Nr. 101. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei tu's Haus. Einzelne. Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage ,, Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30mt. proQuartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt. pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pig. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen: tagen bis 7 1hr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 1hr Bormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlins Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. " Die nächste Nummer des Vorwärts" erscheint des Maifestes wegen erst am Freitag, den 3. Mai. Die Redaktion. Mnser Mai. Und wieder feiern wir unser Maifeft. Mittwoch, den 1. Mai 1895. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. So So sein Sozialistengeset. Freilich lag es in den letzten Zügen.| ,, bedauerlich" erklärt und der angeblich unabhängigen" Seit einer Reihe von Jahren schon hatte man die lage Rechtspflege für die Zukunft Direttiven" giebt. Da die Handhabung" beliebt. Unsere Partei war stärker gewesen, höchsten Beamten des kaiserlichen Hofes, die das bestehende als die Gesetze, die extra erlassen waren, uns zu vernichten. Gesetz mit Füßen treten, das von dem„ gemeinen Volt" Die Sozialdemokratie war gewachsen an Einfluß und Zahl; allerwege geachtet werden soll. Sie bringen ihre Streitigdie uns bekämpfende Gewalt war ohnmächtig erlahmt. Und keiten nicht vor den ordentlichen Richter, sondern hauen am Ende streckte sie die Waffen. Sie ließ das Sozialisten- und schießen sich mittels gefährlicher Werkzeuge" schwere Körperverlegungen" an den Leib. Von einem Strafantrag des Nicht in dem Sinne, in dem das einzelne Menschenkind gefeß als nulos fallen. Es kam die Periode der Bekämpfung mit geistigen Staatsanwalts wird nichts bekannt. Da ferner der Geheimvon der glücklichen, schönen, aber leider vergangenen Jugend- Waffen". Sie entfaltete herrliche Blüthen, reifte köstliche Früchte. rath Rößler, da der alte preußische General v. Bogulamski, da zeit seines Lebens spricht; nicht in dem Sinne, in dem der Es wurde wacker geistig bekämpft", manche schwungsvolle der hochangesehene, konservative Abgeordnete Graf Mirbach! Dichter flagt: Des Lebens Mai blüht einmal und nicht wieder." Rede gehalten, manche Broschüre gedichtet nur zu er- Alle drei empören sich über unsere Umsturzbestrebungen". Das einzelne Menschenleben vergeht, es knospet, blüht und innern an die so berühmt gewordenen Bilder aus dem Und darum sollen wir mit dem Schwert der besten Waffe am Ende verdorrt es, ebenso wie die Sommerblume, ebenso sozialdemokratischen Zutuns staat" Eugen Richter's auch gegen den inneren Feind Zukunsstaat" vernichtet werden. Die wie der vielhundertjährige Eichenbaum. Aber die Blumen Aber die Sozialdemokratie wurde damit nicht vernichtet. Verfassung soll gebrochen, das Wahlrecht aufgehoben und und Sträucher und Bäume in ihrer Gesammtheit, die Auch im geistigen Kampf" heftete sich der Sieg an unsere ein Regiment von Säbelsgnaden geführt werden. Das ist Natur, die verjüngt sich alljährlich, sie lebt ewig. Und ebenso das Geschlecht der Menschen. Die Völker Fahnen. War es doch eine altgewohnte Waffe für unsere doch noch wenigstens ein„ Umsturz" der sich lohnt! Bartei, die geistige Waffe", Waffe", und sie hatte nie giebt sich die bürgerliche Gesellschaft selber preis. haben ihre wechselvollen Geschicke. Aber so weit wir mit anderen gefochten. Kurz und gut: Unser stürzt sie sich selber um. So fällt tagtäglich Zweig auf auch zurückblicken mögen in die Geschichte der Menschheit: Panzer hat sich als hieb und kugelsicher bewährt. Zweig von dem einst stolzen Baum. Im Grunde geht die Bewegung doch bergauf, dem Lichte, Wir sind nicht zersprengt, sondern in der Zahl vermehrt, in Ja, es wird klapperig und dürr im bürgerlichen Wald. der Kultur, dem größeren Glück für jeden einzelnen ent- der Ueberzeugung vertieft, und niemals einiger, niemals Jeder fallende Ast reißt ein paar andere mit in die Tiefe. gegen. Und in diesem Sinne feiern wir heut unser Maifest. stärker, niemals fiegessicherer gewesen. Und es wird viel Platz für keimende grünende Maientriebe, Ju dem Sinne, daß mit dem Sieg des Sozialismus der Die bürgerliche Gesellschaft aber und ihre Staatsgewalt für neue Knospen, Blüthen und Früchte. Menschheit ein neuer, freudiger Sommer heranblüht. In find wieder einmal am Ende ihres Lateins. Was ist zu Ja, wir haben Grund, unser Maifest zu feiern. Grünt dem frühlingsgläubigen Sinne, in dem Uhland vom wirt- thun? Nun,„ Wer das Lied nicht weiter kann, der fängt es und blüht es doch nicht nur in Wiese und Wald: auch lichen Maien fingt: es wieder von vorne an." Man ist wieder drauf und im Völkerleben naht ein neuer Mai. dran, ein neues Sozialistengesetz zu schmieden. Gesetz Die Reaktion rüstet wieder zu neuen Schlägen. Freie gegen unsere Umsturzbestrebungen" nennen sie's, und wissen Gedanken und freies Wort will man in Ketten schlagen. sich doch selber nicht zu retten vor ihrem eigenen Umsturzgesetze werden geplant. Die Versammlungsfreiheit „ Umstura". Was bedarf es denn da der Umsturz- will man beschränken. Unsere Zeitungen werden konfiszirt. bestrebungen, wenn Zweig auf Zweig und Stamm und man glaubt, mit alledem uns zu vernichten!" Herr, auf Stamm schon beim ersten, sanften Frühlingswind einer vergieb ihnen, sie wissen nicht, was sie thun!" Sie wissen neuen Weltanschauung morsch in sich zusammenbrechen! nicht, daß alle Versammlungsreden, der Inhalt aller Bücher Große Produktionszweige, das Handwerk und vor und Zeitungen uns nicht so viel Anhänger zuführen, als allem die Landwirthschaft, erklären, ohne künstliche Hilfs- es geschieht, wenn man uns den Mund gewaltsam vermittel, ohne Staatshilfe nicht mehr wirthschaften zu schließt. Das müssen gefährliche Wahrheiten tönnen. Die Staatsgewalt aber erklärt, ohne künst- sein!" denkt das Volk. liche Zwangsmittel der neuen Gedanken nicht Herr Doch das ist wohl das Verhängniß alles Sterbenden. zu werden. Die Staatsgewalt konnte die neuen Ge- E3 thue, was es thue: es nüßt der neuen Generation. danken aber auch nicht meistern, als vor wenigen Jahren So im Walde, dessen fallende Zweige und stürzende Stämme noch die Zwangsmittel vorhanden waren. So scheint denn dem jungen Nachwuchs die Erde düngen. So in der Gegegen den Zusammenbruch der bürgerlichen Gesellschaft über- sellschaft, deren hochentwickelte Kulturgüter dem jungen haupt kein Kräutlein gewachsen zu sein. Sozialismus in den Schooß fallen werden,- beren gott vertrauendes Umsichhauen" sogar uns neuen Anhang verschafft. Die Welt wird schöner mit jedem Tag, Man weiß nicht, was noch werden mag, Das Blühen will nicht enden. Es blüht das fernfte, tiefste Thal: Nun, armes Herz, vergiß der Qual! Nun muß sich alles, alles wenden. Ja, nun muß sich alles, alles wenden. Das Alte, Verdorrte, Gestorbene, muß zu grunde gehen. Und neues Leben muß uns blühn aus den Ruinen. Wer aber sähe nicht, daß dies in Wirklichkeit alles geschieht? Daß ein Völkerfrühling die Welt durchzieht? Daß die vertrockneten Aeste vom Baum der Gesellschaft überall prasselnd zur Erde fallen, um den neuen, grünen Maiensprossen das Feld zu räumen? Zum sechsten Mal kehrt heute das internationale Mai fest wieder. Das Maifest ist seitdem geblieben was es war, als es auf dem Arbeiterkongreß in Paris geschaffen wurde. Die Arbeiter feiern es in demselben Geist der Brüderlichkeit, um für dieselben Forderungen zu demonstriren, wie von Anfang an. Die alte Gesellschaft aber, wie hat sie sich in diesen kurzen sechs Jahren verändert, wie tief ist sie in die Herbst- und Winterstimmung hineingerathen! -O Dann aber die Umsturzbestrebungen" in der bürgerlichen Gesellschaft selbst, die alles beeidete Recht und Gesetz, noch die festesten Stüßen des bürgerlichen Staatsgebäudes, „ umzustürzen sich bemühen. Da Herr von Köller, der Bleiben wir nur bei Deutschland. Als 1889 das Ar- preußische Staatsminister, der in öffentlicher Parbeiter Maifest beschlossen wurde, hatte Deutschland noch lamentssitzung die Urtheile der höchsten Gerichtshöfe für = Unser die Welt- trotz alledem! 113 gehört die Zukunft! Wir leben im Mai! Hoch der Völkerfrühling! Dem 1. Mai. Ein Tag der Zukunft ziehst du auf am Horizont der Zeiten, Wir seh'n mit ahnungsvollem Blick dich von den Bergen schreiten. Gewaltig gehst du, Tag, einher im leuchtenden Gewande, Und mächtig klingt dein Flügelschlag begeisternd in die Lande. Es dröhnt dein Schritt, die Erde bebt, Und wo ein Herz in Sorge lebt, Kommst du, es zu befreien Gegrüßt, du Tag des Maien! Dich hat der erste Purpurschein nach düst'rer Macht geboren, Darum hast du als Fackel dir die Sonne auserkoren; Du sendest blendendhell den Strahl als gold'nen Hoffnungsschimmer Lichtbringend in die finstre Noth, ins allerärmste Zimmer. Aus seinem Schlaf schreckt auf der Knecht; Du treibst ihn zürnend ins Gefecht, Zu streben mit den Freien Gegrüßt, du Tag des Maien! Mit Sang und Saitenspiel vorauf, daß er den Weg dir bahne, Trägt jauchzend dir der junge Lenz die sieggewohnte Fahne. Du tauchtest sie ins Morgenroth beim Schimmer der Gestirne, Da legte dir den Blüthenkranz der Frühling um die Stirne. Die Lerche sang ihr erstes Lied: Hervor, hervor, ihr Herzen müd'! Eu ch will den Kranz ich weihen Gegrüßt, du Tag des Maien! Du rufft die Arbeit auf den Plan, willst strenge Heerschau halten, Und deinem Banner jubelnd nah'n die Jungen und die Alten. Nach deinem Lichte drängen sie -PRO millionenfaches Streben! Da soll der Freiheit jede Hand zum Schwure sich erheben. Aus düsterer Fabriken Nacht, Aus Gruben, Hütten, tiefem Schacht Klingt's wie in Melodeien: Gegrüßt, du Tag des Maien! Soweit dein azurblaues Zelt unendlich zieht die Bogen, Geht ein Gedanke durch die Welt in brandungsvollem Wogen. In seinem Kampfesrufe lebt ein sehnendes Verlangen: Nach dir, du holder Maientag, und deinem Blüthenprangen! Es reicht die Arbeit sich die Hand: Wir haben all' ein Vaterland Und nichts soll uns entzweien! Gegrüßt, du Tag des Maien! Ein Tag der Zukunft ziehst du auf am Horizont der Zeiten; Wir sehen mit dem Flammenschwert dich von den Bergen schreiten. Auf deinem Haupte ruht ein Kranz von frischbethauten Rosen, Mit deinem Banner Morgenroth und Frühlingsstürme kosen. Du hebst zum Licht den blanken Stahl: Ein Ende hat auch eure Qual, Ich werde euch befreien Gegrüßt, du Tag des Maien! Ernst Preczang. in Die Fortschritte der Achtstunden- Bewegung in waltungen. Theorie und Pravis. Steduktion der Arbeitszeit erzielten. # ชิน " In höherem Grade wurde den Forderungen der Arbeiter hatte, den Reichstag bis zum Herbst zu- vertagen. An offizieller entsprochen durch Maßnahmen staatlicher und städtischer Ver- Stelle des Reichstags hat man sich bereits mit diesem Gedanken in wohlwollender Weise beschäftigt. Die Möglich Wenn wir von den Vereinigten Staaten, welche im Jahre feit, den Reichstag länger als bis Pfingsten zusammen zu 1888 für alle im Staatsdienst stehenden Arbeiter den Achtstundentag einführten, und von Australien, wo der lettere theils durch halten, gestaltet sich immer unwahrscheinlicher. Auf der Sat unfere bisherige Agitation Früchte gezeitigt? Entsprechen Gefeß, theils durch die Macht der gewerkschaftlichen Organisation anderen Seite halten die verbündeten Regierungen an der die erreichten Resultate den gemachten Anstrengungen? Auf in mehr als 60 Arbeitsbranchen durchgeführt wurde, absehen, Absicht fest, das Börsengesetz und den Gefeßentwurf bediese Fragen, welche sich mit recht das internationale Proletariat dann gebührt England das Verdienst, dem Verlangen nach Rebuftion treffend den unlautern Wettbewerb noch vor Pfingsten nach einer intensiven Agitation heute, am Festtage der Arbeit, der Arbeitszeit am meisten entsprochen zu haben. Durch das dem Reichstage zugehen zu lassen. vorlegen darf, fann die Antwort nicht zweifelhaft sein. Die Fort bekannte Vorgehen der Regierung, in Staats- Werkstätten Auch die Kreuz- Zeitung" vernimmt, daß man sich an wurden beschränken, schritte und Erfolge der Achtstunden- Bewegung lassen sich nicht die Arbeitszeit schon über offizieller Stelle des Reichstags bereits mit dem Gedanken leugnen. Jawohl, die Massen, welche sich aufs neue vereinigen 40 000 Arbeitern mit ihren Familien die Vortheile des Acht einer Vertagung bis zum Herbste beschäftigt hat. Auch um mit derselben jugendlichen Begeisterung und Einmüthigkeit ſtundentages gesichert. Die städtischen Arbeiter von London erwie ehedem für die Berkürzung der Arbeitszeit zu demonstriren, freuten sich des gleichen Erfolges durch eine Verordnung des die Voss. 8tg." erfährt aus Reichstagskreisen, daß man haben etwas erreicht: Theoretisch, indem sie die ehrlichen und Londoner Grafschaftsraths vom Jahre 1891. Die besondere Be- beabsichtigt, den Reichstag am 27. Mai bis zum November vorurtheilsfreien Vertreter der bürgerlichen Wissenschaft zwangen, ſtimmung jener Verordnung, nach welcher auch die für die Stadt zu vertagen. Erledigt werden soll bis dahin die Umsturzjene proletarische Forderung zu prüfen und sie im Interesse liefernden Privatunternehmer gehalten sind, eine den Sagungen vorlage und wenn irgend möglich auch die Branntweinder Wahrheit und Wissenschaft gegen die Sophistit ihrer der Trades- Unions entsprechende Magimalarbeitszeit einzuhalten, steuer, die noch in der Kommission steckt. Die Zuckersteuer eigenen Klaffe zu vertheidigen; praktisch, indem sie wurde von 36 andern städtischen Gemeinden gleichfalls afzeptirt. und die Börsenreform- Vorlage gedenkt man wenigstens noch vielen Staaten, sei es durch Landes Gesetzgebung, von andern Ländern, in denen in einzelnen Gemeinden ebenfalls ein in die Kommission zu verweisen. Gemeindebeschlüsse oder durch das Mittel des gewerkschaftlichen Maximalarbeitstag für direkte oder indirekte in deren Diensten Flampfes in einer ganzen Reihe von Gewerben eine thatsächliche Bolland, dann Belgien, Frankreich, die Schweiz und endlich Apolda zwischen Reichmuth( freik.) und Baudert( Soz.) stehenden Arbeiter eingeführt wurde, nennen wir in erster Linie Die Reichstags- Stichwahl im Kreise Weimars Der nächste mittelbare Fortschritt der Achtstundenbewegung Deutschland. In Desterreich wurde im letzten Jahre auf dem findet am 9. Mai statt. liegt darin, daß immer größere, früher indifferente Arbeiter Verordnungswege in Bodenbach( Böhmen) der Achtstundentag in Zwei Wahlen zum Reichstage finden heute statt. massen sich ihr angeschloffen haben. Auf allen internationalen, den dortigen Eisenbahnwerkstätten probeweise eingeführt und in nationalen und regionalen Kongreffen hat man sich auf den Lüttich( Belgien) legte die Kammer für Industrie und Handel Jn Lennep- Mettmann die Stichwahl zwischen unserem GeBeden des Pariser Beschlusses von 1889 geftellt. Der paffive die Arbeitszeit für Bergarbeiter auf 71/ 2-8 Stunden feit. nossen Meist und dem Kandidaten der Freisinnigen VolksWiderstand, den jene Forderung in gewiffen Schichten des Auch diese behördlichen Beschränkungen der Arbeitsdauer in partei Fischbeck und eine Nachwahl im Kreise Ulm. Die Broletariats bisher fand, schwindet. Die Idee der Verkürzung der städtischen und staatlichen Betrieben hatte sehr oft eine Reduktion Bahl der Stimmberechtigten beträgt im Kreise LennepArbeitszeit macht nicht Halt vor fonfessionellen, noch nationalen ber Arbeitszeit in privaten Betrieben zur Folge. Gin typisches Mettmann 43 362. Beim ersten Wahlgang haben 28 824, oder beruflichen Schranken. Gleichwie unter dem Druck des Beispiel liefert Amsterdam, wo sofort nach Einführung des Proletarierwillens die höchsten Staatsrepräsentanten und Würden- Marimalarbeitstages von 11 Stunden für städtische Arbeiter alle also ungefähr zwei Drittel der Berechtigten, gestimmt. Es träger fich gezwungen fahen, sich mit ihr zu befassen, so in ihrer anderen Arbeiterkategorien durch Streits das gleiche erlangten. wurden abgegeben Stimmen für den sozialistischen beschränkteren Machtsphäre die Wortführer der firchlichen und Andererseits kam die individuelle Initiative der behördlichen zur Kandidaten Meist 13 148, für den Kandidaten Eine beträchtliche Reihe von gewerblichen Sonderorganisationen. Auf dem evangelisch- sozialen Hilfe. einsichtigen Unter der Freifinnigen Volkspartei Fischbeck 4843, für den Kantheils führte Rongreß( Pfingsten 1894) sprachen sich Theilnehmer für Berkürzung nehmern geschäftlichen, theils aus didaten der Nationalliberalen und Freikonservativen Wülfing der Arbeitszeit aus. Der Katholitentag in Köln( August 1894) bumanitären Gründen in ihren Betrieben den Achtstundentag 3945 für den Zentrumskandidaten Stößel 3649, für sprach die Erwartung aus, daß die Reichsregierung auf die Berber Arbeitszeit, ber sich in allen Schichten des industriellen Remman 2328 und für den antisemitischen Kandidaten ein. Sie folgten damit den allgemeinen Zug nach Berkürzung den freitonservativen Kandidaten der Mittelstandsparteien türzung der Arbeitszeit Bedacht nehme". Der christliche Bergarbeiter Kongreß( August 1894 in Effen) erhebt die For Proletariats manifeftirt und in allen Ländern im wachsenden derung nach Einschränkung der Schichtdauer. Und die zahmste Maße das wirthschaftliche Leben und die innere Politik bealler deutschen Arbeiterorganisationen der Hirsch Duncker'sche einflußt. Gewerkverein verlangt in einer Petition an den Reichstag Im großen und ganzen machte die Jdee des Achtstunden In dem Maße, wie sich ( 1894), daß im allgemeinen eine neunstündige Arbeitszeit und in tages unleugbar Fortschritte.( In dem ihres Wefens, ihres fittlichen Inhalts Bergwerten und anderen gesundheitsschädlichen Betrieben die die Erkenntniß achtstündige Arbeitszeit einzuführen sei.- Diefe wenigen Bei und ihrer Konformität mit den Gefeßen der sozialen spiele, welche allein die Geschichte des lezten Jahres uns Entwickelung Bahn brach in den Kreiſen der bürgerlichen liefert, beweisen das wachsende Verständniß auch der in Intelligenz, erprobte sich ihre Durchführbarkeit in der differentesten Arbeitermaffen für die Frage, welche heute Praxis, gelangt fie aur Geltung im Reich der industriellen Realität. Aus den luftigen Höhen des Jdeals ist sie in das Die Regierungen fast aller industriellen Länder haben die erste Stadium der Verwirtlichung getreten. Wohl hat sie noch einmüthige Forderung nach Reduktion der Arbeitszeit beachten heute die Masse der Unternehmer und alle konservativen Elemente müffen. Die sogenannten Arbeiterschuh Gefeße fast alle der Gesellschaft gegen sich, doch ist sie gewachsen und erstarkt neueren Datums sind ein Beweis dafür. Troß ihrer Un tros ibnen. Daß fie aber in nicht allzu langer Zeit auf allen zulänglichkeit und ihrer mangelhaften Durchführung barf Gebieten des industriellen Lebens vollendete Wirklichkeit sein wird, man ihre auf die Arbeitsbauer bezüglichen Bestimmungen dafür wird die unerschütterliche Solidarität, der Wille und die als einen Schritt auf dem Wege zur Normirung eines allhatkraft des internationalen Proletariats sorgen. gemeinen Normalarbeitstages betrachten. Die Gesammtsumme der durch fie direkt oder indirekt verkürzten Arbeitszeit ist nicht unbedeutend. M = aus Politische Ueberlicht. Berlin, 30. April. Wendlandt 834, während sich 17 Stimmen zersplitterten. Es sind also im ganzen 15 616 antisozialistische Stimmen abgegeben gegen 18 148 sozialistische, während 14 538 Wähler sich an dem ersten Wahlgang nicht betheiligten. Bei der Hauptwahl in Geislingen Heidenheim- Ulm erhielt der nationalliberale Kandidat 10 383, der Volks parteiler 5989, der Zentrumskandidat 1644 und der Sozial. demokrat 2697 Stimmen. Ueber die Ergebnisse der Wahlen finden unsere Leser die ersten Nachrichten unter den Depeschen. Die Nationalliberalen und die Umsturzvorlage. Wieder ist eine Reihe von Kundgebungen nationalliberaler Körperschaften gegen die Umsturzvorlage erfolgt. Der Karlsruher nationalliberale Verein faßte eine Resolution folgenden Wortlauts: Die heutige Versammlung der nationalliberalen Partei in Karlsruhe erklärt die sogenannte Umsturzvorlage in der Gestalt, welche sie durch die Beschlüsse der Reichstagskommission erhalten hat, für absolut unannehmbar und erhebt entschiedenen Protest gegen den Versuch, die Freiheit deutschen Geisteslebens, deutscher Kunst und Wissenschaft durch Polizei und Strafgesege zu unterdrücken." Durch das deutsche Arbeiterschutz Gesetz vom Juli 1891 wurde nach einer auf grund der Gewerbeinspektions- Berichte des Aus dem Reichstage. Vor fast leeren Bänken wurde Jahres 1893 verfaßten Statistik bisher für 219 871 jugendliche Arbeiter die tägliche Arbeitszeit auf 10 Stunden und für 616 620 heute über eine Regierungsvorlage verhandelt, wonach das erwachsene Arbeiterinnen auf 11 Stunden beschränkt. Dazu 1887 ergangene Reichsgesetz über die Ernennung und Be- Die Landesversammlung der nationalliberalen Partei Lommt die Normirung der Dauer der täglichen Arbeitszeit für soldung der Bürgermeister und Beigeordneten aufgehoben der Provinz Hannover nahm folgende Erklärung gegen Finder unter 14 Jahren auf 6 Stunden, die Beschränkung der werden soll. Zwischen Bundesrath und Landesausschuß ist die Umsturzvorlage an: Sonntagsarbeit in allen Zweigen des Handelsgewerbes auf eine neue Gemeinde- Ordnung. für die Reichslande, festgestellt, 1. Gegenüber den Bestrebungen, die sich auf den Umfturz 5 Stunden und so weiter. Maßnahmen deren endgiltige durch welche alle reaktionären Bestimmungen des Gesetzes der Grundlagen der gegenwärtigen staatlichen und gesellschaftDurchführung gleichfalls eine nicht unbeträchtliche Summe von 1887 fonfervirt und noch einige neue Fuchsfallen für lichen Ordnung, Religion, Sitte und Kultur richten, bedarf täglicher oder wöchentlicher Arbeitstürzung in sich schließt. Die Gemeinde- Autonomie dazu gethan werden. es des festen Zusammenhaltens des Bürgerthums und des 2. Die Die Anwendung der bezüglichen Bestimmungen des französischen die Gemeinde- Autonomie dazu gethan werden. Die Debatte, welche die ganze Sigung ausfüllte, und sielbewußten kraftvollen Vorgehens der Regierung. Arbeiterschutzgesetzes vom 2. November 1892, des belgischen vom von ber Regierung bot eingebrachte Vorlage zwar 18. Dezember 1889, des holländischen von 1889 führte in den an welcher sich besonders die Vertreter der Reichslande, troß der Bedenken, welche sich wegen der freien Forschung betreffenden Ländern zu ähnlichen Ergebnissen. Ueberall, nament- darunter auch unser Genosse Bueb betheiligten, rollte und Kritik erhoben, nach mancher Richtung eine geeignete lich in England mit seinem weitgehenden Arbeiterschutz und in wieder das ganze Elend auf, das auf den unter dem Grundlage für erfprießliche Mitwirkung des Reichstages. Durch der Schweiz mit der fortwährenden Unterstellung weiterer Betriebe Diktaturparagraphen senszenden Provinzen Elsaß- Lothringen die Beschlüsse der Kommission, in der die Herrschaftsgelüfte des unter das Fabrikgesez und der Schaffung besonderer Schußgefeße Sentrums den Sieg davontrugen, hat der Gesetzentwurf aber seitens der Kantone wurde die Arbeitszeit effettiv verkürzt. Wenn eine Gestalt erhalten, daß entschiedene Zurückweisung als unSchließlich fand die Vorlage einstimmige Annahme. babei allerdings fo lange, als die gesetzliche Fixirung der Arabweisbare Pflicht der nationalliberalen Partei erscheint. 3. Die beitsdauer auf die Hausindustrie feine Anwendung findet, die Die Bertagung des Reichstages scheint ernstlich Partei wird auch ferner die auf Erhaltung der staatlichen und letztere mit ihrer ungeregelten Arbeitsdauer begünstigt wird, so ins Auge gefaßt zu werden. Ein parlamentarischer Be- gesellschaftlichen Ordnung gerichtete Politik der Regierung voll brachten andererseits jene Maßnahmen auch solchen Arbeitern richterstatter meldet das folgende: unterstützen, aber allen reaktionären und ultramontanen Ver= Vortheile, für welche sie nicht getroffen wurden. Fast einstimmig Die Justizkommission des Reichstages hat den Ge- fuchen, die Gefeßgebung zu Parteizweden dienstbar zu machen, Sie wird sich immer bewußt berichten deutsche, schweizerische, österreichische, französische Gedanken entgegentreten. werbe- Inspektoren, daß die Beschränkung der Arbeitszeit für danken angeregt, im Interesse der Erhaltung ihrer Vor- bleiben, daß Strafgesege und Repressivmaßregeln nicht Frauen und jugendliche Arbeiter schon aus betriebstechnischen arbeiten für die Novelle zum Gerichtsverfassungs- Gesetz und ausreichen, sondern daß ein unablässiger fräftiger Gebrauch Gründen in vielen Fällen auch eine Verkürzung der Arbeitszeit zur Strafprozeß- Ordnung, nachdem Staatssekretär Nieber- der Geisteswaffen und uneigennüßiges Wirken für die für erwachsene männliche Arbeiter zur Folge gehabt hat. bing in seiner Erklärung auf diesen Ausweg hingewiefen allgemeine Wohlfahrt Hauptmittel des Bürgerthums sind, um den Der 1. Mai. Hell strahlt vom Himmel die Sonne nieder Mit des Frühlings warmem, belebendem Hauch; Auch das menschliche Herz, es regt sich wieder Und sehnt sich hinaus aus der Großstadt Rauch. Hinaus aus der Häuser steinernem Meer Mit seiner athembeklemmenden Luft, Hinaus aus der Schlote qualmendem Heer, Aus der todten, gefühllosen, kalten Gruft: Hinaus in die herrliche freie Natur, Wo Vogelsang und Blumenduft, Wo auf der bunten, grünenden Flur Ein würziger Ddem erfüllt die Luft. So sucht auch der Menschheit Geist sich hinaus Aus Sklavenfeffeln und Ketten, Aus alternder Ordnungen morschem Haus In eine schönere Zukunft zu retten, Wo Frieden und Freude in holdem Verein, Versöhnter Kräfte gewaltige Macht. Beglückenden Segen der Menschheit verleihn Nach banger, finsterer, trüber Nacht. Und von des Manzanares Strande Bis zu der Newa blauen Fluthen, Von Londons nebligem Gewande Bis zu Palermos Sonnengluthen, Von des Polarlichts funkelndem Nade Bis zu der Donau stolzen Schiffen, Und von Amerikas Gestade Bis zu Australiens Klippenriffen: Ein hohes Ziel bewegt aufs neue laftet. Der ganzen Menschheit sehnendes Herz, Und es umarmen sich, die sich in Treue Einst fanden in Tagen voll Trübsal und Schmerz. Drum schmettert Jubelweisen, Fanfaren, Dem Frieden der Völker huldigen wir, Es mögen Eure Klänge sich schaaren Boll Macht und Kraft um der Menschheit Panier: Acht Stunden Arbeit; und acht Stunden Rast Für Freundschaft und Liebe und Wissenschaft, Für Kunst und für Ruh' von des Tages Last; Acht Stunden Schlaf zu erneuerter Kraft So ruft es in vollem, brausendem Chor Von Fels zu Fels, von Meer zu Meer, Und zu dem Himmel steigt es empor, Und in sieghaften Tönen schallt es daher. Und dieser Gedanke, der mit Macht Allüberall sich hat verbreitet, Der die Begeisterung entfacht Dem, der für Recht und Wahrheit streitet, Der von Land zu Lande fernhin hallt, Und überall Frieden und Segen spendet, Er wird erreichen mit Siegesgewalt Sein Ziel, eh' das Jahrhundert endet. Er wird die waffenstarrenden Lande Befreien von drückenden Heeresmassen Und mit mildem, sanft versöhnendem Vande Das Streben der Völker zusammenfassen. Und weil die Freiheit mit Adlerschwingen Sich strahlend erhebt aus Noth und Krieg, So wollen auch wir in dem heißen Ringen Nur ihren Fahnen verschaffen den Sieg. E. L. Feuilleton. [ Nachdruck verboten.] 1 Berliner Märztage. Eine geschichtliche Erzählung von Michel Deutsch. I. Es war am 12. März, dem ersten Fastensonntage des Jahres 1848. Der Winter einer der härtesten, die seit langer Beit gewesen lag in den letzten Zügen, siegreich hatten die brausenden Vorboten des jungen Frühlings ihn zu Boden geschmettert. Durch die kahlen Wipfel des Berliner Thiergartens jagte ein lauer Südwest und fegte mit fräftigem Hauche die Straßen und Gassen der alten Residenz an der Spree, als ob er allen Unrath und Unverstand vers gangener Zeiten mit einem Mal hinwegräumen wollte. Von den Kirchthürmen der Stadt tönte in mannigfacheni Durcheinander das Geläute der Glocken. Die Vormittagsandacht war zu Ende, und die Prediger kamen mit griesgränilicher Miene aus den Gotteshäusern heraus. Sie hatten ihre Fastenweisheit vor halbleeren Bänken zum besten geben müssen und zürnten diesem gottlosen Volke von Berlin, das ihr Wort so gering achtete. Wie schön hätte das' ge= rade für diesen Sonntag gepaßt, dessen Epistel, 2. Corinther Kapitel 6, von Aufruhr und Verführung, von Trübsal und Nötben handelte so recht ein Thema für diese ruhelosen, gewaltig erregten Tage, in denen die Throne wankten und die Minister stürzten und die Revolution wie ein wild tofender Ozean sich vom Westen her über den Erdtheil wälzte, immer näher und näher, immer beängstigender und gefährlicher. Wie günstig war die Gelegenheit, dieses Volk von Berlin noch einmal so recht eindringlich und liebevoll zu ermahnen und die alte Treue in ihm zu befestigen- ja, wenn es nur gekommen wäre! Aber das war es eben: es fam nicht. Es hatte offenbar keine Zeit, die rednerischen Leistungen seiner Seelsorger zu bewundern. Anderes beschäftigte seinen Sinn in diesen schweren, bedeutungsvollen Tagen. Eine dumpfe, gewitterschwüle Stimmung lag über der Bevölkerung von Berlin. von den Umftursparteien brohenden Gefahren zu begegnen und Kredit für den Mittelstand. Die Abgeordneten Dr. J werde das Finanzablommen annehmen: bie ferbische Nation aber eine gefunde Entwicklung der politischen und sozialen Berhält Arendt und Gen. haben im Abgeordnetenhause zu dem Antrag behalte fich das Recht vor, diesen Beschluß einer gründlichen nisse herbeizuführen. des Abgeordneten v. Mendel- Steinfels den Antrag eingebracht, Revision zu unterziehen. Die Nationalliberalen in Heilbronn haben be die fönigliche Staatsregierung zu ersuchen, dem Landtage baldAbgeordnetenstreiß in Rumänien. Die liberalen Abe schlossen, an den Reichstag eine Eingabe zu machen, die möglichst eine Vorlage wegen Errichtung einer staatlichen Umfturzvorlage abzulehnen, zumal in der Fassung, wie sie Bentral- Kreditanstalt zu machen, welcher die Aufgabe zuzuweisen geordneten der rumänischen Kammer und des Senats haben aus der Kommission hervorgegangen ist. Und ähnliche des fleineren Grundbesizes und des Handwerkerstandes zu mög- gierung und der Majorität ihre Mandate niedergelegt. ist, die Kreditbedürfnisse der produktiven Gewerbe, insbesondere wegen angeblicher Verfassungswidrigkeit der Handlungen der ReMeldungen nationalliberaler Proteste gegen das Umsturzlichst billigem Binsfag zu befriedigen und zu diesem Zweck auch Die Wahlen in Griechenland ergaben eine erdrückende gesetz der Regierung kommen noch aus vielen anderen die von kommunalen Korporationen ins Leben gerufenen Kredit- Majorität für Delyannis. 