Nr.587 41. Jahrgang Ausgabe A nr. 299 Bezugspreis: öchentlich 70 Goldpjennig, monatlich 3,-Goldmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutsch and Danzig Saar und Memelgebiet. Defterreich, Litauen, Buremburg 4.50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmar? pro Monat Der Borwärts mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit..Gied. lung und Aleingarten fowie dez Unterhaltungsbeilage Seimwelt und Frauenbeilage Frauenftimme ericheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm Adreffe: Sozialbemotrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Goldpfennig Enzeigenpreise: Die einipaltige Nonpareils Beile 0.70 Goldmart Retlamegeil & Goldmart...Aleine Anzeigen das fettacoruďte Wort 0.20 Go mart( aulässig zwei fettaedruckte Worte). jedes meitere Wort 0.10 Goldmart. Stellengesuche das erfte Wort 0.10 Goldmark iebes weitere Bort 0.05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 0.30 Goldmart. Eine Goldmart ein Dollar geteilt burch 4.20. Anzeigen für die nächste Nummer müifen bis 41 Uhr nachmittags im Sauptgefchäft. Berlin SW 68 Linden. ftraße 3 abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früb bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Ferniprecher: Redaktion: Douboff 292-293 Verlag: Tönboff 2306 2507 Sonnabend, den 13. Dezember 1924 Zentrum und Bürgerblock. Große Koalition! Volksgemeinschaft? Kein Rechtsblock! In der Sitzung des Vorstandes der Zentrums.| Deutschnationalen Boltspartei hatte unter dem Bor. frattion des preußischen Landtages, die gestern statt fit Dr. Bindlers gestern vormittag von 10 bis gegen 1 Uhr eine fand, waren alle Anwesenden nach einem Referat des Reichstanzlers Besprechung, in der die durch den Ausfall der Wahlen entstandene der Ueberzeugung, daß die Große Koalition aus Zentrum, Bage beraien wurde. Im übrigen bewahrt man in der Deutsch Deutscher Volkspartei, Demokraten und Sozialdemokraten, wie sie nationalen Bolkspartei allen Fragen der bevorstehenden Regierungsfeit November 1921 in Preußer besteht, sich bewährt hat. Zu neubi dung gegenüber eine abwartende Haltung. erstreben sei die Wolfsgemeinschaft, d. h. der Anschluß der Wie weiter verlautet, wurde bei dem heutigen Empfang der Deutschnationalen an die große Koalition. Voraussetzung dafür sei deutsch nationalen Parteiführer beim Reichskanzler, zu selbstverständlich, daß die deutschnationale Landtagsfraktion nicht dem die Abgeordneten Windler, Graf Westarp, Hergt und Schiele Bedingungen stellt, deren Erfüllung von vornherein aus- erschienen waren, nicht die Frage der Regierungsbilgeschlossen ist. dung besprochen, vielmehr tamen neben rein technischen Fragen der Borbereitung der Reichstagstagung einige andere politische Fragen, wie die der Militärkontrolle und des Bölkerbundes. zur Aussprache. Dazu meldet noch WLB.: Bie in parlamentarischen Kreisen verlautet, wurde die Stellung der Zentrumsfraktion des Landtages, in der sie sich für die bisherige Große Koalition aus Zentrum, Deutscher Bolkspartei, Demokraten und Sozialdemokraten in Preußen ausspricht, in der gemeinschaftlichen Sigung, die am Freitagabend mit Mitgliedern der Reichstagsfrattien abgehalten wurde, in der auch Reichskanzler Marg sprach, gebilligt. Rücktritt der Reichsregierung am Montag. Die Deutschnationalen beim Reichskanzler. Reichstanzler Dr. Marg empfing heute nachmittag 4 Uhr die Führer der Deutschnationalen Beltspartei; an den Besprechungen nahm Reichsaußenminister Dr. Stresemann teil. Der Kanzler berichtete über die Kabinettsfizung, in der der Rüdtritt ber Reichs regierung beschlossen wurde. Er wies im besonderen auf den Standpunkt der Deutschen Bettspartei hin, die ein Bei erbestehen der gegenwärtigen Koalition für unzweckmäßig halte und ihrem Wunsch auf Regierungserweiterung durch die Deutsch nationalen Ausdrud gab. Dr. Marg teilte mit, daß der Rücktritt ter Reichsregierung nunmehr endgültig für Montag nächster Woche bejay ofsen sei. Dann nahm Reichsaußenminister Dr. Stresemann das Wort zu Ausführungen über die Räumungsfrage und die handelspolitische Lage. Kurz nach 5 Uhr waren die Besprechungen beendet. Die aus 12 Abgeordneten bestehende Parteileitung der Frankreich und die deutsche Krise. Paris, 12. Dezember.( WTB.) Havas verbreitet folgendes Dementi: Ein Finanzblatt hat.e gemeldet, daß die alliierten Bot fchafter in Berlin eine Demarche unternommen hätten, um gegen die Bildung einer Rechtsregierung in Deutschland Einwendungen zu erheben. Diese Nachricht entbehrt jeder Begründung. Paris, 12. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Das besonders starte Intereffe, das man mi Ausland, vor allem in Frankreich der durch den Ausfall der Reichstagswahlen erneut atut gewordenen Frage der Regierungsbildung entgegenbringt, zeigt, welch außer ordentlich große außenpolitische Bedeutung den in Berlin heranreifenden Entscheidungen beigemessen wird. Hiesige links. stehende Kreise verstehen durchaus, daß innerhalb der demokrati schen Parteien Deutschlands der Gedanke neuerdings an Boden zu gewinnen scheint, mit Rücksicht auf die künftige innenpolitische Entwid ung in Deutschland sei es notwendig, die Rechte einmal ans Ruder kommen zu lassen, um ihr Gelegenheit zu geben, sich felbst und ihre Politif ad absurdum zu führen, ähnlich wie es in Frankreich mit Poincaré und dem Nationalen Blod der Fall gewesen ist. Auf der anderen Seite aber macht man hier geltend, daß der jetzige Augenblick besonders schlecht gewählt wäre für ein der artiges Experiment, das unausbleiblich nicht nur die Regelung wichtiger internationaler Fragen erschweren müßte, sondern darüber hinaus sehr leicht eine Neuorientierung der gesamten europäischen Politik gegenüber Deutschland zur Folge haben könnte. Man macht weder in den politischen Kreisen noch in der Presse den geringsten Hehl daraus, daß selbst die Politik des Linkskartells in Frankreich von einem derartigen Szenenwechsel in Berlin nicht unberührt bleiben könne, daß Frankreich gegenüber einem Berliner Kabinett, in dem die Deutsch. nationalen den ausschlaggebenden Einfluß haben würden, weitgehende Sicherheitsmaßnahmen für notwendig halten muß, auf die man einem demokratisch regierten Deutschland gegenüber verzichten fönnte. Die Frage der Räumung der Kölner Zone und des Ruhrgebiets, die Frage der Militärton. trolle, die Rege ung des Sicherheitsproblems um nur einige ber atutesten Dinge zu nehmen, würden dadurch in einer für Deutschland verhängnisvollen Weise beinflußt. Darüber hinaus aber ist zu befürchten, daß Frankreich, für dessen öffentliche Mei. nung die Begriffe deutschnational und Revanchekrieg nahezu identisch geworden find. durch die Konstituierurg einer Bürgerblockregierung in Deutschland dazu getrieben würde, die bisher auf dem Wege über den Böllerbund angestrebte Stabilisierung Europas fallen zu laffen Die Sozialdemokraten beim Reichskanzler. ratischen Partei zu einer Besprechung empfangen. Der Reichstanzler wird heute die Führer der Sozialdemo** Meldungen in der Bresse, die von einer Einberufung des Reichstags fchon zum 22. oder 28. Dezember wissen wollen, erministeriums des Innern fann die endgültige Feststellung des ablergebnisses frühestens am 27. Dezember er folgen. Das endgültige Wahlergebnis muß aber erst festgestellt werden, bevor an die Einberufung des Reichstage gedacht werden kann. nehmung der Rechte der Voltsvertreturg( leberwachung Am Montag, den 15. Dezember, tritt der Ausschuß zur Wahr. ausfuß) am Nachmittag au einer Sigung zufammen. Er will sich mit ter Erledigung schwebender Immunitätefragen be ichäftigen. Für Donnerstag, den 18. Dezember, ist der Ausschuß für die Berfonalabbauberordnung wieder zu einer Sigung berufen. weifen sich als falsch. Nach einer Mitteilung des Reiche tionen sobald wie möglich nach Berlin zu berufen. Der Reichstanzler hat die Parteiführer gebeten, die Frat. Die Frattionen sollen in den ersten Tagen der kommenden Woche zusammentreten. und statt dessen durch Rückkehr zu einer ausgesprochenen Ententepolitik, die in diesem Falle dann eine starte Spike gegen Deutschland haben würde, fich Rückendeckung zu schaffen. Das aber wäre um so verhängnisvoller für Deutschland, als die eng lische Politik durch die Konservativen mehr und mehr in eine Rich tung gedrängt zu werden scheint, die in den letzten Jahren übermunden schien und die sich dahin kennzeichnen läßt, daß England gegen die französische Unterstügung seiner Ziele im Nahen Osten bereit wäre, Frankreich am Rhein starte Ronzessionen zu machen. Für Frankreich würde das früher oder später die Rückkehr zur Politit Poincarés bedeuten, und es ist deshalb durchaus begreiflich, wenn die gesamte nationalistische Breffe Frant reichs die unerwartete Entwicklung der Dinge in Deutschland mit unverhohlener Genugtuung begrüßt und mit ihren Sympathien reftios zu Herrn Stresemann und seinem Versuch steht, durch Konstituierung einer Bürgerblockregierung den Sinn der letzten Reichstagswahlen in fein Gegenteil zu verfälschen. Die Bätter der Linken dagegen, die es in den letzten Monaten an Beweisen für die Aufrichtigkeit ihrer Verständigungsbereitschaft mit Deutschland wirt lich nicht haben fehlen lassen, erheben von Tag zu Tag mit größerem Nachdrud ihre warnende Stimme, um die republikanischen Parteien in Deutschland von einem Experiment zurückzuhalten, das außenpolitisch das Reich um Jahre zurüdwerfen müßte. Selbst ein so gemäßigtes Blatt wie die Information" erklärt am Freitag rundweg, daß Europa und die Welt in ihrer Gesamtheit in Deutschland die Bildung einer Bürgerblodregierung, die in Wirklichkeit von den Nationalisten, Militaristen und Monarchisten beherrscht sein würde, nicht ohne Unruhe mitanfehen könnten. Herr Stresemann, der den Dames- Plan nur mit Wide willen angenommen habe und der unfähig sei, den Eintritt Deutschlands in den Bölterbund durchzusegen, würde in einer folchen Regierung wohl oder übel das Instrument des allbeutschen Imperialismus wie der Revancheidee werden und seine Aktivitä: würde gefährlicher und schädlicher sein als die eines Tirpitz und Ludendorff, weil sie scheinheiliger und zugleich slavischer sein würde als die der extremsten Rechten. Herriots Befinden. Baris, 12. Dezember.( MTB.) Der Krankheitsbericht, der über den Zustand des Ministerpräsidenten 5erriot heute ausgegeben worden ist, stellt feft, daß fich der allgemeine Bustand gebeffert Ruhe bes Batienten notwendig mache. Da ein weiterer Spezialist habe, daß aber die Geschwulst am Knie die vollständige hinzugezogen wurde, nimmt man an, daß der Ministerpräsident auch an einer Sehnenentzündung leidet. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Bottschecktonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft. Devontentane Lindenstraße 3 Der trockene Rechtsputsch. Das wahre Ziel. Bon** Reichsregierung. Mit fast noch größerer Brutalität und Er. Mit aller Gewalt drängen die Deutschnationalen in die bitterung suchen sie die Hindernisse aus dem Weg zu räumen, die ihrem Eintritt in die preußische Regierung im Wege stehen. Trotz allem, was bisher über die deutschnationalen Regierungsafpiranten gesagt und geschrieben worden ist, lohnt tipe hineinzuleuchten. es sich doch einmal, gründlich und tief in ihre lezten Mo= rung vertreten sein. Es wäre für ihre Anhänger ein weithin Gewiß wollen die Deutschnationalen in der Reichsregieleuchtendes Fanal des deutschnationalen Sieges", wenn, im sechsten Jahr der Republik, ein schwarzweißroter Monarchist, womöglich ein alter faiserlicher Minister, auf dem Reichsfanzler- oder Vizekanzlerposten stände. Gewiß wäre es für fie der ,, moralische" Erfolg, nach dem sie seit langem fieberhaft suchen und der ihnen die Massen urteilstofer Anhänger, bie sonst bald wieder davonlaufen werden, wenn nicht irgendetwas ganz Imposantes geschieht, noch für einige Zeit zusammenhält. Aber im Grunde liegt ihnen nicht nur nichts an ihrer Bertretung im Reichstatinett, sondern man hat vielmehr Politik hineingezogen zu werden. Freilich herrscht diese Furcht eine gehörige Portion Furcht davor, in die auswärtige nur bei denen, die die Pläne der leitenden Deutschnationa'en den die Geschicke dieser Partei liegen, wissen sehr wohl, daß noch nicht ganz begriffen haben. Diejenigen, in deren Häneiner Art, daß auch aus einer hineinbeziehung der Deutschsie feine Furcht zu haben brauchen, denn ihre Pläne sind von wachsen kann. Bielleicht und sehr wahrscheinlich sonationalen in die Birrniffe der auswärtigen Politit für sie, wenn alles so geht, wie sie es sich denken, nichts Böses er Über das rangiert bei den leitenden Deutschnationalen, denen gar außerordentlich viel Böses für das deutsche Bott. die Partei über alles geht, und denen innenpolitischer Machthunger und der leidenschaftliche Wunsch nach Rache an den Novemberverbrechern" die Sinne benebelt, durchaus an zweiter und dritter Stelle. " durchaus mit innerer Notwendigkeit, betonen die DeutschMit großer Zähigkeit und, wie wir gleich sehen werden, nationalen die unlösliche Verbundenheit ihrer Ansprüche im Reich mit ihren Forderungen auf Umbildung der preußi= schen Regierung. Denn, was die Deutschnationalen im Grunde wollen, ist nicht die Verantwortung im Reiche, sondern die Madft in Breußen. Sie sind sich absolut flar darüber, denn soviel gefunden Menschenverstand haben sich schließlich Herr Hergt und feine engeren Freunde aus den verschiedenen moralischen und intellektuellen Busammenbrüchen ihrer Partei noch gerettet unter deutschnationaler Einwirkung betriebene auswärtige - daß eine Politit schon nach außerordentlich kurzer Zeit, vielleicht schon nach zwei oder drei Wochen, zur Katastrophe führen könnte. In dem Sinne nämlich, daß die Deutschnationalen im Reichskabinett dann vor der Wahl stehen, entweder, beispielsweise in Fragen der Militärkontrolle, oder in ähnlichen Differenzfragen mit der Entente, eine entgegenkommende Haltung einzunehmen, die in die bisher innegehaltene Richtung der Außenpolitik hineinpaßt, oder Obstruktion zu machen. Im ersten Falle würde ihre Haltung die Spaltung der Partei und das Wiederherüberströmen sehr großer Wählermassen zu den Völkischen und jedenfalls auch ein offizielles Mißtrauensvotum der deutschnationalen Parteiinstanzen bedingen. Im anderen Falle ergibt sich ein außenpolitischer Konflikt, der aus Mangel an politischen Machtmitteln von uns nicht durchgekämpft werden kann, sondern mit einem 3usammenbruch enden muß. Nach den Blänen der Deutschnationalen aber liegt die Lösung und liegt die Richtschnur für ihr Handeln in der Reichsregierung in der Mitte. Sie werden mit Freuden die erfte Gelegenheit aufgreifen, im Reichskabinett gegen eine Forderung der Entente aufbegehren zu können, deren Ablehnung sie unter gleichzeitigem Aufpeitschen der Boltsstimmung durch die darin trefflich geschulte deutschnationale Presse als eine Prestige= und Lebensfrage ersten Ranges bezeichnen können. In dem Moment aber, wo es sich herausstellt, daß man gar nicht anders fönnen wird als die von den Deutschnationalen eingebrodte Suppe auszueffen, nämlich trotz aller gemachten Entrüstung die Ententeforderungen anzunehmen, werden die deutschnationalen Reichsminister mit der stolzen Erklärung aus dem Rabinett austreten, daß sie eine ,, derartige Politik der Selbstentmannung nicht mitmachen" und die Verantwortung nicht übernehmen wollen. Sie ständer dann, umjubelt von ihrer Presse und im renga'ifchen Licht Bürgerblods, Sentrum, Bolfsparteiler und wie sie sonst noc ganz großer Heroen da, während die übrigen Barteien des heißen mögen, gehorsam, brav und anständig so wie So 1919 allein zurückbleiben, alles ausbaden dürfen und vor zialdemokraten, Rentrum und Demofraten schon einmal dem Volte als die Landesverräter und Verbrecher dastehen In diesem Moment tönnen sich dann die Deutschnatio nalen, nicht mehr beschwerf mit irgendeiner Berantwortung| schmählichen Tod all der großen und freiheit bantfrebitanstalt gegründet und auf diese Weise der im Reiche, ganz auf die inzwischen start ausgebaute und lichen Gedanken, mit denen die deutsche Ar- notleidenden Landwirtschaft Kredite zugeführt werden würben. feinerzeit beim Eintritt in die Reichsregierung vom Bürger- beiterschaft in den jungen deutschen Frei- Wir haben demgegenüber immer den Standpunkt vertreten, bind freundlichst zur Verfügung gestellte Position in der staat hineingetreten ist. daß es den Kreisen der Rentenbank und dem hinter ihr preußischen Regierung zurückziehen und sich dort Die Pläne find flar, die Karten aufgedeckt. Es gibt stehenden Landbund gar nicht so sehr darauf ankommt, der für unabsehbare Zeiten wohnlich einrichten. Das fönnen sie hier feinen Zweifel und kein Bertuschen mehr. Der deutsch- kreditbedürftigen Landwirtschaft sofort Mittel zuzuführen, um so ruhiger tun, als diese preußische Position ihnen auch nationale Anschlag auf Reich und Preußen ist der sondern lediglich das gewaltige acht instrument der gestatten wird, das Reich völlig zu beherrschen, trodene" Rechts putsch, ist der bestdurchdachte und Rentenbanktreditanstalt in die Hand zu bekommen. Daher der ohne, wie es bei der Teilnahme am Reichstabinett der Fall zugleich hinterliftigste Anschlag auf das Leben der Republik, Ueberrumpelungsversuch im Reichsrat, der erfreu märe, nach außen eine Berantwortung zu übernehmen. Denn: die infamiste Intrige gegen das Lebensinteresse des schaffen mie die Stimmenverhältnisse im Reichsrat liegen, fönnen den Volkes. Wer diesen Plan mitunterstüßt, wird mitschuldig die Deutschnationalen zurzeit der Herrschaft eines Bürgerblods an dem Chaos, an all dem, was sich im Bolte abspielen wird, in Preußen mit den dann von ihnen instruierten Reichsrats- wenn die Deutschnationalen ihre Pläne verwirklichen würden. stimmen Breußens, dreizehn an der Bahl, ferner mit ihren reaftionären Provinzialvertretern im Reichsrat und zusam men mit Bayern und eventuell noch Mecklenburg ben Reichsrat völlig beherrschen und damit die Reichsregierung, die zur pölligen Hilfs= Teligkeit verdammt sein wird, abfolut ma jorifieren. Fürwahr ein feines Brogramm und ein erhebendes Spiel! Und den übrigen Parteien des Bürgerblocks, denen die amüsante Rolle zugedacht ist, die Puppe zu sein, die an der von den Deutſchnationalen gezogenen Schnur tanzt, muß eigenartig zumute sein, wenn sie sich diese ihre Rolle vergegenwärtigen. In Preußen selbst haben die Deutschnationalen schon erklärt, wären vier Ministerien von ihnen zu besetzen. Sie verlangen das Ministerpräsidium, dem die Führung der eigentlichen preußischen Politit obliegt und das mini fterium des Innern, dem die Verwaltung untersteht und das über die Polizei gebietet. Bon den übrigen Ministerien merden sie in allererster Linie sich das Landwirtbas fchaftsministerium aneignen und sodann, im zähen Kampfe mit Volksparteilern und Zentrum, nach dem Minifterium der Finanzen oder des Handels ihre begehrlichen Hände ausstrecken. Vielleicht, so gern man auch am Der deutschnationale Anschlag auf Preußen. Hergt Ministerpräsident. Westarp Innenminister. Wie die Bossische Zeitung" erfährt, haben die Deutsch nationalen ihre Ministerlisten bereits fertig. Für die Reichsregierung präsentieren sie die Kandidaten, die sie bereits im Oktober bestimmt haben. Es sind: bg. Schiele- Wirtschaft. Abg. Leopold Berkehr. Bertebr. Abg. Kanit Landwirtschaft. bleisoe Abg. Wallraf- Inneres und Bizekanzler. Der Abg. Wallraf ist an die Stelle des Abg. Hergt getreten. Die Personenauswahl läßt erkennen, daß sich der Anschlag der Deutschnationalen in der Hauptsache auf Preußen richtet. Für die preußische Regierung haben sie vorgesehen: Abg. Hergt Ministerpräsident. Abg. Weftarp Janenminister. - We starp sollen in Breußen das alte fonservative RaftenDas spricht deutlicher als alles andere. Hergt und regiment wieder aufrichten. Schlechte Politiker und schlechte Rechner. Der deutschnationale„ Tag" verläßt sich darauf, daß die Deutsche Volkspartei auf alle Fälle die Deutschnationalen in Preußen an die Regierung bringen werde. Er schreibt: „ Nach den bestimmten Erklärungen der maßgebenden Bertreter der Deutschen Boltspartei mird aber auch die preußische Frattion der Deutschen Boltspartei in diesem Falle durch Ablehnung eines Minister präsidenten des Zentrums, der für die Große Koalition eintritt, die Große Roalition in Preußen verhindern und den Weg für die Rechtstoalition freimachen." Die Leute vom Tag" sind nicht nur schlechte Bolitifer, fie fönnen auch nicht rechnen. Die zahlenmäßige Kräfteverteilung im Preußischen Landtag ist folgende. Von 450 Abgeord: neten entfallen auf: Sozialdemofraten. 114 10Deutschnationale. 109 Dentice Bolfspartei 45 Völlische 11 165 • 81 Handelsministerium mithelfen würde, die dort bisher feit der Revolution durchgeführten Bestimmungen und Gesetze zum Schuße der Arbeiter, ihrer Gesundheit, ihres Lebens, ihrer Tarifverträge und ihres Achtstundentages abzubauen, mürde man auch auf dieses vierte Ministerium augunsten eines nach außen farblosen, bei Abstimmungen im Kabinett aber zuver lässigen Mittelparteilers" verzichten. Denn mit den drei erstgenannten Ministerien fann man bei dem brutalen Macht willen der Deutschnationalen schon allerhand anfangen. Das Ministerium des Innern in deutschnationaler Hand würde bedeuten, daß erstens unter bewußtem Hinwegsehen über alle Beamtenrechte all die Oberpräsidenten, Regierungspräsidenten, Landräte und Ministerialbeamten, Polizeipräsidenten usw. hinausgesetzt würden, die als Republikaner und neue Männer gehaßt und verachtet werden. Herr Dr. v. Dryander wird dann auch sein Mütchen an den Katholiken fühlen fönnen. Sodann würde die Severingsche Schutzpolizei, das zuverlässigste Instrument, das heute in Deutschland neben der organisierten Arbeiterschaft und dem Reichsbanner gegen einen Rechtsputsch vorhanden ist, umgeformt und entrepublikanifiert werden. Damit wäre die Gefahr eines Um st urges, eines rabifalen Abbaus der Republit in die greifbarste Nähe Rommunisten, 11 auf die Wirtschaftspartei, 6 auf Deutsch Von den fehlenden 63 Mandaten entfallen 44 auf die gerückt, nachdem schon vorher durch die Abfegung der republi- hannoveraner und 2 auf nationale Minderheiten. Die Bürger fanischen Beamten die legten Widerstände gegen eine Rechtsfchmenfung aus dem Berwaltungsapparat ausgeschaltet worden sind. Und im Landwirtschaftsministerium würde man mit der ganzen Rüdsichtslosigkeit des oftelbischen Junkers zu fammen mit dem Reichsernährungsministerium reine robuzenten politit treiben und im innigften Bunde mit dem Landbund und der Rentenbanktrebitanstalt die abfoLute Herrschaft des Großagrariertums über das verelendete und ausgesaugte Bolt statuieren, nachdem man vorsorglich die andarbeiter mieder all der Rechte beraubt hat, die ihnen die Revolution gegeben hat und sie auf das Niveau eingeschüchterter verängstigter und machtloser ,, Taglöhner" herabgedrückt hat. Das bedeutet den Arno Holz:„ Buch der Zeit"." Als Arno Holz sein erftes eigenmüchiges Gebichtwerf in die Bet schichte der ganz unfelbständige Frühverfuch Alinginshers" zählt nicht ernsthaft mit follte es ein Buch für die Zeit sein. Deren neuen Rhythmus, wie er sich in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts herauszuarbeiten begann, galt es einzufangen, das Rauschen der Großstadt und das Stampfen der Maschinen, den harten Schritt der Arbeiterbataillone und den sicheren Gang des mcbernen, zielbewußten Intelletts. Wohl blieb vieles im nur Gewollten stecken und oft müssen wir uns statt mit der letzten notwendigen Formung mit tönend- pathetischem Bortrausch begnügen, ober trotzdem wird in Bild und Gegenbilo das absterbende Alte und das zum Licht emporringende Neue, werden die in diesem Stampf der Weltalter Siegreichen, Ble fierten und Niedergetretenen anschaulich festgehalten, finden Teilnahme, haß und Liebe des Dichters ergreifend neue, bis dahin noch nie vernommene Töne. Vor dem Proben auf üppigem Faulbett steigt das Menetetel der sozialen Revolution empor, daß er erschroden aus lüfternem Traume auffährt, die Dame der Gefellschaft", die mit ihrer Migräne ein ganzes Balais tyrannifiert, trifft ein ironisches Streiflicht, den Juntern, Pfaffen und Pfaffen Knechten, den Lügnern und Heuchlern, den Schmarchern an der Arbeit und Seele der Menschheit gefft bitterer Hohn in die Ohren, Geschäftemacher der Kunst bekommen derbe Wahrheiten zu hören, und mitten durch diese Strophen des Angriffs und der tecken Fehte schylingen sich Borte tiefen Mitteidens und Erfennens, raunt ein Ahnen um die wehen Qualen der Kreatur. Die Fischersfrau, die vergebens im Sturm bes Bootes harrt, bas„ noch buten" ist, der Bursch, der zum Stadttor hinauszieht dem tödlichen Sumpf entgegen, die proletarische Mutter, die ihren drei Kindern weftirbt, indes der Lurus on üppiger Tafel fikt, der Dichter, der von König reichen träumt und mitten in den Herrlichkeiten feines PhantafusReiches verhungert, sie alle und manch anderer Ausgestoßene noch reihen sich zu einer Galerie des Mensch- Allzumenschlichen und je inniger man sich in diese Parias der Ge'ellschaft einlebt, desto zaube rischer verklären sie sich zu vielleicht Gekrönten eines anderen höheren Bebens. Der faum zweiundzwanzigjährine Dichter, der so sicher alle Töne vom lachenben Spott bis zur innig- schlichten Wehmut beherrschte, der bald ein schweriflirrendes Lied nach Freiligrath und Herwegh, dann wieder ein füßes Waldlied der Romantik wie nur Eichendorff oder Brentano zu fingen und gleicherweise in Bhantestif und hartem Realismus zu schweigen mußte, hätte es fchon als virtuofer Rönner verdient, bis zum heutigen Tage zu leben, und doch stellen die bisher genannten Vorzüge noch nicht den Hauptwert des Werkes dar. Es mird vielmehr manche Generation überbauern und dokumentarische Bedeutung behalten, well es ienfeits alles eußerlich- Stoff lichen und noch in ganz anderem Sinne, als der Dichter felbst es *) Als erster Band der vom Verlag von J. 5. B. Die Nach f. herausgerebenen Werte von Arno Holz. Die weiteren bisher erschienenen Bände enthalten: II." Dafnis". III. Die Blech schmiede 1". IV.