Nr.591 41. Jahrgang Ausgabe A nr. 301 Bezugspreis: 9835chentlich 70 Golbpfennig, monatlich 5,- Goldmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland Danzig Saar- und Memelgebiet. Defterreich, Litauen, Luxemburg 4.50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmar? pro Monat Der..Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit..Sieb. lung und Rleingarten fowie ber Unterhaltungsbeilage Heimwelt und Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint mochentäglich zweimal Sonntags und Montags einmal. Telegramm Adreffe: Sozialbemotrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Goldpfennig Anzeigenpreise: Die etni paltige Nonpareile. seile 0.70 Goldmart. Reflamegeile L- Goldmart. Kleine Anzeigen bas fettgedrudte Bort 0,20 Gold mart( zuläffig amei fettgedruckte Borte), iebes weitere Bort 0.10 Goldmart. Stellengefuche das erste Wort 0,10 Goldmar! tebes weitere Wort 0.05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Familienanzeigen Hir Abonnenten Reile 0.30 Goldmart. Eine Geldmart. ein Dollar geteilt burch 4.20. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4½ Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin GW 68. Linden. ftraße 3 abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früb bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Donhoff 292-295 Verlag:: Dönboif 2506-2507 Dienstag, den 16. Dezember 1924 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Bosticheckkonto: Berlin 375.36. Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gefellichaft. Devoitentasie Lindenstraße 3 Die Reichsregierung zurückgetreten.. Amtlich wird gemeldet: ... und mit Fortführung der Geschäfte beauftragt. Der Reichskanzler Marg überbrachte geffern nachmittag 4,30 Uhr dem Reichspräsidenten die Rüdirittserklärung des Reichstabinetts. Der Reichpräsident nahm die Demission entgegen, beauftragte aber gleichzeitig den Reichskanzler Mary und die bisherige Reichsregierung mit der einstweiligen Weiterführung der Geschäfte. Die Regierung Marg ist gestern formell zurückgetreten. Selten ist der Rüdiritt einer Regierung meniger dramatisch, aber auch weniger unter dem Drud zwingender politischer Notwendigkeiten erfolgt. Die Regierung Marg hat den Reichstag aufgelöst, um eine sichere Parlamentsmehrheit für ihre Außenpolitit zu gewinnen. Sie wollte Gewißheit bar über schaffen, daß die bisherige Außenpolitik weitergeführt werden könnte, nachdem die Erfolge dieser Politik heranzureifen begannen. Mit der Fortführung der bisherigen Außenpolitik find große Lebensfragen des Boltes untrennbar verknüpft: Die Wiedereinschaltung Deutschlands in die Weltwirtschaft im größtmöglichsten Maßstabe, mit allen Auswirkungen auf wirt fchaftlichem und sozialem Gebiete, die politische und wirtschaftliche Zukunft der besetzten Gebiete, das Schicksal der neuen deutschen Währung. Ueber diese Fragen hat die Regierung Marg im Wahlkampf die Entscheidung des Voites ange rufen. Das Ergebnis der Wahl ist, daß die parlamentarische Grundlage für die bisherige Außenpolitik beträchtlich breiter ist denn zuvor. Die Regierung Marr hat einen sachlichen Erfolg davongetragen. Trotzdem tritt sie zurüd. Sie geht nicht vor den Reichstag, um zu erproben, ob sie für ihre sachlichen Ziele eine Mehrheit findet. Es ist nicht die innere Logik des Wahlergebniffes, die den Rücktritt der Regierung erzwungen hat, sondern die innere Uneinigkeit der Regierung selbst. Für das Zentrum stand die Außenpolitik im Vordergrund der Erwägungen, für die Deutsche Bolkspartei traten die außenpolitischen Erwägungen hinter den starten wirtschaftspolitischen Interessen zurüd, die fie an die Seite der Deutschnationalen zogen. Daraus ergab sich die Differenz zwischen Zentrum und Volkspartei in der Regierungsfrage. Das Ziel des Zentrums war die Aufrecht erhaltung der bisherigen Grundlage der Regierung zur Sicherung des außenpolitischen Kurses, das Ziel der Boltspartei war die Verschiebung der Grundlage nach rechts, um die Klassenziele des Großunternehmertums bei der Verteilung der Lasten aus den Dames- Gesetzen durchzusehen auf die Gefahr hin, daß eine Rechtsregierung die bisherige Linie der Außenpolitik verläßt und Deutschland in neue Schwierigkeiten und Berwicklungen stürzt. Um dieser Ziele willen hat Stresemann den Reichskanzler Mary gestürzt. Damit ist formell eine jener Regierungsfrisen eröffnet, die feit der Sprengung der ersten großen Koalition durch die Bolkspartei feine Stabilität in das politische Leben Deutschlands tommen laffen. Politisch- parlamentarisch gesehen ist diese durch die Volkspartei unter Stresemanns Führung heraufbeschworene Krise absolut sinnlos. Es gibt keine feste Parlamentsmehrheit für eine Regierungsfombination, die nicht festhäit am Brimat der Außenpolitik und die über den fünftigen Kurs der deutschen Außenpolitik Unsicherheit bestehen läßt Sozial gesehen hat diese Krise ihren guten Sinn. Eben weil feine feste Regierungsbildung möglich ist, wenn die Volkspartei an ihrem Bündnis mit den Deutschnationalen festhält, hofft sie schließlich das Zentrum unter dem Druck der parlamentarischen Konstellation in die Front der sozialen Reaktion hineinzureißen. Das Wahlergebnis war nicht nur eine Entscheidung der Mehrheit des Volkes für die bisherige Außenpolitik- es war auch eine Ablehnung der Pläne der fozialen Reaktion, wie sie Deutschnationale und Deutsche Volkspartei im Wahlkampfe offen ausgesprochen haben. Der politische und soziale Sinn des Wahlergebnisses soll durch eine Ausnutzung der Zersplitterung des deutschen Parteiensystems in das Gegenteil verdreht werden das ist der Sinn dieser Regierungskrise. Die Schuld daran, daß die Partei Stresemann diese Krise heraufbeschwören konnte, daß sie eine parlamentarische 3wangslage konstruieren konnte, um einen starken Druck auf das Zentrum herbeizuführen, liegt bei der Arbeiterschaft. Die Bolitif Stresemanns wäre unmöglich ohne die Anwesenheit von 45 kommunistischenn Abgeordneten im Reichstage. Die Stresemannsche Politik rechnet mit der heimlichen Bundesgenossenschaft der Kommunisten. Es ist selbstverständlich, daß feiner der 45 fommunistischen Abgeordneten daran denkt, der Volkspartei bei der Verfolgung der Klassenziele des Großunternehmertums werftätige Hilfe zu leisten. Aber ihre Anwesenheit im Parlament, ihre gewollte Unbrauchbarkeit für die Bildung einer festen Regierung, ihre intransigente, auf die Zerstörung der Berfassung und des Staates gerichtete Haltung genügen, um der Volkspartei die Möglichkeit zu geben, die Bildung des Bürgerblods zu versuchen. Ohne die 45 tommunistischen Abgeordneten hätte der sammensetzung des neuen Reichstags, als Herrin der Situation Reichstag 448 Mitglieder statt 493. Bon diesen 448 Mitgefühlt. Sehr mit Unrecht; denn die wahre Entscheidung liegt gliedern zählen die drei großen republikanischen Parteien 232 beim 3entrum. Diese Partei hält die Ent. - eine sichere Mehrheit. Mit den 45 tommunistischen Stim- fcheidung über die politische Zukunft Deutsche men können Volkspartei und Deutschnationale der Koalition lands in der Hand. Soviel ich bisher übersehen läßt, aus Sozialdemokraten, Zentrum und Demokraten, die über hat das Zentrum feine Neigung, sich von Herrn Stresemann 232 Stimmen verfügt, 261 Stimmen entgegenseßen. Jeder mit einem plöglichen Ruck aus seiner bisherigen Stellung mann weiß, daß ein Linksblod nicht auf die Stimmen der heraus und an die Seite des Bürgerblods reißen zu lassen. Rommunisten rechnen fann und bei der Haltung der Kommu Der Erfolg des Manövers der Volkspartei ist zunächst nisten nicht darauf rechnen darf. Die 45 tommunistischen außerordentlich ungewiß. Nur ein Erfolg ist ihr sicher beStimmen haben die Grundlage für die Politik Stresemanns schieden: sie hat abermals eine Regierungsfrise hervorgerufen, abgegeben. Die 45 tommunistischen Stimmen sind die Hoff die so verworren, so endlos, so beschämend ist wie irgendeine nung der sozialen Reaftion. Die 45 fommunistischen Stimmen von den vielen, die sie Deutschland schon gegeben hat. Die sind das Sprungbrett für den Bürgerblod. Im Intereffe einer Boltspartei ist die Partei der Krisenmacher. In diesem Ge Lintsentwidlung in Deutschland, im Interesse des Kampfes schäft befißt sie eine unglaubliche Birtuofität. Das Bild des gegen die geplanten Anschläge der sozialen Realtion hätten die politischen Karuffells, das der ,, Borwärts" im Mai veröffentWähler der 45 kommunistischen Abgeordneten wahrhaftig lichte und im Oktober wiederholte, wird schließlich auch zum beffer getan, wenn sie am 7. Dezember zu Hause geblieben Symbol dieser Regierungsfrise werden. Halb lachend und wären. halb weinend werden wir demnächst das unsterbliche Karussell wieder hervorziehen müssen, um das im Spaß so amüsante und doch im Ernst so traurige Spiel unseren Lesern zum dritten Male vor Augen zu führen. Und wird es nicht auch diesmal am Ende heißen: ,, Seht doch, seht, wie sich's dreht Und am Ende stille steht. lind dann ist, und dann ist Alles wie's gewesen ist." Gedämpfte Töne. Mit der intransigenten Stellung der Kommunisten gegen jede Regierung rechnend, hat Stresemann den Reichstangler Marg gestürzt. Er hat damit das Zentrum in eine 3wangslage gebracht, die der ber Demofraten vor der Reichs tagsauflösung ähnlich ist. Nur ist die Zwangslage des Zentrums heute noch schlimmer. Im Wahlkampfe ist deutlich genug herausgearbeitet worden, was die Entscheidung für den Bürgerblock bedeutet. Der Ausweg der Reichstagsauflösung ist nicht mehr gangbar. Das Zentrum steht deshalb vor der unausweichlichen Entscheidung, ob es sich von der Volkspartei in den Bürgerblock hineinzwingen lassen will oder nicht. Diese Sinkende Hoffnungen der Deutschnationalen Entscheidung ist nicht nur eine formell parlamentarische Entscheidung. Man muß sich im Zentrum völlig darüber flar fein, daß um die außenpolitische Linie der neuen Regierung Die deutschnationale Presse mar bisher auf den Ton ge im Kabinett ein unaufhörlicher Kampf geführt werden würde, stimmt: Wir warten ab, denn der Bürgerblock ist uns tot bei dem die Bolkspartei eher zu den Deutschnationalen neigen ficher. Der Bürgerblod tommt, er naht, er ist schon da. Inwürde, Der Eintritt in den Bürger blod würde zwischen hat sich ihr der strahlende Bürgerblodhimmel etwas für das Zentrum also bedeuten: unter dem Drucke einer von bewölkt, so daß sie bewegliche Klage führt über die„ Berder Boltspartei geschaffenen, mit der geheimen Bundesge- wirrung", die die böse Linke angeblich in das glatte nossenschaft der Kommunisten rechnenden parlamentarischen Bürgerblockgeschäft hineingebracht hat. Wie auf Verabredung 3wangslage das Festhalten am am Primat der liest man über den Betrachtungen der Deutschen TagesAußenpolitik aufgeben. Bürgerblod heißt Unge- zeitung", ünstliche Verwirrung", und über den mißheit über den Kurs der deutschen Außen- der Deutschen Zeitung"„ Die künstliche Bera politif. mirrung der Lage". Die Deutsche Tageszeitung" schreibt voll ,, Seitdem das Reichsfabinett seinen Rücktritt beschlossen und Die Volkspartei hat durch den Sturz des Reichskanzlers Marg die Entscheidung für den Bürgerblod herbeiführen wollen. Sie hat sich, dant der Gunst der besonderen Zu Grimm: Englands neue Außenpolitik. Chamberlains Rede im Unterhaus. minister Chamberlain begann feine mit Spannung erwartete Condon, 15. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Der Außen-| den sei und daß insbesondere die Fremdenfolonien, deren Schuß in Rede über die außenpolitische Lage am Montag nachmittag im antienglische Agitation in Aegypten, die in der Ermordung des Sirminister Chamberlain begann feine mit Spannung erwartete den Händen Englands liege, diefe Polittt gut geheißen hätten. Die Unterhaus mit Romplimenten für den. Bölkerbund. Es fei dars gipfelte, habe die Regierung gezwungen, der Fortsetzung dieser Unterhaus mit Komplimenten für den Völkerbund. wünschenswert, daß die britische Regierung durch ihren Außen- Bewegung mit fräftiger Hand ein Ende zu bereiten. Bei der Erminifter im Bölkerbundsrat vertreten sei. Er sei von Rom zurücklärung der Unabhängigkeit Aegyptens feien verschiedene Intereffer gefehrt mit neuen Kenntnissen über das Wesen der Arbeit des Englands einem späteren Abkommen mit der ägyptischen Regierung Völkerbundes und mit der Gewißheit seiner Nüglichkeit. Ueber vorbehalten geblieben. Diese schlossen die Sicherheit der Berbindungs eine Besprechungen mit dem französischen und dem italienischen Miwege des britischen Reiches in Aegypten die Berteidigung nisterpräsidenten und mit anderen Persönlichkeiten des Bölkerbundes Aegyptens gegen fremde Angriffe oder direkte oder indirekte fagte er, der Hauptwert dieser Besprechungen läge darin, daß er Einmischungen und der ausländischen Interessen und Mimit diesen Staatsmännern in persönlichen Kontakt gekommen fei. oritäten in Aegypten und die Frage des Sudans ein. Diese Vere Bei allen diesen Besprechungen habe er feinerlei Schwierigkeiten bindungswege stehen allen Mächten offen und die Aufhebung des gefunden und durch die dabei getroffenen Abmachungen würden für britischen Protektorats über Aegypten hätte nichts an der Stellung feines der Völker Schwierigkeiten entstehen. Die Verhandlungen anderer Mächte in Aegypten geändert Englands Position in Aegyp seinen vertraulich gewesen, er fönne darum nicht näher berichten. ten sei eine onderstellung und diese bringe auch besondere Er habe mancherlei über die Stellung der Länder zum Genfer Verpflichtungen mit sich. England wolle die Unabhängige Protokoll gehört. Aber er sei nicht in der Lage gewesen, über eit Aegyptens nicht beseitigen, aber es verlange, daß die Stellungnahme der britischen Regierung dazu etwas zu fagen, die ägyptische Regierung mit und nicht gegen die britische Regierung weil das Kabinett erst nach seiner Abreise in die Beratung des arbeite. Hinsichtlich der Frage einer Entscheidung des Böiker. Protokolls eingetreten fei. Ueber die Frage der interalliierten bundes über die ägyptische strife sagte er, es bestehe fein Anlaß. Schulden habe er feine Aussprache gehabt. Er habe weder ver- den Völkerbund damit zu befaffen. sucht in dieser Frage einen neuen Bertrag, nody eine neue Entfcheidung zu erlangen. Was aber gesucht und in den Besprechungen auch erreicht wurde, war, fleinere Schwierigteiten für die gemeitamen Intereffen der ganzen Welt aus dem Wege zu räumen und fünftig zu vermeiden. Zu der Kritik an feiner Bolitik gegenüber Aegypten und Rußland fagte er. daß er auf femer Reife vielfach wegen der haltung der Regierung in ber ägyptischen Strife beglüdwünscht mar. | Ueber die Angelegenheit des Sinowjew- Briefes fagte Chamberlain, daß die Regierung den Brief von einer bestimmten Stelle erhalten habe, daß ihr aber schon vorher aus einer völlig anderen Quelle der ganze Inhalt des Briefes bekanntgegeben worden sei. Danach habe die Regierung auch noch von anderen vollkommen voneinander unabhängigen Stellen den gleichen Wort laut mitgeteilt erhalten. Daraus habe sie die Gewißheit über Die Echtheit bes Briefes gewonnen. damit ausdrücklich dokumentiert hat, daß es sich nicht in der Lage fühlt, die durch den Wahlausfall geschaffene Situation einfach zu ignorieren, find wieder mal alle Puppen am Tanzen. Sozial. demokraten, Demokraten und linker Zentrums. flügel bemühen sich mit den verschiedensten Mitteln, die flare und einfache Sachlage der Mehrheitsverhältnisse im neuen Reichstage aus der Welt zu disputieren und so zu tun, als sei durch den Wahlausfall wieder einmal die heilloseste Verwirrung gefchaffen." Die Deutsche Zeitung" behauptet: „ Mit dem heutigen endgültigen Rücktritt des Kabinetts Marr beginnt die Periode der Regierungsverhandlungen, die alle Aussicht haben, sich wiederum überaus langweilig zu gestalten, ob. wohl die Lage wahrhaft fo tlar ist, wie sie nur Jein tann. Die vereinigte Linte aber versucht mit allen Mitteln, fünftlich Schwierig feiten zu tonftruieren, und in ihrem Sinne wird zweifellos Herr Gbert, der jeßt die nächste EntIcheidung hat, alles tun, nur nicht das, was eine rasche und sichere Lösung bringen fann. Die einfache und flare Rechnung der Deutschnationalen war, daß das Zentrum fich Hals über Kopf in den Bürger blod stürzen würde. Nun hat sich bisher gezeigt, daß die Mehrheitsverhältnisse gar nicht so einfach und flar sind, wie die Deutschnationalen meinen, denn das Zentrum rechnet sich gar nicht ohne weiteres zur Bürgerblodmehrheit. Die fünftliche Berwirrung" besteht in Wahrheit nur in der Klärung der von der Boltspartei geschaffenen verworrenen Situation. Deutliche Absage. Die rheinische Zentrumspreffe gegen den Bürgerblock. Köln, 15. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Die rheinische, vor allem die Kölner Zentrumspreffe, fährt fort, gegen die Bestre. bungen zur Bildung eines Bürgerblocs die schwersten Geschütze aufzufahren. Die Rölnische Bolkszeitung" läßt sich 3. B. am Montag von ihrer Berliner Beripetung einen Artite! brahten, der sich erneut scharf gegen die Bolin der Strefemänner und der Deutschnationalen richtet. Von der Zentrumspartei fagt der Aritel: „ Das Zentrum hat die Babfen so eindeutig geführt und feine politische Stellung fo eindeutig umrissen, daß feine Linie feft liegt. Für das Zentrum ist die Frage ausschlaggebend ob diese Linie gesichert wird oder nicht. Denn für eine Politit der Experimente fann sich eine Bartei niemals hergeben, die sechs Jahre lang die Berantwortung getragen hat und an führender Stelle Die Konfolidierung einzuleiten verstand, die jetzt in Staat und Wirtschaft einzutreten und sich weiter auszuwirken beginnt." Die„ Rheinische Volkswacht", das offizielle Kölner Bentrumsblatt, schließt einen längeren Artikel, der zeitgemäße Er. innerungen enthält, mit folgenden Worten: 7 „ Es handelt sich bei der Regierungsbildung nicht darum, ob das Zentrum den Reichsfangler und einige Minister in der neuen Regierung stellt, fondern darum, das Baterland vor neuem un heil zu bewahren. Glauben Deutschnationale und Deutsche Bollspartei, ohne das Zentrum fertig werden zu tönnen mögen fie es versuchen. Das Zentrum tann ja auch einmal die Rolle bes unverantwortlichen 3ufhauers übernehmen, Es fellte fehr ernstlich daran benfen." Der parlamentarische Mitarbeiter des gleichen Blattes wird noch deutlicher, indem er in der gleichen Nummer folgendes schreibt: „ Das Zentrum denft nicht daran, immerfort bie Rafta nien aus dem Feuer zu holen, die die Deutsche Volkspartei hinein. geworfen hat. Das Zentrum wird einen Rechtsblod in dem von der Deutschen Volkspartei gewünschten Sinne nicht von vornherein aboieren; es wünde die Taten eines so chen Gebildes abwarten, wenn es überhaupt zustande fäme und daraus dann die gebotenen Schlußfolgerungen ziehen. Das Zentrum steht heute wie immer unoer. rüdbar auf dem Standpunkt. daß nur eine Politik der mittleren 2inie dem deutschen Bolte zum Heil gereichen fann, und daß es nur eine solche Brlitit unterstüßt, die die Innehaltung biefer mittleren Linie nach innen und außen gewährleistet. Danach allein, also ausfchließlich nach fachlichen Gründen, wird das Zentrum uricien, nach fachlichen Gründen wird es feine eventuelle Opposition bestimmen. Daß Kanzler Marg in aller Deffentlichkeit| Die Heimkehr. Bon Klabun b. Aus ber neuen überarbeiteten Ausgabe bes Eulenspiegelromans Brade", die im Berlag der Deutschen Buchgemeinschaft erscheint. Es bämmerte, als Brace in Striegau eintraf. Seine Knie zitterten, und er setzte sich müde auf eine Haustreppe. Eine Kage ftrich an ihm vorbei. Läuft mir eine Rage über den Weg? dachte er, betroffen lächelnd. I mir das Unglück so nah? Hunde bellten aus allen Straßen Frage und Antwort. Eine Fledermaus rauschte unterm Duntel. Der Marktbrunnen plätscherte wie Gesang leiser Nymphen. Die Haustür flirrte, und eine gebüdte Gestalt erschien herenhaft. Meine Augen sind halt erblindet," flang es vertraut, wer seid Shr, der Ihr hier an der Treppe fitzt?" Brade schoß auf wie eine Pflanze zum Licht. Er hob feine Arme wie Aeste. Seine Augen wir Blüten. Mutter!" jubelte er erstickt, ich bin es, dein franker Sohn!" Die Gestalt wurde von Krämpfen erschüttert: Mein Sohn, haft du uns nicht vergessen, lebst du, lebst du noch?" ,, Mutter, ich lebe und bebe nur darum, daß ich noch einmal zu euth fomme, euch zu sehen, zu sprechen, zu hören. Denn ihr seid bie letzten Menschen dieser Erde, die ich tenne. Ich bin so arm, daß ich teinen Menschen mehr habe. Kein Weib mich mehr liebt. Rein räubiger Hund mich zum Herrn haben möchte. Mutter, wo ist der Baber, daß er mich endlich wieder feinen Sohn nenne?" Die Alte erschrat. Sie wurde zu Lehm. Bewegte tonlos die dürren Lippen. Ihre fnochigen Hände malten entfest entfehliche Gemälde. Ihre Dhren schienen nach einem bestimmten Geräusch zu laufchen. Sie fand ein paar Worte: .Er haßt dich er haßt dich... wie den Bösen... ich hake Furcht.. Schritte polterten burch das Haus innen. ,, Weib!" brüllte eine rauhe Stimme. Brade," betete die Alte, totenbleich. Die Tür Inarrie, und der Physitus trot in die Nacht. Ich suchte dich, Weib, weil ich meine lange Pfeife nicht finde. Ich gab fie gestern der Magd zum Reinigen-" Er hielt inne. Bor ihm fniete ein fremder Mensch, die Hände vor dem Geficht. ,, Brade," wagte die Alte letfe Erinnerung zu weden, Brace, verzeih ihm, es ist dein Sohn!" Der Greis holte tief Atem. Es schien, als fauge er das ganze Dunkel in sich hinein samt Mond und Sternen. Das Dunkel und und auch den Parteiführern gegendiber offiziell die Erklärung ab-| Traugott von Jagow die noch zu verbüßende Reststrofe erlassen. gegeben hat, daß er bei der gegenwärtigen Lage persönlich die v. Jogom war wegen seiner Beteiligung am Rapp Putih pom Sicherheit für die mittlere Linie nicht als gegeben erachtet, hat im Reichsgericht zu fünf Jahren Festung verurteilt worden und hat In- und Ausland alarmierend gewirkt. Da ist man aufvon dieser Strafe am 13. d. M. drei Jahre verbüßt. Bolf, das dem Kanzler Mary folgte und das seine Politik durch ein merfiam geworden, welch fritische Dinge am Werke sind. Denn das gewaltiges Bertrauensvotum bekräftigte, fagt sich, daß eine Politik nicht gut sein fann, die Marr als Führer nicht mehr mitzumachen vermag. Es wird der Deutschen Bolfspartei nichts anderes übrig bleiben, als daß sie den Versuch macht, die Schwierigkeiten, die sie nun wiederum ohne Not geschaffen hat, zu meistern. Will oder fann e das nicht, dann wird ihr nichts anderes übrig bleiben, als auf die und ihre politischen Maßnahmen nach den wirklich verstandenen Führerrolle, die sie beansprucht, endgültig zu verzichten realen Tatsachen" einzustellen...." 