Nr.563 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 286 Bezugspreis: Böchentlich 70 Goldpfennig, monatlich 3,-Goldmart Doraus zahlbar. Unter Kreuzbano für Deutschland. Danzig, Gaar- und Memelgebiet. Defterreich, Litauen, Luremburg. 4,50 Goldmart, für das übrige Ausland 5.50 Goldmar pro Monat Der Borwärts mit der Sonntags beilage Boll und Reit mit..Gied. lung und Aleingarten fowie der Unterhaltungsbeilage Heimmelt und Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint wochentäglich zweimal, Gonntags und Montags einmal. Telegramm- Adrese: Sozialbemotrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Goldpfennig Anzeigenpreise: Die einipaltige Nonpareille Beile 0.70 Goldmart, Reflamezeile 4.- Goldmart...Kleine Unzeigen bas fettgebrudte Bort 0.20 Gold mart( aufäffig zwei fettgedruckte Worte), iebes weitere Wort 0.10 Goldmart. Stellengesuche das erfte Wort 0,10 Goldmart, lebes weitere Wort 0,05 Goldmart. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 0,30 Goldmart. Eine Goldmart- ein Dollar geteilt hurch 4,20. Anzeigen für die nächste Summer müffen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68. Lindenftraße 3. abgegeben werden. Geöffnet Don 9 Uhr früb bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Tonhoff 292-295 Berlag: Dönboff 2506-2507 Sonnabend, den 29. November 1924 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postschecktonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft. Devontentafe Lindenstraße 3 Die Großindustrie gegen das Volk. Das Wahlprogramm Wahlprogramm der Scharfmacher. ― Geld Geld genug für die Reaktion, aber nicht für den Staat und die Arbeiter! Die soziale Reaktion sieht sich durch den Umschwung in der Stimmung des Boltes gehemmt. Sie hatte gehofft, das durch die Not des Krieges geschwächte, durch die Leiden der Inflation entkräftete Volk in einem Ansturm so niederzuwerfen, daß es hilflos ihrer Diktatur preisgegeben wäre. Preisdiftatur der Schwerindustrie! Soziale Knechtung des ganzen Boltes unter die Willkür der großen Konzerne! Vernichtung jeder wirtschaftlichen Freiheit! Erniedrigung des Staates zu einem Geschäftsinstrument der Großindustrie! Statt der demokratischen Verfassung die tatsächliche Abhängigkeit des ganzen Boltes von dem Willen weniger Industriefürsten! Es war der Großindustrie ernst genug, aber ihr erster Ansturm führte nicht zum Ziel. Sozialpolitisch hielten die Gewerkschaften trog aller Rückschläge die Berteidigungsfront des arbeitenden Bolkes. Die Kampforganisationen geschwächt zwar durch die Inflation und das verbrecherische Treiben der kommunistischen Berstörer und Bersplitterer blieben ungebrochen. Politisch erreichte die soziale Reaktion nicht das Ziel, das ihr in den Maiwahlen vorschwebte: die Herrschaft des Befizbloces unter der Führung der großen Konzerne. Sie erreichte nur einen zu stand der allgemeinen Verwirrung, des Unsicherwerdens der Staatlichen Verhältnisse unter dem Reichstag vom 4. Mai.. Aber das war schon Erfolg für fie! Sie hoffte, sie auszunuzen, um vollends zur Herrschaft zu gelangen. Sie ist enttäuscht! Die Stimmung des Boltes wendet sich vom Wahnfinn der Splitterparteien ab. Das Bolt sammelt sich unter dem Banner der Republik gegen die Anschläge der Reaktion. Die Sozialdemokratie, die Massenpartei des arbeitenden Bolkes, schart die demokratischen und sozial denkenden Massen um sich. Sie gewinnt an Berbekraft, das Bolk wendet sich zur Bernunft. Die Vernunft wird siegen, trot Inflation, trotz des wirtschaftlichen Machtgewinns, den in dieser Zeit die reaktionäre Großindustrie zu verzeichnen hat. Mit verzweifelter Energie betreibt deshalb die soziale Reaktion den Entscheidungskampf. Sie wirft ihre ganze wirtschaftliche Macht in die Bagschale, um die Entscheidung doch noch zu ihren Gunsten zu wenden, trotzdem die Zeichen des Wahlkampfes gegen sie sind. Ungeheuer sind die Summen, Die die reaktionäre Großindustrie ausgibt, um die Wahlpropaganda der reaktionären Parteien zu unterstügen. Die großen Konzerne, die den Staat in der schwersten Zeit Not leiden ließen, die die Steuerhinterziehung als nationale Ehrenpflicht" ansahen, die ihre Arbeiter und Angestellten in schrecklichste Not hineingehen ließen, haben jetzt Geld ungeheuerviel Geld. Denn jetzt geht es nicht um das Wohl des Staates, nicht um das Wohl des Volkes jetzt geht es um die Frage: Herrschaft des Volkes in seinem Staat und über seine wirtschaft, oder Dit tatur der Konzerne über Bolt und Staat. Jetzt geht es ums Ganze! Der Arbeitsausschuß deutsch nationaler Industrieller veröffentlicht feinen Wahlaufruf. Er ist unterzeichnet von den Herren Rudolf Blohm, E. von Borlig, Hugen be rg, Dr. Reichert und Frizz Thyssen. Das sind die Herren, die die Führung in den deutschen Arbeitgeberverbänden haben. Es sind die Führer der Scharfmacher. Es sind die Rüstungsinteressenten von früher. Sie sind die Ausleje der Inflationsgewinner. Sie sind die Berkörperung der Kräfte, die Deutschland ins Verderben gestürzt haben, die feine Finanzwirtschaft bewußt zerrüttet, die jeden Bersuch zur Beseitigung der Inflation teils offen teils hinterliftig bekämpft haben, weil die Inflation ihnen Reichtum und Macht in den Schoß geworfen hat. Das find die Kräfte, die Deutschland die Mittel verweigerten, als es noch Zeit war, die schlimmste Ratastrophe zu vermeiden. Diese Feinde des deutschen Volkes, die es verelendet und ausgesaugt haben ebensosehr wie es durch die Sieger des Beltfriegs ausgesaugt wurde, versuchen sich jetzt als die Retter Deutschlands hinzustellen. Ihre Rettungsvorschläge sind so volksfeindlich und falsch, wie ihre Taten und Reden während der Inflationszeit. Damals redeten sie vom Wohle der Nation, und handelten als ihre Feinde, heute ist es nicht anders. Das sind die Pläne der Großindustrie, wie fie in diesem Wahlaufruf dargelegt werden: 1. Jetzt heißt es auf dem geschmälerten Lebensboden der Nation alle Kräfte anzuwenden, um den Wirkungsgrad der Arbeit zu heben, die Wolfspersorgung zu sichern und die Folgerungen aus unserer elenden auswärtigen Lage zu ziehen. { Hebung des Wirkungsgrades der Arbeit: dazu gehört hebung der Arbeitsfreude der Arbeiter, Achtstundentag, Aufhören der Angriffe auf die politischen und wirtschaftlichen Rechte der Arbeiter, die unter der Führung der Borsig, Thyssen, Blohm und Hugenberg erfolgen. Das wollen sie aber nicht, sie wollen vielmehr den 3 eh nst u ndentag. Sicherung der Boltsversor gung: das heißt Preisabbau, menschenwürdige Löhne das Gegenteil von dem, was die deutschnationalen Industrieritter wollen. 2. Alle Maßnahmen zu treffen, um in Privatwirtschaft wie im Staatsleben sparsam zu wirtschaften, die Warenherstellung zu verbilligen und die Lebenshaltung zu verbessern. Hinter der Forderung der sparsamen Wirtschaft" versteckt sich der Plan des Lohn abbaus, des Beamten= abbaus, der Niedrighaltung der Gehälter von Beamten und Angestellten. Das nennen fie„ Berbilligung der Warenwährend sie gleichzeitig öffentlich für die Hochherstellung" während sie gleichzeitig öffentlich für die Hochhaltung der Preise eintreten. | lem Aufstieg und zur Freiheit. Dort die brutale Macht des Rapitals hier die Macht der großen Idee! Entscheidung am 7. Dezember! Sie fann nicht zweifelhaft sein. Objektivität! Wie sie die Hugenberg- Preffe versteht. Der ,, Tag" beschimpft in seiner Nachtausgabe von gestern den Demokraten Freiherrn von Schönaich. Das ist eine Ehre für den Beschimpften. Der Tag" wirft ihm vor: " In Hamburg hat Schönaich es für richtig befunden, dem be rüchtigten Reporter des Matin", Sauerwein, einem der übelsten Deutschenfeinde und Heger, Angaben über die Reichsbannerbewegung zu machen.". Auf der nächsten Seite des Tag" aber liest man: ,, Rheinbaben über die fommende Regierung. Paris, 28. Novolksparteilichen Abgeordneten von Rheinbaben wieder, in der vember. Ein Pariser Blatt gibt eine Unterredung mit dem von der ernsten Bemühung der Boltspartei gesprochen wird, eine Berständigung mit Frankreich zu ermöglichen." Die Redaktion des ,, Tag" fügt hinzu: Da die Pariser Quelle nicht unbedingt zuverlässig ist, verzichten wir lieber auf die Wiedergabe der Einzelheiten". Sie ver3. Die 3oll und Handelspolitit nach Bismards Borbild so zu regeln, daß uns der Weltmarkt mit seinen Absatzmöglichkeiten wieder weiter erschloffen und der heimische Markt mit seinen Aufträgen und Beschäftigungsmöglichkeiten gesichert wird. Das ist das Programm der Hochschuzzollpolitik zur Hochschweigt schamhaft, wer es war, dem Heer v. Rheinhaltung der Preise und zur Aushungerung des Boltes! daß die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Gewerbefleißes mit der 4. Die Steuer- und Eisenbahntarife so zu gestalten, Auslandskonkurrenz wiederhergestellt wird und daß keine Auftragsund Arbeitsmöglichkeit verloren geht. Die großen Konzerne wollen also teine Steuern zahlen und außerdem noch staatliche Vergünstigungen erhalten, während das Volk unter der Last der Reparationen seufzen soll. geschäft und auf dem Weltmarkt mit geeigneten Berein. 5. Dem Uebermaß der Konkurrenz im Inlands barungen entgegenwirfen, um die Berluftgefahren zu mildern, Gewinnmöglichkeiten zu sichern und die soziale Fürsorge für die Arbeitnehmerschaft zu erhalten. Fortschreitende Konzernbildung, Preisver einbarungen zur Hochhaltung der Preise durch fünstliche Warenzurückhaltung, Bildung von Kartellen zur Auswucherung der Bevölkerung so ist es der Wille der Großindustrie. 6. Kurz, in allem danach streben, zwischen Unternehmer und Arbeitnehmer eine wahrhafte Arbeitsgemein schaft herzustellen, die dem Arbeiter gibt, was des Arbeiters ist, und dem Unternehmer gibt, was des Unternehmers ift, nämlich beiden die Existenz zu sichern. Dem Arbeiter: Aushungerung durch niedrige Löhne- Sparsamkeit nennt man das durch Wuch erpreise, durch Verlängerung der Arbeitszeit, durch Schutzölle, durch übermäßige Steuern dem Unternehmer: Zunahme von Reichtum und ma ch t. baben das Interview gab, durch das die Deutschnationalen die Bedingungen der Volkspartei für den Eintritt der Deutschfein Wort über diese Methode des Umwegs über ein nationalen in die Regierung erfahren. Sie verschweigt, wer die nicht unbedingt zuverlässige Quelle" ist. Sie findet Bariser Blatt". Sie ist nämlich objektiv, objektiv gegen Herrn v. Rheinbaben. Objektiv; denn sie verschweigt nach ihrem Angriff gegen Herrn v. Schöna ich, daß die Pariser Quelle, daß der Monn, dem Herr v. Rheinbaben das Interview gab- Herr Sauerwein vom Matin" Deutschenfeind und Hezer?" war. Wie sagten sie doch:" berüchtigter Reporter, übelster Abrechnung. " Der Kapp- Journalist redet von Recht und Würde". im vergangenen Sommer, als der„ Lokal- Anzeiger" eine Bolemik Herriots in der Kammer gegen den Kriegsminister Boincarés, Maginot, unter der knallenden Ueberschrift verMan erinnert sich wohl noch an den skandalösen Borfall öffentlichte: Herriot droht mit 37 Jahren Ruhrbefegung". Damals wurde sogar dem„ Lokal- Anzeiger" bange vor der eigenen Gemeinheit und er ließ zunächst die Berliner Redaktionen bitten, feine Schlußfolgerung aus einer Ueberschrift zu ziehen, die aus Betriebsschwierigkeit und Telephonstörung" entstanden sei. Dann aber versuchte das Blatt, sich auf andere Art herauszufügen und seinen Lesern weis zu machen, daß eine solche Deutung der Rede Herriots durchaus plausibel gewesen wäre. Wir schrieben damals: ,, Und wer ist der Haupttreiber in diesem schmutzigen, von der Hugenbergschen Schwerindustrie finanzierten Geschäft? Herr Bressechef zur Verfügung stellte, und der, nach dem Zusammenmit Begeisterung dem glorreichen Reichstanzler" Rapp als Pressechef zur Verfügung stellte, und der, nach dem Zusammenschen Beitungsredaktionen interventeren ließ, damit man ihn nicht bruch dieses hochverräterischen Unternehmens, bei den republikaniverhafte und verfolge: er ließ damals nervösen Zusammenbruch" und gewissermaßen§ 51 porschüßen." genberg wollen Deutschland in eine kurzsichtige, verhängnisDie Borsig und Thyssen, die Blohm und Hu- Johann Wolfgang Harnisch, der sich am 13. März 1920 volle Handels- und Wirtschaftspolitik hineintreiben, die die deutsche Volkswirtschaft ruinieren muß. Sie wollen nicht Deutschland, aber ihre Privatunternehmungen, ausbauen auf Rosten der Arbeiterschaft, auf Kosten der Zukunft des deutschen Volkes. Sie wollen den Sieg der Rechtsparteien, um in andrer Form den Ausbeutungsprozeß am Bolt zu wieder holen, den sie während der Inflationszeit betrieben haben. Böstchen unter einem reaktionären Regime lauern, die monDie reaktionären Schwäger, die Interessenten, die auf archistischen hohen Beamten des alten Regimes, die Schmarozzer der kaiserlichen Beit der kaiserlichen Zeit sie sind gefährliche Feinde des Bolles und seiner Zukunft. Die Borjig und Thyssen, die Blohm und Hugenberg aber find gefährlicher! Hier sind die wahren Triebfräfte der Reaktion, hier sind die Klaffen interessen, die den Schrei nach dem Besikblod erzeugt haben. den Ohrfeigen stillschweigend eingesteckt. Keine Widerlegung, Der ehrenwerte Herr J. W. Harnisch hat diese knallenfeine Klage, nur ein paar verlegene Redensarten, wonach er es ablehne, auf solche persönlichen Anrempelungen einzugehen. Er wußte schon weshalb. Er mußte, daß es an 3eugen feines Hochperrates und seiner nachträglichen Bettelei um Schonung bei den linksstehenden Redaktionen durch Mittelsmänner nicht fehlt. der es wagt, zum Fall Nathusius das Wort zu ergreifen Und nun ist es dieser moralisch erledigte Mann, und insbesondere den Vorwärts" anzupöbeln. Er schreibt über: Des Generals Kampf ums Recht". Herr Die Borsig und Thyssen, die Blohm und Hu= 3. W. H. ist allerdings wie fein anderer berufen, sich für das genberg werfen ihr Geld in die Wagschale, um die große Entscheidung zu ihren Gunsten zu wenden. Die Arbeiterschaft segt ihm entgegen ihren Idealismus, ihren Willen zu kulturels Recht und die Ehre eines anderen einzusehen. Ihm selbst fann man Hochverrat und Feigheit durch Bortäuschen von§ 51 vorwerfen er stedt's ein. Seine deutschnationale Männer Genossenschaften und dem Generalverband der Raiffeifengenoffen würde wird dadurch nicht berührt. Aber für den Fall Preußen und die Rentenbank- Kreditanstalt.jien. Und zwar enifallen auf den Landwirtschaftsrat 3 und Nathusius ist er außerordentlich feinfühlig. Er erklärt: ,, Die Begnadigung bedeutet keine Anerkennung der Schuldlosigkeit, sondern eine Anerkennung der Schuld. Sie bedeutet, daß der Begnadigende die verhängte Strafe als gerecht ergangen anfieht, daß er aber aus irgendwelchen Erwägungen heraus Gnade für Recht ergehen läßt." Eine größere Fälschung des wirklichen Tatbestandes ist gar nicht denkbar. Aber bekanntlich ist das die Parole, die die Deutschnationalen in ihrer Wut über die Freilassung des Generals vor dem 7. Dezember einheitlich ausgegeben haben. Es scheint sogar, als ob es ihnen gelungen wäre, den fiebzigjährigen General a. D. nachträglich, d. h. als er wieder auf deutschem Boden die Freiheit genoß, davon zu lich bekenne. Bei den bekannten Boykottmethoden der überzeugen, daß er sich zu dieser verrückten Auffassung öffent Offiziersbünde wäre es gar nicht erstaunlich, wenn man dem bedauernswerten Greis mit derselben Verfemung, die mar gegen General v. Deimling ins Wert gesetzt hat, gedroht hätte, wenn er sich nicht auf den Standpunkt des Kyff häuserbundes stellte, die Begnadigung sei eine weitere Infamie" Herriots. Uns genügt es, folgendes zu wiederholen, was wir bereits am Donnerstagabend festgestellt haben: Der Außenminister des Deutschen Reiches, Dr. Gustav Stresemann, hat die Begnadigung Nathusius' als die Wiedergutmachung desangetanen Unrechts" und als eine förmliche Rehabilitierung" gekennzeichnet. Wenn wir Sozialdemokraten, wie es der„ Lokal- Anzeiger" behauptet, jeder Würde und Scham bar find, weil wir für die sofortige Freilaffung auf dem einzig möglichen Wege der Begnadigung eingetreten sind, dann trifft diese Beschimpfung in gleichem Maße den Außenminister des Deutschen Reiches, Dr. StreseMaße den Außenminister des Deutschen Reiches, Dr. Stresemann. Nun, wir wehren uns, und, wie ein jeder zugeben muß, nicht zu fnapp. Wird aber auch Herr Stresemann sich gegen diefen infamierenden Vorwurf wehren, der von einem Blatt ausgeht, das sich so eifrig für die Bildung des Bürgerblocks einsetzt, das ihm also nahesteht? Und ist nicht sogar Herr Stresemann als Außenminister geradezu verpflichtet, hier das Wort zu ergreifen, um die unerhörten Berdrehungen der Rechtspresse zurückzuweisen? Schweigt er, dann könnte das im Auslande so aufgefaßt werden, als solidarisiere er sich nach träglich mit diefen Beschimpfungen Doumergues und Herriots und mit dem höchst eigenartigen Verhalten Nathusius' nach dessen Rückkehr in Kassel. Indessen wollen wir weiter mit dem- nach seinen eigenen Bekundungen mehr oder minder zurechnungsfähigen Herrn J. W. Harnisch abrechnen, der sich anmaßt, uns Borlesungen über Rechtsgefühl und Würde halten zu wollen. Und da er= flären wir: Wer sich zum Komplizen bes Justizmordes an Fechenbach macht und darunter verstehen wir in erster Linie die Deutsch nationalen, der hat überhaupt den Anspruch verwirft, das Wort„ Recht" im Munde zu führen. Der steht für uns auf derselben Stufe wie die Richter von Lille. Schuld, Unschuld, Recht, Unrecht find Begriffe, die im Munde und unter der Feder solcher Leute ebenso viel Bedeutung befizen, wie wenn ein Lustmörder von Kinderschuß und Sittenreinheit spricht. Das deutsche Volk hat die Herren Deutschnationalen in den letzten Monaten gründlich fennen gelernt. Es weiß jetzt, was bie höchsten moralischen Werte für sie in Wirklichkeit zu bedeuten haben: Wenn sie von Ehre sprechen, dann meinen sie vier MinisterfeffeL Wenn fie vom Vaterland reben, dann meinen sie fieben Mart Schu3zoll pro Getreidezentner. Wenn sie von Recht reden, dann meinen fie bestenfalls:§ na, Der völfische Idealheld Mussolini läßt mit 1. Januar 51 toe i tere dentice Privatschulen in Südtirol fliegen. Stadt und Zahl. Eine statiffische Studie. Der Begriff der 3chl ist eine für mich wundervolle Angelegenheit Früher, d. h. vor der goldenen Zeit der f.ation, mußte ich rir von diesen oft astronomischen Gebilden feine rechte Vorstellung zu machen. Bei ber dann aber allgemein aufkommenden Redungs methode mit Millinen, Milliarden und Billionen bai sich das grund legend geändert. Da war eigentlich gar nichts Imponierendes mehr Label. Mir fäll: bet diefer Gelegenheit ein in dieser Zeit ents standener Wiz eta, ter dokumentieren sollte, in welch grotester Art fich der Begriff van al und Größe in den Köpfen der Bevölkerung verwirrt hatte. Kauft da ein Herr von einer alten Mitterden ein paar Blumen und fragte fie, wie alt sie fáj, lieber Herr, cntwortete die 2 c. fchen 83 000 Jahre! Mir fielen dieser Tage einige statistische Sifferr über die Stadt Berlin in die Hand. Nun weiß ich ja, daß Be in eine große Stadt ist. 2fber wie groß sie ist, weiß ich jetzt erit. Be:' in, d. 5. die Stadt ohne ihre 99 Borcite, steht auf einer Grundlihe von 6500 Heftar und wird von rund 2 Millionen Menjhen, mit Eino ziehung der Bororte sogar von 4 Milliceen bewohnt. Wenn man sich die alten Zahlen ansieht, weiß man erst, welch rapide Ewwidlung biele Stabi grbommen hat. Im Schre 1709 wurden 57 000 1809 160 000 und 1909 fchon 2 Miu onen gezählt. Würde man diese Menschenmenge Don 4 Millionen in eierer Reihe sich auffteilen laffen, ie würde sich eine Linie ergeben, die von Tilsit bis artfurt a. M. reichen würde. Diese Menschenmaffen wohnen au 27500 Grundstüden, die zirfa 600 000 Wohnungen enthalten. Jetzt, wo ich das weiß, wird mir die Wohnungsnot immer unverständlicher. Vor der Entscheidung. M Der Kampf um die Rentenbant Kreditanstalt nähert sich seiner Entscheidung. Der Reichsrat, der am Mittwoch zu der Frage der Gründung einer besonderen Agrarbank Stellung nehmen suite, hat die Beratung auf nächsten Dienstag vertagt. Breußen ist in feinem Falle gewillt, zur Gründung eines solchen Institutes seine Hand zu reichen, wenn es in dieser einseitigen Weise aufgezogen werden soll, wie es die Absicht der Interessenten ist. Vor allem wendet sich Preußen dagegen, daß die Agrarbant ohne Befragung des Reichstages auf dem Wege der Notverordnung geschaffen werden soll. Der Reichslandbun aber und mit ihm den die neue Bank fertig haben, ehe der Reichstag gewählt ist. das Reichsernährungsministerium wollen unter allen Umstän Nun hat die Rentenbant, die jetzt nur noch aus Vertretern der Landwirtschaft zusammengesetzt ist, eine große Polemik gegen die Stellungnahme der preußischen Regierung veröffentlicht, in der sie den Spieß umdreht. Während es nämlich ein offenes Geheimnis ist, daß die Gründung der Rentenbank- Kreditanstalt nur aus politischen Gründen und im Interesse der Deutschnationalen erfolgen soll, behauptet jeht auf einmal die Rentenbant, der Einspruch Preußens erfolge aus politischen Gründen. Auch in Einzelheiten ist die Stellungnahme der Rentenbank unsachlich und unrichtig. Eine Erwiderung der preußischen Regierung greift zur Widerlegung der Angriffe folgende Hauptfragen heraus: je 2 auf die übrigen genannten Gruppen. Da es nun ein offenes Geheimnis ist, das nur dem Nachrichtendienst der Deutschen Rentenbant nicht bekannt zu sein scheint, daß all die genannten Gruppen mehr oder weniger in direkter Abhängigfeit vom Candbund stchen, und daß sie zum Teil auch durch Personalunion auf das engste miteinander verbunden find, so sind dieje 11 von 19 resp. 20 personen gleichzusetzen der Einflußsphäre des Reichslandbundes innerhalb der Verwaltung der Rentenbank. Noch flarer wird dieser Sachverhalt in bezug auf diese 11 Personen, wenn man weiß, daß Sachverhalt in bezug auf diese 11 Personen, wenn man weiß, daß sammlung des Instituts vorgenommen werden soll, und wenn ihre Wahl durch die 110 Mitglieder zählende Generalver. 