Nr.567 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 288 Bezugspreis: Böchentlich 70 Golbpfennig, monatlich &-Golbmart voraus zahlbar. Unter Arenzband für Deutschland. Danzig Saar und Memelgebiet. Defterreich, Litauen, Buremburg 4.50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmar! pro Monat. Der., Borwärts mit ber Gonntags beilage Boll und Reit mit Sied. fung und Aleingarten sowie ber Unterhaltungsbeilage Beimmelt and Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint wochentäglich aweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Abreffe: -Sozialbemotrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Goldpfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Ronpareille. Beile 0,70 Goldmart, Rellamezeile L- Goldmart. Kleine Anzeigen" bas fettgedruckte Wort 0,20 Gold. marl( auläffig awei fettgedruckte Borte), jebes weitere Wort 0,10 Goldmart. Stellengefuche das erste Wort 0,10 Goldmart, jedes weitere Bort 0,05 Golbmart. Worte über 15 Buchstaben zählen für amei Borte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 0,30 Goldmark. Eine Goldmart ein Dollar geteilt durch 4,20. 20 Anzeigen für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin G 68, Linden. ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früb bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Feruiprecher: Redaktion: Dönhoff 292–295 Verlag: Dönboff 2506-2507 Dienstag, den 2. Dezember 1924 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Bosticheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft. Devoitentasie Lindenstraße 3 Deutschösterreich und Reichstagswahlen. Ein Wort zum Fahnenstreit von Otto Bauer- Wien. sprach. Und dann ergriff, lebhaft begrüßt, Genoffe Schwarz Rot Gold das war 1848 die Fahne| Deutschösterreich und Deutschland werden können; das Bayern| Dr. Friedländer kurz für die sozialdemokratischen Studenten der deutschen Revolution. Sie mehte in allen deutschen Landen. Sie wehte am 13. März 1848 in Wien, am 18. März 1848 in Berlin. Die Gegenrevolution hat die schwarzrotgoldene Fahne niedergeholt. Die schwarzgelbe Fahne wehte im Reiche der Habsburger, die schwarzweißrote im Reiche der Hohenzollern. Die Revolution von 1918 erhob die schwarzrotgoldene Fahne wieder. Die Wiener Nationalversammlung gab Deutschösterreich ein Wappen in den Farben des Reiches. Das Wappen der deutschösterreichischen Republik ist ein schwarzer Adler mit roter Mauertrone ob feinem Haupt, mit einem goldenen Hammer und einer goldenen Sichel in feinen Fängen. Seither geht der Kampf drüben wie hüben um des Reiches Farben. Im Reich: Schwarz- Weiß- Rot oder SchwarzRot- Gold? In Deutschösterreich: Schwarz- Gelb oder Schwarz- Rot- Gold? Schwarz- Weiß- Rot und Schwarz- Gelb das sind die Fahnen derer, die zum Alten zurüd wollen: zum hohenzollernfchen Deutschland, das die Deutschösterreicher ausgestoßen hatte; zum habsburgischen Desterreich, das die Deutschöfter reicher fernhielt von Deutschland, um sie zu fetten an ein 31 zwei Dritteln s'amisches Reich. Schwarz- Rot- Gold das find die Farben derer, die nicht zurück, sondern vorwärts wollen. Nicht zurück zu den Dynastien, deren Kampf um die Borherrschaft das deutsche Volt zerrissen hat, sondern vormärts zu der einen großen deutschen Republit, die allein alle deutschen Stämme in ihrem Schoße vereinigen fann. = B Tausendjährige Gemeinschaft verknüpft die Deutschöfter reicher mit den anderen deutschen Stämmen. Auch jetzt noch wird in den inneren Kämpfen im Reiche auch über Deutschösterreichs Zukunft entschieden. Jeder Sieg der Reaktion im Reich stärkt auch in Deutschösterreich die Reaktion. Jeder Sieg der Schwarz- Weiß Roten im Reich stärkt in Deutschösterreich die SchwarzGelben; die Schwarz- Gelben, die Todfeinde des Anschlusses Deutschösterreichs an Deutschland sind. Die Schwarz- Gelben, die Deutschösterreichs Zukunft nicht in der Heimkehr zum deutschen Muterland, sondern in einer Donauföde ration" sehen, die Deutschösterreich wieder mit Tschechen und Ungarn zusammenschließen, Deutschösterreich damit für alle Zukunft von Deutschland trennen, die wieder neben einem schwarzweißroten Hohenzollernreich ein schwarzgelbes Habsburgreich sehen wollen- aber eine Donauföderation, in der freilich jetzt, nachdem die Katastrophe von 1918 die Machtverhältnisse so völlig umgewälzt hat, nicht die Deutschösterreicher, sondern die Tschechen die Führung hätten, eine Donauföderation, die jetzt nicht Deutschlands Verbündeter, sondern nur ein Glied der um Deutschland gelegten, gegen Deutschland geschmiedeten Rette fein fönnte. der Reaktion, das Bayern der kaum noch verhüllten mittelsbachischen Restauration, droht heute zur Barriere zu werden, die das republikanische Deutschösterreich von dem republikanischen Deutschland trennt! Darum dürfen wir Deutschösterreicher in diesen Tagen mahnen: Bergeßt bei diesen Wahlen Deutschösterreich nicht! Bergeßt nicht, daß Schwarz- Weiß- Rot in Deutschland nur Schwarz- Gelb in Defterreich entspricht wie der Bol dem Gegenpol. Bergeßt nicht, daß nur Schwarz Rot Gold einigen fann, was Schwarz Weiß Rot und Schwarz- Gelb getrennt haben. 9 • Die Pflicht der jungen Wähler. Reden Otto Bauers und Klara Bohm- Schuchs. Die sozialistischen Jugendverbände hatten auf gestern, Montag abend, eine Kundgebung der sozialistischen Jungwähler in den Saal des ehemaligen Herrenhauses einberufen. Die Parlamentsfäle find nur für Bersammlungen zu haben, deren Besucher mit Eintrittskarten versehen sind. Darum hatten die Kommuneffen sich die Eintrittskarten des Sekretariats der Soz. Arbeiter jugend nad gebrudt und hätten so einen Sprengtrupp in die Bersammlung bringen fönnen. Die Fälschung wurde dadurch erfannnt, daß die später den Radaubrüdern abgenommenen Rarten auf Pleinerem und anderem Papier gebrudt find als die echten! Zunächst aber verhielten sie sich ruhig, um erst bann den Versuch der Beeinträchtigung unserer Kundgebung zu machen und fehlschlagen zu sehen. ( An Otto Bauer- Wien das Wort. Einige Kommunisten versuchten zu stören, indem sie in dieser Parteifundgebung Diskussion verlangten, beruhig ten fich aber zunächst, als ihnen bei weiteren Rüpeleien mit dem Reichsbanner gewinkt wurde. Bauer schilderte zunächst die Ber einfachung der politischen Verhältnisse in seiner Heimat, wo sich im wesentlichen nur noch zwei große Barteien gegenüberstehen: die ist es für die jungen Menschen leicht, zur Sozialdemokratie zu tomtonservative Befißpartei und die sozialistische Menschheitspartei; da men, der nur noch die Bartei des Iten, des Konservatismus, gegenübersteht. In Deutschland besteht die Parteizersplitterung im Bürgertum und immer noch die Spaltung im Proletariat, das vor allem die Republik und den Achtstundentag zu sichern hat. dieser Stelle machten die Kommunisten solchen Lärm, daß sie hinausgeworfen werden mußten, was leider Zeit tofbete; im Hinausfliegen marfen die Kommunisten noch Stintbomben in den Scal.) Otto Bauer fuhr fort: Diese Szenen lehren, wieviel schwerer Sie es hier haben als wir. Hier ist die Republik noch ein Gegenstand des Kampfes; hier kann die Politik der Partei unter diesen schweren Bedingungen nicht immer eine gradlinige fein, kann dem jungen Menschen nicht so leicht eingehen wie der Sozialismus selbst. Die reichsdeutsche Sozialdemokratie muß vieles bejahen, was noch lange nicht Sozialismus ist, was aber Schlimmeres, das sonst fommen würde, verhindert. Wir haben vieles von dem, was Ihr entbehrt, wir haben aber auch manches nicht, was Ihr besitzt, z. B. Kommu nisten und Hafenfreugler( Seiterfeit), und ich frage mich, ob niát beides miteinander zusammenhängt.( Sehr gut!) Aber wir haben die Einigkeit des Proletariats, die die Quelle unserer Kraft ift. Euer Wahlkampf geht noch nicht um den Sozialismus, er geht nur um die bürgerliche Republit, aber der Kampf geht um Euer Land, Der gemeinsame Gesang der Jugendgenossen und-genoffinnen, die den Saal füllten: Brüder zur Sonne, zur Freiheit" eröffnete die Versammlung. Genosse Lamm begrüßte sie, worauf Genoffe in dem die heute Jungen den Kampf um den Sozialismus zu führen Novemberniederlage der Kommunisten Die unprogrammwidrige Entwicklung. gewerkschaftliche Kämpfe um ein tonkretes Ziel, bei denen alle Chancen abgewogen werden, sondern als Agitationsmittel für die KPD., der aus diesem Grund die Niederlage in folchen Kämpfen lieber ist als der Sieg. Die Geschichte der KPD. ist die Geschichte der Niederlagen.| Interessen der Kommunisten willen geführt werden, nicht als Nach der Märzniederlage von 1921 tam die Oftoberniederlage von 1923, nach der Oktoberniederlage die November niederlage von 1924. Wir nehmen an, daß diefe Novemberniederlage das Erekutivfomitee der Dritten Internationale ebenso intensiv und lange beschäftigen wird wie die Oktoberniederlage. Novemberniederlage? Jawohl, die Kommunistische Partei wollte im November weitgeſtedte Ziele erreichen. Vor uns liegt ein Rundschreiben des Organisationsbureaus der Zentrale der KPD. vom 31. Oftober 1924 an die Betriebszellen. Das Rundschreiben fordert zur intensiven Wahlarbeit auf unter folgender Parole: Unsere organisatorische Wahlparole muß bestehen in der Entfesselung von Maffentämpfen, um höhere Löhne und um die Wiedergewinnung des Achtstundentages. Nur durch diese Kämpfe sind wir imstande, die Passivi. tät der Belegschaften zu überwinden, die politische Interessiertheit der Massen zu steigern." „ Wir müssen die Maffen unter allen Umständen in Bewegung und in den Kampf bringen." Es gibt im Reiche immer noch allzu viele, die diesen Zusammenhang nicht verstehen. Allzu viele, die fein Dorf im Often verschmerzen können, aber das deutsche Wien, die deutsche Donau, die deutschen Alpen leichten Herzens vergeffen. Wer im Reich für Schwarz- Weiß- Rot stimmt, entScheidet damit für Schwarz- Gelb in Deutschösterreich; entfcheidet damit dafür, daß sech seinhalb millionen Deutschösterreicher für immer vom Reiche getrennt bleiben, fechseinhalb Millionen Deutsche in eine Deutschland feindliche Föderation hineingezwungen werden ,, Der Hauptteil unserer Arbeit liegt das fei noch einmal unter. striche in der Aufrollung folcher Fragen, für die die Belegschaft follen! Wir Deutschösterreicher haben die Schwarz- Weiß- Roten in den Kampf hineingeht. Große Wirtschaftskämpfe find tennen gelernt. In einer Zeit, in der deutsches Land in Weft die besten Wahlvorbereitungen." und Oft und Süd verlorengegangen ist, ist es uns Deutschösterreichern gelungen, ein deutsches Land, das ferndeutsche Burgenland, von der Frembherrschaft zu befreien. Aber als mir um das Burgenland gegen die Banden Horthys kämpften da fanden wir uns gegenüber im Lager der magyarischen Banden Böltische aus dem Reich! Die Gemeinschaft der konterrevolutionären Interessen, die Verschwörung der bayerischen mit den magnarischen Reaktionären hatte sie zu Horthy getrieben! Hatte sie verführt, gegen die Befreiung deutscher Bauern von magnarischer Herrschaft zu kämpfen! In dem einzigen Kampfe feit 1918, in dem es gelungen ist, verlorenes deutsches Land wiederzugewinnen, deutsches Land von frember Herrschaft zu befreien, hat Schwarz- Weiß- Rot gegen Deutschösterreich, gegen das große Deutschland von morgen gekämpft! Wir Deutschösterreicher fehen auch jetzt die Gefahren, in die Schwarz- Weiß Rot uns stürzt. Bayern, den Deutschöfter reichern so nah verwandt, hätte zum Bindeglied zwischen „ Gegen Ende November muß die Stimmung in den Betrieben fo sein, daß mit dem Ausbruch großer Wirtschaftskämpfe ganzer Industriezweige gerechnet werden fann." Die Denkweise, der diese Parole entspringt, ist bekannt: man inszeniert Kämpfe, die verloren gehen müssen und sollen, um dann die Schuld auf die Sozialdemokratie zu schieben. Man provoziert Teilstreifs, nicht um der aufgestellten Forderungen willen, sondern um damit Wahlpropabanda für die KPD. zu treiben. Der Achtstundentag und die Lohnfrage sind gerade gut genug, um so sinnlose Streits zu provozieren. Für Sozialdemokraten ist der Achtstundentag Selbstzwed, für Kommunisten nur Mittel für parteiagitatorische 3wede. Die großen Wirtschaftsfämpfe, die die Kommunisten entfachen wollten, sollten nicht um der Interessen der Arbeiter willen, sondern um der parteiorganisatorischen So handeln nur Feinde der Arbeiter und der Gewerkschaften, die in den Gewerkschaften nichts zu suchen haben und von jedem aufgeklärten Arbeiter im Betrieb mit Verachtung abgewiesen werden. Es war also das Ziel der kommunistischen Zentrale, im November so verbrecherische Reflamefämpfe zu entfesseln. Ihre Voraussetzungen waren falsch. Die Arbeiter find in Bewegung aber nicht für kommunistische Reklame= fämpfe. Die Arbeiter fämpfen für den Achtstundentag aber nicht mit unfinnigen Teilstreifs. Sie fonzentrieren ihre Kraft auf die Wahl. " Der Versuch, durch Aktionen" aus der Lethargie herauszukommen, zu der die KPD. verurteilt ist, ist gänzlich fehlgeschlagen. Alle verzweifelten Bemühungen der kommunistifchen Bellenbauer waren umsonst. Es gelingt ihnen nichts mehr. So wiederholt sich das Bild der Oktoberniederlage. Weitgesteckte Hoffnungen, die von dem findlichen politischen Dilettantismus, aber auch von der Verantwortungslosigkeit der Zeitung der KPD. zeugen, am Ende der Katzenjammer, die Niederlage, ohne daß es zu dem gekommen ist, was die Kommunisten Kampf nennen. Der November ist vorbei Razenjammer und Niederlage sind da. Daher Novemberniederlage. Diefe Novemberniederlage aber hat für die KPD. größere Bedeutung als die Oktoberniederlage. Nach der Oktoberniederlage hofften die unentwegten Kommunisten auf die neue linke Führung, auf die Scholem und Ruth Fischer. Die Novemberniederlage ist die Niederlage der linten Führung. Was tommt danach? Gibt es noch eine linfere Führergarnitur, oder wird nun die Erefutive rufen: Brandler fehre zurüd? Nach dem Oktober der November! Nach der Oktoberniederlage die Novemberniederlage. Auf den November folgt der Dezember, auf die Novemberniederlage die Des emberniederlage. Arbeiter, sorgt dafür, daß die Niederlage der Kommunisten am 7. Dezember endgültig und zerschmetternd ift! haben werden. Ist erst dieser Boden gesichert, dann stellen sich bie| einfachen Fronten des Klassentampfes wieder her. Ihr fämpft um den Boden, auf dem Ihr Jungen eure Schlachten schlagen und Eure Siege gewinnen werdet. Bir und die Sozialdemokraten der ganzen Welt, wir erwarten von Euch, daß Ihr die reichsdeutsche Bartei wieder zu unserem Borbild, zu unserem Stolz, zu unserer großen Lehrmeisterin macht. Der 4. Mai war das Ergebnis des Berluftes der Bernunft in schwerer Strifenzeit bei vielen Wählern, bie Revanche der verantwortungsbewußten Sozialdemokratie mußte tommen, sobald der Phrasenrausch verflog. Der 7. Dezember wird Euch die Revanche bringen diefer Sieg aber soll ein Anfang neuen Aufstiegs sein: er wird der Welt ein Zeichen sein, daß Ihr unsere geistige Heimat wieder aufbaut: die große deutsche Sozial demokratie. Das soll die Aufgabe Eures Lebens fein, Ihr Jungen! ( Stürmischer Beifall.) Dem Vortrag des Brögerschen Gedichts Die Freiheit fpricht", folgte eine Ansprache der Genoffin Bohm- Schuch. Unter Hinweis auf die Szenen von vorhin, gab sie dem Wunsch nach mehr Selbst erziehung Ausdruck, die doch neben allem Sehnen nach Befreiung aus dem Drud und Elend dieser Zeit wirken muß. Die Jugend, die den Phrasen von äußerst rechts und links nachläuft, die wird einst weglos im Leben stehen und wird froh sein, sich anflammern zu fönnen an eine Jugend der Wirklich= teit, die doch ihre jugendliche Begeisterung nicht aufgibt, an die Jugend der Partei der Arbeit, der harten Berantwortung, der mich ternen Vernunft, an die Sozialistische Arbeiterjugend. Kommunisten geschrei über die politischen Gefangenen brachte die Rednerin sofort zum Schweigen durch den Hinweis auf die intensiven Bemühungen unferer Partei, das Los der Opfer der Kommunisten Butscherei zu lindern und auf die bereits veröffentlichten Danksagungen von Mar Hölz und Plettner an Genoffen Paul Löbe. Genoffin Bohm- Schuch stellte dann den Hörern vor Augen, was bei dieser Wahl zu behaupten festesten Rückhalts, der sozialdemokratischen Regierungsämter in ist: die Sicherheit und Festigung der Republit im Reich und ihres Preußen; gegen Severing richtet sich nicht umsonst der Haß der Reaktionäre und ihrer kommunistischen Verbündeten. So ist be fonders auch die Breußenwahl ein Rampf um die Republit. Auf einen Kommunistenputsch sezen die bankrotten Reaktionäre ihre ganze Hoffnung- fein Wort gegen die Kommunisten enthalten ihre Flugblätter, und hat doch der Bolts parteiler Beder Hessen im Reichstag die Steueranträge Koenens( KPD.) als viel zu befiß freundlich gekennzeichnet! Schwarzrotgold ist die Parole für den 7. Dezember; es geht um die Lastenverteilung aus dem Dames- Gutachten, und da kämpfen die Kommunisten in gemeinster Weise und nur gegen uns, wie sie ja auch das Gesez über die Industrieobligationen, also über die Reparationslasten der Industrie, abgelehnt haben. Keine prattische Bolitik! das ist das Motto der KPD.; ihre prattische Politik besteht darin, daß in den Fabriten mit fommunistischen Be triebsräten der Achtſtundentag beim Teufel ist.( Bebhafte Bustim mung.) Diese Wahl entscheidet aber auch über die gefeßliche Fest. egung des Achtstundentags. Der Sozialdemokratie und den Demofraten ist es zu verdanken, daß das Bolt nicht zur Bürgerblod. regierung, aber zu dieser rechtzeitigen Entscheidung gekommen ift. Um Fortseßung und Ausbau der Sozialpolitik zu sichern, um das Bolt und seinen Nachwuchs vor Lebensmittel Schutzöllen und neuem Hungerfterben zu bewahren und gute Handelsverträge zu erreichen, um den Weltfrieden burch Böllerverständigung zu fchaffen und zu bewahren zu all dem helft Ihr jungen Wähler und Wählerinnen, durch Einsetzung aller Kraft bis zum Wahltag für Aufklärung und Werbung zum Sieg der Sozialdemokratie!( Leb, hafter, anhaltender Beifall.) O edle Antlig eines der Strolche, der Ruf„ Schupo!" und das Heran| Belb zu bezeichnen. t man unter sich, fo gibt man noch besser nahen eines Polizisten veranlaßten die Horde zu so schleuniger zu verstehen, was damit gemeint ist: man spricht von Schwarz- RotFlucht, daß feiner von ihnen festgestellt werden konnte. Da sie feine Senf oder von Schwarz- Rot- Kindergelb und deutet damit das EleAbzeichen trugen, bleibt unentschieden, ob es rechts- oder lintsradikale ment an, in dem sich diese Sorte am wohlsten fühlt. So findet das Die Mitteilung dieses neuen Falles, die Vor- Wort„ Schwarz- Rot- G e 1 b" dann auch dort, wo man mehr VorFeiglinge waren. Die Mitteilung dieses neuen Falles, die Vorftellung der vier Verletzten und die Vorweisung ihrer vollgebluteten ficht für nötig hält, verständnisvolle Heiterkeit. Taschentücher einigte die erregte Bersamlung erst recht zu dem Gelötnis, alles zu tun, damit der 7. Dezember diese Parteien der rohen Gewalt zerschmettere. Polizei gegen Reichsbanner. Die Reichsbannerleitung teilt uns mit: Abends wurden in der Nähe der Zentralmarkthalle zwei nichtuniformierte Jugendkameraden von etwa zehn Hafentreuglern überfallen und mit Stöcken geslagen. Die Sirolche wurden festgenommen; als unsere Kameraden die Polizeiwache 9, Kaifer Wilhelm- Straße 43, verlassen wollten, fammelten fich auf Stichwort hugo an den Eden der Straße etwa zwanzig Hafentreuzler. Zur Hilfe herbeigeholte Reichsbannerleute entsegten diese Kameraden. Bei dem Versuch, die Hafenkreuzler erneut feststellen zu lassen, stießen unsere Kameraden auf der Polizeimache auf die größten Widerstände und wurden aus der Wache verwiesen. Ein Kamerad wurde etwo eine Stunde länger in aft behalten, als die Hakenkreuzler felbst! Nur dem Eingreifen der Bauleitung war es möglich, diesen Rameraden um 411 zu befreien. Der Borfall hatte sich um 10 Uhr abgespielt. Der Wachthabende der Wache weigerte fidy, ben Namen der Hafenfreuzler zu nennen und weigerte sich weiter, prominente Kameraden des Reichsbanners als 3eugen zu verhören! Politik der Mitte aber unter schwarzweißroter Flagge. Es ist schwer, sich das geistige und sittliche Niveau einer Gesellschaft vorzustellen, die sich in solchen Späßen gefällt. Trogdem hat sich im Lager der Rechten bisher kein einziger Mann gefunden, der gegen diese findischen Unsauberteiten öffentlich seine Stimme zu erheben wagt. Auch von Herrn Stresemann und Herrn Jarres, die als Reichsminister durch Eid verpflichtet sind, die Verfassung und die Ehre der deutschen Flagge zu schüßen, hat man fein Wort des Widerspruchs gehört gegen die Laufejungenhaftigkeit, mit der ihre Brüder in Schwarz- Weiß- Rot den Kampf gegen die deutschen Reichsfarben führen. Es bleibt also dabei: Den wahrhaft„ nationalen" Mann erkennt man daran, daß er die Farben seiner Nation beschimpft oder zu ihrer Beschimpfung wohlgefällig grinst, oder aus Feigheit dazu schweigt. Republikanertag in Hamburg. veranstaltete das Reichsbanner Schwarz- Rot Gold in Hamburg eine amburg, 1. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Am Sonntag große Kundgebung, die unter riefiger Beteiligung einen imposanten Verlauf nahm. Mehr als 30000 Republikaner waren an der Kurbgebung beteiligt. Die große Ausstellungshalle am 300 reichte längst nicht aus, um die Massen in sich aufzunehmen. Es mußte auch noch die benachbarte fast ebenso große Ernst- Mert- Halle hinzugenommen werden. Aber auch hier fonnten noch nicht alle Die Zeit", das Organ des Herrn Stresemann, Reichskanzlers Mary in Düsseldorf auseinander. Sie macht vorsitzender Genosse Hörsing, der demokratische Reichstagsta didat Barteiführer und Außenminister, setzt sich mit der Rede des untergebracht werden, obwohl in beiden Hallen die Teilnehmer dicht gedrängt flanden. Taufende mußten noch draußen bleiben. Bundes ihm zum Vorwurf, daß er sich für die Farben der Republik, Büll- Homburg sowie Dr. Haubach und Meuthen- Hamburg richteten furze Ansprachen an die Versammelten. Darauf wurde unter stürmia für Schwarz Rot- Gold, eingelegt habe: Reichstanzler Marg hat in diesen Tagen besonders im deutschem Beifall beschlossen, an den Reichspräsidenten ein Telegramm zu fchen Westen eine rege Wahlpropaganda betrieben. Leider hat senden, in dem zum Ausbruck gebracht wird, daß das Reichsban. er sich bei dieser Gelegenheit in einer Weise für Schwarz ner sich geschlossen hinter den Reichspräsidenten Rot Gold eingefegt, die herzlich wenig mit dem Geiste des Ebert stellt und sich jederzeit für die Republik ei großen Ringens zu tun hat, das heute a wifchen Schwarz fehen wird. Im Anschluß an die Versammlungen formierten sich Weiß Rot und Schwarz- Rot- Gold ausgetragen werden die Reichsbannerleute zu geschlossenem Zug, der mehr als 15 000 muß." Reichsbannerleute in einheitlicher Kleidung umfaßte und an dem Bundesvorsitzenden, dem Bauvorstand und den Gästen, unter denen sich auch Vertreter des Senats befanden, vorbeimarschierte.. Der Vorbeimarsch machte durch seine Geschlossenheit und Disziplin einen gewaltigen Eindruck. S Schwarz- Rot- Gold sind die Farben der Nation. Die Feinde der Republik und der Verfassung haben gegen die Farben Schwarz- Rot- Gold Schwarz- Weiß- Rot zum Symbol ihres Kampfes gemacht. Die Boltspartei, deren Führer Außenminister in einer republikanischen Regierung ist, bedt fich mit dem schwarzweißroten Symbol. Sie ist zu unehrlich und zu feig, um offen zu sagen, daß fie gegen die Republik und die Nation stehen will. und die Nation stehen will. Aber sie will, daß der Reichsfanzler gegen die Farben der Republit tämpfe. Das versteht sie unter der Politik der Mitte: Wohl fönnen wir dem Reichskanzler zustimmen, wenn er darauf beharrt, daß im fünftigen Reichstage die Politik der mitte ausschlaggebend sein muß für die Politik des Reiches. Aber wir müssen Wert darauf legen, daß diese mitte in ihrer Gesamtheit willens ist, nicht rundweg die deutsche Vergangenheit zu verleugnen, fondern die gute schwarzweißrote Ueberlieferung ( Lebauch in die Zukunft mit hinüber zu nehmen." Nach einer fräftigen Rennzeichnung der kommunistischen Kartenfälscher, Rrateeler und Stintbombenwer fer durch den Vorsitzenden, Jang die Versammlung stehend die 3nternationale"; damit sollte fie geschlossen werden da trat noch ein Zwischenfall ein: Es erschienen Dier Reichsbanner leute, die der Bersammlung jüdischer Frontsoldaten im Lehrervereinshaus beigewohnt hatten und nachher vom Alexanderplatz bis zum Kaufhaus Israel Don etma 60 Strolchen verfolgt und hier von ihnen über fallen worden waren. Mit Gummi- und Holzknüppeln, Ballschlägern und sonstigen geistigen Waffen waren sie trotz energischer Gegenwehr verletzt worden. Erst ein fräftiger Gegenhieb in das Es kann nicht genug Parteien geben! Von Friz Müller, Chemnitz. Es gibt Leute, die sagen, wir hätten in Deutschland zu viel Barteien. Wie jemand diese durchaus rückständige Ansicht vertreten fann in einer Zeit, da das Radiowefen so ungeheure Fortschritte gemacht hat, verstehe ich einfach nicht. Wir haben nicht zu viel, fonbern zu wenig Parteien in Deutschland! Man fann erst dann von einer Wahl sprechen, wenn jeder Deutsche wirklich die Wahl zwischen einigen Barteien hat, b. h. wenn es so viel Barteien gibt. zwischen einigen Barteien hat, d. h. wenn es so viel Barteien gibt. daß auf jeben Wähler etwa 4 bis 7 Stüd entfallen. Zunächst werden sich die Träger gleicher Namen zusammen. fun. Es ist feine schönere Ueberbrückung der Standesunterschiede und Weltanschauungsgegensätze denkbar, als wenn z. B. alle Deut schen, die Müller heißen, sich zu einer Partei vereinigen. Diese Müller- Partei würde die stärkste fein und den Reichspräsidenten stellen. Berfaffer bittet aber, von seiner Berson einstweilen abfehen stellen. Berfasser bittet aber, non feiner Person einstweilen abfehen zu wollen! Die Schulze- Partei würde nicht so viel Anhänger haben und auch nicht so gefchloffen wie die Müller- Partet sein, da sich von ihr die Schulzen mit 3 abzweigen. Noch mehr Un einigkeit hätte die Meier- Partei aufzuweisen! Andere Gründe, Parteien zu bilden, liegen im Bornamen. Benn man bedenkt, daß es einige hundert Bornamen gibt, und daß jcber Deutsche mindestens zwei Bornamen befigt, so fann man sich einen Begriff davon machen, wie viele Kombinationen der vorhandenen Vornamen möglich find, und wie viele Bornamenparteien fich gründen lassen! Auch die Träger ein und desselben Spit namens fönnen fich zu Parteien zusammenschließen. Daß die Angehörigen der verschiedenen Berufsstände BarEine Politik der Mitte unter schwarzweißroter Flagge ist so wenig eine Politik der republikanischen Mitte wie die Bolkspartei eine Bartei der Mitte. Die Boltspartei will also eine stramme, reaftionäre Bürgerblocpolitif- aber sie möchte fie als Regierung der Mitte mastieren. Der 7. Dezember wird ihr die letzten Illusionen auf den Bürgerblod zerschlagen! Zausbubenpolitik! Beschimpfung der Farben der Republik. Bei den Deutschnationalen, Bölkischen und gelegentlich bei den Boltsparteilern ist es die große Mode diefes Wahlkampfes, die Farben der Republit statt als Schwarz- Rot- Gold als Schwarz- Rothutlosen Mode, die Antinikotin- Partei, die Gegner des Manfcettentragens, die Partei der Selbstrasierer, die Anhänger der burchgehenden Arbeitszeit, die Kämpfer für den fog. blauen Montag, die Freunde der Erhaltung des ph in den Wörtern Telephon und Telegraph, die Partei der Barfußläufer, die Arbeitsgemeinschaft der Anhänger der Pflanzennahrung, die 24- Stundenzeit- Barter usw. usw. Gewisse törperliche Merkmale werden recht geeignete Gründe zu Parteigründungen fein. Ich habe da im Sinne die Parteien der Kurzsichtigen, Schwerhörigen, Kurzatmigen, Farben blinden, Rahltöpfigen, Lintshänder, Rotnäsigen, Diden, Langen, Plattfüßler, Magenle benden, Hühneraugenbefizer, Frofligen, Blauäugigen, Sommersproffigen, Schweißfüßler, Stotterer, Schwachfinni gen, Nervösen, Schielenden usw. Nach den Familienper hältnissen werden ferner Arbeitsgemeinschaften der Kinderreichen und Kinderarmen, der Ledigen, Verheirateten und derer entstehen, die sich scheiden lassen wollen, der Junggesellen und alten ungfern, der Erstgeborenen, der Schwiegermütter und der unter ber Großeltern, Entel, Onfels, Tenten, Neffen usw., der Haus ihnen Leibenden, der Bräutigams, der Bräute und der Entlobten. freunde, der Gatten in zweiter oder dritter Ehe u. a. m. Je verrückter ein Gebante an sich erscheint, um so mehr eignet er fich als Programm für eine neue Partei. Nur Gründe poli tischer Art follten für die Parteibildungen ausgeschlossen fein nur wenn wir diesen Grundsatz streng burchführen, werden wir aufhören, das unpolitischste Bolt der Erde zu sein! Soweit Gottlieb Dämeftioß, der berühmte Biertisch politifer im Roten Dchfen von Quatschen bei Tratschen, Kreis Klatschen. Erhöhung der Erwerbslosenunterstützung. Die Reichsreglerung beabsichtigt, wie amtlich gemeldet wird, die höchstsähe der Erwerbslosenunterstützung 3u erhöhen. Die Erhöhung wird voraussichtlich im Durchschniti etwa den Prozentsatz erreichen, um den die Löhne der Reichsarbeiter durch die lehte Aufbefferung erhöht worden sind. Zwischen den beteiligten Stellen ist eine grundsägliche Einigung bereits erzielt worden, fo daß die Veröffentlichung der neuen Höchsäge demnächst erwartet werden fann. Die Dorfwahlen in Niederösterreich. Erfolge in den Bauern, wirtschaftlich begründete Einbuze in den Industriedörfern. Wien, 1. Dezember.( Eigener Drahtbericht.)-Bei den Gemeinderatswahlen, die am Sonntag in Niederösterreich stattfanden, | hat in zahlreichen Bauerndörfern, in denen fich bis zum Zu jammenbruch Desterreich- Ungarns Sozialder straten nicht einmal sehen lassen durften, die sozialdemokratische Lifte am Sonntag die Mehrheit errungen, so daß die Sozialdemokraten den Ge. meindevorsteher stellen. Dagegen hat die wirtschaftiidje Rrise in den Industriegemeinden bei zahlreichen Industriearbeitern eine große Intereffelosigkeit und Wahlmüdigkeit erzeugt, so daß dort die 3 ahl der Gemeindevertreter, die sich nach der Wahlbeteiligung richtet, start zurückgegangen ist, in scharfem Gegenrotgoldene Fahne des Jahres 1848 zur Reichsfahne erhoben habe." meniger als ein wilder" Revolutionsmann; es ist Karl Woermann Der Verfasser des Buches ist, ebenso wie Paul Hense, nichts ( geb. 1844), der bekannte Kunstgelehrte und Dichter, der frühere Direktor der Dresdener Gemäldegalerie, ein Mann, der politisch feinem eigenen Bekenntnis nach etwa auf dem Boden der Nationalliberalen stand. Sein Bruder Adolf Woermann( 1847-1911), der bekannte Hamburger Reeder, der Königliche Kaufmann", wie Bismard ihn einmal unter Anwendung des Shakespeare- Wortes genannt hat, war lange Jahre Mitglied der nationalliberalen Reichstags. fraftion. haben einen schier unerschöpflichen Stoff durch die Bekanntgabe der Die reichsten Männer der Welt. Die amerikanischen Zeitungen haben einen schier unerschöpflichen Stoff durch die Bekanntgabe der Einkommensteuern erhalten, die vor den Wahlen durch ein neues Gesez veranlaßt wurde. Plötzlich weiß man ganz genau, wieviel jeder Einkommensteuern zahlt, worüber man fich früher die Köpfe zerbrach, und die Amerikaner sind erstaunt über die Reich ümer oon Leuten, von denen man früher gar nichts wußte. Die Zahl mit der in den Vereinigten Staaten Vermögen in einer einzigen der Kröfuffe ist auf mehrere Taufend geftiegen. Die Schnelligkeit, Generation gesammelt werden, rührt von dem Auftauchen ganz werden. Der reichste Mann Ameritas und damit der Welt, Henry neuer Industrien her, die mit ungeheurer Reklame eingeführt Ford, ist ein Beispiel dafür, dein er hat das Bedürfnis nach Automobilen erst eigentlich erwedt. Man fchäßt sein Vermögen auf 1% Milliarden Dollar. Der zweitreidyfte Mann der Welt ist Rockefeller, dessen Gesamtbelig mit 1 miliarde Dollar veranschlagt wird. Sein Geld stammt bekanntlich aus dem Aufschwung der Petroleumindustrie, bei dem er alle feine Konturrenten zu erbrüden mußte. Als der brittreichste Man Ameritas gilt der Staatssekretär Mellon, ein Banfier cus Pittsburg. Man schäßt sein Vermögen auf etwa 4 miliarden Dollar. Mellon bat gewaltige Finanzinstitute ins Leben gerufen und feine Diesem Triumvirat der Multimillionäre folgt eine ganze Reihe anderer Dollarfönige, deren Ver mögen man nur ungefähr Schäßen kann. Die Ziffern, die bei den einzelnen genannt werden, schwanken zwischen einer halben Milliarde Dollor und 100 Millionen Dollar. Eins der größten Bermögen der Welt ist zweifellos im Belih der Woolworth- Erben, und telen bilben, ist selbstverständlich. Wert hat die Sache aber erst rähmintier mit euren Gründungen von Parteien und Parteichen! Gewinne nicht durch Erzeugung von Waren, sondern durch fina bann, wenn eine bis ins es z. B. eine Partei der Obersekretäre in Gemeinden von 10 000 bis 15 000 Einwohnern nach Staffel VII. Stufe 3 gibt; eine Partei der Landbriefträger, die in Gegenden mit einer Höheniage von 325 bis 350 Metern über M. N. tätig sind nsw. usw. wird die Partei der ehemaligen Minister sein. Hoffentlich spaltet Besonders start Fahrt nur so fort, ihr politischen Spießbürger und 3mmer forgt dafür, daß schließlich auf jeden Wähler ein halbes Dutzend Parteien kommt! Je mehr ihr euch spaltet, um fo ge offener wird die Sozialdemokratische Partei bastehen. Auch ein Zeugnis für Schwarz- Rof- Gold. In einem foeben erfie fich in eine Außenminister, eine Ministerpräsidentenpartei umschienenen. Dom Berlan des Bibliographischen Instituts hervorragend durch die amerikanische Borliebe für Kaugummi erworben wurden. Die Gemeinsamteit gewisser Nöte wirkt sehr parteibildend. Go ausgestatteten Gebentwerfe Lebenserinnerungen eines Achtzigfind sehr notwendig eine Partsi der Befiber rotgestempelter jährigen" erzählt der Berfaffer. mie rach der Begründung des Teut Tausendmarkscheine; eine Arbeitsgemeinschaft der Hinter- fchen Reiches in feiner Boterstadt Hamburg die Berbränaung der bliebenen der durch die Umwälzung brotlos gewordenen Sigalben von unzähligen Schiffen in alle Erdteile hinausgetronenen redakteure; eine Bartei von Mitgliedern der Stattlubs. beren Kaffen dem Markschwund zum Opfer gefallen sind u. a. m. Eine Vereinigung für die Einführung der Sommerzeit wird genau so viel Mitglieder finden, wie eine Partei, die von der Sommerzeit nichts wissen will! Barteien, die stets eine Gegenpartei erzeugen, find fehr nützlich. Ich nenne mur die Wirtschaftsvereinigung der Freunde der Hamburger Flagge durch die neue schwarzweißrote Reichsflagge durchaus nicht ohne Widerspruch vor sich gegangen sei. Ich erinnere mich," fo fährt der Erzähler sodann fort. baß ein tonfervar ver ( offenbar preußischer) Freund unserer Familie über den bre ten roten Streifen jammerte, den Bismard eingefügt habe; und ich erinnere mich, daß ein so preußisch- deutsch gesinnter Mann wie Paul Sense in München es für einen Raub an der lleber lieferung erflärte, baß Bismard nicht die schwarz Theater und Kirche. Der vor einigen Monaten von Darmstadt nach Köln als Leiter des Schauspielhaules verpflichtete General intendant Hartung ist, wie uns aus Köln telegraphiert wird, Gegenstand eines ungewöhnlich heftigen Angriffes, den die tatho. lischen Pfarrer der Stadt gegen ihn richteten. Sie machen ihm den Vorwurf, daß unter seiner Zeitung Stüde in Köln aufgeführt würden, in denen die dunkelsten und niedrigsten segualen Berbrechen in einer Weise behandelt würden, die man mit dem Gefühl tiefster Entrüftung als schamlos bezeichnen müsse. Der Gemein heit würde in diesen Aufzügen ein notdürftiger Deckmantel übergeworfen. Am Schluß der mit den stärksten Kraftworten ausge schmückten Epistel wird verlangt, daß die zuständigen Stellen sofort faz zu den rein ländlichen Gemeinden. Dieses Wahlergebnis ist dennoch von großer Bedeutung. Denn es ist bestimmt damit zu rechnen, daß bei anziehender Konjunktur und bei zu= nehmender Arbeitsmöglichkeit die Industriearbeiter wieder für ihre alte fozialdemokratische Fahne eintreten werden. Die Bedeutung der Wahl am Sonntag liegt darin, daß zum ersten Male das niederösterreichische Dorf rot gewählt hat. Der Seipel- Attentäter mild verurteilt. Wien, 1. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Am Montag begann vor dem Wiener Schöffengericht die Verhandlung gegen den 29 jährigen Arbeiter Karl Ja muret, der am Abend des 1. Juni auf den damaligen Bundeskanzler Dr. Seipel zwei Schüsse abgefeuert hat, als dieser von Wiener Neustadt mit dem Zug in Wien eintraf. Da der Tatbestand flar lag und nur wenige Zeugen, darunter der ehemalige Bundeskanzler selbst, vernommen wurden, fonnte der Prozeß noch im Laufe des Montags zu Ende geführt und am Abend das Urteil verkündet werden. Jamuret wurde zu 3½ Jahren schweren kerters verurteilt. Als strafmildernd hat das Schöffengericht dabei sein Geständnis, seine geistige Minder wertigkeit und seine wirtschaftliche Notlage, aus der er zum Altentat verleitet wurde, berücksichtigt. Kommunistenputsch in Estland. Reval, 1. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Am Montag vormittag versuchten die hiesigen Kommunisten auf Geheiß von Mostau, den langgeplanten Putsch durchzuführen. Er war als Mostau, den langgeplanten Puffch durchzuführen. Er war als Antwort auf die Verhaftung und inzwischen erfolgte Berurteilung von 149 Kommunisten gedacht. Die Kommunisten bemächtigten sich in den frühen Vormittagsstunden des Bahnhofs und versuchten, andere Gebäude, insbesondere das Postamt, zu befehen, obwohl ihr. Treiben gänzlich aussichtslos war. Bereits um 8 Uhr morgens war der Hauptbahnhof wieder im Befih der regulären Truppen. Auch die anderen Gebäude, die von einzelnen kommunisten besetzt waren, wurden entsetzt und die Kommunisten abgeführt. Es gab Tote und Verwundete. Die Entfehungsaktion wurde von regulären Truppen mit Unterstüßung der Polizei geführt. | rußland, in dem sich Ungarn im Falle eines russisch- rumänischen| ein hoher Grad von Wahrscheinlichkeit vor, daß die russische Konflikts verpflichtet, in Rumänien einzumarschieren und anderer- Politit sich in der Richtung bewegt, durch einen kroatischen seits der kroatischen Revolutionsbewegung tatkräftige Hilfe zu leisten. Bauernaufstand das noidürftig hergestellte Gleichgewicht auf In Regierungsfreifen wird erklärt, daß die von der" Politika" ver- dem Balkan umzustoßen und eine Welle neuer Aufstände und öffentlichten Geheimdokumente echt seien. Zu diesen Enthüllungen, friegerischer Zusammenstöße hervorzurufen. die in Belgrad riesiges Aufsehen erregen, will die" Politika" übers dies erfahren, daß die italienischen Nationalisten Bor. bereitungen treffen, um mit ihren Organisationen unverzüglich in Kroatien einzumarschieren, wenn dort eine Revolution ausbricht. Italien dementiert zwar offiziell solche Pläne, andererseits treffen aber an der jugoslawischen Grenze fortwährend riesige italienische Munitionstransporte ein. Die Nachrichten aus Estland wie aus Jugoslawien eigen erneut, wie verhängnisvoll die Rolle ist, die die Mosfauer Internationale in der europäischen Politik spielt. In Estland hat sie es glücklich so weit gebracht, die irregeleiteten durchaus beestnischen Arbeiter, unter Ausnutzung ihrer durchaus berechtigten Empörung gegen die grausamen Zuchthaus urteile des Revaler Kriegsgerichts, in ein von vornherein aussichtslofes Putschunternehmen hineinzutreiben, dem wiederum zahlreiche Arbeiter zum Opfer gefallen sind. In Jugoslawien scheint, wie aus den in der Politica" veröffentlichten Dokumenten hervorgeht, ein ähnliches Unternehmen in Vorbereitung zu sein, das für die weitgeſtedten Biele der Moskauer Regierung auf dem Balkan als Vorspiel dienen soll. Bon russischer Seite wird natürlich die Echtheit der in Belgrad veröffentlichten Dokumente bestritten werden, es liegt aber jedenfalls unabhängig von dieser Frage Diesem Zweck dienen u. a. auch die engen Beziehungen zwischen der Sowjetregierung und Mussolini, sowie die Berträge, die die Moskauer Regierung mit der Horthy. Regierung abgeschlossen hat. Es liegt im allgemeinen Interesse der Arbeiterklasse in allen Ländern, daß dieser Brandstifterpolitik der Moskauer Sowjetregierung, die durch ihre raffinierten Methoden die verbrecherische Politik des Zarismus noch übertrifft, ein Riegel vorgeschoben wird. Das fann natürlich nicht durch Interventionen der Regierungen, sondern nur dadurch geschehen, daß der Moskauer Regierung durch 3ertrümmerung der in ihren Diensten stehenden kommunistischen Parteien der Boden in der Arbeiterklasse der anderen Länder entzogen wird. beiter eine Gelegenheit, mit den kommunistischen Butschisten Der 7. Dezember bietet für die deutschen Ar abzurechnen und damit für die Erhaltung des Frie dens und für die Gesundung der Arbeiterbe= wegung zu wirfen. Aegypten hat jetzt alle englischen Forderungen angenommen, drei Minister haben jedoch aus Brotest demissioniert. Heute tritt das neue Unterhaus zusammen. Nach Vereidigung der Abgeordneten wird die Thronrede verlesen, die den Konflikt mit Aegypten und mit Moskau berühren wird. Die Debatte findet erft Mitte Dezember statt. Kommunistische Spekulation. Sozialdemokratie und Varmat- Konzern. Reval, 1. Dezember.( WTB.) Die Estnische Agentur meldet: Es war leicht vorauszusehen, daß die Kommunistische Partei in Heute vormittag haben die Kommunisten versucht, sich der Regie bem heftigen Wahlkampf sich alle Mühe geben würde, um in Ber. rungsgewalt zu bemächtigen. Zu diesem Zweck hatten sie Banden leumbung und herabjegung der Sozialdemokratie von 5 bis 10 Mann organisiert, die sich, mit Gewehren und Hand- leumbung und herabfegung der Sozialdemokratie den Rekord zu leisten und so den Liebesdienst zu vollenben, den granaten bewaffnet, zu gleicher Zeit der Bahnhöfe, der Regierungs- die Kommunisten schon im alten Reichstag, im Landtag und in den gebäude, des Landtagsgebäudes, der Posten, der Polizei und der Gemeinden der Reaktion getan haben. Wären sie die Politiker, Telephonzentrale bemächtigten. Im Verfolg des Butschversuchs wurden eine Reihe Personen getötet. Die Truppen unterdrückten ben die sie nicht sind, so würden sie sich wenigstens die Mühe machen, nur solche Dinge zu behaupten, die nicht schon längst widerlegt Aufstand und stellten die Ordnung in zwei Stunden wieder her. Die worden sind, oder solche, die leicht widerlegt werden können. Aber Bahl der Opfer übersteigt wahrscheinlich 50, unter den Toten befindet sich auch der Verkehrsminister Rart. In ganz Estland ist ber ihre Spekulation war eine ganz einfache: Die Rote Fahne" weiß natürlich genau, daß die meisten Parteigenossen in führender Stel Kriegszustand proflamiert worden; General Laidoner ist zum lung von der Wahlpropagando aufs äußerste in Anspruch Oberkommandierenden mit außerordentlichen Vollmachten ernannt genommen sind. Es genügte, das blödeste Geschwäß zu verbreiten, worden. In den Provinzstädten ist alles ruhig geblieben. Die Verum hoffen zu können, daß ihm nicht widersprochen werden würde. lufte auf feiten der Truppen und der Polizei belaufen sich auf Es fonnte ja sein, daß die Angeschuldigten irgendwo draußen im 18 Tote. Die Verluste der Kommunisten find weit größer, vorläufig aber noch nicht zahlenmäßig festzustellen. Etwa 60 Rommu Reiche find, wo sie die Verleumdungsfampagne nicht erreichte. Da fo auch die Parteipreffe außerstande sein fonnte. sich eingehend zu nisten sind verhaftet und einem Standgericht übergeben worden. informieren, hoffte man, daß der Sdywindel bis zum 7. Dezember vorhalten würbe. Putschpläne in Jugoslawien. Belgrad, 1. Dezember.( Eẞ.) Die der Regierung nahestehende Politita" veröffentlicht auffchenerregende Enthüllungen über die Beziehungen des aus Jugoslawien geflohenen troatischen Bauern führers Raditsch zu der Moskauer Internationale. Aus den Dokumenten geht hervor, daß Raditsch der Kommunistischen Inter nationale gegenüber die Verpflichtung übernommen hat, späte stens Ende Januar 1925 eine bolichemistische Revolution in Kroatien zu entfesseln. Gleichzeitig mit dem Ausbruch dieser Revo lution sollen bulgarische und albanesische Banhen in Serbien eintreffen, um die militärische Verteidigung Serbiens zu lähmen. Die Politika" veröffentlicht weiter Dokumente über einen Geheimpertrag zwischen Ungarn und Sowjet Remebur schaffen und die gerügten Borstellungen fofort vom Spielplan entfernen. Die Katholiken Kölns werden um ihres Gewissens willen aufgefordert, Stüde in den Theatern zu meiden, deren Besuch als Ansteckungsgefahr bezeichnet werden müßte. Dieser Borstoß der katholischen Pfarrer findet den lebhaftesten Widerspruch in allen Kreisen, die die geistig fünstlerische Freiheit hoch schäzen und die Her anziehung eines Theaterleiters vom Range eines Hartung als einen großen Gewinn für die Stadt Köln betrachten. Eine Hochschule für Dramatiter. Der Profeffor für bramatische Literatur an der amerikanischen Harvard Universität Bater hatte vor etwa zehn Jahren eine Art bramatisches Laboratorium" eingerichtet, Das er Arbeitsraum Nr. 47" nannte. Dieser Arbeitsraum" diente dazu, den Schülern die Kunst des S.