Nr.579 41. Jahrgang Ausgabe A nr. 295 Bezugspreis: Böchentlich 70 Goldpfennig, monatlich 8- Goldmart Doraus zahlbar. Unter Streuzband für Deutschland. Danzig Saar- und Memelgebiet. Defterreich, Litauen, Euremburg 4.50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmart pro Monat Der Borwärts mit der Sonntags beilage Bolt und geit mit..Gied. lung und Kleingarten fowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und Frauenbeilage Frauenstimme erfcheint wochentäglich zweimal Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: " Gozialbemotrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Goldpfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. Beile 0.70 Goldmart. Reklamezcile 1.- Goldmart...Kleine Anzeigen" bas fettgedruckte Wort 0.20. Golde mart( zulässig awei fettgedruckte Warte), tebes weitere Bort 0.10 Goldmart. Stellengesuche das crite Bort 0,10 Goldmark iedes meitere Wort 0,05 Goldmart. Worte ber 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten geile 0.30 Goldmart. Eine Goldmart ein Dollar geteilt burch 4,20. Anzeigen für die nächste Nummer müffen bis 4½ Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin GW 68. Linden ftraße 8. abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Donhoff 292-295 Verlag: Dönboff 2506-2507 Dienstag, den 9. Dezember 1924 Die Wähler für Schwarz- Rot- Gold! Schwarz- Weiß- Rot" bleibt stecken. Die Auflösung des Reichstags erfolgte, weil die Deutschnationalen Handelsgeschäfte mit den Interessen des Reichs durch Ergatterung von Ministersigen treiben wollten. Während des Wahlkampfes wurde von Deutschnationalen und Boltsparteilern die flare Wahlparole umgebogen in den Gegensatz Schwarz- Weiß Rot" oder„ SchwarzRot Gold"! " = Die Wahlziffern liegen jezt aus allen Kreisen vor. Bir haben sie letzte amtliche Berichtigungen selbstverständlich norbehalten- schon im größten Teil des Abendblattes mitteilen können. Wie stellt sich nun das Verhältnis der beiden Farben, das heißt der Monarchisten und der Republifaner, zueinander? Man lasse die Zahlen selbst sprechen. Es wurden gezählt am • 7. Dezember Deutschnationale. 6 122 255 Deutsche Volkspartei. 3017 132 Völkische. Bayer. Volkspartei Wirtschaftspartei. Landbund Belfen • 4. Mai 5 718 543 688 730 2 700 447 891 671 1 924 018 1 111 786 946.849 995 723 • 498 003 574 282 258 145 819 805 12 872 474 zufammen 12 894 715 Selbst menn man also die bayerischen und welfifchen Partitularisten ohne weiteres dem monarchisch- schwarzmeißroten Brei zurechnet, so ergibt sich für Schwarz- Weiß- Rot ein Gewinn von 22 241. Dagegen erhielten die Parteien, die sich im Wahlkampf wie vorher offen zu den Farben der Republik bekannten, an Stimmen: 7. Dezember Sozialdemokraten. 7 788 250 0 4. Mai 6014 342 Zentrum. 4061 598 3 921 206 Demokraten. 1 902 646 1 658 076 . zusammen 13 752 489 11 593 624 Nach diesen nadten Zahlen erzielten die Farben der Republit Schwarz- Rot- Gold einen Zuwachs von 2 158 865 Sfimmen! Die Wählerschaft hat die Farbenparole aufgegriffen und fich mit unzweideutiger Klarheit für die Republik und ihre Farben ausgesprochen. Daran fann niemand vorbeigehen, der den Dingen gerade ins Gesicht sehen will. Die Bürgerblöckler spigen aber ihren Rechenstift, um eine Möglichkeit für eine schwarzweißrote Regierung zustande zu bringen. Das wäre undenkbar, wenn die republikanischen Barteien gegen die Monarchisten und ihre Mitläufer( von Stresemann bis Ludendorff und Alpers) zusammenhielten. Denn sie haben eine runde Million Stimmen mehr erhalten als die Schwarz- Weiß- Roten! Aber die Monarchisten rechnen mit den 21 Millionen tommunistischer Stimmen, die sie ohne weiteres als ein fortschrittfeindliches Element in ihr Ralfül aufnehmen. Und da zeigt sich sofort die Verantwortung, die auf der tommunistischen Frattion liegt und die ihr niemand abnehmen tann. Sie hat durch ihren Verlust von fast 20 Mandaten, mehr als einem Biertel ihres Besißstandes, durch die Einbuße von über einer Million Stimmen eine Lehre erhalten, die sie normalerweise be= herzigen müßte. Sie wird es freilich nicht tun. Die fommunistische Partei geizt ja nach dem Zeugnis ihrer eigenen Anhänger danach, der Steigbügelhalter der Reaktion" zu sein, trotzdem sie die Revolution dauernd als„ Schwert im Munde" führt. Sie wird deshalb bei der Entscheidung zwischen SchwarzRot- Gold und Schwarz- Weiß- Rot, zwischen Republikanern und Monarchisten im Reichstag totficher auf die Seite der Monarchisten fallen, weil ihr die Republit verhaf' er ist als selbst Horthy- Ungarn. Aber die Bedeutung ihrer Rolle bei den tommenden Entscheidungen festzustellen, ist notwendig und unaufschiebbar. Mögen die Schwarz- Weiß- Roten" von Stresemann und Bestarp bis zu den bayerischen und welfischen Reichsfreunden" ihre eklatante Niederlage in einen Erfolg umdeuten. Sie fönnen es nur, weil sie der freundwilligen Hilfe des Bruders aus Mostau ficher zu sein glauben! Hessische Landeswahlen. Endgültiges Ergebnis der heffischen Landtagswahlen: Sozialdemokraten 26 Site( bisher 24), Deutschnationale 5( 3), Zentrum 11( 13), Kommunisien 4( 2), Deufiche Bollspartei 8( 10), Nationalsozialisten 1( 1), Demokraten 6( 5), Heffischer Bauernbund 9( 11). Bremer Bürgerschaftswahlen. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Boitscheckkonto: Berlin 375 36- Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gefellichaft, Depofitenkasie Lindenstraße 3 Liebe und Mathematik. Man errechnet einen Bürgerblock. Die Deutschnationalen erklären in ihrer Presse schon wieder, daß sie in die Regierung hinein müssen. Im Reich und in Preußen erst recht! Für die Bürgerschaftswahlen in Bremen find nach den gestrigen stärkste Partei und zugleich als die Partei, die den Wahlen für die Bürgerschaft gewählt: Sozialdemokraten Deutschnationale Zentrum Kommunisten 9 47( 1923 36, 1921 51) 13 12, 8) 9 3 2, 2) 9 18, 26, 7, 0) • 14( 16, 3, 0) 1 Deutsche Volfspartei. 22 Nationalsozialisten. 4 Demokraten Hausbesizer. Bodenreformer • Die Bremer Ergebnisse verteilen sich im einzelnen nach Stimmenzahl und Sizen auf die einzeinen Teile des Bremer Staatsgebiets mie folgt: Stadt Bremen. SP. 46 933, Dntl. 16 255, 3. 3589, D. 14 512, Bp. 28 458, Nationalfoz. 6729, Dem. 18 680, Haus- und Grundbesitzer 12 539, Bodenreformer 2009. Landgebiet. SPD. 3702, KPD. 403, Nationalfoz. 454, Dem. 1168, Bandeswahlverband 1864. Bremerhaven. SPD. 4626, RPD. 999, p und Dnatl. 5151, Dem und 3. 1579. Begejad. SPD. 899, RPD. 161, Nationalfoz. 241, Bürgerliche Vereinigung 1170. Es erhielten Size: Stadt Bremen. SPD. 38. Dnatt. 10, 3. 2, KPD. 9, Bp. 18, Nationalsozialisten 4, Dem. 12, Haus- und Grundbefizer 8, Boden. reformer 1. Landgebiet. SPD. 4, Dem. 1, Bp. und Dnati. 2. Begejad. SPD. 1, Bürgerl. Vereinigung 1. Nach den Maiwahlen verkündeten sie, daß sie als die stärksten 3uwachs erzielt habe, zur Führung der Regierung berufen feien, sie erklärten ihre Nichtberufung durch den Reichspräsidenten für undemokratisch, verfassungswidrig, dem paralamentarischen System hohnsprechend. 7 3 Aus den Dezemberwahlen ist nun die Sozialdemo Pratie als die stärkste Partei und zugleich auch als die Partei des weitaus stärksten Zuwachses hervorgegangen. Daraus ziehen die Deutschnationalen den Schluß, daß unverzüglich eine Bürgerblodregierung, eine Kampfregierung gegen die Sozialdemokratie gebildet werden müsse. teit in der neuen Aera mit einem neuen Verzicht auf deutschDie Deutschnationalen beginnen also ihre politische Tätig= ein Recht haben, da sich herausgestellt hat, daß ihre Wähler nationale Grundsätze. Man muß aber zugeben, daß sie dazu Grundsäge von ihnen nicht verlangen. Sinein in den Bürgerblock!" heißt es im " Tag"." Die nationale Regierung zahlenmäßig gesichert." Und in der Nachtausgabe noch einmal: Der Bürgers blod marschiert. Die nationale Regierung." In der Deutschen Tageszeitung" heißt es: Bürgerregierung ohne Demokraten! Die Demokraten- nicht mehr entscheidend im Reich und in Preußen." Im einzelnen wird in den verschiedenen Artikeln ausgeführt: Die Wahlen hätten ergeben, daß die überwiegende Mehrheit des Bürgertums fchwarzweißrot sei.( Die Arbeiterschaft tommt nicht mit in Betracht.) Die Deutschnationalen hätten sich nicht nur gehalten, sondern sogar eine erfreuliche ZuBremerhaven. SPD. 4, Dntl. und Bp. 4, 3. und Dem. je 1 Sib. nahme zu verzeichnen. Dagegen gingen die Gewinne der Bürgerblock in Braunschweig? Braunschweig. 8. Dezember.( WTB.) Wie die schweigische Landeszeitung" meldet, hatten die Landtagswahlen Braunfaweig folgendes Ergebnis: Mitte, auf die sich die Regierung Marg stüße, in eine Nuß. ( Die ,, erfreuliche Zunahme" der Deutschnationalen bleibt proBraun- zentual noch etwas zurüd hinter dem Gewinn der Mitte, der in in eine Nuß geht.) Nun, das peinliche Kapitel: Sozialdemo= tratie! Die Sozialdemokratie habe viel weniger gewonnen, als sie erhofft habe, denn sie hätte mit einer Zunahme von 70 bis 80 Proz. gerechnet, aber nur" 30 Broz. gewonnen. Außerdem bemerkt die ,, Kreuzzeitung", die sonst in der Selbstanerbietung nicht soweit geht wie die beiden schon genannten Blätter, für bürgerliche Parteien sei es jegt erst recht unmög lich, mit den Sozialdemokraten zusammenzuarbeiten, dazu sei sie zu start geworden, sie würden dermaßen die äußerst flägliche Rolle spielen könnten." Die Rolle, die die Oberhand haben, daß die bürgerlichen Mitläufer nur eine bürgerlichen Mitläufer der Hergt und Tirpik spielen würden, findet die ,, Kreuzzeitung" natürlich äußerst vorSozialdemokraten 105 623 Sfimmen, 18 Site, Deutschnationale 53 494 Stimmen, 10 Size, Zentrum 4782 Stimmen, 0 Site, Kommunisten 13 123 Stimmen, 2 Size, Deutsche Volkspartei 41 784 Stimmen, 10 Sitze, Wirtschaftsliste 24 287 Stimmen, 4 Sige, Welfen 9026 Stimmen, 1 Sig; USPD. 1787 Stimmen, o Size. Der Bürgerblock( deutschnationale, deutsche Volkspartei, Wirtschaftsliste, Weffen und Zentrum) hat mit 25 Sigen die ab lute Mehrheit von 48 Siten im Landtag. Die Demokraten sind in dieser meldung seltsamerweise überhaupt nich verzeichnet. Die Dortmunder Gemeindewahlen. teilhaft. Summa summarum: Sind die Deutschnationalen stark, so müssen sie in die Regierung. Sind die Sozialdemokraten Die 68 Sike der Stadtverordnetenversammlung verteilen fich start, so dürfen sie nicht in die Regierung. folgendermaßen: Sozialdemokraten. Deutschnationale Zentrum Kommunisten . Deutsche Volkspartei Demokraten 21, früher 10 4, 4 ガラ 15, 14 39 11, 20 99 9, 12 99 4, 4 10 " Partei der Kriegs- und Arbeitsopfer 2, Gruppe des gewerblichen Zhittelstandes 2, Lex Tirpitz. 68, früher 68 Eine Erklärung der historischen Kommission. Die historische Kommission für das Reichsarchiv hat in ihrer legten ordentlichen Sitzung folgende Entschließung gefaßt: Die Deutsche Tageszeitung" hat nun die große Entdeckung gemacht, daß ein Bürgerblod ohne Demo traten möglich geworden sei. Das war er aber auch schon im alten Reichstag. Er scheiterte freilich daran, daß das Zentrum nicht ohne die Demokraten in den Bürgerblock wollte. Daß die Demokraten jezt den Bürgerblod wollen, nachdem sie den ganzen Wahlkampf gegen ihn geführt haben, ist nicht angunehmen. Es bleibt also dabei, daß der Bürgerblod nicht möglich ist ohne Hinzutritt des Zentrums. Das Zentrum wird infolgedessen von den Deutschnatio nalen starf umworben werden. Für sein Verhalten haben wir ihm keine Ratschläge zu geben. Daß die Sozialdemo fratie gegen eine Bürgerblockregierung die schärfste Oppofition machen und gegen sie Bundesgenossen suchen und wohl auch finden würde, ist selbstverständlich. Denn die Sozialdemokratie sieht in einer Bürgerblockregierung die aller „ Die historische Kommission für das Reichsarchiv nimmt von den archivarisch wertvollen Ereignissen der Ausstellung des Reichschwerste Gefährdung deutscher Reichs- und archips Rennteris. Sie benutzt die Gelegenheit, um an die gesamte Bolfsinteressen. Bevölkerung, besonders aber an alle Persönlichkeiten, die amtich oder militärisch at verantwortlicher Stellen gestanden haben, bzw. en ihre Rechtsnachfolger, die drin gende Bitte zu richten, alle geschichtlich wertvollen Dienstpapiere und Nachlässe dem Reichsarchiv zu überweisen. Angesichts unliebsamer Borkomm nisse, der Verschleuderung wertvoller Nachläffe und dienstlicher Papiere, hält die historische Kommission den alsbaldigen Er. laß eines Archivgesehes für dringend notwendig." Diese Erklärung richtet sich mit deutlicher Spizze gegen Herrn Tirpiß, der nebenbei bemerkt, immer noch nicht daran denkt, auf die drei ihm sehr peinlichen Fragen von Dr. Thimme zu antworten. Es wäre immerhin noch fest zustellen, ob die historische Kommission bei ihrer Erklärung über die unliebsamen Borkommniffe" auch die durchaus parteiische und tendenziöse Publikation„ Der Margismus im Weltkrieg" im Auge gehabt hat. Bon parteipolitischem Standpunkt aus fönnte ihr freilich nichts angenehmer sein, als wenn bis zu den nächsten Wahlen ständigen sicheren Aufstieg zu sorgen, gibt es überhaupt nicht. ein Bürgerblock regierte. Denn ein besseres Mittel, für ihren Im neuen Reichstag würde ihre Kraft gegenüber dem Bürgerblock bedeutend größer sein als im alten. Also, wer es probieren will, wer die Verantwortung dafür übernehmen will, was daraus wird, der mag es probieren! Es ist nicht die Absicht der Sozialdemokraten, nach deutschnationalem Muster vor anderen Parteien auf den Knien zu rutschen und sie zu beschwören, fie möchten diefes tun und jenes unterlassen. Es ist auch nicht ihre Absicht, die Bahlmathematit gefühlsmäßig zu interpretieren, wie es ihre Gegner tun Richtig ist, daß eine feste Regierungsbildung mit den Deutsch nationalen nicht möglich ist ohne das Zentrum, und daß eine feste Regierungsbildung mit den Sozialdemokraten nicht möglich ist ohne die Boltspartei. Aber das ist eben bloße Mathematik: von ohne sie, zu zerstören? Glaubt jemand im Ernst, die Wähler und Gewählen der Deutschen Volkspartei fänden nach diesem Wahl fampf, in dem sie von Demofraten und Sozialdemokraten aufs unslätigste mit Dred beworfen und infamiert worden sind, die innere Möglichkeit, sich mit diesen enttäuschten Herrschaften wieder auf eine Bant zu seßen und ihnen die fauren Trauben vom Ge länder zu holen?" Die Kölnische Zeitung" dagegen feßt sich ohne jeden Vorbehalt für den Bürgerblock ein: ,, Soweit man die Lage nach den bisher vorliegenden Ergebnissen beurteilen tann, gibt es im neuen Reichstag, von der utopischen Bolts gemeinschaftsregierung abgesehen, nur zwei Möglichkeiten einer Mehrheitsbildung: die große Roalition und die Erweite. rung der bisherigen Regierung nach rechts. Die große Koalition würde nach dem Stimmenzuwachs der Sozialdemo tratie, nach der Linksschwentung der Demokratie und bei den starten Tendenzen des Wirth- Flügels im Zentrum zu den Sozialdemokraten vollständig unter sozialdemokratischem Einfluß stehen. Wir können uns nicht denten, daß die Deutsche Boltspartei in dem Stadium des innerpolitischen Aufbaues der Wirtschaft und der der bloß rechnerischen Mehrheit zur politischen ist ein weiter| Weg. Zwischen Deutschnationalen und Sozialdemokraten gibt es aber auch sonst noch einen recht großen Unterschied. Die Deutschnationalen fragen in erster Linie, wer regiert oder genauer: find wir mit bei der Partie? und in letter Linie, wie regiert wird. Bei den Sozialdemokraten ist es umgefehrt. Sie fragen in erster, Linie, wie regiert Die„ Deutsche Allgemeine 3ettung" sagt ihm: wird wer regiert, fommt für sie nur zuletzt in Betracht. Das trampfhafte Zusammenrechnen von festen MehrNach den Erfahrungen, die die Deutsche Bolkspartet bei der heiten bleibt unseres Erachtens gänzlich unfruchtbar, fo Busammenarbeit mit der Sozialdemokratie im Reich gemacht hat, lange nicht flargestellt ist, was die Mehrheit tun soll. Ein nach der ganzen Tendenz ihres Wahlkampfes und nach dem flaren gutes Programm und der Wille, es durchzuführen, ist mehr Billen ihrer Wählerschaft ist nicht anzunehmen, daß dle wert als eine kraftlose Mehrheit ohne Programm. Mit dem Führung der Boltspartei Luft verspüren sollte, das Experi. Schule, in das wir eintreten, mit der Sozialdemokratie Rechenstift allein läßt sich parlamentarische Bolitif eben nicht ment mit der Sozialdemokratie noch einmal zu machen. Wille zur Tat und Liebe zur Sache machen. Es muß offen ausgesprochen werden, daß das nichi pattieren tann, ohne daß sie fofort die wirtschaftlichen und fulturellen Kreise, die ihr Rückgrat bilden, verlöre. Die Berhältniffe müssen auch dabei sein; und wo sie sind, da besteht die beste ganz befriedigende Ausmaß ihres Stimme. Aussicht, das, was am Zahlenmäßigen fehlt, noch nachzuholen. 8u mach fes nicht zulegt auf ihre Roalitionspolitit im neuen Reichstag haben sich gegen den alten nicht so wesent'ich In breiten Schichten des verändert, daß der Beschluß der Deutschen Volkspartel vom Januar Die Rechtspresse behauptet, es sei das Ziel der Sozial- urüdzuführen sein wird. In breiten Schichten des demokratie gewesen, eine Lintsregierung auf dem Boden der nationalen Bürgertums macht man der Partei, ob mit Recht oder dieses Jahres, der sich gegen die große Koalition und für die Zusammenarbeit mit den Deutschnationalen alten Koalition, mit dem Zentrum und den Demokraten zu Unrecht bleibe dahingestellt, den Vorwurf einer gewissen Unbe erreichen, und nun sei die Lintsregierung geständigkeit. Wir sind sicher, daß die Parteileitung diesen Gedanken ausspricht, ohne weiteres aufgehoben werden kann. cheifert". In Wirklichkeit mußte sich jedermann voraus Rechnung tragen und die unnatürliche Roalition mit Feststellung, daß die Außenpolitit der Regierung durch die fagen, daß die alte Roalition im allerbesten Fall eine ganz fnappe Mehrheit erzielt hätte und daß dann die Wünsche der Die Presse der Boltspartet ist über den Auswahlen gebilligt worden sei, ohne daß sie auf die Frage der Die Presse der Boltspartei ist über den Aus bürgerlichen Koalitionsteilhaber nach einer Erweiterung gang der Wahl betreten. Das Drgan des Herrn Streje usammensetzung der Regierung eingeht. Die GermaStresenia" schreibt: nach rechts", zur Volkspartei, wie am Ende der Wirth- Regie- mann, die 3eit", führt Klage über den Zug nach rechts. rung, so auch diesmal wieder automatisch in Erscheinung ge- Sie beschuldigt das Reichsbanner, das Zentrum, den Reichstreten wären. Von vornherein war es also flar, daß die fanzler, die Wähler nach rechts getrieben zu haben: Regierungsbildung angesichts der Zersplitterung der Parteien schwierig werden würde. " Ziel der Sozialdemokraten war nicht die Bildung einer bestimmten Regierungstoalition. Ihr Ziel war, felber stärker zu werden, die Kraft der Arbeitervertneter im Reichstag zu ſtärken und ihren weiteren Aufstieg vorzubereiten. Dieses 3tel ist erreicht worden. Darum hat es die Sozialdemokratie auch nicht nötig, nach deutschnationaler Art Mehrheiten zusammenzurechnen, logische Kopffprünge zu vollführen und zwischendurch im Mondenschein nach der Liebe anderer Parteien zu girren. Sie fragt nicht, wie die fünftige Regierung aussehen wird, sie fordert von jeder mit der Kraft von acht Millionen Stimmen: fordert von jeder mit der Kraft von acht Millionen Stimmen: Schuh der Republif! Schuh des Friedens! Schuh der Arbeit! Am Tage danach. Stimmen der Presse. Nachdem die Zusammensetzung des neuen Reichstages in großen Zügen feststeht, beginnt die Presse die Frage zu era örtern, welche politischen Konsequenzen aus dem Ausfall der Wahl gezogen werden sollen. Die Bresse der Rechten ist eifrig bemüht, das Wahlergebnis als einen Sieg der Rechten hinzu ftellen. Die deutschnationale Presse gibt dabei ihrer Genugtuung darüber Ausdruck, daß die Boltspartei- gemessen an gemessen an ihren Erwartungen bei der Wahl sehr schlecht abgeschnitten hat. Sie sucht mit diesem Hinweis die Boltspartei noch fester als bisher an die Deutschnationalen zu feffeln. Die Deutsche Tageszeitung" schreibt: „ Eine enttäuschenbe leberraschung bedeutet freilich auch der Ausgang des Rampfes für die Deutsche Bolts. partei. Es ist ihr nicht gelungen, die Edjarte vom mai in einiger maßen beträchtlichem Umfang auszuwegen. Und wenn fie insbe. fondere in Breußen schlecht abgeschnitten hat, so ist das ber er neute Beweis dafür, daß ihre Wählerschaft einen Lintsturs und die Intimität mit der Sozialdemokratie, prattisch gesprochen: die große Roalition, nicht verträgt." Der Lotal- Anzeiger" mahnt Herrn Stresemann: „ Oder glaubt jemand im Ernst, nach diesem Wahlergebnis förbe z. B. Herr Strefemann seine Bartei na d) Iints abführen, Der Rhythmus der Charaktere. Bon Lola Landau. Links ablehnen wird." „ Der Zug nach der Mitte, ber an sich der ganzen poli Hischen Entwicklung entsprochen hätte, ist durch nichts so abgedrängt und gefährdet worden, wie durch diese Art der Reichsbanneraftion, die zu einer naturgemäßen Reaktion auf der Rechtsfeite geführt hat. gewollt hat. Er vergißt, daß seine Politik wie seine Wahl Herr Stresemann vergißt, daß er den Zug nach rechts agitation bewußt nach rechts gezogen hat. Er vergißt den Burgfrieden mit den Deutschnationalen, vergißt die schwarzweißrote Wahlparole. Er hat den Zug zur Mitte nicht gewollt - daher die relative Niederlage seiner Partei. Hätte er eine ehrliche Politik der Mitte vertreten das Wahlergebnis wäre befür gesorgt, daß die Deutschnationalen fich behauptet haben wahrscheinlich für seine Partei günstiger gewesen. Er selbst hat auf Kosten der Aussichten seiner eigenen Partei. Zur Frage der Regierungsbildung äußert die Seit zu nächst gegen die Sozialdemokratie: „ Zur Führung der Regierungsgeschäfte wird sie trotzdem bei dem Kampf, den sie geführt hat, und in dem sie fit völlig auf die Seite der schärfsten Bekämpfung jeder anderen als einer Lintsmehrheit gestellt hat, nicht berufen fein." Sie will die Heranziehung der Deutschnationalen zur Regierung, ohne sich jedoch festzulegen: „ Die Deutsche Volkspartei ist, wie im Wahlkampf mit Recht betont wurde, an fich völlig frei in ihren Entschließungen gegenüber anderen Parteien, da selbstverständlich bas der alten deutschnationalen Fraktion abgegebene Ber. fprechen sich nur auf die 3usammenlegung dieser & rattion bezog. Wir glauben aber, daß ihre Grundein. stellung fich taum geändert haben dürfte, Wir wür ben uns freuen, wenn man jetzt nach den Wahlen auf jenem Gefichts punkt der er anziehung aller bürgerlichen Kräfte auf der Grundlage, insbesondere der Fortfüb. rung der bisherigen Außenpolitit zurückommen würde, den man niemals hätte verlaffen dürfen. Zunächst aber met den über die grundsätzliche Einstellung der Fraktionen diese selbst bas Wort haben, und es wird von entscheidender Bedeutung sein, wie die Deutschnationale Volkspartei sich gegenüber der neuen Ent widlung der Dinge zu stellen gedenkt." Die 3eit" vergißt hinzuzufügen, ob sie unter" bis herige Außenpolitit" die wirkliche bisherige Außenpolitit, oder die fagenhafte nationale Realpolitik" versteht. Die Presse des 3entrums legt großen Wert auf die „ Die Gewinne der Partelen, die die Hauptträger der Regierungspolitit gewesen sind, zeigen deutlich, daß die Mehrheit des deutschen Boltes den bisherigen außenpolitischen Rurs der Regierung unterstützt und beizubehalten wünscht. Das wird noch deutlicher, wenn man die verstärfte So 3ialdemokratie zu dieser Gruppe hinzurechnet, was ja berechtigt ist, bo die Sozialdemokratie die Regierung in ihrer Außen im neuen Reichstag eine starte Mehrheit für die Außen. politik unterstützt hat. Es läßt sich mit Bestimmtheit sagen, daß auch politik der Regierung vorhanden ist. Das ist aber auch das einzige, was man einstweilen mit Beftimmtheit von der neuen Volfsvertretung im voraus jagen tonn. Die Regierungsbildung wird wiederum sehr schwierig fein und jede denkbare koalition wird mit einer star. rechnen haben. Feststellen aber fann man schon jetzt, daß the ten und vermutlich auch scharfen Opposition zu Politit der Regierung durch die geftrige Entscheidung gebilligt worden ist und daß es deshalb dem Sinn der Wahlen entspricht, wenn diese Politit fortgesezt wird." Aehnlich schreibt die Kölnische Volkszeitung": .Fest steht für uns schon jetzt die Tatsache: Die Regierungs politit ift infofern gefichert, als ein Mandatszuwachs ber Regierungsparteien vorliegt und die Sozialdemokratie eine außer ordentlich große Verstärkung erfahren hat. Die Verstärkung trifft alo diejenigen Parteien, die sich eindeutig und entschieden auf die Außenpolitik Marr', wie sie sich auf den Dames- Gefeßen und dem Londoner Paft aufbaut, festgelegt haben. Wir können ohne leberhebung behaupten, daß die Boltiit Marg sich auch in unferen Streifen voll und ganz durchgefeßt hat." Die demokratische Bresse verhält sich den Fragen der Regierungsbildung gegenüber abwartend. Pariser Presse und Reichstagswahl. deutschen Reichstagswahlen ist hier erst am Montag in den frühen Paris, 8. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Das Ergebnis der deutschen Reichstagswahlen ist hier erst am Montag in den frühen Abendstunden bekannt geworden. Die auf Grund der bis mittags vorliegenden Teilergebnisse geschriebenen Kommentare der Abendbläter haben deshalb nur mehr oder weniger hypothetischen Charakter. Der Lemps" sieht im Wahlausfall die Bestäti gung der Erwartungen, die man allgemein auf den Wahlausgang gefegt habe. Er unterstreicht als deren charakteristisches Merkmal die Niederlage der beiden eriremen Parteien rechts und links, aus der man den Schluß ziehen könne, daß Deutschland im Begriff sei, gewicht wieder zu erlangen. In dem beträchtlichen Stimmen. wenn auch unter großen Schwierigteien, fein politisches Gleich zuwachs der Sozialdemokratie, zum großen Teil auf Roffen Der Kommunisten, zieht das Blatt die Folgerung, daß die Masse gewiesen wird. Es gibt Naturen, die sich vor Morgengrauen er- Don Bartof und Kodaly. Kräftig einsehend, in rascher Steigerung heben und stündlich in ihrer Lebenstraft wadyfen, bis sie am nächsten anschwellend, in tonzentrierten Spannungen und ausladendem Nachmittag zusammenschrumpfen. Und da sind andere, meistens Schwingen auf der Höhe sich haltend und zartes Austlingen zur künstlerische Menschen, die, Nachtpflanzen gleich, erst in der Dunkel Schlußattitude. Wundervoll in der zweiten Studie ein Kehrifprung, Benn zwei Menschen ihr Leben miteinander fo eng verfetten, beit aufblühen und sich entfalten und dann am Morgen welt hinder die Bewegung auf derselben Graden in entgegengesetzte Richtung überleitet. In Einzelheitar scheinbar pantomomische Formausbrüde, in Freundschaft oder Liebe, daß sie sich dazu entschließen, in denselben vorschreibt, der Zwang der Berufe, Gewohnheit und Erziehung fann menschlichen Klagefon zu hören oder auf einom Gemälde Kandinskys träumen. Der Stundenplan, den das Ziffernblatt der Sonne uns aber eben nur scheinbar. Wie man in einem Geigenstüd einen Räumen, der gleichen Atmosphäre der täglichen Luft zu atmen, so wird ein schweigender Kampf um die nackte Existenz ihrer Charat im Grunde nichts gegen diefe angeborene Beschaffenheit ausrichten. ein Grasbüschel oder eine Wolfe zu ſehen meint. Ein leidenschaftAber nicht allein darin äußert sich der verschiedenartige Rhyth liches, effettvolles aber mehr berauschendes als feelifch ergreifendes tere beginnen, bitter und ernst wie um das Leben selbst. Jede Ber sönlichkeit, von einem undurchdringlichen Nebeltranz ihrer Eigenart mus der Charaktere. Von Bedeutung ist auch die eigentümliche Ge. Appassionato"( Begleitmusik von Will Göße) befdxießt ben umgeten, hot den gewaltigen Trieb, sich auszudehnen, Menschen und mußfähigkeit, die Gabe eines Temperaments, viele Eindrücke schnell ersten Teil des Programms. Der zwelte bringt mit ben brei Elegien Dinge ihrer Umgebung an sich zu saugen. Daher bricht die zwie zu verzehren, den Tag hoch aufzufüllen, während anderen Wefens der Abendlichen Zanze den künstlerischen Höhepunkt. Einarten nur ein langsames Einatmen einer neuen Umwelt möglich ist. gebettet in Kirchenglodenflänge, die es ein- und aus'äuten, ein tracht aus, wenn zwei verbundene Menschen ihre Gaugfasern ausMenschenleben. Mufitlofer Tanz. Aus fnospender Enge zögernde fenden, ein Zweifampf, der oft in Haß und Trennung, biswellen So fönnen zwei Menschen in der Betrachtung des gleichen Kunst. Entwicklung in die Breibe, die Weite, die Höhe. Erfassen des Raums, auch in der stillen Abgrenzung verborgener Geheimfammern enden werts, im Anschauen derselben Landschaft die tiefsten Entzweiungen gestaltende Beherrschung der Umwelt, flegestrunkene Etstafe bes muß. Aber es ist nicht die unversöhnliche Verschiedenheit der Charat. erfahren, tragischer und einschneidender als ernste Zerwürfnisse. Triumphators, Ueberschwang, Selbsterfenninis, Einlehr und Betere allein, ouch nicht der tyrannische Egoismus des stärkeren Eine unsichtbare Gewalt reißt sie auseinander, wirtelt wie ein schränkung auf sicher begrenzte, fraftvoll gesammelte Enge. Als Willens, Ursachen, welche die harmonische Auflösung von zwei Men- indstoß den einen weit fort und sie sind getrennt, die noch neben Rehraus ein Schlußtana" nach ungarischen Motiven in ber schen in einer Einheit so tragisch erschweren. Es gibt haarfeine, einander auf derselben Teppichblume mit verschlungenen Händen Bearbeitung von Liszt, Leichtes Dessert nach den schweren Gängen Der Versuch, die neuen Schöpfungen der größten Tänzerin Temperaments, Zuckungen der Seele, dem Ausschlagen einer Rom. einen Schmerz lange zu halten oder die Leichtigkeit, ihn schneller zu unserer Zeit zu charakterisieren, muß unzulänglich und Lückenhaft durch fein psychisches Instrument zu meffende Schwankungen des stehen. Das gleiche gilt für die Schmerzempfindlichkeit, die Straft, elnes überreichen, unerschöpflich gehaltvollen Diners. paßnabel vergleichbar, die, nicht gefannt in ihrer Bedeutung, viel überwinden. die größere Sprungfähigkeit der Seele oder ihre bleiben. Erft nach wiederholtem Schauen wird es möglich, den tiefer und verhängnisvoller für das Bufammenleben der Menschen find als alle offensichtlichen Entfrembungen. Es ist der Rhythmus des Charafters, ber das Leben in einem des Tages bie vielen fleinen Baufen, die Ruhepaufen der Mahl durch nicht berührt. Eie äußert sich mit elementarer, unwibersteh bestimmten Talte aufrollt und ihm erst die feste Gestalt und geregelte Bewegung verleiht. Diese aus dem Blute strömende Musik hebt Glieder und Herz des Menschen und ist bei jeder Persönlichkeit so ausdrucksvoll und einmalig wie ihre nur ihr eigentümlichen Hand bewegungen, ihre Gangort. Der Rhythmus des Charafters, ein unsichtbarer Rapellmeister, taktiert den Tag, er gibt ihm die Ein. schnitte die Ruhepaufen., den lange anhaltenden Atem einer Emp findung; er diftiert die Haft und Beschleunigung, das rasende Kressendo in der Wut der Arbeit und endlich das Abschwellen der Tobie, das Mübewerben und zufammenfinfen. Und alles bies gelingt wie die eloftische Saite eines Instruments. schieht in einer gefeßmäßigen Reihenfolge, durch die das ganze Leben feine besondere Mangfarbe erhält. Bei jedem Menschen nun sind die rhythmischen Borzeichen seiner Natur anders gefeßt. Eine unsichtbare Gewalt zwingt ihn, feinen Tag so und nicht anders, in stürzenden Kastaden oder in stodend abgerissenen Energien aufzurollen, daß er sich oft selber nicht be. greift. Woher durchdringt ihn das immer sich wiederholende Kraft. gefühl zur bestimmten Morgenstunde, in der die Arbeit ihm so leicht gelingt, während sein Freund erst um bie Dämmerung beginnt auf zuleben, mit dem phosphorischen Leuchten des Abendmenfchen, bas von ihm ausstrahlt? Bielleicht weiß er nicht, daß für jeden Menschen das tägliche Wiedererwachen zum Leben zu einer anderen Zeit fest gefeht ist, die Geburtsstunde nach dem Schlaf bis zur Sterbestunde der Erschlaffung im täglichen Kreislauf von einem bestimmten Zeiger bohrende Schwerkraft. Schluchten Nichtverstehens tönnen hier auf tlaffen, um sich nie wieder zu schließen. Und da sind in der Musik deiten, da find die lustigen Stoffatt, bas fleine Gelächter zur rechten Sekunde, und da sind die achtel und sechzehntel Noten des Lebens, die so unendlich verschieden in dem gleichen Musikstück gespielt mer. ben tönnen. ber Bindung einer Liebe oder Che faft nie Beachtung geschenkt. Diesen verborgenen und doch so bedeutsamen Zeichen wird bei Nicht nur Empfindungen, äußere Reize und gleichartige Neigungen müssen aufeinander abgestimmt sein; der Taft, die Rhythmen der teiden vereinten Leben müssen so leicht zusammenspielen, daß die Rette, an der die beiden Menschen zusammengeschirrt find, melodisch Mary Wigmans neue Tänze. Wilde Der Blüthner Saat bis auf den letzten Platz gefüllt, über. füllt. Gedränge in den Gängen des Zuschauerraums. Kämpfe an der Kasse und an den Eingangstüren, Hunderte müssen umkehren mit dem Trost, am Sonntag, den 14. Dezember, findet eine Wiederholung des Abends im Schwechten- Gaal statt. volkstümlicher Mufit Kompofitionen, bie faft nur auf Arm- und Das Programm bringt zunächst zwei Tanzlieber" nach Rumpfbewegung gestellt find. Wellenförmiges Wogen und Wiegen, leichtes, sehr weiches Schwimmen in der Luft. Suchendes, zagendes Abtasten, Liebkosen des Raums. Beide in langem, fließendem Gewand getanzt. Dann im furzen Kittel zwei Studien nach Mufit feelischen Gehalt diefer gewaltigen Werte restos aufzunehmen, thre künstlerische Gestaltung flar zu überleben. Die wirtung wird ba lich hinreißender Bucht auch bei dem Teil des Bublifums, Der nur relativ geringe Bruchstücke der Gesamtleistung nachfühlend zu erleben vermag. Diefe Birtung resultiert aus dem unbewußten, aber ficheren Gefühl, daß hier eine Persönlichkeit von höchster menschlicher fchaffend sich auswirkt. Die Technik ist von so absoluter Boffendung, umfaffende fünstlerische Urtraft am Bert ist, die wie die Natur Reife und Reinheit, von tiefer ernster Wahrhaftigkeit, eine welt daß ihre Größe und Schönheit dem Beschauer taum zum Bewußtjein gelangt. Daß man von ihr fo wenig( pricht, wie von der Technik einer wachsenden Pflanze. Der Aufbau jeder Romposition und ber Gang der sinnfälligen Gestaltung vollzieht sich mit schlichter Selbst. verständlichkeit, zwingender Sicherheit und lückenloser. Konfequenz. Jeder einzelne Rhythmus ist der Austlang des vorhergehenden und schließt in sich den Keim des folgenden. Kein Detail zu viel und feines entbehrlich. Es gibt hier feine äußeren Effefte, feine leher raschungen. Die Wigman fcheint nicht für ein Bublifum zu schaffen, Sie selber lebt in ihren Tänzen. Sie tanzt, wie die Nachtigall fingt und die Blume duftet. Hierin. scheint mir, liegt die einzigartige Größe ihrer Kunst und das Geheimnis ihrer Wirkung. John Shitowsti Der Große Staatspreis für Mater und Bildhauer. Nach einer Unter brechung von mehreren Jahren schreibt die Arabemie der Künste den Großen Staatspreis für Maler und Bildbaner wieder bürfen am 5. februar 1925( bem Tage der Einlieferung der Arbeiten in aus. Die Bewerber müssen die breußische Staatsangehörigkeit befiken und in Berlin) das 32. Lebensjahr nicht überschritten haben. Die Aus fchreibungsbedingungen tönnen vom Bureau der Alademie der Stünfte bezogen werden. der deutschen Arbeiterschaft sich von der revolutionären Aktion des Kommunismus wieder mehr und mehr der auf eine friedliche Revolution gerichteten Politik der Sozialdemokratie zuwende. Die Information" glaubt, wenn die demokratisch- republika. nischen Elemente im neuen Reichstag das entscheidende Uebergewicht haben würden, so fel damit die Borausfegung für eine 3u haben würden, so sei damit die Voraussetzung für eine 3u sammenarbeit zwischen Paris, London und Berlin in einer Atmosphäre der Sicherheit gegeben, die einen definitiver Schritt zum Frieden darstelle und zu den weitgehendsten Hoffnungen berechtige. Selbst von dem Ausfall der deutschen Wahlen hänge lekten Endes die Lösung aller anderen außenpolitischen Fragen ab: die Wiederherstellung des normalen wirtschaftlichen Güteraus. tausches, die Regelung des Sicherheitsproblems und die Stabili fierung der diplomatischen und politischen Beziehungen sowohl im Westen als auch im Osten Europas. Damit soll jedoch keineswegs gefagt fein, daß, wenn das Ergebnis der Reichstagswahl zweifel haft fein würde und Herrn Stresemann geftatte, weiterhin das Bünglein an der Wage zu bilden, die erhoffier Fortschritte in Den internotionalen Beziehungen endgültig tampromittiert feien; sie würden aber jedenfalls eine beträchtliche Berzögerung erfahren. Befriedigung in England. London, 8. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Die ersten Rommentare der Londoner Abendpresse lassen eine allgemeine Befrie digung über den Wahlausfall in Deutschland erkennen. Ueber einstimmend wird das Ergebnis als eine entschiedene Ablehnung der Katastrophenpolitit durch das deutsche Volk und als Ausdruck des Willens der Mehrheit zur Erfüllungspolitit bezeichnet.„ Evening Stanbord" fagt, daß durch den Ausgang der Wahl die Stabilität Europas eine weitere Stübung erfahre. In den maßgebenden Kreisen aller Barteien wird der Wahlausfall as die stärkste Rechtfertigung der verständigungsbereifen Außenpolitik gegenüber Deutschland empfunden; er werde den feit der Londoner Konferenz eingetretenen Stimmungsumfchwung zu gunsten Deutschlands, wie er beim Abschluß des britisch- deutschen Handelsvertrags deutlich bemerkbar geworden ist, weiter beschleunigen. Eine in der Bresse viel beachtete Reuter. Mel. sung aus Berlin besagt, es fet flar, daß die Republik über die Kräfte der Reaktion und des Monarchismus den Sieg davontrug. Die Politik der neuen deutschen Regierung werde eine Politit der Bersöhnung und Erfüllung der Verpflichtungen des Berfailler Vertrages und des Dames- Pians sein. Der Berichterstatter meist auf die zahlreichen Gewinne der Sozialdemo fraten hin, die die stärkste Partei im Reichstag sein werden. gramm ein: Glückwunsch aus Polen. Beim Parteivorstand traf folgendes Glückwunschtele Der Parteitag der deutschen Sozialdemokratischen Partei Polens, der zurzeit in Bielih tagt, enfjendet den deutfchen Brüdern zu ihren ersten Wahlerfolgen die herzlichsten Glüdwünsche. Parteivorstand der deutschen Sozialdemokratischen Partei Polens. Die bankerotte Sozialdemokratie. Wie wir aussehen! Wir haben im Wahlkampf gefiegt-tut nichts, wir sind bankerott. Wir haben unsere Stimmenzahl um 30 Broz gesteigert, in fieben Monaten um 30 Prog. gesteigert tut nichts, wir fino banferott. Wir haben 30 Mandate gewonnen, wir sind die stärkste Fraktion des Reichstags, wir sind in einem Vormarsch begriffen, der stetig und unaufhaltsam ist tut nichts, wir sind bankerott, Birtich banterott! So steht es zu lesen in einer schwer. industriell reaktionären Zeitung. Wörtlich zu lesen: Die ban. Perotte Sozialdemokratie". Es gibt nur eine Beitung, die ihre Befer selbst so tief einschäßt, daß sie ihnen zumutet, das zu glauben: ben Botal Anzeiger". Wahlfieg in der Schweiz. Bern, 8. Dezember.( Eigener Drahtbericht) Die Gemeindewahlen am Sonntag im Kanton Bern ergaben überall eine starte Zunahme der sozialistischen Bertretung in den Gemeinderäten Aufschub der Räumung Kölns. Ankündigung der britisch- konservativen Regierung. Condon, 8. Dezember.( WEB.) Reuter meldet: Es verlautet, daß England die Kölner Zone am 10. Januar nicht räumen wird. Der Bericht der Interalliierten Kontrollfommission über den Stand der Entwaffnung in Deutschland wird in diesem Monaf fertiggestellt werden. Eine Entscheidung über diese Frage wird von ben llierten auf der Grundlage diefes Berichtes gemeinsam getroffen werden. Es ist der Wunsch geäußert worden, daß die Räumung des Ruhrgebiets und der Kölner Zone gleichzeitig erfolgen möge. Hlerju wird in London erklärt, der Bricht der Kontrollkommisfion werde zunächst der Botschaftstonferenz überreicht und dann an die verschiedenen alliierten Regierungen zur Erwägung durch ihre militärischen Sachverständigen gesandt werden. Paris, 8. Dezember.( Eca.) Wie von franzöfifcher Seite erklärt wird, ist es Chamberlain bei den Unterhaltungen mit Herriot gelungen, diesen zu einem Kompromiß in der Räumung der Kölner Zone zu bewegen. Chamberlain hat sich bereit erklärt, die Räumung der Kölner Zone so lange hinauszuziehen, bis das Ruhrgebiet von den Franzosen geräumt sei. Bon franzöfifcher Seite hat man demgegenüber die Neigung zu erfennen gegeben, das Ruhrgebiet schneller zu räumen, als ursprünglich vorgefehen war. Es foll, wie in den genannten französischen Kreisen versichert wird, die Räumung der Kölner Zone und des Ruhrgebietes im April oder Mai des nächsten Jahres erfolgen. # ** Es ist leider faum zu bezweifeln, daß diese offiziöfe Reuter Meldung als Willenstundgebung der Regierung Baldwin aufzufaffen ist. Wir waren übrigens auf diese Wendung der Dinge bereits vor einigen Tagen vorbereitet. Selbstverständlich ist der noch nicht fertiggestellte Bericht der Militärkontrollfommission nur ein Vorwand, um eine burch die Londoner Abmachungen ganz unhaltbare Situation mit Hilfe eines Kompromisses aus der Welt zu schaffen. Wenn nämlich die Kölner Zone vertragsgemäß am 10. Januar geräumt wird, dann hängen die französischen Besatzungstruppen, die im Ruhrgebiet bis zum 15. Auguft bleiben fönnen, vollständig in der Luft. Die nordöstlichste Grenze der zweiten( Koblenzer) Zone läuft durchschnittlich 120-160 Kilometer füdwestlich des Ruhrgebietes. Die Dbjektivität gebietet, anzuerkennen, daß dies eine glatte Unmög lichkeit ist. Deutschland könnte nun trotzdem auf sein buchstabenmäßiges Recht pochen, daß die Kölner Zone pünktlich am 10. Januar geräumt werde, es würde allerdings Gefahr. laufen, daß die Franzosen dann auf ein allerdings zweifelhaftes, aber von ihnen wiederholt betontes buchstaben mäßiges Recht pochen, die Räumung von der reftlofen Er füllung aller Bersailler Verpflichtungen, insbesondere der militärischen, abhängig zu machen. Das würde aber ein Hin und Hergezerre ergeben, mit dem teinem der beiden Bölfer gedient wäre. So tann und darf man aber feine Politit machen. Es muß eine Lösung gefunden werden, und diese deutet die obige offiziöse Reuter- Meldung an: Das Ruhrgebiet muß früher als den 15. August vollständig geräumt werden. Dafür müßte Deutschland die Befehung der Kölner Bone während ein paar Wochen mehr freiwillig in den Rauf nehmen. Aufgabe der fünftigen Reichsregierung muß es fein, ein für Deutschland und insbesondere für die betroffenen Gebiete möglichst vorteilhaftes Rompromiß zu er langen, z. B. einen allgemeinen Räumungstermin im März oder April. Milizgeneral und Matteotti- Mörder? " Rom, 8. Dezember.( Tl) Der Senat hat sich am Sonnabend mit der juristischen Prüfung der Anklage des Direttors Donati bom fatbolischen Oppositionsorgan Popolo" gegen den ehemaligen. Kommandanten der Malia General de Bono wegen Mitschuld am Matteotti Mord beschäftigt. Die Anzeige wird an die Staatsanwaltschaft zur Zusammenstellung der Antlagefchrift weiter. gegeben. Alsdann wird sich der Senat mit der Angelegenheit eingehend befaffen. Die Anzeige bildet in Rom bas Tagesgespräch. Dervanti" fündigt an, daß noch toeitere Ueberraschungen bevorstehen. Der Senator Donati hat weiter gegen den Herausgeber des Sereno" bei Staatsanwalt Anllage wegen Dieb. st a bls von Dokumenten eingereicht. " Bankrott der Generalsherrschaft. Primo de Rivera am Ende seines Lateins. Paris, 8. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Mach Melbungen, die aus Spanien durchfickern, ist der spanische Diktator, General Primo de Rivera, am Ende feines Lateins. Er beabsichtigt des. halb unter seiner Präsidentschaft ein Ministerium zu bilden, in das hohe Beamte und Zivilpersonen berufen werden sollen. Als Minister des Auswärtigen in diesem ersten Kabinett des Ueberganges von der Diktatur zu verfassungsmäßigen Zuständen foll der spanische Gesandte in London in Aussidyt genommen sein. Gendarmerie- Attacke in Auffig. Das eigene( gelähmte) Bein als Kunstbein. In der letzten Gigung der Berliner Orthopädischen Gesellschaft ftellte Regierungsmedizinalrat Dr. Böhm in einem Vortrag über die chirurgisch- orthopädische Behandlung schlaffer Beinlähmungen" feine neue Methode, durch spinale Sinderlähmung gelähmte Beine wieder funktionstüchtig zu machen, zur Diskussion, eine Methode, die gogenüber den bisher angewandten Verfahren einen erheblichen Fortschritt darzustellen scheint. Die fpinale Rinderlähmung" genannte, epidemisch auftretende anstedende Krankheit hat ausgedehnte Lähmungen, besonders der Beine, zur Folge. Meist stellen fich auch noch Schrumpfungen der Sehnen und Muskeln an den ge lähmten Gliedmaßen ein. Seit früher Kindheit sind die Befallenen häufig nur mit Hilfe von Schienenhülsenapparaten imstande, zu haben die Chirurgen bisher dadurch zu helfen versucht, daß sie durch Operation entweder die verkürzten Sehnen durchschnitten und so die Schrumpfungen beseitigten oder die fofen Gelente feftigten oder die Sehnen funktionsfähig gebliebener Muskeln auf die gelähmten überpflanzten. Die Erfolge dieser Methoden sind aber häufig un befriedigend, weil sie auf Rosten von fünstlichen Gelenkversteifungen erzielt werden oder den Gelähmten von Apparaten abhängig machen. Auch ist das Verfahren umständlich und erfordert sehr lange heilumasdauer. Dr. Böhm, der sich bei der Konstruktion von fünft fichen Gliedern Verdienste erworben hat, fiel es auf, daß Beinamputterte mit ihren Prothesen häufig beffer gehen können, als Ge. lähmte mit ihren netürlichen Beinen, Die Funktion eines fünftlichen Beins, das ja zur Betätigung weder Mustein noch Nerven zur Ber. fügung hat, beruht darauf, daß Belastung und Unterstüßungspunkt in richtige Beziehung zueinander gebracht sind, oder anders aus. gebrüidt: auf der statisch richtig errechneten Verteilung der Schwer punkte. Einschnappende Federn oder ähnliches find an Brothesen nicht vorhanden. Das fünstliche Knie des Brothefenträgers knickt nicht ein, weil das Kniegelenk so gestellt ist, daß es durch die Be. lastungsrichtung gesichert wird. Dr. Böhms neue Operationsmethode geht von dem Gedanken aus, den Mechanismus der modernen Prothese auf das Knochengerüft des ge. lähmten Beins zu übertragen. Er lockert die kontrahierten Gelente nicht und verschiebt durch Knochenmeißelung die Gelente derart, daß sie durch die Körperbelastung gesichert werden und die Schwerlinie den Stüßpunkten des Rörpers entspricht. Die Operation ist einfach und ungefährlich und ermöglicht dem Kranken Rom, 8. Dezember.