besonderen Lichte zu schildern, das sich sehr von der offiziel» len Auffassung unterscheidet. Nach einer Rede Käme- news nahm der Moskauer Ausschuß der Kommunistischen Partei eine Resolutini an, di« das Auftreten T r o tz k i s als einen Bruch der Versprechens, das er beim 13. Kongresse der Kommunistischen Partei gegeben hatte, und als eine Unter- wühlung der Einheit der Partei verurteilt. Di« Sitzung wandte sich an den Zentralausschuß der Partei, eine Plenarversammlung einzuberufen, die sich gegen die Berfa!- schung der Geschichte der Revolution wenden soll, zur Vorbereitung der richtigen Geschichtsauffassung beitragen und gegen den Trotzkismus kämpfen soll, der den Leninismus unterdrücken will._ Das Attentat von Kairo. Ein Nachruf Macdonalds für General Stack. London, 2l. November.(Eigener Drahlbericht.) Bei der Er- öffnung eines Basars, den die Arbeitcipartei zur Siörkung des Kampsfond« für die kommenden Gemeinde wählen veran- staltete, hielt Macdonald eine Aniprache. In ihr zollte er dem ermordeten Oberbe'ehlSbaber der Sgypliicken Armee, General Stack, die Anerkennung, daß er niwr nur ein Soldat, sondern das Borbild eine» loyalen englischen Beamten gewesen sei, der dur» feine persönlichen Eroenschafren viel zur Er- hallung des Sudans für England getan babe. Die britische Regierung bar beschlossen, dos Kommando be? Sudans von dem der ägyptischen Armee zu trennen. Annexion des Sudans? London, 21. November(Eigener Drahtbericht.) Ein Mit- glied des Kabinetts äußert« am Freitag, daß. vbg'eich die ägyptische Regierung für das Attentat auf Stack nicht verantwort ich sei, sie doch moralisch die Folgen zu tragen habe. Was dar- unter zu verstehen ist. erkennt man daraus, daß der Minister von sich aus hinzufügte, die Regierung Hab« aber nicht die Absicht, das Attentat als Dorwand für die Zl n n« x i o n d«r s Sudans zu benützen._ Dr..Zng. Günther, der Chef der deutschösterreichifchen Bundesbahnen, hat auf Ersuchen des Bundeskanzlers Ramek fein Rücktritts- gesuch zurückgezogen. GeweMhastsbeVegung Internationale Stahlkonvention unü Mtstunüentag. Eine Verbindung der«nroMschen Eisen- und Stahlindustriellen bildet bekanntlich schon länger« Zeit den Mittelpunkt ausgedehnter Erörterungen. Zu einem konkreten Uebereinkommen kam es bisher nicht, jedoch ist eine näher« Verbindung der ehemals feindlichen Brüder durchaus möglich. Namentlich ist man lebhaft bemüht, das inter- nationale Schienenkartell, dt« International Rail Manu- factury Association, welche bereits in der Borkriegszeit be- stand und ihren Sitz in Brüssel hatte, wieder aufzurichten. Ob auch ander« Produkte der Noheisen- und Halbzeugindustrie dem folgen, ist bis jetzt noch ungewiß. Vielleicht wartet man erst das Ergebnis der deutsch- französischen Derhandlungen über die zukünftigen Handels- vertrage ab. bei der bekanntlich diese Fragen eine nicht un- wichtige Rolle spielen. Es dürfte nicht uninteressant fein, daß neben diesen für di« Preisbildung, den Absatz und di« Produktion in Betracht kommenden Derb2 Dmckkn. VDE9 Damen- m CA Handschuheil Nappa weioln»» Leder, 2Dr«ckkn. D Herren- a Handschuheil Nappa, l Dmckknopf,,...........■ Herten- c A Handschuhen Nappa, 1 Dmokknopt, gauz geiütc. Sesemfm areiswerl! Winteruister ans aehwi-ren. haltbaren Win'-rmoffen. ante Passforai 58" 75 Winteruister aus vorzüglichen reinwollenen Stonen, mit angewehtem Fatter. moderne Formen, dunkle Farben 88" 98" 110°° Da-nen- vehwatz, Seidenflor, mit Naht., Doppelsoöle und Hoohferse...... 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Die Vereinigung der Vogellieb- Haber des Landesverbands Preußen hat mit einem überaus inter- essanten schönen Material die Ausstellung beschickt. Die Einheimifthen. Man steht in einein Gesellschatfskäfig Goldhähnchen und Zami- könig, unsere zartesten Weichfresser, während nicht weit von ihnen ein großes Meisenheim errichtet ist Volieren sind mit unseren ein- heimischen Körnerfressern besetzt, mit Stieglitzen, Rothänflingen. Steinhänflingen, Dompfaffen. Zeisigen. Birkenzeistgen, Girlitzen. Buchfinken, Goldammern, Kreuzschnäbeln und Erlenzeistgen. Die Königin unter unfern gefiederten Sängern, die unscheinbare Vach ligall, ist mehrfach vertreten, ebenso die sangessreudige Schar der Lerchen, nämlich die Heidelerche, die Feldlerche, die Alpenlerche, die Baumlerche und die Kalanderlerche, Schwarzdrossel und Schwarz- plättchen, Sinadrosse! und Si mpfrohrfänger, Wiesenpieper und Baumpieper fehlen nicht, selbst das durch Selma Lageriöfs Christuslegenden logenumwol�n« Rotkehlchen hat sich eingestellt. Familie Grasmücke ist auch mit Kind und Kegel und der ganzen Gevatterschaft angerückt: Zaungrasmücke, Dorngrasmücke, Gartengrasmück«, Sperber- grasmücke, Mönchsgrasmücke, Müllergrasmücke, Gelb« Grasmücke und die Orpheusgrasmücke. Doch finden auch die Würger ihre Liebhaber und Pfleger, und der rotrückige Würger ist durch mehrere Exemplar« oer. treten. Geschickt und lehrreich ist die Anordnung. So wird uns u. o. die Wohnung der Blaukehlchen derart veranschaulicht, daß wir wirk- lich ein Stückchen Natur vor uns haben. Alle können wir sie be« wundern, die Klettervögel und die Sänger. Es fehlt weder der Spatz, noch der Eichelhäher, der Papagei unstrer Wälder, und selbst die Blau- Alte Papagelen rote, das Juwel unseres Waldes, schaut uns aus klugen Augen an. Von den Kananenvdgeln kann man behaupten, daß sie die Aufmerk- somkeit nchtlg herausfordern. Die fremöen Exoten. Ein Züchter hat die Liebhaberei, einen möglichst dunklen Farben- fch'ag herauszubringen. Doch er sieht auch aus Gestalt, weshalb dos Bauer mit seinen schönen schlanken Vögeln immer von Kanarien- liebhabern umlagert ist. Desgleichen find zwei weiße kananenedeb Hähne interessant, sie sind beide NachtigallenschlSgei, der eine ist ganz glatt, der andere aber trägt ein fein getolltes Fcderhäubchen auf dem Krpfe. Sogar die Zanarieiibasiarde haben reizende Vertreter ent- landt. und zwar Hänfling— Kanarie, Stieglitz— Kanarie, Lernzelsig— Kanarie sowie Grünfink— Kanarie.„Wer kennt die Völker, nennt die Namen, die gastlich hier zusaminenkameri", kann man ausrufen, wenn man die Exoten betrachtet. Die denkbar schönsten und leuchtendsten Farben hüpfen und springen vor unseren Augen, und em grelles Abzeichen erhebt ein einsarbiges Gefieder zu unvergeß- sicher Schönheit. Da sind vor allen Dingen die Soldatenstare mit ihrer leuchtend bunten Brust. Mit ihnen wetteifern m Farbe nchön- heit die Kardinäle, sowohl die grauen mit ihrer roten Haube als auch die ganz roten. Ein« Sehenswürdigkeit an sich sind natür- sich die paradieswilwen mit ihrem langen Gehänge. Doch ver- schwinden zwischen den gewichtigen, kunterbunten Vögeln die lieb- Robrdommelaest Japaa-MSvcbea liehen Zierlichkeiten des Orients nicht. Gar zu munter sind die japa- nifchen Möschen, die Zebrafinken, die Schnretterlingssinken, die Bandfinken, die Silberschnäbelchcn, die Mosanibikzeisige, die Schuppenköpfchen, die Muskatsinken, die weißen und blauen Reis- sinken mwi« die blaugrünen Zuckervögel, die man Pitpit nennt. Die Ge'ellschaflskäsige sind gefüllt mit tarantinischen Unzertrennlichen, grünen, gelben, olivgrünen, blauen und satinetten Wellensittichen. Groß ist das Heer der Plappermäuler, denn von Papageien sind u. a. vertreten vre grauen, ferner die Gelbnocksn-, Doppeigelbkopf-, Blau- ftirn-, Rotstirn-, Weißkops- und Blaubartamazccen. Haben diese Tiere sich an das kalte Klima gewöhnt, so können sie sehr alt werden. So gibt es hier in verlin eine ZSjährige vlaukopsamarone, die ein ausgezeichnet r Sprecher ist. manches Wort, das sie wußte, schon ver- gesien hat, sedoch noch heute Neues aufnimmt und mit Leichtigkeit ganze Sätze hinzulernt. Naturforscher haben stets behauptet, daß Papageien in ihrem Heimatlande ein erstaunlich hohes Alter erreichen können Es fall aber auch erwiesene Tatsache fem, daß in Deutsch- land, also in der Gefangenschaft, ein Papagei, der schließlich ein all- ehrwürdiges Familienerbstück wurde«in Aller von 107 Jahren erreichte. Eine Sensation der Ausstellung ist ein Weißbauchpapagei. Viele von seinen Artgenossen sind bislang noch nicht nach Europa gekommen, darum fehlt er in den meisten Zoologischen Gärten. Ein Kakadu und zwei Araro hocken auf ihren hohen Ständern. Bei ihnen kann man verschiedene Temperamente studieren, während der Kakadu unaufgefordert Kunststückchcn über Kunststückchen zeigt, findet ein roter Arara immer neue Gründe, um sich zu ärgern. Unter den Hun- derten von Vögeln sind noch viel« Sehenswürdigkeiten, von denen hier nur noch eine weiß« Bachstelz« und ein Sonnenvogel aufgenannt stien. Die Anhänglichkeit der Papageien wird von vielen Besitzern gerühmt. Daß die Tiere ihre früheren Besitzer wiedererkennen, dafür erbrachte in der hiesigen Ausstellung eine Amazone den Beweis. Eine in Lübeck wohnende Komaristin, die während der Jrflationszeit in Not geriet, verkaufte schweren Herzens Lora nach Holland. Das Schicksal fügte es, daß sie in der Bogerausstellung Beschäftigung fand, Zabtae Doble Paradieswitwe und das Schicksal fügte es serner', daß auch der Papagei in diese Aus- stellung verschlagen wurde. Beide erkannten sich, und der Papagei bekundete laut Freude. » In der Abteilung für Vogelzucht und-pfleg« sieht man die verschiedenen Behausungen, die dem Vogel alles bieten, was er braucht. Da gibt es Nistkästen für Käfigoögel, zerlegbare Zimmer- volieren mit leicht herausnehmbaren Zweigen, abgesonderten Bade- Häusern und Futterkästen. Ueberdics gibt es praktische Käsige für Waldvögel, während durch ungeeignete Käsige eindrucksstark demoir- ftrrert wird, wie man die Tiere nicht halten darf. Winterfutterhäuser und Nistkästen aller Art reden von der Fürsorge der Menschen. Sehr anschaulich sind für Meisen bestimmte Futtenmgs an eurer Tanne angebracht. Nester mannigfachster Art lzaben fleißige Sammler herbeigetragen. Wir sehen die sorgsam gebauten Wohnungen der Drossel, den Finken und der Rachrigall. Besonders auffällig aber ist die Bauweise des Pirols, der einen auserlesenen Geschmack und eine starke künstlerisch« Begabung bei der Herstellung seiner Wohn-- stätte bekundet. Die Schau ist bis zum 23. November abends geöffnet. Im Streit nm die �frau erschlagen. Der gewaltsame Tod des Schlächters Korn, über den wir be- richteten, ist jetzt ausgeklürt. Am Donnerstag abend rief der Schli'ch- ter Reinhold Blrrmenberg das Uebsrfallkommando des Polizeiprä, i- diums Charlottenburg nach dem Laubengelände am Tegeler Weg. Als die Beamten erschienen, erklärt.', er.ihnen, daß er mit seinem Geschöftssreunde, dein Schlächter Artm Korn, Streit gehabt Hab; und fürchte, von ihm wieder angegriffen zu werden, weil er elf) gewalttätiger Mensch sei und«inen Revolver besitze. Die Beamtem über fanden Korn mit zertrümmertem Schädel tot in dem gemeinsamen Pferdestall liegen. Birimenbevg gab jetzt zu, daß er Korn, mit dem er auf dem Mark' in der Suarezstraße schon „Kroch" gehabt habe, in Fortsetzung des Streites im Pferdestall mit der Faust geschlagen habe. Als man ihm nachwies daß dann der Schädel nicht so zertrümmert sein könnte, gestand er, seinen Gegner auch mit dem Kops aus das c-tsinpfiaster geworfen zu haben. Tie Kriminalbeamten des 3. Bezirks Char- lottenburg durchsuchten gestern die Laubenbehausung und fanden dabei eine Axt, an der noch Gehirnmasse siebte. Sie nahmen Blumenberg noch einmal ins Gebe', und er gab jetzt zu. daß er m i't dieser Axt den tödlicher, Schlag geführt habe. Der Streit war u m di e F r a u K o r n s entbrannt. Die Männer waren Si] Der Mittelweg. von Sir Philip Gibbs. „Vater/ wandte sich Icyce in einem Aufschrei halb der Wut und halb voll geheimer Angst zu dem Alten um,„ich kann es nicht glauben! So etwas hast du nicht tun können!" „Ja. wovon sprichst du denn, Kind?" Lord Ottery hatte wieder seinen leeren Blick und sah mit dem halb offenen Munde aus wie ein dummer alter Bauer. „Das Haus zum Verkauf anmelden!"