Abendausgabe Nr. 60941. Jahrgang Ausgabe B Nr. 304 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: 523. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Dolksblaft 5 Goldpfennig Sonnabend 27. Dezember 1924 Berlag und Anzeigenabteilung: Gefchäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag Gmbh. Berlin S. 68, Eindenfttage 3 Fernsprecher: Döuhoff 2506-2507 Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Sitzung der Botschafterkonferenz. Mißstimmung in Amerika. 4. Ebensomenig fonnte sie es durchsehen, daß ihr die Dokumente Primo de Rivera vor dem Ende. Bon Hanns Erich Kaminsfi Der Zeitungsleser, dem seit Monaten immer wieder das Ende der spanischen Militärdiktatur angefündigt wird, mag Paris, 27. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Am Sonnabend ihren militärischen Charakter bewahrt, denn einerseits murde nicht vielleicht nicht mehr recht daran glauben wollen. Aber man vormittag um 11 1hr tritt im Auswärtigen Amt in Paris die Bot- nur die Zahl der Mannschaften vermehrt, sondern es sind aus Re- muß in Betracht ziehen, daß Spanien nicht mit demselben fchafterkonferenz zufammen, um zu der Räumung der Kölner Zone ferven gebildet worden. 2. Die Umwandlung der Mu- Maßstab wie vorgeschrittenere Länder gemessen werdon fann. Stellung zu nehmen. Der Vorsitzende der interallierten Kontroll- nitionsfabriken in Fabriken mit Friedge: sarbeiten ist nicht Wirtschaftlich noch faum bis zum Kapitalismus entwideft, tommission in Berlin General Walch, der sich augenblicklich in allgemein durchgeführt worden. In den militärischen Konstruktions- geistig völlig unter dem Drud der Kirche stehend, politisch Baris befindet, wird an dieser Sigung teilnehmen. Da der end= gültige Bericht der Kontrollkommission noch nicht vorliegt, wird die fterungen vorgenommen. 3. Die Kommission war nicht in der Lage, Aus seiner wechselwollen Geschichte hat es nur die Erfahrung werken wurden meder wesentliche Einschränkungen no; neue 3er gänzlich ungeschult, hat das spanische Bolt noch feinen ausgesprochenen oder auch nur bewußten poutischen Willen. Konferenz ihre Entscheidung auf Grund des letzten Halbmonatsbe- eine Liste der verbotenen Schriften(?) zu erhalten. Aus seiner wechselvollen Geschichte hat es nur die Erfahrung richts der Kommission und auf Grund des Berichts des interalliiergewonnen, daß es auf die Ausbeuter nicht anfommt, wenn ten Militärkomitees von Versailles treffen. Die Botschafterfonferenz über den Stand des Kriegsmaterials im Moment des Waffenstill- Schichten intereffieren sich wenig für die öffentlichen Ange die Ausbeutung die gleiche bleibt. Auch die aufgeklärten wird, wie jetzt schon verlautet, feststellen, daß Deutschland die Ent- standes überreicht wurden. 5. Deutschland hat seit 1922 feinerlei Schichten intereffieren sich wenig für die öffentlichen Angewaffnungsbedingungen des Friedensvertrags nicht erfüllt habe. Sie Maßnahmen ergriffen, um die Reichsgesetze mit der militärischen legenheiten. Die Politik iſt der Beruf einiger Personen, die wird auch darüber entscheiden, in welcher Form und wann diese Klausel des Versailler Bertrages in Ginfíang zu bringen. Zum oft auch nur Dilettanten sind, und eine öffentliche Meinung. Fejistellung und der sich darauf stützende Beschluß der interallierten Schluß wird in dem Bericht ausgeführt, daß sich Deutschland auch ein öffentliches Gewissen gibt es überhaupt kaum. Regierungen, die Kölner Zone am 10. Januar nicht zu räumen, Berstöße gegen die Klausel über die Abrüstung der Küstenbefestigun läßt die politischen Parteien zu keiner sonderlichen Bedeutung Der Mangel einer umfassenden politischen Willensbildung der deutschen Regierung mitgeteilt werden wird. gen habe zuschulden kommen lassen. Die Genera inspektion der Interalliierten Kontrollkommission sei im September in verschiedenen kommen. Das ist der Grund für die starke Stellung des Punkten auf Widerstand gestoßen. Trotzdem habe die Kontrollkommiffion bedeutsame Berfehlungen festgestellt, wobei sie ron geringeren Berstößen überhaupt absehe. Der britische und der französische Standpunkt. London, 27. Dezember.