Abendausgabe Nr. 578 41. Jahrgang Ausgabe B Nr. 289 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreife find in der Morgenausgabe angegeben Reboftion: Sm. 68, Lindenstraße 3 gerafprecher: Dönhoff 292-295 Tel- Moreffe: Sozialdemokrat Berlin fratie! Vorwärts Berliner Volksblatt 5 Goldpfennig Montag 3. Dezember 1924 Berlag und Angeigenabteilung: Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Vorwärts- Berlag Gmb. Berlin S. 68, Cindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Unser Sieg. 130 Reichstagsmandate. Stärkste Fraktion. Einziger Sieger ist die Sozialdemo Das ist das flare und nicht mehr bestreitbare Ergebnis der Wahlen vom 7. Dezember. Die Sozialdemokratie hat binnen sieben Monaten ihre Bahiziffer um rund 30 Broz. gesteigert. Das ist ein in der Wahlgeschichte faum jemals noch erlebter Erfolg. Die Gewinne der anderen Parteien, soweit sie gut ab geschnitten haben; bleiben weit hinter denen der Sozialdemofrotie zurüd. Sie dürften bei der Boltspartei und auch bei den Demofraten, die zunächst günstigere Anfangsresultate zu melden hatten, taum viel mehr als 10 Proz. be tragen, beim 3entrum find sie noch geringer. Die zweite Ueberraschung des Wahlausgangs bildet die Tatsache, daß die Deutschnationalen gleichfalls einen, wenn auch ziemlich geringen 3 uwachs zu verzeichnen huben. Dieser Zuwachs ist offenbar auf die fatastrophalen Berluste der Nationalsozialisten zurückzuführen. während die Sozialdemokratie hauptsächlich von den Kom munisten und den Nichtwählern des 4. Mai gewonnen hat. Gesamtbild: Die bürgerliche Mitte, auf der die Regierung Marg beruht, ist unerheblich gestärkt, sie besteht aus Parteien, die hinter den beiden größten, den Sozialdemokraten Frts, den Deutschnationalen rechts, weit zurückstehen. Die Es ist zu erwarten, daß die Entwidlung der Dinge in Preußen start in das Reich hinübermirten wird. Die Sozialdemokratie, die weder im Reich noch in Preußen für sich allein die Mehrheit gewonnen hat, fann nicht verlangen, daß allein nach ihrem Willen entschieden wird. Sie wird aber auf bestimmte Forderungen nicht verzichten tönnen, die den Schutz des Friedens der Republik, die Wirtschafts-, Sozial- und Finanzpolitit betreffen. Die Erfüllung dieser Ferderungen wird sie auf dem Weg der Verhandlungen oder auf dem des Kampfes suchen müssen. Für beide Wege ist sie start genug! Was die Bedeutung der Wahlen nach außen hin be trifft, so springt der Sieg der Erfüllungspolitif" in die Augen. Die beiden einzigen Parteien, die geschlossen gegen die Dawes- Geseze stimmten, sind schwer geschlagen. Das nationale Spießertum hat den Deutschnationalen ihre 49 Ja nicht im entferntesten übel genommen, es will eben nur Phrasen hören, aber beileibe feine Taten sehen, vor deren Konsequenzen es vielmehr die größte Angst hat. Herr Poincaré wird mit diesem Wahlausfall teine Gefchäfte machen können. sind. Der Berliner Sieg ist aber nicht zuletzt ein Berdienst der organisierten Genossen selber, die in den sieben Wochen eines aufreibenden und rücksichtslosen Wahlkampfes sich in den Dienst der Arbeiterbewegung und ihrer Partei hingebungsvoll gestellt hatten. Ihre Agitation, zu der der„ Bormärts", wie man hier wohl wird feststellen dürfen, die tägliche Nahrung geliefert hatte, hat es vermocht eine achtel Million Wähler aufzurütteln und neu bzw. wiederzugewinnen. Dies zeigt die ungeheuren Reserven, über die die sozialdemokratische Bewegung verfügt. Freilich ist dies nur ein Anfana. Die Sozialdemokratie darf bei einer weiteren politischen und wirtschaftlichen Entwidlung von der bisherigen Art mit Bestimmtheit darauf hoffen, daß der allergrößte Teil derjenigen Proletarier, die diesmal noch, weil durch die hahnebüchene Agitation der„ Roten Fahne" besinnungslos verhett, kommunistisch gestimmt haben, die Genossen von morgen sein werden. Was hier über das Berliner Ergebnis gesagt wird, gilt natürlich auch für Groß- Berlin, das heißt für diejenigen Teile der Reichshauptstadt, die den Nachbarwahlkreisen Potsdam I und Potsdam II angehören. Auch in diesen beiden Kreisen ist der Vormarsch der Partei sowohl in den Städten wie auf dem flachen Lande sehr bedeu tend gewesen: in Potsdam I, wozu die nordöstlichen unt Sozialdemokraten find bedeutend stärker Amtliches Ergebnis von Berlin. nördlichen Bororie Berlins gehören, gewinnen wir ein Deutschnationalen, ertremen Flügelparteien haben start verloren, die Nationalsozialisten stärter als die Kommunisien. Las Berhältnis zwischen Sozialdemokraten und Kommuniften war im alten. Reichstag ungefähr 3: 2, im neuen wird es sich beinahe auf 3: 1 ftellen. Was die Frage der Regierungsbildung betrifft, so ist daran zu erinnern, daß es nicht die Sozialdemokratie war, Die die Regierungsfrage aufgeworfen und damit die Krise heraufbeschweren hat, die zu Auflösung und Neuwahlen führte. Die Sozialdemokratie ist bisher dreimal in die Regierung gegangen: das erstemal, nachdem die Oberste Heeresleitung gestanden hatte, daß der Krieg verloren war, das zweitemal nach dem Londoner Ultimatum, das drittemal nach dem Zusammenbruch des Ruhrwider standes infolge der wahnsinnigen Währungspolitik CunoHelfferichs. Sie hat es getan, nachdem ihr von bürgerlichen Barteien vorgestellt worden war, daß ohne ihre Mitarbeit der Untergang Deutschlands unvermeidlich sei. Nach den Maimahlen hat fie, obwohl sie auch aus ihnen stärker hervorging als die Deutschnationale Partei ,, ihre Aufnahme in die Regierung feineswegs gefordert. Sie hat niemals mit Opposition mit allen Mitteln" gedroht, falls man ihr feine Ministersize gewähre, sondern sie hat das Berhalten zu Regierungen, in denen sie nicht vertreten war, von dem fachlichen Verhalten dieser Regierungen abhängig gemacht. Go fonnte nach den Maiwahlen die Regierung Marr meiterregieren und die Sozialdemokratie hätte sie auch nicht zum Gehen gezwungen, falls nicht etwa ihr sachliches Verhalten bie sozialdemokratische Opposition herausforderte. Gemacht worden ist diese Krise, die zur Auflösung führte, von denen, die durchaus eine Bürgerblodregierung mollten, eine Regierung mit Einschluß der Deutschnationalen, eine Kampfregierung gegen die Sozialdemokratie. Diefe. Politiker sind durch die Wahlen ihrem Ziel nicht nähergekommen, sie sind nur noch weiter von ihm entfernt worden. Wer ba glaubt, es sei nach diesen Wahlen eine Kampfregierung gegen die Sozialdemokratie möglich geworden, der mag fehen, wie weit er damit tommt! Auf der anderen Seite ist auch das Zusammenarbeiten der bürgerlichen Mitte durch das Verhalten der Bolkspartei und die starte Spannung, die zwischen ihr und den Demofraten erzeugt worden ist, außerordentlich erschwert worden. Seltstrerständlich ist die Spannung zwischen Sozialde metraten und Volkspartei noch viel stärker. = Die Bildung einer Regierung, die auf einer festen michtheit beruht, dürfte auch im neuen Reichstag auf sehr große Schwierigteiten stoßen. Gleichzeitig mit den Wahlen zum Reichstag haben auch die zum Preußischen Landtag stattgefunden. Da der Landtag feit Februar 1921 bestand nicht wie der Reichstag feit Mai 1924- wirkt sich auf ihn die Bewegung der Parteiftärfen in umgekehrter Richtung aus. Deutschnationale und Kommunisten find noch nicht wieder zu der geringen Stärke herabgefunken, die sie vor vier Jahren besaßen, die Sozialdemokraten haben andererseits ihre Höhe von damals noch nicht wieder erreicht. So müssen die Landtagswahlen die amtlichen Endergebnisse liegen noch nicht vor eine Schwächung der bisherigen Regierungsfoalition ergeben, ohne daß fie deshalb bie bisher ungeheuer starke Mehrheit verliert, und eine Stärtung ber oppofitionellen Flügelparteien. Bürgerblodmöglich feiten bestehen in Breußen ebensowenig mie im Reich Sozialdemokraten.. 362 377 Stimmen Deutschnationale Zentrum. Kommunisten. Deutsche Volkspartei 244788 45491 214 138 54770 PP " Nationalsozialisten. 17550 Deutsch- Demokrat.. 113 141 Wirtschaftspartei.. 