„O, das Haus? Mein Gott, wer hat dir das gesagt? Ist es wirklich zum Ver- kauf angemeldet? Ich habe davon nichts in den Zeitungen gelesen. Joyce packte den Arm ihres Vaters und schüttelte ihn. „Vater, sag die Wahrheit! Willst du Holme Ottery wirklich verkaufen?" „Verkaufen. Kind? Wer kaust es denn? Kein Mensch m der Welt. Sieh dir's an, Joyce! Es verfällt ja, es würde schrecklich viel Geld kosten, es zu erhalten. Der richtige weiße Elefant! Und nun erst die Einkommensteuer. Grundsteuer. Erbschaftssteuer, Arbeitslöhne." „Hast du es zum Verkauf angemeldet? Ja oder nein?" Joyce trat mst dem Fuße auf. und ihre blauen Augen blitzten in die wässerig-grauen ihres Vaters. Der sah ernfättig »u Bertram hinüber, den er bis jetzt gründlich unbeachtet ge- lassen hatte.„Liebe Joyce," sagte er in seiner langsamen Weise, sprich doch nicht so herrisch mit mir! Ich bin ein alter Mann, und es geht mir oerflucht schlecht auf meine alten Tage. Ich Hab auch ein bißchen Recht auf Ruhe und Frieden." „Vater, hast du es zum Verkauf angemeldet?" Er zögerte, trat unruhig von einem Fuß zum anderen vnd grub mit seinem dicken Stock einen Stein aus.„Na also, Kind, ich habe diesen verdammten Burschen Hursied und Wells vorgeschlagen, daß sie sich nach einem Angebot umschauen Damit hatte er eingestanden, daß Holme Ottery tatsächlich verkauft werden sollte, dos begriff Joyce sehr gut. Aber das ist Verrat!" rief sie,„Verrat an Alban und uns"allen. Wir erlauben es nicht. Wir verhungern lieber. Mit Holme Ottery ist unsere ganze Geschichte verwachsen. Mit dem Hause stehen und fallen wir, ohne das Haus sind wir m�3a mein Kind, es ist eing roßes Opfer," seufzte der alle Graf von Ottery. der Zehnte seines Geschlechts. Nun sah auch er zu dem Schlosse herüber, das seine Ahnen erbaut und mrt ihrem Ruhme angefüllt hatten, und seine Augen standen voll Tränen.„Ein großes Opfer," wiederholte er mit brechender Stimme. „Ich werde es mit Mutter besprechen," rief Joyce in wilder Aufregung. „Ja, das tu. mein Kind, lächelte der Alle erleichtert und streichelte ihre Hand.„Mutter ist im Bibliothekzimmer." Joyce war schon die Stufen hinaufgeeilt, und Bertram sah die schlanke knabenhafte Gestalt im Innern des Schlosses ver- schwinden. „Frauen reden gern," meinte der alte Graf.„Und es ändert doch nie etwas." Er streichelte seinen roten Bart und nahm Bertrams Arm, auf den er sich etwas schwer stützte. Das hatte er noch nie nötig gehabt.„Alles Reden in der Well wird uns die alten Verhältnisse nicht zurückbringen," fuhr er fort,„uns kann nur harte Arbeit, eine ehrliche Regie- rung und weise Führerschaft heften Wir sind alle arm ge- worden und müssen uns in die Armut fügen." Dann fragte er Bertram, ob er etwas über die Lohn- Verhältnisse des Mittelalters wüßte. Dos sei ein riesig inter- essantes Thema. 24. Joyce blieb bei ihrer Mutter im Zimmer, und Bertram war sich den ganzen Vormittag selbst überlassen. Zum ersten Male fühlte er sich in diesem vornehmen Hause isoliert. Lord Ottery hatte nach dem kurzen intimen Gespräch plötzlich seine zerstreute Miene angenommen, seinen Arm losgelassen und ihm zu verstehen gegeben, etwa in der Art, wie man einen Diener enlläßt. daß er jetzt allein zu sein wünsche, um zu arbeiten. Bertram streifte durch den Park und begab sich schließlich zu den Pferdeställen, die aber recht leer geworden waren. Er wechselte ein paar Worte mit den Grooms. die mit ihm alte. Kriegserinnerungen aufftischten.„Möchtet ihr dos alles noch einmal durchmachen?" erkundigte er sich. Sie lachten wie über einen guten Witz. Dann kam die Rede aus den Streik, und Bertram mußte zu seinem Erstaunen hören, wie diese Männer aus dem Volke die streikenden Arbeiter aufs schärfste ver- dämmten.„Die sollte man mit Maschinengewehren bearbeiten, das Gesindel! diese blutigen Bolschewisten!" Also für die eigene Klasse, ibre Mitbrüder, hatten sie nicht das geringste Verständnis. Ihr Horizont ging nicht über das alte, feudale Haus hinaus, in welchem sie dienten und bezahlt bekamen. Deshalb hingen sie zäh an der alten Ordnung der Dinge. Der Krieg hatte ihre Mentalität nicht die Spur geändert. Nach kurzem Gruße ging Bertram weiter und fand sich schließlich am See, wo Alban auf einem umgestürzten Boote saß und in die Sportzeitung vertieft war Hier war er nicht der elegante Londoner, sah aber in seiner alten vertragenen Sportkleidung viel besser aus als in weißen Gamaschen und was dazu gebärt. „Guten Morgen!" rief Bertram herzlicher, als chm zu Mute war, denn er hatte für seinen Schwager nicht viel übrig. Alban sah von seiner Zeitung auf und sagte mild erstaunt: „Hallo! Mit Joyce hergekommen?" Woraus er seine Lektüre fortsetzte. Da er sich zu keiner ferneren Bemerkung herbeiließ, setzte Bertram, innerlich wütend, seinen Weg fort. Verdammter, unausstehlicher, eingebildeter Kerl! dachte er im Weitergehen, ertappte sich bald aber dabei, wie er für Albans Benehmen eine Entschuldigung suchte und sich selbst des„irischen" Fehlers der Empsindlichkeit zieh, die Beleidi- gungen sucht, wo keine beabsichtigt sind. Aber beim Lunch kam die alte Stimmung wieder über ihn, als Joyce und ihre Familie seine Anwesenheit fast völlig ignorierten. Da die Diener zugegen waren, wurde der Ver- kauf des Schlosses nicht erwähnt, und man besprach allerband gesellschaftliche oder politische Themen. Sollte der Streik zu Unruhen führen, so war schon eine. Abwehr geplant, welche General Bellasis organisieren sollte. „Scheint das nicht unnötig?" bemertte Bertram. Alban sah ihn kalt an, als ob sich ein Untergebener eine impertinente Bemerkung erlaubt hätte, und sagte scharf: „Außerordentlich notwendig!" „Bellasis kommt Ende der Woche über Sonntag nach hier," erzählte der alte Graf,„dann wird er alles berichten." Bertram schaute zu Joyce herüber und hätte gern gewußt. ob der Besuch dieses ihm unleidlichen Mannes auf ihre Ver- anlafsunz siattfand. Als sie seinem Blick begegneie, errötete sie leicht. Sie säiieu wieder leidenschaftlich geweint zu haben und tat ihm leid. Wenn man sie an dem uralten schweren Eßtftch sitzen sah. unter den alten Ahnenbildern, von welchen manche ihr so ähnlich sahen, war es schwer, sich die Möglichkeit vorzustellen, dies alle Heim zu verkaufen. Sie hatte den Platz neben ihrer Mutter und zerkrümelte mit dem gereizten Aus- druck in dem schönen Gesicht, den er von zu Hause jetzt so gut kannte, ein Stück Brot. Die Begrüßung von feiten seiner Schwiegermutter war äußerst kühl gewesen. Sie hatte ihm mit eisigem Lächeln die Wange zum Kuß gereicht, eine Bemerkung über den scharfen Frost dieser Nacht geäußert und dann das Gestiräch mit Alban fortgesetzt, als ob'der Schwiegersohn nicht vorbanden wäre (Fortsetzung folgt/ heftig cmeinandergeraten, und Blumsnberg behauptet, daß Korn nach der Axt gegriffen Hab«, um ihn anzugreifen. Da Hab« er sie ihm aus der Hand gerissen und den Schlag nach seinem Kopfe ge- führt. Blumenberg' wurde wegen Totlchlages verhaftet und dem Untersuchungsrichter vorgeführt." verkehrte Welt. Aus einem Brief: ... Treudeutschen Gruß zuvor! Cs gibt keine Treue mehr. Selbst ein Ort wie unsere„W i l h e l m a" an der Kaiser-Wilhelm- Gedächtniskirch« ist nicht mehr sicher vor dem„Reichsbanner". Sitze ich da gestern in dem genannten Lokal, um mich nach dem Siege der internationalen Bande in Anhalt zu erholen und wirk- lich gute, vaterländisch« Musik zu hören. Plötzlich kommen 13 bis 20 neu« Gäste in Windjacke mit schwarzrotgoldenem Band herein! Reichsbanner! Unerhört!!! Geschäftsführer, Gäste, Kapelle, Kellner, überhaupt alles ist baff. Nachdem sich der Kapellinelster von seinem Schrecken erholt hatte, begann die Kapelle endlich ihre vaterländische Pflicht wieder zu erfüllen und spielte unseren schönen„Fridcricus Rex" Und was machen diese Brüder? Du denkst, sie fühlen sich provoziert und schlagen Lärm?! Kein Gedanke. Lachen ganz laut! Lachen uns aus!! Am liebsten hätten ich die Kerl« aus dem Lokal geworfen, aber wer weih, ob einem unsere Freunde geholfen hätten. Außerdem sahen mir die Brüder alle so nach Arbeitern aus. Und wie sich dann beim Deulschlandlicd alles erhebt, stehen die Kadetten mit auf. Natürlich nur, um uns zu terrorisieret. Denn anstatt das ganze L-ed zu singen, singen sie bloß den 3. Vers und dring«!? damü auch so durch, daß die Gäste nur diesen Vers mitsingen und die Kapell« dann abbricht. Da ich ganz in der Nähe saß, konnte ich gut hören, wie diese Leute behaupteten, die Kapell« gehöre ebenso- wenig zur Reichswehr, wie die neue Nachtwächtergesellschaft des deutschen Sicherheitsdienstes zur Schutzpolizei. Schon der Vergleich beleidigt dies« Kapelle. Als ob das Nachtwächter wären. Mir er- zählte aber ein Gast, daß cs doch ein« Reichswehrkapelle sei, nur ziehen sich die Leute«rst in der Garderobe die Phantasieuniforin an, damit 5)err Gcßler nichts merkt.— Uid die Burschen besaßen sogar die Frechheit, im Lokal ihre Iudenblätter wie.Vorwärts', .Bofsifchs",„Tageblatt",„Reichsbanner" usw. zu lesen. Eine un- erhörte Provokation nationalgcsinnter Kreise! Unsere Abgeordneten müssen sofort bei der Regierung anfragen, was sie dagegen zu unternehmen gedenkt. Früher wäre so etwas nicht möglich ge- wesen, aber jetzt..-? Das Schlimmste aber war, daß die Brüder ungehindert rauskamen, trotzdem doch mindestens Minal soviel deutsche Männer da waren.