Nr. 98. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Biertel jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret tu's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage ,, Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30Mt. proQuartal. Unter Kreuz band: Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt. pr.Monat. Eingetr. in der Post Beitungs- Preislifie für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Grpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen: tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Parteigenossen! Sonnabend, den 27. April 1895. Die Agrarier im Kampfe Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. jedenfalls nicht viel mehr als diesen. Nach einem durch die Erfahrung erwiesenen wirthschaftlichen Gesetze verdrängt gegen das Industrie, Handels- und Leihkapital. das schlechtere Geld stets das bessere, unser Gold würde II. ins Ausland fließen, aber nicht nur unser Silber würde bei An allen Orten rüftet man sich, die Maifeier zu einer Gleich nach dem Antrag Kanit steht auf dem agrari- uns bleiben, sondern ausländisches Silber würde zur würdigen, der Bedeutung des Weltfestes der Arbeit entsprechen- schen Wunschzettel die Forderung, unsere Goldwährung Ausgleichung der Handelsbilanz des Auslandes mit den zu gestalten. Wir können uns wohl der Hoffnung hingeben, durch die Doppelwährung zu ersetzen. So lange uns immer mehr zu uns fließen, während wir um Waaren, Getreide, Kaffee, Baumwolle, daß die Feier in diesem Jahre an Begeisterung und die Börse und die Handelskammern, die Hypothefen und ausländische viel Umfang der in voraufgegangenen Jahren nicht nachstehen, anderen Banken in dieser Forderung lediglich ein Mittel Tabak, Petroleum 2c. 2c. zu kaufen doppelt so ja sie übertreffen wird. Die Idee des Achtstundentages und der Agitation sahen, so lange sie sicher der Ablehnung dieser Silbermark ins Ausland schicken müßten, als wir der übrigen internationalen Bestrebungen der Arbeiterklasse hat Wünsche durch die Reichsregierung waren, störte der bime- früher Goldmark hinaussandten. Wir wollen hier nur den ihren siegreichen Einzug in die Herzen aller denkenden und auf- tallistische Lärm die Solidarität innerhalb der herrschenden Schaden erörtern, den die industrielle und kommerzielle Klassen wenig. Nun aber die Sache ernster wird, die Bourgeoisie durch die agrarischen Forderungen zu gewärtigen geklärten Arbeiter gehalten. Und mag die Reaktion kühner denn deutsche Reichsregierung eine internationale Währungs- haben, laffen also für diesmal die Konsequenzen für das je das Haupt erheben, mag sie den Versuch aufs neue wagen, konferenz einzuberufen im Begriffe steht, sie auch immer Proletariat bei seite. mit verstärkten Machtmitteln gegen die siegreich vordringenden mehr von den Agrariern in die Enge getrieben wird, so Die Bourgeoisie sieht sich nun, wo die Wünsche Anschauungen der neuen Zeit anzustürmen, wir werden daß man annimmt, daß sie ihnen zuletzt doch einen größeren der Agrarier über kurz oder lang aus dem Gebiete 11 nt ſo fefter und treuer zu unserer Sache halten. Knochen wird zuwerfen müssen, rüsten sich die Bertreter der Agitation in das der Erwägung durch die ReichsDie Verfolgung wird uns eifriger und unermüdlicher im Kampf der Hypothekengläubiger zum Kampfe gegen die Agrarier. regierung überzugehen drohen, zur Stellungnahme verfür unsere Prinzipien finden; die Verfolgungswuth unserer Gegner Was steht für die Hypothekengläubiger bei der Ein- anlaßt. Eine Handelskammer nach der anderen protestirt wird für unsere Grundsäge nur neue Anhänger und Vertheidiger führung der Doppelwährung, bei der Wiederherstellung des in diesen Wochen aufs schärfste gegen die bimetallistischen die Werthverhältnisses von 1 Kilogramm Gold gleich 15/2 Kilo Pläne der Waffenbrüder von gestern. Die um werben. Im Kampf gegen die alte Weltanschauung, gegen Knecht gramm Silber auf dem Spiele? Nichts weniger als fast Mendelsohn, Warschauer, Hansemann würden es sich wohl schaft und Heuchelei sind wir gewohnt, Opfer zu bringen; nicht das halbe Vermögen und die halbe Rente aus demselben! heute überlegen, wie im Jahre 1893 zur Unterstützung eher werden uns diese erspart bleiben, bis wir den Sieg über Ter Bimetallismus bedeutet die Verpflichtung des Reiches, der Wahlagitation der Konservativen und die Vertreter der heutigen Gesellschaft davon getragen haben. für Private Silber ebenso wie Gold auszuprägen, Kardorff namhafte Geldbeiträge zu zeichnen, und Herr Koch, Der 1. Mai ist einer internationalen Rundgebung gewidmet, die Verpflichtung der Privaten, Silbergeld ebenso wie Gold der Chef der Reichsbaut, das geistige Haupt des deutschen an der sich die Arbeiter aller Länder betheiligen. Der Zweck ist oder Neichstafsenscheine anzunehmen, mit anderen Worten, Leihkapitals, findet im Herrenhause die schärfsten Worte in den Beschlüssen des internationalen Kongresses in Paris im die Möglichkeit, die Schulden, die man in Zwanzigmart- gegen die Verschlechterer der Währung, der deutsche Jahre 1889 niedergelegt. Nicht nur der achtstündige Arbeitstag, stücken aufgenommen hat, in Silbermünzen zurückzahlen zu dürfen Handelstag bezeichnete jede Erschütterung der Goldwährung eine fundamentale Schädigung des gesammten wird an diesem Tage gemeinsam von den Arbeitern aller Länder menen Schulden in Silbermünzen. Nun hat das Kilogramm deutschen Wirthschaftslebens und fast gleichzeitig haben und die Möglichkeit der Verzinsung von in Gold aufgenom- als gefordert, sondern auch die internationale Gesinnung Gold heute nicht den Werth von 15%, sondern von zirka Spigen des deutschen Industrie- und Bankkapitals einen von der Arbeiterschaft bekundet. Gerade in anbetracht unserer 30 Kilogramm Silber. Würde nun der Bimetallismus Verein zum Schutze der deutschen Goldwährung gegründet. gegenwärtigen politischen Lage gewinnt die Maifeier eine erhöhte unsere Goldwährung ersehen, so würden unsere verschuldeten All' dies spricht dafür, daß das deutsche Industrie- und Bedeutung und wir sind überzeugt, auch um so allgemeinere Grundbesitzer sofort ihre sämmtlichen in Gold aufgenommenen Handelskapital in dem Treiben der Mirbach, Kardorff, Theilnahme. Keiner unserer Parteifreunde darf der Feier fern- Hypotheken tündigen und durch Vermittlung ihnen zu Arendt nicht mehr ein harmloses Spiel mit Worten, sondern bleiben. Wen wirthschaftliche Machtmittel verhindern, an dem Diensten stehender Bautiers und Banken, die sich dafür bitteren Ernst sieht, und so ist der Schluß berechtigt, daß die Tage die Arbeit ruhen zu lassen und an den Vormittags- natürlich eine auständige Provision zahlen lassen würden, Kämpfer für die Doppelwährung emsig an dem eisernen Reifen Versammlungen der Gewerkschaften theilzunehmen, der wird Gelegen- dieselben in Silber zurückzahlen und dann ihren für den feilen, der mun fast zwei Jahrzehnte die Vertreter aller Moment schuldenfrei gewordenen Boden durch ihre Kapitalsinteressen in Deutschland so fest umklammert hielt. heit finden, am Abend den Veranstaltungen, die von der poli- Bantiers mit Silberhypotheken belasten lassen. Damit Nun noch ein Wort über die von agrarischer Seite tischen Partei ausgehen, sich anzuschließen. Rein Genosse würde die Gesammtheit der deutschen Hypothekengläubiger angeregte Verstaatlichung der Reichsbank. teine Genoffin darf fehlen an dem großen Festum die Hälfte ihres Vermögens gekommen sein, denn Niemand, der das politische Treiben der um Ploetz und tage der Arbeit! die Mark unter dem bimetallistischen Systeme würde zwar wie Manteuffel berufsmäßig beobachtet hat, wird der Verzur Zeit der Goldwährung den Namen Mark tragen, sie muthung Raum geben, daß diese Wünsche aus irgend welhätte aber auf dem Weltmarkt nur den halben Werth, chem prinzipiellen etwa staatssozialistischen AnschauungsFeuilleton. der um griffe des Ebenmaßes in sich auf, die ihn, wie Cuvier verordnet und so aus dem Bau der Pflanzen das diesen Bau Goethe, Deutschsichert, dahin führten, in den scheinbar so regellos gestalteten bedingende Gesetz erkundet worden. von den größten Kristallen durchaus regelmäßige Formen zu vermuthen. Er lands größter Dichter, ja einer ( Nachdruck verboten.] machte die die Entdeckung nicht glaubte, daß hierin eine wenn auch den Sinnen noch ver- Dichtern überhaupt, weil er ein Kind der Der Einfluß der Frauen auf die schleierte Schönheit sich berge. Sobald dieser Gedanke in trotzdem, sondern gerade Willenschaft. Von Henry Thomas Budle. ihm festen Fuß gefaßt hatte, war die Hälfte der Entdeckung Musen war. Seine wundersame Vorstellungsthätigkeit, 3 gemacht. Der rechte Weg lag nun erschlossen vor ihm. feine Liebe zur Schönheit und sein außerordentliches Ver Andere hatten vermittels der Sinnenwelt vergeblich zu erständniß für die Form ließen ihn von der Höhe, auf der zielen versucht, was ihm im Bereiche des Gedankens gelang. er stand, herabblicken und unten das, was er droben erAus dem Englischen übersetzt von Eugenie Jacobi. Ich ergehe mich damit keineswegs in einer bloßen Behaup schaut hatte, darlegen. Die zünftigen Vertreter der PflanzenBeim zweiten Beispiele, das den Erfolg der deduktiven tung. Hann selbst spricht sich in seinem großen Werke über kunde verwarfen seine Erfindung. Sie waren empört Forschung darthun soll, will ich ins Mineralreich greifen. die Mineralogie in dem Sinne aus und bestätigt, daß er darüber, daß ein Dichter in ihr Gebiet hinübergriff. Er, Auf den ersten Blick hin erscheinen die in der Natur vor- von jener Vorstellung aus seinen Gegenstand erfaßte. Zwei der Verse machte und Theaterstücke schrieb, dem jede Fachtommenden Kristalle als die regellosesten aller Gebilde. Umstände sind dabei noch ganz besonders zu beachten. Hauy, bildung fehlte, der kein Vergrößerungsglas zur Hand ge Echon in ihrer einfachsten Form sind sie von einer sinn- der allgemein als Begründer der Kristallkunde angesehen nommen und keine großen Untersuchungen über das Wachsverwirrenden Vielgestaltigkeit. Aber die aus der Verwitte wird, hatte so unvollkommene Arbeitsmittel in Händen, daß thum der Pflanzen angestellt hatte, drang in das Gehege rung anderer Minerale entstandenen Bildungen, in denen spätere Vertreter jener Wissenschaft erklärten, faum eine der Naturwissenschaft ein. Wahrlich, gar zu arg! Göthe fie fich gewöhnlich vorfinden, lassen sie noch weit seltsamer feiner Abmessungen wäre genau. Hierüber darf man um so aber konnte warten, und die Eiferer der Thatsachen untererscheinen. Echon lange hatten nun diese sonderbar aus weniger staunen, weil der Winkelmesser, dessen er sich be- lagen schließlich den Vertretern der Gedankenwelt. Auf sehenden Körper die Aufmerksamkeit der Gelehrten erregt, diente, von sehr mangelhafter Beschaffenheit war. Wollaston ihrem eigenen Grund und Boden wurden die Naturforscher die, der üblichen induktiven Forschungsweise entsprechend, hat seinen Winkelmesser erst später erfunden. Hauy wurde durch einen Dichter aus dem Felde geschlagen. Jetzt nimmt allerlei Untersuchungen an ihnen vornahmen. Die Kristalle aber auch so von seinen dichterischen Neigungen man die große Entdeckung mit offenen Armen auf. Es die als Zeitgenossen wurden zerbrochen, gemessen, gewogen, zerlegt, in den umsponnen, daß ihm dabei die geringen mathematischen thun dies die selbigen Leute, sich heftig dagegen aufgelehnt hätten, Echmelztiegel gethan und chemisch behandelt; kurz, man Kenntnisse, über die er verfügt hatte, ganz entschwanden. Göthe's die der Geschichte unserer Wissenschaft zum nahm alles mögliche mit ihnen vor, um hinter das Ge- Als er nun seine eigene Wissenschaft im Innern ausbaute, und heimniß ihrer Gestaltung zu kommen. Trotz heißen Be- mußte er sich erft, gleich einem Schulfnaben, mit den Trotze auch heute noch behaupten, daß alle solche mühens wollte und wollte dasselbe sich aber nicht enthüllen. Anfangsgründen der Raumlehre vertraut machen, um der Entdeckungen auf induktivem Wege gemacht werden, und Da machte in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts der Welt das, wovon er selbst überzeugt war, beweisen und die daß jedes sonstige Verfahren eines richtigen Denkers unFranzose Hany, einer von den merkwürdigsten Menschen Gesetze der Form auf den Bau der Minerale anvenden zu würdig ist. Eine andere wichtige Errungenschaft trug der große jener merkwürdigen Zeit, die Entdeckung, daß die scheinbar können. so unregelmäßigen Körper in Wahrheit vollständig regel- Ich will jetzt zum Pflanzenreiche übergehen und auf Dichter ganz in der gleichen Weise davon. Auf einem bei mäßig gebaut sind, und daß die Abweichung der ursprüng- diesem Gebiete den Werth der deduktiven Forschung dar Venedig gelegenen Kirchhofe herumgehend, stieß er mit seinem lichen Formen von denen zweiter Ordnung auf dem Geseze thun. Nach dem großen Gesetze von der Umbildung der Fuße an eiren Schädel. Da kam ihm plöglich der Geder Verminderung auf dem, was er die Decrescenz Pflanzen sind bei jeder Pflanze die Staubfäden, Stempel, danke, daß der Schädel aus Wirbeln bestehe, d. h. daß die nannte beruht. An dieses Ziel tam er aber nicht in Blumentronen, Deckblätter, Blumenblätter u. f. w. weiter den Kopf umschließende Knochendecke nur eine Fortsetzung seiner Eigenschaft als Naturforscher. Ter Dichter war in nichts als umgestaltete Blätter. Wie sehr diese einzelnen des Rückgrates ist. Ofen nahm später diesen lichtvollen Gedanken auf. ihm weit stärker vertreten und er liebte es, die Natur mit Theile auch in ihrer Form, ihrer Farbe, ihrer Lebens- in Deutschland dem Auge eines solchen anzuschauen. Eine noch reichere thätigkeit von einander abweichen, so stellen sie doch nur Auch andere bedeutende Naturforscher Entwickelung als sein Verstand wies sein Gefühlsleben auf. verschiedene Punkte der Entwickelung des Blattes dar, und in Frankreich- traten für ihn ein, während er in Um seinen Schönheitsdurft zu stillen, versenkte er seine Blicke Zeitabschnitte seiner Geschichte, könnte man sagen. Um zu England erst Eingang fand, als Diven in seinem hervorzuerst in die Pflanzenwelt, in deren Formen- und Farbenwunder einem solchen Ergebnisse zu gelangen, ist aber nicht etwa ragenden Werke über die Wirbelknochen auf ihn hinwies. feine Dichternatur förmlich schwelgte. Dabei nahm er die Be- l Jahre hindurch untersucht, beobachtet, gesammelt und ge- Daß Goethe die Entdeckung am Ende des 18. Jahrhunderts unt= F freise erwachsen find, federmann weiß, daß die Reichsbank| halten eine solche Entwicklung vorerst für Reichstags- Erfahwahl in Weimar- Apolda. Biz blos deshalb zur vollständigen Reichsanstalt gemacht werden möglich. Würden die Agrarier aber bei dem her wurden gezählt für Kulemann( natl.) 2373, Reichmuth soll, damit sie bestraft werde für ihre geringe Fügsamkeit Ablauf des Vertrages mit der Reichsbant ihre( fons.) 4506, Baumbach( freis.) 4562 und Baudert den Wünschen der Agrarier gegenüber und damit sie nach Wünsche durchsetzen, so würde in den Kreisen des Bank( S03.) 5684 Stimmen. Die Ergebnisse aus einigen ihrer Umgestaltung zur milchenden Kuh für den ver- und Handelskapitals, die von der Reichsbant als der großen ländlichen Bezirken stehen noch aus. Voraussichtlich hat schuldeten Großgrundbesitz Ostelbiens werden könne. Bentralbank abhängig sind, und auf ihre unbedingte Sicher eine Stichwahl zwischen Baudert und Reichmuth stattzu Die Reichsbank wurde durch das Gesetz vom 14. März heit stets bauen können müssen, Beunruhigung und Unsicher finden. 1875 mit einem Grundkapitale von 120 Millionen Mark heit eintreten. Deshalb wird das Handels- und Industrie- Zur Reichstags- Stichwahl in Lennep- Mettmann errichtet mit dem ausgesprochenen Zweck, den Geldumlauf kapital mit dem allergrößten Mißtrauen einen Feldzug fordern Nationalliberale und Freikonservative zur Unterim gesammten Reichsgebiete zu regeln, die Zahlungs- gegen die Reichsbank verfolgen und jeder Angriff auf die ftützung des freisinnigen Kandidaten auf. Die Konservativen ausgleichungen zu erleichtern und für die Nutzbarmachung selbe wird die Trübung der Verhältnisse zwischen den find für Stimmenthaltung. Wir werden aus eigener Straft verfügbaren Kapitals zu sorgen. Das Kapital der Reichs Kreisen des ländlichen und städtischen Kapitalbesiges fördern siegen! bank ist von Privaten eingezahlt, die Verwaltung und müssen. Herr v. Köller fürchtet den Sturm gegen die UmfiurzLeitung liegt aber schon jetzt fast vollständig in den Händen Er sucht überall Petitionen der Gemeindedes Reiches. Der Gewinn wird zwischen Antheilseignern Wir stehen erst am Anfange der Entfremdung des vorlage. und dem Reich in der Weise getheilt, daß zunächst die agrarischen mit dem industriellen und kommerziellen Kapital, vertretungen und Verwaltungen gegen die Umsturzvorlage Antheilseigner 3% pCt. des Grundkapitals und nach Er- wir sehen aber schon die von Bismarck geförderte Solidarität zu verhindern. Ebenso wie in Berlin wurde in Stettin gänzung des Reservefonds je eine Hälfte des Restes den zwischen den verschiedenen Kapitalinteressen in die Brüche an den Magistrat die Weisung erlassen, einem von den Stadtverordneten in Ueberschreitung ihrer Befugnisse" zu Aktionären und dem Reiche zufallen, bis die Dividende der Aktionäre 6 pCt. ausmacht, worauf von den weiteren Wird die Sozialdemokratie hiervon einen Nutzen haben? fassenden Beschluß wegen Absendung einer Petition gegen Ueberschüssen das Reich 3/4, die Aktionäre 1/4 beziehen. Die die Umsturzvorlage die Ausführung zu versagen. Nicht wie in England, wo der Widerstreit der agraDaß Herr v. Köller mit diesen Maßregeln blos den Geschäfte, welche die Reichsbank betreiben kann, sind ihr gleichfalls durch Reichsgesch vorgeschrieben, sie bestehen in rischen und industriellen Interessen zu einer Stärkung der Gegnern der Umsturzvorlage nützt und den Werth der Handel in Gold und Silber, Diskontirung und Handel Position, zu einer Förderung der Rechte der Arbeiter- Rundgebungen nicht vermindert, sondern erst recht zu in guten Treimonatswechseln, Darlehen gegen Pfand lasse geführt hat, denn im Kampfe gegen den gemeinsamen energischer Stellung gegen den Gefeßentwurf Beranlassung ( Gold, Silber, bestimmte Werthpapiere, im Inland Feind, die Sozialdemokratie, werden sich die feindlichen giebt, wird die ird die Reichsregierung bald merken. lagernde Kaufmanns Waaren, Depositen), Giroverkehr, Brüder die Hand reichen. Auch in Charlottenburg hat die Stadtverordneten- Verbegrenzten Effektenhandel. Das, was die Reichsbank als Aber in dem Sinne fönnen wir mit der Entwickelung fammlung auf den Antrag des freisinnigen Stadtv. Schenck einNotenbank charakterisirt, ist ihr Recht, Banknoten auszu- zufrieden sein, daß sie eine Schwächung unserer Gegner, einstimmig beschloffen, eine Petition gegen die Umsturzvorlage au geben, dieselben müffen zu einem Drittel in Gold oder gegenseitiges rascheres Aufreiben im Kampfe, eine vermehrte den Reichstag zu senden und der Magistrat ist diesem Beschluffe Reichskaffenfcheinen, zu den übrigen zwei Dritteln in guten, Unsicherheit auf dem Regierungsschiffe zur Folge haben wird. beigetreten. Ob Herr v. Achenbach auch nach Charlottenburg schon telegraphirt hat? turzfristigen Wechseln gedeckt sein. Die Bant muß jederzeit bereit sein, ihre Banknoten in Gold oder Reichsgehen. Ja und nein! kaffenſcheinen umzuwechſeln. Die ganze Organisation der Dolitische teberlicht. Berlin, 26. April. Der Bundesrath hat gestern auch über die geschäftliche Behandlung der vom Reichstage bei Berathung des Reich 3 Entwurf eines Gesetzes, betr. die Bornahme einer Berufshaushaltsetats für 1695/96, sowie bei Berathung des und Gewerbezählung im Jahre 1895, zu Petitionen gefaßten Beschlüsse und über mehrere Eingaben Beschluß gefaßt. An ſtelle des aus dem Bundesrath ausgeschiedenen, jetzigen töniglich bayerischen Staatsministers v. Landmann wurde der töniglich bayerische Ministerialdirektor v. Herrmann zum nichtständigen Mitgliede des Reichs- Versicherungsamts gewählt. Zur Köllerung der Berliner Stadtverordneten. Die Köller'sche Korrespondenz" müht sich ab, das Verbot des Oberpräsidenten wegen der Petition gegen Reichsbank ist in erster Linie auf einen kaufmännischen, schon weniger auf einen industriellen Kundenkreis zu die Umsturzvorlage zu rechtfertigen. Das ministerielle geschnitten. Der Landbau treibenden Bevölkerung kann sie Sprachrohr markirt dabei die Unschuld vom Lande, indem blos in sehr beschränkten Grenzen dienen, weil dieser Theil es die Meinung verbreitet, der Protest gegen das Knebelder Bevölkerung i. d. N. nur an langfristigen Dar als eine Beschäftigung mit politischen Angelegenheiten, was gesetz sei nicht Sache der Gemeinden und charakterisire fich lchen, Hypotheken, oder mindestens drei Viertel Jahre durch die Städte- Ordnung verboten ist. Der Köller'sche laufenden Wechseln ein Interesse hat. Während das kaufmännische und vor allem das Börsenkapital oft in Borstoß gegen das Petitionsrecht der Stadtverordneten ist renigen Tagen mehrmals umschlägt, das Industriefür Berlin wirkungslos geblieben. Man hat sich vernünftapital dies i. d. R. mehrmals mehrmals im Jahre thut, tigerweise weder an Herrn v. Achenbach noch an Herrn Belle gekehrt und einfach eine Petition kontra Umsturzvor währt die Umschlagsperiode in der Landwirthschaft i. d. R. ein Jahr. Deshalb konnte die Reichsbank, bei