Str. 608 41. Jahrgang Ausgabe A nr. 310 Bezugspreis: öchentlich 70 Goldpiennig, monatlich 3.- Goldmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutsch and Danzig, Saar- und Memelgebiet. Desterreich, Litauen, Luremburg 4,50 C'dmart, für das übrige Ausland 5.50 Goldmar! pro Monat. Der..Borwärts mit der Sonntagsbeilage..Bolf und Reit" mit..Gied. lung und Kleingarten" fowie der Unterhaltungsbeilage Seimwelt" und Frauenbeilage Frauenftimme" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Morgenansgabe 10 Goldpiennig. Anzeigenpreise: Die einipaltige Nonpareil zeile 0.70 Goldmark Reklamezcil aspberi. Goldmart. Kleine Anzeigen idas fettacorudte Wort 0.20 Gal mart( auläiña WC1 fettaedrugi Worte). iedes weitere Wor: 0.10 Goldmart. Stellenaeiuche das erite Wort 0.10 Goldmark iedes meitere Wort 0.05 Goldmart Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. 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Zu der im gleichen Konmuniqué en halfenen Mitteilung, daß von der Interalliierien Militärfontroltommiffion bislang verheimlichte Waffenlager.neu entdedi fein, hört WIB. von unterrichteter Seite: Es ist hier vollkommen unerfindlich, inwiefern behauptet werden kann, es fi während der Generalinspektion das Be handensein von neuen, bisher verheimlichten Waffenlagern feftgestellt worden. Es fann nur immer wieder mit aller Bestimmtheit erMärt werden, daß bei den fat 1800 Kontrollb fuchen, die bisher erfolgt find, niemals überzählige und unzuläfige Waffen, fei es bei der Reichswehr, sei es bei der Polizei, gefunden worden sind. Ruhr- und Köln- Räumung im Mai? Paris, 25. Dezember.( WTB.) Die französische Regierung hat gefern die vom Kabine: tsrat gebilligte Note über die Räu mung der Kölner 3one dem englischen Botschafter in Paris, Ford Crewe, als Antwort auf die englische Note zugestellt.„ Echo Par's" ist der Meinung, es erg be fich aus dem Inhalt der beis den Poten, daß, obschon be beiden Regierungen darüber einig feien, e Bf hung der Kölner Zone am 10. Januar nicht aufzuheben, boch eine Meinungsverfdicderheit über das einzufd lagende Ber ahren bische. Tas Kabinett von London schlage vor, um tie Sibehaltung der Befehung zu red fertigen, folle nur von den Ber. tegenheiten gefprody n werden, die man den Kontrollkommis enen berritet habe. Die englische Regierung wolle Deutschland be milen das sie sich eine Meinung noch nicht gebildet habe, und a3 sie erst Stellung nehmen werde, wenn der Schlußbericht dr Kontrollkommission vorliege. Die französische Thele sei die folgende: Auf Grund der bereits vorliegenden Telberichte könne Deutschland schon jetzt der Mißachtung der militärischen Klausen des Friedensvertrags befuldigt den. Es sei deshalb das beste, die Botschafterkonferenz zu be. euftragen, der deutschen Regierung den Bluß zu notifizieren, die Söker Zone so lange befeht zu halten, bis de Bedingungen des Friedensvertrages erfüllt sind.„ Echo de Paris" ist der Ansicht, de sich leicht ein kompromiß auf fo'gonter Grundlage finden loffen werde: Man fönne den Deutschen erklären, die Kölner Zone morde im Mai gräumt, und als Kompensation werde man die gleichzeitige Räumung des Ruhrgebiets anbieten. Tas Journel" ist weniger op'imistisch und erklärt, im Augen blid förme von einem Romprom B nicht die Rede sein. Man dürfe mit Deut'dland nicht verhandeln, son ern müsse ihm die abnehmen mitteilen, die es zu ergreifen habe. Eirige Morgenbber wollen wiss n bis die belgische Regierung den Stand punkt der französischen Regierung teile Der Kammerans chuß befragt Herriot. Paris, 25. Dezember.( WTB.) Ministerpräsident Herriot hat dem Sammerausschuß für auswärtige Argelegerheiten Kenntnis von dm Ergebnis der Generalinspettion geben. Im mer auf der Be'rred ung hat dem„ Journal" zufolge 2 ou cheur lärt, man müsse über das Verhalten Deutschlan's feit der Eintang der Befriedun grafitif d's Rabinet's Herriot Klarheit as n. Außerdem müsse man wissen, ob Teutfc land die B din ngen erfüllt hebe, die in der More vom 29. September getsilt ren. Die Kommission hat ihren Perid terftetter beerftregt, diese en Fraen dem Mriferpräsidenten Herriot zur Bantwortung zu übermit In. Paris, 25. Dezember.( T11.) Der 2bg. Pauiter hat vor der Rammertommiffion für auswärtige Angel grnh: iten einen die Interalliierte Kontrollkommission festgestellt habe, nicht ge schwächt. Im Gegenteil wolle man der Armee moderne Kampf mittel geben. mittel geben. Wenn unglücklicherweise ein neuer Roiflift ausbrechen würde, dann würde die Lege eine ganz andere sein, a's man gaube. Herriot erinnert an den Vertrag von Tilsit. Damals habe man geglaubt, daß Breußen entwaffnet sei, während es tats fächlich im geheimen seine Borbereitungen getroffen hatte. Derartige Möglichkeiten feien pca ben mi itärischen Führera Frankreichs genau geprüft werden. General Nollet fei auf seinem Beste 1 gewesen. Zur Frage der Räumung der Kölner 3 one zum 10. Ja nuar bomerfte Herrict: In dieser Frage werden wir genau jo wachsam sein wie in allen anderen Fällen. Wir wollen die Entscheidung der Botschafterkonferenz über den Bericht der Kontrolltommission abnarten. Die letzten Eerichte der Kommission haben Enthüllungen enthetten, tie feinen 3 weifel an der Bedeutung cuffommen lassen." der in Deutsch and verborgenen Rüstungswerkzeuge ne ved Heute Botschafterkonferenz. Paris, 26. Dezember.( WTB.) Die Botschaftertonferenz tritt, wie berichtet, morgen vormittag 11 Uhr zu einer Sigung zusammen, um von dem Bericht des Militärtomifees in Ver. failles Kenntnis zu nehmen auf Grund der von der Kontrollfemmission gelieferten Teilberichte über die Ceneralinspektion in Deutschland. Wahrscheinlich wird die Botsch fterkonferenz sich über cine ete cinigen, die nicht vor den ersten Tagen des Januar in Berlin überricht werden wird. " Brober Unfug". tuning Ein deutlicher Wink an die Vorgesetzten! Nachdem die Erklärung Herriots über die Räumung von Köln und die neu en deckien verheimlichten Waffenlager" befannt geworden ist, sieht sich sogar der deutschnationale Lokal- Anzeiger" veranlaßt, von dieser Waffenverheimlichung abzurücken. Er will die Sünde wider den Geist der Vertrags erfüllung zwar nicht ganz wahr haben, aber er muß doch. dieses Zugeständnis machen: n Das größte Waffenlager", das aufgefunden" worden ist, das waren doch, wenn wir die Zahlen recht in Erinnerung haben, 3 wei Duhend Karobiner und vierzig Teile von M.- G.s, die irgend ein übereifriger Schwadronschef oder vielleicht auch nur Rammerunteroffizier über die reglementsmäßigen Bände hinaus als heimlichen Vorrat der Schwadron gerettet hatte. Der artiges femmt in allen Armeen vor; es ist überall ein gewiffer Stolz der einzelnen Ferma.ionen, wann sie der Aufsicht ein Schnippchen Schagen und„ besorgte" Mehrbestä.de mit liftigen Augenblinzeln Dertrauenswürdigen Besuchern zeigen fönnen. Unter den heutigen Umständen, wo wir unter dem D.tot schonungsloser, fein echt fenender Feinde stehen, ist es cin grober Ufuj, der den Vorgesetzten fehr energie Maßnahmen ur ich macht.... Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Voiticheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Tistonto- eiellicaft. Tevoiitenkane Lindenitraße 3 Unser Landesverrat". o Der Vorwärts" und der Magdeburger Prozeß. Im Magdeburger Prozeß spielte auch der„ Vormärts" eine nicht unerhebliche Rolle. Und zwar war es gemertem Ungeschick immer wieder auf ihn zurückkam in der rode die deutschnationale Verteidigung, die mit bemerkensMeinung, dadurch die Gegenseite belasten zu können. Jetzt, nach Abschluß des Prozesses, stellt sich heraus, welch großen Fehler sie damit begangen hat. Denn in dem Streben, die Vertretung der Streifenden gegenüber der Regierung zu übernehmen und ihre Forderungen zur Grundlage von Berhandlungen zu machen, war der„ Borwärts" hinter dem Parteivorstand nicht zurückgeblieben, sondern taktisch noch ein Stück vorausgegangen, dennoch wurde damals das gegen ihn eingeleitete Ver ahren wegen Landesverrat eingestellt! Diese Einstellung bildet heute die schärfste eine offenbare Meinungsverschiedenheit zwischen dem Magderitit an dem Magdeburger Urteil. Es besteht burger Schöffengericht vom Dezember 1921, bas in jeder Beteiligung am Metalfarbeiterstreit während des Krieges den ftrafrechtlichen Tatbestand des Landesverrats gegeben sah, und dem Oberreichsanwalt vom Februar 1918, der diesen Tatbestand nicht gegeben fah und deshalb das Berfahren ein-, ftellte. damalige Verfahren eingeleitet worden, hatten die Sache ter Landesverteidigung nicht nur von Beginn des Krieges an mit