( WTB.) Der Diplomatische Bericht erstatter des„ Daily Telegraph" schreibt, die Sitzung der Botschafter Lonferenz fei auf heute verschoben worden, weil am Dienstag und Mittwoch britische und französische Denkschriften über die Frage der Räumung der Kölner Zone ausgetauscht wurden, die einige Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiderseitigen Auffassungen enthielten. Infolgedessen fei beschlossen worden, Be retungen zwischen London und Paris sowie mit Rom und Brüssel abzuhalten in der Hoffnung, eine gemeinsame Bereinbarung wegen des Inhalts der Note zu erzielen, die von der Botschafterkonferenz an die deutsche Regierung abgesandt werden müßte und in der letztere benachrichtigt werden würde, daß und warum die Besetzung de: Kölner Zone fortgesetzt werden wird. Während die britische und die französische Regierung über die Unmöglichkeit, Köln am 10. Zanuce zu räumen, einer Ansicht gewefen feien, feien fie betreffs der Metivierung dieses Schrittes und der aus dieser zu ziehenden Echlußfolgerungen verschiedener Meinung gewesen. Die britische Ansicht sei dahin gegangen, daß die endgültige Entscheidung über die Frage iediglich über das bekannte Datum hinaus verschoben werden sollte bis die ausführlichen Berichte der Interalliierten Kontrollkommission von den Regierungen in angemessener Weise er roogen worden seien. Die französische Ansicht sei, daß die bereits vorliegenden vorläufigen Berichte der Kommission genügend Beweise brächten, doß Deutschland seine Abrüftungsverpflichtungen aus dem Versailler Bertrag nicht erfüllt habe, so daß die Befehung Der Kölner Zone fozusagen automatisch aufrechterhalten bleiben müßte, bis diese Verpflichtungen vollkommen erfüllt feien. Baris habe daher gemünscht, daß eine einfache Mitteilung in diesem Sinne ohne weiteren Berzug on die deutsche Regierung abgesandt werden follie. Diese Meinungsverschiedenheit sei in der Hauptsache auf andere Differenzce zurückzuführen. Im ganzen nähmen die britischen Sachnerständigen gewisse Berstöße der deutschen Militärbehörde in der Frage der Effektivbestände, ihrer Ausbildung oder der industriellen Abrüstung nicht ganz so ernst wie ihre franzöfifchen Kollegen, da sie der Ansicht seien, daß einige derartige Berstöße undermeidlich und nerhältnismäßig harmlos feien, während im Hinblid auf die deutsche Sicherheitspolizei ein Rompromis, ohne Zeitverlust und Schwierigkeiten erreichbar fein sollte. An zweiter Stelle netge man britischerfeits dazu, eine nicht zu entfernte Beitgrenze für die Räumung des Kölner Gebiets festzusetzen, während der die deutschen Behörden sich verpflichten würden, die wesentlichen Mängel in der Ausführung der Militärklausein des Friedensvertrages zu befeitigen. Der Berichterstatter fchließt, er erfahre, daß Brüssel mehr oder weniger dem französischen Etandpunkt zuneige und daß Rom wünsche, den letzteren mit den britischen zu versöhnen. Das Gutachten Fochs. Die französische Linkspreffe für Herriot. Paris, 27. Dezember.( WIB.)