Nr.SS7 4»1.?adegaag Musgabe A Nr. 283 Bezugspreis» Wöchentlich 7ü®olbptenntg, mimaMch S,— Doldmark voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland Danziz, Laar- und Memelgebiet. Oesterreich, Litauen. Luxemburg iM Doldmark, für das übrige Ausland iSO Doldmar? vro Monat. Set„Soncärts* mit der Sonntagsbeilage..Boll und Zeit' mit..Sied. lung und Kleingarten� lowie der Unterhaltungsbeilage.�eimwell' und»rauenbeilage..Frauenstimme' erscheint wochentSglich zweimal, Sonntags und Montag» einmal, Telegramm-Adresse: «Sozialdemotrat Berlin' Margemmsgabe Derlinev VolksblAtt (la«siavlenniL) Anzelgetlprclse: vi« e t» l v a I t t g e Nonpareille. «eile V.70 Doldmcrk Reklamezeile t.- Goldmark.„Kleine Anzeig«»' das settgedruckte Wort 0.20 Goldmark lzuläfstg zwei kettgedruclte Wortel, ledes weitere Wort 0.10 Doldmark. Elellengesuchk das er!'» Wort 0.10 Eokdmark iedr» weitere Wort 0.00 Doldmark. Worte über lb Buchstaben zählen für zwei Worte. 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Nathujius verfügt, ist am Dienstag mittag aus Borschlag des Gesamtministeriums vom Präsidenten der Republik unterzeichnet worden. Da eine De. gnadigilng gesetzlich nicht möglich war, solange ein Bersahren nicht endgültig abgeschlossen ist, bedurfte es vor der Beröfsent- lichung des Gnadenakts der Zurückziehung des von dem Ange- klagten gegen das Urteil des Liller Kriegsgerichts erhobenen Ein- spruchs bzw. des Antrags aus Einleitung eines Kassationsverfahrens. Das ist mit Zustimmung v. Rathusius' noch im Lause des Montagabends geschehen. An dieser Begnadigung hat die s o z i a l i st i s ch e S a m m e r- f r a k t i o n. insbesondere aber auch Genosse Dr. B r e i t s che i d, der seinen Pariser Aufenthalt bei d-r Zaures-Feier zn eingehenden Berhandlungen über den Fall Ralhusius mit den zuständigen Stellen benutzte, einen hervorragenden Anteil. Wie in parlamentarischen Kreisen verlautet, dürfte die Freilassung von Ralhusius' im Lause des morgigen Tages ersolgen. * Die Begnadigung des vom Liller Kriegsgericht unschuldig verurteilten Generats v. N a t h u s i u s durch den Präsidenten der französischen Republik stellt die einzige praktische Lösung dar, die in diesem verwickelten Fall möglich gewesen ist. General v. Nathusius hatte Revision eingelegt und da- mit von einem Recht Gebrauch gemacht, das jedem Ver- urteilten zusteht. Blieb das Verfahren auf diesem Wege, so wurde es in Formen des Rechts mit aller Umständlichkeit und mit zweifelhaftem Endergebnis weiter abgewickelt. Unsere Rechtspresse hatte aus sehr durchsichtigen Gründen die Parole „Revision, nicht Begnadigung!" ausgegeben, sie wünschte eben, daß ihr der schöne Fall zur verhetzenden Agi- tation erhalten bleibe, mochte auch der alte General sitzen, bis er schwarz wurde. Gerade die Rechtspresse hätte sich logischer- weise aber von einer Revision nichts für Nathusius Nützliches erhoffen dürfen, denn nach ihrer Behauptung find ja alle französischen Richter Schurken und Rechtsbrecher.>zhre Hal- tung ist der beste Beweis dafür, daß es gar nicht m ihrer Ab- ficht lag, einem unschuldig Verurteilten zu helfen— dazu hatte sie ja auch daheim die beste Gelegenheit~ sondern daß es ihr nur darauf ankam, sich einen Stoff für ihre Hetze möglichst lang zu erhaltsn. �... Hob man den Fall aus der juristischen Sphäre in die polltische hinüber— und gerade unsere Rechtspresse machte aus dem Fall Nathusius den großen politischen Fall— dann mußte sich die französische Regierung mit ihm beschäftigen. Sie konnte Nathusius nicht freisprechen, denn Recht zu sprechen, ist nicht ihre Sache, sondern Sache der Gerichte. Die französische Regierung hatte nur eine Möglichkeit, die der Be- gnadigung. Damit ist die ganze Angelegenheit erledigt, Herr v. Nathusius wird freige- lassen und kehrt in die Heimat zurück. Herr v. Nathusius hat selber auch eingesehen, daß dies das einzig Richtige ist, er hat sein Revisionsgesuch zurückge- zogen und sich damit den Weg zur Freiheit und Heimkehr eröffnet. Es steht bei ihm, wenn er glaubt, er dürfe hen Vorwurf des Diebstahls nicht auf sich sitzen lassen, die Wiederaufnahme des Verfahrens zu beantragen und für seinen Freispruch vor einem französischen Gericht zu kämpfen. Man darf einigermaßen darauf gespannt sein, ob die Rechtspresse ihm nun raten wird, das zu wn— gespannt wegen der Konsequenzen, die sich daraus ergeben. Denn dann müßten eigentlich alle deutschen Heerführer und OffHere. die seinerzeit unter entehrenden Beschuldigungen aus die Äuslieferungsliste gesetzt wurden, ehrenhalber nach Frank- reich pilgern, um dort ihren Freispruch durchzusetzen! Wenn man von ihnen vernünftigerweise das nicht ver- lanat so ist es ein Unsinn, es von Herrn v. Nathusius zu ver- langen, von dessen Unschuld sowieso alle Welt überzeugt ist. Die rasche Bereinigung des Falles v. Nathusius im Sinne des Rechts, der Vernunft und Menschlichkeit ist Zweifel- la-i ein großer Triumph für die Zusammen- erbeit der deutschen und der französischen Sa-ialisten. Sie hat in diesem Fall Fruchte getragen. di-. aller Welt sichtbar sind. Der zu unrecht verurteilte und a-ianaene Nathusius war für die nationalistische Propaganda ein Geschenk des Hümmels. Der durch sozialistisches E�na reifen freigelassene Nathusius ist aber für sie ein Schlag ins Kontor! Jetzt wird der Fall Nathusius nicht für di? nationalistische Völkerverhetzung, sondern für die sozialistische Politik der Versöhnung und der Verständigung wirken. Natürlich kann nicht ausbleiben, daß unsere Nationalisten behaupten werden, Nathusius sei nur aus Rücksicht auf die deutschen Wahlen amnestiert worden, und gerade da- durch zeige sich, wie sehr der„Erbfeind" an dem Sieg der deutschen Linken interessiert sei. Aber das ist, mit Verlaub gesagt, blödes Geschwätz. In Wirklichkeit steht die Sache so, daß eben in beiden Staaten die Demokratie siegen muß, wenn das Recht siegen soll. Als Fall sozialistischer Einwirkung steht der Fall Nathu- sius durchaus nicht oereinzelt dar. Seit die Regierung Herrot am Ruder ist, ist es üblich geworden, daß deutsche Genossen der besetzten Gebiete die französischen Sozialisten um ihre Intervention ersuchen, um Unrecht zu beseitigen und Hörten abzustellen. Auf diese Weise ist schon sehr viel Gutes im S t ist l e n erzielt worden der Sache zuliebe, um der Gerechtigkeit willen. Das ist schon geschehen, ehe noch ein Mensch in Deutschland an Wahlen dachte. Heute ist es notwendig davon zu reden, weil die Rechte behaupten wird, die deutschen Sozialdemokraten seien nur um der Wahlen willen für Nathusius eingetreten. Nun macht es uns, das braucht durchaus nicht verschwiegen zu werden, ein großes Vergnügen, daß den schmutzigen Nutz- nießern der Völkerverhetzung ihre letzte Wahlwaffe so elegant aus der Hand geschlagen worden ist. Aber daß die Sozial- dcmokratie für das Recht eintritt, nicht des Wahlerfolges, sondern eben des Rechts willen, das kann an unzähligen Fällen bewiesen werden, in denen unsere Partei in aller Stille ihre Pflicht getan hat. Der Fall Nathusius ist nun aber geradezu ein Schul- fall geworden, bei dem man nationalistische und sozialistische Politik als Beispiel und Gegenbeispiel einander gegenüber- stellen kann. Die Verurtellung des deutschen Generals durch das französische Kriegsgericht war zweifellos eine Folge natio- nalistischer Verhetzung. Unsere Nationalisten wußten dagegen keinen anderen Rat als den, daß die deutsche Regierung Repressalien ergreifen und Franzosen, die sich auf deutschem Gebiet befinden, als G e i s e l n in Haft nehmen solle. Daß die Franzosen heute über einen großen Teil beut- scheu Gebiets die militärische Macht ausüben, das kümmerte unsere nationalistischen Gemütsathleten nicht im geringsten. Mochte auch die Räumung der nördlichen Zone und des Ruhrgebiets durch eine deutsche Repressalienpolitik illusorisch gemacht werden, mochte die Bevölkerring des besetzten Gebiets wieder in die Qualen zurückgestoßen werden, von denen sie durch Annahme des Dawes-Planes unter stärkster Beteili- gung der Sozialisten befreit worden war— desto besser, denn desto reicher blühte dann der nationalistische Weizen. Das nationalistische Rezept hätte den Fall Nathusius zu einem Kriegsfall zwischen Deutschland und Frank- reich gemacht und neu? Leiden, ähnlich denen des Ruhrkriegs über das deutsche Volk heraufbeschworen. Nach sozio- listischerMethodeistaberdieserFallinweni- genTagenimSinnedes Rechtsbereinigt, ein Konflikts st off weggeräumt worden. Ja. der Fall liegt ganz klar, außenpolitisch wie innen- politisch. Die französische Linksregierung hat den unschuldig ver- urteilten Nathusius freigegeben. Die bayerische Bürger- blockregierung läßt den unschuldig verurteilten F e ch e n- dach seit mehr als zwei Jahren im Zuchthaus schmachten. Und nun geh hin, Wähler, und entscheide dich! Schwerinüuftrie gegen yanüelsvertrag? Politische Sabotage? Paris, 25. November.(Eigener Drahlbericht.) Die für Dienstag angesagte erste Fühlungnahme zwischen den deutschen und französi'chen Sachverständigen der Schwerindustrie zur Besprechung der künftigen Gestaltung der Zolltarife konnte nicht stattfinden, da die deutschen Sachverständigen bisher in Paris nicht eingetrosten sind. Sie haben ihr Fernbleiben mit beruslicher Inanspruchnahme entschuldigt, doch dürste ihr Verhallen in wirk- lichkeil politische Motive haben, die mit den handclsver- tragsverhandlungen in keinem Zusammenhang stehen. Dieses Verhalten istinhöchstemMaßebesremdend. Denn schließlich ist es die deutsche Regierung und ihre Organe, die die Politik des Deutschen Reiches zu machen haben. Es ist aber nicht Sache der Herren von der Schwerindustrie, sich unbefugterweise in die Regelung schwebender Angelegenheit einzumischen. Loucheur für gerechten Ausgleich beiderseitiger Interessen. Paris, 25. November.(Eigener Drahtbericht.) Der ehemot'Ze Minister Loucheur erklärte einem Mitarbeiter der„Iournee In- dustrielle", daß Frankreich wie Deutschland das gleiche Jnter- esse haben, die begonnenen Handelsvertrcgsoerhandlungen zu einem glücklichen Ende zu führen.„Für uns Franzosen," so sagte er weiter,„ist die Lag« sehr klar, Deutschland darf gerechterweise für seine Industrie das Existenzrscht fordern: aber auch wir haben gegenüber der unsrigen die gleiche Pflicht. Die Frage der Stahl. Herrschaft kann der Gegenstand eines wirtschaftlichen Kampfes zwischen den beiden Völker, werden, aber sie kann nicht ohne die Beteiligung Englands und Belgiens gelöst werden." Paris. 25. November.(MTB.) Wie die Morgendlätter de- richten, ist gestern im Laufe der deutsch-franzö fischen Verhandlungen über den Abschluß eines HanLelsoertrags mich die elsaß-lothri- gische Frage besprochen worden. Man sei nicht zu einer Lösung gekommen, habe sich aber dahin geeinigt, daß das Studium dieser Frage Artikel für Artikel im Laus« der Verbandlungen über die Metallwaren, Eisen, Textilien, Wein« und Nahrungsmittel jeden- falls wieder aufgenommen werden soll. Im allgemeinen glaube man, daß die Konferenz noch etwa 5 Wochen dauern werde, Kammererfolg tzerriots. Paris, 25. November.(Eca.) Im Verlauf der heutigen Kammcrsißung brachte der Abg. P a t h e t eine Tagesordnung ein, in der der Regierung Herriot in kurzen Worten das Vertrauen aus- gesprochen wird. Herriot wandte sich gegen den Wortlaut der Tagesordnung und stellte die Vertrauensfrage. Darauf wurde die Kammer um 3,20 Uhr vertagt. Nach Wiederaufnahme der Sitzung erklärte der Kammerpräsident, die Tagesordnung Pathel sei mit ZlS gegen 136 Stimmen abgelehnt worden. hieraus wurde eine Tagesordnung Leon Blum mit Z1S gegen 202 Stimmen angenommen. Megppten ruft öen vö'lkerbunü an. London, 25. November.(Eigener Drahtbericht.) Das ägyptische Abgeordnetenhaus hat einen Ausschuß eingeseht, der einen an den Völkerbund und die Parlamente der Welt zu richtenden Prolest abfasse,, wird. Ferner wurde eine Protest- entschliehung angenommen, in der der Völkerbund im Namen einer friedlichen und hilflosen Nation gebeten wird, zugunsten der vollständigen Unabhängigkeit Aegyptens und des Sudans zu intervenieren, die nicht von einander zu trennen seien. Die Entschließung des Parlaments beschuldigt Großbritannien, daß es ein abscheuliches Verbrechen als Vorwand zur Ausführung seiner imperialistischen Politik nehme.— Der ägyptische König hat das Parlament auf einen Monat v e r t a g t.(7!) London. 25. November.(Eigener Drahtbericht.) Außenminister Chamberlain hatte am Dienstag mit dem Oberstkommau- d-erenden der britischen Armee eine lange Konserenz. Das Kabinett Baldwin wird am Mittwoch sich mit dem Inhalt dieser Aussprache befassen. In Kairo durchziehen unausgesetzt englische Truppen die Straßen. Die Bevölkerung ist ruhig. Die englischen Kreise behaupten jedoch, daß ein« sehr gefährliche Atmosphäre bemerkbar ist. Bon Malta wird das erste Bataillon des East- Lancashire-Negiments ebenso wie das in Gibraltar stationiert« erste Bataillon der„Buffs" räch Aegypten abreisen. Es verlautet, daß mit diesen Truppen schwere Artillerie mitgeht. Zur Besänftigung der Alliierten. London, 25. November.