Nr.555 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 282 Bezugspreis: Böchentlich 70 Goldpfennig, monatlich 8,- Goldmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, Gaar- und Memelgebiet. Defterreich, Litauen, Luxemburg 4,50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmar! pro Monat Der., Borwärts" mit der Sonntags beilage Boll und Reit" mit..Gied. lung und Rleingarten sowie bet Unterhaltungsbeilage Seimwelt" und Frauenbeilage Frauenstimme erfcheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adreffe: Sozialbemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Goldpfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Stonpareille. geile 0.70 Goldmart, Reklamezle 1. Goldmart. Kleine Anzeigen" bas fettgebrudte Wort 0,20 Gold. mart( zuläfig awei fettgedruckte Worte), tebes weitere Wort 0,10 Goldmart. Stellengesuche das erste Wort 0,10 Goldmark, jedes weitere Bort 0.05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 0,30 Goldmart. Eine Goldmart- ein Dollar geteilt burch 4,20. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgefd; äft, Berlin SW 68, Linden ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Berlag: Tönboff 2506-2507 Redaktion: Dönhoff 292-295 Dienstag, den 25. November 1924 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36 Bauffonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft. Devojitenfase Lindenstraße 3 Die Großindustrie kauft Abgeordnete. Für Zehnstundentag Die Großindustrie, der Hort der sozialen Reaktion, macht mobil für den Wahlkampf. Sie hat Sammlungen eingeleitet, um die Parteien zu unterstützen, die gewillt sind, bei der tommenden Entscheidung über die Verteilung der Lasten aus dem Dawes- Gutachten die Interessen der Großindustriellen vor die Interessen des ganzen Volkes zu stellen. Die Kapitalsmacht der großen Industrie wird als politisches Argument in den Wahlkampf geworfen. Die Industriellen wollen jedoch sicher sein, daß ihr Geld nicht umsonst ausgegeben wird.. Sie zahlen gutes Geld, und sie wollen von den Empfängern ihres Geldes pünktlich und zufriedenstellend mit arbeiterfeindlicher Politik beliefert werden. Ein brutales Rundschreiben der Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände beleuchtet den schändlichen Handel, der auf diese Weise mit den Interessen des Volkes getrieben wird. Dieses Dokument der politischen Unmoral und der Korruption lautet wie folgt: Bereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände E. B. Berlin W. 62, Burggrafenstraße 11. Berlin, den 6. November 1924. Rundschreiben Nr. 253 Tagebuch Nr. Pa/ 33120 B.trifft: Arbeitgeberschaft und Wahl. Die Industrie und ihre Verbände werden zurzeit im Hinblick auf die bevorstehenden Reichstagswahlen von den verschiedenen Parteien um erhebliche Geldleistungen angegangen. Die 3vficherung einer Gegenleistung hierfür wird meistens nicht gegeben, auch in präziser Form von den geldgebenden Industriellen bzw. Verbänden, soweit uns bekannt geworden ist, nicht verlangt. Bon verschiedennen Seiten aus Mitgliedskreisen, Berbänden und Firmen ist an die Vereinigung die Anregung und Aufford rung gerichtet worden, doch der deutschen Arbeitgeberschaft einige Unterlagen und richtunggebende Punkte für das Zusammengehen mit den Parteien und für den Wahlkampf überhaupt zu geben, zumal auch ber Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund flare Parole herausgegeben hat. Auch auf den Wahlruf des Reichslandbundes machen wir aufmerksam. Wir betonen, daß die Breinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände nach wie ver gewillt ist, überparteilich zu arbeiten, daß sie es aber als ihre Pflicht ansieht, die Arbeitgeberschaft aufzufordern, diejenigen parteien, welche gegen die grundsäßliche Auffassung der deutschen Wirtschaft arbeiten und eingestellt sind, 3 u betämpfen, fowohl materiell wie ideell. Deshalb meinen wir, daß die Unterstützung einzelner Abgeordneten und Parteien von folgenden allgemeinen Gesichtspuntten g.tragen werden müßte: Die Wahl am 7. Dezember ist entscheidend für die ganze weitere Entwicklung des Boltes, des Staates und der Wirtschaft. Es geht um den Kampf zwischen internationalistischer Weltanschauung und dem Streben einer Erstartung nationaler Staats- und Wirtschaftsauffassung, um cinen Kampf zwischen nichtdeutschem und deutschem Denken. Der deutschen Arbeitgeberschaft fie mag politisch eingestellt sein wie sie will ist hiermit die Linie für den Wahlkampf gegeben. Es geht bei dem Schicksalskampf der deutschen Wirtschaft um die Frage, ob nach Annahme des Dawes- Gutachtens innenpolitisch die zu deffen Durchführung und zur Gesundung der Wirtschaft als notwendig erkannten Maßnahmen auch tatsächlich sichergestellt werden. Daraus ergibt sich die Pflicht der deutschen Arbeitgeberschaft und der Führer ihrer Verbände in erster Front zu stehen und ideell wie finanziell jeder Partei und jedem Abgeordneten zu helfen, der diese Fragestellung erkannt hat und mit uns an der Lösung mitarbeiten will. Man foll aber von der Industrie und dem Gewerbe nicht erwarten fönnen, daß sie eine Wahl finanzieren helfen, von der sie nicht die Ueberzeugung haben, daß die Grundlagen einer gefunden und nationalen Wirtschaft hierbei erkannt find und entsprechend gewürdigt werden. Daher ist es notwendig, daß die Arbeitgeberschaft und ihre Verbände fich zentral fowohl wie bezirklich und örtlich mit den Parteien und ihren Geschäftsstellen, wie auch mit dem einzelnen Abgeordneten, soweit dies nicht geschehen ist, sofort in Verbindung setzen, um deren Grundeinstellung zu erfahren. Die Industrie hat schon genug Geld gegeben im Staatsund Allgemeininteresse, ohne jede& genleistung zu verlangen. Wir haben bisher in der Vereinigung und unseren Mitglieds- Berbäuden ffets den Grundfah vertreten, daß wir das Industrieintereffe heute am besten wahrnehmen, wenn wir und für einen starten Staat einsetzen. Wir können daher verlangen, daß im Rahmen des Staats- und Allgemeinintereffes die bürgerlichen Partelen und Ihre Abgeordneten fich den von uns und unseren Mitgliedsverbänden vorgebrachten Forderungen auf jozialpolitischem Gebiete nicht verschließen. Kein Abgeordneter dürfte sich hei Anerkennung dieser Grundsätze etwas vergeben. - gegen Sozialpolitik! Wir faffen unsere Stellungnahme kurz zusammen: kampf gegen den Internationalismus, der verkennt, daß ein international eingestelltes Deutschland nur dann zur Geitung fommen kann, wenn der Staat gestützt auf eine gefunde Wirtschaft wieder zur Macht und Deutschland selbst ein machtvolles Staatswesen wieder zur Weltgelfung und Gleichberechtigung tommt. Ein polifisch wie wirtschaftlich schwaches Deutschland wird auch auf dem Gebiete internationaler Sozialpolitik immer im Nachteil fein. Deshalb wenden wir uns heute besonders dagegen, uns international in der Gestaltung unserer Innenpolitik und vor allem unserer Sozialpolitik festzulegen. einer freien deutschen Wirtschaft als der Grundlage eines gefunden Das Ziel muß vielmehr die auf uns selbst gestellte Erstarfung Staatswesens sein. Wahrheit, Bernunft und gesunde Wirtschaftstendenzen müssen sich gegen internationale Phrasen, marristische Weltanschauung und radikale Utopien stemmen. Wir bitten, diese grundsätzliche Einstellung der Vereinigung, die wohl die jedes Verbandes und Arbeitgebers sein dürfte, überall in entsprechender Form auch in den Bezirken und einzelnen Orten mit Nachdrud gegenüber den Parteien und Wahlfandidaten auch praktisch zu vertreten. Welche Forderungen und Grundsätze wir im einzelnen auf unferen Tätigkeitsgebieten haben, dürfte unseren Mitgliedern und der Deffentlichkeit bekannt sein. Flugblätter, Broschüren usw. find unseren Mitgliedern zugegangen bzw. in Arbeit. Ueberhaupt stehen Propagandamaterial und fachliche Unterlagen über alle Arbeitsgebiete der Sozialpolitik für die Information der eigenen Mitglieder wie für die Deffentlichkeit in größtem umfange für die Verbände bereit.( Siehe„ Rundschreiben" und Hinweise in den„ Mitteilungen".) Desgleichen steht die Geschäftsführung der Vereinigung für Auskünfte über alle Fragen der Wahl, Programme der Parteien, kandidaturen wie zur weiterleitung von Geld mitteln an die richtigen Stellen zur Verfügung. Exemplare dieses Rundschreibens können bei uns fostenlos angefordert werden. um daran zu verdienen. Heute schwärmen sie wieder für den starken Staat. Er soll das Instrument sein, das die Arbeiterschaft niederhält und mit den Kosten der Reparation belastet, den Befiz aber schont und schützt. Diesem Zweck dienen die beiden grundsätzlichen Forderungen der Industriellen, die das Rundschreiben der Arbeitgeberverbände aufstellen. Die erste ist: industrieller Hochschuzzoll. Das ist es, was sich hinter der Phrase vom Kampf der nationalen Staats- und Wirtschaftsauffassung gegen internationalistische Weltanschauung verbirgt. andere ist: Abbau der Sozialpolitik. Sie kommt zum Ausdruck in dem klassischen Sazz des Arbeitgeberrundschreibens: Die ,, Deshalb wenden wir uns heute besonders dagegen, uns inter= national in der Gestaltung unserer Innenpolitik und vor allen unserer Sozialpolitik festzulegen." Keine Ratifizierung des Washingtoner Abkommens, feine internationale Sozialpolitik, keine Eingliederung Deutschlands in den freien Belthandel so sieht die reaktionäre, volksfeindliche und verderbliche Politik aus, die die Industriellen mit ihrem Gelde faufen wollen. Sie wollen Parteien und einzelne Abgeordnete bezahlen, damit die fich ihnen gegenüber verpflichten, am Elend und Unglüc des Volkes zu arbeiten. Diesem Handel muß am 7. Dezember ein Strich durch die Rechnung gemacht werden. Die Empörung über den schamlosen Versuch des Stimmentaufes, die Entrüstung über die volksfeindlichen Ziele dieses Handels muß und wird sich als stärker erweisen als die Kapitalsmacht der reaktionären Induſtrie. J Nathusius wird begnadigt. Paris, 24. November.( TU.) Die Meldung, daß die franzöfifche Regierung die Begnadigung des Generals Nathufius beabsichtige, wird von zuständiger Seite bestätigt. Bis zur Haftentlassung dürften vermutlich noch einige Tage vergehen, da vorher ein Meinungsaustausch zwischen der Deutschen Botschaft und dem Quai d'Orsay erfolgen wird. Paris, 24. November.( Eigener Drahtbericht.) Die Information, daß die französische Regierung die Begnadigung des Generais Nathufius in Aussicht genommen hat, wird auch von den Abendblättern bestätigt. Selbst der nationalistische Intransigeant" erkennt an, daß auf Grund einer unparteiischen Prüfung des Verhandlungsergebnisses eine Gnadenmaßnahme zugunsten des Generals vollauf begründet erscheine. Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände E. V. Für den Vorstand: gez. E. v. Borsig Die Geschäftsführung: gez. Dr. Tänzler. gez. v. Zengen. Die deutschen Arbeitgeber meinen, für Geld könne man alles kaufen: nicht nur Ware, sondern auch Politik und Parlamentarier. Es ist niemals nackter herausgesagt worden, daß die deutsche Industrie die Politif als ein bloßes Handelsgeschäft be= trachtet. Dies Rundschreiben geht so weit, daß es nicht nur die Bereitschaft zur finanziellen Unterstützung jeder Partei erdie Bereitschaft zur finanziellen Unterstüßung jeder Partei erfennen läßt, die sich kontraktlich verpflichtet, im Interesse ihrer Geldgeber zu arbeiten, sondern darüber hinaus auch die juristischen Weg für eine unverzügliche Freilaffung des zu UnWir begrüßen es, daß Herriot den einzig offenstehenden Bereitschaft zur finanziellen Unterstützung einzelner Abrecht verurteilten Generals von Nathusius ohne weitere Bergeordneter. Man wird sich demnach im künftigen zögerung einschlägt. Die deutschnationalen Giftmischer, die Deutschen Reichstag die Abgeordneten der reaktionären Par- sich auf den Fall Nathusius mit schlecht verhaltenem Freuteien genau ansehen müssen, die sich mit der größten Ent- bengeheul gestürzt haben, um daraus ein Ablenkungsmanöver schiedenheit für die Sache der sozialen Realtion ins Zeug großen Stils im Wahlkampf zu fonstruieren, werden natürlich legen. Man wird bei jedem von ihnen die Frage aufwerfen nicht verfehlen, sich über diese Begnadigung" sittlich zu entund untersuchen müffen: hat er während der Wahl rüsten und die volle Wiedergutmachung des verletzten Rechts Gelder von den Industriellen erhalten, und hat er dafür be- zufordern". Aber jedermann weiß, daß keine Regierung stimmte Zusicherungen- kontraktlich festgelegt oder münd- sich über die Gesetze hinwegsetzen kann, auch wenn sie von lich gegeben? Erhält er während seiner Parla Bivil- oder Militärgerichten noch so mißbraucht wurden, wie mentstätigkeit weitere finanzielle Unterstützungen von das im Prozeß gegen Nathusius geschehen ist. Als der Hauptindustrieller Seite? Welche Verpflichtungen ist er für solche mann Dreyfus zum zweiten Male vom Kriegsgericht verfinanzielle Unterstützung eingegangen? Und schließlich, wie urteilt wurde, obwohl seine Unschuld klar bewiesen war, da hoch find die Summen, die er erhalten hat, oder die er noch weigerte er sich zunächst, ein Gnadengesuch zu untererhält? Wieviel kostet der Industrie die Stimme eines der zeichnen, obwohl ihm dies von der Regierung und von seinen sozialen Reaktion willfährigen Abgeordneten im Deutschen Freunden und Anwälten dringend nahegelegt wurde. Er gab Reichstag? schließlich nach, und erst viele Jahre später wurde ihm durch ein Urteil des Kaffationshofes die moralische Wiedergutmachung eines Freispruchs zuteil. Im Fall Nathusius kann man bestimmt erwarten, daß schon die zweite Instanz auf Grund der eingelegten Revision zur Freisprechung gelangen und damit die ganze peinliche Angelegenheit aus der Welt schaffen wird. Die Hauptsache für den Augenblick ist die Freilassung des alten Mannes, und diese ist nur durch einen Gnadenakt zu erwirken. Solches Mißtrauen, bei dem jedem Parlamentarier der Rechtsparteien die Schamröte ins Gesicht steigen müßte, wird notwendig nach dem von uns wiedergegebenen Rundschreiben der Vereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände. Da ist der Stimmhandel offen angekündigt: Die Industrie hat genug Geld gegeben, die Industrie fann verlangen, daß die Abgeordneten ihren Forderungen auf sozialpolitischem Gebiete nach kommen! Alles für Geld! Das ist die wahre Wahlparole der sozialreaktionären Industriellen. Mit Geld wollen fie alles kaufen: den einzelnen Abgeordneten, die Partei, das Paria ment, den zehnstunden tag. Denn das ist schließlich Sinn und Zweck des Handelsgeschäftes. Sie wollen ein willfähriges Parlament, das mit der deutschen Sozialpolitik endgültig Schluß macht, das die deutschen Arbeiter ihrer Willkür ausliefert, damit fie die Lasten des Dawes- Planes aus ihnen herauspressen können. Jetzt auf einmal sind sie für den Jetzt auf einmal sind sie für den ftarten Staat! In der Inflationszeit stellten sie die Wirt schaft über den Staat. Damals wollten sie für sich die Freiheit, die Staatsfinanzen und die Währung zugrunde zu richten, Wenn die Regierung Herriot diefen einzig möglichen weg beschreitet, obwohl sie sich dadurch zweifellos den Schmähungen der französischen Nationalisten, dieser Gesinnungsgenossen des Lokal- Anzeiger" und der Deutschen Tageszeitung", ausfeßt, stellt sie sich turmhoch über die bayerische Regierung, die sich seit Jahresfrist hartnädig weigert, die feierlich versprochene Begnadigung Fechenbachs zu vollziehen. Und alle diejenigen, die das Schandurteil an Fechenbach dulden und decken und dazu sind in gehören in erster Linie die Deutschnationalen unseren Augen ebenso verächtlich wie die franzöfischen Militärrichter von Werden und Lille. Die krachende Mitte. Strefemann gegen Marg, Mary gegen Stresemann, Jarres gegen Jarres. Der Bahtampf bedt, je weiter er vorschreitet, um so räftiger die Gegenfäße auf, die auch innerhalb der isherigen Regierungsparteien im Reiche betanden. Daß Stresemann im Lande herumreift und für feine, Politik der Befreiung" als Gegensatz zur Politik der Erfüllung" Propaganda macht, haben wir bereits registriert. Augenscheinlich ist der Vielredner Stresemann sich gar nicht bewußt, wie starf er mit dieser neuen Formulierung diejenige Politit herablegt, die feine Koalitionsgenojien innerhalb des Zentrums und der Demokratischen Partei bis her für richtig befunden haben. Nun hat sich der Reichstanzler Marr in seiner Kölner Repe, die wir im Abendblatt wiedergaben, sehr deutlich gegen diese Art des Außenministers ausgesprochen, freilich ohne ihn zu nennen. Er hat darüber gefpottet, daß man in der letzten Zeit die Entdeckung" gemacht habe, daß zwischen der Außenpolitik der letzten Jahre und der von heute ein wesentlicher Unterschied bestände. Es ist nach seiner Meinung erfreulich, daß man diese Entdeckung erst jest gemacht hat und noch erfreulicher, daß man bisher nie etwas von diesem Unterschiebe ge merkt hat. Das ist eine für einen Mann in der Stellung des Reichstanglers sehr vorsichtige, aber sehr deutliche Abfage an feinen Ministerfollegen, der in der Wahlzeit nichts Gescheiteres zu tun weiß, als die von ihm bisher fort gefeßte Erfüllungspolitif als eigene ErfinDung auszugeben, trotzdem er diese Erfüllungspolitik noch vor furzer Zeit selber aufs heftigste bekämpft hat Die Zentrums preffe braucht ja nicht ganz so vorsichtig zu sein als der Reichsfanzler. Deshalb spricht die„ Germania" in einer anderen Tonart mit der Bolkspartei und ihrem Führer Stresemann. Sie macht darauf aufmerksam, daß die Bolkspartei fchon im Mai 1921, als Oberschlesien von den Bolen besetzt und das Londoner Ultimatum bei der deutschen Regierung eingetroffen war, eine Zeitlang ernstlich den Ge danten erwogen hat, die Wirthsche Erfüllungs. politit mitzumachen. 3war forderte sie gewiffe Garantien von der Entente in bezug auf die Erhaltung Oberfchlesiens für Deutschland. Trogdem aber diese Garantien megen des Ultimatums gar nicht erst gefordert werden fonnten, war der volksparteiliche Justizminister des Kabinetts Fehrenbach, Dr. Heinze, bereit, im Erfüllungsfabinett Wirth zu verbleiben! Aber seine Frattion hat ihm das unterfagt, nicht, weil sie die Erfüllungspolitik für töricht hielt, sondern weil sie nicht den = den Mut zum Hanbeln fofort gefunden und nicht dem Druck von rechts nachgegeben, der heute noch ihr Berhängnis ist, so mütde fich die gesamte Lage Deutschlands wesentlich früher fonfolidiert haben. Wir erleben also das erbauliche Schauspiel, daß in einem Wahlkampf, der non bisherigen Roalitionsparteien um eine starte Politik der Mitte" geführt wird, sich die hauptsäch lichsten Vertreter dieser Bolitit, Marg und Stresemann, gegenseitig widerlegen. Noch schöner aber wird es, wenn man sieht, daß der volksparteiliche Reichsinnenminister, Jarres, fich felbft widerlegt. In einer Berliner Ber sammlung der Boltspartei hat er vor einigen Tagen die Auf Löfung des Reichstages als vollkommen unnötig und als ein unglüd für das Bolt erklärt. Boshaft bemerkt dazu die Germania": Es scheint bei den Ministern der Deutschen Volkspartei a11. mählich Mode zu werden, in ihren Wahlversammlungen nicht mehr zu wissen, was sie als Minister getan haben. Unseres Wissens ift die Reichstagsauflösung vom Reichstabinett einstimmig be. fchloffen worden, also bod) wohl auch vom Herrn Reichsminister Jarres. Er hat an einem seiner heutigen Meinung nach unnötigen und unglüdseligen Beschluß erfolgreich mit. gewirkt. Sollte er aber bei der damaligen Kabinettsfizung nicht anwesend gewesen sein, dann möchten wir wissen, ob er gegen den Auflösungsbeschluß protestiert hat. Wie dem aber auch sei, die Kritik, die das Rabinettsmitglied Dr. Jarres an seinem eigenen noch amtierenden Kabinett übt, berührt äußerst merkwürdig. Dr. Jarres fühlt sich wohl bereits in Kin digung". Aber von einem Reichsminister sollte man selbst dann etwas mehr Selbstdisziplin erwarten. Die volksparteilichen Minister, die immer wieder mit dem Bruftion der Ueberzeugung erklären, daß fie das Baterland über die Partei stellen, scheinen wirklich einen merkwürdigen Begriff von Partei- und vaterländischen Interessen zu haben. Ihre Fraktion hat in schlotternder Angst um ihre Anhängerfchaft eine Regierungsfrise nach der anderen herbeigeführt. Jezt zeigen die Minister der Welt, wie zerfahren und haltlos die sogenannte Politik ist, die die Bolts partei dem Deutschen Reiche bescheren möchte. Mit einem Worte: Echt nationalliberal! Die Justiz gegen die Presse. Berdächtiger Eifer gegen Sozialdemokraten. Der verantwortliche Redakteur unseres Zeiger Parteiorgans, Genoffe Bergholz, war wegen eines Breßvergehens zu Gefängnis perurteilt worden. Durch Verfügung des preußischen Justizministers hatte er jedoch zu Beginn dieses Jahres Strafausseßung er halten. Diese ist jest, einen Monat vor Weihnachten und unmittelbar vor der Wahl, bei der Genosse Bergholz Einen meiteren Justizskandal hat sich in diesen Tagen ein Reipziger Amtsgericht geleistet. Es perurteilte den verantwort lichen Redakteur der„ Chemnizer Boltsstimme", Genossen Sarl Böchel, megen Beleidigung" des Leipziger Führers ber 2ölfischen, Rech sanwalt Dr. Melzer, zu zwei Wochen Gefängnis. Warum? Am 10. April d. J., furz nach der Verurteilung Dr. Zeigners, war in der„ Chemnizer Volksstimme" eine Notiz von einer Sigung des Sozialwissenschaftlichen Klubs erschienen. Diese Notiz war von einem jungen sozialistischen Studenten aus Berlin der„ Chemnizer Boltsstimme" überwiesen worden und beschuldigte Melzer der Aftenverbrennung. Auch wurde darin die völkische Berkommenheit gefenn. zeichnet. Die Notiz war in der Abwesenheit des verantwortlichen Redakteurs Böchel gebrudt worden. Das wurde durch Zeugen be= ftätigt. Gleichzeitig war der Einsender der Notiz als 3euge er schienen und befundete, daß er der Berfaffer mar. Rechtsanwalt Gen. Graf beantragte Freisprechung, da weber Leichtfertigkeit nach Fahrlässigkeit vorläge. Das Gericht verur'eilte den Redakteur Gen. Böchel jedoch wegen Bergehen nach§§ 20 und 21 des Preßgesetzes zu zwei Wochen Gefängnis und den Kosten. Kommunistische Hehe. Die Ber. Wie Lügenmeldungen fabriziert werden. Freiburg, 24. November.