„ Die Blechschmiede 2". V.„ Sozialaristokraten" und Sonnenfinsternis". " Zentrum Demokraten • 27 222 blödler rechnen auf die Hilfe der Kommunisten, der Wirt fchaftspartei und der Splitter- restlos. Es ist indessen Mann, und sie brauchen sie alle, nicht erhalten werden. Wo zweifelsfrei, daß sie diese Unterstügung, bis auf den letzten soll da der Rechtsblod herkommen, wenn das Zentrum ihn nicht mitmacht? Selbstentlarvung der Agrarier. licherweise an der festen Haltung der preußischen Regierung gescheitert ist. Wir hatten auch weiter immer betont, daß die Hentenbant sehr wohl schon jest ohne Gründung der Rentenbankkreditanstalt der Landwirtschaft Kredite zuführen kann, denn sie verfügt zurzeit über 183 Millionen flüssige Mittel, die sie zum großen Teil bei den Berliner Benten liegen hat und die sie ohne weiteres den landwirtfchaftlichen Kreditinstituten zur Verfügung stellen könnte. Nun aber bestätigen die Agrarier unsere ganze Beweisführung selbst. Denn einer der Hauptstreiter im Kampfe gegen Preußen, die Deutsche Allgemeine Beitung", schreibt in der Hize des Gefechts und unter Außerachtlassung der sonst üblichen Borsicht wörtlich folgendes: " Die Landwirtschaft will im übrigen, so dringend das Kreditbedürfnis ist, die 170 Millionen feinen Tag eher haben, als die Agrarbank gegründet worden ist." Deutlicher fann man es nicht zugeben, daß Herr Lenze und der Landbund auf die wirtlichen Interessen der kreditbedürftigen Landwirte pfeifen, und daß sie lediglich die Rentenbankkreditanstalt haben wollen, um den Machihunger des Landbundes zu stillen. Man fann den Herren für ihre Offenherzigkeit nur dankbar sein. Wir glauben jedenfalls, daß damit die ganze Situation im Kampfe um die war fie allerdings von Anfang an sehr klar! Rentenbankkreditanstalt wesentlich geklärt sein wird. Für uns Zentrumsabsage an den Rechtsblock. ., Der Rechtsblock unmöglich". Köln, 12. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Die Leitung des Rheinischen Bauernvereins, die von deutschnationalen Elementen durch'ekt ist, hat zur Frage der Regierungsbildung um Reich und in Preußen eine Entschließung gefaßt, die von der Res preffe Deutschlands mit großem Behagen veröffentlicht wird, we in dieser Entschließung von der Zentrumspartei gefordert wird, daß fie, nachdem eine Lintstoalition unmöglich geworden set, sich entschieden für den Rechts blod einsehen müsse. Auf diese Aufforderung der rheinischen Agrarier erteilt am Freitag abend die Rheinische Volkswacht", das offizielle Kölner Organ der Sentrumspartei, eine flare Absage, indem sie schreibt:„ Dus Sentrum hat die Rechtskoalition im Oftober aus sehr guten Gründen abgelehnt. Es ist mit der ganz klaren Losung in den Wahlfarmpf gezogen: Stärkt die Mitte! Aus dieser Wahllofung mird die richtige Folgerung gezegen. Es fann nur die sein, die Mitte wieder führend zu machen. Diese Politik ist die Politik des Erfolges, während die Rechtspolitit der letzten Jahre ein schmähliches Flasto erfitten hat. Darum fenn man vom Zentrum nicht verlangen, einen Rechtsblod im Sinne des Rheinifchen Bauernvereins mitzumachen." bos Riebesmerben der Deutschnationalen in den Kreifen des Diefe Antwort ist treffend und eindeutig und zeigt, daß rheinischen Sentrums feinen Erfolg aufzuweisen hat. Der Kampf gegen Ebert. Köln, 12. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Dem Kölner Tageblatt ist aus parlamentarischen Kreisen Berlins mitgeteilt morden, daß von deutschnationaler Seite versucht wird, den Kampf um die Beseitigung des Reichspräsidenten Ebert In dem Kampf der Kreise der Renzenbant gegen die fefort nach Beendigung des gegenwärtig schwebenden Prozesses mit preußische Regierung wurde bisher immer als großer Trumpf allem Nachdruck aufzunehmen. Für die Neumahl hat man in die Behauptung ausgespielt, daß die Landwirtschaft deutschnationalen Kreifen vorläufig den bisherigen Reichstagspräsi zugrunde gehe, wenn nicht schleunigst die Renfendenten Wallraf in Aussicht genommen. " die erfte endgültige Fassung" des Buches der Beit" ftatt bei Bong im Dresdener Sybillenverlag", und mirtlich ernst mit einer Heraus. gabe aller Holzschen Werte macht erst jetzt der Die Verlag. Es ist ein monumentales Unternehmen und die deutsche Arbeiter fchaft, die es geschaffen hat, ehrt mit dem Dichter sich selbst, indem fie, ohne nach der Parteizugehörigkeit zu fragen, feinen Schöpfungen endlich das würdige Gewand schenkt. Das mächtige Format, ber hicht- schöne Einband mit den Lapidarlettern, das weiße, feste Papier und die hohe, flare und eble Frafturschrift ergeben vereint ein Musterwerf der neuen Buchfunst und wecken, mas nicht gering anzuschlagen ist, auch im proletarischen Leser die Einsicht von der beg üdenden Wirkung der zwedmäßig- schönen Form, wie sie im vollendet Kunsthandwerklichen zutage tritt. Dr. Alfred Kleinberg Ehebruch für anständige Leute. zwei Bal André Jager Schmidt, das soll der Name für bei der Namengebung wissen tonnte, ein echtes Buch der Zeit"| berief, leider nicht gediehen, benn bereits ein Jahr später erschien geworden ist. Denn hier wird für uns nachiebende der Bruch zum ersten Male fichtbar, der die seelische Struktur der jungen Welt von 1880 getroffen hatte, das Suchende und raftlos Fragende leicht den fcheinbar so selbstgewissen, dafeins. und endfesten Berfen ihre tiefere Bedeutung. Wie die ökonomische Entwicklung eben damals die Menschheit aus den dauerhaftesten Gefügen, aus familiärer, nationaler und staatlicher Bindung herauszuheben und eine neue Kultur phase der allgemeinen und zielbewußten Differenzierung anzubahnen begann Borgänge, welche die Oberfläche noch nicht berührten, aber Ahnungen und Träume medten fo sieht es auch um dieses Buch der Zeit" aus. Es schreitet ted und frisch der extremen Kunit des sicheren Besitzes, des Seienden und Dauerhaften: dem„ konse. quenten Naturalismus" entgegen, und birgt doch schon alle Reime in fich. die, voll entwickelt, eben diefem Naturalismus ein Ende bereiten und den zum Sehen Tauglichen zeigen sollten, daß eine weltgeschichtliche Epoche im Ablauf begriffen fel und eine neue an= hebe. Der ganze fünftige Arno Holz meldet sich bereits in hem prächtigen Erstlingsmurfe: der zärtlid) Hingegebene, der im Bhantalus" auf die stilte, innere Melodie der Worte horchen sollte, bis sie aus ihrer Seele heraus, ohne die landläufigen Mittet des Klanges, au tonen begännen; der chasverische Sucher, der zu verstandesscharf ist, um sich an die dunkle Stimmung des Ichs oder der Außenwelt fromm- gläubig auszuliefern, zu lyrisch durchtönt und fehnsuchtgetrie ben, um nicht diese seine Berstandsfälte als bitteren Fluch zu emp finden; der Freund der Masten und Spiele, der sich später als Dafnis tostümiert und in allerlei Freß. Sauf- und Benusliedern" sowie in Reumütigen Bußtränen" erging, um den schrillen Mißflängen feiner Gegenwart zu entfliehen; der Künder von Wahr heiten, die nur in der eigenen Seele leben fönnen und das Antlig der Zukunft herrisch formen wollen, weil die als„ Wahrheit" Der fündete Wirtlichkeit bis ins Innerste verlogen ist. Dieser Weg unferes Dichters, den das Buch der Belt" andeutungsweise vor zeichnet, ist zugleich der Weg der Kunst von Holz bis zu Hauptmenn Wedekind und dem reifen Strindberg, bis zu Dehmel, Heym unb Georg Trafl geworden es ist der Weg des Bürgertums vom Glauben, tas ihm die ganze Welt endgültig gehöre, bis zu der Einficht Feinhöriger, daß die Todesstunde ihm zu schlagen begonnen hat. Weil sich dieser seelische Bruch im Buch der Zeit" zum ersten Male mertbar aufgetan hat, tonte sich die bürgerliche Welt, repräs sentiert durch ihre Verleger, mit dem Wert nie befreunden. Das Sozialistengelet erzwang fein Gridheinen( 1885) in Zürich. Im Beginn unferes Jahrhunderts brachte der Bippersche Berlag einen ganz billigen Neudrud heraus, wohl ein Symptom dafür, daß Arno Holz dama's scheinbar literarhistorisch" zu werden und daß das Bublifum über dem interessanten Dichter den aufrührerischen Inhalt feiner Etrophen zu übersehen begann. Als das Verlegertum nach dem in sturz das Morgenrot einer fozialen Literatur zu wittern glaubte, nahm sich ein aut bürgerlicher Verlag, Bena in Berlin. glaubte, nahm sich ein aut bürgerlicher Verlag, Beng in Berlin. des bisher von den Geschäftsleuten scheef angesehenen Bahnbrechers" der deutschen Moderne" an und verhics, dem Dichter zu fcinem Rechte zu verhelfen und feine Werke in möglichst schneller To'ge heraus zubringen". Beit ist dieser löbliche Borsaz, der sich ausdrücklich auf die„ tiefe Erniedrigung" des deutschen Volkes und auf dessen Bedürfnis nach seelischer Wiederaufsich selbstbesinnung" " RE se amei brave Eheleute fein, die troh ihres ziemlich deutschen Namens irgendwie in Paris wohnen. Die Gheleute fpielen, um der Langeweile zu entgehen, nicht Domino, sie werfen sich auch keine Teller an den Kopf, fie schreiben nur Theaterstüce. Sie tun es, soweit aus dem Lustspiel Charly" zu sehen ift, sogar mit Talent. Anfänglich sieht es aus, als wenn der felige Benedig oder die Marlitt oder auch einer der in Frankreich gar nicht seltenen Schwestern und Brüder dieser Genies wieder erweckt werden sollen. Aber ban führen sich die Eheleute gut ein, und es gibt zum Schlusse doch e'ne gang fröhliche Ehebruchsgeschichte. Die Dinge bleiben jedoch ziemlich anständig. Weber die Weiblein noch die Worte find allzu entblößt. Der Wiz liegt darin natürlich, doß der Chegatte, der anfännlich weifelt, auf die Treue feiner Frau Gemahlin Stein und Bein da ist eben Luzien, der alles besorgt, was von fchwört, und sie Bürschlein, sondern ziemlich moralisch. Und wenn der Gatte und Frau ihm verlangt wird. Buzien ist übrigens fein ganz gewöhnliches Charly, die nette Fremdgeherin und ein Fräulein Jacqueline, des fich gern den frischen Jungen gefischt hätte, über die Dummheit tes Beute im Parkett follen eben nach dem Moralrezept der fröhlichen verblüfften Luzien auflachen, dann ist das Lustspiel zu Ende. Die Lustspielfirma nicht in Entrüstung geraten. Der Chebruch wird rosig angestrichen, so wie ihn Beute vertragen können, die sich äußerlich gern reputierlich geben. Und der Autor behütet sich und seine Freunde vor der Entrüftung. " Nur gelegentlich leben die dramatisierenden Ehegatten etwas wurden sie von den Schauspielern der Tribüne" etwas zu ernst über ihre geistigen Rosten. Weil sie manchmal derartig entgleifen, genommen. Es flige nicht genug, es funfelte auch felten. Nur Räthe hand hufchte durch die Gefahren ihrer Rolle. Sie spielte Schwant um jeden Preis, und so faben ihre Pointen. M. H. der Ausschuk für bas niederrheinische Mufitfeit einstimmia die Abbaltung Das niederrheinische Mufiffet in Köln. In seiner letten Sigung bat das Felt in den Tagen vom 11. bis 14. Juni 1925 in der großen Messe des 94. Mufitfeites in Köln beschlossen. Es wurde in Aussicht genommen, halle abzuhalten. Ein Zusammenbruch. Kronzeuge Kloth macht sich unmöglich. " fei nach Chemnitz gefahren und habe dort versucht, einen Streif| fprechen. Die„ Boff, 3tg." gibt dem volksparteilichen Zentralorgan zu entfachen, nachdem er in Berlin zusammengebrochen war. die richtige Antwort, wenn fie schreibt: Der Bezirksleiter des Buchbinderrerbandes in Chemnitz habe ihm Sloth das geschrieben, aber Bauer, dem er das Haftum mitteilte, ihm geraten, die Briefe zu vernichten, damit Noste nicht wegen Landesverrat belangt werden könne! Selten ist ein Lügengewebe so schnell zerrissen worden wie dieses. Der erwähnte Bezirksleiter des Buchbinderverbandes Pfütze Chemniz konnte sofort feststellen, daß er über eine solche Tätigkeit Nostes nie berichtet habe, weil diese bei der ganzen Veranlagung Nostes und seiner befonderen Haltung zur Landesverteidigung ganz unmöglich war. In feinem Briefe war nur erwähnt, daß Noste an einer Funktionärsigung in Chemnitz, seinem Wohnort und Wahlfreis, teilgenommen und dort auch über den Berliner Streit berichtet habe. Alle weiteren Folgerungen Kloths find unzutreffent, denn Noste hat sich so start für die Landesverteidigung eingesetzt, daß die Radikalen sogar erklärten, er hätte die Interessen der Arbeiter verraten. F. Kl. Magdeburg, 12. Dez..( Eig. Drahtber.) Hochmut tam auch diesmal vor dem Fall. Auf der An flagebant sitzt ein kleiner völkischer Mann aus dem Provinz städtchen Staßfurt. Der eigentliche Macher der großen Anflage gegen den Reichspräsidenten und die Sozialdemokratie ist aber die Deutschnationale Partei und ihr neuester Schüßling, Emil Kloth. Dieser trat heute als Zeuge auf, ausgerüstet mit einem Zitatensad von bunt zu fammengewürfeltem Umfang. Und er legte los, als ob er bie Unflagerede in einem Hochverratsverfahren gegen diejenigen zu halten hätte, die früher seine Parteigenossen waren. Aber das dauerte nicht sehr lange. Die Anmaßung dieses Beugen mit seinem reichsverbändlerischen Material fiel sogar dem sonst gegen die Zeugen der Verteidigung so überaus langmütigen Borsigenden auf die Nerven. Und so mußte dieser Kronzeuge einen seiner Zettel nach dem anderen einstecken, bis ihm schließlich mit allen Gebärden der Unge- arber, auf den Kloth sich berufen hatte, mußte befunden, Auch der zweite Borsigende des Buchbinderverbandes, bulb bedeutet wurde, Bitte nehmen Sie Play!" Kloth hat über alle Sigungen der Gewerkschaftsvor- daß ihm von einem Versuch Nostes, einen Streit in Chem stände Notizen gemacht, angeblich um sie zur Berichterstattung niß zu entfachen, nichts befannt sei und daß das unmöglich an seinen Verbandsvorstand zu benutzen. Diese auf lose in den Briefen Pfüzes gestanden haben könne. Zettel oder auf Notizblocks geschriebene Notizen hat er forg Endgültig abgefan wurde Kloth, als der Verteidiger den fam aufbewahrt, während andere ähnliche Aufzeichnungen Beugen Harder fragte, ob er das Buch Kloths gelesen habe. längst fortgeworfen haben. Also marschiert er mit seiner Er erhielt die unerwartete Antwort: Ich habe das Buch seit Notizensammlung auf und verkündet: Am 1. Februar 1918, Jahren, habe auch mal ein oder zwei Kapitel gelesen, aber am Lage, als der Munitionsarbeiterstreit beendet wurde, habe es mar mirip miderwärtig, daß ich es bald aus der Bauer in einer solchen Sitzung der Gewerkschaftsvorstände Hand gelegt habe. Erst als die Vorladung zum Termin ererklärt, er hätte bei den Verhandlungen mit der Regierung ging, habe ich es lefen müssen." dem Reichskanzler Hertling ,, weis gemacht", die Gewerk schaften hätten ein Uebergreifen des Streits auf die Eisenbahn verhindert. Bauer habe sich über den Reichskanzler Inflig gemacht und ähnliches. Tendenz der Aussage: die Generalfommission der Gewerkschaften habe ein Doppel. spiel getrieben, nach außen hin den Streit verleugnet, innerlich ihn aber gefordert! PP Es ist ein schreiender Gegensatz zwischen dem pathologischeifrigen Kloth und dem ruhig- sachlichen Bauer, der nach der Kloth- Aussage um seine Meinung befragt wird. Die chronologisch fachlichen Darlegungen Bauers sind der sonst fo frageluftigen Verteidigung dermaßen peinlich, daß Herr Martin unwirsch von einer Parteirede spricht. Barteirede ist nach seiner Auffassung nicht, wenn der deutschnationale Partei sekretär Forstner in Vermutungen darüber ausbricht, welche Wirkungen der Streit auf die Kriegführung gehabt habe. Parteirede ist es nicht, wenn Kloth ein Gemisch von Dummheit und Bosheit über allerlei und noch etwas aus spricht. Aber es ist Barteirede, wenn der Zeuge Bauer nüchtern und fachlich darlegt, daß nach seiner Erinnerung die Ursache jener Streifftimmung nicht in dem Verhalten von Sozialdemokraten, sondern in dem ihrer Gegner zu suchen war. nämlich in der Sabotage der Lebensmittelversorgung, in der Berweigerung des gleichen Wahlrechts in Preußen, in der Abschiebung der Lebensmittel auf den Schleichhandelsweg, während die Arbeiter hungerten, furz in dem politischen Unnerstand der herrschenden Klassen und in dem Eigennuz der Befigenden. Das ist Barteirede", von der die deutschnatio nalen Verteidiger nichts hören mögen. Kloth hat noch anderes Eisen im Feuer. Er will gehört haben, daß Adolf Cohen bei jener Konferenz erzählt habe, die Zahl der Streifenden hätte fich erst vervielfältigt, als der Parteivorstand in die Streifleitung eintrat. Er milf weiter vpn Ebert privatim auf Anfrage gehört haben, daß der Streif ..in der Provinz jest erft richtig loszugehen scheine", nachdem er in Berlin zu Ende ging. Frage: War das in bebauern dem Tone gejagt? Antwort Kloths: Ja! Aber in seinem Buche hat dieser Ehrenmann es so hinge stellt, als ob das Bedauern Eberts auch nur geheuchelt gemesen wäre. Schließlich kommt der große Trumpf: Noste Aber der Verteidiger legt dem Elaborat seines Kronzeugen große Bedeutung bei: Ob nicht das Buch in sozialisti. chen Kreisen vielfach besprochen worden sei? Antwort: Nein, nicht im geringsten. Damit mir nunmehr von dem Organ des Führers der Deutschen Boltspartei die infame Berbächtigung wieder. holt, die in Laufenden von volksparteilichen Wahlreben und auch in volksparteilichen Flugblättern gegen die Demokratie erhoben worben find. Die Reichstags- und Landtagskandidaten der Lemo tratischen Partei, die draußen im Wahlkampf standen, haben leer von solchen Golbftrömen nichts gemerft. Die Deutsche Volkspartei, und insbesondere der deutsche Außen. minister und volts parteiliche Führer Dr. Stresemann, werden hiermit dringend aufgefordert, deutlich zu sagen was sie über diese Goldströme wissen. Wenn die Angefragten mit der Antwort noch länger zögern, fo werden sie sich nicht wundern dürfen, wenn man diefe wiederholien Behauptungen als leichtfertige Berdächtigungen ansieht, die lediglich dazu bestimmt sind, den Blick der Deffentlichkeit non der Tatsache abzulenten, baß die Deutsche Bollspartei und die Deutschnationale Boilspartei Millionen- Zuwendungen aus der zwei Mart pro Kopf der beschäftigten Arbeiter betragenden Sammlung der Bereinigung deutscher Arbeitgeberverbände erhalten haben; aus fener Sammlung, die dazu bestimmt war, die Wünsche der Schwerindustrie und der mit ihr verbandelten Industriezweige auf Hochschußzzell und Arbeitslohnermäßigung burchzudrücken. Nicht weniger deutlich wird das„ Berliner Tageblatt", wenn es an die Zeit" die Frage richtet: Wir ersuchen Herrn Dr. Stresemann und die von ihm inSpirierte Beit um nähere Aufklärung über diefen Sah, fonft müssen wir die barin enthaltene Andeutung als eine böswillige Berleumdung bezeichnen. Uns will es nur scheinen, als ob der Versuch, zwischen der Redaktion der Zeit" und Dr. Etresemann zu unterscheiden. feinen redyben Ginn het, nachdem die Beit" offenbar doch mit Duldung Stresemanns mun schon wechenlang den Kampf gegen die angeblichen internationalen Bindungen der Demokratie geschürt hat. Gewiffe Beute tönnen nicht anders, als bauernd von fich auf andere schließen. Das Ergebnis: Auf den Zeugen Kloth wird perzichtet, vom Gericht, vom Staatsanwalt, von der Die Rheinische 3tg." über die Gefahren des Rechtsblocks. Die Klippe der Militärkontrolle. Berteidigung! Man hat genug davon. Selbst auf die Beugen, die über Kloths Angaben Näheres und Wahrheitsmäßigeres hätten aussagen fönnen, wird angesichts des Zu fammenbruchs der Leuchte verzichtet. Schluß damit! Was noch fehlte an dem Bilde, holte os te nach. Der langjährige Freund und Mitarbeiter Eberts betonte, daß er erstaunt und beschämt darüber sei, wie ein Mann von fo untabeligem Charakter und Reinheit der Gesinnung wie der Reichspräsident dauernd beschimpft und verdächtigt werden fönne. Niemals und zu feiner Stunde habe Ebert daran ge dacht, einen Streit zu billigen oder gar anzuzetteln, der in feiner Wirkung das Land und die Landesverteidigung feiner Wirkung das Land und die Landesverteidigung fchädigen fönnte. Daß er, Noste, jegt in Chemniß einen Streit habe entfachen wollen, sei besonders absurd. Die Ausführungen Nostes machten einen starten Ein drud auf das Gericht und die Hörer. Auch die Verteidi gung fhmieg, fie hatte an ihrem Kronzeugen Kloth für heute genug! Am Sonnabend follen Generäle und Regierungsver treter aus der Streifzeit gehört werden. Dann wird man am Dienstag wahrscheinlich die Glaubwürdigkeit des Koch 3eugen Syrig um einiges nachprüfen. Eine Abrechnung. Die Germania" gegen die Zeit Die 3eit hatte am Freitagmorgen die naine Frage gestellt, warum der Reichsfanzler marr nicht die Bildung einer Rechtsfpalition übernehmen tänne. Die Germania gibt darauf eine sehr scharfe Antwort, die die Berantwortung der Boltspartei feststellt und die Ausweichmanöver derer um Stresemann durchkreuzt: Köln, 12. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Unser Rö'ner Bartelblatt, die Rheinische Zeitung, veröffentlicht an der Spitze ihrer Freitagausgabe folgende Mittellung: Die beunruhigenden Enthüllungen über den Bericht des militärischen Ueberwachungsausschusses haben uns veranlaßt, an mohlunterrichteter Stelle in Paris Erfundigungen einzuziehen. Wir sind nicht berechtigt, ben Wortlaut ber Antwort mi zuteilen, plauben aber fagen zu dürfen, daß der Bericht von einem sehr großen Mißtrauen gegen die Militär. und Polizeimacht Deutschlands auss geht. Die Enthüllungen der Bariser Bresse über den Inhalt des Berichtes find giver übertrieben, aber es wird sich zeigen, daß dort khr scharfe Feststellungen über Weichswehr unb preußische Bolizei getroffen werden. Die genauen Ausfünfte, die uns vorliegen, Er höhen unsere außenpolitische Sorge bei dem Zustandekommen eines Rechtsblocks. Sehen wir jetzt schon nur schwer einen Weg, auf Grund der Feststellungen des Ueberwachungsausschusses zu einem befriedi genden außenpolitischen Ausgleich zu kommen, so miffen mis erst recht nicht, was werben foll, wenn ber preußische Bolizeichef Severing durch einen deutschnationalen erfekt wird und im Reide neben bem unsicheren Außenpolilifer Stresemann deutsch nationale Minister, vielleicht gar ein deutschnationaler Wehrminifter treten wird. Der Artikel schließt mit folgendem Sage:„ So feibstperständlich es ist, daß auch jeder deutsche Sozialdemokrat, jebe deutsche Regierung in der Wahrnehmung ber berechtigten außenpolitischen Intereffen Deuifands unterstüht, fo bestimmt mird ber Bürgerblog hinderniffe fchalien, die moralisch und finanziell für Deutschland sehr toftipielig werben". Die Generalinihettion in Deutschland. Paris, 12. Dezember.