(Eigener Drahtbericht.) Auße iminister Chamberlain reist am 4. Dezember zur Sitzung des Dölkerbuwd? rats nach Rom. Er wird auf der Hinreise in Paris am 5. De- zember mit Herriot eine Zusammenkunft haben. Italienisches Vordringen in Nordafrika. Paris, 25. November.(Eea.) Wie aus Tripolis gemeldet wird. ist am 23. d. M. morgens eine italienische Kolonne in der Oase Syrta eingetroffen und hat die italienische Flagge gehißt, die dort 1315 emgezogen wurde. Am selben Tage ist die Kolonne auf ein Lager von Ibrahim Scetni gestoßen, der durch seinen Verrat die Italiener zum Rückzug gezwungen hatte. Ibrahim konnte nur mit Mühe entweichen, wobei 73 Mann getötet wurden. Die Italiener erbeuteten über 133 Gewehre sowie zahl- reiche Munitionsbestände und verschiedene Maschinengewehre. deutschlanüs Mufnahmegefuch erwartet. Auf der Völkerbundstagung in Rom. Genf,25.November.(EigeuerDrahlberichi.) Im Völkerbundrechnet man mit einem Autnabmegeiuch Deulschlands für die Dezember« lagung deS Rats in Rom. ES verlautet, daß enlsprcchende diplo« malische Bei Handlungen bereits zwi'chen Rom und den alliierten Hauptstädlen bzw. Berlin eingeleitet sind. Auf jeden Fall werden konkrete Vorbesprechungen in Rom einsetzen, zu denen deutsche Vertreter hinzugezogen werden dürften. Warum'yergt nem sagte. LKulzes Erzähllmgen über Fraktio« Mampe. -'Die t�ueste Darstellung über den deutschnationalen Um- all'. am 2�. August stcm�nt ston dem Berliner deutschnatio- natttr S�agsabgeordaeten Schulze, dyr in den letzten Tyaen die Umgebung rton Berlin durchw«ndert. um das Landvolk ni't deutschnatio naler Weisbeit zv erfülleii� dn einer Wahl»'rjammlnng im� Kreise Niedeicharnim tröstete dieser deiuschnationale Prophet seine über die Halb-und-Halb- Abstimmunzerl wohl etmas unzufriedenen Zuhörer mit fol- gsnder ErMt/jung: ; Am 20. AMust seien sich-alle Mitglieder der deutschnatio- mcken Fraktion �vollkommen einig darin gewesen, das Londoner Abtönt vien zu Fall zu bringen. Da sei plötzlich die Abstimmung nw 1% Stunden vertagt worden. Während dieser Zeit hätten � einige Deutschnationale, da inzwischen das Gerücht aufgetm'cht fei. daß der Reichspräsident feine Zu- stimmung zur R e i ch s t a g s a u f l ö s u n g inz Falle der Ab- lehnung des Londoner Abkommens gebe» werde,, tele» graphisch in Loirdon informiert, ob die ei.p» fache Unterzeichnung des Abkommen�; durch einen Beauftragten des Reich spräsidenetn von dfr Entente als gültige Unterschrift anerkannt werde. Dies sei von London bejaht wordcrv Das taten sie natürlich ohne Wissen der Parteileitung.. Dann währeud � der Abstimmung hätten sich zufällig einige d�utschuationale Fttaktionsmitglieder entschlossen, mit Ja zu stimtnen. In der. nach der Abstim- mung stattgefundenen Fraktch-lssitzung hä'.ie der Parteiführer �ergt, der von allem/ eine Ahnung hatte, den Jasagern ganz bedrückt gesagt:„A b e r i n d c r, w a r u m habt ihr denn nicht gesagt, a s; ihr mit Ja stimmen wollt, dann hätte ich doch auch so ge- stimmt?" Ganz Hergt, ganz deutschnational. Und deshalb findet man die Exzellenz auch wieder an tsttr Spitze der deutsch- nationalen Reichswahllistc.__ «SerechtZate und natürli'öie Abneigung/ Tie Teutschnationalcn gcgcir Tcutschösterrcich. .Die Deutschnationalen, die sich gerne großdeutsch und national nennen, haben es bishsx Uermieden, zu der Frage eines Anschlusses Deuischösrerreichs atz, das übrige Deutschland Stellung zu nehmen. Die„D ü s ses h 0 rs e r R a ch r i ch t e n" holen das Versäumte nach, indem st« schreiben: Wenn man sich im deutschen Oesterreich beklagt, daß die An. schlußlundgebung«» im Reiche bicher nur ein schwaches Echo ge- fanden haben, so mögen die übcreisriNtln Aenechier der Idee den Dingen tiefer, auf den Grund. gehen«t» sich darüber klar werden, Myer denn die A h n e i g» n g kommt, hast Oesterreich, so wie es jetzt ist, chit Deutschland zu verschmelzen. Der Sozioldemckrati« in Deutschland, deren. Führer ja zum Teil frühere österreichische Staa's- apA-hsxiz« sind, wäre der politische Mqjhtzpwachs zweifellos sehr willkommen, die voilonalea kreise jedoch nwplinden einslwellea noch eine berechkizte und nalürliche Abneigung' gegen die staatsrechllichc und politische Melchstellung des Dölkerko? glomerats. das sich aus Eis- und Transleithanien aus d«m ösicrnZ chischen Territorium und namentlich in Wien gesammelt hat. Das ist deutlich. Aus parteit/rktischen Grün- frjtn i�.dsx..Anschluß Deutschöstexreichs glnerwistischt und de»- halb wird aus dieses deutsche Stammland öm Kübel echt deutsch- nptwnaler Jauche geleert. Das verhindere natürlich nicht, daß stch.die Rationalisten auch wester als die wahren Großdeutschen med die Erbpächter des Ratipnalgefühls bezeichnen und eine I r re d e n t a p a l i t i t nach Strich und Faden betreiben. Die nationalistische Radautrommel gehört dpi ihnen zum Ge- lchaft wie Kesinnungs- und Stimmenschacher oder wie die ge- stohlenen Akten des Herrn Tirpitz. Der Preußische Slödtetag beabsichtigt, im Fdbre 1S2Z wieder eine Hauptversainnilnng obzuhallen. und»war in Köln. Die letzte Kanptversammlung fand 1022 in Goslar statt. Walles Gftsuöenpelktik und seine Naturalisierten 9V 000. Der Amtlich« Preußische Pressedienst schreibt: Zu dem eisernen Rüstzeug der rechtsoppositionellen Presse bei ihrer Arbeit gegen Minister Severmg gehörte von je das Schlagwort von seiner Protektion der ostjüdischen Einwände- rung. Entsprechend der Siedehitze, in die sich allmählich die radi- kalen Redner bei den Reichstagswahloersammlungen hineinreden, wächst in ihren Köpfen auch die Zahl der von Minister Seoering nicht etwa nur nach Deutschland hineingelassenen, sondern sogar auch noch naturalisierten Ostjuden ins Fantastische. Herr W u l l e von der Deuts choölkischen Freihettspartei hat cc sertiggebrachh in einer Wahlversammlung zu behaupten, daß Minister Seoering„i n« i n e m Jahre 90000 O st j u d e n naturalisiert habe*. Diese Ziffer, die sehr deutlich zeigt, was ein rechtsradikaler Agitator seinen Hörern zumuten kann, macht nun natürlich schleunigst die Runde durch den Teil der rechtsradikal eingestellten Presse, der jedes Mittel in der Polemik gegen den preußischen Innenminister recht ist. Um diesen Lügen und Entstellungen entgegenzutreten, hat Minister Seoering dem„Deutschen Tageblatt*, das als erst« Zeitung in seinem Bericht über die Wulle-Reh« die Ziffernangab« dieses Redners brachte, die folgende preßgcfetzliche Berichtigung zugehen lassen: „Es Ist unwahr, daß ich in einem Jahr« 90 000 Ostjuden na'uralifiert habe. Wahr ist vielmehr, daß in Preußen einge- bürgert worden sind: wsg-samt davon fremditämmige Ausländer Ostausländer im Jahre 1921... 0SS3 757 . 1923... 10 895 638 . 1923... 17 317 309 Die Zahlen der Einbürgerungen des Jahres 1921 stehen noch nicht fest, jedoch halten sie sich n och unter den im letzten Jahr Eingebürgerten.* Ob Herr Wulle wohl anständig genug sein wird, den„kleinen Irrsinn* und den„kleinen Unterschied* zwischen 90 009 in einem Jahre und noch nicht einmal 2000 in drei Jahren zuzugeben? 75 Jahre WTS. Als ältestes deutsches Rachrichtenburcau feiert heut« W 0 l f s s Telegraphisches Bureau, allgemein im Volksmunde unter der Abkürzung WTB. bekannt, seinen 75. Gründungslag. Mit der englischen Reutcr's Agency und der fronzZsischsn Agence Havas ist WTB. das älteste und bekannteste Nachrichtenbureau Europas. Sein Aktionsradius erstreckte sich vor dein Kriege über Deutschlands Grenzen hinaus auf Skandinavien, Zentraleuropa und einen Teil des Balkans. Mit dem Verlust des Weltkrieges hat es natürlich einen Teil dieser internationalen Vormachtstellung eingebüßt und es ist überhaupt, auch hinsichtlich der internationalen Gezenseitigleits- Verträge gegenüber Reuter und Havas. etwas in Nachteil geraten. Indessen sowohl im Inland wie in den Augen des Auslandes ist WTB. das wichtigste deutsche Nachrichtenbureau geblieber, dessen Bedeutung durch den offiziösen Charakter erhöht wird, den es eigentlich seit seiner Gründung genießt, der aber in den Kriegsjahren noch viel deullicher in Erscheinung getreten ist. An eine Ersetzung des ausgedehnten und durch die jahrzchnte- lang« Erfahrung im allgemeinen gut funktionierenden Nach- richtenap parat s des WTB. war der Ausbruch der Revolution nicht zu denken, und so blieb WTB. mit dem alten Direltions- und R«dattivnsp-rs onal das offiziöse Nack? richlenb ureau der deutschen Republik. Big auf eine sehr bedenkliche Episode im Kapp- Putsch hat WTB. stets seine Rolle als halbamtliches Sprachrohr aller Reichsregierungen gewissenhaft erfüllt. Es liegt in der Na.ur der Sache, daß die sozialdemokratische Presse bis zur Reoolnnon und auch neuerdings wiederholt in mehr oder minder heftigen Polemiken gegen WTB. stand. Dieser Kampf galt aber in den meisten Fällen weniger dein Bureau, als den Regierungen, als deren Sprachrohr es jeweils galt imd gelten»rußte. WTB. ist zweifellos«ine bedeutende Macht. Schon aus diesem Grunde ist die Forderung der Verstaatlichung dieses Unternehmens nach dem Muster vieler anderen Agenturen dieser Art im Auslände durchaus begründet. WTB. ist ein privatkapi- talistisches Unternehmen, firmiert als Continental Telegraphen Eis. und gehört einigen führenden Persönlichkeiten der Bankwelt. Es läßt sich nicht behaupten, daß die betreffenden Besitzer WTB.S dieses mächtige Instrument in einer egoistischen und für die Jnter- essen der Gesamtbevölkerung nachteiligen Weise mißbraucht hätten. Insofern ist das gegenwärtige Statut WTB.s immer noch das kleinere Ucbel gegenüber den wiedcrholt unternommenen, bisher stets gescheiterten Versuchen der Schwerindustrie, dieses Nachrichten� bureau zu annektieren. Auch weltpolitisch ist«ine Agentur wie WTB. eine sehr wichtige. unter Umständen sogar g'.fährliche Masse. Aber auch in dieser Hin- sicht muß anerkannt werden, daß WTB. vor dem Kriege sein« Stei. lung nicht in einer für den Frieden gefährlichen Weise mißbraucht hat. sondern fast immer sachlich blieb. 2luch heut« unterscheide! sich WTB. darin vorteilhast von gen Pen Konkurrenzunternehmungen. die im Dienste der Großindustrie stehen und einen immer deutlicher werdenden reaktionären Charakter tragen. Die sozialdemokratische Prcsse hat sich dt den letzten Iahren ein e'genes Nachrichtsnunternehmen großen Stils im„Sozialdemokrati- schon Presiedienst" geschaffen. Für die hauptstädtische Presse und für die politische Welt schlechthin ist WTB. dank seiner ausgedehnten Verbindungen und seinem— nehmt alles nur in allem— rech! zu» oerlässigen Nack) n chte nmater ial einstweilen noch unentbehrlich. Linksregierunc, in Dessau. Arbeitsgemciuschaft zwischen Dentschuationaleu, Volks- partcileru und Wirtschaftsparteilcrn. Dessau, 25. November.(Eigener Drahtbericht.) Der neuge. wählte Landtag trat am Dienstagmorgen zu seiner eisten Satzung zusammen. Alterspräsident Genosse Trautewein er- öffnete ine Sitzung um 10)4 Uhr mit einem Willkommengruß an das Haus. Auf der Tagesordnung standen die Wahl des Land- tagspräsidiums und des Ministeriums Als Präsident wurde Genosse Peus mit 18 Stimmen(15 Zettel wciß) gewählt, zum ersten Vizepräsidenten der Deutschnationale Heine mit 19 Stimmen(13 Zettel weiß), zum zweiten VizeprSsidentsn der Deut'che Volksparteiler Giefemann mit 15 Stimmen(17 Zettel weiß). Der Abgeordnete Baumecker(Bodenrefonner) teilt« dann mit. daß er in ein Hospitcmtenoerhältnis zur Demokratischen Partei tritt. Deutschnationale Deutsch« Voltspartei und die zwei Abgeordneten der Wirtschoftspartei verkündcien schließlich, daß sie sich zu einer Arbeitsgemeinschaft.zu- sammengeschlosscn haben. Sodann vertagte sich das Haus auf eine halb« Stunde. Bei Wiederarösfnung der Sitzung wurde der frühere Ministerpräsident Esnoss« Seist, der Demokrat Dr. Weber und der bisherige Ministerialdirektor Kurt Müller(als unpolitischer Beamter) gewählt._ Dee ßreiburger Prozeß. Freiburg. 25. November.(Eigener Drahtbericht.) In der Tions- tagsitz uin des Staatsgerichtshofes erw arte zunächst der Oberreichs- amvatt Dr. Ebermoyer auf das Plädoyer Dr. Settels vom Montag, der vor allem betont hatte, daß kein Angeklagter sich ehren- rühriger Handlungen fchuldia gemacht habe und schon deshalb nicht auf Zuchlhoussttofe.zu erkennen sei. Der Oberreichzanuxckt erklär!?. daß die Anklage das zum Ausdruck gebrocht ljabe, indem sie auf die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte bei allen Dtrafanträgen verzicht-tc. Daß«in kommunisttscher Putfchrlan im letzten Juhr« be- slard, könne doch von der Verteidigung nicht ernstlich in Abrede ge- stellt werben, seitdem sogar in diesem Fall«, wie auch in Hamburg und anderswo Vorwürfe aus Vorwürfe über vorzeittges Losschlage« aus dcm kommim sfttchen Lager laut geworden sind. Der Vertei» dlger Rechtsanwalt Grumbach versucht« dann zu beweisen, daß es sich bei den llmnchen im Wietentale durchaus nicht um ein hoch. verrö'erisches Unternehmen gehandelt habe. Rechtsanwall Dr. K u n tz geht dann auf die einzelnen Fälle«in und verlangt auch Berück- sichtigung der persönlichen Lage der Angeklagten, zumal sie un» mündige Kinder zu Hmtte hätten. Di« Rede des Off-ziall>ert«-digers Dr. G 0 l d st« i n» Leivzig enthält einen ziemlich scdarfen Protest gegen die Besetzung des Süddeutschen Senats. Die Urteilsver- kündung dürfte erst Ende der Woche oder Anfang nächster Woche nach Abschluß einiger vom Hauptprozeß abgetrennter Verfahren zu erwarten sein. Schöpfungsgeschichte öer Fraktionen. Bon Iwan kzeilbut. Als der Herr die Fraktionen erschuf, sprach er wie folgt: Auf daß es euch nicht lanzweUig werde auf Erden und wir auch etwas zu lachen haben im Himmel. Do nahm er ein wenig Gallert und machte ein Hakenkreuz daraus. Das setzte er einem Bullen zwischen di« Horner. Und sprach: Da hast du dein Gehirn. . Und der Bulle begann rückwärts zu gehen und er brüllt« dabei. Und. es ward Abend und es ward Morgen: Die erste Partei.