30 durch den Landwirtschaftsrat. 20 durch den Reichslandbund, ammlung des Instituts vorgenommen werden soll, und wenn man weiter weiß, daß diese 110föpfige Generalversammlung aus 20 durch die Bauernvereine, 20 durch die landwirtschaftlichen Genossenschaften und 20 durch die Raiffeiſengenoſſenſchaften gewählten nicht etwa durch die hypothekenbelasteten Bandwirte gewählt, sondern durch die einseitig eingestellten Interessenverbände! Den 11 Mitgliedern des Verwaltungsrates sollen aber lediglich 8 vom Reichsrat bestellte Vertreter des Reiches und der Länder gegenüberstehen, die angesichts eines solchen Zahlenverhältnisses naturgemäß zur Ohnmacht verurteilt find. Das ist es, wogegen sich Preußen wehrt und weshalb es verlangt, daß auf alle Fälle durch Herbeiführung mindestens der zahlenmäßigen Barität zwischen landwirtschaftlichen Interessenten und Vertretern des Reichs und der Länder der öffentlich- rechtliche Charakter des Instituts betont wird. Gegen über der Darstellung der Rentenbant: 17( Länder): 2( Landbund). deutlicher können Zahlen nicht sprechen", ist also festzustellen: Bandbund), wozu man bemerken kann, daß deutlicher aller8( Reichs- und Ländervertreter) gegen 11( Landwirtschaft resp. dings Zahlen nicht sprechen tönnen! Herren bestehen soll. Die 11 Landwirtschaftsvertreter werden also standes Breußens politischer Art sei, daß, während die Land1. Die Rentenbank behauptet, daß der wahre Grund des Wider wirtschaft eine„ neutrale Wirtschaftseinheit" verlange, Preußen dagegen staatliche, d. h. parlamentarische Vorherrschaft im Verwaltungsrat der neuen Bank fordere. Das gerade Gegen teil ist der Fall. Die Preußische Regierung will einzig und allein das vorhandene fachliche Kreditbedürfnis der Landwirtschaft befriedigen, fie wendet sich aber ganz entschieden gegen das underfennbare Bestreben des Landbundes der heute eine rein politische und im wesentlichen der Deutschnationalen mittelnot der Lanwirtschaft durch Bereitstellung der liquiden Partei dienstbare Interessenvertretung geworden ist, die Rentenbankfrebitanstalt zu einem politisch- wirtschaftlichen Machtinstrument feiner feineswegs dem Interesse der gesamten Landwirtschaft dienenden Bestrebungen zu machen. Wenn Preußen durch seine Vorschläge die Statuierung des öffentlich- rechtlichen Charat ters der Bank an Stelle eines einseitigen Zwecken dienenden Machtinstruments erreichen will. so soll das eben der wirtschaftlichen instruments erreichen will. fo soll das eben der wirtschaftlichen Neutralisierung dienen und die Gewähr dafür schaffen, daß auch die Kreise der Landwirtschaft die nötigen Kredite von der Bank erhalten, die sich mit Recht dagegen sträuben, völlig unter die Abhägigkeit des Landbundes zu geraten. 2. Zur Begründung der Behauptung, wie„ mäßig" entgegen den Behauptungen der Preußischen Regierung die Ansprüche der Landwirtschaft sind, gibt die Rentenbank einige Biffern über die Zusammensehung der geplanten Berwaltung, die mert würdigerweife in den rechtsstehenden Zeitungen, die den Artikel bradyben, verdruckt sind, und zuar, wieder merkwürdigerwerfe, immer so verdruckt, daß die Bescheidenheit der Landwirtschaft und des Landbundes sehr start unterstrichen und die Ansprüche des Preußischen Staates grotest übertrieben werden. So spricht bei Preußischen Staates grotest übertrieben werden. So spricht beispielsweise der Tag" von 29 Mitgliedern des Berwaltungsrates, von denen allein 18 von den Zändern entfandt werden, während der Landbund nur 2 Stimmen hätte. Diefelbe Angabe findet sich in der Deutschen Algemeinen Zeitung", die dabei nur von 19 Gefamtmitgliedern spricht. Ueber diese Druck-" und Rechen-" Fehler muß doch einmal Klarheit gegeben werden. Hier ist sie. Der Verwaltungsrat der Rentenbanktrebitanstalt foll 19 mit glieder zählen, wozu als 20. der Borsigende tritt. Hiervon mer den nicht weniger als 11 Mitglieder landwirtschaftlichen Gremien entnommen, und zwar aus dem Deutschen Landwirt. fchaftsrat, dem Reichslandbund, der Vereinigung der Deutschen Bauernvereine, dem Reichsverband Deutscher landwirtschaftlicher Bauernvereine, dem Reichsverband Deutscher landwirtschaftlicher fordert für sich 2300, Herzfrankheiten 4000, Altersschanche und Arterireertaltung 4000 Dann gibt es noch ir Unmenge anderer Brantheiten, die ich zum größten Teil gar nicht ferre Am frem brften war mir, t.h geftete es schamerfüllt, die„ Chronische Baujah.". tie cin Menschen. ben vernichtete. " Ueberhaupt, nas ich alles nicht gewußt have! 3) war immer fo ftciz darauf, doß ich bei allen passenden with unpassenden Ge legenheiten die Vereinigten Staaten von Amerita und die Sieben Itrounder" au zehlen fonnte. Aber wiev Strakerlaternen in Berlin stehen, war mir nicht bekannt. Wie wichtig day ich nun meh, baß es fan 40 000 find. Allerdings branen davon zur Unterstübung von Raub und Diebstahl augenbifh nur noch zirta 10 000 Aber mic Got und die hohe Obrigkeit will! Besonders die legiere mus ja vor Amts wegen wissen, was uns frommt Die Smponierend erschienen mir e Ziffern über den Be.lehr Stadt- und Ringbahn befördert monatlich so 20 Millionen. Straßen bahn 25 Millionen. Hoch- und Untergrundbannen 15 ionen und de Autobuffe 2 Millionen Berliner Einwohne Und was diese Stadt verschlingt! An Fleisch allein! Da werden menailid ungefär 12 000 Rinder, 16 000 Kälber, 40000 Saweme. 20.000 Schafe und 300 Biegen verzehrt. Wenn ich abe: über aues das berichten wollte, res mir interesant erschien, dann müßte ich wohl noch ein Jahr lang an Schreib, tisch figen und schreiben und schreiben! J. Wan. | 3. Gegenüber der Klage, daß durch die von Preußen verursachte Berzögernng die dringendste Betriebsmittelnot der Landwirtschaft nicht befriedigt werden könnte, ist festzustellen, daß diese BetriebsMittel der Rentenbank auch auf anderen Wegen als auf dem von ihr angestrebten erfolgen kann. 4. Wenn die Rentenbank auch darauf hinweist, daß Preußen ein staatliches Institut,„ troz der privaten Gelder, die Landwirtschaft aber Eigenverwaltung des von ihr aufzubringenden Kapitals unter staatlicher Kontrolle verlange, so darf wohl darauf hingewiesen werden, daß nach dem oben Gesagten Preußen gar kein staatliches, sondern lediglich ein öffentlich- rechtliches Institut will, und daß es sich doch schließlich nicht um eine private Aufbringung landwirtschaftlichen Kapitals handelt, sondern darum, daß das Reich durch das Gesez, mit dem es der Landwirtschaft die Hypotheken auferlegt, erst einmal die Vorbedingungen und Grundlagen der Rentenbanktreditanstalt schafft. Für diese Schaffung der Borausfegungen, durch die ein an Kapitalfraft jeder einzelnen deutschen Großbant überlegenes Institut gefchaffen werden soll, müssen die Länder und darf wohl Preußen, das die Interessen der gesamten Landwirtschaft und nicht nur des Landbundes im Auge hat, eine andere Kontrolle als die oben geschilderte verlangen! 5. Wenn schließlich der Nachrichtendienst der Rentenbank eine durch den amtlichen Nachrichtendienst der Preußischen Regierung verbreitete offizielle Stellungnahme der Breußischen Regierung in ciner Meife tommentiert, die den Eindrud erweden foll, daß hier staatliche Wahima che getrieben werde, so muß das auf das schärffte zurückgewiesen werden. Mit Bemerkungen diefer Art tann man nicht das Auffallende der Tatsache verbeden, daß jetzt, wo das Reichs- und das Preußische Kabinett durch die Abwesenheit einer Anzahl ihrer Mitglieder von Berlin gar nicht be. schlußfähig sind, auf dem Verordnungswege ein Gesehentwurf von ungeheurer, von der Infereffentenfeite aber bisher verschleierter Be deutung für Land und Bolk durchgepeitscht werden soll! Diesen Ausführungen haben wir unsererseits nichts hinzuzufügen. Tatsache ist und das hat der Reichsbund selbst eingestanden eingestanden daß er in der Gründung der Rentenbank übernommen werden, und daß dieses sich zugleich bereit erklärte, für ein paar Ortsgruppen des Bühnenwolfsbundes in der Umgegend zu fpielen. Die Zuschrift des Bühnenvoltsbundes umschreibt das wunderbar schön mit den Worten:" Die Sch efische Bühne wird mit dem Brieger Stadtheater, jedoch unter Aufgabe des alten Rechtsträgers(!), verbunden." Sie teilt zugleich mit, daß die Bühne damit der bewährten tünstlerischen Leitung" des Direktors Friedrich vom Brieger Stadtheater unterstellt werde. Wir fennen Herrn Friedrich und seine fünstlerische Bedeutung nicht. Wohl aber wissen toir, daß noch vor ganz furzer Zeit führende Persönlichkeiten des Bühnenvolfsbundes über Herrn Friedrich Aeußerungen taten, die für diesen alles andere nur nicht schmeichelhaft waren. Gleichzeitig mit der Mitteilung über diesen merkwürdigen„ Fortbestand" der Schlesischen Bühne verschickt der Bühnenvolfsbund eine andere Notiz, die von einem großen Aufschwung seiner Ortsvereine in Schlesien und einen angeblichen Niedergang der Freien Volksbühne ebendort berichtet. Hierzu erklärt die Geschäftsleitung des Berbandes der Deutschen Boltsbühnenvereine, dem die Freien" Boltsbühnen angeschlossen sind, in einer Zuschrift an die Presse, daß es mit der Wahrheit dieser Mitteilung nicht anders stehe als mit der über die Schlesische Bühne. Tatsächlich sei der Berband" in Schlesien mindestens doppelt jo start ver treten wie die christlich deutsche Ronkurrenz. Die Notiz des Bühnenvolfsbundes widerspricht sich übrigens felbst. Ein mal heißt es: Nur in Hindenburg fonnte sich die Wolfsbühne. halten." wörtlich liest man später:" Nach unserer Kenntnis gibt es in ganz Schlesien höchstens zehn wirkliche und tätige VoitsbühnenWahrheitsliebe des Bühnenvolksbundes. gemeinden. Tatsächlich ist ihre Zahl mehr als zwanzig. Wenn der Bühnenvolfsbund etwa ein Dugend Orte aufzählt, in denen die Etwa gleichzeitig mit dem vom Bühnenvoltsbund übernommenen Freien Boltsbühnen abgeftorben" waren, fo ift bas bei gut der Dramatischen Theater in Berlin, brach auch die von ihm hälfte der genannten Orte nicht wahr. Bier Orte sind genannt, in begründete Schlesische Bühne", ein in Blah ftationiertes benen es überhaupt noch nie eine Boltsbühne gab, oder wenigstens Ich finde es herrlich, in folchen amtha Rabler zu wühlen. Wandertheater, zusammen. Jetzt versendet der Bühnenvolksbund feine, die dem Verband der deutschen Voltsbühnenvereine ange Sch Egeistere m'a daian, feststellen zu dürfen daß in Berlin eine Notiz an die Bresse, worin der Zusammenbruch auf das Reffel hörte. Am lieblichsten ist wohl in der Notiz des Bühnenvolfsbundes 1700 000 engl., 250 000 fath., 90 000 mos. und 50 000 andere den treiben der Linkspreffe zurückgeführt wird. Dieses Steffeltreiben die Mitteilung, daß die Freie Boltsbühne in Hindenburg 260 Mitvezschiedensten Reigionen und Sette 1 angeboren. Bon den der Linkspresse wird wohl am besten illustriert durch die auszugsglieder zähle, von denen aber nach angeblicher Aeußerung eines VorBuddhisten bis zu den Abrahamiten. Was ein Abrahamit, einer Bas ein Abrahamit, einer weiße Wiedergabe eines Berichts in dem gutbürgerlichen Reichen standsmitgliedes 245 Juden" feien. Die Boltsbühnen sehen zum exiftiert nämlich ur in Berlin, eigentlich ist, weiß ich nicht! Jhbacher Tageblatt" über eine Sigung des dortigen Ortsgruppenaus. Unterschied des Bühnenvoltsbundes in den Juden feine minder hefte ihn für einen verfappten Juden. schusses des Bühnenvoltsbundes vom 25. Oftober. Diese Sigung be. wertigen Staatsbürger und nehmen sie gern als Mitglieder auf. Ob. lled was gezeiratet wird in folch eine: Stab:: Eo im Durchschäftigte sich mit der Frage, was nun werden solle, nachdem die gleich über die Konfeffion der Mitglieder nirgends eine Statistit ge hnitt 15 000 Auigebote D. h. vor 10 Jah: waren fast doppel: fogen. Werbevorstellung der Glazer Wanderbühne so wenig Antlang führt wird, mag es zutreffen, daß in Hindenburg mehr als 200 Juden fo vicl. aber die Wohnungsnot und sie foz a Notage der be gefunden" habe. Als Ergebnis der Gigung wird der Befchluß mitge. zur Boltsbühne gehören. Aber sicher ist auch, daß die dortige Bolks. vö ferung schoben La einen Riegel vor. dltige Eainen findet man teilt, fo schnell wie möglich Schluß mit den Gast bühne insgesamt nicht 260, sondern ein Bielfaches dieser Zahl an übrigens darunter. Da heiratet eine Tante ihren Neffen, zwei Onkel fpielen" zu machen. Der Leiter des Theaters, ein Herr Starter, Mitgliedern hat. ihce Nichten und 54 vetterliche Heiraten. Ob Tante und je und schob in der Debatte die Schuld an dem„ Mißerfolg" auf die Spiel. Enfel und Nichte allerdings glücklich geworden sind, weiß in nicht. leitung seines Kollegen Dr. Block, der in unverständlicher Fielleicht sind sie mit unter der Rusrik She ungrn zu finder. Weise das Ensemble zusammengestellt hatte, ohne den Geschieden wird viel, merkwürdigerweise am häufigsten in der einzelnen Spieler einer näheren Prüfung seiner Leistungen zu unterBeit von 5. bis 1" jähriger Ehe. Rinder gibt es genug und in glaube, ziehen, so daß Leute mit einem Jungenfehler( im Bühnendeutsch!) zu ba, r vorläufig feine Angst vor Entpölferu 3a jaben brauchen. uns reden tonnten." So sieht also in Wirklichkeit das„ Kesseltreiben Sn Berlin werden, so durchschnitt' ich im Jahr 20 000 Kinder ge- der Linkspresse" aus. boren Die Todesfälle bieten allerdings in Den?.usgleich. Im Jahre 1918 starben zum Beispiei 35 000 engen. Imeressant erhien mir auch die Feststellung der Todesurfachen Die Zuberkulose sieht immer noch an erster Stelle. hr falen in der Sicdt jährli z zirka 10 000 Menschen zum Opfer. Der Krebs Die Notiz erklärt im übrigen, daß es gelungen sei, nun doch noch den Fortbestand" der Schlesischen Bühne mit der Mehrzahl ihrer besten Darsteller" zu sichern. In Wirklichkeit handelt es sich aber nur darum, daß ein paar Schauspieler( ob auch die mit dem Zungen fehler, muß dahingestellt bleiben), von dem Brieger Stadttheater Mitteilung dienen, daß die Bühnen Genoffenschaft in ihrer Zur veiteren Charakteristit des Bühnenvoltsbundes mag die letzten Sizung sich eingehend mit den Theatergründungen des Bühnenpolfsbundes beschäftigt und ihr Bräfibium beauftragt hat, bei den zuständigen Stellen energisch Broteft gegen die Herrn Gerft eingeräumten Borrechte zu erheben und die leicht. fertige Gründung Gerstscher Theaterunternehmungen zu unterbinden". Die Gemäldegalerie Karl Micolai, Bifforaftr. 26a, eröffnet am 1. Dez. eine Kollektivausstellung von Werken des Maiers Bünther Stüde. mann, welche speziell Landschaftstompofitionen aus Italien zeigen wird. Kreditanstalt einen weiteren Schrift zur Ergreifung der ökonomischen und damit auch der politischen Macht sieht. Die jenigen amtlichen Stellen aber, die jezt so eifrig das Projekt befürworten, wird man sich nach dem 7. Dezember einmal ordentlich ansehen müssen. Der Einspruch Preußens. Das preußische Kabinett hat, wie die Eca. erfährt, in seiner gestrigen Sigung beschlossen, sich der beabsichtigten Umwand lung der Rentenbont in ein landwirtschaftliches Kreditinstitut durch die Reichsregierung in der vorgeschlagenen Form auf dem Wege über§ 48 der Reichsverfassung zu widersehen. Die preußische Staatsregierung ist, wie wir weiter hören, nach wie vor der Auffassung, daß der Entscheidung des neuen Reichstags nicht durch eine Berordnung vorgegriffen werden dürfe und daß sich wirtschaftliche und finanzpolitische Maßnahmen von derartig weitragender Bedeutung nicht auf dem Berord nungswege durchführen lassen. Die Zuführung von Krediten an die Landwirtschaft sei auf anderem, von der preußischen Regierung bereits vorgeschlagenem, durchaus sicherem und gangbarem Wege möglich. Die Abfindung der Hohenzollern. Eine amtliche Warnung. Eine Korrespondenz verbreitet die folgende offenbar inspirierte Meldung: Seit der Herausgabe der Dentschrift des preußischen Finanzministeriums über einen finanziellen Ausgleich zwischen Breußen und dem früheren Königshaus ist die Auseinandersetzung zwischen beiden Teilen noch nicht um einen Schritt weiter gekommen, Die preußische Verwaltung erstrebt an sich eine vertragliche Bereinbarung, aber sie vermißt ein Eingehen der Bertreter des ehe. maligen Königshauses auf ihre Angebote, die selbst von weit rechtsstehenden Abgeordneten als durchaus loyal bezeichnet worden sind. Auf die Dauer, das ist die Meinung der preußischen Finanzverwaltung, wird sich der jetzige sdywere 3uftand nicht aufrechterhalten lassen. Wenn die Vertreter des früheren Königshauses sich nicht durch die ihnen zum Teil nahestehenden deutschnationalen Parlamentarier zu größerer Bertragswilligkeit bewegen lossen, dann würde nur der Weg einer Entscheidung im Wege der Gesezgebung übrig bleiben, bei dem natürlich auch der Rechts. standpunkt durchaus zu wahren wäre. Preußen allein tann aller dings diesen Weg nicht beschreiten. Die Voraussehung wäre ein Reichsgefeß, das mit Rücksicht auf den Verfassungsartikel 153, der den Schug des Eigentums(!) gewährleistet, sogar die für Verfassungsänderungen erforderliche qualifizierte Mehrheit haben müßte. Die Meldung ist wohl nur als volksparteifiche Mahnung an Wilhelm II. und seines Vertreters aufzufassen, endlich das Angebot des Finanzministers anzunehmen, ehe der Wahlausgang auch politisch eine andere und sicher nicht günstige Situation bringt. Die Sozialdemokratie hat befanntlich fängft eine gefeßliche Regelung gefordert, für die natürlich eine Zweidrittelmehrheit feineswegs nötig ist. Auch darüber wird der Ausgang der Wahlen entscheiden. Das Bolt hat jedenfalls nicht Lust, den Hohenzollern Hunderte von Millionen zuzuschanzen. Die Kommunisten im Ruhrgebiet. Rückgang auf der ganzen Linie. | dere haben die vielen kommunalen Standale zu einer großen Verftimmung gegen die KPD. geführt. Nicht nur, daß die KPD. alle Stadtverordneten aus der Partei ausgeschlossen hat, die wirklich praktische Arbeit für die Arbeiter zu leisten gewillt waren, fie gehen auch da und dort sogar dazu über, ganz offensichtlich die Interessen der Arbeiterschaft zu benachteiligen. In Laer bei Bochum ftimmten sie z. B. gegen die Erhöhung der Löhne der Gemeindearbeiter, trotzdem der Gemeinde- und Staatsarbeiter. verband eine entsprechende Eingabe gemacht hatte. Dem kommunistischen„ Ruhr- Echo" ist diese Heldentat anscheinend doch zu bunt. Es behauptet deshalb lügnerisch. der Verband habe eine Lohn erhöhung als nicht notwendig anerkannt. Im übrigen ist die fommunistische Verlegenheit groß. Noste, Leinert, Bartels, Haar mann sind auch ihre einzigen Walzen, die aber nicht mehr ziehen. Seit Donnerstag werden die Bergarbeiter durch die KPD. zur Streitbereitschaft aufgefordert, weil der Schiedsspruch für den Ruhrbergbau ein Schandspruch sei. Wenngleich auch die Lohn erhöhung für die Bearbeiter eine viel zu geringe und der Protest der Bergarbeiter ein außerordentlich großer gewesen ist, so dürften doch unter feinen Umständen die Bergarbeiter der kommunistischen Streifparole Folge leisten. Das donnernde Nein und das kräftige Ja. Wir lesen in der Germania": Gründe, die die deutschnationale Reichstagsfratiion am 29. Auguft zu ihrer Einerseits Anderseits haltung bestimmten. Und doch ist die Sache ganz klar. Die„ Korrespondenz der Deutsch nationalen Bolksparte t"( pom 25. November 1924), also das offizielle Parteiorgan, fagt es ebenso deutlich wie erheiternd in dieser wundervollen Krise: Manche Leute zerbrechen sich noch immer den Kopf über die " Unsere politischen Gegner glauben, in der Bezeichnung Partei halb und halb" ein besonders fräftiges Schlagwort gegen uns zu befizen. Aber wie war es denn? Der deutsche Staatsfarren rollte in rasender Fahrt dem Abgrund zu. Den schwächlichen Händen der Regierung waren die Bügel längst entglitten, hemmungslos gingen die roten und schwarzrotgoldenen Rofinanten durch, immer Karriere in das ewige Unheil. Da stellt sich ein beherzter schwarzweißroter Mann den Pferden entgegen, mit donnnerndem Rein" will er ihnen in die Zügel fallen. Gleichzeitig aber springt sein ebenso ent schlossener schwarzweißroter Bruder auf den Wagen, um mit einem träftigen Ja" dem ohmmächtigen Benker die Bügel zu entringen. Beibe Brüder wollten zu gleicher Zeit dasselbe: Rechts herum den Wagen reißen. Mißlungenes Manöver gegen Herriot. Die Anträge der Rechten abgelehnt. Paris, 28. November.