Abendausgabe Nr. 564 41. Jahrgang Ausgabe B Nr. 282 = Vorwärts Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in der Morgenausgabe angegeben Bedattion: Sm. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Dolksblatt 5 Goldpfennig Sonnabend 29. November 1924 Berlag und Anzeigenabteilung: Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin S. 68, Cindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Deutschnationaler Nathusius- Schwindel. Der General rückt öffentlich ab. Caffel, 29. November.( Eigener Drahtbericht.) Das sozialdemo-| stehlen und sonstige, für andere Staatsbürger peinliche Dinge fratische„ Casseler Volksblatt" veröffentlicht heute folgende betreiben fönnen, ohne daß sie von deutschen Gerichten belangt werden. Auch Thimme erhebt nicht eine solch vermessene Forderung. Aber er richtet noch einmal an Tirpitz in ganz präziser Form folgende peinliche Fragen: Zuschrift des Generals Wilhelm v. Nathusius: Während meiner widerrechtlichen Gefangenfeßung in Frankreich ist die gesamte hiesige Breffe in warmherziger und wirksamer Weise für mich eingetreten und hat mir, ebenso wie alle Kreise der Bevölkerung der Stadt Cassel bei meiner Rückkehr in die Heimat reiche Beweise der Sympathie entgegengebracht. Ich erlaube mir dafür, gleichzeitig im Namen meiner Frau, meinen fiefgefühlten und herzlichsten Dank auszusprechen. Der General v. Nathufius. verständigte heute vormittag unser Parteiblatt, daß er in der deutschnationalen Wahlversammlung am Abend nicht sprechen würde, denn er hätte bloß die Absicht gehabt, auch bei dieser Gelegenheit, da er aufgefordert worden war, den Anwesenden seinen Dank für die herzliche Begrüßung bei der Wiederfehr nach Caffel abzustatten. Da er aber geschen habe, daß sein Auftreten in dieser Bersammlung zu Mißverständnissen führen könnte, habe er es abgelehnt, in der Wahlversammlung zu sprechen. Zu den widersprechenden Meldungen über das Revisionsgefuch des Generals v. Nathuſius teilt der General unserem Parteiblatt auf Anfrage mit, daß an ihn feinerlei Forderungen dahingehend gestellt feien, daß er das Revisionsgesuch, das er gleich nach seiner Berurteilung eingereicht hatte, zurückziehen solle. Er habe diefes Revisionsgesuch auch bis zum heutigen Tage nicht zurückgezogen und auch seinen Anwalt nicht dazu bevollmächtigt. Die Revision müßte daher noch laufen und stehe in feinem Zusammenhang mit feiner Freilassung. Die Deutsche Tageszeitung" veröffentlicht in ihrem Abendblatt von gestern auf der ersten Seite einen ausführlichen Bericht über den Empfang des Generals v. Nathusius durch den Oberpräsidenten Dr. Schwander in Caffel. Die Rede, die die Deufche Tageszeitung" dem Oberpräsidenten in den Mund legt, hat er nie gehalten, denn der Oberpräsident hat sich bloß darauf beschränkt, den General zu seiner Rüdlehr zu beglüdwünschen und zum Ausdruck zu bringen, daß er von der Unschuld des Generals über zeugt sei. Es ist selbstverständlich, daß der Oberpräsident, der im Namen der Reichs- und Staatsbehörden gesprochen hat, bei dieser Gelegenheit keine deutschnationale Wahlrede, wie sie ihm tie Deutsche Tageszeitung" unterschiebt. gehalten hat. Der Versuch, den durch Sozialdemokraten befreiten General zu reaktionären Reklamezwecken zu mißbrauchen, ist damit als ein giotcsfer, mit den Mitteln des Betrugs und der Fälschung unters nommener deutschnationaler Wahlfchwindei entlarvt. Die Vorwürfe, die gestern hier gegen Herrn v. Nathufius erhoben wurden, müssen dahin eingeschränkt werden, daß der General das unehrliche Manöver, das mit ihm aufgeführt werden sollte, sofort hätte durchschauen müssen. Immerhin hat er sich rechtzeitig zurückgezogen. Die Deutschnationalen aber stehen offenbar auf dem Standpunkt, baß einer Partei, die feinen Ruf mehr zu verlieren hat, alles erlaubt ist. Jede Stimme, die am 7. Dezember noch für die Bande von politischen Betrügern abgegeben wird, ist eine Schande für das deutsche Wolf! Peinliche Fragen. Thimmes Antwort an Tirpit. Als der Herausgeber der amtlichen Aftenpublikationen des Auswärtigen Amtes, Dr. Thimme, im ,, Tageblatt" seine aufsehenerregenden Artikel gegen Tirpiz veröffentlichte, war er sich nach seinen eigenen Borten vollkommen im flaren, daß der Großadmiral fofortfeine Breßmeute loslassen werde". Thimme läßt sich aber von dem Geschrei der deutschnationalen Breffe nicht einschüchtern. Er antwortet heute der deutschnationalen Presse: „ Charakteristisch ist an dem Berhalten des Großadmirals und feiner Meute, daß sie um den eigentlichen Kernpunkt des Streites, den gegen den Admiral von mir erhobenen Vorwurf, daß er sich unberechtigterweife amtliches Dokumentenmaterial in größtem Umfange persönlich angeeignet habe und es ohne Erlaubnis der zuftändigen Stellen auf den Markt werfe, auf das vorsichtigste herumgehen. Nur ganz schüchtern führt Herr Baeder als Entiaftung für Herrn v. Tirpit an, daß das Auswärtige Amt erflärt habe, feine Aften vorbeha'tlos öffnen zu wollen; wie könne also dem Admiral ein Vorwurf daraus gemacht werden, wenn er hingehe und das gleiche tuc! Nix, auch der bayerische Ministerpräsident Kurt Eisner hat nach der Revolution für Bayern den Grundsatz test loser Deffnung der Archive preflamiert. Als aber der unglücüche Fechenbach tat, was vor ihm Herr v. Tirpitz im großen getan hatte, nämlich sich, staatliche Dokumente anzueignen, um sie später zu veröffentlichen, da wurde sofort ein Berfahren gegen ihn wegen Beiseiteschaffung und unter schlagung amtlicher Papiere eingeleitet. Irre ich nicht, fo hat neuerdings die bayerische Regierung ein Verfahren gegen Unbekannt im Hinblick auf die Entwendung und Veröffentlichung ea.es Berichts des bayerischen Militärbevollmächtigten, Genera! v. Wenninger, aus der Juliftife 1914 in der Menschheit" eröffnet oder eröffnen wollen. Auch diese Beröffentlichung ist genau wie die Tirpitzsche im Namen der historischen Wahrheit" erfolgt." Gegen Tirpik wird ja nun allerdings die Regierung der Deutschen Republik tein Verfahren wegen Affendieb. tahls einleiten. Es gibt eben Leute- fiehe z. B. Zuden borff im Hitler- Prozeß-, bie Hochperrat verüben, Aften 1. Erkennt Großadmiral v. Tirpiz an, daß er sich staatliche Dofumente in großem Umfange persönlich zugeeignet hat und sie zu persönlichen Zweden und zu persönlichem Vorteil verwertet hat? 2. Erfennt Herr v. Tirpitz an, daß er durch dieses Verfahren ein wichtiges staatliches und fonfervatives Prinzip, das bisher auch gefährdet hat? von seiner Partei unbedingt hochgehalten wurde, auf das schwerste 3. Wird Herr v. Tirpitz wenigstens in Zukunft unterlassen, amiliches, ihm nicht gehöriges dokumentarisches Material ohne Erlaubnis der zuständigen Behörden zu veröffentlichen? isen Fragen aufzunehmen und sie an die Adresse des GroßThimme richtet an alle Zeitungen die Bitte, diese pra admirals zu richten. Der Großadmiral wird nicht antworten Die Rechtspresse wird nicht antworten. Die Tatsachen sind zu offenfundig, höchstens gibt es ein neues Gefläff gegen Dr. Thimme. Aber Tirpig ist vorläufig noch kein Fechenbach! as brauchter sich um die Interessen Deutsch lands zu kümmern, wenn es gilt, sich selbst ins rechte Licht zu sezen. Das sind die Führer der Deutschnationalen! Schon wieder ein Dolchstost! Diesmal war's May Maurenbrecher. Unter der Ueberschrift Maurenbrechers DoIch stoß" wendet sich die deutschnationale Nationalpost" in einem Leitartikel gegen den bekannten Aufruf des ewigen Wanderers zugunsten der Ludendorff- Partei. Sie fordert seinen sofortigen Ausschluß aus der Deutschnationalen Partei und seine Maße regelung durch die Deutsche Zeitung", bei der er als abge fägter Chefredakteur noch immer in fejtem Mitarbeiterver hältnis steht. Maurenbrecher foll also, weil ihn ein Efel vor der Hergi- Partei gepadt hat und weil er noch ein bißchen völlischer" sein will, als Westarp, aus seinem Boften gedrängt und brotlos gemacht werden. Ob die Deutsche Zeitung" auf dieses Ansinnen eingehen wird, scheint fraglich, da sie ja selber erklärt, kein deutschnationales Parteiorgan zu sein. Auf alle Fälle bleibt die Forderung der Nationalpost", dem allzu schwarzweißroten Maurenbrecher die Existenzmittel zu sperren, charakteristisch für den Geist, von dem die schwarzweißrote Brüderschaft beherrscht ist. Am Morgen schließen diese Leute feierlich„ Burgfrieden" und am Abend prügeln sie sich schon wieder. Kriegen wir eine schwarzweißrote Regierung, so wird man gut tun, im Sigungszimmer der Reichskanzlei die Tintenfäffer anzuschrauben, die Stühle zu befestigen und die Wände mit Gummiplatten zu versehen. Maurenbrechers Ausschluß beantragt! Bet der Deutschnationalen Parteileitung liegt gegen Mauren brecher in Verbindung mit dem§ 17 der Parteisazungen der Antrag auf fofortigen Ausschluß aus der Partei vor. An die Luft befördert. Die Deutschnationa'en hielten gestern um Berliner Konzerthaus Heer schau. Es war herrilch. Eine Kapelle in Lützowuniformen fonzertierte. Herr Berndt prophezeite eine schwarzweißrote Regierung der Tat". „ Leider", bemerkt die„ Nationalpost",„ hat sich bei der Feier ein 3 wischenfall ereignet, da ein national fozialistischer 3eitungshandler versuchte, Agitationsmateria! gegen die Deutschnctionalen zu verbreiten und sich auf Ersuchen weigerte, das zu unterlassen. Er mußte aus dem Saale entfernt werden." Also doch eine Tat! Sollmann gegen Jarres. Wilhelm als Kriegstreiber. Aus Dentschlands großen