- Da ergriff der Herr«ine Zange, nahm ein« glühcndrot« Kohle ■ß'jg dem Feuer und setzte sie einem jungen Pferde unter den Schweif. Und sprach: Do hast du dein Gehirn. Und das Pferd begann zu rasen und machte Sprünge, mrge- heuerlich, über Jahrhunderte weg miv stand zuletzt mit seinen vier Beinen mitten in der Luft. Und es ward Abend und es ward Morgen: Die zweite Partei. • Als der Herr nun geschaffen hatte, di« da rückwärts gehen und K« gewaltsam oorwärtsstürzeN, erschuf er ein klernes Eichhorn. Dem gab er gewaltig flinke Läufe. Und er setz!« es in die Mitte zwischsn die beiden. Dann brach er ein Hakenkreuz mitten entzwei und hackte es in eure feurige Kohle. Als nun das Hakenkreuz und di« Kohle verbunden waren, schlug, er beides dem Eichhorn zwischen die Augen, trieb es hinein und sprach: Da hast du dein Gehirn. Und das Eichhorn begann zu laufen und lies immer vom«inen zum anderen— einmal nach links, wo das Fullen sprang und dann fehlte es um und hupfte nach rechts. Dort war der Stier. Und ,es mar» Abend und es ward Morgen: Die dritte Port«. Darauf fetzi« sich der Herr an den Tisch und sagte: Kommt, wir. wollen jetzt Reichstag spielen. Da riß sich das jeuecrote Pferd einen Huf von der Sohle und warf ihn dem Bullen an den Kopf. Der Bull« aber riß üch ein Horn aus dem Schädel und flach es dem Roh!n die Weiche, so daß es schrie. Da wendete es sich um (das Roß) und spie sein Gehirn, di« glühende Kohle, unter dem Söhweis hervor, dem Bullen zwischen di« Augen. Der Bull« schleu- de»e sein Hakenkreuz wie einen Bumerang dem. Roß in die Rippen. Damals gab es viel Knochen.— Das kleine Eichhorn aber lief hin und her, einmal noch links, einmal nach rechts, wo der Stier und da» Pferd einander gegen- überstände!!— jedes von beiden ohne Hirn. Der Stier hatte einen sturen Bl:ck und das Roß raste um sich selber herum und biß ftfit dem Maul nach dem Schweis. Dos Cichhov» vetterte auf seinen Rücken hinauf: wenn es ihm schwindlich wurde, sprang«s hinunter und lief hinüber x&d ritt auf dem Stier. ■ Und als also vollendet waren diese Parteien, nahm st« der H-err in seme großen Hände— aber auch die Splitter, die im Kamps van den Knochen ftnonaen, alles nahm er in fein« Hände i.nd setzt« es auf die Erde und sprach:»So, nun spielt Staat.* Da bauten sie einen Tempel und fuhren dort fort, sich zu Leibe zu gehen. Und wenn der Geist des Herrn auch nicht in ihrer Mitte ist, so schwebt er doch dann und wann in der Höhe, über allen— und lacht. Schutz gegen Ghrausschläge bei Naüio-Horern. Mit Recht weist Dr. H. Markus in der W:ener K'inilche.r Wochenschrift ans die infolge des Anlegens von Radio- Hörern entstandene Hautenzündung hin, für di« besonders jünger« Personen ieicht empfänglich sind, die aber auch bei älteren Leuten sich in nicht allzu seltenen Fällen einstellt. Di« Erankrxmkunq bedeutet, wenn man sie nicht rechtzeitig erkennt und die Behandlung «inleitet,«in recht hartnäckiges Leiden, das einer raschen Therapie in den späteren Stadien schwer zugänglich ist. Außerdem hat sie Neigung, auf den äußeren Gehörgang und die Kopfhaut überzu- greifee. Die Ursache liegt darin, daß di« Hörer Infolge des harten Anliegens und der damit verbundenen schwierigen Hauttrcuttpttation einen allzu starken Druck auf dte Ohrknorpel ausüben und die Haut empfindsamer machen. Di« natürlich« Schweißo.usdunstung wird beeinträchtigt und der sich ansammelnde Schweiß bewirkt auf der Haut«in« Zerstörung der oberflächlichen Schickten und begünstigt dadurch die Entwicklung des Ohrausschlages. Daneben wirkt wohl bei den billigeren Rediohörern auch das in den Hörmuscheln enr» halten« anthrozcnhaltige Steinkohle rteerpech, das in erheblichem Prozentausmaß vorbanden ist und di« als„Anthrazenkrätze" be- kannte Gewerbekrankheit hervorruft. Neben dcm Aithoazen dürften auch Phenantten und ähnliche in den Hörmuscheln enthalten« Kohlenwasserstoffe als Reizmittel in Betracht kommen. Häufig sind die Hörer auch aus Pheno! formaldehydmassen hergestellt, die noch freies Kresol enthalten und infolg« der 5bresol«inwirkunq ebenfalls ein« Hautentzündung verursachen. Ordnungsgemäß hergestellter feiner Hartgummi weist diese chemttch wirkenden Nebenbestandteile nicht aus, die Druckwirkmrg bleibt aber auch hier bestehen. Gerade die heutigen wie Pilze heroorgeschoisenen Hersteller von Radio- börern, denen meist entkpreckiende Sachkenntnis in der Fabrikatton fehlt, taufen das billigste Material zusammen, und daraus ergibt sich diese Erkrankung. In fei rem Artikel deutet Dr. Markus darauf hin, daß Lein- wandfäckchen«in Schutz gegen diese Hautentzündung find; ob aber durch di« verhältnismäßig hart» Leinwand ein« erhebliche Druck- cnttastung erreicht wird, ist doch reckt fraglich. Meines Wissens ist ein aus Schwammgummi hsraestclltes Telephonkissen im Handel, das den Druck der Hörer vollständig aufhebt unri» dabei infolge feiner auflaugenden Wirkung die Transpivatton voll und ganz gz. stattet. Dabei schließt es gut nach außen ab und läßt kein« Nebengeräusche empfiidcn. Neuerdings werden diese Telephon» kflsen auch mit schützender Imprägnierung nach einem patentierten Verfahren hergestellt, welches die Uebcrtroqung von eventuellen Krankheitskeimen bei Benutzung durch oerschieden« Personen ver. hindern soll. Es mögen dies« wenig«: Zeiten genügen, um den jüngeren und älteren Radiofreunden einen uneingeschränkte.: Genuß an den Radiodarbietunzen zu verschaffen und ihnen ein«chutzmillal gegen jene unangenehmen Ohrausschläge an dte.Hand zu geben. Or. weck. K. St. Die Beerdigung Hermann heyermauns findet Heide in Amsterdam statt. Die Durchführung der Trauerseier wurde im Ein ver- nehmen mit der Familie des Entschlafenen der sozialdeinolrattsthen Arbeiterpartei anvertraut. Auf Wunsch der Familie werden nur wenige Redner an dem Grab« sprechen, vermutlich ein Vertreter der Sozialdemokratte und ein Nertteter der Gewerkschaften. In allen holländischen Theatern wurden Montagabend dem Gedächtnis des verstorbenen Dichters einige Worte von den Direktoren gewidmet, während sich die Aerwesenden von ihren Plätzen erhoben. Borsinlflutsiche Funde im herzen Londons. Bei Ausschachtungen am Trafalgar-Square. mitten im Herzen Londons, ist man aus Fossilien gestoßen, di« in ein« Zeit zurückweisen, da hier das Mammut and der Auerochse im Urwald weldetcn und das Riesenflußpferd zu finden war. Man stieß aus Wirbel! nechen von Riesenslußvserdcn und Auerochsen sowie auf ein Smck von dem Hauer eine» Mamnuit Außerdem wurde eins uralle Flasche mit Wein gefunden, deren Inhal: aber die Arbeiter enttäuschte, denn er war ganz sauer und übelschmcckend. Die Fossilisn geboren nach dem Urteil des Geologen Prof. Sir Arthur Teich einer älteren Periode der Eiszett an. Ein Apparat, mit dem man im Dunkeln pholographieren kann. Ms eine Höchstleistung phowgraphi'eher Optik schilden Fritz Honten in der„Umschau di« neuesten Erncstar-Objektivs, dte Lichistärken von 1: 2,8 und 1: 2 haben. Diese Objektive gestatten, auch bei un- günstigstem Licht naturwahre Aufnahmen ohne Verwendung von Blitzlicht zu machen. Besonders wertvoll erweist sich dieser neue Typ für Kincaufnahmen. Bei der außer Gewöhnliche 1 Lichtstärk«, die gegeiüber dem gewöhnlichen 1: 8�-Objektto eine dreifach« Stet- gerung aufweist, verbindet das Ernoftar sine durch vollkommene Bildfeldebnung und dadurch gänzlich beteittgten Astigmat smus absolut« Rand- und Tiefenschärfe bei voller Oeffnung des Objektivs. Diese Eigenschaften machen dos Ernoftar für Aufnähmen in natür. liehen Farben geeignet Auf mbinen, die bei Nacht gemacht werden, erscheinen in voller Schärfe.„Mit diesem Ernostartvp*. sagt Hanten, „eröffnen sich für die Photographie fast unbegreizte Möglichkeiten der Betätiguig, und erst die retrospektive Detrachtrng der bisherigen Leistungen der photographi'chen Opttk. die historifche Ent- fernung von Ihnen, wird dieser Neuschöpfung in vollem Maße gerecht worden.* Ein? deutsche arkkisch« Grpcdilisn. Der in Sudwestafrika be» wahrte Geologe H. K. E. Krüger plant«ins Reife in das Nordpol- gebiet, und zwar in den arktischen amerikanischen Archipel. Er will sein« Fahrt wie Stephonfon auf die Lebensmöglichkellen des Landes selbst basieren, st« also so unabhängig wie möglich von eurepäischen Ausrüstungen und Hilfsmitteln machen. Eine derartige Reise kann gerade in dem von Krüger ausgesuchten Gebiet wertvolle wissenschaftliche Erfolge bringen Auch ist sie deshalb zu begrüßen, well die gegenwärtige Zeit Expsdittonen nach früherer Art wegen ihrer Kosten naturgemäß schwer ermöglicht, also zum Betteten neuer Bahnen zwingt. Die Dauer der Expedition flt auf iünf Jahre be- rechnet, sie soll von Kanada aus das Mackenzic-Delta erreichen und dort ein Jahr bleiben, um die notigen Crfahrmrgen in Eskimo- jagdmethoden zu sammeln. Im zweiten Iabre ist dann der Marsch nach Viktoria-Land in Aussicht genommen, Herbst und Usberwinte, rung m Me'oille-Land. Im dritten Jahre Vorstoß über Stephan« fons nördlichsten Punkt hinaus zu dem vermuteten neuen Land uns Ein Infurgentenprozeß. 68 Po�en vor Gericht. Sbr dsm Reichsgericht in Leipzig hat am Montag der Prozeß gegen 68 Polen aus Deutsch ob er- I ch l e s i e n begonnen, die der polnischen Organisation der ehemaligen Aufständischen angehören. Die Ver- Handlung ergab, daß der Verband ursprünglich eine wirt- lchäflliche Vereinigung mar. Anfang vorigen Jahres wurde er jedoch von der polnischen Heeresleitung militärisch aufgezogen. Das politische Kriegsmini- sisrium und d.r polnische Ceneralftab sorgten für die mili- tärische Ausbildung und Bewaffnung der Derbandsmitglieder. In einer Hauptversammlung im Zlpril 1923 w�rde als das Ziel des Verbandes die Vereinigung Ober- fchlcsiensmitPolen bezeichnet. Das Gericht sieht darin das Vergehen der Vorbereitung zum Hochoerrat aus nicht ehrloser Gesinnung. Gestern wurde gegen den Hauptangeklagten Wieczorek, den Leiter einer Ortsgruppe, das Urteil ge- fällt. Es lautete auf 2 Jahre 6 Monate F e st u n g s- Haft und 1009 M. Geldstrafe sowie Ausweisung aus dem Reichsgebiet und fünfjährigen Verlust der bürger- lichen Ehrenrechte. * Don dem Mitzlied des ehemaligen Deutschen Aus- ichusses in Kattowitz, Esnosien Karl Okonsti. er- halten wir zum Jnsurgentenprozeß folgende beachtenswerten Aus- führungcn: Die juristische Grundfrage ist, ob der Zwiazek Powstanski(die unter Atlfoge stehende Darrinigunz ehemaliger Insurgenten. Annt. d Red) in Deutschland oerboten ist oder nicht. Einscheidunget darüber sind noch nicht vorhanden. Bor drei Jahren konnte man vielleicht mit Recht diese Frag« bejahen. Heute ist der Der- band der Aufständischen nicht so fürchterlich, als sein Name er- scheinen läßt. Er ist mehr und mehr eine Unterstützunzsvsreinigung, so ein« Art oberschlesischer Kriegerverein geworder. Sein Ein- f l u ß bei den Regierungsstellen in der Woiwodschaft s ck) w i n d e t immer mehr, seit der energische Woiwode B i« l s k i rund und dürr heraus sagte, daß er nur die Verordnungen der. �Warschauer Regierung anerkenne und keine Neben- regierung in der Woiwodschaft dulde. Zudem hat sich Kor- f a n t y in feiner„Polonia" mich gegen die Organisation der Ausständischen ausgesprochen. Normaierweise ist der Bund in obseh- barer Zeit zum Sterben verurteilt. Er wird aber galoani» siert, wenn das Reichsgericht etwa gegen die Gefangenen von Glei- wctz ein erhebliches Urteil fällen würde. Das gebe den Herren Ausständischen wieder einmal einen patriotischen Helligen- schein. Sentimentalität und Nationalgefühl tun das weitere, und das Ergebnis ist sicher«ins Bedrückung der Deutschen in Polen. Das fehlte uns aber ausgerechnet jetzt, wo sich die Lage für uns dach zu bessern beginnt, und man ein« deutliche Annäherung und Aussöhnung verspürt. Die Zugehörigkeit zum Zwiazek Powstanski wird den gefangenen Arbeitern zum Vorwurf gemacht. Und Richter werden über sie urteilen, die leider in Leipzig sitzen und nicht hier an der Oftzrenze des Reiches. Männer, die unsere außergewöhnlichen Der- hqltnisse nicht kennen. Es l)andelt sich, wie eben betont, um Ar- bester, die in Deutsch- Obers chlosien wohnen, aber i n Polnisch-Oberschlesien beschäftigt sind, und Zwar seit vielen Jahren. Sie sind seinerzeit als die Wogen der natioralen Degeisterung sehr hoch gingen bei uns, als Kdrfantys Insurgenten sich alles erlauben durften unter der Herrschast der Interalliierten Kommission, dem Bunde beigetreten. Nicht aus Ueberzeugung. son» dern weil sie für ihr Leben fürchteten, wenn sie den Beitritt ablshnten. Zum