der alles Die Nachwahl in Dresden- Laud hat schon im ersten lage beschlossen. Nach der Städte- Ordnung und dem Bus darauf ankommt, ihre Werthe jederzeit zum Zweck der Wahlgange mit dem Siege des Sozialdemokraten Horn ständigkeitsgesetz hat übrigens niemand das Recht, die Verhandlung irgend eines Gegenstandes in der StadtNoteneinlösung in Geld umsetzen zu können, den Forderungen geendet. verordneten Versammlung zu verhindern. Das Gesetz giebt der Agrarier nach Gewährung von Darlehen an kredit- Nach neuerer Feststellung gestaltete sich das Wahl der Vormundschafts- pardon Aufsichtsbehörde das Recht, bedürftige Landwirthe lange nicht in dem Maße nach ergebuiß der Reichstags- Ersahwahl im sechsten sächsischen Beschlüsse der Gemeindevertretung beanstanden und deren tommen, wie es von ihr gefordert wird. Fälschlicherweise Wahlkreise wie folgt: Horn( Sozialdemokrat) ist mit Ausführung untersagen zu lassen, soweit aber sind wir noch wird der Betheiligung des Börsenkapitals die Schuld hier 16 516 Stimmen gewählt; Hartwig( Antisemit) erhielt 8538 nicht gekommen, daß auch die Tagesordnungen der Stadtfür zugeschoben, während die einfache Erklärung, daß diese und Andrä( fons.) 7589 Stimmen. verordneten- Bersammlung der hohen obrigkeitlichen Zensur Geschäftspraxis mit dem Wesen aller Notenbanken unbedingt Demnach hat unser Kandidat mit einer Majorität von unterliegen. Vielleicht kommt's noch; wundern würde es verknüpft ist, einfach übersehen wird. Wären die Herren 389 Stimmen gefiegt. Unsere Stimmenzahl ist um 866 ge- nus nicht bei der Rückwärtserei, die jetzt im Namen der Mirbach, Plög, Kaniy und Kardorff die Haupt- stiegen, die der Antisemiten um 3242 gefallen; ein Religion, Ordnung und Sitte getrieben wird. Aber vorattionäre der Reichsbank, sie könnten nach dieser Theil derselben, 2725, ist den Konservativen zu gute geRichtung deren Geschäftsbetrieb doch nicht ändern. Der kommen. Unsere Partei hat demnach seit dem 15. Juni 1893 läufig war der Liebe Müh' umsonst. Der Beschluß, beim Reichstage gegen die Umsturzvorlage zu petitioniren, ift Einfluß des Reichskanzles auf die Verwaltung der Reichs- um 5,5 pCt. der Stimmen zugenommen, dagegen haben einstimmig gefaßt worden. Das Verbot, die Angelegenheit bank ist heute schon so groß, daß selbst bei der gänzlichen Antisemiten und Konservative eine Einbuße von 3,1 pct. nicht zu verhandeln, hat nur die Wirkung gehabt, daß Verstaatlichung derselben der Einfluß der Reichsverwaltung ihrer Stimmen erlitten. faum stärker zum Ausdrucke kommen würde, als heute. gestern Abend im Rothen Hause von Berlin feste um sich gehauen" wurde. Dem Stadtverordneten- Vorsteher Dr. Langerhans, bei dem am Donnerstag der„ Bürgerſtolz" kein leeres Wort gewesen, ist gestern folgendes Telegramm zu= Durch die Wahl Horn's ist die sozialdemokratische Welchen Nuten versprechen sich nun da die Agrarier, Fraktion wieder auf 45 Mitglieder angewachsen und damit von der Verstaatlichung der Reichsbank? Keinen anderen, der Verlust eines Reichstagssizes, den unsere Partei infolge als den einer unsolideren Verwaltung, welche nicht in erster der Aberkennung des Mandats für Lennep- Remscheid erLinie die sofortige Einlösbarkeit der Noten, sondern die litten hat, wieder weftgemacht. Gewährung von Darlehen an kreditbedürftige Landwirthe Da die Wiederwahl des Genossen Meist wahrscheinlich zur Folge hätte. Sie würden dann in der Reichsbank einen ist und noch außerdem eine Stichwahl im Wahlkreise unerschöpflichen Dispositionsfonds der Reichsregierung zur Weimar- Apolda stattzufinden hat, so ist eine weitere VerUnterstübung ihrer konservativen Freunde erblicken. Wir mehrung unserer Reichstagssige zu gewärtigen. gemacht hat, steht fest, und ebenso gewiß ist's, daß noch fünfzig Jahre später englische Aerzte trotz aller ihrer Werk zeuge und alles Bergliederns nichts von derselben wußten oder doch verächtlich auf sie herabjahen. gegangen: Auf grund der SS 42 und 132 des Landesverwaltungs Gesetzes und der§§ 35 und 36 der Städte- Ordnung wird Ihnen hierdurch bei Vermeidung einer Geldstrafe von 300 M. die Ausführung des gestern von der Stadtverordneten- Bersammlung ge faßten ungefeßlichen Beschlusses wegen Absendung einer gegen die keit hinansschauen, die auch nach einem Einblicke in das einen Garg bewilligt, in den ihn sein Vater alsdann eigenhändig Werden unserer Wissenschaft Verlangen tragen. Allein bettete. So fand man außer den Knochen bei der Ausgrabung ich fürchte, vielleicht schon zu ausführlich gewesen zu sein, nur ganz spärliche Ueberreste. und kann dabei kaum annehmen, daß mir die völlige Die Namen der Ausgegrabenen sind: K. Jacobi von Bon keinem Fachgelehrten ging fie aus. Sie erstand Klarstellung eines jeden einzelnen Punktes gelungen ist. Mannheim, Major der Volkswehr. Ph. Benthöfer von Mannheim, Kanonier. R. Lenzinger von Durlach, badischer in einer Umgebung, die die Einbildungskraft des Dichters Immerhin hoffe ich nicht ganz vergebens für die in Eng- Korporal und aufständischer Lieutenant. Th. Mniewsky anzuregen geeignet war, im Lande der Wunder, im Lande land seit zwei Jahrhunderten so unvernünftig in den Hinter aus Wodzierady in Russisch Polen, Freischaarenführer. derer, die malen und fingen und sagen. Die mit dem Staube der grund gedrängte deduktive Forschungsweise gesprochen zu G. Bönning von Wiesbaden, ehemaliger naffauischer Offizier Verwesung angefüllte Stätte mußte den Wanderer in feierlichen haben. Natürlich denke ich nicht im mindesten daran, den und Oberst der schweizer Legion. R. Heilig von Pfullendorf, Schauern erbeben lassen. Ueber den Verstand kommt eine Werth des entgegengesetzten Verfahrens hinwegleugnen zu badischer Artilleriewachtmeister und während der Belagerung gewisse Lähmung, und gelöst von jeder Feffel, schwingt die wollen. Man kann's unmöglich vergessen, daß große Ge- Kommandant der Artillerie. G. N. Tiedemann, ehemaliger Einbildungskraft sich zu jenen Höhen empor, auf denen heimnisse der Natur nur auf letzterem Wege entlockt worden badischer Dragoner Lieutenant und Gouverneur von Rastatt. fie ihre eigentliche Heimath hat. sind, und allen, die der Wissenschaft in dieser Weise Schätze G. von Biedenfeld, penf. badischer Major und während zuführten, soll die ihnen gebührende Ehre ohne weiteres offen G. E. Elsenhaus, Literat von Feuerbach, Württemberg, während und uneingeschränkt mit Freuden zugestanden werden. Ich der Belagerung Redakteur des" Festungsboten" und erklärter wage aber darauf hinzuweisen, daß eben nicht alle Ent- sozialer Demokrat. Unversehrt erwiesen sich nur die Schädel Bei Jacobi, 3enthöfer und Lenzinger. deckungen auf dem einer so großen Beliebtheit sich er von freuenden induktiven Wege gemacht worden sind. Bönning fand sich ein in einem Griff feststeckendes Messer vor, bei mnie wsky Ueberreste einer schwarzrothgoldenen Schärpe ( Schluß folgt.) mit grünen Franzen, an der man noch deutlich die großen schwarzen Kugelspuren sieht; auf der Schärpe an seidenem Band ein militärisches Kreuz mit russischen Buchstaben. den Dieses Verweilen Goethe's auf dem italienischen Kirch hose erinnerte mich oft an die wundersame Szene, in der der große Shakespeare seinen Hamlet zwischen den Gräbern umherwandern läßt. Der dänische Denker weiß noch nicht, daß die letzte Ruhestätte, an der eben geschaufelt wird, die jenige aufnehmen soll, die seinem Herzen am nächsten steht. Erschütterung durchbebt aber auch ihn, und gleich dem großen deutschen Dichter nimmt er einen Schädel zur Hand. des Aufstandes Oberst, des 3. badischen Jemberg ments. Beim Anblicke dieſer einſtigen Hülle des Geistes ziehen Ehrung der Rastatter Freiheits- Die Uebereinstimmung der gefundenen Ueberreste mit be Bilder der Nichtigkeit und des Zusammenbruches menschlicher Größe an ihm vorüber. Um zwei Jahrtausende kämpfer. auf den Gräbern angegebenen Namen läßt sich nur mit Sicherheit bei Mnie wsty behaupten. Von Lenzinger fagten führen seine Gedanken ihn zurück. Er glaubt fast, den Aus Rastatt wird uns geschrieben: Endlich hat das seit Augenzeugen seiner Erschießung, daß er einen außerordentlich Schädel Alexander's des Großen in Händen zu haben, und zwanzig Jahren bestehende Komitee, das sich zur Aufgabe machte, leinen Ropf gehabt habe, was mit dem gefundenen noch mit vergleicht diese Knochenmasse mit dem, was sie ehemals für die neunzehn in den Laufgräben von Rastatt stan brecht dichtem Haar bedeckten Schädel allerdings übereinstimmen würde. war. Taun, wie Goethe, sich plötzlich in eine gedachte ich erschossenen Freiheitskämpfer aus dem Von Heilig behauptet dagegen Herr Gemeinderath Klumpp Rörperwelt versehend, dringt er ein in die für seine Zeit so I abre 1849 ein würdiges Denkmal zu beschaffen, den ersten als Augenzeuge von dessen Begräbniß, daß er nicht mit aus fei, sondern noch in einem anderen schwer faßbare Lehre von der Unvergänglichkeit des Stoffes, namhaften Erfolg zu verzeichnen. Infolge energischer in den gegraben worden nur mit Hemd, Unterhosen der keine Bernichtung, sondern nur eine Umwandlung Beschluß des Rastatter Gemeinderaths, wonach nicht nur der und Socken bekleidet, gelegt worden fei, nachdem man letzten Jahren wieder aufgenommener Thätigkeit erzielte es einen Grabe ruhe, in das er, erfährt. Er vergegenwärtigt sich die Möglichkeit, Errichtung eines Denkmals seitens des Komitees nichts im Wege ihm, der ein außergewöhnlich großer Mann war, die daß die Ueberreste der größten Menschen ganz unedeln stehe, sondern die Gemeindeverwaltung auch gewillt sei, die auf nie gebeugt habe, um ihn in dem allzu klein gerathenen Grab Zwecken dienen können. In seinem Gedankenfluge hemmt dem alten Friedhof gelegenen„ Gräber nicht ausgraben, sondern auf unterbringen zu können. ihn der neben ihm stehende rechtschaffene und anhängliche, ewige Beiten" erbalten zu lassen. Offenbar hatte zu dieser günstigen Die Ueberrefte wurden in ein Massengrab gebracht, aber beschränkte Horatio, einer von jenen Menschen, die Stimmung die besonders in sozialdemokratischen Streifen schon das demnächst mit den übrigen Gräbern zusammen eine Nur wenige ganz dazu angethan find, dem emporstrebenden Geifte die feit einiger Zeit alljährlich in steigendem Maße wiederkehrende vorerst eiserne Umfriedigung erhalten wird. Bahn zu erschweren. Aus den Worten Hamlet's hört Schmückung der Gräber und die hieran sich knüpfende landgericht Neugierige hatten fich an dem trüben Regenmorgen auf dem liche Verurtheilung eines unserer Genossen den ersten Anstoß ge-| alten Friedhof in Rastatt eingefunden, um einem Stück„ Umsturs" Horatio nur wirre Hirngespinste heraus, und wie zwei geben und die Denkmalsfrage wieder in Fluß gebracht, nachdem eines nun bald 46 jährigen Unrechts beizuwohnen. Denn nicht vollständige Gegensätze, wie die Verkörperung der Gedanken- fie seit dem Machtspruch des Gouvernements Rastatt, fein Dent- nur, daß die rachfüchtige Reaktion die Opfer des miliund die der Sinnenwelt, stehen dieser und jener neben mal zu dulden, allmälig einzuschlafen schien. Und so wurde am tärischen Wortbruchs ohne Sang und Klang und Sarg wie einander. In gleicher Weise wurde auch einem Goethe von Mittwoch, den 24. April, mit der nothwendigen theilweisen. Aus- Hunde eingelocht hatte, so verweigerte sie ihnen auch feinen Beitgenossen begegnet, und nur zu oft hängt man grabung der Leichen vorgegangen. Seitens des Komitees waren jeglichen Grabschmuck. Aber dem zähen nimmermüden Eifer dem beschwingten Gedanken ein Bleigewicht an. Das Reimen dazu beordert dessen Mitglieder Franz Peter von dankbarer Epigonen ist es doch gelungen, den Todten die ihnen und Wachsen des Menschengeistes wird gehemmt. Gedanken Achern und Th. 2 uz Th. Luz von Baden- Baden, feitens der gebührende öffentliche Ghrung zu verschaffen. Und als nach unterliegen den Thatsachen, die Angelegenheiten des inneren städtischen Behörde Herr Gemeinderath Klumpp aus Rastatt, der Beendigung des traurigen Schauspiels der Ausgrabung die Lebens denen des äußeren, und der Horatio des Handelns als Knabe von 12 Jahren mehreren Exekutionen beigewohnt Frühlingssonne flegreich aus den eilenden Wolfen hervorbrach, da wandten sich unsere Genossen heimwärts mit dem tröstlichen entmuthigt den Hamlet des Dentens. Ohne Garg hatten damals die Schergen der brutalen Gedanken, daß die Zeit des großen und kleinen Kalibers bald Biel hieße sich wohl noch über diesen Gegenstand sagen. Reaktion ihre Opfer eingescharrt; nur Josef Rielmarx, der vorüber ist und einst auch über den Gräbern der Rastatter Der weitgehendsten inneren Antheilnahme wird er ja bei Feldwebel aus Rastatt, der am 8. Oktober erschossen wurde, er Märtyrer die unblutige Sonne der Freiheit, Gleichheit und ellen denen sicher sein, die über das Getriebe der Alltäglich- hielt auf dringende Bitten seines Vaters von der Kommandantur Brüderlichkeit aufgehen wird. hatte. Togenannte Umsturzvorlage gerichteten Petition an den Reichstag untersagt. Der Oberpräsident. v. Achenbach." blos für Oberschlesien. Wie viel tausende von Lehrerstellen, stehen, aus, daß ein solcher Versuch der Mithe wverth im ganzen Intelligenzstaat Preußen unbesetzt sind, das fann sei, da die Erwartung berechtigt sei, daß die Ausstände Tieses Mal war aber Herr Langerhans früher auf der Leser sich ungefähr ausrechnen. Wie viel Unter ihren gewaltthätigen Charakter dann verlieren würden. Mit der gestanden. Der Beschluß der Stadtverordneten- Versammlung offiziere mögen wohl ihm Militärstaat Preußen Schaffung solcher Institutionen würde ein mächtiger Baustein ist bereits am Donnerstag Abend ausgeführt und der fehlen? zur Arbeiterschutzgesetzgebung Desterreichs hinzugetragen werden. Reichstag in den Besitz der Petition gesetzt worden. Armer ( Anhaltender lebhafter Beifall.) Achenbach! " Der preußische Staat als Erbauer von Arbeiter Der Antrag Pernerstorfer wird abgelehnt. Gin ähnlicher An wohnungen. Die Köller'sche Berliner Korrespondenz" trag Bärnreither, welcher jedoch keine bestimmte Frist für die Der Städtetag gegen die Umsturzvorlage wird nun am schreibt: Berichterstattung festsette, wird angenommen. Sonntag, den 5. Mai, in Berlin abgehalten. Gegenwärtig ist Dem Abgeordnetenhause ist der Entwurf eines Gesetzes, be- Der jungczechische Abgeordnete Eim richtete eine InterpellaStadtverordneten- Vorsteher Dr. Langerhans damit beschäftigt, im treffend die Bewilligung von Staatsmitteln zur Verbesserung der tion an den Landesvertheidigungsminister, betr. der Verwendung Namen eines Berliner Komitees, bestehend aus beiden Bürger- Wohnungsverhältnisse von Arbeitern, die in staatlichen Betrieben des Militärs zum Ausladen von Ziegeln in den Wiener Ziegelmeistern, Magistratsmitgliedern und Stadtverordneten, hervor- beschäftigt find, und von gering befoldeten Staatsbeamten, zu werfen. ragende Leute anderer Kommunalbehörden zu ersuchen, ihren gegangen. Danach soll durch Erbauung staatlicher Miethshäuser Sonntagsruhe im öfterreichischen Haufirhandel. Namen unter einen Aufruf zur Einladung für diesen Kongreß und durch Gewährung von Bauprämien und Darlehen den in Das österreichische Herrenhaus nahm das Gesetz betreffend Staatsbetrieben beschäftigten Arbeitern und gering besoldeten Beamten die Beschaffung geeigneter Wohnungen zu angemessenen die Sonntagsruhe im Hausirhandel in zweiter und dritter Preisen an denjenigen Orten erleichtert werden, an welchen die Lesung an. Bauthätigkeit das Wohnungsbedürfniß seither nicht befriedigt. Der„ Heilige Vater und seine Sozialpolitik. Eine Bevorzugung der Wohnungsinhaber auf Rosten der All Recht klassenbewußte Arbeiter scheinen die katholischgemeinheit ist nicht in Aussicht genommen, da die Miethspreise so sozialen Arbeiter" in Frankreich zu sein. Deren Vertreter bemessen werden sollen, daß die den Staate erwachsenden Selbst haben in Paris eine Erklärung unterzeichnet, zu der der fosten entsprechende Deckung finden. Der Entwurf sieht zu dem genannten Zwecke zunächst einen Betrag von fünf Millionen Bap ft Leo XIII. seine Zustimmung in Form des apostolischen Segens ertheilt hat, und der folgendes zu ents nehmen ist: zu setzen. ebd Das Zentrum und die Umsturzvorlage. Ein Parlaments- Berichterstatter schreibt: " In der Zentrumsfraktion des Reichstages hat die gegen fäßliche Stimmung gegen die sogenannte Unifturzvorlage soweit Oberhand gewonnen, daß bereits 50 Mitglieder, also die Hälfte, entschlossen sein sollen, den Gedanken an das Zustande tommen irgend welcher Form von Umsturzvorlage von sich ab zuweisen." Die Köln. Volts- Beitung" hebt hervor, das Zentrum werde bei der Umsturzlage nur für den Kommissionsbeschluß stimmen. Wollten die Konservativen und Reichsparteiler die Vorlage nicht nach den Wünschen des Zentrums annehmen, so werde die ganze Borlage scheitern. Das Zentrum werde unter keinen Umständen zulassen, daß man die bürgerlichen Baragraphen" in der Form zu stande bringe, wie es die Selbstfucht der Mittelparteiler wünscht und die Schwäche der Konservativen neuerdings ermöglichen möchte. Mark vor. isdom Es handelt sich demnach hier wieder um die fattsam bekannte Art von Wohlfahrtseinrichtungen, die dem Unter nehmer, hier dem preußischen Staate, nichts tostet, aber die Abhängigkeit der Arbeiter vermehrt. Sobald über den Plan der Regierung genaueres verlautet, werden wir auf denselben zurückkommen. " " Da wir wissen, daß unsere Freunde sich mit Kopf und Herz der Leitung des Heiligen Stuhles unterwerfen und daß sie nichts so sehr wünschen, als den Frieden und die übernatürliche zu entsprechen, wenn wir ihnen vorschlagen, unter dem Segen Kraft, welche die Eintracht giebt, so glauben wir ihren Wünschen unferes glorreichen und vielgeliebten Papstes Leo XIII. gemein Etwas langfamerce Tempo für Arbeiter- Wohlfahrts. sam auf dem von ihm gutgeheißenen Wege vorzugehen. einrichtungen räth angesichts der in Düsseldorf abgehaltenen 1. Die Arbeitgeber sollen, stets mehr von den ihnen Man wird gut thun, diesen und ähnlichen Nachrichten Konferenz der Zentralstelle für Arbeiter- Wohlfahrtseinrichtungen, zukommenden Pflichten durchdrungen, in der Gründung von das stärkste Mißtrauen entgegenzubringen. Wahrscheinlich über die gestern im Vorwärts" berichtet wurde, die Kölnische Bruderladen, gemischten Syndikaten und Gewerkvereinen, sowie ist, daß Nachrichten, wie die von 50 Gegnern der Umsturz- Beitung". Sie schreibt, sie habe es von jeher für ihre National Gesellschaften aller Art fortfahren, welche geeignet sind, das vorlage in der Zentrumsfraktion, blos zu dem Zwecke verpflicht gehalten, daran zu erinnern, daß die Wettbewerbsfähigkeit 2008 der Arbeiter zu verbessern und jene zu vereinigen, breitet werden, um die öffentliche Meinung. zu beruhigen Deutschlands auf dem Weltmarkte nicht untergraben und die die gleichfam nur Eine Familie bilden sollen. Arbeit im Lande durch sozialpolitische Belastungen nicht un und den gefürchteten Druck der Volksstimmung auf den möglich gemacht werden dürfe, da dann die Sozialpolitik für den Reichstag zu vermindern. Arbeiter in das gerade Gegentheil dessen umschlüge, was sie sein foll. Die Stölnische Beitung" beißt sich dann fest an einen charakteristischen Ausspruch eines Barmer Herrn ber betonte, daß er mitten im Arbeiterleben stehe. Dieser meinte, den jungen Fabrikmädchen könne sehr wohl während der Arbeit Zeit zu dem Zwecke freigegeben werden, to chen zu lernen; denn durch das Schließen der Fabriken um halb sechs Uhr nachmittags an den Vorabenden von Sonn- und Festtagen sei ja die Industrie auch noch nicht zu grunde gegangen. Gegen die Umfturzvorlage führt das neue Petitions verzeichniß im Reichstage 1971 Petitionen auf. Sum Umsturzgefet schreiben die, Grenzboten": „ Es ist müßig, über das schließliche Schicksal der Umsturzvorlage Bermuthungen anzustellen. Welch köstliche Fronie, daß sie heute selbst von ihren freifonservativen und nationalliberalen Lauf pathen verleugnet wird und zum Siegeszeichen für das triumphirende Rom geworden ist! Was den Freund des deutschen Voltes mit Trauer erfüllt, ist die Wahrnehmung, daß in unserer Zeit des rücksichtslosen Jagens nach materiellen Interessen der Sinn für die hohen, idealen Güter der Geistes- und der bürgerlichen Freiheit immer mehr abhanden zu kommen scheint. Man darf sich darüber nicht täuschen, daß das deutsche Bürgerthum, wenigstens das der besitzenden, wenn auch nicht der gebildeten Klassen auch die Umsturzvorlage mit lauer Gleichgiltigkeit hingenommen, ja sie gar zum Gegenstand politischer Handelsgeschäfte gemacht hat. Erst seit es sich selbst mit bedroht fühlt, fangen ihm langsam an die Augen aufzugehen. Fast scheint es, als wenn den Deutschen wieder Tage der Trübsal beschieden wären, damit sie flug würden. Ein harter und fremder Zug dringt in unser gemüthvolles Boltsleben ein, eine dilettantenhafte Art, durch die gährenden wirthschaftlichen und politischen Schwierig: feiten vierspännig hindurchzufahren. Für Deutschland steht dabei zu viel auf dem Spiele, als daß wir nicht von Herzen wünschen müßten, das hohe Gut verfassungsmäßiger Vollsfreiheit ohne innere Erschütterungen zu bewahren. Geben wir deshalb die Hoffnung nicht auf, daß auch die Umsturzvorlage als ein be drohlicher Eingriff in diese Freiheit für immer werde zu den Todten geworfen werden." Konservative gegen das Umfturzgefeh. Eine zahl reich besuchte, vom Vorstand der konservativen Vereinigung einberufene Boltsversammlung in Biedenkopf( Nbz. Wiesbaden) nahm nach dem Vortrage des Redakteurs v. GerLach- Berlin, einstimmig eine geharnischte Resolution gegen die Umsturzvorlage an. Noch nicht!" bemerkt dazu die Stöln. 