üdeschreibens beizubringen, uid es find aus der Zusammenarbeit von Professor und Studenten eine ganze Anzahl von Dramen hervorgegangen, die auf der Bühne ihr Glück machen. Das dramatische Laboratorium ist nunmehr zu einer Hochschule für Drametifer ausgebaut worden, die eine Fakultät der Dale- Universität wird und deren Leitung Bater übernommen hat. Die Mittel für die neue Einrichtung wurden durch die Stiftung von einer Million Dollar gegeben, die der Delmagnat Edwad G. Hartneß gemacht hat. Hartneß hat der Pole- Universität im ganzen ichon mehr als 10 Millionen Dollar geschenkt. Die Hochschule für Dramatiker wird eine eigene Verfuchsbühne befize, auf der die Stücke der Studierenden aufgeführt werden, und sie verfügt über einen großen Stab von Lehrern, die alle Fächer der Theatergefchichte behandeln und auch praktische Uebungen im Stückeschreiben vornehmen. Die Amerikaner scheinen demnach das Dramendichten für eine erlernbare Kunst zu halten. 10 000 Beobachtungen über veränderliche Sterne. Die nordischen Astronomen entfalten seit einigen Jahren eine sehr rege und erfolgreiche Tätigkeit in der Beobachtung der Sterne, und zwar sind es nicht nur die Fachastronomen, die sich an dieser Arbeit beteiligen, fondern auch viele Liebhaber widmen fich der Aufgabe mit großem Gifer, nach em die Kopenhagener Astronomische Gesellschaft ihre Mits glieber dafür intereffiert bot. Be in der Astronomischen Zeitschrift" mitreteilt wird, werden diefe Beobachtungen laufend veröffentlicht, und die Gesamtzahl der Beobachtungen beläuft sich jetzt schon auf über 10 000. Hypnose statt Narkose. Aus Dorpat berichtet man über eine interessante Operation. Die Profeffor R. Wannach in der dortigen Universitätsklinik vorgenommen hat. Es handelt sich um Krampfader- Entfernung, eine sehr schmerzpolle Operation. Der Stranfe murde in hypnotischen Schlaf verfekt, und in diesem Zustand tonnte die Operation ungehindert burdygeführt werden. Beim Ermechen fühlte er sich sehr wohl; er hatte Beinerlei Sfymerzensempfindungen und wußte durchaus nichts von dem Eingriffe. Es ist dieses einer der ersten Fälle, wo Hypnose statt Narkose bei Operationen ange wandt wurde. Uus rabungen der Berlirer Museen in Kleinasien. Theodor Wiegand, der Direktor des Berliner alten Museums, weilt seit einiger Beit in Slein aften. Die tür fische Regierung hat die Genehmigung erteilt, die vor dem Striege begonnenen Ausgrabungen der Berliner Museen in Milet und in dem benachbarten Didyma zum Abschluß zu bringen. Wiegand ist jetzt im Begriffe, die legten Arbeiten dort zu vollenden. Das ist der ganze Sinn des Berleumdungsfeldzuges, den die Rote Fahne" an den Namen Barmat und an die Beziehungen diefes Konzerns zur Sozialbemotratie tnüpft. Alle Register werden gezogen. Prompt tommt das Echo aus der Maurenbrecherfen Deutschen Beitung", aus der Berliner Börsen- Zeitung", aus der Kreuz- Zeitung" und anderen Schwefterorganen der Roten Fahne". Das Biel ist ja das gleiche: Niedertämpfung der Sozialdemokratie um jeben Preis. Wie haltlos die Behauptungen sind, dafür vorweg nur einige Tatsachen: Der Barmat- Konzern foll von der Breußischen Staats. bant 30 Millionen Mart Kredite bekommen haben. In Wirt lichkeit hat der Barmat- Konzern bei der Staatsbant überhaupt fein Ronto. Richtig ist, daß einige Tochtergesellschaften des Barmat Konzerns der Staatsbant Geld schuldeten aus der Zeit, wo fie dem Ronzern noch nicht angehörten. Nachdem die Barmat- Gruppe die fraglichen Werte erworben hatte, war sie bemüht, die Strebite io rasch als möglich zurückzuzahlen. Diese Tatsachen find feit etwa zehn Tagen durch das Berliner Tageblatt befannt geworden und wurden nachher Dom Staatsbantpräsidenten Dr. Schröder, einem deutschnationalen Mann, vor Bertretern der Breffe ausdrücklich betätigt. Die ,, Rote Fahne" geht das nichts an. Sie phantasiert Tag für Tag weiter von jenen fagenhaften 30 mil lionen, von denen die Tochtergesellschaften der Barmat- Gruppe nur einen Bruchteil jemals zu sehen bekommen haben. Weiter tischt man dem gläubigen Leser auf, die Reichspoft talie habe bem Barmat- Konzern 12 Millionen Goldmart gelieben. Demgegenüber steht die Tatsache, daß der Konzern von der Post teinen Pfennig erhalten hat. 2 Diese Lügen braucht die Rote Fahne" aber, um behaupten zu fönnen, daß die Sozialdemokratie eine Korruptionswirt schaft getrieben und begünstigt habe. Es erübrigt sich faft, das noch im einzelnen zu widerlegen. Trotzdem wird es für unsere Leser wichtig sein, die 3usammenhänge zu kennen, die hier maßlos aufgebaufcht werden. Der Barmat- Konzern ist den Lesern des Borwärts" aus einer fritischen Schilderung feines Aufbaues, die vor einigen Monaten im Wirtschaftsteil erfolgte, wohl bekannt. Die Leiter des Konzerns haben schon in Holland für ble Sozial bemotratie ein starkes Intereffe befundet. Niemals ist dieses Interesse jedoch soweit gediehen, daß irgendeine Berbindung zwischen parteiamtlichen Instanzen, etwa dem Barteivorstand, und dem Konzern bestanden hätte. Unter diesen Umständen ist es ja geradezu läppisch, von einem Familientonzern der SPD." zu reden. Niemals haben sich, soweit wir feststellen fonnten, irgendwelche führende Genossen für Kredit- oder andere Geschäfte des Barmat Konzerns eingefeht. Bon einer Brotettionswirtschaft kann fonach gar teine Rede fein. Nach der Roten Fahne soll die Firma Barmat mit Holz. mann zusammensteden, der durch die Affäre des Regierungsrats Bartels bekanntlich schwer belastet ist. Holzmann ist aber dem Barmat- Konzern gar nicht befannt. So tönnte man das Register ins Endlose fortsegen. Wie wenig die Bartei mit der Barmat- Gruppe zu tun hat, geht daraus hervor, daß sie nicht einmal Parteiqelder in einer der zahlreichen, dem Konzern angeschloffenen Banten verwalten läßt. Sie bedient sich dazu anderer Bantinstitute. „ Verräter" Heilmann. Besonders angetan hat es den Kommunisten, daß der Band tagsabgeordnete Genoffe Heilmann innerhalb des Barmat- Ronzerns Aufsichtsrats poften bettaibet Wir können dazu dem Genossen Heilmemn selbst das Wort erteilen, der uns schreibt: Bon einer Wahlreise zurückgekehrt, finde ich die blödsinnigen Angriffe der Roten Fahne" auf den Barmat- Rongern und meine Beziehungen zu ihm vor. " Obwohl es sich nicht lohnt, auf den tommunistischen Schwindel zu antworben, möchte ich doch den Barteigenoffen folgendes mitteilen: 1. Ich bin seit vielen Jahren mit Julius Barmat eng befreundet und gedente diese Freundschaft mit oder ohne Genehmigung der„ Roten Fahne" fortzusehen. Diese Freundschaft ist schon im Jahre 1920 in der Berliner Preffe ausführitch erörtert worden. Wenn ich und andere Barbeigenoffen in dem gastfreien Die Lügen der Roten Fahne". Haufe von Julius Barmat verfehren, so tun wir nichts anderes als Herr Wilhelm Koenen auch getan hat. 2. Ob und wo der sogenannte Barmat- Ronzern oder irgend welche Barmat- Unternehmungen Kredite haben, weiß ich nicht. Ich habe mich jedenfalls um Kredite nie gefümmert und babe niemals über Kredite für Barmet mit irgend jemand perhandelt, am wenigsten mit der Preußischen Staatsbant, beren sämtliche Präsidenten und Direktoren mir unbekannt sind, und Don denen ich mir lebiglich habe erzählen lassen, daß sie deutschnationale Beamte des alten Regimes feien. 3. Ich gehöre einer großen Bahl von Aufsichtsräten an. teils in Gesellschaften von öffentlich em Interesse, teils in Gesellschaften des Barmat- Konzerns. Was die ersteren anbetrifft, so wird mir daraus schwerlich ein Vorwurf zu machen sein, nach. dem die kommunistische Landtagsfrattion mich gebeten hat, dem fommunistischen Landtagsabgeordneten 50. " bottta einen Siz im Aufsichtsrat der Preußag"( Preußische Bergwerte A.-G.) zu verschaffen, und nachdem sie mir vielleicht gegen das fommunistische Programm fogar gebanti hat, als ich Herrn Sooottta diesen Aufsichtsratsfit perfchafft hatte." Was meine Aufsichtsratsstellungen im Barmat- Ron. zerin anbetrifft, so waren sie mir aus Freundschaft angeboten und find von mir aus Freundschaft angenommen worden. Auffichtse ratstantiemen oder sonstige Vorteile materieller Art habe ich bisher daraus nicht gezogen. Im übrigen halte ich Barmat für durchaus feinen Schieber, fondern für einen sehr anständigen Geschäftsmann; daß er unlautere Geschäfte irgendwelcher Art getrieben oder Krebite ohne ble nötige Dedung genommen hätte, ist mir gegenüber noch nicht behauptet worden und wird selbst von der Roten Fahne" nicht er logen. gez. Ernst Heilmann" Rommunistenführers Roenen zum Haufe Barmat, die Genoffe Wir verfaqen es uns, auf die interessanten Beziehungen des Hellmann oben angedeutet hat, näher einzugehen. Kennzeichnend für die kommunistische Kampfesweise ist jedoch, was Genoffe Heil mann am Schluffe feines Briefes feststellt, nämlich daß auch die Rote Fahne" es nicht magt, irgend ein einzelnes Ber gehen der Barmats au nennem Umfo eifriger schimpfs fie die Barmats Schieber" und spielt damit auf Beschuldigungen. an, die vor meheren Jahren d'e Deffentlichteit bewegt haben, und bie dadurch erledigt wurden, daß eine Reihe der rechtsstehenden Blätter, sowie ein demokratisches Organ ihre Behauntungen in aller Deffentlichkeit aurudnahmen. Ebert fr. und das Haus Barmat. Frit Ebert, der Sohn des Reichspräsidenten, ist Privat fefretär bei Barmat", behauptet die„ Rote Fahne". Wenn er es wäre? Frig Ebert ir. ist tein Kronprinz Er muß sich seinen Lebensunterhalt felbst verbienen. Er hat das die ganzen Jahre hindurch als Angestellter in perfchiebenen Stellun gen getan. Im Hause Barmat war er zwei Monate lana tätig, jeboch nicht als Bripatlefretär bes Chefs, fondern als Angestellter der Bremer Privatbant, in der er mit dem Aufbau eines fozialpolitischen Referats beauftragt war. war tariftich als Angestellter bezahlt, hatte teine leitenbe feine Berufspflicht in den letzten Wochen faum wahrnehmen. Um Stellung inne unb tonnte auch politisch start beschäftigtfeinen Namen nicht weiter bem politischen Kampf auszusetzen, ist Ebert bei Barmat ausgeschieden. Was die Krebite der Tochtergesellschaften von Barmat bei der Preußentasse angeht, so wird hoffentlich die parlamentarische Untersuchung, die sich wohl noch an den Fall Rubister anknüpfen wird, restlose Klarheit schaffen. Wir waren es, die eine solche Untersuchung gefordert haben. Darüber schweigt die„ Rote Fahne". Wir haben die Forderung jetzt nur zu wiederholen. Die Partei tann ihr mit der größten Gelassenheit entgegensehen. Auch die Leitung des Barmat- Konzerns versichert, daß sie ein solches Verfahren nicht zu scheuen hat. Wir geben uns feiner Illusion darüber hin, daß die„ Rote Fehne" auch jetzt nicht aufhören wird, von Korruption" zu Schwaben. Aber der Schwindel ist wenigstens niedriger gehängt. Hugenberg freut sich. www " Die deutschnationale Presse bezieht ihre Berleumdungen gegen die Sozialdemokratie aus der Moate der Roten Fahne und bruckt fchon fett langem getreulich ab, was dort über sozialdemokratische Führer zusammengelogen wird. Neuerdings ist der Tag" des Herrn Hugenberg logar dazu übergegangen unter wörtlicher Zitierung der Quelle die Geschichten der Fahne" zu illu ftrieren. Es muß also anerkannt werden, daß die nationalistischfommunistische Brüderschaft an der Solidarität, die sie im Reichstag stets bewiesen hat, auch im Wahltampf unermüdlich fest hält. Für die großen tapitalistischen Dreckschleudern gegen die Bartei der Arbeiter liefern die Kommunisten die Munition. Gewerkschaftsbewegung Entlarvter Polizeifpite!". Kommunistische Berleumdung und Ehrabschneidung. Am 4. Oftober brachte das Berliner Bolfchemiſtenblatt das Bild eines Metallarbeiters, der in dem beigefügten Tegt als entlaroter Bolizeifpigel" bezeichnet wurde. Und zwar handelte es sich um das Mitglied Ses Metallarbeiterverbandes Baul Thomas, Schöne berg, Borbaroffaftr. 68. Von Thomas wurde behauptet: „ Er hat seit einiger Zeit die kommunistische Bewegung in Groß Berlin systematisch bespielt. Durch geschicktes Auftreten, durch Rech nungsträgerei gewiffer Stimmungen innerhalb der Parteiorganisation hat er es fertig gebracht, sich in Funktionärstellungen einzufchleichen. Insbesondere von der Betriebsrätearbeit und der ErwerbslofenLewegung hat er der politischen Polizei Berichte geliefert, Tagungs orte von Arbeiterfongressen und Funktionärzusammenfünfte mitgeteilt." Berichte an die Abteilung I a feien ihm von seinen fommumistifchen Parteigenossen abgenommen worden. Daß es in der anarchistisch- bolschewistischen Organisation nicht an Spizeln fehlt, ist tein Wunder. Dieser Zustand innerer Unsicher heit führt dazu, auch in diesem oder jenem Parteigenaffen eine Spizel zu sehen, der es nicht ist Wenn aber ein„ Spigel" in folcher Arbeiterinnen: Gruppe 1 bon 39 auf 42 Pf. je Stunde, also um 3 Pf. 2 B 110 40 43 44 47 B 30 4 4 Reinigungsfrouen bei meniger als fechsstündiger Tagesbeschäftigung von 42 auf 45 Pf. je Stunde, alfo um 3 Pf. Vorarbeiter erhalten anstatt der bisher gezahlten 5 Bf. 6 Pf. je Stunde Zuschlag. Rohr leger- Boliere erhalten statt bisher 43,50 m. einen Wochenlohn von 48,50 M., Betriebs- und Werkstatt- Poliere statt bisher 49 M. einen Wochenlohn von 55 M. Diefes Lohnabkommen fann beiderseits mit einwöchiger Frift gefündigt werden, wenn die Reichsinderziffer fich um 5 Punkte erhöht oder fentt. Die Tariftommiffion nohm fofort Stellung zu dem Abkommen und billigte es einstimmig, fo daß es fofort in Birtung tritt Achtung Eisenbahner! Am Donnerstag, den 4. Dezember, nachm. 5 Uhr in der Schulaula Bromberger Straße Beiſe„ entfart" und angeprangert wird, dann müſſen un anfecht. Oeffentliche Versammlung bare Beweise dafür vorliegen. Auf Grund diefer Beschuldigung wandte sich Thomas an die Ber Siner Berwaltungsstelle des Metallarbeiterverbandes mit dem Antrage, das Ausschlußverfahren gegen ihn einzuleiten: " In der KPD. ist ein Verfahren gegen mich und den mit beschuldigten Kollegen nicht eröffnet worden, sondern wir sind auf blöde Bermutungen bezichtigt worden. Bielleicht tönnt Ihr uns Rat erteilen, wie wir unsere Rechte wieder erlangen fönnen. Ich bin seit vier Wochen arbeitslos und fann mich natürlich nicht um Arbeit bemühen, da man doch etwas Ehrgefühl im Leibe hat. In der Hoffnung, daß Ihr das Verfahren beschleunigt Paul Thomas, Buchnummer 3375 507." Da der Metaliarbeiterverband feine Spigel in feinen Reihen bulben tonn, leitete die Berwaltung das Ausschlußverfahren gegen Thomas ein und ersuchte die KPD, ihr Beweismaterial beizu bringen. Es geschah dies am 24. Oktober. Da bis zum 18. November noch feine Antwort eingegangen war, wiederholte der Metallarbeiter. Derband seiri Ersuchen und bekam dann auch folgende Auskunft: Ihre beiden Briefe vom 24. Oftober und 18. November, in der Angelegenheit des Spizels Thomas, hoben mir erhalten. Wir werden mit diesen Briefen von Ihnen aufgefordert, das bei uns vorhandene Material, das zum Ausschluß des Spizzels Thomas aus unferer Partei geführt hat, Ihnen zur Verfügung zu ftellen bzw. einen verantwortlichen Genossen mit dem Material zu einer vo Ihnen einberufenen Sizung, in der über den Ausschluß des Thomas aus dem DMB. beraten werden foll, zu senden Die Unterlagen und Beweisst üde, auf Grund deren Thomas aus unserer Partei ausgeschlossen wurde, sind von meh= reren unserer Genoffen des Schöneberger Be= zirks, in dem Thomas wohnte und zuständig war, durch gesehen und geprüft worden. Diese Genossen haben sich einwandsfrei davon überzeugt, daß Thomas Spizeldienste für die Polizei und auch für den Vorwärts" geleistet hat. Es wud Ihnen aus diesem Grunde begreiflich sein, daß wir es abiehnen müssen, unser Material Leuten zu überlassen, die mehr oder weniger mit diesen Stellen Berbindung haben, weil dadurch die Gefahr besteht, daß unsere Gewährsmänner preisgegeben und au; diese Weise festgestellt werden könnte, Don welcher Seite wir in den Besiz des Materials gekommen find. Bezirksleitung Berlin- Brandenburg, Abtlg. Gewerkschaften, gez.: Unterschrift. Echyt bolfchemistisch. Nicht die Bezirtsleitung felber, sondern mehrere Genossen des Schöneberger Bezirks" haben sich einwandfrei(?) davon überzeugt, daß Thomas Spigeldienste geleistet hat. Weil die Bezirksleitung der RPD, die Schwäche ihrer Bofi. tion auch in diesem Buntte nicht zugeben will, unterstellt sie den Mitgliedern der Ortsverwaltung des metallarbeiterverbandes, daß sie die Gewährs männer preisgeben würden. Diese Einheitsfrontbrüder laffen erst mochenlang auf Antwort warten und suchen dann den Mangel an Beweisen durch schuftige Berdächtigung von Gewerkschaftsführern zu ersehen. In der Leitung des Metallarbeiter verbandes müffen schon so ehrlose Burschen fizen, wie sie die Bolschewiften gebrauchen, wenn eine solche Verdächtigung einen Schein von Berechtigung hätte. Bei freigewerkschaftlich organisierten Arbeitern tst es stets Ehrenpflicht gewesen, das in Untersuchungen mitgeteilte Material als vertroulich zu tetrachten. Die KPD. fann teinen einzigen Fall angeben, wo sich ein Gewerkschaftsfunktionär einer folden Gemeinheit schuldig gemacht hätte, wie sie von der KPD. offenbar infolge von Erfahrungen in ihren Reihen ongeblich befürchtet wird. Nun, am Sonntag wird die Berliner ArbeiterSchaft der arbeiterfeindlichen KPD. den gehörigen Dentzettel geben. Lohnregelung in den Berliner Gas- und Wasserwerken Der Verband der Gemeinde. und Staatsarbeiter hatte am 21. November den Lohntarif, der tis 1. Dezember lief, gefündigt, und zugleich Lohnaufbesserungen von 16 und 17 Pf. pro Stunde ab 1. Dezember beantragt. Die Berhandlungen zwischen den Parteien om 29. November führten zu feinem Resultat; doch war auf beiden Seiten der Wille vorhanden, diesmal ohne die Schlichtungsbehörde fertig zu werden. Man fam aus diesem Grunde zu einer Bertagung auf Mentag, den 1. Dezember, vormittags 11 Uhr, um den Barteien Belegenheit zu geben, nochmals mit ihrer Mandatgebern Fühlung zu nehman. In den Berhandlungen wurde nun folgender Abschluß getroffen: Zwischen den Direttionen der Berliner städtischen Gas merie A. G. und der Berliner städtischen Wasser merte 2. B. einerseits und dem Gemeindes und Staatsarbeiter Verbande, Ortsgruppe Berlin andererseits ist heute folgende Bereinbarung getroffen: Die Lohnfäße werden mit Wirkung vom 1. Dezember, geltend bis 31. März 1925, mie folgt erhöht: Arbeiter: Sruppe 1 von 54 auf 59 Pf. je Stunde, alio um 5 Pf. 2 59 65 29 " 3 68 76 " " " 6 " " 8 " der Eisenbahn- Arbeiter und-Beamten. Zagesordnung: Die Eisenbahner zum 7. Dezember! Ref.: Genoffe Redakteur Alegander Stein. Eisenbahner! Erscheint in Maffen! Der Werbeausschuß. ber Bundes einzelnen Zentralvorstände, nicht Sache des vorstandes, noch weniger Sache der Ortsausschüsse. Den Ortsaus: schüssen ist es deshalb in den Sagungen des Bundes ausdrücklich untersagt, in dieses Gebiet einzugreifen. Trotzdem entblödete sich der Ortsausschuß nicht, für eine 40prozentige Lohnforderung und zum Berlassen der Betriebe nach achtstündiger Arbeitszeit aufOhne Widerhall ist dieser Aufruf verklungen. damit gezeigt, zurufen. Die Gewertschaftsmitglieder haben daß sie besser über die Auswirkung eines folchen Beschlusses zu urteilen wiffen, als die kommunistischen Korpphäen des Gothaer Ortsausschusses. Diese haben anscheinend nicht bedacht, daß in all den Fällen, wo die Lohn- und Arbeitsbedingungen vertraglich geregelt find, der einseitige Bruch dieser Arbeitsbedingungen, abgesehen von den sich darauf ergebenden Abwehrmaßnahmen der Unternehmer, die beteiligten Arbeiter schadenersatzpflichtig macht. Die Gothaer Ortsausschußleute haben deshalb wohl bewiesen, daß sie tommunistische Parteibefehle cber respektieren zu wissen, auch bewiesen, daß es ihnen entweder des notwendigen Ber= Standes oder des erforderlichen Verantwortungsgefühls ermangelt, den Gewerkschaftsmitgliedern als Berater hilfreich zur Geite zu stehen. Beides ist aber für den Bundesvorstand Grund genug, diesen Leuten die Möglichkeit zu nehmen, ihr Unwesen unter der Firma einer offiziellen Vertretung des Bundes noch fortzusehen. Auf Beschluß des Borstandes vom 12. November wurde der bisherigen Leitung des Ortsausschusses deshalb mitgeteilt, daß der Borstand biefen Drisausschuß nicht mehr als örtliche Vertretung der Bundesorganisation anertennt. Der Ortsausschuß ist damit aufgelöst. Mit der örtlichen Vertretung des Bundes und der Zusammenarbeit der Gothaer Gewerffchaften in einem neuen Ortsausschuß wurde der Genoffe Frih Meyer, Gotha, Uhlandstraße 1, betraut. Nur dieser ist berechtigt, im Namen des Drtsausschusses Berhandlungen zu führen oder Mitteilungen zu veröffentlichen. Die Rote Fahne" befaßte sich am Sonntag mit der Durchfreuzung des Planes der KPD.- Zentrale durch den Vorstand des ADGB. und bezeichnet dessen Echreiben an die fommunistischen Paroleschlucker im bisherigen jet oufgelösten Ortsaus schuß in Gotha als ein„ Dokument der Gemertschaftsspaltung." Ist das Rundschreiben der Kommunistischen Bartei Großthüringens vom 18. September nicht ein beweisträftigeres Dokument der bolfchemistischen Gewerkschaftsspaltung, die unter dem Lügenmantel der„ Einheitsfront" betrieben wird? Ende des Dreherstreiks in der AEG.- Turbine. Der Gesamtbetriebsrat hat jegt mit der Direktion über die Forberung der Dreher auf Abschaffung der Affordpreisberechnung auf der Grundlage von sogenannten Einheitswerten berhandelt. Die Fabrilenoberleitung fagte zu, in Zukunft in allen abriten der AEG., also auch in der Turbine, die Affordtaltulation nach Mart und Pfennigen bor zunehmen. In einer Sonderverhandlung mit der Direktion der Turbinenfabrit erklärte fich die Direktion bereit, die schlechten Attordpreise einer Nachfaltulation zu unterfuchen ihren Schurkenstreich, der die Arbeitermassen ins Unaieben. In einer Versammlung der streifenden Dreher, die gestern mittag tagte, fand fich feine Mehrheit für eine Fortiegung des Streits. Ueber die Wiederaufnahme der Arbeit wird eine Betriebsversammlung beschließen, die heute vormittag um 11 Uhr im Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefstraße, stattfindet. „ Gewerkschaftsspaltung". Wie die Sache in Gotha gemacht wurde. Der Gemerfichafts- Zeitung", dem Organ des ADGB., entnehmen wir folgendes über die befannte Gothaer Weltattion: Am 3. Oktober dieses Jahres verkündete das Zentralorgan der Kommmmistischen Partei freudestrahlend mit großer Schlagzeile „ Der Gothaer ADGB.- Ortsausschus ruft zum Kampf". Der dann abgebrudte Aufruf zeigte die übliche kommunistische Aufmachung und brachte neben vielem anderen folgende Forderungen: 1. Rampf gegen jeden Lohnabbau. Zugleich Kampf für eine fofortige 40 prozentige Erhöhung des Bohnes. 2. Stampf gegen jede neue Arbeitszeitverlängerung. Nach acht Stunden verfaßt den Betrieb. Die Wut der bosschewistischen Drahtzieher über die Aufdeckung und Unschädlichmachung ihrer in Gotha eingefädelten Atlion ist grenzenlos. Sie leugnen natürlich, daß sie selber die Forderung schon wochenlong vorher aufgestellt und sie dann dem kommunistischen Ortsausschuß präsentiert haben Die bolichewistischen Bravos glüd stürzen sollte, zu vertuschen, indem sie von einem„ Schurkenstreich des ADGB.