Tagen. Der foeben erscheinende 19. Band der Diplomatischen gesellschaft für Politik und Geschichte, Berlin.8, herausAffen des Auswärtigen Amtes, die von der Deutschen Verlagsgegeben werden, bringt eine Reihe äußerst interessanter Dokumente über die Entstehung des russisch- japanischen Krieges und die Haltung, die Deutschland in den kritischen Jahren 1903/4 eingenommen hat. Dowohl die Zusammenhänge der um diese Zeit sich abspielenden Ereignisse im allgemeinen befannt sind, wird durch die jetzt publizierten Do fumente Klarheit geschaffen über das diplomatische Doppelspiel, das Wilhelm und seine Ratgeber trieben, und das in hohem Maße den Ausbruch des russisch- japanischen Krieges mitverschuldet hat. Die Dokumente zeigen, daß Wilhelm fowohl Rußland wie Japan gegenüber in raffiniertester Weise zum Kriege gehegt hat, und daß auch der damalige Reichskanzler Bülow, wenn auch in vorsichtigerer Weise, diese friegsheherische Richtung der wilhelminischen Pslitik unterstützte. zwischen Rußland und Japan im fernen Osten von Jahr zu Die Situation war um jene Zeit die, daß die Spannung Jahr zunahm.. Der russische Imperialismus drängte mit zunehmender Energie nach Koera und der Mandschurei, von dem Bestreben geleitet, die japanischen Einflüsse zurückzudrängen und die Vorherrschaft in Ostasien an sich zu reißen. Hierbei spielten, wie der vortragende Rat im Auswärtigen Amt, Fürst Lichnowsky, in feiner Aufzeichnung vom 8. Januar 1904 zutreffend bemerkt, auch auch die Privatpolitit Nikolaus II. eine große Rolle. Es ist bekannt, daß verschie dene Angehörige der Dynastie Romanow durch wirtschaftliche Konzessionen in Korea an der aggressiven Politik im fernen starkem Maße von diesen privatwirtschaftlichen Interessen Often persönlich interessiert waren, und daß der Bar sich in feiner Berwandten beeinflussen ließ. Andererseits rüstete Japan, mit englischer Unterstützung, für den unvermeidlich erscheinenden Zusammenstoß mit Rußland. Wie aus den Aften des Auswärtigen Amts hervorgeht, bemerkte der 3ar schon bei der Bujammenfunft 1902 in Reval zu Wilhelm II: ,, 1904 madhe ich krieg mit Japan." Welche Haltung nahm demgegenüber die deutsche Regierung ein? Aus den jest publizierten Akten geht deutlich hervor, daß Wilhelm sowohl in Danzig wie in Reval dem Baren angedeutet hat, daß er im Falle eines Angriffes gegen Rußland im Orient diesem den Rückendecken würde. In seiner privaten Korrespondenz suchte Wilhelm den Zaven fortgefeht dahin zu beeinflussen, daß er vor Japan nicht zurückweichen dürfe. Es tam sogar darüber zu recht heiligen Auseinandersegungen zwischen Wilhelm und Bülow, der es angesichts des Mißtrauens des Raren nicht für ratsam hielt, daß dieser aus den Briefen Wilhelms allzu deutlich den Eindruck erhalten fönnte, Wilhelm wolle ihm Mut zum Kriege machen. Im allgemeinen jedoch unterstützte Bülow die Politik Wilhelms, die darauf hinauslief, den 3usammenstoß zwischen Rußland und Javan zu beschleunigen. Dies geht deutlich aus dem Schreiben Bülows an den vortragenden Rat im Auswärtigen Amt v. Hofstein vom 15. Januar 1904 hervor. Es heißt in diesem Schreiben als Antwort auf die Frage Holsteins, ob es ge raten sei, den Japanern zur Kenntnis zu bringen, daß und wie Deutschland bemüht war, zur Erhaltung des Friedens mitzuwirken. wie folgt: „ Die Berfrage für die Beantwortung Ihrer Anfrage ist, ob Sie Arieg oder Frieden im fernen Often für uns für nühücher halen. Die von Ihnen anmereate Demarche in Lofio würde, fomcit ich es be urteilen kann, die Chancen eines Zusammenstoßes eher verringern." Der gute Bülow wollte also feinen diplomatischen Schritt in Tofio unternehmen, weil er befürchtete, daß dadurch der heraufziehende Krieg im fernen Often verhindert werden fönnte. Weshalb er eine fo'che Haltung einnahm, geht aus Jeiner ganz geheimen" Aufzeichnung vom 16. Januar 1904 hervor, in der es u. a. heißt: „ Seine Majestät äußerte heute, es erscheine ihm nicht unmöglich daß Rußland im Falle weiterer Zuspigung der Verhältnisse unfere Unterstüßung in irgendeiner Form nachsuchen werde. Da man sich in der Politik auf alle Fälle vorbereiten müsse, bitte er mich, schon jetzt meine Gedanken darüber aufzusehen, welche Gegenforde rungen wir in einem solchen Falle aufstellen könnten." Mit aller Deutlichkeit erkennt man die Stellung Wilhelms zu der Kriegsfrage aus seinen Randbemertungen zu der Aufeichnung des Potschaftsrates v. Edardstein vom 17. Ja nuar 1904. Ekardstein, der um diese Zeit die Rolle eines diploma'ischen Zwischenträgers zwischen dem Auswärtigen Amt und der englischen und japanischen Diplomatie spielte schrieb in dieser Aufzeichnung, vom deutschen politischen Standpunkte aus dürfte der Ausbruch eines japanischrussischen Krieges nur mit Freuden begrüßt werden". Es heißt dann weiter in diesem Dokument: Die Phantaften der Versackungspolitiker. Duisburg, 29. November.( Eigener Drah bericht.) Jm über. füllten Börsensaal in Duisburg, wohin Dr. Jarres demnächst als Oberbürgermeister zurückkehrt, sprad) Gen. Sollmann am Freitag abend u. a. gegen die Verladungspolitik. Er wandten sich gegen die neue Behauptung von Jarres, daß sozialdemokratische Reichsminister cn einem Resch uß mitgewirkt hätten, wonach vom 10. November 1923 ab die Leistungen an das besetzte Gebiet eingestellt werden soll.cn. Niemals habe ein fezialdemokratischer Reichsminister an einem solchen Beschlusse mitgewirkt. Alle fozial emokratischen Mitglieder des Katinetts hätten die Berladungspolitit entjoieden vefämpft. Nom vor furzem habe ihm( Eollmann) der damalige Reichsminister für die besetzten Gebiete, Dr. Fuchs, ein Zentrumsmann, den Dank zu seiner Haltung zugunsten der bedrohten Rheinlande ausgesprochen Dr. Jarres werde nicht leugnen fönen, daß die Bersadungspolitik das Rheinland vorüber. Gleichpiel wir gewinnt. Rußland oder Japan, in jedem Falle gehend hotte an Francreich preisgeben wollen in wird der krieg nicht nur für den Woment, sondern auch für die der Erwartung, es in 10 bis 20 Jahren mit Waffengewalt 3ufunft die politiche Machtstellung Deutschlands erhöhen, voraus aurudzuholen. Man habe sich nicht vergewiffert, ob Duisburg, gefeßt daß wir abfolut stiil figen und uns weber offiziell nod Düsseldorf, Köln, Cob eng oder Trier bereit gewesen wären, sich in in unserer Breff nach einer von beiden Seiten hin ohne Grund kom zwanzig Jahren für die Berfackungspolitit in Trümmer schießen zu promittieren. 2m besten wäre es meiner unmaßgebenden Ansicht nach laffen. Das e'ne stehe unumstoßlich fest, daß das Rheinland verwenn wir( auch in der Breffe) den Frie ensengel spielten, der vor loren gegangen wäre, wenn damals die Versackungspolitik meralischen Eten puntie aus, den Krieg im allgemeinen nicht gern gefiegt hätte. Diefen Sieg hat in erster Linie die Sozialdemokratie sieht, im übrigen aber sich grundsäglich nie in die Angelegenheite verhindert. anderer mischt." Dieses schamlos- zynische Schreiben, in dem der Charafter der faiserlichen Diplomatie sich unverhüllt spiegelt, fand die begeisterte Zustimmung Wilhelms, der sich am Kopf des Schriftstücks ausdrücklich mit seinem Inhalt einverstanden er flärte und auch entsprechende Randbemerkungen machte. Besonders charakteristisch ist die Randbemerkung zum Sag über den Friedensengel". Wilhelm II. schreibt dazu: ,, st auch befohlen." Es paßt vollkommen zu diesem Bilde ekelhaftetester Heuchelei, daß Wilhelm II. zu dem Telegramm des Londoner Botschafters Graf Metternich vom 20. Januar, daß der russische Botschafter die Vermittlung Englands im ostasiatischen Konflikt erbeten hätte, in seiner Randbemerkung schreibt:" Das muß verhindert werden. Japan muß das ablehnen." Mehr als alles fürchtete also Wilhelm, daß eine Vermittlungsaktion einsehen könnte, die die drohende Kriegsgefahr beseitigte. So sah der deutsche " Friedensengel" in natura aus. Welche Haltung nahm nun Deutschland in dieser Zeit gegenüber Japan ein? Während Wilhelm sich dem 3aren verpflichtet und in in seinen Briefen fortgesetzt bemüht war, ihn im antienglischen und antijapanischen Sinne zu beeinflussen, ließ er Bülow, unter Hinweis auf die Neutralität Deutschlands, in Tokio um die Freundschaft Japans werben. In seinem Telegramm vom 2. Februar 1904, also einige Tage vor Ausbruch des Krieges, gab Bülow dem deutschen Gesandten in Tokio, Grafen Arco, die An weisung, vor der japanischen Regierung die großen Verdienste herauszuftreichen, die sich Deutschland um Japan erworben habe. Die Neutralität Deutschlands habe diejenige Frankreichs nach sich gezogen. Die deutsche Polifit habe dazu beigetragen, die Weltlage zugunsten Japans zu verändern.