35 129 Bravo, Berliner Genossen! " Mandat, das dem Genossen Staab Potsdam zufällt, während in Botsdam II, im früheren Wahlkreis TeltomBeestom- Charlottenburg, 3 mei neue Mandate zugunsten der Genossen Künstler und( nach Berzicht der in den Landiag gewählten Genossin Nyned) Dr. Loewenstein eroberi wurden. Alles in allem ein schöner Sieg der reichshauptstädtischen Sozialdemokratie, aber ein Sieg, auf dessen Lorbeeren mir nicht ruhen bleiben, sondern den wir in den fommenden Monaten und Jahren mit neuer berechtigter Zuversicht aus nügen und ausbauen werden. Fraktionsstärke im Reichstag. Aus den bisher vorliegenden Wahlergebnissen laffen fid einschließlich der auf die Reichswahlliste entfallenden Mandate folgende Ziffern für die Zusammenfchung des Reichstags erredmen: Sozialdemokraten 130, Deuffdinationale 102, Zentrum 68, Deutsche Wolfspartel 50, Kommunisten 45, Demokraten 32 Bayerische Bollspartei 19, Nationalfozialisten 14, Wirtschafts partei 17, Candbund 8, Welfen 4, Bayerischer Bauernbund 3 Bayerische Bauern- und Mittelflandspartei 2, Württembergischer Bauern- und Weingärtnerbund 3. Der Preußische Landtag. Einst nahm die sozialdemokratische Bewegung einen anerkannten Ehrenplatz in der gesamtdeutschen Arbeiterbewegung ein. In den letzten Jahren verlor aber die Reichshauptstadt allmählich den Anspruch auf die stolze Bezeichnung einer roten Hochburg, und besonders bei den Maiwahlen diefes Jahres hatte die SPD., bei aller Berücksichtigung der außerordentlich schwierigen Verhältnisse, unter denen die Gesamtpartei während der Inflationsperiode zu fämpfen hatte, mäßig abgeschnitten. Nunmehr ist es aber anders geworden: Mit einem Schlage, innerhalb von sieben Monaten, hat die Sozialdemokratische Partei gerade in Groß- Berlin nicht nur die flare Führung vor allen anderen Parteien wieder an sich gerissen, sondern sie hat sogar sehr bedeutende Fortschritte gemacht. Im Mai hatte sie in Berlin- Stadt nur noch knapp die Führung vor den Deutschnationalen behaupten fönnen, nur etwa 3000 Stimmen trennten diese beiden stärksten Barteien. Und dicht hinterher famen die Stommunisten mit nur 13 000 Stimmen hinter der Sozialdemokratie. Jetzt hat die SPD. etwa 125 000 Stimmen mehr als Gewählte sozialdemokratische Abgeordnete. im Mai, und damit gleich zwei Abgeordnete mehr als bisher in den Reichstag entsandt. Allgemein wird man es in der Berliner Arbeiterschaft begrüßen, daß die bewährten Genossen Richard Fischer und Dr. Julius Moses wieder in das Barlament zurückfehren. Jezt steht in Berlin die Sozialdemokratie an der Spizze mit fast 120 000 Stimmen vorsprung gegenüber den Deutschnationalen und 150 000 gegenüber den Kommunisten. lleber das relativ günstige Abschneiden dieser beiden letzten Parteien, das nicht nur eine Berliner Erscheinung ist, it aber das Verdienst der Sozialdemokratie, daß sie den sprechen wir an anderer Stelle des Blattes. Um so größer fonzentrischen Ansturm der Lügen und Berleumdungen von rechts und links, die maßlose Heße der Scherl- Presse und Roten Fahne" nicht nur spielend abwehren, sondern dar über hinaus in einer Weise abschneiden fonnte, die diesesmal für die übrigen Genoffen im Reiche geradezu muster. gültig ist. Dieser Berliner Sieg ist zwar in erster Linie eine Frucht der Politik der Gesamtheit, deren Richtigkeit sich nunmehr durchsetzt, weil sie durch die Entwicklung namentlich auf außenpolitischem und wirtschaftlichem Gebiete bekräftigt wurde. Sie ist aber auch ein Ergebnis der inneren Geschlossenheit und Festigkeit der Berliner Parteibewegung, die uns zum Teil im letzten Wahlkampf fehlte und die sich diesmal so glänzend bewährte, daß man wohl mit Genugtuung feststellen darf, daß die unvermeidlichen Kinderfrankheiten der fozialdemokratischen Wiedervereinigung endgültig übermunden Das Endergebnis der preußischen Landtagswahl ft ut fich wie folgt: Einschließlich der auf die Landesliste entfallenden Mandate dürften auf die SD. 116 Sibe entfallen( bisher 136), die Duatl 111( bisht 7), das Zentrum 79( unverändert), die Kommuniten 47 ( bisher 27), die Deutsche Bolispartei 50( bisher 57), die Nat.- Soz. 1: Site( bisher nicht vertreten), die Demokraten 26 Sihe( unverändert) Hannoveraner( bisher 3) und 1 Pole. Jufolge der fich über der die Wirtschaftsparti 10 Sige( bisher 4). Dazu kommen 5 Deutsch ganzen Staat erstreckenden Ciftenverbindung der Polnischen Bolts partei dürfte den Polen noch ein Mandat zufallen. 130 Mandate. Ostpreußen: Lübbring, Schulz, Jäder. Berlin: Crifpien, Heimann, Frau Bohm Schuch, Aufhäuser Richard Fischer, Dr. Moses. Staab, 16 Potsdam II( Teltow Beeskow). Zubeil, Bernstein, Künstler Frau Ryned. Potsdam I( Niederbarnim): Wiffell, Breitscheid, Frau Juchacz Frankfurt a. d. O.: Wels, Oswald Schumann, Giebel, Roffe. Pommern: Gustav Schumann, Passehl, Horn, Georg Schmidt Breslau: Loebe, Feldmann, Wendemuth, Seppel, Frau Ansorge Ciegnih: Taubadel, Buchwitz, Frau Nemiz, Girbig. Liegnih: Taubadel, Buchwitz, Frau Nemiz. Magdeburg- Anhalt: Bauer, Silberschmidt, Dittmann, Bender Bader, Frau Arning. Halle, Merseburg: Richard Krüger, Franz Peters. Thüringen: Wilheim Bock, Kurt Rosenfeld, Frölich, Frau Burm Dietrich. Schleswig- Holstein: Frau Schröder, Eggeredt, Richter, Bieter Weser- Ems: Hente und Hünlich. Ost- Hannover: Beine, Nowad. Süd- Hannover, Braunschweig: Bren, Junke, Frau Bartels Karsten, Schiller, Schaffner. Westfalen- Nord: Genering, Schred, Jansched. Westfalen Süd: König, Robert Schmidt, Husemann, Hra Schulz, Konrad Ludwig. Hessen- Nassau: Scheidemann, Dißmann, Hoch, Schnabrich, Hütt mann, Beder. Köln- Aachen: Solfmann, Frau Schiffgens. Koblenz- Trier: Kirschmann., Düsseldorf- Oft: Limberg, Frau Agnes. Düsseldorf- West: Otto Braun, Thabor. Oberbayern- Schwaben: Icitner. Vorläufiges amtliches Wahlergebnis. Bis 12 Uhr mittags waren die vorläufigen Ergebnisse aus allen Wahlkreisen beim Reichswahlleiter eingegangen. Saenger, Simon- Augsburg, Unter. Un Stimmen wurden gezählt: SPD. 7 788 250( 6 014 342), Dnil. 6 122 255( 5 718 543), 3. 4 061 593( 3 921 206), KPD. 2 679 429( 3 746 643), p. 3 017 132( 2 700 447), Bölf. 891 671 Franten: Hermann Müller, Vogel, Simon- Nürnberg, Seidel,( 1924 018), Dem. 1902 646( 1 658 076), Bayer. Bp. 1 111 786 Adolf Braun. Niederbayern: Frau Pfülf. Palz: Hoffmann- Kaiserslautern, Jacobshagen. Dresden- Bauhen: Hermann Fleißner, Frau Gender, Richard Schmidt, Krätzig, Schirmer, Frau Dr. Stegmann. Ceipzig: Seger, Lipinski, Saupe, Frau Schilling. Chemnih- Zwickau: Ströbel, Seydewig, Kuhnt, Dr. Levi, Stücklen. Württemberg: Keil, Hildenbrand, Roßmann, Schlice. Baden: Oskar Gect, Echöpflin, Meier- Freiburg i. Br. Heffen- Darmstadt: Ulrich, Dr. David, Dr. Quessel. Hamburg: Graßmann, Frau Reize, Lauffötter. Medlenburg- Cübed: Kröger- Rostoc. Dr. Leber- Lübed. Auf die Reichsliste entfallen acht Mandate. Es sind gewählt: Dr. Hilferding, Dr. Herz, Dr. Landsberg, Steinkopf, Stampfer, Heinrich Schulz, Franz Scheffel, Dr. Lohmann. Wahlergebnisse aus Berlin- Stadt. 2. Reichstagswahlkreis Berlin. ( Bon 1439 Bezirken fehlen noch 24.) SpD. 362 377 ( 238 666), Dail. 244 788( 235 270), PD. 214 138( 225 082), Dem. 113 141( 93 807), Op. 54 770( 74 934), 3. 45 491( 44 123), tifoz. 17 550( 39 930), Dioj. 13 436( 35 176), Wirtsch.- P. 35 129. 1. Abt. SPD. 6529, Dnatl. 8065, 3. 1554, RPD. 2558, Bp. 2002, Bolt. 588, Dem. 3979, Wirtsch.- B. 887, Belfen 10, Haeußer- B. 10, USP. 133, Dtsch. Aufwertungs- und Aufbau- Partei 29, Freimirt schaftsbund 20, Dioz 239, Mil. Minderh. 34, Aufmertungs- u. Bieber aufbaupartei 37, Mieterpartei Deutschl. 14, Partei f. Bolkswohl fahrt 9. 2. Abt. SPD. 2951, Dnil. 4242, 3. 669, KPD. 933, p. 1369, Lölt. 223, Dem. 1847, Wirtsch.- P. 358, USP. 63, Polen 28, Sonst..207. 5. Abt. SPD. 5255, Dntl. 4304, 3. 607, PD. 3078, Bp. 856, Böll. 354, Dem. 3041, Wirtsch.- P. 691, Häußer- B. 6, USP. 89, Sonstige 321. 37. Abt. SPD. 4440, Dntl. 1748, 3. 563, KPD. 3714, p. 292, Bölt. 125, Dem. 766, Wirtsch.- P. 501, Welfen 44, USP. 98, Dioz. 140, Polen 39, Sonstige 30. Friedrichshain. Gefamiergebnis. SPD. 65 084( 47 604). Datl. 34 414( 32 188), 3. 8106( 7565), KPD. 42 916( 45 529), p. 6692 ( 10 819), Bölk. 2500. Dem. 15 909( 19 345), Wirtsch.- P. 7530( 7764), Welfen 94, Haeußer- B. 65, USP. 1673, D. Aufm.-B. 178, Freim.- B. 151, Dirz. 2207( 6440). Aufm. u. Wiederaufb.- P. 186, Mieterp. 