( TU.) Um 11 Uhr vormittags trat der ichon nach kurzer Zeit selbständiges Gehen und Stehen. Die vor- Balkerbundrat zu seiner ersten nichtöffentlichen Sigung zufammten, gestellten Batienten, die zum Teil 19 Jahre lang nur mit Apparaten in der finanzielle und administrative Fregen behandelt wurden. gehfähig waren, tonnten fich auffallend gut fortbewegen bis unter den Anwesenden waren Chamberlain, Briand und Sabin völlig gelähmter Kriegsverlegter mit Rüdenmartschuß hatte Salandra. Um 3 Uhr beginnt die erste öffentliche Sihung. fich, wie ein Distuffionsredner erwähnte, wenige Wochen nach der Operation vorzeitig aus dem Krankenhaus felbft entfernt. Dr. Böhms Es kommen die deutschen Schul- und Unterrichts. Methode will die Sehnenüberpflanzung nicht aus dem Feld schlagen. fragen im Saargebiet und in Danzig zur Besprechung, Gie ist aber mindestens die Grundlage, um den bisher geübten auch die Frage, ob Danzig ein Staat im völkerrechtlichen Sinne Operationen die notwendigen Vorbedingungen des Erfolges zu des Wortes ist oder nicht, schließlich die Zölle und der Fragen der Danziger Eisenbahndirektion, in der Polen sich der Entscheidung fchaffen. des Oberfommiffars nicht fügen will. E. D. Gemeinschaft Proletarischer Mufitfreunde. Mittwoch, den 10., abenbs en Bortrag des Genoffen Baul Thompson über Kunst und Proletariat" 8 Uhr. findet in der Aula des Sopbten. Realgymnafinms, Steinftr. 29/34, flatt. Gäfte tillkommen. Auffig a d. Elbe, 8. Dezember.( TU.) Eine deutschnationale Berfammlung, die auf Einladung von Brofefforen der Brager beutschen Hochschulen die Verlegung, diefer Hochschulen nach Deutich böhmen forderte, wurde vom Regierungsvertreter aufgelöit, als ein reichs deutscher Hochbichulhafentreuzler Dietrid das Wort ergriff. Die Versammlung fang darauf das verbotene( 1) Lieb: Benn alle untreu werden, dann bleiben wir doch tren". Gendarmerie drang mit aufgerflanatem Bajonett in den Saal. Die Kundgebung setzte sich auf der Straße fort, bis auch hier die tichechische Gendarmerie mit gefälltem Bajonett die Demonftranten auseinandertrieb. Die Ausfiger Gendarmerie war durch 50 Prager Polizisten verstärkt. Danzig und Saar. Völkerbundsrat in Rom. Im alten Daria- Balast begann Montag nachmittagss 4 Uhr die erste öffentliche Sitzung des Bölkerbundrates. Der Brasilianer Mello Frate führte den Vorfiß. Salandra Italien hieß den G Rat herzlich willkommen. Chamberlain betonte die Bedeutung des Belferbundes für den Weltfrieden. England sei bereit, die Enfscheidung des Rates in der Iraffrage anzunehmen, wie sie auch inmmer ausfallen möge. Darauf trat der Rat in die Tagesordnung ein. Bon Danziger Fragen wurden heute nur einige rein formelle behandelt. Der Rat nahm zunächst davon Kenntnis, daß in einigen Bunften, die ursprünglich zur Berhandlung kommen follten, im legten Augenblid noch eine Einigung zwischen den streitenden Barteien Freistaat Danzig und Polen zustande gekommen fei Dann bewilligte man die Kosten für verschiedene Sachver ständige, die der Völkerbundskommiffar benötigt hatte, um Streitfragen entscheiden zu fönnen. Der vor Jahren zum Borfizenden des Danziger Hafenausschusses ernannte Schweizer Oberst de Reynier. dessen Mandat Anfang März n. I. abläuft, hat gebeten, von seiner Wiederwahl abzusehen. Die übrigen Danziger Fragen sollen erst Ende dieser Woche behandelt werden. In der Zwischenzeit soll verfucht werden, unter Mitwirkung der Mitglieder des Böllerbunds. fetretariats, eine Einigung zwischen den beiden Parteien zu erzielen. Saarabordnung zum Völkerbundrat. Saarbrüden, 8. Dezember.( Mtb.) 3ur Tagung des Bölker bundes hat sich eine Delegation aus dem Saargebiet, bestehend aus den Herren Schmelzer, Kommerzienrat Röchling von der Saarländischen Volkspartei, sowie Rechtsanwalt Le Bacher und Rettor Martin nach Rom begeben. Am Tage zuvor! Ludendor ffer und KPD. vor derNiederlage. Während sich in den Straßen Berlins fommunistische und rechtsraditale Flugblätter gegen die Sozialdemokratie friedlich mit dem übrigen Straßenfot vereinigen, fommt der Postbote und bringt fommunistische und völkische Provinzblätter vom Tage vor der Wahl. Bergangenfte Bergangenheit", denft man, aber dann regt sich ber Trieb des Geschichtsforschers, und man wirft doch einen Blick hinein. In der Mecklenburger Marte" fängt es gleicht gut an. Da dichtet Dietrich Edart: Sturm! Sturm! Sturm! Läutet die Glocken von Turm zu Turm! Läutet, daß die Funken zu sprühen beginnen, Judas erscheint, das Reich zu gewinnen. Läutet, daß blutig die Seile fich röten. Rings lauter Brennen und Martern und Töfen. Läutet Sturm, daß die Erde sich bäumt Unter dem Donner der tobenden Rache! Wehe dem Bolte, das heute noch träumt! Deutschland ermache! Nun, die Rache hat getobt, und wenn das„ Brennen und Martern und Löten" auch eine dichterische Uebertreibung ist, ein richtiges Schlachten war es doch. Auch der kommunistische Klassenfampf" von Halle hat für die erste Seite einen richtigen Schlager. Da sieht man im Bilde, wie die verräterische SPD. von Stufe zu Stufe" herabsteigt. Auf der zweiten Seite meldet eine zolldice Ueberschrift:„ Die SPD. fordert die völlige Unterdrückung der KPD. und der freien Gewerkschaften." Auf der dritten Seite noch dider: Haarmann, der Massenmörder und politische Bolizeispiel, vor Gericht." Zunächst wird Haarmanns Aussage breit wiedergegeben: Er hat fich mit den Opfern zu Bett gelegt und mit ihnen noch pouffiert. In seiner Liebesraferei müsse er sie dann erdrosselt haben wie das geschehen ist weiß er nicht anzugeben. Als fie tot waren, hat er sie auf die Erde gelegt und mit dem Messer die Bauchhöhle aufgeschnitten. Die Eingeweide hat er in einen Eimer getan. Das sich in der Bauchhöhle ansammelnde Blut hat er mit einem Tuch ausgefchöpft und das Tuch über dem Eimer aus. gerungen Manchmal habe ich auch die Hände genommen( er hält die hohlen Hände gegeneinander), dann schuckelt das so." Er hat dann den ganzen Körper zerlegt, das Fleisch von den Knochen getrennt und zuletzt den Hals abgeschnitten. Ich habe zuerst immer ein Tuch über den Kopf gebedt, bann gudten mich die Augen nicht mehr an. Dann habe ich mit einem Messer die Kopfhaut abgeschnitten, so wie es die Indianer machen. Dann habe ich die Kopfhaut in fleine Stüde geschnitten und in den Eimer geworfen. Dann habe ich mit dem Beil auf dem Schädel herumgesch'agen, bis sich die Schädeldede löfte. Das geht fo wie mit einer Rofosnuß." Daneben eine Ebert- Karitatur mit dem Tegt: Willst Du Haarmann? Dann wähle die Ebert- Partei! Auf der 1. Seite der 1. Beilage: Einen Fußirift dem Geschmeiß: Wer Haarmann will, wählt SPD. Als Eindruck der Versammlungsfampagne weiß das Blatt scho zu melden: Bernichtende Niederlage der bürgerlichen Parteien einschließlich der SPD." Es hat alles nichts geholfen! Ludendorff! Niederlage im Weltkrieg August 1918. Niederlage im Kapp- Butsch März 1920. Niederlage im Hitler- Butsch November 1923. Niederlage im Wahlkampf Dezember 1924. Heraus aus dem Abbausumpf! Eine Aufgabe nach der Wahl. Man schreibt uns: Als Mitglied des Elternbeirats einer Realschule erhielt ich vor einigen Tagen einen Brief eines abgebauten Studienrats. in dem er u. a. folgendes schreibt: In meinen Perfonalatten habe ich in dem Bericht bes Direktors über mich an das PSK. folgenden Baffus gefunden: in der Gefchichte genügte er den gestellten Anforderungen, doch hörte id) später von den Schüleren, daß der Unterricht in star? parteipolitischem Sinne und awar in fozial. demokratischem gehalten worden ist. Ich habe deshalb eine Beschwerde an das PSK. gerichtet. Es ist eine unglaubliche Ber antwortungslosigkeit, auf Aussagen von Unterfjetun danern hin, mir etwas derartiges anzuhängen. Ich habe meinen Geschichtsunterricht nach modern pädagogischen Forde nungen erteilt. Das genügt, um für fozialistisch zu gelten. Ich bin inzwischen abgebaut worden." Kommentar hierzu ist überflüssig. Gesinnungsschnüffelei! Der Fall ist typisch. Er trifft auf alle Beamtentategorien zu. Auf dem Gebiet der Schule aber ist er am verwerflichften.. Ber selbst statt sie zurückzuweißen Angeberei und damit Speichellecertum und Servilität großzieht, wie fann der die Jugend zu freten, auf rechten Männern erziehen? Und dieser Geist, von leitender Stel lung ausgehend, muß den ganzen Beamtentörper verseuchen Welche Intrigen, welche Charakterlosigkeit durch die Charakterlosig feit der Abbaudirektoren erzeugt wurden, welche Beckmefferarbeit fie verrichteten, wenn fie ins Abbau- Gemert stiegen, das aufzu decken wird eine Aufgabe nach den Wahlen sein. Die Privatflage des Reichstagsabgeordneten Geisler gegen den Oberpräsidenten Hörfing wegen Beleidigung durch den offenen Brief Dom 1. Oktober 1924 iſt dem Gericht nach einer Mitteilung des Rechtsanwalts Geislers eingereicht. Gewerkschaftsbewegung Die Lehre vom 7. Dezember. Das Ergebnis der Reichstagswahlen ist für die Gewerkschaften von großer Bedeutung. Die Gewerkschaften haben sich sehr wohl Rechenschaft darüber abgelegt, daß der nunmehr neugewählte Reichstag die Zerstörungen in der Sozialversicherung, die die Inflation und die Verordnungen des Reichsarbeitsministers verursacht haben, wieder aufbauen wird müssen. Sie waren sich auch durchaus flar darüber, daß der neue Reichstag zunächst über die gefeßliche. Festlegung des Achtstundentages zu entscheiden haben wird. Von dieser Entscheidung wird es abhängen, ob die Gewerkschaften einen Boltsentscheid über die Ratifizierung des Abkommens von Washington herbeiführen werden. Aber auch alle die anderen Steuer und 3ollfragen, die der neue Reichstag zu lösen haben wird, greifen so tief in die lebenswichtigen Interessen der organisierten Arbeiterschaft ein, daß die Gewerkschaften sich genötigt faben, von vornherein und rechtzeitig zu den Wahlen Stellung zu nehmen. Es darf hier festgestellt werden, daß sowohl der Bundesvorstand des ADGB. als auch die gesamte Gewerkschaftspresse in dieser Beziehung den Mitgliedern der Gewerkschaften gegenüber ihre volle Pflicht erfüllt haben. Es ist den Gewerkschaftsmitgliedern mit aller Deutlichkeit und allem Nachdrud gesagt worden, warum nur die Wahl von Sozialdemokraten eine Garantie dafür bietet, daß die Forderungen der Gewerkschaften an die Gesetzgebung auch mit allem Nachdruck und rückhaltlos vertreten werden. Der Erfolg ist auch nicht ausgeblieben. Von den 7 800 000 Stimmen, die die Sozialdemokratie auf sich vereinigen konnte, dürfte die übergroße Mehrheit von gewerkschaftlich Organisierten herrühren. Der Wiederaufstieg der Sozialdemokratie, der sich seit den Maiwahlen so raich und glänzend vollzogen hat, ist der Ausbruck für den Wiederaufstieg und die Wiedererstarfung der freien Gewerkschaften. Der Verlust von mehr als eine Million Stimmen, den die Kommunisten im gleichen Zeitraum erlitten haben, ist zugleich der Ausdruck für den Rückgang ihres Einflusses in den Gewertschaften. Mit dieser Million hat die KPD. ihre Kerntruppe verloren. Es sind die gemertschaft lich organisierten Arbeiter, Angestellten und Beamten, die ihr den Rücken gefehrt haben. Sie haben zulegt und am besten ertannt, was hinter den bombastischen Redensarten und den einander widersprechenden Parolen in Wirklichkeit steckt. Die 2 600 000 Stimmen, die die Kommunisten diesmal noch erhielten, kommen zum guten Teil aus jenen Kreisen der„ revolutionären Unorganisierten", mit denen die KPD. mit Vorliebe operiert. Das ist feine überzeugte organisierte Anhängerschaft, sondern Treibholz, das von jeder Welle erfaßt und willenlos hin- und hergeworfen wird. Wie es uns gelungen ist, die erdrückende Masse der gewerkschaftlich Organisierten für die Sozialdemokratie zu gewinnen, so muß es uns auch gelingen, dieses kommunistische Treibholz wieder den Gewerkschaften zuzuführen. Der nunmehr abgeschlossene Wahlkampf hat uns aber auch noch andere verheißungsvolle Lehren gegeben. Er hat uns nicht nur die Macht der Organisationen aufgezeigt, sondern auch die Macht der Presse. Hier bleibt für unsere Gewerkschaften, insbesondere für unsere in den Gewerkschaften tätigen Genossen, noch viel zu tun übrig. Wenn wir in Berlin wieder allen Parteien weit voran sind, wenn wir im Reich durchmeg ausgezeichnete FortSchritte gemacht haben, so danten wir das nicht zum wenigsten dem Einfluß unserer Parteipresse. Aber auch die reaktionären Parteien haben sich nur deshalb so gut halten können, weil die Schwerindustrie heute 90 Broz. der bürgerlichen Presse in ihrer Hand hat. Bei keiner Wahl dürfte wohl zum Beispiel der Berliner Lokal- Anzeiger" fo rüdhalilos für die Deutschnationalen eingetreten fein, wie bei dieser. Diesem gewaltigen Einfluß der Bresse danten es Deutschnationale und Bolksparteiler, menn sie bei den letzten Wahlen sogar noch Stimmen gewinnen fonnten. 17 Hier müssen unsere Genossen in den Gewerkschaften einsetzen. Es muß wieder allen Gewerkschaftsmitgliedern zur moralischen Pflicht gemacht werden, ein Arbeiterblatt zu lesen und politisch organisiert zu sein. Unsere politische Organisation muß mit der gemerfschaftlichen gleichen Schritt halten. Die 7 Millionen freigewerkschaftlich organisierter Arbeitnehmer müffen Leser der sozialdemokratischen Presse merden! -O Es ist gut und notwendig, daß die Gewerkschaftspresse die Mitglieder der Gewerkschaften auf ihre politischen Pflichten hinweist. Das genügt jedoch nicht. Die Arbeiterschaft muß fich flar darüber sein, daß die bürgerliche Presse, wenn sie sich auch gewöhnlich mit dem Scheine der Parteilosigkeit umhüllt und gerade die schein bar parteilofe Presse ist deswegen die gefährlichste, daß diese Breffe immer im Dienste des Unternehmertums steht. Der Erfolg, den wir bei den Reichstagswahlen errungen haben, muß uns deshalb ein Ansporn sein die Organisation der Sozialdemokratie auszubauen und dafür zu sorgen, daß unsere Presse in allen Arbeiter. familien gelesen wird. für alle, auch für die alleinstehenden Frauen, auszusprechen, hat sich das Reichsarbeitsministerium nachzutommen bemüht, ist dabei aber denselben schwerwiegendep finanz- und wirtschaftspolitischen Bedenken begegnet, wie schon früher. Um nicht die Erhöhung der Unterstützungen im übrigen zu verzögern, die auch für die allein stehenden Frauen eine fühlbare Verbesserung gegenüber dem bisherigen Zustande bringt, hat das Reichsarbeitsministerium davon absehen müssen, die Frage gegenwärtig endgültig zu klären. Es ift beabsichtigt, fie aber im Einvernehmen mit den beteiligten Reichs. refforts unverzüglich bei dem neuen Reichstag zur Erörterung zu stellen. Damit spricht das Reichsarbeitsministerium selbst aus, daß die neue Regelung teine Lösung ist. Der Reichstag wird sich schleunigst mit der Umwandlung der Erwerbslofen fürsorge in eine Erwerbslosen versicherung befassen müssen, in der das Selbstverwaltungsrecht der Versicherten gewahrt und die Frage des Ausgleichs der Rassen so geregelt ist, daß nicht den Gebieten, die am schwersten von der Wirtschaftsfrise betroffen werden, die größten Lasten auferlegt werden. Im übrigen sind die Mitteilungen über die Höhe der neuen Unterstüßungssäge so allgemein gehalten, daß fie dringend genauere Mitteilungen erfordern. Lohnbewegung der Metall- Transportarbeiter. Die Verhandlungen gescheitert. Die letzte Lohmregelung der Transportarbeiter in der Berliner Metallindustrie hat vielfach zu ganz unmöglichen Lohnfestsetzungen geführt Durch die Beseitigung der Sozialzulagen ist vielfach trotz der geringen Lohnerhöhung eine Minderung der Löhne der Verheirateten eingetreten. Der VBMI. hatte zwar versprochen, daß bei der Neuregelung Härten vermieden werden und Lohnminderun gen nicht eintreten sollen, aber dieses Versprechen ist nicht gehalten worden. Deshalb, und weil die gültigen Lohnsäge in den Gruppen 4 und 5 in feinem Berhältnis zur Teuerung und zu der schweren Arbeit stehen, die die Transportarbeiter in der Metallindustrie zu leiften haben, sind neue Lohnforderungen gestellt worden. Bei den Verhandlungen, die gestern stattfanden, haben die Unternehmer es jedoch abgelehnt, einer allgemeinen Erhöhung des Grundlohnes zuzustimmen. Sie erflärten sich nur bereit, durch vorhergehende Feststellungen in den Betrieben eventuell auftretende Härten auszugleichen Die Arbeitnehmervertreter fonnten sich mit einem derartigen Versprechen der Unternehmer auf keinen Fall einverstanden erklären, worauf diese die Verhandlungen als gescheitert betrachteten. Wir wir hören, wird von den Organisationsvertretern der Arbeitnehmer zunächst der Schlichtungsausschuß angerufen werden. An den Transportarbeitern in der Metallindustrie wird es liegen, daß sie durch ihren Anschluß an die freigewerkschaftliche Organisation den Willen befunden, sich nicht länger mit leeren Berfprechungen von den Unternehmern hinhalten zu lassen. Achtung, Berliner Metallarbeiter! In der Zeit vom 8. bis zum 16. Dezember finden die Wahl törperversammlungen in der Verwaltungsstelle Berlin des Deutschen Metabarbeiterverbandes statt. Die Amsterdamer Gewerkschaftsgenossen haben alle Veranlassung, in den Versamm lungen ihre Meinung zu den eingelaufenen Demonstrationsanträgen der Kommunisten zu sagen. In der Generalversammlung am 22. Dezember darf fein Delegierter unserer Frattion fehlen! Die Lohnverhandlungen im Ruhrbergbau. Effen, 8. Dezember.( Mtb.) Nach einer beim Bergarbeiterverband eingetroffenen Nachricht des Reichsarbeitsministeriums werden die Verhandlungen zwischen den am Tarifvertrag für den Bergbau beteiligten Barteien über die Berbindlich leits erklärung des Lohnschiedsspruches für den Bergbau am Mittwoch vormittag in Essen fortgelegt. Die staatsgefährlichen" Anti- Kriegskarten. In seinen Presseberichten vom 18. November teilte der Internationale Gewerkschaftsbund mit, daß die rumänische Sicherheitspolizei die an die rumänische Landeszentrale gesandten Anti Kriegstarten, deren Verbreitung in feinem anderen Lande Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden, wegen ihres fozialen Inhalts" beschlagnahmt hat. In diesem Zu sammenhang hat sich der IGB. veranlaßt gefehen, an den rumäni schen Ministerpräsidenten folgendes Schreiben zu richten: ,, Wir erlauben uns, Sie auf beiliegende Notiz( obigen Inhalts, d. Red.) betr. die Beschlagnahme eines von uns vor einigen Monaten an die Adresse des Rumänischen Gewerkschaftsbmdes gesandten Baletes Postkarten aufmerksam zu machen. Wir fühlen uns verpflichtet, die Welt über das Verhalten der rumänischen Behörden gegenüber unserer Anti- Kriegspropaganda aufmerksam zu machen, weshalb mir, wie Sie feststellen tönnen, durch unfere in franzöfifcher, deutscher, englischer, holländischer, dänischer und spanischer Sprache erscheinenden Bresseberichte alle Länder durch Verbreitung obiger Notiz vom Vorgefallenen in Kenntnis setzten. Zu Ihrer eigenen Orientierung senden wir Ihnen beiliegend einige Exemplare der fraglichen illustrierten Postkarten. Im übrigen werden wir nicht verfehlen, in unseren Presseberichten auf den weiteren Berlauf der Angelegenheit einzugehen." " Paritätische Fachausschüsse. aller Borlamentskomitees, präsidiert. Es tefaßte fich mit der Frage der Schlichtung von industriellen Konflikten und veröffentlichte Der schiedene diesbezügliche Berichte. Der erste derselben erschien im Jahre 1917 und legte die allgemeinen Prinzipien für die„ Joint Industrial Councils, d. h. die paritätischen Schlichtungsausschüsse der Arbeitgeber und Arbeitnehmer fest. Das Problem dieser Councils wurde auch auf dem Gewerkschafistongreß des gleichen Jahres behandelt und Clynes trat für diese Instanzen ein, weil er darin ein Mittel sah, die Löhne in besonders schlecht bezchlten Berufen zu heben. Im Dezember 1917 erflärte fich auch die Regierung offiziell mit dieser Form der Konfliktsschlichtung einverstanden und zu Beginn des Jahres 1918 wurden zunächst in der Töpferei und im Baugewerbe Baritätische Schlichtungsausschüsse oder mit anderen Worten Whitley Councils" eingeführt. Troß der Opposition verschiedener Mitglieder der politischen sozialistischen Be wegung, so u. a. Sidney Webbs, legte sich auch der Gewerkschaftsfongreß vom Jahre 1918 auf das Prinzip der Withley- Councils fest. Ende des Jahres zählte man bereits 19 Whitley- Councils", die drei Millionen Arbeiter umfaßten. Bis zum Jahre 1920 stieg die Zahl dieser Räbe auf 43. In den Jahren 1921 und 1922 war die Entwicklung eine langsamere, teils auch infolge des Umstandes, daß Whitley- Councus nur in Industrien gebildet werden dürfen, wo Arbeiter und Unternehmer zentral organisiert sind. Den Withley- Councils liegen in mancher Hinsicht die gleichen Prinzipien zugrunde, wie Ra.henaus„ Autonomer Wirtschaft" und Wiffells Planwirtschaft" in Deutschland, mit dem Unterschied jedoch, daß Rathenau bei seinem System die Gewerkschaften außer Betracht ließ und Wissells Blanwirtschaft auch den Weg zur Soziali. fierung ebnen sollte, während das britische System auf der Gewerkschaftsbewegung aufgebaut ist und feine so weitgehenden Biele verfolgt. " " Dem Joint Industrial Council steht ein unparteiischer, vom Rot felbst gewählter, jedoch nicht der resp. Industrie angehörender Präsident vor. Der Rat muß mindestens alle drei Monate eine Sizung abhalten. auf der die Frage der Löhne, der Arbeitszeit, der Lehrlingsfürsorge der Produktion, Schlichtung von Konflikten usw. zur Behandlung kommt. Zum Ausbau des Schlichtungsapparates fönnen besondere Körperschaften gebildet werden. Rat sorgt ferner dafür, daß die Arbeiter der verschiedenen Induſtrien mit den Unternehmern in ständigem Kontakt stehen, was zur Folge hat, daß zahlreiche Konflikte und Schwierigkeiten vermieden werden. Die Beschlüsse des Rates find nicht bindend, doch wird seinen Schiedssprüchen im allgemeinen nachgelebt. Der Die wichtigsten neuesten Erfolge auf dem Gebiete der Whitley Councils laffen sich wie folgt zusammenfassen: Die langwierigen Berhandlungen in der Schuhindustrie wurden glücklich beendigt und zeitigten eine beträchtliche Lohnerhöhung. Ferner find die Löhne der Trambahnangestellten in den Provinzen standardisiert worden. Endlich wurden die Distriktsräte der Arbeiter der Elektrizitätsmerte, denen nom nationalen Schlichtungsausschuß eine Lohrerhöhung von 10 Prog. per Woche verweigert worden war, angewiesen, womöglich lokale Lohnerhöhungen herbeizuführen. Solche Distriktsräte werden von den nationalen Räten gebildet und unterstehen denselben. So gibt es auf dem Gebiete der elektrischen Kraftmerte 13 Distriktsräte für 560 verschiedene Unternehmen. In den fünf Jahren, seit es in dieser Industrie Whitley Councils gibt, hat sich die Zahl der Kon flikte beträchtlich verringert. Auf anderen Gebieten tönnen wegen mangelnder Initiative der Erefutiven weniger günstige Resultate verzeichnet werden. Dies gilt besonders für die Staatsbeamten. Zur Einführung der automatischen Kupplung. Von den Mitgliedern der sozialistischen Fraktion ist der fran zösischen Kammer ein Gesezentwurf über die Einführung der automatischen Kupplung bei der Eisenbahn unterbreitet worden. In der Begründung wird darauf hingewiesen, daß in den Jahren 1919 bis 1923 bei den schweren Kupplungsunfällen 379 Personen getötet und 653 Perfonen verwundet worden sind. Gegenüber diesen Menschenverluften," wird in der Begründung weiter gesagt, fann man nicht mehr gleichgültig bleiben, zumal erwiesen ist, daß fast die Gesamt heit dieser Unfälle vermieden werden kann. Beilegung des Lodzer Streits. Lodz, 8. Dezember.