( BTB.) Journal des Débats ftellt feft, die offiziellen französischen Kreise betonten ausdrüd lich, daß die von verschiedenen franzöfifchen Zeitungen veröffent lichten alarmierenden Nohrichten über den Stand der Entwaffnung Schlußfolgerungen, die man der Kontrollfommission in Berlin zu Deutschlands unrichtig felen. Auf alle Fälle aber feien die Könia und Konkordat. Bir glauben es der Zeit" gern, daß Stresemann feinen Wert darauf legt, den Kanglerposten im fünftigen Kabinett zu beHeiden. Aber wenn die Konsequenz in der Politik in gefchreibe, vollkommen übertrieben. wiffen Rreifen auch nicht zu den größten Zugenben gehört, so gibt es ded) hier bestimmte zwangsläufige Folgen, benen man sich nicht einfach entziehen fann. Eine Rechtstoalition wäre das legitime Rind der volts. Parteilichen Wahltaftit. Es ist nicht angängig, die Baterschaft zu verleugnen und dieses Kind in eine fremde Wiege zu legen. Diesen Versuch macht die Zeit", wenn sie den Reichskanzler Marg zur Webernahme des Kanzlerpostens in der Rechtstoalition drängen will." Die Behauptung der Zeit", daß der Rechtsblod sich mit der bisherigen Außenpolitit vertrage, wird gleichfalls zurüdgewiesen: Museumsführungen. Um die Behrerfchaft anzuleiten, die Schüler beim Besuch der Berliner Museen fachkundig zu führen, hat das 3entratinftitut für Erziehung und Unterricht eine Reihe von Lehrgängen für Lehrer und Lehrerinnen in flussicht genommen. Der erste Lehrgang zwischen Neujahr und Ostern hat einen allgemein orientierenben Charafter, indem er zunächst in 10 Führungen unter Leitung von Direktorial. beamten der Museen eine Uebersicht über bestimmte Abteilungen der größten Berliner Museen geben foll. Später folgende Lehrgänge werden dann in Form von Sonderführungen eine gründlichere Kenntnis der Sammlungen einzelner Museen vermitteln. Im Rahmen des einführenden Lehrgangs werden Besichtigungen der geologischen Abteilung des Naturkundemuseums, der naturfurblichen Abteilung des Märkischen Museums, der vorgeschichtlichen Sammlun gen, die jetzt im früheren Kunstgewerbemuseum untergebracht sind, ferner das Kaiser- Friedrich- Museum, das Kupferstichkabinett, das Kronprinzenpalais, schließlich das Museum für Boltstunde und das für Meerestunde stattfinden. Der Behrgang beginnt mit einer AusSprache über das Thema„ Die Museumsführungen und ihre Unter richtsauswertung" am Montag, den 12. Januar, um 7 Uhr abends im Bentra inftitut für Erziehung und Unterricht, Potsdamer Straße 120, wozu Prof. Stahlberg vom Museum für Meerestunde die einleitenden Ausführungen macht. Die Direttorialbeamten, bie die Leitung der Führungen übernommen haben, werden bei der Ausgeführt werden kann. sprache zugegen fein. Die Führungen durch die Museen werben in der Zeit vom 19. Januar bis 23. März im allgemeinen jeweils am Montag von 1% bis 3 Uhr nachmittags stattfinden. Die Teil nehmerzahl ist beschränkt. Die Teilnehmergebühr für den gesamten Lehrgang beträgt 5 Mt.; für die einzelne Führung bzw. den Ere öffnungsvortrag find 60 Bf. zu entrichten. Die schriftliche Melbung ist tunlichst bald an die Geschäftsstelle des Zentralinftituts für Er ziehung und Unterricht, Potsdamer Str. 120, einzureichen. Die Bulaffung tann nur nach erfolgter Bestätigung der Aufnahme durch das Zentralinstitut erfolgen. Borortverkehr mit Flugzeugen. In Amerika werden gegenwärtig bie ersten Bersuche damit gemacht, das flugzeug als Beförderungs. mittel auch auf feineren Streden zu verwenden. In Betradyt kommen besonders Berkehrstinien zwischen nahe beieinander liegen den Großstädten und zwischen dem Stadtimmern und den Bororten. Man plant in mehreren großen Städten einen regelmäßigen Luft. verfehr mit Hilfe von Kleinflugzeugen, die für diefen 3wed befonders Bertruiert find. Der Betrieb diefer Maschinen soll äußerst rationell fein. Man rechnet mit einem Brennstoffverbrauch von 1 Biter auf 5 Kilometer. Dementsprechend wird der Preis für die Fahrten ver. hältnismäßig niedrig gehalten werden fönnen. Die Verfuche werden Straßenverkehrs verspricht. Die Mit Berlaub, dieser Beweis steht noch aus. Rechte hat bisher die Außenpolitik der Regierung( harf be. tämpft, fo daß es einer gründlichen Umstellung der Deutscmatio. nalen Boltspartei bedürfte, wenn der Boden für eine gemeinsame Arbeit gefunden werden foll. Darin hat die Beit" gewiß recht, daß mir grunbfäßlich gegen das Zusammengehen mit den Deutsch nationalen feine Einwendungen machen. Die Frage ist aber, ob mit ihnen die bisherige Außenpolifit meiter. Der Reichstanzler hat diese Frage perneint unb nach den bisherigen Erfahrungen, die mir mit den Deutschnationalen gemacht haben, mit gutem Grunde. 3ft die Deutsche Boltspartei anderer Ansicht, dann möge fieben Bersuch machen. Obstruktion oder Sabotage werden von unserer Seite nicht gemacht werden. Das hat der Reichsfangler gestern deutlich gesagt. Aber er hat auch hinzugefügt, daß er die Berantwortung nicht übernehmen tönne. Mit Recht, diese Verantwortung bleibt bei der Partei, die sich mit Feuereifer für den Rechtsblod eingefeßt hat." gierungsparteien nimmt erregte Formen an, die jetzt schon Die Diskussion zwischen den beiden reftierenden ReDarauf schließen lassen, daß der Bürgerblock- wenn er zu fammengeflidt werden sollte alles andere als ein stabiles darauf schließen lassen, daß der Bürgerblod fammengeflidt werden sollte Gebilde sein wird. Zum Schluß wirft die Germania" der Beit" por, daß sie das Reichskanzlerinterview glatt unterschlagen" hat. Herr Stresemann hat Herrn Marr gestürzt, mun will er ihn mund tot machen. Die scharfe Sprache der Germania" ist verständlich. 99 behörblicherfeits ermutigt, da man sich davon eine Entlastung des Auffallende Goldströme". Der Bakteriolone Brof. Schnabel, Zelter ber Seuchenabtellung am Biesigen Institut file Infektionsfrankheiten, ift an den Folgen einer charlacherfrantung gestorben. Schnabel war geborener Defterreicher und stand erst in den dreißiger Jahren. Junge Dichter vor die Front! Am Montag, 15., abends 8 Uhr, im Landesbaus, Watthaifirchstr. 20/22: 3. bend: Bertold Brecht, Shrif, Balladen, Novellen und aus Banl. Eprecher: Erna Felb und Frans Konrad Hoefert. Borwort: Dr. Jo Lherman. Zutritt fostenlos. Das Stresemannblatt auf Verleumderpfaden. Die Erklärungen des Reichsfensters Marg über die Unmöglichkeit eines Bürgerblod's wieberzugeben, fand die Zeit" feinen Raum. Dafür hatte sie aber Gelegenheit. in einer giftgeschwollenen Polemit gegen den Redakteur Dombrow sti vom Berliner Tageblatt", den sie als„ Mann aus Gera" bezeichnet, von höchst auf. fallenden Goldströmen der Demokratie im Wahlkampf" zu Eine Nebe Helds. München, 12. Dezember,( WTB.) In der Nachmittagsfizung des Verfassungsausschusses setzte sich ministerpräsident Dr. Held Mit Bezug auf einen Hinweis des voltischen Abg. Guttmann auf abermals mit den Widersachern der Kontordalsvoriage auseinander. bas kontordat und die Monarchie erklärte Ministerpräsident Held, ein Mensch miffe, wann und ob in Bayern die Monarchie wiederkomme. Der König werbe, menn er tommen sollte, start genug fein, für fich allein die Dinge zu ordnen. Der Ministerpräsident bat die Parteien, sich auf den Boden der Vera träge zu stellen. Es sprachen noch Finanzminister Krausneck und Scharnagel( B. Bp.) Weiterberatung Montag pormittag. Trozki abgebaut. Erregung in der Roten Armee. Riga, 12. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Die Enthebung Roten Armee hat in der Roten Armee Erregung ausgelöst. Die Troßris von seinem Amu als Bolkskommissar und als Chef der Nachrichten stammen darin überein, daß das Gros der Roten Armee Mißftimmung in ber Roten Armee richtet sich gegen das gesamte die diftatorische Absetzung ihres Chefs nicht bulben wolle. Die Direktorium in Mostau und gegen den entscheidenden Einfluß Sino wjews In der Sigung der Bolfstommiffare, in der Trokti, der sich scheinbar absolut nicht frank fühlt, aus„ Gefundheitsrücksichten abgebaut wurde, tam es zu fehr erregten 34 scharfen Benfur in Rußland ein verläßliches Bi'd über die Gärungen fammentoßen zwischen Trofi und Sinowiem, wobei Trogli mit Enthüllungen drohte. Es ist natürlich sehr schwer, bei der Tropfis fich folgenschwere Ereignisse knüpfen werben, zu erhalten. Es ist aber sehr wahrscheinlich, daß an die Entlassung britische Note, die Amerila das Recht fireitig machen, an die ReReparationsgläubiger Amerika. New Bort, 12. Dezember.( Eigener Drahtbericht). Auf die parationstafie Forderungen zu stellen, weil Amerila nicht au den Signatarmächten des Versailler Bertrages gehöre, hat das ameri lanische Staatsdepartement nun mit einer Note geantwortet, die ben britischen Einspruch aur idweist und daran festhält, daj Amerifa gegenüber der Reparationefafie. mit gleichen Rechten wi die übrigen Alliierten feine Forderungen geltend machen kann. Der bayerische Bolksparteiführer Dr. Helm, der iange Zeit an beiden Augen schwer ertranft war und sich mehreren Operationen unterziehen mußte, ist nunmehr wieder pollkommen genesen. Für die fübflawischen Neuwahlen haben die Demokrater ( Dawidowitsch- Partei) auch mehrere Deutsch bürgerliche aufgestellt. Gewerkschaftsbewegung Der ertragreiche Achtstundentag. Wichtige Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung. Das Internationale Arbeitsamt hat im Novemberhaft seiner Revue internationale du travail" die Ergebnisse hochwichtiger wissenschaftlicher Forschungsarbeit über Achtstundentag und industrielle Produktion veröffentlicht. Sargant Florence, der Berfaffer dieser Arbeit hat die ihr zugrundeliegenden Forschungen zum großen Teil selbst in Amerifa und England angestellt. Sein Augenmert richtet er ebenso wie Otto Lippmann ausschließlich auf den Einfluß der Arbeitszeit auf die Produktion, und zwar in rein privatwirtschaftlichem Sinne. Das heißt, er fragt nicht nach den Wirkungen der kurzen Arbeitszeit auf die Gesundheit und Kultur der Arbeiterschaft. Ja, er stellt nicht einmal die volkswirtschaf dich richtige Frage nach bestmöglichem Schuh der gesamten Arbeitskraft gegen vorzeitige Abnüßung. Er untersucht die Arbeitszelifrage nur vom Gefichtspunkt des einzelnen Unternehmers aus. Die Auskünfte der Unternehmer, die fie gelegentlich auf zugesandten Fragebogen er teilen, muß man, fagt G. Florence, ais oberflächlich und einseitig gefärbt von der Hand weisen. Die Feststellungen der Laboratorien, Ingenieure ufw. leiden zumeist darunter, daß sie den Einfluß anderer Faktoren als die Arbeitszeit oft nicht genug berücksichtigen. Treten dech mit der Veränderung der Arbeitszeit oft auch andere Verände rungen der Arbeitsmethoden, Bezahlung usw. ein. Es ist deshalb als Ergänzung dieser Forschung notwendig, die Arbeitsverrichtung einer größeren Anzahl von Arbeitern auf Grund sehr sorgfältiger Beobachtungen zu untersuchen. Die Ergebnisse einer solchen Unterfuchung werden viel zuverlässiger fein als die allgemeinen Angaben, welche über den ganzen Betrieb gemacht werden. Sargant Florence felbst hat eine große Anzahl Arbeitsfurven" verfertigt, welche die Wirkung der Arbeitszeit auf die Arbeitsleistung, das Steigen und Sinten der letzteren in den einzelnen Arbeitsstunden zur Darstellung bringen. beutender Mehrertrag erzielt wird. Die Forschungen des englischen| ben Feuerarbeitern fhmere Berstimmung hervorgerufen. Die Untersuchungsausschusses für die Ermüdung in der Industrie, wie die Reichsregierung will erst das Gutachten des Reichswirtschaftsrates Taylors, haben dies einwandfrei bewiesen. Auch hierfür gibt abwarten. Auf Drängen des Reicharbeitministeriums tritt, wie der Gargant Florence eine Anzahl wichtiger Belege. Bei Arbeiten," Soz. Preffcdienst" erfährt, der besondere Arbeitsausschuß des die Geschicklichkeit, Intelligenz und Aufmerksam. RWR., der das Gutachten fchaffen foll, am 20. Dezember zusam feit erfordern, hat die Berkürzung der Arbeitszeit infolge der Ber- men. Das umfangreiche Material zur Klärung der Frage, das fortringerung der Ermüdung eine noch viel größere Erhöhung des laufend im RR. bearbeitet wird und das die Ergebnisse der Be Ertrages zur Folge als bei den bisher behandelten Arbeitsverrich sichtigung aller deutschen Hochofenbetriebe umfaßt, liegt dem tungen. Der Raummangel verbietet uns, die hierfür angeführten Arbeitsausschuß nunmehr vollständig vor. Wie man uns versichert, wird an der Fertigstellung des Gutachtens mit Hochdrud gearb: itet sehr wichtigen Belege hier wiederzugeben. Es muß bis zum Beginn des neuen Jahres fertiggestellt sein, da sonst die Entscheidung ohne die Stellungnahme des RWR. gs troffen wird. Es herrscht vielfach die falsche Meinung, als ob heute, im Zeitalter der Maschine, die meisten in einem Betrieb beschäftigten Arbeiter eine rein mechanische, automatische Arbeit verrichten würden. Dem ist nicht so, sondern die anderen Arten der Arbeit sind gegenwärtig vorherrschend. Die Ersparniffe der Arbeitszeitverkürzung. die bei der Verkürzung der Arbeitszeit daraus erwächst, daß die Die Unternehmer reben immer von der Verschwendung, Machinen nicht voll ausgenutzt werden und eine Anzahl anderer Unfosten die ganze Zeit weiterlaufen. Sie reden aber nicht von den Ersparnissen, die durch Arbeitszeitverkürzung erreicht werden. Ein hohes Berdienst Sargant Florences ist es, diese Ersparnisse sehr eingehend und überzeugend dargestellt und veranschaulicht zu haben. Bei verkürzter Arbeitszeit wird die Erzeugung gleichmäßiger. Die maschinelle Ausrüftung fann dem angepaßt werden, während immer im Hinblick auf eine magi jet oft zuviel Maschinen usw. bereitgestellt werden müssen. Oft tomte man male Arbeitsleistung bei verkürzter Arbeitszeit, bei der die Arbeiter mit mehr Fleiß und Pünktlichkeit arbeiten, die Zahl der für die Bedienung einer Maschine nötigen Belegschaft reduzieren. So mußten in Betrieben, die vom 3wel zum Dreischichtensystem übergegangen find, für die Heizung der Hochöfen statt 18 Arbeiter 21( und nicht 27), in einem anderen statt 90 Arbeiter 102( und nicht 135) eingestellt werden. In manchen Industriezweigen hat der ununterbrochene Betrieb mit drei Schichten pro 8 Stunden riesige Vortei'e gegenüber dem Zweifchichtenfyftem mit 9 oder 10 Stunden Arbeit für die Beleg'chaft. Der Arbeitsertrag ist bei dem letzteren viel geringer, wie dies die Untersuchungen über die Ermüdung der Industriearbeiter flar erwiefer. Aus diesem Den sehr lehrreichen Ausführungen Sargant Florences zufolge Grund hat zum Beispiel Lord Leverholme den Sechs stun. treben die Wirkungen der Arbeitszeitverkürzung oder Verlängerung bentag mit vier Schichten zu fechs Stunden und eine gleichmäßige für Männer und Frauen oder Jugendliche in gleicher Weise ein; Ausnüßung der Maschinenausrüstung befürmortet. Es gibt dann Es gibt dann auch was die verschiedenen Raffen anbelangt, fann man wohl be eine ganze Anzahl Unfoften, die mit der Arbeitszeit zusammenhaupten, daß fie fich in ziemlich gleicher Weise den Produktionsverhängen und durch deren Berkürzuna sinken( Heizung Beleuchtung hältnissen anpaffen tönnen. Die Art der Betriebsführung, usw.). Andere Vorteile der Arbeitszeitverfürzung, die auch eine nicht aber die Anpassungsmöglichkeit der Arbeiter ist bei den einzelnen wirtschaftliche Bedeutung haben, sind Abnahme der Unfälle, Die bekannterweise in den letzten Stunden einer langen Arbeitszeit am häufioften find, die Verringerung der Unständinkeit der Arbeiter, die der Broduktion in aroßem Maße abträglich ist, und auch der Streifs, die oft um die Arbeitszeitverkürzung geführt werden. Die vier Arten der Arbeit. Rassen und Rationalitäten verschieden. Für den Achtffundentag! Angestellte der Groß- Berliner Metallindustrie. Die weiteren Verhandlungen über den neuen Rahmentarif vertrag haben am Donnerstag stattgefunden. Gemäß dem Beschluß BBMI. nachstehend genannte Forderungen unterbreitet: der Af- Funktionärver amindung vom 28. November haben wir dem 1. Beibehaltung der b'sherigen Durchstaffelung und Erhöhung aller Larifgehälter um 20 Proz., als Ausgleich für die feit April eingetretene Teuerung. 2. Beibehaltung der bisherigen Urlaubsregelung. 3. Neuformulierung der§§ 5 und 6, damit der Acht Stundentag nicht als Ausnahmefall, sondern wieder als Nor malarbeitstag in Erscheinung tritt. Weiterhin soll bei evtl. eberarbeit ein stärkeres Mitbestimmungsrecht der Betriebsvertre tung möglich sein. 15 Dezember Nach längeren Berhandlungen erflärte die Verhandlungstomvoraussichtlich Montag, den mission des BBMI., nochmals die Vertrauensfommiffion zur endgültiren Stel lungnahme tagen zu laffen. Wir würden dann Dienstag, den 16. Dezember, Nachricht erhalten, ob sich der Arbeitgeberverband von weiteren birekten Verhandlungen einen Erfolg verspricht. APA- Metall- Kartell. Lange. Rothe Volksgemeinschaft. Günther. Mit welch erstaunlicher Hartnädigteit gegenwärtig von den Arbeitgebern Tariftampfe. geführt werden, zeigt der Kampf des Arbeitgeberverbandes für den Bezirk Mainz- Wiesbaden mit den Angestelltenverbänden, der fast ein ganzes Jahr dauerte und als charakteristisches Beispiel für die Einstellung des Unternehmertums das Interesse der breiten Deffentlichkeit beanfpruchen darf. Der Arbeitgeberverband für den Bezirk Mainz- Wiesbaden hatte zum 31. Dezember 1923 Manteiverträge und Gehaltsabkommen für die Angestellten gefündigt. Gleichzeitig beantragte er bei der Reichs. arbeitsverwaltung die Aufhebung der allgemeinen Verbindlichkeit. Die Vereinigung erflärte, fie lehne es ab, ein neues Mantelabtommen abzuschließen, werde jedoch dafür Einzelarbeitsverträge eingehen. Die Angestelltenverbände riefen das Reichsarbeitsminifterium zur Vermittlung an. Ende Januar 1924 fanden in Darmstadt Schlich tungsverhandlungen statt. Die Arbeitgeber lehnten es ab, in freier Vereinbarung mit den Angestelltenverbänden ein neues Tarif abkommen zu treffen. Am 14. März Schiedsspruch in Mainz, den der Arbeitgeberverband ablehnt und die Angestelltenverbände annehmen. Neue ergebnislose Berhandlungen im Mai und Juni Schließlich wurden am 3. Juli zwei Schiedssprüche für den Mantelvertrag und für die Gehaltsregelung gefällt. Die Arbeitgeber lehnen ab, die Angestelltenverbände verlangen Berbindlichkeitserklärung. Am 29. Juli ergebnislose Verhandlungen, ebenso im Auguft. Am 3. September Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches über den Manteltarif, dagegen feine solche für den Gehaltstarif. Neue Bischwerden der Arbeitgeber, neue Anträge der Angestelltenverbände. Am 31. Oftober Schiedsspruch über die Gehaltsregelung für November und Dezember. Die Arbeitgeber lehnen ab. Zu den Berhand ungen am 25. November erscheinen sie nicht. Neue Verschleppungen. Schließlich Berbindlichkeitserklärung für die Gehaitsregelung am 5. Dezember. Große Unterschiede ergeben sich dagegen durch den Vergleich der verschiedenen Arbeitsverrichtungen. Bier Arbeitstypen werden von Sargant Florence verglichen. 1. Die halbautomatische, mechanische Arbeit. Der Arbeiter hat bei dieser Art Arbeit als einzige Funktion die Maschine zu bedienen, manchmal auch fie in Bewegung zu sehen oder anzuhalten. 2. Mustelarbeit. 3. Geschick- Die Schlußfolgerungen Sargant Florences aus feinen wiffen. lichkeit erfordernde Handarbeit. 4. Intellienz und Aufmerksamkeit schaftlichen Forschunnen sind an mehreren Stellen enthalten und alle erfordernde Arbeit. Für sämtliche Gruppen stellt Sargant Florence sprechen für den Achtstundentag. An der einen Stelle heißt aufschlußreiche Tabellen auf, aus denen hervorgeht, daß die Arbeiter, es: Sämtliche direkten Angaben welche fich auf die halbautomatische me che mechanische, ha bautomatische oder gazautomatische Arbeit an Maschinenbedienung beziehen. find für die Herablegung der Arbeitsder Maschine verrichten Arbeiten, bei denen sie während derzeit von 9 auf 8 Stunden günstig. Noch mehr ist dies der Fall für Arbeitsverrichtung zumeist oft aussehen müssen gegen eine Ar- Ge didichkeitsarbeiten." An anderer Stelle:„ Die 48- Stundenbeitszeitverlängerung am wenigsten empfindlich find, das heißt, daß Woche ist ohne Zweifel die beste Arbeitsdauer für einen beständigen ihre Arbeitsleistung bis in die späten Stunden hinein den verhälimis- Arbeitsertag. Durch Verlängerung dieser Arbeitsdauer fönnte man mäßig geringsten Beränderungen unterworfen ist. Trogdem fann bei einer großen Anzahl von Arbeitsverrichtungen, wo die Maschinen banon teine Rede sein. daß der Produktionsertrag selbst bei ganz die Hauptrolle frielen, die Broduktion vielleicht steigern. In einem automatischen Arbeiten bei beliebiger Arbeitszeitverlängerung bestimmten Betrieb ist es aber sehr schwer, je nach den verschiedenen gleichbleiben kann. Dies ist absolut falsch. Die Wirkungen der Er- Arbeitsverrichtungen, andere Artritszeiten einzuführen. Deshalb müdung tommen auch bei der automatischen Bedienung der Maschine soll man ein einheitliches Snftem feftfeßen und im Betrieb in fintenden Leistungen zum Ausdrud. Es gibt überhaupt feine als allgemeine Renel die Arbeitszeit annehmen. Die der durchschnittindustrielle Tätigkeit, bei der der Ertrag vollkommen von der lichen Art der Arbeitsverrichtung und dem durchschnittlichen Arbeiter Machine abhängt und mit der Erhöhung der Arbeitszeit im gleichen am meisten entspricht. Wenn man die industriellen Arbeitsverrich Maß steigt. Bahlreiche Versuche haben bewiesen, daß die Arbeiter tungen zusammenfaßt, und fämtliche wirtschaftlichen Gesichtspunkte felbst bei diesen Arbeiten infolge der Ermüdung an Spanntraft berücksichtigt, fo fann man eine Arbeitswoche mit weniger als Derlieren und der Ertrag finft. So zum Beispiel in einzelnen Fällen 48 Stunden mit ebenso auten Gründen befürworten, wie die Arbeitsin den Nachmittagsstunden, in der zweiten Stunde um 5,1 Proz., in mode mit über 48 Stunden. Will man aber was notwendig ist der dritten um 7,2 Proz. und in der vierten um 12,6 Proz. Als für den Betrieb eine durchschnittliche Arbeitszeit für alle dort beschaft" der Unternehmer. Grund'age des Vergleiches fann am besten die halbautomafchäftigten Arbeiter bestimmen fo bedeutet die 48- Stunden- Woche tische Arbeit an der Maschine dienen. Kann man beweisen, daß bei die wirtschaftlich bestmögliche Lösung." A. H. dieser Arbeit der Ertrag bei der 48- Stunden- Woche auf dem gleichen Stand bleibt wie bei längerer Arbeitsdauer, so folgt daraus ohne meiteres, daß der Ertrag bei den anderen Arten der Arbeit( Muskelarbeit, Geschicklichkeits-, Intelligenzarbeit), wo die Ermüdung viel mehr in Erscheinung tritt, durch Berkürzung der Arbeitszeit sich unbedingt erhöhen muß. Arbeitszeitverkürzung erhöhter Ertrag. Selbst bei halbautomatischen Arbeiten an der Maschine wurde bei Arbeitszeitverkürzung in fast allen Fällen erhöhte Leistung beobachtet. Forschungen während des Krieges in England haben ergeben, daß bei einer solchen Arbeit nach herabfegung der Arbeits zeit von 66,2 auf 548 Stunden der Tagesertrag der Arbeit sich um 11 Broz. erhöht und bei einer weiteren Verkürzung von 54,8 auf 45,6 Stunden nur um 2 Proz. vermindert hat. Es werden noch drei andere ähnliche Forschungsergebnisse mitgeteilt. Das letzte, aus der jüngsten Zeit entnommen, zeigte nach einer herabsetzung der Arbeitszeit von 49,5 Stunden auf 46,2 Stunden nach einiger Zeit eine Erhöhung des Ertrages um 22 Broz. Es gibt jedoch wenige mechanische Arbeiben, bei denen in den letzten Tagesstunden bedeutend weniger erzeugt wird als in den früheren. Bei Mustelarbeit war in den berbachteten Fällen bei einer Verkürzung der Arbeitszeit von 582 auf 51,2 Stunden die Erhöhung der Stundenleistung um 39 Proz. und der Tagesleistung um 22 Broz. In einem anderen Fall der Muskelarbeit bei Herabsetzung der Arbeitszeit von 63,8 auf 57 Stunden war eine Erhöhung der Stundenleistung um 42 Broz, der Tageskeistung um 19 Proz. zu verzeichnen. Die Verkürzung der Arbeitszeit hatte nicht nur den früheren Ertrag, sondern darüber hinaus noch eine wesentliche Steigerung zur Folge. Die Einschaltung einer Anzahl von Ruhepausen( 5 bis 10 Minuten) fann den Ertrag der Mustelarbeit in einem Maße steigern, daß nicht nur > er Arbeitszeitausfall wettgemacht, sondern darüber hinaus ein beSpröde u.rote Haut Aufspringen der Hände und des Gesichts, Wundsein und unreinen Teint Dieses bewährte HautLejeitigt fort Leokrem pflegemittel erhalten Sie überall, wo Sie die bekannte Chlorodont 3ahnpaste taufen. S -O Die Lohnfrage im Bergban. 915 Es bleibt nun noch abzuwarten, ob dieser saubere Arbeitgeber. verband feine Drohung, bis zum legten Blutstropfen gegen einen Tarifvertrag zu fämpfen" wahr macht. Das ist so die Boltsgemein Kein Telegraphenangestelltenstreik in Deutschösterreich. . Wien, 12. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Das wiederholte Eingreifen der sozialdemokratischen Abgeordneten hat die Regierung Der am Mittwoch) in Effen gefällte neue Schiedsspruch über die und die Direktion der Post, und Telegraphenverwaltung schließ ich Lohnregelung im Ruhrbergbau hat, wie vorauszusehen war, hi veranlaßt, 3ugeständnisse zu machen, die zwar die Telebeiden Parteien teine Befriedigung ausgelöst. Es ist daher mii phon- und Telegraphenangestellten nicht voll befriedigen, aber Sicherheit anzunehmen, daß beide Teile den Schiedsspruch abschließlich von diesen angenommen wurden. Damit ist der Streit lehnen werden. Die Entscheidung der Bergarbeiter, für die der vermieden Schiedsspruch sogar noch eine fleine Verschlechterung gebracht hat, wird im Rahmen der Verhandlungen der Reichstonferenz des Bergarbeiterverbandes fallen, die am Sonnabend und Sonntag in Berlin stattfinden. Eine Berbindlichkeitserklärung würde zwar äußer lich die Lohnbewegung im Ruhrbergbau im Augenblid beenden, sie bedeutet aber feineswegs eine erträgliche Lösung der Lohnfrage. Soll eine solche Lösung erfolgen, dann muß einmal Wirtschaftspolitit der Reichsregierung im legten der Finger in die Wunde gelegt werden, die durch die verfehlte Halbjahr dem Bergbau zugefügt wurde. Es racht sich jetzt, daß die Reichsregierung die Preisabbauattion auf halbem Wege versumpfen ließ. Die Ermäßigungen für Rohle und Fracht wanderben ohne Widerstand der Reichsvegierung in die Taschen der weiterverarbeitenden Kartelle. Gleichzeitig stieg der Preis für Stahl und Eisen um 9 Proz. Dazu kommt die Absa htrise und die schwierige Lage der Randzechen. Die Reichsregierung, die an der Komplikation der wirtschaftlichen Lage des Bergbaues nicht unschuldig ist, kann jetzt nicht einfach teilnahmslos beiseite stehen. Es geht nicht an, daß die Bergarbeiter die Leidtragenden der verfehlten Bre sabbauaftion werden. Das Lohnproblem im Bergbau tann nur durch ein Eingreifen der Reichsregierung aus der Sackgaffe herauskommen, well nur die Reichsregierung Klarheit über die Frage der Micumschulden des Bergbaues fchaffen fann. Chne Regelung dieser Frage werden die Berearbeiter in der nächsten Zeit bei jeder Lohnbewegung benachteiligt werden, was nur zu einer Anhäufung von Zündstoff führen kann. Der Achtstundentag in den durchgehenden Betrieben. Die neue Berschleppung in der Wiederherstellung des Acht. stundentages für die Arbeiter in den Hochofenwerfen und Kotereien. die dadurch entstand, daß das Reichsstabinett den Antrag des Reichsarbeitsministers auf fofortigen Erlaß einer Berordnung zur Ausführung des§ 7 der Arbeitszeitverordnung ablehnte, hat unter Buchhandel, Bapier, Bappen, Buchdrudereien, Buchbindereien. Bäschereien, Deutscher Berkehrsbund. Betriebsräte, Arbeiterräte usw. aus den Branchen Färbereien, Wäscheverleih, Solzindustrie, Spedition, Möbeltransport, Schwer. und Leichtfuhrwert, Müllabfuhr, Safen, Speicher, Glas und Teppichreinigung, Brauereien, Bierniederlagen, Straßenbahn. Hochbahn, Omnibusbetriebe, Bostund Telegraphie, Reichs, Staats- und Rommunalbehörden: Vollversammlung Montag, den 15. Dezember, abends 7 Uhr, 8immer 4, Aufgang B, Engel ufer 24-25. Betriebsräteausmeis 1924 Tegitimiert. Gewerkschaft beutscher Boltslehrer. Seute, Sonnabend, 7 Uhr, Bollдzung im Rathaus, Rimmer 53. Gehr wichtige Tagesordnung. Deutscher Baugewerksbund, Fachgruppe der Töpfer. Montag 5% Uhr Mit gliederversammlung in den Residenz- Feftfälen, Bandsberger Str. 31. Tages diefer Bersammlung find alle Silfsarbeiter( Träger und Arbeitsbuzschen), auch ordnung: Welche Lehren ziehen wir aus der legten Lohnbewegung?" 8 wenn nicht organisiert, von den Rollegen einzuladen. Der Obmann. Berantwortlich für Bolitif: Ernst Renter; Birtschaft: Artur Saternus; Gemertfchaftsbewegung: Friedr. Eslorn: Feuilleton: Dr. John Schikowski; Lotales und Sonstiges: Frig Raritäbt: Anzeigen: Th. Glode. sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet und Berlagsanstalt Baul Singer u Co. Berlin SW 68, Lindenstraße 3. bieran 3 Beilagen. Wenn Sie wüßten wie sicher und bequem Sie Ihre Hühneraugen und Hornhaut durch Lebewohl" los werden, würden Sie sich nicht erst mit minderwertigen Mitteln herumärgern. Lebewohl wirkt durch Filzring sofort schmerzlindernd. Kein Verrutschen, kein Festkleben am Strumpf. Seit 20 Jahren bewährt. In Drogerien und Apotheken zu haben. Verlangen Sie ausdrück ich Lebewohl mit Filzring! Achtung beim Einkauf! Man verlange stets ausdrücklich MAGGI Würze und achte auf den Namen MAGGI und die gelb- roten Etiketten. Die beste Garantie der Echtheit ist der Einkauf einer großen Originalflasche zu Gm. 5-, deren Verschluß plombiert ist. Die Magi- Gerelischaft nat inre rzeugnisse der Kon rolle des restors des Hygienischen nsti nts der Universität Ber in, Ge reim at Projesso Mam 1aan, unterste t THE 11t. 5S7 ♦ 41. �öhrgoftg 1. Beilage ües VsrWärts Sonnabend, 13. vezsn-ibsr 1�24 öerufstätige verheiratete Mütter. .New Mann war bis April b. I. vonfangestellter mit ew«m geringen Gehaiit� Er wurde abgebaut und mußte, um der Arbeits- losigkeit zu entgehen, ein« gerinqbe.-ahlt« Stellung a'i Kontorist annehmen, wo er nach Abzug von Steuern usw. t20 AI. Monatsgehalt bctommt. Und da« muß nun für b Persoacu reichen, denn wir haben Z Kinder im Aller von U, 9, 7 Jahren. Don diesem wenigen Geld geht nun außerdem noch ab: Miete, Gas, Feuerung, Tchuigad. Reparaturen, sc daß mir jeden Monat nicht viel mehr als 60 M. zum Leben übrig bleiben. Natürlich reichte das nie. und ich muß!« für di« letzt« Woche ständig Schulden machen, die dann wi«d«r vom nächsten Ersten abgingen. Jetzt sind wir glücklich so weit, daß wir 2 Atonale Mielschulden haben und 4 Mona'.« Schulgoid rückstänlrg sind. Eine Eingab« um Erlaß unter Darlegung der Derhälwlffe hat feinen Zweck gehabt Ich bin seit einer Woche in einem Warenhaus als Verkäuferin tätig und verdien« dort bei achtstündiger Arbeitsvit zirka 00 M. monatlich. Ich Hab« mich weder entschließen wüsten, zu arbeiten, obgleich ich an Krampf. ädern leik« und das Stehen schlecht«rtrai«. Wir schlafen 5 Menschen In einem Zimmer: als Schlafstellen di-ncn uns 1 Bett, l Eha selongu« mich ein Sofa. Die Velten sind vnbe?og?n. dem, ich Hab? in den 11 Jahren meiner Eh? nichts ergänzen können, und zu flicken lohnt nicht mehr. Bett- und Tlkchdeck« besitz« ich gar nicht, imd an dem Kiichensenster härgen Pupiergardinen. die auch seiteinem Holben Jahr nicht enreimrt sind. Mil der Leibwäsche sieht es ebenso schlwim. Wir heben seder mm S Hemden, aber nicht etwa gute. lond'rn alte, di« vom vie'en Waschen so mürbe sind daß man sich in ihnen nicht ungestraft bewegen darf. Unser lljähng r muß beute noch bie chemden tragen, die ich für den damals Bjährigen taufte. Mantel und Trikot besitzt er nicht, und über die Strümpfe will Ick schweigen, denn sie vertra-'en kein« Kritik. Auch für die b.'idm Jüngerem Hab« ich vor 3 Jahnen zum letztenmal Wäsche ge- kaust, die sie nach hellte trogen. Schübe besitzt jeder vor uns nur 1 Paar. Wem, sie besohlt werden müssen, wo« bei den 3 Kindern meist zu gl"*«,««st der ftzall ist müsien die Kinder die Schule versäumen. Mein Mann hat nur einen elnzwen Anzog, den er so» wohl zur Arbeit als auch zu Hause und Sonntag« tragen muß) Mit Angst fwst man sich: Was soll weichen, wenn der ganz in die Brüche gehl? Wir Hab«, vorigen Winter ol l frieren müssen, denn G?l� zum Hei'an war>u knavv, und auch in dieleni?o�ee rft e« nicht besser. Ich kann den Kindern keine Milch, kein Obst taufen, von guter Butter und Eiern ganz zu sch.oeigen. F'eisch gibt«» höchstens einmal in der Woche. Ich muß morgens um VIS Uhr da, Hans verlassen, habe dann 2 Stunden Mittagsvaufe und bin om S llhr abends wieder zu Haufe: ich lmfe hin und zurück. Daß man da im natürlich hundemüde ist, läßt sich denken. Trotzdem heißt es dann noch, Stullen für d«n nächsten Tag zurechtmachen(16 Paars. Kartoffeln schälen. Essen vorzubereiten, ausschreiben, was geholt werden muh. eventuell Kinder baden u. a. m. Am anderen Morgen muß ich schon wied-'r um 6 Uhr aufstehen, um d e Kinder pünkt- lich zur Schul« zu besorgen, schnell noch ein bißchen aufzuräumen und mich feriigzumeichen. Dem Familienleben tut die Frauenarbeit ist. Di« Folge ist natürlich allseitige Mißstimmung. Ich würde auch lieber die Wirtschaft in Ordnung halten, aber der Mann allein schasst«, nicht mehr. Auf jeden Fall werben es trüb« Weihnachten sein, da ich mein oerdient«, Geld erst«n Monatsschluß erholt«. F. 8. .Wir haben mir ew Kind von IM Jahr, und mein Mann bringt 25 Al. in der Woche nach Haus«. Da« reicht natürlich nicht. und so tnuh ich. trotzdem ich lungenkrank bin. auch nie inen Teil zum Unterhalt beitragen. De« K nd?« wegen wollt« ich nicht au« dem Hause gehen und holt« mir Heimarbeit. Da sitze ich nun von morgen« 6 Uhr bis in die Nacht an der Nähmaschine, und wem, die Woche um ist, habe ich 12— 15 M. verdient. Ich nähe eiegemt« Kleider, für da« Stück gibt's 2, SO M.. bin auch kein« ungeüd!« Arbeiterin, aber mehr kann ich nicht verdienen! denn die Sachen werden zu schlecht bezahlt. Um 6 Uhr geht mein Mann, dann nähe ich bis 8 Uhr. Das Kind muß dann angezogen und gefüttert wer- den, di« Wohnung aufgeräumt und das Notwendigste«ingehort werden. Man setzt sich wieder an di« Maschin«. Zwischendurch muß Mittagessen gemacht werden, das Kind auch wieder mal btforgt wer. de,.. Ich kann es dach nickst den ganzen Tag sich selbst Übertassen. Um 4Vi Uhr essen wir Mittag, dann sitze ich wieder an der Maschine bis 8 ll'V Das Kind wird dann ins Bett gebracht Abendbrot gcgcssen und bis 12 Uhr. manchmal, wenn ich liefern muß, bis 114 Uhr nachts genäht. Sonnabends gehe ich liefern und Geld holen, dann muß dos Kind bri der Nachbarin bleiben, di« kann sich natürlich auch nickst!v viel um dieses küminem, und so hat es sich iroulich die ganze Hand»erbrannt, weit c, den eisernen Ofen angefaßt hatte. Wenn ich vom Liefern komm«, muß rasch Essen gemacht werben, und dann besorgt man die notwendigen Einkäufe. D« ganze Woche hat man nur das Dringendste gekaust. wcil kein« Zeit war. Das muß nun am Somlobeud nachgehob werden. Darm ist das Kind zu baden, und um manchmal auszuschlafen. gehen mir um 9 Uhr Ins Bstt. Am Sonntag ist die ganz« Wohnung gründlich zu säubern, für den Mann ein Arbeitskittel zu flicken, Strümps« zu stopfen und Wäsche auszubessern. Es ist dann meistens Nachmstiag geworden jetzt komme ich endlich dazu,„den Feiertag zu h-iligen". Der Waichlag wird neiürl-.ch auch auf den Sonntag verleg!, dem» in der Woche ist e« nicht möglich, dm Verdienst eine« Tag«» zu opfern. Durch di« endlos lang« Arbeitszeit bin ich körperlich sehr herunter: eigentlich nur noch Haut und Knochen. Da di« kleidrr flchr«Hteu und sauber gearhtstet werden sollen und ich viel bei Gaslicht sitze, habe ich mir di« Lugen per» darben und bin jetzt kurzsichtig. Di« ewige Geldknappheit trägt mit dazu bei. daß bei un» Zank und Streit an der Tcge-ordnuag sind. Ich muß noch immer den Sommermantei tragen, für einen Wintern antel reicht es noch nicht. Dielleicht wird es nickst so kalt. Nun soll de Arbeit morgen auch zu Ende sein. Achsel zuckend erklärte der Meister.nach Weihnachten wieder�. Das sind trüb« Aussichten für das Weihnachtsfest." E. » „Mein Mann ist Malchi-nenarbeiter bei Siemens und Schuckert (Dynamowert) und hat. wohigcmerkt. Höchsslohn 23 M. pro Woche. Davon gehsn ob: Für Miete 4 M. wöchentlich. Fahrgeld für meinen Mann, Verband. Parteibeitrag für uns beide,„Vorwärts�, Frauen- weit. Feuerbestattung, zusammen 3,50 M., für Kohlen und Gas, wenig gerechnet. 3 M. zusammen also 10,50 M. pro Woche. Da mein Mann Partei- und Gewerkschaftsfunktionär ist und oft zu Versammlungen muß, braucht er doch sckstießiich auch etwas Taschengeld. Auch ist er d«m.Reichsbanner" beigetreten. Wäsche und Kleider sind so aufbesserungsbedürftig, aber es bleibt lehr wenig oder gar nicht» dazu übrig. Selbstverständlich bin auch ich ge- z mutigen, miizuver dienen. Komm« durch Näharbeit wöchrnlst.ch aus 10— 15 Iii., natürlich Arbeitszeit unbegrenzt. Nun leide ich aber an einer sehr schmerzhaften Augenkrankheit(Hornhautentzündung). die sich immer wieder, sei es durch Ueberanstrengung oder Aug, einstellt, und ich bin dann gezwungen, ein paar Tage zu feiern, was sich dam, allerdings in meiner Wirtschoftskass« sehr bemerkbar macht. Au» Vorsicht haben tpst uns einen sogenannten Reserve- Fonds zugelegl. Wöchentlich 1 M., und wenn es geht, etwas mehr wird weggelegt für unvorhergesehene Ausgaben, Aussperrung und Streik», die ja in der ietziqen Zeit sehr schnell eintreten: drs Geld Muß unbedingt wegqelegt werden. Wie gut das war, zeigte sich vor kurzem, wo mein Mann von der Firma 3 Wochen ausgesperrt war und wir da wenigsten« etwas zum Zusetzen satten. Wir haben einen Jungen von 4 Jahren, ein liebe» und sehr lebhaftes Strichen. Leider bleibt mir wenig oder keine Zeit übrig, mich mit ihm zu befchästiqen. was auch da» Kind schon«mvsindct, denn er frägt öfter:.Mutti, wann ist denn Sonntag?" Aus mein« Frage: Warum denn?»Na, dam, nähst du doch wemystens nickst!" Wie leid ist es mir oft. wenn das Wetter so schön Ist, und ich kann beim besten Willen mit dem Kind nickst an die Luft gehen, und allein kann und will ich«s nicht hinunterlassen. Di« Zeit vergeht mir immer im Fluge, dem,«s geht doch alles rn«m«r Hetzjagd: wie sckstvll ist es finster, und dann fällt mir das Nähen immer noch schwerer mit meinen Augen. Ich habe aber ein« groß« Hilf« an meinem Mann, trotzdem er durch sein« Funktionen oft außerm Haus« ist, widmet et seine sonstige freie Zeit nur seiner Familie Meine einzige Erholung. die ich mir aber auch so leicht nicht neh-nen lasse, ist das Lesen d?s.vorwärts" morgens und abends beim Essen: dgxaui freue ich mich schon immer. Sonntags ausgehen kenn ich gar chrnt mehr, vormittags wird b« Wirtschaft einmal gründlich gemackst. nachmittag« geht mein Mann mit dem Jungen spazieren: ich stopfe und flicke. Abends bin'ch dam, fchop so müde, so daß ich oft vor Müdigkeit gar nicht eftschlafen t:nn." M. V * Die ktnüerlose Drau. Ich will auch über mein Schicksal berichten, trotzdem ich ja selbst glaube, daß e» noch viel trauriger« Verhältnisse gibt. 1010 heirmcte ich und lern!« vom ersten Tage ab Entbehrung kennen, denn der Bildhauerberus lag arg danieder, so daß mein Mann nur hin und wieder Arbeit hatte. Im Jahr« 1913 waren es 3 Monate. 0 Monate war er gezwungen, hie Etellenoermittlung aufzusuchen. Ich war also vom ersten Tage ab gezwungen, mitzuverdienen. Endlich, im «SZ Der INikkesweg. Bon Sir Philip Gibbs. 37. Folkestone— Boulogne! War es denn nicht dreihundert Jahre her, und nicht erst drei, seit diese Worte und die Fahrt über den Kanal den Weg zu schönen grünenden Feldern und hübschen Dörfern Frank- reichs bedeutet hatten, deren Häuser noch Dächer und deren Kirchen noch Türme trugen. Bis man allmählich auf Straßen kam, die tiefe Löcher zeigten, und an Feldern vorbei, die verdorrt und verwüstet lagen, a'.s ob Gottes Fluch auf ihnen ruhe: die Bäume waren zerhackt und beschädigt, die Hütten waren ohne Dächer und die Kirchen ohne Türme, und dann— wenn diese Wege zu Ende waren, da gab's kein Haus mehr, keine Mauer, keinen Menschen, der sich über die Bodenlinie erhob Alles Leben war in Löchern und Gräben verborgen, nur der Tod war sichtbar, wo unbeerdigte Leiber hinter einer Linie von Sand- sacken und verwirrtem Stacheldraht durcheinanverlagen. Als Bertram auf dem Quai von Boulogne stand, schien ihm dies all-« zuerst dreihundert Jahre her zu sein, dann aber kaum drei Minuten, ja. noch immer fortbestehend. Er war wieder zurück von seinem Wochenurlaub; gleich würde der Major mit dem roten Gesicht wieder rufen:„Alle beurlaubt gewesenen Offiziere haben sich zu melden I" Und auch au die achthundert Mann, noch an den Folgen der Seekrankheit leidend, stolperten über das Laufbrett mit ihren Stahlhelmen, Gewehren, Gasmasken: schweigend, düster, irnwillig, weil sie in die„verdammten alten Schützen- gräben" zurückmußten. Eine Reihe von Wagen kam dann für die Stabsoffiziere herbei: wenn einer Glück hatte, konnte er ja auch mit auf- springen, statt auf den kalten, langsamen, überfüllten Nachtzug warten zu müssen. Dann kam auch der Ambulanzwagen mit der üblichen Menge der Schwerverwundeien. Sicher ging der Krieg immer weiter, bis in alle Ewigkeit, wie es Venen vorkam, die im Jahre 1S14 eingetreten waren. Nein, nein, nein! Das alles war ja vorbei! War nur noch ein böser Traum und eine schaurige Erinnerung. Bertram hatte das Gefühl, als sei er der einzig Ueber» lebende aus dem Kriege, der einzig« Mann, der bei dem großen Schlachten nicht umgekommen war. Denn die Leute um ihn herum schienen nichts damit zu tun zu haben. Im Rauchkupee, wo er Platz genommen hatte, saßen zwei de« häbig aussehende Juden mit dicken Zigarren, ein paar ältere Amerikaner und ein alter heiterer Franzose. In den ande- ren Wagen waren Leute, die nach Paris wollten oder über Paris nach solchen Ländern in Europa, wo die Sonne schien und das Leben lachte. Sie waren elegante Leute, die sich die Freuden des Lebens noch gönnen konnten, trotz de» Fallens der ausländischen Märkte, des stockenden Handels, der Arbeitslosigkeit und der hohen Steuern. Für sie war der Krieg und sein unsäglicher Jammer bereits vergessen. Kein einziger in seinem Abteil nahm sich die Mühe, zum Fenster hinauszusehen, als sie sich Amiens näherten, wo man noch auf einem fernen Hügel eine Linie von Erdwällen unterscheiden konnte, die in alle? Eile damats aufgeworfen wurden, nachdem die Deutschen am 21. Mä» durchgebrochen waren und sich Amiens ganz dicht, bis zu Vinters Bretonneux genähert hatten. In Amiens verließ Bertram den Zug. um seine Man- derung durch die alteo Kriegsplätze zu beginnen, um heraus- zufinden, was die Leute dachten und wie sie lebten. Eine Schar von Geistern wanderte mit ihm die Nue des trois Cailloux hinauf. Das waren die Kriegskameraden, die damals m den Straßen umbergeschlendert waren, als Jalzr nach Jahr auf den Feldern an der Somme die großen Schlachten geschlagen wurden. Er sah die Offiziere noch in ihren lehm- und kalkbeschmutzten Mänteln aus dem Schützen- graben, die Soldaten stolperten schwer unter ihren Paketen einher. Der Regen peitschte auf ihre Stahlhelme. Es schien damals in Amiens immer zu regnen. Französische Poilus— Marins. Chasseurs. Zouaves— schoben sich auf und ab, starrten in die Läden, tranken Porto bianc und schlimmere Getränke, alles direkt gegen das Verbot. Englische Tommies gingen mit kleinen französischen Mädels die engen Seitenstraßen hinunter unv verschwanden mit ihnen in dunklen alten Häusern. Australische Soldaten strichen mit harten mageren leder- nen Gesichtern, suchte« Händel und fanden sie durch di« Straßen. Scharen von Schotten mit schmutzigen Knien, nassen Kitt», mit in die Stirn gedrückten Stahlhüten wanderten in grimmiger freudloser Weise umher. Alle diese Gespenster begleiteten Bertrom. Auch Erwne- rungen an französische Mädchen stiegen in ihm auf. In einer dunklen Regennacht hatte ihn eine ange- sprochen. Eine hübsche Dirne mit lachenden schwarzen Augen war's gewesen.„Wie geht's, mein Lieber? Das Leben ist traurig, nicht wahr? Es gibt nur einen Weg, zu vergessen: ein bitzchen Liebe! Willst du?"— Er war damals zwanzig Jahre alt gewesen, und leicht war ihm di« Ablehnung nicht geworden. Aber er hatte es dock getan.„Nicht zu machen" war seine Antwort gewesen..Llber komm doch, kleiner Lffi- zierr hatte sie gesagt, und damit hatte sie ihn an seinem Gürtel zu sich herangezogen und sein vom Regen nasses Gesicht mit nassen Lippen geküßt und war davongeschlüpft. Im Hotel du Rhin spielte jetzt ein Orchester. Amerika- Nische Touristen und französische Geschäftsreisende ließen es sich hier in demselben Zimmer schmecken, wo Bertram da- mals in dumpfem Brüten gesessen hatte, als die Deutschen jeden Tag in Amiens eindringen konnten. Ein Orchester spielte jetzt den Amerikanern die Jazzweisen auf. Aber da, o Wunder! Saß da nicht dieselbe Leiterin, und war das nicht derselbe Kellner. Josef mit der schrillen Stimme? Bertram ging auf die Wirtin zu und begrüßte sie. „Noch hier, Madame? Erinnern Sie sich noch an mich?" Sie schüttelte ihm die Hand und gab vor. sein Gesicht wiederzuerkennen, obgleich Tausende von jungen Offizieren damals durch ihr Hotel gegangen waren. „Welche Erinnerungen, Monfieurl Für uns unser- geßlich!" „Amiens scheint fast wieder aufgebaut?" „Es ist noch viel zu tun! Wir haben hier viele Tou- risten, welch« die Schlachtfelder besuchen. Englische Offizier-, di« mich fragen, wie Sie soeben: Erinnern Sie sich noch an mich? Und dann möchte ich am liebsten zurücksragen: Und erinnern E i e sich noch an die Leiden Frankreichs in jenen Kricgsjahren?" „Warum denn das, Madame? Wir vergessen nicht." Sie zuckte die Achseln und lächette bitter.„Aber Ihr Lloyd George vergißt. Cr freundet sich mit den Deutschen an. Er möchte ihnen die Strafe erlassen. Er möchte sie wieder stark werden lassen, so daß sie eine» Tages zurück- kommen und uns zerschmettern werden" Bertram lachte.„Lloyd George will den Frieden für Europa. Er will einen neuen Krieg verhindern. Nein, Eng- land vergißt den Heroismus Frankreichs und feine Leide» niemals." „Schon gut." �Fortsetzung folgt� Februar 1914, befam mein Mann eine Stellung bei der Allgemeinen Drtstranfenfasse Berlin als Hilfsarbeiter; ich wagte nicht den Gebanken zu fassen, daß es von längerer Dauer sein tönnte und arbeitete weiter, so daß ich nicht verwöhnt war, als mein Mann tm März 1915 zum Kriegsdienst eingezogen wurde. Als ein Glück betrachtete ich es, daß mein Mann nach der Revolution, zwar nerventrant, aber nicht als Krüppel heimfehrte und seine Tätigkeit wieder aufnehmen durfte. Und als er gar im September 1919 feft angestellt wurde( wie ich ja annahm), glaubte ich, daß nun bas Glüd auch endlich mich gefunden hatte und ich nun für immer nur Hausfrau sein konnte. Ganze vier Jahre waren es, die mir noch durch eine schwere Unterleibsoperation und Nervenfrankheit des Mannes sowie durch diese Inflationszeit getrübt wurde, in der wir manch mal nicht Gelb zum Brot bekommen hatten, denn die Allgemeine Dristrententaffe war infolge der Inflationszeit auch in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Es fam das Abbaugesetz und mit ihm fiel mein Mann. Nun ging die Sorge und Entbehrung wieder an. 34nächst, da teine Aussicht auf Arbeit war, versuchte es mein Mann, gemeinsam mit seinem Bruder durch Markthandel den Lebensunterhalt zu erwerben. Ich mußte helfen, da es, wie man annahm, ohne Frau nicht einträglich werden wollte. Und so half ich. Es reichte aber trotzdem faum für eine und nicht für zwei Familien. Bir trennten uns, mein Mann versuchte Arbeit zu bekommen, und da noch immer teine Aussicht ist, lieh er sich Geld, um etliche Sachen zum Hausieren zu kaufen. Ich griff wieder zur Nadel, und um 12 bis 14 m. zu verdienen, muß ich täglich 12 bis 14 Stunden arbeiten. Mein Mann bringt es aber nur noch auf 4 bis 6 m. pro Woche, so daß ich glaube, es ist beffer, wenn er die Sohlen schont und sich ermerbslos eintragen läßt. Wie es in unserer Wirtschaft jetzt ausfieht? Ja, es bleibt eben alles bis zum Sonntag liegen, denn vor 10 Jahren hatte ich noch die Energie, nachts bis 1 und 2 Uhr alles in Ordnung zu bringen, das fann ich jetzt nicht mehr, wenn ich mich erwerbsfähig erhalten will. Zum Glüd fo fage ich jethabe ich teine Kinder, denn sonst wäre es noch trauriger. Unfer in den letzten Jahren so frobes gemeinsames Leben ist ernst und hoffnungslos geworden, man ift mutlos. Um nicht ganz zu ver blöden, bitte ich zuweilen meinen Mann, Versammlungen zu befuchen und mir davon zu erzählen, denn ich kann nicht gehen, weil ich erst in den Abendstunden am ungestörtesten arbeiten fann. D. B. Das Berliner Wohnungsnotrecht. Abänderungen zum 1. Januar. Das städtische Zentralamt für Wohnungswesen teilt mit: Der Magistrat beschäftigte sich vorgestern mit der Neuregelung des Berliner Bohmungsnotrechtes, das am 1. Januar 1925 in Kraft treten foll. Nach den vom Zentralamt für Wohnungswesen gemachten und nom Ausschuß für das Wohnungswesen bereits zugestimmten Bor schlägen wurden vom Magistrat drei wesentliche Aende. rungen des bisherigen Notrechts beschlossen. die Errichtung des Heimes ist das städtische Grundstid an der| Arbeit. Statt im September trat das Ereignis aber schon am Oyenhausener, Friedrichshaller und Breiten 19. August ein. Frühmorgens hatte sie einen verschwiegenen Ort Straße in Schmargendorf gewählt worden. Die Baukosten be- aufsuchen müssen, und plöglich hatte sie einem Rinde das Leben laufen sich auf rund 400 000 m., von denen auf den Staat gegeben. Als sie das Neugeborene fah, ergriff sie die Erregung. 50 000 m., auf eine aus der Hauszinssteuer zu stellende Hypo het Besinnungslos erwürgte sie das Kleine. Unter der Schürze ver für 52 Wohnungen 234 000 M. und auf die Stadt Berlin 116 000 m., borgen trug sie den Leichnam in ihre Kammer, hüllte ihn in Sad zusammen 400 000 m. entfallen. Die Stadtverordnetenversammlung leinewand und verbarg ihn in ihrem Reiseforb. Die Blutspuren ist in einer Dringlichkeitsvorlage um Zustimmung ersucht worden. lenkten aber die Aufmerksamkeit ihres Dienstherren auf sich und der benachrichtigten Polizei legte sie ein Geständnis ab. Während der Großfeuer in Adlershof. Staatsanwalt drei Jahre Gefängnis beantragte, bat der Verteidiger, die verzweifelte Lage der Angeklagten zu berücksichtigen. Schwurgericht nahm zwar vorsätzliche Kindestötung an, billigte der mindest strafe von zwei Jahren Gefängnis verurAngefagten aber mitternde Umstände zu, sie wurde zu der teilt, wobei ihr drei Monate Untersuchungshaft angerechnet wurden. Einem Antrage des Verteidigers entsprechend empfahl das Schwur. gericht die Angeklagte für die zweite Hälfte des Strafvollzuges der bedingten Begnadigung. Bedauerlich ist nur, daß der Hauptschuldige straffrei davonkommt. Brand in einer Holzleistenfabrik. der vorlegeten Nocht vermutlich durch die Feuerung in einem KesselGroßfeuer. das erheblichen Schaden verursachte, kam in haus der Holzleistenfabrik und des Dampfsägewertes von Karl ube an der Ecke der Augusta Vittoria- und Kaiser N Konferenz aller erwachsenen Mitarbeiter ( Parteivertreter) der„ Sozialistischen Arbeiterjugend" heute, Sonnabend, den 13. Dezember, abends 7%, Uhr, Friedrich- Wilhelms- Gymnafium( Gesangsfaal), Kochstr. 