Sonntagsansgabe(is eompicniug WD.ZW DMjM'. � � AvAvAv. Vf Eaar- und Memelgebiet. Oesterrnch, WMWWI�/t WW__|H{ dos fettgedruckte Wort 0.20 Gold- Litauen. Luxemburg 150 Goldmart, �W» l MM f mart(julöffifl zwei lettaedruckt« für da» übrige Audland SL0«»-ldmar! M« I MW Wm M Worte). icde« weitere Wort «»»». S M MW■ L<■■■ M M n MM M MM M M> I M>> V>■[X K!r,..?°Z ,S..�".V tetlsge..Sali und Reu* mu-Sied- BBBW WB 83 �M RH MM MD MM �M»M �M für ewei Worte, ssamilienanzetgen lung und Kleingarten' lowl« der �JHM MM M| W> MMl JBfcV»Mii �M>M f iiir Abonnenten Reils 0.Z0 Soldmark. Unterhaltungsbeitag«-Heimmelt' MM DF MD»Mi �WMt> MD«W I«ine Goldmarl» ein Dollar aeteil» und lfrauenbeilage..Kraueullimme' MW MM MMV>/ BH durch«L». »-scheint wochentSglich»wewral. MD�. �M� V �-< WM> y/ DMl_.„....._ E-nnt-g- und-loubt- �«ual. � ZWNKltLh?'n5KiVZ — r>» �%_ � W* � � Sauotg-Ickäft. Berlin EW 0«. Linden- jiSSSSTSSw DertlNDV jDöIuÖUlÄll»\«'ÄÄ Zentralorgan der öoztaldemokratcrcben Partei Deutfchlands Redoftion und Verlag: 6» W, ewü-nstraß�I py__ II vorwarts-verlas G.m.b.H., Sw bsIewü�Z Kernsvrecder: Sonntag, ven i. �?ezemver lif&Qt:»oilfdjfetfonto: Berlin 375 36- Bankkoni«! Tirektiro > B» r I»»- �ötedost aavK>av?_______ II der TtSkouto-Eieicllichaf», Tevoiitentaiic Linde nftraiie Z Es lebe Sie Sozialdemokratie! Untergang der Lügenbrut! Die Stunde der Abrechnung hat geschlagen! »Diese Stunde haben wir ersehnt, nun ist sie da, die heilige Stunde!" So jubelten die deutschnationalen„All- deutsthen Blätter", als der Weltkrieg begann. „Dieser neue Wahlkampf ist ein Unglück!" jammerte die ganze schwarzweißrote Gesellschaft, als die Reichstags- a u f l ö s u n g über sie kam. Möge er i h r zum Unglück wer- den, wie sie es vorausgeahnt! Denn— diese Stunde haben w i r ersehnt! Run gill es. sie zu nützen! O Es gibt heute noch viel zu tun, es muß früh angefangen werden! Wie Du selber zu wählen hast, weißt Du. Du mußt Dich ober auch darum kümmern, wie die anderen, Deine Haus- genossen und Nachbarn, wählen werden. Wieviel Frauen und Männer gibt es wohl noch in Berlin, die, trotz allen Lärms des Wahlkampfs, auch in diesem Augenblick noch nicht wissen, o b sie wählen werden, wie sie wählen werden! Durch ein letztes Wort in letzter Stunde kannst Du sie gewinnen! Tust Du es nicht, so wird esderGegner tun! » Wieviel- Frauen und Männer der Arbeit gibt es wohl noch, die, ohne zu wissen, was sie tun, hingehen und ins kom» munistische oder ins deutschnationale Feld ihr Kreuz machen, bloß well ihnen ein guter Bekannter oder auch ein Unbe- kannter, der ihr Vertrauen zu erwecken verstand, dies in aller- letzter Stunde geraten hatte?' Wie viele gibt es wohl, die keine eigene Meinung, keinen eigenen Antrieb haben, sondern warten, bis sie der eine oder der andere holt?' Wieviele Hausangestellte werden heute noch deutschnationol oder volksparteilich wählen, wie es ihre„Herr- schaft" von ihnen verlangt? Da muß noch in letzter Stunde der Hebel angesetzt wer- den. Da eröffnet sich der Initiative unserer Genossinneu und Genossen noch ein weites Feld. Es gibt immer noch Leute, denen es schwer fällt, eine Klingel zu ziehen und mit Fremden ein politisches Gespräch zu führen. Aber die Partei darf in der Entscheidungsstunde von jeder und jedem verlangen, daß sie diese Scheu überwinden und ihre Pflicht tun! Hinein in den letzten Kampf! Untergang der Lügenbrut! » Reinigung tut not! Sieben Wochen hat der Wahl- seldzug gedauert. Ganz Deutschland stinkt von Lügen! Etwas so Schmutziges und Erbärmliches wie die Methoden unserer gemeinsam operierenden Gegner von links und rechts in diesem Kamps hat Deutschland noch nicht erlebt. Der feindliche Generalstab hat nur noch mit Gas- angriffen arbeiten lassen! Keine Zitatensälschung zu plump, keine Lüge zu dumm, keine Verleumdung zu schmierig, als daß sie nicht in fabrik- mäßiger Massenproduktion erzeugt und trommelfeuerartig gegen die Sozialdemokratie geschleudert worden wäre. Was tausendmal widerlegt ist, kehrt zum tausendstenmal wieder, als ob nichts gewesen wäre. Eine totgeschlagene Lüge wird sofort durch ein Dutzend neue ersetzt. Planmäßig wird der Versuch unternommen, jede sachliche Auseinander- fetzuna im Keim zu ersticken Besser konnten unsere Gegner nicht beweisen, daß sie eben sachlich überhaupt nichts mehr zu sagen haben, daß sie jeden wirklichen Kamps mit geistigen Waffen fürchten, weil sie in ihm ihre sichere Niederlage voraussehen. Darum die Be- lastung des Wahlkampfs mit soviel kleinlichem Dreck, soviel Streit darüber, ob dieses oder jenes sozialdemokratische Blatt vor soundsoviel Jahren dies oder jenes geschrieben, ob dieser oder jener Sozialdemokrat dies oder jenes gesagt hat und wer an den Morden des H a a r m a n n und des A n g e r st e i n schuld Hot! Nein, das war nicht erhebend! Soviel Geistlosiakeit-e- oom Moralischen ganz abgesehen— wirkt niederdrückend. » Versuche, einen Deutschnationalen zu fragen. warum seine Partei am ZS. August zur einen Hälfte m i t I a und zur anderen mit Nein gestimmt hat! Er wird Dir darauf antworten, indem er ein gefälschtes Zitat über den Frieden aus dem„Vorwärts vom Jahre ISIS vorträgt. Oder frage ihn, wie er es verantworten kann, daß seine Partei durch neue Hochschutzzölle das Brot verteuern will! Er wird erwidern, daß die Sozialdemokraten vaterlandslose Gesellen sind und an keinen Gott glauben, daß sie den Dolch- stoß in den Rücken des siegreichen Ludendorff ausgeführt haben und schuld an der Inflation waren. Oder frage einen Kommunisten, welchen Sinn die Rüpelszenen im Reichstag hatten, wie die Arbeiter- schaft durch Putscherei die politische Gewalt erovern soll und wie seine Partei nach ihrem Siege die deutsche Wirtschaft ordnen will!— Er wird in die Tasche greifen, ein paar ab- gegriffene Flugblätter herausziehen und wird... Wir nehmen an, daß sich unsere Leser die Wiederholung verbitten. Für die Frage, was zum Nutzen des deutschen Volkes und de? deutschen Arbeiterklasse praktisch getan werden kann, zeigten diese Herrschaften nicht das allergeringste Interesse. Jeder Nachttopf interessierte sie mehr! «- Nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, daß sich die um Ludendorff, die sogenannten„Nationalsozialisten", auf derselben Linie mit den Deutschnationalen und den Kom- munisten bewegten. Hier aber ist die Zersetzung schon so offenkundig, ihre Wirkungen sind auch im Wahlkampf als Lähmun�serscheinungeu so deutlich geworden, daß man die Existenz dieser besonderen Sorte beinahe schon ver- gessen hat. Putschen werden sie nicht mehr, dafür wird schon das „Reichsbanner" sorgen. Lügen können sie auch nicht besser als die anderen, also bleibt ihnen nichts Besonderes. Von den drei großen Inflationsblasen ist die„national- sozialistische" die erste, die geplatzt ist. Die beiden anderen werden folgen. Die Art, in der sie den Wahlkampf führten, ist schon ein Zeichen dafür, daß auch bei ihnen die Zersetzung begonnen hat. Sie haben keine Ideen, keine Ziele und keine Führer. Monarchie, Sowjetdeutschland, Revanchetneg, H e r g t, Tirpitz, Ruth Fischer, Scholem— weder ernst zu nehmende Gedanken, noch ernst zu nehmende Gestalten! Hätten sie sachliche Ziele gehabt, so hätten sie sachlich kämpfen können. Und hätten sie wirkliche Führer, so hätten die dafür gesorgt, daß den Lausejungen und Sudel- fritzen das Handwerk gelegt worden wäre. Wirkliche Führer hätten begriffen, daß Parteien, die so kämpfen, nur ihr«! eigene Niederlage vorbereiten, die wohlverdiente! Wer so tief hinuntergestiegen ist, kommt nicht wieder herauf. * Die Sozialdemokratische Partei hat es ver, schmäht, ihren Gegnern auf ihren Wegen zu folgen. Wenn dieser Wahlkampf der unsauberste war, der ln Deutschland jemals geführt wurde, so trifft die Schuld daran ausschließlich die Gegner. In diesem Verleumdungsfeldzug war die So- zialdemokratie nur Objekt, nicht Subjekt. Die Sozialdemokratische Partei hat viel zu tun gehabt, um die Lügen chrer Gegner zu widerlegen. Man hat sie aber dadurch nicht daran hindern können, p o l i- tische Aufklärung in die Massen zu tragen. Sie hat von den wirklichen Aufgaben der heute zu wählenden Volks- Vertretung gesprochen, und sie hat dabei ihren Hörern nüchtern und ernst die Wahrheit gesagt. Die Sozialdemokratische Partei war es, die im Frühjahr die Initiative ergriff, um die Annahme des Sachverständigengutachtens zu erwirke«, Rhein und Ruhr zu befreien, die Stabilisierung der Währung zu sichern und damit für einen Aufstieg der arbeitenden Massen zu erträgliche»! Lebensverhältnissen die Grundlage zu schaffen. Sie wird im neuen Reichstag die Kraft, die ihr heute der Wille des Volkes verleiht, nützen, um die Republik zu ver- leidigen, volksfeindliche Anschläge abzuwehren und den werk- tätigen Menschen den Weg zu besseren Zuständen zu bahnen. Sie wird mit den Mitteln der Verfassung die praktischen Interessen des werttätigen Volkes vertreten, und sie wird das tun in dem Bewußtsein, damit, dem höchsten Ziele der Menschheit zuzustreben. -•*»' „Diese Stunde haben w i r ersehnt!" Millionen mit uns! Sie haben vor sieben Wochen die Auflösung jenes Reichstags, der durch Gesinnungstauf und wüsten Skandal zu einem Schandfleck für Deutschland geworden war, mit Jubel begrüßt. Ihr Gefühl sagte chnen, daß d i e. S t u n d e der Reinigung und Abrechnung gekommen war. Dieses Gefühl hat sie nicht getrogen! Der heutige Tag wird es beweisen. Untergang der Lügenbrut! Vorwärts zum Sieg! Unö ob üie Welt voll Teufel war' Doch fürchten wir uns nicht fo sehr— Und wollt' uns gar verfthlingen: Es muß uns üoch gelingen! Letzte schwarzweißrote Wahlbombe. D!e Deutschnationale« wollen eine TaweS-Regierung! Herr Hergt hat sich kürzlich in einer Wahlversammlung über das ewige Schielen nach dem Ausland beschwert. In dieser an unfreiwilliger Komik so überreichen Rede sagte er: »Wie man ümner nach dem Ausland hinüberschielt, wie man immer znöchst in der deutschen Politik fragt: Was denkt wohl das Ausland? Was wird es wohl sagen? Wollen wir nicht erst einmal anfragen? Das ist ein« alt«, alt« Einrich- tung bei uns* Ja, es ist eine alle, alle Einrichtung bei den Konservativen — es ist aber auch eine immer wieder bemchte Einrichtung. Wie haben sie um die Gunst der englischen Konservativen ge- i buhlt! Was hätten sie nicht für eine Zeile der»Times* ge- geben, in der gestanden halle: englische Konservative und Deutschnationale sind eins. Wie oft haben sie dies Thema nicht in ihrer Presse variiert! Allein sie bezogen nur eine vollgewichtige Ohrfeige von der„Times*. In der'letzten Stunde vor der Wahl aber müssen sie lesen, daß die englische Regierung ihnen voll Mißtrauen, kühl bis ans Herz hinan gegenübersteht— keine Räumung im Westen im Falle der Beherrschung des nächsten Reichstags durch die Deutschnationälen. Da werfen sie noch einmal schamlos und würdelos ihre Wahlparole, chre sogenannte Gesinnung hin, um des Wohlwollens der englischen Konservativen willen. Der »Lokal-Anzeiger* schreibt: »Austen Tharnberlain sedoch. der Deutschland seit seiner Studien- zeit kennt, Hot bestimmt ein viel zu klares Urteil über unser« politi- schen Richtungen, als daß man ihm derart läppischen Blödsinn hätte einreden können. Er ist genau darüber im Bild«, daß die Deutschnationalen so und so oft ausdrücklich b«» tont haben, die künftige Entwicklung Deutschlands m ü f f« sich, wie die Dinge min einmal liegen, in den durch da« Dowes» Abkommen umgrenzten Bahnen vollziehen. Selbst. verständlich haben sie— genau wie das Zentrum, die Demokraten und sogar die Sozialdemokraten— stets hinzugefügt, ooß die Einzel» bestimmun gen dieses Abkommens für Deutschland vielfach untrag» bar sind und daher einer Abänderung aus dem Verhandlungswege bedürfen. Es ist also«in offenbarer Unsinn, von einer möglichen„A n t i- D a w« s- Reg i«r u ng* zu reden; die Wahlen könnten ausfallen, wie st« wollen.* Nun. Herr Chamberlain geHort nicht zu den von uns im Porträt festgehaltenen L-euten. die sich vom„Lokal-Anzeiger* sagen lassen, was sie genau wissen und was sie nicht wissen. Die deutschen Wähler in ihrer großen Mehrzahl gehören auch nicht zu diesen Leuten. Und was die dsurschnallonalsn Wähler anbelangt— die hätten jetzt allen Grund, zu fragen: „Es war also alles nicht wahr, was ihr Deutfchnatia» nalen während des Wahlkamvie« gegen Dawes-Plan und Erfüllungsvolittk geredet habt?* Sie hällen allen Grund; denn das Bild ist zu drastisch: Vorderseite: die Deutsch- nationalen in Positur gegenüber den Wählern, donnernd« Reden gegen die Versklavung Deutschlands durch den Dawes- Plan haltend: Rückseite: dieselben Deutschnallonalen, vor der konservativen englischen Regierung auf dem Bauche krie- chend und beteuernd: wir und Anll-Dawes-Regieruna? Kein« Spur, wir wollen eine Daw«s-R«gt«rung mgchen! ' Der»Lokal-Anzeiger* fängt früh cm— z u früh! Noch vor der Wahl läßt er erkennen, daß die Deutschnationalen Ihre Wahlbeteuerungen bei dieser Wahl ebenso sehr oerraten wer- den wie ihre Schwüre vor der Maiwahl. Juüen! Juöen! Zu Hilf«, Herr Staatsanwalt! Nachdem alle Wahlfälschungen, Erfindungen und Der- �■umdungen den Deutschnationalen nicht zu der erhofften Wahlstimmung verholfen haben, verlegen sie sich aufs rüdesteSchimpfen. In ihrer Abendausgabe vom Sonn- abend liefert die„Deutsche Tageszeitung* ein Musterbeispiel davon, was im agrarischen Lexikon an Schimpfworten zu- sammengehäuft ist. Bon den Intellektuellen und Offizieren, die sich zur R e p u b l i k und Demokratie bekennen, spricht sie nicht anders als von»Verrätern*: »Die Demokrat!« mästet sich vom Verrat der Abgefallenen____ SiebetenlieberdasSoldan.als mitzuhelfen, den alten Farben wieder den alten Ehrenplatz zu geben. Das goldene Kalb beten ste an und beschmutzen und verhöhnen die Ehrentämpfe, die der Deutsche um die deutschen Ehren führen mußte. Der deutsche Renegat wird voa Israel zum Wort befohlen. Wenn es so weitergeht, werden wir weiter von Juden und Iudenabhängigen regiert werden.... Hinter den anderen Fahnen versteckt sich undeutsche fremdstämmig« Herrsch» sucht!...* An anderer Stelle der gleichen Ausgabe behauptet die „Tageszeitung*. Reichsbannerleute, die zum Zweck der Flugblarrverbreitung in der Umgebung von Berlin auf Lastkraftwagen erschienen, hätten versucht, gewaltsam in die Gehöfte einzudringen und hätten die Besitzer und ihr« An- gehörigen mißhandelt. Deshalb fordert die„Deutsche Tages» zeitung* auf, die Bauern sollten Strafantrag stellen wegen Landfriedensbuch, Hausfriedensbruch und— wegen Veranstaltung öffentlicher Umzüge ohne Ge» nehmt gung! Man ruft also den Herrn Staatsanwalt zu Hilfe, weil dos eigene Latein ausging. S o w e i t ist es mit der deutschnatio- nalen Herrlichkeit gekommen! Wie jubelte einst doch die „Deutsche Tageszeitung* und die ganze deutschnationale Presse über jenen»Jung bauern*, der auf dem m ä r t i s ch e n Landbundtage in Berlin vor den wohlgenährten Groß» agrariern damit prahlte, daß die„Iungbauernschaft* alle Sozialisten, die aufs Land kommen würden, zu oerprügeln gedächte! Diese offene AufreizungzurGewalttat, ausge» sprachen vor der breitesten Oeffentlichkeit und unter dem Bei» f a l l s g e h e u l der Großagrarier, schien damals den Deutschnationalen als der Weisheit letzter Schluß. Heute aber, da das Reichsoanner von Ort zu Ort flattert, da die stämmigen Mitglieder des Bundes republikanischer Kriegsteilnehmer auch dem agrarischsten Dorfe zeigen, daß die verlästerte„Juden- sahne* einen starten Wall von Verteidig evn um sich hat. heute rufen die Deutschnationalen noch dem Staatsan» walt, daß er sie vor dem Anblick der Reichsfarben bewahre! Luüenöorff gegen Schwarz-Weiß-Not. Wie gemeldet wird, hat Ludendorff w völkffchen Wahl- Versammlungen Münchens erklärt: »Ich kann der Parole Schwarz-Weiß-Rol nicht mehr zustimmen, denn Schwarz-welß-Rol hat sich in bedenk» sicher Weife mit Schwarz-Rot-Sold vermischt.* Allerdings ein« bedenkliche Mischung und auf vorläufig unabseh- bar« Zeit noch Bernssgeheimniis des Herrn Stresemann, aber immerhin, wie das Beispiel zeigt, nicht ganz wirkungslos. Ludendorff allerdings kommt durch die Stresemarinsch« Mischung w die Derlegercheit, auf die Suche nach ein« neuen Parok« zu gehen. Wir schlagen vor, zunächst einmal die blau« Brille auf die Nase zu drücken, dorm wirb sich der rottende Gedanke von selbst einstellen. Hitler-Leute beschießen volkische! Pirmasens, S. Dezember.(Mtb.) Der„Pirmafenser Zeitung' wtrd aus Wald-Fifchbach gemeldet: So einer gut besuchten Versammlung im Saal« Laudemonn sprach Donnerstag abend der Landtags» abgeordnete Stelzner des völkischen Blocks. Di« Ber- fammlung verlief anfangs ruhig, und der erst« Diskussionsredner erntete starken Beifall. Während der Rede des zweiten Diskuffions« redners ertönte plötzlich von der Tür der Ruf: DieHitlerianer sind dal Gleichzeitig hörte man, daß von der Straße gegen den Eingang des Lokals Schüsse fielen. Es waren Pirmafenser HMer« Truppen, die auf einem Lastauto herbeigeeilt waren, ungefähr 20 Mann stark und bewaffnet. Als sie bei der Wirtschaft Martin haltmachten, hörte und sah ein Zeuge, daß«in Deutsch- völkischer seinen Revolver spannte. Im gleichen Augenblick fiel«in Schuß und schwer getroffen stürzte em Anhänger des deutschoölkischen Blocks zusommcn. Nur der Besonnen» heit einiger Versammiungsteilnehmer von Wald-Fifchbach war es zu danken, daß der Referent des Abends vor der infolge dieser Tat empörten Bevölkerung geschützt wurde. Wie das Blatt erfährt, ist der durch einen Bauchschuß schwer Verletzte der Kaufinann Paul Track aus Pirmasens. Ein Fabrikarbeiter erhielt einen Schuß in die Hand._ Der sozialistische Dolchstoß. Die letzte Rettung der Teutschnationalen. Di«»Deutsch« Tageszeitung* kramt neues Material zur Dolchstoßlegende aus. Diesmal ist es nicht ein Major a. D» der für die Richtigkeit seiner Angaben ausdrücklich kein« Gewähr übernimmt, sondern«in rumänischer Philosophiepro' fessvr namens Radolescc�Motru, der im Sommer 1917 als Geilfel in Haft war. Dieser Herr, nach den Angaben der ,, Deutschen Tageszeitung*«in erbitterter Deutschenfresfer, hat ferne unfreiwillige Muß« dazu benutzt, mit seinen feldgrauen Aufsehern zu plaudern, »wobei wir, Deutsche und Rumänen, uns wehr als einmal in dem Wunsche einig fühlten, den Kaiser zerschmettert zu sehen". Ais besonderen Gewöhrsmann führt Herr Motru einen gewissen Sol- baten Groß an, der— was für ein Verbrechenl—»die„Chemnitzer Zeitung*, ein Soziaiistcnblatt, auf dem Tisch* hegen ha«'« und, obwohl er an der Westfront wiederholt verwundet worden war icnd topfer gekämpft hatte, sich in ewigem Widerstreit mit seinem Gewissen befand. Dieser Soldat Groß hat Herrn Motru allerhand Ansichten über Sozialismus, Krieg, Sieg und Niederlage vorgetragen, was die„Deutsche Tageszeitung" zu der Bemerkung veranlaßt: „Daß dies« Gedankengänge nicht im Kopf des Soldntcn Groß entftanden sind, daß sie vielmehr das Ergebnis einer plan- mäßigen Agitation waren, die in Heer und Flotte be- trieben wurde, ist klar. Beweis dafür ist schon der Hinweis auf die»Chemnitzer Zeitung* und ander« sozrlistische � Blätter, die in den Händen der Soldaten waren. Das z w a n g s» läufige Ergebnis des lam« vorbereiteten Dolchstoßes ist im November 1918 dem entsetzten deutschen Bolk« offenbor geworden. Die Versttavung Deutlchlands kommt auf das SchulWorcto der deutschen Sozialdemokratie!* Wir haben dem nur das«ine hinzuzufügen, daß«ine so.fia- sistsiiche.Chemnitzer Zeittmg* nicht existiert und nie existiert hör Sollte aber der Herr Motru unfer Chemnitzer Parteiorgan, die »B o l k s st i m m e* gerneint haben, so körnen wir ihm und der »Deutschen Tageszeitung" verraten, daß während dos Krieges imser« Genossen Heilmann und Noste die Redakteure der»Dolks- stimme* waren. Wir geben zu, daß es der„Deutschon Tageszeitung* dank des niederschmetternden Materials Mottus endlich geglückt ist, den Nach- weis für den»SoMistifchen Dolchstoß* zu führen, und befürchte- nur dos«ine, daß wir mit dieser Ansicht allein stehen. Sckämen Sie sich, fferr Stresemann! Die Deutsche Volkspartei, deren Führer der Mußenminister' der Deutschen Republik ist. hat in Berlm auch ein illustriertes Mugttott herausgegeben. Man sieht darauf das sogenannte Verkehrs st o ck> wert auf dem Potsdamer Platz, über den ein Zug der Stresemann- parte! mit der Schwarzweißroten Fcchne des Hohenzollern- reichs zieht, während sowohl die gleichfarbigen Hakbunibalben wie ein rotbeflaggter Zug mit einem Schild»Nieder mit die Bluthunde I* von Schupoleuten angehalten wird, damit die Sttefemänner freie Bahn haben. In der Mitte des Platzes aber bricht eben die Drofchke mit der schwarzrotgoldenen Fahne der deutschen Reiches jämmerlich zusammen und die Insassen fallen kläglich in den Dr ck. So läßt Außenminister Stresemayn, der den Eid aus die Verfassung mehrfach geschworen hat, die verfassungsmäßigen die Sorgen öer Satten. Bon Michael Kurd. 1. Bild. New York. Amerikas elegant« Welt stellt immer neue Anforderungen an den Ersindungsgeist und die Technik unseres Jahrhunderts'. Jeden Monot wird das reiche»mericzn-xii-I(amerikanisches Mädel) durch neue geistvolle technische Einfälle von Sorgen befwit, und es sind wirklich keine kleinen Sorgen, die solche Luxusgeschöpfe bewegen Man höre nur: Diese hübschen Amerikanerinnen wollen gern küssen und ebenso gern geküßt werden. Das einzige Hindernis, sich intensiv dieser lieblichen Beschäftigung hinzugeben, bildete bisher die Angst vor Ansteckung durch Bazillen und Mikroben. Jetzt hat man em. „hygienisches K n ß g i t t e r" konstruiert, das aus einem kleinen, mit durchsichtiger Gase bespannten Rahmen besteht, durch durch dessen Gitter man stch gefahrlos küssen kann. Dies lebens- wichtig« Modespielzeug tragen die eleganten Frauen New Park» und San Franziskas nun ganz offen, zusammen mit Lorgnon, Schmtnkstist und Puderdose, an ihrer Tasche. So machen ste stets zum Kuß bereit, ihre Cinkäuf«, gehen ins Theater, ins Kino und Schminkstrst und Puderdose, cm ihrer Tasche. So machen sie, stets woran man ist. Mit Hymnen ist diese neu« Kußhygien« von den rmerikcmiflchen Zeitung« gefeiert worden, denn die Bereinigten Staaten haben damit eine»große* Sorge von der Menschhett ge- nommen. Oder ist etwa jemand anderer Meinung? 2. Bild. Paris. Auch die Pariser„Welt* hat es nicht leicht. Van überall her drohen ihr Gefahren. Was kann einer eleganten und reichen Frau nicht auch alles passieren?— Sie kann ihren Geliebten verlieren, d-ank werden und schNeßsich kann auch einmal ganz plötzlich eine arbeiterregiernng kommen und Ihrem ganzen Hexensabbat� van Lnxue sin Ende machen. Gegen alle diese Hebel und Fährnisse»oll nun der neue Talisman der Pariserin von Rang schützen. Mit seinem Besitz hat sie gleichsam eine Versicherung für müßiges und oerlchwenderifches Leben abgeschlossen. Dieser wundersame Talisman ist ein Püppchen aus bunter Wolle, dos im Innern ein Drohtskelett trägt und von mißan mit Silber, Gokd und Perlen bestickt wird. Den eigenartigsten Reiz und die größte Sensation an diesen Sorgen- brechen, und Beschützern der oberen Zehntaufend bildet die Person der Berfersigerin. der Fürstin Pussopvff, einer Nichte der letzten Zarin. Das sollte eigentlich die vornehmen Damen in Frank- reich ein wenig In ihrem Götzenglauben stutzig machen, denn der Talisman war scheinbar doch nicht stark genug, um Fürstin Pussopoff vor der Vertreibung aus Rußland zu schützen und ihr da, Petersburger Genußleben zu erhallen. In Arbeitersäustea zerbrechen die zierlichen Zlltär« der Satteaf 3. Bild, verlia. Genug von diesen Narreteien der Reichen, wird der Leser jetzt unwillig rufen! In Berlin heben wir größere Sorgen als solche Modetorheiten.— Wir. die wir 9 und 10 Stunden arbeiten müssen, gewiß! Wir, die wir das Elend Hunderttausender sehen, gewiß! Wir, die der Kapitalismus arm und traftto» macht, gewißl... Aber' die anderen, die Satten, die Großverdiener, die Drohnen, haben euch in unserem besiegten Lande, im Deutschland der Not, dieselben internationalen Sorgen. Die Frauen der großen Well zer- martern stch ihre Köpfe, ob rot oder schwarz, das Blut oder das Totentuch, die Modefarbe ist und ob der Ausschnitt an ihrer kost» baren Abendtoilette V-Form haben soll.... Und auch das neu« chinesische Spiel Mah Iony macht ihnen viele Mühe. Sie müssen Stunden nehmen, um die Spielregeln zu lernen und Mah-Iony-Tees in den ersten Hotels besuchen, denn Mah-Iony-Spielerin zu sein, das ist die neuest« Mode. Weiter: Wie trägt man jetzt den Pelz. «elcher Smoking ist' für den»Herrn* vorgeschrieben usw.? Alles Sorgen. Sorgen, Sorgen...» 