( Eigener Drahtberidt.) Der Streit der Lodzer Arbeiter ist am Sonnabendmittag zu Ende gegangen, doch erstreckt sich diese Beilegung nicht auf die Beamten der elektrischen Straßenbahnen, die eine Reihe nur sie betreffende Forderungen aufgestellt haben. Die Textilarbeiter werden am Dienstag die Arbeit wieder aufnehmen. Am Mittwoch wird im Lodzer Arbeitsamt die erste Schiedsgerichtsfizung stattfinden, an welcher je drei Vertreter der Tegtilverbände und der Industriellen teilnehmen werden Berantwortlich für Politik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friebr. Eglorn; feuilleton: Dr. John Schikowski; Cotales und Sonstiges: Friz Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderei und Verlagsanstalt Paul Singer u. Co. Berlin S. 68, Lindenstraße 3. Sierzu 2 Beilagen. Für den Weihnachtstisch Beste Fabrikate, große Auswahl. Herren- Anzugstoffe „ Kammgarne" Loden- Manchester für Sportanzüge. Meter 20., 13.-. Marokain, neue Farben, Wolle mit Seide, 110 breit .10.4.Meter 9.Meter 8.-, 6-, 50 Gestreifte und einfarbige Stoffe für Kleider, 105 breit... Meter 6., 4., 2.5 Koch& Seeland Gertraudtenfiraße 20/21 gegenüber der Erhöhung der Erwerbslosenunterstützung. Das Wolff- Bureau verbreitet folgende Meldung: In bezter Zeit ist es in England verschiedentlich vorgekommen, Das Reichsarbeitsministerium hat nunmehr die neuen 55 ch st- daß Whitley Councils" die Lösung von Arbeitskonflitten herbei fäße der Erwerbslosenunterstützung bekannt gegeben. führten. Es mag deshalb von Interesse sein, einiges über den UrSie treten am 15. Dezember in Kraft. Die Erhöhung beträgt fprung und die Natur dieser Inftitutionen zu vernehmen: Im Jahre 1915 ftefte der damalige Ministerpräsident Asquith entsprechend den Aufbesserungen der Beamtengehälter und der ein Regierungsfomitee für den Wiederaufbau zusammen. Dieses Reichsarbeiterlöhne 10 bis 15 Broz. Die Frauen, die für erwies sich als sehr rührig und ernannte im Laufe der Beitur Sophien- Säle Sophienstraße 17-18. Behandlung der verschiedenen Fragen etwa 40 Unterfomitees. Eine dieser Körperschaften wurde von 3. H. Whitley, dem Oberleiter Familienangehörige zu sorgen haben, find den Männern gleich gestellt. Dem Wunsche des letzten Reichstags, die Gleichstellung Norden 9296. Petrifiche. Säle frei! OUR SUPPIA Maggi Würze 10.1 STOPU ist einzig MAGGI❜ Würze ist einzig In Qualität, Ausgiebigkeit und deshalb Billigkeit. Wenige Tropfen geben Suppen, Soßen, Gemüsen, Salaten usw. augenblicklich kräftigen Fleischgeschmack. Die Magielischaft hat ihrerzeugnisse der Kon rolle des rektors des Hygienischen instuts der Universität Ber.in, Geheim at Professor Dr. Martin 11 a hn, unterstellt. Nr. 579 41. Jahrgang' 1. Beilage des Vorwärts Wer geht in die Kirche? Die Kirche spielt nicht mehr die große Rolle im Gefühlsleben| Heuch. Die katholische Kirche war übervoll. Die Männer stellten der Massen, wie in der vorrevolutionären Zeit. Doch wäre es natürlich falsch, ihr jeden Einfluß abzusprechen, denn es gibt immer noch große Scharen, denen der Kirchgang inneres Muß, oft auch Gewohnheit ist Die Eine und die Andere. Die strenge Nüchternheit der protestantischen Kirche ist fast ohne alle Symbolik, ohne Weihrauch und Darstellungen, sie mitft feer und grau, wenn ihre belebenden Elemente Orgel, Gefang und Predigt nicht um so mehr aufblühen. Aus thren guten Zeiten hat sie noch einen Lieder daß, der vom trogigrevolutionären Kampfgefang wie„ Ein fefte Burg ist unser Gott" bis zu dem empfindsamsten Kirchenlieb eine überreiche Fülle birgt. Doch wo Predigt und Gemeindegefang nicht zum Erlebnis werden, bleibt eine innere Leere zurüd, die sich wieder in schlechtbesuchten Kirchen auswirkt. Der protestantischen Kirche ist hre eng begrenzte nationale Stellung um so weniger bekommen, als sie unter den Begriff Nation im Borfrieg, im Krieg und zum größten Teil auch jetzt noch den Dienst im Interesse der herrschenden Klasse verstand und zum geistlichen Büttel herabjant. Der Kaiser und die übrigen Potentaten, fie waren die Gottgefalbten, für die der Segen des Himmels herabzuflehen war und die herrschende Ordnung fand für sie in den drei K, Kirche, Kaserne, Rerter ihren Ausdrud. Die fatholische Kirche ist ihr gegen. über um so mehr im Vorteil, weil sie dank ihrer internationalen Verbundenheit einen weiteren Horizont befigt und durch die Fülle ihrer Symbolit, durch ihr Gepränge und ihre Gebetsübungen, ihre Disziplin und die Beeinflussung der Hirne schon von frühester Jugend an, eine viel tiefere Wirkung ausübt. Dazu kommt, daß ihre Priester ehelos leben müssen, was ihrer Machtstellung fast nur zum Nuzen ist. Auch hat sie ein feineres Ohr für die Boltsfeele und weiß sich rechtzeitig umzustellen. Sie ist unduldsam bis zum Legten, aber fie versteht es ebenso gut, in schwankenden Verhältniffen zu lavieren. Immerhin, die sozialen Fragen bewegen sie stärker, müssen sie stärker bewegen, weil sie mehr in die Tiefe dringt. Wer Knecht ist, foll Knecht bleiben" war in den letzten Jahrzehnten ebenso von thr zu hören, wie zu Zeiten des Kulturtampjes die Bekämpfung der Schlotbarone durch aufmiegelnde heptapläne", mit deren Schärfe es ein sozialistischer Agitator taum aufnehmen fonnte. Der Sonntagskirchgang. Wie wirken die beiden so verschiedenen Kirchen nun auf die Bevölkerung? Wie wissen sie den Hang zum Ueberfinnlichen? Es märe verfehlt, aus der Stichprobe eines Sonntags ein endgültiges Urteil abzugeben. Aber es zeigte sich auch im Norden Berlins, über den Wedding hinaus, daß die katholische Kirche sich beffer anzupassen wußte, daß fie sowohl zum Kindergottesdienst wie bei den Erwachsenen ein übervolles Haus hatte. Die protestantische Kirche war faum halb gefüllt, dünn war der Gesang und wäfferig, ach so wäfferig die Predigt. Wie fühlte man die Sehn fuchi nach dem wilhelminischen Zeitalter und der damaligen Kirchenverfassung heraus. Da wurde gruselig gemacht vor den„ bolschewistischen Flintenweibarn" von 1917 huhu da ward mit Recht Front gemacht gegen gotteslästerliche Aufführungen auf einem Rummel, da ward geflagt über die Macht der Finsternis, aber ihren Ursachen ward nicht nachgegangen. Der Teufel allein tut's nicht! Wer die furchtbare Wohnungsnot fennt, wer Hunger, Frost und Arbeitslosigkeit durchmacht, der kann mit dem schönsten Kleid des Glaubens feine irdische Blöße nicht decken. Welche Greuel spielen fich bei den zufammengepfcrchten Menschen ab. Hunderte, Taufende von schulpflichtigen Kindern geschlechtsfrant! Welche Hölle der Berkommenheit. Da hilft nur der energische Kampf um die fozialistische Weltordnung, der Kampf um gesunde Wohnungen und ein menschenwürdiges Dasein. Alles Flennen und Jammern und pharifäische An- die- Bruft- Schlagen ist weniger wert als ein einziger Ziegelstein für Neubauten. Und wer waren hier die Kirchgänger? Berschwindend wenig Männer. Abgearbeitete, verhärmte Frauen. Ein wenig Kleinbürgertum. Und vor allem angehende Konfirmanden und Konfirmandinnen. Von einer inneren Bewegung, einem gemeinsamen Erfülltein, wie man es in den proletarischen Feierstunden oder Jugendfesten so oft verspürt, auch taum ein 45] Der Mittelweg. Bon Sir Philip Gibbs. Die Franzosen werden feinen Bruch des Versailler Vertrages dulden. Sie werden Deutschland zum Bezahlen zwingen oder über den Rhein marschieren und Hand auf seine Industrieſtädte legen. Und sie haben Recht. Schließlich haben wir doch den Krieg gewonnen, wenn es auch Leute gibt, die so tun, als ob das eine Schande wäre. Kenneth Murleß ist als erster Gesandtschaftssekretär nach Paris gekommen. Ich sehe ihn sehr oft; er amüsiert mich stets. Ich bin des Strohwitwentums schon ein bißchen müde, obgieich es mir als Ruhefur sehr gut getan hat. Ich will vergeffen und vergeben, wenn dir daran liegt, zu mir zu fommen. Denn hier heißt es jegt: Entweder oder!" einen bedeutend größeren Prozentjah als wie in der protestantischen, doch überwog bei Weitem das weibliche Element. Auch hier zum schienen. Nur von den Kindern hatten Viele das ergreifende Gesicht größten Teil Arbeiter, von denen die Meisten noch Arbeit zu haben des ausgemergelten Proletarierfindes. Die Predigt war ohne Pathos. Jesus und der Zinsgroschen. Seine hohe Weisheit macht die Anschläge der republikanischen Priesterpartei und der Königspartei der Herodianer zu schanden, die ihm durch seine Stellung. nahme zu dem faiserlichen Siegeistaat politisch festlegen und sein reinmenschliches internationales Wirten so unterbinden wollten. Doch weffen Münze trugen die Fragenden? Nicht die der Priesterregierung, nicht die des Herodes, der feinen Königssig von Rom gekauft, fondern die hochvalutarische des Feindes in Rom. Daran spannen sich die weiteren verstedt politischen Ausführungen, die die sozialen Nöte der Zeit wenig berührten, aber doch zeigten, wie geschickt hier geistige Kräfte am Wert sind. Und was geben wir? Was hat dem die fozialistische Bewegung entgegen zu setzen? An seelischer Beeinflussung der Massen könnte sie viel von der tatholischen Kirche lernen. Sie muß noch ganz anders in die Massen hineinlauschen. Auch die, welche sich schon längst von der Kirche abgewandt oder ihr lau gegenüberstehen, tragen mehr oder weniger religiöses Gefühl in sich, das irgendwie seinen Ausdrud mit den Worten: Ja, es ist furchtbar traurig mit Digby;| Mutters Tod läßt mich sehr einsam zurüd." Die Korrespondenz mit Joyce schien an ihren gegenseitigen Beziehungen nicht viel zu ändern. Er fand sich geistig und physisch noch immer in derselben Situation- ein Gatte unter Anflage, mit dem Urteil der Treulosigkeit gegen sich, aber mit dem Anerbieten der Vergebung, wenn er sein Glaubensbefenntnis widerrufen würde. Nein, das genügte ihm nicht! Es war aussichtslos und unmöglich auf irgendwelcher Basis der Selbstachtung oder richtiger Kameradschaft, von Liebe schon ganz zu schweigen. Und doch so verlockend für jemand, der die Einsamkeit haßte und einjam war. Der beim bloßen Anblick der geliebten Handschrift dieselbe Leidenschaft in sich aufbrausen fühlte, wie früher bei der Berührung ihrer Fingerspißen, dem eigentümlichen Zurückwerfen ihres schönen Kopfes, oder der Weiße ihres Nackens. Diese Worte waren unterstrichen. Am Schluß des Briefes Es war eine Versuchung für seine Schwäche, aber wenn unterzeichnete sie:" Deine dich liebende Joyce", und Bertram lachte bitter auf. Sie hatte geweint, als das Porträt von Leiner schwach war, so war er auch hartnäckig und würde sich fort mußte. Als er gegangen war aber nicht. Kenneth Murleg einem so elenden Kompromiß, wie dieses Nachgeben für seine Männlichkeit bedeuten würde, nicht fügen. amüsierte sie! Sie sah ihn recht oft. Sie war bereit, zu vergeffen und zu vergeben! Er schrieb ihr einen wütenden Brief und zerriß ihn. Er flagte fie der Herzlosigkeit an, schrieb ihr, daß er nie wieder den Schoßhund abgeben würde, erinnerte fie an alles, was sie ihm in Holme Ottery ins Gesicht geschleudert hatte, und schloß mit den Worten, da Kenneth Murleß sie so sehr amüsierte, müsse sie sich entschließen. Auch bei ihm hieß es: Entweder oder! Da hörte er plötzlich mit förperlicher Deutlichkeit die Worte, die seine Mutter auf dem Totenbett gesagt hatte:„ Arbeite für den Frieden, Bertram!" Sie hatte den Frieden in Europa zwischen den Ländern gemeint, aber der Geist des Friedens mußte in den Herzen der einzelnen erwachen auch zwischen Mann und Weib. Er schrieb einen zweiten, viel zwischen Mann und Beib. Er schrieb einen zweiten, viel weniger heftigen Brief. Liebe Joyce! Ich bemühe mich noch immer, mein Brot zu verdienen. Daß du meine Artikel nicht billigst, tut mir leid, denn sie sind die Mittel zu der oben erwähnten Möglichkeit. Du fagst, du wärest bereit, zu vergessen und zu vergeben? Aber das genügt mir faum. Erst wenn du mir schreibst, daß du mich liebst und meine Liebe brauchst, dann werde ich kommen. Ich glaubte, das stände fest zwischen uns." Ihre Teilnahme an feiner Familientrauer beantwortete er Er fühlte sich in elender Verfassung und wurde durch Joyces Brief noch elender. Susans bittere Trauer, Digbys Ermordung, der Tod seiner Mutter das alles hatte ihn zu einer Zeit getroffen, zu der Joyces Abtrünnigkeit genug gewesen wäre, ihn in die schwärzeste Verzweiflung zu schleudern. Es schien, als ob Gott ihn gar nicht schwer genug treffen könnte. Der letzte Schlag, der seine moralische Kraft für eine Weile ganz zerbrach, war ein Brief von dem Agenten, dem Chrifto die Unterbringung des Buches über den Krieg übergeben hatte. Mein lieber Major Pollard! Sowohl unserem Freunde Christy zuliebe, wie auch aus geschäftlichen Rücksichten habe ich feine Mühe gefpart. für Ihr Buch einen Verleger zu finden, welches ich selber mit der größten Spannung und Bewunderung gelesen habe. Ich war damit bei acht Verlegern, die sämtlich ohne Ausnahme erflären, daß augenblicklich nicht die Zeit zur Veröffentlichung eines Buches über den Krieg ist. Das Publikum, behaupten fie, möchte den Krieg vergessen. Ich halte es für aussichtslos, noch weitere Schritte zu tun, und sende Ihnen daher Ihr Manuskript zurück mit dem Rate, es ein bis zwei Jahre ruhen zu lassen. Später mag es vielleicht mehr Glück haben." Das war eine Enttäuschung, die ins Leben schnitt. Bertram hatte sich an die Hoffnung auf dieses Buch geflammert als Entschädigung für seine vergeblichen Bemühungen, einen Beruf zu finden, der ihm das Leben erst lebenswert machen sollte. Dienstag, 9. Dezember 1924 sucht. Dies sind gebannte Kräfte, die, wieder fret gemacht, dem fozialen Kampf einen ungeahnten Schwung verleihen würden. Wohl find schon Ansätze vorhanden in der Sprechchorbewegung, in den Jugendweihen und fünstlerischen Beranstaltungen. Doch es ist überall noch ein Suchen und Tasten, das aber hoffentlich balb ein völliges Erfassen wird, denn wir haben die Aufgabe, einer neuer Menschheit zu dienen. Weihnachtseinkäufe. In den Geschäften und in den Warenhäusern haben die Weih nachtsverläufe begonnen. Die Schaufenster sind in der üblichen Weise dekoriert, Plakat- und Lichtreflame sollen die Kauflustigen locken, ziehen aber zunächst nur die Schleute an. Die Beschicung der Verkaufsräume mit Waren ist gegenwärtig bedeutend umfang reicher und auswahlreicher, als beim letzten Inflationsweihnachten vor einem Jahr. Neben Gebrauchsgegenständen aller Art sind besonders in den Wäsche und Bekleidungsabteilungen starke Borräte angehäuft. Die Geschäftsweit rechnet sehr richtig damit, daß während der Inflation und natürlich auch noch im ganzen Jahr seit der Stabilisation der Währung Neuanschaffungen für den Haushalt sowohl als auch für die Kleidung nicht gemacht wurden, weil die große Masse der Arbeiter, Angestellten und Beamtenschaft einfach finanziell nicht fonnte. Zu Weihnachten wird aber doch oft unter Zuhilfenahme eines Borschusses eine Ergänzung gewagt. Man sieht daher sehr viel billiges Zeug, das die kleinen Leute zähneknirschend laufen müssen, obwohl sie genau wissen, daß bessere, gute Sachen im Gebrauch die billigsten find. Aehnlich stehts mit den Spielsachen. Ein Weihnachtsfest ohne Spielsachen ist tein Fest für die Kinder. Wenn Vater auch während des ganzen Jahres die Puppen, Pferdchen und Rollwagen und Pferdeställe immer wieder repariert hat, in der Erziehung hat doch das Weihnachtsfest mit einer Versprechung eine Rolle gespielt. Nun stehen die Eltern mit schmalem Beutel vor den Schaufenstern und sehen sich außerstande, die Berfprechungen einzulösen. Allgemein fann man feststellen, daß gute, teure Lurusspielsachen rege gekauft werden, daß dagegen einfache und verhältnismäßig billige Sachen höchstens gefragt, sehr felten aber erstanden werden. Die Leute, die früher teuren Kram bezahlen fonnten, haben auch jetzt wieder( oder noch) Geld; der Arbeiter aber ist faum in der Lage, seine Blößen zu bedecken. Wirkliche Neuheiten in Spielsachen sind selten. Im großen ganzen beschränkt man sich auch diesmal wieder mit dem landläufigen Kram mit geringen Modefitationen. Der Zeppelin dominiert unter den medjanifchen Spielwaren. Biel angeboten werden Puppen, die das Kind an den Händen vor sich herführen kann und die dann die Beine fegen, wie ein Baby, das laufen lernt. Für die Jungen hat eine Firma neue Baukästen konstruiert. Die Holzflöschen sind an den schmalen Seiten mit Nute und Zapfen versehen, wodurch das Baumert eine gewisse Stabilität erhält und Einstürze von Neubauten vermieden werden sollen. Sie sind aber, ebenso wie die älteren Stabilbaufästen, zu teuer, wenn man eine Kastengröße erwerben will, mit der auch etwas anzufangen ist. Damit die liebe Kundschaft nach außen hin paradieren fann, friegt sie jetzt bei nennenswerten Einfäufen einen Reklameluftballon gratis, dessen Größe und Form sich nach dem ausgegebenen Gelde richtet. Es soll jedoch Leute geben, die für eine halbe Mart einen solchen Ballon erwerben, nur um als mohlhabend zu gelten. Zur Neuordnung des Berliner Verkehrs. In den nächsten Tagen wird die mit der Neuordnung des Berliner Verkehrs betraute Kommission zusammentreten, um sich erneut mit dieser für die Zukunft der Biermillionenstadt so überaus wichtigen Frage zu beschäftigen. Die Verkehrsneuregelung in ihrer beabsichtigten Form hat befanntlich vielen Widerspruch hervor gerufen. Infolgedessen wird die Festlegung der neuen Richtlmien einer Anzahl sehr wichtiger Beränderungen und Verbesserungen unterzogen werden. Bevor der Ausschuß in diesen Fragen weiterberät, will er jedoch zuerst die Erfahrungen hören, die Pref. Dr. Giese und Stadtbaurat Dr. Adler auf ihrer jüngst erfolgten Studienfahrt durch Frankreic und England gesammelt haben. Prof. Dr. Giese hat sich auf feiner Reise nach Paris und London ganz besonders mit der Frage beschäftigt, ob eine auf weite Sicht eingestellte Verkehrspolitik dem Straßenbahnwagen oder dem Motoromnibus in: der Großstadt den Vorzug geben soll, während Baurat Dr. Adler sich mit dem Problem der allgemeinen Verkehrsregelung Und dann hatte er sein Tiefstes und Bestes in dieses Buch hineingelegt. Eine ungeheure Trostlosigkeit troch ihm ans Herz. Was hatte das Leben noch für einen Zweck? Er hatte das Aeußerste versucht, und es war ihm alles jammervoll mißglückt. Es war aus mit seinem Glück. Wozu noch weiter fämpfen? Es war ihm nicht einmal ein anständiger Tod durch eine Kugel oder einen Granatsplitter gegönnt worden. Das wäre doch wenig= stens ein ehrenvoller Ausweg aus allen Schwierigkeiten gewesen. Selbst jetzt noch wäre eine Kugel die beste Lösung und zugleich eine Antwort auf Joyces Alternative: Entweder oder. Ob sie bei der Nachricht wohl ebenso um ihn weinen würde wie um den Verkauf des Lely- Porträts? Vielleicht gefiel fie fich als Witwe. Die Trauerkleidung und der Witwenfchleier würden zu ihrem goldenen Haar wunderbar aussehen. Kenneth Murleß würde in seiner ritterlichen Art tröstende Worte finden, und alle Bekannten würden ihr schreiben, depefchieren und Blumen senden. Er würde jedenfalls einer Menge Leute ein Behagen verursachen und gleichzeitig sein eigenes Elend enden. Seinen alten Dienstrenolver hatte er in seinem Arbeitszimmer in Holland Street gelaffen. Es würde ganz leicht sein, ihn zu holen. Einst hatte er einen Deutschen mit diesem Revolver getötet. Bei Bullecourt war es gewesen. Er erinnerte fich noch an den Sprung in den deutschen Schützengraben und das lange Kriechen durch das Niemandsland. Die deutsche Schildwache hatte versucht, ihn mit dem Bajonett zu erstechen, aber Bertram hatte ihm den Revolver ins Gesicht geschoben und losgefeuert. Das war das einzig Mögliche gewesen, aber nachher hatte es ihm leid getan. Er hatte dann den Toten nach Briefen durchsucht, das wurde immer verlangt, um die deutsche Division festzustellen. Alle Briefe waren von einem Mädchen namens Lisa. Sie hatte Sterbenssehnsucht nach ihrem Karl und seinen lieben Küssen. Es war so einsam in Magdeburg! Wäre nur der grausame Krieg erst zu Ende! Und so ging es auf Duzenden von Briefen und Postkarten weiter. un tat es ihm leid, daß er den jungen Mann mit einem Schuß getötet hatte. Aber Karl würde jetzt durch denselben Revolver gerächt werden. Ironie des Schicksals! Bertram nahm den Omnibus nach Kensington und ging dann zu Fuß den engen Durchgang zu seiner Wohnung. Er tam bei der Kirche vorbei, in welcher er damals mit Joyce getraut worden war. Ist sie nicht schön?" hatten damals die wartenden Frauen draußen gefagt, und er hatte ihnen wonne trunken beigestimmt und hatte sein eigenes Glück nicht faffen tönnen. Und das war faum ein Jahr her!