13. Bortrag: Die Stellung der erwachsenen Mitarbeiter in der Jugendbewegung. Referent: Mag Westphal. Friedrich Straße in Adlershof zum Ausbruch, nachdem es dort schon einige Zeitlang unbemerkt gewütet haben muß. Die Feuerwehr wurde erst in der vierten Stunde alarmiert, als die Fammen schon hell und mit dickem Qualm vermischt aus dem Lager. raum und Kesselhaus der Fabrit emporloderten und die duntie Nacht meithin erhellten. Baurat Meußer war mit der Berufsfeuerwehr Niederschöneweide schnell zur Stelle. Auch die freiwilligen Feuer: wehren aus Adlershof, Gienice, Oberschöneweide, Johannisthal wehren aus Adlershof, Gienide, Oberschöneweide, Johannisthal und anderen Drien waren bald zur Stelle, so daß mit sechs Motori prißen von allen Seiten gegen den Brandherd vorgegangen werden konnte Es gelang, das Feuer, das reiche Nahrung an Holzvorräten und fer'igen Leisten, Kohlen und Immobilien gefunden hatte, auf das Kesselhaus und den Lagerplay zu beschränken. A's der Taq anbrach und der Nebel sich verzog, hatte die Feuermehr das Feuer völlig in der Gewalt. Langfam ging es zurüd. Aufräumung der Brandstelle war gegen Mittag beendet. Die gänzliche Lösung nahm mehrere Stunden in Anspruch. Die cleichzeitig wurde die Feuerwehr bös milligerweise von dem Fast 23jährigen Schlächtergesellen Willi Rhanisch aus der Graefe ftraße 71 och dem Kottbuser Damm 103 alarmiert. Der Täter wurde der Polizei übergeben und sieht nun einer exemplarischen Strafe wegen Sachbeschädigung und Verübung von grobem un fug entgegen. Der Hochzeitskuchen. Große Konfektionseinbrüche, die von einem halben Jahre in 3erbst verübt wurden beschäftigten damals schon auch die Berliner Kriminalpolizei. Die Kriminalpolizei fand verschiedene Anhalts punte dafür, daß ein gewisser Willy Krieger und ein Bekannter von ihm, namens Wirbel, die Täter sein mußten. Zu seiner Verhaftung reichte aber das Belastungsmaterial noch nicht aus. Erst jezt erwies sich der Verdacht als richtig. Gestern feierte eine Tochter der Familie Krieger Hochzeit. Nach der Tafel sollte Willy für seine Schwester den Hochzeitsfuchen holen. Das paßte ober dem jungen Mome nicht. Er wollte nicht mit dem Kuchen über die Strake laufen. Darüber ging die bisher ganz angeregte Stimmung der Feier in die Brüche. Es tam zu einem heftigen Strei Willy ließ sich hinreißen, seinen Vater mit einem Afchen becher auf den Kopf zu falagen, fo daß er ohnmächtig, zu sammenbrach. Als der elte Krieger fich mieter erholt hatte, fezte er den ungeratenen Sohn vor die Tür, lief nach der Polizeiwache und meldete daß Willy der Einbrecher von Zerbst war. Der zärtliche Sohn wurde verhaftet und die Kriminalpolizei ftelite fest, daß fein Mittäter Wirbel wegen anderer Straftaten in Deffau bereits im Gefängnis fizt. Die erbeuteten Sachen haben die beiden Einbrecher alle längst verkauft. Bunächst sollen die gewerblichen Räume( reine Fabrit-, Lagerwerfstätten. Dienst, Bureau- und Geschäftsräume) von den Bestimmungen des Wohnungsmangelgefehes völlig ausge nommen werden. Sie brauchen daher, entgegen dem bisherigen Rechtszustand, von dem Verfügungsberichtigten als freiwerdend nicht mehr bei dem Wohnungsamt gemeldet zu werden; das Wohnurgsamt hat feine Möglichkeit mehr, in gewerblidye Räume gewerbliche Raummieter oder Wohnungssuchende einzuweisen. Jedoch sollen die Wohnungen, die mit Läden oder sonstigen gewerblichen Räumen zu fammenhängen, nicht hierunter fallen; sie sind auch in Zukunft als freiwerbende zu melden. Sodann wird bezüglich der über. großen Wohnungen in den nächsien Tagen eine Verordnung des Preußischen Ministers für Boltswohlfahrt erscheinen über die Bewirtschaftung möblierter Zimmer und übergroßer Wohnungen. Dementsprechend beschloß der Magistrat von einer Inans ( pruchnahme solcher Wohnungen, die im Verhältnis zur Zahl ihrer Bewohner als übergroß anzusehen sind, durch die Bot mungs amber in Zukunft Abstand zu nehmen. Es sollen jedoch die bereits durchgeführten oder ausgesprochenen Beschlagnahmen über großer Wohnungen bestehen bleiben. Die dritte Aenderung betrifft die Bermietung von Wohnungen, die abgesehen von Küche, Mädchenfammer und Nebergelaß 5 oder mehr ohnräume enthalten. Diefe Wohnungen werden nach dem Beschluß des Magistrats in Zukunft nicht mehr durch Zuweijung int Einzelfalle vermietet werden. Es wird vielmehr den über solche Die Tragödie einer Landarbeiterin. Wohmungen Verfügungsberechtigten das Recht eingeräumt, fie für Wegen Kindesmordes hatte sich die Arbeiterin Marie R. vor den Fall ihres Freiwerbens an folche Wohnungssuchende dem Schwurgericht des Landgerichts III zu verantworten. Die zu permieten, die sich im Befiße einer von einem Berliner Woh 23jährige Angeflaate ist das Opfer einer gewiffenlosen Bergewalti rungsamt ausgestellten Aus meistarte befinden. Das Verfahren ist hierbei so gedacht, daß entsprechend etwa dem mutmaßgung geworden. Sie stammt aus dem Kreise Schlochau und hat sich lichen Anfall an derartigen Wohnungen jedes der 20 Berliner von frühester Jugend auf ehrlich und redlich als Bandarbeiterin und Wohnungsämber an die bei ihm eingetragenen Bewerber für große Hausangestellte durchs Leben geschlagen. Ueberall wurde ihr von Wohnungen entsprechende Ausweisfarten ausgibt. Diese Ausweisihren Dienstherrschaften das beste Zeugnis ausgestellt. Im Sommer tarten haben Gültigkeit nicht nur 1923 mar fie bei einem Förster in Stellung, und hier war auch ein um Bezirke tes betreffenden Wohnungsamtes, sondern für den Bereich der ganzen Stadt Berlin. 20jähriger Knecht tätig, der ihr fortoefekt nachstellte. Als sie ihn Jeder, der sich im Besitz einer derartigen Ausmeistarbe befindet, einmal derb abwies und als„ grünen Bengel" bezeichnete, drohte der ist berechtigt, eine Wohnung von der auf der Ausweiskarte verjunge Bursche höhrisch, daß er ihr das schon enstreichen werde. mertten Größe ohne Mitwirkung des Wohnungsamtes und ohne Wie er seine Rache gemeint hatte, zeigte sich einige Tage später. befondere Zumeisung von dem Verfügungsberecht aten zu ermieten. Als Marie fich nachts zum Schlafen niedergelegt hatte. stürzte sich der Um eine Rontrolle für die ordnungsgemäße Durchführung des BerKnecht, der sich unter dem Bett verstedt hatte, plötzlich auf fahrens zu schaffen, mußten jedoch auch bezüglich der großen Woh- he, und ohne daß fie fich wehren konnte, war es, so erzählte sie mungen die Borschriften bestehen bleiben, die eine derartige Kondem Gericht, um fie geschehen. Schon wenige Tage später, am frolle gewährleisten; d. h. der Verfügungsberechtigte ist auch nach 1. Jamuar, verließ sie den Dienst, um während der Wintermonate ben neuen Bestimmungen verpflichtet, dem Wohnungsamt bei ihren Eltern zu bleiben und zum Frühjahr anderweitig auf Anzeige zu erstatten, fobald eine Wohnung von 5 oder Landarbeit zu gehen. Ihren Berführer hatte sie seit dem Verfall mehr 3mmern frei wird, und er ist ferner verpflichtet, den mit nicht mehr gesprochen. Nach einiger Zeit merkte fie, daß das einem Mietberechtigten abgeschlossenen Mietvertrag dem Wohnungs- nächtliche Erlebnis von Folgen begleitet sei. Ein Arzt bestätigte amt anzuzeigen. Die Beschlüsse des Magistrats liegen zurzeit den ihr das auch. Sie wagte sich aber nicht ihrer Mutter zu offenbaren, Aufsichtsbehörden zur Genehmigung vor. Sobald Genehmigung er da diese sie sofort aus dem Hause gejagt hätte. In der teilt ist, ergeht weitere Bekanntmachung. Absicht, für ihr Kind zu sorgen, entschloß sie sich, in Berlin Stellung zu nehmen und das zu erwartende Kind in einem Waisenhaus unterzubringen. Bei einem Gärtner in Weißensee fand sie auch Auf die praktischen Auswirkungen der abgeänderter Berordramg fommen wir demnächst noch ausführlicher zurück. Rentenzahlungen für Januar. Die von den Bostanstalten zahlbaren Renten für Kriegsbefchädigte und Kriegerbinterbliebene werden für Januar 1925 bereits am Sonnabend, den 27. Dezember 1924, ausgezahlt. Wie der Reichsbund der Kriegsbeschädigten mitteilt, hat das Reichsarbeite ministerium dem Antrage, die Renten noch vor dem eibnatsfeffe auszuzahlen, nicht stattgegeben. Begründet wurde dies damit, daß bei Auszahlung noch vor Weib nachten für die Beteiligten bei Jahresbeginn Zahlungsfd wierig leiten, entstehen würden, indem erfahrungsgemäß zu diefem Zeit puntie größere Ausgaben zu leiften feien. Da aber außer der Januar rente eine Nachzahlung im Zahlbetrage enthalten sei, erfolge eine Borderlegung des Bahltages auf den 27. De Dember. Den Bedürftigen unter den Kriegsbeschädigten und Kriegerbinterbliebenen zahlten die Stellen der sozialen Fürsorge die erhöhte Zusagrente noch vor Weihnachten. Bau eines Rentnerheims im Westen. Der Magistrat hat beschlossen, die Notlage der Rentner- die die teure Miete ihrer zum Teil unverwerteten Wohnungen nicht mehr, aufbringen fönnen zu lindern und gleichzeitig die Boh nungsnot der Allgemeinheit dadurch zu vermindern, daß ihr die durch den Auszug der Rentner freiwerdenden und schon wegen ihrer Größe außerordentlich gesuchten Wohnungen von 2 tis 3 bzw. 4 Summern zur Verfügung gestellt werden. Der Magistrat hat des halb einen vom Bezirksamt Wilmersdorf oorgelegten Blan für die Errichtung eines Kleinrentnerheimes auf einem städtischen Grundstück in Wi'mersdorf zugestimmt, deffen Bautosten aus offent ichen Mit ein aufgebrecht werden müssen, da eine Aufbringung burch die als Meter in Betracht tommenden Kleinrenner bei the diffichen Bage nicht erfolgen tonn. Als Bomlok für Das Rundfunkprogramm. Sonnabend, den 13. Dezember. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule( Abteilung Bildungskurse). 6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik Berliner Funkkapelle). 6.40 Uhr Sprachunterricht. Direktor Julius Glück: Esperanto". 4.30 bis abends: Vortragsreihe: Verhaltungsmaßnahmen 8. Vortrag. Baurat Hammer von der Berliner Feuerwehr: Feuer bei Bränden. in Theatern, Versammlungsräumen und Warenhäusern". 7-7.50 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Abteilung Hochschulkurse). 7 Uhr abends: Prof. Dr. phil. Eulenburg, Prof. an der Handelshochschule Berlin: Geldwert und Valuta. 7.30 Uhr abends: Oberpostrat Dr. Harpich, Leiter der Funkabteilung im telegraph- techn Reichsamt: Einführung in die Funktelegraphie und-Telephonie". heitsfällen. 8 Uhr abends: Heinrich- Heine- Abend. 1. a) Ich hab' & Uhr abends: Direktor Ernst Vesper: Mittelstandsnot in KrankimTraum geweinet, König, b) Lotosblume, Rob. Franz, c) Asra. Rubinstein( Serafima Radinowa, Sopran). 2. a) Wenn ich in deine Augen seh', Schumann. b) Ein Jüngling liebt ein Mädchen, Schumann, c) Ich grolle nicht, Schumann( Alfred Wilde, Tenor). 3. a) Wenn ich an deinem Hause, b) Der tugendhafte Hnnd. c) Ich kam von meiner Herrin Haus, d) Nachtgedanken( Alfred Braun. Rezitation). c) Ein Weib, Sinding( Serafima Radinowa). 4. a) Warum, Tschaikowsky. b) Du bist wie eine Blume. Liszt mein Gemüt. Mendelssohn. b) Morgengruß, Mendelssohn, c) Am 5. a) Leise zieht durch Meer, Schubert( Alfred Wilde). 6. a) Mir träumt, ich bin der liebe Gott. b) Briefe aus Berlin, 1822( Alfred Braun): 7. a) Der scheidende Sommer. Smigelski, b) Ein Fichtenbaum steht einsam, Marx, c) Mit deinen blauen Augen, Rich. Strauß( Serafima Radinowa). 8. a) Allnächtlich im Traume, Schumann, b) Die Rose, die Lilie, die Taube, Schumann, c) Im Rhein, im heiligen Strome, Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage. Schumann( Alfred Wilde). Am Flügel: Otto Urack. Anschließend: Wetterdienst. Sportnachrichten, Theaterdienst. 10.30-11.30 Uhr abends: Tanzmusik, Lohnsteuer geht vor Lohnzahlung? Das Zu einer Frage von prinzipieller Bedeutung für weite Rreise fpißt sich die Auffassung des Finanzamtes zu, daß bei geschäftlichen Zahlungsschwierigkeiten die Lohnzahlung hinter der Lohnsteuer. zurückzustehen hat. Hier ein Fall: Der Geschäftsführer G. im Rathenow ist bei der Firma A. Lehmann in R. angestellt. Es lag ihm ob, die den Angestellten und Arbeitern einbehaltenen Lohnsteuern gemäß§ 39 Abfaz 1 und 2 der Durchführungsbestimmung über den Steuerabzug vom Arbeitslohn an die Finanztasse abzu führen. Das hatte er unterlassen, indem er in der Zeit vom 15 Mai bis 17. Juli d. 3. die Beträge für Geschäftszwede verwendete. Die fällinen Steuerbeträge sind aber dann mit den ganzen Zuschlägen Ende Juli gezahlt worden. Das Finanzamt batte gegen ihn einen Strafentscheib pon 4000 Marf erlassen. Im Einspruchsverfahren wurde die Strafe vom Schöffengericht Branden burg auf 750 m. ermäßigt. Angeflagter ind Staatsanwalt legten jekt vor der Großen Potsdamer Straffammer Berufung ein. Der Angeklagte führte aus, daß das Geld bei der Firma fo tnapp gewesen sei, daß er nicht gleichzeitig die Arbeiter und Angestellten habe lohnen, sonstige Geschäftsaus aben deden und noch die Steuer habe zahlen können. Er habe sich an die Frma Lehmann gewandt, non ihr aber fein Geld bekommen. Der Demobilmachungsfommiffar habe einer Einschränkung des Betriebes ohne Gewährung der Sperrfrist widersprochen, und das Finanzamt Angeklagten führte aus, daß von einer Steuerhinterziehung nicht habe die erbetene Stundung abgelehnt. Der Verteidiger des gesprochen werden könne, und daß der Angeklagte als Angestellter überhaupt nicht zur Verantwortung gezogen werden könne. Der Staatsanwalt nahm darauf seine Berufung zurüd. Das Gericht erfannte gegen den Angeflagten wegen Stenerhinterziehung unter Aufhebung des ersten Ürbeils auf nur 150 Mart Geldstrafe Gegen das Urteil wird Revision eingelegt merden. Statt sechs Monate zwei Jahre Zuchthaus. Einen überraschenden Ausgang nahm für den Kaufmann H. Kahle eine Berufungsverhandlung vor der Großen Straffemmer des Landgerichts I. Kahle war vom Schöffengericht mitte wegen Falschmünzerei zu 6 Monaten Gefängnis. verurteilt worden. Mit dieser Strafe wäre er gern zufrieden gewesen, nicht aber der Staatsanwalt, der Berufung ein gelegt hatte. Rahe war vermögenslos und hatte in Spielerfreifen perfehrt. Als er eines Nachts in der Münzstraße in einem wilden Spielklub sein letzte Geld verloren hatte und darüber sehr bedrückt mar, tröstete ihn ein Ungar damit, daß er den Berlust wieder einholen fönne, wenn er mit ihm gemeinsam Falschgeld ver riebe. Kahle ging auch auf den Vorsch ag ein wurde aber nach eini er Beit abgefaßt, während der Innar rechtzeitig entkom. Landgerichtsdirektor Langels mar der Meinung, dok die Banknoten fälschungen derartin überhand genommen haben, daß gegen dieses gemeingefährliche Treiben nicht scharf genug vorgegangen werden tönne. Deshalb hat die Straffammer dem Antrage des Staatsanwor's stattgegeben und über Kahe eine Zuchthausstrafe von 2 Jahren verhängt. Wieder ein ungetreuer Finanzbeamter. Begen Amtsunterschlagung hatte sich der Steuerassistent, Mar Wendler vor dem Schöffengericht mitte zu verantworten. Wend fer war Vollziehungsbeamter vom Finanzamt Gesundbrunnen und hette Steuerrefte einzuziehen. Damit hat er im März mehrere Beträge im Gesamtbetrage von 1200 m. nicht abgeführt, fondern für sich verbraucht und auf den Pfändungsbefehlen unrichtige Angaben gemacht. Er war in der Voruntersuchung auch geftändig, widerrief aber vor Gericht einige Angaben mit der Behcuptung, daß sie ihm von dem Oberregierungsrat erpreßt worden fcien, was aber von dem Zeugen entschieden in Abrede gestellt wurde. Wendler fom jest mit der Behauptung, daß ihm auf der Untergrundbahn ein Betrag von 1500 m. gestohlen worden fri und daß er aus Schamgefüh diesen Verlust verheimlicht hätte. Den Fehlbetrag habe er durch eine Anleih decken wollen. Das Gericht fam zu der Ueberzeugung der vollen Schuld des Angeflagen und verurteilte ihn zu anderthalb Jahren Gefängnis bei fofortiger Verhaftung. Zur Erschießung des Polizeioberwachtmeisters Fischer. In der Mordsache des Polizeioberwachtmeisters Fischer, der mie befannt am 24. November am Mariannenplatz hinterrüds erfchoffen wurde, find von der zuständigen polizeilichen Stelle umfangreiche Erhebungen angestellt worden, die bisher jedoch nicht zur Ermittlung des Täters geführt haben. Der Minister des Innern hat deshalb die ausgefeßte Belohnung von 1000 m. auf 3000 m. erhöht, die für diejenigen Berforen aus dem Publikum bestimmt ist, die durch fachdienliche Angaben zur Ermittelung oder Ergreifung des Täters beitragen. Mitteilun gen, die gegebenenfalls vertraulich behandelt werden, nimmt nach wie vor das Polizeipräsidium in den Zimmern 341, 264E pher 262L, Sausanruf 138, 118 und 300, entgegen. In den Bekleidungswerkstätten der Berliner Gewerkschaften in der Zimmerstraße wurde in der Nacht von Mittwoch zu Donnerstag der Ware zusammengepadt, wurden dann aber gestört. Einer ein Einbruch verübt. Die Einbrecher baiten bereits einen Teil der Täter fonnte vom Wächter berhaftet und der Polizei übergeben werden. Er hatte sich bereits eingeleidet. Die Saden wurden ihm wieder abgenommen. Der Ergriffene gibt an, daß er der alleinige Täter fei. Dieie Angabe ericeint jedoch unglaubwürdig. Der Einbrecher ist erst am 4. Dezember aus Plögensee entlassen worden. Graeßstr. 50. Die Vorwärts"-Spedition für Treptow befindet sich jetzt Kasperle Theater der Werffreude Sonnabenb, den 13. Dezember, zwei Borstellungen, Beginn 2½ und 3½ Uhr. Montag, den 15. De zember, Mittwoch, den 17. Dezember, Freitag. den 19. Dezember. Beginn 3 Uhr, im Saal I des Gewerkschaftshauses, Eintritt 15. Märchenerzählungen Dienstag, den 16. Dezember, Donnerstag, den 18. De zember, nachmittags 3 Uhr, Saal I des. Gewerkschaftshauses, Eintritt 15 Pf. Kleiderichau der Werffreube Sonnabend, dent 13. Dezember, nachmittags 5 Uhr, im Gewerkschaftshaus. Journalisten- Ball Der Verein Berliner Journalisten C. B. veranstaltet am Sonnabend, ben 13. Desember. abends 8 Uhr, in den Gesamträumen des Zoologischen Gartens einen Journa listen Ball, um dem durch die Inflation der letten Jabre stack verringerten Vermögen seiner Witwen- und Baisentasse neue Mittel zu zuführen. tunde am Sonntag, den 14 Desember, bormittags 10 Uhr, Sprechchor für proletarische Feierstunden. Außerordentliche Uebungs im Gesangssaal ber Sophienschule, Weinmeisterftr. 16/17. Bolzähliges unb pünftliches Erscheinen it bringent erforderlich Mußbringende Düngung und Bodenbearbeifung im Kleingarten. Am Sonnabend, den 13. Dezember, abends 7, Uhr, veranstaltet das Bezirks. amt Schöneberg in Berbindung mit den Lehrgärtnern des Schöneberger Südgeländes in der Aula des Helmholz- Realgymnasiums, Rubensstraße, einen Lichtbilder vortrag, in dem Detonomierat Lierte über das obige Thema spricht. Eintritt ist frei. Mehrfacher Mord und Mordversuch in Hamburg. Ein vierfacher Mordversuch, der zwei Menidenleben loftete, wurde in Saarburg berübt. Der aus Smyrna stammende Kaufmann Friz eft feld erichlug in seiner Wohnung einen Griechen namens Athanase Dalista, begab sich dann in das der Familie der Braut des Delista, einem Fräulein Heinemann, gehörende Grünwarengeschaft und feuerte dort mehrere Schüsse ab, von genen die Ehefiau Heinemann, deren 21 Jahre Tochter Harriet und ein 14jähriger Sohn getroffen wurden. Tie Tochter war auf der Stelle tot, während Mutter und Sohn schwer verlegt in vernehmungsunfäbigem Zustande nach dem Krantenhause gefchaft werden mußten. Der Mörder wurde verhaftet. Aus Briefen und aus feinen Aussagen geht hervor, daß er die furchtbare Tat aus Rache mit voller Ueberlegung ausgeführt habe. 3m Nebel vom Jug überfahren. Auf dem Bahnhof Würselen wurden nach einer Meldung aus Aachen zwei Mädchen von 16 und 17 Jahren, die auf dem Geleise stehend auf den Zug warteten, von diesem überfahren; sie hatten sein Herannahen infolge dichten Rebels nicht bemerti. Beiden Mädchen wurden die beiden Beine abgefahren, sie erlitten Schädelbruch und schwere innere Berlegungen und starben an deren Folgen im Krankenhause. Auf bem Bahnhof Roetgen stieg ein 18jähriger junger Mann vorzeitig aus dem Zuge, er geriet unter den Zug, der ihm beide Beine abfuhr, und starb auf dem Wege nach dem Krantenhaus. Schiffstatastrophe auf der Elbe. Der Hamburger Motordreimaftichoner Kurt", mit Beinfaat nach Stettin bestimmt, ist bei Blantenese mit dem aufkommenden Dampfer alter Hoelten zusammengestoßen und gesunken. Die Belegung ift gerettet Schraubenbruch eines Südamerikadampfers. Der Passagier. bampfer Antonio Delfino der Hamburg- Südamerikanischen Dampfschiffahrtsgesellschaft, der vorgestern abend von Hamburg nach dem Lo Plata abging, erlitt auf der Unterelbe Schraubenschaden, da das Schiff infolge des dichten Nebels anscheinend aus der Fahrrinne lief. Der Dampfer mußte die Ausreise aufgeben und fehrte morgens nach Hamburg zurüd, wo er sofort zur Instandsetzung in Dod ging. Die Ausreise wird vermutlich Montag angetreten werden können. Den Baffagieren wurde freigestellt, an Bord zu bleiben oder in amischen Aufenthalt in Hotels zu nehmen. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin SB. 68, Lindenstraße 3, Eine Woche Haarmann- Prozeß. Q3 " R. Hannover, 12. Dezember. Haarmann behauptet heute, nach sieben Tagen der Verhandlung, daß er nach wie vor sich seinen Richtern gern zum Zwecke des Hinrichtens zur Verfügung stelle, und man weiß nicht: ist dies schlau berechnete Verteidigungspose oder grenzenlose Gefühlsstupi dität; eines ist es bestimmt nicht: Reue. Seine Chancen haben sich jedoch in den letzten Tagen start verschlechtert. Er hat an Sympathie wenn man überhaupt von Sympathie zu diesem Schreckbild eines Menschen sprechen fann ſtarf eingebüßt: der Einbrud eines in seinem unglückseligen Triebe rettungslos verstridten Menschen ist dem einer raffinierten Schlauheit gewichen; feine Glaubwürdigkeit hat durch die ihm nachgewiesenen Unwahr heiten einen starten Riß erhalten; Grans hatte heute nicht unrecht, als er meinte: Man weiß nicht, mo bei ihm Wahrheit auf hört und Dichtung beginnt. Wahrheit ist, daß dieser jugendlich betende, gutmütig- joviale Mensch mit seiner weichen, einschmeicheln den Terorstimme die jungen Leutchen so verloden mußte. Graufome Wahrheit ist, daß er mit den unglücklichen Jungens wirklich Mitleid hatte, ihnen wohlwollte, daß es ihm Freude machte, sie zu beschenfen, sie zu sättigen und ihnen Obdach zu gewähren, um fie hinterher zu morden. Und Dichtung? Ist es nur Dichtung, daß er Grans fein Herz ausschüttete und in ihm Halt fuchte in tierischer Angst vor fich selbst dieser jedoch sein Wissen um die unausdentbaren Abgründe feines schußbedürftigen Freundes" nur ausmuigte, um für sich Vorteile einzuheimfen? Wer vermag diese Rätsel zu lösen? Und sie müssen gelöst werden, soll die Begründung des zu erwartenden Urteils feinen Schlußfolgerungen gerecht werden. Grans, der Mitwiffer Hearmanya ter vom ersten Morde tötet, weil er nicht anders tann an dem jungen Rothe an! Welch schner Gedanke! Haarmann vielleicht; aber Grans weiß, daß Haarmann tötet, führt ihm trotzdem oder gerade deshalb immer neue Jungens zu, fann den Augenblid nicht erwarten, das Zeug der Opfer nach vollbrachter Tat zu erhalten und bricht nicht unter diesem Wissen innerlich zusammen, hält immer und allen gegen über einen Mund! Wer von Beiden ist dann der unmenschlichere: Haarmann in feiner frankhaften Bolluft oder Grans in feiner Gefühlslosigkeit? Grans bestreitet aber alles: er hat nichts gewußt, hat nie eine Leiche gesehen, nie dem Haarmann junge Menschen zugeführt. Er wohnte aber in einem 3immer mit Haarmann, als der zwei feiner Opfer tötete; er hatte wirtlich zu jeder Zeit Zutritt zu Haarmanns Wohnung und soll nichts bemerkt haben? Aber soll er denn wirklich nur um des bißchen Zeuges willen die Gefahr der Haarmannschen Morde auf sich genommen haben? Unmöglich! So manche Unwahrheit ist jedoch dem leugnenden Grans schon heute nachgewiesen, feine Glaubwür. digkeit erscheint nicht als die belastet. Weshalb? Soll er vielleicht bei sich beschlossen haben, den Grans unbedingt mit auf dem Weg in die Ewigkeit zu nehmen? Und da er sich dem Grans zu offenbaren doch scheute, wirft er jetzt dem Freunde, der ihm das Zeug seiner Opfer abnahm, vor, er habe ihm die Opfer um des Beuges willen zugeführt. Wer ergründet nun, wo in diesem feltsamen, menig menschenähnlichen und doch allzu menschlichen franken Hirn die Wahrheit aufhört und die Dichtung beginnt? Eins ist aber flar: Haarmann fämpft um seinen Ropf, vielleicht nicht bewußt doch instinktiv. Sein Selbsterhal doch instinktiv. Sein Selbsterhale tungstrieb, der im Augenblick der höchsten Wollust wie er be hauptet dem Geschlechtstriebe immer wieder unterlag, weist ihm nun den Weg zur Verteidigung, und der Weg ermies fich bis heute als der einzig gangbare. An seinem Ende gähnt trotzdem der Abgrund des Nichts. Wird es ihm gelingen, auch Grans in diesen Abgrund, aus dem es feine Wiederkehr gibt, hinunterzuftürzen? Die Entscheidung liegt bei den Richtern, die auch nur Menschen find Menfchen, für die Gefehparagraphen und öffentliche Met mung letzten Endes bestimmend sind. für Groß- Berlin bes Saarmanis. Dirt weniger fraglio agrone frets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trep. rechts, zu richten. Bezirksvorstand. Sonnabend, den 13. Dezember, abends 6 Uhr, wichtige Sihung Im Konferenzzimmer der Vorwärts"-Redaktion, Cindenstraße 3, 4. Hof, IV. Heute, Sonnabend, den 13. Dezember: 86. Abt. Mariendorf. 