( Eigener Drahtbericht.) liner Rote Fahne" vom Freitag, den 21. d. M., berichtete, daß Scheidemann in einer Wählerversammlung in Freiburg einen fommunistischen Diskussionsredner verhaften ließ. Dieser Meldung liegen, wie wohl auch von der„ Roten Fahne" nicht bestritten werden fann, insgesamt folgende vier Lelegrammmorte zugrunde: Tittel, Diskussionsredner Scheidemanns, ver. haftet." Um aus diesen Worten die obige meldung ziehen zu fönnen, muß man schon über eine an nichts gebundene Phantasie odet aber über eine ebenso ungebundene Demagogie verfügen, wie sie in dieser Reinfultur nur in den Redaktionsräumen der Roten Fahne" heimisch zu sein scheint. Es ist richtig, daß, wie das Telegramm meldet, in der Freiburger Scheidemann- Bersammlung ein kommunistischer Redner verhaftet wurde, dessen Ausführungen weiter anzuhören, nebenbei bemerkt, allerdings 3000 Versammlungsteilnehmer fich spontan weigerten. Richtig ist aber ferner, daß diese Berhaftung, wie sogar von dem schon lange wieder Freigelassenen selbst zugegeben werden muß, ohne 3utun irgendeines Mitgliedes der SPD. erfolgte, und zwar aus dem einfachen Grunde, weil die Kriminalpolizei in dem Redner einen fteckbrieflich Berfolgten zu erkennen glaubte. Im übrigen hat der unfreiwillig zum Agitationsobjekt gemachte Kommunist versprochen, der Roten Fahne" selbst eine Berichtigung zuzuschicken. Man darf auf deren Abdruck gespannt sein. Mut dazu hatte, fie offen zu unterstützen. Ihre Ablehnung zum Breußischen Landtag kandidiert, widerrufen worden,„ ba er fich Zuchthausanträge des Oberreichsanwalts. rar alfo nur eine parteifattische, nicht eine grundsäß liche. Denselben Mangel an Mut hat die Boltspartei noch wieder bolt an den Tag gelegt, weil sie immer die Konkurrenz Der Deutschnationalen fürchtete. Schon im Ottober 1921 erflärte sich ihr Führer Strejemann in einer Konferenz beim Reichspräsidenten für die große Koalition auf dem Boden der Erfüllungspolitif. Aber eine Stunde später war er bereits von seiner Fraktion zurecht gewiefen und mußte seine Zustimmung zurückziehen. Immer noch fürchtete die Boltspartei wie fich im Mai 1924 zeigte, nicht mit linrecht die. Ronturrenz der Deutschdie. Konkurrenz der Deutsch nationalen. Später hat das Kabineft Cuno ja bas Gegenteil Don Erfüllungspolitit getrieben und als dieses zusammenbrach, hat dann Strejemann selbst die Ruhrpolitik liquibiert und mieder die Erfüllungspolitit aufgenommen, die durch die frühere Weigerung der Bolfspartei, an ber Ragierung teilzu nehmen, unterbrochen war. Mit Recht fagt deshalb bie Germania" den Stresemännern: Insbesondere haben die Bolksparteiler durch ihr Soll ich Toll ich nicht Spiel gegenüber der Erfüllungspolitik für Deutschland 3 mei tostbare Jahre verloren. Hätten sie Hotel Savoy. Sieben Etagen hat das Hotel Savoy, ein golbenes Bappen und einen livrierten Portier. Aller erdenklicher Komfort. Wasser, Seife, englisches Klosett. Elektrisches Licht. Stubenmädchen mit meißen Hauben. Und vor allem Betten, wirkliche Betten mit Daunenfedern. Eine Bunderwelt für den Heimkehrer Dan nach dreijähriger Kriegs. gefangenschaft. Schier endlose Wanderung war es, bis er aus Sibirien hier in der großen polnischen Industriestadt eintraf. Und erster Tag und erste Nacht laffen ihm, den früheren westeuropäischen Schriftsteller, jede Sefunde wohlig austosten in seinem Zimmer in der sechsten Etage. gungen. Sieben Eagen hat das Hote! Savon. Die Uhren gehen ver. fchieden in dem großen Hauje. Der geheimnisvolle Herr Kaleguropulos läßt die Zeit für die Reiden rücklichtsvoll zurückgehen. Unten find rot: Teppiche. Dvale Porzellan äfelchen statt aufgemalten Nummern. Dben in der siebenten Etage, Gott am nächsten, da hausen die Aermsten. Waschküchendunst. Heimliches Kochen mit Spiritus. Arme Teufel! Der schwindjiichtige Klown Sanfchin mit feiner huscheligen Frau. Die Tänzerin Stasja, der von dem unheim. lichen Liftführer Ignas ein Koffer nach dem anderen gepfändet wird, der Träumer von Lotterienummern Hirsch Fisch. Sieben Etagen tiefer ist die Bar der Frau Jetty Kupfer. Hier treffen sie sich, die Lertilfabrikanten, Schieber, Spetulanten. Sett! Radttänze! Borbell. betrieb! Die gepfändeten Koffer von oben ziehen ihre Befiherinnen nadt nach unten. Der Liftführer Ignaz macht den Türhüter. Das Hotel Savon erwartet Herrn Bloomfield, ben Milliardär aus Amerika. Bon unten in der Bar bis hoch oben hinauf verfnüpfen sich Hoffnungen und Entwürfe mit feinem Kommen. Die genze graue Industriestadt erwartet ihn. Gründungen. Beteili. Gonorrereien, Die gespenstischen Juden in den alten Ghettogaffen. Die reichen Juden in dem Billenviertel. Eine unheimlich jámuzige Stadt. Kohlenstaub. Fabritschorn fteine. Hölzerne Bürgersteige. Hungernde Proletarier. Barmer stinkender Fabrikschlamm, Ümrat. Troftlos, wenn schräger Regen unaufhörlich niedergeht. Das Hotel Savon hat keinen Platz für die Heimlehrer. Die hausen draußen in den Baraden. Immer neue fommen den weiten Meg vom Often, triegen Revolutionsfieber mit, Bettelnd, arbeitend, stehlend, mie eine Landplage ziehen sie ihrer Heimat zu. Heimat: lieber flingen. Verschiedene Sprachen, aber eine Sehnsucht. Sie treffen sich wieder, der Kroat und instinktive bäuerliche Revolutionar Zvonomir und Dan. Beide beherbergt das gleiche Hotel, das noch immer auf Herrn Bloomfield wartet. Im Hotel Savoy ist der reiche Amerikaner eingetroffen. Im Salonauto tam er liberraschend an. Bloomfield ist da, bas Zaubermort durchfliegt die Stadt. Doch fein Geld für industrielle Unternehmen ist inapp. Eine Jurfabrit und -ein Stino, das ist alles, was er finanziert. Die streifenden Arbeiter izen in den artesälen des Bahnhofs und betrinten sich. 3ponemir wiegelt auf. Heimkehrer, immer mehr Heimkehrer. Wie ein Heus chreckenschmarm. Ueberfüllte Baraden. Dan wird zweiter Getre tär Bloomfields, den nur das Grab feines Vaters nach der Stabt getrieben. Im Hotel ift Hochbetrieb, Musikkapellen. Weiber. In Felriechends Armenküchen brängen fich die Hungernben. lnb immer Die Plaidoyers im Freiburger Prozeß. in der Bewährungsfrist nicht einwandfreigeführt habe" Bergholz ist nämlich in einen neuen Preßprozeß verwickelt. Das ist für einen parteigenössischen Redakteur, für den Naumburger Richter zuständig find, nichts Außergewöhnliches. Tatsächlich hat es die Raumburger Justizbehörde fertig gebracht, den Genossen Bergholz am Freitag verhaften zu lassen und ihn dadurch seiner Wahl propaganda als Landtagskandidat zu entziehen. Dabei war ein neues Gnadengesuch an den preußischen Justizminister gerichtet worden, in dem der Sachverhalt genau dargelegt ist. Das Borgehen der Strafpollstreckungsbehörde in Naumburg ftellt sich als ein Att ungewöhnlicher Rüdsichtslosigtett und Härte bar, zuster und Bod für kommunistische Herrschaftspläne auszuschichten mal es sich um ein politisches Bergehen handelt. Das schroffe Borgehen der Naumburger Justiz erregt um so größeres Aufsehen, als Genosse Bergholz nun auch wieder in diesem Jahr genau wie im rissen ipitb. Ein solches Berhalten läßt natürlich höchft peinliche pergangenen Jahre unmittelbar vor Weihnady en seiner Familie entSchüffe auf die Objeftinität der gegen ihn vorgehenden Juftizbs hörben zu. Bom preußischen Justizminister muß in diesem Falle erwartet merben, daß er dem rücksichtslosen Vorgehen feiner unter geordneten Instanzen in Naumburg gegen einen fozialdemofra tischen Redakteur einen Riegel vorschiebt und die Gerechtigkeit nicht zur Ungerechtigkeit merden läßt. neue Heimfehrer. Typhus bricht aus in der schmußigen Stadt. Kramalle, Bloomfielb verschwindet bei Nacht und Rebel. Aufstand. Die Masse dringt nachts ein. Der Morgen sieht das gestürme Hotel in Flammen aufgehen. Militär mady den Tag zur blutigen Tragöbie. Das ist ein furzer Auszug aus dem ausgezeichneten sozialen Roman Hotel Sappy" ven Joseph Roth( Berlag Die Schmiede, Berlin), der zu den Romanen gehört, bie nachdenklich Bruno Schönlant. machen. Das Gesicht Amerikas. In diesem Wintersemester werden an der Berliner Uni versität unter dem Kapitel Auslandsstudien in einem Zyklus von Vorträgen die Bereinigten Staaten und Kanada, ihre Stellung Bortrag hielt Brof. Bonn über das Thema:" Das Geficht in der Weltwirtschaft und Weltpolitt, behandelt. Den einleitenden 2 meritos". Es war wie eine feuilletonistische Einführung in das Ganze, ein Feuilleton allerdings, in dem ein Forscher mit der Sonde allem auf den Grund geht und zu ergründen versucht, wie missenschaftliches Rüstzeug, nicht durdyfetzt mit langen Statistiken, alle diese Dinge psychologisch laufen. Ein Wert, nicht beschwert durch nicht verbrämt mit diplomatisch- politischen Reflexionen, und doch, oder vielleicht gerade Sarum, in höchster Bollendung flar und eit deutig. Der Hörer fah dos Gesicht Amerifas, mie es wirklich ist. liebenswürdig ist und doch satirisch zuzufpigen versteht, von der Prof. Bonn plauberte zunächst mit feinem Humor, der immer nisse herrscht, eine Untenntnis, jo groß, daß selbst ein hoher deutscher großen Unkenntnis, die in Deutschland über cmerikanische Verhält Diplomat vor noch gar nicht langer Zeit nicht einmal mußte, daß Demokraten gibt. Prof. Bonn zeichnete dann mit ein paar scharfen es in Amerika nicht nur Republikaner, fondern Republikaner und Strichen die Uniformität des Landes, in dem alles von nüchterner uniform ist. Und er wies in diesem Zusammenhang darauf hin, Größe ist. Er versuchte zu beweifent, warum es in Amerita ip daß 3. B. demjenigen, der in New Dort nach dem 1. Ottober, auch wenn der Tag noch so heiß ist, einen Strohhut trägt, ber Hut Dom wenn der Tag noch so heiß ist, einen Strohhut trägt, ber ut von welches besser als lange Debuftioren die Situation erleuchtet und Kopfe geschlagen wird. Ein kurzer Saz, ein grelles Schlaglicht, erkennen läßt. Prof. Bonn verbreitete fich fodann über Sie eiget orbige Stimmung in Amerifa, wo alle Farben anders find als in Deutschland, wo die Wälder feinen Echatten und die Blumen keine Duft zu haben scheinen. Er knüpfte daran die Schilderung einer amerikanischen Bandschaft, über und über mit Orangenbäumen be. pflanzt. Neben jedem dieser Bäumchen steht ein kleiner Ofen, um bet Stroud vor Winterkälte zu schützen. Auch dieser Lurze Hinweis gibt Klarheit und ein vollständig getreues Bild von dem Reizlofen einer solchen Landschaft, die, fähe man sie an anderer Stelle, von hoher Anmut sein würde. Amerika ist das Land der Quantität, sagte Prof. Bonn, alles wird hier nach Mengen bemessen, und selbst die Kirchen Ameritas, ebenso wie die Hotels durchaus uniform, find anders als bie Rirchen anderer Länder, da sie nicht nur Gottes hous, fondern auch Versammlungshaus darstellen. 1820-1920 find 33 Millionen Menschen nach Amerika eingewandert, Bom Jahre alles war im Fluß, alles drängte weiter, Kultur aus dem Often wurde auf die Eisenbahn gefeht und genau ebenfo, bis auf das letzte Freiburg, 24. November.( Eigener Drahtbericht.) In der Montagsfizung des Staatsgerichtshofes begannen, wie porgesehen, die Plädoyers der Anflage und der Berteidigung. Zunächst gibt Oberreichsanwalt Dr. Ebermayer eine furze Darstellung bes Sachverhalts ber Lörracher Unruhen, der Sprengstoffdiebstähle und der den Butschvorbereitungen dienenden Versammlungen. Betont wurde, daß es sich bei den Lörracher Unruhen um eine wesentlich wirtschaftliche Bewegung handelte, die erst durch die Führer Herbversucht wurden. An Hand zahlreicher Rundschreiben und Frage: begen der RBD. 3entrale, die im Befiß von Angefiagien ge funden worden waren, beweist dann ber Oberreichsanwalt, daß bie faschistischer Angriffe zum Bicle batten; weshalb mürben sonst, tommunistischen Putschporbereitungen mehr als nur die Abwehr führte der Oberreichsanwalt weiter aus, 3. B. folgende Eate in einem von der Partei herausgegebenen Fragebogen fich vorfinder: Machtergreifung am Blaze möglich?"" Genügen die zur Verfügung stehenden Waffen?"" leberrumpelung ber Polizei und Gendarmerie möglich?“„ st mit faschisti scher Gegenwehr zu rechnen?" Daraus gehe tlar hervor, daß die Komma, im Westen aufgebaut. Prof. Bonn nahm fchließlich auch Gelegenheit, furz auf die moderne Romanliteratur Ameritas hinzu meifen, bie, zwar nicht flaffisch vollkommen, doch in einzelnen ihrer Bücher ein getreues Spiegelbild gibt von dem Amerita, wie es iſt. Und die Zukunft? fragte Bonn. Die Massen sind heute zum Stillstand gekommen, meinte er. Und nach seiner Ansicht gibt die Zukunft die Möglichkeit der Entwicklung neuer Nüancen. Bon der Uniformität fort zum Individualismus, vom horten Transzendentalis. mus zum weichen Materialismus. Reicher Beifall des überpollen Auditoriums belohnte die geistvollen Ausführungen. Karl Fischer. der Populärste der nämlichen Familie, vollendete foeben einen neuen Aus den Schähen des Zauberbergs. Thomas Mann, heute großen Entwicklungsroman. Den Bauberberg" nennt er ihn, den wundergieren Befer zu umglänzen. Thomas Mann ist mehr als aber es scheint auch diesmal nicht der Bergzauber eines Halbgenialen ein Meister der Sprache, er fann als tieffühlender Dichter, als fluger Bersteher seiner Zeit fo unendlich viel, daß es gerade den, dar iht liebt, schmerzen muß, wenn er sieht, daß der verehrte Dichter immer Ipfe verwurzelten Aestheten mag ein erreichter Jean Paul lieber fein, dem Ringer um ein besseres Heute steht ein erstrebter Goethe näher mehr zu Jean Paul als zu Goethe hinneigt. Dem in der Zeit nur halb flieht audy er wie jener, bar die Weber" schrieb? menn einer das Zeug zur Leistung hat, und Mann hat es. WesIm Beethoven Saal las Thomas Mann aus diefem Zauberberg über der offenen Außenwelt wird. Ein Liebeserleben torium auf Davoser Höhe, die ihm in ihrer Abgeschlossenheit zum Roman. Ein lungenfranfer junger Mensch weilt in einem Sanaund die tausend Imponderabilien solcher Ferien vom Ich" ändern reichten Relativität des Geistigen tam in dem vorgelesenen Kapitel alle Zeit- und Wertbegriffe völl g, und etwas von der dadurch er auch zum Ausdruck. Aber es ist nicht der Zauberberg der Menschheit, bestiegen hat, sondern es ist nur der Zauberberg des Dichters, und den Thomas Mann in se'nem Helden Friz Castorp im Jahre 1924 wenn er uns auch eine Menge schöner und ausgiebig beschriebener Ansichtskarten schickt, so sind es eben doch nur Ansichtskarten. dem recht farbenfrohen Vortrag beglückt w'eder, und als ich sah, wie Immerhin, eine vergnüglich schmunzelnde Lesergemeinde grüßte nach ehrlich- felig das hübsche, fleine fünfzehnjährige Mädel vor mir, das fich bestimmt schon seit 14 Tagen auf den Abend gefreut hat, über viele der schnurrigen Milieubilder Lachte, da konnte ich Ihnen w/ rf. ich nicht mehr böse sein, lieber Thomas Mann. Die Dichter haben aber sehen Sie, Se sind da zur Vermittlung einer Freude ganz be mberer Art bestimmt worden, und damit inaufern Sie bis heute. ja vom fieben Gott d'e Aufgabe, Freude in die Welt zu bringen, werden Sie etwa schon alt? Sp. Philharmonie. Eine schmere Ruß hatte man diesmal den Musik. Zweites Festtouzert des Bezirksbildungsausschusses in der freunde zu fnaden gegeben: Französische Kammer. mufit". Ausgetrete te Gelcise follten vermieden werden. Sehr ergaben sich lauter Werke, die unserem Empfinden offenbar aus reichhaltig ist die neuere franzöfifche Sammermusit nicht und so verschiedenen Gründen ziemlich fern stehen. Aber man muß bes scheiben bekennen, daß das Publikum die Probe meit beffer be fommunlstischc B«ivsgung i'hr Z,el«uf gewaltsamem Wege zu er- reichen suchte. Ter Oberreich-anwoli schließ! seine fast einstündigen Ausführungen mit dem Hinweis, daß man bei der Bemessung der «trafen der Angeklagten zwischen Führern und Berführten zu unterscheiden habe und überläßt dann seinem Vertreter, Staats- anwaltschaftsrat Dr. Lesser, dos Wort zur' Begründung der ein- "■einen Ärafanträge. Die Oberreichsanwaltschaft beantragt: für Joh.. Steiner 8 Jahre Zuchthaus(10 Monate verbüßt), Edmund Rummele 7 Jahr« Zuchthaus(11 Monate verbüßt), Gotthilf Fritz K Iohr« Zuchthaus(11 Monate verbüßt), Gustav Weißen- b e r g e r 5K Jahre Zuchthaus(2 Monate verbüßt), Richard Bach- in a n n K Jahre Zuchthaus(11 Monat« oerbüßt), Otw Ko h 1 b r c n- ner 5K Jahre Zuchthaus(11 Monate verbüßt), Johann Scheffel 4 Jahr« Zuchthaus(11 Monate verbüßt), Ludwig Hermann Herb- ster, Rudolf Langendorf, Max Buche, Hans Grimm und Ludwig Roth se 3 Jahre Zuchthaus(9 bzw. 10 Monate ver. büßt). Di« Freisprechung wurde für vier Angeklagte bean- trogt, darunter für den Unterlehrer K ö b e r l«. Die Strofanlröge für die übrigen Angeklagten lauten auf 4 Monat« bis 2 Jahre Cikfängn« bzw. 4 Monate bis Jahre Zuchthaus. Di« bereits früher wegen Waffenbesitzes verhängten Strafen sollen zum großen Teil als verbüßt gelten. Die hohen Zuchthaus st rasen werden auf Grund des§ 6 des Spreng st offgesetzes beantragt, das Dr. Elken er ist gestern»acht um 11 Ahr— von Bremen kom. inend— In Berlin eingetroffen. Die Abfahrt von Bremen erfolgte um 3� Ahr nachmittags per Auto: sie verzögert« sich durch starken Rebel, wodurch die Fahrt einen wesenklichen Ausschub erfuhr. Die Ankunft erfolgte ganz unbemerkt. Dr. Ecken« ist am Kur. sürstendamm in der Zeppelin. Gesellschaft abgestiegen, die für ihn reservierten Zimmer waren für seine» Empfang mit Blumen sestlich geschmückt. sianden hat als vielleicht unsereins. Ein Streichquartett von Ravel ist von der äußersten heutigen Fortschrittsmusik. Pfeffer und Solz, pikante Sauce und delikate Zutaten in Hülle und Füll«. Aber leider cr.lfpricht der Inhalt, das Fleisch nicht ganz dieser anspruchsvolle! Aufmachung. Es bleibt zu wenig hosten.„L'ar! pour l'an", d. h. ..die Kunst für den engen Kreis der verstehenden Fachgenossen*, ist Pavels Devise, die jeder Popularität auch im guten Sume im Wege steht. Aber so gespielt, wie von dem Heroorragenden Hageinann- Quartett, bietet das kapriziöse Werk doch viel Interessantes, An- reg«'des. Beinahe das Gegenteil ist das einstmals(vor zirka zwanzig, dreißig Jahren) so berühmt« Klavierquintett von Cäsar Frank. Hier ist klassische Ruh« und Ebenmaß, mehr als uns lieb ist. Es ist schön«, gehaltvolle Musik. Aber eigentümlich schwerfällig in der Form. An die berühmte Geigensonate, die wohl in hundert Jahren ivch lebendig sein wird, reicht sie nicht entfernt heran. Das Hope- inann-Ouartett(das wieder vorzüglich spielte) und Richard Rößler interpretierten das Werk aufs beste. Dem bekannten Pianisten hätte man allerdings einerseits mehr Führertalent und doch wieder mehr Leichtigkeit wünschen mögen. In der Mitte des Programms standen r'er Lieder von Hektar Berlioz. Eigentümliche Gebilde. So zahm hat dieser wild«, uugebändigte Romantiker mst der Löwenmähne (nicht nur äußerlich) schreiben können? Beinah« unmöglich. Seine Lieder ufl» Arien in manchen seiner dramatischen Werke haben jedenfalls einen ganz anderen Stempel. Aber zum genußvollen Ausruhen zwischen den zwei schweren Kainmerinusikwerke» waren sie immerhin lange gut genug. Nur hätten sie ein« Jnterpretin allerhöchster Reife verlangt, welche die paar dürftigen Akzente und einzelnen Ansätze zu dem heißeste! Arein Berliozscher Rbetorik euch richtig herausgefunden hätte. Dazu ist Fräulein Hildegard flennecke, die mit ihrer jugendfnschen Stimme sicher mancherlei erreichen wird, noch zu jung. ch. M. Auch ein Trost. Der kürzlich verstorben« französische Komponist Gabriel Faure hat zu Lebzeiten stets ein warmes Mitgefühl für die um Anerkennung ringenden musikalischen Anfänger bewiesen, ohne ihnen indessen besonder« Konzessionen zu machen. Eines Tages empfing er den Besuch eines jungen Musikers, der ihm die Partitur (einer Werke vorlegte und dem Meister einige Stücke am Flügel vorspielte. Als er geendet hatte, flogt« Faure zum großen Erstaunen de- Kunstjünger«, der auf ein Lob oder ein« Krrttk gewartet hatte: Sind Sie reich?*—„Jawohl, Meister.*—„Nun. dann möchte ich Ihnen dm Rat geben, die Musik Musik sein zu lasten. Sie haben kein« Spur von Veranlagung. Sie sind jung und reich und können aus anderem Gebiet Ihr Glück machen!*— In verzweifelter Stirn. miina verabschiedete sich der jung« Mensch. Er war noch auf der -»revoe als ihn Faurö zurückrufen ließ.„Sie müssim wissen,' sagt« er zu ihm,„als ich so alt war wie Sie. hat man mir genau d.as- selbe gesagt"- ■nr«'»nor Ernst SUdebrand. ein st, flüberen Jabrzehnten gestiert« *,rWr MM« dt, St J-br« alt. gestorben. Dl- Rationalg-Ierie besitzt sein Hauptwerk„Tie Königin Luise auf der Flucht»ach Mem.I" w„Na» Riltett als Dramatiker. Der Präsident der Deutlchen Bühnen. aenanerschaft Gustav Rickett bat einen schwant. D e r G l ü ck S v il z- der am Gubener Stadttheater mit großem Erfolg aufgeführt wu?de. Der �Gtückspü!* s°ll«»ch am Staattichen Schiller-Theater in Berlin gestielt werden. Stanörecht über Freie Hand dem General Allenby> Kairo, 24. November.(Ep.) Zw ganzen Lande ist das S t a n d re ch f verhängk worden. London, 24. November.(EP.) Das Kabinelt hak unter dem Vorsitz Baldwins über die Antwort auf die Note Zaglul Paschas beraten. Es hat beschlossen, neue Instruktionen an Lord Allenby zu richte» und ihm für eventuelle milllärische Schritte freie Hand zu lassen. Im Sriegsaml wird erklärt, daß ungefähr 15000 englische Soldaten in Aegypten stehen, im Sudan jedoch nur zwei englische Bataillon«. Die Admiralität gibt bekannt. daß die zwei Großkampfschifse„Zrou Duke" und„ZRafaya' nach Alexandrien und nach Port Said beordert sind, während ein weiterer Kreuzer und zwei Zerstörer, die augenblicklich an der griechischen Küsie kreuzen, in den Suezkanal entsandt werden. In Kairo herrscht augenblicklich Ruhe. Paflouillen durchstreifen die Stadl. Die Bevölkerung ist noch über die Rapiditäl b e- stürzt, in der sich die Ereignisse vollzogen haben. Aus Port- Sudan kommt die Nachricht, daß der Abzug der ägyptischen Truppen bereits begonnen hat. London, 24. November, abends S'A Ahr.