der Feder, sondern auch draußen mit ihrer Berson vertreten, einer von ihnen war schwer verwundet, Der andere frant aus dem Felde zurückgekehrt. Vermutlich hat dieses Umstandes wegen auch die Oberste Heeresleitung, wie im Magdeburger Brozeß erwähnt wurde, den beiden ,, Landesverrätern" sagen lassen, daß sie dem gegen sie eingeleiteten Verfahren gänzlich fernstehe. Auch sie, der man allzu großen politischen Scharfsinn wahrhaftig nicht nachlagen fonnte. hate verstanden, was das Magdeburger Schöffengericht nicht verstanden hat. Die beiden Redakteure des Vorwärts", gegen die das 17 Als der Munitionsarbeiterstreit ausgebrochen war und Mitglieder des sozialdemokratischen Parteivorstandes in die Streifleitung eingetreten waren, befand sich der Vorwärts" gewiß in einer eigenartigen und verwickelten Situation. Der weifrontenfrieg, den er, wie die ganze Partei, damals zu führen hatte, war in ein überaus kritisches Stadium einge'reten. Der„ Borwärts" trat für die Landesverteidigung ein, um das deutsche Volk vor der Niederwerfung durch eine ungeheure Uebermacht zu schüken. Die Landesverteidigung war aber gefährdet durch die Fehler der politischen und der militärischen Führung, die hier bekämpft wurden, was viele Konflikte mit der Zensur zur Folge hatte. Wir waren der Meinung, daß der Krieg, der nun einmal da war, nicht mit einer Niederlage Deutschlands enden sollte, und daß angesichts der gegebenen Kräfteverhältnisse das Vermeiden einer Niederlage eine ganz ungeheure und gar nicht möglichen, forderten wir 1. die Sicherung einer noch ausmehr zu überbietende Leistung war. Um diese Leistung zu er2. Hebung der moralischen Kräfte durch Anerkennung der vollen staatsbürgerlichen Gleichberechtigung, 3. Aufwand alles diplomatischen Gefchids, um noch vor der vollfommenen Erschöpfung einen billigen BerständiWir sind jaweil der Spuf der Landesverratsprozesse noch immer umgeht nicht in der Lage, öffentlich nachzureichenden Ernährung für die ganze Bevölkerung, weisen, daß die Angabe des Lokal- Anzeiger" über das größte Waffen'ager nicht ganz stimmt. Aber so weit der letzte Satz seiner Ausführungen in Frage tommt, fönnen wir ihm ausnahmsweise einmal ganz zustimmen: Dem groben Unfug der Waffenverheimlichungen sollten die miligungsfrieden herbeizuführen. tärischen Borgesetzten mit energischen Maßnahmen zu Leibe gehen. Und wir dürfen hinzu, ügen: Wenn das bisher schon immer und überall mit dem notwendigen Nachdruck erfolgt wäre, so würde dem Deutschen Reiche manche Blamage und jetzt auch die Verlängerung der Besetzung erspart geblieben sein. Aber wenn schon die Hugenberg- Bresse energische Maßnahmen" fordert, dann werden sie hoffentlich bald ergriffen, um weiteres Unheil abzuwehren. Sieg des albanischen Aufstands. Die Hauptstadt besetzt. Belgrad, 25. Dezember.( Agentur Avala.) Es wird amtlich be. Pätigt, daß die Truppen 2dmed Begus Tirana nach erbittertem Widersand der Anhänger des bisherigen Ministerpräsidenten Fan Nois be'ert laten. Bricf Herriots über die Entwaffnung Deutschlands Dorlesen. Herriot teilt dorin mit. daß er einen off ziellen B richt der Kontrollkommision noch nicht erhalten habe, daß er aber bestimmt hoffe, der Kommission Mitte Januar erschö fende Auskünfte über die deutsche Abrüstung geben zu tönnen. Aus den bereits porliegen den Meldungen gehe indessen hervor, daß Deutsch and verAus Prizren wird berichtet, daß die von Bayram Tfur befchfiebene Vorstellungen der Verbündeten über feine Abrüung un fgten Regierungstruppen im Norden Fortschritte machten und beachtet gelaffen hab: Herr et weist insbesondere auf die Ver de Linie Kulaß- Liumcuola- Bisane wieder befekten. Bersten größerung des Ceneralfabs und die Verstärkung Immerhin gla bi man nicht, daß dieser Erfolg den entscheidenden der Polizeimannichaften hin urb bauptet auferdom, Sing Achmed Rogus in Frage fellen könnte, deffen Anhänger gegen ta durch die Firma Krupp die Herstellung von Gewehren wärtig ganz Mittel- Albonien befeht helten und tie wichtig. erfolgt sei. ften Verkehrswege beherrschen. 3ogu sandte in aller File Verfärfunnen nach Norton, Glaubt Serriot denn wirklich an eine dent che Ge'ahr? Paris, 26. Tezember.( Cca.) Ministerpräsident Herriot erflärte einem Bertreter der 2zence helga", die franzöfifche Armee fei durch die neue Organisation, die sie erhalten werde, gegenüber Deutschland, dessen Haltung weiter be unruhigend sei, wie dies Paris, 23. Dezember.( B) Chicago Tribune" moldet aus Dura 30, die Aufstärdischen in Albanien hätten rach der Einnehme von Tirana ben su lebenslänglichen Buchhaus verurteilten Wör der eines Amerikaners in Freiheit gelegt. Der amerikanische Gesandte habe unverzüglich dagegen protefilert. Das war die Landesverteidigungspolitik des„ Borwärts" und der Partei, die er vertrat. Sie wurde von den Natio= nalisten fabotiert, bis die Katastrophe hereinbrach. Ernährung? Die Landwirtschaft leistete und lie erte nicht, was sie bei befferem. Verständnis und besserem Willen hätte leisten und liefern können! Gleichberechtigung? Sie wurde mit zähem Trotz verweigert. Hunderttausende waren draußen schon als Preußen dritter Klasse gefallen, und noch immer hatten die großen Herren nicht so viel Scham, ein Wahlsystem zu beseitigen, das den Soldaten nach seiner Heimfehr noch entrechtete, den Schieber aber zum Wähler erster Klaffe erhob. Berständigungsfrieden? Auf diese Forderung antwortete der heifere Schrei der Berrückten, die das Schwert notabene, das Schwert, das andere führten nicht in die Scheide stecken sollten, solange nicht Belgien, die Randstaaten, der Mond und einige umliegende Ortschaften eingedeutfcht" waren. Wenn wir also sagen, daß wir während des Krieges die Landesverteidigung geführt haben, so müssen wir hinzufügen, daß diefe Landesverteidigung etwas ganz anderes war, a's das, was die Ludendorff, die Tirpitz, die Claß, die Gebfattel darunter verstanden. Nun fam der Januarstreif. Wenn er uns etwas fehr unerwünschtes war, so gewiß nicht deshalb, weil wir den nationalistischen Verderbern einer wirklichen und aussichtsreichen Landesverteidigung eine geftion mißgönnt hätten. Unerwünscht war uns der Streif deshalb, weil er feiner urspringlichen Anlage nach nur zwei Möglichkeiten zu eröffnen dien Entweder er wurde von der Militärgewalt niedergeknüppelt oder aber er verbreiterte sich so und dauerte so lange, daß die deutschen Soldaten draußen, während das feindliche Trommelfeuer auf. sie niederprasselte, ohne Munition blieben In diesem zweiten Fall wäre der Vorwurf des .Dolchstoßes" nicht so unberechtigt geblieben, wie er es jetzt tatsächlich ist. Das wollten wir nicht! Wir wollten a.b«r auch nicht, d aß die Arbeiter von der Militär» gewalt zur Arbeit zurückgejagt würden. Dar- um wünschten wir ein« rasche Beendigung des Streiks auf dem Weg« von Verhandlungen. Das war«in ganz gerad» liniges und ganz unzweideutiges Verhalten. Mit den Redensarten vom„Abwürgen" des Streikes soll man uns vom Halse bleiben! Wenn ein Streik unbesonnen entfesselt wird, wenn W i r r k ö p f e seine Leitung an sich reißen, so daß der Arbeiterschaft unabsehbarer Schaden droht— und wenn dann besonders ihrer Verantwortung bewl.ßte Männer k«n.'.men. die Vewegung in ruhige Bahnen ienki r und sie zum Abschluß bringen, so nennen das diejenigen, dj« nnt einem solchen Verfahren unzufrieden sind, ein.„Abwärgen" des Streiks. Bebel. Legien, Hue, Bömelbura haben sich oft den Vorwurf machen lassen müssen, sie hätten Streiks „abgewürgt". Ihrem Ansehen in der Arbeiterschaft und ihrem geschichtlichen Ruhm hat das auf die Dauer nicht geschadet. Und so standen wir im Munitionsärbeiterstreik g e g e n zwei Fronten. Wir standen gegen die Annexionisten, die Kriegsverlängerer, die Rechtsverweigerer auf der einen Seite, auf der anderen aber auch gegen diejenigen, die den Weltfrieden durch die Weltrevolution erwarteten. und die von einem Weitertreiben der Bewegung die Weltreoolution erhoff» ten. Da wir weder für die einen noch für die anderen Partei ergreifen konnten, war es nur die selbstverständliche Kons«- qpenz unserer Stellung, daß wir ein rasches Ende des Streiks durch Verhandlungen erstrebten. Die herrschenden Gewallen glaubten sich damals noch stark genug, um den von uns gewiesenen Weg nicht gehen zu müssen, sie gingen weiter den Weg ins Verderben! Einen Landesverratsprozeß gegen den„Vorwärts", riskierten sie freiliw nich. mehr. Desto lauter tönt heute das Geschrei von„Lande:-- verrat" auf der einen Seite und das von„ L r d c i.t e r- verrat" auf der anderen. Wir sprechen hier nicht davon, ob unsere Politik richtig gewesen ist. Das ist heute eine h i st o- r i s ch e Frage, über die man sich in aller Ruhe und Freund» fchaft unterhalten kann. Soviel aber glauben wir nachgewiesen zu haben, daß unsere Haltung im Munitionsarbeiterstreik die klare Konsequenz einer Ueberzeugung war. die weder vom Alldeutschtum noch vom Bolschewismus das Heil erwartet«. Ha>un wir aber jene Ueberzeugung, so konnten wir an st an- dig exweise im Interesse des Gesamtvolkes und im Interesse der Arbeiterschaft nicht and-'.