8 Uhr Funktionärsihung im Simmer 26. Wählerliften und Wahlergebniffe find non ben Bezirksführern mitzubringen. Morgen, Sonntag, den 14. Dezember: 28. Abt. 5% Uhr nachmittags in den Schönhauser Festfälen. Schönhauser, Allee 128, Familienabend und Weihnachtsfeier. Aufführungen und Tanz. Barteigenoffen, Freunde und Gönner herzlich willkommen. Rarten bei den Funktionären der Abteilung. Arbeitersport. Fußballspiele am Sonntag. Norben: Memannia- Minerva, Teutonia- Nordista auf den Bereinsplägen an der Christianiastraße; Bantom 08- Eifenspalterei, Gemeindesportplag in Bankow, Bichelsmerder Straße: Belten- Sertha in Belten; Borussta- Union, Gemeindesportplas in Reinidendorf; Abler 08- Bris, Andreas- Sofer Plag in Bantom; Seegermühle- Elstal in Seegermühle; Sportverein 22- ATB. Pantow in Eberswalde; Selvetia- Arminia, Ererzierplaz an der Schönhauser Allee; Bader Lichterfelde- Staaten in Lichterfelde b. Eberswalde; Rathenow- FichteNord in Rathenow; SEB.- Nord- AGB. 24, Erersierplag. Schönhauser Allee; Siemensstadt in Nauen. Verhandlungsbericht. stammen. Auffällig ist bei der Bernehmung dieser drei Zeugen, daß sie sich heute alle auf den 24. Oftober berufen, während sie früher stets den 25. Oktober als den Tag angesehen haben, an dom der junge Mann verschwunden ist. Haarmann will aber am 25. Oftober überhaupt feine Tötung begangen haben, weil er an diesem Tage Geburtstag hatte. Frau Stiller sagt als Beugin aus, daß ihr von Haarmann ein blauer Anzug zum Kauf angeboten murde, dem blaue Flicken. gefärbter Militärstoff. beigegeben waren. Der Kauf tam feinerzeit nicht zustande, weil Frau Stiller die Geldmittel fehlten. Auch Frau Wegehentel ist ein blauer Anzug von Haarmann angeboten worden, gleichfalls mit Flicken. Haar. mann, der vom Vorsitzenden aufgefordert wird. sich über diesen Fall zu äußern, erklärt, der Fall komme für ihn nicht in Frage. „ Ich sträube mich, diesen Fall anzuerkennen," und meint, die Flicken, die von den Eltem und sonstigen Ange. hörigen anerkannt werden, beim Kauf irgendeines Kleidungsstüdes haarmann am 25. Oftober, am Tage feines Geburtstages, nicht zu zubekommen zu haben. Haarmanns damalige Wirtin bestätigt, daß Fall 19, dem Mord an dem Lehrling Wilhelm Erdner, beHause war und die ganze Woche nicht nüchtern geworden ist. Zum 1923 mit seinem Rade, und zwar einem dunkelblau ladierten Rade, fundet der Vater, daß sein Sohn am Morgen des 19. Oftober zur Arbeit gefahren sei. Einige Tage später hat sein Vater gehört, sein Sohn sei von einem Kriminalbeamten verhaftet worden, doch dann von seinem Sohn nichts wieder gehört. Sowohl der Bremswar auf dem Polizeipräsidium nicht das geringste bekannt. Er hat hebel wie die Hofe, die bei Haarmann gefunden wurden und dem Haarmann. Sie geben hier diesen Fall zu, nicht wahr?- HaarGericht vorliegen, werden von dem Vater wiedererkannt. Bors. mann( nicht mit dem Kopf): Ja, aber ich fann mich nicht erinnern, daß einer mit einem Rade bei mir war. Bielleicht habe ich das Rad getauft, aber jedenfalls ist es eine Lüge, daß ich mit Erdner verkehit habe, der fein Rad bei sich gehabt haben soll. die Mutter des Ermordeten, erfennt weinend die Hose ihres Sohnes Frau Erdner, die Mutter des Ermordeten, erkennt weinend die Hose ihres Sohnes wieder. Der Fahrradhändler Reupeis befundet, daß einmal ein Einbruch in sein Geschäft verübt worden sei. Damals hätten sich zwei angebliche Kriminalbeamte Dlfermann und Haarmann gemeldet und wollten ihm bei der Ermittlung der Diebe helfen. Später sei dann Haarmeen in Begleitung des Grans mit schließlich gekauft. Just izrat Benfey: Haben Sie damals für einem blaulackierten Rad zu ihm gefomnien und er habe dieses Rad die Entdeckung des Einbruchs eine Belohnung ausgezahlt? 3euge: Samoh, insgesamt 70 000 m. Ich weiß aber nicht, wem von beiden ich sie ausbezahlt habe. Einige weitere Zeugen, Freunde des Ergesehen hätten, und zwar habe fich biefer als„ kriminalbeamter" bezeichnet. Auf die Frage eines dieser Freunde, wo er denn Erdner, der zuletzt mit ihm gesehen worden war, gelassen habe, habe Haarmann erklärt, er hätte ihn der Polizei abgeliefert. Weiteren Freunden ist Haarmann mit der Erklärung ausgewichen, er habe gerade„ Dienst". Bahnhof bezeichnet, der für seine Schwindeleien bekannt sei, den Haarmann sucht diese Bekundungen zu widerlegen, indem er einen dieser Zeugen als einen Hehler vom Fall selbst gibt er zu. Die Hose Erdners hat Frau Wegeharifei für ihren Schwiegersohn gekauft. Der 12. Fall betrifft die Ermordung des 13jährigen Schülers Heinz Brinkmann, der im Oktober 1923 verschwunden war, als er von Kausthal im Harz nach Hannover zum Besuch seines Bruders, eines Reichswehrsoldaten, gefahren war. Seine Mutter, die Witwe Brinkmann aus Klausthal, befundet, daß ihr Sohn damals den Zug in Klausthal versäumt habe und infolgedessen wahrscheinlich erst spät abends in Hannover angekommen fei. Den ihr vorgelegten Manchesteranzug ihres Sohnes erkennt die Frau Brinkmann an einem Tintenfied im Rock wieder. Auch der als Zeuge vernommene Bruder des Ere mordeten, der Reichswehrsoldat Richard Brinkmann, erkennt die Wie vorgelegten Kleidungsstüde als die feines Bruders wieder. dieser Zeuge befundet, hat er der Polizei in Hannover von, dem Hannover, 12. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Der Fall Berschwinden seines Bruders, eines erft 13jährigen Schülers, MitSonnenfeld wurde mit der Vernehmung der Zergin Schulz nach terung gemacht, doch habe auf alle Anfragen der betreffende Beamte der Mittagspause abgeschlossen. Darauf fam der nächste Fall, nichts gemußt, vielmehr ihn, den Zeugen, gebeten, ihm doch ja mitRichard Gräf, zur Beratung. Der Bruder des Getöte- zuteilen, wenn er etwas von seinem Bruder höre Der nächste ten, Otto Gräf, äußerte sich zunächst über die schönen Stunden, die er mit seinem Bruder zusammen erlebt habe und erkennt den das um so bestimmter, da er den Anzug fiets selbst aufgebügelt habe. Der Bruder fragt nach Abschluß der Bernehmung den Borsitzenden, ob er nicht erfahren fönne, was mit seinem Bruder geschehen sei. Borf.: Haarmann erklärt, wenn der Anzug anerkannt werde, nehme er bestimmt cm, ihn getötet zu haben. Die Bernehmung weiterer Zeugen zu dem Fall ergibt nichts von Belang. Dann fommt die Angelegenheit Wolf zur Verhandlung. Das ist einer der Fälle, der von Haarmann bestritten wird. Als erster Zeuge wird der Bater vernommen, der sehr aufgeregt ist. Er erklärt, daß sein Sohn am 24. Oftober 1923 morgens fortgegangen und feitdem nicht wiedergekommen ist. Auf dem Zeugentisch sind einige blaue Flicken ausgebreitet, die der Vater als von dem Anzug stam mend, den sein Sohn getragen hat, anerfemt. Ein besonderes Mertmal ist eine Schnalle, die der Bater selber angebracht haben will. Der Zeuge äußert sich dann über seinen Verkehr mit der Bolizei und schlägt mit der Hand auf den Tisch und schreit in den Spandau – Adler 12, Vereinsplak in Spandau, Falkenhagener Straße: Nauen- Anzug an, der vor dem Gerichtstisch ausgebreitet liegt. Er behauptet Diten: Alt- Glienide- Adlershof in Alt- Glienice; Germania- 3BC., Rennbahn Beikensee; Tasdorf- Frisch- Frei in Tasdorf: Lichtenberg II- Mertur, Stadion Lichtenberg: BGB. 16 Sparta, Trestomallee; Fichte- GO.- BfB., Fichteplak, Baumschulenweg: Rontordia- Oberfpree, Blänterwald; Luftig- FibelLichtenberg I in Rudow; Tasmania-- Britannia in Fredersdorf; Lichtenberg IIIStralau, Trestomallee; Friedrichshagen- Luisenstadt in Friedrichshagen; Sistania- Sertha in Röpenid, An der grünen Trift: Sparta- TBC. in Lichten. berg, Bagnerftcake. Südwesten: Teltow- Lantmis in Teltow; Brandenburg- Schöneberg in Brandenburg a. b. S.; Britannia- Hertha, Tempelhofer Feld; Frisch- AufLudenmalde I in Budenwalde: Bittoria- Rüftia- Borwärts in Tempelhof, BerTängerte Raiferin- Augufta- Straße: Stern- Wilmersdorf in Marienfelde, Dorffirake; Rowawes- Neukölln, Babelsberger Bart in Nomames; Ludenwalbe IIFortuna in Ludenwalde; Trebbin- 8BC. in Trebbin; Neuköllner BC.-- MarienBorfer BC., Tempelhofer Feld. Touristenverein„ Die Naturfreunde", Rinbergruppe Bedding. Gonntag, den 14. Dezember, Elternabenb: Das proletarische Rinb" im Schiller- Enzeum, Bant, Ede Battgerstraße. Anfang 6 Uhr. Eintritt 40 Bf -10 Sport.x -naqa bau Der zweite Rennfag im Berliner Spor-Palast. Nach dem Eröffnungs. rennen ber diesjährigen Berliner Bintercabrennsaison im Sport Balast, bas bei feiner gleichmäßigen Belegung recht guten Speit brachte, wartet das Programm des zweiten Renntages am Sonntag abend 7½½ Uhr mit einer Reibe befonders bochwertiger Wettbewerbe auf. m Bordergrund bes Interesses ficht das ändertreffen Deutschland- merita, in bem die Deutschen: Bauer, Sabn und Rütt gegen die fchon einige geit in Deutschland meilenden Amerifaner: Jaeger, Lang und 9eber antreten. Die deutschen Farben sind recht gut vertreten. Trop bem wird ihnen aber der Sieg nicht leicht gemacht werben, benn die brei Amerifaner haben in den bisherigen Rennen auf der Breslauer Winters Bahn mehrfach den Beweis erbracht, daß sie nicht nur schnell und mit den Eigenheiten der Bahn vertraut find, sondern auch taftisch sich fiets richtig einzustellen wiffen. Die übrigen verpflichteten Fabrer treffen in einem offenen Fliegeri ennen zusammen. Salbow, Dstar Ties, ferner der Sieger des Eröffnungsrennens Münzner, ausler, ber Staliener Carl-, Stolz und Tech mer follten die besten Aussichten haben. Mit befonderem Interesse wird man wieder dem Mannschaftsfahren nach Sechstageart entgegenjeben, das diesmal über eine Etrede von 50 Stilometer führt. Ein offenes 50 Runden Bunkte fabren bereinigt 17 Fabrer am Start. Der Beginn des Rennens ist wieder um 7,30 Uhr festgefekt. Der Vorverkauf ist bereits eröffnet. 9 Geschäftliche Mitteilungen. Das Raufhaus Wilhelm Jofeph, Schöneberg, hat feinen Weihnachtsverlauf eröffnet und bietet Gelegenheit zum günstigen Eintauf in Kleiderstoffen, Geiben ftoffen, Sritotagen, Strümpten, Herrenartitel, Gardinen. Teppichen, Handarbeiten, und Damen- u. Rinderbekleidung. Am Sonntag, ist das Kaufhaus son 2-6 Uhr geöffnet, Eine große Weihnachtsausstellung der Arbeiteringenbvereine wird Gonntag nachmittag 5 Uhr im Jugendheim, Sindenstr. 3, eröffnet. Bir verweifen auf bas Inserat in Bolt und Reit" in Nr. 50. RONCHIOL Wenn Husten, Helserkeit Dich pragt, So nimm ,, Bronchio", das nie versagti Deutschlands führendes Hustenpräparat Erhältlich in all Apotheken und besseren Drocerlen. am Gaal: 4 Die Polizei it schuld daran, daß Haarmann fo lange morden lollad fonnte. Das ist meine lieberzeugung!" Der Zeuge wird von dem Bor. fizenden zur Ruhe verwiesen und darauf als Zeuge entasjen. Frau 2olf, die Ehefrau des vorgenannten Zeugen, fpricht weinend ihren Cid und erlernt schluchzend ebenfalls die Cachen ihres Kindes an. Auch der Bruder bestängt, daß die Flicken von dem Anzug Vorträge. Vereine und Versammlungen. binterbliebenen, Ortsgruppe Reutölin( Geschäftsstelle: Donauftr. 123), b Der Reichsbnub, ber Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer unb Arieger anstaltet am Montag, den 15. Dezember, abends 8 Uhr, im Sdeal- Rafino, Weichfelftr. 8, eine Sinterbliebenenversammlung. Vortrag der Bundesfetre tärin Rameradin Sarnok. Thema wird in der Bersammlung bekanntgegeben. Alle Kameradinnen müffen erscheinen. Reichsbund jüdischer Frontsoldaten. Bezirk Roo: Montag, den 15. Dezem ber, im Logenhaus, kleiftftr. 10, Vortrag Dr. Rabau. Pamen und Gäste willkommen. Sonntag, den 21. Dezember Ball im Marmorfaal am 80p. Bezirk Charlotten Rarten zu 3,75, 2,75, 1,50 2. bei Reich. Rleiftstr. 23. burg: Dienstag, den 16. Dezember, 84 Uhr abends, Bezirksverfammlung im Gigungsfaal ber Synagoge, Fasanenstraße. Bortrag des Herrn Pfarrer Bleier: Wie schülken wir am besten unsere Seimat?" Bezir! Norb: Chanutaver gnügen am Sonnabend, den 20. b. M., in den Gesamträumen der GophienSäle, Sophienstr. 17-18. Zana, Rabarett, Tombola, Bannerweihe, 4 Rapellen. Ausstellung für Schwerhörige. Am 14. und 15. Dezember findet in den Räumen des Vereins der Gdywerhörigen Sephata, Fasanenstr. 49, eine Aus$ 3rftellung ber neuesten elettrifchen Sörapparate und rohte ftatt.( Siehe Inferat.) Bund religiöser Sozialisten. Deffentliche Feierstunde am Montag, den 15. Dezember, 7 Uhr, in Niederschönhausen, Bismardstr. 11( Aula). Genosse Pastor Frande spricht über Die Sprache des Serzens in G. Hauptmanns foaialen Dramen". Freireligiöse Gemeinde. Sonntag vormittag 11 Uhr Pappelallee 15, Bostrag des Serrn Baul Rogal:„ Bom Jesustultus". Gäfte willkommen. Der Demokratische Studentenbund Berlin veranstaltet in diesem Winterfemefter eine Reihe von Vorträgen, für die bedeutende Männer ber Biffenfchaft gewonnen sind. Es werden fprechen: Prof. Dr. G. Bonn Berlin über Lujo Brentano als Wirtschaftspolitifer", Brof. Weine de Berlin über ein aktuelles politisches Thema, Brof; Goes Leipzig, M. b. R., über Das Reitalter Bismards", Prof. Stählin Berlin über die geiftige Entwicklung von Segel, Marr Aum modernen Sowjetrußland. Der L. Bortrag findet Donnerstag, den 18. Dezember, abends 8 Uhr, statt. Sm Sörfaal 3 bes Aulagebäudes der Universität wird Brof. Bonn über Lujo Brentano dis Wirtschaftspolitiker[ prechen. Rum Eintritt berechtigt bie Studenten. bzw. Gaffarte Anfragen find zu richtex ax ixxers, B. 30, Mositt. 58 IV. | Zeuge, ein Lithograph Otto, hat im Oktober 1923, als er von Bremerhaven nach Hannover fam abends zwischen 11 und 12 Uhr zwei Jungen auf dem Bahnhof gesehen, von denen der eine wahr. fcheinlich der Schüler Heinz Brinkmann mar. Der Zeuge bemerkte, wie sich an die beiden Jungen zwei Männer heran machten, und zwar erkannte er den einen von ihnen als einen Mann wieder, bei dem ihm schon öfter aufgefallen war, daß bei Fahrkartenkontrollen in den Wartesälen niemals die Fahrkarte dieses betreffenden Mannes fontrolliert worden ist. Vorf.: Wer war denn das?.3euge: Das war hier der Haarmann( nach dem Angeflagten hinüberzeigend). Später fagte mir auch ein Eisenbahnbeamter, dak es ein Kriminalbeamter fei. Borf: Und wer war der zweite Mant, den Sie an diesem Abend fahen? War es vielleicht Grans? Beuge( den Angeklagten Grans musternd): Die Größe stimmt, aber genau fann ich es nicht fagen, denn es war damals schon dunkel. Auch den Anzug des ermordeten Heinz Brintmann hat die Frau des Friseurs Wegehenkel getauft und später an einen Graveur Popp verschenkt. Gegen 24 Uhr nachmittags wurde sodann die Verhandlung auf den heutigen Sonnabend rormittags 9 Uhr vertagt. Man rechnet damit, daß das Urteil im Haarmann- Prozeß un gefähr Mitte der tommenten Woche gefällt werden wird. Da für Donnerstag die Plädoyers angelegt worden sind und der Vorsitzende bereits erflärt hat, daß er die Sachverständigengutachten, die Plädoyers und die Urteilsberatung nicht auseinanderreißen laffen wolle, wäre das Urteil für Donnerstag abend, eventuell in den späten Nachtstunden zu erwarten. Jugendveranstaltungen. Achtung, Parteivertreter ber Sozialistischen Arbeiterjugend! Sonn abend, ben 18. d. M., abends 7% Uhr, im Friedrich- Wilhelm- Gymna fium, Rochstr. 18( Gefangiaan), Konferens. Bortrag: Die Stellung der erwachsenen Mitarbeiter in der Jugendbewegung". Referent Genosse Mar Westphal Romeo und Julia amt Achtung, Mitglieber! 8ur Theatervorstellung Sonntag, den 14. d. M., nachmittags 3 Uhr, im Theater des Westens, find noch Eintrittskarten zum Preise von 90 Bf. im Jugendsekretariat, Sinden. ftvake 3. und am Sonntag im Theater zum Preise von 1 M. erhältlich. Sonntag, den 14 Dezember, bis Dienstag, den 23. Dezember, im Jugendheim Lindenstr. 3, 2. Sof, 3 Treppen, Beihnachtsausstellung in Büdern, Reramiten, Sportartikeln, Instrumenten, Spielen usw. Befucht die Ausstellung, weist Freunde und Befannte darauf hin. Sonntag geöffnet von 5 bis 7 Uhr. Wochentags von 4 bis 7 Uhr. M. SCHULMEISTER Hochbahnstation Kottouser Tor MSchulmeister Kaaban Mollige Ulster M. 49, 55, 65, 75, 85, 95 Warme gediegene Winter: 30. Lodenjappen... von M... Sonntag von 2-6 Uhr geötfnet. Weihnach Verkauf sowelt Vorrat Bertauf AIN Mengenabgabe vorbehalten Am Sonntag, den 14. 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Bei der Behandlung des Berhältnisses zwischen Parteivorstand| und Redaktion fommt es erneut zu einem Zusammenstoß zwischen den Rechtsanwal en Heine und Martin, da letterer dem Vertreter des Neix ntläg.rs Suggestivfragen vorwarf. 3euge: Nur in ganz wichtigen Fragen hat der Parteiporstand mit der Redaktion Fühlung genommen, doch fonnte bas natürlich entsprechend dem Wesen einer Zeitung meist nur hinterher geschehen. R.-A. Landsberg: Ist Ihnen bekannt, daß der Parteivor Stand in früh ren Zeiten, in denen Gärung durch das Bolf ging, o or Streit gewarnt hat? Zeuge Genaueres fann ich darüber nicht sagen. Dann erfolgte die Bernehmung des Rebatteurs Emil KlothBerlin. Bor: Können Sie sagen, wie der Januarstreif 1918 entstand wie der Ja und ob, wie die Verteidigung behauptet, der Parteivorstand im Sinne des Streits tätig gewesen ist? 3auge: Ich war damals Vorsitzender des Buchbinder. berbandes und Internationaler Sekretär Es fand damals eine Ronferenz der Gewerkschaften statt, in der Bauer erklärte, er hätte dem Reichskanzler Hertling weisgemacht, daß die Gewerkschaftstommiffion die Eisenbahner vom Streit abgehalten habe. Hier entspann fich wieder ein längerer Disput. R.A. Bindewald verlangte, daß der Zeuge Bauer den Saal bis nach der Aussage Moths verlasse R.-A. Landsberg protestierte, doch entschied, das Gericht im Sinne der Berteidigung. Der Zeuge führte aus: Bauer habe wetter erklärt, daß die Gewerkschaftskommission dem Streif nicht entgegentreten, wenn die Re gierung nicht entgegentommen werde. Man werde aber auch nicht zur Wiederaufnahme der Arbeit rafen, damit es später nicht heiße, baß an der Bewerkschaftskommission der Streit gescheitert sei. Regien erflärte, man habe mit den übrigen Gewerkschaften feine Derbindung gesucht, da die politische Lage dies nicht zuließe Der Vertreter des Handlungsgehilfenverbandes. 2 ange, der schon Rommunist war, forderte, daß die Gewertschaftstommiffion zurüdtreten solle. Paplow manbte fich scharf gegen die Drohungen Scheidemanns im Hauptausschuß des Reichstages, als er von den Brest- Litowfter Friedensverhandlungen sproch. Schlice warnte und meinte, daß die meisten der Streifenden nicht wüßten, wofür fie ftreiften. Graßmann vom Buchdruderverband erflärte, daß bte Gefahr bestehe, daß die Gewerkschaften haftpflichtig gemacht würden. Robert Schmidt war der Ansicht, daß die Wirkung des Streits nach außen sehr ungünstig sei. Cohen vom Deutschen Metallarbeiterverband erflärte, daß durch den Zutritt der Partei die Zahl der Streifenden von 60 000 auf 200 000 gestiegen fei. Das fagte auch der Bericht des Parteivorstandes. R.-A. Dr. Landsberg: Das ist geradezu ein Plädoyer. Der Zeuge mar früher radikaler Sozialist und bekämpft mit dem Gifer des Neubekehrten die Partei. Aber hier sollen nur Tatsachen vorgetragen werden. 3euge: Ich war in den neunziger Jahren rabital, aber während des Krieges war ich Sozialpatriot. Die Ansicht, die ich heute vertrete, hatte ich schon 1919 und vertrete fie, feit der ParteiDorstand sie zuließ. Ich bestreite nicht, daß während des Krieges die SPD. eine andere Rolle spicite als früher: Wenn man einen Streit abbiegen will, geht man nicht in die Streifleitung, 1917 hat die Parteileitung bei einem Munitionsstreit zusammen mit den Gemerffchaftstommiffionen es abgelehnt, in die Streiffeitung einzutreten. R- A. Heine: Ich muß feststellen, daß man dem Zeugen geftattet, ein Plädoyer über die Haltung der SPD. zu halten zugunsten bes Angeklagten oder vielmehr von sich selbst. Denn er ist der eigent liche Urheber der Angriffe, Herr Rothard nur der unschuldige Nachtäter. Generalstaatsanwalt: Auch ich bin der Ansicht, daß mir den Zeugen in den Sachverständige neid nehmen, denn bas, was er fagt, ist ein Gutachten. Der Angeklagte erhebt fidh, will etwas fagen, fetzt sich aber wieber, RA. Martin: Rechtsanwalt Heine hat den Angeklagten und ben Zeugen hier herabgefeht. Ich muß dagegen protestieren, daß Rechtsanwalt Heine sich zwischen den Vorsitzenden und den Zeugen stellt. R.-A. Landsberg: Das zu sagen, hat der Mann wohl das men afte Recht, der einem Zeugen ins Gesicht hinein fagt, er habe die Matrofenmeuterei begünftigt. Borf.. Ich finde wohl daß die Herren zu den üblichen Formen wieder zurückkehren tönnen. 8euge Kloth: Das finde ich auch. ( Heiterfeit.) Borf: Sie behaupten, daß Herr Noste im Auftrag der Parteileitung nach Chemnih gefahren jei, um dort den Streit zu entfachen. 3euge: Das teilte uns Herr Bfüße mit und schrieb, Noste habe sich auf einen Parteibeschluß berufen. Ich traf nachdem auch auf der Gewerkschaftskonferenz Herrn Ebert, dem ich fagte: Na, der Streif fcheint ja nun zu Ende zu sein. Ebert meinte, auswärts fcheine die Sache loszugehen. Ich und Harder haben dann mit Bauer über die schrifliche Mitteilung Pfützes gesprochen und Bauer riet uns, diesen Brief zu vernichten, damit Noste nicht in die Gefahr fame, wegen Landesverrats angeklagt zu werden. Wir protestierten gegen diese Politit mit doppeltem Boden, und Harder hat dann auch Die Bricfe vernichtet. RA. Dr. Landsberg: Nosfe foll fich dabei auf einen Parteibesch us berufen haben? Beuge: Das schrieb uns füße aus Chemnit Ein Beisiger: Wiffen Sie aus eigener Erfahrung, ob durch den Eintritt der SPD. in die Streifleitung die Zahl der Stre tenden gestiegen ist? Beuge: Das weiß ich nicht. R.-A. Dr. Landsberg: Als Herr Ebert Ihnen sagte, daß der Streit in der Broving erst losgehen werde, war Ebert da bejorgt? Beuge: Das muß ich zugeben. R.-A. Dr. Landsberg: haben Sie in der Borstandskonfe renz die Neutralitätserklärung der Gewerkschaftskom. miffion gebilligt? 3euge: Das war feine Neutralitätserklärung, das von den 30 Punkten gegen den Streit 29 Entschuldigungsgründe waren. Ich habe mich der Stimme enthalten. R.-A. Dr. Landsberg haben Sie dafür geftimmt, vor bem Streit zu warnen? 3euge: Das hätte feinen 3wed mehr gehabt. Dann wurde der Bezirksletter des Buchbinderverbandes in Chemniz, Gustav Psühe, vernommen. Borf.: Sie sollen wissen, daß 1918 Herr Roste in Ermächti gung des Parteiausfchuffes den Streit in Chemnik zum Muffladern bringen follte, und daß die Korrespondenz darüber vernichtet sein soll. 3euge: Ich ha te Mitte Januar an sloth gefchrieben, daß ven sinem Rüstungsstreit in Chemnih nichts zu merten fei. Ich hobe dann über eine Sigung berichtet, an der ich selbst nicht teil nahm, in ter Noste war In diesem Brief an Kloth fann aber urmöglich stehen. daß Noske den Streit zum Auffladern bringen follte, denn wir hatten ja keinen Streif. Sch erinnere mich viel mehr, daß die links stehenden Genoffen fagten:„ Da hat uns Noste wieder einmal aufs Glatteis geführt. Ich tenne Noste und weiß, daß er so etwas auch nie getan hätte. Borf. Was fagen Sie dazu, Herr Rloth? Zeuge Kloth: Ich habe nur behauptet, daß Noste ver. fucht hätte. einen Streit anzufachen. Das schrieb mir Pfütze. Zeuge füge: Das fann ich nicht geschrieben haben. Noste war doch ganz anders eingestellt. Zeuge Roth Deswegen wunderte ich mich auch und habe es gut behalten. R... Heine: Herr Moth behauptet, Noste habe sich sogar auf my Der Fall Tirpit. ( Frei nach Schiller). KTEN An der Quelle fa der Knabe, Stedite fleißig Akten ein Und er mand aus ihren Blättern Einen Kranz ih wunderfein. Doch es hat's der böje Thimme Alsobald bemerkt, o web! Und bereits am nächsten Tage Stand die Sache im B. C. AKTEN Und es trauerte der Knabe, Tiefbewegt von Herzeleid: Alles freut sich, wenn der Frühling Schwarzweißrote Blüten firent. Aber diese tausend Stimmen Der erftarkten Reaktion Wecken in dem tiefen Busen Mir aur dumpfen Schmerzenston. Geory Wilke Dos foi mir die Frende frommen, Was sind mir die Wahlen nig? Eins nur ift es, was ich fudhe, Und das ist der Kanzlersiz. Sehnend breit ich meine Arme Nach dem teuern Schattenbild. Ad, ich kann es nicht erreichen, Und das Herz bleibt ungeftillt Daß ich alter Knabe lige, Wär ja jahließlich hein Malheur. Ach und auch das Rhtenklanen Wög' am Ende nicht so schwer. Alzumal find wir ja Sünder, Tuen Böjes spät und früh, Doch daß man mich so ertappte Das verzeiht der Hergt mir nie! 6. E. 99 einen geheimen Parteibeschluß berufen. Beuge: Das ist natürlich auch nicht wahr. R.