te.581 41. Jahrgang Ausgabe A nr. 296 Bezugspreis: hentlich 70 Goldpfennig, monatlic 8,-Goldmart noraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, Saar- und Memelgebiet. Defterreich, Litauen, Zuremburg 4,50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmar? pro Monat Der..Borwärts mit ber Sonntags beilage Bolt und Reit" mit..Gied. lung und Rleingarten fomie ber Unterhaltungsbeilage Seimmelt und Frauenbeilage Frauenftimme ericheint wochentäglich ameimal Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Abreffe: Sozialbemetrat Berlin' Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Goldpfennig) Anzeigenpreise: Die eini paltige Nonpareille. geile 0.70 Goldmart. Reklamezcile 1.- Goldmart. Kleine Anzeigen das fettgebrudte Wort 0,20 Goldmart( zuläffig awei fettgedruckte Worte), jebes weitere Wort 0.10 Goldmart. Stellengciuche das erfte Wort 0,10 Goldmart, fedes meitere Wort 0.05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 0.30 Goldmark. Eine Goldmart cin Dollar geteilt burch 4.20. Anzeigen für die nächste Rummer milffen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft. Berlin G 68, Lindenfiraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Donhoff 292-295 Berlag: Dönboff 2506-2507 Mittwoch, den 10. Dezember 1924 Bürgerblock- Diplomatie. Die Deutschnationalen und die Räumung der Kölner Zone. Nach den englischen Wahlen proflamierten die Deutsch-| Versailler Bertrag übernommenen Verpflichtungen in jeder Benationalen eine sich an England anlehnende antifranzösische Politik. Wir haben damals gleich nachgewiesen, daß dieser illusionäre Vorschlag auf eine beflagenswerte Unkenntnis der qusländischen Verhältnisse zurückzuführen war. Inzwischen haben sich Herriot und Chamberlain in Paris getroffen, und es hat sich gezeigt, daß England und Frankreich nicht daran denten, fich den Deutschnationalen zuliebe gegenfeitig in die Haare zu fahren. Jetzt schreibt die Kreuz zeitung", daß Deutschland in der Räumungsfrage das Dbjekt der englisch- französischen Verstandigung in weltpolitischen Fragen" geworden sei. Das schießt aber auch wieder über das Ziel hinaus. Einstweilen ist anzunehmen, daß England und Frankreich das Recht Deutschlands, die Räumung zum 10. Januar zu verlangen, anerkennen merden. Aus technischen Gründen megen der nicht ebenso rasch abzubauenden Ruhrbesetzung merden sie über eine gleichzeitige Räumung beider Gebiete der deutschen Regierung Vorschläge machen. Die Frage, ob geräumt wird oder nicht, ist von ungeheurer Bedeutung. Die Frage, ob ein paar Wochen früher oder später geräumt wird, ist von minderem Belang. An ihr einen Konflikt zu entfachen, der zu einer rückläufigen Entwiclung in der ganzen Räumungsfrage führen könnte, hieße die Interessen Deutschlands und vor allem des sesezten Gebiets schwer schädigen. Es wäre auch äußerst unpraktisch, da man fich in dieser Frage einer geschlossenen englisch- französischen Front gegenüber fände. ziehung nachkommen. Andererseits hat mit der Hinausschiebung der Räumung der Kölner Zone die vielgerühmte Außenpolifit des Kabinetts Marr- Stresemann abermals völligen Schiffbruch erlitten. Die Herren Mary- Stresemann, die in ihren Wahlreden immer wieder erklärt haben, sie zweifelten nicht an der vertragsmäßigen Räumung am 10. Januar, sind bitter enttäuscht worden; sie haben wieder ein am 10. Januar, find bitter enttäuscht worden; sie haben wieder ein. mal die trübe Erfahrung machen müssen, was von den Ver= sprechungen der Gegenseite zu halten ist. Da bis zum 10. Januar, dem trifischen Termin, wohl mit einer Neubildung einer Regiernug noch nicht zu rechnen ist, so wird das bisherige Kabinett die Folgen zu tragen haben. „ Germania" und den Borwärts", um schließlich Die Kreuzzeitung" wendet sich dann polemtsch gegen die folgendes zu erklären: Anstatt mit aller Energie auf dem unumstößlichen Recht Deutschlands auf. Räumung der Kölner Zone zum 10. Januar zu bestehen, versucht man so wieder, den Weg würdeloser und Lahmer Rompromisse zu befchreiten, ein Weg, der Deutschland nur nur immer weiter ins Verderben hineinziehen muß. Ein neues trübes Rapitel nachrevolutionärer deutscher Außenpolitik. " Die Kreuzzeitung" verrät mit bemerkenswerter Ungeschicklichkeit, warum sie in dieser Sache so forsch ist. Sie rechnet damit, daß die von ihr erstrebte Bürgerblod regierung erst dann ans Ruder kommt, wenn das würdelose und lahme Kompromiß" von der bisherigen Regierung abgeschlossen sein wird. Dann wird sie stolz erWir wissen nicht, ob die deutsche Reichsregierung diesen flären: Ja, wenn wir damals schon in der Regierung Standpunkt teilt. Aber schon der Umstand allein, daß sie gewesen wären, dann wäre so etwas nicht paffiert!" bisher forretter Weise geschwiegen hat, da sie sich noch und Ruhr schon von heute in einem Monat gleichzeitig geIn Wirklichkeit steht aber die Sache so: Würden Köln nicht im Besiz einer amtlichen Mitteilung über diese Ange- räumt, so würde dieser Tag ein nationaler Jubeltag fein. fegenheit befindet, hat ihr die heftigsten Angriffe der deutsch Aber auch wenn die gleichzeitige Räumung ein paar Wochen nationalen Bresse eingetragen. Die Kreuzzeitung" schreibt: oder Monate später kommt, so wird das immer noch ein Die Hinausschiebung der Räumung der Kölner Zone, durch die großer Erfolg der von der Sozialdemokratie befürein Borgang von unabsehbarer Tragweite ge- worteten und von der Regierung geführten Politik der fchaffen wird, bedeutet einen glatten Bruch des Versailler Verständigung sein. Die Deutschnationalen hatten ja Bertrages; der Beschluß beweist aufs neue, daß die Entente als Wirkung ihrer Politik die dauernde Befehung voraus das Versailler Diftat als nichts anderes betrachtet als einen gesehen, und Rhein und Ruhr vorläufig schon abgeschieden. Fezen Papier, den es nach Belieben beiseite schiebt, sobald die Dieser Erfolg fann freilich nur gesichert werden, wenn Bermeintlichen Interessen der Siegermächte in Mitleidenschaft ge- der bisherige Kurs der Außenpolitif nicht verlassen zogen werden. wird. Er würde schwer gefährdet werden, wenn wir eine Regierung befämen, die in ihrer Außenpolitik den possierlichen Kreuz- und Quersprüngen der deutschnationalen Bresse | folgte. Gegen den neuen Rechtsbruch der Entente muß aufs affer Ichärfste Proteft erhoben werden. Die deutsche Regierung muß unbedingt verlangen, daß auch die Gegner ihren im Deutschlands Zahlungspflicht. Herriot gegen Stresemann. K Paris, 9. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) In der französiſchen Kammer bildete am Dienstag eine von dem Reichsaußen minifter Strefemann im Sommer dieses Jahres abgegebene Erklärung, nach der Deutschland mit der Annahme des DamesBlanes feineswegs auf das ihm in Artikel 234 des Friedensvertrages zuerkannte Recht verzichtet habe, gegebenenfalls eine neue Nachprüfung feiner Zahlungsfähigkeit und eine Abänderung der Zahlungsbedingungen zu verlangen, Gegenstand einer parlamentarischen Anfrage. Unter Hinweis darauf, daß diefe Auslegung im Widerspruch ntit den Prinzipien des Londoner Abkommens stehe, ersuchte der Abgeordnete Riot die Regierung um Bekanntgabe des offiziellen französischen Standpuntte s. Dieser wurde von er riot dahin zusammengefaßt, daß durch das Gutachten der Sachper ständigen die deutsche Zahlungsfähigkeit und Zahlungsmodalitäten ein für allemal und endgültig festgelegt feien und daß es, da Deutschland andererseits sich zur loyalen Erfüllung des Dawes- Planes verpflichtet habe, über diese Frage faum einen 3weifel geben fönne. Die Kammer nahm diese Erklärung ohne Diskussion zur Kenntnis. nurde über die Einrichtung einer besonderen Dienststelle erzielt, die die französischen Bestellungen zusammenfaßt und ihre Ausführung und Berteilung überwachen soll. Rechtsgültigkeit der 3. Steuernotverornung Bestätigung durch Notgesetz. Amtlich wird mitgeteilt: Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Posticheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depostenfañe Lindenstraße 3 Ihr Erfolg. Die wohlverdienten aber nicht erhaltenen Prügel. Die Deutschnationalen fönnen sich noch immer nicht fassen vor glücklichem Erstaunen darüber, daß fie am 7. Dezember die Prügel, die sie sich so reichlich verdient hatten, nicht bekommen haben. Es braucht nicht verschmiegen zu werden, daß man auch in nicht deutschnationalen Kreisen dieses Erstaunen teilt. Wohl in allen politischen Lagern war man der Meinung, daß die Sozialdemokraten gewinnen, die Deutschauf der einen Seite, der Beruste auf der anderen gingen die nationalen verlieren würden, nur über die Größe der Gewinne Meinungen auseinander. Nun hat sich nur der eine Teil der allgemeinen Voraussicht erfüllt, der andere ist enttäuscht worden. Deutschnationalen, sie hätten noch gewonnen, auf ziemlich Dabei muß bemerkt werden, daß die Behauptung der ist, das sind 4,5 vom Hundert. Zugleich ist die deutschnationale schwachen Füßen steht Man muß nämlich bedenken, daß die Bahl der gewählten Abgeordneten von 472 auf 493 gestiegen Hundert. Der deutschnationale„ Gewinn" beschränkt sich also Fraktion von 106 auf 111 angewachsen, das sind 4,7 vom darauf, daß die deutschnationale Fraktion im Verhältnis ihre alte Stärfe behauptet hat, während der sozialde motratische Gewinn den durchschnittlichen Zuwachs um 25 vom Hundert übersteigt. Tatsache bleibt jedoch: Die Deutschnationalen haben sich gehalten! Ihre moralische Katastrophe vom 29. Auguft hat ihnen keine Berluste an zahlenmäßiger Macht zugefügt. Wie ist das zu erklären? Der nächstliegende Erklärungsgrund ist schon oft angeführt worden: es ist der alle Erwar tungen übertreffende Zusammenbruch der sog.„, nationalisti fchen Freiheitsbewegung" und das Verschwinden des deutschfozialen Knüppelsplitters. Dadurch find rechts 36 Mandate verloren gegangen, von denen die Deutschnationalen nebst Landliste 5 erwerben fonnten. Die früher nationalsozialistischen nationalen zugute gekommen und haben ihre sich lichtenden oder deutschsozialen Stimmen sind zum Teil den DeutschReihen wieder aufgefüllt. furrenzparteien ist auf ihre Radaupolitik und ihre innere ZerDer Zusammenbruch der kleineren nationalistischen Konfegung, die ihnen jede Stoßtraft raubte, zurückzuführen. Rein äußerlich gesehen hatte die Ludendorff- Gruppe im Wahlkampf eine geradezu glänzende Position. War sie es doch allein das die Deutschnationalen im Mai ihren Wählern gaben, gedoch allein neben den Kommunisten, die das Bersprechen, schloffen gehalten, die einstimmig gegen alle Dawes- Gefeße ge stimmt hatte! Welche glänzende Gelegenheit für Ludendorff, Revanche zu nehmen! Es ist nichts daraus geworden, und an Tirpik für das jüdische Tannenberg". vom 29. Auguſt auch Mar Maurenbrechers Einspringen in legter Stunde hat den Nationalsozialisten feine Stimmen gebracht. So hatten die Deutschnationalen gut lachen, die politische Unfähigfeit der Konkurrenz war noch größer. Für die Nationalfozialisten gilt der Spruch Lessings: Daß Glüd ihm günstig sei, Was hilft's dem Löffel! Denn regnet's Brei, Fehlt ihm der Löffel. Das Gleiche gilt bis zu einem gewissen Grade auch von der Deutschen Boltspartei. Ihr fehlte nicht die Kraft, die Deutschnationalen anzugreifen, sondern der Wille. Sie stellte den Burgfrieden im Bürgerblod, den sie offenbar mit dem Vaterland verwechselte, über die Partei und verzichtete auf Gewinn zugunsten der Deutschnationalen. So hatten die Deutschnationalen von teiner ihrer Nachbarparteien zu be= fürchten, daß sie ihnen Abbruch tun fönnte, fie waren sozufagen nach beiden Seiten gepolstert und auswattiert. Alsbald nach Verkündung der dritten Steuernotverordnung hat das Reichsgericht ihre Rechtsgültigkeit eingehend geprüft und ausdrücklich festgestellt. Trotzdem ist die Berordnung auch noch in neuerer Zeit vielfach als ungültig bezeichnet worden; mehrfach sind Gerichte über die Entscheidung des Reichsgerichts hinweggegangen, und einzelne Mitglieder des höchsten Gerichtshofs selbst haben sich für ihre Person in öffentlichen Rundgebungen in Gegensatz zu der Auffassung des Reichsgerichts gestellt. Hierdurch find in weiten Bolkskreisen 3 weifel an der Rechtsgültigkeit der Aufwertungsvorschriften wachgerufen. Dazu kommt, daß in neuerer Zeit als das Reichsgericht und das Kammergericht für einzelne Durchso führungsbestimmungen, die zum Teil in untrennbarem Zusammenhang mit den Vorschriften der dritten Steuernotverordnung stehen, in der Ermächtigung des§ 64 dieser Verordnung keine ausreichende Rechtsgrundlage erblickt haben. Damit ist auf dem weiten Gebiete der Aufwertung eine Unsicherheit in der Beurteilung von Rechten und Pflichten eingetreten, die die Grundlage des kredits bedroht und damit eine ernste Gefahr für die Gesamtwirtschaft, insbesondere die Erhaltung der Steuerfraft und der Währung, schafft. Ein Schiedsspruch über die Sachlieferungen. Paris, 9. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Im Schoße des auf Grund des Londoner Abkommens eingesetzten gemischien Komitees für die Sachlieferungen war es über gewisse Einzelheiten zu Die öffentliche Sicherheit und Ordnung, ohne die Meinungsverschiedenheiten zwischen den deutschen und der Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft nicht möglich ist, find den alliierten Mitgliedern gekommen, die zur Ernennung des schme- bedroht. Der Reichspräsident hat sich daher auf Vorschlag der dischen Bantiers Wallenberg als neutralen Vorsitzenden geführt Reichsregierung entschlossen, die Vorschriften der dritten Steuernothatten. Dieser hat, nachdem er sich in mehreren Sizungen über verordnung und der Durchführungsverordnungen in eine gemäß Die von beiden Parteien vertretenen Thesen informiert hat, sich für| Artikel 48 der Reichsverfassung erlassene Rechtsverordnung zu überfeinen Schiedsspruch eine Frist von 10 Tagen ausgebeten, die er nehmen. Damit ist bis zu der bevorstehenden Regelung der Aufdazu benußen will, die Auffassung unbeteiligter Sachverständiger auswertung im Wege der Gesetzgebung ein gesicherter Rechtszustand geben Kreisen der Industrie tennen zu lernen. Die vier Unter- schaffen. fommiffionen des Komitees für die Transportfragen sowie für die In Berbindung hiermit find die Ausschlußfristen ber Lieferung von Koh'en, Farbstoffen und chemischen Erzeugniffen haben dritten Steuernotverordnung und ihre Durchführungsbestimmungen inzwischen ihre Arbeit wieder aufgenommen. Eine Berständigung bis zum 31. März 1925 verlängert morden. die fie fich an hohen Feiertagen manchmal noch bezeichnet, Wäre die Deutsche Volkspartei die ,, liberale Partei", hätte sie in diesem Wahlkampf der Reaktion schweren Schaden zufügen fönnen. Sie hat darauf verzichtet, um der Bruderpartei", in der ebenso viele Industriemagnaten sizen stillen Hoffnung, die Tatsachen würden ohnehin zu ihren wie in ihr selbst, nicht wehe zu tun, zugleich aber auch in der Gunsten sprechen. Und diese Hoffnung schien ja auch berechtigt. Denn im Berhältnis zu den Deutschnationalen war sie ja noch tonsequent gewesen, sie war still und behutsam in die Erfüllungspolitif" hineingeschlüpft, während die Deutschnationale Partei am 29. August zur einen Hälfte mit ungeheurem Gepolter in sie hineinfiel. Allgemein rechnete man in volksparteilichen Kreisen troz ,, Burgfrieden" mit einem starten Anwachfen der eigenen Partei und mit erheblichen deutschnationalen Verluften. Darum trat man furz. Jegt sind die Gesichter lang. " nalen Anhängerschaft gänzlich unpolitisch ist. Wäre Es hat sich eben gezeigt, daß die Masse der deutschnatiosie politisch interessiert, so wäre sie nach dem 29. August in Scharen teils zu den Nationalsozialisten, den geschlosse= schlossenen Jasagern, abgewandert. Sie hat das nicht nen Neinjagern, teils zu den Bolfsparteilern, den ge= getan, sondern sie hat sich für die Ja- und Neinpartei ent schieben, weil sie sich über die politischen Borgänge überhaupt feine Gedanken macht. Eine geldkräftige Minderheit in ihr hat sich mit aller Gewalt für die Deutschnationalen eingesetzt, weil sie ihre Wirtschaftsintereffen bei ihnen am besten gewährt glaubt. Das sind die Hochschutzöllner und Scharfmacher, die schon früher in der Rechten des Reichstags ihre eigentliche Kerntruppe sahen und die Nationalliberalen nur als Hilfstruppen einschäßten. Die nationalliberale Partei hatte immer neben ihrem tapitalistischen Charakter einen gewissen Oberlehrer- Idealismus, der mitunter störend wirfte; ganz rechts aber war man ftramm bis zum letzten Mann. Nun hat die ausgesprochene Partei der Rapita listen und Großagrarier durch ihren Bresselärm und durch ihr Schwarzweißrotgeschwente breite urteilslofe Massen hinter sich gebracht. Alles, was an der Wiederfehr Der guten alten Zeit" interessiert ist oder interessiert zu sein glaubt, hat dabei nach Kräften mitgeholfen. Den Massen aber war die voltsparteiliche Politik die voltstaiser liche, für vorläufig unabsehbare Zeit auf dem Boden republitanischer Tatsachen stehende, die schwarzweißrote mit der fleinwinzigen schwarzrotgoldenen Gösch, die im Reich zum Bürgerblock steuernde, in Preußen die Koalition mit Seve ring verteidigende foll man sich darüber wundern? tompliziert. สิน Bir brauchen uns darüber nicht zu wundern und nicht darüber zu flagen. Immer deutlicher zeigt sich eine Scheidung der Massen: die einen wollen innerhalb der SozialdemoPratie oder mit der Sozialdemokratie eine republikanische Politif des Friedens und des sozialen Fortschritts treiben, die anderen laufen dem Köder eines Scheinpatriotismus nach, den ihnen die Bartei des Großfapitals und der Großgrundbesitzer lodend hinhält. Aus Begeisterung für Schwarzweißrot oder einem dumpfen Anhänglichkeitsgefühl an eine Bergangenheit folgend, deren Glanz fie freute, obwohl sie an ihm nicht teilhatten, ftimmen fie für Brotverteuerung und Elsstundentag! Darüber dürfen wir uns nicht täuschen: Alle Parteien, nicht zuletzt die deutschnationale, haben in ihren Reihen Leute, die nach ihrer wirtschaftlichen Lage und ihrer sozialen Stellung eigentlich zu uns gehören. Diese Unpolitischen zu politisieren, muß unsere Aufgabe sein. Wir werden sie lösen, und wir fönnen heute mit der Zuversicht an sie herantreten, die uns unser Sieg vom 7. Dezember verleiht. So sehen sie aus. 5 het bund immer fort herumtrampelt, und mit der es fich ebenso verhält, wie mit der Stellung der offiziellen Sozialdemokratie zur Religion überhaupt. Diese Haltung fenne ich, fie erschreckt mich nicht. Aber mir ist das Zentrum bei näherem 3usehen doch zu bürgerlich", zu sehr mit der alten Politit verflochten. Und ich möchte deshalb heraus. Nun bleibt mir nichts anderes übrig, als mich doch nach einem Blag in der Sozialdemokratie umzusehen. Ich verfolge forgfältig die Berhandlungen der preußischen Nationalversammlung und ich unterschreibe jedes Bort freudig, das dazumal von den sozialistischen Ministern gesprochen wird. Ich glaube an die Zukunft der sozialistischen Idee. Menn nur mein Eintritt möglich wäre. Ich tomme nicht, um Geschäfte zu machen. Ich biete auch nichts an, was ich nicht habe. Ich bin nicht Materialist", ich bin auch nicht orthodoxer Marxist. Aber Sozialist bin ich. Und als solcher möchte ich dienen, wenn man meinen Dienst annimmt." So bot Herr Pfarrer Haeder im Mai 1919 demütig und ergeben seine Dienste der Sozialdemokratischen Partei an. Heute steht er im Lager der erbittertsten Feinde der Sozialdemokratie und ruft mit geschwellter Brust zum Kampfe gegen den„ Marrismus" auf. Es geht doch nichts über die Grundsatztreue eines deutschnationalen Agitators! Nach den Wahlen. Beratungen der Regierungen und der Fraktionen. Das Reichsta binett tritt erst heute, nach Rück fehr des Reichstanzlers Marg nach Berlin, zusammen. Der preußische Ministerrat von gestern nachmittag beschäftigte fich nur mit laufenden Angelegenheiten. Zum Wahlausfall nahm er noch keine Stellung. Auch der Termin für die Einberufung des neugewählten Landtags wurde noch nicht festgelegt. Der Borstand der Boltspartei tritt, wie Ill. meldet, heute zusammen und wird die Haltung der Partei in Breußen von der Entwicklung der Dinge im Reich abhängig machen. Der deutschnationale Parteivorstand versammelt sich am Freitag. Die demokratische Reichstagsfraktion will sich am 16. Dezember verfammeln. Wie von demokratischer Seite mitgeteilt wird, hält es die Partei für selbstverständlich, daß die stärkste Fraktion auch den Reichstagspräsidenten stellt. Für Preußenkoalition auch im Reich. Löbes Gegenwartsprogramm. Breslan, 9. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) In der„ Bolks. wacht veröffen licht Genoffe Paul Löbe einen Artikel zur Frage der Regierungsbildung, in dem er ausführt: Aus der Vergangenheit eines deutschnationalen Agitators. Neben zahlreichen ähnlichen Gestalten betätigt sich in Berlin als deutschnationaler Bahlagitator der Pfarrer Haeder von der Lutherkirche, der mit Borliebe in den Verfammlungen der nationalen" Jugendbünde und der solda- Der Bürgerblod sei im Reich wohl rechnerisch möglich, tischen Berbände spricht und dort auch gern die Bannerweihen wird aber nur etwa 20 Mandate über die Mehrheit haben. Sein pornimmt. Wie es mit der Vergangenheit dieses deutschnatio- ichwacher Punkt sei das Zentrum, deffen Wirth- Flügel nach dem nalen Pfarrers und Agitators bestellt ist, geht aus einem im Wahlausfall zu einer Bergewaltigung der Linksparteien erst recht #Berliner Tageblatt" veröffentlichten Briefe hervor, den Herr nicht die Hand reichen werde. Ebensowenig sei eine Links regie Haeder am 29. Mai 1919 an den Genoffen Ha e nisch richtete, rung möglich, da dazu immer noch 20 Kommunisten zu viel und der damals das Amt des Kultusministers inne hatte. In 20 Sozialdemokraten zu wenig gewählt worden seien. Eine starte diefem Briefe teilte Herr Haeder mit, daß er schon im Herbst Mehrheit würde die große Koalition, die Breußentoalition, 1917 vor dem Entschluß gestanden habe, sich der sozialdemo- auch im Reich haben. Zwischen ihr und dem Bürgerblod stehe jetzt fratischen Mehrheitspartei anzuschließen, nachdem er schon die Wahl. Die Sozialdemokratie müsse attiv in die Regierungs. längst vorher starte Sympathien für die Sozialgestaltung eingreifen und ihren Anhängern faget, baß mit einer demokratie empfunden" hätte. Leider habe er es damals solchen Koalition natürlich feine rein sozialistische Politik zu treiben unterlassen, feinen Entschluß auszuführen, und da er nach der fei, zu der das Volk noch nicht die Vollmacht gegeben habe. Aber Revolution befürchtete, bei der Sozialdemokratie mit dem eine solche Roalition fönne Schritte zur weiteren Gefundung unter. Lächeln der Verachtung empfangen zu werden", habe er in nehmen und soziale Bunden heilen, wenn sie etwa folgendes Gegenfeiner Berlegenheit schließlich das Zentrum gewählt. wartsprogramm annehme: Nun schüttet der zum Zentrum gegangene evangelische Pfarrer vor dem sozialdemokratischen Kultusminister sein befümmertes Herz aus: ,, Aber nun fomme ich doch nicht mit dem Zentrum aus. Nicht wegen seiner fonfeffionellen Haltung, auf der ber evangelische Gruß an die englischen Quäker. Bon Armin L. Wegner. In diesem Jahre finb brei Sahrhunderte feit ber Gründung ber Qualer durch George Foch vergangen. Die Insel eurer Freundschaft liegt hinter mir. Noch einmal, gute Freunde, laufche ich aus der Stille unserer Wälder zu euch hin. über. Noch einmal empfinde ich das große Gefühl, da ich im Dunkel zuerst die englische Küste betrat und milde Feuchte mir von ben nebligen Wiesen entgegenwehte. Wie tam es, nach den Reisen burch so viele Länder, daß ich so spät zum erstenmal diefe nahe Küste berührt? Noch einmal dente ich an die Stunde, da ich in dem gleichen Dunkel Abschied nahm und schon die füße Reife des Herbstes aus der feuchten Scholle zu atmen schien. Ein langer Bunsch ging in Erfüllung: Ich bin mit euch durch die Luft und die Trauer eurer Städte gegangen. Ich habe mit euch an euren Lischen gefeffen, in euren Kammern geschlafen. London, die Wölfin, riß mich an thre Bruft. Aber unbekümmert ging ich durch das Batter ihrer tödlichen Zähne; denn über meinem Haupte fühlte ich die Hand eurer Gaftlichkeit. Ihr räumtet mir euer Haus, eure Bettstatt ein, nicht 1. Beitritt Deutschlands zum Bölferbund und weitere Ber föhnungspolitik mit den ehemaligen Kriegsgegnern. Sie eröffnet am ehesten Aussichten auf weitere Räumung deutschen Ge. bie tes und die friedliche Lösung etwa noch eintretender Diffe. renzen. einem Wintel Schottlands fangt ihr voll rührender Einfalt mir deutsche Lieder vor. In einer Bersammlung geschah es, daß aus eurer Mitte mir die Gestalt eines blinden Greises nahte und tastete nach mir, die Hand des deutschen Freundes zu fühlen. Ich denke zurüd und taum gelingt es mir, all eure Namen zu nennen, eure Gefichter zu unterscheiden. Aber ich sehe noch einmal den Glanz eurer Stirnen wieder, ihr wunderlichen Männer und Frauen, viele, viele zwischen den Röpfen einer lauschenden Menge, haftig gedrückte Hände auf Korridoren, im Gewühl des Bahnhofs, und ein Lächeln, das mir von einem greifen Geficht zufällt, wie die letzte Blüte eines sterbenden Baumes. Wie kam es nur, daß eure Hand mich zuweilen berührte, mich, den ihr niemals gesehen, zärtlich, als wolltet ihr mich um Bergebung bitten für eine Tat, die ihr niemals getan. Die ihr mit maffenlofen reinen Händen im Ge. fängnis faget und durch die Tapferfeit eurer Güte noch eure Wächter und Henfer entwaffnet habt. Was war es nur, was mich in eurer Mitte so sehr bewegte? War es das einfame, von Nebel verhängte Band, über dem die Trauer des Regens hing? War es die Gewalt eurer mächtigen schwarzen, von dem düsteren Gößen der Maschinen durchbebten Städte? War es die Güte und die Sanftheit eurer Borte, die Gaftlichkeit eurer Häuser, das Neue und Ungewohnte, das mich umgab? Oh, meine Brüder, ich bente, es war die Liebe! zu jener feinen aber engen Geneinschaft über den Staaten, die sich zu den Aermsten hinabbeugt, den Hungernden und Berirrten in den Ländern? Denn Gott ist das Gute in uns. Und soll eure Tat leichter wiegen, weil auch ihr von einem Gewitter der Finsternis umgeben feib wie wir? Ist es nicht schön, für Stunden die Augen zu schließen, nur das Säufeln des Windes zu hören, der durch die Blätter geht und nicht zu glauben, daß fern hinter Wolfen roch immer der Stern steht, finster, blutdürftig und voll Rachegebanten? 