17 Klaffenterror. Die deutschnationale Reinigung der Verwaltung". Die Deutschnationalen wollen durch den Bürgerblod in der preußischen Verwaltung das alte tonservative Kastenwesen wieder einführen. Sie wollen die Arbeiterschaft von Regie rung und Verwaltung ausschließen. Auf die Feſtnagelung dieser Absicht durch sozialdemokratische Schriftsteller antwortet die Deutsche Tageszeitung" so unanständig wie verlogen: In der„ G'ocke" tobt Herr Breuer- Friedländer den Ueber fchwang feiner östlichen abgefühle aus, behauptet, mit der Sozialdemokratie hielte man die deutsche Arbeiterfchaft" Don der Teilnahme an Regierung und Berwaltung fern Für ihn find offenbar die christlichen und nationalen Arbeiter, Die im Zentrum und in der Deutschnationalen Volkspartei ihre pelitische Vertretung sehen, samt und fonders Angehörige des Feudalismus, der Industrieherren und der Agrarmagnaten" Für ihn balismus, der Industrieherren und der Agrarmagnaten" gibt es aber in diesem Augenblick auch bereits teine Demokratie und Beine Berfaffung mehr, sondern nur noch die Absicht des Klassen terrors." Nach der Erklärung der Nationalpoſt" gehört die Reinigung der preußischen Berwaltung von ungeeigneten Personen zu den Grundbedingungen der Deutschnationalen. Ben die Deutschnationalen als ,, un geeignete Person" ansehen, ersieht man aus der Flugschrift Nr. 191 der Deutschnationalen Boltspartei. Kennzeichnend für die Absicht der Deutschnationalen ist, daß in dieser Schrift lediglich aus der Tatsache, daß der Betreffende nicht die Beamtenfarriere des alten Regimes durchgemacht hat mag er sonst gelernt und im Leben geleistet haben, was er will das Recht hergeleitet wird. ihn, der dem Staate vielleicht wertvolle Energien und Renntnisse bei der Einberufung mit gebracht hat, als Futtertrippennugnießer" zu fchmähen. Wer also nicht die Beamtenfarriere des alten Regimes durchlaufen hat, ist ungeeignet. Damit ist die Arbeiterschaft von der Verwaltung ausgeschlossen und nicht nur die fozialdemokratische Arbeiterschaft! Als unge eignete ugnießer der Futtertrippe" werden in dieser offi ziellen Flugschrift der Deutschnationalen aufgeführt: Ebert, Sattler, Gastwirt, Redakteur, Staatssekretär, Reichs präsident." Hirtfiefer, Edy offer, preußi'cher Wohlfahrtsminister." Persönlichkeiten die wie Ebert aus der sozial demo frafischen, wie hirtfiefer aus der katholischen Arbeiterbewegung hervorgegangen sind, sollen von Regierung und Verwaltung ausgeschlossen werden, nur weil sie aus dem Arbeiterstand hervorgegangen sind. Ist das nicht Klassenterror? v. Jacow begnadigt. Wann folgt die Amnestie für Linksputschisten? Durch das Wolffsche Telegraphenbureau wird aus Leipzig gemeldet: Wie die Leipziger Neuesten Nachrichten erfahren, hat Ser Reichspräsident im Gnadenweg dem früheren Regierungspräsidenten t 3 Vorschlag des Reichsjuftizministeriums erfolgt ist, ruft die Er Dieser Gnadenaft des Reichspräsidenten, der offenbar auf innerung daran wach, daß v. Jagow der einzige Rechts putschist ist, der in Deutschland wegen Beteiligung am KappButsch verurteilt wurde. Alle anderen, selbst Erich Luden= dorff, waren feine Führer", sondern nur entweder ahnungslose und gänzlich unbeteiligte Zuschauer oder- we stalten. Die Milde deutscher Gerichte ist den Links. nigstens vor Gericht untergeordnete und nur verführte Geputschisten nicht zuteil geworden. Jeder wird sich fragen, ob die Begnadigung, deren v. Jagom nach drei Jahren Festungshaft sich jetzt erfreuen darf, auch anderen zugute fommen wird, deren Festhaltung oder Freilassung zumeist von den Entschließungen der Landesregierungen abhängt. Noch sitt Fechenbach unschuldig im Zuchthaus, noch verbüßen in Niederschönenfeld Teilnehmer der Münchener Räteregierung harte Strafen unter einem ausgesucht harten Regiment. Hunderte von fommunistischen Butschisten sind zu schweren Strafen verurteilt, oft zu Zuchthausstrafen, trotzdem auch die Motive ihrer Handlungen zweifellos in unendlich vielen Fällen rein politischer Natur gewesen sind. Die Begnadigung Jagows fönnte nur dann gebilligt werden, wenn sie als ein Auftakt zu weiteren Begnadigungen aufzufaffen wäre. Bliebe sie ein einseitig zugunsten der Rechten vorgenommener Enadenakt, dann wäre die Entrüstung, die folche Einseitigkeit bei jedem gerecht Dentenden auslösen müßte, mehr wie verständlich. Sie müßte den tiefen Niß, der heute zwischen Rechtsprechung und Gerechtigkeitsgefühl des Boltes fich aufgetan hat, weiter vertiefen. Läßt man Jagow frei, wird man nicht umhin tönnen, endlich auch für Fechenbach die Tore des Zuchthauses zu öffnen und für Hunderte viel weniger Schuldige die unbarmherzige Härte grausamer Rechtssprüche auf dem Gnadenweg zu mildern. Durch die Begnadigung Jagoms hat der Ruf nach einer ge= rechten Amnestie eine starte Unterstützung erfahren. Rentenbank und Aararkredite. Ein Erfolg Preußens. Amtlich wird gemeldet: ministers für Ernährung und Landwirtschaft, daß die bereite Das Reichsfabinett genehmigte auf Antrag des Reichs. mittel der Deutschen Rentenbant für eine Uebergangs. zeit bis zum 1. November 1925 durch Vermittlung einer Treuhandstelle an landwirtschaftliche Kreditinstitute über= wiefen werden, um diese Mittel bis zur gefeßlichen Errichtung einer Landwirtschaft ichen Kreditansbolt für den dringenden Kredittedarf der Landwir schaft, wie dies im Rentenbank- Liquidierungsgesetz vorgesehen ist. nugbar zu machen. Die Berteilung der Kre dite hat an diejenigen Kreditinstitute zu erfolgen, die in dem infolge der Reichstagsauflösung verzögerten Gefehentwurf zum Geschäftsverfehr mit der Rentenbant- Kreditanstalt zugelassen waren noch einem von der Reichsregierung zu genehmigenden Berteilungsplan. Sobold die Landwirtschaf liche Kreditanstalt errichtet sein wird, gehen die Mitte pot der Treuhand stelle auf die Kreditanstalt über Der Ge ehentwurf über die Errichtung der Kreditanftat foll den gesetz gebenden Körperschaf en alsbald vorgelegt werden. Der Beschluß des Reichslabinetis trägt der von der preußischen Regierung immer wieder betonten Tallache Rechnung, daß die Rentenbank durchaus in der Lage ist, große flüssige Mittel der Landwirtschaft zuzuführen. Die Absicht der Renten anfleitung ging dahin, diese Mittel bis zur Schaffung eines großen landwirtschaftlichen Zentralfreditinstituts zurückzuhalten, das Hals über Kopf ins Leben treten und ein wirt. fchaftliches Machtinstrument des Landbundes werden sollte. Diesen Blänen hat sich die preußische Regierung entschieden widersetzt. Ihr Erfolg ist es, wenn die Mittel der Rentenbant jetzt der Landwirtschaft zugeführt werden. die kleine und die große Welt, daß nur er übrig blieb: er allein in| Nacht. feiner wilden Bedenterie. Ich habe keinen Sohn mehr," sagte er rauh, der einmal mein Sohn war, ist ein Landstreicher und Bagabund geworden, den die Bauern von ihren Höfen jagen. Ist ein Dieb, ein Räuber, ein Mörder. Bater," wimmerte Brode, alles dieses bin ich, ich geftche es: bin Bagobund und Landstreicher, ein Räuber und Mörder. Aber, Bater, ich bin euer Sohn. Werfet nicht den ersten Stein auf mich!" Der Phyfitus bückte sich und löste einen Stein, der morsch im Mauermert des Hauses hing. -W Pferde wieherten. Kinder schrien. Männer brüllten. Häufer fielen wie Rarten zufammen. Striegau brannte. Seine Stirn verzerrte sich. Seine Stimme quoil. „ Schert euch zum Teufel!" und hab den Stein und warf nach it, leider mit einer vorübergebenden fatalen Neigung zum Detodem Sohn. Der Stein traf Brace, ba er auf den Bater zutreten wollte, an die Stirn. Dünnes Blut sprang und lief über Wimpern und Wangen. Er hörte den Schrei der Mutter. Das Zuschlagen der Tür. Es wurde rot vor seinen Augen, und er entlief schreiend Er fief burch die Stadt und warf fich auf einer fleinen Anhöhe hinter der Kirche ins Gras, Ueber ihm glänzten ruhig und fern die ewigen Sterne. Die Wiese bewegte sich im Winde. Ein Räfer fummte.. Unten die Stadt schlief wie ein Bürger nach des Tages voll. brachter Arbeit. Was habe ich nun dieen Tag und meines Lebens Tag getan? Ich wollte heute eine gute Tat tun und wurde mit Ruten gepeitscht. Ich bin so müde, ein Mensch zu sein. Ach, ich bin wohl feiner, fondern vom Mars nach hier verschlagen, mit sonderbaren und perwegenen Organen ausgerüstet, die für diese Welt nicht taugen. Ich habe zu große Augen, zu fleine Ohren, zu schlanke Füße, zu zarte Hände. Er richtete sich ein wenig auf, da fühlte er wieder das Blut von der Stirn rinnen. Ihm wurde blutrot und rot vor den Augen, und eine lange zu rüdgedämmte Wut brach strahlend wie eine Eiberbeufe auf. Er sprang, tanzend und singend, den Hügel hinab zur Stadt. In der Schmiede glomm noch das Feuer unter. der Asche. Er nahm einen Spahn vom Boden und entzündete ihn. Wie eine Fadel trug er ihn vor sich her und lief lautlos und fröhlich durch die verlassenen Gaffen: wohl ein bugendmal machte er halt und hielt die Fadel an ein Strohdach, das tüdisch zu triftern begann. Dann eilte er wieder über den Kirchhof zum Hügel zurüd. Er stand eisern in der Nacht und wartete. Nach taum einer halben Stunde schossen da und dort Feuergarben wie Rateten in den Himmel. Schreie fchwirrten durch die Der 7. Bezirk des Deuffchen Arbeiter- Sängerbundes veranstaltete fein diesjähriges Konzert am Sonnabend in der Neuen Welt. Von einer Mitwirkung aller dem Bezirf angehörigen Chöre und abgesehen. Lafür wr die Ausgestaltung des Abends der Gesangs ihrer Zusammenfassung in einem Masfenchor hatte man für diesmal gemeinschaft Roseberry d'Arquto und dem Bliner- Orchester anner. traut. So war eine Abendfeier" zustande gekommen, die im ersten Teil nach Schumanns B- Dur- Sinfonie Kompofitionen von Hugo Wolf brachte. Zuerst sang Else Wachsmann mit paftofem nieren das„ Gebet" und„ Du bist Orplid mein Land". Die Stimme der Sopranistin Anna el Tour genügte weder in der Tiefe noch in der Mittellage den Ansprüchen des Raumes und fonnte sich zudem Orchester folgten, wie die Sinfonie ebenfalls von Walter Hirich. gegen das Crchester nicht behaupten. Wolfsche Chorwerfe mit berg geleitet. Besonders in dem Hymnus" zeigte sich der Chor auch größeren Anstrengungen gewachsen. Das steht ja heft: chorerzieherisch, ftimmbildnerisch leistet d'Arguto mit seiner Gemeinschaft Borbildliches, besonders wenn man die jetzige Beschaffenheit des Chores in Hinblid auf die frühere, bod ganz mangelhafte Bor bildung des Sängermaterials bewertet. Wie natürlich er die Stimmen fich entwideln läßt und sie doch schnell fördert, ohne ihnen Gewalt anzutun, das bewiesen wieder die einzeln herausgestellten Stimmen des Chores, Daß d'Atguto zudem immer beffrebt ist, Neues zu versuchen, eine Liberatur mit internationalem Einschlag zu pflegen, ist schon des öfteren gesant. Experimente, wie das den Chor musizieren zu lassen, ohne ihn in der gewohnten Weise zu leiten, müssen natürlich, wenn auch nicht ganz so doch teilweise mißglüden. Die größte Zahl der im zweiten Teil des Abends ge botenen Rompofitionen ist schon in den früheren Konzerten gehört und gewürdigt worden. Bielleicht liegt auch in dieser Zusammen ftellung des Programms mit Stoffen aus früheren Ronzerten die Erklärung für den schlechten Besuch des Abends. Ob nicht doch manche der Chöre zu häufig und zu schnell aufeinander mit fast Das Brogramm enthielt am Kopf des Tertteis eine furze Würdi demselben Programm auftreten? Eins darf nicht ungefagt bleiben: gung von d'Argutos Streben. In wahrhaft panegyrischer Art wurde da vom„ Meister und Idealisten" gefprechen. Sein Können und redliches Streben in allen Ehren! Aber einen folchen Versuch, dem Publikum von vornherein ein Urteil zu fuggerieren, muß als amerikanische Art, Reflame zu schlagen, entschieden zurückgewiefen merden. G. G. Ueber fortschriftliche Strömungen in den Bereinigten Staaten fprach Adele Schreiber im deutschen Monistenbund. Sie verwies auf die große Rolle, die drüben der Kirche bei der Verwirk lichung von Weltfrieden und Bölferverständigung. wirtschaftlicher und politischer Demofratie, Hebung der unterdrückten Schichten. Lösung der Raffenprobleme, namentlich hinsichtlich der Farbigen, zufällt. lungsfähigkeit als bei uns. Eigenart der Kirchen aber ist größere Toleranz und Wend Alte Formen werden oft mit völlig Das Recht auf Unrecht. Eine Entscheidung im Personalabban. Seit Monaten schweben die Beschwerden zahlreicher Stadträte gegen die Abbaubeschlüsse der Stadtverord nelenversammlungen wie der Bezirksversammlungen Ueber die Berechtigung dieser Beschwerden hat ein juristischer Ausschuß des Kammergerichts zu befinden. Er besteht aus drei Juristen, und naive Gemüter könnten deswegen annehmen, daß ein solcher Ausschuß eine unparteiliche Entscheibung treffen werde. Diese Entscheidung ist jetzt da. Gie übertrifft alle Leistungen, die wir bisher von deutschen Juristen haben erleben müssen. Mörtlich heißt es in dem Entscheid des Kammergerichtsausschusses: # § 21 der Personalabbauverordnung enthält zwar die all. gemeine Bestimmung, daß die Auswahl der abzubauenden Berfonen weder durch politische oder fonfeffionelle Betätigung oder durch die Betätigung in Berufsvereinen noch durch die Zugehörig feit zu einer politischen Partei oder zu einem politischen, tonfesfirnellen oder Berufsverein beeinflußt werden darf. Eine Aus nahmebestimmung wird aber durch§ 53 a. a. D. insofern getroffen, als dort die Auswahl von Magistratsmitgliedern und in Städten mit Bürgermeisterverfassung auf die Auswahl von Bürger. meistern und Beigeordneten an Stelle des sonst zuständigen Verwaltungsorganes der Stad verordnetenversammlung über. tragen ist. Die Stadtverordnetenversammlung ist ihrer Natur nach cin: politische Körperschaft. Sie ist nach politischen Gesichtspunkten zusammengeseht, und ihre Beschlüiffe richten sich in der Regel nach ihter politischen Zusammensetzung. Insbesondere entspricht es durch aus der, auch bei anderen parlamentarischen Körperschaften gepflogenen Uebung, daß sich vor wichtigen Beratungen die Fraktionen in sich und untereinander über die Art ihrer Stellungnahme und Abstimmung verständigen. Daher stand, wenn der§ 53 die Auswahl für den Abbau einer derartigen Körperschaft übertrug, von vornherein fest, daß die Auswahl in der gedachten Weise politijch beeinflußt sein würde. Insoweit ist für die fraglichen Beamten von der Regel des§ 21 eine Ausnahme gemacht worden und fann ihre Ausnahme nicht unter Berufung auf§ 21 beanstandet werden. Deß bei dem Abbau des Beschwerdeführers andere politische Eine flüffe mitgewirkt hätten, als sie bei der Beschlußfassung der Stadt. verordnetenversammlung ihrem Wesen nach regelmäßig mitwirten, ift nicht ersichtlich. Der Einspruch tonte daher feinen Er. folg haben." Entscheidung des Rammergerichts hat aber selbstverständlich prinzipielle Bedeutung, weil dadurch jeder Abbau eines Stadtrats ohne weiteres berechtigt sein würde und die Stadtverordnetenversammlungen in feiner Weise an die sonstigen Borschriften der Abbauverordnung gebunden wären. Daß folcher Unsinn nicht Recht sein tann, liegt trotz der Ropfträger des Kammergerichts auf der Hand. Bei einer solch standalösen Entscheidung, die die Rechts beugung zum Prinzip erhebt, tann es unter feinen Umständen bleiben. Verständigung über die Exportabgabe. Für Deutschland günstig. ander. Fühlung nähmer, um die gegenseitigen Absichten angesicht: der neuen Cage tlarzustellen. Paris, 15. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Die von Frant reich in Madrid überreichte Marotto Mote dürfte als ein Auftakt zu einer ftion zu betrachten sein, die von der französischen Regierung im Einvernehmen mit England vorbereitet wird und die Besitergreifung der von Spanien, geräumten Bon zum Ziel hat. Auch die von den Montag- Abendblättern veröffent lichten Melbungen weisen darauf hin. Unruhe und Aufruhr habe die ganze muselmanische Welt ergriffen und die Ereignisse in Aegypten bzw. Tripolitanien ständen feineswegs einzeln da. Indien durchschreite eine neue Periobe der Agitation. Auch Mesopotamien, die Türkei und Hedfchas gäben Anlaß zu weiteren Befürchtungen Marotto insbesondere habe es vermocht, die spanische Herrschaf London, 15. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Der Ge- abzuschütteln. Die mit Umgehung der fponischen Benfur eintreffent, neralagent für Reparationszahlungen, Gilbert, hat London den Nachrichten weisen darauf hin, daß Spanien mit Ausnahm wieder verlassen, nachdem die Differenzen wegen der Erhebung von Tanger und Melilla sämtliche Positionen in Mader 26prozentigen Exportabgabe gefchlichtet worden sind. Giroffo verloren habe. Auch Tetuan in der Nähe von Tanger bert hatte nicht nur gegen die Erhebung der Exportabgabe durch je bebroht. 120 000 mann fegen ihren Rückzug fort. Die Front England, sondern auch dagegen protestleri, daß England unter dem fei burchbrochen, und während die eine Hälfte des spanischen Heeres Regime des Dawes- Planes weiterhin über die Erträge diefer Ab- sich nach Melilla zurückzieht, suche die andere Tetuan zu erreichen. gabe verfügt. Er hat dabei gefordert, daß alle von Deutschland ge. Der Aufstand hätte auch die bis jetzt friedlichen Stämme ergriffen. leisteten Zahlungen durch ihn verwaltet werden müßten. Das jetzt Fin'de Bunfte an der Küste seien in die Hände der Aufständischen zustandegekommene Abkommen gestattet zwar auch fernerhin, daß gefallen Obwohl die offiziellen Kommuniqués des spanischen Diret England Abgaben auf Grund des Recovery- Affs einsammelt, aber toriums von einem mühe- und verlustlosen Rückzug sprechen, glauben es bestimmt, daß diese Beträge dem Generalagenten zur die französischen Blätter zu wissen, daß etwa 20 000 Mannschaften Verfügung überwiesen werden. Dagegen hat die englische gefallen und etwa 7000 von den Eingeborenen gefangen genommen Regierung fich vorbehalten, daß Belgien für diese Beträge sein feien. Das ganze Hinterland sei von den spanischen Truppen ge Prioritätsrecht nicht geltend machen fann und sie auch nicht zur räumt worden. und mur einige Punkte an der Küste befinden sich Dedung der Besatzungskosten verwendet werden dürfen. Uebrigens noch in seiner Hand. Offen steht nun die Frage, wer ist bei dieser Gelegenheit zwischen Gilbert und der englischen Re- davon Besit ergreifen wird. Es ist anzunehmen daß gierung vereinbart worden, Deutschland in naher Zukunft zu er- alles, was Frankreich in dieser Beziehung unternimmt, in vollstem lauben, die Beträge in Mart statt in Pfund Sterling zu Ginvernehmen mit England geschehen wird. zahlen und die Beträge nicht bei jeder Einfuhr, fondern in monatlichen Pauschalfäßen zu entrichten. Die von Gilbert mit der englischen Regierung vereinbarte Regelung war nach Abschluß des deutsch- englischen Handelsvertrages zu erwarten und bereits in einem Zusatzabkommen, das sich dem Plan Gilberts anpaßte, vorgesehen. Der Vorteil der Regelung besteht darin, daß der deutschenglische Handel von den bureaukratischen Komplikationen der Abführung der Abgabe an die englische Behörde befreit wird, und daß zweitens bie Abgabe in Form einer Bauschalsumme in deutscher Währung zu leisten ist, wodurch die Aufgabe, die deutsche Währung zu sichern, bedeutend erleichtert wird. Ferner werden nicht Summen unnötigerweise festgelegt, die Englands Anteil an den Reparationszahlungen wesentlich überstiegen hätten. Die Regelung nach dem Recovery- Att mar ohne weiteres eine wesentliche Bedrohung des Dames- Blanes. In diesem Sinne ist die Gilbertsche Regelung besonders hoch zu bewerten. Sehr wahrscheinlich wird sie ihre Auswirkungen auf Frankreich und Belgien, wo die Recovery, Abgabe Nachahmung gefunden hat, ausüben. Das ist wirklich eine Glanzleistung juristischer Gelahriam. feit. Jetzt haben sich die Herren Stadtverordneten der Bürgerblodmehrheit nach Kräften gewunden und mit biederer Miene versichert, daß von irgendwelchen politischen Ab sichten bei ihren hochwohlweisen Abbaubeschlüssen feine Rede sein könne, und nun fommt die höchste objektive", ,, unparteiliche" Inftanz des Kammergerichts und setzt der Mite welt auseinander, daß die ganze Heuchelei von angeblich un politischen Entschließungen vollkommen überflüssig gewesen fei. Noch auf dem Deutschen Städtetag in Hannover versicherte der volksparteiliche Kammergerichtsrat Dr. Caspari, er stimme der sozialdemokratischen Entschließung gegen den poli tischen Mißbrauch der Abbauverordnung vollkommen zu, weil ihm von einem politischen Mißbrauch nichts be= fannt sei. Das Berliner Rammergericht bringt es aber fertig, den politischen Mißbranch zu lega isieren und als durch aus berechtigt hinzustellen. Eine solche Begründung der Abfischen Botschaft in Madrid Besprechungen be figlich der Räu lehnung des Baulfenschen Einspruches denn um ihn handelt es fich hat wohl niemand erwartet. Diese Glanzleistung der Juristen des Kammergerichts beweist nur erneut, wie notwendig es ist, daß der Preußische Landtag sich sofort bei seinem Zusammentritt mit der Aufhebung der Personalabbauverordnung und mit der Rückgängigmachung der an fie fich anknüpfenden politischen Standale beschäftigt. Im Fall Baulsen ist durch diese Entscheidung noch feine Lösung herbeigeführt, weil außer dem Einspruch beim Abbauausschuß des Kammergerichts auch noch eine Beschwerde beim Oberpräsidenten schwebt. Die gegen Paulsen herbeigeführte neuem Geiste erfüllt. Mehr als 150 Setten gestatten individuellfte religiöse Auslegung, wie dies vereinzelt freie Kirchen, freie Snnagogen, ethische Gemeinten bewesen die Kirchen benannt, mitunter nur Benntnis zu Nächstenliebe, gegenseitiger Hilfe, Menschheils. Dienst verlangen. Die Rednerin schilderte aus eigenen Eindrücken das Schul- und Bildungswesen mit seinen großen Kontraften, die beginnende Jugendbewegung, die Bedeutung des Alkoholverbots für die kulturelle Entwicklung der Messen, die Einwanderer- und die Negerfroge, den ungeheuren Einfluß der Frauen es gibt z. B. allein 583 648 Lehrerinnen gegenüber nur 95 654 Lehrern an den ameri. tanischen Boltsschulen. Sie entrollte ein 3lb der politischen Situation, insbesondere des Werdegangs der von Senator La Follette geführten dritten Bartei, deren Entstehung das größte innerpolitische Ereignis neuerer Zeit in den Vereinigten Staaten ist. Radikale und oppofitionelle Strömungen mann'afachster Art, auch die an sich noch als Partei zu schwachen Sozialisten vereinigen sich in dieser Partei zu einer Art Bloc der Linken. In ihrem Kampf gegen Rorruption und lebertapital smus, gegen Privatmonopole, gegen eine von Finanzinteressen beherrschte auswärtige Politit, für Böllerfrieben und Abrüftung, für die Wiederherstellung der verfaffungsmäßigen reinen Demokratie ist fie berufen, das politische Gewissen der amerikanischen Nation zu schärfen Bon dem starten amerikanischen 3d alismus der trotz aller Erscheinungen überfapitalistischer Rücksichtslosigkeit fortl bt und zum Durchbruch tommt, hat auch der fulturelle Aufstieg ber Welt noch ungeahntes zu erwarten. 