mindesten wurde ihnen ganz bestimmt die Arbeitsstelle verleidst. Sie hatten'tur zu wählen zwischen dem Beitritt und der Aufgab« ihrer Existenz. Und in Deutschland herrscht« damals Inflation und Arbestslosigkei!. Da nahmen sie die Kart« und zahlten die geringen Beiträge. Im übrigen aber kmnmerten sie sich wenig um den Bund. Absuche der Umgebung, Ueberwinterung auf Lougheed Island. Im vierten und fünften Jahre besteht die Absicht, möglichst weit nach Nordwesten vorzustoßen in dos Gebiet nördlich der Bermgsiraße, wobei«ine teilweis« Kreuzung des Polarbecksns nicht außerhalb der Grenzen der Möglichkeit liegt. Welche Sprachen werden am meisten gesprochen? Di« Eng- l ä n d« r erheben Ansprirch daraus, daß ihre Sprache als Weltsprache gilt, weil sie unter den Kulturnationen am meisten gesprochen wird. Di- Zunahme der Englischsprechenden im letzten Jahrhundert gibt ihnen dazu freilich ein Recht. Während im Jcchre 180Q nur 20 Millionen Menschen Englisch sprachen, waren es 1830 berests III Mil- lionen und lind es heute 170 Millionen, Mehr als 10 Proz. der ganzen Bevölkerung der Erde haben Englisch zur Muttersprache, und wenn die Entwicklung so weitergeht, dürste im Jahre 2000 Englisch das Verständigungsmittel für ein Viertel aller Erdbewohner sein. Vorläufig freilich wird Chinesisch noch von bedeutend mehr Menschen gesprochen: denn man schätzt die Bevölkerung Chinas gegenwärtig auf etwa 420 Millipneil. Aber Chinesisch dürste in dem Wettkampf um die Weltsprache ausscheiden, denn es ist wohl für die Zungen des Abendlandes zu schwierig. Nächst Chinestsch und Englisch kann als die von den meisten Menschen gesprochene Spreche Russisch gelten, da die Bevölkerung dieses Landes über 100 Millionen beträgt und in den meisten Gebieten des weiten Reiches auch Russisch gesprochen wird. Aber-ruck, Russisch hat weniz Aussicht darauf, Weltgeltung zu gewinnen. Früher war Fran- zöstsch die unbestrittene Weltsprache, aber es ist stark ins Hintertreffen geraten. Im Jahr« 1801 belies sich die Zahl der Französischsprechen- den auf 31 Millionen: an nächster Stelle stand Rußland und an dritter Stelle Deutschland mit 30 Millionen: Spanisch sprachen aegen 26 Millionen und Italienisch 15 Millionen. Im Laufe von 120 Jal/ren hat sich die Zahl derer, die Französisch als Muttersprache baden, nur um«in Viertel vermehrt. Man zählt heute etwa 70 Mil- lionen Deutsche, 50 Millionen Spanier. 40 Millionen Franzofen und 30 Millionen Jtatiener. Diejenige Sprach«, deren Ausbreitung heute nach der englischen am schnellsten vor sich gehen dürste, ist die spanisch«, denn es ist die Hauptsprach« der südamerikanischen Staaten, die sich sehr rasch oermehren. Unter den eigentlichen Welt- sprachen steht jedenfalls Englisch an der Spitz«. Katl>av»kor'ze«ke. Tie städtische glinstdeputation veranstaltet al» erste» RatbauStou eit der Stab! Dcrlin an, KS,, abend» 8 Ubr, im si-stla-Ie des Raibaules. Königstrahe, cm L.rcheitirkon,-rt de« Phicharmonischeii Orchestccs mit Werten von Koun, Tusvni und Redniezek. Die Tozialifttsche Arbeiterjugend veranstaltet Sonntag, den 30. No- dem der, nachmittag« Z Uhr. in der Philharmonie eine„Heitere Musitt unter Mitwirkung der Kauunermustler-Vereinlgung de« Deut- schen Opernhauses und heivorragender Solisten. ?llaunflen de» Fitte, send» der Bsllibühu« findet am 30., mittaa« / 12 Uhr imTbeatsr amBstlowptad eine Tanzmalinee der Polesta ch e r t Natt. Kartener, und einige Tag« später trafen sie sich unter einer Bahnübersühcung in Luckckiroalde. Dort wurden die zwei Retchswehrsoldalen Wend'er ür-b Knust über alles orientiert. Sie erhielten gleichzeitig Anwedjung zur Waffen- tttd M-mitionsbe'chaffung. Später sind sie dann in dle Wohnmig Ziehcs zurückgekehrt. Hier war die Rede davon daß auch wich- t i g e Pläne besorgt werden sollten. Währeod der Untersuchungshaft vcn Ziehe ist ein Kassiber an dessen Eltern aufgefangen worden. Darin schreibt Ziehe, daß er von einem ganz ausgekochten Unter- suchungsrichter in Potsdam vernommen worden wäre. Trotzdem habe er versucht, sich durchzuwinden, obwohl für ihn die Sache höchst peinlich war. Der Werkzeugdreher Helling ist seit 13 Jahren politisch und gewerkschaftlich organisiert. 1320 ist er zur KPD. übergetretei. will ober keir« Funktion in der Partei gehabt haben. 1923 sei er aus der KPD. ausgetreten. Am 10. Dezember 1323 kamen zwei Reichswehrsoldaten und boten ihm zwei Kisten Munition. 150 0 Schuß, für 30 bis 40 Dollar an. Angekauft habe er diese Munition nicht, die So'daten aber an Leute verwiesen, von denen er wußte, daß sie Munition kauften. Bei d« Haus'uchung hat man bei Helling einen Ausrüstungsnach- weis, ein« Geheimzeichentabelle, mehrere Geheimzeichnunz«!. zehn Kartet und Zwei Jnfonterisseitengewehre gefunden. Alle dies« Sachen will er teils vom Mlitär, teils schon länger im Besitz ge- habt haben. An einer Munitions- und Wosfenschiebung will er sich nicht beteiligt haben. An den Gefreiten Wendler sollen im Oktober 1323 auf dem Wege von Jüterbog nach Luckenwalde Zivtlpersonen herangetreten sein, die ihn fragten, ob sie Wasser und Munition bekommen könnten. Diese sollten dann zu Ziehe nach Damm bei Luckenwalde gebracht werden, der solch« Sachen gut bezahlte. Er will nicht gewußt haben, daß«s Kommunisten waren, die Waffen und Munition zu umstürzlerischen Zwecken benutzen wollten. Wendler nahm an, daß es Munitionsauskäufer waren, well damals täg'ich Inserate in den Berlirer Tageszeitungen standen, wonach alte Munition gekauft wurde. Gefreiter K n u st hat von Wendler gehört, daß der Arbeiter Ziehe in Damm bei Luckenwalde Munition aufkauft. Auch an ihn will der große Unbekannte herang'tveten sein, der alte Patronen- Hüffen und Munition aufkaust«. Für eine Kiste von 750 Schuß sollte er 80 Dollar oder 100 M. erhalten. Nie habe er geglaubt. als er bei Helling und Ziehe gewesen wäre, daß es sich um kam- munisttsche Aufkäufer gehandelt habe. Er habe trotz seiner 24 Jahre noch nicht gewußt, welche Bestrebungen die Kommunistische Partei verfolge. Am 23. November 1323 traf er den Obergefreiten Posselt. der ihm sein Lad klagt«, daß er Geld brauchte Er habe im Keller Kisten mit Munition stehen, die er verkaufen wolle. Knust hat dies« Munition an die beiden kommunist schen Auf- käufer Helling und Ziehe geliefert. Di« Angesagten Posselt und Ernicke wollen mit dieser Sache nichts zu tun haben.— Die Verhandlung wird fortgesetzt_ Antisemitismus ist gut... Bier ist aber besser. Ein Leser des„Vorwärts" schreibt uns: „Der Artikel„Reventlow will Juden rösten" im„Vorwärts" ver- anlaßt mich, Ihnen folgenden Vorfall aus der Krisgszeit mitzuteilen, der zeigt, daß man den guten Völkischen mll dem Vor- wurf der Blutrünstigkeit bitter Unrecht tut. Schauplatz der Begeben- hellen ist der ehemalige deutsche Luftfchlffhafen bei der bulgarischen S'adt Jambol(Ostrumelien), unweit der Prooinzhauptstadt Sliwen. Zeit: September 1916. Am Monatsersten traf der neue Hafenkam Mandant ein. Schauderhaft scharf im Dienst. Di« FlUgen in der Sanitätsbaracke erlebten böse Tage, und unsere leichten bulgarischen Sommermützen. rvgjß. mit grünem Schild, die sich das Sitzen aus dem Ohr zu sehn angewöhut hätten, mußten wieder andauernd strammstehen. Ein Unteroffizier, der während der Arbei"saufsicht sich arglos ein Göns- chsn für den Scnntag rupfte, flog 6 Tag« ms Loch. Der gute Orient begann so langsam«ine Ahnung davon zu kriegen, was preußischer Drill heißt. Natürlich war dar Herr Hauptmann auch wütender Antt- fem it.„Was, von den 10 bulgarischen Dolmetschern sind sechs« Juden? Schweinerei! Das muß aufhören.'" Die sechs Schwerverbrecher kriegen(obwohl sie das deutsche Kcmmando gar nichts angeht) sofort den Laufpaß, und es wird Ersatz vom bulgarischen Ortskommando angefordert. Di« paar übrigen Dol- metscher sind natürlich den vielseitigen dienstlichen Anforderunzen (2 Stäbe, 2 Schreibstuben, Wachs, Fiillgas-Anstalt, Hallendienst, Provianteintauf, Lazarett usw.) nicht entfemt gewachsen. Erneute dringliche Forderung an das Ortskommando. Das Ortskommando hat nicht oder will nicht und bietet inehrfachdiealtenLeutewiederam Jedesmal bestimmt« Ablehnung. Was nun? Gar nichts nun! Festbleiben! Die dämlichen Balkanbrüder werden schon nochgeben. Dle Woche geht herum. Der Sonnabend bringt die Klärung. Jeden Sonnabend holt unser dienstlicher Lastkraftwagen von der Nachbarstadt(drei Mei'en entfernt) den Bierbedarf des Lagers für die ganz« Woche. Diesmal ist die Kraftkarre schon iniiags zurück, und zwar— leer. Der Brauer weigert sich, zu llefern. Man denk«: Deutsche Helden ohne Bier. Stürmisches Spiel von Telephon und Telegraph. Der reine Großkampftag. Aufklärung wie folgt: Der Brauer— well und breit der einzige leistungsfähige— ist Jude und dazu der Onkel des einen von den ausgesperrten Do!» metschern. Er erklärt aufs bestimmteste:„Ith liefer« solang« kein Bier, bis die sechs entlassenen jüdischen Dol- metscher allesamt wieder eingestellt sind." Bleiches Entsetzen im Kasino: Zusmnmenbrechen aller Wotansideale in lohen- der Götterdämmerung. Am nächsten Tag« waren die alten Dolmetscher wieder samt und sonders zur Stelle. Am folgenden Tage dann auch das B l e r... Affo, die behauptete Blutgier der Iudentöier gehört ins Reich der Fabel. Der Biärd u rst steht höheralsder Blutdurst. Verkünde, lieber„Vorwärts", obiges wahrheitsgetreue Faktum allem Volt, zur Ehrenrettung unserer völkischen und deutschnationalen Mit- brüder. und zwar, wenn möglich, noch vor den Wahlen!" Gompers Geist. Amerikanische Gewerkschaften gegen eine dritte Partei. New Jork, 25. November.(TU.) Der Kongreß der ame- rikanischen Gewerkschaften in Elp o so sprach sich gegen dle Dil- düng einer Arbeiterparte! aus. da sonst die bisherige uuparieiff.che Gewerkschaflspolilik beeinträchiigt würde. i* Damit hat der alte Gompers, der in den letzten Jahren stets für die Demokraten eingetreten ist, feinen Standpunkt gegen die fort- schrittlichere Auffassung mancher jllngrrer Führer durchgesetzt, die für den Anschluß des gesamten Gewerkschaflsbundes an die neue Partei La F o l ett« s eintreten. Dennoch dürfte ein großer Teil der Gewerkschaftsmllglieder, wahrscheinlich sogar einzelne große Gewerkschaften die neue Fortjchrlltspartei weiter unterstützen und ihr vielleicht sogar geschloffen beitreten. GewerWQstsbsWegung Neue Seso«üungsaktion nach üen Wahlen. Erklärung der Veamkenorganisatioaen. Die vier Beamtenspitzenorganisationen(Deutscher Beamte ndinid, Allgeme ner Deutscher Beamtenbund, Gesamtverband, Beamtenring), die bei der Neuregelung der Beamten besoldung zusammen gearbeitet haben, traten am Dicnstagvormittag zu lammen, um zur Entilbei» dung in der Beamtenbesoldungsfrage Stellung zu nehmen. Das Er- gebnis der Beratung liegt darin, daß man zwar zunäckist wohl od-r üb:l die Entscheidung hinnimmt, die Mitglieder der Organisationen jedoch nicht im unklaren läßt, daß die getroffen« Entscheidung u n- erträglich ist. Die gemeinsame Erklärung der vier Oroamsationen lautet: „D'e B'amtensvitzenoriianisationen haben nach dem ganz- lich unbefriedigenden Erarbnis der Verbandlungen im Reiibslinan-mim sterium weitere Schritte beim Reichsrat. dem Reichskanzler und dem Reichssinonzminister persönlich unternommen. Die hierdurch erzielt« geringe Verbesserung trägt den berechtigter Ansprüchen der Beamten in keiner Weise Rechnung. Trotzdem ist durch den zustimmenden B'schluß des Reichsrats die Besvldunasakt'on formell zu einem vorläufigen Abschluß gekommen. Di« Spitzen- organisationen können sich mit vielem Ergebnis nicht zu- frieden geben und werden nach dem Ausammentritt des neuen Reichstages die Aktion erneut aufnehmen. Ziel bleibt, durch eme verbältnismäßia parke chebuna der Bezüge der unre- ren und mittleren Desctdungsgruppen das Unrecht der B e f oldu n g s r« gel u n g vom Juni 1924 zu beseitigen und eine grundsätzliche Besoldungsreform durchzusetzen. Sie fordern daher ihre Mitali�der aus. bei den bevor st ehenden Mahlen dafür einzutreten, daß eine den Be-nnten- sowie den allgemeinen Arbeitneh-mer- und Verbraucherinteressen gerecht werdende Zusammensetzung der Parlamente ge- sichert wird." Di? Beamtenschast ist mit Recht von dem Ausgang der Besol- dungsverhandlungen unbefriedigt. Was bei ihr besondere Miß- stimmung hervorgerufen hat, das war die Art des Reichs- f inanzministeriums, mit der es vor der Oeffentlichkeit den Eindruck entstehen li-ch, als ob die wirklich« Besoldung der aktiven Beamten eine unaeheure, kaum tragbare Lost für die Stootsfinanzai mit sich bringe. Das Reichsfinanzminifterium sprach ganz allgemein von einer Mehrbelastung in Höhe von rund 170 Millionen pro Jahr und hat es den Scharfmachern in der Industrie leicht gemacht, fürchterliche Proteste gegen die Vesoldungserhöhung loszulassen. Das wäre nicht möglich gewesen, wenn das Re-chsfinanzministerium«! n e genaue Darstellung darüber gegeben hätte, aus welchen Posi- tionen sich die Gesamtmehrd'lastunq von 170 Millionen im Jahr zu- sammensetzt. Di? Sache liegt nämlich folgendermaßen: Von den monatlichen Mehrkosten entfallen 1. aus die aktiven Beamten(einschl. Reichswehr 4,337 Millionen. 