3tg." jeder, der weiß, wie unselig jene Bestimmung gewirkt hat, weil fie in Textile werfen u. f. w. auch die männlichen Arbeiter zwingt, um halb sechs Uhr aufzuhören, wenn die weiblichen Arbeiter nach Haufe entlassen werden müssen, der wird auch wissen, was man von solchen Vorschlägen zu halten hat, nun noch einen oder zwei Nachmittage es für den Kochunterricht gerade so zu machen. Wir fürchten, es heißt den Teufel mit Beelzebub aus treiben, wenn man Besserungen im Arbeiterstande auf Kosten der Arbeitsmöglichkeit herbeiführen will. Darum rathen wir zu einem etwas gemäßigteren Tempo: Die Kirche muß im Dorfe bleiben!" " " Als 2) Die Arbeiter sollen in ihren Bersammlungen und Vereinen die Lehren des Heiligen Vaters studieren und die Ueberzeugung gewinnen, daß alle Freiheit, alle Würde und alles Ges deiben den Arbeitern von Jesus Christus und seinen Statthaltern zukommen, die durch die Jahrhunderte seine Lehre durch Gerechtigkeit und Barmherzigkeit fortgepflanzt haben. folgen diesem Wege, indem sie entweder in die gemischten Syndikate eintreten oder Arbeitersyndikate und von christlichem Geiste erfüllte Handwerkervereine bilden. Sie 3. Die einen und die andern sollen die Thätigkeit des Priesters in Anspruch nehmen und begünstigen, der den Geist des Evangeliums, Friede und Eintracht in die verschiedenen Vereine tragen wird. Sein Amt ist es, sittliche, geschäftliche und wirthschaftliche Einrichtungen, die dem Arbeiterstande vortheilhaft find, im Geifte und nach der Anweisung des heiligen Stuhles und in Ergebenheit gegen seinen Bischof hervorzurufen und zu fördern. In solcher Weise glauben die französischen katholischsozialen Arbeiter" die Lage der Arbeiterklasse zu verbessern. Gott stärke ihren Glauben. 510 Einen Fuftritt hat Crispi erhalten von dem italienisch en Rasfationshof, der sich weigert, Crispi's Ankläger Giolitti durch die richterliche Verurtheilungsmaschine unschädlich und mundtodt zu machen. Herr Crispi, der noch immer nicht gewagt hat, den Termin für die Neuwahlen anzusehen die gegentheiligen Nachrichten sind aus der Luft gegriffen wird nun seinem Antläger in der Kammer Stirn gegen Stirn und vor der versammelten Voltsvertretung Rede zu stehen haben. n Die Herren von der Zentralstelle für Arbeiterwohlfahrts. einrichtungen mögen aus diesen Aeußerungen eines der tonangebenden deutschen Unternehmerorgane sehen, wie illusorisch ihre Bestrebungen sind, die Großunternehmer als Klasse, als Gesammt. heit, von einzelnen natürlich abgesehen, selbst für ihre harmlose Wohlfahrtspolitik zu gewinnen. Diese Herren lieben die Wohlfahrtseinrichtungen nur, soweit sie nichts fosten, soweit sie Der Unter durch scheinbar patriarchalische Einrichtungen den Arbeiter noch Englands Handelsintereffen in China. fester in die Sklaventette schmieden. Sowie es aber gilt, einen Staatssekretär des Auswärtigen, Grey, erklärte im Unterhause, es Groschen Profit weniger einzuheimsen, da leidet der National- bestehe kein Uebereinkommen mit Japan, durch welches letteres Wohlstand", da wird die Wettbewerbs Fähigkeit" Deutschlands gezwungen wäre, das Vereinigte Königreich an irgend welchen vorgeschützt. Mit der Zeit werden das die Herren Post und Handelsprivilegien, die es in China befizen oder erwerben könnte, die sonstigen offiziellen Sozialpolitiker" auch noch einsehen. Die theilnehmen zu lassen, aber durch die Artikel 24 und 54 des Arbeiter wiffen es schon lange. Bertrages mit China vom 26. Juni 1858 babe China England Stöcker über Bismarck. Der Verfasser des Interviews die Rechte einer meist begünstigten Nation eingeräumt. Liebknecht" erzählt, daß Stöder ihm gesagt habe: Bismarck ist Sandel durch den Friedensschluß erwirkt hat, auch für sich zu Demnach hat England alle Vortheile, die Japan für seinen ein Wütherich( un homme atroce), er ist die Personifizirung Die Nationalliberalen gegen die Umsturzvorlage im Menschen existiren.- Herr Stöcker fügte jedoch mildernd aller schlechten Gefühle, aller schlimmen thierischen Instinkte, die beanspruchen. Da das Deutsche Reich auch einen Meistbegünstigungs- Vers Wie der jet plöglich in Riesenflammen emporlodernde Kampf hinzu: solche Wütheriche seien nöthig, ebenso nothwendig, wie trag mit Ching besitzt, so hat es die gleichen Vortheile zu beder Nationalliberalen gegen das Umsturzgesetz zu verstehen ist, der Henter, der die Menschenrechte und das Menschenleben ver- anspruchen. Das zeigt recht deutlich eine Erklärung, die der nationalliberale theidigt, indem er tödtet. Montenegro ist bekanntlich ein russischer Vorposten gegen Verein in Dresden beschlossen hat. Der ursprüngliche GrundOb Herr Stöcker wirklich so undankbar war? Apropos, Desterreich und die Türkei. Der Fürst steht im Solde Rußlands, gedanke des ganzen Kampfes gegen den Umsturz, der Kampf dieselben Blätter, die über das Interview Liebknecht" seterten, und das, trok seiner Kapitallosigkeit, fehr kapitalistisch gesinnte, gegen die Sozialdemokratie, war den Leuten schon in auf fremdes Eigenthum erpichte Bölkchen wird von Väterchen" der Regierungsvorlage nicht rein genug zum Ausdruck gekommen, muchsen sich nicht zu dem Interview Stöcker". und die Umsturzvorlage mit den Abänderungen des Zentrums teber die Festnahme eines Studirenden der Berliner reichlich mit Trinkgeldern versehen und ist dafür jeden Augenblick genügt ihnen nun schon ganz und gar nicht mehr. Darum der Universität durch russische Grenzfosaten wird be- bereit, wenn Ordre von Petersburg kommt, fromme Raubzüge Kampf gegen das Umsturzgesek! In der Dresdener Erklärung richtet: Der Verhaftete, ein Student der Philosophie namens im Namen der einzig wahren Religion, Ordnung und Sitte" heißt es: Bernus, befand sich auf einer Vergnügungsreise im Posenschen, zu unternehmen. Seit einiger Zeit ertönen nun Klagen aus In der Reichstagskommission hat die Vorlage eine derartige wobei er auch die Ortschaft Kruschwitz bei Inowrazlam berührte Montenegro, daß Bäterchen" nicht mehr so freigebig sei, wie mit ihrem Zweck in feinerlei Zusammenhang stehende, sondern nur und bei dem dortigen Hotelbefizer v. Salewski abstieg. Bei früher. Das scheint sich jetzt aber mit dem Regierungswechsel ultramontanen Herrschaftsgelüften dienende Aenderungen und einem seiner Ausflüge in Gemeinschaft mit dem ortskundigen geändert zu haben. Wie ein halbamtliches Telegramm meldet, Busäße erfahren, daß sie in dieser oder ähnlicher Gestalt für uns Sohne des Hotelwirths famen beide auch in die Nähe des trift eine Anzahl russischer Offiziere in montenegrinische Dienste, unannehmbar geworden ist, sowohl von liberalem als nationalem deutschen Grenzpfahls, als ein russischer Grenzsoldat sich zu ihnen um der männlichen Bevölkerung, die bisher feine reguläre mili Gesichtspunkte aus. Der Grundgedante des Kampfes gegen den geselite, ein Gespräch anknüpfte und die Ausflügler auf verschiedene tärische Organisation hatte, eine solche zu geben. Ob die Mongewaltsamen Umsturz ist jetzt abgeschwächt zu Sehenswürdigkeiten der Umgegend aufmerksam machte. A13 tenegriner dann bessere Soldaten werden, das mag bezweifelt gunsten eines Rampjes gegen die freie Meinungsäußerung in der junge v. S. ihm für diese Gefälligkeit ein Ginmarfstüd hin werden. Betreffs der Absichten der russischen Regierung staatlichen und kirchlichen Dingen, während die Ultramontanen reichen wollte, verlangte der Rosat russisches Geld, welches jedoch kann aber kein Zweifel obwalten. Bäterchen" ist thatenluftig. fich gleichzeitig durch Aufhebung des Kanzelparagraphen die Frei die beiden nicht bei sich führten. Als der Rojat hierüber un Der Präsident der Republik Ecuador hat in Folge der heit des Mißbrauchs der Kanzel zur Störung des öffentlichen gehalten wurde, wollten sich die Ausflügler, welche russischen revolutionären Bewegung sein Amt niedergelegt. Friedens wieder gesichert haben. Boden überhaupt nicht betreten hatten, noch weiter auf preußi sches Gebiet zurückziehen, doch legte der Soldat bei diesem Eine Juterpellation bezüglich der Saltung unserer Reichs: ihrem Vorhaben das Gewehr an und drohte, sie niederzuschießen, regierung in der ostasiatischen Frage wurde von der sobald sie einen Schritt rückwärts gehen würden. Darauf rief " Freifinnigen Beitung" angekündigt. Darob rohrspaßenmäßiges er durch Signalschüsse die berittene Grenzwache herbei, welche Die Kommission zur Vorberathung der Strafprozeßt Geschimpfe der nationalliberalen Mannesseelen. Solches passe den Studenten und seinen Begleiter als Gefangene nach der ordnung lehnte gestern auf Anregung unserer Genoffen in der sagen die staatemännelnden Anſtantsdamen. Sie„ Kammer" transportirten. Hier wurde zunächst dem Studenten seine Kommission nach lebhafter Debatte den Vorschlag der Regierung haben ein kurzes Gedächtniß. Die Interpellationen waren seiner Barschaft abgenommen und beide gezwungen, Rock und Weste ab, die Zuständigkeit der Schöffengerichte dadurch einzuschränken, zeit eine Spezialität der Nationalliberalen, insbesondere ihres abzulegen, fodaß diefelben die ersten Stunden der Nacht nur mit baß in dem Fall, wo ein festgenommener Angeschuldigter die ewigen Zukunfts Staatsmannes Bennigfen. Freilich, es waren Hemd und Hofen bekleidet im Gefängnisse zubringen mußten. ihm zur Laft gelegte That eingesteht", der Amtsrichter auch bei stets bestellte Interpellationen. Und bestellte Arbeit wäre die Am anderen Morgen transportirte man sie nach dem Gefängnisse Bergehen ohne zuziehung von Schöffen zur Verhandlung von der Freifinnigen Zeitung" angekündigte übrigens ins zu Nischawo. Hier wurde der Vater des jungen v. S. der Beschreiten und ein Urtheil fällen folle. Die Beleuchtung, was Wasser gefallene allerdings nicht. Da 3 freilich ist ein Verscheid, daß man den Studenten für einen deutschen Spion halte, alles als Geftändniß" angesehen wird und in welcher hilflosen allerdings nicht. Das freilich ist ein Berweil man tei ihm eine Karte der Provinz Posen( einem ge- Lage ein Verhafteter sich befindet, führten ferner dazu, als VorDie Aktion der„ Vereinigten Staaten von Europa" wöhnlichen Volksschul- Atlas entnommen) vorgefunden habe, bedingung für das Verfahren vor dem Amtsrichter, ohne Zuhat in England, um den Ausdruck der„ Times" zu ge- Es ist jetzt die Intervention des auswärtigen Amtes nachgesucht ziehung von Schöffen nicht nur zu verlangen, daß der Ungefchuldigte die That eingesteht", sondern auch, daß wer ferner brauchen, Verwunderung und Heiterkeit" erregt was Der Wiener Ziegelarbeiter- Streit im österreichischen fich schuldig bekenne. Den weitergehenden Antrag, die Aburtheilung allerdings nur zu begreiflich ist. Während man es von den Franzosen schon längst gewohnt war, fie im Schlepptan Parlament. Das Abgeordnetenhaus berieth am Schlusse der durch den Amtsrichter ohne Schöffen auch bei Uebertretungen fallen Rußlands zu sehen, fehlt den Engländern und auch anderen Sigung den Dringlichkeitsantrag Pernerstorfer's betreffend die zu lassen, lehnte die Kommission ab. Die Regierungen wurden Wienerberger Biegelwerke. ane hierauf darüber befragt, ob in Aussicht stehe, einen Weg einzuLeuten wirklich das Verständniß dafür, wie die deutsche genommen war, wies der Minister des Innern nach, daß die schlagen, durch den die Arbeiten der Kommission zu einem EndRegierung sich zu einer fo lächerlichen Donquixoterie hat Behörden feine Schuld treffe an den Mißständen in den Wiener ergebniß geführt werden könnten. Würde der Reichstag etwa zu entschließen fönnen. Das blamabelste Fiasko ist unvermeid berger Biegelwerten. Auf die von den Arbeitern bei der Gewerbe- Pfingsten geschlossen, so würde schwerlich die Vorlage in der lich, zumal sich die Vereinigten Staaten von behörde vorgebrachten Beschwerden sei in entschiedener Weise Kommission über die erste Berathung hinaus gefördert werden. Amerika auf seiten Englands geschlagen haben. eingeschritten worden. Die Gewerbeinspektoren feien seit Jahren Der Abg. Leng mann fragte deshalb an, ob eine Vertagung Und die Vereinigten Staaten von Amerika sind eine Macht, bemüht, eine Besserung der Zustände in den Biegelwerken herbeis des Reichstages oder ein Gesetz in Aussicht stände, das der während die Vereinigten Staaten von Europa" heute ein zuführen. Die Durchführung habe sich jedoch verzögert, weil die Kommiffion eine Arbeit über den Schluß des Plenums hinaus Gesellschaft gegen jede Verfügung Einspruch erhoben habe. Nun fichere. Der Staatssekretär Nieberbing erwiderte, die Regrotestes Schattenbild an der Wand sind. mehr fei der Magistrat beauftragt, gemeinsam mit den Gewerbe- gierungen fönnten zu dieser Frage noch feine Stellung nehmen, Ueber das& Geschehene werde und bestritt, daß die Verzögerung der Berathung Schuld der Intelligenzstaat und Militärstaat. Im preußischen In inspektoren zu interveniren. werden.( Lebhafter Bei Regierungen sei. Von unseren Genossen Bueb, Klees, Metzger telligengitant fehlen nach den neuesten statistischen Nachweisungen dem Hause Mittheilung gemacht Der Minister führte alsdann unter Hinweis auf und Stadthagen wurde nunmehr beantragt, vorweg lediglich allein in 19 oberschlesischen Kreisschulinspektionen 379 Lehrer- fall.) und beträgt die Zahl der Lehrer, die nicht da ist, für Ober Länder, in denen bereits Einrichtungen zur Schlichtung von die auf Entschädigung unschuldig Berurtheilter abzielenden Be schlesien weit über siebenhundert". Wohlgemerk Streitigkeiten zwischen sich nicht" brechen. " 13 worden. sola " Darlamentarisches. Arbeitgebern und Arbeitern bestimmungen durchzuberathen und über die Berathung dem Plenum Bericht zu erstatten. Eine Entschädigung unschuldig Berhafteter|-Wegen Beleidigung des Bürgermeisters Log in Melsungen| handlungen über folgende Forderungen stehen: Herabsetzung der und Berurtheilter sei außerordentlich dringend und nothwendig. wurde der Redakteur des Boltsblattes für Hessen". Arbeitszeit auf zehn Stunden täglich; Abschaffung des AlfordDer Standpunkt der Regierung, diese Frage nur gegen Ver- P. John, vom Schöffengericht in Staffel zu 14 Tagen Ge- lohnes; 20 prozentige Lohnerhöhung; vollständige Sonntagsruhe; Anerkennung des 1. Mai als Feiertag. schlechterung der Strafprozeß- Ordnung zu regelu, sei verwerflich fängniß und den üblichen Nebenstrafen verurtheilt. Die Soziale Leberlicht. und verletze das allgemeine Rechtsgefühl aufs tiefste. Der Pariser Omnibuskuscher- Streik ist zu Ende. Die übrigen Mitglieder der Kommission legten in verschiedenen TonAusständigen haben am Freitag den Dienst wieder aufgenommen. arten dar, sie könnten nichts zustimmen, was die Regierungen Nach einer anderen Depesche desselben Buraus hat der Gemeindenicht wünschten und lehnten den Antrag unserer Genossen ab. Sodann beschlossen sie, in Zukunft viermal in der Woche Die Gesuche um Nachweisung ländlicher Arbeiter sind, rath von Paris am Donnerstag beschlossen, Schritte zu thun, um Kommissionsfizung abzuhalten. Die Sigung bat lar Strafgefangenen so groß, daß sie nicht alle erfüllt werden hervorgeht, daß die Omnibusangestellten die Sympathie der Kommissionssitung abzuhalten. Die Sigung hat flar wie aus Berlin berichtet wird, beim Verein für Besserung der und deren Aufnahme in den früheren Dienst zu erreichen, woraus gelegt, Die wenig den nichtsozialdemo- Strafgefangenen fratischen Abgeordneten an der Forderung auf fönnen. Täglich gehen durchschnittlich etwa dreißig, derartige Pariser für sich baben müssen, während die„ Voss. 3tg." sich das Entschädigung unschuldig unschuldig Verhafteter und Gesuche ein. Besonders groß ist die Nachfrage nach jugend: Gegentheil berichten läßt. Proust und Deville, der Vorsitzende Verurtheilter liegt. Die nächste Sigung ist auf Dienstag lichen Arbeitern. Hauptabsatzgebiete find Mecklenburg, der und der Schriftführer des Streitfyndikats, werden jedoch in Haft Vormittag anberaumt. Oderbruch, Westfalen, Detmold. Interpellation der Antisemiten betr. der Petroleum preistreiberei. Die Abgg. Liebermann v. Sonnenberg, Loge und Prof. Förster haben namens der deutsch sozialen Reform partei im Reichstage folgende Resolution eingebracht: Welche Maßregeln gedenken die verbündeten Regierungen zu ergreifen, um die Ausbeutung, von welcher das gesaminte deutsche Volt durch die künstliche Preistreiberei des Petroleums betroffen ist, u beseitigen?" 營 freilassen. Das beweist natürlich nicht etwa den angeblichen Mangel behalten und unter Anklage gestellt werden; die übrigen veran sogenannten freien Landarbeitern, sondern nur, daß die Herren hafteten, aber nicht abgeurtheilten Ausständigen dagegen will man Grundbesitzer billigere und dienstwilligere Arbeitskräfte haben Der Pariser Kongreß der französischen EisenbahnSonst würden sie nicht so besonders nach den wollen. jugendlichen Schußbefohlenen jenes Vereins verlangen. angestellten erhob Protest gegen die Gefeßvorlage, wonach den Offenbar find ihnen selbst die mehr als genügsamen und de- Arbeitern der Staatsverwaltungen verboten werden soll, in einen Ausstand einzutreten. Weiter wurde beschlossen, aus dem Gemeinmüthigen polnischen Arbeiter zu theuer und zu unbotmäßig. Arbeiterrifiko. Aus Gleiwit wird berichtet, daß auf vermögen Eisenbahn- Antheilscheine anzuschaffen, um in den Hauptder Baildonbütte am Mittwoch ein Sch weißofen- Refsel versammlungen der Gesellschaften für das Arbeiterwohl eintreten explodirte, wobei 5 Arbeiter verlegt wurden. zu können. Die Hütte gehört der Oberschlesischen Eisenindustrie- Aktiengesell- Vom Ausstand der Uhrenarbeiter in der Schweiz, woAbänderung des Reichs- Juvalidengesetzes. Die Gesetz- schaft für Bergbau und Hüttenbetrieb. bei es sich um die geplante Vernichtung der Arbeiterorganisation entwürfe, die dem Reichstage bereits zur Beschlußfassung unter Der Neuenburger Kantonsrath hat die Anfangsgehälter durch die Unternehmer handelt, wird ein Bravourstück kapitalistischer breitet sind, werden demnächst noch um einen Gesezentwurf der Volksschullehrerinnen und Kindergärtne- Brutalität berichtet. Ein Uhrenfabrikant in Langendorf hat betreffs Abänderung des Reichs- Invalidengesetzes vermehrt werden. rinnen von 900 auf 1080 Fr. erhöht, in den größeren Ge- einen Milchlieferanten verboten, den ausständigen FamilienSchon vor längerer Zeit verlautete, daß es in der Absicht liege, aus meinden Cheaux- de- fonds, Neuenburg und Locle betragen die vätern in Langendorf Milch zu liefern, selbst wenn sie ihm diese dem Reichs- Invalidenfonds Gelder zur Verfügung zu stellen, behufs Anfangsgehälter 1200 Fr. mit Gold bezahlen wollten. Der herrendienerische Lieferant, ein Bewilligung von Pensionszuschüssen für Personen der Armee und Die schweizerischen Eisenbahn- und Dampfschiffs- Ver- Bauer, hat in der That dem Begehren Folge geleistet. Die Ar Marine, die infolge einer im Kriege 1870/71 erlittenen Verwaltungen haben an dem zum Schuße der Angestellten erlassenen beiterschaft ließ mit der Antwort nicht auf sich warten. Sie be= des Feldzuges theilzunehmen, und dadurch ein zweites bei der ihn daher, wo sie können, ein Schnippchen zu schlagen. So große Summen bezogen hat, nie mehr einen Tropfen Milch zu wundung verhindert waren, an den weiteren Unternehmungen sogenannten Ruhetags: Gesetz wenig Freude und suchen schloß einstimmig, von dem feigen Burschen, der von ihr schon Bensionirung zuzurechnendes Kriegsjahr zu verdienen, und ferner zogen sie den Tagelöhnern für jeden gesetzlichen Ruhetag einen laufen. behufs Gewährung von Unterfügungen an ehemalige Unter: Tagelohn ab, was dem Bundesrath zur Kenntniß gebracht wurde. Die Amsterdamer Buchdrucker sind, wie die Leipziger " offiziere und Mannschaften, die an dem Feldzuge 1870/71 Dieser hat nun in einem Kreisschreiben an sämmtliche Ver- Volkszeitung" meldet, in Konflikt mit einer Druckerfirma, die ein oder an Feldzügen von deutschen Staaten vor 1870 bewaltungen verfügt, daß von jezt au gegenüber sämmtlichen mit viel verbreitetes Volksblatt", das stets eine volksfreundliche theiligt waren und sich wegen dauernder Erwerbsunfähigkeit der Verpflichtung zur gewöhnlichen Arbeitszeit bei den Transport- Miene machte, herausgiebt, gerathen. Da der Chef des Hauses in Nothlage befinden. Es soll nun vorgeschlagen werden, anstalten angestellten Personen, einschließlich der Tagelöhner, für sich der Arbeiterorganisation sehr feindlich gegenüberstellte, beaus dem Reichs- Invalidenfonds in den Grenzen der Zinsen die Zeit der gesetzlichen Dienfiruhe ein Abzug vom Gehalt oder schloffen die gesammten Arbeitervereine, das Blatt,„ Echo" ge des für die Sicherstellung seiner gesetzlichen Verwendungszwecke Lohn nicht mehr gemacht werden darf. ramut, zu boyfotten. In voriger Woche war infolge dessen entbehrlichen Bestandes die für die obigen Zwecke erforderlichen die Auslage des Blattes von 40 000 auf 22 000 gesunfen. Der Mittel bereit zu stellen. Der Betrag der Pensionszuschüsse soll Streit betrifft den Lohntaris. für 1895/96 auf etwa 100 000 M. und der Betrag für die Unter Für den internationalen Bergarbeiter Kongreß, der ftühungen an die Erwerbsunfähigen auf 1 800 000 Mt. veranschlagt Die Arbeiter der mechanischen Schuhfabrik von Rosen am 3. Juni d. I. und den folgenden Tagen in Paris abgehalten sein. Die letztgedachten Unterstützungen sollen jährlich 120 M. betragen, monatlich im voraus bezahlt werden und einer Beschlag- thal u. Groß befinden sich im Streik und ist der Zuzug nach hier wird, hat die Vorkonferenz, beschickt von den Gekretären strengstens fernzuhalten. Die Streitkommission. der einzelnen betheiligten Nationen, die das Programm des Rou nahme nicht unterliegen. Briefe und sonstige Zusendungen sind an den Vertrauensgresses vorzubereiten haben, am 2. Ostertage in Brüffel, im mann A. Biermann, Berlin C., Stallschreiberstr. 