- Borstandes" zetern, obwohl der Vorstand des ADGB. lediglich seiner Verpflichtung nachgekommen ist, die Durchführung der Sagungen des Gewerkschaftsbundes zu über. wachen, Lassen wir die Gesellschaft schimpfen, das Wasser steht ihr schon bis zum Halse. Sie wird in ihrer Schlammslut erstiden. SINO Der Schiedsspruch im Bergban. Dorfmund, 1. Dezember.( Eigener Drabtbericht.) Die Ver. handlungen über die Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches im Bergbau vom 25. November, der von den Arbeitnehmern angenommen, vom 8echenverband jedoch ab= gelehnt wurde, finden am Mittwoch, den 3. Dezember, auf Anordnung des Reichsarbeitsministers in Berlin statt. Metallarbeiterstreif in Westfalen. Herford, 1. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Die Metallarbeiter in Herford sind wegen Lohnstreitigkeiten in den Ausstand getreten. 3. Rampf um die Befreiung der politischen E Gefangenen! Kampf dem Terror der weißen Justiz! Weg mit dem Staatsgerichtshof! Auf Anfrage des Bundesvorstandes bestätigte die Leitung des Gethaer Ortsausschuffes. dak tatsächlich diese Forderungen vom Ortsausschuß in gemeinsamer Sitzung mit den Betriebsräten aufgestellt worden sind, ob diese Forderungen nicht berechtigt feien, und daß der Ortsausschuh doch Befiffe der Betriebsräinerfammlung auszuführen habe. Die Scheinheiligkeit des legten Hinweises war aber inzwischen längst erwiesen, weil uns ein Rundschreiben der Kommunistischen Partei Großthüringens, Abteilung Gewerkschaften. vom 18. September in die Hände gefallen war, in dem es hieß: Achtung, SBD..Metallarbeiter der Sübenbezirke( 8-10). Die Bertrauensleute treffen fid) am Mittwoch nach Schluß der Konferenz im Gaal 2 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24/25. Der Fraktionsvorstand. SPD.- Abteilung Gastwirtsgehilfen. Am Mittwoch, den 3. Dezember 1924, 2 Bersammlungen im Rofenthaler Sof", Rosenthaler Str. 11/12, mit dem Thema:„ Der 7. Dezember und die Arbeitnehmer im Gastwirtsgewerbe." Tagesversammlung: Rachmittags 5 Uhr. Referentin: Landtagsabgeordnete Frau Gertrud Sanna. Nachtversammlung: Nachts 1 Uhr( nach Geschäftsfchluß). Referent: Abgeordneter Erich Kuttner. Rolleginnen und Kollegen! Nur noch wenige Tage trennen uns von dem Entscheidungstag, dem 7. Dezember! Es gilt, bis dahin jede minute zweds Auftlärung auszunuken, darum agitiert alle eifrig für den Besuch der Ver. fammlungen. Besonders möchten wir die weiblichen Arbeitnehmer auf die Tagesversammlung, in welcher Frau Gertrud Sanna fprechen wird, aufmerksam machen. Der Einberufer. 3. A.: G. Geiffert. Bir planen eine große Mobilifierungsfampng der Arbeiter in den Betrieben und Gewerkschaften, um die führenden Gewert- AEG. ,, Turbine". Heute bormittag 11 Uhr im Moabiter GesellschaftsSchaftsinftanzen zu zwingen, zu der wachsenden Not der Besitzlofen baus Bersammlung aller streifenden und ausgesperrten Kollegen. BerichtStellung zu nehmen. erstattung von den Verhandlungen. Afa- Mitgliederversammlung, Feinmechanik und Optik, am Mittwoch, den 3. Dezember, abends 7 Uhr. im Restaurant Alter Astanier", Anhaltstr. 11. Berband der Zimmerer. Am Sonnabend, 6., und Montag, den 8. Dezember, müffen in allen Bezirken Bezirksverfammlungen abgehalten werden. Das Gothaer Gewerffchaftsfartell wird nach gründlicher Vorbereitung eine Reihe populärer Forderungen aufstellen, die eine Plattform bilden. auf der es möglich ist, breite Arbeitermassen in den Kampf zu führen. Diese Forderungen müssen, Berantwortlich für Politik: Senft Renter: Birtſchaft: Artur Saternus; fobald sie in der Presse bekanntgemacht werden, in allen Gemertschaften. Betrieben und Ortscusschüssen diskutiert und Refolutionen im zustimmenden Sinne angenommen werden. Wir werden eventuell vom ADGB. einen außerordentlichen Gewertschaftstongreß verlangen... Ihr müßt deshalb in den Betriebszellen und Fraktionen zu unseren Vorschlägen Stellung nehmen und überall Betriebs- und bie Gewerkschaftsversammlungen vorbereiten, in denen dann Gothaer Forderungen gefchidt mit unserem Rampfe für die Einheit zur Gewerkschaftsbewegung verbunden werden müffen." Für die Männer des Gothaer Ortsausschusses, die alle Stramme Rommunisten find, ging diefer Parteibefehl über alles. Um der Ausführung dieses Parteibefehls willen fekten sie sich über die Bundesfahugen, über die Refugnisse der Ortsauss hüsse und über die Intereffen der Gewerkschaften in der verantwortungslofesten Weise hinweg. Es ist gar nicht darüber zu diskutieren, ob die Forderungen berechtigt sind oder nicht. Die unter Ziffer 3 aufnestefften Forderungen find rein parteipoifischer Natur. Die Kommunistische Partei mag fich dafür einfeßen, das fümmert die Gewerkschaften aar nichts: aber die Gemertfchaften fönnen solche Forderungen nicht für sich als Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowski: Lofales und Sonstiges: Frik Karstadt: Anzeigen: Th. Glode. fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckere! und Berlagsanstalt Baul Ginger u Co. Berlin SW 68. Lindenstraße 3. Sierzu zwei Beilagen und Die Wählerin". Wählt DUNLOP CORD Reifen Die Weltmarke bürgt für Qualität! Rampfziele aufstellen. Begeben fie fich auf dieſen eg, Sophien- Säle Sophienstraße 17-18. fo ist es zu Ende mit der wirtschaftlichen Interessenvertretung. Die Führung von Lohn- und Arbeitstämpfen ist Sache Norden 9296. Säle frei! Wähle Voxhaus! Dann urteile! Eine Qualitäts- Zigarette für zwei fennige tr. 567 41. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Das Geheimnis der Schrift. Graphologie ist feine Spielerei. Daß der Charakter des Menschen in unmittelbarer Beziehung| Beweismittel angesehen hat. Bon mun an hat er bei dem Bort zu se ner Handschrift steht, ist eine Erkenntnis, die schon Ariftoteles Graphologie ein ffeptisches, ablehnendes Lächeln:„ Schwindell" Aber hatte. Auch Lavater beispielsweise und Leibniz sowie Goethe haben alle jene tüchtigen Geschäftsleute, die in marktschreier fchen Andiese Zusammenhänge gefannt, große Schriftensammlungen angelegt preifungen auf graphologischem Wege Zukunftsprophezeiungen ver und selber Handschriftendeutungen versucht. Französische Forscher suchen oder Menschen zusammenführen", werden von den wissenfind es dann gewesen, die vor ungefähr erst fünfzig Jahren versucht schaftlichen Schriftfachverständigen entschieden abgelehnt! haben, auf dem Wege der Erfahrung ein Systems der Graphologie zu schaffen. Deutsche Gelehrte haben aus diesen Ergebnissen die Schristausdrucksbewegungen auf wenige, flar umrissene Grundsätze zurückgeführt und diese Eigentümlichkeiten wissenschaftlich begründet. Seit dieser Zeit ist die Graphologie unter die Wissenschaft zu rechnen. Wie man den Charakter der Braut erforscht. Wenn der junge Mann die Flegeljahre und die junge Dame Die Badfischzeit überstanden hat, dann pflegt eine Seit der übertriebenen Herausfehrung der Persönlichkeit einzutreten. In diesem Stadium werden de großen Pläne geschmiedet, und in dieser Zeit befaßt sich der junge Mann auch wohl einmal mit der Graphologie. Ertenne dich selbst lieft er im Schaufenster, stürzt sich auf das Buch und ver schingt den Inhalt noch in derselben Nacht; die Sache läßt ihn eine Woche lang nicht los; er vergleicht seine Handschrift mit den Schrift. proben in der Broschüre, fühlt sich einen Augenblic felber allen Menschen überlegen und zerrt auch die Briefe seiner Berlobten her. vor. Dann lieft er im Anzeigenteil feiner Zeitung die Anfündigung eines Graphologen:„ Charakterbeutung auf wissenschaftlicher Grund lago! Wichtig für die Ehe!" In zitternder Erwartung fdyidt er de Handschriftprobe seiner Braut dem Manne, der alles weiß und er. fährt. Die Antwort lautet etwa so: fie( nämlich die Braut) ist nicht schwer und materiell veranlagt, baher wird die Larheit. die ihr eigen ist, faum jemals auffällige Formen annehmen. Sie ist ein heller Kopf, ohne jedoch gerade m't bohrender Energie sich in das Wesen des Geistigen zu verfenten. Begen ihrer wechselnden, st m mungsmäßigen Bewertung der Dinge ist sie nicht immer restlos zu verlässig, nicht aus Bosheit, sondern aus Leichtsinn." Dieser letzte Saz ist von verhängn'svoller Wirkung. Jetzt weiß er, warum und schreibt den Abschiedsbrief. Nach Monaten wagt er, feine eigene 1000 Kuma Lolo Chest „ Na, na, das t ist so leichtsinnig." Schrift dem Graphologen" zur Beurteilung einzufenden. Da erlebt er die erste Enttäuschung: Das bin ich auf feinen Fall! Bufällig Best er in der Zeitung, daß bei dem großen Prozeß in I. der Ber teidiger auf die bekannten Mißgriffe und Fehldeutungen der Schriftfachverständigen hingewiesen und daß das Bericht daraufhin das Gutachten des hinzugezogenen Schriftfachverständiger nicht als 39] Der Mittelweg. Bon Sir Philip Gibbs. Und doch haben Sie meine Gesellschaft so gebulbig brei Abende in der Woche ertragen," meinte Bertram. Abende, ja! Aber nicht breimal zum Frühstüc! Gerade das erste Frühstüd am Morgen ist der Prüfftein der Liebe. Die meisten zerbrechen darüber wie weiche Eier." Bertram war nie sicher, wie weit Janets Reben aufrichtig waren, und ob sie selber all das groteste Zeug glaubte. Bielmögliche vorschwakte, um sie aufzubeitern. Einft lagte er es icht behandelte sie ihn wie ihre Blinden, denen fie auch alles ihr auch auf den Kopf zu, und sie errötete leicht, wie schuld. bewußt. Noch einmal brachte er sie zum Erröten, als er von Chriſtys Liebe zu ihr sprach.„ Ich vermute, Sie wissen, wie Christy Sie vergöttert?" Sie verschleierte ihre Augen mit den langen braunen Wimpern und sagte:„ Ja, ich weiß es. Armer alter Plesiofaurus!" ,, Weshalb verloben Sie sich nicht mit ihm?" Sie lächelte. Er hat mich ja nie darum gebeten, Herr, fagte die Maid. Und außerdem habe ich Ihnen ja auch nicht erzählt, daß ich feine büftere Glut erwidere." ,, Er ist einer der Besten auf dieser Welt," sagte Bertram warm. Sie stimmte zu, meinte aber, bie Besten seien ebenso schwer zu behandeln wie die Schlechtesten, wenn es darauf antame, mit ihnen zusammen zu haufen und zu frühstücken. Sind Sie denn nicht von Fleisch und Blut?" fragte er halb im Ernst, halb im Scherz. Brauchen Sie denn die Liebe nicht und die Leidenschaft im Leben?" Sie pflegte so freimütig mit ihm zu reden, daß er so fragen durfte, Diefer Zweifel an ihrer Menschlichkeit amüsierte fie unglaublich. " Mensch!" rief fie ,,, ich bin ja die leibhaftige Kleopatra ohne ihren Antonius! Wenn ich nicht das Bentil der Blinden, der politischen Bersammlungen, der freien Romane und allerlei Arbeit hätte, Gott weiß, was für verliebte Abenteuer ich er leben würde. Ich befaffe mich mit der Sublimierung des Geschlechtstriebes, wie sie Psycho- Analytiker das nennen. Bas, zum Teufel, ist das nun wieder?" fragte Bertram. Das nennt man fo, wenn man die Erregung auf intel| letfuelle Riele überträgt, zum Beispiel Bücher produziert statt Babies, die Gesellschaft reformiert, statt nach einem Kuß zu Schmachten. Und das ist auch mein Rat für Sie, junger Mann. Graphologie bei Siemens- Schuckert. An dieser Auffaffung und daran, daß die Erfolge der Graphos logie so wenig bekannt find, find freilich zu einem guten Teile die fo Graphologen auch selbst schuld. Sie sind in der Stille arbeitende Wissenschaftler oder start beschäftigte, langjährige Praktiker, die bisher Celmers Dienstag, 2. Dezember 1924 Heuchelei und zum Lügner ist dem Eingeweihten beinahe auf den ersten Blid erfennbar, ebenso wie die Schrift des Verbrechers und des Psychopathen oder des Paraliliters deutlich erkennbar find. Welches wichtige Hilfsmittel die Graphologie auf diese We se bei der Personalauswahl und bei den Eignungsprüfungen bildet, ist von Dielen Kaufleuten noch gar nicht erkannt. Es wird nur eine Frage der Zeit sein, daß an den höheren Handels- und Handelshochschulen Rurfe von staatlich anerkannten Schriftsachverständigen veranstaltet werden, nachdem einige Universitäten die Graphologie als Cehrfach eingeführt haben. Ebenso eröffnen sich dem Pädagogen wete Perfpeftiven. Jm Dienst der Kriminalistik. Eine andere Aufgabe als die Charakterologen haben die Schriftunberfucher; sie haben in der Hauptsache den Nachweis der Schrift identität zu führen bei Fälschungen von Quittungen oder Desta menten, bei Rajuren oder anonymen Briefen. Diese Gruppe muß mit der Anwendung modernster technischer Hilfsmittel, mit der Mikrotechnik und mit der Photochemie vertraut sein. Diese Sachsammen. In Leipzig hat das Institut für gerichtliche Medizin für verständigen arbeiten auch sehr eng mit der Kriminalbehörde zu diese Zwecke eine eigene graphologische Abte lung errichtet; die fächsische Bolizei nimmt von jedem Sträffing Schriftproben, und im Dresdener Kriminalmuseum find eigens drei Herren angestellt, die die Handschriften sammeln, bearbeiten und die Bergleiche durch führen. Die Anwendung dieses wichtigen friminal ftischen Hilfs mittels, das allerdings des weiteren Ausbaues noch sehr bedarf, ist aber nicht überall jo anerkannt wie in Sachsen. Es gibt noch manche Ger chtsbehörden, die aus Unfenntnis über die Erfolge der Schrifts untersuchungen sich ablehnend verhalten, was nicht zuletzt auf die schon erwähnte unheilvolle Dilettanten ,, pragis" zurückzuführen ist. Um diefen Lebelständen endlich erfolgreich begegnen zu fönnen, hat fich auf dem ersten Rongreß der deutschen Schriftfach. verständigen in Leipzig der Deutsche Bund der gerichtlichen Schriftfachverständigen und Berufsgraphologen, Siz Berlin", ge bildet. Es darf sich fünftighin nur anerkannter Graphologe oder Schriftfachverständiger nennen, wer eine Prüfung abgelegt hat. Wer den Beruf ergreifen will, muß mindestens 25 Jahre alt fein und eine einjährige theoretische sowie eine zweijährige praktische Lehrzeit durchgemacht haben. Der Befähigungsnachweis wird von einer aus Wissenschaftlern und Brattifern zufammengesetzten Prüfungs tommission erit. Der Zusammenschluß und die angeführten Beschlüsse sind im Interesse der vollen Anerkennung der Graphologie und ihrer wissenschaftlichen Weiterbildung außerordentlich zu begrüßen, damit auch jene Gefchaftlhuber, die von der Graphologie sich nur den Namen ausgeborgt haben, fünftighin der ecnsben, wissenschaftlichen Forscher arbeit und praktischen Tätigkeit im Dienste von Wirtschaft, Krimina liftit und Pädagogit feinen Schaden mehr zufügen können. Geislers neueste Pleite. Am geftriger Abend hatte die Deutschynationcle Bolkspartei alle nationalgefinnten Bollsgenossen zu einer Wählerversammlung in die Schulaula nach Niederschöne meide einberufen. Die republi. fenischen Parteien und das Reichsban ner Scharz- Rot- Gold- mar schierten so start auf, daß dem Herrn Geisler, bem fonft so Bort gewandten, nicht das rechte Wort aus der Rehle heraus mollte, fo daß er sich in den schwierigsten Eiertänzen erging. Einzelne dema gogische, gegen die deutsche Republik gerichtete Ausführungen lösten fpontan den Unmut der Bersammlung aus. Bon den Bertretern bes Reichsbanners und der Sozialdemokratischen Partei wurde bani in der Diskussion mit Herrn Geister gehörig abgerechnet. Die Versamm und minutenlanger Beifall durchtofte den Raum. Am Schluß der Mersammlung stimmten das Reichsbanner und die Republikaner ge meinsam republikanische Lieder an. meinsam republikanische Lieder an. Eine Entschließung fol genden Inhalts wurde, nachdem der Borsigende es ablehnte, bar über abzustimmen, in der Versammlung angenommen: Die Objekte des Schriftsachverständigen. teine Zeit hatten, sich mit den Ausmüchsen zu befassen. Wer in die Wertstatt eines Graphologen oder eines Schriftfachverständigen schauen kann, dem wird es zum Bewußtsein tommen, wie sehr sich Grapholog und Grapholog unterfche den, wenn er sieht, wieviel müh. felige, mehrstündige Arbeit und wieviel Nerven es unter Umständen toftet, um allein ein einziges, zuverlässiges Gutachten über eine Handschrift zu erlangen. Berwertet toch die moderne Graphologie be ihren Gutachten die Ergebnisse der Plychologie, ber Pinchoanalgfe und gemisse Grundfäße der Physiognomit. Bei diefer Gründlung stimmte freudig den Ausführungen der Diskussionsredner zu, lich leit ist die Treffsicherheit der Charatteranolyfe überraschend volltommen und die Bedeutung eines auf diese Weise erhaltenen Gutadytens außerordentlich groß. Bon hier aus ist die vielseitige prat. tische Verwertung ber Graphologie möglich geworden. So haben heute eine ganze Reihe großer Industriewerbe eigens angefbellte Berufsgraphologen figen. allen voran die Siemens- SchudertWerte, die die eingehenden Personalbewerbungen zu begutachten haben. Denn die wichtigsten Charaktereigenschaften wie Bertrauens würdigkeit und Strebsamkeit, die Arbeitseigenschaften als da find Fleiß, Tatkraft und Zuverlässigkeit me auch die Intelligenz und Anpassungsfähigtet vermag der Graphologe mit ziemlicher Sicherheit, natürlich innerhalb gewisser Grengen, festzustellen. Die Unlage zur Bergessen Sie Jonce und die Ehe für eine Weile! Das Leben birgt Größeres. Gehen Sie hin und machen Sie meinetwegen eine Revolution oder fällen Sie Bäume in Kanada oder be tehren Sie Kannibalen zum Christentum oder Christen zu einem höheren Ehrbegriff, irgendeine gute, gerade, saubere, männliche Aufgabe, die nichts zu tun hat mit der ewigen weich lichen und füßlichen Frage von Liebe und Kunigunde. Ber: geffen Sie das einmal, Sie Ritter von der traurigen Gestalt!" Aber Bertram schüttelte den Kopf. Matur bleibt Natur. Sie läßt einem feine Ruhe. Sie quält und quält." Die heute von der Deutschnationalen Boltspartei einberufene öffentliche Wählerversammlung protestiert gegen die demagogischen, volfsverhehenden, republitschädigenden Ausführungen des Herrn Geisler. Die Versammelten erklärten vielmehr, daß sie gewillt sind, alle Kräfte für die Erhaltung der Deutschen Republit einzusehen, und daß fie am 7. Dezember nur republikanisch wählen werden." 30. Bertrams Elternhaus. Er fiel in Geftalt des kleinen rosa Um halb neun Uhr morgens traf ein Donnerschlag Umschlages, und das Telegramm war an Bertram adressiert und fam aus Dublin. Erslehe Baters Einfluß. Susan." ,, Dennis zum Tode verurteilt. Hinrichtung Mittwoch. über, der die Morning Post las. Seine Mutter schenkte den Bertram saß gerade beim Frühstüd seinem Vater gegen Kaffee ein und fah, wie Bertram scharf den Atem einsog. ,, So lassen Sie sich nicht quälen! Zertreten Sie den Gie mich an! Eine Kleopatra und doch untadelig wie Cafars fie fleinen Teufel! Sagen Gie: Hinweg du Bampyr! Sehen Cäsars Weib!" Sie heiterte ihn auf, und schließlich steckte etwas Wahres Herz und Kopf reißen. Arbeiten! Gut, er schrieb Artikel für in ihrer Auffassung. Er mußte den Gedanken an Joyce aus die Neue Welt". Das half vergessen. so weise, trotz ihrer tecken Rede- und Dentweise ihn gerade Und doch geschah es, daß diese Janet, so heiter, so gütig, in der Weise zu beunruhigen begann, die er zu vermeiden wünschte. und die sie so verspottete. Eines Abends regte fie ihn auf, als fie unvermittelt fagte: Schade, Ritter Treu, daß Sie mich nicht geheiratet haben statt 3once. Ich verstehe Sie beffer. Und Sie waren doch der Bring meiner Träume in den Tagen, da Sie mich in Kensington Gardens füßten." Und das sagte sie plöglich in der ihr eigenen fachlichen Weife. Er war so feltfam verwirrt, daß er faum etwas zu fagen wußte. Bu spät!" war alles, was er sagen konnte, und dann lachte er nervös. Und wieder regte sie ihn auf, wenn sie abends auf einem Schemel zu feinen Füßen faß, ihren Kopf an feine Rnie gelehnt. Er hatte es sehr gern, es war so fameradschaftlich und schwesterlich, aber er war nur ein Mensch und von seiner Frau getrennt, und fein förperloser Geist. Aber eines Abends, als er sich verabschiedete, hielt sie ihm ihr Gesicht zum Kusse hin und sagte:„ Ein teuscher Gruß, Ritter Treu! Warum denn nicht?" Er füßte sie, und es tat ihm wohl in seiner Einfamfelt. Aber fein Gewiffen war nicht ruhig, denn er wollte Joyce, wenn sie auch lieblos gegen ihn war, die Treue halten und ebenso Chrifty, der sein Freund war und Janet liebte. Als er diefen Abend heimging, sprach er laut sein altes Bort vor sich hin: Wie schwer ist doch alles!" sein Entfegen bemerkt hatte. " Bertram," fagte sie leise, schlechte Nachrichten?" Schon war er versucht, sie zu belügen, aber er fühlte, daß Reine guten," sagte er.