44, P. f. Belfswohlf. 84 Polen 872. Kreuzberg.( Endergebnis.) SPD. 75 581, Dntl. 51 312, 3. 9341, KPD. 35 206, Bp. 13 578, Bött. 4322, Dem. 23 915, Wirtsch.- B. 6685, Welfen 66, Häußer- Bund 39, UGP. 1238, Dfoz. 2492, Bolen 626, Conftige 608. Wedding.( Endergebnis.) SPD. 67 838, Dnil. 33 041, 3. 6466, KPD. 57 695, p. 5950, Bölt. 1761, Dem. 12 257, Wirtsch.- P. 4409, Belfen 48, Häußer- Bund 57, USB. 1732, Dfoz. 1593, Bolen 343, Sonstige 681. Resultate aus den Kreisen. 1. Reichstagswahlkreis Ostpreußen. Borläufiges Gefamtergebnis( 1 Bezirk fehlt noch): SPD. 205310 ( 156 124), Duil. 386 076( 398 441), 3. 77 407( 85 201), app. 79 507 ( 119 188), p. 88 751( 85 118), Bölt, 60 910( 37 438), Dem. 39 266 ( 36 293), Wirtsch.- P. 8924, Dioz. 7599( 27 600), usp. 1929, D. Aufm.- u. Aufb.- P 1677. Königsberg- Stadt( Gesamtergebnis). SPD. 27 941( 17 959). Dntl 27 946( 22 967), 3. 4241( 4325), D. 23 224( 27 468), p. 31 009( 28 008), 23ött. 7081( 13 871), Dem, 8773( 7054), irtsch... 2284, USB. 71, Dfoz. 1504( 11 027), M. Minderh. 1946, Bauern 117, Mafur. Ber. 1810. 3. Reichstagswahlkreis Potsdam II. 3m Wahlkreis 3 Potsdam 2 entfielen auf die SPD. 239 491 ( 157 746), auf die Dutl. 250 922( 223 979), auf das Zentrum 31 364 ( 29 046), aauf die KPD. 103 429( 114 974), auf die Bp. 77 403 ( 92 595), auf die Bölt. 25 915( 56 597), quf die Dem. 113 214( 87 933), auf die Wirtsch.- P. 31 235( 34 527) und auf dieDj03. 15 465( 40 135) Stimmen. Die übrigen Parteigrüppchen brachten es nur auf wenige Hundert. 76. Abt. Dahlem. SpD. 861( 484), Dntl. 2297( 1947), 3. 278 Bört. ( 218), RPD. 104( 149), p. 929( 864), Bolt. 242( 487), Dem. 818( 621). 78. Abt. Schöneberg. SPD. 8088( 4881), Dntl. 9598( 7853), 3. 1348( 1286), RD. 3276( 3489), Bp. 2485( 2872), Bölf. 651( 1455), Dem. 4757( 3209), Wirtsch.- P. 1055( 1138), Belfen 15, Haeußer- B. 7, Usp.( 316). Freiwirtsch.- B. 17, Dfoz.( 1682). 79. Abt. Schöneberg. SPD. 7485( 4850), Dntl. 5202( 4809), 3. 1027( 977), KPD. 2950( 3731). Bp. 1273( 1953), Bölf. 451( 925), Dem. 1904( 1828), Wirtsch.- P. 723( 798), Beffen 20. Haeußer- B. 16, usp.( 322), Freiwirtsch.- B. 14. Dfoz.( 1433). 80. Abt. Schöneberg. SPD. 3046( 1820), Dntl. 6337( 5171), 3. 444( 383), ẞD. 687( 685), 23p.1782( 1671), Wölf. 399( 866), Dem. 2027( 1434), 2irtsch.- P. 418( 399), Belfen 24, Ep. 36( 118), Aufwert.- B. 13. Freiw rtsch.- B. 16, Dioz. 592( 1097), Aufweri. u. Wiederaufbau- B. 37. Bolen 7. 86. Abt. Mariendorf. SPD. 3951( 2814), Dntl. 2002( 1804), 3. 264( 261) KPD.1883( 1974), Bp. 636( 779), 23ölt. 233( 405), Dem. 860( 573) Wirtsch. B. 411( 397), Welfen 1, Saeußer- B. 1( 185), USP. 38, D. Aufw. u. Aufb- P. 15, Freiwirtsch.- B. 11, Dioz. 113 ( 409), Aufm. u. Wiederaufo.- 24, Mieterp. 2, Bolen 67. 83. Abt. Lichtenrade. SPD. 930( 528), Dntl. 1200( 1026), 3. 83 ( 72), PD. 339( 409), p. 321( 433), 2ölt. 40( 102), Dem. 406( 244). Birtich.- P. 94( 83), Ep. 13( 55), D[ 03.( 164), Bolen 58. Lichterfelde. SPD. 6108( 3461), Dntl. 10 595( 9085), 3. 1753 ( 2328), 23p 3710( 4156), Bölf. 1072( 2718), Dem. 2905( 1929), Wirtsch.- B. 1761( 2239), USB. 114( 356), Dioz. 607( 1323), Aufwertungspartei 103. Nat. Minderh. 149( 21), Sonstige 82. 4. Reichstagswahlkreis Potsdam 1. 3m Wahlkreis 4 Potsdam I ffinumten für die SP D. 273 346 ( 182 277), Duff. 282 728( 283 297), 3. 22 362( 19 047), PD. 109 141 ( 131 455), p. 71 146( 68 423), 23ölf. 25 536( 50 854), Dem. 57 408 ( 44 947), Wirtsch.- P. 43 619( 39 046), Dio;. 8 694( 22 489). 120 Abt. Friedrichsfelde. Spo. 1602, Dntl. 1289, 3. 203, RPD. 1645, Bp. 207, Bölf. 66, Dem. 303, Wirtsch.- P. 306, Haeuser- B. 7, USP. 35, Aufw.-B. 10, Freie Wirtsch.- B. 2, Diog. 61. Wiederaufbau- ẞ. 6. Mieter- P. 2. Polen 8. Strausberg. SPD 1406( 794), Dntl. 1152( 1180), 3. 70( 55), APD 757( 983), p. 366( 364), Bölt. ( 84), Dem. 307( 186), Birth, P. 518( 776), Bolen ( 107). 5. Reichstagswahlkreis Frankfurt a. d. O. Berläufiges Ergebnis.( 16 tieinere Bezirke fehlen noch) Abgegeben wurden 834 970 Sammen( 817 544). Davon erhielten: SBD. 233 203( 164 136). Dufl. 319 611( 331 395), p. 90 732 ( 65 381), 3. 52 776( 51 545), Dem. 38 809( 35 198), pp. 36 484 ( 55 958), Bö! f. 26 659( 40 550), Wirtsch.- P. 17 790( 19 184), Dj03. 10 531( 24 612), Polen 5587( 6610), USP. 2405( 6443). Senftenberg. SPD. 4079( 3uwachs zirka 80 Broz.), Dntl. 1597, KPD. 786, Bp. 1076, Böll. 267. ( 946 649), Wirtsch.- P. und B. Bauernb. 995 723( 688 730), Candb. 498 003( 574 282), Welfen 258 145( 319 805). 6. Reichstagswahlkreis Pommern. Borläufiges Gesamtergebnis: SPD. 221514( 169 579), Dnff. 443 247( 442 947), 3. 9623( 7670), KPD. 52 365( 77 664), p. 58 845 ( 41 784), Bölf. 38 267( 73 656), Dem. 33 851( 23 232), Wirtsch.- P. 20 552( 18 490), Dioz. 8793( 18 259). Stralfund. SPD. 5948( 3534), Dntl. 8069( 8547), 3. 268( 277), SPD. 757( 1825), p. 2474( 1017), Bö't. 964( 1374), Dem. 1055( 520), Wirtsch. P. 549, Häußer Bund 4, Sonstige 68. ( 238), Rolberg- Stadt. SPD. 3245( 2428), Dntl. 4621( 4977). 3. 233 D. 1280( 1779), p. 173( 796), Böit. 483( 780), Dem. 2075 BD. ( 1636), Wirtsch.- B. 1605( 1478), Sonstige 463( 353). 7. Reichstagswahlkreis Breslau. Breslau( Stadt). SPD. 105 000( 82 000), Dnil. 67 000( 68 000), 339 000( 39 000), D. 8000( 16 000), p. 24 000( 26 000), Bött. 5000( 17 000), Dem. 18 000( 16 000), Wirtsch.- 3. 4000( 4000). Deutschsoz. Partei 8000( 18 000).( 2on 340 Bezirken fehlen noch 20. 8. Reichstagswahlkreis Liegniz. Borläufiges Endergebnis: Es find abgegeben worden; für die S P D. 197592( 167 158), Dufl. 175 635( 182 314), 3. 59 319( 53 378), PD. 19 874( 36 560), p. 50 281( 48 427), Bött. 8683( 8885), Dem. 48 537( 46 098), Wirtsch.- P. 28 453 Stimmen. Es entfallen demnach auf die SPD. 3, die Dntl. 3 Sihe und auf das 3. die Vp. und die Dem. je 1 Sig. Danach hat sich im Wahlkreis Liegnitz nichts geändert. 6813, Bölt. 1548, Dem. 2195, Wirtsch.- P. 2543, Haeußer- 3. 560, Ciegnitz. SPD. 13 9052, Dnil. 10 172, 3. 2366, KPD. 745, Bp. USP. 2, Start B. 7, Fraktionslose P. 11, Aufweit.- P. 10, Freiwirtsch.- B. 54, D[ oz. 80. 11. Reichstagswahlkreis Merseburg. Das vorläufige Ergebnis der Reichstagswahlen im Wahlkreise Merseburg lautet: SPD. 134 568( 110 971), Dnfl. 214 093( 196 857). 3. 10 127( 8806), PD. 163 193( 183 881), p. 87 093( 76 079), Völl. 31 426( 62 098), Dem. 49 484( 37 089), Wirtsch.- P. 20 605( 11901). Dfo3. 1394( 5441), Chriftifoz. 1045, Haeußer 195, Aufw.- u. Aufb. 2621, 215p. 3883( 12 109), F. 3. 3. 1381. Es stehen noch vier fleine Gemeinden aus. Halle- Stadt. SpD. 16 641( 11 222), Dntl. 28 276( 26 313, 3. 1812, KPD. 27 532( 29 886), p. 16 938( 18 923), Bött. 3549, Dem. 9368( 6216). Wirtsch.- B. 3042. Sonstige 810. Nordhausen( Stadt). SPD. 5404( 3758), Dnil. 3231( 3331), 3. 574( 580), D. 997( 2137), p. 3277( 2714), Bolt. 440( 693), Dem. 3904( 3582). Bölf. 12. Reichstagswahlkreis Thüringen. Jena Stadt. S3D. 8207( 6967), DH. 2809( 1898), 3. 416( 357), D. 5244( 6272), Bp 6823( 7105), Bölf. 952( 1999), Dem. 3532 ( 3556). 10 056( 9293), RBD. 105 687, Bp. 116 135, 25lt. 44 329, Dem. 43 019 Thüringen( Cand). SPD. 249 384( 198 848). Dnil. 72 684, 3. ( 35 686), Wirtsch.- B. 34 228( 22 376), Landb. 134 490( 140 575). Es fehlen Schmalkalden, Kreis Erfurt 13. Reichstagswahlkreis Schleswig- Holstein. Vorläufiges Ergebnis: Abgegeben wurden 766 082 Stimmen ( 756 618); davon erhielten Deutschnationale 252 640( 232 776), 50 3ialdemokraten 231 987( 187 021). Bolfspartei 112 832 ( 90 379), Demokraten 66 487( 60 700), Kommunisten 51 758( 76 915), Nationalsozialisten 20 591( 35 403). 14. Reichstagswahlkreis Weser- Ems. Borläufiges Endergebnis. Abgegeben wurden 676 397( 660 090). Davon erhielten: SPD. 171393( 137 472), 3. 137124( 126 691), Dntl. 108 165( 102 868), p. 106 277( 87 233), Dem. 66 605( 56 741), Dölt. 32 649( 48 993), PD. 30 942( 51 427), Welfen 14 113( 17 901), Chriftifoz. 5239( 18 190), Dj03. 1722( 3937), Freiwirtsch.- B. 1591( 3867). 16. Reichstagswahlkreis Süd- Hannover- Braunschweig. Gesamtergebnis.( Es fehlen noch Kreis Northeim und drei weitere Stimmbezirke.) SPD. 339 552( 304 481), Dnafl. 166 079( 152 822), p. 145 230( 136 246), Welfen 117 861( 139 538), 3. 