(Eigener Drahtbericht.) Die Ausweisung der ägyptischen Offiziere und Truppenteile aus dem Sudan ist unmittelbar nach der An- kunft des entsprechenden Befehls des britischen Oberkommissars. noch in der Nacht zum Montag, durchgeführt worden. Die englische Regierung versucht jetzt abzustreiten, daß sie das britische Kondominium über den Sudan zugunsten der rein britischen Herrschaft beseitigt habe und erklärt lediglich den Sudan von unerwünschten Elemen- t e n gesäubert zu haben. Daß durch diese Sänbcruugsaktion Aegypten praktisch aus dem Sudan ausgeschaltet und damit tatsächlich eine rein englische Kolonie geschaffen worden ist. weih die demenlierlustige Reaiernag von London nalürlich ganz genau. Das englische Kabinett hat dem Oberkommissor Aegyptens Lord Allemby weile st gehende Vollmachten hwsichllich der weiteren Aktion in Aegypten gegeben. Ihm ist auch die Gewalt über die militärischen Kräfte Englands in Aegypten übergeben war- den, obwohl militärische Autoritäten dagegen Bedenken geäußert haben. Es wird als sicher angesehen, daß die englische Regierung in Aegypten den Belagerungszustand verkünden wird, um verschiedene ägyptische Behörden besehen und die P o st. und Telegraphenämler unter Kontrolle nehmen zu können. * Im Laufe des gestrigen Tages hat sich der schon ohnedies sehr ernste Konflikt zwischen England und Aegypten noch er- heblich zugespitzt. Denn der Rücktritt Zoglul Paschas, der vcn den Nationalisten im eigenen Lande als viel zu nachgiebig gegenüber England scharf bekämpft war, ist nicht geeignet, eine Entspannung zu erleichtern. Die militärischen Repressalien, zu denen England jetzt schreitet, weil diejenige Forderung seines Ultimatums nicht erfüllt wurde, die die Unabhängigkeit Aegyptens oer- letzt hätten, dürften kaum geeignet sein, eine friedliche Lösung zu erleichtern. Hinzu kommt noch die schroffe ablehnende. Hallung, die die englis�en Kreise im voraus gegen eine etwaige Vermittlungsaktion des Völkerbundes ein- nehmen. Eine solche Stellungnahme erinnert nur allzusehr an das Veto Mussolinis gegen das Eingreifen des Völler» bundes nach der widerrechtlichen Beschießung von K o r f u. Damals stand England an der Spitze der Machte, die schließ- lich Italien zum Einlenken zwangen. Ob nun irgendeine Völlerbundsmacht es wagen wird, der Wellmacht Groß- britannien zum Trotz die Vermittlung des Völkerbundes dennoch zu beantragen? Ein offiziöses französisches Kommunique deutet diesen Wunsch an und weist auf den Präzedenzfall von W i l n a hin. Aegypten ist zwar noch nicht Mitglied des Völkerbundes, aber es ist ein im völlerrechtlichen Sinne unabhängiger Staat. Der Artikel 17 desselben Statuts sieht ausdrücklich die Möglichkeit eines Eingreifens vor, wenn ein.Konflikt zwischen einem Mitglied und einem NichtMitglied des Bundes entsteht und eine dritte Macht den Rat zum Eingreifen auffordert. Der Standpunkt Englands, daß es sich hier um eine rein inner englische Angelegenheit handelt, ist unhaltbar, es sei denn, daß damit zugegeben werden soll, die Unabhängigkeit Aegyptens fei lediglich vorgetäuscht. Englanü und fiegppten. Ueber die Entstehung des englifch-ägyptischen Konflikts wird uns von besonderer Seite geschrieben: Di« am 19. d. M. in Kairo von ägyptischen Fanatikern verübie Ermordung des engilschen Oberbefehlshabers(Sirdars) der ägyp- tischen Armee und des Generalgouverneurs vom Sudan, Sir Lee Stack, hat die englifch-ägyptischen Beziehungen in höchstem Maße oerschärft. Die politsche Krise im Nstland hat sich durch dos englisch« Ultimatum vom 22. d. M. noch mehr zugespitzt. Dos letzter« wird dadurch argumentiert, daß Aegypten gegenwärtig in einer„für zivilisierte Völker schmachvollen Weise" regiert werde und daß auch die letzte Mordtat das natürlich« Ergebnis einer Kampagne der Feindseligkeit gegot britische Rechte und britische Untertanen in Aegypten und dem Sudan sei. England macht die ägypttsche Re- gierung für den herbeigeführten Zustand moralisch verantwortlich, welche, meint es,„unfähig oder nicht gewillt sei, das Leben der Ausländer zu schiigen*. Die ägyptische Regierung hat nun das Ulti- matum abgelehnt, weil es. ägyptischer Auffassung nach, solche Forde- rungen aufstellt, die„die Unabhängigkeit Aegyptens verletzen". Was ist nun das Wesen des cngüsch-ägyptischen Streites? England hatte im Monat März 1922 sein Protektorat über Aegypten aufgehobei und es formell als ein unabhängiges Königreich ausgerufen. Die Zustimmung des bisherigen Pro- tektors war jedoch durch derartige Einschränkungen bedingt, daß sie nicht die wirkliche, sondern nur«in« scheinbar« Unab- h ä n g i g k e i t Aegyptens zur Folge haben konnte. Die.genannten Einschränkungen waren: 1. Trotz Proklamierung der ägyptischen Unabhängigkei' sollten doch in Aegypte, iveiter englische Garntsonen bleiben. 2. Auch der Suczkanal bleibt au-- schließlich unter englischem Schutz. 3. Der Sudan werde nicht als «in Teil Aegyptens, sondern als«in englifch-ägyptisches Kondominion betrachtet. 4. Finanzielle und juristische Ratgeber '(Eng'änder) werden in Aegypten weiter beibehalten. S. Auch der Schutz der Fremden und der nattonolen Minderheiten i'i Aegypten wird als englisches Vorrecht bettachtet. Weiter, ein« am lö. März 1922 an die Möchte versandt« Note besagt ausdrücklich. daß auch zukünftig jedwede fremd« Einmischung in die inneren ägyp- tischen Zlngelegentzetten als eine gegen England gerichtete Maßnahme bettachtet würde. Damit hatte England zugleich„die Verpflichtung* übernommen, Aegypten gegen alle Angriffe von außen zu schützen. ganz /iegppten! - Wird der Völkerbund eingreifen? Es kann also keinem Zweifel unterliegen, daß England auch nach der Deklaration von 1922 Aegypten weiter als eine seiner Kolonien bettachtet. Die englische Kolonialpolittk in Aegypten hat keinen größeren Unterschied von derjenigen in den anderen Kolonien. Seitdem Aegypten unter die englische Herrschaft ge- kommen ist, wird sein Wirtschaftsleben ausschließlich nach den Interessen des Metropols und dem Bedarf der englischen Textilindustrie entwickelt. Der weitaus größte Test des bebauten Bodens (im ganzen nur 33 000 Quadratkilometer) in Aegypten ist für die Kultur der Baumwolle bestimmt, die eben die englischen In- dustriellm brauchen. Wie englischerseits die ausschließlich« Bauinwollkultur in Aegypten künstlich gefördert wird, so wird auch in derselben Weise die Kultur der Getteide und anderer Pflanzungen vernachlässigt und vielfach auch direkt verhindert. Aegypten, welches schon feit uralten Zeiten als eine der Kornkammern der Welt bekannt war, ist gegenwärtig selbst auf die Einfuhr von Lebensmitteln angewiesen. Bei einer eventuellen Mißernte der Baumwolle— wie es z. B. 1919 der Fall war— verfällt das ägyptische Volt unsagbarem Elend und Hunger. Di« englische Kolonialpolitik in Aegypten hat sich auch in der Richtung ausgezeichnet, daß sie die in Aegypten seit jeher bekannt« Tabak k ult ur vernichtete und im Gegenteil die Tabak ind u st rte (meist fremde Unternehmungen) gefördert und unter ihren Schutz genommen hat. Die ägypttsche Tabakindustrie ist jedoch auf fremden — griechischen und türkischen— Rohtabak angewiesen. Was noch mehr in englifch-ägyptischen Bezrehungen von Belang ist, ist die Frage des Suezkanals, der ja der Hauptnero der britischen Weltwirtschaft und Weltpolitik ist. Deswegen ist es vom englischen Standpunkte aus sehr begreiflich,. daß England den Suezkanal oder„den künstlichen Bosporus", diesen Hauptverbi rdungs- weg zwischen dem Mettoprt und den Kolonien, auch weiter unter seinem Schutz behalten will. Sowohl an Zahl der Schiff« als auch an dem Gewicht der Tonnage steht England an erster Stelle in dem Schiffsverkehr im Suezkanal, und zwar mit zwei Drittel der Gesamtzahl. Der Schiffsverkehr im Suezkanal verzeichnet jährlich im Durchschnitte 6000 Dampfer mit ca. 20 Millionen Tonnen und 100 Millionen Goldmork Einnahmen. Sowohl die wirtschaftlich« als auch die politisch« Bedeutung des Suezkanals für England hat sich nach dem Kriege vielleicht noch erhöht. Neu« Völker und neue Länder sind seitdem unter das britische Zepter gebracht worden: die Engländer glauben, Aegypten und Suezkanal zur Befestigung ihrer Oberhoheit nicht entbehren zu können. Deswegen wurde auch vor zwei Monaten der Vorschlag Saghlul Paschas in London, den er der Regierung Macdonald inachte, den Schutz des Suezkanals dem Völkerbunde zu überttogen. ohne weiteres zurückgewiesen. In dieser Hinsicht sind also auch alle englischen Palleten einig. Auch die S u d a n f r a g e ist mit den englisch-ägyptifchen Beziehun- gen eng verbunden. Dieses Land, welches viel größer(2 630300 Quadratkilometer) als Aegypten Ist, aber nicht einmal 6 Millionen Einwohner zählt, liegt an dem oberen Nil und ist auch gerode des- wegen eng mit Aegypten verbunden. Aegypten lebt ja vom Nil, welcher dem Sudangebiet entspringt. Wer Sudan beherrscht, hat auch sowohl das wirtschafllich« als auch politisch« Schicksal Aegyptens in seinen Händen. Eben deswegen hat auch England jetzt den Befehl zur Annektierung Sudans erlasse», um auf diese Werse«inen um so nachdrücklicheren Einfluß auf Aegypten ausüben zu können. Deutschlands Eintritt in den Völkerbund. Die schwedische Antwort ans das deutsche Memorandum. Die Antwort der schwedischen Regierung ans das Memorandum der Reichsregierung über den Beitritt Deutsch- lands in den Völkerbund vom 29. September d. I. ist nunmehr hier eingegangen. In chrer Antwort gibt die schwedische Re- gierung der Auffassung Ausdruck, daß Deutschland in der Organisation des Völkerbundes dieselbe Stellung erhallen solle, wie die übrigen Großmächte, und sie erklärt sich bereit. dahin zu wirken, daß vom Völkerbundrat bzw. der Völker- bundversammlung entsprechende Maßnahmen getroffen werden, damll Deutschland sofort einen ständigen Ratssitz er- halle. Die schwedische Regierung hall es für kaum vereinbar mit der Bundessatzung und ihren Grundsätzen, daß Deutsch- land mll einem Borbehalt bezüglich wichtiger Verpflichwngep aus Artikel IS eintrete. Sie gibt dagegen der Meinung Aus- druck, es sei mit Artikel 16 nicht vereinbar, daß bei der Aus- führung von Sanktionen Rücksicht auf die besonderen Ver- hältnisse, namentlich die deutsche Rüstungsbeschränkung, ge- nommen werde, und spricht die Hoffnung aus, daß die deutsche Regierung den Artikel 16 nicht als ein Hindernis für den Ein- tritt empfinden werde.___ Neues Dombenattentat in Dudapeft. Die Völkischen als Bombenwerfer. Budapest, 24. November.(TU.) Auf Polizeihauptmann Schweinitzer, der die Voruntersuchung gegen die„Erwachenden Ungarn* leitete und mehrere der Angeklagten zu einem Ge» ständniS gebracht hat, ist heute ein Bombeuaitcntat verübt worden. In einem hiesigen Fleistberladen erschienen drei junge Leute und forderten den FleischergebÜfen auf, Dr. Schweipitzer ein Paket zu überbringen. Dem Gehilfen kam das Paket verdächtig vor, und er ließ es auf der Polizei untersuchen, wo als Jnbalt eine ge» sährliche Ekrasitbombe festgestellt wurde. Der Polizei ist bekannt geworden, daß die„Erwachenden* mit allen Mitteln versuchen wollen, die verhafteten Bonibcnwerfer zu befreien. Entsprechende Gegenmaßnahmen sind getroffen. Der sterbende Faschismus. Mussolini auf dem Rückzüge. Rom, 24. November.(Eigener Drahtbericht.) Di« Kommentare der Oppositionspresse zu der Red«, dfl Mussolini Sonnabend abend hielt, kennzeichnen die zurückhaltend« Sprache des Diktators gegen- über seinen früheren starken Worten.„GiöTnale d'Iwlia" schreibt u. a.: Für«inen Mann, der es noch vor wenigen Monaten für fein besonderes Recht hielt, keinerlei Rat anzunehmen und stolz über seine Isolterung war, muß es nicht leicht gewesen sein, sich am Sonnabend so zu unterwerfen. Wie hat sich di««xtrem faschistische Sprechweise geändert! Bis vor wenigen Tagen war di« Losung des Tages: Ich pfeif« drauf! Sonnabend aber lautete sie: Ich morde brav sein! Ein charakteristischer Vorfall ereignet« sich gestern. An der Stelle. wo Matteotti von seinen Mördern geraubt wurde, legten Jung- sozialisten rote Nelken nieder. Darauf erschien die Polizei, die die Blumen konfiszierte und vernichtete. Sie erklärte, daß sie zu ihrem Vorgehen strikten Befehl erhalten hotte. Gewerkschaftsbewegung Polen will bedingt ratifizieren. Dem polnischen Ministerrat ift von den zuständigen Ministern ein Gesezentwurf über die bedingte Ratifizierung des Washingtoner Arbeitszeitabtommens vorgelegt worden. Die Rafifizierung durch Polen soll, dem„ Ost- Expreß" zufolge, von einer vorherigen Ratifizierung durch Frankreich, England, Deutschland und Belgien abhängig gemacht werden. Die gegenwärtige polnische Gesehgebung sieht eine 46stündige Arbeitswoche vor, ist mithin weitgehender, als das Washingtoner Abkommen, das eine 48stündige Woche festlegt. Die Ratifizierung, somit die internationale Fest. legung des Achtstundentages hängt ießt ausschließlich von Deutschland ab. Ob Deutschland aber rafifizieren wird, darüber wird der 7. Dezember entscheiden. Arbeiter, Angestellte, denkt daran, nuht die letzten zwei Wochen und werbt für die Sozialdemokratie! Lohnerhöhung für die Reichsarbeiter. Wie uns vom Gemeinde- und Staatsarbeiterverband mitgeeilt wird, kamen gestern nachmittag im Reichsfinanzministerium die Lohnverhandlungen für die Betriebs und Verwal tungsarbeiter zum Abichluß. Die Lohnerhöhung be trägt ab 16. November zwischen 9 und 12 Proz. Vor einem Großkampf im Bergbau. Bochum, 24. November.( Eigener Drahtbericht.) Kennzeichneid für die Zuspigung in der Lohnfrise im Bergbau sind folgende Ausführungen des offiziellen Drgens des Deutschen Bergarbeiterverbandes, der Bergarbeiterzeitung": Das deutsche Wirtschaftsleben steht am Borabend schwerer fozialpolitischer Entscheidungstämpfe. Die fata Strophale Preispolitit der legten Zeit, die Ohnmacht der verantwort lichen Regierungsstellen gegenüber einem äußerst raffinierten Gaunertum, fapitalistischer Zwischenhändlergruppen und die Preisabbaufabotagepolitik gewiffer Wirtschaftstreife trieben die Lebenshaltungskosten für die Arbeiterschaft in schwindelnde Höhe. Der Reallohn ter Lohn- und Gehaltsempfänger sant tiefer und tiefer. Dieser Zustand hat für die Arbeiterschaft eine geradezu uner= trägliche Lage geschaffen. Da alle von der Regierung eingeleiteten Maßnahmen zum Abbau der Preise an den tausenden Widerständen der kapitalistischen Wirtschaftsordnung scheiterten, blieb det Arbeitern fein anderer Weg übrig als die Forderung nach Anpassung der Löhne an die gesteigerten Kosten der Lebenshaltung. Die Lohnforderungen der Bergarbeiterverbände in einer durchschnittlichen Höhe von 20 Proz( der Realohn ist demgegen über um mindestens 30 Proz. gesunken) werden überall radikal abgelehnt. Die Entscheidung ist vorläufig in die Hände der staatlichen Schlichtungsinstanzen gelegt. Hinter diesen Sch lichtungsbehörden steht der Einfluß der Regierung und gewiffer Dunkelmänner, um die endgültige Entscheidung möglichst hin= auszuzögern. Die Vertreter des Bergarbeiterverbandes werden mit allen Mitteln eine Verschleppung dieser Frage durch die bureaufratischen Schlichtungsinstanzen des Reiches zu verhindern wissen. Die gewerkschaftlichen Bertreter der Berge ber Bergarbetter geben fich gar keinen Illusionen hin. Sie wissen, daß die Besserstellung der Bergarbeiter gegen den Willen der Unternehmer erzwungen werden muß. Es wird Aufgabe der Berg orbeiterverbände sein, die Unternehmerbestrebungen mit allen gemertschaftlichen Mitteln zurüdzuweisen, zumal die sozialen Auseinandersetzungen von den Zechentapita. fiften geradezu herausgeforbert werden. Die Lohnperhandlungen für den mitteldeutschen Braun fohlenbergbau fanden am Montag abend durch einen Schiedsfpruch ihren vorläufigen Abschluß. Die Berhandlungen haben ihre Borgeschichte. Am 27. Oktober verhandelten die Parteien über Lohnerhöhungen ab 1. Oftober 1924. Eine Einigung kam jedoch nicht zustande. Die Parteien vereinbarten, den Schlichter, d. h. das Reichsarbeitsministerium anzurufen und im Schlichtungsausschuß am 6. November 1924 in Berlin im Reichsarbeitsministerium weiter zu verhandeln. Das Arbeitsministerium fezte Verhandlungen zum 5. November 1924 an. Mit der Gewißheit, daß die Lohnfrage nunmehr am 5. November 1924 entschieden werden würde, gingen die Arbeitnehmervertreter zur Verhandlung. Die Ueberraschung erfolgte jedoch in der am 5. November stattgefundenen Verhandlung. Die Arbeitgeber erklärten sich mit dem Vorschlag des Reichsarbeitsministeriums, die Verhandlungen bis zum 24. November zu vertagen, einverstanden. Was hat das Reichsarbeitsministerium zu diesem Schritt veranlaßẞt? Nach Mitteilung des Herrn Dr. Bühren, Generaldirektor der Buviag, haben die Vereinigten Arbeitgeberverbände eine Eingabe an das Reichskabinett gerichtet, nach der das Reichsarbeitsministerium unter feinen Umständen Lohnerhöhun= gen für den Bergbau gewähren dürfe. Vor dieser Eingabe hat das Reichsarbeitsministerium glatt tapitu. liert. Es verschleppte die Berhandlungen zunächst vom 5. auf den 24. November und gewährte ,, Lohnerhöhungen" für das Kernrevier in Höhe von 21 Bf. pro Schicht, für die Randreviere in Höhe von 3 bis 8 Bf.; dafür fürzte es den Arbeitern in einem Randrevier den Lohn von 3,66 auf 3,52 m. Das ist eine Berhöhnung der Bergarbeiter. Die neuen Lohnsteuermilderungen. Amtlich wird mitgeteilt: Durch die zweite Berordnung des Reichspräsidenten über wirtschaftlich notwendige Steuermilderungen, sind die Bestimmungen über den Steuerabzug vom Arbeitslohn mit Wirkung vom 1. Dezember 1924 ab in einigen wesentlichen Bunkten geändert worden. Der steuerfreie Lohnbetrag, der bisher 50 m. monatlich( 12 m. wöchentlich usw.) betrug, ist auf 60 M. monatlich ( 15 m. wöchentlich, 2,50 m. täglich, 0,60 m. zweiftündlich) erhöht worden. Neu ist die Bestimmung, daß Steuerabzugsbeträge von richt mehr als 0,80 m. monatlich( 0,20 M. wöchentlich) nicht erhoben werden. Beispiel: Ein verheirateter Arbeitnehmer Postabonnenten welche die Erneuerung des Abonnements für Dezember noch nicht vorgenommen haben, müssen sofort das Versäumte nachholen, wenn keine Unterbrechung in der Zustellung der Zeitung erfolgen soll Vorwärts- Verlag G. m. b. H, mit zwei minderjährigen Kindern erhält für die Lohnwoche vom 5. bis zum 11. Dezember am 12. Dezember 1924 einen Lohn von 42 M. ausgezahlt. Dann sind als Steuer einzubehalten: 7 v.. Don 42-15 27= 1,89 m., abgerundet 1,85 m. Würde ein folcher Steuerpflichtiger nur 17 M. Wochenlohn erhalten, so wären ar fich einzubehalten: 7 v. H. von 17-15= 2= 0,14, abgerundet 0,10 M.; dieser Betrag bleibt unerhoben, da er 0,20 m. nicht übersteigt. Die Einzelheiten der neuen Regelung ergeben sich aus einem Merkblatt, das bei den Finanzämtern unentgeltlich abgeholt werden fann. Die Lüge als oberster Grundsah. Das Berliner Kopfblatt der„ Prawda" bemüht sich in einem langen Artikel, den Eindrud unserer Zitate bolschewistischer Kirchen heiliger über den Sinn und Zweck der Einigung" zu verwischen. Gleichzeitig versucht sie auch Genossen Oudegeeft zu antworten. Dabei fommt es ihr natürlich auf einige Lügen nicht an. So schreibt fie u. a., daß die Bedingung, der russische Gewerkschaftsbund soll darauf verzichten, kommunistische Zellen in den Organisationen der verschiedenen Länder zu errichten, vollkommen annehmbar sei, denn der russische Gewerkschaftsbund hat das bisher nicht getan und wird es auch weiter nicht tun". Das ist eine so fauftdice Lüge, daß sie selbst bei der Berliner „ Prawda" auffällt. Wir erinnern nur an folgende Tatsache. Der ruffifche Bauarbeiterverband unterhält ein internationales Propagandafomitee mit Filialen in den wichtigsten europäischen Ländern, dessen Aufgabe es ist, überall 3ellen zu bilden und die Amsterdamer Verbände zu bekämpfen. Der internationale Bauarbeiterfongreß, der vor zwei Jahren in Wien stattfand, war bereit, einem Aufnahmegesuch der Rufsen näherzutreten, wenn dieses Komitee aufgelöst und die Zellenbildung eingestellt würden. Das versprachen die Russen. Trotzdem ging der Krieg gegen die Amsterdamer Gewerkschaften weiter. Der internationale Bauarbeiterfongreß, der im Juni in Stockholm stattfand, sah sich deshalb unter ausdrücklichem Hinweis auf den Bruch des gegebenen lehnen. Und mit solchen Leuten, die uns ausdrücklich als ihre Hauptfeinde erflären und hinzufügen, daß fie uns aus. schließen wollen, sobald sie die Mehrheit haben, sollen wir uns einigen". Kraftfahrer und Kutscher zur Verkehrsordnung. Am 20. November beschäftigte sich eine vom Deutschen Verkehrsbund einberufene Massenversammlung der Kraftfahrer und Rutscher mit der neuen Verkehrsordnung und mit den übermäßig hohen Strafen bei Vergehen und lebertretungen der Straßenpolizeiverordnung. Nach einem Referat des Verbandsindifus und Ausführungen des Ortsbevollmächtigten Ortmann wurde die nachfolgende Entschließung angenommen: Die Bersammelten halten eine Neuregelung des gewaltig gesteigerten Berte hrs für unbedingt notwendig. Die vom Bolizeipräsidium herausgegebene Verordnung betr. Neuregelung des Berliner Straßenverkehrs, die in der vorliegenden Fassung zu stärksten Befürchtungen Veranlassung gibt, bedeutet jedoch eine, vollständige' I m wälzung der bisherigen Verkehrsvorschriften. Die Vielseitigkeit der neuen Berfehrsordnung allein bedingt eine längere Uebergangs. zeit, um ihre evil. Durchführungsmöglichkeit zu erproben. Nach den bisherigen Erfahrungen der Berufskraftfahrer und Fahrpeuglenter befürchten diese, daß eine so gründliche Aenderung aller bisherigen Borschriften und ihr baldiges Infrafttreten geeignet erscheint, die schon seit längerer Zeit übermäßigen Bestrafungen von Kraftfahrern und Fahrzeugführern noch um ein beträchtliches zu vermehren. Die Versammelten beauftragten den Deutschen Verkehrsbund, bei den Behörden vorstellig zu werden und zu erwirken, daß die neue Verkehrsordnung in ihrer vorliegenden Form nicht Gefeßes fraft erlangt, sondern vorher alle Interessentenorganisationen zur Mitberatung herangezogen werden. Des weiteren beauftragt die Versammlung den Deutschen Verdie tatsächlichen Berschuldens eine den wirtschaftlichen Verhältnissent angemessene Bestrafung erfolgt." Schon vorher waren von der Ortsverwaltung Berlin des Deut schen Verkehrsbundes entsprechende Eingaben an die Behörden gemacht worden. Eine Aussprache zwischen Vertretern des Deutschen Berkehrsbundes und des Zentralverbandes für das Kraftdroschkengewerbe mit dem Berkehrsdezernenten Regierungsdirektor Dr. Mosle sowie dem Leiter der Hauptverkehrsstelle Regierungsrat Dr. Sen am 21. November beschäftigte sich hauptsächlich mit den Bestrafungen bei nicht genügender Beleuchtung des hinteren ErBennungszeichens und bei starker Rauchentwicklung des Motors. Es wurde, wie Ortmann berichtete, zugesagt, von einer Bestrafung des Führers zukünftig in genannten Fällen abzusehen( bisher wurden 30 bis 50 M. Strafe verhängt), dafür aber die beanstandeten Wagen nach der Hauptverkehrsstelle zur Prüfung der Beleudstung resp. des Motors zu beordern. Diese neue Methode bietet die Gewähr, daß hierdurch dem Uebel an die Wurzel gegangen und erreicht wird, daß die Fahrzeughalter mehr als bisher darauf achten, ihre Fahrzeuge in tadelloser Ordnung zu halten. Auswüchse im Verfehr sollen nach wie vor bekämpft werden. Wir gehen mit den Behörden darin völlig einig, fagte Ortmann, daß festgestellte Trunkenheit im Dienst oder der Versuch. sich nach einem Unfall durch Flucht der Feststellung zu entziehen, mit schweren Strafen geahndet werden müssen. Wir haben aber nicht verfehlt, auf unsere alten Forde= rungen zu verweisen: beffere und gründlichere Ausbildung der Fahrer in Fahr- und Fachschulen und Her auffeßung der Altersgrenze für Kraftwagenführer auf 21 Jahre. Noch immer Differenzen bei den Töpfern. Wie bekannt, hatte der Schlichtungsausschuß bezüglich der Lohndifferenzen im Töpfergewerbe einen Schiedsspruch gefällt, der 1,20 Mr. Stundenlohn, bzw. 110 Proz. der Affordfäße, außerdem eine Handwertszeugentschädigung von 2½ Proz. des Tariflohnes spruch ab und erklärten sich schließlich einverstanden, um einen Streif vorsah. Die Töpfer lehnten in einer Versammlung diesen Schiedszu vermeiden, über den Winter hinaus die vorgeschlagenen Säge anzunehmen. Die Töpfermeister dagegen lehnten den Schiedsspruch ab. Beim Schlichter für Groß- Berlin wurde die Berbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches beantragt. Die Vorverhandlungen verliefen nach schlagen 1,15 Mt. Stundenlohn bzw. 105 Broz. des Atfordtarifes 5stündiger Dauer ergebnislos. Von den Arbeitgebern war vorgeund 2½ Proz. des Tariflohnes als Handwerkzeugentschädigung. Die Bertreter des Baugewerksbundes fonnten dem nicht zustimmen, da furz vorher die Fachgruppenversammlung den höheren Schiedsspruch abgelehnt hatte. Eine neue Fachgruppenversammlung am vorigen Freitag beschäftigte sich mit der Lage der Dinge. Nach äußerst erregter Debatte und nachdem festgestellt war, daß die Syndikalisten unter feinen Umständen in den Streif treten, wurde die Versammlung bis zum Mittwoch vertagt( siehe Vereinskalender). Mit welchen Mitteln die Unternehmer arbeiten, beweist ein Artikel in Nr. 46 der Bauwelt". Es wird dort behauptet, daß die Töpfer beinahe den doppelten Friedenslohn erreicht hätten. In Wirklichkeit betrug der Stundenlohn im Töpfergewerbe schon seit Jahrzehnten 1 M t. und die Akkordsäße des heu tigen Tarifes weichen nur ganz unwesentlich von den Friedensfäßen ab. Bei den vorgeschlagenen Säßen der Arbeitgeber würden also höchstens 5 bis 10 Broz. über dem Friedensstand erreicht werden. Wenn die Löhne der Ofensezer mie der Bauarbeiter im allgemeinen - etwas über dem Durchschnitt der anderen Arbeiter stehen, so ist das berechtigt. Die Bauarbeiter, insbesondere die Ofenjeßer, haben mit wochenlanger Arbeitslosigkeit zu rechnen. Die durchschnittliche Arbeitslosigkeit der organisierten Mitglieder der Fachgruppe der Töpfer betrug in den Jahren 1918 bis jetzt 28 bis 30 Wochen im Jahre. Dies zur Feststellung des Artikels in der „ Bauwelt". SBD.