( WTB.) Heute nachmittag ist die Aussprache über die Interpellation betreffend die Lebensmittelteuerung. fortgesetzt worden. Sie mußte wegen eines an sehr ernsten Zwischenfalls unterbrochen werden. Por zwei Tagen hat der rechtsstehende Abg. Taittinger bei Begründung einer von ihm eingebrachten Interpellation über die kommunistische Kundgebung vom letzten Sonntag aus Anlaß der Ueberführung der Leiche von Jean Jaures each dem Banthéon von Unterstüßungen zu Wahlzmeden gesprochen, die die beren Spiße Senator Billet steht, einzelnen Mitgliedern des Großfapitalistische Interessenvereinigung, Kabinetts bewilligt habe. Ministerpräsident Herriot hat, bevor er die Interpellation über die kommunistische Kundgebung be antwortete, in den schärfsten Worten die Verdächtigungen des Abg. Taittinger zurückgewiesen und dieser fonnte wegen des Lärms, der in der Kammer ausgebrochen war, feine Rede nicht fortsetzen. Der Abg. Taittinger weigerte fich auch an jenem Abend, Namen zu nennen, und erklärte ausbrüdlich, er werde sprechen, wenn er ble Zeit für gekommen halte. Taittinger ist seit einigen Wochen Chef. redakteur der nationalistischen Liberté". Gestern brachte nun das Blatt das Faksimile eines Briefes des Arbeitsministers Godart vom 15. Juli 1923, in dem dieser verlangt, man möge ihm den Geschäftsbericht der Vereinigung übermitteln, der seinen Namen enthalte und die Mitteilung, unter melchen Umstän öffentlicht hierauf die Beitrittserklärung des Arbeitsministers. Heute den er der Vereinigung beigetreten sei. Der Abg. Taittinger vers ist nun auch Handelsminiffer Raynaldy in die Debatte gezogen wor ben, und zwar in einer für das Kabinett Herriot sehr unangenehmen Art und Weise. Der damalige Abg. Raynalby foll am 6. November 1923 durch einen Sched von der Vereinigung die Summe von 10 000 Franten erhalten haben. Diese Enthüllung in der heutigen Nummer der Liberté" hat in der Kammer die allergrößte Sensation erregt und den jozialistischen Abg. Félig veranlaßt, eine Interpellation deren einzureichen, fofortige Be. ratung die Regierung angenommen hat. Die ausgedehnte Debatte hatte folgendes Ergebnis: Die Kammer nahm einstimmig die Resolution Felig an, beschloß also die Einsetzung einer Untersuchungstommission, und ferner den von mehreren Abgeordneten, darunter Coucheur, beantragten 3 us a ß, daß die Untersuchung fich auf alle Gelder erstrecken foll, die für die Wahlkampagne 1924 verausgabt worden sind. Damit ist der Zufahantrag des Abg. Taittinger gefallen. Paris, 28. November.( WTB.) Die kammer hat mit 299 Glüdte es? Nein, wild schwankt der Wagen, der beherzte gegen 246 Stimmen einen Antrag auf eine Untersuchung abgeBruder vor den Pferden wird gefchleift, aber läßt nicht locker; bielehnt, die den Ursprung aller Gelder, die den Parteien vom Lenter werden herausgeschleudert und fagbalgen sich nun im Schmuß der Straße um Herrschaft und Bügel, am brutalften der Rote; ber auf den Bod gesprungene schwarzweißrobe Bruder ist gleichzeitig abgefprungen und redt die Hand nach dem Zügel; da bäumen die Pferde hoch auf; der Wagen steht für die Länge einer Ewigkeitsfetunde! Jetzt gilt's, deutsches Bolt, den Lenter deines Reichswagens richtig zu wählen. Du nimmst das tapfere schwarzweißrote Baar, du wählst deutsdynational!" Das ist feinem Bigblatt entnommen, sondern der offiziellen Korrespondenz der Deutschnationalen Voltspartei". Nur 11 Proz. Rentenerhöhung. Der Reichsbund der Kriegsbeschädigten teilt zu unierer Rotia 82 Broz. Rentenerböbung" in der beutigen Morgenausgabe mit: Zahre 1919 bis 1924 zugefloffen sein sollen, nachprüfen soll. Sie lehnte mit 299 gegen 246 Stimmen einen Antrag der Abgg. Taittinger und Blaisot ab, die Untersuchung auch auszudehnen auf die Wahlen von 1919 und auf die Unterstüßungen, die zwischen 1919 und 1923 gemacht worden sind. Kämpfe im Sudan. Englische Meldungen. Condon, 28. November.( Eigener Drahtbericht.) Aus Retro wird britisch- offiziös gemeldet: Drei Bataillone ägyptische Artillerie in Khartum im Sudan haben sich geweigert, dem englischen Abzugsbefehi nachzukommen. Sie wurden von starten englischen Truppenfräften umgingelt und einstweilen interniert. Auch an und machte von der Schußwaffe Gebrauch. Drei Aerzte, Bochum, 28. November.( Eigener Drahtbericht.) Die Kommu. Die Ueberschrift 82 Prog. Rentenerhöhung" läßt den Schluß zu, fudanesische Truppen haben in Khartum gemeutert. Ein Teil des nisten des Ruhrgebiets find um Wahlparolen verlegen. Am 4. Mai daß die Renten allgemein um 32 Proz. erhöht worden seien. 11. Sudanesen- Bataillons griff das englische Hospital errangen fie einen Sieg infolge falimmster Ausnutzung der wirt. Es ist aber nur eine Erhöhung von 11 Bros. ab 16. November schaftlichen Notlage der Arbeiter und des unerhört starten Drucks erfolgt. Nur infolge der Unmöglichkeit der Zahlung ber erhöhten ber Unternehmer nach dem passiven Widerstand. Inzwischen haben Beträge ausgangs November beträgt die Vorauszahlung des die kommunistischen Wähler erkannt, wie wenig ihnen durch kommu- Januarbetrages einschließlich der Nachzahlung für die Zeit vom nistische Mandate geholfen, wie sehr aber ihnen durch sie geschadet 16. November bis 31. Dezembor= Grundbetrag vom 1. August ift. Die Folge ist eine grenzenlose Enttäuschung, die unter Um- plus einmalig 82 Proz. Aufschlag." Ständen zu einer größeren Wahlenthaltung führen kann. InsbesonTimm Kröger, der Meister der Novelle, würde heute feinen 80. Geburtstag feiern. Seit sechs Jahren ruht er in der Erde, aber in feinen Werken lebt er als ein ganz großer Erzähler fort. Timm Kröger ist Heimatdichter im tiefsten und besten Sinne des Wortes. Aber er hat felbst in den persönlichen Bekenntniffen, die er der Gesamtausgabe feiner Novellen voranstellte, betont, daß er tein Heimabdichter in dem Sinne irgendwelcher Parteinahme fei. In ihm selbst Lebben Heimat und Kindheit als schöpferische Gewalten immer bar fort, und er hat aus diesem Gesundbrunnen in feinem ganzen Schaffen geschöpft. Der Sproß eines alten Bauerngeschlechtes wollte selbst Bauer werden und ging noch mit 18 Jahren hinterm Pfluge, bis ihn der Wissendurst überfiel und er schon 2 Jahre später Student in Riel war. Als er bann als Redtsanwalt und später als Justiz rat in den juristischen Arbeitssieben am Rarren zog", da erwachte ganz allmählich in ihm die große Sehnsucht nach der Heimat, die ihn zum Dichter machte. Erst els 42jähriger fing er an, die inneren Gesichte aufzuschreiben, spät ist er, ober um so föftlicher gereift. Die älteste Gefchichte, die er in feiner Gesamtausgabe aufgenommen hat,„ Die Roßtrappe von Neudorf", fuchte er, berzeit an unsere Familienblätter zu verhößern, indes verneblich, so daß ich on meinem Talent verzweifelte. Erst als ich im Jahre 1888 Liliencron näher fennengelernt hatte und von ihm wegen diefer Sfizze über Gebühr gelobt worden war, gelang es mir, fie durch seine Vermittlung in der von Conrad geleiteten Gesellschaft" unterzubringen." Seitdem schrieb er weiter, aber erst seit 1903 fonnte er sich ausschließlich fener Kunst women, und er hat in den letzten 15 Jahren seines Schoffens fein Höchstes gegeben. " Uebertrumpfte Lichtgeschwindigkeit? Aus Budapest tommt folgende fenfationelle Nachricht. In der mathematisch- physikalischen Gesellschaft hielt Boftdirektor Gatti einen Bortrag über Bersuche mit elektrischen Signalen, die er seinerzeit noch im Auftrag der deut schen und österreichisch- ungarischen Heeresleitung begonnen hat. Mit einem gewissen Verfahren sei es ihm gelungen, festzustellen, daß die Geschwindigkeit der elektrischen Signale auf Leitungen entgegen der bisher angenommenen 300 000 Kilometer 4-8 Millionen Kilometer pro Sefunde beträgt. Prattisch biete diese große Geschwindigkeit Gelegenheit zur Schaffung des echolofen Ozeantelephons, des Schußes der 220 000 Volt starten Kraftübertragungslinien und der Aussendung von Radiowellen mit geringerer Energie auf dieselbe Entfernung. Der Kronprinz wird befördert. Friedrich Wilhelm von Hohenzollern, Gutsbefizer und Privatmann zu Dels in Schlesien, hat eine bemertenswerte Beförderung erfahren. Laut eines uns vorliegenden Prospekts der Firma Johs. Telkamp in Haarlem, zu deren Kunden er feit feiner Sonumerfrische in Holland zählt, führt der hohe Herr fekt ben Titel„ Kronpring ber beutigen Bän oot bloß Kronprinz von Preußen, fondern auf Geffen Homburg- Meisenheim und allen übrigen 26 deutschen feld, Baerländern. Wir beglückwünschen Seine Hoheit zu der neuen Würde. Was aber sagen die Thonanwärter aller jener Ländchen zu dieser neuen ufurpation der Hohenzollern? i Moldenhauer kneift. Köln, 28. November( Gigener Drahtbericht.) Die Anfrage, die von den Kölner Demokraten an ben volteparteilichen Spizenkandidaten Profeffor Moldenhauer über deffen Rheinlandpolitit gestellt wurde, beantwortet biefer am Freitag wie folgt: Bei unseren Verhandlungen über die Bildung eines Diret. toriums ist niemals von der Bildung eines Ministeriums, geschweige denn eines Kultusministeriums die Rede gewesen. Ich babe infolgedeffen auch niemals die Autorisation gehabt(). über die Belegung des Postens des Kultusministers irgendwelche Verhandlungen zu führen." Diese Antwort Moldenbauers geht um den Kernpunkt der demokratischen Anfrage herum. Er wurde gefragt, ob er mit bestimmten Persönlichkeiten der Volkspartei über die Befezung des Kultusministeriums verhandelt hat. Darauf geht er nicht ein. Feindliche Brüder. Der schwarzweißrote Burgfriede. Deutschnationale und Deutsche Volkspartei haben untereinander Burgfrieden. 3war nicht offiziell, aber doch in der Tat. Nur sieht dieser schwarzweißrote Burgfriede genau so aus, mie die schwarzweißroten Parteien im Innern Jeder der beiden schwarzwe Broten Brüder bezichtigt den anderen des Bruches des Burgfriedens. 4 Go effert die, Bommeriche Tagespost" unter der Ueber fchrift Ist das Burgfrieden" gegen die Stresemannsche nationale Realpolitit", in der sie eine unlautere Ronkurrenz gegen die einzig( dywarzweißrote Politit erblidt. Sie wettert gegen die Bolfspartei: Nicht Klarheit der politischen Situation, nicht Entschieden. heit der Frontstellung, nicht grundsägliche Abfehr von einer Politit des Verderbans, nicht eindeutige Stärtung des nationalen Gedankens ist ihr Ziel, sondern was sie gegenwärtig tut, ist nichts als Berwischung der Gren zen und Berwirrung des politischen Urteils einzig und allein um taktischer Parteiportelle willen. Und um diese Vorteile ungestört für sich einheimen zu fönnen, verlangte man mit der Miene des Biedermannes den Burg. frieden von den anderen. Wir glouben nicht, daß sich nach dieser Demastierung auch in den Kreifen der Deutschen Boltspartei noch viele finden werden, die eine solche Spaltpilz politik mit ihrem nationalen Gewissen vereinbaren fönnen." Dafür beschwert sich die 3eit unter der Ueberschrift Un. feine Kampfes weise" über die Mundtotmachung, die einem Diskussionsredner der Volkspartei in einer Bersammlung des Herrn Don Remniz Arthur mit den reinen Händen widerfahren ist. Sie flagt: So wird von den Deutschynationalen der Burgfriede zwischen den Bruderparteien eingehalten." Sie wollen ja zusammen den Besigblod machen, fie wollen ja ein britischer und zwei syrische, wurden getötet. Englische Trup. pen griffen die Meuterer an, von denen eine größere Anzahl darunter die Führer der Studenten, getötet wurden. Die Lage ist sehr gespannt.( nach anderen Meldungen sind die ausgewiesenen" Truppen widerstandslos abgezogen. Red.) Die ägyptischen Parteien weigern sich, das Kabinett Siwar Pascha anzuertennen. Es hängt in der Luft. Die von den Engländern in Kairo verhafteten vier Führer der nationalistischen Bewegung sind den ägyptischen Justizbehörden übergeben worden, damit diese das Strafverfahren wegen Teilnahme an einer Verschwörung eröffnen. Inzwischen hat die Polizei weitere 54 Personen wegen Komplotts verhaftet. Herumschiebung des Notrufs an den Völkerbund. London, 29, November.( Eẞ.) Laut„ Daily Herald" hat der Generalsekretär des Bölferbundes Sir Eric Drummond sich ent schlossen, die ägyptische Protestnote dem Präsidenten des Bölkerbundsrabes Hymans zu übermitteln. Drummond soll erklärt haben, es sei nicht möglich, festzustellen, ob die Protestnote an das Sekretariat oder an den Präsidenten des Bölferbundes gerichtet sei. Daily News" glauben zu wissen, daß die britische Regierung dieser Tage beim Völkerbund um die Erteilung des Mandats für die Verwaltung des Sudans nachsuchen werde. Kairo, 28. November.( Reuter.) Wie die Zeitung„ Al Ahran" erfährt, soll erfien bereit sein, im Namen Aegyptens die Frage ber 3ntervention des Bölterbundes zur Sprache zu bringen. Der Kampf gegen Mussolini. Die Zuversicht der Opposition. Erklärungen Turatis. Rom, 28. November.( Eca.) In einem Interview mit einem Bertreter des„ Giornale d'Italia" erklärte der sozialistische Abge. ordnete Turati, die Op, ¡ itionspartelen hätten bereits einen großen moralischen Sieg davongetragen. Selbst Mussp lini fei gezwungen gemejen, alle Argumente sich zu Eigen zu machen, für welche die Oppositionellen tausend Verfolgungen hätten erleiden müssen, und sogar totgeschlagen wurden. Geplante Maffenfundgebung der Opposition. Mailand, 28. November.( Eca.) Die Oppositionsparteien haben für nächsten Sonntag in Mailand eine große gemeinsame Zu. jamment unft beschloffen, zu der alle oppositionellen Abgeordne ten eingeladen wurden. Das Komitee der Oppositionsparteien be Schloß aus diesem Anlaß auch eine große öffentliche Ver. jammlung abzuhalten, in welcher Vertreter aller Parteien zu Morte temmen fellen. Turati wird die Versammlung leiten. Wie unserer römischer Berichterstatter hierzu meldet, wird auch Stolitti hieran teilnehmen. Das Komitee erklärt, durch diese große öffentliche Versammlung sollten vor allem die Absichten der Regierung über die freiheit auf die Probe gestellt werden. Bersammlungs. Der frühere Reichstagsabgeordnete Genoffe Mittwoch erlitt in Marienwerder einen ichweren Unfall. Er geriet unter ein durchandere ernste Berlegungen. Kolonifier ung Alastas. Nach einem Spezialbericht bestellen zufammen das Volk bewuchern, sie wollen ja zusammen die gehendes Gespann und erlitt einen schweren Schädelbruch und des Innern gestatten die Lebensbedingungen in Alasta die Ansiedlung von 09 000 Farmern mit Familie. Republik abbauen aber erst wollen sie noch einander übergaunern. Gewerkschaftsbewegung Entlassungen in den Eisenbahnwerkstätten. Die Verfügung der Reichsbohngesellschaft zur Entlassung von Arbeitern aus den bahneigenen Werkstätten, die vor kurzem angetündigt wurde, hat tiefe Beunruhigung in die Arbeiterschaft der Reichsbahn gebracht. Der Deutsche Eisenbahnerverband ist Bei den Entlassungen handelt es sich um die Auswirkung betriebs: wirtschaftlicher Umstellungen großen Stils, die bei den Werkstätten der Reichsbahn in den letzten Jahren durchgeführt wurden, ohne daß fie der Deffentlichkeit hinreichend bekannt und flar geworden sind. In den Werkstattbetrieben ist mit allen Finessen eines raffinierten Affordlohnsnstems und der wissenschaftlichen Bes triebsführung eine erheblime Steigerung der Leistun gen der technischen und menschlichen Kräfte erzielt worden. Die angekündigte Entlassungsaktion verfolgt den doppelten Zwed, die Zahl der Arbeitskräfte im gesamten Werkstattwesen mit dem ver. minderten Produktionsumfang in Einklang zu bringen und gleichzeitig die gesamte Reparaturarbeit an Fahrzeugen in den leistungsfähiaften und standortmäßig günstigsten Betrieben zu konzentrieren. Die Wirkung ist, daß in fast allen Betrieben eine gewisse Zahl von Arbeitern als überflüssig gilt und manche Werkstätten sogar stillgelegt werden sollen. An den Beamten und Arbeitern einiger Werkstätten, deren Stillegung in Aussicht genommen ist, wie z. B. bei den Werkstätten in Stolp, Greifswald, Malchin, Hoyerswerda und Arnsberg zeigen sich die üblen fozialen Wirkungen dieser Entwicklung besonders fraß. Die erwähnten Werkstätten liegen in ländlichen Gebieten mit geringer Industrie, die nicht imstande ist, zahlreiche Arbeiter der Reichsbahnwerkstätten aufzu nehmen. Als die Eisenbahn ihre Betriebe dort errichtete, 30g fie die erforderlichen Arbeitskräfte heran, und diese siedelten sich in den genannten Städten an in dem Glauben, dort für ihre Familie eine dauernde Heimstätte gefunden zu haben. Wie groß die Bedeutung bieser Eisenbahnwerkstätten war, zeigt folgendes Beispiel: Bon den 10000 Einwohnern, die das Städtchen Arnsberg umfaßt, entfallen 4000 Köpfe auf die Beamten und Arbeiter der Eisenbahnwertstätte nebst ihren Familien. dern. Gegenüber den Beamten und Arbeitern fönnen Reich und Staat ihre Verpflichtungen nicht damit als erledigt erklären, daß die Reich, sbahngesellschaft heute ein von den Staatsfinanzen unabhän giges Unternehmen ist. Reich, Staat und Reichsbahn haben die Pflicht, die ungewöhnlich fozialen Härten, die mit der Entlassung in den Eisenbahnwerkstätten und den geplanten Betriebsstillegungen verbunden sind, in gemeinsamer Bemühung au linWirtschafts- und Arbeitsministerien des Reiches und der Länder müssen für die Betriebe, deren Stillegung vorgesehen ist. neue Arbeitsmöglichkeiten schaffen. Wenn darüber hinaus noch immer Arbeiter überflüssig werden, so muß ihnen die Abwanderung und Unterbringung in der Industrie unter Borzugsbedingungen und durch öffentliche Mittel ermöglicht werden, wenn sie nicht mit ihren Familien dem nackten Elend preisgegeben werden sollen. Schließlich ist noch die Frage zu stellen, ob nicht durch die erreichte Steigerung der Werkstattleistungen die von den Wirtschaftskreisen so oft geforderte Voraussetzung für die Wiedereinführung des Achtstundentages in den Berkstattbetrieben gegeben ist. Die Reichsbahngesellschaft scheint allerdings zunächst noch solchen Ueberlegungen sehr fern zu stehen. Sie bemüht sich im Gegenteil fogar, bei der Deffentlichkeit den Eindruck zu erweden, als fei fie viel zu hoch mit Personalausgaben belastet. So hat der Berwaltungsrat nach Mitteilungen in der Presse den Anteil der Ber onalausgaben an den Gesamtausgaben für das Geschäftsjahr 1925 auf 62 Proz. gefchäßt, während er im Jahre 1913 nur 50 Proz. betragen habe. Diese Behauptung findet feine Grundlage in den bisherigen Bilanzausweisen der Reichsbohn, denn nach offiziellen Aufzeichnungen betrugen bis zum 31. März 1924. die Per318 Arbeitstage je 8 Bogen zu 4 Seiten= 2544 Bogen ober 10 176 Seiten. Hierfür bekommt der Staat wie oben angegeben 2035 20 M. Diese Zahl muß aber ergänzt werden, denn in der angegebenen Seitenzahl befinden sich auch die hergestellten Durch schläge, die zwar dem Beamten nur zu einem Sechstel angerechnet werden, die aber dem Fiskus als volle Seiten bezahlt werden. ( Urteilsausfertigungen, Protokollabschriften usw.) Bor mir liegt eine Durchschnittstagesleistung mit 63 Glattschriften und 117 Durchschlägen. Dem Kanzleibeamten werden hiernach angerechnet: 63 Bunkte glatt und 20 Punkte Durchschläge( 117: 6= 19,5= 20), 7 Bogen. Stehen also zusammen 83 Punkte Glatt oder 28 Seiten die Glottschriften zu Durchschlägen im Verhältnissen von 63: 117 mie rund 8:10, fo ergibt dies, daß zu den jährlich anzufertigenden 10 176 Seiten noch 80 Broz. Seiten hinzukommen, die sich aus den Durchsch ägen für den Fiskus ergeben, das sind 10 176+8140 18 316 Fistusfeiten. Es ergibt sich also bei 20 Pf. die Seite ein Betrag von 3663,20 m. Rechnet man ein Durchschnittsgehalt von 2400 m. jährlich( es haben nur wenine Kanzleibeamten ein derartiges Einkommen), so verbleiben für den Fiskus rund 1262.80 M. Mögen hiervon noch allerlei Beträge abgehen für Bapierfosten, Schreibmaschinenamortisation usw., so bleibt dem Fiskus tatsächlich ein nicht unerheblicher Betrag übrig, fo daß man die Kanzleibeamten geradezu produttive Staatsbeamte nennen fann. Mag auch die Berechnung, die ich gegeben habe, um ein weniges nach oben oder unter differieren, so ist die Berechnung des Herrn Geheimrats Kühnemann ganz unglaubwürdig. Letzten Endes läuft die ganze Aktion doch darauf hinaus, ein menschenwürdiges Dalein verbürgendes Einfommen zu erreichen. Ob dies im Wege der Zulage oder Eingruppierung erreicht wird, ist vollkommen schnuppe. Bei Brot und Fleisch und anderen Lebensmitteln gibt es Gott sei Dant noch feine 13 Breisstufen und noch dazu Sonderpreisstufen. so haben auch die Kanzleibeamten ein Recht, Butter( wenn auch nur Margarine wie edyte Butter") und Brot und Fleisch zu essen. Diefer Grundsatz möge bei der nächsten Gehaltsregelung maßgebend sein. Bezirksobmännerkonferenz der Bühnengenossenschaft. Am 25. und 26. November fanden in der Genoffenfchaft Deutscher Bühnenangehörigen Sitzungen des Verwaltungsrats mit der Bezirksobmännerfonferenz statt. Es wurde eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge beschlossen. Mit Rücksicht auf die überaus kritische Lage der Theater und die zahlreichen Zusammenbrüche von Theaterbetrieben wurde die Bildung eines besonderen Nathilfe- Fonds durch eine Um lage von 3 M. für jedes Mitglied beschlossen. Die Konferenz nahm mit größter Enttäuschung von einem Schrein des Deutschen Bühnenvereins Kenntnis, in dem erklärt wird, daß der Deutsche Bühnenverein neuerdings die Errichtung der geplanten allgemeinen Theaterversorgungsanstalt für undurchführbar hält. Die Bezirksobmännerfonferenz beauftragte das Präsidium, nunmehr von sich aus mit Hilfe der gesetzgebenden Körperschaften die baldige Errichtung der Bersorgungsanstalt zu betreiben. Für die Teilnahme an den bevorstehenden Verhandlungen des Entwurfs eines Reichstheater geseges im Reichsministerium des Innern wurde eine besondere Kommission gebildet, der außer dem Präsidium und den in Berlin wohnhaften Verwaltungsratsmitgliedern die Bezirksobmänner der Bezirke Groß- Berlin und Rheinland angehören. Die Genossenschaft wird in einem eigenen Entwurf ihre Forderungen für das Reichstheatergefeß niederlegen. Ferner ermächtigte die Bezirksobmännerfonferenz das Präsidium, in Zukunft auch die Interessen der Filmschauspieler gegenüber den Filmunternehmern zu vertreten. Es wird eine besondere Filmschutzstelle vom Präsidium errichtet. Eine eingehende Aussprache erfolgte über die Bedeutung des Rundfunk Das Präsidium erhielt den Auftrag, die Interessen der beim Rundfunk beschäftinten Bühnenangehörigen in rechtlicher, wirtschaftlicher und künstlerischer Beziehung zu vertreten; insbes fondere wird durch schiedsgerichtliche Feststellungen die Frage geflärt werden, ob und inwieweit die Bühnenmitglieder verpflichtet sind, Kommunistische Kampforganisationen". In Nr. 167 der Roten Fahne" wird behauptet, daß der Freie Eisenbahnerverband die stärkste Eisenbahnerorgani sation in Berlin ist und jederzeit zum Kampf bereit fei. Warum ist dann der Kampf um bessere Lohnbedingungen nich: aufgenommen worden? Hatte man Bedenten, mit Mitgliedern in den Kampf zu treten, die seit sechs und neun Monaten feine Beiträge an den FEB. abführen? Hatte man Bedenken, den Leden dann noch bedeutend früher als vorgesehen liquidieren zu müssen? Oder ist es wahr, daß der FEB. ein„ Drechaufen“ ist und seine Aufgabe als verfehlt betrachtet? Die Rote Fahne" und die sogenannten„ Selbständigen" blamieren sich tagtäglich mehr. ,, Einheitsfront"-Aphorismen. Der Artikel Dudegeefts über die ruffischen Gewerkschaften und den JGB.