— Du siehst hieraus, daß das Leben hier gar keinen Spaß mehr macht. Das Beste ist wohl schon, wenn wir auswandern. Bis zum nächsten Brief mit treudeutschem Hell Dein Arinin-Theobald. Oer Jall Miassojeüow. Ein ZIlaler von We!ln'.f als Falschmünzer. Der Fall des russischen Kimstmalcrs Iwan Miasiojedow beschäf- tigte soeben nochmals in vielstündiger Verhandlung die große Straf- kaminer des Landgerichts III unter Vorsitz von Landgerichtsdirektor Sieger!. Iwan Miasiojedow, ein berühmt«? russischer Maler, ist zum Falschmünzer geworden und befindet sich schon seit 1"'t Jahren in Ilntersuchmtgshaft, da er in großen Mengen englische Zehn- und Zwanzigpfundnoten angefertigt hat'«. Er scheint allerding««in so«lisch schwerkranker Mensch zu sein,«in Umstand, ans den das Ge- rjcht bei Bemessung der Strafe keine Rücksicht nahm. Der Angeklagt« Miasiojedow Ist ein Mann im Anfang der fünfziger Jahre mit einem intercsianten, von grauem Bollbart und langem Haupthaar umrahmten Künstlerkopf. Schon de? Vater Miassojedows wurde in Rußland als bedeutender Maler geschätzt, sein Sohn erreicht« aber Weltruf. Er ist auch heute noch Mitglied der Akademie der Künste in Petersburg. Das Schöffengericht Charlottenburg batte, wie wir seinerzeit berichtet haben. Miassosedow unter Zubilligung mildernder Um- stände wegen Falschmünzerei zu 3 Jahren Gefängnis und feine Freundin Mathilde Vernici wegen Beihilfe zu sechs Monaten Ge- fängnis verurteilt. Gegen dieses Urteil hatte der Staatsanwalt Be- nifiing eingelegt, indem er davon ausging, daß Miasiojedow nicht bloß Zehn- und Zwanzigpfundnolen, iondern auch Hundert- dollarnoten gefälscht hat, die über die ganze Welt verbreitet worden sind. Die Bank von Enaland schätzt den auf Miasiojedow entfallenden Anteil von falschen Pfundnoten auf SVAl Pfund, das find e'wa 120 000 M. In Deutschland wurden die Falschnoten in der Wobnung Miasiojsdows in Berlin-Westend und später in Ahlbeck hergestellt. Der Hauptoertreiber der falschen Noten war ein ehemaliger russischer Leutnant Maniolosf, der rechtzeitig geflüchtet ist. Kriminalkommissar von Liebermann gab dem Gericht Aufschluß über den Umfang und die Art der Fälschungen. Die Noten waren lo täuschend nachgemacht, daß erst auf eine Nachfrag« bei der Bank von England ihre Unechthcit festgestellt werden tonnte. Bei der Reichsbant und bei englischen Privatbanken war das nicht möglich, bei letzteren waren diese Noten sogar unbeanstandet durch- gegangen. Die Kriminalpolizei gewann den Eindruck, daß es sich um eine gut organisierte, international arbeitende FAscherwerkstätte handelte. Ueber die komplizierte Psych« des Angeklagten Miasiojedow erstat'ete Medizinalrat Dr. Störmer«In umfangreiches Gutachten. Schon in früliester Jugend hat der Angeklagte an' perio- disch auftretenden vfychifck'en Störungen gelitte». Eine Zeit lang war er von einer krankhaften Feuersbrunstsucht befallen, in der er V000 Aktzeichnungen und Siudienblütter am einem Schei!«rl>aufen verbrannte. Einmal hätte er beinahe feine ganz« Wohnung in Flammen gesetzt, als er eine indische Witwenvcrbrennung inszenieren wollte. Sein seeillches Gleichgewicht wurde durch die furchtbaren Schrecknisse der Bolschewistenhnuschajt noch mehr erschüttert. Er wurde zweimal zum Tode ver» urteilt und entrann nur mit knapper Not dem Tode, das lehtemal nur dadurch, daß er sich auf dem Kirchhof unter eine Reihe von Leichen seiner erschossenen Schicksalsgefährten warf, sich tot stellte und bis in die Nackt hinein liegen blieb. Nach der Ansicht des Sack- verständigen ist Miassojedom mit schwerer Hysterie und Psychasthem« b« haftet, so daß er als stark minderwertig zu bezeichnen ist. Sraa's- anmalt Schwieger verlangte im staatlichen Interesse strenge Strafe. Mildernde Umstände müßten dem Angeklagten trotz der ärztlichen Gutachten versagt werden. Deshalb beantrage er gegen Miassosedow st Jahre Zuchthaus, 10 Jahre Ebrverlust und Stclluna unter Polizeiaufsicht gegen die Angeklagt« Bernici 2 Jahr« Gefängnis und sofortias Verhaftung. Nach länacrer Beratung kam dl« Straf- kammer ebenfalls zu einer Aersagung mildernder U m ft ä n d e bei Miassosedow und verurteiste ihn zu 3 Jahren Zuchthaus. 5 Jabren Ebrverlust und Stellung unter Polizeiauf- sickt. Der Arasklagten Vernici wurden mildernde Umstände zugebilligt, und sie wurde zu g Monaten Gefängnis verurteilt. Di« Unt«r- ftichnnasbaft wurde Miasiosedow in Hob« von 1 Jahr 8 Monaten, der Vernici mit 4 Mona'«n angerechnet. Warnung vor einer Schwindlerin. Seit einigen Tagen treibt, wie das VerrkSlimt Friedrichshain mitteilt, ein« Schwind- l e r i n im Bezirke Friedrichshain ihr Unwesen. Sie besucht Sozialrentner und sonstia« vom Wohlfahrtsamt durch Liefe- nmg von Kohlen unterstützte Personen, um des Geld für die ge- lieferten Mak-rialien einzuziehen. Vor dieser Schwindlerin, eine jüngere, blonde Person, wird dringend gewarnt. Es fei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß alle vom Wohlfahrtsamt gc- lieferten Kohlen unentgeltlich verabfolgt werden. l Zur eine Million Mark Getreide verspekuliert. ZRildes Urteil im Raihenowcr Dampsmühlfnprozeß. Die viel besprochenen Vorgänge in der Rathenower Dampf- mühle, die Ansang des Jahres 1023 so großes Anstehen erregten und sogar zur Schließung der Mühle zu führen drohten, war soeben Gegenstand einer Verhandlung vor dem großen Schöffen- gericht in Brandenburg o. d. H. Angeklagt wegen fort- gesetzter Unterschlagung und Vergehens gegen das Handelsgesetz- buch§ 314 Abs. 1 war der Mühlendirektor Bruno Dett- mann, der Prokurist Rieger, der Lagerverwalter Pucholskt und der Korrespondent Müller, letztere drei angeklagt wegen Zezirksorgamsalion Vrandenburg Arbeiter, Varteigenoffen, Republikaner! DerWahlkamvf hak augenblicklich Formen angenommen, wie wir sie in früheren Fabren nicht gekannt baben. Deutschnationale, Dentschvöltische. Deutsche Volkspart ei und Kommunisten machen die größten?Instrengungen, um ihren unheilvollen Einfluß in den Parlamenten aufrecht zu erhalten. Die sflrbeitgeber zahlen an die rechtsstehenden Parteien eine Kopfsteuer von 2—4 Mark auf jeden der in ihrem Betriebe beschäftigten Arbeiter. Den Kommunisten fließe» zur Bestreitung ihrer Wahl- kosten die russischen Eoldrubel zu. Rur die Sozialdemokratie ist auf sich selbst angewiesen und fordern wir die bessergestellten Parteigenossen und Republikaner auf, auch ihr Scherflein zum Wahlkampf beizutragen. Schickt Geld an den Kassierer Richard Schmidt, Berlin SW. 68, Lindcnstr. 3, Postscheckk-mto Berlin 86773. Die Bezirksleitung. Beihilfe. Der Angeklagte Mühlendirektor Dettmann mußt« zugeben. daher in den Jahren 1022 und 1023 mit Getreide, das er von der Reichsgetreidsstelle zur Aufbewahrung und zum Mahlen erhalten hatte, spekuliert und«s unterschlagen hatte. Da» Defizit betrug 4000 bis 3000 Tonnen Ge- treid e, das jetzt einen Wert von annähernd einer Million Gold- mark hat. Die Zustände ist der Mühle spotteten jeder Beschreibung. Das Urteil lautete wie folgt: Der Angeklagt« De t t m a n n wurde zu einem Jahr Gefängnis und 1000 M. Geldstrafe verurteilt. Sechs Monate wurden durch die Untersuchungshaft als verbüßt erklärt, für die weiteren sechs Monate wurde ihm auch noch ein« B e w ä h- rungsfrist von drei Jahren zugebilligt, falls er eine Buße von 6000 Goldmark zahlt. Der Prokurist Rieger wurde wegen Beihilfe zur Unterschlagung zu 500 Goldmark Geldstraf« ver- urteilt. Müller wegen Begünstigung zu 800 M. Geldstrafe. Der Angeklagte Pucholski wurde freigesprochen. Selbstmorde in Eisenbahnzügen. Als der Personenzug 300 Danzig-Berlin am DonnerStagnachmittag im Steniner Bahnhof«ingelauien war. fand man in einem Abteil III. Klasse einen etwa 35— 40 jährigen Mann mit e i n e in S ch u ß i m K o p f tot auk. Bei der Leiche, die nach dem Schauhauß gebracht wurde, fand man einen Brief- nmichlag mit der Anschrift: Walter Begcrow in Gülzow in Pommern, der von der Firma Emil Liebisch Ingenieur- Bureau in der Kaiser- Wilhelm- Straße 20 in Stettin stammt. Irgendwelche Aufzeichnungen, die über die Beranlasiung zum iselbstmord Auskunft geben könnten, wurden nicht gefunden. Der Tote»st mittelgroß, hat blondes Haar und einen gestutzten Schnurr- bart, ein blasses, ovales Gesicht, bellbraune Augen und lückenhafte Zähne.— Am Donnerstag um?>/« Uhr morgens wurde in dem V.Zng Breslau-Berlin der 50 Jahre alte Erich Thuning, dessen Wohnung noch nickt ermittelt werden konnte, erhängt aufgefunden. Die Leiche übergab man dem Schauhause. Von der Schule zur Kunst. In B« r l i n- 0! o r d o st wurde gestern ein« S ch n l k u n st- ausstellung im Haus« der 133. Gemeindeschule(Friedenstr. 31) eröffnet. Sie ist, wie die früheren Veranstaltungen dieser Art, ein Werk des vor«inigen Jahren au, Künstlern und Pädagogen zu- sammen getretenen Bundes für Schulkunstansstellungen. Der Name ist nicht ganz treffend gewählt, denn diese Ausstellungen wenden sich nicht nur an die Schuljugend, sondern auch an E r w a ch s« n e. Aber der Grundgedanke ist allerdings, daß die Erziehung zum Kunst- Verständnis bei der Schuljugend zu beainnen hat. Bei der Erölfnung der Ausstellung in der Friedenstraße betonte Rektor Luckau, daß ein« Brücke von der Schule zur Kunst geschlagen werden soll. Der Bund bat. wie fem Vorsitzender Maler Sonnenseld mitteilte. in der kurzen Zeit ftineg Bestehens schon 27 Schulkunstausstellungen veranstaltet. 8 2 0 0 0 S ch u l k i n de r sind von ihren Lehrern und Lehrerinnen an die ausgestellten Kunsttoerke heran- geführt worden, und auch 18 000 Erwachsen« haben die Ausstellungen besucht. Für das Jahr 1024/23 find 66 Ausstellungen geplant, die sich auf verschiedene Städte des Deutschen Reiches verteilen. Daß die Arbeit des Bundes Beachtung findet, zeigt« die Beteiligung der Vertreter von Reichs-, Staats-, Stadt und Bezirksbehörden an der Eröffnnnp-fcicr. Obermagistratsschulrat Nndähl, der Im Austrage des Magistra's und der Schulverwaltung sprach, wies darauf hin, daß die Erziehung zum Kunstverständnis den Geist der die E n t- Däs Rundfunkprogramm. Sonnabend, den 22. Novembor, Außer dem üblichen Tngesprosrramm: 4—4,28 Uhr nachm.: Esperontolcnree(Dir..Tal. Glück). 1. Vor» trag:.Was ist Ksperant»?* 4.20- 6 15 Uhr abends: Unter- haltungsmusik(Berliner Fnnkknpelle). 6.20 Uhr abends:-Rat- sohliiifc fürs Haus*. 6.30 Uhr abends: Zehn dünnten lür die Hausfrau, 7—7.50 Uhr abends: Hans-Brcrlo-v-Sohulc, Abt. Hochsobulkurso der Tunkstunde. 7 Uhr abends: Prof. Dr. pbil. Eulenburg, ordentbchcr Professor an der Universität Berlin: Ocldtvesen. 7.30 Uhr abends; Oberpostrot Dr. Harbisr, Leiter der Funkabteiluns im Tete- graphentechnischcn Hoicb-arat; Ltinkübrun? in die Funkteleprapbie und-Telephonie. 8 Uhr abends: Vortrag des Herrn Buma Graef: -Sprocbtechnik im Fornsprecbbetrieb". 8.30 Uhr abends: Fuak- kaborett. 3. a) Die ninsikalisohe Familie, b) Gesangsprobe in en.cin säehsigeben Gesangverein(William Schüft als Klavier- humorist). L. z) Madnmo Adele(13. v. Wolzogon), b) Es waren drei junge Leute(Presber), o) Der Appelsoppl(Bidcanuis), dj Der o i?e und der Hühnerhund, e) Mein, dein, sein(Rideamua) Oskar Strauß, f) Frühling auf dem Andreaplata, g) Brautwerbung 'posstebte ttus Berlin N von Leo Heller(Bprena Bradsky). 3. Das \ olkshed„Kftmrnt ein Vogel geflogen"1, gesungen in der Auffassung vors mite den er Nationen, Richard Wagners und einer italienischen Primadonna(Therese SchüS-Dolina in ihren Parodien). 4. al Das Iranenk-üglein(Leo Heller) Wendland, b) Das WohltStigkeits- konze,t(Kideamus) Georg Bradsky. c) Börsenromantik(Johannes Irojan), d) Die Kabarottschule. Öriginalvortrag in acht Dialekten (nozena Bradsky). 5. a) Hast du vielleicht sehn Mark bei dir? ,,, /Jer sstm fünfzig Jahren, o) ich suche eine schöne Wohnung(William Schüff In seinen selbstverfoßten Liedern). Ata Schwoohten-I lügel: Kapellmeister Otto Urack. Anschließend i Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnaohrichten, Zeitansage. Wetterdienst. Sportnachrichten, Theaterdienst. 