2. Ablehnung des Hochschutzolles für Getreide und A5schluß günstiger Handelsverträge mit allen Nachbarstaaten. Sie allein fönnen der deutschen Industrie zum weiteren Aufschwung verhefen und dem deutschen Arbeiter dadurch günstigere Erwerbs. möglichkeiten bieten. 3. Vereinfachung und Neugestaltung des Steuersystems, das in gerechter Weise den Besiz erfassen, besonders die Inflationsgewinner durch eine Vermögenszuwachssteuer heranziehen und die Lücken der Erbschaftssteuer wieder ausfüllen, sowie die Politik der Erleicherung, wie sie in den letzten Monaten begonnen wurde, fort. führen muß. Don 4. Bollziehung des Achtstundenablommens Washington, Beschäftigung für Erwerbslose. Aufbesserung der Renten für Kriegsopfer und Sozialrentner 5. Soziale Aufwertung für Sparer, Anfethebesizer und hypothefengläubiger über den Rahmen der dritten Steuernotver ordnung hinaus unter Ausschaltung aller Spekulanten und reichen Gläubiger. 6. Energische Förderung von Wohnungsbau und Sied. lungswesen in Gemeinschaft mit den Landerregierungen. 7. Reform des Strafrechts, Berufung für Volksgerichtsurteile, Beseitigung der Ausnahmeverordnungen, Reichsgesetz zum § 48 der Verfassung. Scheitere die Regierungsbildung auf Grund eines solchen Gegenwartsprogramms an der Weigerung der Deutschen Boltspartei oder einer anderen Gruppe und zwinge man dem Bolt trop des Wahlergebnisses eine Art Bürgerb'od auf, dann bilde dieses Programm die Grundlage für den Kampf der sozial. demokratischen Opposition. Die Zustände im Saargebiet. Deutsche Noten an den Völkerbund. Das Auswärtige Amt veröffentlicht in einer Broschive den Notenwechsel über die franzöfifchen Schulen im Saargebiet. Zum Schluß wird eine bisher noch nicht bekannte deutsche Note vom 1. Dezember 1924 an den Generalsekretär des Völkerbundes wiedergegeben, die unter Hinweis auf den Notenwechsel mit der französischen. Regierung der Erwartung Ausdrud gibt, daß der Bölkerbund Maßnahmen treffen wird, um die Verhältnisse auf dem Gebiet des Schulwesens im Saargebiet mit den Bestimmungen des Bertrags von Bersailles in Einflang zu bringen. In der Note hält die deutsche Reichsregierung ihre früheren Behauptungen über Drangfalierung der deutschen Bes wohner im Saargebiet, die ihre Kinder nicht in französische Schulen schiden wollen, aufrecht. Sie sagt darüber u. a.: Es ist im Saargebiet weitverbreitete Ansicht, daß bei Anstellungen und Beförderungen im Bereich der Grubenverwaltung der bevorzugt wird, der feine Kinder in die französische Schule schickt, und daß Bergleute, die dies ablehnen, bei der ersten Gelegenheit entlaffen werden oder sonstigen Nachteilen ausgesetzt find. Es laffen sich ferner auch eine ganze Reihe von Einzelheiten anführen, in denen die Grubenverwaltung oder ihre Beamten 3wangsmittel angemandt haben, um deutsche Kinder zum Be fuc, der franzöfifchen Schulen zu veranlassen. Eine besondere Rolle fpielt hierbei die ohnungsfrage. Der deutschen Regierung steht fiber folche Fälle ein ziemlich reichhaltiges Beweismaterial zur Verfügung. In einer Anlage werben Sieben verfchiebene Fälle von Drangfalierungen deutscher Bewohner des Gaargebiets aus den ge. nannten Gründen aufgeführt. Namen find nicht genannt worden, weil die Beteiligten dringend baten, fie nicht zu nennen, da fie glaubben, badurch weiteren franzöfifchen Druckmitteln ausgesetzt zu werben. Zelfungsverbote. Der Dberpräsident der Brovina Ditpreußen in Goldap und die " bat auf Grund des Geiezes zum Schuße der Republik die .Goldaper 8eitung Billfaller Brenageitung" in Billfallen auf die Dauer von zehn Tagen berboten. Die Verbote erfolgten auf Grund der abgedruckten Beschimpfang der Reichsfarben. Eskimos. Unter den Estimos Grönlands und Kanadas" heißt das Thema, über das der Polarforscher Christian Leden in der Urania spricht. Obwohl der Redner als Norweger die deutsche Sprache nicht vollkommen beherrscht, trägt er doch so fesfeind vor, daß man ihm stundenlang lauschen möchte. Fast jeder Sazz birgt Neues. Die fanabischen Estimos haben die gleiche Sprache wie die Grönlandestimos. Leden lebte im Zeitraum von drei Jahren bei sechs verschiedenen Estimostämmen. Er war bei fanadischen Estimos, die von der Jagd lebten, aber noch nie einen Seehund gesehen hatten. Bäume bedeuten für sie das Ende der Welt. Wenn sie bei ihrer Wanderung auf Bäume stoßen, tehren sie um und eilen wieder in ihre Eiswüste. Im Winter leben sie in Schneehäusern, im Sommer unter Zelten. Zwölf Familien hausen ohne sich zu waschen. Ungeziefer findet man nur bei einigen zivioft in einem Schneehaus. Sie verstehen es, sich sauber zu halten, lifterten Stämmen in Grönland. Als sehr große Delikatesse gilt der Genuß gefaulten Fleisches. Wenn ein getöteter Seehund einundeinhalb Jahre unter einem Stein begraben liegt, zweimal bereits von der Frühlingssonne aufgetaut wurde und infolgedessen etwas riecht, ist er ein Leckerbissen. Die Estimos werden nach einem folchen Genuß nie frant, nur luftig, wie der Europäer es wird, wenn er Alkohol genießt. wie einem Gast, nein, wie einem Sohn und Bruber. An den Feuern und ist sie nicht am schönsten dort, wo sie sich über den Bölfern erhebt auch so viel Männer, wie es ihr beliebt. Liebt eine Frau einen eurer Stamine habe ich die frierenden Füße gewärmt, den bernstein farbenen Tee getrunken. Ich bin der Freund eurer Hunde und Razen geworden. Ihr wart felber arm und gabt noch von eurem Reichtum Der Sturm aus der Seele eures Bolles hat mich erschüttert, als ich mit euch verloren unter Zehntausenden faß und die Masse in den Rängen sich über uns auftürmte wie die Erdmänbe eines Rraters. Auf euren Bersammlungen an ben menschenstampfenden Straßen von London, im Nebel von Glasgow imd Ebinbourgh, in den schwarzen Badsteingassen von Sheffield habe ich mich mit cuch in ben Streit der Borte und Gebanken geworfen, mit euch auf stillen Zusammenkünften und den spizen Turmdächern des alten Rand schlosses von Heigh- Beigh, in der Dämmerung gebogener Fenster Einfehr gehalten, wenn minutenlang um uns das Schweigen war und ihr Zwiesprache hieltet mit dem Göttlichen. Aber die Stirn habe ich nicht mit euch auf das Tischtuch eurer Gebete gebeugt nh, ich liebe es noch, dem Erhabenen stolz in das Antlig zu schauen! Cure Füße haben mich durch die neblige Seibe begleitet, wo auf hedenumfäumten Hügeln, glitzernb von Tau, das Bieh lag. durch neblige Gassen aftertümlicher Städte, in die spiggewölbten Tore hundertjähriger Kathedralen, deren Türme in Wolfen wohnen und wo auf den schmalen Scheiben der Fenster ein ewiger Frühling blüht. In den Burghöfen des alten St.- Johns- College in Cam bridge, dessen Mauern in dunklem Rot feuchten, wie das vom Herbst gefärbte Weinlaub, habe ich mit euch leſenb, rauchend und meditterend vor dem fladernden Feuer über Büchern gesessen. Fern in Noch einmal lausche ich nach dem Braufen eurer meerumbran. beten Infel hinüber. Und seid nicht auch ihr eine Infel? Wie nicht einmal die Stunde kommen. da dieses schmale Eiland sich vom Grunde des Meeres löft, um wie ein Schiff feine heimliche Botschaft an die Küsten aller Länder zu tragen? Versöhnung!? Wir wiffen es nicht. Bir zweifeln. Aber niemals fönnen wir verzweifeln, folange Menschen auf der Erde da find wie ihr. Bu schwach die Fülle der Achtung und Freude über euch auszuschütten, die ihr verdient sende ich euch diefen Gruß des Dantes. Gende, die Erinnerung zu Gast bei euch, bis zu der Stunde, da auch ihr herüberkommt, an unserem Herde zu wohnen, bis zu der Stunde, da aus dem Herzen des Nächsten in diefer oder jener Stadt Europas, unter dieser oder jener Maste der Nationen und Raffen mir der gleiche Atem der Gemeinschaft entgegenschlägt. Denn ihr seid das Salz und die Hefe der Erde, die in den Teig der Bölfer geworfen, das Brot schaffen, von dem die Seelen der Zukunft leben. Dant euch bis zur Stunde der Selbstvergeltung alles Guten! Freunde seid gegrüßt! Ein Mann fann so viel Frauen haben, wie er will, eine Frau anderen Mann, dann steht der Ehegatte der Vereinigung meistens fehen, auch der andere Mann ist nur ein Mensch. Die Estimefrau nicht im Wege. Er sagt: so behalte ich meine Frau, denn sie wird ist fehr fleißig. fie ist Schneider, Schufter, Beltmacher. Ihre Kinder fängt sie bis zum 12. Jahre. Die Eisbären gelten für die schlauesten Geschöpfe auf Erden nach den Eskimos. Der Eisbär darf nicht durch einen Flintenschuß getötet werden, sondern ber Estimo, mit der Messer in der Hand, fämpft einen ehrlichen Kampf mit dem Bären Zudem ist er höflich gegen ihn, denn auch der Eisbär hat eine unsterbliche Seele und der Eskimo möchte nicht gerne im Jenseits einem beleidigten Eisbären begegnen. Die Estimos find die friedlichsten, ehrlichsten Menschen. Sie tennen fein Oberhaupt, der eine ist dem anderen gleich. Streitig. feiten unter einander werden so geschlichtet, daß, die beiden Kämp fer trommeln und fingen und ber beste Sänger der Sieger bleibt Sie glauben an Gott, aber Gott muß eine Mutter fein. An einer ganz schlechten Beift glauben sie nicht. Und ein christlicher Missionar, der jahrelang sich bemühte, den Esfimos den Glauben an der Teufel beizubringen, hatte schließlich den Erfolg dak die Eskimos Jagten, ja, wenn es so schlechte Menschen wie die Miffionare gibt dann wird es wohl auch einen Teufel geben. Hören die Eskimos Don den Streitigkeiten der weißen Menschen untereinaander, dant fagen fie, da fönne diesen armen Menschen nicht geholfen werden Die Weißen stammen von einem Esfimomütterchen und einen Hunde ab. Das ist eben das Hundeblut, das sich in ihnen regt Der Film, der unter unfäglichen Schwierigkeiten zustande kam fonnte technisch nicht vollendet sein, aber durch den erläuternder Bortrag wurde er außerordentlich interessant. c. b. Eröffnung des englischen Parlaments. Imperialistische Thronrede. London, 9. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Heute, Dienstag wurde das neue Parlament vom König eröffnet. In seiner Thronrede fagte er u. a.: Die Beziehungen Englands zu den anderen Mächten find andauernd freundschaftlich. Die feindselige Bewegung gegen die britischen Rechte und Interessen in Aegypten, die von ber Regierung Zaghlul Bascha eher ermutigt als gedämpft wurde und die ihren Höhepunit in der Ermordung des Sirdars erreichte, awang die britische Regierung zu Sicherheitsforde. rungen. Diese Forderungen, die von der gegenwärtigen ägyptifchen Regierung angenommen wurden, sichern diese für das britische Imperium lebenswichtigen Interessen. Mit tiefem Interesse werben die bedeutsamen Beratungen des Bölferbundes und des Völkerbundsrats, zu dem eben der Außenminister nach Rom gefahren ist verfolgt. Auf dieser Reise hat er die Ministerpräsidenten Frank reichs und Italiens gesprochen. Die Regierung hat noch nicht Zeit gehabt, mit den Regierungen der Dominions das Genfer Fries Sensprotofoll so zu studieren, wie es seine Bedeutung erfordert. Sie hat aber begonnen, die schwerstwiegenden Fragen zu prüfen. Die britische Regierung ist nicht in der Lage, dem Parlament die Verträge zur Rafifitation vorzulegen, die am 8. Auguff mit der Sowjetregierung abgeSchloffen worden sind. Ich wünsche jedoch normale Beziehungen zwischen beiden Ländern und glaube, daß dazu eine Möglichkeit besteht, wenn die Sowjetregierung sich zu einer stritten Erfüllung der Bedingungen bereit findet, die für freundschaftliche internatio. nale Beziehungen notwendig sind. Vorläufig ist das Handels abtommen mit Rußland von 1921 eine geeignete Grundlage für die gegenseitigen Handelsbeziehungen. Der Handelsvertrag Deutschland ist abgeschlossen worden. Er fordere die Abgeord neten der beiden Häuser auf, den Vertag anzunehmen. Den Abgeordneten wind weiterhin der Vertrag mit Italien über die Abtretung eines Teiles des Juvolandes zur Genehmigung vorgelegt werden. Es ist meine feste Ueberzeugung, daß auf dem Wege der innigften Zufamemnarbeit mit den Dominien und Indien der Schlüssel zum industriellen Fortschritt und zur Stärkung der Einheit und Macht des Imperiums liegt. Der Politik der Ermutigung der britischen Kolonien und des gegen= seitigen Handels zwischen den verschiedenen Teilen des Imperiums wird von der Regierung die größte Bedeutung beigelegt. Auf Grund der Borschläge der letzten wirtschaftlichen Reichskonferenz ist dem Handel der einzelnen Reichsteile gegenseitig eine Borzugs stellung gesichert. Die Regierung beschäftigt sich ernstlich mit dem Blan der Erweiterung des Flottenffüßpunktes von Singapore. Es wird jede Anstrengung gemacht werden, die öffentlichen Ausgaben soweit einzuschränten, als es die Sicherheit und Wirksamkeit des Staabes verträgt. Die gegenwärtigen schweren Steueriasten sind ein Hindernis für das Wiederaufleben des Unternehmungsgeiftes und eine bessere Beschäftigung. Die gegenwärtige Steigerung der Arbeitslosigkeit macht große Sorgen. Sie wird vom Kabinett mit größter Auf merksamkeit bekämpft werden. Die Regierung prüft verschiedene Pläne für die Arbeitslofenfürsorge einschließlich der Fürsorge für die jugendlichen Arbeitslosen. Das Rabinett befchäftigt sich auch mit der Untersuchung der Möglichteit einer Alters. und Bitmen versicherung. Die Thronrede schloß mit dem Hinweis auf die weitere Entwidelung der öffentlichen Erziehung und auf die Kommission zur Prüfung des Abbaues der Lebensmittelpreise. Erwiderung des Oppofitionsführers. London, 9. Dezember.( MTB) In Erwiderung auf die Thron rede erklärte Macdonald bei der feierlichen Eröffnung des Barlaments, er beglückwünsche Chamberlain, daß er der Ratstagung des Böl erandes heinohne da ce von großter Wichtigteit sei, bas Großbritannien durch eine maßgebende starte Persönlichkeit pertreten werde. Er sei überzeugt, daß Chamberlain nach seiner Rüdfehr über seine Besprechungen mit Herriot und Mussolini berichten werde. Macdonald fragte sodann nach der Stellungnahme der Regierung zu dem Genfer Protofoll, begrüßte die freund lichen Worte, die der König in der Thronrede in bezug auf Ruß % Männerchor Fichte- Georginia 1879. Während draußen auf den Straßen die mehr oder minder geschmackvoll deferierten Propagandawagen vorbeisausten, turz vor Toresschluß, hört in der Phil. harmonie eine treue Gemeinde ein Konzert von Wilhelm Knöchel mit seinem Fichte Georginia, das in mehr als einer Beziehung sehr interessant ist. Ein Männerchortonzert mit Bethovens„ Egmont"-Ouvertüre Brahmscher Rhapsodie"," Lob und " Rainfonie Verklärung" von Strauß, schließlich die große Sinfonie- Ode für Männerchor, Solo und großes Orchester von Jean Louis Nicodé, alles unter demselben Dirigentenstab, das ist nichts Alltägliches. Noch vor zehn Jahren boten Dirigenten der hervorragendsten Männers chöre, wenn sie ein Chortenzert mit Orchester gaben, felbst für ihre einfachen Choraufgaben gewöhrlich ein ziemlich flägliches Bild, wo fein Egmont" oder„ Tod und Verklärung" dazu fam. Heute fommt ein Dirigent mit 100 Männern aus dem arbeitenden Bolte und führt Diese Aufgabe ehrenvoll durch. Hätte er noch eine höhere Note errungen, fo wäre es eine Genfation gewefen. So war es Erfolg genug für Wilhelm Knöchel, daß er an der Spitze des Berliner Sinfonieorchesters Egmont" und das Straußsche Wert mie ein guter Orchester- Mitteldirigent ausführte. Er ist noch etwas im Format zu flein für ein Orchester, arbeitet sich an den Einzelheiten ab, wo es nicht not tut, und läßt dann ben großen Bogen etwas außer acht, der erst das Ganze frönt. So waren die gewaltigen Gegenfäße im„ Egmont" und der Kampf in Tod und Berklärung nicht fonderlich fiegreich durchgeführt. Dennoch war es eine Tat, die schönen Hoffnungen Raum gibt. Das Hauptwert für den Chor war Nicodé Meer". Der Chor war absolut sicher, in der Intonation rein, in der Tongebung nie raub oder säulerisch. Man vermißte aber etwas größere Paftit, am meisten in den Doppelchören von „ Ebbe und Flut" und den eigentlich fanglichen Reiz, der im Kampf um das gefährliche fichere Festhalten verloren ginn sowie die leuch tenden Klangfarben. Das Alisolo in der Brahms- Rhapsodie und hier im„ Meer" führte Hetta v. Schmidt Schwerin erfolgreich durch. In der„ Rhapsodie" behinderte die Wirkung, die wenig stabile Höhe, auch der Mangel an arcßem breiten Ausdruck, während die Fata Morgana" ihrem schönen Altmaterial und naturfrischen H. M. Singen mehr entgegentam. Der Erreger des Krebses einwandfrei festgestellt? Aus München tommt die sensationelle Nachricht, daß es Dr. Otto Schmidt nach jahrelanger Tätigkeit auf dem Gebiete der Krebs. forschung gelungen fei, den Erreger des Krebses einwandfrei festzustellen. Dr. Schmidt will seine bahnbrechende For. dung in der nächsten Zeit in Buchform veröffentlichen. Bevor diese Beröffentlichung erfolgt ist, wird man gut tun, die Meldung mit einiger Stepfis aufzunehmen. über Im Berein für Duffches Kunstgewerbe spricht beute abend 8 Uhr im Sörfcale des alten unfgewerbe, Mufen m 8. Brinz- Albrecht. Straße 7 a. Bebeimer Regie ungsrat Prof. Dr. Mag Friedlaender Das Deutsche Boltslied, mit musikalischen Erläuterungen. Eintritt farten am Saaleingange. sunflaus ellung des Sturm. Wegen frantung hitabend mit beute statt des angekündigten Bafari Abends ein Stombolitionen von erwarth Walden statt. Torfrage. Fre tag spricht im Bund Deutscher Gebrauchsgraphiker( Bots. bamer Strake 120) Julius Meier- Graefe über Das Künstler platat( mit Demonstrationen). Iand gebraucht habe und fragte schließlich, was das Schicksal der übrigen Bereinbarungen, die in den Verträgen mit Sowjetrußland abgeschlossen worden feien, fein würde. Die oppofitionelle Arbei.er partei habe sich en schloffen, einen Abänderungsantrag bezüglich der Regierungspolitik in Aegypten und Rußla id zu stellen.. wenig. erinterte daran, daß, während die Konservativen bei fiebeneinhalb Ueber die Unterhausdebatte wird weiter gemeldet: Macdonald millionen Stimmen 400 Mitglieder erhielten. Die Arbeiterpartet bei fünfeinhalb millionen Stimmen nur 150 Mitglieder erhalten haben. Die Thronrede sei außerordentlich lang, enthalte jedoch sehr London, 9. Dezember.( MTB.) Nach Macdonald sprach Blond George. Er erflärte, er fei sehr, sehr froh, daß die Regierung es vollkommen flar mache, daß sie troh Berwerfung der russischen Berträge nicht beabsichtige, die Beziehungen zu Rußland abzubrechen. Er hoffe jedoch. die Regierung werde sich nicht damit beanügen, den Vertrag fallen zu lassen und nichts anderes zu bun. Lloyd George bedauerte die Abwesenheit Austen Chamber lains, da das Haus ihn über wichtige Angelegenheiten befragen wolle, insbesondere bezüglich feiner Besprechungen mit den Bremier. wolle, insbesondere bezüglich feiner Besprechungen mit den Bremier ministern Frankreichs und Italiens. Bezüglich des Genfer Protokolls erklärte Llond George, er sei sehr froh, daß die Regierung beschlossen habe, diese Frage zu unterfuchen, bevor sie zu einer Entscheidung darüber gelangt fei. Lloyd George vermißt in der Thronrede die Bezugnahme auf irgendeinen Versuch, den die Re gierung unternehmen will, um die Frage der interalliierten Schulden zu behandeln. Premierminister Baldwin erflärte, Chamberlains Besuch in Rom sei von überragender Bedeutung. Er hoffe, Chamberlain merde Ende der Woche zurückgelegenheiten erörtert werden. Baldwin fuhr fort, es wäre schwierig fehren und nächste Woche könnten dann die auswärtigen An gewesen, einen lurzen Paragraphen über eine fo verwidelte Frage wie die der interalliierten Schulden abzufassen. Diese Frage müsse bald im Unterhaus erörtert werden, am liebsten nächste Woche, und der Schaktanzler würde bereit sein an der Erörterung teilzunehmen. Die eigentliche Debatte über die Thronrebe foll am Donnerstag und Freitag stattfinden. Die Ronfervativen beobfidytigen, eine Bertagung des Unterhauses nach Beendigung der Thronrede bis zum 10. Februar zu beantragen. * die Thronrebe ein und erklärte, der Beschluß bezüglich der Einrich Im Oberhaus brachte Lord Pinmouth eine Antwortabreffe auf tung Eingapurs als Flottenstühpunkt werde im gesamten Reich, insbesondere in Australien und Neuseeland, begrüßt werden. Lord Haldane( Arbeiterpartei). der im Namen ber Opposition sprach, fagte mit Bezug auf Aegypten, der Regierung fei fein anderer Weg geblieben, als prompt zu handeln. Das ägnp. tische Bolt mußte daran erinnert werden, daß es gewiffe endgültige Verpflichtungen eingegangen sei, die durchgeführt und geachtet werden müßten. Es sei für England nicht notwendig, den Sudan zu anneftieren, es würde genügen, wenn es dort als Mandats macht des Bölkerbundes fet Beim Revaler Kommunistenpuffch wurde der Inspektor der deutschen Domschule Eduard Grünwald, ein Mann von 61 Jahren, auf dem Wege zur Schule in einer Straße, die er ohne Ahmung von dem Ausbruch des Aufstandes betreten hatte, von Rommunisten niedergeschossen. Italienische Mordprozesse. De Bonos Mitschuld am Matteotti- Mord. Rom, 9. Dezember.( EP.) Der Präsident der Untersuchun tommission des Senats, Melodia, hat am Dienstag Dona: erhobenen Beschuldigungen bestätigte. Die Anzeige wurde dem empfangen, der ihm die in seiner Anzeige gegen den General de Bone Staatsanwalt beim obersten Gerichtshof, Santoro, zur Prüfung der Anschuldigung und Vornahme von Erhebungen zugestellt. Gein Gutachten wird er alsdann an die Untersuchungsfom einer Untersuchungsfommission besitzt, um die in der Anzeige ermission leiten, die aus 7 Senatoren besteht und alle Befugnisse wähnten Zeugen zu verhören und in die Dokumente der Unterfuchung der Affäre Matteotti Einsicht zu nehmen. Wenn die Ap fchuldigungen bewiesen werden können, so müsse der Senatsprästdent den General de Bono laut Sereno" abseßen lassen. In diesem Falle würde sich der ganze Prozeß gegen den moralischen und materiellen Urheber der Ermordung Matteottis vor dem obersten Gerichtshof des Senats abspielen. Ein anderer General überführt. Rom, 9. Dezember.( Eca.) Osservatore Romano", das Organ des Vatikans, verlangt, daß auf Grund der neuen Tatsachen, die im Prozeß des Generals Balbo befannt wurden, die Unterfuchung wegen der Ermordung des Priesters Menzoni wieder aufgenommen wird. Die Boce Republikana" hatte bekanntlich Balbo die moralische Berantwortung für die Lötung Menzonis vorgeworfen, und Balbo hat dann den gegen die Zeituna angestrengten Berleumdungsprozeß verloren. Scharfe Sprache der Opposition. Mailand, 9. Dezember.