(„ Vorwärts" Nr. 548) ist den Mostauern scharf auf die Nerven gefallen. In einer Unterredung mit den Bressevertretern ( Trud" vom 22. d. M.) gibt Losowsky seiner Wut einen scharfen Ausdruck: " Oudegeeft fragt, ob die Sowjetgewerkschaften das Recht haben, sich der Amsterdamer Internationale ohne Geneh= migung der KPR. anzuschließen und ob die Kommunistische Partei zu einem entscheidenden Moment nicht die Deba.ten über die 21 Bedingungen aufrollen wird. Dudegeest scheint zu glauben, daß die Sowjet- Bewertschaften ihre organische Verbindung(!) mit der KP D. zerreißen werden, um denn Reformisten aller Länder eine Freude zu bereiten. Dudegeeft bleibt dabei nicht stehen, er will für die Zulassung" der Sowjet Gewerkschaften in die Amsterdamer Internationale die internationale Arbeiterbewegung vom Kommunismus befreien. Nun soll ihm befannt sein, daß es die in der Komintern vereinigten fommunistischen Parteien sind, die die Zellen bauen und bauen werden, und daß weder die Romintern, noch die fommunistischen Parteien den Sowjet- Gemertschaften unterordnet sind. Die Aufstellung solcher Forderungen ist nichts anderes als eine Sabotage der Sache der Einheit " Das Zellentauen wird also auch weiter energisch betrieben. Wie niedrig muß man aber die Urteilstraft der europäischen Gewerk schaften einschäßen, um zu glauben, daß es den Losowstys gelingen wird, in ihrer Eigenschaft als Gemertschaftler die Verantwortung für das Zellenbauen abzuschütteln, um in ihrer Eigenschaft als Kommunisten das schändliche Werk ungehindert fortsetzen zu fönnen. Bom Interesse ist noch folgender Erguß in dem Elaborat L's: ,, Am pikantesten(?) ist aber die letzte Frage Oudegeests: ob die Sowjet- Gewerkschaften zum Kampf gegen Militarismus und Krieg bereit sind. Dudegeeft selbst glaubt offensichtlich, daß die Amsterdamer Internationale bereit ist gegen den Krieg zu kämpfen". Als ein typischer Reformist wird wohl Oudegeeft nie begreifen, daß der Kampf gegen den Militarismus mit dem pfäffisch. meinerlichen Pazifismus nichts Gemeinsames hat; die Arbeiterklasse wird den Militarismus nur dann besiegen, wenn sie die Bourgeoisie entwaffnen und die Bewaffnung des Proletariats durchführen wird." Es wäre sicherlich von Interesse zu erfahren, was die so energisch von den Kommunisten umworbenen englischen Gemertfchaften von diesem Kampf gegen den pfäffisch- weinerlichen Bazifismus" denken." Lohnvereinbarung im Bergbau. Die vier Kündigung des Ueberzeitabkommens. Bochum, 28. November.( Eigener Drahtbericht.) tariffähigen Bergarbeiterverbände baben in gemeinsamer Sigung am Freitag abend beschlossen, den Lohnschiedsspruch anzunehmen. Gleichzeitig wurde beichlossen, in den einzelnen Bergbaubezirken zu dem geltenden Ueberarbeitszeitabkommen Stellung zu nehmen, Für den Nubrbergbau wird die Kündigung am 30. November zum 31. Januar 1925 ausgesprochen. Die Kündigung des Neberarbeitsgeitabfommens im mitteldeutschen Braunkohlenbergbau ist schon vor einigen Wochen erfolgt. fonalausgaben nur 44,5 Broz der Gesamtausgaben. Uebertragungen von Borstellungen durch den Rundfunk zuzulassen. Schiedsspruch im niedersächsischen Bergbau.. Die Schäßung der Reichsbahngesellschaft für das Jahr 1925 ist fehr gewagt. Die ganze Entlassungsfrage, von der das Schicksal Tausender von Eisenbahnerfamilien abhängt, wird nur dann eine wirklich humane und soziale Lösung finden, wenn der tommende Reichstag den Mut finden wird, zu der ganzen Frage auch ein Wort zu sagen. Eisenbahner, handelt am 7. Dezember danach! Geheimratsweisheit! Bon einem Kanzleibeamten wird uns geschrieben: Es gab einmal einen Abgeordneten, der, wenn der damalige Staatsfefretär des Reichsmarineamts, v. Tirpit, im Reichstage Sprach, unentwegt nach der Decke starrte. Gefragt, warum er dies tue, antwortete er treuherzig: er wolle bloß sehen, ob sich die Ballen biegen! Ungefähr dasselbe Gefühl hatte ich, als ich zufällig einen Artike! Zur Einstufung der Kanzleibeamten" in Nr. 19 der Zeitschrift Reichsbund der Zivildienstberechtigten" las. Wenn der Verfasser, Geheimrat Kühnemann vom Reichsfinanzministerum, den Wünschen der Beamtenvertreter entgegenhält, daß durch eine höhere Eingruppierung der Kanzleibeamten als in Gruppe 4 die Kosten der Schreibarbeit zu hoch würden, sie seien statistisch zurzeit auf 18 M. pro Bogen festgestellt, und weiter dann damit droht, daß bei weiterer fortaefekter Forderung nach höherer Eingruppierung die Verwaltung leicht dahin kommen tönne, daß sie die Kanzleiarbeit von billigeren Kräften( Angestellten) verrichten lassen würde, so ist nicht zu ersehen, welches Moment stärker zu bewerten ist: die Befliffenheit des Herrn Geheimrats, der Deffentlichkeit Sand in die Augen zu streuen, oder die Drohung mit dem schwarzen Mann. Nach einem weiteren Artikel in der eingangs erwähnten Zeit fchrift( S. 201) Durchschnittsleistungsmaß für das bei den Reichsbehörden beschäftigte Kanzleiperfonal" ist legteres auf 108 Bunfte ( neunstündige Arbeitszeit) festgelegt. Also bei achtstündiger Arbeitszeit 96 Punkte oder 32 Seiten oder 8 Bogen. Rechnet man nun nach der Methode des Herrn Geheimrats Kühnemann: 318 Arbeitstage je 8 Bogen 2544 Bogen = 10 176 Seiten. Diese 2544 Bogen tosten dem Fisfus, der Bogen zu 18 M. gerechnet 20 352 M. Da die Seite mit 20 Pf. dem Bublikum bei der Justiz in Rechnung gefbellt wird, bekommt der Fiskus für die Leistung eines Kanzleibeamten im Jahre nur 2035,20 m. Er legt also bei jedem Kanzleibeamten jährlich 18 316,60 m. zu. Außerdem schenkt der Staat dem Beamten sein Gehalt. Unwillfürlich muß man da nach der Dede Starren. Wenn man aber täglich sogenante Bogen schreibt und ganz genau weiß, wieviel man leisten fann und wieviel der Fiskus dafür bekommt, dann ergibt sich folgendes Bild: Einen breiten Raum in den Verhandlungen nahm die Aussprache über die Theatergründungen des Bühnennolfsbundes ein. Das Präsidium wurde beauftragt, bei den zuständigen Stellen energisch Proteft gegen die Herrn Gerst eingeräumten Vorrechte zu erheben und die leichtfertige Gründung Gerstscher Theaterunter nehmungen zu unterbinden. Schließlich nahm die Bezirksobmännerfonferenz Stellung zu den jüngsten Beschüssen des Deutschen Bühnenvereins. Die von diesen Beschlüssen betroffenen Berliner Schauspieler find am Freitag zu einer Aussprache über das Vorgehen des Bühnenvereins in der Genossenschaft zusammengetreten. Arbeitsvermittlung für Studierende. Das Akademische Erwerbslosenvermittlungsamt der Universität, Kaiser- Franz- Joseph- Plah, Zimmer Nr. 16, sucht für bedürftige Studierende aller Berliner Hochschulen Nebenerwerb, worunter auch halbtägige Bureauarbeit. Die Zahl der bedürftigen Studierenden ist nicht gering und die Absicht, ihnen zu einem Nebenerwerb zu verhelfen, durchaus zu begrüßen. Eine andere Frage ist, ob die Art ihrer Durchführung durch die genannte Vermittlungsstelle ein wandfrei ist. Das wird in einer Zuschrift an uns aus den Kreisen der stellungslosen Kaufleute und Angehörigen geistiger Berufe, die auf den Kaufmännischen Arbeitsnachweis in der Spandauer Straße angewiesen find, dem eine besondere Abtei. lung für geistige Berufe angegliedert ist best ritten. Die hier gemeldeten Stellungslosen befürchten, daß durch die Angebote der Akademischen Vermittlungsstelle an den Anschlagsäulen manche Arbeitgeber den Städtischen Arbeitsnachweis umgehen, indem sie darauf spekulieren, beim Arbeitsnachweis der Universität billigere Arbeitsfräfte zu bekommen, weil hier feine Gewähr dafür geboten sei, daß Arbeitsfräfte zu tariflichen Arbeits bedingungen bzw. nicht unter dem Sage des ortsüblichen Tagelohnes vermittelt werden. Den bedürftigen Studierenden wäre nicht damit geholfen, wenn sie von Lohnbrüdern mißbraucht werden, doch die stellenlosen Kaufleute und Akademiker würden dadurch geschädigt. Um dies zu ver= meiden, wird die Angliederung der Arbeitsvermitt= lung für Studierende an die Abteilung des Kaufmännischen Arbeitsnachweises für geistige Be. rufe empfohlen, die von einem Akademiker geleitet wird. Soweit es sich um bestimmte Berufstätigteiten handelt, und eben darum drehen sich die Beschwerden der Stellungslosen in der Spandauer Straße, haften auch wir es für notwendig, daß die Vermittlung dem zuständigen Arbeitsnachweis überlassen wird. Die weiteren Einwände, die allgemein gegen die Tendenz der Vermittlungsstelle bei der Universität erhoben werden, bedürfen einer Nachprüfung. Kauf ohne Sorge Riesenhafter Weihnachtsverkauf bei Korge In den Lohnverhandlungen im niedersächsischen Steinfohlen bergbau wurde einstimmig ein Schiedsspruch mit folgendem Hauptinhalt gefällt: Der Manteltarif ist bis zum 1. September 1925 ver längert worden. Das bisherige Urlaubsablommen und das Mehrarbeitsabkommen sind gleichfalls verlängert worden; fie können ab 1. Januar 1925 mit fedemödiger Frist gekündigt werden und zwar nur gemeiniam. Der tarifliche Durchschnittslohn ist ab 1. Dezember 1924 auf 3,95 M. festgesezt worden. Zu den Lohnverhandlungen im miffeldeuffchen Braunkohlenbergbau verbreitet das Arbeitsministerium eine Daistellung, wonach die von der Schlichtungstammer vorgenommene Ver tagung nur erfolgt jei, weil die notwendigen Unterlagen gefehlt baben und nach deren Herbeischaffung ein Schiedsspruch gefällt worden ist, der für den größten Teil des Bezirks eine Lohnerhöhung von etwas über 5 Broz. vorschlägt." Diese Darstellung widerlegt nicht unsere Mitteilung, daß die Verhandlungen vom 5. auf den 24. November vertagt wurden, wohlgemerkt über einy Neuregelung der Löhne ab 1. Oftober. Die Lohnerhöhung beträg 21 Pf. für das Kernrevier und 3 bis 8 Pf. pro Schicht für die Nandreviere. Achtung, Böttcher! Die Eiftafabrik GIago to u. Sch to a be, Berlin SW., Gitschiner Str. 76/77, ist wegen, erheblicher Lohn differenzen gesperrt. Verband der Böttcher. Berantwortlich für Bolitik: Ernft Renter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Ghilowski; Lofales und Sonstiges: Frig Karflädt: Anzeigen: Th. Glode. sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet und Berlagsanstalt Baul Ginger u Co. Berlin CW. 68, Lindenstraße 3. Hierzu 3 Beilagen. Wenn Sie wüßten wie sicher und bequem Sie Ihre Hühneraugen und Hornhaut durch ,, Lebewohl" los werden, würden Sie sich nicht erst mit minderwertigen Mitteln herumärgern. Lebewohl wirkt durch Filzring sofort schmerzlindernd. Kein Verrutschen, kein Festkleben am Strumpf. Seit 20 Jahren bewährt. In Drogerien und Apotheken zu haben. Verlangen Sie ausdrück ich Lebewohl mit Filzring! vom 29. November bis 6. Dezember Alle Preise nur in dieser Zeit um ermäßigt!! 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Bei Eröffnung der lebte Westturm, der über die Höhe des Schiffes hinaus zwei der untere Teil ist Granit- und Berlin- Stettiner Bahn 1843- ungefähr viereinhalbtausend Einungefähr viereinhalbtausend Ein- Stockwerke in Ziegelbau zeigt oben in ein Dach mit zwei Giebeln endet. Ganz in der Nähe der wohner zählend, fonnte sie vor einem Menschenalter 6000 bis 7000 Stirche steht das efeuumsponnene Haus des Rüfters, malerisch anzuaufweisen, und die jetzige Bewohnerzahl reicht in das zweite Behn- felyen, aber nicht gut für das Dach", wie der Besizer erklärte. tausend hinein. Wenn trotzdem die Stadt sich zu gegebener Zeit als arm hinstellt, wie bei der unten zu besprechenden sehr notwendigen Sicherung der Klosterkirche vor gänzlichem Berfall, so ist dies wohl mehr als ein Aft fommunaler Politik als der Wirklichkeit entsprechend. Die meisten Leute lieben es ja auch nicht, wenn man allzu fehr in ihre Brieftasche hineingudt. Eine alte Chronik. Angermünde hat den Vorteil, daß eine ausführliche Chronit, von dem Schulmann Loefener gefertigt, die Geschichte der Stadt bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts darlegt. Wir werden dem biede ren Chronisten nicht von Jahr zu Jahr folgen, sondern nur einige Hauptdaten geben. Die Lage an der nahen pommerscher Grenze brachte es mit sich, daß der Ort zuerfi pommerfcher Besitz war; 1420 wurde er aber von Brandenburg erobert und seitdem festgehalten. Der Dreißigjährige Krieg brachte durch Besetzung und Best die übliche große Bedrängnis; erst seit der Zeit Friedrich Wilhelms I. fam der Ort zu neuem Aufschwung. Erwähnt jei noch, daß Loesener den Namen der Stadt als Neu- Angermünde bezeichnet, im Gegensatz zu( Alt-) Angermünde- Tangermünde, aus dem die ersten Siedler cetommen sein sollen. Als eine modern sich gebende Stadt hat Angermünde nur geringe Reste aus der ganz alten Zeit; vom ehemaligen Schloß ist taum etwas zu sehen und von der Stadtmauer steht nicht weit vom Bahnhof ein furzes Stück mit dem Pulver turm". Für die fluge Politit der Stadt spricht es, daß der Bahnhof dicht an die Stadt gelegt wurde, so daß man ohne die sonst übliche Chauffeepromenade ins Innere gelangt. Gleich rechts an der die ganze Stadt durchschneidenden Berliner Straße der Friedenspart, ein zur Promenade umgewandelter alter Friedhof, in dem sich noch allerhand Grabfreuze auf Hügeln erheben. Hinten in einen Kinder. spielplag ausmündend zeigt dieser Plaz wie man geschickt Bietät und modernen Lufthunger vereinen tann. Lints an der Berliner Straße bas elegant geftredte Kreisfländehaus, dessen Giebel das Kreis. mappen taum sichtbar schmückt. Das heutige Stadtbild. Steht man in der Mitte der Berliner Straße und schlägt zur Rechten einen Halbkreis, so hat man das alte Stadtbild umzirft; zur Linken dehnen sich weiterhin neuere Straßen aus und verräterisch starren bereits einige Mietstafernenbauten in die Luft alfo auf gepaßt, daß der brutale fapitalistische Geist nicht zu sehr in die Höhe wuchert. Biel sympathischer muten uns dagegen die noch ver einzelt vorhandenen, so namentlich am Markt um das einfache, im Borjahre ausgebaute Rathaus gescharten Fachwerkbauten an, treus eraine Boten einer fparfamen Zeit. Berfolgen wir nun die Ber iner Straße, deren Häuser fast durchweg nette Läden aufwelfen, pon tem Friedensparte an, fo erreiden mir zunächst die rechts befindliche hellareififirche, eine in der Straßenfront gelegene fpätgotilde Stirche für die Reformierten). Hier geht rechts bie Rlofterstraße ab, in der fich die Klosterkirche( fiche unten) befindet und die sich später als Schmetter Straße fortfest, mit der Kaserne für zwei Rompagnien Reichswehr( lints) und dem Schüßenhaus( rechts). Ebenfalls rechts abzwei end führt uns die Kirchgaffe zu der stattlichen Marienkirche, beren öltefte aus dem breizehnten Jahrhundert stammende Teile aus Granit bestehen. Der ver anderthalb Jahrzehnten legtmals erneuerte Bau ist eine dreischiffige Hallenkirche, deren Inneres in ansprechender Weise durch Bemalung nach den alten Borbildern vor dem lang weiligen Beiß der meisten Stadtkirchen unserer Mart gereitet wurde. Leider fehlt es an interessanten Resten, Grabsteinen, Epitaphien aus alter Beit; einzig ist die Truhe bemerkenswert, die Johann v. Buch, 87] Der Mittelweg. Bon Sir Philip Gibbs. Bertram erfparte ihm also diese verbotenen Themen. Er sah seinen Bater nur beim Frühstück, und dann beschränkte sich bie Unterhaltung auf Spec, Eler usw. Schon die erste Ber grüßung der beiden war bezeichnend gewesen. Hallo, Bater! Der verlorene Sohn ist wieder zurück. Brauchst aber fein fettes Ralb schlachten zu lassen." Morgen, Bertram. Willst mal' ne Woche als Junggeselle leben? Ich werde nicht viel von dir sehen, bin schrecklich be. Schäftigt. ,, Laß dich das nicht befümmern." Darauf vertiefte fich Bertrams Bater in die Morning Post" und zog sich nach dem Frühstück eine Stunde zurück. Zum Effen tam er gewöhnlich nach Hause, aber wenn das der Fall war, speiste Bertram in der Stadt. Um Mitternacht beendete Michael Pollard, R. d. M. und Ritter mehrerer Drden, gewöhnlich sein dem Wohle des Staates gewidmetes Tages wert und begab sich zur Ruhe. Um diese Beit befand sich Bertram meistens in seinem Zimmer und überdachte verschiedenes, wie er seiner Mutter erklärte. Es war nicht sehr Erfreuliches, was er zu überdenken hatte. Seit dem Kriege war ihm alles im Leben fehlgegangen. Aus seiner Che hatte er einen hoffnungslosen Mißerfolg gemacht. Nun wohnte er wieder hier in dem kleinen Zimmer, in welchem er seine Knabenträume geträumt hatte. Wie oft hatte er hier auf seinem Bett gesessen und ungeduldig der Bufunft entgegengeharrt, an die Liebe und ihre Mysterien gedacht und sich das Mädchen vorgestellt, das irgendwo auf der Welt auf ihn wartete, um dereinst feine Gefährtin, fein zweites Ich, zu werden. Jetzt war er wissend. Er hatte das Mädchen seiner Träume gefunden, und es hatte ihn verlassen. Bor zehn Jahren! Nur kurze zehn Jahre, und doch eine ganze Lebenserfahrung. Bier und ein halbes Kriegsjahr waren dazwischengetreten, mörderische Jahre, voller Lob und Schrecken, Heldentum und Lachen. Ueberdruß und Angst und Schmuß. Dann tam mein Jahr der Ehe- das war schlimmer als der Krieg mit seinen Nervenfoltern, und furchtbarer als der Tod, denn es war ein schrecklicher Fehlschlag gewesen. leber seinem Kamin hingen Bilder von Dorothy und Sufan und von einem fleinen Jungen mit einem Kinderfragen und furzen Hosen. Die wunderhübsche Dorothy in einem feßt altmodischen Ballkleid, die übermütig lachende Susan in furzem Kleidchen mit langen, schwarzen Strümpfen. Dorothy war Am Mündefee. Ein grauer Nebeltag legt feine Schleier auf die Landschaft. Regungslos liegt die Wasserfläche des Gees da, die wir von dem Endpunkt der Berliner Straße mit wenigen Schritten erreichen. Schilf jetzt schon gelb, reif zum Schneiden, deckt die Ufer, deren nach Lager Marienkirche in Angermünde der Stadt zu gelegener Tell Gärten aufweift und von einer Prome nabe umzogen wird. Still ist es hier; man hört und sieht nichts von dem Leben der Stadt, dem Rattern der Bahn, dem Fauchen der Autos und dem Klipp- Klapp der vier Rosse por dem Landwagen, die nach dermärker Sitte vom Sattelstangenpferde aus gelenft werden. Ein Schild gibt Runde, daß Ruder und Segelboote zu ver mieten sind und mancher Einwohner mog auch sein eigenes Boot haben. Bom Wassersport sind erst Anfänge zu verzeichnen. Die Fischer haben sich lange gefträubt, den Privaten die Benutzung des Sees zu geftatten, aber schließlich hat die Freude am Wasser gefiegt. manches jugendliche Baar mag hier fröhlich: Stunden perlebt haben, wenn die Sonne auf ber blanten Fläche gliberi... Auch an Babe. gelegenheiten fehlt es im Sommer nicht. -F- OP Ein Kleinod der Architektur. Bielleicht ist Kleinad zu viel gesagt, aber wohltuend einfach in feinen harmonischen Verhältnissen mutet der verwahrlofte Bau der gotischen Alosterkirche an. Seit Jahrhunderten ist tiefes Dentmal der Vergangenheit den öffentlichen und privaten Mihhandlungen ausgefcht gewefen; der Chroniſt Loesener berichtet von einem Ber. fauf an den Magistrat aus dem Jahre 1657. Borübergehend den eingewanderten Franzosen zum Gottesdienst überlassen, tam der Bau 1775 durch die Friedericianische Regierung zur Benutzung für mili tärische Zwede. Später wurde von Zeit zu Zeit dem schlimmsten Berfall gesteuert; heute teilen sich Magistrat und die St.