4. Dild. Die Arbeitenden. Auch die Arbeitenden sehen diele Sorgen der Satten. Wenn sie in die Presse dieser»besseren Leute* nur einmal einen Blick werfen und ein einziges Mal all die vielen Zettschriften für die»elegante Welt* und die gute Gesellschaft, deren Zahl Legion Ist. durchblättern, dann kennrn ste dl« großen Schmerzen der armen Reichen und werden nicht länger zögern, den Uebersättigten zu helfe« dort, wo sie der Schuh am meisten drückt. Sie werden sagen: Diese bürgerliche Ge- sellschoft mit ihrer Dekadenz, ihrem Genußleben und überfeinertem Luxus kann nicht mehr leben. Wir wollen die Sorgen von euch nehmen, ihr Reichen, darum wählen wir all« am 7. Dezember sozial- demokratisch, für einen freien Bolksstoat, der„Euren Sorgen* den Garaus macht. vke»Näzene" See Großen volksoper. Im Charlottenburger Opernhaus fand Sonnabend nachmittag die Generalversammlung der Großen Volksoper statt. Sie war, seltsam genug, einberufen von einem Großaktionär oe« Deutschen Opernhause», dem Baurat Ähren», der 8ö Prozent Aktien der Großen Bolksoper erworben hat. Herr Ährens hat dieses nur getan, um, wie er sagte, die Große Volksoper sanieren zu helfen uitt» die armen Mitglieder vor der CngagementÄofigkeit zu bewahren. Ueber den Erwerb dieser Aktien gab es ein« breite Debatte, und das bemerkenswerteste au dieser Debatte war. daß alle die Redner— ob Großaktionäre oder Kleinakttonäre— von Edelmut für dos Personal der Großen Volksoper nur so überflössen. Hoffentlich ertrinken die Künstler nicht in diesen Strömen vonelinut! Die stundenlangen Reden wären unerträglich gewesen, wenn nicht die �zahlreich an. wesenden Mitglieder der Großen Bolksoper durch Beifallsklatschen oder Pfuirufe, durch zustimmende oder ablehnende und entrüstete Ausntt« da, belebeiche Element dabei gebildet hätten. Groteskes kam hinzu. Der frühere Leiter der Bolksoper, Vamerolintendant Lange, der an der ganzen Mißwirtfchast die Hauptschuld trägt, war eben» Klls anwesend und triefte ebenfalls in seiner Rede vor Edelmut für t Mitglieder. Ja, er versuchte sogar, und das war der Gipfelpunkt der Groteske, die Zusammensetzung des Untersuchungsausschusses nach seinem Willen zu leiten. Zweck der Bersammlung war, einen Unterfuchungsaas» s i�u ß einzusetzen, der die Verfehlungen des Direktors Lange ßrüfen und oleichzeitig den Wiederaufbau der Großen Volksoper in ie Hand nehmen soll. Von den in der Debatte erörterten Same- rungsverfuchen ging der eine dahin, die Große Volksoper dadurch zu sanieren, daß man sie mit dem Deutschen Opernhaus liierte. Ein zweiter Samerungsvorschiag wurde vom Rechtsanwalt Dr. Rehfisch gemacht, der erklärte, daß es dem Kapellmeister Dr. Klaus Prings- heim gelungen sei, Gekdmänner zu beschaffen, die von Baurat Ahrens die 8S Proz. Aktien erwerben wollen. Nach mehrfachen Abstimmungsschwierigkeiten wurden dann end- stch in den Untersuchungsausschuß Rechtsanwalt A ß m a n n von der Bühnengenossenschaft. der frühere Prokurist der Großen Bvitsoper Guyard und Bucherrevisor Böhm gewählt. Ab dieser Unter. suchungeausschuß wirklich seinen Zweck erfüllen und eine endgültige Sanierung des Instituts wird herbeiführen können, muß immerhin fraglich erscheinen. Unsere Anficht, die wir wiederholt vertreten haben, geht dahin, dall all« die»Mäzene*, die bisher für die Groß« Bolksoper stch eingesetzt haben, daß alle die Leute mit dem großen Edelmut, die in Wahrheit nur ihr Schäfchen scheren wollen, aus dem Untersuchungsausschuß ausgewiesen werden und die Hände davon lassen müssen._ ... jüdische, Milieuluflspiel. In der DirekNon der Saltenburg. buhnen sitzt ettier der mit femer Spürnase für Zugstück« begabt 'st-, Arbeit letzt auch aus dem Lustspiel- den seit Iahren angesammelten Bühnenstaub weg. Frisch � 4' s'ch aus der»Tribüne* den»Doktor Sieglitz f0 Ludwig Nerz mit fast ollen ��srn herübergeh ott. die dort schon im Sommer den Erfolg � � einfache, fast hausbackene Handlung jfieht sich— sorglos sicher— durch das anspruchslos« Lustspielchen. £er Kampf zwischen dem abgewirtschafteten Gestern und dem sieg- yasten Heut«, der Konflikt zwischen dem liebenden jüdischen Vater nnS dem in hoher- Sphären aufgerückten Sohn, dem Herrn Dok.or, . � seirtem allzu eifrigen Bestreben, ihm zur»Karriere* zu oerhelfen, beinahe unmöglich macht, dies« Stoff ist nicht neu. Der Wert ve» Stuckes liegt in der prächtigen Mi Neu Zeichnung. Geschickt haden die Verfasse, einen Auoschrritt au» südifchei» Leben und judistl)er Welmuffassung eingesangen und schaff«, aus tausenderlei Beobachtungen mit leichter Hand ein buntes Mosaik schillernder Farben. Friedeich Lobe gab den Bater Stieglitz mit all den fremdartigen und zugteich anheimelnden Eigenheiten jüdischer Wesensart selbst ein Stück Leben, ein« anerkennenswert«, echt«, er- freuende Leistung, die beste des Abends. Paul Morgan. Ernst P r ö ck l und Hellmuth K a s s i n g taten das Ihrige dazu, dem von Lobe selbst einstudierten Lustspiel zu dem wohlverdienten Er- folg zu verhelfen. Dgr. Reichsfacken verhöhnen, daß die Putschbrüde"«rd Reoanchekriegs- Hetzer chre helle Freude daran hoben können. Aber vielleicht wird Herr Stresemann keine Freude daran haben, wenn genug bürgerliche Wähler auf diese Verhöhnung des Reiches so reagieren,, wie es sich gehört: Nicht mit lauten Nieder- rufen, aber iwxm sie in der stillen Wahlzelle ihr Kreuz ins Feld einer ehrlich republikanischen Partei setzen! Huet Scholem unü Westarp allerwege! „Wer nicht Westarp wählt, must Scholem wählen!" In Tauche, Kreis Beeskow, fand ein« sozialdemokratische Der» sarnrnlung statt, in der der Genosse Drügemüller sprach. Einig« kommunistische Diskussionsredner, Mtglied des„Verbandes der Ausgeschlossenen Bauarbeiter� ließen die üblichen Tiraden vom Stapel. Als der Genosse Drügemüller mit d«n vier kommu- nistischen Schreiern im Schlußwort abrechnet«, wußten sich dies« Helden nicht anders zu helfen, als daß sie den Landarbeitern emp. fahlen, wenn nicht kommunistisch, dann deutschnational zu wählen! Damit die Sache aber gleich vollständig würde, erklärte wenige Minuten später ein Anhänger der Völkischen, der mit den Kommunisten sich gar nicht genug tun konnte in Zwischenrufen: „Denn Ihr nicht schwarzweißrot wählen wollt, wählt Sommu- nisten". Hier war die Verbrüderung komplett! Als die Zwischenrufer gehörig abgeführt wurden, rief ein kommunistischer Flugblatwerbreiter(wie er angab, Tischler, seit 1303 organisiert und in Neukölln wohnhaft) dem Redner zu:.Du kannst ja nur hier vor Vollidioten sprechen". Vollidioten, das sind augenschenlich die Wähler, um die die Deutschnationalen und Kommunisten werben. Sie werden am Sonntag die Antwort erhalten! Echt Mampe. Vor ein paar Togen nagelten wir Herrn Ex-Plektor St o« t h« fest mit fcnwiT Aeußerung:.wer den Frieden erschnt, ist ein Der- brecher an der Nation." Jetzt geben die.Vereinigten vaterländischen Ver- b S n d e" an den Anschlagsäulen bekannt:»Freiheit. Friede, Brot— wählt schwarzweißrot!" Schwarzweißrot bis m den Tod!— Aber st« können auch arders. Auf zehn Kilometer riecht man die Verlogenheit derer, die Schrvorz-Weiß-Rot zu ihrer Leibfarbe erkoren haben. » Die Deutschnationalen haben«ndkich die bis setzt fehlend« zündende Wahlparole gefunden. Sie verteilen nämlich Zünd- h ö l z e r mit deutschnationalem Wohlausdruck. Di« Empfänger müssen ireifich bemerken, daß selbst dies« Wahlparole nur außerordentlich schlecht zündet. Sie sind ein getreues Abbild ihrer Spender: halb und halb, teils mit Kopf, teils ohne! „warbuirgs GestänSnis*. Trei Monate Gefängnis für einen völkischen Verleumder. Hamburg. S. Dezember.(Eca.) In dem Beleidigungsprozeß des Bankiers MaxWorburg und des Dr. Melchior gegen den Herausgeber des.Hammer", Theodor Fritsch, wurde dieser wegen Verbreitung beleidigender Aeußerungen gegen die Kläger«n einem Flugblatt und wegen zweier ähnlicher Artikel in der Zeitichrift .Der' Hammer" zu 3 Mo.naten Gefängnis und zu den Kosten der Verfahrens verurteilt. * Die„Deutsche Zeitung" oersucht in ihrer Freitagausgob« selbst diesen Prozeß, der wieder einmal die Skrupellostgkeit der oöl- kilchen Judenhetzer offenbart, in den Diersst deutschnationaler W a h I m a ch e einzuspannen. Sie versah einen tendenziösen De- richt über den Prozeß mit dem dreispaltigen Balten„Das demo- kratisch-franzölische Geschäft" und fügte die Schlagzeile hinzu„Marburgs Geständnis vor Gericht", um so den Anschein zu erwecken, als habe Fritsch seine Behauptungen über Warburg und Mrlchior 5ünf Minuten vor üer Wahl. „Nein, dieses Frankreich! Welch Skandal! Welch Skandal! Seine Gemeinheit kann man im Handumdrehn An dem Herriotschen Memorandum sehn!" „Ich verstünde sehr gut Ihre Seelenquai: Nur ist es erlogen, nur ist es gefälscht!" „Aber das ist ja eben die Niedertrocht. Wie gut hätte ssch's als Parole gemocht Der liebe Gott ist total verwelschtl" „Nathustusl Nathustus! Unerhört! Unerhört! Welch unglaubliche Schmach! Wie verbrecherisch gradzul Man Halts nicht sür möglich— Was sagen Sie dazu?" „Daß der General wieder der Freiheit gehört. Man kann mit ihm nicht mehr die Leidenschast peitschen." „Das ist sa eben der Jammer, der elend«. Und woher nehmen wir lne Parole, die fehlende? Der liebe Gott hält nicht zu uns Deutschen!" .Die Mordtat von Haigerl Wie entmenscht wie vertiert! Acht Personen gemordet, gemelichelt, erschlagen! Wie tonnte die Republik so versagen'" „Nicht„rote Banditen" sind blutbeschmiert: Ein Direktor beging die schlimmen Tragödien." „Daran sieht man, daß Gott nichts Gutes oorha! Herr, schick« uns schleunigst die richtig« Mordtat, Weil wir eine Bomb« zur Wahl benötigen." _ Hans Bauer. „Die onverkäusllche Susi".(Im T r i a n o n t h r a t e r.) Adols Paul war ein Freund von Strindberg,«in ernster und ein lustiger Patron, aufgelegt zu manchem Ulk und zu alkoholischer Phantastik. Er kommt aus Schweden, ist aber in Berlin seit Jahrzehnten hei- misch. Seine Stücke spielte man nicht oft, weil sie für das Durch- ichn'ttstheater zu gut sind. Diesmal gibt er es etwas billiger. Die leiten sind eben schlecht geworden. Das Stück heißt:„Susi läßt sich nickt verkaufen". Das bedeutet natürlich, daß Susi lügt und sich dock verkauft. Sie tut es allerdings auf eine charmante Art. so daß die beiden Herren! die Nachfolger des ersten Eheherrn werden, nicht lehr auf ihre Kosten kommen. Schließlich landet Susanne wieder IÄ dem ersten. Olga Limburg ist Susann«: Kaiser-Titz. Al«rander und Falkenstein beten in Dreieinigkeit an, um fluMith doch abgeblitzt zu werden. Das Ganze ist etwa» dünn. bis Weihnachten holten wird? Di« Rotters mögen sich den Koos darüber zerbrechen. Wir haben andere Sorgen. Denn heute muß gewählt werden. M. H. -evrpitaitdtt Theatcrfireik? Der Verband VerNner Diihnenleiter b«. am 1 Kebruar seine Betrieb- zu schrieben, wenn die vom Magi- -.�»lallen« Erhöhung der Lustbarkeltösteuer von der Stadwerord- mtenmnsammlung beftötizst würde. Ferner verlangt« für samtlich« Berliner BUnen die Elnreihung in die Klasse der künstlerisch hoch. stehende» Theater(«U Ermaßigtmg der Lnstbarleitöstäwr). bewiesen Die Verurteilung zu 3 Monaten Gefängnis zeigt, daß die (in diestr Hinsicht sehr duldsamen) Gerichte anderer Ansicht sind, sie zeigt aber auch, was von der Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit der deutschnativnalen Presse zu halten ist. Wie wählst J>ül Heute kommt es auf Deine Stimme an! Es kommt .darauf an, daß Du sie bald abgibst, daß Du sie so abgibst, daß sie nicht durch ein Versehen von Dir u ng ü l t i g wird, und daß Du sie der richtigen Partei gibst. Du mußt bald wählen! Wenn Du nicht am Vormittag wählst, schlägt Dir beim Mittagessen das Gewisien. Wähle! Das ist heute Deine Pflicht. Du gehst zum Wahllokal und erhältst zwei Stimmzettel. denn heute wählst Du für den Reichstag und den Landtag zugleich Der Reichsstimmzettel ist weiß, der für Preußen ist r o s a. Du brauchst darüber keine Witze zu machen, son- dern mußt achtgeben, daß Du einen weißen und einen röt- lichen Zettel erhatten hast. Sieh auch nach, daß der Stimmzettel noch keine Kennzeichen enthält, sonst ist er ungültig. Du erhältst auch ein Kuvert, sieh nach, daß es amtlich gestem» p e l t ist. Dann gehst Du mit Deinen beiden Stimmzetteln und dem Kuvert in die Wahlzelle. Emen Bleistift hast Du mitgebracht, ebenso die Brille, wenn Du schlecht siehst. Nun machst Du Dein Kreuz. Wohin? Nun, das hast Du Dir vorher überlegt, es ist auch selbstverständlich: Das Kreuz ins Feld der Liste 1t Im ersten Feld ist hinter dem Namen Sozialdemokratische Partei Deutschlands ein Kreis. In diesen Kreis machst Du Dein Kreuz. Halt, Du hast zwei Stimmzettel! Auf jedem setzt Du Dein Kreuz ins erste Feld. Jetzt steckst Du beide Stimmzettel in das Kuvett und gehst an den Tisch des Wahlvorstandes und sagst Deinen Namen. Auf alle Fälle lzast Du den W o h n u n g s- Meldeschein eingesteckt. Der Wahlvorsteher nimmt Dein Kuvert und steckt es in die Wahlurne. Nun hast Du gewählt! Aber halt, halt, Du bist noch nicht fertig! Hat Dein Nachbar gewählt? Hat Deine ganze Fa- milie gewählt? Wie steht es mit Deinen Freunden, Deinen Kollegen? Hast Du schon die schwarzrotgoldene Fahne zum Fenster hinausgehängt? Wahltag, Wahltag! Du bist dabei, Du mußt dabei fein, Du stehst im Mittelpunkt. Denn Du, ja Du entscheidest heute über das Schicksal des Volkes. Auf jede Stimm«, auf Deine Stimme kommt es an! Spotten ihrer selbst... In ihrem Hoß gegen Schwarz-Rot-Gold verlieren die Deutsch- notionolen alle Besinnung. Sie oerbreiten«inen Flugzettel, in dem es heißt: „Wie steht es mit Schworz-Rot-Gelb aus? Einst: wehten dies« Farben„Lützows verwegener Jagd" voran. Jetzt: den»Nie wieder Krieg" schreienden Pazifisten und Feiglingen." Es ist immerhin interessant, daß schon 1813 die deutschen Farben Schwarz-Rot-G« l b waten. Gelb, nicht G old, sogt das deutsch- nationale Flugblatt! Di« Identität des Schwarz-Rot-Gold von da- mals und von heute steht ebenso fest wie die Identität des Geistes, den es damals und heute symbolisierte. Deshalb wird da» Schwarz- Rot-Gold von heute von den Deutschnationalen gleichmäßig be- schimpft als: Schwarz-Rot-Gelb. von Kapp zu Ltiöenöorff. Deutschvölkischer Sachverständiger über Korruption. Der frühere Reichstagskandidat der Konservativen Partei Dr. Paul Bredereck, der bekanntlich vor dem Kriege wegen Unterschlagung von Mündelgeldern aus Deutschland verschwinden mußt« und dann 1920 als Pressechef in der Kapp-Regierung sür kurze Augenblicke wieder«ruf der polltischen Bühne auftauchte, sprach in Fürstenwald« am Frettag als Wahlredner darNational- sozialistischen Freiheitspartei. Nach dem Bericht der Fürstenwalder Zeitung"„geißelt«, der Redner im besonderen»die Korruption im Severing-Preußen". Kämpfe üer letzten Stunde. Weimar, 8. Dezember.(Eigener Drabtbericht.) Der Wahlkamps in Thüringen wurde bis aus den letzten Tag mit oller Schärf« durch- geführt. Die republikanischen Parteien nutzten in fast allen Städten den Sonnabend noch zu Versammlungen aus. In Weimar sprach der frühere Staatsbankpräsident L o e b vor einer Massenversammung. Das Reichsbanner hatte in einer ganzen Reihe von Städten Fackelzüge veranstaltet. Der frühere thü- ringlsche Minister Freiherr v. Branden st«in feiert« im An- schluß an«inen Fackelzug m Jena die Republik und fand ungeheure Zustimmung. Als Antwort auf einen kläglichen Umzug des Stahl- Helms in Weimar marschierte das Reichsbanner mit über 1000 Fackelträgern durch die Straßen. Di« Deutschnationalen versuchen zu retten, was zu retten ist. In Erfurt allein versammelt-— sie m vier Lokalen ihre Anhänger. Die Stimmung unter l�i republikanischen Parteien in Thüringen ist vorzüglick Nächtliches.:ü'ahlvorfpsel. Di« neuartig« Lichtbildereinrichtung, die heute, Sonntag abend. vom Hau» des»Loz. Pressedienstes". Belle-Alliance-Platz 7/8— wie auch von unserer Expedition. Lindenstr. 8— die Wahlergebnisse sichtbar machen wtrd, ist gestern. Sonnabend, erprobt worden. Un- geachtet des Regenwettters oerfolgle ein« stets wachsend« Zuschauer- meng« gespannt die Bilder. Die Ausforderung:„W ä h l t s o z i a l- demokratisch!" wmde mtt begeisterten Iubelrufen aufgenom- wen. Dann sah man in lufttger Höhe, wie ein Reichsbannermann einen Ludendorfftrottel vom Hakenkreuz befreit. Stürmische Hoch- rufe auf die Republik dröhnten darauf über den weiten Platz und einige noch Schwankende wurden sofort in eifrig« agitatorische Be- arbeitung genommen. Entente öes Großkapitals. Monopolbestrebungen der internationalen Schwerindustrtc Paris, ö. Dezember.(Eigener Drohlberichl.) Die deusich. französischen hanöelsverlragsuerhandluttgen haben in der abgelaufenen Woche zu der überrasckzenden Wendung geführt, daß die Vertreter der Schwerindustrien der beiden Länder jaküsch über die Frage des Eisenzolles in einig-n sich über eine Reihe von Vereinbarungen rein pcivalwirlschafilichen Charakters verstän- dlgl haben, wenn es auch in volkswirtschaftlichem Znlervsse nur zu begrüßen Ist, wenn es im Verfolg der deulsch-ftanzösischeu Verhandlungen zwischen den Zndustri«, der eiscnschosfenden Länder zu Vereinbarungen über eine vernünftige herabsehung der heute den Bedarf bei weitem übersteigenden Produktion und im Zusammenhang damit zu einer Einschränkung des notwendigerweise zn gegen seiliger Uuterbietung führenden Wettbewerbs aus dem Weltmarkte kommen sollte, so ist doch cmderersetts die Frage anszutversen, ob Verhandlungen von so umfassender Tragweite und von so auhe»- ordentlichen innen- und außenpolitischen Rückwirkungen über den Kops der beteiligten Regierungen hinweg ausschlietz- lich von den Interessenten geführt werden können und dürfen. Die Antwort darauf kann nur verneinend sein, denn der Macht- Zuwachs, den das Großunternehmerlum damit erfahren würde, wäre so ungeheuerlich, daß er schon in allernächster Zukunft zu einer Gefahr für die Demokratie und den sozialen Frieden werden müßke. Die Herren der deutschen Schwerindustrie, die von der deulschett Regierung als Sachverständige nach Poris berufen worden waren, scheinen hier vergessen zu haben, daß sie in dieser Eigenschaft als Mandatare der deutschen Gesamkwirtschast zn verhandeln hotten. Sie haben stall dessen lediglich ihre eigenen Znlercsjen in der ihnen eigenen und das Interesse der VolksgesamlheU unbekümmerten weise oertreten. Die von ihnen mii den Vertretern der französischen Schwerindustrie getrosfenen grundsätzlichen verein- barungen lassen sich in großen Zügrn dahin resümieren: 1. Wiederein st ellnng und Ausbau der bereits vor dem Kriege bestehenden Zntcrnatianalen Konventionen über produkt'on, preis- und Absatzregelung aus dem Wellmarkt unker Hinzuziehung der anderen cisenerzeügenden Länder, insbesondere Enalands, Italiens, Belgiens und Luxemburgs derart, daß sich künstig der verbrauch schutzlos den in der Tat ganz Europa umfassenden Kartells der produzenlen ausgelieserl sähe. 2. Ein Sonderabkommen zwischen der deutschen und der französischen Schwerindustrie, aus Grund dessen die ersteren sich verpflichten, ein gewisses Kontingen! lothringischen Eisens und Stahls abzunehmen unter der Vedirauna. daß die französtsch-lolhringischen Werke künftig ans direkte Belieferung der deutschen Verbraucher verzichten. Die deutsche Schwerindustrie will sich auf diese Welse offenbar ein Monopol für die französische Einsuhr sichern, und das zum doppelten Zweck. Einmal wtrd dadurch das französische Interesse an einer Herabsehung des Eisenzolls, der heute die Hauptstütze de» deutschen Hochschuhzollsystems ist, ausgeschaltet, andererseits aber die preissenkende Wirkung der Einfuhr von Erzeugnissen der lt'solge des Frankentiefstandes mit geringeren Gestchnngskosten arbeitenden sranzösischen Werke hintangehalten, und die deutsche Schwerindustrie hat dabei noch deu Sonderprosit, daß die preisdifserenz zwischen den eigenen und den französischen Produkten in ihre eigene Tasche fließt. Da zn den Konsumenten nicht nur die eisenverarbeitenden Zndtisirien. sondern auch die Gesamtheit des deutscheu Volke» zählt, so haben die zuständigen Stellen, d. h. neben der Regierung vor allem auch der neue Reichstag und der Reichswirtschaftsrat die psiichl. die im Gange bsfindsichen. Verhandlungen mit der größten Aufmerksamkell zu verfolgen. Sriten und Seigier auch öabei. pari», S. Dezember.(WTB.) Der„Information" wird aus London berichtet, die französische Regierung Hab« die britische Regierung offiziell davon verständigt, daß, wenn man zur Bildung einer deutsch-französischen Interessengemeinschaft für die Eisen, und Stahlerzeugung komme, worüber augenblicklich verhandelt werde, in diesem Falle den britischen und belgischen Interessenten die Möglichkeit der Beteiligung vorbehalten bleibe. 5abour Partp unü Kommunlste»,. Bekanntlich hat der Parteitag der britischen Labour Party im Oktober dieses Jahres Beschlüsse bezüglich der Mitgliedschaft der Kommunisten in der Labour Party gefaßt. Der kotnmumstischen Partei wurde der Beitritt zur Partei verweigert, es wurde ab- gelehnt, Kandidaten, die auch der kommunistischen Partei angehören. aufzustellen, und es wurde schließktch auch die individuelle Mitglied- schast von einzelnen Kommunisten in der Labour Varty untersagt. Dieser letztere Beschluß halt« wegen der organisatorischen Schwierig- leiten bei seiner Durchführung eine weit geringere Mehrheit als die anderen beiden Beschlüsse. Nun ist der wichtigst« Schritt zur Durchführung dieser Beschlüsse erfolgt. In der Konferenz der Arbeiterpartei Londons, die am 29. November unter dem Vorsitz des Abgeordneten Noylor tagte, kamen die Beschlüsse des Kongresses zur Sprache. Der Londoner Parteisekretär Herbert Morrison brachte das Schreiben der Exekutiv« der Gesamtpartei, in dem die Beschlüsse des Parteitages mitgeteilt wurden, zur Verlesung. Der Vorsitzende erklärte, daß« fortan keinen Antrag zulassen«erde, dessen Ziel es sei, den Kommu. nisten die Möglichkeit zu geben, sich organisatorisch anzuschließen. Di« Regel, die der Vorsitzende vorgeschlagen hatte, wurde in der Ab» sttmmung mit 186 gegen 107 Stimmen angenommen� Allerdings wird auch bei strengster Durchführung der Beschlüsse es in Zukunft nicht ausgeschlossen sein, daß Kommunisten an den Konferenzen der Labour Party teilnehmen, da sie als Mitglieder der Gewerkschaften weiter der vabour Party angehönen und von ihren Gewerkschaften auch zu Delegierte» an Konferenzen der Labour Party gewählt werden können. Frankreich wehrt sich gegen die neue Sinojew-Offensive. pari». V. Dezember.(MTB.).Matin' veröffentlicht über den Mmisterrat von Donnerstag eine-Meldung, in der erklärt wird, daß die Regierung sich lange mit der Frage der seit einiger Zeit durch die kommunistischen Gruppen in Frankreich betriebenen Agitation beschäftigt habe. Der Minister des Innern Ehautemps habe mehrere Berichte zur Kenntnis gebracht, aus denen hervorgehe, daß die neue bolschewistische Offensive unter Mitwirkung zahlreicher kürzlich angeworbener Ausländer geführt verde. Die Regierung Hab« beschlossen, alle notwendigen Maß- nahmen zu ergreisen, um einer verbrecherischen Propaganda ein E n d e zu bereiten, die die Sicherheit des Staates und die individuelle Freiheit bedrohe. Sie habe ferner beschlossen, daß der Unterrichts- minister keinen kommunistischen Lehrer, der durch die früher« Regierung von seinem Amte suspendiert worden fei, wieder einstellen dürfte. Schließlich würden mehrere Ausweisungs- befehle gegen ausländische Kommunisten erlassen werden. „Matin" glaubt, daß schon von heut« ab etwa SO Ausländer, deren Aufenthalt in Frankreich nicht wünschenswert sei, über die Grenze ab- geschoben würden. OeVerMojwbewegung Vie muffen Arbeitnehmer stimmen! Unter großen Kraftanstrcngungen ist es den Gewerk- .chaften gelungen, ihre durch die Inslation, den konzenirischen Angriff der Unternehmer und der Kommunisten schwer mit- genommenen Organisationen wiederaufzubauen. Es ist ihnen gelungen, ihre Kassen wieder einigermaßen aufzu- füllen, die Unlerstützungseinrichtungen, die Einrichtungen, die der sozialpolitischen Aufklärung dienen, ihre Zeitungen wieder auf die Höhe zu bringen. Mit der Erstarkung der gewerkschaftlichen Organisationen konnte auch wieder der Kampf für die Erhöhung derLöhne einsetzen. Bezieht man die Löhne auf die Teue- rung— wir meinen die wirkliche und nicht die amtlich errechnete— dann bleibt auch hier nochvielzutun In einigen Berufen, wo die Kommunisten ihre Zerstörungsarbeit mit besonderem Erfolge durchführen konnten und die Berufs- angehörigen noch nicht in dem notwendigen Ausmaße den Weg zur Organisation zurückgefunden haben, hat diese noch eine schwere Aufgabe vor sich.. Auch jbie Frage der Arbeitszeit ist noch heftig um- stritten. Die Unternehmer wollen sich noch nicht mit dem Achtstundentag abfinden. Sie hoffen insbesondere, daß die heutige Reichstagswahl ihnen einen solchen Einfluß im Reichs- tag verschaffen wirü, daß sie die gesetzliche Fe st- legung des Achtstundentags verhindern oder fabotieren� können. Ihr Streben geht dahin, vor allem die Ratifizierung des Abkommens von Washington über den Achtstundentag zu Fall zu bringen. Gelingt es aber nicht, eine sichere Mehrheit im Reichstag für die Ratifizierung des Abkommens von Washington zu schaffen, dann ist diese Ratifizierung auch in den anderen wichtigen Industrie- ländern, insbesondere in England, Frankreich, Belgien und Polen in Frage gestellt. Ist aber einmal in den europäischen Konkurrenzländern der Achtstundentag zum Kainpfobjekt ge- worden, dann ist die Rückkehr zum Achtstundentag in Deutsch- land noch mehr erschwert als es bis heute war. Zu den Parteien, die Gegner der Ratifizierung des Ab- tommens von Washington durch den Deutschen Reichstag sind, gehört außer den Deutsch nationalen und der B o l k s- partei insbesondere die Kommuni st ische Partei. Daß die Unternehmer, daß die reaktionären Parteien die Schwächung der Gewerkschaften durch den Zusammenbruch der Mark und durch die Wirtschaftskrise auszunutzen bestrebt waren, ist nickft nur verständlich, sondern selbstverständlich. Das deutsche Unumcchmertum, wie es durch die Vereinigung der deutschen Arbeilgeberverbände und den Reichsverband der deutschen Industrie vertreten ist, war immer reaktionär und scharfmacherisch. Etwas anderes aber ist es, wenn eine Partei, die für sich in Anspruch nimmt, eine Arbeiter- partei zu sein, wie die KPD offen den Standpunkt des scharfmacherischen Unts. ehmertums oertritt und sich als Gegner der Ratifizieru!.., des Abkommens von Washington bekennt. i. Die KPD. gibt freilich vor, daß sie den Achtstundentag zNmr nicht zum irrternatiöMkKr Gesetz-etcheben, aber fie'r- kämpfen" will. Die Arbeiterschaft weiß heute zur Genüge, w i e die KPD. Kämpfe führt und daß diese Kämpfe die Ar- beiterschaft von einer Niederlage zur anderen führt. Es gibt keine einzige Bewegung, die von der KPD. entfacht worden ist, die nicht mit einer mehr oder weniger schweren Niederlage der Arbeiterschaft geendet hat. Die KPD. hat sich auch der Gewerkschaften zu bemächtigen versucht, um dort ihre bewährt« StrategiederNieder- lagen betätigen zu können. Dieses Unternehmen ist ihr miß- lungen. Sie hat dann versucht, eigene Gewerkschaftsorgani- sationen aufzuziehen und großspurig angekündigt, daß sie die freien Gewerkschaften, daß sie die Sozialdemokratie„v e r- Nichten" werde. Sie hat zwar den Traum von der Ver- nichtung der Arbeiterorganisationen noch nicht aufgegeben, sie hat aber ihre Unfähigkeit, eigene lebensfähige Gewerk- fchaften zu errichten, eingestehen müsien. In Moskau ist des- halb der Befehl ausgegeben worden, daß die Mitglieder der KPD. wieder in die Gewerkschaften zurückkehren müßten. Dieser Befehl ist unter der verlogenen Behauptung erteilt worden, man wolle die„Einigkeit der Arbeiterschaft" wieder- herstellen. Gleichzeitig haben aber die Sinowjew und Losowsky erklärt, daß die freien Gewerkschaften und die Sozialdemo- kratie der H a u p t f e i n d der Kommunisten find. Diese Zerstörer und„Hauptfeinde" der Arbeiterorgani- sationen oerlangen jetzt von der Arbeiterschaft, daß diese bei der heutigen Reichstagswahl für die KPD. stimmen sollen. Die KPD. verlangt von der Arbeiterschaft, Leute in den Reichs- tag zu wählen, die offen erklären, daß sie dort nicht die sozialpolitischen Forderungen der Arbei- terklasse vertreten, sondern nur Klamauk machen werden. Wie auch die Arbeiterschaft in einzelnen Fragen urteilen und denken mag, sie kann ebensowenig den Feinden chrer Klasse ihre Stimme geben, wie denen, die durch ihre ganze Politik dem reaktionären Unternehmertum Vorspann- d i e n st e leisten. Die Arbeitnehmer können ebensowenig, wenn sie nicht ihre Interessen direkt schädigen wollen, einer bürgerlichen Partei ihre Stimme geben, wie sie auch nicht für die KPD. stimmen können. Das gesamte Proletariat der Hand- und Kopfarbeiter muß wieder eine einheitliche und geschlossene Macht bilden und heute der Liste der Sozialdemokratie, der Liste 1 zum Siege verhelfe». Drohender Kampf der Sergarbekter. Der Reichspräsident greift ei». Lochum. 