- handeln, als nur gehandelt haben. Da» ist, kurz zusammengefaßt, die Stellung des„Vor- wärts" zum Munitionsärbeiterstreik vom Ianua' Von der des Porteivorstandes dürfte sie sich im wesentlichen nicht unterscheiden. Die Idee freilich, daß man eine Parteiköro-r- schaft für die Haltung einer Zeitung in allen Nuancen und emzelnen Redewendungen verantwortlich machen tonnte, kann nur der haben, der vom Wesen der Presse keine Tsrstellung hat. In den großen Zügen ist Uebereinstimmuni notwendig, in den Einzelheiten trägt jeder Teil sein« Verantwortung für sich. Die Politik öer Volkspartei. Atresemaun über die Regierungsbildung. Hamburg, 26. Dezember.(TU.) Der Rttchsmmister des Leuheren Dr. Stresemaim schreibt im.Hamburger Fremdenblatt": �Di« Frage der deutschen Regierungskrise ist in den vergangenen Wochen meist unter dem Gesichtspunkt der Fraktionsarith» metik behandelt worden. Wäre die Frage der Regierung so ein» fach zu lösen noch dem System der Mehrheitsbildung, dann müßt« die groß« Koalition, deren Kanzler ich war, vor der leichte- sten Aufgabe gestanden hoben, denn über«in« groß« Mehrheit hat Neujahrswünsche. Konzertumschav von Kurl Singer. Neujahr vor den Tonen. Berg« ragten empor von Programmen, Arrtuosen. Veranstaltungen. Namen. Ist das neu« Jahr anfpruch» lote? Erst« Frage zur Zeit der Weihnacht, in der sich. noch einmal allc> Chorische zusammendrängt. Nummer auf Nummer im Reper. toir« der Oratorien. Passioi??». Oder doch nicht ganz. Och, seht aus äußeren, materiellen Gründen das Weihnachtsoratorium Vachs ab, er. dar beste Kenner, der interessanteste und wissendste Deuter Vach- scher Chormusik. Seorg Schumann hat in der Philharmonie mit dem populären Werk zwei ausverkauft« Hauser. vi« Sing» a lad« mi« betreut da- Wert zmn 43. Mal. sachlich, sauber, sicher, in gleichmäßiger Gefühlslag«, die auf die Dauer von drei Stunden etwas ermüdet. Schumanns Helfer sind außer, den allbekannten Solisten, Leonard, Wilde. Biden.die famos einspringend« und mit Stilgefühl bewährte Paula Werner-Jensen. Di« schwer, zu blasenden Trompeten und Hörner oersogen kaum«inen Ton. vi« Choräle sind leicht und das ganz« Werk gefällt m seiner Volkstümlichkeit immer wieder. Friedlich« Stimmung bei Gebern und Nehmern. Wir wollim ste nicht stören. Immerhin soll«in« Frag« hier stehen. Das über» besetzte Haus scheint nicht zu bestätigen, was die Zeitungen und die vereine laut klagend ausschreien:- den Philharmonikern und der Singatademi« gehe es so schlecht. Wo bleibt denn das Geld, das Abend für Abend dem Philharmonischen Orchester zufließt? Wa bleiben die Tausende, die von zweieinhalbtausend Hörern in die Philharmonie getragen werden? Darf man wünschen, es möge im kommenden Jahr nie größer« Not in musikalischen verbänden Herr» schen, als es in diesen beiden illustren Gemeinschaften der Fall ist? Arbeiterchör« müssen ihre Mitgliederbeiträa« von 50 auf 75 Pfennig pro Monat erhöhen, ein Defizit von 500 Mark ist ihnen kaum erträglich. Hört man etwas von Notschreien durch die Nacht? Den Armen wünschen wir Hilfe, den Darbenden, nicht den Reichen — das ist doch wohl auch ein Sinn des Wechnachtsgedankens!. Das letzt« Schneevoigt- Konzert bestätigte all« früheren Eindrücke. Dieser Kapellmeister ist ein sachkundiger, gewissenhaster, korrekter Sflatm. Nicht mehr,, nicht weniger. Er wird in jeder Provinzstade mit diesem Veeihoven-Zyflus Glück hohen, besonder» wenn er so hervorragend« Solisten engagiert wie bisher. Riko» laus Orloff gehört nicht zu diesen. Technisch« Ungenauigteiten im lls-Vur-Konzert mögen hingehen, öber jeder Glanz, jede Größe, jeder poetische Aufschwung fehlt. Ein trockenes Spiel. Die Phil- Harmonik«, müde von zwei Tagesproben, spielen unlustig. Hie und da scheint es, als sei gerade für diesen Abend(mit der Chorio'an- Ouvertüre und der 5. Sinfonie) überhaupt nicht geprobt worden. Da» ist Broßstadtbetrieb, der die Kunst verdirbt»n Bcelhoven Niüfjt« mehr geübt werden, als cm Mahl«. Hoffen wir auf das neue Jahr: große philharmonisch« Zyklen sollten unter anderen vor» bed'ngungen vonstatten gehen, dt dt« sog populären Abende in txr Phill-a-moni«. Rechtschaffen und brav musiziert der Sinfonieoerein unt« der umsichtigen Leitung von Leo Schrattenholz. Das Publikum besteht vorwiegend aus Mitgliedern de» Vereins. Auf noch kein Kabinett in Deutschland verfügt. Di« seit dem Ausein- endeftall des großen Kabinetts umstrittenst« Frage ist die Heran- Ziehung der Deutschnationalen Ziir verantwortlichen Mitwirkung im Reich. Weil ich dies« verantwortliche Mirwirkung für notwendig erachte, bin ich den größten Angristen ausgesetzt ge- wesen. Ich habe aber ohne Widerspruch auf der Dortmund« Tagung der Deutschen, Volkspartei feststellen können, daß wir dies« S ch« i- dung in die z w« i.De u tsch lan d nicht mitmachen wollen. So lvenig wie die Deutsche Volkspartei p r i n z,i p i« l l die.Zu- fammenorbeit mit der Sozialdsmokrati« ablehnt, mä der sie in Preußen und in Sachsen in einer Regierung ist, so wenig sollte man auch auf demokratstcher Seit« und auf der Linken sich in die Idee »«rennen, daß es prinzipiell unmöglich sein sollte, mit der Deutfchnationalen Partei zusammenzuarbeiten. Di« Deutsch- nationale Partei hat mein« Politik meist bekämpft und doch ist sie die ihrige. Wir brauchen außen- und innenpolitisch die Erziehung des deutschen Volkes zur Erkenntnis unserer realen Lage. Ich sehe kein besseres Ziel dieser Erziehung, als wenn, man l o y a l d i e Deutsch- nationalen einlüde, ihren Antess an der Verantwortung zu übernehmen. Kein Zweifel, daß auch sie den Weg gehen müssen, den all« Parteien gegongen sind, die an der Verantwortung teilnahmen. Der Deutsch« denkt ja gor nicht außenpolitisch, ihm ist die Hauptsach« die Innenpolitik. Da entsteht sofort die Frage, wie kann man dies« Leute in«ine republikanische Regierung aufnehmen. Ist es nicht dasselbe, was man früher der Sozialdemokratie gegen- über auch gesagt hat? Man sagt, die Republik sei bedroht. Ich sehe gegenroärrig keine praktisch« Bedrohung der Republik. Die groben Fragen wirlschafksich« Rakur, die jetzt bei den internationalen Hondelsoerträgen zu lösen sind, und auch die Fragen der Steuerreform, die eine Entlastung der Wirtschast bringen muß, sind bei der dogmatischen Einst-llung weiter sozialistisch« kreise mit einer soziolsttisch-bürgerlichen Koalition nicht zu lösen. Schließlich ah« die Frage: Sind dies« Gefahren bei der Deustchnaticnalen Partei auf anderen Gebieten nickt in demselben Maße vorhanden? Ich bin der Meinung, daß ein« Deustchnationale Partei, die in der Regierung stt, ihre Schwierigkeiten mit ihrem extre- m«n Flügel haben wird. Ab« man vergißt dock, daß die Deutschnastonale Partei aus den verschiedensten Gruppen zusammengesetzt stt. In ihr ist heut« ein starker Einschlag der Wirt- schaft. In ihr sind doch führend« Köpf«, die staatspoli- tisch denken und die staatspolitisch das Notwendige anerkennen. Was schließlich die Außenpolitik anbelangt, so hat die Deutsch- national« Partei den Satz geprägt: Die Dawes-Ge setze sind bindendes Recht." Wenn Stresemann so sehr davon überzeugt ist, daß eine „loyale Einladung" an die Adresse der Deutschnationalen Er- folg haben müßte, dann drängt sich den unbefangenen Lesern seiner gewundenen Rechtfertigung immer wieder die Frage auf: Warum übernimmt es Stresemann nichtselbe r, verantwortlich einen solchen Versuch zu machen? Warum lehnte er den Auftrag des Reichspräsidenten zur Kabinetts- bildung ab? Das Zentrum hatte ihm doch in Aussicht ge- stellt, daß es eine solche von ihm gebildete Regierung nach ihren Taten beurteilen, also nicht von vornherein stürzen würde. Wenn wirklich Stresemann und die Volkspartei nicht einen„R e ch t s b l o ck", sondern nur«ine einfache Beteiligung der Deutschnationalen zum Zwecke ihrer Entlarvung wollen, weswegen ging er als Staatsmann, als den er sich dauernd an- preist, nicht an diese große und schöne Aufgabe mit dem Opti- mismus heran, der ihn auszeichnen soll? Stresemann spricht auch in diesem