( Eca.) Corriere della Sera" schreibt, allen Enthüllungen über die Gewalttätigkeiten des Faschismus fei das eine gemeinsam, daß sie niemanden überraschen. Es sei bereits unvermeidlich geworden, der Frage nach der Berantwortlich. teit für alle Gewalttaten und Ungefeßlichkeiten bis zur vollständigen Klärung nachzugehen. Man fämpfe jezt nicht mehr um politische, fondern um strafrechtliche Fragen. Die Regierung jedoch bringe entwurf ein, der die Freiheit der Bresse einschränken soll. Die größte gerade in dieser Periode der notwendigen Klärung einen Gefeh Gefahr für Staften sei nicht der Bolschewismus, sondern die Abneigung der Regierung gegen die Wiederherstellung der staatlichen Autorität. Mondo" hebt hervor, daß Mussolini in seiner letzten Senatsrede angedroht habe, falls ihm Parlament und Senat das Vertrauen entziehen, sich zusammen mit seiner bewaffneten Miliz in die Opposition zu begeben. Unter solchen Umständen feien alle seine Zusicherungen nichts als eine feige Lüge, denn die Androhung des Bürgerfrieges fei eine. Erpreffung an hätten nur aus Angst vor den Folgen eines bewaffneten Wider. allen verfaffungsmäßigen staatlichen Gewalten. Biele Senatoren Sie hätten dadurch nicht so sehr ihr Vertrauen als ihre Vorsicht zum ftandes des Faschismus ihre Stimme für die Regierung abgegeben. Ausdrud gebracht. Der republikanische Wahlfieg. Die Beurteilung des Auslandes. Beim Parteivorffand find weiter folgende Telegramme eingegangen: Deutschland hat entfchieben gezeigt, daß die Mehrheit des Bolkes die Erfüllungspolitit" und den Dames- Plan unterstützt. Es besteht und für eine Revision" des Dawes- Blanes, die ihn unfehlbar zeraber eine starte Minderheit für die Wiederherstellung der Monarchie stören und dadurch die ernstesten internationalen Berwickelungen herbeiführen würde. Die Wahl fann sicher als eine Botschaft des Kopenhagen, 9. Dezember. Die dänische Sozialdemokratie begrüßt den großen Wahlfieg der deutschen Bruderpartei als das Resultat eures zielbewußten, nie versagenden Kampfes gegen Anarchie, Reaktion und Militarismus im wahren Inter- Friedens aufgefaßt werden, aber fie bedeutet nicht, daß die Nationa effe der schwergeprüften deutschen Arbeitertlaffe Mit eurem Sieg marschieren der Weltfrieden, die Völkerperbrüderung und die Hoffnung der internationalen Arbeiterbewegung. Es lebe die deutsche Sozialdemokratie! Fr. Andersen, Vorsitzender. Alfing Andersen, Sekretär. Haag, 9. Dezember. Die fozialdemokratische Arbeiterpartei Hollands wünscht ihrer deutschen Bruderpartei herzlich Glüd zu ihrem glänzenden Wahlfieg, der für den Sozialismus und den weltfrieden fo vielversprechend ist. Bliegen, Parteivorfihender. Die Arbeiterkammer für Niederösterreich in Wien hat bereits in der Nacht zum Montag, als fie froh des fatholifchen Feiertags bei uns anrief, um das Wahlergebnis zu erfahren, der reichsdeutschen Bruderpartei die herzlichsten Glückwünsche übermiffelf. Geteiltes Urteil in England. Wahlen wird in sämtlichen Morgenblättern in Leitartikeln erörtert. Condon, 9. Dezember.( WTB.) Das Ergebnis der deutschen Die liberalen Organe äußern fich sehr befriedigt über die Daily Chronicle", fagt, foweit sich die Ergebnisse der jetzigen Wahl Niederlage der extremen Parteien. Das Blatt Lloyd Georges, von dem der Maiwahl unterscheiden, sei der Unterschied hoffnungsvoll für Europa, es sei ein Zeichen für die bessere und gefünbere Atmosphäre, die durch die Annahme des Dawes- Berichtes und durch den französischen Verzicht auf Annexion der Pfalz und des Rhein landes zustande gebracht worden sei. Der neue Reichstag werbe fortschrittlicher sein als der alte, in vielem gemäßigter und viel ficherer für die Demokratie. Das Ergebnis fei ermutigend für diejenigen Leute in den alliierten Ländern, die immer der Ansicht waren, daß die geeignetere Art und Weise, die gefunden Tendenzen in Deutschland zu stärken, die sei, nicht Deutschland im Sinne Boincarés zu brutalisieren, sondern es fair zu behandeln. In " Daily News" heißt es: Die Barteien, die gewonnen haben, sind für eine friedliche Regelung, die Barteien, die verloren haben, find die wilden Männer der beiden Flügel. Daß die Sozial. demokratie die einzige Partei ist, die wirklich wesentliche Ges minne erzielt hat, ist ein sehr gutes Omen für die hart reprüfte Republik.„ Westminster Gazette" erklärt, der Ausfall der Wahlen fei nicht überraschend, es sei fchon lange deutlich gewesen, daß die Politif der Bebrückung und Geringschäzung Deutschlands gegen Atmosphäre set im ganzen besser als seit vielen Jahren. Die deutschen diejenigen zurückwirken würde, die sie anwandten. Die diplomatische Wahlen bezeichneten einen neuen Fortschritt auf dem Wege zu ruhigen Zuständen, deren Europa so dringend bedürfe. Bon den tonservativen Blättern beurteilt Daily Telegraph den Wahlausfall ziemlich steptisch; er schreibt: Die Reaktion gegen die Feinde der Republik ſei nicht fo start gewesen, wie man erwartet habe. Eine stabile, in sich geschlossene Mehrheit wäre im neuen Reichstag nicht vorhanden Es scheine, daß die Bolkspartei wieder das Bünglein an der Wage bilde. Welches die Lage der fünftigen Regierung fein werde laffe sich noch nicht sagen. 3um minde en gebe es aber feine reattionäre Mehrheit, und die Anhänger der Verfaffung feien im neuen Reichstag ftärter als im alten. Vom internationalen Standpunkt aus gefehen scheine also kein Grund zur Besorgnis zu befteben. Times" schreibt: liften ihr Brogramm aufgegeben haben oder aufgeben werden oder daß andere Parteien ihr Einverständnis mit Punkten dieses Programms, wie ,, territoriale Revision" an der Oftgrenze oder sonstwo, aufgegeben haben, Das Blatt führt weiter aus, abgesehen von der Niederlage der Extremisten rechts unb lints bleibe die Lage die alte. Das Drafel des Boltes habe eine so zweideutige Antwort gegeben, daß die Schwierinfeit der Bildung einer Regierung mit zunor. einer ftarten und sicheren Mehrheit hinter sich ebenso groß lei wie " Dailn Mail" erklärt, das Ergebnis der Wahlen fei enttäuschenb, die Lage bleibe die alte.. Financial Times" meint: Das Wahlergebnis ist ein hoffnungsbolles Zeichen für die Wiederherstellung Europas. Deutschlands Aus. trauen der Kapitalisten des Auslandes steigern. fichten werden seiner inneren Lage zugute fommen und das BerDaily Herald" schreibt: Die Deutschen beweilen ihren gefunden Das Arbeiterb Sim. Das deutsche Bolt, die deutschen Sozialdemokraten und Eurepa müssen zu dem Wahlergebnis beglückwünscht werden. Französische Stimmen. Paris, 9. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Die reaftin. näre Breffe in Frankreich bemüht sich, den Erfolg, den die repuplivengetragen haben, zu vertleinern und als unwesentlich hinzustellen. tanisch- demokratischen Parteien in Deutschland bei den Wehlen da Der zwed dieses Manövers ist vor allem inner politischer Featur, und wenn Blätter, wie das„ Echo de Paris" Herriot höhnisch verhalten, daß sein Liebeswerben um das demokratsche Deutsd and ein tlägliches Fiasto erlitten habe, so zeigt das deutlich, daß diese Hehe in erster Linie gegen die eigene Regierung und den Bloc der Linten gerichtet ist. Bemerkenswert sind auch die Auslassungen der Information", die daran erinnert. daß nach 1870 in Frankreich die republikanische Verfassung nur mit der Zufallmehrheit von einer einzigen Stimme beschlossen worden ist ein ganzes Jahrzehnt lang die Republik auf sehr schwachen Füßen gestanden hat und wiederhat gegen die gefährlichen Angriffe ihrer Gegner verteidigt werden mußte. Wichtiger als diese Auseinandersehung zwischen Republik und Monarchie, die aller Mohrscheinlichkeit noch zugunsten der ersteren ihre Entscheidung finden wird; set für die nächste zutunft die Frage der Regierungsbildung in Deutschlan Wenn es gelingen follte. ein Kabinett aus den Linksparteien gefördert werden. Wenn dagegen die Volkspartei des Herrn Strefe zu bilden, fo werde dadurch die Sache des Friebens erheblich mann an der Spite aufs neue Gelegenheit zu ihrer macchiavellift fchen Taktik finde, so tönne man auf unangenehmste Ueber raschungen in den diplomatischen Beziehungen mit Deutschland und auf eine beträchtliche Verzögerung der Wiederaufnahme nor maler Beziehungen gefaßt sein. Wahlecho aus Washington. Washington betrachtet Präsident Coolidge die deutschen Wahlergebnisse als ein hoffnungsvolles Beichen, insofern sie die Entschlossenheit des deutschen Volkes anzeigten, ben gemäß dem Dawes- Plan übernommenen Berpflichtungen weiter nachzutommen New York, 9. Dezember.( WTB.) Nach einer Meldung aus Gewerkschaftsbewegung Die Gewerkschaftsvertreter im Reichstag. Die fozialdemokratisches Reichstagsabgeordneten find zwar in ihrer überwiegenden Mehrheit aus der Arbeiterschaft hervorgegangen und die meisten von ihnen waren fürzere oder längere Zeit in der Gewerkschaftsbewegung tätig. Jedoch fönnen als Gewerkschaftsvers treter insbesondere die Reichstagsabgeordneten gelten, die heute noch attin in der Gewerkschaftsbewegung tätig sind. bes Landarbeiter. - ohne gerichtliche Berhandlung zu Gefängnisstrafen von 6 Monaten bis zu 2 Jahren verurteilt. Dem Gericht übergeben wurden Subatom, Woronin und ich. Die Verhandlung gegen mich wurde bis zu meiner Auffindung aufgeschoben. Gegen alle Verhafteten und Verurteilten wurde die Anklage Wollen Sie, Genosse Purcell, Ihr Augenmert auf zwei Eigen tümlichkeiten richten: wegen„ Widerstandes gegen die Sowjetgewalt" erhoben, die insbesondere mit der Einberufung der Bersammlung am 20. Mai 1920, an der die englische Delegation teilgenommen hatte, begründet wurde. Die Genossen Subatom und Worolager bis zum Abschluß des Bürgerkrieges verurteilt. Genoffe nin wurden zur Einsperrung in einem Konzentrations. Boronin blieb über 1 Jahr, Genoffe Subatom fast So ist Genosse Graßmann befanntlich zweiter Vorsitzender 2 Jahre eingesperrt, dann aber wurden sie bald wieder ver. des ADGB. und Genosse Aufhäuser Vorsitzender des AfA- Bun- haftet und sind heute, wie alle anderen obengenannten Ges des. Brey st Borsitzender des Fabrikarbeiterverbandes, DiBnoffen, soweit die Tsdheta ihrer habhaft werden konnte, mit Aus mann des Metallarbeiterverbandes, dessen langjähriger Vorsitzen- nahme nur des bejahrten Genossen Tschistow, in der Ver= der auch der jetzt wiedergewählte Genosse Schlide war. Genosse bannung. Giebel ist Borsitzender des Zentralverbandes der Angestellten, Gierbig des Verbandes der Glaser, Husemann des Bergarbeiterverbandes, Franz Scheffel Borsitzender des Deutschen Eisenbahnerverbandes, Georg Schmidt verbandes, Silberschmidt des Deutschen Baugewerfs. bundes, Simon Nürnberg des Schuhmacherverba.ides Schuhmacherverba.ides und Schumann des Deutschen Verkehrsbundes. Außer diesen an erster Stelle in ihrer Gewerkschaftsorganisation stehenden sozialdemoPratischen Reichstagsabgeordneten gibt es noch eine ganze Anzahl von sozialdemokratischen Mitgliedern des Deutschen Reichstags, die als Mitglieder des Verbondsvorstandes, als Gauleiter oder in einer anderen aftiven Stellung in der Gewerkschaftsbewegung tätig sind. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands ist zwar felne Labour Party im Sinne der englischen, d. h. feine Vereinigung von Gewerffchaftsorganisationen und politischen Parteien, aber sie ist von Anbeginn immer in eminentem Sinne eine Arbeiterpartei gewesen, in der insbesondere die Vertrauensleute der Gewerkschaften eine führende Rolle gespielt haben. Darin unterscheidet sich die Sozialdemokratische Partei wesentlich von der APD., die nur den Leuten eine Rolle zu spielen erlaubt, die die Gewerkschaften be fämpfen. D Die Diktatur über das Proletariat. Ein offener Brief an Purcell. Der russische Gewerkschaftsgenoffe A. Kefali, bis mitte 1920 Sekretär des Allrussischen Buchdruderverbandes, Vorstandsmitglied des Moskauer Buchbruderverbandes und Mitglied des Bureaus des Allrussischen Zentralen Gewerkschaftsrates, mendet fich in einem offenen Brief an Artur Purcell, den Vorsitzenden des Internationalen Gewerkschaftsbundes und Mitglied des Generalrats der englischen Trade- Unions. Für die Einheitsfrontmache der Bolschemisten, auf die Purcell und seine Freunde gleich Edo Fimmen hereingefallen scheinen, bildet dieser Brief einen wertvollen Beitrag, weshalb wir ihn in seinen wichtigsten Stellen hier wieder geben: Berlin, den 6. Dezember 1924. Werder Cenoffe! Am 21. Mai 1920 haben Sie, Geroffe Purcell, als ein Mitglied ber englischen Arbeiterbelegation in nd einer allgemeinen Vernd einer allgemeinen Ber. fammlung Moskauer Buchdruder bei ,, ant. Sie werden sich erinnern fönnen, daß den Mittelpunkt Bersammlung ein erbitterter Ideenkampf bildete zwischen den Anhängern der Unab= hängigkeit der Gemertschaften von der Regierung und von den pol tischen Parteien einerseits und den Kommunisten arbererseits. Diefe Riefenversammlung von etwa 6000 Mostauer Buchdruckern hatte mit einer erbrüdenden Mehrheit gegen eine verschwindende Minderheit von etwa 200 Rommunisten eine Erklärung angenommen. die die Politik der kommunisten gegen die Gewerkschaften und die Arbeiterorganisationen überhaupt entschieden ablehni und verurteilt. Jezt, am 17. Nopember 1924, haben Sie wieber einer allgemeinen Bersammlung der Moskauer Buchdrucker, und sogar in demselben Saale, beigewohnt; diesmal ist aber einstimmig, ohne daß selbst eine Stimme der Kritif sich erhoben hat, eine fommunistische Entschließung angenommen, Die derjenigen vom Jahre 1920 dirett entgegengefegt ist. Sie, Genoffe Purcell, haben daraus öffentlich Schlußfolge rungen gezogen, die der Wirklichkeit nicht entsprechen, und das eben zwingt mich, diesen offenen Brief an Sie zu richten. Einen Monat nach der allgemeinen Bersammlung, und zwar am 18. Juni 1920, brang eine bewaffnete Abteilung von Tschefiften in die Räume des Moskauer Buchdruderverbandes ein, verhaftele alle anwesenden Mitglieder des Borstandes und der Betriebsräte, die als Anhänger der Unabhängigkeit der Gewerkschaftsverbände befannt waren, und legte die Geschäftsführung des Verbandes in die Hände der von dem Moskauer Rat ber Gewerkschaften, d. h. von dem Ihnen bekannten Meini tschansti, ernannten provisorischen Leitung. In derselben Nacht wurden von denselben Tschetisten die Vorstandsmitglieder Tschi stow, Demjattin, Romanom, 3ipulin und Buffin in ihren Wohnungen verhaftet Der Verhaftung entgangen ist nur der Schreiber dieser Zeilen, da er rechtzeitig gewarnt worden war, daß die Kommunisten beabsichtigten, auf außerordentlichem Wege" mit ihm zu verfahren. Ich verschwand", im Einverständnis mit meinen Genoffen, und mußte von nun ab ein illegales Leben führen. Alle verhafteten Mitglieder des Vorstandes und die befonders attiven Mitglieder der Betriebsräte, mit Ausnahme einer fleinen Gruppe, die noch einer dreimonatigen Gefängnishaft befreit wurde, wurden DON der Tscheka im Berwaltungswege Astmol Asthmacigaretten bringen Asthmatikern Linderung; der lästige Schleim wird gelöst; sehr bequem und angenehm im Gebrauch. Preis: Schachtel Mk. 2.50, 1, Schachtel 1.30 Zu haben in Apotheken und Drogerien Galenus Chem. Industrie, G. m. b. H., Frankfurt a. M. Bestandteile: Fol stram 7, Herb herbar 4. Cap. papav 5, Kal nitr. 4 Verkaufsstellen: Viktoria- Apotheke, Friedrichstraße 19 Apotheke zum weißen Kreuz, Chausseestraße 13 Stein- Apotheke, Rosenthaler Straße 61 Dr. Cadors Apotheke, Müllerstraße 55 a Westend Apotheke, Kurfürstenstraße 80 Simons- Apotheke, Spandauer Straße 17 Lulsen- Apotheke, Rügener Straße 21 Nagelpflege- Garnituren Kop& Joseph BERLIN W in vornehmer Ausstattung. Potsdamer Str. 122. 1. Die Hausfuchung und Verhaftung des Vorstandes der Mostauer Buchbruder wurde von einem Verbandsmitgliebe, dem Buchdruder Smirnow, geleitet, der nunmehr den Posten des Sefretärs des Zentralrats des Allruffischen Buchdruckerverbandes inne hat. Es wird wohl derselbe Smirnow gewesen sein, der gemeinschaftlich mit Ihnen in der Versammlung am 17. November auftrat. und Bortschewski, der in dieser Versammlung als Führer der Moskauer Buchdruder fich gebärdete, war Mitglied der Kommission der Tschefa, die die Höhe der Strafen für die im räte beſtimmte. Sie ersetzen jetzt die von ihnen in die Gefäng Jahre 1920 verhafteten Mitglieder des Vorstandes und der Betriebsniffe geworfenen und in die Berbannung gejagten Führer der russischen Buchdruder. 2. Der im Juni 1920 verhaftete Vorstand des Mostauer Buchdruckerverbandes wurde ein halbes Jahr vorher durch, allgemeine 3weds Organisation der Wahlen fand damals eine Vereinbarung Wahlen, gemäß den Traditionen der russischen Buchdrucker, gewählt. mit den Kommunisten statt, laut welcher eine freie Wahlkampagne und freie Wahlversammlungen garantiert wurden. Laut dieser Vereinbarung sollten die Wahlen nach dem System des Proporz und mit geheimer Stimmabgabe vorgenommen werden. Die Wahlen wurden von einer Kommission geleitet, in der die Kommunisten und ihre Gegner in gleicher Anzahl vertreten waren. Die Wahlen ergaben über 7000 Stimmen für uns und zirka 2000 Stimmen für die Kommunisten. Das Ergebnis ist um so mehr bezeichnend, als die Kommunisten die gesamte politische und wirtschaftliche Macht in Händen hatten und diesen Umstand, trr; der Vereinbarung, bei den Wahlen voll und ganz ausgenutzt hat. Durch ehrliche, prole tarische Wahlen konnten die Kommunisten sich unseres Berbandes nicht bemächtigen, und nachdem sie sich mit Hilfe der Ticheka im Juni 1920 den Moskauer Buchdruckerverband untergeordnet hatten, haben sie fofort die althergebrachte Form der Vorstandsden 4% Jahren( von 1920 bis Ende 1924 tein einziges Mal bildung durch allgemeine Wahlen abgeschüttelt. Auch haben sie in eine allgemeine Bersammlung der Buchdrucker einbes rufen, während die Anhänger der Unabhängigkeit der Gewerkschaftsbewegung nicht weniger als 8 allgemeine Versammlungen im Laufe bewegung nidyt weniger als 8 allgemeine Versammlungen im Laufe von 3 Jahren( von März 1917 bis Mai 1920) abgehalten haben. Ich will Ihre Aufmerksamkeit, Genosse Purcell, nicht weiter in Anspruch nehmen mit der Schilderung, wie die Kommunisten im Jahre 1918 den unabhängigen Verband der Petrograder. Jahre 1918 den unabhängigen Verband der Petrograder Buchdruder ebenfalls mit Hilfe von bewaffneten Tichefiften er drosselten, und wie sie sich im August 1919 auf demselben Wege der Alrussischen Zentralorganisation der Buchdrucder bemächtigt haben. Ich fönnte Ihnen auch noch von der Erdrosselung der Buchdruckerverbände in Smolenst, Odessa, Saratom, Samara, Benfa, Jekaterinoslaw, Chartow und in einer ganzen Reihe von anderen Städten erzählen. Als Vorsitzender der Amsterdamer Internationale hatten Sie Die Pflicht, den Weg zu finden, um sich mit denjenigen Genossen in Berbindung zu sehen, die den geistigen Rampf für die Aufrechterhaltung dieser Berbände auf der Grundlage der Umfferdamer Internationale führten und ihre Freiheit dafür einbüßten. Es sind ihrer piele, sehr viele; ich will hier nur einige Namen nennen: im weilen Turfestan schmachten in der Berbannung der ehemalige Vorsitzende des Allrussischen Buchdruckerverbandes Bowschowsky und das ehemalige Vorstandsmitglied des Alrussischen und des Moskauer Buchdruckerverbandes Romanow; auf den berüchtigten Solomegfy- Inseln befindet sich der ehemalige Vorsitzende des Odessaer Buchbrucherverbandes und des Obeffaer Gewertschaftsrates Roro b tow, mit ihm zusammen das Borstandsmitglied des Odessaer Buchbruderverbandes Reilis. Sie fönnten Ihnen fo manches über den unerhörten Leidensweg der Buchdruckerverbände in Rußland erzählen. Wenn Sie nur einen Bruchteil davon gewußt hätten, Genosse Purcell, so würden Sie in der Versammlung der Moskauer Buchdruder am 17. November 1924 ficherlich nicht gesagt haben, was Sie nach dem Bericht der„ Prawda" hier zum Ausdrud brachten, nämlich, daß diese Versammlung den Beweis bildet, daß die Kommunisten im Rechte find. In diesem Lichte gesehen, werden Sie, Genoffe Purcell, begreifen, wie verlogen und heuchlerisch die Erklärungen der Smirnows, Melnitschanffis und Borischewseys sind, die zu behaupten magen mie es am 17. November in Ihrer Gegenwart geschah- daß die Menschewisten und die Sozialrevolutionäre( fo bezeichnen die Kommunisten die Anhänger der Amsterdamer Internationale) weder im Jahre 1920, noch früher oder ſpäter, bas Recht besaßen, im Namen der Mosfauer Buchdrucker zu sprechen. Welches Recht die Kommunisten und welches Recht wir im Jahre 1920 befaßen, haben Sie, Genoffe Purcell, mit eigenen Augen gesehen, und auch die Wahlmethoden der Anhänger der Unabhängigkeit der Gewerkschaftsbewegung einerseits und der Kommunisten andererseits Allen fpreden davon eine überzeugende Sprache. Welches Recht bie Rom munisten gegenwärtig und welches fie in der Zukunft besigen werden als Vertreter der Arbeiterklasse Rußlands im allgemeinen und speziell der Buchdrucker zu sprechen- darüber wird man nur dann entscheiden fönnen, wenn die Demokratie in den Arbeiterorganisationen die Redefreiheit sowie das Berund der heufige Zustand aufgehoben wird, wo es nur den kom fammlungs- und Roalitionsrecht wiederherstellt munisten möglich ist, öffentlich aufzutreten. Dieses Schre ben richte ich an Sie aus dem Grunde, weil meine fchaftsbundes der Frage der Befreiung des russischen Proletariats Gesinnungsgenossen als Anhänger des Internationalen Gewerkund seiner Organisationen von den Ketten der kommunistischen Diktatur eine große Rolle beimessen. Zur Verwirklichung dieser Aufgabe ist es unbedingt notwendig, daß die Führer der internationalen Arbeiterbewegung die volle Wahrheit über das heutige Rußland wissen. einSchiedsspruch im Aachener Steinkohlenbezirk. Machen, 9. Dezember.( Gigener Drahtbericht.) Die für den Aachener Steinfohlenbezirk stattgefundenen Lohnverhandlungen führten zu seinem Ergebnis. Eine auf Vereinbarung gefehte Schlichtungskammer unter dem Vorfiz des Kölner Bezirksschlichters fällte darauf einen Schiedsspruch, der eine allgemeine Lohnerhöhung von 9 Proz. vorfieht. Die Organi fationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben sich bis Sonnabend über Annahme oder Ablehnung zu entscheiden. Verbindlich erklärter Schiedsspruch. München Gladbach, 9. Dezember.( Tul.) Der Schiedsspruch des Schlichtungsausschusses vom 20. November für die Tertil industrie München Gladbacs. Rheydt und Umgegend, der eine Erhöhung der Löbne um fünf Prozent vorfab, ist von den Arbeitgebern Amtsgerichtsrat Dr. Schneider aus Köln, hat den Schiedsipruch abgelehnt worden. Der von Arbeitnehmerieite angerufene Schlichter, für verbindlich erflärt. Die fünfprozentigen Lohnerhöhungen find ab 17. November nachzuzahlen. Arbeitskämpfe in der galizischen Erdölindustrie. Nachdem vor einigen Wochen die Arbeiter der Kohlengruben in Boryslam als Proteft gegen die Herabfegung der Arbeitslöhne in den Streit getreten find, haben nunmehr die Industriellen über 700 Arbeiter die Aussperrung berbängt. Die polnische Regierung hat zwecks Wiedereröffnung der Betriebe bei den Industriellen eine energiiche Intervention unternommen. In der Angelegenheit hat zwischen den Vertretern der Arbeiter und dem Handelsminister eine Konferenz stattgefunden. Achtung, Daimler, Marienfelbe! Donnerstag nach Arbeitsschluß Fraktionssigung der SPD.- Genoffen im Lokal Wildgrube. Gehr wichtig. Alle müssen erscheinen. Der Fraktionsvorstand. technisches Bühnenpersonal und Wächter aus den Bach- und SchließgesellDeutscher Verkehrsbund! Betriebsräte! Arbeiterräte! aus den Branchen: fchaften Heute Mittwoch, vormittags 9 Uhr. oliver animiung immuner 4, Aufgang B part., Engelufer 24/25. Betriebsräteausweis 1924 legitimiert. Deutscher Wertmeister- Berbaub, Bezirk X. Versammlung der Werkmeister der Metallindustrie der Betriebe des Bezirts Moabit und des angrenzenden Triles von Charlottenburg heute Mitimo, na mittags: 5 Uhr im abiter Gr fellschaftshaus. Wiclefftt. 