- Marienjezt Frau von Arenburg, die Frau eines Hunnen", Susan bie Frau eines eingeferferten irischen Rebellen, ein Schwarz Gelber. Und er selber, Bertram, war Maschinengewehr- Major a. D., arbeitslos, und Ehegatte der Lady Joyce Bellairs, Gräfin von Holme Ottern. Seit jener letzten Nacht im alten Schloß hatte er einen ein Bigen Brief von Joyce erhalten. Er hatte ihn wohl zehnmal gelesen und dann in fleine Stücke zerrissen. Mein lieber Bertram! Die Szene, die du mir gestern machtest, war unverzeihlich. Wenn du nicht noch unter beiner Nervenerschütterung vom Kriege her leidest. Solange du aber in dieſem geistigen Zu stande beharrst, ist es unmöglich, daß wir zusammen leben tönnen. Ich sehe voraus, daß deine plötzliche Abreise heute morgen dieselbe Ansicht bei bir beweist. Ob wir uns je wieber zusammenfinden, hängt von dir ab. Wenn du imftande bist, für mich zu sorgen, und wenn du deine Treue für das, was mir das höchste ist, beweist, dann werde ich gern wieder mit dir leben. Vorher nicht. Ich habe mich entschlossen, die Woh nung in Holland Street aufzugeben und hier bei den Eltern in Holme Ottery zu bleiben, bis es verkauft wird, was, wie ich inbrünstig bitte, noch lange nicht der Fall sein möge. Ich weiß, du hältst mich für hart und teilnahmslos und lieblos. Natürlich ist auch etwas zu deinen Gunsten zu sagen. Ich weiß, du hast mich auf deine leidenschaftliche, fentimentale Weise so geliebt, wie nur je ein Mann lieben tann. Ich bin für die schönen Zeiten am Anfang unserer Ehe dankbar. Aber das ist nur eine Seite der Liebe, und zwar die animalische, die mir widerwärtig ist. Ich will die andere Seite, und die ist sicherlich: Gemeinsamkeit der Ideen, Kameradschaft im gegen feltigen Verständnis, derselbe Glaube und derfelbe Ehrbegriff. Segt aber ist es zu spät, um darüber noch zu verhandeln. Deine Joyce." Jetzt ist es zu spät, darüber zu verhandeln!" Gut, alfo würde er nicht wieder doven anfangen. Das hatte er ihr in seiner Antwort geschrieben. Vielleicht war er ein Tor ge wesen, so Bogen auf Bogen voll zu schreiben und das Gebeimste in feiner Natur zu enthüllen, wie sich zwei Seelen in feiner Brust stritten, wie er hin- und hergerissen war zwischen alter Tradition und den neuen Hoffnungen der Menschlichkeit, und wie er den Mittelweg zu gehen wünsche. Wenn Worte flar waren, so hatte er ihr bewiesen, daß sie selber die Ursache seiner Reizbarfeit war. Seine Liebe zu ihr war leidenschaftlich, wie sie selbst sagte, und fein Mann fonnte seine Leidenschaft zu lange unterdrücken, ohne daß seine | | Sonnabend, 29. November 1924 Gemeinde in den Besitz; ein Teil des Schiffes ist von dem Heimats. fundemuseum des Kreises Angermünde eingenommen; der Reft wird zu allerhand Magazinierungen verwendet. Nun werben nur wenige der Stimmen, die für die Renovierung sprechen, eine neue Kirche als solche schaffen wollen, aber was soll geschehen? Es dürfte seinen Reiz haben, eine Kulturstätte zu schaffen, die für Vorträge, Aufführungen, Ausstellungen einen töftlichen Rahmen schufen. Hier liegt die Möglichkeit vor, etwas Borbildliches herzustellen. Benn dazu die Bürger mal ordentlich in den Sädel greifen würden, könnten sie sich den Dank der Generationen erwerben. Die Bitten des Vereins für Heimatfunde in Angermünde in allen Ehren, aber aus Eigenem etwas Neues, fulturell Wertvolles zu schaffen, müßte die Herzen der Angermünder höher schlagen lassen. * Wenn wir als Berometer für den geistigen Zustand die lokale Preffe ansehen, so wird jedem, der die Angermünder Zeitung zu verfolgen Gelegenheit hatte, auffollen, daß anscheinend mit gleicher Wärme der Wahlversammlungen der„ Deutschvölkischen Notgemeinschaft" und der Demokratischen Bartei gedacht wird. Allerdings wird bei letzteren nicht vergessen hinzuzufügen, daß der Redner Major a. D. ist. Aber das schärfere Auge des Pressemenschen spürt doch den Untertan, der in den Ausführungen über die„ Not" gemeinschaft sich findet. Der Jude ist der Feind das Reichsbanner ist verfemt. Und da soll eine fünstlerische Gemeinschaft zustande tommen? Das Heinesche Baß sie betteln gehen" wird die Antwort sein, die dem Werben des Heimatbundes entgegenschallt. Und die Klosterkirche zerfällt immer mehr.. „ Liste 5 ist Trumpf." Bon langer Weile macht dich frei Allein die Deutsche Volfspartei" wird man fünftig sagen müssen. Allenthalben marschierten Bíafatträger durch die Straßen und verkündeten es der neugierigen. Menge: Liste 5 ist Trumpf. Der große nationale Gensationsfilm." Die Plakatfäulen schrien es ihr in ihren grellen fchwarzweißroten Farben zu:„ Der Sensationsfilm Berlins"... und es wurde eine Sensation. Berlin spricht davon." " Der Eintrittspreis von 30 Pf. hatte einige wahlfreudige Bürger herbeigelockt, man plauderte angeregt und wartete, wartete nur noch darauf, eintreten zu dürfen. Doch es war ja erft sieben Uhr, um 17 Uhr sollte die Borstellung zwar nach der Anfündigung ihren Anfang nehmen, doch schließlich für 30 Pf.... man ist eben geduldig und besinnt sich auf seine Bürgerpflichten, von denen es heißt, daß Ruhe die erste ist. Um 8 Uhr endlich öffneten sich die Pforten zum Wunderlande dieser Sensation. Die Mufit erflag. Und es ward dunkel. Es begann eine„ Kazenmusik" an der Leinemand, meine ich!( So hieß das nach langem nun weiß ic warten sich abrollende erfreuliche Ereignis.) nicht, muß man den Kater haben, um DVP. wählen zu fönnen-? Aus welchem Grunde man dort auf der Leinwand friedliche Bürger aus ilyrer Nadhiruhe ausgerechnet durch Razen stören ließ- ob dies wohl die passende Einleitung sein sollte? Den Raiern und Raßen folgten Kriegsfchiffe. Zuweilen redyt stimmungsvolle, ansprechende Bilder. Manövrierende Ges fdmoder mit wogender See tämpfend. Dem Treiben waderer Blaujacken konnten wir in all ihren Gewohnheiten 4 Atte hindurch folgen. Nach diefer furzen Einleitung" offenbarte sich dann endlich „ des Pudels Kern". Die DBP. Schuf die Rentenmart, befreite unfer armes Boll pon allen Möten, brachte uns die Anleihe und schenfte uns den stolzen 3. R. 3, ja, im Film!! Ob wohl die Veran stalter es für zweddienlich hielten, erst einem ermüdeten Bublifum folche Verdienste für das deutsche Bolt einzureden? Sie schieren es nämlich auch in der Ordnung zu finden, eine Stunde später mit der Borstellung zu beginnen, um noch eine weitere Stunde den Projektionsapparat auzubrobieren, überhaupt die Borführung auf die Dauer von 4 statt der angefündigten 1% Stunden auszubehne's, ohne dafür dem Bublifum gegenüber auch nur ein entschuldigendes ober erklärendes Wort zu finden. Immerhin für 30 Pf. eine ganz angenehme Leistung. Nerven tobten. Lange bevor das Kind geboren war, hatte sie feine Liebe nicht mehr erwidert und ihn falt abweisend be handelt. Und doch hatte ihre Gegenwart, der Duft ihres Haares, die Berührung ihrer Fingerspigen sein Herz klopfen gemacht, aber trog ihrer förperlichen Nähe, die ihn so bis in die Tiefen erregte, hatte sie ihn zurückgestoßen, jeder intimen Annäherung widerstrebt und ihn faltblütig ferngehalten. Sie hatte ihr Ehegelöbnis nicht erfüllt, sie hatte ihm das Cheleben zur Qual gemacht, die um so unerträglicher wurde, je mehr feine Liebe zu ihr wuchs. Sie schrieb von der Gemeinsamkeit ihrer been? Jawohl, das ersehnte auch er, aber darunter ver stand er Austausch, ein Geben und nehmen, Dulbung und Berständnis. Sie hatte sich nie die Mühe gegeben, sich auch in einen Standpunkt hineinzufinden, sondern ihre Stellung auf feiten der alten Raste behauptet, ohne auf die Flut zu achten, welche nach dem ungeheuren Erlebnis des Krieges alle Schleusen durchbrach. Er war nicht intolerant gegen das, was ihr als Höchstes vorschwebte. Er konnte ihren Groll über all das Neue, welches den Fall von Holme Ottern im Gefolge hatte, wohl verstehen. Liebte er doch selber jeden Stein in dem alten herrlichen Lande. Aber er sah die Unvermeidlichkeit der neuen Zeit, thre Notwendigkeit und ihr Recht. Er stand mit dem Gesichte in Die Bukunft gewendet, nicht wie sie in die Vergangenheit. 2ber weil er sich ihren veralteten, überlebten Ansichten nicht blinblings unterwerfen konnte, hatte sie das Wort„ Berräter" ausgesprochen und ihn damit ins tiefste Herz getroffen. Und was seine Fähigkeit anbetraf, für ihren Unterhalt zu sorgen, so war er der Ansicht gewesen, daß sie es nicht gar so eilig gehabt hätte, ihm Bezahlung für seine Unterkunft und Pension abzuverlangen. Sie hatten diesen Punkt ja vorher burchgesprochen, und sie hatte damals versprochen, ihm Zeit zu geben. Sie hatte ihr Wort gebrochen, gerade eine Woche zu früh. Ein bißchen mehr Geduld, und er würde seine Befähigung bewiesen haben, als Schriftsteller einen angemessenen Breis für gute Arbeit zu erwerben. Leicht hatte er seinen Beruf nicht genommen. Gut, nun war es zu spät, darüber zu verhandeln, hatte fie gefagt. Sollte es dabei bleiben! Auch würde er nicht zu ihren Füßen friechen und winseln, daß sie ihn zurücknehmen möge. Bei Gott, das nicht! Wenn sie nach ihm verlangte, möge sie ihn darum bitten. Dann würde er wiederkommen, aber nur als Gleichberechtigter, ohne sich Bedingungen vor schreiben zu lassen, und nur von ihrer Liebe überzeugt. Anders niemals! ( Fortsetzung folgt.) 21 Eckener bei der deutschen Presse. Der Führer des 3. R. 3 Dr. Edener war gestern abend vom Reichsverband der Deutschen Presse gebeten worden, zum erstenmal nach seiner Rückkehr aus Amerifa in einer größeren Beranstaltung über seine Ameritafahrt zu sprechen. Der Marmorsaal am 300 war bis auf den legten Plaz DON einer fest ich gefleideten und festlich geftimmten Menge gefüllt. Der Borfizzende des Reichsverbandes der Deutschen Presse, Richter, begrüßte Dr. Edener und mies darauf hin, daß seine Tat und die aller derjenigen, die an der Schaffung des 3. R. 3 beteiligt waren, dazu beigetragen hätte, daß sich das deutsche Volf nach langer Zeit chre Unterschied der Parteien und Ansichten einig gefühlt hätte. Die Reichsregie. rung hatte es sich nicht nehmen laffen, zu der Veranstaltung eben falls einen Vertreter zu entfenden, der in warmen Wortei auch auf die poli ische Bedeutung der Fahrt des 3. R. 3 hinmies und nicht verfehlte zu betonen, daß die Reichsregierung den Führer des 3. R. 3 bereits in Bremen begrüßt habe und daß der Reichspräsident Dr. Edener in Würdigung der glücklichen Fahrt zu sich zu Gaste gebeten hatte. Nach einer furzen Ansprache Dr. Jakob Rießers erariff, von stürmischem Berfall begrüßt, Dr. Edeter felbst das Wort. Der Führer des 3. R. 3, der augenblicklich zu den berühmtesten Männern der Gegenwart zählt, betonte eingangs feiner Ausführungen, daß er fein Redner sei, daß ihm die Gaben cines Demosthenes oder Cicero versagt feien. Und er hatte recht. Es fehlt ihm nicht so sehr die Gabe des Redens an sich als die lautstarke Stimme, die imftande ist, einen weiten Saal zu füllen. Go werden auch die Rundfunkteil nehmer, die vorgestern seinen Ausführungen in ihren Wohnungen lauschen konnten, sicherlich viel mehr von Edeners Ausführungen gehabt haben als diejenigen, die sich gestern in dem lichterfüllten Saal versammelt hatten. Ede ter wies mit der an ihm so außerordentlich sympath schen Bescheidenheit auf die Verdienste des Grafen Zeppelin und seiner Mitarbeiter bin, er lehnte es auch ab, fich als einen helben feiern zu lassen, denn, so fante er, wenn es eine Heldentat ist, ein Luftschiff über den Ozean zu führen, mem fönnte man es dann später zumuten, daß das Luf schiff als Verkehrsmittel zwischen den Kontinenten zu beruben. Er mies dann auf die politische Bedeutung hin und betonte, wie sehr es ihn selbst freue, mit dazu beigetragen zu haben, daß " die Verständigung zwischen Amerifa und Deutschland gefördert werde Im weiteren Teil einer Ausführungen schilderte er dann den Verlauf der Amerifafahrt so, wie es die Rundfunkteilnehmer bereits vernommen haben und wie es im Vorwärts" in der geftri gen Morgenausgabe berichtet wurde. Die Feier wurde durch das vom Philharmonische Orchester ausgeführte Vorspiel zu den Meistersingern" eröffnet und durch die„ Egmont"-Ouvertüre gefchloffen. 9 Wildwest am Dönhoffplatz. Bandenüberfall am hellen Tage auf einen Kaffenboten. Einen ungewöhnlich dreisten Ueberfall verübten gestern mittag vier Männer auf dem Dönhoffplatz. Sie überfielen den 59 Jahre alten Raffenboten Lehmann, der am Kotibufer Ufer 62 wohnt. Lehmann war im Auftrage seiner Firmo LorenzTempelhof zur Reichsbant gewesen und hatte 125000 M. Loh gelber geholt. Das Geld hatte er in einen fleinen Rudjad getan und über den Rücken gehängt. Vor dem Hause Jerusalemerstr. 13, schräg gegenüber dem Raufhous Tieß, sprangen ihm plötzlich vier Männer entgegen. Zwei sielen ihn von vorne an und versetzten ihm wuchtige Faustschläge ins Gesicht. Die beiden anderen schlugen von hinten auf ihn ein, fchnitten ihm gleichzeitig mit einem scharfen Messer der Rucsac auf und zerrten cin Patet Bantnoten im Werte von 10 000 m. heraus. Der Ueberfallene setzte sich aber trotz seines Alters kräftig zur Wehr, schlug um sich und schrie laut um Hilfe. Paffanten eilten herzu, die Räuber ließen von ihrem Opfer ab und entflohen nach verschiedenen Seiten. Drei von ihnen liefen über den Dönhoffplag und verschwanden unerkannt in der sich ansammelnden Menge. De: vierte hoffte im Worenhaus Tiez verschwinden zu können. Der Ueberfallene sette ihm aber mit dem Rufe Halt den Riuber!" nach. Der Flüchtende lief in den ersten Eingang des Warenhauses in der Krausenstraße und gerade dem Fahrstuhlführer, der abfahren wollte, in die Arme. Rechtzeitig genug erschienen auch die Verfolger des Räubers und fo gelang es, ihn im letzten Augenblid, bevor sich der Fahrstuhl in Bewegung fet en fonrte, zu ergreifen. Der Zufall wollte es, Saß man glücklicherweise gerade denjenigen erwischt hatte, der das Geldpaket bei sich trug. Es ist der 30 Jahre alte cufmann Bau! Stanowski, der in Schöneberg in der Münchener Str. 39 bei Salomon wohnt. Er wurde zur Revierwache gebracht und dann dem Raubdezernat im Polizeipräsidium vorgeführt, wo er sofort vernommen wurde Die Verbrecher hatten den alten Mann beim Geldabheben beobachtet und waren ihm dann gefolgt Stanowsti will feine Komplizen nicht Bennen. Wer irgendwelche zweckdienlichen Mitteilungen über den Verkehr des Räubers machen kann, wird ersucht, sich bei dem Raubdezernat im Zimmer 13 des Polizei: präsidiums zu melden. Wieder eine Autofalle? Ein neues Drahtseilattentat wurde am Donnerstag nachmittag auf der Friesacker Chaussee verübt. Der Kauf mann Königsberg aus der Potsdamer Straße fam mit seinem Auto im 40- Kilometer Tempo die Chauffee von Friesad nach Berlin zu entlang. Kurz vor dem Orte Boisin verspürte er einen beftigen Rud. Er hielt sofort an, nahm ieinen Revolver zur Hand und suchte die Umgebung des Wagens ab. Er sab nun, daß er gegen ein daumendides Drabtieil gefabren war. Auf der einen Gelte ber Chauffee war es 6- bis 7mal um einen Baum berumgeichlungen, aut der gegenüber lte, enden Cette haiten es die llebel täter an einem Baume befestigt. Glüdlicherweise batte es sich hier gelöst und es ist weiter fein Schaden dadurch angerichtet worden Das neuertichtete Spezialdezernat für Drabtfeilattentate unter Leitung des Kriminalfommiffors Berneburg ist sofort in Kenntnis gefeßt worden. Die Nachforschungen haben bis jetzt noch zu feinem Ergebnis geführt. Sexualdelikte. # Aus feiner feruat- kriminalistischen Pragis machte im Rahmen im des wissenschaftlich humanitären Komitees Hacdel- Saal Kriminalfommissar Dr. Streme äußerst interessante Mitteilungen. Auch er bedauert gleich allen modernen Aerzten und Juristen, daß das Gesetz bis heute nicht die Möglichkeit gibt, gemeingefährliche Sittlichke.tsverbrecher durch eine Internierung unschädlich zu machen, die ihnen gestatten würde, isoliert von den Objekten ihrer Versuchung ein nützliches und weniger qualvolles Dafein zu führen. Dr. Strewe sprach auch davon, daß man Sittlich fei: sdelinquenten objektiv gegenübertreten und in jedem einzelnen Falle neben allen belastenden Momenten auch die entlastenden herbeischaffen müsse. Im Verlauf seiner Ausführungen stellte er fest, daß die Zahl der Sittlichkeitsdelinquenten im letzten Jahre se hr zugenommen habe. So ist z. B. die Zahl der Vergehen an Kindern unter 14 Jahren fast aufs doppelte gestiegen. In diesem Zusammenhange entsporn sich eine angeregte Diskussion über die so wichtige Frage der Kinderaussagen. Während Dr. Etrewe die Ansicht ver trat, daß die Kinder feltener lügen als Erwachsene und daß daher trat, daß die Kinder feltener lügen als Erwachsene und daß daher ihre Aussagen im großen und ganzen vertrauenswürdig feien, glaubten Dr. Kronfeld und Rechtsanwalt Dr. Schweizer, daß die Kinder, Sant ihrer großen Suggestibilität und Autosuggestibilität, als Zeuger äußert gefährlich werden können. Interessant war es auch, zu hören, daß die Krimi.alpolizei während der letzten Razzien ungefähr 218 junge Leute auf den männlichen Strichen" festgenommen hatte. Bedeutend vermehrt hat sich auch die Zahl der Erpressungen, und zwar nicht allein die Zahl der gegen Homosexuelle gerichteten. Der Standpunkt Dr. Stremes in bezug auf§ 175 ist der gleiche wie der feines Vorgängers Dr. Kopp. Er hält ihn für ungerechtfertigt. Sehr lehrreich gestalteten sich seine Darlegungen einer Reihe Kriminalfälle aus der letzten Zeit. Tas Auditorium schien das Bewuß sein mit nach Hause genommen zu haben, daß der Leiter des Dezernats ein Mann ist, der seine Aufgabe nicht allein in der Fahndung von Verbrechern sieht, son ern auch durch menschliches Entgegentommen die Seelennot der Deliquenten zu mildern sucht. Der Rechtsanwalt mit dem Gummischlauch. In Nr 546 vom 19. November brachten wir über das gerichtBericht eines Korrespondenzbureaus. Darin wurde u. a. gesagt, der liche Nachspiel zum Fürstenwalder Ulanentag den Angeklagte Domfe habe einen Schwächeanfall erlitten, und weiter, der die Nebenkläger vertretende Rechtsanwalt Samter habe einen Gummischlauch aus der Aktentasche hervorgezogen und ihn neben fich auf den Tisch gelent. Hierzu erhalten wir heute eine vom 26. november datierte Zuschrift des Rechtsanwalts Samter, Das Rundfunkprogramm. Sonnabend, den 29. November. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4 Uhr nachm.: Esperantokurse( Dir. Jul. Glück) 2 Vortrag: Einführung in den Aufbau der Esperantosprache". 4.30-8.15 Uhr abends: Unterhaltungsmusik Berliner Funkkapelle). 6.20 Uhr abends:„ Ratschläge fürs Haus. 6.30 Uhr abends: Zehn Minuten für die Hausfrau. 7-7 50 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule. Abteilung Hochschulkurse der Funkstunde 7 Uhr abends: Professor Dr. phil. Eulenburg. ordentl. Professor an der Universität Berlin: Währungssysteme". 7.30 Uhr abends: Oberpostrat Dr. Harbich. Leiter der Funkabteilung im Telegraphentechnischen Reichsamt: Einführung in die Funktelegraphie und-telephonie". 8 Uhr abends: Vortrag des Herrn Dr. Erwin Michel:„ Die große deutsche Funkausstellung in Berlin"., 8.30 Uhr abends: Heiterer Abend. 1. a) Ouvertüre zu der Komischen Oper Leichte Kavallerie", Suppé, b) Die Schlittschuhläufer, Walzer, Waldteufel( Mandolinenklub Napoli", Leitung: Willi Rosenthal). 2. a) Nun höret, was der Weise spricht( Ernst v. Wolzogen) James Rothstein, b) Mädel._wo sind deine Zöpfchen( Herbert Spencer) Harry Waldau. c) Das wär' ein Mädel für mich( Richard Rillo) Conrad( Rob rt Koppel, am Scwechten- Flügel: Harry Waldau). 3. a) Ouvertüre zu der Operette Die schöne Galathee", Suppé, b) Intermezzo aus der Oper Cavalleria rusticana". Mascagni( Mandolinenklub" Napoli"). 4. a) Komm nach San Remo( Fritz Rotter) Robert Stolz, b) Pollaczek ( W. Engel- Berger) Artur Rebner, c) Vater liebt Mutte n( Abel Baer) Artur Rebner( Robert Koppel, am Schwechten- Flügel: Harry Waldau). 5. a) Ach, nur ein Viertelstündchen, Hildach, b) Schöne Liedle. Bohm, c) Spatz und Spätzin, Hildach( Grete Krüger, Sopran). 6. a) Frühlingslied. Mendelssohn- Bartholdy, b) An der Weser, Lied, Pressel( Mandolinenklub" Napoli"). 7. a) Zauberlied. Mayer- Helmund, b) Liebeslied, Mayer- Helmund, c) Das Mädchen und der Schmetterling. d'Albert( Grete Krüger. Sopran). 8. a) Lotte aus'm Kohlenkeller. Käte und Manuel Schnitzer, b) Das Baby( Aus den Lausbubengeschichten) Ludwig Thoma( Robert Koppel, klänge, Marsch, Rosenthal Rezitation). 9. Fantasie aus der Oper Carmen", Bizet, b) Parade( Mandolinen klub" Napoli"). Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst. Sportnachrichten, Theaterdienst. 10.30 bis 11.30 Uhr abends: Tanzmusik. Die fo beginnt: Anbei überreiche ich eine von mir unterfchriebene Berichtigung und ersuche Sie, diese gemäß§ 11 des Breffegeleges usw." Das Schreiben ist unterzeichnet Hochachtungsvoll Dr. Arthur Samter, Rechtsanwalt". Die auf einem besonderen Bogen beigefügte Berichtigung hat links oben einen die Adresse des Rechtsanwalts Somter angebenden Stempel und sieht dann so aus: Berichtigung. Unrichtig ist, daß der Angeklagte Domte wieder einen Swächeatfall eritt. Richtig ist vielmehr, daß er wieder im Begriff war einen Wutanfall zu bekommen. Unrichtig ist, daß Rechtsanwalt Dr. Arthur Samter, als die Berteidiger erfuchten, einen Antrag abzulehnen einen Gummischlauch aus der Tasche gezogen und ihn neben sich gelegt habe. Richtig ist, daß Rechtsanwalt Dr. Arthur Samter schon stundenlang vorher auf seinem Platz neben seinen Büchern einen Gummifnüppel liegen, hatte. Unrichtig ist, daß Rechtsanwalt Dr. Arthur Samter erklärt hat, daß er sich bedroht fühle. Richtig ist, daß er folgendes erklärt hat:„ Ich bin hier im Gerichtssaal von dem Angeklagten, dessen Wutanfall wir hier von Zeit zu Zeit sehen, bedroht worden, indem er mit geballten Fäusten auf mich losging, als ich on meinem Plak stand und mit dem Herrn Staatsanwalt sprach. Dem Herrn Staatsanwalt war dies bekannt Weder er noch der Gerichtsvorsitzende haben irgendeine Maßnahme getroffen. Ich habe daher für meinen Schuh selbst gesorgt, wozu ich berechtigt und gezwungen bin." Rechtsanwalt. 