Rechtfertigungsversuch wieder vom Primat der Außenpolitik. Weswegen versichert er dann gleichzeitig, daß eine Beteiligung der Sozialdemokraten unmöglich und eine Beteiligung der Deutschnationalen zwingende Notwendigkeit sei, weil die kommenden Wirtschafts- und Steuerfragen nicht mit den Sozialdemokraten, sondern nur mit den Deutsch- nationalen gelöst werden könnten? Sind etwa Steuerfragen doch vielleicht wichtiger für Herrn Stresemann als das außen- volitische Schicksal des Reiches? Lohnt es sich für die Herren der Doltspartei vielleicht doch, alle Erfolg« des jetzt abgelaufe- nen Jahres aufs Spiel zu setzen, well die Lastenvertei- lung im Innern bevorsteht? Wer wie Stresemann so warm den Deutschnationalen den Regierungseintritt empfiehlt, sollte er auch den Mut haben, vorher das sachlich« Programm der kommenden Regierung mit deutschnationaler Regierungs- beteiligung klarzulegen. Die Phrase, daß die„Dawes-Gefetze dem ersten Rang in der ersten Reih« liest ein Herr mit semer Fo- mili« die Abendzeitung. Dos scheint mir ein« Taktlosigkeit, die selbst m gesellschaftlichen D«anstattunaen nicht zu dulden stt. Vorsicht bei den Aufnahmen! Ich lasse im Interesse d« D«anstolt«r dem Herrn Erziehung««gedeihen. Auch dos Publikum stt ja verpflichtet, mit zu musizieren: es kann das nur durch Andacht. Aufmerksamkeit, kor. rektes Benehmen. Seht euch die Konzert« der Volksbühne des Ve- zirksbildungsausschusfes an, untd ihr wißt, wi« ein Publikum sein soll. Dos Smfanie-Orchester musiziert gut: die Einleitung zur Genooeva-Ouver.ür« von Schumann allerdings war verworren und nonchalant hingelegt Im Allegrv pulst« Leben, und die gesamt« Begleitung(aus in« sich das Orchester spezialisieren könnt«) gelang. varziiglich. Das ungleiche Paar Emily Liebrecht und Eon- rad Li« brecht gibt Vachs berühmtes Doppelkonzert: die Frau mit pafllosem, großen Klang, d« Mann mit zartem, weichem Ton. Technisch eimvandfrei, aber nicht zusammenpassend. Werner Philipp sang die Heiling-Ari« mit noch ungälockerten Stimm. böndern ausdrucksvoll. Juan Manen sollt« das Komponieren einschränken. Er geht da auf Alteweltspfaden und ist doch ein Eigener wenn auch Allerweltskerl der Deigcnkmstt. Gegen sein« Ballade stt Tosellis zuckersüß« Serenade«in Bachs che? Präludium. Dem frappierenden Techniker und Tonschwelger Manen sei noch«in- mal gehuldigt. Fritz Hans Rehbold gehört zu den fesselndsten Erscheinungen des Pcdiums. Ein bravouröser Pianist, ein Phantasie- voller, schar» charakterisierender Künstler, d« sich Schubert, und Beethovens Werk von der Seele spielt. In d« Kammeroper führt L u d w i« Misch sachkundig das Regiment. Ein Kammerorchester mit Lambmon an der Spitz« hilft ihm getreu. Di« harmlos freundliche Spielerei des nordischen Mozart-Derehrer» Rodermann(„Rokoko") wird beifällig ausgenom- men. von den Sängern zeigt Ruth Schneider gute Stimm« und gut« Stimmbehandlung. A n n i v r i x Musikalität und hübsches Antlitz. Alles andere singt noch stark nach Konservatoriumsart. Der Raum ist«in« intimen Wirkung nicht sehr günstig. Ein Einakter von Lordmann ist Musik von vorvorgesten. dazu wenig originell. und leider auch ganz unzulänglich gesungen. Ein Glanz ab« fiel noch in die letzte Musikwoche des Jahres: Maria. Schreter sang und spielt« in der Staatsoper mit vor- bildlicher Wärm« und Schönheit die Elz im„Schatzgräber", der zum 25. Male aufgeführt wurde. Ein Repertoire-Stück eines leben- den Meisiers— es gibt doch auch noch eine gerechte Gegenwart Hoffen, wünschen wir. daß solche Gemüt»- und Denkart lS25 zur Gewohnheit wird. In derselben Staaisoper b«ei:«t man auß« einem alten, doch sehr neuartigen Werk von Schreker jetzt auch den„Barbier von Bagdad" vor. Beim Studium der Lebensqeschichte von Peter Cor- nelius stößt man immer rvieder auf die Namen BTrlioz und Wag. ner. Da wir gerade beim Wünsch« sind, so fe, daran«rinnerl, daß kein« der beiden Overn von Berlivi im Revertoire d« Staaisoper steht, und daß z. B. von Richard Wagner der..Rienzi" fett einer kleinen Ew'okeit nicht aufgeführt ist. Beiden Meistern gegenüber würde sich Erich Kleiber sicher al» ein hervorragender musikalischer Deuter bewähren. Und darf man gleich dabei auch noch einmal an v«di,„Don Carlos" erinnern» 19i5 wird für die Berlin« Op« Schickial sein. Wir möchem. daß mcht jede Neugrb-it der Staa's. op« nur«in Intermezzo ist. bindend" seien, kann nicht genügen in dem Moment, in den» die Völkerbundnote Stresemanns den heftigsten An- griffen durch die Rechtspresse ausgesetzt ist, in dem der Konflikt über die Räumungder Köln« r Z o n e durch den Bei- tritt der Deutschnationalen zum unlösbaren Zusammenstoß mit der Entente werden müßte. Auch Stresemanns Bered- samkeit wird nicht die Tatsache aus der Welt schaffen, daß es rein parteiegoistische innenpolitische Ge- sichtspuntte sind, die in der Reichspolitik den Rechtskurs der Strefemänner veranlaßten. �Ein abgefeimtes Manöver/ Die Amnestie für die Opfer der KPD. Leider war es heuer kein richtiges Weihnachtswetter. Die Schneedecke, die erst die richtige Weihnachtsstimmung bringt, fehlt dieses Jahr. Wer ist daran schuld? Natürlich d:- Sozialdemokratie! Wahrfchernlich hat der sozialdemokratische Parteivorstand seiner angeborenen Niedertracht entsprechend, beschlossen, dies Jahr zu. Weihnachten keinen Schnee fallen zu lassen.... �.. Wönigstens muß mon'auf diesen Gedanken rammen, wenn man die„Rote Fahne" liest. Nichts, aber auch gar nichts auf der Welt passiert nach Meinung des kommu- nistischen Zentrawrgans, ohne daß nicht dag Sozialdemokrai.e daran schuld ist: „Es ist die Schuld der Sozialdemokratie, wenn zu Mihnachten 1924 Millionen von Proletariern in kalten Wohnungen stierend und und hungernd, dem nackten Elend preisgegeben si d. Es ist die Schuld der deutschen Sozialdemokratie, wenn Hundertlausende erwerbslos oder vom Stavt abgebaut sind. Es ist die Schuld der Sozialdemokratie, wenn an diesem Weihnachlstog« Sorg« und Not statt Lichterglanz und Festes- freud« beim Proletariat zu Gast« sind...." So geht es spaltenlang. Der ganze Inhalt der Weihnachts- nummer der„Roten Fahne" läßt sich auf diesen einen einzig:n Gedanken' konzentrieren: „An allem ist die Sozialdemokratre s ch'u l d." Wie raffiniert und abgefeimt die fbzialdemo- kratischen Schurken sind, sieht man an der Amneftierung der bayerischen Festungsgefangenen. Da sind ein„p a a r Leute" freigelassen worden.- Natürlich: Ebert und die Sozialdemokratie haben für sie keinen Finger krumm gemackit, da mußte erst die bayerische reaktionäre Regierung einsehen, daß dem Drängen des revolutionären Proletariats nach» gegeben werden müsie, damit die Niederschönenfelder frei kamen.... Seitdem hat der„Vorwärts" selbstverständlich „keine Zeile mehr für die Befreiung der proletarischen Kämpfer geschrieben"... und im übrigen: „Diese merkwürdigen Gnaden, und Besreiungsatte vor W.'ih- nachten haben ein« ganz bestimmt« Tendenz und«in« sehr gefähr. sich« Tendenz, die man auf das krasseste aufzeigen und der Arbeite. schaft klar machen muß.... Arbeiter! Ihr müßt verstchen, daß diese scheinbaren„Friedenstaten" abgefeimte Manöver sind. mit dem Zweck, euch Sand in die Augen zu streuen, mit dem Zweck, der Bewegung für die Freilassung der proletarischen Gefangenen in den Rücken zu fallen!" Na, nun wissen wir«s also. Erst hieß es zwar: Ebert und die Sozialdemokratie haben nichts für die Begnadigung der bayerischen Gefangenen getan, aber trotzdem erfahren wir, daß dies« Frellassung ein abgefeimtes Manöver ist, damit die übrigen politischen Gefangenen nicht freigelassen werden. Wer nun noch nicht von der abgrundtiefen Gemeinheit der Sozialdemokraten überzeugt ist, dem ist nicht zu helfen. Ruth Fischer höchstselbst hat diesen neuen Tip in der „Roten Fahne" verkündet, und da werden wir ihn ja wohl in allen möglichen Variationen demnächst wieder hören. Wenn Ruch Fischer es entdeckt hat, wird es sicher wahr sein.... Die Genesung Bcanlings schreitet günstig fort. Sücherek unö Suchhanöel. Wohl kein anderer für die geistig-seelische Wohssahrt unseres Voltes verantwortlich:? Beruf ist so sehr wie d« des Volks» bibliothekars darauf angewiesen, durch die vollkommenst« Ausnutzung aller organisatorischen Möglichkeiten wenigstens einiger- maßen dt« wirsschostliche Behinderung zu überwinden, welche die Folgen der Ilnf'otionszeit und die leider auch heute noch nicht selt:ne kulturpolitische Kurzsichtigkeit manch« Mogistrate bedingen. So ist nehr und mehr die Zusammenarbeit der Bücherei mit anderen „steten" Bildungsfaktoren wie der Volkshochschule