51 891( 48 341), Dem. 46 451( 44 603), PD. 44 387( 83 218), flfo3. 30 607( 77 168). 17. Reichstagswahlkreis Westfalen- Nord. ( 3 Kreise fehlen noch.) Abgegeben wurden 980 450 Sfimmen ( 1.062 680). Davon erhielten: SPD. 220 281( 189 495), 3. 342 075( 380 484), Dafl. 164 981( 155 879), p. 96 477( 101 329). BD. 59 447( 102 725)). Dem. 34 181( 38 680), Aufm.-P. 23 697, Bolt. 12 704( 37 153), Chrifiloz. 10 459( 33 482), Wirtsch.- P. 9306 (-), Polen 3223( 6552), Freiwirlich. B. 1485(-), usp. 1781 ( 8351), Djoz. 1101( 6112). Bochum. SPD. 15 091( 9141), Datl. 9462( 9091), 3. 23 576 ( 21 011), PD 12 531( 18 968), Bp. 8458( 9231), 23ölf. 801( 2241), 50 Broz., Kommunisten verloren 60 Broz. Dem. 2718( 2264). Wahlbeteiligung rund 80 Proz., SPD. gewann Herford- Stadt. SpD. 7786( 5682), Dntl. 4029( 3754), 3. 617 ( 659), KPD. 239( 848), Bp. 4482( 3868), Bölf. 284( 983), Dem. 1309 ( 1222). 18. Reichstagswahlkreis Westfalen- Süd. Wahlkreis 18. Westfalen- Süd. Borläufiges End. ergebnis. Abgegeben wurd m 1 274 135 Stimmen( 1 277 845), davon erhielten: SDD. 317410( 205 430), Duft. 152 229( 157 221) 3. 350 761( 333 074). PD. 155 390( 279 296), Bp. 154 056( 150 442), Bolt. 14 305( 19 097), Dem. 76 509( 57 058), wirtsch.- P. 18 429, Usp. 10 714( 21 077), Chrifti.- S03. 8219( 24 356), Aufro.- u. Aufb.-P. 2635. Redlinghaufen. SpD. 4955( 2777), Dntl. 2331( 2362), 3. 8522 ( 7939), D. 4466( 5501), 23p. 2287( 2011), 135lt. 259( 71), Dem. 1094( 839). Dtich. Aufw. B. 471( 444), Bolen 1058( 1392). KPD. 4200( 9000), p. 2000( 2300), Bött. 600( 650), Dem. 300( 700)? Herne. SPD. 8300( 3300), Dni. 5800( 4100). 3. 7800( 6500), 19. Reichstagswahlkreis Heffen- Nassau. Borläufiges Ergebnis.( 1 Orf fehlt noch.) Gesamtstimmenzahl: 1 177 577( 1 199 954). SD. 373 692( 302 886), Dnafl. 225 525 ( 242 995), 3. 201 038( 202 067), Bp. 152 161( 146 985), PD. 63 911 ( 111 491), Dem. 99 271( 85 251), J.- S03. 29 069( 66 604), Wirtsch. Partei 25 660( 23 846), Sp. 3028( 11 555). Mainz. SPD. 21 947( 18 071), Dntl. 2662( 2528), 3. 13 704 ( 13 099), PD. 1781( 4054), p. 2981( 4422), Bolt. 128( 461), Dem. 7230( 6366). 20. Reichstagswahlkreis Köln- Aachen. 5 Bezirke fehlen noch. SP D. 1 394 488( 991 780), Duil 64 629( 66 882), 3. 464 701( 438 661), PD. 79 459( 128 155), Bp. 72 383( 70 316), Bötr. 5236( 13 171), Dem. 32 287( 25 494), Wirtsch.p. 29 258, p. f. Boltswohlf. 8855, Aufw. u. Wiederaufb.- P. 5183, Usp. 3128, Freiwirtsch.- B. 1176. Kóln.( Gesamtergebnis.) SPD. 51 000( 31 165), Dnt 19 000 ( 18 563), 3. 94 000( 91 027) D. 30 000( 47 859), p. 32 000 ( 29 422), Bölf, 2800( 8280). Dem. 12 000( 9438), Sonstige 5600. Bonn. SPD. 6776( 4676), Dntl. 4763. 3. 20 790, D. 2250 Bp. 5529, Bölf, 327, Dem. 1926, Wirtsch.- P. 783, Häeußer- B. 254, UGẞ. 159, Sonstige 94. 21. Reichstagswahlkreis Koblenz- Trier. Koblenz( Stadt). Endgültig. SPD. 3752, Dntl. 24993, 3. 22 218, RD 1264, 23p. 2946, Dem. 1186, Sonstige 23. Koblenz- Trier. SPD. 61 897( 47 652), Dntl. 55 398( 40 181), 3. 310 850( 323 142), D. 22 883( 33 354), 2p. 50 321( 55 047), 2öff.( 6987), Dem. 17 536( 16 385), Wirifch.- B. 13 092( 10 981), Landb. 14 167, Haeußer- B. 157, D. Aufw. u. Aufb.-P. 1308, Dioz. 1786( 4055). Völk. Bon den 536 133 abgegebenen gültigen Stimmen entfallen auf 3. 326 650, SPD. 56 497, Dntl. 52 965, p. 41 351, PD. 22 261, Dem. 17 559, Wirtsch.- B. 13 878. 22. Reichstagswahlkreis Düsseldorf- Ost. Es wurden 1000 845 gültige Stimmen abgegeben, davon ente fallen auf 3. 253 991, KPD. 213 440, SPD. 153 585, Dntl. 153 052, Bp. 103 500, Dem. 45 263, Wirtsch.- P. 32 283, Bölt. 16 339. Es fehlen noch zwei Bezirke von Essen. 24. Reichstagswahlkreis Oberbayern- Schwaben. Wahlkreis 24, Oberbayern- Schwaben.( 40 Orte fehlen noch. Abgegeben wurden 1 151 944 Stimmen( 966 952), davon erh ten: SpD. 205576( 127 9373), Dail. 144 005( 72 865), APD. 699 1992( 83 495), Bp. 21 063( 9 095), Dött. 53 381( 161564), 158 493( 98 097), Aufw. u. Sparer 8849, Wirtsch.- P. 8602, USP. Dem. 33 119( 99 794), Bayer. Bp. 445 824( 365 849), Bayer. Bauernb. 2905( 5535). Augsburg. SPD. 26 243( 17 073), Dntl. 11 159( 5371). RBD. 5008( 6072), Bp. 1615( 586), Bölt. 3075( 13 469), Dem. 2091 ( 2087), Baner. Bp. 22 922( 19 563), B. Bauernb. 306( 142). München.( Amtlich.) SPD. 84 359( 47 265), Dril. 71 898 ( 35 079), PD. 37 204( 43 232), p. 10 251( 3055), Bölt. 30 508 ( 81 380), Dem. 14 848( 7734), Bayer. Bp. 79 253( 58 730), B. Bauernbund 1545. 27. Reichstagswahlkreis Pfalz. 3m Wahlkreis 27 Pfalz find 430 597 Stimmen abge. geben worden, so daß die Wahlbeteiligung 80 Proz. befrug. Es erhielten Sozialdemokraten 115 247( 85 756), Bolkspartei 101 431( 60 000), Bayr. Boltspariei 66 974( 64 624), Zentrum 50 059 ( 39 063). Demokraten 29 050( 20 412), Deutschnationale 19 174 ( 23 542), Nationalsozialisten 6260( 21 071) 28. Reichstagswahlkreis Dresden- Baußen. Dresden- Bautzen. Borläufiges Gesamtresultat. SPD. 371 538 ( 334 615) Dntl. 233 359( 225 218). 3. 15 842( 11 782), D. 64 682 ( 80 925), p. 146 394( 126 274), Bölt. 15 163( 43 812), Dem. 80 362 ( 42 139). 29. Reichstagswahlkreis Leipzig. Borläufiges Gesamtergebnis. Zahl der abgegebenen Stimmen: 724 841. Davon erhielten: SPD. 258 304( 211 834), Bp. 134 773 ( 115 936), DntL 133 979( 126 058), PD. 91 041( 109 646), Dem. 56 170( 50 418), Wirtsch.- P. 17 859, Bölt. 13 267( 15 317), usp. 6100, 3. 4984( 3320) Leipzig. SPD. 142 819( 114 658), Dntl. 51 196( 47 804), 3. 3416 ( 2504) RBD. 51 276( 58 937), p. 85 719( 75 012), Völt. 8306 ( 36 601). Dem 31 277( 26 424). 30. Reichstagswahlkreis Chemnitz- 3widau. Chemnih( Stadt). SPD. 56 896( 43 857), Dntl. 29 698( 30 871), 3. 1301( 1110), KPD. 26 179( 33 518) Bp. 23 778( 23 856), Bölf. 5245( 12 588), Dem. 9384( 8823), Wirtsch.- 3. 9700( 9144), Dioz 376( 329). 31. Reichstagswahlkreis Württemberg. Borläufiges Gesamtergebnis: SpD. 243 363( 192 161), Dufl. 137 311( 121683), 3.271120( 265406) PD.. 129 11 988); p 68 875( 53-562), ölt. 32 918( 50 630), Dem. 129 751( 115 319) Bauernp. 213 861( 238 590). 32. Reichstagswahlkreis Baden. Konstanz( Endergebnis). SVD. 2098, Dntl. 1130, 3. 5764. KPD. 1171, Bp. 1074, Bölt. 630, Dem. 2108, Wirtsch.- P. 366, Bauernbund 99, Sonstige 115. Die Beurteilung des Wahlergebnisses. Erste Pressestimmen. Zur Stunde als die Morgenpreffe erschien, lag noch fein übersehbares Gesamtergebnis aus dem Reiche vor. Die Preßstimmen beschränken sich daher darauf, der allgemeinen Stimmung der Parteien Ausdruck zu geben, ohne noch politische Konsequenzen zu ziehen. Die Presse der Linten stellt allgemein fest, daß der 7. De ember ein Sieg des republikanischen Gedankens war. Die Germania" beschränkt sich darauf, die Stärkung der Mitte festzustellen: Auf alle Fälle hat die gestrige Entscheidung das erfreuliche Er gebnis gehabt, daß die Mitte gestärttaus diesem Wahl. fampf hervorgehen wird. Die bisherigen Regierungsparteien werden im neuen Reichstag über mehr Size verfügen als in dem letzten, und die entscheidende Schwächung der radikalen Flügelparteien wird die Gesamtsituation erleichtern. Allerdings sind die Konsequenzen im Augenblid noch nicht zu übersehen, die sich aus dem starken Anwachsen der Sozialdemokratie und aus der Behauptung der Deutschnationalen ergeben." Die Rote Fahne" ist voll Ingrimm über den Vormarsch der Sozialdemokratie. Sie beschimpft alle sozialdemo fratischen Wähler als Faschisten": Die SPD. tonnte an E.immen geminen. Die Dawes 311fionen haben ihr Arbeiter zugetrieben. Ihre Gewinne gehen nur Ilig faschistisch geworden ist, haben die Fafgiften um fleinen Teil auf Kosten der Kommunisten. Da die SPD. diesmal zum großen Teil fozialbemotratif ge. mählt." Die Faschisten" sind die Arbeiter, die der KPD. schaubernd und belehrt den Rüden lehren. Dieser Prozeß wird meitergehen; denn die Sozialdemokratie wird in zäher Organisationsarbeit befestigen, was sie gewann, und darüber hinaus weiter werben. Für Republik und Sozialismus! Gruß an die deutsche Arbeiterschaft. Um 2 Uhr 15 Minuten nachts fandte Genosse Her. mann Müller durch den Presserundfunk des Sozialdemokratischen Pressedienstes der Parteipresse folgenden Gruß: Die Reichstagswahlen brachten der Sozialdemokratischen Partei einen gänzenden Erfolg. Soweit bisher Resultate vorliegen, ist eine durchschnittliche Zunahme der Stimmen von mindestens 30 Prozent zu verzeichnen. In vielen Orten hat die Bartei 50 und mehr Bro. zent zugenommen. Die Sozialdemokratische Partei war die einzige Partei, die die Auflösung dieses Reichstages wollte. Die Sozialdemokratische Partei wurde in den erften Monaten dieses Jahres von ihren Gegnern totgefagt. Sie hat den Beweis geliefert, daß fie noch lebt; sie hat den Beweis geliefert, daß sie die einzige aufgemeriete Partei ist. Die Parteien, die im Mai als Folge der Inflation künstlich aufgefchwemmt wurden, befinden sich jetzt in Auflösung. Am meisten geliden hat in diesem Wahlkampf die Nationalsozialistische Freiheitspartei. Ihr Führer Ludendorff hat von neuem eine Schlacht verloren. Der Kampf um die Diftatur ist in Deutsch land ausgefämpft. Die fünftige Entwicklung der deutschen Republik wird sich auf dem Boden des demokratischen Parlamentarismus vollziehen. Die Völkischen, die behaupteten, eine Patentlösung für die Gefundung Deutschlands zu haben, haben eine Niederlage erlitten. Sie haben vom deutschen Bolt erneut den Beweis geliefert erhalten, baß alles schief geht, was Ludendorff, ihr großer Führer. anpact. Aber auch die Kommunistische Partet hat in diesem Wahlkampf schwere Berluste erlitten. Die Arbeiter haben sich in großen Massen von dieser Bariei des Putschismus abgewendet. Sie Find zurüdgefehrt zur Fahne der Sozialdemokratischen Partei, die stets in positiver Arbeit für die Arbeiterklasse auch auf parla mentarisch gesetzgeberischem Gebiete herauszuholen suchte, was herauszuhalen war. Der demokratische Sozialismus marschiert. Die Verluste, welche die Völkischen in diesem Wahlkampf erTitten, haben die Deutschnationalen zum Teil für die VerLufte entschädigt, die sie infolge ihrer charakterlosen Haltung im Inflationsreichstag erhalten haben. Das erfreuliche Resultat dieses Wahlkampfes ist, daß die Rechtsparteien in ihrer Gesamtheit geschwächt in den neuen Reichstag einziehen werden. Die Deutsche Boltspartei hat in diesem Wahlkampf feine Gewinne zu buchen. Sie hat das ihrer eigenen Tatlit zuzuschreiben. Sie versuchte in schwarzweißroter Demagogie die Deutschnationalen zu überbiete 1. Die Folge war, daß auch sie von den Wählern wegen ihrer halbheit fein Bertrauen zu erwarten hatte. Eine Partei. die behauptet, für die Berfaffung Deutschlands einzutreten, und gleichzeitig den unanständigsten Kampf gegen die Farben der Republik führt, hat ein besseres Refuitat nicht verdient. Dagegen haben die von der Rechten für tot gefagten bürgerlichen Demokraten sich gut gehalten. Das 3entrum hat wiederum gezeigt, daß seine Athänger feiner Fahne treu bleiben. Die Folge ist, daß die republikanischen Parteien gestärkt aus dieser Wahlschlacht hervorgehen. Aber wenn sie diesen Erfolg erzielt haben, so haben sie es lediglich dem siegreichen Vormarsch der Sozialdemokratischen Partei zu danken. Die Spit nung der deutschen Demokratie beruht nach wie vor auf der Sozial demokratischen Partei, die dafür forgte, daß die verfassunggebende Nationalversammlung in Weimar Deutschlands demokratische Berfaffung schuf. Nur dem Vormarsch der Sozialdemokratischen Bartel ist es zu danken, wenn die Errungenschaften der Revolution auch in der fommenden Gesetzgebungsperiode erhalten werden. Aber noch wichtiger ist, daß der Sieg der Sozialdemokratischen Partei den Beweis geliefert hat, daß die Massen in Deutschland die Befrie dung Europas wollen. In der gemeinfice Weise wurde die Sozialdemokratische Partei in Deutschland verdächtigt als eine Bartei, die die Interessen Deutschlands nicht wahrnehmen wollte. Das schlossen die Gegner aus ihrer internationalen Einstellung. Die Hehe gegen die Internationale hat aber völlig versagt. Europa wird gefunden, weil die deutschen Arbeiter feft zu ihrer alter geschichtlichen Auffassung stehen und stets bereit sind, mit den übrigen Demokratien in Europa zu arbeiten, damit die Folgen des fürchter lichen Weltkrieges mit der Zeit überwunden werden. Der deutschen Arbeiterschaft sei Dank für ihr festes und treues Halten zu den alten geschichtlichen Tradi ionen unserer Partei. Europa fann nur aufgebaut werden mit Hilfe der europäischen Ar. beiter. In diesem Kampf werben die deutschen Arbeiter in erster Linie stehen. Noch erfreulicher ist, daß dieser Wahlkampf gezeigt hat, wie sehr in der deutschen Arbeiterfasse das Bewußtsein vor handen ist, daß wir wieder wie einft im Frieden zu einer einigen fozialdemokratischen Arbeiterpartel fommen müssen, die alle flaffenbewuß en Arbeiter umschließt. Die Niederlage der Kommunisten hat gezeigt. daß für Deutschland der Traum der Weltrevolution ausgeträumt ist. Die deutsche Arbelter toffe steht auf dem Beden des demokratischen Sozialis. mus, der seinen Vormarsch fortsetzt. Was die innere Politik Deutschlands angeht, so zeigt die Wahl, daß die Massen tein Rüdwärts in den Klassenstaat Wilhems II. wollen. So fönnen wir getroften Herzens ausrufen: Es lebe die deutsche Re. publit. Die Hakenkreuzler in der Schweiz. Bircher und Hitler. Wahlnachklänge. Wandlung in Potsdam. Der Wahltag hat für Potsdam große Ueberraschungen gebracht und die Stimmenzahl der Sozialdemokratie fast perdoppelt. Die Demokraten tamen auf 2338 Stimmen gegen. über 1858 im Mai dieses Jahres, das Zentrum holte 190 Stimmen in Potsdam auf und erreichte 1189. Die Propaganda war gestern fo lebhaft wie noch nie, und zum erstenmal murden ununterbrochen während der Wahlzeit die Farten der Republik unserer Partei auf den Straßen gezeigt. Das Reichsbanner schickte ständig zwei in den Reichsfarben dekorierte Kraftwagen auf die Straßen, die Partei hatte einen Wagen laufen, bei dem wiederholt von Ejupobecmten des Mitführen roter Fahnen beanstandet wurde. Es hatte fich herausgestellt, daß der Wunsch des Bolizeipräsidenten, rote Fohren und Hakenkreuzfahnen nicht mitzuführen, als Befehl aufgefaßt worden war. Die Deutschnationalen mochten in ihrem Schepperdienst die allergrößten Anstrengungen und holten fast die letzte Stimme herbei. Infolgedessen wurden auch teilweise Wah!= beteiligungsziffern von 95 Broz. erzielt. Die durchschnittliche Wahl beteiligung beträgt 92 Proz 3u Ruheftörungen oder Zusammen. stößen ist es nirgends gekommen. Die gestrige Wahl hat bewiesen, daß in Potsdam Schwarz- Weiß- Not einen gefährlichen Gegner ge= funden hat, denn gegenüber etwa 21 000 Stimmen für SchwarzWeiß- Rot find etwa 13 000 Stimmen für Schwarz- Rot- Gold abgegeben. Bild aus dem Wahllokal. Der deutschnationale Wahlvorstand des Wahllokals in der Passauer Straße 5 übersah gefliffentlich, daß der Listenführer der Deutschnationalen Volfspartei feine ich war zwei grote Armbinde umbehielt. Der Einwand unserer Genossen, daß das mitatthaft wäre, weil im Wahllokale selbst keine Parteireflame getrieben werden dürfe, wurde von dem Wahlvorsteher mit der BeBmertung zurückgewiesen, er gestatte dies eben. Unser Genosse hat sich darauf eines unserer Fähnchen mit der Aufschrift„ Wählt Sozialdemokraten" angesteckt. Wir nehmen an, daß der Streit im Sinne des Wahlreglements beigelegt wurde. Wie tüchtig man als Wähler sein kann, bewies ein Mann in Charlottenburg. Bei der Kontrolle der Mahllisten in unserem Schlepplokal stellte es sich heraus, daß ein Wähler sein Wahlrecht ausgeübt hatte, der bereits vor zwei Wochen beerdigt worden war. Ein besonders tüchtiger und pflichleifriger Zeitgenosse hatte sich diesen Umstand zunuze gemacht, um zweimal wählen zu tönnen. Hazußer- Bündler. Boll, übervoll ist der Eportpalast, das in Schwarz- Rot- Gold ausgeschmüdie Riefenhaus, Fahnen an den Seiten, Jiu- Jitsu- Kämpfe im Ring, Musit, Klatschen und Pfeifen bei Bekanntgabe der Wahlergebnisse auf der weißen Leinemand ein feltsames Bild. Meldung cus Bittau: Bahlen erfreuliche, unerfreuliche, wie überall. Unter anderem liest man:" Haeuser- Bund: 1." D fönnte ich doch jetzt den haeuser- Bund- Bruder aus Zittau sehen. Wie selbstbewußt und zwar Milch- und Butterpreise. Wie die Verbraucher geschröpft werden. Die