140 von 207 Abgeordneten betrachten Gegenden des Reichs. Man muß natürlich diese national anstalten, sowie die auf dem Prinzip der Selbsthilfe und der ihn als Führer. Vor den Wahlen hat Delyannis Ordnung des liberalen Proteste" auf ihr richtiges Maß, ihre wirkliche Selbstverwaltung beruhenden Kreditgenossenschaften durch Ge- Staatshaushaltes, Bezahlung der Schulden 2c. versprochen. Jetzt Bedeutung zurückführen, und darf sich von diesen Bro- währung möglichst niedrig verzinslicher Darlehen zu unterstüßen.wird er davon wohl wieder vergessen haben. testen" nicht allzu sehr imponiren lassen. Interessant ist, was in dieser Hinsicht das führende nationalliberale Blatt, die National- tg." schreibt: " " # 1 Freiherr von Hammerstein hat eine bei ihm sonst nicht Die Korruption in Rußland. Eine amtliche Untersuchung übliche, wenig energische Art, die ihn betreffenden Gerüchte zu bat ergeben, daß beim Bau der sibirischen Eisenbahn infolge von dementiren. So schreibt heute die„ Kreuz- Zeitung": Verschleuderungen und Unregelmäßigkeiten ein Schaden von zirka 33 Millionen erwachsen ist. " Das Berliner Tageblatt" hat wieder einmal von zu verlässiger Seite" erfahren, daß Herr v. Hammerstein am 1. Juli feine Stellung als Chefredakteur der Kreuz- Beitung" verläßt. Es wäre doch sehr zu wünschen, daß das genannte Blatt endlich einmal seine zuverlässige" Quelle nennen möchte. Auch uns ging die gleiche Nachricht aus vorzüglicher Quelle zu. Wir nahmen aber davon teine Notiz, da unsere Leser es erwarten fönnen, am 1. Juli d. J. einen anderen Junker als Chefredakteur die Kreuz- 3tg." zeichnen zu sehen. Die Freiheit der Meinung in der katholischen Kirche trefflich illustrirt: Zum cubanischen Aufstande liegt heute die Meldung von awei Niederlagen der Aufständischen vor. Nicaragua. Wie in Washington verlautet, ist eine gütliche Lösung in dem Nicaragua- 3wischenfall binnen 24 oder 48 Stunden wahrscheinlich, sodaß die britischen Truppen von Corinto zurückgezogen werben. Die europäischen Konsuln sind bemüht, den Zwischenfall beizulegen. Die Sozialdemokratie und ihre Beschüher möchten diese, größtentheils erst durch die, zuerst drohende und dann erfolgte Klerikalisirung des Entwurfs hervorgerufenen Demonftrationen fo barstellen, als ob sie allesammt gegen das gefeßgeberische Vorgehen wider die sozialrevolutionäre Agitation gerichtet wären; das ist aber nicht im entferntesten der Fall, und wir für unseren Theil beharren bei der prinzipiellen Billigung jenes gefeggeberischen Unternehmens mit den Vorbehalten, die betreffs der Formulirung von Anfang an gemacht worden. Der zweite Grund, um jetzt in den Hintergrund getretene Streitpunkte nochmals zu berühren, liegt in dem, nach unserer Meinung nicht zu bezweifelnden UmDie Aktion der Vereinigten Staaten von Europa" stande, daß, wenn die„ Umfturzvorlage" gegenwärtig scheitert, wird durch die folgende Mittheilung der" Frankfurter 3tg." erscheint umso unerklärlicher, je mehr sogenannte Aufklärungen die Aufgabe, welche durch sie wenigftens theilweise gelöst werden die offiziöse Presse darüber giebt oder zu geben versucht. sollte, wiederkehren wird; auch im Hinblick darauf ist es nicht In einer Versammlung zu Auerbach wurde dem Abgeordneten Charakteristisch sind die beiden, allerdings von den Offiziösen bes rathfam, die gesammte Erörterung nunmehr in der Stellung für Fuchsmühl, dem zum Zentrum gehörigen Lehner ein Miß die deutsche Reichsregierung die Initiative zu dieſer daß nahme zu den klerikal- konservativen Kommissions- Beschlüssen auf- trauensvotum ertheilt. In der Versammlung trat ein junger" attion" ergriffen habe, und daß der Reichstanzler, was ja nicht gehen zu laffen. Das haben wir längst gewußt, daß die Nationallibe- Geistlicher, ein Kaplan Würzberger, auf, der dem Zentrum bas erste What wäre, durch die Attion überrascht worden ralen jedes Vorgehen gegen die sozialrevolutionäre Agi- üdsichtslos den Spiegel feiner zahlreichen Sünden vorhielt, an fei. Beibe Thatsachen sieben in so vollständiger Harmonie mit gefeuert durch die Erlebnisse in dem nahen Fuchsmühl. Der tation" billigten und sich an dem gegenwärtig dem Reichstag Bischof von Bamberg hat daraufhin den Geistlichen fofort straf die innere organische Wahrscheinlichkeit uns an die Richtigkeit bem Zickzackkurs, entsprechen seinem Wesen so genau, daß schon vorliegenden Umfturzgefeß nur kleiner, unwesentlicher Punkte versezen laffen. glauben ließe, auch wenn die Mittheilung nicht so vol verbürgt wäre. 4 " wegen stoßen. Es ist deswegen eine ganz bewußte unwahr Für einen schweren Geldfack ist ein Parla heit, wenn die National Beitung" behauptet, die Sozialdemokraten sähen in den nationalliberalen mentsmandat in deutschen Landen frei, wie aus " Protesten" Demonstrationen die Umsturzgegen Umsturz- dem folgenden Inserat des Hamb. Korrespondenten" zu gesetzgeberei überhaupt. Speziell wir haben von An- ersehen ist: fang an, als die ersten Nachrichten über diese national Bwangsversteigerung des Rittergutes Brüz in Mecklenburg statt." Am 8. Mai, vormittags 11 Uhr, findet in Goldberg die liberale Agitation gegen das Umfturzgefeß in die Deffent& e folgt sodann eine Beschreibung des Gutes, in welcher zur lichkeit brangen, darauf hingewiesen, daß gerade die National Empfehlung desselben gesagt wird: Mit dem Besitze des Gutes liberalen es waren, die am allerlautesten nach dem Umsturz ist ein Siz in der Landesvertretung verbunden." gefeß gerufen haben, daß sie sogar mit Freude ein wirkliches Sozialistengeset gutheißen würden, und gegen das vorliegende nur deswegen agitiren, weil es seine Spitze ab und zu einmal gegen ihre eigenen Leute richten könnte. Lesern ersparen. Mit polizeilicher Neberwachung droht die„ KreuzBeitung" der Berliner Stadtverordneten- Versammlung. Als Erziehungsmittel für den Freifinn würde dieses Mittelchen ganz nüglich sein. Auch die Wirkung dieser Wlaßregel würde die entgegengesetzte sein von der, welche die Reaktio nären erhoffen. Der Zentralausschuß der freifinnigen Volkspartei ist auf den 4. Mai nach Berlin einberufen. Die Tagesordnung für die Sigung ist noch nicht festgestellt. Eine schärfere Kritik der patriarchalischen Verfassungszustände im Lande des Ochsenkopfes ist nicht denkbar. Einen Kommentar zu diesem Inserat fönnen wir unseren GVA Von der preußisch russischen Grenze. Aus Thorn wird gemeldet: Die bei Kruschwitz von russischen Grenzsoldaten feſt genommenen zwei Personen sind auf freien Fuß gefeßt und bei Ottlotschin ausgeliefert worden. Zum Gouverneur von Dentsch- Ostafrika wurde Wißmann ernannt. Nun wird es wieder schneidig in der Kolonie zugehen. Die Verlogenheit der offiziösen Presse ist fo offens bar, daß sie auch dem unfritischfien Stopf auffallen muß. Nicht einmal Pindter der Zweite hat einen ernstlichen Versuch zur Begründung des Vorgehens gewagt. Deutschland, eines Antreibers bedurft hätte! Nur eins wagt Pindter der das Rußland zum Vorgehen in Asien antreibt! Als ob Rußland Zweite, nämlich den Nachweis, daß die Japaner vor Deutschland eine entsetzliche Angst und von England eine sehr geringe Meinung hätten! Es giebt Schädel, in denen die Welt sich gar sonderbar abspiegelt. Die Nordd. Allg. 3tg." schreibt heute in der bekannten offiziösen Schrift: Nach den über den japanisch- chinesischen Friedensschluß bisher bekannt gewordenen Nachrichten ist der Austausch der Ratifikationen desselben auf den 8. Mai in Tschifu festgesetzt worden. Dies würde die Absendung des Ratifikationsdokuments von Peking am 2. oder 3. Mai bedingen. Für die japanische Regierung dürfte es keinen Vortheil bieten, auf der Ginhaltung des Ratifitationstermins zu bes stehen, da die Bedenken der drei Mächte gegen den Vertrag nach der Natifikation dieselben bleiben werden wie vor diesem Schritte. Arbeiterstatistik in Oesterreich. Eine Regierungsvorlage Die Politische Rorrespondenz" meldet aus Petersburg: Die über, die Arbeiterstatistik beschäftigt jetzt den Gewerbe- Ausschuß Wieviel Umzugskosten erhält ein höherer Beamter? des österreichischen Abgeordnetenhauses. Derselbe beschloß im diplomatische Note an Japan betreffs der russischen Forderung Wir entnehmen einem amtlichen Attenstück folgende Bahlen aus Gegenfaß zu dem Regulativ der deutschen Reichskommiffion für Minister des Auswärtigen Fürst Lobanow dem japanischen Geist in entschiedenem Zone gehalten. Außerdem erklärte der dem Etatsjahre: 1898/1894. Freiherr v. Saurma- Beltsch Arbeiterstatistik, die Einbeziehung der land- und sorstwirthschaft- Minister des Auswärtigen Fürst Lobanow dem japanischen Gesandten, daß er feine Rücksicht auf die Befürchtungen der wurde von Stuttgart als Botschafter nach Washington berufen. lichen Betriebe in den Arbeitsbereich des arbeitsstatistischen japanischen Regierung nehmen tönne, daß nämlich in Japan ein Die ihm zur Beftreitung seiner Ueberfiedelung aus der Reichs- Amtes. Voltsaufstand entstehen könnte, falls bas japanische tasse gezahlten Gelder erreichen das nette Sümmchen von Die übliche Maibombe explodirte, wenn auch diesmal Stabinet den Forderungen Rußlands, Frankreichs und Deutsch25 392 m. 86 Pf. Diese Summe sett sich zusammen aus: etwas verspätet, in Belgien. Aus Brüssel wird hierüber ge- lands nach käme, Allgemeine Umzugsfoften. 16 000,-. meldet: In der Nacht vom 28. auf den 29. April explodirte eine Fuhrkosten für seine Berfon. 1067,55 Bombe auf der Schwelle der Missionar Klosterkirche in Scheut Fuhrkosten für Familienmitglieder, und bei Brüssel. Die Füllung der Kirchenthür wurde fortgeriffen, im Dienstboten übrigen wurde fein weiterer Schaden angerichtet. Die Gerichtsbehörden haben die Untersuchung eingeleitet. . Transportkosten für die Möbel u. f. w. Ersatz der Wohnungsmiethe für die Zeit vom 29. Juni bis 31. August 1893 in Stuttgart a • •• • n 3 211,20 • " 4 069,67 " " Reuters Bureau" erfährt aus guter Quelle, baß Japan auf die Borstellungen Deutschlands, Rußlands und Frankreichs noch nicht geantwortet hat, daß die Antwort aber in einigen Tagen erwartet werde. Wit bezug auf die Lage der Ostasiatischen Frage wird geSerbisches. Aus Belgrad wird der Köln. 3tg." gemeldet: meldet, daß die Regierung der Vereinigten Staaten den Mächten Sämmtliche Berichterstatter der serbischen Oppofitionsparteien die Mittheilung gemacht habe, es sei ihre unabänderliche Politik, 1 044,44 find aus Nisch abgeschoben worden. Das Hauptorgan der feine Bündnisse einzugehen, welche geeignet wären, Berwickelun macht Sa. 25 392,86 M. Radikalen, Objet, hatte den gewesenen Sektionschef Dr. Stojan gen in Europa nnd Afilen herbeiguführen, und nur insoweit eine Als Herr von Bülow zum Botschafter ernannt wurde, Protisch dorthin gesandt; dieser wurde kurz nach seiner Ankunft Ausnahme zu machen, als sie in freundschaftlicher Weise ihre erhielt er als Umzugskosten für seine Reise von Bukarest nach von dem Präfekten und drei Gendarmen aus seiner Wohnung guten Dienste anbieten tönne zur Lösung des Konfliktes zwischen Rom: 19 766,79 m. Die Verfeßung eines anderen Herrn gezerrt, an den Bahnhof geführt und mit Gendarmen nach den Völkern Ostasiens. v. Bülow, der zum Ministerpräsidenten in Luxemburg ernannt Belgrad gebracht. Sämmtliche Blätter protestiren einmüthig Wie ferner verlautet, bewegte sich die Politik der englischen wurde, fostete das Deutsche Reich für die Uebersiedelung von gegen solches Berfahren. Odjek erklärt in einem Leitartikel, die Regierung von jeher in derselben Richtung. Die Vereinigten Petersburg nach Luremberg: 15 452,02 m.- Billige Reisen. aus Beamten und Panduren( Gendarmen) bestehende Stuptschina Staaten von Nordamerika anlangend, werde ein etwaiges Bus Mager und bleich kam der Proletarier aus seiner elenden auf dem alten Rathhaus am Köllnischen Fischmarkt das Vorstadtwohnung hervor, um zu sehen, was der Frühling große Wort führten, rathschlagten hin und her, wie sie ihm brächte. Es war ein böser Winter, der hinter ihm lag durch irgend ein Baubermittel, das ihnen nicht an den ein harter, hungriger Winter, der gehörig aufgeräumt Beutel griff, dem allgemeinen Nothstand ein Ende machen hatte unter den Kindern des Elends. Zwei arge Mißernten tönnten. Lange genug hatten sie sich entrüstet über den waren vorausgegangen. Noth und Entbehrung hatten dem beständig wachsenden Zuzug von auswärts, über die wenigen Antlig des arbeitenden Wolfes ihren unheimlichen Stempel polizeilichen Erleichterungen im Handwerk, welche sie hoch so deutlich aufgeprägt, daß selbst die oberen Behntausend, tönend„ Gewerbefreiheit" nannten, über die mangelnde die sonst ihr Gesicht vor dem Anblick der Armuth ver- Gottesfurcht, die überhand nehmende Bettelei, die wilden hüllten, bedenklich zu werden und ganz wider Gewohnheit Ghen, die schlechte Kinderzucht, Böllerei und andere Laster über die Lage der Dinge nachzufinnen begannen. Die Ar- der unteren Bevölkerungsschichten. beitslosigkeit hatte einen Umfang angenommen, wie man es in Berlin noch niemals ferlebt hatte. Tausende und abertausende von fleißigen Armen waren zur Ünthätigkeit verurtheilt, und wo noch gearbeitet wurde, da waren die Löhne so kläglich, daß sie zur Bestreitung der nothwendigsten Lebensbedürfnisse kaum ausreichten. wenn Preußen, das Land der eisernen, keinen Widerspruch leidens den Disziplin, daß dieses bürgerliche Back fich solche Reckheiten herausnahm? Hatte man nicht, das Gardekorps ungerechnet, in jeder Provinz ein tapferes Armeekorps stehen, das auf einen Wink seines Königs bereit war, sich mit Todesverachtung auf die inneren Feinde so gut wie auf die äußeren zu stürzen? Das wäre doch der Kukuk, daß man sich von dieser anspruchsvollen Plebejergesellschaft einschüchtern lassen sollte! Und so begann man in aller Eile Truppen in der Nähe von Berlin zusammen zu ziehen, zehntausend, zwanzigJezt mußte endlich etwas Greifbares geschehen, und so tausend Mann, und der Prinz von Preußen fuhr von riefen sie denn Anfang März mit großem Geschrei eine Kaserne zu Kaserne und hielt kräftige Ansprachen Arbeitsnachweisungs- Anstalt" ins Leben. Von den sieben- über bevorstehende Kämpfe", über treues Ausharren" 2c., tausend Arbeitslosen aber, die bereits am ersten Tage Be- um nach dreiunddreißigjährigem Friedensdienst den kriegeschäftigung nachgesucht hatten, war nur ein einziger unter- rischen Geist in Offizieren und Mannschaften von neuem gebracht worden. Nur einer von Siebentausend zu beleben. " " Wird das Frühjahr in diesen traurigen Dingen einen diese eine Thatsache, die von Mund zu Mund ging, Kein Mensch wußte, gegen wen es gehen sollte. Die Wandel schaffen? Das war die Frage, die man auf den wirkte aufregender als hundert revolutionäre Prokla- einen sagten, gegen Frankreich, das im Februar seinen Gefichtern dieser Wermsten der Armen lesen tonnte. Die mationen. " Bürgerlönig" Louis Philipp verjagt hatte und, wie es Aussichten auf die Zukunft waren die denkbar schlechtesten. So stand es um das Volk von Berlin an jenem ersten hieß, nach dem linken Rheinufer lechzte. Die anderen Dunkle Gerüchte waren verbreitet, nach denen die Re- Fastensonntag des Jahres 48. Aber auch die besseren" und meinten, es gelte der Schweiz, die den Abfall des Kantons gierung den Beschluß gefaßt hätte, die Arbeit bei den staat besten" Kreise der Residenz waren in jener verhängniß- Neufchatel( Neuenburg) von der Krone Preußens unterstüt lichen Bauten und sonstigen Unternehmungen einzustellen. schweren Zeit nicht auf Rosen gebettet. Das Gemüth des haben sollte. Die dritten endlich versicherten, es gehe gegen Die großen Fabriken von Borsig, Egells, Goldschmidt u. s. w. biederen Bürgersmannes befand sich in einem merkwürdig das Rheinland, in dessen Gebiet die Revolution bereits ihr hatten bereits hunderte von Arbeitern entlassen, und unbehaglichen Zwitterzustande, der ihn seines Lebens nicht froh Haupt erhoben hatte. Niemand vermochte etwas Gewiffes neue Entlassungen standen bevor. Der Staat hatte werden ließ. Täglich famen nene Nachrichten über den Sieg, anzugeben, so viel nur empfand jedermann, daß etwas den Unternehmern eine Entschädigung versprochen, den die Sache des Bürgerthums, des dritten Standes, des Volkes Ungewöhnliches sich vorbereitete, daß eine daß eine Spannung sie mit den den Entlassungen noch einhielten, allenthalben davontrug, doch der gute Berliner Spießbürger gleichsam in der Luft lag, deren Entladung unmittelbar aber die Männer des Kapitals gaben nicht viel auf diese wußte wirklich nicht, ob er sich über diese Nachrichten freuen bevorstand, Versprechungen, denn sie wußten nur zu genau, daß die oder beunruhigen sollte. Auf der einen Seite spürte er Die Berliner Kriegsreserve war zur Fahne einberufen Staatskaffe leer war. Sie hatten ein paar Jahre vorher wohl, daß die Stunde gekommen war, in der er dem worden und sollte am 12. März zu den Regimentern abjenen berühmten Verein für das Wohl der arbeitenden Absolutismus und seinem Anhang ein paar Zugeständnisse gehen. Ein reges Leben wogte in den Straßen auf und Selassen" mit begründen helfen, der immer noch vergeblich abprefsen könnte, allein auf der andern Seite fürchtete er ab, überall begegnete man Gruppen von Leuten, die irgend in den Vorzimmern der Minister und Hofschranzen um die hungrigen Massen, die mit ihrem lauten Rufe nach einem Angehörigen, einem Bruder, Sohn oder Gatten das endliche Auszahlung der fünfzehntausend Thaler herum Brot seinem Geldbeutel gefährlich werden konnten. So Geleit gaben. Unter Klagen und Thränen nahm man bettelte, welche diesem todtgeborenen Kinde von hoher Stelle schautelte er mit der täppischen Unsicherheit des Tanzbären Abschied vielleicht auf Nimmerwiedersehen, wer konnte als Bathengeschenk waren versprochen worden. Nicht fünf zwischen links und rechts hin und her, bettelte auf der einen es wissen? Krieg! Welch' ein furchtbares Wort! Aus zehntausend Thaler trieb man auf für das Wohl der Seite allerunterthänigst um Preß, Rauch- und Betfreiheit tausend fleinen Menschenkreisen riß es die besten Männer, arbeitenden Klassen", die von Hunger und Elend, von und weite auf der andern Seite heimlich seinen Säbel, um die fräftigsten Arme hinweg. Krieg gegen wen, und Entbehrung nud Krankheit aufs bitterste heimgesucht waren. ihn gegebenenfalls an den Knochen des hungernden Volkes wofür? Niemand wollte und niemand konnte es sagen. Der Handwerker, der Krämer, der kleine Geschäfts- zu probiren. Und so gingen sie bin ins Ungewisse und ließen die Ihrigen mann, furz alle die, welche unmittelbar von den Groschen Die herrschenden Gewalten aber wollten den zweideutigen zurück in Gram und Kummer des arbeitenden Volkes lebten, jammerten laut über die Betheuerungen des Bürgerthums nicht recht trauen. ( Fortsetzung folgt.) schrecklichen Zeiten. Die ehrbaren fetten Spießbürger, die denn? War man nicht mehr das stranime, soldatenfrohe! Wie Die deutsche Regierung hat, wahrscheinlich im Hinblid auf mögliche Komplitationen in Ostasien, in Wien und Rom für die unverzügliche Erneuerung des Dreibunds auf weitere sechs Jahre intervenirt. * Der Ausschuß der Berliner Berliner Gewerkschafts: Kommiffion unterbreitet den am Vormittage des 1. Mai tagenden Versammlungen folgenden Vorschlag zu einer Resolution: rainengehen mit benfelben nur nattfinden, soweit solches auf Wohlfahrt für alle fämpfenbe intelligente arbeitende Bolt, auf bezog sich auf das Erlebnis eines freifinnigen Bereins, deffen Freundschaftlichem Wege und im Intereffe aller Betheiligten ge- der anderen Seite halbasiatische Barbaren als Schüßer und Verfamminng durch den überwachenden Beamten um 11 Uhr schehen fönne. Auf alle Fälle werde fie fich auf ein Bündniß Schergen der in Egoismus und Dummheit erstarrten berrichenden abends geschlossen wurde, obwohl das betreffende Wirthschafts. oder auf Verwickelungen nicht einlassen, welche die Anwendung Klaffen und ihrer Organisation: des Klassenstaats. Nur Thoren lofal überhaupt nicht unter Polizeistunde stand. In diesem Falle von Gewaltmaßregeln mit sich bringen könnten. fönnen hiernach glauben, daß der Sieg nicht den Arbeitern blühen ließ das Präsidium dem betreffenden Beamten auf erhobene Bes Der Vollständigkeit wegen registriren wir folgende aus werde! schwerde eine Rettifikation zu theil werden. Also mit der ans italienischen Blättern entnommene Meldung des Bureau genehmen Ueberraschung ist's nichts so was giebt es in Herold": Von der Maifest- Zeitung sind noch konfiszirt worden: in Breslau nicht! Ottenfen beim Vertrauensmann Heine 2800 Exemplare( nach In Breslau war der Redakteur der„ Volkswacht", einer bürgerlichen Quelle 15 000) in Altona ganze 12 und Reinhold Schebs, wegen Beleidigung von Redakteuren des in Leipzig eine Partie. In Hamburg und Bremer, Generalanzeigers" vom Schöffengericht zu 50 M. Geldstrafe haven war der Liebe Müh vergebens, ebenso in Halle, wo verurtheilt worden. Das Landgericht als Berufsinstanz erhöhte die heilige Hermandad nichts fand, obwohl sie außer bei der die Strafe auf 200 M. oder 40 Tage Haft. Gegen das Urtheil Volksbuchhandlung auch noch in den Privatwohnungen der wird Revision beim Oberlandesgericht eingelegt. Barteigenossen Albrecht, Grothe und Mittag emsig nach der tonIn Witten im Ruhrrevier hat die Polizei einem Wirth, fiszirten Schrift fahndete. der unserer Partei sein Lokal zu Versammlungen nicht verweigert, verboten, fünftig in den Räumen, die er zu einer politischen Aus dem Reichstags Wahlkreise Lennep Mettmann Versammlung hergiebt, geistige Getränke irgend welcher wird uns unter'm 29. April geschrieben: Der Wahlkampf wird Art auszuschänken, oder in anderer Weise den Versammelten zus von unseren Parteigen offen mit großem Nachdruck geführt. Gestern gänglich zu machen. Weiter hat man dem Wirth die allerdings und beute allein find 14 Versammlungen, in denen Meist, Land- widerruflich ertheilte Erlaubniß, nach 11 Uhr Gäfte in seiner wehr. Schumacher, Pfannkuch, Landé, Liebknecht, Wesch sprachen. Wirthschaft dulden zu dürfen, für solche Tage aufgehoben, wo er Die gestrige Versammlung im Zelt bei Mettmann war, trotz der während der Nachmittags- oder Abendstunden seine Räume zu ungünstigen Witterung, von Tausenden aus der ganzen Umgegend politischen Versammlungen hergiebt. Für den Fall, daß er dieser besucht. Ueberhaupt find alle Versammlungen überfüllt, und die seltsamen polizeilichen Maßregel nicht nachkommt, droht man Stimmung ist so begeistert, daß wir, obgleich die gegnerischen ihm die gefeßlichen Strafen", eventuell sogar die Entziehung der Parteien, mit Ausnahme der Agrarier, fich für den Fortschritts- Konzession an. Bemerkt sei, daß nicht etwa Etörungen der fönnen. Gegner rühren sich öffentlich fast gar nicht, fie arbeiten sind, die das Vorgehen der Polizei irgendwie begreiflich mad; en mann erklärt haben, doch den Sieg mit Bestimmtheit erwarten öffentlichen Ordnung 2c. durch eine Versammlung vorgekommen aber im Stillen, und haben uns in vielen Theilen des Wahl- tönnten. freises die Lokale erfolgreich abgetrieben. Von Muth und Selbstvertrauen zeugt das nicht. Die heute am 1. Mai 1895 in Berlin an der Maifeier Theilnehmenden fordern aufs neue in Uebereinstimmung mit den Arbeitern aller Lander auf grund der Beschlüsse der internationalen Kongreffe die gesetzliche Einführung des Achtstundentages, die Beseitigung der Kinderarbeit: besonderen Schuh der weiblichen Arbeitskraft; überhaupt durchgreifenden Arbeiterschuh. gefekt ist. " " Soziale Ueberlicht. Auf das entschiedenste protestiren die Versammelten gegen die Absicht der Regierung, die schon winzigen politischen Rechte der Arbeiterklaffe durch Gesetze gegen den Umstura" weiter zu beschneiden und der Arbeiterbewegung durch vereinsgefeßliche Maßnahmen die Bewegungsfreiheit gänzlich zu nehmen. Die VerGegen die Zumuthung, der Reichstag solle um des Zusammlung erblickt in diesen Bestrebungen der herrschenden standekommens des bürgerlichen Gesetzbuches willen Gegen die Einführung eines zwölfftündigen Maximal politischen Machthaber den Ausfluß des Klassencharakters auf jede eingebende Berathung des Entwurfs verzichten, wendet Arbeitstages im Bäckergewerbe sind durchaus nicht alle der heutigen Gesellschaft, in der jede, auch die berechtigste fich ein juristischer Mitarbeiter der Elberfelder Freien Preffe" Bäckermeister. In der in Berlin erscheinenden Bäcker und Forderung der Arbeiterklasse dem Haß und der Verfolgung aus- am Schluffe feiner Kritik des Entwurfes mit folgenden Worten: Konditor- Zeitung", dem offiziellen Organ des Zentralverbandes Um einem Rattenkönig reaktionärer Bestimmungen zum eigenen deutscher Bäcker- Innungen, Germania", treten zwei Bäckermeister, Echaden zum Leben zu verhelfen, das hieße denn doch, sich selber Herr Schneider aus Dels in Schlesien und Herr C. H. aus den Bauch ausschlißen und den geduldigen Hals dem letzten Rathenow( der Name ist nicht ausgeschrieben) für den MaximalStreiche des Henkers darbieten. Dazu empfinden wir kein Be- Arbeitstag fehr lebhaft ein. Der Rathenower Bäckermeister sagt dürfniß. Lieber 25 Landesprofoßen als einen deutschen Reichs in seinem Artikel u. a.: Die Ausführungen der Auskunftsscharfrichter schwersten Kalibers. Der Entwurf gehört in die personen"( der Kommission für Arbeiterstatistik),„ daß die Hefe, Kommission und wenn er 20 Jahre darin bliebe." die Witterung u. s. w. der Einführung des MaximalArbeitstages entgegenstehen, sind doch bei den heutigen Die beiden sozialdemokratischen Vereine in Heilbronn technischen Fortschritten einfach nicht mehr an. haben sich, dem Beschlusse der Landesversammlung gemäß, aufgebracht, resp. zeugen von Egoismus... Ich räume gelöst; unter Anwesenheit zweier Mitglieder des Landesvorstands öffentlich ein, selbst ich habe bisher zu viel verlangt in betreff wurde ein neuer Verein errichtet. Damit sind die Heilbronner Arbeitskraft und Beit, bin jedoch davon überzeugt, daß nicht der Streitigkeiten beseitigt. Des weiteren erklären sich die Versammelten solidarisch mit den Arbeitern aller Länder. Feinde jedes Nationalitätenhaffes, der die Völker entzweit und den Militarismus zu neuen, für die Arbeiterklasse drückenden Forderungen anreizt, wollen wir, die für die Befreiung der Menschheit fämpfenden Proletarier, Frieden und Eintracht unter die Völker bringen. Zum Schluß entsenden die Versammelten brüderliche Grüße an die zur Bekundung der Solidarität heute, am 1. Mai versammelten Arbeiter der ganzen Welt. Parteinachrichten. # Aus Böhmen. Bei der Wahl der Delegirten zur Generalversammlung der Bezirks Krantentasse in Budweis fiegte die sozialdemokratische Kandidatenliste mit 1534 Stimmen über die von dem sogenannten Führer der Deutschen in Südböhmen", einem gewissen Taschet, und seinem Anhang aufgestellte Liste, für die nur 321 Stimmen abgegeben wurden. Der Wahlfieg ist um so bedeutungsvoller, als die Polizei alles mögliche gethan hatte, um die Verbreitung der sozialdemokratischen Lifte zu verhindern. einzelne hier Abhilfe schaffen kann, da dies die Konkurrenz nicht zugiebt, aber auf gesetzlichem Wege es sehr gut durchführbar ist, wenn die Einsicht und das menschliche Gefühl nebst gutem Willen vorhanden sind. Und daß diejenigen Betriebe, die vom Maximalarbeitstage betroffen werden, die Minorität sind, Maifeier. In altgewohnter Gemüthlichkeit haben die Amtswird wohl niemand bezweifeln, denn, wie ich schon anführte, ist hauptmannschaften von Dresden- Altstadt und Dresdender Prozentsaz hier am Blaze ein sehr niedriger und verringert Neustadt für den 1. Mai alle öffentlichen Auf- und Umzüge, sich noch bei den tieinen Städten und Dörfern, steigt jedoch An- und Versammlungen auf Straßen und Plätzen oder sonst im in den Großstädten, und daß die Stellung resp. das Freien" und die sogenannten Maffenfpaziergänge, auch wenn Leben eines großstädtischen Bäckergefellen eine rosige ist, die Bes sie nur gruppenweise und ohne fefte Gliederung sich bewegen", hauptung wird wohl niemand aufstellen, der einigermaßen die verboten. Troß dieses Balsams wird den Gutgesinnten in Elb bestehenden Verhältnisse in der Großstadt fennt. Vom hellen Abend florenz die Wunde nicht weniger schmerzen, die ihnen der Von London geht uns vom Genossen Stanislaus bis hellen Mittag thätig zu sein, ist gewiß des guten zu viel, und sozialdemokratische Wahlsteg in Dresden- Land geschlagen hat. Mendelson folgende Erklärung zu:„ Es ist in London eine hier kann und muß Wandel geschaffen werden. Und daß die Die Polizeiverwaltung in alle kann es begreiflicherweise Broschüre als Beilage zum„ Przed 3 wit" erschienen, in der Opposition gegen eine solche Behauptung, die Kleinbetriebe würden auch nicht verantworten, daß die Arbeiter am 1. Mai einen Herr Truszkowski über seine Beziehungen zur russischen mit dem Maximalarbeitstage ruinirt, nicht größer iſt, resp. sich öffentlichen Umzug durch die Stadt vornehmen. Sie verbot Polizei seinen früheren Gesinnungsgenossen Rechenschaft abzulegen nicht mehr regt, liegt an der Zipfelmüße des deutschen Michels. ihn, weil aus der Abhaltung dieses Aufzuges eine Gefahr für versucht. Da ich im Jahre 1881 in Bosen gemeinsam mit Tr. Die Großbetriebe stehen größtentheils an der die öffentliche Ordnung, insbesondere den Verkehr, zu befürchten vor Gericht stand, später fein Gefängnißgenosse, ferner lange Spitze und wollen fo ihr Interesse wahren; steht". Bei dem riesenhaften Verkehr, der gerade die Weltstadt Jahre Herausgeber des„ Przede wit" war, und da, wie ich höre, der kleinbetrieb liegt denselben gar nicht so Salle durchfluthet, wird natürlich höchstens ein Sozialdemokrat diese Broschüre auch in deutscher Sprache erscheinen soll, so sebe fehr am Herzen, und übrigens hat der Kleinbetrieb vollden Werth dieses Grundes bezweifeln. ständig den Maximal- Arbeitstag, sogar sehr häufig mehr, als es das Gesetz beabsichtigt.... Das ist meine feste Ueberzeugung, die nachfolgende Generation wird über die jetzt egoistische Agitation gegen eine Maßregel, die nur gegen einen fleinen Intereffenfreis gerichtet ist, die Köpfe schütteln. 