6. Dezember, i Eigener Drahkbcricht.) Die hinaus- schiebvng der verbindüchkeitserklärung des letzten Schiedsspruches im L-rgbau, der die Löhne der Bergarbeiter durchschnittlich um S.g proz., also an der Teuerung gemesien ungenügend erhöht. hat die Erbitterung der Bergarbeiter weiter gesteigert. Die Derg- orbeiterorganisationen. in dem Bestreben, einen Kampf im Bergbau zu vermeiden, der das Mirkfchaftsleben auf dos schwerste erschüttern muh, haben sich sowohl an den Reichspräsidenten wie an den Reichs- kanzler gewandt und um deren Eingreifen gebeten, vom Reichs- Präsidenten ging folgendes Tel»gcamm ein: „habe mich sofort mit Reichsarbeilsminister in Verbindung gefetzt und nm Beschleunigung gebeten. Reichspräsident Eberl." Buchdrucker! Die letzte Reichs tagsnxchlred« ist kaum verhalk, heute geht ihr zur Reichstagswahl, um für den Siez des Sozialismus«iazutreten» weil dieser allein die Garantie der gewerkschaftlichen Aufwärtsent- Wicklung auf dem Boden der demokratilch-rcpublikouischen Staats- form verbürgt, und für morgen ruft euch wieder die ge- werkschaftlichc Organ isatlon zur Wahl der Berliner Generalverfammlungsdelegierten für das Jahr 1922 auf. Eine Wahl, die für uns als Gewerkschaftler nicht minder wich» tig ist, als die heutige, weil von ihr das Innenleben und die Ge- staltunq unserer gewerkschaftlichen Organisaticn in hohem Maß« ab- hängig ist. Da gilt es. sich trotz der Anstrengungen der letzten Wochen nock) einmal aufzuraffen, um auch hier den Sieg für unser« Ueberzeugung zu erkämpfen. Und die diesmalige Wahl wird zu einem erbitterten Kampf! Ist es uns doch bei der Aufftellung der Kandidaten in allen elf Bezirken gelungen, die Kam- munisten in die Minderheit zu drängen. Die letzte Entscheidung fällt morgent Besonders muß es den Kollegen im vierten Bezirk zur unbe- dingten Pflicht gemocht werden, hier, nachdem sie in der letzten Be- zirksoersomm ung zur Mehrheit geworden sind, diese zu holten und die kommunistische Herrfchaft zu st ü r z« n. Dieser Bezirk war es, der bisher allein kommunistische Delegierte in die General- Versammlung entsenden konnte. Das muß von morgen ab ein Ende haben. Wir machen es unseren Funktionär«, zur ui»> «rbittlichen Pflicht, dafür zu sorgen, daß in den morgigen Tezirtzp versamm'ungen und besonders im vierten Bezirk, jed», Kollege zur Stelle ist. Di« Vorgänge der letzten Zeit, besonders die Wahlen m de» Großbe.rieben, in den gewerkschaftlichen Organisationen, die Ge- meindevertretenvohlen usw. hoben die völlige Abkehr der Ar- beiterschaft von den kommunistischen Schwätzern bewiesen und nicht zuletzt die heutigen Wahlen werden den letzten Beweis dafür erbringen. Soll die Organisation die Interessen der Gesamtkollegen- schcft vertreten, dann muß auch bei uns die morgige Wahl mit dem konrmunistifchen Einfluß ein für allemal Schluß machen. Kollegen, seid euch eurer Pflicht als Gewerkschaftler bewußt. Auf. zur Bezirksversammlung! Keine Stimme den Kommunisten! Stimmt für die Ge we r ks chaft r i cht u ng Amsterdam! _ I. A.: Otto Fiedler. Aussperrung i« der Kalkiudustrie. Kölu, 6. Dezember. lTU.) Sämtliche Arbeiter der Kalkwerke Dehrndietkirchener und Steeden sind a u s g es p e r r t. Der Arbeit- geberverband verlangte die Ausführung der Notstandsarberten, was von den Arbeitern abgelehnt wurde. Zum Generalstreik in Lodz liegen neue Meldungen nicht vor. Ein Telegramm vom Sonnabend teilt mit, daß am Freitag die Arbeiter verschiedener lebensnotwendiger Betriebe in den Sympathie. streik zugunsten der streikenden Textilarbeiter getreten sind. Zunächst verließen die Telephonistinnen des Städtischen Telephonamts die Arbeit, denen sich später die Gas- und Elektrizitätsarbeiter an- schlosten. Gegen Abend wurde eine Militärabteilung auf- geboten, die einen Notbetrieb im Elektrizitätswerk aufrechterhalten soll. Demnach scheint der Telegraph wie das Telephon stillzuliegen, was das Ausbleiben westerer Nachrichten erklärt. (Gewerkschaftliches siehe 6. Beilage.) Veranwortli» für Politik: Stent«; Wirtschaft: Artur eatnnn«; Gewrrklchaftsbeweaunq: gtiebt, Czforn: lseutDeton: Dr. z»hn Schikow»»! Svlale« und Sonftiqes: Zritz ttarftädt! AiWinrn: Th»lockr. samtlich in Berlin. Verlast: Sorwärts-Verlast G. m. b. S.. Berlin. Druck; VorwSets.Buchdruckerei und Berlassanftall Paul Einst« u Do. Berlin LB. 68, Lindenstrag« S. Lletw 7 Beilagen. Damenmäsche Taghemd Trig«- 1 form, m. Sticker.- Ansatz X. a O Taghemd AchMiscMuii, n c A mit Stickerei-Einsatz. Nachthemd«z q/-\ mit Stick erei- Ansatz•. Beinkleid n Ar\ mit Stickerei- Ansatz.. 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Wer ober durch verkehrte Wahl am 7. Dezember den Rechtsparteien und den Feinden der Republik zum Sieg verhilft, der hat sich ein Weihnachtsgeschenk gewählt, dessen unheilvolle Bedeutung und Auswirkung er nicht allein, sondern auch seine Kinder für das ganz« Leben verspüren werden. * Wahltag bringt dem Bürger und Wähler, weih Volt, im «lgememm� mmn er nämlich nicht zu de» amtlichen Personen gl. Dar Portgebritt wihJU und das Zv-hlgeschLft Er hat nur nach „ � und_____„ m« nicht weit«ttßernten Wahllokal zu ~ HM~ Panel hört, die im Wahllokal dm beobachte» müssen, nur dem von seiner Wohnun.___,________________________ gehen, auf beide» Zelleln die List« l der SoMdemokralischsn.— «iazukreuzen, fie ln da» Kuvert zu stecken und dieses am Tisch des Wahlvorstandes abzugeben. Ganz ander« wertet der Wahltag im Leben des Aeitung-menschen. Er bringt ihm die schwerst« und verantwortungsvollst« Arbeit. An Nachtarbeit, an Arbeit zu einer Aeit, wenn diejenigen, die am Morgen in ihrer Zeitung das Neuest« lesm wollen, längst schlafen, ist er ja gewöhnt. Der Wahltag und die Wahlnacht aber übertreffen alle». Um am Wahlabend und In der Wahlnacht schnell und reibungslos die von allen Seiten und au» allen Städten de» Reiche» eintreffenden Wahinachrichten auf« nehmen und registrieren zu können, müssen vorher bereits notwendige Lorbereitungen getroffen werbe,,. Die Meldungen überstürzen sich, man mochte m einer halben Stund« sich m vier und wehr Teile teilen können. Radfahrer kommen mit Meldungen und Wahlvesultaten aus den verschiedensten Teilen der Stadt, die Teiephonklingel hört nicht auf zu Muten, hie Legitimation des Meldenden ist zu prüfen, aller- Hand Zwischenfälle von der Wohl, Zusammenstöße der feindlichen Parteien nach der Wahl werden mitgeteilt. Alle» scheint zunächst wichtig, vertchwinbet aber wieder vor noch Wichtigerem. Kurz, die Leute von der Pnesse, die in der Wahlnacht Dienst tun, dürfen dos Wort.Nerven nicht kennen. Es fragt sie niemand, wie sie es mög> lich machm, wenn am frühen Morgen Telephon und Telegraph Ruhe gegeben haben, zur notwendigen Ruhe zu gelangen, denn nach weiteren drei Stunden müssen sie ja wieder frisch an der Arbeit sein. Da« gleich« gllt natürlich auch für die S e tz e r u n d D r u cker. kurz tn« technisch beschäftigten Menschen bei der Zeitungsherstellung. Der Lese« aber, der am Morgen die Zeitung in die Hand nimmt, weiß meist nicht» van all diesen Mühen und Anstreng imgen. Cr will *>*1 Wähler,...! Diesmal nur. dies ein« Mal Mögt ihr klug bedenken: Eifern wird Gebild der Machl weg der Jahre lenken. Wort, das Stimme hoffend ruft. wird Geschichte schreiben. wenn ihr selbst euch Lasten schuft, wird euch Wunde bleiben. Hört ein wort, dies eine Wort Lehrt in Weiten schauen: Jag» ihr nicht die Schatten fort. webl ans Schatten Grauen. Baum des Volkes reift und hält Frücht des Segens allen. wolli ihr. daß er haftgefällt Liegt, wo er gefallen? Dieses Lied, das eine Lied Stürmt wie Strom im Bette: Ich bin Glied und du bist Glied In der großen kette. Freiheit. Volt und Republik Oder Zwang und Leiden— Wähler, über dein Geschick Muhl du selbst eulicheideu. Franz Rothenfelder. '/ /"• «'V OT Zeitung, daß sie den Leser auf das schnellst« und gleichzeitig auf das richtigte informiert. Und noch«ine Kategorie«on Menschen gibt es. für die der Wahltag so etwa« wie«in Ouattog ist. Da» sind die Beamten aus den Telephon-«md Telegraphenämiern. Auch für st« heißt Wählt»«, doppelte und v-rdreifachte Verantwortung. Ein Fehltelogromm oder eine falsche telephonische Uedermittlung, ein« Uebermittlung mit falschen oder falsch geschriebenen Namen,«ine Mitteilung, in der der Wahlkreis unrichiig oder ungenau angegeben ist, kann die größte Verwirrung anrichten und«in falsches Bild ergeben. Aber bei der großen Wichtigkeit des Wahltages und namentlich bei der Wichtigkeit dieses Wahltages(die Redner unserer Partei haben sa in den vielen öffentlichen iozialdemotratischen Wahloersammlungen vor allem immer betont, daß der 7. Dezember«in Schick salstaa für die deutsche Arbeiter- und Angestelltenschast ist) widmen sich Postbeamten und Pressemenschea mit größter Bereitwilligkeit, mit größtem Diensteifer Die KeekOoo wtbltt btcfer tbbctL 6b alle werden somit oa dadurch belohnt, daß der Ihr« Arbeitskraft wird k wenn sie bei jeder neuen daß die Vernunft gesiegt hat. l Arbeit am Wahl- hlousfall«u, guter gewesen ist ist gewissermaßen und verdoppelt sich. " img auf» neue feststellen tömien, MMMWW lüL Wahlresul schlag für ii I Am Publikum aber, an den Lesern der Zeitung liegt es. wen» die Zeitung, wenn unser« Zeitung am Morgen des 8. Dezember das sultat melden kann, da» allein von Bedeutung und Aus- är das Weiterbestehen der Republik, für Weiterbestehen der Wertbeständigkeit, für menschenwürdiges Dasein von Arbeitern, An« -Ä gestellten und Beamten Garantie bietet: der Sieg der Sozialdemo- 6J/ kralischen Partei. Wahlschutz durch Schnpo. Zum Sch�ttzedesWahlakiesam?. Dezember sind seitens olizeipräsidiums iü rungsmaßnahmen getroffen worden: befindet sich' die Berliner S' .G r o ß« n A l a r m st u k«". Alle Wahllokal« werden von 8,30 Uhr vormittag, durch Streifen von mindestens 2 Beamten derart gesichert, daß dem Wahlvorsteher im Bedarfsfall« stets sofort posi- eiiicher Schutz zur Verfügung steht. Außerdem sit ein starker ~' von Reddes Ab. »partes oe» Wayiergevnliie»»u den Bezirks- Smiern sind die Ueberbnnger im Einverständnis mit den Wahlleitern durch Beamte, deren Zahl nach den örtlichen Verhältnissen zu b«> messen ist, zu begleiten. Di« Bezirkswahiämier werden von« Uhr abend, bis 12 Uhr nacht», auf Anforderung entsprechend länger. -gesichert. de» Bertiner Polizeipräsidiums für alle Fäll« die folgenden Eiche- Von SA) Uhr vormittag» ab viizei auf der sogenannten n/» rv f Justiz quält öie �ermfteu. Mvld. Tctschlag, Raub, Meineid, UrkundenfSlichunz, Betrug— log für Tag bringen die Zeitungen spaltenlong« Dericht« über Ge- richtsverhandlungen. Ter ein« ergreist Partei für d» Angeklagten und beklagt die harten, das Leben vernichtenden Urteile, der andere klagt die Milde der Gerichte an und fordert drakonlfch« Strafen. Bon den großen Zustiztragödien der kleinen Leute, wie sie sich täglich in den Gerichtsverhandlungen und in den ärmlichen Woh- nungeräumen ZU Hunderten abspielen, nimmt niemand Notiz. Da erhielt Genosi« Dr. Kurt R o s e n f« l d kürzlich einen Brief von solch einem kleinen Mann. Der ver'angt kein« Kommentare und spricht in seiner Hilflosigkeit ein« tief erschütternde, aber auch eine aufrüttelnde Sprache: Unterzeichneter Traugott Wildner erlaubt sich«rgebenst fol- gendes Bittgesuch zu unterbreiten. Um Umgehenden Bescheid erlaubt sich eryebenst zu birten. Irl, in S'chweiniz gearbeitet, wo ich Frü zum ersten Zug« 5,2l» mit dem Rade nach dem Bahnhof vuhr, ich ober kein Licht hatte, und die Nachtxolizei% Stund«, da ich den Namen und die Hausnummer gesagt hatte das ich den Zuq verspätete, worüber ich ärgerlich wurd. Und die Ziachtpolizci mich Anklagtten wegen Be- leidigt»ry. und ich«in Mohnat Gefäckniß erhielt. Worüber ich mein Gnadengesuch machte da ichs in ärregtem zustande getan hatte in 45 Mark Geldstraff« erhielt in Raten zu 5 Mark zu bezahlen, da hatte ich 2k> Mark bezahl dan bin ich verunglügt, und den Arm aufgeschlagen und das Schlllsielbem gebrochen hotte, da bin ich g Wochen Krank gewesen. Da Hab ich beim Amsgencht Reichen- bach in Schlesien um Stundung gebetten das ist mir nicht genemicht worden, das ich den Rest von 25 M. bezahlen konnte. Da habe ich müssen den Monat apsißen Um umgehenden Bescheid habe ich das gemeldet, da bin ich vorgesürt worden beim Herrn Säckretär, da bekam ich die Antwort, das die bezahlten 2V M. hinfällig wären. Da hob« ich die Arbeiht verlohren, der Winter vor der Tür und keine Feuerung. Bitte ich Herrn Justizminnister, das ich die 20 M. vom Amtsgericht Reichenbach wieder herausgezahlt bekomme. Ich bin im Kriege von ansang bis zu Ende gemessen, aktiev gedient da ist man auf keinen schlechten Weg geraten, da würde ich nicht eist jetzt, da ich 41 Vj Jahr bin nicht erst ansangen. Hochachtungsvoll Traugott Wikdener. Jedes Gerichtsurteil, das ergeht und ausgefertigt wird, erfolgt im Namen des Volkes Daß die Kleinsten, die Geringsten und Aermsfen des Bolkes durch Justiz, Polizei und Bureaukratie aber nicht weiter so wie früher gequält und zur Verzweiflung getrieben werden— im Namen des Volkes—, dafür kann das Volk selber am 7. Dezember sorgen. Dieser besondere Fall aber muß weiter verfolgt werden, Herr Iustizminister!_ Wohnungs�wangswirtschast und Unternehmertum. Man schreibt uns: Unter dieser Ueberschrift veröffentlrcht die „Berliner Börsen-Zeitung" vom 23. November 1324 Nr. 551 einen Artikel, in dem erneut die Behauptung ausgestellt wird, die Woh- nungszwangswirtschaft habe durch Unterdrückung der Wbhmmgskxnitätigteit mit den Mitteln der Gesetzgebung die be- stehende Wohnungsnot verursacht. Anschließend wird an dem Beispiel der Stadt Dielefeld die Auswirkung dieser Wohnungsnot aus die Gestaltung des industriellen Lebens untersucht. Die Berhältnisi« liegen in Bielefeld so, daß das Stadtgebiet allem im Nonnatfall«cht imstande ist, die Nachfrage der ortsansässigen Industrie nach Arbeitskräften zu befriedigen. Sie muß vielmehr in größerem Umfang Arbeitnehmer aus der zum großen Teil nach land- lichen Umgebung heranziehen. Die Zahl der täglich zur Arbeitsstelle irach Bielefeld zu- bezw. abströmenden Arbeiter wird aus rund 33 000 Menschen geschätzt. Es leuchtet ein, daß der Industrie einer Stadt, wenn ste auf das tägliche Wiederkommen von Arbeitskrästen aus ländlichen Zu- zugsgebieten angewiesen ist, Unzuträglichkeiten erwachsen, weil die Arbeiter, sobald sie an ihrem Wohnort besser bezahlte Arbeit. finden, einfach wegbleiben. So gewiß es vom Standpunkt der Unternehmer zweckmäßiger und beguemer ist, sich auf einen begrenzten örtlichen Arbeitsmarkt zu stützen, so sicher ist es auch vom Standpunkt der Arbeiterschaft gesünder, wenn ihr weite Wege zur Arbeitsstelle er- spart bleiben. Bor kurzem erst ist durch Untersuchungen des Hygieni- schen Instituts der Universität Heidelberg nachgewiesen worden, in welchem Maße durch die sogenannte Pendelwanderung die Arbeits- kraft und Leistungsfähigkeit der Arbeiter herabegmindert wird, un- geachtet der seelischen und sijtlichen Gefahren, von denen die Pendel- Der Mittelweg. Von Sir Philip Gibbs. Er wagte sich nicht zu rühren und saß in unbequemer Stellung auf seinem Stuhle, während das Dunkel ins Zimmer kroch. Seine ganze Liebe zur Mutter krampfte fein Herz zu» sammen, als er sie von diesem letzten Schlage niedergeworfen auf. ihrem Lager siegen sah. Seit seinen Knabenjahren, als seme Mutter ihm noch alles gewesen war, war sie ihm nicht viel mehr als eine liebe, sichte Erinnerung gewesen. Die Studentenzeit, der Krieg, seine Heirat hatten die Mutter aus seinen eigensten Lebensintereflen vertrieben, und Wochen waren vergangen, ohne daß er ihr einen Gedanken widmete. Jetzt dachte er an all die Liebe seiner Knabenjahre für diese zarte kleine Frau, die sich immer so tapfer gehalten hatte, die nie Schonung für sich kannte, wenn es die Gesund- heit ihrer Kinder galt, deren Geduld unerschöpflich, deren Für- sorge unermüdlich gewesen war. Jetzt quälte er sich mit Setbstvorwürfen wegen seiner egoistischen Undankbarkeit, jetzt fühlte er den scharfen Stachel des tiefen Mitleides mit ihr. Wie hatte sie im Kriege-gelitten. Nie hatte sie begreifen können, wozu dieses Morden sein mußte. Sie, die bisher so kindlich gläubige Frau, zweifelte sogar an der Güte Gottes. Sie hatte auch mit Deutschlands Müttern Mitleid gefühlt und über den Waffenstillstand gejubelt, denn er hatte ihr Bertram zurückgegeben und Digby, der gerade an die Front gehen wollte, gerettet. Als der schreckliche Druck von ihren Schultern sank, war sie wieder jung geworden. Aber dann war ihr allmählich die Ahnung aufgedämmert, daß dieser Friede doch nicht so sicher war, und daß in Irland eine Orgie von Blut und Mord tobte. Als dann Digby bei den Schwarz-Gelben eintrat, war ihr dieses Entsetzliche beängstigend nahegerückt. An all dieses mußte Bertram in der Einsamkeit des dunklen Krankenzimmers denken. Der Krieg war zu Ende, aber die Opfer sielen weiter. Die Wirkungen des Krieges. die Entfesselung aller Leidenschaften und primitiven Instinkte der menschliches Bestie, die geschwächte Nerventraft und die vergessenen Hemmungen des zivilisierten Lebens Hutten so viele Herzen und Existenzen zerbrochen. Noch immer tobte der Tod. Hunger und Seuchen verheerten die Völker. In einem Briefe, den Christy ihm aus Rußland geschrieben, standen furchtbare Worte. „Millionen nähren sich von Gras und Blättern," schrieb er.„und haben selbst das nicht genügend. Der Typhus wütet unter ihnen wie eine verheerende Geißel." „Europa stirbt," hatte Anatole France gesagt, und Ehristy dachte in düsterer Stimmung dasselbe. Was bedeutete, denn! f.■ wandere? und vor ollem ihre Familien durch dte Trenmma von Wahn, und Arbeitsstätte bedroht sind. Die un-zünstiaen Rückwirlm�gen, die sich für Arbeitgeber und Arbeitnehmer aus dem Zustand ergeben, daß Bielefeld Zuwanderungs- gebiet ist, könnten wesentlich gemildert werden, wenn die indu- striellen Unternehmungen, die durch erhöhten Be- schäftigungsgrad selbst die Wohnungsnot verstärken, ihrerseits durch vermehrt« Errichtung von Ardeiterwohnungen zu ihrer Beseitigung beitragen würden. Diesem Gedanken Rechnung tragend, hat die Preußische Regierung seinerzeit durch die Novell« zum Kommunalabgabengesetz die Gemeinden ermächtigt, Arbeitgeber, die mehr als 20 Arbeiter beschäftigen, zum Bau von Arbeiter- wohmmgen heranzuziehen. Wenn in dem erwähnten Artikel ferner behauptet wird, die Wohnungszwangswirtschast sei schuld daran, daß nicht genügend Wohnungen gebaut werden, und sie mache es durch Unterdrückung der Wohnung sboutätigkeit unmöglich, daß in Zeiten der Konjunktur erwerbslose Arbeiter von den Gebieten herangezogen würden, in denen Beschäftigungslosigkeit herrscht, so greisen diese Behauptungen völlig fehl. Nicht die Wohnungszwangswirtschaft ist schuld daran, daß sich das Prioatunternehmermm heut« mcht Kn Wohnungsbau betätigt, sondern lediglich der Mangel an Baukredit. Auch vor dem Kriege, also in Zeiten der freien Wohnungswirts chast, war es eine allgemein beobachtete Erscheinung, daß gerade in Zeiten industrieller Hochkonjunktur der Wohnungsbau infolge Mangels an RealkreÄit daniederlag, weil in solchen Zeiten das Kapital bester und schneller rentierliche Anlagemöglichkeiten fand. Awek Geschichten vom Schwarz-Rot-GolS. Erziehung zum Respekt vor den Farben der Republik. Wie wäre es in den Zeiten der Monarchie einem Schuljungen ergangen, der die jchwarzweißrote Fahne des deutschen Kaiserreiches zu beschimpfen gewagt hätte? sind was hätte damals ein Lehrer zu erwarten aehabt, dcr vor versammelter Klasse eme Abneigung gegen Schwarz-Weiß-Rot bekundet hätte? Dies« Fragen drängen sich uns auf bei zwei Vorkommnisten, die uns dieser Tage aus Schulen ge- meldet wurden.* In einer G e nrein de sch nie«vn Berlln-Südost trugen mehrere Schüler der Oberkloste feit längerer Zeit schwarzrotgoldene Bänder am Rock, und mit diesem Schmuck kamen ste auch zum Unterricht, verboten ist, in der Schule die Abzeichen parteiyvlitischer Oroanisationen zu tragen, erlaubt aber, sich mit den Farben der deutschen Republik zu schmücken. Ein Lehrer jedoch, der aushilfsweise in der Oberflasse unterrichtete, stellte die Schüler zur Rede und erklarte, die Bänder seien für ihn eine Beleidigung. Das wurde wohl von einem Bater, der es erfuhr, dem Borgesetzten des Lehrers gemeldet. Einige Tag« danach kam der Lehrer im Unterricht auf die Angelegenheit zurück und bemühte sich die Iunaen über die Harmlosigkeit feiner Aeußenmg zu besehrem Unter Wilhe'm II. hätten ihn, wenn er sich durch schwarzweißrote Bänder„beleidigt" gefühlt hätte, alle nach- träglkben Erklärungen und Versicherungen nicht vor dem Diszipli- narverfchren gerettet. In unserer toleranten Republik aber kann einer sich solch« Herzensergüsse leisten,' ohne daß er viel zu fürchten hat. Auch Schüler äußern sich manchmal abfällig über die Farben der Republik, indem sie nach'prochen, was sie von Erwachsenen ge- hört haben Ein« obere Klaste des Gymnasiums eines süd. äst lichen Vorortes besuchte«in« Iugendschriftenausstellung, und einer der Schüler begegnete in dem.fiause der Ausstellung einem Mann« mit schwarzrotgoldenem Abzeichen. Beim Anblick dieser Farben sagte der 15jährige Jung«: Sch w ar z- R o t- S ch...1 Schwapp, da hatte er eine Backpfeife weg. Wo di« Wirkungen schlechter Vorbilder, sich in so unflätiger Form äußern, wird auch mancher Gegner der Prügelstrafe sich versucht fühlen,«inen sofort verabreichton Iagdhieb als Erziehungsmittel für angebracht zu halten. Aber vielleicht hat die Backpfeife weniger der Jung« verdient als der Erwachsen«, den er sich zum Vorbild und Muster genommen hatte._ Berliner Einbrecher als„Barmherzige Bruder". Es muß vor zwei Schwindlern gewarnt werden, di« auf eine eigene Art zu Werke aehen. Im G e s ell« n Haus e zu Trier fanden sich zwei junge Männer ein, die sich MaxundHansvon Geldern nannten und erzählten, daß sie in Berlin in der Mün- chener Straße 24 wohnten. Der eine gab die Absicht kund, bei den Barmherzigen Brüdern einzutreten. Es wurde ihm aber bedeutet, daß dazu seine Papiere, die er vorlegt«, nicht aus- reichten. Er versprach, sich da. Fehlende beschaffen zu wollen. das Leben überhaupt für den einzelnen? Diel wahrlich nicht! Im besten Falle ein bißchen Fröhlichkeit, ein paar Augenblicke der Liebe, einige Jahre der Illusionen. Hier saß er selbst um Bette der Mutter, deren Kinder bis auf ihn alle von chr ge- gangen waren, und deren Herz durch den Tod ihres Jüngsten brechen würde. Susans Gatte war am Galgen gestorben. Bertrom war von seiner Frau verlassen. Das war die Ge- schichte dieser Familie, und sie war vielleicht nicht einmal schlimmer als bei unzähligen anderen in Europa. Oder nicht einmal so schlimm wie in Rußland, Oesterreich oder Polen. Seine Mutter regte sich und sagte mit schwacher Stimme: „Bist du da, mein lieber Junge? „Ja, Mutter." Eine Weile schwieg sie, dann sprach sie wieder..Bertrenn. arbeite du für den Frieden. Die Welt ist so grausam und die Zukunft so dunkel. Arbeite für den Frieden! Versprich es mir." „Was soll ich dir versprechen. Mutter?" Mit zi ternden Händen zog sie seinen Kopf zu sich her» nieder, und als er sie küßte, flüsterte sie:„Frieden!" Dann kam die Pflegerin und der Arzt. Sein Dater wurde aus dem Abgeordnetenhause geholt und kam sofort. Einige Zeit nach Mitternacht hörte Bertram chn aus dem Schlaf» zimmer der Mutter kommen und fein Arbeitszimmer betreten, wo Bertram den Bericht des Arztes erwartete. „Geht»s besser?" fragte er den Dater. „Sie ist tot." Der große hagere Mann taumelte, al» er durchs Zimmer schritt, dann ließ er sich schwer in seinen Stuhl fallen, legte den Kopf auf den Schreibtisch und schluchzte in fassungslosem Schmerz. Es war das erstemal, daß Bertram seinen Bater in solcher Erregung sah, und bei dem Anblick dieses Grames schwand all sein Groll über seines Vaters Härte und Unduld- amkeit in heißem Mitgefühl dahin, Digby war sein liebstes Kind gewesen, und sein Tod hatte den Alten furchtbar schwer getroffen, so schwer, daß sein ganzer Stolz und sein glühender Haß gegen Sinn-Fein ihn kaum aufrechterhalten hatten. Aber dieser so plötzliche und gänzlich unerwartete Tod seiner ge- liebten Frau warf ihn in namenlosem Schmerz zu Boden. Denn geliebt hatte er sie trotz all seiner Hä-te. Ihm war sie die beste Frau und seinen Kindern di« beste Mutter ge- wesen. Seine häusliche Behaglichkeit, die tausend Kleinig- keilen, mit denen sie sein tägliches Leben so liebevoll verschönt hatte, dankte er ihr im stillen. Jetzt, da sie plötzlich aus seinem Leben hinweggerisseu war, und sein liebster Sohn in Irland tot lag, fühlte er sich grauenvoll allein und gebrochen. Bertram legte seinem Vater die Hand auf die Schulter: -„Mut, Vater!" l Jetzt erinnerte er sich auch wieder an die sichten Seiten Unterdessen lleßen die beiden es sich im Gestllezchm»«ui fein imd besucht«, unter Führung«nes Barmherzigen Bruders ouck rf Sehenswürdigkeiten, darunter auch die Schatzkammer des Dunes. Ohne Führer kamen sie später aber noch nach der Paulinuskirche. Dann verschwanden beide und jetzt entdeckte man im Gesellen- au»«ine» Einbruch, bei dem Anzüge und Wert- und chmucksachen gestohlen worden waren. Im Zimmer, das diese reisenden Schwindler und Einbrecher bewohnt hatten, fand man ein Stück Kernseise mit Schlüsielabdrücken, die die beiden Rei- senden bei Besichtigungen heimlich genommen hatten. Mitteilungen über dos Auftauchen dieser beiden Herrn von Geldern, die in her Münchener Straße 24, ebensowenig bekannt sind wie anderswo.in Berlin, nimmt die Kriminalpolizei im Zimmer 133 des Polizei- Präsidiums entgegen._ Der Stellenvermittlerprozeß. Haß gegen die Beamte» des Arbeilsamtes. In dem Stellenvermittlerprozeß gegen Lienemann. Gabriel, Rowack usw. wurde nach einem sitzungsfreien Tag« gestern die Vcr- Handlung fortgesetzt und die Beweisaufnahme zu Ende geführt. Rowack hat schon lange keine Konzession mehr, doch in seinen Vermrttlergeschästen hat er sich nicht stören lassen. Auch die Vorscklriften über die Vermittlung vo-n Ausländern, die einer befondcren VermittZungsstell« vorb.ihalten ist. sind von Rowack übertreten worden. Cr betont gern, daß er früher Landwirt war, aber an Gejchöststüchtigkeit scheint es ihm nicht zu seht-:«. Ein Zeitungsinserat, durch das ein Gutsinfpektor Wille den „Landwirt Rowack" zur Besorgung von Arbeitskräften empfahl, war von Rowack selber veranlaßt, und Rowack bezahlt« auch die Kosten. Zur Gründung einer eigenen Dorschnitter- organijation nach Art von Gabriels„Verband der Vorschnitt«" oder von Lienemcnrns„Reichsbund deutscher Aufseher und Bor- schmtter" hat es Rowack allerdings doch nicht gebracht. Mit der tatsächlich gewerbsmäßigen Vermittlung des Reichs- b u n d e s hat, wie gestern festgestellt wurde, gelegentlich die n i ch t- gewerbsmäßige Vermittlung�«? Arbeitgeber. die„Reichsvenntttlunysstelle" sich in Lerbtndung gesetzt. um von dort Arbeitskräfte zu beziehen. Um sich den Landwirt«» zu empfehlen, führte der Reichsknmd m Annoncen manchmal den Zusatz„d e u t s ch n a t i o n o l" Aus die Bezeichnung„deutsch" war bei seiner Gründung von vornherein besonderer Wert gelegt wordcn. Eingehend wurden gestern die Zusammen st öß«, die Liene- mann und Gabriel mit dem b:tm Arbeitsamt Friedriche Hain Mg?» Außenbeamten Iudrian gehabt haben, erörtert. Iudrion ist nach einer Kontrolle, di« er bei einem Gastwirt ausführen mußt«. um festzustellen, ob der sich verbotswidrig an verschleierten L«r- mittlungen beteiligt«, von Gabriel auf der Straß« beschimpft worden. Auch hat Gabriel ihm gedroht, daß er ihn„krüppelig schlagen" werde. Bor Glicht bestritt das Gabriel. Er erzählt« aber, daß eine ganze Menge Stellenvermittler" da- gewesen sekrc, die Judr an„anständig verhauen wall- t en. Gabriel hat zu Dr. Münch, dem Abteilungsleiter beim Arbeitsamt Friedrichshein, einmal gesagt, Iudriem fei in der Gegend des Schlesiichen Bahnhofs sehr„mißliebig", er solle„sich vor- sehen, daß er nicht eines Tages zur Unfall- station gebracht wird." Solch« Aeußerungen zeigen, welchen Gefahren di« Beamten des Arbeitsamtes Friedrichsham bei ihrem Kampf gegen di« Auswüchse des Stellenvarmitlliingswefens ausgesetzt sind. Von Lienemann ist Iudrian, nachdem er in einem Prozeß seine Aussage gemacht hatte, auf der Straß« b e- schimpft worden. Später stellte ihn Liemmaim noch einmal aus der Straß« zur Red« und schimpft«:„Meineidiger Lumo, D i r haue ich in di« Fresse!" Da Lienemann gegen Iudrian. wie dieser vor Gericht bekundete, drohend feinen Stock hob, so ent- wand ihm Iudrian den Stock und benutzt« ihn dazu, sich geg.» Lienemann zu wehren. Am Montag beginnen die Plädoyers. Der Prozeß wird vor- aussichtlich am Dienstag zu End« komme». Mord und Selbstmord. Heute morgen wurden in dem Haus« Gottlieb- Dunkel-Str. 59 in Tempelhof der 62 Jahre alte Wohnungsinhaber P e n t u hn und fein Untermieter, der 71 Jahre alt« Frig Lichtenberg, in einem verschlossenen Zimmer, das mit Gas angefüllt war. tot aufgefunden. Roch den bisherigen Ermittlungen scheint entukn sich und seinen Untermieter ums Leben gebracht zu haben. och sind di« Beweggründe zu de? Tat noch nicht aufgeklärt. Di« beiden Leichen wurden beschlagnahmt und nach dem Friedhos in der Germaniastrahe gebracht. in dem Charakter seines Varers, bevor der Wahnsinn in Irland ihre Beziehungen so verbittert hatte. Michael Pollard war nicht immer hart gewesen. Als die Kinder noch jünger iparen, hatte er oft heiter und kameradschaftlich mit ihnen verkehrt. Und vielleicht waren sie selbst schuld an seiner jetzigen Reiz- barkeit durch ihren Eigenwillen, ihre absichtliche Auflehnung gegen seine Autorität, ihren sarkastischen Widerspruch gegen seine Forderung ihres Gehorsams. So dachte Pertram in der Gegenwart dieses gramge- beugten Mannes, den er vergebens zu trösten versuchte, und vergaß darüber zeitweilig die Einsamkeit seiner eigenen Seele. 