„ Wenn Japan" heißt es wörtlich im Telegramm- fich heute in einer günstigeren Lage befindet als 1895, fo ist dies tatsächlich eine Folge der neutralen Haltung Deutschlands." So wurde von Wilhelm und seiner Regierung in den entscheidenden Wochen vor dem Kriege alles getan, um den Kriegsbrand im Osten zu schüren, die Vermittlungsaktionen zu sabotieren und sich Rußland und Japan gegenüber in Erwartung von Kompensationen" in ein günstiges Licht zu fegen. Dennoch war Wilhelm noch immer besorgt. In feiner geheimen Aufzeichnung vom 14. Februar 1904, also wenige Tage nach Ausbruch des Krieges, schreibt er Bülow, der Kaiser sei über die Halftung des Baren fief enttäuscht. Der Zar scheine nicht fechten zu wollen und es fei nicht ausstreich oder nach schwächlichem Widerstand den Japanern über geschlossen, daß er die Mandschurei schließlich ohne Schwert laffe. Eine solche Wendung der Dinge müsse unter allen Umständen verhindert werden. Bülow erwiderte darauf, daß unvorsichtige deutsche Ermutigungen das sicherste Mittel sein würden. daß die Russen mit Japan einen„ voreiligen und faulen Frieden" schlössen. Wilhelm erwiderte darauf: . " Bom Standpunkt des Staatsmannes möge ich recht haben. Er fühle aber als Souverän, und als solchen frankten ihn die Blößen, welche sich Kaifer Nitolaus durch sein schleppes Auftreten gebe. Damit fompromittiere der Bar alle großen Souveräne. Es müffe im Intereffe des Ansehens der Monarchie etwas geschehen, damit Kaifer Nitolaus forscher auftrete." Bülom machte Einwendungen, indem er auf Wilhelm I. und Friedrich den Großen hinmies, die sich auch nicht für die anderen den Kopf zerbrochen hätten. Wilhelm antwortete darauf, jest wären andere 3eiten: Damals hätte es feine Sozialisten und Nihilisten gegeben, die von der Blamage der Fürsten Borteile zögen. Durch fein energieloses Verhalten schädige der 3ar das manarchische Brinzip. Er folle nach Moskau fahren, das heilige Rußland zum Kampf aufrufen, die ganze Armee mobilisieren ufm." Als Bülow auch diese Wünsche des gekrönten Schwabroneurs zurücwies, fam Wilhelm mit seiner firen Idee über die ..gelbe Gefahr", die die weiße Rasse, das Christentum und die Die bessere Menschenforte. Von Hans Bauer. ... eral Nathuftus ist wieder in Freiheit. | Europäer bedrohe. Nur mit Mühe ließ sich Wilhelm von Bülow beruhigen, der dafür eintrat, daß man in Ruhe darauf warten müsse, welche Früchte der ins Rollen gebrachte Krieg für Deutschland zeitigen werde. Alles in allem gewähren die hier wiedergegebenen Einzelheiten aus den amtlichen Dokumenten einen lehrreichen Einblick sowohl in die Mentalität Wilhelms II. wie in das Treiben der wilhelminischen Diplomatie. Zeigt sich hier Wilhelm erneut als größenwahnsinniger Kretin, der nur mit Mühe von seinen flügeren Ratgebern gebändigt wird, so zeigt die deutsche Diplomatie unter Bülow alle Merkmale jener diplomatischen Giftmischerei, die sich am freieften und ungehindertften hinter dem Schutzwall der Monarchie entfalten konnte. Auch an die hier geschilderte Periode muß das deutsche Boik denken, wenn es am 7. De gem ber die Entscheidung über die Richtung der deutschen Politik fällt. Verleumdung gegen öffentliche Banken. Die Girozentrale klagt! Von der Deutschen Girozentrale wird mitgeteilt: Ein Teil der rechtsstehenden Presse bringt in ihrer Morgenausgabe vom 28. d. M. in sensationeller Aufmachung Behauptungen über die Geschäftspragis der Deutschen Girozentrale Deutsche Kommunalbant, die derart offensichtlich den Stempel der Unwahrheit tragen, daß eine fachliche Auseinandersetzung damit sich erübrigt. Den betreffenden Zeitungen ist unter Berufung auf§ 11 des Pressegesetzes eine tatsächliche Berichtigung zugegangen. Im übrigen wird gegen die Urheber der Bezichtigung Strafantrag geftellt werden. Bei der Angelegenheit handelt es sich um verwerfliche Wahlmache. Wir haben unseren Lesern von den Mitteilungen der Korrespondenz, die den Stempel der Unwahrhaftigkeit nur zu deutlich trugen, feine Kenntnis gegeben. Das Dementi der Girozentrale aber ist für uns ein neuer Beweis dafür, wie gewiffe Finanzgruppen zusammen mit der reaktio= nären Presse die durch den Fall Kutister entstandene Standal atmosphäre dazu ausnutzen, um einen Sturm gegen die öffentlichen Banfinstitute überhaupt zu entfeffeln. Der Sinn der reaktionären Treibereien ist ja die Befreiung der Wirtschaft von jeder behördlichen oder gemeinwirtschaft lichen Kontrolle. Je mehr man den Staats- und Gemeinde banken anhängen fann, je mehr man deren Kredit gefährdet, desto freieres Spiel hat das Finanztapital, gegen dessen unfachlich im vorliegenden Falle die Beschuldigungen gegen Herrschaft angeblich die nationalen Kreise ankämpfen. Wie die Girozentrale gewesen sind, beweist der folgende Wortlaut Der Erwiderung: 1. Unwahr ist, daß öffentliche Gelder, die der Deutschen Girozentrale zur Verfügung gestellt sind, um sie mit einem geringen Spesenausschlag an notleidende Kommunen weiterzuleiten, von ihr privaten Bankinstituten zur Verfügung gestellt worden seien. Wahr ist vielmehr, daß diese Gelder restlos nach den von den geldgebenden Stellen erteilten Anweisungen und mit bem vereinbarten Aufschlage an die betreffenden Rommunen weitergegeben worden sind. 2. Unmahr ist, daß die Deutsche Girozentrafe im vorigen Jahr bei ihren Kreditgeschäften einen Berluft von etwa 12 Millionen Goldmart erlitten habe. ahr ist vielmehr, daß fie bei der befannten Affäre HinzHöfling durch Beruntreuungen einen Berluft von etwa 2 Mil lionen Goldmart erlitten hat, wie dies auch seinerzeit der Deffentlichteit rid haltlos mitgeteilt worden ist. 3. Unmahr ist, daß die Deutsche Girozentrale in ihrer Bilanz für 1923 einen Schuldschein des ermähnten Höfling als Rassen bestand" habe erscheinen lassen. Bahr ist vielmehr, daß in der Bilanz für 1923 der Berlust mit 2 Millionen Goldmart abgeschrieben worden ist, was nicht gehindert hat, daß die Gewinn- und Verlustrechnung trotzdem mit einem namhaften Betriebsüberschuß abschließt. Theater i. d. Königgräger Straße:„ Der Tokayer" Es ist Franz Müller, dem betammten und wirksamen Dra matiter, ein sehr interessanter Versuch gelungen. Er hat eine neue Romödie geschrieben, in die er bie ganze tomische Weltliteratur hineinarbeitet. Natürlich gibt diese Ansammlung von guten Er fahrungen viele gute Szenen. Nur bebauert man, daß das ganze Mofait nicht fehr finnreich zusammengesetzt wurde. Em Haupttrid der Komödie ist es, daß es immer anders tommt, als es fommen foll. Darum heißt die Komödie auch" Der Totayer". Es handelt fich also nicht um den guten füßen Ungarwein, fondern um die Frau des Kammerfängers Luz, die Agathe genannt wird. Der | Im übrigen möchten wir feststellen, daß die leitende Beamtenschaft der Deutschen Girozentrale fich großenteils aus rechtsgerichteten, sogar völkischen Kreisen zusammensetzt. Auch in diesem Falle würde sich also der Vorwurf einer mangelhaften Geschäftsführung, der durch das Dementi ja entfräftet ist, gegen Reaktionäre richten. Im Interesse der politischen Reinlichkeit ist es zu begrüßen, daß sich der Vorwurf als unberechtigt erweist. Die Flut der Verleumdungen. Die fommunistische Presse hatte eine hochdramatische Geschichte erzählt, wie Benoffe Stampfer in Bonn sagte, die Sozialdemo fratie habe an den politischen Gefangenen fein Intereffe, und wie ihm dann die Reichsbannerleute die Windjacken vor die Füße geworfen hätten. Die Geschichte war von A bis 3 erlogen. gibt sogar die Fahne" jest teilweise zu. Die Geschichte mit den Windjacken foll sich jetzt nicht Stampfer gegenüber, sondern gegen über dem Kommandeur des Reichsbanners General Weyers" abgespielt haben. Die Fahne" macht die Sache damit noch schlechter. Denn einen Genossen Stampfer gibt es immerhin aber einen Reichsbannerfommandeur General Weyers gibt es überhaupt nicht. " Die Fahne" hat übrigens neuerdings ein etwas tomisches Berfahren ausgehedt. Sie stellt an die SPD." allerhand bombastische Fragen, ob es wahr sei, daß usw. Da auf diese dummen Fragen natürlich fein vernünftiger Mensch antworten wird, wird fie morgen erflären:" Wir haben gefragt, man hat uns nicht geant. wortet, es ist also wahr, daß usw. Mit solchen Manövern, die auf zehn Kilometer gegen den Wind nach Wahlschwindel riechen, wird fie feinen Eindruck machen. Rußlands Antwort an England. Gestern hat Ratowsky die Antwort der Sowjetregierung auf die beiden Noten Chamberlains überreicht. In der ersten spricht er das Bedauern der Sowjetregierung über die Zurückziehung des Handelsvertrages aus und lehnt jede Berantwortung für die unzufriedenheit ab, die sich in beiden Ländern daraus er geben werde. geben werde. Die zweite Note betrifft den Sinowjew- Brief. Ratowsky beruft sich auf die Feststellung des vom letzten Kabinett eingefeßten Untersuchungsausschusses, wonach das Sinowjew- Dokuzeichne es nach wie vor als eine Fälschung und bedauere, daß die ment feiner Stelle im Original vorgelegen habe Mostau be= britische Regierung politische Handlungen, die die ernsteste Auswirkung auf die fünftigen Beziehungen zwischen Sowjetrußland und Großbritannien hätten, auf unbeglaubigte und aus zweifelhaften Quellen stammende Dokumente gründe und so die Beziehungen zwischen beiden Regierungen auf eine sehr unsichere Grundlage stelle". Die Sowjetregierung bedauert ferner, daß die britische Note dom über die vollständige politische und administrative 21. November einer diretten Antwort auf die Frage eines Schiedsgerichts ausweiche. Weiter wiederholt die Note die Erklärung unabhängigkeit" der Kommunistischen Internationale von der Sowjetregierung. Die Somjet regierung fönne weder der Kommunistischen Internationale noch einer anderen Arbeiterorganisation das Asylrecht(!) verweigern, und noch weniger könne sie es übernehmen, irgendeinen Druck auf sie auszuüben. Das letztere ist einfach ein schlechter Wit. Bon wem stammen denn die ungeheuren finanziellen Mittel der Komintern? Etwa von Mitgliedsbeiträgen?? Doch selbstverständlich nur von der handel mit Betroleum, Kaviar, Holz u dergl. russischen Staatsregierung bzw. von ihrem Außens Der Sinowjet- Brief gefälscht? Mostau, 27. November.