24. Erscheinen aller Kollegen Ehrenfache. An die Funktionäre des Deatschen Berkehrsbundes, Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Im Intereffe einer geordneten Erledigung der Bovarbeiten für bie Auszahlung der Weihnachtsunterſtügung an arbeitslose Mitglieder wird dringend gebeten, umgehend für die Entnahme der Weihnachtsmarten bei allen unferen in Arbeit stehenden Kollegen besonders bemüht zu fein. Die bereifs vereinnahmten Beträge müssen möglichst sogleich mit den Stellen abgerechnet werden, von denen die Marten in Empfang genommen worden find. Die Bezirksverwaltung. Jugendveranstaltungen. Achtung, Abteilungsleiter! Wir machen heute aum legtenmal darauf aufmertfam, daß die 25- f.- Lose bis allerspätestens heute, Mittwoch, abgerechnet werden müssen. Lose, die bis heute nicht zurüidgegeben sind, werden als vertauft betrachtet und müssen unbedingt bezahlt werden. Die noch nicht abgerechneten 50- Pf.- Lose werden nicht mehr zurüdgenommen und find ungültig. Konzertkarten, Theatermarten und Theaterkarten find unbedingt nunmehr bis spätestens Freitag abzurechnen. Dezember- Znternationale ist erschienen. Die Januar- Programme müffen abgeliefert werden. Die Silvestertonzertkarten müssen abgeholt werden. Achtung, Abteilungstaffierer! Seute von 5-7 Uhr Abrechnen der Bei " tragsmarten. Ausgabe unferes Jugend voran" und der Arbeiter- Jugend". Heute, Mittwoch, den 10. Dezember, abends 7% Uhr: Wedding- Nord: Schule Anton.. Ede Ruheplasstraße. Bortrag: ,, Mter Bolfs. humor". Often( Petersburger Viertel): Jugendheim Eberinstr. 12. Bortrag: Buisenstadt: Schule Stall3. Partei, Reichsbanner und Republik". fahreiberstr. 54. Bortrag: Arbeiterjugend und feruelle Frage". Südost ( Reichenberger Biertel): Jugendheim Reichenberger Str. 66. Borttag: Berliner Humor". Tempelhof: Jugendheim Germaniaftr. 4-6. Diskussion: ..Arbeitsdienstpflicht". Wannsee: Schule Charlottenstraße. Bortrag: ,, Aufgaben und Riele der GAS." Rieberschöneweibe: Schule Berliner Str. 31. Pezold- Abend." Friedrichsfelde: Jugendheim Berliner Str. 45. Bortrag: Gemeinschaftsleben in der Jugend". Karlsharft: Schule Auguste- Bittoria Straße 35. Bortrag: Entstehung der Erde". Berantwortlich für Politit: Ernst Reuter: Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friebr. Estora; Feuilleton: Dr. John Schilowsti; totales und Sonstiges: Friz Karstadt: Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts Buchbruceret und Berlagsanstalt Vaul Ginger u. Co. Berlin SW. 68, Lindenstraße 8. Sierzu 2 Beilagen. Hühneraug auf Zeh' und Sohl' Wirst du los durch Lebewohl! In Drogerien und Apotheken. Verlangen Sie ausdrücklich Lebewohl" mit Filzring. DUNLOP Fabrikaten giebt die WELTMARKE BRIEF und SIEGEL! Beste Sie bürgt für Qualität und daher billigste Bereifung für Fahrräder Motorräder 8B Dunlop Automobile und Lastwagen. Nr. 581 41. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Stimmen der Völker. Von der Arbeit der Lautabteilung der preußischen Staatsbibliothek. Tote Buchstaben auf stummein Papier berichten heute von den Menschen vergangener Jahrhunderte. Nichts bringt uns den Klang ihrer Stimmen zurüd. Erst die Menschen unserer Tage haben die Möglichkeit, auch ihre Stimme in die Zukunft zu retten, so daß sie zu tönen vermögen, wenn auch die Sprecher schon längst der Vergangenheit angehören. Der Phonograph, der Stimmschreiber, ist das Werkzeug dazu und die Bissenschaft hat ihn in ihren Dienst gestellt. In großzügiger Weise wurde der Anfang zu einer wissen Schaftlichen Erforschung alles Lautlichen und zu seiner Aufbewahrung für die Zukunft durch die Bildung der Laufabteilung bei der preuBifchen Staatsbibliothek gemacht. Aus den Anfängen der Lautabteilung. Während des Weltkrieges füllten sich die Gefangenenlager Deutschlands mit allen Völkern, die man in Europa versammelt hatte, um hier die Schachten der Entente zu schlagen. Auf Anregung des Professors Doegen, des jetzigen Beiters der Lautabteilung der preußischen Staatsbibliothek, wurde damals begonnen, das babylonische Sprachengewire unter den Gefangenen in Einzelaufnahmen auf Phonographenplatten zu bannen. Damals arbeitete in den Gefangenenlagern eine wissenschaftliche Kommission unter der Leitung von Professor Stumpf, die die einzelnen Aufnahmen machte. Ben jedem, dessen Stimme auf die Platte tommen sollte, wurde ein Lichtbild gemacht, ein Fragebogen ausgefüllt, der nähere Einzelheiten über die Persönlichkeit enthielt, ferner wurde der aufgenommene Tert sowohl in der landesüblichen Schreibweise als auch in lautgerechter Echreibung niedergeschrieben und eine deutsche Uebersetzung hinzu gefügt. Die Umdrehungsgeschwindigkeit der Aufnahmeplatten wurde fo geregelt, daß die Membrane des Grammophons mit der Schwingungszahl des Rammertons a bewegt wurde. Nur so war auch später die einwandfreie Tonwiedergabe der fertiggestellten Platten zu erzielen und die Möglichkeit zum Vergleichen gegeben. Nach Be endigung des Krieges wurde das begonnene Wert fortgesetzt und ermeitert, so daß es heute alle Gebiete der Phonetif umfaßt, vom gesprochenen Bort bis zu den in der Natur auftretenden Geräuschen. Es sind heute allein mehr als 2000 Sprechplatten mit über 3000 Sprech, Mufit- und Gesangstüden vorhanden. Die ganze Bielgestaltigkeit der Sprachen der auf der Erde lebenden Böller wird hier lebendig. Wie eng begrenzt erscheint nach der Borführung auch nur eines einen Teiles der Bö'terstimmen die„ völkische Einstellung, die nur in der eigenen Nation die Bollendung der Menschheit steht. Die Völker sprechen! Es ist außerordentlich reizvoll, eine Borführung von Cautplatten zu erleben. Auf der Leinemand erscheint z. B. das Bild eines perfifchen Gebelrufers, der die Gläubigen Moflem an die Allmacht Allahs erinnert. Diese Perfer fönnen aber das I" nicht sprechen. Eie erfegen es durch m und n". Dann läßt der Lichtbildapparat ben Tert des Gebetrufes aufleuchten, die Uebersetzung folgte. lind nun gibt die Platte das geschriebene Wort im Tonfall des Perfers wieder. Laut, eindringlich, hypnotisierend hallt das„ Am- m- na" durch den Raum. Man fühlt, wie diese Stimme die Schar der Gläubigen anzieht wie ein Magnet und sie in ihren Bann tut. Jetzt erst ist der Tert lebendig geworden. Auge und Ohr vermitteln eine Borstellung, wie sie flarer und deutlicher nicht gedacht werden kann. Oder, ein Hindu erzählt ein Märchen in feinem Dialekt, einfach, primitiv und doch von prächtiger Klarheit. Ein Papagei," so erzählt er, fikt in seinem geschüßten Nest. Draußen regnet es. Ein Affe friert. Hast du nicht hände und Füße wie ein Mensch?" fragt der Papagei, warum bauft du dir feinen Schuh gegen das Wetter." Ich werde mir fein Nest bauen," sagte der Affe, aber ich werde beines zerstören. Darauf machte er einen Sprung und das Nest des Papageis war zerstört. Der Bapagei mußte frierend zugrunde gehen." Das flingt ganz harmlos, aber in der Anschauung der Inder ist der Papagei das indische Bolt und der Affe ist England. Jetzt gewinnt das Märchen fofort ein ganz anderes Aussehen. Es führt uns hinein in die Denkweise des indischen Volkes und läßt uns seine 461 Der Mittelweg. Bon Sir Philip Gibbs. An dem kleinen Hause in Holland Street waren alle Bor: hänge heruntergelaffen. Auf sein Läuten öffnete ihm niemand, auch nicht, nachdem er es fechsmal versucht hatte. Das Haus war öde. Da stand er nun ein paar Schritte von dem Zimmer entfernt, in deffen Schreibtisch sein Revolver lag. In diesem Schreibtisch, der sein Buch hatte entstehen lassen, das niemand wollte, lag der Revolver. So wahnsinnig dumm, wenn man bedachte, wie nah er war und doch wie unerreichbar! Aber am hellen Tage in Joyces Haus mit Gewalt einbrechen, ging doch auch nicht. Wieder kein Glück! Ein junger Schuhmann tam langsam daher, blieb drüben auf der Seite stehen und näherte sich dann Bertram.„ Wünschen Sie hier etwas?" fragte er Bertram argwöhnisch. " Nein," sagte Bertram." Die Leute hier scheinen fortgezogen zu sein." " Sieht so aus mit den heruntergelassenen Vorhängen," mar die Antwort. Ja." Bertram schlenderte langsam die Straße wieder hinunter. Wieder kein Glück! 35. Bertram ging durch die Kensington- Gärten, wo die Bäume im ersten jungen Grün prangten, dann durch den HydeBart mit seinen Tulpenbeeten, bis er mitten im Trafalgar Square Jane Welford traf. Auf den Zufall, sie in den Londoner Straßen zu treffen, war ungefähr mit einer Gewißheit von fieben Millionen zu eins zu rechnen, und doch fühlte er, daß diefe Begegnung tommen würde. " Hallo!" grüßte fie ihn, wich einem Motoromnibus aus und rettete sich auf eine„ Infel". Was ist denn passiert?" Weshalb glauben Sie, daß überhaupt etwas passiert ist?" Sie schob ihre Hand durch seinen Arm und meinte, fein Gesicht trage den Ausdruck eines Menschen, den ein böser Geist verfolgt. Dann befahl fe ihm, irgendwohin mit ihr zu gehen und Lee zu trinken. Sie hätte verzehrende Sehnsucht nach einem Schokoladentörtchen oder nach zweien. In einem Teehause in der Nähe erzählte ihr Bertram alles, von seinem Besuch in Irland angefangen bis zur Ablehrung seines Buches. Ich bin fertig. Mit mir ist's aus," sagte er. | Leiden ahnen. Aus dem Heiligtum der Lautabteilung, in dem die Stimmen der Großen der Gegenwart gesammelt werden, wird die Platte Rabindranath Tagores herbeigebracht. In tadellosem Englisch, aber wohltuend, weich, vor unfagbarer Milde, beginnt Indiens Weiser seine Rede: India is sacred..., Indien ist heilig. und dem europäischen Ohr. Wie brutal, abgehadt, stoßweise spricht das er schließt mit indischen Worten, die wie Musik flingen, ungewohnt gegen Wilhelm der Lehte, deffen Stimme noch dazu zwischen zwei Lonhöhen schwankt. In dieser Stimme ist nichts Sympathisches, und dech sollen überzeugte Monarchisten, folche, die am Alten hängen, RK. Kock out' L von diefer Stimme gerührt werden Sprecher ist. Jeder nach seinem Geschmac wenn sie wissen, wer der So wechselt eine Blatte mit der anderen ab. Wir hören englische und französische Mundarten, Proben aus Afrifa und Rußland, furz, die ganze Welt spricht zu uns. Dabei ist es möglich, die einzeinen Baute zu zerpflüden. fie immer und immer wieder zu wiederholen, so daß man fie genau studieren kann. Das wird durch den von Professor Docgen erdachten Stimmhalter" ermöglicht, der die Nadel immer wieder zwingt, denselben Abschnitt der betreffenden Platte zu durchlaufen. studiums. Die Platte wird so zu einem hervorragenden Mitte des Sprach 99 Kulturarbeit! Ueber das rein Sprachliche hinaus vermittelt die Lautbibliothek Kenntnis des gesamten Volfslebens durch die Bermittlung von Geschichten, Märchen, Erzählungen, Arbeits- und Gesellschaftslieder, " Sehen Sie zu, wieviel Törtchen ich effen kann," war die fühle Antwort. Er fannte sie gut genug und wußte, so sprach sie nicht aus Herzlosigkeit, sondern weil das so ihre Art war, mit Summer fertig zu werden. Eine Berührung seiner Hand, ein es tut mir fo leid", oder Stillschweigen, während nur ihre Augen ihr Mitgefühl verrieten das war ihre Antwort auf seinen Bericht von dem Tode Digbys und seiner Mutter gewefen, und es war Teilnahme genug. Aber seinen Ausspruch Mit mir ist's aus" lehnte sie durch ihren Spott ab. gerade die besten Karten verteilt hat. Im Gegenteil, Sie haben " Ich will ja nicht behaupten, daß das Schicksal Ihnen so ungefähr die schlechtesten im ganzen Spiel bekommen. Aber das ist immer noch kein Grund, sich hinzusetzen und zu jammern. Reiche sind zusammengestürzt, Kronen liegen im Staube, ganze Nationen hungern, ich selber bin bis über die Ohren bei meiner Schneiderin in Schulden also glauben Sie nur nicht, daß das Schicksal gerade Sie mit besonderer Wut verfolgt, wenn Millionen Herzen unter größeren Qualen bluten als Ihres, und Millionen trotz ailedem dennoch tapfer durchhalten." ,, Aber ist denn das ganze Spiel überhaupt noch den Einsatz wert?" " Das Spiel des Lebens?" Er nichte. Sie ergriff seine Hand und sagte eindringlich:" Das ist Blasphemie! Bringen Sie das Spiel zu Ende, ob Sie gewinnen oder verlieren! Nicht desertieren! Und vergeffen Sie an sich feibst dadurch, daß Sie dem anderen helfen! Nur die Selbstfucht verzweifelt. Ja, es ist verdammter Egoismus, wenn ein Mann sich hinsetzt und winselt. Es gibt soviel zu tun, so vielen zu helfen. Bertram atmete tief auf. Er selber hatte sich ja hingesetzt und gewinselt. Er wolte ja defertieren, ehe er das Spiel zu Ende geführt hatte. Er war nur ein paar Schritte davon entfernt gewesen, die weiße Flagge des Feiglings zu hissen Selbstmord zu begehen. Mittwoch, 10. Dezember 1924 Rätsel, Sprichwörter, Gebete usw. Der Auslandfunde dient die Sammlung in ausgezeichneter Weise. Sie wird der Zoologie, der Physik und auch der Medizin mußbar gemacht. Hier sind es Platten, auf denen Tierstimmen, natürliche und fünstliche Geräusche, wie das Rauschen des Waldes, das Brausen des Windes, das Grollen des Donners, das Schlagen einer Uhr, die Trommelsprache der Afrikaner u. a. gebannt sind. Es würde zu meit führen, wollte man alle hervorragender Gelehrter arbeitet an der Erweiterung dieser LautSprachen und Mundarten im einzelnen nennen. Ein großer Stab bibliothek. Das gesamte Lautmaterial wird jetzt in der Lautabteilung felbst geschaffen, nach bestimmten Grundfäßen geordnet und gefemmest, so daß es allen Forschungs- und Bildungsanstalten jugänglich gemacht werden kann. Die technischen Aufnahmemethoden Wachsplatten übertragen, diese werden dann auf galvanoplastischem werden ständig vertieft. Die Lautschwingungen werden zunächst auf Woge in negative Kupferabzüge, sogenannte Kupferoriginalmatrizen verwandelt, die eine für menschliche Begriffe unbegrenzte Haltbarkeit befizen. Von diesen Originalen werden dann die bekannten Schallplatten angefertigt. Mit der Lautabteilung ist eine Versuchsanftall, ein Caboratorium und eine Werkstatt verbunden | * So wird daran gearbeitet, die Stimmen der Bölker und alles, was irgendwie die besondere Aufmerksamkeit eines menschlichen Chres zu erregen vermag, für die Ewigkeit festzuhalten, unsere Kennt nis zu vertiefen und somit Kulturarbeit im besten Sinne zu leisten. Goldmarkbilanzen der Städtischen Werke. Die Inflation der Papiermarf hat die deutsche Wirtschaft in ein Trümmerfeld verwandelt. Jetzt, nach Stabilisierung der Währung, ist es erforderlich, die Trümmer wegzuräumen und bie Wirtschaft von unten her, gleichsam von vorn, wieder aufzubauen. Eine der Maßnahmen, durch die die Neugestaltung der Dinge herbeigeführt werden soll, ist die Verordnung der Reichss regierung über die Aufstellung von Goldbilanzen bei ben Aktiengesellschaften. Im Laufe der Inflationszeit waren näm lich die Bilanzposten start verwässert worden, sowohl die der Attivseite, mie die der Passivseite. Auf der letzteren Seite steht bekanntlich das Aktienkapital. In den Bilanzen vom Ende 1923 mit ihren dreizehn- und mehrstelligen Zahlen finden sich reine Goldmarkposten und start entwertete Papiermarkzahlen neben- und durcheinander. Die Bilanzen waren völlig undurchsichtig geworden. Um in diese verworrene Materie Klarheit hineinzu bringen, murde die erwähnte Berordnung über die Goldbilanzen erlassen. Der Verordnung über die Goldbilanzen unterliegen auch die drei Attiengesellschaften der Berliner Städtischen Gas Waffer und Elektrizitätswerte. Die Gesellschaften maren am 8. Dezember v. J. mit einem Aftientapital von je 100 Millionen Papiermart begründet worden. Da die Mart domals schon stabilisiert war zu dem bekannten Subse von 1 Billion Papiermart 1 Goldmart, so hatte alfo das Aftientapital von 100 Millio nen Papiermart am Tage der Gründung einen Wert von 1/100 Golbpfennig. Mit anderen Worten, die Gesellschaften murden ohne ein effettives Attienfapital ins Leben gerufen. Sie befament zwar von der Stadt verschiedene Attiva mit, wie Lagermaterialien, Außenstände ufm., aber diese waren start zusammengeschmolzen. Man erinnere fich, daß das Ende v. 3. die Zeit des größten ökonomischen Niederganges war. Eine einzige Zahl aus der Wirtschaft ber Unternehmungen möge das erläutern. Die städtischen Elektrizi tätswerke, die noch im Juli 1923 über einen Rohlenlagerbestand von rund 55 000 To. verfügten, waren Anfang Dezember, als die Aktiengesellschaften begründet wurden, auf einen Lagerbestand von rund 5000 To. Kohlen heruntergewirtschaftet. Aehnlich lagen auch die Verhältnisse in den Gas- und in den Wasserwerten. Bei der Aufstellung der Goldbilanzen der drei Unternehmungen ist in erster Linie zu berücksichtigen, daß die Gesellschaften die Werke nur pachtweise betreiben. Die Grundstücke, Gebäude, Betriebsmittel usw. der Gas-, Wasser- und Elektrizitätsmerte sind Eigentum der Stadt, nicht der Gesellschaften. Die letzteren bedürfen für ihre Geschäftsführung deshalb nur eines Betriebs tapitals, das ausreichend ist, um die laufenden Ausgaben der Unternehmungen an Löhnen, Gehälter, Betriebsmaterialien ufw. zu bestreiten. Bei der Fejtjeßung der Goldmarkeröffnungsbilanzen, insbesondere bei der Sie, das Leben ist doch noch nicht so schwarz, wenn man nur feinen Sinn für Humor behält." Sie schlug ein gemeinschaftliches Mahl im Soho und danach einen Abend im Theater vor. Es wurde ein gutes Diner und ein lustiges Stüd. Bertram lachte meistens nur, weil Janet fo herzlich lachte. Auto anriefen, legte Janet die Hand auf seine Schulter: Nachher, als sie wieder auf der Straße standen und ein " Wohin?" " In mein einsames fleines Zimmer." Vater zu Hause?" ,, Nein," sagte sie. Das wäre nicht gut für Sie. Ist Ihr „ Er ist hinüber nach Belfast." ,, But, dann tommen Sie mit mir nach Hause und helfen Sie mir, heißen Katao tochen." Ist das eine gute Idee?" fragte er erstaunt über diesen Vorschlag zu dieser späten Stunde. " Scheint Sie ihnen nicht gut?" Wunderbar gut aber ber Standal und so weiter?" Sie lachte heiter. Standal? Dagegen bin ich immun! Darum fümmere ich mich nie, am wenigsten, wenn es gilt, eine Seele zu retten." ,, Retten Sie meine auch?" „ Aber sehr! Und sogar mit Gewalt." Sie fuhren nach Battersea Park zu ihrer Wohnung. Sie gab ihm auf der dunklen Treppe die Hand, bis sie im vierten Stod angefommen waren. Dort, auf dem dunklen Vorflur, stand fie erst ein paar Augenblicke still und suchte noch immer schwer ahmend in ihrem Handtäschchen nach ihrem Schlüssel. Die Wohnung lag in tieffter Dunkelheit, aber sie drehte alle Lichter und auch den elektrischen Ofen auf. Schon mal Rafao gefocht?" ,, Niemals." Schön, dann werden Sie's jetzt lernen." Er lernte es, fand es leicht und fah, daß es- gut war. Sie zündete sich eine 3igarette an, sant in einen niedrigen Lehnstuhl und wies ihm den Stuhl ihr gegenüber an mit der Einladung, sich die Pfeife anzuzünden, wenn er Luft hätte. Und Janet plauderte weiter, Weises, Närrisches, Phan- Als er behaglich zurückgelehnt den Rauch seiner Pfeife tastisches, und aß nicht zwei, sondern vier Törtchen, und brachte aufsteigen fah, schien es tausend Jahre her zu sein, daß er in ihn herzlich zum Lachen durch ihre Beschreibung einer Ber- Holland Street feinen Revolver holen wollte. Und doch war fammlung des„ Linken Flügels", in welcher ein Mädchen einem all sein Unglück dasselbe geblieben. Seine Zukunft war hoffjungen Manne mit dem Ausruf Sie friechender Pazifift!" ein nungslos, jein Buch war abgelehnt worden, Joyce war in paar kräftige Ohrfeigen verabreicht hatte. Sie war dafür von Paris, Kenneth Murleß auch. Digby war tot. Wie seltsam, bem also Gemaßregelten mit:„ Sie bluttriefende Bolschewistin!" daß er sich trotzdem glücklicher fühlte, beinahe heiter und jedenangebrüllt worden. falls wieder des Lebens froh. Einsamkeit war doch das Schrecklichste auf der Welt für ihn menigstens.( Forts. folgt.) Als Janet ihn lachen hörte, sah sie ihn spöttisch an:„ Sehen Bemeffung des Goldmarfaftienfapitals, waren für den Auffichtsrat der Berte zwei Erwägungen maßgebend: Einmal burite das Eigentapital der Gesellschaften nicht zu gering bemessen werden mit Rücksicht darauf, daß es sich um drei Werte mit sehr großen Umfäßen handelt, bie ein entsprechend großes Betriesfopital benötigen. Andererseits joheute man davor zurüd, das Betriebstopital su boc) anzusehen. Da die Werfe in die Goldmarferöffnungs bilang nur mit ziemlich fleinen Attiven hineingehen, so hätte die Festlegung eines großen Aftienfapitals zur Folge gehabt, daß das Stapitalentwertungstonto ouf einen hohen Betrag gefonen wäre, von dem es zweifelhaft erschien, ob es möglich wäre, ihn in den drei nächsten Jahren auch tatsächlich herauszavirtschaften. Unter der Einwirtung der geschilderten, einander entgegen gefehten Erwägungen, einigte sich der Aufsichtsrat fchließlich auf ciner mittleren Linie, in der Weise, daß dos tientapital der Gas- und der Elettrizitätswerte auf je 15 Millio= nen Goldmart, das der Wasserwerfe auf 6 Millio. nen Goldmart fefigesetzt wurde. Die Feststellung der Goldmorferöffnungsbilanzen bei den städtischen Werten ist in einem gewiffen Sinne natürlich nur eine Formalität, aber doch nicht eine leere. Der Borgang hat schon einen beftimanten wirdyaftlichen Inhalt. Er beweist, wenn auch gleichsam nur auf einem Neben, gebiete, daß ble lleberführung ber Werte in die Form der Aftiengesellschaften doch einen bedeutenden Fortfritt der fom. munalen Wirtschaft darstellt. Indem die Berordnung über die Goldmarkbilanzen auf die städtischen Werte angewandt wird, Und die letteren gezwungen, in ihre Bermögenslage eine erhöhte Klarheit hineinzubringen. Klarheit und Ordnung aber find die erften Boraussetzungen jeber erfolgreichen Geschäftsführung. Dr.