( Fort. folgt.) En den Beltstädten beschäftigt hat. Seine Erfahrungen. Die| Bestimmungen der dritten Steuernolverordnung von den städtischen er hierbei gesammelt hat, dürften sicherlich der reformbedürftigen Berliner Berkehrsordning zugutekommen. Man kann jedenfalls mit der Tetfache rechnen, daß in der Frage der Berliner Bertehrs regelung fid) noch erhebliche Abänderungen ergeben dürften. Berliner Einheitszeit? Der Berliner Verkehrsturm dient nicht allein als Beg. weiser über den verkehrsreichsten Groß- Berliner Blah, fondern auch als Zeitweiser. Die ersten fünf lihren der BE3. künden dort seit einigen Tagen die Berliner Einheitszeit. Abgesehen von den Eisenbahnen, die ihren Betrieb nach der mitteleuropäischen Zeit regeln, haben andere Unternehmungen, Behörden und private Betriebe ihre eigenen Zeiten. Kommen die Zeitangaben auf ihren Ihren auch der mitteleuropäischen Zeit mehr oder weniger nahe, so sind doch keine besonderen Borfehrungen getroffen, die Ülebereinstimmung mit dieser Zeit genau aufrecht zu erhalten. In Berlin wird das anders wer den. Bei Straßenbahn- und Hoch- und Untergrund. bahn werden in Zukunft die Uhren genau die gleichen Beiten angeben wie auf den Bahnhöfen der Eisenbahn; auch die öffentlichen und die Uhren von Behörden werden in abseh barer Zeit dieselben Zeitangaben machen. Damit ist zu einer mirt lichen, mit der mitteleuropäischen übereinstimmenden Berliner Einheitszeit schon ein wesentlicher Schritt getan. Ganz erreicht wird fie fein, wenn sich auch das Bublifum nach dieser Einheitszeit richtet und dafür sorgt, daß ihre Uhren mit den öffentlichen und denen der großen Berkehrsunternehmungen übereinstimmen. Die mit Unterstügung staatlicher und städtischer Behörden ins Leben gerufene Berliner Einheitszeit" ermöglicht dies. Diese Gesellschaft baut für Groß- Berlin ein eigenes Leitungsneg, das lediglich für die Brede der Zeitdienstregelung bestimmt ist. Der Betrieb der Zentraluhrenanlage der Berliner Einheitszeit erfolgt nach dem System der Siemens u. Halsts A.-G., das bei den Bahnhofsuhren des Reichsbahndirektionsbezirks Berlin und bei den Hoch- und Untergrundbahnen bereits eingeführt ist. Bei diesem System werden alle angeschlossenen Uhren vollkommen selbsttätig auf der gleichen Zeit gehalten. Der Stellenvermittlerprozeß. Die Strafanträge des Staatsanwalts. In dem Stellenvermittlerprozeß gegen Lienemann, Ga. briel, Nowa dk und einige Mittäter wurde das Ergebnis der abgeschlossenen Beweisaufnahme gestern von dem Staatsanwalt Kußmann in seiner Anklagerede dahin zusammengefaßt, daß die wiesen seien. Er gab ein Gesamtbild der in dem Brozeß fefigestellten Auswüchse der gewerbsmäßigen Stellenvermittlung und wies darauf hin, daß selbst die aus Seestädten bekannte Bragis mancher Heuerbafe, die Unterbringung der zu vermittelnden Leute in Kneipen, wo sie ihr Geld foswerden, in Berlin bei gewissen Vermittlern von Landarbeitern ihr Gegenstück hat. Bei den Zusammenstößen Lienemanns und Gabriels mit dem Außenbeamten Jubrian vom Arbeitsamt Friedrichshain nahm der Staatsanwalt nicht den Bersuch einer Nötiging zur Unterlassung einer Amishandlung, sondern narr Beleidigung an. Der Staatsanwalt beantragte gegen Gabriel wegen Betruges neun Monate Gefängnis, daneben 1000 Mt. Geldstrafe, wegen Buchers und Tarüberfdyreitung fechs Monate Gefängnis, wegen Vermittlung von Ausländern fechs Monate Gefängnis, wegen Be leidigung Judrians zwei Wochen Gefängnis, als Gesamtstrafe 1½ Jahre Gefängnis; gegen Lienemann wegen Untreue( gegen. über dem Reichsbund Deutscher Aufseher und Borschnitter) neum Monate Gefängnis, wegen Betruges neun Monate Gefängnis, wegen Muchers und Larüberschreitung drei Monate Gefängnis, wegen Ber mittlung von Ausländern jechs Monate Gefängnis, wegen Beleidi. gung Judrians zwei Wochen Gefängnis, wegen Bergehens gegen Das Stellenvermittlergeseh sechs Wochen Haft, als Gesamtstrafe 1½ Jahre Gefängnis; gegen Nomad wegen Betruges fieben Monate Gefängnis, daneben 3000 ms Geldstrafe, wegen Buchers ein Jahr Gefängnis und Einziehung von 3000 M. Gewinn, wegen Vermittlung von Ausländern sechs Monate Gefängnis, megen Bergehens gegen das Stellenvermittlergefeh sechs Wochen Haft, als Ges fomistrafe zwei Jahre Gefängnis und sechs Wochen Haft: gegen Hoffmann wegen Untreue, Betruges, Wuchers, Bermittlung von Ausländern, Bergebens gegen das Stellenvermittlergefen als Gesamts strafe 1½ Jahre Gefängnis und sechs Wochen Haft: gegen Engel wegen Untreue, Betruges, Wuchers, Bermittlung von Ausländern als Gesamtstraße neun Monate Gefängnis und sechs Wochen Haft; gegen Semeny na wegen Untreue, Buchers und Betruges, Bermittlung von Ausländern als Gesamtstrafe 1 Jahr Gefängnis und sechs Woden Haft; gegen Knobel wegen Vermittlung von Ausländern, Buchers, Bergebens gegen das Stellenvermittlergesetz als Gesamtstrafe fünf Monate Gefängnis und sechs Wochen Haft. Für Knobel beantragte der Staatsanwolt die Zubilligung einer Bewährungsfrist Allen Verhafteten sollen je zehn Wochen auf die Unter fuchungshaft angeredmet werden. Heute wird das Urteil gesprochen. Nene Rathäuser in Berlin. Den Bau von neuen Verwaltungsgebäuden planen 3ehlen. dorf. Weißensee, Reinickendorf, Wedding und Tempelhof. Auch die Verwaltungsbezirde Friedrichshain, Prenzlauer Berg und Tiergarten dürften später nach folgen. Die Notwendigkeit von solchen Gebäuden ist vom Magistrat anerkannt worden. Für Zehlendorf ist schon ein pafiendes Baugelände inmitten des Ortes vorgefehen. Dort war vor dem Krieg die ganz bürgerlich- nationale Ortsverwaltung voll fomment unfähig, die Entwicklung des Ortes richtig zu beurtellen, und so versäumte sie es, sich rechtzeitig ein modernes Rathaus erbauen zu lassen. Infolgedessen haben sich dort Berhältnisse entwickelt, die unerträglich sind und die dazu geführt haben, daß das Bolizei. amt Zehlendorf seine zentral gelegenen Räume aufgeben und völlig aus den Ort herausverlegen mußte, ein unerhörtes Erschwer nis für Publikum und Beamte. Beim Bezirksamt Wedding schweben nun Berhandlungen über einen genügenden Bauplatz. Bon dem Bau eigener Berwaltungsgebäude in den Bezirken Tempelhof und Tiergarten hat der Magistrat vorläufig abgesehen. Die Anmeldung von Sparguthaben zur Auswertung. Die Konjum Genossenschaft Berlin und Um gegend teilt uns mit, daß wohl nach der dritten Steuernotverord nung bei öffentlichen Sparkassen eine Anmeldung zur Aufwer tung erfolgen muß, daß diefe 2mweldung aber für die Sparer der Konfum- Genossenschaft nicht zur Afmvendung tommt. Die Konfum Genossenschaft Beht auf dem Standpunkt, daß fie die ev. Untenntnis ihrer sparenden Mitglieder über die Bestimmungen der dritten Steuernotverordnung nicht dazu benuken will, ihre Mitglieder zu Schädigen. Es ist ohne weiteres anzunehmen, daß von der gefanter Berliner Benölterung die größere Hälfte nicht weiß, daß die An meldung zur Aufwertung der Spargelder bis zum 31. Dezem ber 1924 erfolgen muß. Es wäre doch angebracht, daß diese Sängerkrieg Spartassen nicht so streng durchgeführt werden würden, damit nicht gerade die Wermsten der Armen um ihre menigen noch zu erwartenden Spargelder fommen. Die Sparabteilung der Kon fum- Genossenschaft bietet ihren sparenden Mitgliedern noch weis tere Bergünstigungen. So ist durch Beschluß der Generalpersammlungen schon festgelegt, daß die Aufwertung der Bapiermartbeträge auf 20 Broz, erfolgt und daß die Sperrfrist, die nach der dritten Steuernotverordnung bis zum 1. Ja Sperrfrist, die nach der dritten Steuernotverordnung bis zum 1. Januar 1932 läuft, bei der Konsum- Genossenschaft nur bis zum 31. Degember 1926 ausgedehnt ist. Weiter beginnt die Berzinjung der Papiermarkbeträge zu denselben 3insfäßen, als die wertbestänDigen Spargelder schon vom 1. Januar 1925 ab. Auskünfte über alle Sparangelegenheiten geben die Warenabgabestellen. Die Hundertdollarnote." Gefängnisstrafen für Geldscheinfälscher. Mitglieder einer Dollarfälschungszentrale, die ihren Sitz in der Grenadierstraße hatte, hatten sich jüngst vor dem Großen Schöffengericht Mitte zu verantworten. Es handelt sich um die Kaufleute Rudolf Hamburger und Mar Brudner und den Schneider Feimel Friedmann. Die Angeflagten haben verschiedenen Ge. fchäftsleuten undertdollarnoten verkauft, die sich hinterher insofern als Fälschungen erwiesen, als Zwei- und Fünfbollarnoten in Hundertdollarnoten umgefälscht worden waren. Hamburger war eines Abends in einem Restaurant in der Nähe des Stettiner Bahnhofs erschienen und hatte bort vorgespiegelt, daß er eben aus dem Ausland fomme und fein deutsches Geld bei sich hätte. Er ließ deshalb unter den Gästen herumfragen, ob ihm nicht jemand eine Hundertdollarnote wechseln fönne. Ein Gast fand sich dazu auch bereit. Zufällig hatte aber diefer in seiner Brieftasche eine echte Fünfdollarnote und erkannte, daß diefe in ihrem ganzen Aussehen genau mit der angeblichen Hundertdollarnote überein stimmte. Deshalb lehnte er das Wechselgeschäft ab. Der Aus länder hatte nun mit einemmat deutsches Geld bei sich, mit dem er die Zeche bezahlte und schleunigst verschwand. Unauffällig folg ten ihm jedoch amei Gäste und fahen, daß er an der nächsten Ecke mit einem anderen Manne sprach. Sie ließen beide fest. nehmen. Der zweite war der Mitangeklagte Brüdner. Die Hundertdollarnote entdeckte man später zusammengefnüllt im Straßenschmuh vor dem Restaurant. Hamburger und Brückner wurden gegen Raution aus der Haft entlassen. Kaum hatten fie aber wieder die Freiheit erlangt, als sie das Pech hatten, einen anderen Betrogenen, der mit 5000 Dollar hineingelegt worden war, in die Hände zu laufen. Der dritte Angeklagte Friedmann wurde bei einem Wechselgeschäft in der Grenadierstraße abgefaßt. Brückner ist in Wien bereits mit 2 Jahren Kerter vorbestraft. Die österreichischen Behörden haben das Ersuchen gestellt, ihn nach Er. febigung der Berliner Strafe auszuliefern, da gegen ihn noch andere Straffachen anhängig find. Zu dieser Auslieferung dürfte es aber faum kommen, denn Brückner ist ein Todesfandidat. Er ist im höchsten Grade schwindsüchtig und mußte auf einer Tragbahre in den Gerichtsfacl gebracht werben. Die Ange flagten bestritten, von den Fälschungen Kenntnis gehabt zu haben und wollen felbst Die Opfer Unbefannier geworden sein. Die auf Antrag der Rechtsanwälte Dr. Karow und Dr. Ludwig Meyer vernommenen Ge. richtsärzte bezeichneten sämtliche drei Angeklagte als ich wer minderwertig. Daher billigte das Schöffengericht ihnen auch midderne Umstände zu. Während der Staatsanwalt Zuchthausstrafe Don 3-8 Jahre beantragt hatte, erkannte das Urteil gegen Sam= burger auf 4 Jahre, gegen Brüdner auf 2 Jahre 6 MoDas Rundfunkprogramm. Dienstag, den 9. Dezember. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 6.40-7.50 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Abteilung Bildungskurse). 6.40 Uhr abends: Literatur und Kunst: Professor Colson: Französische Literaturgeschichte( in französischer Sprache). 7.10 Uhr abends: Dr. James Simon: Die Sonate". 7.30 Uhr abends: ( Abteilung Hochschulkurse). Prof. Dr. phil. Dessoir, ordentlicher Prof. an der Universität Berlin: Einführung in die Philosophie". 5. Vortrag: Philosophie und Wissenschaft". 8 Uhr abends: Theaterfunk( Herr Kappstein). 8.30 Uhr abends: InstrumentalVariationen über das Lied.Ihr Blümlein alle, Schubert( Friedrich Virtuosen- Konzert.( Zweite Veranstaltung.) 1. Introduktion und Thomas, Flöte). 2. Spanische Fantasie, Lalliet( Gustav Kern, Oboe). a. Variationen über den Sehnsuchtswalzer, David( Ernst Fischer, Klarinette). 4. Caprice über dänische und russische Volksweisen für Flöte, Oboe, Klarinette und Klavier, Saint- Saëns ( Friedrich Thomas, Gustav Kern und Ernst Fischer). 5. a) Valse di bravoura, Fuhrmeister, b) Der Schmetterling, Etüde, Köhler ( Friedrich Thomas, Flöte). 6. a) Barcarole, Laurischkus, b) Canzonetta, Lenom( Gustav Kern, Oboe). 7. a) Simple Aven, Thomé, b) Serenade Badine, Gabr. Marie, bearbeitet von Albert Nagel( Ernst Fischer, Klarinette). 8. Introduktion und Polonäse für Flöte, Oboe, Klarinette und Klavior. Hamm( Friedrich Thomas, Gustav Kern und Ernst Fischer). Am Flügel: Otto Urack. Anschließend: Bekanntgabe der nenesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theaterdienst. 10.30 Uhr abends: Dr. Rudolf Wegner:, Der germanische Götterhimmel und das Julfest". Inafe und gegen Friedmann auf 3 Jahre Gefängnis. gegen alle drei Angeklagte auf 5 Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. Strenge Bestrafung eines Telephon- Schwarzhörers. Das Schöffengericht Berlin- Mitte verurteilte den Lebensmittelhändler P. zu drei Monaten Gefängnis, meil er sich an einen Fernsprechanschluß als blinder Teilnehmer angeschaltet hatte. Der Inhaber des Anschlusses hatte schon längere Zeit beobachtet, daß sein Anschluß von einem Dritten benutzt wurde, fonnte aber erst, nachdem auch Anrufe eingingen und B. bzw. dessen Ehefrau verlangt wurden, feststellen, daß B. tatsächlich furz vorher den Anschluß benutzt hatte, weil die Anrufer bestimmt behaupteten, daß B. ihnen Amt und Nummer des Anschlusses zwecks Anruf angegeben hatte. Strafverschärfend wirkte, daß der benußte Apparat nicht den Postapparaten entsprach und bei Benuhung desselben leicht ein Betriebsunfall infolge Knallgeräusch für die den Anschluß bedienende Telephonistin entstehen konnte. Der Richter bezeichnete das Verhalten des Schwarzhörers niederträchtig und gemeingefährlich und darin außerdem noch einen vorfäßlichen Betrug gegen den Anschlußinhaber und eine mit Vorbedacht ausgeführte Täuschung des Post, fistus, weil er den Anschluß schon seit April d. J. widerrechtlich benuzte. Aus diesen Gründen mußte von einer Geldstrafe abgefehen und auf eine Gefängnisstrafe wegen Bergehens gegen§§ 317 und 318 erkannt werden. $ erblickte Gegen die Schwarzhörer im Rundfunk. In Breslau haben die Ermittelungen nach Schwarzhörern im Rundfunk zu einer größeren Zahl von Verurteilungen geführt. In einem Fall ist sogar auf Gefängnis erkannt worden. Zwei Ranbmörder zum Tode verurteilt. Ein Routmord in Mecklenburg, der auch die Berliner Kriminal. polizei beschäftigte, stand am vergangenen Sonnabend zur Haupt. verhandlung in Rosto d. Am Montag, den 18. Auguſt wurde auf der Feldmark Beebelig bei Gnoien in Mecklenburg der Borschnitter Hermann Müller in einem Haferfeld ermordet und beraubt aufgefunden. Als Täter wurden die Schnitter Julius Czarnegti und Gustav Schwarz festgestellt, die flüchtig waren. Sie waren Sonntags mit Müller in einem Nachbardorf auf dem Tanzboden beifammen und glaubten, daß der fparfame Mam, der zuweilen mit seinem Gelde prohlte, feine ganze Barschaft von über 400 m. bei sich habe. Auf dem Heimwege schleppten fie ihn in das Haferfeld, schlugen ihm mit einem Stein den Schädel ein und brachten ihn dann noch 27 Messerstiche bei, so daß er tot liegen blieb. Ihre Beute betrug aber nur 10 m., das andere Geld hatte der Ermordete zu Hause gelaffen. Die Streife BI der hiesigen Kriminalpolizei ermittelte Czarnetti om 30. August in Berlin und nahm ihn fest, als er gerade im Begriff stand, abzus fahren, um auf dem Lande irgendwo wieder Arbeit zu suchen. Gine Spur des Schwarz führte nach dem Gute Lindenhof bei Berlin. Der Berfolgte mar aber von dort bereits wieder verschwunden. Er hatte sich bei einer Schnitterin verborgen gehalten, dann aber, als er fid) nicht mehr sicher fühlte, den Borschnitter bestohlen und das Weite gesuch. Eine neue Spur führte nach der Gegend von Küftrin. Die Streife B I fandte ein Ausschreiben mit dem Bildnis bes Flüchtigen an die Behörden in jener Gegend, und so wurde auch Schwarz in dem Dorfe Tuchsband ermittelt und festgenom men. Die Hauptverhandlung der am Sonnabend in Rostock während der ganzen Dauer der Justizminister von Mecklenburg- Schwerin und der Oberstcatsanwalt beiwohnten, endete erst um 10% Uhr obends Die beiden Angeklagten, die einer den anderen zu belasten versuchte, wurden wegen Mordes und Raubes zum Tode perurteilt. Czarnetti nahm das Urteil ruhig entgegen, Schwarz bagegen brach völlig zufammen. Die Stadtverordnetenversammlung hat ihre nächste Sigung am Donnerstag 4 hr. Auf der Tagesordnung stehen neben einer Reihe Vorlagen sechs Anfragen und neun Anträge. Die Aufnahme von Hörern und Hörerinnen in die Preußische Hochschule für Leibesübungen( Landesturnanstalt) in Spandau zur Ausbildung als Turn- und Sportlehrer(-lehrerinnen) findet für Hörerinnen vom 15. April und für Hörer vom 22. Apil 1925 ab statt. Die Ausbildung dauert 12 Monate. Die endgültige Zulassun ist von dem Bestehen einer Aufnahmeprüfung und dem Ergebnis einer ärztlichen Untersuchung abhängig. Gesuche um Aufnahme sind bis Ende 1925 unmittelbar dem Direktor der Hodyschule in Spandau, Ruhelandstr. 59, einzureichen. Die Weihnachtsbefcherung der Heilsarmee für 2500 arme Familien findet am 18. Dezember, nachmittags 81 Uhr, im Sportpalast statt, den die Direktion für dieien Bwed fostenlos zur Verfügung gestellt hat. Die Heilsarmee beginnt am 1. Deember mit der Aufstellung der Weihnachtstöpfe in den Straßen Berlins. Beim Rauchen im Bett verbrannt. In Speicherz in der Rhön rauchte ein 40jähriger Handwerksburiche im Bett eine Zigarette. Das Bett geriet dabei in Brand. Der Handwerksburiche fonnte fich nicht mehr retten und fand den Tod in den Flammen. UFA PALAST AM ZOO Jugendliche zu allen habe gen Zut WOCHENTAGS 7 Uhr Nur DIE JUNGE STADT Jugendliche haben zu allen Vorst eine hervorragende SumairaFehlfarben- Zigarre Ein einzigartiger Film den Jung und Alt sehen muB! SONNTAGS: Nur 5 Uhr DIE JUNGE STADT ab heute WOCHENTAGS Nur 9 Uhr u Jugendliche zu allen V baboon Zu ritt DER ZWEITE RIN- TIN- TIN- FILM Vorverkauf 11-1 Uhr RIN- TIN- TIN RETTET SEINEN HERRN SONNTAGS: Nur 7u.9 Uhr DER ZWEITE RIN- TIN- TIN- FILM nge Orsz Jugericho haben zu allen 10 Pf. Oscar Görner pf Unter den Linden 3, Ecke Wilhelmstrasse Geschenkpackungen in größter Auswahl 4 Der Mordprozeß Haarmann. Zunächst fand die Bernehmung einiger Sachverständigen statt. Daran schloß sich die Bernehmung weiterer Zeugen; die wichtigste Aussage war die des Zeugen Kluges, der auf Grund eigener Beobachtungen verschiedene Anzeichen bei der Polizei erstattet hatte, ohne daß diese Anzeigen Erfolg gehabt haben sollen. Als Sachverständiger äußerte sich zunächst Prof. Dr. Lochie. Göttingen über die Blutspuren an dem ausgefägten Teil der Diele des Fußbodens, die auch an einem Eimer, Beil und Messer festgestellt wurden. Das Blut auf der Diele ist Menschenblut. Dagegen war das Beil, das Haarmann angeb lich bei der Zerlegung der Leiche brauchte, von Blut frei. An dem Kartoffelmeffer und an dem Eimer sind auch Blutspuren festgestellt worden. Bei öligen Substanzen fonnte der Ursprung nicht festgestellt merden. Auch Professor Feist, dem die gleichen Substanzen übergeben wurden, hat die Herkunft ebenfalls nicht feststellen fönnen. Interessant war die Auslaffung des Sachverständigen, daß der Urs fprung öliger Substanzen menschlicher oder tierischer Art nach Ueberhigung nicht mehr festgestellt werden könne, weil durch die Ueberhigung Die Eiweißbestandteile als einziges Merkmal zerstört werden. Darauf wird eine Frau See mann, eine Frau Wegeengel und als letzter Zeuge vor der Mittagspause ein 23jähriger gewiffer Oswald vernommen, der ein halbes Jahr lang bei Haarmann in der Celler Straße gewohnt hat, ohne daß die Aussagen cimas Wesentliches ergeben. In der Nachmittagsverhandlung wurden einige Zeugen vernom nen, die zu Haarmann in näheren Beziehungen gestanden haben. Ihre Vernehmung erfolgte unter Ausschluß der Deffentlichefit. Godann wurde in öffentlicher Sigung der G a st wirt Wiedemann als Zeuge aufgerufen, bei dem die beiden Angeklagten verfehrt hatten. Er befundet, daß sowohl Haarmann wie Grans sich jederzeit in seinem Lotal gut geführt und ihre Beche regelmäßig bezahlt hätten. Haarmann habe ihm, dem Zeugen, auf Befragen einmal erzählt, er treibe Wäschehandel, tatsächlich sei er des öfteren mit Beuteln ers schienen. Auf die Frage, ob zwischen den beiden Angeklagten wollte. ein Verhältnis, etwa wie das eines Herrn zum Knecht, bestanden habe, antwortete Wiedemann, daß er nichts Derartiges be. obachtet habe. Die Zeche der beiden in seinem Lokal sei stets pon Haarmann bezahlt worden, ebenso alles, was Grans beim Kartenspiel getrunken und geraucht habe. Wenn zwischen den beiden einmal ein Streit entstanden sei, dann wäre es stets Haarmann gewesen, der Grans wieder zu sich geholt habe, wie er überhaupt wiederholt sich gegenüber dem Zeugen dahin geäußert hat, daß er Grans aus dem Sumpfe gezogen habe. Die nächste Zeugin, die Nichte des Gastwirts Wiedemann, bestätigt diese Befundungen ihres Onkels. Haarmann habe ihr gegenüber sogar die Abficht geäußert, den Grans zu adoptieren, weil er nicht so allein fein Die Zeugin Klara Daniel, bei ber Haarmann in der Neuen Straße gewohnt hatte, sagte aus, daß ihr Mieter viel mit Eimern hantiert, Wasser getragen und auffällig oft den Abort benutzt habe. Wenn wir morgens noch im Bett lagen, so erklärte die Zeugin, hörten wir immer ein furchtbares Klopfen. Im Sommer mar es noch nicht Tag, als Haarmann damit anfing. Die Haus bewohner begrüßten sich morgens oft mit der Frage:„ Haben Sie mieder das Haden gehört?" Es war immer ein dumpfer Schlag zu hören. Bei Haarmann gingen junge Beute ein und aus. Borf.: Was tat benn Grans?" zeugin: Er ging ebenfalls mit Jungen ein und aus und trug auch oft Cimer mit Wasser, Im übrigen habe Haarmann es stets verstanden, sich mit den Hausbewohnern auf guten Fuß zu stellen, und deshalb find nach Ansicht der Zeugin die Mieter immer auf feiten Haarmanns gewefen. -O Der Zeuge Kluges, Haarmanns Bigarrenlieferant, nennt Haarmonn seinen besten Kunden. Er taufte nur die besten Bigarren, während er bei Binaretten, bie er verschenkte, nicht so wählerisch war. Allmählich, so erklärt der Zeuge, hätten ihn Haarmanns Lebensgewohnheiten stuhig gemacht, er habe ihn beobachtet und verschiedentlich über feine Wahrnehmungen Anzeige bei der Polizei erstattet. Haarmann habe fast jede Nacht Licht in seiner Wohnung gehabt und viel geflopft. Auf seine, des Zeugen, Frage, ob Haarmann wegen der vielen jungen Leute, die bei ihm verkehrten, vielleicht Stellenvermittler fei, habe dieser nie geantwortet, vielmehr