29 bei Schöning" Maison du Peuple"( Volkshaus) getagt. Ueber eine Abände zu richten. rung der feitherigen Art des Verhandelns( Ge= Parteinachrichten. Gewerkschaftliches. An die in der Schuhindustrie beschäftigten Arschäftsordnung), die bisher, besonders auf dem Kongreß beiter und Arbeiterinnen soll am Sonntag, den in Berlin, zu allerhand Unzuträglichkeiten führte, hat man sich Maifeier. In Würzburg faßte eine Wahlvereins Bersammlung folgende Resolution: In Erwägung, daß in 28. d. M. ein Flugblatt vertheilt werden. Die Kollegen werden in fast allen Punkten geeinigt, und die Punkte, die noch hiesigem Streise unter den zur Zeit bestehenden Verhältnissen von gebeten, sich recht zahlreich dieser Aufgabe zu unterziehen. Bur schweben, bieten feine großen Schwierigkeiten, so daß für die einen Ruhenlaffen der Arbeit am 1. Mai nur im minimalſten Ausgabe gelangen die Flugblätter morgens 7 Uhr in folgenden Kongreffe in 3utunft bie Bahn geebnet fcheint. erwiesen, was wir voriges Jahr Sinne die Rede sein kann, nahezu die Gesammtheit der Arbeiter: ofalen: Bubeil, Lindenstr. 106; Köhn, Naunynjir. 88; Willner, G3 ist hiermit schaft vielmehr zur Arbeit gezwungen ist, beschließt die Schillingstr. 24; Merker, Bergstr. 10. Die Agitationskommission. bei der Tagung des Berliner Kongresses behaupteten, heutige Versammlung: es ist an alle Arbeiter, namentlich aber An die Arbeiter und Arbeiterinnen der Schuh- und daß es teine prinzipiellen Verschiedenheiten waren, die an die organisirten, das Ersuchen zu stellen, nach Möglichkeit Filzschuh- Branche! Eeit langem wird von den Fabrikanten damals zu Mißverständnissen und anscheinenden Mißhelligkeiten einen Theil des Arbeitsverdienstes am 1. Mai zu Zwecken der Simon u. Comp., Neue Königstr. 39, der Versuch gemacht, den Anlaß gaben, sondern nur Verschiedenheiten formaler Natur, Agitation zur Verfügung zu stellen, damit in Bälde auch hier jedem unserer Organisation Angehörigen zu entlaffen, und bei die die Sache und das Prinzip nicht berührten. In ihrem Aufklärung und Wissen unter die indifferente Arbeitermasse ge- der Einstellung genau geprüft, ob auch der neu Eintretende nicht Wollen, ihren Bielen, als: fürzere Arbeitszeit, höhere Löhne, bracht werden kann." etwa der Organisation angehört. Ist dies der Fall, so muß er durchgreifende Hygiene, ausreichende Versorgung im Alter und Die t. t. Eisenbahn- Direktion in Prag hat an die Arbeiter seinen Austritt erklären. Wegen der übergroßen Arbeitslosigkeit in der Krankheit, weitgehendste Verhütung der Unglücksfälle 2c. ihres Ressorts eine Bekanntmachung erlassen, worin in wüster in diesem Winter konnten wir gegen dieses Beginnen nicht er- find alle Organisationen einig. Es handelt sich nur um das Weise gegen die sozialistischen Agitatoren" losgezogen wird, die folgreich vorgeben. Gegenwärtig, wo ein großer Theil unserer Maß, die Form, die allgemeine Formulirung der Forderungen für die Theilnahme an der Maifeier wirken. Wer vom Personal Berufsgenossen in Beschäftigung ist, dürfen wir die Dinge nicht und die Zeit ihrer Verwirklichung. diesem wohlwollenden Mahn- und Warnungsrufe" nicht so weiter gehen lassen. Wir ersuchen deshalb die Berufsgenossen Folge leiftet, indem er am 1. Mai von der Arbeit uns in unseren Bestrebungen zu unterstügen. fernbleibt, hat natürlich strenge Strafe zu erwarten. Bekanntlich darf nach einem Erlaß des Handelsministers am 1. Mai überhaupt in feinem Staatsbetriebe gefeiert werden. In Lüneburg beschlossen die Parteigenossen, auch in diefem Jahre wieder an den Magistrat das Ersuchen um Her gabe der städtischen Turnhalle zur Maifeier, unter Hinweis dar auf, daß die Halle vom Magiftrat zu einem Bismarck- Kommers bergegeben worden sei, bei dem der Ober- Bürgermeister selbst die Festrede gehalten habe. Die Kopenhagener Sozialdemokraten werden am 1. Mai durch zwei Umzüge und sieben Versammlungen zu gunsten des achtstündigen Arbeitstages demonstriren. Aus Bukarest( Rumänien) wird gemeldet: Infolge eines Beschlusses des Ministerrathes untersagte die Polizei die Abhaltung des für den 1. Mai von den Sozialisten geplanten Umzuges in den Straßen und ähnliche Demonstrationen. Gavrot überreichte die französischen Anträge, welche gleich zur Diskussion gestellt wurden. Die Anträge betrafen die Fragen über 1. den gesetzlichen Achtstundentag, 2. bergmännische SchiedsDer Vorstand des Vereins der Filzschuharbeiter. Ter Zentralverband deutscher Brauer und verrichter, 3. Inspektion, 4. Gesundheitliche Einrichtungen, 5. Haftwandter Berufsgenossen hält am 9. Mai und die barkeit der Grubenbesitzer bei Unglücksfällen, 6. Ueberproduktion. Der zweite Punkt wurde als mehr nationaler folgenden Tage in den Arminhallen in Berlin den 9. Verbands. tag ab. Den Verhandlungen wohnt auch eine aus Amerita ent- Natur angesehen und deshalb für das Programm des Die Belgier sendete Kommission, darunter der Generalsekretär der Brauer- Kongresses abgelehnt, die anderen akzeptirt. Union der Vereinigten Staaten von Nordamerika bei. Auskunft fchloffen sich den französischen Vorschlägen an und verzichteten über sämmtliche Fragen ertheilt Restaurateur H. Gärtner, Brauer, auf die Etellung besonderer Anträge. Die von den Engländern besonders genellten Anträge umfaßten 1. den gesetzlichen AchtMolfenstr. 12. stundentag, Ein- und Ausfahrt einbegriffen, 2. Ueberproduktion, 3. Lotale Organisationen, um die Zwecke der internationalen Vereinigung auf bestem Wege zu fördern, 4. Schadenersatz für die Beschädigung der Bergarbeiter bei Unfällen, während der Arbeit. Gegen die Umsturzvorlage nahm in Döbeln eine sehr gut besuchte Volksversammlung, wo Reichstags Abgeordneter Hofmann aus Chemnitz gesprochen hatte, eine Resolution an, worin das geplante Gesez gebührend tritisirt und ferner gegen jebe neue Steuer protestirt wird, weil sonst die Angehörigen der unteren Boltstlaffen in ihrer Existenz immer mehr gefährdet würden. Die Resolution ist dem Vertreter des Kreises, Herrn Kommission. Sachße, zugesandt worden. Es wurde beschlossen, sämmtliche Anträge auf die Tagesordnung des Kongresses zu sehen. Achtung, Töpfer! Wir machen die Kollegen darauf aufmerksam, folgende Bauten, über welche wir die Sperre verO. hängt haben, zu meiden: E. Brucks, Ofenfabrik; D. Titel( Aktien gesellschaft); W. Grap, Gust. Taber, C. Jünger und Gust. engel. Letzterer Herr hat es fertig gebracht, 11 Kollegen, welche bei ihm einmüthig die Arbeit niederlegten, durch eine schwarze Liste den Töpfermeistern Berlins bekannt zu geben. Von den 9 deutschen Anträgen sind also 2, einen UeberAuf dem Bau des Töpfermeisters Pirsig in Friedenau haben die sezer für schriftliche Anträge zu bestellen und das Programm 11 Stollegen, welche dort arbeiten, durch ihr einmüthiges Vor dem Kongreßberichte vorzudrucken, abgelehnt. Die Vorschläge gehen erreicht, daß Herr P. den Kollegen gestern schriftlich er- auf besseres Numeriren der Anträge und deren zweckentklärte, den Tarif zu zahlen. Kollegen, handelt überall so ein sprechende Anordnung, auf Aenderung des Abstimmungsmodus, müthig, dann werden wir unsern Tarif auch halten können. Die wonach keine Beschlüsse, die nicht einstimmig gefußt wurden, als Kollegen werden noch ersucht, überall da, wo es noch nicht ge: Kongreßbeschlüsse erklärt werden dürfen auf verhältnißmäßige schehen, auf jedem Bau einen Vertrauensmann zu wählen. Die Heranziehung zu den Kosten laut Abrechnung, haben in der Komiteesißung ihre Erledigung gesunden. Die Anträge auf Auf einer Telegirtenkonferenz der organisirten Drucklegung der Situationsberichte, auf Einsendung der einParteipreffe. Eine Parteiversammlung im Solinger fächsischen Steinarbeiter, die kürzlich in 3 wid au abgehalten stimmigen Beschlüsse an die jeweiligen zuständigen Minister und Kreise, die fürzlich in Solingen tagte, beschloß die worden ist, wurde mitgetheilt, daß in Sachsen jetzt ungefähr auf die zweijährigen Zeiträume zwischen den Kongressen sind vom Gründung eines Betriebsfonds, um der Bergischen Ar1300 Steinarbeiter organisirt sind. Noch sehr im argen liegt die Pariser Kongreß zu entscheiden. beiterstimme" das tägliche Erscheinen zu ermöglichen. Zur Organisation in den Bruchgebieten, wo billiger gearbeitet und Durchführung dieses Beschlusses wurde eine Preßkommission ge- den Steinmetzen 2c. die größte Konkurrenz geschaffen wird. Nur wählt; außer ihr haben noch die Vertrauenspersonen für die in Dresden und Pirna sind die Arbeiter im stande, bei gutem Sammlung des Fonds thätig zu sein. gegensehen können. * F " Depeschen. ( Privat- Telegramme des Vorwärts".) Wolff's Telegraphen- Bureau. Schneidemühl, 26. April. Neuerdings über die gefährliche Geschäftsgange den vereinbarten Tarif aufrechtzuerhalten, an den anderen Orten, besonders im Zwickauer Kreise und in dem Dresden, den 26. April, 7 Uhr 10 Min. nachmittags. preußischen Bezirke Greiz wird unter dem Tarif bezahlt. Auf Auf der bremischen Parteikonferenz, die fürzlich in der Konferenz besprach man sich hauptsächlich über die Agitation 7000 Exemplare der Maifest- Beitung" wurden in der Expedition Bremen tagte und, wie bereits gemeldet, den Genossen Sch mal in den zurückgebliebenen Bezirken und über die Stellung, die die der Sächsischen Arbeiter- Zeitung" mit Beschlag belegt. Dresden, 26. April. Nach Feststellung der Amtshauptmannfeldt aus Bremerhaven zum Reichstags- Kandidaten für jenen sächsischen Delegirten auf dem deutschen Steinarbeiter Kongreß Kreis aufstellte, wurde u. a. noch mitgetheilt, daß der sozial- gegenüber den vorliegenden Anträgen einnehmen sollen. schaft ist Horn mit 16516 Stimmen gegen Hartwig( 8538 Stimmen) demokratische Verein in Bremen rund 1100 Mitglieder, der in Wiener Zieglerftreif. Die Verwendung von Dragonern und Andrä( 7589 Stimmen) gewählt. Bremerhaven 4-500 und die Drganisation im Bezirk Haftedt Bremen grenzenden ländlichen Bezirken lassen noch viel zu wünschen folgt sein, was möglich ist, da es sich nur um etwa ein Dußend Brunnenstelle verbreitete Gerüchte sind, wie das„ Schneidemühler 300-350 zahlende Mitglieder hat. Die Organisationen in den an zum Ziegelaufladen soll ohne Wissen der höheren Behörden erübrig. Dagegen sind die Verhältnisse in den Unterweserorten Soldaten handelte. Aber es geschah natürlich mit Wissen des Tageblatt" meldet, grundlos. Es steht nur die Beseitigung des Kommandanten der Echwadron, der natürlich nichts thut, wovon gegenwärtig derartig, daß wir allen Eventualitäten in Ruhe enter weiß, daß es der Billigung seiner Vorgesetzten nicht sicher ist. Sügels in Frage, vorher wird jedoch eine Prüfung stattfinden, - ist gebeten worden, herzukommen. Nach der Arbeiter Beitung" sollte gestern, Freitag Nach- ob dieselbe zulässig und gefahrlos ist. Oberberghauptmann Freund mittag im Präfidialbureau des Rathhauses unter der Betheiligung Landtagskandidaturen. Zu der im Herbst dieses Jahres des Gewerbe- Inspektors und der Gewerbebehörde eine Berhandvor sich gehenden Landtagswahl im 9. städtischen Kreise lung zwischen den Ziegelwerksbesitzern und den Vertretern der Döbeln Reisnig- Waldheim- Mügeln in Sachsen wird streitenden Arbeiter stattfinden. Der Arbeiter Zeitung" wurde der bisherige Kandidat Karl Grünberg aus Hartha wieder übrigens wieder eine Nummer fonsfiszirt. als Kandidat aufgestellt worden. Nach der Vossischen Zeitung" theilte die Direktion der Ebenso ist in Altenburg, wo das Mandat des Ab- Wienerberger Ziegelfabrik den ausständigen Arbeitern mit, fie geordneten Buchwald erloschen ist, dieser wieder als Kandidat werde ihnen( am Freitag) die neuen Zugeständnisse der Gesell. aufgestellt. Die Wahl ist am 2. Mai. schaft mittheilen, welche berart seien, daß die Arbeit sofort wieder beginnen dürfte. Die Vertreter der Arbeiter beschlossen hierauf, Polizeiliches, Gerichtliches ze. Redakteur 3 app ay in Frankfurt a. D. hat im dor die Arbeit nur bei Erfüllung aller Forderungen aufzunehmen. Bei dem Wiener Hofschneider nud Kammerlieferanten tigen Gefängniß eine sechswöchige Gefängnißstraße angetreten. Brüssel, 26. April. Repräsentantenkammer. Der Sozialist Im Kontrast zu der vorgestern im„ Vorwärts" gemeldeten Josef Scala y haben sämmtliche Arbeiter ihre Thätigkeit einEntscheidung des Breslauer Polizeipräsidenten bringt das" Ham gestellt. Sie verlangen, nach einer Herold- Depesche, Freigebung Anseele beantragte, die Rammer solle am 1. Mai zur Feier des burger Echo" die Thatsache, daß die Polizeibehörde der Republit bes 1. Mai, Lohnerhöhung und die Zusicherung, daß kein Ar- internationalen Arbeitfestes teine Sigung halten. Der JuſtizHamburg feine Arbeiterversammlung über beiter ohne Zustimmung der übrigen vor drei Monaten entlassen minister bekämpfte den Antrag Namens der Regierung. Woeste empfahl, über den Antrag Anseele zur einfachen Tagesordnung Mitternacht hinaus berathen läßt. Ausnahmen mache werden darf. Die Lackirer und Zimmermaler in Pilsen ersuchen um überzugehen, welche auch mit 78 gegen 34 Stimmen angenommen fie nur bei„ gutgefinnten" Vereinen, wie z. B. kürzlich bei der Generalversammlung des Vereins der Handlungskommis von 1858". Fernhaltung des Zuzugs, da sie mit den Meistern in Ver: wurde. Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Maz Vading in Berlin SW., Beuthstraße 2. mittagssigung führte der Wertheidiger Rechtsanwalt BernsteinWeiden, 26. April. Fuchsmühler Prozeß. In der NachMünchen in 21/2 stündiger Rede aus, die Angeklagten hätten nur mittagssigung führte der Vertheidiger Rechtsanwalt Bernsteinihr vermeintliches Recht wahrgenommen. Die Herbeiziehung von München in 2½ stündiger Rede aus, die Angeklagten hätten nur Militär sei jedenfalls nicht nöthig gewesen. Gr beantrage Freis sprechung event. das geringste Strafmaß. Der zweite Bertheidiger, Rechtsanwalt Schmidt- Schweinfurt, schloß sich diesen Ausführungen an. Das Urtheil wird morgen Vormittag 10%, Uhr verkündet London, 26. April. In Denny, Schottland, fand heute eine schwere Grubenexplosion statt. 164 Bergleute wurden gerettet, 18 sind, wie man annimmt, umgekommen. werden. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volfsblatt. Nr. 98. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 77. Sigung vom 26. April 1895, 1 Uhr. Am Tische des Bundesraths: Graf Posadowsty. Das Haus beschäftigt sich heute wiederum mit dem trage der Kommission wegen Einführung eines Bolles Quebrachoholz. Sonnabend, den 27. April 1895. wird 100 12. Jahrg. gegangen; im Gegentheil, es wird viel mehr Leder fabrizirt als wieder lohnend zu machen. Keine Industrie trägt früher. Die Lederproduktion in Rußland betrug 1845 90 Millionen steuerlich eine so schwere Rüstung, wie das Brennereigewerbe; Pfund, welche einen Werth von 117 Millionen Mart repräfen- es trägt eine Belastung von 500 bis 600 pCt. des Werthes. tiren. England fabrizirte für 98 Millionen Mark, Frankreich Andrerseits war der Nußen aus dem Brennereigewerbe für die für 75 Millionen Mart, Belgien für 9 Millionen Mark und die Landwirthschaft immer nur ein recht bescheidener, und er drückte An- gesammten deutschen Staaten für 141 Millionen Mark; das macht zu sich viel weniger in baarem Gelde aus, als in dem mit der auf fammen für 360 Mill. Mark Leder. Heute fabriziren wir in Deutschland Hackfruchtkultur zusammenhängenden Fortschritte der Landwirthallein für ungefähr 500 Millionen, also mehr wie damals ganz schaft. Der Verdienst aus dem Handel mit Branntwein ist vorAbg. Schumacher( Soz.): Die Agitation für den Quebracho- Europa. Wo sollen wir denn die Eichenlohe herholen in zugsweise anderen Kreisen zugeflossen. Die Quelle vieler großen Zoll ist von meiner rheinischen Heimath ausgegangen, auf dem Deutschland, wenn wir das Leder alles damit herstellen wollen?! Vermögen ist zurückzuführen auf den Großhandel und vor allen rheinischen Provinzial Landtage wurde ein Quebrachozoll von Was hat es da für einen Sinn, sich für die Eichenschälwälder Dingen auf den Kleinhandel in den östlichen Provinzen. 10 M. empfohlen. Die Resolution des rheinischen Provinzial zu begeistern! Mit dieser Lohe kann man allenfalls Oberleder Die Grundlage dieses Brennereigewerbes bleibt nach wie vor die Landtages und der Antrag Stumm beruhen auf ganz falschen färben, daß es aussieht wie Leder, aber nicht durch und durch Kartoffel, und durch die Beschränkung des Kartoffelbaues infolge Voraussetzungen. Die Herren, welche den 3oll befürworten, gegerbtes Leder herstellen. Selbst im Rheinland ist der Unter der hohen steuerlichen Belastung ist ein Rückschritt in der gehen davon aus, daß die rheinischen Gerbereien durch das schied ein eben so großer wie der Unterschied der rheinischen Landeskultur herbeigeführt. Seit dem Gesez von 1887 hat Quebrachoholz vernichtet seien. Nichts ist falscher als das. Weine. Wo fein Wein wächst, wächst auch keine gute Lohe. sich allerdings absolut der Kartoffelbau in Deutschland ausJeder Gerber, der Ihnen die Wahrheit darüber sagt, muß anders Die Lohe, die am Niederrhein, im Bergischen wächst, hat taum gedehnt, relativ ist er seitdem zurückgegangen. Es sind von 1888 sprechen. Die Gerbereien dem alten Syftem an der bis 1893 11/2 Millionen Tonnen Kartoffeln weniger gewonnen nach be den dritten Theil des Werthes der Lohe, die dürfen sehr großer Kapitalien. Ein Sohlleder- Gerber, der nach Mosel und und Eaar wächst. Mo Trauben wachsen, am worden als unter anderen Verhältnissen gewonnen werden konnten. altem System mit zehn Arbeitern arbeitet, braucht ein Rhein, wird man sich hüten Eichenlohe zu erzielen. Wir Diesem Zurückbleiben der Kartoffelproduktion steht gegenüber Grundkapital von mehr als 100 000 Thaler, nicht Mart. Es müssen also mit dem Auslande in einem guten Verhältniß ein Minderverbrauch der Brennereien. Es ist also der Rückhandelt sich hier durchaus nicht um den Kampf des fleinen bleiben. Herr Bachem will allerdings die Färbereien von dem schluß fein gewagter, daß mit der Beschränkung des Kartoffels Rapitals gegen das große. Die Befürworter des Quebrachos Bolle ausschließen. Tanach sollen also die seidenen Kleider der verbrauchs in den Brennereien auch ein Rückgang der mit zolles wie Rheinland würden sich dafür bedanken, zu den kleinen Frau Baronin, der Frau Kommerzienräthin, der Gattin des Kartoffeln bebauten Fläche Hand in Hand geht. Ohne den Leuten gerechnet zu werden, z. B. Erich Krämer in Freudenberg, reichen Bourgeois( Zurufe und Unruhe rechts) nicht vertheuert Rückgang des Konsums von Kartoffeln in den Brennereien Schramm in Tillberg, die mehrfache Thalermillionäre sind. In werden, wohl aber die Echuhe des armen Mannes. Herr würden etwa 113 bis 114 000 Hektare für Brennereizwecke mit der Gerberei kann man ohne genügende Kapitalien nicht durch Bachem ist freilich Vertreter von Krefeld und die Seiden- Kartoffeln mehr bestellt werden. Wie hat nun das Gesetz von tommen, namentlich bei dem alten Gerbsystem. Jn Köln gab es fabrikanten haben auf dem deutschen Handelstage um Echonung 1887 fozial auf die Beschäftigung der landwirthschaftlichen Arbeiter Mitte der vierziger Jahre 70 Gerbereien, 1865 noch 32, heute gebeten. Mag jeder seidene Kleider tragen, wer es tann, aber eingewirkt? Ein Mann, der durchaus nicht fonservativ- agrarisch nicht ganz ein halbes Duhend mehr, wenn ich nicht irre, nur man vertheuere nicht die nothwendigsten Bedarfsartikel. Die ist, sondern, wenn er hier säße, der linken Seite angehörte, hat fünf. Diese Leute sind aber nicht zu grunde gegangen, fleinen Leute am Rhein und an der Eiffel tönnen bei der nachgewiesen, daß infolge des Rückganges der angebauten Kar weil sie nicht fleißig waren oder unordentlich ge Schälung der Lohe nicht die gleichen Vorrichtungen treffen, wie toffelfläche etwa 21 000 Arbeitskräfte weniger in der Landwirth wirthschaftet haben, sondern größtentheils, weil sie dem die großen Besitzer, sie können die Lohe nicht trocknen. Bei schaft nothwendig sind! Die Kartoffelernte fällt zudem vorzugs Großkapital nicht widerstehen konnten. Der Gerbeprozeß ist Regenwetter loht die Lohe aus; das Wasser nimmt den meisten weise in eine Zeit, wo sehr viele Arbeitskräfte frei find und nämlich viel länger, als allgemein angenommen wird. Zur Er- Gerbstoff weg. die ganze Familie mithelfen kann. Daß die ver zielung guten eichenlohegaren Sohlleders hat man bei argentini- Wir können nicht mit Zöllen die gesellschaftlichen Mißstände bündeten Regierungen bei diesem Gesetz übermäßige agrarische schen Häuten heute noch immer einen Gerbeprozeß von einem beseitigen. Wir hoffen mit der ganzen linten Seite des Hauses, Tendenzen verfolgten, widerlegt das Vorbild der Schweiz. Jahr bis zu 18 Monaten nöthig, je nach der Schwere der Häute, daß die Regierung auf diese Wünsche nicht eingehen wird. Man In der Schweiz ist der Gewinn am Spiritus trotz des Branntund bei schweren deutschen Ochsenhäuten immer 2-3 Jahre. hat in der Angelegenheit des argentinischen Handelsvertrages von weinmonopols, hoher Kartoffelpreise und Generaluntoften immer Der Gerber von argentinischen und brasilianischen Häuten bes einem möglichen Ausfuhrzoll für Häute seitens Argen- noch höher als bei uns. Desterreich und Rußland besigen eine Man gegen Deutschland gesprochen. tommt beim Häutehändler 6 Monate Ziel, darüber hinaus muß tiniens in Ausfuhrprämie, und der stärkeren Förderung ihres Exports haben er 6 pet. Verzugszinsen bezahlen. Der Produktionsprozeß dauert Argentinien auch ohne Deutschland zurechtkommen. In Nord- wir es zu verdanken, daß der Spiritusmarkt, der vor unserer 1-1/ 2 Jahr. Sehr häufig kommt es in der Gerberei vor, daß der amerika ist por zwei Jahren wegen der anhaltenden Thüre liegt, der in Hamburg, uns so gut wie verloren ist. augenblickliche Preis die verauslagten Unfoften an Häuten, Kapital Dürre viel Vieh weggeschlachtet worden, deshalb haben Wenn die verbündeten Regierungen in dieser Vorlage eine Aus zinsen, Arbeitslohn nicht deckt, dann muß der Gerber so start sein, in den letzten vier Wochen die großen amerikanischen Gerber fuhrprämie vorschlagen, so folgen sie nur dem Beispiel anderer daß er nicht verkaufen braucht; er läßt seine Häute in der Grube sämmtliche Häute in Antwerpen angekauft und nach Amerika tonfurrirender Staaten. Auch die Staffelsteuer hat in der Schweizer fizen; sie werden dadurch besser und viel schwerer. Das hat geschafft. Diesen Leuten sollten wir also nicht Wasser auf die Monopolverwaltung ein lehrreiches Vorbild; sie geht von aber alles mit dem Quebracho nichts zu thun. Wir haben in Mühle gießen. Mit der gemischten Gerberei des alten und dem Gedanken aus: Je kleiner der Betrieb, um so größer die Deutschland für etwa 30 Mill. Mark Gerbstoffe nöthig. Was neuen Eystems hat man gute Resultate erzielt, die Gerberfreise Unkosten, und je größer der Betrieb, um so geringer die Unmachen also die noch nicht zwei Millionen für Quebracho aus. meinen, daß die Lohgerbung zum theil nothwendig sei. Wenn fosten. Die Berechnungen, welche Unkosten erforderlich sind, un Unter den Petenten für den Quebrachozoll sind auch solche wir fonkurrenzfähig bleiben wollen, müssen wir es wie einen Hektoliter Spiritus herzustellen, sind sehr verschieden aufGerber, welche selbst mit Quebracho arbeiten.