34. Erst nach dem Begräbnis seiner Mutter brach auch Bertram fast zusammen. � Er hatte einen Brief von Joyce er- halten, der chn an die Güte des Schicksals nicht mehr glauben lieh und das Gefühl der Verlassenheit in ihm noch vertiefte. Sie schrieb aus Paris, wo sie im Hotel Maurice mit Lady Ottery wohnte. Sie nannte ihn zwar noch„Mein lieber Bertram," aber dieser Brief machte ihm das Herz nicht warm. Die Nachricht von Digbys Tode hatte sie entsetzt. Das wenigstens müßte seine Sympathie für die irischen Rebellen doch endlich töten! Auch hatte der Tod seiner Mutter sie sehr erschüttert, wenn auch nicht überrascht nach soviel Sorgen und Trauer. Sie wollte ihm gleichzeitig mitteilen, daß Holme Ottery von einem Amerikaner gekauft wäre, und um nicht mitoniehen zu� müssen, wie der alte Stammsitz in fremde Hände überging, wäre sie mit ihrer Mutter nach Paris gegangen. Alban würde unterdessen dafür Sorge tragen, einige der antiken Möbel und Familienschätze auf dem Speicher unterzubringen. Ihr Vater hätte in London ein anderes Haus gemietet. großer als das alte in John Street. Das berühmte Ahnenbild Ruperts von Belair, das Lely gemalt hatte, war auch verkauft worden. Sie hatte sehr geweint, als es fortgetragen wurde. Das war so recht das Symbol des Zusammenbruchs ihrer Familie gewesen. Eine Stelle in dem Briefe traf ihn mitten ins Herz. „Kenneth Murleß hat mir deine Artikel in der„Neuen Welt" gezeigt. Bei dem ersten mit dem Titel„Wie die Ar» beiter denken" hätte ich am liebsten geflucht. Kein Wunder, daß du damals das Angebot des Generals Bellasis ausgc- schlagen hast. Wie kannst du nur, Bertram, wie kannst du nur so etwas schreiben! Es ist mir unfaßbar nach all deinen Taten im Kriege. Es ist geradezu gemeiner Berrat." Die Schönheit der Stadt Paris im Mai wurde noch er- wähnt, dann der Haß Frankreichs gegen Deutschland und die englischen Liberalen, die Deutschland in die Hände arbeiten. (Fortsetzung folgt.) -' die Melneiösfabrlk. Sine Gesellschaft ju gegenseitiger Eideshilfe. Das Große Schöffengericht Tharlottenburg be. ichäftigt zurzeit«in Strafprozeß unter Leitung von Landgerichts- Direktor Drennhausen, der nicht nur durch die Personen der An- geklagten, sondern auch durch das ganze Milieu, unter dem die unter Anklag« gestellten Straftaten verübt worden sind, großes Aufsehen erregt. Di« Anklage richtet sich wegen versuchterVerleitung zum Meineid und Abgab« falscher« i de s stattli ch«r Versicherungen gegen den Privatdetektiv Friedrich Kart von 22« b e l st ä d t,"Frülllein Lydia Elisabeth von Kraotz, Frau Anni Elise von Kulas, Frau Erna Schapira geschieden« Löwenhein, Fräulein Bianka Präsent und das frühere Kinder- mädchen Frida Wolf. Don den Angeklagten ist Frau Schapira nicht erschienen. Sie hat aus München ein Krantheitsattest eingeschickt. Der Staatsanwalt hat gegen sie«inen Haftbefehl erlassen; sie ist jedoch In München nicht zu ermitteln gewesen, und es besteht die V-rniutung, daß sie ins Ausland geflüchtet ist. großen Zögen handelt es sich in diesem Prozeß um eine M e i n« i d s fa b r i k größten Stils. Hierbei spielen aber nicht materielle Interessen die Hauptroll«, sondern die weiblich« Sucht zum Intrigenspiel, was bei Frau von Kulas auslchlag- gebend war. Um Frau von Kulas war ein« Gruppe von Freun- dinnen geschart, und diese hatten sich gegenseitig in vorliegenden Chescheidungsprozessen und in Zivilprozessen mit falschen Zeugenaussagen und«idesstattlichen Versichcrun« gen ausgeholfen. Aus dem Wust der Anklagen fällt es schwer,«in klares Bild herauszuschälen, und Landgerichtsdirektor Brennhausen bemerkte auch, daß man sich ohne die schriftlichen Unterlagen in dem Wirrsal von Prozessen und«idesstattlichen Versicherungen schwer nirechtfinde. Vom Jahre ISIS an fanden eine ganze Reih« von Ehescheidung», und Familienprozessen statt, um die sich falsche«ides- göttliche Versicherungen und Meineid« gruppierten. Die Taktik von Frau von Kulas und Frau Schapira-Löwenhein bestand darin, daß üe über jede gewünschte Behauptung mit dem gewünschten Nomen Zeugen zur Stell« schafften. So ist ein Mann bei drei ve?» ichiedenen Gerichten, jedesmal unter einem anderen Namen, aufgetreten und hat einen Eid geleistet. Der Prozeß zog sich jähre- lang hin, weil Frau von Kulas sich dauernd in die Kronkenhäuser - ächtete. Sie fft die Frau eines Kunstmalers. Bei der Feststellung ihrer Personasien gab sie kein« Antwort, sondern ries nur einmal dazwischen;„Meine Seele stirbt nie.' Als die gestrig« Verhand- lung in dem Verfahren gegen Frau von Kulas und deren Mit- angeklagten im Strafkammersaal des Kriminolperichtsgebäudes fort- gesetzt werden sollte, wurde Frau von Kulas in völlig erschöpftem, a«ithischen Zustand« auf einer Tragbahr« in den Saal gebrocht. Sie hatte nach der letzten Verhandlung am Mittwoch einen Nervenzusammenbruch erlitten und war in die Edelsch« Wohmmg gebracht worden. Während der Vernehmung der An. geklagten Frau von Kulas mästen die anderen Angeklagten sich aus dem Saal entfernen da der Verteidiger der Meinung ist. daß die Angeklagt« dann vielleicht«her die Wahrheit sagen werde. Aber auch dieser Versuch scheitert. Es ist'aus der Angeklagten nichts berauszubringen, und Landgerichtsdirektor Brennhausen kann ihr lediglich vorbalten, wa» ihr zur Lost gelegt wird. Es handelt sich bei ihr um Berleiwng zum Meineid, Anstiftung zur schwenen Ur- 'undenfäffchung und eigener Abgab« falscher eidesstattlicher Den siicherungen in einer Reihe von Fällen. Das Gericht muß sich schließ- lich darauf beschränken die Mitteilungen entgegenzunehmen, die die Anaeklaote in den beiden letzten Togen Sanitätsrat Dr. Edel ge- macht hat. Sie habe immer gejammert, daß sie schon Leichengeruch wittere. Der Schatten der Geisteskrankheit senke sich auf sie. und sie werde von Gestgsten wie schleichenden schatten, um? --eben. Bei der darauf beginnenden Zeugenvernehmung gelannten! s-dr unerguickliche nicht wiederzugebend« Vorgang« über die Be- Rehungen des Angeklagten von Wedelstydt zu der. Angeklagten von kraotz zur Sprache. Die Verhandlung wurde dann aus Mittwoch °rüh vertagt._ Die Sürflerb�ock'KomnmnMen. Vllrgerslch-kommunistische Einheitsfront im IS. Bejitf. Das Zusammengehen der Kommunisten mit dem Bürgerblock zur V.seitiguna der sozialdemokratischen Stadträt« fft eioenllich nichts Neues. Ein tnpischer Fall ereignete sich in der gestrigen Bezirks- 'rordnetenoersammlunq des 18. Bezirks(Weißensees. Die Taten -r Kommunisten in diesem Bezirksparlament des Berliner Nord- siens sind ein glatter Verrat an den Interessen der Arbeiterschaft. Bor emem Monat wurde in Weißensee unser lsienoste Fischer, der Dezernent für die Wohlfahrtsstirsorge, von der krmmunistisch»bürgcrlichen Meluheit abgebaut. Selbstverständlich -rhob G'nosse Fischer Einspruch, da der Abbau aus politi- Ichen Motiven vorgenommen war. Dies« Tatsache be- "-.iesen vor allem die Reden der kommunistischen und deutschnationalen Bezirlsverordnettn. In der gestrigen Sitzung stellte mm die Bürger» blockfraktton den Antrag, den Protest des Genosten Fischer zu rerwerfen.„da er für einen Stodtratsposten der am wenigsten Ge» eignete sei*. Warum ist Genosse Fischer zum Stadtrot nicht geeignet? Da haben die Bürgerlichen folgende famole Begründung: Genoste Fischer habe bei der Ferienkolonie als Aufsichtspersonen kein« P2- dagogen, wohl aber„unfähig« Leu'e aus dem Arbeiterstande* ge- rcntnwn. Einen anderen Grund konnten dies« Bürgerblockhelden nicht angeben. Di« Kommunisten hielten hier dem Bürgertum wirklich die Steigbügel, denn mit ihren n Sti mm« n erhielt der Antrag der Nationalisten die Mehrheit. Di«„unfähigen Leute aus dem Arbeiterstande*, alles erfahrene und chrsame Frauen und Männer aus dem schassenden Volke werden sich den Borgang merken und am 7. Dezember den kommunistischen . rrrreoclutivnären Proletariern* die verdient« Quittung geben. die Ein Schwindel, der seine— Jciu ernährk. Einen raffinierten Schwindel mit der Amenkahilfe betreibt seit einiger Zeit eine noch unbekannteFrau. Sie spricht aus der Straße alte Frauen an, die nach dem Markt gehen oder sonst ein- holen, nennt sie gleich beim Nomen und spricht mit ihnen über ihr« Familien- und wirtschaftlichen Lerhältnisse, über die sie sich immer ziemlich gut unterrichtet zeigt. Das Ends der Unterhaliung ist jedes- mal, daß sie den Frauen, meistens solchen, denen die Rente entzogen ist, Lebensmittel aus der Amenkahilfe verspricht. Die vermeintliche Helferin erzählt auch gleich, daß alles schon in Ordnung sei, nur mäste sie für Transport und Benvaltung den Helfern einige Mark zahlen, während die Lebensmittel an sich nichts kosteten. Manche Frau nimmt diese angebliche Vertreterin der Amerikahilfe mit in die Wohnung und muß dann später zu ihrem Leidwesen ftsfftellen, daß sie nicht nur b« chwindelt, sondern auch noch be stöhlen wurde. Die Kriminalpolizei wußte zunächst nicht, auf welchem Wege sich diese Gaunerin nach den Verhältnissen ihrer Opfer erkundigt hatte. Jetzt ergab sich, daß sie alles, was sie braucht, von Armen, und Bezirksoor st ehern erfährt, denen sie vorschwindelt, sie sei von der Amerikahilf« beaustragt, bedürftige Leute auszusuchen. Di« Vorsteher haben ihr daraufhin ahnungslos stets bereitwillig Auskunft gegeben. Die Schwindlerin, die seltener auch alte Männer anspricht, erbeutet jedesmal 3— 5 Mark. Es sei vvr ihr gewarnt. Sie ist etwa I.KO Meter groß und schlank, hat ein rundes Gesicht mit spitzem Kinn und braunes Haar, geht bald bester, bald schlechter gekleidet und trägt in der Regel«inen Pelz- kragen aus Alaskafuchs. Mitteilungen, die geeignet sind, st« unschäd- lich zu machen, nimmt Kriminalkommistar Bredeck, Dienststelle B. II 2, im Polizeipräsidium entgegen. Vahlabschlußfeker des Reichsbanners. Die heutig« Wahlabschlußfeier des Reichsbanner, Echwarz-Rot- Gold im Sportpalast soll zu einer gewaltigen Willenstund- gebung der Berliner Bevölkerung für die Re- v« b l i t werden. Die Bettlner Republikaner hoben chre Pflicht nur dann erfüllt, wen» sie zwischen S und S Uhr repudlitanffch wählen und abend» in den Sportpalast eilen. Das Reichsbanner hat einen besonderen Nachrichtendienst em- gerichtet, der es ermöglicht, in aller Kürze aus dem ganzen Reiche die wichtigsten Wahiresultate zu übermittln. Um 10(4 Uhr erfolgt unter den klängen de» Relchsbanaermarsche» der Einzug sämtlicher Berliner Aahnenkompagnien. Die Pausen werden durch Musik- und Gesangs-Dorträge ausgefüllt. Der deuffche Jiu-Jitfu-Meister Erich Bahn wird mit den besten Kräf- ttt» des Berliner Jiu-Jitsu-Klubs einig« Kämpfe vorführen. Außer- dem werden republilanis che Film e zm Borführung ge- Die in Berlin anwesenden gewählten republikanffchen Abgeordneten nehmen Gelegenheil, sich ihren Wählern in kurzen Ansprachen vor- zustellen. Die Kosten im Sportpalast werden um S Uhr nachmittag, geöffnet und geben bi»8 Uhr die Eintrittskarten zum vor- Verkaufspreis ab. Die Parole für Sonntag, den 7. Dezember lautet also: von S b>s 6 Uhr wird republikanisch ge- wählt, ab 10 Uhr treffen sich alle Republikaner im Sportpolostl Neue Verhaftung im Jolle kufter. Di« Angelegenheit des Ju st izobersekretär, Huster zieht immer weitere Kreise und es scheint, daß die Vermutung sich bestätigt, daß er bei seinen umfangreichen Unterschlagungen bei der Kaste des Amtsgerichts Berkn-Mnte H el s e r» h e lf e r gehabt hätte. Huster ist vorgestern durch Sammeltransport von Breslau, wo er vor eimger Zeit verhastxt worden ffs, m§ Untersachungsgesängnis in Moabit eingeliefert worden. Auf Grund seiner ersten Bernchmurig fand im Kriminalgerichtsgebäude m Moabit ein« austehenerrcgendc weitere Verhaftuna statt. Staatsanrvalffchaftsrat Polzin nahm persönlich die Verhaftung des Just i z ob e rs e k r et ä rs Jllgner vor, der gegenwärtig be! der Slmtsamtwolffchaft Mitte be- i ifaiiigt ist und von seinemArbeitstisch weg oerhaftet wurde. Es soll auch rm Laufe der Tages in feiner Wohnung eine Hcrusfuchung erfolgen. Jllgner war früher mit Huster zusammen bei der Kaste des Amts- gerichts Mitte ln der Reuen Friedrichstraße tätig und die Anschuldi- gungen sollen dahin gehen, daß er Anweisungen gefälscht und Huster gegeben hat. Es dürfte noch weitere Ueber- raschungen geben, denn anscheinend weiden noch mehr Personen Kenntnis von der Herkunst der reichlichen Mittet gehabt haben, durch die Huster seinen luxuriösen Lebenswandel, seine kostspieligen Damen- bekannffchasten und seine üppigen Festgelage bestritt. Taubstumme Künstler. Im Kmffffoton von H. Cybulsti. Kurfürffendomm 28. ist «in« Ausstellung von Bildern. Plastik. Keramik, Bronzen. Lithographien und Radierungen zu sehen, die besondere» Jnkerest« aus dem Grunde erweckt, weil die Künstler, die hier ausgestellt haben, taubstumm sind. Gewiß wird«in Moler und ein Bildhauer nicht dadurch behindert, ein Kunstwerk zu schaffen, daß ihm Sprach« und Gehör fehlen. Aber wirffchaMch können ihm diese Gebrechen Schoden zufügen. Er hat es bedeutend schwerer, mtt Käufern seines Bildes zu verhandeln, mit Agenten, Kunfffalons und Kunst- Ausstellungen. Di« wirffchastlich« Lage einer großen Anzahl auch begabter und cmerk armier Künstler ist drückend schwer, und taub- stumme Künstler leiben daher noch härter unter der Not der Zeit. Sie hoben sich daher zu einem Künstlerverem„Sonne* zusammen- geschlosten. um durch die Gemeinschaft bester und«nergffcher ihr«. Ziel« verfolgen zu können. Dieser Künstlerverein„Sorme* hat mm im Salon von Eybutskl ausgestellt. E» befinden llch'N der Ausstellung viel« beachten»weri« Gemälde, ein paar Plastiken von starker Wirkung und sehr«tg«»> artige keramische Arbeiten. Die Bilder von Stein- Kirchen, die Plastiken von Christlieb, die Bronzen von Köhler und G o r e tz k i, die Lithographien von A r n h e i m, die Arbeiten von Steinhausen und B u r g e r sind von hervorragender künstlerischer Qualität. Sämtliche Mitglieder de« Kimsilervereins „Sonne* wohnen übrigens in Bettin. Rur Govetzki stammt aus Hamburg. Diese taubstummen Künstler hoben aber auch den rechten Ort für ihre kleine Ausstellung gewählt. Die Ausstellung ist bis zum 24. Dezember täglich von 10 bis 2 und 3 bis 7 Uhr geöffnet. Em guter Besuch eines kaufkräftigen und kunstverständigen Publikums ist ihr zu wünschen._ Wahlhilfe der Arbeiter-Samariter. Um den alten und kranken Wohlberechtigten di« Möglichkeit zu geben, ihr Wahlrecht auszuüben, haben die Arbeitersamartter in allen Stadtteilen Berlin? Wachen eingerichtet, die mit fohrbaren Krankenstühlen versehen sind. Es wird gebeten, von nachstehenden Wachen Notiz zu nehmen. Auf t e l e p h o n i- s ch e n Anruf oder Miteilung wird der Transport kostenlos ausgeführt. Schönhauser Allee öS, Zentral«. Lokal von Zimmer. Telephon Humboldt 434. Mariannenplatz 27/28, Leibmtzgymnasium. Tel. Moritzplatz 7ö08. Putlitzstraße 10, Lokal von Krüger. Tel. Moabit 176(3. Schulstroß« 12, Lokal von Sellin. Tel. Moabit 165. Friedenstr. 88, Lokal von Bariusch. Tel. Königstadt 2795. Gr. Frankfurter Str. 10, Lokal von Rauter. Tel. Alex 7703(Rose). Bergmannstr. 69, Lokal von Höhlk«. Tel. Moritzplatz 13 125. Charlottenburg: Kaiser-Friedrich-Str. 45 B, Lokal von Theten. Tel. Wilhelm 3190, Steglitz: Birkbuschstr. 90, Lokal von Schultz. Tel. Steglitz 3018. Schöneberg: Ebersstr. 60, Lokal von Rosenthai. Tel. Stephan 2932. Tempelhof: Chausseestr. 27, Lokal otrn Kranich. Tel. Südring 187. Mariendorf: Berliner Str. 143. Lokal von Hoffmann. Telephon Südrina 847. Neukölln: Weichselstr. f, Ideal-Klaas«. Telephon. Weißensee: Lehverstr. 122. Lokal von Gallas. Tel. Weißensee 877. Weißensee: Berliner Alle« 177, Lokal von Lindoer. Tel.„ 142. Weißensee: Go thcstr. 31, Lokal von Pohl mann. Pankow: Breite Str., Türkisches Zelt Tel. Pankow 266. Lichlenberg: Rigaer Str. 95, Lokal von Nothorff. Tel. Königst. 854. Adlershof: Hacken bergstraße, Sanitätsbaracke. Königswusterhoufen: Bettiner Straße. Rest, zum Funkmbery. Tel. Königswusterhausen 2811. Tegel: Berliner Eck« Veitstraße, Lokal von Schade. Borsigwalde: Borsigwalde r Fesffäl«. Wittenau: Oranienburger Str. 88. Lokal von Fritz Schulz. Rosenthal: Haupfftraß«, bei Schneider. Reinickendorf-Ost: Hauptstr. 50, Bürgergarten. Remickendorf-M: Residenzstroß«, Seebad. Reimckendorf-West: Scharnweberstr. 114, Volkshaus. Treptow, Elfenftr 110. Telephon: Moritzplatz 339. Alfted Rosenkranz gestorben. Wieder fft«wer von der alten Garde dahingeangem Genosse Rosenkranz, der Leiter der „Vorwärts*. Filiale in der Boxhogener Straß«, fft am 6. Dezember plötzlich durch Schlogansall verstorben. Unzählig«. mal hat in d-n Zeiten der Revolution der damals schon Sechzig- jährige seine Spedition mit dem Gummiknüppel vor dem Gestürmt- werden behüten müssen. Tie letzten 40 Jahre der Parteigeschichte von Rummelsburg sind auf das engste mit unserem Genosten Rosen- kränz oerknüpft. Unter dem Sozialistengesetz war er Ber- trauensmann, später Vorsitzender der Organisation. Auch im qewerk- lchaftlichen Leben gehört«. Rosenkranz nicht zu den Leisetretern. SMe Maßregelung bei der Firma Protzen u. Sohn, wo er als Teppichweber lange Jahre tätig war, beweist das. So ist unter , alter Rosenkranz von uns geschieden vvr dem Tag«, an dem die I arbeitende Bevölkerung Deutschlands ihre Zugehörigkeit zur Sozial- demokrat« bekunden wird. Wenn sich einer auf diesen Sieg gefreut hat, dann war es Genoste Rosenkranz. Bekanntgab« der Wahlresultate Im Gewerks chaftshaus. Wie bei der letzten Wahl, so wird auch diesmal die Oekonomie des Restaurant» de» Berliner Gewertschaftshauses Lauts precher am Wahltage ausstellen, so daß die Gäste auf schnellstem Weg« die Resultate erfahren. Auch im Vestibüls aal befindet sich am Wahltage ein Lauffprecher. Zu dem verschwinden de» Köpenick« Geldpakele» mit 82 000 Boldmaik wird mitgeteilt, daß die Bücker, die sied in dem Tauschpaket befanden, nach den Fenstelluiigen der Kriminalpolizei am 26. November vormiliagS bei Tiey am Alexanderplatz gekaust worden lind, also an demselben Tage, an dem nach- mittag» gegen 1'/, Uhr da» Geldpaket von dem Straßenbabnwagen der Linie 87 verichwand. Die Bücher, für die 10 M. bezahlt wurden, waren in grüngraue» Papier verpackt. De» Käuker» kann sich bei Tietz niemand erinnern. Ob es sich um die Ausfübrung eine» vorbereiteten Plane» oder um die Ausnuyung einer zukällig gegebenen Gelegenheit bandelt, lätzi sich auch jetzl noch nicht sagen. Dem vaNzeioberwachtmeist« Karl Schulz, der wegen Mißhand» lang de« Arbeiiel« Sl. von der Strafkammer zu vier Monaien Ge- fängni» verurteilt wuide, ist, wie der Polizeipräsidem milteilt, leit Wochen die Ausübung der Amitverrichtung versagt worden. Ein Dliziplinorvertabren mii dem Ziel auf Entlassung ist gegen ihn eingeleitet worden. Heute S«nm»s, den 7. Dezember, veranstaltet da» Philhannonffche Orchester(Dirigent Pros. R. Hagel) ein volkstümlich«� Konzert. Die BurcaurSume de» Generallonsulct« der Polnischen Rcpublkk in Berlin W. SS. Kurfütttenftrohe 137, sind am Montag, den S. d. M., kirchlichen fleiertaa» wegen geschloffen. Weihnachtsangebot der LOESER& WOLFF c.m.b. Zentral©: BERLIN C25. Alexanderstrass© 1 PrÄsentklstchen In reichlicher Auswahl! 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Und so kann man die groteske Feststellung machen: trotzdem dieses Mal auf der geschichtlichen Stell« kein Tropsen Blut— weder deutsches nock) russisches— vergossen worden ist, wurde General Gudendorfs beim Kaiser vorstellig, die Kämpfe des deutschen Heeres mit General Semsonofss Armee mit dem Gesamtnamen.Taimen» 'berg" taufen zu dikkfen." Damit habe Ludendorff nichts anderes erstrebt, als eine kriegspolitische Reklame großen Stils. Daß diese Behauptung der Wirklichkeit nahe kommt, geht aus Ludendorffs eigener Darstellung hervor. In seinen„Kriegserinnerungen"(S. 44— 45) schreibt er mit einem Pathos, das hier kaum angebracht ist, wörtlich: „Die Schlacht wurde auf meinen Vorschlag die Schlacht von Tannenberg genannt, als Erinnerung an jenen Kampf, in dem der deutsche Ritterorden den oereinigten litauischen und polnischen Armeen unterlag. Wird der Deutsche es jetzt, wie damals(1410), zulassen, daß der Litauer und namentlich der Pole aus unserer Ohn- macht Nutzen ziehen und uns vergewaltigen? Soll Jahrhunderte alte deutsch« Kultur verlorengehen?" Mit der größten Entschiedenheit bestrettet Prof. Golowin die Wahrheit von Ludendorffs Darstellung des Verlaufs der Schlacht von Tannenberg.„Nach dieser(Ludendorffs) Le- gende," erklärt Golowin,„werden die Kämpfe mit den Armeen des Generals Samsonoff wie folgt dargestellt:„Der geniale Ludendorff konzentriert mit ungewöhnlicher Kühnheit gegen Samsonoff die gesamte 8. deutsche Armee, indem er sie dem General Rennenkampf sozusagen direkt vor der Rase ent- zog. Um die Niederlage vorzubereiten, heißt es, hätte Luden- dorff darauf den General Samsonoff in seinen Mittelpunkt oerlockt. Dabei scheute Ludendorff nicht davor zurück, den Zentralpunkt zu schwächen und sich sogar einem vorübergehen- den Mißerfolg auszusetzen. Mit einem Wort, als wäre hier die Wiederholung von Hannibals Schlacht bei Cannä zu ver- zeichnen, dieses Musters der Kriegskunst. Infolge dieses genialen und kühnen Plans hätte die umkreiste Armee Samfo- nosfs die Waffen gestreckt."„Diese Legende," führt General Golowin aus,„ist vom ersten bis zum letzten Wort eine glatte Unwahrheit." Der Verlauf der Kämpfe spielte sich, nach Golowin, in Wirklichkeit folgendermaßen ab: Vom 13. bis 17. August hielt sich die russische Armee stand- hast gegen die doppelten Streitkräfte der Deutschen. Die Folge dieser Ungleichheit war. daß die Rests der 2� russischen Armee- korps durch den rechten Flügel des deutschen Armeekorps von der Grenze abgeschnitten wurden. Einem Teil dieser Reste ist es gelungen, sich durchzuschlagen, während der andere Teil in Gesangenschast geriet. „Den deutschen Operationen lag gar nicht," fährt General Golowin fort,„d i e I d e e C a n n ä s, die der Umfassung, zu- gründe, sondern die des Angriffs auf den linken Flügel der russischen Armee, die den Vormarsch auf Allenstein unternahm. Das war die Idee, die der deutsche Generalstab einige Jahre vor dem Kriege ausgearbeitet hatte. Ludendorff kann daher unter keinen Umständen als der Vater dieser Idee betrachtet werden. Sie wurde am 8. August(dem Tage nach der Schlacht bei Gumbinnen) vom Befehlshaber des 20. Armeekorps, General Scholz, vorge- schlagen, mit ihr erklärte sich der Befehlshaber der 8. Armee. General P r i t t w i tz.«nvsrstanden, und der Chef des Ge- »)„Aus der Geschichte der Kampagne 1914 an der russischen Front Der Ansang des Krieges und die erster Operationen in Ostpreußen."(Die Arbeit russisch:„Is istorii kampani 1914 na lusskom fronte. Natschala wojni i perwija opiratii wostotschnoi Prussii" erscheint im Verlag„Plamja", Prag. Einen ausführlichen Bericht über das Werk gibt das russische Blatt„Poslednii Nowosti", Paris, wieder.* vor öer Wahl. Nach öer Wahl. Jn den Gzean schifft mit tausend Mosten der Jüngling; Still auf gerettetem Soot treibt in den Hasen der Greis. schw«. neralftabs, v. M o l t k e, drängte schließlich zu ihrer Durch- sührung. Dementsprechend war das 1. deutsche Armeekorps unter dem Kommando des Generals F r a n y o i s von Anfang an durch General P r i t t w i tz vom Schlachtfeld bei Gum- binnen abkommandiert worden, um die rechte Flanke des Generals S ch o l z zu stärken." Bis zu diesem Zeitpunkt spielte Ludendorff hier absolut keine Rolle, da er erst am 9. August ausgefordert wurde, im Hauptquartier zu erscheinen, wo man ihm die Mitteilung von seiner neuen Berufung machte. In seinen„Kriegserinnerungen" stellt Ludendorff die Be- hauptung auf. daß er bereits von Koblenz aus(wo sich damals das Hauptquartier befand) den Befehl erlassen hatte, die Rich- tung des 4. Armeekorps des Generals Fran�ois zu ändern. Diese Behauptung ist sicherlich auf Ludendorffs svezisische Gedächtnisschwäche zurückzuführen: denn General Fran�ois be- zeichnete sie in seinem Buche„Marneschlacht und Tannenberg" als unzutreffend. Genau so wird von Professor Golowin Ludendorffs Version, wonach er zum Kampfe gegen General Samsonoff das 1. Reserve- und das 17. Armeekorps herangezogen hätte, quali- fiziert: dieser Gedanke gehörte nicht Ludendorff, sondern v. Moltke; am 8. August hatte v. Moltke darüber eine tele- phonische Unterredung mtt General Prittwitz. Da General Prittwitz in seiner Stellungnahme schwankend war, setzte es v. Moltke durch, diesen Befehlshaber durch General Hinden- bürg zu ersetzen. Es steht also fest, daß Ludendorffs Betettigung an dem Zustandekommen der günstigen strategischen Gruppierung, bei der die 8. deutsche Armee die Armee Samsonoffs angriff, ganz gering war. Als Ludendorfs auf dem leitenden Posten erschien, war die Vorphase des Angriffs, wenn nicht schon vollendet, so doch endgültig ausgearbeitet und akzeptiert. Und nun Ludendorffs Rolle bei der Schlacht selbst. „3. August. Der erste Tag der entscheidenden Kämpfe mit Samsonoffs Armee. Der linke deutsche Flügel, der sich aus dem 1. Reserve- und dem 18. Armeekorps der 6. Landwehrbrigade zusammensetzte, war bei weitem dem 6. russischen Armeekorps uberlegen und griff es an. Es ist aber interessant, festzustellen, daß die Verbindung dieses Flügels während der ganzen Operation sehr schlecht war. und die Befehlshaber der Armee- korps die Operationen auf eigene Initative führten." Anders gestattete sich die Lage am 13. August auf dem rechten Flügel: dort war die nahe und unmittelbar« Kommandoführung möglich. „Der Befehlshaber des 1. Armeekorps, General Franoois, ersuchte Hindenburg um Erlaubnis, die entscheidende Aktion nicht am 13., sondern am 14. August vorzunehmen, da am 13. August erst die Hälfte der Artillerie des Armeekorps an Ort und Stelle war. Ludendorsf sprach sich gegen diesen Vor- schlag aus und drang darauf, am 13 August anzufangen. Die Folge davon war, daß das 1. deutsche Armeekorps, das sich in den gleichen Verhältnissen befand wie die Rüsten, seine Auf- gäbe nicht erfüllen konnte. Zugleich mit den Operationen des 1. Armeekorps fanden die Kämpse des 20. deutschen Armeekorps statt, das in seiner vollen Zusammensetzung den Kampf mit der 2. russischen Infanteriedivision, die aus einer Strecke von 10 Werst zerstreut war, aufnahm. Die 2. Division wurde geschlagen. Jnsolge- dessen wurden am 13. August abends die Wege nach Neiden- bürg, dem wichtigsten Kommunikationspuntt im Hinterland der zentralen russischen 15. und 13. Armeekorps, für den deut- schen Vormarsch stei. Hier entstand eine Lücke von 20 Werst Brette, die durch die Reste der 2. Infaitterie-Diviston nicht ge- deckt werden konnte. Ludendorff erfaßte die neue Situation nicht, denn in seinem Befehl vom 14. August. 