( Eca.) Die Delegation der englischen Gemertschaften telegraphierte aus Restom an einige engiche Seitungen und an die Trade Unions, daß fie fich von der Une dh t heit des angeblich von Sinopjem unterzeichneten Dokuments überspielt hat. Nach ihrer Rückkehr will die Delegation eine Aufklärung zeugt habe, das im britischen Wahlkampf eine so große Rolle ge der ganzen Angelegenheit vor der englischen Deffentlichkeit an Streben. Paris, 29. November.( EP.) Wie verlautet, wird der russische Botschafter Krassin am nächsten Donnerstag in Paris eintreffen. Er hat bis jetzt 29 Reisepasse für seine zukünftigen Mitarbeiter verlangt gestellt hat. Ein besonders bitteres Erlebnis, auf das der Dichter feiner Berliner Zeit, in ber der Grne Heinrich" erschien und feine als after Mann öfters zurüdgetommen ift, passierte ihm während schönsten Novellen aus den Leuten von Geltmyla" entstanden. In erzählt. Ich war schon 30 und ein oder zwei Jahre alt, als ich einem Brief an Emil Ruh hat er diese Geschichte folgendermaßen in der Mohrenstraße in Berlin in feinem schönen Hause wohnte. Jah war in guter Gesellschaft eingeführt, aber wenig bekannt, geriet in Geldverlegenheit und konnte nicht mehr studentisch verfahren, verstand nicht einmal, auf gute Art ein Mittagessen au borgen. So hatte ich mich mit wenig Münze hinausgeschwindelt, um die endliche Bir hatten an seiner Berurteilung auszufezen gehabt, daß diese uf vage Bermutungen hin erfolgt war, daß, felbft wenn man dem General wirklich eine Berfehlung häste nachweisen fönnen, es doch nur eine gewesen wäre, die auf Ronto der Demoralisation des Krieges hätte gesetzt werden müssen, eine, die Angehörige aller Armeen sich haben zu Schulden kommen lassen. Der Schuldspruch war unehrlich. Diesem Gefühl Ausdruck zu verleihen, hatte natürlich Rammerfänger, der zweite Caruso auch in dem Sinne, daß sie ihn So befaß ich eines Abends noch fünf Silbergrofchen, als mich ein euch der Deutsche Offiziersbund, als die Standesvereinigung des Generals, ein Recht. braucht seine Agathe, bevor er auftritt. Sie muß dann vor ihn tanzen, ihm ihre Zärtlichkeit schenken, ihm den Glauben geben, daß Aber wie tut er das? Was hat er zu rügen? Die Verlegung er ein Monarch der Kunst und der Liebe sei. Dn Reportern hat der Gerechtigkeit? Das wägen mit ungleichen Gewichten? Die Enter erzählt, daß er seine Garderobe eine halbe Stunde vor dem Auf weihung richterlicher Gewissensreinheit? Das schließlich auch. Aber treten absperrt, um sich durch heimatlichen Tofaner anzufeuern. Luß noch nur nebenher. Vor allem hat der Deutsche Offizersbund an und Agathe fennen dieses Geheimnis allein. Plöglich will Agathe dem Spruch von Lille zu bemängeln, daß in der Zusammensetzung nicht mehr als Tofanererfaz mitwirken. Sie will frei fein, ihr Herz des Gerichtshofes, die dem Range des Generals in teiner Weise ent Ronflift. Schon steht der andere da, der das losgerissene Agathen hinwerfen können, wie es ihr beliebt. Und daraus fommit mun der sprochen habe, eine Nichtachtung des deutschen Offiziers gelegen herz an sich nehmen will. Es ist ein Schieber. Ein Komödien hätte. Der Deutsche Offiziersbund wäre gewiß auch, wie wir anderen schreiber nutzt folchen Charakterzug. Hans Müller führt denn aud alle, unzufrieden gewesen, wenn französische Majore und Generäle den Schieber ad absurdum, verschafft dem Tenor seine Stlavin den Schuldspruch gefällt hätten: aber er hätte dann wenigstens eine wieber und fett Agathe wieder mit geschicktem Griff in den Käfig. Boraussetzung erfüllt gesehen. Der deutsche Offizier gibt sich mit der Gejauchze im Parkett. Man war entzückt über die richtige Theatereinfachen Gerechtigkeit nicht zufrieden. Er will die standesgemäße. garderobe, in der der Mann vom hohen C sich abscheninkt, den Fett Nichtachtung der sittlichen Norm: das möchte wohl hingehen, aber die hals netet und die Bajazzohosen auszieht. Derartige Effekte find fiets von klassischer Wirksamkeit. Es ist nicht wahr, daß wir Dent Richtachtung des Gewandes reizt ihn bis aufs Blut. fchen schlechtere Theatermacher find als die Leute draußen. und Begeisterung gespielt. Emil Jannings freute fich offenbar. Derartige Dinge merden von den Komödianten mit Aufopferung daß er von seinem Rollentieferanten so verschwenderisch begünstigt wurde. Lachen, Weinen, Toben, Zärtlichsein, Böfefein, ein Liebhaber fein, ein Junge fein, ein Clown, ein Philofoph- all solche Verwandlungen geblebet ihm Hans Müller. Ein natürlicher Mensch zu fein, das wurde ihm nicht gestattet. Aber er fonnte sich in der föstlichen Clownerie aufplustern. Sogar die alten Knalleffekte des unvergänglichen Rührstücks tonnte er anbringen. Und dazu diese Don Carola Ioelle gespielte Tenorsgattin! Diese eben noch Schüchterne, dann ausbündig perliebte, dann wieder in Schmerz zusammen brechende, dann wieder zur herrlichen Weibercourage auf gepulverte Madonnal Wirklich, Frau Toelle machte beinahe ein natürliches Wesen aus dieser braven Frau. M. H. Wir wissen, daß der deutsche Offizier sich nicht für eine Unschuld einsetzt, die statt Nathusius etwa Fechenbach hieße. Er erkennt aber auch eine Schuld nicht an, die ein anderer als ein Kamerad über ihn ausgesprochen hat und verlangt internationale Berbindlichkeit für diese Ansicht. Noch wenn ein deutscher Offizier zu den Kannibalen geriete, ist vorzustellen, daß er nicht von irgend welchen zivilen Kulis verurteilt zu werden begehrte, sondern von den Kanibalen- Leut nants. Und dann möchte er sich ausgebeten haben, nur von Achseltüdträgern verspeist zu werden. Und dies ja nicht etwa mit dem Messer. Ein deutscher Offizier ist etwas ganz Feines. Er ist sonst tnallnational und ferndeutsch. Aber für die Auffaffung, daß er ein Hauptferl ist, verlangt er durchaus feine nationale Begrenzung. Hier st er mit einer internationalen Berständigung darüber sehr einverstanden. Einmal wird der deutsche Offizier vor den Beben Gott treten. Der wird sein Schuldbuch aufschlagen und ihn richten. Der deutsche Offizier wird sich vorher die höfliche Frage erlauben, wie lange den der liebe Gott aktiv gedient habe. Dann wird er hn als nicht standesgemäß ablehnen. Gelbankunft zu erharren, die nicht mehr lange ausbleiben tonnte. damalige Rotabeln faßen, unter anderen der verstorbene Melchior Menr, die nicht recht mußten, mas fie aus mir machen follien. Ich trug nur Sorge, daß ich noch einen Groschen übrig behielt, indes ich dachte, du kannst morgen mittag noch ein Brötchen dafür kaufen, fo geht der Tag hin! Richtig, am anderen Mittag überzeuge ich mich, daß das Luder noch da sei, gehe in einen großen Bäckeriaden in der Nachbarschaft und nehme einen Groschenweden, gebe den tochter besteht den Groschen; die Kellnerin vom vorigen Abend hatte Groschen. Die lange, etwas verdrießliche, aber elegante Bädersmir einen ungültigen, verrufenen Gröschling i hendeines deutschen Raubftandes gegeben, was ich nicht wußte und verstand Die Bäderin fogte:„ Der wird nicht genommen, es ist ein falscher!" Id habe Beinen andern und muß das Brot wieder aus der Hand geben und mich aus dem Laden brücken mit meiner Eklust, während die Person mich vom Kopf bis zum Fuße betrachtet.... Ich brachte den Tag richtig ungegessen zu und mußte am anderen Morgen denn doch Gelb borgen, was viel leichter von statten ging, als ich geglaubt fehen; denn es ist ja gleichgültig, ob es sich um den Kopf eines hatte. Wäre ich aber nicht so unpraktisch gewesen, so hätte ich das fleine, aber bedeutsame Doppelgestirn der beiden Weiber nicht ge= mannes in einer Tragödie oder um einen Groschenwecken handelt!" " Erstaufführungen der Woche. Mittw.: Renaissance- Theater: Boubou Komödienhaus, rohe. Donnerst.: Staatstheater: Eduard II. Die Kusine aus Warschau". faßt sich nicht verkaufen". Freit.: Trianon- Theater: Sie # Urania- Borträge. Täglich zu wechselnden Zeiten: Die Bunder des Amazonenstromes. Sonntag 6, 8, Mittwoch 8, Donnerstag 7: Sonnabend 84, Uhr: Im Reiche der Komit. Dienstag, 71, Uhr, Selene Fernau: Unter Deutschen und Indianern in Ebile. Mittwoch, 7 Uhr, Brof. E. v. Salzmann: Astens Kampf um geift. Freiheit. Dienstag, 3 Uhr, Marie Schipfmann erzählt Märchen. Die Große Boltsoper wird ihre Aufführungen im Desember fortführen. Gottfried Kellers falscher Groschen. Gottfried Keller hat beDie Karten für die Abonnenten liegen zur Abholung in der üblichen Weise Widerständen geführt, und wenige ahnen, auf welch schmerzdurch- hantung von Frau Melanie Kurt am Sonntag nicht„ Don Juan", ſondern bereit: am 1. 12. Abonn.- Abt. 12, amt 2. 12. bonn. Abt. 13, am 3. 12. fanntlich einen schweren Lebensfampf mit inneren und äußeren abonn.- Abt. 14 usw. Um Umbesesungen zu vermeiden, wird infolge Er pilügtem Boden die goldenen Früchte feiner Dichtung reiften. Dieses ergreifende.bensdrama des Dichters fönnen wir in dem trefflichen Bande verfolgen, den Ernst Hartung im Berlag von Wilhelm Langewische- Brandt aus Briefen und Gedichten des Meisters zufammenCarmen" mit Frau Schulz- Dornburg gegeben. Wasser und Aschenputtel" wird einige Inszenierungen am Staatstheater Bühnenchronit. Dr. Berger, der befannte Regiffeur der Filme Glas übernehmen. völkerbund oder Sanger Schiedsgericht. Mit Schwertgeklirr und Wogenprall. Möglichkeiten einer Lösung englisch- ägyptischen Konflikts. Genf, 29. November.