2. auf d'« Wartrgeliyemnfängsr Pensionäre und Hinterbliebenen 2 033 Mtl- Konen, 3 auf die Kriezsrentenempfänger, Kriegshinterbliebenen. KrieosverstLmmelten und Offiziere 6,721 Millionen. Wie man sieht, entfällt auf die eigentlich aktiven Beamten nur ein beichsidmer Teil. Die Hauv'last ist«ine Folge des Krieges und des schematischen Beamtenobbaus. Dieser hat zur Folge gehabt, datz der unproduktive Teil der Last sich wesentlich erhöht bat. Er ist setzt nahezu doppelt so hoch. Es fällt natürlich niemandem ein. den Opfern des Krieges— den wirklichen Opfern, nicht den Penfionären s la Ludendorff— ihre Bezüae zu mißgönnen: ober sollen denn gerade die unteren Beamten de Kosten de» Kriege« und schemati'chen Beamtenabbaue« tragen? Eine solch? Veamtenbesoldungsvolitik'fst geradezu ein offent- lieber Skandal. Es ist wirklich höchste Zeit, daß«in neuer Reichstag für mehr Klarheit und mehr Gerechtigkeit in der Beamtenbesoldung sovqt. Die unteren Beamten haben es in der Hand, am 7. Dezember durch die Methoden und Praktiken des Reichsfinanzministenums einen dicken Strich zu machen. Hoffentlich ist die Lehre vom 4. Mai nicht verloren. Schiedsspruch im öergbau. Lochum, 23. November.(Eigener Drahtberichl.) Der Lerg. arbeiterverband teilt mit? Nach ergebnislosen Schlichlimgsverhand- lungen zwischen Arbeitnehmerverlrelern und den Leaustragtcn der Zechenbesiher wurde am Dienstag, den 2b. November, ein Schiedsspruch gefällt. Cr sieht vor, daß der höchste Reparalurhauer- Schichtlohn von 8.60 auf 6,10 TN. erhöhl wird. Alle übrigen Sckichtlöhne sollen entiprechmd dieser Erhöhung aufgebessert werden. Die Lehn- ausbessevuniz betrögt durchschnittlich S.g Vroz. Die Vergarbeitervcr- bände werden In den nächsten Tagen zu diesem Schiedsspruch Slel- lung nehmen. lkeran an Sie Massen! Es war wieder einmal nichts. Bom Verband der Buchbinder wird uns geschrieben: Die Be- wegung für die BDB.-Buchbindereien ist beendet. Unter dem Druck unserer Mitgliedschaften in den vier Tarifstädten wurden de reaktionären Buchbindereibesitzsr gezwungen, in freier Verhandlung den Minimallohn von 76 Pf. pro Stunde zu bewilkgen. Diese Unternehmergruppe, welche sich von der Api-Organisation loslöste in Sehr feine Weihnachts-Zigarren von wunderbar- vicanier Sanddlatt-Havana-QualitSt mil schneeweißem Brande! BrobeNIie mit 50 Stiick 5 30 Mark sr. nachn 200 Elllck in oerlchiedenen Sorten 20.— Mark fr. nachn Garantie slir reelle, beste Liefernna: tzurlicknadme seder Sendunq nach Verbrauch von>0 Gratiovroden Größtes Bremer Zigarrenhaus: Srntt Menke& Co, gegr 1893, Bremen 29. Voilschecklonto Hann. 9297 der Zuversicht, dadurch die niedrigsten Löhn« im Gewerb« zu be- aohleii, ist durch beses Abkommen gezwungen warben, den h ö ch- sten Lohn n der Papier verarbeitenden Industrie mit uns zu vereinbaren. Di« Differenz zwischen Buchbinder- und Buchdrucker- löhne wurde von 15 Proz. aus 8 Proz. oermindert. Tarifausschuß und Organcsationslsitung wissen, daß damit nicht restlos d e Wünsche der Buchbindereiarbeiterschast erfüllt wurden. Unsere M tgliedschast in Leipzg, Stuttgart und München hat sich trotzdem mit dem Er- gebnis der Verhandlungen abgefunden und ihre Tcnifausschußmit- glieder beoollmächt gt, die Zustimmung zum Tarifabschluß zu geben. Erst daraufhin hat der Berliner Vertreter gle chfalls zugestimmt. In spaltenlangen Artikeln oersucht nunmehr der kommunisbsche Verband und die„Rote Fahne" einen neuen„Verrat" der Verbands- funktionäre des alten Verbandes in der sattsam bekannten Form zu konstruieren. Nachdem am 2v November in e'ner stattgefundenen Versammlung, die auch von M tgliedern de? kommunist schen Buch- bmderverbandes besucht war. prominente Vertreter des kommunisti- schen„Fachvereins"(Arndt und D o r i tz) davor warnten, sich m einen Streik Hetzen zu lassen und andere Vertreter, derielben Organisation dieser weder an den Kopf warfen, daß trotz der Lohn- bewegung gerade von diesen Oppositionshelden Heber st unden und Bußtagsarbeit ohne die tarif- lichen Prozentzuschläge angeboten und gemacht wurden, war an ein« erfolgreiche Kan.pfbewegung in Berl n nicht mehr zu denken. Im gegnerischen Lager ist man, weil man organisatorisch überhaupt nichts machen kann, natürlich nur noch in der Lage, zu s ch i m p f e n. Zu einer von d eser Organisation zum Sonntag vormittag einberuienen allgemeinen öffentlichen Versammlung waren trotz riesiger Reklame von den 13 000 Berufsangehörigen Berlins kaum 150 Personen er- schienen, obwohl man eine Stunde mit der Eröfsnung der Ver- sommlung wartete. Trotz dieses Zusammenbruchs wird in der „Roten Fahne" daraus eine Riesenaktton gemacht. In der unerhör- testen Form werden Verbandsieittmg und Tarifausschuß mit Schmutz beworfen. In dem Bericht der„Roten Fahne" wird gesagt, daß die D:r- sammlimg„gut besucht" war. Di« Leutchen sind sehr anspruchslos. Wette? kann festgestellt werden, daß das Wesentlichst« der Vorgänge dieser Versammlung nicht berichtet wird. Di« erste Hälfte seines Referats füllt« Czerny mit den üblichen Schurkereien usw. aus. In der zweiten Hälft« wurden von ihm ganze S pal gm aus der „Roten Fahne" verlesen. Zum Schluß, und das ist bezechnend für des« angebliche Kampforganisotton, empfahl er seinen Anhängern, bei den Unternehmern einzeln vorsklbg zu werden und sich über dem vom alten Verband abgeschlossenen Vertrag besondere Zulagen zu erbetteln. Das nennt man Kampf!' Es ist weiter notwendig festzustellen, daß unser Kollege Herzog ausdrücklich erklärte, daß d-cr D.'rbcmdso erstand beim Ab- schluß durchaus korrekt gehandelt hat. und daß durch einen Streik in Berlin unter Berücksichtigung der Verhältnisse in den Be- trieben ein besseres Ergebnis nicht erz'elt worden wäre. Alle Diskussionsredner der Opposition gingen bezeichnen derws fe in ihren Ausführungen auf die Lohnbewegung überhaupt nicht «in. Unter Beschimpfungen wimmert« man um Wiederaufnahme in den angeblich reformift schen Verband bei Anerkennung der alten Rechte. P r i e m e r von der Berliner Zkrwalwng schilderte eingehend die Verhältnisse in der Industrie und bei den einzelnen Lehn- obschlüssen und stillte'm besonderen fest daß Czerny in seiner fünf- jährigen Tätigkeit im alten Verband sich mit allem abgefunden habe. So mancher Streik, so manche Lohnbewegung wurde von Czerny während seiner Tätigkeit eingeleitet, die immer kläglich zu- sammenbrachen. Er stellt« weiter fest, daß der Hauptvorstand n!« für Tarifabschlüsse verantwortlich sei. De von den Mttgliedern in Urab st immun g gewählten Tarifausschußmit- glieder treffen jeweils selbständig ihre Entscho dung. Es wurde von ihm weiter festgestellt, daß auch unserer Organisation die Einheit der Mitgliedschaft am Herzen lege. Allen Beruisangehörigen stehe frei, durch Neueintritt ihren Willen zur Ein- heit zu bekunden. Nur der Verbandstag könne eventuell für d'e alten Mitglieder ein Anrechnung der alten Mitgliedschaft be- schliefen. Eine besondere Roll« spielte in dieser Versammlung Rothe, der. was bei ihm nicht neu ist, an ollem Kritik übt. ohne selbst etwas Gutes machen zu können. Getreu der von se'nem Parteichef Ledebour gegebenen Parole brachte er mit dem KPD.-Partciongestellten Frenze! eine gemeinsame Resolution ein, die mit 60 bis 70 Stimmen angenommen wurde. Nach einem lendenlahmen Schlußwort wurde die kläglich? Ver- sammlung geschlossen. W r wünschen den Kommunisten auch für die Zukunft, daß sie weiter so„an die Massen herankommen". Generalversammlung des Verkehrsbnndes. In der Generalversammlung der Bestrksverwaltung Groß- Berlin des Deutschen Verkehrsbundes hob Bezirksleiter O r t m c n n die Schwierigkeiten der Lohnverhandlungen>m 3. Quartal besonders hervor. Die Unternehmer mußten meist erst durch dl« Schlichtungs- behörden, teilweise sogar durch Arbdiseinstellungen zu Lohnerhöhungen veranlaßt werden. Im Arbeitgeberlager sah man im ADGB. den Diktator, der die Gewerkschaften zu Lohnbewegungen zwinge, da di« Preissenkungsaktion der Regierung ersolglos war. Der Verkehrsbund hat in der Berichtszeit in 49 Fällen An- griffsbewegungen geführt; beteiligt waren 2571 Bei rebe mit 18993 Beschäftigten, für die insgesamt Lohnerhöhungen von 43 237 M. für die Wache erreicht wurden. O r t m a n n erwähnt« die Streiks bei den Zigarettensirmen Manoli und Problem und in den Speditionsgeschäften, wo lehr gute Erfolge zu verzeichnen waren. In seinen weitsren Ausführungen ging Ort mann aus den Hochbahner st reik ein, den er als ein Musterbeispiel dafür bezeichnete, wie Streiks nicht geführt werden können. Der chrrsttiche Eisen bohnerverband spielt« sich während der ganzen Tarisbewegung als„die führende Organifanon" aus. obwohl von den 2000 Mann des Fohrpersonols nur 700 bei den Christen organisiert waren. Die Vertreter dieses Verbandes be- gingen die Dummheit, sich dem Schlichtungsausschuh mit der Mit- teilung zu empfehlen, sie hätten auch die Vertretung der Unorganisierten übernommen. Der Spruch siel dement- sprechend aus, und die Christen sahen, daß alle Versprechun- gen, die sie dem Personal gemacht hatten, uneingelöst blieben. Der christliche Verband war soweit gegangen, beim Schlichtungsuus- schuft die B ttdunq eines eigenen Beamtenrates für das Fahrpersonal zu fordern, ta der Arbeiterrat nickt zuständig sei. Sie riefen den Scklickter zur Vermittlung an; selbstverständlich konnte auch diese Instanz keine gute Organisation ersetzen Wenn es der„führenden Organisation" mit einem Kampf ernst gewesen wäre, hätte?r in dielem Stadium der Berhandlunoen einsetzen müssen. Man zögerte aber solang«, bis sckbeßlich der Schlichtsr den Spruch für v- r< b i n d l i ch erklärt hatte und mußte nun mit ansehen, wie die Hoch- babner den Streik belchlosien. Den Oraemsiationen waren d i e Hände gebunden, die Fübrvng d»r Bewegung lag bei der Stoarfldtung. die diele? Arbeit nickt gewachsen war. Ortmann oro- testiert« dagegen, daß die Schuld am verlorenen Streik dem Per- kehrsbund zugeschoben wird. Schuld seien vielmehr die Leute, d:e den Hochbahnern unerfüllbare Versizreck' i-aen oemocht hotten bei der ganzen Bewegung aber ihr« Unfähigkeit fortgesetzt beweisen mußten. Das Personal muß erkennen lernen, daß nur ein« starke, zielbewußte Organ'fation für leine Vertretung in Frag- kommt. Nachdem noch über die Aqittttonsarbnt. den Arbeitsnachweis, die Mitgliederbewoguna und die Kassenverbältniss« berichtet worden war. trat in der Diskussion der Kommunisi Sa w a tz k i mit b?n ichwer�en Anwürfen geen den Leiter des Verbands organs hervor. Der Redner und seine G?sinnunqse»encsi--r baben ke'ne Lutt sich ihre ervrobte Oraan!» satton von eimgen Beauftragten der KPD.-Zentrale herunterreißen zu lassen._ Kaufmännische Lehrlinge als Handelshilfsarbeiter. Vom ZdA. wird uns geschrieben: Seit längerer Zeit beobachten mir, daß vor den P a k e t p o st ä m t e r n, insbelonder« vor dem Paketpostamt in der Snandauer Straße vollb?lad?ne Hand- wag:n mit Postpaketen stehen, die der Post zur Beförderung über- aaben werden sollen. Als Führer dieser Handwagen und als Auf- licferer der Pakets leben wir eine große Zahl sugendlicher kaufmännischer Ange stellt«?, von denen— wie festgestellt wurde— der größte Prozentsatz noch im Lehrverhält- n i s st e h t. Es ist gar nichts dagegen einzuwenden, wenn in einem Großbetriebe«in kaufmännischer Aneeslellter den Handelshilfsarbeiter begleitet, um dielen bei sein«? Arbeit zu unterstützen und um insbe» sonder« die Abrechnungen am Postfchalter vorzunehmen. Wir wenden uns gegen die Verwendung kaufmännischer Anaestellter auch nicht aus irgend«' nem Standesdünkel, sondern lediglich aus dem Grund«, weil jede Arbeitnehmerkateaori« sich auf ihren Aufgaben- kreis zu beschränken bot. Es acht nicht an. daß der kaufmännische Lehrling seiner geordneten Berufsausbildung dadurch entzogen wird, daß er Arbeiten der Handelshilfsarbeit«? ver- richtet, imd ebenfowenig ist es zulässig, durch die Uebertraaung derartiger Arbeiten an kaufmännisch« An-nsiellte oder Lehrlinae die ohnehin starke Arbeitslosigkeit der Handelshilfsarbeiter noch mehr''i steigern. Wir begnügen uns heute mit die kern Appell an di« O«fs«ntl!ch- keit. werden aber gegebenenfalls auch de Namen derjenigen Firmen nennen, die in dieser Weise ibr Personal beschästigen. Wir glaube, auch, daß die Gewerbeaufsichtsämter an der Angelegenheit nicht uninteressiert sind. Jchtung. Zinrntml Mittwöck. den 23. Rovcmller. abends 7H Ubr. llweekcckaflsftous. Saal 1, Cngklnfer S4'25, Beelanimlunq fämf. lichcr auf dem Boden der Amsterdamer Internattonale stehenden Mitglieder der Zahlstelle Berlin des Zentraloerbandes der Zimmerer Deutschlands.„Weltwirtschaft und deutsche Arbeiterbewegung." Refe- rent Genosse Kurt H e> n i g. Recht zahlreich« Beteiliaung unbedingt notwendig. Der ssraktionsvorstand. S W ■ 3 I kW Deutscher Baugewerisbund, gachgrupp« der Tipser. Zortsehunq der Mit- gliederversammluna am Mittwoch, den 2«. November, nachmittag« 5V6 Uhr, in den Ressdenz-szesisiilen. Landsberger Str. 31. Die Kollegen müssen olle erscheinen. da die Bcfchlussfossung über die Lohnbewegung in dieser Versammlung ein« endgültig« sein wird. Die Fachgrugpcnleitung. Sattler-, Tavezlerer- und Portefeuiller-Berband. Lederwarenbranche?