2. R. Das Deutsche Opernhaus hat eutgegen ber Melbung im Montagblatt noch nicht den Entschluß gefaßt, Konkurs anzumelden. Man hofft, der Situation noch Herr zu werden. Spiel lanänderung. In den Rammeriblelen muk infolge Gr. Iranlung Albert Steinrüds die für beute angelegte Erftaufführung von Carl Sternheims 1913 auf Donnerstag verschoben werden. Der Männerchor Harmonie Charlottenburg( M. d. ASB.) veranstaltet am 21., abends.7%, Ubr, in der Sohlaule für Mufit ein Stongert unter Mitwirkung von Gertrud Wolf( Cobran), A. Hopf- Geibel( Harje). Starten à 1 Mt. intl. Programm bei den Mitgliedern und an der Kaffe. 3m Ceffing- Museum findet Donnerstag 8 Uhr die Weihnachtsfeier berbunden mit der Hundertjabrieter von Beter Cornelius Beburts. tag statt. Den Vortrag bälf Georg Richard Kruse, Rieber von Cornelius. fingen Anna Reichner selten und Margarete Steingraeber. Am Flügel Muffdirettor Bruno Beyersberg. In der Ostafiafischen Kan tabteilung der Berliner Museen, im früheren Kunſt ewerbemuseum an der Prinz- Albrecht Staße, iit jetzt die China Sammlung von Dr. Dito Burchard in Berlin leibweise zur Ausstellung gelangt. Das Schwergewicht der Sammlung liegt auf der chinesischen übleramit. Außerdem enthält die Samminng Burchard eine Reihe von frühen Bronzegefäßen und Bronzeauflagen. Ja Bayern gibt es wieder Hammerfänger. Die bayerische Regierung hat einen feit der Revolution abgeschafften Brauch neu ausleben lassen. Sie verteilt an Mitglieder der bayerischen Staatsbühnen wieder den Stammerfängertitel. Puccinis Bermögen. Mit Komponieren läßt sich, wie es scheint, noch ein schönes Etüd Geld verdienen. So hat z. B. ber fingit verstorbene Puccini ein Vermögen binterlassen, das auf annähernd 20 Millionen Pire geschätzt wird. Außerdem sichern die Autorrechte und die Lantiemen ben Erben eine jährliche Rente von etwa 800 000 Lire. Die Marokkofrage aufgerollt. Englisch- französische Aktion in Vorbereitung. Paris, 15. Dezember.( WTB.) Havas bestätigt, daß felt einigen Iggu zwischen der spanischen Regierung und der franzö mung der spanischen 3one in marollo ftattfinden und fügte hinzu, es sei ganz natürlich, daß die beiden Länder mitein. Linkspolitik in Frankreich. Ausdehnung der Amnestie. Wiedereinstellung der Eisenbahner. Paris, 15. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) In der Montagsfizung nahm die Kammer die Besprechung der inzwischen vom Senat verabschiedeten Amnestievorlage wieder auf. Der von diesem angenommene Tert wurde in folgenden Bunften abgeändert: Die 2mneftte fell auf die vor dem 12. November 1924 begangenen Straf. taten ausgedehnt werden. Der Senatstert hatte dafür den 9. Juli bestimmt. Weiter wurde der Artikel 1 im ursprünglichen Tegi wiederhergestellt und die Amnestie auf die sogenannten„ anarchistischen Umtriebe" ausgedehnt. Die fibrigen Artikel wur den in der vom Senat angenommenen Jaffung verabschiedet. Bur Frage der Wiedereinstellung der entfaife. den Beamten und Eisenbahner erflärte Léon Blum, daß die Sozialisten für den vom Senat mit Zustimmung der Regierung. angenommenen Tegt stimmen würden, daß aber falls die Re gierung die ihr eingeräumten Bollmachten für genügend erachten würde, die Sozialisten ihr die Waffen liefern würden, um die Wiedereinstellung sämtlicher Arbeiter und Angestellten zu er mingen. Norwegens Glückwunsch. Der Barteivorstand erhielt folgendes Tele- romm aus Kriffienia: Die Sozialdemokratische Arbeiterpartel Tormegens ferbet ihren Graz und gratuliert zu dem grogen Wahlfleg. Magnus Ni ffen. Die anderen„ Landesverräter". Zeitgemäße Erinnerungen. Da gegenwärtig im Gerichtssaal Kriegserinne feiner alldeutschen Freunde, wenn er mit der Revo. rungen ausgetramt werden, um die Kriegshaltung der Solution droht, die die monarchische Grundlage des Reiches zialdemokratie und besonders des Reichspräsidenten zu ver und der Bundesstaaten befettigen würde. bächtigen, so lohnt es sicher für Freund und Feind, die Haltung der ganz sicheren Patrioten zu beleuchten, die in Eroberungszielen feine Grenze fannten. Mehr als alle Erläuterungen wird dieser Briefeines. all deutschen Generals an den Reichstanzler Bethmann Hollweg für sich selbst sprechen: Bamberg, den 5. Mai 1915. An Se. Exzellenz den Reichsfanzler Herrn Dr. v. Bethmann Hollweg, Großes Hauptquartier. Eurer Erzellenz habe ich die Ehre, im Auftrage des Gesamttorstandes des Altdeutschen Verbandes eine Zusammen stellung derjenigen Forderungen zum politischen Kriegsziel zu unterbreiten, deren Verwirklichung meinen politischen Freunden und mei esten Kreisen über den Aldeutschen Berband hiraus zur Siche rung unseres Volkes für die Zutunft geboten erscheint.... Die Stimmung in den breitesten Kreisen unseres Volfes i heute verbittert, ja der Verzweiflung nahe; die Ursache diefer mit der Größe unserer Boltsleistung in Widerspruch stehenden Er scheinung zu untersuchen, ist hier nicht am Blaze; es fei nur gefagt, deß allzu vieles dafür spricht, daß die Reichsregierung das polifische Kriegsgiel zu eng geſtedt hat und daß gerade jene treuesten und politisch zuverlässigsten Kreise hierin einen Berzicht auf die Ausnutzung unseres sicheren Sieges erbliden müffen. Mein Gewissen gebietet mir, vor solch einem Verzicht zu warnen, es wäre der verhängnisvollste politische Fehler, der gemacht werden könnte, und feine nächste Folge wäre die Revolution! Das Wort muß ausgesprochen werden.... Es geht um unser Bolt! Es geht um die monarchiffifche Grundlage des Reiches und der Bundesstaaten. Deshalb beschwöre ich Euer Exzellenz, im vollen Einverständnis mit meinen politischen Freunden, den furchtbaren Gefahren dadurch entgegenzuarbeiten, daß Sie einen Frieden erzielen, der unserem Bolle bringt, was es verdient, worauf es Anspruch hat. Die Tragik darf nicht Wirklichkeit werden, daß unifer Bolt zerfällt, nachdem es das Ungeheuerste geleistet hat. Noch bitte ich Euer Exzellenz zur Kenntnis zu nehmen, baß ich Abschriften der Forderungen zum Kriegsziel und dieses meines Schreibens den Hohen Bundesstaatlichen Regie. rungen zu unterbreiten beauftragt bin Ehrerbietigst Euer Exzellenz ganz ergebenst gez. Freiherr v. Gebsattel. Bethmann Hollmeg hat auf diesen unverschämten Brief am 13. Mai 1915 sehr scharf geantwortet, indem er unter anderem schrieb: ... Euer Exzellenz wagen in dem Begleitschreiben, in bem Sie mir namens des ADV. diese Forderung übersenden, auszu fprechen, daß die Stimmung in den breitesten Schichten unseres Boltes erbittert, ja, ber Berzweiflung nahe fet, weil die Reichsregierung das Kriegsziel zu enge geftedt habe und auf eine Ausnutzung unseres sicherei Sieges verzichten würde Sie fcheuen des weiteren nicht davor zurüd, auszusagen, daß das nad folchen Leistungen enttäuschte Boff fich erheben und die Monarchie ftürzen würde, wenn nicht als einzig wirksames Ableitungsmittel ein Friebe erreicht wird, der die Notwendigkeiten des Boltes nach jeder Richtung hin, d. h. wie der ADB. sie versteht, erfüllt. Der Krieg und feine Erfahrungen haben zwar den nationalen Machtwillen, auf dessen Hebung sich das Existenzrecht des ADV. gründet, zum Gemeingut des deutschen Boltes gemacht, den mangel an politischer Einsicht in den Kreisen des Alldeutschen Berba ides indes, wie ich dem Schreiben Eurer Exzellenz entnehme, nicht gehoben, sondern ins Grotes te ge. fteigert. Die treu monarchischen Kreise, die Euer Exzellenz ver treten wollen, würden ihre Pficht gegen die Krone aufs gröblichste verlegen, wenn fie.. im Volfe eine Unruhe über eine nicht vorhandene, durch nichts bewiesene flaue und fleinmütige Politit zu schüren versuchten. Nach Eurer Exzellenz Worten soll diese Unruhe bis zur Erbitterung, ja zur Berzweiflung und zu drohenden Hinweisen auf Revolution gestiegen sein. Hier gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder ist das wahr, dann trifft die Verantwortung jene, die diele Stimmung durch Mangel an politischem Urteil und na tionaler Disziplin trotz aller unmißverständlichen Erklärungen der Regierung geschürt haben, statt ihr entgegenzutreten, oder diese Be hauptung ist falsch, dann muß ich in ihr eine Drohung und den Verfuch einer Minderheit erblicken, die von der Krone berufenen Leiter der Reichsgeschäfte ihrem willen zu unterwerfen.... In vorzüglicher Hochachtung, Eurer Exzellenz ergebener gez. Dr. v. Bethmann Hollweg. Man hat im Magdeburger Prozeß und in der deutschnationalen Bresse dem Reichspräsidenten zum Vorwurf gemacht, daß er im vierten Kriegswinter im Hauptausschuß des Reichstages der Regierung zurief: ,, Wir sind am Ende unserer Kraft...!" Damals war das Bolt wirklich am Ende seiner Kraft, wie sich wenige Monate später aller Welt zeigte. Im Mai Dieser alldeutsche General spricht also im Frühjahr 1915 1915 aber kündeten die Alldeutschen bereits die Revolution - im ersten Kriegsjahr, nicht im vierten schon von Eran, wenn die Regierung nicht als Kriegsziel die Annegion hitterung und Verzweiflung des Boltes, und halb Europas erreichen werde. er beruft sich dabei auf das ausdrückliche Einverständnis Wo stecken da die wirklichen Landesverräter"? Gewerkschaftsbewegung Der AfA- Bund zur Erwerbslosenfrage. In der gestrigen Ausschußfizung des 2- Bundes, über deren ersten Teil wir bereits berichtet haben, entwickelte sich im Anschluß an das Referat von Fritz Schröder über die Arbeitslosenfrage ber Angestellten eine längere Distuffion, in der von den Bertretern der verschiedenen Angestelltengruppen immer wieder die besondere Auswirkung der diesmoligen Wirtschaftsfrise auf den Arbeitsmarkt der Angestellten dargelegt wurde. Zur Entlastung des Arbeitsmarktes und zur besseren Fürsorge für die Stellenlosen gelangte die vom Referenten vorgelegte Dentschrift zur Annahme. Die darin gemachten Borschläge befagen im wesentlichen folgendes: Sentralisation der gesamten Angestelltenvermittlung; Ausbau der Selbstverwaltung, Anmelde- und Benutzungszwang, Verbot von Chiffreanzeigen und Einführung des Sichtvermerks bei Anwerbung Don Arbeitskräften durch Zeitungsinserate. Beschleunigte Verabschiedung eines Arbeitsiosender ficherungsgefeges, da die gegenwärtige Regelung der Er: werbslosenfürsorge bezüglich der Lasten und Pflichten bereits auf Dem Versicherungsprinzip beruht, während die Leistungen nach armenrechtlichen Gefichtspunkten gewährt werden. Bis zur Berat fchiedung wird eine Reform der derzeitigen Verordnung über Er werusiosenfürsorge nach folgenden Gesichtspunkten gefordert: 1. Der von der Erwerbslosenfürsorge zu erfassende Personen freis ist auf den Personenkreis des Versicherungsgefeßes für Angeftellte mit Einschluß der Versicherungsfreien auszudehnen. 2. Anspruch auf Unterſtügung haben alle erwerbslofen Ber3. Die Unterstützungsdauer ist in den Berufszweigen, wo die Unterbringungsmöglichkeit besonders schwierig ist, zu verlängern. 4. Die Unterstüßung muß so weit erhöht werden, daß sie zur Bestreitung des notwendigsten Lebensunterhaltes ausreicht. 5. Die Pflichtarbeit ist zu beseitigen, da sie unsozial wirft und im Widerspruch zur Beitragsentrichtung steht. fonen die Beiträge entrichtet haben. 6. Alle Notstandsarbeiten sind nach den tariflichen BereinBarungen zu bezahlen. 7. Für das Reichsgebiet ist eine Reichsgefahrengemeinschaft unter Einschaltung der Selbstverwaltungsorgane der öffentlichen Arbeitsnachweise zu errichten. 8. Die Mittel zur Erwerbslosenfürsorge sind zu ein Drittel burch, Beiträge der Arbeitgeber und Arbeitnehmer und der öffentlichen Körperschaften aufzubringen. 9. Im Rahmen der allgemeinen Erwerbslosenfürsorge ist eine Kurzarbeiterfürsorge einzurichten, deren Höhe sich bemißt nach der Zahl der ausgefallenen Arbeitsstunden. Für jede ausgefallene Arbeitsstunde befrägt die Unterstützung as der für den Erwerbslofen bei voller Erwerbslosigkeit in Frage kommenden Unterftügung. 10. Die Unterstützungsfäße für die erwerbslosen Frauen find entsprechend den wiederholten Beschlüssen des Reichstages auf die Höhe der Unterstützungsfäße der männlichen Erwerbslosen zu bringen. Gegenüber der Not der älteren Angestellten wird besonders verlangt: 1. Erschwerung der Kündigung. Nachweis des Borhandenseins eines wichtigen, auf Verschulden des Angestellten beruhenden Grundes. 2. Zahlung eines Abkehrgeldes, das sich bemißt nach der Bohl der zurückgelegten Dienstjahre in einem Betrieb, und zwar für jedes angefangene Dienstjahr ein volles Monatsgehalt. Der Arbeitsmarkt im November. In der Zeit von Mitte bis Ende November hat die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der Erwerbslofen fürsorge von 427 000 auf 436 000, 5. 5. um etwas über 2 Broz. zugenommen. Die Zunahme erftredt sich ausschließlich auf die männlichen Hauptunterstüßungsempfänger, während die weiblichen noch eine fleine Abnahme zeigen. Die Bahl der Unterstüßten zu Ende November kommt ziemlich genau derjenigen zu Anfang des Monats gleich. Die Zahl der Zuschlags empfänger( unterhaltsberechtigten Angehörigen von Hauptunter. ftügungsempfängern) hat sich ähnlich verhalten. Die Entwicklung entspricht im ganzen der Jahreszeit. Existenzminimum und Arbeiterlöhne. Wie die Metallindustriellen ihre Arbeiter bezahlen. Die Hungerlöhne, die in den Betrieben des Verbandes Berliner Metallindustrieller den ungelernten Hilfsarbeitern gezahlt werden, liegen nach unseren Ermittlungen tief unter dem vom Berliner Statistischen Amt festgesetzten Existenzminimum. Einige Zahlen beweisen das unzweifelhaft. Der im Jahre 1914 vom Polizeipräsidium festgelegte ortsübliche Tagelohn, der bei den Berechnungen der Stranfenfassen angewandt wurde, betrug für eine dreiföpfige Familie pro Woche 24 M. Das Statistische Amt der Stadt Berlin hot die Teuerung gegenüber dem Friedensstand mit 46,1 Proz. errechnet. Segt man nun den ortsüblichen Tagelohn als Existenzminimum was den tatsächlichen Berhältnissen faum entspricht so ergibt sich für die heutige Zeit eine Steigerung des Eriſtenzminimums von 24 M. auf 35,05 M. Die Löhne der Transportarbeiter der Metalleinkommen in der Klasse 5 beträgt 21,60 m. wöchentlich; es steigert industrie bleiben weit hinter diesem Satz zurüd. Das Bruttosich beim höchsten Stundenlohm in Klasse 4 auf 24,96 m., wovon etwa 2,65 M. an Steuern und sozialen Lasten abgehen. An den amtlich bestimmten Existenzminimum fehlen daher im ersteren Falle 13,45 M., bei dem Arbeiter der vierten Klasse 10,09 m. Die genamten Löhne sind keine Ausnahmelöhne. Der VBMI. ift in der Gewährung von Leistungszulagen sehr zurückhaltend; er ringsten Kaffe und nur 35 Broz, nach den Sägen der Klasse 4. entlohnt heute noch 65 Proz. ſeiner Transportarbeiter nach der geDie Gründe, die die Metallindustriellen für ihre Lohnpolitik bisher anführten, sind nicht stichhaltig, meil sie für alle anderen Gewerbezweige genau so gut zutreffen. Wenn der BBMI. bisher seinen Stolz barin fah, mit seiner Lohnbrüderei an der Spitze zu marschieren, so wohl deshalt, weil Herr D. Borsig, der Borfizende der Vereinigung deutscher Arbeitgeberverbände, auch im BBMI. der führende Mann ist. Notwendige Gehaltsregelung im Bankgewerbe. Der Allgemeine Verband der deutschen Bankangestellten wird heute neuerdings bei dem Reichsarbeitsministerium vorsprechen, damit die neuen Gehaltsverhandlungen sobald als möglich stattfinden. Die Banfangestellten fordern grundfäßlich eine Gleichstellung ihrer Gehälter mit denen der Staatsbeamten, da früher in beiden Gruppen die Gehälter miteinander parallel gingen. Ferner fordern sie die durch die Inflation beseitigten, früher aber allgemein üblichen Gratifitationen( Weihnachts- und Abschlußgratififationen) in Höhe von 25 Proz. des Jahreseinkommens. Den von den Banfangestellten geforderten Banffeiertag am 27. Dezember hat der Reichsverband der Bankleitungen abgelehnt. Der Schiedsspruch, der von beiden Teilen abgelehnt wurde, brachte für die Bantangestellten nur ganz minimale Erhöhungen. Für die ersten fünf Jahre war gar keine Erhöhung vorgesehen, für die Zeit vom 6. bis zum 10. Jahre 4 Proz. und vom 11. bis zum 15. Jahre 7 Broz. Erhöhung auf die bisherigen Gehaltsläge. Im Bantpersonal werden zwei Gruppen unterschieden: die gewerbliche und die laufmännische. Bei der gewerblichen beträgt das Anfangsgehalt rund 95 M. und als Höchstgehalt nach 15 Jahren 137 m. Beim laufmännischen Berfonal betrug in Gruppe I das Anfangs 203 m., in Gruppe III 137 m. bzw. 249 m. Wenn die Bankangestellten bei solchen Bezügen feinen Tag länger auf eine Neuregelung ihrer Gehälter warten wollen, so ist das nur zu selbst. verständlich. Die Forderung nach gefehlicher Sicherung des Achtstunden tages, die Zulassung von Mehrarbeit nur bei Vorhandensein eines Tarifvertrages unter Zustimmung der Tarifvertragsparteien, ausreichendem Behrlingsschuß und eingehenden Vorschlägen zur Umschulung und Berufsberatung stellt den Schluß des vom Afgehalt 101 M., das Endgehalt 157 M., in Gruppe II 118 m. bzw Bundesausschuß dem neuen Reichstag unterbreiteten Wirtschaftsprogrammes dar." über Anschließend folgte ein Referat von Kurt Heinig, Berlin, „ Angestellte und Steuerreform." Der Referent wandte fich mit großer Schärfe gegen die Methode, bie Steuergesetzgebung in wachsendem Maße durch Berordnun gen abzulösen, um fie damit dem Einfluß des Parlaments zu entziehen. In der Diskussion begründete u. a. Reichstagsabgeordneter Giebel nochmals die Notwendigkeit der Erhaltung der Steuerhoheit des Reiches, die eine wichtige Boraussetzung der durch die Reaktion bedrohten Reichseinheit darstellt. In der von Heinig vor gelegten und vom Bundeasusschuß angenommenen umfangreichen Denkschrift wird vor allem verlangt: Sofortiger gründlicher Abbau der für die Volksgesundheit gefährlichen Massenbelastungen, im besonderen rasche Beseitigung der Unfazsteuer. Sofortige Herauffehung des steuerfreien Lohn- und Gehaltsbetrages auf monatlichy 100 M., Herablegung der Lohn- und Gehaltssteuer von 10 auf 8 Proz. Sofortige Besteuerung der Inflationsgewinne durch einmaligen Bermögenssteuerzuschlag. Sofortige grundlegende Reform der Erbschaftssteuer. Sofortige Besteuerung der Auslandsgewinne. Schaffung eines Finonzausgleiches, der die Steuerhoheit des Reiches wieder herstellt und wahrt. Offenlegung der Einkommensteuerlisten nach amerikanischem und schwedischem Muster. In der Nachmittagssigung berichtete G. Ridelt, der Bräfident der Genoffenschaft deutscher Bühnenangehörigen, Berlin, über die Hehe, wie sie vom Bühnenpoltsbund, der den christlichen Gemertschaften nahesteht, neuerdings gegen die Bühnen genoffenschaft eingesetzt hat. Er erklärte cusdrücklich, daß sich Die Genossenschaft um die politische und weltanschauliche Färbung des Bühnenvolfsbundes nicht fümmert und auch deren General fekretär, Herrn Gerst, nicht etwa befämpft, weil er eine christlich nationale Organisation leitet. Die Genossenschaft nehme vielmehr pflichtgemäß Stellung gegen die Leichtfertigteit, mit melcher der Bühnenvolfsbund bei seinen Theatergründungen vorgegangen ift, und gegen bos unfoziale Berhalten, insbesondere Ses Generalsekretärs Gerst gegenüber den engagierten Bühnenmitgliedern. Ridelt, brachte im einzelnen die unwürdigen und unerträglichen Bedingungen zum Vortrag, die den Künstlern und Künstlerinnen von jener Seite auferlegt werden. Der Kampf gegen solche aus unsozialem standenen Dienstverträge sei eine Pflicht der Bühnengenossenschaft. Der Ruhrfchiedsspruch im Verbindlichkeitsverfahren. WEB. meldet: Dem neuen Schiedsspruch für den Ruhrkohlenbergbau vom 10. Dezember haben die beiden Zarifparteien ihre 3 u stimmung nicht erteilt. Der Reichsarbeitsminister wird nunmehr die Frage der Berbindlicher! lärung dieses Schiedsspruches von Amts wegen prüfen und hat die Parteien zur Anhörung auf morgen, Mittwoch, ins Reichsarbeitsministerium eingeladen. Gleichstellung der bisherigen Regie- Eisenbahner. Die Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahngesellschaft hat die Reisbahndirektionen des befesten Gebiets beauftragt, den Unterschiebsbetrag im Diensteinkommen zwischen den Regiegehältern und den deutschen Gehältern an die bei der Regie beschäftigt gewesenen Eisenbahnbeamten be fchleunigt nachzuzahlen, so daß noch mit einer Auszahlung der Beträge vor Weihnachten zu rechnen ist. Aus der bolschewistischen Parolenschmiede. der Moskauer Filiale für Deutschland, sollen mindestens jede Woche Die Unglüdswürmer in der sogenannten Zentrale der KPD., eine neue Attion machen. In Mostau will man für sein Geld etwas fehen, fonit fommt die große Säge. Die jungen Leute machen zwar die verzweifelndsten Anstrengungen, allein schon bei den Borbereitungen flappt es nicht immer. Räme es nur auf die Zusommenstellung von Barolen an, dann könnte es nicht fehlen. Es fehlen jedoch die Massen, die auf all die Parolen hereinfallen sollen. Wollten die fommunistischen Parteimitglieder allen Verpflichtungen nadhtommen, die ihnen auferlegt werden, dann bliebe feinem mehr Zeit zur Erwerbstätigteit. Sie müßten- soweit fie nicht als Abgeordnete gewählt werden allesamt von der KPD. festangestellt werden. Damit foll mur gefagt sein, daß auch die Bäume dieser einzigen" Partei nicht in den Himmel wachsen. Was an der belschemistischen Parolenschmiederei noch von einigem Interesse ist, das ist die Art ihrer Mache. Der Sauptapparat ist in Berlin. Da muß es doch auffallen, daß die Parolen nicht mehr an Ort und Stelle ausgegeben werden, sondern auf dem Umwege über Provinzstädtchen. Diese fchmiede als Wandergewerbe, offenbart nun gerade das, was sie verschleiern soll. Nämlich die Tatsache, daß die Ber finer KPD.