- Holzarbeiter, Oftenbezirke! Werbematerial abholen gleich nach Feierabend ab Dienstag, den 25. November, im Lotal Schwarzer, Gabriel Mar- Str. 17, am Borhagener Blag. Die Bezirke Nordosten und Often I bei Bratner, Weidenweg 85, ebenfalls Material abholen. Der Werbeausschuß. Achtung, SPD..Metallarbeiter der Süben- Bezirke( 8-10). Donners tag nachmittag 5 Uhr im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24-25( Gaal 3), fehr wichtige Besprechung aller SPD.- Genossen. Jeder Betrieb muß unbedingt vertreten sein. Sympathisierende können durch Genossen ein geführt werden. Der Fraktionsvorstand. Achtung, Dr. Paul Meyer, Drontheimer Straße! Mittwoch nachmittag 5 Uhr bei Fritsch, Drontheimer Straße, wichtige Versammlung aller SPD.- Genossen. Erscheinen aller bringend notwendig. Der Fraktionsvorstand. AfA- Funktionäre der Metallindustrie. Freitag, den 28. November, abends 7% Uhr, Musikerfäle, Raiser- Wilhelm. bot bes BBMJ. zum neuen Rahmen-( Leistungs-) Tarifvertrag." Straße 31, allgemeine Funktionärversammlung: Stellungnahme zum Ange Die Mitglieder des AfA- Metall- Rartells treffen fich bereits abends 6 Uhr im Speisefaal ber Musikerfäle zu einer Borbesprechuna. Bei der wichtinteit ber zu faffenden Beschlüsse darf kein AfA- Funktionär fehlen. Die für den Monat Dezember vorgesehenen Bezirks- AfA- Konferenzen fallen infolge der ver. änderten Situation aus. Nähere Mitteilung in der Bersammlung. AfA- Metallfartell. Günther, Lange, Rothe. Deutscher Baugewerksbund, Fachgruppe der Töpfer. Fortfehung der Mitgliederversammlung am Mittwoch, den 26. November, nachmittags 5% Uhr, in den Residenz- Festfälen, Landsberger Str. 31. Die Kollegen müssen alle erscheinen, da die Beschlußfassung über die Lohnbewegung in diefer Bersammlung eine endgültige sein wird. Die Fachgruppenleitung. Verantwortlich für Politik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Gaternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schikowski: Lotales und Sonstiges: Friz Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts- Berlag G. m. b. H., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet und Berlagsanstalt Baul Singer u. Co. Berlin GB. 68, Lindenstraße 3. Hierzu 2 Beilagen. QualitätsFeldmannsburg Zigarette! fehrsbund, wegen der äuß er ft bohen Bolizeiftrafen, Sophien- Säle Sophienstraße 17-18. in feinem zu Einkommen bei den Behörden weiter dahin zu wirken, daß nur in Fällen Ein neuer Stern, die große 33 Zigarette Säle frei! Norden 9296. PTEOin der bekannten Packung die Tänzerin Triumph Georg A.Jasmatzi Akt. Ges. DRESDEN- A21 Nr. 555 41. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Das Jubiläum des Aluminiums. Das Aluminium feiert in diesem Jahre seinen hundertsten Ge-| die Leichtigkeit mit hoher Festigkeit vereinigen sollten, aber alle diese burtstag. Mit diesem Alter kann man es ruhig als den Jüngling unter den Metallen bezeichnen. Die Geschichte der meistverwendeten Metalle st eigentlich auch eine Geschichte der menschlichen Kultur, fast alle sind sie schon lange vor der geschichtlichen Ze't bekannt gewesen. Daß aber ein neuentdecktes Metall den altbekannten mit Erfolg den Rang streitig macht, sie an Vielfäl'igkeit und Umfang der Verwendung erreicht, teilweise sogar übertrifft, ist in feinem anderen Falle da gewesen. Hat auch das Aluminium, das„ Silber aus Lehm", längst nicht alle Hoffnungen erfüllt, die es früher erwedte. so spielt es doch in unserem heutigen Leben fast eine größere Rolle als das Esen und Kupfer, Dabei schein' es, als sollte seine eigentliche Zeit erst tommen. Die Vorgeschichte. Der berühmte dänische Physiker Oersted, derselbe, der den Elektromagnetismus entdeckt hat. hat auch das Aluminium gefunden. Ihm ist also d'e heutige Technik zu doppeltem Dante verpflichtet. 3war fann man ihn nicht eigentlich als den Entdecker des Alumin ums bezeichnen, denn entdeckt war es fonderbarerweise schon lange, ehe man es tannte. Der berühmte englische Chemiter Davy, der um die Mitte des 18. Jahrhunderts die verschiedenen Erden auf ihre Zusammenſegung unterfuchte, vermutete ein Metall in dem Alaun, konnte es indessen nicht nachweisen, obwohl er mit dem Mittel arbeitete, mit dem auch heute Das Aluminium gewonnen wird. dem elektrischen L'chtbogen. Aber es fehlte eben damals an den genügend großen Stromquellen, die wir heute haben, und mit Batter en konnte man so starke Ströme nicht erzeugen, um die Erde zum Schmelzen zu bringen. Nach ihm stellte Baron die Theorie auf. der Alaun sei ein Metallfalt und nannte das darin enthaltene Metall nach dem Namen Alaun„ Aluminium". So war der Name gewonnen, lange ehe man das Aluminium selbst gefunden hatte. Erst im Jahre 1824 gelang Oersted die Alumin'umbarstellung auf chemischem Wege. Dabei fonnten natürlich nur geringe Mengen erzielt werden, und alle Verbesserungen, die an seinem Brfahren im Laufe des 19. Jahrhunderts von den berühmtesten Themifern angebracht wurden, vermochten d'esen Mangel i cht zu befeit gen. Auf chemischem Wege, also durch gegenseitige Einwirkung oon versch edenen Körpern, die aus dem Alaum oder der Tonerde Das gebundene Aluminium in Fre heit setzen, fönnen nur geringe Mengen gewonnen werden, weil man immer verhältnismäßige Mengen der Reagenzien braucht. Infelgedessen blieb die Aluminiumherstellung in engen Grenzen. So gründete z. B. Napoleon III. eine Fabrit, die trok großen Geldaufwandes nicht mehr als 2 Kilogramm fäglich herstellen konnte. Auf der Pariser Weltausstellung von 1856 follte das Silber aus Lehm den Hauptanziehungspunt bilden, alle Welt sprach von nichts anderem. Aber die Ausstellung war eine große Enttäuschung. Wohl war en Dutzend Barren da zu sehen, aber alle zusammen wogen noch fein Kilogramm. Von einer prattischen Verwendung des neuen Metalles war feine Rede. Der geringen hergestellten Menge entsprach der Preis. Nicht weniger als 4800 m. toftete ein Kilogramm. heute ist der Preis ungefähr 2,30 m. So schleppte fich d'e chemische Aluminiumgewinnung hin bis zum Jahre 1888, in dem sie ihren Ge'st aushauchte. Denn ein Jahr vorher hatte Héroult sein neues Verfahren zum Patent angemeldet. das heute die Aluminiumgewinnung beherrscht, heute noch, wie lange noch, weiß niemand zu sagen, denn der Fortschritt ist auch darüber schon halb hinweggegangen. Die Zeit des Aluminiums. Héroult brachte durch ungeheure elektrische Ströme die Tonerde zum Schmelzen, und dabei schied sich an der Kathode das reine Alumin'um ab. Einfacher konnte das Verfahren nicht sein, es war aber erst mögl' ch, nachdem Werner Siemens die Dynamomaschine erfunden und nachdem sie eine gewisse Entwicklungsstufe erreicht hatte. Nun war eine Fabrikation im allergrößten Maßstabe möglich, denn man brauchte teine Reagenzien in großen Mengen, sondern nichts als de zu schmelzende Tonerde. das Erz des Aluminiums. Die Folge waren gewaltige Preisstürze und die Möglichkeit technischer Berwendung. Aber noch war die Zeit des Aluminiums nicht gekommen. Die tam eigentlich erst mit dem Kriege. Zwar hatte man auch in den lezz'en Jahren vorher vielerlei Versuche mit Aluminiumbronzen gemacht, 33] Der Mittelweg. Bon Sir Philip Gibbs. Dann saß er noch lange auf seinem Beite, das Gesicht in den Händen vergraben. Er wird eben arbeiten müssen," hatte Joyce gesagt. Wie hart hatte es geklungen. Bildete fie fich ein, daß er nicht alles getan hatte, daß er ein Faulenzer war, der vor Arbeit zurückschreckte? Was hatte er nicht alles versucht, wie war er über seine Arbeitslosigkeit verzweifelt gewesen, bis er sich hinsezte und sein Buch schrieb, wie einem Trieb gehorchend Er hatte seinen Beruf gefunden, das Buch und der erste Artikel würden bald erscheinen. Joyce hatte kein Recht zu solchem Ton. Von ihrer erlauchten Familie hatte ihm wahrlich feiner geholfen, von ihrem Kreise" ebensowenig. Er mußte offen mit ihr sprechen, bevor dieser Tag endete. Er mußte alles zwischen ihnen ins Reine bringen und sie sich zurückgewinnen. So fonnte es nicht weitergehen. Das zer fraß ihm Leib und Seele. So grübelte er und verspätete sich zum Diner und erhielt Lady Diterys eisigen, vorwurfsvollen Blick. 26. Zum Diner haften fich mehrere Gäste eingefunden. General Bellafis saß neben Lady Dttery, und Kenneth Murleß neben Joyce. Beide waren als alte Freunde der Familie herausgekommen, um das Osterfest hier zu verleben. Die Unterhaltung schien sich um den Streif zu drehen. Der stattliche, blühende Bellafis führte hauptsächlich das Wort. Da Bertram dem Geplauder seiner Tischdame zu lauschen hatte, fonnte er nur einzelne Brocken der oben geführten Unterhal tung auffangen, aber auch dabei waren seine Gedanken nicht, denn er wandte seine Blicke nicht von Joyce ab. Sie trug ein Abendkleid aus weißer Seide von ganz findlichem Schnitt, dazu eine Reihe edler Berlen, und sah in diesem alten Speisefaal mit den getäfelten Wänden, den hochlehnigen Stühlen, der holzgeschnigten Decke aus wie nur hierhergehörig. Sie gehörte mit zu dem alten Schloffe und das Schloß gehörte zu ihr, nicht in Stein und Holz, aber in Geist und Tradition. Sie war Joyce Bellairs von Holme Ottery. Was für ein Recht hatte der irische Advokatensohn an diese Aristofratin? Sie gehörte einer anderen Raffe an, war durch Jahr hunderte lange Zuchtwahl entstanden. Bertram war, diesem Sprößling einer Herschertaste verglichen, nur ein plumper Bauer. So grübelte er finster, während er Joyce und ihren Nachbar Kenneth Murleß wie gebannt beobachtete. Auch dieser gehörte zum blauen Blut und war mit all Versuche bekamen doch ein ganz anderes Tempo durch die Notwendigfeit, die uns im Kr'ege fehlenden Metalle zu ersetzen. Die Rohstoffe Menge, der elektrische Strom war mit Hilfe der großen mittelzur Aluminiumherstellung fand man in Deutschland in genügender deutschen Braunkohlenlager ebenfalls bequem herzustellen, so waren das Riejenkraftwerk in Golpa- 3schornewitz gebaut, das zur StromDie Borbedingungen erfüllt. Unmittelbar nach Kriegsausbruch wurde das Riefenkraftwerk in Golpa- 3schornewitz gebaut, das zur Stromversorgung der Aluminiumfabrit in Rummelsburg dienen sollte, dem schlossen sich noch mehrere andere Werke, ebenfalls mest in Berbindung mit Braunkohlenlagern, an. Zunächst sollte das in Deutsch land fehlende Kupfer ersetzt werden. So war die Verwendung des Aluminiums in der Elettro'echnif, der größten Kupferverbraucherin, gegeben. Man widelte Maschinen, Transformatoren, Motoren, Apparate mit Aluminum, soweit nicht noch andere Erfagmetalle, wie Eisen und Zink herangezogen wurden. Indessen war das nur ein vorübergehender Zustand, denn da das Aluminium den Strom schlechter le tet als Kupfer, fann eine mit Aluminiumbraht gemidelte Masch ne bei gleicher Größe auch nicht dasselbe leisten wie eine mit Kupfer gewickelte. Dagegen wurde im Leitungsbau das Aluminium mit solchem Erfolge verwendet, daß es daraus nicht mehr verschwinden wird. Alle großen Hochspannungsleitungen, die von Golpa, Lauta, Traffendorf nach Berlin führen, haben Leitungsseile als Aluminium bekommen, und es hat sich an dieser Stelle vortrefflich bewährt.. 3m diesen alten Geschlechtern verwandt. Er amüsierte Joyce während des langen Diners in seiner graziösen, lässigen, satirischen Art, die so unabsichtlich aussah und ihn doch mit geheimem Stolz erfüllte. Unabläffig ging Bertrams Blid zu den Beiden. Kenneth Murleß war niemals im geringsten unhöflich gegen Beriram gewesen, obgleich dessen Eifersucht ihm unmöglich entgehen konnte. Im Laufe des Mahls hob er sogar einige Male sein Glas zum Gruß gegen ihn, so daß Bertram sich eingestand, Kenneth war doch ein Gent leman und viel herzlicher als sein Schwager Alban. Endlich erhob sich Lady Ottery würdevoll von ihrem hochlehnigen Sessel. Diese Mahlzeit war ihr auch im eigenen Hause ein feierlicher Ritus. Unterhalte dich nicht zu lange, Ottery," bemerkte sie zu ihrem Catten. Wir möchten nachher gern Bridge spielen." Aber Lord Ottery ließ sich nicht gern vom Stuhle aufheben und sagte es fehr freimütig. Auch wollte er noch hören, wie Bellasis seine Pläne entwickelte. Das möchte ich auch mit anhören," sagte Joyce. Ich komme dann fpäter, Mutter." die Lehne eines der großen Stühle und nippte aus Kenneths Damit zündete fie fich eine Zigarette an, setzte sich auf Weinglas. " General Bellafis rückte seinen Stuhl so herum, daß er der fleinen Gruppe der bei Tisch gebliebenen, Lord Ottery, Alban, Kenneth, Jorce und Bertram, gegenüberfaß. Er hätte ihnen ja schon mitgeteilt, wie die Regierung über den Streit dächte. Er sei ein Schlag gegen die Autorität des Parla ments, gegen die soziale Ordnung des Landes. Die eigent lichen Arbeiterführer wären noch ziemlich vernünftig, meinte er, und im ganzen gemäßigt. Aber hinter ihnen wühle die mit fremdem Geld bezahlte revolutionäre Agitation. Und jetzt wäre die Zeit gekommen, wo wir uns mit der Arbeiter partei im offenen Kampfe messen müßten. Sie hätten ,, uns" herausgefordert. Wer ist uns"?" fragte Alban. Die Regierung?" Nein, die ganze wohlgesinnte Majorität," sagte der General. Alle, auch der unglückliche Mittelstand mit integriffen. Wir alle. Gut, wir nehmen die Herausforderung an. Wir sind bereit. Wir werden ihnen die Hölle heiß machen. Auch auf die Menge feuern?" fragte Lord Ottery. Auf jeden einzelnen Schurken oder jede Bereinigung von Schurfen feuern, die das nationale Leben zu gefährden versuchen." war die Antwort. Selbstverständlich!" rief Alban. ,, Möchte nur tüchtig gefeuert werden," sagte Joyce higig. Eine gute Gelegenheit, unsere Bolschewisten loszuwerden. Bertram richtete sich unruhig in seinem Stuhl auf, antwortete aber nichts. Wie konnte Jonce nur so sprechen! Mugget und die anderen Kriegskameraden, so viele von ihnen | Dienstag, 25. November 1924 Automobilbau ist es noch weiter vorgedrungen. Hier fommt es auf äußerste Gewichtsersparnis an, um den Wagen so leicht als möglich, dadurch b'llig in der Anschaffung und im Betriebe zu machen, denn der Verbrauch an Gummi und Benzin hängt in gerader Linie vom Gewichte ab. So kam man dazu, die Motoren fast ganz aus Aluminium zu bauen, wodurch man nicht nur an Gewicht sparte, sondern auch die Erschütterunoen verringern fonnte. In dieser Richtung muß noch sehr viel weiter gegangen werden, wenn das Automobil, wie in Amerita, das Berfehrsmittel für die weitesten Volksfreise werden soll. Wie sich anderweitig das Aluminium nüßlich macht, braucht man erlebt hat, nicht zu betonen. Aber auch außerhalb der eigentlichen in einer Zeit, die eben erst die Fahrt des 3. R. 3 nach Amerita mitTechnit, im' äglichen Leben, gewinnt es immer mehr Raum. Die Ueberschwemmung m't Aluminiumgeschirren ist eine natürl che Folge der im Kriege zu Riefenziffern heraufgetriebenen Erzeugung, aber Küche mit Emaille oder Tongeschirren wirft heute unmodern. im wesentlichen hat das weiße Metall sich da durchgesetzt, und eine Mancherlei Gebrauchsgegenstände werden heute auch aus Aluminium hergestellt und es werden ihrer immer mehr. * Freilich ist in neuerer Zei dem Aluminium ein gefährlicher Wettbewerber entstanden, und das ist ein naher Verwandter von ihm, das Magnesium. Es ist noch viel leichter als Aluminium und ihm in mancher Beziehung hinsichtlich der Festigkeit überlegen. Eine Legierung von be den Leichtmetallen ist heute schon für die Technik sehr wertvoll geworden, wäre das Magnesium nicht an der Luft so außerordentlich leicht verbrennlich die Blitzlichtpulver enthalten alle Magnesium als Hauptbestandteil, so würde es vielleicht das Aluminium ganz verdrängen. Der Fortschritt ruht eben nicht, und vielleicht bringen uns die nächsten Jahre neue Metalle, von denen heute überhaupt niemand etwas ahnt. Kein Mord, sondern eine Gaskatastrophe. Zu dem Doppeltodesfall in der Borbergstraße. Wie wir berichteten, hat sich in der Nacht vom vergangenen Mittwoch zum Donnerstag im Hause Borbergstraße 4 zu Schöne berg eine Tragödie abgeelt. Man fand nach einer vorausgegangenen lauten Auseinandersehung in der Wohnung der Schneiderin Marie Gendit die bei ihr wohnende 60jährige Schwester tot, die Schneiderin selbst und den ihr befreundeter Straßenbahnmonteur Otto Kuhlmen besinnungsios auf. Inzwischen ist Kuhlmen im Krantenhaus verstorben, so daß der Tod zweier Menschen zu beflagen ist. Der merkwürdige Borfall ist jest vollkommen aufgeklärt. Ruhlmen hatte in der Trunkenheit schon öfter Unheil ange: richtet. Bor vier Wochen überfuhr er mit seinem Straßenbahnwagen am Kaiserdamm ein kleines Mädchen, das seinen Berlegungen erlegen ist. Am Sonnabend vor acht Tagen hatte er in der Trunkenheit mit seinem Wagen der Linie 99 E auf dem Schloßplaz einen Zusammenstoß. Ein Aufsichtsbeamter löfte ihn ab und er wurde entlassen. Am Dienstag voriger Woche holle er fich vom Depot feine Sachen und den Restlohn von über 90 M. Darauf besuchte er bis in die Nacht hinein mit Marie Gendik und deren Schwester eine ganze Reihe von Schankwirtschaften. Obwohl er nichts vertragen fonnte, gab er auf dieser Kneiptour" über 60 M. für Bier und Schnaps aus. So famen alle drei in der Nacht betrunten nach Hause. Als nun Marie Gendit sich zu ihrer Schwester auf das Schlaffefa legen wollte, zog Ruhlmen fie in einem Butanfall nach seinem Bett hinüber. Kuhlmey, der hierbei dem Mädchen mehrere Krahwunden beibrachte, streifte bei dem hin und Her die lange Kette, die den Hahn der Gaslampe fchloß, und zog jo den Gashahn auf, ohne daß jemand es merfte. Die Schneiderin hatte furz vorher noch mehrere Behnpfennigstüde in den Gasautomaten hineingesteckt. Thre Schwester erlag um so eher der Wirkung des Gases, als sie sehr herzfrank war Kuhlmey wurde schwer mitgenommen. Die Schneiberin selbst fam mohl nur deshalb mit dem Leben davon, weil sie eine Weile außerhalb der Stube war. Bis die Polizei am Bußiag spät nachmittags, von den Hausbewohnern gerufen, in der Stube eintraf, war der Automat längst abgelaufen und das Gas hatte sich durch die Rißen des einfachen Fensters verflüchtigt, so daß auch kein Beruch mehr wahrzunehmen war. Die Obduktion hat diese Feststellungen der Kriminalpolizei bestätigt. Sie stellte bei beiden Personen Gasvergiftung als Todesurfache fest. arbeitslos, waren wohl verbittert und verzweifelt, aber feine Bolschewiften. Dieses neue Schugregiment brauchte nur einen verhängnisvollen Jrrium zu begehen, brauchte nur zwischen Schurfen und anständigen Männern nicht unterscheiden zu fönnen, und das entfeßlichste Blutvergießen war da. Der Klaffenfrieg war gefährlich nahe gerückt, und Joyce sprad) diese wahnsinnigen Worte. Plöglich wandte sich General Bellasis dem Grübelnden freundlich lächelnd zu. Wie ich von Joyce höre, möchten Sie gern eine Anstellung, Bollard. Ich könnte Ihnen etwas bieten. Wie würde es Ihnen gefallen, mir bei diesem Geschäft zu helfen? Etwa als Abteilungsleiter an der Südküfte?" Bertram fühlte, wie es ihm talt den Rücken herunterlief. Aller Augen waren auf ihn gerichtet, und jeder erwartete, daß er freudestrahlend annehmen würde. ,, Bertram, wie herrlich!" rief Joyce. Endlich ein Glücksfall!" ,, Was ist denn das eigentlich für ein Geschäft?" fragte Bertram höflich und intereffiert, fühlte aber, daß seine feindliche Stimmung durchklang. General Bellafis erklärte ihm, daß es eine Art Rekrutenaushebung sein sollte, dann ein Einegerzieren der Männer, ein Zurechtstugen, und endlich ein Patrouillendienst. ,, Also militärische Polizei?" ,, Stimmt!" sagte General Bellafis behaglich und fügte hinzu, wie glänzend diese Gelegenheit für Beriram wäre, sich der Regierung vorteilhaft bemerkbar zu machen und sich dadurch später einen guten Regierungsposten zu sichern. Was er, General Bellafis, in seiner Eigenschaft als Leiter des Heimatschutzes, dazu tun könne, das folle mit dem größten Vergnügen geschehen. Das liebenswürdig und herzlich gemachte Anerbieten wurde mit allgemeinen Glückwünschen angenommen. Das paßt für Bertram wie eigens bestellt," sagte Jonce.