11 Die Unterschrift fehlt unter der Berichtigung. Wir brauchten diese Berichtigung" nicht zu veröffentlichen, aber dem Herrn Rechtsanwalt wollen wir den Gefallen tun. Die meisten unserer Leser werden die Zuschrift( was berichtigt" fie?) für einen schlechten Scherz des ununterschriebenen Rechtsanwalts halten. Aber nein, fie ist ihm heiliger Ernst. Trunkenheit keine Entschuldigung. Wieder ein prügelnder Schuhmann. Dom Der Polizeiwachtmeister Schulz aus Neukölln war Schöffengericht wegen Mißhandlung im Amte zu 4 Monaten Ge fängnis verurteilt worden. Da gegen das Urteil Berufung eingelegt worden war, wurde der Fall nochmals vor der Straffammer des Landgerichts II aufgerollt. In der Nacht vom 24. Moi hatte Schulz einen angeheiterten Arbeiter R. festgehal.en und wollte ihn zur Feststellung seiner Perfonalien zur Wache bringen. Borweg verabfolgte er dem Festgenom menen eine Tracht Prügel. Auf dem Wege zur Mache rief R. einem vorübergehenden Zeugen erregt zu:„ Der Strolch hat mich ge. schlagen." Darüber geriet der Schupomann derart in Wut, daß er seinen Arrestanten am Genid faßte, zu Boden stieß und mit Schlägen und Fußtritten bearbeitete. Nicht genug damit, schleppte er den Mann zur Wache und hier bewaffnete er sich mit einem Gummischlauch und bearbeitete sein Opfer damit unbarmherzig, so daß R. mehrere Beulen am Kopfe davontrug. Des Hilfegeschrei des Opfers erweckte im Nebenraum einen schlafenden Kameraden des Schulz, der um Ruhe ersuchte. Die Beweisaufnahme vor der Straffammer ergab im wesentlichen dasselbe Bild wie die erste Berhand ung. Das Gericht nahm an, daß R. nicht ganz nüchtern gewesen sei. Dieser harmlose Borgang hätte den Schupomann nur zu einer Feststellung der Personalien veranlassen dürfen. Gegenüber dem Erwand des Angeflagten, daß er start angetrunken gewesen sei, führte Landgerichtsdirektor Hertmenn im Urteil aus, es müsse von einem Beamten verlangt werden, daß er sich im Dienst des Aohols enthalte. Das sei fein Entschuldigungsgrund. Wenn Beamte gegen Angriffe aus dem Publikum geschützt werden müssen, so muß andererseits betont werden, daß die Polizei zum Schuße des Publikums do sei. Beamte die sich derart schwerer Ausschreitungen schuldig machen, tragen zu der Voreingenommenheit des Bubitums gegen die Polizei bei. Das Bergehen des Angeklagten serd ene feine mildernden um= stände und die Strafe von vier Monaten sei eine durchaus an emessene. Wegen einer Bewährungsfrist wird dem Argeklagten,< m von seinen Vorgesezten das Zeugnis ausgestellt wird, daß er sich in neunjähriger Dienstzeit bei der Polizei bisher tadellos geführt hat, onheimgestellt, besondere Anträge zu stellen. Funtausstellurg und Esperanto. Die Hauptfunkstelle Rönigsmufter hausen wird am Sonntag, den 30., mittags 12 Uhr, eine in der Esperantosprache gehaltene Einladung an die ausländischen Radio- Interessenten zum Besuch der Funkausstellung aussenden. Der Orkan an der Südküste Englands. London, 28. November.( Eigener Trahibericht.) An der südlichen Stüste von England bat ein seit Jahrzehnten nicht erlebter Ditan ungebeuren Schaden an Material und Menschen angerichtet Der Sturm fegte teilweise mit einer Geschwindigkeit von 90 bis 110 Kilometer in der Stunde dahin. Die Schiffahrt im Kanal mußte unterbrochen werden. Viele Menschen ertrauten. Die meisten Telegraphenlinien nach Frankreich find beschädigt. Die Fricher flotte von Southend ist im Hafen sehr schwer beschädigt worden. Zwischen Shoreham und Newhaven wurden zahlreiche Häuser abgedeckt. Man schäßt die im Aermeltanal umgefommenen Menichen auf 30. Großer Brand in Petersburg. In der Petersburger militärmedizinischen Akademie, in dem die Aerzte des Heeres und der Flotte ausgebildet werden, hat ein großer Brand einen Flügel eingeaiert. Mehrere Feuerwehrleute wurden schwer verlegt. WeihnachtsEinkäufe nur bei Linges Berlin N, bekannt billige Singer's Be Hier Kleiderstoff- Tage erregen stets Sensation durch Auswahl, Qualität und Preise! der Beweis: Popeline mit Kunstseide für Blusen und Kleider...... Meter 1.10 Schotten mit Kunstseide, doppeltbreit Kostümstoffe schwere Qualität, doppeltbreit Meter 1.45 ...... Meter 1.45 Hauskiciderstoffe Nade'streifen, doppeltbreit Mtr. 0.95 Besondere Gelegenheit! Kostümstoffe schwere Qualität, römische Streifen, 130 cm br., Mtr. 2.45 Popeline mit Kunstseide, 100 cm breit... Meter 2.65 Chausseestr. 61-62 Unser Weihnachts- Vorverkauf hat zu gleich vorteilhaften Preisen an allen Abteilungen begonnen! Ecke Liesenstr., Un'ergr. Schwartzkopffstr. Baumwollwaren, Wäsche, Trikotagen, Herren Artikel, Konfektion, Strümpfe, Kurz- u. Weißwaren, Teppiche Ab 1. Dezember Geschäftszeit ununterbrochen von 9-7 Dhr Sonntag früh ist Flugblattverbreitung. Alle Varteigenossen und Parteigenossinnen beteiligen sich in ihrer Abteilung. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik sind Berlin SW. 68. Lindenstraße 3. Kommunalbeamte der Bezirksämter. für Groß- Berlin Werbematerial ftets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trep. rechts. au richten abholen Lindenstr. 3, Sonntag, den 30. Nobember, Besichtigung der Knaben- Fürsorge- Erziehungsanstalt Struweshof. Treffpunft 11.40 Uhr vor dem Anhalter Bahnhof. Intereffterte Genossen find eingeladen. 2. Hof II, 3immer 10. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Groß- Berlins. 4. Arcis. Die Abteilungsleiterinnen treffen fich heute Sonnabend 7% Uhr bei Bura. Prenzlauer Allee 189, zu wichtiger Besprechung. 11. Kreis Schöneberg. Heute Sonnabend abend ab 6 Uhr Blabate abholen für die 77. bis 79. Abteilung bei Will, Martin- Luther- Str. 69. Für die 81. Abteilung beim Gen. Wolf. 15. Arcis. Kreisvorstandssizung mit den Abteilungsleitern heute Sonnabend, den 20. November, 7% Uhr, bei Richter, Niederschöneweibe, HasselwerderStraße 36. 19. Kreis Tantow. Die Genoffen von Bankow und Niederschönhaufen treffen fich am Sonntag nachmittag 2 Uhr zweds Besuch der Versammlung in Blankenfelde am Straßenbahnhof Nordend. Neukölln. Alle diejenigen Genoffen und Genoffinnen fowie jugendliche AJ., welche gewillt find, Sonntag, den 30. November, nachmittags 3 Uhr, an der Versammlung in Seldhow teilzunehmen, werden ersucht, mit der Elektrischen bis Budom zu fahren. Endstation, dort Treffpunkt 1 Uhr und dann Abmarsch zu Fuß über Gr.- Biethen- Al.- Biethen- Waßmanns dorf nach Selchow. Rüdfahrt abends 8 Uhr mit der Bahn nach Neukölln. Heute, Sonnabend, den 29. november: 12. Abt. Abends 10 Uhr Treffpunkt der Wahlfolonne bei Schmidt, Wiclef Straße 17. Sonntag früh 9 Uhr Flugblattverbreitung von Schmidt. Wiclefftr. 17, aus. Die Jugend muß erscheinen. 16. Abt. Die Flugblätter tönnen von 4½ Uhr ab von Krüger, Suffitenstr. 34. abgeholt werden. 26. Abt. Flugblattverbreitung von Wichmann, Weißenburger Str. 1, aus. 29. Abt. Ab 4 Uhr Abholung der Flugblätter von Burg. 36. Abt. Abends 9½ Uhr Treffpunkt sämtlicher Genoffen beim Genossen Deidert, Matternsir. 1, zu wichtiger Wahlarbeit. Sonntag bormittag 9 Uhr von Busch, Tilfiter Str. 27, aus Flugblattverbreitung für die ganze Abteilung. b. Abt. Heute Sonnabend Wählerin" abholn beim Portier, Lindenstr. 3. 43. Abt. Heute abend 8 Uhr Besprechung der Bezirksführer bei Wolf. Gräfeftraße fowie Abholung des Materials. Sonntag früh 9 Uhr Flug blattberbreitung von den bekannten Lokalen aus. 46. Abt. Die Mitglieder bolen die Flugblätter beute abend oder Sonntag früh bei Eichbolz, Cubrbstr. 23, ab. Die Ordner haben fich Dienstag abends rechtzeitig an der öffentlichen Versammlung Schulaula Görliger ufer 2 einzufinden. 55. Abt. Charlottenburg. 6 Uhr Abholung der Flugblätter: 8. und 9. Gruppe Reimer, Wilmersdorfer Str. 21. 10. Gruppe bei Bohne, Schloßftr. 45. 71. Abt. Wilmersdorf. 26 6 Uhr Flugblätter von Jonas abholen. Am 5. Dezember besuchen die Genoffen die Eva- Lichtspiele. Film: Schmiede". 80. Abt. Schöneberg. Alle Wahlhelfer treffen sich heute bon 5 Uhr ab zu wichtiger Wahlarbeit und Besprechung beim Genoffen Gürlich, Rubens-, Ede Vegasstraße. 81. Abt. Friedenau. Alle Wahlbelfer treffen fich von 6 Uhr ab bei Alabe, Handierbftr. 60/61, zu wichtiger Wahlarbeit. Sonntag früh 9 Uhr Flugblottverbreitung. Treffpunkt bei labe, Handierbftr. 60/61. 86. Abt. Mariendorf. Abends 8 Uhr Mitgliederversammlung. Bekanntgabe der zu treffenden Maßnahmen. An diefer Versammlung nehmen auch die Arbeitcrjugend und die Jungsozialisten teil. 97. Abt. Neukölln. Bezirksführer holen die Wählerin" bei der Genoffin Blank ab. 104. Abt. Niederschöneweibe. 6 Uhr Flugblattverbreitung bom Lokal Thiele, Berliner Str. 38, aus. 128/130. Abt. Pantow. Die Gruppenführer bolen Flugblattmaterial bon Mihmann ab. Sonntag früh 9 Uhr Flugblattverbreitung von den bekannten Lokalen aus. Morgen. Sonntag, den 30. november: Flugblatterverbreitung von folgenden Lokalen aus: 1. Abt. Früh 9 Uhr Lotal 8fchiefing. Aderstr. 1. Früh 9 Uhr Lokal Krüger, Engelufer 23. 4. Abt. Früh 9 Uhr Lokal Lötschert Neue Friedrichftr. 108. 3. Abt. 5. Abt. Früh 9 lbr bei Mathai, Linienftr. 29. # 8 6. Abt. Früb 8½ Uhr bei Dobroblaw. Ewinemünder Str. 11. 9. Abt. Früh 9 Ubr bei Hübner, Wilsnader Str. 34. 13. Abt. Früh 8 Uhr. Die Jugend muß erscheinen, 19. 6t. 820. Bezirk. Flugblätter vom Gen, Bowik, Soldiner Str. 26, born 2 Trebben. abholen. 45. Abt. Gruppenführer! Flugblätter bei Berth abholen. Sonntag früh 8 Uhr Verbreitung von den Lokalen Studenberg, Sebeftreit Sommer und Minnig aus. Selfer zum Wahllistenabschreiben Sonnabend von 2 bis 4 Uhr Bergmannstr. 28/29. Sonnabend abend 7 Uhr Funktionär Lonferenz bei Wolf. Forfter Str. 44. Charlottenburg. 52. Abt. Früb 9½ Uhr Abteilungsversammlung und Flugblattverbreitung bei Büttner, Kaiserin- Augusta- Allee 81. 56. Abt. Früh 8 Uhr Flugblattverbreitung von Lierich, Kantstr. 62, aus. 2. Gruppe: Holzendorfstr. 20. 57. Abt. Früh 9 Uhr bei Arndt, Kantstr. 51. 86. Abt. Mariendorf. Flugblattverbreitung. Material ift von den bekannten Lokalen abzuholen. 94. Abt. Nenkölln. Früh 9 Uhr Flugblattverbreitung. Die Bezirksführer Tönnen die Flugblätter fchon Sonabend nachmittag bon Günther abholen. Montag abend 7½ Uhr Funktionärkonferens bei Günther, Schillerpromenade 11. 116. Abt. Lichtenberg. Früh 9 Uhr Spedition Rosenkranz, Borbagener Str. 62. Die Bezirksführer laben ein. 141. Abt. Rosenthal. Vormittags 10 Uhr Lokal Frische, Rieberstr. 5. 143. Abt. Waidmannsluft- 2fbars. Die angefagte Wählerversammlung Lann am Sonntag nicht stattfinden. Näheres folat noch. Jungsozialisten. Gruppe Nordoft und Arbeiterjugend! Bandagitationsfahrt nach Soffen. Treffpunkt 8 Uhr früh vor dem Potsdamer Fernbahnhof ** Ungarische Sozialdemokraten. Bufammenkunft am Sonntag, den 30. Nobember, bormittags 10 Uhr, Gollnowftr. 13, Restaurant Eichler. Vortrag des Gen. Nemeth. Arbeitersport. Fußballspiele am Sonntag. Rorden: Teutonia- Bantow 08, Vereinsplah an ber Chriftianiaftraße: Borwärts- Belten in Henningsdorf: Nordista- Minerva, Eger, Schönhauser Allee; Union- Wader 20, Pankower Gemeindespielplag. Pichelswerder Straße; Els thal- Adler 08 in Clsthal; Staaten- Fichte- Gesundbrunnen in Staaten; Bernau- Sevetia in Bernau; Adler 12- F2. Nauen, Vereinsplag. Chriftianiaftraße: Rathenow- ASV. 24 in Rathenow: Spandau- SGB. Nord in Spandau, Faltenhagener Straße: Giemensstadt- Wittenau, am Roten Kreuz in Siemensstadt. Often: JBC.- Adlershof in Johannisthal; Germania- Alt- Glienice, Rennbahn Weißensee; Sparta- A.- Brandenburg 02, Wagner- Spielplay in Lichter. berg: BSV. 22- Sparta- B. in Hohenschönhausen, Sommerstraße; MerkurFrisch- Frei in Grünau; Tasdorf- Lichtenberg II in Tasdorf: BSB. 16- Retschendorf, Treskowallee, Rartellplag: Rontordia-- Fichte- GO., Städt. Spielplan im Plänterwald; Luftia- Fidel- VfB. in Rudow; Tasmania- Lichtenberg I in Fre dersdorf: Friedrichshagen- Lichtenberg III, Gemeindefportplag in Friedrichshagen; Sertha- Weißensee in Lichtenberg, Wagnerstraße; Astania- TBC. in Köpenid, an der grünen Trift. Südwesten: Hertha- Steglik in Luckenwalde; Brandenburg- Teltow in Brandenburg a. 5. S.; Schöneberg- Britannia, Dominicusplag in Schöneberg, Sachsendamm; Nowawes- Wilmersdorf im Babelsberger Part: Neukölln- Br.Rüftig- Vorwärts, Bereinsplag am Dammweg Nähe Köllnische Heide; FrischAuf- Stern in Ludenwalde: BC. Moabit- Fortunaim Beusselgrund, Blözenfee: Woltersdorf- Luckenwalde in Luckenwalde; Fußballring- Berolina, Waffersportplag. Plößenfee. Die Spiele beginnen um 2 Uhr. Bormittags 10 Uhr fpielen Jugendmann schaften und um 12 Uhr die 2. und 3. Mannschaften. Athletik- Sport- Club, e. B. Leichtathletik, Socken, Rudern. Jeben Sonntag. vormittags 10 Uhr, Waldlauf vom Fichte- Plah, Baumschulenweg, Eichbuschallee, ab. Freitag, den 5. Dezember, abends 8 Uhr, Monatsversammlung bei Linsener, Mühlenstr. 58. Vortrag der Genossen Heldt und Berger über Eindrücke von Sowejetrußland. Geschäftsstelle: Alfred Behrends, Berlin NW. 87. Rinzendorfftr. 7. Freie Ruderer- Bereinigung 1913, e. B. Bootshaus Oberschöneweide, Spreeftvake. Mitglieder werden noch aufgenommen. Da der Verein auch im Winter das Baffinrudern pflegt, ist lekt eintretenden Mitgliedern die Möglichkeit gegeben, mit Beginn der nächstjährigen Rudersaison an den Wanderfahrten teilzunehmen. Anfragen find zu richten an den Sportgenossen E. Schnell, Neukölln, Allerstr. 31. Arbeiter- Radfahrer- Bund Solidarität", Ortsgruppe Berlin. Touren am Gonntag, den 30. November. 3. Abt.: Adlershof bei Ziege, Start 2 Uhr Lcusiker Plak. Ortsgruppe Treptem- Baumschulenweg: Ravensteiner Mühle, Start 11 Uhr Baumschulenweg. Ortsgruppe Niederschönhansen: Basdorf, Start 10 Uhr Friedensploh. Ortsgruvve Reinidendorf: Start 1 Uhr Residenzstraße. Ece Bankower Allee. Biel daselbst. Vereinstour fällt diefen Gonntag aus. Sport. 22. Abt. Früh 9 Uhr bei Reuter, Föhrer Str. 13; bei Rabaab Brüffeler Fünferfeld, das am 5. Dezember im Sportpalast- Ring er Etraße 43; bei Gentel. Utrechter Str. 10. 24. Abt. Früh 9% Uhr Gruppe 1a 8ablabend und Flugblattberbreitung bei Schmidt, Marienberger Str. 48; Gruppe 2 bei Winzer, Chriftburger, Ecke Winsstraße. 25. Not. Früh 9 br bei Gott, Kniprodeftr. 8. 32. bt. Früh 9 Uhr bei Arophardt, Grüner Weg 49, und Valentin, Fraut firaße 36. 33. 261. Früh 9 Uhr Loiad, Behmeftr. 8. Wegener, Stralauer Allee 31; Hoffmann, Stralauer Allee, Ede Markgrafendamm, jenseits der Bahn bei Kieni, Simon- Dach- Str. 24. Die Bezirksführer fönnen zum Sonnabend die Flugblätter bei Lojad, Behmeftr. 8, abholen. 37. Abt. Früh 9 Uhr bei Pfeiffer, Sausburgstr. 2. 41. Abt. Früb 8½ Uhr Flugblattverbreitung. Materialausgabe für Funktio näre, nachmittags 4 Uhr, bei Schult am Sonnabend. Alle Mitalieber treffen fich Sonntag früh 8% Uhr bei Simon, Schufter, Luße und Mende. 44. Abt. 87. Stadtbezirk. Früh 9½ Uhr bei Schiboldt, Admirafftr. 5. Fluoblattverbreitung. Sergt. Sid Papes letzte kämpfe. Der interessantefte Gaft in dem guten scheinen wird, ist der ehemalige Armeemeister Sergt. Sid Bape, der Gegner vom Ermeister Seybold. Der aus Bradford stammende, feit 1921 ringtätige Engländer hat nach seiner Breitensträter- Niederlage von seinem Ruf nichts eingebüßt, ist im Gegenteil ein viel beschäftigter und gern ge= fchener Stämpfer gewesen und hat noch marchen schönen Erfolg errungen. U a. tämpfte Babe mit dem guten australischen Halbschwergewichtsborer Charlie Ning. Resultat nach der 15. Runde ein Unentschieden. Gegen Stanley Gleen wurde er in der 13. Runde auf dem sicheren Wege zum Siege disqual fiziert. Dem alten, aber noch recht guten, geriffenen Tom Berry, der in nächster Zeit mit Jad Bloomfield um den Halbschwergewichtstitel fämpfen wird, gelang es vor längerer Zeit, Pape über 15 Runden nach Bunkten zu schlagen. Daß der Er- Sergeant mit Gegnein von diesem Rang zusammengestellt wird, ist der beste Beweis für seine guten Qualitäten. Vorträge. Vereine und Versammlungen. 99 Reichsbanner Schwarz Rot- Gold". Gefchäftsfteile. Berlin G 14. Gebaftianftr. 37/38. Sof 2 St. Kameradschaft Neukölln- Brig veranstaltet Sonntag, den 30. d. M., eine Propagandfahrt, wozu sich der 1. und 2. 8ug im JdealRafino, Weichselftr. 8, morgens 9 Uhr, versammelt, der 3. Bug im Lokal von Kuki, Hermann, Ede Leinestraße um 9 Uhr antritt. Die Jungmannschaft trifft sich um 9 Uhr im Gambrinus, Raiser- Friedrich- Straße, am Herzbergplak. Der 4. Rug tritt um 94 Uhr Rudower Straße, Ede Grenzallee an. Beteili gung fämtlicher Kameraden Pflicht. Rameradschaft Niedersa öueweibe, Orts. gruppe Laumschulenweg: Sonnabend, den 29. d. M., abends 7% Uhr, findet beim Kameraden Borgmann eine öffentliche. Rundgebung des Reichsbanners statt. Es fprechen je ein Vertreter der drei republikanischen Parteien. Er scheinen sämtlicher Mitglieder unbedingte Pflicht. Die Kameraden des Kreises mit Angehörigen werden gebeten, als Gäste hieran teilzunehmen. Orts. vorstand. Kameradschaft Eichwalde: Sonnbend, den 29. d. M., abends 8 Uhr, tritt die gesamte Kameradschaft bei Lindner an. Wichtige Mitteilungen. Da nach Abmarsch zum Saalschuß. Kameradschaft Tiergarten: Sonnabend, den 29. d. M., pünktlich 7½ Uhr, Turnhalle Alt- Moabit 23, Ausgabe von Jaden und Müzen. Wichtige Bekanntmachungen. Vollzähliges Erscheinen Pflicht. Kameradschaft Berlin- Mitte: Treffpunkt fämtlicher Kameraden Sonntag früh 8 Uhr Sebastian str. 37-38 mit sämtlichen Fahnen. Kamerabschaft Neuenhagen- Soppegarten- Birkenstein: Sonnabend, den 29. d. M., abends 8 Uhr, Treffen der Abteilungen Neuenhagen und Niederheide im Lokal Engel, Bollens dorf, zum Saalschuh. Sonntag, den 30. d. M., 9 Uhr vormittags, Treffen der gefamten Kameradschaft. Eingang Siedlung Birkenstein zur Flugblattverteilung, Wahlpropaganda. Fahrräder und Fahnen mitbringen. Rameradschaft Eichwalbe: Sonntag, den 30. d. M. vormittags 10 Uhr, Abfahrt zur Landagitation mittels Auto. Alle aktiven Kameraden nehmen daran teil. Kameradschaft Pankow und sämtliche Untergruppen. Sonntag, den 30. d. M., vormittags 9 Uhr, Treffen zur Autofahrt, Pankow( Kirche). Pünktliches und vollzähliges Erscheinen Pflicht. Kamerabschaft Petershagen- Fredersdorf. Sonntag. Den 30. b. M., nachmittags 4 Uhr, öffentliche Versammlung bei Madel, Petersbagen. Kameradschaft Brenzlauer Berg: Sonntag, den 30. d. M.. um 8% Uhr, Treffpunkt zur Landagitation Sangenbeckstr. 4. Kamerabschaft Weißensee: Gonntag, den 30. d. M., Flugblattverbreitung. Die Zugführer treffen sich mit den Rügen um 9 Uhr. 1. Rug im Lokal Minge, Lothringer Str. 32; 2. Rug im Lokal Callan, Lehderstr. 122; 3. Rug im Lokal Pohlsmann, Langhans-, Ede Goethestraße: 4. Rug im Lokal Stärke, Charlottenburger Str. 4; 5. Rug im Lokal Grüner Baum, Berliner Ance 204. Nachmittags: Antreten zum Abmarsch nach Malchow. Sämtliche Kameraden müssen erscheinen. Treffpunkt Grüner Baum, Berliner Allee 204, um 2½ Uhr. Kamerabshaft Friedrichshain: Bis Sonnabend, den 29. d. M., abends 6 Uhr, find sämtliche Fahnen nach der Langenbecftr. 4 hinzubringen. Sonntag, den 30. d. M., vormittags 8 Uhr. treffen fich fämtliche Kameraden in der Langenbeckstr. 4.- Kamerad. schaft Kreuzberg: Sonntag den 30. d. M., früh 9 Uhr, Antreten zur Fahrt Nähe Hallesches Tor. Rameradschaft Lichtenberg: Sonntag, den 30. d. M., früh 8% Uhr, Antreten Bahnhof Lichtenberg- Friedrichsfelde. Montag, den 1. Dezember, Mittwoch, den 3. Dezember. Freitag, den 5. Dezember, Sonnabend, den 6. Dezember, abends 6½ Uhr, Antreten Bahnhof LichtenbergFriedrichsfelde. Kameradschaft Banlow und sämtliche Untergruppen: Montag, den 1. Dezember, abends 8 Uhr. Turnhalle Wollantitr. 131, Jiu- Jitsu und Turnen. Rameradschaft Tiergarten: Montag, den 1. Dezember. abends 7 Uhr, Saalfchuß der SPD.- Versammlung im Artushof, Perleberger Straße. Für die Woche vom 1. bis 6. Dezember sind nur die an dieser Stelle erscheinenden Weisungen gültig, alle anderen sind damit hinfällig. Dienstag, den 2. Dezember, abends 7 Uhr, Treffen Bahnhof 800 zum Propagandazug. Sonntag, den 20. d. M., vormittags 9 Uhr. Treffen allr Kameraden am Haupteingang des Kriminalgerichts. Rathenower Straße, Ecke Alt- Moabit, Tagesmundvorrat mitbringen. Achtung! Alle Kameraden, die am Sonntag, den 30. 5. M., nicht irgendwelchen Wahlarbeiten zugeteilt find, finden sich morgens 9 Uhr zu einer Rundgebung im Großen Schauspielhaus ein. Gauvorstand. Sonntag, den 30. November, nachMännergesangverein Ramenlos". mittags 4 Uhr, im Saalbau Friedrichsha'n, Max. Bruch Abend. Mitwirkende: Berliner Orchester- Berein, Hedwig Geißler( Sopran), Hermann Schen ( Bariton), Paul Rammelsberg( Violine). Naturheilverein Reukölln, e. B. Am Sonntag, den 30. d. M., nachmittags 4 Uhr, feiert der Berein im Karlstarten in Steukölln fein 31. Stiftungsfeft, verbunden mit einem Vortrag von Stadtrat Genossen Dr. Gilberstein, Mufit, Tanz und Tombola. Gäste find herzlichst willkommen. Der Eintrittspreis beträgt für Mitglieder 50 Pf. und für Gäste 75 Pf. einschl Steuer und Tanzkarte. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag vormittag 11 Uhr Pappelallee 15, Bortrag des Herrn Ernst Simmel: La Traviata"( mit Erläuterungen am Flüel). Gäste willkommen. Verein Sozialistischer Aerzte. Dienstag, den 2. Dezember, abends 7 Uhr, in der Aula der Schule Joachimsthaler Str. 31, an der Augsburger Straße, Versammlung. Tagesordnung: Der Kampf um den Paragraphen 218"( nom fozialhygienischen und strafrechtlichen Standpunkt). Referenten Dr. Friz Brupbacher Zürich und Frau Referendar Marianne Fabian. Gäste willkommen. Freidenker- Volkshochschule Berlin. Dienstag den 2. Dezember, abends 7% Uhr, im Astanischen Gymnasium, S., Sallesche Str. 24( am Anhalter Bahnhof), beginnt ein Rurfus( drei folgende Dienstagabende) von Dr. Hans Graaz: Körperbildung und Nacktkultur als Mittel gegen physische und psychische Entartung." Eltern schwächlicher Kinder sind besonders auf diese Gelegenheit zur Anregung und Aussprache hingewiefen. Berliner Komitee der Gesellschaft für den Gesundheitsschus der Juden OSE". Dienstag, den 2. Dezember, abends 8 Uhr, Landsberger Str. 89, 3. Bollsver sammlung. Bortran des Herrn Dr. Olsch manger über Gefch vantheiten und ihre Gefahren für das jüdische Volk"( mit Lichtbildern). Ferner Vortrag des Herrn Dr. Blum über OSE im Kampf gegen Geschlechtstrantheiten". Eintritt frei. Wetter ür Berlin und Umgegend. Vorübergehend etwas bewölkt, am Tage ühl, in der Nacht zu Sonntag noch einzelne leicht Fröste. Für Deutf land. 