9 Uhr abends, behauptet er. daß auf der Stelle des„strategischen Lochs" die russischen Streitkräfte, nämlich zwei Armeekorps, konzentriert seien. Und dieses„Loch" befahl Ludendorff zu umfasten. Infolge der energischen Aktion des 15. russischen Armee- korps, das am 14. August im Mittelpunkt kämpfte» war Luden- dorff bestrebt, nicht, wie er behauptet, die Russen nach diesem Mittelpunkt zu„locken", sondern gerade das Gegenteil zu tun: aus Angst um den Zentralpunkt hielt er das 20. Armee- korps zurück, das direkt gegen das„strategische Loch" mar- schieren sollte, veranlaßte es, abzuschwenken und kommandierte eine Division zur Stärkung des Mittelpunktes und die andere, um den Mittelpunkt zu„drängen". Auf diese Weise führten Ludendorsfs Befehle nicht zur Einschließung der Rüsten, sondern sie ermöglichten ihnen den Rückzug. Am 15. August setzte Ludendorff diese Taktik fort. Unter dem Eindruck des tapferen Kampfes des 15. russischen Armee- korps ließ er weiter die rechte Flanke zum Zentrum„drängen" und verkleinerte dadurch die Brette der Umfassung. An diesem Tage, und zwar um 9,10 Uhr morgens und um 12,25 Uhr mittags, erteilts er dem Befehlshaber des 1. Armeekorps, General Fran?ois. entsprechende Instruktionen.(sReben- bei bemerkt: in seinen„Kriegserinnerungen" hat General Ludendorff diese Instruktionen zu erwähnen vergesten.) General Fran�ois führte aber Ludendorffs Befehle nicht genau aus. Aus eigener Initiative richtete er seinen Hauptangriff nicht gegen Sann, wie ihm vorgeschrieben war. sondern auf Neidenburg. Da- durch war es ihm möglich, rechtzeitig die Wege für den Rück- zug der Rüsten zu besetzen, nämlich die Chaustee Neidenburg- Willenberg. Interestanter ist Ludendorffs strategische Führung der linken Flank«, die sich aus dem 1. Reserve» und dem 17. Armee- korps zusammensetzte. „Durch den Befehl vom 15. August, 5,30 Uhr nachmittags," stellt General Goiowin fest,„wurden diese beiden Armee- korps zurückgezogen. Dabei wurde General Mackensen befohlen, das 17 Armeekorps nach Gutstadt zurückzuziehen, d. h. um 30 Werst in der Richtung nach dem Hinterland von der Stelle, wo das Armeekorps stand. Aber General Mackensen, genau wie General Fran?ois, leistete Ludendorsfs Befehl kein« Folge und setzte den Vormarsch in der Richtung nach Willenberg fort, um die russischen Zentralarmeekorps zu simfassen." „Die Taktik von Canna," führt General G o l o w i n aus, „hat wohl stattgefunden; aber General Ludendorff hat damit nichts zu tun, da er alles getan hat, um ihre Anwendung zu verhindern. Hier triumphierte das deutsche Kriegswissen und die glänzende Vor bcreitung der Kommandeure An verschiedenen und weit von- einander entfernten Punkten des Schlachtfeldes haben die Be- fehlshaber der beiden Armeekorps selbständig eine der Idee nach gleiche Aufgabe gut gelöst. Die Generale Fran großer Teile de» Rheinlands di« Weg« zu einer wirklich„großen" Derwaltungs. resorm ebnen müssen, die der jetzt stabilisier!« Stoat Preußen ohne Gefahr für die Aufrechrerhaltun�z seine» Gesüge» wird durchführen können. Ein Sieg des Büvgerblocks bei den Wahlen im Reich und in Preußen würde die Lösung dieser Aufgaben unmöglich machen. Für dos Reich bedeutet« er Kapitulation vor dem rückschrittlichen Partitularuismus, für Preußen bedeutete er die Verhinderung jeder ernsthaften Verwastungsreform. Di« Gemeinden haben deshalb alles Interesie daran, daß der sozialdemokratische Einfluß gestärkt wird. Dr. Thompsons Seifenpulver(Marke Schwan) das Paket 30 PL Qfay Sonstige praktische Geschenk- Artikel: Kinderwagen Fertige Betten in hübschen Kartons: W/n Daunendecken «rtm« bin.......... 6?* Pmnmnttn ts dinnm Pftrbw,. SS** Bui, In rerechlndetwn Uutera.,, SS** Steppdecke B»«»-0bnrnt>». dim»» kVWn,... t zr* Schlafdecken Sn» ml« L»nl,........... 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Jeder Mensch kommt einmal im Leben«ms den höchst absurden und lästerlichen Gedanken, daß es gang hübsch sein müßte, einmal so viel zu oerdienen, um sich einiges leisten zu können, was so vielen unserer ehrsamen Mitbürger absolutes Bedürfnis ist Auch mir kam einmal der Gedanke, daß es ja recht hübsch sei, Feuilletons zu schreiben, daß es aber noch viel hübscher sein müsse, auch von so etwas Ahnlichem leben zu können. In solchen Fällen oertraut man sich gewöhnlich einem arrivierten Freund« an. Der arriviert« Freund schreibt Shimmytexte und hat alles das. was ich nicht Hab«, aber so innigst erträum«. Der arriviert« Freund sah mich also höchst mitleidig an und meinte dann sehr geringschätzig: ,La, mein Bester— du darfst dich über deinen chronischen Dalles nicht wundern, wenn du dein Leben damit verbringst, so dumme Sachen wie dein« Feuilletons zu schrei- den! Schreibe doch etwas Derrninftige»— schreibe einen Schlagertext!' Ich ging also heim und begann einen Schlagertext zu schreiben. Nun meint man, daß das eine kindereimfache Sache sein müsse. Einen Schlagertext.... Nein, das kann ich versichern: einfach ist das nicht! Gang und gar nicht! Jedenfalls— ich bracht« es nicht zuwege. Ich lehnte mich an berühmt« Vorbilder an. ich mischte die Atmosphäre einer Tanzbär mit dem Dust einer Vorstadtkneipe— ich versetzte mich in die Mentalität eines Gents, gemischt mit Hintertreppen köchin — aber«in brauchbarer Schlagerresrain wurde nicht daraus. Schließ. h wurde es ein lyrisches Gedicht. Ich sandte es an die Redaktion r Wochenschrift„Mein stilles Heim' und erhielt fünf Mark Honorar «für. Woraus hervorgeht, wie wenig geeignet mein Geistesprodarft .r einen brauchboren Shimmyrhychmus sein mochte. Der gewisse Freund lächelt« über meine Nöte. Er hatte leicht ächeln! Denn er fabriziert« wöchentlich sieben Schlagertext« zwischen tzessert und Mokka, was bei mir schon nicht gut möglich war, well ch weder Dessert noch Mokka verspeise. Der Freund lächelte also. lnd lächelt« vor allem über meine Gründlichkeit, mit der ich zu Werke gegangen war. J3a— wenn du dich cm die Ardeit machst, als ob du die Messiad« chrebben wolltest, wirst du nie einen Schlagerresrain fertig bringen. ich seh« schon, daß du in nüchternem Zustande nie etwas Ver- ünftiges fertigbringen wirft! Du gehst also hin. trinkst dir einen üchtigen Rausch an und dann reim« mal draus losl Wenn du total Jossen bist! Das Dümmst«, was dir gerade einfällt!' „Zum Beispiel.. „Na also, zum Beispiel: O, Euphrostn«— o, Euphrostne— sei 'ine Phryn«.... Oder: Ausgerechnet Melonen— Melonen ver- urgt sie von mir!... Oder so ähnlich!' Und er sah mich so seltsam utleidig von oben bis unten an. daß ich mich ins Jnnerste hinein hämte:„Mein Gott— etwas Gescheites muß doch einem Menschen ,ie dir einfallen können!' Sollte man meinen! Ich ging also hin und betrank mich smnlos. Jedenfalls Halle ich -"m horrend« Borspesen ans den zukünftigen Weltruhm. Wi« ich criso reit war. daß ich mein« Gedanken nur mehr lallen konnte, macht« h mich an die Lbsassung meines Schlagers. Es wurde ein schwül nnliches Gedicht. Alle Laster hatte ich hineinvercrrbeitet. Ich sandte S cm die Redaktion der«rotischen Wochenschrist„Die Schlange und ver Apfel' und erhielt ei» Monatsabonnement der Zeitschrist als Honorar.» Nun begann aber der Freund an mir zu verzweifeln. Er nannte mich einen Trottel, dem nicht mehr zu helfen fei, und er wisse sich — obwohl«r sonst um gut« Ratschlöge nicht verlegen wäre— schon roirtüch keinen Rat mehr mit mir. Jetzt bliebe, wenn ich doch un- bedingt einen Schlager schreiben wolle, nur ein« Möglichkeit mehr für mich: Irgendwo hinaus auf die Straß« geh«n und den ersten Satz, den mir jemand zurus« oder den ich irgendwo hör«, zu einem Zhimmyreftain zu verarbeiten. Das sei eine Methode, die sich schon iausendfach bewährt hätte, und er könne mir im Vertrauen ver» raten, daß er sein« größten Erfolge bisher noch dieser Methode er- zielt habe. Das schien mir einleuchtend. Daß ich nicht früher aus dies« Idee oerfallen war! Man muß es aus dem Volke holen, wenn man es d«m Volke geben will! Was einem Literatengehirn entsprießt, kann nie Gemeingut der Menschheit werden. Di« lmoerbrauchtesten Säfte ruhen im Volke. Ich irrt« stunden-, tagelang durch die Straßen. Merkwürdig, die Menschen redeten entweder so leise, daß ich nicht verstehen konnte, was!>« sprachen, oder redeten sie so unvernünftiges Zeug, daß selbst mein Freund, der doch ein« gewisse Routine in Derartigem bestiß. es nie und nimmer hätte zu einem Schlager verarbeiten können. Dazu kam ich durch dieses System in die unangenehmsten Eitua- tionen. Zwei Leute sprachen miteinander, ich stellt« mich dazu und mußte es mir gefallen lassen, daß mich der«ine einen Lümmel nannte, h«r noch nicht wisse, daß man fremde Gespräche nicht belauschen dürfe...- Einem jungen Paare, von dem ich annehmen konnte, daß es sich gerade in Shimmystimmung befinde, folgt« ich lange Zeit guf seinen Wanderungen in die einsanist« Einsamkeit, bis sich der Jüngling endlich nach mir umwandt« und mir zurief, wenn ich jetzt nicht augenblicklich mache, daß ich weilerkärn«, dann haue er mir ein« herunter, daß ich daran denken würde, und in der Stimmung sei er gerade. Woraus ich es aufgab, die Menschen zu belauschen. Ich schlich heim und schrieb einen Essay über die Gereiztheit der Menschen in unserem Zeitalter. Den sandte ich an die Redaktion der Monatsschrift „Die Langeweile' und bekam ihn nicht zurückgesandt, well ich kein Rückporto beigelegt hatte. Meinem Freund, dem Schlagerdichter, aber klagte ich noch einmal mein Mißgeschick. „Ja, aber irgendetwas mußt du doch m all den Tagen gehört haben!' meinte er. „Irgendetwas schon— aber das kann mcm doch nicht ye- brauchen!' „Zum Beispiel?' „Nun— als ich in die Elektrische stieg, trat ich einem Herrn unversehens auf den Fuß, woraus er sich umwandt« und mir sehr grob zurief:„Treten Sie mir nicht aus meine Hühneraugen!' „Ist das alles?' „Nein. Aber— das ist peinkich zu erzählen... � In einer drmklen Seitengasse hat mir ein Mädchen gesagt: Kleiner, komm mit mir— du sollst es gut bei mir haben....' Der weltbekannte Dichter lächelte so merkwürdig, klopft« mir— wie es schien, nicht ohne Wohlwollen— auf die Schulter und meinte: .Lieber Freund, bleibe bei deiner Mus«— ich glaube, dir ist nicht mehr zu helsenl Der göttlich« Funke ist nur wenigen gegeben und du bist nicht darunter!' Sprach's und ließ mich mit meinem Weltschmerz allein. Ich habe es nicht bis zum Schlagerdichter gebracht. Der oft genannt« Freund ober erzielt« kurz nachher sein« großen Wellerfolg« mit zwei Liedern, deren Texte ihr ja all« kennt und sicherlich in gehobener Stimmung fingt. Di« Refrains lauten: „Treten Sie mir nickst— auf meine Hühneraugen— Lieber Freund— dos kann doch zu nicht» taugen!' Denn wenn man solche Augen hat wie Sie—: Tritt man auf die andern Hühneraugen nie...!' Und: „Kleiner, komm mit mir— du sollst es gut bei mir haben! Kleiner, komm mit mir— ich will dich küssen und laben! Sei nicht dumm, Ninnn's nicht krumm, Süßer Gent! Glücklich ist nur der Mensch, der mich kennt.. f Mein Freund hat's eben! Da läßt sich nichts machen!—»— Zilmschall. Vier Sensationen. Troh des AnklangS, dcn die verinnerlichten Filme fanden, ist die deutsch« Filmproduktion wieder geitissentlich bcmudi. Dutzendwar« zu liefern. Sie tzevorzugt die Schablone und würzt mit Sensation. Dies« Vorlieb« wird durch aeschästs- und reNamelüchtia« Striekel untrrstützt, deren literarischer Ehrgeiz darin besteht, nur Romane anzunehmen, die sich verfilmen lasten. So ist auch Norbert Jacques' Roman„Mensch gegen Mensch'(U. S. Kursörftendamm) in der Aufmachung, wi« er sich im Film darbielel, ganz und gar von übler kinologit durchzogen. Tie Gründe der Konflikte sind nur schwach angedeutet, man operieil mit sensationell ausgebeuieteu Tatsachen. Ter lleine. schlecht bezahlte Bank- angestellt« lehnt sich gegen den mächtigen Großindustriellen auf, desten Gi«r»ach einer steinen Tänzerin steht. Der Arm« liebt diel« Tänzerin. «in braves, anständiges Mädel. Sein Zorn ist erklärlich und berechtigt. Aber im selben Augenblick, wo er in Opposition gegen den Reichen tritt, ist er das Haupt einer Vcrbrecherbande. Da fehlt jeder Uebergang. es ist überhaupt kein« Entwicklung vorhanden. In abgeklapperter Detektiv- schlagermanier arbeitet man dann mit Raubüberfällen, Entsührungen. Schießereien und Selbstmord. Di« einander jagenden Ereignisse lvielen sich ost in sehr schöne» Gegenden ab. Gespielt wird lo gut, wie man es stch nur ausdenken kann, namentlich von Alfred Abel und Mady Christians. Hans S t e i n h o s t gab sich als Registeur Mühe, aber der Inhalt steht doch vernünftigen Ansprüchen derart entgegen, daß der Film kein Gewinn ist. Ebenso bereitet„Drciklang der Nacht' tMarmorhant)«in« Enttäuschung, Er, der Held, ging in die Tropen, sie mußte inzwischen «inen anderen heiraten. Das ist ein Lankdirektor. Ein solcher Posten imponiert nämlich Filmleuten ganz besonders. Inzwischen verwertet man noch ein« ziemlich verworren«. Paul Rosenhayns Novell« enlnom- mene Geschichte von einem Edelstein, der redet. So kann man sehr schön« indisch« Paulen zeigen, die aber ofsenbar nur zum Zwecke der Fastaden- kletteret errichtet wunden. Der Sklave Sahib liebt die Königin Tarma- janti. Sahib entstammt einem Königsgeschlecht, das noch nicht degene» riert war, denn Sahib hat unheimlich« Kräfte. Er sprengt Eisenstäb«. besiegt, selbst unbewassnet, die ganze Wach«, errettet die geliebt« Frau vom S-heiterhausen und dergleichen, erfreulich« Ding« mehr. Diese Ge- schichte läßt der Bankier dcn Stein erzählen. Da der Bankier aber reich- lich viel aus dem Kerbholz Hai. endet er schließlich durch Selbstmord. und Held und Heldin der Geschichte kriegen sich. Der Hauptdarsteller Carlo Aldini ist ein weltbclannter Sp-rtsmann, dem die Badehose bester zu Gesicht steht als der Smoking. Dem krästigen Aldini fällt es nicht schwer, mu seiner gesunden Körperlichkeit zu prunken, die eben der Anziehungspunkt des Filmes sein soll. Der Tausendsosta aller Sensationssilm« ist jedoch Harry Piel, das sah man wieder im„Mann ohne Nerven'(A l h o m b r a). Als Re- gisteur»ersteh« er«S meisterhaft, sich jede Szene wirkungsvoll ,u g«. stalten. Die aus der Luft gegriffene Geschichte spielt sich vornehmlich in der Luft ah, und zwar wahrend der unfreiwilligen Fahrt mit einem Lustballon. Mit allen Sck>ikanen ist dies« erfaßt, das Publikum erlebt Hunderl« von Aufregungen und die humorvollsten Ueberrafchungen. Ge- inesten an Filmen gleichen Genres, haben die Piel-Film« immerhin Ge- schmack. Georg M u s ch n e r und Gotthard Wolf lieferten ein« Photo- graphi«, die sich wirklich sehen lassen kann. Tie lichtblonde, schöne Darh Holm war Harry Piels Partnerin und es wirft« direkt beftemdeud, daß er so gar nicht den Liebhaber spielen kann. Eine interestante Angelegenheit ist„Black, der König der Hengstr' stelle zum Schatz gegen Ginbruch and Diebstahl:„Schatz dej 1 Wohnung gegen Einbruch und Diebstahl". 7 Uhr abends: Tausend Worte Französisch. 7.30—8.20 Uhr abends: Hans-Bredow-Schule (Abteilung Bildungskurse). 7.30 Uhr abends: Medizinische Vorträge. Hygiene des Kindesalters. 2. Vortrag. Prof. Dr. Ludwig F. Meyer":„Ernährung im Kleinkindesalter'. 8 30 Uhr abends: Die neuesten Schlager. Dirigent; Otto ürack. 1. a)„Ich brauch' ja nicht zu wissen, wer du bist, mein Kind', aus der Operette„Wenn man verliebt ist', Hugo Hirsch, b)„Wenn man vorliebt ist', aus der gleichnamigen Operette, Hugo Hirsch, c)„Das hat die Welt noch nicht gesehhi', aus der gleichnamigen Revue, Hugo Hirsch (Berliner Funkhauskapelle). 2. a)„Püppchen muß ins Bett", aus der Operette„Wenn man verliebt ist", Hugo Hirsch, b) Komm, Zigany", Lied ans der Operette„Gräfin Mariza", Emmerich Kilraan, c)„Grüß mir mein Wien', aus der Operette„Gräfin Mariza', Emmerich KAlmin(Willi Weiß, Tenor). 3. a)„Was hab' ich dir fetan", ans der Revue„Das hat die Welt noch nicht gesoh'n", ngel-Berger, b)„Das kommt vom Frühling ganz alloine', aus der Schwankoperette„Die Frau ohne Schleier*. Byiacco. o)„Der Klapperstorch', Foxtrot aus der Revue„Noch und Noch', Walter Kollo(Berliner Funkhauskapelle). 4. s)„Spreerangen', aus der Revue„Noch und Noch', Walter Kollo, b)„Mein Liebling heißt Mädi", aus der Revue„An alle', Vincent Rose, c)„Wenn du meine Tante siehst, ich laß' sie grüßen*, ans der Burleske„Der Harem auf Reisen*, Rudolf Nelson(Willi Weiß, Tenor). 5. a)„Der alte Frit» bezahlt die Kleider*, aus der Burleske„Der Harem auf Reisen', Rudolf Nelson, b) Du hast sowas, du hast so was*, aus der Revue„Die Dame', Harry Waldau, c)„Die alte gemütliche Zeit', aus der Revue„An alle', Mack u. Johnson(Berliner Funkhanskapelle). Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tages- naohriohten, Zeitansage, Wetterdienst. Sportnachrichten, Theater- dienst 10.30 Uhr abends: Schachfunk(Herr Nebermann.) -1»A M»'! �WM W-- H W' '■±m*»S%.'*~.¥'-)*&>**■*t*>t*%<■••'V '■/'-*' avv''-•:. v..».«'-. T'-.-�Z-.*:..-'.»:.:;• �-T.•' r Damenwäsche KunslSeidCflJivUtenGröuen a, reich. 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Dezember 1424 Meßziffern öer Lebenshaltung. Von Taver Komrowsti. Die vom Reichsstatistischen Lmt errechneten amtlichen Teuerung sziffern für Lebenshaltung find an dieser Stelle, insbesondere aber der gesamten Gewerrschaftspressc wiederholt zum Gegenstand lebhafter Kritik geworden. Der augenscheinliche Widerspruch zwischen der Wirklichkeit, also der Preishöhe aller Haushaltungsgegenstände und dem Teuerungsindex, der uns den Teuerungsgrad anzeigt, ist un- bestreitbar. Es erübrigt sich das näher zahlenmäßig nachzu- weisen. Die Gründe für das so starte Abweichen der amtlich angezeigten Teuerungsgrade von der Wirklichkeit ist in der angewandten Methode, nach der der Index gewonnen wird, zu suchen. Dabei ist die rein technische Seite, also die schematische Rechenmethode des Reichsstatistischen Amtes gewiß völlig unangreifbar. Etwas anders liegen die Dinge mit den Elementen, die das Steigen und Fallen der Teuerungs- grade anzeigen. Der Reichsindex für Lebenshaltungskosten ist aufgebaut auf dem vierwöchigen Verbrauch einer bestimmmt begrenzten Menge bzw. Anzahl von Gebrauchsgütern im Haushalt einer fünfköpfigen Familie(Arbeiterfamilie: Mann, Frau, 3 Kinder von 12, 7 und I14 Jahren). Die ausgewählten Gebrauchs- güter wie Mengengrößen bilden nun das Element für das Teuerungsbarometer. Bildet die fünfköpfige Familie eine konstruktive Größe, so noch mehr die Art wie Menge der das Meßelement bildenden Verbrauchsgüter. Vom Standpunkt des Arbeiterhaushalts, noch mehr vom Standpunkt des Lohnempfängers ist das Meßelement wie die das Element bildenden einzelnen Größen zu prüfen. Die Dinge liegen doch so, daß die relativen reichsamtlicben Meßziffern für die Lebenshaltungskosten im werktägigen Ge- brauch den Charakter absoluter Größen angenommen haben. Die relativen reichsamtlichen Teuerungszahlen wie der eine relative Größe bildende Teuerungsindex der Lebens- Haltungskosten fanden denn auch amtliche Verwendung als Maßstab zur Berechnung der absoluten Höhe der Real- löhn e. Nicht die Relativität der Zahlen als vielmehr die völlige Unzulänglichkeit der dem Meßelement zu- gründe liegenden Zahlengrößen ist das Grundübel, das Be- feitigung heischt. Ob die reichsamtliche Errechnung der Real- löhne auf Grund des von Gewerkschaftsseite erfolgten Ein- spnichs künftighin unterbleibt oder nicht, ist an sich bedeutungs- los. Allerdings können sich bei Lohnverhandlungen die Arbeit- geber auf die Höhe der reichsamtlich errechneten Reallöhne nicht berufen. Das hindert aber nicht, daß sie selbst auf Grund der amtlichen Lebenshaltungskosten die Reallöhne errechnen und damit den Lohnforderungen öer Arbeiter begegnen. In seinem Artikel im„Vorwärts"(27. November 1921 Nr. 5S9) hat Kurt Heinig als Mitglied der Reichsindexkom- Mission sich gegen e i n e n T e u e r u n g s M a ß st a b f ü r ein Existenzminimum gewendet, wenn auch nicht direkt, so zwischen den Zeilen. Es nützt ja nichts, die reichs- amtlichen Teuerungszahlen als Existenzminimum abzulehnen und immer wieder die Zusicherung sich selbst zu geben, daß das Meßelement für die Teuerungsgrade kein Existenz- Minimum bildet. Die Wirklichkeit ist, wie die Tatsache der reichsamtlicben Reallöhne, gewonnen auf Grund des reichs- amtlichen Teuerungsindex für Lebenshaltung, zeigt, eine andere und findet auch ihre Bekräftigung in den Anschauungen der Arbeitgeber wie behördlichen Verwaltungsstellen, die die reichsamtlichen Lebenshaltungskosten unausgesprochen als Existenzminimum werten. Die allzu begrenzten Aus- g a b e n für Ernährung, Heizung und Beleuchtung, Wohnung, Kleidung, für eine fünfköpfige Familie werben ungewollt um den Charakter eines Existenzminimums. Dem Reichsstatistischen Amt haben nun bei Schaffung der Grundelemente zur Messung der Lebenshaltungskosten im Jahr« 1919 die Erfahrungen über die Auswir- k u n g gefehlt. Ebensowenig vermochten die Gewerkschaften unter den damaligen anormalen Verhältnissen die Auswir- kungen zu erkennen. Während der Inflationsperiode wurden von der Arbeitgeberseite, die reichsamllichen Teuerungszahlen wie der Teuerungsindex vielfach als zu hoch, also über der wirklichen Teuerung stehend, angesprochen, was besonders deutlich in Erscheinung trat bei der Regelung der Lohnbezüge nach einer gleitenden Lohnskala auf Grund der reichsamtlichen Teuerungsgrade. Nachdem nun aber Ersah- rungen vorliegen, ein Bedürfnis auch vom Standpunkt der Volkswirtschaft wie der Menschenökonomie vorliegt, ist die Schassung eines einwandfreien Gradmessers für die auf den Arbeiterhaushalt zugeschnittenen Lebenshaltungskosten ge- boten. Die volle Unzulänglichkeit wird bekräftigt durch die von verschiedenen städtischen statistischen Aemter n aus Grund anderer Methoden gewonnenen Teuerungszahlen für die Lebenshaltungskosten. Auf welcher Grundlage und nach welcher neuen Methode ist der Unzulänglichkeit zu begegnen? Die B e d e n ke n. die auch in Gewerkschaftskreisen gegen die Schaffung eines Maß- stabes auf der Grundlage eines amtlichen Existenzminimums bestehen, haben gewiß mancherlei für sich. Doch dürften die in der Vorkriegszeit auf Grund der Reichsversicherungsordnung nach 88 11(�152 festgesetzten Ortslöhne für einfache Tage- arbeite? in gewisser Beziehung hier in Parallele gebracht werden. An dieser Stelle sei bemerkt, daß freilich die Teuerungsziffern nicht das alleinige ausschlaggebende Moment für die Stellungnahme der Gewerkschaften zu den Lohnfragen bilden können, zumal ine Arbeitgeber in ihrem Profitstreben sich ebensowenig vom Senken oder Fallen der Teuerungszifffern beeinflussen lassen. Dessen ungeachtet haben aber die Gewerkschaften auch schon in der Vorkriegszeit aus Eigenem, durch Umfragen und Führung von H a u s- haltbüchern die Ausgaben des Arbeiterhaushalts zu er- Mitteln getrachtet, mehr oder minder absolute Grade eines Eriitcnznnnimums festgestellt und ihre Lohnforderungen damit zu stützen gesucht. Im übrigen liegen doch reichliche Vor- arbeiten von namhaften amtlichen und nichtamtlichen Statistikern über die Höhe eines Existenzminimums aus Grund von Haushaltungsbüchern vor. sodaß daran gut angeknüpft werden könnte, sofern das reichsstatistische Amt nicht eigene Arbeiten besitzt l>ber neue besondere Untersuchungen zu lange Zeit in Anspruch nehmen sollten. Werft öas Scheusal in Sie Wolfsschlucht! Die von rechts: Grüß Gott, tritt ein!/ Sring Glück herein l Die von links: So stehste aus!/ Hinaus! Hinaus! In diesem Zusammenhange verdienen die amtlichen Ver» öffenllichungen des statistischen Amtes der Stadt Nürn berg besondere Beachtung, desgleichen die Teuerungs- zahlen über Lebenshaltungskosten des statistischen Amtes der Stadt Köln. Nach Angaben de» 5tallstlschen Amte» der Stadt Nürnberg für Monat Oktober 1924. « r t der«»»,»»«« LibenkmUtll........ Wohnung.......... SeUung und Beleuchtung Witsche, Kleidung, Schuhe Steuern, Sonstiges.... Iannar 1SU....... Steigerung gegen 19U in Prozenten...... Surchsch» Tagesmindestausgaben zur Lebenshaltung einer Stöpfigen Familie M|»/, 3,71 65.2 0,67 1 10,0 0,49 7,3 033 123 l,02| 153 6,72>00,0 439 433 «köpsigen Familie M I»/» 3.19 36,6 0,43 7.6 03« 0.76 0 69 6,64 3,96 423 6.7 13,3 >5," 100,0 OtSpflgen Familie M, 2,43 52,7 0,43 9,1 033 1 7, 0| 0,67 1 14,1 0311 17,1 4,73 100,0 348 383 Zköpfigen Familie M!% 136 50,1 0431 UXf 037| 73 0381 14,7 0,67! 173 3,91 1003 330 303 alleiniteh Person M I«'» 137 039 0,11 037 039 3,73 231 82,7 50,2 16,8 33 15,4 16,6 100,0 Teuernngszahlen de» Statistischen Amte» der Stadt Söla (3. Jahrgcnz 1924 Nr, 47) chegenfiand der Nnszaben Nahrungsmittel Reinigung, Hei- zung. Beleuchtg Wohnungskosten. Beiieidg., Wäsche Steuern. Beilräge ««gäbe» überh. Dürchichn. 1913/14 M. 6136 936 30.00 18.05 9.16 12783 % 47,7 73 233 14,2 7, 1003 Teuerungszahien ttte eine 4topfige Familie (Vierwochendedars 24 Septbr 1924 I 29 Oliober 1924 2». Roobr. 1924 M. 81.72 15.00 2030 36,25 91.47 Li * Ii 473 8,6 113 203 123 1,34| 8638 17,40 2330 1.961 3630 234) 2239 ii 48,7 9,4 12,7 19,0 19,2 1,41 132 0,78 136 247 M. I 8643, 453 1734 93 2330! 120 3739 203 24.16! 12.7 178,041 10031 1361 185,07 j 100,01 1,45| 180,221 100,0 142 1,78 0,78 2,05 2,64 1,47 leueruugszahleo einer Stöpfigen Familie(Reichsstatistit). Ausgaben Sberh. 1 10931! 100.01 127361 1003] 1,161 138,481 10031 1361 139301 10031 137 Reichsziffern|____||___|!_|____(; I____'| niedriger mn| 1832!—| 4638 1 20| 4639! 