75 pet. der Bäckereien schaffen ihre Arbeit vollauf in 12 Stunden, und dies genügt auch." ich mich veranlaßt, hiermit zu erklären, 1. daß ich mit der Veröffentlichung der erwähnten Echrift nichts zu thun habe, 2. daß ich seit August 1893 jede Verbindung mit dem" Przedswit" gelöst habe." In Frankfurt a. M. ist die Benutzung der großen Halle der vereinigten Brauereien am Heinerweg untersagt worden. Angenehmer als diese Nachricht ist, daß eine Anzahl Fabrikanten den Arbeitern die Arbeitsruhe am 1. Mai freigestellt haben. Ein Tischlermeister Sprenger ist der Name des Wackeren- schließt sogar auf Wunsch der Arbeiter sein Geschäft für diesen Tag. Aus Italien wird uns berichtet: Unter dem Vorsitz des Durch nichts weniger als Wohlwollen für die Arbeiter Abgeordneten Costa fand am 21. April in Cesena der romagnolische Sozialisten Kongreß statt, unter Theil- Der diesjährige ordentliche Berufsgenossenschafts- Tag zeichnet sich dagegen eine in Lübeck zu ftande gekommene Ber- nahme zahlreicher Telegirten aus den vier Provinzen Forli, Bo- wiro am 14. Juni in Danzig abgehalten werden. Der wichtigste einigung größerer Arbeitgeber" aus, die den Beschluß gefaßt logna, Ferrara und Ravenna. Sehr lebhaft war die Diskussion Punkt der Tagesordnung wird die Stellung des Berufsgenossen. hat, am 1. Mai feinem Arbeiter Urlaub zu ertheilen, sondern, über die bei den bevorstehenden Wahlkämpfen zu befolgende fchafts- Tages zu den Beschlüssen sein, die eine aus elf Berufswenn Arbeiter trotzdem feiern, diese zu entlassen. Die edeln Taftit. Einstimmig wurde der Anschluß an die italienische genossenschaften bestehende Kommission nach Prüfung des GeſetzBrotgeber" hoffen auf diese Weise den Festzug zu vereiteln, der Sozialistenpartei gebilligt. Ferner beschloß der Kongreß ein entwurfs, betreffend die Abänderung der Unfallversicherungs. für den Nachmittag geplant ist. Natürlich werden sie mit ihrer stimmig, an dem bevorstehenden Wahlkampfe mit dem größten Gesetze, in wiederholter Lesung gefaßt hat. Ferner sollen die freundlichen Absicht Schiffbruch leiden. Durch viele taufende von Flugblättern haben unsere Partei- Gifer sich zu betheiligen und den einzelnen Wahlbezirken die Erfahrungen, die die Berufsgenossenschaften mit der Uebernahme Durch viele tausende von Flugblättern haben unsere Partei- weitestgehende Selbstbestimmung über die Befolgung derjenigen des Heilverfahrens gemäß der§§ 76 b und c des Krankengenossen von Hamburg und den Nachbarstädten sowie von Wahltaktik zu überlassen, die sie für die beste und den höchsten versicherungs- Gesetzes gemacht haben, einer abermaligen BeHarburg die arbeitende Bevölkerung zur Theilnahme an den Interessen der Sozialistenpartei am meisten entsprechende halten. sprechung unterzogen werden. Maifeftlichkeiten eingeladen. * Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Eine amtliche Fabrikarbeiter- Zählung wird am 1. Mai Die Aufhebung des Schulgeldes in den Volksschulen von den Gemeindekollegien Untergriesheims in Württemberg fast einstimmig befchloffen worden. Der Erlaß, wodurch der ungarische Minister die Mais Todtenliste der Partei. In Stettin ist der Redakteur in Sachsen vorgenommen werden. feier im ganzen Lande verbot, hat folgenden Wortlaut:„ Mit 3ah Rücksicht darauf, daß durch die Arbeiterfeste und Versammlungen& ranz 3 abme, ein hervorragend opferwilliger Parteigenosse, am 1. Mai jene Arbeiter, welche ruhig zu arbeiten wünschen, in aus dem Leben geschieden; in Finthen( Hessen) der Parteiift ihrem Zagmerk behintert und gezwungen werden, den Arbeits- genoffe Andreas Veiſt. vertrag zu brechen, hat einer meiner Amtsvorgänger schon im Ein staatliches Arbeitsamt ist nun in Belgien ins Jahre 1892 diese Arbeiterfeste und Versammlungen verboten, Leben getreten. Der Moniteur officiel" veröffentlichte die dahin und ist dieses Verbot von Jahr zu Jahr aufrechterhalten In Karlsruhe ist sämmtlichen Vorständen der gehende Verordnung des Königs. Das Arbeitsamt bildet eine worden. Nachdem die sozialdemokratischen Hezereien und Arbeitervereine vom Bezirksamt die Aufforderung zugegangen, besondere Abtheilung des Ministeriums für Handel, Industrie Gewaltthätigkeiten gegenwärtig noch in größerem Maße birnen 14 Tagen ein namentliches Verzeichniß der Vereins- und Ackerwirthschaft und hat zum Leiter den Ministerialdirektor fortgesetzt werden, verordne ich behufs Vermeidung der mitglieder mit Angabe des Geburtsortes und der Wohnung in Morisseaux, der nach der Kölnischen Volkszeitung" eingewiegter infolge dieser Heßereien leicht vorkommenden Ordnungs- alphabetischer Reihenfolge, anher" einzureichen. Nach dem Buch Kenner" der Arbeiterverhältnisse und der Arbeitergesetzgebung störungen, daß den Arbeitern am 1. Mai teinerlei staben des Gesetzes ist, wie die Mannheimer Voltsiimme" fagt, der verschiedenen Länder sein soll. Hoffentlich bringt er ArbeiterMinzüge, Aufzüge und sonstige berartige Etraßendemon- die Verfügung faum anfechtbar. Denn§ 3 des badischen Vereins auch den guten Willen mit, für die duldende firationen, noch aber Versammlungen unter periönlicher gesetzes lautet: Die Staatsbehörde ist berechtigt, aus Gründen schaft etwas tüchtiges zu leisten. Dazu wird er hinreichend Berantwortung der behördlichen Chefs- gefiattet werden können. er öffentlichen Wohlfahrt von den Vorstehern und Mitgliedern Gelegenheit haben, denn nach der genannten Zeitung soll das Inwiefern die Arbeiter an einem anderen Tage fich zu ver- eines Vereins über die Verhältnisse desselben, insbesondere über Arbeitsamt, dem übrigens in jeder Provinz noch ein Provinzialsammeln wünschen, so ist dies mit Einhaltung der bestehenden seinen Zweck, seine Einrichtungen und Verbindungen, seine Vor- Arbeitsamt zur Seite steht, alle auf die Lage der Arbeiter bes Vorschriften zu geftatten. Gegenwärtige Verordnung ist den steber und Mitglieder Auskunft zu verlangen." Trotzdem dürfte züglichen Angelegenheiten leiten und regeln dürfen. Leider ist Chefs der Behörden, den Polizei- Stadthauptleuten mitzutheilen, es sich empfehlen, meint die Volksstimme", daß die Vereine die neue Einrichtung für das erste Jahr nur mit 100 000 Frants und ist die pünktlich ste Durchführung der Verordnung durch die vielleicht eine Kumulativ- Beschwerde erheben und fei's auch nur, ausgestattet. Bizegespane und die Bürgermeister zu kontrolliren. Von den damit man erfährt, womit der Minister Eifenlohr die Annahme getroffenen Maßnahmen und deren Ergebniß ist mir ausführ feiner Organe begründet, daß durch das Bestehen von Arbeiterlicher Bericht zu erstatten." Selten ist eine frivole Regierungsvereinen ohne die peinlichste Kontrolle durch den Polizeistaat die maßregel mit größerem Aufwand von Unwahrheit zu be öffentliche Wohlfahrt gefährdet sei. Die Begründung dürfte ihm gründen versucht worden, als es diesmal in Ungarn ziemlich schwer fallen. durch jenen Erlaß geschehen ist. Das Verbot der MaiDie Revision gegen das Urtheil des Potsdamer " " Depeliten. London, 30. April. Unterhaus. Shaw- Lefevre brachte einen Gefeßentwurf ein, welcher das mehrfache Stimmrecht bei den Parlamentswahlen abschafft und bestimmt, daß die Wahlen im ganzen Lande an ein und demselben Tage, und zwar einem Sonnabende, abgehalten werden. Privat Telegramm des ,, Vorwärts". feier hat unter der Arbeiterschaft denn auch einen wahren Landgerichts, das gegen den früheren verantwortlichen Redakteur Ronsdorf, 30. April, 10 Uhr 45 Minuten abends. Der Sturm der Entrüstung erregt. Im ganzen Lande wird gegen die der Brandenburger Zeitung", Simon, auf sechs Monate Ge- einigen reaktionären Masse erlag der Kandidat des arbeitenden niederträchtige Maßregel in den schärfsten Worten Protest ers fängniß erkannt hatte, ist vom Kammergericht verworfen worden. Voltes. Meist( Soz.) erhielt 15 065, Fischbeck( freis. Boltsp.) hoben. Versammlungen in Budapest wurden deswegen aufgelöst, Das Reichsgericht verwarf die Revision gegen das wobei sich die sittliche Empörung der Arbeiter in stürmischen Urtheil, wonach die Redakteure der Schwäbischen Tagwacht" in 15 677 Stimmen. Wolff's Telegraphen- Bureau. Auftritten Luft machte. Eine Proflamation, worin gegen das Stuttgart, Agster und Eichhoff, wegen Beleidigung Verbot der Maiseier protestirt wird, wurde konfiszirt; die des Ober- Landesgerichtsraths Bucher zu je 2 Monaten Gefäng Wiesbaden, 30. April. Gustav Freytag ist heute Abend Verbreiter der Proklamation sollen vor Gericht gestellt werden. niß verurtheilt worden waren. Die Beleidigung wurde in 10 Uhr gestorben. Aber damit löscht man nicht den Echandfleck aus, den das Artikeln der Tagwacht" gefunden, die den Echaber'schen MordVerbot der Maifeier in den Annalen der Geschichte Ungarns prozeß behandelten. bedeutet. Zu der Mittheilung, der Polizeipräsident in Breslau Für den 1. Mai waren, wie schon berichtet worden ist, in habe die Auflösung von Versammlungen für unzulässig erklärt, Rußland militärische Vorkehrungen getroffen. Wie nun ein wenn sie deshalb erfolgt, weil die Versammlungen über die Polizeibürgerliches Blatt zu melden weiß, sind schon vor einigen Tagen stunde hinaus dauern zu dieser Mittheilung bemerkt die in dem an Oberschlesien grenzenden russischen Industrie- Bezirke Volkswacht": Wir müssen unser Breslauer Polizei- Präsidium 2000 ofaten eingetroffen und es ist angeordnet, taß mehrere gegen den schlimmen Verdacht, von den ehrbaren Wegen Köller'scher Personen nicht auf der Straße zusammenstehen dürfen; nach Staats- und Polizeiweisheit abgeirrt zu sein, sehr entschieden in Uhr abends muß sich jeder Straßenpassant ausweisen können. Echuß nehmen. Das Breslauer Polizeipräsidium bält nach wie Tamit erhält der Weltfeiertag der Arbeit ein Gepräge, das vor unentwegt an der Ueberzeugung fest, daß politische Versamm schärfer als alles andere den Gegensatz der modernen Welt wieder: lungen zu Ende geben sollten, wenn für das Lokal, wo solche spiegelt: auf der einen Eeite das nach Freiheit, Wissen und tagen, die Polizeistunde schlägt. Die angezogene Entscheidung wurden zerstört. Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Diaz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Northampton, 30. April. Die Stückarbeiter in den Schuhwaarenfabriken, an Zahl etwa 2000, haben wegen der von den Arbeitgebern neu eingeführten Fabrikordnung wiederum die Arbeit niedergelegt. Cetinje, 30. April. Bei dem legten Zusammenstoße der Truppen mit den Albanesen wurden 15 Soldaten getödtet. Die Albanesen wurden in die Berge getrieben. Mehrere Häuser Hierzu drei Beilagen. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 101. Abonnements- Einladung. mit der illustrirten Sonntags- Beilage ,, Die Neue Welt". Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure, sowie unsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennige frei ins Hans. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonnements zum Preise von „ Berliner Märztage" von Michel Deutsch, auf welches Werk wir unsere Leser besonders aufmerksam machen. Redaktion und Expedition des ,, Vorwärts". Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 80. Sigung vom 30. April 1895, 1 Uhr. Am Bundesrathstische: Graf Posadowsky, Staatssekretär in Elsaß- Lothringen v. Putttamer. Eingegangen ist der Gesezentwurf betreffend die Feststellung eines Nachtrages zum Reichshaushalts- Etat für 1895/96. In dritter Berathung werden die Rechnungen der Kaffe der Oberrechnungskammer für 1891/92 und 1892/93 für erledigt erklärt. # Es folgt die erste Berathung des Gefeßentwurfs für Elsaß Lothringen, betreffend die Aufhebung des Gesetzes über die Ernennung und die Besoldung der Bürger meister und Beigeordneten vom 4. Juli 1887. Abg. Winterer( Elsaß- Lothringen) bezeichnet das Gefeß, welches jetzt aufgehoben werden soll, als einen der bedenklichen Reste der Diktaturzeit neben dem sogenannten Diktatur: paragraphen. Er spricht seine Verwunderung darüber aus, daß dieser Gesezentwurf nicht wie alle anderen Gesetzentwürfe dem elsaß- lothringischen Staatsrath vorgelegt worden ist. Mittwoch, den 1. Mai 1895. franzosen freundlichen Bestrebungen entgegenzutreten. = = . 12. Jahrg. Parlamentarischres. bedingt geholfen werden. Abg. Klose( 3.) meint, der Landwirthschaft müsse unWährungsfrage für wichtiger als den Antrag Kanit und schlägt Er hält aber die Regelung der eine Steuer auf das Goldagio vor. Wenn der Landwirthfchaft nicht in anderer Weise geholfen werde, werden sich zuwenden. Die Vertreter der Regierung mögen erklären, auf die Landwirthe immer mehr dem Antrag Kanih velche Art geholfen werden solle. Auskunft zu geben. Nach seiner Instruktion soll er nur etwaige Geh. Rath Köhn erklärt, er sei nicht in der Lage, eine Fragen thatsächlicher Natur beantworten, aber keine Erklärungen bgeben. Die Antrag auf Abänderung desselben beziehungsweise wegen der wahre Ursache für die Anwendung des Berufsbürger- Befragung des Staatsrathes einzubringen. Mit dem 1. Mai eröffnen wir ein neues Abonne- hat dort, wo sie nicht auf Kadawergehorsam traf, sondern auf wird die Vorlage ohne jede Debatte angenommen. meister Gesetzes liegt ganz 100 anders. Die Regierung Darauf schließt die erste Berathung; in zweiter Berathung ment auf den ,, Vorwärts" einige Opposition zur Strafe der Berufs- Bürgermeister eingesetzt. Schluß nach 41/2 Uhr. Nächste Sigung Mittwoch 1 Uhr. Das Gesez war eine Antwort auf die Wahlen des Jahres 1887.( Anträge aus dem Hause und zwar in erster Reihe der sozials Seine Anwendung erfolgte im Geiste des jezigen Ministers des demokratische Antrag wegen Schaffung eines einheitlichen Reichsfeine Neigung, sich in diesem Geiste zu deutschen Patrioten Innern von Preußen. Das elfaß- lothringische Volk hat gar Vereins- und Versammlungsgesetzes.) machen zu laffen. Der nationalliberale Abg. v. Cuny hat sehr warme Liebesworte an die Elsaß Lothringer gerichtet. Wie man sich aber in ganz Deutschland von dem Nationalliberalismus abgewendet hat, so auch in Elsaß- Kommission Antrag Kanit. Bei der am Dienstag forts Lothringen. Man hat sehr schnell erkannt, daß von dem National- gesetzten Diskussion sucht zunächst Graf Kanit die gegen seinen 2,20 M. für die Monate Mai und Juni liberalismus nichts zu erwarten ist, nicht einmal in der Ver- Antrag geltend gemachten Bedenken zu zerstreuen. Wenn die entgegen.( Eingetragen in die Post- Zeitungsliste für 1895 wenn die Behandlung der Elsaß- Lothringer durch das Berufs- eine Vermehrung der Ausgaben für Brot im Betrage von tretung der eigenen Landesinteressen. Man hat uns gesagt, Berechnung des Professors Schmoller richtig sei, daß der Antrag unter Nummer 7128.) Bürgermeister- Gesetz wirklich eine so schlimme wäre, warum 500 Millionen Mark zur Folge haben werde, so müsse man In unserem Feuilleton beginnt der Abdruck der geschrien wir benn nicht. Wir würden schon gerne schreien, daß man begrüßen, daß die Landwirthschait in Höhe dieser Summe kaufschichtlichen Erzählung: es bis zur russischen Grenze hörte, wenn wir nur die Gelegen- faäftiger gemacht werde. Augenblicklich seien die Getreidepreise heit zum Schreien hätten. Aber da liegt eben der Hase im ja im Steigen begriffen, aber das sei nur vorübergehend. Wir Pfeffer. Als ich eine Versammlung gegen diese neue Gemeinde wollen die Getreidepreise nur so gestalten, daß sie den ProOrdnung abhalten wollte, wurde sie zuerst untersagt. Wenn uns duktionskosten entsprechen und einen bescheidenen Unternehmerjede politische Versammlung verboten wird, dann können wir gewinn gewähren. Ein etwaiger Ueberschuß solle zu einfach nicht schreien. Und selbst wenn wir schreien gemeinnüßigen Zwecken verwandt werden, eine Schädigung würden, würden wir doch nicht gehört werden. Jahr der Arbeiter werde also nicht eintreten. Das Auftreten für Jahr wird eine ganze Reihe von Anklagen von des Abgeordneten Steininger habe ihn sehr gefreut. Landesausschuß Mitgliedern gegen die Handhabung des Derselbe stimme mit dem dem Prinzip des Antrags doch Berufsbürgermeister- Gesetzes erhoben, und zwar nicht nur von überein. Redner wendet sich schließlich gegen einen von den Abgeordneten der Richtung des Abg. Preiß, sondern auch von Abgg. Meyer- Halle und Bebel gestellten Antrag, eine Enquete altdeutschen Herren wie dem Landgerichtsdirektor Dr. Kunze, und über die landwirthschaftlichen Verhältnisse vorzunehmen; dadurch doch ist teine Remedur erfolgt. Wir Sozialdemokraten fommen würde die Entscheidung in der Sache nur in die Länge gezogen. überhaupt nicht zum Wort. Als Meher Bürger die Hergabe Abg. Hug( 3.) erklärt, die Ausführungen des Grafen Kanis, eines städtischen Lokals für eine Wahlversammlung erbaten, ver der Landwirthschaft zu helfen, haben ihn sympathisch berührt. weigerte dies der Bürgermeister, nicht weil das Lokal überhaupt Er würde aber einer Erhöhung des Schutzolles den Vorzug vor nicht zu politischen Versammlungen gebraucht werden sollte, dem Antrage Ranitz geben und meint, ein Antrag auf Bollsondern weil die Unterzeichner des Gesuchs der sozial- erhöhung würde im Reichstage die Mehrheit finden. demokratifchen Partei angehörten. Sonst ist aber der Herr Bürgermeister nicht so zartfühlend, von den Sozial- Handelsverträgen wohl vereinbar. Die gesammte landwirthschafts Abg. v. Manteuffel( f.) hält den Antrag mit den demokraten Metz' teine Steuern und Abgaben anzunehmen. fiche Bevölkerung habe von dem Antrage Nutzen, weil die zoone Was den in Aussicht gefiellten Antrag betrifft, so lasse ich mich in Naturalien bezahlt würden. Die Sozialdemokraten bekämpften auf die juristischen Geschichten dabei nicht ein, das überlasse ich den Antrag, weil er der ärmeren Bevölkerung zu gute komme. den Herren Juristen. In der Presse ist in den letzten Wochen Kein vernünftiger Mensch könne gegen den Antrag sein. Er verschiedentlich die Ansicht ausgesprochen worden, daß durch eine hält eine Reise der Kommissionsmitglieder für lehrreicher als zweite Lesung der Gemeinde- Ordnung die von der Bevölkerung eine Enquete durch die Regierung. gewünschten Verbesserungen derselben herbeigeführt werden könnten. Unser Landesausschuß wird aber keine Verbesserungen vornehmen. Lesen Sie doch die Verhandlungen des Landesaus schusses. Wie ein rother Faden zieht sich da hindurch die Furcht daß die Sozialdemokratie in die Gemeinderäthe eindringen könnte und oie bis jetzt bevorzugte Stellung der befizenden Klaffen in den Gemeinderäthen beseitigt werden könnte. Die Furcht vor der Sozial demokratie Jm Bundesausschuß wird durch das Klasseninteresse der herrschen hat wesentlich diese Gemeinde- Ordnung erzeugt den Klaffen das Boltsinteresse mehr und mehr in den Hintergrund gedrängt. Der Landesausschuß wird also keine Verbesse: rungen vornehmen. Wenn ich trotzdem für diesen Antrag stimme, so geschieht es, um der elsaß- lothringischen Regierung zu zeigen, Pflicht und Schuldigkeit hat, die Geseze anzuwenden. Erst seit daß auch für sie Gesetze vorhanden sind, daß sie die verfluchte Herr v. Köller Elsaß- Lothringen verlassen hat und dort im Lande nichts mehr zu sagen hat, haben sich die tapferen und wackeren Mannesseelen gefunden, welche gegen das gesetzlose Verhalten Front machen.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Aich bichler( 3) will der Resolution des Grafen Präsident v. Buol erklärt, den Ausdruck gefeßlofes Ber: Schwerin zustimmen. Es sei Pflicht jeden Vaterlandsfreundes, Staatssekretär in Elsaß Lothringen v. Puttkamer: Wir halten" nicht ungeahndet hingehen lassen zu können. der Landwirthschaft zu helfen. Er ist gegen rine Enquete, um Staatssekretär v. Puttkamer: haben den Staatsrath gehört über die neue Gemeinde- Ordnung; ihren Befugnissen nur sehr bescheidenen Gebrauch gemacht und Die Regierung hat von die Sache nicht zu verzögern. der nach seinen Wünschen umgeänderte Entwurf ist dem Landes- weist den Borwurf ungefeßlichen Verhaltens weit von sich zurück. Schwerin, der behauptete, es handele sich nicht um Brots Abg. Herbert( Soz.) wendet sich gegen den Grafen ausschuß vorgelegt und von diesem berathen worden. Uebrigens Wenn die Regierung einen Wunsch auszusprechen hätte, fevertheuerung, sondern um Brotverbilligung. Nach dem Antrage ist der Staatsrath nur ein Organ, welches man anhören kann, würde sie die Gemeinde Ordnung gern aufgeben; denn die Re- soll der Preis unter den Durchschnitt nicht sinken, aber er kann aber nicht immer anhören muß; denn sonst müßte es ja in der gierung entäußert sich dadurch großer Befugnisse. Es wird eine höher als dieser werden, also sollen niedrige Preise verhindert Publikationsformel der Geseze heißen: Nach Anhörung des Selbstverwaltung der Gemeinde geschaffen, wie sie feit der werden, und da kann von einer Brotverbilligung doch keine Rede Staatsrathes. Revolution nicht mehr vorhanden war. Die Selbstverwaltung sein. Abg. Preiß( Elsässer): Für Elsaß- Lothringen bleibt es trob liegt nicht in der Person des Bürgermeisters, sondern in den gunsten des Militarismus verwandt werden, denn das Reich Er sei überzeugt, daß etwaige Ueberschüsse sofort zu ber Aufhebung des Gesetzes von 1887 beim alten; die Ernennung Gewalten der Repräsentanten, in den Gemeinderäthen. Jetzt fucht ja fortwährend der Bürgermeister ist in der neuen Gemeinde- Gesetzgebung ebenso darf der Gemeinderath sich nur viermal im Jahre zu der hohen Getreidepreise seien neuen Steuern. Zur Zeit enthalten wie in dem Ausnahmegefeß von 1887. Die neue Ge- bestimmten Perioden versammeln. Will er öfter zusammenkommen, nicht in Naturalien, sondern in baarem Gelde nach dem Durchin Pommern die Löhne meinde- Ordnung behält die Ernennung der Bürgermeister bei so muß er die Genehmigung des Kreisdirektors nachsuchen, der schnittsverdienst gezahlt worden. Eine Reise der Kommissionss und giebt nur den Gemeinden über 25 000 Einwohnern ein Vor- auch die Disziplin über den Gemeinderath ausübt und dessen mitglieder halte er auch für nüglich, aber man solle nicht nur fchlagerecht, welches aber nach keiner Richtung hin irgendwie Beschlüsse zu genehmigen hat. Die neue Gemeindeordnung macht die Großgrundbesitzer sondern auch die Tagelöhner und die wirksam ist; es hat keinen praktischen Werth. Die Regierung die Gemeindevertretung vollständig souverän. Ist das nicht ein Koffäthen fragen. Um dieselbe Summe, um welche die Landkann sich an die Vorschläge der Gemeinde fehren, sie fann freiheitlicher Fortschritt? Von diesen Dingen hat man bei den wirthschaft taufträftiger werde, werde die übrige Bevölkerung sich aber auch eine Persönlichkeit irgend vorher nehmen Vorrednern nichts gehört; fie haben blos immer von den Bürger- fonfumtionsunfähiger, denn aus der vierten Dimension falle doch und sie an die Spitze der Gemeinde stellen mit Befugnissen der Bürgermeister. allen meistern gesprochen. Berufsbürgermeister, d. h. solche, welche nichts. Es bleibt also alles beim aus der Verwaltung einer Stadt einen Beruf machen, giebt alten, und wir sind nicht sicher davor, daß uns nicht einer aus es in Elsaß- Lothringen nur 19; die übrigen Bürgermeister sind Landes könnten nicht über einen Ramm geschoren werden; was Abg. Graf Galen führt an, die Intereffen des ganzen Kamerun aufgezwungen wird. Die Zustimmung des Landes- Ehren- Bürgermeister, die in sehr großer Zahl vorhanden find. dem einen hilft, muß dem andern schaden. ausschusses zur Gemeinde Ordnung hat nichts zu bedeuten. Es Man fönnte neben die Ehren- Bürgermeister Staatsbeamte zur giebt kaum ein Parlament, welches im eigenen Lande so un. Verwaltung der Staatsangelegenheiten anstellen. Allein das 11 Uhr vor. Abg. Bebel macht dagegen geltend, daß er und Der Vorsitzende schlägt hierauf Bertagung bis Mittwoch populär wäre wie der Landesausschuß. Der Landesausschuß ist würde sehr viel Geld kosten und den Interessen der Gemeinden feine Kollegen wegen der Maifeier an der Sizung nicht ein Parlament, welches aus ganz antidiluvianischen Grundlagen widersprechen. Der Staat muß aber auf die Persönlichkeit der theilnehmen könnten; finde aber keine Abstimmung statt, so laffe zufammengefest ist; das Bolt hat auf die Zusammensehung feinerlei Ehren- Bürgermeister eine gewisse Ginwirtung ausüben tönnen, er den Widerspruch fallen. Einfluß; das Volt hat sich mit großer Einmüthigkeit gegen die Ge- sie muß bei ihrer Ernennung mitwirken. meinde- Ordnung ausgesprochen, soweit es zum Wort gekommen ist. das Vorschlagsrecht gegeben; an der Ernennung ist festgehalten Abstimmung nicht stattfinden werde, da noch eine große Zahl von Den Gemeinden ist Abg. v. Manteuffel und der Vorsigende erwidern, daß eine Auch die unabhängige Presse ist gegen die neue Gemeinde- worden, weil sie seit mehr als hundert Jahren besteht. Rednern eingeschrieben sei. Die nächste Sigung ist demnach am Ordnung. In ihrer Gutmüthigkeit und Befangenheit haben die Warum soll man daran etwas reformiren? Es ist also Mittwoch 11 Uhr vormittags. Herren vom Landesausschusse nicht gemerkt, um was es sich nichts geschaffen, was nicht völlig klar auf dem Boden des handelte. Die Reichstags: Abgeordneten, welche durch allgemeine gemeinen, in Deutschland geltenden Rechts steht. Wahlen gewählt sind, billigen diese Vorlage nicht. Man billigt Bürgermeister, damit die Staatsinteressen gewahrt werden, Daß der überhaupt eine Vorlage nicht, welche die Bürgermeister nicht zu nicht blos aus der Reihe der Gemeinderäthe genommen werden Vertretern der Gemeinden, sondern zu unterthänigen Dienern fann, ist selbstverständlich. Wie soll denn sonst die Regierung der Kreisdirektoren macht; man läßt solche Gesetze über sich ergehen, die Staatsinteressen wahrnehmen können, wenn in den Gemeindeaber man ratifizirt sie nicht. Daß der Staatsrath in allen Fällen gehört räthen eine dafür geeignete Persönlichkeit nicht vorhanden ist. werden müsse, das giebt sogar ein Mitglied der elsaß- lothringi- Bezüglich des Staatsrathes findet sich nirgends eine Vorschrift fchen Regierung zu, welches ein Kommentar zur elsaß- lothringi- oder sonst eine Andeutung, daß in den Verhandlungen desselben schen Verfassung geschrieben hat. Die Regierung hat nicht den Diskontinuität besteht. Die Vorlage verbessert die Stellung der Gemeinde- Ordnungs- Entwurf dem Staatsrath vorgelegt, welcher Gemeinderäthe in bezug auf ihre Selbständigkeit; sie ist in dieser Gefeß geworden ist, sondern einen früheren, einen ganz anderen Beziehung mit deutschrechtlichem Geiste erfüllt und bringt also Entwurf. Das genügt aber nicht. Redner stellt für die zweite eine innere Verschmelzung des Reichslandes mit dem alten Lesung den Antrag in Aussicht, der Regierung noch nach Deutschland mit sich. träglich aufzugeben, den Staatsrath über diese Vorlage zu befragen. Abg. v. Cnny( natl.): Meine Freunde haben keine Be denken, der Vorlage zuzuftimmen; die Bedenken, welche daraus entstehen, daß der Staatsrath nicht gehört worden ist, sind nicht schwerwiegend genug, um die Annahme der Vorlage zu verhindern. Redner spricht die Hoffnung aus, daß die Annäherung der Reichslande an Deutschland sich verstärken werde; sie mache sich schon dadurch bemerkbar, daß elfäffische Abgeordnete sogar in den Reihen der altländischen Parteien zu finden seien. Abg. Lieber( 3) hält es auch für bedenklich, daß man nicht zuerst im Staatsrathe über diefe Materie verhandelt habe, sondern daß man den Reichstag vor die vollendete Thatsache einer neuen mit dem Landesausschuß vereinbarten Gemeinde Ordnung gestellt hat, daß nunmehr der Reichstag die reichsgesetzlichen Hindernisse aus dem Wege räumen soll, die dieser Gemeinde- Ordnung in dem Geseze von 1887 entgegenstehen. SS " Abg. Schulze Henne( natl.) führt an, daß er nicht nur freise zu vertreten habe und den Antrag daher ablehne. Wer die Interessen der Landwirthschaft, sondern auch anderer BerufsViehzucht treibt, hat ein Interesse an niedrigen Getreidepreisen. Die Produktionskosten seien verschieden; sie richten sich nach dem Ausfall der Ernte und nach der Witterung. einstener ist gestern nach Schluß der Plenarsißung gewählt Die Reichstagskommission zur Berathung der Braunt worden. Sie besteht aus folgenden Herren: Marbe, Szmula, Reindl, Weber( Bayern), Spahn, Müller- Fulda( 3.); Frank ( Baden), Dr. Paasche( natl.); Gamp( Rp.); Graf Mirbach, Graf Stolberg- Wernigerode, Bobb, Rettich( t.); Dr. v. Komierowski ( Pole); Werner( Antis.); Wurm, Schippel, Bock- Gotha ( So.); Dr. Pachnicke( frj. Vg.); Weiß, Dr. Müller- Sagan ( frs. Vp.). Tokales. Abg. Lenzmann( frf. Vp.) weist darauf hin, daß die frei 28. April, die Lofal Liste Berlins und der Umgegend erschienen Arbeiter, Parteigenossen! Nachdem am Sonntag, den Abg. Bueb( Soz.): Auch wir Sozialdemokraten aus Elsaß- angehört, wacker gegen die Diktaturvorschriften gekämpft habe; Die Lokal- Kommission hat in jeder Beziehung den Wünschen der sinnige Partei, trotzdem ihr fein Vertreter aus Elsaß- Lothringen ist, werden die Genossen ersucht, sich streng danach zu richten. Lothringen nehmen gegenüber der neuen Gemeinde- Ordnung den- sie stehe dabei nicht hinter den Sozialdemokraten und anderen felben Proteststandpunkt ein, wie der Vorredner und seine Partei. Parteien zurück. Eine Verbesserung liege in der neuen Gemeinde- gemeinheit Rechnung getragen. Vom heutigen Tage an er Nicht nur bezüglich der Bürgermeister, sondern auch bezüglich Ordnung nicht vor; sie ist eine Verschlechterung gegenüber der scheinen Nachträge in der Lokal- Lifte nur alle 14 Tage. des Wahlrechts und des Gemeinderaths verdient der frühere alten elsaß- lothringischen Gesetzgebung, die auch in manchen Be- straße 7. Freund auf Pichelswerder a. d. Havel. Weißensee: Zustand einen Borzug. Das Berufsbürgermeister-Gesetz von ziehungen noch besser ist, als die deutsche Gemeinde- Ordnung. Derwein's Gesellschaftsbans, Königschaussee. Café Rettig, InNachzutragen find für heute noch: Meyer's Festsäle, Müller1887 hat allerdings wesentlich dazu beigetragen, die Bevölkerung Was nützt die Selbstverwaltung, wenn der Bürgermeister nicht haber Heinrich, Berlinerstraße. Charlottenburg: Beyer, Wallim Lande unzufrieden zu machen. Die Regierung in Elsaß- Lothringen selbsthändig ist, sondern den Verwaltungsbehörden gehorchen muß. zu unterdrücken und es ist falsch, daß die Regierung dieses Ve- bürgermeister von Berlin auf grund der Anweisung des Oberstraße 32. hat ja Mittel genug, um jede Regierung von Deutschfeindlichkeit Wir haben erst kürzlich gesehen, was es heißt, daß der Ober- Straße 96. J. A. der Lokal- Kommission. Karl Scholz, Wrangelrufsbürgermeister- Gesetz nur gebraucht hätte, um den deutsch- präsidenten von Brandenburg einen sehr vernünftigen Beschluß feindlichen Gemeinderäthen und Bürgermeistern den Kopf zurecht der Berliner Stadtverordneten beanstanden muß. Der Staatsrath und um Berlin heute freudiger und begeisterungsvoller denn je Der Festtag der Arbeit wird von den Parteigenossen in zusetzen. Jit etwa Herr Mieg Köchlin in Mülhausen ein hätte aufs neue befragt werden müssen. deutschfeindlicher Bürgermeister? Und doch hat man es gegen begangen werden. In der Hauptstadt der deutschen Sozialihn angewendet. Man hat das Gesetz gar nicht nöthig, um sicht auf das Zustandekommen des Gesetzes darauf verzichte, einen rascher und Abg. Winterer( Elsässer) erklärt, daß er mit Rück demokratie wogt der Pulsschlag des öffentlichen Lebens stürmischer denn anderswo, unmittelbarer Eleonore ist hier der Zusammenhang der um ihre Befreiung| blickt. Der Afylverein fo hieß es weiterziehe auswärtige| Jbsen's Wildente" aufgeführt. Sheridan's" Bäfterschule" wird tämpfenden Arbeiterschaft mit den Borgängen auf der Arbeitslose nach Berlin und erschwere es dadurch am Donnerstag zuerst im Berliner Theater gegeben. vielbewegten politischen Schaubühne. Unmittelbarer schon den hiesigen Arbeitern, Beschäftigung zu finden. Der Grundsay Duse, die berühmte italienische Tragödin, hat ihr Gastspiel in deshalb, weil nach dem ehrenden Eingeständniß unserer Gegner des Vereins, bei der Aufnahme nicht nach Namen u. f. w. zu Mainz wegen schwerer Ertranfung abbrechen müssen und befindet alles, was von der Zentrale aus auf politischem Gebiete ge- fragen, mache die nach Ansicht mehrerer Magifiratsmitglieder sich jetzt in einer Privatheilanstalt in Mailand. schieht und geschehen soll, im Hinblick auf die Tag für Tag für nothwendige polizeiliche Kontrolle unmöglich. Diese Anschauungen, die Gesellschaft der Herrschenden gefährlicher werdende Sozial welche auch in kommissarischen Verhandlungen zwischen Bevoll Tak die Zigeuner beffer find als ihr Ruf, hat der in demokratie ins Wert gesetzt wird. Gerade die prägnanten mächtigten des Magistrats und des Aſylvereins zum Ausdruck der Warschauerstraße wohnende Handelsmann Thiersch erfahren, Ereignisse der letzten Tage haben uns eine klassische Probe von dem gelangten, hatten wohl so meinte der Referint dem am Sonnabend von dem Straßendamm fort das Fuhrwerk dazu beiWirfen unserer Gegner, von dem modernen Polizeikampf für Ordnung, getragen, den Magistrat zur Ablehnung des Gesuchs zu veran- pferdedieb, Schulz, versuchte das Pferd an Mitglieder der Petergestohlen worden war. Der Spitzbube, ein gewerbsmäßiger Religion und Sitte gegen die Mächte des Umsturzes gegeben. laffen. Unter lebhafter Zustimmung der Versammlung gab der Werken der dramatischen Dichtkunst, keine auf privatkapitalistischer brud, niemals von den seit 23 Jahren verfolgten Verwaltungs- Häuptling in Berlin aufhalten, zu verkaufen. Infolge des Die Arbeiter gründen eine Gesellschaft zur Aufführung von Referent der festen Entschließung des Vereinsvorstandes Aus- mann'schen Zigeunerbande, die sich gegenwärtig bei ihrem alten Basis begründete Bühne kann sich rühmen, jemals ein Repertoire grundsägen abzuweichen. Nach wie vor werde der Aſylverein enorm billigen Preises wurden die Zigeuner mißtrauisch, sie begehabt zu haben, das fittlich edler und künstlerisch werthvoller den Unglücklichen eine Stätte sein, wo sie ungekannt und un- nachrichtigten die Polizei. gewesen wäre, als das der Arbeiterbühne. Da kommt, nachdem genannt vorübergehend Obdach und Nahrung finden. Die ge- Der Schreiber Mag Nielsch, der am Charfreitag in Ges diese Bereinigung jahrelang segensreich gewirkt und tausende wählten Vertreter des Vereins werden nun und nimmer zugeben, meinschaft mit zwei Bekannten an der Oberbaumbrücke auf dem Proletarier, die sonst nie Gelegenheit gehabt hätten, die Werke unserer daß die Schöpfung werkthätiger Menschenliebe zu einem Polizei- Waffer tenterte, ist jetzt als Leiche aufgefunden worden. Geistesheroen zu schauen, mit dem Guten, Edlen und Schönen gewahrsam zweiter Klasse gemacht werde. bekannt gemacht hat, da kommt jetzt die Polizeizenſur und streckt Leider ein für die gegenwärtigen Zustände nothwendiges aus der Grünauerstr. 14 ist im Landwehrkanal aufgefunden Die Leiche des vermißt gewesenen Milchhändlers Burko ihre Hand aus nach der Pflegefstätte der Proletarierbildung und Balliativmittel werde der Verein sich stets seiner Aufgabe bewußt worden. Man vermuthet, daß der Tod die Folge eines Unglücksdes Proletarierwissens! Und weiter. Für hunderttausende Proletarier wird am allen polizeilichen Maßnahmen schüßen. Mit der Aufrechterhaltung falles ist. Festtag der Arbeiter alljährlich ein Gedenkblatt heraus- des Grundsatzes der Anonymität seiner Besucher stehe und falle Selbstmord beging der Kaufmann Rieder wegen schlechten gegeben, das diesmal wahrlich nicht umstürzlerischer war der Asylverein. Nachdem der Magistrat die unentgeltliche Her Geschäftsganges. Seine Leiche wurde am Montag an als vordem und an dem Künstler und Schriftsteller, die gabe eines städtischen Grundstücks abgelehnt habe, seien Verhand- Gitschinerstraße gelandet. Sein Vater war vor einiger Zeit nicht allein in der proletarischen, sondern auch in der lungen über den Ankauf eines der Stadt gehörigen Terrains gleichfalls in den Tod gegangen, nachdem er Konkurs gemacht bürgerlichen Welt einen Namen haben, ihr bestes leisteten. Ueber geführt worden. Diese Verhandlungen hätten jedoch kein Resultat hatte. ber Die Rentnerin Anna Sch., die mit ihrer 12jährigen Tochter Julie am 21. April d. J. zu früher Morgenstunde vom Hallefchen Ufer aus in den Kanal sprang, nachdem sie das Kind an sich festgebunden hatte, dann aber von einem Schußmann gerettet wurde, ist mit der Tochter aus dem Krankenhause, wohin sie ges bracht wurden, geheilt entlassen. das Gedenkblatt wird die Konfistation verfügt, und es gelingt gezeitigt, der Magistrat schließlich das Angebot des Vereins abder Polizei, einen immerhin in betracht kommenden Bruchtheil gelehut habe. Nach Ansicht des Referenten müsse der Verein die in der Kleinen Hamburgerstr. 10 wohnhafte Hebamme Bischoff Mordversuch und Selbstmord. Nach dem„,.- A." hat der Festschrift mit Beschlag zu belegen. Durch solche und nun auf die Hilfe der Stadt verzichtend, aus seinen ähnliche Thaten aus der Zeit der Umfiurzära und der Umsturz- Mitteln zur Beschaffung des Grundstücks und zum Neubau des ihre Schwiegermutter dadurch zn ermorden versucht, daß sie ihr schande ist nun wirklich etwas geschehen. Da hat die Kraft, die Männerasyls schreiten. Mit der Aufforderung, die Mitglieder mit einem scharffantigen Stück Holz derartig über den Schädel in dem Namen des Köller ihren Ausdruck findet, etwas des Vereins möchten durch rege Theilnahme und lebhafte Agitation schlug, daß derselbe vollständig bloßgelegt wurde. Der Ehemann außerordentliches geleistet. Da ist den Männern der neuen, für die Zwecke des Vereins dazu beizutragen, daß die Aufgabe, der Bischoff brachte die Verletzte nach dem Lazarus- Krankenhaus auferstehenden Gesellschaft gezeigt worden, was an Macht und welche sich der Verein gestellt habe, recht bald erfüllt werde, Polizei Anzeige von dem Geschehenen, worauf ihm ein Schuhmann und machte auf dem Rückwege nach seiner Wohnung bei der Energie noch vorhanden ist unter den berufsmäßigen Schüßern schloß der Referent unter lebhaftem Beifall seinen Vortrag. des Bestehenden. Das Mitglied, Stadtverordneter Dinse, bezweifelte unter mitgegeben wurde. Als Frau Bischoff die herannahenden Männer Ja, ist denn mit diesen Thaten irgend etwas Positives ge- voller Zustimmung zu den vom Referenten vertretenen Grund- erblickte, schnitt sie sich beide Pulsadern auf und stürzte sich aus leistet worden? Ist ein einziger Sozialdemokrat aufzuzählen, der fäßen, daß die von Singer angeführten Motive für die Ab- dem Fenster ihrer in der ersten Etage belegenen Wohnung auf durch diese Maßregel eingeschüchtert worden wäre, ist ein lehnung des Magiftrats maßgebend gewesen seien. Redner die Straße hinab. Sie wurde sofort mittels Kopp'schen Krankeneinziges bisher indifferentes Gemüth 311 nennen, zu glaubte die Ablehnung des gebotenen Kaufpreises mit dem zu wagens nach der Charitee transportirt, verstarb jedoch bereits dem nunmehr der Geist des neuen nicht tommen fönnte, geringen Angebot rechtfertigen zu können. auf dem Wege dorthin. das gefangen bleiben wollte wie bisher in den Sklavenketten Im übrigen empfiehlt er die Miethung von Stadtbahnleiblicher und geistiger Knechtschaft? Den Mann möchten wir bögen für Asylzwecke. Nach einer kurzen Erwiderung sehen, der das zu behaupten wagte. Im Gegentheil. Gerade in Singer's wird dieser Gegenstand verlassen, nachdem der Vordiesen Tagen hat sich das offenbart, was noch an jeder neuen ſizende Thölde die Zustimmung der Versammlung zu den geistesfrischen Bewegung beobachtet wurde, nämlich daß die Singer'schen Ausführungen fonstatirt hatte. Thaten unserer Feinde tausende bisher dem alten blind Der Abg. Träger referirte nunmehr über zwei dem Asylergebener Köpfe aufgeweckt und sie zum Nachdenken über verein zugefallene Vermächtnisse von sehr erheblichem Betrage. unser Wollen und Wirken angeregt haben. Es geht Die eine Zuwendung( Gerson'scher Nachlaß) bringt dem Verein Von religiösem Wahnsinn wurde am Montag Morgen wie mit dem Sturmwind, der das Samenkorn weit über die Lande die Summe von etwa 200 000 m., die andere( Cuvry'scher Nach- die Wittwe Heinrich befallen, deren Ehemann sich vor mehreren wirbelt und auf Ackerland, das man brach wähnte, Blüthen und laß) bringt den Verein in den Mitbesitz einer Anzahl werthvoller Jahren erschossen hat. Die Wittwe gründete sich damals ein Früchte hervorzaubert. Nichts Thörichteres, als wenn Polizei Grundstücke, deren Veräußerung die Vereinsmittel sehr beträchtlich Grünframgeschäft in der Werftstr. 21, hat dies aber seit furzer und Staatsanwalt auf den Geisteskampf losgeschickt werden! vermehren wird. Mit der Wiederwahl der statutenmäßig aus Beit aufgegeben und wohnt Gerhardstr. 3. Die Polizei hat sich In Dußenden Versammlungen wird in den Augen vieler scheidenden Mitglieder wurde nach einigen Worten des Vor- der Frau, die auf der Straße umherlief und unsinnige Reden tausender fampfgeweckter und tampfesfroher Männer und Frauen sigenden die Versammlung geschlossen. führte, angenommen. heute die Wirkung zu lesen sein, die das Mühen der eifrigen Der Eingemeindungs- Ausschuß der Vororte hat MonDiener des eifrigen Herrn Köller geübt hat. Diese staatsBeim gewerbsmäßigen Vogelfangen wurde der bereits retterifchen Thaten find der Berliner Arbeiterschaft eine Mahnung tag Abend den Beschluß gefaßt, sich jetzt behufs Förderung wegen diefes Bergehens vorbestrafte 17 Jahre alte Arbeitsbursche und sie reden ihr ins Gewissen, befferes noch als bisher gewenden. Die von Herrn v. Köller beabsichtigte Stadtrechtertheilung, der Einverleibung mit einer Immediateingabe an den Raiser zu Schonnessti in Lichterfelde abgefaßt. schehen in Organisation und Agitation zu leisten, Vom Unglück verfolgt wird die Familie des Böttchers damit die Sozialdemokratie ihre Mission um so gründlicher erfülle. So wurde ausgeführt, sei, obgleich sie gewissermaßen als Schreck- Heinrich, Kottbuser Damm 5, die aus den Eltern und 5 Kindern Hält die Arbeiterschaft übers Jahr wieder Heerschau, so schuß von Nixdorf gewünscht worden sei, die unglücklichste Lösung besteht. Der Vater war seit Monaten frank und daher arbeitsHält die Arbeiterschaft übers Jahr wieder Heerschau, so sollen der Sache des Proletariats neue Kämpferschaaren gewonnen der Sache; sie werde Rixdorf und Schöneberg ungeheuer belaften, los. Am Montag war es ihm nach seiner Genesung gelungen, sein, zum Heil für die Kultur und den Fortschritt der Menschheit! ohne den anderen Vororten zu nüßen. Der Vertreter von Weißen- in der Zichorienfabrik von Resag in der Dresdenerstraße Bes see berichtete, daß Herr v. Köller auf seinem jüngsten Diner beim schäftigung zu erlangen. Als ihm nun die Ehefrau das erste Dahin wirke ein jeder! Champagner erklärt habe, er denke garnicht an eine Einverleibung Mal das Mittagbrot gebracht hatte und auf dem Heimwege beDie Maiseft- Zeitung hat der Polizeiverwaltung Schweiß- und wisse überhaupt von der Sache nichts. Das läßt tief griffen war, wurde sie an der Ecke der Prinzen- und Dresdenertropfen gekostet. Bon vielen Seiten gehen uns Mittheilungen zu blicken. straße von einem Rollwagen überfahren. Sie trug an Kopf und von staatsrettenden Thaten, welche die braven Männer vom Alexanderplatz bei unsern Parteigen offen zu begehen hatten. Aus Soziales Pflichtbewußtsein in Unternehmerkreisen. Der Bruft so schwere Verlegungen davon, daß sie nach der Unfallder firozenden Fülle derartiger Meldungen wollen wir kurz die Inhaber der Konfektionsfirma Lucian in der Landsbergerstraße, station III gebracht wurde, wo die Aerzte noch eine schwere prägnantesten stizziren. Genossen Lehmann, ein Herr Schleich, legt seinen Arbeiterinnen ein Schriftstück Gehirnerschütterung feststellten. Das Ableben der unglücklichen Sorauerstr. 17, und Weiße, Görligerstr. 68, tamen am Dienstag folgenden Inhalts zum Unterschreiben vor:" Wir unterzeichneten Grau wird stündlich erwartet. Morgen schon um fünf Uhr früh Sicherheitsbeamte, um zu haus Lucian, sondern auch für andere Geschäfte arbeiten." Wer nicht Hofe eines Grundstücks in der Ziegelstraße in einem Aschkasten bestätigen hiermit, daß wir nicht ausschließlich für die Firma Polizeibericht. Am 29. d. M., vormitttags, wurde auf dem suchen. Nachdem diese Arbeit mit peinlicher Umsicht erfüllt war, beschied man die beiden Verdächtigen nach dem Alexander gewillt ist, dies Schriftstück zu unterzeichnen, wird auf der Stelle die Leiche eines anscheinend gleich nach der Geburt erdrosselten play, allwo man allerhand Fragen an sie stellte, die selbst entlassen. Diese Maßregel hat natürlich den Zweck, das Geschäft Kindes aufgefunden. Ein Mann sprang am Schleswiger Ufer verständlich so gewissenhaft, als es Sozialdemokraten in solchen von der Zahlung der Beiträge zur Krankenkasse, sowie zur Alters- bei der städtischen Bade- Anstalt, in der Absicht, sich das Leben und Invalidenversicherung zu befreien. Fällen möglich ist, von den Inkulpaten beantwortet wurden. Wie der Firmenträger zu nehmen, in die Spree. Er wurde noch lebend aus dem Der Vertrauensmann des 4. Wahlkreises SO, Buchdrucker großmüthig erklärt, ladet er die Lasten der Sozialreform feinen Wasser gezogen und nach dem Krankenhause gebracht. In Schulze, wurde mittags halb zwölf Uhr von seiner Arbeits- den Hals, sondern nur, um nichts mit den Schreibereien zu thun einer Ohnmacht von der Treppe und erlitt anscheinend innere armen Arbeiterinnen nicht aus Sparsamkeitsgründen völlig auf einem Hause in der Fehrbellinerstraße fiel ein Mädchen infolge stätte geholt und von zwei Beamten nach dem Alexanderplat gebracht. Schulze foll in betreff der Maifeft- Beitung eine furcht haben. Diese bezeichnende Begründung ändert natürlich nichts Berlegungen. Nachmittags stürzte auf dem Neubau der gebracht. Schulze soll in betreff der Maifeft- Beitung eine furcht an der Thatsache, daß die Arbeiterinnen zu unrecht geschädigt Gemeindeschule in der Graunstraße ein Maurer beim Abbrechen bare Sünde begangen haben. Auf dem Polizeipräsidium wurde werden und daß fie oft offenbare Lügen unterschreiben müssen, wenn einer Stangenrüstung aus dem zweiten Stocke auf den Hof ihm nämlich vorgeworfen, daß er während erfolgter Konfistation sie ihr färgliches Brot bei der Firma Lucian nicht verlieren hinab und erlitt außer einer schweren Verlegung am Kopfe einen der Festschrift einige tausend Exemplare beiseite geschafft und fie unter den Parteigenossen des vierten Wahlkreises verbreitet wollen. Leider haben die Arbeiterinnen noch vielfach nicht be- Bruch des Oberschenkels.- Im Laufe des Tages fanden zwei habe. Es versteht sich, daß unser Genoffe diese Verdächtigung griffen, daß es einzig durch eine tüchtige Organisation möglich fleine Brände statt. als gänzlich unbegründet bezeichnen konnte und jegliche Mit- ist, das Unternehmerthum zur Erfüllung seiner selbstverständlichsten wissenschaft an der angeblichen Gräuelthat in Abrede stellte. Pflichten zu zwingen. Bei unsern zu • Witterungsübersicht • Barometer stand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. OS Windrichtung vom 30. April 1895. 768 NNO 767 GO 767 D 767 NND 768 SIS • 766 NW 773 772 NW 768 765 SSW WSW 769 • M . Windstärke (-) 2322BILIBR1 Wetter Temperatur 50.= 40 R.) wollig Dunst heiter 13 13 12 woltig 14 heiter 9 bedeckt 10 wolfenlos bedeckt bedeckt heiter 4 4 9 11 wolfig 9 BREPRAEITO Während der Vernehmung waren vier Polizeibeamte in der Wohnung Bur Selbsthilfe gegen ihre betrügerischen Bauherren unseres Genosseu, Oppelenerstr.3, mit einer geradezu staunenswerthen schritten am Montag eine Anzahl Bauarbeiter. Ein Unternehmer Energie thätig. So gründlich, wie wegen der Maifest- Beitung, läßt gegenwärtig in Gemeinschaft mit einem Baumeister in Stationen. hat sich die Polizei wohl selten angestrengt. Teppiche wurden Moabit einen großen, umfangreichen Neubau aufführen, der aufgehoben, Betten umgekehrt u. s. w. u. s. w. Auch die Frau bereits bis zur dritten Etage gediehen ist. Die Bauarbeiter aber des Spediteurs Thiel, Lausitzerstr. 2, wurde am Montag und hatten schon 14 Tage bis 4 Wochen lang ihren Lohn nicht erDienstag polizeilich vernommen. Bei Thiel hat man in seiner halten und waren mit der Zahlung bis auf den vergangenen Swinemünde. Abwesenheit am Sonnabend Nachmittag den Keller durch einen Sonnabend vertröstet worden. Wer sich an diesem Tage auf dem Hamburg Schloffer öffnen lassen und gründlich in dem leeren Raum ge- Neubau nicht sehen ließ, waren die Bauherren, fuhren da- Berlin haussucht. Das Resultat aller dieser, polizei- gegen gestern per Droschte vor, um den Bauplatz zu inspiziren. Wiesbaden. lichen Recherchen, Sistirungen, Vernehmungen, Die erbitterten Arbeiter aber, die gleichfalls vollzählig anwesend München Haussuchungen 2c. war durch und durch Null. waren, forderten nun die Burschen auf, den Lohn sofort auszuzahlen; Wien Ueber eine Handfuchung unter erschwerenden Umständen es gelang den Bauunternehmern jedoch, bis zu der auf der Straße Haparanda wird uns die folgende Mittheilung gemacht: Bu der franken haltenden Droschte zu flüchten und davonzufahren. Das Gefährt wurde Betersburg Frau unseres Genossen Mary, Kastanien- Allee 96, der für die von den Bauarbeitern, die sich gleichfalls in Droschten warfen, Cort. Schönhauser Vorstadt die Parteispedition versteht, tam in Ab- verfolgt und in der Markgrafenstraße gestellt. Jest trennten sich Aberdin. wesenheit des Mannes eine fremde Frau mit der Absicht, eine die beiden Betrüger; der eine lief in ein Haus dieser Straße, Paris Nummer der Maifeft- Beitung zu kaufen. Diesem Verlangen bäude der Lindenstraße. Beiden ging es recht schlecht dabei, der andere, der Bauunternehmer suchte Zuflucht in einem Gefonnte nicht entsprochen werden, da M. selbstverständlich nichts denn der Herr Unternehmer wurde von dem Portier des letzt Wetter- Prognose für Mittwoch, 1. Mai 1895. Warmes, ziemlich heiteres Wetter mit schwachen südöstlichen dergleichen hatte. Nach längerem Bitten ließ sich Frau M. jedoch thörichterweise bewegen, ihr eigenes Exemplar, in welchem sie genannten Hauses aufgefordert, dasselbe zu verlassen. Als er dies Winden; keine oder unerhebliche Niederschläge. Berliner Wetterbureau. nicht that, wurde er von einem Schußmann wegen Hausfriedenszufälligerweise gelesen hatte, der Frau zu überlassen. Die Folgen bruch festgenommen und nach der zuständigen Revierwache in der diefer übel angebrachten Gutherzigkeit zeigten sich alsbald darin, daß drei Beamte auf der Bildfläche erschienen und eine sehr ein- Lindenstraße gebracht. Der andere Lumpazius aber, der ergehende Durchsuchung aller Räume vornahmen. Dabei wurde wähnte Baumeister, der in einem Hause der Markgrafenstraße auch das Lager der Stranken, die an beiden Füßen gelähmt ist, weilte, wurde von den empörten Arbeitern herausgeholt und nicht verschont und die leidende Frau mehreremale aus dem Bett erhielt derartige Prügel, daß er blutüberströmt mittels Droschke gehoben und der Körper einer peinlichen Visitation unterzogen. nach feiner eleganten Wohnung im Westen Berlins geschafft daß das Gewerkschafts- Bureau am 1. Mai geschlossen ist. Nach Der Berliner Asylverein für Obdachlofe hielt gestern Nordd. Allg. 3tg." entnommenen Notiz, die vom unglaublichsten Postkarte an das Gewerkschafts- Bureau, Grenadierstr. 10, oder Deutsche Rüpel. Diese Ueberschrift gaben wir einer der Schluß der Versammlungen ersuchen wir, entweder sofort durch Abend im Bürgersaal des Rathhauses seine diesjährige General Chauvinismus handelte, dessen sich dem genannten Blatt zufolge wenn sich die beorderten Radfahrer, die sich legitimiren können, versammlung ab. Nach Erledigung der Verwaltungsberichte einige Sportfere schuldig gemacht haben sollten. Hierzu erhalten melden, an diese die Berichte abzugeben. Vor allem wünschen wir referirte der Kurator des Männerasyls, Paul Singer, über die nothwendige Vergrößerung und den geplanten Neubau des wir folgende Buschrift: die Angaben, wieviel Arbeiter und Arbeiterinnen sich an den Betreffs der der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" vom Männerasyls. Der Verein habe sich um unentgeltliche Hergabe Vorwärts" entnommenen Notiz über die Sigung des Vorstandes Vormittagsversammlungen betheiligt haben. eines städtischen Grundstücks an den Magistrat gewandt. Zuerst und Ausschusses der geplanten Ausstellung für Sport u. f. w. schienen die Verhandlungen einen günstigen Verlauf zu nehmen, vom 23. April bemerke ich ergebenst, daß ich jener Sigung gar dann aber traten Schwierigkeiten ein, deren Ursprung Redner vom 23. April bemerke ich ergebenst, daß ich jener Sizung gar für sehr bedauerlich erklärte. Es scheine im Magistrat die mert nicht beigewohnt habe. Aus zuverlässiger Quelle ist mir übrigens mitgetheilt worden, daß der Wortlaut des„ Protestes" würdige Ansicht zu herrschen, daß Arbeitslosigkeit" und " Arbeitsscheu" identische Begriffe feien. Nach den durch Mit- nicht richtig von dem betreffenden Berichterstatter wiedergegeben worden sei. Euler. theilungen maßgebender Personen verstärkten Beobachtungen des Referenten hätte sich im Magiftrat eine Strömung geltend ge= Theater- Chronit. Das Bentral- Theater bleibt wegen Vor macht, welche in der Thätigkeit des Aſylvereins eine Förderung bereitungen zur Operettenpremière Figaro bei Hof" bis Sonnder Arbeitsschen und des Bagabundenthums er- abend geschlossen. Im Neuen Theater wird noch in dieser Saison Trotzdem war das Resultat ein durchaus negatives. werden mußte. Gewerkschaftliches. An die Gewerkschaften Berlins! Den Gewerkschaften und Arbeitern Berlins zur Kenntniß, Der geschäftsführende Ausschuß ber Berliner Gewerkschafts- Kommission. An die Zimmerer Berlins nnd der Umgegend. Werthe Kameraden! Die am 28. April im Feenpalat tagende öffentliche Versammlung beschloß in anbetracht der immer mehr um sich greifenden Lohnreduzirungen, auf jeder Arbeitsstelle oder Bau einen Platzdeputirten zu ernennen, welcher dem Unterzeichneten Material über die auf den einzelnen Blägen gezahlten Löhne, über die Zahl der dort arbeitenden Bimmerer, über die Bu " Achtung, Töpfer! In der Ofenfabrik von Kittler& Co. in Nürnberg ist wegen Lohndifferenzen ein Streit ausgebrochen. Buzug ist strengstens fernzuhalten. Der Zuzug von Schneidern ist bis auf weiteres noch Vergnügungs- Verein Italia". Mittwoch, den 1. Mat, abends a uhr, bet Thiessen, Bionstirchplay 1( Maifeier). Verband Deutscher Barbiere, Friseure und Perrückenmacher. straße 44: Bersammlung. ( weigverein Berlin.) Donnerstag, den 2. Mat, bet Röllig, Neue FriedrichDermisdites. " gehörigkeit derfelben zur Organisation, sowie über sämmtliche| flüchtige Umschau zu halten, der wird zugeben müssen, daß die daß bei Annahme von Arbeitskräften doch zunächst diejenigen Unregelmäßigkeiten( Lohnausfall u. f. w.) berichten soll. Außer- Kunstschau in diesem Sommer weit mehr zu sagen haben wird, berücksichtigt werden, welche 15-16 Wochen arbeitslos sind. dem soll dadurch ein engerer Zusammenschluß, event, auch gegen als im Vorjahre. Das kommt daher: Man ließ wiederum die Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Mittwoch, die größten Ausbeuter Front gemacht werden. Es liegt Bollschranken fallen, die den Berliner Kunstmarkt ängstlich den 1. Mai, nachmittags und abends: Busammenkunft der Schleswignun wohl im Interesse aller Zimmerer, die Wahl sofort schüßen sollten. So weit sich in dem Wirrwarr, den jede noch Solsteiner mit Frauen in der„ Neuen Welt", Hasenhaide. vorzunehmen und die Adresse der ernannten Deputirten dem unfertige Ausstellung aufzuweisen pflegt, überschauen läßt, kommt Unterzeichneten im Laufe dieser Woche mitzutheilen, um die für freilich dabei die Berliner Kunst selber arg ins Gedränge. In uns so werthvolle Einrichtung so schnell wie möglich in Fluß zu ihrem Durchschnittsmaß stellt sie den Tiefstand der gegenwärtigen bringen. Gleichzeitig beschloß die Versammlung, die Sperre über Kunstproduktion dar. Man muß aber gerechterweise erwägen, daß die Firma Simon u. Co., Haid eft r. 55/57, bestehen zu in Berlin zunächst das örtliche Interesse mitspricht. Für Berlin lassen, da von der Firma an stelle der Tischler jegt wieder bedeutet die Ausstellung den großen Kunst- Jahrmarkt, an Zimmerer gesucht werden zu den niedrigen Akkordpreisen. Das dem die Masse der Berufenen und Unberufenen Antheil Geschäft ist also unbedingt zu meiden. Der Vertrauensmann haben möchte. Daher die Fülle nichtssagender Arbeiten. Der mit der Feststellung der Todesursache bei den mit der Elbe Zum Untergang der Elbe. Aus London wird gemeldet: der Zimmerer: Theodor Fischer, Berlin N., Danzigerstr. 