die Unterhaltung sofort auf ein anderes Thema gebracht. Auf die Anzeigen des Kluges bei der Polizei hat dieser immer nur die Antwort erhalten, er würde Nachricht bekommen, und dabei sei es bann geblieben. Mit Rücksicht auf dieses Berhalten der Polizei hat dann der Zeuge seiner Frau, die ebenfalls gegen Haarmann Verdacht geschöpft hatte, Anweisung erteilt, sich in dieser Angelegenheit nie wieder an die Polizei zu wenden. Haarmann bezeichnete die Angaben des Zeugen in verschiedenen Punkten als unwahr und behauptete, Kluges sei felbft des öfteren auf dem Bahnhof erschienen, um dort Hehlergut aufzukaufen. Diese Anschuldigung verfeßte den Zeugen in große Erregung, so daß es schließlich ziemlich energischer Worte des Vorsitzenden bedurfte, um den Gang der Verhandlung wieder in geordnete Bahnen zu lenten. Mit der Vernehmung diefes Zeugen wurde die Berhandlung um 4 Uhr nach mittags abgebrochen und auf Dienstag früh 9 Uhr vertagt. Wiederaufnahme des Wiesenhaus- Prozesses abgelehnt. Wie erinnerlich war der frühere Husarenleutnant Friedrich Köhn vom Schwurgericht in Zwidau zu einer lang jährigen Zuchthausstrafe verurteilt worden, weil er nad Ansicht des Geriates feine Geliebte, die Direttrice Fräulein Müller in der Nähe von Wiesenhaus im Erzgebirge ermordet hat. Köhn hatte gegen das erste Urteil der Geschworenen Berufung eingelegt, die jedoch vom Reichsgericht verworfen worden war. Dann suchte er das Wiederaufnahmeberfahren zu betreiben. Das Wiederaufnahmeverfahren ist jetzt mit der Begründung abgelehnt worden, daß das Auffinden einer dritten Patronenbülie an den Ermittlungen des Prozesses nichts ändern könne, da anzunehmen fet, daß Stöhn entweder in der Aufregung einen Fehlschuß getan habe, der seine Geliebte nicht traf, oder daß der Verurteilte, um das Mädchen zu täuschen, erst einen Schuß nach irgend einem anderen Ziel abgegeben habe, um sein Opfer durch das Hervor. ziehen des Revolvers nicht zu erichreden. Wie hoch ist die Zahl der Versicherten? Die Unfallversicherung erstreckt sich auf 24 Millionen Personen, die Invalidenversicherung auf 16 Millionen, die Strantenversicherung auf 18 Millionen( gegen 15,6 Millionen 1914), die Erwerbslofenversicherung auf 15 Millionen. Der Angestelltenversicherung waren nach einer früheren Schätzung 1,6 Millionen Angestellte unterworfen. Ihre Zahl ist in den letzten Jahren besonders infolge des Eintritts des früher selbständigen Mittelstandes in die Reihen der Angestellten beträchtlich angewadyfen. Tie Zahl der Versicherten schwankt nach oben und nach unten je nach dem Beschäftigungsgrad. GU Arbeiter- Sport A Zum Reichsspielplatzgeset. nur noch massive Rundgewichte oder die sogenannten Berg- oder Schwedler- Scheibenstangen, welche zum Teil schon mit Kugellager versehen in wenigen Gefunden auf jedes beliebige Gewicht verstellbar sind und für ein genaues Gewicht Bürgschaft leisten. Somit ist jedem Schwindel von vornherein der Boden entzogen. Wenn nun trotzdem die Schwerathletit verhältnismäßig wenig Anhänger hat, so liegt das wohl einerseits an einem gewissen Borurteil des Ladenpublikums, anderseits aber auch oftmals an bem ungebührlichen, rücksichtslosen Benehmen mancher Athleten ihrem Mitmenschen gegenüber. Das ist aber noch lange fein Grund, diesen besonderen Sport stiefmütterlich zu behandeln oder gar zu verachten, was leider auch von manchen Vereinskollegen geschieht. K. R. Immer dringender macht sich die Schaffung eines Reichssport stättengesetzes geltend. Waren es bisher die Sportvereine, die auf Erlaß eines folchen Gesezes drängten, so haben nunmehr auch verschiedene Behörden zu der Sache Stellung genommen. Mehrere preußische Regierungspräsidenten haben, wie wir erfahren, dringend um den Erlaß eines solchen Ge feges gebeten. Biele deutsche Gemeinden, darunter gerade solche, die an der Peripherie der Großstädte liegen und besonders mit Arbeiterbevölkerung durchsetzt sind, haben sich bisher vergeblich bemüht, Spielplätze herzurichten, weil ihnen das Gelände dazu fehlte. Die Grundbefizer in diefen Gemeinden find absolut nicht zu bewegen, Gelände für diesen Zweck zur Verfügung zu stellen. In dem zu schaffenden Gesez muß die Enteignungsbefugnis für die Gemeinde festgelegt werden. In Preußen besteht diese Befugnis zwar schon 2. Bezirk der sportfreudigen, Bevölkerung in einer gemeinsamen Veranstaltung heute, aber damit ist wenig gedient. Den betreffenden Gemeinden fehlt es auch meistens an Mitteln, um die Kosten für das zu erwerbende Gelände zahlen zu können. Es müßte daher im Gesetz die Bestimmung geschaffen werden, daß die im Enteignungsverfahren festgelegte Summe in eine erststellige Hypothet umgewandelt werden kann, die von der Gemeinde zum ortsüblichen Satz für Spartaffendarlehen verzinst und mit etwa 2 Proz. amortifiert wird. Werbeveranstaltung im 2. Bezirk Tiergarten. Am Sonntag, den 14. Dezember, werden die Arbeiter- Sportvereine im versuchen, den Wert und die Bedeutung des Arbeitersports für die Arbeiter schaft vorzuführen. Zu diesem Swede finden am Vormittage auf dem Wassersportplak Blößensee und dem Spielplak Beuffelgrund am Bahnhof Beussel Straße Rasenspiele der hier ansässigen Sportvereine mit spielstarken Gegnern statt. Da die im 2. Bezirk bestehenden Sportvereine schon des öfteren Proben ihres Römnens abgelegt haben, ist guter Sport zu erwarten. Jeder Arbeiter follte diese Gelegenheit wahrnehmen und diefe Spiele durch seinen Besuch unterſtügen. In den Nachmittagsstunden sind Straßenläufe der Sportvereine und Werbefahrten der Arbeiter- Radfahrer durch den 2. Bezirk in Aussicht genommen. Den Abschluß bildet eine gemeinfame Saalveranstaltung aller Die Zentralfommission für Arbeitersport und Organisationen und Vereine im Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefstraße 24. Das Programm verspricht jedem Besucher einige genusreiche Stunden. Der Körperpflege, Berlin, hat dem Reichsrat für förperliche Ergute weck, den Ertrag zum Besten der Jugendpflege der Arbeiter- Sportver ziehung eine entsprechende Vorlage unterbreitet, die dort ein- eine zu verwenden, wird natürlich nur dann erreicht, wenn die Arbeiterschaft ftimmige Billigung gefunden hat. Es dürfte Aufgabe des neuen des 2. Bezirks durch rege Anteilnahme an der Veranstaltung ihr Interesse Reichstags fowie des Preußischen Landtags sein, von sich aus auf betundet. Karten sind bei den Funktionären und Mitgebern der Sportver eine erhältlich. Erlaß eines solchen Gefehes zu bringen. Die Arbeitersportler werden gebeten, in politischen Versammlungen auf diese Materie mit aufmerksam zu machen, damit die Notwendigkeit von dem Erlaß eines folden Gesetzes in die breite Deffentlichkeit dringt. Schwerathletik. In Nr. 288 des Vorwärts" befindet sich unter der Rubrik „ Arbeitersport" ein Bericht über den Bereinsmettstreit des Ringsport vereins Tegel 03, wobei die Sieger im Ringen in den einzelnen Klassen besonders hervorgehoben werden, während von den Hebern und dessen Leistungen fast gar nichts erwähnt ist. Dieser Umstand tönnte bei den Lesern des„ Borwärts" den Eindruck machen, als sei das Gewichteheben von so wenig sportlichem Wert, daß es sich nicht der Mühe lohnt, auch nur ein Wort darüber zu schreiben. Nach Schreiberhau! Wie fchon mehrfach mitgeteilt wurde, findet das 1. Arbeiter. Wine terfport Olympia in den Tagen vom 31. Janaur bis ein. fchließlich 2. februar 1925 in Oberschreibethau im Riefens gebirge statt. Der Hauptausschuß für das Internationale Olympia hat am Sonntag, den 9. November, in Schreiberbau mit den örtlichen Ausschüffen getagt und es fonnte festgestellt werden, daß alle Borausseßungen für ein gutes Gelingen gegeben sind. Der Verkehrsverein in Schreiberhau tommt den Veranstaltungen in weitestem Maße entgegen. Alle Einrichtungen der Gemeinde und des Berkehrsvereins werden tostenlos zur Verfügung gestellt. Die Besucher werden von der Kurtage befreit. Quartiere sind von der Be pölkerung in großer Anzahl zur Verfügung gestellt worden. Zur Teilnahme find bis jegt außer Deutschland die Tschechoslowakei und Finnland gemelder. Boraussichtlich wird es außerordentlich intereffante und fnende Kämpfe zu fehen geben. Allen Wintersportinteressenten fann nur dringend empfohlen werden, soweit es ihre Berhältnisse gestatten, die Veranstaltung zu besuchen. Kartell für Sport- und Körperpflege, 4. Bezirk, Brenzlauer Berg. Milt. woch, den 10. d. M., abends 8 Uhr, Kartelligung bei Werner, Senefelder ftraße 32. Bortrag des Genoffen Robel:„ Der Sport in Sowjetrußland". Werbeveranstaltung des Bezirkslartells Tiergarten. Am 14. c3 e mbet begeht das Kartell im Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefftr. 24, einen Sport merbeabend. Beginn 15 Uhr. Borher findet ein Propagandalauf durch Moabit ftatt. Der Start ist pilnitlich 3 Uhr. Als Umiteidelotal dient das Moabiter Gesellschaftshaus. Sier treffen sich alle Bereine und Abteilungen um 3 Uhr. Rege Beteiligung wird bestimmt erwartet. Anmeldung ist zu richten an Erich Richtet, N. 21, Wicleffte. 20. Touristenverein Die Naturfreunde", Drisgruppe Berlin, e. V. Am Mitt woch, den 10. Dezember, abends pünktlich 8 Uhr, Gipsfir. 29, Funktionär figung.( Kontrolle über Achtstundenlöhne.)-Abt. Norden: Am Dienstag, den 9. Dezember, hält die Genossin Hildebrandt in der Aula Sonnen burger Straße 20 einen Vortrag über Jugend und Gemeinschaft". Athletik- Sport- Club, e. B. Leichtathletik, Socken, Rudern. Jeden Diens tag abend 7 Uhr Baden in der Städtischen Badeanstalt Schillingsbride. Jeden Mittwo abend 8 Uhr Sallentraining: Männer- und Jugendabteilung Turnhalla Niederwallstr. 12; Frauenabteilung 5. Gemeindeschule, Treptow, Bouché. ftraße. Jeden Sonntag vormittag 10 Uhr Waldlauf. Umkleidelotal: Fichte Blak, Baumschulenweg, Eichbuschallee. Donnerstag, den 11. Desember abends 8 Uhr, Sigung der Sodenabteilung bei Rittelmann, Goßlerstr. 8. Schriftführer der Sodenabteilung Billi micile, Berlin O.. Weidenweg 27. Geschäftsstelle: Alfred Behrends, Berlin N. 87, Binzendorfstr. 7. 2aut Beschluß der letzten Monatsversammlung wurde der Genosse Sans Jogzat megen Spielens in bürgerlichen Vereinen aus dem AGC. ausgefchloffen. 5. B. Sparta 1911.( Beidhiathletit, Fußball, Soden, Sandball.) Jeden Freitag ab 7 Uhr Sallentraining, Turnhalle Elisabethstraße. Sizungen: MittDas Heben von schweren Gewichten stellt sich der Laie meistens in dem Sinne vor, daß ein mit Bärenkraft ausgestatteter Athlet ein oftmals zentnerschweres Stück Eisen mit einer oder beiden Händen packt und es nun unter den sonderbarsten Körperverrentungen bis Armeslänge über den Kopf hebt. Diese sogenannte raftmeieret mag wohl vor 30 bis 40 Jahren oft zutage getreten sein. Heute aber, nach dem auch dieser eigenartige Sport in ganz bestimmte Bahnen gelenkt ist, verlangt derselbe einen hohen Grad von Gewandtheit und Nervenfraft. Die einzelnen llebungen und deren Ausführungen sind so genau vorgeschrieben, daß ein Abweichen von Ausführung und Bestimmung faum möglich ist. Alle Uebungen, wie Schwingen, Reißen, Drücken und Stoßen müssen lints sowohl als auch rechts fomie auch mit beiden Armen ausgeführt werden. Damit dem Leichteren und somit Schwächeren auch Gelegenheit gegeben ist, sich an Wettkämpfen zu beteiligen, ist eine laffeneinteilung nach Körpergewicht vorgenommen, und zwar Fliegengewicht bis 105, Bantam 155, Feder 125, Leicht- 135, Leichtmittel 145, Schwermittel 155 und Schwergewicht über 155 Pfund. Es ist selbstverständlich, daß ein Heber von 200 Pfund Rörpergewicht mehr ein oder beidarmig zur Hochstrede bringen muß, als einer, der nur 120 Pfund wiegt. Aber nicht immer halten die Leistungen mit der Zunahme des Körpergewichts gleichen Schrittwoch, den 10. Dezember, 8 Uhr, unttionärfihung bei Stahlberg, und so tommt es vor, daß ein Athlet bei 150 Pfund Gewicht ebenso piel leistet, als wenn er später 170 oder gar 180 Pfund miegt. Die Ansichten vieler, man müsse zum Athleten von Natur aus geschaffen fein, ist irrig, gerade der normal gebaute junge Mann entwickelt durch ein jahrelanges, regelmäßiges Training achtunggebietende Körperkräfte, die doch sicherlich jeder Arbeiter im Kampfe ums Dasein täglich verwenden tann. Die Behauptung, das Gewichteheben mirkt einseitig und geifttötend, ist eine lächerliche, die gar nicht bemizjen werben tann. Im Gegenteil, das Heben von Gewichten läßt sich fo vielseitig und abwechslungsreich gestalten, daß die gesamte Mustulatur harmonisch ausgebildet wird und somit einen durchaus ästhetischen Anblick gewährt. Das beweisen die zahlreichen Künstlermodelle, die oftmals nur Gewichtsheber waren. Auch auf die Funktionen der inneren Organe wirkt das Gewichteheben wohltuend, denn man fühlt sich nach einem Training von 20 bis 30 Minuten feinswegs erschöpft, sondern frischer wie zuvor, so seltsam diese Behauptung auch flingen mag. Zum Schluß sei noch auf das lebungsgerät hingewiesen. Durch große Kugeln oder Stugelstangen, die früher meist hohl waren, läßt sich der Laie auch heute nicht mehr täuschen. Wir Arbeiter- Athleten gebrauchen heute zu unserem Sport Aus der Partei. Amalia Pälzer, eine der Vorfämpferinnen der sozialbemo fratischen Frauenbewegung, ist nur 58 Jahre alt in Wien gestorben; sie gehörte auch dem Nationalrat an. Jugendveranstaltungen. Lichtenberg, Apodienstr. 48. Montag, den 15. Dezember, 8 Uhr, Bollverfammlung bei Gollmann, Rigaer Str. 67. Geschäftsstelle: Erich Grofenid, R. 54, Fehrbelliner Str. 40-41. Siegfried 09- Boxfämpfe. Am Freitag, den 12. Dezember, veranstaltet der Sport- Club Siegfried 09 wieder einmal einen Bogabend mit 8 Kämpfen. Slustragungsort oabiter Gesellschaftshaus, Wiclefftr. 24. Die zusammenstellung der Paare läkt, wie immer bei den Beranstaltungen des Bereins, besten Sport erwarten. Die besten Kämpfe aus den Vereinen Segel"( Schulz, Chriftoph), urich 02"( Kraft, Rappelt, Rischlewski, Muller, Milbt, Eiche"( Bein) find gegen die Mannschaft Brofonski, Schepp, An fang der Kämpfe 8 Uhr. Eintrittspreis von 50 Bf. an. stabbak. Alena, Ludstedt, Pietscher, Apamilewicz, Kielczak verpflichtet. Berliner Schwimm- Union 1913. Die nächste Monatshikung für sämtliche Mitglieder über 18 Jahre ist am Donnerstag, den 11. d. M., abends 7% Uhr, in Vereinstofal von Torno, 60, 16, Michaeltirchfir. 28. Die Eintritts. tarten für unser am 1. Weihnachtsfeiertag im Märkischen Sof, Admiralite. 18, stattfindenden Weihnachtsvergnügen werden in den Ucbungsstunden jeden Mittwoch im Stadtbab Kreuzberg und Freitag im Stadtbad Friedrichshain von 47 bis 19 Uhr vom Genossen D. Noegel ausgegeben. Anträge für die am 8. Januar 1925 ftattfindende Generalversammlung sind bis 3. Januar beim Borfizenden Oskar Schläfte, GO. 86, Staliger Str. 45, einzureichen. Sämt Tidje Rüdstände find fofort zu begleichen, andernfalls die Mitglieder gefiridhen werden. Die Geschäftsstelle ist bei Erich Wendt, D. 17, Roppenstrake 31, Quergeb. 3 Tr. sember, Besichtigung der Borwärts- Druderet. traße 3. Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Jugendturner: Sonnabend, ben 13. De Treffpuntt 48 Uhr LindenVorträge. Dereine und Verfammlungen. Bund Entschiedener Schulreformer. Aulturwerben, öffentlicher Bortragsabend des Bundes Entichiedener Schulreformer am Dienstag, den 9. Dezember, 7 Uhr, im Plenarsaal des Herrenhauses, Leipziger Str. 8. 1. Prof. Paul De ftreid): Ansprache Die Entschiedenen Schulreformer und das Ergebnis der Reichstagswahlen". 2. Prof. Dr. Walter Gropius, Beiter des Bauhauses in Weimar: Saus und Hausgerät des neuen Wenschen"( mit Lichtbildern). 3. 31fe Müller Oestreich: Bom neuen Kleid( mit Borführungen). 4. Reichstumfimart Dr. Ermin Nedslob: ,, Der neue Mensch: Wille und Tat". Jedermann eingeladen. Cintrittskarten am Gaaleingang. Theosophische Gesellschaft, Zweig Berlin". Mittwoch, den 10. Deaember, abends 7% Uhr, in den Gesellschaftsräumen Wilhelmste. 120, Studienabenb: Die geistige Geburt"( Neugeburt). Mit Distuffion. Eintritt fret. Achtung, Abteilungsleiter! Wir machen heute zum Tegtenmal darauf aufmertfam, daß die 25- Bi- Sole bis allerfpätestens morgen, Mittwoch, abgerechnet werden müffen. Lose, die bis Mittwoch nicht aurüdgegeben find, wer den als Derkauft betrachtet und müssen unbedingt bezahlt werden. Die noch nicht abgerechneten 50-21.- 20fe werden nicht mehr zurücgenommen und find Stonzertkarten, Theatermarken und Theaterkarten sind unbedingt munmehrliche Gitung mit der Berliner Ophthalmologischen Gesellschaft und der Deut bis fpätestens Freitag abzurechnen. Dezember Jnternationale ist erschienen. ungültig. 1 Heute, Dienstag, den 9. Dezember, abends 75 Uhr: Moabit II: Gemeinbeschule am Stephansplah. Bortrag: Boltslied b Bolfstana". Nordring: Bormätis- Spedition Greifenhagener Str. 22. Bor. Nordost II: Jugendheim Danziger Str. 62. trag: Broletarische Reform". Bortrag: Jugendpflege und Jugendbewegung" Westen: Baugewerksschule Kurfürstenstr. 141. Bortrag: Erinnerungen eines alten Sozialisten". Steglig 1: Jugendheim Albrechtfie. 47. Diskussion: Was hat die atbeilende Rentöln V: Jugendheim Sugend vom neuen Reichstag au erwarten?" Schierleftr. 44. Bortrag: Gemeinschaftserziehung". Reukölln VI: Schule Raifer- Friebrich- Str. 4. Vortrag: Barum bin ich in der Arbeiterjugend?" Berliner Gesellschaft für öffentliche Gesundheitspflege, e. V. Gemeinschafts fchen Beleuchtungstechnischen Gefellschaft am Donnerstag, den 11. Dezem ber, abends 7 Uhr, im Sygienischen Institut der Universität, Dorotheen. ftraße 28a. Gäste willkommen. Psychologische Gesellschaft zu Berlin, Geftion Berlin der Gesellschaft fite Binchologische Forschung. Donnerstag, den 11. Dezember, abends 8 Uhr, im Institut für Brattische Binchologie, Kurfürstendamm 45. Dr. Bobertag: Die Binchologie des Verhaltens". Arbeiterverein für Biochemie und Lebensreform. Nächste MiteTicherver fammlung am Freitag, den 12. Dezember, abends 7% Uhr, Schule Sff Jandstraße, hochparterne. Tagesordnung: 1. Bortrag. 2. Bericht. 3. Berschiebenes. Fren der Bewegung willfomunen. Fritzi Massary die unverändert gehaltreiche 3 Zigarette eignet sich vortrefflich für Geschenkzwecke, denn sie erscheint jetzt in goldnem Gewande, legt sie Wert auf Ausstattung Nach der Mabl! C& A Spezialhaus für Damen- Backfisch-& Kinderkleidung Königstr. 33 Chausseestr. 113 Am Bahnhof Alexanderpl Beim Stettiner Bahnhof ( Untergrundhahnotation) CA CA ierdurch die, traurige Mitteilung, daß mein lieber Mann, unser guter Bater, Schwiegervater und Großvater Alfred Rosenkranz im Alter von 66 Jahren am Sonnabend, den 6 d.., plöglich durch Schlaganfall verschieden ist. Ju tiefer Trauer Bitve Pauline Rosenkranz neb. Heinrich. Söhne, Töchter, Schwiegerföhne, Schwiegertöchter und Entellinder. Die Einäsderung findet Donners tag, den 11. b M., nadm 41 Uhr, im Krematorium in Baumschulenweg ftatt. 17. Kreis Lichtenberg. Am 6. De ember verftarb plöglich durch Schlaganfall der Genoffe Alfred Rosenkranz im 66 Lebensjahre Ein Menschenalter der Arbeiterbewe. gung angehörend, war Genoffe Roseniranz schon unter dem Sozialistengefeß tätig, wie er auch in der stürmitchen Revolutionszeit, als damals fchon Sechszigjähriger, immer auf dem Bosten war. Seit Jahren verwaltete er die Vorwärts" Spedition in der Borhagener Straße. Für uns alle ein Borbild treuer und unentwegter Parteiarbeit. Bir werden fem Andenken dauernd in Ehren halten! 186/3 Berlin Lichtenberg, im Dez. 1924. Der Kreisvorstand. Thurn. Die Einä cherung findet am Donnerstag, 11. d M, nachmittags 42 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. Verkäufe Naumann- Nähmaschinen für Sausgebrauch und Gewerbe. Teilzahlung. Reparatur- Werkstatt für alle Gnfteme Emil Halbarth G. m. b. S.. Friedrich ftraße 55a. Merkur 6268. Teppich Thomas. 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Die ältere Form der industriellen Organisation, der Zusammenschluß der Unternehmungen in Kartelle, das heißt Verbände, die ihren Mitgliedern verpflichtende Maßnahmen in bezug auf die Verkaufspreise, Erzeugungsmengen, Abfahgebiete usw.