10.30-11.30 Uhr abends; lar.zniusik, Wicklung des ganzen Menschen an strebenden neuen LeHrplane entfpriäzt. Die Ausstellung wird 3 Wochen, bis zum 13. Dezember dauern. Sie bietet Werke von Malern und Zeich- item verschiedener Richtungen, auch der„modernsten". Auch die Plastik ist mit einigen Werken vertreten. Di« Schulkinder des Stadt- teils werdeit in ganzen Klassen in den Vormittagsstunden die Aus- stellung besuchen. Lehrer und Lehrerinnen werden sich bemühew. den Kindern das Verständnis der Kunstwerke zu erschließen. Für andere Besucher wird die Ausstellung an den Wochentagen abends 7—9 Uhr und an den Sonntagen mittags 10—3 Uhr geöffnet fein. Das Eintrittsgeld beträgt für Erwachsene 20 Pf. Sozialistische Außenpolitik! Weit über den Rahmen der sonst aufs Agitatorische eingestellten Wahlversammlungen hinaus gestaltete sich die Versammlung im Tenipelhofer Lyzeum, Germaniastraß«, am gestrigen Freitagabend, in der Gen. Dr. Breitscheid sprach. Nach einein Rückblick auf die Derhältnisie. die die Auflösunq des Reichstages notwendig machten, und einer Charatteristik derjenigen Parteien, die aus Reichstagssitzungen Kinofzenen machten, gina Breitscheid auf die von Grund aus verschiedenen Prinzipien dem- kratifcher und konservativer Außenpolitik ein. Gegenüber Herrn Stresemann, nach dessen Ansicht es keinem Unterschied zwischen demokratischer tmd konservativer Außenpolitik gebe, sagte unser Redner: Das konnte nur ein Stresemann sagen, der an und Gr sich ein Kompromiß darstellt, der«in Seiltänzer ist und der sich auf dem Seil nur aufrechterhalten kann durch die Balancierstange des Opportunismus. Wir lehnen den Gedanken ab, daß es keinen Unterschied gebe zwischen demokratischer und konservativer Außenpolstik. Das beste Beispiel dafür bilden Frankreich und England, die unter Herriot und Macdonald eine Friedens- und Versiändigungspolitik trieben gegenüber der poincaristifchen und Baldminfchen Politik. Sozia- l i st i s ch e Außenpolitik geht daraus aus, die Politik tnterncuwncil mit der Arbeiterschaft, gestützt auf die Arbeiterschast der ver- schiedenen Länder, zu machen; sie will den Interessen der Arbeit- uehmer aller Länder dienen; ihr unmittelbares Ziel ist, eine Basis für Verständigung und Frieden zu schassen. Eine nein sozialistische Außenpolitik läßt sich nur dann treiben, wenn in allen beteiligten Ländern das Proletariat mit dem Sozialismus zur Herrschast ge- langt ist. Charakteristisch für das Ziel konservativer Außen.- Politik ist das S t i n n e s s ch« Rezept in Spa. daß Deusickland den Bolschewismus über sich kommen lasten sollte, damit nicht die besitzenden Klassen die Lasten der Reparationen mit zu tragen hättenl Dieser Gedanken findet sich auch in jener deutschnalionol- volksparieilichc» B e r s a ck u n g s p o l i t i k, die das Rheiniano preisgeben wollt«, um das übrige Deutschland nicht zu belasten. 2lus- richtige und ehrliche Ersüllungspolitik fetzte erst mit der Regierung Wirth-Rat Henau ein. Unser« Außenpolitik will erfüllen, was sich erfüllen läßt, um so zur R e v i s i on der Derfoiller Bestimmun- gen zu kommen. Die Konservativen aber, die nichts opfern wollten, haben kern Recht, die Sozialdemokraten deshalb zu bc- schimpfen. Es ist lächerlich, mit dem Säbel zu raffeln, besonders wenn cr aus Blech ist. Die Rechtsparteien haben sich immer nur der Ersüllungspolitik bedient, wenn sie sich für i h r e Klaffe Vorteile versprachen. Die Erfüllungspolitik machten sie mit un», aber die Lastenverteilung wollen sie nicht mit uns machen, fondern auf Kosten der breiten Massen. In dieser Zickzackpolitik spielt Stresemann ein« gewichtige Rolle; er will nichk, daß man ihn als charakterlos bezeichnet, aber— so sagt Breitfcheid—„wenn er einst gestorben sein wird, io wird auf seinem Grabstein stehen:„Er war ein Talent, doch kein Eharakter." Der Rede Bre'tscheids. die den Kampfgeist unserer Genossen an- feuerte, folgt« stünnischer Beifall. Für Schwarzrotgold. Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold veronstaltets gestern im Riesensaal der„Kammerläle" eine eindrucksvolle Kundgebung, die zugleich ein Bekenntnis der zahlreich Versammelten zur Republik und zur Demokratie war. Ats erster Redner sprach— oft von Beifall unterbrochen— Ministerpräsident a. D. Genosse Stelling: In dcr gegen- wärtigen Zeit ringen zwei Gemalten um die Macht: die Autokratie und die Demokratie, der Obrigkeitsstavt mit dem Votksstaat. Die Gegner von Schwarz-Rot-Gold zwing«» uns zur klaren Stellung- nähme. Heute geht es um die Symbole der früheren Mochthaber Schwarz-Weiß-Rot und um die Freiheitefarben Schwarz-Rot-Go!d. Die Republikaier wissen, daß in dew Augenblick, wo das Reichs- banner die alten Freiheitsfarben sinken läßt, die friiheren Mächte wieder oben sind. Es gilt nicht nur, den Schlag der Gegner ab- zu wehren, sondern die Offensive zu ergreifen. Land- tagsabgeordneter Prof. Dr. P r e n ß. der Schöpfer der Reick)?- Verfassung, betont«, daß«s nicht feine Ausgabe sein könne, red- ncrische Kunststücke nach der Art des Herrn Dr. Stresemann vor- zubringcn. der Unvereinbares mit Vereinbarem zu vereinigen strebe. Wir müssen brechen mit dem Halbdunkel in der Politik. dos ist das Gebot der Stunde. Es ist nicht in«l)r angängig, daß Republikaner aus Slaatsämter'i entfernt werden. mährend die„Strafe" für Hochverräter und Put- schiften einer Belohnung sehr ähnlich sieht. In der Republik ist kein Platz für Leute, die sich immer auf den doppelten Boden der gegebenen Tatsachen stellen. Unter dem Beifall der Berfainmluitg erklärte der Redner, daß gegen die Reaktionär« aller Schattierungen nur der Zusammenschluß der Anhäiger der rcpubli- kcmischm Staatesorm in einer großen Organisation helfe. Der demokratisch-republlkamsckte Gedanke muß bei den Rcichstagswalssen siegen.— Der Leiter der Windthorft-Bünde. Lehrer Ryffka, wandte sich mit seinem Appell besonders an die republikanische Jugend, die er als die zukünftigen Träger des Staatsgedankens bezeichnete. Demokratie und Volksstaat dürfen kein Lippenbetennt» nis sein, sondern müssen im Herzet der Jugend leben. Lassen wir es nicht dahin komnten, daß das Reichsbanner wieder eingerollt werden muß; offen die schwarzrotgoldene Fahne der Republik! ist dl« Parole der Jugend. Der Arbeitergesangoerel n „N a in e n l o s" umrahmte die Ansprachen der Redner mit mehreren Eelangsvorträgen. Mit dem Abmarsch dcr Fahnen- kompognie und dem Geteng des„Deutschland-Liedes" schloß die glänzend verlaufene Kundgebung. L«v neue Autobusse. Nachdem die O in n i b u o g« s c l l s ch a f t in der letzten Zeit bereits 7 0 A u t o b u s j e bestellt hat, derect Lieferung u n.« mittelbar beoorstcht. ist in der gestrigen Sitzung des Aul- sichisrats dem Lorstande die' Ermächtigung erteilt worden, weiter« 200 Autobusse zu bestellen. Während bei den vor der Ablieferung befindlichen Wagen schon die Karosserie erhebliche Ncueninz auf- wessen wird— im Innern worden statt 16 Sitzplätze deren 22 geboten werden—, werden die noch zu beschassendon 200 Wagen ein neues Ehassis«lhalten. Bei diesen wird der Fußboden um H Meter nie- brigcr liegen. Ferner wird durch ein« neuartige Federung das Fohren in den Wagen weicher und bequemer gestaltet werden. Der Vorstand hat einen einheitlichen Generalplan für das Berliner Autobuswesen aufgestellt, der etappenweise zur Ausführung kommen wirb. Der erste Anfang ist bereits mit der Verlängerung von drei Linien, u. a. nach Steglitz-Rathaus, gemacht worden, Anfang Dezember wird dann die erste aeue Linie Babnhof Beusselstraße, Hansaplatz, Brandenburger Tor. Potsdamer Platz, Anhalter Bahnhof, Hallesches Tor. Kaifer-Ftiedrich-Platz(Hasen- Heide) in Etschesnung treten. Die weitercu Linien werden in kurzen Abstände« folgen. Di« oft und auch von anderer Seite erhobene Forderung, die Decksitz« d«r Autobusse gegen Witte- rungsunbilden z u s ch ü tz« n. muß hierbei erneut erhoben werden. Damit ist nicht gesagt, daß der Deckausbou ebenso kompakt sciu soll wie der Itnierbau. Es wäre schon manches gewonnen, wen» man S ch u tz w ä n d e aufführt, die Wind und Regen ableiten. Zum mindesten füllte man endlich einmaleinig« Probewagen bauen. Die rauhe Witterung unseres Klimas erfordert unbedingt einen Schulz der Deckfahrgäste. Man stiehlt SicttungSringc! Die Wiederan-t-bängung der Rettungsringe an dcn Brücken ist vom Retiungsamt versuchSiveise in die Wege geleitet worden. Leider sind verschiedene Rettungsringe, nachdem sie wenige Tage angebracht worden waren, schon wieder ge- stöhle n worden. Da? RctlnngSamt ist zu seinem Bedauern nicht in der Lage, gestohlene Rettungsringe zu ersetzen, da es auf diese Weise nur Diebesgelüste fördern und unterstützen würde. Es ist tief bedauerlich, das; Gegenstände, die dem allgemeinen öffent- lichen Wohl dienen, auch heute noch nicht als unantastbar gelten. Jflt die Zkeukslluer Albrechl-Vürer-Oberrealfchule findet eine E I t e r n v c r i a m m l ir n g heiiie. 2?. November, Uhr, im Restaurant Zillmer, Nogar» Ecke Kirchhoistrafie, statt. Tages- ordnung: Die Vorkommnisse au der Obcrrealschule. Verschiedenes. Das Erscheinen aller freiheitlich gesinnten Eltern der Schule ist notwendig. Totengedächlnisieiero.?lm Sonntag, 22. November, vorm. 11 Uhr, findet eine TotcngedächtniSlcier dci> Vereins der Freidenker iür Feuerbestattung im K r o u e n SchausvielbauS statt. Karten mit Programm sind noch in allen Zahlstellen und an der Kasse zu haben. — Der V o I l S s e u e r b e n a l t u n g L v e r e i ii G r o ü- D e r I i u ver- ansialtct auch in viciem Jahre nm Toscnlanntag zum Gedächtnis seiner verstorbenen Mitglieder Feiern in den verschiedensten Distrikten. Für den Südwesten sinder eine solche Feier in der Aula des Friedlich Reaigvmna- fiumS Mittenwaider Str. 25, abds.'/„S Uhr. statt. Vorträge aus Orgel, Cello, Geige; Gelang. Die Gedächtnisrede hält Pfarrer Franke von der Heikig-Kreuz-Kirche.— Der Verein für F e u c r b e st a t t u n g e. V. fiäit am Totensonntag. 23. November. niitlagS 12 Uhr, in der Kapelle deS ttrematonuinS Wilmersdorf eine GedächimSscier ab. vle Freidenker der vrisgruppe SkezIItz veranstallen am Totensonntag abends 7 Ubr im Lyccum I, Roihcnburgcr SIrastc, eine Toteri-Gedenkieser. Die Gedenkrede hält die Genossin Maria K r i s ch e. Ernste Gesänge, vom Männerchor»Friedenau-Steglitz' IM. d. A.-S.-B.) vorgetraoeu. sowie der Feier enisvrc.chendc ützusi? und Siczilaticiicn werden zu Gehör gebracht. Als Eintrittsgeld werden 50 Pf. eihsben. Frühling in Sibirien. Eines ungewöhnlich milden Winter- Wetters erfreut sich bisher Sibirien. Aus KraSnojarS? wird ge- meldet, dast die ganze Umgegend seit einer Woche eine Wärme von 10 Grad R e a u m u r über Null geiiieszt. Jnr Tnruchan- schen Bezirk herrscht warmes Regenwetter. Einsendungen für diese Rubrik sind v«rl>» SB. 68, Lmdeustratze S, partemachrkchten für Groß-Serlin ilet» an da» Bezirksfekretariet, Z. Sei, 2 Trep. rechts,»u richten. Achtung, SPS.-Setriebsvertrauensleute l Die Nr. Z der Betriebszeitung»Der Kämpfer" ist erschienen und sofort vom veiriebssekretariot. Llndenstr. 