„ Er versteht die Leute au behandeln, das muß man ihm laffen." Sie war ganz aufgeregt, glitt von der Lehne herunter und stand mit erwartungsvollen Augen da. ,, Famos für Sie, Bertram!" rief Kenneth. Auch für Joyce freut es mich. Ein besseres Sprungbrett zu einem guten Amt gibt es nicht." Großartige Stelle," stimmte Alban ein. Dienst für's Vaterland, gute Bezahlung, und Spaß dabei." Joyce beobachtete ihren Gatten. Sie las beffer in feinen Zügen als die anderen. Sie sah, wie er errötete und erbleichte und mit gefalteter Stirn überlegte. Außerordentlich gut von Ihnen, General," sagte er endlich langsam ,,, vielen Dant. Aber Bea -die Aufgabe sagt mir nicht zu." troffenes Schweigen folgte diesen Worten. Sie sagt Ihnen nicht zu?" lächelte Bellafis unangenehm.( Forts. folgt.) Neuester Behördennepp. Früher hatte man an Behörden außer den Steuern und etwa noch Geldstrafen und Strafvollzugsgebühren nur Stempel und Tagen für Urkunden zu bezahlen. Als man die Ausreisegebühr von 500 Goldmark aufgeben mußte, fam man darauf, die Erteilung der Ausreifcerlaubnis nicht mehr gratis zu erteilen, sondern für 10 Goldmark zu verkaufen. Man nennt das Verwaltungsgebühr, und seitdem hat man sich noch eine ganze Reihe anderer Berwaltungsgebühren zugelegt. Zum Beispiel werden bei Abwei sung von Einbürgerungsgefuchen die enttäuschten Ausländer, die gern Reichsdeutsche geworden wären, für dieses unerlaubte Gelüft noch mit Verwaltungsgebühren von ganz unerklärlich wechselnder Höhe bestraft. Aber auch 3 länder müssen in verschiedenen Fällen solche Verwaltungsgebühren zahlen. Soviel wir wissen, stehen die Beamten in festem Gehalt( Zeitlohn) und haben defür ihre Amts. pflichten zu erfüllen. Wir zahlen unsere Steuern, damit die Behörden ihre Aufgaben versehen. Die Steuern sind so hoch, daß dies von der Regierung als eine dringende Gefahr für die Sicherheit des Reiches betrachtet wurde; denn anderenfalls hätte man nicht den Artikel 48 der Reichsverfassung zu ihrer Sperablegung benutze i fönnen. Da nichts davon befannt geworden ist, daß die Verwaltungsbeamter jetzt im Stücklohn bezahlt werden, muß die Erhebung dieser neuen Verwaltungsgebühren die Berwaltungstätigkeit der Behörden als eine auf Gewinnerzielung berechnetes Gewerbe erscheinen lassen, wofür die Behörden von Rechts megen zur Einkommen. Gewerbe- und Umsatzsteuer herangezogen werden müßten. Das Schicksal eines Entgleisten. 30 Jahre in Gefängnißfen und Irrenhäusern. Bon feinen 48 Lebensjahren hat ein Angeflagter namens Frizz Rarom nicht weniger als 30 Jahre in Gefä tgniffen und Irren häusern zugebracht. Jetzt war er wieder wegen schweren Einbruchsdiebstahls angeklagt. Nachdem er seine letzte Strafe verbüßt hatte, hatte er auf eigenortige Weile einen Einbruch perübt. Wie er erklärte, wurde er von einem gewissen Tießmam eines Tages angesprochen, der ihm sagte, feine Braut sei ihm untreu geworden. Er möchte nun doch die Einrichtungsgegenstände, die er feiner Braut geschenkt habe, wieder wegholen. Karow befann sich nicht lange, sondern erklärte, er werde das Ding schon drehen". Ohne zu zaubern, begab er sich nach der Wohnung, öffnete mit einem Dietrich die Tür und begann auszuräumen. Dabei wurde er aber abgefaßt. Auf die Frage des Bor: fizzenden, ob er dieses Leben nicht satt habe und seinen Lebenswandel nicht ändern wolle, erwiderte der Angeklagte, daß ihm nichts weiter übrig geblieben fet. Als er aus dem Gefängnis heraustam, habe er zwar einige millionen be tommen, aber eine Schrippe toftete fchon ebenso viel Milliarden, so daß er für fein Geld nur eine Sechstel Schrippe erhalten hätte. Der als Belastungszeuge gelade ie eigent liche Anstifter spielte den Berrückten. Es war aus ihm nichts herauszubekommen. Mit den Worten: Guten Morgen, Remeraden," betrat er, aus der Haft vorgeführt, den Gerichtssaal und wollte nicht einmal wiffen, wann er geboren fei. Als der Vorfihende ihn frente, cb er auf seinen Geifteszustand beobachtet werde, erwiderte er:„ Ja. von Onkel Ernft." Die Berhandlung endete mit der Berurteilung Karoms zu 2 Jahren Gefängnis. Dem Angeklagten wurde der Rat gegeben, nun aber ernstlich sein Leben umzustellen und sich, wenn er aus dem Gefängnis herausfomme, an den Gefangenenfürsorgererein zu wenden. " Zur Verhaftung des Defraudanten Karl Hufter. Wie wir mittellten, ist es gelungen, den Juftizoberfekretär Karl Suster, der bei dem Amisgericht Berlin- Mitte 360000 Mark veruntreut hatte, in Breslau zu verhaften. Die Berliner Kriminalpolizei hatte die zahlreichen Freundinnen Husters in Berlin überwacht und schließlich in Erfahrung gebracht, daß eine von ihnen noch mit dem Flüchtigen in Briefwechsel stand. Bor einigen Tagen fuhr diese nach Breslau, und ein Kriminalbeamter folgte ihr umauffällig dorthin. Wie sich jetzt herausgestellt hat, ist Huster bei seiner Flucht nicht im Befik jener großen Geldfumme gewesen Die 360 000 m. Unterschlagungsgelder waren schon vorher in einzelnen Raten von ihm in Gesellschaft anderer verjubelt worden. Zu seiner Flucht lieb er sich erst von einem Freunde 2000 M. Es roar feine Abficht, die oberschlesische Grenze zu überschreiten und nach Rußland zu gehen. Er fonnte aber seinen Gewohnheiten als Lebemann nicht entsagen und fand in Breslau genau wie in Berlin sofort Anschluß, vergeudete einen Teil der 2000 m., den Rest stahl man ihm. Er zog nun in ein ganz kleines Hotel, fchrieb nach Berlin und wollte durch seine Freundin versuchen, Geues Geld zu bekommen, um dann endgültig Deutschland zu verlaffen. Seine Freundin traf sich auch mit ihm in Breslau und löste ihn mit 60 M. aus. Danach wurde er verhaftet. Er wird auf dem schnellsten Wege nach Berlin gebracht werden. Inzwischen ist festgestellt worden, daß die Wettnanöver, über bie wir feinerzeit berichteten, tatsächlich der Wahrheit entsprechen. So ist ein Fall feft. gestellt worden, in dem Huster einem Jockey 35000 m. gegeben hat. Mit diesem bestar der Jocken einige feiner Kollegen, ihre Pferde zu„ doppen" und dadurch die Quote auf ein bestimmtes Pferd zu erhöhen. Die Rennbehörden werden sich jetzt noch mit diefer Angelegenheit beschäftigen. Auch die Untersuchung der Beruntreuungen wird sicherlich noch weitere Verhaftungen nach fich ziehen. Alle Mitteilungen, die für die Aufklärung von Wichtigkeit fein fönnen, nimmt Kriminalfommissar Seifert im Polizeipräsidium enigegen. E. K. auf dem Ball. Die rühmlichst bekannte„ Deutsche Zeitung" ergeht sich in find. licher Weise über den legten Ditmartenball; u. a. beißt es da: „ viele Eiserne Streuze waren zu sehen(!), was uns weder traurig noch lächerlich berühren soll. Nein, bravo, ihr waderen deutschen Helben, wir gratulieren zu der endlich geivonnenen Erfenntnis, das im Felbe Vereinsabzeichen" getaufte E. St., nur noch als Kotillonabzeichen zu betrachten. Nun erst erfüllen die vielen E. K. den übrig gebliebenen Bwved: Attrappe eines hohlgewordenen Ideals aut sein! Vielleicht erleben wir noch, und das wäre ein schönes Reichen unferer Vernunft, daß man den Säuglingen ein Hakenkreuz in die Windeln stickt, oder daß der geniale Feldherr mit der blauen Schwedenbrille Direktor der Müllabfuhrgesellschaft wird. Wie dem auch sei es fehlt noch immer an einem Film, der die Herr schaften vor gestern darüber aufklärt, daß die schönen Tage von „ Wilhelms Gnaden" vorüber sind und auch nicht wiederkehren werden. Geffentl. Wählerversammlungen heute, Dienstag, den 25. November, abends 71 Uhr: Berlin- Mitte: Musikerfäle, Kaiser- Wilhelm- Straße 31. Prenzlauer Berg: 26. und 28. Abt.: Büttner, Schwedter Straße 23. Mariendorf: Realgymnasium, Kaiserstraße. Lichtenberg: Aula Cazilien- Lyzeum, Rathausstraße. Weißensee: Realgymnasium Boelckpromenade. Pankow- Heinersdorf: Luce in Heinersdorf, Kaiser- Wilhelm Straße 67. Reinidendorf- Ost: Ramlow, Kastanienwäldchen, Schönholz 14. Tagesordnung: Wähler, entscheidet Euch! Flughafen Tempelhofer Feld. „ Einer der schönsten Flugplätze Europas. Der zu Verhandlungen über die englischen Luftfahrtpläne in Berlin weilende Chef des englischen Luftfahrtwesens, General Brander, besichtigte im Laufe des gestrigen Montags den Flughafen Tempelhofer Feld. In feiner Begleitung befanden sich die Vertreter des Reichsluftamtes, Ministerialtat Brandenburg und Geheimrat Fisch, ferner Oberbaurat Sauernheimer von der Flughafen G. m. b. H. und Major Böttcher von der Luftpolizei. Sowohl die bisherigen, wie die im Entstehen begriffenen Anlagen des Flughafens wurden durch General Brander einer eingehenden Be sichtigung unterzogen, ebenso die dort stationierten vier Junkerss Verkehrsmaidinen, von denen eine bem englischen Gast vorgeflogen wurde. An Hand der deutscherfeits gegebenen Erläuterungen über die Lage des Flugplages mitten in der Großstadt erklärte Ge Redner: Crifpien, Ad. Hoffmann, Künstler, Klodt, Litfe, neral Brander, daß das Tempelhofer Feld einer der Dr. Löwenstein, Reuter. Mittwoch, den 26. November, abends 7 Uhr: Berlin- Mitte: Gewerkschaftshaus( gr. Saal), Engel- Ufer 24. Wedding: 15. 2bt.: Schulaula Strelizer Str. 42.- 21. Abt.: Schulaula Plantagenstr. 15/17. Friedrichshain: 32. Abt.: Fruchtstr. 36a( oberer Saal) bei Schmidt. Friedrichshain: 32. Abt.: Fruchtstr. 36a( oberer Saal) bei 33. 2bt.: Schulaula Hohenlohestr. 10.— 34. Abt.: Comenius- Säle, Memeler Str. 67. Kreuzberg: 46. Abt.: Behrendt, Manteuffelstr. 95. Charlottenburg: Hohenzollern- Festfäle, Berliner Str. 105. Wilmersdorf- Halensee: Florafäle in Halenfee. Johann- Georg Straße. Neuköln: 93. Abt.: Gambrinus, Kaiser- Friedrich- Str. 86. 94. Abt.: Kindl- Brauerei, Hermannstr. 214. Rosenthal- Dorf: Bruseberg, Hauptstraße. Tagesordnung: Der 7. Dezember ein Schidialstag für Deutschlands Arbeiterschaft! Redner: Rob. Breuer, Crifpien, Hugo Heimann, Künstler, Lempert, Landa, Otto Meier, Mieliz, Niekisch, Siering, Wermuth, Zubeil. Oeffentl. Frauenkundgebungen heute, Dienstag, den 25. November, abends 72 Uhr: Prenzlauer Berg: Schulaula Schönfließer Straße 7. Kreuzberg: 40. und 41. Abt.: Bodbrauerei. Fidicinstraße 2/3. -42. und 43. 2bf.: Rabes Festfäle, Fichtestraße 29. Rosenthat: Mühlbrodt, Kronprinzenstraße. Redner: Clara Bohm- Schuch, Gertrud Hanna, Anna Geyer, Clara Weyl. Tagesordnung: Frauen und Mädchen, denkt an Eure Zukunft! fönsten Flughäfen Europas fei und für die Ent widlung des internationalen QLuftverkehrs von größter Bedeutung fein würde. Einheit, Freiheit, Vaterland! Die heutige Kundgebung des Reichsbanners mit der Barole der 48 er Freiheitskämpfer findet beute abend in fämtlichen Näumen der Neuen Welt statt. Die Hauptrede hält Rebafteur Schweriner. Daneben sprechen Ministerpräsident a. D. Stelling, Senats präsident Großmann. Reichstagsabgeordneter Aufbäufer, Reichstagsabgeordneter Dr. Haas, Lehrer Niffta, Studienrat Lammerich. Das Reichsbannerorchester und der Berliner Sängerchor werden zwischen den einzelnen Reden Volkslieder spielen. Schauspieler Wolfgang vom Deutschen Theater wird Freiheitsdichtungen rezitieren. Der märkische Wald im Lichte märkischer Maler. So fönnte man die fleine Gemäldeausstellung nennen, die von der Arbeitsgemeinschaft für Forstius und Naturkunde im Hotel Bellevue in Friedrichshagen veranstaltet wird. 3wed der Ausstellung ist, das fünstleri'che Bild des Wa'd: s fo Freund des Waldes und der Natur näherzubringen, die Schönhc'ten wie es Blick und Pinfelführung des modernen Künstlers Schufen, dem des Waldes in ihrer fünstlerischen Formung dem Beschauer erstehen zu laffen und in diefer Darstellung die Mahnung erneut zum Ausdruck zu bringen: Schüßt und erhaltet dem Großstädter den Wald, geht behutsam in ihm, zerstört nicht seine ewige Schönheit durch unbedachte fleine Schädigungen, die von vielen ein zelnen Besuchern ausgeübt Raubbau und Bernichtung sind. Die Ausstellung, die Sonntag eröffnet wurde, ist nicht ohne Mängel. Mandes Beiwert, das nicht zur Sache gehört, hätte ruhig fort bleiben können. Auch hätte ihr eine planvolle Gruppierung viel genüßt. Trotzdem dient sie bas ist das beste, was man von ihr fagen fann dem gesteckten Biel, obwohl fie fich auf einen engen Künstlerfreis und manche unserer lebenden Waldmaler überhaupt unberücksichtigt läßt. Fein in Wirkung und Anordnung sind die Waldstimmungen Riemschreiters, der die dunklen Schatten des Waldes liebt und sie in einer ganzen Bilderreihe mit schönen Nüancen darstellt. Ganz der Gegensatz dazu holt Deigebrodt Scharfes Leuchten, flammende Kontraste aus der märkischen Landschaft heraus. Die Kiefern, die sich in prallem Licht von dem Himmel abheben und felbft in Leuchten erfirahlen, sind von farter Wirkung. Mannigfach dargestellt ist die Gegenwirtung von Wald und Waffer. Hierzu hat u. a. G. Meisel einige schöne Beiträge geliefert. Auch die anderen Maler, unter ihnen R. Böttcher, Fidus, Puls, haben Eigenart des märkischen Waldes aufgeprägt. So ist die Ausstellung als ein Anfang auf diesem Gebiete gedacht ein gelungener Berfuch, die Schönheit der märkischen Waldlandschaft weitesten erhalten. reifen im Bilde vorzuführen als Mahnung, fie zu pflegen und zu Mittwoch, den 26. November, abends 7/2 Uhr: Tiergarten: 8. Abt.: Nationalhof, Bülowstr. 37. Charlottenburg: Zum Birnbaum, Galvaniſtr. 13. Lanfwih: Lehmanns Festfäle, Kaiser- Wilhelm- Str. 29/31. Reinidendorf- West: Boltshaus, Scharnweberstr. 114. Tagesordnung: Frauen und Mädchen! Denkt an Eure ihre Runst in vielen Stüden ben Stempel der Heimatfreude an der Zukunft! Redner: Clara Bohm- Schuch, Gertrud Hanna, Karl Litke. Clara Weyl. öffentlichen Versammlungen der Sozialdemokratie. Besucht Genoffinnen und Genossen! Agitiert nach Kräften für die dieselben zahlreich. Beamten- Versammlungen heute, Dienstag, den 25, November: Schulaula Samariterstr. 20, abends 7 Uhr. Referent: Genoffe Stadtrat Herrmann. Ertner: Gesellschaftshaus bei Karbe. Referent: Genosse Kozur. Mittwoch, den 26. November: Unterhaltungsabend für Beamtinnen, Lehrerinnen und Be hördenangestellte im Deutschen Hof, Apollosaal, Lucauer Straße. 7 Uhr.- Eintritt frei. Spandau: 7% Uhr im Turnzimmer des Neuen Rathauses. Referent: Landtagskandidat Polizeioberwachtmeister Klenz. Donnerstag, den 27. November: Die Kunstgemeinde Neukölln veranstaltete im großen Saale der Neuen Welt" einen Dpern Abend. Ausführende waren das Berliner Sinfonie( Blüthner) Orchester. Sommerfängerin Mat garete Arndt- Ober, Opernfängerin Elfe Jülich- de Boat und Kammer. fänger Robert Hutt, Dirigent Clemens Schmalstich. Arien und Duette aus Aleffanbro Strabella"," Carmen" und" Die Inftigen Weiber von Windsor" wurden meisterhaft zu Gehör gebracht und ernteten stürmischen Beifall. Nur wäre eine noch zahlreichere Beteiligung im Interesse der vom Bolfsbildungsamt Neukölln ge pflegten Bestrebungen auf dem Gebiete der Boltsbildungsarbeit erwünscht gewesen. Lernt Fremdsprachen! Anfang Dezember beginnen auf vielfachen Wunsch in der Sprachschule für Proletarier neue Surfe in English, ran. zösisch und Spanish, fowohl für Erwachsene( abends), als auch für Kinder( nachmittags). Es werden Anfängerkurse und besondere Surfe für Borgerückte eingerichtet werden. Anmeldungen: Freitag, den 28. Nov. und Mittwoch, den 26. Nov., abends von 6-8 Uhr, in der Gemeindeschule Gipsstr. 23a( nahe Bahnhof Börse und Alexanderplat) und für den Westen Berlins bei. Fuchs, Bietenstr. 6a( nahe Rollendoriplab und Bülowftrake) täglich von 3-5 Uhr nachm. jür Kinder und von 7-9 Uhr abends für Erwachsene. Kontinental- Europa und Reichstagswahl. Ueber dieses Thema findel bente abend 8 Ubr im Plenarfikungsfaal des Reichswirtschaftsrates, durch ein Referat von Julius Statisti eingeleitet wird. Bahlreiche bekannte Politiker und Parlamentarier sind als Redner angemeldet. Polizeibeamten! 7% Uhr: Kammersäle, Teltower Str. 8. Bellevueftr. 15, ein öffentliger Distufiionsabend statt, ber Referent: Genosse Polizeioberwachtmeister Klenz. Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 25. November. Außer dem üblichen Tagesprogramm: Furchtbare Minenexplosion in Kowno. Kowno, 24. November.( Eigener Drahtbericht.) In dem drei Kilometer von Kowno entfernten Werfe Freida flog gegen 7 Uhr morgens ein Lager unbrauchbar gewordener Minen unter einer furchtbaren Detonation in die Luft. 7 Berfonen, darunter 5 3ivilisten, wurden zerriffen. In Kowno 4.30-6.15 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 6.20 Uhr abends: Ratschläge fürs Haus. 6.30 Uhr abends: Zehn Minuten für die Hausfrau. 6.45 Uhr abends: Vortrag des öffent- zerplagte in den Straßen eine ungeheure Menge von Fensterscheiben. lich angestellten Chemikers Herrn Dr. Heinrich Zellner: Ueber Ernährung, über unsere täglichen Nahrungs- und Genußmittel und ihre Verfälschungen". 7.15 Uhr abends: Einleitende Worte zu Der Cornelius Bronsgeest. III. Veranstaltung: Der Barbier von Sevilla, Barbier von Sevilla". 7.30 Uhr abends: Sendespielbühne. Leitung: Komische Oper in zwei Akten Text nach Beaumarchais von Cesare Sterbini. Musik von Gioacchino Rossini. Für den Rundfunk bearbeitet von C. Bronsgeest. Dirigent: Selmar Meyrowitz. Personen: Graf Almaviva: Maximilian Willinsky; Doktor Bartolo: Peter Lordmann; Rosine, dessen Mündel: Alexandrine Alexan. drowa; Basilio, Musikmeister: Leo Schützendorf; Figaro, Barbier: ein Diener, Soldaten, Musikanten. Das Orchester besteht aus MitHermann Kant; Fiorillo: Artur Neudamm; ein Notar, ein Offizier, gliedern des Berliner Philharmonischen Orchesters. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theaterdienst. Das Berteidigungsministerium hatte die unbrauchbar gewordenen Minen an eine private Firma verkauft, die unter Aufsicht eines Spezialfachmannes diese auseinandernehmen ließ. Die Spezialisten diese Arbeiten eigneten. Die Explosion entstand, als der aufsichtsdes Ministeriums bemerkten jedoch, daß die Arbeiter sich nicht für führende Beamte noch nicht erschienen war. Die Stelle, an der die Explosion stattfand, bietet einen schrecklichen Anblick dar. Das große Fabrikgebäude besteht nur noch aus Trümmern. Die Dächer der Häuser in der Umgebung sind abgedeckt und die Mauern eingestürzt. In einer Umgebung von mehreren hundert Metern sind die Felder mit Balfen, Brettern und anderen Trümmern bedeckt. Ein Wachtposten wurde vollständig zerrissen, einer schwer und ein anderer leicht verlegt. Sechs Arbeiter haben ihr Leben eingebüßt. Unter den Trümmern wurden nur der getötete Soldat und ein Arbeiter gefunden. Von den anderen waren nur noch wenige Körperteile Wetter für Berlin und Umgegend. Stühler und zeitweise heiter bet übrig geblieben. Das Ministerium hat eine scharfe Untersuchung schwachen füdöstlichen Winden. eingeleitet. Wasche dich mit Ray- Seife! GL Arbeiter- Sport Auf zum Kampfplatz! Arbeitersportler fein, heißt Rämpfer fein! Als ein Kind der großen sozialistischen Boltsbewegung ist der Arbeitersport entstanden, als nach dem Fall des Sozialistengefeges der Kampf gegen die Reaktion in legale Bahnen geleitet werden konnte. Aber bald erfannte die Reaktion die ihr im Arbeitersport brohende Gefahr. Unter der heuchlerischen Phrafe der„ Ertüchtigung der Jugend im vaterländischen Sinne" entstand die groß angelegte und von Steuergeldern des Boltes bezahlte Jungdeutschland" Bewegung, die den sozialistischen Urbeitersport vernichten sollte. Und als diese geistigen Waffen" nicht auslanaten, da ging man zur brutalen Unterdrüdung über: Verbot des Sports der Jugendlichen und Kinder in den Arbeitersportvereinen! Arbeitersportler! Diefelben reaktionären Kräfte sind aufs neue am Berfe, um ihre Bortriegsherrichaft zurückzuerobern. Auf die Vergeßlichkeit und Uneinial sit weiter Voltstreife rechnend, setzt der Hauptkampf des sogenannten„ Bürgerblocks" unter deutschnationaler Führung gegen die ofte Bertreterin des Proletariats, die Sozial Demofratische Partei, ein. Der Inflationsreichstag des 4. Mai hat alle realtionären Hoffnungen wieder aufleben iaffen. Die noch in vielen Amtsstuben sikende alte Bureaukratie hat auch Den Arbeitersport ihr neu erwachendes Kraftgefühl spüren lassen. In den Provingvereinen haben Grundbefizer und Unternehmer be reits vielfach die Offensive ergriffen. Nicht nur in Ostpreußen und Bommern, sondern auch in der Provinz Brandenburg feht die alte Bekämpfung aufs neue ein. Deshalb ergeht an alle Arbeitersportler der Ruf: Seid bereit, auf zum Kampfplazz! Um 7. Dezember wird das deutsche Volk zum zweiten Male in diesem Jahre an die Wahlurne treten. um sich eine Bolfsvertretung zu wählen. Soll der neue Reichstag die gleiche reaftionäre Tendenz zeigen wie fein Boraänger, der Inflations Reichstag? Gleichzeitig finden aber auch die Wahlen zum preußischen Landtag statt. der auf das Verwaltungswefen, auf das Schulwesen und die gesamte Bflege der Leibesübungen einen außerordentlich starten Einfluß hat. Soll die Ausübung der Schulorconisation und der Jugendorganifation nebst den vielen anderen Fragen wieder in die Hände der Reaktion gelegt werden? Es genügt nicht, wenn alle Arbeitersportler als Selbstverständlichkeit diese Frage vermeinen! Wer sich nicht einaliedert in die große sozialistische Kampfaemeinfchaft, wer verärgert beisete steht oder es an der Agitation fehlen läßt, stärkt ebenfalls die Reaktion, Auf zum Kampfplak! Diefer Ruf ergeht vor allem auch an die Genoffinnen und die jungen wahlberechtiaten Ge noffen! Gebt am 7. Dezember euro Stimme der Sozial Demokratischen Partei, die zielbewußt das Interesse des mertiätigen Boltes vertritt. Wie der Arbeitersport nur durch müh jame positive Arbeit sich zu seiner heutigen Machtstellung entwideit hat und weiter entwickeln wird, so fann das Los der gesamten Arbeiterflaffe nur durch straffe Organisation und anbauernden zähen Rampf menfchenwürdig gestaltet werden. Wer mitarbeiten will an dem Aufbau einer befferen 3ufunft im fozialistischen Sinne, wer erkannt hat, daß nur durch ernste Arbeit, nicht aber durch hohle Bhrafen und lärmendes Gefchrei die Intereffen des Proletariats erfolgreich vertreten werden können, der wähle am 7. Dezember fozialdemokratisch! Ein Fest für Körperkultur. Die Bezeichnung Sportfeft" für das große Fest der FTGB. int Der Zentralturnhalle tennzeichnet nicht mehr den Umfang dieser sich alljährlich verbessernden Propagandaveranstaltungen, es war schon der Anfang dessen, was uns als Ideal vorschwebt: n Fest der Körperkultur. Freilich noch der Anfang, volkstümlide Stunft in ihrer Vielseitigkeit, Leibesübungen im Gewande der Schönheit; die Individualität verschwindet als solche, feine Berherrlichung des einzelnen, aber zusammenwirfend in Gruppen das sozialistische Molip: Gemeinschaftsarbeit! Alt und jung, 70jährig und 14jährig, zeigt in einfachen und schwierigen Uebungen die Mannigfaltigkeit des Geräteturnens. Turnerinnen führen die Olympiaübungen des nächsten Jahres vor, Freiübungen" mit Sprung, Lauf und rhythmischem Tanz. Neuköllner Turnerinnen im fchwarzen Badekostüm und Norden II zeigen ebenfalls weibliche Gymnastik im Frais übungsturnen. Mänier von Neukölln- Briß und Norden II bringen Alles nach Musik. fraftvolle Männerübungen. Schwimmverei Borwärts" zeigt die Trockenübungen der Schwimmer, Rettungsübungen usw. in intereffanter Form. Die Leichtathleten führen diverse Sprungarten vor, die die Bielseitigkeit der Technik zeigen. Eine weitere Sondervorführung gilt dem Weitsprung über das lange Pferd. Alles wird gewertet, um die Leistungen der einzelnen Gruppen festzustellen, Sportliche Bettläufe beschließen den Reigen der Verführungen. Inmitten dieser ganzen Bielseitigkeit erscheint etwas ganz neues: der Bewegungschor der FTGB. unter Leitung der Tanzpädagogin Jutta Klamt. Auch dies ist ein Anfang. Das Ziel ist: Hebung der Boltsfeste zu Kunst und Schönheit. Musik und Schlag geben den Rhythmus, ernst und ergriffen lauscht" alles den Bewegungen. Nun fehlt noch die Masse der Attiben! Berbt für den Arbeitersport! Sugenblichen Arbeitern und Arbeiterinnen gilt vor allem unser Ruf: Hinein in die Arbeiter. Sportvereine! ( Bferb felt) 32.7 B.; 2. Bedding( Barren) 29,8 P.; 3. Westen( Bferb seit) 29.3 B. Frauen: 1. Norden II( Bferb) 36,2 B.; 2. Süben( Barren) 33.5 3. 