„ Es ist über Sufans Gatten." ,, Der junge Taugenichts?" fagte sein Vater und blickte von der Zeitung auf ,,, in was für eine Infamie ist er jetzt wieder verwickelt?" Bertram las nun das Telegramm laut vor. Der Bater ließ die Morning Post sinken. Ich würde zu retten, wenn er ein Sinnfein- Mörder wäre. feinen Finger rühren, um meinen eigenen Sohn vom Strid Mann deiner Tochter," sagte Bertram ,,, die Verwandtschaft ist immerhin ziemlich nahe." ,, Er ist der Bu nahe," sagte Michael Pollard. Susan hat ihren Namen durch diese heimliche, schandbare Heirat entehrt. Ich perzeihe ihr niemals. Ihr Name darf in meiner Gegenwart nie mehr genannt werden," Er nahm die Zeitung wieder auf und gab vor, ruhig weiterzulesen. Aber seine Hand zitterte so, daß das Papier Pnifterte. ,, Michael!" sagte seine Frau ,,, ich flehe dich an, um unserer lieben Susan willen. Ich war dir immer eine ergebene Frau. Ich sehe dich an, verwende allen Einfluß, um Gnade für diesen mißleiteten jungen Mann zu erwirken. Sie war aufgestanden und Bertram sah, wie tödlich erregt sie war. Plöglich hatte das Alter fie gezeichnet, und sie erschien sehr alt, sehr zart und gebrechlich. Sein Bater ließ die Zeitung sinten, und auch er schien bestürzt über das Aussehen und die Worte seiner Frau. ,, Meine liebe Frau," sagte er, dus Unglüd trifft dein armes Hera schwer durch den Wahnsinn unserer Kinder. Aber ich fann in dieser Sache nichts tun, felbst wenn ichs wollte. Benn dieser Mensch vom Kriegsgericht verurteilt worden ist, so ist er des Mordes schuldig und muß die Strafe des Mörders erleiden. Meine Macht tann ihn nicht retten." ( Fortsetzung folgt.) Auf der Menschenfagd. Ein Stellenvermittlerprozeß. Bor mehreven Monaten schilderte der Borwärts, wie in Berlin milde Stellenvermittler förmliche Ja gden auf Arbeitslose veranstalten, die sie als Landarbeiter verschicken mollen. Einen Ausschnitt aus diesem Treiben dürfte jetzt ein um fangreicher Strafprozeß geben, der vor dem großen Schöffengericht Berlin- Mitte( Abteilung 209) unter Vorsitz des Amtsgerichtsrates Wartenberger gestern begann und voraussichtlich eine Woche dauern wird. Es handelt sich um Straftaten verschiedener Art. Die Anklage spricht von Versiößen gegen das Stellenvermittlergeleh, Bermittlungen ohne Konzession, Vermittlung ausländischer Arbeiter, übertriebenen Vermittlergebühren, Betrug bei der Nachweisung von Arbeitern bzw. Beihilfe zu solchem B: trug. Nötigung und Be leidigung eines die Vermittler fontrollerenden Beamten des Arbeitsamtes Friedrichshain. Angeklagt sind: Gewerbegehilfe, Julius Lienemann, Schanfwirt Wilh. Knobel, Angestellter Daniel Semenyna, Angestellter Mar Hoffmann, Stellenvermittler Wilh. Engel, Stellenvermittler Ignaz Gabriel, Stellenvermittler Felix Nowa d. Zu dem Prozeß ist ein halbes Hundert Zeugen geladen, auch mehrere Sachverständige. Unter ihnen sind. Beamte und Angestellte des Arbeitsamtes Friedrichshain, das fich bemüht hat, die besonders in der Gegend des Schlesischen Bahnhofes betriebene wilde Stellenvermittlung zu unterbinden. Die Angeklagten Lienemann, Engel, Semenyna und Gabriel wurden aus der Untersuchungshaft oorgeführt. Nowad, der aus geblieben war und sich mit ruhrartigem Darmtatarrh entschuldigt hatte, wurde durch einen Schupobeamten aus seiner Wohnung hers beigeholt. Engel, Gabriel und Nowack haben Borstrafen wegen Vergehen gegen die für Stellenvermittier bestehenden Vorschrif.en. Die Bernehmung der Angeflagfen fonnte zunächst nur ein allgmeines Bild geben; die Enzelheit n, die den verschiedenen Angeklagten zur Laft gelegt werden, sollen bei der Vernehmung der Zeugen zur Sprache femmen. Hauptangeklagte ist der jetzt 36jährige Lienemann, der manches versudt hat( in jüngeren Jahren wollte er Lehrer werden) und unter anderem mehrfach auch auf dem Gebiet des Arbeitsnachweises und des Stellenvermittlungsbetriebes tätig gewesen ist. 1922 griff er den Gedenten auf, aus alten Vorschnittern einen Reichs bund deutscher Aufseher und Borschnitter" zu grün en, der hauptsächlich Arbeitsvermittlung für die Mitglieder betreiben sollte. Lienemann lud 14 Leute ein, Der Bund wurde gegründet, aus den 14 Mann wählte man die nötigen sechs Vorstandsmitglicter und Geschäftsführer murde Lienemann. Der Bund sollte in Wettbewerb mit einem schon bestehenden Verband der Vorschnitter treten, ten der Vermittler Gabriel, leitte. Während Cabriels Verband haup fächlich ausländische Schnitter zu Mitgliedern hatte, betonte Lienemanns Bund das„ Deutsche". Dieser, sollte( wie ein Beure fagte) e ne Organisation in treuem deutschen Sinne" fein, und fein Statut sprach von„ national gesinnten dertschen Aufsehern und Vorschnittern". Um die Stellenvermittlung zu be treiben, schloß man e'nen Vertrag mit einer fongeffionierten Stellenvermittlerin, Frau Rusch, die die Eache machte. Lienemenn erhielt anfangs 10 Proz. der Einnahmen des Bundes, als aber beim Bund die Abicilura für Arbeitsvermittlung g: fchaffen war, gingen 10 Proz. der Einnahmen dieser Abteilung an den Bund, 30 Broz an die Vermittlerin Rusch, 30 Proz. an Eracl, der seine Räume im Hause Am Schlesischen Bahnhof 5 heroab, und 30 Proz. an Lienemann als Geschäftsführer. Aus dicsen Ante ten bezahlte Engel feinen Angestellten Semennra und Lienemann, feinen Angestellten Hoffmarn. Nachfolger en manns im Amt des Geschäftsführers wurde Knobel. der früher Vorschnit er gewesen war und damals ene von Vorschnittern viel besuchte Schantwirtschaft hatte. Bor Gericht sagte Lienemann, daß Knobel feinen Verband zu führen vermochte, aber auf die Vorschnitter Eindrud machen fonnte. Knobel gab in feiner Bernchmura zu, daß er fast alle Arbeit von Hoffmann beforgen ließ. Einen scharfen Kampf gegen Lienemanns Bund führte Gabriel mit seinem Berband, und mehrfach wurde von ihm Lenemann megen l'ebertretungen angezeigt. Aber auch Gabriel. felber wird zur Last gelegt, daß er in feinem Stellenvermittlungs betrieb sich gegen die Geseze vergangen hat. Dasselbe gilt von Nomad, der in seiner Vernehmung unter anderem erfiärte, die von der Antsage als zu hoch bezeichnete Vermittlerebühr von 75 M. fei eigartlich gar te'n Geld" weil davon viele Spefen abaingen. Die Beweis aufnahme brachte zunächst die Aus'aze des Bolizeiaffiftenten Gulat, der die wilden Vermittler zu beobachten hatte. Er ist auch auf Lienemann gestoßen, der ohne eigene Ronzession arbeitete und Ausländer vermittelte. Lienemann beschäftiate cinen früheren Arzt, den Gulat als Schlepper bezeichnete. Dann wurden cinige der Vorschnitter vernommen, die an der Gründung des Bundes beteiligt gewesen waren. Eine Hauptperson unter den Gründern war Borschnitzer Bifchtopp, der vor Gericht von dem„ treuen deutschen Sinn" sprach. Im Bund hatte er den provisorischen Vorsig. Beuge Fischer, der sich landwirtschaftlicher Aufseher nennt, war Schriftführer im Reichsburd. diesem Amt eigentlich zu tun hatte. Ein Vorschnit'er Thom al: lad, der einmal Lienemanns Vermittlung zur Be schaffung von Schnittern in Anspruch genommen hat, schilderte, wie es ihm dabei erqing. Als er auf der Schnitterfuche nach Berlin fam, wurde er auf der Straße angehalten( von Seme nyna, wie er vermutet) und zu Lienemann gebracht, wo er aud) einen„ Herrn Doktor", jenen früheren Arzt, kennen lernte. Man versprach ihm Leute mit wenig Kindern, aber als Thomallad die Kolonne auf dem Anhalter Bahnhof in Empfang nehm, um fie nach dem Merseburgischon zu seinem Gutsbefizer zu bringen, waren es 25 Erwachsene, darunter fünf oder sechs hochschwangere Frauen, und dazu nicht weniger als 20 Rinder, die er mit in den Rauf nehmen" mußte. Bei der Ankunft dieser Kolonne nannte der Gutsbesitzer seinen Vorschnitter Thomallad mütend einen„ Ochfen", und es zeigte sich tann bald, daß unter den 25 Leuten nur die Hälfte mirtliche Schnitter waren. Bor Gericht fogte Lienemann, die Leute feien ihm durch den Doftor" aus dem Asyl herangeschafft worden. Die Berhandlung wird heute fortgefeßt. Er fonnte aber teine rechte Angabe darüber machen, was er in Großfeuer entstand gestern nachmittag 2 Uhr bei der Firma Dr. Offermann, Heidestr. 34, durch Uebertochen von Fett. Der Brand brach im ersten Stockwert aus und verbreitele sich in furzer Zeit über das ganze einstöckige Gebäude, das vollftändig ausbrannte. Die Feuerwehr gab aus vier Rohren Wasser und war über eine Stunde tätig. Bei den Löscharbeiten verunglückte der Feuerwehrmann August Schwenger; er erfitt einen Echädelbruch sowie Bruh beider Arme. Sch. wurde in die Charité gebracht. Zur Absperrung mußten 150 Schupobeamte herangezogen werden. Die unterirdischen Benzintankanlagen blieben unversehrt. Der Er ch Rathenau- Peis für Förderung und Erforschung der Behand lung von erstrantheiten ist von der medizinischen Fakultät der Universität Berlin dem Arzt Dr. Georg Hauffe, Berlin- Wilmersdorf, verliehen worden. Oeffentl. Wählerkundgebungen war das Schöffengericht Charlottenburg zu der Ueberzeugung ge tommen, daß fich eine völlige klärung des Sachverhalts nicht herbeis führen laffe, und hatte, entgegen dem Antrage des Staatsanwalts, gesprochen. Dagegen hatte der Staatsanwalt Berufung ein= gelegt, die nunmehr zur Berhandlung gelangte. Der Staatsanwalt beantragte diesmal zwei Jahre Gefängnis, da sich die Fahrlässigkeit des Angeklagten als eine noch größere herausgestellt hätte. Die Verhandlung endete damit, daß der Angeklagte zu einem Jahre Gefängnis verurteilt wurde. heute, Dienstag, den 2. Dezember, abends 7/2 Uhr der auf ein Jahr Gefängnis lautete, den Angeklagten frei. mitte: 6. Ubt: Büttner, Schwedter Straße 23. Tiergarten: 8. Abt.: Nationalhof, Bülowstraße 37. Prenzlauer Berg: 24. und 25. Abt.: Oberrealschule Pasteurstraße 44/45. Friedrichshain: 34. 26t.: Comeniusfäle, Memeler Straße 67.; Kreuzberg: 46. Abt.: Schulaula Görliger Ufer 2. Charlottenburg: 52. und 53. 26t.: Gemeindeschule Wiebestraße, Eingang Neues Ufer. Spandau: Paradiesgarten, Seegefelder Straße. Niederschönhausen: Schloß Schönhausen, Lindenstraße 11. Rosenthal: Schneider, Hauptstraße. Wittenau: Fritz Schulz, Oranienburger Straße 88. Tagesordnung: Wähler, entscheidet Euch! Redner: Clara Bohm- Schuch, Bartels, Dr. Freund, Hirsch, Ad. Hoffmann, Lempert, Lüdemann, Otto Meier, Wermuth, Hedwig Wachenheim. Oeffentl. Frauenkundgebungen Ein Apostel der Liebe". Schwere Bluftat eines Leiermannes. Ein aufregender Borfall spielte fich gestern mittag auf dem Hofe des Hauses Immanueltirchstr. 6 ab. Dort erschien um aus der 12% Uhr der Drehorgelspieler Wilhelm Krey Butbufer Straße 11 mit seinem Leierfaften, um feine Lieder vorzutragen betrat der Hauptwacht. Während er spielte, betrat meister der Schußpolizei Elshinger den Hof, auf dem der Beamte wegen der Viehzählung zu tun hatte. Er trat auf den Drehorgelspie'er zu und forderte ihn auf, feinen Ausweis zu zeigen. Krey griff darauf unter die Decke, die den Kasten der Drehorgel verhüllte, zog einen Revolver hervor und gab auf den Hauptwachtmeister rasch hintereinander 5 Schüsse ab, die dem Beheute, Dienstag, den 2. Dezember, abends 71/2 Uhr: cmten in den Kopf und an anderen Stellen des Körpers trafen. Hier. Neukölln: Aula Kaiser- Friedrich- Straße 208. Lichtenberg: Aula Mittelschule, Marktstraße 10. Tagesordnung: Wählerinnen, entscheidet Euch! Redner: Marie Juchacz, Wilh. Landa. Beamten- Versammlung heute, Dienstag, den 2. Dezember, abends 72 Uhr: Tempelhof: Schulaula Werder Straße, Ede Friedrich- WilhelmStraße.- Thema: Beamtenschaft und Republik. Referenten: Landgerichtsrat Genosse Ruben, Polizeisekretär Genosse Hildebrandt. Oeffentl. Wählerkundgebungen Mittwoch, den 3. Dezember, abends 7/2 Uhr: Prenzlauer Berg: 27. Abt.: Aula Sonnenburger Straße 20. 26. und 28. 2bt.: Büttner, Schwedter Straße 23. Charlottenburg: Hohenzollern- Festfäle, Berliner Straße 105. Wilmersdorf: Biftoriagarten, Wilhelmsaue. Marienfelde: Haselof, Berliner Straße 114. Zehlendorf: Lindenpart, Zehlendorf- Mitte, Berliner Straße. Neukölln: Neue Welt, Hasenheide( großer Saal). Lichtenberg: 114. u. 116. 2bt.: Logenkasino, Knorrpromenade. Friedrichsfelde: Tempel, Prinzen- Allee 30. Tegel: Strandschloß. Waidmannsiuft: Arlt, Waidmannstraße. Tagesordnung: In lehter Stunde. | auf zog Kren einen zweiten Revolver unter der Decke hervor und feuerte aus diesem sämtliche 5 Schüsse auf Elshinger ab, so daß er im ganzen elfmal auf den Hauptwachtmeister schoß Elshinger griff ebenfalls zur Waffe und schoß fechsmal auf Kren, der durch die Schüffe leicht am Kopf und om Oberschenkel gestreift wurde. Inzwischen waren sowohl Hausbewohner als auch die Kameraden des schwer getroffenen Haupt wachtmeisters herbeigeei't, und ihren vereinten Kräften gelang es, den Drehorgespieler festzunehmen. Er wurde als StaatsgefangeEs besteht ner in das Krankenhaus in der Scharnhorststraße gebracht. Dorthin schaffte man auch den schwerverletzten Hauptwachtmeister Elshinger, deffen Verwundungen lebensgefährlich find. faum Hoffnung, ihn am Leben zu erhalten. Der Drehorgelspieler Kren ist in der Gegend auf der Wache schon seit längerem bekannt. Er spielt die Rolle eines Friedensapostels und predigt immer die Liebe. Schon früher einmal hatte man sich seinen Drehorgelfasten näher angesehen und darin zwei geladene Revolver gefunden, die ihm abgenommen wurden. Wegen einiger anderer fleiner Bergehen war er mit mehreren Wochen Gefängnis bestraft worden. Bei der Vernehmung behauptete er, alles nur im Traume getan zu haben. Um die Vergnügungsffeuer. Der Steuerausfuß der Stadtverordnetenversammlung verhandelte gestern erneut über die Bergnügungesteuer. Es wurden die Vertreter der Spremtheater, einschließlich der Revues und Operettenbühnen sowie die Vertreter der Organisation der Varietés und Kabarett- Unternehmungen gehört. Die Verhandlungen fonnten gestern nicht zu Ende geführt wer den und wurden auf heute vormittag berta at. Infolgedessen fönnen auch die Verhandlungen über die Vergnügungssteuer der Lichtbildtheater erst in der heutigen Sigung zum Abschluß gebracht werden. Redner: Rob. Breuer, Crispien, Heßschod, Adolf Hoff- tatt. Es batten fich hierzu zahlreiche Leidtragende, die Angehörigen mann, Kuttner, Leid, Otto Meier, Stampfer, Gerhart Seger, Hedwig Wachenheim, Zubeil. Außerdem sprechen noch in der Neuen Welt, Hasenheide, in Charlottenburg und in Wilmersdorf die Genoffen Dr. Otto Bauer- Wien und Fleißner- Dresden. Bernau: Mittwoch, den 3. Dezember, abends 7% Uhr, im Elysium. Tagesordnung: Die Schidfalsfrage an das deutsche Boll. Die Belfehung des von Mörderhand erfchoffenen Bolizeiwachtmeifters Bruno Fischer fand am Montag im Nebel der November dämmerung auf dem neuen Garnisonfriedhof in der Haienbeide des Ermordeten und mehrere Sundert Teamte der Schuß- und Kriminalpolizei eingefunden. Im Auftrage des Polizeipräsidiume war Bolizeivizepräsident Moll eridienen, ferner der Kommandeur der Saußpolizei, Obert Kaupifch und Oberst v. Brunn. Jm Auftrage der Kriminalpolizei erwiesen Inipettor Klinthammer und Kommissar Koht dem Toten die letzte Ehre. 2977 Eisenbahnunglück bei Augsburg. Die Reichsbahndirektion Augsburg teilt mit: Infofae plöklichen Bersagens Geffentl. Beamten- Versammlung agens der an der Ueberfanbleitung der an die Amper- Werte -Mittwoch, den 3. Dezember, abends 7 Uhr: Aula des Leffing- Gymnasiums, Banfstraße 19. Thema: Die Beamten und die Partei. Referenten: Ministerialrat a. D. Genosse Falkenberg, Stadtrat Genosse Fuhs. Die Todesfahrt auf der Avus. Die Frage, welche Geschwindigkeit für Autos auf der Apusbahn zulässig ist und die für Autofreise von höchstem Interesse ist, wurde gestern vor der zweiten Großen Straffammer des Landgerichts III erörtert. Am 7. Juli wurden, wie erinnerlich, die Brüder moramik, die auf einem Motorrade fuhren, von dem Kraft. fahrer Niemczewsti mit einem von ihm gesteuerten 80 pferd is gen holländischen Wagen von hinten überfahren. Einer der Brüder Morawih wurde auf der Stelle getötet, während der andere erst jetzt von seinen furchtbar schweren Verlegungen soweit wiederhergestellt worden ist, daß er aus dem Krankenhause entlassen werden konnte. Er war aber nicht imstande, an Gerichtsstelle zu erscheinen. Niemczewski hatte sich auf einer Schwarzfahrt befunden. zu der er Bekannte eingeladen hatte, und er hatte das rafende Tempo von 100 Kilometer Stundengeschwin= digteit eingeschlagen. Troß einer umfangreichen Beweisaufnahme Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 2. Dezember. angeschloffenen elektrischen Sionalbeleuchtung der Station Haspel moor überfuhr der Schnellzug Frankfurt a. M.- München genen 6½ Uhr das Einfahrtssignal bei diefer Station und fuhr einem ausfahrenden Güterzug in die Flanke. Dabei murde der Packwagen des Güterzuges zertrümmert. Der 3ugführer des Güterzuges fam in dem brennenden Wagen ums Leben. Vom Schnellzun find drei Reisende leicht verlegt worden. Die Verkehrsstörung ist im Laufe der Nacht beseitigt worden. Fünfzehn Jahre Zuchthaus für einen Mörder. Der schottische Korporal George Nalliday ist wegen Ermordung eines dentichen Mädchens in Köln vom englischen Kriegsgericht zu fünfzehn Jahren 3uchtbaus verurteilt worden. Das Urteil wurde vom Oberkommandierenden bestätigt. Maffenerkrankungen in einer Dresdener Strafanfalf In der Gefangenenanstalt Tresden I find zahlreiche Gefangene beiderlei Geidlechts unter heftigen Magenbeschwerden erkrankt, so daß die Ueberführung einer Anzahl Kranker in das Krankenbaus Friedrichstadt erforderlich war. Man glaubt, daß die Erkrankungen auf verdorbene Lebensmittel oder£ rintwaffer zurückzuführen sind. Bierzehn Seeleute erfrunten. 8ivei Salubben find nach einer Meldung aus Madrid im Hafen von Fort Coruna im Sturm untergegangen. Bierzehn Mann der Besagung sind ertrunken. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berl. Funkkapelle).end 6.40-7.30 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule. Abteilung Bildungskurse der Funkstunde. Literatur und Kunst. 6.40 Uhr abends: Prof. Colson: Französische Literaturgeschichte"( in französischer Sprache). 7.10 Uhr abends: Dr. James Simon: Die Sonate". 8 Uhr abends: Theaterfunk( Theodor Kappstein). 8.30 Uhr abends: Münchhausen- Abend. 1. a) Schlachtfeld am Barenberg, b) Der Nobiskrug, c) Ballade von Brennesselbusch, d) Graf Egisheim, e) Gottes Gnade( Balladen des Freiherrn Börries von Münchhausen, gesprochen vom Dichter). 2. a) Lebensbüßer( op. 7, Nr. 1) Schmalstich), b) Märchen( op. 47, Nr. 2) Schmalstich, c) Der alte Herr, Hans Hermann, d) Alte Landsknechte, Hans Hermann ( Kammersänger Leo Schützendorf von der Be.liner Staatsoper). 3. a) Der Todspieler, b) Die Trommel der Ziska. c) Das Sonett des Petrarca, d) Die klugen Kleider( Freiherr Börries von Münchhausen). 4. a) Königin von Fanchon. Victor, b) Der Page von Hochburgund, v. Woikowsky, c) Die vertauschten Frauen. Biedan, ( Kammersänger Leo Schützendorf). Am Schwechten- Flügel: Otto Urack. Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten, Theaterdienst. Jugendveranstaltungen. Achtung, Abteilung letter! Wir bitten unfere fchriftlichen Mahnungen unbedingt zu beachten. Abteilungs- Mitgliederversammlungen. Heute, 7% Uhr: Buchholz. Lofal von Roffad, Hauptstr. 71. Mariendorf. Alte Schule, Dorfstr. 7. Moabit II. Schule am Stephansplat. Vortrag: Rifotin und Altobol." Neukölln III. Jugendheim Nogatstr. 53. Neukölln IV: Lofal gum Barwinkel", Steinbodstr. 21. Neukölln V. Jugendheim Schierle straße 44. Neukölln VI. Schule Kaiser- Friedrich- Straße 4. Nordost I. Schule Böhowftr. 40. Nord. Bortrag: Die Entwidlung des Theaters." pft II. Danziger Straße 62/63( Barade). Vortrag: Swed und Siele." Nordring. Vorwärtsspedition, Greifenhagener Straße 21. Bortrag: Alfohol und Nilotin."“ Bankow. Jugendheim Breite Etrafe 32. Prenzlauer Vorstadt. Schule Danziger Straße 31. Rosenthaler Vorstadt. Landgemeinde baus 23. Schöneberg I. Jugendheim Rubens. Ede Hauptstraße. Schön. hauser Vorstadt. Schule 3bfenftr. 17. Senefelder Bicrtcl. Badeanstalt Steglis L. Jugendheim Albrechtstr. 47. Südost Oberberger Straße 57. G.-V. Schule Görliger Straße 51. Wannsee. Schule Charlottenstraße. Weihensce. Realgymnasium, Woeld Kurfürstenstr. 141.- Wilmersdorf. promenade. Bortrag: Die Rebolution bon 1918." Westen. Baugewerfschule Jugendheim Hildegardstraße 4. RAY- SEIFE GU Arbeiter- Sport Arbeitersportler, tut eure Pflicht! Aufs neue ist die insbesondere in den Deutscmationalen perförperte Reaktion am Werke, entscheidenden Einfluß auf die Geschicke des deutschen Boltes zu erlangen. Sollte dies gelingen, so wird die Halb- und- Halb"-Fraktion gange Arbeit mit den Boltsrechten machen, sie wird vor allem den Kulturorganisatio. nen ihre ganze Macht fühlen lassen. Wer dies verhindern will, der gebe seine Stimme der Partei der deutschen Arbeiterschaft, der Sozialdemokratie die einzig und allein in zielbewußter Weise die Intereffen des Gesamtproletariats vertritt. Die Sozial demokratie hat dem Arbeitersport zum gleichen Recht in der Republik verholfen. In Gemeinschaft mit den Gewerkschaften, den Konsumgenossenschaften und sämtlichen Kulturorganisationen wird sie auch in Zukunft alles aufbieten, um die freie Entwicklung des Arbeitersports zu gewährleisten. Aber die Forderungen des Arbeitersports auf freie Ent. micklung der Körperpflege und der Leibesübungen fönnen nicht durch revolutionäre Phrasen und Kindertrompetentonzerte durchgesetzt werden. Sie fönnen nicht verwirklicht werden durch eine unsinnige Butschpolitik, die mit den Völkischen und anderen Reaktionären an cinem Strange zieht, um die Republik und damit auch unsere Errungenschaften zu stürzen. Dem Arbeitersport tann die Verfröftung auf die Weltrevolution ebensowenig helfen wie die Vertröftung auf das Jenseits. Der Arbeibersportler darf weber die Reaktion, noch ihre Ste gbügelhalter, die Kommunisten wählen. Wer positive Arbeit in Gemeinschaft mit den anderen Organisationen der Arbeiterschaft haben will, wer den Einfluß der organifierben Arbeiterschaft auf die Deutsche Republik und das preußische Staatswesen stärken will, der wähle am 7. Dezember die sozialdemokratische Lifte. Turnen der Aelteren. In der Jugend springt und läuft der Mensch, weil es ihm ein natürliches Bedürfnis und zu seinem Wohlbefinden erforderlich ist. Mit dem Beginn der Berufsarbeit ändert sich dies bei den meisten Menschen. Gerade dann, wenn der Körper einer allseitigen Ausbildung am meisten bedarf, glaubt man Gymnastit nicht mehr nötig zu haben. Dabei ist die Berufsarbeit fast immer einseitig. Die geistigen Arbeiter verfümmern, wenn sie feine Leibesübungen treiben, förperlich besonders start, weil es nicht alle mit Goethe halten, der auch fleißig Leibesübungen trieb. Deshalb stellt man sich die Figur eines Professors auch nicht als Idealgestalt, sondern als förperlich schwächlich vor, und dies dürfte auch in den meisten Fällen zutreffen, wo die geistige Arbeit nicht durch planmäßige Gymnastit ergänzt wird. Bei den Bureau- und Fabritarbeitern zeigen sich aber die gleichen Symptome. Da alle Berufsarbeit den Körper nur einseitigin Anspruch nimmt, so verfümmern die anderen Teile und es entbehen grobe Mißbildungen. Gegen diese Einseitigkeit wehrt sich der Körper. Wer längere Zeit gebeugt über den Schreibtisch gefessen hat, fühlt Schmerzen im Kreuz, er steht auf und recht den Körper, um die Lähmung der bei der Arbeit nicht beschäftigten Körperteile zu beseitigen. Die Tischler, Schmiede und ähnliche Berufe haben besonders einseitige Tätigkeit, und doch turnen sie nur in verhältnismäßig geringer Zahl. Das Hauptargument:„ Ich turne schon bei der Arbeit genug und muß abends meine müden Knochen ruben!" zeugt von einer vollkommenen Verkennung der Ursache Warum fühlt sich der Schreiber der Ermüdungserscheinungen. wieder wohler, wenn er den ganzen Rörper gestreckt hat? Weil er bamit eine, wenn auch primitive Turn übung gemacht hat. Ebenso geht es dem gebeugt über der Hobelbank arbeitenden Tischler usm. Beim Schreiber wie beim Schwerarbeiter stellen sich die Schmerzen meist in den Muskelpartien ein, die nur sehr wenig benußt werden. Die Beseitigung dieses Uebelstandes ist daher nur möglich, wenn auch die schwachen Muskeln in Bewegung gebracht werden. Auch die untätigen Muskeln verlangen nach Arbeit und Bewegung, denn: was raftet, das rostet! Bewegung ist Leben und Kraft zugleich. Alle Arbeiterturnvereine haben Altersriegen eingerichtet, in Denen Mitglieder über 35 Jahre aufgenommen werden. Wer das Borstehende als richtig anerkennt, der nehme an den möchentlich einmal stattfindenden Uebungen beil. Wer aber an der Richtigkeit zweifelt, der mache die Probe aufs Erempel. Auf dem gleichen Turnfaal turnen freilich auch Jüngere von 18 Jahren an, aber das braucht niemanden zu genieren. Die Altersriege will feine Kunstturner heranbilden, sondern Gesundheitsturnen treiben, einfache Uebungen, die auch jeder Anfänger, auf den übrigens besonders Rücksicht genommen wird, ausführen kann. Vielleicht stellt sich nach dem ersten und zweiten Abend ein flein wenig " Turnfieber" ein, aber laß dich dadurch nicht abschrecken! Am dritten Abend ist's sicher vorüber und dann spürst du die ganze Wohltat und das allgemeine Wohlbefinden. Du wirst wieder jung. weil endlich Die ganze Körpermaschine tüchtig arbeitet und nicht mehr einzelne Teile rosten. Am 18. Januar nächsten Jahres werden die Arbeiter turner der ganzen Provinz Brandenburg in der Turnhalle Prinzenstraße zusammenfommen, um ein großes Schauturnen abzuhalten. Dort werden wieder 60- und 70jährige zur Stelle sein, glaube also teiner, daß er zu alt" ist. Auch dieses er ste große Schauturnen der Alten soll nicht ein Kunstturnen werden, sondern eine Propaganda für den Volfssport der Welteren. Wer diese Bestrebungen unterstützen will, der werbe für die„ Altersriege GroßBerlins"! Der Arbeiterschwimmsport im Berliner Westen. Fußballresultate vom Sonntag. Norden: Alemannia- Finomtal 4: 1. Teutonia- Pantom 08 2: 0. Vorwäris- Henningsdorf- Velten 0: 2. Nordista- Minerva 2: 1. UnionBantom- Wader 20 1: 4. Staaten Fichte- Gesundbrunnen, 2: 1. Bernau Helvetia 6: 4. 