83. Schlimm ist es, daß diesem werthlosen Ueberschuß so wenig Berunglückten betraute Coroner hat den Antrag der EigenDer jetzige Redakteur der Deutschen Berg- und Hütten- originales hier entgegengestellt werden konnte. Bielleicht wird thümer der„ Grathie" auf fernere Bertagung der Untersuchung die traurige Beleuchtung, in der Berling Kunstschaffen erscheint, arbeiter Zeitung", tritt am 1. Mai von der Redaktion zurück, freundlicher, wenn erst die Ausstellung vollendet ist. Wie es noch abgewiesen. nachdem die gegen ihn erkannten Gefängnißstrafen in der Höhe gestern schien, haben sich Berliner Künstler besten Namens fernstoßes der Elbe" mit der„ Grathie" wurde am Dienstag in Das Reichenschaugericht in Sachen des Zusammenvon sieben Monaten rechtskräftig geworden sind. Außer dem schweben noch drei Anklagen gegen ihn, und zwar je einzelt nur tauchen Versuche auf, daß jemand aus der jüngeren des Kapitäns Donner und der bisherigen Rechtsbeistände fortgehalten oder die Ausstellung ganz ungenügend beschickt. Ver- Lowestoft in Gegenwart des Kapitäns Wilson vom Handelsamte, eine wegen angeblicher Beleidigung. Aufreizung und Majestäts- Künstlerschaar große malerische Probleme behandelt; so in einem gefeßt. Holman, der Rechtsbeistand der Eigner der„ Grathie", beleidigung. In einem erschütternden Abschiedsworte" an die Roloffalgemälde Dettmann's, das die winternächtliche Szenerie Freunde und Kameraden sagt der Scheidende: Ich bin schwer barstellt, als Kaiser Wilhelm's Leichnam nach dem Dom über- beantragte Bertagung und setzte auseinander, während die getroffen worden; habe ich doch das ganze Jahr 1893 vollständig führt wurde. Zeugen der Grathie" einem Kreuzverhör unterzogen würden, im Gefängniß zubringen müssen. Und wieder sind es 7 Monate, die ich dem Leben entzogen werde, denn im grunde ist es eins, Gäste mit ihren amerikanischen Verbündeten. Den Gegenpol zur Masse der Berliner bilden die Pariser batte er keine Gelegenheit, die überlebenden Mitglieder der MannSo bedeutet schaft der„ Elbe" zu vernehmen. Der Leichenbeschauer entschied, daß todt oder hinter Kerfermauern. Kameraden, ich trete ab, ein der Besuch der Pariser eine friedliche Eroberung. Sie konnten die Verhandlung fortzusetzen sei. Der Koch der„ Crathie", Sharp, wanken in dem Streben nach Erringung besserer Verhältnisse. lese von Werken, die in den letzten Jahren entstanden waren, blickte, etwas gesehen, was verschiedenen Lichtern von Fischerbooten anderer trift in die Bresche. Ich fordere Euch auf, nicht zu mit einer Elitetruppe ins Treffen rücken; sie durften eine Aus- erklärte, als er um 5 Uhr 25 Minuten am Morgen der Kollision auf Deck gekommen sei, habe er, als er über die Backbordseite Kein Baum fällt auf den ersten Hieb aber Beharrlichkeit vereinigen und so kommt es, daß fast keine einzige ihrer Arbeiten glich; als er sich nach der Kambüse begeben habe, wo das Feuer führt stets zum Ziel. Dies bedenkt und eine hohe Freude in den drei großen Gruppen, in die sie sich spalten, ohne brannte, habe er den Steuermann und den Ausguckmann gesehen, wird es für mich sein, werde ich wieder in die deutsche individuelle Bedeutung, ohne Charakter ist. Jede der drei Freiheit entlassen, Euch alle frisch unverdroffen am Werke zu Gruppen, die die Hauptanziehung der diesjährigen Ausstellung Der Matrose Dram sagt aus, er habe das Steuerrad um 4 Uhr die dort bis zum Augenblick der Kollision gestanden hätten. fehen. Erlahmt nicht! Das ist mein Abschiedsgruß. Hoch die bilden werden, hat einen großen Saal für sich in Anspruch ge morgens übernommen; er habe das Licht des anderen Dampfers, Organisation! Glückauf! nommen; im mittleren Saale herrscht die jüngere führende als dieser 20-30 Yards entfernt war, gesehen und sofort das Ruder Kunstschule vom Marsfeld, und Künstler, deren Schaffen ehemals scharf an Backbord gelegt; unmittelbar darauf sei der Zusammenstoß vielumstritten, heute anerkannt ist, wie Besnard, der farbenfreudige erfolgt. Vor und nach demselben habe er laut gerufen und gedacht, die Buvis de Chavannes, hervorragend im dekorativen Element Rufe müßten von dem Mann auf dem Ausguck gehört werden. Carrière, der nachdenkliche Courtois, der martige Porträtmaler, Matrose White sagt aus, er habe zuerst das Licht der„ Glbe" ge= sind hier vertreten. Im Saale zur Linken ist die„ ehrfamere" und konservativere fehen, als diese etwa 2 englische Meilen entfernt war." Er habe Glas und Porzellanarbeiter! Buzug ist fernzuhalten Künstlergruppe vom Glysee vereinigt; hier findet man Werke zuerst ein rothes und ein grünes Licht bemerkt, aber beinahe auf der Stelle sei das rothe Licht verschwunden und nicht wieder Von Oldenburg( Glasmacher), örtel( Glasmacher), von Bouguereau Le Quesne, und ein paar der geistreichsten, aufgetaucht. Das Verschwinden desselben sei der Grund gewesen, Bergedorf, Jbbenbüren( Glasmacher), Groß flottesten Porträts der ganzen Ausstellung von Boldini. Im daß er seine Beobachtungen nicht mitgetheilt habe, obwohl er, Oldendorf( Glasmacher), Radeberg( Schleifer), Rive Saal zur Rechten hängen die Arbeiten der Amerikaner. Dies wie er zugiebt, dies hätte thun sollen. Der Obersteuermann de- Gier, Frankreich( Glasmacher), und sämmtlichen Hütten originelle, in Paris aufgewachsene Künstlergeschlecht, ist uns nicht Craig der„ Crathie" bestreitet die Angabe, daß er zur Zeit des Belgiens( Glasmacher, Schleifer und Graveure), Berlin fremd mehr in Berlin. Ihr Auftreten auf der großen Jubiläumsaus raig der Crathie" bestreitet die Angabe, daß er zur Zeit des ( Maler), Vegesad, Altwasser in Schlesien( Tilsch u. So.), ftellung war eine Ueberraschung, Die alten Namen fehren diesmal Busammenstoßes in der Kambüse gewesen sei, Albersweiler, Turn bei Teplih( C. Wohlis), Lessau wieder. Der elegante Stewart, Walter Gay, Melchers Weeks, bei Karlsbad, sämmtlichen Porzellanfabriken( Dreher und Maler), Mac Gwen, und zu ihnen gefellt sich der wundersam frische sowie von der Majolika und Terrakottafabrik der Firma Harrison, der hervorragendste Kenner wohl aus der ganzen A. Heller in Turn bei Teplitz, Antoniwald( Glasschleifer), Schaar. Vom Hang zum Mysticismus, der neuerdings durch Schüßen Deutschdorf( Glaskugler), Bülach( Schweiz), die französische Literatur zieht, ist in der Ausstellung der Pariser Firma Bögeli, Hab u. Ko. faum ein Hauch zu verspüren, wenigftens in der Auswahl, die man traf. Was unsere Münchner nach Berlin gefandt haben, das ließ sich gestern noch nicht überschauen. Sie scheinen sich im allgemeinen auf eine Auswahl dessen, was vorigen Sommer daheim zu München zur Schau brachten, beschränft zu haben. Der Schreiber dieser Beilen fah fast aus schließlich Bilder, denen er im Vorjahre zum größeren Theile bei den Sezeffionisten in der Prinzregentenstraße, theils auch im Glaspalast begegnete; unter ihnen Franz Stuck's Allegorie von Ueberschwemmung. Nach Meldungen aus Graz sind die der Sünde, Paul Hecker's Nonne mit den Wundmalen, Lam- Mur und die Raab theilweise aus ihren Ufern getreten und berger's interessante Porträts, Albert Keller's neue Versuche. haben Wecker und Wiesen unter Wasser gesetzt. Gössendorf bei Erfreulich ist, daß der kernhafte Leibl aus Dachau, Graz ist überschwemmt. bei uns sonst ein seltener Gast, diesmal mit einer ganzen Serie von Bildern kommt. An den Münchenern, Aus Laibach wird vom Montag berichtet: Sonntag Nachdie nicht in so konzentrirter Kraft auftreten, wie die mittag um 7 Uhr 5 Minuten erfolgte ein heftiger kurzer Erdstoß Gäste aus Paris, läßt sich eher ein gerechtes Werthmaß mit vorhergehendem starken Getöse. Nachts erfolgten zwei für die„ Berliner" finden; aber wie schlecht kommen auch da schwächere Stöße. Das regnerische talte Wetter macht sich für die Berliner weg. Da ist Leben, Ringen, Vorwärtsbewegen, die Feldbewohner recht empfindlich bemerkbar. Der Barackenbau Wärme! und etwas wie nüchterne, verdroffene Stimmung lagert schreitet fort. Die Sicherheit und der Sanitätszustand sind brückend auf der Berliner Kunst. Damit sind natürlich nur normal. Die Adaptirungs- und Demolirungsarbeiten schreiten fort. flüchtige Eindrücke gekennzeichnet. Ein näheres Eingehen sei auf 37 Minuten nachts erfolgte ein starter Erbstoß unter rüttelnder Aus Laibach wird vom Dienstag gemeldet: Um 1 Uhr später verspart. Bewegung, der über eine Sekunde dauerte. Die Bevölkerung wurde alarmirt und verließ vielfach die Häuser. Neue Schäden wurden nicht festgestellt. von Flensburg und Wilhelmshaven fernzuhalten. Zuzug von Tischlern ist fernzuhalten in Beziehung auf Varel( Tietjen's Werkstatt), Rohrbach bei St. Ingbert ( Wagner's Wertstatt), Bunzlau i. Schl.( Kählich's Werkstatt) und Bern in der Schweiz( Firma Marzili); von Bildhauern und Kehlern nach Lauterberg( Hillegeist); von Drechslern nach Lübben( P. Lindemann); von Steinnuß und Horn knopf Drechsleru nach Schmölln in S.-A. = Die Gerber der Fabrik von J. Piening in GIm3. horn haben die Arbeit niedergelegt und bitten um Fernhaltung des Zuzugs. In Meerane( Sachsen) haben sämmtliche Arbeiter und Arbeiterinnen( Jaquard- und Schaftarbeiter) der Firma Straff u. Sohn die Arbeit niedergelegt. Grund der Arbeitsnieder legung ist die fortwährende Lohnreduzirung. Die Arbeiter verlangen nun eine Lohnerhöhung von 25 pet. auf Jaquard, 20 pCt. auf vielschäftige Schaftarbeit und 15 pet. auf gewöhnliche Schaftarbeit. Der jezige Durchschnittslohn der Jaquardarbeiter beträgt bei vollständiger Arbeit wöchentlich 9-10 m., bei den Schaftarbeitern 7-8 m. Die Werft in Lübeck hat den streitenden Malern 40 Pf. Mindestlohn pro Stunde und für stehende sowie eiserne Masten 10 Pf. Aufschlag bewilligt. Ueber die Ursache des Bergarbeiter Ausstandes in Wöllan wird aus Graz gemeldet, die Arbeiter hätten die Wiederanstellung eines entlassenen Arbeiters und außerdem Lohnerhöhung gefordert, was von den Bergwerksbesitzern abgelehnt von worden wäre. Gerichts- Beitung. im " Bei einem Brande im Dorfe Brzezinka, so wird aus Breslau gemeldet, find 65 Besitzungen eingeäschert worden; nur der geringste Theil des verlorenen Gutes ist versichert. Zwei Frauen und ein Knabe sind in den Flammen umgefommen; mehrere Personen werden vermißt. 80 Familien find obdachlos. Aus Oswieziem tamen mehrere Wagen mit Lebensmitteln an. Großes Aufsehen erregte in Wien die Entdeckung, daß es einem jungen, bildhübschen Mädchen, einer geborenen Ungarin, möglich war, sich fünf Jahre lang in Männerkleidung als Stallpage und dergleichen unentdeckt durchzuschlagen. Sogar eine regelrechte Brautschaft mit einem anderen Mädchen wußte es zu unterhalten. Die Täuschung ist vor einigen Tagen entdeckt und die feltfame Heirath, die in diesem Sommer stattfinden sollte, somit zu Wasser geworden. Prinz Looz- Corswarem wurde in Brüssel wegen Heirathsschwindels im Betrage von mehreren Millionen verhaftet. Der Prinz ist der Sohn des Herzogs Looz- Corswarem und gehört dem höchsten belgischen Adel an. Bisher find Die streikenden Ansmacher Solingens treten in einem Flugblatt den vielen unwahren Behauptungen entgegen, die von Eine Anklage, die gestern hinter verschlossenen Thüren vor den Fabrikanten über die Bezahlung der Arbeiter folportirt der 2. Straffammer des Landgerichts I verhandelt wurde, werden. Gegenüber ihren Uebertreibungen wird angeführt, daß eröffnete wieder einen Blick in einen tiefen moralischen Abgrund. die Ausmacher troh 12-14 stündiger täglicher Arbeitszeit nur Auf der Anklagebant faßen drei Dienstmädchen und neben ihnen Der Dammbruch bei Vousey. Aus Metz wird berichtet: zwischen 12 und 18 m. wöchentlich verdienten. In dem Flugblatt ihre drei Dienst herren, erstere unter der Beschuldigung Infolge der Katastrophe bei Bousey geht die Mosel seit Sonntag wird es jedem freigestellt, sich durch Einsicht in die Lohnbücher des versuchten Berbrechens gegen feimendes Leben, lettere wegen Mittag sehr hoch. Bei startem Gewitterregen steigen die gelbvon der Richtigkeit dieser Angaben bei dem Vorstande des Aus- Beihilfe dazu. Die Anklage bildete ein fleines Kapitel zu einem Mittag sehr hoch. Bei starkem Gewitterregen steigen die gelbbraunen Fluthmassen immer noch. Die Staatsingenieure machervereins zu überzeugen. Zum Schluß heißt es: Unser Kampf Sittenroman fin de siècle, denn die Mädchen hatten sich erklären, der Dammbruch sei durch äußerlich nicht bemerkbare ist nicht frivol vom Zaune gebrochen, sondern uns von den von ihren Dienstherren verführen lassen und auf deren Fabrikanten aufgezwungen worden! Rath dann eine übelberüchtigte Frau aufgesucht, die ein Beränderungen herbeigeführt worden, welche der Winterfrost in Aus Espinal wird vom schimpfliches Gewerbe betreibt. Lettere hat sich ihrer Strafe dem Mauerwerk verursachte. durch die Flucht entzogen. Von den angeklagten drei Paaren Dienstag gemeldet: Der Bürgermeister von Domièvre ist gewurde das eine freigesprochen, weil hier noch kein Versuch im storben. Er hat bei der Katastrophe seine drei Nichten, einen Schwager und zwei Schwägerinnen verloren. bereitende Handlungen vorlagen. Die beiden anderen angeklagten einem Berichterstatter über das Reservoir von Bousey folgende strafrechtlichen Sinne festgestellt werden konnte, sondern erst vor: 68 Leichen aufgefunden. Der Dpartements- Ingenieur Denis theilt Mädchen wurden zu 2 bezw. 6 Monaten, die mitangeklagten technischen Einzelheiten mit. Der Ofttanal benöthigte täglich Männer zu 6 bezw. 7 Monaten Gefängniß verurtheilt. 40 000 bts 50 000 cbm Wasser zu seiner Speisung. Man fonnte nicht daran denken, dieses große Quantum der Mosel zu entnehmen, und stellte deshalb einen fünftlichen See her, welcher während der Regenzeit angefüllt werden und im Sommer den Kanal speisen sollte. Das natürliche Becken oberhalb Bousey war für diesen Zweck sehr günstig gelegen. Durch Herstellung der Dämme wurde dann der sogenannte Leich von Bousey gebildet, welcher eine Oberfläche von 128 Hektar hatte. Man war gerade damit beschäftigt, den Teich zu füllen; an der vollständigen Füllung des Reservoirs fehlten nur noch 100 000 Rubitmeter. ist fraglich, ob man den Damm von neuem aufbauen wird; die Rücksicht auf die Empfindungen der Bevölkerung wird verhindern, daß man einen ähnlichen Damm aufführt, selbst wenn Ein dessen Festigkeit über jeden Zweifel erhaben wäre. gelitten, daß der Boden aus porösem Thon bestehe, durch welchen Fachmann erklärt in einer Zuschrift an den Temps", die Anlage des Teiches von Bousey hätte an dem Fundamentalfehler das Wasser durchgefickert sei und allmälig die Festigkeit des GrundGegen den Abgeordneten Dr. Böckel ist ein Verfahren mauerwerkes vernichtet habe. wegen Aufreizung zum Klaffenhaß von der Staatsanwaltschaft Schiffszufammenstöße. Aus Odessa wird vom Dienstag eingeleitet worden. Es handelt sich um ein Gedicht Brutus, berichtet: Der Dampfer Kotzebue" der„ Russischen Dampfschiffschläfft Du?", das in der von Böckel und Ahlwardt herausfahrt- Gesellschaft", der sich ohne Baffagiere auf der Fahrt von gegebenen Zeitung abgedruckt war. Sebastopol nach Odessa befand, tollidirte 12 Werst von Tachankut Unterm Einflusse des Wiener Zieglerstreiks begann auch unter den Ziegelarbeitern Pilsens eine Lohnbewegung. Die Direktion des betreffenden Werkes bewilligte darauf den Als ein Unternehmer, der seine" Autorität" auszunuzen Arbeitern fofort 5 Kreuzer Lohnerhöhung für 1000 Biegel mit versteht, zeigte sich der Bäckermeister Eduard Krause, welcher der Bitte, sie sollten nur weiter arbeiten. Das geschah denn auch. gestern unter der Anklage der wiederholten thätlichen Beleidigung und der Freiheitsberaubung vor der vierten Straftammer des Ueber den Zündholzarbeiter- Ausstand wird der Rhein. Landgerichts I stand. Es traten gegen ihn vier junge Mädchen Beitung" aus Paris gemeldet, in der ersten Sigung der als Belastungszeuginnen auf, die bei ihm Verkäuferinnen gewesen Kommission, die mit der Prüfung der Mittel zur Ersehung des waren. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlich weißen Phosphors bei der Bündholz: Fabrikation beauftragt ist, feit statt. Aus der Urtheils verkündigung ging hervor, daß der habe Ministerpräsident Ribot, der in der Sitzung den Borsiz Angeklagte sich in unsittlicher Weise gegen seine Verkäuferinnen führte, die betreffenden Gelehrten ersucht, die Erörterung dieser vergangen und in einem Falle sein Opfer über eine halbe Stunde Frage so schnell als möglich zu erledigen. Die Kommission wird lang eingesperrt hatte. Der Gerichtshof verurtheilte ihn zu zu dem Zwecke wöchentlich zweimal tagen. Der Streit selbst einer Gefängnißstrafe von vier Monaten. nimmt seinen Fortgang. melden, ein ausgedehnter Kohlenarbeiterstreit In Ohio und West- Virginien wird, wie die" Times" erwartet, da die Grubenbesitzer die Löhne herabsetzen wollen. Kunst und Wissenschaft. Der seit dem Tode des Landgerichtsdirektors Martius gericht Berlin I ist jetzt durch den neu ernannten Landgerichtsverwaiste Posten des Direktors der 4. Strafkammer am Land Direktor Denso besetzt worden. " ES Die Große Berliner Kunstausstellung wird in diesem Jahre ungewöhnlich früh, am 1. Mai, eröffnet und kann bis Ende September besichtigt werden. Man hat es beklagt, daß uns in diesem Jahre fein sogenannter" Firnißtag", ähnlich wie in Notenfälscher Prozeß in Sibirien. Die„ Nowoje Wremja" mit dem russischen Kriegsdampfer Penderaklia", welcher von Paris, beschieden war. Das heißt," daß der Verfuch aufgegeben meldet aus Tobolst: In dem Prozesse gegen 32 Personen, welche wurde, das Hauptereigniß im Bereiche der bildenden Kunst mit 19 Jahre lang falsche Kreditbillets angefertigt und deren im Beeiner Weihe zu feiern, an der die„ Auswahl der Berliner Gefell: trage von 200 000 Rubel in Verkehr gesetzt hatten, wurden schaft" fich betheilige. Was das unter Umständen bedeuten 10 Personen zu Zwangsarbeit in der Höhe von 8-9 Jahren fann, daß haben wir alle noch von der legten großen verurtheilt und die übrigen freigesprochen. Jubiläumsausstellung her lebhaft im Gedächtniß. Damals Versammlungen. Nikolajew nach Sebastopol ging. Der Rozebue" erhielt einen Stoß in die Seite und ging fofort unter; der" Penderaklia", obgleich selbst ernstlich beschädigt, rettete 37 Personen der Befagung des Rozebue", während drei davon und zwei zufällig auf dem„ Kozebue" befindliche Passagiere ertranken. Die Kollision soll auf die Nichtbeachtung der Regel, sich rechts zu halten, zurückzuführen sein. glich der Ausstellungspalast zu Moabit einem Feldlager, und unsere fremden Gäfte schüttelten bebentlich mit den Köpfen, als fie die Kavalleriften in den Park sprengen fahen. Diesmal wird es bei der Eröffnungsfeier einfacher zugehen. Es Rigdorf. Die Freie Vereinigung der Bau- und gewerb find die Spitzen der Militär- und Zivilbehörden geladen, wie lichen Hilfsarbeiter vollzog in der Mitgliederversammlung am Das Amt des der offizielle Ausdruck lautet. Damit ist nach forrettem preußi- 21. April die Ersagwahl des Vornandes. schem Stil die Bedeutung des künstlerischen Ereignisses genügend ersten Vorsitzenden wurde dem Mitglied Heinemann und die gewürdigt. Stellvertretung dem Mitglied Höpner übertragen. In die FachDoch das find begleitende Nebenumstände, die am Ende mit tommiffion delegirte die Versammlung die Mitglieder Meier und dem inneren Werth der großen Jahresausstellungen nichts zu thun Roloff. Bei Besprechung von Vereinsangelegenheiten ersucht das haben. Wer Gelegenheit hatte, in der diesjährigen Ausstellung vorerst| Mitglied Lüben die Kolonnenführer, sie mögen darauf achten, Fr. Briefkaffen der Redaktion. Bir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 8wet Buchstaben oder eine Baṛt) anzugeben unter der die Antwort ertheilt werden soll. W. B. Die betreffende landwirthschaftliche Ausstellung bei Berlin- Treptow wurde am 6. Juni 1894 eröffnet und am 11. Juni geschlossen. G. 1. 40. Sprechen Sie auf der Redaktion vor. M. 100. Bundesdirigent des Arbeiter- Sängerbundes ist Kortum, Manteuffelstraße 70. Für den Inhalt der Juferate überAdolph Ernst- Theater] Unferem lieben Freunde und Stolfegen Freie Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker Herm. Schernewski zu heutigen Geburtstage die nimmt die Redaktion dem Publikum Madame Suzette. erzlichsten Glückwünsche. gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Mittwoch, den 1. Mai. Opernhaus. Der Troubadour. Morgen: Hänsel und Gretel. Schauspielhaus. Die Nibelungen. Morgen: Die Nibelungen. Deutsches Theater. Die Weber. Morgen: Weh dem, der lügt. Lessing- Theater. Ein Erfolg. Morgen: Der Herr Senator. Berliner Theater. Madame SansGêne. Morgen: Die Lästerschule. Neues Theater. Die Nervösen. Vorher: Die Massagekur. Morgen: Demi- Monde. Schiller Theater. Die zärtlichen Verwandten. Hierauf: Ein Strafrapport. Morgen: Don Carlos. Friedrich Wilheimstädt. Theater. Der Obersteiger. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Vaudeville: Posse in 3 Atten von Ordonneau. Musik von Edmond Audran, Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonntag, den 5. Mai, nachmittags 3 Uhr, zum besten der Hilfsbedürftigen in Laibach. Bei halben Preisen: Charley's Tante. Billerbestellungen zu dieser Vorstellung werden bereits von heute ab an der Rasse entgegengenommen. E 8996 P. M. P. M. Sch. V. A. Buchhandlung des ,, Vorwärts" Beuthstr. 2, Berlin SW, Bur Maifeier Berlins und Umgegend. Versammlung am Freitag, den 3. Mai cr., vormittags 10% Uhr, bei Buss, Große Frankfurterstraße 85. Tage Ordnung: : 1. Bericht des Vorsitzenden für das Geschäftsjahr 1894/95. 2. Neuwahl des Gesammtvorstandes. 3. Bericht und Neuwahl des Bibliothekars. 4. AufDeutschland in Vertrieb genommen 100/11 ist soeben erschienen und von uns für nahme neuer Mitglieder. 5. Verschiedenes. fefte statt. worden: Was haben wir erreicht? Ein Rückblick auf die Bewegung für die Achtstunden- Arbeit. Von H. Thurow und S. Pronter. Preis 20 Pf. Unter den Linden 21. 21. Dieses Schriftchen giebt auf 2 Bogen Nur noch diese Woche täglich. fchritte, welche der Gedanke des Achteine furz gefaßte Darstellung der FortBen- Ali- Bey's undentags in den einzelnen Ländern orientalische Magie. Sonntag, 5.Mai: Saison- Schluss. Familienkarten Giltigkeit. Residenz- Theater. Fernand's Ghe- Kaufmann's Variété. fontraft. Morgen: Diefelbe Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Madame Suzette. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Central- Theater. Geschlossen. Morgen: Geschlossen. Alexander- Plat- Theater. Durch gegangene Weiber. Alle 5 Barrisons. Morgen: Dieselbe Vorstellung. National Theater. Die lebende Brücke. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Theater Unter den Linden. Rund um Wien. Dorothea. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Bellealliance Theater. Geschlossen. Morgen: Geschlossen. Reichshallen Theater. Spezialitäten Vorstellung. American- Theater. SpezialitätenVorstellung. Königstrasse, Kolonnaden. Heute: Ensemble- Gastspiel der NeumannBliemchen's Leipziger VandevilleGesellschaft: Neumann, Wilh. Wolff, Horváth, Gipner, Lemke, Feldow und Ledermann. Novität! Novität! Zur Umsturzvorlage. Zeitgemäße Posse von Wilhelm Wolff. Kaufmann's Variótó. Spezialitäten- Castan's Panoptikum. Vorstellung. Ein Flug durch die Luft! Schiller- Theater. Chamly's mysteriöse ( Wallner Theater.) Katakombe. Mittwoch, 1. Mai, abends 8 Uhr: Die zärtlichen Verwandten und Reichskanzler Fürst Hohenlohe. Ein Strafrapport. Donnerstag, 2. Mai, abends 8 Uhr: Don Carlos. Freitag, 3. Mai, abends 8 Uhr: Don Carlos. Sonnabend, 4. Mai, abends 8 Uhr: Die zärtlichen Verwandten und Ein Strafrapport. Sonntag, 5. Mai, nachm. 3 Uhr: Don Carlos. Abends 8 Uhr: Zum 1. Male: Ultimo. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: Max Samit. Gastspiel der amerikanischen Gesellschaft William Calder. Worlezte Woche: Die lebende Brücke. Großes Sensationsschauspiel mit Mufit in 4 Atten( 11 Bildern), nach dem Eng10 vorm. und 4 bis 6 nachm. verlegt. Ich habe meine Sprechzeit auf 8 bis Dr. Gustav Heymann, Staligerstr. 108( Oranienstr. 207). Müllerstraße 148. Nach langen Mühen habe ich endlich mein 9000 Quadratmtr. gr. 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Mai 1895: Große Arbeiter Maifeter veranstaltet vom Arbeiter- Verein Wilmersdorf, verbunden Grossem Garten- Concert mit unter gütiger Mitwirkung der Gesangvereine„ Rothe Nelke", Schöneberg, ,, Liedertafel" ,,, Abendroth" und" Dorfglöcklein", Wilmersdorf( Mitglieder des Arbeiter Sängerbundes), unter Leitung des Dirigenten Herrn A. Miersch, sowie eines stark besetzten Orchesters unter Leitung des Kapellmeisters Herrn Thiele. 61/2 Festrede, gehalten vom Genoffen O. Antrick. Jm großen Saale: Tanz. Anfang 4 Uhr. Programm 20 Pf. Die Kaffeeküche ist von 2 Uhr an geöffnet. Das Komitee. Mai Am 1. Mai bleibt mein Geschäft den ganzen Tag geschlossen. 135 Schönhauser Allee 135. Th. Mayhofer Nachf., Cozialdemokr. Buchhandlung, Neu eröffnet: Restaurant und Stehbierhalle Emil Krutenberg, Königsbergerstr. 13. Max Kliem's Volksgarten Hafenhaide 14/15. Mittwoch, den 1. Mai d. J.: Gr. Frei- Konzert. In den Salen: Gr. Ball. 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Wenn den von ihm ausgeführten Bedingungen für eine Eingemeindung eine Ginverleibung stattfände, wolle der Magistrat teineswegs über die in seiner Vorlage gezogene Grenze hinausgehen. in mäßigem Umfange aus. Die Generaldiskussion wurde hierauf geschlossen und die weitere Berathung auf Antrag Singer's vertagt. Im Laufe der weiteren Verhandlungen wird sich der Ausschuß über den Umfang und die Bedingungen der der Versammlung zu empfehlenden Vorortseingemeindung schlüssig machen. Nächste Sigung Montag, den 6. Mai, nachmittags 5 Uhr. Versammlungen: entschließen(!). 11 " Stadtv. Cassel will die Frage ausschließlich aus dem finanziellen Interesse Berlins beurtheilt wissen. Redner steht einer Einverleibung richt sympathisch gegenüber und kann nur unter dem 3wange der Verhältnisse für die Eingemeindung von Vororten eintreten. Er möchte am liebsten die Frage aufschieben, auch schon um deswillen, weil im Augenblick die Regierung die Sache nicht mehr so betreibt. Wenn jedoch einverleibt wird, Der Ausschuß beschloß in eine Generaldiskussion über die dann kommt für den Redner in erster Linie der Norden in Nothwendigkeit und den Umfang der Eingemeindung einzutreten betracht; in dieser Beziehung, sowie in der Frage bezüglich und daran anschließend eine Spezialberathung darüber vor- etwaiger Zerreißung einzelner Vorortsgemeinden theilt Redner Auch die Frommen machen mobil gegen die Umsturz zunehmen, welche Vororte der Versammlung zur Eingemeindung vollkommen den Singer'schen Standpunkt. empfohlen werden, und welche Bedingungen hierfür maßgebend Stadtv. Dr. Langerhans ist gegen jede Einverleibung. vorlage; in einer Resolution, die der vom Evangelischen Bund" einberufenen Volksversammlung am Montag Abend vorgelegt sein sollen. Nachdem der Oberbürgermeister, der mit dem Stadt- Was in hygienischer Beziehung nothwendig ist, könne durch wurde, werden die evangelischen Mitglieder des Reichstages rath Boigt als Magistratskommissar an den Verhandlungen Zweckverbände der betheiligten Gemeinden geschehen. Redner theilnimmt, mitgetheilt hatte, daß ihm Nachrichten über die hält bei einer Gemeinde, wie Groß- Berlin werden würde, die dringend" gebeten, einer durch das Zentrum derartig verböserten Stellung der Regierung zu der Eingemeindung der Berliner Selbstverwaltung für gefährdet; es gäbe dann keine gemeinsamen Vorlage ihre Zustimmung zu versagen. Insbesondere protestirt Vororte nicht zugegangen sind, nahm der Stadtverordnete Interessen mehr. Wenn einverleibt werden soll, so hält Redner die Versammlung," heißt es wörtlich, gegen die in der genannten Vorlage hervortretende Tendenz: einerseits der Religion und der Singer das Wort und machte etwa folgende Ausführungen. Die enge Grenze der Magistratsvorlage für richtig und spricht sich Kirche einen zu weitgehenden polizeilichen Schuß zu gewähren, Eine Einverleibung in größerem Umfange sei durch die Ausdehnung, gegen die Einverleibung Charlottenburgs aus. welche Berlin gewonnen habe, durchaus nothwendig. Ohne Ein- Stadtv. Hellriegel möchte am liebsten garnicht ein- und andererseits die Freiheit des geistigen Kampfes für die Reinheit des Evangeliums zu unterbinden." Der Referent für verleibungs- Fanatiker zu sein, wolle Redner die Bororte, deren verleiben; wenn aber, dann auf jeden Fall im Norden. Sein den Punkt der Tagesordnung: Der Einfluß der römis Interessen mit denen Berlins verwachsen seien, eingemeinden. Standpunkt ist: ohne Norden keine Eingemeindung. Wenn auch die Interessen Berlins für die Entschließungen der Stadtv. Sa ch 3 II wünscht eine genaue Untersuchung der fchen Kurie auf die deutsche Gefeßgebung, gab städtischen Behörden in den Vordergrund treten, so dürfe man thatsächlichen ökonomischen und hygienischen Verhältnisse der sich große Mühe, das Walten dieser Macht von jenseits der doch nicht vergessen, daß die Bewohner der Vororte zum großen Vororte, um die Nothwendigkeit und den etwaigen Umfang der Berge" als einzig und allein schädlich für die Entwickelung Redner wünscht eine deutschen Geistesleben hinzustellen; als ganz besonders vers Theil in Berlin thätig sind, den Wohlstand Berlins vermehren Eingemeindung feststellen zu können. dammenswerth erschien dem frommen Herrn Konsistorial und daß hieraus den Vororten ein Anspruch erwächst, in ihren Magistratsvorlage, ob etwa vorhandene Uebelstände in den sogenannten Kanzelparagraphen. Schul-, Armen und Krankenlasten von Berlin unterstützt zu Außengemeinden deren Einverleibung im Interesse Berlins noth, rath die Aufhebung des Das römische Joch, meint er, tann nur abgeschüttelt werden. Aber auch das Interesse Berlins verlange aus hygieni- wendig machen. Gegen eine etwaige Bevorzugung des Westens werden, wenn einer die Hohenzollern sich zu That" schen Rüdsichten gebieterisch die Einverleibung der Vororte. spricht sich auch dieser Redner aus. Eine wenig beneidenswerthe Rolle spielte Unsere gesundheitlichen Einrichtungen vermögen nur dann wirk- Stadtv. Meyer 1 tritt in allen Punkten den Singer'schen lichen Nutzen zu stiften, wenn wir dieselben auf die Vororte Anschauungen bei. Redner bezieht sich auf die Verhandlungen in der Versammlung der Pastor Schall, der als einziger übertragen und uns dadurch vor etwaigen gesundheitsschäd- der gemischten Deputation, glaubt, daß die befürchteten Bei dem Bestreben, sein Kokettiren mit dem Zentrum mit , evangelischer Christ" aus den Parlamenten erschienen war. lichen Einwirkungen sichern. Auf die Erörterung der Detail- Berwaltungs- Schwierigkeiten nicht eintreten bezw. leicht behoben höheren politischen Gesichtspunkten" zu entschuldigen, fand er fragen übergehend, wendet sich Redner energisch gegen einen werden können, und plaidirt für eine Eingemeindung der Vor- höheren politischen Gesichtspunkten" zu entschuldigen, fand er bei den Anwesenden so wenig Gegenliebe, daß seine Ausetwa beabsichtigten Ausschluß der nördlichen Vororte. Die orte in den Grenzen, welche die gemischte Deputation bereits be- bei den Anwesenden so wenig Gegenliebe, daß seine