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Doch schrieb er ihr einen jammernden Brief, Wie lief er ins Elend geraten, Und ob er denn das etwa verdient Für seine herrlichen Taten? trev 1000000 1000 6606 6666666 10000000 100000000 OTTENS. Und am Schluffe hieß es ganz unverblämt, Daß er fie um Hilfe bate. Drauf schickt ihm das arme Wurm sogleich Patete über Patete. Jetzt aber, Germania, iff's genug, Er soll Dich nicht länger betrügen! Jetzt laffen wir den Schlagbaum herab Mag jener die plaze triegen! O. K. Bevölkerungspolitik und Parlament. Von Marie Juchacz. Im allgemeinen versteht man unter Bevölkerungspolitit in der Gesetzgebung das, was unmittelbar mit Gebrt und Tod zusammenhängt. Gesetze, wie zum Beispiel die heichswochenhilfe, sollen die Lage der minderbemittelten Mütter erleichtern; sie fönnen dazu beitragen, die Zahl der Geburten zu heben und die Todesfälle der Säuglinge zu vermindern. Beschäftigt man sich mit diesem Problem etwas mehr, dann sieht man bald, daß in der gesamten Gesetzgebung bevölkerungspolitische Tendenzen vorhanden sind, die sich sowohl nach der negativen wie positiven Seite auswirken. oder die Mutter mit der Familie in enger Wohnung zu fammenhausen, in der alle hygienischen Vorbedingungen zur Bermeidung der Ansteckung fehlen, wenn die noch gesunden, aber meistens für Ansteckung disponierten Familienmitglieder aus Raummangel oft sogar mit den Kranten in einem Bette schlafen müssen und es dann noch an der notwendigen Bettwäsche mangelt, nutzt alle andere Fürsorge nichts mehr. Zu dem im preußischen Landtag angenommenen Gesetz zur Bekämpfung der Tuberkulose, an deffen Ausbau zu einem Fürsorgegefeh die sozialdemokratische Fraktion lebhaft beteiligt ist, sind darüber hinaus auf sozialdemokratische Initiative eine ganze Reihe Entschließungen angenommen worden, z. B.: Das geborene Kind ist in seinen Lebensaussichten ab hängig von der sozialen Lage seiner Erzeuger. Die Mutter, die dauernd ein Leben der Entbehrung führen und dabei einen großen Teil ihrer förperlichen und seelischen Kraft aufwenden mußte, wird vielleicht( nicht immer) noch die ersten Kinder auf Kosten eigener Kräfte mit jenem Lebensfonds ausstatten fönnen, der ihnen von vornherein eine gewisse Gewähr für Gesundheit und normale Entwicklung gibt. Daraus ergibt sich, daß schon in der Ernährungspolitik eines Staates bevölkerungspolitische Tendenzen von stärkster Beziehen, 5. Ausbau und Vermehrung der Heilstätten für Tuberkulose deutung liegen. Hat doch die Unterernährung der Mütter und der Kinder dazu beigetragen, daß die Wissenschaft sich heute stärker als je mit den Problemen der Kindersterblichkeit, Strofulose, Tuberkulose, Rachitis und Kinderverkrüppelung beschäftigen muß. Wenn die Sozialdemokratie im letzten Reichstag bis zur legten Stunde, die dieser Inflationsreichstag verlebt hat, es durch das stärkste parlamentarische Mittel, durch die Obstruktion verhindert hat, daß die 3ollvorlage( die einen Teil des Preises für den Umfall der Deutsch nationalen am 29. Auguft sein sollte) ohne Debatte an den Ausschuß verwiesen wurde, so hat sie damit deutschen Arbeitermüttern und ihren Kindern einen großen Dienst erwiesen, war doch im Bolltarif eine Belastung des Brot wiesen, war doch im Zolltarif eine Belastung des Brot quantums mit 63 M. für eine fünftöpfige Familie vorquantums mit 63 M. für eine fünftöpfige Familie vorgefehen. Nur müssen die Mütter wissen, daß die Zolltarifvorlage nicht für immer begraben ist. Die Deutschnationalen geben fich so leicht nicht zufrieden und werden ihre Ansprüche wieder anmelden. Bevölkerungspolitische Auswirkungen finden wir vor allem auch in der Lösung der Wohnungsfrage durch die Gefeßgebung. Das Bestreben der bürgerlichen Vertreter im Reichstag ging feit langem dahin, den Wohnungskapitalismus zur vollen Blüte zu bringen. Eine gesunde Wohnungspolitit aber muß die Bauspekulation ausschalten. Das Woh nungselend war auch vor dem Kriege ungeheuer groß. Es ist verschärft worden durch die Knappheit der Wohnungen. Bei den Bemühungen der Behörde zur Minderung des Wohnungselends haben die Sozialdemokraten im Reichstag und im preußischen Landtag, aber auch in den Gemeinden es wahr lich nicht an tatkräftiger Hilfe fehlen lassen, während bei den bürgerlichen Parteien ihr privatkapitalistiches Intereffe oft genug alle sozialen Gründe übertönt. In der Welt am Montag" wird auf eine Abhandlung eines Arztes( Dr. Martin Grunzer) in der Deutschen medizinischen Wochenschrift" hingewiesen. Er stellte erschütternde Fälle von gefchlechtlich infizierten Kindern zusammen, die ein Opfer der graufigen Wohnungsmifere geworden sind. Es find Mädchen von 16 Jahren abwärts bis zu 3% und 2 Jahren, die von Untermietern und Familienangehörigen zum Teil geschändet und angesteckt werden. Welch graufige Bernichtung von gesundheitlichen und moralischen Werten. Bei der so bitter notwendigen Betämpfung der Zubertulofe ftoßen wir dauernd auf die Erschwerungen, die in der Wohnungsnot liegen. Wenn ein tuberkulöser Bater 1. Auf die Reichsregierung zu wirken, mit hunlichster Beschleunigung eine planmäßige und einheitliche reichsgesetzliche Bekämpfung der Tuberkulose in die Wege zu leiten, 2. sämtliche beamtete Aerzte zur Zusammenarbeit mit den in ihrem Bezirk befindlichen Fürsorgestellen zu verpflichten, 3. die Schulärzte zu verpflichten, auch die Berdachtsfälle auf Tuberkulose den Fürsorgestellen zu überweisen, 4. zur praktischen Mitarbeit in den Fürsorgestellen Frauen heranzuanzustreben, um eine längere Behandlungsdauer und fürzere Bartezeit zu ermöglichen, 6. eine bessere Ausbildung der Aerzte in allen Fragen der Tuberkulosebekämpfung anzuftreben, 7. für entlassene Lungentrante auf besondere Berücksichtigung bei den Arbeitsnach weifen und auf angemessene Arbeitsgelegenheiten hinzuwirken, 8. eine ausreichende Zahl und zwedentsprechende Verteilung von Tuberkulofefürsorgestellen in Stadt und Land anzuftreben. Wichtig ist auch der Arbeitersch u z. Die Ratifizierung des Washingtoner Abkommens liegt durchaus nicht in den Wünschen der Rechtsparteien. Ein gefeßlich festgelegter Acht stundentag für den Arbeiter wirkt sich sowohl gesundheit lich wie moralisch bessernd auf das Familienleben aus. Doppelt, wenn damit ausreichende Ernährung und gesunde Wohnungsverhältnisse verbunden sind. Aber das Washingtoner Abkommen bringt auch ganz direkte Vorteile für die Arbeitermütter. Gein Artikel 3 fagt: In allen öffentlichen und privaten gewerblichen oder Handels betrieben oder deren Nebenbetrieben mit Ausnahme derjenigen, in denen lediglich Mitglieder einer und derselben Familie beschäftigt finda) barf eine Frau während fechs Wochen nach ihrer Niederkunft nicht beschäftigt werden; b) ist jede Frau berechtigt, die Arbeit zu verlassen. wenn fie ein ärztliches Zeugnis beibringt, daß ihre Niederkunft voraussichtlich innerhalb sechs Wochen stattfinden wird; c) erhält jede Frau ihrer gemäß Abfaz a und b dauernden Abwesenheit eine Unterstützung, die ausreicht, um sich und ihr Kind in guten gesundheitlichen Verhältnissen zu erhalten. Diese Unterftügung. deren genauer Betrag durch die zuständige Behörde jedes Landes festzusehen ist, ist entweder aus öffentlichen Mitteln zu bestreiten oder durch eine Versicherung aufzubringen. Außerdem hat die Frau Anspruch auf unentgeltliche Behandlung durch einen Arzt oder eine Hebamme. Irrt sich der Arzt oder die Hebamme in der Berechnung der Zeit der Niederkunft, so hat die Frau dennoch Anspruch auf diese Unterstützung von dem aus dem ärztlichen Zeugnis fich ergebenden Zeitpunft an bis zu ihrer Entbindung; d) ist jeder Frau. die ihr Kind selbst nährt, während der Arbeitszeit zum Stillen täglich zweimal je eine halbe Stunde freizugeben." Der Entwurf zum Washingtoner Abkommen über die Beschäftigung der Frauen vor und nach der Niederkunft ist am 30. Auguft dem Reichstag zugegangen. Der neue Reichstag wird darüber zu entscheiden haben. Daß die Sozinthemofratie für das schwere Los der Arbeitermütter Berständnis hat, ist am deutlichsten dadurch Unterſtügung im Juli 1924 Einmalige Unterftügung ML. 6,- bis 7, Wochengeld täglich Stillgeld täglich ... W " Antrag der Sozialdemokrat. 0,10 0,11 tgl. 0,15 0,17 tql. " Zusammen Mt. 28,- bis 30.Mt. 25Beschluß'm So zialpolitischen u Hauptaussch. des Reichstages Mt. 250,75 0,75 0,50 " 0.25 " 140, 81.Ohne die dauernde Initiative der Sozialdemokratie hätten die Arbeitermütter heute überhaupt nichts. In den Kreis dieser Betrachtungen muß man auch alle Maßnahmen und Borarbeiten auf dem Gebiete der Gesundheitspolitif, wie sie z. B. von der sozialdemokratischen Fraktion im Preußischen Landtag mit Ausdauer, mit Verständnis verfolgt wurden, hineinziehen. Das preußische Hebammengeseg erfüllt nicht unseren Wunsch, alle Hebammen zu Angestellten des Staates zu machen. Nach dem Gesetz soll aber eine den Bedürfnissen entsprechende Verteilung der Hebammen über das Stadt- und Landgebiet stattfinden, es wird ihnen ein Mindesteinkommen und eine Ruhestandsunterstützung sichergestellt, sie werden verpflichtet: 1. Zur Beratung der Schwangeren und Ausübung der Geburtshilfe, 2. zur Versorgung der Wöchnerinnen und des neugeborenen Kindes( Besuch 10 Tage lang ein bis zweimal), 3. zur Förderung der natürlichen Ernährung( Beratung der Mütter), 4. zur Mitwirkung in der örtlichen Säuglingsfürsorge. Durch die Einrichtung von Kreishebammenstellen können neben Magistratsvertretern, Aerzten, Trägern der Krankenversicherung und Hebammen auch Mütter an der Ausführung und Beobachtung des Gesetzes mitwirken. Bon gleicher Bedeutung für die Volksgesundheit ist es, wenn durch die Fraktion die Berbreitung der Familienhilfe der Krankenkassen gefördert wurde. Mütter wissen am besten, wie bitter es ist, wenn sie das Geld für eine notwendige ärztliche Behandlung ihrer Kinder nicht haben und sie mühevolle Gänge und manchmal vergebliche zur Erlangung der Hilfe ausführen müssen. Die hier angestrebte Entwicklung führt mit notwendiger Konsequenz zur Sozialisierung der ärztlichen Hilfeleistung. Nur darf, auf diesem und anderen Gebieten, die Entwicklung nicht durch einen schlechten Wahlausfall unterbrochen werden. Darum auf zur Wahlarbeit. Alle Frauenstimmen der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands! Zur Wahrung des Wahlgeheimnisses. Vorbereitung der Reichstags- und Landtagswahlen. Ein Einzelfall gibt, wie der Amtliche Preußische Pressedienst meldet, dem Minister des Inner Veranlassung, unter Hinweis auf seinen Erlaß vom 31. Oftober d. 3. darauf aufmerksam zu machen, baß die Wahl( Abstimmungs) Borteher nicht be. fugt find, bei Entgegennahme der Stimmzettelumschläge aus der Hand der Wähler nachzuprüfen, wieviel Stimmzettel der Umschlag enthält. Zur Wahrung des Wahlgeheimnisses find fie insbesondere nicht berechtigt, den Umschlag gegen das Licht zu halten. Die Reichsdruckerei wird in diesen Tagen mit dem Bersand der für die Reichstags- und Landtagswahlen zu liefernden Wahlbrudiachen( Bordrucke für die Wahl- und Abstimmungsnieder fchriften der Abstimmungsvorstände nebst 3äh und Gegenliften) beginnen. Sie gehen den Land- und Stadtkreisen in Bostpaketen Druckfachen sind, wie der Amtliche Breußische Bressedienst mitteilt, zu. Etwa notwendig werdende Nachforderungen dieser Kreise an an die Regierungspräsidenten zu richten, denen für unvorherge sehene Fälle ein Vorrat von rund 10 Prozent des Gesamtbedarfs ihres Regierungsbezirts überwiesen wird. Sollten die Land. und Stadtkreise am 30. November nicht in den Besitz der Wahldrucksachen gelangen, fo haben sie dem Minister des Innern telegraphisch Anbeige zu erstatten. Potemkinsche Dörfer. Die deutschen Bolschewisten verstehen sich vorzüglich auf die Runft, ein X für ein U zu machen. Mit Vorliebe bedienen sie sich zu diesem Zwecke bürgerlicher Journalisten, die mit Erlaubnis der Sowjetregierung eine Sprigtour nach Rußland unternehmen dürfen. Was sie da zu sehen bekommen, find natürlich zum großen Teil Potemkinsche Dörfer, die sich ganz besonders wirkungsvoll auf dem Gebiete der Sozialversicherung und des Bildungswesens zeigen. Eine nähere Betrachtung ergibt, daß diese pompöse Aufmachung aus Bappe ist. So veröffentlicht z. B. die Rote Fahne" vom 27. Nopember einen Auszug aus dem Artikel eines gewissen Dr. Mar. fusion, ber die Krankenversicherung in Sowjetrußland als qualitativ die beste in der Welt verherrlicht, allerdings zugeben muß, daß sie in ihrem Umfange in der letzten Zeit eingeschränkt werden mußte. Vergleicht man aber mit dieser sowjetfreundlichen Uebertreibung eines Uneingeweihten den nüchternen Brief aus der Stadt Jaroslaw, der in der„ Prawda" vom 22 November zu finden ist, so erhält man von der Krankenversicherung in Sowjetrußland ein ganz anderes Bild. Da heißt es: " 2 ,, Die medizinische Hilfe ist ganz ungenügend. Die Ambulatorien find schlecht ausgestattet und überlastet. Es fehlen die nötigen medizinischen Hilfsmittel, Meditamente und Aerzte. Am schlimmsten ist aber, daß die großindustriellen Unternehmungen, fogar sehr rentable, in ihren Zahlungen an die Krankenkaffen rückständig sind. Die Trusts aus den Zentren schicken das Geld nicht ein. So stehen 600 000 Rubel aus." Der zweite Reflameartikel ist der Volksbildung gewidmet. Der dankbare Reisende bekommt nur die wenigen Musterschulen zu bewundern. Sie machen aber den Braten nicht fett. Man erzählt ihm lang und breit von der intensiven Bekämpfung des Analphabetismus und anderen schönen Dingen. Die Wahrheit ist aber anders! Die Prawda" vom 21. November teilt z. B. mit, daß allein in der traine 140 000 Kinder proletarischer Herkunft außerhalb der Volksschulen geblieben sind. Wieviel Kinder nichtproletarischer Herkunft noch hinzufommen, sagt das Blatt nicht. Bebe ift man jedoch, daß 3. B. der Volkskommissar für Bildungswesen kürzlich erklärte, die Zahl der Boiksschullehrer und der Volksschüler fei zurückgegangen und der Vorsitzende des Allrussischen Bollzugsrates Kalinin in seiner Rede vor einigen Tagen das Geständnis ablegte, daß im Laufe der siebenjährigen Herrschaft der Bolschewisten die Zahl der Kulturinftitutionen auf dem Lande immer weiter abgebaut worden sind, ferner in Leningrad Tausende von Kindern nicht in die höheren Lehranstalten aufgenommen werden konnten und die Universitäten bzw Technischen Hochschulen viele zehntausende Studenten weniger aufnehmen durften als im voraufgegangenen Jahre, so bekommt man eine richtige Borstellung von den Fortschritten des Beldungswesens in Sowjetrußland. Hakenkreuz und Landarbeiter. Der deutschvöllische Abgeordnete Schlie phate hat öffentlich erklärt, feine Bartei dächte nicht baran, für Er höhung der Landarbeiterlöhne einzutreten; die Behauptung, Seßerei zurü. Serr Schliephate, der selbst Gutsbefizer ist, fcheint fogar der Ansicht au sein, daß die Landarbeiter überhaupt teinen Lohn brauchen, wie folgende Episode aus feinem Leben beweift: bak diese zu niedrig feien, weise er als sozialdemokratische Das war der Herr vom Hakenkreuz, Schliephate zubenannt. Der sprach:„ Es redet nichts Gescheut's, Wer meint, daß auf dem Band Der Arbeitslohn zu niedrig sei. Das Ganze ist, ich sag' es frei, Bloß Sozi- hegerei. Im Gegenteil! Noch viel zu die! Bezahlen wir im Grund. Bandarbeit ist ein Kinderspiel Und außerdem gesund. Wenn wir, die Herrn von Hof und Flur, Nicht noch was zu fordern für die Kur, So ist das Großmut nur!" Und als der Bahltag nun erschien, Da streifte der Patron. Bergebens baten, drängten ihn Die Leute um den Lohn. Er schlug den Geldschrank knallend zu: Berbuftet, rat' ich euch, im Nu Und laßt mir meine Ruh'! Doch ach, die Leute dachten nicht Deutschvölkisch, so wie er! Gie wandten sich an das Gericht, Das sprach:" Die Löhne her!" Und schickte einen Mann hinaus, Der ging umher im ganzen Haus Und pfändete es aus. Da griff der Herr vom Rittergut In seinen Geldschrank tief Und zahlte, berftend fast vor Wut, Die Löhne nach Tarif. Sind wir erst an der Macht," so schwor Er laut bei Ddhin und bei Thor, " Kommt das nicht wieder vor!" Ihr Arbeitsbrüder auf dem Land, Die ihr die Schollen brecht Und sät und mäht mit harter Hand, Merkt euch die Runde recht! Nach Wahrheit hab' ich sie erzählt, Auf daß euch ja tein Zweifel quält, Wen ihr am besten wählt! Peter Michel. Das Wahlrecht der Seeleute. Auf Grund des§ 111a der Reichsftimmordnung beginnt am Donnerstag, den 27. November, die Reichstagswahl für all die wahlberechtigten deutschen Seeleute, die vor dem 7. Dezember in See gehen und infolgedessen am eigentlichen Wahltag ihr Wahlrecht in feinem deutschen Hafen ausüben tönnen. Den nach dem 7. Dezember in einen deutschen Hafen zurückkehrenden Geekuten steht die Möglichkeit, ihr Wahlrecht auszuüben, bis zum 12. Dezember offen Oeffentl. Wählerversammlungen heute, Sonnabend, 29. November, abends 7½½ Uhr: Lichtenberg( 119. Abt.): Mene, Röderstr. 60. Biesdorf: Dieze, Biesdorf- Süd, Köpenicker Straße. Kaulsdorf- Süd: im Jägerheim. Wilhelmshagen: Gasthof zum Bahnhof. Tegelort: Hermann, Scharfenbergstraße. Redner: Felgentreu, Lempert, Leid, Reimann, Reuter. Sonntag, 30. November: Marzahn: Schule, nachmittags 3 Uhr. Aber ach, diese vertrauensseligen Rufis mußten erkennen, baß Irren menschlich ist und, während der Mensch denkt, die Direktion lentt. Das Resultat mehrstündiger Verhandlungen: Die Herren Bes amten mit ihrem schon doppelt bis dreifach hohen Gehalt erhielten eine Zulage in Höhe von 20 Proz. Und, damit das vorerwähnte Interesse der Direttoren für die Besserstellung der faufmännischen Angestellten auch beträftigt wird, erhalten sogar die Angestellten ihre Bulage, allerdings in Anbetracht ihres bedeutend geringeren Gehaltes auch in bedeutend gering: ren Prozenten, nämlich nur 13 Proz. In der Bekanntgabe der neuen Säge für die Angestellten heißt es u. a.: Verhandlungen über eventuelle Aenderung der Sätze fönnen nicht stattfinden, da die Regelung vom Aufsichtsrat vorgenommen wurde infolgedessen definitiv ist." Faltenberg b. Weißensee: Karl Meyer, Dorfstraße, nachmittags Beamten( Handlungsbevollmächtigte) mit ihrer 20proz. Zulage feines2 Uhr Blankenfelde: bei Stab, nachmittags 3 Uhr Redner: Lempert, Litte, Maderholz. Beamten- Versammlung heute, Sonnabend, den 29. November, 1 Uhr nachm.: Deffentliche Kommunalbeamtenversammlung: im Bürgersaal des Rathauses.- Tagesordnung: Wie wählen die Kommunalbeamten? Referent: Bürgermeister Genosse Leid. Der Lakai der Deutsch nationalen. Während schon die ganz Dummen von den Deutschnationalen abrücken, und diese deshalb jeden Tag auf irgend einen neuen hane büchenen Blödsinn verfallen, sind die Kommunisten in ihrem Haß gegen die Sozialdemokraten nun schon so weit gekommen, daß fie ganz öffentlich für die Deutschnationalen Wahhilfe leiften. So fonnte man in diesen Tagen in Halle führende Kommunisten mit dem Blafattrupp der Deutschnationalen durch die Straßen wandern sehen. Sogar der Tambour der Halleschen Roten Fronttämpfer war dabei. Als verschiedene Arbeiter, denen diese Schmußerei auf die Nerven ging, nach dem Grund für das Verhalten der Kommunisten fragten. betamen sie die Antwort, die von den Deutschnationalen vorangetragenen Plakate feien ja gegen die Sozialdemokratie gerichtet gewesen. Angestellten gehälter und Wahlen. Den Höhepunkt der Situation bedeutet es jedoch, daß die oberen wegs befriedigt sind, sondern wahrscheinlich eine Gorderait on unters nehmen werden, welche in Anbetracht des Einverständnisses mit der Direktion wohl auch von Erfolg sein dürfte. Leider hat die Mehrzahl der in diesem Betriebe tätigen Angestellten den Wert einer geschlossenen Gehaltsbewegung unter Führung der freien Gewerkschaften noch nicht erkannt, doch ist zu er= merten, daß auf Grund der legten Ereignisse, die wohlgemerft feine Märchen sind die Dinge sich fünftig onders gestalten werden Die Angestellten werden diesen Herrschaften die Quittung am 7. Dezember geben und auch in anderen Angestelltenfreifen für Aufklärung sorgen. Arbeitersportler, wählt SPD.! Es trennen uns nur noch wenige Tage von der Wohl im Reiche und Preußen. Jeder Arbitersportler hat sich nun ernstlich zu fra en, welcher Partei er feine Etimme geben tann. Taß ein Arbeiters periler feine bürgerliche Partei wählt, it feb verständlid, aber es ist ebenso selbstverständlich, daß niemand se ne Wahlpflicht verfäumt. Tie dicsmoligen Wahlen werden für. lenge Seit ausfd opgebend in der Reichs- und Landespolitt ein. Wer ein Intereffe an einem geordneten Fortoang unferer wirt fdaftlichen und politischen Gesundung hat, tann nur eine einzige Part wählen. Das ist die Sozialdemokratie. In den Zeiten der Inflation hat die Partei stets nach besten Kräften trotz aller Schwierigk iten die Intereffen der Arbeit r wahrgenommen mag auch mancher damals der Ansicht gewesen sein, daß es häbe anders gemacht werden können. Heute wird jeder einsehen können tab in damaliger Zeit die Politik der Partei eine fo start zwangsläufige war, daß vieles geton werden mußte, was aurenblicklich den AnIdrin erweden mußte, als diene es nicht den Interessen des Broletoria's. Heute hat sich ermicfen daß die Politt der Partei damals nicht aners fein fonnte, denn alles mußte daran gesetzt wer den, die Währung zu stabilisieren und zu einer Berständigung mit ben damaligen Kriegsgegnern zu tommen. Heute sieht jeder einDemokratie und des Sozialismus die Zukunft der deutschen Arbeiter. fchaft sichergestellt werden tann. Die tommunistische Partei hat in allen diesen Zeiten wot große Versprechungen gemacht, ist aber nicht in der Lage gewesen, auch nur etwas davon zu erfüllen. Sie wird in Zukunft noch weniger die Interessen der Arbeiterschaft wahrnehmen fönnen, denn ihre jezige Taftit führt nur zur Schwächung der Arbeiterft sse. Dem demokratischen Sozialismus, dessen Träger die Sozialdemokratie ist, gehört die Zukunft. Nur eine farte Sozialdemokratie wird die Reattion in Schranken halten förmen. Ort der Handlung: Ein Großbetrieb, für dessen Beamte und Angest: llte ein Haustarif ohne Mitwirkung der Gefichtige Arbe ter, daß nur auf dem Wege der Verständigung der wertschaften besteht. Es sollen neue Gehälter bewilligt werden, mit deren Festsetzung fich eine Aufsichtsratssigung zu befassen hat. Die Herren Beamten überreichen im Einvernehmen mit der Direktion ihre bescheidenen Forderungen, welche eine aufsteigende Rurve bis zu 55 Proz. aufweisen. Die Angestellten, im Vertrauen auf die Einsicht ihrer Direktoren und der Aufsichtsräte. reichen feine formulierten Anträge ein, sondern nehmen an, daß ihnen nach bisheriger Gepflogenheit dies: ibe Er. höhung zuteil wird. Sie sehen sich dazu um so weniger veranlaßt, die Direktion als wohl im Hinblick auf die fommenden Wahlen verschiedentlich ihr Interesse für die Ang stellten nicht nur ihrer Firma, sondern der ganz n Allgemeinheit öffentlich bekannt gab. Es sei hierbei bemerkt. daß einer der hohen Chefs an sicherer Stelle einer schwarzweißroten Parteiliste tandíbiert. Ihr deutschen Arbeitersportler habt ein ganz besonderes Intereffe daron, unfere wirtscr ftlichen und politischen Verhältnisse zur Ruhe tommen zu laffen, denn nur in einem einigermaßen geordnetem Wirtschaftstörper fönnt ihr euren Sport ausüben. Darum wählt am 7. Dezember Mann für Mann sozialdemokratisch! GAUSSAFME TAGE SONNABEND- FREITAG STRÜMPFE HERREN- ARTIKEL TRIKOTAGEN HANDSCHUHE Kinder- Strümpfe schwarz und farbig, solide, haltbare Qual., f. 3-4 Jahre Ausnahmepreis Kinder- Strümpfe schwarz und farbig, solide, haltbare Qual, f. 5-6 Jahre Ausnahmepreis Damen- Strümpfe schwarz und farbig, verstärkt. Sohle, gute Ausführung Ausnahmepreis Damen- Strümpfe pa. Makogarn, alle mod. Farb., verstärkte Sohle und Ferse Ausnahmepreis Damen- Strümpfe Tramaseide, schwarz m. Zwickel Ausnahmepreis Herren- Socken Jacquard-Muster, viele mod. 