2bler 12- FT. Nauen 9: 0. RathenomSV. 24 0: 2. Spandau HSV Nord 6: 1. Often: JBC.- Adlers. hof 3: 2. Germania- Alt- Glienide 2: 2. Sparto- 2- Brandenburg 02 1: 0. BSB. 22- Sparta- B. 4: 1. Merkur- Frisch- Frei 0: 5. Las dorf- Lichtenberg II 0: 6. Ronfordia- Fichte SD. 1: 3. Lustig Fibel- BFB. 1: 2. Friedrichshagen- Lichtenberg III 4: 5. SerthaWeißensee 1: 0. Astania- TBC. 4 1. Südwesten: Hertha- Ludenwalde- Steglitz 4: 0. Brandenburg a. d. H.- Teltow 9: 1. Schöne berg- Britannia 7: 2. Nowames Wilmersdorf 1: 2. NeuköllnRüftig- Vorwärts 1: 0. Frisch- Auf- Ludenwalde- Stern 2: 1. BC.Moabit Fortung 6: 2. Woltersdorff- Ludenwalde II 3: 1. Fußballring- Berolina 1: 2. Ringtampfturnier im Bantamgewicht. Die Sportliche Bereinigung erb Ovenfattet am Connbag, den 14. Dezember- cr., in der Sporthalle Chriftburger Str. 7( Prenz lauer Allee) mit Genehmigung der freistedmifchen Rommiffion ein Ringlampf. turnier im Bantamgewicht( Grenze 115 Bfund). Bon jedem Berein bann hieran ein Bertreter teilnehmen; Abwiegen der Ronkurrenten: 15 Uhr, Be ginn der Rämpfe: 5 Uhr. Ausscheidung erfolgt bei 2 Niederlagen, 1 NiederLage und 2 Unentschieden, 3 Unentschieden. Dem ersten Sieger ftiftet die Ber einigung ein Paar gute lederne Ringerschuhe, dem zweiten Sieger ein finni sches Ringertrifot. Startgeld wird selbstverständlich nicht erhoben. Meldeschluß Sonnabend, den 6. Dezember er. Meldungen find an ben technischen Leiter R. Heising( N. 58, Gleimstr. 38) zu richten. Da es wohl jedem Berein möglich ist, einen Bantamgewichtler zu stellen, so wird balbige Meldung aller Brudervereine erwartet. Eventueller Erfagmann fann ebenfalls gemeldet werden. Wir bitten zu beachten, daß das Turnier vom Sonnabend, den 13., auf Sonntag, den 14. Dezember, verlegt worden ist! * Rürzlich veranstaltete bee stingiport- Beretz Segel 08 einen Bettstreit um die Bereinsmeisterschaft 24/25 im Ringen, Seben und Boren in der Männer-, Jugend- und Schülerabteilung. In der Schillerklasse über 80 Pfund Rörpergewicht 1. Preis Seinz Serb ft. Unter 80 Bfund Er. Gwy talla. Jn der Jugendabteilung tonnte W. Unger der ersten, Frig Behrend den zweiten Plaz befeßen. Im Federgewicht blieb nach harten, mit guter Technit durchgeführten Rämpfen der Rollege Karl Schneider Sieger. Im Leichtgewicht behauptete der Rollege G. Rurth, im Mittelgewicht Rollege W. Bela den ersten Blag. Im Seben gelang es dem befannten Bantamgewichtler R. Batfchonther im Berhältnis au seinem Rörpergewicht die höchfte Bunktzahl zu erreichen. Aus der Borabteilung ging der Kollege T. Schulz als Sieger hervor. An alle Arbeiter Sportvereine Groß- Berlins. Montas, ben 8. Desem ber, abends 7 Uhr pünktlich, findet eine Vorständekonferens der Rartell. vereine Groß- Berlins in der Schulaula Gipsstraße statt. Rein Berein darf vereins und Spartenblätter." Der Beschluß des Geschäftsführenden Ausunvertreten bleiben. Tagesordnung: Unsere Arbeitersportzeitung und die schuffes, den Saal im Gewerkschaftshaus zu nehmen, konnte nicht ausgeführt werden, da die Gewerkschaftstommiffion in sämtlichen Räumen des GewerkSchaftshauses eine Weihnachtsausstellung veranstaltet. Turnerinnenklasse der Kreisschule, Berlin. Da die Klaffe überfüllt it, finden Neuaufnahmen nicht mehr statt. Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Sonnabend, 6. Dezember, abends. 7 Uhr, Bereinsvierteljahresversammlung in den Gophienfälen, Sophienstr. 17/18. Touristen- Verein Die Naturfreunde", Ortsgruppe Berlin. Am Mitt woch, den 3. Dezember, abends pünktlich 8 Uhr, Aula Beinmeiſterſtr. 16/17, Monatsversammlung. scheidungstämpfen find die Klubmeisterschaften sowie die Einzelmeisterschaft Parteinachrichten Einsendungen fie biele Rubrik find Berlin 68. 68. Zinbenftraße 3. für Groß- Berlin fiets an das Bezirkssekretariat, 2. Sat, 2 Trep. redits, au richten. 6. Areis Kreuzberg: Abteilungen fofort Sandsettel abholen beim Genossen Strille, Lindenstr. 3.- Saalschuk zur Versammlung Dienstag( hente) 7 Uhr Schulaula Görliger Ufer 2. 4. Kreis Prenzlauer Berg: Alle Banner und Fahnen müssen zur Aus. schmüdung des Saalbaues Friedrichshain bis morgen, Mittwoch, mittags 12 Uhr, bei Gott, Seniprodefir. 6a, abgegeben fein. 20. Kreis: Tegel, Tegelort, Helligensee, Borsigwalde, Reinickendorf- West. Mittwoch, den 3. Dezember, abends 7% Uhr, öffentliche WahlversantmTung im Strandschloß Tegel. Referent: Adolf Hoffmann. Hermserf Waldmannsluft- Lübars, Wittenau, Rosenthal, Reinidendorf- Dft. Mittwoch, den 3. Dezember, abends 7% Uhr, öffentliche Wahlversammlung im fal Arlt, Waidmannsluft, Waidmannstraße( Nähe Bahnhof Waidmanzsift). Referent: Bürgermeister Karl Leid. Heute, Dienstag, den 2. Dezember: 12. t. 7 Uhr Funktionärtonferens bei Schmidt, Bieleffftr. 17. 30. Abt. Bünktlich 7 Uhr Gunttionärtonferens Borwärtsspedition, Greifen bagener Straße. 55. Abt. Charlottenburg. 10. Gruppe. 7% Uhr außerordentlicher Bablábend bei Bohne, Schloßftr. 45. 79. Abt. Schöneberg. Bünktlich 8 Uhr bei Groß, Gebanftr. 17, wichtige Besprechung. Alle Genoffen und Wahlbelfer miffen erscheinen. Reukölln. 96. Abt. 80. und 88. Bez.: 71 Uhr bei üben, Thomasstr. 5, Extrazablabend. Wichtige Tagesordnung. 97. Abt. Bablabend der Bezirle 79 und 89 7 Uhr bei Kuhli, Leineftr. 1. 104. Abt. Niederschöneweibe. 7 Uhr Flugblattberbreitung Lokal Thiele, Bers Iiner Straße 38. Anschließend Funktionärversammlung. Morgen, Mittwoch, den 3. Dezember: 2. Abt. 7% Uhr außerordentliche Mitgliederversammlung bei Ohngemach, Kommandantenftr. 88. Einteilung der Wahlarbeit. 9. Abt. 7% Uhr Mitgliederversammlung Artushof, Berleberger Straße 29. Referent: Stadtverordneter Genoffe Bublib. Vorwärtsleser und Gäste ibiltommen. 11. Abt. 7% Uhr bei Berger, Lebezotoftraße, Ede Jagowftraße, Busammens Tunft fämtlicher Bezirtsführer und Wahlhelfer, da eine Aenderung in der Einteilung eingetreten ist. 13. Abt. 7% Uhr Extrazahlabend in folgenden Lofalen: Krüger, Butlik Straße 10; Olbrich, Berleberger, Ede Lübeder Straße; Lausch, Dredols, Ede Wicleffstraße. Tagesordnung: Wahlarbeit." 15. Abt. 7½ Uhr außerordentliche Mitgliederversammlung bei Goldbach, Binetablak 7. 16. Abt. 8 Uhr bei Carus, Boltaftr. 87. Sablabend. Cette Wahlborbes reitungen. 18. Abt. Außerordentliche Bablabenbe 7% Uhr in ben bekannten Botalen. 21. Abt. 7% Uhr Extrazahlabend in den bekannten Lokalen. Einteilung der Wahlarbeit. 23. Abt. 7 Uhr Extrazablabende bei Taube, Müllerstr. 62a, und Leman domski, Seeftr. 104. 25. Abt. Abends 10 Uhr bei Gott, Kniprobeftt. 6. Treffpunkt der Genoffen zu wichtiger Wablarheit. 38. Abt. Bezirk 189b und e 7 Uhr Extrazablabend bei Binius, Koche bannftr. 40, Einteilung der Wahlarbeit. 42. Abt. Mittwoch, den 3., und Freitag, den 5. Dezember, im Betlehrs Tofal. Beit wie am Sonnabend. 44. Abt. 84. Stadtbes. 7 Uhr bei Gemeder, Naunhnstr. 28, wichtige Be sprechung. 45. Abt. 7% Uhr Gruppenversammlungen: Studenberg, Glogaueer Str. 17; Liebig, Wiener Str. 57a; Hebestreit, Reichenberger Straße 24; Minnig Laufiber Straße 45. Tagesordnung: Lepte Vorbereitungen. 72. Abt. Wilmersdorf. 7 Uhr Abteilungsversammluna bei Schröder Augusta Straße 59. Nach Schluß Besuch der alla. Bersammling. Schöneberg. 77. Abt. Wahlhelfer und Funktionäre versammeln fich bei Jir gens, Barbarossaftr. 5a. 78. Abt. 8 Uhr Sahlabend in folgenden Lo falen: Wandle. Bahnstr. 25; Küllmann, Hauptstr. 8; König. Keurig, Gde Brinz- Georg- Straße; Rosenthal, Eberftr. 66. Die Bezirksführer Idben dazu ein. 82. Abt. Steglts. 7 1hr Ertrazablabend in allen Lokalen. 83. Abt. Lichterfelde. Ece Roonstraße. 7½ Uhr Zahlabend bei Schmidt, Sindenburgbamm, 85. Abt. Tempelhof. Flugblätter und Sanbaettel bei Sarsdorf. WerberStraße 31, abholen. Nachmittags 5 Uhr Linde" treffen sich die Genoffen zur Autofahrt. 100. Abt. Rudow. 7% Uhr Lokal Palm, Köpenider Straße 81, außerordento Tiche Mitgliederversammlung. 108. Abt. Köpenid. 7% Uhr Bahlabende: Dammborftabt bei Schula, Bahn hofftr. 34: Mieß- und Altstadt bei Biebach. Müggelheimer Straße 1; Köllnische Vorstadt: Jugendheim Grünauer Straße 5. Bimmer 2. 133. Abt. Buchholz. 7% Uhr Bablabend bei Stoffaa, Sauptstr. 71. 135. Abt. Karow. 8. Uhr Sablabend bei Klig, Bantgrafenftr. 3, wichtige Lagesordnung. Die Meisterschaften im Freien Reglerbund. Nach langen und harten Ausauf Figuren zum Abschluß gebracht. Der Bundesmeisterklub ging aus Gruppe A hervor. Sieger blieb Freie Bahn, Westen mit 7122 Sola( der Klub fekt fich fast ausschließlich aus Cauffeuren zu fammen). Weiter plazierten fich in der A- Gruppe: Gefelligteit( vorjähriger Bundesmeister) 7113 Sola, Alter Stamm 1913 7092 Solz, Aha 7053 Holz und Gemütlich feit 7030 Sola. Gruppe B startete Die tiefe Rehlung der auf der eingeschobenen Bahn der Hohenstaufenfäle. Bohle zeitigte hohe Ergebnisfe: Sarmonie 7467. Solz, Schieb du sey 1231. So 3 tel 71929018 Gruppe O blieben Sieger: Luftige Brüder 04 mit 6976 Solz, Böfe Buben mit 6936 Sozl und Sera 1920 mit 6918 Sols. Auch die Figuren- Meisterschaft ift bereits abgefchloffen. Sieger blieben im Endlampf Rob. Hoffmanu ( ter, Stamm 1913), dreimal bie 6 Bilder erfüllt, Bundesvorsißender. Röhler( Luftige Brüder, Weft), aweimal erfüllt,$ offmann( Schieb bu Die Bundes Einzelmeisterschaft wird am fe), einmal erfüllt. tommenden Sonntag im neuen Reglerheim Sufeland zum Abschluß gebracht. Bisher stehen vorn Bettin( Serz 20) 2189 Sola, F. Bothae( Often 22) 2185 Hola. vorjähriger Bundesmeister Meier( Gefell.) 2175 Solz und W. Bürschel 2172 Sola. Turn- und Sportverein Fichte. Sämtliche Abteilungstofftierer haben bis um 7. Dezember bei ihren Gruppenbaffierern abzurechnen. Die GruppenBaffierer rechnen am Montag, den 8. Dezember, in der Geschäftsstelle mit den 4. Männerabteilung. Dienstag, den 2. Dezember, Sauptbaffierern ab. nach dem Turnen Borstandssigung bei Gorgag. A.W.J.( Arbeiter Wintersport- Interessengemeinschaft.) Uebungsbetrieb: An Schneetagen find zu den Rügen ab Stralau- Rummelsburg abends 5.40 Uhr und 6.40 Uhr Führer am Bahnhof Wilhelmshagen. In den Grenzbergen für Un fänger Rurfus, für Borgeschrittene Uebungen im Schwingen und Langlauf. An Gonntagen mit Schnee Abfahrt 7 Uhr vom Cörlizer Bahnhof nach GroßBesten( Sonntagsrüdfchrkarte). Tägliche Auskunft über Schneeverhältniffe tele. phonisch Morigplak 165 77 und Neukölln 4731. Bintersportfahrt in das Riesengebirge. Meldeschluß 10. Dezember. Bei der Anmeldung müssen 11 M. für Sinfahrt und zweimal Quartier bezahlt werden. Spätere Melbungen tönnen nur noch soweit Quartiere aur Berfügung stehen berücksichtigt werden. Freie Schwimmer Neukölln. Die nächste Bereinsversammlung findet erst am 20. Dezember statt. Sportverein Moabit. Leichtathletik. Turnen, Soden, Handball. Männer, Frauen-, Jugend- und Schüler- Abteilung. Turnen: Montags 8-10( Jugend), Dienstags 6-8( Schüler), 8-10( Frauen), Freitags 6-8( Schüler), 8-10 ( Männer) in der Turnhalle Rostocker Straße. Jeden Mittwoch Baldlauf. Start püntilich 28 Uhr Seestraße. Ede Afrikanische Straße. Sonnabend, den 6. De ember, abends 7 Uhr, Wintervergnügen im Belt 4. Geschäftsstelle: Erich Richter, N. 21, Wiclefftr. 20. Arbeiter- Schach- Club, Abt. Norden I( Wedding) fpielt jeden Freitag von 8 Uhr bei Nah, Marstr. 12. Freitag den 5. Dezember, Bortrag über Endspiele. Gäste willkommen. Mannschaftsringen! Rürzlich fand zwischen dem führenden GC. Berolina" Neukölln und dem GC. Spandau ber fällige Mannschaftstampf im Ringen statt. Es wurde durchweg hart gefämpft und fiegte Becolina" mit und Boren werden noch Anmeldungen entgegengenommen in den Uebungsftunden am Montag, Dienstag und Donnerstag von 8-10 Uhr in Neukölln, Thorositrake, rrbare. Athletil- Sport- Club c. B. Leidybathleti Boden Rubern. Diens tag, den 2. Desember. abends 7 Uhr, Babeabend, Städtische Badeanstalt, Schillingsbride; 9 Uhr: Borstandsfizung bei 2infenet, Mühlenstr. 58. Jeden Mittwoch, abends 8 Uhr. Sallentraining der Männer- und JugendAbteilung in der Turnhalle Niederwallstr. 12; Sallentraining der FrauenAbteilung in der Turnhalle Treptow, Boucheftraße. Freitag, den 5. Dezember 1924, abends 7 Uhr. Gihung der Sandballspieler: 8 Uhr Monatsverfammlung im Lokal Linfener, Mühlenstr. 58. Schriftführer der Soden- Abteilung: Willi mielte. Berlin 9., Weidenmeg 27. Geschäftsstelle: Alfred Behrends, Berlin NB. 87, Rinzendorfftr. 7. 51%. 8u den jekt beginnenden Rurfen bes Berolina" im Ringen, Seben Arbeiter- Sport und Kultur- Kartell Reukölln. Die zum 8. Dezember an Der Kartellverband Groß- Berlin zu dem erstbestimmten Tage eine Vorstände. fonferenz des RB. einberufen hat. Ort und Reit( um 8 Uhr wird pinttI ich begonnen) bleiben diefelben. Dem Bestreben der Arbeiter, ihren Rörper für die Rämpfe des Proletariats widerstandsfähig zu machen, stehen heute noch viele Arbeiter verständnislos gegenüber. Biele Arbeiter missen nicht, unter welch großen Opfern und Schwierigkeiten Arbeitersportvereine ge gründet werden Besonders im Berliner Westen ist es, wo in diefer Beziehung noch viel Aufklärungsarbeit gele ftet werden muß. Unter den größten Schwierigkeiten und unter äußerster Hingabe einzelner Personen ist es etwa vor einem Jahre einigen Benossen des Arbeiterschwimmvereins Freie Schwimmer Chargefekte Rartellversammlung tann erst am 15. Desember fatfinden, da lottenburg e. V." gelungen, auch im Westen Berlins eine Schwimmabteilung zu gründen, um auch hier Arbeitern zur Aus führung des gesundesten Sports Gelegenheit zu geben. Leider wird die Abteilung nicht in dem Maße von der Allgemeinheit unterstüßt, wie es eigentlich sein müßte. Die Freien Schwimmer Charlotten burg" fordern alle sportgefinnten Arbeiter, besonders aber die Jugend. auf, dem Schwimmverein beizutreten. Auch Mitglieder anderer proletarischer Organisationen werden hiermit freundlichst aufgeferdert, die Badeabende des Vereins zu besuchen. Die Uebungsabende der Abteilung Westen finden jeden Montag von 28-9 Uhr abends im Stadtbad Dennewigstraße statt, die Monatsversammlungen jeden ersten Mittwoch im Monat bei Jürgens, Barbarossastraße 5. Freie Kannfahrer Berlin e. B. Die ordentliche Generalversammlung findet am Freitag, ben 5. Dezember, abends pünktlich 8 Uhr, in der Ideal- Klause", Neukölln, Marefchitt. 14, ftatt. Bollzähliges Erscheinen wird erwartet. Briefkasten der Redaktion. D. D. 44. Wir sind leider nicht in der Lage, Shre Fragen zu beant worten; vielleicht der Berein der Berliner Buchdruder, CO. 16, Engelufer 24/25. Abolf Lösch. Wenden Sie fich an das Geftetariat der Sozialdemokratischen Reichstagsfraktion. Rander, Tempelhof. Wenden Sie fich an den Borfigenden des Arbeiter- Sporttarells R. Dehlschläger, Sodystädter Str. 10. Bernan. Der Frauenabend am Mittwoch, den 3. Dezember, fällt wegen der am Aleichen Ende ftattfindenden öffentlichen Versammlung aus. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 22. Abt. Genoffe August Lehmann, Fehmarnstr. 8, ift verstorben. Die Einäfcherung erfolgt Dienstag, den 2. Dezember, 6 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. 98. Abt. Neuköln. 109. Bezirk. Genofle Albert Simmermann verftarb am 28. November. Ginäfcherung Mittwoch, nadm. 3 Uhr, Krematorium Baumschulentweg. Kiefholzftraße. Vorträge, Vereine und Derfammlungen. Mieterverband Pankow im, Reichsbund Deutscher Mieter. Deffentliche Mieterversammlung am Mittwoch, den, 3. Dezember, abends 7 Uhr im Gefellschaftshaus Pantom( früher Kurfürsten"). Berliner Straße 102. Thema: We druf an die Mieterin legter Stunde" Referent: Landgerichtsrat Ruben. Angestellte, Beamte, Arbeier, Aleiste gewerbetreibende erscheint in Massen. Die Bereinigung der Freunde von Religion und Völkerfrieden veranstaltet am Mittwoch, den 3. Dezember, in der Aula der Fürstin- BismardSchule, Charlottenburg. Snbelstr. 2-4, einen Anti- Kriegsabend mit Lichtbildern von Willibald Krain und Otto Dix. Ansprache: Genosse Bfarter Bleier. Musikalische Umrahmung, Gefang, Regitationen. Beginn abends 7 Uhr. Der Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Krieger. hinterblicbenen, Ortsgruppe Neukölln, Gefchäftsstelle Donaustraße, 128, tält am Donnerstag, den 4. Dezember, abends. 7% Uhr, im Ratl garten", Karlsgartenstraße 6/11, eine Mitgliederversammlung, verbunden mit Bablabend, ab. Tagesordnung: 1. Vortrag: Reichstagswahlen und Kriegss cbfer." Referent: Samerad Andres Pantow. 2. Greie Aussprache. 3. Smit teilungen und Verschiedenes. Sameraben! Boy, der Zusammensetzung des fommenden Reichstages bängt die Gestaltung unserer ganzen Versorgung und Fürsorge ab, darum ift diese erfammlung füt uns von außerordentlicher Wichtigkeit. Reffloses und pünktliches Erscheinen der Mitglieder ist drin gend notwendig. Verband Cherechtsreform( St Berlin). Monatsversammlung Tonners tag, den 4. Dezember, 8 Uhr, im Restaurant Greiffenberger, Jerufa Temer Straße 8( oberer Gaal) Hektor", Gesellschaft der Hundefreunde. Der ältefte fonologische Berein Deutschlands( 1876 gegründet) hält am Sonnerstag, den 4. Deze in ber abends 8 Uhr, im Restaurant Tucherhran( Großer Saal). Friedrichstraße 100, feine Monatsperammlung ab. Beurteilung der mitgebrachten Bunde birrh namhafte Annologen und Bergebung von Sigingspreisen. Behandlung der Tollwutfrage. Säfte mit Raffebunden willfommen. Die Jüdische Gemeinschaft veranstaltet am Sonnabend, den 6. Dezem bet, abends 8 Ubr, in den Aulen des Sopbien- Realahmnasiums, Steinftraße 31/34, eine öffentliche Bersammlung. in der ber Reichstagsabgeordnete Malermeister fonte über Die Bedeutung der Wahlen für die Juden" mit anfchließender freier Aussprache referieren wird. Geschäftliche Mitteilungen. Die Breußische Landespfandbriefanstalt gibt eine neue Serie 10prozentiger Goldhypothefenpfandbriefe heraus, bie in Stüde von 100, 200, 500 und 1000 Goldmark eingeteilt, mit Binsscheinen per 1. April und 1. Oktober ver fehen und vor seiten der Anstalt bis zum 1. April 1930 unkindbar find. Die Lombardfähigkeit und Notiz an der Berliner Börse werden in Kürze beantragt. Die Preußische Landespfandbriefanstalt bringt obige Pfandbriefe iegt bei einem Ausgabeturs von 92 Proz. zum Verkauf. Wir verweisen auf das heutige Inferat in diefer Reitung. Die gemeinnükige Gesellschaft Werkfreude Bücherstuben G. m. b. S. ver Leat ihre Berkaufsräume von der Magdeburger Str. 7 nach den bedeutend größeren Räumen Potsdamer Str. 104, Eingang Kurfürstenstraße. Die Er öffnung findet am Mittwoch. den 3. Dezember, statt. Die Sensation am Oranienburger Tor ist der Herrengarderobenvertrieb Bernhard Charasch, Friebrichftr. 113a, Eingang de Oranienburger Straße, 1. Treppe. Dort fauft man eritilaffige Jadettanzüge, Baletots Winteruifter, Schlüpfer, Cuamans zu fabelhaft billigen Preisen, weitester Weg lohnend. Auf Wunsch Teilzahlung gestattet. Dixin Henkel's Seifenpulver Bestes Seifenpulve Díxin Pripluvict 2004 300 tacos 0.000384 Henkel ist sparsam im Gebrauch und von ausgezeichneter Wafchwirkung. Wirtschaft Arbeiterschaft und Goldbilanzen. mollen, bie Unternehmungsbilanzer für den Lohnlampi frucht. bar zu machen, man wäre an der Bertlosigkeit aller Ba piermartbilanzen gescheitert, wel letztere Wertziffern des allerverschiedensten Inhalts miteinander verbanden und verrechneten. Heute aber, nach der Stabilisierung der Währung, im Deutsch 1. daß der Breis der Arbeit als Marktpreis nur durch den rüdsichtslo'esten Machtkampf auf der volkwirtschaftlich rich tigen Höhe feststellbar ist, Im fapita iftischen Wirtschaftssystem ist das Ziel jeder Privat land ber Sanierung und des volfswirtschaftlichen Wiederaufbaus, ist wernehmung der Betriebsüberschuß, und der 3 wed des Betriebs- die Stellung der Arbeiterschaft zu den Unternehmungsbilanze überschusses ist die Versorgung des Unternehmerhaushalts mit all grundfäßlich eine andere geworden. 