- 3entrale nach wie vor die Parolen fabriziert, ihre Herkunft jedoch in die Provinz zu verlegen sucht, damit man ihnen die Mache nicht schon auf zehn Meter Entfernung ansehen soll. Für die Berliner Rapedisten bedeutet es geradezu eine Beleidigung, daß man nicht sie, sondern ihre Genossen in Gotha, Weißenfels usw. mit Forderungsparolen_ins Bordertreffen schickt. Gerade als ob die Berliner Bolschewisten nicht fordern tönnten oder im Fordern zu reformistisch, nicht radikal genug seien! Dabei sind in Berlin doch auch„ Massen", große Massen. Dennoch, in Berlin hat die Sache einige Hafen. Man fennt hier die Parolenschmiede und fennt längst auch die Barolen. Man bringt hier die Maffen" nicht so leicht auf die Beine wie in Gotha cder in Weißenfels. Man hat außerdem in Berlin nicht den nötigen Einfluß auf den Vorstand des Orts ausschusses des ADGB.; man tann der Berliner Gewerkschafts fommission nicht befehlen die tommunistischen Parolen zu apportieren. Deswegen geht die KPD. in die Provinz, nach Gotha und Weißenfels. Sie hält dabei auf Arbeitsteilung. In Gotha brachte sie ihre allgemeinen Lohnforderungen an. Wil aber der Gothaer Dreh durch ein Rundschreiben bloßgelegt wurde und die Berliner AEG.- Arbeiter sich nur zu einem peinlich fleinen Teil dafür begeistern" teßen, hat man die fommunistische Jugend in Weißenfels mobil gemacht, Forderungen für Jugend. che zu stellen. Das mitteldeutsche Jungproletariat" foll jetzt gegen den Dames Plan tämpfen, für die Einstellung jeglicher Entlaffungen, die Einreihung der Erwerbslosen in den Produktions prozeß und für verschiedene sonstige Punkte. " Die Kommunistische Jugend wird die Führung in diesem Kampfe übernehmen. Sie muß dabei von der gesamten Arbeiterfchaft mit allen Kräften unterstügt werden. Arbeiterfchaft so tanzt, wie der Scholem pfeift. Die KPD.- Zentrale fommandiert! Fehlt nur noch, daß die Die Bolschewistenpresse in Deutschland versichert jeben Log ihre Borliebe für die Einheitsfront der Gewerkschaften. Dabei vergeht fast fein Tag, an dem dieselbe Presse den Gewerkschaften mit Forderungen in den Rüden fällt Die Drahtzieher in der Zentrale der KPD. müßen sich denn doch bald sagen, daß die Gewerkschaften sich nicht von ihnen hineinreben lassen, daß fie zur Formulierung ihrer Forderungen mundschaftsbestrebungen der KPD. längst überbrüssig sind. feine Außerstehenden gebrauchen und der allzu aufdringlichen VorAnglo- bolschewistische Purzelbäume? Amsterdam, 15. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Der Ros fiift zwischen der AAmsterdamer Gewerkschaftsinternationale und den britischen Gewerkschaften über die Herstequng einer Einheitsfront der internationalen Arbeiterschaft durch Verständigung mit der allrussischen Gewerkschaftszentrale hat eine Verschärfung er fahren. Der Vorsitzende der britischen Gewerkschaften, Purcell, der seine fommunistischen Tendenzen niemals verleugnet hat und vor furzer Zeit in Moskau ohne Vollmachten der Amsterdamer Internationale Verhandlungen führte, erflärte, daß, falls die Amsterdamer Internationale feine Anstalten mache, fich mit Moskau zu verstän digen, die britischen Gewerkschaften die Initiative für die Herstellung einer internationalen Einheitsfront ergreifen würden. Es ist erfaunlich, wie sehr dem Bürger Sinowiew und feinen Gehilfen das Spiel erleichtert wird, in die Reihen des Internationc en Gewerkschaftsbundes Zwietracht zu säen. Genossen, denen jegliche Erfahrung auf dem Gebiet der bolfchemistischen Einheitsfrontmachination mangelt, müssen wohl oder übel auf die jahrelangen, sehr unangenehmen Erfahrungen hingewiesen werden, die in Deutschland und verschiedenen anderen Ländern gemacht werden mußten. Gompers Nachfolger. Wie eine Nachrichtenagentur aus New Yorl meldet, ift James Duncan, der Vizepräsident der amerikanischen Gewerfichaiten, an Stelle von Gompers zu deren Vorsitzenden gewählt worden. Es handelt sich dabei natürlich nur um eine vorläufige Regelung bis zum Zufammentritt des nächsten Jahreskongresses der amerikanischen Gewerkschaften. Der Streit der Marmorarbeiter in Carrara dauert jetzt schon feit mehr als 6 Wochen an. Neuerdings haben die Arbeitgeber einen Schiedsspruch abgelehnt. Die Faschisten erklärten daraufhin für Sonnabend den Beginn eines verschärften Generalstreifs. Die Bahl der Ausständigen in Carrara beträgt vorläufig 16 000 Menschen. Die Bergarbeiter in Pennsylvanien stehen seit drei Wochen im Streit. Sie haben beschlossen, die Arbeit vorläufig nicht wieder wachsen ist, beträgt 1800 000 Dollar. Aus diesem Betrag konnten aufzunehmen, Der Echaden, der bisher aus diesem Streil ers bie Zohnansprüche der Bergarbeiter geraume Zeit erfüllt werden, Deutscher Verkehrsbund, Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Auf Beschluß der Generalversammlung foll auch in diesem Jahre den arbeitslofen Berbandsmitgliedern eine Beihnachtsunterftigung gezahlt werden. Diese beträgt: Nach einer Beitragsleistung von 15 bis 60 Women 8., nach einer Beitragsleistung von 61 bis 180 Bochen 12 M., nach einer Beitragsleistung von mehr als 180 oder 16. Unterstützungsberechtigt find alle arbeitslofen Mitglieder, die bis zum Tage der Auszahlung der Unterftügung 15 och en beiträge entrichtet haben und feit dem 1. Dezember b. 3. mindestens 2 Wochen nachweisbar arbeitslos find. Anspruch auf die Unterstigung haben ferner die bereits ausgefteuerten nicht unterfiligungsberechtigten arbeitslofen Mitglieder, fofern die vorgenannten Borauslegungen erfüllt find. Die Auszahlung der Weihnachtsunterfügung erfolgt som 18. Dezember 1924 ab in der Reit von 9-2 Uhr im 8immer 4 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24/25, Gingang B part. Die Bezirksverwaltung. J. A.: D. Ochmann. Technisches Bühnenperfonal und Wächter aus den Wach- und Schließgefell. Deutscher Berkehrsbund. Betriebsräte! Arbeiterräte! aus den Branchen: fchaften, Bo IIperfammlung morgen, Mittwoch, vormittag 9% Uhr, im Rimmer 4, Aufgang B part., Engelufer 24/25. Betriebsräteausweis 1924 legitimiert. Berantwortlich für Bolitif: Ernst Renter; Birtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Ekkorn; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lokales und Sonstiges: Frig Karstadt: Anzeigen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckeret und Berlagsanstalt Baul Ginger u Co. Berlin S. 68, Lindenstraße 3. Sierzu 2 Beilagen. BRONCHIOL Wenn Husten, Heiserkeit Dich plagt, So nimm ,, Bronchio.", das nie versagt! Deutschlands führendes Hustenpräparat Erhältlich in allen Apotheken und besseren Drocerlen. Geiſt und aus Unterminis des Theaters wie der Schauspieler ent. inftematische Betätigung im Umherziehen, bie Baroen Sophien- Säle Sophienstraße 17-18. Ganz unentbehrlich bei Norden 9296. Säle frei! Weihnachts- Gebäck ist der erfahrenen Hausfrau und Köchin das altbewährte, reine Kokosfett Palnin Nur echt in der Originalpackung der Palmin Werke H- Schlinck& Cie A.G. Hamburg Nr. 59141. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Womit das Kind spielen soll. Das Weihnachtsfest läßt die Spielzeugfrage wieder einmal her:! vortreten. Sie ist schwieriger und bedeutender als viele glauben, aber sie ist auch schon in weit größerem Maße gelöst, als es allge mein bekannt ist. Man sollte sich mehr mit diesen nur scheinbar neben fächlichen Dingen beschäftigen, denn wenn auch im allgemeinen im einfachen Haushalt nicht viel Geld für Spielfachen, Wandschmuck usw. übrig bleibt, so darf hier doch gerade das Beste, das durchaus nicht immer das Teuerste ist, gerade gut genug sein. Im Entwicklungsgang des Kindes vom unvernünftigen Wesen bis zur förperlichen und geistigen Reife hat das Spielzeug eine Hauptrolle inne; Wahllosigkeit feiner Auswahl ist Planlosigkeit der Erziehung. Trok zahlreicher gefunder Gegenbestrebungen, besonders in der Jugendbewegung aller Richtungen und in pädagogischen Kreisen, ist der kitsch heute wohl fast ebenso verbreitet wie vor dem Kriege; wer sein Kind lieb hat, wer sein Heim nicht mehr nach der Preisrätselmethode schmüden" will, räumt mit diefem„ Antikulturin" endlich auf. Das ,, Geschenkte". Mit Liebe soll geschenkt werden, denn Schenken ohne Liebe nennt man besser spendieren". Liebe ist aber zum großen Teil Bers ständnis, und in der Tat, nur wer ein kind wirklich versteht, fann es tief lieben. Es ist nicht eine irrige, es ist eine verd rbl.che Anschauung, daß das Kind etwas. Fertiges" haben will. Alle Eltern werden es schon mit Staunen erlebt haben, wie die fein angezogene Puppe nach furzr Zeit in die Ede geworfen wurde und wie dafür irgendein paar äußerlich reizlose Bautlöger stundenlang Beschäftigung gaben. Das kind will sich beschäftigen! Am fertigen" Ding" fann Staudinger- Eine aus der Werkfreude. sich die Phantasie nicht regen. und wenn das Spielzeug von mohl meinenden Erwachsenen noch so fein erdacht und konstruiert ist, es muß mit der Zeit langweilig werden, weil es zur anregenden Eigen. beschäftigung feine oder doch nur sehr geringe Gelegenheit gibt. Nur fo ist es zu erklären, daß gerade die Kinder, die alles" haben, sich häufig langweilen, unzufrieden sind und ihre Tränen zum Acrger der womöglich noch prügelnden Gouvernanten reichlich fließen lassen. Wenn dann der„ liebe Bruder Weinerlich", nicht nur aus dem Bilderbuch, sondern aus dem Leben wohlbekannt, in feinem Betätigungsdrang schließlich das dümmste Zeug anstellt, dann nennt man ihn boshaft veranlagt". Die Mutter ruft nach dem Nervenarzt, der Bater grift nach dem Stock. Was sich dann abspielt, nennt man zart genug eine Szene". Und doch ist das alles nicht nötig, schenkt man dem Einde wenig aber Bernünftiges. Damit Phantasie einerseits und ordnender Geist andererseits sich regen fönnen, ist Spielzeug in Hawie ,, modern"! und auf den Weihnachtsmarkt geworfen" wurde Werfen schadet Neuartig sieht's freilich aus, was da von Künstlerhand geschaffen übrigens nichts, das neue Spielzeug ist nicht zerbrechlich aber wenn man sicht, wie begeistert sich die Kinder mit allem abgeben, dann wird auch der bedenklichste Jugenderzleher fein Faltenzieher mehr fein. Da sind zunächst einmal die drolligen Buppen von Karl Staudinger, dem tatkräftigen Sonneberger Industrieschuldirektor. aus der Werkfreude A H Peter Paul Kohlhand Märchenspiele, Dienstag, 16. Dezember 1924 Lustig dreht sich der dreifach Anlackierte, und die buntesten Ueberraschungen gibt es mit Hilfe grellfarbiger Ringe obendrein. Engar Gelegenheit studieren alles für 50 Pfennig! Auch Kugelspiel und Farbenlehre", also ganz ernste Wissenschaft, kann man bei dieser Schiffsbautasten tönnen ein Kind stundenlong erfreuen, und das abwechslungsreiche& ub: colo ist genau fo bunt und unterhaltend wie fein Name. Schließlich fei auch noch für die großen Kinder das zwedmäßige Bauhaus- Schach von Hartwig erwähnt; wer es sieht, ist zuerst hilflos, später begeistert. Technisches Spielzeug. Das technische Spielzeug ist auch in diesem Jahre auf derselben Höhe oder besser Liefe wie in den vergangenen Jahren. Die Preise, die schon im vergangenen Jahre auf Goldmark basierten, lassen feme wesentliche Aenderung gegenüber dem Vorjahre erkennen. Lediglich bei dem teueren Spielzeug macht sich eine leichte Besserung in der Güte bemerkbar Die Eisenbahnen, Lokomotiven, Wagen, Bahnhöfe, Signalanlagen usw. weisen dieselben Fehler auf, die wir schon mehrfach fritisiert haben. Beim Durchschreiten der Eisenbahnausstellung in Seddin hatten unsere Spielzeugingenieure die beste Gelegenheit, die Formen der in der Wirklichkeit laufenden Eisenbahnen zu studieren. Vielleicht macht sich die bei dieser Ausstellung geleistete erzieherische Arbeit in einigen Jahren auch in der Spielzeugtechnik bemerkbar. Es ist geradezu ein toller Unfug, wenn eine Dampflofotive, die zum Preise von 675 M. angeboten wird, rechts und links je einen Dampfzylinder trägt, die lediglich Attrapp find, während Wadeltopfzylinder untergebracht ist. Die billigste Eisenbahn, wenn im Führerhaus die eigentliche Dampfmaschine mit dem berühmten man von ganz minderwertigem hölzernen Spielzeug abfieht, fostet 2,75 m. Dabei wird ein Wagen, ein Tender und eine Lokomotive, Aus derbem Holz geschnitzt" sind sie im wahrsten Sinne des Wortes, „ Aus derbem Holz geschnigt" sind sie im wahrsten Sinne des Wortes, nun, fo läßt sich auch das republikanischste Kind einen König ge= fallen, dem die Krone nicht wackelt. In Vorbereitung" befindet sich fogar ein neuer Tod", der längst nicht so gruselig sein soll wie fein Borgänger. Auch die Staudinger Tiere gefallen jedem: ihre besondere Eigenart ist die stete Herausarbeitung der charakteristischsten Schächer mit Linie. Schon für 10 Pf. fann man sich da eine hölzerne Weihnachtsgans taufen wer singt solchen Preisen nicht ein Preislied? Nicht übermäßig verteuert die Farbe, deren Zweck immer nur Verschönerung des Gegenstandes, aber niemals Bortäuschung" besseren" Materials fein soll. Und wie hygienisch ist doch solch eine Staudinger Figur! Vor allen Dingen fann man sie im Gegensatz zur Stoffpuppe, dem idealen Bazillenträger, abwaschen. Das gleiche gilt von verschiedenen anderen Erzeugnissen, vor allem aber von der Produktion des Gropiusschen Bauhauses in Weimar, dessen Vertretung die„ Berf. freude übernommen hat. Grundsäßlich wird vermieden der Schafherde 2 " fertige" Gegenstand, der höchstens ein Spielzeug für Erwachsene ab. Wantinger- Fiere der Werkfreude geben fönnte, man strebt vielmehr zu Formen, die nach Art und Material das Kind zur eigenen schöpferischen Tätigkeit veranlassen. In alle Kreise der Bauhaus- Kreisel", der„ Schlager der Saison"! möglichſt einfachen und einprägſamen Formen aus haltbaren und gut aus dem Bauhauz fich anfühlenden Rohstoffen in lebhafter, aber nie unharmonischer Farbwirkung notwendig eine Forderung, die Verantwortungsbewußte schon lange erfannt, die praktisch zu verwirklichen nicht zuleht aus finanziellen Gründen ihnen schwer möglich war. Wo das Geld steckt, fehlt's meistens an Verantwortung mit anderen Worten: planlose Wir schaft hat gar feine oder nur planlose Kulturpflege zur Folge. Aber das neue Spielzeug tommt! Dufler, genügend daß jeder sich eindecken" tann, sieht man jetzt in der großen Ausstellung im Gewerkschaftshaus und ferner bei der unternehmungsluftigen Werkfreude" in der Potsdamer Straße. Wer zu der Werffreude", die auch in der Gewerkschaftshausausstellung ihren Stand haben, feine Kinder mitbringt, was eigentl ch felbstverständlich sein sollte, darf sie dort ruhig spielen lassen; die übliche Drohung Berühren verboten!" ist nirgends zu sehen. 51] " " Der Mittelweg. Bon Sir Philip Gibbs. Das Licht erlosch fnisternd. Er strich ein Zündholz an, ergriff den Briefumschlag mit Joyces Handschrift und tastete fich hinaus. Der junge Bauer hatte auf ihn gewartet und starrte ihn verwundert an mit eigentümlichem Lächeln im Blid. Komi sches Leben damals, wie? Cute Augenblicke dabei, und oft fo traurig. Donnerwetter! Ich muß manchmal lachen, wenn ich an alles dente, das Blut, den Tod, die Läuse, den Schmutz besonders!" Möchten Sie es noch einmal durchmachen?" Er zucie die Achseln. Um das Baterland zu retten, ja. Gerne nicht. Aber was sonst. Wenn die Deutschen wieder angreifen, wird sich Frankreich wieder schlagen." ,, Werden sie denn wieder angreifen?" Aber natürlich! Sie wollen doch ihre Revanche haben. Soba'd sie wieder bei Kräften find, tommen sie zurüd. Es liegt in der menschlichen Natur, Monfieur." ,, Kann denn Frankreich noch einen Krieg aushalten?" Der junge Bächter starrte zu dem jetzt so sicheren BourlonWald hinüber. Allein nicht. Aber wir haben ja Bolen, Serbien, die Tchechoslowakei." ,, Und England?" 000 Kasten Der junge Bauer hörte ihn geduldig, aber ein wenig fpöttisch an: Monsieur ist Idealist." Nach dieser Kriegserfahrung noch? Er selbst war Realist. Völker und einzelne fämpften für ihr eigenes Intereffe, um ihre Haut zu retten, für ihr Land, für ihre Frauen. Auch aus Revanche, aus aß, aus Rivalität, um Handel und Gebiet zu schüßen. Und es war natürlich, war stets so gewesen und würde niemals anders werden. In diesem jungen Landmann erblickte Bertram den Typus des Franzosen, die eigentliche Seele Frankreichs. Solche Männer hatten Jahrhunderte hindurch auf diesem Boden für ihr Land und ihre Frauen, für Eroberungen, für Stolz auf ihr Vaterland gekämpft. Sie waren überrannt, gequält, vernichtet worden. Aber sie hatten ihr Leben immer zwischen Pflug und Schwert geteilt. Der Friede war ihnen nur ein wischenspiel, entweder, wenn Frankreich zu schwach, in der Defensive, oder sehr stark, in der Offensive gewesen war; so war es in der Beschränkung oder Erweiterung des Landes, als Kaiserreich oder als Republif gewesen. Die französische Mutter, die ihr Bübchen wiegte, wußte, daß ihr Sohn dereinst in die Schlacht marschieren würde. Der Junge wußte, daß er als Mann das Elternhaus mit der Raserne vertauschte, um das Soldatenhandwerk zu lernen, wie er einst das Bauernhandwerk gelernt hatte. So war es ftets gewesen, unter den Valois, unter Heinrich IV., unter Napoleon und immer, bis 1918, mit furzen Ruhepausen, bis Der Mann sah Bertram unsicher an. Das fann Mon- die Wunden vernarbt und neue Generationen herangema hsen fieur mir vielleicht besser sagen. waren. Das war immer so und wird nie anders werden." Bertram sah den Mann verstohlen an. Fünfunddreißig vielleicht, ein starkes hartes Profil, frische Gesichtsfarbe, blon der Schnurrbart. Ein Nordfran ose. Eher teutonisch als lateinisch. Der typische Poilus der Picardie, Normandie und Artois. ,, Und was denten Sie selber?" Wieder zuckte der junge Franzose die Achseln: England wird tun, wobei es am besten fährt. Industrie und Handel sind ihm Hauptsache. Das ist nun einmal der englische Charakter. 3ähe Kunden, wie?" Als Beriram ihn erinnerte, wie viele Kämpfer England zur Hilfe geschickt hatte, wie Englands befte Jugend in Frankreichs Erde ruhte, und fragte, ob das zähes Handel oder nicht vielmehr Selbstaufopferung um der Ehre willen gewefen märe, antwortete der Landmann:„ Die Deutschen waren ja Englands Konkurrenten und die deutsche Flotte eine Drohung für Großbritannien Nicht wahr?" Bertram faß neben ihm auf einem Erdhügel, teilte seine Begzehrung mit ihm und bemühte sich in ehrlicher Ergriffenheit, ihm flarzumachen, daß es feinen Anteil an ungeheuren Kriegsopfern und idealem Helbentum beigesteuert hätte. Frankreich fann feinen neuen Krieg aushalten," sagte Bertram.„ Es würde sich verbluten. Muß es denn immer Streit geben? Warum veriragt ihr euch nicht mit den Deutichen?" Der junge Mann lachte laut und spuckte aus. Freund mit den Boches? Verträgt man sich mit einem ausgehungerten Tiger? Kann man ihn nicht gleich töten, 10 gräbt man einen Graben ums eigene Haus und hält die Flinte bereit. Es gibt auch noch einen anderen Weg. Man beschneidet ihm die Klauen und jagt ihn in den Käfig. So machen wir's jetzt mit Deutschland." aus Blech gestanzt, geliefert. Als Neuheit möge cin Eisenbahnzug aus Holz, dessen fünf Wagen und eine Lokomotive fest miteinander verbunden sind, so daß das Ganze wie eine Schlange über den Erbboden dahinfährt. erwähnt werden. Dieses höizerne Spielzeug toftet 2,50 M. Es ist nur zu bedauern, daß die Lokomotive insbesondere hinsichtlich der Räder eine geradezu phantastische Form aufweist. Bahnhöfe, Signalanlagen usw. find in Preislagen von 7 bis 50. und noch darüber zu haben. Auch hier wieder ist zu bemängein, daß die aus Blech geftanzten Teile mit Lüren und Fenstern bemalt sind, so daß das Ganze nichts anderes ist als Vorspiegelung falscher Tatfachen. Für unsere Jugend follte das Beste gut genug sein, und es wäre vorteilhafter, folches Spielzeug statt zu faufen mit geringen Mitteln selbst herzustellen. Gerade im Proletariat gibt es fehr viele, die über ausgezeichnete handwerkliche Geschicklichkeit verfügen. Sie ernerben sich ein Verdienst daran, wenn sie ihren Kindern( hergestelltes dauerhaftes Spielzeug an Stelle diefes Ritsches befcheren. Auf dem Gebiete des Dampfmaschinenbaues fonnten wir schon in vergangenen Jahre eine erfreuliche Besserung feststellen. Natürlich find die guten Modelle nur für das faufträftige Bublikum zu ertehen, aber die Tausende von Kindern, die diese oft wirklich aus gezeichneten Maschinen schen, bilden thren Geschmack und bekommen ein Augenmaß für das Wertvolle und minder Werwolle. Das billigste Dampfmaschinchen toftet 2,90 M. Ganz nett ausgeführt mit stehendem Kessel und an diesem montierte Dampfmaschinen sind etwa für 40. zu haben. Sehr gute Maschinen verschlingen schon das Bierteljahrseinkommen eines. Durchschnittsarbeiters. Sic toften 200 m. und mehr. Elektrometoren, Dunamos find schon von 250 M. an zu haben und können in dieser Preislage bereits als Demon,, Und wenn der Tiger ausbricht, und seine Klauen wieder gewachsen sind?" ,, Dann ist immer noch die Flinte da." ,, Und wenn sie rostet?" Ja, dann bekommt der Tiger seinen Fraß. Aber ein Marr, der feine Flinte rosten läßt." " Wenn sie zerbricht, und fein Geld für eine neue da ist?" ,, Das ist ein Unglüd. Dann hat der Tiger gewonnen." Er war ein Fatalist. Und er setzte voraus, daß der Deutsche von Natur ein Tiger ist. Stimmte das? Bertram dachte an all die deutschen Gefangenen, die er in Kriegszeiten gesehen, auch wohl selbst gemacht hatte, einfache blondhaarige junge Bauern, die den Krieg haßten und den Frieden liebten, und die Werke und Künste und Arbeiten des Friedens. Nicht Soldaten aus Trieb und Leidenschaft, wie die Franzosen, sondern aus 3wang, aus Disziplin, aus Sentimentalität; tapfer, tüchtig, gehorsam, aber ohne Feuer. Nein, das waren feine Tiger", soweit er sie kennengelernt hatte, sondern ziemlich schüchterne, ruhige Jungens. Es war nicht unmöglich, daß sie die Hoffnung auf Revanche gegen Frankreich aufgeben würden, wenn Frankreich dafür auf seinen leidenschaftlichen Haß, seinen übertriebenen Forderungen von Strafe und Bezahlung, sein Pfund Fleisch verzichtete. Aber mit diesem Landmann zu diskutieren, war ausfichtslos, trozdem er eine flare Intelligenz und, wie die meisten Franzosen seines Standes, eine außerordentliche Gabe des Wortes besaß. ,, England ist ein guter Freund," sagte Bertram am Ende es niemals Grund zum Streit geben. Dann würden die der Unterredung. Zwischen England und Frankreich darf Toten aus ihren Gräbern steigen. Dann schüttelten sie sich die Hände, und der junge Fran30se lächelte ihm zu. Auf Wiedersehen, Kamerad! Ich mag den Krieg nicht, genau wie du. Aber was fann man tun? Wenns fommt, tommt es eben Schreckliche Philosophie. Für diesen Bauern war der Krieg so unvermeidlich wie Regengüffe und Dürre., Erdbeben und Blitzschlag. Und der Deutsche blieb der Deutsche- die blonde Bestie. Die schmutzigen Boches! Bertram war froh, in die Wärme der hölzernen Schenke zurückzugelangen. Ein ungeheuer dicker Franzose begrüßte ihn herzlich. Monsieur wird hungrig sein! Meine Frau hat ein schönes Huhn gebraten." ( Fortsetzung folgt.) B firationsobjekt diceren. Schiffe find in sehr guten Ausführungen infönnte noch scharfer gegen meine Frau vorgehen, vorbildlicher Weise hergestellt, daneben finden wir immer noch die billig aus Blech geftanzten Dampfer", die man shon für 85 Pf. kaufen kann. Das beste Spielzeug erscheint in den Baukästen. Der gute altbewährte Anter- Steinbaufasten ist in den Breistagen von 3 bis 60 m. vorrätig. Die Gießbaufäften, auf die wir bereits im verigen Jahre hinwiesen, sollten die Aufmerksamkeit der Eltern erzingen, die ihren Kindern ein Spielzeug geben möchten, bei dem ber Betätigungsbrang in hervorragender Weise gefördert wird. Som Etein bis zum fertigen Bauwerk stellt der fleine Baumeister fein Kunst. wert selbst zusammen. Diese Bautäften find schon von 2,50 M. an zu haben. Allerdings kann mit diefen billigen Formen nur sehr Primitives geschaffen werden. Endlich sind in diesem Zusammenhang noch die Radio- Baukästen zu erwähnen, aber hier wäre zu wünschen, das gründliche Schulung und Ausbildung der Handfertigteit der Kinder von vornherein diesen Baukasten überflüssig machte inib daß das benötigte Funkgerät aus einfachen Stoffen von ihnen selbst er= zengt werde, soweit es sich um einfache Detektorapparate hanbeft. Die Staakener Meineidsaffäre. Die Ausjage Dr. Fechners Eld gegen Eld. Unter großem Andrang des Publikums began gestern früh der zweite Teil des Staafener Weineidsprozesses, der durch die Ber. urteilung des früheren Stadtrats Eggert aus Spandau zu zwei Jahren Zuchthaus erhebliches Aussehen erregt hatte und in der Ceffentlichkeit zu lebhaften Auseinandersetzungen führte, ob die Ver. urteilung zu Recht oder zu Unrecht stattgefunden habe. ich will sie aber schonen Zeuge Muß ich darauf antworten: Bert: Das genügt mir fajon. Auf weitere Fragen fagt der Zeuge, daß feine frau es mit ihren Worten nicht jogenau nehme, daß er den Einbrud gehabt habe, daß andere Kräfte mitgewirkt hätten. Bürgermeister Dr. Fechner befundet, daß er nach einer Bezirksverjaminlung Mitte Februar 1921, an die sich ein Bierabend im Ratskeller in Spandau angelhoffen hätte, gemeinschaftlich mit verschiedenen Herren und Damen nach Staaten zurüdgefahren war. Die Angeklagte und Stadtrat Eggert waren in demselben Abteil. Eggert habe sich aber auf dem Bahnhof verabschiedet, um sich zu feiner Frau, mit der er fich damals ausgeföhnt hatte, zu begeben, während der Zeuge die Angeklagte nach ihrer Wohnung begleitete. Dort habe er sich bis gegen 3 1hr aufgehalten. Die Angeklagte habe ihn darauf die Treppe hinuntergelaffen und hinausgelaffen. R.