3. 2. Hof. 2 Tr., In Empfang zu nehmen. Besonders die Vertreter der Mittel- und Klelnbetriebe werden ersucht, da» ZUotcrial abznho.eu. Partei- auswri» mitbringen!_ 6. Kreis. Die„Wählerin" ist heute. Sonnabend, abzuholen für die Id. Abt. bei Keufncr. Hagelberge: Str. ZV-: 41. Abt. bei Schult, Maricnoorfcr Str. b: 43. Abt. bei Höhlke, Bermilannstr. KZ: 43. Abt. bei Wolf, Vriltestr. Ä>! 4t. Abt. de! iSifkm, Oranicnstr. 196; 45. Abt. boi Serif Ii, Wiener Str. SS; 40. Abt. bei Frau Simon. Sorouer Str. lk>: 17. Abt. Muskauer Str. 1; 48. Abt. in der Spedition Prinzenstrastc.— Dl« Bezirloführcr werden dringend erkuSit. sich rege zu betciliaen. N Sohnsdorf. Seilte. Eonnadend, abend VA Uhr. SffentNchi Wähler.! I t'• persammluna bei EroK, Echulzcnborker Strohe. Redner: Erna Krell«-tz Ol und Artur Richter. M. d. R. 9. Kreis Bilsmcrsdorf. Karten zum Theater am Zg. Dezember und in dcn Kinderoorstellunaen bei Ehaym. Auanstallr. 0 kUbland c»511. 17.«rei»«ichicubccg(Abtrilunaen 111—1X9): Wahlmaterial kann abgeholt werden von der Spedition Seipel. Warlenberastr. 1,_ 1. Kreis Kitte. Sonnabend, dcn 22. November, holen dl« Abteilunosleitcr die Plntate und Hano, eitel vom Genollen flschUllna, Ackerst-. 1, ab. fzeufe, Sonnabend, den 22. November: 39. Abt. Die„Wählerin" abholen beim Portier, Lindenstr. 9. 44. Abt. Bczirlsführer! Ab 4 Uhr nachm. bei Elffert, Öroniendavn» 190, Abholumt der„Wählerin" und des Wahlmatcrials. Reuköll». 93. Abi. Bezirkskührcr Material abholen Wi Uhr bei Förster. S-rst. berastraüc 12.— 97. Abt. Die Bezirksstihrcr holen deute die„Wählerin" von der Genossin Plant ob. 124. Abt. Mablodors. 8 Uhr abholen des Materials bei Anders, Bahnhof- strahc. Sonntoavermiitaa FlnablaNvcrbreituna. 1Z7. Abt. Rcinickcnborf-West. Die Gcnollln treffen sich heute abend im Volts- bans, Scharnwcbseslr. 114. zum acmeinsamen Besuch der öffentlichen Per» lammluna in?>ein!ckendorf-Ost. SchUbenhans, Residcuzstr. I 2, abends 8 Uhr. Morgen, Sonnisg. dcn 23. November: 6. Abt. Abends 0 Uhr Franenverslnnmlun» bei Dobrohlaw, Sminemtlnder Sirasie 11. Vortrag. Am'chliesiend aemiitiichcs Beikammenfein. 8. Abt. 9 Uhr vorm.„Borwärt2"-A!titation von Rickcrt, Steinmetzstr. ZSa. aus. 24. Abt. Vorm. 19 Uhr aemeinfame Sibuna des Abtcilunasvorstandes mit den Gruvrenleiiern bei Winzer. Christbliracr Siran« 9. 2. Gruvp«: Vor- mittaas 19 Uhr gahlabend bei Winzer, Christburger, Ecke Winsstrasie. 34. Abt. Die Bczirksfllhrer holen vormittaas die Handzettel vom Genossen Rosin ob. 4Z. Abt Vorm. 9 Uhr Hondzettelverheeilnn« zur Fvanenverfammlnna. De- zirtsführcr Material abhole»' bei Wolf, Sräfestr. 20. Die Bezirksfvhrer werden ersucht, am Sinnabcnd auf dem Vcranllqen abzurechnen sowie dir nicht verlauft-a Einlasika-ten zuriickzuaeben. 80. Abt, Maeleudorf. Vormittaas ctluqblaüverbreitumt, Berteiluna in den bekannten Lolalen. Die Fahlit-llenleiler holen die Flugblätter von Nien- dorf ab. 14t. Abt. Sloienthal, Flu abl« tiv e rb rei tu na vonn, 19 Uhr vom Solal Frische, Riederstr. ö, aus. * 136. Abt Reinsckendors.Ost. Die öffentliche Verkammlnua am Dienstag, den 2ö. November, im Lokal Namlow, Kastanlcnwäldchen. Schönhol, 14, findet statt, dleferent: G-n. Dr. üöwenstein. Handzettel und Plakatsireiken werden den Vezirtsfghrern am Sonnabendabend zuaeftellt. Ebeiifolls be- sondere Einiadunaen für die Mittwoch, den 20. November, stattfindenden Bezielsabende. «öniaseonsterhansen. Montaa. den 24. November, abends 7'h Uhr, im Bahn- boishotel öffentliche WÄhlerverfaminItinq. Toacsordnun»:„Gegen K« p l ta li.t! m n» und Nationalismus." Referent: Gen off« Pastor Fronks-Berlin.__ ?uyenSve?anftc;!wnaen. R»t Th-atcrnorstellnna„Romeo und Julia" am Sonntag, den 20. Po. vcmber. nachm. 3 Uhr. im Theater des Westens. Kantsir., sind»och Eintritts» karten zum Preise von 9.90 M. im Inoendsekr-tari-t, Lindenstr. 0. rrhälilich. Abonncmcnismo-kcn werden noch im Theater ausgegeben. Morgen. Sonnkag, den 23. November: Lichtenberg-Nord: Fngenbheim Parkaue 19, IV, Ubr. gaurds-Gedenkfeiar.— lNorntaluhr) vortrage. Vereine imZ Versammlungen« Neicksbanner.. S chwarz- Rol-Gold". Geschäfts stelle: Berlin S 14. EcbaNianstr. 87/38. Hof S Tr. Kameradschaft Steglisi nebst Untergruppen. Alle Kameraden und Fnaendkamcraden treffen sich am Sonnabend, den 22. Novcnzber, abends T,i Ubr, bei Lehmann. Lankwih. Kaiser. Wilhelm-Sir. 2931. Auge- hörige sind ebenfalls eingeladen. Erscheinen Pflicht.— stameeadschast Reuen- haaen-Loppeaarten-Virkeitfiei». Am Sonnabend, den 22. November, abends 8 Uhr. Kameradschafisverfammluna im Schweizerhäuschen, Cichenallce, Taaes- ordnuna:„Unsere Aufgaben st!: die Rcichstaao- und Landtagswahlen." Wich- tiae Mitteilungen. Vollzähliges Erscheinen Pflcht.— Kamoradschasl Beters- hagen-Fredeesdark. Am Sonntag, den 23, November, vormittags 19 Uhr, Versammlung in Vetersbagen. Cafe Brefecke. Lichtbild mitbringen.— Kam«. radschaft Nicderschöncweib« einfchl ltugendgrnppcn. Am Totensonntag, den 23, November, NM 2 Uhr, Kriegsgefallenen-Gedentfeier auf dem Friedhof in Baunifchulenweg. Die Gedenkrede hält Pfarrer Blcicr. Fahnen mit Trauerflor find restlos mitzubringen. Die Kameradschaft versannnelt sich vUnltlich um i>12 Ubr im Lokal von Borgmann. Kiecholz», Eck« BanmfAulenstraste. Die Kameradschaftsleitung.— Kamerilbschnft Ober-, Riederschönewelde-stabannisilial. Am Eonntoa. den 23. November, nachmittags 120t Uhr. Antreten im Neichsbanneranzug Karlshorster. Ecke Periincr Strohe fTabberlbrücke). Fahnen mitbringen.—»amerabfchaft Weistensce. Am Sonntag, dcn 23. November. Iii Uhr Mittage. Antreten sämtlicher Kameroden zum Abmarsch nach Wartenbcrg zum Saalschuh„Goldener Stern". Erscheinen Pflicht. Am Montag, de» 24. November, abends 8 Uhr. Vollvcrsatnmlung!m „Grünen Baum", Berliner Allee 204. Auch liier Untergruppe.Hohenschön- bausen-Wilhelmsderg. Wichtige Tagesordnung.—«amergdschait Lichtenberg einschl. Unteraruppen. Am Sonntag, den 23. November, vormittag« 41 Ahr. Treffen am Bahnhof Lickitenbera-Friedrlcholelde zur Fahrt nach Mablsdorl. Die Ilntergruvpcn Karlshorst und Kaulsdorf treffe» lim 12 Uhr am Bahnhof Mahlsdorf ei». Am Monlaq. den 24. November, abends 7 Uhr, Saalfckiuh in der Barkaue. Am Dienstag, den 25. November, abends 7 Uhr, Saalfchnh in der Aula de» Cecilien-Lttteums, Natbausstrasie. Am Mittwoch, den 20. No> vember, abend« 7V Uhr, Kameradschaftsversammlung in de: Aula der Knaben- Mittelschule, Marktstr, 41. Wichtige Tagesoednung. Ohne Mitgliedskarte kein Kutritt.— Kameradslbast Brenziaucr Berg. Am Sonntag, den 23. November, vonnitlaas 8',- Ubr. Antreten de? gesamten Jugend in der, Turnhalle Ebers- walder Sie,— Äameradsifast Pon'ow. Bin Montaa, den 24, November. abends 7 Übe. Antreten Pankoiv. Breite Strafte bei Lindner zum Saalschnh. — Kameradschaft Wilmeesdor!. Am Montag, den 21. November, abends ttu Uhr. Katneradschaftsversmnmluna im Iohann-Georq-Saiis sweifter Saal). valensee, Fohann-Eeorg-Str. 19. Da sehr wichtig« Tagesordnung, Erscheinen sämtlicher Kameraden Pflicht. Republikaner als Gäste willkommen.- Käme. radschaft Köpenick einschl. Untergruppen. Am Montag, den 24. November, Saalslliuh, Treffen abcnds 7 Uhr vor der Doroihecnschiile.- Kameradscheit . llrrt chr'fiO fiT iss-i*«««»r r.44oJ«->„» ffb i-e 4,-. 1.1.1 Ol~»...T___ i_ v___ IQ) KT.—_________,___ PPU n«->>"* A;" Dienstag, den 25. November, abends 7 Ubr. Abmarsch vom Bahnhof Warschauer Brllcke nach„Neue Welt", Hasenbeide, mit sämtlichen Fahnci!. Am Mitiwoco. den 20. November, abends. Uhr, Saalschnh Ä-idreas-Festsäl«. Am Donnerstag, den-7. November, abends Ii? Uhr, Turnadend, Diestelmever- strafte u. lämtlichen Veranstaltungen treten die Kameraden geschlossen an. — Kameradichast Schonebcrg. Friedenau. Am Wontag. den 24, November. trekien sich alle Kameraden um 8 Uhr zum Turn» und Sportabend in der Turnbnllc am Wartburgplah,— Kamcrabfehasi Nenkölln-Dritz. Sttn Dienstag. - November, Antrete» der gesamten Kameradschaft abend« 9 Uhr„Neue Welt, Haiendeide. Am Mittwoch, den 20. November, abends ü'/s Uhr, erster und»weiter Fusi im„Gambrinns". Kaifer-Friedrich-Strafte, dritter Fug Ubr in der K»id>-Bra»erei, Sermann strafte. Am Donnerstag, den 27. Zio- vcmber. Antreten dritter und vierter Fug Kindl-Vrauerci, Hcrmannstrone. Gciellichaft der Fscnnde und Förderer der Montefiori-Methode in Deutsch. lanb. Hgnplvcrsammlung am Montag, 24. November, 8 Uhr, eieniratinstttut kiir Erziehung und Unterricht, Berlin. Potsdamer Etr. IM, Lichtbildervortrag von Elara Grunwald. Reichsbnnd der Sriegsbeichädiatrn, Krelasteilnchmer»nb Krieg« rl,inter- blwbcnen. Sonntag, dcn 23. November, vormittags 19 Uhr. Totenfeier auf dem Garnifonkirchhof Sakenheid«. Der Friedrich» Heaer-Ghor hat seine Mitwirkung zugesagt. Volks-Feuerbcstattungs-Verein, Distrikt 17, Neukölln. Vri!?, Bukow, Rudow veranstaltet am Tetonfonntag im Orpbcum, Hasenhcide. Eingang Grüfestrafte, eine Toienacdiichinisfeier mit Konzert und Gesang. Anfang 7 Uhr. „Volkschor Südosten", Ober-Niedcrfchönewcide und 5!ohannis!bol. Konzert am Totensonntag in Oberschöncweide im groften Speisesaal der Akkumula- torenwcrke. Wilhclmincnhofstraftc, Dirigent Herr Eioil Tililo, Mitwirkung von Herrn Armin Liederman» iEcllo) und Fräulein Ellv Brandenburg st! da- vier), Anfang 7>4 lU,r. Einlriit 9,89 M. Der Hypothekengliinbiger- und Sparer-Tchntzverband für das Deutsche Reich, Ortsgruppe Lichtenberg. veranstaUet am Montaa. den 2 4. R»- vember, abends 7zt Uhr, im Fabn-Realaumnasium tBahnhof Stralau» Rimimelsbnrg) eine öffentliche Verfammluna. I. Wie siätern wir unsere Auf- weriunasanfveiilde, Referent: Syndikus Dr. S ch o r t U! a n n. 2, Stellung- nähme zur Reichstagswahl. Referent: Dr. E n fi, Arbeitersport. Zujzballspkele am Sonniag. Rorde»: Velten—-Alemannia, in Velten: Vorwäris- Ziordoften in Hennigo- darf: Hertha— Teutonia in Sicinsurth bei Eiderswalde: P-ankow 98 gegen Minerva, Gemeindespvrtplati Pankow, Picfeeiswcrder Str.; Adler 98— Borussia, Andrea s-Loser-PIah: Lanso— Wacker 29 in Sobenncuenborf: Elsthal— Union in Eisthal: Brih— ScegermUdle in Brih: Heivctta— Wacker, Exer, Schönhauser Ailee: Fichle-Ersundbrunnen— ATV. Pankow. Sportpiah am Lchilfersce, Nci- nilicndorf: Adler 12— Rathenow, ASL. 24— HSV, Nsrb auf der: Vereins- rliihcu an der Ckiriftianiastrosie: Fickic-Nord— Spandau, Gsmeindesportviah an der Scharnwcbcrstrafte,.Reinickendorf-West. Osten! Adlcrobof— Komet in Adlcrobof, Dismarcksttafte: Alt-GUenick« gegen Sparta in Alt-Elicnickr: Germania— Brandenburg 92 auf der Renubabn Weiftcusee: Sparta— Ketschendorf in Lichtenberg, Wagnerstrgfte: Lichtenberg II gegen Frtfch-Frci im Lichtenbcrger Stadion: Tasdork— Merkur in Tasdorf: BSV. 22— BEB. 10: Vritannia— Fich!e-Sv. in Lichtender«, Wagnerstrafte: Ober- fvree— Luftlg-Fidel. Wuhiheidc: VfB.— Taomania in Köpenick am Friedhof: Sirala»— Lislania in Stralau. Goftlerftras,«: TBS.