und der vorl«'«. stunde als notwendig anerkannt und in Angriff genmnmen worden. Insbesondere aber hat sich das Verhältnis zum Buchhandel grundsätzlich geändert, der loncssam einsehen gelernt hat, daß das Volksbüchereiwesen nicht eiere Schädigung, sondern«in« Förderung des Büchervertausts bedeute. Daß indessen mit dieser gegenseitigen Unterstützung die kulturellen Wirkungsmöglichkeiten der Berbindunn Bücherei und Buchhandel keineswegs«schöpft sind, zeigt das Beispiel des fortschrittlichen Dänemark. Hier sind die Bibliothekar« eifrig an der Arbeit, nicht nur die vorhanden« Liteatur bildungspfleglich zu verwa'tcn und ihren Betrieb zu beeinflussen, sondern auch die Produttion an» zu regen, also fehlend«, roch ungeschrieben« oder vergriffene Bücher hervorzulccken und den Büchermarkt in jeder Richtung ausreichend zu gestalten. Andererseits bekennen sich die dänischen Verleger n, der Auflassung, daß der Bibliothekar der natürliche Ratgeber für den Verlag ist. So haben si« begonnen, bei ihm in wachsendem Maß« Rat und Anleitung zu suchen für die Herausgabe von Büchern, Herstellung von guten Uebersetzungen, wichtigen aus'ändischen N:m «scheinungen, aber auch für die Herausgabe von Zeitschriften, Ber- anstaltung von Borträaen, Ausstellungen u. ö. Man ist jetzt dabei, einen Bücherarbeitsausschuß zu gründen, der sich aus Vertreten des Büchereiwesens, des Berlagsbuchhandels, aus interessierten Literarhistorikern. Technikern und anderen Fachtet«» zusammen- setzen und in enger Fühlung mit ausländischen Bibliothekaren stehen Das Tbeate am Dil«» laß wird die in der letzten Matinee der V o I k« b tt h n- zur Uraussilbruni, gebrachte Studie O'NeillS„Unterm k a r i d i I ch e n Mo n d � zutenme» mit Vildrae'«„Der Heimat- lose» in den Kbendipielplan übernehmen. Erste Ausführung DlenZlag, den S. Januar, abends 7'/, Uhr. .Da» G»i«vsplel'. ein« neue ManstSlchrill für Neue Dichtung, erscheint »> 1. Januar lS» im Dahern-Verlag, München. Maderbräuilr, 2 DetuaS- »reis»iertkljäbrlich 1,50 91. Unter den Heraus ebein ist Julias Mari« Deck« Tie Keilschrist sammelt atze jene»u« der jungen Dichlcraeneraliao. »ie Rat an»-eMn der Zeit Mit innerer Wahrhastigkeit irr aratzer Farm , estallen»»Ie».,» o Zw«! tSdtee Straß eaaasS«« ISzllch tu Conti tn. Die gabl der Straten- Unfälle ist»ich! nur bei un», ssndern auch in anderen Ländern beuluudigeiid gl 08 Nach einer Statistik, die in der.Deutschen Medizinischen Wochen- 'chrisr mitgeteilt wird, ereigneten sich in London vom Juli bi« Seplemter 1924 2LllZl Unsäll«. darunter 223 tödliche, also durchschnitllich über zwei T a d««f il le t S g l i ch. Im einzeinen entfielen»an den UnlSllcn aus Omnibusse 2238. darunter 41 löbliche, auf Privalaula» SS74. darunler 55 tödlich«, aus«alanäder 1907. davon 2« löblich«, auf HandelSwbi wert« SStL, daavn SS löbliche, auf Straßenbahn«» 1132, aus Droschke» 1033. Weihnachten im Freien. 7 Der Wetter- und Weihnachtsgott hat es in diesem Jahr gut mit den Menschen gemeint. Im verflossenen Jahr tobbe in ber heiligen" Nacht ein harter Schneesturm, und die Welt war an den Weihnachtstagen schneeverweht und wie verschlossen von hohen, meißen Wällen. Diesmai stand eine freundliche Sonne am heiteren Himmel, in den Mittagsstunden tietterte die Quecksilberfäule bis auf sechs Grad Bärme, und die Menschen strömten in Scharen ins Freie. Namentlich am zweiten Feiertag benn der erste Festtag bringt ja noch vielen Arbeit und anderen wieder ist es ein notwendiges Aufatmen von dem tollen Tanz der Arbeit vor Weihnachten war es auf allen Wegen und Wäldern um Berlin lebhaft, wie felten um diese Jahreszeit. Der stille Beobachter fonnte z. B. im wohlhabenden Westen vergnüglich Studien, machen über die reichen und kostbaren Gaben, die der Weihnachtsmann gespendet hatte. Man promenierte in den neuen seidenen Weihnachtskleidern und prunfte mit den Weihnachtspelzen, und überhaupt: es war wieder mal alles ba! Denn Deutschland ist ja„ ein reides Land", aus dem die Sorge ver. bannt ist. Steiner braucht sich etwas zu versagen, und so ein fleines, niedliches Auto war das mindeste, was die Menschen vom Weih nachtsmanne zu beanspruchen hetten. Durch die geöffneten Fenster, geöffnet, um Sonne und weiche Winterluft in die Zimmer zu lassen, fonnte man in den feineren Gegenden besonders gut die üppig gpuzten Edeltannen betrachten und konnte feststellen, daß die Bäume diefer Mitbürger faft ausnahmslos elettrifiziert waren, daß sie stett mit lebendig und luftig flackernden Wachslichtern mit fleinen, sterren Glühbirnen befbedt waren. Ein wahres Glück, daß die Zeit den Reichen wieder. Den elektrischen Boum beschert hat, auf den fie noch im verflossenen Jahr aus mancherlei Gründen hatten verzichten müssen. Denn man fann doch wirklich nicht von ihnen verlangen, daß sie sich der Mühe des Lichterbefestigens auf den Zweigen unterziehen sollen. 2ber trotzdem alle Wünsche, aller erfüllt waren, und die Sonne funte te, waren doch viele urzufrieden, eben weil die Sonne es mit fren fo gut meinte. Barum hatte man denn die schönsten Schritt fchuhe, die herrlichsten Schlitten und Stiern fich schenken lassen?! Seine Fode Schnee, daß man die neuen Gefchente hätte probieren fönnen. Und auch die mit Belzen und Belzjaden Beschenkben mausten und murrten über das reglementswidrige Wetter. Man hatte natürlich die Belze angezogen, man fonnte sie doch nicht, ausgerechnet an den Weihnachtstagen, am hellen Mittog im Schrank hängen lassen und man fonnte brch auch nicht auf die schon so lange hängen lassen und man fonnte drch auch nicht auf die schon so lange Dorausgefagte Räfte warten, wer weiß übrigens, ob fie überhaupt femmt ja, ja, auch die Wohlhabenheit hat so ihre Sorgen!- aber man schwitzte in der Pelzhülle, na und das ist gewiß auch nichts Schönes und läßt Weihnachtsstimmung nicht recht aufkommen unb groß werden. Die anderen jedoch, die mit der bünnen und fadenscheinigen Hülle und mit den wenigen Rohlen im Keller, freuten sich über die warme Winter- und Weihnachtssonne, na, und das ist ja schließlich auch was wert! Zank und Streit zur Weihnachtszeit. Kleine Ursachen große Wirkungen. Einen tödlichen Ausgang fand ein Streit, der zwischen zwei Männern um einen Weihnachtsbaum entbrannt war. Am jeiligabend verkaufte vor dem Hause Stalizer Straße 24 ein Hand ler noch die letzten Weihnachtsbäume. Der Gärtner Julius Lange geriet gegen 7 Uhr mit dem Arbeiter Willy Bruschte aus der Goraner Straße 21 in Etreit bei einem Baumtauf. Beide gerieten so heftig aneinander, daß der Sane schließlich in Tätlich feiten musclete. Bruschte, schlug Lange in der Abwehr mit der Fauft in des Geficht und der Getroffene stürzte fo unglücklich mit dem Hinter frpf auf die Kante einer Straßenbahnfiene, daß er besinnungslos liegen blieb. Er wurde von Schupobeamten fofort in das Krankenhaus am Urban gefchofft, wo er am ersten Feiertag um 3 Uhr star b. Bruschte, dessen Persönlichkeit festgestellt war, wurde aus der Wohnung seiner Eltern geholt und vorläufig feftgenommen. der den Flüchtigen fo feststellt, daß die Krimina polizei feiner habhaft werden kann. Die Flucht Hermann Webers fdjeitt, wie es sich jetzt herausstellt, ganz spontan vor sich gegangen zu sein. Wiederholt ist er aus dem Untersuchungsgefängnis nach feinen Geschäftsräumen beurlaubt worden. Zu einer Abho ung erschien dann jedesmal ein ermittelten Führer gelenkt wurde. Weber hat, wie noch befan it 100- PS- Benzwagen, ber von einem damols unbefarten, jetzt aber fein dürfte, den begleitenden Beamten dadurch ein Schnippchen gefdy agen, daß er sie bat, ihn in das Zimmer seiner Frau gehet zu laffen, die einem Kinde das Leben geschenkt hätte. Bei dieser Gelegenheit war er entflohen. Die Schnelligkeit in der Ausführung der Flucht gestattete es ihm nicht, sich mit reichlichen Bewegungsgeldern zu versehen. Es ist darum anzunehmen, daß er sich noch im Lande befindet. Der jüngste Bruder Hermann Webers, Adoif eber, ist verhaftet worden, da er dr Chauffeur des Benzwagens bei der Kriminalpolizei viele Anzeigen eingelaufen, nach denen mar, in dem Hermann seine Ausfahrten unternahm. Bis jetzt sind Hermann Weber besonders in entlegenen Sanatorien gesehen worden sein soll. Diese Angaben werden sofort nachgeprüft. Der Fall Kutisker. Wer ist hier der Angeklagtz? Ein Schulbei piel von schlechter Besoldung. Wegen schwerer Urfundenfälschung in Tatembeit mit Betrug waren awet junge Mädchen, Angestellte des Beamienwirt. Schöffengericht angeflagt. Die jungen Mädchen hatten durch ichaftsvereins Botsdam, vor dem erweiterten Potsdamer