AusPräponderenz des Westens dürfe nicht noch mehr gesteigert fchloffen hat. Diese Eingemeindung würde zwar erheblich weiter führungen oft mit heftigem Widerspruch beantwortet wurden. Die Offenheit, mit der dieser Diener der chriftlichen Kirche werden dadurch, daß man nach Westen hin Berlin vergrößert, gehen als wie der Magistrat beabsichtigt, aber der Redner ist den Norden und Often aber unberücksichtigt läßt. Das Zentrum mit Singer der Ansicht, daß eine so große Frage nicht mit kleinen es aussprach, daß ihm zur Bekämpfung der Sozialdemokratie jedes Mittel recht sei, machte auf seine anwesenden Amtsder Stadt dürfe nicht nach den Westen verlegt werden. unzulänglichen Mitteln gelöst werden könne. Die westlichen Stadttheile sind seit Jahrzehnten durch Stadtv. Dr. Langerhans erinnert an die großen An- brüder offenbar einen sehr peinlichen Eindruck. Der streitbare städtische Anlagen und Einrichtungen sehr erheblich bevorzugt fprüche, welche Moabit und Gesundbrunnen nach ihrer Ein- Herr v. Gerlach, der Redakteur des„ Volk", wurde den worden. Wenn in den allerlegten Jahren ein mäßiger verleibung in den sechziger Jahren gemacht haben und befürchtet, Arrangeuren der Protestversammlung sehr unbequem, als er sehr Ausgleich eingetreten sei, so läge dies daran, daß der Westen daß die jetzt in Frage stehenden Vororte ebenfalls unerfüllbare treffend darauf hinwies, daß durch die Hintermänner des keine Wünsche in dieser Beziehung mehr habe. Jm Often und Ansprüche an Groß- Berlin stellen werden. Redner findet, daß die Bundes, die staat erhaltenden, mittelparteilichen Kreise die ganze Norden müsse einverleibt werden, weil auf diesem Terrain eher Ginverleibung ein Hinderniß darstellt für die fachgemäße Er: Umfturzbeze eingeleitet sei. Der Redner trat für die Aufhebung des Kanzelparagraphen ein, damit die chriftlichen Geistlichen ver die Herstellung billiger Wohnungen zu erhoffen sei, als auf dem ledigung der kommunalen Aufgaben unserer Stadt. etwa im Westen der Stadt einzuverleibenden Terrain. Redner Ober- Bürgermeister Belle giebt eine Darstellung anlaßt würden, gegen die Mißachtung der göttlichen Gebote bei wendet sich dann noch gegen die Magistratsvorlage, über die Ansichten des Magistrats in der Eingemeindungsfrage der Sonntagsentheiligung( Gnadenkirche) und in der Duellfrage Stellung zu nehmen. welche die Verbindungsbahn als Grenze für die Eingemeindung und bittet, über die Magistratsvorlage nicht hinauszugehen. Duell frage Stellung zu nehmen. Das wirkte wie ein ziehen will und betont sehr energisch, daß namentlich von einer Redner ist der Ansicht, daß die Stadt Berlin, unbefümmert Peitschenhieb. Herr Schall machte ein sehr böses Gesicht, die Zerreißung der Gemeinden bei der Einverleibung nicht die Rede um etwa veränderte Auffassung der Regierung, Vorschläge Versammlung zischte und der Herr Vorsitzende that sehr indignirt sein könne. Am Schlusse seiner Ausführungen ersucht Redner in der Angelegenheit machen müsse. Von der herrschenden und entzog dem Redner das Wort. Der Allgemeine Arbeiter und Arbeiterinnen- Verein den Ausschuß, diese wichtige Frage nicht nach engherzigen und Strömung befürchtet der Ober- Bürgermeister eine Schmälerung des Kleinlichen Gesichtspunkten zu entscheiden, kein Stück und Flick Selbstverwaltungsrechts durch Abänderung der Städteordnung. tagte am 22. April. Die vom Kassirer den Mitgliedern water werk zu schaffen, sondern sich bewußt zu sein, daß wenn Berlin Mit dem Vorsteher der Versammlung meint der Redner, daß breitete Abrechnung weist eine Einnahme von 399,75 M. und fich nicht an die Spitze der Eingemeindungsbewegung stellt und Berlin zur Besserung der hygienischen Verhältnisse in den Vor eine Ausgabe von 161,19 M. auf. Hierauf wird die Wahl eines durch besonnene aber doch weitgehende Vorschläge die Zustimmung orten seine gesundheitlichen Einrichtungen( Kanalisation, Vergnügungskomittees, des Bibliothekars und dessen Stellvertreters der maßgebenden staatlichen Faktoren erringt, sehr leicht der Fall Wasser u. s. w.) auch ohne Einverleibung auf die Vororte über- vollzogen. Sodann fand ein Vortrag des Genoffen Jahn über eintreten kann, daß uns die Einverleibung über unseren Kopf tragen fann. Rebner legt in großen Zügen seine Ansicht über die Sonntagsruhe in der Industrie allseitig zustimmende Aufhinweg aufgezwungen wird und wir dann den Einfluß auf die die Bedingungen, unter denen eine Eingemeindung erfolgen nahme. Für zwei gemaßregelte Mitglieder bewilligte der Verein Gestaltung der Dinge verlieren. Die Verwaltung des ver- fönnte dar und meint, daß für eine Uebergangszeit von den die übliche Unterstützung. größerten Berlin könne im Rahmen der Städteordnung durch neuen Gemeindebürgern für kommunale Leistungen besondere Im Verein deutscher Schuhmacher( Filiale I) gab in Lokalausschüsse und Verwaltungsdeputationen erfolgen. Beiträge geleistet werden müßten. Die Verbindungsbahn ist nach einer Versammlung am 22. April Genoffe Niederauer in Stadtv. Mom msen wendet sich gegen die Ausführungen Ansicht des Redners eine sehr brauchbare und die natürliche einem interessanten Vortrag Erläuterungen über das VereinsSinger's. Redner hält eine Einverleibung im Westen für noth- Grenze für die Einverleibung. Einer Theilung der Gemeinden und Versammlungsgefeß. Bei der Erledigung der Vereins- Anwendig und zweckmäßig, bekämpft dagegen die Eingemeindung bei der Eingemeindung stehe nichts im Wege. Die Vorort- gelegenheiten macht der Vorsitzende bekannt, daß am 26. Mai der der nördlichen Vororte. Die historische Entwickelung bränge nun gemeinden hätten zuzusehen, wie sie mit den Restgemeinden wirth- Besuch in der Urania stattfindet. Billets sind in den Vereinseinmal nach dem Westen und die Stadt könne diesem Zuge nicht schaften können. Mit dem Westen und Süden sei Berlin zu versammlungen zu haben und werden nur an diejenigen verabwiderstehen, sondern hätte ihn zu unterstüßen. Eine Theilung fammengewachsen, mit dem Norden dagegen nicht. Im folgt, die nicht im Rückstand mit ihren Billets sind. Der Graf von Mansfeld. ( Fortsetzung.) nach der Höhe und Sicherheit des Lohnes schließlich für werben lassen, die müssen allein ihm schwören als bes den einen oder den anderen zu entscheiden. Der König stalltem Feldmarschall des Königreichs Böhmen, und da Friedrich von Böhmen entließ ihn seines Dienstes. wird weder Pfalzgraf noch ein anderer Fürst mit eins begriffen." " " etwa Jn Böhmen führte Mansfeld den Krieg auf eigene Dem Kaiser bot Mansfeld die Uebergabe von Pilsen Nicht lange nachher bot Mansfeld die von ihm bes Faust. Die Stadt Pilsen hatte er stark befestigt an unter den folgenden Bedingungen: Drei Tonnen Gold und unternahm von dort aus Züge in das Land. baar; Aufhebung der Reichsacht; völlige Gnade und haupteten Pläge dem Kurfürsten von Sachsen für zwei Da erhielt er aus Prag Befehl, zu den Truppen der Pardon, kaiserliche Legitimation seiner Person, die Würde Millionen Gulden an und rückte in die Oberpfalz ein. Direktoren zu stoßen, die sich von dem heranziehenden kaiser- eines Reichsgrafen und schließlich die Statthalterschaft von Aus Heidelberg meldet der pfälzische Rath Camerar: lichen General Buquoy bedroht sahen. In dem Ort Luxemburg. " Der traurige Zustand in der Oberpfalz ist Natolih kam es am 10. Juni zum Treffen. Mansfeld In derselben Zeit verlangte er von dem Herzog von nicht zu schildern, das Mansfeldische wollte der Besayung zu Hilfe kommen und wurde bei Savoyen Mittel zur Bezahlung des rückständigen Soldes, Kriegsvolk haust übel." Aus Eger meldet der kursächsische Oberst Wrzesowetz: Zablat in den Hauptkampf verwickelt. Buquon, mit der der sich auf 500 000 Livres belief. Pistole in der Hand, forderte den Mansfeld persönlich mit Den böhmischen Ständen, nach dem Abzug Friedrichs, Weil Mansfeld den Soldaten kein Geld giebt, so läßt dem mehrmals wiederholten Ruf: Vions ça, fils de putain, bot er durch seinen Unterhändler Pforte die Herausgabe er ihnen ihren Muthwillen; sie plündern, was sie an vions ça( Romm her, Du H.... sohn). Mansfeld flüchtete vom von Pilsen und Tabor unter folgenden Bedingungen an: treffen." Am 8. April 1621 bietet Mansfeld den Generalstaaten Schlachtfeld mit dem Verlust seines Fußvoltes, des Aufhebung der Reichsacht, General- Pardon, 200 000 Gulden Gepäckes, seiner Kanzlei und Kanonen. Seine baar und 200 000 Gulden in Wechsel auf Nürnberg. Für( Holland) an: fich en foi de cavalier für eine Summe Papiere wurden nach Wien geschickt. Siegen, dem einen seiner Obersten, Frank, besonders verlangt er von 200 000 Gulden seine Armee dahin zu führen, wo die Generalstaaten sie haben wollen". Gegner stand halten, fonnte Mansfeld nicht. Desto hervor- 10 000 Gulden. Der ragenderes leistete er im Verwüsten des Landes. In jener Zeit verfügte Mansfeld über Bald darauf entschloß sich Mansfeld zu nenen WerGeschichtsschreiber sagt von ihm: Mansfeld ist der bungen. Er bot auf das Pferd 20 Reichsthaler Handgeld 18 000 Mann. Damit suchte er die Stifte Bamberg und Lehrmeister des dreißigjährigen Krieges: und 15 Gulden Monatsold. Mehr hatte vor ihm noch kein Würzburg heim und brandschatte auch den ganz wehrlosen die späteren Gottesgeißeln des deutschen Kaiser oder Kriegsfürst geboten. Daneben„ erbeut er sich, Landgrafen von Leuchtenberg in Pfreimds. Welche Leute Landes haben das Handwerk ihm abgesehen." ihnen den Raub gänzlich zu lassen." In jener Zeit ge- das Raubgesindel Mansfeld's befehligten, geht aus dem Aus Prag wird aus jener Zeit berichtet:" Sie( die hörte alles, was sich in einer eroberten Stadt vorfand, nach folgenden hervor: Anhänger Friedrich's von der Pfalz) alle wußten es und Kriegsrecht den Soldaten; mit Ausnahme der schweren Graf Heinrich von Ortenburg. sprechen es offen aus, daß Mansfeld höchst unzuverlässig Geschüße und der Thurmglocken, welche Eigenthum des H. Ernst Gr. v. Mansfeld Rgt. zu Fuß, dessen D.-L. H. Wilhelm v. S.- Weimar-Rgt. zu Fuß, D.-L. Läßmann sei, daß man sich keines Gehorsams von ihm zu versehen siegreichen Feldherrn wurden. An den ungarischen Rebellen Bethlen Gabor schreibt. Casimir Graf zu Lewenstein, D.-L. Frenthing habe, daß aber die Unbändigkeit gerade seiner Söldner das Landvolk zur Berzweiflung bringe." Mansfeld aus Schlaggenwalde, Bethlen möge ihm ungarische Joachim Carpizan, dessen D.-L. ist der von der Heid Er überfällt," wird über Mansfeld gemeldet, das Reiter schicken; an 2000 Pferde. Er selbst wolle in wenigen Pöblis wirbt ein Rgt. zu Fuß, soll Butler D.-L. werden Balh. J. von Schlammerdorf kommandirt als D.- 2. bayerische Dorf Schachen, plündert es und zündet drei Wochen 15 000 Mann beisammen haben. ein halbes Rgt.. Der Kaiser erneuerte die Reich 3 acht Bauernhäuser an, wird aber noch denselben Abend von dem bayerischen und würzburgischen Volk so freundlich begrüßt, über Mansfeld und setzte einen Preis von daß er der einfallenden Nacht zu danken gehabt, fo 100 000 Gulden für den aus, welcher den So hat der Mansfeld noch an altem Volk zu Fuß. gnädiglich davon gekommen zu sein." Er zog sich in sein Mansfeld lebendig einbringe; von 10 000 Gulden für den, welcher ihn todt ein ficheres Pilsen zurück. Liefere. " Reiterei. • . 2000 3 000 2.000 2.000 2000 1000 12 000 3 000 Summe zu Fuß 15 000 1000 1000 500 2500 500 3.000 H. Wilhelm von S.- Weimar. Markgraf Sigismund von Brandenburg. H. Friß von Weimar • Mansfeld war allenthalben verdächtig geworden. Einmal wird von den Anhängern Friedrichs von der Pfalz der Vorschlag gemacht, weil er mit seinem Volk durch Raub und Plünderung dem Königreich großen Echaden zufüge, ihm auch sonst nicht zu trauen sei: so möge man auf Mittel und Wege bedacht sein, sich seiner zu bemächtigen und ihn mit allen den Seinigen niederzuhauen. Das Als General legte er sich die verschiedensten Titel bei. Einmal nennt er sich Generalfeldmarschall des Herzogs von Nachdem Mansfeld von den Generalstaaten 100 000 betreffende Schreiben wurde von Mansfeld aufgefangen. Mansfeld unterhandelte gleichzeitig mit den Anhängern Savoyen". Ein anderes Mal meldet der kursächsische Oberst Thaler erhalten hatte, bot er seine Dienste zur Abwechselung Friedrichs von der Pfalz und mit den Kaiserlichen, um sich Wrzesowetz:" Das neue Volk, das der Mansfelder hat wieder einmal dem Kaiser an. Er wandte sich an seinen Wie Mansfeld seine Soldaten anwarb, wurde in jener Zeit folgendermaßen geschildert: Wenn ihm einer 50 oder 100 Soldaten zuführt, giebt er ihm einen hohen Befehl, obgleich derjenige seine Lebtage keinen todten Mann im So hat der Mansfelder noch an alter Reiterei Felde gesehen." Summe der Pferde Der Fachverein der Musik- Juftrumentenarbeiter hielt p Mariendorf. Am 21. April hielt der Arbeiter- Bildungs-| Vereinigung, damit wir eine Macht sind wie früher, vor der die am 22. April im Vereinslokal Oranienstraße 51 feine Mit- verein für Mariendorf und Umgegend seine Generalversammlung Meister Achtung haben. Diese Vereinigung ift die Organisation gliederversammlung ab. Vor Eintritt in die Tages- Ordnung ab. Laut Kassenbericht war eine Einnahme von 23,80 M. und der Steinarbeiter Deutschlands" und verpflichten sich die Anwurde das Andenken des verstorbenen Vereinsmitgliedes Paul eine Ausgabe von 41,40 M. zu verzeichnen, sodaß mit dem Be- wesenden dieser beizutreten, und den damit verbundenen Pflichten Rodenberg in der üblichen Weise geehrt. Den Vortrag hielt stand vom vorigen Quartal von 39,50 M. ein Bestand von nachzukommen. Der Verein zur Wahrung der Intereffen der Knopf: arbeiter hatte am 22. April den Antrag, betreffend den Anschluß an den Holzarbeiter- Verband, zur Berathung gestellt. Nach einer längeren Debatte wurde einer Kommission der Auftrag zu theil, die erforderlichen Schritte einzuleiten. Für die streitenden Knopf arbeiter in Schmölln bewilligte die Bersammlung eine Unterstüßung von 50 M. Nach Erledigung einiger Vereinsangelegenheiten erfolgte der Schluß der Versammlung. Genosse Antrick, der unter Beifall das Thema: Welche Auf 21,90 M. vorhanden ist. Bei der Neuwahl des Vorstandes Ju einer öffentlichen Versammlung der Hilfsarbeiter gaben stellt uns die Gegenwart und die Zukunft" behandelte und wurden Gust. Schneider, Mariendorf, als 1. Kassirer und Gottl. und Arbeiterinnen, welche am Sonntag Nachmittag in zum Schluffe feiner Ausführungen die Nothwendigkeit der Schmidt, Marienfelde, als 2. Kassirer gewählt. Als Bibliothekar Charlottenburg stattfand, referirte Genosse Jahn über die Forderung auf Verkürzung Der Arbeitszeit begründete. wurde 2. Otto, Mariendorf, Bergstr. 30, wiedergewählt. Um Gewerkschaftsbewegung und die Berufsstatistik" unter besonderer Sodann wurde als Treffpunkt für die in früherer Ver- den Genoffen, die wegen der reftirenden Beiträge aus dem Verein Bezugnahme auf sämmtliche Silssarbeiter und Arbeiterinnen fammlung beschlossene beschlossene Herrenpartie am Himmelfahrtstag ausgeschlossen sind, den 2Biedereintritt zu erleichtern, ist der§ 5 unter dem Beifall der Anwesenden. Genosse Arndt theilte das Lokal von R. Liedtke, Friedrichstr. 1 in Grünau, morgens dahin geändert, daß die betreffenden nur 50 Pf. Ginschreibegeld einige Beispiele von„ Arbeiterfreundlichkeit" mit und bedauerte 8 Uhr, bestimmt. Der Vorsitzende sprach noch den Wunsch aus, zu entrichten haben. Zugleich wurde der Wunsch ausgesprochen, die Lässigkeit, welche vorwiegend die Charlottenburger Arbeiter daß die Kollegen in den einzelnen Werkstätten lebhafter für den recht regen Gebrauch non dieser Vergünstigung zu machen. Zum und Arbeiterinnen den Organisationen und Versammlungen Besuch der Versammlungen, welcher in letzter Zeit sehr schwach Schluß wurde eine Agitionspartie angeregt, die weiteren Schritte gegenüber durch ihre Theilnahmlosigkeit beweisen. Genosse war, agitiren mögen. Die nächste Versammlung findet am hierzu wurden dem Vorstand überlassen. Gutzeit erörterte an der Hand einiger Beispiele, in welcher Sonnabend, den 4. Mai, im selben Lokal statt. Friedrichsberg. Hier tagte am 22. April eine öffentliche Weise die gesammte Sozialgesengebung den Arbeitern gegenüber Versammlung der Gewerkschaften, in der Genosse Pfannkuch über gehandhabt wird. Als Arbeitervertreter bei der UnfallNußen und Zweck der Gewerkschaftsbewegung sprach. Die Dis versicherung habe er genügend Erfahrungen gemacht, wie auch fuffion gestaltete sich sehr lebhaft, da von mehreren Gewerken die Aerzte sich auf die Seite des Unternehmerthums zu stellen Vertrauensleute erschienen waren. Genosse Hempel forderte fuchen. So habe man einen Arbeiter, der durch einen Unfall die Vertreter auf, sich in den Vororten mehr um die Organi- einen Genicbruch erlitten, als einfach an Lungenentzündung" fationen zu kümmern. Als Beispiel führt Redner die Tischler gestorben bezeichnet, um der Wittwe die Rente zu entziehen, bis an, die vor einem Jahre in die Agitation eingetreten sind, und erst durch erzwungene Sezirung der Leiche die wahre Ursache durch ihre stetige Agitation schöne Erfolge erzielt haben. Der des Todes entdeckt wurde. Das nenne man, Arbeiterversicherung". Der Verband der in Holzbearbeitungsfabriken und Anregung des Redners wurde allgemein zugestimmt und das auf Holzplägen beschäftigten Arbeiter und Versprechen abgegeben, das Versäumte nachzuholen. Arbeiterinnen hielt am 23. April eine Mitgliederver Charlottenburg. Das hiesige Gewerkschaftskartell hielt am fammlung ab. Bor Eintritt in die Tagesordnung ehrte die Verfammlung das Andenken des verstorbenen Mitgliedes Willi 23. April im Lokal Bismarckshöhe" eine öffentliche Versammlung Stein in der üblichen Weise. Der Vorsitzende giebt den Mit ab, in der zunächst die diesjährige Maifrage zur Verhandlung gliedern sodann bekannt, daß der Anschluß an den Holzarbeiter- stand. Erledigt wurde dieselbe dahingehend, daß sich jede GeVerband mit 94 Stimmen Majorität abgelehnt ist. Die Ab 26. März( des Vormittags eine öffentliche Versammlung und am werkschaft dem Beschluß der öffentlichen Volksversammlung vom rechnung des Kassirers weist einen Bestand von 208,80 M. auf Abend eine Festlichkeit zu veranstalten) fügen möge. Genosse und ergab der Ueberschuß vom Maskenball die Summe von Reilmann( Maurer) gab hierauf den Bericht der Herbergs- Bezugnehmend auf den in Nr. 94 des Vorwärts" unter 90,95 M. Dem Kassirer wurde für seine Kaffenführung Decharge fommission. Wie derfelbe berichtet, hält es schwer, hierselbst ein fasse für den Gewerbebetrieb der Kaufleute, Handelsleute und ertheilt. Sodann wird die Neuwahl des Vorstandes vollzogen, Die folgendes Resultat ergab: Raschubowski und Flöter, Borau einer Herberge geeignetes Lokal zu finden, allerdings faffe für den Gewerbebetrieb der Kaufleute, Handelsleute und fizende; Schulz und Seffe, Kassirer: Maß und Kühn, Schrift. habe sich nur ein Wirth gefunden, der auf unsere Be- Apothefer sebe ich mich veranlaßt, verschiedenes richtig zu stellen. Einen vollständigen Jahresbericht pro 1894 habe ich leider führer; Pump, Frese und Egert, Revisoren. In die Rechts. Dingungen eingehen wolle; aber da die Lage des Lotals weit " Spredfaal. Die Redaktion fiellt die Benugung des Sprechfaals, soweit der Raum dafür abzugeben ist, dem Bublifum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Interesses zur Verfügung: fie wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben identifisirt zu werden. 3ur freien Arztwahr. " Soziale Uebersicht" besprochenen Jahresbericht der Orts- Kranken" schutz- Kommiffion wurden die Mitglieder Sauerzapf, Franz und schutz- Kommission wurden die Mitglieder Sauerzapf, Franz und entfernt vom Bahnhofe liegt, so ist es besser, wir bemühen uns nicht vor mir, fann deshalb auch über denselben nicht urtheilen; Dietz delegirt. Die Arbeitsnachweis- Kommission bilden die Mit Dietz delegirt. Die Arbeitsnachweis- Kommission bilden die Mit- nach einem anderen, mehr in der Nähe des Bahnhofes gelegenen jedoch sind die Zahlen, die der Vorwärts" vom Jahre 1893 glieder Laun, Birkholz, Stidinsky, Egert, Bischof, Hetscher und glieder Laun, Birkholz, Stidinsky, Egert, Bischof, Hetscher und Lokal. Wie fich des weiteren in der Diskussion herausstellte, anführt, theilweise falsch. Da ist z. B. die Gesammtausgabe pro Bump. Arbeitsnachweis, Bibliothek und Verkehrslokal befinden sind die anderen beiden Kommissionsmitglieder in ihren Pflichten Kopf und Jahr mit 19,72 M. angemerkt, während nach den lässig gewesen, und es wurden demnach auf Antrag Flemming Amtlichen Betriebsergebnissen", welche vom Statistischen Amt fich jest Ackerstr. 145 bei Witzel, zwei neue Kommissionsmitglieder gewählt. Die jetzige Kom- der Stadt Berlin herausgegeben sind, sich dieselben auf 20,55 M. Die hiefige Filiale des Vereins der Lithographen, mission bilden Keilmann( Maurer), Kube( Zimmerer) und Liedtke belaufen. Nun schließt allerdings das Jahr 1894 mit einer AusSteindrucker und Berufsgenossen hielt am 25. April in den( Tischler). Ein Antrag Kube, in nächster Zeit verschiedene gabe von 23,33. pro Kopf und Jahr ab und wird deshalb Arminhallen ihre Generalversammlung ab. Der Kaffen- Gruppenversammlungen zu veranstalten, fand einstimmige An- gleich am Anfang des Artitels gefagt:" 3weifellos muß zu bericht pro 1. Quartal 1895 ergab folgende Busammenstellungnahme. Nachdem noch einige interne Angelegenheiten Erledigung gestanden werden, daß das finanzielle Ergebniß des Rechnungsfaffe abgeführt 885,42 M. Aus dem Jahresbericht, den der welcher mit Ausnahme der Töpfer sämmtliche Delegirte an Arztiah! jemals auch nur einer gewesen, der nicht gewußt hätte, Einnahmen 1421,80 M.. Ausgaben 536,38 M., an die Haupt- gefunden hatten, erfolgte der Schluß der Versammlung, in abschlusses von 1894 fein günftiges gewefen ist." Ich frage nun hier:" Ist unter den Agitatoren für freie Rollege Schöpte gab, ging hervor, daß der Verein neben wesend waren. 12 ordentlichen Monatsversammlungen, 19 Verwaltungssigungen Charlottenburg. Die Maler und Anstreicher hielten am daß dieselbe etwas mehr foften würde? Jeder wußte im voraus, fowie eine ganze Reihe von Branchen- und Geschäftsversammlungen Sonntag Vormittag im Lotal Bismarckshöhe" eine gutbesuchte und in jeder Versammlung ist das largelegt abgehalten hat. Anläßlich des Leipziger Streits find seitens der öffentliche Versammlung ab. Als Referent war Kollege MarkBerliner Filiale 4600. nach Leipzig gefandt worden. Die Statistit Berlin erschienen, welcher in einem beifällig aufgenommenen VorW. des Arbeitsnachweises bezügl. der Arbeitslosigkeit pro 1894-1895 ergiebt folgendes Resultat: Gemeldet als arbeitslos 329. Davon trage über:" Die wirthschaftliche Lage in bezug auf eine etwaige waren Mitglieder 292, Nichtmitglieder 37. Von diesen waren Lohnbewegung im Malergewerte" referirte. In der sich hierauf verheirathet 137, die 232 Kinder besaßen. Ledige Mitglieder anschließenden Diskussion sprachen die Kollegen Rüffer, Düfer waren arbeitslos 192. In Summa ergiebt dies an arbeitslosen und Flemming im Sinne des Referenten. Gine Resolution, Ausgaben von 20,55 M. auf 23,33 m. pro Kopf gar nicht zu Wochen 2040 und einen Gesammtverlust an Wochenverdienst von welche zum Anschluß an die Organisation und zur fleißigen Beisteuer reden, wenn wir fernerhin in betracht ziehen, daß dieselben schon und 45 900 M. Nachdem noch betont, daß die Benutzung der zum Streitfonds aufforderte, wurde einstimmig angenommen. Hier- feit dem Jahre 1891( soweit liegen mir die amtlichen Betriebsund 45 900 M. Nach dem noch betont, daß die Benutzung der auf erstattete Kollege Flemming Bericht über feine Thätigkeit als 17,82 im Jahre 1891 auf 18,86 im Jahre 1892 und auf 20,55 M. Je hresbericht einstimmig angenommen. Nach Niederlegung der Delegirter zum hiesigen Gewerkschaftskartell. Zum stellvertreten ' ibliothek in erfreulicher Weise zugenommen habe, wurde der auf erstattete Kollege Flemming Bericht über seine Thätigkeit als ergebuiffe nur vor) permanent gestiegen sind, und zwar von 1. das Arzthonorar wird erhöht es foftet also mehr; 2. die Aerzte werden, je nach den Umständen, bessere Medizin, mehr Milch, Wein Rognat u. s. w. verschreiben- es kostet also abermals mehr. Und angesichts diefer Umstände ist über eine Steigerung der bei dieser, sondern Aeanter des alten Vorstandes erfolgte durch Wahl per Attlamation den Delegirten beim Gewerkschaftskartell wurde sodann Kollege bei ungefähr 30 von 61 Orts- Krankentassen Berlins der Fall. die Neukonstituirung Dieke Die Frage: die Neukonstituirung desselben. Es wurden gewählt: Schöpte bahin geregelt, daß am Vormittag die Berufsgenossen die Ver Arztwahl an dem ungünstigen finanziellen Ergebniß schuld ist, Hieraus ist wohl zur genüge ersichtlich, daß nicht die freie zum 1., Friedewald zum 2. Bevollmächtigten; Bra II zum fammlung der Berliner Kollegen in den„ Arminhallen" und des 1., Janken zum 2. Kassirer; Jehnichen zum 1., Gut- benb3 die Feier des hiesigen Wahlvereins besuchen. Laut Beſondern zum größten Theile die immer schlechter werdenden Inecht zum 2. Schriftführer; 3eidler, Fleidrich und Es heißt weiterhin:" überaus schwerwiegend erscheint, daß Günther zu Raffenrevisoren. Hierauf folgte die Berathung Die nächste Mitgliederversammlung findet am 15. Mai bei Krause, einzelnen Krautheitsfalles erforderlich war, eine weit längere Eysen zu Beisigern und die Kollegen 8ange, Duaft und schluß sollen die Kollegen, welche nicht feiern fönnen, ein Viertel wirthschaftlichen Verhältnisse der Staffenmitglieder. des Tagesverdienstes zum besten des Sammelfonds beisteuern. im Vergleich zu 1893 die Zeitdauer, welche zur Heilung des einiger Anträge 84 ber während der Pfingstfeiertage Bismardstr. 74, statt. stattfindenden Generalversammlung in Nürnberg. Es handelt gewesen ist." fich dabei um eine nothwendig gewordene Erweiterung Die Steinmetzen hielten am 28. April im Biftoria- Salon des Statuts namentlich bezüglich eines Minimallohnes, bezüglich eine sehr gut besuchte Junungsgesellen- Versammlung ab. HauptAufnahme von Arbeiterinnen, betreffend eine Arbeitslosen- Unter- fächlich beschäftigte man sich mit der Besprechung von Miß stügung, Modifizirung der Reise- Unterstüßung und zwar so, daß ständen auf den Werkpläßen und wie dieselben beseitigt werden pro Kilometer 2 Pf. berechnet werden, und diese Unterstüßung tönnten. Die Versammlung, welche zum weitaus größten Theil bis zu 1000 Kilometern bezogen werden kann u. s. w. Sämmt von älteren Arbeitern besucht war, die sich in letter Beit etwas liche Borschläge wurden seitens der Mitglieder einstimmig gut zurückgezogen hatten, brachte folgende Resolution zur einstimmigen geheißen. Die projektirte Wahl der Delegirten für Nürnberg Annahme: Die Junungsgesellen- Versammlung fieht ein, daß es ward der außerordentlich vorgerückten Zeit wegen vertagt und nur ein Mittel giebt, den eingerissenen Mißständen, wie Nichtbeschlossen, zu diesem Bwed innerhalb 14 Tagen eine außer bezahlung des Tarifs, schlechte Behandlung u. f. w. entgegen zu ordentliche Generalversammlung einzuberufen. treten; dieses ist die Wiedervereinigung zu einer geschlossenen Neffen, René de Chalon, Gouverneur von Hulst und bat, ihn mit dem Raiser zu versöhnen. Der Erzherzog Albrecht ging darauf ein und befahl Chalon, mit Mansfeld zu unterhandeln. Zugleich aber unterhandelte Mansfeld um 50000 Gulden mit den Generalstaaten und um weitere Gelder mit der Stadt Straßburg. Der Vertrag mit dem Kaiser kam zu stande. Danach sollte Mansfeld für seine Truppen 750 000 Gulden baar und für feine Berson 200 000 Reichsthaler, zu 3 Gulden den Thaler, erhalten. Es dauerte nicht lange, da brach Mansfeld den Vertrag mit dem Kaiser und fiel in die Unterpfalz ein. " Mansfeld hatte sein Hauptquartier in Bruchsal. Von dort ließ er sogenannte Nitterzehrungen" einfordern; von den Städten Wormis, Heilbronn, Wimpfen, Schwäbisch Hall u. a. Als er im folgenden Jahr die Stadt Babern im Elsaß nicht einnehmen konnte, ließ er es das Volk der Umgegend entgelten. Ein Straßburger Chronist berichtet:" Darauf hat Mansfeld's gottloses Bolt das ganze Land mit Rauben, Brennen und Schänden dergestalt ruinirt, daß dergleichen noch niemals erhört worden. Man sah rund um die Stadt herum nichts als Feuersbrünste in den Dörfern; oft konnte man 16 und mehr Feuer auf einmal zählen. Der Oberst Obentraut, der als Mansfeld's bester Soldat bezeichnet wird, streifte bis nach Basel hinauf. Niemand, auch kein Mitglied des Vorstandes kann nun aber behaupten, daß meinetwegen ein Krankheitsfall von diesem Jahre mit einem solchen vom vorigen Jahre in irgend welcher Weise zu vergleichen ist. Im übrigen aber ist auch die Zahl der Krankbeitstage im Jahre 1893 im Verhältniß zum Jahre 1892 schon ge= gestiegen und zwar von 6,67 auf 7,07 pro Kopf bei den männ lichen, und von 13,63 auf 14,48 bei den weiblichen Mitgliedern. für beute möge dies genügen und will ich nur noch den Wunsch aussprechen, daß die Genoffen sich auch um die Krankenkassen in Bukunft etwas mehr kümmern, und bald in die Verwaltung eins dringen mögen. W. Jäger, Rigdorf, Hermannstr. 