-A. Dr. Johanny hält diese Aussage der Zengin Beermann vcr, die jedoch dabei bleibt, daß derjenige, den sie gesehen habe, Eggert gewesen fei. Auf eine Frage von R.-A. Dr. Pindar erklärt der Zeuge Fechner, daß es sich bei seinem nächtlichen Besuch bestimmt um die Nacht vom 15. zum 16. Februar gehandelt habe. Nicht Eggert, sondern er jei bei der Angeklagten gewefen. Die Rechtsanwälte Pindar und Johanny betonien darauf hin, daß diefes eine Wendung in dem Meineidsverfahren fei. Durch diese Angabe sei die wichtigste Feststellung im Urteil widerlegt morben. Es wurde im Anschluß hieran die betreffende Stelle im Borderurteil vertefeet, und es ergibt sich daraus, daß diefes Urteil davon ausgeht, baß Dr. Fechner das Datum nicht genau hatte geben fönnen. R.-A. Dr. Bindar: Es steht also Eid gegen Eid. Gibt die Zeugin Beermann vielleicht die Möglichkeit eines Irrtums zu? Beugin: Sch bleibe bei meiner Aussage. Es ist Eggert gewesen, nicht Dr. Fechner. Die weitere Beweisaufnahme brachte keine wesent fich neuen Momente. Die Verhandlung wird am heutigen Dienstag fortgesetzt. Moscheen in Berlin. Die Ruine am Bahnhof Wigleben. In bem neuen Prozeß wird gegen die Pflegefchwester in Säuge lingsheim in Staaten, Mathilde Megger, ebenfalls wegen Meine eids verhandelt. Die Angeklagte war ertranft, so daß das Berfahreit gegen sie auf direktes Berlangen Eggerts abgetrennt wurde. Die Anges Magte Megger ist in ihrer Heimat in Württemberg verhaftet und nach Moabit übergeführt worden. Wie erinnerlich, war die Meimeibsaffäre eus einem Dorflatsch beroorgegangen. Eine frühere Nachbarin der Gemeindeschwester im Säuglingsheim, eine Frau Beermann, hatte das Gerücht verbreitet, daß Stadtrat Eggert der GemeindeSchwester nächtliche Befude mahe Die Schwester Mathilde hatte Am Bahnhof Bisleben liegt zurzeit eine Ruine eigener daraufhin Brivatflage erhoben. Im Laufe des Berfahrens hatte Art. Seit Monaten ragen bort unvollendete Spitzbogen empor, Die Staatsanwaltfdjaft aber im öffentlichen Interesse die Anflage feeze Fensterhöhlen bliden auf Straße und Bahnförper, von Lücken aufgenommen. Das Schöffengericht Spandau und die Berufungs. tommer in Moabit hatten jedoch beidemal Frau Beermann frei. unterbrochene Wände verschiedener Höhe verkünden die Unvollendung. gesprochen, und es war dann gegen Stadtrat Eggert und die Schwester Es sind die Rninen der Ahmadia Moschee, des bes Mathilde Megger Meineidsklage erhoben worden. Beide hatten in gonnenen Gotteshaufes einer aus Indien flammenden moham drei Terminnen geschworen, daß Eggert niemals nachts in der Woh medanischen Gefte, die an die bereits erfolgte Niederkunft des Bro Die Zahl der in nung der Schwester gewesen ist, insbesondere niemals in den Jahren pheten glaubt, dessen Nachfolger in Indien lehrt 1921 und 1922. Die Angeklagte Meger, eine 37jährige Berlin wohnenden Anhänger dieser Sefte bürfte nicht allzu beträcht Fran, bestreitet jede Schuld. Sie erflärt: herr Eggert hat lich fein, eine größere Anzahl von ihnen wohnt in London, wo fich mich 1920 während meiner Krankheit eimnal abends befacht; fetidem auch die europäische Zentrale der Sette befindet. Der Grundstein ift er nie wieder bei mir gewefen. Das habe ich bei der Berliner Moschee wurde im Vorjahre gelegt. Bereits hierbet ichmoren, und des ist auch wahr." Die Angeklagte Mathilde tam es zu Zwischenfällen, da Aegypter und Araber, bie die Moschee Megger bleibt auch bei ihrer weiteren Bernehmung mit aller Ent- für eine englische Gründung helfen, protestierten und durch Polis schiedenheit dabei, daß die Behauptung der Frau Beer zeibeamte entfernt werden mußten. Der Beiterbau der Moschee mann unwahr sei. Stadtrat Eggert sei niemals nachis bei ihr wurbe bome von der Inflation überrascht und gehemmt und mußie in der Wohnung gewesen. Ginmel habe sie der damalige Redakteur fchließlich wegen Mangels an Mitteln völlig aufgegeben werden, a jezige Bürgermeister Fechner, als sie gemeinsam aus Spandau mit ihm ber Bau von daneben liegenden Wohnhäusern für den heimtamen, in ihre Wohnung hinaufgebracht und noch ein Glas Tee Priester ufw. Nachdem nun bie Ruinen lange geschlummert und getrunken. Ein anderes Mal sei ein Ehepaar Eder oben gewesen, weiter verfallen waren, soll munmehr wieder neues Leben aus ihnen nicmals aber der Stadtrat. Benn sie nicht ein reines Ge. erblühen. Der Besitzer des Grundstücks, die Ahmadia- Gemeinde, wiffen gehabt hätte, würde sie die Brivatfiage gegen Frau Beer steht dicht vor dem Verkaufsabschluß zum mindesten eines Teiles nenn nicht angeftrengt haben. Landgerichtsbirettor Dransfeld hielt des Geländekompleges. Mit dem Erlös soll der Bau einer der Angeklagten vor, daß ein Chepaar Gläsemmm und ein Seuge fleineren Ahmadia Moschee auf dem Rest des GrundAltenburg ebenfalls Eggert frühmorgens aus dem Hause tommen ftüdes erfolgen. Gelangt bagegen bas gefamie Terrain zum Ver. gesehen hätten. Die Angeflogie erklärt, taß fie immer nur wiederholen, fauf, fo foll eine Moschee an einem andern Blaze der Reichshaupt fönne, daß Eggert feit 1920 nicht mehr im Säuglingsheim gewesen stadt erstehen. Da auch der Bau der andern Moschee am Fehr fei. Die Zeugen müßten fich irren. Auf weiteres Befragen ber belliner Blag rustig fortschreitet, wird in Berlin demnächst von Rechtsanwälte Bin bar und Dr. Johanny ertiärt die Angefiagte, amei Stellen der Muezzin vom schlanken Minaret herab die Moslem baß die ganze Sache gegen sie ein Refieltreiben fei, bas oon zum Gebet rufen. Dr. Kornfeld infaeniert worden sei, der sie aus Staaten hinaushaben und unglücklich machen wollte. Rechtsanwalt Dr. Be der beantragte, die Eheleute Eder zu laden, daß sie an dem Tage, an dem Eggert angeblich bei der Angeklagten gewefen fei, bis 4 Uhr morgens in der Wohnung gemelen feien. Der Borsigende wtil des als wahr unterstellen. R.. Pindar hält aber eine Gegen überstellung der Zeugen mit der Hauptbelastungszeugin zur Prüfung der Glaubwürdigkeit für bringend geboten. Das Gericht lehnt aber den Antrag ab, weil diese Tatsache als erwiefen angenommen werben tönne. Der Zeuge opp aus Stanfen ftellt der Angeflagten ein günstiges 2eumundszeugnis aus. Dan jei schon in Etaafen daran gemähut gemefeer, baß allerlei Redereien über bie Ange flagte im Umlauf waren. Das sei alles von Dr. Kornfeld und Leuten, die ihr nicht wohlgefinnt waren, ausgegangen. Die Ans geflagte babe felbit lachend erzählt, daß man ihr nachgesagt habe, Eggert sei die Nacht bei ihr gewesen. Diese Reibereien feien los. gegangen, als auf Beranlassicg der Angeklagten ein zweiter Arzt nach Strafen fant. Sodann wird unter großer Spannung bie Haupt. belastungszeugin, Frau Beermann, aufgerufen. Sie lebt mit ihrem Marne, einem Schloffer, in Scheidung. Die Etz ist in erster Instanz wegen Berichuldens der Frau infolge Chezerrüttung geschrieben worden. Die Zeirgin befindet folgendes: In der Nacht Dem 15. zum 16. februar fam mein Mann nachts gegen 1 Uhr nach House, weckte und fragte midh, ob Eggert wieder in Sanfen fei, er habe ihn auf dem Bahnhof gefehen und gehört, daß er nach der Schwester Mathilde gefragt habe. Kurze Zeit später habe sie gehört. daß die Schwester nach Haufe tam und daß ihr jemand folgte. Gegen 3 ihr nachts fei das Licht auf dem Treppenflur eingefchaktet worden, und die Schroefter fel leise die Treppe hinuntergegangen. Sie, die Jeugin, fei zur Flurtür gelaufen und habe burch die Briefkastenklappe gefehen, daß Eggert nachfolgte. Dann sei sie zum Fenster geeilt und fah Eggert das Haus verlassen. Auf der Straße habe Eggert noch einmal hinaufgesehen zu der Schweiter, die leicht befleidet am Fenster stand. Sie habe ihren Mann fofort gewedt, er wollte aber nicht auf stehen. Borf: In diesem Lage folle der oben gewesen sein. Zeugin: Ich habe Eggert beutlich erkannt. Jede Berwechslung ist cusgeschlossen Die Zeugin will bann Anfang und Mitte März noch zaci bis dreimal Eggert gesehen haben. Bom Fenster aus fab fie, daß Eggert frühmorgens am Hause entlang ging. Die Daten tonn ste jebody nicht angeben. Die Bertetbiger machen darauf auf metljani, daß die Beugin früher bestimmte Angaben gemacht habe. Es werden dann der Zengin auch von der Berteidigung scharfe Borhaltungen gerocht unb versucht, fie in Biberspriche zu rerreideln. Die Zeugin muß zugeben, daß fie auch noch in ein enderes Beleidigungsverfahren terwideft gewefen fei. Der Ehemann, Paul Beermann, bestätigt, daß femme Frau ihn eines Ratts gewedt habe mit dem Bemerken, daß Eggert foeben von der Schwefter weggegangen fei. R... Dr. Johannŋ: 3ft es richtig, bag Sie Threm Anwalt in Ihrem Chefcheibungsprozeß gefagt haben: Sch Für den Weihnachtstisch teste Fabrikate, größte Auswahl. Herren- Anzugstoffe reine Woile. U ster- Paletotstoffe prima Qualitäten Velours de laine ·. Meter 10.-, 8.-, 6.Meter 20.-, 15.-, 10, für Kostüme und Mäntel Meter 12.-, 10.-, 8.Gabardine, Rips Meter 10-, 8.-, 6.130 cm breit Koch& Seeland Gertrandtenffraße 20/21 segenüber ber Petrificae. P ㄓ Dr. Katenellenbogen. Aus dem Sündenregister eines Abenteurers. Vor dem erweiterten Schöffengericht in Lichterfelde stand gestern die Berhandlung gegen den berüchtigten amerikanischen ant geblichen Arzt Dr. Edwin Maria Razenellenbogen an. Er hatte sich in 27 Fällen wogen Betruges, Urkunden. fälschung. Diebstahis und Körperverletzung zu ver antworten. Die Körperverlegung, die zur Berhandlung fiend, bezog sich auf die Galtin des holländischen Kolonialstaatssekretärs van Brint, die Ragen", wie sie ihm nannie, in der Telephonzelle des Hotels männischen Auftreten und feiner Ueberrebungsfunft gelang es, die Esplanade" angesprochen und fennengelernt hatte. Seinem welt. Monate mit ihm zusammenlebte. Den Beziehungen entsproß ein Grau derart zu beeinflussen, daß sie zu ihm hinzog und mehrere Kind. Vor wenigen Tagen versuchte Frau van Brint, die inzwilden von ihm weggezogen war, turch den Gerichtsvollzieher das Kind holen zu laffen. Der Gerichtsvollzieher traf aber eine leere Wohnung an und erfuhr, daß das Kind nach London entführt wor: ben sei. Antäßlich diefer Rundesentführung wandte fich Frau Dan Brint an ihre Freundin, an die befarinte Schriftstellerin Karin Mihaelis, die aus Tanemart fofort zu ihrer Unterstügung herbeieilte und durch Rücksprache bei dem Bolizeipräsidenten und dem Schwindlers hinwies. Die Folge war vor wenigen Tagen feine Oberstaatsanwalt auf die besondere Gefährlichkeit des internationalen Berhaftung. Bei den Betrugsfällen, die dem Angeklagten vorgeworfen werden, handelt es sich stets um Ausländer, u. a. um Inder, gefchusinbeit hatte, er könne ihr Bermögen in Deutschland besonders Norweger, Ruffen und Holländer, denen Kazenellenbogen vorgut unb nuhbringend anlegen. Die Leichtgläubigen, unter denen fich audy viele Frauen befanden, die angeblich seinem hypnotischen Einfluß nicht standhalten fonnten, hatten them ungeheure Summen anvertraut. So war der dänische Großlaufmann Konig mit einem Bermögen von 3 Millionen in feine Rege gegangen, und der Angeklagte hatte ihm lediglich Autos, Schmudiachen, wertvolle Belze und Baluten abgeknöpft. Zum Schein, als ob er tatsächlich mit dem Gelde Geschäfte mochte, gründete er eine Anzahl von Gesell schaften. Bei der gestrigen Berhandlung bestritt Kahenellenbogen in herausforderndem Ton, wegen dessen er verschiedentlich vom Borfißenben zurechtgewiesen werden mußte, die ihm zur Laft gelegien Straftaten. Gegenliber dem eigentlichen Zeugnis der Geschädigten fonnte er sich aber nicht rechtfertigen. Die Kronzeugin der Berhandlung Frau van Brint, die durch den vollständigen Vermögensverluft und die schweren Mißhandlungen des Angeffogten noch heute förperlich und seelisch zusammengebrochen ist, ent hillte das ganze fcha mtoje Treiben dieses Mannes. Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 16. Dezember. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.306 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berl. Funkkapelle). 6.40-7.30 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule: Literatur und Kunst. 6.40 Uhr abends:( Abt. Bildungskurse). Prof. Colson:, Französische Literaturgeschichte( in französischer Sprache). 7.10 Uhr abends: Dr. James Simon: Die Sonate". 8 Uhr abends: Theaterfunk( Herr Theodor Kappstein). 7.30 Uhr abends: Vortrag Dr. Ernst Rothe: „ Das Giftschränkchen": Was soll eine Hausapotheke enthalten? 8.30 Uhr abends: Moderner Orchesterabend. Dirigent: Otto Uraok. 1. Vorspiel zu der Oper Die Abreise, E. d'Albert. 2. a) Blütenwunder, Hans Pfitzner. b) Tranermarsch, Hans Pfitzner( aus dem Musikdrama„ Die Roso vom Liebesgarten"). 8. a) Symphonietta, Paul Graener, b) Musik am Abend. Paul Graoner. 4. Fantasie aus der Oper Ariadne auf Naxos", Richard Strauß. Das Orchester besteht aus Mitgliedern des Berliner Philharmonischen Orchesters. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theaterdienst. Das Gericht verurteilte den Angeflagten wegen Urkunden. fälschung in zwei Fällen zu einem Monat und einer Woche Gefängnis, wegen Körperverelegung zu 600 Mart Geldstrafe, wegen Betruges wurde er zum Teil fret: gesprochen. Die Strafen wirden auf die erlittene Untersuchungshaft in voller Höhe angerechnet und der Angeklagte aus der Untersuchungshaft entlassen. Praktische Politik". Kommuniffen gegen erhöhte Erwerbsslosenunterstützung. Wie vernagelt die Kommunisten sind, wenn es gilt, den Arbeitern praftisch zu helfen, geht aus dem Verlauf der letzten Bezirts. versammlung Wedding hervor. Um für sich Reflame zu machen, hatte die kommunistische Fraktion einen alten Ladenhüter hervorgeholt, um ihn als Antrag einzureichen. Es handelt sich um die nach einer alten Schablone gestellten Anträge für Erwerbslose, in denen das unmöglichste gefordert wird. Bon fozialdemokratischer Seibe legte Genosse Urig dar, daß die Antragsteller sich an eine falsche Adresse gewendet hätten. baß das Bezirksamt für alle diese schören Wünsche gar nicht zuständig sei, und soweit es sich um Ausführung bestimanter gefeßlicher Vorschriften handele, stehe fest, baß diese in lonaler Form unter Vermeidung von Härten erfolge. Motwendig fei aber eine Erhöhung der gänzlich unzulänglichen Erwerbslosenfäge. Die Berliner Dezernent ten für die Arbeitsämter würden nach dieser Richtung hin dauernd gebrängt. Aus diesen Gründen beantragte die sozialdemokratifge Frattion wegen Unzuständigkeit des Bezirksamts über die KPD.Anträge zur Tagesordnung überzugehen, aber das Bezirksamt zu ersuchen, mit unverminderter Energie fortzufahren, eine Erhöhung der Erwerbslosenunterstützung berbeizuführen, die die Versammlung für bringend erforderlich halte. Bei der Abstimmung zeigte sich der ganze Unsinn der fommunistischen Agitationspolitit. Der Vorsteher ließ getrennt abstimmen. Daß die Kommunisten gegen den Abfaz stimmten, über ihre Anträge zur Tagesordnung überzugehen, war selbstverständlich, aber sie stimmten auch mit Ausnahme eines einzigen Mitgliedes gegen den zweiten Absah, ber eine Erhöhung der Säße für Erwerbsloje für dringend erforderlich hält. Diese Stellungnahme richtet sich also glatt gegen das Intereffe der Erwerbstofen, ist dafür aber echt kommunistisch. Die Eideshilfe G. m. b. S. Nach endloser Beweisaufnahme erfolgten am geftrigen Nachts mittag in dem gegen eine Anzahl von Frauen angestrengten Meineidsprozeß, über deffen Berlauf mehrfach im Borwärts" berichtet wurde. Die ärztlichen Gutachten der Sachverständigen über den Geisteszustand der Angeklagten Annn v. Kulas. San.- Rat Dr. Edel, in deffen Anstalt Frau v. Kulas fich gegenwärtig befindet, Die übrigen Aerzte, San.- Rat Dr. Beppstellte sie unter§ 51. mann, Oberarzt Dr. Bau, tum, Oberarzt Göz und Dr. Thiele von der Charité hielten sie zwar für eine schwere Bychopathin und als höchst minderwertig, aber für ihre Hamblungen voll verantwortlich. Staatsanwaltschaftsrat attegan bezeichnete die Angeklagte v. Kulas als eine Bers onliteit oon einer verbrecherischen Energie und Bielfeitigteit, wie sie in der Kriminalgeschichte selten vortommt. Bon einer solchen Berbrecherin erfien Ranges müßte bie Menschheit möglichst lange befreit werden. Die Angeklagte habe das Intrigenspiel zu ihrem Beruf gemacht und es habe felten jemand 10 diet Beunruhigung in das Leben seiner Umgebung gebracht. Bei dieser verbrecherischen Natur fand man eine besondere Befriedigung, in bem Schmuß der Ehescheidungsprozesse zu wühlen. Sie ist von einer Anstiftung zum Meineid und von einer eidesstattlichen BerDer Staatsanwalt beantragte ficherung zur anderen geschritten. gegen Frau D. Kulas eine Gesamtstrafe von vier Jahren und sechs Monaten Zuchthaus und fünf Jahren Chrverlust, gegen den Angeflagien v. Mebelstadt zwei Jahre Zuchthaus und drei Jahre Ehroerlust fowie fofor. fige Berhaftung, gegen die Angeklagte Wolff ein Jahr brei Monate Gefängnis, gegen Frau Präsent ein Jahr Gefängnis, und gegen die Angeflagte v. Graag acht Monate Gefängnis, stellte bei der letzteren aber Bewährungsfrist anheim. Das Gericht beschloß den Hafibefehl gegen den Angetlagten v. Wedelstädt und vertagte die weitere Berhandlung auf Mittwoch. Ermiffionen. Rechtsanwalt Brumby, Stadtrat 3. D., fendet uns folgende. Beilen: In Nr. 583 des Borwärts" vom 11. b. M.( 1. Beilage) unterstellt mir Bandgerichtsrat Ruben, ich hätte in einem Artikel ber Nr. 574 der„ Deutschen Allgemeinen Zeitung" von einem von der SPD. befürworteten Mieter schutz gesprochen und von ihm aus. gefagt, er habe nach einhelliger Ansicht der Wissenschaft den Rechisa unfrieden gefördert. Was Herr Ruben doch faim übersehen haben fann, ift, daß ich die bezeichnete verderbliche Wirkung nicht auf den Mieterschuh bezogen habe, alfo auf die soziale Zweckmäßigkeit, die Mieter überhaupt zu schützen, sondern auf eine ganz bestimmte Art der Mieterschuh- Regelung, nämlich auf das am 1. Oftober 1923 in Kraft getretene Mieter schuhgesek. Bon diefem hat Herr Ruben felbst in Nr. 513 Ihres Blattes verraten, daß es allein der Berliner mieterschaft 700 Mietaufhebungsflagen im Monat beschert habe, während nach Ihrem Bericht in Nr. 580 d. J. auf Neufölin allein im Durchschnitt der Gültigkeitsdauer des Gefeßes fünf Aufhebungs. und Räumungsflagen pro Tag entfallen. Der Neuköllner Wohnungsfondern bestätigt sie." amts- Bericht steht also in feinem Widerspruch zu meiner Darlegung, Dazu mibt ums Gen. Ruben: Wenn Herr Brumby jest feine Worte im Auffah Aufwärts mit wem?" dahin interpretieren Mietverhältnisses herbeigeführt habe, fo ift dies etwa fo, als wenn will, daß das Mieterschuh geseh die Prozesse auf Aufhebung des man behaupten wollte, die Diebstahle feien durch das Strafgesehbuch herbeigeführt. Denn es ist richtig, daß jede Aufhebungsklage sich auf Köstlich im Geschmack u Aroma sind die neuen Salem Aleikum und Salem Gold Zigaretten in neuen vollen Formaten Sin Versuch wird Sie überzeugen Rot 4 Pfg., grün 5 Pfg., Salem Cavalier 6 Pfg Cabinet 8 Pfg., Exquisit 10 Pfg. d. Stück Nur echt mit Firma: Orientalische Tabak- und Cigarettenfabrik Yenidze' Jnh. Hugo Zietz, Dresden bas Mieterschuhgefeß berufen muß. Im übrigen überlassen wir diesesüber fein Rerpenteiden die Tat im Einverständnis mit gründlich mit Tauchern untersucht hätte, dan müßte fich doch das Wissenschaft" benen, mit denen Herr Brumby ,, aufwärts" will. Wir feiner Frau begangen babe. Mieter sind für die Parole: ,, Aufwärts mit der SPD.! Nieder mit wem?" Das Ergebnis der Funkausstellung. Schnee in Dresden. In Dresden berricht seit Montag früb anbaltender Sneefall bei einer Stältetemperatur von 2 Grad Celsius um die Mittagszeit. Mordprozeß Haarmann. Fleisch finden. Aber das glaubt ja doch feiner, Saß diefer Lump es in die Leine geworfen hat. Bors: Was wir glauben, wird man ja im Urteil hören 3euge( fehr erregt). Und weshalb hat dies die Polizei nicht gemacht, es find doch zahlreiche Bermißten. arzeigen eingelaufen. Bor(.: Um das zu untersuchen, fitzen wir nicht hier. Hier handelt es sich nur um das Mordverfahren gegen Haarmann und Grans Staatsanwalt: Hat Ihr Sohn mal geäußert, daß er ins Ausland wolle? 