( Eigener Drahtberidyt.) Der ägyptische Senat hat ain Freitag dem Bölferbund die Protestnote Aegyptens überreicht. Die Note, die eine Vermittlungsaktion des Bölkerbundes fordert, wurde den Ratsmitgliedern zur Kenntnisnahme übermittelt und dem Senate der Empfang der Note bestätigt. Die persische Regierung wird als Mitglied des Bölkerbundes fein Eingreifen zur Schlichtung des englischügyptischen Streitfalles beantragen. Dazu ist sie nach Artikel 11 des Bölkerbundstatutes berechtigt. Er sieht bei Streitfällen, die den internationalen Frieden bedrohen, eine Vermittlungsaktion des Völkerbundes vor, wenn eines feiner Mitglieder es verlangt. An. dererseits verlautet, daß man den Streitfall vor das Haager Schiedsgericht bringen will, was unter Umständen eine für England annehmbare Lösung wäre. Protestmanifest der Arbeiterpartei. In einem Manifest, das die Independent Labour Party angesichts des britischen Vorgehens in Aegypten veröffentlicht hat und das einen flammenden Protest gegen das imperialistische Borgehen im nahen Orient darstellt, heißt es u. a.: Mit tiefer Beschämung beobachtet die Unabhängige Arbeiterpartei das Vorgehen der gegenwärtigen Regierung in Aegypten. Sie fühlt sich verpflichtet, darauf hinzuwiesen, daß diefe ganze, erneut angewendete unterbrüdungspolitit auf der falschen Voraussetzung aufgebaut ist, daß Großbritannien irgendein moralisches Recht hierzu hat, obwohl England bei über 50 einzelnen Gelegenheiten versprach, die militärische Beseßung Aegyptens völlig aufzuheben und im Jahre 1922 die Unabhängigkeit dieses Landes in voller Form anerkannte. Die Befehung Aegyptens ist ursprünglich aus strategischen und finanziellen Gründen erfolgt; Großbritannien hatte hierzu fein größeres moralisches Recht als Deutschland bei der Besetzung Belgiens aus strategischen und militärischen Erwägungen. Das ägyptische Bolt hat ebenso viel Recht auf Selbstverwaltung als irgendeine andere Nation auf Erden. Die ILP., die den Mord als politisches Kampfmittel( wie es von Aegyptern angewendet worden ist) feineswegs billigt, beklagt die Tatsache, daß die britische Regierung diefen Mordanschlag zum Anlaß und Vorwand für imperialistische Forderungen gemacht hat, die praktisch auf eine Eine Feier in der Technischen Hochschule. An die sechshundert elektrische Birnen, die aus Ersparnisrüd-| ber Mann, der stets in Wiffen- Schaftstiefeln berumftolziert, 5 fichten alle brennen mußten, und eine Bombenhige empfinger am höchstpersönlich sein provozierendes Wauwau dazwischen Wür. Freitag abend den Besucher der Erinnerungsfeier, die die Ortsgruppe biefem Mann nicht immer wieder in der seltsam nachfichtigen Rep Charlottenburg des Deutschen Studentenbundes in der blit eine gewiffe autoritative Rolle zuerteilt werden, fönnte man ih Aula der Technischen Hochschule in Charlottenburg im treuja ohne weiteres übersehen, da er sich aber immer wieder al: deutschen Gedenken an die Durchbruchsschlacht bei Brsehshing in Jugendführer aufspielt, sei denen, die ihn bezahlen, gesagt, daß er einer der verderblichsten Kriegsheßer ist, die heute noch frei herum. Szene setzte. laufen. Also Noethe sprach fo: mir geht der Mund über, wenn ich an die wundervolle Zeit der zehn Jahren zurückvenke, nach der mir uns alle sehnen. Welches Heer hat einen Mann wie Ludendorff, welches Bolt ben Geist der Hohen fönnen wir hingegen nur wenig Achtung haben. Die Demokraten zollern gehabt? Bor denen, die heute an der Spitze stehc und Sozialdemokraten besaßen die hahnebüchene Unverschämtheit, von der Dolchstoßlegende" zu sprechen. Diese Burschen reden vom Wirtschaftlichen, pom Einkommen des Staatsbürgers usw., obwohl es einzig und allein auf den nationalen Geist antommt. Nur Stiavenfinn denkt an den Bölferbund, und wer sich nach dem Frieden sehnt begeht ein Berbrechen an der deutschen Nation. Die Schmach von 1918 muß ausgelöscht werben, und eine Stunde des Glücks und des Heils ist es, wenn durch einen neuen Krieg die Gren zen von der Maas bi san die Memel, von der Etsch bis an den Belt wieberhergestellt werden." Für Stimmung sorgten weiterhin viele Studenten in vollem Wichs mit Schwertgeflirr und Bogenprall", einige magere Lorbeerbäumchen aus Franz von Wendrins mecklenburgischem Paradies, geschleppte schwarzweißrote sahnen, eiserne und filberne mehrere vom Dachboden der bedauerlichen Tatsachen herunterKreuze in Original- und Hakenform und deutschvölkische Belange ,, noch und noch". Aus voller, alkoholgeschmierter Kehle fang man Das Lied von Gott, der angeblich zwecks deutschvölkischer Erneuerung das Eisen wachsen ließ, und den mitgebrachten legalen und illegalen Heldenjungfrauen ward vor Rührung das Auge naß. Die Ludendorfflinge männlichen Geschlechts lauschten indessen den Offenbarun gen der Herren Offiziere, von denen der eine, es war der ehemalige General Reinhard, feiner Hoffnung Ausdrud gab, daß uns zum Zwecke der erneuten Kriegführung die Wissenschaft ein Mittel liefere mit dem es möglich sei, die Zahl der geschwächten Bataillone auszugleichen", während der andere, es war der Graf von der Golg. über die Jugend herzog, die, wie er es in einem Atemzuge feststellte, 9 international, pazififtisch, oberflächlich und genußsüchtig ist. Rommet zu mir, die ihr mühselig und beladen seid, führte der Herr Graf weiter aus, und er meinte damit bestimmt alle Esel, denn er stellte wörtlich fest:„ Ohne Macht fein Recht! Nur wer wehr haft ist, ist national! Nur mer mehrhaft ist, ist chriftlich, denn Chriftus war der große Kämpfer! Nur mer mehrhaft ist, ift sozial, benn der General Ligmann hat fogar einem gemeinen Soldaten fein Eisernes Kreuz auf die Bruft geheftet! So sozial waren wir!" Spaß muß sein bei der Leiche, sonst geht niemand mit zum Begräbnis der Realtion. Selbst der Er Rettor Roethe, Mimosen. Annexion des Sudans und eine Aneignung des Nilbewäfferungs- und an Straßeneden jezt als Mimosen feilgeboten wird, sind im fystems hinauslaufen zum Nachteil Aegyptens und zum Vorteil für die britischen Baumwollfattoreien. Die JP fordert, daß die Frage der Kontrolle über den Suban dem Bölfer bund vorgelegt wird, und zwar in der Absicht und in einem Geift, der dieses Band so früh als möglich für die Selbstverwaltung reif macht. Die JP. fordert die( ofortige Einberufung einer englisch- ägyptischen Konferenz, und des weiteren alle Borkehrungen für eine Unterbreitung der Frage des Suez- Kanals an den Bölferbund zu treffen. Wobei die JP. die Frage des Suez- Ranals nicht als eine speziell britische Frage betrachtet, sondern in erster Linie als eines der wichtigsten Probleme des internationalen Weltperfehrs zu Wasser. " Und die das mit anhörten, sie haben diesem Roethe, der nicht mehr erröten fann, zugetrampelt, weil sie tatsächlich geistige Trampeltiere und williges Kanonenfutter zu sein scheinen, und ihre Brüste, so vorhanden, ließen sie schwellen, ihre Schwerter flirren, ihre Augen todesmutig rollen. Diesem Schwarzweißroethe aber, wird ihm nie der Gedanke kommen, daß in Wahrheit ein zumindest unbewußter Berbrecher ist, mer zum Mord lehrt? Wo steht: der Massenmord ist heilig!? Bergnüglich schmunzeind fuhr Magnificenz nach Hause; mi eDiel Kriegsfrüppel und wieviel Waisen mögen ihr unterwegs wohl begegnet fein? Sind an denen vielleicht auch die an diesem Abend merkwürdig ins Hintertreffen geratenen Juden schuld? Aussprechen, was ist! die beauftragt sein soll, die völlige Räumung Aegyptens vorzubereiten tanischen Garten fennt und deren außergewöhnliche Empfindlichkeit Inflation, des Aufwertungsschwindels, der Schutzölle diente zuc Macdonalds Kritik. London, 29. November.( EP.) Macdonald hielt gestern in Aberavon eine Rede, wobei er unter anderem erklärte: Ich be baure lebhaft, daß tie fonservative Regierung Aegypten in der betannien Weise behandelt hat. Dadurch fann England in den Augan der ganzen Welt mur Schaben zugefügt merben. Das eng Life Breftige micb burch die ungerechten Beschlüsse der letzten Tage Einbuße erleiben. Im Hinblid auf die zahlreichen Schwierigkeiten, in denen fich das Land befindet, war es wirklich nicht nötig, noch neue Schwierigkeiten hinzuzufügen. Die ägyptische Rrife hätte von Anfang an leicht gelöst werden fönnen. Die Re gierung follte die ägyptische Frage nicht in einer Art behandeln, die an das Borgehen Mussolinis in der Korfu Affäre erinnert egypten gegenüber ist ein politischer Fehler begangen worden. Es ist besonders zu bebauern, daß die Regierung Forderungen aufstellte, die mit der Ermordung des Girbars, die ja allerdings 311 bellagen ist, in feinem Zusammenhang stehen. Dieser Bor. gong ist bumm, denn er hat mit der politischen Lage, wie sie durch die Ermordung des Sirdars gefchaffen wurde, nichts zu tun. 3 Paris, 29. November.( TU.) Der Ausschuß der sozialbemo fratischen Partei hat heute an die englische Arbeiterpartei ein Selogramm gerichtet, in dem er sie zu ihrer mutigen und ert fchloffenen Haltung beglückwünscht, die sie in der Frage des englisch- ägyptifchen Ronflities eingenommen hat. Die französischen Sozialisten versprechen den englischen Arbeitern, heißt es in dem Telegramm, fie bei jeber Gelegenheit zu unterstützen und eventuell durch Borstellungen bet der englischen Regierung zu verhindern, daß Nordafrika Gegenstand tapitalistischer Ausbeu tung und Anfaß zu einer drohenden Kriegsgefahr werde. Brüffel, 29. November.