-A. Dr. Martin: Ist es richtig, Herr Pfüße, daß Sie zu Bekannten gejagt habet, was dabei herauskommen fönnte, wenn Sie fich nicht erinnern. Haben Sie mit Parteiſtellen darüber gefprochen? Beuge füße: Das ist nicht der Fall. Ich habe auch in Chemniß nachgefragt, und niemand fonnte mir sagen, daß Noste einen Streit angezettelt habe. Der folgende Zeuge, Wilhelm Harder, war mit Kloth 1918 im Berliner Buchbinderverband und soll nach Kloths Angaben den Briefwechsel Pfütze mit Noste vernichtet haben. Bor: Erinnern Sie sich eines Telephonats zwischen Bauer und Kloth?' Zeuge: Nein.* Bor: Haben Sie einen Brief Pfüßes über Nostes Tätigkeit in Chemnitz gelefen? Zeuge: Ich entfinne mich dunkel, daß in dem Brief stand, Noste werde in Chemnih erwartet, um über den Streit zu berichten, nichts weiter. Ich kann mich nicht entfinnen, daß Bauer verlangte, diefen Brief zu vernichten. Dem Zeugen werden die Aussagen Kloths vorgehalten, doch erklärt er, von diesen Vorsängen nichts zu wissen. R.-A. Dr. Martin: Wo ist der Brief Pfüzes geblieben? Beuge: Das weiß ich nicht R.-A. Dr. Martin: Sind die Atten von damals noch da? Beuge: Jawohl. R.-A. Dr. Martin: Haben Sie das Klothfche Buch gelesen. Zeuge Bekommen habe ich es von Lange, aber gelesen erst feht vor dem Prozeß. . Sonnabend, 13. Dezember 1924 licherweise habe ich auch von den Eisenbahnern gesprochen, ober ich habe nicht von„ weismachen" gesprochen. Ich habe ja auch tatsächlich den Eisenbahnern entschieden abgeraten, fich an diesen Dummheiter zu beteiligen. Ich habe vielmehr dem Reichskanzler gefchi'dert, wie er sehr lebhaft die Berhandlungen eröffnete und bonn bald zusammenfadte. Ich sagte, man nenne Hertling im Reichstag allgemein den Fünfminuten brenner". Bu der Angele enheit Nos te habe ich folgendes zu sagen: Wir hörten vom Borstand des Buchbinderverbandes, daß ein General ftreit für den 3. Februar geplant sei, in dem Noske drin stecke Ich habe Kloth gesagt, es sei mehr als unwahrscheinlich, das Nos te. der energische Ber.reter der Landesverteidigung, einen Generalstreif im Kriege billigen würde. Ich habe Kloth gebeten, den Bericht. der ihm hierüber zugegangen war, nicht attenkundig zu machen, um dem Schreiber feine Unannehmlichkeiten zu bereiten. R.-A. Dr. Martin: Der Vertreter des Metallarbeiterverbandes Cohen soll erfiärt haben, daß durch den Eintrit: der SPD. die Zahl der Streifenden von 60 000 auf 200 000 gestiegen sei. schaften haben auch über diesen poli.ischen Etreit teine Statiftit geZeuge Bouer: Das fann nicht möglich fein. Die Gewerkführt. Cohen hat sicherlich die Zahl der Streifenden nur geschäßt auf Grund der Berichte von Vertrauensleuten aus den Betrieben. R.-A. Bindewald: Beim Reichskanzler ist doch in der le fann.en Besprechung auch über die Wirkung dieses Streits auf die est mächte und Rußland gesprochen worden. Welche Stellung haben Sie denn dazu eingenommen? Zeuge Bauer: Ich habe felbstverständlich den Streit sehr bedauert und erklärt, daß die Sozialdemokratie nichts für ihn tönne. Als nächster Zeuge wurde dann unter großer Spannung Oberpräsident Noste vernommen. R.-A. Landsberg und eine baten um seine Bernehmung, obs wohl das Gericht von ihr abfehen wollte, da nach Ansicht des Vor sigenden die Noste megen seiner angeblichen Haltung in Chemniß gemachten Borwürfe hinfällig geworden feien. R. 2. Heine bat jedoch ausdrücklich um die Bernehmung Nostes mit der Bemerkung: Wenn wir auf Herrn Noske verzichten, so steht morgen bestimmt in den Zeitungen, daß der Vertreter des Nebenflägers durch feinen Berzicht Herrn Noste vom Zuchthaus gerettet hat. ( Heiterkei.) Noste wurde dann über die Borbereitungen des Januarftreits gehört. Er erklärte: Auf Eberts Antrag wurde ich im September 1918 Berbindungsmann zwischen der Partei und der Regierung. Ich kenne Eberts Stellungnahme zum Streif genou, benn ich bin mit ihm intim befreundet gewesen und es gab mohl tein politisches Problem, das wir nicht zusammen durchgesprochen hätten. Ich muß fagen, daß ich erstaunt bin, daß ein Mann von fo untadelhaftem Charakter, von so großer Baterlandsliebe wie Ebert seit Jahren durch die Preffe und Versammlungen geschleift wird. Als die Revolution einsetzte, als infolge der Vorgänge bei der Marine in Riel geschossen wurde, war das Reichsmarineamt besorgt, nicht etwa, daß eine Revolution ausbrechen könnte, sondern daß durch die Schießereien ein Streif der Werftarbeiter entfeffelt werden könnte. Ebert ist es gewesen, der vorschlug, mich nach Kiel zu senden, weil ich auf Grund meiner Beziehungen zur Marine es vielleicht vermeiden fönne, daß ein Arbeiterausfand erfolgt. Ich bin ja dan, mie befannt sein dürfte, auch nach Kiel gefahren, fand aber dorf feine Streifenden, sondern 30 000 meuterer. Ich sage das alles, um meine enge Verbindung mit Herrn Ebert zu tetonen. R. A. Landsberg: In dem fagenhaften Briefe des Herrn Bfüze an Kloth foll gestanden haben, daß ein geheimer Partei befchluß erfolgt sei, der dahin ging, daß die Partei den Streif während des Krieges nach außen hin zwar mißbillige, innerlid aber begünstigen folle. Zeuge Noste: Das ist geradezu lächerlich. So etwas hat die Bortei nie befchloffen. Wenn ich gewollt hätte, fo. wäre im Januar in Chemnitz gestreift worden. Ich weiß nicht, wer in Berlin Sie Anregung gab, daß ich in den fritischen Januartagen nach Chemnih zurückfuhr. In Chemniz erörterte man tatsächlich die Frage eines Streifs, und zwar wollte man, nachdem in Berlin die Bewegung zufammenzufrochen drohte, den Ausstand auf eine breitere Bafis ftellen. Ich schreibe es mir sehr wesentlich zu, diesen raditalen Tendenzen entgegengetreten zu fein. In Chemnitz saßen da mals der jetzt flüchtige, zuletzt fächsische Regierungsdirektor Brandler und der radikale Abgeordnete Sedert, die fich bemühten, den Streif zu entfeffeln. Ich habe es fertiggebrocht, zunächst die Abstimmung über den Streit aussehen zu lassen, weil ich mußte, daß inzwischen der Berliner Streif verfrachen würde. Die Rabitalen haben mir das später zum Vorwurf gemacht, ich hätte fie hingehalten und so den Streit faputt gefriegt. Damit war die Bernehmung Nostes beendet und es fand am Schluß der Sigung nur noch eine kurze Vernehmung des Oberbürgermeisters Scheidemann statt, Sie jedoch nichts Wesen: liches ergab. Dann wurde die Sitzung auf den heutigen Sonnabend vertagt. Wirtschaft Zukunftsaufgaben der Energiewirtschaft. Nach anderhalbjähriger Bause hielt der Technisch- Wirt. fchaftliche Sachverständigenausschuß für Brennstoffverwertung im Reichskohlenrat am Freitag eine Vollversammlung ab. In seiner Eröffnungsrede betonte der Borsitzende, daß das Ver trauen zur deutschen Wirtschaft im Auslande erst dann wiederkehren fönne, wenn es gelinge, aus der Wirtschaft wieder eine Rente her. auszuholen. Dazu sei unumgänglich notwendig, die Produktionstoften erheblich zu verringern, zumal jetzt durch den Dames- Plan der Wirtschaft faft unerträgliche Laften auferlegt werden. Ein sehr wesentliches Mittel hierzu jei eine bessere Ausnuzung der für die Wirtschaft notwendigen Energien von Brennstoffen und von Maschinenfraft. Schon auf dem Weltkraftkonzern in London, die aus Anlaß der Wembley- Ausstellung stattfand, wurde betont, daß nur auf dem Wege der Enta gasung und Bergasung der Kohle das Hauptenergieproblem Englands zu lösen fein würde. Es müsse mögli chfein, genügend Dele aus der Kohle zu gewinnen, um eines Tages auch ohne fremde Deleinfuhr hinreichend mit flüssigen Treibstoffen versorgt zu sein. In dem Bericht, den der Geschäftsführer über di eTätigkeit des Ausschusses erstattete und der ein Bild von dem sehr umfangreichen Wirkungsgebiet gab, spann der Berichterstatter diesen Faden weiter. Die nergiepolitischen Forderungen der deutschen Wirtschaft für die Zukunft seien die Beredelung von minderwertigen Brennstoffen. Dazu fei Verbesserung in der Kohlengewinnung, in der Brikettierung, in der Bertofung, in der Trodnung und in der Bermahlung notwendig. Es müsse der Wärmeingenieur mit dem Kaufmann zufammenarbeiten, die Aufstellung von Wärmebilanzen fei notwendig, die Abwärme müffe verwertet werden und überall, wo es irgendwie möglich sei, müsse Gas statt Dampf zur Verwendung gelangen. Es darf nicht die Rohtohle verfeuert werden. Zeuge Bauer Ich verbitte mir diesen Anwurf. Dama's ent- fie muß vorher entgaft oder vollständig vergast werden. Zur Durch ftand der Spartatusbund und allmählich waren die da'er fehung diefer Forderung se iein Zusammenwirken zwischen E'ektriöndi'ch geft inten Gewerkschaftler in die Ede gedrüdt. Die Krisen- zitäts- und Gasmerten ober Roferei notwendig. In dieser Beziehung ffimmung war da, aber wann der Streit losbrechen würde, wußten wir nicht. Zu diesem Beweisthema wurde dann noch der Zeuge Bauer vernommen, der als Vorsitzender der Gewerkschaftskommiſſion auf der Borständekonferenz der Gewerkschaften, berichtete. Borf.: Sie follen über eine Verhandlung mit dem Reichskanzler berichtet haben, dabei sollen Sie sich luftig gemacht haben, Sie hätten dem Reichstenzler etmes weis gemacht. Zeuge Bauer: Die Berhäl'niffe in der Arbeiterschaft waren damals so schwer, der Ruf nach Frieden so start, daß die Gewerk schaftsführer direkt Feuerwehrmanner waren. Die wirtfchaftliche Lage, der Schleichhandel, den die Landwirtschaft großgezoren hatte, steigerte die Schwierigkeiten.( R.-A. Dr. Martin ( leife): Das find Parteireden.) Borf.: Welchen Bericht haben Sie nun am 1. Februar den Gewerkschaften erstattet? Beuge. Ich habe berichtet, deß wir dem Reichstanger mitgeteil hetten, die SPD. siehe nicht auf dem Boden des Streifs, sondern sie sei hineingegangen, um Schlimmeres zu verhüten. Mög. tann Riel als ein Musterbeispiel gelten. Hier findet schon seit mehreren Jahren ein enges brennstoffwirtschaftliches Zusammen. arbeiten der Gas- und Glettrizitätswerte statt. Die Reffel des Elektrizitätswertes werben zu 85 Broz. mit Kofsgrus unter Zufag von 12 Broz. Feinkohle und 3 Proz. Leuchtgas gefeuert, aljo zum weitaus großen Teil mit einem Abfallprobuft der Gastoteret. Würden die Elektrizitätsmerke zu einer ähnlichen Feuerung über gehen, so würde sehr bald die Rofsgruserzeugung nicht bei der Umrechnung gleich 10 000 Rronen zu rechnen ist. mehr ausreichen. Außerdem wird durch den Transport von Für die öffentlich- rechtlichen Körperschaften, Behörden usw. ist die Rotsgrus, der durchschnittlich nicht viel mehr als 5000 Wärmeein- Schillingrechnung ab 1. Januar 1925 obligatorisch, für die zur heiten an Heizmert hat, die Bahn oder der Wasserweg start belastet öffentlichen Rechnungslegung verpflichteten Körperschaften fakultabas material ſtart verteuert, Steinkohlen tin. tritt nur dann ein, wenn die Gaswerte ihren Kofs, der unter an für die Letztgenannten sowie für die durch das HandelsgesetzRefsel ohne weiteres nicht wirtschaftlich verfeuert merden fann, ganz buch zur Führung von Handelsbüchern verpflichteten Personen die oder zum Teil vergasen und das erzeugte Gas den nächstliegenden Schillingrechnung obligatorisch werden soll. Die in Kronen erfüllElektrizitätswerfen zur Verfeuerung unter dem Refsel verkaufen. baren Berbindlichkeiten können vom 1. Januar 1925 in Schillingen Auch als Hausbrandfeuerung dürfte es sich empfehlen, statt erfüllt werden. Die Regierung wird gleichzeitig ermächtigt, Kohle Gas zu verwenden und wenn die Gasabnahme derartig Bundesgoldmünzen zu 100 und 25 Schilling auszuprägen, stetig im Wachsen begriffen ist, so dürfte es sich auch erweisen, daß denen unbeschränkte Zahlkraft zukommt. Außerdem sollen Teilmünzen die Gasheizung erheblich billiger ist, als die Kohlenheizung. Weiter aus Silber sowie aus unendlen Metallen mit beschränkter Zahlkraft ist es notwendig, daß möglichst viel neue Erwerbsmöglichkeiten durch ausgegeben merden. die Beredelung der Kohlenbestandteile, die schon im Anfang erwähnt find, erschlossen werden. Es müssen in den geographischen Kernge Der jugoslawische Staat gegen das Zuderkartell. Die jugobieten möglichst starte Energiereferven geschaffen werden und flawische Zuckerindustrie hat sich vor turzem in ein Kartell zusammendurch Fernenergieversorgung und durch Verbilligung des Kraft- geschlossen, was die Zuckerpreise fofort emporschnellen ließ. Der magentransportes muß eine Dezentralisierung der Industrie dieser Staat befigt selbst einige Zuckerfabriken, denen er den Beitritt zum Energieausnutzung entgegenkommen. Als Wegweiser bedarf es einer Kartell verwehrte, um dadurch die Preispolitik des Zucker noch fehlenden umfassenden Energieftatistit, eines flar- fartells zu durchkreuzen. Zufälligerweise ist der jugoslawische blidenden energiewirtschaftlichen Gewissens auf der Grundlage der Handelsminister ein Kartellgegner, der in dieser Gesinnung durch Selbstverwaltung, der Mitarbeit des ganzen Boltes, besonders aber die Bauern, deren Zuckerrüben vom Kartell zu schlechten Preisen der deutschen Ingenieure. Daß hierbei staatliche Hilfe und Be- angefauft werden, bestärkt wird. aufsichtigung nicht entbehrt werden fann, bebarf feines Beweises. Jedenfalls sind die hier nur furz frizzierten Probleme wichtig genug, daß nicht bloß Spezialgremien sich mit ihnen befassen, sondern, daß fie auch in einer der Allgemeinheit verständilchen Weise der Deffentlichkeit zugänglich gemacht werden, Zur Konzentrationsbewegung. " " Den Kollegen zur Nachricht, bas Deutscher Metallarbeiter- Verband unser werter Rollege, der Former Albert Mickutat daß am 7. Dezember burch Unglücksfall plöglich verstorben ist. 83/17 Die Kollegen der Metallgießerei Behrend. Die Einäscherunng findet am Mon tag. ben 15. Dezember, nachm 4 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. Danksagung Montag, den 15. Dezember, nachmittags 51 Uhr. im Cofal von Redling, Waffertorfir. 71: Versammlung der Metallichleifer und Galvaniseure, de in Betrieben be cha figt fi b, de dem Verband der Me aufchleiferelen und galvanis en Antallen angehören. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zu unseren Lohnverhältnissen, 2. Distussion. 8 Verschiedenes. Alle Kollegen sind unbedingt verpflichtet. zu erscheinen. Achtung! Bühlertlemoner Achtung i Montag, den 15. Dezember, nachmittags 5 Uhr im Cotal Biebertein, balberifit. 59: Versammlung Tagesordnung: 1 Stellungnahme Werkstattangelegenheiten. 3. Diskussion. Auz Kündigung unseres Lohntarifes. Das Erscheinen aller Rollegen ift dringend notwendig. Mitgliedsbuch legitimiert. Achtung! Uchfung! Cine geradezu enorme Ronzentrationsentwidlung stedt hinter der Goideröffnungsbilanz, welche die Oberschles. Kotsmerte und Chem. Fabrif A.-G., Berlin, bekanntgibt. Vor dem Rrieg( abgesehen von dem bald wieder liquidierten Abenteuer mit der Mähr.- Dstr. Steinfohlen- Gewerkschaft Marie Anne") noch voll- Teilnahme bei dem Sinfcheiden meines Für die herzlichen Beweise inniger ständig ohne eigene Steinfohlengruben, befibt sie heute ganz oder lieben Mannes, unseres guten Baters, Großzum großen Teil die Gewerkschaft Konsol. Gleimiger Steinfohlen- paters, Schwiegervaters und Ontels, des gruben, die Schles. Kohlen- und Rotsmerte Gottesberg, Steinfohlen." Borwärts Spediteurs Alfred Rosenkranz bergwerte Rons. Fuchs" und" David" Konradstal, Kons. SegenGottes" Grube Altwaffer i. Schl. und die Kohlengewerkschaft Burlagen allen Verwandten, Freunden und bach. Start beteiligt ist sie an folgenden Chemiemerten Berlag, den Filialleitern, den Boten Bekannten, insbesondere dem, Borwärts". C. F. Weber- Leipzig- Blagwig, Carl Roethe G. m. b. S., Union" auen der Filiale Lichtenberg 1, den dyem. Babriken, Stettin, C. F. 21. Kahlbaum, Chem. Fabrißen Genoffen und Genoffinnen ber 116 AbG. m. b. 5)., Berlin- Ablershof. Chem. Fabrit auf Attien, E. Schering- berg, fowie den Rebnern für die troft- 2 teilung bes 17 Berwaltungsbezirks Lichten Berlin. Ferner besitzt sie Beteiligungen an Hedwigshütte 2.-G., reichen Worte bei der Einäscherung unseren Stettin, Rafiwert Krügershall und Rotswerte Still Baugesellschaft herzlichsten Dant und hat eine weittragende Interessengemeinschaft mit Aktienaustaufd) mit der Saccharinfabrit A.-G. Fahlberg, List u. Co., Lichtenberg Mablet ort, 12 Dezember 1924. Magdeburg. Die Oberscht. Kofsmerke und Chem. Fabrif 21-3. bat Beinleidende also thre alten Stotslieferungs- und Berarbeitungsverträge für Neben- dart in den Apotheken probufte durch große eigene Gruben nach oben und eigene chemische Werke nach unten zu einem starten pertitalen Siwalin", Konzern ausgebaut und außerdem durch eigene Abjatorgani- das bewahrtes e fationen und Intereffengemeinschaftsverträge den Konzernaufbau nach sicher wirkendste der Marktseite abgerundet. Mit Reserven betrug das eigene Kapital 1914 zirka 23 mi. M. Der Golbeinzahlungswert bes inzwischen auf 275 Mill Papiermark erhöhten Kapitals wird einschließlich des Bor Priegstapitals auf 44 Millionen aeschätzt. Die Gold bilan meist heute Stammattien mit 80 Mill, dividendenberechtigte Genuß scheine mit 16 mill., zusammen 96 Mill., und einen Refervefonts mit 8 miil, aus. Rund die Hälfte der Stammattien und Genußscheine foll sich noch im Besiz der Verwaltung befinden und erst 3 Witwe Pauline Rosenkranz nebst Angehörigen Dr. Sidler's Mittel gegen DENUTRA MARKE Ouutongs Baba als Spezialität Krampfadern, Beinge- Reklamemarken schwäre, Hämorrhoiden. Frostbeulen a.alle schwer Conrad Müller bellenden Wanden. Tausende von Anerkennungen. Hersteller: Dr. Sidler& Co.) .m.b... Freiburg i. B. Schkeuditz espzigs noch begeben werden. Die alten Uttionäre erhalten alio über ihren Korbmöbel Eigene Herstellung n gediegenen' Austhrungen kauf. Sie ei gr. Auswahl voreilbait u bi lig im pazial- Korbmabelbaus Edmund Voẞ Neukölln, Barliner Str. 14 NäheHermannplatz Goldeinzahlungsmert pon 44 MIL hinaus noch 12 til,( the Reserven einnerechnet), tönnen sich also um fo meniger beflagen, ofs für 1923 2,6 mil. Goldmart Dividende referpiert sinb und hohe Dividenden auch späterhin ficher find. Jebenfalls liegen in ben 48 Mill. Vermertungsattien und Berwertungsgenußicheinen in Händen ber Berpaltung ein abfolut reiner Kriegs und Snflationsgewinn, ber mit etwa 9,9 mil Gelbmar? noch non enfeigneten Obligationenbefibern tammi. Unbekannt ist, was mit diesen 48 Mi. Bermertungsattien gefchehen foll. Der englische 400 000- fund- trebit( zirta 8 Mill. Goldmart), Teleph- Keukölln 2264. Zahlungserleichterung Den die Gesellschaft fürzlich erhielt. ist noch nicht darauf gegründet; es ist bei dem Mangel an langen Krediten in Deutschland aber anzu nehmen, daß die Gesellschaft die 48 Mill, wie andere große Konzerne ( Bhönix, Deutsche Bant. Gef. für elettr. Untern.. Ralifnnbifat) im Mustand unterbringen wird, um aus ihren Werten mit dem Auslandskapitel möglichst viel herausholen zu lönnen. Der Bergmertebesis, fonftige Grundstüde und Anlagen erscheinen mit to runh 40 WALL Goldmart und find fo bemrtet, baß auch bei fdywie rigen wirt daftlichen Verhältniffen den Aftionären eine ange meffene Dividende" gewährleistet ist. Die Bestände mit 1,1 mill. bergen natürlich ebenfalls sehr hohe stille Reserven. Jur Cage des deutschen Maschinenbaus. Der Berein Deutscher Maschinenbauanstalten" teilt uns u. a. mit, daß die Belebung ber Geschäftslage, die im Oktober eingetreten war, fich leider im November nicht fortgefeßt hat. Go ist die Zahl der einigermaßen beschäf tigten Werte nur um 15 Broz, und die möchentliche Arbeitszeit um eine Stumbe oeftiegen. Anderefeits mußte eine Reihe von Werten den weiteren Abbau von Angestellten pornehmen. Der Bericht tonftruiert einen intereffanten Zusammenhang zwischen Konjunktur und Teuerung, indem er folgendes ausführt:" Große Sorge macht den an der Ausfuhr start beteiligten Zweigen des Maschinenbaues das Fortbestehen der Teuerung und die sich hieraus ergebenbe Steigerung der Gestehungsfosten sowie die Gefahr einer weiteren Bunahme der Teuerung. Damit meist der Berein auf eine Krisengefahr hin, die von der Kaninichen Agrarpreishauffe ihren Ausgang nahm und beren Ende nicht abzulehen ist, wenn es nicht im legten Augenblid gelingt, zu einer erträglichen Preisbildung auf dem Lebensmittelmarft zu fomment. Wir empfehlen die Ausführungen des Vereins Deutscher Maschinenbauanstalten der eingebenden Be= achtung und Würdigung jener Kreise, die fich heute um das Bu fbandefommen eines Agrarzo- Bürgerblods bemühen. Großhandelsprelse. Die auf den Stichtag bes 10. Dezember berechnete Großhandelsinberaiffer bes Statistischen Reichsamts ist gegenüber bem Stande vom 3. Dezember( 128,5) um 0,9 p. 5. auf 129,6 geftiegen. Höher lagen vor allem die Preise für Getreide, Butter, Schmals, Hopfen, ferner für Wolle, Flachs, einige Michleifenmetalle und Maschinenö!. Gefunten find die Breife für Buder. Fleisch, ferner für Baumwolle, Baumwollgarn, Robjute, Blei und Zinn. Bon den Hauptgruppen haben die Lebensmittel von 123,4 auf 124,9 oder um 1,2 p. 5. und die Industrie. stoffe von 138,2 auf 138,3 oder um 0,1 v. 5. angezogen. Die Reichsindegziffer für die Cebenshaltungstoffen( Ernährung, Wohnung. Heizung, Beleuchtung und Bekleidung) für Mittwoch, den 10. Dezember, ist nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamts gegenüber der Vormodye( 122,2) und 122,3 nahezu unverändert geblieben. Fortgang der Synbizierung in der Schwerindustrie. Nachdem türzlich die Deutsche Rohftahigemeinschaft gegründet worden ist, nehmen die inzwischen betriebenen Berhandlungen zur Bildung von einzelnen Berbänden guten Fortgang So 8 B. ist nunmehr der Halbzeugverband für ben Berkauf von Halbzeug ins Leben gerufen worden, der feine Tätigkeit voraussichtlich Anfang Januar nächsten Jahres aufnehmen dürfte, Schillingsrechnung in Deutschösterreich. Jin österreichischen Nationalrat hat die Regierung einen Gelegentwurf betreffs Einführung der Edhillingsrechnung. Ausprägung von Goldmünzen und über andere das Währungswesen betreffende Beftimmungen( Schillingrechnungsgefen) eingebracht. Das eingebrachte Schillingrechnungsgefeß stellt als Einheit den Schilling feft, ber MÖBEL auf Teilzahlung kaufen Sie sehr vorteilhaft bei G. Camnitzer Schönhauser Allee 82 am Untergrundbahnhof Nordring Weihnachtsunterstützung! Das durch Aufruf gesammelte Geld zur Wetonachtsunterstügung unserer erwerbelojen und invaliden Mitglieder foll verteilt werden unb awar unter Beachtung folgender Richtlinien: Unterftigung erhalten alle Mitglieder, di 6 Wochen dem Deutschen Metallarbeiter Berband angehören und für diese Beit thre Beiträge entrichtet haben, voraus gefest, daß fie in der Woche vom 11. bis 18. Dezember 1924 arbeitslos oder JnDa'ide find. Die Auszahlung für diefe Mitglieder erfolgt am Sonnabend, den 20. Dezember, und zwar für Mitglieder mit den Anfangs buchstaben 22 AP 1 11-1 1-3 A- K in ber 8elt non 9-11 Uhr L- R R- Z m Berbandshause, intenstraße" 83/85, Barterreiaal Schalter 1-8. TO Ausweis der Erwerbslofigtelt und bei Invaliden ihrer Erwerbsunfähigkeit nebft Mitgl edsuch find bei der Kontrolle vorzulegen. Invalide Mitglieder, die ihren Aufenthalt in Siemenhäusern oder Armen anstalten haben. müffen eine Bescheinigung cer den Aufenthalt in diefen Anstalten und ebenfal ihr Mitgliedsbuch einfenden oder eines ihrer Familienmitglieder beauftragen, diese Ausweise porzulegen. Mitglieder, die Krantenunterfügung von fetten ihrer zuständigen Kaffe beziehen, gelten nicht als erwerbslos und fönnen bei diefer Unterfügung nicht berüdlichtigt werden. Aus der Partei. 