>eute. Mittwoch abend 7 UKr, de! Boeter. Webcrstr. 17. Branchenversammlung. Bericht von den Lohn» und Urlaubsverbandlungen. Berantmortlich kür Volitit: Crnst Reuter: Wirtschaft: Artur Saternu»! Gewerkschaftsbewegung: I. Stelner: Feuilleton: Dr. John Schikowski: Lokale» und Sonstiges: grill Karftädt: Anzeigen: Th. Glote. sämtlich ln Berlin Verlag: Vorwärts-Bcrlag G. m b. H.. Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckerel und Vcrlagsanllalt Bau! Sinacr u Co. Berlin EW<18. LindcnstraK« 3. Hierzu zwri Beilage» und„?ra»e»stt«»e'. w Arnim m ist kein Partüm Huhneraug' auf Zeh' und Sohl* Wirst du los durch Lebewohl! In Drogerien und Apotheken. Verlangen Sie ausdrücklich„Lebewohl* mit Filzring. ein "WerSfi ***,& Srofa 3richtuNg nicht nur um die Beraltmg wegen ttbcrstan- driier oder noch»orhrmdener Erkrankung an Tuberkulös« und Geschlechtskrankheiten bände it. swrdvn vor allem»m die Belehrung über die Aerhülung der Konzeption(Empfäng- nis). Die praktischen Arrzte sollen veraniastr bzw. gezwungen tixr. den, die von d.nn der Beratungsstelle vorslshendzn Arzte für nötig geyalienen Matzrcgrin(Einlea-u von Pessarien usw.) auszufiihrrn. gez. Dr. Touche:!, 1. Schriitführer." Rücksichteloicr hat sich u>c hl noch ine die Geldgier standesireuer Aerzte KeHtnüber deni notleidenden Proletariat gezeigt. Gerade die Aerzt: des Nordens Berlins diirft?» wissen, wie sehr die Prpitletricrsrauen durch zu häusige Gebur- t e n a c s ch in a ch t uerdcu, wie die Kinder und Säuglinge der Tuberkulose und Unterernährung zum Opfer fallen. Wenn einmal diesem Elend Einhai! geboten werden soll, hatten sie es für„ftandeswürdig". einen Protest loszulassen, in dem sich die praktischen Aertze zur Anlegung von Pessarien in Emp- sehlung bringen. Typisch sür die geistige Permi ldemng unter den lürgerlicheii Aerzt?» uno den lhnen nahestehende Parieien ist es, dost sie Herrn Dr. Haedenkamp als Kandidaten auf die Reichs. Wahlliste her ihnen gestnmingsoerw-nldten Deutschnattonalen Volkspartei setzen liehen. Diese Gröhe de? Leipziger Verban- des der ärztlichen Siandesorganikotion wird sich in absehbarer Zeit wegen Verleumdung der Genossen Dr. Moses und Dr. Wey! zu verantwoiten hn.tzen. 'Auch die-er Leistungen k:r bürgflelichen, staatsei' haltenden und ftandestrruen Aerzte imitz das Proletariat an> 7. Dezember gedenken. Besonders di« Proletarierinncn mögen sich bemüht werden dah ge- ivisie Vertreter der inediz-nifchen WisierrstHast für sie den Gevärztvang esrenbar nur deswegen verlangen, damkit sie beim nächsten srisch- fröhlichen Krieg den Nachwuchs wieder kv. schreiben können. Oos Urteil im �ürflenwalüer Prozeß. Klans freigesprochen, Domke 3 Monate Gefängnis. Nach Schluß der Bewssaufnahine ergriff zunächst der Staats» anmalt des Wort und beantragte»e nach F ii r st: n w a! de machen wollen. Dagegen spräche glich d!? Tat- fache, daß die Verbandspäckchm mir russischen Inschriften gesunden worden wären. Dadurch ivürd: wieder einmal der Zusammen» hang der KPD. init der Moskauer Regi-rung nach- gewiesen. Die komnstinksti'chm Zeugen seien nickst glaubwürdig. Sodann nahm Rechreanwalr Wo Ii gang.Hein« dar. Wort zu längeren Ausführungen. Er bezeichnete sich als den Bater der Schupo, di. er als Minister des Innern begründet hätte. Nachdem die Vertreter der Netxmtläger erwidert hasten, zog sich das Ge- richt mich II ilhr nacksts zur Beratung zurück. Um' 12 Uhr ver- iüiidcie der Vorsitzende das Urteil: Der Angeklagte Klaus wird frei- gelprachen und Dumte wird zu drei Monaten Gefängnis wegen Miß- Ijanfctung ocrurKilt,__ Luftweg England-Indien über Berlin. Am Dienstagoormitlckg stieg der Chef de- englischen Jivilluft- stchrtweseNS, General Brancker, vom Flughafen Staaken zum Weiterslug nach Warschau auf. Er beabsichtigt über Lemberg, Buta- rest, Konstant inopel, Angora, Aioppo, Bagdad. Schiras, Abas, Dakker, Mirat n a ch K a l k u r t a(Indien) zu stiegen, nm den Luftweg E ng la n d---Itrd i e n. der über Berlin führen soll, zu orszanisieren. Er will sich über die Beschassenheit des Läslioeges vrienliereii and Verhandlungen an den Hauptlandeplägen pflegen. Aus dem Nückflug beabsichtigt er. den Weg in Rekordzeit zurückzu- legen. Ein großer Teil der Sirecke soll späterhin gemeinsam mit dem deutschen Luftverkehr betrieben werden. �eftilahtnc eines justeiidlichc« Baildcnfnttrcrs. Ein Baiidenübersall am Schlesischen Tor beschliktigte seit einigen Tagen das itiaubdezcrnat der Kriminalpolizei. Fn jener Gegend wurden in der Nacht zum bergangenen Sonnabend gegen IV, Uhr barm lose Straße ugänger von ciner gefürchteten Bande, an deren Spitze ein 38 Jahre alter SzerzYnSki stand, ohne weiteres überfallen, mit Totschlägern oder durch Voxhlebe zu Boden gestreckt, zum Teil schwer verletzt und a tl ch beraub t. AuS Furch: vor der Bande und besonders ihrem als gewalttätig bekannten Anführer haben die meisten Iltbecsallencn eine«iizeige unterlasse». Dem Siaubdezernat ist es fetzt gelungen, den gefährlichen Bandenführer, der trotz feiner Jiigen.z schon mit ZuchtbauS bestrait ist. zu ermitteln und in sicheren Gewahrsam zu bringen. Die Ilebersallenen, darunter auch ein Ehepaar, und Zeugen der Lorgänge können sich jetzt ohne Sorge im Zimmer SO de» PolizeiprästdiuinS melden. Von dem gefürchteten Burschen geschieht ihnen nichts mehu. Geffentl. Wählerversammlungen heute, Mittwoch,£6. November, obenüs 7 Vi Uhr: vcrlln-ZNilke: Gewerkschaftsheus(gr. Saal), Engel-Ufer 24. Dedding: 15. Abk.: Schuloula StreliIer Str. �2.— 21. Abt.: Schulaula Plantagenstr. 15/17. Fricdrichshain: 32. Abt.: Fruchtstr. 3ba(oberer Saal) bei Schmidt.— 33. Abt.: Schulaula Hohenlohestr. 10.— 34. Abk.: Comemus-Säle, Memeler Str. 67. Kreuzberg: 47. Abk.: Behrendt, Manteuffelstr. 95. Eharlottenburg: Hohenzollern-Festsäle. Berliner Str. 105. Wilmervdors-halcnsec: Florasäle in Halensee. Johann-Georg Strohe. Neukölln: 93. Abk.: Eambrinus, Kaiscr-Friedrich-Str. 86.— 94. Abt.: Kindl-Brauerei, Hennannstr. 214. Rosenlhal-Dorf: Bruseberg, Hauptstraße. Tagesordnung: Der 7. Dezember— ein Schicksalslag für Deutschlands Arbeiterschaftt Redner: Rod. Breuer, Crispien. Hugo Heimann, Künstler, Lempert, Landa. Otto Meier, Mielitz, Niekisck), Sicking, Mermuth, Zubeil. Vonnerstag, 27. November, abenSs 7'/: Uhr: Schmargendorf: Goethe-Lyzeum, Spandauer Straße. Dahlem: Schilling, Königin-Luise-Str. 42. Schöneberg: Hohenzollernschule, Belziger Straße(Ecke Eisenacher Straße). Slegliß: Gymnasiun» Heesestr. 2. Tempelhos: Wanzlik, Oberlandstr. I. Buckow: Turnhalle Gemeindeschule, Dorfftraße. ZNahlsdorf-Süd: Heidekrug, Köpenicker Allee. Tagesordnung: Der 7. Dezember— ein Schicksalstag für Deutschlands Arbeikerfchast! Redner: Aufhänser, Pfarrer Franke, A. Flatau, Heinig, Landa, Dr. Löwcnstein. Scheidcmann-Kasiel. Gessentl. Zrauenkunögebungen heute, Mittwoch, 2H. November, abenSs 7'/, Uhr: Tiergarken: S. Abt.: Nationalhof, Bülowstr. 37. Charloktenburg: Znm Birnbaum, Galoanistr. 13. Dankwih: Lehmanns Festfäle, Kaifer-Wilhslm-Str. 29/31. Äeinickendorf.Desl: Volkshaus, Scharnweberstr. 114. Tagesordnung: Frauen und Mädchen! Denkt an Eure Zukunft! Redner: Clara Bohm-Schuch, Äerinid Hanna. Karl Litke, Clara Wenk. »» * Seamten» Versammlungen heute Mittwoch, 2H. November, abenSs 7'/z Uhr: llnierhaltungsabend für Beamtinnen. Lehrerinnen und Be- höroenangeftellte im Deutschen Hof, Apollosaal, Luckauer Straße.— Eintritt frei. Spandau: im Turnzimmer des Reuen Rathauses. Referent: Landtagskandidat Polizeioberwachtmeister Kleuz. Vonnerstag, Sen 27. November, adenüs 7 Uhr: Polizeibeamte: Kammersäle. Teltower Str. 1.— Referent: Landtagskondidat Polizeioberwachtmeister Klenz.— Thema: Polizeibeamke und der 7. Dezember!� Feuerwehr Groß-Derlins: Aula der Sophienschule, Wein- meifterstr. 16/17.— Ref.: Stadtverordneter Ernst Teschke. Thema: wen wählen wir in den neuen Reichstag? Genossen und Kollegen, erscheint mit euren Frauen und Freunden recht zahlreich. In der Morgenstunde... Mit einem alten und recht gemeinen Trick arbeitet wieder einmal ein Schwindler, der e? besonder« auf die Arbeiter- fronen abgesehen da». In der Maske eines Biedermannes sprich« er in früher Morgenstunde Männer an. die sich auf dem Wesir zu ihrer Arbeitsstelle befinden und spiegelt ihnen vor, daß er jebr billig Holz und Kohlen liefern könne. Die Arbeiter. die sich nicht lange aufhalten tonnen, geben ihm Namen und Wohnung an und ichreiben sie wobl auch auf. Der Gauner gebt nun nach gemessener Zeit nach der Wohnung, weil er ja jetzt sicher ist. daß er den Mann nicht trifft. Der Frau erzählt er. ihr Mann habe unterwegs Holz und Kohlen bei ihm bestellt. Aus dein Zettel mit Namen und Wobnung macht er auch einen Bestellschein, auf dem nun auch der Name steht. So läßt sich die Fron täuschen, gibt den Kaufpreis, durchweg 30 M.. sieht aber niemals Holz oder Kohlen. Vor dem Schwindler sei hiermit gewarnt. Er ist etwa t.70 Meter groß, bat einen gestutzten Bari, trägt eine graue Joppe, eine blalw Sckirmmüv« und hat eine Aktentasche bei sich. Mitteilungen an die Dienststelle k II la im Polizeipräsidium. Selbstmord vor der Verhaftung. Den Vewohner» des Hause« Mangerstraße 22 in Potsdam war eö feit einiger Zeit aufgefallen, daß bei dein dort ivohnenden Musiker Hagen seS öfteren halbwüchsige Mädchen und Kinder aus- und eingingen. Als Hagen, der Junggeselle war. darüber befragt wurde, gab er ausweichende Antworten. Man teilte die Wahrnehmungen der Polizei mit und die Ermittlungen führten dazu, daß die Angelegenheit dem Staatsanwalt übergeben wurde. Gestern fanden in der Sache Zeugenvernehmuiigen auf dem Land- gertcht in Potsdam statt, die Hagen schwer belasteten. Au« Furcht vor einer Verhaftung«richoß sich Hagen auf dem Potsdamer Friedhof. Er stand im 42. Lebensjahre. Die Tragödie eines Assistenzarztes. Widerrufene Beschuldigung gegen Professor Uuger. � Ein aufsthenerregeerder Prozeh beschäftigt« gestern das Grvho Schöffengericht Berlin-Mitle unter Vorsitz von Amtsgerichtsrat Kestner. Der Anlaß zu der öffentlichen Beleidigungsklage gegen Frau D'rektor Eva Sdcrn hat in ärztlichen Kreisen großes Aufsehen erregt. Frau Stern hatte den Chirurgen Professor Ungar beschuldigt. der intellektuelle Urheber des Selbstmordes ihres Bruders gewesen zu fein. Sie hatte ihn„Mörder" genannt, mußte aber am Schlüsse des Prozesses ihre Beschuldigung in einer Erklänmg zurücknehmen. Am 11. Mai dieses Jahres verübt« der Bruder der Angeklagten, der Assistenzarzt der 2. chirurgischen Abteilung des Rtwolph-Birchow- Krankenhailfes, Dr. Friedrich v. Delbrück Selbstmord durch Morphium. Einige Tage daraus erschien die Schwester des Bor- stur denen bei Geheim rat Kuttner, dem Direktor des Birchow-Kranken- Hauses, und rief mit laute? Stimme:..Professor Unger ist der Mörder meines Bruders!" Sie behauptete, Profesior Dr. Unger Habs als dirigierender Arzt der Abteilung, in der ihr Bruder tätig gewesen war, ,hn dienstlich solange gequält, schikaniert und schlecht behandelt, bis il»: Brrder zum Selbstmord getrieben worden sei. Dieselben Anschuldigungen erhob Frau Stern gegen Professor Dr. Unger selbst, indem sie im Krankenhaus in Beglei- tung der Witwe des Derftorbenen Prof. Dr. Un-zer entgegentrat und laut ausrief:„Sie sind der Mörder!" Professor Unger hatte zunächst bei seiner vorgesetzten Behörde ein Disziplinarverfahren gegen sich selbst beantragt, das aber damit endete, daß kein Anlaß zum Einschreiten gegen ihn gefunden wurde. In der Verhandlung kam zum Ausdruck, daß Dr. o. Delbrück ein sensibler, feinfühliger Mensch war, der.neben seinen ärztlichen muh wohl noch starke künstlerische Interessen hast«. Seme Führung als Arzt we-r aber tadellos. Er scheint befürchtet zu haben, daß Professor Unger, der ihn verschiedene Male getadelt hatte, entlassen und daß er dann stellungslos sein würde. Die angeklagte Schnester des Verstorbenen Frau Stern war zu der Beschuldigung durch die vielen Klagen ge- kommen, die ihr Brnder im Laufe mehrerer Monate über die Be- Handlung, die ihm Professor Unger halte zuteil werden lassen, er- hoben hatte Professor Unger als Zeuge erklärte: Dr. v. Delbrück war ein fleißiger, mdenrlicher und gewissenhaste? Arzt, aber sehr zerfahren, zerstreut, unbeständig und unstät. Er habe sehr gut mit ihm gestanden, gäbe aber zn, daß er manchmal bei einer größeren Operation, bei der e? sich um Sekunden handelte, zugerufen habe: „Schlafen Sie doch nicht ei n." Allerdings Hobe ich ihm wiederholt tn meinem Zimmer Porhaltungen gemacht, im großen Oporaiionsfaal nicht so zerstreut und unpünktlich zu fein. Er war ein herzensguter, lieber und anständiger Mensch, nur zum Chirurgen nicht geeignet. Der Angeklagten Frau Stern blieb schließlich doch nichts arideres übrig, als mit Professor Unger einen Beraleich zu schließen und eine Erklärung abzugeben, in der sie di« beleidigenden Äeußerungen gegan Professor Unger. den sie aus Grund früherer Schilderungen ihres Bruders verdächtigt hatte, den Bruder durch schlechte Behandlung zum Selbstmord getrieben zu haben, zurück- nehmen._ Oer Einbruch km Zollamt Norden. 