3. Often( Barten) 33,3 B.; 4. Often( Doppelpferd) 32,7 B.; 5. Neuföln- Brih( Barren) 32.3 B.; 6. Norden I( Barren) 31,4 B.; 7. Westen( Barren) Bferb 2ängsfprünge: 1. Often( Jugendliche) 27,5 B.; 2. Norben II( Männer) 27.2 B.; 3. Gülboften( Jugendliche) 26,8 P.; 4. Neutölln( Männer) 23,8 B.; 5. Norden II( Jugendliche) 21.8 3. Musikriegen, Frauen: 1. Neukölln- Bris( Stablibungen) 37 B.; 2. Norben II ( Freiübungen) 33,4 B.; 3. Often( Olymp. Freiübungen) 31,9. Frei. übungen, Männer: 1. Neukölln- Bris( Freiübungen) 29% P.; 2. Webding( Stabilbungen) 27,9 B.; 3. Norden II( Freiübungen) 27 B. 4 X 400Meter Stafette, Männer: 1. Webbing. 4 Min. 41,1 Gef.; 2. Often, 4 Min. 48 Get.; 3. Norben II.5X200.etet Gtafette, 3ugend: 1. Webbing, 2 Min. 47 Gef.: 2. Often, 2 min, 50,2 Gef.; 3. Norden I. 10 X 40 meter. BendeIftafette, Frauen: 1. Often, 1 Min. 2,3 Ger.; 2. Wedding, 1 Min. 4,1 Gef.; S. Gitden. Fußballresultate vom Sonntag. -Hertha- Teutonia 2: 6; Adler 08- Boruffia 3: 1; Elsthat- Union Norden. Velten Alemannia 1: 1; Vorwärts- Nordiska 0: 1; 1: 1; Helvetia- Wader- Lichtf. 7: 2; ASB. 24-5. Nord 4.0; Adler 12- Rathenow 5: 2; Bonfom 08- Minerva 2: 3; BrisHeegermühle 9: 1; Fichte Gef- ATV. Bantow 2: 2: Fichte- Nerb Spandau 2: 2. Eparta- 21. 2: 3; Germania- Brandenburg 02 2: 2; Lichtenberg 2Often. Adlershof- Romet 5: 0; Alt- BlienideFrisch- Frei 5: 1; BGB. 22- BEB. 16 4: 0; Oberspree- Lustig- Fidel 8: 2; Stralau- Asfania 1: 0: Hertha Friedrichshagen 5: 4: Sparta- B.- Ketschendorf 5: 0; BfB.- Tasmania 1: 0; TBC.Weißenfee 6: 0. Südwesten. Lankwik- Schöneberg 1: 1; Steglitz -Deltom 3: 1; Hertha- Britannia 40; Nowowes- Rüstig- Borwärts 4: 2; Fußballring- Woltersdorf 1: 3; MSC- Kreuzberg Berolina- Luckenwalde 2 2: 3. 4: 1; Ludenwalde 1- Stem 1: 3; Biftoria- Meutöln- Br. 1: 0; Wafferballspiele im Dezember. Alaffe A: Charlottenburg- Neukölln, Stadtbab Arumme Straße( M. Ederf); Neptun- Weißenfee- Norden, Stabibab Brenalauce Berg( C. Jahr); Bormärts- 2.- Union. Stabtbad Rreuzberg( W. Dahle); Borwärts- NO.- Neukölln, Stabibas Vrenzlauer Berg( A. Drener); Charlottenburg- Union. Stadtbad föln( R. Gelchow): Borwärts-- Norden, Stadtbad Webbing( R. Fechner); Dennewigstraße( G. Saulmiftrat): Neukölln- Neptun- Weißenfee, Stadtbad NeuBorwärts.NO.-- Bormärts- 2., Stadtbad Brenzlauer Berg( A. Dreyer). Alale B: Faltenfee II- Freiheit, Stadtbad Svandau( B. Tausendfreund); CharLottenburg- Neptun B., Stabtbab Dennewißstraße( A. Soffmann); Borwärts- L. -Яtöpenid, Stadtbab Friedrichshain( 2. Bieper); Norben- Tegel, Stadtbab webbing( Abendrot); Neukölln- Steglis. Stadtbad Steglik( 2. Gernearoß); Borwärts- S- Union II, Stabtbab Areuzberg( A. Frant); Borwärts- Reutön Union I, Stadtbab Neukölln( W. Thomas); Borwäris- Norben- Faltensee I, Stadtbab Webbing( M. Kreuzer): Neptun- 2. II- Müggelsee, Stadtbad Friedrichshain( A. Stiintel): Falkenfee II- Borwärts- Norden, Stadtbad Spandau ( E. Mante): Borwärts- L.- Neptun- Lichtenberg II. Stadtbad Friedrichshain ( Aüntel); Borwärts- Neukölln- Steglis, Stabibab Neukölln( Frank); Union II- Neukölln, Stadtbad Kreuzberg( E. Aust): Nevtun- Lichtenberg Milagelfee, Stadtbad Friedrichshain( D. Schläffe); Belle- Röpenid, Stadtbab Friedrichshain( B. Dahle). Jugend: Neutöün II- Stealik. Stabbab NeuStadthab Kreuzberg tön( R. Junamann); Union- Borwärts- Lichtenberg, ( C. Freibant): Freiheit- Neuföln I, Stabfbab Prenzlauer Berg( E. Schröter); Charlottenburg- Neptun- Lichtenberg I, Stadtbab Arumme Straße( B. Trefter); Borwärts- Norben II- Neptun-. I. Stabtbab Webbing( R. Götsch); Bor würts- Lichtenberg- Reptun- L. II, Stadtbab Kreuzberg( E. Albrecht); WelleNeukölln I, Stabibab Friebrichshain( A. Lorena):" Charlottenburg- Neptune Weißenfee I, Stabibab Arumme Straße( A. Soffmann); Neptun W. II- StegTih. Stadtbab Brenzlauer Berg( E. Jahr); Steglig- Welle, Stabtbab Steglig ( Thomas Charlottenburg): Union- Charlottenburg, Stadtbab Kreuzberg( R. Jungmann): Borwärts- Norden II- Neptun- 2. II, Stadtbad Kreuzberg( W. fuftig): Borwärts- Norden I- Vorwärts- L., Stadtbad Wedding( W. Kreuzer); Freiheit- Neukölln II, Stadthab Brenzlauer Berg( E. Schröter): Borwärts Norben I- Union. Stabibab Wedding( F. Grellmann); Bormäris- 2.- Nep tun- B. II, Ghabfbad Kreuzberg( 2. Bieper). Jebe Mannschaft hat Ball und Rappen mitzubringen. Spielberichte und Refultate find fofort an den Wafferballobmann Milli Dahle, Berlin 60. 33, Büdlerftr. 28, zu senden. Berliner Schwimmer in Magdeburg. In der Hochburg des bürgerlicher Schwimmfportes hatte am Sonntag der Freie Wassersportverein Groß- magde. burg zu feinem ersten verbandsoffenen Hallenwettschwimmen eine ftattliche Anzahl Meldungen sportlich starter Vereine aus dem Reiche erhalten, so u. a. Hannover, Düsseldorf, Dessau, Halle, Hildesheim und Berlin. Die Neuköllner hatten eine sehr starke Mannschaft geschickt und waren so in fast allen Konturrenzen in Front. Sportlich wurden von allen Teilnehmern des Festes gute Leistungen vollbracht. Auch die volkstümliche Seite fam zu ihrem Recht; denn der Berliner Schwimmverein" Belle" hatte seine Reigenmannschaft geschickt. Es wurden acht verschiedene Figuren, von denen eine so egatt wie die andere geschwommen wurde, unter der altbewährten Leitung des Sportgenossen Bohr gezeigt. Starter Beifall belohnte die Schwimmerinnen beim Verlassen des Waffers. Ergebnisse bei Startsprung und Drehwende: Große Bruststafette, 10 X 50 902 eter: 1. Neutöln 6,57; 2. Magdeburg 7,12. Jugendfrei. it i I, 100 meter: 1. Achilles Salberstadt 1.19%; 2. Rühn- Lichtenberg 1.21%. männerruden fchwimmen, 100 meter: 1. Dahle- Reukölln 1,27; 2. Riemann- Magdeburg 1.31%. Jugendfreitiltafette 6 × 50 1 meter: 1. Neuföln 2,48%; 2. Deffau 2,48%. Männerfreistil, 100 peter: 1. Götke- Neukölln 1,11; 2. Dietschke- Neuköln 1,13%. 3ugendfæringen: 1. Richter- Deffau, 27 Punkte: 2. Staegemann- Neutölln, 261 Punkie. Männer pringen: 1. Kurs- Hannover, 31 B.; 2. Steffen Sildesheim, 29% P. Jugendlagen stafette, 4X 50 meter: 1. Neukölln 2,37%; 2. Lichtenberg 2,44. Männerbrustfchwimmen, 100 meter: 1. Schulz- Reutölln 1,32; 2. imfe- Sale 1,34%. Männerlagenitafette, 4X100 meter: 1. Neukölln 5,44; 2. Magdeburg 5,53%. Jugendbruft ftafette, 6X 50 Meter: 1. Neukölln 4,18%; 2. Magdeburg 4,25. Große FretftiIftafette, 10 X 50 Reter: 1. Reutölln 5,58%; 2. Magdeburg 6,10%. floff. Das Bedweffspringen gewann die Jugendriege der Sportfer gegen alle anderen Abteilungen. Im Tauziehen siegte fnapp die Mannschaft der Männerfportler, ebenso in der 10X3- Runden- Stafette. -In der Angelegenheit Bundesvorstand- Lieste stellte sich die Freie Turnerschaft mit großer Mehrheit auf den Standpunkt, daß der Bundesvorstand fein Recht hat, Mitglieder auszuschließen. Weiter crwarten wir zur Olympiade in Frankfurt a. M., daß auch die Rote Sportinternationale eingeladen wird. Freie Turnerschaft Schöneberg.( Turnen, Leichtathletik, Fußball, Sandball, Wandern, Schwimmen.) Uebungsabende: Männer und Sportler: Dienstag und Freitag, Mittelschule, 8-10 Uhr. Montag und Donnerstag, Hohenzollern- Schule, Belziger Straße: 6-8 Uhr Schüler, 8-10 Uhr Jugend und Mädchen: Montag und Donnerstag. Ebersstraße, 6 bis 8 Uhr. Turnerinnen: Musikturnen jeden Freitag, Rüdertschule, Räterstraße: Turnen und Sport: Montags. Berchtesgadener Straße( 14. Schule). Fukballabteilung: Jeben Freitag bei Lehmann, Marstraße. Jeden Sonntag Fußball- und Handballwettspiele auf dem Dominicusplay. Wer der Freien Turnerschaft beitreten will, melde fich an den Uebungsabenden. Gäste ftets willkommen. Touristenverein Die Naturfreunde", Abt. Gesundbrunnen. Freitag, den 28. Ronember, abends 8 Uhr. Bortrag des Herrn Dr. Besser: Einführung in Die Binchologie, mit Experimenten". 10 Bf. Untoftenbeitrag. Surn- und Sportverein Fichte, 4. Männer- und Jugendabteilung. Mittmom, den 26. November, 18 Uhr, Jahresversammlung bei Alfred Krüger, Butlikitr. 10. Arbeiter Turnerbund, 4. Bezirk. Die diesjährige Bezirkslehrstunde für Männer und Jugendturnwarte findet am Sonntag, den 30. November, in Treuenbrieken statt. Es wird erwartet, daß von jedem Verein der Turnwart cricheint. Die Groß- Berliner Vereine, die die Fahrpreisermäßigung benutzen wollen, senden 3 M. an den Bezirksturnwart. Abfahrt Connengelegenheit um 6 Uhr von Sichterfelde- Ost über Jüterbog. Gonntag früh über Wildpark- Beelis ab 4.45 Potsdamer Bahnhof. AWJ.( Arbeiter- Wintersport- Interessengemeinschaft). Mitgliederversamm lung am Donnerstag, den 27. November, 8 Uhr, auf dem Fichte. Blah Baum Schulenweg. 1. Wintersportfahrt in das Riefengebirge. 2. Unser Märkisches Arbeiter- Wintersportfest. 3. Uebungsbetrieb. 4. Organisatorisches. Da es bringend notwendig ist, alle Borbereitungen energifch burchzuführen, müſſen alle Mitglieder erscheinen. Tradenlursus: Nächster Uebungsabend Donners tag, den 27, November, Fichte- Sportplan 7. Gigung des großen technischen Ausschuffes( alle Turnwarte und StellyerFreie Turnerschaft Groß- Berlin. Mittwoch, 7½ Uhr. Schule Gipsstraße, treter). Tagesordnung: Bewegungschor, Arbeiter- Olympia Frankfurt. Vorträge. Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz Rot- Gold". Gefchaftsftefie: Berlin S 14. Sebaftianftr. 37/38. Sof 2 It. Alle Berliner Kamerabs aften treten heute abend um 7 Uhr mit sämtlichen Fahnen in der Neuen Welt, Hasenheide, an. Gauvorstand. Rameradschaft Reinidendorf einschließlich aller Untergruppen: Dienstag, den 25. b. M., abends 7 Uhr im Lokal Ramlow, Rastanienwäldchen, Reinidendorf- Oft, Schönhola 14, Treffen aller Kameraben. Kameradschaft Röpenid und Untergruppen: Dienstagg, den 25. d. M., abends 7 Uhr bei Stippekohl. Röpenid. Schönerlinder Str. 5, Mitgliederversammlung. Bericht von der Gaukonferenz. Kamerabschaft Reinidendorf, Untergruppe Rofenthal: Mittwoch, den 26. b. M., abends 7 Uhr, im alten Dorf Rosenthal, Lokal Brus berg. Sauptstraße. Treffen der Rofenthaler Rameraben. Kamerabschaft Reinidendorf: Freitag, den 28. b. M. abends 7 Uhr. im Lotal Ramlom, Rastanienwäldchen, Reinidendorf Oft, Schönhols 14, Ramerabschaftsvollversamm Tung. Das Erscheinen aller Kameraden, auch der Förberer und Jugendlichen, ift Pflicht. Ramerabschaft Webbing: Mittwoch, den 26. b. M., abends 7 Uhr, Antreten in den Germania- Sälen. Donnerstag, den 27. b. M., abends 7 Uhr, Antreten in den Germania- Gälen. Berband Boltsgefundheit, Somöopathischer Berein Sahnemann Groß- Berlin, 2. Seifer Vortrag. Thema: Die Behandlung der Frauenkrankheiten, am Dienstag, den 25. November, abends 7 Uhr, in der Schulaula frankfurter Allee 37( Nähe Warfchauer Straße). Freibenker- Bolfshochschule Berlin. Dienstag, den 25. November, abends 7½ Uhr, im Astanischen Gymnasium, Sm., Salefche Str. 24( am Anhalter Bahnhof). Bortrag des Genoffen Dr. B. Arische: Grenzen der Gemeinschaft, mit Aussprache". Bereinigung Sozialdemokratischer Stubenten. Mitgliederversammlung am 25. November, abends 7½ Uhr, im Hörsaal 113 der Universität. Referat von Dr. Rudharsti über Student und Gewerkschaften". Freunde unserer Be wegung millkommen. Rant Gesellschaft. Mittwoch. den 26. November, abends 74 2hr, in der Universität, neues Aulagebäude, Franz- Josef- plan( gegenüber dem Opernhaus), Sörfaal 3, Bortrag Nr 102: Die Wahrheitsfrage in der Religions philosophie". Referent Lic. Dr. phil. Rurt Reffeler. Sport. Rennen zu Mariendorf am Montag, den 24. November. 1. Rennen. 1. Native Forbes( M. Ningius), 2. Stapellauf( Dinse), 3. Barmaib( Knöpnadel jr.). Zoto: 49: 10. Blat: 15, 13, 18: 10. erner liefen: Dolina, Abdulah Silver, Mac Gregor I, Gouditer fr., Musical Girl, Brilon Bring, Novelle I, Paula Bingen, Dompfaff I, Manila I, Ballast, Rabh Bosworth. 2. Rennen. 1. Venus( M. Ringius), 2. Herfteller( F. Schulz), 3. Linss cott fr.( partici) Toto: 19:10. Blab: 14, 33, 20: 10 Ferner liefen: Morgentan, Baron Nushaga, Dilemma, Dawson Watts, Wasserlauf, Binnie, Dolerit. Mora. 3. Rennen. 1. Bismar!( H. Schröder), 2. Della( Großmann), 3. Federnelle( Snopnadel jr.). Zoto: 89: 10. Blas: 15, 17, 20: 10. Ferner liefen: Starneval, Elärchen M., Johannisfeuer, Hauptmann, Amazonka, Arche, Alvater, Amorette, Alpenfer 4. Rennen. 1. Adfelei B.( Mius), 2. Fridolin III( Doelemann), 3. Cadiac Agworthy( 3. P. Allen). Zoto: 107: 10. Plat: 47, 86, 71: 10. Ferner liefen: Altgold, Bris Magoman, Heiderose B, Frühauf, Prinz Adbell, Tell, Florian, Bechjadel, Long Alfa. 5. Rennen. 1. Willy I( Sinorasfi), 2. Barones Lybia( J. Mills), 3. Copal( Somibt). Toto: 90: 10. Blag: 24, 20, 21: 10. Ferner liefen: Cleo Batts, Prinzeß Bertha, Lustiger Bruder, Fenelon, Harry W., Peter I, Allertony, Falter. 6. Rennen. 1. Aland( Cs. Mins). Koto: 18: 10. Blag: 14: 10. 3. Clematis blau 1. Bez( Großmann). Toto: 17:10. Toto: 17: 10. ( 5. Grube). Play: 20: 10. Ferner liefen: Marcel, Feuerwehr, Tappan, Laby Forbes. 7. Rennen. 1. Abteilung: 1. Fürst( Bebns), 2. Duera( Sablin), 3. Mailönigin( Barnetik). Toto: 37: 10. Blag: 18, 44, 22: 10. Ferner liefen: Seffries jr., Sandfest, Baron Watts ir, Qumpi, Zeitgeift. 2. Abteilung: 1. Jimiene(. Brandt), 2. Seiderofe B.( römming) 3. Seidepring I( G. Baul). Toto: 35: 10. Plat: 13, 15, 19:10. Ferner liejen: Daniel, Balfisch, Fistus, Flora Bingen, Minz, Hartenfels. Werbeabend der Freien Turnerschaft Schöneberg. Unter zahl reicher Teilnahme fand am Bußtag diese Veranstaltung in der Turnhalle der Mittelschule statt. Jugend, Sporiler, Turner und Turnerinnen wetteiferten, um den vielen Gästen das Beste zu bieten. Die Sprungfeil- und Ausdrudsübungen der Turnerinnen waren gut, ebenfalls fanden die Trainingsübungen der Sportler großen Beifall. Eine Red- Barren- Riege der Turner bot erstklassigen Uebungs- Odysseus Jugend: 1. Norden II Resultate. Mutterriegen Männer: 1. Eberswalbe( Barren) 35,9 P. 2. Norden II( Riege) 85,4 B.; 3. Often( Barren)$ 4,9 B.; 4. Wahls dorf( Barren) 34,8 3.; 5. Norden II( Red) 33,9 T.; 6. Often( Red) 33,8 B.; 7. Reukölln- Bris( Barren) 32,7 B.; 8. Gilboften( Barren) 32,5 B.; 9. Fallen bagen( Barren) 32,1 3.: 10. Gilden( Pferd) 30,9 B.; 11. Südosten( Barren) ( Barren) 36,6 P.; 3. Neukölln- Brik( Bferb felt) B.; 4. Bedding. II ( Barren) 33,8 P.; 5. Güden( Barren) 30,9 p. 30,7 3. Mitersinener: Bedding 1( Barren) 37,8 B. 2. Often 8. Rennen. 1. Silverius(. Schulz), 2. Stella Haif( Buhrmester), 3. Feuerwehr( Ch. Mills). Toto: 262: 10. Plag: 41, 28, 2010. Herner liefen: Colonel Dillon, Schlips, Leichtsinn, Bassander, Ostermagda, Wähle Voxhaus! Dann urteile! Eine Qualitäts- Zigarette für zwei fennige Urbin TERPENTINOLWARE ÜBERALL ERHÄLTLICH! Seit Jahrzehnten als bester Schuhputz bekannt Fabrik: Urban& Lemm, Char ottenburg. da. Rindenstadt Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin SB. 68. Lindenstraße 3. für Groß- Berlin ftets au bas Bezirkssekretariat. 2. Sof, 2 Trep. rechts, au richten 3. Areis Webbing. Seute, Dienstag, 7% Uhr, Sigung der Rommunalen Rommission im Ledigenheim. Bortrag des Genoffen Stadtrat Rulifch: Jugendwohlfahrt und Jugendpflege im Bezirk Webbing". Alle Jugend. helfer, pfleger und Wohlfahrtskommissionsinttglieder des Kreises müssen crscheinen. Jede Abteilung muß vertreten fein. Rurfus ,, Moderne Bro bleme des Sozialismus" findet Mittwoch 7% Uhr Grünthaler Str. 4-5 ftatt. 6. Kreis Kreuzberg. Saalschuh: Heute, Dienstag, 7 Uhr, die 40. und 41. Abt. Bodbrauerei, Fidicinstraße. Die 42 und 43. Abt. Dienstag 7 1hr bei Rabe, Fichteftr. 44. 48. Abt. Mittwoch 6½ Uhr bei Behrend, Man teuffelstr. 95. 14. Rreis Reukölln. Die am Dienstag, den 25. Ropember, angefekte BerfammLung der Freien Schulgemeinde fällt aus. 19. Kreis Pantom. Siehe Wedding. 20. Kreis Reinidendorf. Siehe Wedding. Heute, Dienstag, den 25. November, abends 7% Uhr: 21. Abt. Rommunale Rommission: Die Sigung der Kommunalen Rommiffion fällt aus. 29. Abt. 8 Uhr wichtige Sigung der Bezirksführer mit sämtlichen Wahlhelfern( die Jugendgenoffen find eingeladen) bei Burg, Prenzlauer Allee 189. 80. Abt. Schöneberg. 6 Uhr im Lokal Gürlich, Rubens, Ede Begasstraße, michtige Flugblattverbreitung. 101. Abt. Treptom. Pünktlich 7 Uhr Besprechung der Stimmbezirksleiter mit dem Borstand. 133. Abt. Buchhola. Die für heute( Dienstag) angekündigte öffentliche Berfammlung findet erft Freitag, den 28. November, fbatt. Sunglozialisten. Gruppe Cüben: 8 Uhr Lindenstr. 3, Aussprache über das Görliger Programm". Gruppe Tempelhof- Mariendorf: In Anbetracht des Wahlkampfes findet die nächste Zusammenkunft erst am Dienstag, den 9. Dezember, statt. Morgen, Mittwoch, den 26, November: Abendfeier für Leserinnen und Freunde der Frauenwelt Mittwoch, den 26. November, abends 7 Uhr, in der„ Neuen Welt", Hasenheide, Saalöffnung 6 Uhr Künstl. Leitung: Frl Klara Kraufe Mitw.: Klara Krause'icher Frauenhor, Herr Theo Maret, Rezitationen Ansprache: Frau Adele Schreiber- Krieger Programm: 1. 6 Lieder und Romanzen für Frauenchor a cappella op. 14. Joh. Brahms a) Nun ftehen die Rosen in Blüte b) Am Wildbach de Weiden c) und gehst du über den Kirchhof d) Minnelied e) Die Braut fi Der Bräutigam 2. Ansprache: Mutter und Rind. Adele Schreiber- Krieger Robert Kahn 3. 5 Gesänge für Frauenchor o. 17. mit Alavierbegleitung... a Rwiegefang b) Jm Waffer mogt die Lilie c) Brautlied d) Sag' an o fieber Bogel mein e) Der Weiher 4. Rezitationen a) Den Frauen b) Der Märtyrer c) Logische Beweite d) Ranaftreit der Tiere e) Das Mufter der Ehen fi Fauftin.. 2) Freuden der Häuslichkeit 5. Fünf Bolkslieder: a) In ftiller Nacht. b) All mein' Gedanken · . c) Tanzlieb Madrigal a. b 16. Jahrh. d) Da unten im Tale e) Reiten laffen • Am Klavier: Elfriede Diederich Klara Müller- Jahnte Dehmel Glaßbrenner .Leffing . Leffing Leifing Mosztowski Joh. Brahms a d. 15. Jahrh. Baldaffare Donati gefeßt v E. Breiderhoff D. Nicolai Thunad, Wielandftr. 4. Bortrag des Genoffen Dr. Tichauer. 58. Der fällige Frauenabend fällt aus. Schöneberg. 77. Abt. 7 Uhr Besprechung der Bahlhelfer und Verteilung des Materials bei Jürgens, Barbaroffaftr. 5a. Die Funktionäre müssen erfcheinen. 80. Abt. 8 Uhr bei Gürlich, Rubens, Ede Begasstraße, Frauenversammlung Vortrag der Genoffin Gener. " 81. Abt. Friebenau. Pünktlich 8 Uhr Mitgliederversammlung im Friedenauer Rathausteller, Gesellschaftszimmer. Thema: Was muß uns der 7. De zember bringen?" Referent Genoffe Franz Czeminski. 82. Abt. Steglig. 8 Uhr Mitgliederversammlung in der 6. Gemeindeschule. Engerer Plantagenstraße( Aula). Tagesordnung: Wahlbesprechung. Borstand, Bezirksführer und Agitation um 7% Uhr. 85. Abt. Tempelhof. 7½ Uhr bei Stuhlmann, Dorfftr. 50, Mitgliederverfammlung. Vortrag: Reichstagswahl und Aufwertung". Lichtenberg. 114. Abt. 7 Uhr Rahlabende: 1. Gruppe bei Milling. Niederbarnimstr. 3; 2. Gruppe bei Bauter, Aroffener Str. 14; 3. Gruppe bei Schwarzer, Gabriel- Mag- Str. 17; 4. Gruppe bei Börner, Wühlifchstr. 39. Einteilung der Wahlarbeiten. 118. Abt. 8 Uhr Funktionärsizung bei Rothe, Frankfurter Allee. Ausgabe des Wahĭmaterials. Straßenführer und fämtliche Funktionäre müssen erscheinen. Abt. 123a Raulsdorf- Süb. 7½ Uhr im Jägerheim Funktionärsigung. 134. Abt. Buch. 8½ Uhr beim Genoffen Löffler Borstandssigung. triebsfunktionäre müffen auch erscheinen. Die Be141. Abt. Rofenthal. Die Genossen besuchen die am Mittwoch abend 7½ Uhr im Dorf Rosenthal stattfindende Wählerversammlung. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 18. Abt. Genosse Gustav Schwanebed, Wiesenstr. 