( Bewegung.) Ein die Franzosen machen, die ihre Fabrikate immer besser und besser zustellen. In den Motiven sind die Kosten für die Herstellung solcher ehrenwerther Mann erklärte mir, er hätte die Petition gemacht haben. Deshalb müssen wir die Resolution ablehnen, eines Hektoliters Alkohol auf 52 M. angesetzt. Es fragt sich nun, mit unterzeichnet, weil sonst die Leute meinen, er mache und die Regierung muß so vernünftig sein, daß sie auf diese ob man die Staffelsteuer auf die gesammte Produktion legen soll schlechtes Leder.( Heiterkeit.) Von manchen Firmen Forderung der Agrarier nicht eingeht.( Beifall bei den Sozial- oder nur auf diejenige Produktion, die das Kontingent hat. haben sämmtliche Familienmitglieder als selbständige Gerber demokraten.) Nach sehr sorgfältigen Erwägungen und nach Anhörung von unterzeichnet, von einer Firma fünf Personen. Das Abg. Bachem( 3.) tritt für den Quebrachozoll ein im Juter Sachverständigen sind wir dazu gelommen, die Staffelsteuer auf Quebracholeder ist allerdings viel schwerer als das nach effe des heimischen Schälwaldes. Herr Schumacher scheint in die gesammte Produktion zu legen, vorzugsweise deshalb, weil altem System gegerbte, aber das nach diesem gegerbte Sohlleder Krefeld nicht recht bekannt zu sein, sonst hätte er wohl den Hin- namentlich in Süddeutschland sehr viele Brennereien ihr eignet sich garnicht für den Export, weil es viel zu viel Gewichts- weis auf die Färberei unterlassen. Wenn wir für die Seiden- Kontingent gar nicht abbrennen und also eventuell eine ganze verlust hat. Auf dem Wege von Köln nach Wien würde eine färberei in Krefeld eintreten, so treten wir für die Interessen der Anzahl von Brennereien von der Branntweinsteuer überhaupt Bürde solchen Sohlleders von 200 Pfund um wenigstens 20 Pfund Arbeiter ein. Herr Schumacher scheint auch sonst nicht gut in- nicht getroffen würden. Es hat sich eine Oppofition geltend eingetrocknet sein. Passirt das bei Sendungen von hunderten formirt zu sein, sonst würde er nicht behauptei haben, daß Lohe gemacht gegen die Differenzirung der Staffel je nach von Bürden, so entstehen solche Differenzen, daß Prozesse nur dort wächst, wo auch Wein wächst.( Widerspruch des Abg. Den verschiedenen Rohprodukten, aus denen der Branntwird. hergestellt Die entstehen und sich die ganzen Geschäfte zerschlagen würden. Schumacher: Nur dort gut wächst.) Redner zählt die einzelnen wein der HefeBelastungen Es könnte vielleicht einer oder der andere Gerber sagen: Da hat Artikel auf, Sumach, Myrobalane 2c., die überwiegend für die brennereien find bei weiten nicht so groß, wie man annimmt. der Schumacher aus der Schule geschwatt; aber es muß das Eeidenfärberei verwendet werden. Die betreffenden Artikel Ebenso wird es bei den Melaffebrennereien sein. Daß die Nohervorgehoben werden, und ist auch bei der Generalversammlung werden in Werthen von 11 Millionen Mark eingeführt, wovon velle für die kleinen Betriebe außerordentlich vortheilhaft wirken hier in Berlin hervorgehoben worden. Aber einer der be: 71/2 Millionen in der Färberei zur Verwendung kommen. wird, ist wiederholt anerkannt worden, auch von Vertretern der deutendsten Gerber im Rheinlande, Herr Köller, war nicht damit Redner empfiehlt deshalb die Annahme seines Antrages im fleinen Brennereien. Gegen die gesetzliche Festlegung einer einverstanden, daß der Quebrachozoll eingeführt werde. Er gab Interesse der Färberei. fich der Jllusion hin, daß das kleine Handwerk damit gerettet werden soll. Aber die meisten von Ihnen geben sich auch der Illusion nicht hin, und es kommt dabei in betracht, man wird bei dem Quebrachozoll nicht stehen bleiben, sondern auch andere Kräfte heranziehen. Dann würde etwas tommen, was die Gerber, auch die, die in Köln vertreten waren, durchaus nicht wollen. Herr v. Stumm hat sich auch für eine Verzollung der österreichischen und französischen Eichenlohrinde erklärt. Wenn das geschieht, liegen die rheinischen Sohllebergerbereien ganz darnieder; da kommen sie aus dem Regen in die Traufe, weil sie ohne französische und österreichische Lohe absolut nicht existiren Abg. Dresler( natl.) scheint sich für die Annahme der tönnen. Das Duebracho an und für sich bedingt nicht das schnelle Resolution auszusprechen. Gerbereiverfahren, sondern die Haut wird noch chemischen Abg. Hige( 3.) tritt für die Resolution ein. Prozessen unterworfen, wodurch sie für die Aufnahme des Gerb. stoffes befähigt wird. Solche Vorarbeiten tönnen auch theilweise mit Lobe geschehen. Herr Buddeberg hat gestern richtig betont, daß das Quebracho eigentlich für den Endprozeß des Gerbens benutzt wird. Wenn man sieht, daß das Leder noch etwas nöthig hat, tommt es noch einmal in die Brühe hinein, dann wird es gar herauskommen. Es werden auch Fabrikate gemacht, wo das Quebracho niemals daran gerührt hat. Nach für Schuhwerk. meiner Erfahrung bin ich überzeugt, daß vor 20, 30, ja Nachdem der Referent Abg. Möller über die eingegangenen tingentirung fehen wir eine Verbesserung der bestehenden Vor40 Jahren viel mehr ungares Leder im Handel vor Petitionen berichtet hatte, wird die Resolution mit den von schriften, wenn es auch zweifelhaft sein mag, ob man bei dem fam, wie heute, heute ist es fast durchgängig alles gar. Bachem und v. Salisch beantragten Aenderungen angenommen System der Kontingentirung bestehen bleiben kann. Es müsse Wenn man ein neues Verfahren eingeführt hat, kann gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, der Freisinnigen und aber geprüft werden, ob die Ermäßigung des Kontingents das auf einmal so vollkommen sein? Ich gebe zu, daß das nach der meisten Nationalliberalen. Für die Resolution stimmen von bei einer gewissen Grenze vereinbar ist mit dem Gesez dem alten System gegerbte Sohlleder besser ist als das mit den Nationalliberalen die Abgg. Paasche, Wamhoff, Schulze- von 1887, weil davon die Vertheilung des Kontingents Quebracho gegerbte. Aber wie wenig existirt, was mit reiner Henne, Dresler, Brunck, v. Cuny und Wiesike. auf Süd- und Norddeutschland abhängig ist. Eine andere Eichenlohe gegerbt ist, und ich habe die Ueberzeugung, daß die Ohne Debatte erledigt das Haus in dritter Berathung die Frage ist die Brennsteuer; es wird sich fragen, ob die Stala der überseeischen Gerbstoffe, in kleinerem Maße angewendet, das Leder Verordnung wegen der Kampfzollzuschläge gegenüber der Tifferenzirung richtig bemessen worden ist. Einverstanden bin noch viel fester machen, als wenn es mit purer Lohe gegerbt ist. spanischen Einfuhr. ich damit, daß der weiteren Ausdehnung der Melaffebrennerei Schranken gezogen werden müssen.( Zustimmung rechts.) Wir stehen also der Vorlage wohlwollend gegenüber und werden die Einzelheiten in der Kommission prüfen. Die schonende Heranziehung der kleineren Brennereien bei der Brennsteuer wird einen Aufschwung der landwirthschaftlichen Brennereien mit sich bringen Abg. Barth( frs. g.) bekämpft den Quebrachozoll; die Interessen, die dadurch gefördert werden, repräsentiren etwa einen Werth von 6 Millionen Mark jährlich, nährend die geschädigten Interessen der Gerbereien mindestens das zehnfache darstellen. Echleswig Holstein und Hannover werden vorzugs weise von dem Quebrachozol getroffen; es handelt sich dabei um 3000 Arbeiter. Abg. v. Calisch( f.) beantragt, nicht nur die für die Färberei, sondern auch die für chemische Judustrie erforderlichen Artifel zollfrei zu lassen. Exportprämie lassen sich ja schwerwiegende wirthschaftliche Einwände erheben. Rein wirthschaftlich ist ja eine Ausfuhrvergütung unerwünscht, wir bleiben aber ohne dieselbe nicht konkurrenzfähig. Wenn andere Staaten Ausfuhrvergütungen haben, müssen wir denselben Weg gehen, nur so können wir sie schließlich ganz abschaffen. Die Vorlage will die weitere Ausnutzung der Malaffebrennerei zu ungunsten der landwirthschaflichen Brennerei verhindern. Die Brennerei muß als landwirthschaftliches Nebengewerbe erhalten bleiben.( Beifall rechts.) Verabschieden Sie schnell das Gesetz, damit es noch auf die Preisbildung der nächsten Campagne wirkt. Taß in der Landwirthschaft etwas faul ist, wird jetzt schon bis zur äußersten Linken, den Sozialdemokraten, anerkannt. Ich bitte Sie von dieser Ueberzeugung zu Thaten überzugehen und uns den kleinen Finger zu reichen, um durch dieses Gesetz einen Theil Abg. Langerhans( irs. Vp.): Die Erträgnisse des Eichen- der Landwirthschaft zu helfen. Kommt es auch nur einen kleinen schälwaldes schwanken sehr erheblich; sie reichen nicht aus, das Theil zu gute, so hoffen die verbündeten Regierungen auch Bedürfniß der deutschen Gerberei zu decken, und auch die Qualität noch in dieser Session einem weiteren Kreise der entspricht nicht dem, was die deutschen Gerber brauchen..landwirthschaftlichen Interessenten ihr Wohle Abg. Brunck( natl.) tritt für die Eichenschälwald- Besizer ein wollen zuwenden zu können. Reichen Sie uns also und weist darauf hin, daß das mit Quebracho gegerbte Leder hier den kleinen Finger, wir versprechen Ihnen, nicht gleich die schon nach zwei Jahren brüchig werde, und wenig brauchbar sei ganze Hand zu nehmen.( Heiterkeit. Beifall rechts.) Abg. Spahn( 8.): In den Bestimmungen über die Kons Ich habe mit einem alten 70 jährigen Gerber hier in Berlin ge- Darauf wird die erste Berathung der Novelle zum sprochen, der sagte: Was waren wir früher für arme Leute, wir Branntweinsteuer Gesez vou 1887 begonnen. haben nur halbgares Leder auf den Markt gebracht. Der Trans Staatssekretär Graf Posadowsky: Jeder von Ihnen, der port der Eichenrinde vom Rhein aus war auch theuer, und die sich mit der Frage beschäftigt hat, wird den Eindruck empfangen Eichenrinde hier aus dem Norden hat nicht Tanningehalt genug. Also baben, daß es sich um eine außerordentlich komplizirte Materie für diese Leute sind überseeische Gerbstoffe eine große Nothwendigkeit. handelt. Eine Vereinfachung hätte sich ja vielleicht erzielen und leicht eine Ueberproduktion herbeiführen. Ich habe mich selbst überzeugt, daß Faßleder und anderes Roh- lassen dadurch, daß man einfach auf das Eystem der Fabrikat- Abg. Wurm( Soz.): Mit dieser Vorlage wird scheinbar den leder, wo Duebracho angewendet wird, sehr weich und ge- steuer zurückgekommen wäre. Die verbündeten Regierungen find kleinen Landwirthen geholfen. Diese haben endlich erkannt, wie schmeidig ist. Unsere Ausfuhr ist allerdings nicht gestiegen, aber jedoch zu der Ueberzeugung gekommen, daß der Uebergang zum ungemein schädlich die hohe Steuerbelastung und die Konwir hatten auch früher keine große Ausfuhr und sie besteht Fabrikatsteuer- System dazu führen würde, daß das Branntwein- tingentirung gewirkt hat, sie haben sich gegen das Gesetz empört hauptsächlich in fertigen Lederwaaren. Das nach dem alten brennerei- Gewerbe als landwirthschaftlicher Nebenbetrieb einfach und sollen nun mit einem Bonbon abgepeist werden, damit die Eystem gegerbte Sohlenleder kann man aber nicht ins Ausland aufhören würde, wie es jetzt schon bei der Brauerei wenigen großen Brenner weiter gedeihen können und möglichst verkaufen. Mit recht ist auf Frankreich und Belgien ver- als landwirthschaftliches Nebengewerbe der Fall ist. Auch wenig belästigt werden. Weshalb soll dersi immer wieder die wiesen; namentlich in Belgien besteht eine großartige Maschinen- der Uebergang zu einer Fabrikatsteuer, gestaffelt je nach landwirthschaftliche Brennerei bevorzugt werden? Weil der landLederriemenfabrik, die nur mit überseeischem Leder arbeitet. Wir dem Rohprodukt, aus dem der Alkohol hergestellt ist, würde wirthschaftliche Brenner seine Echlempe an seinem eigenen Vieh Aber der gewerbliche Brenner giebt doch würden vollständig mit unseren Lederwaaren und Treibriemen schwere Gefahren, namentlich für die nord- und westdeutsche verfüttert. vom Weltmarkt verdrängt werden, wenn man uns die Branntweinsteuergemeinschaft, herbeiführen. Nicht Mangel an auch seine Schlempe für das Bieh her, Präparate zur Gerbung vertheuerte. Man könnte nun gesetzgeberischem Geschick, sondern die Verschiedenartigkeit der eine ganze Anzahl fleiner Bauern Schlempe verkaufen, so daß Die großen Brennereien fagen: Das ist das sozialdemokratische Baterunser, das hergesagt Produktion in West- und Süd-, in Nord- und Ostdeutschland diese dieselbe verfüttern tönnen. wird, daß der Große den Kleinen aufeffen muß. Ein alter hat zu einem solchen komplizirten Gefeß geführt. Die Novelle ver: verthen ihre Schlempe nicht nur für sich. Zwar können fie Fortschrittsmann aus der Rheinprovinz sagt aber fast das näm- enthält zwei wesentlich neue Bestimmungen: Erstens eine sie nicht verkaufen, aber vielfach nehmen sie Vieh in Kost. Die liche, wie die Sozialdemokraten.( Redner verliest einen ent- Brennsteuer und Staffelsteuer, und eine Ausfuhr- jezige Vorlage hat das Bestreben, den kleineren Brennern es sprechenden Baffus aus einer Broschüre.) In den 70er Jahren entschädigung, die aus dem Ertrage der Brennsteuer ge- weniger fühlbar zu machen, in welcher Weise sie durch die behatten wir in Köln noch 70 Gerbereien, und heute haben wir geben Wenn dem GroßIch sage offen, daß diese Maß stehende Gesetzgebung geschädigt werden. eine agrarische ist. produzenten überhaupt nur Bergünstigungen zugewendet werden, nur noch 5 oder 6, und dasselbe ist auch in dem übrigen Rhein- regel in erster Linie bleibt er doch immer bei weitem überlegen dem kleinen land der Fall. Trotzdem ist die Lederproduktion nicht zurück.& 3 soll der Versuch gemacht werden, die Preiseof wird. dann er tann an Da = Schöne, Tönigl. Kriminalfommiffar. Neues Geschäftsunternehmen. Mit dem Christenthum wollen es 14 Buchhändler versuchen. Sie beabsichtigen, sich zu bem Zwecke zu vereinigen, neben der Pflege freundschaftlicher Beziehungen der christlich gesinnten Buchhändler zu einander, die Verbreitung der christlichen Weltanschauung durch Schrift und Bild zu pflegen und allen gegnerischen Versuchen zu wehren". Biel Erfolg dürfte dies Projekt faum haben. Die Mehrzahl der Frommen lieft nicht gern. Sport, Militärfererei und ähnliche Dinge sind die weltlichen Lieblingsbeschäftigungen der meisten dieser Leute. Eisenbahnunfall. Der gestern auf dem Anhalter PersonenBahnhof um 304 St. fällige Vorortszug von Marienfelde überfuhr das südlich des Echifffahrtskanals befindliche Haltefignal, wodurch er in das Geleis I geleitet wurde und mit einer dort aufgestellten Rangirmaschine in Berührung fam. Das Auffahren war nur schwach, so daß es im Zuge faum bemerkt wurde. Tcr Lokomotivführer der Rangirmaschine wurde am Knie leicht verletzt. Konfurrenten gegenüber, dem dieselben Vortheile zugewendet 1 Infolge Gerichtsbeschlusses vom gestrigen Tage( Amts- 1 Das Disziplinarverfahren gegen den Amtsrichter Tr. werden. Durch eine Erhöhung der Exportprämie tönnen gericht 1) wurden am heutigen Nachmittag um 3/2 Uhr durch Schlössingt in Rixdorf, das auf die kühne Beschwerde des wir nicht auf die Dauer den Preis des Spiritus erhöhen. Den Unterzeichneten als Hilfsbeamten der Staatsanwaltschaft in Sicherheitsbeamten Höppner eingeleitet war, ist einer uns heute zuHeute ist der deutsche Spiritus auf einen fleinen, fast verschwindenden dem Verlage des„ Vorwärts" beschlagnahmt ca. 51 000 Gremplare gegangenen Nachricht zufolge eingestellt worden. Höppner Absatz beschränkt. Die Gefeßgebung von 1887 hatte nur den der Druckschrift Maifeier 1895". Außerdem wurden die Platten aber funktionirt trotz alledem noch immer als Gendarm, auch ist uns noch nichts von einer gegen ihn wegen Meineides resp. Zweck, die wilde Produktionsjagd einzuschränken. Jeht thut man und Formen beschlagnahmt. aber fo, als ob man den Brennern irgend etwas Böses gethan Berlin, den 26. April 1895. Falscheides eingeleiteten Untersuchung bekannt. Köller nnd die Kunst. hätte. Dafür muß eine Strafe gezahlt werden, daß die Herren Das Drama„ Einsam" Don Agrarier nicht so viel Nußen aus ihren Brennereien Rieben 881 live durften, wie sie wollten. Aber diese Strafe hat der Wie verlautete, foll die Konfiskation auf grund des§ 180 Alfhild Agrell ist nunmehr der Neuen Freien Boltsbühne zur deutsche Branntweintrinker, das deutsche Bolt zu zahlen. des Strafgesetzbuchs erfolgt sein. Inwieweit das Kriterium des Aufführung von der Benfur freigegeben worden. Die Aufim Zentral- outschen Thea Wenn es denkbar wäre, daß durch Erhöhung der Branntwein- Aufreizungsparagraphen auf die diesmal mit ganz besonderer führung findet am Sonntag im Zentral- Theater statt. ausgearbeitete Festschrift zutreffend sein foll, ftener der Konsum ausgerottet würde, so würde niemand mehr Sorgfalt Der Kaiser hat seine Hofloge im Deutschen Theater gezufrieden sein als wir Sozialdemokraten. Denn da wo das ist uns, wie wohl auch allen denen, die künsterische und fündigt. Die Einnahmen, welche Herr Direktor Brahm durch Bolt so arm und verelendet ist, daß die Branninpeinpest literarische Beiträge dafür geliefert haben, unerfindlich. Aber die Weber" erzielt hat, werden ihn den petuniären Verlust, den unter ihm herrscht, da sind nicht unsere Wähler, sondern was macht es? Der Kampf für Ordnung, Religion und Sitte diese Kündigung mit sich bringt, verschmerzen lassen. Wir kennen Σα wird in der Regel schwarz oder oder schwarz- weiß hat sich neuerdings in so manchen staatsrettenden Thaten ganz Herrn Direktor Brahm zu wenig, um beurtheilen zu können, ob gewählt. Gerade die Provinzen find es, wo die schlechtesten besonderer Art befundet; warum sollte da nicht auch die und in wieweit ihn die Kündigung aus anderen Gründen geLöhne gezahlt werden und und die traurigsten Verhältnisse Konfiskation einer Arbeiter Maifestzeitung veranlaßt werden knickt hat. Was thut's? Der Sache des Proletariats find. Sie wollen die Existenz einer Liebesgabe bestreiten. Was können. ist denn die Liebesgabe anderes als daß diejenigen, welche fon- gar nicht3! Vorwärts heißt die Parole, allen fleinen tingentirten Branntwein brennen und 50 M. dafür bezahlen, 70 M. und hoch aufgethürmten Hindernissen zuni Troy, vorwärts zum dafür wiederbekommen? 