( WTB.) Derniere heure" melbet, daß die Sozialisten den Minister des Aeußern in der Kammer über bie Vorgänge in 2 egypten anläßlich der Absendung der Entschließung des ägyptischen Parlaments an die belgische Rammer zu interpellieren beschlossen hätten und bringend Aufklärung hierüber verlangten. Eine gleiche Interpellation wird auch im Senat erwartet. Ein Protestumzug in Berlin lebender Aegypter, der gestern Freitag mittags vom Steinplag in offenen Wagen mit Fahnen, Blafaten und Flugblattverteilung ausgehen sollte, wurde- wohl aus Gründen der deutschen Neutralität von der Polizei ver. boten. Die Republikaner gegen Lafollette. New Bort, 29. November.( TU.) Die Republikaner schloffen Cafollette von fämtlichen republifanifchen Sigungen und damit aus der Partei aus, ebenso drei feiner Anhänger. Der Generalagent für Reparationen, Gilbert, erstattete gestern in Paris der Reparationstommiffion Bericht über seine bisherige Tätigkeit in Berlin und betonte dabei die Pünktlichkeit der bisherigen Zahlungen der deutschen Regierung und ihren guten Willen. General Sarrail, der als Republikaner während des Krieges von Clemenceau faltgestellte General, ist zum Oberkommandierenden ber französischen Truppen im Nahen Osten an Stelle des Generais Weygand ernannt worden. Krach im Budapester Parlament. Zu einem großen Strach kam es am Freitag im Budapester Parlament anläßlich einer Interpellationsdebatte über eine Storruptionsaffäre, in die auch Minister Das betreffende präsident Bethlen indirekt hineingezogen wurde. Dokument wurde jedoch von ihm als Fälschung bezeichnet. In einer Geheimfißung wurden vier Abgeordnete gewaltsam aus dem Saale entfernt. Später wurden allseitige Ehrenerklärungen zugunsten Bethlens abgegeben. Jetzt ist die Saifon der gelben Mimosen. Was in Blumenfäden strengeren wissenschaftlichen Sinne feine Mimofen, sondern echte Akazien, während der bei uns nielfach angepflanzte, vom Volke als Akazie bezeichnete, aus Nordamerika stammende Baum Robinie als Akazie bezeichnete, aus Nordamerita stammende Boum Robinie ( allenfalls falsche" Atazie) heißt. Zu den echten Mimofen gehört die Sumpfflanze", die in den Tropen überall Untraut ist und die bei uns jeder Besucher des Bittoria Regia- Hauses im Dahlemer Bouns jeder Befucher des Bittoria- Regia- Hauses im Dahlemer Bogegen jede Berührung wir immer von neuem bewundern. Mimosen und echten Afazien gemeinfam find die meist tugelig gehäuften Blüten. Sie bilden Köpfchen oder Trauben, aus denen in Menge die meist gelben Staubfäden herausragen. Bon den vielen Hunderten Arten von Alazien ist eine große Zahl in Australien heimisch; auch die bei uns verkauften Blütenstauden stammen von australischen Arten. Was man an ihnen( wenigstens an vielen dieser Arten) für Blätter hält, find feine Blätter, sondern blattartig verbreitete Blattifiele ( Phyllodie), während die eigentlichen Blätter gar nicht zur Ausbilbung gelangen. Diese Phyllodien stehen sentrecht, so daß Wälder, die aus solchen Atezien gebildet werden, wie es in Australien viel der Fall ist, dem Sonnenlich: ziemlich freien Durchloß gewähren. In diefem Sinne spricht man pon den fhattenlosen Wabern Auftraliens. Mas Mimosen, Atazien und Robinien frog aller forstiger Verschiedenheit eint, das ist die Frucht, die immer eine bald o bald anders geformte ülfe ist, wie wir sie als„ Schote bei unferen Erbfen, Linfen, Bohnen usw. fennen. Alle diefe genannten Pflanzen, und noch ein paar tausend mehr, vereinigt der Botaniker in der großen Abteilung der Leguminofen oder Hülsenfrüchtler. 20 Blumenschau in Sanssouci. Geht man im Bart von Sanssouci recht von dem geraben, zum Neuen Balqis führenden Hauptwege, am Fuße ber Orangerie pot über, so gelangt man an die Hofgärtnerei", wo Schilder noch ber Blumenschau meifen. An einem längeren, von Blatt- und Blütenpflanzen in geradezu tropischer Fülle verhüllten Mittelgang schließen fich rechts und links Bleinere Warmhäuser. Hier erfreuen dicht ge brängt Chrysanthemen, Alpenpeildhen, Glorinien, Brimeln, Orchibeen und andere Blumen dos Auge. Auch schöne bis phantastische Formen von Melonen find ausgelegt. Die Blumenfchou ist nicht groß, aber der Reiz wird wohl gerade durch die auf fleinem Raum zusammengedrängte Blütenpracht erhöht. Der Eintrittspreis( eme dafür hat man die wundervolle Um Mart) ist reichlich hoch gebung, die man nach dem Heraustreten burdywandern barf, gratis! Die Befchuldigungen gegen Herrn v. Lützow. Cotaltermin in Budow. Heute morgen begab sich eine Untersuchungstommii fion des Landgerichts L, bestehend aus Landgerichtsdirettor Ebelt, den Landgerichtsräsen Burczet und Fren, somic Medizinal tat Dr. Störmer überraschend nach Budow, um in dem dortigen Erziehungsheim des jetzt in Haft genommenen Freiherrn v. Lützow die schweren Beschuldigungen nadyzuprüfen, die dem Bä dagogen zur Baft gelegt werden. Das Lützowlche Erziehungsheim, ein schöner alter Schinfel- Bau, der freilich ein wenig verfallen erscheint, liegt faum 10 Minuten vom Bahnhof entfernt. Die Einrichtungen diefes Instituts halten mit dem 3offener Erziehungsheim vielfach nicht recht einen Bergleich aus. Bekanntlich haben frühere Zöglinge Herrn v. Lüzom vorgeworfen, daß er sich in dem Buckower Heim an minder. jährigen Knaben vergangen habe und in der Bevölkerung laufen Gerüchte um, daß der Beschuldigte zu diesem 3wed sich an badende Kinder herangemacht und daß er in fadistischer Luft dann die Knaben unmenschlich gezüchtigt habe. Sichere Beweise für diese Behauptungen find bis jetzt jedoch nicht erbracht, da auch die Einwohner des fleinen märkischen Städtchens ihre übrigens sehr vor fichtig gehaltenen Vermutungen zumeist nur auf die Aussagen der Rinder stützen, die durch einen Türspalt die Verfehlungen des Freiherrn beobachtet haben wollen. Das Gericht nahm zunächst eine Besichtigung der Dertlichkeit vor, um festzustellen, ob die Knaben, die fast alle noch im Bubertätsalter stehen und deren Aussagen infolgedessen mit besonderer Borsicht vom Gericht ausgewertet wer den, wirklich in der Lage gewesen sind, die Dinge zu beobachtet. beretwegen fich Herr v. Lühow zu verantworten haben wird. Außer den Knaben und ehemaligen Böglingen, von denen einer sich dem Offizialverfahren als Nebertläger anschließen wird, wurden auch 3ah reiche Einwohner gehört, die Belastendes über Herrn v. Lühom gehört haben. Der Beschuldigte selbst wurde zu dem Lokaltermin aus der Untersuchungshaft vorgeführt. Er ist in den wenigen Lagen der Haft fightlich gealtert und machte einen sehr niedergeschlagenen Eindruck. Bor einer großen Wählerversammlung in der Pha rusfälen" sprach Genoffe Aufhäufer. Getreu dem Worte: 2lussprechen was ift" zeigte er alle Fragen auf, die bei der Wahl beantwortet werben sollen. Die Reformen in der Juftiz, in der Finanz, die Aufgaben der Sozialfürsorge wurden erwähnt als Aufgaben der Arbeiterschaft, zu deren Erfüllung fie in entsprechender Etärfe in das Parlament einziehen muß. Dann sprach der Redner von dem Bürgerbod und feinzeichnete deffen Einstellung mit den Worten des Borfig- Briefes: Das Rapitalist frant und die Arbeitstraft ist gefund! Die ausführliche Erwähnung der genaueren Darstellung der Kreise, die nach der Monarchie rufen, reis fie damit ihre Geschäfte besser betreiben fönner. Anschaulic schildert der Redner alle Momente, die zum Wiederauffeben des reaktionären Ungeistes geführt haben und dabei spielten die Kommun sten eine große Rolle. In der Diskussion sprach ein Boltsparteiler und bemühte sich um den Beweis, daß das Rapital frant ber ihm dabei half. fei. Nach ihm sprach ein Redner der KAPD. Die Zuhörer antworteten ihm beutlich gezug mit„ Steigbügehalter der Reattion". Der Referent fertigte dann beide im Schlußwort ab, gcb besonders dem Bo'tsparteiler noch einige Zahlen zu hören, der ficher angenommen hatte, mit einigen Phrasen über Birtschaft den Borsigenben ber Af einfchüchtern zu finner Das Hoch auf ble Bartei tortte dem Stommunisten bewetsen, daß die Arbeiter für feine Tiraben nicht mehr„ reif" find. In Buchholz erbrachte Genoffe tedisch vor einer fehr gut besuchten Bersammlung den Nachungis ber Notmenbiglett ber Erfüllungspolitik. Die Industrie Deutschlands ist auf die Rohstoffverforgung aus bem Auslande angewiefen und die 2blehnung bes Daroes- Gutachtens hätte die Berhängung der Blodade fofort zur Folge gehabt. Die partitulariffifden Strömungen hätten durch eme Ablehnung Oberwaffer betommen, eine Zerschlagung des Reiches märe die Folge gewesen. Die Bürgerblodbildung hat feinen onberen 3med, als die Lasten des Dames- Gutachtens auf die Schultern der breiten Masse obzumälzen. Das verfudyt fie mit Hilfe der Schutzolipolitit, mit Hilfe des Abbaues der fozialen Einrichtungen, zu denen auch der Achtstunden. tag und ausfömmliche Böhne gehören, und auch durch internationale Trustbestrebungen, die besonders in der Gifenindustrie schon sehr weit vorgefäyrittan find, versucht das internationale Rapital der gerechten Anforderungen der Arbeitermaffen entgegen zu treten Gegen die Sozialneattion gibt es mur ein Mittel, eine ji arte republitanische Staatsgewalt Dicle au schaffen wird die Aufgabe des fommenden Reichstages fein. In der an den Vortrag fich anschließenden sehr lebhaften Diskussion wurden von fommunistischer Seite die üblichen demagogischen Argumente gegen die Erfüllungspolitit vorgebracht. Der übliche Hinweis auf Rußland vermochte aber die Versammlung nicht zu überzeugen, denn Genosse Steedisch wies in einem sehr wirtfamen Schlußwort nach, daß die Sowjetpolitiker alles andere als sozialistische Bolist treiben. Das gebrabene Huhn für 1,20 m., das auf