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Bir maden darauf aufmerksam, baß sämtliche nicht verlaufien Lofe, die in diefer Woche nicht abgerechnet worden find, als verkauft gellen und umgehend abgerechnet werden müffen. Heute, Sonnabend, den 29. November, abends 8 Uhr: Werbebezirk Teltowlanal: Jugendheim Steglih, Albrechtstr. 47, Borfitendenionferenz. Wichtige Tagesordnung. Berichtsbogen mitbringen. Alle Abteilungen müssen vertreten fein, Morgen, Sonntag, den 30. November: Burholz: Fußwanderung nach Tegel. Treffpunkt 8 Uhr Jugendheim. Lichtenberg Nord: Fahrt ins Blaue. Treffpunkt 7 Uhr Stralau- Rummelsburg. Steglik I: Treffpunkt zum Ronzert 2 Uhr Bahnhof Gubende. Steglig II: Treffpunkt 1½ Uhr Steglig zum Konzert. Gübost( Reidenberger Biertel): Das Jugendheim Reichenberger Str. 66 ist ab 5 Uhr geöffnet. Webbing I: Fahrt Bellen- Krämer- inteutrug. Treffnunft 6 Uh schnhof Wedding, Webbing- Norb: Die Fahrt fällt aus. Dafür Treffpunkt 9 Uhr Gee, Ede Müllerstraße. Erscheinen fämtlicher Mitglieder ist Pflicht. Beften: Fahrt Wannsee- Telionkanal. Treffpunt 6 Uhr Bhf. Bülowstraße. Werbebestek Neufölin: Alle Genoffen treffen sich zur Landagitation Dormittags 11 Uhr Bhf. Sermannstraße. tusov atued. 6N A.KUSCHE Die mild- aromatische & WALASCO 6 Baldorf- Cigarette DEUTSCHE BANK Die Aktionäre unserer Gusel shaft werden hierdurch zu der am 19. Dew zember 1924, vormittags 11 Uhr, in unserem Bankgebäude, Eingang Kanonierstraße 22/23, siatifi den en außerordentlichen Generalversammlung einge aden Aktionäre, die ihr Stimmrecht nach Malgabe§ 2 der Satzungen ausuben wol en, müssen ihre Aktien( oder die daruber lautenden Hinterlegungsscheine der Reichsbank spätestens am 15. Dezember d. J. in Berlla Breslau Elberfeld " S Hannover bei der Effektenkasse der Deutschen Bank, Behren. straße 11( fr Gie itgeder des Gio Eektenepots auch bei der Bank des Berliner Kassenvereins), bei dem Schlesischen Bankverein Filiale der Deut schen Bank, de Bergisch Märkischen Bank Filiale der Deutschen Bank. der Hannoverschen Bank Fila e der Deutschen Bank, sowie bei den Filialen der Deu schen Bank an fulgenden O ten Aachen, Amsterdam, Arnstadt, Augsburg. Bam berg. Barmen, Bielefeld. Braunschweig, Bremen, Cassel. Celle, Chemnitz. Coblenz, Crefeld, Danzig, Darmstadt, Dresden. Duis. burg, Düsseldorf, Eriurt, Prankfurt a. M., Fürth, M-- Gladbach, Gotha, Gór itz, Hagen 1. W., Haile, Hamburg, Hameln, Harburg burg, Malaz, Meißen, Mühlhausen. 1. Thür.. München, Nürnberg Regensburg, Remscheid, Saarbrücken, Stettin, Trier, Veiden ( Aller), Weimar, Wiesbaden, Würzburg, 666666# 99999 Unferem Genossen Gottfried Schulzki, Ge medier Straße 35. herzlichen Glüdwunsch zur Silber. hochzeit. 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Stim.mkar en werden be den Hinterle ungss eben ausgehändigt. Im Falle der Hinterlegung bei einem Notar ist die Besch inigung desselben über die erfolgte Hinter.egung in Urscuruit oder Abschnitt spätestens einen Tag nach Ablauf der Hinterlegungsfrist bei der Gesellschaft einzureichen. TAGE ORDNUNG: 1. Vorlegung der Goldmark- Eröf nu gsbi anz vom 1. Januar 1924 sowie des Prüfungs erichts des Vorstands und des Aufsichtsrats 2. Beschlu fassung über di Genehmivun der Goldmark- Eröffnungsb lanz, der Umste lung des Grundkapal auf 150 000 000 Goldmark und Bildung el er gesetzlichen Reserve von 50 000 000 Go dmark. 3. Aenderung der Satzungen nach Maßgabe der zu 1. und 2. gefaßten Beschlüsse und Aerderung der Aktienstuckelung§4 Grundkapital und Stückelung:$ 23 Stimmrecht) 4. Ermächtigung d.s vorstands zur Festsetzung der Einzelheiten der Durchführung der Umstellung 5. Genehmigung der Aufnahme der Württembergischen Vereinsbank. 6. Wa len zum Aufsichtsrat Berlin, den 28. November 1924. 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Nollendorfpl.: Der gestiefelte Kater 2.30: Die Geliebte/ G'wissenswurm Sr. Hoheit mit Fritzi Massary Deuts Opernhaus 71 Uhr. Komödienhaus D. Fledermaus 8U.: Der Mann ohne Meral Berliner Theater Metropol- Theater 7.30 Uhr: Cloclo Tägl. 7 Uhr: SCALA Gräfin Mariza 8 Uhr: Varieté Neues Th. am Zoo REVUE Sonntag 3.30 zu halben Preis, das volle Programm! Circus Taglich 8 Uhr: Die Frau ohneSchieler 3 Uhr: Deraröschen Th. i. Kommand. Str. 8: Neuest. Schlager von Hugo Hirsch BUSCH Wenn man verliebt ist... Morgen Sonntag mit Molly Wessely 2X8+ 7%, Uhr Siegfried Arno Preise der Plätze: 1-8 Mk. 2X Kapt. Schneider's Sig. 3, U. Helmat 50 Löwen 50 2XKapt. Wall's Theater am Honbusser Tor. Riesenkrokodilegilch Uhr u und das übrige gr. Cireusprogr. Machm. Märchenspiel Dornröschen' Abends: Des gewaltige Manege Schaustück Quo vadis? Kein Film! Onter d. Krallen der Löwen! Der Triomphzug Neros Nachmittags Brw. u. Kinder halb. Preise Volkstüml. 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Borsig die Absicht, im Reichstag zweimartmänner anzustellen, d. h., Leute mit Industriegeld wählen zu lassen, die gegen die Frbeitnehmer zu ftimmen haben. Es ist schwer, gegen jene unfach liche Kampfesweise anzukommen. Wir doch jedes Argument mit der Begründung zurückgewiesen, daß es von Arbeitnehmerseite tomme. Deswegen foll hier einmal an der Hand von Unter nehmer berichten die Lage der deutschen Industrie etwas befeuchet werden. Wir zitieren ausschließlich Aeußerungen von Aufsichts satsvorsitzenden, Generaldirektoren und Großattionären und beautzen ebenso ausschließlich offizielle Geschäftsberichte und Generalversammlungsberichte deutscher Aktiengesellschaften. Unsere Zujammenstellung ist das Erträgnis aus den Veröffentlichungen eines Tages und aus einer überdies sehr bekannten unternehmerfreund Itchen Handelszeitung. Die Süddeutsche Distonto Gefellschaft in Mannden Aktionären vorgerechnet, daß sie an ihren Attien seit 1914 nichts verloren hätten. Dos Geschäft beffere sich weiber, eine angemessene Dividende fünde in Aussicht. In der Generalversammlung der Odenwälder Hart steinindustrie AG. in Darmstadt wurde betont, daß die im un befehten Gebiet gelegenen Betriebe aufriedenstellend gearbeitet haben. Ueber den inneren Zustand des Sichel Ronzerns fagt der Jahresbericht der Julius Sichel u. Co. in Mainz, daß auch zur Zeit der größten Geldschwierigkeiten die Konzerngesellschaften fügung gehabt hätten. Das gelbe auch für die Zeit, da es un jederzeit die erforderlichen Geldmittel zur Ver. möglich gewesen sei, an den offenen Geldmarkt heranzutreten. Man habe immer die finanziellen Bedürfnisse des Konzerns vollstän= big befriedigen tönnen! In der Generalversammlung der Schulte, Eisenhandel AG., in Dortmund wurde mitgeteilt, daß sich in den letzten Monaten eine wesentliche Besserung gezeigt habe und daß diese Besserung anhalte. In der Generalversammlung der Deutschen Fensterglas AG., Berlin, tonnte man erfahren, daß sich in den letzten Monaten die Lage auf dem Baumartt so gebessert hat, daß die Gefellschaft voll beschäftigt ist. Sonnabend, 29. November 1924 Der deutsche Außenhandel im Oktober 1924. Seit dem 22. Oktober d. 3. find sämtliche Zollstellen des bo legten Gebietes wieder in deutsche Verwaltung übernommen worden. Bei Abschluß des Oktoberergebnisses logen jedoch von ihnen Meldungen. nur in geringer Anzahl vor, so daß die Zuverlässigkeit der Handelsstatistik nahezu in derselben Weise wie in den Vors monaten beeinträchtigt ist. Es betrug die Einfuhr Ausfuhr 1924 1. Lebende Tiere 2. Lebensmittel 1924 in Millionen Reichsmart Dtober Sept. Jan./Dft. Cttbr. Sept. Jan./Dft. 11,7 7,9 72,2 2,2 1,5 9,1 u. Getränke. 885,8 206,7 1874,9 3a. Robitoffe 289,3 223,9 2865,1 82,9 84,5 317,4 48,2 40,5 343,9 58,5 671,2 44,0 42,8 841,4 heir erklärt, daß der Geschäftsgang im laufenden Jahre im ganzen Frankfurt a. M., wurde mitgeteilt, daß die bisherigen Ergebnille 48 Millionen Mark). Die Einfuhr erreicht im Oktober mit 855,6 mil. nicht unbefriedigend fei. e G. für Federstahsindustrie vorm. Hirsch u. Co., Raffel, berichtet in der Generalversammlung, daß der Auftragseingang erfreulicherweise zugenommen habe, so daß die Gesellschaft günstig beschäftigt fei. Die Lotomotivfabrit Krauß u. Co., München, be richtet in der Generalversammlung, daß neue Berkstätten in Betrieb genommen und Betriebseinschränkungen vermeidbar feien. In der Generalversammlung der Hille Werte AG., Dres den berichtet der Borsigende, daß man mit Absicht die Attiven in der Goldbilanz sehr nicdrin eingesetzt habe. Auf eine weitere An. frage bemerkt er, daß die Bankschulden gering seien. In der Generalversammlung der Uhrenfabrit Gebr. Junghaus, AG., Schramberg, wird berichtet, daß angenommen werden könne, daß für das laufende Jahr eine angemessene Dividende zur Verbeilung fomme. In der Generalversammlung der Bayerischen Elettri zitätswerte AG., München, wird berichtet, daß das Fabrifationsunternehmen voll beschäftigt sei. Man hofft, eine ent sprechende Dividendenzahlung vornehmen zu fönnen. In der Aufsichtsrotssigung der AG. für pharmazeu. tische Bedarfsartitel vorm. G. Wenderoth, Kassel, wird berichtet, daß das Wert auf mehrere Monate hinaus poli beschäftigt ist, so daß mit einer angemessenen Divi bende gerechnet werden kann. In der Generalversammlung der Thüringer Gasgefelt. schaft AG., Leipzig, wird mitgeteilt, daß eine erfreuliche Wiederbelebung des Gas- und Stromablages zu bemerken ist. In der Generalversammlung der Baumwollspinnerei AG. in Gelenau i. Erzgeb., wird mitgeteilt, daß der Geschäftse gang befriedigend fei, die Spinnerei habe auf Monate hinaus Aufträge. In der Generalver'ammlung Köln Rottweil AG. wird mitgeteilt, daß bereits für das laufende Jahr die Dividenden zahlung wieder aufgenommen werden fönne. In der Generalversammlung der Schmirgel. und Co. rund Werte Chemniz AG. wird berichtet, daß das Wert gut beschäftigt ist In der Genera versammlung der Stettiner Portland Cement AG. wird mitgebeilt, taß das Geschäftsjahr Jehr zu friedenstellenb fei, man hoffe, im laufenden Geschäftsjahre das Doppelte der vorjährigen Produktion verkaufen zu fönnen. In der Generalversammlung der Nicolaischen Labat. manufattur AG., Schwedt, wird mitgeteilt, daß der Auftragsetngong im laufenden Jahre als durchaus gut zu bezeichnen fel In der Generalversammlung der Vereinigten Eisen bahnbau und Betriebsgesellschaft in Berlin wird mitgeteilt, daß die von der Gesellschaft verwalteten Bahnen im lau fenden Jahre ſteigende Erträgniffe abwarfen, so daß Aus ficht auf eine Golddividende beſtünde. In der Generalversammlung der Maschinenfabrit Budau AG., Magdeburg, wurde betont, daß zwar noch nidyt der Umfaz des letzten Friebensjahres, aber doch schon der nor maler Jahre erreicht fei. In letzter Zeit sind noch reichliche Aufträge eingegangen. In der Generalversammlung der Wayß u. Freytag AG., des laufenden Geschäftsjahres die Verteilung einer angemeffe. nen Dividende ermöglichen laffen. Bürgerbräu AG., Frankfurt a. M., wurde betont, daß die In der Generalversammlung der Schöfferhof Binding Bilanz in hohem Maße befriedige. Obwohl der größte Teil der gesamten Warenvorräte bereits bezahlt fei, verfüge die Gesellfchaft über ein ansehnliches Bantguthaben. Der Absatz fei durchaus befriedigend. In der Generalversammlung der Beyersdorf u. Co. AG. in Hamburg wurde mitgeteilt, daß der Geschäftsgang befriedi. in Hamburg wurde mitgeteilt, daß der Geschäftsgang befriedi. gend sei In der Generalversammlung der Leipziger Handels. und Verkehrsbant in Leipzig wurde festgestellt, daß der Gefchäftsgang zufriedenstellend ist und eine angemessene Dividende erwartet werden fann. In der Generalversammlung ber Mühlenindustrie. Bank AG. wurde bekanntgegeben, daß die Entwicklung des Geschäftsganges weiter fehr gut fei. reichlich. Im Geschäftsbericht der Stärte- 3uderfabriten AG. Dorm. Koehlmann u. Co., Frankfurt a. d. D., ist zu lesen, daß Hoffnung auf mehrere Monate bauernbe volle Ausnugung der Betriebe bestünde. Auch die Ausfuhr habe man in ziemlichem Umfange wieder aufnehmen tönnen. 3b Halbfert. Waren 83,3 4. Fertige Waren 127,1 121,4 1402,9 482,7 442,8 4140,8 5. Gold u. Gilber 8,2 4,9 74,1 1,8 1,8 13,7 Bufammen 855,4 623,3 6960,4 611,8 562,9 5186,3 Das Merkmal des deutschen Außenhandels im Oktober ist eine weitere erhebliche Einfuhrsteigerung um 232,2 millio nen Mart gegenüber dem Bormonat und eine Belebung der gegenüber dem Vormonat um runb lionen nahezu wieder den diesjährigen Höchstand im Mai( 887,7 des ersten Halbjahres 1924( 746,9 millionen Mart). Die Ausfuhr Millionen Mark); sie liegt erheblich über dem Monatsdurchschnitt jetzt nach Ueberwindung des leichten Eeptemberrüdschlages thre langfame stetige Aufwärtsbewegung fort und erreicht im Oktober mit 611,8 Millionen Mark ihren diesjährigen Höchst st a n d. Bilanz der durd, die Statistik erfaßten Ein- und Ausfuhr weist im Oftober einen Einfuhrüberschuß von rund 244 Millionen Mart auf. Die Einfuhrsteigerung gegenüber dem Vormonat erftreckt sich hauptsächlich auf Lebensmittel( um 129,1 Millionen Mart) und Rohstoffe und halbfertige Waren( um 90 Millionen Mart). Die Ausfuhrsteigerung entfällt hauptsächlich auf Fertigmaren( rund 40 Millionen Marf).. Die Die Bedeutung der Außenseiterfonkurrenz für eine gefunde Preispolifit. Das Kartellgericht hat, wie„ Die Tertil- Woche" erfährt, In der Generalversammlung der AG. Jeferich, Berlin. tor furzem die Kündigung einer Mitgliedsfirma des Bergisch. Charlottenburg, berichtete die Berwaltung, daß das Geschäft Sächsischen Fabrikantenverbandes, die nach Entim laufenden Jahre eine gute Entwidlung genommen habe. laffung sämtlicher übrigen sächsischen Mitglieder als einzige fächsische mit der Ausschüttung einer Dividende fönne gerechnet werden. Firma dem Verbande angehörte, als zulässig erklärt. Die fündigende In der Generalversammlung der Bapierfabrit ReisFirma hat geltend gemacht, daß sie durch das Ausscheiden der holz AG. in Düsseldorf wurde mitgeteilt, daß das Unternehmen fächsischen Mitglieder aus dem Berbande in eine ungünstige 10gegenwärtig voll beschäftigt sei. Der Auftragseingang feilierung auf dem Treffenmarkt geraten und nicht in der Lage wäre, ihre günstigeren altulationsgrundlagen, die ihr eine niedrigere Preisstellung als die Verbandspreise er. möglichte, aus zunuzen. Auf Grund der Beweiserhebung und eines Gutachtens des Reichswirtschaftsministeriums, das sich gleich. gericht festgestellt, daß die fündigende Firma in der Lage gewesen falls mit der Preispolitit dieses Verbandes befaßte, hat das Karteltwäre, billiger als zu den sogenannten Normalpreisen des Verbondes zu verkaufen, durch die verbandmäßige Normaltattulation aber verhindert wurde, diesen Umstand auszunuzen. Die Begründung der Kartellgerichtsentscheidung sowie das darin enthaltene Gutachten des Reichswirtschaftsministeriums lassen erkennen, daß die Preispolitik des Bergisch Sächsischen Fabrikantenverbandes ei ter eingehenden Nach prüfung bringend bedürftig ist. die man, gemessen an ihrer Bautätigkeit, gegenwärtig als die größte Die Gemeinnüsige Attiengesellschaft für Wohnungsbauten in Köln deutsche gemeinnüsige Wohnungsbaugefellichaft bezeichnen darf. hat foeben ihren Geschäftsbericht für das Jabr 1923 herausgegeben. Die Gesellschaft, ein gemischtwirtschaftlicher Betrieb, in dem die Stadt Köln den maßgebenden Einfluß ausübt, besteht feit zehn Jahren und hat in dieser Zeit in sieben Siedlungen 1520 Säufer mit 2505 Wohnungen bergestellt. Nach dem Brogramm, das die Gesellschaft für das laufende Rechnungsjahr der General bersammlung vorlegt, wird auch in dem neuen Geschäftsjahr bie Bautätigkeit durch dieses gemeinnüßige Unternehmen wieder erkeb lich gefördert werden. Außer der Stadt Köln find dem Unternehmen noch u. a. der größte Teil der Kölner Gewerkschaften und die große Rheinisch- bergische Konsumgenofienichaft angeicloffen. Die vorstehende Aneinanderveihung von Tatsachen aus General versammlungen und Geschäftsberichten ist, wie noch einmal wieder helt fei, nicht irgendwie tonftruiert Eie ist nichts anderes als die Zusammenstellung jener Mitteilungen aus einer Zeitung und von einem Tage. Es find auch nicht etwa ungünstig, autende Berichte weggelassen worden. Es ist nur die sich häufig wiederholende Mage über allzu hohe Steuerlaften nicht mit erwähnt worden, weil die Arbeitnehmer heute prozentual mehr Steuern zahlen als die Unternehmer. Es fönnte eingewandt werden, daß die offiziellen Darstellungen der Direttoren und Aufsichtsratsvorsitzenden, die an die Aktionäre gegeben werden, gern schön färben und daß desweger. jenen Mit beilungen tein erafter Wert zu unterstellen sei. Diese Annahme ist aber ein Irrtum. In Wirklichkeit ist es umgekehrt. Jene Mitteilun gen enthalten noch nicht einmal die volle Wahrheit. Die Berdienste unserer Industrie steigern sich in raschem Ausmaße. Kurt Heinig. Die Reichsindegiffer für die Lebenshaltungstoffen( Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung und Bekleidung) stellt sich für Mitt woch, den 26, November, auf 122,2. und ist demnach gegenüber der Borwoche( 122,5) annähernd unverändert geblieben. Im Geschäftsbericht der Geraer Gleftrizitäts- und Straßenbahn AG. wird betont, daß sich die schwierige Lage des Unternehmens gebessert habe, man tonnte wieder an Er. neuerungen denten, und die letzten Monate wiesen sogar ein berechnete Großhandelsinderziffer des Statistischen Reichsamtes ist friedigendes Ergebnis auf. In der Generalversammlung der Deutsche Brauntohle AG., Berlin, wurde betont, daß das Unternehmen fich erfreulich ent widelt habe, die Aussichten feien günstig, das Wert fei gut be. fchäftigt und der Abfaß erfolge reibunnslos. Es fönne eine angemeffene Golbdividende erwartet werden. In der Generalversammlung der Vereinigten Glanz stoffabriken AG. in Elberfeld wurde durch den Vorsitzenden Ein deutsches Handelsabkommen mit Guatemala. 8wischen Deutschland und Guatemala ist fürzlich ein Handels. ablommen auf der Grundlage der gegenseitigen Meist begünstigung abgeschlossen worden. Geschäftliche Mitteilungen. Die Firma S. Joseph, Serren- und Knabenmoden, Schöneberg, Saupt Sonderverkauf von Ulstern und Paletots zu bedeutend herabgefeßten Breifen. Näheres im Inserat. Großhandelsinder. Die auf den Stichtag des 26. November be gegenüber dem Stande vom 18. November( 128,4) um 0,5 v. 5. auf ſtraße. Ede Grunewaldstraße, veranstaltet ab Freitag, den 28. Stovember, einen 129,0 gestiegen. Höher lagen namentlich die Preise für Ge. treibe, Butter, Baumwollgarn, Hanf, Wolle und die Mineralöle. Gefuafen find die Preise für Rind- und Schweinefleisch, Ochsenhäute und Kalbfelle, Baumwolle und Jute sowie die meisten Nichteisen metalle. Bon den Hauptgruppen stiegen die Lebensmittel von 123,4 auf 124,2 oder um 0,6 v. 5. und die Industriestoffe von 137,7 auf 137,9 oder um 0,2 v. H. Die Firma ,, Bekleidung für Stadt und Land", Berlin, Lange Gtr. 79, Tiefert für wenig Gelb gute und bauerhafte Bekleidung, sowie passende Geſchentarister für Serren, Damen und Kinder. 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