3war leben wir nach wie vor innerhalb des fapitalistischen dem, was dem Unternehmer das Leben lebenswert macht. Diefer Enftems, und an den beiden Hauptgrundsägen der Lohnpolitik hat Beg zum Betriebsüberschuß und zum Unternehmerhaushalt ist mit sich nichts geändert: Kalkulations, Buchhaltungs- und Bilanzziffern ausgefüllt, in welchen fich die Ueberlegungen, Anordnungen und Geschäfte ausdrüden, die ber Unternehmer zur Versorgung seines Haushalts macht. Die Arbeiter, Angestellten und Beamten erscheinen auf diesem Wege als falkulatorische Posten: ais Lohn-, Gehalts- und General un tostenposten, bie so tief als möglich gehalten werden müssen, um den Betriebserfolg bzw. die Versorgung des Unternehmerhaushalts so günstig als möglich zu gestalten. Daran ändert sich nichts, wenn der An diesen Grundfähen hat sich nichts geändert, fonnte fich auch Unternehmer in seinem Haushalt mur einen Teil des Betriebserfolgs verzehrt und den Rejt für Erweiterungen des eigenen oder zur Er- nichts ändern, weil sie dem tapitalistischen Wirtschafts. instem wesentlich find, des den Gewerkschaften als Preis werbung bzw. Gründung neuer Betriebe reserviert. Auch dan rämpfer der Arbeitskraft diefe Grundfäße der Lohnpolitik als un nicht, wenn der weitsichtige Unternehmer" gelegentlich selbst für veränderliches Gefeß auferlegt. höhere Löhne usw. eintritt, sobald er aus der erhöhten Leistung ge2. daß der grundsägliche Lohnsteigerungs tampf auch heute noch das einzige wirksame Brinzip ist, um aus der privatfapitalistischen Wirtschaft in volkswirtschaftlicher Betrachtung das Höchstmaß an Bernünftigkeit, Wirtschaftlichkeit und Ergiebigkeit der Produktionsorganisation herauszuholen. Ganz anders aber fteht es um das richtige Ausmaß, ben ringere Roften, größeren Umfaß und so höhere Ueberschüsse erwartet. richtigen 3eitpunkt und den richtigen Ort der au führenden Jedenfalls ist das, was der Arbeiter, Angestellte und Beamte mit Kämpfe; mit anderen Worten um die richtige Erfenntnis der Ron feinem Lohn oder Gehalt für sein Leben anfangen tann, der juntturlage, d. h. der Bedingungen des Martt. Bebenshaushalt des Arbeiters, Angestellten und Beamten, eine ein tampfes um die Höhe der Löhne und Gehälter face Funktion deffen, was der Unternehmer mit feinem Geld Wie allgemein befannt, hat ja die Inflationswirtschaft und betapital für seinen Haushalt anfängt. Der Arbeiter, Ange- fonders der völlige Zusammenbruch der Währung im Herbst 1923 stellten und Beamtenhaushalt bient im tapi alistischen alle Beurteilungsgrundlagen für den Stand der Privatwirtschaft zerstört, und die Goldbilanzen der Bri Wirtschaftssystem nur dazu, die Arbeitskraft für den nächsten Tag, vatwirtschaft sollen diese Grundlagen für die Zukunft erst wieder das nächste Jahr und das ganze Leben so gut instandzuhalten, daß aufbauen belfen. In früheren Artikeln haben wir ausgeführt, bas ihr Beitrag zum Unternehmerhaushalt nach Möglichkeit immer eine wirklich zureichende Beurteilungsgrundlage in diesen Golder größer wird. öffnungsbilanzen felbst noch nicht erblickt werden kann, und daß die So tommt es, daß im fapitalistischen System nur der Unter- Schlußbilanzen der nächsten Jahre dafür abgewartet werden müffen. nehmer arbeitet, um zu leben, der Arbeiter aber lebt, um zu ar Dazu kommt ein anderes. In den Borkriegsjahren war es eine beiten, daß der Boltshaushalt Mittel, nicht aber 3wed und feststehende Tatsache, daß die Brivatwirtschaft jährlich eine AnZiel der privatkapitalistischen Wirtschaft ist, daß der Unternehmer zahl Goldmilliarden affumulierte, eine Tatsache, die die Brivatmirt Der Herr nicht der Diener der„ Bolts" wirtschaft ist und daß im fchaft nicht bestreiter tonnte. Heute steht es zwar fest, daß die Briprivatfapitalistischen Wirtschaften der Völker das Leben und Sterben patwirtschaft in den Kriegs- und Inflationsplan eine sehr große ber arbeitenden Massen sich darin erschöpft, ein Rosten und Substanzbereicherung erfahren hat, die Privatwirtschaft aber be Bilanzfattor des Unternehmerhaushalts ju fein. ftreitet die Rentabilitat ihres Substanzgewinnes, wofür sie in Es ist kein Wunder, daß die arbeitenden Massen in der ganzen Deutschland immerhin die große Not von verfügbaren Kapitalben ins fapitalistischen Welt das Leben unter solchen Berhältnissen nur dar Feld führen fann. um noch für ebenswert hallen, weil es sich lohnt, ein solch pers Daß nun auf der einen Seite die Privatwirtschaft ihre Unnunfts- und lebenswidriges System zu verändern. Das Ge- rentabilität behauptet und auf der anderen Seite die Golderöffnungs. richt der Geschichte hat das so ausgedrückt, daß die foziale Frage" ols eine das ganze fapitalistische System gefährdende Gesellschaftsfrantheit entstand und die Forderung der gemeinwirtschafts lichen Organisation des Wirtschaftens der Bölker zur weltbe. herrschenden Tatsache geworden ist. Darin lient nun gewiß ein starter Grund zur Zuversicht für die arbeitenden Massen. So lange aber das fapitalistische System besteht, müssen alle tonfreten Fragen und Sorgen des Haushalts den arbeitenden Massen innerhalb des fapitalistischen Systems und mit den Mitteln des fapitalistischen Systems gelöst und behoben werden. In dem ganzen Jahrhundert vor dem Kriege war das nun fehr einfach. Um die Unternehmungsbilanzen brauchte fich die Arbeiterschaft bei ihren Kämpfen um die Erhöhung der Löhne nicht zu fümmern. Es war eine feststehende Tatsache, daß der Unternehmerhaushalt von dem jährlich erzielten Betriebsüberschuß eine Anzahl von Goldmilliarden( in Deutschland vor dem Striege girta acht) nicht verbrauchte, sondern in neuen Unternehmungen oder in Staats chulbtiteln anlegte. Die Loh politit der GemertSchaf en fonnte sich darauf beschränken, mit Anwendung der äußersten Mittel gruntfäßliche Lohnsteigerungs politif zu treiben, b. b. alle Kräfte baraufbin anzulegen, am Bruttoüber huß der Privat wirtschaft einen möglichst hohen und sich steigernden Anteil zu er tampfen. Die Arbeiterschaft hätte zwar auch schon in ber Bor friegszeit gut daran getan, nicht auf das Gefühl, fotbern auf eratte Beobachtung und Bergleichung der Unternehmungsbilanzen ihre Lohntampfftrategie zu grünben; aber die erafte Beobachtung ber Konjunktur in der Privatwirtschaft wäre damals doch nur ei te Ber feinerungsmethode für den grundsäglichen Lohnsteigerungstampf gewefen, ben das fapitalistische Wirt'chaftssystem gebietet. 3m Kriege und nachher haben Burgfriedet und Arbeits. gemeinschaft, schließlich das Chaos des Währungs- und Wirtschafts zusammenbruchs jede bewußte Lohntampfpofitit ausgeschloffen. Alle Sträfte der Gewerkschaften wurden in den an sich unfruchtbaren und doch äußerst aufreibenden formalen Indegumstellungen der Tarifverträge aufgebraucht. Und wenn man auch hätte versuchen Reichsmündelsichere 10% Goldhypotheken- Blandbriefe Der Preußischen Landespfandbriefanſtalt über Goldmart: 100.-, 200.-, 500.- und 1000.nün bbar big 1. April 1930 mit 3insscheinen per 1. April und 1. Oktober Ausgabeturs 92% Einführung an der Berliner Börse wird in Kürze beantragt Wertbeständige Danerverzinsung von zirfa 11% Bertauf durch alle Banten und Bantiers. Breußische Landesplandbriefanstalt Schühenstraße 26 Berlin SW 68 Schutenstraße 26 屁 SX- 21 Auf vielfache Nachfrage hin haben wir uns entfchloffen, unfere bekannte 5 M Marke OBERST wieder neu herauszubringen. Befondere Eigenschaften. 1. 2. bilagen feine Handhabe bieten, den Stand der deutschen Privat wirtschaft einwandfrei festzustellen, das schafft auch für die Lohnpolitif der Arbeiterschaft Berlegenheiten, Untiarbeiten, ja Berwirrung. Es ist zwar schon sehr viel gewonnen mit der deutlichen Erkenntnis, daß an den beiden Grundsäßen der Lohnpolitik nichts geändert werden tann, weil sie Gelegen des Bapitalistischen Wirtschaftsfystems entsprechen. Was aber zunächst große Berlegenheiten be reiten muß, weil man die En.widlung der Konjunktur nicht abschäzen tann, das sind die Erfolgschancen des Lohnkampfes im einzelnen Falle. Es ist ja bekannt, wie die Reichsbanf und mit ihr die Reichsregierung bei der Privatwirtschaft bisher mit ihrer vatwirtschaft hat die Kreditreftriftionen und auch die Steuererlässe Preissenkungsattion hereingefallen sind. Die Pri bait ihre Warenläger zu verkaufen und dadurch und durch erhöhte ruhig hingenommen und hat einfach die Betriebe stillgelegt, Produktion die Preise zu ferken. In diefelbe Lage kann heute und in absehbarer Zeit die Arbeiterschaft kommen, wenn sie nicht in genauester Kenntnis der Gegenträfte in der Pribatwirtschaft ihren Kampf zur richtigen 3eit, am richtigen Ort, im richtigen Ausmaß anzusetzen vermag. Solange nun die Rentabilität der Privatwirtschaft durch Jahresabschlußbilanzen noch nicht zweifelsfrei erwiesen ist, bleibt deshalb der Arbeiterschaft gar keine andere Möglichkeit, sich über die Ent widung der Konjunktur und über die zweckmäßige Ansehung ihrer Kämpfe zu orientieren, als die genauefte forgfältigste Beob. achtungoorläufig der Goldbilanzen, später der JahresSchlußbilanzen. Nur wenn die Arbeiterschaft weiß, wo in der Brivatwirtschaft große Anlagenanreicherungen und damit große Referpen steden, wo deshalb ausländische Kredite mit Sicher beit untertommen tönnen und eine gute Konjunktur erwartet werden fain; nur wenn sie weiß, welche Teile der Privatwirtschaft auch heute noch eine there monopolstellung haben und deshalb eine hohe Rentabilität erwarten dürfen; nur wenn sie weiß, welche Induftriezweige in der Zukunft mit Sicherheit eine Abfagsteigerung erfahren werden, weil der Wiederaufbau ihnen Befchäftigung und hohe Geminte geben muß, nur dann kann die Arbeiterschaft dem außerordentlich schweren Rampf gewachje 1 fein, den sie um die Sicherung und Ausgestaltung ihrer Existenz heute und in der Zukunft zu führen hat. Was für die Lohnpolitik der Arbeiterschaft gilt, das gilt in noch verstärktem Maße für ihre zufünftige Steuer, 3oll- und Handelspolitik. Die zu diesem Ende notwendigen Erfenniniffe aber kann die Arbeiterschaft nur aus der eraften und ausdauernden volts. wirtschaftlichen Analyse der heute erscheinenden Golderöffnungs- und der in den tommenden Jahren zu erwartenden Jahresbilanzen der deutschen Privatwirtschaft gewinnen. K ― r. Modernes starkes Format. Milde, hocharomatische und überaus bekömmliche Mischung aus edlen mazedonischen u.türkischen Tabaken nach besonderer Eigenart. 3. Künstlerische Aufmachung. Diese Borzüge machen die neue OBERST zur unübertrefflichen 5 Pfennig- Cigarette, die fich von selbst empfiehlt. Waldorf- Astoria Cigarettenfabrik A- G Statt leuren Kaffee Forea QUALITATSholja MISCHUNG K Mil 20%, 40%. 50% Bohnen' affee 0 Ersetzt den teuersten Bolinenkaffee! Enthält viel Bohnen kaffee!-Schmeckt wie Bohnenkaffee!- Ist sehr billig und sparsam! t'ebesalt käuflich! Kaffee Handels- Gesellschaft Steinberg& Mertens Berlin SW. 47. Fernruf Lützow 268 Vom Zunftgesellen zum freien Arbeiter Eine kleine Kulturgeschichte mit zeitgenössischen Bildern von PAUL KAMPFFMEYER In Ganzleinen gebunden 1,75 Mark Zu aben: J. H. W. Dietz Nachf. G. m. b. H. Berlin SW. 68, Lindenstraße 2 Zähne 1,50 M. Tellzahlung i auf Zähne ohne Gaumen 3 M. an V V wichti 1 M. Kronen 3 M. an Piomben 1,50 M. an Sprchs. 9-7, Zahnziehen m. Betäubung 1 M. onnt. 9-12 Zahn- Arzt Dr. med. Wolf, Potsdamer Str. 55" Blowstr Hochbahn. Vorzeiger 100, Rabatt C Oscar Görner Berlin W.8 Unter den Linden 3, Ecke Wilhelmstrasse. Hamburger Keule Stück 10 Pf., eine Qualitätszigarre in Kisten zu 100 Stück Nr. 567 41.Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts. Wahl und Wohnungsfrage. Bon Ernst Ruben. Am 1. Oftober 1923 ist der Mieterschutz in Schweden auf gehoben worden. Die schwedischen Erfahrungen sind eine ernste Lehre für die deutschen Mieter. Nach der Aufhebung des Mieterschutzes in Schweden haben sich die Erscheinungen gezeigt, die die Anhänger einer sozialen Wohnungspolitit für Deutschland befürchten. Unsere Genoffen in Schweden hatten vor der Aufhebung des Mieterschutzes gegen dieselben Irrtümer zu fämpfen wie wir. Man suchte der Deffentlichkeit vorzuspiegeln, daß, sobald der Mieterschutz aufhöre, eine Wohnungsreserve entstehen und das Privatfapital sich in dem Maße dem Wohnungsbau zuwenden würde, daß die schleunigste Rückfehr zu normalen Verhältnissen erfolgen würde. Statt deffen sind überhaupt nur wenig Wohnungen her gestellt worden, Kleinwohnungen jedoch nur in verschwindender Zahl. Durch eine Enquete des Wohlfahrtsministeriums in Stockholm ist dies bestätigt worden. Da in Schweden die höheren und die niederen Arbeitseinkommen sich angenähert haben, ist die Nachfrage nach Kleinwohnungen gestiegen, so daß der Mietzins für die Kleinwoh= nungen alsbald rapide in die Höhe ging. Es ist sogar stellenweise so weit gekommen, daß der Mietzins der Altwohnungen, soweit es Kleinwohnungen sind, den Preis der neugebauten Wohnungen überstieg. Unter diesen Zuständen leiden gerade die Mieter, die am schlechtesten entlohnt werden, und die, die kinderreiche Familien haben. Auch in Schweden hat man verabsäumt, gleichzeitig ein soziales Woh nungsrecht einzuführen, wie es insbesondere der Profeffor der Rechte Bergman gefordert hatte. Unsere schwedischen Freunde übertreiben daher nicht, wenn sie betonen, daß den einzigen Nugen von der Aufhebung des Mieterschutzes die Hausjobber und Grundstüdswucherer" haben. Die deutschen Hausbefizer suchen auch gern die Tatfache zu verbergen, daß zahllose Familien auf Kosten der Gemeinden in Baracken untergebracht werden mußten. Noch vor wenigen Wochen fand im Landtag der allgemeine Unmut über diese Baradenlager feinen beredten Ausdrud. Vor allem aber blieb für eine produttive Wohnungspolitik in Schweden nur der Ausweg, daß die Gemeinden mit teuerem Leihfapital fich unter großen Opfern dem Wohnungsbau zuwenden mußten. In den Wahlaufrufen der Hausbesizer wirft man mit Schimpfworten, wie Schmach, Knechtung, Ausraubungssystem, Schandgesez, Raubbau und Diebstahl nur so um sich. Man empfindet es in diesen Kreisen schwer, daß bis in die sonst so folgsamen Kreise des Mittelstandes, der Kleingewerbetreibenden und dergleichen trotz aller Verschleierungsversuche von " Lokal- Anzeiger" und" Morgenpost" die Kenntnis davon ge drungen ist, daß es lediglich die Sozialdemokratische Partei gewesen ist, welche durch Erwinaung der Auflösung des Reichstages die Anträge der Deutschen Volkspartei, der Deutschnationalen Bolkspartei und der Wirtschaftspartei über die Aufhebung des Mieterschutzes zu Fall gebracht hat. Am 30. Juni 1926 follen die Schuhgefeße außer Kraft treten. Eine Mehrheit schien dafür vorhanden. Die Lügen, daß Wohnungen nicht hätten gebaut werden können, weil die Zwangswirtschaft dies verhindert hätte, verfangen nicht mehr. Auch die Irreführung, als wenn die Beseitigung der gesetz lichen Miete eine 100prozentige Friedensmiete herbeiführt, ist längst widerlegt. Nicht 100 Proz, sondern die drei bis vierfache Friedensmiete würde dann eintreten müssen. Der unbedingt nötige Bau von Wohnungen soll nach der Ansicht der Gegenseite damit beginnen, daß erst einmal die Mieten der Altwohnungen auf diesen Satz gesteigert merden. Längst auch ist als Lüge nachgewiesen, daß der Haus besitz verarmt sei. Bei 66 Proz. Friedensmiete ist der UeberO je, o je, o jemineh, Dumbidelbel, o je! Bettelmann Wulle. De nehre Zeit der Inflation, Sie iff vorbei, o weh! Wir lönnen uns nicht rühren Womit soll man denn imieren Die coll'ge Heldenwalze, wie? jetzt oder nie! Drum Zafter her Auch eine teutfche Reden char Hämpft ftets nur gegen bar! EeoryWilke O je, o je, o jemineh, Dumbidelbei o je! Jh Herrn, erbarmt euch unfrer Not, Macht auf das Portmo eh! Ach, nur ein bischen Pinte! Jodo, mach winte vin e! Ein Held voll Kraft und Mark allein hann uns von Juden mach befrei'n. schuß aus dem Haus in der Regel der Fälle, in Gold umgerechnet, größer als er im Frieden war. Durch die so verhaßten Mieterräte, die mit dem Reichsmietengesetz unter der Hand verschwinden sollten, ist es uns gelungen, diese einwandfreien und niemals beanstandeten Zahlen über den Reingewinn aus zahlreichen Häusern festzustellen. Die Gegenseite sucht ferner Dumme zu födern, indem fie die Beibehaltung des Mieterschutzgesetzes in Aussicht stellt. Wir wissen jedoch, daß der Fall des Reichsmietengesetzes auch den Fall des Mieterschutzgesetzes mit zwingender Notwendigkeit nach sich ziehen muß. Was nügt außerdem der Arbeiterschaft und den Kleingewerbetreibenden der Kündigungsschuß, wenn sie die hohe Miete nicht bezahlen können und daher nach§ 3 des Mieterschutzgefeges der Räumung verfallen. Kein Wähler, mag er Lohn- oder Gehaltsempfänger, Händler, Gastwirt oder dergleichen sein, vergesse am 7. De= gember, daß insbesondere die Deutsche Boltspartei im Bunde mit den anderen Rechtsparteien ihnen bereits Anfang 1925 die drei bis vierfache Friedensmiete bescheren wollten, und daß sie damit Arbeiterschaft und Mittelstand taltlächelnd noch weiter verelendet und den Mittelstand fogar zum Teil ruiniert hätten. Aufgabe des neuen ReichsWo wird gewählt? Scht die Säulenanschläge nach! Die Bekanntmachungen der Bezirksämter über die Ab. grenzung der Stimmbezitte und die Abstimmungsräume werden am 2. und 3. Dezember und am 6. und 7. Dezember durch Säulenanschlag veröffentlicht. Aus diesen Bekanntmachungen fönnen die Stimmberechtigten ihren zuständigen Abftimmungsraum leicht selbst feststellen. Anträge auf Ausstellung von Sfimmfcheinen müssen bei den zuständigen Bezirkswahlämtern bis zum 5. d. M. gestellt werden. Wie wird gewählt? Die zur Verwendung kommenden Stimmzettel werden mit allen Kreiswahlvorschlägen im vergrößerten Maßstabe am Freitag, den 5. Dezember d. 3., durch Säulenanschlag veröffentlicht werden. Die Parteien ftehen auf dem Einheitsstimmzettel untereinander. An der Spike als Nummer Eins steht die richtige Liffe, die Liste der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Das Kreuz ins Feld der Liste Eins! Wählt am 7. Dezember Liste Eins! tages wird es vor allem sein, im Bunde mit den Mietervers bänden und den Gewerkschaften nicht nur die Wohnungsproduktion systematisch zu fördern, sondern auch ein soziales Mietrecht auszuarbeiten. Wir wollen nicht mehr den Syndizi der Hausbesizer mit ihren Formularverträgen schutzlos ausgeliefert bleiben. Mindestens müssen die Vorschriften über die Reparaturpflicht zwingend festgelegt werden. Dienstag, 2. Dezember 1924 Oskar und Gustav die beiden Schaukelpferdreiter. wwwww OKOESTER Zwei Knaben schaufelfen zum Spaß, Der eine fiel ins grüne Gras, Der andre sprach in guter Ruh: „ Das fommt vom vielen Mampe, du!" Drauf jener: Wie, du willst mich neden? Du sollst am Flaschenbier verreden!". " betr. Verwaltungen eigene Stimmbezirte eingerichtet wors den, d. h. der Wahlaft wird innerhalb des Krankenhauses vor genommen. Borbedingung zur Ausübung des Stimmrechts ist jedoch die Beschaffung eines Wahlscheins, den sich jeder Krante bei dem Bezirksamt zu besorgen hat, das für seinen derzeitigen Wohnfig in Frage tommt. Die Einrichtung besonderer Stimmbezirke geschieht Bezirksamt. Es muß also Aufgabe der Patienten sein, ihrerseits nur auf Antrag der Krankenhausverwaltung bei dem zuständigen bei der Krankenhausverwaltung vorstellig zu werden, um überall dort, wo es noch nicht geschehen ist, die Einrichtung eigener Stimm bezirke zu veranlassen. Bemerkt sei noch, daß in diesen besonderen Stimmbezirken nur die mit Wahlschein versehenen Kranken wahl. berechtigt sind, nicht aber das Personal der Krankenhäuser, das dort wählt, wo es in der Wählerliste steht. Wofür man Geld hat! Wie die Industrie die Bekämpfung" der Sozialdemokratie finanziert. " Die Machwerke des Herrn Arno Franke gegen die Sozialdemokratie haben wir bei ihrem Erscheinen gewürdigt. Jedes Wort, das man über den Geistestampf eines solchen Mannes verlieren würde, wäre schade. Es scheint aber immer noch Leute zu geben, die glauben, mit solchen Machwerken den Kampf gegen die Sozialdemokratie führen zu lönnen. Eine Reklameschrift des Nationalen Ber ages", in dem Herrn Frankes Broschüren gegen die Sozialdemokratie erschienen sind, zählt die Namen und die Zuſchriften der bedauernswerten deutschnationalen, deutschvölkischen und industriellen Größen, die hier ihre geistige Nahrung bezogen haben. Borneweg prangt der jugendliche Träger des großen Namens Bismard, der dem Verleger schreibt: Gelingt der Anschlag der Rechtsparteien am 7. Dezember, so drohen uns nach schwedischem Vorbild Baradenlager und erdrückende Mieten. Schon sind die schwarzen Listen über die mißliebigen Mieter aufgestellt. Der großen Masse des Volkes jedes Anrecht auf ein Heim zu nehmen, wagen die Rechtsparteien„ national" zu nennen. Die wahre nationale Partei, welche dem deutschen Volke sein ewiges Recht an dem Grund und Boden, auf welchem wir wohnen, wiedergeben will, ist einzig und allein die SozialdemoAuf meiner Wahlreise ist mir dasselbe außerordentlich zugute ge " Für die freundliche Uebersendung... danke ich verbindlichst. fratische Partei. Weg mit denen, die mit bürgerlicher tommen und sehe ich gerade in dieser fachlichen Auseinandersehung Berlogenheit den Ruin der Mieterschaft, christlich und sozial" mit dem Marrismus die beste Art seiner Bekämpfung. Möge es ſein zu nennen vermögen! Leil an der so dringend notwendigen Niederringung desselben beitragen. An die Berliner Mieter! Gegen den Unfug der Zersplitterung. " In mehreren Bezirken Berlins werden Proletariern und besonters auch Parteigenoffen, die der Mieterorganisation angehören, Wahlaufrufe einer Partei für Bolkswohlfahrt zu gestellt. Wie der„ Borwärts" schon berichtet hat, ist von der höchsten Instanz des Reichsbundes deutscher Mieter", dem Bundesausschuß, die Gründung der Partei für Boltswohlfahrt aufs fchärffte verurteilt und als Privatfache der Bbeiligten eritärt worden. Auch der Landesverband Breußen im Reichsbund deutscher Mieter hat die Unterstügung jener Partei abgelehnt, ebenso und zwar einstimmig der Berliner Mieterbund. " Mit vorzüglicher Hochachtung Fürst Bismard" bracht hat, die Sklavenketten des Dawes- Gutachtens unserem Der jüdische Einfluß, der Seine Durchlaucht dazu ge armen Baterlande anzulegen, indem er in die Reihen der Ja= fager ging, zeigt sich auch in dem klassischen Deutsch feines Briefes. Auf jeden Fall wundert man sich nicht mehr über das geistige„ Niveau" der Reden Seiner Durchlaucht. Auch Ludendorff gehört natürlich wie fönnte es anders fein zu denen, die Herrn Arno Franke und seinen Geistesprodukten ihre Erleuchtung verdanken. 3 Wertvoller ist uns im Augenblic eine andere FestAlfe diese Organe empfehlen den Mietern die Wahl der großen Stellung. Am Schluß der Broschüre finden wir eine ZusammenAlle diese Organe empfehlen den Mietern die Wahl der großenstellung von Bestellungen bekannter Industrieunter. mieterfreundlichen Parteien, wobei sie besonders anerkennen, daß die nehmungen auf diese Pamphlete. Da werden von den Sozialdemokratische Partei immer den Kern der mreter- Direktionen tausende solcher Druckschriften verlangt. Selbstfreundlichen Mehrheit im Reichstag und Landtag gebildet, vor allem verständlich fehlt fein einziger der Berliner Scharfmacher. auch die Aufhebung der Mietzinssteuer beantragt und dafür die betriebe. Es fehlen nicht die Siemens SchuckertBelastung von Besitz und Einkommen gefordert hat. Werte Berlin, es fehlen nicht die Borsigwerfe, miru. Genest, Atfumulatorenfabrit usw. Daß daneben die deutsche Arbeitgeberzeitung" im trauten Berein mit allen möglichen Landbundorganisationen, deutschnationalen Kreisverbänden, der Liga zum Schutze der deutschen Kultur usw. sich an dieser Art von Boltsaufklärung" beteiligen, versteht sich am Rande. Die Boltsaufklärung läßt man sich eben eine ordentliche Stange Geld fosten. Mögen die Erfahrungen mit dem selig entschlafenen Reichsverband zur Bekämpfung der Sozialdemokratie noch so betrübliche gewesen sein, was bleibt einem anderes übrig, wenn man eine geistige Auseinandersetzung mit den Ideen der Sozialdemokratie versuchen mill. Dann muß man halt zu den Machmerten des Herrn Arno Franke greifen Weder die Partei für Volkswohlfahrt" noch eine zweite fog. Meterpartei Deutschlands"( mit einem Spigenfandidaten von nicht gerade besonderem Rufe) werden irgend etwas für die Mieterfchaft erreichen fönnen. Vielmehr werden die Stimmen, die in gutem Gauben für eine diefer Splitterparteien abgegeben werden, genau mie am 4. mai völlig verloren geben. Barteigenoffen und Mieter, bekämpft den Unfug solcher furz fichtigen Eigenbrödeleien! Stimmt am 7. Dezember für Cifte 1! Bezirksmieterausschuß SPD. Berlin. J. A.: Dr. G'afer. Halb und Halb! Mieter und Hausbesitzer. Die„ Nationalpoft" verbreitete in der Stadt eine Extramahl cusgabe, in der in der einen Spalte die Aufforderung an die Mieter gerichtet wurde, sich rechts anzuschließen. Auf der anderen Spalte fonnte man in einem Actifel des Herrn Budjuhn lefen, daß einzig und allein die Deutschnationa'e Volkspartei die Intereffen des Hausbesiges vertrete Also jetzt wiffen die Mieter sowohl als auch die Hausbefizer, daß sie nur deutschnational zu wählen brauben, dann sind beider Intereffen in guten Händen, hier 50 Prog. und da 50 Proz. Das Wahlrecht der Krankenhaus- Jnfasser. Um den nicht bettlägerigen Rrantfen am 7. Dezember die Aus. Drum gebt uns Morf, und nicht zu fuapp- übung des Bahlrechts zu ermöglichen, find in verschiedenen jedoch Sonjt macht der Reinhole schlapp! 