3euge: Ja, ein Freund mollie ihn mitnehmen. Staatsanwalt: Er soll auch einige Zeit von der Arbeit weggeblieben fein. 3euge: Ja. weil einer gehabt hat.( 3u Haarmenn hinüberdrohend):) Hät.e ich das gewußt, Don diesen beiden( auf die Anlagebant zelgenb) ihn in den Fingern die Mutter des ermordeten Speichert an den Gerichtstisch geführt Bann hätte ich Haarmann aus seiner Bude herausgeholt. Als bann wird, tommt es zu erschütternben Szenen. Nach einigen weiteren Beugenvernehmungen, bie nichts Befentliches mehr ergaben, wurde die Berhandlirig gegen 4 Uhr nachmittags auf Dienstag früh 9 Uhr Dertagt. Die große deutfche Funtausstellung ist zu Ende, fie hat einen wirklich impofanten Ueberblick über die Leistungen dieser jüngsten aller Industrien geboten Bor allem bot fie eine große Ueberrasdung, und das waren de Lautsprecher. Außen am Ge bäude war ein riefenhafter Siemens- Lautsprecher angebracht, der Hannover, 15. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Nach der entweder die Darbietungen des Berliner Senders fibermittelte aber Mittagspause wurde zunächst der Fall 21, der Mord an dem dem draußen harrenden Publikum Mitteilungen machte. In der 16jährigen Lehrling Wilhelm Apel furz erledigt. Halle felbst waren noch zwei gleichgroße Lautsprecher angebracht hat biefe Tat voll eingestanden. Der Junge war, wie ber Bater Haarmann die diefelbe Aufgabe hatten, aber auch zu Mitteilungen an alle befundet, von Hause weggelaufen, weil er wegen 8iga benutzt wurden. Wer frühere Lautsprecher tannte, tonnte feine rettenrouchens gestraft werden follte. Dagegen Überraschung nicht verbergen, über das, was hier inzwischen an nahm die Beweisaufnahme über den nächsten Fall, den Mord an Entwicklungsarbeit geleistet worden war. Der rod im Frühjahr dem 22jährigen Arbeiter Hermann Bod geraume Zeit in Andieses Jahr gezeigte Lautsprecher, mit wenig Unterschied zwischen Spruch, ba Haarmann diefe Sat nach wie vor entschieden bestrei ben verschiedenen Konstruktionen, erzeugte zwar ein fräftiges, aber det. Aus der verschiedenen Befundungen fann jedenfalls die nichts weniger als schönes Geräusch( Prinzip: er fang nicht schön. Latfache feſtgeſtellt werden, daß der verschwundene Bock des öfteren Parteinachrichten Ginfendungen für diese Rubrik find Berlin B. 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin flets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trep. rechts, an richten SPD.- Polizeibeamten! den 17., und Donnerstag, den 18. d. m., abends 7% Uhr, in der Werbeausschuß und Vertrauensmänner haben am Mittwoch, Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, 1. Hof lints part, Sihung. Samfliche Kollegen, die SPD.- Mitglieder sind, und solche, die Parieimitglieder werden wollen erscheinen an diesen Sigungen. Bortrag: Genoffe Klenz: Die Polizei nach den Wahlen. Der Werbeausschuß. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Donnerstag, den 18. Dezember, 7% Uhr, Sigung ber Abteilungsmietervertreter oder deren Steüdvertreter bei Burg, Brenz Tauer Allee 189. Die im Wohnungswesen amtlich oder ehrenamtlich tätigen Genoffen, Stateräte, Stadt- und Bezirksverordnete find eingeladen. Referent: Gen. Daient: Mieterfragen der Partei." Arbeitsgemeinfchaft bez Rinderfreunbe! Im Kampf gegen den Alkohol veranstaltet bie Arbeitsgemeinschaft der Rinterfreunde gemeinsam mit dem Arbeiter Abstinenten- Bund, der Arbeiterjugend und dem Bezirksjugendamt BrenzTauer Berg am 16., 17., 18. Dezember eine im Beint Danziger Str. 62. Barade 3, ftattfintende alteholgegnerische Ausstellung. Bon 5-7 Uhr. Eintritt fret. er fang auch nicht richtig, aber er fang fauf), die Sprache fam aus Arzüne verkauft hat, unter anderem auch für Haarmann in Komihm schnarrend und frächzend, die Mufit ganz und gar entstellt her- mision, und zwar in der Zeit, in der Grans einmal eine Strafe aus. Daß die Amerikaner schon feit langem vielfach den Rundfunt verbüßte. Ein weiterer Beige erklärt hierzu, daß Haarmann, als mit Lautsprecher empfingen, zeugt mehr für ihre Anspruchslosigkeit er ihn zur Rede stellte, wo Bod geblieben sei, ihm selbst angeboten in diefer Beziehung als für Leistungsfähigkeit der amerikanischen habe, ncch dem Bermißten zu forschen. Haarmann: Ich habe Lautsprecher. Wer indeffen Gelegenheit hatte, die britische Reichsm Zeugen gefant, er folle fich an die Mutter von Bod wenden, da ausstellung in Wemblen zu besuchen, fonnte fchon sehr vollkommene mit sie eine Bermißenanzeige macht. Daß ich gesagt habe, ich Lautsprecher dort sehen, die allenthalben aufgestellt waren. ein werde mich nach Bod erfundigen, ist ja Unsinn. 3euge: Ich weiß Fabrikat der großen amerikanischen Western Electric Co. Noch bestimmt, daß Haarmann mir noch fonte, er hätte bei der Polizei beffer erwiefen fich indessen jetzt die deutschen Lautsprecher. Daß und sonst überall herumpeffingelt, Bod set aber in Hannover nir einer auf dem Telephongebiete so ungemein erfahrenen Firma wie cends eingeliefert worden. Haarmann verabschiebie fich mit der Siemens u. Hatste es gelungen ist, das Problem zu lösen, ist nicht Bemerfuma. daß er noch zu einer Konferenz ins Polizeipräsidium weiter verwunderlich, es lag ja geradezu in der Natur der Dinge. müßte. Haarmann( fehr erregt): 3hr seid boch alle Denn wahre Aufgabe dieser technischen und organisatorischen Ein- Bahnhofsnepper, ihr fennt mich ja schon jahrelang. Das richtung muß es doch sein, den großen Massen, die sich das Konzert hättet ihr ja selbst nicht geglaubt. Schwindelt doch nicht so. Nach oder Vortragsbillett nicht leiften formen, die nach der harien Arbeit einer furzer Baufe tam es dann zu einem Zwischenfall. Der Verbes Tages aud) vielfach zu müde find, um noch wegzugehen, das zu teidiger Haarmanns, Justizrat Bonfen. legte in einer scharfen Er. bieten, was ben Bemittelteren, nicht so hart Arbeitenben, von jeher flärung Protest gegen den in einem Hamburger Blatt erschienenen mühelos geboten worden ist. In den Riefenstädten ist es ja eine Prozeßbericht eines Dr. Leffing aus Hannover ein, und zwar ganz besondere Anstrengung, noch am Abend ein Konzerthaus, ein insbefondere dagegen, daß dieser Berichterstatter den seinerzeitigen Theater aber einen Bortagsfaat aufzusuchen, denn die Entfernung Berschlag des Berteidigers, die Eltern der Dpfer nach Mönlichkeit alleine schredt ab. Wer möchte noch nach des Tages Mühe von nicht als Zeugen zu vernehmen, um ihnen den traurinen Anblic Treptom ober Reinickendorf nach dem Potsdamer Blok fahren, um zu ersparen, als unglaubliche Henchelei" bezeichnet hatte. ein Konzert anzuhören? Hier erwächst dem Rundfumt eine sehr Der Berteidiger fügt hinzu, daß Dr. Leffing fich wahrscheinlich dafchöne, soziale Aufrabe. Den hörer ans Ohr zu hören, um eine für gerächt habe. daß er, der Berteidiger, es abgelehnt habe, ihn Oper, ein Konzert oder einen Bortrag anzuhören, ist teine Anfals Eachwerständigen zu faben. Dr. Leffing, der am Breffetisch stremnunt, noch besser ist es aber natürlich, wenn die ganze Familie fißt, erflärt hierzu fehr erregt, daß er nicht als Reporter, sondern zuhören fann, und das ist nur beim Lautsprecher möglich. Ift. der cis Binchologe in diesem Prozeß tätig sei. Der Vorsitzende stellt Lautsprecher aber so gut geworden, wie es jeht der Fall zu fein hierzu jedoch fest, daß Dr. Leffing eine Breffefarte babe und daß fcheint, dann find alle Hindernisse beseitigt. Natürlich find noch im übrigen sein Bormurf der Heuchelei nicht nur den Berteidiger, allerhand gelbliche Schwierigteiten zu überwinden. Denn zum Besondern das gesamte Gericht treffe, weil Dr. Leffing in einem Bera triebe eines Lautsprechers genügt ein Detettorapparat, zum min- finer Blatt irtier anderem behauptet hatte, Kriminalfommiffar besten nicht ohne Verstärter. es find Batterien nötig und auch der Müller fei bei Saarmann des öfteren zu Hackfleisch und einem Jungfosialisten. 6 Uhr Areisvertreterversammlung und Verteilung der De Lautsprecher felbft foftet Geld. Aber immerhin, es fängt an, mög Gläschen Liför" gewesen. Im Prozeß wird jedoch festgestellt, daß fich zu werden. Die deutschen Telephonwerte in Berlin stellen auch von einem solchen Borgang nicht die Rede sein fönne und daß auch einen vorzüglichen Lautsprecher her, der im Kleinverlauf 50 m. berartiges in dem Prozeß nicht zur Sprache gekommen sei. Zu foftet, finden sich unternehmende Händler, bie solche Geräte gegen Teilzahlung abgeben, so wird die Anschaffung auch dem Arbeiter erregen Szenen oder fleinen Angestellten möglich. In Breslau hat man schon fom es dann auch bei der Erörterung des nächsten Falles Nr. 18, angefangen, in den Arbeiterfpeifefälen einzelner bes Mordes an dem Lehrling Hermann Speichert. Haar. erte Bautfpreder aufzustellen, fo baß die Arbeiter mann hat diefe Tat berei's eingeflanden. Der Bater bes Ermor während ihrer Mittagspause sich an der Wufit erfreuen tännen, deben richtet im Laufe feiner Bernehmung fehr aufgeregt an das mozu natürlich auch gehört, daß die Sendegesellschaften um diese Bericht die Frage, wo Haarmann dem das Fleisch gefaffen habe. Zeit mit guten Darbietungen aufworten. Das ist aber eine Kleinig- Borf: Haarmann fagt, er hätte es in ganz fleine Stüde ge feit, nachdem die technischen Schwierigkeiten scheinbar überwunden schnitten und weggeschüttet. 3euge: Wenn man die Leine ganz find. dürfen teine organisatorischen Mängel es mehr verhindern. ben Rundfunk durch Lautsprecher den breitesten Boltsmassen nurbar zu machen. Deshalb scheint mir die Berbefferung des Lautsprechers als das wichtigste Ergebnis der deutschen Funfausstellung. A. H. 27 Die Weihnachtsmärchen beherrschen jetzt in Berlin das Nachmittagsprogramm ber Theater, die natürlich auf jede Weise ver fuchen, Gelb in die leeren Staffen zu bekommen. Man sieht zum Teil Darbietungen, die auf einer Höhe stehen, die in den Abendvorstel fungen leider nicht immer erreicht wird. So im Theater am Kurfürstenbamm, wo eine Bringefiin Tausend ich on" über die Bühne zieht. Es geht luftig und gemütlich darin au, aber vielleicht find die Tänze zu fultiviert. Das Theater in der Kommandantenstraße amüsiert feine fleinen Zuschauer mit Fridolins Weihnachtsjeft". Sehr hübsch find darin ble parodierten Vorführungen von Tieren. Das andere ist mehr ober weniger ein Konglomerat etwas verblaßter Bilderbüchertypen. 3m Residenztheater wird Schneewittchen" gespielt, leider in einer Bearbeitung, bie fich allzu primitiv nur an die Jungften wendet. Aber die Bilder, die man sieht, find hübsch. Im Norden Berlins, in Walhalla Theater zieht das Tapfere Sneiderlein", nach ben Gebrüdern Grimm, über die Bühne. Hier hat man sich Mühe gegeben, dem findischen( nicht findlichen) Märchenzauber, der leider noch allzu oft anzutreffen ist, etwas Beffe. res entgegenzusehen. Das ist geglückt. Und wenn man die Kinderballetts weggelaffen hätte, dann wäre vielleicht ein hübsches, rundes Epiel daraus geworden. Die größte Berliner Eisbahn am Wannsee wird mit dem Bentigen Tag eröffnet und zwar befindet sie sich auf dem Ufergelände des Freibades Wannsee, das zu diesem Zwed planiert und unter Waffer gefett torben ist. Die Lauffläche foll tabellos fein. Restauration ist vorhanden. Eintritt 30 Pf., Kinder 20 Pf. Die Preisprüfungsffelle der Stadt Berlin hat ihr Bureau bon Neue Friedrichstr. 80 nach Berlm- Schöneberg, Gothaer Str. 19, beriegt. Arbeiter bildungsfdule Groß- Berlin. Rurfus des Reichstagsabg. Sen Artur Gripien über die Gedichte der politischen Parteten" beginnt heute Dienstag abend 7%, bi im Leibniz- Gymnaflum, Mariannenplas 23. Anmeldungen um 7% Uhr. Eine Familientragödie, Dreifacher Mord und Selbstmord. In der letzten Nacht ereignete sich in der Ortschaft Res bet Judendorf in der Nähe von Graz ein furchtbares Familiendrama. Der Billenbefizer Paul Dan. ners erfchos seine Frau Mathilde, feinen Sohn Erich und feine Tochter Goa und vergiftete fich hierauf. Seinen zweijährigen Sohn Beier ließ er am Leben. Um die Tat ungehindert ausführen zu können, hatte Danners fein Dienstmädchen und die Dienerin mach Graz ins Theater geschici. Als die beiden nachts nach Haufe tamen, fanden fie die Billa perfperet. Herbeigceille Gendarmerie brach bre Türe auf. Im Par terrezimmer fand man die Leichen der beiden Stimber, im Salon im ersten Stod lag die erschossene Frau, deren Leiche mit einem Teppich bebedt war. Im Bett fand man d'e Leiche des Rittmeisters. Dens ners lebie fehr zurüdgezogen und erfreute sich großer Belebtheit. In einem Abschiebsbrief gibt er an, taß er aus Schwermut! Fröhliche Weihnachten Vieles hat sich geändert, nur nicht unser schönes deutsches Weihnachtsfest! Wie glücklich fühlt sich die ganze Familie, wenn sie um den lichterstrahlenden Baum vereinigt ist and die Hausfran stolz ihre Weihnachtskuchen zeigt. Daran hat die Schwan im Blanband mitgeholfen; man kostet sie und ist über die herrliche Qualität freudig überrascht. 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Tagesordnung: Regierungsbildung." Referant: Genoffe Giebel. M. b. 92. sembernummer" der Jungsozialistischen Blätter". 6 Uhr Arbeitsaus. famßßigung Lindenstr. 3, Juristische Spredyfiunbe. Gesamtveranstaltung! Spröde u.rote Haut Auffpringen der Hände und des Gesichts, Wundsein und anDieses bewährte Haut reinen Teint Leokrem pflegemittel erhalten Sie Dejeti beseitigt sofort überall, wo Sie bie bekannte Chlorobont 3ahnpaste laufen. ZUCKER Ochwan im Blauband frisch gekirnt Wir bitten beim Einkauf von Schwan im Blauband" das farbig illustrierte Familienblatt„ Die Blauband- Woche" gratis zu verlangen. Damen Mäntel, gute 595 Damen Kleider, rein- 665 Damen Hüte in großer 350 Jeder Käufer erhält 50% der KaufQualität Damen Mäntel aus reinwolie em Flausch Damen Mäntel aus reinwollenem Velour Damen Mäntel Velour, haib auf Seide Blumenstr. 94 gegenüber Residenz Damen Kleider Theater hübsche Schotten an wol ener Cheviot. 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Tagesordnung: Gruppierung ber Bartei im Reichstag". 18. Abt. 7 Uhr Schule Banfftr. 17 Mitgliederversammlung. Thema: Austlang der Wahlen." Referent: Gen. Künstler, M. d. R. 22. Abt. 8 Uhr Sahlabende: Scholz, Fehmarnstr. 1, Nadzay, Briffeler Str. 43, Gentel, Utrechter Str. 10. 33. Abt. Funktionärjigung 8 Uhr bei Zojad, Bemmefir. 8. Sämtliche Funktio. näre und Betriebsvertrauensleute müffen erfcheinen. Borher wichtige Borstandssikung um 27 Uhr im Gammellotal. Besteller laden ein. 35. 6. 7% Uhr Mitgliederversammlung bei Reumann, Samariterfte. 12. Thema: Bas brachten bie Wahlen der Republik und der Bartei." Die Bezirksführer labon ein. 41. Abt. 8 Uhr Rahlabende: Simon, Belle- Alliance- Str. 30, Schuster, Chamiffoplag 4. Suge, Bergmannstr. 93, Mende, Gneifenauftr. 6 43. Abt. 7 hr bei Nabe, Fichteft. 29, Abteilungsversammlung. 44. Abt. 7 Uhr Mitgliederversammlung im Reichenberger Sof. Reichen berger Straße. Stellung der Bartei zum neuen Reichstag." Referentin: Gtattverordnete pau Riedger. 1 Charlottenburg. 51. 6. 7½ The Sahlabend: 1 Gruppe bei Schellbach, Rönigin- Elisabeth- Str. 6. Die Genoffen der 2, und 3. Gruppe find als Gäfte willkommen. 54. Abt. 7% Uhr Abteilungsversammlung im Bakal Bum Birnbaum" Galvaniftr. 13. Bortrag des Genoffen Geger: Die legten Wahlen." 55. t. 7 Uhr Abteilungsversammlung bei Reimer, WHmersdorfer Str. 21. Bortrag des Genossen Litte: Was haben wir vom neuen Reichstag zu erwarten?" 58. bt. 7% Uhr Sigungsfaal Ranteftr. 4. vorn 4 Tr., Mitgliederversammlung. Bortrag des Genoffen Goslar: Die politische Lage nach den Wahlen." 81. Abt. Friedenau. Gozialistisches Seminar. 8 Uhr Bortrag des Genossen Bern Mener: Die Arbeiterbank ihr med und ihr Siel." 86. Abt. Marienberf. 7% Uhr Rahlabend: 8., 9., 10. Bezirk bei Findeisen, Frietenstr. 6; 1., 2. und 7. Bezirk bei Roeple, Bergstr. 7; 3., 4., 5., 6. Be airt bei Riendorf, Chausseestr. 19. Reutöln. 92. Abt. Pünktlich 8 Uhr Funktionärligung bei Bolf, RaijerFriedrich- Str. 173. Tagesordnung: Das Ergebnis der Wahlen und unfere weitere Arbeit." 2. Berfchiedenes und freie Ausfprade. onäre befonders die Gruppenführer, müffen erscheinen. 95. bt. 7 Uhr Funktionärsigung bei Gustmann, Steinmekte. 78. Abrechnung. 102. Abt. Baumschulenmeg. 7½ Uhr Mitgliederversammlung bei Borgmann, Baumschulen Ede Riefholaftraße. Zichtenberg. 116. bt. 7 Uhr im Gefangjaal der Anabenmittelfchule Marit. Straße 12/13 Mitgliederversammlung. Bortrag des Genoffen Flatan 118. Abt. 7 Uhr Abteilungsversammlung bei Tempel, Gudrunstr. 7. Bortrag des Genoffen Landa: Bas ermarien wir vom neuen Reichstag?" 120. bt, Friedrichsfelde. 7 Uhr bei Schwarz, Captivi.ee, Mitglieder. versammlung. Tagesordnung: Die politische Sage nach der Wahl." Referent: Gen. Lempert. 131. br. Niederschönhausen. Der Zahlabend für Monat Dezember fällt aus. 141. Abt. Rosenthal 7% Uhr im Lotal Schmidt, Sindenallee 43, Mitgliederverfammlung. 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Dezember, abends 7, Uhr, im Jugendiaal bes Berbandshauses, Cinienftr. 83.85: Branchenversammlung det ulogen- und Eletroschweißer fowie schweißerinnen. Die Tagesordnung wird in der Bersammlung belannt gegeben. Mitgliedsbue legitimiert. bringend notwendig. Bolzähliges Erscheinen Achtung! Wagen- u. Karoseriefunktionäre Achtung! Mittwoch, den 17. Dezember, nachmittags 5 Uhr, im Sigungsfaal des Berbandshauses. Cinienste. 83,85: Situng Tagesordnung: 1. Die Antwort der Arbeitgeber auf unfere Bohnforderungen. 2. Distuffion Achtung! Werkzeugmacher Achtung! Donnerstag. ben 18. Dezember, abends 7 he, im Verbandshause, Cinienstraße 83 85: Branchenversammlung der Werkzeugmacher, Scharfschleifer und Färter. Tagesordnung: 1 Branchenangelegenheiten. 2. Berfchiedenes. 8u biefer Bersammlung find bie Rollegen ber Spezialbetriebe befonbers eingeladen Donnerstag, ben 18. Dezember. nachmittags& hr. im Gewertighaltshause( Saal 1). Engelufer 24 25: Branchenversammlung aller Metallorüder und Polierer Groß- Berlins. Zagesordnung: 1. Bericht der Branchenkommission 2 Branchenangelegenheiten. 3. Berschiedenes. Mitgliedsbücher find mitzubringen. Die ordentliche Bertrauensmännertonferens fällt in biefem Monat aus. Achtung! Bertrauensleute Achtung! Am Donnerstag. ben 18. Dezember, finden bie Branchen- Bertraneusmännertonferenzen in ben be fannten Lofalen ftatt. Burritt nur gegen Borzeigung bes Mitgliedsbuches und der Legitimationstarte. Folgende Ronferenzen tallen in diefem Monat aus Branche der Eisen-, Revolverdreher sowie Rundschleifer, Eifenformer, hobler, Bohrer, Stoßer, Fräser, Schwarzblechichloffer, Stromerzeugende Industrie, Bidler. Besonders Die Ortsverwaltung. wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN in der Gesamtauflage des Vorwärts" und trotzdem 99 billig! In der 11. Herren- Mantel. orgenstunde Ulsterstoffer Damen. 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Die Partei besitzt drei Organe: den„ Bolts willen" in Kattowig( täglich). die Bolts stimme" in Bielih( zweimal in der Woche) und die Wochenschrift Volkszeitung" in Bromberg. Die DEP. ha: im Warschauer Sejm den Abg. Artur Pantras, Bromberg, im Schlesischen Sejm die Abgeordneten Johannes Ro woll und Kar! Buchwald. In den Selbstverwaltungen, die zum Teil noch, in der Zeit vor der Zuteilung gewählt wurden, befißt die DSP. ftarle Vertretungen. Nach der Gründung der Deutschen Arbeitspartet Bolens, die hauptsächlich in Rongreßpolen, besonders in Lodz. besteht, fanden zwischen ihr und der DUP. Beratungen über einen Zusammenschluß statt. Die Leitung der DUP. sah einen sofortigen cellständigen organisatorischen Zusammenschluß als mit zu großen Schwierigkeiten verbunden an. Dagegen erklärte sich ihr Parteitag dafür, mit der DSB. eine gemeinsame Egetutive zu schaffen unter Wahrung der organisatorischen Autonomie. Gegenwärtig sind die Berhandlungen zwischen den beiden Parteien wieder aufgenommen worden. Es ist zu erwarten, daß eine gründlichere Ausfprache mit Berücksichtigung der Berschiedenartigkeit der Berhältniffe in Kongreßpolen und den neupolnischen Gebieten diese Angelegenheit refilos flären dürfte. Die DSP. durchlebte in den ersten Jahren eine ernste Krise. Die Schuld daran lag in der Berfolgung der Deutschen, die eine aufbauende Parteiarbeit unmöglich machte. Es mußten zahlreiche Ortsgruppen aufgelöst werden. Die Borstände der Ortse gruppen wurden von den polnischen Behörden und der chauvinisti fchen Bevölkerung terrorisiert. Nachdem ich die Bogen der nationalen Berhehung ein wenig gelegt hatten, fonnte die Partei eine energischere Tätigkeit aufnehmen und dem Parteitag mitteilen, daß der Aufstieg begonnen habe. Sie arbeitet in Rattowitz und in Bielik in den Gewerkschaften in vielen Fragen mit der PPS.