34. gute Weide, Dort solle ihnen alles preisgegeben, jedoch Brennen und Todtschlagen verboten fein; auch Mühlsteine und heißes Eisen sollen fie liegen lassen." Wie die Mansfelder in Hessen gehaust haben, sagt der folgende Bericht:" Im Lande ist alles mit unersättlicher Feindschaft und Tyrannei abgegangen, alles gebrandschaßt, geplündert und fast alle Kirchen ausgeraubt, ehrliche Leute, geistlich und weltlich, geschlagen und gar ermordet, und dazu Frauen und Jungfrauen Gewalt angethan. Die Schlösser und Häuser sind ihrer Vorräthe bis auf den letzten Bissen beraubt. Im Schlosse Dornberg hat das auenburgische Regiment hundert Fuder des beften rheinischen Weines, vom Jahrgang 1616, jedes 100 Thaler werth, theils hinweggeführt, theils in Koth und Keller laufen lassen und verderben. Nach und nach find auch die Dörfer angesteckt, ein Feuer nach dem anderen gesehen worden." Vor den heranziehenden Bayern flüchtete Mansfeld nach dem Elsaß. Vor Straßburg wüthete er schrecklich. Das Dorf Andlaw wurde ganz niedergebrannt, das Getreide auf den Feldern in Brand gesteckt. Tag und Nacht sah man Feuersbrünste. Digby, der englische Gesandte, erhielt Kenntniß von dem Vertrag und bot Mansfeld, um ihn bei der Sache des Pfalzgrafen zu halten, 40 000 Pfund Sterling. Die Hälfte diefer Summe händigte er Mansfeld sofort ein, indem er sein Tafelgeschirr verkaufte. Allein auch Digby Mansfeld knüpfte Beziehungen zu dem König Ludwurde von Mansfeld hintergangen. Drei Jahre später wig XIII. von Frankreich an und ließ sich von der Reputrafen die beiden wieder in London zusammen. Obgleich blik Venedig ein Jahresgehalt von 12 000 Dutaten zahlen damals Mansfeld allgemein gefeiert wurde, so behandelten unter der Bedingung, jederzeit für die Republik ins Feld ihn doch Digby und Graf Bristol mit Verachtung. zu ziehen. Von den Generalstaaten verlangte er, außer den 50 000 Gulden, die er jeden Monat erhielt, noch 300 000 Gulden. Von England hatte er 30 000 Pfund Sterling Aus jener Zeit wird berichtet:„ Die Mansfelder erhalten. haben die armen, unbewehrten Bauernhaufen- Im Jahr 1622 unterhandelte Mansfeld wieder mit der weise in die brennenden Häuser mitten in Infantin, durch Vermittlung des Erblandmarschalls von„ Es wird dermaßen gehaust," meldet der Chronist, Die Flammen geworfen und diejenigen, die Luxemburg, Peter von Rollingen. Außer den Summen, die daß, wer es nicht täglich vor Augen sehen thut, es nicht fich retten mollten, wie die Hunde niederer für Soldzahlungen verlangte, wurden ihm von Spandau glauben kann. Man trattirt die Leute ärger als der Türke." geschossen. Sie haben die Kirchen aufgebrochen, be- gewährt 100 000 Goldthaler und ein Jahresgehalt von Endlich zog Mansfeld aus Hagenau ab, nachdem er noch raubt, die Altäre abgerissen, die Taufsteine auf unehrliche 12 000 Kronthalern. Mansfeld hielt auch dieses Abkommen 120 000 Dukaten Kontribution erhoben und einige der Weise zu Schanden gemacht. Sie haben alle Weib s nicht. Später verlangte er noch die Landvogtei Hagenau reichsten Bürger und Juden als Geißeln mitgenommen. personen öffentlich geschändet und nach im Elsaß für sich. Mansfeld unterhandelte jetzt gleichzeitig mit dem verübtem Muthwillen dieselben ins Feuer Bei Wiesloch( Mingolheim) trug Mansfeld einen König von Frankreich gegen die Hugenotten und mit den geworfen. Ja sie haben junge Rinder unbedeutenden Sieg über die Bayern davon.( April Hugenotten gegen den König, mit der Jufantin von Brüssel pon neun, zehn Jahren mit unaussprech= 1622.) Diesen Erfolg benutzte er, pon den gegen die Generalstaaten und mit den Generalstaaten licher teu flischer Unzucht verderbt, so Generalstaaten 100 000 Gulden verlangen und gegen die Infantin, durch seine Boten Golstein und Quadt lange unmenschlich rottenweise verschän- von den Stiftern Würzburg und Bamberg 100 000 Dutaten bot er den Generalstaaten seine Dienste mit 15 000 Mann det, bis sie unter ihnen gestorben. Wie einzutreiben. Die fränkische Ritterschaft suchte er gleichfalls zu Fuß und 10 000 zu Roß an. Es wurden ihm dafür ihrer dann junger und alter alter Weibsheim. In der Stadt Hagenau ließ er sich huldigen. Jn 100 000 Gulden durch Moritz von Oranien bewilligt. bilder eine gute Anzahl drei Tage Wien kam der Neichshofrath zu dem Schluß:„ daß der Von der Infantin verlangte er die Herrschaft Vianden danach in offenen Wegen, an den den ver Mansfelder als ein beharrlicher offener mit dem Titel eines Reichsfürsten. Durch den Grafen brannten Scheuern noch unehrlich, un Aechter und des gemeinsamen Vaterlandes Grandpré unterhandelte er mit dem König Ludwig XIII. bebedt, tobt gefunden worden, andere aber Feind, die einzige Ursache aller noch von Frankreich. bermaßen verderbt, daß sie taum athmen währenden Kriegsunruhe ist." Der Wirrwarr, den er mit seiner Intrigue schuf, bewog tönnen und nach wenigen Zagen ebenfalls Mansfeld führte seine Echaaren jetzt in das Darm- die Pfalzgräfin Elisabeth im Haag, ihn an den Galgen weggestorben. Sind das nicht in den hohen Himmel städtische. Bevor er das Land betrat, hielt er eine Anrede zu wünschen". zufeude und ewig freche begehrende Laster?" an seine Mannschaft: Er führe sie nun auf eine ( Schluß folgt.) Grösstes Manufaktur- und Modewaaren- Verkaufshaus des Nordens! Berlin N., Müllerstrasse 181 am Weddingplatz. Telephon Moabit 1277. M. Grünberg Nachf. Berlin N., Müllerstrasse 181 am Weddingplatz. ( Inhaber: L. N.& A. Jacob.) nstal Telephon Moabit 1277. 3 Minuten vom Wedding- Bahnhof, Pferdebahn- Verbindung aus allen Stadttheilen Berlins. geist Verkauf Verkauf nur gegen baar zu streng festen Preisen. 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Billets find im Sehersaale des„ Vorwärts" und bei den Mitgliedern zu haben. Achtung! 19 Adtung! Grosse öffentl. Versammlung jämmtl. Plätterinnen und verw. Berufsgenossen Berlins am Mittwoch, den 1. Mai 1895, abends 8 Uhr, in Birk's Salon, Strausbergerstraße 3. Tages Ordnung: Die Bedeutung des 1. Mai. Referent: Genoffe Schlaikjer. theiligung bei der Beerdigung unseres Die Sänger werden um rege Beverstorbenen Mitgliedes Johannes Dachs heut Nachmittag 6 Uhr auf dem Neuen Jakobikirchhof in Briß ersucht. Der Vorstand. Mittwoch, den 1. Mai 1895 Gr. Mai- Feier Freunden und Bekannten zur Nach) richt, daß unser Rollege 893b der I dis Arnold Janssen 6 Berliner Reichstags- Wahlkreise. am Sonntag Abend um 9 Uhr gestorben ist. Die Beerdigung findet Donnerstag nachmittag 5 Uhr vom Trauerhause Anklamerstr. 27 nach dem Domkirchhof in der Müllerstraße statt. Die Arbeiter der Bechstein'schen Hof- Pianofortefabrik. Am 27. v. M. verfchied nach langem Leiden meine liebe Frau 888b TIL Bestehend in Vocal- u. Instrumental- Concert ausgeführt von der Freien Vereinigung der Civil- Berufsmusiker Berlins und Umgegend Martha Krafft unter Mitwirkung von Vereinen des Arbeiter- Sängerbundes. im 29, Lebensjahre, Die Beerdigung findet am 1. Mai, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Nach der Versammlung: Geselliges Beisammensein Jerufalemer Kirchhofs aus ftatt. und Tanz, fowie Gesangsaufführung des Sängerchors der Töpfer.. Der Einberufer: E. Möhring. 287/101 Dertliche Verwaltung Berlin A. Bentral- Kranken- n. Sterbekaffe d. Tischler und anderer gewerblicher Arbeiter( Samburg), sni Sonntag, den 5. Mai, nachmittags 5 Uhr, im Etablissement „ Süd- Ost", Waldemarstraße 75: Mitglieder- Versammlung. Der trauernde Gatte E: Krafft, Tapezirer, und Geschwister. Todes- Anzeige. Freie Bereinigung aller in der chirurgischen Branche beschäftigten Berufsgenossen. Aden Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Bandagift Franz Hoffmann Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 1. Quartal 1895. 2. Vor- am Sonntag, den 28. d. M., im Alter trag des Hypnotiseurs Herrn Gerling. 3. Diskussion. Zum Schluß: Gemüthliches Beisammensein mit Tanz. Damen und Gäste find willkommen. 234/14 Wegen des interessanten Vortrags wird ein Entree von 25 Pf. erhoben. Billets find vorher bei allen Verwaltungsbeamten und in den Zahlstellen zu haben. Die Ortsverwaltung. Arbeiter- Bildungs- Schule. Lehrplan für das Sommerhalbjahr Montag Dienstag . . . 1895. Nord- Schule. Müllerstr. 179a. Nationalökonomie. Boltsthümliche Medizin. ( Die Krankheit. d. Proletarier mit bes. Berück fichtigung der Berufs frankheiten). von 58 Jahren im Hedwigs- Krankenhause gestorben ist. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 1. Mai, nachm. 5 Uhr, vom HedwigsKrankenhause aus statt. Zahlreiche Betheiligung erwartet 101/1 Der Vorstand. Allen Freunden und Kollegen die traurige Mittheilung, daß unser lieber Bruder und Schwager, der Drechsler Heinrich Nerlich 1. Wahlkreis. Feen- Palast, Burgstraße, Ece St. Wolfgangſtraße. Festrede. toda Grosses Festspiel ausgeführt von Mitgliedern des National- Theaters. Nach Beendigung des Programms: Anfang 4 Uhr. Tanz. Das Comitee. 2. Wahlkreis.ajennant Bock Brauerei, Tempelhofer Berg. Vorstellung lebender Bilder. Feftrede. Auftreten des Arbeiter- Turnvereins ,, Fichte". Anfang 4 Uhr. Kaffeeküche geöffnet. 3. Wahlkreis. Das Comitee. Neue Welt, Hasenhaide Nr. 108. am 29. April cr. nach kurzem schwerem Festrede vom Reichstags- Abg. Vogtherr. Südost- Schule. Leiden uns durch den Tod entrissen wurde. Die Beerdigung findet am 2. Mai cr., nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Elisabeth- Kirchhofes, Prinzen- Allee, aus statt. Um stilles Waldemarstr. 14. Bolksthümliche Medizin. ( Bau- u. Lebenserscheinungen d. gefunden und tranten Menschen). Nationalökonomie( prattische). Natur- Erkenntniß.( Die Geschichte( alte). Mittwoch. Darwin'sche Theorie. Entwicklungsgesetze.) Donnerstag Freitag. Sonnabend • Deutsch( Literatur). Geschichte( neueste). . . Diskutir- Uebungen. Naturerkenntniß.( Die Abftammung des Menschen). Deutsch( Literatur). Diskutir- Uebungen.( Arbeiterschuß u. Organi fationsfrage). Beileid bitten 9036 Die trauernden Hinterbliebenen. Zentral- Krankenkasse Auftreten des Arbeiter- Turnvereins ,, Fichte". Großes Feuerwerk. Tanz. Maifest- Beitung gratis! Das Comitee. Anfang 4 Uhr. Billets à 25 Pf. find in allen mit Plakaten belegten Handlungen, sowie am 1. Mai in der Neuen Welt" an der Kasse zu haben. 4. Wahlkreis( Süd- Ost). 2 der Tischler Keller's Festsäle, Koppenstr. 29, Ortsverwaltung Berlin B. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß das Mitglied F. Brors Konzerthaus Sanssouci, Kottbuserstr. 4a. 4. Wahlkreis( Often). Brauerei Friedrichshain, Am Königsthor, Landsberger Allee 39/40. Die Schulräume find abends von 128 Uhr an geöffnet( Sonntags am 29. d. Mt3. verstorben ift.Elysium, 10-12 Uhr), um den Mitgliedern und Gästen Gelegenheit zu geben, in dem außerordentlich reichen Zeitungs-, Zeitschriften- 2c. Material zu studiren. Der Unterricht beginnt um 1/29 Uhr und endet um 1/211 Uhr. Die Theilnahme am Unterricht steht jedem, auch Nichtmitgliedern an einem Abend im Semester unentgeltlich frei. Für sämmtliche Lehrfächer werden zu jeder Zeit neue Theilnehmer ( Damen und Herren) aufgenommen. In größeren Lokalitäten werden in bestimmten Zwischenräumen große Versammlungen abgehalten, abgehalten, in welchen wissenschaftliche Themata's in volksverständlicher Weise behandelt werden. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 25 Pf. monatlich. Das Unterrichtsgeld beträgt monatlich für jedes Unterrichtsfach 25 Pf.; für den Sonnabends Unterricht wird fein Entgelt erhoben. Die Zahlung der Beiträge und Auf nahme neuer Mitglieder erfolgt an endstehenden Zahlstellen, deren je eine auch in feder Schule errichtet ist. Die Zahlstellen find folgende: S. Schöning, Stallschreiberstr. 29. SO. Südostschule, Waldemarstr. 14. Schulz, Admiralstr. 40 a. SW. Grube, Mariendorferstr. 5. Windhorst, Junkerstr. 1. 0. Orzareck, angeſtr. 65. H. Nordschule, Müllerstr. 179a, Gnadt, Putbuserstr. 32. Gleinert, Müllerstr. 7a. Wernau, Rosenthalerstr. 57, NO. Mamlok, Barnimstr. 42. NW. Löffler, Stendalerstr. 12. W. Werner, Bülowftr. 59. Der Vorstand. Die Bibliothek ist allabendlich geöffnet und sieht jedem Mitgliede zur unentgeltlichen Benuzung zur Verfügung. Spree- Havel 63/3 Dampfschifffahrts- Gesellschaft„ Stern" empfiehlt ihre vollſtändig neu renovirten mit tomfortablen Stajüten ausgestatteten 32 Salon- Dampfer jeder Grösse Die Beerdigung findet am Donnerstag Nachmittag um 4/2 Uhr von der Leichenhalle des Neuen Louisen- Kirchhofes( Hermannstraße) aus statt. Die Ortsverwaltung. 234/13 Danksagung. Allen Theilnehmern bei dem Begräbniß meines lieben Mannes und Vaters, des Rollkutschers 9026 Emil Hermann v. d. Hyide, sagen wir unsern herzlichsten Dant. Kaffeeküche von 3 Uhr an geöffnet. In allen 4 Lokalen: Feftrede. Aufführung lebender Bilder. Deklamationen. Tanz. Herren, die am Tang theilnehmen, zahlen 30 Pf. nadh. Das Comitee. Anfang 4 Uhr. 5. Wahlkreis. Schweizer Garten, Am Königsthor. Die trauernden Hinterbliebenen. Festrede. Prolog. Aufführung lebender Bilder. Wittwe Frau v. d. Hyide. Achtung! Achtung! Ruderverein ,, Vorwärts". Beim Beginn des Frühlings richten wir wieder an alle Freunde einer ge sunden Körperübung das Ersuchen, sich Der unserm Verein anzuschließen. Verein ermöglicht es auch dem MinderAuftreten des Arbeiter- Turnvereins„ Fichte". Von 6 Uhr ab im großen Saale: Tanz. Anfang 4 Uhr. 6. Wahlkreis. Für Moabit: Das Comitee. bemittelten, sich diesem Vergnügen Kronen- Brauerei, Alt- Moabit 47-49. widmen. zu 108/17 Für Wedding: Die nächste Sigung mit Vortrag findet morgen, Donnerstag, 2. Mai, abends 9 Uhr, in den Dranienhallen, Norddeutsche Brauerei, Chausseestr. 58, Oranienstraße 51, statt. Gäste herzlich Feldschlösschen, Müllerstr. 142. willkommen. Der Vorstand. Textil- Arbeiter! Heute, am 1. Mai: Ausflug nach Ober- Schönweide, Restaurant Haferland. Treffpunkt mittags 2 Uhr Schlesischer Bahnhof. 885b Der Vorstand. Achtung! Achtung! bis zu 400 Personen fassend nach sämmtlichen Plägen der Oberspree, Dahme, Unterspree und Havel. Wir erlauben uns besonders darauf hinzuweisen, daß wir die Vermiethungspreise so ermäßigt haben, daß eine Dampferpartie den verebr- Polnische Sozialisten. lichen Bereinen und Gesellschaften das angenehme und billigte Mittwoch, den 1. Mai, abends 8 Uhr, Transportmittel geworden ist, billiger als Eisenbahn und Bremser. im Lokale des Herrn Specht, Aufträge nehmen an und ertheilen bereitwilligste Auskunft unsere Markgrafenſtr. 83. Markgrafenftr. 83. Berlin SO. Seffentliche Versammlung. Bureaus: Brückenstrasse 13, 1 Tr. Fernsprech- Amt VII. 1025. Potsdam C Lange Brücke, Dampfertation Fernsprecher Nr. 124. Um zahlreiche Betheiligung bittet 210/6 Der Einberufer. Auftreten des Arbeiter- Turnvereins Fichte". Für Rosenthaler Vorstadt: Weimann's Volksgarten, Badstr. 56. Für Schönhauser Vorstadt: Mörschel's Salon, Schönhauser Allee 28, Mierke, Schönhauser Allee 100, Jägerhaus, Schönhauser Allee 102. In allen Lokalen: Festrede. Deklamationen. Gesangs- Aufführungen etc. Anfang 4 Uhr. Verantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. Das Comitee. 3. Beilage zum Vorwärts" Berliner Volfsblatt. Nr. 101. Gewerkschaftliches. Mittwoch, den 1. Mai 1895. 12. Jahrg. des Verbandes. Während man diese von einer Seite möglichst Monat auf 3,50 Franks, in den beiden folgenden Monaten auf ausgedehnt wissen wollte, wurde von der anderen Seite betont, 3,75 Franks und vom vierten Monat an auf 4,25 Frants stellen Die Generalkommission theilt im„ Korrespondenzblatt" daß der Hauptzweck des Verbandes ein idealer sei und deshalb würde; 4. Erleichterung des Dienstes auf den am meisten begegenüber der vom Vorstande des Unterstützungsvereins deutscher die materiellen Leistungen möglichst einzuschränken seien. Be- fahrenen Linien und damit verbunden ein höherer Verdienst der Labatarbeiter in seiner bekannten Erklärung aufgestellten Beschlossen wurde wie bisher eine Reiseunterstüßung von 2 Pf. sogenannten Ueberzähligen; 5. Entschädigung von 30 Zentimes für hauptung, pro Kilometer, ferner Rechtsschutz sowie Unterstützungen und jede Wartestunde der zur Sicherung des Dienstes einberufenen der Vertreter der Generalfommission habe in Bremen bei Darlehne an in Noth gerathene Mitglieder zu gewähren. aber nicht beschäftigten Ueberzähligen; 6. Erhöhung der Altersder Umfrage über die Abhaltung des Gewerkschaftskongresses Hierauf wurde vom Vorsitzenden die alte Frage des graphischen rente der Kontrolleure und des Zugpersonals um 10 Fr. pro gefagt: Die englische Gewerkschaftsbewegung hätte einen Rartells erwähnt. Dasselbe sei leider an den Widerstand der Jahr nach zurückgelegter 25jähriger Dienstzeit, wo sie 365 Fr. größeren Einfluß auf die dortige Arbeiterschutz- Gesetzgebung hauptbetheiligten Organisation, der Buchdrucker, gescheitert. beträgt, so daß sie sich nach einer 36jährigen Dienstzeit auf. gehabt als die politische Arbeiterbewegung Deutschlands auf unsere Kleine Organisation müsse jedoch nach dem Anschluß an 475 Fr. stellen würde. Die Minorität war deshalb gegen die die deutsche Arbeiterschutz- Gesetzgebung. Ueberdies gingen den eine größere trachten. Es seien daher Unterhandlungen mit dem Wiederaufnahme der Arbeit, weil die Direktion verweigert hatte, Arbeitervertretern im Reichstag die Fähigkeiten ab, über Ar- Vorstande des Verbandes der Lithographen und Steindrucker ge- auch alle diejenigen wieder einzustellen, die sich während des beiterverhältnisse sich ein richtiges Urtheil zu bilden" pflogen worden, die einer Verschmelzung beider Organisationen Streits eines damit zusammenhängenden Vergehens schuldig ge= folgendes mit:" Unser Vertreter bestreitet ganz entschieden, den nicht abgeneigt wären. Die Versammlung sprach sich ebenfalls macht haben. Daß der Streit ein berechtigter war, zeigen eben leg teren Satz gebraucht zu haben. Er stände auch in direktem dahin aus, daß diese Verschmelzung wünschenswerth sei, da es die Konzessionen. Konnten sie nach dem Streit gemacht werden, Widerspruch zu dn bisher auf diesem Gebiete seitens unserm fleinen Verbande nicht möglich wäre, die Agitation so hätten sie auch vorher gemacht werden können; es wären dann der Generalkommiffion gegebenen Erklärungen. Die Richtigkeit mit dem nöthigen Nachdruck durchzuführen. Eine dahin auch keine Opfer zu beklagen gewesen. Daß die Streifenden unter des erstgenannten Sages dürfte aber wohl von keiner Seite be- gehende Resolution wurde angenommen. Ebenso eine diesen Umständen die Arbeit wieder aufgenommen, wird von ftritten werden, da ein Blick auf den Stand der Arbeiterschutz- zweite, die die Ausdehnung der Formstecher Krankenkasse vielen scharf getadelt. So hat es z. B. eine Versammlung der Gefeßgebung in England und Deutschland den Beweis für diese auf die Drucker und Hilfsarbeiter fordert. Als Siz des Vor- Droschkenkutscher als Feigheit hingestellt. Wäre der Streit nicht Behauptung liefert. Die Verhältnisse Englands und Deutschlands standes und Zentral- Arbeitsnachweises wurde Berlin wieder zu Ende gegangen, so hätten sich ihm auch die Droschkentutscher find nicht ohne weiteres vergleichbar, doch mag man nicht ver- gewählt, der Ausschuß nach Hildesheim verlegt und als Ort der angeschlossen. Nun er beendigt, haben sie beschlossen, vorläufig geffen, daß die Arbeiterschuß- Gesetzgebung hier wie dort nicht ein nächsten Generalversammlung Köln bestimmt. Nach Erledigung davon abzustehen. Dafür haben sie eine Resolution gefaßt, in Produkt des guten Willens der Kapitalisten, sondern des Druckes innerer Angelegenheiten wurde die imposante Versammlung, die der sie unter anderem erklären, den 1. Mai durch Arbeitsruhe der Arbeiterbewegung ist. Wir müssen diesen von dem Vor- sich weit über das Niveau ihrer Vorgängerinnen erhob, mit feiern zu wollen. stand des Unterstützungsvereins deutscher Tabatarbeiter unserem einem Hoch auf die internationale Arbeiterbewegung geschlossen. Vertreter gemachten Vorwurf mit aller Entschiedenheit zurückweisen." Da die Generalkommission selbst zugiebt, daß die Verhältnisse Deutschlands und Englands nicht ohne weiteres vergleichbar find, so haben wir feine Veranlassung, auf ihre Ansicht von der englischen Gewerkschaftsbewegung und der politischen Arbeiterbewegung Deutschlands einzugehen. Gerichts- Beifung Gewerbegericht. er Dor Der Zusammentritt einer internationalen BildhauerKonferenz ist, wie das hierfür eingesetzte deutsche AgitationsKomitee in der Bildhauer- Zeitung" erflärt, jest gesichert. Desterreich Ungarn, die Schweiz, Holland, Rumänien und Weil er die Mühe nicht abnahm, als er mit einem Amerika werden bestimmt vertreten sein, von den übrigen Arm voll Flaschen ins Zimmer trat, hatte ein Buchhalter der Ländern steht der Entscheid noch aus, bis auf England, dessen Brauereifirma Josty dem Kutscher K. eine Lektion in WohlBildhauer die Theilnahme ablehnen, weil sie unter der Un- anständigkeit ertheilt. R. ließ sich das aber nicht gefallen; er Der Verband der Formstecher, Drucker, Hilfsarbeiter gunst der Arbeitsverhältnisse in d. Lezten Jahren außerordent- nahm sich die Frechheit heraus, darauf aufmerksam zu machen, und verw. Berufsgenossen hielt am 1. und 2. Oster- Feiertag lich zu leiden hatten und durch ihr Abhängigkeitsverhältniß von daß sich die Müze wohl schlecht abnehmen ließe, wenn man feine vierte ordentliche General- Versammlung zu der Alliance- Cabinet- Maker"( einem Industrieverbande, der aus tüchtig bepackt sei. Ein Wort gab das andere, und als K. Hildesheim ab. Man schreibt uns darüber: Erschienen Tischlern, Bildhauern, Drechslern, Tapezirern und Maschinisten schließlich auf den Hof und unter seine Kollegen trat, war er waren 15 Delegirte, die 17 Orte mit 350 Mitglieder vertraten. besteht) gehindert sind, einen Delegirten zu senden". Als Schluß noch so erregt, daß er hier weiter räfonnirte". Da ereilte ihn Nach dem Bericht des Vorstandes hat sich der Verband in letter termin für die Einsendung der Berichte über die Lage der Bild- in Gestalt des Prokuristen der Firma das Verhängniß. Derselbe Beit etwas gehoben, ist aber im übrigen durch den Druck des hauer in den verschiedenen Ländern ist vom Agitationsfomitee ermahnte ihn, doch ruhig zu sein, wobei er ihn einen„ alten Unternehmerthums in seiner Entwickelung gehindert worden. Es der 15. Mai angenommen. Die Adresse des Komitees ist: Dummerjan" nannte. Wenn ich einer bin, dann sind Sie auch find mehrere Bahlstellen durch die Machinationen der Prinzi Gustav Winkler, Berlin SO., Wrangelstr. 135, I. ein Dummerjan!" schleuderte nun K. dem Beleidiger entgegen, palität und das unsolidarische Verhalten der Mitglieder jener Nichtswürdige Bahlstellen eingegangen. Nichtswürdige Zustände wurden in den vom Streit be welcher jetzt vermeinte, vor sich selbst und den Kollegen des Köpenick, Einbeck und Nordhausen zu unterstützen. In Hildes sichtlich der Arbeiterwohnungen durch die Reichsraths- schädigung in der Höhe des Verdienstes, den Gemaßregelte hatte der Verband in troffen geweſenen Ziegeleien in Jnzersdorf bei Wien hin renitenten" Kutschers sich schämen zu müssen", wenn er R. Klagte dann auf eine Ent heim brach infolge einer Lohnherabsetzung ein Streit aus, der Abgeordneten Polzhofer und Dr. v. Hoffmann- Wellens aussichtlich in durch das ausnahmslos solidarische Verhalten der Mitglieder of aufgedeckt. In der ersten Wohnung, die besucht wurde, Engagement war eine vierwöchentliche Kündigungsfrist ausbrückvier Wochen erzielt hätte; bei seinem mit einem vollständigen Siege der Arbeiter endete. Eine von Mehrere Bahlstellen sind neu errichtet worden. Die Kassen- standen acht Betten und wohnten 17 Personen. lich vereinbart worden. Da die Frist bei der Einreichung der Italienern bewohnte Wohnung ist 21/2 Meter hoch, 10 Meter verhältnisse hatten durch die starke Inanspruchnahme der Reise- breit und lang. Es sind in diesem Raume 29 Schlafstellen, die lage noch nicht abgelaufen war, hatte der Kläger beantrag., Unterstübung sehr gelitten, sich aber in letzter Zeit wieder ge von 58 erwachsenen Männern und 19 Knaben benützt werden. Das Gericht fam dem nach, die Beklagte wurde verurtheilt. ihm zunächst die Hälfte im Betrage von 39,40 M. zuzusprechen. bessert. Der Arbeitsnachweis hat eine rege Thätigkeit entfaltet. G3 fonnte 115 Personen Stellung vermittelt werden, wobei Gine dritte Wohnung ist 2,36 Meter hoch und 9,55 Meter breit Nach Ansicht des Gerichtshofes war in dem Ausdruck, Dummerdie erfreuliche Thatsache zu konstatiren war, daß die Nachfrage im ersten Stock, der sogenannte„ Himmel", ist von sieben Familien auf den Kläger gebrauchte, nicht eine so hochgradige Beleidig'ang und lang. Sie wird von 55 Personen bewohnt. Eine Wohnung jan" gerade deshalb, weil der Prokurist ihn zuerst mit bezug nach Arbeitskräften stärker gewesen ist, als das Angebot der Arim beiter. Nach Erledigung des Berichts wurde umgehend über die 18 Italiener. Das sogenannte„ Studentenzimmer", die ärgste, scheidung ist von besonderer Bedeutung, weil im vorliegenden mit 36 Personen bewohnt. In einer Dachkammer wohnen zu sehen, daß er die Entlassung rechtfertigen fönnte. Die Ent Einführung einer Arbeitslosen Unterstützung diskutirt. Diese follte 6 M. bei Erhöhung des Beitrages von 15 auf 25 Pf. be- von ledigen Leuten bewohnte Höhle, ist geräumt worden und Falle nicht nur die Entlassungsgründe aus§ 128 in Frage tragen. Die Versammlung war jedoch der Ansicht, daß es deren Ankunft man erwartet. In einem Massenquartier, das in bestimmt, daß jeder der beiden Theile( Arbeitnehmer und Arbeitwurde gereinigt, um der Sanitätskommission zuvorzukommen, tamen, sondern auch§ 124a anzuziehen war. Der Paragraph sich bei der gegenwärtigen Lage der Drganisation nicht empfehle, Abtheilungen für je eine Familie getheilt ist, wohnen 26 Männer, geber) auch sonst, abgesehen von den Gründen der§§ 123 und eine solche einzuführen, der Verband vielmehr erst gekräftigt und 15 Frauen und 11 Kinder.. Die Luft in diesem Quartier war 124, aus wichtigen Gründen vor Ablauf der vertragsmäßigen ausgebaut werden müsse. Zur Ueberfeierabend- und Hausarbeit wurde eine Resolution gefaßt, wonach sämmtliche Kollegen ver- geradezu unerträglich. Zeit und ohne Innehaltung einer Kündigungsfrist die Aufhebung pflichtet sind, solche nach Möglichkeit einzuschränken. Um den Zum Ende des Pariser Omnibusbediensteten- Streifs des Arbeitsverhältnisses verlangen kann, wenn dasselbe mindestens Nachweis der Ueberfeierabend- und Hausarbeit festzustellen, wird uns aus Paris geschrieben: Die Streifenden haben, jedoch auf vier Wochen, oder wenn eine längere als vierwurde die Ausgabe statistischer Fragebogen beschlossen. Der mit geringer Mehrheit, die Wiederaufnahme der Arbeit beschlossen, zehntägige Kündigungsfrist vereinbart ist." Situationsbericht der Delegirten entroute von der Lebenshaltung nachdem ihnen die Direktion folgende Konzeffionen gemacht hat: Daß die Unternehmer auch" Rechte haben, der Arbeiter kein günstiges Bild. So wurde über Löhne von 1. Erhöhung des täglichen Arbeitsverdienstes aller seit mehr denn suchen dieselben in neuester Zeit mit Vorliebe dadurch der 7,50 M. berichtet. Des weiteren mußte konstatirt werden, daß sich die drei Jahren in den Depots beschäftigten Arbeiter um 25 Ben- staunenden Mitwelt vor Augen zu führen, daß sie Entschädigungsgrößere Zahl der Kollegen dem Verbande noch fern hält, der Agitation times; 2. Betheiligung dieser Bediensteten an der Altersrententasse flagen gegen Arbeiter und Arbeiterinnen anstrengen, wenn diese daher noch ein weites Feld offen steht. Die interne Thätigkeit mit einer jährlich bis zu 30 Franks steigenden Subvention der ohne Kündigung die Arbeit verlassen. Ihr Zweck ist beileibe der Bahlstellen war zufriedenstellend. Bei der Statutenberathung Omnibustompagnie; 3. Erhöhung des Antrittslohnes der Depots nicht, auf diese Weise Geld zu gewinnen dagegen verwahren sie drehte sich die Debatte namentlich um die materiellen Leistungen arbeiter um 25 Bentimes täglich, so daß sich deren Lohn im ersten sich gewöhnlich ganz unnöthigerweise energisch; nein, ihren = Telegraphischer Zeitungsdruck. = " Redakteure und Mitarbeiter gleich mit der Schreibmaschine, so wird Die Schwierigkeit des Spationirens und Ausschließens der der Maschinenseger überhaupt erspart. Der Abdruck, der den Zeile, die für die gewöhnlichen Setzmaschinen fast unüberNicht infolge der Schwäche der Buchdrucker- Organisation, Charakter gewöhnlicher Maschinenschrift besitzt, dient später als windlich sind, fallen hier ganz weg, da diese Arbeiten nicht wegen der Geringfügigkeit der materiellen Hilfsquellen, Korrekturbogen. Die Schreibmaschine hat aber noch eine be- gleich beim Korrekturlesen mitbesorgt werden. Als Korrekturauch nicht infolge des parteiischen Eingreifens der Behörden sondere Einrichtung. An ihrer Hinterseite wird ein schwacher abzug dient hier das Originalmanuskript der Schreibmaschine ging der der letzte große Buchdruckerstreit verloren, obwohl Streifen Papier, ähnlich wie bei den Telegraphenapparaten, bezw. der Original- Silberstreifen. Fehler werden einfach durch alle diese Momente natürlich mitwirkten, die die helden durch einen Mechanismus hindurchgezogen, der zugleich mit Ausreißen aus dem Silberstreifen und Einkleben korrekter Zeichen müthig Kämpfenden zu schwächen; sondern in erster Linie dem Niederdruck einer Taste, die den Buchstaben des Manuftripts ausgemerzt und ebenso wird durch Verändern der Zwischendeshalb, weil eine über Erwarten starte Reserve Armee schreibt, eine Kombination von längeren und fürzeren Strichen räume zwischen den einzelnen Zeichen auf dem Silberpapier das den Kämpfenden in den Rücken fiel. Der Ausgang dem Papierstreifen einverleibt. Jeder Buchstaben des Alphabetes Spationiren und Ausschließen besorgt. Ist der Originalstreifen des Buchdruckerstreiks gab die bedeutsame Lehre, daß ist natürlich durch eine besondere Strich- Kombination gefenn- aber erst einmal forrett, so sind es auch alle Kopien in auch in den Gewerben, in denen die Handarbeit von der zeichnet, und bei jedem neuen Zaftendruck rückt der Streifen um den Filialen, alle Matrizen und alle Stereotypplatten. Das Maschine noch nicht verdrängt ist, gerade durch die kapitalistische einen Schritt vor. Der Papierstreifen besteht aus gewöhnlichem Korrigiren und alle nothwendigen Handarbeiten vollziehen sich Broduktionsweise eine Ueberproduktion Arbeitskräften Silberpapier und die Zeichen auf ihm werden dadurch mit gewohnter Leichtigkeit, während bei den bisherigen Typenstattfindet, die den Kampf ums Dasein in der schroffsten sichtbar gemacht, daß an bestimmten Stellen die Silber- segmaschinen, wenigstens bei denen, die Matrizen lieferten, Form zeitigt. Diese Lehre war hart und bitter für die schicht weggeäßt wird. Das geschieht so einfach und so Korrekturen äußerst schwierig sind. Betheiligten, aber sie hat ihr Gutes doch auch insofern gehabt, rasch wie das Aufzeichnen von Strich kombinationen mit Die Vortheile dieser Maschine sind so augensichtlich, daß als sie auch den Indifferenten zeigte, bis zu welcher Inten Farbe bei dem Morse Telegraphen. Durch das Wegäßen der wir sie nur furz zu berühren brauchen. Die Korrekturen werden fität sich der Rapitalismus ausgewachsen hat. Silberschicht wird der Papierstreifen an dieser Stelle für den gelesen, noch ehe ein Buchstabe gedruckt ist, das Seßen ist einzig Welche Lehren stehen aber noch bevor, wenn erst die Maschine elektrischen Strom nicht leitend, und damit ist die Unterlage zur auf die Herstellung des Original- Silberstreifens beschränkt, das Buchdruckergewerbe erobert haben wird! telegraphischen Vervielfältigung der Schriftzüge des Streifens mittelst desselben besorgt die Maschine, in verschiedenen Wenn der Buchdrucker heute von der Sehmaschine hört und gewonnen, denn die Strich kombinationen sind ja nichts anderes Orten gleichzeitig das gußfertige Herstellen der liest, schüttelt er noch ungläubig den Kopf und meint, die als Schriftzüge besonderer Art. Matrizen für die einzelnen Spalten. Man tann Segmaschinen taugen nichts, fie arbeiten theurer als die Dieser Streifen wird nun in den Telegraphenapparat ein- hiernach den Erfindern wohl wohl Glauben schenken, daß menschlichen Arbeitskräfte, die zu ihrer Bedienung übrigens auch geführt, dessen wesentlicher Bestandtheil eine Kombination von gegenüber dem Handsetzen eine Ersparniß von 86 p& t. nicht entbehrt werden können, außerdem aber vermöge fie nur Kontaktfedern ist, die den Strom unterbrechen, wenn sie auf einen in der lokalen Arbeit erzielt wird, ganz abgesehen von " glatten Sag" zu liefern." Aber die sozialen Umwälzungen, die weggeäßten Strich kommen. Die Reproduktion solcher Beichen der völligen Ersparniß an Segern in den Filialstädten, die durch die Setmaschine mit sich bringen wird, stehen doch nicht in so auf beliebige Entfernung hin bietet heut nicht die geringste die Ausgabe von Zentralzeitungen gleichzeitig in verschiedenen ferner Zukunft, wie die meisten optimistisch glauben. In Leipzig Schwierigkeit mehr, sie wird in modifizirter Form besonders in Orten erzielt wird. arbeiten heut bereits Druckereien mit Sehmaschinen, und sie arbeiten England und Amerika bereits vielfach zur automatischen Telemit so fabelhafter Schnelligkeit, daß vier Druckbogen graphie benutzt, wenn es sich um das Absenden der als Manuskript des Morgens in Berlin zur Post gegeben, des felben Depesche nach verschiedenen Orten handelt. Der Abends bereits als Korrekturabzüge in Berlin zurück sind. Das metallische Streifen wird fehlerlos telegraphisch nach ist eine Leistung, mit der der Mann von Fleisch und Blut nicht jeder beliebigen Stadt übermittelt, wobei die Leistungs- Dabei ist die ganze Maschine und ihre Handhabung äußerst mehr mit kann, er ist besiegt von dem unbeseelten, unermüdlichen fähigkeit des Apparates an einem Drahte ca. 500 Druckzeilen in billig. Die Telegraphenapparate find fleine billige Maschinen, Automaten aus Stahl und Eisen. Aber damit noch nicht der Stunde beträgt.