11 Die fudetendeutsche Sozialdemofrafie, unfere deutschen Genoffen in der Tschechoslowakei, veröffentlichen von Zeit zu Zeit Tätigkeits berichte ihrer Fraktionen im Abgeordnetenhaus und Senat. Jetzt ist der dritte solche Bericht erschienen, ein Band von 137 Seiten, der die Zeit vom 24. Oftober 1922 bis zum Herbst 1924, also ungefähr feit der Lostrennung der Kommunisten, umfaßt. Durch die alleinige Geltung des Tschechischen als Staats- und offizielle Barlaments sprache wie durch die Vormundschaft des Fünferausschusses der tschechischen Regierungsparteien, der Bjetta", find alle nationalen Minderheiten und alle Oppositionsparteien idywer benachteiligt, unsere deutschen Genossen also in doppeltem Maße. Ihr Kampf ist der Kampf aller sozialdemokratischen Parteien, aber verschärft durch die harte Tatsache, daß die Tschechoslowakei, ihrem Charakter als nationalitätenstaat entgegen, tichechischer Nationalstaat zu bleiben bestrebt ist und dadurch bei den Minderheitsparteien zu deren wie des Staates Schaden den reaktionären Raditalnationalismus große zieht. Der Bericht spiegelt diese nicht genug schwer einzuschäzenden Schwierigkeiten unserer Bruderpartei an vielen Stellen wieder. Wetter für Berlin und Umgegend. Meist troden und neblig bei fort dauerndem Frost. Für Deusa land. 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Lager Dle Piccolomini Schiller Theater Triesch, Bertens, Korff, Sandrock, Bonn, Rommer, Schindler, Dergan : Das Konzert Kleines Th. Gr. Volksoper Schneewittchen 7 Uhr Heute 4 U. klein. Pr. Tag Papa U: Fledermans Erika Gläßner, Eug. Burg, Ellen Tietz, Rudolf Lettinger, Volksbühne Schröder Schramm 7 Uhr zum 1. Male: Sakentals Trianon- Th. Deutsch. Theater 7 Uhr: Die heilige Johanna Kammerspiele 8 Uhr: Die tote Tante und andere Täglich 8 Uhr: Sie lässt sich nicht verkaufen Komödie v. Ad Paul OlgaLimburg, Georg Alexander, KaiserTitz, Jul.Falkenstein Begebenheiten Gr. Kinder- Torst. Die Komödie Kurfürstendamm 268/287 8 Unr im Trianon.Th. Heute 4 U. Pr. ab 60 Pl Im Reiche der Der eingebildete Weihnachtsfee Kranke u. Die Zauberbrille Theater i. d. Königgrätzer Str. Jedes Kind erbilt ein 8U, Der Tokaler Geschenk gratis! * Stickereitücher Geschenkpackung 3 Stück 0.75 Brunnenstr. Hotel Der Ufa- Palast am Zoo wird in ein umgebaut! Der Direktion des Neuen Atlantic- Hotels, früher Ufa- Palast am Zoo, ist es gelungen, den Künstler Emil Jannings als Portier zu verpflichten Th.1.Admiralspalast Deutsch. Künstlertheat Aliahendi. 87 Uar Kammer- 6per Circus Casino- Theater Komödienhaus Die größte 8 Uhr: Die Cousine a.Warschau Tägl. 8 U.: Zaza Revue der Welt: Th. a. Nollendorfpi. 7.30: Die Geliebte Sr. Hoheit Berliner Theater 7.30 Uhr. Cloclo SCALA S Unr. Varieté Lustspielhaus Täglich 7, Uni Doktor Stieglitz Nenes Operettenhaus Tägi 8 Uhr: Der Tanz um die Liebe Noch and Noch 2 verstellungen in erster Besetzun 3. 8 Uhr Letzowstr. 12. BUSsch der Flottwellstraße rael. 8 Uhr Der Am Sunniag Lothringer Str. 37 Tägi,& Ubi nur noch bis 21.Uez. Troiz d. gr. Erfolges Schauspieldirektor 2X+ 7%, Uhr: Satan Weib! Der große Dezember- Spielplan Sonntags Musik von Mozart Das neue Dez.- Prog. Ab 25. Dez.( Websacht) Unr halbe Pr. Außerdem: Wohl zu ruben, D.dänische Meisterspring. Herr Nachbar Die holländ. Ikarier Das Blumenmädchen Wallner- Theat. Central Theater Kom. Op. v. Poise David u. Go lath Tägi. 8 Uhr: REVUE Rose- Theater Sonntag 3.0 zu halben Preis. das 1: G'wissenswurm Karten 5, 4, 3, 2 M, paistaite Kater inkl. Garderobe and Neue Clownspaße Dents Opernhaus Uhr m 1.Male: 31, U: Max u.Moritz Wenn ich König war. Residenz- Th. vol e Programm!..Weihnachtsmann usw. Die So ntagsfreude der Jugend Unn Hente 4 U kl Pr. Die Löwenkinderstube P: Heimgefunden Intimes Theater Schneewittchen 8. Abenteuer nach dem Tode Katzi Gauner- 10 Lowenbabys 10 ek. Metropol- Theater Tägi. Komische Oper Grin Mariza Direktion: James Klein 8 Uhr Allabendlicn 8 Uhr die größte Revue der Welt , Das hat die Welt noch nicht geseh'n' Eine Verein gung d. berühmtesten räfte fast aller Länder Ueber 250 Mitwirkende Apollo- Theater SU REVUE- POSSE BU Das lachende Berlin! Ueber 150 Mitwirkende Preise 2 bis 10 M Tägi llebchen Lachen über Lachen Musik. Schwank. Außerdem: 50 Lowen50 Zum Schluß: Bechensple Neues Theat. amZoo Thid.Gem.- Turnhalle Dornröschen" Haute Sauneb. geschloss. Yest. Sonnia 8 Uhr: Weißensee, Pistoriusst.23 Die Fras ohne Schleier Sonntag 7, Uhr ty. 3: Dornröschen Jubillems Verstellung Das Rom Kaiser Heros 19 Uhr Mister Globe- Quo vadis? ven Hugo Hirsch Preise 80 Pr. b. 2 Machm, halbe Preise! Th. 1. Kommand. Str. 8: Neuest. Schlager Wenn man ver liebt ist.. mt Melly Wessely Siegfried Arne Preise dar Pistee: 1-8 Mk Heute u Stg 3% U.: Kindervors ellung Fridolins Weihnachtsfest tellenangebote finden im Vorwärts beste Beachtung trotier Der neue Schiager Graf Koks Rauchen gestattet. Theater am Kottbusser Tor Taglion 8 Ubi and Sonntas nachmittag 8 Uhr Elite- Sänger Fabelhaftes werhnachts- P ogramm. Volk- tomlione Praise Reichshalien- Theater Steffiner Sänger Weihnachts- Programm EEEEE n.8U, Sig. 1 Com 3 Uh ibalbe Pr., vol. Abendprog Donhoff- Brett'l- Varieté Das grandiose Dezember- Programm Unserem Gen Robert Nerlich, Charlottenbg.. Trendelenburgftr., die besten Glückwünsche au seinem 60.Geburtst, u 30jähr. Barteljubil. 56 Abt., Charlottenburg. * Farben. moderne Formen oval. Messing vernickel 3.95 Schlupfhosen am 1.85 Butterkühler Messing vernickelt Katteeservice mit Tablett, vernicken 4.25 10.75 Möbelstoffe Etamina 150 cm breit.Meter 1.15 Halbstores Etamin, mit Volant Tischdecke Fantasiemit Knüpffransen 2.45 gewebe 7.50 Divandecke Fantasie mit Knüpftransen gewebe 9.75 Kottbuser Damm das gute Meht nur bei EDUARD farbig, m angerauht.Futter Herren- Hosen wollhaltig, 3 Größen. Herren- Hemden wollhaltig 3 Größen 2.45 2.95 Sportwesten Herr. 7.90 i. Dam reine Wolle, vieleFarben Überzieh- Jäckchen für Damen, reine Wolle Handarbeit. mod Melang. 9.85 Pfefferkuchen Baumschmuck * Wilmersdorfer Str. gib auft, 8 Pro GOLDACKER Speisezimmer Gelegenheits- Angebot! 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Aus der Gelegenheit Witt» für manchen eine Verlegenheit, man geht ins nächste Waren- Haus und kauft, wo» billig und bunt ist. Und doch sollt« jeder Geher sich seiner Verantwortung bewußt sein. Ein Buch ist ein ander Ding als ein Kuchen oder ein Groschenspielzeug. Man kann sich mehr als einmal den Magen daran verderben, dos Buch dringt ins Innerste des Menschen ein, es kann bestimmend werden für das Leben. Darum: Schaff' gute Bücher in dein Haus. " strö Und wirken wie«in Segenshort Si« strömen eigene Kräfte au- .......©eg; Auf Kinder noch und Entel fori. Die Iugendschriftenausschüss« hoben noch pädagogischen Grund- »n Listen empfehlenswerter Bücher aufgestellt und damit nütz. Schs Vorarbeit geleistet. Jetzt hat auch unser Bildungsousschuß ein« eigene Bücherliste herausgebracht. Man soll sie einsehen uno sich nicht auf das oberflächliche Umblättern der ausgelegten Bücher verlosten. llUcht berücksichtigt ist in der Liste die neue Ernte des Jahres. Da muß der Bücheronkel nach wie vor raten und Uebersichten gehen. Die Kinder- und Jugendbuchverleoer erleichtern die'« Arbeit nicht srahe, weil sie erst kurz vor Weihnachten fertig werden und ver» nden. Der Bericht kann daher auch nur nach Verlegern geordnet werden. Aus dem Verlag Z. h. VS. Dich Rochst Berlin. Unter den Kinderbüchern, die wir in diesem Jahr« als empfehlenswerte Gaben bezeichnen können, sind zunächst zwei gut« alte Bekannt« sin neuer Aufiav) zu nennen: Jürgens Brand.Ulenbroot",(Preis ?80 M.), das gern gelesene und hübsch illustriert« Strichbuch, und dcsstlbn Verfassers Buch«Eine Reife nach Island und den West männerinsel n"(Preis 4 M.), das mit zahlreichen photoiraphifchen Aufnahmen illustriert ist. Dann sind noch zwei Neu- «rscheinungen des gleichen Verloges zu nenn« v Heinrich Schulz 'cht Märchen aus d:m Alltag, die er„Von M e n f ch l« i n, Her- ein und Sin gl« in"(Pr«iz 3.80 M.) betitelt. Der durch ähn» lich« gute pädagog sche Veröffentlichung bet'nnt« Autor versteht es l auch diesmal, die Seele des Kinde» dam Erwachsenen trefflich zu erschließen, so daß sein Buch mcht nur pon Kindern, sondern auch von Kinderfreunden, namentlich van Eltern und Erziehern gelesen zu werden verdient. Hans Baluschck hat dieses so ganz aus dem Leben und Erleben herausgewachsen« neuest« hübsche Buch niit zwölf prächtigen Fünfsarbenbildern g'schw.iickt, deren malerische Re ze den Text heben und bereichern. Während dieses Buch mehr für die Zehn- bis ZwLfsährigsn besiimmt Ist, wendet sich das andere an die gam Kleinen, denen das Bild noch fast einzig und ollein die eigentlich! MSrchemveli bedeutet. Hilde Krüger ist die Au'orin d«>s wirklich neuen Bitderbuches das in seiner gnn-en Aufmachung stcherl'ch vom Her�b"achten oÄwnä't.„Der W i di v o n d e l- wold"(Preis 2,80 M,) ist ein Bilderbuch, besten Illustrationen äußerst wirkungsvoll au» bunten Dr.ieckin zufammeng stellt sind. Ein paar kurz« Strophen, die dem kindlichen Auffasturgsvermögen gut angepaßt sind, erläutern den bunten Bildrrtnhalt und geben der kintst chen Phoniasi« Anregung. Dieses eigenartige Büchlein ist Arno fw'z zua'eignet. Im gla'ch n Verlar Ist noch ein anderes Buch von Heinrich Schulz erschienen: es ist„Jan Kiekindiewelt" dstit lt und gibt in zahlwichan hneppen prächtig beobachteten und statt niederg:schr«bensn SkivLN ein Jahr aus tem Leben des leinen Jan. den wir bsrsi's au« anderen veröff n'lfchi'n-en des» selben Autors kennen. � Luch ander« Parteiverlag« sind rührig gews'en. So ist d r Arbütersugendv'riag(Berlins zu nennen, d r «In stimmungsvolle« Web nach:»spiel in dr.st Aufzügen heraus- gebracht hat:„Des Kinhes Stimme" von Hedwig Schwarz. Rom e,— Von d'r Uriretdruckerei ur«v Berl�o'ansiast ®. m. b. H. in Frankfurt a. M. stammt«in lustig«», flott illustrierte, R i'ubüchsin iür dfz Klnnm:.,?l u f Schusters R a p v« n" von LEtern. Es siegt«in feiner Hmnor mid«in warmer Hauch von idstraßenpcest« über Text und Bildern. Im Verlag für Sozlalwlstenschast stnd die„Großstadt. Märchen" vcn Bruno Schönlant«rschenen(Preis 2 M,). In diesem Büchlein unternimmt der auch unseren Lesern wohl. bekamt« Vrbdterdicht«? den interrstanen Versuch, golden« Fäden zu spannen aus der Alltcaswelt de, großstädtischen Proletariertind«, zu den bunten Märchenträumen seines Alter». Die meinen Märchen di« un'eve Kinderjahr« begleiteten, wachsen aus dem Gesichtskreis de» Landleben» heraus, Don Sonne, Mond und Sternen, dem finsteren Wald und stundenweiten Wegen über Wielen und Felder Ist dort die Red«. Ander» in den Großstadt-Märchen von Bruno Schönlaik. Da wird lustig fabuliert über verzaubert« Leierkästen und Bäckerläden, über«in leuchte id rotes Eeranium und über Groß» städt«, die auf die Wanderlchoft gehen, über eine gef ickte Ho!« und über den Lokomotivenpfiff auf dem Rcnqierbahnbof. Mit einer pbontaftifchen Märchenwelt werden di« Großstadistraßen gefüllt. All« Märchen wach'en, ohne daß darüber ausdrücklich gesprochen wird, au» der Gedankenwelt de» modernen loziallsttschen Pro, letariai» heraus. Ein schönes Kinderbuch hat de? pazifistische Verlag„Friede durch Recht". Wiesbaden, unter dem Titel„Pazifistisch« Kinderwelt" Hera usae bracht.(Preis 2.öv M.i In rrnvoller Ausführung sind hier alte Kinderreime. Lieder mit Melodien. Märchen Schönlant. Romain Rolland u. a. Hei er« Schwaczkunst begleitet mit drolligen Blltern N< Erzählungen, die für die Jugend«in« Quelle reiner Freud« sind. Da» große Wechnoch'sbücherhaus Flemming u. wiskoti in Berlin tritt auch dies«, Jahr mit einer stattlichen Liste von Neu- «rscheinungen aus den Plan. Ein..Deutsche» Kinderweih. n a ch t» b u ch" von Josophm« Sieb« eröffnet den Reigen. Es gibt aus der älteren Literatur«in« gute Auswahl. Alt« Märchen und Lieder. Beiträge au« den Volksbüchern. Weihnachtserinnerungen Er. wachsener, dazu neu« Gaben sollen den Stimmungszauber des trodi- tivnellen deutschen SPeihnachtsfestes hervorrufen. Di« Holzschnitt» von Ludwig Richter passen gut dazu. SchSne Wnterlqndschaft». bildet und Marienbilder aus der deutschen Kunstgeschichte schsieße» sich an.— In der Reihe der S o a t b ü ch e r, di« gute ältere Er- zählungen mehr oder weniger gekürzt und bearbeitet und schwarz und bunt illustriert zum Einheitspreis von 3,50 M. gebunden bring«!. liegen neu vor:„Der abenteuerliche S i m p l i c i f s i m u s", Gogo's Kosakenge'chicht«„T a r a S B u l b a", Johannes Scher« „Pilger der Wildnis", spannend« Episoden aus den Kämpfen der wegen ihrer religiösen Ueberzeugung aus England ausgewonder- ten Pioniere Amerikas, Walter Scotts farbiger Kreuzritterroman „Der Talisman". Theodor Mügges Geschichte vom Freiheitskamps der norwegischen Bauern gegen die dänisch« Awingyerrschast § ..D i e freien Bauern" und Th. Storms düster-romairtische Nordmarkerzählung„Zur Chronik von Grieshuus. Dt« Textbearbeitung scheint, soweit ein Vergleich in der Eil« möglich ist. einwandfrei. Unbearbeitet« Originalausgaben stnd freillch vorzu- ziehen, was aber nicht immer möglich ist. Die Abbildungen stnd un- gleich, die farbigen zum Test mehr aufs Gefällig« und Dekorativ« angelegt.— Eine neue Iugendgefchichte ist von dem jungen holländi- schen Dichter Johann F a b r i c i u s, der auch sein eigener und durchaus nicht schlechter Illustrator ist.„Eiko.dexJungevom R« i h« r h o f" ist eine bunte Abenteurergeschicht« aus dem Mistel- alter. Ein freier Bauernjung« spiest die Hauptrolle darin: wage. mutig, fröhlich, das Herz auf dem rechten Fleck, wird er die Jungens begeistern. Tolle Jahrmarktszenen, Entführungen,«in« Burgbelage- rung geben spannend«, Stöfs, der mit Humor gewürzt ist.— Ein« andere Serie des Verlags, die„D r« i- B o g e n- B ü ch e x", bringt um billigen Preis von 45 Pf. gute klein« Erzählungen bekannter "ooellisten, nett illustriert und mit einem reizvollen farbigen Um- schlagbild. Neu aufgenommen stnd u. a.:„Immens««" von Storni.„Geschichte vom braven Kasper l'" von Brentano. „Der Zweikampf" von Kleist,„Der Geisterseher" von Gottfried Keller—„F l e m m i n g s Bücher für jung und a l t", die Borrie» von Münchbausen herausgibt, sammeln m zwei Reihen zu 85 Pf. und 2L0 M.(geb.) gleichfalls illustriert« Er» zählungen. Ein Bändchen des Malerpoeten Robert R« l n> ck«nt- hast u. a. zwei reizende Märchen. Chorlotte Ries« ist mit guten Proben ihrer feinen Erzählerkunst vertreten(„Der fetn« Hansjakob" usw.) Zwei neu« Erzählungen gehören der größeren Reih« an: „Die neue Heimat" von Jvsephin« Sieb«, das Erlebnis des wackeren zehnjährigen Mutz, der sich in einer fremden Kleinstadt eine neu« Heimat erobern muß und all« Widerstände tapfer über- windet, und„Auge um Auge" von Wilhelm Lennemann, eine etwas gewaltsame Episode aus dem Leben eines Försters, der die selbstvollzogene Rache an einem Feind sühnt durch Guttat an dessen Sohn.— In die groß« Schweizer Bergwelt führt Gustav Renker mit«Der H o s p iz w i rt i n". der Geschichte eines Jtalienermädchens, das ein« neue Heimat und Estern bei den Hospiz- wirtsleuten findet, den Hcchslug der ersten Lieb« erlebt und dann in Resignation und Arbeit ihr Geschick findet. Di« Errichtung eines Kind«, Heimes gibt ihrem Wirken schließlich Ziel und Ruhe. Der altbekannt« Kinderbuchoerlaq K. Ihlenemann, Stuttgart, der vor 75 Jahren gegründet wurde, legt Gewicht aus gediegen«, gut« Ausstattung und wertvollen Inhalt. Sein« Abenteuer, und Helden. bücher bat«r um ein sehr spannende», lebendig« Wirklichkeit und be- wegtes Phantofielpiel vercini-d-.ndes vermehrt:„Kapitän Wulff". Die Schicksal«. Fahrten und Abenteuer eines jungen Seemannes, die über all« Meere, in di« Tropen und in den Urwald führen, sind mit echt niederdeutschem Humor von W Eberlcm erzöhll. Die vielfarbigen Ofstetbi der von E. Penzo'dt werden dem Charakter dr» Buche« auf» beste gerecht. Auch da»„Deutsche Knabenbuch", da» sich mit Recht Jahrbuch der Unterhaltung, Belehrung und Beschäftigung nennt, macht dem Verlag Elm«. Die Auswich' des Stoffe» ist vor, trefflich, tüchtig« Mitarbeiter stnd herangezogen. W gesehen van dem kurzen Geleitwort, das zuviel vom Deuilchtum redet, ist e» lm Ernst und Scherz, in der Erzählung wie den belehrenden und unterhalten. den Beitragen gut geraten. Jungen zwischen 12 und 15 Jahr« finden hiex otelerlei: Ngturwissenschoftliches(da» Volk der Wespen von Cornel Schmitt), Technisches(Radio, Film. Signaltechnik der Eisenbahn), völkerkunhsiche»(deutsch« Burgen der Vorzeit, Tut-anch- amen), gut« Erzählungen u. a. Das Illustrationsmaterial ist in mannigfacher Technik hergestellt. Levy o. Müll« In Stuttgart bieten als Neuheiten dies«, Jahr «in« hübsche Ro b i n s o n- Ausgabe, die sich an Defoe» Original stimmten„Sieben Schwaben" von Ludwig Aurbacher, lustige Abenteuer, di« von Künftterhand mit sehr wirkungsvollen Scherenschnitten versehen stnd. Die„Union Deulsche Verlagsanstall" bereichert ihre vornehm auf, gemachte Sammlung„Klassische Jugendbücher" um zwei ge- biegen« Auswahlbände, di« Abalbert Stifter und Hebbel gewidmet stnd. A b d i a s und anber« Erzählung« von Stifter(der Hochwald und Bergmi ch) wollen die reife Jugend gewinnen für die feine, stille, ober in der andächtigen und stimmungsvollen RvturschUderung un- ei dlich reichen Kunst dieses Idyllikers. Aus Hebbels Werk hat der gleiche Herausgeber Joh. Henningfen den„Rubi n" und andere Erzählungen gewählt, die dramatischer, düsterer und tiefex gerichtet sind. Auch Hebbels„Aufzeichnungen aus meinem Leben" sind auf- genommen, dl« oufichlvßreiäen Offenbarungen über dl« Jugend. erlebniss« dieses geni-cien Maurersohne».—.„Der Jugend» der ist«ine höchst phantostcooll«. sehr schon illustriert«, rnfj hcuven Abenteuern reich dotierte und mit viel Humor durchfetzt« Er- zählung. Auch Erwachsen« muß dies« ägyptisch-deutscharabisch« Sa. hara-Expedition zur sagenhaften Kupferstadl außergewöhnlich fest«'». Die im Dialekt geführten Unterhaltungen eines Urbayern ml Füll« notuinvissenschafllicher Dinge werben einem so nebenher bei« gebracht. Eine andere Abenteuererzählung.Der gelbe Hai. fisch" von B, Held in g spielt im Gewände der modernen Tech, tri!, Em« groß« Quantität von Radium geht ver'oren. Der Räuber. ein verschlagener Chinese, wird im Unterseeboot verfolgt. Funken- telegraphie und drahtlos« Energieübermittlung spielen ihre Rolle. Eine gefährliche geheimnisvolle Insel, ein wahnsinniger Millionär, ein edelmütiger Dollapinlllioänr und ein fabelhafter deutscher In- genieur, ferner Unterseeyacht, Alligatoren. Urwald,-ine Wette— das sind die Requisiten. Technik, Tempo. Spannung mäßig. Georg Westtrmann(Braunschwetg) läßt als 4». und 50. Bond feiner„Leben»bücher der Jugend" Kleists unvergäng. sich«, von tragischem Gefühl durchschauert«, in eherner Sprache g«. gössen« Erzählung„Michael Kohlhaas" und Stifters Naturaefühl und romantische Geschehnisfüll« vereinigend«„Narren- bürg erscheinen. Beide Bände sind origina'getreu und mit farbigen und ichwarzen Abbildungen versehen.— In der Reih« der„Wissenschaftlichen Volksbücher", die aus größeren Werken gutgewählte Auszüge bringt, liegt neu vor:„Im Grön- landei» mit Mylius-Erichsen" von A- Frics-- lebendige Echilderu igen dieser bekannten Expedttion. Die Franckh'sche Verlagsbuchhandlung pflegt als Spezialität das naturwistenschaftliche und technische Buch für die Jugend. Vom „Bastelbuch". das als Zeitschrist erscheint, liegt zu Weihnachten immer der gebunden« Band vor(jetzt bereits der fünfte). Diese An» leitung zu Handfertigkeit, Spiel und Arbeit ist eine rechte Fund- grub« für zahlreich«, nützliche und anregende Arbeiten. Im Zeit- alter des Arbettsunterrtchls, der vorläufig freilich noch sehr wenig verwirLicht ist, ist es ein notwendiges Hilfsbuch für Sclbstbeschäf- tigung. Man bekommt ordentlich Lust, noch mal jung zu werden, um sich auch einmal einen Lötkolben oder ein« Hobelbank se'bst anfertigen zu können, oder um«in Pupventheater oder«inen Spring- brunnen zu bauen. Auch das naturwissenschaftliche Jahrbuch „Jugend-Kosmos" ist wieder erschienen, reich an Unter. hal ungs- und Belehrt, ngsstofs aus allen Gebieten. Da die meisten Beiträg« kurz gehalten find, kann es sehr Vieles bringen. Als An- hang wird wieder eine Tiergeschichte von E. Thompson Selon ge. boten:„Domino Reinhard", die Geschichte eines Si.berfuchses. Von demselben Verfasser stammt der Indianerband„Jon und Sa in im Walde". Dieser Amerikaner ist bereits zu einem Liebling». schnftsteller unserer Jugend geworden. Mit gutem Recht. Er ver- steht es, aus der reichen und noch urwüchsigen Natur Nordamerikas mit vollen Händen zu schöpfen. Ein vor. restlicher Beobachter, ein frischer Darsteller und«in wahrer Naturfreund! Dies« Indianer- geschichte ist eine Forssetzung der vorjährigen: Zwei amerikanische Jungen gehen in den Wald und lernen Indianer, d. h. si« schärfen ihre Sinn« für Beobachtung, gewöhnen sich im Freien zu leben und dl« Natur auf sich wirken zu lassen. Allerlei Abenteuer und Mut» proben würzen den Inhaltt Die Abbildungen sind originell, be» sonder» di« Randzeichnungen.— Für den heranwachsenden Knaben ist da» größte Reich der Wunder die Technik. Was aber könnt« ihn heut« mehr reizen ats Radio und Automobil. Es war daher ein glücklicher Gedanke des Verlags, die Wissenssehnsucht der Jugend auf ein« Weise zu befriedigen, daß sie genußreich, spannend und wirklich belehrend zugleich sei I. F u h l b e r g- H o r st ist das mit den beiden Otkel-Herber.-Büchern:„Radio und„Auto und Motor bei Onkel Herbert" meisterhaft gelungen. Dies« Onkel, der seinen Neffen in den Ferien mit in die Fabrik nimmt und in unterhaltender, ja erlebender Foxm nach und nach in die Geheinmiss« de» Radio« wie de» Auto» einweiht, ist ein frischer, bumorgesegneter Mensch, kein trockene? Pädagoge. Die zahlreiche» Zeichnungen erläutern den Text aus, instrukttvste.— Ein präch» ftges natunoissenschaftsick)«» Bilderbuch ist H. W. Behm, Bilde» atta» au» der Vorzeit der West mtt Einleitung und kurzer Er» läitterung her ISO Abbi'dungen und farbigen Toseln. Er will di« Entwicklungsgeschichte der Erde in anschaulicher Form vorführen, Wer Bilder zu lesen versteht— auch da» ist«ine Kunst wird stuchtbare Anregung hieraus schöpfen, aber auch dem Oberflächlichen werden diese Zeugnisse aus dem Gestaltenwandel der Erde: diese Felsenklüfte und Sletscherschiiste, dws« oerk.cselten Baumstämme und phan asttschen®trolouri«r«ine nachdenksiche Ergötzung bereiten. Vrockhau»' Verlag hat auch in diesem Jahr di« verdienswolle Sammlung der„Reisen und Abenteuer, die für jung und alt bestimmt ist. um mehrer« immer gut und chorakterist.sch illu- striert« Lände oermehrtt Da» Priizip der Sammlung, aus aner. kennten, womöglich klassischen Reisewerken von allem Wissenschaft« lichen Ballast befreite spannende und interessierende Auszug« zu geben, wird durchweg mtt bestem Erfolg« durchgeführt. Der zu» letzt erschienen« Band bringt ffl. S t k f a ns s o n» packende B«. schreibung seines fast sportsmäßigen Vorstoßes in den hohen Norden, seine» völlig den arttischen Verhältnissen angepaßten Lebens, sein« Abenteuer und etn« liebevoll« Darstellung der Eskimositten. Das Buch(„Jäger des hohen Nordens") wird dem wagemutige» Amerikaner viel« Freunde werben.— Aus der anderen populären Sammlung de» gseichen Verlag»„Akte Reisen und Abenteuer" seien Marco Volq» Reisen in Hochasien und China und D a s c» da© a rn 0 s Reis« nach Ostindien in den Originalberichten be» sonders hervorgehoben. Zum Schluß«ine schöne Ausgab« des Verlages Bruno Easflrer. Berlin:.Dl« tapferen Zehntausend" von C. Witt mtt Federzeichnungen von Vi a x G l e v o g t. Erinnerungen an die Schulzeit werden wach. Ein leises Gähnen: Zlenovhons„Anabasis". Was hat man den Tertianern bei der Lektüre dieses Werkes für gua'volte. entsetzlich geisttötende Stunden bereitet! Oeder Schul. BS»"~~*"''''' wei .......____„....... m daß man ihn erst jetzt in der schönen Wiedergabe des alten Witt recht etgensssch kennen und schätzen lernt. Und Wehmut»nd Aerger überkommen einen beim Gedenken) an di« verlorenen Kinderjahre, in denen man in der griechischen Philoloai« gedrillt wurde, ohne antiken G«�«inen Hauch zu spüren. Man sollte den Vierzehn. jährigen von heut« dieses vortreffliche Buch in di« Hand geben. St« werden dvrau» für ihr Wissen und ihr« Einbildungskraft wert. volleren Gewinn ziehen als au» dem mühevoll Uebersetzten des heiligen Originals. Zumal HI« schmissigen, geistreichen und eleganten Zeichnungen Slßvogts die Lücken ausmalend füllen, die di« eigen« Phantasie etwa übrig läßt. XKXXXKKXXXXXXXXX*» �,xvV7 I*r die hervorragende Qualitats-Hicjarette In i vornehmer Ausstattung für 3(drei!) Pfer" v" erobert sofort jedes Raucherheiz, sie Sird's die ungen Geh' zu Kuhnte Theatergläser mit guter Optik schwarz von 15.- M. an Perlmutter v. 28.-M. an m. 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