falfde Eintragungen, die sie sozusagen Hand in Hand bewerkstelligten, sich eine Nebeneinnat me von insgesamt 70 M. verſchafft. Daß sich die Angeklagten in einer schweren Notlage, mit der sie ihre Tat vor Gericht zu entschuldigen iucten, befunden haben müssen, geht daraus hervor, daß die Kassiererin mit 80 m. und die Verläuferin mit 60 M. pro Monat von der Beamtenwirtschaftsgenofienichaft als Gehalt erhielten. Auf die Verfehlungen der jungen Mädchen wo der Angestellte K. durch das„ ungemein einem in Baffer aufgelösten Bullionwürfel und reid baltige Frühstüc" der Angeklagten es bestand aus einem harten Ei aufmerkiam geworden sein. Diefes un gemein reichhaltige Frühstück" scheint absolut feine Wirkungen gehabt zu haben, denn blag und vergrämt saßen die Mädchen auf der Anklagebant. Gleich nach den Verfehlungen hatten sie reuebolle Briefe an den Vorstand des BWV. gerichtet und gebeten, von einer Anzeige Abstand zu nehmen, da sie den Schaden ericken wollten. Die Antwort war die Entlassung und die Anzeige beim Staatss anwalt. Das Urteil erging auf 14 Tage Gefängnis und emer Geldbuße von 100 m., die sie in monatlichen Raten zaklen dürfen. Eine dreijährige Bewährungsfrist wurde ihnen zugestanden. Nauen- Buenos Aires. Mit Welle 30. Weitere Berhaffungen auch Sufisters Sohn. Der Fall Kutister wird mit der größten Energie bearbeitet. Die Nachforschungen wurden auch während der Feiertage nicht unter brochen. Unablässig find die Staatsanwälte bemüht, die gänzlich verworrenen Fäden der einzelnen Transaktionen zu entwirren. Am des Generaldirettors Rutister den 22jährigen Aleg Heiligabend ergab sich die Notwendigkeit den ältesten Sohn an der Kutister, der als Prokurist im Bankhause E. von Stein angestellt war, und eine Villa in der Raustraße in der Kolonie Grunewald bewohnt, zu verhaften. Er wurde in das Unter- In den Monaten Just und August war es gelungen, mit der fuchungsgefängnis nach Moabit gebracht. Außer Alexander Kutister furzen Welle 70 Meter und mit nur 2 Kilowatt ausgestrah ter wurde der frühere Prokurist der Steinbant, der Leistung zur Nachtzeit Telegramine nach Buenos Aires unmittelbar 45 Jahre alte Alfred Blei cus der Goslarer Straße in Char von Nauen zu senden. Diese Verbindung wurde. Soweit sie mit loltenburg, verhaftet. Nach seinem Ausscheiden aus der Sleinbant furzen Wellen durchgeführt: wurde, um so schwieriger, je mehr in Blau die Blau G. m. b. H., ein. Auch Generaldirektor Blau ist Tie von Telefunken durchgeführten Arbeiten gingen nun darauf trat er als Geschäftsführer in das Unternehmen des Generaldirektors Buenos Aires die sommerliche Jahreszeit einfehrte. befonntlich in seiner Billa in der Tiergartenstraße 34 verhaftet wor- hinaus, diese Verbindung mit furzen Wellen trotzdem aufrecht zu den. Endlich wurde ein anderer Angestellter der Blau G. m. b. 5., erhalten, und soeben traf die Meldung ein, daß mit der wesentlich der 62 Jahre alte Major a. D. Karl Rother verhaftet. Rother fürzeren Welle von nur 30 Metern bei ebenfalls nur war zuerst in der Mumba", dem Waffen und Munitionsbeschaf 2 Rilowatt Strahlungsleistung auch jetzt, wo der fungsamt in der Tertilabteilung tätig. Generaldirettor Blau lieferte 5o chsommer in Buenos Aires herr'cht, Nachrichten wäh bereits während des Krieges Heeresgut. Er kam so mit Rother in rend etwa 10 Stunden aufgenommen werden fönnen. Die günstigste Berbindung. Nach der Auflösung der Wumba trat Rother als Zeit der Uebermittlung mit dieser furzen Welle beginnt nach Buchhalter in die Blau G. m. b. H. ein. Wie weit die drei Ber- unserer Uhr etwa um 12 Uhr nachts und währt bis 10 Uhr vor hafteten in die Geschäftsgeheimnisse Kutisters und Blaus eingeweiht mittags. Es ist zu hoffen, daß das neue Jahr auf diesen hochfind, müssen erst die Untersuchungen und Vernehmungen Klarstellen. interessanter Gebiete der Kurzen Wellen" weitere Fortschritte Bis jetzt lastet immerh'n ein gewiffer Verdacht wenigstens der Mitbringen und daß es gelingen wird, mit diefem neuen Hilfsmittel wisserschaft auf ihnen. Ihre Verhaftung erschien um so mehr, an oußer den bisher bestehenden Einrichtungen den wichtigen Verkehr gebracht, da sie in ihren Stellungen tieferen Einblid gewinnen fonn nech Südamerika von Nauen aus in immer größerem Maße a's ten und eine Verdunkelungsgefahr nahe lag. drahtlofen Dienst auszugestalten. Berhaftung eines Danziger Bankiers. Seit Juli d. Is. wurde von der Berliner Kriminalpolizei der Danziger Bantier und montenegrinische Konsul Siegfried Brescinsti steckbrieflich gesucht. Er hatte es verstanden, sich seiner Verhaftung dadurch zu entziehen, daß er ständig auf Reisen war. Zu den Feiertagen tam er nach Berlin, um feine hier wohnende Familie zu besuchen. In den Feiertagen glaubte er sich sicher vor dem Zugriff der Polizei. Am ersten Feier tag aber wurde er in der Wohnung seiner Familie ver haftet. Brefchinsti ist Inhaber eines Banthauses in Danzig, dessen Transaktionen in der Hauptsache nach Berlin gingen. So war er feit einiger Zeit fast der alleinige Befizer der Lunapartaftien gewesen. Er hatte so viele aufgekauft, daß ihm der Besitz die Majorität größeren Unternehmungen vorgegangen. Einen großer Teil der in der Aktiengesellschaft ficherte. Wehnlich war er bei anderen Aftien bezahlte er mit Scheds. Am Tage der Einlösung stellte es sich dann aber heraus, daß für die Sheds teine Dedung vorhanden war. Daraufhin wurde gegen ihn Anzeige wegen Schedbetruges erstattet. In letter Reit hatte Breschinski abermals Verhandlungen wegen Ankaufes von Attien mit einer großen Berliner Gesellschaft angeknüpft. Hier war man auf fein Angebot auch bereits eingegangen, da man ihn nur als Befizer der Lunapark fegung dieser Verhandlungen nunmehr ein Ende gemacht. Die Er attien tannte und für sicher hielt. Seine Verhaftung hat der Fortmittlungen der Kriminalpolizei ergaben, daß er einen Teil der auf gekauften Attien bereits zu Geld gemacht und dieses für sich ver Eine Ehetragödie fpielte fich in der Wohnung des Armenbet hat. beiters Gutt in der Huffitenstraße 25 ab. Die Frau des Schant mirtes Pieterret war vor einiger Zeit von ihrem Manne aus der gemeinsamen Wohnung in der Aderstraße 50 fortgezogen und zu Gutt übergesiedelt. Am ersten Feiertag gegen 5 Uhr nady mittags tam der Ehemann Franz Bieterret zu seiner Frau, um sich mit ihr auszuföhnen. Als aber der Einigungsversuch jcheiterte, zog er einen Revolver und gab auf seine Frau einen Schuß ab. Dann tötete er sich selbst durch einen Schuß in Sie hat einen Schuß in die Schulter erhalten und wurde in das Lazarus- Krantenhaus gebracht. die Schläfe. Die Verwundung der Frau ist nicht lebensgefährlich. Im Krofobit in der Rolonnenstraße 65 zu Schöneberg marf der Geschäftsführer dieses Spellehaules am Heiligabend um 11 Uhr einen angetrunkenen Gast, der lärmte, zur Tür hinaus auf die Straße. Der Hinausgeworfene blieb ohnmach. tig liegen und Schupobeamte sorgten dafür, daß er in das Moabiter Krantenhaus übergeführt wurde. Er hat schwere Schädelperlegungen davongetragen. Seine Berfonalien fonnten noch nicht fafbneftellt werden, da er feine Ausweispapiere bei fich hatte und bis heute noch nicht bie Besinnung wiebererlangt hat. Die Poft vereinfacht. Bom 1. Januar 1925 an tritt mit der Ermäßigung der Gebühren für telegraphische Aufträge des Geld. bei der Auflieferung von telegraphischen Bostanweisungen verfehrs auch eine Bereinfachung des Berfahrens und Zahlfarten ein. Für diese Sendungen wird ein besonderer VorUeberweisungstelegramm vereinigt und der in den besonders gedruck eingeführt, der die Bostanweisungen oder Zahlkarte und das fennzeichneten Tei en vom Absender auszufüllen ist. Hierdurch fällt die zeitraubende Ausfertigung der lleberweilungstelegramme durch ben annehmenden Bostbeamten fort. Erläuterungen und Muster für die Ausfertigung des Uebermeifungstelegramums befinden sich auf der Rückseite des Bordruds, der zum Preise von 1 Pf. für das Stüd an den Bostschaltern verkäuflich ist. Nicht amtlich hergestellte Bordrucke find unzulässig. Berpadung der Postpakete nach den Vereinigten Staaten. Nach Nachrichten aus Amerika mehren sich in letzter Beit die Fälle, in denen Patete mit Bildern aus Deutschland in befchädigtem Bustand eingehen. Die Untersuchung hat ergeben, daß die Beschädi 3ivei Gäfte gerieten in einer Schantwirtschaft in der Baßmann- gungen meist darauf zurückzuführen find, daß die Berpadung straße 17 am ersten Feiertag, abends gegen 11 Uhr, aus bisher noch für die Beförderung an und von Bord, die mit Binden, Tauen oder umbefannter Urfache in