52 000 Goldmark Belohnung. Der große Einbruch In das Zollamt Norden, bei dem den Ver- brechern nach neueren Feststellungen für 4 8000 0 Goldmart Zigaretlenbanderolen zu 2, 2!j und 3?f._fn die Hände fielen, ist noch nicht weiter aufgeklärt. Don den Tätern hat man noch keine Spur gefunden. Es war ihnen leicht,� in dem fis- n Gebäude:n der Luisenstraße, in dem Tag für Tag viele Menschen aus- und eingehen, sich die erforderlich» Ortskenntnis zu verschaffen. Da daz Gebäude des Nachts gut bewacht ist, wählten sie als Zugang«in benachbartes Prioathaus an der Ecke der Lüsten- streß e und des Schssfbauerdawm». von dessen Dach aus sie über mehrere andere Dächer hinweg auf das des Zollamts gelangtem Hier erbrachm sie mit Gewalt eine Luke, fanden so Zugang zum Boden und gingen mm ungehindert nach dem zweiten Stock vor. Um den Raum mit den Wer.zeichen zu erreichen, mußten sie an mehreren anderen Räumen erst die Türen e.ufbrechen. In einem di-ejcr Räume stießen sie mif eine Menge Schnapsslaschen, die dort wegen der Zollbehandlung standen. Sie öffneten eine Flasche Kirsch, tranken etwas daraus und stellten sie wieder hin. Mit der über zwei Zentner schweren Beut« müssen sie auch den Rückweg über die Dächer und euch durch das Prioalhaus genommen haben. Ohw Zweifel haben sie die schwere Last mit einem Auto weggeschafft. Der Einbruch ist. wie jetzt fest- 'eht, in der Nacht zum Bußtag«tszeführt morden. Für i« Wiederbefäiaffung der gestohlenen Banderolen ist ein« Be- lohnung von 10 Proz. des Wertes, für die Ergreifung der Täter außerdem ein? Belohnung von 4S00 M. ausgesetzt. Mit» teilunien zur Aufklärung nmimt Krimlnaltommisfar Braschwitz im Zimmer 102 des Polizeipräsidium» entgegen, Hesusanruf 483 und 484._ (5in Zwischenfall vor dem Schöffengericht Mitte. Vor dem Großen Schöffengericht Berlin-Mitte hatten sich die Kriminalafsistentcn Stanislaus Iankowski und Otto Naß wegen Billettschwindeleien zu verantworten gehabt und waren zu je'echs Monaten Gefängnis oerurteilt worden. Noch der Urteilsoertündung trat die Ehefrau des Arqeklagten Nah tn großer Aufregung vor den Richtertisch und schrie laut: Dag Gericht Hab« eine ganz« amilie auf dem Gewissen, sie würde sich mit ihrem ann und ihren drei Kinder noch heut« nacht ver» giften. Darauf schlug die am ganzen Körper zitternde Frau be- wußtlos zu Boden und man mußt« länger« Zeit damit zubringen, sie wieder ins Leben zurückzurufen. Gegen das Urteil haben di« Verteidiger sofort Berufung angemeldet. Zur Förderung des SchulschwimmenS. Für den Schwimmunterricht der Schulkinder ist nicht Immer das geeignete Lehrpersonal in der wünschenswerten Zahl vorhand:». Die s v z I a ld e m o kr a t t sch e Stadtveroronetenfrat« 1 i o n hat daher folgenden Antrag enaebrackt: Die Stodloervrdnetenverfainlnlung beschließt, den Magistrat zu ersuchen, die erforderlichen Mittel zur Verfügung zu sollen, damit die zur ordnungsmäßigen Dnrchführung des oblt- gatorifchen Schwimmunterrichts in den städtischen Schulen nötige Beurlaubung von Lehrkräfte:: stattfinden kann, die die sachgemäße Leitung des Unterrichts in den Anstalten übernehmen können. Ein begnadigter RaubmSrder. Der vom Söbwurgericht IN verurteilte Händler Erich Weiß, der die Krankenschwester Pletiig in Sleinickenborf ermordet und beraubt hat, ist vom preußischen SiaatSministcrium zu lebenSlänglichemZuchthauS be- gnadigt worSeu. S Wer schnell eine gute Suppe kochen will, nimmt Magai's Suppen-Würfel(zu 12 Pfg. sür 2 Tstter) und kocht diese nur noch kurze Zeit nach Äorschrist lediglich mit Wasser.- Älteö sonst Srkorderliche ist in den Würfeln enthalten.~ 25 Sorten wie Grünkern, Königin, Ger- Sternchen, fffeiS mit �omaten, Eros, Tapioka echt, Iffumford, Pilz, iZels ustv. Kennzeichen: der Äame Jfoggi und die gelb-rote Packung. ifr,«er flcnlrollt M Oi-eNor« bei hqginiijchn, Snfllhit» ttr llnlortfttdt Btrlln. Sttkimr», profcss», Dr. marlin Sa»», unlerflem. N EU, EXTRA GROSSES FORMAT. 5� BLECH, EXTRA GROSSES FORMAT. 6 4 Zebntausenü geschart um üas Reichsbanner! Das Reichsbanner, die sunge republikanische Schutztrupp«, die jetzt mehrere Millionen Mitglieder mustern kann, marschiert und wenn die Gegner von links und rechts noch so sehr darüber wettern. Gestern abend veranstaltet« nun der Gau Berstn-Brandenburg des Reichsbanners wieder eine Massenkundgebung für die Berliner Kameradschaften unter den, Motto der 43er Freiheitskämpfer:„Einheit, Freiheit, Vaterland" in den Ge- samträumen der Neuen Welt. Beide Säle waren festlich geschmückt. Schon von weitem leuchtete der Spruch„Einigkeit, Recht und Frei- hei!" in den Saal hinein. Die Galerien wiesen reichen Fahnen- schmuck auf. Als die Reichsbannerkapell« mit der Ouvertüre zu „Eoriolan" die Kundgebung eröffnete, waren beide Säle und Galerien beängstigend gefüllt und trotzdem strömten immer neu« Massen heran. Etwa 10000 Menschen mochten sich ein- gefunden haben. Kurz nach 8 Uhr eröffnete der Gauleiter des Reichsbanners. Kamerad Koch, die,'«wältige Kundgebung und aeitzelce in scharfen Worten den neuesten Angriff der Scherl- presse auf das Reichsbanner. Das wird uns aber nicht abhalten, den Weg weiter zu gehen, den uns unser« Führer vor- geschrieben haben.(Brausende Zustimmung.) Das Reichsbannerlied erklingt. Die Türen öffnen sich und'herein marschieren die Banncr- träger mit ihren vielen Fahnen, die begeisterte Ovaffonen hervor- rufen. Als die Bamwrträger auf der Bühne Aufstellung nahmen, wollt« der Jubel kein End« nehmen. Fmmer wieder brachen Bei- iallsstürme aus und freudige Frei-lieil-Ruf« ertönten. Unbeschreib- liche unvergeßliche Momente! Erst allmählich leote sich die Be- geisterung. Dann tritt der Schauspieler. Kamerad Wolfganq, vom Deutschen Theater vor und spricht das Fahnenlied. Dann verli'st er unter starkem Beifall«inen Aufruf von Fritz v. Unruh für den im banerilchen Zuchthaus schmachtenden Fechenbach. Die letzten Worte verklingen: „Fechenbach!— Gebt Fechenbach frei!' Tosender Beifall. Als erster Redner tritt dann der Redakteur Kamerad Schweriner an das schwanrotgold drapierte Rednerpult. Er schildert in warm empfundenen Worleu die Bedeutung der Farben Schwarz-Rot-Gold, die das Ideal des deutschen Volkes und das Symbol der deutschen Einheit darstellen. Die Republik kann nicht gedeihen, wenn ihre Bürger nicht einmal den Mut haben, dos Wort„Republik" laut herausMfagca. Möge der 7. Dezember eine Reinigung der politischen Atmosphäre bringen.(LonganhaltendZr Beifall.) Für das Zentrum sprach darauf Dr. T c i b e l, der feststellte, daß die Zelten zur Wiederkehr der Monarchie für immer vorüber sind. Auch das Zentrum will keinen yohen, ollern mehr zurück haben. Der Redner de? Sozialdemokratie, Genosse Dr. Moses, wird mü Beifall empfangen. Scharf« Worte fand er für dt« Lüaenpolitik, die während des Krieges getrieben wurde. Fetzt, sechs Jahr« nach Beendigung des Völkennardens kursieren hart- nackiger denn je die Geruchte vom Dolchstoß. Wir kennen diesen „Dolchstoß zu genau. Traurig ist es nur. daß die damaligen ver- antwortlichcn Heerführer nicht gleich zur Verantwortung gezogen wurden. Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold ist nicht nur ein«, sondern die Oraanfsation. die g«o«n die Dolchstoßlüae energisch an- kämpft. Recht und Wahrheit sind auf unserer Seil«. Auf zum Kampf! Sena'spräsident Groß mann verstand es in geschickter Weis« die Phrasendrescherei der DeutfchnatiomSzn zu kennzeichnen. Mit ihrer Lüaenpropaaanda hoben sie 106 Mandate„erobert". Das darf nicht noch einmal geschehen. Unter den Farben Schwarz-Rot« Gold haben sich endlich olle Volksschichten zusainmen gefunden, um endlich einen Sieg der Demokratie zu ermöglichen.(Lebhafter Bei- fall.) Am Stblusse seiner Ausführungen kam der Redner auf die beiden Zulll, fälle Fechenbach und Nalhusins zu sprechen. Hier haben Haß und Verblendung das Urteil gesprochen. Doch wird sich die Ge- rechtigkeit durchzusetzen wissen. Ms letzter Redner sprach ebenfalls für kms Zentrum Dr. Lämmer ich. Er schilderte die Arbeit der Sozialdemokraten. Demokralen und Zenkrvmslenle, die vereint ile's sür Serechligkeit einlrolen. Scharf wandte er sich gegen den Hahfeldzug gegen den Reichspräsidenten Ebert. Mit den Worten „Kampf gegen den m« n s che n m ö r de r i s ch e n Kapita. l i s m u s" schloß Lammerich feine Ausführungen. Wieder ertönt das Reichsbannerlied. Die Fahnenträger verlassen ihren Platz und ziehen, umtost vom Beifall, aus dem Saal. Di« gewaltige Kund- gebung der Zehntausend hatte damit ihr Ende erreicht. Todessturz vom Dache. Am Montag war der 8t Jahre olle Dachdeckermeister Otto Kranse au« der'JoochimSlhalcr Straße 14 mii Reparaliousarbeiten auf dem Dache des Hauses Große Frankfurter Str. 48 beichafiigt. Dabei verlor er das Gleichgewicht und stürzte, da er sich nich» au» geseilt halte, aus der Höhe de» fünften Stockwerks in die Tiefe, wo er mit zerschmetterten Gliedern tot liegen blieb. Londgerlchkadlrektor Schlmmack gestorben 1 Daö heute erfolgte Ableben des Landgerichrsdneltors Schimmack erregte in weilen. besonders in gerichtlichen Ärei'cn allgemeine Teilnahme. Seine letzte größere Verhandlung war die Leitung des MeineidSprozcsstS R a b a r d t vor dem Schwurgericht des Landgerichts l. Aus Tlabrungsforgen in den Tod gegangen ist der SOjährige Dienstmann Albert Schornopp aus der Wartenburgstr. 4. Er sollt«, wie olle Dienstmänner, bis zum 1. Januar«in« neue K a u t> o n v o n 7 K M. bei der Polizei hinterlegen. Do er dazu bei dem kargen Einkommen von 1 bis 2 M. pro Tag nicht im- stände mar, äußerte er wiederholt Se'bstmordaedanken. Kollegen fanden ihn am gestrigen Sonntag in seiner Kellerwohnurm tot am Fensterkreuz hängen. Die Leiche wurde nach dem Schanhallse gebracht. Genosse Dr. Oskar Cohn hat sich am Mittwoch der vergangenen Woche einer Blinddarmoperation unterziehen inüssen, die glücklich verlausen ist. Selbstverständlich wird er aber nicht in der Loge sein, den zahlreich au ihn ergehenden Aufsordermigen zur lieber- nähme von Versammlungsen im Wahlkampf« nachzukommen. Haarmonn-prozeß am 4. Dezember. Wie vcrlantet ist kür den Haarmanu-Prozeß Termin zur Haup:vcrya»dln,ig vor dem Schwur- gericku Hannover auf de» 4. Dezember auberaurnr worden. Man rechnet mit einer Verhandlungsdauer von ca. 14 Tagen. Der gewalssame Tod des pollzeioberwachlmetsters Bruno Fischer ist'irxt) nicht weiter ausgeklärt. Der unter dem Verdacht der Täter- schcst vorläufig festgenommene Schriftsetzer Walter Duperbe bestreitet nach wie vor. eine Waffe besessen und den tödlichen Schuß abge- feuert zu haben. Beamte de? Abteilung I A. des Polizei Präsidiums suchten den Tolort und sein« Umgebung noch einmal ob, fanden ebenfalls keine Waffe, wohl ober«ine Patronenhü'f«, aus der sicher die tödliche Kugel stammt. Der Schuß ist aus einer mechanischen Pistole, Kaliber 7.65,«her Ortgis- oder Browningpistole abgegeben worden. DteHrm Teilnehmer des Zuges wurden ermittelt und ver- Montag, öen 1. Dezember, abenSs 7 Uhr, im gr. Saal ües ehem. Herrenhauses, Leipziger Str.? Appell an Sie jungen Wähler Referenten: Gen. Otto Lauer, Wien/ Clara Lohm-Schuch Ohne Karlen kein Zutritt. Sorten werden von den Orgonisa- ttonen und im Zugendiekretariot. Llndenstraße 3, ausgegeben. Sozialistische Arbelkerjuaend Groß-Berlin )ungsozialistische Vereinigung Groß-verlin Sozialistischer Sludenkenbund. ■■■■iB55iüi*SiSSäHii55äiÄH5i�*ääS5iä5i hört. Sie all« wollen nicht wissen, wer der Schütze ist. Mitteilungen zur Aufklärung werden im Zimmer 341 und 264c des Polizei- Präsidiums, Hausanruf« 118, 138 und 300 cntaegengenommen. Auf die Ergreifung des Täters ist ein« Belohnung von 1000 Gold mark ausgesetzt. Ein zweites Todesopfer hat das Automobilunglück ge- fordert, das sich Ende vorigen Monats in der Saalestraße zu Neu- kölln ereignete Dort rannte ein Lastauto aus den Bürger- steig und drückte die Leute, die gerade des Weges gingen, mit großer Wucht gegen den Zaun, der die Straß« vor dem Ringbahn- ge lande trennt. Mehrere Männer und Frauen winden zum Teil schwer, zum Teil leichter verletzt. Eine Frau Gericke starb nach einigen Tagen im Neuköllner Krankenhaus. Gestern ist dort auch ihr Mann, der 63 Jahre alte Rentner August Gericke aus der Köllnischen Alle« 84, feinen Verletzungen erlegen. Dr. Eckener spricht zu den Rundfunklellnehmern. Am Donners- tag, den 27. Iiovember. obenvs 6 llbr. spricht im Rahmen de? Programms der Funlstunde A.-G. der Führer des„Z. R. 3", Dr. Eckener, über die Fahrt des ,Z. R. 3' nach Amerika. La» nächste 0rg«tt«azert von Prof. Walter Fischer im Dom findet am DonnerStaa, den 2 7. November, abends 8 Ubr, statt. Mit- wirkende: Maria Thanner-Ofter, Sopran, und Peter Katnar, Violine. Programm berechtigt zum Eintritt. Der Dom ist ständig geheizt. „DU Welt der Frau and TOnttert. BeralungZabend im Ratbaus, Saal 109. Mittwoch, den 26. November. 8 Uhr abends. Bmtrag über»Ehe und Gesundheil'. Resercnt: Dr: D r u ck e r. Einlrllt frei. lanz-Abend mit dem Slaalsballett. DaS VolksbildunaSamt Friedrichs- bain veranstaltet am Montag, den 1. Dezember 1924, abends 7 Ubr, im Saalbeu FiiedrichShoin. 81m FricdrichSbain 16/23. einen Tanz-Abend mit dem StaatSvallelt. Müwirkende: TerpIS. Balleiimeister der StaaiSover, idareld Krruhberg. Ella Bebrendi. Christel Richier. Edith Moser. Ilse Castner vom SlaatSbollett. Gerirvd Wolf. Konzerlsängerin. Das Berliner Sinfonie.