( je nach der Beschaffenheit des betreffenden Kartells) vorschreiben, schien gegenüber den Bertruftungsvorgängen in den Hintergrund getreten zu sein. In der Wirklichkeit fielen die legteren Erscheinunger nur mehr ins Auge, die Kartellbewegung nahm aber weiter ihren BerDie volkswirtschaftlichen Wirkungen der Kartelle. Die Kartelle haben Anhänger auch unter den Volkswirtschaftlern. Was sind die volkswirtschaftlichen Wirkungen der Kartelle? Die unbedingten Verfechter des Organisationsgedankens begrüßen die Kartelle als eine Form der industriellen Organi fation, die unter Umständen einer höheren Organisationsform, den Konzernen den Weg bereitet. Sie betrachten die Kartelle ge riffermaßen als Borstufe zum Trust. Andere unterstützen die Kartelle aus dem entgegengeseztem Standpunkt, indem sie in diesen Abwehreinrichtungen der Mittel und Rleinindustrie gegen die Großkonzerne erblicken. Der dritte und wichtigste Standpunkt, von dem aus die Kartelle oft in Schutz برمج Dienstag, 9. Dezember 1924 genommen werden, ist die Ueberzeugung, daß die Kartelle als Regulatoren der Wirtschaft wirken, daß sie in die Anarchie der Produktions- und Absatzverhältnisse eine Ordnung hineinbringen, die der ganzen Bolkswirtschaft zugute fommt. Rann aber eine solche Regulierung durch Kartelle erreicht werden? Bor der Beantwortung dieser Frage müssen wir aber die Behauptung, daß die Kartelle diesen geordneten Zustand bereits jebt herbeizum Beispiel von Profeffor W. F. Brud im Archiv für Sozialgeführt haben, als einer geradezu lächerlichen Befangenheit entSpringnd, zurückweisen. Und trotzdem wird dies oder Aehnliches wissenschaften und Sozialpolint"( 3ur Systematik der Unters nehmungsformen) behauptet. Er scheut sich nicht, in seiner wissens fchaftlichen lleberheblichkeit zu erklären, daß alle Borschläge, vort den radikalen angefangen, welche die Kartelle ganz beseitigen wollen, bis zu denen, welche starke staatliche Eingriffe beabsichtigen, aus wirtschaftlicher Unkenntnis erwachsen, während sie das gewünschte Ziel gar nicht treffen. Er erffärt, daß es nicht festzustellen ist, inwieweit ein Monopoldiftat" der Kartella auf dem Gebiet der Preispolitik an der Preisgestaltung mitgemirit habe. Der Herr Profeffor möge nur die letzten Berichte über Kartellbildungen in Deutschland, Defterreich, Italien, Polen lesen, um zu sehen, daß die Preise der betreffenden Waren für die Kartelle gebildet Kartellbildung fich erheblich erhöht hatten. Andere Beschützer des Martellgedanfens, wie der oben erwähnte Dr. Tschiersky, bez haupten zwar die Möglichkeit günstiger Wirkungen der Kar telle für die Bolfswirtschaft, wenn sie auf ganz anderer Bajis als es heute geschieht eingerichtet würden, find aber objektiv genug, anzuerkennen, daß die gegenwärtigen Kartelle nur schäd liche Wirkungen haben. So schreibt Tschiersky über die Notwendigkeit der Rationalisierung der Kartelle", die Notwendigkeit der Abkehr vom Syftem der leichten Gewinnversicherung zur mirtfamen Produktions- und Abfagorganisation. Nicht im einfachen Diftat von Breisen und Bertaufsbedingungen, fondern im follefe tiven herauswirtschaften tonturrenalofer b fagperhältnisfe" mögen die Kartelle ihr Heil suchen. Icuf, ja sie wurde durch die Truſtbildung insofern noch gefördert, als Durchfallfeuche der Ludendorff- Armee. wurden; Buder, Betroleum ufm. on am Tage nach der achlreiche Unternehmer der Mittel- und Kleinindustrie durch die Kortellerganisation einen Schutz gegen die Konkurrenz der Truste fuchten. In den letzten Monaten ist ein neuer fräftiger Jug zur Kartellbildung überall zu beobachten. Wie ein hervorragender Kenner des Kartellwesens, Doftor Tschiersty in der Technik und Wirtschaft" Schreibt, weisen die jü igsten Erscheinungen auf eine neue Konsolidierung dieser Organisationsform hin, ganz im Gegensatz zu der verbreiteten Auffaffung, daß das Zeitalter der Kartelle im Untergang begriffen sei". Bollends trifft dies auf die internatio. nalen Organisationen des Eisen- und Stahltapitals usw. zu. Was hier vorbereitet wird und zum Teil bereits verwirklicht wurde, ist nicht eine fapitalistische Verschmelzung der schwerindustriellen Unternehmungen in den verschiedenen Staaten, nicht gemeinsame Bes teiligung an den Werten, sondern Kartellvereinbarungen, welche die Ausschaltung der Konkurrenz und die hochhaltung der Preise auf dem Weg der Preisvereinbarungen. Bestimmung der Erzeugungsquoten und Aufteilung der Abfahgebiete unter den Kartellmitgliedern zum Ziel haben. Solche internationalen Sartelle sind jetzt wieder im Entstehen begriffen; die Schaffung eines internationalen Rohstahlfartells wird zurzeit eifrig erörtert. Das internationale Schienenfartell soll bald wieder errichtet, das österreichisch- tschechische Stabeisenkartell erweitert werden usw. Aber auch die nationalen Kartelle innerhalb der einzelnen Länder mehmen in der legten Zeit überall einen wachsenden Umfang an. Aus Deutschland, Desterreich, Italien, Polen ufw. wird tagtäglid) die Kartellierung eines neuen Industriezweiges gemeldet. Eine jüngste Veröffentlichung der englischen Arbeiterpartei entwirft ein Bild von der geradezu vollkommenen Bertartellierung der meisten Industriezweige der englischen Industrie. Je fleiner die Zahl der Unternehmer in dem betreffenden Industriezweig ist und je mehr die von ihnen hergestellten Waren lebensnotwendig find, um so mehr wird die Schaffung und der Erfolg des Kartells erleichtert. Das Ziel der Kartelle ist die Ausschaltung der Konkurrenz. Die Eingriffe der Kartelle in die Bewegungsfreiheit ihrer Mitglieder find sehr verschieden. Während der Inflationszeit haben fie zumeist nur die Zahlungsbedingungen vorgeschrieben( Konditionsfartelle), die gegenwärtigen Kartelle hoben aber zumeist weitgehende Machtbefugnisse für die Preisfest fehung und Abjakverteilung. Die Kartelle verfügen über wirksame Waffen, um ihren Beschlüssen, fowohl den eigenen Mitgliedern wie Außenstehenden gegenüber, Geltung zu verschaffen. Außer Geldstrafen gehören Sperren, Entzug der Belieferung an unbotmäßige Elemente das deutsche Kartellgericht beschäftigt sich dauernd mit solchen Fällen, Bevor zugung der Warenabnehmer, melde die Preisvorschriften der Kartelle beobachten usw., zu ihrem Rüstzeug. Das Testament einer Frau. Bon Iwan Heilbut WOIhr Lieben! Ihr meint, die Lotte Wende sei gestorben? Da irrt thr sehr. Lotte Wende lebt auf einer Farm in Amerika fern sich nichts in ihren Lebensumständen geändert hat, feitdem sie mir den letzten Brief schrieb. Lotte Wende ift gleichaltrig mit mir, aber sie hat eine fräftigere Gefundheit als ich. Denn heute, da ich dies für euch niederschreibe, weiß ich, daß ich in den nächsten Tagen sterben muß. Lotte Wende aber möge noch lange auf ihrer Farm ein heiteres, gesundes Leben haben. Gewiß ihr haltet mich für irre, wo ich nun, am Ende meines Lebens, meinen Namen, den ich fiebengig Jahre lang ohne Mafe! getragen habe, zu verleugnen scheine. Doch es ist wahrheit: Ich bin nicht Lotte Wende! Ihr mußtet nicht besser, als daß dies mein Mädchenname wäre. Niemals hättet ihr es anders erfahren, wenn nicht mein Gatte vor mir von dieser Erde hinweggegangen wäre. Um feinetwillen.. Aber ich will euch die Beschichte nach threm Berlauf erzählen. Berzeiht der alten Frau, wenn sie geschwätzig weit zurückzuschweifen scheint. Es ist beinahe zum Lachen, meine Lieben, wie ich durch diese gefeßlich geregelte Belt mich hindurch geschlichen habe, ganz wie ein heimlicher Berbrecher, und niemand von euch hat mich entdeckt. Ja, denkt! www .. -wy o " Ruhe und Diät, Dagobert; dann wird's vorübergehen." Diät? Diäten wäre beffer!" ber Speise fann niemandem nützen; fpeise aber den Hungrigen am Stein der Straße, und er wird gesättigt sein. So ist es auch mit dem Namen. Ich dente, ihr versteht mich so. Es bleibt mir nicht viel Zeit zu schreiben, mein Arm ist schwach. Und meine fleine Entelin, die mir am Bette sitt, blickt mir von Zeit zu Zeit aufs Blatt, die Kleine liebt mich und sie fürchtet, daß mir das Schreiben schade. Wird euch nicht leicht sein, von Grund auf neu mich fennen zu lernen! Ich bitte euch, seid fachlich, wie ihr, die Männer ins besondere, den Ruhm der Sachlichkeit so gerne für euch geltend macht. Und denft: Es ist der Name nur der Name! Ich bin also in einem Dörflein in Friesland geboren nicht in Thüringen, wie ihr meintet. Lotte Wendes Wiege stand in Thüringens Bergen, ja, das ist wahr. Sara Polaty aber hat ihre Jugend auf Weiden und zwischen weiten Wehrenfeldern, in Torf und Moor, verlebt. Mein Vater war ein Bichhändler, o, ihr staunt. Nein, Farmer war er nie- vengebt mir. Oft trieben wir das Bieh auf stillen Wegen zum nächsten oder übernächsten Ort, wo Kirmes war. Dann standen wir früh am Morgen auf, ein junger Bursche, der Gesell, und ich. Der Geselle war ein wunderlicher Mensch, moie mir damals schien. Er achtete nicht auf die Ochsen, fie liefen quer ins Feld, er nahm mich nur an meiner Hand, und mandymal stand er still und sagte: Wie blant ist die Sonne am frühen Morgen! Und: Wie rein und blau ber Himmel! Und: Siehst du das Lerchsein, das so pfeift? Und dann fah er mich an, feufzte und wir gingen weiter. All meine Kindheit hatte ich mit ihm verlebt. So war ich fünfzehn Jahre alt geworden. Mein Mädchenname ist Sara Bolzfy. Nun werdet ihr wohl gleich an mein Bett eifen, meine stillgewordenen Züge betrachten- Da wurde der Gefelle frant, sehr front, meinte ich. Ich kann ein wenig gallige Gehäffigkeit träufelt eure Lippen, ich weiß, ihr zu ihm an sein Bett. Was wirst du tun, wenn ich sterbe?" alle habt die andere Rasse nie geliebt! und ihr werdet fprechen, fragte er da. ,, Dann werde ich vielleicht weinen," antwortete jeder von euch: Ich habe es längst geahnt, daß sie dem Wesen nach ich. Du bist das schönste Mädchen im Dorf," fagte er; weißt nicht zu uns gehörte." Aber legt eure Hand aufs Herz ja, du, mer das gesagt hat?" Wenn es so ist," gab ich zurüd, so euch schlägt es noch, meines aber steht ja num still, da ihr left: werden es wohl alle fagen." Du weißt nicht, wie schön du bist, Niemals habt ihr an mir zu tadeln gefunden, was euch so uner- wie vollkommen bein Wesen, wie wenig wert wir groben Hände wie euch bünft bittlich vom Menfchen der anderen Rasse, der deiner sind. Bliebest du sonst unter uns?" Wohin sollte ich wohl anderen Kultur unterscheidet und scheibet. Sollte es nicht etwa in diefer Welt?" fragte ich.- Das fragte ich ihn, well ich mich so sein, daß unser Berkündiger des Gesetzes nicht anders als der selber schon oft damit gequält hatte. Du weißt eben nicht, wer „ Du weißt eben nicht, wer eurine ben Menschen hat erziehen wollen? Unfer Lehrer lieble bu bist" fagte er, sonst würdest du nicht fo fragen. Aber du wirst fein Bolf mit der Liebe eures Meisters zu feinen Jüngern. Unser trobem balb von uns allen Abschieb nehmen und fort in die Stadt Lehrer hätte vor eurem Meister getniet, vor feiner großen Seele Ich sage es dir und rate es dir, siehst bu, ich zeige dir den Weg, aber er hätte nicht umfin fönnen zu lächeln über die Ungeheuer ebgleich ich weiß, daß mir das Herz darüber schmerzen wird ohne aber an feinem Kreuze hätte er ge. Ende. Aber einmal wird es ja doch geschehen lichkeit des Unterfangens zu deinem Blüd fniet und gebetet: Du, der gewagt hat, was ich mich nicht getraute geschehen und dann ich liebe dich. Ja. Leb mur glücklich, du. Das danke ich dir. du hast mich vollendet, du haft gefiegt. Ich glaube, ich bin so frant, daß ich nur im Bette Itegen fann, daß Dies habe ich nur gefchrieben, damit ihr ein wenig über euch du mich ansiehst. Du hörft mir zu, und wenn ich sterbe ich sterbe wie ihr, die Sicheren im Instinkt!, gerne neben gewiß nur, damit du weinst. Du wirst nicht lange weinen, aber nachdenken sollt mir habt leben mögen, ihr meine Söhne, Entel, Schwager. Nun, du wirst, wenn sich erfüllt, was ich dir prophezeit habe, oft an mich teh habe in all der Zeit nichts an Gara Polzty geändert, nichts von denken!" ihr verschwiegen, es sei denn der Name! Was aber ist der Name Seine Worte haben mir einen unzerbrechlichen Glauben an für ein lächerlicher Brauch! Ein schönes Geschirr ohne den Inhalt| mein gutes Geschick gegeben. Wäre diefer Mann nicht am Anfang dies PP Kleiner Umfah www son großer Nuzen! Für die Kartelle wird auch oft wie es auch bei Professor Brud geschieht die Tatsache ins, Feld geführt, daß ja auch der Staat, der Beschüßer der allgemeinen Interessen, die Kartell bildung oft felbft fördert, la fie erzwingt, wie dies bei den deutschen 3mangskartellen für Kohle und Kali der Fall ist. Der Staat tut meint Professor Bruck nicht um die Interessen der Kartellmitglieder zu fördern, sondern wegen der wirtschaftlichen und fozialen Vorteile der Kartelle für die gesamte Boltswirts schaft, wie Produktionssteigerung, Beschränkung der Konkurrenz, insbesondere bei Strifen, Vorbeugung gegen Arbeitslosigkeit, gleich mäßige und anhaltende Preisgeftaltung usw. Es ist aber eine grenzenlose Befangenheit, zu behaupten, daß die Kartellpolitik diese Ziele erreicht oder auch nur wesentlich gefördert hätte. Die Ar= beitslosigteit wurde zum Beispiel durch die Kartelle überall erhöht, statt verhindert. Die Kartetspolitik gründet sich auf eine über die Notwendigkeiten hinausgehende Produktionsein [ chränkung Da zur Hochhaltung der Breise, was der vornehm lichste Zwed ber Kartelle ist, verminderfes Angebot diefer Waren notwendig ist, fo gehört die bemußte Produktionseinschränkung zur Politik der Kartelle. Sie verfolgen diese Politit nicht, um eine Dolfswirtschaftlich berechtigte Regulierung der Produktion, entsprechend den Möglichkeiten des Absages und der Betriebsmittelbeschaffung herbeizuführen, sondern um die Profite au sichern. In der Tat fann festgestellt werden, daß in den letzten Jahren in den hochkartellierten Industrien bei geringerer Warenerzeugung auch absolut höhere Gewinne erzielt murden. In den Inflationsländern fommt dies infolge der Inflationsverluste nicht klar zum Borschein; nach der Stabilisierung der Währung wird sich aber auch in diesen Ländern dasselbe Bild zeigen. Staatskontrolle und Kartelle. Was aber den Staat anbelangt, der die Entstehung der Kara telle oft auch mit 3wang fördert die Kriegorganisationen in allen Ländern waren das vornehmste Beispiel dafür so geschah meines Lebens gewesen, jo hätte es nicht auf die Weise sich vollenden tönnen, wie es geschah. Uebrigens starb er nicht an seiner Krantheit, nach wenigen Lagen stand er auf und arbeitete wie zuvor. Es mag wirklich gewesen sein, daß er nur darum im Bette gelegen hatte, damit ich bei ihm figen sollte. Meine Mutter war aber eine überaus weitblickende Frau, fie fragte nicht lange nach seinen verborgenen Wünschen, sie untersuchte ihn auf ihre Art und sagte: Du bist gesund. Wenn du aber meinst, daß du besser im Bette bleiben müßtest, so will bid) niemand zwingen. Aber kranke Leute pflegen nicht zu effen und so wirst du dich zum Fasten bequemen müssen. Drei Tage lang blieb er beim Fasten dann stand er auf. Wenige Monate nach unferem Gespräch an seinem Bett verließ ich mein heimatsdorf. Es war im Jahre 1870. Ich fuhr in die Belt hinein, ich tannie feinen Menschen da draußen. In Berlin ftieg ich aus. Da war ein braufendes Leben, das ließ sich schlecht vergleichen mit unseren stillen Straßen zu Haus. Die Truppen Bogen in den Krieg gegen Frankreich. Die Kapellen spielten, die Menschen strömten mit und riefen. Ja, meine Lieben, es war nicht anders, als der Lärm, den ihr, die Jungen, mun felber mitgelärmt habt, mitgelebt und ihr dachtet wohl, das wäre ein Lärm! Es war noch niemals solch Spettatel ba?!- Hört mun: An der Spizze eines langen Zuges Don Fußsoldaten ritten drei Offiziere. Sie waren mit Blumen geschmidt. Der Alte war eisgrau, der zweite in mittleren Jahren, der britte war jung, nur um wenige Jahre weiter als ich und ich war damals fünfzehn Jahre, denkt euch, die füße Jugend. Und dieser Junge fah mich an mit feinen Augen. er warf sie und nahm eine Blüte aus dem Strauß, den er trug mir au, ich fing fie in der Luft. Ich lief neben dem Pferde und meine Sinne waren mir gang berauscht, als ob ich träumte; immer stampfte die Musik und die tausend Soldaten hinterbrein. Und immer die Leute, die riefen. Am Bahnhof stieg er vom Pferd und fprach mit mir. Ich sagte ihm, wie es um mich stand, und er besann sich nicht lange, er schrieb mir den Namen von guten Leuten auf, bei denen ich wohnen sollte bei denen ich wohnen sollte ohne Enigelt, wie er fagte. Ich meinte, das müßten vertraute Bekannte. fein und bedankte mich. Dann mußten wir uns verabschieden, aber wir hofften, noch einmal im Leben einander zu begegnen. In der Freude über mein unerwartet gutes Schicksal vergaß ich sogar, daß es der Krieg war, in den hinein er zog. Num holte ich erst recht tief Atem in der großen Stadt, die mich geängstigt und verwirrt hatte wie ein böser Traum. Erst als es Abend wurde, fuchte ich die bezeichnete Straße. Wie erschraf ich, als ich am Schild den Namen einer adligen Familie las. Es blieb mir aber nichts übrig, ich mußte hinein. Auf das Schreiben hin waren die alten Leute freundlich zu mir. Sie wiefen mir eine Stube unter dem Boben an. Ich verpflichtete mich aus freien Stücken aus Dankbarkeit zu ihren Diensten. Ein jeder Teil gewann bei diesem Abkommen, ich tat am Morgen die Hausarbeit, mache mittags war ich frei. fe Zufammenfassung der Unternehmer in einem Rartellverband rundfählich weder im Interesse der Unternehmer, noch infolge der leberzeugung von der Vortrefflichkeit des Kartellgedankens, sondern veil der Staat selbst durch seine eigenen Organe die Produktion eiten und fontrollieren wollte. Das Gewicht wurde nicht uf das Kartell, sondern auf die Staatskontrolle gelegt, zu eren Ausübung die Kartelle erst geschaffen wurden.( Daß dabei ie Preise hochgehalten wurden, damit die Kartellmitglieder reichich verdienen, gehört auf ein anderes Blatt, ändert aber nichts on er grundsäglichen Einstellung.) Die staatliche Unterstüßung der Partelle spricht in erster Linie für die Notwendigkeit der staatlichen Pontrolle der Produktion und Preispolitif. Es wird heute darüber estritten, ob auch die staatlichen und gemischtwirtschaft ichen Unternehmungen, die gemeinwirtschaftlichen Beriebe, den in den betreffenden Industrien errichteten Kartellen beireten sollen. Insofern sie dies tun, dürfen fie es als Bertreter der Algemeinen Gesichtspunkte nur deshalb, um innerhalb des Karells ihren Einfluß zur Wahrnehmung und Vertretung des öffent idhen Interesses geltend zu machen. Ja, selbst in solcher Form ist hre Teilnahme an den Kartellen. an denen sie auch materiell interffiert sind, nicht unbedenklich. Kartelle und Zölle. Mit der Kartellfrage hängt die der 3ollpolitit aufs engste usammen. Hochschuzzoll und Kartelle entstammen dem gleichen Rutterschoß. Unter dem Schutz der Zölle gedeihen die Kartelle, durch en Ausschluß der ausländischen Konkurrenz fönnen sie ihre Breife hne Mühe, ohne Verbilligung der Produktion, durch bessere Organintion der Industrien hochhalten. Selbst ein Beschützer des Kartelldanfens, wie Dr. Tichiersky, ist der Meinung, daß die 3ölfe iedrig gehalten werden müssen, wenn man aus den Karellen produktionsfördernde Einrichtungen machen will, batt ihnen im Schatten der Hochschutzölle ein Faulbett zu bereiten. Wir verkennen nicht die Schwierigkeiten der Kontrolle der Karelle, der Nachprüfung ihrer Breisfestsetzungen usw. Um so weniger, a die in den Kartellen zusammengefaßten Unternehmer auf die Berheimlichung der maßgebenden geschäftlichen Angaben länzend eingerichtet sind. Troßdem wäre es ein Zeichen der völliget Ohnmacht, auf eine wirksamere Kontrolle der Kartelle durch den Staat und die Deffentlichkeit zu verzichten. Es steht außer Zweifel, daß das deutsche Gese, welches ein Kartellgericht ür die Entscheidung in bestimmten Fällen ins Leben rief, gänzlich inzureichend ist. Die Gefeßentwürfe in anderen Ländern zur kontrolle der Kartelle gehen alle erheblich darüber hinaus. Das Schalten und Walten der Kartelle durch willkürliche Preisfestsetzung um Schaden der Verbraucher, durch willkürliche Produktionseinthränkungen zum Schaden der Arbeiterschaft, darf nicht geduldet verden. So schwer auch die Durchführung der Kontrolle fein mag, lie muß eingeführt und wirksam gemacht werden. ran vergessen. Wirtschaft A. H. Für eine Regierung, deren Beamte naturgemäß nicht auf allen| in der Betriebsrätezeitung für die Metalfindustrie zufolge- zu den Gebieten der Industrie und des Handels Bescheid wissen, ist es von ihm beherrschten 300 Unternehmungen etwa 20 neue unter selbstverständlich, daß sie sich die notwendigen Informationen durch seine Botmäßigkeit gebracht. Die Neuerwerbungen erstrecken sich Sachverständige einholt. Es müßte aber eigentlich eine Selbstver Werke wurden angegliedert und fünf Werke in der metallver= auf alle möglichen Industriegruppen. Fünf bedeutende chemische ständlichkeit fein, daß auch die Organisation zu Rate gezogen wird, arbeitenden Industrie. Auch in der Automobil imd die in uneigennützigfter Weise am besten in der Lage wären, objektive Delindustrie wurden neue Unternehmungen erworben, außerdem Auskünfte zu geben. Die Großeinkaufs- Gesellschaft Deutscher Kon- eine Anzahl Handelsgesellschaften im In- und Ausland. sumvereine, die den Konsumvereinen Lebensbedürftändische Filialen beziehungsweise Beteiligungen der Firma Stinnes nisse aller Art vermittelt, die selbst in großem Umfange wurden in Wien und Riga errichtet; in Norwegen hat der Stinnesimportiert, und die weiter durch den Betrieb einer großen An- Konzern eine Delgesellschaft gegründet. Mit dieser umgeheuren zahl von Fabrifen mit erstklassigen Sachverständigen aufwarten fann, Exponfion in wenigen Wochen," schreibt Frih König, hat der hat tein Profitinteresse. Die von ihr erbeilden Auskünfte zeitig den Beweis dafür erbracht, daß das Wort Kapital. Stinnes- Konzern entschieden einen Reford aufgestellt und gleich werden stets abgestimmt sein darauf. dem allgemeinen Wohl zu mangel für ihn ein fremder Begriff ift." dienen. Es müßte eigentlich gar nicht erst so weit tommen, daß sich mangel für ihn ein fremder Begriff ift." die Regierung auf diese Organisation aufmerksam machen läßt. Die in Betracht fommenden Instanzen, vor allem auch das Auswärtige Amt, müßten aus sich heraus die Großeinkaufs- Gesellschaft Deutscher Konsumvereine m. b. H. Hamburg auffordern, ihrerseits Sachverständige für die Handelsvertragsverhandlungen zur Verfügung zu stellen. Hoffentlich geschieht das jetzt. Die erste Goldverschiffung nach Deutschland. Die Morgan Company hat 2 900 000 Dollar auf dem Dampfer Mongolia nach Deutschland gesandt. Das Das Reichsgericht zur Preisregulierung der Konjumvereine. Das Reichsgericht in Leipzig, der höchste Gerichtshof Deutschlands, hatte fich fürzlich mit der Frage zu befassen, ob auch konsumgenossenschaften der Verordnung über den Aushang von Breisschildern unterliegen. Das Reichsgericht fam im Gegenfaz zu zahlreichen vorausgegangenen andersgerichteten Urteilen zur Bejahung der Frage. Das Reichsgericht, dem in seinem Urteil an fich ein Irrtum unterlaufen ist, hat zu seinem Spruch eine Begründung gegeben, die dennoch höchst beachtenswert. erscheint. oberste deutsche Gericht anerkennt in seiner Urteilsbegründung ( 2 D. 560/1924 VIII. 839), daß die Konsumgenossenschaften grundfäzlich keinen Handel, also auch keinen Kleinhandel treiben, und ferner, daß die Absicht der Gewinnerzielung bei den Konsumgenossenschaften nicht vorliege. Der höchste Gerichtshof führt weiter aus daß durch das vorläufig noch bestehende Gebot der Offenlegung der Preisverzeichnisse einer Uebervorteilung der Verbraucher vorgebeugt werden soll. Diese Verzeichnisse sollen den Kaufluftigen die Prüfung ermöglichen, ob die geforderten Preise angemessen oder ob sie in der Lage sind, das gewünschte Bedarfsgut aus einer anderen Quelle vorteilhafier zu beziehen. Dadurch werde zugleich auf die Verkäufer ein Drud dahin ausgeübt, daß sie ihre Breife möglichst niedrig halten. Da die konsumgenoffen. fchaften bestrebt feien, ihre Preise möglichst niedrig zu halten, so sei gerade dieser Umstand geignet, einer Berfeuerung der Lebensmittel entgegenzutreten und auf die allgemeine Breisbildung richtunggebend zu wirken. Diese Auffassung des Reichsgerichts wird man sich für alle Fälle merken dürfen. Reichshauptfaffe. Die bisher von zehn zu zehn Tagen veröffentlichten Uebersichten über die Kaffenbewegung bei der Reichs. hauptkasse gaben insofern fein zutreffendes Bild über die Finanzlage, als die Einnahmen und Ausgaben sich nicht gleichmäßig auf den Monat verteilen, sondern zu gewissen Zeiten je nach Lage der Bahlungstermine sich häufen oder hinter dem Durchschnitt zurüd längeren Zeitraum zusammengefaßt wird. Die lebersichten erbleiben. Die Uebersicht, wird flarer, wenn das Ergebnis für einen scheinen deshalb, wie amilich mitgeteilt wird, fünftig nicht mehr alle zehn Tage, sondern nur noch monatlich. Die vorliegende Uebervember 1924 ergeben bei 24 Bahlbagen