48321- 1 20 Ohne aus die Einzelheiten der beiden Tabellen einzugehen kann gesagt werden, daß hier der Weg gezeigt ist für Schaffung eines dem realen Boden entwachsenen Maßstabes für die Lebenshaltungskosten einer Arbeiterfamilie. Dem Reichsstatistischen Amt muß es möglich sein, auf Grund der Ein-- wohnerstatistit oder Haushaltungsstatistik die Normal- familie festzustellen-, ebenso muß es möglich sein, auf Grund der Erfahrungswissenschaft den normalen Bedarf der Aus» gaben eines Arbeiterhaushalts einigermaßen einwandfrei fest- zustellen. Daß es möglich ist, beweist das statistische Amt der Stadt Nürnberg. Sollte das dem Reichsstatistischen Amt nicht möglich sein, wird man der in der Nachschrift zu dem Heinig- schen Artikel von der„Vorwärts"-Redaktion zum Ausdruck ge» brachten Meinung beipflichten können, daß dann die Gewerk- schasten selbst eigen errechnet« Teuerungszahlen und Haushaltungskosten aufftellen müßten. Die amerikanifcben Wahlen. Bedeutende sozialistische Erfolge. Es vergeben immer einig« Wochen, bis das Ergebnis der Wahlen in Amerika genau festgestellt ist. Insbesondere die Stimmen für den dritten Kandidaten, der kein« Aussicht hat gewählt zu iveiden, werden erst spät bekannt. Sicher ist schon letzt, daß mehr als fünf Millionen Stimmzettel für L a f o l l e t t e abgegeben wurden. La- follett« steht nur in einem Staate an erster Stelle, nämlich in W i s. consin, dessen Hauptstadt M i l w a u t« e auch einen Sozialisten « da» Parlament entsandt hat. In mindestens sieben anderen Staaten hat Lafollstt« den demokratischen Kandidaten überflügelt, steht somit an zweiter Stell«. Die sozialistisch« Partei Amerikas hatte sich diesmal zu einer neuen Taktik entühlossen. Während sie von 1900 an stets«in«, eigenen sozio''iischen Kandidaten ausstellte, und zwar war dies mit Ausnahme der Wahl im Jahre 1916 stets der GenosG D e b b s. hat sie diesmal im Interesse der Förderung der Bildung ein«? amerika- nilchen Labour Party nach dem Muster Großbritanniens aus eine eigen« Kandidatur verzichtet und die Kandidatur des unabhängigen Radikalen Lafollette unterstützt. Sie haste den Erfolg, daß auch die Gewerkschaften unter der Führung von G o m p« r s zum erstenmal darauf verzichteten, für den demokratischen Kandidaten einzutreten und die Parole für Lafollette ausgaben. Der Erfolg dieser Taktik ist ganz offensichtlich. Es war der sozialistischen Partei Amerikas ge- lungen, ihr« Stimmenzohl von 94 768 Stimmen im Jahre 1900 auf 919 799 Stimmen im Jahre 1929 zu steigern. Diesmal wurde gegen- über 1920 die f ü n f f a ch e S t i m m e n z a h l für den von ihr unter- stützten Kandidaten, nämlich mehr als fünf Vtillionen Stimmen, abgegeben. Sicher sind bei weitem nicht alle diese Stimmen jür den Sozialismus in Anspruch zu nehmen, aber das Wahlergebnis zeigt, daß Lafollette seine größten Erfolge in den Arbeiterzentren hatte. Die Kommunisten hatten gehofft, für ihren kommunistischen Kandidaten namens William F oft er Stimmen aus Arbeiterkreisen gewinnen Zu können. Sie sind auf das kläglichste gescheitert. Gegenüber den fünf Millionen Stimmen des Kandidaten, den die Sozialisten unterstützten, brachten sie in den ganzen Dercmigten Staaten nur 26 000 Stimmen auf. Das heißt also bei weitem nicht 3 Proz. der sozialistischen Stimmen, die 1920 für den Sozialisten Debbs abgegeben wurden und bloß*A Proz. der Stimmen, die dies- mal auf Lafollette entfielen. Di« Wiederwahl des Sozialisten Victor B e r g e r für Miiwauke« zum Parlamentsmitglied ist mit einer relativ knappen Mehrheit er- folgt, die zunächst nicht einmal ganz sicher schien, da die Fehler bei den Zählungen in nahezu allen Abstimmungsbezirken auffallender- weise alle zuungunsten des sozialistischen Kandidaten stattfanden. Das endgültig« Ergebnis ist, daß Berger mit 30902 Stimmen über feinen bürgerlichen Gegenkandidaten Vraun, auf den 29 072 Stimmen eyt- fielen siegte. Die Wahl des Genossen Berger, der als einer der Delegierten der amerikanischen sozialistischen Partei am Gründungs- kongreß der Sozialistischen Arbeiterinternational« im vorigen Jahr in Hamburg anwesend war und auch Mitglied der Exekutive der SAI. ist, wird auch in Europa besondere Genugtuung auslösen. Außer ihm ist diesmal ein zweiter Sozialist in das Parlament der Bereinigten Staaten gewählt worden. Genosse Fiorella H. La G a r d ia siegte in New$ork City mit 10 800 Stimmen über den Republikaner Siegel, der 7184 und den Demokraten Frank, der- 6700 Stimmen erhielt. Außerdem wurden die bisherigen zwei Abgeord- neten der Farmer-Labour Party in Milwaukee wiedergewählt: es sind dies Knud W« f a l d und 0. 11. Kval«. Ein weiterer Sozialist Leo Kryzcki war in Milwaukee ganz nahe daran gewälzt zu werden. Em Teil der Dsiverkschaften hat sich wlederum von der Partei des Großkapitals mißbrauchen lassen. So ist auch John I. Lewis, der Präsident der United Mine Workers of Amerika(Beremigte Bergarbeiter von Amerika) für Coolidge gegen die Parole der neue« „dritten Partei", eingetreten. Wie der Milwaukee„Vorwärts" b« richtet, soll Lewis dafür nun belohnt werden, indem er als Arbeiter. fekretär für die Ausriahme in das Kabinett Coolidge ausersehen sei. Di« groß« Entscheidung, ob es zur Gründung einer L a b o u r Party kommt, wird erst im Januar erfolgen, gegenwärtig find Strömungen noch beiden Richtungen sichtbar. In den Gewerkschaste» drängen sich, wie vorauszusehen war, wiederum die Tendenzen vor, die volle politische Neutralität zu erhalten, dagegen ist in allen Arbeiterzentren, wo die List« Lafollette Erfolge erzielte, ein großer Enthusiasmus für die Gründung der Labour Party vorhanden. Am 12. Dezember findet ein« Konferenz statt, die die große Konvention. die im Januar tagen soll, vorzubereiten hat. Mus öer Partei. Internationale Tagungen Am 3. und 4. Januar wird in Brüssel eine gemeinsame Ba» ratung des Vorstandes des Internationalen Gewerk. schaftsbundes und des Bureaus der Sozialistische« Arbeitercnternotionale abgehalten. Ein Hauptgegenstand dieser Beratung wird die Frage der Garantieverträge und der Abrüstung bilden. Um für dies« gemeinsame Beratung Zeit zu gewinnen, wird da» Bureau der SAI. schon«inen Tag früher als ursprünglich be- absichtigt, nämlich am 2. Januar nachmittags im Maison«in Peuple in Brüssel zusammentreten. Die Exekutivsitzung der SAJc beginnt am 4. Ianuae nachmittags in Brüssel. Das AdmmistraNvtomitee der SAI. hat beschlossen, in die bireits früher festgelegte Tagesordnung als erste» politischen Punkt„Der Imperialismus und die ägyptische Frage* «inzufiigc Der Prozeß haarmann. Wie man den Mörder endlich stellte. Di« Vernehmung erstreckte sich zunächst auf die Erörterung über die letzten zehn Opfer dieses furchtbaren Menschen. Dab«, kam es wieder, und zwar beim Fall 25, zu einer jener Bemerkungen, die die abnorme Eigenart dieses Unhold» kennzeichnen. Fall 18 ist der Mord an dem 16j ährigen Leh rli n g Hermann Speichert, der nn Besitz eines Zirkeitastens war, den dann Grans an sich nahm Grans erklärt« hierzu, er habe den Kasten von einem gewissen Bock bekoinmen, der ihn von Haarmann erhalten haben wollt«. Haarmann selbst gibt diesen Mord zu.— Dann wird die Ermordung des IVjährigen Llfr«d Hagres« erörtert. Bisher hatte Haarmann im allgemeinen diesen Mord zugegeben. Di« Sachen des Getöteten fanden sich zum Teil noch in Haarmanns Wohnung, zum Teil hatte er sie verkauft. Haar- mann gibt auch heute die Tat zu.— Der Fall Nummer 20 Ist der Mord an dem 23Iähriqen Arbeiter Hermann Bock. .Haarmann hat eine Aktentasche des Bock verschenkt und trug noch bei seiner Berhoftung dessen blauen Anzug. Er will ihn sahrlang gekannt haben. Den Anzug habe Bock, weil der Schneider ihn ver- pfuscht hatte, an ihn, Haarmann, verkauft.— Im nächsten Fall Nummer 21, Mord an dem IKjährigen Lehrling Wilhelm Apel, haben die Eltern des Getöteten die Sachen erkannt, und auch Haarmann gibt, wie gewöhnlich, schon aus di«I«m Grunde die Tat zu, ebenso auch die Ermordung des 17jährigen Lehrlings Robert Witzel(Fall 22). Bei Fall 23. dem ISjährigen Lehrling Hans Ma rtin aus Chemnitz, hatte Haarmann bisher immer die Möglichkeit der Ermordung zugegeben und tot auch das jetzt in der Verhandlung. Fall 24 wird noch zurückgestellt und dann Fall 25, der vermutliche Mord an dem 1014 jährigen Schüler Fritz Abeling, besprochen. Haarmann winkt gleich lächelnd ab:„Nee, nee. den habe ich nicht umgebracht. So klein sind sie nicht gewesen."— Vors.: Wie groß waren denn die Jüngsten?— Haarmann: Wenn sie so nach 16 oder 18 Jahren aussahen. Gerade aus den Körperbau legte ich ja Wert.— Auf Befragen des Justiz» rats Ben f« y erklärt« er dann noch, daß er niemals einen Jun- gen getötet habe, mit dem er nicht osrkehrt hätte. Grans: Aber er hat auch mit Schuljungon verkehrt.— Haarmann: Nur wenn sie Ätsr aussahen.— Vors.: Den Sweater Abelings sollen Sie dann Grans gegeben haben.— Haarmann: Ich hotte das Zeug richtig gekauft.— Fall Nummer 26, Mord an dem 16jährig«n Lehrling Friedrich Koch, gibt Haarmann zu. Koch gehört« die Attentosche, in'der Haarmann dann später die Leichenteil« weg. trug.— Fall 27 war das letzt« Opfer Haarmanns, der 17IShrig« Bäckergeselle Erich de Vries, Haarmann gibt auch hier die Tat zu. Nach der Mittagspause erhält der Gerichtstisch einen unheim- tichen Aufbau: vier Schädel von Opfern Havrmanns, die aus der Leine gefischt wurden, dann einige Glieder mit Fleischteilen, dt« von Müllhaufen und anderen Stätten gesammelt wurden. Zunächst wurde Gerichtsarzt Medizinolrat Dr. S cha ckwi tz als Zeuge für dt« Fleischteile und Knochen vernommen. Er schildert. wie ihm durch die Polizei die Fleisch teile aus Haarmanns Wohnung vorgelegt worden seien. Noch der Beschaffenheit der beiden Stücke aar von vornherein die Möglichkeit abzulehnen, daß es sich um Men- schenfleisch handelt:«s war vielmehr Schweinefleisch. Dann gab Serichtsarzt Dr. Brandt- Hannooer Erläuterungen zu den in einer Kiste enthaltenen Knochen, die größtenteils aus der Lein« geborgen worden sind. Es handelt«ich um 285 Ewzelknochen, dar- unter 22 rechtsseitige Oberschenkel, so daß es sich um mindestens 22 Menschen handelt. Alle Knochen waren aus den Gelenken gelost, die Fleischteis« entfernt. Di« Knochen stammten in der Mehrzahl von Jugendlichen bis zu 20 Jahren und durchweg von Männern, wie aus den Beckenknochen hervorgeht. Halswirbel fehlen vollständig. Unter allgemeiner Spannung wurde Haacmanns Bett in den Saal getragen, auf dem fein« unglücklichen Opfer ihr Leben ausgehaucht haben. Als Zeuge wird daraus Kriminal- kommissar Rätz vernommen, der die Ermittlungen im Fall Haarmann leitete. Er bekundet, daß er seinerzeit den Aufirag er- halten habe, Nachforschungen nach dem vermißten SchAer Her- mann Koch anzustellen, der mit Haarmann zusammen gesehen worden war. Mehrere Haussuchungen bei Haarmann blieben erfolglos. Haarmann selbst gab die Bekanntschaft mit Koch zu. bestritt aber energffch, pon dessen Verschwinden etwas zu wissen, ebenso im Falle des Friedet Roth«. Ein Derfahren gegen ihn mußt« eingestellt werden. Auch unter den bei Bohnhossrazzien Sistierten befand sich Haarmann niemals, doch wurde festgestellt, daß sich in keiner Woh- nung immer junge Leute aufhielten. Dann verlor der Zeug« Haar- mann aus den Augen, bis er im Sommer vorigen Jobres ihn wieder traf, der nun D«tektivdi«nste tat. Als dann im Frühjahr dieses Jahres� hintereinander vier Schädel aus der Leine gefischt worden waren, lenkte sich der Verdacht auf Haarmann. Wogen eines Streites mit Fromm auf dem Lohnhof wurde Haar- mann plötzlich eingeliefert, und nun behielt man ihn in Haft. Die Ermittlungen in der Alistadt waren überaus schwierig. Nach und nach wurde Haarmanns Verteidigung immer schwächer. Er wurde nervös, wollte aussagen, tat es aber nicht, auch dann nicht, als er sehr bewegt war bei der Gegenüberstellung feiner Schwester, die einen Schreikrampf bekam. Schließlich schilderte der Zeuge, wie d!« Wahrheit ans Licht kam, wie die Eltern des getöteten Witzel auf dem Flur des Polizeiprässdiums den Sohn der Frau Engel sahen, der Rock und Weste des Juiujen trug. Nun gab Haarmann sein Leugnen auf und gestand am 1. Juli sieben Morde«in. Auf Befragen des OberstaatsannKilts schildert« der Zeuge dann Haarmann als einen der gerissensten Menschen mir gutem Gcdächnis, der genau wisse, was er wolle. Er galt als ein geriebener Burlche. dem ohne Beweise nicht beizukommen war. Nach Ableqimq des Geständnisses sei seine größte Angst gewesen, daß man ihn in die Irrenanstalt Hildoshsim bring«. Zum Schluß bekundet der Zeuge, daß im ganzen aus allen Teilen des Reiches 1020 Vermißtenanzeigen eingelaufen seien, als die ersten Meldungen über die Taten Haarmanns bekannt wurden. Hierauf wurde die Sitzung unterbrochen und die Derhand» lung auf Montag früh 9 Uhr oertagt. einfcnbvngcn für dies««nbril find verl'o 8«. 48. findenftraft« 3. partemachrichten für Hroß-Derlin stet»«» da» Bezirtiietretariat. «. Kai. 2 Tee», reibt».»» richte» 4.«rti» Pren, laxer»et«. DI« Mitglieder de» engere»«relsv-rlwndr,. soweit sie nicht in den Abteilungen t titig sind, treffen sich heut», Sonntag, bei!Nug. Donziger Str. 71. Di« Abteilungen schichen alle Keäkre. die noch nicht eingeteilt sind, eben fall« dorthin. ie.»eei» Stcqlisi, Ltchtrrselde,«-»wth. Montag, den 8. Dezemhrr. 7% Uhr, . Kraktionssltzuug. «. sieeis Areuzbcrg. SZenossrn, dl« noch nicht zur Wahlarbeit eingeteilt sind, melden sich im Kreiswahlbureon bei Krüger, Drimmftr. 1. 13. Ätei« Tempelhof-Mariendorf. Montag, den 8. Dezember, TZH Uhr, Stal- tionssitnng im Raibaus Mariendorf, gimmer SK. 17. Rtei» Lichtenberg. Bildungsausschusil Montag, den 8. Dezember. 8 Uhr. Sitzung in de» Biblwthel. Weichfelstr. 28. Jede Abteilung muh vev- treten sein. 1«. Ä-ei» Reukölln. Zeel« Schulgcmelndel Dienstag, den«. Dezember, Arbritsgemelnschaft der Kinderfreuade Sroh-Deiliul Dienstag, den». De- zenibee. vllnktlich 714 Uhr, Jugendheim, Lindenftr. 3, Keifersitzung. Gleich. zeitig findet der Berkauf von Weihnachtsbachern statt. heute. Sonntag, den 7. Dezember: !>. Abt. Die Genossen erscheinen zur Wahlarbeit bei Mathia, Anienstr. ZS. 7. Abt. Die Wahlhelfer treffen sich von 8 Uhr ab bei Dohms, Echlegelsir.».. 10. Abt. Alle Runttiontite treffen sich früh 8 Uhr bei Tritmper. Flensburger Straße. 1». Abt. Abteilungswahllokal«. Echrevel, Grünthaler Str. 18. Telephon: Sumboldt HSV. 20. Abt. AdtoilungswahN-kali F ritsch, Drontheimer Str.«. Telephon: Moabit 1827. 22, Abt. Wahlbureau: Könisch, Utrechter Str. 0, und Reuter, Riihrerstr. 13. Die Genossen haben sich dort zur Wahlarbeit um 814 Uhr einzufinden. U, Abt. ZSahlbureau bei Dölz, Immanueliirchftr. 24. 8. Gruppe bei«luth, Raugarder Str. 48. Dort treffen sich all« noch nicht eingeteilten Genossen. 74. Abt. stehleudorf. Das Zentralwablbureau befindet sich im Restaurant Schnorre. Potsdamer Str. 3. Telephon: Fehlendorf 148«. Wir bitten alle Genassen, welch« noch mithelfen wollen, heut« früh(Sonntag) sich um 8 Uhr einzufinden. 2«. Abt. 814 Uhr Treffpunkt« der Genossen zur Wahlarbeit in folgenden Lokalen: Bezirk 28? und 2Sg bei«ossock. Prenzlauer Wer 232, Be- zir« 288 und 240 bei Barthel, Wöriher Str. 10, Bezirk 241 bei Lehmann, Börlher Str. 12, Bezirk 2428 bei Richter, Kagenauer Str. 8, Bezirk 248» und 2488 bei Bllttner, Schwedt«! Str. 23, Bezirk 244 und 345 bei Bourdallier. Oderderqer Str. 44. 40. Abt. All« noch nicht eingeteilten S-nasseu treffen sich zur Wahlhilfe beim Genossen Keufner, Kageiberger Str. 20», 0 Uhr. 45. Abt. Wahllokal: Liebtg. Wiener Str. 57». Gruppen zenta-len: Minnig. Keb« streit, Stuckenberg und Liebig. 58. Abt. ilharlottenbnrg. Wablbureau und Berkehrslokal der Wahlheller: � Bayreuther Str. 31. Telephon: Kurfürst 9882. 02. Abt. Renköln. Die Genossinnen und Genossen der Bezirke 27/81. 28/32 treffen sich am Wahltag ab moraens 8 Uhr bei Ander». Glde», Gck» Saude» sirasi«, die der Bezirke 81/44 45/55 von der gleichen Feit ad bei Wolfs. Kaiser. �eiedrich-Strahe l78. Ecke Rosenger Ilrvsi«. tgl. Abt. Treptow. Wahlbunaau der Abteilung: Klefbolzstr. 188.— Montag, den 8. Dezember, große Runktioniirsitzung bei Oettinger. stiefholzstr. 83/84, 7>4 Ubr. 110. Lichtenberg. Wablbureau: Siecke, Möllowdorfstr. 48. Treffpunkt der Ge- nassen dort früh 9 Uhr. 123. Abt. Kalllsdorf. Das Wahllokal fstr den Wahlbezirk Koulsdorf-Dorf ist diesmal nicht die Turnholle der Schule, sondern Gasthof Hamann» Frank- furter Strohe 50. 188. Abt. Kermsdorf.Frohnan. Treffpunkt der Genossen Zur Wahlhille w> Lokal Eggebrecht. Albrechtstr. 1. Telephon. Morgen. Monkag, den S. Dezember: 25. Abt. 714 Ilhr bei Eramer. Totheniusstr. 8. FunktionSrsstznng. 36. Abt. Die Genossen werden gebeten, ihr« Kinder, die an der Weihnacht». feier teilnehmen sollen, Montag abend 0 Uhr dei Busch, Tilsiter Straß« 27, zu schicken. 39. Abt. 714 Uhr Funktionsirsitzung In der Zuristischen SprechSund«. 57. Abt. Eharlottenburg. Die eingrteilten Genossen treffen sich früh 8 Uhr in den Grupvenlokalen. Di« nicht«ingeteilen Genossen hei Kapschinskv, Krumme Str. 47. Frauennveranstaltungen am Montag, den S. Dezember: 49. Abt. 714 Uhr bei Müller. Kreuzberg str. 48. Vortrag he« Gen. Pullkamer. llebermorgen, Dienstag, den 9. Dezember: 81. Abt. 714 Uhr Mitgliederverfommlung in der Echulaula schsinklleßer Straß« 7. Bortrag de« Genossen Areuziger:„Nach der Dahl.� 38. Abt. 714 Ubr bei Bauer, Große Frankfurter Str. 1, Funkt ionsirsitzuxg. Arbeitersport. ?uaenüveranftaltunaen. Achtung, Rödchen! Morgen. Montag, abend» pünktlich 7 Uhr. d» Jugend. heim. Lindenftr. 8, Wädchen.Ksnferen,. Bortoag:„Das deutsche Volkslied� mit Musik» und Gesangbegleitung. All« Mädchen müssen e» al« Pflicht de- trachten, an der Mädchrn-Konferenz teilzunehmen. «erbebe, Irt« Kreuzberg, Reukölkn. Oberspree. Morgen, Mo�'ag. obend» 714 Uhr pünktlich, findet nicht im Jugendheim, sondern in der Schul« Koch- ssrasi« 18, 2. Stock, die Vorbesprechung für unseren Funktionärkursus statt. Die Werbebezirksleiler und Abteilungsvorsitzentcn müssen b stimmt dort fein »der sich vertreten lassen. heule. Sonnlag. den 7. Dezember: Reuköllu I. All« Genossen treffen sich zur Wahlarbeit 149 Uhr früh bei Piehl, Biebrichstr. 19. Werbetezirk RculZI». Alle Genossen haben aktiv In den Wahlfcmpf etu- lug reifen und sich den ParteiabteUungen zur Verfügung zu stellen. Der 4. Kreis de» Arbeiter.Sthleteu-Buudc» veranstaltet am Sonnlag, den 7. Dezember, in„Erbes F e st f- l e n". Kafenheid« 12/15, großer Saal, feineu diesjährigen Artistenwettstreit. Fahlreich«ingegangen« Mel- Hungen geben Gewähr für«In erstklassiges Barieteprogramm bei volkstümlichen Eintrittspreisen. Saaleröffnung 1 Uhr, Beginn des Wettstreits pünktlich 8 Ulm. Touristen. Verein„Die RxturfreundeV Ortsgruppe Berli» E. B. Diens- tag, den 9. Dezember, abends 8 Uhr. findet in der Aula. Sonnenburger Straß« 20, ein Bortrag ftatt. Frau Dr. Elfe Kildebrand spricht über „Jugend und Gemeinschaft." Distussiou und Fragenbeantwortuns. Eintritt frei._ vorträae. vereine und verlammlunaen. vezirkSblldungsimsschuß Groß Brrlw. Heute, pünktlich Z Uhr nach- mittags, im Theater des Westens„Romeo und Julia". Eintritts- preis 0,90 M. Karten sind noch im Vorraum de» Theaters bei unseren Genossen zu haben.— Jeden Mittwoch und Sonnabend im Theater des Westens, nachmittags 814 Uhr, Märchenvorstellung:„Lotte im Weih- n a ch t s l a n d«".. Karten zum ermäßigten Preise von 00, 40 und 30 Pf. im Bureau des Bezirksbildungsausfchusses, Lindenftr. 8, 2. Hof II.— Freitag, den 20. Dezember(Z. Weihnachtsfeiertag), vor- mittags 11 Uhr, im Großen Schauspielhaus Weihnachtsfeierstunde. „Großftadtsrühling", Chorwerk mit Muflt, Gesang und Tanz. Preis der Elnzelkarte IM.— Donnerstag, den 25. d. M.(1. Weihnachts- seiertag). pünktlich 214 Uhr nachmittags, im Deutschen Opernhaus„Die toten Augen". Preis pro Karte 1,20 M. Am gleichen Tage um 214 Uhr im Staatstheaier Charlottenburg„Possen aus Alt- Berlin". Preis der Eintrittskali« IM.— Sonntag, den 4. Januar, nachmittags 214 Uhr, im Deutschen Opernhaus„Der Freischütz". Preis pro Karte 1,20 M.— Die Kreis« werden ersucht, umgehend die Karten für die Opernvorstellungen und die Karten für das Schiller- Theater vom Bureau abzuholen. Karten für alle Veranstaltungen sind zu haben im Verband der Graphischen Hilfsarbeiter. Alt« Jakobftr. 5, Aufgang 5, II, im Bezirksbildungsausschuß. Lindenftr. 8. 2. Hos II, Buch- Handlung Vorwärts, Lindenftr. 2, Aigarrengcschäft Harsch, Engel- user 24/25(ÄewerkschaftshauS), in den Vorwärtsspeditionen, sowie bei den Bildungs-Oblenien der Kreis« und Abteilungen. R«ich»b»ud jüdischee Froxffoldateu, Bezirk Ost. Dienstag, den 9. Dezember, abends 8 Ilhr. in dem„Residcnz-Casino". Blumenftr. 10 fCaüno.Saal, Eingang Garten), spricht Ehefrebakteur Schweriner über..Der Wahlausfall und fein« Bedeutung sllr die Juden". Gäste willkommen. Gemeinde»m Bxdbha. Donnerstag, den 11. Dezember, abends 8 Uhr. in drr Aula des Friedrich.Wilhelm.Gnmnasiums. Kochstr. 13, buddhistischer Vor- trag des Kenn Martin s t«ff u k« über da» Thema:„Buddhalehre und Gegenwart"._ Gefcbäftlicbe Mttteilunaen. Wir machen unser« Leser auf das in unserem Blatt vielfach angeboten« Walchmittel Bcwer.Seiscnfäde» wiederholt als sehr vorteilhaftes Waschmittel aufmerksam, da» heut« von allen Frauen mit großen Vorteilen benutzt und geschätzt wird. In der heutigen Nummer der Sonntagsbeilage„Volk und Feit" befindet sich zum bevorstehenden Weihnachtsfest ein Angebot der„Werksreude" in Spiel- tem, Büchern. Kleidung, Schmuck und Keramik. Wir weisen daraus hin. baß die Ausstellungsräume, welch« sich in der Potsdamer Straß« ll>4, Eingang Kurfürsten ftraß», befinden, ein« gute llebersicht vorbildlichen Spielzeugs und einwandfrei«! Jugendbücher zu erschwinglichen Preisen zeigen. Der feit der kurzen Feit seines Bestehens in allen Kreisen gut eingeführt« Vollpertrieb, Bahnhof Börse, an der Spandaxer Brücke 7, vrrkaufi sein« erstklassigen Qualitäten in Sport, und Iumperwolle(über 100 herrlichst« Farben) trotz Anziehen der Wvllpreis« nach wie vor an jedermann in kleinsten Menaen, daher ein« besonders günstig« Gelegenheit für das bevorftrhend« Weihnachts- fest beim Einkauf. Näheres siehe heutiges Inserat. J)os nbrd /eine/\,� Qhupm�afchur/ � d'XIUIftor'&mieur i) Lrbarlochberg A- C. ttWfi tsteiahrixaert) Sixgex"'TUu. Malbureau Verlin: Verlin kv. 57, Kurfürstenstrahe 28 Erschöpfte Nerven, ihre Kräftigung und Wiederauffrischung. Für alle Vorgänge und alle» harmonische Zn» sammenarbeiten der Organe im menschlichenKörper sind die Netten von der allergrößten Bedeutung. Arbvrt wie Genuß, die doch beide das Menschen- leben regieren und gestallen, verlangen Kraft und Leistung der Nerven. Frische des Geistes und de» Körpers, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit, ein frohes Gemüt, selbst ein guter Appetit— da» alles sind Folge und Aeuherung wahrhaft gesunder Nerven. Ihre Gesundheit aber hängt eng zusammen mit der Ernährung des Körpers. Nervengesundheit ist letzten Ende» die Lösung eines Ernährungs- gebeimnistes. Quälende Sorgen, körperliche und geistige lieber- anstrengung, Schlafloflgkeii und manch anderer Kummer des irdischen Lebens reizen und erschöpfen die Netten vor der Zeit. Nervöse Beschwerden aller Art stellen sich ein. MatiigkeitSgefübl, Arbeits« unluft. Aufgeregtheit und Reizbarkeit, Appeiitlofig- keit, Verdauungsstörungen und derlei Uebel mehr folgen sich und we-dseln sich ab. Bald macht sich ihr zerstörender Einfluß auf daS Aeußer« geltend. DaS Gesicht erhält ein« nervöse Prägung, leidende Züge, den Susdruck de» GeqältseinS. die unvermeidlichen vorzeitigen AlierSericheinungen. Will man nun etwa» Energische» tun, dann sollte man mit einer Nerven-Nähr- und Auf« frischungSmethode ganze Arbeit machen. und das geschieht durch richtige Verwendung von Biomalz mit Lecithin, einer Nerven-Nahrung von denlbar größter Voll- kommenheit. Biomalz mit Lecithin ist durch beut- icheS Reichspatent gesetzlich geschützt, und seine Erfindung ermöglicht die völlig« Ausnahme des LeeiihinstoffeS in die Säfte, die die Nerven ernähren, zu gleicher Zeit mit dem Einsetzen der trästigenden Wirkung de» Biomalze» aus den ge» samten Körper. Biomalz mit Leciidin ist in langen Stoffwechseloersuchen in der chemischen Abteilung des Rudolf-Virchow-Krankenhause» sorgfäliig un- tersucht und bat sich mehrere Jahre hindurch in der ärztlichen Prari« bewährt Es hat seine Feuerprobe in jeder Prüfung über» standen und ist wissenschaftlich unanfechlbar. Es ist restlos verdaulich. DaS.steigende Krastgejühl, da» frischere Aussehen, die Anzeichen der Verjüngung Isgsn Zeugnis davon ab, wie tiefgreifend der Nerveniiährstoff auf das Wohlbefinden deS ganzen Körper» zu wirken vermag. Preis einer Dose viomalz 1.S0 Mk, mit Lecithin 5.— Mk.. mit Eisen für Blutarme und Bleich- süchtige) 2.20 Mt., mit Kalt extra(für Lungen« leidende) 2.50 Mk., Hoffmann» Biomalz-Schotolade Tafel 60 Pf. Drucksachen kostenfrei von Gebr. Patermann, Teltow-Berlin 10. 3ez liaushäl� imd Gescb/akszxi an. STUCK LIKÖRE STUCK LI KORE Am Sonnabend, den 6. Dezember, verstarb plötzlich durch SchlajrarLfail unser Leiter der Vorwärts flliale, Ldchtenberg, Boshagener Straße 62, Genosse Altred Rosenkranz Seit dem Jahre 1906 war uns der Verstorbene ein lieber und immer pflichtbewußter Mitarbeiter und Kollege. Kastlos und unverdrossen setzte er allezeit sein Bestes für den, Vorwärts" und für die Partei ein. Er wird uns in dauernder Erinnerung bleiben. Berlin, den 7. Dezember 1924, Ceschäftsleitunq und Personal des„VorwSrtsx-Verlag G.m.b.H. Am Birnsiag etufdjllei nach furjeir schwer«» Leiden meine Nede, Herzens» «Ute ürau. Mutter. Tochter. Schwester, Schwägerin, Tante und Nichte Ks!!? Stemveüel»£*, im oollendeten 34 Ledeusjahre. In tieler Trauer: vir ntnterbllebenefl. Berlin O. 17, Bi-dickerstr 10. Einäscherung Dienstag, nachmittag« P'i Uhr. im Krematorium Baum» schn'enwea. 305 d »ÜMMIIMMUU In der Generaloersammiung vom 18. Juli d. I. wurde beschlossen, die Kasse auszu. iö'en. die Effetten zu verlausen und den Erliis der Armendirektion zu iiderweifen da derselbe zu»ine Verteilung an die Milgiieder zu gering ist. Die, er Beschluß tu vom Polizeipräsidium am 15. September 1924 genehmigt worden. 3995 _ Der vorstand .5. In der Generalversammlung vom 13. Juli d. I. wurde brschlossea. dl««aste aufzuläse», die Effekieu zu verlaufen und den Erllis der Armendireitiv» zu Loer» weisen, da derlelde zu einer Verkeilung an die Mitglieder zu gering Ist. Meser Beschluß ist oo» Polizeipräfidium am 15. September 1924 genehmigt morden. -lOOd Dar vorstand üüz.WzIlsZiiileiillSittl.Selllii-Zlelilit! Bckailntmachung? Die rrjrktcr der Arbeitgeber und Ben sichrrien im Auoichuß werden hiermit III der am L enslag, den 1«. Dezember 1924. u.'cnds« Uhr, im Kaffenlolal, Kärner» straß» 55 hie, statlfindenden ordentlichen Aiiisschustsistuag eingeladen 107,19 Tagesordnung: 1 Festsetzung des Boranichlage» Mr 1925. 2 Satzungs» änderunzen. 3. Wahl de» Au» chulsc» iiir die Prllkung der Rechnungen de« iauienden Jahres. 