Milch- und Butterpreise sind in den letzten Wochen wieder im Steigen begriffen Die Tatsache ist on und für sich fein Wunder, denn in der Weihnachtszeit ist bekanntlich eine Berstärkung des Verbrauchs in Milch und Butter vorhanden, und das müzen natürlich Produzentendreise und Handel aus, um durch höhere Preise für sich Vorteile herauszuschlagen. Interessant ist es aber nun, wie die tapitelitische Bresse die Breissteigerungen begründet, Bekanntlich wurde die Fehlmenge bes heimischen Butter beborfes burch Zufuhren aus Holland und Dänemart gebedt. Aus Dänemart sind in den letzten Wochen die Einfuhren zurückgegangen, nach Angate der Agrarpreffe, well in Dänemark die Maut und Klauenseuche herrsche. In Wirklich feit ist der Grund für den Nüdgong der Ausfuhr aus Dänemart darin zu fuchen, daß die dänische Landwirtschaft und der dänische Butterhandel die Preise so hoch festgesetzt hatten daß der deutsche Konsum nicht in der Lage war. Diese Breise zu tragen. Die Dänen aber, die auf den Ablaz ihrer landwirtschaftlichen Produkte angewiesen sind, haben nun, um die Einfuhr nach Deutschland wieder zu fördern eine Breis herabfeßung vorgenommen. Die letzte dänische Butter not' erung ist um 18 Kronen zurüdgegangen. In den Martiberichten der bürgerlichen Breffe aber wird zur Stimmungsmache für weitere Brissteigerungen erfiärt, daß der dänische Butter preis in die Höhe" gehe. Auf der anderen Seite ist die Milch= Deutschlands feineswegs probuftion zurüdWeidefutter, aber einmal liefern die Brennereien große Mengen von gegangen. Es fehlt zmor, durch die Jahreszeit bedingt, das Es fehlt zwar, durch die Jahreszeit bedingt, das Rückständen. die Echtempe. Sie ist ein sehr wertvolles Bichfutter. das start milchbildend wirkt. Ferner enthält die Kartoffelernte starte Reserven an Biehfutter. Die Ernte ist quantitativ zwar heroor razend ausgefallen, aber qualitativ so minderwertig, daß bedeutende Mengon Kartoffeln teine andere Bermenbung als für Berfütterung finden fönnen, so daß unter diefen Umständen ein Rüdgang der Milcherzeugung nicht festzustellen sein wird. Trotzdem Preis erhöhungen! Flucht eines Darlehnsschwindlers. Der Einbrecher im Kleiderschrank. Der er zur Wahlurne geschritten sein wird:„ Ich wähle Haeußer jeden Fall!" Wie wichtig er sich vorkommen mag, jetzt so die K und Quer durch ganz Deutschland telegraphiert und auf allen 3. tungen notiert zu werden. Herr Haeußer, Ortsgruppe 3ittayote politische Botenz formgewordener Schwärmerei: er hält sich nun für wichtig, wir halten ihn für nichtig auf alle Fälle ist die 3iffer 1, die ihn aus Zittau in Sachsen meldet, typisch für das, mas wir haben und für das, was wir nicht haben. Der Spieker und der Schwärmer, fie sterben nicht aus, und wenn es so langsam vorwärts geht, dann ist es ihre Schuld. Oder solite der, der mich auf diese Gedanken bringt, geglaubt haben, es handle fich um die Erfüllung seiner Hausbelikerpflichten? Auch solcher, die nich alle werden, gior es genung bei mus. Aus der Stresemanndschurei. Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, soll Herr Strefe. mann sein Kreuzchen sowohl bei den Deutschnationalen als auch bei der Deutschen Volkspartei eingezeichnet und beide durch einen Bindest rich miteinander verbunden haben, um dadurch die Ver größerung des Bodens den auf porläufig unabsehbare Zeit gegebenen Tatsachen vorzubereiten. Ein Gedanten Strich war von dem, der seit Jahren auf den politischen Strich geht, allerdings kaum zu erwarten. ** ,, WalUnser Korrespondent wichtiger Familienangelegenheiten meldet, daß der allerdurchlauchtigsten Gemahlin des Herrn v. Izenplih zu traut soll es heißen", schlug die beglückte Gattin vor. Ach nein," Bigemiz am Sonntag ein Töchterchen geboren wurde. ermiberte Serr v. Igenplik zu Zikewik,„ diesmal hab' ich gar feine Bölfische ein so wein- erliches Ergebnis haben wird, lieber Burunde. Troute zur Wahl, nennen wir's, weil der heutige Tag für uns Für Stellungsloje. In der Nationalpost" vom 7. Dezember liest man in e urtomischer Rubrif Der Antimargist" Gedes Wort ein Groschen) das Inserat: Klempner • für Gas, Wasser u. Reparaturen ges. Mitglied der DNBP. Meldungen Schellingstr. 1, 3. 28. Da sich am Orte der Gestellung das Bureau der„ Deutschnatio ralen Volkspartei" befindet, ist es klar, daß dem gesuchten Klempner die Aufgabe zufällt, das vor der Wahl dort fabrizierte und nicht verwertete Blech zu Hakenkreuzen umzuarbeiten. Wie wir hören, soll der Andrang vor der Blechschmiede" so beängstigend sein, daß man gern das Reichsbanner zum Ordnungsdienst heranziehen würde ( wenn's nur feiner sähe). Der Arbeiter Samariterbund hat bei der Wahl in Berlin 332 Transporte von Kranten und Gebrech lichen zu den Wahllokalen erledigt. zu fehen. Als durch ein Geräusch die Beamten auf ein Bett aufmerksam wurden und die Decke zurückschlugen, sprang nur ein Kleiderspind der Geliebten. Er hatte sich in eine Ede. age heraus. Endlich entdeckte man den lange Gesuchten im gefeßt und mit Kleidungsstücken so dicht und schwer zugedeckt, daß ei beinahe erstickt war. Ein Handtaschenräuber wurde gestern morgen auf frischei Tat ergriffen. Als ein jurges Mädchen aus der Sidingenſtr. gegen 9 Uhr vom Ginholen zurückkehrie, wurde es am Hauseingan von einem jungen Burschen überfallen, der ihm die Handtasch entriß und davonlief. Die Berauble eilte ihm hilferufend nach. E gelong Beuten, die dazutamen, ihn zu fassen. Die Verfolger gaber Dem Räuber eine Tracht Brügel und überlieferben ihn danı der Polizei. Der Mordprozeß Haarmann. Hannover, 8. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Bor Eintrit in die eigentlichen. Berhandlungen richten der Vorsitzende und de Staatsanwalt an die Presse wieder die Bitte, sich in der Bericht erstattung nach Möglichkeit zu beschränken. Täglich würden Bitter an Gericht und Staatsanwalt gerichtet, die Deffentlichkeit aus zuschließen, weil die Mitteilungen aus dem Haarmann- Prozeß cin zu starte Gefährdung der deutschen Jugend bedeuteten. Der Vor figende und der Staatsanwalt erflärten, dem Wunsche auf Aus schluß der Deffentlichkeit in Interesse der Prozeßführung nicht ent gabe der Vorkommnisse möglichst weitgehende Zurückhaltung 31 spredjen zu können. Sie empfahlen aber der Breffe, in der Wieder üben. Beuge wurde Landgerichtsrat Schaper vernommen, der die Bor Darauf wurde in der Zeugenvernehmung fortgefahren. Als erste untersuchung gegen Haarmann und Grans geführt hat. Land gerichtsrat Schaper murde aufgefordert, über den allgemeinen Gin brud, den ihm Haarmann und Grans gemacht haben, sich zu äußern Bors: Hat sich Haarmann anders verhalten als Grans? 3euge: Haarmann ist immer bei den Angaben geblieben, die a früher gemacht hat, obwohl ich noch heute der Ueberzeugung bin daß er viel verschwiegen hat. Dagegen war Grans scho bei der ersten Bernehmung ausflüchtig. Bors: Ist Haarmam allgemein bei feinen Angaben geblieben? 3euge: Stets. Borf: Und Grans? Reuge: Crans ging stets gern von Konkreten auf das Theoretische über. Justizrat Benfey: Haber Sie den Einbrud gewormen, daß Haarmann sich gegenüber Gran: in einer gewiffen Abhängigteit oder hörigkeit befunder Land 3euge: Ja, den Eindruck habe ich stets gehabt. hat? gerichtsrat Schaper bestätigt weiter, daß Haarmann schon in de Borverhandlung geäußert hat, daß Grans ihm dauerni junge Leute zugeführt und nie danach gefragt habe, mi diese geblieben feien. Die weitere Bernehmung des Beugen führ auf Einzelheiten der Antiage. auf Einzelheiten der Antiage. Grans versucht klarzulegen, das er vom Untersuchungsrichter vielfach falsch verstanden worden sei Als nächster Zeuge wurde Kriminaloberkommissar Lange ver nommen, der sich dazu äußerte, wie die Feststellung Haarmann erfolgte. Der Zeuge erklärt, daß Haarmann während der Vor untersuchung nie zur Ruhe gekommen fei. Er wurde von mor gens bis abends vernommen. Bewundernsmert war di Ausdauer und Geschicklichkeit, mit der sich Haarmanı während der ersten Bernehmung verteidigte. Schließlich aber legb er ein volles Geständnis ab. Auf Befragen von Justizra Benfey erklärte der Zeuge, daß er stets das Gefühl hatte, daf Haarmann von Grans abhängig war, daß er unter dem Einflui der Hörigkeit vor dem Mitwisser Grans stand. Nach vielen Betrügereien ist der Geschäftsführer des Finanzie rungsbureaus der Vereinigung deutscher Privatkapitalisten", der 36 Jahre alte aus Wilmersdorf gebürtige Kaufmann Friedrich Schröder, der in der Sächsischen Straße 5 wohnte, geflohen. Schröder machte die Leute die bei der Gesellschaft Darlehen be antragten, besonders dadurch sicher, daß er ihnen eine von einem Rotar des Kammergerichts beglaubigte Bescheinigung vorlegte, nach der 1108 Geldgeber ihm Geld angeboten haben. Wie alle Schwindler dieser Art beschränkte er sich dann aber darauf, den Leuten ganz erhebliche Borschüsse abzunehmen. Flücht ge, der von der Kriminalpolizei gesucht wird, ist ein und unterfeit und hat dunkelbraunes Haar und als besonders auffälliges Kennzeichen ein über die rechte Mange laufendes Mutter oder Brandmal, das sich zum Teil auch über die Nase hinzieht. M.tGenf, 8. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Die Hitler.teilungen über seinen Aufenthalt werden an die Kriminalinspektion C. 7 erbeten. Affäre zieht immer weitere Kreise. Die amtliche Erklärung wird allgemein als ungenügend erklärt. So schreibt am Sonnabend die„ Bafeber Nationalzeitung":" Diese Erklärung. die mehr Aus dem Kleiderspind seiner Geliebten heraus verhaftet wurde verbirgt als aufklärt, kann die öffentliche Meinung niemals beruhigen. fürzlich ein Einbrecher, den die Kriminalpolizei fchon seit mehr als Welcher Art sind die Beschuldigungen gegen Bircher?( Das ist zwei Jahren suchte. Im Jahre 1919 wurde dos Charlottenburger der schweizerische Offizier, gegen den schwere Anschuldigungen über Schloß von Einbrechern schwer heimgesucht. Die Verbrecher er feire Beziehungen zu Hitler erhoben worden sind. R. d.„ B.") Warum beuteten besonders merivolle Drieniteppiche, die schon ins Ausland verkauft und versandt waren, als mau die Bande ermittelte und fest. ist die erste Untersuchung im Interesse des Landes unterdrückt mor. ben? Alle biefe Fragen verlangen eine flare Antwort. Das nahm. Nur ein Teil fonnte in Homburg noch beschlagnahmt werden. Das nahm. Nur ein Teil fonnte in Hamburg noch beschlagnahmt werden. Schweizer Bolt, das für sein Heer schwere Baften trägt, hat ein Bei diesem Einbruch spielte der 32 Jahre alte Erin Niezeller aus der Steinm tftraße ten Aufpoffer. Epäter beteiligte er fich auch Recht, zu wissen, welche Gesinnung seine hohen Offiziere haben. Die an dem Verkauf der Teppiche. Er wurde doür zu 2% Jahren traurigen Erfahrungen während des Weltkrieges rechtfertigen unser Gefängnis verurteilt, entwich aber bald aus dem Arbeitsfaal der Mißtrauen. Der Bundesrat wird im Interesse des Landes alles tun Stadtvogtei und wurde seitdem verget lich gefucht. Durch Beobach müssen, um Bicht in diese Affäre zu bringen." Bleichzeitig verlangt tungen wurde festgestellt, daß ihm eine Geliebte in der Scimme De Nationalzeitung Aufklärung über 3wed unb Biele des be ftraße Untersch upf gewährte. Sie machten bort einen überraschen rüchtigten Volksbundes für die Unabhängigkeit der Schweiz. Tri- den Besuch. Sie wußten, daß Miezeller in der Wohnung war, erbune de Geneve" melbet aus Aarau, wo Bircher wohnt, daß dort hielten aber auf Klopfen und Kling in feine Antwort. Deshalb feine intimen Beziehungen zu zahlreichen deutschen Offizieren ließen fie burch einen Kunstfchloffer die gut gesicherte Woh Parteinachrichten nunes ür öffnen. Aber noch drei weitere Türen, die ebenfalls Sicher pokannt felen. So habe Generaloberst Iud einen ganzen Sommer heitsfchlösser hanen, mußte der Schlosser kunstnerecht öffnen, bis man ale fein Gast in Aarau verbracht. Die Erklärung Birchers, mit Hitler endlich in den letzten Raum der Mohrung gelangt war. Die Woh feine Beziehungen zu haben, wird deshalb sehr skeptisch aufgenommen.nungsinhaberin war nicht zu Hause, aber auch Niezeller war nicht 32. bt. Montag, den 8. Des. 7 Uhr: Funktionärbesprechung Schule Langeſtr. 31 Bei weiteren Angaben des Zeugen über die Person des An geflagten wird Haarmann sehr nervös und erklärt, bl Bolizei fei ihm nicht genügend entgegengefommen. Er habe m Beispiel bei seiner ersten Bernehmung die Anwesenheit bes Baitors gewünscht, der ihn konfirmiert habe, um dieſem eir Geständnis abzulegen. Dieser Wunsch sei ihm aber nicht erfül worden. Haarmann erflärt, er wünsche fein Urteil der Phantasie Einfendungen für diese Subri? find Berlin GB. 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin flets an das Bezirkssekretariat. 2. Sof, 2 Trep. rechts, an richten Der Familienmörder Angerstein. Ganze einem Raubüberfall einigermaßen ähnlich geworden, und nur auf diese Weise hätte er seine Unterschlagungen verdeden Der kleine hessen- nassauische Ort Haiger hat über Nacht traustönnen. Bei der anderen Voraussetzung erscheint es nicht ohne rige Berühmtheit erlangt, er wird in Verbindung mit dem Ber- weiteres ersichtlich, weshalb er auch die Bureauangestellten und brechen des Prokuristen. Angerstein in die Geschichte der Kriminalfälle selbst die Gärtner erschlagen mußte. Man kann sich schon denten, aller Zeiten übergehen. Denn soweit die deutsche kriminalistische Lite- daß er nach der Ermordung seiner Frau aus Angst vor Entdeckung auch die Schwiegermutter erschlug, daß er aus den gleichen Moratur der Nachwelt Familien- und Massenmorde überliefert hat, tiren Schwägerin und Dienstmädchen ermordete. Weshalb aber ist dieser Fall neben dem des Lehrers Wagner aus Degerloch auch die übrigen? So bleibt ein Rest, der aus gefunden menschder schauerlichste. lichen Motiven nicht mehr abzuleiten ist. Sollte aber der Täter Aus früherer Zeit, z. B. aus dem Jahre 1803/04 wird von dem wirklich an fortschreitender Paralyse, als FolgeerscheiRand baten Rüsau berichtet, der seine Frau und seine fünf Kinder nung einer Syphylis, gelitten haben, so wird die Tat schon eher mit Meffern ermordete und dann auch an sich selbst einen mißglück verständlich. Dann wäre es auch möglich, daß beide mutmaßlichen ten Selbstmordverfuch vornahm. In Friedreichs medizinischen Blät Motive durch eine eigentümlide frankhafte Ideenverbindung zum tern wird von einem jungen Menschen erzählt, der im Anfall des Verbrechen geführt haben. Die Kriminalvathologie fennt nicht Berfolgungswahrfinnes fechs Personen im Hause, in dem er be- menig Verbrechen, die gerade im ersten Stadium dieser schrecklichen Dienftet mar, schwer verwundete und dann im Hause selbst Feuer Gehirnfrontheit begangen worden sind. Es steht heute feft, daß eubente. Auch Kraft- Ebing telt von einem Manne mit, der zur Angerstein sich immer bedroht fühlte und auch behauptet habe, man Mörder an seinen fünf Kindern wurde und in Schels- stelle ihm nad). Wie weit diese Verfolgungsideen noch durch gewisse mig- Holstein hat in den sechziger Jahren ein junger Mensch seine psycho- seruellen Momente fompliziert wurden, muß vorläufig dahinEllern und seine vier Gefchalister erschlagen und das Anwesen in gestellt bleiben. Die Tatsache, daß der Mörder ein mustergült ger Feuer aufgehen lassen. Aber all diefe Fälle überragt der des Familienvater und ein ehrlich religiöser Mensch war, von seiner Behrers Wagner aus Degerloch. Er war ein allgemein geachteter Umgebung geachtet und geliebt wurde, bestärkt nur die Vermutung. und garn gesehener Mensch mit weichen Gefichtszügen und eben daß es sich hier um die Tat eines franten Menschen gehandelt habe. folchem Gemüte: But formie er nicht sehen. Intelligent und So besteht die Wahrscheinlichkeit, daß in diesem Falle, wie in schriftstellerisch begabt, hat er neben anderen Schriften eine Selbst- allen ähnlichen schauerlichen Kriminalfällen, zum Glücke für die biographie hinterlassen, eins der seltsamsten und erschütterndsten Menschheit der Täter sich als geiftestrant erweisen wird. menschlichen Dokumente. Diese Lebensbeichte, in der in vor nichts Auch im Falle haarmann deuten schon die ersten objektiven zurückschschewender Offenheit das Tiefste und Verborgendste seines Gerichtsberichte an, daß vor den Schranken des Gerichts ein Mensch ebenso franthaften, mie gruseligen Seelenlebens bloßlegte, gestattete steht, den