— iiiZeiftensee auf dem Städti- feie» Evtelvlah, Pläntrrwald: Hertha— Friedrichshaaen in Lichtenberg. Wagner- strafte. chiidwesten: Lankwih— Schöneberg ttt Lankwift, Gemcindepsrk: Steglitz aoaen Teltow, Eemeindeplaft in Skelid: Heriba, Brttannta in Luckenwalde: Brandenburg a, d, H,— Poisdain in Brandenburg: Diimersdorf— Frischauf in Wilmersdorf, Wllttembergifche Strafte: Luckenwalde I— Stern in Luckcnwelde: Zlowawes— Rüstig-Vorwärts in Notvawcs. Babelsberger Park: Viktoria gegen Nc»kölln-Pr. in Temvcihof, Vcrliingerte Kailerin-Augusta-Strafte: Fnftball- ring— Wolteesdorf, Wallerfvortplah Plödenfe«: Bereit na— Luckenwalde I> auf dem Tempelhoicr Feld: MEC.— Kreuzberg in Maciensclda. Dorfstrofte: Rubis- dorf— GBE. In Ruhlsdorf, Die Spiele beginnen pünktlich 2 Uhr. Vorher fpiden die unteren Mann- fchakten.__ «rbcitet.Radfohrer.Vunb„Solidarität", Ortsgruppe Berkin. Touren fiir Sonntag, dcn 23, November. 1. Abt.: 1 Uhr am Start Viilowstr. 50, 2. Abt.! 1 Uhr am Start Dieffenbachstrafte 30. 3. Abt,: Johannisthal bei Krüger, Kaifer-Wilhelln-Straftc, Start 2 Uhr Loufifter Platz. Bei schlechtem Weiter per Bahn. 3. Abt.: Ahrensfelde, Schneider. Start 1 Uhr Landsberger Play. 0. Abt.: Saatwinlel. Start 1 Uhr Kopenhaaener Str. 20. 7, Abt.: Schönwaid«. Start 1 Uhr Koloniestr. 147. 8. Abt.: Machnower Schleuse, Start 8 Ubr Arniininsplali. Nachm. 1 Uhr Teltow, Lehmann. Start Walbstr, 0. 9. Abt.: Brandenburg a. d, ü. Ortsgruppe Riederfchonhaufen: llnterdeztrks. konr nach Miihieiidcck, anfchlieftend Hrrtnascsseii, Duchholz. Start 19 Uiertz Frtedcnsvlati. Ortsginppc Tteptow-Baumschulenweg! Dubrow. Star: 1!« Bahnbof Vuumschulcntveg, Ortsgruppe Reintckendorf: Start 1 Uhr ReftpA Ecke Pankowce Allee. Achtung, Vurdeevenrlltnl Donnerstag, dcn 27. 3! o_ vember. Agitaiionsllttuna Rnngestr. 17. Dt- Fahrwart- iSportansschuft.f Eittuna am 27. fällt aus, ebenso die am 39, November kcstocleglc Beretno- tonr. Die nächste Fahrwarisihuug slndct gm u. Dezember, viinltUch 7Vj Uhr abends, Rungestr, 17 ftaii. Das-ibst Neuwahl des Obmannes und Bcr- l, durch tdol'.rwariaamailN vertreten seil:. Die statt. Ireter». Jede Abteitnna muft durch Falirwariobmaiin vertreten fein. Die Gencralvecsammlung findet am l2. Dezember in de: Schwedtcr Str. 23 24, Wetter für Lcrlin onb Ilmgcxenb. Trübe und regnerisch, anhaltend mild,?ür Deutschland. Ucberall iniid, viclsach Regen. "X~S Kasaks■ QU otu gestr. baumwiVJlancU � lJ- Schotten u. 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Unser Londoner Mitarbeiter schreibt: Der britisdje Außenhandel weist im Oktober sowohl nach der Einfuhr- wie nach der Ausfuhrseite eine starke Zunahme (Einfuhr 120 458 228 Pfund, Ausfuhr 68 586 638 Pfund) auf. Wichtig ist die Zunahme des Exports, gegenüber dem September um rund 8 Prozent. Auch insgesamt zeigt der britische Außen- Handel der ersten zehn Monate dieses Jahres ein gegenüber den vorangegangenen Jahren ausgesprochen glinstiges Bild. Di« Einfuhr bswug 1 023 739 884 Pfund Sterling: das bedeutet eine Zurrahm« von 10 Proz. gegenüber dem entsprechenden Zeitraum des vorigen Jahres. Der Export beläust sich auf 657 905 839 Pfund. Es er-nbt sich also«ine absolute Zunahme von 3,5 Proz. gegenüber demselben Zeitabschnitt 1323. Die wlrts6)aftspolitische Bilanz der Arbeiterregierung, deren Regierungsdauer mit diesen ersten zehn Monaten zusammenfällt, ist also g ü n st i g. Aeußerstes Interesse darf in diesem Zusammenhang eine Fest- siellung der konservativen„Daily Expreß" beanspruchen, die wolsi- weislich bis noch dem Wahltanpf geheimgehalten worden ist. Danach hat die englische Stahlindustrie, die ununterbrochen über Depression klagte, in derr ersten neun Monaten 1924 eine Rekord- Produktion festzustellen, die in der Geschichte der englischen Stahlindustrie nur zweimal überschritten worden ist. Dazu kommt ein immer deutlicherer Optimismus der chochfininz, der nur deshalb der Oeffentlichkeit nicht bewußt wurde, weil es keineswegs in der Absicht dieser Kreise lag, vor und in dem Wahlkampf für eine Arbeiterregierung Reklame zu machen— mochte sich ihre Regie- rungszeit voin Srandpuutt der„Wirtschaft" auch als durchaus günstig erweisen. Man füge, um das Bild zu oeroollstandigen, noch hinzu, daß im gleichen Zeitraum die Zlrbcitslosigkcit u in rund 100 000 zurückgegangen ist, und man hat einen schlagenden Beweis dafür, daß Großbritanniens Wirtschaft in der Zeit der Regierung Macdonaldo einen größeren Schritt.zur Wieder- gesundung gemacht hat, als in irgendeiiiem der den, Kriege folgenden Jahre unter bürgerlichen Kabinetten. Die Schwierigkeiten für die englische Wirtschaft und die ihr drohenden Gefahren sind aber, wie die absolute Ziffer der Arbeitslosen, die ciuc Million noch iimner überschreitet, beweist, >?! cht behoben. Es bleiben außerordentliche innere und äußere Schwierigkeiten, wobei die Meinung ausgesprochen werden muß, daß die Arbeits! osenzisftr selbst bei einem ausgesprochenen Konjunktur- Umschwung außerordentlich groß bleiben wird. Diese Behauptung wird durch die Totsache, daß sich der wirtschaftlich« Aufschwung iii der Zlbnahine der Arbeitslosigkeit keineswegs auch nur annähernd widerspiegelt, deutlich erwiesen. Nach außen liegen die Schwierig- keiten in der wachsenden Industrialisierung der Welt, noch innen in den allzu hohen Gestehungskosten der brfti- schon Industrie, die nicht aus einen zu hohen Lohnstandard, sondern auf ein Zurückbleiben, auf die technische Rückständigkeit des englischen Produktiousapparates zurück, zuführen ist. Die äußere stHemmurig ist allerdings nicht so gefahrdrohend, wie gewöhnlich an- genommen wird, weil erfahrungsgemäß die Industrialisierung an Stelle des einen dghelm befriedigten Bedürfnisses es ein Dutzend ueuer Bedürfnisse schafft, die bis auf weiteres auf den Auslands- Märkten des zhochkapitalismus befriedigt werden müssen. Diese Chance kann England aber nur ausnutzen, wenn es die inneren Schwierig- keilen überwindet und seine Protmktionsmaschine reorganisiert. Dazu muß aber— und dos beginnt der englischen Industrie erst in jüng- iter Zeit klar zu werden— eine systematischere Bearbeitung der ihr iraditionell zur Verfügung stehenden oder der neu zu bearbeitenden Auslandsmärkte treten. Es wird immer wieder darüber geklagt, daß dieJD e i! t f ch e n selbst im Britischen Reich durch die Ueberlegenheit ihrcr. organisatorischen Vorgehens englische Firmen schlagen, ins- l-sso ädere durch ein bereitwilligeres Eingehen auf die speziellen, leknl bedingten Wünsche der Käufer. Die Engländer besitzen in dieser Beziehung noch aus der Zeit, in der sie keine Koickurrenz zu fürchten hatten und in der ihnen die Käufer mehr oder weniger oon selbst zugeströmt sind, eine geringere Erfahrung und Uebung als Deutschland, das später auf dem kapitalistischen Feld aufgetaucht ist und vom ersten Augenblick an lernen mußte, durch bessere Orqanisa- arm des Verkaufs und Anpaffung der Waremnufter an die Wünsche dcr Käufer selbst fremde Märkte zu erobern. Hierzu kommt noch, daß die englische Handhabung der Erportkrcdit« ein schweres Hinder- ms für die Wiedergosundung bedeutet. Pom Standpunkt der englischen Wirtschaft aus ist weiter zu befürchten, daß die neue, ausgesprochen kapitalistisch eingestellte Reg«. nireg Valdwin, die neben einigen Freihändlern auch ausgesprochen« Schuftzollfanariker beherbergt, der britischen Wirtschast durch ein« offene oder versteckt« Schutzzollpolitik nur zu bereit- willig entgegenkommen wird. Damit würde sie den Rsimgungs- prozeß der Wirtschaft nur aufhalten, weil sie die Wirtschaft in ihrem heutigen Zustand wieder profitabler machen würde. Es fft oder unschwer vorauszusagen, daß sich eine solche Politik binnen kürzerer oder längerer Zeit als kurzsichtig erweisen und den Gesundungs- prozeß der britischen Wirtschaft der infolge der Innen-, aber insbesondere infolge der Außenpolitik Macdonalds so vielversprechend eingesetzt hat, auf längere Sicht gesehen hinausschieben muß. Auch rein wirtschaftlich ist also dafür gesorgt, daß die Bäume BaSmins nicht in den Himmel wachsen. Neichsinöex für Sie Lebenshaltung. (1913/14 1) 9. April. 23... 30.. 7. Mai.. 14.... 21.... 28.,.. Zunahme gegen die Vorwoche 0,1 proz. ch Während der LebenSballungSindez nahezu unverändert ge- blieben ist, senkten sich die Großhandelspreise elwaS stärker. Dabei ist auffallend, daß einem Rückgang der Lebensmittelpreise im Großhandel eine geringe Steigerung der Rohstoffpreise gegen- übersteht. Die bessere GeschäftSkonjunttur wirkt also bereits auf die Rohsioffpreisc zurück. Amtlich wird dazu mitgeteilt: Die auf den Stichtag deS18. No- vember berechnete GroßhandelSindexziffer des Staiistiichen Reichs« amtS ist gegenüber dem Stande vom 12. November(129.7) um 1,0 Proz. auf 128,4 zurückgegangen. Gesunken find vor allem die Preise für Getreide, Feite, Zucker, Baumwolle und Robjute. Höher lagen die Preise namentlich für Fleisch, ferner für Kalbselle und mehrere Textilrohlloffs und Heizwaren, für Metalle und Prei8aotle5lloxea iür Nahrungsmittel. Durchschnittscinkautspreisc tn Goldmark des Lebensmittel-Einzelhandels je Zentner frei Haus Berlin. Qerstengraupen, lose.. 18,50— 24,50 I Kakao, fettarm..... Gerstengrütze, lose... 18,50— 18,75| Kakao, leicht entölt.. Halerflocken, lose.... 20,00— 21,50 Tee, Souchon, gepackt Hafergrütze, lose.....??•?? Rotgenmchl 0/1 Weizengrieß.. Hartgrieß.. 70»/, Weizenmehl Weizcn-Auszugmehl... Speiseeibsen. Viktoria. Speiseerbsen. kleine... Bohnen, veiße, l erl... Langbonnen, handverles. Linsen, kleine...... 18,00- 27,0 17,00- 19,00 19,75- 22,50 24,50— 2•,•81 17,0— 19 00 19,50- 26,50 13,00- 24,00 16,00— 17,50 22,00- 74.75 28.09- 33,0 Linsen, mittel Linsen, große....... Kartoifeimehl.... Makkaroni, Hartgricßwr Eiernudein 28. 0— 37,50 37,50- 52,25 17.25- 21.25 43,50- 4530 47,00— 54,00 Metvnudem........ 23,00— 27,00 Bruchreis.......... 15,75— 18,0. Raneoon Reis....... 19,90— 29,99 Talclreis, glasiert, Patna 24,25— 32,90 Tafelreis,|ava...... 32,75— 42,00 Ringapfel, amerlk..... 80,00—1 0,00 Getr Pilaumen 90/100.. 40,00- 46, 0 Pflaumen, entsteint 77,00— 76.' 0 Cal. Pilaumen 40/59. 60,00- 65,00 Rosinen in Kisten, Candia 60,00— 70,00 Sultaninen Caraburnu. 75,00- 92,00 Korinthen, choice.. 65,00— 75,00 Mandeln, süße Bari. 195,00— 210. 0 Mandeln, bittere Barl 200,00—210,00 Zimt(Cassia)..... 110.00—120,09 Kümmel, holländischer. 55,00— 65,00 Schwarzer PlcffekSingap. 123,00— I30,0J Weißer Pfeffer... 175,00-185,09 Rohkaffee Brasil.... 203,00-228,00 Rohka(ieeZentralameriKa245,00.-3I'.00 Pöstkaffce Brasil.... 260,00—300,00 Röstkaifee Zentralam. 330,90—400,00 Röstgetreide, lose.. 20.90— 22, CO Tee, indischer, gepackt Inlandszucker basis mel. Inlandszucker Raffinade Zucker Würfel...... Kunsthonig....... Zuckersirup hell in Eim Speisesirup dunk. inEim Marmelade Einfr. Erdb Marmelade Vierfrucht Pflaumenmus in Eimern Steinsalz, in Säcken.. Siedesalz in Säcken,. 70,00- 96,00 100,00-1203» 320,00-400,00 40 ,00-470,00 29, 0- 32,00 32,25— 35,56 36,59- 41.00 39,60— 46,00 41.!«- 47,50 28,00— 32,00 90.00- 93,00 40,00- 45,00- 53,00 3,10- 3,60 3,70- 4,20 4.40- 5,10 5,20— 5,80 89,00- 91, CO 89.90— 91,06 83,00- 87,00 85,00- 89,i.O 65,04— 66,- Bratenschmalzln Tierces Bratenschmalz in Kübeln Purelard in Tierces Purelard In Kisten Spcisetalg in Packung Speisetala in Küneln..