7, ist verstorben. Einäscherung Mittwoch 51 Uhr im Arematorium Gerichtstraße. Jugendveranstaltungen. Achtung, Abteilungsleiter! Morgen, Mittwoch, müssen unbedingt von allen Abteilungen die Theaterkarten zur Vorstellung am 14. Dezember Romeo und Julia" im Theater des Bestens abgeholt werden. Achtung, Büderkreismitglieder! Der Novemberbeitrag ist fällig. Zeitschrift Nr. 2 tann abgeholt werden. Mitgliederversammlungen und Zahlabende in Groß- Berlin.( Die für die Abendfeier am 17. Ditober im Friedrichshain verkauften Unglücksfällen Reukölln I: Jugendheim Rogatstr. 53. Heinrich- Heine3. Abt. 7 Uhr Mitgliederversammlung. Bortrag des Genossen Litke. 8. Abt. 7 Uhr Funktionärsizung bei Dobrohlaw, Swinemünder Str. 11. 7. Abt. 18 Uhr Mitgliederversammlung in Röhlers Festfälen. Tiedftr. 24. 11. Abt. 7 Uhr bei Berger. Levekom-, Ede Jagomstraße, Mitgliederner fammlung. Thema: Die Reichstagswahlen und unsere Aufgaben". Referent Genoffe Dr. S. Rosenfeld. 12. Abt. 7 Uhr Abteilungsversammlung bei Schmidt, Wiclefstr. 17. 18. Abt. 7 Uhr in den Arminiushalen, Bremer Str. 73, Bortrag des Genossen Göring. 19. Abt. 7% Uhr in der Aula der Grauen Schule, Gothenburger Straße, Bortrag des Genoffen Adolf Soffmann: Die Parteien im Wahlkampf". Sympathiserende fowie Vorwärtsleier tönnen eingeführt werden. 20. Abt. 7% Uhr bei Wende, Roloniestr. 147, Vortrag des Genoffen Bürgermeister Karl Leid: Die kommenden Wahlen". Gäfte, durch Mitglieder eingeführt, willkommen. 22. Abt. 8 Uhr Sahlabend bei Gentel, Utrechter Str. 10; Rabzan, Brüsseler Straße 43; Scholz, Föhrer Ede Fehmarnstraße. 24. Abt. 7% Uhr in der Schulaula Heinersdorfer Str. 18, Bortrag des Genossen Mühlmann: Auf zur Wahl". 25. Abt. 7% Uhr Mitgliederversammlung im Eleinen Gaal des Gaalbaus Friedrichshain. Vortrag des Genossen Faltenberg: Die Parteien im Wahlkampf". 27. Abt. 7% Uhr in der Schulaula Sonnenburger Str. 20, Mitgliederverfammlung. Vortrag des Genoffen Reimann. 30. Abt. 7 Uhr Rahlabend: Bezirke 940-942 bei Pohft. Enchener Str. 108; Bezirke 943-946 bei Schmidt, Bappelallee 64; Bezirke 951-954 bei Soffmann. Enchener Str. 8; Beşirle 971-979 bei Mahnkopf. Carmen- Sylva Straße 123; Bezirle 980 a- c bei Neustädt. Bichertstr. 50. 61. Abt. 7½ Uhr Zahlabende: Meißner, Schivelbeiner, Ede Schönfließer Straße: Goldschmidt, Stolpische Str. 36; Rien, Schivelbeiner Str. 22; Milbrath, Bornholmer Str. 95. 32. Abt. Morgen, Mittwoch, zur öffentlichen Bersammlung muß die Bildungskommission um 6 Uhr pünktlich zur Stelle fein. 33. Abt. Die Mitglieder der Bildungskommission treffen fich 47 Uhr in der Schulaula Hohenloheftr. 10. Andere Sigungen dürfen an diesem Tage nicht besucht werden. Deutscher Metallarbeiter- Verband Achtung! Achtung! Graveure, Ziseleure und Hilfsarbeiter! Heute, Dienstag, den 25. november. nachm. 5 Uhr, im Cotal von Ewald, Staliger Straße 126: Versammlung DF Graveure, 8ifeleure und Silfs arbeiter, die in den Betrieben der 8wangs innung der Graveure Berlins arbeiten, Imüffen restlos heute erscheinen. Achtung! Gold- u. Silberschmiede Mittwoch, den 26. November. nachmittags 5 Uhr, im Dresdener Garten", Dresdener Straße 45: Branchenversammlung Tagesordnung: 1. Branchenange legenheiten. 2 Verschiedenes Donnerstag, den 27. november, nachm. 5 Uhr, im Cofal von Wilde Steglig, Berlinitefte. 1, am Rugeplag Bezirtsmitgliederversammlung des 12. Bezirks. Tagesordnung: 1. In welchem Zusammenhang stehen die Löhne der Metallarbeiter mit dem Sachverständigengutachten? 2. Berbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Achtung! Drabtarbeiter Achtung! Donnerstag, den 27. November, abends 7 Uhr, im Cotal Schneider, Zilfiter, Ede Zorndorfer Straße: Branchenversammlung Tagesordnung: 1. Die Auswirkung des neuen Lohnabkommens. 2. Distusfion. 3. Berbandsangelegenheiten. Achtung! Die Ortsverwaltung. Achtung! Donnerstag, den 27. november, abends 7 Uhr, im Sigungsfaal bes Berbandshauses, Linienftr. 83/85, Aufgang III, 2 Treppen: Programme, auf die wegen Ueberfüllung fein Einlaß gewährt werden tonnte, haben für diese Veranstaltung Gültigkeit) Eintrittskarten zum Preise von 30 Pf. find zu beziehen im Bureau des Bezirksverbandes, Lindenftr. 3, 2. Hof 2 Treppen, Zimmer 1 und an der Abendkasse. 36. Abt. 7 Uhr in der Schulaula Petersburger Str. 4, Bortrag des Genossen Landa über Reichstagswahl und Sozialdemokratie". Gäfte will. fommen. Sahl und Alter derjenigen Rinder, die an der am 27. Desember stattfindenden Weihnachtsfeier teilnehmen, find umgehend dem Abteilungsleiter mitzuteilen. 57. bt. 71 Uhr Funktionärsgung bei Pfeifer, Sausburgstr. 2 38. Abt. 7 Uhr in Schmidts Gesellschaftshaus( unterer Gaal). Mitgliederversammlung. Bortrag des Genoffen Rosin: Der 7. Dezember und die Arbeiterschaft". 39. Abt. 7 Uhr in der Juristischen Sprechstunde. Lindenstr. 3, Bortvag des 6% Uhr Funktionärversammlung. Genoffen Friedrich Bendel. Materialausgabe. 41. Abt. 7 Uhr in der Schneekoppe, Roftiaftr. 29, Bortrag des Genoffen Reventlow: Die Aufwertung der Sparbassenguthaben". Gäfte können eingeführt werden. 42. Abt. 7 Uhr in den Blichersälen, Blücherstr. 61, Bortrag des Genossen Seinrich Löffler. 43. Abt. 7 Uhr bei Rabe, Fichteftr. 29, Mitgliederversammlung. Bortrag des Genoffen Bonwod. Achtung. heute, Dienstag, öffentliche Frauenversammlung. 46. Abt. 7 Uhr in der Schulaula Wrangelstr. 85, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Der 7. Dezember". 48. Abt. Bezirksführer: Mittwoch zwischen 5 und 7 Uhr Sandzettel abholen vom Genossen Tschachschal. Die Charlottenburg. 56. Abt. 7½ Uhr Abteilungsversammlung in der Schulaula Pestalozziftr. 40-41. Bortrag des Genossen Siegfried Charlinsky: Wahlkampftaltit". 57. bt. 7 Uhr Abteilungsversammlung bei Statt teuren Kaffee QUALITATSholja > MISCHUNG K Mit 20%, 40% u. 50% Bohnenkaffee Ersetzt den teuersten Bohnenkaffee! 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Mitgliederversammlung. Rorboft I: Schule Bözomstraße 40. Bortrag: Ludwig Frank". Rosenthaler Vorstadt: Schule Gipsftraße 23a. Bortrag: Arbeiterdichtung". Schöneberg II: Schule FrankenStraße 10. Bortrag: Die gegenwärtige politische Lage" SenefelderBiertel: Badeanstalt Oderberger Str. 57. Bortrag: Reichstagsfizung". Steglit I: Jugendheim Albrechtstr. 47. Bortrag: Entstehung und Aufbau der Gewerkschaften". Südost( Görliger Biertel): Jugendheim Görliger Straße 51. Hermann- Löns- Abend. Für den Weihnachtstisch Beste Fabrikate, große Auswahl. Herren- Anzugstoffe ,, Kammgarne" Loden- Manchester für Sportanzüge. Meter 20.-, 15.-. Marokain, neue Farben, Wolle mit Seide, 110 breit 10.Meter 8.-, 6-, 4.Meter 9.2.50 Gestreifte und einfarbige Stoffe für Kleider, 105 breit... Meter 6.-, 4.Koch& Seeland Gertraudtenstraße 20/21 gegenüber ber Petrifirche. Preis pro 12 Pfd. nur 50 Pfg. C.M. Rahma MARGARINE buttergleich Das Befte ift gerade gut genug. 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In dem Sachverständigengutachten des ersten Komitees hieß es bekanntlich:" Die Besoldung des Personals, besonders der höheren und mittleren Be. amten ist geng ungenügend, und es ist notwendig, das Personal nach dem Wert seiner Arbeit zu bezahlen, wenn eine gute Geschäftsführung erwartet werden soll." Ist nun, nach dem Gutachten der ausländischen Sachverständigen, die Besoldung der höheren Beamten ganz ungenügend", dann ist die der unteren Beamten, die nur den siebenten Teil und weniger von dem haben, was ein Ministerialrat erhält, geradezu troftlos zu nennen. Aber noch schlimmer ist das Berhältnis für die Diätare, Beamten im Vorbereitungsdienst, Pensionäre usw., die mit gewissen Prozentfäßen des Gehalts der planmäßigen Beamten oder mit sogenannten„ Bergütungen" abgefunden werden. Die jetzt mit Wirkung ab 1. Dezember beschlosse. nen Gehaltsaufbefferungen bringen nach den amtlichen Berechnungen dem ledigen Beamten der Besoldungsgruppe III ( Schaffner) 96 Proz. seiner Borkriegsbezüge. Der mit dem Schaffner vergleichbare Diätar erhält laut ,, Diätenordnung für außerplanmäßige Beamten", sofern er Zivilanwärter ist, von diesen 96 Proz. nur 70 bis 95 Broz. des Anfangsgrundgehalts der Besoldungsgruppe III, und zwar je nachdem er sich im 1. oder 5. Diätenjahr befindet. Ist der Diätar Militäranwärter, erhält er 80 bis 95 Proz. In der Praxis erhält nach dem neuesten Besoldungsstand( ab 1. Dezember 1924) der Eisen. bahnschaffner in Berlin im Anfangsgehalt runb 133 M. pro Monat, der Diätar der Besoldungsgruppe III, wenn er Zivilanwärter ist, rund 93 M. und, falls er das Glück hat, Militäranwärter zu sein, 107 m. Die neueste, im vorstehenden Beifpiel bereits eingerechnete Zulage beträgt für den ledigen Schaffner 10,50 M. pro Monat. Der gleichartige verheiratete Beamte erhält zu dieser Zulage noch eine weitere in Höhe von je 2 m. pro Monat für die Frau und jedes Kind. Sein An fangsgehalt setzt sich demnach zusammen aus 133 M.( Grundgehalt, Wohnungsgeld und 5 Broz. örtlichen Sonderzuschlag) +12 M. Frauenzuschlag+38 M. Kinderzuschläge( 2 Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren)= 183 m. Daß bei diesem unzureichenden Gehalt der ledige und der verheiratete Beamte sowie der Diätar um die Bette hungern, bedarf feines weiteren Beweises. Die Reichsregierung läßt nicht einmal die Inderziffern des Statistischen Reichsamtes gelten, obwohl diese gegenüber der Borfriegszeit um 25 Broz höhere Haushaltskosten nachweisen. Dazu kommt aber noch, daß die Inderberechnungen des Statistischen Reichsamtes ein einseitig gefärbtes Bild zugunsten der Regierung zeigen und beispielsweise um mehr als 20 Broz. hinter dem Berliner Kleinhandelsinder zurückbleiben. Unter zugrundelegung der Reichsinderziffern müßten die Beamtengehälter um 25 Bros. hen Borkriegsstand überschreiten, unter Berücksichtigung der Berliner Ziffern, die die wirtschaftlichen Verhältnisse richtiger widerspiegeln, fogar um 40 Prog. Den letzteren Prozentjak forderten übrigens die Beamtenspißenorganisationen bei den legten Verhandlungen für die Beamten der Besoldungsgruppen I- VI und blieben dabei in verständnisvoller Weise hinter dem zurück, was die Reichsregierung auf Grund amificher Inderberechnungen ganz automatisch den Beamten gewähren müßte. Nach den Erklärungen der Regierung wurden durch die vorlegte Besoldungsregelung im Juni die Gehaltsfäße auf durchschnittlich 80 Proz. des Vorfriegsstandes gebracht. Die Forderung der Gewertschaften, die Bezüge der Gruppen I- IV um 40 Proz. zu erhöhen, hätte bei ihrer Berwirklichung die Gehälter annähernd auf den im Oftober ermittelten Inderstand gebracht. Was die Regierung jetzt den unteren und mittleren Beamten anbietet, illustriert wie immer recht drastisch die Besoldungspolitik des leider noch immer allmächtigen Reichsfinanzministeriums. Wenn irgendwo im politischen und wirtschaftlichen Leben Deutschlands für alle Welt sichtbar in Erscheinung tritt, daß wir uns seit den Novembertagen 1918 in einer rückläufigen Entwicklung befinden, so auf dem Gebiete der Besoldungspolitik. Das Streben der deutsch nationalen Besoldungspolitiker des Reichsfinanzministeriums ist lelbewußt darauf ge. richtet, die Beamtenverhältnisse der Borkriegszeit mindestens insofern wieder herbetzuführen, als den höheren Beamten ihre rechtlichen und materiellen Privilegien gesichert werden. Dieses zielbewußte Streben murde ins befondere vom letzten Reichstag, gewollt oder ungewollt, ges fördert, so daß der Erfolg nicht ausblieb. Ein Beispiel: Am 23. Juli wurde der Antrag der SPD., dem Reichsfinanzminister die Ermächtigung zur selbständigen Regelung der Besoldung zu entziehen, gegen bie Stimmen der Deutschnationalen Volkspartei, der Deutschen Volkspartei, der Bayerischen Bolkspartei, des Zentrums und der Demokraten abgelehnt. Gestützt auf diese Ermächtigung hat das Reichsfinanzministerium mit Wirkung vom 1. Juni 1924 eine Besoldungsregelung vorgenommen, die den Beamten der unteren Besoldungsgruppen 17 Broz. Erhöhung und den Beamten der Gruppe XIII 71 Broz. brachte. Die Beamten der Gruppen II und III erhielten monatliche Zulagen von 14,50 und 16 M., die Beamten der Gruppe XIII dagegen 332 M. Als dann ein Sturm der Entrüstung durch die Beamtenschaft fegte und überall im Lande Wiberhall fand, da erfolgte jene fomose Korrettur, die den Beamten der Gruppen II- VI Nach zahlungen in Höhe von 2 bis 8 M. pro Monat brachte. Die Spannungsverhältniffe erreichten durch diese Regelung annähernd den Borkriegsstand. Das Verhältnis zwischen den Besoldungsgruppen III und XIII war vor dem Kriege 1: 7,5; es stellte sich am 1. April 1920 auf 1: 3,4 und am 1. Juni 1924 wieder auf 1: 7. zwischen 1788 M. 85 Prog. von 2100 M. und 114 M.= 85 Broz. von 132 m. schwankt. Zum befferen Verständnis fei darauf hingewiesen, daß die frühere Regelung der Ortszuschläge als niedrigsten Saz 60 M. und als höchsten 300 M. vorfah. Wir haben in den vorstehenden Ausführungen- nur einige Abschnitte aus dem Besoldungsproblem der Nachkriegszeit be07 Deutschnationaler Aufmarsch. מוין Envoy Wilke „ Wir halten fest und freu zusammen Hepp- hepp- hurra!" H 7 handelt. Sie genügen aber völlig, um allen Beamten des Reiches, der Länder und Gemeinden, soweit sie den unteren und mittleren Besoldungsgruppen angehören, zu zeigen, daß auf dem von der Reichsregierung jezt beschrittenen Wege eine Befferung ihrer wirtschaftlichen Lage nicht zu erwarten ist. Sollen die durch die Besoldungsreform des Jahres 1920 geschaffenen Anfäße zu einer Besoldung nach sozialen Grund fägen völlig verschwinden, dann braucht die Beamtenschaft mur weiter abzuwandern in das Lager der politischen Reaktion. Bollen aber die der Zahl nach ausschlaggebenden Beamten der unteren und mittleren Gruppen für fich und ihre Familien menschenwürdige Eristenzverhältnisse herbeiführen, dann müssen sie nicht nur vernünftige gewerkschaftliche Aufbauarbeit leisten, sondern darüber hinaus den reaktionären politischen Barteien die Gefolgschaft versagen. Gelingt es, einen Reichstag zu wählen, dem die Rechtsparteien als einflußlose Minder schwerer Leidenszeit endlich geholfen werden: heit angehören, dann kann den Beamten nach langer und Das wahre Schwarz- Weiß- Rot. Marktschreierkonkurrenz. In den ergötzlichen Marktschreierstreit zwischen der Deutschen Volkspartei und den Deutschnationalen um die schwarzweißroie Wahlfahne mischt sich nun auch die Industriellen- Bereinigung des völkischen Herrn Bang. Ste meldet ebenfalls Konkurrenz auf die fchwarzweißrote Wahlfahne an und erledigt die beiden anderen Sonfurrenten mit der liblichen Versicherung, fie feien beide nicht echt. Sie beflariert bas einzig echte Schwarz- Weiß- Rot: Sie gewinnen mur dann Sinn und Bedeutung, wenn fich in ihnen der bewußte Gegensah zu der unhaltbaren und verhängnisvollen Auffassung tundgibt, daß der Dames. Bericht die gefeßmäßige Unterlage der tommenden deutschen Politik und Wirtschaftspolllit" und daß die deutsche Wirtschaft nur im Wege der lonalen Erfüllung und der„ Einstellung auf den Dames- Plan" zu retten fei. Sie geminnen nur dann fittlichen Inhalt und politische Bedeutung, menn fie dem Ententefapitalismus und seinem Helfershelfer, dem Margismus gegenüber den Gedanken der schärfften Abwehr in dem Sinne enthalten, daß es ohne Befreiung vom Dames- Plan und dem Friebensvertrag von Bersailles, ohne Kampf gegen die Kriegsschuldige als die Grundlage jener beiden Verifiadungsdiftate feine Befreiung vom Marrismus und feine Zukunft für das deutsche Bolt und feine wirt schaft gibt." Das volksparteiliche Schwarz- Weiß- Rot ist also in der Farbe nicht echt, und das deutschnationale Schwarz- Weiß- Rot ift auch ein verdächtiger Bastard. Wenn im Wahlkampf fünftig einer von der Rechten mit der schwarzweißroten Wahlparole arbeitet, fo wird man ihn fragen müffen, welche Spielart er denn eigentlich meint. Es fönnte ja fein, daß inzwischen noch mehr Spielarten auftauchen. und mer fann sich denn noch in der nuancierten Farbenpracht austennen? Schwarz weiß rotes Bilderbuch. Pack schlägt sich- Pack verträgt sich. Die Angst bringt sie um, die deutschnationalen und deutsch völlischen Helden. In der Kaffe der Hakenkreuzler völliger Dalles, bei den Deutschnationalen der Ausbruch einer Briefschreibe- Manie, um der Massenflucht aus dem deutschnationalen Lager Einhalt zu tun. Da wird die Bost ein hübsches Geschäft machen, wenn vor dem 7. Dezember jeder bisherige deutschnationale Wähler durch einen Fleh- und Bittbrief beschworen werden foll, das sinkende Schiff nicht zu verfassen. Um das erstrebte Ziel, die Spannungsverhältnisse der Borkriegszeit völlig zu erreichen, mußte fogar die letzte Orts flaffenregelung herhalten. Das Reichsfinanzministerium verstieg sich zu der Behauptung, die geltenden Ortszuschläge Die Angst bringt die schwarzweißroten Herrschaften um. Des ficherten den Beamten der unteren Gruppen ein sehr reichlich halb treffen sie sogar, wie erst jetzt wieder in West- Oberschlesien, bemessenes Wohnungsgeld, während es den höheren Gruppen überall Abkommen, um den Kampf gemeinsam gegen das Reichs nur einen Wohnungsgeldzuschuß gewährte. Die im Wege des| banner Schwarz- Rot- Gold zu führen. urteilung der Deutschnationalen gar nicht genug tun fönnen. Und heute geht die saubere Sippschaft wieder arm in arm! Die größte Schmach haben deutsche Männer am Tage von Tannenberg threm eigenen Wolfe angetan, als sie den Glauben an Ehre, den Glauben an Treue, den Glauben an deutsches Mannes mort schnöde verrieten. Nicht nur die 49, die ihren Namen hergaben, um den schändlichsten Fronvertrag der Weltgeschichte anzunehmen, auch die übrigen, die Hergt, die Westarp und all die anderen find schuldig..." Wären die Neinjager Männer, so hätten sie fofort zwischen sich und den Annehmern des Eisenbahngefeßes das Tichinch gerschneiden müssen....„ Du deutsches Bolt tennft den Ribe fungenverrat! Du brauchst heute in Sage imb Geschichte nicht mehr fo weit zurückzuschweifen, um ein Musterbelspiel des Treubruchs zu finden. So lange der schützende Mantel des Schußgefeßes nicht die Schande der deutschnationalen Führerschaft verhüllt, sei es dir zugerufen: Du wurdeft verraten gegen die Silberlinge schöngepolsteber Ministersessel. Die chwarzweißrote Fahne ist von der deutschnationalen Reichstagsfraktion entweiht." Und heute? Heute führen die Männer des Nibelungenverrats und die Entrüsteten von damals den Kampf gemeinsam für die Entweihte schwarzweißrote Fahne. In den offiziellen Aufrufen tenners die Herrschaften einander nicht. Aber draußen im Dred ihres schmuhigen Wahltampfes finden sich die schönen Seelen. Es gibt noch Charaktere! Fort mit Ebert! Der Reichspräffbent muß fort er flebt schon viel zu lange an seinem Amt fo fchallt es ous der Rechtspresse. Stellen wir feft, wie es um die Neuwahl des Reichspräsidenten steht. Um 11. Februar 1919 wurde Genosse Ebert von der Natio nalversammlung in Weimar zum Reichspräsidenten gemählt. Am 21. August 1919 leistete er ben Eid auf die inzwischen angenom mene Berfassung. Das war eine vorläufige Wahl". Nach den Beftimmungen der Berfoffung sollte Genosse Ebert sein Amt verwalten bis zum Amtsantritt des bom ganzen deutschen Boite" zu wählenben ersten Reichspräsidenten. Die definitive Wahl konnte einstweilen nicht vorgenommen werden, weil die Grenzen des Deutschen Reichs und also auch der staatsrechtliche Begriff das ganze deutsche Volk" noch nicht feststanden. Aus diesem Grunde haben die Reichsregierung und der Reichstag das wiederholt vom Genossen Ebert ausgesprochene Berlangen, die perfoffungsmäßige Wahl des Reichspräsidenten vornehmen zu lassen, als zurzeit unerfüllbar bezeichnet Im Herbst 1922 mar diefe Zeit aber endlich gekommen. Am 5. Oftober richtete der Reichsminifter des Innern an den Bräfte denten des Reichstags ein Edyreiben, in dem dieser ersucht wurde, entsprechend den Bestimmungen der Verfassung den Wahltag festzute fehen. Die Reichsregierung schlug den 3. Dezember als Wohling Barteien gefaßt worden, die sich mit Ausnahme der Dent Die Deutsche Bottspartei, die vordem ebenfalls die balbige Wahl verlangt hatte, trat jetzt für Berschiebung bis zum Frühjahr 1924 dem Termin der Reichstagswahl ein. Im Laufe der verschiedenen Besprechungen fielen auch Zentrum unb Demptraten auf die andere Seite, auch sie erklärten sich nun für die Hinausschiebung der Wahl. Während die Deutsche Bolkspartei erklärt hatte, daß fie unter keinen Umständen für Ebert stimmen werbe, hatten Zentrum und Demokraten zu erkennen gegeben, daß fie fich für die Wiederwahl Eberts einfegen würden. Einen geeigneten Kandidaten hatte molt teine der bürgerlichen Parteien. Außer den Sozialdemokraten waren nur noch die Deutschnationalen für die Wahl am 3. Dezember. Unter diesen Umständen war zu erwarten, daß die für Hinausschiebung eintretenden Parteien an einer gegen ihren Willen angefeßten Wahl sich nur sehr schwoch ve teiligt haben würden. So entschlossen sich denn auch unfere Bartei genossen, einer Bereinbarung zuzustimmen, die dahin ging, daß eine Berfaffungsänderung vorgenommen werden sollte, wonach Ebert als befinitiver Reichspräsident bis zum 30. Juni 1925 im Amte bleibt. Dor. Dieser Vorschlag war nach Rüdsprache mit den Führem aller schen Wolfsportet sämtlich dafür ausgesprochen hatten. mit Der Beschluß des Reichstags vom 23. Oktober lautete der obigen Bereinbarung gemäß. Mit Ausnahme der Kommunisten und der Deutschnationalen stimmten dem Antrag alle Parteien 991 gegen 76 Stimmen zu. Aus der Debatte, die diesem Be schluß voraufging, mögen einige Säge der Parteiführer hier Raum finden, welche die Berleumdungen der Gegner Lügen strafen: Abg. Marg( 3entrum, der jetzige Reichstanzler) jagte u, a: „ Der bisherige Reichspräsident hat es verstanden, in der Ausübung seines Amis sich vollkom men zu lösen von den durch seine politischen Anschauungen gezogenen Grenzen und das ganze Volk zu vertreten. Die Sympathien, die ihm diese Geschäftsführung eingetragen hat, tönnen nicht abgeleugnet werden. Die von gewissen Kreisen über ihn mit Absicht derbreiteten gemeinen und nieberträchtigen Berleumdungen find im Laufe der Zeit per schwunden, ein Beweis für seine einwandfreie mis. führung." Abg. Stresemann weist die Behauptung Hergts, die Sozialdemokratie habe die hinausschiebung der Wahl angeregt, zurück. Wenn Herr Hengt die Einigkeit des Boltes molle, dann hätte er das anders anfangen müffen als durch seine heutige Rede. Wörtlich fuhr er fort: Auch der damalige Reichsfangler