- Ing. B. Majereit. Das Ende des Stellenvermittlerprozesses. Einiges aus der Urteilsbegründung. Aus dem Stellenvermittlerprozeß, der vor dem großen Schöffen gericht Berlin- Mitte feit Anfang der vorigen Woche perbandelt wurde ind gestern zu Ende ging, haben wir das Urteil bereits in unferer gestrigen Abenbausgabe furg mitgeteilt. Zu Beginn der gestrigen Sigung hatte ter Staatsanipalt Rußmann angefündigt, daß er feinen Strajantrag gegen den Angeflagten Road wohl noch ändern werde. Er brachte zur Sprache, daß Rowad am geftrigen Morgen, ungeachtet der in der vorgeftrigen Gigung gegen ihn beantragten Girafe, bereits wieber einen unerlaubten Berfuch zur Bermittlung pelnijder Arbeiter gemacht habe. Nowad befiriit bos, und es blieb dließlich bei dem früheren Antrag des Staatsanwalts. Für längeres Offenhalten der Häufer. Ein Ersuchen des Magistrats an den Polizeipräsidenten. Der Magiftrat hat an den Bolizeipräsidenten nachstehendes Schreiben gerichtet: Die vorzeitige Schließung der Säufer fowie die ungenügende Beleuchtung der Treppen und Flure ist auch heute noch in lebung, obwohl ber feiners zeit dafür angegebene Grund der Ersparung von Kohlen zu Beleuchtungszwecken inzwischen fortgefallen ist. Die in dem Schreiben Dom 6. Dezember 1923 angeführten Mißstände machen sich daher bei der jetzt früh eintretenden Dunkelheit wieder in verstärktem Maße geltend. Sie werden von der Einwohnerschaft um so störender empfunden, als ein Grund für das Fortbestehen des früher aus wirt fchaftlicher Rot ertragenen Zustandes nicht mehr vorhanden ist. Wir bitten daher, baldigst die Bieberherstellung der Bortriegsverhältnisse Offenbaltung der Häuser bis 10 Uhr abends und Beleuchtung der Treppen und Flare ebenso lange veranlassen. Die Rentenmarkfälscher von Zernsdorf. Aushebung einer Faljchgeld- Geheimoruderei. au Einen guten Fund und Fang machte die Kriminalpolizei mit den Beamten der Reichsbanffalfchgeldabteilung weit draußen vor den Toren der Weltstadt in dem Dorf Bernsdorf am Strüpelfoe, wo ein Rentenmarffälscher ausgehoben wurde, der in stiller Nachtſtunde mit einer großen und einer feinen Maschine flott falsche 10- Rentenmartscheine druckte. Gefunden wurde die Werkstatt in einer Billa, die einer Frau Remeit gehört, der geschiedenen Frau jenes Direktors ber Pommernbant", Romeit, dessen Prozeß vor zwei Jahrzehnten bas größte Aufsehen erregte. Der polizeiamtliche Bericht will wissen, daß drei Berhaftete Kommunisten sind. " Es handelt sich hier um jene Werkstatt für falsche 10- Rentenmartscheine, por denen erst vor einigen Tagen die Reichsbank in den Beitungen warnen ließ. Bei ihren Nach forschungen nach der Herkunft dieser Falschscheine stellten Kriminaltommiffar v. Liebermann und die Beamten der Reichsbanffalschgeldabteilung zunächst fest, daß sie zuerst in südöstlichen Vororten und im Südosten Berlins aufgetaucht waren. Die Spur führte bann weiter nach der Gegend von Königs. wusterhausen und Bildau hinaus. Das Ende verschiedener Spuren war schließlich die Billenkolonie von Bernsdorf am Krüpelfee. Bell hier aber vom Lande her richt viel zu sehen war, so fuhren die Beamten mit einem Kahn mehrere Tage und auch zur Nachtzeit auf dem Krüpelfee umber, um von dort aus zu beobachten. Endlich sahen sie im Kellergeschoß der Billa Goldener Friede" bei Nachtzeit verdächtiges Licht, das lange Zeit leuchtete. Es hieß nun, daß in diefer Billa man entschloß sich, sich den Betrieb einmal etwas genauer anzutommunistische Propagandazettel gedruckt würden. fchen. Lange mußten die Beamten fingeln, bis endlich ein fleiner dann den Keller und fanden sofort neben der Küche 2 Drud regung aufichloß. Die Beamten nahmen ihn fofort fest, durchsuchten maschinen, eine fleinere für Handbetrieb und eine große mit elektrischem Antrieb und allen technischen neuzeitlichen Einrich tungen. Die Druckplatten ber 10- Rentenmartscheine waren noch eingespannt. Die Fabrikanten" mußten noch die Nacht vorher ge: arbeitet haben. Oben im Ekzimmer lagen auf der Tischplatte bie neugebrudten Scheine, über 2000 Stüd. Der Ausländer wurde verhaftet und als ein früherer Filmverleiher Mar Ratow aus Australien festgestellt, der gegenwärtig aber feine Staatsangehörigkeit mehr befizt. Er wohnte, wie er sagt, in der Villa bei seiner Tante, Die Eigentümerin der Billa Goldener Friebe" ist eine Frau Romeit, die gefchiedene Frau jenes ehemaligen Schlossergesellen und späteren Bantdirettors Romeit, der vor Bahren mit der Bom mernbant schmählich perfradyte und zu einer langen Gefängnisstrafe perurteilt wurde. Frau Romeit ließ sich nach dem Zusammenbruch fcheiden, faufte mit dem, was fie retbebe, die Billa am Krüpelfee und wohnte hier mit ihrer alten Mutter und Ratow. Sie will von allebem, was dieser trieb, nichts wissen. Die Frau wurde aber schon mit Rücksicht auf ihre alte Mutter, die fie pflegen muß, und weil fein Fluchtverdacht vorliegt, auf freiem Fuß gelaffen. Auch Ratow verfuchte den Harmlofen zu spielen und behauptete, daß er gar nicht wiffe, was das fei, was man im Keller gedruckt habe. Der Machher der Werkstatt fei, wie er erflärie, ein Druckereibefizer Schulze in Berlin, der öfter nach Bernsdorf und in die Villa tomme. Diefer Schulze" wurde auch balb ermittelt und als ein Oito Kaiser fests " Schulze" wurde auch balb ermittelt und als ein Oito Kaiser feftgestellt, der in der Gotenstraße zu Schöneberg eine feine Druckerei befigt. Er ist ebenso wie Natow ein rühriger Kommunist. Genen ihn schwebt noch ein Berfahren wegen versuchten Lotfdylages. Bährend die Beamten bei Raiser noch bei der Durchsuchung waren, erschien dort ein gewiffer Fris Treter, ebenfalls ein ommunist, der auch zu der Gesellschaft Ratow und Genossen gehörte. Auch er wurde verhaftet. und als weiterer Beteiligter noch ein Schriftfeher Hans Ney. Treter und Ney geben zu, bei dem Dem Urteil gab der Vorsitzende, Amtsgerichtsrat Barten berger, eine längere Begründung bei. Er führte aus, das Gericht habe Betrug darin gesehen, daß bei der Stellenvermittlung den Stellensuchenden und den Arbeitgebern Beträge für angebliche Nukesten, die gar nicht entstanden waren, abgenom nai worden seien, und daß den Arbeitgebern trok Zusicherung geeigmann, der den Eindruck eines Ausländers machte, in großer Aufveter Ranbarbeiter ungeeignete Leute geliefert worden feien, die man aus den Gastwirtschaften eber von der Straße ober auch aus dem Obbach zusammengefucht hatte. Als erjówerend wurde orgesehen, daß dieses Treiben eine Schädigung der deutschen Wirtschaft bebeutet habe. Bei Nowa wurde noch ein Fall von Unterschlagung als erwiesen angesehen. Bei Bienes mann und Gabriel fem zu den sonstigen Straftaten die Beleidigung des Außenbeamten Judran vom Arbeitsomt Friedrichshain. Berurteilt wurden Lienemenn zu 10 Mo noten Gefängnis. a brief zu 1 Jahr 1 Monat 2 Lage Gefängnis, Nowa zu 1 Jahr 3 Monate Gefängnis, Hoffmann zu 4 Mo aten Gefängnis, Engel zu 6 Monaten Gefängnis, Semenyne zu 3 Monsten Gefängnis, nobet zu 3 Monaten Gefängnis. Bienemann, Engel und hoffmann erhielten Strofauslegung mit Be. nährungsfrist. Lienemann, Engel und Gabriel wurden aus der Unterfudungchaft entlejen. Allen Angeklagten, die in Haft genom men waren, wurden 12 Wochen auf die Untersuchungshaft angerechnet. Gegen Nowad, ber mit 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis die höchste Strafe erhalten hatte und Berufung einlegen zu wollen erklärte, beantragte der Elastsenwelt die Berhaftung, meil bei der Strafhöhe Muchtverdacht anzunehmen sei und auch Berdunklungsgefahr por liege. Das Gerich: beschloß, Rewad in aft zu nehmen. Großfeuer in einem Neuköllner Kino. Ein gewaltiges Feuer tam am Dienstag nachmittag, angeblich burch Entstammung von Filmstreifen, in Neukölln, Hermannstraße 49, zum Ausbruch und verursachte außerordentlich großen Schaden. Das Feuer wurde furg nach 4 Uhr der Feuerwehr gemeldet, als die Flammen( chon mächtig aus einem Kino der Sterngesellschaft emporioberten. Alles war in größter Aufregung und es herrichte geradezu Banifftimmung. Zum Glüd er schien die Feuerwehr schnell. Angesichts der Gefahr für Eigentum und Leben wurde sofort" Hauptalarm" an alle Bachen gemeldet. Oberbrandbirettor Gempp rüdte darauf wwerzüglich mit 12 25fzügen und Referpemagen aus. Auch die Rettungswachen enifandien schleunigst Wagen und Mannschaften. Es wurde sofort ein umjaffender Angriff zum Schuße der Wohnungen und ihrer Be wohner angeordnet. Weit 14 Schlauchleitungen, darunter 4 B- Rohren stärksten Ralibers wurde vorgegangen, und zwar mit mechanischen Leitern, Haten- und Stridleitern. Dadura) gelang eine schnelle Böschung. Es fonnte aber nicht verhindert werden, daß von den haushoch emporlobernden riesigen Fiemmen das Quergebäude erfaßt wurde. Plöglich standen Wohnungen im vierten Stock des gegenüberliegenden Quergebäudes in Flammen, Diese hatten reiche Nahrung gefunden und griffen reißend schnell um fich. Es verursachte große Mühe, auch diesen Brand abzulöschen. Daß Stino ter Sterngesellschaft ist vollständig ausgebrannt. Die Hige war so groß, daß der Mörtel an zahlreichen Stellen zu Staub und feinem Pulver wurde. Erst nach mehrstündiger angeftrengter Tätigtei fonnte die Wehr wieder abrüden. Die Ursache des Entstehens tonnte noch nicht ermittelt werden. Angestellte jagen aus, daß das Feuer zuerst an der Bühne, ble vollständig niedergebrannt ist, her ausgefommen sein foll. Es wird permutet, daß, da an der Bühne einzelne Defen stehen, die geheizt waren, Funten übergesprungen find. Es muß als ein großes Glück bezeichnet werben, daß die Bor stellung noch nicht begonnen hatte, zumal der proletarische Film„ Die Schmiede" gegeben werben sollte und sicher große Massen das Kino aufgesucht hätten. Zu dem Brande ist noch nachzutragen, daß das Kino aus einem eigenen 3 weift ödigen Gebäude auf dem Hofe des mit einem großen Borberhause bebauten Grundstücs besteht. Im Bor. derbause liegen nur Laden und Wohnungen ufp. Durch eine Durdy fahrt gelengt man über einen geräumigen Hof zu dem geräumigen, modern eingerichteten Kino, das zum größten Teil ausgebrannt ist. Nur ein Borführungsraum und der hintere Raum des Kinos mit den lehten Sigen des Zuschauerraumes tonnie von der Feuer mehr gefchützt und dadurch erhalten werden. Auch einige fleine Nebenräume mit der breiten Holztreppe blieben fait ganz verschont. Augenzeugen berichten, baß der Brand unter dem Orchester reum euisgefommen ist, und zwar por einem fleinen Ofen. Mehrere Angestellte bemertien bie Gefahr, als das Linoleum vor diesem Das Rundfunkprogramm. Mittwoch, den 10. Dezember. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 3.30 Uhr nachm.: Die Funkprinzessin erzählt: Alte Berliner Walter Gottheil. Märchen von 1. Die Nixe von der Spree. und der Spatzengeneral. 3. Tenfelchens 2 Gaf Moltke Geburtstag.( Die Funkprinzessin: Adele Proesler). 4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 6.40-7.50 Uhr abends: Hans Bredow- Sebule( Abteilung Bildungskurse). 6.40 Uhr abends: Dr. jur. Magnus: Was muß den Steuern wissen? 7 Uhr abends:( Abteilung Hochschulkurse): Geh. Med.- Rat Dr. med. Hildebrand, ordentlicher Professor an der Berlin: Universität Wundbehandlung und Wundinfektion". man von 7.30 Uhr abends: Dr. med. Adrion, Privatdozent am zahnärztlichen Institut der Universität Berlin: Hygiene des Mundes." 8 Uhr abends: K. Naumann, Hauptschriftleiter der Uhrmacher- Woche", Leipzig: Der Mensch und die Uhr". 8.30 Uhr abends: Für kleine und große Kinder. 1. a) Des Sonntags in der Morgenstand, II. Seiffert, b) Ein Männlein steht im Walde, Volkslied, H. Seiffert ( Schülerchor der Städtischen Knaben- Mittelschule, Berlin- Neukölln. Dirigent: Karl Grandenz). 2. Das Wintersonnenmärchen, H. Seiffert ( lise Fischer- Ramin, Rezitation). 3. a) Freund Husch( Richard Dehmel) Hans Hermann, b) Der Pudding( Paula Dehmel) Hans Wittenberger, c) Tanzliedchen( Frieda Sehanz) Richard Wintzer ( Mary Wurm- Meisenberg, Sopran). 4. a) Wiegenlied, K. Kjerulf, b) Intermezzo( nach einem schottischen Wiegenlied) J. Brahms ( Dr. Richard H. Stein, Klavier). 5. a) Das verzweifelte Flaschenkind, Johannes Trojan, b) Fitzebutze, Richard Dehmel, e) Das brauno Töpfchen, Marx Möller( Ilse Fischer- Ramin, Rezitation). 6. a) Zum Totlachen( Hildegard Neuffer) Elisabeth Urtel, b) Draußen im Garten, Text und Musik, Hans Schmidt, c) Schlummerliedohen, Text und Musik, Heinrich Casimir( Mary Wurm- Meisenberg, Sopran). 7. a) Baskisches Wiegenlied. Pater José Antonio, b) Aus alter Zeit( Kindergarotte) L. Schytte( Dr. Richard H. Stein, Klavier). 8. a) Wiegenlied( Guten Abend, gute Nacht) J. Brahms, b) Hymne an die Nacht, I. v. Beethoven( Knabenchor). 9. a) Mirjams Abendgebet, Josefa Metz, b) Besuch bekommen, Victor Blüthgen, e) Das Musterkind, E. v. Aldersfeld- Ballestrem( Ilse Fischer- Ramin, Rezitation). 10. a) Morgens( Else Orli) R. H. Lapini, b) Abends Wurm- Meisenberg, Sopran). 11. a) Vorwurf, F. Resa, b) Die verDehme!( Ilsa Fischer- Ramin, Rozitation), 12. a) Wiegenlied für schwundene Puppe, Heinrich Seidel, c) Furchtbar schlimm, Rich. eine Puppe, Eduard Schütt, b) Tanz der Mirlitons aus dem Ballett Nußknacker, P. Tschaikowsky( Dr. Richard H. Stein, Klavier), 13. a) Mariä Wiegenlied( Martin Boelitz) Max Reger, b) Wiegenlied der Hirten an der Krippe zu Bethlehem( Chr. Dan. Schubart) H. Reimann, e) Nun gute Nacht. Paul Gräner( Mary Wurin- Meisenvon A. v. Othegraven. b) Lebewohl, Ph. Fr. Silcher( Knabenchor), Am Flügel: Dr. Richard H. Stein. Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage, Wetterdienst. Sportnachrichten, Theaterdienst. 10.30 Uhr abends: Otto Lich: Die Elektrizität in Industrie, Landwirtschaft und Haushalt*. ( Else Orli) R. H. Lapini, c) Lockweise( Björnson). Gries( Mary Ofen schen hell brannte. Sie liefen fort, um Baffer zum Löschen zu holen, ils fie damit zurückkehrten, fomnien fie angeblich por Midem Qualm nicht mehr an den Brandherd heran und alarmierten nun bie Feuerwehr, die mit dem Zug 1 aus Neukölln sehr schnell zur Stelle wor. Als der Zug 2 eintraf, stürzte bereits ein Teil bes Rinos mit der Bühne zusammen. Zur Sicherung der rings herum befindlichen Wohrigebäude mußten mehrere Löschzuge Schlauchleitungen vornehmen. Während und nach dem Brande war die Brandstelle ven Kinderscharen unlagert. Jabireiche Elternberg, Sopran). 14. a) Vogol, flieg' weiter, Volkslied, bearbeitet ferichten ängstlich nach ihren Sprößlingen, bie nicht nach Haus netemmen waren. Schups imd Feuerwehr fonnte fie beruhigen. Niemand, außer den Angestellten, mar im Kino anwesend gewefen und teine Berson ist zu Schaden gefommen, nächtlichen Transport der schweren Druckmaschine von Berlin nadh Bernsdorf geholfen zu haben. Ney hat die Maschine im Keller zusammengefeßt. Er und Treter wollen zunächst geglaubt haben, daß nur fommunistische Propagandazettel gebrudt würden. Die beiden Maschinen wurden beschlagnahmi. Die Ehrfurcht vor dem„ hohen" Beamten. Noch ein Wahlnachtlang, so ein kleiner und doch bezeichnender Leben und Dentweise des deutschen Ausschnitt aus Spießbürgers, der trauriger und hoffnungsloser ist als der Spießbürger eines jeden anderen Landes. Sigen da in der Stadtbahn zwei deutschnationale Bürger, unterhalten sich über den Wahlausfall, beglückwünschen sich zum Stimmenzumachs der SchwarzWeiß- Noten und vergessen nicht, auf die verdammten Sozialdemofraten und ihr gewaltiges Plus an Stimmen wie die Berserker au schimpfen. Ja," sagt der eine, man versteht dieses Bolf nicht, wie es wieder so piel sozialdemokratische Stimmen hat abgeben fönnen. Man denke doch nur an die hohen Beamten, an unsere früheren studierten Beamten, die wirklich würdig waren, auf jo verantwortungsvollem Posten zu stehen. Soll es denn immer so weiter gehen, daß jeder Schuster und Schneider Minister werden laan. Wenn einer der hohen Beamten von früher mal Fehler gemacht oder fich vergriffen hat, dann ließ man sich das natürlich gefallen. Aber heute, diese Schuster und Schneider? Es ist doch einfach unglaublich!" Es ist ja gewiß nichts Neues, daß deratige Gedanken von Rechsradikalen geäußert werden. Aber es ist doch auch tennzeichnend genug, daß Siele Herren in aller, sagen wir, Naivität aussprechen, der hohe Beamte von früher fonnte ruhig Dummheiten und Fehler machen. Da hielt man in befannter und bewährter Untertanentreue ftill. ur ei 1s, eine ganze Kleinigkeit vergessen diese Kreise hinzuzu fügen, daß der Schuster imb Schneider", der heute angeblich Minister ist, feine Dummheilen macht. Er vergißt ganz, daß zum Beispiel der Sozialist Hilferding die Rentenmark erfunden hat, daß aber die Havenstein, auf dessen Grabstein man freiben müßte: Das deutsche Bolt hat viel an ihm verloren!", daß die Helfferich und Cuno, die würdigen" hohen Beamten die deutsche Währung ins llodenlofe ftürzen und den deutschen Arbeiter und Bürger ganz verarmen ließen. 群 Dabei war der liebe, gute Spießbürger, der ble fundamentalen Beisheiten von dem hohen Beamten in der Stadtbahn zum besten gab, no nicht einmal einer der Berlogenften aus der schwarzweißroten Schar. Er gab nämlich offen zu, daß das Bürgertum sich den Vorwurf gefallen lassen müsse, bei der Revolution untätig abseits gestanden zu haben. Wir taten gar nichts und hatten die Hände in den Hosen!" Ach, fieber Bürger, auch hier haben sie eine wichtige Latfache zu erwähnen vergessen. Sie und ihresgleichen hatten nach Ausbruch der Revolution nicht nur die Hände, sondern angenehm in die noch ganz was anderes in den Hofen, was dem Nachbar sehr unNafe[ tieg! Die 25, deutsche Automobilausstellung. Bor 25 Jahren wurde die erste deutsche Automobilausstellung Heute wird nun die vom Automobilflub von in Berlin eröffnet. Deutschland und dem Reichsverband der Automobilindustrie ver anstaltete diesjährige Ausstellung dem Publikum ibre Pforten öffnen. Dieser Zeitraum eines Vierteljahrhunderts hat die damals noc in den Kinderschuhen steckende Industrie zu einer Blüte empor geführt, die einem erst zum Bewußtsein lommt, wenn man die in unabiehbarer Fülle vorbandenen Ausstellungsstücke zu überblicken fic anfchidt. In einer Vollständigkeit ohne gleichen gibt die Ausstellung ein Bild der lesien und vollkommensten Gr zeugnisie aller Arten motorischer Fahrzeuge und der Industrie der zugehörigen Bestandteile. Sierau war es not tvendig, eine zweite Mielenhalle am Kaiserdamm zu erbauen, die in erstaunlich furger Zeit fertiggestellt wurde. Wir werden auf die Ausstellung noch zurüdfommen. Weihnachtsveranstaltungen. berger Rathaus am Rudolf- Wilde- Bich eine WeihnachtsDie Schöneberg- Friedenauer Künstler hoben im Schöne unstwoche veranstaltet, in der sie ihre Werte und funstgewerb lichen Erzeugnisse auf den Weihnachtsmarkt bringen. Die Ausstel lung befindet sich in der Brandenburgholle und in den Ausstellungsfälen des Berlin- Schöneberger Rathauses. Die Weihnachtskunstwoche bringt u. a. am Mittwoch, den 10. Dezember cr., 8 Uhr abends das Auftreten von Eugenie Eduardowa und ihres Balletts im Bürgerfael und am Sonnabend, den 13. Dezember. Die Aufführung eines heiteren Schöneberger Bilderspiels" Bom Pfahldorf bis zum Bezir? 11", in dem Schöneberger Maler, Bildhauer und Malerinnen mitwirten fowie Borträge von Tilly Waldorf, Berthold Reißig und Emil Kühne. Am Donnerstag, ist außerdem die Aufführung der Märchenoper„ Die Meertönigin" und von Bergolese„ Die Magd als Herrin" und" Der Schauspieldirektor" von Mozart. Regie Ober regiffeur Dr. Droefcher. Die fünstlerische Zeitung liegt in den Händen von ons Baluschel. Wie schon im Vorjahre, so ver anstaltet das Jugendamt Friedrichshain auch in diesem Jahre in der Schulaula Petersburger Str. 4 wieder eine großzügige Ausstellung guter Literatur. Berbunden ist diese Auss ftellung noch mit einer fleinen Ausstellung neuzeitlichen Kinderfpielzeugs der Wertfreunde", Potsdamer Str. 104. Die Ausstel fug wird am Freitag, den 12. Dezember, nachmittags 5 Uhr, ers öffnet. " -Y Prinzenföhne und Potsdamer Volksbühne. Aus Potsdam wird uns geschrieben: Einen rechten Schwabenstreich hat sich, um den verhaßten Sozialdemokraten eins auszuwischen, der Borsigende des Boisdamer Bühnenvol? sbundes, Oberst v. Winter. felb, geleistet. Das Potsdamer Schauspielhaus besteht bekanntlich aus einer G. m. b. H., die sich aus der Boltsbühne und dem Boltsbühnenbund gebildet hat. Aufsichtsräte und Ver waltungsbeschlüsse forderten, daß fein politischer Einschlag in die Geschäftsführung hineingetragen werden sollte. Kunst für alle! hieß es damals. Wie diese Abmachung von dem rechtsstehenden Bühnenpoltsbund gehalten wird, zeigt folgendes Beispiel: Eine den ältesten Söhnen des ehemaligen Kronprinzen nahestehende ältere Dame trat an den Vorstand der Boltsbühne mit der Bitte heran, ob es möglich wäre, daß die beiden Brinzen, trotzdem sie nicht Bolfsbühnenmitglieder sind, sich eine Vorstellung, und zwar Bring Friedrich von Homburg" ansehen dürften. Da alle Blähe an Mit glieber vergeben waren, ftellte Intendant Behlemann im Einvernehmen mit der Wolfsbühne seine Direktionspläße zur Verfügung. ba er felber mitspielen mußte. Bon dem angekündigten Prinzenbesuch erfuhr der Vorsitzende des Bühnenwolfsbundes Oberst D. Winterfeld. Der Oberst setzte sich sofort mit dem Begleiter der Brinzen. Major v. Ditfurt, in Verbindung und machte ihn darauf aufmerksam, daß im Vorstand der Boisdamer Bolfs= bühne Sozialdemokraten figen. Was follte nun fchießlich ber Brinzenbegleiter tun? Es erfolgte eine Abiage an die Volks bühne und der angekündigte Befuch unterblieb tatsächlich. Man be fommt doch bei der Gelegenheit einmal heraus, was für Leute im Bühnen volts bund ungestört ihr Wesen treiben dürfen. Gasvergiftungen ohne Ende. ST Die Zahl der Gasvergiftunaen in Berlin bat weiter zuge nommen. Täglich werden ein Dußend gemeldet. In den letzten Stunden mußten Samariter der Webr u. a. nach der Mommienſtr. 55 in Steglit, Ralferdamm 32. Heideftr. 32, Wielandstr. 42 in Friedenau, Tintidiftr. 5. Seeftr. 10, danu Kaiser- Wilhelm- play 5 in Schöne berg. der Wittsteder Str. 9. Donauftr. 10% in Neukölln, Allen fteiner Str. 38 und Prenzlauer Allee 288 ausrüden, wo sich Berfonen mit Gas bergiitet batten. Es gelang die meisten Vergifteten mit Sauerstoff zu retten. Mordprozeß Haarmann. Die Nachbarn und Geschäftsfreunde als Zeugen gegen den Angeklagten. Hannover, 9. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Im Laufe der Verhandlung wurde ferner der ehemalige Grenzpolizeioffizier Offermann vernommen, mit dem Haarmann nach seinen Befundungen ein Detektivinstitut Basso" gegründet hat. Dlfermann, ein ehemaliger Brestauer Schuhmann, war im Kriege als Feldpolizeikommissar in Polen tätig. Seit 1922 ift er außer Diensten und leitet seitdem die Kriminalabteilung der Detektivzentrale ehemaliger Kriminalbeamter. Er befundet, daß er Haarmann bei Ermittlungen fennen gelernt habe, und zwar habe Haar mann ihm damals sein Leid geklagt, daß er niemals von den Belohnungen etwas erhalte und er einen Ausweis brauche. Zu diesem Zwed haber er, Olfermann, als ehemaliger Polizei beamter, ihm seine Unterstähung versprochen und, um Haarmann einen Ausweis zu verschaffen, habe man zum Schein das Detettivinstitut Balfa" gegründet. Es habe sich aber nur um eine Luftgründung gehandelt und er selbst habe den Ausweis Haarmanns nie zu Gesicht bekommen. Die bis dahin ruhig verlaufene Bernehmung des Zeugen wurde dann plöglio je hr erregt, als der Zeuge weiter befundete, jehr Haarmann habe ihm erzählt, was für Trics er anmende und auch. was für gute Beziehungen zur Polizei er habe. Hier sprang Haarmann erregt auf und erflärte in feiner drastischen Weise: „ Offermann geht ja wie die Kaze um den heißen Brei herum. Ich habe teine Tricks gebraucht. Die Leute famen ja von selbst zu mir und boten mir alles mögliche an. Aber er hat auch immer die Belohnung einfaffiert und dabei tat er nichts. Mir gab er die Hälfte ab. Den Stempel auf meinen Ausweis hat Offermann ja selbst auf gedrückt und mit Grans hat er aum unter einer Decke gestedt." Borsigender zum Zeugen:„ Ich denke, Sie wollen den Ausweis gar nicht gesehen haben?" 8euge( erreg): Ich habe den Stem pel in seiner Wohnung probiert; es fann ja möglich sein, daß ich dabei die Photographie gestempelt habe." Bori: Das verträgt fich doch aber garnicht mit Ihrer Aussage von vorhin." 3euge ( dauernd sehr aufgereat): Ja, den Ausweis hat er vor meinen Augen zerrissen. Bielleicht handelt es sich um einen anderen." Haarmann: Ach was, er jat ineinen Ausweis mit nach Haufe genommen und gestempelt." 3euge: Nein, das ist nicht wahr, Borf.( zu Grans): at Offermann bei Haarmann gefrühstückt?" Grans: Darüber möchte ich meine Aussage verweigern.( Bewegung.) Borf:„ Das dürfen Sie nicht." Grans: Mir ist es fa, als ob Offermann mal dort gegessen hat." Die nächste Beugin ist die Baschfrau Haarmanns, eine Gren Alsdorf. Sie befundet, daß fie memais Buflecken in der Wasche gesehen habe. Geld hat Tie von Haarmata für ihre Dienste nie erhalten, wohl aber Bferbefleisch in Siüden von 1 bis 2 Bfund und immer ohne Knochen. Das Fleisch habe aber richtig wie Pferdefleisch ausgesehen. Nach der Mittagspause teilte zunächst R.