176 Millionen Mark sind es, die jetzt schon Siege! Hoch die Eozialdemokratie! der arbeitenden Bevölkerung Deutschlands aufgelastet sind, Aus verschiedneen Orten, so aus Braunschweig und und jetzt sollen noch etwa 12 Millionen Mart neue Belastung Dresden sind uns bereits telegraphische Mittheilungen zu für die Branntwein trinkende Bevölkerung hinzukommen. gegangen, wonach auch dort die Maifest- Zeitung foufiszirt spricht man immer von der Branntweinsteuer von 3,50 M., die auf worden ist. Es handelt sich also, was ja vorauszusehen war, den Kopf komme. Das ist aber eine imaginäre Biffer; denn die Kinder in der Wiege und die Frauen trinken feinen Branntwein. um eine planmäßig über ganz Preußen- Deutschland eingeleitete Aftion gegen die Festschrift. Sie( rechts) haben ja immer noch den Weißwein, Rothwein und das Bier zur Verfügung, den Branntwein lassen Sie der armen Im Aufang dieser Woche waren die Osterferien beendet Bevölkerung. Die armen Leute würden auch lieber etwas besseres und der sechsjährige ABC- Schüße ist als Rekrut in die zweite trinken als Branntwein, aber wenn sie unter Nässe und Kälte Etappe seines Lebens eingetreten. Zwar begann die Echulpflicht hungernd und frierend arbeiten müssen, so müssen sie zum nominell am 1. April, aber die paar Tage bis zum Osterfest Branntwein greifen; die müssen 176 Millionen zahlen und sollen waren nicht mitzuzählen; von einem irgendwie geregelten Unter noch weitere 12 Millionen bezahlen. Daran, daß weniger Branntwein richt des jungen Kindes war in diefer Turzen Spanne Zeit in produzirt wurde, sind doch nicht die Arbeiter schuld. Unsere deutsche den meisten Berliner Gemeindeschulen keine Rede. Brennerei ist aus einem landwirthschaftlichen Nebengewerbe ein land Die Zeit der firengeren Bucht hat jetzt begonnen; dem Lehrer fällt wirthschafliches Hauptgewerbe geworden, und wir haben eine die schwierige Aufgabe zu, das bislang ans Spiel gewohnt ge In der Untersuchungsfache gegen den Hauptlehrer ganze Anzahl Brennereien, wo die Gutsarbeit in zweiter Linie wesene Kind für Fleiß, Ordnung und Regelmäßigkeit zu Lindecke zu Nixdorf wegen Ueberschreitung des Büchtigungskommt. Den Rest von Export haben wir in den letzten Jahren interessiren. Wird diese Aufgabe in den Gemeindeschulen Werden die rechts an den beiden im Landwehrkanal ertrunkenen Schulknaben verloren. Aber dafür ist der Verbrauch an denaturirtem Brannt mit der erforderlichen Umsicht durchgeführt? wein für gewerbliche Zwecke bedeutend in Deutschland gestiegen, Lehrer in ihrer schweren Aufgabe durch die Verwaltung nach Echreiber und Seifert ist dem Lehrer sowie der Gemeindeso daß er ungefähr der Ziffer des Exports vor sechs Jahren Kräften unterstützt? Wird vor allem, und das ist die Haupt. vertretung der Bescheid zugegangen, daß die ärztliche Untergleichkommt. Den Export werden wir nie wieder erobern, wir sache, von seiten der Schule im jungen Kinde Lust und Liebe ſuchung der beiden Leichen feine Spuren einer Mißhandlung erwerden hoffentlich sogar einen Rückgang des Trinkbranntweins haben. zum Echulbesuch erweckt? Man kann diese Fragen leider nicht geben und die Staatsanwaltschaft infolge dessen von einer Wir wünschen es von ganzem Herzen. Dagegen versucht man im bejahenden Sinne beantworten. Im Gegentheil muß in weiteren Untersuchung Abstand genommen hat. Auch die Don agrarischer Seite alle möglichen Mittelchen, um den Brannt- manchen Dingen die Ueberzeugung Platz greifen, daß in Berlin seitens der vorgesetzten Behörde vorgenommene Disziplinarweinverbrauch zu erhöhen. Sehr interessant ist der Vorschlag, möglichst viel geschieht, um dem Kinde den Schulbesuch vom Untersuchung hat feine Momente zu tage gefördert, welche den den ich fürzlich in einer landwirthschaftlichen Beitung gelesen ersten Augenblick an zuwider zu machen; man kann vor allem sich Lehrer belasten könnten. ard Tief gefunken ist das bekannte Bierlotal am Urban, das habe, daß nämlich in den kleineren Gasthäusern auf dem Lande des Gedankens nicht erwehren, daß die Schulordnung das statt Bier Brausewasser und Limonade geführt und hierin Essen- erflecklichste leistet, um dem Schüler die Gewöhnung an Ordnung an der Ede des Planusers belegen ist. Das Wirthshaus lag gen zu trinken gegeben werden möchten. Das Gesetz legt in und Pünktlichkeit zu erschweren. Was soll man z. B. zu dem folgenden, früher mit der Umgebung auf gleicher Höhe. Durch die Aufseinen Grundlagen der ärmeren Bevölkerung eine ungeheuere für sechsjährige Gemeindefchüler giltigen Stundenplan schüttung, die der Durchbruch der Dieffenbachstraße nach dem Last auf, und ist weder geeignet, die Moral zu heben, sagen. An zwei Tagen der Weche, Montags und Donnerstags, Plannfer und damit in Verbindung die Anlage des Urbanhafens noch der Landwirthschaft auf die Tauer einen be- beginnt der Unterricht für die kleinen Knirpse bereits um mit sich gebracht hat, ist das Planufer bedeutend erhöht worden, deutenden Nutzen zuzuwenden. Nur 0,16 pCt. sind es, die von sieben Uhr in der Frühe, und dauert dann, von einer, wenn während das Wirthshaus wie durch eine Versenkung in die Tiefe landwirthschaftlichen Betrieben in betracht kommen. Und zu gunsten wir nicht irren, viertelstündigen Frühstückspause unterbrochen, gekommen ist. Die Folge davon ist, daß das Wirthshaus dem diefer soll nun eine Gefeßgebung weiter gemacht werden, welche bis elf Uhr. Der vierstündige durchgehende Unterricht nächst gänzlich verschwinden wird. Wie es heißt, soll es abeine so furchtbare Laft für die ärmere Bevölkerung bedeutet. wechselt am Dienstag und Freitag mit einem dreistündigen gebrochen werden, damit auf der erhöhten Baustelle ein Neubau Es tommt hinzu, daß Sie die Melaffebrennerei vernichten ab; an diesen Tagen haben die Kinder von a cht bis elf Uhr aufgeführt werden kann. wollen, die Sie erft haben bestehen lassen, die zwar keine die Echule zu besuchen. Mittwochs und Sonnabends dauert der Ein Buchmacher ist am Freitag Nachmittag 812 Uhr auf für das Vieh brauchbare Echlempe verwendet, deren Unterricht ebenfalls drei Stunden, an diesen Tagen beginnt die Schlempe aber wenigstens als Dünger verwendbar ist. Echule für die fechsjährigen Kinder jedoch erst um zehn Uhr der Trab Rennbahn bei Westend bei seiner Albeit abgefaßt Sie flagen darüber, daß die Zuckerindustrie leidet, und morgens und dauert bis ein Uhr mittags. Am Mittwoch worden. Es ist der 36 Jahre alte Kaufmann Heinrich Simon wollen fie jetzt daran verhindern, die Melaffe zu Morgen geht das Verirspiel wieder um sieben Uhr früh los. aus der Alexandrinenstr. 104 in Berlin. Er gesteht zu, die Buchverarbeiten. Dabei wird auch noch den landwirthschaftlichen Wir sind der Meinung, daß diese verwirrende Ordnung" alles, macherei betrieben zu haben; doch giebt er an, daß es der erste Brennereien eine Art Monopol gegeben. Denn Neuerrichtungen nur nicht eine Festigung der lörperlichen und moralischen Gesundheit Bersuch gewesen sei. Er habe sich vorgenommen, es fünftig 63 ließe sich überhaupt flüger anzustellen. werden sehr erschwert, ja fast unmöglich gemacht. Wenn nun des jungen Kindes bewirken. Eine Greifin ist am Donnerstag Nachmittag um 1 Uhr an noch außerdem die Hefenbrennereien durch die Vorlage darüber streiten, ob die Schulzeit für dies zarte Alter nicht genügend berücksichtigt werden, so beweist beweist das nicht zu lang bemessen ist, und der dahin gehenden Meinung der Ecke der Neuen Roß- und Alten Jakobstraße von einem nur, wie ganz auf ostelbische Verhältnisse das Gesetz wird insoweit recht gegeben, als die Unterrichtszeit in den unteren Omnibus überfahren worden. Es ist die 83jährige Frau Emma zugeschnitten ist. Gegenüber der Thatsache, daß die Technik in Klassen höherer Echulen um ein nicht unbedeutendes fürger Kirsten, die aus Leipzig stammt und in Charlottenburg, GoetheDen großen Brennereien so viel besser arbeitet, als in den fleinen, ist. Gar viele Eltern sind der Ansicht, daß es den Verstraße 19, bei Verwandten wohnt. Sie hat leichte Verlegungen hilft die Differenz, die die Staffelsteuer erstrebt, nicht im ge- hältnissen der Großstadt überhaupt nicht entspricht, die Schule an den Füßen davongetragen. ringsten. Das ist im günstigsten Falle die Hälfte dessen, um was um 7 Uhr morgens beginnen zu lassen. Mit Ausnahme zweier Ein Unfall bei den Kanalisationsarbeiten hat sich in der große Brenner billiger sein Produkt herstellt, als der Kleine. Wochentage wird die erste Unterrichtsstunde der Religionslehre einer der letzten Nächte in der Brückenstraße ereignet. Als einer Weil das Gesetz die Lasten noch erhöht, welche der Branntwein gewidmet. Die überwiegende Mehrzahl der proletarischen Eltern trinkenden Bevölkerung Deutschlands schon aufgelegt sind, lehnen dürfte der Ansicht sein, daß dieser Unterricht in hohem Grade der Arbeiter vor dem Hause Nr. 8 mit brennender Lampe in wir das Gesetz ab und hoffen, daß es nicht zur Annahme gelangt. entbehrlich ist, daß sein Ausfall oder seine Verminderung den Luftschacht hinabstieg, schoß plöglich eine Feuersäule meter( Beifall bei den Sozialdemokraten.) bewirkt werden könnte, ohne daß der sittliche Gehalt des hoch empor und verletzte ihn an Gesicht und Händen so erheblich, Abg. Gamp( Rp.): Mit dem Ergebniß des Gesetzes von Kindes auch nur den geringsten Schaden erlitte. Wird doch daß seine Aufnahme im Krankenhause Urban erforderlich wurde. 1887 könnte der Vorredner schon zufrieden sein, so weit die dieser Meinung ebenfalls durch den Unterrichtsplan der höheren Eine ziemliche Quantität Brennstoff hatte sich an dieser Stelle Verminderung des Branntweintonsums in betracht fommt; denn Echulen, in dem nur zwei Religionsstunden für jede Woche ver- angesammelt, das Feuer brannte mit Unterbrechungen fast eine Stunde. Wie man vermuthet, war es Benzin, das durch Fahrder Konsumrückgang stellt sich mindestens auf 27 pet.; die zeichnet stehen, Recht gegeben. Niemandem wird es einfallen, zulässigkeit in die Kanalisationsröhre gerathen ist. Die UnterArbeiter werden also heute nicht mehr für ihren behaupten, daß die Eöhne und Töchter der Bourgeoisie deswegen Branntweinkonsum ausgeben als früher. Nicht für Ost- unfittlicher find, als Proletarierkinder. Auf Eins sei noch hin- suchung wird das weitere ergeben. Der Unfall wäre vermieden war das Branntweinsteuer Gesetz mit der Kon- gewiesen, nämlich auf die Prügelpädagegit, die je nach den worden, wie man behauptet, wenn statt der offenen Aetherfamine tingentirung eine Nothwendigkeit, sondern gerade für die Veranlagungen des Lehrers oder der Lehrerin mit mehr Sicherheitslampen bei solchen Arbeiten Verwendung fänden. Zerrüttete Familienverhältnisse haben den 89 Jahre Süddeutsche Brennerei handelt es sich dabei um eine Lebensfrage. oder weniger großem Fleiß auch an fechsjährigen Rindern Welch einen Eindruck muß es auf einen alten Fuhrherrn Emil Hoppe aus Reinickendorf in den Tod Die Branntweinbrenner haben für ihre Produkte in den letzten geübt wird. und gar auf ein Mätchen machen, getrieben. Am Dienstag Morgen packte ihn Verzweiflung: er Jahren nicht mehr erhalten als vor 1887, da aber ihre Pro- Knaben duktion auf 3/4 der früheren eingeschränkt ist, so ist felber oder eines seiner Leidensgefährten für ein Bergehen, das nahm in feiner Winterstraße 28 belegenen Wohnung in selbstDer Branntweinbrenner benachtheiligt, da feine Gin im Alter von sechs Jahren doch gewiß nur in den allerseltensten mörderischer Absicht Salzsäure und verletzte sich innerlich so richtungen dieselben geblieben sind. Wenn Herr Wurm Fällen auf Bosheit zurückzuführen ist, mit dem Rohrstock auf die schwer, daß er sofort auf ärztliche Anordnung nach dem Lazarus Krankenhause in Berlin gebracht werden mußte. Aerztliche Hilfe den Unterschied zwischen einer landwirthschaftlichen und einer garten Finger geprügelt wird? Gar vieles ist von der Gemeindeverwaltung Berlins, die sich konnte indeß nichts mehr ausrichten und Hoppe erlag am Mitt gewerblichen Brennerei nicht erkennen tann, so liegt das nur an ihm. Der Landwirth will durch Aulage einer Brennerei auf ihre Bildungsanstalten so viel zu gute thut, noch im großen woch der Wirkung des Giftes. Die hinterbliebene Familie besteht feinen Grund und Boden verbessern, während der Inhaber einer wie im fleinen zu beffern, bis von den Gemeindeschulen aus der Ehefrau und vier Kindern. gewerblichen Brennerei darauf feine Rücksicht nimmt. Bezüglich als Musteranstalten ihrer Art geredet werden fann. Witterungsübersicht vom 26. April 1895. Der Melaffebrennereien ging man von der Ansicht aus, daß Einen für die sittliche Verworfenheit der nach Bildung fie nur 6 pet. Ausbeute haben; deshalb ist eine Aenderung und Besitz maßgebenden Gesellschaftsschichten recht bezeichnenden nothwendig. Wir können dem Staatssekretär nur dankbar Beleg enthält der Inseratentheil des gestrigen Berliner Fremdensein, daß er in bezug auf die landwirthschaftlichen blattes". In möglichst auffälligem Druck steht da zu lesen: Stationen. Brennereien so sehr entgegengekommen ist. Ich stehe aber Ein Marquis österreichischen Adels, 40 Jahre der Brennsteuer nicht ohne Bedenken gegenüber, ob fie alt, Beamter bei einer f. t. österreichischen Finanzdirektion, sehr wirklich den Export heben wird. Unser Export ist nicht solid, sympathisch, gesund, mittelgroß, brünett, beliebt und anvernichtet durch die Schutzpolitit, sondern daran sind andere Ur- gesehen, wünscht zu heirathen und beansprucht ein Alter fachen schuld, namentlich die Vernichtung zahlreicher Weinberge nicht über 40 Jahre, sympathisches Wesen und eine Mitgift von Frankreichs durch die Reblaus. Es wird hauptsächlich darauf mindestens zwei Millionen Gulden ö. W.( resp. vier ankommen, den Absatz im Julande zu vermehren, auch durch millionen Mark oder 5 Millionen Franks). Kon Wiesbaden. Verwendung des Spiritus zu Beleuchtungszwecken, durch fession und Stand Nebensache. Echulden sind keine München Berdrängung des im Preise steigenden Petroleums. Sicher vorhanden. Dagegen wird unbedingt beansprucht, daß am Wien ist, daß die Landwirthschaft eine Laft von 22 Millionen Hochzeitstage zur Sicherung der vollen Selbständigkeit des Beauf sich nehmen muß; die Vortheile, die dem gegenüber stehen, werbers die Braut ihm mindestens eine Million Gulden Petersburg find sehr problematisch. Man sollte die Steuer in einen Fonds 6. W. in mobilen Werthen zum unbeschränkten Gigen- Cort. fließen lassen, aus dem nach Bedürfniß größere oder kleinere hum übergebe. Im Falle einer Scheidung würde dieser Be- Aberdin. Prämien bei der Ausfuhr gewährt werden könnten. Redner be- trag zurückzuzahlen sein. dauert, daß manche Wünsche in der Vorlage nicht erfüllt seien, Schamlojer hätte die mittels Umsturzparagraphen gegen die so z. B. fehle eine Vorschrift darüber, daß die Leckage nicht Sozialdemokratie zu schühende Heiligkeit der Ehe auch nicht durch mehr versteuert zu werden braucht, und ein Verbot der Ver- den ehrenwerthen Herrn Heinze oder sonst einen Louis prostituirt wendung von Surrogaten, wie Pfeffer u. s. w., die gesundheits- werden können. Vielleicht erörtert einmal eine Arbeiterversamm schädlich sind und dazu dienen, das Publikum über die Qualität lung die Frage, ob es durch eine Vereinsorganisation zur fitt des Branntweins zu täuschen. lichen Hebung der höchsten Gesellschaftsschichten möglich sei, dem Darauf wird um 5 Uhr die weitere Berathung bis Sonn öffentlichen Bergerniß, das durch solche Zeitungsannoncen, den Polizeibericht. Am 25. d. M. wurde in einer Luxusabend 1 Uhr verlagt. Borher werden noch einige Rechnungs- Fall Koye und zahlreiche andere Standalosa von oben herab papier- Fabrik in der Marienstraße ein Arbeiter, als er sich in vorlagen erledigt werden. gegeben ist, zu steuern, oder die Fäulniß wenigstens auf ihren den Fahrstuhlschacht hinabbeugte, durch den von oben herunter. Heerd zu beschränken. So gleichgiltig dem Proletariat auch die kommenden Fahrstuhl gequetscht und schwer verletzt. Der 11/ 2jährige Sohn eines am Grünen Weg wohnenden Arbeiters Berfaulung der„ Crême" ist, so ist der Bestgeruch, der von ihr fiel aus dem Flurfenster des vierten Stockes auf den ungeflasterten ausgeht, immerhin eine öffentliche Gefahr. Hof hinab, erlitt jedoch nur eine unerhebliche Verlegung am Heute, Sonnabend, wird keine juristische Sprechstunde Für Ordnung, Religion und Sitte. Herr v. Rote hat, Kopfe und eine anscheinend leichte Gehirnerschütterung. abgehalten. wie die Blätter berichten, gestern das Krankenhaus verlassen. Ein Droschkenkutscher wurde in seiner Wohnung in der Nachmittags gerieth Köller an der Arbeit! Die Mai- Festzeitung" ist am Wir sind gespannt, welche Schritte die Anklagebehörde gegen ihn Poſenerftraße erhängt vorgefunden. Freitag Nachmittag in der noch vorhandenen Anzahl von und seine Prügelgesellschaft unternehmen wird. Auch wäre es in der Neuen Roßstraße eine Frau unter die Räder eines Omnibus den Unterschenkeln anscheinend bedeutend 51 000 Exemplaren; im Verlagsbureau des Vorwärts" ton- intereffant zu erfahren, ob die Sicherheitsbehörde umfassende und wurde an fiszirt worden. Der über diese Handlung ausgestellte polizei- Maßregeln ergriffen hat, um weitere Standalszenen und weiteres verletzt. Auf dem Anhalter Bahnhof fuhr ein Vorortzug über liche Ausweis lautet: das Haltesigual hinaus auf ein Nebengeleise und stieß gegen eine öffentliches Aergerniß nach Möglichkeit zu verhindern. elbien Lokales: " : es Hamburg Berlin Barometerstand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Windstärke ( 1-1) 324LB10523 Wetter stud Temperatur 50.40 R.) FANANA( nach Celfius 雄 Ewinemünde 754 GED 754 754 WSW NW wolkig 4 756 SW wolfig Regen heiter 16 14 13 10 759 G Regen 9 756 28 Regen 13 757 Still Mebel 2 764 ND wolkenlos 753 NW 747 754 N S wolfig bedeckt bedeckt 10 8 11 Haparanda Paris Wetter- Prognose für Sonnabend, 27. April 1895. Etwas fühleres, zeitweise heiteres, vorherrschend wolkiges Wetter mit Regen und mäßigen südwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Gerichts- Beitung. Versammlungen. stellend als ( oberer Saal) am 1. Mat. vormittags 10 Uhr. Nach Schluß der Bersamm Inferat, ug nach Ober- Echönweide bet Saferlandt.( Stehe morgen Tischler- Verein. Heute Abend 9 Uhr, Melch torstraße 15: GeneralBersammlung. Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 28. April, abends 7 Uhr, in den Vortrag des Genossen Dr. Heymann Arminhallen, Kommandantenstr. 20. über Die Anpassungsfähigkeit des Menschen an das heiße Klima". Bitherklub Bochland". Mariannenstr. 19. bredel sbusdal Dermilchtes. waren beiden anderen sowie ort haltende Lokomotive. Der Führer der letzteren wurde dabei| halten des sogenannten blauen" Bierbrauergesellen- Vereins Der Fachverein der Stellmacher tagte am 21. April. auscheinend jedoch nicht erheblich verlegt. Auf einem Grund- scharf tritifirt und seiner famosen Stellungnahme zur Das Referat hatte Genoffe Sassenbach übernommen, der in stücke der Schwedterstraße wurde abends ein Kutscher durch einen Maifeier mit wohlverdientem Spott begegnet. Von einem beifällig aufgenommenen Vortrag über Freimaurerthum" Mörtelwagen überfahren und an den Beinen schwer verletzt. Kupfer wurde bekannt gegeben, daß er beauftragt set, sprach. Hierauf verlas der Kassirer die Abrechnung vom ersten Auf dem Tempelhofer Felde wurde ein Arbeiter von Strolchen mündlich mitzutheilen: Die Weißbier- Brauereien a fer und Quartal. Danach betrug die Einnahme 102,74 M., die Aus= überfallen und durch Messerstiche am Kopfe verlegt. Die Thäter 3eidler Schöneberg gäben ihren Arbeitern den 1. Mai eben- gabe 55,20 M.; es bleibt mithin ein Kaffenbestand von 47,54 m. find entflohen. Im Laufe des Tages fanden zwei fleine falls frei.( Bravo.) Gärtner theilte mit: Die Stronenbrauerei in den Vorstand wurden die Kollegen Michèls als erster, Brände statt. Moabit hätte sich der dortigen Lokaltommiffion gegenüber ebenfalls Singert als zweiter Vorsitzender, Leskau als erster, verpflichtet, am 1. Mai ihre Arbeiter feiern zu lassen. Eine Anfrage, Stöhnte als zweiter Kassirer, Baum als erster, Schindler wie fich Reichentron- Charlottenburg zur Maifeier stelle, als zweiter Schriftführer, Behrens, Henze und Paulick wurde mit Hinweis auf dessen zu Anfang d. J. im Vorwärts" als Revisoren gewählt. deffen zu Anfang d. J. im„ Borwärts" als Deviſoren, gewählt. Eine heftige Debatte zeitigte ein im. erlaſſene Grilärung beantwortet. 24 perichiedene Brauereien es Anſchlup in Die Zahl eingebrachter aber von der Mehrheit aba Der Hauswirth mit der Peitsche. Der Eigenthümer den Arbeitern anheim" stellen, zu feiern oder nicht, so appeliirten gelehnter Antrag, welcher sämmtliche Vorstandsmitglieder vers Bachmann in der Prenzlauer Allee hatte spielende Kinder mit mehrere Redner energisch an das Solidaritätsgefühl der dort be- pflichtete, der politischen Organisation anzuhören. Zum Schluß der Peitsche von seinem Hofe gejagt. Hierbei traf er die ruhig schäftigten, geschlossen vorzugehen und von den refp. Direttionen wurden die Kollegen gewarnt, bei Simon u. Ro. in Arbeit zu ihres Weges gehende kleine Gertrud Becker derart, daß das kleine die Arbeitsruhe zu fordern. Bei Kinh u. Komp. und Hilfe treten. Die nächste Vereinsversammlung findet am 19. Mai statt. Kind große Schmarren im Gesicht davon trug, deren Heilung bein, melche ihre Antwort mit Klauseln versehen hatten, soll Verband der Möbelpolirer. Montag, den 29. April, bet Wilte, mehrere Tage erforderte. In der gestrigen Verhandlung ver- die Agitationskommission vorstellig werden. Im großen und Andreassir. 26: General Bersammlung. Tagesordnung: 1. Bericht des Vor2. Wahl und Bestätigung.( Siehe morgen urtheilte ihn das Schöffengericht wegen Körperverlegung zu der ganzen wurde das erzielte diesultat als sehr zufrieden- ftandes, der Kassirer u. f. w. Inferat.) milden Geldstrafe von 15 Mart. bezeichnet; durch sein brutales Borgehen im Möbelpolirer. Deffentliche Bersammlung bei feller, Stoppenfir. 