Dr. Birth nahm das Wort und bedauerte die Rede des Herrn Hergt, der behauptet hatte, der Reichspräsident habe stets nur für seine Partei geforgt. Der Reichstanzler bestreitet dies auf das entfiebenſt e. Und dann fagte er: „ Die Sozialdemokratie hat zuerst und bis zu legt auf die Neuwahl des Reichspräsidenten am 3. Dezember geprungen... Herr Hergt meint, für unruhige Zeiten brauche das deutsche Bolt einen unparteiifchen Präfi denten. An unruhigen Zeiten hat es uns in den lezten Jahren und Donaten nicht gefehlt und Millionen deutscher Bürger sind bem Reichspräsidenten bankbar dafür, daß er immer dann auf seinem Boften war, wenn sich Unruhen zeigten. Gerade in den schweren Augenblicken der letzten Monate war der Reichspräsident ir feiner besonnenen Ruhe tatsächlig der Helfer aus der Not." Herr Wirth betonte dann noch, daß gerade der Reichspräsident selbst immer auf die Wahl gebrängt habe. So sehen in Wirklichkeit die Dinge aus, die im jezigen Wahlfampf von den Deutschnationalen, auf die Bergeßlichkeit der Wähler bauend, in verlogener Weise dargestellt werden. Berleumdung, per fönliche Berunglimpfung, Lüge und Fälschung- bas find bie Waffen, mit denen die Rechtsparteien den Wahlkampf führen, Wirtschaft Konsumvereine und Zuckerwirtschaft. Die deutschen Konsumvereine befizen zwar noch keine Zuckerfabriken, um auf die Preisbildung dieses wichtigen Nahrungs- und Genußmittels vom genossenschaftlichen Produzentenstandpunkt aus im Interesse der Berbraucher einwirten zu können. Und doch ist die organisatorische Macht der Genossenschaften so start geworden, daß sie es auf diefem, ber Kartellierung in stärkster Weise an= heimgefallenen Wirtschaftsgebiet vermocht hat, willfürliche Preis steigerungen zu verhindern bzw. wieder rückgängig zu machen. Wie folgendes Beispiel zeigt. In der ersten Hälfte des Jahres 1924 bestand noch ein Ein fuhrverbot für Buder, welches sich die fartellierte Zuckerindustrie zunuze machte und den Zuckerpreis um 25 Prozent über den Weltmartipreis steigerte. Der deutsche Verbraucher mußte 54 M. per 100 Kilogramm ohne Inlandssteuer bezahlen, während die Zuderindustrie aus dem Export mur 42 M. per 100 Kilogramm ohne Steuer erlöste. Man zahlte also für den gleichen Zucker in Deutsch land 12 M. pro 100 Kilogramm mehr als im Ausland. Seuer beträgt 21 M. für den Doppelzentner, die Hausfrau bezahlt also bei 1 Pfund Zucker 10,5 Pfennig Steuer, was zu allerhand wahlpolitischen Betrachtungen Beranlassung geben dürfte. Die Dies Einfuhrverbot mun, das sich die Zuckerbarone und Aftionäre zunuze machten, war an sich vollkommen finníos, denn die Rauftraft der deutschen Bevölkerung war schon so gefunfen, daß schon die Inlandsproduktion an Zuder von ihr gar nicht mehr aufgenommen werden fonnte. Von der Regierung wurde nun das bevorstehende Ausfuhrverbot auf Drängen der Zuderindustriellen aufgehoben, das Einfuhrverbot aber nicht, und so ent ftand die Möglichkeit, die Preise im Inland auf 25 Prozent über den Weltmarktpreis zu steigern. Dies gab der Großeintaufsgesellschaft deutscher Konsumvereine( Hamburg), die sehr starf an der Zuckerverforgung der Konsumpereine und damit der deutschen Bevölkerung beteiligt ist, Veranlassung, am 30. Juli 1924 den Antrag an die Regierung zu stellen, auch das Einfuhrverbot für Buder aufzu= heben. Am 6. Auguft wurde das Verbot in der Tat aufgehoben, und der deutsche Zucker folgte diefer Maßregel mit einer Sentung auf den Weltmarktpreis, wodurch allein für die Monate Auguft und September eine Ersparnis von 24 Millionen Goldmart zugunsten der Zuckerverbraucher erzielt wurde. Selbstverständlich liefen die Zuder. industriellen Sturm gegen die Aufhebung des Einfuhrverbots; vorläufig erfolglos. Es zeigt sich also, daß die Konsumvereine, die die Grundlage der Hamburger Großcintaufsgenossenschaft bilden, in einer sehr wesentlichen Frage nicht nur das Interesse der genossenschaft I ich organisierten Berbraucher wirksam zu schüßen und wahrzu nehmen in der Lage waren, sondern das der Verbraucher überhaupt. Wie notwendig dieser Schuh ist, zeigt die weitere Tatsache, daß die Zuckerpreise in Deutschland noch immer 50-100 Pro. zent höhere find als in Borfriegszeiten. Kostete doch im Jahre 1913/14 der Buder ohne Steuer 22-25 m. per Doppelzentner, der Zuder alter Ernie( 1923/24) aber 46-50 Mit.; für solchen neuer Ernie werden von den Produzenten 35-38 M. verlangi. Nun kommt dazu, daß auf Betreiben der Zuckerindustrie in dem famosen Gesezentwurf über die Wiedereinführung der Nah rungsmittelzölle der Zuder mit einem 3011 von 40 m. per Doppelzentner bedacht werden sollte. Und auch bedacht worden wäre, wenn nicht die Sozialdemokraten und Demokraten für das Auffliegen des Reichstags gesorgt häilen. Der Zuderpreis in Deutschland würde alfo mit einem Zoll von 40 m. und einer Inlandsteuer von 21 M „ bedacht" fein und die Zuderindustrie hare bas heit ber milltür lien Breisbildung wieder in die Hand belommen. Denn di: Zollbelastung hätte ben Weltmarfipreis um 19 M. höher getrieben diese Buderprämie" hätte der deutsche Verbraucher zu zahlen gehabt. Was bei 13 Millionen Doppelzentnern Inlandsvers branch nahezu 250 Millionen, also eine Biertelmilliarde Goldmart Belastung in einem Jahre ausmacht. De Agrarier und die Industrie hätten ihre Liebesgabe" aus den Händen der Republit ebenso ifrupellos entgegengenommen, wie aus denen des wilhelminischen Kaiferreiches. 7 Auch dieses Beispiel gelgt neben der Bedeutung der ge. nossenschaftlichen Wirtschaftsorganisation die Gefahr eines Bürgerblodreichstages mit Mostauer Steigbügelhaltern. Die Genossenschaftsbewegung hat das stärkste Intereffe daran, daß die Sozialdemokratie abfolut bestimmenden Einfluß auf die Regierungspolitif im neuen Reichstag erhält. Denn die dadurch zu erwartende För be rung des Konsumvereinsmesens wäre nicht nur Volkswirtschaft im wirtlichen. Sinne des Wortes gegenüber der tatsächlichen Kapitalwirtschaft, sondern es würde auch die beste Preispolitit fein, wenn die Konjumvereine ihrerseits bestimmenden Einfluß auf die Preisbildung er langen würden. Wie man, fieht, hängt die genossenschaftliche Wirtschaftspolitik sehr enge mit den allgemeinen Wirtschaftsfragen zusammen, und das Interesse an einem einwandfrei demokratisch und sozialistisch gerich teten Reichstag ist für die Konjumpereine ebenso start wie für die Birischaft des Boltes überhaupt. Boraus die Konsumvereinsmitglieder und ihre Hausfrauen am 7. Dezember die nötigen Folgerungen ziehen werden.-ff. " Schutzzoll oder Freihandel in der gegenwärtigen Weltlage. lleber dieses Thema sprach am 21. November Universitätsprofessor Dr. Jastrow in der Deutschen Weltwirtschaftlichen Gesellschaft". Ein Prinzipienstreit Schußzzoll oder Freihandel" ist ein Rampf mit ungleichen Waffen. So charakterisierte der Bortragende die glänzende dialektische Ueberlegenheit der in sich geschlossenen Handelstheorie gegenüber der vielfach gespaltenen Begründung der Schutzölle. Dieser tue man Unrecht, wenn man ihr die merkantilistischen Scheinbeweise aus der sogenannten günstigen Handelsbilanz vorwerfe; denn, diese Thearie sei aufgegeben. Auch lasse sich der Prinzipienftreit nicht an der Liftschen Begründung der Erziehungsstelle" aufrollen; denn diese seien von den heutigen Freihändlern angenommen. Der heutige Gegensatz zum Freihandel sei der( feit Bismard 1878 formulierte) Schuß der nationalen Arbeit". Die Frage ist, ob die Böller besser fahren, wenn im Wege der internationalen Arbeitsteilung jedes Bolt sich die vorteilhaftesten Arbeitsaufgaben suche, oder, went man das Prinzip aufstelle, die vorhandenen Arbeitsbereiche, bloß meil fie einmal vorhanden sind, zu erhalten. Dieser Prinzipienftreit fei en fich absolut nicht zu entscheiden, da es unberechenbar sei, welche an beren als voltswirtschaftlichen Gründe geltend ge macht werden förmen. In der gegenwärtigen Weltlage aber, we Freue Etaaten zu schaffen und alte in eine veränderte Loge gebracht sind, fei das Suchen der vorteilhaftesten Arbeitsaufgabe für jedes Bolf fo fehr zur wirtschaftlichen Hauptaufgabe geworden, daß den freihändlerischen 3deen wie von selbst die Führung zugefallen fei. Insbesondere Deutschland fönne die Dawes- Laften, wenn überhaupt, so nur bei Auswahl der vorteilhaftesten Arbeitsaufgaben erschwingen. In diefe Tendenz zum Freihandel aus besonderen Gründen schutzöllnerische Ausnahmen einzutragen fei möglich; sich ihr prinzipiell ent gegenzustellen, werde sich als unmöglich erweisen. Nicht jeder mit Recht verlangte Schutz müffe gerade in Gestalt eines Zolles gewährt werden, es gebe andere Hilfen. So für die Landwirt. fchaft Ertragsprämien, Meliorationsbeihilfen, Umgestaltung der Steuerverfaffung, Kredit- und Transporterieichterungen, Genoffenfchaften, Unterricht ufw. Reiß u. Martin 2. G., Berlin- Reinidendorf. Die Goldbilanz Dieser alten Berliner Maschinen- und Wertzeugfabrif weist 1,2 Mill. Goldmart Kapital und 60 000 Gm. Reserven aus. Die Anlage werte und Waren erscheinen mit einem entsprechenden Betrag Gegen die Borfriegszeit ist das Etaminfapital um 200 000 m. erhöht. Die Inflationsperiode war auch für dieses Wert futrativ; die Hypotheken und Obligationen sind aus der Golderöffnungsbilanz ganz verschwunden. Außerdem hat das Wert durch die Verlegung vom Luisenufer nach Reinickendorf 1922. fowohl feinen Grundtesiz verzwanzigfacht als auch eine starte Bergrößerung und Erneuerung erfahren. Die 100prozentige Beteiligung an den Breß- und Stanzwerfstätten G. m. b. H. wird in der Golderöffnungsbilanz nicht mehr erwähnt. Auch fie fonnte während der Inflation abgebucht werden. Die Reiß u. Martin A. G. ist es Maschinen- und Apparatefabrik ganz von der Konjunktur abhängig. Das kommt in der Anspannung ihrer Flüssig feit auch zum Ausdrud. In den Anlagen dürften bei guter Konjunttur aber erhebliche Reserven mobilisierbar sein. über Franz Seiffert u. Co. 2. G. Berlin. Wie die meisten gut geleiteten und technisch gut ausgebauten Betriebe der deutschen Metallindustrie hat auch die F. Seiffert u. Co. A. G. eine sehr porsichtige" Golderöffnungsbilanz aufgemacht. Die materielle Substanz wurde in der Kriegs- und Nachkriegszeit außerordents lich stark ausgebaut. 1917 fam eine Wellrohrfabrit mit Gasanstalt, 1920/21 eine Armaturenfabrik, eine Lokomotivenreparaturwerkstatt und eine Veriandhalle hinzu im Weite von weit 2 Millionen Goldmart. Dengegenüber wurde bas der GoldmartFriedenstapital von 2 Millionen in eröffnungsbilanz auf nur 2 640 000 m. erhöht. Auch wenn man die notwendigen Abschreibungen berücksichtigt, darf man die Anlagenbewertung mehr als vorsichtig nennen und starte Refer= ven vermuten. Aus der Friedenszeit lief eine Anleihe mit 500 000 M., feit 1920 eine Anleihe mit 6 Millionen M. Von beiden ift in der Golderöffnungsbilanz ein Beirag von 59 520 Goldmart geblieben. Das Uebrige hat die Inflation getilgt. Der Refervefonds ist mit 328 000 Goldmark dotiert, das sind mehr ais 10 Broz. des Aftienfapita's. Die Liquidität der Unternehmung ist eine fehr gute. Bei günstiger Konjunktur dürfte die Rentabilität des Werkes eine sehr hohe werden. Preisnotierungen für Nahrungsmittel. Einführung des Termingeschäfts für Getreide. Der Borstand der Berliner Börse, Abteilung Produttenbörse. hat in seiner geftrigen Sigung beschlossen, das bereits feit, Juli 1914 ruhende Liefe rungsgeschäft für Getreide mit den schon vor einiger Zeit mitgeteilten und vom Reichsrat genehmigten Wenderungen ab 1. Dezember wieder aufnehmen zu lassen. Gestattet ist der Handel für alle Monate, vorläufig aber nicht über Mai h'naus. Es werden amtliche Anfangs- und Schlußnotierungen unter Mitwirkung: der Kursmakler und je eines Kommiffers festgestellt. In Betracht tommien für das handelsrechtliche Lieferungsgeschäft: Weizen, Reggen, Hafer, Mais und Roggenmehl. Reichsbank und Dawesanleihe. In dem Wochenausweis der Reichsbant vom 15. November fommt zum erstenmal die Aufnahme der internationalen Ach hundertmillionenmartanleihe zum Ausdruck. Die Bank hat während der zweiten Novemberwoche den größten Teil des Devisenertrages der großen Anleihe übernommen. Der Gegenwert wurde dem Reiche auf einem der Ver= fügung des Reparationsagenten unterstellten Sonderfonto bei den So tauchen sonstigen Passiven" der Reichsbant gutgeschrieben. jetzt unter den sonstigen Passiven" 692 Millionen Reichsmart neu auf, die unter den Aktiven gegengebucht sind.. Im übrigen hat sich die Kreditgewährung der Reichsbant in den bisherigen Grenzen gehalten. Zwar ist die Kapitalanlage der Reichsbant um 171 Milliomen auf 2249,2 Millionen zurücgegangen und gleichzeitig hat sich auch der Umlauf an Banknoten und Rentenbandscheinen erheblich vermindert. Die Kreditkonten sind aber nur deshalb so stark zurüdgegangen, weil ein erheblicher Teil der von der Reichsbank an genommenen Wechsel am freien Martt untergebracht, also redistontiert werden fonnte. Die Summe der redistontierten Wechsel ist damit auf 434,4 millionen angewachsen. Die Gesamtnotendedung beirug am 15. November genau 56,7 Proz. gegen 53.8 Proz. in der Vorwoche, so daß die Borkriegsdeckung in furzer Zeit erreicht sein dürfte. Von der Dedung entfallen auf Bargeld allein 42.5 Proz. gegen 40,3 Proz. am 7. November. Sie fümmern sich nicht um die deutsche Goldwährung... Uns wird geschrieben: Zu den Leidtragenden der Inflationsperiode ge hören neben den Reninern und den zahlreichen Inflationsgewinnlern, für die feiner irgend welches Bedauern aufzubringen vermag, in erster Linie die Arbeiter. Nach der Stabilisierung haben die Arbeiter das Vertrauen, daß Deutschlands Wirtschaft wieder in normalen Gang gebracht werden fann, wenn bei fester Währung eine Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels le vernünftige Wirtschaftspolitik getrieben wird. Von den UnterGerstengraupen, lose Gerstengrütze, lose Haferflocken, lose Hafergrütze, lose Roggenmehl 0/1 Weizengrieẞ 70%, Weizenmehl Weizen- Auszugmehl Speiseerbsen, Viktoria Speiseerbsen, kleine Bohnen, weiße, Fert Langbohnen, handveries. Linsen, kleine Linsen, mittel Linsen, große Kartoffelmehl Makkaroni, Hartgrießwr. Eiernudeln Mehinudein Bruchreis. Rangoon Reis Tafelreis, glasiert, Patna Tafelreis, Java. Ringapfel, amerik. Getr Pilaumen 90/100. Pflaumen, entsteint Cal. Pflaumen 40/50 Rosinen in Kisten, Candia Sultaninen Caraburnu Korinthen, choice Mandeln, süße Bari Mandeln, bittere Bari Zimt( Cassia) Kümmel, holländischer Schwarzer Pfeffer singap. Weißer Pfeffer Zentner frei Haus Berlin. 70,00-96,00 18,50-24,50 Kakao. fettarm 18,50-18,75 Kakao, leicht entölt... 100,00-120,00 20,00-21,50 Tee, Souchon, gepackt. 320,00-400,00 17,00-19.00 Inlandszucker basis mel. 29, 0-32.00 19,25-22,50 Inlandszucker Raffinade 32,25-35,50 24,50-- 21,001 Zucker Würfel........ 36,5)-41,00 19,5 27,15 Kunsthonig 39,40-4,00 19,50-26,50 Zuckersirup hell in Eim. 41,00- 47,50 18,00-24,00 Speisesirup dunk. in Eim. 28,00 32,00 16,00-17,50 Marmelade Einfr. Erdb. 90,00-95,00 22,00-24,75 Marmelade Vierfrucht 40,00 21,50-22,50 Tee, indischer, gepackt. 400,00-470,00 28.00-33,0 Pflaumenmus in Eimern 18,00-27,00 Steinsalz, in Säcken... 28,10-37,50 37,50$ 2,25 Sledesalz in Säcken 17,25-21,25 43,50-58,25 Bratenschmalz in Tierces 47,00-73,50 Bratenschmaiz in Kübeln 45,00- 53,00 3,10- 3,60 3,70-4,20 4.40-5.00 5,20- 5,80 80,00-91,00 89,60-91,00 85.00- 87,00 85,00-89,00 63,03-66, nehmern tann man nun gerade nicht behaupten, daß sie dieses Vertrauen auch in der Praxis bezeigen. In Fach- und Tagesbiättern wird darauf hingewiesen, daß die Weber und Spinner immer noch ihre Preisberechnungen auf Grund ausländischer Baluta vornehmen und das Risiko etwaiger Kursschwankungen auf ihre Abrehnier abzuwälzen versuchen. Was soll das Ausland dazu sagen, wenn so bedeutsame Wirtschaftskreise des deutschen Inlandes in ihrer geschäftlichen Praxis ein so geringes Ver= trauen zu der deutschen Währung bezeugen? Das Verhalten der Spinner 16 Weber verdient aber noch nach einer anderen Richtung die allerschärfste Kritik. Jedermann in Deutschland weiß, daß in der Textilindustrie und im Textilhandel, die heute mehr denn je auf den Ronsum des Inlandes angewiesen sind, das Mißverhält nis zwischen Einkommen und Preisen als start absazhemmend empfunden wird. Sie erkennen, wenn auch nur gezwungen, die No! nendigkeit eines Preisabbaues an. Die Weber und Spinner aber, die der Textilindustrie das Halbzeug liefern, den etwas angearbeiteten Rohstoff, diese Weber und Spinner verzichten lieber darauf ihre Maschinen laufen zu laffen, als daß sie Sie berufen sich mit ihren Preisen heruntergehen. babei auf die steigende Tendenz der Baumwollpreise und darauf, daß sie bei den Einkäufen des zu verarbeitenden Rohstoffes nie wissen fönnten, wieviel für die nächsten zu verarbeitenden Materialien tel. Die Beber- und Spinner find im Befik bedeuzu bezahlen hätten. tender Produktionsmittel. Sie hätten als Unternehmer die Pflicht, nicht bloß an die Ausnutzung dieser Produktionsmittel zu ihrem eigenen Gunsten zu denken, sondern auch an ihre Pflichten der Allgemeinheit gegenüber und ct die Pflichten gegenüber dem deutschen Wirtschaftsleben. Sie verhindern aber mit ihrer Preispolitt die Beschäftigung zahlloser Menschen. Sie unterbinden den Ume 20,50-22,50 fak in Tertilmaren. Das ganze ist ein Beitrag zu dem Kapitel: Kapitalistische Unternehmerpolitif. 60,00-63,00 80,00- 87,00 69,00-71,00 25,00-27,00 Purelard in Tierces.. 15,75 18,0 Purelard in Kisten.... 18,00 20,00 Speisetalg in Packung 24,25-32,00 Speisetale in Kübeln 32,75-42,00 Margarine, Handelsm. I 65,00 80,00-1 0,00 desgl. II. 40,00-46, 0 Margarine, Spezialm. 1. 72,00-76,40 desgl. II. 60,00-65,00 Molkerelbutter la i. Fäss. 203,00-210,00 60,00-70,00 Molkereibutter i. Pack. 212,00-217,00 75,00-92,00 Molkereibutter lla i. Fäss. 180,00-192,00 65.00-75.00 Molkereibutter i. Pack. 185,00-200.00 195,00-210,00 Auslandbutter in Fässern 215,00-220,0 200,00-210,00 Corned beef 12/6 lbs p. K. 40,00- 42,00 110,00-120,00 Ausl. Speck, geräuchert 108,00-120.00 55,0068,00 Quadratkäse 45,00-60,00 125,00-130,00 Tilsiter Käse, vollfett.. 120,00-133,00 175,00-185,00 Bayr. Emmenthaler 160,00-170,00 Rohkaffee Brasil 203,00-228,00 Echter Emmenthaler... 170,00-178,60 Rohkaffee Zentralamerika245,00-310,00 Ausl. ungezuck.CondensRöstkaffee Brasil. 260,00-300,00 milch 48/16. Röstkaffee Zentralam... 330,00-400.00 Inländische desgl. 48/12 Inl. gez. Condensm. 48/14 24,50 Röstgetreide, lose 20,00-22,00 MARGARINE Zu Ihrer Zeit hat man dies noch nicht gekannt! Heutzutage verwendet selbst die verwöhnte Hausfrau in Küche und Haushalt die Feinkostmargarine ,, Schwan im Blauband", deren Qualität durch unser Kirnverfahren unter Verwendung auserlesener Rohstoffe allgemein überrascht. Immer bringt die Welt neue Sachen hervor. 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Beschlußfassung über die Umstellung der Gesellschaft auf Goldmark durch Ermäßigung des Grundkapitals auf 78 Millionen Goldmark und Herabsetzung des Nennwertes der Aktien im Verhältnis 12: 1. 3. Ermächtigung des Vorstandes und Aufsichtsrate, die Einzelheiten für die Durchführung der Umstellung der Aktien festzustellen und dabei auch neue Aktien im Nennwert von 100 Goldmark oder einem Vielfachen davon zum Zwecke des freiwilligen Umtausches gegen eine entsprechende Anzahl bisheriger Aktien auszugeben. 4. Beschlußfassung über die Aenderung des§ 27( später§ 21) der Satzungen über das Stimmrecht der Aktien. 6. Ermächtigung des Aufsichtsrats, die infolge der zu Ziffer 2. und 3. der Tagesordnung gefaßten Beschlüsse notwendig werdende Aenderung der§§ 5 and 6 ( später§4) der Satzungen über die Höhe des Grundkapitals und seine Zerlegung vorzunehmen. Beschlußfassung über Neufestsetzung und Aenderung der Paragraphenfolge der Satzungen. Hervorzuheben sind folgende Aenderungen: a) 19( bisher§ 24), Bezüge des Aufsichtsrats, b) 23( bisher 81). Beschlußfassung in der Generalversammlung, c)§ 26( bisher§ 12), Gewinnverteilung. 7. Ermächtigung des Aufsichtsrats, Aenderungen der Satzungen die vom Registerrichter verlangt werden sollten und nur die Fassung betreffen, vorzunehmen. Zur Ausübung des Stimmrechtes in der Generalversammlung sind nach§ 27 der Satzungen diejenigen Aktionäre berechtigt, welche ihre Aktien oder eine Bescheinigung über bei einem deutschen Notar bis nach Abhaltung der Generalversammlung hinterlegte Aktien spätestens am 5. Tage vor dem Tage der Generalversammlung, den Tag der Generalversammlung nicht mitgerechnet, bei einer der nachverzeich neten Stellen: bei der Dresdner Bank in Dresden und Berlin sowie ihren übrigen Niederlassungen, bei Proehl& Gutmann, Commandite der Dresdner Bank, bei der Allgemeinen Deutschen Credit- A nstalt in Leipzig, bei der Württembergischen Vereinsbank in Stuttgart, bei der Deutschen Vereinsbank bei dem Bankhause L.& E. Wertheimber} in Frankfurt a. M., bei dem Bankhause F. A. Neubauer in Magdeburg, bei dem Bankhause A. Levy bei dem Bankhause Siegfried Simon} in Köln, bei der Dürener Bank in Düren, bei dem Bankhause Simon Hirschland in Essen, bei der Eschweiler Bank in Eschweiler, bei der Oldenburgischen Landesbank in Oldenburg gegen eine Empfangsbescheinigung hinterlegen und bis nach der Generalversammlung daselbst belassen. Stimmberechtigt sind auch diejenigen Aktionäre, die eine Bescheinigung der Bank des Berliner Kassen- Vereins vorlegen, wonach ihre Aktien spätestens am 5. Tage vor dem Tage der Generalversammlung. den Tag der letzteren nicht mitgerechnet. bei der Bank des Berliner Kassen- Vereins bis nach Abhaltung der Generalversammlung hinterlegt sind. Dresden, den 17. November 1924. Tafel- Aepfel Schöner von Boskop Tonne 50 Bfd. froftfret verpadt 02. 16,50 franto Nagnahme. Otto Behncke, Eatin Leiterwagen u. alle ander. Transportgeräte liefert billigst. Großer Vorrat Georg Wagner Köpenicker Str. 71. Rein Ladengeschäft. Keine SehaufensterReklame, dafürwesentlich billigere Preise Stottern Zachheilung! Dauererfolg! Ganz neues Syftem! Brosp. frei G. Nadel Bilmersdorf, Bran benburgtiche Str. 18 Dezimalwagen Tafel wag., Gewichte, Billigste Prelse. Großes Lager Georg Wagner Der Vorstand: Nathan Judell Warum Mondamin- Backpulver? 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