- 21. Lozze mi, daß Haarmann ich auch an dem neunjährigen Bruder des An. gett Grans Dergriffen habe. Das Kind habe einer Mutter weinend davon Mitteilung gemacht. Saarmann befirei tet zunächst ganz entschieden, gibt dann aber auf wiederholten Borhalt des Borsigenden wenigstens die Möglichkeit einer derartigen Handlungsweise zu. As die Seug Frau 9inderer auf gerufen wird, beantragt der Staatsanwalt Dr. Wilde Ausschluß der Deffentlichkeit wegen Gefährdung der Sittlichkeit und Mas Gericht beschloß demgemäß. Das Ehepaar Linderer wohnte in der Roten Reihe 2 auf bemfelben Flur mit Haarmann, und zwar stieß die Küche der Familie Linderer an die Rammer Haare manns, von der sie nur durch eine dünne Band getrennt war. Haar mann habe sich, so befundet die Zengin, bei seinem Einzug als Beamter der Sittenpolizei und als Brivatdetektiv vorgestellt. Gr Er habe viel Berkehr mit Jungen gehabt. Sie erzählt weiter, daß Haarmann in feiner Wohnung piel gehadt habe, und zwar so start, daß in der eine Treppe tiefer gelegenen Wohnung der Stud von der Decke gefallen fei. Zu den verschiedensten Tages- und Nachtzeiten habe er sich oft mit großen Bateten aus seiner Wohnung entfernt, einmal hat ihn die Zeugin auch mit einem blutigen Beutel gesehen. Außerdem lief er fortwährend mit einem per. dächtigen Eimer zum Abort, der dann immer verstopft mar. Da das Treiben des Haarmann der Zeugin verdächtig war, hat fie zweimal die Polizei geholt, wenn Haarmann Jungen bei Berkehrselend in Tempelhof. In der Bezirksversammlung Tempelhof haben fämta liche Fraktionen folgenden Antrag eingebracht bzw. unterstügt: .Die absolute Verständnislosigkeit der berufenen Stellen im Magistrat bezüglich ber unhaltbaren Berfehrsverhält.. niffe im Bezirk Tempelhof erfordert schärfftes und rück. fichtslojes Vorgehen der Bevölkerung dieses Bezirks und seiner berufenen Vertreter. Bie neuerdings verlautet, foll nunmebr fo gar die Untergrundbahn, deren baldige Inbetriebnahme zur Linderung diefer untragbaren Zustände beigetragen hätte, nur bis zur Dreibundstraße und nicht bis aur ng bahn durchgeführt werden. Es follen vielmehr vorerst andere Bezirke, bie sich unzweifelhaft bedeutend befierer Berkehrs verhältnisse erfreuen wie der unferige, mit dem Bau von Untergrundbahnen bevorzugt werden. Wir erheben gegen diese Verkehrs. maßnahmen bes Magistrats schärfsten Einspruch und beantragen, daß diefer Protest mündlich und schriftlich dem Oberbürger meister durch eine aus allen Parteien bestehende Deputation zur Renntnis gebracht wird." Die Eides 6. m. b. S. In dem Prozeß gegen Frau v. Kulas und ihre Mitange: Magten wurde gestern die Beweisaufnahme fortgeführt. Es kam dabei zur Sprache, daß Frau v. Kulas, thre Freundin, bie flüchtige rau Shapira Löwenhain, und der Angeklagte v. Wedelstädt fich die Zeugen nach dem Rezept beschafft hatten, daß fie für eine bestimmte Behauptung irgendeine Zeugin aufstellten. Die Adresse der Zeugin wurde in irgendeiner Stadt Deutschlands angegeben. Dann fuhr ein Mitglied der G. m. b. H. dorthin und veranlaßte jemand, der dort wohnte, die Zustellung entgegenzunehmen. Wenn alles programmäßig verlaufen war, erschien einer der Beteiligten mit der Zustellung vor Gericht und machte unter dem in der Badung angeführten Namen die eibesstattlichen oder eiblichen Aussagen. Es wurde eine große Anzahl von auswärtigen Zeugen vernommen, bei denen die Zimmer bestefft waren und die die Zustellung für die Inkognitozeugen entgegengenommen hatten. U. a. wurde auch ra u Deriel, die Chefrau des rerurteilten Hochftaplers Dertel, Coloff ftein", vernommen, die übrigens erklärte, baß sie von dem englischen sich hatte. Als die Beamten jedoch eines Nachts flopften, fie Haarmann sie nicht herein, sondern rief ihnen zu, fie follten imm 6 Uhr früh wiederkommen. Da diese Aufforderung sich mit den Bestimmungen der Strafprozeßordnung deckt, wurde der Oberstaats über außerordentlich juristische Kenntnisse verfüge. Bei einem anwalt zu der Bemerkung veranlaßt, daß Haarmann offensichtlich zweitenmal ist den Beamten, als sie in die Wohnung Haarmanns bineintamen, ein furchtbarer Geruch aufgefallen. Haarmann bezeichnete die verschiedenen Angaben der Zeugin, soweit Binderer eine Furie", die in einemfort ihren Mann verprügele, fie sich auf seinen Berkehr beziehen, als unrichtig und nannte Frau eine Bemerkung, die angesichts der fehr einen und schmächtigen Zeugin Heiterfeit hervorrief. Ebenfalls unter Ausschluß der Deffent lichkeit wurde dann Frau Dora Mruze vernommen, die eine Zeit lang die Geliebte des Grans war, bis diefer dann mit der Emmy Schulze ein Verhältnis einging. Sie fagt u. a. aus, daß es der Wunsch Haarmanns gewesen sei, daß sie sich mit Grans verheiratete. Im übrigen hat sie Haarmann in der Neuen Straße die Wohnung fauber gehalten, wofür sie Effen betam. Dann wird die Deffentlichkeit wieder hergestellt und in der Bernehmung der Mruzet fortgefahren. Sie äußert sich dann zum Fall Franke, des Berliners, der so schön Klavier spielen fonnte. Sie lernte den Jungen mit Haarmann und Grans zusammen in einer Wirtschaft kennen. Als sie dann später aufbrachen, ging Frante mit der Schulze voran und fie, die Zeugin, mit Grans hinterher. Da habe Grans gesagt:„ Das wird gemacht." Sie habe das fo verstanden, als daß dem Frante die Sachen abgenommen werden sollten. Am anderen Morgen fam sie dann in Haarmanns Wohnung und da lag der Junge nur ruhig im Bett mit geschlossenen Augen. Haarmann winfte ihr zu fie folle ruhig sein, da der Junge schlafe. Die Mruzet blieb dann etwa fünf Minuten in Haarmanns Zimmer, ohne daß sich, wie sie erklärte, in dieser Zeit der Junge gerührt hätte. Zu dem 48 Berhältnis zwischen Haarmann und Grans erklärt die Zeugin Mr uzet, daß nach ihrer Erinnerung die beiden fich gegenseitig Geld gaben, Grans habe gehandelt und Haarmann habe angeblich von seinen 3infen gelebt. Beim Ausgehen hätte aber immer Haarmann bezahlt. Im übrigen habe Grans nur lieber Frig" fagen brauchen, dann hätte er von Haarmann alles gefriegt, Kleidung, Effen und Geld. Und wenn sich die beiden einmal gezantt hatten, dann brauchte Grans seinen Freund nur zu füssen, dann war alles wieder gut. Auf Befragen erklärte die Jeugin Mruzet weiter, daß Grans einmal gesagt habe: Benn ich einmal umgebracht werbe, dann hat das Haarmann gemady. Bari.: haarmann, als der Franke in Ihrer Wohnung im Bett lag, mar da Grans anwesend?" Haarmann( zögernd): Fragen Sie ihn doch selbst, aber laffe Sie man, wir wollen mal erst warten, bis mittowsti fommt." Grans: Ich bin nicht drin gewesen. Es ist immerhin auch möglich. Borf: Wenn der Junge mun tot im Bett lag und Sie dort geschlafen haben, bann müffen Sie doch Bescheid gewußt haben." Grans: Nein, ich habe jedenfalls teinen Toten gesehen. des Arbeiters Ernst Krone, bei dem Grans gewohnt hat, wurde Nach furzer Bernehmung der Friseur Fridolin Wegehentet als Zeuge aufgerufen. Haar mann ließ sich bei diesem Friseur, der dem Angeklagten gegenüber wohnte, regelmäßig rasieren und wurde nach und nach mit der Familie befreundet, fo baß er dort ein und aus ging. Haarmann habe ihm nur erzählt, er laffe sich von den Jungen gern massieren und von Grans habe er gelagt, daß dieser ihm die Bücher führen müsse. Haarmann( einfallend): Ach was, das war ja nur im Anfang. Später wußte der Zeuge ganz genau Bescheid." 3euge: haarmann war manchmal auf Grans fehr aufgebracht und wollte ihn nicht weiter durchfüttern, besonders weil Grans immer noch andere Jungens mitbrachte. Einmal erflärte Haarmann mir: Wenn Grans alles von mir wüßte, dann mürbe er " mig ausfaugen bis aufs Blut." Seine Tätigkeit für die Bolizei hat Haarmann dem Zeugen nach dessen Befundungen so dargestellt, als wenn er von den Polizeibeamten nur vorgeschoben worden fei, weil diese selbst für die Aufdedung pon Berbrechen niemals Belohnung erhielten, weil das Geld in eine gemeinsame Beamtentaffe fam. Um 4 Uhr nachmittags wurde die Verhandlung auf Mittwoch früh vertagt. Konsulat das Attest befommen hätte, daß fie lebig wäre. Die Zeugin fannte Frau p. Kulas nur oberflächlich. Die Bemeisaufnahme wird am Mittwoch fortgesetzt. Der Polizeibeamte immer im Dienst. Ein Sonderfall bat den Kommandeur der Berliner Schuppolizei Kaupisah Beranlassung gegeben, darauf hinzuweisen, daß Beamte in Uniform- außer Dienst verpflichtet sind, bei Gefahr im Verzuge au außerhalb ihres Dienstbezirtes einzuschreiten. Großes Schadenfeuer auf einem Riffergufe. Ein großer Kuhstall des Rittergutes Dolgen bei Franzburg( Vorpommern) geriet in Brand. Gs berbrannten 75 tilbe fowie dergeräte und jonftiges Inventar nebst Seu und Strohvorräten. Ein fchwedischer Dampfer brennend untergegangen. Der auf der Reise von Schweden nach Stettin befindliche Dampfer I ara „ Klara Kunstmann" traf im Stegerrad den schwedischen Dampfer Siri" bei gewaltigem Drfan und hochgehender See brennend an. Bei ber Annäherung des Stettinner Dampfers ging die Mann schaft des schwedischen Dampfers in zwei Rettungsboote. Das eine Da ihnen, das mit dem Kapitän und sechs Mann bejeßt war, fam Surch die sehr hochgehende See außer Sicht, es gelang aber, die 3nfaifen bes anderen Bootes zu retten. Die Ge retteten find mit dem gestern eingetroffenen Dampfer lara Stunft mann" nach Stettin gebracht worden. Der Dampfer ,, Siri" ist bald nach der Bergung der Schiffbrüchigen untergegangen. Geschäftliche Mitteilungen. gearbeitete Ulster, Baletots. Unailge für Serren. Burschen und Kinder unter Dringend wichtig für alle Borwärts- Refer! tt es, daß man wirklich prima bentbar günstigsten Bedingungen bei einer Anzahlung und wunschgemäßen Bochen oder Monatsraten in aftrenommierten Unternehmen 2. Cohn, im Often: Große Frankfurter Str. 59 und im Norden: Badste, 47-48, erhält. Wir vermeifen auf das Inferat in der heutigen Ausgabe. Wirtschaft Sparkassen und Kreditwirtschaft. Durch mancherlei Vorgänge find die öffentlichen Sparkassen neuerdings wiederholt zum Gegenstand der Kritik geworden. Soweit die Kritit fachlich ist, fann man gegen sie nichts einwenden. Im Gegenteil: bie großen Wassen der Sparer und die Steuerzahler, mit deren Mitteln die öffentlichen Spartasser gehalten oder unter: daß die gemeinnügigen Institute tabellos in der Geschäftsstüßt werben, haben das Recht und die Pflicht zu verlangen, führung sind, daß insbesondere die Sparer vor Verlusten geschützt werden. Vielfach aber werden auch unfachliche Angriffe gegen die öffentlichen Rassen gerichtet und dann oft gehörig aufgebauscht nur zu dem zwed, um die Sparkassen als Organe des öffentlichen Banten lästige Konkurrenz zu beseitigen. Der Deutsche Spar Kreditwesens zu schädigen und wenn möglich ihre den privaten tassen- und Giroverband veröffentlicht mun längere Ausführungen über die Tätigkeit der Sparfaffen, die geeignet sind, manche in legter Zeit aufgetauchten Bedenten zu zerstreuen und benen wir folgendes entnehmen: Die öffentlichen Spartaffen fonnten auf Grund des Sparkassenreglements von 1838 ihre Gelder in Hypotheten, namentlich auf Kleinwohnungen, in Darlehen an Gemeinden, in Darlehen an Brivate, hauptsächlich aus dem Mittelstande gegen Pfand, Bürgschaft oder Wechsel, fomie in Krediten an Genossenschaften arlegen. Zum 3wede der Liquidität mußten die Sparkassen ferner einen größeren Betrag in erstklassigen mündelsicheren Wertpapieren sowie entsprechende Guthaben bei öffent lichen Banken unterhalten. Der Personalkredit ist den Sparkassen immer gestattet geweses. um sich jederzeit flüssig zu halten und allen Anforderungen entBei gänzlich normalen Berhältnissen mußten die Sparkassen, [ prechen zu fönnen, bereits einen erheblichen Teil ihrer Gelder fo= bestens 30 Broz, aller Spartaffeneinlagen wurden früher flüssig fort greif und verwertbar zur Berfügung haben. Min gehalten. Wenn also schon in normalen Zeiten, wo bhebungen in der Regel durch neue Einlagen wieder gebedt wurden, eine verhält nismäßig hohe Liquidität geboten war, so muß heute bei der geringen Stetigkeit der Einlagen die Liquidität eine noch wesentlich höhere sein. Die Spartassen tönnen daher gegenwärtig die ihnen übergebenen Einlagen nur zu einem gegen früher erheblich geringeren Teil langfristig anlegen. Die in der Presse erhobene Forderung, die Sparfaffen follen ihre Gelder ganz oder zum größten Teil in Hypotheken anlegen, fann deshalb in dem geforderten Maße nicht erfüllt werden. Girogelder, also Einlagen der Landwirte, Kaufleute, Hand Im Durchschnitt find Dreiviertel der heutigen Spartassengelder ber, alfo Wirtschaftsgelder, bei der Sportaffe fidher onbegen. Diefe werfer, Gewerbetre benden, die vorübergehend nicht benötigte Gel Gelber den Wirtschaftstreifen wieder zuzuführen, aus denen sie stammen, und zwar liquide und unter der nötigen fagungsmäßigen Borsicht, ist die ureigenste Aufgabe der Sparkassen.. H be3000 öffentliche Spartassen mit mehr als 5000 3weig- und FilialDem Deutschen Sparfaffen- und Giroverband sind etwa stellen angeschlossen. Bei 23. diefer 8000 Sparfaffenstellen sind nach forgfältiger gerauer Ermittlung Unregelmäßigkeiten vorgekommen, bestehen. Der geringe Prozentsaz die hauptsächlich in perfehlten fagungswidrigen Anlagegeschäften auf 1000 nod) teine 3 rechtigt uns, von wenigen Ausnahmen zu sprechen, so be bauerlich eine jede, auch bie fleinste Berfehlung ist. Die Mehrzahl Repifionen der Berbände aufgebedt und rücksichtslos verfolgt. ber Unregelmäßigkeiten wurde durch die fachmännischen Die schuldigen Beamten sind entlassen, für den Schaden haftbar ge macht oder bei strafbaren Verfehlungen dem Strafrichter übergeben worden. Es muß fefigeſtellt werden, daß nicht die Ausübung pon bantmäßigen Geschäften in den beklagten Fällen be ben Sportassen zu Unregelmäßigteiben geführt hat, sondern die Eigenmächtigteit der Spartassenbeiter, die fahungswidrige Kredite auf eigene Fauft gegeben haben. Die Serienfabrikation in der Automobilindustrie. Der erbitterte Streit in der Frage, ob die deutsche Automobilindustrie gegenüber ber billigeren ausländischen Ron furrenz wet bewerbsfähig werden wird, fann feineswegs allein mit ber Forderung nach Schutzöllen erledigt werden. Die Abperrung vom Weltmarkt, wie sie die Automobilfabrikanten fordern, bietet nach feiner Richtung hin Gewähr für eine Steigerung der bietet nach feiner Richtung hin Gewähr für eine Steigerung der Abfabfähigkeit und damit eine Steigerung der Probuftios. Wettbewerbsfähig fann diese Industrie nur werden, wenn sie beffere und billigere Fabritationsmethoden zu finden und zu benutzen versteht. Einige deutsche Werke sind auf diesem Wege bereits vorangeschritten. Un erster Stelle stehen hier die Deutschen Werke, deren Aftien im Besitze des Reiches find und von denen ein Betrieb seine Umstellung vollzogen hat. Es ist dies das Wert Haselhorst in Spandau( D- Rad), welches fich ausschließlich mit der Herstellung von Motorrädern und Autos befaßt. Einige nähere Angaben dürften von Interesse fein: Die vielfach in der Deffentlichkeit perbreitete Ansicht, daß die mitä den arbeiten und besondere Zuschüsse vom Reich erhielten, zu den Reichswerten gehörigen Betriebe unter besonders günstigen entbehren der Grundlage. Bom Reiche sind ihnen besondere Umständen Kredite nicht zur Verfügung gestellt worden. Andererseits hat die Instandsegung der Betriebe, in denen, wie in allen lebig lich der Herstellung von Kriegsmaterial dienenden Wertstätten, mit Schwierigteiten und kosten, verursacht. Einen Border Substanz Raubbau getrieben worden ist, auch besondere sprung jebenfalls dürfte ein Betrieb, wie der oben erwähnte, vor anberen gleichen Betrieben der Brivatinduftrie bezüglich Rentabilität und Konfurrenzfähigkeit ohne weiteres nicht haben. In dem früher lediglich der Herstellung von Munition und Gemehren dienendem Betriebe befindet sich jetzt ein modern aus. gestatteter Fabrikationsbetrieb für Motorräder und Autos. Man spürt hier nichts mehr von Umstellung oder Versuchsproviforien, sondern man hat den Eindruck eines von Grund auf ziele bewußt und einheitlich aufgebauten Betriebes. Die Zahl der hier beschäftigten Arbeiter beträgt 3000, die der Angestellten 400. Die Arbeitsmethode ist, durch Anwendung möglichst zweckmäßiger Spezialmaschinen größte Arbeitsleistung des Arbeiters zu erzielen, und zwar bestimmt dabei die Maschine das Arbeitstempo des Gomohl im Automobil als auch im Motorradbau wird grund Welter für Berfin und Umgegend. Troden und zeitweise heiter, nachts neblig und leichter Broit, Temperatur am Tage eitwas über dem Gefrier. Arbeiters. punti. 免費 Fritzi Massary die überraschend gehaltvolle 3 Zigarette im goldnen Gewande muß jedes Geschäft führen, denn sie wird von allen Seiten nachdrücklich verlangt! Sonnabendbörse in Berlin. Wie verlautet, besteht die Absicht, am Mittwoch, 24., von 11-1 Uhr Börsenverkehr stattfinden zu lassen und ferner vom 1. Januar ab Sonnabends von 11-1 Uhr Effektenbörse abzuhalten. Deutsche schwerindustrielle Befriebe in Südafrika? Die Röln. Volksztg." berichtet über die Verhandlungen der Südafrikanischen Union zweds Schaffung einer nationalen Eisen- und Stahl. industrie, daß ein englisches Anebot auf Grund übertriebener Finanzgarantien abgelehnt worden sei. Die Verbandlungen mit den deutichen Stablindustriellen sollen dagegen schon weit fortgesbritten sein. Die Unionsregierung ist bereit, dem Unternehmen, das mit einem Kapital von über 1 Million Pfund Sterling ge gründet werden soll. den Obligationsziniendienst zu verbürgen, ihm alle Staatsaufträge zu überweisen und ihm durch Barsubsidien und Zolltarife hinreichende Unterstügung zukommen zu laffen. fäßlich und ausnahmslos das Prinzip verfolgt, einen eingigen Die Stabilisierung des Arbeitsmarktes feit der Annahme des| Stahlindustrie nennenswerte Aufträge werden überweisen tönnen, Typ mit derfelben Motor starte herzustellen; Sonder Londoner Vertrages wird vom Landesarbeitsamt der Rheinprovinz hängt zu einem beträchtlichen Teil von der Art der Durchführung des wünsche des Käufers bezüglich der Karosserien werden nur info in feinem letzten Bericht folgendermaßen beleuchtet: Die Ansichten Dawes- Blanes ab. fern berücksichtigt, a's der Käufer an die die Karosserien bauende über die innere Struttur des Arbeitsmarktes, die für die ErFirma verwiesen wird. Die„ D- Rad" felbst tehnt es ab, auf Benntnis der Lage wichtiger ist als das äußere zahlenmäßige Bild der Spezialwürde einzugehen. Erwerbslosigkeit und der Arbeitsvermittlungen, stimmen in beDie monatliche Produktion beträgt zurzeit an Rädern merkenswerter Weise darin überein, daß der Arbeitsmarkt im 2000. an agen wird fie, wenn die Arbeitsmethode ganz Berg eich zu den großen Störungen der Wirtschaft und zu den burchgeführt sein wird, 1500 Stud pro Monat betragen und Berioden peinlicher Ungewißheit eine erfreuliche Tragkraft wird noch erhöht werden, wenn die Herstellungsdauer und Anpassungsfähigkeit gezeigt hat, die zu Hoffnungen burch weitere Ausgestaltung der Arbeitsmethode noch mehr verfür die kommenden Monate berechtigt. Man ist sogar der Meinung, türzt fein wird. Sie beträgt feht ein Drittel der früheren und daß eine Besserung und Belebung der Wirtschaft in wird noch auf ein Biertel bis ein Fünftel reduziert werdet fönnen. der Luft liegt, die zu einer Entlastung des Arbeitsmarktes führen Der Verkauf erfolgt zu allgemeinen Festpreisen. Er be- tann, wenn auch nicht sofort, so doch im tommenden Frühjahr. trägt jetzt für ein Motorrad rund 1200, für einen Wagen 5/20 PS. Andererseits verfennt man nicht, daß einige Unbekannte in der Rechrund 4900 m., ein Preis, der unter dem der anderen führenden nung steden, deren Bedeutung noch nicht zu erkennen ist. Es muß Firmen der Branche liegen dürfte und die Konkurrenzfähigkeit im fich noch zeigen ob die bereingefommenen Kredite in volks. Auslande fichert. Dieser Preis gilt für ganz Deutschland. Um thn Die paffive Handelsbilanz, die wachtende Fabritateinfuhr erwedi in wirtschaftlich richtiger Weise verwandt worden sind. zu erzielen, war unter anderem notwendig, die Bertreter steigendem Maße Unbehagen. Besonders mit Rücksicht auf den gewinne zu beschneiden und durch besondere Maßnahmen das Arbeitsmarkt der rheinisch- westfälischen Eisen- und Stahlindustrie Ablaßinteresse bei den Bertretern zu steigern. Wagen und Räder und des Bergbaues wendet sich das Interesse stärker den beiden werden, wie dies in England und Amerifa schon lange üblich ist. Großabnehmern dieser Industrie, der Eisenbahn und dem auf Abzahlung verfauft. Wie wir hören, findet ein Export Shiffbau zu. Staatssubventionen zur Förderung des Schiffbaues der Räder nach Jalien, Holland, den Randstaaten, Standinavien werden erörtert(!). Ob die Eisenbahn und Werften der Eisen- und und neuerdings auch nach der Tschechoslowalei statt; die Pro duktion bis nachfen Herbst ist im Inland bereits ausverkauft. In der Preisen machen die Steuern unb öffent lichen Abgaben ca. 14 Proz. aus. Lohndruck und Qualitätsarbeit. Uns wird geschrieben: Preisnotierungen für Nahrungsmittel. Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels je Zentner frei Haus Beri n. Gerstengraupen, lose Gerstengrütze, lose Haferflocken, lose Hafergrütze, lose Rorgenmehl 0/1 Weizengrieß....... Eiernudeln • Rangoon Reis Cal. Pflaumen 40/50 Korinthen, choice 70,00-96,00 100,00-120, CO 18,50-24,5| Kakao. fettarm 18,50-18,75 Kakao, leicht entōlt 20,00-21,50 Tee, Souchon, gepackt. 320,00-400,00 21,50-29,50 Tee, indischer, gepackt 40,00-470,00 17,00-19,00 Inlandszucker basis mel. 29, 0-31.25 19,25-22,50 Inlandszucker Raffinade 24,50-200| Zucker Würfel 17,0 19.00 Kunsthonig 19,50 26,5 Zackersirup hell in Eim 19,00-24,00 Speisesirup dunk. in Eim 16,00Marmelade Eintr. Erdb. 22,00-23,- Marmelade Vierfrucht 32,15- 35,50 35,5-39, 0 36, 0-39,00 40,0023,00- 30,00 90,00-95,00 40,00 18,00 25,50 Steinsalz, in Säcken. 31,60-42, 44,00-56.58 Siedesalz in Säcken 17,25-22,25 43,50-58,25 Bratenschmalz in Tierces 47,00 73,50 Bratenschmalz in Kübeln 19,00 20,00 3,70- 4.20 4.40-5,0 5,20- 5,80 91,00-93,00 92,00 96,00 23,50-26,7 Purelard in Tierces 15,75-18,0 Purelard in Kisten Speisetalg in Packung Speisetale in Kübeln Margarine, Handelsm. i 66,00 desgl II. 60,00-63,00 Margarine, Spezialm. I. 80,00-81,00 desgl. II 69,00-71,00 Molkereibutter la i. Fäss. 221,00-227,00 Siedlungswissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft. Die Deutime Gartenstadt Gefelichaft, der Deutiche Bund Heimaticbuz, der Teutiche Verein für Wohnungsreform, das Deutiche Archiv für Siedlungswesen und die Siedlericule Worpswede baben sich, un beschadet der völligen Aufrechterhaltung ihrer Selbständigkeit und ihrer eigenen Tätigkeit, zu einer Siedlungswissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft" zufammengeschlossen, um gemeiniam aewisse große Grundgedanken für die Reform unseres Siedlungs- und Wohnungswesens zu vertreten. Dieie Arbeitsgemeinschaft, deren Erweiterung übrigens bevorsteht, veranstaltet diesen Winter eine zusammenhängende Vortragereibe mit anschließender freier Ans. iprace, deren erster Freitag, 12. Dezember, nachmittags 5 Uhr. im Wohlfahrtsministerium, Raum 97( Eingang Portal I) ftattfindet. Dr. H. H. Zieieler- Berlin spricht über: Alte und neue Eiedlurgss wetie". Wegen Teilnahme wolle man fich an das Deutsche Archiv für Siedlungswesen, Berlin NW 6, Quisenstr. 27, 28( Norden 3850) wenden. Internationalifierung der Eisenbahnen Luxemburgs? Eine burg im Gonge und soll in den nächsten Tagen zum endgültigen Abschluß tommen. Ihr Zwed ist, die luxemburgischen Eisenbahnen der Botmäßigkeit des ausländischen Kapitals unter Führung der Banque de Bruxelles und der Aciéries Réunies de Burbach- Eich- Dudelange( bekannt unter der Abkürzung ARBED) 89,00-90,75 89,00-91,75 au unterstellen. Dadurch würde die lugemburgische Regierung die 65,065, 0 bisherigen Hoheitsrechte über die Eisenbahnen verlieren und vollständig in die Abhängigkeit des ausländifchen Kapitals ge raten. Die luremburgische Regierung selbst hat nichts getan, um diese Entwicklung zu verhindern. Im Gegenteil, fie hat felbst mit der von belgischem Rapital beherrschten Prinz- Heinrich- Bahn ein Abfommen getroffen, wodurch sie sich ihrer Hoheitsrechte entäußert. Die luremburgische Eisenbahnergewertschaft führt eine fräf.ige 2 ftion gegen dieses Abkommen. Auch die bel gifchen und französischen Eisenbahner beschäftigen sich mit dieser Attgelegenheit. In den Sagungen der zwischen Luxemburg und Belgien geschlossenen Interessengemeinschaft war ausdrüdlich eine Regelung norgesehen, wonach die Eisenbahnen Luxemburns, fet es durch Belaien oder durch Luxemburg selbst, staatlich verwaltet werden. 2uf Grund dieser Bestimmunen hat nun Renier, der Borsitzende Des belgischen Eisenbahnerverbandes, in seiner Eigenschaft als Mitglied des belgischen Staats eine Aufrage an die Regierung gerichtet. Molkereibutter i. Pack. 2 0,00-235,00 S Die verhängnisvollen Folgen ber Bohnpolitif, die von den Hartgrieß deutschen Unternehmern betrieben wird, wirten in steigendem Maße Weizenmehl auf die industrielle Produktion ein. Man muß sich Weizen- Auszugmehl darüber find Speisee: bsen. Viktoria sich jetzt fast alle praktischen Wirtschafter etnig für die Zukunft fo Speiseerbsen. kleine. weiße, I erl einstellen, daß der Inlandsabsaz das Rüdgrat des Wirt- Langonnen, handveries. 23.00- 33,0 Pflaumenmus in Eimern 45,00-55,00 großzügige fapitalistische Transaktion ist seit längerer Zeit in Lurem fchaftslebens bildet und daß der Export nur zur Ergänzung für den Linsen kleine Umsatz dient. Eine logische Folgerung aus dieser Einstellung ft Linsen, große Linsen, mitte! natürlich der Zwang, weiteste Kreise des Boltes entsprechend an dem Kartoffelmehl Baremumjazz teilnehmen zu lassen oder anders ausgedrückt, benakkaroni, HartgrieBwr Massentonsum zu verstärten. Bei dem augenbid.idher Mehinudeln Mißverhältnis zwischen Löhnen und Preisen ist Bruchreis aber nicht damit zu rechnen, daß die großen Maffen als Konsumenten Tafelreis, glasiert, Patna 24,5- 32,00 bedeutsam in Rechnung gestellt werden können. Üm nun den Konfum Tafelreis, java. 32,75-42,00 Ringapfel, amerik. 