den russischen Dörfern zu haben ist, ist für die russischen Arbeiter vorerst ein unerreichbares deal. Die Versammlung mar für die Bartei ein voller Erfolg. Dachstuhlbrand. Begen eines großen Dachstuhlbrandes murde die Feuerwehr nach der Augusta- Bittoria- Allee 38 gerufen. Als die Löschzüge dort antanen, stamb der Dadystuhl schon in folder Ausdehnung in Flammen, daß fofort mit mehreren Schlauchleitungen vorgegangen merben mußte. Dadurch gelang es, eine weitere Ausdehnung des Feuers zu verhüten und die Flammen schließlich auf den Herd 31 beschränken. Man vermutet Brandstiftung. Das erste Konzert des Vereins Sozialistischer Arbeiterjugend Grok- Berlin: Seitere Mufit" findet morgen, Sonntag, nachmitan 3% Uhr( nicht 3 Uhr), in der Philharmonie Bernburger Straße 22/23, unter Mitwirtung erfter Kräfte statt. Satteinlaß 3 Uhr. Eintrittskarten zum Preise von 75 Pf. an der Naffe. Einheitsfurzschrift. Der Verfasser der in Nr. 498 vom 22. Dr. tober gebrachten Uebersicht mit dem Alphabet der Einheitsturzschrift, bittet uns, ausdrücklich zu erwähnen, daß der die Reichnung um gebende Text nicht feiner Feder entstammt. Welche Parteien darf der Mieter am 7. Dezember nicht wählen? Bu diesem ungemein wichtigen Thema veranstaltet der Mieterbund Stegg( E.B.) ( Dorit- Kohl- Str. 1) am Sonnabend, den 29. d. M., abends 8 Ubr, in der Aula in der Realschule in Steglit, Florastraße, eine öffentliche Bäbler bersammlung. Referent ist der erste Vorfizenbe Bilz und Rechtsantval Fuhrmann. Bo tsfärforge. Heute, Sonnabend, den 29., abends 7 Uhr, Gemerfe schaftshaus, Großer Saal: Gerbstvergnügen der Bolfsfürsorge und Stonsur genoffenschaft. Geschäftliche Mitteilungen. Das Ranfans Withelm Jofeph in Schöneberg veranstaltet einen großen Beihnachtsvertant und bietet in bezug auf Breife, Auswahl und Qualität wirklich Erstaunliches. Um dem Bublifum entgegenzukommen, ge. währt bas Kaufhaus Wilhelm Jofeph infofern 8ahlungs Waren bis zum este referviert werden. Das Boltsbildungsamt Friedrichshain veranstaltet am Montag, den 1. Dezember, abends 7 Uhr, im Saalbau Friedrichshain einen Tangabend erleichterungen, als bei entsprechender Anzahlung die gekaufter mit dem neuen Staatsballett. Gewerkschaftsbewegung 1. Internationale Konferenz der Hotelangestellten. ( Schlußbericht.) Der ordentliche Beitrag ist auf Antrag der österreichischen ganisation auf 5 Bf. pro Mitglied und Jahr festgesetzt corden und muß auch für das Jahr 1924 voll bezahlt werden. Bon einer Statutenänderung wurde abgesehen. Zur Organisatiosfrage wurde folgender Antrag der Deutschen Delegation angenommen: Ilm den Kampf um bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen erfolgreich zu führen, ist es notwendig, starte gefchloffene Organisationen zu schaffen, die über die Landesgrenzen hinaus sich helferd und ftügend zur Seite stehen. Der Deutsche Kellnerbund und Genfer Berband sowie die in den verschiedenen Ländern bestehenden gelben Ber eine und Berbände fönnen als solche Organisationen, soweit Sie sich als Gewerkschaft bezeichnen, nicht angefehen werden. Auch in der Nachkriegszeit haben diese Verbände nach gewertschaftlichen Grundfäzen nicht gehandelt. Bei Lohnbewegungen haben sie es vielfach an Solidarität fehlen lassen, sie gründen ven neuem 3er mittlungsbureaus und fommen fo in Abhängigkeit zu bem linternehmertum und fabotieren die gefeßlichen Maßnahmen zur Regelung der Arbeitsvermittlung. Es ist Pflicht der beteiligten Landesorganisationen, in allen Ländern Front zu machen gegen alle die einheitliche gewert= fchaftliche Bewegung fchätigenden Bereinsgründungen." Ferner wurde ein Antrag der österreichischen Delegation ange. nommen, daß nur solche Verbände Aufnahme in die Internationale Union finden tömmen, die einer Bandeszentrale angehören, welche Mitglied des Internationalen Gewerkschaftsb sun des in Amsterdam ist. Ein weiterer Antrag der Defterreicher, der das Internationale Setretariat verpflichtet, in den Ländern, wo mehrere Berufsorgani fationen vorhanden sind, eine Einigung herbeizuführen, wurde gleichfalls angenommen. Schluß der Tagung 11% Uhr abends. Der kommunistische Einheitsfronttermin. Es sind vielmehr zwei Termine, die die RBD.- Zentrale für die Herstellung der gewerkschaftlichen Einheitsfront" festgelegt hat; einen für die Funktionäre der APD. und einen für die Mitglieder. " 2m 1 Dezember läuft für jeben fommmmistischen Junf tionär der letzte Termin cb, wonach er gemäß dem feiten 3antrai ausschußbeschluß der KPD. gewerffdaftlich organisiert fem muß. Wir nehmen als bestimmt und selbstverständlich an, daß jeder Funktionär, der etwa bisher noch aus irgendwelchen Gründen außerhalb der Gewerf'chaften stand, diesem Beschluß nachgekommen ist. Daß unter diesem Beschluß verstanden wird, daß, enn irgend möglich, nur die freien Gewerkschaften in Frage kommen, ist bekannt. Jeder Kommunist bzw. jede fommunistische Bersammlung oder Zelle hat aber die Pflicht, seine Funk tionäre zu fontrollieren Wie andererseits jedes tommunistiche Mitglied wissen inuß. daß es ab 1. Februar fein gewerkschaftlich unorganisiertes KPD- Mitated mehr geben fann." Handelte es sich darum, die fommunistische Aktion zur Schwächung der Bewerkschaften wenigstens zu einem fleinen Teil mieder gutzumachen, dann wären diese Auslaffungen in der Roien Fahne" als Ausdruck aufkommender Einsicht nur zu begrüßen. Allein die Zeitrale der Kommunistischen Bartet hat diese befristeten Beschlüsse nicht etwa gefaßt, um den Gewerkschaften zu nüßen, sondern um den Interessen dieser Partei zu bienen. zu nügen, sondern um den Interessen ihrer Bartei zu dienen. fifchen Parteipläne gegen die Gewertschaften, die Dit tatur der KPD. über die Gewerkschaften, wird die deutsche Gewerkschaftsbureaukratie" bezeichnet, das heißt die von der übergroßen Mehrzahl der Gewertschafts. mitglieder gewählten Leiter der Gewerff aften, die durchweg feit Jahrzehnten, vielfach seit einem Menschenalter in der Gamerfchaftsbewegung hervorragend tätig sind. Zu ihrer Be seitigung sei der fonryuunistische Einfuß, die revolutionäre Aufflärung unter den Gewerkschaftsmitgliedern nötiger denn je". Nun, die Gewerkschaften haben inzwischen auch die üblen Er. fahrungen machen müssen mit dem jahrelangen gleicherweise gewissen wie verantwortungelo'en Treiben der KPD. Zentrale und ihrer ganzen Maulhelden. Sie werden diese Erfahrungen zu verwerten wissen und die Spekulationen der abgewirtschafteten Mostauer Filiale in Berlin unter der falschen Flagge der Einheitsfront zu Schanden machen. Wie die Gewerffchaften jedes Mitglied begrüßen, das mit ihnen für ihre Sache am gleichen Strange zieht, werden sie jeden Quertreiber, fei er es aus fanatismus oder Berechnung, der KPD. zurückschicken, damit er sich voll und ganz ihrer Partei widmen fann. „ Die Arbeit". Bon der unter diesem Namen erscheinenden Zeitschrift für Gewerkschaftspolitik und Wirtschaftskunde liegt uns Heft 3 vor. Im ersten Auffah tritt Franz Spliebt für eine Einheitliche " Gefahrengemetnihaft in der Arbeitslofenver. ficherung ein. Die höhere Form des Arbeitslosenschutzes ift bie auf solidarischer Kestendeckung aufgebaute einheitliche Arbeits. lefenversicherung, die zentral, bezirklich oder örfliche unterstützende und produttive wie auch vorbeugende Maßnahmen zusammenfaßt." Dr. Heinz Botthoff befaßt fich mit dem Thema:„ 2ohnpoliti? und Währung", wozu von der Seite der Preisbildung her noch einiges zu sagen ist. S. Aufhäuser wendet fich in seinem Beitrag Betriebsrat Wertsgemein 17 Theaterarbeiterstreik in Warschau. Warschau, 29. Nevember.( Eigener Drahtbericht.) Seit einigen Togen streifen die Arbeiter am Nowosci- Theater. Die Vorstellun gen finden ohne Wechsel der Deforationen statt. Die Verhandlun get zwischen Direktion und Arbeiterverband haben zu feinem Ergebnis geführt. Die Arbeiter drohen für den Foll der Nichterfül lung ihrer Forderungen( Wiedereinstellung der entlassenen Arbeiter) mit einem Generalstreit aller Theaterarbeiter. Der Streit in der Terfi indufirie in Lodz breitet sich immer weiter aus. Jnegetamt 15 000 Arbeiter find infolge des Streifs Die Uriache des Streits ist die Richtbewilligung der arbeitslos. Arbeiterforderungen, die eine Erhöhung der Löhne um 23 Proz. forderten. Der Streit dürfte auch auf die Industrieorte Pabianice und Raierz übergreifen. fcha ft" gegen die übereinstimmenden Pläne aus dem Lager der Unternehmer und der gelben„ Wirtschaftsfriedlichen", die Einrich tung der Betriebsräte zur Werfsgemeinschaft" auszudehnen und fo die Gewerkschaften auszuschalten. Carl Mennide schildert Das Problem der Arbeit in der angelsächsischen 2 e It", das in der Umgestaltung der fapitalistischer Industrie im gemeinwirtschaftlichen Sinne liegt. R. Wilbrandt befaßt sic, Gildensozialismus". Ein weiterer Beitrag von H. Seel. mit dem Thema:" Genossenschaftsfozialismus und ba ch beleuchtet die Rolle des Strates bei der Arbeiterbildung. Den Parteinachrichten Beschluß der Artikelreihe macht die von Otto Albrecht ver tretene Forderung:" Paritätische Landwirtschaftstammern". Die Rundschau der Arbeit" befaßt sich mit Fragen der Praxis, u. der Praxis, u. a. der des Leiftungstarifvertrags. Gemert [ chaftsmitglieder beziehen„ Die Arbeit am besten durch die Verwaltungsstelle ihrer Organisation zum Preise von 80 Pf. für das Heft, das for st 1 M. testet und durch die Post oder den Buchhandel bezogen werden kann. Die Firma