—— Margarine, Handelsm. I 66,00— desgl II........ 60,00- 63,00 Margarine, Speziaim. I. 80,00— 84,00 desgl. II.. 69,00- 71.00 Molkereinutter la i. Fäss. 203,00-2 8,00 Molkereinutter„ i. Pack. 212,00-216,00 Molkereibutter IIa i.Fäss. 17.5,00—192,00 Molkereibuiter» i. Pack. 182,00—200,0 Auslandbutter In Fässern 215,00—220,0 Corned beef 12/6 Ibs p. K. 40,00- 42,00 Ausl. Speck, geräuchert 108,00-120,00 45,00- 60.00 1203»-133,69 160,00 1703» E'hter Emmenthaler.. 170,00— 178.90 AusLungezuck.Condens- milch 48/16........ 21,50— 22,50 Inländische desgl. 43/12—— Inl gez. Condensm. 48/14—— Quadratkäsc filsiter Käse, vollfett Bayr. Emmenthaler hter Meiallheizwareu sowie für Gasöl, von den Hauptgruppen gäbe« die Lebensmittel von 125.8 auf 123,4 oder um l.S Proz. nach, während die Jndustrierohstoffe von 137,1 auf 137,7 oder um 0,4 Proz. anzogen.__ Der Anteil der Miele an den Lebenshaltungskosten in den ver. schicdcneu Ländern. Nach einem jüngst erschienenen Bericht des Internationalen Arbeitsamts(enthalten im Oktober Heft der„Revue International du Trooail") betrug der Anteil der Miete an den Lebenshallungskosten im Juli 1924 m Biüsiel 4,77 bis 7,76 Proz., in Kristiania ll.2S Proz.. m Mailand 7 Proz.. in Ottawa(Konoda) 22 Proz., in Philadelphia 13,2 Proz., in Prag SM Proz., in Rom ö Proz., in Stockholm 15 Proz., in Wien 3 Proz., in Deutschland 9,6 Proz., in England 13 Proz., in Holland 13 Proz. L. Schwarhkopfs(Berliner Maschinenbau A.-G.) hat 1924 für 24Millionen Kapital(davon 15, V5 Millionen dwidendenberechtigt) gegen 12 Millionen 1914 die Dividenden zu erwirtschaften. Das Kapital wird jetzt im Berhältnis 6: 1 zusammengelegt, so daß sich theoretisch etwa ein Aktienkurs von annäherend 199 Proz. ergibl. Dem Kapital entsprechen(die Ziffern von 1914 in Klammern) An- lagen mit 13,3(13,8), Beteiligungen. Effekten und Kasse mit 2,6(2,2) Millionen. Die Reserven sind mit 7,3(6,5) Millionen angesetzt. Schuldner und Bankguthaben erscheinen mit 11,2(9 85), Waren mit 4,1(4,2), Gläubiger einschließlich Anzahlungen mit 6,6(6,9) Millionen Mark.— Schwartzkopff hatte im Kriege und in der Inflation Hoch- konjunkwr. Bon 1914 bis 1921 sind die Anlagen mit dem Riesen- betrag von mehr als29Millionen Goldmark ausgebaut worden. Werden die Abschreibungen berücksichtigt, so erscheint die Bewertung der heutigen Anlagen mehr als vorsichtig. Auch in den Waren dürften große Reserven stecken, da sie m gleicher Höhe erscheinen wie 1914. Aus den Beteiligungen wurde 1929 bis 1924 überhaupt kein« Gewinne oerteilt. Unter diesen Umständen darf man auf die Dividende für das laufende Jahr gespannt sein. Stand der Geschäftsaufsichteu. Nach den fortlaufenden Fest. stellungen des Zentralverbandes des Deutschen Großhandels ist die Zahl der seit Mai d. I. unter Geschäftsaufficht gestellten deutschen Firmen bis 1. November d. I. auf insgesamt 3654(gegenüber 3389 am 1. Oktober d. I.) gestiegen. Das bedeutet eine Zunahme von 265 (gegenüber 391 im September). Bis 1. November sind insgesamt 1812(bis 1. Oktober 1394) Geschäftsau ffichten wieder a u f g e- hoben worden, davon 418 im Oktober(gegenüber 527 im Sep- tember). Die tägliche Zunahme war also im Ottober etwa 9 (gegenüber etwa 19 im September), während die täglichen Aufhebun- gen im Oktober etwa 14(gegenüber etwa 18 im September) be- wagen haben. Die Gründe für die starke Absenkung der Neuanord- nungen von Geschäftsaufsichten und Konkursen können wohl in der langsamen G e sch ä f t s b e l e b un g gesucht werden, die allerdings durch die ollgemeine Kapitalschwäche sich nur in sehr geringen Aus- maßen bemerkbar macht. Für eine Arbeikerbank In England. In der Gewerkschafts. und Arbeiterpresse Englands wftd der lebhafte Wwllch nach Gründung einer Arbeiterbank geäußert. Diese soll die- gewerkschaftlichen Mittel, die gegenwärtig zum größten Teil bei den Privatbanken liegen, r erwallen. Die Fonds der englischen Gewerkschaften werden auf 15 Millionen Pfund— an die 399 Millionen Gold° mork— angeschlagen. Während der Wirtschoftskrift, bei Arbeitskämpfen, kann die Arbeiterbank den Gewerkschaften ganz cnders zur Beifügung stehen als die Privatbanken. Die Arbeiterbank soll auch die Gründimg von Arbeitergilden im Baugewerbe und anderswo fördern und diese mit Kredit oersorgen. Die G r o ß e i n. kaufsgesellschaft verfügt bereits über eine Bantabteilung, die von den Gewerkschafien vielfach in Anspruch genommen wird. Es wird empfohlen, daß die Arbeiterbank unter Teilnahme der Groß- genosienschaftsbank gegründet werden soll. VVeim Sie wüßten wie sicher und bequem Sie Ihre Hühneraugen und Hornhaut durch„Lebewohl" los werden, würden Sie sich nicht erst mit minderwertigen Mitteln herumärgern. „Lebewohl" wirkt durch Filzring sofort schmerzlindernd. Kein Verrutschen, kein Festkleben am Strumpf. — Seit 29 Jahren bewährt— In Drogerien und Apotheken zu haben. 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Derart haben sie die Wirkung der Annahme des Dawes-Gutachtens charakterisiert. Angesichts solcher Behauptungen erscheint es angebracht, einen kurzen Blick auf die Entwicklungstendenzen der deutschen Wirtschaft zu werfen, die so gar nicht den Vor- aussagungen der Deutschnationalen entsprechen.. Deutschland ist unter den schweren Wirkungen der Stabili- sierungskrise in das Jahr 1924 eingetreten. Trotzdem hat sich das Vertrauen auf die feit Mitte November 1923 ausge- gebene Rentenmark als so stark erwiesen, daß auf dieses Ver- trauen gestützt, vom Anfang Februar ab ein starker Bedarf nach industriellen Waren sich einstellte. Nicht nur der eigent- liche Verbrauch, sondern namentlich auch der Handel suchte sich unter Ausnutzung der ihm zur Verfügung stehenden Kredite mit Waren reichlich einzudecken. Soweit dazu nicht die eigenen Mittel und die Kredite der Reichsbank in Renten- mark ausreichten, wurden die Mittel durch Verkauf von Effekten, Aktien usw., auf die sich in der Inflationszeit die Geldbesitzer mit gestürzt hatten, zu beschaffen versucht. Die Folge dieser Efsektenvertäufe war ein erhebliches Sinken des Kurs-Niveaus der Effekten bis auf zirka 69 Proz. des noch im Dezember 1923 zu oerzeichnenden! der Ansturm auf die Waren mit den aus den Effekten gelösten Beträgen bedingte aber auch eine wesentliche Steigerung der unter der ersten Wirkung der Stabilisierung wesentlich gesunkenen Waren- preise. Gerade diese mit dem Ansturm auf die Waren einher- gehende Preis st eigerung brachte ernste Gefahren für die Währung. So begreiflich der erhöhte Verbrauch ange- sichts der durch die Verhältnisse der Inflationszeit erzwunge- nen Zurückhaltung im Kauf und dem Aufbrauchen aller von früher besessenen Bestände auch war, ebenso unerfreulich war er vom allgemeinen volkswirtschaftlichen Standpunkt. So drosselte denn die Rcichsbank entschlossen die Kreditgewährung. Die Folgen waren für die innere Gesundung der Wirtschaft günstig, so schwer sie den einzelnen auch treffen mochten. Auf die beweglichen Klagen einer Unternehmcrkommission über die Krediteinschränkung mit der befürchteten Wirkung des „Kaputtgehens" der Betriebe ist damals, Mitte April, den Herren von maßgebender Stelle gesagt worden: .Bester, Sie gehen kaputt, meine Herren, als daß unsere Wöh- nmg raputtgeht, denn dann geht's ganze Volk kaputt." Die Folge der Kreditzurückhaltung durch die Reichsbank war ein Freiwerden bisher festgehaltener Devisen, war ein Abbau von Lägern und Preisen und Angleichung der viel- fach und zwar nicht unerheblich über dem Wellmarktniveau stehenden Jnlandpreisen an dieses Niveau. Aber mit der größeren Schwierigkeit der Geldbeschaffung stieg auch der Zinssatz. War dieser bei der Kapitalarmut Deutschlands schon zur Jahreswende außerordentlich hoch ge- wefen, so stieg er doch Anfang Mai für monatliches Geld auf zirka 69 Proz. und für tägliches Geld auf den ebenso phan- taktischen Satz von 48 und mehr Prozent. In der Folgezeit ist der Zinssatz wieder wesentlich gefallen und schwankte in der letzten Zeit um 12 bzw. 19 Proz. herum. Mit der Kredit- drosselung trat nun in der Tat das ein, was die oben er- wähnte Unternehmerkommission befürchtet hatte. Es gingen in der Tat zahlreiche Betriebe kaputt. In den einzelnen Mo- naten von Januar bis September 1924 jeweils einschließlich wurden 89, 39, 139, 326, 536, 1125, 895, 859 Konkurse ge- zählt gegenüber einem Monatsdurchschnitt von 698 im Jahre 1912. Daneben wurden vom Juni bis September 1924 1239, 973, 484, 391 Geschäftsaufsichten eingeleitet. In erster Linie war es der Waren Handel, der von diesen Wir- kungen der Stabilisierungskrise betroffen wurde. Was diesen Zahlen eine besondere Bedeutung verleiht, ist die Tatsache, daß es sich bei den in Konkurs geratenen Geschäften in erster Linie um solche handelt, die in der Nach- kriegszeit gegründet worden sind. Bon den 13, 18, 53, 194, 65, 67 Aktiengesellschaften, die vom April bis Sep- tember in Konkurs gerieten, fiel das Gründungsjahr bei 12, 18, 52. 191, 64. 65 in die Zeit seit 1919. Was sich hier bei den Attiengesellschasten hat klar feststellen lassen, dürfte in ähnlicher Weise auch für die Einzelfirmen und Handelsgesell- schaften gelten. Wir sehen also eine im Interesse der Gesamt- Wirtschaft nur zu begrüßende BereinigungderWirt- schaft eintreten. Die vorstehende Schilderung umsaßt im wesentlichen die Zeit der Unsicherheit, ob die seit Aniang April vorliegenden Vorschläge der internationalen Sachverständigen die Zu- stimmung Deutschlands finden würden. Wir können tonsta* tieren. daß schon s e i t d e n L o n d o n e r V e r h o n d l u n- aen im Inland und im Ausland ein Vertrauen auf das Wiederhochkommen Deutschlands sich ae'tend machte, das sich namentlich jeit Mitte Juni in einem von nur geringen Schwankungen begleitetem Steigen der Effekten- und Warenpreise auswirkie. Der Goldbestand der Reichsbank hat sich nach seinem Tiesstand im April/Mai von 442 Millionen Eoldmark ganz wesentlich auf beinahe 699 Mil- lionen Eoldmark erhöht. Der Geldumlauf, der am 1. Juli zum ersten Male 3 Milliarden Goldmark überschritt, ist am i Dfiober auf über 3,7 Milliarden Goldmark gestiegen. Die ttreditaewährung der Reichsbank ist wieder um ein erhebliches angewachsen. Die A r b e i t s l o s e n z i f f e r weist in den lebten drei bekanntgegebenen Ziffern ebenfalls einen Rück- o a n a auf Das alles zeigt genau dos Gegenteil von dem. was die Deutschnationalen über die Zukunft Deutschlands vor- ausaeiaat haben. Und es find gewiß keine unwesentlichen Momente die den Beweis einer Besserung der wirtschaftlichen Lage Deutschlands anzeigen. Wenn man in Betracht zieht, daß in den letzten Monaten gew.sie Frachtermaß, gungen em- getreten sind, daß eine Lerbilligung der Kohlenpreise erfolgt ist, daß Steuerermäßigungen, so speziell eine Minderung der Umsatzsteuer, eingetreten sind und noch weiter in Aussicht stehen, dann muß man doch zu dem Ergebnis kommen, daß das Vertrauen auf die deutsche Wirtschaft in den gegebenen Tatsachen viel mehr eine Stütze findet, als schwarzer Pessi- mismus. Im übrigen auch nur zur Schau getragener Pessi- mismus, nur aus demagogischer. Gründen erfolgte Schilde- rungen der Zukunfismöglichkeiten, die den Zweck verfolgten, das deutschnationale Können in das gebührende bengalische vas Wahlkamel. Ich bin kein Wahlefel, sappcr'ol. Ich bin ein riesig geweckter Kerl wie ihn der Heine besungen. Mit einer Ircudeulschea Seele. vem Kaiser bin ich treu bis zum Ich lese täglich den ganzen Tod, Scherl— Dorf, von Männerstolz auch Ich weiß genau, wie ich wähle! durchdrungen. o. ic Licht zu stellen, wenn sie etwa in die Regierung gekommen wären. Wir haben jedenfalls die begründete Hoffnung, daß die Zukunft Deutschlands keineswegs so dunkel und unheil- schwanger vor uns liegt, sondern daß der dunkler, und trüben Zeit der letzten Jahre eine Zeil kolgen wird, in der sich ein neuer Kulturaufbau auch für die breiten Massen des deutschen Volkes vollzieht. Die Narte» öec Volkes. Wer deutsch und national denkt, der wäbll nicht deutsch. national, sondern sozialdemokratisch! D'.e deutsche Nation besieht zum größten Teil aus Ar» beitern. Angestellten, Dcamten, Kleinbauern. Kleinbürgern. w a h r h a f t n a t i o n a l ist es, diesen Devolkerungsklasten ein kulturwiird'zes Dasein zu verschaffen und zu sichern. Kultur und Wohlfahrt de-»-beilenden Slassea sind Ehre und Stolz eines Dolkes. Das ist das Ziel der Sozialdemokratie. Zur Ehre der N-rtion: Wählt am 7. Vezem�?