80,00-95,00 der Massen zu ermöglichen, und auf der anderen Seite nichts vom Getr Pilaumen 90/100 45,00-50, 0 Profit einzubüßen, die Preise nicht herabsehen zu müssen, find die Pflaumen, entsteint 72,00-76, 0 60,00- 68,00 Unternehmer auf den alten, aber deshalb nicht weniger gefährlichen Rosinen in Kisten, Candia 60,00-73, 0 Ausweg verfallen, Waren minderer Qualität herzustellen, die Sultaninen Caraburnu 75,00 95,00 Molkereibutter Ila i. Fäss. 185,00-202,00 65,00 75,00 Molkereibarteri. Pack. 183,00-212,0 bann auch um Preise billiger find. Fast in allen Industriezweigen, die für Mandeln, süße Bari 195,00-210, 0 Auslandbutter in Fässern 233,00-233,0 die Masse berechnete Artikel herstellen, ist diese Qualitätsverschlechte- Mandeln, bittere Bari 200,00-210,00 Corned beef 12/6 lbs p. K. 40.00-42,00 rung zu beobachten. Das ist nicht etwa ein Ausnahmefall, eine Kümmel, holländischer. 55,00 65,00 Quadratkäse 110.00-120,00 Ausl. Speck, geräuchert 108,00-120,00 45,00-55,00 Einzelerscheinung, sondern die Unternehmer stellen vielfach ihre Bes Schwarzer Pfeffer singap. 12,00-130,0 Tilsiter Käse, vollfett 170.00-175, 0 triebe geradezu auf die Herstellung schlechter Qualitäten ein. Rehkaffee Brasil. 210,00-228,00 Echter Edamer 40%. Allerdings gibt es einige menige, die die in dieser Qualitätsver Rohkaffee Zentralamerika215,00-310,00 2.0% fchlechterung liegende Gefahr erkannt haben. Sie lehnen es ab, Baren 270.00-3.0,00 Ausl ungezuck. Condens 330,00-400,00 milch 48/16. 20,00-22,50 minberer Güte, als sie bisher hergestellt haben, zu fabrizieren und 20.00-22,00 Inl. rez. Condensm. 43/14 24,50 an den Markt zu bringen. Sie verzichten lieber auf Aufträge, als auf ihren Ruf. So tönnen jedoch nur einzelne Firmen verfahren. Die Qualitätsverschlechterung bedeutet aber auch eine Gefahr für unsere Wettbewerbsfähigkeit am Beltmarft Konturrenzfähig am Weltmarft ist nur das hochwertige deutsche Probuft und dieses auch dann nur, wenn durch Herstellung großer Quantitäten die Kosten der Probuftionseinheit auf das M in de st ma b zurüdgebrängt werden. Wenn der Fabrikant auf der einen Seite für den Infandsmarkt qualitativ fchlechte Ware herstellt, für den Belts markt dagegen fich der Herstellung höherer Qualitäten widmet, so verteuert das natürlich die Produttion und verringert dadurch die Konfurrenzfähigkeit der deutschen Industrie. Einige Beispiele fennzeichnen die Entwicklung. In der Tertil industrie werden statt der reinen Wolle Kunstwolle, Baumwolle oder aus anderen Materialien hergestellte Produkte, mit denen wir ja in der Striegszeit reichlich bedacht wurden, wieder in größerem Umfa.ige auf den Markt gebracht. Die Hausfrau, die natürlich bei den färglichen Löhnen mit jedem Pfennig rechnen muß, die auch weiter zu fehen muß, daß die notwendige Kleidung, das notwendige Essen vorhanden ist, muß natürlich streden, d. h. sie muß, um augenblidlich billiger eintaufen zu fönnen, fich mit minderen Qualitäten begnügen. Sie muß ftatt der Butter Margarine faufen, fie muß ihrer Familie ftatt eines mit Bohnen gemischten Trantes reinen Gerstenfaffee vorjeßen. Sie muß sich damit begnügen, nur einmal in der Woche Fleisch zu essen und der Arbeiter felbst, um mur ein Beispiel anzuführen, der es sich bei den Lohnverhältnissen in Amerika leisten tann, ein Automobil zu laufen, betommt bei uns für die gleiche Arbeit, die er brüben leiften mürbe, noch nicht ein billiges Motorrad. Der Konsument, besonders wenn er genossenschaftlich gejapult ist, weiß sehr wohl, daß diese Qualitätsverschlechterung, die er hinnehmen muß, eine Berimenbung bebeutet. Er weiß, daß ein Hemd aus gutem Tuch im Gebrauch mehrere billige" Hemben überbauert. Aber, was bleibt ihm bei den heutigen Einkommensverhältnissen anders übrig? Auch volkswirtschaftlich bedeutet die Qualitätsver schlechterung im Warenverkehr eine erhebliche Verschwendung. Durch die Verschlechterung der Ernährung wird die Arbeitskraft und die Arbeitslust des Arbeiters verringert. Seine Arbeitsleistung ver mindet sich dementsprechend. Bei der Bekleidung steckt in der schlechten Qualität annähernb dieselbe Arbeit, wie in der gleichen Menge guter Bare. Wird nun von der minderen Bare eine große Menge ver braucht, so foftet das mehr Material unb Arbeit, als menn nur hoch wertige Qualitäten tonfumiert werden. Auch mit den Abzahlungsgeschäften, wie fie jest mehr und mehr aufkommen, um die Zahlung für größere Anschaffungen auf einen längeren Zeitraum zu verteilen, ist den Arbeitern nicht nachhaltig geholfen. Sie sind nur ein Notbehelf, der häufig nicht einmal angemandt merden kann, weil die für die Abzahlungen notwendigen Sumunen für andere 3wede im Arbeiterhaushalt bringend benötigt werben. Aber selbst wenn sich der Arbeiter zu einem Anlauf durch ein Abzahlungsgeschäft entschließt, felbft dann vermindert er jo nicht die Ausgaben feines Haushalts, sondern er stürzt sich damit mur in Schuben. Es gibt eben, um die Wirtschaft wieder in ben richtigen Gang zu bringen, um den Maffenablag als bedeutsamen unentbehrlichen Faftor wieder in den Haushalt der Gesamtwirtschaft einsetzen zu fönnen, nur einen Weg: Und das ist die Beseitigung des Mißverhältnisses zwischen Löhnen und Breifen. Es geht eben nicht an, daß die Löhne weit unter Borfriegsniveau stehen, während die Preise es erheblich überschreiten. Das bedingt eine Einschränkung des Berbrauchs und wenn diese Einschränkung die letzte Grenze erreicht hat, bleibt dem Arbeiter nichts weiter übrig, als schlechtere Qualitäten direkt zu suchen. Um dies zu ver hindern, um den Arbeiter wieder als vollmertigen Ronfumenten der Wirtschaft zuzuführen, gibt es nur einen Weg: reis abban auf der einen, ohnerhöhung auf ber anderen Seite. Zimt( Cassia) Weißer Pfeffer Röstkaffee Zentralam. östgetreide. lose Röstkaffee Brasil. • 175,00-185,00 Ehter Emmenthaler 99. Rahma dia feine 120,00-130,00 120,00-123,00 88,00 90,00 Für das Weihnachtsbackwerk nur ahma MARGARINE buttergleich Die besten Rezepte für allerlei Weihnachtskuchen,-Torten und-Gebäcke finden Sie in Nr. 9 der Kinderzeitung ,, Der kleine Coco", die beim Einkauf von ,, Rahma buttergleich" gratis verabfolgt wird, Nr. 581 41. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Mittwoch, 10. Dezember 1924 Gegen die Verleumder des Reichspräsidenten. Zeugenvernehmung im Magdeburger Prozeß. BS. Magdeburg, 9. Dezember. Im weiteren Berlauf des Prozesses gegen den Schriftleiter Rothard wegen Beleidigung des Reichspräsidenten frägt der Borsigende den Angeklagten: Sie wollen alfo heute den Wahrheitsbeweis dafür führen, daß der Reichspräsident Landesverrat getrieben hat und Sie behaupten das im selben Umfange wie Dr. Gansfer? Angefl.: Jawohl. Der Vorsitzende verlas dann die Aussage Dr. Gansfers in dem gegen ihn in Mürchen anhängig gemachten Verfahren. Dr. Gansfer bezeichnete damals den Streif der Munitionsarbeiter 1918 als Landesverrat und erklärte, daß die Tätigkeit des Reichspräfitenten während der letzten Kriegsjahre vaterlands: schädigend gewesen sei. Bors: Sie haben es versucht, den Reichspräsidenten lächerlich zu machen, oder glauben Sie, daß es angemessen ist, den höchsten Beamten des Reiches als Frige Ebert" zu bezeichnen? Angel: Herr Ebert bedient fich doch des Nomens Frig. Man finde: doch auch nichts dabei, wenn man vom Alten Frig" spricht Bors: Und was haben in dem Artifel die roten Badehosen zu tun? Sie( bachten offenbar an das Badebild von Ebert- Noste. Sie haben doch dabei eine Verhöhnung beabsichtigt. An getlagter: Es ist auch eine Berhöhnung des Volfes, wenn man sich als Reichspräsident in Badehosen photographieren läßt. Im übrigen sollte die Bemerkung fein Hohn sein. Bors.: Ist nach dem Artikel die Auflage der Zeitung nicht gestiegen? Angefl: Nicht allzu erheblich. 0 R.-A. Heine: Die„ Mitteldeutsche Presse" ist mehrfach wegen Angriffen auf die Republit beschlagnahmt worden. Der Borgänger des Angeklagten, Hottenroth, ist wegen Eigentumdelfts mehrfach vorbestraft und wegen Beleidigung des Reichspräsidenten zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Ist es richtig, daß dieser Mann unter dem Pfeudonym„ D. Hagen" heute noch mitarbeitet? R.-A. Dr. Martini: Wir protestieren gegen diese Frage. Generalstaatsanwalt Rasmus: Es ist wichtig, daß der Angeklagte im Geiste des Hattenroth gearbeitet hat. Ich bitte deshalb, die Frage zuzulassen. Bors: Hottenroth ist vom Staatsgerichtshof wegen Beleidigung des Reichspräsidenten zu 2 Jahren 6 Monaten Gefängnis Derurteilt worden. Ist Hottenroth heute noch an Ihrem Blatt als Mitarbeiter tätig? R.-A. Bindewald: Holtenroth ist, allerdings unbekannten Aufenthalts, noch heute der Leiter der Zeitung. Die weitere Frage des Generalstaatsanwalts, ob der Angeflagte verpflichtet war, im Geiste Hottenroths zu arbeiten, wird von der Verteidigung beanstandet. Das Gericht beschloß, die Frage als unzulässig abzulehnen. Es fomme nicht auf die Person des Hottenroth, sondern des Angeklagten an. R.-A. Heine: Der Angeklagte hat sich darauf berufen, er fönne es als Freund der Republit nicht vertrage., daß an der Spige der Republit ein Mann stehe, der durch Zurücknahme des Strafanirages gegen Gansfer den Vorwurf des Landesverrats auf fich habe fizen lassen. Es ist aber eine Unghörigkeit, dem Reichspräsidenten zuzumuten, den Nachweis zu führen, daß er kein Candesverräter ist. Wer solche Behauptungen aufstellt, hat die moralische Pflicht, sie zu beweisen. Es find in der Sache Ganffer Zeugen vernommen worden und diese haben das Gegenteil ausgesagt, was Ganffer behauptete. Gansfer hatte feine Beleidigung in München im Juli ausgesprochen. Nach Beendigung der Beweisaufnahme war der Fall tlar. Dr. Gansfer hatte feine neuen Beweisanträge gestellt. Da erhielt der Reichspräsident gesetzwidrig unter Strafandrohung eine Vorladung nach München. Offenbar war die Ladung erfolgt, um dem Reichspräsidenten In jurien zu sagen, denn Rechsanwalt Kohl, der Verteidiger Gansfers, ift als maßlos und tattlos bekannt, und ich wollte den Reichspräfibenten nicht einem Schauspiel aussehen, wie das in München zu erwarten war. Daher habe ich dem Reichspräsidenten geraten, wie Dr. Gansfer, der seine Unkultur durch Brüllen auf der Straße befundet. Das find die Gründe, deretwegen der Strafantrag zurüd gezogen wurde. Justizrat Bindewald: Die Angaben Rechtswalt Heines, daß in der Sache Gansfer eine völlige Klärung bes Sachverhalts erfolgt war, ist nicht richtig. R.-A. Landsberg: Wegen Dr. Gansfer ist wegen des Offenen Briefes" Strafantrag gestellt worden. Darauf flüchtete Dr. Ganffer und fam erft zurüd, als er durch ein Mandat gedeckt roat. Aussage des Reichspräsidenten Darauf wurde die Aussage des Reichspräsidenten Ebert dom Gericht verlesen, in der es hieß: Bom Beginn des Krieges bis zu seinem Ende habe ich mich rüdhaltlos auf den Boden der Landesverteidigung gestellt und in diesem Sinne gehandelt. Während des ganzen Krieges war ich gegen Streits der Arbeiter der Kriegsindustrie. In diesem Sinne habe ich mich in einer Rede auf der Reichskonferenz der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands am 21. September 1916 mit besonderer Schärfe ausgesprochen. hat der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei die Herren Otto Braun, Scheidemann und mich mit seiner Bertretung beauftragt. Unfer Eintritt in die Streifleitung erfolgte unter der den Arbeiter delegierten gegenüber erklärten Boraussetzung, daß die Streifleitung in paritätischem Sinne umgestaltet, d. h. baß die Sozialdemokratische Partei in gleicher Zahl in ihr vertreten sein folle wie die Unabhängige Sozialdemokratische Partei und daß eine nochmalige Beratung der bereits aufgestellten Forderungen ermöglicht werde. Zu diesen Beratungen ist es aber nicht gekommen. Um selben Tage, am 29. Januar 1918, wurden alle Versammlungen, auch die der Delegierten der ausständigen Arbeiter, verboten; auch den Mitgliedern der Streifleitung wurde jede Zusammenkunft unter Strafandrohung untersagt. Am nächsten Tage wurde der Borwärts" unterbrüdt und am gleichen Tage alle Bureaus der Gewerffchaften im Gewerkschaftshause geschlossen. Es beftand darnach keinerlei Möglichkeit, mit den streitenden Arbeitern zu einer Berständigung zu gelangen. Am 31. Januar 1918 haben sich die Streifenden in großen Massen auf Straßen und öffentlichen Plägen versammelt. Bei einer solchen Gelegenheit habe ich zu den Streifenden gesprochen. Ich bin noch heute der Meinung, daß der Hergt und Mumm. O.KOESTER " Haben Exzellenz schon gelesen? Der„ Vorwärts" hat unter eine seiner Zeichnungen einen Gesangbuchvers von Luther gefeht! nichts ist diesem Gefindel mehr heilig!" ,, Unerhört! Luther- Zitate find doch mein Privileg!" Man sollte die rote Bande überhaupt keine Kirchenlieder mehr auf der Bolfsschule lernen lassen!" „ Sehr wahr- aber ob das wirklich eine Strafe für sie wäre?" Streif in wenigen Tagen beizulegen gewesen wäre, wenn sich die Reichsregierung nicht auf ihren formalistischen Standpunkt versteift hätte und wir mit ihr zu fachlichen Verhandlungen gefommen wären. Es haben nämlich zu gleicher Zeit in Danzig, Köln und München ähnliche Streits stattgefunden. In Danzig verhandelte der Festungskommandant und der Regierungspräsident mit. den Streifenden mit dem Erfolg, daß der Streit in wenigen Tagen beigelegt war. In Köln hat neben dem Oberbürgermeister Adenauer der Regierungspräsident von Start mit den Streifenden verhandelt. Legterer hat sogar in einer Bersammlung der Streifenden sich mit diesen über ihre Forderungen auseinandergefeht. In München hat der damalige bayerische Minister= präsident von Dandi fich am 1. Februar 1918 in der Kammer der Abgeordneten mit dem Streit beschäftigt und dabei unter anderem, zu den Sozialdemokraten gewendet, folgendes gefagt: Er danke es ihnen, wenn fie jeht die Führung der Sache In die Hand genommen haben, weil er von ihnen erhoffe, daß fie dadurch die Bewegung in ruhige Bahnen lenten werden und daß dadurch der Ausstand, der uns tatsächlich vor dem Auslande schwer schädigt, wiederum beruhigt und zu Ende gebracht wird. Es wurde dann die Aussage Dr. Adermanns, bes Direktors des Stenographenbureaus im Reichstag, verlesen, der über die Richtigkeit der Stenogramme der Reben im Barlament Angaben machte und über die Reben der damaligen Abgeorb. neten Ebert, Dittmann und Heine berichtete. Korrelturen an diesen Reden seien nachträglich nicht vorgenommen worden. Es folgt eine weitere Berlesung der zweiten Berneh mung des Reichspräsidenten, und zwar über die Reben des damaligen Abgeordneten Ebert im Hauptausschuß über den österreichischen Munitionsarbeiterstreit, im Hauptausschuß des Reichs tages ain 22. Januar 1913. Es heißt darin:" Die Sozialbemokratische Partei begrüßt das Borgehen der Arbeiterschaft Defterreich- Ungarns ausgebrochen. Auch persönlich hatte ich mit der Borbereitung bes mit größter Sympathie und erklärt sich mit ihr in aller Form Der Streit der Munitionsarbeiter Berlins ist im Januar 1918 ohne Zufun und ohne Einvernehmen mit der Sozialdemokrafischen Partei Streits weber direkt noch indirekt etwas zu tun; ich bin von ihm vielmehr völlig überrascht worden. damals Auf die Frage des Untersuchungsrichters, ob der Zeuge Ebert habe, fie follten einem etwaigen Stellungsbefehl feine Folge leiften, bei feiner Rebe im Treptower Barf den Streifenden geraten erklärt der Reichspräsident, daß er das nicht getan habe. Weiter erklärt der Reichspräsident, daß er an der Ab faffung des Flugblattes, das die Streifenden damals herausbrachten und in dem zum Streit aufgefordert wurde, mit Hinweis auf den österreichischen Munitionsarbeiterstreit, niemals mitgearbeitet habe. Der Aufruf endet mit den Worten:" Die österreichische Bewegung ist auf halbem Wege stehengeblieben. Wir werden das Ziel erreichen. Wir müssen uns eine Einrichtung nach ruffi'chem und österreichischen Muster schaffen, um den Kampf zu Am Vormittag des 28. Januar 1918 erschienen im Bureau der Sozialdemokratischen Partei aus zahlreichen Berliner Betrieben in schneller Folge Arbeiterbelegationen, die über den ausgebrochenen Streit berichteten und wünschten, der Borstand der Sozialdemokratischen Partei solle Bertreter in die Streiffeitung entfenden, um Schlimmeres zu verhüten. Ramens der Parteileitung habe ich demgegenüber geltend gemacht, diefer Streit sei ohne Zulun oder Fühlungnahme mit der Sozialdemokratischen Partei en ftanden. Die Streifenden hätten bereits eine Streifieitung gewählt und bestimmte Forderungen aufgestellt. Darnach fönne nie- uichem mand der Leitung der Sozialdemokratischen Partei zumuten, nachträglich eine Verantwortung zu übernehmen. Die erschienenen Arbeiterdelegationen stellten dann die Frage, ob die Parteileitung eine Delegation in die Streiffeitung entfenden würde, wenn die Delegiertenversammlung der Streifenden sie darum ersuchen würde. Diese Frage wurde nach längerer Aussprache bejaht. Maßgebend war dabei für die Parteileitung, zu verhüten, daß durch den Streit die Interessen des Candes gefchädigt würden, und durch Berhandlung mit der Reglerung zu versuchen, ihn möglichst bald zum Abschluß zu bringen. Nachdem die Delegiertenversammlung gegen heftigen Widerspruch in der Berjammlung mit Mehrheit dem Antrag zugestimmt hatte, führen. Wählt Arbeiterräte, aber feine fozialistischen Kriegsfreiwilligen. Heraus mit diesen Burschen aus den Gewerkschaften! Wir haben eine mächtige Waffe in der Hand; machen wir Gebrauch davon. Mann der Arbeit, erkenne Deine Macht! Nieder mit der Arbeit, Hoch der Massenstreik!" Hierzu erklärt der Reichspräsident, daß er wohl von einem solchen Flugblatt gehört, es felbft aber nicht mehr gefannt habe. R.- 2. Heine legt darauf dem Gericht das einzige noch vorhandene Erempiar eines Flugblattes der SPD. vor, in dem aufgefordert wurde, zur Beseitigung des Dreiklaffenwahlrechtes in Preußen Massenlund gebungen zu veranstalten. Dieses Flugblatt ist, wie der Reichspräsident bei seiner Vernehmung zugibt, verbreitet worden. Dagegen weist der Reichspräsident es zurück, daß er in einem Handschreiben an Scheidemann bei seiner Demiffion als Ministerpräsident Aeuße rungen getan habe, die eine Gefährdung der Bandesverteidigung darstellen. Dr. Landsberg bemerkt, daß dieses Schreiben von dem jezigen Gesandten in Angora, Nadolnt, abgefaßt ist. Reichspräsident Scheidemann für deffen Lätigkeit und schreibt: In einem persönlichen Begleitschreiben dankt der Nachdem wir Schulter an Schulter während des ganzen Krieges gegen die Gemalttätigkeit des alten Regimes gekämpft haben... Hierzu gab der Reichspräsident die Erklärung ab, daß er mit diesen Worten die llebergriffe des Belagerungszustandes gemeint habe. Nach den Verlefungen begann die Beugenvernehmung. Die Beamten, die der Versammlung der streifenden Munitionsarbeiter im Treptower Part beiwohnten, Oberwachtmeister Chemniz. Oberlandjäger Wolff II, Polizeiaffiftent Specht, Polizeibeamter Behrenb und Bollziehungsbeamter Brieme, sagen übereinftimmend aus, daß außer Dittmann riemand gesprochen habe. Der folgende Zeuge, Tischler Eimler, mohnie der Bersammlung in Treptow bei. Er versicherte: Sch gehörte der USB. an sprach ein Sparta fusmann und dann der Abgeordnete und mir haben eine Abteilung zur Bersammlung geschickt. Zuerst Ebert, der etwa 10 Minuten sprach. Ich ärgerte mich über ihn, daß er als Mehrheitsfozialist in dieser Berjammlung das Wort ergriff, da seine Partei doch zu den Kriegskreditbewilligern gehörte. Nach Ebert sprach Dittmann, der sagte, daß uns der Friedensmille zusammengeführt habe. Bom Streit hat er ebensowenig geredet wie der Genosse Ebert. Bor: Wozu war denn die Bersammlung eigentlich da. Herr Ebert gehörte doch zum Streitfomitee? 8euge:„ Das ist mir neu. Borf.: Erinnern Sie sich, daß Herrn Ebert bei seiner Rede ein Zettel zugereicht wurde mit der Frage, was die Anwesenden tun follten, wenn sie eingezogen werden würden und daß Herr Ebert gesagt habe: Ihr dürft euch nicht stellen." Beuge: Nein. Dr. Martin: Bor dem Kriegsgericht, das Dittmann vere urteilte, hat dieser Zeuge erklärt, daß der Borrebner über den Streit gesprochen hat. Dieser Borrebner ift der Abgeordnete Eberi gewesen. Bors: Wissen Sie, von wem der Rüstungsstreit inizeniert war? 3euge: Bon Spartatus. Die Unzufriedenheit wat ja zu groß geworden. Es bedurfte zur Attion nur eines fleinen Anstoßes. Dr. Martin: Haben Sie in letzter Zeit mit mehrheitssozialistischen Funktionären über ihre heutige Bernehmung gesprochen? 3euge: Nur mit einem Freunde vom Holzarbeiterverband. Zeuge Reimann, Sefretär des Arbeiterjugend- Sefretariats, befundete über die Bersammlung, daß Reichspräsident Ebert damals über die Entwicklung des Streits gesprochen hätte. In Berlin sei die Parteileitung fatsächlich vom Streit überrascht worden, umb der Bezirksvorstand der Bartelorganisation Habe ge wünscht, daß sozialdemokratische Führer in das Streiftomitee eintreten müßten, damit die Bewegung beigelegt würde. Borf.: Hatte man nicht auch Angst, daß sonst die Massen der SPD. fortlaufen würden? 8euge: Wohl Baum. Dr. Martin: Hat Herr Ditte mann über die Reklamierten gesprochen? 8euge: Das weiß ich nicht mehr. Dr. Martin: Woher wußten Sie denn, daß Ebert sprechen würde? 3euge: Die Sprecher waren von uns bestimmt worden. Geheintrat igulia, der seinerzeit dem Kriegsgericht ange hörte, das gegen den Abg. Dittmann verhandelte, wurde hierauf über den Prozeß vernommen und insbesondere über die Frage, ob Zeugen den Reichspräsidenten in der damaligen Verhandlung belastet hätten. pigulla erklärte, er entfinne fich, daß einige Zeugen ausgefagt hätten, der Redner, der vor Dittmann gesprochen habe, babe feiner Freude darüber Ausdruck gegeben, daß der Streif von Tag zu Tag und von Stunde zu Stunde anwacje. Der Name des damaligen Abgeordneten Ebert jei in der damali. gen Verhandlung nicht genannt worden, doch tönne es fich nur um die Person des heufigen Reichspräsidenten handeln. R.-A. Heine: Bon diesen Aussagen steht in den protokollarischen Zengenausjagen nicht ein Wort. Borfigender bes Striegsgerichts gegen Dittmann war. R.-M. Dr. Schließlich wurde Geheimrat Beue vernommen, der damals Martin: Ist es richtig, daß bjerr Ebert damals von dem Berteidiger Dittmanns, dem verstorbenen Rechtsanwalt Haafe, als Beuge für Dittmann herangeholt worden ist, daß aber Herr Ebert, noch che er als Zeuge benannt werden fonnte, nach Hause gegangen ist? Beuge: Es ist möglich, daß Herr Ebert fich eingefunden hatte, doch trat er dem Kriegsgericht gegenüber als 8euge nicht in Erscheinung. R.M. Dr. Köhler Berlin, der damals ebenfalls dem Kriegsgericht angehörte, erklärte, daß in der Berhandlung der Name Eberts nur von Scheibemann, der als Zeuge pirnommen worben war, genannt worden sei. Hierauf trat die Mittagspause ein. Die Aussagen des Gen. Dittmann. In der Nachmittagsftgung zoude dann zunächst Abg. Wilhelm Dittmann Berlin vernommen. über das Zustandekommen des Munitionsarbeiterftreits und den EinBorf.: Ich bitte Sie, sich tritt der Mehrheitsfozialisten, besonders des Herrn Ebert, zu äußern. Beuge Ditimann: Die Bewegung fam fpontan im Jahre 1918 aus politischen und wirtschaftlichen Motiven. Bekanntlich hatte ja Dr. Michaelis die Friedensresolution zerstört burch den Sufoh: Wie ich fie verstehe". Das hatte die Arbeiterund der Obersten Heeresleitung in Brest- Litowst, der Berjuch, den fchaft stutzig gemacht. Dann kam die Haltung der Reichsregierung Ruffen einen Gewaltfrieden aufzuzwingen. Die Arbeiterschaft war der Ansicht, daß die Entente nunmehr ihren Völkern sagen würde: Da hobt ihr den deutschen Militarismus; es hilft nichts, wir müssen ihn zerschlagen. Schließlich kam auch die Lebensmittelnot dazu und alles das rief in der Arbeiterschaft den Willen hervor, der Regierung ein Haft zu gebieten. Es tamen Arbeiterversammlungen, bie Arbeiterräte wählen, und man richtete politische Forderungen on die Regierung, vor allem, teinen Annettionsfrieden zu schließen und zu den Friedensrefolutionen Arbeifer hinzuzuziehen. Bors: Hier liegt mir ein Flugblatt aus dem Jahre 1918 vor, in dem es heißt, daß zur Berhinderung der neuen Schlachten im Westen der Massenstreit notwendig sei. Dieses Flugblatt ist Ihnen seinerzeit abgenommen worden. 