( polnische Sozialdemokratie) zufammen. Dieser ist es zu verdanken, daß die Einflüsse der Chauvinisten in diesen Gebieten immer geringer werben und die fozialistischen Parteien zusehends an Stärte zu nehmen. Auf dem Parteitag, ber letthin in Bieliz togte, fam wie derholt der Wunsch zum Ausdruc, eine engere Zusammenarbeit mit ellen sozialistischen Parteien Bolens herzustellen, um dem Chaus vinismus und der Realtion in Polen erfolgreich entgegentreten zu tönnen. Der Parteitag. Nach der Begrüßung der Gäste durch Abg. Koroll sprachen Abg. 3o f1( Sudetendeutsche Sozialdemokratie): Unsere Schidfalsgemeinschaft ist unzerreißbar. Dem Proletariat find über all die gleichen Probleme gestellt. Nur durch eine Einheitsfront fann ein erfolgreicher Klaffentampf geführt werden. Atg. Czapinfti( BPS): Die Struktur des polnischen Staates Derlangt eine große und starte Armee. Das stärkt die Reaktion. Weiter ist auch der agrarische Charakter des Etaates ein Nährboden für die Reaktion. Bei dieser Sachlage ist das erste Erfordernis der Zusammenschluß aller proletarischen Kräfte. Auch mit Rüdsicht auf die nationalen Minderheiten ist der Zusammenschluß des gesamten Proletariats erforderlich. Die polnische Sozialdemo hatie ist der Ansicht, daß die Minderheitenfrage im Often im Sinne ber territorialen Autonomie gelöst werden muß. Abg. Reger( PPS.): Wir wissen, daß das Wahlrecht be. droht ist, weil die Reaktion es abändern möchte. Für die Rechte der nationalen Minderheiten werden wir in der energischsten Weise eintreten müssen. Das Recht des deutschen Arbeiters müssen wir auf der ganzen Linte zu schüßen trachten. Ich hoffe, daß die Sufunft besser und nicht schlechter sem mird. Dr. Drohner( Unabh. polu. Soz.): Unsere Partei sollte auf dem Parteitage durch Dr. Strut vertreten werden. Dr. Kruf wurde jedoch in Lobz verhaftet, um im Gefängnis über die Freiheit in Bolen nachdenken zu können. Mehr denn je sei die allgemeine Solidarität aller fozialistischen Parteien erforderlich Abg. E. Zerbe( DAB.): Im Auftrage der Deutschen Arbeitspartei habe ich die herzlichsten Grüße zu überbringen. Die Lage bringt es mit sich, daß der sozialistische Stampf nicht in der Weise ge führt werden könne wie vielleicht in Deutschland und anderen Ländern. Auch im Lodzer Bezirk fönnten wir mehrfach mit der po'nischen Sozialdemokratie zusammen arbeiten. Ich fann die frohe Kunde überbringen, daß der Streit in der Textilindustrie einen solchen Umfang angenommen hat, wie wir ihn seit 1905 noch nicht gehabt haben. Der Erfolg der gemeinsamen Arbeit zeigt sich bei diesem Streit. Bir müffen die Einheitsfront schaffen, auch wenn biefe oder jene Partei Jugeftändnisse mach: muß. Allerdings liegen bei uns in Lodz besondere lokale Verhältnisse vor. Ich werde immer meinen ganzen Einfluß für eine gemeinsame Arbeit einsehen. Stadtverordneter Ehrlich. Warschau( Jüd. fog. Bund): Mis Bartei mußten wir in dem zariftischen Rußland unter den furcht. baisten Bedingungen arbeiten. Wir haben einen Weg voller Leiden und voller Opfer hinter uns. Leider müssen wir sagen, daß wir auch heute noch politisch leiden müssen. Den Kampf um das Recht der Arbeit kennen wir. Dank der antisemitischen Stimmung, die im Bande vorhanden ist, werden auch heute noch jüdische Arbeiter in Staatsbetrieben nicht angenommen. Ja, es tommt noch vor, daß jüdische Arbeiter auch in privat. betrieben nicht zugelassen werden. Wir haben schließlich auch nicht Fritzi eur gegen die Reaktion, sondern auch noch gegen den jüdischen Kleritalismus zu fämpfen. In einem Orte hinter Warschau ist es vorgekommen, daß die jüdische Arbeiterbibliothek geraubt und nach der Synagoge gefchleppt wurde, wo man sie dann in mittelalter. licher Weise verbrannte.( Pfui!) Auch wir stehen auf dem Standpunft, trop der eigenartigen Verhältniffe bei uns, daß die Einheitsfront des Proletariats erforderlich ist. Das Ideal ist fenne auch nicht die Schwierigkeiten, die auf diesem Wege zu über ein Proletariat, das alle nationalen Richtungen umfaßt. Ich verwinden sind. Ich weiß jedoch, daß eine Zeit fommen wird, die alle rationalistischen Tendenzen brechen wird. Massary Den Tätigkeitsbericht der Partei erstattete Abg. So wolf. Ueber die politische Lage, die Tattif der Partei sowie über die Minderheitenfrage sprach Dr. Gludsmann. In der Diskussion die PPD. laut, so daß sich Abg. Czapinsti veranlaßt jah, diese richtig über diese Fragen wurden von verschiedenen Seiten Vorwürfe gegen zustellen und zurückzuweisen. Redakteur Ehrlich sprach über den Um Severings Nachfolge. 122222 MINISTERIUM DES INNERN Exvrz wilken 15555555511 155555551 Was traucht da um das Haus herum? Der alte Drache, bös und frumm, Was hat der rumzufrauchen dort? Auf Kameraden, jagt ihn fort! Dienstag, 16. Dezember 1924 Sorgfalt Verpflichteten, einschließlich der öffentlichen Unternehmun gen zur Aufstellung eines Goldinventars und einer Golberöffnungsbilanz erhielt. Wenn er auch( abgesehen von den Kommunal- und Staatsunternehmungen die Beröffentlichung dieser Bilanzen nicht hätte anzuordnen brauchen, so hätte doch die Einlieferung der Goldbilanzen der selbständigen Kaufmannschaft und der Landwirtschaft beim Handelsregister etroa und eventuell beim Grundbuchamt deutschen Volkswirtschaft gehabt, die ja das volkswirtschaftliche eine gewaltige Bedeutung für die Durchsichtigmachung der Hauptziel der Goldbilanzperordnung war. hier Heute würden die Auguren bes Brioafinteresses und des Herrim- Haufe- Standpunties vielleicht Zeter und Morbio schreien über einen derartigen Eingriff bes Staates in die freie Unternehmerfchaft". Aber man darf sich doch darüber nicht täuschen, daß es in glaublichen Eingriff in die freie Unternehmerwirtschaft gegeben hat, der ganzen neueren Wirtschaftsgeschichte niemals einen fo unwie ihn die Golobilanzperordnung barstellt. Auf einen Schlag hat der Staat von oben die Sanierung des größten Leils der deutschen Aktiengesellschaften angeordnet bas stedt doch, privatwirtschaftlich gesehen, hinter der Goldum stellung des Unternehmungsfapitals und hinter Der propration unzähliger Attionäre, die in Deutsch land durchgeführt worden ist. Die ungeheure Besitzerstörung, die der Krieg und die Inflation für die Arbeiderund Meinrentnermaffen gebracht hat, wird ja durch die Goldbilanzverordnung zugunsten der sub ftangreichsten und tapital. starfsten Unternehmer bei den Aktionären der schwächeren und besonders der neugegründeten Unternehmungen nur fortgelegt; und sie geschah nicht aus der Freiheit der Unternehmung heraus, sondern durch den bürgerlichen Staat und durch eine bürgerliche Regierung selbst. Kein Sozialist hat jemals bei der Erwägung von Sozialisierungsplänen eine so gewaltige Besitzerstörung der Rapi talisten im Auge gehabt, mie fie die Goldbilanzierungsverordnung unzähligen Aktionären auferlegt hat. Nur daß das Latein der Unternehmer nach dem vollständigen Währungs- und Wirtschaftszusammenbruch im Herbst 1923 eben vollständig zu Ende und ihr Unternehmerverstand restlos bankrott war, hat die deutsche Privat wirtschaft diesen Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit nicht nur hin nehmen, sondern sogar begrüßen lassen. Wenn nun schon das innen und außenpolitische, besonders das Reparationsinteresse Deutschlands damals die abfolute Durchsichtigmachung des verzweifelten Standes der deutschen Wirtschaft erforderte, fo wäre es die Pflicht des Staates gewesen, ganze, nicht halbe Arbeit zu machen und wirkliche volle Klarheit und Wahrheit in Rechnung und Bilanz der deutschen Volkswirtschaft zu bringen. N Man stelle sich nur nor, melch außerordentlicher Gewinn es gewesen wäre, wenn nicht nur der fleine Querschnitt. der Attiengefellschaften, sondern die gesamte deutsche Produktions- und Berkehrswirtschaft plöglich in das helle Licht einer nationalen Gefamtwirtschafts- Goldbilanz gestellt worden wäre, Absehen wollen wir dabei von dem Gewinn der Bolkswirtschaftswiffenfchaft, die zum erstenmale unabhängig geworden wäre von den rohen Schäßungsmethoden, die sie zur Feststellung des Nationalfapitals und des Boltseinkommens heute leider noch immer anwenden muß und die sie hauptsächlich zu jener für die praffeinerzeit zwischen der PPS., der, DAB., der DSP. und dem„ Bund" abgeschlossenen Bertrag, der die gemeinsame Befämpfung des Chauvinismus und Antisemitismus vorsicht. Bon der PPS. feitische Politit unbrauchbaren Ratheberwissenschaft macht, als die wir nichts getan worden, um den Vertrag zu erfüllen. Der Vertrag jei ein Fezen Bapier geworden und müsse deshalb gefündigt werden. Abg. Berbe unterstrich die Ausführungen des Borredners. Die weiteren Referate betrafen die Frauenbewegung, Jugend bewegung, Kinderfreund" bewegung, die Abstinentenfrage und die Efperantofprache. In einer emstimmig angenommenen Entschließung fordert der Barteitag unter Ablehnung jeber Irredenta und unter schärfstem Proteft gegen die Entrechtung der nationalen Minderheiten die national- tulturelle Autonomie, die den Deutschen im Rahmen der Berfassung die Selbstverwaltung der Schul- und Kulturangelegenheiten gewährleisten würde. Zum Schuß wurde der Parteivorstand in folgender Be. fehung gewählt: Stowo11 Rattowig: Dr. Gludsmann- Bielih; Buchwald Königshütte, Cepernit Rattowiß; Lutas Bielig; Homa Bieliz; Offad nit Laurahütte. Der Parteitag hat bei allen Teilnehmern den besteen Eindruck hinterlaffen. Er bürste dazu beitragen, die DSP. zu stärken und zu feftigen. Wirtschaft Von unsichtbaren Goldbilanzen. ie bis heute kennen. Wir wollen auch davon absehen, daß, bei laufender Ergänzung diefer Eröffnungsbilanzen durch Schlußbilanzen und eventueller Bervollständigung der Bilanzen durch Produktions- und Umfazziffern zum erstenmal Gelegenheit gegeben gewesen wäre, eine umfassende offizielle Produktionsund umsagstatistit in Deutschland zu begründen, nach ber in hochtapitalistischen Verhältnissen die Bolitik der Interessentenorganisationen geradezu schreit. Die meitere Folge märe gewesen, daß die heute für den Wiederaufbau Deutschlands so wichtig gewor dene staatliche Wirtschafts-, Handels- und Steuerpolitik endlich auf Tatsachengrundlagen gestellt worden wäre, statt auf Ber mutung und Schäzung wie bisher. Die Ausblicke, die sich hier fchon ergeben, find geradezu überwältigend für jeden, der die klägliche Rolle der Wirtschaftswissenschafter und der offiziellen Staatspolitit im fozialen und wirtschaftlichen Leben und Sterben der fapitalistischen Völker bis heute miterleben mußte. Aber viel wichtigeren, unmittelbar gegenwär tigen voltswirtschaftlichen Intereffen hätte durch eine gesamtwirtfchaftliche Golderöffnungsbilanz gedient werden fönnen. Es ist eine feststehende Tatsache, daß Deutschland ohne langfristige auswärtige rebite feinen Dolfswirtschaftlichen Biederaufbau nicht durchführen tann. Ebenso ist es Tatsache, daß bis Kredite an die deutsche Privatwirtschaft, die sie noch nötiger hat als der Staat und die Kommunen, äußerst spärlich fließen, weil das Mißtrauen der Rapitalisten im Ausland faum zu besiegen ist.( Ganz abzusehen von der Notwendigkeit der Beseiti gung der Stimmrechtsaktien und der Beschränkungen des Grunderwerbs von Ausländern in Deutschland.) Nun nehme man an klare, wahre, genügend spezialisierte und reichlich erläuterte Golde eröffnungsbilanzen sämtlicher Unternehmungen der deutschen Privatwirtschaft lägen vor. Die zweifellos Kreditwürdigen unter den Unternehmungen würden nach Industriezweigen unter Anlehnung an die Industriellenverbände treuhänderisch in einer Rapitalbeschaffungsgesellschaft zusammengefaßt, und diese Stredis beschaffungsgesellschaften träben an die ausländischen Konfortien heran mit ihren zuverlässigen, eine rentable Berwertung ausländischer Strebite gewährleistenden Eröffnungsbilanzen. Es ist tein Zweifel, daß die Kreditbeschaffungsfrage für die Brivatwirtschaft unvergleich lich viel sicherer und schneller auf diesem Wege zu lösen wäre als auf jenem, der zum Schaden der deutschen Volkswirtschaft und besonders auch der deutschen Arbeiterschaft heute beschritten wird, wo jeder einzelne Unternehmer fein Glück im Ausland suchen muß. Wenn man jagt, die Golderöffnungsbilanzen der deutschen Privatwirtschaft werben, sobald man die ersten Schlußbilanzen der nächsten Jahre hinzunimmt, ein Bild von dem Stand der deutschen Wirtschaft geben, so ist das doch nicht ganz richtig. Denn er stens gehören zur deutschen Wirtschaft außer den Unternehmungen der Brivatwirtschaft auch die öffentlichen Unternehmungen, d. h. bie staatlichen und fommunalen Erwerbsbetriebe, in denen Milfionen Arbeiter, Angestellte und Beamte tätig sind. Diese öffent fichen Unternehmungen find, soweit sie nicht Aftiengesellschaften find, weber von der Goldbilanzierungsverordnung gehalten, Goldbilanzen zu erstellen, noch verpflichtet, Goldbilanzen zu veröffentlichen. Dennoch sind sie ein sehr wesentlicher Teil der deutschen Gesamt wirtschaft, und jedes Bild, das man sich vom Stande der deutschen Wirtschaft nach den Bolderöffnungsbilanzen der Privatwirte schaft allein macht, ist notwendig falsch. Sweitens find auch bei weitem nicht alle Unternehmungen der deutschen Privatschaft, foll fie leiften, was sie leisten tönnte, enorme Rapitalwirtschaft ausdrücklich vom Gesetzgeber verpflichtet worden, Goldbilanzen aufzustellen und noch sehr viel weniger Unternehmungen find gehalten, sie auch zu veröffentlichen. Rein felbständiger Kaufmann, d. h. nur die Kapitalgesellschaften find ausdrücklich der pflichtet, eine Goldinventur und eine Golderöffnungsbilanz zu erstellen und zu veröffentlichen, und von den Kapitalgesellschaften find alle Gesellschaften mit beschränkter Haftung von der Veröffent. lichung befreit. Das gilt auch für das gesamte selbständige Handwerk und für die gesamte, nicht in Kapitalgesellschaften organisierte Landwirtschaft. Der Gesetzgeber hat sicher nicht richtig gehandelt, wenn er nicht die Gesamtheit aller in Deutschland zur faufmännischen Es steht weiter feft, daß auch die deutsche Landwirt trebite braucht. Und zwar nicht furze, sogenannte Betriebstrebite, sondern meliorationstrebite, b. b. lange Krebite. Die volkswirtschaftlich so fürchterliche Sache mit der Hypothekenentmertung, das wird immer deutlicher, fann ja auf Dauer keine wirtfiche Bereicherung der Landwirte bleiben, und wenn schon der Staat und die Regierungen bei der Wahrnehmung der volkswirt schaftlichen Interessen während der Inflation versagt haben, die otonomifden Gefeie werden nicht versagen und eine neuerlihe starke Kapitalbelastung der deutschen Landwirtschaft erzwingen. Das fühlt die Landwirtschaft auch selbst. Das deprimierende Satyr spiel mit der Rentenbontnachfolgerin, der neuen Agrarkreditbank des Landbundes, wo erftens Staatsgelder, alfo Voltsbefiz, zweitens Schulden der Landwirtschaft zu Krediten an die Landdie unvergleichliche 3 Zigarette spendet wahre Freude Edel der Kern, golden die Hülle: Jeder bewundert sie! wirtschaft umgebaut werden fellen, wäre zusamt dem Kampf der Preußenfaffe gegen den Machthunger des Landbunds überflüssig gewesen, wenn die landwirtschaftlichen Kreditgenossenschaften ebenfalls treuhänderisch, vielleicht nach Provinzen und Kreisen untergegliedert, Rapitalgesellschaften zur Kreditbeschaffung im Ausland gebildet hätten. Auch diese Kredite wären sicher, reichlich und schnell erreichbar gewesen, wenn die Nachfrage nach ausländischen Krediten für die deutsche Landwirtschaft mit den forgfältig zusammengestellten Bilanzen der treditwürdigen Landwirtschaftsbetriebe begründet ge= wesen wären. In den Erfahrungen und dem Apparat der Grundbuchämter, der Kreditgenossenschaften, der Hypothekenbanken und der Versicherungsanstalten hätten technische Reserven genug gelegen, diefe Goldbilanzen zuverlässig aufzustellen. An diesem Beispiel allein zeigt sich, was in Deutschland durch die ungenügende Durchdenkung der volkswirtschaftlichen Probleme der Goldbilanzierung verfäumt worden ist. Aber das ist nur ein Beispiel. Man dente weiter an die Reparationsfrage. Deutschlands Bahlungsfähigkeit soll fünftighin durch einen theoretisch erdachten Wohlstandsindex festgestellt werden. In diesem Wohlstandsinder, der ausgeht von der Annahme, daß Deutschland seine gefamten inneren Schulden durch die Inflation losgeworden ist, ist die Kehrseite der Inflation, die zukünftige enorme Berschuldung Deutschlands ans Ausland, überhaupt nicht berüd sich tigt. Deutschlands Reparationspolitit steht also bald vor der äußerst schwierigen Frage, daß die Alliterten die deutsche Verschuldung ans Ausland bei der Feststellung der deutschen Zahlungsfähig. Beit mit zu berücksichtigen haben. Das wäre höchst einfach gewesen. wenn diese Verschuldung bilanz und aftenmäßig hätte nachgewiesen werden können. Die halbe Arbeit der Goldbilanzverordnung wird sich also nah sehr vielen Seiten hin volkswirtschaftlich bitter rächen. Vielleicht ist es noch Zeit, das Bersäumte nachzuholen. Wo Erkenntnis und Willen find, finden sich auch Wege und Mittel. K- t. Nicht mehr Goldmart, sondern„ Reichsmart" ist nach einer neuen Berordnung das amtliche Kennzeichen der deutschen Währungseinheit, das bei allen Rechtsvorgängen anzuwenden ist. Das Bürgerliche Gefeßbuch, soweit es von Martbeträgen spricht, wird in diesem Bnukle abgeändert. Ich Postscheckverkehr, bei der Gebührenerhebung und bei den Goldbilanzen muß es fortab ebenfalls immer Reichsmark statt Gold bzw. Rentenmark heißen. Berliner Kleinhandelsinderziffer. Die Berliner Kleinhandels. indexziffer der wichtigsten Lebensbedürfnisse war am letzten Stich tag, dem 10. Dezember, mit 141,5 nur um 0,3 Broz, höher als in der Vorwoche. Die Inderziffer für die Lebensmittel allein stellte fich auf 146,1( Borwoche 145,7). Auch die einzelnen Gruppen von Lebensbedürfnissen weisen im Durchschnitt nur geringfügige Preisveränderungen auf. Nur die Preiserhöhung für Brot, Mehl und Mährmittel fekte fich weiter fort; der Inder für diese Warengruppe stieg gegenüber der Vorwoche um 1,3 Broz, Fische waren ebenfalls um 1,2 Pro3. teurer geworden. Engelhardt- Brauerei Affiengesellschaft, Berlin. Es war ein Fehler der Regie, daß in derselben Generalversammlung, in der die von uns in Nr. 583 be prochene Bilanz zur Annahme gelangte und cine Dividende von 8 Proz. beschlossen wurde, der Genereldiretto: Nacher sich in längeren Ausführungen, die er der Breffe übergab, über allzu hohe Steuern beschwerte. Mündlich fügte der Herr Generaldirektor hinzu, daß die Gesellschaft im abgelaufenen Ge schäftsjahr 25,5 Broz. der Einnahmen an Steuern abgeführt habe. Daß der Anteil, obwohl er gewaltig hoch erscheint, nicht zu hoch ist, beweist doch die für heutige Berhältnisse sehr hohe Dividendenaus: schüttung. Auch im laufenden Geschäftsjahr ift nach den Mi teilungen in der Generalversammlung der Abfaz steigend, die Die Techtergesellschaften haben ihre Substanz gerettet, aber über hohe Eteuern wird weiter geschimpft. Sehr ungünstig waren die Neuherungen der Verwaltung über die Rohstoffversorgung. Die Brauereien decken ihren Rohstoffbedarf gewöhnlich gleich nach der Ernte. In diesem Jahre war die Situation deswegen äußerst prefär, well die Preise für Gerste doppelt so hoch waren wie im Vorjahr und die Qualitäten sehr verfchieben ausfielen. Gute Qualitäten maren nur sehr wenig vorhanden. Sie waren meistenteils aus dem Saalebezirk und aus Schlesien. Die Brauereien mußten also schnell zugreifen, wenn fie fich die guten Qualitäten sichern wollten. Der Engelhardt- Brauerei ist es gelungen, den größten Teil ihres Jahres bedarfs zu deden. Ihren Hopfenbebarf hat sie vollkommen eingetauft. Nach privaten Mitteilungen des Herrn Generaldirektors Nacher hat die Regierung gestattet, daß ein Haferfontingent zur Ausfuhr gelangt. Di: Brauereien befürchten nun, daß auch für Gerste ein Kontingent zur Ausfuhr freigegeben werden wird. Die Folge wäre dann, daß, ähnlich wie im Vorjahr, die besten Brauerei qualitäten ins Ausland, hauptsächlich nach der Tschechoslowaket gehen, und daß sie, von dort verarbeitet, als Malz den Brauereien angeboten werden. Unsere Mälzereien aber liegen still und haben ridyts zu tun. Umfaßziffern find geradezu übern hohohe Bergwerksgesellschaft Hibernia. Die Aftien der Hibernia befinden fich feit 1917 befanntlich vollständig im Bejiz des preu. Bifchen Staates. Hibernia ist reine Beche geblieben, die sie schon vor dem Kriege war, und hat sich während des Krieges und der Inflation, abgefehen vom Erwerb unbeträchtlicher Beteiligungen, auch nicht ausgedehnt. Auch ihr Kontingent im Koh'ensnnditat hat fich faum erhöht. Als reine Beche war ihr Standpunkt während der Kohlenzwangswirtschaft nicht leicht, weil ihr der Ausgleich aus den Hüttenzechen und der Stahlproduktion fehlte, von dem die fchwerindustriellen Privatkonzerne fo start profitieren fonnten. Unter der Ruhrbeiegung und den Micum- Lasten hat sie aus den gleichen Gründen besonders start gelitten. Die Bilanz von 1923 schloß mit einem Berluft von 2,3 Millionen Goldmark ab, der auf das Geschäftsjahr 1924 vorgetragen wurde. Die Gold Eröffnungsbilanz zeigt im ganzen ein nicht ungünstiges Bild. Zrar hätte die Hibernia als Staatsunternehmung ihre Bilanz stärker spezialisieren und zum mindesten die einzelnen Bechen, wie in den früheren Bilanzen, nach Maßgabe der Goldinventur gliedern müffer. Das gleiche gilt für die Beteiligungen an anderen Gesell fchaften, die gegenüber der letzten Bapierbilanz start zufammengeschrieben sind. Stamm und Borzugsaktienkapital ist auf zu fammen 56 Millionen Goldmart bemeffen gegen 70 Millionen Gold mar? 1914. Der Refervefonds ist mit 10,2 Millionen gegenüber 16,3 Millionen 1914 ausgestattet. Die Obligationen erscheinen mit einem Restbetrag von 1,4 millionen Goldmart, nachdem die Obligationenbefizer von dem Angebot der Hibernia vom Februar 1924, die 1000 Papiermark Obligation auf 50 Goldmart aufzuwerten und einzulösen, Gebrauch gemacht haben. Ueber die Bewertung der Gruben sagt der Galdumstellungsbericht, daß dem voraussichtlich mäßigen Ertrage der fommender Jahr: Rechnung getragen worden fei. 13 Aby BB MAGGI Würze, GU Arbeiter- Sport, Sportler und Atemgymnastik. " schluß des Turnvereins Fichte erfolgen, da er den Ausschluß Liestes nicht vollzogen hat. Sind in Fichte" nicht noch einfichtige Mitglieder, die das äußerste verhüten können? Mit dem Ausschluß von Fichte ist fürs erste der ganze Arbeitersport in Berlin zerrissen. Fichte" müßte fofort zur Gründung eines neuen Bundes schreiten, der ein cusgesprochen fommunistischer Bund fein würde und auf Gedeih und Verderb mit Moskau ververlieren, die es ablehnen müßten, einem direkten KPD.