29 Mart. Vom Fuchsmühler Prozeß in Weiden liegt folgendes Borjahr habe der Brauereiring den Arbeitern erst den Telegramm vor: Weiden, 26. April. Heute wurden die Forst- richtigen Weg gewiesen und troß seiner Machination werde die meister Gischter und Brenner in fehr eingehender Weise Feier des 1. Mai seitens der Brauerei- Arbeiter eine imposante vernommen. Letzterer ist der Meinung, die Angeklagten nennen sein. Einstimmig gelangte folgende Resolution zur hätten sich wegen Uebertretung des Forstgesetzes straf Annahme: Die 2c. Versammlung spricht ihre Entrüstung darüber bar gemacht, weil sie erstens ohne Anweisung und zweitens aus, daß es der Ring der Berliner Brauereien nicht für nöthig Nuhholz gefällt haben. Ein forstwirthschaftlicher Schaden sei hielt, das aus ihn gerichtete Schreiben zu beantworten. Arbeiterfreundlichkeit des unter der maillig nur in Schrammlohr entstanden; das Gutachten berechnet den Die vielgerühmte selben auf 1274 Mart. Die Frage der Vertheidigung, ob geistigen Leitung des Herrn Rösicke stehenden Ringes erweist sich den Fuchsmühlern nur Brennholz zu fällen gestattet sei, biernach Is Heuchelei, zu dem Zweck, die öffentliche lasse sich aus dem Gutachten nicht genau beantworten. Der Meinung und die Arbeiterschaft zu dupiren. Die Versammlung leber den Einsturz eines Neubaues geht uns folgende Staatsanwalt beantragt für Johann und Josef Stock und Josef erwartet demzufolge, daß sich alle auf dem Boden der modernen Privatnachricht aus Breslau zu: Donnerstag Nachmittag gegen Vogel Freisprechung, weil ihnen nicht nachgewiesen sei, daß sie Arbeiterbewegung stehenden Brauereiarbeiter an der Maifeier 25 Uhr als die meisten Arbeiter noch in der Vesperzeit betheiligen werden." die Aufforderung des Bezirksamtmanns Wall, den Wald zu verstürzte die hintere Front des eben erst fertig gestellten lassen, gehört haben. Gegen alle anderen Angeklagten beantragt es bedauerlich, daß immer wieder Brauereilokale zur Maifeier Neubaus Brunnenstr. 38 in sich zusammen, sechs Personen, es bedauerlich, daß immer worfer und Gärtner fanden Der Staatsanwalt wegen Auflaufs und Landfriedensbruchs, bezw. benutzt würden, deren Besitzer sich den Forderungen ihrer Ar- barunter den Bauunternehmer Laske und den Polier vereines von beiden Gefängnißstrafen von drei Tagen bis sechs beiter um Freigabe des 1. Mai halsstarrig widersetzen. Sache Monaten Dauer. Heute Nachmittag folgen die Neden der Ber- der Lokalkommission wäre es, sich auch der Brauereiarbeiter etwas schüttend.- Zwei der Arbeiter wurden sehr schwer, die der Polier leicht verletzt; der mehr anzunehmen, damit die Ausgesperrten bald von der Bau- Unternehmer, der sich im Kellerraum befand, kam ohne theidiger. Straße verschwinden. Durch diese Auslaffungen wurde die irgend welchen Schaden davon.- Die Ursache des Einsturzes Debatte auf Mißstände gelentt, wie sie im Arbeitsnachweis des dürfte auf eine nachträgliche Senkung des Baugrundes zurückzuRinges bestehen. Der Verwalter, ein junger Mann von 21 Jahren, führen sein. fchaltet, wie einige Redner ausführten, ganz nach Willkür, trage In Herzberg im Harze streiken die Gemeindehirten. Freie Volksbühne. Der Vorsigende des Vereins, Dr. Franz in die Listen ein, wer ihm gefalle, und sei für alle Vorstellungen Sie verlangen an stelle der bisherigen, nach Biehhäuptern be Mehring, ersuchte uns mitzutheilen, daß seine Rede in der legten taub. A13 richtiges Werkzeug der Brauereibefizer habe ihn auch rechneten und von jedem einzelnen Biehhändler einzufordernden Generalversammlung durchaus unrichtig wiedergegeben ist. sein Verhalten bei den Ortslassen- Wahlen erkennen lassen, un- Belohnung eine feste Besoldung. Ihr Einkommen betrug in den Unserem Wunsche, die Rede in ihrem richtigen Wortlaut uns parteiisch sei er keinesfalls. Von Schneider wurde behauptet, letzten Jahren so wenig, daß selbst diesen überaus genügsamen zur Veröffentlichung mitzutheilen, hat er zu unserem Bedauern die Bergschloßbrauerei beschäftige 3, die Gambrinusbrauerei gar menschen die Galle überlief. leider abgelehnt. 8 Arbeiter als sogenannte Vize, nur, um nicht Ausgesperrte ein- Durch das Hochwasser in Südungarn wurden nachEine gutbesuchte öffentliche Versammlung der Braner stellen zu müssen. Dr. Freund verweise Beschwerdeführer träglichen Berichten zufolge vier Ortschaften ganz oder zum theil und Brauerei Hilfsarbeiter tagte am 25. April in den Armin- ans Kuratorium, doch dieses handle, zusammengesetzt aus vernichtet. Zahlreiche Personen sollen umgefommen sein. Der hallen, Kommandantenstraße 20. Zunächst erfolgte die Abrechnung Brauereibefizern und ihnen ergebenen" Arbeitern, wie leicht er- Schaben wird auf 9 bis 10 Millionen Gulden geschätzt. der Kommission der Ausgesperrten. Der Kassirer derfelben, lärlich, nur einseitig. In einer in nächster Beit einzuberufenden Erdbeben. Aus Belgard wird vom Freitag berichtet: Im Eiermann, schickte seinem Bericht die Bemerkung voraus, Versammlung sollen die Schritte berathen werden, welche gegen Morawa- Thal haben in voriger Nacht heftige Erderschütterungen daß seine bis ins kleinste detaillirten Angaben nach erfolgter die vorgebrachten Mißstände zu unternehmen sind. Mit einem Rechnungslegung in der Gewerkschaftskommission dem Vorwärts" Hoch auf die Arbeiterbewegung erfolgte gegen Mitternacht Schluß zur Veröffentlichung zugehen werden. Die Gesammteinnahme der Versammlung. betrug 179 547,30 m., wovon 177 428,54 m. verausgabt wurden; die Die Aussperrung der Arbeiter der mechanischen hiervon gezahlten Unterstützungen an die ausgesperrten Böttcher Schuhfabrit von Rosenthal u. Groß bildete den einund Brauerei- Arbeiter beliefen sich bisher auf 174 541,60 m. zigen Gegenstand der Tagesordnung einer öffentlichen Versamm Von dem verbleibenden Bestand( 2118,76 M.) hat die Kommission lung der Schuhmacher vo vom Mittwo chAbend. Biermann er 1111,04 M. der Kommission der Böttcher und das übrige Geld stattete Bericht. Der Inhaber der genannten Fabrik, Herr da die Rettungsapptfernen der Agitationskommission der Brauerei- Arbeiter überwiesen, Rosenthal, habe im Gegensatz zu feinem schriftlichen Ber- und die Fenster mit eisernen Schiebern verwelchen nunmehr die weitere Unterstützung der noch aussperrten sprechen, feine Streitbrecher einzustellen, wiederholt den Versuch schlossen waren. Schließlich wurde ein Fenster eingeschlagen Kollegen anheimfällt. Die Abrechnung ift von dem gemacht, den organisirten Leuten in seinem Betriebe, jemand und die Arbeiterinnen begannen vom vierten Stock auf die geschäftsführenden Ausschuß der Gewerkschaftskommission der im Burger Streit seine Pflicht gröblich verlegt hatte, an die Straße zu springen; fünfzig derselben mußten ins Hospital transgeprüft worden. 404 Gammellisten stehen noch aus, Seite zu stellen. Als ihm Vorstellungen gemacht wurden, war seine portirt werden, viele trugen tödtliche Verlegungen davon. Ein und zwar befinden sich die meisten davon in Händen Aus- tategorische Antwort die Entlassung. Gegen sechs feiner bezeichnendes Bild von der verbrecherischen Gewiffenlosigkeit des gesperrter, die inzwischen in Arbeit getreten sind. Sie energisch Arbeiter ein Zeichen, daß dieser Ausgang ihm selber nicht kapitalistischen Ausbeuterthums. au ihre Pflicht zu erinnern, endlich abzurechnen, und nöthigenfalls besagt hat er nachträglich Klage beim Gewerbegericht wegen ihre Namen zu veröffentlichen, habe der Ausschuß der Ge- Kontraktbruchs anhängig gemacht. Mehrere Redner besprachen werkschaftskommission übernommen. Die weitere Auszahlung die mangelhaften hygienischen Einrichtungen, andere bas ver Briefhaffen der Redaktion. der Unterstützung erfolgt nach wie vor in der Blumenstraße 38 werfliche System der freiwilligen" Sparkasse, durch welche den wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 8wet Buchstaben oder eine Saht) bei Wiedemann. Der zweite Punkt der Tagesordnung Arbeitern Anhänglichkeit an d die genannte Fabrik beigebracht anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. betraf den Bericht des Bureaus der letzten öffentlichen Branerei- werden soll." Durch die einstimmige Annahme einer Musiker. Für etwas Bedeutsames halten wir den Beschluß Arbeiter Versammlung( 5. April) über die eingegangenen Bu- Resolution, die das Vorgehen des Personals von Rosenthal des philharmonischen Orchesters nicht. schriften( 18) aus den Brauereibetrieben wegen Freigabe des und Groß billigt und petuniäre Hilfe zusichert, drückten die An- Gefangverein Glück auf Ihre Angelegenheit hat für 1. Mai. Zustimmende Erklärungen gaben, wie Schneider wesenden aus, daß sie die Meinung des Herrn Rosenthal: feine die Leser kein Intereffe. Regeln Sie die Angelegenheit mit den ausführte: Pichelsdorf, Münchener Brauhaus allzugroße Güte sei schuld an der Zwangslage, in der er sich Musikern. ( hier und Oranienburg), Wilhelmshöhe Lehmann, gegenwärtig befinde, durchaus nicht theilen. Alle Redner waren 2. G. 14. Der Vormund soll sofort der Polizeibehörde mitKing 1. Romv., Radon Lichterfelde, Müggel der Ansicht, daß die Betriebsleitung mit den jetzt angeworbenen theilen, daß er und nicht die Mutter Vormund ist, und gegen schlößchen, Müller Wusterhausen, Müller- Hilfskräften nichts anfangen fönne; obwohl man die Kommission Rückführung des Lehrlings protestiren. Sprechen Sie gelegentPotsdam, Füllgrabe und Hilfebein. Fr. G. 18. 1. Die Anmeldung in Lettere der Arbeiter jetzt abgewiefen habe, fei ein einlenken der Firma lich der Sprechstunde vor. beiden find Weißbier- Brauereien. Von dem Ring an baldigst zu erwarten. Von 30 Personen, die von der muß bei der Berliner und Charlottenburger Polizeibehörde ergehörenden Brauereien hat nur Königstadt" geantwortet, Aussperrung betroffen wurden, sind einzelne schon wieder in folgen. Ist das Kränzchen ein öffentliches, so ist Ge= daß sie die Zuschrift dem Verein der Brauereien unterbreiten Arbeit gebracht; die übrigen werden unterstützt. Die Verfamm nehmigung der Berliner Polizeibehörde erforderlich. werde; inzwischen habe der Ring bekanntlich durch die ihm zur lung nahm dann den neuen Lohntarif, der die niedrigen Preise M. D., Putbuserstr. 38. Der Statutenentwurf ist sehr be Verfügung stehende Presse seinen ablehnenden Standpunkt in der Fabrik von Rosenthal u. Groß etwas erhöht, ohne Wider- dentlich: Die Kaffe würde danach als Versicherungstaffe be zum Ausdruck gebracht. dem Bericht sich spruch an; dieser Tarif soll den Verhandlungen mit der Firma trachtet werden, die polizeilicher Genehmigung und Aufficht unterliegt. Sprechen Sie gelegentlich in der Sprechstunde vor. = anschließenden längeren Diskussion wurde auch das Ver- zu grunde gelegt werden. Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Bezirks- Versammlungen: Osten. Sonntag, den 28. April, vormittags 10½ Uhr, bei Nieft, Weberstr. 17. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Kunze über: Wirthschaftlicher Kampf. 2. Diskussion. 3. Wahl von Beitragssammlern. Moabit. Sonntag, den 28. April, vormittags 10½ hr, bei Lange, Stromstr. 28. " Todes- Anzeige. Allen Freunden, Berwandten und Bekannten hierdurch die traurige Nachstattgefunden. Heber eine furchtbare Feuersbrunft meldet ein NewYorker Telegramm des Reuter'schen Bureau" aus Montreal das folgende: Eine große Tabatfabrit ist theilweise vom Feuer zerstört worden. Der Schaden beträgt 12 Millionen Dollars. Bei Ausbruch des Feuers entstand eine Panik unter den tausenden in der Fabrik beschäftigten Arbeitern und Arbeiterinnen, nicht benutzbar Achtung! " X Achtung! richt, daß meine gute Frau, unfere at Die seit längerer Zeit geplante quant gute Mutter und Tochter Louise Hönicke geb. Wagner am 24. April, abends 11 Uhr, nach) Gr. Volksversammlung fangem, fchweren Leiden sanft ent- findet definitiv am schlafen ist. Dies zeigt ganz betrübt an der Montag, den 6. Mai, in Keller's Festsaal, Koppenstraße, trauernde Gatte Wilhelm Hönicke nebst Tochter und Mutter. Die Beerdigung findet am Sonntag, Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Weyl über: Berufskrankheiten mit besonderer Berücksichtigung der Holzarbeiter. 2. Diskussion. 3. Ver- den 28. April, nachm. 4 Uhr, vom bandsangelegenheiten. 240/8 Trauerhause Görligerstr. 56 aus nach 814/ b oe Nichtmitglieder haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. dem Emmaus- Kirchhof statt. Die Ortsverwaltung. Allen Kollegen und Genossen zur statt, mit dem Thema: Die Eisenbahnen u. die Arbeiter. Zubeil. Verband der in Buchbindereien, Nachricht, daß unser Kollege, der der Papier- und Ledergalanteriewaaren- Industrie beschäft. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der deutschen Drechsler Drechsler und Berufsgenossen( E. H. 86 Hamburg). Mitglieder- Versammlungen. Verwaltungsstelle A: am Montag, den 29. April 1895, abends 8 Uhr, bei B: Nowack, Dian buff 23. 21pril 1995, vormittags 10 Uhr, 124| 15 " am Sonntag, den bei Sauermann, Adalbertstr. 8; C: am Sonntag, den 28. April 1895, vormittags 10 Uhr, bei Grube, Mariendorferstr. 5; D: am Sonntag, den 28. April 1895, vormittags 10 Uhr, bei Wernau, Rosenthalerstr. 57. Tages Ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Rassenbericht. 3. Verschiedenes. Die Ortsverwaltungen. Verein der Lithographen, Steindrumer und Berufsgen. Deutschlands( Filiale Berlin). Am 1. Mai, vormittags 10 Uhr, findet eine Oeffentliche Versammlung aller im graphischen Gewerbe beschäftigten Arbeiter u. Arbeiterinnen im Böhmischen Brauhaus statt. Die Kollegen, welche sich an der Maifeier betheiligen, werden ersucht, fich vorher, morgens 8 Uhr, bei Preuss, Neue Friedrichstr. 20, zu versammeln. 3. A. Schöpke. 168 12 Albert Gutschow, 818b an der Proletarierkrankheit gestorben ist. Die Beerdigung findet am SonnFriedhof der Gemeinde Neu- Weißensee tag, 28. nachm. 5 Uhr, vom aus statt. Die Kollegen der Treppen- Geländer- Fabrit von Lütgens u. Bruns. Arbeiter u. Arbeiterinnen( Mitgliedschaft Berlin). Hente, Sonnabend, den 27. April, abends 8 Uhr, im Luisenstädt. Konzerthaus, Alte Jakobstr. 37. Vortrag des Herrn R. Gerling über Hypnotismus Hierauf: Geselliges Beisammensein mit Tanz. Eintrittskarte 25 Pf. ( mit noch keine Karte haben. i. Mitgliedsbuch legitimirt diejenigen, welche 78/14 Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband Sozialdemokr. Berein für Stralau, Rummelsburg u. Umgegend. General- Versammlung Den Mitgliedern zur Nachricht, daß das Mitglied, der Drechslerime am Sonntag, den 28. April, nachm. 1 Uhr, bei Strohmeyer, Albert Gutschow Stralau, Markgrafendamm 19. Tages- Ordnung: am Mittwoch Abend sanft entschlafen 1. Abrechnung vom leßten Quartal. 2. Bericht des Bibliothekars. ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, 3. Vereinsangelegenheiten. den 28. April, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Neu- Weißenfeer Kirchhofes aus ftatt. Um zahlreiche Betheiligung erfucht Die Ortsverwaltung. Bortostgeschäft, Grünfram, Rolle vertäuflich Reichenbergerstr. 10. 823b Mitgliedsbuch legitimirt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 5813 Möbel, MeqabaallDer Vorstand.A Spiegel u. Polsterwaaren, Reelle Waare in Nußbaum u. Mahagoni. Rüchenmöbel.. Berlin SW., Franz Tutzauer, Blücherstr. 14. 2016 aldri bur? milis at( dano i) dalt vabilizer!? Für den Juhalt der Inserate über nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonnabend, den 27. April. Opernhaus. Hänsel und Gretel. Die Puppenfee. Schauspielhaus. Der Revisor. Deutsches Theater. Weh' dem, der lügt. Lessing Theater. Ein Erfolg. Berliner Theater. Am Spieltisch des Lebens. Neues Theater. Die Nervösen. Die Massagekur. Schiller- Theater. Don Carlos. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Obersteiger. Residenz- Theater. Fernand's Ehe fontrakt. Adolph Ernst- Theater. Madame Suzette. Central- Theater. Unsere Rentiers. Alexander- Play- Theater. Durch gegangene Weiber. Alle 5 Bar risons. National Theater. Brücke. Die lebende Theater Unter den Linden. Rund um Wien. Dorothea. Bellealliance- Theater. Der Mann um Monde. Reichshallen- Theater. täten Vorstellung. Speziali Central- Theater Alte Stiefel, eparat. reell u. bill. gr. Ausw. Best. u. Alte Jakobstraße Nr. 30. Runge, Adalbertstr. 86. Nur noch 3 Vorstellungen. Benefiz für Bruno Bollmann. Sargmagazin Emil Thomas a. G. Zum 70. Male: Unsere Rentiers. Große Posse mit Gesang und Tanz in 4 Atten von Wilhelm Mannstädt und Julius Freund. Mufit von Julius Einödshofer. Anfang 1/28 Uhr. Morgen, Sonntag: Leyte Sonntagsaufführung: Unsere Rentiers. Montag: Benefiz für E. Possansky: Unsere Rentiers. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: Mar Samst. Gastspiel der amerikanischen Gesellschaft William Calder Die lebende Brücke. in 4 Aften( 11 Bildern), nach dem Eng Großes Sensationsschauspiel mit Musit lischen von Sutton Vane, übersetzt von H. Schwab. Dirigent: Adolph Wiedecke. Elektr. Beleuchtungseffekte v. Latost. Elektr. Beleuchtungseffekte v. Lakowsky. Regie: Max Samst. Raffenöffnung 61/2 Uhr.- Anf. 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Imerican- Theater. Spezialitäten Kaufmann's Variété. Vorstellung. Kaufmann's Bariété. Spezialitäten Vorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten Schiller- Theater. ( Wallner Theater.) Sonnabend, 27. April, abends 8 Uhr: Don Carlos. Sonntag, 28. April, nachm. 3 Uhr: Die Journalisten. Abends 8 Uhr: Die zärtlichen Verwandten und Ein Strafrapport. Montag, 29. April, abends 8 Uhr: Don Carlos. Dienstag, 30. April, abends 8 Uhr: Don Carlos. Mittwody, 1. Mai, abends 8 Uhr: Die zärtlichen Verwandten und Ein Strafrapport. Donnerstag, 2. Mai, abends 8 Uhr: Don Carlos. Freitag, 3. Mai, abends 8 Uhr: Don Carlos. Adolph Ernst- Theater Madame Suzette. Vaudeville- Posse in 3 Atten von Ordonneau. Musik von Edmond Audran.( Novität.) In Szene gefeßt von Adolph Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. Die Kaffe ist von vormittags 10 Uhr ab ununterbrochen geöffnet. Feen- Palast Burgstr. 22, neben der Börse. Nur noch bis zum 30. d. 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Berichterstattung von der zweiten ordentlichen General- Versammlung unseres Verbandes. 2. Kaffenbericht und Bericht der Verwaltung vom ersten Quartal 1885. 3. Verbandsangelegenheiten. 49/2 Pflicht aller Kollegen ist es zu erscheinen. Köpenick! Die Verwaltung. Mittwoch, den 1. Mai, abends, im Lokal des Herrn Klein( Stadt- Theater): jozialdemokr. Große Maifeier veranstaltet vom E Arbeiter- Verein für Köpenick u. Umgegend bestehend aus Vokal n. Instrumental- Konzert, Theater, Feftrede u. Tanz unter gütiger Mitwirkung der Gesangvereine Morgenroth, Heimathklänge u. der Glasarbeiter Köpenicks. Raffeneröffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Entree für Herren 20 Pf., Damen 10 Pf. Schulpflichtige Kinder haben teinen Zutritt. 52/15 Streng feste Preise. J. Adler Das Komitee. Streng feste Preise. Herren- und Knaben- Bekleidung. 25 Weißenburgerffr. 25 direkt am Wörtherplak. Freunden und Bekannten zur gefl. 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Verantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW., Beuthstraße 2. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 98. Die Bauern von Fuchsmühl vor Gericht. Weiden, den 25. April. Sonnabend, den 27. April 1895. 12. Jahrg. Auf dem Schloßhof fragte ich, ob Soldaten mit den Fuchs- Soldaten heimgebracht worden ist und daß dieses Bajonett mühlern handgemein geworden seien. Es meldeten sich gleich jedenfalls durch einen Artwurf verbogen worden ist. da -3enge: Nicht gleich. " = Nechts25 Mann. Vorsitzender: Sie kehrten dann am nächsten Mittagspause. Gendarmerie Kommandant Wachtmeister Tage nach Amberg zurück? Ich blieb, bis die beiden Getödteten beerdigt waren. Mayerhöfer ist der erste Zeuge in der Nachmittags- Sizung. Die Verhandlung wird um 9/4 Uhr vom Vorsitzenden er. Ich hatte gehört, daß der Pfarrer eine tendenziöse Rede Er schildert, wie er die Bauern gütlich aufgefordert habe, den öffnet und es wird in der Beweisaufnahme fortgefahren. Bu halten werde. Baron Andrian sagte mir auch, daß die Beer- Wald zu verlassen, aber kein Gehör gefunden habe. Die Leute nächst wird der Premierlieutenant Mayr vom 6. Infanterie- digung ganz ruhig verlaufen sei und er sich gewundert habe, sagten: Das ist unser Recht, wir hauen nur unser Rechtholz. Regiment in Amberg, z. 3. bei der Luftschiffer Abtheilung in daß die Rede nicht anders gelautet habe. Vors.: Hielten Pappenberger sagte: Wenn uns das Recht verwehrt wird, München aufgerufen. Vors.: Herr Premier, Sie haben die Sie das Einschreiten für nothwendig? 3euge: Nach meiner mö ch t' manja Sozialdemokrat werden. Die Leute Soldaten nach Fuchsmühl geführt? Erzählen Sie bitte einmal innersten Ueberzeugung ja. Ich sagte mir, wenn die Gendarmerie seien nicht weggegangen und das Einschreiten des Militärs war alles von Anfang an.- 3euge: In der Nacht vom 29. zum nichts ausrichtet, dann muß das Militär heran. Rechtsanwalt nothwendig. Wir sechs Gendarmen konnten gegen die 200 Mann 30. Oftober weckte mich mein Bursche mit der Mittheilung, ich Bernstein: Ich möchte im allgemeinen bemerken, daß ich nichts ausrichten. Vors.: Wie war das Verhalten der müffe fort, es sei ein Aufstand in Weiden ausgebrochen. Ich glaube, das Unglück wäre nicht so groß, wenn Ihre Leute Ihre Fuchsmühler nach dem Vorfall? 