Streit. Dem Wortstreit fobaten Lät. Retten und Plandecken erfolgt, nicht genügend wider. lichkeiten, und der 51 Jahre alte Straftwagenführer Karl Gru. standsfähig ist oder dem Druck der an Bord übereinander geLagerten Pafetfäde nicht standhält Hauptsächlich gehen folche Batete nau aus der Wiesbadener Straße 12 erhielt von seinem Gegner beschädigt ein, die in Backpapier eingeschlagen sind, während solche, eine fräftige Obrfeige, die ihn besinnungslos u die in Risten verpackt sind, ausnahmslos gut antommen. Es ist hierBoden firedte. Der Getroffene wurde fofcrt im Krantenwagen in nach den in, Betracht kommenden Absendern zu empfehlen, zur Ber das Krankenhaus am Urban gebracht. Rurz nach seiner Einlieferung podung von Sendungen, die durch Druck, Stoß oder Reibung leicht ift er infolge Gehirnerschütterung gestorben. Der Schaden leiden, nur Kisten zu versenden. Mann mit der starten Fauft war inzwischen aus em Lotal geflüchtet und entfommen. Er hat eine Gewerbesteuerbe fcheinigung zurüdgelaffen, auf der der Name eines Kaufmanns Belter Weihe avs Braunschweig, Nordstraße 25. festgestellt wurde. Ob dieser der des Täters ist, müssen die weiteren Ermitte. lungen ergeben. Ein frecher Raubüberfall wurde am Heiligabend an der Chef. föchin eines Neubabelsberger Sanatoriums verübt. Die Röchin Klara Frante wollte noch einige Einfäufe für die Rranten befergen und steckte sich dazu einen größeren Gelbbetrag ein. Als sie über die sogenannte Rote Brücke bei Rohthafenbrüd ging, sprang ein etwa 22jähriger Bursche von hinten an fie heran, padbe sie und entriß ihr die Handtasche mitsamt dem Geldbetrag. Der Täter entfam in dem nahegelegenen Bald. Svrit Weber auf der Flucht. Zu der fenfationellen Flucht des Generaldirektors Weber, Jenes befannten Epiritus'chicbers, wird mitgeteilt, daß außer der rem Reichsmorepofamt auf feine Ergreifung ausgelegten Beloh. nung von 50000 m. auch das Landesfinanzamt be gleiche Summe ausgelobt hat. Ferner wird sich das Haupt 3ollamt noch mit einer namhaften Summe beteiligen. Im gangen find also über 100000 Mart bemjenigen zugesichert, Der Prozeß des Doppelmöders Gerth wurde bekanntlich vertagt, da fein Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Frey, die Verteidigung niedergelegt hatte. Dr Fren begründete fein Vorgehen damit. daß Gerth ihm anvertraut hätte, es bereite ihm eine gewisse Befriedi gung, sich möglichst viel zu belasten. Trogdem Gerth von der Staats. anwaltschaft jeht ein Offizialverteidiger gestellt worden ist, hat der Angeffagte in diefen Tagen an Rechtsanwalt Dr Fren einen Brief geschrieben, in dem er ihn bittet, trotz des gestellten Offizialverteidi. gers seine Berteidigung wieder zu übernehmen. Ein Dachstuhlbrand brach am 25. Dezember auf dem Grundstüd Brigerstraße in Steg iz aus bisher unbekannten Ursachen aus. Die Aufräumungsarbeiten bauerten bis 5% Uhr nachmittags. An der Löschung des Brandes waren die Feuerwehren von Charlettenburg, Friebenau, Steglik und Lichterfelde beteiligt. Der Schaden beläuft sich auf 50 000 Mart. Beim Spielen mit einer fleinen Mauserpistole schoß der 14jährige Bruno Schwinbomiti die 12jährige Stella Bast, Köpenid, Seestraße 18, am 25. Dezember an. Der Schuß ging burch das linte Auge in den Kopf. Die Baft wurde in die Universi.ätsklinik in der Biegelstraße in Berlin eingeliefert. Lebensgefahr ist nicht ausgeschlossen. Die Waffe gehört dem Bruder tes Schwindowfti, der diefelbe unachtiom liegen gelassen hatte. Luftdienst London Bagdad- Ismail. sich auf einer Inspektionsreise nach Indien befindet, ist am SonnDer Chef der zivilen englischen Luftschiffahrt, Brander, ber abend in Bagdad eingetroffen. Er erklärte Pressevertretern, daß es nicht beabsichtiot fei. die Luftverbindung nach Ind en über den grat zu führen. Ein Veranderungsmaft werde gegenwärtig in Ismail London und Indien sein werde. Brander gab zu, daß der Weg errichtet, wo voraussichtlich der einzige Landungsplay zwischen über Bagdad fürzer wäre, betonte aber, daß es im ersten Stadium des Luftdienstes vorteilhaft sei, möglichst über dem Meere zu fliegen, nach Einrichtung des Dienstes ein Leichtes sein, eine zweite Linie da dort die Temperaturen gleichmäßiger feien. Es. würde jedoch in drei Tagen erreicht werden könnte. von Ismail nach Bagdad zu legen, so daß Bagdad von London aus Waffertatastrophe in den Bereinigten Staaten. Aus Roanote gemeldet: Infolge plög'ichen Bruches eines Gafinial wire fee when run on Stiver es bei Ealtville überkhuvemmfe eine hundert Fuß hohe Wassermasse die Niederlassung im Tal. Sie überraschte die Einwohner in den Sechs Personen ertranten und 35 wurden verletzt. Neun Häusern und führte 10 Arbeiterhäuser mit sich fort Perionn werden vermit. Eine schlimme Weihnachtsfeier. Bei dem Brand, der bei einer Weihnachtsfeier in einem Schulgebäude in Hobart( Oklahoma, Ber. einigte Staaten) ausgebrochen war, find über 40 Personen veriett worden, brunter viele fchrver Sport. Rennen zu Mariendorf am Freitag, den 26. Dezember. Ferner liefen: Musical Girl, Champion Goud, Eulenspiegel, Instanz, 1. Rennen. 1. Torrero( Hans Schleusener), 2. Dompfaff I( Weiß). 3. Lady Bonworth( E. Treuberg). Toto: 109: 10. Blag: 13, 11, 11: 10. Coeur Maid. ( G. Lautenberger). Toto: 30: 10. Blat: 16, 18, 20: 10. Ferner liefen: 2. Rennen. 1. Heidefee( Ch. Mits), 2. Duera( Finn), 3. Blaumeise Letter Mohikaner, Abdulah Silver, Mac Gregor I, Corona Mc Kinney, Brilon Prinz, M. P., Katharina, Ballait. feft). Toto: 39: 10. Blat: 16 29, 13: 10. Ferner liefen: Höhensonne, 3. Rennen. 1. Stapellauf( Brandt), 2. Ddeffa( Storting), 3. HandKarneval, Jeffries jr., Cadiac Arworthy, Ballonfönigin, Adler. Linsko, Febernelle, Beitgeist, Adelei B., Haubize, Allertony, Alpenfeg, Daniel, Fürst, Bismart. 4. Rennen. 1. Edeltochter( 2 Weiß), 2. Gaienmädel( Ch. Mias), 3. Koranna( F. Schmidt). Toto: 17: 10. Plat: 12, 13, 14:10. Ferner liefen: Baron Agworthy, Adelei B., Diana VII, Gudrun II. Rathan IV. 5. Rennen. 1. Allene( Jaug jr.), 2. Amorette( Ch. Mills), 3. Dollyfa( 3. Mils). Toto: 26: 10. liefen: Barmaid, Albater, Imme I, Copal. Plat: 13, 12, 15 10. Ferner 6. Rennen. 1. Monarchist( Weidmüller). Toto: 125: 10. Plat: 31: 10. 1. Marcel( 3. Mils). Toto: 22: 10. Plak: 21:10. 3. Beter I ( B. Sedert). Blak: 18: 10. Ferner liefen: Stella Sari, Schlips, Dant wart Huga, Hartstein, Manfred, Freda Crawford, Tappan, Feuerwehr, Johannes, Anton( Elias) fam als erster ein, lief obne ettet. 7. Rennent. 1. Albt: 1. Klud( D. Kleinau).. Blaz: 30, 15, 14:10. Foto: 273: 10. Blaz: 32, 20, 18: 10. 2. Abt.: 1. Bella Dawson( Holzti). Toto: 188: 10. 8. Rennen. 1. Gamein( Weidner jr.), 2. Wassander( E. Treuberg), 3. Heideprinz I( E Paul). Toto: 53: 10. Blat: 19, 23, 42: 10 Ferner liefen: Bismark, Amazonka, Besuv, Prinzeß Bertha, Florian, Angriff, Arche, Fistus. Groß- Berliner Parteinachrichten. 36. Abt. Seute, Sonnabend, abends 6 Uhr, Weihnachtsfeier in Schmidts Ge fellschaftshaus, Fruchtstraße. Billetts für Erwachsene 25 Pf. an der Raffe. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 23. Abt. Paul Böhme, Dreher, ist am Montag, den 22. Dezember, im 38. Lebensjahre verstorben. Einäscherung am Sonnabend 12% Uhr in Krematorium Gerichtstraße. Wenn Sie wüßten wie sicher und bequem Sie Ihre Hühneraugen und Hornhaut durch ,, Lebewohl" los werden, würden Sie sich nicht erst mit minderwertigen Mitteln herumärgern. Lebewohl wirkt durch Filzring sofort schmerzlindernd. Kein Verrutschen, kein Festkleben am Strumpf. Seit 20 Jahren bewährt. In Drogerien und Apotheken zu haben. Verlangen Sie ausdrücklich Lebewohl mit Filzring! Gewerkschaftsbewegung Purcell und der„ Vorwärts". Der„ Daily Herald" vom 23 Dezember veröffentlicht ein kurzes Interview mit Purcell, das wir hiermit vellinhaltlich wiedergeben: Wenn jemals eine 3w.milionerauflage des„ Laly Heral mit seinen Zweigniederlagen in Glasgow, Manchester, Leeds und London berechtigt war, so ist diese Berechigung zu suchen in den Vertretungen der Sensations- und arbeiterfeindlichen Presse währ ro der' etzten zwei Monate. Der„ Manester Guardian",„ Daily Mail". Daily News", der Vorwärts" und" Het Belt" wissen mehr über die Delegation als diefe selbst. Und wenn diese fonde bare Pre for tination nehezu in lebereinstimmung untereinander war, beard sie sich von der Wahrheit am entferntesten. Wenn wir einen Empfang hatten, dann war es, Mache". hatten wir feine Begegnung, dann war es gleichfalls Mache". Und wenn wir überhaupt nichts fagten tann fragte man, warum wir nichts tagten. Während meines Aufenthalts in Rusland wurde mir oft gefagt, nachzusehen, was die britische, Berliner und Amsterdamer Preffe über mich fagt. Ich wurde gefragt ob ich bei me.ner Rückkehr von dieser angegriffen we den würde. Sie haben Vecmien mit Bremlen und Bramley mit Bronden, Tillett mit Turner und Turner mit Tillett verwechselt. 