- Verein bunden wäre. Fichte" selbst würde voraussichtlich viele Mitglieder anzugehören. Seit 6 Jahren folgt Fichte" der Führung von Lieske und hat viel von seinem Ansehen in der Berliner Arbeiter, aft eingebüßt! Soll zu dem Verlust den 3000 Mitgliedern noch ein weiterer Abstieg vielleicht gar zerfall folgen? Sollen der Gassenton und die Spaltungstendenzen des Moskauer Angestellten Lieste und feines Leiborgans, der„ Roten Fahne", den alten Verein zum Gaudium der Bürgerlichen zugrunde richten? Akzeptiert den Beschluß des Kasseler Bundestages: Innerhalb des Arbeiter. ausgeschlossen! Auf den ersten Augenblid erscheint es für den Sportler ganz überflüffig, sich mit einer speziellen Atemgymnastik zu beschäf tigen, denn jede ernste Sportarbeit ist gleichzeitig auch Lungen- bzw. Atemgymnastit. Beim Schwimmen, Laufen, Springen, Turnen, Schwerathletit steigert fich der Stoffwechsel, das Blut nimmt KohlenBlut durch die feinsten Aederchen in die Lungen, und diese müssen säure in erhöhtem Maße auf, aus dem Herzen strömt das unreine" nun eine erhöhte Menge Sauerstoff aufnehmen, damit die angehäufte Kohlensäure überall dem Berbrennungsprozeß entgegengeführt werden kann. Je kräftiger die Lungen arbeiten, um so größere Mengen Sauerstoff werden dem Blut zugeführt, der Verbrennungsprozeß der vom Körper ausgeschiedenen Abfallstoffe und damit der Stoffwechsel gefördert. Dieser Vorgang schafft auch die erhöhte Körperwärme. Der Sportler tann selbst im Winter in leichter Kleidühren, während der Zuschauer oder Spaziergänger die Kälte fehr Turn- und Sportbundes ist jebe, Parteipolitit dung feine flotten Spiele und Läufe bei hoher Körperwärme ausunangenehm empfindet. Jeder intensiv betriebene Sport bringt aber, insbesondere beim Wettkampf, eine zeitweilige Ueber anstrengung der einzelnen Organe, besonders des Herzens und der Lunge, also der Hauptorgane für die Förderung des Stoffwechsels. Die frühere, auch ärztliche, Annahme, daß diese zeitweilige Leberanstrengung zumeist dauernde Nachteile im Gefolge habe, läßt sich nach den neueren wissenschaftlichen Forschungen nicht im vollen Umfange aufrecht erhalten. Auch die Herz- und Lungentät gfeit richtet sich auf verstärkte Inanspruchnahme ein, ohne bei sonst gesunder Körper tonstitution- Nachteile zu hinter affen. Aber wie der Sporter feine Mustulatur einer Massage unterzieht, um die Geschmeidigkeit und Dehnbarkeit der Muskeln zu erhöhen, so muß er auch Lunge und Herz planmäß g massieren", wenn er zum höchsten Erfolge ohre Nachteil für die Gesundheit kommen will, b. h. er muß Atemgymnast it treiben. Betrachten wir den Atmungsvorgang: Beim gewöhnlichen Atmen haben wir nur die sogenannte 3 werchfellatmung, bei der die Lungenspitzen gar nicht in Anspruch genommen werden. Nachdem wir ein gewöhnliches Ausatmen ausgeführt haben, fönnen wir aber durch kräftiges Einziehen des Bauches das Zwerchfell tief in die Brusthöhle hineintreiben und dadurch noch die drei fache Menge der bereits ausgeatmeten Luft ausscheiden. Ebenso fann nach normalem Ginatmen durch weitere größere Unspannung der Atemmuskeln gleichfalls noch die dreifache Menge Luft aufgenommen werden. Diese verstärkte Atmung bezeichnet man als Rippen atmung, weil hierbei die Rippen und tas Brustbein nach außen gedrückt und g hoben werden. Erst durch die Rippenatmung entsteht die gewölbte Bruft des Sportlers, die durch fyftematische Atemgymnaftit noch gefördert wird. Alle Sportvere'ne( auch Schwimmer, Fukballer und Schwerathleten) follten deshalb Freiübungen, verbunden mit Atem= gymnastit, neben ihrem sonstigen Betrieb eifrig und p'anmäßig pflegen. Nach dem Ausatmen find Rumpfbeugen vorwärts und feitmärts und Armbewegungen, die den Brustkorb zusammenpreffen. mehrmalig unter Atemanhalten gut gesinnet. Nach dem Einatmen find lebungen zu wählen, die dem Brustkorb frere Ausdehnung ermögl chen, alfo Rumpfbeuren rückwärts mit bocheeschwungenen Armen und ähnliches Daß beim Einatmen die Schultern nicht gehoben, sondern fräftig nach rückwärts und unten gezogen werden sollen, um den Brustkorb herauszurressen, dürfte allaccin befannt fein. Frische und reine Luft ist bei diesen Uebungen Voraus kung: allgemeines Wohlbefinden, gesunde Gesichtsfarbe und Freude fird der Dent des Körvers für das Beben" der Lunge. Wer Atem gymnastik tre bt, sichert sich gegen Tuberkulose. Fichte" negen den Bund Der Turnverein Fichte" hot nun entschieden. Das Verlangen des Bundes, Lieste auszuschließen, ist gar nicht zur AbStimmung gekommen dagegen wurde eine Resolution Lieste angenommen, einen außerordentlichen Bundestag einzuberufen, dem Tagungen aller Kreise vorangehen sollen, um über den Ausschluß von Lieste Beschuß zu fassen. Daß diefe Resolution schon wegen der ungeheuren Kosten nicht durchführbar ist, weiß natürlich Lieste ebenso wie" Fichte" natürlich ganz genau. Aber eben darum! Dann wurde noch eine furiofe Re olution Deh fchläger angenommen, im ganzen Bund eine Urabstimmung vorzunehmen, ob der Bundesvorstand das Recht haben soll, überhaupt Mitglieder auszuschließen. Dabei wurde in der gleichen Bersamm lung folgende Mitteilung gemacht:" Durch vorläufigen Beschluß des gefchäftsführenden Ausschusses von Fichte" find die Fichte"-Mitglieder M. und J. aus dem Berein wegen schwerer Bergehen ausgeschlossen." Also der Fichte"-Vorstand fann Schädlinge aus. schließen, wenn aber der Bundesvorstand das of iche tut. Dann muß erst eine Urabstimmung in ganz Deutsch and flattfinden. Schließlich wurde beschlossen, und zwar wiederum auf Anregung Liestes, daß nur Lieste Anhänger zum Kreistag delegiert wer den dürfen, und daß darüber vorher eine schriftliche Erklärung ab. zugeben ist." Fichte" wird also nur durch Kommunisten auf dem Kreistag vertreten' ein vorausgesetzt, daß der Bund betr. der Bertretung von„ Fichte" auf dem Kreistag nicht noch eine beson dere Entscheidung trifft. 0 Ueber das Jugendrudern. Der Rudersport ist ein Mannschaftssport, wobei das Sportgerät nur wenig Differenzierung zuläßt. Die Ausübung des Rudersportes erfordert Menschen mit gefestigtem Körperbau, die schon mit Erfolg Leibesübungen der Leichtathletik oder ähnliches getrieben haben. Die Kraftmenge die notwendig ist, um ein Sportboot zu handhaben, fann ein Jugendlicher unter 18 Jahren ohne Schädigung feines Körpers nicht aufbringen. Nur in Ausnahmefällen fönnen Jugendliche in besonders dazu geeigneten Booten unter Lehrer- und ärztlicher Aufficht etwas Erfprießliches leisten. Das würde aber bedeuten, daß auf Kosten der breiten Masse einige Auserwählte Vorteile genießen. Da heute alle angeführten Erfordernisse fehlen, ist das Jugendrudern ein Unfug, das den jungen Menschen mehr schädigt als nüßt. Niemand denkt daran, für Jugendliche Flugmaschinen oder Automobile zu bouen. Die Kosten stehen in feinem Vergleich zu dem damit Erreichbaren. Die Arbeiterrudervereine haben aus all den angeführten Gründen die Bildung von Jugendabteilungen abgelehnt. Einen anderen Standpunkt nehmen die bürgerlichen Rudervereine ein. Hier herrscht die Tendenz der Höchftleistungen vor und die Sucht," Kanonen" für Gipfelleistungen zu züchten auf Kosten der anderen Mitglieder. Da ist es kein Wunder, wenn von dieser Seite das Jugendrudern in fouten Tönen gepriefen wird. I: größer die Auswahl an Menschenmaterial ist, un so beffer tann man die geeigneten Menschen finden für Gipfelleiftungen. Hier wird der Körper für das Boot zurecht geformt und einseitig zur Rennmaschine gedrillt. Da diese Bestrebungen im schärften Gegensatz zu der modernen Sportbewegung stehen, die das Bolksganze zu Bollmenschen heranbilden will, darf eine Unterstützung des Jugendomies für diese Bestrebungen nicht in Frage kommen. Das Geld der Steuerzahler muß dem Boltszanzen dienſt bar gemacht werden und darum dürfen unsere Stadtväter für dos Jugendrudern feine Mittel bewilligen. Diese Gelder müssen bem volkstümlichen Sport( Turnen, Leichtathletik, Jugendherberien usw.) zugewendet werden. Will man den Nudersport fördern, so stellt den Rudervereinen Wafferparzellen zu mäßigem Bachtzins zur Verfügung und beseitigt die Steuerschraube, die dem Rudersport das Lebenslicht fyftematisch ausdreht( Lurussteuer für Ruderboote, Wafferzins un Gebäudes euer, sowie die hohen Wasser und Schleusenob zaben). T ift finnies, die Jugend für den Rudersport zu begeistern und auf der anderen Seite ben Rudervereinen den Lebensfaben abzuschnelen F. Sommerfeld( Freie Ruderer u. Ranufahrer i. A. T. S. B Fußballrefultate vom Sonntag. Rorben. Alemannia- Minerva 1: 3: Teutonia- Nordiska 2: 1; Bornfie gegen Union 1: 1; Seegermühle- Elsthal 0: 3; Selvetia- Arminia 3: 1 Rathenow- Fichte- Nord 1: 1: Spandau- Adler 12 1: 8; Nauen- Siemensito 2: 6. Often. Alt- Glienicke- Adlershof 0: 3; Germonis- 3BC. 1: 1; Fasdo gegen Frisch- Frei 1: 4; Lichtenberg II- Mertur 8: 0; BGB. 16 Sparta- B 4: 9 ite- GD- B1B. 1: 2; Rontordia- Oberfpree 2: 5; Luftig- Fidel- Lichtenberg 1: 2; Tasmania- Britannia 0: 3; Lichtenberg III- Gtralau 1: 2: Friedrichs. Südwesten: Tel ow-- Bantbagenuifen ſtate:: Askania- Serba 3: 0 wi 2: 3; Brandenburg a. H.- Schöneberg 1: 1; Britannia- Sertha 1: 2: Frisch- Auf- Ludenwalde I 1: 3; Stern- Mimersdorf 3: 2; Nowawes- Neutölln 0: 1; Trebbin- 3BC. 0: 3; NBC.- MSC. 2: 1; BC. Moabit- Berolina 4: 6; Fußballring- Kreuzberg 3: 2. Nord- Ost- Ringkampf- Turnier. Das Ringkampf- Turnier im Bantamgewicht, das die Sportliche Vereini gung Nord- Oft" am Sonntag veranstaltete, zeigte eine schlreich verfammelte Sportgemeinde. Angesichts der qualitativ hervorragenden Besetzung kam jeder Ringfvortfvernd bei harten und spannenden Kämpfen voll auf seine Rosten. Als erster Sieger ging aus der Ronkurrens Neumann( Berolina) mit 5 Giegen hervor. Engelmann( Adler) endete an zweiter Stelle. Von Neu mann mußte er in 4 min. 13 Gel. burch Schleudergriff, eine Niederlage hin nehmen. Der vorallglice Gorran( Burich) mußte fich m begnilgen. Bon Reumann tonnte er erst nach 14 Minuten Gesamtzeit durch Derkehrten Süftsch wung geworfen werden. Anschließend die Ergebnisse: 1 Neumann( Berolina) 5 Giege in 25 min. 38 Set.. 2. Enactmann( Adler) Giege in 19 Min. 35 Set.. 3. Gorran( Lurich) 3 Siege in 16 Min. 10 Set., 4. Werner( Nanen) 2 Siege in 8 Min. 36 Get., 5. Seidenreich( Nord- West) 1 Sieg in 5 Min. 15 Set. Schanturnen im Süboften. Die Jungmädchen- Abteilung der Freien Turner. fchaft Groß- Berlin, Bezirk Südosten, veranstaltet am Donnerstag von 8 bis 10 Uhr in der Turnhalle Glogauer Straße 15/16. ein Schauturnen. Die Rinde haben eine aleide öffentliche Aufführung am Montag, den 22. Dezember, in turfelben Balle. Da das Jungmädchen und Rinderturnen im Südosten nod in den Anfängen ist, werden Intereffenten auf diese Werbeveranstaltungen befonders aufmerksam gemacht. Die erste Fichte".Bersammlung war von 1300 Mitgliedern besucht. Sie hatte aber schon so abschreckend gewirkt, daß in der zweiten am Freitag stattgefundenen Versammlung nur noch 600 zur Stelle waren, so daß die Kommunisten nun die große Mehrheit hatten. Lieste und Genossen fonnten ihre Reden in größter Ruhe halten, dagegen wurden SPD.- Turner und Bertreter des Bundesvorstandes oft so start unterbrochen, daß ein Weitersprechen unmöglich war. Der Bundesvorsitzende Gellert schilderte die ganze bisherige Sabotage Liesfes und erflärte, daß der Bund den Ausschluß nicht zurüdnehmen könne. Koppisch vom Bundesvorstand fante, daß der Bund nach wie vor seine alten Grundsäße hechhalte. Aber wir laffen uns nicht als hunde celen" beschimpfen, die im Dienst des Kapitals stehen. Die RS3. follte als Gast zur Frankfurter Olympiade geladen werden, fie will aber als aleichberechtigter Faftor ver treten sein. Wo soll das nach der bisherigen Erfahrung mit der RG3 hinführen? Ein Fichte"-Turnwart verlangte, daß wir troß aller politischen Gegenfäße uns gegenseitig achten sollten. Wer das nicht könne, der solle seiner Wege gehen. Haben wir als Sport perein unsere erste Aufgabe darin zu suchen. Boiitit zu treiber ben? Der Berluft von 3000 Mitgliedern( einschließlich Kinder) in Fichte folite uns zu denken geben. Aber alle diefe Reden waren umsonst. Lieste erhielt auf Beschluß das letzte Wort, und dann wurden die eingangs erwähnten Anträge angenommen. Nach dem Beschluß des Bundesvorstandes muß nun der Aus. MAGGI Praktisches Weihnachtsgeschenk: Freie Turnerschaft Wilmersdorf. Seute, Dienstag, 8-10 Uhr abends. Sonntag, den 21. Dezember. Befcerung der Rinder der 1. Turnab'eilung, un öffentliches Turnen in Salensee, obere Turnhalle Joachim- Friedrich- Straße. 7 Uhr der Erwachsenen im Vereinshause auf dem Turnplag in der Württem bergischen Straße. Die Vereinsweihnachtsfeier im Viktori garten findet nicht am 2., fondern am 1. Feiertag um 7 Uhr statt. Wir bitte alle Mitglieder und Gäste, sich darauf umzustellen. Rarten für das Stille Theater aum 2. Feiertag nachmittags oder abends milffen bis zum 24. De aember auf dem Turnplok bestellt und bezahlt werden. Preis 205 M. Freie Turnerskaft Groß- Berlin. Mittwoch, den 17. Dezember. 7 2hrengere Borstandssigung in der Geschäftsstelle. Freitag( tatt Sonnabend Schule Weinmeisterstraße( Gefanassaal) außerordentliche Bereinsversammlung: Delegiertenwahl zum Kreistag, Diskussion über Bewegungsfor. Frauen». Jugend- und Schüler Abt. Uebungsabende: Montags 8-10( Jugend), Sport- Berein Moabit. Leichtathletik. Turnen, Soden, Sandball. Männer-; Dienstags 6-8( Schüler), 8-10( Frauen), Freitags 6-8( Schüler), 8--19 ( Männer) in der Turnhalle Rostoder Str. 22. Jeden Mittwoch Waldlauf. Start pinkilich 28 Uhr Geestraße, Ede Afrikanische Straße. Mittwoch, den 17. Dezember, pünktlich 7 Uhr, bei Bila, Raffoder Straße, Funktionäribuna. Donnerstag, ben 18 Dezember, 8 Uhr. Sandballfizung bei Schubert, Rostoder Straße. Am Sonnabenb, den 20. Dezember 1924, findet abends 48 Uhr in Schülerabteilung ftatt. Rarien au 30 Bf. find bei allen Funktionären und an der Aula der Rirschner- Oberrealschule. Zwingliftraße, die Weihnaisfeier ber Raffe zu haben. Geschäftsstelle: Erich Richter, N23. 21, Wiclefftr. 20. Freie Ranufahrer Berlin e. B. Laut Generalversammlungsbefek finden bie regelmäßigen Sigungen jeden Freitag nach dem 1. und 15. eines jeden Monats im Bereinslokal 3 be a 1-& laufe", Neukölln, Mareichstr. 14, ftait. Nächste Sigung: 19. Dezember, abends 48 Uhr. Am 2. Weihnachts feiertag im Bereinslokal geselliges Beifammenfein. Bahlreiches Erscheinen wird erwartet. Leichtathletik- Bereinigung bes 1. Kreises. Am Sonnabend, den 20. DeMAGGI Suppen in Warfeln. MAGGI Fleischbrühwürfel Jember, abends 7 Uhr, Gikung des erweiterten Sportausschusses im Bokal| 16. Dezember, 9½ Uhr, bei Gorgak, Emdener Gtr. 56, findet ein Vortrag son, Linsener, Berlin, Mühlenftt. 52, an der Brommybrüde. Berbindung: Straßenbahn Linie 82. Eisenbahn bis Schlesischer Bahnhof. Alle Sportwarte and Vorsitzenden der Bereine und Abteilungen, die der L.-B. angeschlossen Ind. haben zu erscheinen. Wichtige Tagesordnung. I. Berichte, 2. Organi ktionsfragen und Wahlen, 3. Rreistag, 4. Hallensportfeft. Die Tagung be tinnt pünktlich. Gäste wiltommen. Arbeiter- Turn- und Sportbund, 4. Bezir?, Nordgruppe. Sonntag, ben 11. Januar 1923, Gruppentag verbunden mit Werbeturnen in 8offen, Ge mertfchaftshaus. 2 Uhr Gruppensßung, ab 5 Uhr Turnen: 1. OlympiaFreiübungen für Männer und Frauen. 2. Riegenturnen. 3. Gonbervorfithrungen der Vereine. 4. Spiele. Es wird erwartet, daß sich alle Bereine ber Gruppe daran beteiligen. Anschließend gemütliches Beisammensein der Bereine. Gleichzeitig fei nochmals an die Bezahlung der Gruppenbeiträge erinnert.. Der Berliner Arbeiter- Schach- Rinb eröffnet eine neue Abteilung im Stralauer Biertel( Ofthafen) heute, Dienstag, den 16. Dezember, abends 8 Uhr, bei Rudolf Reiler, Goßler, Ede Bossestraße. Schachspieler und folde, bie es werden wollen find hiermit herzlichst eingeladen. Spielabend Jeden Dienstag daselbst. Naturfreundekalender 1925. Diefer Abreißkalender in dem bekannten großen Bilderbogenformat ist eine erstaunliche Leistung des Touristenvereins Naturfreunde. Auf jebem Blatt eine Abbildung eines der eigenen Naturfreundehäuser. Manche schlicht und beschreiben, andere wieder von bedeutenden Ausmaßen in einer überraschenden Landschaft. m ganzen ein sehr einbringlicher und beachtenswerter Beweis bafür, aß auch im fapitalistischen Staat bereits wichtige wirtschaftliche und fulturelle Eigenwerte erzeugt werben tönnen. Je mehr solche Häuser entstehen, desto weniger ift der wandernde Proletarier und Sozialist auf bürgerliche Hotels und Gasthäuser angewiesen. Die Künstlerische Ausgestaltung des Ralenbers ift lobenswert. Diefer Kalender als Ausdrud bes Wollens und praktischen könnens ber Naturfreunde gewinnt in dem Augenblic eine besondere Bedeutung, in dem es fich herausstellt, daß der alte deutsch- österreichische Alpenverein durch seine antisemitischen Machenschaften bereits in bas Stabium ber Berlegung eingetreten ift. Arbeiter- Winterfoort Antereengemeinschaft.( A. B. 3.) Dienstag, den 16. Dezember, 7 Uhr, Sigung des Technischen Ausschusses bei Schulz, Ohmstr. 7( Ede Rungestraße), Bahnhof Jannowikbrüde. Donnerstag, den 18., Dezember; allgemeine Mitgliederversammlung und lehte Instruktionen für die Winterfahrtteilnehmer. Beginn 7 Uhr im Lokal Schula, Ohmstr. 7. Zurn unb Sportverein Fichte", 4. Männer- Abteilung. Dienstag, den Theater Lichtfpicle fw. Staats- Theater Opernhaus 6 Uhr: Walküre Opernhaus am Königsplatz 72: Der Freischütz Schauspielhaus i T½ U.: Eduard II. Schiller Theater 7: Das Konzert Gr.Volksoper Fra Diavolo 7½ Uhr Volksbühne 7: Schluck Jas Deutsch. Theater 8 Uhr: Aimée Kammerspiele 7 Uhr Zum ersten Male 1913% v. Car Sternheim Regie: C. Sternheim Die Komödie Korfürstendamm 266/287 & Unr Der eingebildete 191* 91 Kranke Theater 1. d. Königgräfer Str. 8 U.: Der Tokaler Komödienhaus 8 Uhr: Die Cousine a.Warschau Th. a. Nollendorfpl. 7.30: Die Geliebte Sr. Hoheit Berliner Theater 7.30 Uhr. Clocle SCALA & Uhr Varleté Revue Th.l.Admiralspalast Aliahendi. 73 Uhr. Die größte Revue der Welt: Koch and Hoch" 2 Vorstellungen Sonntag in erster Besetzung 3- u. 8 Uhr 40 Central Theater 7 Uhr zum 1.Male Die versunk. Glocke Deuts Opernhaus 6U. Die Walküre Metropol- Theater Tägi. 71, Uhr mit Fragestellung des Genossen Robel über feine Eindrücke in Sowjetrußland ftatt. Gäste willkommen! Berwaltungskommission! Mittwoch, 17. Dezem ber, 7 Uhr, Sigung in Ohms Clubhaus. Ohmstraße, Ede Röpenider Straße. Dazu erscheinen fämtliche zum Kreistag vorgeschlagenen Bundesgenossen. Alte sriegenturner und Sportler Groß- Berlins. Am 6. Januar 1925 findet in der Turnhalle Prinzenstr. 70 für das am 18. Januar ebenda stattfindende Alte- Herren- Schauturnen eine Generalprobe flatt. Jeder muß anwesend sein! Touristen- Berein ,, Die Naturfreunde", Abt. Pankow. Am Donnerstag, den 18. Dezember, veranstaltet der Touristen- Verein Die Naturfreunde", Abt. Pankow, im Jugendheim Pankow, Gaillardstr. 32, einen Bortrag von Dr. Friedrich Neumann: Die Stellung der Frau in der Gesellschaft." Zahlreiche Beteiligung erwünscht. Anfang 8 Uhr. Luzern- Sportler des 17. Berwaltungsbezirks. Alle im 17. Verwaltungsbezirk wohnenden Parteinenoffen, welche Mitglich eines Turn- und Snortvereins oder einer Kulturorganisation sind, werden aufgefordert, fofort ihre Adresse in der Geschäftsstelle Weichselstr. 28 abzugeben. Gleichzeitig wird dort Auskunft und Werbematerial verteilt. Einheitssportler helft mit, den Bertrümmerern den Weg zu weisen. Wählt zum Kreistag nur SJ.- Sportler. Aus der Partei. Celeftin Demblon gestorben. Einer der ältesten Führer der belgischen Arbeiterpartei, Celestin Demblon, ist im Alter von 65 Jahren gestorben Obwohl geborener Wallone, verteidigte Demblon in der belgischen Kammer stets die Rechte der Flamen. Auch literarisch hat Demblon sich betätigt, und in zwei Büchern die Meinung vertreten, daß sich hinter dem Namen Shakespeare Lord Ruthland und nicht Baton verborgen habe. Jugendveranstaltungen. Achtung, Jugenta noffen und-genoffinnen! Wir weisen hierdurch auf unfere Silvester- Musil in der Stadthalle, Eingang Klosterstraße, hin. Beginn abends 6 Uhr. Eintritt 60 Pf. Karten im Jugendsekretariat, Lindenstr. 3, aweiter Sof. Mit frischer Milch Heute, Dienstag, den 16. Dezember, abends 7% Uhr: Moabit II: Gemeindeschule am Stephanspiah. Bortrag: Sans Sachs und feine Werfe." Prenzlauer Borstab: Jugendheim Danziger Str. 23, Vortrag: ,.Ernst Toller." Rosenthaler Vorstadt: Landgemeindehaus, Sophienstr. 23, Bortrag: Körperpflege." Schönhauser Borstadt: Schule Jbsenstr. 17. Bortrag: Die Bedeutung der Winterfonnenwende." Senefelbe:-Biertel: Jugendheim Oberberger, Straße 57. Bortrag: Die politische Lage." Süboft G... Schule Görliger Str. 51, Rimmer 45. Vortrag: Naturwissenfchaftliche Blaubercien." Westen: Baugewerksschule, Kurfürstenstr. 141. Bortrag: Erlebnis der Reichstagswahlen" Wilmersdorf. Jugendheim. Hildegardstraße 4. Vortrag: Bub und Mädel." Marienborf. Alte Schule, Dorfstr. 7. Bortrag: Folgen der Reichstagswahlen." Reuto, n III. Jugendheim Nogatstr. 53. Bortrag: Welche Aufgaben haben die Mädels in der proletarischen Jugendbewegung," Reutölln IV: Lokal zum Bärwinkel", Steinbodstr. 21. Bortrag: Utopischer Sozialismus." Bankow: Jugendheim, Breite Str. 32. Bortrag: Alt- Berliner Sumor." Vorträge. Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz Rot- Gold". Gefchäftsftefie: Berlin G 14, Gebaftianstr. 37/38. Sof 2 St. Ramerabschaft Arensberg. Dienstag, den 16. b. M., abends 7 Uhr, bei Bichler, Dieffenbachstr. 76, Gigung des erweiterten Borstandes. Blod- und Gruppenführerabrechnung. Arbeiter Radio- Klub, Bezirk Schöneberg. Dienstag, den 16. Dezember, abends 7 Uhr, bei Rosenthal, Schöneberg. Ebersstr. 66, Bastelabend. Er. fcheinen aller Mitglieder sehr erwünscht. Gäste stets willkommen. nachtsfest findet am Freitag, ben 19. Dezember, abends 6 Uhr, in der Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Ortsgruppe Schöneberg Das WeihSchloßbrauerei Schöneberg, Sauptstr. 122, statt. Eintrittskarten mit Programm für Erwachsene 50 Bf. an der Abendkasse und in der Geschäftsstelle Apoftel- Baulus- Straße 7. Unter der Leitung des Tanzlehrers Weißhart wird Don 40 leinen Mädchen ein Weihnachtsreigen aufgeführt. Alle Kräfte haben fich unentgeltlich zur Verfügung gestellt um der guten Gache willen. Wetter für Berlin und Umgegerd. Zunehmend ben ölft. weitere Milderung der Temperatur, späterbin Niederschläge. Für Deutsc land. Von Besten nach Osten Zunahme der Temperaturen und der Wetterverschlechterung. Auftreten von Niederschlagen. volis Vom Guten das Beste. Das vollkommenste Erzeugnis einer fast 40 jähr.Fabrikations- Erfahrung. Mit frischer Milch verarbeitet. Eine Ware, deren Güte jede Hausfrau überraschen wird. Prüfen und vergleichen Sie! Ueberall erhältlich! 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