3euge: Ich habe es nicht verfaßt, sondern die. Arbeiter im Gewerkschaftshaus. Es wurde em Komitee, bestehend aus unabhängigen Sozialisten, gebildet, das mit der Regierung Fühlung nehmen sollte. Es wurde dann aber beantragt, euch die Mehrheitssozialisten mit hinzuziehen. Dann sind Haase, Ledebour und ich, Scheidemann, Ebert und Braun gebeten worden, in die Kommiffion einzutreten. Wir kamen dan mit der Streifleitung zusammen. Ich muß den Namen Munitionsarbeiterstreit zurückweisen; nicht gegen die Rüftungsindustrie für die Entente richtete sich der Aufstand, sondern es war der Streif aller Arbeiter gegen den Krieg, eine Aktion für den demo- 12ors: Also wollten Sie diesen Bestrebungen zum Siege fratischen Frieden. Wir versuchten, mit dem damaligen Staatssekretär Wallraf Berbindung zu bekommen, der aber nur Parlamentarier, nicht die Arbeiter empfangen wollte. Deshalb fonnten auch die Arbeitervertreter nicht zu Worte kommen, denen es nicht genügte, daß die Abgeordneten sprachen. Es spielte ba bas Mißtrauen eine Rolle, das eine Zeitlang gegen Ebert, Scheidemann ufm. herrschte. Ich weiß genau, daß Scheidemann den Arbeitern zuredete, fie follten doch auf den Befuch bei Wallraf verzichten, aber die Arbeiter gingen nicht darauf ein. Zwei Tage später fam ein Berbot des Oberfomra an dierenden in den Marken, v. Kessel, das jede Zusammenkunft ober Betätigung der Streifleitung untersagte. Borf.: Sie haben diefes Berbot auch erhalten und unterfarieben? 3euge: Jawohl. Durch das Verbot war jede Berständigung unmöglich gemacht. Es gob für die Arbeiter teine Bersammlungsmöglichkeit. Das Berbot bedeutete eine absolute Werkennung der Arbeiterpsyche. Wir, die Abgeordneten, waren der Ansicht, daß der Streif, der nur demonstratio gegen den Brest- Citomffer Frieden wirfen sollte, höchstens zwei bis drei Tage dauern jollte. Bors: Nun fanden aber doch Versammlungen statt. Sie follten im Treptower Part spredjen. 3euge: Jawohl, aber auf die Einzelheiten kann ich mich nicht mehr besinnen. In Treptow hörte ich Ebert in seiner befannt ruhigen Beife sprechen. Donn tauchte er unter, und als ich zu sprechen anfing, merkte ich, daß ich mit der Stimme nicht durchdrang. Ich schloß mit einem Hoch auf den demokratischen Frieden. Dann wurde ich verhaftet und wegen versuchten Landesverates zu 5 Jahren Festung verurteilt. Der Borsigende verías dann noch einmal das Flugblatt, in dem zur Wahl von Arbeiterräten und Kampf um die politische Macht im Januar 1918 aufgefordert wurde. Bors.: Ist Ihnen das Flugblatt bekannt? 3euge: Es flingt nach Spartafus. R.-A. Landsberg: Richard Müller, der es fennen muß, bezeichnete es auch als Spartakusarbeit. 3euge: Es fommen darin Ausdrücke vor, die von der Unabhängigen Sozialdemokratie nicht gebilligt worden wären. Borf.: Wir haben das Flugblatt, in dem es heißt, die Streifbewegung müßte Hunderttausende erfassen, mit Errichtung eines demokratischen Friedens. Das Flugblatt stammt offenbar von dem Ationsausschuß. Gehörten zu diesem sricht auch die sechs Abgeordneten? 3enge: Jawohl. Bor: Wiffen Sie, ob Herr Ebert von diesem Flugblatt Kenntnis hatte? Zeuge: Das weiß ich nicht. Aber selbst wenn die Abgeorbneten davon Kenntnis hatten, weshalb sollten sie sich dagegen mehren. Bors.: Sie haben boch die Rede des Herra Ebert im Treptower Barf gehört? Seuge: Jawohl. Er sprach zugunsten des demokratischen Friedens ohne Annegion. Bors.: Schilderte Herr Ebert die Streiflage, ihre Entwicklung usw.? 3euge: Das weiß ich nicht. Bors: Wissen Sie, ob Herr Ebert auf einem Zeffel, der ihm sugereicht wurde mit ber Frage, wie die Streifenden sich im Falle ihrer Einziehung verhalten sollten, geantwortet hat, die Streifenden follten sich nicht stellen? 3euge: Ich halte das für unmöglich, da ich den Dorgang hätte jehen müssen. Außerdem hätte weder Ebert noch ich eine Frage beantwortet, da es doch eine Falle für uns fein fonnte. Bors: Hat sich Herr Ebert nicht abfällig über die Verfügung des Oberkommandierenden als einen„ Bisch" geäußert und eine entsprechende Handbewegung gemacht? 3euge: Gott, er war ärgerlich über das täppische Eingreifen des Militärs, das die Sache nur verschlimmert hat. Borf.: Erinnern Sie sich, Herr Dillmann, an Ihre Rede über den Eisenbahnerstreit? Sie zogen damals eine Parallele zwischen dem Eisenbahner- und dem Munitionsarbeiterstreit, von dem sie wörtlich fagte:„ Ebert gehörte damals zur Streifleitung. Er befam den Befehl des Oberkomman dos, und meinte, der Bisch sei für die Rag mit einer entsprechenden Handbewegung." Benge: Ich wurde damals wegen meiner Rede zu fünf Jahren Festung verurteilt, nachdem für die gleichen Biele ein unbekannter Retner gesprochen hatte. Es war Ebert, und derselbe Herr Ebert unterzeichnet heute einen Wisch gegen die Eisenbahner. Bors: Sie haben einmal der„ Berglichen Arbeiterzeitung" einen Brief, der unter der Uebersdrift erschien„ Das Verdienst der Regierungsfozialisten", geschrieben. In dem Artifel heißt es: Man wollte in diesem Prozeß den Hauptredner treffen, der in der Versammlung im Treptower Bark die Ziele des. Maſſenfireiks organisiert hätte. Deshalb verurteilte man mich zu fünf Jahren Festungshaft. In Wahrheit aber war nicht ich ber Redner gewesen, sondern der Abg. Ebert" Dann heißt es weiter: Als ich im Treptower Part erschien, sprach Ebert bereits zu der Versammlung über die Ziele bes Streits. Ich stellte mich hinter ihn und hörte ihm ungefähr 20 Minuten zu." Ferner wird in dem Artikel ausgeführt: In dem felben Augenblick wurde ich gefaßt und verurteilt. Bei meiner ersten Bernehmung im Berliner Polizeipräfidium wurde ich nach der Person des ersten Redners und dem Inhalt seiner Rede gefragt. Ich verweigerte jedoch darüber jebe Aus funft, indem id) erflärte, id lehne es ab, mich über die Berson des ersten Redners zu äußern. Ich lehne es auch weiter ab, mid) über den Inhalt seiner Rede zu äußern." Ich wollte unter feinen Umständen durch mein Zeugnis Ebert ebenfalls der Gefahr einer gerichtlichen Verfolgung aussehen. Im Gefängnis erfuhr ich dann von meinem Berteidiger Genossen Haase, daß er Ebert nebit Scheidemann über die allgemeine politische Situation, die zum Streit geführt habe, geladen hätte. Dadurch war die Möglichkeit gegeben, daß Ebert in der Verhandlung von Zeugen als Hauptredner der Verhandlung erfannt und benannt werden konnte. Nachdem ich Haase informiert hatte, erklärte dieser am anderen Morgen dem erfcheinenden Zeugen Ebert, er wolle auf fein Zeugnis der zichten, da es vielleicht ungünstig wirten fönne. Auch in der Verhandlung habe ich Ebert weiter gedeckt, feinen Namen nicht genannt und mich auch über feine Rede ausgeschwiegen. Dadurch wurde meine Berteidigung selbst unmöglich, denn selbst die Ents laftungszeugen schrieben irrtümlich Ausführungen, die sie von Ebert gehört hatten, und die das allbeutsch denkende Gericht für unzulässig hielt, mir zu. Trotzdem sechs Jahre Zuchthaus gegen mich beantragt waren, deckte ich Ebert bis zum Schluß. Hätte ich das nicht getan, hätte selbst das allbeutsche Gericht mich schwerlich so ver irrteilen fönnen, wie es geschehen ist." 3euge: Diesen Brief habe ich in der Tat geschrieben. R.-A. Dr. Landsberg: Wie ist das Gericht in den Besitz des Briefes an die „ Bergische Arbeiterzeitung" gekommen? Bors: Ich habe auf Antrag den Brief angefordert Herr Dittman, was war der Inhalt der Rede Eberts? 3euge: viel ich mich erinnere, der demokratische Frieden. Bors.: Sie len zur Durchhaltung des Straits aufgefordert haben. 3euge: Nein, das ist nicht richtig. Es wäre aud) imlogisch gewesen, weil das doch nur der Schluß meiner Rede, nicht aber der Anfang sein fongte. Im Gegenjaß dazu bleiben die am Vormittag vernommenen Bolizeibeamten bei der gegenteiligen Behauptung. Zeuge Dittmanu: Der Beamte, der mich verhaftete. hat nicht einmol gehört. was ich sagte, wie formten es denn die anderen vernehmen. Die viel weiter entfernt maren. Die Beamten fchloffen wohl, daß ich so etwas fagen wollte. verhelfen? 3euge: Wir wollten das Elend verhindern, das dann doch fam, denn wir wußten, daß, Ludendorff richt der große Mann war. Bors: Wie dachten Sie sich die Beendigung des Streifes, wenn die Rogierung ablehnte? 3euge: Wir würden darüber zur Zeit beraten haben. Bors.: Meinen Sie, daß die Streifenben bei Verhandlungen etwas von den Forderun gen nangelaisen hätten? Beuge: Möglich. R.-A. Lands berg: Hällen die Abgeordneten nicht allen Einfluß zur Beendigung des Streifes aufgeboten, wenn die Regierung erklärt hätte, wir sind zu einem demokratischen Frieden geneigt? 3euge: In dem Fall hätte sich alles von selbst geregelt. R.- 21. Heine: Der Streit follie die Regierung nicht zu Boden zwingen, sondern ihr zeigen, wie das Bolt denkt. Die Regierung war ja gänzlich uninformiert und glaubte bei einem Eroberungsfrieden das ganze Volf hinter sich. Borf: So ganz uninformiert war die Regierung nicht, denn der Borwärts" hatte ja alle Stimmungen der Streifenden veröffentlicht. R.-A. Heine: Sie meinen, daß Herr Ebert über die Frage, wie man sich bei der Einziehung verhalten sollte, sich nicht geäußert habe? 3euge: Die Sozialdemokratte und auch die USP. hatten immer offen erklärt, daß die Candesverteidigung Pflicht jedes Deutschen fei. Das hat Haafe stets betont. Auch Ledebour hat gegen den Berteidigungsfriedensnihilismus fich immer gewandt. Schon innerlich bestand feine Möglichkeit, daß ein prominentes Mitglied der SPD. oder USP. fich fo geäußert hat, wie es der Fall fein foll. Eine Provokation. R.-U. Martin: Wie verträgt sich diese Aeußerung des Zeugen mit seiner Tätigkeit in bezug auf die Flottenmenterei? Dittmann.( fehr erregi): 3d verbitte mir diesen unerhörten Angriff. Ich bin nie an der Erregung der Flottenmeuterei beteiligt gewesen. Ich werde Sie deshalb gerichtlich belangen. R.-A. Landsberg: Es ist unerhört, den Zeugen hier derart zu beleidigen. R.-A. Martin: Die Aussage des Zeugen über Herrn Ebert in der Frage der Kriegsdienstocrweigerung ist ein glattes Werturteil. Treptow so ruhig gesprochen habe. Weshalb aber nannten Sie R.-A. Bindewald: Sie sagten, Herr Zeuge, daß Herr Ebert in tann dem Kriegsgericht richt den Namen des Borrebners oder den Inbait seiner Rede? Beuge: Weil ich zu der Objektivität des Kriegsgerichts nicht das mindeste Vertrauen hatte. Wenn ich fagte, daß Ebert für den demokratischen Frieden eingetreten sei, so wäre das für das allbeutsche Gericht soviel wie Landesverrat gewefen. Borf.: Sie selbst, Herr Zeuge, find aber nicht wegen solcher Aeußerung verurteilt. Zeuge: Nein. Sch bin verurteilt worden wegen meiner politischen Einstellung. R.-A. Martin: Das Kriegsgericht hat sich damals mit der Frage des demokratischen Friedens nicht beschäftigt. Es müffen andere Aeuße rungen gewesen sein, die Sie, Herr Dittmann, nicht preisgeben wollten. 3euge: Das ist unrichtig. Ich habe damals felbst gesagt, daß das Gericht ein Tendenzurteil fällen wollte gegen die Streifführer. Man wollte verurteilen, nicht urteilen. Borf.: Das mag Ihre Ansicht von dem Gericht gewesen sein. R.-A. Landsberg: Wiffen Sie, daß der Nebenfläger zwei Söhne auf dem Schlachtfeld verloren hat, denen er nicht den Rat gegeben hat, sich nicht zu stellen? Reuge: Ja. R.-A. Landsberg: Wissen Sie, was Richard Müller, der sogenannte„ Leichenmüller" über die Tätigkeit des Nebenklagers gesagt hat? Müller sagt selbst in feinem Buch„ Bom Kaiserreich zur Republik", daß Ebert den Streit abwürgen wollte. Beisiger Landgerichtsrat Scholz: Weiche Tatsachen berechtigen diefent Leichenmüller" zu dieser Auffassung? Zeuge: Vor allem die Tatsache, daß gegen Ebert wie gegen alle anderen Sozialdemokraten tieffles Mißtrauen bestand und weil er feinen Hehl daraus machte, daß der Streif nach seiner Ueberzeugung schädlich war. R- A. Martin: Haben nach dem Berbot des Oberkommandos noch Sitzungen der Streifleitung stattgefunden? 3euge: Das weiß ich nicht mehr. Damit war die Bernehmung des Abgeordneten Dittmann abgeschlossen. Ein sonderbarer Zeuge. Der folgende Zeuge, Tischler Snrib Berlin, hat die Berfammlung im Treptower Part mitgemacht. Ich war, so schildert der Zeuge, im Treptower Part, als Herr D DIE Dann vernahm das Gericht noch einen Zeugen, den Arbeiter iadislaus Orgel, der über die Vorgänge in Treptow Befundungen machen sollte. Der Zeuge erklärt jedoch, daß er der BersammIung gar nicht beigewohnt habe, sondern nur drifter Seite etwas darüber gehört habe. Was das aber gewesen sei, habe er inzwischen auch vergessen.( Große Heiterfeit.) Konfrontation mit dem Reichspräsidenten beschlossen. Die Rechtsanwälte Heine und Landsberg stellten hierauf den Antrag, den Reichspräsidenten Ebert mit dem Zeugen Syrib zu fonfrontieren. Der Reichspräsident kann, wenn es not tut, am Mittwoch nachmittag in Magdeburg erscheinen. Bei der hohen politischen Bedeutung dieser Angelegenheit fönne das Gericht unmöglich auf diese Gegenüberstellung verzichten. Generalstaatsanwalt: Ich schließe mich dem Antrage on, denn ich bin überzeugt, daß der Reichspräsident, wenn er die Aussage dieses Zeugen gefannt hätte, feine Befundungen über diesen Punft ausführlicher gemacht hätte. Auch ich beantrage, ihn noch einmal zu vernehmen und den Zeugen Dittmann hine 3uzuziehen. R.-A. Dr. Martin: Ich halte diese Vernehmung für über. flüssig, da ich seinerzeit dem Herrn Nebeitläger die Frage gar nicht formuliert vorgelegt habe. Herr Ebert hat darauf ganz allgemein erwidert, er erinnere sich nicht mehr. Ich kann nicht denken, daß Herr Ebert seine Aussage ändern fann, wenn ihm dieser Zeuge, en den er sich doch bestimmt nicht erinnern fann, gegenüber gestellt wird. Im übrigen spielen die Kosten einer solchen abermaligen Bernehmung doch auch wohl eine Rolle. Dr. Landsberg: Auf die Kosten fann es in diesem Falle wohl nicht ankommen. Das Gericht 30g fich darauf zu längerer Beratung zurüd, und der Vorsitzende verkündete, daß er selbst mit dem Generalstaatsanwalt sich nach Berlin begeben und den Zeugen Syrib dem Reichspräsidenten in Gegenwart Dittmanns gegenüberstellen werde. Ferner beschloß das Gericht, den sozialdemokratischen Abgeordneten Hermann Müller als Zeugen zu laden. Dann wurde die Sizung um 7% Uhr auf den Mittwoch 9½ Uhr verbagt. Aus der Partei. Polnisch- russische Konferenz. Das Sefretariat der Sozialistischen Arbeiter- Internationale ers hält von dem Exekutivkomitee der Sozialistischen Partei Polens ( PPS.) folgenden Bericht: Am 22. und 23. November wurde in Leschen die Konferenz der Sozialistischen Partei Bolens( BBS.) und der Partei der Sozialisten- Revolutionäre Rußlands( SR.) abgehalten. Von der ersteren waren anwesend die Genoffen Czapinffi, Holowko, Niedzial fowffi, von der letzteren Tschernow, Alto, Hurewicz, Stalinski. Die Konferenz stellte fest, daß die beiden Parteien einig sind im energischen Kampf gegen die nationalistische Propaganda, sowohl gegen die antirussische in Polen wie gegen die antipolnische in Rußland. Sie wendet sich gegen jede Politik des Militarismus oder der Intervention und fritt für die Annäherung der polnischen und russischen Völker ein. Die beiden Parteien sind im Prinzip einig, daß es am Playe wäre, im nächsten Jahre eine erweiterte Ronferenz einzuzu versuchen, für die Probleme, die speziell die Länder des Ostens berufen, die die sozialistischen Parteien von Osteuropa umfaßt, um betreffen, und für den gemeinsamen Stampf gegen die bolfche. wistische Propaganda eine gleichgerichtete Bolitik zu begründe.1, Ueber die Einberufung dieser Konferenz soll die Exekutive der SAJ. in ihrer Tagung im Januar entscheiden. Es wurde darauf das Problem der Stellung des Sozia tismus gegenüber dem Kommunismus erörtert. Es bestand Einstimmigkeit darüber, daß die Sozialisten in dem Ideenfampf gegen den Kommunismus die Offensive ergreifen sollen, indem fie jebe Theorie der militärischen Intervention in die Angelegenheiten Rußlands absolut zurückzuweisen. Die russischen Delegierten gaben schließlich ihre Wünsche hinfichtlich der Lage der russischen sozialistischen Emigranten in Polen und der Hilfe, die sie von den polnischen Genoffen erwarten dürfen, bekannt. Ebert sprach. Einer reichte ihm einen Bettet herauf. Parteinachrichten Darauf fagte Herr Ebert: Streif fann nur den Krieg verkürzen. er den Stellungsbefehl bekommt, soll sich nicht stellen. Ich war sehr intereffiert, denn ich sollte auch wieder hin ausgehen. Vorf: Irren Sie sich auch nicht bei dieser Aussage? 3euge: Ausgeschlossen, ich habe es ganz genau ge hört. Bors.: Herr Dittmann, der dicht bei Herrn Ebert stand, fagt aus, er hätte das nicht gehört und Herr Ebert hätte sich damit jedem Fremden in die hand gegeben. 3euge: Wir waren doch alle refiamiert, z. B. in meinem Betrieb. in den Ago- Werfen, cab es überhaupt nur Reklamierte. Wir wollten doch vor allem wissen, wie wir uns verhalten follten. Wenn meine Kollegen hier wären, würben fie das bestätigen. Ebert hat das in seiner Rede gefagt, als er den Bettel gelesen hatte. R.-A. Dr. Landsberg: Woher hat der Ungeklagte Ihre Adresse erfahren? 3e uge: Darüber verweigere ich die Aussage. R.-A. Martin: Wir haben die Adresse durch frühere Mitglieder der Sozialdemokratie. Ich selbst sehe den Zeugen zum erstemmal. Im übrigen beanstande ich diese Frage. R.-A. Heine: Rothard hat einen Mann engagiert, der große Mittel erhalten hat, um Zeugen gegen Herrn Eberi zu beschaffen. R.-U. Martin: Man fann doch dem Angeklagten nicht verwehren, Zeugen zu suchen. Im übrigen erfuhr der Beklagte die Adresse durch einen deutschnationalen Landtagsabgeordneten. R.-A. Heine: Hat der Zeuge sich selbst angeboten? Mit wem hat er vorher über seine Angaben gesprochen und ist darüber Protokoll aufgenommen? Nach längerer Berafung verkündete der Vorsitzende, daß das Gericht als wahr unterstelle, daß der Zeuge sich felbft ang boten habe und daß über seine Aussage von dritter Seite ein Prototoll angefertigt worden sei. R.-A. Heine: Ist dem Zeugen Geld angeboten worden oder find ihn sonst Vorteile versprochen worden? 3euge: Nein, von feinem Menschen. Generalstaats anwalt: Troßdem intereffiert es mich, zu wiffen, was in diesem sogenannten Protokoll gestanden hat. R.-A. Bindewald: Ich kann hier die Aufklärung geben, daß der Zeuge durch seinen früheren Regimentsfommandeur Oberst Grätz an den deutschnationalen Candtagsabgeordneten Pfarrer Koch gewiesen worden ist, der Zeugen über die Vorgänge im Treptower Part suchte. R.-A. Dr. Mar tin: Erläuternd füge ich noch hinzu, daß Pfarrer Koch in feinen Versammlungen gefragt hat, ob ein Zeuge vorhanden sei, der im Treptower Part die jetzt zu Rede stehenden Dinge mitangehört habe. Daraufhin hat er die Adreffe des Jeunen Syrib erhalten, imd er hat über die Ausiage des Mannes ein Protokoll cufgetommen. R.-A. Heine. Ich verstehe nur nicht, was der Zeuge in deutsch nationalen Bersammlungen gemacht hat. Er hat doch feiner politischen Partei angehört. R.-A. Dr. Martin:: Ich gehöre auch feiner politischen Pertei an und gehe deshalb bech in sezieldemokratische Versammlungen.( Laute Heiterfei.) Zeuge Syrib Ich habe von dirfem Prozeß hier gehört und habe zu einer Frau Walz gefagt, daß ich durch Ebert ins Unglüd gekommen In diesem Augenblid unterbrach der Borsitzende die Sihung mit den Worte: 3st es richtig, daß Dr. Gauffer im Berhand- bin und daß ich mich dem Beklagten hier zur Verfügung stelle. fungsraum fit?( Dr. Gansfer crhebt sich.) Borf.: 3ch faun nicht dulden, daß Sie hinter dem Angetlagten igen. Berlalie Sie bitte den Raum. Ganier zieht sich zurück. Bor: Herr Dittman, wie stellten Sie sich zu den Forderun gen der Streifenben? 3euge: Wir wollen ton Beuten helfen. R.-A. Dr. Landsberg: Wieso hat denn Herr Gebert Sie ins Unglüd gebracht? 3euge Wir haben alle durch den Streit fwere nannehmlichfeiten gehabt hätte Herr Ebert Trepiom zu uns gefagt:„ Geht wieder in die Betriebe, so hätten wiber Stelle Rehit marsch gemacht." Einsendungen für diese Rubrik sind Berlin SB. 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin stets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trev. rechts. an richten. 3. Areis Webbing. Donnerstag, den 11. Dezember, 7 Uhr, Sigung des er weiterten Kreisvorstandes an bekannter Stelle. Heute, Mittwoch, den 10. Dezember: 11. Abt. 7 Uhr Rahlabend in den bekannten Sokalen. 29. Abt. Die Mitgliederversammlung fällt in diesem Monat aus. 36. Abt. 7½ Uhr Rahlabend in den bekannten Lokalen. Donnerstag 6 Uhr bei Busch, Tiffiter Str. 27, Zusammenkunft der Rinder, welche bei der Beihnachtsfeier mitwirken. 40. bt. 7 Uhr Funktionärverfammlung bei Reufner, Sagelberger Str. 20a. 41. Abt. Die Rahlabende finden erst am nächsten Mittwoch statt. 42. bt. 7 Uhr Zahlabend in den bekannten Lokalen. 57. Abt. Charlottenburg. 2. Gruppe: 7½ Uhr Zahlabenb bei Thunad, WieTandstr. 4. 71. Wbt. Wilmersdorf. 8 Uhr bei Jonas, Durlacher, Ede Bruchsaler Straße, gemütlicher Abend. Alle Genoffen sind eingeladen. Das Wahlmaterial ist abzugeben. Schöneberg. 77. bt. 8 Uhr Rahlabend: 1. Bezirk bei milde, Nollendorfftraße 16; 2. Bezirk bei Jürgens, Barbarossaftr. 3a; 3. Bezirk bei Witt tomsti, Martin- Luther- Str. 79; 4. Bezirf bei Will, Martin- Luther- Str. 68. 79. Abt. 8 Uhr zahlabende: 1. Bezirk bei Arnot. Baugener Str. 10; 2. und 3. Bezirk bei Saeufer, Königsweg 42; 4.- 6. Bezirk bei Groß, Gedanstr. 17; 7. Begirl bei Bottschuß. Sachfendamm. Ede Reichard traße: 8. Bezirk Lindenhof bei Achtenhagen. Ueberall Aussprache über bie Wahlen. 81. Abt. Friebenan. 8 Uhr Bezirksobende: 1.- 3. Bezirk bei Alabe, Hand. jernftr. 60-61; 4.- 6. Bezirk bei Schulz, Biesbabener, Ede Baubamer Straße. Thema: Die Sozialdemokratie im neuen Reichstage". Referen ten: Genoffen Baulus und Buchhola. 101. Abt. Treptow. 7½ Uhr Bezirksabenbe: 1., 3., 4. Bezirk: Dettinger. Rief. hola. Ede Elsenstraße: 2. Bezirk: Riefholzftr. 19; 5. Bezirk: Krugmann, Am Treptower Park 67. 109. Wbt. Friebrisbagen. 7 Uhr Mitgliederversammlung bei Scholz. Friedrifte. 81. Bortrag. 133. bt. Buchholz. 7½ Uhr bei Roffad, Sauptstr. 71. Behlabend. 137. Abt. Reinidendorf- Weft. 7 Uhr im Boltshaus Zahlabend. Thema: Unsere Bahlen". 139. Abt. Tegel. 7 Uhr Mitgliederversammlung im Restaurant Schabe, Berliner, Ede Beithstraße. Tagesordnung: Wahlergebnis und Organisations fragen. Morgen, Donnerstag, den 11. Dezember: 37. Abt. 7% Uhr im Betersburger Sof. Petersburger Str. 57, gemeinsamer Rahlabenb. Bortrag des Genossen Theck: Unsere Aufgaben nach der Wahl". Die Bezirksführer haben ein. 108. Abt. Röpenid. 7 Uhr Borstandssigung im Jugendheim Grünauer Str. 3, Rimmer 1. 110. Abt. Grünan. 8 Uhr bei Werner, Röpenider Str. 108, Mitgliederversamm Tung Vortrag des Genoffen Buchholz über Ronjungenossenschaften". bt. Blankenburg. 8 Uh: bei Alug. Dorfftr. 2, Rahlabend. Tagesordnung: Unsere Wahlen und Stellungnahme zum Reichsbanner. 132. * 38. Abt. Freitag den 12 Dezember, 7½ Uhr in Schmidts Gefellschaftshaus, Frudtftr. 36a, Bottrad des Genefien Rünstler: Die Wahlen und ihre Auswirkung".( Bezirksführer, die Kinderlisten mitbringen!) Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation Ein 3. Abt. Genoffe Waldmann, Michaelfirftr. 5, ift verstorben. äscherung erfolgt Donnerstag, den 11 Dezember, mittags 12 Uhr, in Baum schulenweg. 114. bt Lichtenberg. Genoffe Ernst Alatt, Rieberbarnimer Str. 4, ift verstorben. Einäfcherung Mittwoch 4% Uhr Aromatorium Baumschulenweg. Briefkasten der Redaktion. .. 3. 13. Eine bestimmte Bezugsquelle tönen wir 3hnen nicht an geben; in irgendeiner Tierhandlung bittften Sie woh einen Igel auftreiber. Theater Lichtspiele ufw. Staats- Theater Opernhaus 7 U.: Salome Opernhaus am Königsplatz 7 U: Zauberflöte Schauspielhaus 72 U.: Eduard II. B Schiller Theater 7. Das Konzert Gr.Volksoper 71/2 Uhr Fidelio Volksbühne 8: Schluck u. Jau Deutsch. Theater 7 Uhr: Die heilige Johanna Kammerspiele 8 Uhr: Die tote Tante und andere Begebenheiten Die Komödie Karfürstendamm 206/207 8 Unr' Der eingebildete Kranke Theater i. d. Königgrätzer Str. 8 U:: Der Tokaler Komödienhaus 8 Uhr: Die Cousine a.Warschau Th. a. Nollendorfpl. 7.30: Die Geliebte Sr. Hohelt Berliner Theater 7.30 Uhr. Cloclo SCALA 8 Uhr. Varieté Deutsche Automobil- Ausstellung 10.- 18. Dezember Berlin 10.- 18. 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