4. Verichicdene» LMisüMMModÄ Achtung! Achtung! den S. Dezember, abend» im»Dresdener Garten-, In der Zeit vom 3. b>, 1». Dezember finden die wohItSrperverlammluogeu lia», welche zu der am 22. Dezember i-atlfindenden Generalversammlung Siellunq nehmen Die Tagesordnung der Seneralpersamm» lung ist folgende; 1. Kassenbericht. 2. Bericht der Revisoren. 3. An die Verwaltung gelangte Anträge mV-'Dos Material zur Wahllörper- persammiung lann vom Dienstag Irllh ad ans dem Berdandsbureau von den Bezirlsleiiern abgeholt w rden. Dienstes- den 0. Dezember, abend» 7 Ahr, im Sitzungssaal de» Der vaadshause». Cinienflr. 83 85; Branchenversammlung der grjomtcn Elnrlchier der Schwa�, stro»indaslrie. Die Tagesordnung wird w der Bcrsamnllung detanntgegeben. Vlenslag 7 Ahr. i Dresdener Strutze 45: Branchenverfammlung aller in den Eisen irZdeljabtileu de schäfliglen Kollegen. Tagesordnung: 1. Bericht von den Verhandlungen mil den Arbeitgebern 2. Stellungnahme zum Adlchliitz eines Lohn» und Rahmentarife». 3. Verschiedenes. Ohne Milgiiedsbuch lein Zutritt. Es ist Pfiicht eme» seden organissrrten Kolleg n, die Versammlung zu besuchen. vlenslag. den 9. Dezember, abend» 7 Adr. im verdandshouse, Dinteu- " strotz» 83 85: Versammlung aller in Sprihgubbetriebrn»esn dsligleu stolltg nnen und Kollegen. Tagesordnung: Verlcht llder dir Verhandlungen vor dem Sch.ichtungs. ausschuß.__ ÄüijeHenfltöeitetürondie! Dienstag, den 0. Dezember, nach- mittags 5 Uhr. im verdaudshuuse. Liuieustr. 83,85: Versammlung Tagesordnung: Stellungnahme zu unserer Lohnford-rung. PUnttlicheo und zahlreiches Erscheine» >" unlxding. VeiMe'ueu?'/.'.». zu Engrospreisen! Lauer ch ll ectzmann, Wilhclmftr.>24. 4 i 4 4 4 4 i i Wettn wdev Kattchev Sem« nickt gleickgMz ist, vs» er. kür Kraut rauckt, unü 6er nickt an 5teUe»einer �unzc eine ZckuKsoKIe Kat evft tint �avmttvi sevaucht hat, dann hvauche« wtv Iceine Kelclame mehr SVEA 2'/, S ATTENDORN SS AMMON SS f NU Pverkauti elze fiarantlestfiebi � verkaufen wir aller Art, wie Sealclcclrik, Kidrette, Murmel, Nutria, Fohlen. Persianer usw. Gr Auswahl in Qeb> und Sportpclzea. elegante Pelzhiite. Eigene Werl, stäuen. Sdilftfdie&Nännei Grolle Frankfurter Straße 106 (Strausbergcr Platz). II. Etage m—mmmmm—m WOUVertlieb DirdUeiUtr. 48. BOl } f 4 4 4 Pfänder unserer 2. Abteilung und zwar Kleider, felze. Wäsche, Uhren, old-u. Silbe, gegenstände, lommen am 9. Dezember d I. und ivlgenden Tagen zur Versteigerung Staat tchr» Leibamt. DESHALB DER BiLLIGSTE u.ZUGLEICH DER FEINSTE TEE IM VERBRAUCH faeAAangdef y. f Prachtvolle j fPerjermusferj TOQXiOO 250X 00 300X400 Prima Tournay 160, 235, 320 M. Wollperser tZi. 105, 160, 2(0 M. �iAxininster 98, 140, 195 M. laBoncfe � 74. HS.!60 M. Brücken ToDrnay Wallperser lafliminster 90/180 42 M. 30 M. 33 M. Gardinen, Bettvorlaiceo, Tisch- u. Diwandecken, Atishpgeiautor la Velour, Boncl6 u. Coces— Q rjOÜ e Auswahl, spottbillig. Fritz Stoehv-i MünMArffff&fie Berlin C.Fernfpr hqjt 1159+12.66 Die gute Jackenwolle loo ar-mm 1.30 gediegene Handarbeitswolle in ca. 50 Farben Die gute Strumpfwolle 100 Gramm 1,10 in schwarz, grau und lederfarbig Hausfrauen— hört, hörtff und besuchen Sie uns. Der Verkauf beginnt Montag 9-7 Uhr. Adresse oenau beachten, damit Sie nicht irren I Wollvertrieb Dird»eii$tr.45,HoiparL (Nähe Börse) ■mwBmamM AminnO- Heu Lsdeai MMMW���WWWM.» Commerz- und Privat- Bank Aktiengesellschaft Einladung; su der auBerordentlichen General Versammlung am Freitag, dem 19. Dezember 1924, vormittags 11 Uhr, Im Sitzungssaal der Bank in Hamburg, Neß 9. Tagesordnung: 1. Vorlegung der Goldmark- EröHnungsbllanr für den >. Januar 1924 nebst Bericht des Aufslchisrat« und des Vorsiandes Uber die Prüfung der Qoldmark Eröffnung■ bilanz und den Hergang der" Umstellung des Aktienkapital aul Goldmai k. 2. BeschluBfassuru über d e Genehmigung der Goldmark- Eröfinungsbi anz und Uber die Umslehung des Grundkapitals au. Goldma>k. ». Aer.derun.en des Oes. llscha'tsvertrages, soweit sie sieh aus der BeschluB assung zu 2 erge- en, und Ermäcnugui.g des Aufslchtsiais zur Vornahme weiterer Satzungs- änderut.gen, soweit sie nur die Fassung betreffen. Dielenigen Aktionare. welche sich an der General Versammlung bete! igen wollen, haben ihre Ai tien ■p�testena am 16. Dezeiuber d. J. wfihrend oer üblichen Qeschäftssurnden de! unseren Nied»' lassungen in Hamburg, Berlin und Magdeburg, unseren samtlichen Filialen und Zweigstellen und außerdem In Berlin iür die Mitglieder des Oltoeffektendepots auch bei der ans des Berliner Kissen Vereins, ferner bei Herrn J. H. Stein, Köln, und bei der N. V. Hugo Kaulmann& Co$- Bank In Amsteidam zu hinterlegen una bis zum Schluß der Geherai- veisammlong dasechst zu belassen oder die Hinterlegung bei einem deutsc e Notar dadurch nachzuweisen, das*1- einer der genannte i Anmeldestellen spätestens am 16. Dezember d J. einen ordnungsmäeUen Hinteriegungssche n deN Notars In Verwahrung geoen. Dieser Minterlegungs- crein gilt nur dann als ordnungsmäßig wenn darin die ninterlegten Aktien nach Nummern genau bezeichnet sine und wenn überdies In dem Hlnterlegungsschein selbst be scht.nist ist, daß die Aktien bis zum Schluß der Generalversammlung bei dem Notar in Verwahrung bleiben. Gegen Hinterlegung der Aktien oder Einreichung der notariellen Himerleguni'sschelne werden Eintilttskarten ausgehandigt Die zu hinter fegenden Aktien können ohne Gewinnanteil- Scheine und Erneuerunpsscneine eingereicht werden. Hamburg, den 25. November 1924 Der Vorstand. IzitItJ» � (Husten] troplei " 1 halfsn [»In fror (tln altcrptobtr» Rezept erhältlich in Drogerien u. Apothelen M. 0.75 u. SM. IAO, echt nur mit sslrma Otto leidiel. Bfrlin 43. SO.. Eisenbahnstr 4 Croco Volleder 3.7; Rlndled.-Saffian 9.00 Auto-Rindiack 10.00 6).elez.Elnricht.l8.00 Besuchst, ud,<«. 14 Ob Aktemaschell|gill.4£0 auch«inz. zu haben. Richte Geschalte ein Sediller, Lederwaren' ffadrliale Engro« Export Rlnerstr. 83. 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Dann offenbart« sich mit gesetzlicher Notwendigkeit die volkswirtschaftlich« Kehrseite dieser Opemtion: die Kaufkraft des Volkseinkommens ist so geschwächt, daß für die neuen Anlagen kein Absatz im Inland zu beschoffen ist und statt Erträge zu bringen, verlangen die neuen Anlagen hohe Instandhaltungskostcn. Privatwtrtschaftlich gesehen fehlt den neuen Anlagen, weil der«rfcnderliche Umsatz im Dolksein- tomnen nicht begründet ist. die Rentabilität, und die Rentabilität der alten, beschäftigten Antagen wird gesenkt, weil zu den Be- triebskosten der vollausgenutzten die Crhaltungskosten der brach- liegenden Anlagen hinzutreten. Für dos DividendeniMereff« der Unternehmer ist dos auf die Dauer«in unhaltbarer Zustand, und je mehr die Unternehmer bei der Goldbilanzierung ihrer Unter- nehmungen auf die zukünftige Rentabilität geachtet haben, um so häufiger und stärker tritt dos Bedürfnis noch neuem Geldkopital auf, um damit die bracht iegenben Anlagenteil« zur Beschäftigung zu bringen. Daraus erklärt sich die außerordentlich starke Zunahm« der sogenanten„Emissionstätigkeit'' auf dem Kapital- markt, besonders in den Monaten Oktober und November, in denen die weitaus meisten Sotderöffnungsbilanzen herauskamen. Im Oktober haben 73. im November 94 Kapitotgefekl- fchaften Kopitalerhöhungen beschloffen mtt 42 Millionen Go'dmark im Oktober und 72,2 Millionen Goldmark im November. In den 9 Monaten von Januar bis September 1924 betrugen die Kapital- «rhöhrmgen insgesamt 96,8 Millionen Goldmart oder im Monats- durchschnitt 10,8 Millionen Goldmart. In den Monaten Okwber und November liegt also«ine sehr starte Steigerung de» Kapitolbedarf« vor. der sich In den kommende» Monaten noch bedeutend erhöhen wird. Eine Dergleichung der Zahlen mtt denen von 1912 macht dt« Höh« des Kapitalbedarfs noch intereffanter. Die Kapitalerhöhungen sämtlicher deutscher Aktiengesellschaften betrugen 1913 insgesamt 418 Millicnen Mark nominal, da» sinld im Monats. durchschnitt 34,8 Millionen Mark Nimmt man an, daß der größte TeL der Aktiengesellschaften mit seinem Kapitalbedarf erst noch hmauslreten wird, weil bisher wenig Aussicht zu seiner Befriedigung bestand, so Ist«in««norm« Steigerung über dm Bedarf von 1915 sicher. Nun hat das Inland vorläufig keine disponiblen Kapitalien für langfristig« Anlagen. Di« Flut der Svedilsuchenden aus der deutschen Industrie iu Amsterdam. London und New ?>ork zeigt, woher das erforderlich« Kapital erwartet wird. Der Berkauf de» Aktienpaket» von 40 Millionen Goldmark der Deut. scheu Bant an«in ainerttanisch«» Finonzkonfcetium läßt die Form erkennen, wl« die deutsch« Privatwirtschast zu den benötigten Kapitalien kommen wird. In der Inflationszeit wurde da» Argu- ment der Ueberfremdungsgefahr dazu mißbraucht, die Scheinblüte der Prwatwirffchafl. d. h. die JerstSrung der Lalkseinkommenskauftraft. immer störker zu entfalten. Heut« ist die llebertragvng von Eigentumstiteln an der deutschen Privotwirt- schaft nach Holland, England und Amerita die einzig möglich« Form, die benötigten Kapitaüm zu beschaffe». Di« deutsch« Privatwirtschaft hat also in der Inflationszeit das Arbeit» einkommen des Volke» um«in gute» Viertel gesenkt. Durch Ihr««inseitig« GolVrechmrng, zusammen mtt ihrem Kampf gegen Goldsteuern. bot sie da» Renteneinkommen aus öffent» Nchen Anleihen vollständig, au» ObliAationen und Hypotheken zu 8S Proz. zerstört. Dafür konnte sie die volkswirtschaftlich selbst- mörderische Substanzanreicherung durchführe». Darauf nahmen die Verwaltungsräte und Vorstände der Kapitalgesellschaften ihre Aktionär« hoch und befahlen, konsequent der unrationellen Eubstanzanreicherung. in sehr zahlreichen Fällen empfindliche Expropriationen. Heut« ttttt di« deutsch« Privatwirtschaft auf den Deltmartt hinaus und verkaust«inen beträchtlichen Teil des Eigentums an der deutschen Privatwirtschaft ans Ausland. Die deutsche Arbeiterschaft hat die Ueberfremdung ntcht zu fürchten. Da di« Anlagen in Deuffchland bleiben und mit den Krediten deutsche Arbeiter beschäftigt und deutsches Voltseinkommen er- S.ugt wird, wenn auch di« Dividende in» Aualand fließt, ist mit den rediten und auch mit der sogenannten Ueberfremdung heute der deutschen Voltswirtschaft«in Dienst erwiesen. Außerdem ist die Ueberfremdung ja von den Unternehmern selbst verursacht. Aber in den dar getanen Zusammenhängen offenbart sich ein« Katastrophe des leider auch in Arbeitertrelsen noch Immer weit überschätzten volkswirtschaftlichen Sochverständniffe» der sogenannten„Wirts chafts- führet, wie sie furchtbarer nicht gedacht werden kann. Vielleicht lernt die Arbeiterschaft daraus, wie sehr es an der Zett ist, in volks- wirtschaftlichen Dingen ihr eigener Sachverständiger zu sein: und vielleicht lernen auch die republikanischen Regierungen. sich nicht von den Tewertschasten und Benoffenschaften erst i n t e r- pellieren zu lassen, auch ihr« Eachverftändigen zu hören. __ K-r. Preuße« gegen übermäßige ZwssZßc- Der Amtliche Preußisch« Preffedienst veröffentlicht einen Erlaß. den der preußische Minister de- Innern. Genosse Severing. unter dem 4. Dezember an die Oberpräsidenten. Regierungspräsi- deuten und Landräte sowie an di« Vorstände der öffentlichen und der unter Staatsaufsicht stehenden Sparkaffen gerichtet hat: Der Wortlaut ist folgender: C» fft von Regierungsseit«, aus Fachkreisen und in der veffent- Ausschneide«! Zum vergleich aufhebe«! Das Wahlergebnis vom 4. Mai 1924. a) Daoon: USPD 235115, Sozialist. BunS 20 418, Bund bei Seufrn 59 122.(EbriftL naU. 31m[e�um. 124451,«trheifnelimerpoitet 38 171 Fre!wirllchasc»bulli> 36 Saeusserdund 24447, Natt. Freche!t»i>iulet 62 071 Pol». Bolkopt. 100 255, Majuiischc«89 1029, Wendisch« Bp 10 827, Ewteswisscher Berel» 7 620, Uariei bei Mieter 45905. Mcpubiilanifche Purtei 45721, Bältisch» Block 9561, Bayerischer MlUrlslandebund Eüdgiui 5 659. Paveilose BoUewirlschallseruppe 1648. lichkett immer wieder darauf hingewiesen worden, daß«in« Ge- sundung der ollgemeinen wirtjchafUicheu Verhältnisse und die all- mähliche Zurücks uhrung der Wirtschaft auf den Normalzustand nur möglich ist. wenn es gelingt, die hohen Zinssätze für Leihkapitat derart herabzumindern, daß die gewerbliche und landivirtschafi.iche Vrrduktion ebenso wie der ehrbare Handel in ihren Grund- bedingungen«in« wesentliche Erleichterung erfahren. Dieser Erkenntnis haben sich die den Sreditverkehr stützenden Stellea im allgemeinen auch nicht verschlvssen und vielfach in methodischem. emer ungesunden Konkurrenz vorbeugendem Zusammenschluß ihre ermäßigten Kreditbedingungen festgelegt. Gleichwohl ist das an- zustrebende Ziel noch nicht erreicht. Die im P a s s i y g e s ch ä ft geforderten Zinsen übersteigen vielfach auch heut« noch da» zulässige Maß besonders deshalb, weil die Kreditgeber durch Gewährung höherer Attivzinsen ein erhöhtes Angebot oo» Spar- und Aerkehrskapital zu erzielen bestrebt sind und den Ausgleich für die hieraus erwachsende Belastung in einem entsprechenden Paffivzwssatz suchen müssen. Soweit hierbei öffentlich-rechtliche Kreditinstitut«, insbesondere die öffentlichen oder unter Staotsauf- ficht stehenden Sparkassen und kommunalen Bonken in Frage kcnnnen, muß gefordert werden, daß st« in ihrer Zinspolitik sich keinesfalls maßgeblich durch Erwerbsinteressen letten lassen, sondern entsprechend ihrem gemeinnützigen Charakter ihr« Aufgab« darin sehen, unbeschadet ihrer Fürsorge für di« Deckung der allgemeinen Verwaltungskosten, führend und vorbildlich einer all- gemeinen Senkung des Kapitalzinses di« Wege zu« b n e n. In diesem Bestreben dürfen sie sich durch di« privaten Kreditinstitute nicht übertvcfsen lassen, sie haben vielmehr in ge- meinsamer Verständigung mtt diesen und den genossenschaftlichen ' die übereinstimmend«, periodisch den Zeitoerhält- Fcstlegimg normaler Geschäftsbedingungen hin- An größeren Orten, wo von den Privatbanken ent- Organifalwnen auf die übereinstimmend«� nissen anzupassende zuarbeiten. ind, muß deren Inhalt die Höchst. '.' der öffentlichen Kredit- wenngleich örtlich« nnd oll- sprechend« Abkommen getroffen find, mutz der« grenze auch für das Aktiv- und Passivgeschäft de anstalten bilden. Im übrigen werden, wenngl. gemein wirtschaftliche Sonderverhältniss« nicht völlig unberücksichtigt bleiben können, jene Regelungen als Anhalt auch für die Zins- politik in den benachbarten Wirtschastsbezirken dienen können. Aciues'olls dürken Sparkassen und kommunale Danken lediglich aus Wetlbewerbscücksichlen, um Spareinlage» und Depositen -........."'----------- über die die�Spänniing Zwischen Ättiv. und passivzi'usen in geschästlii gesunden Maßen zu halten haben. Rur auf diesem Wege wird eine allmähliche Erstarkung der Wirtschaft erzielt werden können, damit aber auch eine Erhöhung der Umsätze und wachsende Prosperität des Kreditgeschäfts Hand in Hand ��Die Sparkassen- und Kommunalaufsichtsbehörden ersucht der Minister vortastenden Gesichtspunkten ihre besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden und die ihrer Aufsicht unterstehenden Kreditinstitute zu ihrer Beachtung anzuhalten. Gegen A u s schrei t u ngen in der Zinspolitik ist mit den gegebenen Mitteln vorzugehen. Zu den deutsch-ktalienijcheawirtjchastsverhanölungen Uns wird gefchoiedew: Im ttotienffche» Wirtschaftsministerium fanden kürzlich bedeird- sam« Erörterungen über die mtt den schwebenden deutsch-ita- l i e» i s ch e» Handelsvertvag»» Verhandlung«« in Derbmdung stehenden Fragen statt. Selbst Mussolini hat beim Empfang der von Parlamentariern und Vertretern der Landwirtschaft und der Industrie gebildete» Kommisfion die große Bedeutung der bevor- stehenden Verhandlungen mtt Deutsästand hervorgehoben. Die Dringlichtett«in« neuen Handelsvertrages ist allein schon durch die Totsach« gegeben daß am 10. Januar 1326 das durch de« Friedens- vertrag bestimmt« Z ol lp r o o i s or i u m erlischt. Es ist zwar noch nicht ganz bestimmt, welche Haltung die italienischen Delegierten einnehmen werden, aber es ist in diesem Augenblicke doch höchst intercssemt, an den Umstand zurückzuerinnern, daß Deutschland in der Zeit vor dem Weltkrt-ege im uiter- nationalen Handel Italiens sowohl als Einfuhr- wie als Ausfuhr- gebiet für den ttalienifchen Markt die erste Rolle spielt«. Deutsch- erhält ouich heute noch, gemäß de« Ergebnissen des ersten Halbjahres 1324, während des Iwhres itali-nische Produkte im Gesamtwerte vor \V» Milliarden Lire(i. h. 12 Proz. der italienischen Gesamtausfuhr. also etwa» weniger als im Jahre 1913!). Di« italienische Frei- houdelsgruppe schätzt sogar, daß Deutschland wiederum der größte Absatzmarkt für italienische Erzeugnisse, insbeson- der« der Landwirtschaft und der von ihr abhängigen Industrie unter der Bedingung werden kann, daß Italien Deutschland für di« Aus- fuhr femer Manufaktur waren, in erster Linie für die Erzeugnisse seiner chemischen und MewU-Industtie ein besonderes Zollregime konzessioniert. Ein« derartige kluge Annäherung der beiden Länder zum Zweck der Wiederaufnahm« normaler wirtschaftlicher Beziehungen zwischen ihnen findet jedoch bei einer gewissen Gruppe ita l i cni- scher Industrieller geheim« Widerstände, die sich an den Zolftorif von 1921 klammert. Di« italienische Regierung, die den Sonderinteressen einer tlcinen Gniope nicht stattqeben kann, sondern die allgemeinen Interessen der Nation zu wahren hat, hat die großen Schädigungen erleben müssen, die durch die überhand- nehmend« Stärkung des im Zolltarif von 1921 festgelegten Pro- tektionismus geschaffen wurden, unter denen ollem anderm voran besonders di« chemisch« und metallurgische In- dustri« Italiens gelitten hat, und wird deshalb die Berhandünv- gm mtt Deutschland in einem neum Geiste tmrtfcha strichen Liberalismus aufnehmen, der auf dem Grundsatze eines gegenseitigen Abbaus der Schutzzölle und der wirtschaftlichen Wwderaufschließung eines der begünstigsten Länder fußen muß. Zu diesem Zwecke hat einer der bedeutendstm italienischen Web schaftspolttiker, Edoardo Giretti, erklärt:„Es fft daher nvtwew big, daß wir uns ordentlich ins Zeug legen, damit der bco erstehende Handelsvertrag zwischen Italien und Deutschland gute und imri- sam« Ergebnisse erzielt, was nur möglich fft. wenn die ttalienifcyen Unterhändler dahin unterrichtet sind und di« Möglichkeit besitzen werden, wetlgehenden Zugeständnissen und Verwinde- rung«n d«r sehr hohen Schutzzölle zuzusümmen. mtt ■l«» Brawi Watabramar*«« Mwabarg, In a. rn. b. SW. 4«, Frl«ein Ital-ien und Deutschland würden schwer darunter zu leiden haben. Wenn Mussolini sogt,„er wünsche vor allem vor Beginn diesem Derhandtungen eines vermieden wissen, nämlich Polemik, die ge- eignet sei, die Geister zu entzweien/ so ist leicht zu erkennen, daß damit nur der Druck jener kleinen, aber mächtigen Jndustriegruppe gemeint ist, deren ftaltuny sich gegen die nationalen Inter- essen der italienischen Landwirtschaft wendet. Es muß gefordert werden, daß&:c italienische Regierimg die schädlichen Einflüsse dieser industriellen Gruppe abzuwehren oersteht. Wir verkennen dabei allerdings nicht die Schwierigkeiten, die Mussolini bei einem, solehen Versuche erwachsen müssen, da e, ihm nicht leicht fallen dürfte, sich von dem Einfluß di.ser Gruppe freizumachen, die seit ihpem Bestehen bis heut« die faschistisch« Bewegung mit ansehnliäien Mitteln unterstüßi hat. Sicherlich würde es heißen, Italien auf em-en Weg zu führen der nur zum Unglück leitet, wenn das Land seinen Markt gegen die Konkurren,; der deutschen Industrie dadurch zu verteidigen ve» suflie. daß es seinen Schutzzoll nach verstärkte. Es handelt sich heut« nicht mehr darum, zwischen Schußzoll und Freihandel zu wählen, sondern darum, nicht wieder den schweren Fehler zu begehen, dt« Ausbreitung des ila'ienischen Handels zu verhindern und Italien durch 1 cyi unkluges Zollsystem zu isolieren, indem man die w i r t• fcha ftl.i che Solidarität aller Nationen anerkennt. Gegen die HeschästsauffichtsverorSnuag. Die vielen begründeten Klagen, die gegen die Handhabung der Geschäftsaufsichtsverordnung erheben worden sind, habm zu einer Eingabe der Spitzenverbände des deutschen Bank- gewerfees, der Industrie und des Handels an das Reichsjustizmini- sterium geführt, die zugleich Richtlinien für eine Neuregelung des Konkursverfahrens enthält. Die iEngabe verweist u. o. darauf, daß die Geschöftsaufsicht weitgehend mißbräuchlich angewen- det wird, daß man dann keiner Firma ansehen kann, ob sie sehon unter Geschästsaussicht steht oder nicht, und daß so eine erhebliche Gefährdung des deutschen Kredits, besonders i m A u s- lande herbeigeführt wird. Man verlangt daher die Abschaffung einer Geschäftsaussicht, will jedoch das Konkursverfahren dahin ab- andern, daß auch die Möglichkeit ernes Zwangsoergleichs unter W eitsrkührung des Geschäfts eröffnet wird, während bisher bei der Anwenduna eines Konkurses die Liquidation oder' ein freiwilliger Vergleich sämtlicher Gläubiger zu erfolgen hatte. Zu diesem Zweck soll in die Konkursordnung ein besonderer Abschnitt eingefügt wenden, der die neu« Form des Zwangs- Vergleichs, die„G e s ch ä f t s v er w a l t u n g", regelt Ein Unternehmen, das die Geschästsperwaltung einleiten will, würde dann nicht mehr ohne Mitwirkung des Verwalters über sein Vermögen verfügen können. Nicht nur der Schuldner, sondern auch der Glau- biger soll die Geschäfisverwaltung beantragen dürfen, die nur ge- nehmigt wird, wenn die Mehrheit der Gläubiger einoer- standen ist, wenn die zuständige Handelskammer keine Bedenken äußert und wenn ein Mitbestimmungsrecht des Gläubiger-Ausschusies besteht Ebenso wie ein Konkurs, soll die Geschäftsverwaltunq im Grundbuch und anderen öffentlichen Registern«ingetragen werden. Gegeri.eine derartige Neuregelung der in der Geschäftsaujsichts- Verordnung berührten Fragen wäre nichts einzuwenden. Wesentlich ist, daß eßdlich einmal der Zustand beseitigt wird, bei dem zahlunqs- unfähig gewordene Firmen noch weiter Kredite in Anspruch nehmen können, ohne daß der Kreditgeber in der Lag« wäre, sich über die Sicherheit der Kredite zu vergewissern. Die Handhabung der Geschäftsäufsichtsverordnung hat es vielen Betrieben erleichtert, noch Warenbestände lange zurückzuhalten, und so den Preisabbau zu verhindern, was dem Interesse der Volkswirtschaft widersprach. Ein« Verschärfung der Bestimmungen ist daher durchaus am Platz«, ohne daß deswegen gleich der Zwang zu einem Konkurs herbeigeführt zu werden braucht, wo er nicht unbedingt erforderlich ist. ver Serliner Brdeitsmarkt. In der letzten Woche ist kein« wesentliche Veränderung der Lage des Berliner Aroeitsmarktcs eingetreten. Die milde Witterung cestottet die Wiederaufnahme de» durch den letzthin eingetretenen Frost unterbrvchcnan Auhen.undBauarbeiten.so daß auch wieder«in« stärkere Ansorderung von einzelnen Baufocharbeitern i» Erlchelmmy tritt Ün der Hauptsache wurden Maurer. Zimmerer und Stuckateure erhSht angefordert. Durch das Wechnachtsgeichäft wurde weite, hin dos Handel»g»werbe belebt, da» neben verkausspersonal auf für die Paketkontrolle K-äfte einstellte. Kurz- ftistige Befchäftiyunysmögiichkeiten für männlich« Personen waren ebenfalls bei der Post gegeben Im allgemeinen vermochten dies« Besserungserscheinungen jedoch nicht eine«nt'cheidende Wendung in der Arbeitsmarttlage herbeizuführen. Es waren SSllllS Personen bei den Arbeitsnachweisen ringe- tiaqen gegen 72 367 der Vorwoche Darunter befanden sich<7 544 (48 332) männsiche und 21 852(23 375) weibliche Personen. Unter- stützüng bezogen 22 380(22 536) männliche und 5133(5043) weidlich«, insgesamt 27 579(27 579» Personen. Die Zahl der zu gemeinnützigen Pslickrtarbeitan Ueberwie'enen betrug 886 gegen 739 der Vorwoche. In der M e t a l! i n d u st r i e zeigte sich haupt'ächlich die Radio- und Telephonbranch« namentlich für weibliche Kräfte gut ausriohme- fähig. Im ollgemeinen hat sich der Bedarf an Arbeitskrästen wieder etwas erhöht. Der Mangel an gut eingearbeiteten Spezialkräften blieb bestehen. Gut beschäftigt sind im Spinn st offgewerbe Färbereien. Strickereien und Kürschnereien. Webereien boten be- sonder» weiblichen Arbeiiskräften gute Beschästigunysmöglichkeilen. Die günstige Entwicklung des Arbeiismorktes in der Zell- stosf. und Papierherstellung und-Verarbeitung macht weiter« Fortschritte. Besonders g»t« Avfnahmefähigkert zeigt dies« Industrie für weiblid)« Personen. Für die L e d e r i n'd u st r i e und Industrie lederortiger Stoff« mcrehen sich bei sonst unverändert«� Geschäftslage auch in den Lohgerbereien Anzeichen einer Desienmg bemerkbar. Die Vesserunq der Deschäftigungsverhälwisi« tm Holz» und Schnitz st offgewerbe hat in allen Gruppen angehalten. Dos Nahrungs- und Genußmittelgewerbe blieb in fast ollen Zweigen gut beschäftigt. Die erfolgten Vermittlungen bezogen sich in der Houvftache auf Aushilfen. Di« BeschäftigungsverhSitnisie im Bekleidungsgewerbe blieben überwiegend günstig. In allen Zweigen der Wäscheindustrie setzt eine große Nachfrage nach 5)eimarbeiterinn«n aller Art ein. In der Schuh- und Schäfteindustrie macht sich ein besserer Geschäftsgang für die Luxus- und Hausschuhindustrie bemerkbar. ZnNus PInkfch A.chexzi?fer de» statistischen Neichsamtes ist gegenüber dem Stande vom 25. November(129,0) nm 0,4 Pro z., auf 128,5 zurückgegangen. Niedriger tagen vor allem die P.eise für Getreide, Zucker, ferner für Ochsenhäute, Baumwolle, Juie, Jutegarn und Flachs. Gestiegen sind die Preise für Fette, Fleisch, serner für Baumwollgewebe, Leinengarn, Wolle, .szanf,.sowie für die meisten Nichteisenmetolle und Mineralöle. Von den Hauptgruppen sind die Lebensmittel von 1242 auf 123,4 odtr um 0,5 Proz. zurückgegangen, wahrend die Industriestoffe von 137,9 auf 138,2 oder um 0,2 Proz. anzogen.— Für den Durchschnitt des Monats November ergibt sich ein Rückgang der Großhandelsindex- Ziffer von 131,2 auf 128,5 oder um 2,1 Proz. Lebenshaltungskosten(Ernährung, '"") sür Mittwoch, den ,,,„..... statistischen Neichs- amts gegenüber der Vorwoche(122,2) unverändert geb.ieben. Für den Durchschnitt des Monats November berechnet sich gegenüber Oktober(122,0) eine unwesentliche Steigerung von die Schmelzen und slbeidet die Harnsäure auZ. Fragen Sie Ihren Ärzt.— Zn allen Apotheken erhältlich. �3esel�)0<�Ult�o/60/oChiniiu7«�«�«K�ace�alI«�i(M0(�Tyium� Hexenschuß, Nerven- und Kopfschmerzen MI tozizxei?. e/cuZcuzxxs........... S (5cß&(0 .... 8 QlZaj&a&ztjCu:........ iO1." ✓✓ n // Möbel-Cohn Im Osten: Gr. Frankfurter Str. 58 (5 Minuten vorn Bahnhof Aleianderplata) Im Norden: BadstraOe 47-48 ■(5 Minuten vom Bahnhof Gesundbrunnen) liefert seeen bequemsteTeilzahlung bei kleinster An- und Abzahlung zu denkbar gllnstlgsten Bedingungen Speise-, Herren- Sdilafzimmer sämtliche Einzelmöbel in NnDbaum und Eiche, weiße,(arbige and nstarlasierte Küchen, Kleinmöbel, Standohren, Flnpgarderoben, Teppiche, Gardinen, Vor- leger, Stores, Tisch-, Stepp-, Bett-, Diwandecken, fertige Betten und Kissen Qr60te RUchtlchl bei Krankheit und Arbeltaloslgkelt. 