(Bläidner-) Orchester. Musikalische Leitung: Dr. Ernst Jokl(Staats- oper). Eintritt 1 Ml. 5preck>choe für proletarisch« Feterflaadea. U-bungSswnd« am DomtnerS« tag, den 27. November, abends pllntllich 7'/, Uhr, im GefangSsaal Dein- meisiersir. 16/17._ Bettet für Berlin und Umgegend. Zeitweise neblig, sonst trocken imd ziemlich bester bei Ichwachen iüdöstlichen Winden. Am Tage mild, in der Nacht zu Donnerstag wieder stellenweise leichter Nachisrost.— Für Deuls-n. land. Im äufterlten Westen strichweise elivaS Regen, sonst überall trocken; im Osten vielfach Nachtfröste. Dss Rundfunkprogramm. Mittwoch, den 26. November. Auster dem üblichen Tagesprogramm; 3.30 Uhr nachm.; Die Ftirikprinzessin erzählt: Ändorsen- Cylclns, III. Folge 1 Der kleine Tannenbaum. 2. Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzem.(Die Funkprinzessin: Adele Proosler). 4.30— 6.15 Uhr abends: ünterhaltnngsmnsik-Berl. Funk- kapoile). 6.20 Uhr abends:„Ratschläge fürs Hans". 8.30 Uhr abends: Zehn Minuten für die Hausfrau. 7—7 60 Uhr abends: Ilans-Brodow- Sobnle. Abteilung Hochschulkurse der Funkstnndo. 7 Ohr abends: Geb. Mod.-Bat Dr. med. Hildebrand, ordentl. Professor an der Universität Berlin, Direktor der chimTgischen Universitätsklinik des Charitä-Krankonhauses r„Wundinfektion und Wundbehandlung". 7.30 Uhr abends: Dr. med. Adrion, Privatdozont am zahnärztlichen Institut der Universität Berlin:„Hygieno des Mundes*. 8 Uhr nbonds: Vortrag des Herrn Ministerialrat Fisch:„Flugsichorungs- dionst., 6.30 Uhr abends: Bunter Abend. 1. al Nocturne, Kral(Duo für Violino und Viola d'amour), b) Die Verwandinngen, kanad. Volkslied«) Der Knielmann vor der Hiramelstür, Volkslied aus Franken, Lieder zur Lante mit Viola d'amour(Lieselott und Kon- rnd Bemor). 2. a) Tiroler Jodler(Trio) Albert Schmidt, b) Ständchen iromonr(Solo), c) Die Post im Walde(Duett) Schäfer (Gebrüder Alexander und Albert Schmidt, Okarinavorträgc. Am Schwechten-Flfigel: 1t Schmidt). 3, a) Romanze, Waofelgchm, b) Menuett, Milandro, c) Gavotte. Ghvs. Viola d'omour und Laute (Lieselott und Konrad Berner). 4. a)"Finken und Drosseln(Duett) Albort Schmidt, b) Krinneiung an Partenkiroben(Trio)(Gebrüder Alexander. Okarinavorträge). 6. Humoristisohe Rezitationen(Konrad Börner). 6. a) Oberbayor. Jodler(Trio) Gebr. Alexander, b) Alt- wnbersommer(Solo) Albert Schmidt, c) Liebeseobo(Duett) Gebr. Alexander(Gebr. Alexander, Okarinavorträge). c) 7. Natr. Josel und Natz Julian(Volkslied aus Schlesien), b) Schneiders Jahres- tag, Lieder zur Laute, c) Konzortstück(Original) Pagpnini, Violino mit Lanto(Lieselott und Konrad Bern er). 8. a) Wanderlieder- mamch(Duett), b) Outen Abend, gute Nacht(Trio) Brahms(Gebrüder Alexander. Okarinavorträge). 9. n) Carmeta, Sorrent. Serenado, b) Tsnzliedcben, Engl er, o) Z' Lanterbaoh. Volkslied aus Hessen, Lieder zur Laute mit Violine(Lieselott u. Konrad Bernor). AnschlicCond: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnach- richten, Zeitansage. Wetterdienst. Sportnachrichten. Theaterdienst Parteinachrichten für 6ro�6crim etnfenbuagtn für diese Rubrik find et stet» nn das Bezirkssetretartat, Berits SB. 68. gtnienftrage 3. 2. Hol, i Trev. recht», zu richte. u 1. K»!« Mitte. Donnerstag, den 57. November, 7ZH Uhr. Sufierst wichtig« Sitzung des erweiterten stoeisvorstandes bei tzschiostng. Ackerftr. 1. heute, Mittwoch, den 26. November: 5. Wt. p/, Uhr Adleilnng»ver>ammlung im Rolentater Hos, Roirntaler(Str. ll/IS Bornog d?»err Winckler� hat es gut!«s ist ichlver, über ihn ein Epigramm zu schreiben. Die Klage der Zeichner des„Vorwärts" über das Verschwinden des Herrn Hergt ist verständlich. Herrn Winckler ist ein Grad von lln- bedeuiendhcit eigen, der den Satiriker in Verlegenheit setzt. Es ist, als ob Lesstng ihn oorgeahnt hätte, alz er den Verlaus des Lebens eines Mannes in der Graknnschrift zusammenfaßt«:„Er lebt«, nahm ein Weib und staib." Di« wahrscheinlichst« Erklärung der Wahl des Herrn Winckler zum Parteiootfitzenden ist, daß seine Fr«unde sich an das Wort Bismarcks erinnert haben, gute Redner fei«n mitunter schlecht« Politiker. Daraus folgerten sie, daß jemand, der nicht reden kann, ein guter Politiker fein müsse. Und so verfielen sie aus den Eednnken, Herrn Hergt durch Herm Winckler zu ersetzen. Herr Hergt war der große Prophet der Deutschnationalen. Mit Herrn Winckler hat für die Mampin«? di« Zeit der kleinen Propheten begoimen Seit 1893 ist Herr Winckler Mitglied des preußischen Parlaments. Don 1903 bis 1912 faß er auch im Rcichstoz, bis ihn der fortschrittlich« Bauer Koch aus dem Sattel warf. Und trotz seiner langjährigen parlamentarischen, na sagen wir Tätigkeit fragte alle Welt, nachdem Herr Hergt von den schweren Sorgen emes Parteiführers befreit worden war und Herr Winckler fi« sich aufgeladen hatte:«W er ist Winckler?" Die Zr rtwort lautet: Herr Wmckler ist ein Mann von großer, objektiver Bescheidenheit. In seinen jungen Iahren war er Mitglied eines feudalen Korps. Die Sünden aus jener Zeit büßte er als Mitglied der Generälsynode ab, der er seit 1905 angehört und seit 1915 vorstgt. Vor der Referendar, und Regierungsassessorprüfung lag er gewissenhaften Rechtsstudien beim Einpauker ob. Sein Asfestorpatent, seine vorschristsmäßige Gesinnung und die guten Beziehungen, di« er aus dem Korps ins Philisterium hinüber. genommen hatte, verhalfen iym zur Erlangung der Königswürde im Kreise Zeitz, d. h. er wurde dessen Landrat. In dem für ihn wohltä.igen Dunkel der kleinen Stadt würde er vermutlich bis an fein Lebensende geblieben sein, wenn er nicht dank dem Dreiklassen- Wahlsystem, das daraus zugeschnitten war, Männer seines Schlages in die Politik hineinzuziehen, preußischer Landtagsabgeordneter jür Weihenfels-Zeitz geworden wäre. Kenn man sich da noch über di« schwärmerische Verehrung wundern, in der Herr Winckler dem Drei- klassenwcchlrecht ergeben war? Hatte es Loch an ihm bewiesen, daß es geistig« Kräfte nach oben zog. Im Jahre 1899 hatte Herr Winckler ein Mißgeschick: er fiel ins Wasser, nämlich in dos des Miltellondkauals, den er als Abgeordneter ablehnte. Was ihn zum erstenmal in seinem Leben bestimmte, gegenüber einer Forderung der Regierung nein zu sagen, wird sich, falls jemand Lust haben sollt«, danach zu forschen, kaum«-gründen lassen. Vielleicht hatte er sich durch die Zusicherung der konservativen Presie täuichen lassen, daß keiner der beamteten konservativen Abgeordneten, di« gegen die Anlegung des Kanals stimmen würden, etwas zu fürchten habe. Dielleicht aber genügte für das Nein des frommen Herrn Winckler auch schon die entsetzliche Vorstellung, daß der Mittel. landkanai zur DerbUlrgung des Getreidetransportes und damit des Brotes beitragen würde. Sei dem, wie ihm wolle: Herr Winckler wurde zur Strafe für sein« oppositionelle Haltung in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Aber er siel, wie auch andere Kanalrebellen, di« Treppe hinaus. Das eine Element, das Wasser, hatte ihm Miß- gunst gezeigt, das andere, das Feuer, entschädigte ihn. Er wurde von seinen junkerlichen Freunden zum Generaldirektor der Land- seuersoz-etöt des Herzogtum» Sachsen mit dem Sitz in Merseburg gewah't. Für sein« ungeheure Arbeitskrast spricht es, daß er neben. her noch sein großes Rittergut Salsttz bei Zeitz hat bewirtschaften können. Denn daß der Posten eines Generaldirektors der Land- feuersozietät eine Sinekure ist, wird man nicht gut annehmen können Etwas Derartiges gab es im alten Preußen bekanntlich nicht. Im parlamentarischen Handbuch hat Herr Winckler mit der ihm eigenen Gewissenhaftigkeit verzeichnet, daß er Inhaber des Roten Zldlerordens IV., des Kronenordens III. Klasse, der Roten-Kreuz- Medaille III. Klasse und des Ehrenkreuzcs III. Klasse des Lippeschen Housordens ist. Ein konsequeriter Mann. An ihn- ist alles dritter und vierler Klaffe. Eine widerlegte wahllüge. Während der letzte-- Wahlbewegung trat in einer öffmtlichen Wählerversammlung in Westerdeichstnch der Hofbesitzer H-rmann Jansen als Redner auf. Er erklärte:„Der jüdische Sozialdemokrat Dr. H i l s e r d i n g hat in seiner Eigenschaft als Rcichsfinanzmin ster Deo|en verschoben und ist wegen dieses Derbrechens au» dem Zuge verhaftet worden." Als Genosse Hilferding von diesen Behauptungen erfuhr, stellte er Strafantrag, und auf An-rag seines Vertreters, des Genossen Dr. Kurt Rosenseld-Berltn, erhob die Staatsanwaltschaft im öffentlichen Intereffe Anklage wegen Beleidigung. Alz es aber dann zur Hauptverhandlung vor dem Schöffengericht in Husum kommen sollte, bat Herr Jansen um gut Wetter. Da dem Genossen Hilferdng an einer Bestrafung des Beleidigers nichts lag, wohl aber an der Aufklärung des Sachverhalts, ging er auf die Bitte des Beleidigers ein. und es kam schließlich folgender vergleich zustande: Herr Jansen erklärte:„Ich habe mich davon überzeugt, daß die von nur aufgestellt« Behauptung jeder Begründung entbehrt. Ich be- dauere daher, ein« solche Aeußcrung getan zu haben und bitte Herrn Reichssinanzminister a. D. Dr. Hilferding um Entschuldigung, verpflichte mich auch,«nie Buße von 250 M.. die Herr Dr. H'iferding zur Bekämpfung der Reakt on und insbesondere des Antisemitismus nach freiem Belieben vor- wenden darf, sowie sämtliche Kosten des anhängig gewordenen Straf. verfahren» zu zahlen und die Erklärung auf me ns Kosten in den „Büsumer Nachr chten' und in der„Schleswig-Holsteimschen Volks- zeitung" zu oerösfentsichen."_ Wahlrecht- Wahlpfl'cht. «tzungen vermieden weiden. Pur diejenigen Mitglieder haben die Berechtignng. bei einem anderen Hauslassierer ihre Beiträge zu entrichten. die entlvedrr miewärts wohnen und durch keinen tiauskafsierer er'aßt werden oder solche Mitglieder, die weder selbst, noch ein Angehöriger anzutreffen sind Ader mich slir dies« Mitglieder wird von dem Hauskassierer, der die Beiträge erheb», eine Kontrollkarte gesührt. to daß unsere Kollegön nirmalo m Verzug mit ihrer Miiglirdschast geraten können Gbcusa»nzu ässig ist»in Bcitragsrüll- stand'von über S Wochen d im Haus- kossierer zu kleben, denn auch hier begibt sich das betreffende Milglird in Seiahr. trotz Beitragsie, stung nicht mehr ais Mit- glird anerkannt z» werden Der Antrag ans Stundung der Beitrüge bei einem Deitragsrülksiand von K Wochen. jedoch nicht länger als bis zum Adlanl der lZ. Woche, kann nur bei der Orts- Verwaltung gestellt werden und nicht beim Hauskassierrr. Wir diiu-n, dieser Bekanntmachung die notuseudig« Beachtung zu schenke», damit «ine ordnungsgemäße Beitragdleistung gewährleistet ist. Di« Orlkoctmaltang. m ooaaasooc Staats-Theater Opernhaus T'/eC.: Arlecchino Opernhnns am KSnljeaplota 7' Uhr: Martha Schauspielhaus 7Vi: Wallcnst. Lager Olc Plccolomlni Schiller-Theater D. Kronenbraut Ana' engl H'i, Uhr Die grSBte Revue der Welt:| 2 Sonntag; Vorstellungen in ester Bcsetzun■ j 3", n. 8''< Uhr Central-Thea'er T1': U. G'wittzntwiirni| Deats Opernhaus I Die»rf löte Ketropol-Theater f Täal. T■, Uhr Gräfin jWariza| Reil» Ui. am Zoo] Täglich 8 Uhr Die Frau ohw. Sehleier Th.t Komm and. Str. : Neuest. Schlager| von Nu?o Hirsch Wenn man ver*H Hebt Ist. m t HoIlyWessely j Siegfried Arno Preis« terPläTa;'♦S Mk. j Stg. 3�8 Ü. Heimat l trianon-TTi. I aeiith 8 Uhr: Der große I.nstspielerfo P Sototr m frriujno-FretirJi Dlrekiion: James Klein 8 Uhr Allabendlicn 8 Uht Die neuste Berliner Theater- Sensation Fern An dra ur.d Kurt Premzel persOnlidiEsfiuttietBii ini Rahme!' der groSen iabei raffen Revue 250 �fwirkenife Hose-Theater Dir.. B Rose 7V, Uhr: »iiiinaT.Barnbeim Circus Busch I äglicb 7'/z Uhr Manege-ScbaDstod< aus dem Rom Kaiser Nero's is? iJerTrinmp'iuh des Nero Hut. d. Kraller der Löwen Unter Hitwirkunr der berü�m'cn MÄ-Löwin des Kapllän L'f'.Schni'Ider-rooi Rein Film! Ein. lebenswahr. naek-Sc öpfunR Vorher:>a roße Roy. Circ-Proh 'a'jaljedBr Rspt. ls-llb taMRilol {Apollo (8 Uhr Theater �Uhrl Direktion: James Klein {Die erste groBeJ Revue-Posse jOas lachende Berlin! | UebiT 150 Mitwirkende! Preise? bis 10 M. Achtung t SfraBenhfimnert ö ileBod-u. MmilAWlS?!. emvsiehll zu bill:glien Engrospreisen W.'RK!>.li0WM.ZZ.8»� Kr. Klnder-Vorsl. � 7r!anon-rbeaI kleule s v Pr. iHOPt. Rotkäppchen �OJinabend 4 Uhr Aschenbrödel Im» alles TorsHItsum■ Die Zan erTille IIi.'.i!.Ke!ii.'IiM!>iaIIc WeiSensee, nsigraui.ll Sonnt. abds 7Vj Uhr Ält- Heiöeiberg Preise 8(iPi. b.2.V, 2 18 Casino-Thsater! UthhBT Str. 57Tfa:. Süki] Neu! Neu! Satan Weih! äernntr ktlknfüi in 5 BiUem ärlSp Baoior. flwIiatrTtwn Vorher Runter Teil Voikstfiml. Preise WM llaiietMlevge Soi.ntaKS P/a Unr naive pr.! Randten gestattet. Ledeitvarea Reise-ArPfial Sllll'liiiellillll edei An l-e eri vre: s w en Paul«»II. vormals Beterl Kirn Mar aniienstr.3 Tmt Morlhvl. 10803 Elnricbtangskoffer »US gutemKindleder mit reicbb&itiger Einrichtung von Mark 27.50 an. P-RaddaizfiCo. — Leipziger Str. 122123.— J ifiifps oozialgctiHäii SÄliis- Heie- 2?ö?a Ir fotegen -lrWöen Sk fimpfen Mes... billigst Tagesvr. I LedrSSer 1 pllsume Beriiu SW Friedridistr. 201 Zimmerst r. 1 Krause- Pianos ZUI Miete Ansbacher Str. 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