21ber Purcell, run, tie Lail Mail" entdeckte Freitag nachts tatfächlich da ich ein De'egicrter fei und mit Herbert Smith in einen Wane Schlüpfe, was ich ober nicht tat. Die deut'che und die britische Preffe, die fapitaistische wie die verbündete sozialistische, überbeten sich in der Verdrehung der Delegiertenreden folgten sie die Delegation in nahezu cirem Dutzend von Fällen, indem sie mich als Worfizenden der Delegation fragten, ob ich etwas über die Reise zu sagen hätte. Wenn es ihnen nicht gelang, eine Antwort zu bekommen, berichteten sie, daß wir hypnotisiert ein. Romih, ron Hypnotisierten Nachrichten bekommen zu wollen. Was den Bericht der Delegation betrifft, so gehört dieser zuerst dem Ge wcffchaftsfongreß. und dieser wird ihn aud) zuerst bekommen. Was er enthalten wird? Abwarten. Es genügt, zu sagen, daß, wenn die Arbei erklasse dieses Landes ihre Kraft und Macht eben'o gut tennen wii de, als die Arbeiterfassen von Rußland, denn würden die orthoderen Politiker und die fapitalistischen Pressefu'is bald beweifen, ob sie richtig verwendet find. enthalte mich, davon mehr zu facer." Dann ver Auch wir könnten uns enthalten, darüber mehr zu sagen, wenn Burcell nicht ausdrücklich den„ Borwärts" genannt hätte. Wir crinnern also daran, daß der„ Berwarts", als das bolichemistische Korrespondenzbureau" Inprefour" seine Begrüßungerede perbreitete, Theater Lidt picle tfw. Staats- Theater Opernhaus 71: Hansel u. Gretel Die Pupper fee Opernhaus am Königs latz 72 Zauberflöte Schauspielhaus 7% Wallenst. Lager Th. im Admiralspalast Deutsch. Künstlertheat Die Piccolomini 19 Woche Schiller Theater Alabe di 8 Uhr B Das Konzert Die größte Revue der Welt: Noch Täglich 8 Uhr Zaza Lustspielhaus Uhr Guido Thielschei 1. Gr. Volksoper. Noch and Nath wahre Jakob Un Mignon Volksbühne 3 Das tapfere Schneiderlein Schluck u.Jau 7 Deutsch. Theater Ub Die heilige Johanna Kammerspiele 2 sow e Sonnta Vorstel ungen neste Besetzun 34 u. 8 Uhr Central- Theater 14 Uhr: Die versunk. Glocke Deuts Opernhaus Unt: Carmen Operettenhaus am chiffbauerdamm Täguch Uhr Die vertauschte Frau Wallner Theat. Tä ich 8 Uh Pelleas und Melisande Rammer- Oper ausdrücklich es abgelehnt hat, irgendwelchen Kommentar dazu zu veröffentlichen, weil wir nicht annehmen konnten, daß der Inhalt des bolichemistischen Telegramms mit der Rede von Purcell übereinstimme. Aud; ein Entrüstungsteiegramm der Moskauer Redaktion der„ Inpreforr" fonnte uns in unserer Ha'tig nicht beirren. Unsere Referre veranlaßte Purcell, an uns das Stenogramm seiner Nede zu schicken. Aus diesem ging nun allerdings hervor, daß Purcell unter anderem Unsinn am Tage feiner Antunft in Moskau erklärt hatte, daß seit fcirem Besuch im Jahre 1920 ungeheure Veränderungen und Berbesserung n in der Lage und in der Geistesverfassung der russischen Arbeiter vor sich gegangen feien. Wenn Purcell das schon am Tage seiner Ankunft in einem fremden Bande feststellen ferinte, dann hätte er sich allerdings die weite Reise ersparen können. Nach dieser Rede wird wirklich fein Mensch mehr auf den Bericht Purcells über Rußland gespannt fein. Für uns war der Fall Purcell damit erledigt. Wir haben dann och den Protesten der Socialdemokratischen Partei Rußlands Raum gegeben, uns aber mit den Reden der Delegierten nicht weiter befaßt. Wir waren allerdings gezwungen, die Versuche der bolsche mistischen Bresse, ihren Einigungsschwindel mit Hilfe der englischen Delegation zu betreiben, zurückzumeisen. Dabei fiel es uns aber gar nicht ein, ctwa gegen Purcell und seine Kollegen Stellung zu nehmen. Nicht unsere Kommentare, sondern die authentischen Reden von Purcell richten ihn. Die ehemaligen Reg'eeisenbahnbeamten. Die Reichsgewertschaft deutscher Eisenbehrbeamte schreibt uns: Deutschen Reichsbahn- Gesellschaft übergegangen sind und somit die Da nun die Ruhreisenbahnen wieder in die Verwaltungshoheit der Einheitlichkeit des deutschen Esenbahnches wieber hergestell werden fonnte, hat der Verwaltungsrat der Reichsbahn die Zuftimmung zur Zahlung des Unterschiedsbetrages an die ehe mals bei der Regie tätig gewefenen deutschen Reichsbahnbeamten gegeben. Teils find tie Beitäge noch vor den Festtegen zur Auszahlung gelangt oder es wurde eine entsprecherde Vorschutzchlung vorgenommen. Somit ist einer a ten Forderung der Eisenbahnergewert cheften Rechnung getragen word n. Wir freuen uns, daß den Regiebeamten das ihnen gefehlich zusteherde Recht nun endlich Interesse taran haben wird taß den Kämpfern von Rhein und eingeräumt worden ist, zumal ja auch the breite Deffentlichkeit ein Ruhr das von der Reichsregierung fo oft gegebene Dantversprechen in irgendeiner Form abge olten wird Berliner Konzerthaus Mauerstraße 82 ( Clou") Mauerstraße 82 Täglich geöffnet sites Vier- Uhr- Kaffee Promenaden- Konzert Gesellschaftsabend Tanz Metropol- Theater Lützowstr. 112.5 Tägi, 71, Uhr Die tote Tante Grain Mariza und andere Begebenheiten Die Komödie urfürstendamm 2 6/207 Chr Henes Th. am Zoo Tä lich 7 UPT Wild- West- Mäde Der eingebildete Heute u.morren 31 Kranke Theater d. Königgrätzer tr. an dar Fl.ttwellstraße Tä 1. U Rokoko Kom Op v Prob.- Nodermann Ein Sp el mit dem feufel us k. Burl. v. P. Lordmann Woh zu ruhen, err Nachbar! Kom. Op. v Poise Karten 5, 4, 3, 2 M. err Schneewittchen. Garderob und From 8 U. Der Tokaler Thi. Kommand Str. 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Bei den ist vor furzem stattgefundenen Berhandlungen über tie Person alordnung plante die Reichsbahn- hauptverwaltung die bei der Durchführung des Personalabbaues in Betracht kommerden Beamten des befepten Geb etes bedeutend schlechter zu stellen, als es die alte Persona abbauverordnung vorsah. Sie war gewillt, nur die über 35 Jahre alten fündbaren Reichsbahnb.amten in den einstweiligen Ruhestand zu verschen, während die unter 35 Jahre a ten auf dem Wege der Abfindung en laffen werden follten. Arf Grund des führenden Eintr tens der Reichsgewerfid aft für eine Besserstellung der fündbaren Reichsbahnbeamten hat de Reichsbahnhauptverwaltung von der Festsetzung einer Altersgrenze Ab and genommen. Zahlriche Verordnungen bzw. Verfügungen des Reiches, der Länder und der Reidsbetriebe meisen tarauf hin, daß die von den zurückgekehren Ausgewiesenen den Behörden übergebenen Sach schädensanträge auf dem schnellsten Wege zu erledigen feien. Trok all der fdönen Verordnungen usw. wollen doch die Klazen betreffs ichleppender Gried gung dieser Anträge nicht verstummen. Es wird uns berichtet, daß die Antragsteller oft monatelang auf die Erdigung ihrer Anträge warten mußten. Wir geben zu, daß manche B hörten infole des farten Personalabbaues buch vorüb rocherd auch nur fäblich mit Arbeit überlastet sind. Neue Arbeitskräfte dürfen nicht eingestellt werden; infolgedeffen befommt auch das Bubl fum das Fehen von Arbeitskräften zu ver spür n. sid Es ist aber doch ein starfes Stüd. wenn ein Ausgewiesener durch feine fchon zurüdgetchrte Ehefrau Anfang Februar beim B fagungsamt Bochum die Mel ung auf Aufnahme des Tatbestard: s des während feiner Abm fenheit an feinen Möbeln usw. erlit'enen Stadens cinbringen ficß und die Erfa'tung der Reparaturkosten trok fortnechten Drärgens und troh unserer Intervent on offer bar bis heute noch nicht erfolat ist. Eine derartige Verschicppumn, die in diesem Fall hauptsächlich dem Befagungsamt Bochum zu Lasten zu schreiben ist läßt sich auch mit der durch den Perforal abbau verursachten Ueberlalung der Behörden nicht entschuldigen. Butab, Ortsverwaltung Berlin. Die Gefchäftsstelle bleibt am 3. Weih natsfeiertoa cefchloffen. Erste Sprechstunde nach dem Feit: Montag, 29. Dezember. Alle Beitragsrückstände aus dem Jahre 1924 find in dieser Sprech ftui de, der Tekten im alten Jahre, abzuführen. Verantwortlich für Politik: Ernst Reuter: Wirtschaft i B.: 3. Steiner; Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Eklorn: Feuilleton: Dr. John Shilowski; Lokales und Sonstiges: Friz Karstädt: Anzeigen: Th. Glode. fämtlich in Berlin. und Berlaasanstalt Baul Singer u Co. Berlin SW 68 Lindenstraße 3 Berlag: Borwärts- Berlag Gm b. S. Berlin. Drud: Borwärts.Bucheruderei Teppich Edhraner verkauft acaen Bitte Lefen. Großes Lager getragener. 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