nur gewollte Verblendung als vollwertig betrachten kann. auch, bis in Einzelheiten die Entstehung und das allmähliche Reifen Der Fall Angerstein bedarf aber noch weiterer Klärung feines Mordplanes zu verfolgen. Schon vier Jahre vor dessen AusDie Kretins aus der Roten Fahne" begehen die Geschmadführung war sein Hirn zur Tat forungbereit und niemand von Insigkeit, auch den Mord in Haiger als passenden Anlaß zur Befeiner Umgebung ahnte nur im entferntesten, daß dieser Mensch, schimpfung der Sozialdemokratie zu mißbrauchen. Sie behaupter der mit dem Leben seiner Nächsten und auch seinem eigenen längst nämlich, daß der Vorwärts" für den Direktor Angerstein, weil er abgeschlossen hatte, feinen Beruf jedoch nach wie vor ausübte, ein eben„ Direktor" ist, natürlich den§ 51 geltend machen würde. schwerer Geiftestranter war. Er litt an der Paranoia, Wir find gern bereit, den§ 51 auch für die Mitarbeiter der„ Roten Berfolgungswahn, er war überzeugt, daß die Umgebung sahne" nicht allein wegen ihren fütlichen und geistigen Mindervon gewiffen fittlichen Berfehlungen, die er sich dauernd zufchulder wert, gelten zu lassen. femmen ließ und gegen die er vergebens anfämpfte, Kenntnis habe; er glaube, daß seine Betannien sich über ihn unterhielten, und ih anzüglich anschauten. Der Lehrer Wagner erschlug schließlich in der Nacht vom 3. zum 4. Dezember 1913 seine Frau und feine vier Kinder, legte Feuer bei vier Bauernhöfen in Oberstdorf on, fchoß hinterher auf alle Männer, die sich ihm in den og stellten, tötete neun und verlegte zwölf Dorfbewohner schmer. Seine Absicht ging dahin, noch die Familie seines Bruders zu töten, feinen Hof und das Schloß Eglofsdorf anzuzünden. Der Plan war bis in die theinsten Einzelheiten durchgearbeitet, troybem wurde der Mensch als geiftestrant erfamit und einer Irrenanftalt überwiesen. - all Diesen Fall muß man im Zune behalten, mill men den Haigerschen Mord nicht fenfationell ausschlachten, sondern sachgemäß, wie ein fredliches Unglüd, behandeln. Die Motive der Tat, die Persönlichkeit des Täters find noch in Dunkel gehüllt. Soviel ist jedoch schon jetzt flar: weber die mutmaßliche Unterichtagung, noch ein angeblicher Wunsch, seine Frau von ihren Qualen zu befreien, reichen für die innere Begründung der schauerlichen Morde aus. Im ersten Falle hätte er doch dafür sorgen müffen, daß das Geld beiseite geschafft würde, dann erst wäre das Zentralverband der Schuhmacher. Heute Branchenverfammlung der zuschneider abends 6 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Gaal 3, Engelufer 25. Morgen, Dienstag: Branchenversammlung der Stepperei der Straßen-, Ball- und Lurusschuhi duftrie, abends 6 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Gaal 2, Engelufer 25 Allgemeine Funktionär. versammlung, abends 63%, Uhr, im Gewerkschaftshaus, Gaal 3. Ausweise sind mit zubringen. Mittwoch, den 10 Dezember: Branchenversammlung der HausschuhStepperei, Borrichterei, Benderei und der Radlerinnen, abends 6 Uhr, im Ge wertschaftshaus, Saal 3, Engelufer 25. Donnerstag, den 11. Dezember: Gründungsversammlung der Jugendfektion, abends 6½ Uhr, in der Aula der 37. Gemeindeschule, Mariannenufer la. Theater. Orsta- Gaffspiel im Komödienhaus. Das Lustspiel„ Die Cousine aus Warschau" des Fronzosen Louis Verneuil, das Maria Orska zu Ehren herausgebracht murde, ist eine von den tousend Belanglosigkeiten, an denen ein leichtlebiger Pariser Boulevardier seine Freude haben meg. Wir in Berlin sind nicht oberflächlich genug, um an diesen legitimen und illegitimen Liebschaften zu dritt. zu viert oder über Kreuz Geschmack zu finden. Gewiß, im Leben gibt es Ehefrauen, die ihre Untreue bezaubernd an den Mann, und es gibt Dichter, die fo was bezaubernd auf die Bühne zu bringen aufhaus Tempelhof Inh. Edmund Flend Kleiderstoffe warmer Berliner Straße 126 Lederwaren Barthend schöne Muster. Mtr. 95 PL Kinder- Besuchstaschen 95 PL m Kunstseide, mod. Blusenstreiten Farbenstellg. Mtr. 125 Schotten neue Dessins, doppeltbreit [ Mtr. 130 cm 785 Wachstuch, rot und schwarz Kinder- Besuchstaschen Leder Spiegel mit 1.95, Batik für braun, 285 Chevist breit, in rerech Farb. 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Aber die Unwiderstehlichleit glaubt man ihr nicht. Im Stück muß sie refigniert einsehen, daß sie im Leben der Männer nur eine Episode bedeutet. Hoffentlich muß sie nicht erleben, daß sie auch als begehrte Künstlerin nur eine Episode sein wird. Roberts gab mit Wiz, Humor und Geist den trott ligen Ehemann. Köstlich natürliches, wie aus dem Augenblick ge borenes Gehabe, töftlich seine fahrige Nervosität, seine dümmliche Herzlichkeit, sein hundetreuer Blid. Dgr. " P Die verwandelte Venus. Und als der Saaldiener das Licht ause löschte, nachdem Rudolf Joho einen Abend lang des unvergeßlichen Richard Dehmels herrliche Verwandlungen der Venus" aufgefagt hatte, da ging ich im strömenden Regen nach Haus und unterwegs aß ich, wiewohl sich das nicht gehört, meine Abendbrotschnitten, die mir heimlich eine liebe Hand in meine Mappe voller Bücher gepackt hatte, so wenig war ich innerlich berührt. Und als ich zu Hause angekommen war, nahm ich der schönsten Bücher eines aus dem Bücherspind, und ich vergewiſſerte mich, daß der Mißerfolg wirklich an Herrn Joho, dem man, da man ihn noch nicht fannte, doch so gern etwas Gutes schreiben würde, und nicht an Dehmel lag. Da ist eine Dichtung geboren in Leidenfchaft, die sich spiegelt in Glut und Feuer, heiß muß Erotik die Sinne des Hörers übergießen. Wer da Mittler ist und falt läßt, dem fehlt es entweder am Urfräftigen oder er ist, wenn nicht ein Nichtfenner, ein technischer Nichtfönner, wenn nicht ein Dilettant so doch ein Bedant. Dieses Ur- Erleben fann schon dagewesen sein bei Rudolf Joho, aber es strahlte nichts davon aus, und darauf allein tommt es an. Koine Persönlichkeit stand auf dem Potium, nur ein auf Effett ausgehender Rezitator, weil aber doch Liebesdichtung nicht zur Kenntnis genommen, sondern nachempfunden sein will, verpuffte alles. Irgendwann las ich es irgendwo: die größte Liebe fei die, von der man am wenigsten spricht. Danach ist willkommen, wer Dehmels sinnliches Dichtgespräch sinnvoll vermittelt, spürt man aber, mobei ein angenehmes Organ ebenso wenig ausgleicht wie das Des ftimmte Gefühl, einen unter ftraffer Leitung sicher begabten Schauspieler vor sich zu haben, Dehmels„ Berwandlungen" so findlich überbetont und zuweilen fogar feltfam vertont, so wird sich der Dichter genau so heftig im Grabe wenden und rufen:„ Aber die Liebe" meinte ich doch nicht," wie die Freurde gestern Beifall flatschten. Bei Gott, es gibt noch treue Freunde, sie schickten einen großen Lorbeerfranz, auf deffen Schleife zu lesen war:„ Dem zweiten Moffi"". Sekte die Anführungsstriche an den jedenfalls an erkannten Namen Moissi ein ahnungsvoller Geist, der eine bittere Enttäuschung euch Freunden ersparen will? " ergo. Berantwortlich für Politik: Ernft Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus: Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Chlorn; Feuilleton: Dr. John Schikowski; Lokales und Sonstiges: Frik Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag, G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchpruderet und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin SW. 68, Lindenstrake& Jeder Kunde erhält einen eleganten Abreißkalender gratis Praktische Weihnachtsgeschenke Dam.- Kleidung Zigarettenkästen ging 150 Flanell- Blusen deckel 9X13, cm 2.45 8X10 cm Messing m. Teeglasbehälter Mick, B. Glas 15 325 Steinguteinl., verMessing poliert Tortenplatten nick. Rand. 32 em Krümelschippe mit Burste: 495 Satzascher& Stick, mit Ständer. 495 1125 6 Messing poliert, 8.00 3 Teile, m. Tabl., Messing vernick. Gabardine 130 cm br. 590 Kaffeeservice Kossil Tick in versch, Farben Mtr. Seidenstoffe farbig, 9.85, 8.50, 6.95 Leder, zum Tei! 750 Einkaufs- Beutel Nappa, 9.50, 8.50 Brieftaschen gutes Leder..2.45 185 Kristall Helvetia reine Seide in vielen 65 Damen Börsen Leder, sehr gute 25 Kommer in 6 Farben, JosephinenFarben . 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