einen Tagesdurchschnitt von rund 20,5 Millionen Reichsmart gegenüber 23.7 Millionea Reichsmart im Oftober. Der Tagesdurchschnitt der Auszahlungen beträgt menat. Der Ueterschuß für den Monat November beläuft sich rund 20.1 Millionen gegenüber 23 Millionen Reichsmart im Vorauf rund 10 Millionen Reichsmart 21,3 Millionen Reichsmert. Für die Monate April bis November im Bormonat beziffert sich der Ueberschuß auf 180,6 Millionen Mark. Verbraucher und Handelsverträge. Rürzlich wiesen wir darauf hin, daß bei den augenblicklich webenden Handelsvertragsverhandlungen und den Vorbereitungen ür die notwendigen Zollmaßnahmen Sachverständige aus 11len Streifen der Industrie, des Handels und der Wirtschaft hun aigezogen werden, mir die große Masse der Verbraucher hat Inzwischen erfahren mir, daß die Großeinfaufs Geficht ergibt folgendes Bild: Die Einzahlungen für den Monat No elifehaft Deutscher Konfumvereine m. b. S., der tonsumentenorganisationen mit einer Mitgliederzahl von girta 1 Millionen Familien angeschloffen sind, sich bereits an die ver chiebenan Ministerien gewendet hat, um zu den in Frage kommen en Verhandlungen hinzugezogen zu werden. Dabei hat sich heraus jestellt, daß ein großer Teil der Verhandlungen bereits abgeschlossen st, daß man aber trotzdem gern bereit sei, Wünsche und An egungen ontgegenzunehmen. Als ob das etwas Besonderes väre! Aufgabe der Verbraucher ist es, gegen die durch Profit interesse geleiteten Wünsche und Anregungen einzelner Gruppen er Privatwirtschaft fachlich Stellung zu nehmen. Am dritten Tage eigentlich erst erinnerte ich mich des schönen Difiziers, dem ich mein Glück verdankte. In der Nacht träumte ich, aß er über mir stünde und unaufhörlich Blumen auf mich niederegnen ließ. Das war ein wunderbares Gefühl. Am Tage begann th, die alten Leute heimlich auszufragen, sie erzählten gern und Ich wurde nicht jatt, ihnen zuzuhören. Es tam auch ein Brief, ein Bruß für mich war nicht vergessen. Aber der nächste Brief war bhon direkt an mich gerichtet, er sprach vom Wiedersehen. Da war leine Nacht mehr, in der ich nicht Träume träumte, füße, wie jenen Traum von Blumen, aber auch schwere, von Schlacht, Bunden und Tod. im September und Oktober. Der Stinnessche( Hugo Stinnes, Die ung heure Erweiterung des Stinnesfchen Privatfonzerns G. m. b. 5.) Privatkonzern hat in den Monaten September und Oftober der aufschlußreichen Zusammenstellung Fritz Königs Frühling die Stadt, ja, Deutschland überhaupt und für immer verlassen werde, um von Hamburg aus nach Südamerika zu reisen. Dort, in Brasilien, lebten ihre Eltern. Sie hatten vor einigen Jahren mit beharrlichem Willen eine Farm gegründet, num stand sie in Blüte und die Kolonisten sehnten sich nach ihrem Kinde. Das Mädchen lachte Dor Freude über die große Reise, über die stolze Farm, über die Eltern, welche sie liebten, die sie kaum mehr kannte. Ich saß dabei und freute mich anfangs über ihr ausgelaffenes Wesen. Und nachdem ich lange vor mich hingesonnen hatte ich weiß, daß ich damals gar nicht an etwas Bestimmtes gedacht hatte, fragte ich: ,, Wie alt bist du, Lotte?" „ Ich werde sechzehn, im Mai." ,, Lotte," sagte ich, ich bin frant oor Kummer im Herzen." Darauf erzählte ich ihr von meiner Begegnung, von den Briefen, die ich erhalten und von der Befürchtung, die ich hegen mußte." Lotte sah mich an und fragte:„ Kannst du nicht deinen Glauben ändern?" Meinen Glauben ändern, Lotte?" sagte ich.„ Ich glaube an die Worte von der Liebe des Menschen zum Menschen was fümmert mich der Name!" dein eigener Die alten Leute da sie num einmal wußten, wie ich auf ihre Mitteilungen aus seinem Leben bromunte überboten sich in ihrem Eifer, aller großen und kleinen Ereignisse, die ihm in dieser Stadt begegnet waren, sich zu erinnern. Und so erzählten sie denn eines Abends bei der Lampe ich lyieft, glücklich über alle Maßen, einen Brief in der Hand, eben hatte ich ihn erhalten, die Worte ,, Urlaub" und ,, Wiedersehen" leuchteten groß daraus hervor.. Und die Uten streiten miteinander um den Borrang, mir erzählen zu dürfen. Und sie erzählen mir an jenem Abend, kurz vor dem Weihnachtsfeste war's, von einem Säbelduell, das er mit einem Kameraden im Regiment gehabt, weil der in der Trunkenheit ihn ,, Jude" geschimpft" So denkst du recht," fagte sie.„ Aber höre hatte. ,, Geschimpft..", sage ich, ist es denn ein Schimpf, Name! Sara! Ist er denn niemais foutzig geworden?" ein Jude zu sein?" ,, D ja", jagen die Alten, beide auf einmai, „ Ich habe alle Briefe bisher mit meinem zweiten Namen ge und: ,, Er haßt sie auch von Herzen." Go", sage ich nur. ,,... Aber zeichnet. Aber zeichnet- Martha. So rufen mich auch die Alten im Hause." man sollte doch den Menschen vorerst darum achten, weil er ein Lotte bedachte sich lange. Und ich wartete, wie sie sich entscheiden Mensch ist." Die Alten sagen:„ Aber er schläft mit einem Juden würde. Denn ich wußte, daß sie meine Bitte erraten hatte. nicht unterm Dach; eher legt er sich auf die Straße." ,, Hat er bas wohl einmal gefagt?" frage ich. ,, Nein", fagt der Mann, er hat es getan." So...", sage ich. Und ich gehe hinauf. Da saß ich nun und hielt den Brief in meinen Händen. An die Wochen, die nun tamen, fann ich noch heute nicht denfen, ohne daß sich meine Stirn düster auf die Augen legt; und ich wundere mich, daß ich noch lebe, nach solcher Zeit. Es war, als ob ein schwarzer dichter Schleier, vor meine Seele gespannt, das Leben, bas mir so schön und gut erschienan war, verdeckte. So muß einem Gefangenen zumute sein, der weiß, daß er den Serter Zeit seines Lebens nicht verlassen wird. Ich ging umber, tat meine Arbeit, saß abends eine Weile bei den Alten, sie schwagten nach ihrer Art und ich ging hinauf, ohne Licht, und faß in meinem Zimmer, all mein Gefühl auf einen Punkt im Dunkeln gerichtet. Nach Mitternacht fleidete ich mich langsam aus. Alles war sehr schwer, des morgens wachie ich noch gequälter auf, als ich eingeschlafen war. Einige Tage vor eurem Weihnachtsfest traf ich das Mädchen, das uns morgens die Mitch zu bringen pficgte, auf der schneebedeckten Straße. Sie wurde von einigen Knaben mit Schneebällen beschessen und ich stand ihr bei, wir zielten und verteidigten uns gut. Dies Meine Gefecht erfrischte mich, ich war heiterer als sonst und ich zog Sie im Schlitten vor ihr Haus. Sie lub mich ein, wir wärmten uns der Stube. Da erzählte sie mir, daß sie mit dem kommenden " Gut, nimm du meine Papiere," sagte sie dann.„ Ich komme als Sara Polzky eher nach drüben als du zu deinem Glüd. Auf dem Ozean will ich den falschen Namen in die Tiefe werfen und wenn ich drüben bin, rechtfertigen mich meine Eltern. Du mußt aber immer, wenn dadurch etwas zu meinem Schaden entstehen sollte, beschwören, wenn dadurch etwas zu meinem Schaden entstehen sollte, beschwören, du hättest meine Papiere gefunden." So bin ich Lotte Wende geworden. Und da einer von ihren vielen Vornamen auch Martha lautete, konnte ich durch mancherlei Gefahr und Winkelzüge mich als die behaupten, als die ich zu gelten wünschte. Meine Eltern haben mir schnell vergeben um des Glüdes willen, das ich damit fand; ich bat fie und sie schrieben mir an einen vereinbarten anderen Ort... und auch der Geselle grüßte von Zeit zu 3eit. Hier in der Stadt galt ich als Farmerfind. Bei Tag und Nacht hab ich auf Wache gestanden, damit niemand mein Geheimnis erfahre. Wenn ihr mich fragt, warum ich vor soviel List, Betrug und Unruh mich nicht gefürchtet habe. so sage ich: Weil ich ihn liebte. Ja, meine Kinder, er war euer Bater. Und ich bin eure Mutter. So ist die Liebe. Seht mich noch einmal an. Bielleicht, wenn ein Lächein auf meiner Stirne ist, war mein lehter Gedante: Sie werden ihre Mutter auch ferner lieben, sie fennen sie ja Jahrzehnte lang und was sich nun verändert hat, ist nur ein Name. Die internationale Gefehgebung gegen Kartellübergriffe. In Norwegen wurde ein Gefehentwurf zur Bekämpfung des Preiswuchers ausgearbeitet, de insbesondere gegen die preistreibende Tätigkeit der Kartelle gerichtet ist. Der Entwurf verbietet die unzulässigen Formen des Organisationszwanges und testraft die von den Kartellen verhängten Sperren, denenzufolge außerhalb des Kartells stehende oder die Regeln der Kartelle nicht befolgende Firmen von Kartellmitgliedern nicht beliefert werden dürfen. Den Kartellen wird eine sehr weitgehende Auskunftspflicht auferlegt. Es werden verschiedene Kontrollorgane vorgesehen, ein zentraler Kontrollrat und fommunale Kontrollstellen, die in ihrer Zusammensetzung den deutschen Preisprüfungsstellen ähnlich find. Die gerichtliche Nachprüfung der Entscheidungen wird ermög licht. Wir möchten hier erwähnen, daß Entwürfe zur Regelung des Kartellwesens auch in Frankreich, Desterreich und der Lichechoslowakei ausgearbeitet wurden. Die Einzelheiten find noch nicht bekannt, doch sehen die erwähnten Entwürfe eine viel stärkere Beaufsichtigung der Kartellorganisationen, beziehungsweise der organisierten Machtpolitik vor als das deutsche Gesez. Der estnische Putschversuch. Die überrumpelte Arbeiterschaft. Aus Estland wird uns geschrieben: Der fommunistische Versuch in Reval, die Staatsgewalt durch einen Putsch an sich zu bringen. fonnte glücklicherweise sofort unterworden. Etwa 60 Putschyisten wurden zu Gefangenen gemacht und drückt werden. Das gewöhnliche Leben ist dadurch kaum gestört durch ihre Aussagen ist festgestellt, daß der Putsch von langer Hand jenseits der Grenze vorbereitet worden und auch zur Ausführung gelangt ist. Beweise der Absicht lagen freilich bereits Ausführung gelangt ist. Beweise der Absicht lagen freilich bereits früher vor, jetzt werden sie durch direkte Aussagen der Kombattanten bestätigt. Einige fagen unumwunden aus, daß fie in Petersburg refp. in Jamburg im Waffengebrauch Unterweisung erhalten hatten und auch mit Geld und Legitimationen versehen worden maren. Man hatte manche übrigens vor die Wahl gestellt: entweder nach Sibirien oder Estland. Es war schon lange fein Geheimnis, daß die Dritte Internatio nale mit Hilfe der aus Estland nach Rußland geflüchteten Kommunisten jenseits der Grenze einen Umsturz nach der Art, wie es in Georgien und Aserbeidschan geschehen ist, vorbereitete. Während der Hauptstab in Petersburg verblieb, wurden Agenten nach Estland ausgefandt und hier angeworben, deren Aufgabe es war, fleine, verschwiegene Stoßtrupps zu bilden, die dann vom Hauptstab dirigiert, mit Geld und Waffen versehen wurden. Der Prozeß gegen die 149 Kommunisten hat sehr viel diesbezügliches Latfachenmaterial ans Tageslicht befördert. Der Mord an dem fozialistischen Abgeordneten Na nilson am 26. Auguſt d. I. läßt Meuchelmord von den kommunistischen Hauptstellen gutgehießen und fich ebenfalls auf derartige Gruppen zurückführen. Wurde doch dieser niert anderen angekündigt, in erster Linie Sozialdemokraten und den verherrlicht! Das Schicksal Nanilsons wurde öffentlich und ungeUnabhängigen Sozialisten. Bald nach dem Mord Nanilsons wurde gedeckt, wobei die Polizei ebenfalls derartigen Stoßtrupps auf die in Dorpat eine Zentralorganisation für den Süden Estlands aufSpur fam. Die Anzeichen verdichteten sich zusehends, während die kommunistische Presse in Rußland davon ganz offen zu schreiben begann. In den legten Tagen des November schrieben die russischen Zeitungen von dem bevorstehenden Umsturz in Estland als von einer feststehenden Tatsache. Das brutale Urteil gegen die 149 Kommunisten ist auch aus diesen Zusammenhängen heraus zu erklären. In den letzten Tagen des November wurden die in Petersburg und Jamburg dazu eingeübten Leute über die Grenze nach Estland tomamndiert, die sich auf verschiedenen Schleichwegen in fleinen Gruppen nach Reval begaben. Hier stellten sie fich den Befehls. habern zur Verfügung, die sich ebenfalls aus Petersburg hierher begeben hatten. Obwohl das Vorhaben fein Geheimnis war, so blieb das„ Wie und Wann" in Dunkel gehüllt. Es verlautet jetzt, daß selbst die örtlichen Kommunisten, die nicht zu den Vertrautesten der Führer gehörten, von dem Vorhaben erst in dem Augenblick Kenntnis erhalten haben, als der Kampf bereits begonnen hatte. Und selbst die eingeschworenen Glieder der Steßtrupps hatten erst in dem Augenblick von dem Vorhaben erfahren, als ihnen der Befehl erteilt wurde, zu marschieren. Daß die Arbeitermassen nichts davon wußten und am Morgen des 1. Dezember ahnungslos in die Fabriken und Werkstätten eilten, versteht sich unter die en Umständen von selbst. Erst unter den Eingangstoren erfuhren sie etwas von der Sache, indem einigen gegenüber die Aufforderung zur Teilnahme an dem Putsch gemacht wurde. Mit einigen verschwindenden Ausnahmen lehnten die Arbeiter diese Aufforderung kategorisch ab und in sämtlichen Fabriken und Werkstätten Revals wurde am 1. Deember voll gearbeitet. Es ist kommunistische Lüge, daß die Arbeiter Revals diesen elenden Butschversuch gemacht hätten. Er wird von den Arbeitern auf das fchärffte verurteilt. Dieser Butschversuch zeigt mit veller Klarheit, wie unheilvoll und gefährlich die Nachbarschaft des fommunistischen Rußlands mit der Dritten Internationale namentlich den neuen fleinen Staaten ist. Anderen, dem Räte- Rußland entfernteren Staaten kennen diese Gefahr in dieser Form nicht.... Gefahr in dieser Form nicht.... Daher sind aber auch Selbsterhaltungsmaßnahmen. zu denen der Staat hier greift, in weiterer Entfernung psychologisch kaum zu verstehen... Am 4. Dezember wurden hier von den Opfern des Butschverfuches 21 Gefallene gemeinsam bestattet, unter ihnen auch der Verfehrsminister, Ingenieur Karl Kart, mehrere Offiziere, Polizisten und Private. Die Gesamtzahl der Gefallenen nebst der ihren Wunden erlegenen beträgt zurzeit etwa 25. Die Bestattungsprojeffion gestaltete sich zu einer großen, fpontanen De monstration zugunsten der Regierung, an der sich das Gros der Bevölkerung einschließlich der Arbeiterschaft- beteiligte. Todesurteile gegen Offiziere der Luftflotte. Reval, 8. Dezember.( Eigener Drahibericht.) Das Kriegsgericht in Reval verurteilte zwei Offiziere der Luftflotte zum Tode, die angeflagi waren, während des Aufstandes am 1. De. zember sich untätig verhalten zu haben. Das Urteil ist bereits vollftredt worden. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin B. 68, 2indenstraße 3, für Groß- Berlin ftets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trep. rechts, zu richten. Heute, Dienstag, den 9. Dezember: 27. st. 7 Uhr Funktionärstzung bei Senffer, Kopenhagener Str. 37. 31. Abt. 71 Uhr Mitgliederversammlung in der Schulaula Schönfließer Straße 7. Bortrag des Genoffen Kreuziger: Nach der Wahl". Jungjozialisten. Gruppe Süben: 8 Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Linden ftraße 3, Gruppenabend. Fortschung der Diskussion und Arbeitsgemeinschaft über das ,, Görliger Programm". Gruppe Tempelhof- Marien. borf: Die Bevanstaltung fällt aus. Nächste Zusammenkunft wird bekanntgegeben. Ansteckungsgefahren prompt entrinnt wer bei sich führet Formamint Das altbewährte, wohlschmeckende Mund- und Rachendesinfiziens. Erhältlich in Apotheken und Drogerien. Proben und Broschüren fostenlos durch Bauer& Cie., Berlin SW 48, Friedrichstraße 231 Theater, Lichtspiele usw. Th.l.Admiralspalast Allabendl. 84 Uhr Die größte | –GabardineRevue der Welt: 130 br.. r. Wolle. Morgen, Mittwoch, den 10. Dezember: 3. Abt. 8 Uhr Sahlabende: Lokal Gdjuiz, Stallschreiberstr. 29, Referent Genoffe Seidel, und im Lokal Krüger, Engelufer 23, Referent Genosse Sehner. 5. Abt. 7 Uhr in den Bubi- Sälen, Neue Königstr. 26, Mitgliederverfammlung. 86, 487 6. Abt. 7% Uhr Rahlabende: Bezirke 486, 487, 503 bei Büttner, Schwedter Straße 23; Bezirk 491, 495 bei Albrecht, Veteranenftr. 4; Bezirke 496-500, 505 508 bei Dobrohlaw; Bezirke 501, 502 bei Deblig, Schwedter Str. 237; Bezirk 504 bei Bardeleben, Rheinsberger Str. 46. 8. Abt. 7% Uhr Mitgliederversammlung bei Gründer, Schwerinftr. 13. Bortrag des Genossen Buttkamer. 12. Abt. 7% Uhr Abteilungsversammlung bei Schmidt, Wiclefftr. 17. 15. Abt. 7 Uhr bei Goldbach, Binetaplah 7, Mitgliederversammlung. Neferent Genosse Alfred Flabau. 20. Abt. 7 Uhr Zahlabend in ben bekannten Lokalen. 23. Abt. 7 Uhr Bahlabend bei Taube, Müllerstr. 62a, Bortrag des Genossen Schacht: Kirche und Kultur", und bei Lewandowski, Seeftr. 104. [ Ortskrankenkasse für die Gewerbe der Tischler und Pianofortearbeiter zu Berlin Am Donnerstag, den 18. Dezember 1924, nachm. 5 Uhr, findet im Reichenberger Sof", Neichenberger Str. 147, die Ordentliche Ausschußsizung statt, zu welcher die Bertreter der Arbeitgeber u der Versicherten hierdurch eingeladen find Tagesordnung: 1. Beratung u. Feftfegung des Voranschlags für d. Rechnungs jahr 1925 2. Wahl b. Rechnungsausschuffes für die Prüfung der Rechnung des Jahres 1924. 3. Gagungsänderung. Aenderung dez Dienstordnung. 5. Verschiebenes Der Borstand. 107-20 Fr. Meersbac), Borsiz D. Guhl, Schriftf. Noch and Noch 8.50 M., 9.75 M Pianos, Flügel Kostüm-, Kleider-, Staats- Theater Lessing- Theater 2 vorstellungen Futterstoffe Opernhaus Tägi. 8 Uhr: 7%: Der fliegend. Das weite Land Holländer in erster Besetzung 31 u. 8 Uhr Opernhaus v. Arthur Schnitzler Central Theater am Königsplatz 7 Uhr: Tiefland Triesch, Korff, Schroth, Hardt, Klein, Bonn Mittw. 4 Uhr kl. 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Nichtmitglieder fönnen eingeführt werden, Bezirksfilhrez laden cin. Die ärztliche Diagnose bel Ihrem Fuß:. Ziehen und rheumatismusartige Schmerzen in FUB und Beinrafche vorzeitige Ermüdung Senkfuẞ, Stechen im Ballenteil und Ferfe Brennen der Fußlohle Knick- und Spreizfuß/ Wadenkrampf Hammerzehen Fußgefchwulft Gelenkíchmerzen Neuralgie hartnäckige Hühneraugen bel Ihrem Schuh: Zu hoher Ablatz zu kurze Schuhe Ichiefgetretene Abfätze/ unrichtige Schnürung/ ungleichmäßige Abnützung der Schuhfohle Spitze, enge und kurze Strümpfe Verordnung Behebung der Urlachen nach dem wiffenfchaftlichen Dr Scholl's Fuß Pflege System Dasfelbe verbürgt fichere und dauernde Hilfe auch bei Ichweren Fällen durch die technische Zuſammenarbeit von Aerzten und Schuhfachleuten unterſtützt von wirk. Tamen, erprobten Hellbehelfen, welche der befonderen Eigenheit jeden einzelnen Fußes individuell angepaßt werden und in Aerztekreifen Weltruf belitzen. 180 Kostenlos Stehen Ihnen in unferen Filialen zur Verfügung: 1. 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Außerdem desinfiziert er das Innere der Schule und beseitigt den häßlichen Schweißgeruch. 3. Das Kukirol- Hühneraugen- Pflaster ist weltberühmt. Ein australisches Mitglied des Esperanto- Bundes setzte in der Bundeszeltung eine Belohnung von 5 Pfund Sterling aus für ein wirklich reelles Mittel gegen Hühneraugen, denn von allen, die er bisher versucht hatte, half ihm keins. Er erhielt etwa 50 verschiedene Medikamente aus Deutschland, England, Amerika, Frankreich, Spanien usw., kam aber nach reiflicher Prüfung zu dem Entschluß, die 5 Pfund Sterling an 5 Einsender von Kukirol zu verteilen. Ein solcher Wettbewerb für Fußbad und Fuß- Streupuder würde unbedingt ebenfalls zugunsten der Kukirolpräparate ausfallen, denn wir halten auf Qualität. Schieben Sie nun den Kauf der Kukirol- Weihnachtspackung nicht länger auf, damit sie der Verkäufer noch besorgen kann, falls sie schon ausverkauft ist. Mit einer Geschenk- Packung für 3 Mark berelten Sie Freude und sorgen außerdem für gesunde Füße. 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Bezirk bei Rigmann, Böhmische Str. 7; 95. Beşirt bei Bristow, Richard, Ede Schöneweider Straße: 96., 98., 99. Bezirt bei Barnstedt, Thüringer Str. 22; Siedlung im Bärwintel. 94. Abt. Rahlabende in den bekannten Lokalen. 95. Abt. 7% Uhr Abteilungsversammlung bei Grieger, Leffingftr. 9. Bor trag. Einladen. 98. Abt. 7% Uhr Abteilungsversammlung bei Teich, Knesebed, Ede Senderstraße. 103. Abt. Oberschöneweibe, 7 Uhr Rahlabend im Reichenfaal des Realgymna fiums. Reppelinstraße. Vortrag des Genossen Reinbold: Mehr Land dem Bolte". Lichtenberg. 114. Abt. 7 Uhr Mitgliederversammlung bei Lauter, Atroffener Straße 14. Vortrag. 115. bt. 7 Uhr 8ahlabende: 1. Gruppe Jungftr. 10; 2. Gruppe Jungite. 29 bei Lohan; 3. Gruppe Müggelstr. 26 bei Radtke; 4. Gruppe bei Geible, Kronprinsenste. 47. 117. Abt. 7½ Uhr gemeinsamer Rahlabend in der Schule Südstr. 63. Bortrag des Genossen Rogal. Bekanntgabe des WahTrefultats. 119. Abt. 7 Uhr im Cäcilien- nzeum, Rathausstraße, Aussprache über das Wahlergebnis. 122. Abt. Biesborf. Die Mitgliederversammlung fällt aus. 128. bis 130. Abt. Bankow. 7 Uhr Rahlabend in folgenden Lokalen: 1. Gruppe bei Majerowitsch, Berliner, Ede Railer- Friedrich- Straße; 2. Gruppe bei Mecs, Berliner, Ede Lindenpromenade; 3. Gruppe bei Dreier, Riffingenstraße 4; 4., 5., 6., 7. Gruppe bei Meier, Türkisches Belt, Breite Str. 14; 8., 9. Gruppe bei Dohnte, Wollantstraße. 140. Abt. Borfigwalbe. 7% Uhr Bahlabend bei Wottschach, Ernfifte. 1. Thema: ..Unsere Wahlen". Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 56. bt. Charlottenburg. Die Frau des Genoffen Louis Pfeifer, Rant ftoaße 60, ift plöglich verstorben. Beerdigung Dienstagnachmittag 34 Uhr in Stahnsdorf. Redner: Genoffe Pfarrer Bleier. Geschäftliche Mitteilungen. Eine schöne Sitte ift es, fich zu Weihnachten gegenseitig zu befchenben. Gar manchem wird es aber fchmer, das Richtige zu wählen. Viel foll es nicht tosten und doch freude machen. Da greife man aum Nüglichen. Sierau barf man mit Recht Maggis beliebte Erzeugnisse rechnen: Maggis Bürze, Maggis Suppen in Würfeln und Maggis Fleischbrithmilrfet. Sebes diefer Produkte vereinigt in feiner Art bie Borzilge pratiifcher Berwenobacte Gitte und Billigkeit. Wetter für Berlin und Umgegend. Noch vorwiegend betöltt. Diefiges Better. Etwas fühler. Für Deutschland. Uebriges Deutschland wie Berlin. Nur Dftdeutschlands Temperatur um und unter Rull. RS de se TIETZ Leipziger Strasse Wilhelm Busch Album. Humorist. Hausschatz mit 1500 Bildern. 356 Seiten, auf feinem holzfreien 2600 Papier. Halbleinenband. Stärker eleganter Ganzleinen- 3000 band Bilder zur Geschichte. Mit besonderer Betonung der Kunstgeschichte. Herausgegeben von Dr. Beyfert. Mit 630 Abbildungen, mit erläut Text. Lexikon format. 50 240 Seiten. Gebund. Statt 6,00 nur Frenssen, G. Latte Witt. Eine Erzählung aus der Ruhrbesetzung. 500 Leinenband. Hauptmann, Gerh. Die Insel der grossen Mutter oder Das Wander von le des Dames Ge- 650 bunden 6,00. 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