- �zialöemokratijch! Kriegsopfer, ir*hrt Euch! Drei Millionen Kriegsopfer werden in Deutschland mit der dürftigsten Versorgung und Fürsorge abgespeist. In der Jnflations- zeit mußten sie buchstäblich verhungern. Ihre Hoffnungen auf den Reichstag des 4. Mai sind bitter enttäuscht worden. Leistungsfäiiig war dieser Reichs iag nur in schönen Reden und nichtssagenden An- trägen für die Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen. Prak- tische Arbeit wurde nur von der Sozialdemokratie ae- leistet. Beweise: Di« Sozialdemokratie wollte die Renren um durch- schnttlich 50 Prozent erhöhen. Das Verhalten der bürgerlichen Par- teien zu dieser Absicht war empörend! Sie wollten sich mit 10 Proz. begnügen. Ihre Hauptsorge war die Wiedereinführung von Vor- rechten für die Offiziere. Am tollsten hat es dabei d)e nationa'istische Freiheitspartei getrieben Sie hielt es über- Haupt nicht für nötig, bei der Eröffnung des Reichstages für ein« Verbesserung der Bezüge der Kriegsopfer einzutreten. Es war ihr viel wichtiger, die Absetzung des Reichspräsidenten, die Beseitigung der Republikschutzgesetze und die Gestattung des Borkumliedes für die vornehmen antisemitischen Kurgäste auf der Insel Borkum.zu fordern, als an die Kriegsopfer zu denken! Ihr Vertreter lm Krisgsbeschädigtenausfchuß, der elzemalige OberstieuMant Ahlemcmn, vertrat die„berechtigte Klassifizierung der Versorgung zwischen Ge- meinem und Offizier", die nur in einem„Sklavenstaate", wie ihn die Sozialdemokratie erstrebe, abgelehnt werden könnel Diese Siel» lung wird erklärlich, wenn man weiß, daß die nationalsozialistische Reichstagsfroktion sich z» einem Drittel aus ehemaligen Offizieren mit Pensionen zwischen 300 und 1300 M. im Monat zusammensetzt. Die Kom-mu nisten schwiegen zu diesen Provokationen ihrer parlamentarischen Verbündeten. I», Plenum des Reichstags brachten sie es sogar fertig, zusammen mit den National- sozial! st en dafür zu stimm««,, daß die Bezüge der Of- f i z i e r e künstig im Wege der Unterstützung verdoppelt und verdreifach! werden können. Im übrigen verschränkten sie sich auf die Stellung völlig aussichtsloser Anträge. Bei solcher Gesinnung nimmt es fast wunder, daß es den ener- gischen Vorstößen der Sozialdemokratie wenigstens gelang, eine durchschnittlich« Verbesserung der Bezüge um 15 Proz. durch- zusetzen. er letzte Tag! Aufgepaßt, ihr roten Wähler! Ieüe Stimme ist ein Zahler. tzeute ist öer letzte Tag: Seht die Wählerlisten nach Die Sozialdemokratie hat weiter erreicht: 1. Svprozentige Erhöhung der Unterhaltungskosten für den Blindenführerhund. 2. Witwenbeihilfe für die Witwen von Kriegsblinden. 3 Abgabe einer Blindenuhr cmf Kost«, des Reiches. 4 Beschränkte Auswertung der Abfindungssummen für die wiederverheiratelen Kriegerwitroen. 5 Erweiterung des Kreises der Kriegselt« rngeldempfänger. 6. Milderung der Vorschriften für das Ruhen der Rente bei pri- vatcm Einkommen. 7. Wiederherstellung der durch das Ermächtigungsgesetz ausge- hobenen Rechtsgarantien für die Verfolgung von Dersor- gungsansprüchen vor den Gericht«,. 8. Verbesserung der Lage der Altoeteranen. Statt 27 Millionen Eoldmark mutzte che Regierung auf Drängen der Sozialdemokratie 75 Millionen neu für die Kriegsopfer in den Reichshaushalt einstellen. Das Erreichte ist völlig ungenügend. Die Verantwortung hierfür tragen die reaktionären Parteien, che ein System dulden, das Herrn Ludendorfs 22 000 Eoldmark aus öffent- lichen Kassen der Republik, darunter etwa 13 000 M. Milltärpension, zuschanzt und Hunderttausende von Kriegsopfern mit monatlichen Zuschlägen von 40 Pf. bis 1 M. abspeist! Den Dank des Vaterlandes erwidern nationalistisch« Offiziere mit hochverräterischen Umtrieben gegen die Republik. Anständige und ehrliche Arbeit am Wied w-wj bau des Staates überlassen sie den vcrnach'ässigten Kriegsopfern. Kriegsopfer! Wollt ihr dieses System in Deutschland aus- rotten, dann verhelft der Reaktion und den Kriegshetzern am 7. De- zember zu einer entscheidenden Niederlag« durch che Wahl von Sozialdemokraten!_ x Die ganze Kraft öem Wahlkampf! Der Vorstand des Deutschen Arbeiter-Abstinenten-Vundes bittet uns um die Veröffentlichung der folgenden Zeilen: Der Wahikamps, den gegenwärrig die klassenbewußt« Arbeiter- schaft führt, stellt cm den einzelnen wie an che Organisation die höchsten Anforderungen. Es gilt, die ganze Kraft, die geistig« wie die physische, einzusetzen, um den größtmöglichen Ersolg zu erzielen. Weil wir wissen, daß der Alkohol schon In mäßigen Mengen die für den politischen Kampf wertvollsten Energien schwächt, weil wir wisieu, daß heute die Trinksitten noch mächtig und der Trinkgelegcnheiten viele sind, drängt es uns, gerade jetzt wieder vor dein Alkoholgeiruß zu warnen. Die Kam-pfestüchtigkeit der Arbeiterklasse kann sich nicht voll entfalten, das Höchstmaß von Klugheit und Besonnenheit, von Ausdauer und Begeisterung kann nicht aufgebracht werden, wenn das erschlaffende und abstumpfende Genußmittel nicht gemieden wird. Darum Selbstbeherrschung im Interesse des großen Zieles! Ein Schutzpatron öer Kommunisten! Genosse Löffler schreibt irns: Wer im gegenwärtigen Reichsiagswcchlkarnpf Ausemmckersetzun, gen mit Kommunisten führen muß und hierbei auf russische Der- hättniss« zu sprechen kommt, dem wird bestimmt zugerufen: E d o F i m m e n. Er hat es verdient als Schutzheiliger der Koimnuniften durch diesen Wahlkampf geschleppt zu werden, denn zu welchem anderen Zweck lzet er sonst me russischen Zustände verherrlicht. Er muß es sich nun auch gefallen lasten, daß in der Abwehr gegen seine Uebcrlreibungen manches gesagt wird, was ihm nicht engenehu, sein kann. Niemand dürste leichter geneigt sein, potemkinsch« Dörfer für Realitäten zu aehmen, wie Edo Fimmen. Das hat er wiederholt bewiesen. Als Beweis fei an folgendes erinnert: In: Juni 1021, während des blutigen polnischen Aufstaildes in Oberschlejisn, war Edo Fimmen Führer einer Delegation des J'.iternatioiialcn Gemcrkichastsbundes, die den Auftrag hatte, die Lage in Oberschlesien zu studiercn und darüber zu berichten. Daß die Polen recht bald seine schwache Seite erkannt hatten, beweist sein 25 Druckseiten umfassender Bericht. Aus Seite 20 wird die Lebens- mittelvcrforgung von Oberlchlesien besprochen. Die Zlnhänger Deutschlands haben damals die Auffassung vertreten, daß Obcrlch'esten in dieser Beziehung abhängig wäre von Deutschland. Die Polen hingegen haben behauptet, daß Oberschlesieu in der Lebensmittelversorgung aus den Osten angewiesen wäre. Sie haben dies« Behauptung auch mir zahlenmäßigen Nachweisen zu stützen versucht, die von Edo Fimmen für so durchschlagend erkannt wurden. daß er sie in seinen schriftlichen Bericht cm den Internationalen Ge- werrsrfzaftsbunb übernahm. Unter anderem weiden Angaben über die Reiseinfuhr nach Oberfchlefien gemacht. Es wird gesagt, daß 1012 nach Oberschlesien 35 022 Reis eingeführt wurden (ob Pfund, Kilo. Zeirtner, Doppelzentner oder Tonnen gemeint find, l>at Edo leider nicht angegeben! und davon wären allein 21434 aus Polen nach Oberfchlefien erngeuchrt worden. Edo Fimmen hat uotz wiederholter Fragen, wo sich die Reisfelder in Polen befinden, bislang geschwiegen. Bei einer pcrsönlich-mündlichen Frage konnte ich nur höchst« Verlegenheit feststellen. So wenig es in Polen ein Gebiet gibt, in dem Reis gebaut wird, ebensowenig werden die von Edo Fimmen geschilderten Berhältr.issc in Rußland zu finden sein. Der selige Pctemkin dürfte bald von Edo Fimmen abgelöst werden. Die alte Zersplitterung! IS Parteien— S AufwerwngShiarteien. Der Kreis- und Derbandswahlausschuh für die Potsdamer Reichstags- und Landtagswehl ist gestern zusammengetreten. Ihm wurden für die R e i ch s t a g s w a h l 15 und für die Landtagswahl 12 Wahlvorschläge eingereicht. Sie betreffen folgende Par- teierr: 1. Häußer-Dund, 2. Deutschsoziale Partei(Reichsbund für Aufwertung), 3. Freier Wirtschaftsbund(FFF.) 4. Wirtfchafls- Partei des Mittelstandes, 5. Deutsche Dolkspartei, 3. KPD., 7. USP., 8. Sozialdemokratisch« Partei., 9. Nationalsozialistische Freiheitsbewegung, 10. Deutschnalionol« Dolkspartei, 11. Demokratische Partei, 12. Zentrumspartei, 13. Polnisch« Volkspartei, 14. Auswar- tungs- und Wiederaufbaupartei, 15. Deutsche Auswertungs- und Aufbaupartei. Die Vorsrfilägc für die Landtagswahl find mit Aus- rahme der Parteien zu 1, 3 und 14 von denselben Parteien«in- gereicht. Nicht anerkannt wurde wegen formeller Fch'er der Wahl- Vorschlag der Teutschhannoverschen Partei und des Stark-Bundes. Die deutschnattonale Re!chte, til!lzzl> Piwse. Grata Lag« Qeorz Wazner KäpenickcrStr. 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Lager Die Plccolomlni Schiller»Tlicatcr 7'/,! D Kronenkraul Gr. Volksoper Vit Uhr Fldeiio Volks b ü b n e 7'/, U.: Der arme Konrad Deutsch. Theater 7'/- Uhr; Die heilige Johanan Eamm er spiele 8 Uhr: Die tote Tante und andere Begebenheiten Die Komödie Rorfäntajiiflr 216:201 8 Unr. AI m e e imtir 1. 1. SlJiygrjIm Sir. 8 U.: Dp Zun dm MWil fi>. a. Nolltndoripl. 7J0: Die Oellebtc Sr. Hoheit mit f-'ritzl Massary konitldlenhnus 8 Uhr: Karussell In-Tseaief leu e 4 U. slein, Pr. Hänsel u. Orefcl Nurnochwenlg.Taer S Uhr. Die groPe Kerne Wien gib acht! üeb.lSOmiwirkende CenlstfL Hnstlcriüsai Täst. 8U.: Zaza Lustsplelhaus rsgllch 8 Uhr Geld wie Heu H-ihi Optrelttnliiijs Tägl H Uhr; Der Tanz um die Lieb» WaiinerBTtieat. Tflßl. 8 tinr; David b. Co latb Tb.i.!!.G8!n.-Iiiniball0 üfeiflensee, piiimgut.ti Zonnt.abds.?'/,Ubr Alt- fleidelberg Preise 80 Pt. b. 2 M Casino-Theater laftrlnTrSb 37 Hfl.! Oh: Neu i Neu! Satan Weib! 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