( Der Maschinenschreiber leistet ca. 200 bis die von einem einzigen Mechaniker überwacht werden können; genug! Die Setzmaschine steht noch nicht auf der höchsten 300 Zeilen, so daß der automatische Telegraph die Leistung von Während die Setzmaschinen 3. B. 70 000-100 000. often, Stufe der Vollendung und schon taucht eine neue Erfindung auf, die zwei Schreibern zu bewältigen vermag.) foll sich der elektrische Typograph auf nicht mehr als 3400 M. die Setzmaschine mit der telegraphischen Vervielfältigung ver- Die mit Zeichen versehenen Streifen dienen gleichzeitig aber stellen. Eine Maschine kann zugleich zwei Spalten à 60 Zeilen bindet, und sich nichts geringeres vornimmt, als denselben auch zur Bethätigung des elektrischen Typographen; jede Strich per Stunde in gußfertigen Matrizen liefern. Fünf Maschinen Sah in verschiedenen Städten gleichzeitig tombination löst das Spiel elektrischer Kontakte aus, die so angeordnet liefern also bei zehnstündiger Arbeitszeit ca. 6000 Zeilen, also herzustellen. Eine Berliner Zeitung also, deren Redaktion werden, daß jeder Kombination die Bewegung einer bestimmten ungefähr so viel, wie eine Vorwärts"-Nummer mit zwei Beis abends den Text für die Morgenausgabe feststellt, tann des Stahlletter entspricht. Die Maschine besitzt so viel Stahllettern lagen. Morgens in allen größeren Städten des Reiches mit demselben als Strichkombinationen beliebt werden, also so viel Lettern als Bewährt sich die Maschine in der Praxis die Erfinder Inhalt erscheinen, wie in der Hauptstadt! die ursprüngliche Schreibmaschine. Jede Letter wird sofort in arbeiten mit ihr in Graz so ist das der Anfang vom Nach dem, was die Erfinder E. Meray- Horwath und C. Roga eine Bappmatrize eingeprägt. Da die Maschine gleichzeitig das Ende des Seherberufes, dann hat auch auf dem letzten großen in Graz mittheilen, ist die Idee genial einfach. Die praktische Weiterschieben der Matrizenpappe besorgt, so wird der ganze Gebiete, wo die Handarbeit bisher fast keine Rivalen hatte, die Brauchbarkeit muß allerdings erst wohl noch abgewartet werden. Saz gleichzeitig in verschiedenen Städten in die Pappe einge- Maschine gefiegt. Aber gleichzeitig ist damit eine so furchtDas Sezen spielt sich bei der neuen Maschine in folgender Weise prägt und kann sofort durch Stereotypie vervielfältigt werden. bare Ueberspigung des Kapitalismus verbunden, daß sie uns ab: Ein Maschinenschreiber topirt mit einer gewöhnlichen Schreib. Mit diesen gleichartigen Stereotypplatten kann dann in ver- einen Risenschritt dem Sozialismus näher führt. maschine den ganzen Text der zu druckenden Reitung. Arbeiten die schiedenen Städten dieselbe Zeitung gleichzeitig gedruckt werden. Da das Wegfallen der Postspesen zum theil bereits das Drahtabonnement kompensirt, so würde, wenn sich die Maschine bewährt, für eine Unzahl von Lokalblättern wohl bald die Sterbe stunde geschlagen haben. " beantragt. M Prozeß, Frau Bauer aus Delsnih i. E., ist vor die Staatsanwaltschaft zitirt worden und nicht wieder zurückgekommen. Sie hat trop ernften Vorhalts entgegen dem Zeugniß des Steiger Fischer beschworen, daß diefer mit ihr intimen Umgang ge habt habe und sich insofern mit einer früheren Aussage in Widerspruch gefeßt, die sie vor dem Amtsgericht Stollberg gethan hatte, wo sie als Verklagte mit Fischer einen Vergleich dahin einging, daß fie zu Protokoll gab, sie habe mit diesem keinen intimen Umgang gehabt. Sie entschuldigte diese Aussage vorm Landgericht Zwickau damit, daß sie in Stollberg sehr eingeschüchtert worden sei und nur aus Furcht vor Strafe zum Vergleiche die Hand geboten habe; die Wahrheit sei es nicht gewesen was man damals protokollirte. Gegen Fiſcher wurde nun vom Vertheidiger Strung's eine Denunziation wegen Meineids eingereicht, die wie es scheint damit ihren Abschluß findet, daß gegen Frau Bauer die Untersuchungshaft wegen Meineidsverdacht verhängt worden ist. anderen Arbeitern foll in den erftrittenen Erkenntnissen gewisser-| fehrte aber nach furzer Zeit nach Berlin zurück und stellte sich Von unserer Zeiten Schande. Jn Glogan wurden dieser maßen eine Warnungstafel errichtet werden. Waren vor einem selbst der Polizei. Im Untersuchungsgefängnisse trieb ihn die Tage zwei Majestätsbeleidigungen abgeurtheilt. In dem einen Jahre noch Entschädigungsansprüche der Unternehmer wegen Reue zu einem verzweifelten Selbstmordversuch. Er trennte seine Falle traf einen Stockblinden das Unglück, drei Monate Ge Kontraktbruchs eine Seltenheit, etwas Außergewöhnliches, so find Matraße auf, schüttelte den Inhalt in eine Ecfe feiner Belle und fängniß abbüßen zu müssen. Als Denungiant ist ein Schuhmacher fie jetzt gang und gäbe. Na, was dem einen recht, ist dem zündete ihn an. Er glaubte durch den Rauch zu ersticken, das änsch aus der Brutstraße in Glogau zu nennen. In dem anderen billig. Die Kammer I hatte sich kürzlich in einer Sigung Feuer wurde aber entdeckt, bevor er seinen Zweck vollständig er- anderen Falle, in dem eine angeblich vor drei Jahren begangene mit zwei derartigen Forderungen eines Unternehmers ab- reicht hatte. In betäubtem Zustande und mit arg verbrannten Aeußerung gefühnt" wurde, hatte ein Schneidermeister 6 Monate zugeben. Es war die bekannte Firma Philippsohn u. Leschziener, Händen wurde er aus der Belle herausgeholt. Die Staats- auf sich zu nehmen, nachdem die Revisionsinstanz ein früheres, dieserhalb die an zwei Plätterinnen ein Erempel statuiren wollte. Der anwaltschaft hatte Anklage wegen Sach gleichlautendes Urtheil aufgehoben und die Verhandlung in die einen hatte es nicht gepaßt, sich von einer Direttrice sagen beschädigung() gegen ihn erhoben. Der Gerichtshof trat Borinstanz zurückgewiesen hatte. In diesem Falle ist der Denunziant zu lassen, Herr Philippsohn wollte sie gar nicht mehr haben, aber in dieser Beziehung den Ausführungen des Vertheidigers, der Landwirth Hannig zu Tschepplau. nur aus Gnade und Barmherzigkeit sei sie noch in der Rechtsanwalt Leopold Meyer bei, welcher geltend machte, daß Recht und Gerechtigkeit im fächsischen Bergwerksrevier. Fabrit, weil betreffende Direktrice„ ein gutes Wort" für sie ein der Angeklagte nicht von der Abficht geleitet worden sei, die aus 3 wid au wird uns geschrieben: Der Beleidigungsprozeß gelegt hätte. Das fonnte nun als grobe Beleidigung, aus Sachen zu zerstören, sondern dies nur als Mittel zum Zweck des der Steiger Fischer und Bachmann gegen den früheren gegangen von einer Stellvertreterin der klagenden Firma, nicht Selbstmordes benutzt habe. Der Gerichtshof verurtheilte den Redakteur des„ Glückauf", A. Strunz, der am 17. November angesehen werden, war also auch fein gesetzlicher Grund zum Angeklagten wegen der übrigen Strafthaten zu vier Monaten vorigen Jahres" vor dem hiesigen Landgericht geführt und mit Niederlegen der Arbeit. Es kam aber zu einem Vergleich; die Gefängniß, wovon ein Monat durch die erlittene Untersuchung der Verurtheilung des Angeklagten zu einer Gefängnißstrafe von Beklagte erkannte ausdrücklich an, die Arbeit bei der Klägerin haft für verbüßt erachtet wurde. 6 Monaten endete, die er vorigen Montag angetreten hat, scheint grundlos und widerrechtlich verlassen zu haben und verpflichtet Um eine Schädigung der Orts Krankenkasse der für einige Zeugen noch traurige Folgen zu haben. Der Bergfich, nach der Genesung ihres kranken Kindes bei der Firma die Sattler handelte es sich in einer Verhandlung vor der 135. Ab- arbeiter A. Rössel war gleich nach dem Urtheilsspruch in Haft Arbeit wieder aufzunehmen. Im zweiten Falle lag die UnEr sollte Mitte Februar vor den Getheilung des Schöffengerichts gegen den Kaufmann Albert genommen worden. gesetzlichkeit der Arbeitsaufgabe des Beklagten, eines jungen 3ra el und seinen Bruder, den Lederarbeiter Neumann schworenen erscheinen, um wegen Meineids abgeurtheilt zu Mädchens, klar zu tage; dasselbe gab sogar unter der Heiterkeit Israel. Der erstere litt an einer Krankheit und da er augen werden, weil er in einer Nebenfrage nach seinen Bestrafungen der Anwesenden zu, eine kleine List" gebraucht zu haben, um zu ihrer Invalidenkarte zu kommen. Während sie thatsächlich in Mitgliedskarte zur Sattler- Krankenkasse zu leihen. Mit dieser land", wo er 3 Jahre gearbeitet, nicht genau bei der Wahrheit blicklich keine Stellung hatte, bat er seinen Bruder, ihm seine wegen Vergehens gegen die Werksordnung der Beche„ DeutschBerlin war, fam in von ihr geschriebener Brief aus einem ging er zum Arzt, wurde unentgeltlich untersucht und erhielt auf geblieben sein soll; einen Tag vor der Hauptverhandlung wurde thüringischen Neste an Philippsohn, in dem um die Karte ge- Borzeigung des Medizinscheines auch Arznei und Apparate ohne R., der in der Untersuchungshaft schwer gelitten hatte, jedoch so beten wurde, die sie zu ihrer Legitimation brauche", und worin Bezahlung. Es blieb der Schwindel aber nicht unentdeckt und frank, daß er ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Gr fie mittheilte, daß sie traut sei und sich deshalb bei Verwandten die Kur ist schließlich doch zu einer ziemlich theuren geworden, wurde bald wieder entlassen und hat sich jetzt, obgleich er auf auf dem Lande aufhalte und daß sie noch weiter reisen wolle. denn der Gerichtshof verurtheilte den ersten Angeklagten zu dem Schachte schon zweimal wieder Schaden litt, geistig soweit Die Beklagte wollte lieber die beanspruchten 9 M. zahlen, als in 20 m. Geldstrafe wegen Betruges, den Bruder wegen Beihilfe erholt, daß er wahrscheinlich vor die Mai- Geschworenen gestellt die alte Stellung zurückkehren. Zu einer großen Feier, welche die Arbeiter der Telegraphen- bazu zu 10 M. Geldstrafe. Der Staatsanwalt hatte das doppelte werden wird. Aber auch die Hauptzeugin im Strung'schen Bau- Anstalt von Mix u. Geneft im Lokale eines Herrn Niemann Vom Gemeinfinn der Hauspafchas.„ Der Schneeprozeß" vereinte, hatte sich letzterer 61 Kellner kommen lassen, von denen der Berliner Hausbesitzer scheint eine für dieselben ungünstige ein Theil die Nacht durchzuarbeiten und gemäß den vereinbarten Bedingungen am anderen Morgen zu puten hatte. Der Kellner Wendung nehmen zu wollen. Bekanntlich haben unsere Haus J., der um 12 Uhr nach Hause gehen sollte, arbeitete dennoch eigenthümer auf grund eines Einzelfalles gegen den Erlaß der durch; als es aber am Morgen ans Putzen ging, weigerte er Polizei, die Bürgersteige vom Schnee zu befreien, opponirt und fich, daran theilzunehmen. Er hatte nämlich ein Engagement Widerspruch erhoben. Im Termin wurde seitens des Schöffen nach dem Restaurant des Zoologischen Gartens in der Tasche gerichts die polizeiliche Strafe von 8 auf 2 M. herabgesetzt, doch und sollte dort um 9 Uhr früh antreten. Da man ihm auflegten die Hausbesitzer gegen dieses Urtheil Berufung ein. Jetzt feine Weigerung Vorhaltungen darüber machte, daß die Kollegen jedoch hat die zweite gerichtliche Instanz in demselben Sinne feine Arbeit mitmachen müßten, äußerte er, lieber verzichte er entschieden. Trotzdem aber wollen sich die Hausbesitzer nicht zu feine Arbeit mitmachen müßten, äußerte er, lieber verzichte er frieden geben und den Kampf bis zur letzten Instanz ausfechten. auf den Lohn, als daß er die fragliche Stellung fahren laffe. auf den Lohn, als daß er die fragliche Stellung fahren laffe. Es leben die Beinbrüche, wenn nur der Hauswirth den Beutel Die Folge war, daß sich die lieben Kollegen auf seine Kosten an einem Achtel" gütlich thaten. Man hatte den Ver- nicht aufzuthun braucht! Vor dem zicht ernst genommen und denen, die„ feine mitmachten", die drei Mark zur Verfügung gestellt, Schöffengericht am Landgericht II spielte sich Sonnabend folgende welche ihm zugestanden. Herrn J. ließ das aber nicht falt, Szene ab. Ein Bauer aus B. war angeklagt, seinen schulDer Skandalprozeß gegen den Schriftsteller Oskar Wilde er bemühte fich vielmehr auf dem Wege der Klage um das Geld. pflichtigen Sohn einen halben Tag der Schule fern gehalten zu Drei Zeugen bestätigten die Behauptung des Vertreters des Be- haben. Er hatte dagegen Einspruch erhoben und den alten und seinen Freund Alfred Taylor wegen wiederholter Verbrechen Hlagten Niemann, daß Kläger erklärt hätte, lieber auf sein Ge- Schulmeister als Zeugen laden laffen. Als der alte, würdige gegen die Sittlichkeit, sowie wegen Anstiftung zu solchen Vers halt verzichten zu wollen, als zu pugen und die andere Stellung Herr den Sigungsfaal betrat, mußte dem Vorsitzenden deffen brechen begann am Freitag vor dem Geschworenengericht in zu verlieren. Das Gericht wies den Kläger unter folgender Be- augenfällige Verlegenheit auffallen. Der Zeuge vermochte nur London. Der Zuhörerraum ist überfüllt; auf den Tribünen gründung ab. Es sei nicht zu verkennen, daß Kläger geradezu zitternd und zagend ein Wort hervorzustammeln. Auf eine dies bemerkt man viele Damen aus der ersten Gesellschaft. ausgebeutet worden sei im Lokale des Beklagten, denn thatfäch- bezügliche Bemerkung des Vorsitzenden warf plöglich der An- Der öffentliche Ankläger Gill vertritt die Anllage, die er auslich habe er demselben seine Dienste zwölf Stunden lang ge- getlagte ein: Das ist ja gar kein Wunder, daß der Lehrer mit führlich begründet, wobei die Angeklagten gespannt zuhören. widmet. Andererseits sei aber durch die Beugenaussage bewiesen, der Sprache nicht heraus will! Dort im Zuhörerraum sist ja sein Darauf wird diesen das Wort ertheilt. Beide plädiren für Nichtdaß ein klarer Berzicht des Klägers vorlag, weshalb sein An- Vorgesetzter, der Lokal- Schulinspektor, der Pastor aus unserem schuldig. Infolge dessen wird in die Zeugenvernehmung einspruch formell für unbegründet erklärt werden müßte. Plöglich Dorfe, mit dem Notizbuche in der Hand und schreibt jedes Wort getreten. Während des Zeugenverhörs sagt Charles Varfer trat der nachträglich erschienene Beklagte aus dem Hintergrunde auf!" Sofort wandten sich aller Blicke auf einen jungen, bartlosen aus, daß er durch Taylor die Bekanntschaft Wilde's ge= Yarker hätte später 30 2ftrl. von Leuten des Verhandlungszimmers hervor und drückte dem Kläger 3 M. Mann mit langem Haar, der sichtlich bemüht war, Bleistift und macht hätte. in die Hand, wobei er mit vor Erregung zitternder Stimme Notizbuch den Beobachtungen zu entziehen. Der Vorsitzende hielt erhalten, die gewohnheitsmäßig an Leuten, wie Dstar Wilde, äußerte: Hier ist das Geld, man soll nicht sagen, Sie feien bei nun dem Zeugen vor, daß er, nachdem er den Eid geleistet, teine Erpressung ausgeübt hätten; diese Leute hätten von Wilde mir ausgebeutet worden." Scheu haben dürfe vor den Menschen, möchten sie auch sein, wer 400 2ftrl. erpreßt. Nachdem er Taylor's luxuriöse Wohnung und was sie wollen. Und nun plagte der Lehrer wie erleichtert auf das genaueste beschrieben hatte und durch die BeweisDas Kammergericht hatte sich am 25. April mit der heraus: Der Angeklagte ist ja gar nicht daran schuld. Der aufnahme feine Busammenfünfte mit Wilde festgestellt waren, Revision gegen das Urtheil der Straftammer in Potsdam zu be- Junge hatte Prügel verdient und aus Furcht vor denselben hat wurde Alfred Wood, ein junger Buchhalter, vernommen. Er schäftigen, welches dem Genossen Simon als Redakteur der er den halben Tag die Schule geschwänzt!" Darauf erfolgte ohne fagte aus, daß er während eines Monats als Gast in der Brandenburger Zeitung" wegen vorfäglicher Beleidigung eines weiteres die Freisprechung. Wohnung Taylor's geweilt hätte. Während dieser Zeit sei er Brandenburger Schneidermeisters sechs Monate Gefängniß auf Ein 74 jähriger Wüstling stand gestern wegen schwerer durch Lord Alfred Douglas mit Oskar Wilde bekannt gemacht halfte, nachdem die erste Instanz 100 m. für eine hinreichende Sittlichkeitsverbrechen vor der zweiten Straffammer am Land- worden. Nach Bernehmung mehrerer Zeugen wurde die VerSühne erklärt und demgemäß entschieden hatte. Es handelte sich gericht II. Der im Jahre 1821 geborene Todtengräber und handlung gegen Wilde und Taylor auf Sonnabend vertagt und um mehrere Zeitungsartikel, in denen befagter Schneidermeister Nachtwächter Wilhelm Jacobi aus Rüdersdorf wurde die Angeklagten ins Gefängniß wieder abgeführt. Der im in launiger Weise mitgenommen" wurde, nachdem ihm vorgeworfen worden war, er hätte zwei Soldaten denunzirt, in einem überführt, mit mehreren Mädchen unter 14 Jahren schwere un- Prozeß vielgenannte Sohn des Marquis of Queensberry, Lord anrüchigen" Bier- und Bigarrengeschäft etwas gekauft zu haben. fittliche Handlungen vorgenommen, sich auch an seinem neunzehn- Alfred Douglas, veröffentlicht eine Erklärung des Inhalts, er Beweisanträgen nicht stattgegeben und ihn in seiner Vertheidigung brei Jahre Gefängniß zu verbüßen, wozu er verurtheilt Die Revision fiüzte derselbe darauf, daß die Borinstanz seinen jährigen Mündel vergangen und dasselbe beschwängert zu haben. reise auf ein dringendes Telegramm seiner Mutter nach Italien, Aus der Untersuchungshaft vorgeführt, ging er dahin zurück, um werde aber in wenigen Tagen zurückkehren. beschränkt habe. Das Kammergericht wies die Revision als un wurde. Mit Rücksicht auf sein Alter wurden ihm mildernde begründet zurück. Es nahm an, daß aus der Form der ver- Umstände bewilligt, so daß er vor dem Buchthause bewahrt blieb. Iefenen inkriminirten Artikel tlar die Absicht der Beleidigung hervorgehe. " Arbeit Der alte Lehrer und der junge Pastor. Auch eine Anklage. Ein Selbstmordverfuch im Unter fuchungsgefängnisse tam in einer Berhandlung zur Sprache, die gestern vor dem Schöffengericht stattfand. Der 18 jährige Handlungslehrling Wilhelm Gottwald hatte seinem Chef verfchiedene Waaren entwendet und falsche Bestellungen aufgegeben, als er versuchsweise in der Umgegend Kundschaft erwerben sollte. Als die Entdeckung unvermeidlich wurde, ergriff G. die Flucht, Aus einer Salonphilosophie.") Wenn der Verzweifelte um sich sieht, um Hilfe zu suchen, er blickt er nichts als Berzweifelte. Wer alle feine Fehler tennen lernen will, muß sich die Mühe nehmen, arm zu werden. Man würde die Armuth sofort abschaffen, wenn die begüterte Klaffe sich dadurch bereichern tönnte. Man schätzt das gute Herz, weil dieses nicht merkt, daß man es mißbraucht. Habe Erfolg, und sogar die Schande wird Dir Ghre ein tragen. Die Gewohnheit ersticht mehr Revolutionen, als alle bewaffneten Heere zufammengenommen. Jeder möchte helfen mit den Mitteln des anderen. Wer die Welt fennt, so wie sie ist, muß erstaunen, daß wir nicht alle an Verfolgungswahn leiden. Eine Hölle noch nach diesem Leben? Welch eine Phantaste! Undant macht leiden, hauptsächlich, wenn die Wohlthat als Rapitalsanlage betrachtet worden. Berlange alles vom Mitleid, ausgenommen Hilfe. Viele erinnern uns nur durch ihren Haß daran, daß sie sich zur Religion der Liebe bekennen. mit ehr Die zivilisirten Völker tätowiren sich ebenfalls lichen Mienen. Man wäre zu beklagen, liebte man sich selbst nicht mehr, als man seinen Nächsten liebt. Wenn der Staat religiös wird, plant er irgend eine Schlechtigkeit. Wenn es kein Eigenthum gäbe, könnte man auf fast alle Zugenden Berzicht leisten. Wir geben einander nichts mit größerer Bereitwilligkeit, als unsere Hände wenn sie leer sind. Die Eigenliebe hat vor der Liebe zum andern Geschlecht viele Vortheile voraus: Reine Spur von Widerstand, unbegrenzte Treue, selten ein Nebenbuhler, eine Leidenschaft, die mit dem Alter wächst, und, was am beruhigendsten ist, es existirt kein einziger Fall von Selbstmord aus Eigenliebe. Ausgewählte„ Gedanken" aus dem in französischer Sprache erschienenen Buche eines Deutschen. Der Titel lautet: Emanuel Wertheimer, Pensées et Maximes. Traduction de Marcellin, Baron Grivot de Grandcourt. Lettre- Préface de François Coppée, Paris, Paul Ollendorff. n Briefkaffen der Redaktion. Ein Inquifitionsgericht. Aus München wird der Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 8wei Buchstaben oder eine Bahh anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden foll. Leipziger Volkszeitung" geschrieben: Vor dem Schwurgericht von Oberbayern hat sich am 30. April auch der Schriftsteller Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag Dr. Dstar Panizza wegen nicht weniger als 93 Vergehen gegen wird von 7 bis 8 Uhr abends Auskunft und die Religion zu verantworten. Diese Sünden hat Panizza, ein Rath in Rechtsangelegenheiten ertheilt. 1111. R. A. 34. Ja. Mitglied der Münchener Modernen", mit seinem Buche:" Das Sie können auf Roften des Liebeskonzil" verbrochen, darin das katholische Dogma und noch Wirths die Reparaturen herstellen lassen und die Kosten von der einiges andere mehr gloffirt ist. Panizza konnte, trotzdem er Miethe abziehen. Ob Sie unter den obwaltenden Umständen sehr vermögend ist, bis zur Stunde feinen Vertheidiger finden. als zur Räumung berechtigt erachtet würden, ist zweifelhaft. Wenn es nöthig wäre, an stelle von Gebeten Goldstücke zum Himmel emporzusenden, würden fast alle Menschen Atheisten sein. Das Geld allein hat keine Empfehlung nöthig. Opfere Dich Jahre hindurch, ruhe Dich dann nur einen Tag aus und Du wirst für einen Egoisten gelten. Niemals predigt man Entsagung mit mehr Ueberzeugung, als zwischen zwei reichlichen Mahlzeiten. denken. Es gehört noch mehr Muth als Geist dazu, um richtig zu Heute lautet für viele Leute der Text der Bibel also: Im Schweiße des Angesichte der anderen sollst Du Dein Brot effen. Wenn die Moralbegriffe Banknoten wären, würden die Priester die Moral sich selber predigen. Biele werden Atheisten, weil so viele Schurken es nicht sind. Man bemerkt felten so tief nachdenkliche Mienen als beim Studium der Speisekarte. su Der bequemifte Patriotismus ist der, stolz auf sein Vaterland fein: Arm und zugleich gut zu sein ist ein doppeltes Unglück. Die Tapferkeit der Fürsten erfordert oft viel Muth von den Unterthanen. Der schmerzlichste Verlust ist ein entgangener Gewinn. Biele besigen eine Ehre erst dann, wenn sie sie angegriffen feben! Wie reich könnte man sein, wenn man in allen Stücken so fparfam wäre, wie in denen der Wohlthätigkeit. Nichts ist für einen Monarchen schwieriger, als keine Bewunderung hervorzurufen. Wenn die Fürsten schnarchen, vernehmen die Höflinge in diesem Geräusch die geistreichsten Aussprüche. Es giebt Herzen, mit denen man Diamanten schneiden könnte. ,, Le style c'est l'homme". Giebt es wirklich so wenig gute Menschen? Eingelaufene Druckschriften. Bon der„ Nenen Zeit"( Stuttgart, J. H. W. Diet' Berlag) ist soeben das 30. Seft des 13. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt beben wir hervor: Ein Gedenkblatt zum Maifeste. Das Proportional- Wahlsystem und die deutschen Reichstagswahlen. Bon Advocatus.( Fortfegung.)„ Trilby". Roman von George du Maurier. Besprochen von Julie Badet- Romm ( New- York). Drachentödtung in fünf Briefen. 8ur Lage der bäuer= lichen Grundbefizer.( Materialien zur Agrarfrage.) Bon M. Beer. Notizen: Die Auswanderung aus Italien. Feuilleton: Germinie Lacerteur. Von Edmond und Jules de Goncourt. Einzig autorifirte Uebersegung von Emma Adler.( Fortsetzung.) Unter dieser Rubrik zeigen wir sämmtliche der Redaktion zugehende literarische Neuigkeiten an. Wir bitten unsere Leser die Nennung der Schriften nicht als Empfehlung ber Redaktion, sondern lediglich als Empfangsbestätigung aufzufaffen. Blos über diejenigen Erscheinungen, welche im Intereffe unserer Leser oder aus politischen Gründen besprochen werden müssen, veröffentlichen wir, soweit dies der Raum unseres Blattes zuläßt, Kritiken. Genügt einer Berlags buchhandlung die Anführung der übersandten Rezensionsexemplare in dieser Rubrit nicht, so bitten wir von der Zusendung der Neuerscheinungen des Vers lages abfehen zu wollen. währung und Weltkrise. Berfuch zur Beseitigung des Gelbmonopols von M. Flürscheim Wien. Verlag Die Beit", außerdem Kommiffions= Verlag von Köhler- Leipzig. Les Finances Prusses par E. dé Cyon. Paris, librairie H. Le Soudier; 1er 174, Boulevard Saint- Germain, Mai 1890. Qu' avons- nous obtenu? Par H. Pronier et H. Thurow. Depot général a la librairie socialiste, 51, rue Saint- Lauveur. Paris. Die soziale Frage und die Ethik von Dr. Ch. Rappoport. Bern, Berlag von Goepper u. Lehmann. Was haben wir erreicht? Gin Rückblick auf die Bewegung für die Achtunden- Arbeit von H Thurom und H. Pronter. Davos( Schweiz), Verlag von Nemeczerzal. 32 Seiten. 20 Pfg. Die Bibel, thre Entstehung und Geschichte. Aus dem Holländischen des Domela Nieuwenhuis. Bielefeld. Berlag Slomte. 96 Seiten brochirt, Preis 40 Pfg. Umsturzvorlage und Revolution. Berlin. Berlag A. Kracht, 16 Seiten 20 Pfg. Krankheiten des Halfes und Kehlkopfes von Dr. Georg Mertens. Berlin, Berlag von H. Steiniz. Rabbi gefun, historisches Trauerfpiel von D. Krause. Sweite Auflage. Verlag von Wagner- Leipzig und Kótai- Budapest. die Frau und der Sozialismus von August Bebel. Jubiläums- Ausgabe, 25. Auflage in 10 Heften a 20 Pfennige. Heft 1 und 2. Stuttgart, Verlag Kompendium der Bahnen niederer Ordnung von M. Hahn. Thell I, von J. H. W. Diey. 320 Getten, 20 M. Berlin, Selbstverlag. inder- und Hausmärchen, gesammelt durch die Brüder Grimm. ausgewählt und bearbeitet von Georg undLily v. Gizyckt. 8weite Auflage. Verlag: Dümmler- Berlin. Reben und Redner des ersten deutschen Parlaments von Dr. G. Mollat. Osterwick a. Harz, Berlag von Bickfeldt. Sygiene der Keuschheit von Dr. Zh. G. Kornig. Berlin- Zeipzig, Berlag von Steiniz. Weltgericht von Viktor v. Andrejanoff. Leipzig, Berlag von Naumann, Moderne giteratur von Dr. H. Rody. Mainz, Berlag von Kirchheim. Rarl Brndell. Von Dr. F. Blet. Zürich, Berlag von Schabeliz. Nichiche- Kritik" von Mari. Zürich, Berlag von Schabelig. Die Schweiz im Lichte der statipik von Dr. G. H. Schmidt. Bürich, Berlag von Schabelig. errscht in Frankfurt a. M. Wohnungsnoth? Von Dr. N. Mannheimer. Kommiffionsverlag von E. Neumann, Frankfurt a. M., Schillerfiraße 12. Camarilla am preußischen Hose von Dr. E. 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