3euge: In der ersten Zeit schickte den Burschen nach dem Regimentsbefehl und er über Befehle stritt befolgt hätten. Wie kommt es aber, daß die Leute schien es, ob sie sich schuldig fühlten, dann aber brachte ihn mir: Ich müßte mit dem nächsten Zuge meistens im Rücken verwundet worden sind? Von einem im fam Neujahr wieder ein Aufruhr, wobei mehrere Bernach Wiesau, da wurden. im Verwundeten Walde von den muß man doch annehmen, Fuchsmühl etwa Rücken daß haftungen vorgenommen BürgerAuf ist. War 200 Leute unbefugt Holzfällungen vornähmen. Das Bezirks- er geflohen denn ift ein Stoßen nicht überhaupt meister worden. moralischer Druck ausgeübt amt Tirschenreuth hat um 50 Mann Soldaten gebeten. Nach nach Ihrer Instruktion ausgeschlossen?- Beuge: Es Die Leute glaubten, es tönne ihnen nichts passiren. 3 Uhr kam ich nach der Kaserne und fand die Mannschaft schon iſt möglich, daß die Leute in ihrer großen Auf- anwalt Bernstein: Waren Sie beim Konz in der Wohnung versammelt. Ich hielt etwa die folgende Ansprache: Leute, der regung, ohne zu wollen, hier und da stärkere Stöße ausgetheilt und haben ihm da gesagt, den Fuchsmühlern wäre Auftrag, der uns zu theil wird, gehört zu den schwierigsten, die haben. Vors.: Ich habe der Vertheidigung bisher weitesten Vors. Ich habe der Vertheidigung bisher weitesten schon recht geschehen. Er habe den Konz auch unter den je einen deutschen Offizier oder eine deutsche Truppe treffen Spielraum gelassen. Ich meine aber, diese Frage steht in sehr Todten gesucht. Zeuge: Ja, ich war bei Konz, der auf fönnen. Wir haben heute gegen 200 Mann vorzugehen, die un- losem Zusammenhange mit der Anklage. Nechtsanwalt Bern- rührerische Reden führte über das Militär. Es ist da befugt Holzfällungen vornehmen. Die Menge wird aus alten und stein: Ich meine doch, daß das Verhalten der Soldaten für viel gesprochen worden. Wenn ich da auch ein ungeschicktes jungen Männern und Weibern bestehen. Ob wir auf Wider- die Strafzumeffung von Belang ist. Herr Lieutenant, Sie haben Wort gesprochen habe, so ist das möglich. Zeuge Gendarm stand stoßen werden, weiß ich nicht. Es sind Landsleute kein Hurrahrufen gehört? Zeuge: Nein. Ich habe es auch Niclaß giebt zu, daß es möglich sei, daß ein Theil der Leute von Euch, vielleicht auch Freunde und Verwandte. Ich habe nicht fommandirt, sonst wäre das Blutvergießen größer ge- die Aufforderung nicht gehört hat. Abends sei Angeklagter Euch nun den Waffengebrauch zu erläutern. Stellen die Leute worden.- Rechtsanwalt Schmidt: Sie sprachen von einer Fichtner an ihn herangetreten und habe gesagt:„ Zur Stelle, bei unserer Ankunft die Arbeit ein, so ist unser Auftrag erledigt großen Aufregung bei Ihren Leuten. Wo war das Motiv für verhaften Sie mich und alle die anderen, dann kann der Baron und wir werden hoffentlich Abends ohne Blut vergießen Amberg diese Aufregung. 3euge: Meine Soldaten sind Menschen. unsere Weiber und Kinder ernähren!" wieder erreichen. Wird Widerstand geleistet oder mit Steinen Sie mußten jeden Augenblick das Kommando: Legt an, Zeuge Gendarmerie- Wachtmeister Henler erzählt, daß der geworfen, dann wird die Schußwaffe gebraucht und dann Feuer!" erwarten. Da wird man schon aufgeregt, Bezirksamtmann Wall die Leute förmlich fußfällig gebeten habe, giebt es teinen Schreckschuß. Es ist aber noch eine denn Liebe Leute, geht doch nach Hause, es soll meine hätten fünfzig Mann dagelegen. Rechts zu gehen. dritte Möglichkeit vorhanden, daß die Leute nur passiven Wider anwalt Schmidt: Geben Sie denn zu, daß sich Ihre erste Aufgabe sein, zum Baron Zoller zu gehen und für Euer stand leisten, dann wird das Seitengewehr gebraucht. Leute infolge der Aufregung nicht ganz an Ihre Vorschriften Recht zu sprechen." Die Menge wich nicht, sie rief: Das Fliehende, Weiber und Greise, dürfen nicht beschädigt gehalten haben. 3euge: Das ist wohl im einen oder andern haben wir schon oft genug gehört, wenn Sie uns werden, nur im allerdringendsten Nothfall, nur bei eigener Falle möglich. Zeuge Sergeant Walter hat die abgegangene nicht gut stehen, gehen wir nicht. Wir wollen unser Holz, weiter Lebensgefahr durch Bedrohung ist die Waffe zu brauchen. Ich Sektion geführt. Er hat die Aufforderung des Bezirksamtmanns nichts. Ich belehrte die Leute, daß Sie einen Landfriedensbruch fragte die Leute, ob sie alles verstanden haben, was die Leute gehört. Die Fuchsmühler hätten 50 Schritt vom Bezirksamtmann begehen. Spottrufe und Gejohle waren die Antwort. Die Menge bejahten. Ich hätte jedem einzelnen die Vorschriften sonst noch entfernt gestanden. Sie hätten ja darauf erwidert, also müßten war sehr erbittert, wir hielten es nicht für angezeigt, einzuschreiten. an Beispielen flar gemacht.- Bors.: Haben Sie sich die Leute sie den Herrn Wall wohl verstanden haben. Er fann nicht Das Unglück wäre vielleicht noch größer geworden, so aufgeregt felbst ausgesucht? 3euge: Nein. Es waren aus dem sagen, ob Hurrah gerufen worden ist. Ein Frauenzimmer habe waren die Leute. Sie riefen: Steckt uns ins Zuchthaus; ersten Bataillon die befähigtsten und befähigtsten und nur solche mit eine Säge geworfen, ob nach ihm oder ob sie sie fortgeworfen, macht, was Ihr wollt mit uns, es ist uns jetzt alles gleich, wir tadelfreier Führung ausgesucht worden, Leute aus wolle er nicht entscheiden. Vorf.: Was hat das Verhalten sind am Ende unserer Geduld. Vors.: Die Menge scheint sich also verabredet zu haben, unter keinen Umständen nachzugeben. Fuchsmühl selbst und sogenannte Troddel wurden aus der Fuchsmühler auf Sie für einen Eindruck gemacht? geschlossen. Wir fuhren nach Wiesau und trafen 3euge: Nach meiner Meinung sind sie sehr weit zurück und 3euge: Jawohl, die Leute schienen aus dem Narrenhaus entdort den Bezirksamtmann Wall. Ich erkundigte mich, fürchterlich roh!( Erregung und Heiterkeit bei den Angeklagten sprungen, ein vernünftiges Wort habe ich nicht gehört. Tappenwem ich gegenüber stehe. Herr Wall sagte mir, es seien die und im Publikum.) berger sagte: Landfriedensbruch giebt's nicht im Walde, der Fuchsmühler Bauern, die sich ihr Rechtholz holen wollten. Ich Rechtsanw. Bernstein: War während der Aufforderung des fann nur in einem Orte verübt werden. Als der Bürgermeister fragte, ob von seiten der Geistlichkeit alles geschehen sei. Der Bezirksamtmanns starter Lärm?-3euge: Gejohle und Geschrei. verhaftet worden, sagte er: Ich gebe schon nach, oder wenn ich Bezirksamtmann schüttelte mit dem Kopf und ich dachte mir Zeuge Sergeant Jobst deckte die rechte Flanfe. Er war jetzt nachgäbe, würde ich mit Steinen geworfen werden. Vors.: mein Theil. Vom Oberförster Graßmann hörte ich, daß 40 Mieter vom Amtmann entfernt und schätzt die Entfernung der Wie lange hat der Bezirksamtmann mit den Leuten verhandelt? vom Herrn Pfarrer ein Hochait zu gunsten der Bauern gelesen Fuchsmühler vom Amtmann auch auf 40 Meter bis 125 Meter. Etwa anderthalb Stunden. Zeuge Bezirksamtmann worden sei. Auch von den Zetteln hörte ich und daß der In- Die Fuchsmühler benahmen sich ganz unbeschreiblich, man glaubte, a. D. Wall schildert zunächst, wie er am ersten Tage des Waldes halt der Zettel dem Herrn Pfarrer auch bekannt geworden fei. Indianer vor sich zu haben. Meine Soldaten haben nicht Hurrah die Fuchsmühler erfolglos zum Verlassen Ich habe in dem Prozeß gegen die Münchener Redakteure gesagt, gerufen, dagegen sehr laut: Burück, zurück!" Ich war nicht ge- aufgefordert habe. Die Bauern hätten ruhig weiter gearbeitet, wenn der Pfarrer, da er wußte, daß Herr Wall unbeliebt war, nöthigt, von der Waffe Gebrauch zu machen. Nur ein Mann hätten sogar die Bäume nach seinem Standpunkt hin gefällt, wie zu den Leuten gesprochen hätte, es nicht so weit gekommen faßte das Beil am Stiel und hob es, daß es drohend ausfah. es ihm schien, um seine Person und die Gendarmen zu verhöhnen. wäre. Ich fragte, ob die Leute Waffen hätten. Herr Wall Ich hörte Schimpfworte wie Halsabschneider, Schinder, wenn Er habe dann mit dem Forsipersonal berathen, was zu thun fagte mir, die Leute hätten ihre Werkzeuge bei sich. Du was zu fressen hättest, wärst Du nicht Soldat!" sei und er habe beschlossen, einige Leute verhaften zu lassen und ob sie Schußwaffen hätten, wisse er nicht. Es sei möglich, da Zeuge Sergeant Stauper: Die Nächststehenden müssens zwar nicht im Walde selbst, sondern erst abends in der Wohnung. in der Gegend viel gewildert werde. Ich fragte auch, obwohl gehört haben, was der Bezirksamtmann gesagt hat. Die Vorsorglich habe er noch abends nach Amberg um mili sozialdemokratische Agitationen im Spiel Fernerstehenden, glaube ich, habens nicht gehört. Hurrah ist ge- tärische Hilfe telegraphirt. Am nächsten Tage sei dann das feien, was aber der Bezirksamtmann verneinte. Auf dem rufen worden; von wem, weiß ich nicht. Ein Frauenzimmer Militär gekommen; die Schilderung der weiteren Vorgänge deckt Marsche von Wiesau nach dem Wald folgten uns etwa 200 Leute, hat mir ihren Hintern gewiesen und gesagt: Da, stecht's hinein. sich Wort für Wort mit den Bekundungen des Lieutenants die unter Johlen und Schimpfen sich an uns herandrängten. Ich habe mich nicht darum gekümmert, denn der Herr Premier Mayr. Vors.: Sie glaubten also alle sonstigen Mittel Die Gendarmerie war machtlos und so ließ ich vier Sektionen hat gesagt, die Frauenzimmer können schimpfen soviel sie wollen, erschöpft zu haben, als sie das Militär requirirten? zurück, um die Leute vom Nachdrängen abzuhalten. Ich ersuchte das macht uns nichts. Daß Mannschaften ihre Befehle über- 3euge: Ja, ich glaubte, das Militär werde so starken den Oberförster Graßmann mich so zu führen, daß die Leute schritten haben, glaube ich nicht. Eindruck machen, daß die Sache unblutig verlaufen würde. zwischen mich und das Dorf Fuchsmühl fämen und das gelang Reuge Gemeiner Galligdörffer: Jch stand zehn Schritt Vors.: Sie sollen zu Neger und Pappenberger gesagt haben: auch. Als wir auf der Anhöhe von den Bauern gesehen wurden, vom Bezirksamtmann, die Bauern auch zehn Schritte von ihm, Ihr habt kein Recht auf Holz, Ihr müßt ablösen lassen. ermahmte ich nochmals meine Leute, Fliehende und Greise auch ein bissel weiter. ors: Hat einer Hurrah gerufen? Beuge: Die Aeußerung fann nur so gelautet haben: Der an schonen. Ich muß bemerken, den Kolben durfte ich 3euge: Ich habe nichts gehört, ich selbst habe nicht gerufen. Oberförster Graßmann hat mir gesagt, die Gutsherrschaft ist nicht gebrauchen. Das wäre eine Pflichtverlegung Waren Sie gezwungen, von der Waffe Gebrauch zu machen? den Bauern nichts mehr schuldig. So fagte mir der Oberförster R.-A. Bernstein: Warum haben Sie am gewesen. Da die Gewehre geladen, hätte es auch leicht 3euge: Ich habe etwa 30 Schritt im Wald einen Mann geftupft. Graßmann. fönnen. ein Unglück geben Vorsitzender: Wie Dieser erhob jetzt die Art und holte gegen mich aus und da stieß ich Montag Abend nicht an den Baron v. Zoller telegraphirt? weit waren die ersten Fuchsmühler von Ihnen entfernt? ihm das Bayonett in die Brust. Bors.: Sie wissen, daß der Beuge: Weil ich die Pflicht hatte, die Gesetzesübertretung zu 3euge: Etwa 50 Meter. Der Bezirksamtmann rief nun: Waffengebrauch eine schwerwiegende Sache ist. Macht Ihnen verhindern und dazu keine Zeit hatte. Rechtsanwalt: Leute geht nach Hause, sonst muß das Militär einschreiten. Die Ihr Gewissen teine Vorwürfe? 3euge: Nein. Also zum Telegraphiren hatten Sie feine Bauern erwiderten: Wir hauen nur Rechtholz. Wir gehen nicht. In der Nacht hat eine Patrouille einen Schuß abgegeben, da 3eit? Zeuge: Vom Wald aus kann ich doch nicht Rechtsanwalt Bernstein: Rechtsanwalt Bernstein: Konnten telegraphiren. Nun, das Darauf der Bezirksamtmann: Dann habe ich nichts mehr zu gingen die Leute fort. verhandeln und er erließ in Zwischenräumen von zwei Minuten Sie sich des Mannes nicht anders erwehren? Beuge: Telegramm nach dem Militär haben Sie doch auch nicht es Vors.: Ich glaube, nach meiner Uhr die drei Aufforderungen. Vor jeder Auf- Nein. Rechtsanwalt: Waren Sie nicht besonders an im Walde aufgegeben. forderung ließ ich einen Trommelwirbel von je einer Minute gewiesen, alte Leute zu schonen? Das war doch ein alter Mann, nügt die Konstatirung der Thatsache, daß Herr Wall am MonSchlagen. Ich füge noch hinzu, sagte der Bezirksamtmann Wall, er hatte schneeweißes Haar.- 3euge: Das habe ich nicht tag Abend nicht an Baron von Boller telegraphirt hat, eine daß das Militär nun sofort einschreiten wird. Herr Wall sprach gesehen. Rechtsanwalt Bernstein ersucht die Beugenaussage Kritik dieser Unterlassung erscheint mir nicht zulässig. laut und verständlich. Man mußte seine Worte nach dieses Mannes zu protokolliren. Es sei doch wichtig, Rechtsanwalt: Ich muß mir dieses Recht wahren im meiner Schüßung auf 150 Meter hören. Vorsitzender: festzustellen, wie ein Staatsbürger vom Leben zum Tode befördert Interesse meiner Klienten. Denn werden die Leute hier verSpricht er nicht schwäbischen Dialekt. 3euge: Er hat worden sei. Der Vorsitzende lehnt das Ersuchen ab. Rechts- urtheilt, wessen sie angeklagt sind, dann ist die Hälfte von ihnen einen Anklang aus dem Schwäbischen. Aber bei der Aufforde: anwalt Bernstein bittet um einen Gerichtsbeschluß darüber. ruinirt. rung sprach Herr Wall hochdeutsch. Herr Wall sagte uns noch Der Gerichtshof lehnt den Antrag des Vertheidigers nach kurzer Zeuge Landgerichtsrath Baron v. 3oller läßt leise, wenn es möglich ist, lassen Sie nicht schießen. Ich be- Berathung ab.- Rechtsanwalt Bernstein: Sie sahen, daß sich über das Rechtsverhältniß aus und über sein Ablösungsrecht, die Gemeinde nicht gutwillig eingegangen jahte. Vorf.: Riefen nicht, als Sie vorgingen, einige alte der Mann zusammenfant. Haben Sie sich nicht weiter um ihn auf das Er Leute: Wir weichen der Gewalt? War vielleicht der alte Konz gefümmert? 3euge: Nein. Ich bin meines Weges weiter sei und das er sich erst im Klagewege erftritten habe. dabei?( Angekl. Ronz tritt vor.) 3euge: Ja, das ist gegangen. Rechtsanwalt Bernstein zeigt ihm die Photo- habe ein Kapita! von 90 000 Mart vorgeschlagen, natürlich richtig, der Mann fann es gewesen sein. Ich kommandirte noch: graphie des Getödteten. Zeuge erkennt ihn nicht. Der An- hätten die Pflichten in Anrechnung gebracht werden müssen. Die Patronentaschen auf. Das Konimando ist eigentlich nicht nach geklagte Rosner stellt die Sache wie folgt dar: Der Eoldat Summe repräsentire das Kapital, nachdem schon die Anweisungsder Instruktion. Ich wollte aber moralisch wirfen, und es habe den Bauern geftupst, daß ihm Kopfbedeckung und Ayt zu gelder, die Forststeuer, die Beträge für die Forstanschläge in gingen auch thatsächlich einige Leute fort. Ich ließ langsam Boden gefallen seien, der Bauer habe sich danach gebückt und Abzug gebracht seien. Vors.: Warum haben Sie nicht an weisen lassen?- 3euge: Ich stand auf dem Standpunkt, daß vorgehen und hörte Beschimpfungen. Dann kommandirte ich: dabei den tödtlichen Stoß erhalten. Bum Sturm, Gewehr rechts." Ich sah bald, daß meine Leute 3euge Premierlieutenant Mayr: Wenn die ich keine Prämie auf das widerrechtliche Prozeßführen ins Handgemenge famen. Rechtsanwalt Bernstein: Eind Schäzung des Galligdörfer ungenau ist, so möchte ich auf die zahlen brauche, deshalb habe ich das Holz vorenthalten. die Soldaten nicht auch gelaufen? Die Gedankenarbeit habe ich Wors.: Es wäre schon besser gewesen, wenn Sie hätten an3euge: Es ist Aufregung der Leute hinweisen. möglich, daß einige gelaufen sind, wenn sie zurückgeblieben allein verrichtet. 3euge Gemeiner Plazer hat den weisen lassen. Hatte Graßmann von Ihnen Vollmacht? waren und wieder in die Richtung wollten. Ich habe keinen Stock er sto che n. Er behauptet, Stock habe eine drohende 3euge; Ja, aber so weit reichte die Vollmacht nicht, Soldaten einen schwereren Stich austheilen sehen, sondern nur Saltung gegen ihn eingenommen.-Bors.: Juwiefern drohend? daß er das Holz hätte anweisen dürfen. Vorsitzender: Stupfen" gefehen. Meinen Soldaten Krämer sab ich mit einem Hat er eine Art in der Hand gehabt? Zenge: Das weiß War Ihnen die Stimmung in Fuchsmühl nicht bekannt? Mann im Handgemenge. Ich sagte: Lassen Sie den Mann, ich nicht. Wors. Hat er die Faust geballt? Sie haben das Zeuge: Nein, ich war bis zum September dort und habe nichts was hat er denn gethan? Er hat die Säge nach mir ge- einmal gesagt?-3euge: Ich weiß es nicht. Vors.: Es bemerkt. Vors.: Hat Sie der Herr Oberförster nicht unterworfen," erhielt ich zur Antwort. Wenn die Soldaten hätten wäre doch auch nicht schlimm, wenn ein alter Mann einem be- richtet. Ist Ihnen nicht bekannt, daß der Graßmann die Leute flechen wollen, wären ein paar Dugend Leute durchbohrt worden. waffneten Soldaten gegenüber die Faust ballt? Macht sehr chikanirt hat? 3euge: Graßmann hat mir in den Ich sah einzelne Werte fliegen, fann aber nicht sagen, ob die Ihnen Ihr Gewissen keine Vorwürfe? 3euge: Nein. fritischen Tagen einige Male telegraphirt. Der Oberförster ist Leute die Werkzeuge gegen die Soldaten angriffsweise geworfen Der Stock hat mich drohend angesehen. Ich wollte ihn sehr streng gegen den Forstfrevel vorgegangen, haben, oder ob sie sie blos weggeworfen, um besser laufen zu nicht so schwer verlegen. Daß es so schlimm gekommen der vor zwanzig Jahren noch sehr üppig blühte, und wer das - Bors.: Graßmann soll fönnen. Jedenfalls traf eine Art ein Bajonett so, daß es ist, thut mir leid, aber ich habe in Ausübung meines thut, erwirbt sich wenig Freunde. fich verbog. Auf der Straße sah ich ein Frauenzimmer, Dienstes gehandelt. R.-A. Bernstein: Sie haben doch gesagt haben, er ruhe nicht eher, bis er alle Fuchsmühler aus das die Röcke hob, den Hintern 3euge: Mir gegenüber hat er es zeigte und rief: dem Premier gesagt, der Mann hätte eine Art gegen Sie er dem Walde hinaus habe. 3euge: Ja, ich nicht gesagt. Vors. Warum haben Sie nicht auf Stecht's mich nur da hinein. Ich wartete hier, nachdem hoben, heute wissen Sie's gar nicht mehr? Zeuge: der Wald geräumt war, auf den Bezirksamtmann. Die Menge habe das gesagt, aber ich war Wochen lang so aufgeregt, daß das Telegramm am 29. Oktober angewiesen. Rechtsanwalt wurde hier so drohend, daß ich unter Androhung der Schuß ich nicht wußte, wie mir der Kopf steht, ich war ganz Ich wollte erst abwarten, was wird. Zeuge Gemeiner Groß Bernstein: Haben Sie dem Oberförster auf sein Telegramm waffe die Aufforderung zum Gehen an sie richtete. Das half. außer Rand und Band. 3euge: Telegraphisch nicht. Zeuge Ober Fluchend und schimpfend zogen die Leute ins Dorf. Wir machten hat einen Mann vielfach gestupst, so daß sein Bajonett sehr geantwortet? im Schloß Quartier. Ich stellte Posten aus, weil ich hörte, daß blutig war, einem Frauenzimmer, das ihn schimpfte, hat er eine amtsrichter Bock aus Waldsassen bekundet, daß er die Helm die Aufregung groß war und etwas für das Schloß fürchtete. Echelle gegeben. Die Aussagen der übrigen Soldaten enthalten unter dem Ausdruck des Bedauerns wegen ForstEr habe in ihrer Nach Mitternacht wurden 2 Echreckschüsse abgegeben. Ich hörte, nichts besonders Bemerkenswerthes, fie decken sich mit den Be- frevels zu 1,50. verurtheilt habe. daß eine Menge von 20 Personen ans Schloß herangetommen fundungen der Angeklagten. Eachverständiger Premierlieute- Handlungsweise nur eine eigenmächtige, feine widerrechtliche AnZeuge Pfarrer ware, sich auf die Echüsse hin aber wieder zerstreut hätte. nant Diestler befundet, daß ein verbogenes Bajonett von den eignung des Holzes erblicken tönnen. " -ge V Vors.: Die EinFörstel Wiefau erwidert auf eine Frage des Vorsitzenden: I nicht gelesen, aber der Wallfahrts- Direktor Stuhm hat eines| Fuchsmühler sind sehr brave fleißige Leute. Sie arbeiten Ich habe am 26. Oktober zu Greger, einem Angeklagten, gelesen für den glücklichen Ausgang des Prozesses. Rechts auch fleißig beim Gericht( Heiterkeit), aber das sind nicht die gesagt im Hinblick auf die Kalamität der Fuchsmühler: anwalt Bernstein: Was können Sie über die Gemeinde Eingesessenen, sondern die zugewanderten. Wenn Ihr Euer Rechtholz haut, fann's nicht gefährlich sagen? fann's nicht gefährlich sagen?- 3euge: Jch bir seit 9 Jahren Pfarrer in Wiesau gesessenen sind auch die Rechtler? 3euge: Jawohl. werden. Aber bittet den Graßmann, er soll an Zoller und kann mich im allgemeinen über das religiöse und Zeuge Oberförster Graßmann schildert die Vorgänge wie telegraphiren, der wird's schon noch im letzten Augenblick an- politische Leben der Gemeinde nur zufrieden äußern. die übrigen Beamten. Er bestreitet jede Chikane, beweist aber Vors.: Hätte Ihre Intervention etwas geholfen? Die Leute haben immer konservativ gewählt, durch sein Auftreten, daß er sehr cholerisch ist. Zeuge Forst3euge: Ich glaube nicht, die Leute waren zu erbittert, die nur bei der letzten Wahl sind ein paar sozialdemo gehilfe Schuster bestreitet, Hurrah gerufen zu haben. Noth ist eben zu groß gewesen. Vors. Ist ein Hochamt zu tratische Stimmzettel für den Grillenberger abgegeben worden, Hierauf wird die Beweisaufnahme geschlossen und die Sigung gunsten der Bauern gelesen worden? 3euge: Ich habe es wohl aber mehr aus Opposition, als aus Ueberzeugung. Die[ auf morgen vertagt. weifen. von M., Herren- Anzüge 35%. Paletots 21. von nach Maaß, in besten englisch. u. deutschen Cheviots u. Fantasiestoffen. INF Zuschneider im Hause. Grosse Auswahl von fertigen volt Anzügen Paletots 11 16 Mk. ant, 14 ant. Julius Lindenbaum, Frankfurterstr. 139, zweites Haus an der Fruchtstraße. Bitte genau auf die Hausnummer zu achten. Für streng reelle und prompte Bedienung bürgt der langjährig bekannte gute Ruf meines Geschäfts. 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