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Die cholzpferde vor den Wagen haben nicht mehr die steifen, geraden Beine, wie sie früher dargestellt wurden und wie sie das Kind in der lebenden Natur nie sah Die ausgestellten Ge- spanne haben Leben: am Zugpferd ist die Anstrengung, die ihm das Ziehen bereitet, deutlich herausgearbeitet; das Kind findet m seinem Spielzeug die Wiedergabe der Wirklichkeit Käfer, Eidechsen Schnecken, Libellen haben primitiv-einsoche Formen, geben aber dem Kind die Möglichkeit, infolge der Herausarbeitung des Charakter!- stischen, das Tier später in der Natur wiederzuerkennen Dabei sind all diese Erziehungsspielsachen durchaus fabrikmäßig hergestellt und natürlich deshalb auch verhältnismäßig billig. Es ist für den eu wachsencn Arbeiter interessant, festzustellen, wie all diese T�ere trotz ihrer Individualität schablonenmäßig auf der Drehbank hergestellt wurden. Ein besonderer Raum ist den Baukästen für die Jungen gewidmet. Allerdings fehlen hier die Riesensteinbaukästen. die schließ- lich Arbeitereltern doch nicht bezahlen können. Aber was da ist, trägt zum großen Teil den Stempel der Neuheit. Die Kinder brauchen nicht mehr nur nach Vorlagen leichieinstürzende Baulich- leiten errichten; die Art der Baukästen gibt dem nie rostenden Geist des Kindes Gelegenheit zu jeder Betätigung. Di« ausgestellten Spiel- waren wollen Kind und Eltern vom asten, gestanzten Blechwaren- kram befreien: dos Kind soll angeregt werden, es soll erkennen und denken lernen. Für die Größeren sind dann Malkästen mit neu- artigen Vorlagen und Mustern zu finden. Die Mädchen finden in reicher Auswahl Holzperlen m allen Formen und Forben, aus denen sie nicht nur Schmuck für ihren Puppenanhang, sondern viel- leicht auch schon für das eigen« Kleid anfertigen können. Die„W e r t f r« u d e* hat auf und vor dem Podium des großen Saales eine Sonderaus st eliung arrangiert. Die Sachen selbst wie auch die Art der Ausstellung verraten ersten künstlerischen Geschmack, der sich allerdings bei den Stoffen und Kleidern nicht nach ersten Pariser Modellen richtet, sondern das Zweckmäßige mit dem Schönen zu verbinden sucht. An der Stirnseite des Raumes ist die keramische Abteilung untergebracht. Di« ausgestellten Gebrauchssteinqutwaren machen sich bewußt von dem bekannten (und zum Glück jetzt schon gefürchteten) Zwiebel- und Windmühlen- must�r des herkömmlichen Küchenporzellans frei. Tierplastiken, Basen, Schmucktcller sind im Entwurf künstlerisch, in der Ausführung erstklassig und billig. Einen riesigen Umfang hat die literarische Abteilung der Weihnachtsausstellung. Hier sindet der Besucher tatsächlich für jedes Geschlecht, jedes Alter und jeden Geschmack etwas. Von neuartigen Bilderbüchern angefangen, über die Jugendschrislen für Knaben und Mädchen, unter denen auch die der.entschiedenen Schulreformer" nicht fehlen, bis zur Unterhastungs- und Belehrungsliteratur für Erwachsene, ist alles, wohlgeordnet, vertreten. Die besten Namen unserer deutschen Autoren sind aus Extratischen vertreten, während die.Ausländer" ihre eigene Abteilung haben. Der werdende und auch»er fertige Sozialist-findet gleichfalls olles, was er an wissen- schastlichen Büchern braucht; für die Gewerkschaftler ist auch gesorgt. Technik. Kunst und Kunstgewerbe haben ihre besondere Abteilung. Im Neineren Nebensaal ist unter Leitung der Genossen aus den kunstgewerblichen Verbänden ein« Bilderousstellung eingerich- tet worden. Hier kann so ziemlich jeder Geschmack beftiedigt werden, sofern er sich von den alten Oeldruckbildern, die als Sommer- und Winterlandschafl neben der Uhr an der Wand hängen, emanzipiert hat. Sogar die g o n z Modernen sind mit Reproduktionen oertreten Doch wir wollen nicht zu viel verraten. Berlins Arbesterschaft hat vom 7. bis zum 23. Dezember jeden Tag von 2 bis 8 Uhr Gelegenheit, selbst zu schauen und zu kaufen. Zahnen heraus! Der Wahltag ist ein Schi«ksalstag der Re p u b l i k. Die Monarchisten fordern ihre Anhänger auf. überall die Partei- sahne der Reaktion zu zeigen, die sich noch aus alter Zeit aus dem Dachboden vorfindet. Republikaner! Zeigt am Wahltag der Republik die Zarben üer Nation! wer immer eine schwarzrotgoldene Zahne hat, hisse sie, zeige fie vor der well! Der unerschütterliche Wille, die Republik zu erhalleu und auszubaueu, muß sich auch im Stadlbilde zeigen! Schmückt Euch mit den Zarben der Ration! Zort mit dem Moder der Vergangenheit! Es lebe die Republik! Heraus die Zahne der Nation! �Zeitgemäßer Wahlschwindel im Bnchdruckgewerbe." Unter dieser Ueberschrift, die den Inhalt ganz richtig kenn- zeichnet, verbreitet ein anonymer.Jndustrie-Ausschuß der Deutsch- nationalen Bolkspartei" ein Flugblatt, in dem noch nachträglich Gift und Galle gespien wird über die erfolgreiche Lohnbewe- gung im Buchdruckgewerbe. Wir zitieren:.Nackteste Demagogie, jüdisch-sozialistische Wahlmache, Partei bonzentum sind milde Ausdrücke für derartig« Manöver, die auch von Arbeilerfctt« aus als höchst unfaire und gefährliche Experimente an der noch kranken deutschen Volkswirtschaft bezeichnet worden sind." Der Auf- ruf schließt:„Arbeitgeber! Jagt auf gesetzlichem Wege. d. h. mit dem Stimmzettel, diese einseitigen Porteidiktowren zum Teufet, gebt am 7. Dezember— zwe Tage noch Auszahlung der vorstehend gekemv- zeichneten.Wahlzulage"— die Antwort und wählt«in« starke Rechtsregierung, die niemals«in« derartig r»lksverderbende u nd' v olt sg« fä h rdend« Einstel- lung billigen würde." Ja. das glauben wir den Herren deutschnationalen Arbeitgebern ouie Wort: Eine.stark« Rechisregierung" würde den letzten Schieds- ipmch weder gefällt noch für verbindlich erklärt haben. Es ist wohl überflüssig, hinzuzufügen, daß in dem Aufruf k e in W ort gegen die Kommuni st en steht, die im Jnflations-Reichstag immer brav mit den Deutschnationalen stimmten und, soweit sie dorthin zurückkehren sollten, auch im nächsten Reichstag sich als Bundes- genossen der Reaktion bewähren werden. Neüea, ober keine Taten. Zu unserem Artikel„Selbstmord" in der gestrigen Abendaus, gäbe wird uns geschrieben: Wir in den Bestieben können wohl am besten urteilen, wie die bolschewistischen Parolen auf die wenigen eingeschriebenen Partei- Mitglieder des Moskauer sowohl wie auch auf die Gesam.belegschaften wirken. Der„Borwärts" hat vollkommen recht, wenn« schreibt, daß die gewöhnlichen Mstglieder in den Betrieben ihre schwere Not haben, Flugblätter, Propagandamaterial, ja selbst die mündliche Agitation anzubringen. Bei einer Flugblättoerbrcitung geht es noch; da werden zwei Arbeitslos« an die Fabriktore beordert, die dann die Verteilung vornehmen müssen. Schwieriger ist schon die Agi- totion im Betriebe von Mund zu Mund. In den Großbetrie- den gibt es ganze Abteilungen, wo nicht ein einziges eingeschriebenes kommunistisches Pa-teiinitgli«d zu finden ist. Die Zellen haben sich ausgelöst und damit ist jede Verbindung mit der KPD.-Zentrale zerrissen. Gewiß sind nun nicht alle Arbeiter treu« und überzeugte Anhänger der SPD. geworden, aber es ist uns alten Funktionären doch wieder möglich, an unser« Mitarbester heranzukommen. Wir finden wieder ein williges Ohr und manche Aufnahm« für Partei und Gewerkschaft wird vollzogen. Natürlich geht das Aufbauen langsamer als das Einreißen, und wir werden wieder iaige Zeil für unser« Organisationen werben müssen, ehe alles so ist wie es war. Aber wir alten Sozialdemokraten sickd das Arbeiten unter schwierigen Verhältmssen gewöhnt. Wie weit es mlt den Kommunisten schon bergab gegangen ist, zeigte ein« Beiriebsoeesammlung bei uns in der Turbinen« fabrik, die kürzlich wegen der Beendigung des Dreherstreiks statt- fand. Nachdem der Bericht von den Verhandlungen ohne Diskussion erledigt war, tonnten sich die paar anweienden Kommunisten gar nicht damit zufrieden geben, daß ein« Betriebsversammlung in der Turbine einmal ohne poiihschen Krach auseinandergehen soll. Flugs kam daher ein Antrag, der verlangte, daß ein Redner der Kommunisten und ein Sozialdemokrat ihre Ansichten zum 7. De- zember vortragen sollten. Um den Antrag schmackhaft zu machen, wurde behauptet, daß in den Wählerversammiungen doch nur „Kanonen" sprechen und die Redefreiheit stark beschrankt sei. Hier in der Beiriebsversammlung könnten Arbeiter zu Arbeitern sprechen. Und was bis vor kurzem noch in der Turbine nicht möglich gewesen wäre, passierte: der Antrag wurde mit einer guten Mehrheit ab- gelehnt.— Lang« Gesichter bei den Moskauern im Saale, noch längere bei den Drahtziehern. Am längsten war dos des Bericht- ersialters der„Roten Fahne", der einige schön« Wahlbrocken erhofft hatte. Für alle vorhergehenden Bersmnmlungen hatte die Redaktion der„R. F." kein Interesse gehabt, es ging ja„nur" um den Streik der Dreher. Aus der Betriebsversammlung ließ sich aber eine schöne Wahloersammlung machen, für die noch dazu der Metall- arbeilerverband die Soalmie.-e zahlen sollte. Di« Belegschaft macht« einen dicken Strich durch die Kolkuiatton der Moskowiter und ihres ehrenwerten Organs. Sie wird auch einen Strich durch die Rech. r.ung der Kommunisten am 7. Dezember machen. Die Firma Erich u. Grätz. Uns wird geschrieben: Als Musterbetrieb im Sinne der Unternehmer kann der Be- trieb von Erich und Grätz in Treptow angesprochen werden. Bei einer Belegschaftsstärke von 1(500 versucht der Unternehmer jede Gelegenheit zu benutzen, um die Belegschaft gegen die Betriebs- Vertretung auszuspielen, da leider auch in diesem Werk« die in letzter Zeit geführten Bewegungen nicht mit dem gewünschten Erfolg ende- ten. Unterstützung sindet die Firma bei einigen ehemaligen Arbeiterrotsmitgliedern, die es zum Meister gebracht haben. Eine Betriebsversammlung am 1. Dezember besaßt« sich mit der von der Firma geforderten Arbettszeit am 27., 28. und 23. De- iÄuLen Sie jefzf j firenV�ilinadifsbedarf• Einfarbige Seide Wollstoffe. 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Einstimmig wurde das An- gebot der Firma abgelehnt. Ungehalten über diese Abstimmung liest die Firma durch einzelne Meister ein« mustergültig«,„geheime Abstimmung vornehmen. Di« Arbeiter wurden einzeln in die Meisterbude gerusen und einzeln« Meister ließen, um ganz sicher zu gehen, noch den Namen des Abstimmenden aus den Stimm- zettel schreiben. Das Ergebnis der Abstimmung war folgendes: S98 wollten Sonnabend bis*61 Uhr, 181 wollten Sonabend bis 5 Uhr. Iii? wollten Sonnabend rnd Sonntag arbeiten. Zu diesen Vorkomm- nisim soll ein« erneut zum Dienstag, den 9. Dezember, nachmittag Vi4 Uhr bei Braun am Bahnhof Treptow einberufen« Betriebs- Versammlung Stellung nehmen. Arbeiter und Arbeiterinnen der Firma Erich und Grätzl Wollt Ihr Euch diese Mastnahmen des Unternehmers noch länger gefallen lasten? Schließt Euch in wirtschaftlichen Organisationen zusammen, um endlich auch diese Mastnahmen des Unternehmers durchkreuzen zu können. Erscheint vollzählig in der Betriebsversammlung, um die Aufräumungsarbeiten im eigenen Betrieb zu beginnen. Drei Betriebsräte und doch kein Betriebsrat. Der Geschäftsbetrieb der Firma Nationalfilm vollzieht sich in drei getrennten Betrieben: Der Zentrale in der Friedrich- ftraße, der Kopieranstalt in der Seydelstvaße und dem Aufnahme- betrieb in Tempelhof. In der Meinung dah jeder dieser Betriebe ein selbständiges Unternehmen fei, hatten die Arbeitnehmer jedes Betriebes einen eigenen Betriebsrat gewählt. Jahr und Tag übten diese Betriebsräte ihre Funktionen ohne Beanstandung durch die Geschäftsleitung aus. Als aber ein Photograph, der dem Betriebsrat der Kopieranstalt angehört, ohne dessen Zustimmung entlasten wurde und deswegen beim Gewerbegericht klagte, erhob die Firma den Einwand, der Entlassene sei gar nicht Betriebsratsmit» alied, denn die Kopieranstallt habe überhaupt kemen Betriebsrat Für alle drei Betriebe des Nationalsilm gebe es nur einen gemein- s a m e n Betriebsrat und zwar den in der Zentrale gewählten. Dagegen konnte der Kläger nachweisen, daß die Wahl des angeblich gemeinsamen Betriebssrats in der Kopieranstallt gar nicht ausgeschrieben war. Die Arbeitnehmer der Kopieranstalt hotten also nicht die Möglichkeit, sich bei dieser Wahl, oon der sie nichts wußten, zu beteiligen. Auf Grund dieser Feststellungen kam das Gericht zu dem Ent- scheid: Die drei Betriebe der beklagten Firma gehören wirtschaftlich so zusammen, daß sie eine Einheit bilden und deshalb nur«in elnheitlicher Betriebsrat zulästig ist. Die Betriebsräte in den einzelnen Betriebe bestehen nicht zu Recht. Ihre Anerkennung durch drei Arbeitgeber kann die unrechtmäßigen Betriebsräte nicht zu rechtmäßigen machen. Der in der Zentrale gewählte Betriebsrat kann nicht als für alle drei Betriebsabteilungen zuständig angesehen werden, da seine Wahl nicht in allen drei Betrieben ausgeschrieben war. Demnach besteht bei der Firma Nationalfilm zur Zeit über- Haupt kein gesetzlich qültiaer Betriebsrat. Aus diesen Gründen mußte der Kläger, der ja nicht Mitglied eines gesetzlich zulässigen Betriebs- rvts war, mit seiner Klage abgewiesen werden.(Das scheint uns reichlich Weisheit vom grünen Tisch. Tatsache ist doch, daß die Firma, die es schließlich wissen muß. den Betriebsrat anerkannt hatte und erst anderer Meinung wurde, als sie das BRG. umgehen wollte.) Die tschechischen Gewerkschaften im Jahre 1SSS. Soeben ist der Bericht des Tschechoslowakischen Gewerkschafts- bundes für das Jahr 1923 erschienen. Die Mitgliederzahl der der Vereinigung ange>chlostenen Verbände beträgt 324 189, was gegen 1922, wo die Mitgliederzahl 388 394 betrug, einen Rückgang um 64 206 Mitglieder oder 16,63 Proz. bedeutet. Der Rückgang ist also viel geringer als im Jahre 1922, wo er 40,30 Proz. betrug. Wie der Bericht bemerkt, ist die Mitgliederabnahme im Jahre 1924 voll- ständig zum Stillstand gekommen und die Gewerkschaftsbewegung nimmt einen neuen Aufschwung. Die Gesamteinnahn?en der Verbände betrugen 37 639 908,20 Kronen, die Ausgaben 37 646 680,66 Kronen. An Unterstützungen hat der Verband 18 214 881,43 Kronen, davon cm Arbeitslosen- Unterstützung allein 6 165 258 16 Kronen ausgezahlt. Für die Bil- dungsarbeit wurden 3 670 083,93 Kronen ausgegeben. Die Der- ivaltungsausgaben betrugen 16 760 616,90 Kronen, das sind 41,86 Prozent. Di« Verbände geben 61 Zeitschriften heraus, hiervon 41 tschechische, 7 deutsch«, 2 magyarisch« und 1 polnische: «cht»»», aimmem, SenJöHn! Btjlrf 20. Di« ScjirfsDcrfairnnluno findet am SRoirtofl, abend» 7 Uhr. bei ktassuhn, Erl», Eck« Donaustrahe statt. Die Skzukleitirog. Dmtschrr Portierverband. Deschiift«- und Jndustriehausbranch«. Dienstag, abends 7 Uhr. w den Souhicnsiilen, Eophienstr. 17/18. Branchcnvertammluirg oller Partiers, Sausmeister. Fahrstuhlführer, Seiner. Saf» und Lilfsarbciter. Vortrag des Kollegen Schlimm« vom ADEB. Zahlreichen Besuch erwartet die Branchenleitung. Sophien-Säle cparitr|ßJi7if Norden 9296.=== OÖIC IrCli Die neuen§ürforgegrunöfätze. Der Reichsrat hat in seiner Sitzung vom 4. Dezember den Reichsgrundsätzen über Voraussetzung, Art und Maß der Fürsorge zugestimmt; sie treten am 1. Januar 192S in Kraft. Von da ab werden für die wichtigsten Fragen der öffentlichen Fürsorge im ganzen Reichsgebiet einheitliche Bestimmungen gellen, die für Millionen Hilfsbedürftiger aller Art Bedeutung haben. In der Sache selbst hat die Reichsregierung trotz lebhaftem Widerstand daran festgehalten, daß die Fürsorge auf die Opfer des Krieges und der Geld- entwertung— die Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebe- neu und die Klein- und Sozialrentner— besondere Rücksicht zu nehmen hat. Neben den allgemeinen Vorschriften enthalten daher die Grundsätze besondere Vorschriften für diese Kreise von Hilfsbedürftigen. Die Grundsätze wollen allgemein festholten, was sich noch den bisherigen Erfahrungen bewährt hat und im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel als durchführbar erscheint. Sie rechnen u. a. zum notwendigen Lebensbedarf, den die Fürsorge zu gewähren hat, nicht nur den Lebensunterhalt, sondern auch die Krankenhilfe und Hilfe zur Erhaltung und Wiederher st ellung der Arbeitsfähigkeit. Blinde, Taubstumme und Krüppel sollen, soweit irgend möglich, erwerbsfähig gemacht werden, damit sie sich in das Wirtschaftsleben eingliedern können. Schwangere und Wöchnerinnen sollen die erforder- liche Hilfe nach dem Vorbild der Familienwochenhilfe erhalten Bei Kleinrentnern und Sozialrentnern muß die Fürsorge auf frühere Lebensverhältnissr besonders Rücksicht nehmen; sie darf nicht verlangen, daß sie kleinere Vermögen. Hausrat, Familienstücke oder Gegenstände. die zur Befriedigung geistiger, besonders wissenschaftlicher odc künstlerischer Bedürfnisie dienen, verwerten, ehe ihnen Hilfe zuteil wird. Für die Kriegsbeschädigten und Kricgshinte bliebenen bleibt die bisherige besondere soziale Fürsorge aus recht erhalten, sie wird zum Teil verbessert. Die Reichsgrundsötze stellen nur das M i n d e st m a i der Fürsorge dar; sie hindern die Länder und die Fürsorgeverbände nicht, darüber hinaus weitere Hilfe zu gewähren. ARBEITER, ANGESTELLTE, BEAMTE muß den Großfilm des schaffenden Volkes SCHMIEDE Regie: Martin Berger gesehen haben DER FILM LÄUFT IN DER ZEIT VOM 5.- II Dez. 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Theater Vi, Uhr Die helliee Johanna Nachm 2'/iUhr: Rose Bernd Kammerspiele x hr; Die tote Tante und andere Besebcnhcilen Nachm. 3 Uhr: Frühlings Erwachen Die Komödie Iirllintahna 21(1207 x Unr Der eingebildete Kranke Nac m. 3 Uhr Die Büchse der Pandora rbntvl.t. SSaittifhr!ti 8 U.: Der Tokaier Th. a. Sollendorfp!. 7JO: Die Oellebtc Sr. Hoheit KomBdlenhans 8 Uhr: Die Couiloe«.Warschau Berliner Theater TM Uhr: C1 oc I o � Unr Varl, tt «evue Zoauiag 3. 0 zu islben Frei. da? »oi e Programm lägi. 8 Uhr Das weite Land • Anhur Schnitzle' Ihn». Rortf, lirttk. Kuli, Eun. Rhin Beiitsdi.KilDstlorttft! räcl. 8 U.: Zaza Lusispielhaus ragflch 73'4 Ohr Doktor Stiegiii i Üiou Operillecsayi Tägl 8 Uhr. Der Tanz um die Liebe Wullner.Tbeul. Tiiil. 8 Uh-: David n. Co lalh rb.l.Admiralspalasi TJ JlchS1, Uhr und heule 3", Uhr: 2 VoWIoiW 2 n eistet Bese zun Die gl Sllte Revue der Well: Central- Thealer 3 Urr: MORAL Vi,- O'slssenswurm Deu.a Oper nhaus a'Figaras Mn\\ Mt. Vi,-. 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November 1921, boireftend die le ztwilllge eriügunfl des verstorbenen Arztes Johannis August Emil Gut h.ll in Sturt itrect Bailara» im SUate von vli-toria wohnhalt gewesen und nach einer gerichtlichen Vorladung Nr. 616 vom 1921 bei: eilend einerseits The Ballarai Truttees Exccutors and Agancy Company Limited und Thomas Ryan Jones(Testaraemsvollsirecker und lievotimachtigte unter dem T esta- mdnte des genanntenjohanr.ls August Emil uuthoil) Kläger und andererseits Mariarat Editn Lyell Gutheil nnd „The public Trustee"(Ocltentllcher NachlaEvcrwalter) als Beklag e. Der Erste Schreiber,„Chie: Clerk", des genannten Oerlchts ist beauftragt worden, oie nächsten Bluts verwandten des Erblassers zu er- tnlttein, welche am Todestage des Erblassers noch am Leben waren. Arthur Emil üuthell, der Sohn des Erblassers, und Henriette Dorothea Elizabeth Quthetl und Ida Dan Green haben sich bereits als die nächsten BJu sverwandten gemeldet und zwar des eenannten Johannis August Emil Gutheil, weicher am 17. April 1917 gestorben ist b.ermit fordere ich etwa solche weiter* Blutsve'rwand en auf, am oder vor dem 2. März I92S durch Ihre Rechtsvertreter vor mir in meinem Amtszimmer In dem Qe rlchtsgebäude zu Melbourne zu erscheinen, anderenfalls werden sk ein für aiieiiiai von den Vergünsti gungen des genannten Dekrets aus- geschlossen. Montag, der 16 März 1925, eil Uhr vormittags, ist als Termin Ihr die Prüfung und Erledigung oer eingehenden Ansprüche an den Nachlaß testgesetzt worden. Datiert am 10. Oktober 1924. gez M. M. Phillip Chief Clerk. Stamp cancelied 81— lOthe October, 1924. R.|.fJrlbble,Lydlard Street, Ballarai In the State of Vlcoria Sollcitor lor the Ezecutors Theater aß i-oliksser Tort T�ylipn � i hi und äoimiö! tiacomlitau 8 Uhr. 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Eine entzückende Stimmung! sagte Bernotat bei sich, und als 'b sein Mund nur aus das Stichwort gewartet hatte, begann er als. 'flld„Warum denn weinen" zu pfeifen. Solchermaßen ganz in Gefühl aufgelöst, ging er gemächlich oen Kanal entlang, der zu den Wasserkünsten führte. Da hörte er dos Aufstoßen eines Stockes und als er— etwas ärgerlich darüber, daß er diesen Morgen doch nicht allein genießen konnte— nach der anderen Seite hinüber sah, bemerkt« er einen Mann mit einer Dienstmütze und einem blanken Schild vor der Brust. Es schien Bernotat, daß das Tempo des Mannes genau nach dem semigen reguliert wurde und in der Tat blickte jener von Zeit zu Zeit auf ein« lauernd« Art herüber, was alles dem einsamen Wanderer einen Stachel des Mißbehagens in die Brust senkte und seine zum Posttiven gesammelten Gemütskräste in Wallung und zur Opposition gegen den Ruhestörer in Bewegung setzte. Die gemütvolle Melodie ging automatisch in ein« herausfordernde über, sein Gang— und alsbald auch der des Mannes auf der ande- ren Seite— wurde rascher, und fo trabten sie, sich über den Wasser- spiegel hinweg immer bedrohlicher« Blicke zuwerfend, bis zu dem großen Becken, wo die Wasserkünste ihre Pracht und Herrlichkeit entfalteten. Es war nun ober schon so weit gediehen, daß Bernotat im Gefühl steigenden Unmut» nicht mehr die Sammlung fand, sich diesem Schauspiel hinzugeben, vielmehr strebt« er aus dem kürzesten Weg über den hinter dem Wasierbecken beginnenden Rasen hinweg, em anderen entgegen, der seinerseits, wie von Hoffnung auf bedeut- >am« Erlebnisse beflügelt, langbeinig und geschwungenen Stocks dem nämlichen Ziel entgegenbrauste. Kein Zweifel, ein Zusammenprall mußte erfolgen. Und so geschah es. Weihnachtstisch beste Fabrikate, grSBte Aaswahl. Herren-Anzugstoffe 1n» ß reine Wo.le...... Meter lw.*, 0.", ws U ster-Palelotstoffe, r 4A- prima Qualitäten... 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Bernotat, nunmehr ebenfalls schäumend, hatte nicht sobald diesen Ton vernommen, als er seinerseits das Ventil aufstieß und eine scharfe Ladung gegen jenen ausströmen ließ, der, hierüber«inen Moment erstarrend, mit gebieterisch ausgestreckter Hand auf eine Tafel wies, die am oberen Ende eines Pfahls neben Bernotat aul der Wies« angebracht war Und Bernotat las. Das Betreten der Wiese ist bei Strafe verbotmt Einen Augenblick war es ihm, indes jener triumphhierte und zum Zeichen, daß er Herr der Situation geblieben sei, eine Pjrise nahm, als müste er in ohnmächtigem Zorn Gott und die Welt ver- fluchen. So brennend kränkte ihn das Gefühl, sich diesem gegeMber in der Lag« eines zu Recht Unterlegenen zu wissen. Aber Gott, der bekanntlich keinen Deutschen verläßt— und selbst nicht, wenn er mit ihm hadert— Gott wollt«, daß er im Mioment seiner tiefsten Erniedrigung vor dem andern erhöht und zum Tiumph über chn befähigt würde. Er hatte den Wortlaut des Verbotes kaum zu Ende gelesen, als sich feine verdutzte Miene auch schon wie durch ein Wunlder er- hellt« und zugleich aus seinem Munde ein Schrei hervordrang, von besten Gewalt nun wieder jener durchbohrt und in tiefste Er- medrigung gestoßen wurde. Denn was stand unter dem Verbot, und woraus zeigt« mit gebieterisch-ttotzigem Armichwung Bernotat? Aus die Unterschrist. Königliche Polizeidirettton. „Oho", sagte Bernotat mit erhobener Stimm«, und fein starkes Gefühl republikanischen Selbstbewußtseins schien ihm die Brust zu weiten—.oho"— das werden wir gleich haben!" Mit welchen Worten er vor den Augen des Mannes, der in seiner Bestürzung gor nicht fühlt«, daß«n dicker Tropfen von bräunlicher Färbung fchon seit geraumer Zeit an seiner Nasenspitze hing, einen Bleistift hervorzog und-- „halt!" donnert« der Mann, indem er beLx Hände abwehrend ausstreckte und das geplante Sakrileg mit so heftiger Selendewegung verabscheute, daß der braun« Tropfen von seiner Rase ab und gegen Bernotat hinsprang. So standen sie, jener mit abwehrender, dieser mit unterbrochener Tatgeste, sekundenlang einander gegenüber und maßen sich mtt durch» bohrenden Blicken. Endlich sagte Bernotat und seine Brust wogt« erregt:„Leben wir in einer Republik oder in einer Monarchie?" .Das Betteten des Rasens ist bei Sttas« verboten", erwiderte der Mann störrisch. .Weichen Sie mir nicht aus", steigert« sich Bernotat in Mäwt» lichkeit hinein..." Ueberhaupt, dos ist gar kein Rolen..." .Sie wollten mit dem Stift eine amtlich« Warnung aus- streichen", sagt« der ander« dumpf. .Erstens wollte ich vielleicht—", sagte Bernotat spitzfindig— vielleicht wollte ich auch nicht, aber-- zur Sachet Wie kommen Sie dazu, Sie her?-- wie können Sie von mir verlaichen, daß ich ein« königlich« Warnung respektier«, wem, ich in einer Republik Steuern zahle!" .Das Betreten des Rosens--" wiederholte eigensinnig der Wärter „Ich pfeif« auf Ihren Rasen!" tobte mehr und mehr Boden gewinnend, Bernotat.—„Und wem, auch Rasen— ist er königlich oder republikanisch, Ihr Rasen?" ttumpfte er nun schon fast g«. hässtg aus und scheinbor entschlosten, jenen mit der Macht lemer Argument« gleich einem Psahl in den Boden zu treiben. In diesem gefährlichen Augenblick bot der Wärter, von seinem Schutzengel glücklich beraten, dem Wütenden mit einem tteuen Augenaufichlag die Dose dar, wobei er so ttef seufzte, daß Bernotat im Bewußtsein seines Siegeriums nicht umhin konnte, eine Prise zu nehmen. Schweigend und umständlich schnupften st« beide eine Weile. Dann sagte Bernotat schon milder, aber doch rmt einer leise nachschwingenden Streng« im Ton:„Warum haben Sie mich ver» folgt? Es ist mir von Anfang an aufgefallen." �Vas ist wegen dem", sagte jener und seufzte abermals tief auf, .das ist wegen dem, daß man fo wenig Unterhalbung hat hier draußen." .Ahem", sagte Bernotat besänftigt,„das ist etwa» anderes." Der Mann nickte schwermütig und schielte angesttengt nach einer neuen Tropfenbildung an feiner Rase. „So will ich Ihnen denn," fuhr Bernotat fort, indem er feine Briestasche zog und dem Wärter wohlwollend ins Gesicht sah.„ein kleines Präsent als Zeichen meiner Anerkennung nicht versagen. Si« müssen wissen, guter Mann, ich bin eigentlich«her Monarchist als Republikaner und das königlich« Verbot gesällt mir recht gut. Aber," — er ergriff ihn beim Rockknopf und sah ihn durchdringend an— .aber, wenn Sie mich angezeigt hätten, würde ich mich natürlich als Republikaner dagegen verwahrt haben. Denn Ordnung muß sein." .Leben Sie wohl, mein Herr." sagt« der ander« mtt einer respektvollen Verbeugung, und jeder ging mit erhobenem herzen seines Weges. Detter für SerIK und»mgegeud. Sin wenig kwhler, wolkig, zeitweis« aufhelternd, lewe wesentlichen Niederschläge bei mäßige» norbwestlichen Winden. pfrsirei' Heumantis H e i S m i t t e I siets auch vorrätig im Alleindepot: Z�nt'dpotheKe Homönpatb. Zentral-OIBci« «erun H. 31, dnKiamer Strafte 39 40. an der Ecke Brunnenstr. 5 Min v. Rosen hal. Tor. Tel- Amt Humboldt 1032- Adler* AOOtbekO (Paul und W. Sad�c), Berlin-Friedenau, Rheinstr. 16. Tel.: Rheinqau sow. Friedrtdi* Wlilielin« ApotKiekO. 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