Kersten& Tuteur. Wie fie ihre Angestellten behandelt. Angestellte ous feiren Betrieben zu entfernen. Der geriraste Fehler Das Unternehmertum ist in der ikigen Ze't recht schnell dabei, los zu entl- ffen, das Heer der Arbeitslofen zu vergrößern. Bei der der Angestellten mird zum Anlah genommen den Angestellten frist nannt Firma war eine Raffiererin feit dem Jahre 1921 befchäftigt. Sie hat roch den egeren Ausführungen des Perforalchefs vor Gericht während der Beschäftigunsdauer durchaus ihre Schuldiofeit getan. Es wurde auch noch besonders betont, daß sie während der ganzen Zeit zuverlässig und pünftlich gemelen ft An einem Monton eridien die Angestellte nicht zum Dienst infolo Unpäßlicht it. Se ha te fich fofort telerhoni'ch ertschuldigen laffen, und als fie radmittags ins Bureau tam, hat sie ihre Entschuldigung wiederholt. Der Berfonalchef batte von beiden Entschuldiounen Kenntnis. Am darauffolgenden Mitmoch wurde die Angestellte fristlos entlaffen. weil sie dem Dienst fünf Stunden lana fermoeblieben ist. Das Kaufmannsgericht hielt jedech die fristlofe Ent offung für unbe. rechtigt in Anbetracht der langen Dienstzeit der Klägerin und der Tatsache, dok ft nach den eigenen Angaben der Beklagten stets tüchtia urb pünfilich war. Die Art, wie sich bef'immte Unternehmer Angestellten gegenüber verhotten. müßte ben Arbeitnehmern Veranlassung geben, durch zu ammenfluß com derartige Itüratte sich zu wehren, um durch ihre Gefchloffenheit den Unternehmern den Herrn- im- Hause- Standpunkt abzugewöhnen. Den Angestellten der Firma Kerften und Tuteur sei dieses be fonders gefant; fie follten in erster Linie daran gehen. fich einen Betriebs, Arbeiter- und Ana shelterrat zu fchaffen. Damit ihnen der gektfche Schuß des B tri bsrätenefees autel wird. Einsendungen für diese Rubrik sind Berlin SB. 68, Lindenitrage 3. für Groß- Berlin fiets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trep. rechts. an richten. 7. Rreis Charlottenburg Die Abteilungen müffen heute Material abholen im Jugendheim Rosinenftr. 4. 7. Abt. Treffen zur Flugblattverbreitung Sonntag früh 9 Uhr bei Dahms. Schlegelfir. 9. 46. Abt. Seute abend 9% Uhr zufammenkunft im Garggefchäft, Cuvryffr. 45. 86. Abt. Mariendorf. Die heutige Mitgliederversammlung findet bet Nien dorf. Chauffeeftr. 19, ftatt. 91. Abt. Neukölln. Am Sonntag treffen sich die Genossen, die nach Gelchom fahren, um 12 Uhr Rarlsaarten, Ede Mißmannstraße. Bormittags 10 Uhr Flugblattverbreitung, Bezirk 37, 42, 48 bei Stahmann, Reuter, Ede Münchener Straße. fc. 111. Abt. Bohnsdorf. Sonntag früh 9 Uhr bei Selm 135. bt. Karow. Sonntag, den 30. November, Treffpunkt der Genossen vormittags 9 Uhr bei Aliz zur Flugblattverbreitung. Daselbst um 1 Uhr Treffen zur Flugblattverbreitung und Versammlung in Lindenberg. 137. Abt. Reindendorf- West. Seute, Sonnabend, 7 Uhr, Bezirksführer Material abholen im Boltshaus. Theater der Woche. Bom 30. November bis 8. Dezember 1924. Bollsbühne: 30., 2., 3., 5., 6. und 8. Schlud und Jau. 1. und 4. Dec eme Ronrad. 7. Don Carlos. Deutsches Theater: 1., 2., 4., 6., 7., 8. Die beilige Johanna. 8. Othello. 5. Aimée Opernhaus: 30. Soffmanns Er. sählungen. 1. Dezember Arlecchino. Die Nächtlichen. 2. Rigoletto. 3. Tickfliegende Solländer. 7. Walfire. land. 4. Cofi fan tutte. 5. Sinfonie- Mittags- und Abendkonzert. 6. Der Dezember Bioletta. 2. Waffenschmied. 8. wingburg. 8. Troubadour. Rroll- Oper: 30. Tosca, 4. Maskenball 5. Martha. 6. Barbier von Sevilla. 7. Tiefland. 8. Madame Butterfin.. Schauspielhaus: 30. und 5. Dezember Wallensteins Tob. 1. Dezember: Journa liften. 46. unb 7. Ebuard II. 3. 2. Peer Gynt. und 8. Wallensteins Lager. Piccolomini. Schiller Theater: 30., 1., 8., 5. und 8. Die Krone braut. 2. Alt- Berliner Bossenabend. 3. Torquato Taffo. 4. Doktor Klaus. 6. Maria Magdalene. 7. Candida. Kammerspiele: Die tote Tante und andere Begebenheiten. Die Rombbie: 1. und 3. Aimée. 2., 4., 5., 6., 7. und 8. Der eingebildete Rrante. Leffing- Theater: Das peite Land. Theater in der Königgräger Straße: Der Tokaner. Deutsches Opernhaus: 3. Die Zauberflöte. 4. Margarethe. 5. Boheme. 6. iba. 7. Figaros Soch 30. Soffinanns Erzählungen. 1. Die Meistersinger von Nürnberg. 2. Tiefland. zeit. 8. Ein Mastenball. Großes Schauspielhaus: An cle...! Große Bellsoper im Theater des Westens: 30. Don Juan. 1. Martha. 2. Lohengrin. 3. Barenbraut. 4. Rigoletto. 3. Entführung aus dem Serail. 6. Boris Godunow. 7. Carmen. 8. Mignon. Renaiffance- Theater: 1. und 2. geschlossen. Ab 8. Bonbonroche. Die Tribüne: Wölfe in der Nacht. Deutsches Künstler. theater: Raza. Romödienhaus: 30., 1. und 2. Der Mann ohne Moral. 3. Mufit. 4. bis 8. Die Cousine aus Warschau. Berliner Theater: Cloclo. Neues Theater am Roo: Die Frau ohne Schleier. Frianon- Theater: 20lotte. Residenz- Theater: Gaunerliebdhjen.. Rentrai- Theater: Der G'wiffenswurm. Theater in der Kommandantenstraße: Wenn man verliebt ift. Romische Oper: Das hat die Welt noch nicht geschen. Buffviel bans: Die Orientalin. Metropol Theater: Gräfin Mariza. Reues Operettenhaus: Der Tanz um die Liebe. Theater am Relleuberfplah: Die GeRieines Theater am Kurfürstendamm: Gott der Rache. Theater: Papa. Wallner- Theater: David und Goliath.-Walhalla Theater: Bariete.Borstellung. Rose- Theater: 30. bis 5. Räthchen von Heil bronn. Rafins Theater: Satan Weib. Intimes Theater: Abenteuer nach bem Tode. Ragi. Sie braucht nur zu flopfen. Scheidungsfouper. Rammer- Oper: Der Schauspielbirektor. Wohl zu ruhen, Serr Nachbar. Für die faufmännischen Anftellben fann als Organisation mar ber 3entralverband der Angestellten in Betracht fommen, ba biefer in entschiedener Weife dis Intereffen der Angestellten liebte Sr. Hoheit. Der Arbeitsmarkt in der Rheinprovinz. Köln, 29 November.( Eigener Drahtbericht.) Ueber die Lage Theater im Abmiralspalast: Noch und Noch! Apollo- Theater: Das lachende des Arbeitsmarktes in der Rheinproving in der Woche vom 22. bis 28. November berichtete das Landesarbeitsamt: Berlin Nachmittagsoozellungen. Bollsbühne: 30. Der arme Ronrad. 7. Schlud und Jau. Deutsches Theater: Rofe Bernd. Kroll- Oper: Seider- Theatere 30. und 7. Dez. ( 2 Uhr nadm.) Dr. Klaus. Rammerspiele: 7. Frühlings Erwachen. Die Komödie: 7. Die Büchse der Bandora... Deutsches Opernhaus: 7. Ein Maslen ball. Großes Schauspielhaus: 30. Der Bogelhändler. Rentral- Theater: 30. und 7. Moral. 6. Der gefticfelte Rater. Theater in der Rommandonten ftraße: 30. und 7. Seimat. Rose Theater: 80. Die Schmetterlingsflacht. Intimes Theater: 30. Diplomat im Dienst usw. Theater im Admiralspalast: 30. und 7. Noch und Noch! Berantwortlich für Bolitik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schifowski: Lokales und Sonstiges: Frig Karstädt: Anzeigen: Th. Glede sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Berlaasanstalt Baul Singer u. Co. Berlin SB. 68. Lindenstraße 3. In der Berliner Presse sind Meldungen über Fachar- 30. und 7. Dez.( 2½ nachm.) Boltsfeind. beitermangel, speziell Werkzeugrader, in der Rheinproving erschienen Auch in Mit eis und Ostdeutschland ist das Gerücht ver breitet, daß in der Rheinproving Arbeit zu finden fei. Solche Ge. rüchte haben erfahrungsgemäß eine besonders schnelle Berbreitung effin Tausendfchön. 30. und 7. Extemporale. Theater am Rurfürstendamm: 3. und 6. Prin und wirken fafz nierend. Tatsächlich ist auch seit einiger Zeit ein gewiffer Zuzug aus dem unbefehten Deutschland in die Rheinprovinz festzustellen. Bei diefen zuzichenden Leuten hande't es sich zum Teil um solche, die während des passiver Widerstandes und in den Monaten nachher als der Arbeitsmartt besonders schlecht war, türlich nicht richtig, daß in der Rheinproving offene Ar. die Rheinproving verlassen haben und jetzt zurückkehren. Es ist nabeitsstellen in größerer 3ohl vorhanden sind. Bielmehr gibt es 105 000 unterstügte Bollerwerbslofe, worauf immer wieder hingewiesen werden muß. Beilegung des Lohnkonflikts im Dombrowa Gebiet. Warschau, 29. November.( Eigener Drahtbericht.) Die feit Monaten zwischen Bergarbeitern und Industriellen im DombrowaGebiet bestandenen Streit gleiten find beigelegt. Die Arbei geber erflärten sich mit der Wiedereinführung der Juilöhne ab 1. No. vember einverstanden, wogegen die Arbeiter ihre Ansprüche auf die ihnen für September und Oktober abgezogenen Beträge aufgaben. Im Falle etwa eintretender Teuerung haben die Arbeiter das Recht, die Revision der Lohnfäße zu fordern. SHOP Berliner ik- Trio Derliner ElektrikerGenossenschaft Berliner Neukölln. Hosen Lahnstr.74/ 75 L Hosen jeder Art kaufen Sie am besten und billigsten in d. München- Gladbache Hosen- Zentrale. Herren und Knaben Anzuge Hosenträger, Stutzen sehr preisw angescu, dem Verb. sozialer Baubetriebe Berlin N24, Elsässer Str.86-88 Fernsprecher: Norden 1198 Herstellung elektr. Lidht-, Kraftund Signalanlagen Verkauf aller Ausführung sämtl. Reparaturen München- Gladbacher Hosen- Zentrale Preiswerte, gediegene Arbeit . elektrischer Bedarfsartikel. Q000000082 Winter- Ulster und- Paletots, Anzüge in verbürgt guter Ausführung und Qualität Größte Auswahl Auswahl I Billige Preise gute Stoffe, neue Machart 3500 Herren- Ulster moderne Form, aus guter, 5000 Herren- Sakko- Anzüge Bee Machart Herren- Ulster aus guten melierten Stoffen 6200 Herren- Sakko- Anzügemartdunke 4800 Herren- Ulster vorzügl. Stoffe. 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