0 K. nicht in allen Groß- Berliner Krankenhäusern auf Antrag der " Wieviel Tausende die Industrie sich diesen Kampf tosten läßt, zeigt der Einblick in diese Propagandaorganisation, die der Nationale Verlag" dumm genug ist, öffentlich flarzulegen. Die Industriellen haben Geld zur Bekämpfung der Sozialdemokratie, ohne daß die Summen irgend eine Rolle spielen. Nur zum Steuerzahlen langt es nicht! Eine Adresse der Bezieher dieser Aufklärungsschristen intereffiert uns und, wie wir glauben, die ganze Deifentlichkeit, aber etwas mehr. Wir finden verzeichnet 0 Reichswehrminifterium, Heeresabteilung Berlin. fei eine ganz un politische" Instanz. Bei der Behand Bisher haben wir geglaubt, das Reichswehrminifterium lung des Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold hat das Reichswehrminifterium noch ganz besonderes Gewicht darauf gelegt, die absolute Neutralität" der Reichswehr zu betonen. Die ,, Wählerin Diese Neutralität scheint die Reichswehr aber nicht zu hindern, die Pamphlete des Herrn Arno Franke gegen die Sozialdemo= tratie zu beziehen und zu verbreiten. Wir fragen den Herrn Reichswehrminister: Ist es richtig, daß die Heeresabteilung Berlin des Reichswehrministeriums sich an der Verbreitung dieser Standalschriften beteiligt? Was gedenkt der Herr Reichswehrminister zu tun? Zwischen zwei Stühlen. 66 6 ist am Donnerstag in den angegebenen Stellen. Alle Genossinnen verteilen! Teuerung und Index. Bon M. Kempte. # fo oft und eingehend Gegenstand der Erörterung gewesen, daß es Die Unzulänglichkeit und Mängel des Reichsinder sind schon fo oft und eingehend Gegenstand der Erörterung gewesen, daß es Eulen nach Athen tragen hieße, wollte man darüber noch viel Worte verlieren. So augenfällig aber die Unzuverlässigkeit des Reichsinder ift, liegt doch für alle Außenstehenden ein tiefer Schleier über den Fehlerquellen dieser Teuerungsziffer. Rein oberflächlich be. trachtet mag die neulich an dieser Stelle aufgestellte Behauptung bis zu einem gewissen Grade zutreffend sein, daß die Berech nungsmethode unserer Inherziffer objektiv zuverlässig ist", aber Wirklichkeit zeigt uns doch gar zu deutlich, daß er ein ganz falsches Bild der Teuerungsnerhältnisse gibt. Liegt der Fehler nicht in der Berechnungsmethode, so muß er eben wo anders fiegen. Jedenfalls fteht für jeden objektiv Urteilenden die Tatsache fest, daß der Reichsinder grobe Irrtümer enthält, wenn er nicht etwa gar tendenziös beeinflußt wird. fönnen. Wenn man vielleicht bei Hülsenfrüchten, Gemüse usw. noch in derselben oder ähnlichen Weise verfährt tatsächlich darf teueres dann braucht man sich nicht Frühgemüse nicht eingestellt werden mehr über die obige Differenz in den Teuerungszahlen zu wundern. Bei Befolgung solcher Marimen ist es ein leichtes, die Teuerungszahlen der einzelnen Orte und natürlich damit den Reichsinder be= So hat eine Umrednung bezw. liebig regulieren" zu können. Korrektur" der von uns errechneten Ernährungsziffer für Berlin ergeben, daß der Ernährungsinder um 3 bis 7 Bunfte gedrückt werden kann, schon allein dadurch, daß man an Stelle preis einstellt. Daß solche Magimen vom Bolte als grobe der teueren Butter und des Schmalzes nur den MargarineTäuschung empfunden werden, ist durchaus verständlich. Es muß Die Anhänger des Herrn Stresemann wiffen, wie er's gewohnt ist. Damit er nicht aus der Gewohnheit tomme, stellten fie bei der Rundgebung der Volkspartei im Großen Schauspielhaus ein Vergleich des fo objektiv" errechneten Reichsinder mit der daher dringend verlangt werden, daß mit solcher Praxis endgültig rechts und links von seinem Plaz je einen Stuhl hin. 3wischen zwei Stühlen! Spießers Sehnsucht. Hundert Baterländer hundert Landesväter. In der Hannoverschen Landeszeitung" prangte fürzlich anläßlich des Geburtstages Seiner Königlichen Hoheit des Herzogs Ernst August von Cumberland, des Anwärters auf den Thron der Welfen, folgendes schöne Gedicht: Ernst August, unser Herzog, saß hier an unserm Tisch, Die Herzogin daneben, liebreizend, jugendfrisch, Gar prächtige Gestalten, das Auge treu und klar, Fürmahr, wir fönnen stolz sein auf unser Herzogspaar! Bor Tränen faum die Worte ein alter Krieger fand: ,, Us Herzog un sien lütte Froo häft drücket mie dee Hand, Jetzt will id ruhig starben und maat mien Ogen too, 3d dent an mienen Herzog un an fien lütte Froo!" Das ist der deutsche Spießer, wie er leibt und lebt. In Thüringen möchte er seine fieben angestammten Fürstenhäuser wiedersehen. Lippe- Detmold, Schaumburg- Lippe, Waldeck- Pyrmont, und wie sie alle heißen die deutschen 3mergstaaten. Ueberall lebt dieser Typus des deutschen Spießers, dessen Vaterlandsgefühl sich nach Bismards treffendem Ausdruck nur auf dem Wege über die Anhänglichteit zu feinem angestammten Fürsten zu entwideln vermag. Das Vaterland des Arbeiters ist nicht Lippe- Detmold und Reuß jüngere Linie, das Vaterland des Arbeiterss ist das geeinte, starte Deutschland, das alle Boltsgenossen deutscher Zunge umschließt. Nur die groß deutsche Republit unter schwarzrotgoldener Fahne fann den deutschen Staat für den Arbeiter wohnlich machen. Aus der muffigen, spießigen Enge fümmerlicher Kleinstaaterei drängt unsere Bewegung zum großen einheitlichen deutschen Vaterland. Nur das deutsche Bürgertum fann es fertig bringen, noch 1924 Parteien zur Wahl zu stellen, deren Ideal die Wiederherstellung mittelalterlicher Kleinstaaterei ist. Deutschlands Zukunft ist mit den Arbei tern. Wählt sozialdemokratisch! Ein frecher Kommunistenschwindel. Eine notwendige Zurückweisung. Die Rote Fahne" veröffentlicht in ihrer Nr. 167 vom 27. NoDember 1924 folgendes: " Die Krankenversicherung in Rußland in der Beurteilung bürgerlicher Mediziner. In der Zeitschrift des Hauptverbandes deutscher Krankenfaffen e. V. Ortsfrantentasse" schreibt Dr. Th. Marcufon über die russische Krantenversicherung u. a.: Die ruffische Krankenversicherung ist qualitativ die bei weitem beste der ganzen Weit, auch quantitativ steht sie den anderen Staaten nicht nach. Was der russische Staat der Arbeiter und Bauern hierin geleistet hat, ist nur möglich gewesen auf dem Boden der Diktatur des Proletariats. Die neue ökonomische Politik hat eine große Berbesserung der Krantenversicherung gebracht im Vergleich zur ersten Zeit des Bestehens der Sowjetregierung. Der Umfang der Versicherung jede mukte zu einem Teil wieder eingeschränkt merden, trohdem die Anzahl der Versicherten heute doppelt so hoch ist wie im Jahre 1915. Es ist das Bestreben des russischen Staates, nun auch den Umfang der Versicherung noch weiter auszudehnen, so daß das Wert der russischen Krankenversicherung vollkommen wird." Dazu haben wir zu erklären: In Nr. 39 unferes Verbandsorgans Drtstranfenfasse" vom 25. September 1924 ist allerdings ein Artike! über die Krankenversicherung in Sowjetrußland von Dr. Theodor Marcuson- Mostau erstienen. Weder in diesem Artikel noch auch in dem uns noch vorliegenden Manuskript findet sich ein Abschnitt, der auch nur im entferntesten oder dem Sinne nach derartige Ausführungen bringt, wie sie die„ Rote Fahne" wiedergibt. Wir stellen ferner fest, daß Herr Dr. Marcuson nicht, wie es der Ueberschrift jener Notiz nach den Anschein erweden soll, bürgerlicher Mediziner" ist. Herr Dr. Marcuson ist der Leiter des amtlichenlichen statistischen Bureaus der Sowjetregte rung in Moskau und somit weder Mediziner" noch bürgerlich". Nach allem bezeichnen wir die Notiz ber, Roten Fahne" als eine freche Fälschung. Bei dieser Gelegenheit weifen wir darauf hin, daß bei einem Besuche der Allgemeinen Ortstrantentasse der Stadt Berlin eine führende beamtete Persönlichkeit des russischen Heilwesens erflärt hat, daß zwar jeder Arbeiter in Rußland im Erftantungsfalle ärztliche Hilfe erhält, daß die Krerden aber, wenn sie länger als 14 Tage frant bleiben, ohne Rücksicht ausnahmslos einer Nachunterfuchungsfommission vorgestellt werden. Es dürfte in ganz Deutschland nicht eine einzige Krantentasse geben, die derartig rück fichtslose Methoden ihren erkrankten Versicherten gegenüber anwen bet. Das Urteil über die ruffische Krantenversicherung müffen wir danach dem Leser überlassen. ะ Hauptverband deutscher Krankenkassen e. B. H. Lehmann, Geschäftsführer. LIKOR Zunächst ist es notwendig, einmal die Entwicklung der amtlichen Inderziffern in den kritischen Monaten der größten Preissteigerungen dieses Jahres fich zu vergegenwärtigen. Es betrug die Reichsinderziffer für die am 9. Juli 1924. Bebenshaltung insge amt ( d. h Ernährung, Wohnung, Hei zung u. Beleuchtg.) nur für Ernährung ( 1918/ 14= 1) 1,19 16. 1924. " P • 1,15 1,31 1,25 23. 1924. 1,16 " 1,26 30. 1924. 1,14 1,23 " 6. August 1924. 1,14 1,22 18. 1924. " 1,14 1,22 20. 1924. " 1,14 1,22 27. 1924 1,14 1,23 3. September 1924 1,15 1,24 10. 1924 1,16 1,25 17. 1924 " 1,16 1,26 24. 1924 " 1,28 1,17 Also in der Zeit der stärksten Lebensmittelpreisschwankungen pendelt der Reichsinder für die Lebenshaltung von Anfang Juli bis mitte September zwischen 114 und 119 und der Reichsinder für die Ernährung zwischen 122 und 131. Dagegen waren die für den Lebensmittelunterhalt wichtigsten Gruppen des amtlichen Großhandelsinder vom 8. Juli bis zum 7. Ottober gestiegen:( 1913/ 14= 100) Getreide und Kartoffeln von 82,2 auf 124,6= 51 Proz. Fette, Zucker, Fleisch und 148,4 80 Fisch. Lebensmittel 114,2 96,5 133,0= 88 Alfo die wichtigsten Lebensmittel waren nach ben amtlichen Großhandelsinderziffern um 30 bis über 50 Prozent ge stiegen aber der Reichsernährungsinder weist in dieser Zeit nur eine Steigerung oon 3,3 bis 10 Prozent auf! Die Reichsinderziffer bis in alle Einzelheiten nachzuprüfen, ist dem Außenstehenden leider unmöglich und selbst für die Mitglieder der Reichsinderfommission ist eine solche Kontrolle ausgeschlossen. Man muß fich daher wohl oder übel vorläufig darauf beschränken, mur einige Stich proben für einzelne besonders wichtige Orte zu machen, um daraus Rüdschüsse auf die Fch'erquellen des Reichs. inder ziehen zu fönnen. Nehmen wir also zu diesem Bergleich unfere Weltstadt Berlin, die ja mit ihren 4 Millionen Einwohnern den 15. Teil der Gesamtbevölkerung des Reiches ausmacht. An der Hand der vom Statistischen Amt der Stadt Berlin veröffentlichten Rleinhandelspreife wichtiger Lebensbedürfnisse find wir in der Lage, die Unterlagen für die Teuerungsziffern Berlins nachprüfen zu können. Macht man aber hier einige Stich proben, so tommt man zu dem überraschenden Resultat, daß die Berliner Teuerungszahl für Lebenshaltung, also Ernährung, Woh mung, Heizung und Beleuchtung um 6 bis 15 Mart höher steht, a's sie in den vom Eildienst des Statistischen Reichsamts erfaßten 72 Städten verzeichnet sind. Dort betrug die amtliche Teue rungszahl für Berlin in Mart nach den Gildienst meldungen Inach den Zahlen der Stadt Berlin am 24. 3. 1924 87,37 93 87 9.7. 1924 99,6 105,97 " 6.8. 1924 97,4 " 105,24 27.8. 1924 96,9 108,22 10.9. 1924 " 1.10. 1924 98,2 102,4 110,06 117,14 Bei dieser Nachprüfung, die wir im Verband der Buchbinder pornahmen, haben wir uns streng an die amtlich vorgeschriebenen Lebensmittel und Lebensmittelmengen gehalten. 2o Brot 47 Rilo. gramm, Mehl 4 Kilogramm, Nährmittel( Teigwaren, Hülsenfrüchte usw.) 11 Kilogramm, Kartoffeln 70 Kilogramm, Gemüse 15 Kilogramm ufw.: und zwar wurden dabei von allen Nährmitteln je 1-2 Kilogramm bei den verschiedenen Gemüsesorten je 3 Kilogramm in Anrechnung gebracht. Bersucht man eine Lösung dieses Widerspruchs zwischen den verfchiedenen Teuerungszahlen zu finden, so scheint er im wefentlichen in den vom Statistischen Reichsamt herausgegebenen Bor schriften für die Errechnung der Teuerungszahl auf Grund der Wertigkeitszahlen" zu liegen. Wir wollen hieraus, foweit uns diese Borschriften und Richtlinien bekannt sind, nur erwähnen, daß danach von den aufgeführten Fetten stets die beiden biligsten je zur Hälfte in Berechnung einzusetzen sind. So daß also bei Befolgung dieser Vorschrift z. B. Butter bei ber Teuerungsberechnung wohl regelmäßig ausscheidet, weil sie ja bekanntlich immer zu den teuersten Fetten zählt. Dann ist Vorschrift, daß bei fehlendem Speckpreis der Sped durch Margarine zu ersetzen ist, wobei an Stelle von 1000 Gramm Sped 850 Graman Margarine einzusetzen sind. Da der Spedpreis jetzt befanntlich faft auf dem doppelten Preise der Vortriegszeit steht, dagegen die Margarine nur den Friedenspreis erreicht hat, so ist es leicht begreiflich, was für einen starten Einfluß solche Vorschriften auf die Gestaltung des Reichsinder haben gebrochen wird. mittel'ung sein, daß das Statistische Reichsamt die zuerst für die Nicht ohne Interesse dürfte in diesem Zusammenhang noch die Ernährung eingesetzte Fleischmenge 1922 ganz erheblich herabsetzte und ein entsprechendes Quantum Fische dafür einstellte, angeblich weil es zu wenig Fleisch damals gab. Da Fishe damals ziemlich billig waren, wurde natürlich auch der Reihsinder dadurch wieder etwas herabgebrüdt. Weniger Anstand nahm aber bas Statistische Reichsamt an der Kartoffelfnappheit, die doch 1920 noch in reichlichem Maße bestand. Denn trotz dieser Kartoffeltnappheit wurden von damals bis heute rund 1½ Zentner der Ernährungsquote zugrunde gelegt. Kartoffeln sind eben billig. Es gibt aber noch andere Fehlerquellen". So werden vom Statistischen Amt der Stadt Berlin als Klein vertaufspreise der Vorkriegszeit pro Kilogramm angegeben: für Hammelfleisch( Dünnung) 1,70 m., wogegen der Preis nach den Feststellungen des Zentralverbandes der Fleischer sich nur zwischen 1,30 bis 1,60 m. bewegte. Für Schweinebauch sind ebenfalls vom Berliner Statistischen Amt 1,70 M. in Anfah gebracht, während nach den Feststellungen des Fleischerverbandes der Preis hierfür nur 1,50 bis 1.60 m. betrug. Als Preis für fetten inländischen Sped wird vom Statistischen Amt 2,20 m. angegeben, während Calwer für die gleiche Zeit nur 1,84 m. und der Fleischerverband sogar einen Preis von 1,60 m. bis 1,70 m. festgestellt hat. Noch stärker differieren die Preise bei den Pre Efohlen. Während vom Statistischen Ami der Stadt Berlin selbst in den Sommermonaten ein Vorfriegspreis von 1,20 bis 1,25 m. pro Zentner eingesetzt wird, hat die Konsumgencssenschaft für Berlin und Umg. damals einen Zentner Brestohlen frei Keller und Haus im Juli für 65 Pf. und im Dezem ber für 70 Pf. geliefert. Werden aber bei den amtlichen Erhebungen zu hohe Bortriegspreise eingesetzt, fo erfheinen selbstverständlich die heutigen Breissteigerungen bementsprechend geringer. Daß solche starten Preisunterschiede wie bei den Preßtohlen auch in der Borkriegszeit niemals bestanden haben, wird mohl auch das Statistische mi der Stadt Berfin ohne weiteres zug ben müssen, wenn auch die Konsumgenossenschaft bereits damals dafür bekannt war, daß sie an die arbeitende Bevölkerung sehr preiswert Rohlen, Lebensmittel ufw. abgegeben hat. Ganz unzeitgemäß und reformbedürftig erscheinen uns ferner die für die Preisermittlungen und Berechnungen eingestellten Nahrungsmittel fowohl wie die Nahrungsmittel. mengen. Man fönnte sie notgedrungen für die letzten Jahre mit ihren großen Lebensmittelnöten hinnehmen. Heute ist die Ernährungsmöglichkeit jedoch bereits eine ganz andere und dementsprechend müßte hier eine gründliche Umstellung erfolgen. Wenn behauptet wird, daß es für die Preisberechnung der Lebensmittelfteigerung gleichgültig fet, welche Lebensmittel iman dafür exfeße, so trifft das nicht ganz zu Diesbezügliche Berechnungen für die oben erwähnten.6 verschiedenen Stichtage vom März bis 1. Oftober haben nach dem vom Statistischen Reichsomt vorgeschriebenen Nahrungsmittelaufwand und einer zeitgemäßeren Aufstellung, die' auch dem Lohnpolitischen Ausschuß des ADGB. unterbreitet wurde, eine Differenz der Inderziffern un 6-12 Bunfte ergeben. Aber auch aus außenpolitischen Gründen muß gefordert werden, daß der Nahrungsmittelaufwand nicht tünstlich herabgedrüdt wird, weil in dem Dames- Gutachten der deutschen Arbeiterschaft garantiert worden ist, daß ihr Lebensstandard durch die Reparationslasten nicht unter den der Arbeiterschaft in den Ententestaaten herabgedrückt werden darf. Durch die irreführenden Reichsinderziffern erweckt man aber im Ausland den Anschein, daß die Kosten des Lebensunterhalts für die deutsche Arbeiterschaft nur gering gestiegen find wobei dann auf der anderen Seite die Löhne entsprechend hoch erscheinen. Ein weiterer nicht umwesentlicher Mangel am Reichsinder ist das Fehlen der Kosten für die fleineren Ausgaben, Steuerabzug und soziale Beiträge. Gerade diese Ausgaben sind aber ganz besonders gegenüber der Borkriegszeit gestiegen. Aus dem Gejagten geht also zur Evidenz hervor, daß in dem Reichsinder nicht bloß eine Fehlerquelle stedt, sondern eine ganze Reihe Mängel und Fehler sich auswirken. Um so notwendiger wird es sein, erst eine recht eingehende und gründliche Prüfung aller in Frage fommerder Momente vorzunehmen, ehe man zu der längst dringend erforderlichen Reformierung oder Neuaufftellung des Reichsinder kommt. Weffer ür Berlin und Umgegend. Mild und größtenteils bewölkt, mit etwas Regen und mäßigen südlichen Winden. Für den Weihnachtstisch beste Fabrikate, größte Auswahl. Herren- Anzugstoffe reine Wo.te. U ster- Paletotstoffe prima Qualitäten Velours de laine Meter 10.-, 8.-, G.Meter 20.-, 15.-, 10, für Kostüme und Mäntel Meter 12.-, 10.-, 8.Gabardine, Rips 130 cm breit Meter 10-, 8.-, G.Koch& Seeland Gertraudienffraße 20/21 gegenüber ber JACOBINER Petrifirche. F Kammer- 6per Theater, Lichtspiele usw. water, 112. Staats- Theater Lessing- Theater Opernhaus räglich 7, Uhr 7% U.: Rigoletto Das weite Land Opernhaus am Königsplatz 72U Der Waffenschmied Arthur Schnitzle: Triesch, Korff, Schroth, Alexander, Klein Mittw. U. klein. Pr Schauspielhaus Hänsel u. 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Allen Freunden und Bekannten die traurige achricht, daß meine liebe Frau, unfere gute Mut er, Großmutter, Schwiegermutter, Schwester und Schwägerin Franziska Lechner geb. 2bl nach furzem, fchwerem Leiden verfchieden ist. In tieler Trauer Otto Lechner nebft Kindern und Berwandten. Die Einäicherung findet am Witt woch, den 3 Dezember, abends 6 Uhr. im Krematorium Gerichtstraße statt. Für die überaus zahlreiche Beteiligung bei der Einäicherung meines lieben Mannes und guten Baters Gustav Schwanebeck fage ich hiermit meinen aufrichtigsten Dank. Befonderen Dant der Sterbetasse, 56 und ber 18 Abteilung des Wahlvereins sowie den Friseuren Deutschlands. Berlin. den 30 November 1924 grau Wm. Schwanebeck nebst Tochter. Allgemeine Oristrantentaffe Berlin- pantow Ordentl. Ausschußfitzung am Donnerstag, den 11. Dezember 1924, abends 8 Uhr, im Kaffenlotal, Berlin- antow, Breite Straße 13. Tagesordnung: 1. Berlesung des Berichtes ber legten Sigung 2. Beratung bes Boranfchlages für 1923. 3 Wahl des Nech nungsausfchuffes zur Bellfung der Jahresrechnung 1924. 4. Gazungsänderungen. 5. Anträge und Anfragen. 6. Berichtedene Raffenangelegenheiten Leiterwagen anfragen, die eine vorherige Brüfung u alle ander. Trans port eräte liefer billiest. Großer Vorrat Georg Wagner Köpenicker Str. 71. Kele Ladengeschäft. Keine SehautensterReklame, dafürwesentlich billigere Preist benötigen, find 3 Tane vor der Gigung dem Borftande einzureichen. De Vertreter der Arbeitgeber und der Versicherten werden um pin tliches Er cheinen gebeten. Ein Muswe's wird denselben noch zugestellt. Berlin- Pantow, ben 25 Nov. 1924. Der Borstaud. C. Gütig, Borsigender. HILDE LICHTWARK Tage einer entwurzelten Jugend Ein Roman, wie er spannender, erschütternder nie geschrieben wurde In Ganzleinen gebunden 2,50 M. Zu beziehen durch jede gute Buchhandlung und J. H. W. 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Dezember, abends 7 Uhr, im Jugendheim des Verbandshauses, Cinienste. 83/85: Gruppenversammlung der Betriebsräte der Hauptgreppe 7, Untergr. 22-23 In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht jebes einzelnen, bestimmt zu erscheinen. Achtung! Uu'o- Reparaturschloffer Achtung! Heute, Dienstag, den 2. Dezember. abends 7 Uhr, im Cotal von Boweleit, Jostyste. 7: Wichtige Konferenz T aller Betriebsräte und Vertrauensleute der Autoreparaturbe riebe. Achtung! Fellenschleifer Achtung! Mittwoch, den 3. Dezember. nachmittags 5 21hr, im Verbandshanfe( 3immer 14), Linienfirage 83/85: Versammlung Die Tagesordnung wird in der Bersammlung be fanntgegeben. Achtung! Bertrauensleute Achtung! Am Mittwoch, den 3. Dezember, finden in den be Tannten Bofalen die Bezirks- Bertrauensmännertonferenzen Batt Da in diesen Konferenzen die gedruckten Berichte über bie Tätigkeit der Organisation im Monat November aus gegeben werden, ist es Pflicht jeder Vertrauensperson, dort anwesend zu sein oder geeignete Vertretung zu entsenden. Butritt nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches und ber mit dem Berrorierftempel versehenen Legitimationstarte. Mittwoch, den 3. Dezember, abends 7 Uhr, im großen Saal des Verbandshauses. Linienste. 83 85: Versammlung der Fahrstuh monteure und Helfer. Die Tagesordnung wird in der Bersammlung bekanntgegeben. Donnerstag, den 4. Dezember, nachmittags 5 Uhr, im Sigungsfaat des Verbandshauses, Linienfte. 83-85: Außerordentliche Branchenversammlung derZigarettenma chinenführer u.Betriebshandwerter Tagesordnung 1. Bericht von der Reichskonferenz 2. Stellungnahme zur Arbeitslofen rage Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen wird ersucht. Donnerstag, den 4. Dezember, nachm. 5 Uhr, im Reichenberger Hof", Reichenberger Str. 147: Branchenversammlung der Gürtler und verwandten Berufe. Tagesordnung: 1. Das Sachverständigengutachten unb bie Arbeiter. 2. Branchenangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Bersammlung wird pinktlich um 5 Uhr röffnet, ba der Gaal um 8 Uhr geräumt jein muß. Rahlreicher Befuch wird erwartet. Die Ortsverwaltung. Ziehung 5. u. 6. Dezember in Berlin Domba- Geld- Lotterie 4552 Gewinne u. Prämie im Gesamtbe. trage von Bowie zugunsten des Aachener Münsters 100 000. größter Gewinn im glückl, Fall M. 1 Hauptgewinns 60000 50000 M. M. Lose Deutsche Lotterie- Emissions- Gesellschaft m. b. H., Berlin G 19 3 M.( Parto Laste in allen durch Plakate kennt. 130 Pig, extra) lichen Verkaufsstellen su haben Verkäufe Teppich . Schrager verkauft Das hätte ich eher wvissen sollen! 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