„ Quotidien", der sich bis jetzt in der Frage der Räumung der Kölner Zone reserviert verhalten hatte, veröffentlicht heute einen Artikel, in dem er erklärt, die Ent deckung von versteckten Waffen habe die Räumung der Kölner Zone unmöglich gemacht. Alle Welt werde Frankreich, England und Belgien zustimmen und verstehen, daß sie augenblicklich nicht geneigt feien, die militärischen Pfänder aufzugeben, die sie in Händen halben. Es sei sehr natürlich, daß Deutschland feine vollkommene Frei heit wieder erlangen wolle und bitter enttäuscht sei über die Berlängerung der Besetzung von Köln. Es wäre für ein Land nicht würdig zu leben, wenn es nicht feine Integrität wieder zurückerobern wolle. Das Blatt fchreibt weber: Wir Franzosen erwarten ungeduldig die Stunde, in der wir mit einer Nation wieder normale Beziehungen herstellen können, die zu lange unterbrochen, waren und deren Wiederherstellung für den Frieden unerläßlich ist. Aber normale Beziehungen können nicht wiederhergestellt werden dadurch, daß man den nationalistischen Geist entfacht, daß man sich bewaffnet und die Revanche vorbereitet. Wenn das demokratische Deutschland es nicht versteht, dem reaktionären Deutschland feinen Willen aufzuzwingen, dann darf man nicht damit rechnen, daß die interalliierten Regierungen die Augen vor einer solchen Lage verschließen. Wir brauchen Sicherheit, um wieder arbeiten zu fönnen. Das Deutsche Reich muß erklären, ob es eine ehrliche Erfüllung der Entwaffnungsklausel erftreten will oder nicht. Wenn es das nicht will, daun hat es sich alle Leiden selbst zuzuschreiben und die volle Berantwortung für die europäische Verwirrung wird ihm aufgebürdet merden. Auch„ Ere Nouvelle" vertritt heute den Standpunkt Herriots und sagt, daß er nicht leichtfertig den Beschluß gefaßt habe, die Kölner Zone nicht am 10. Januar zu räumen. Die sehr entgegenkommende Absicht Herriots scheine rechts des Rheins nicht ver standen worden zu sein. Kein französischer Ministerpräsident könne unter diesen Umständen eine andere Entscheidung treffen als die, die Herriot unter Bewilligung von Chamberlain und Theunis gctroffen habe. Man habe in Frankreich den Eindruck, daß Deutsch land Hintergedanken habe und nicht fair play" spiele. Frankreich wolle weder auf den Frieden noch auf den Fortschritt verzichten. Das müsse Deutschland bedenken, denn man wolle weder demütigen noch beherrschen. CS Coolidge hofft auf befriedigende Lösung der Räumungsfrage. New York, 27. Dezember.( WTB.) Wie die„ Associated Breß" cus Washington meldet, vertraut Präsident Coolidge darauf, daß zwischen Deutschland und den Alliierten hinsichtlich der Räumung des Brückenkopfes von Köln eine befriedigende Regelung erreicht werden wird. Dies Vertrauen gründet sich auf die Geschicklichkeit, die die europäischen Regierungen in den vergangenen Monaten bei dem Abschluß von Abkommen für ihre eigene Wohlfahrt gezeigt haben. Amerika habe kein offizielles Intereffe an der Frage der Räumung und demzufolge sei auch keine amerifagise Attion zu erwarten. Indessen hätten die Bereinig ten Staaten ein allgemeines Interesse an allem, was das Wohlergehen Europas berühre, und demzemäß würden die offiziellen Stellen inoffiziell ihre besondere Aufmerksamkeit den Maßnahmen der Botschafterkonferenz und den Schlußberichten der Militärkontrollfommission zuwenden. Paris, 26. Dezember( I.) Das Gutachten, das Marschall Foch als Vorsitzender der Interallierten Militärkontrollfommission cn der Hand der Berichte der Ronirollfommission über den Stand der deutschen Abrüftung ausgearbeitet hat, wird morgen vormittag der Botschafterfonferenz unterbreitet. Der Pariser Bertreter der „ United Breß“ erfährt folgende Einzelheiten aus dem Gutachten: Es erscheint ausgeschlossen, daß Deutschland bis zum 10. Januar 1925 die Abrüstungsklaufel des Versailler Bertrages getreulid; erfüllt. Es folat dann eine vergleichende Darstellung in der Lage am Eeptember 1922 und des gegenwärtigen Standes der deutschen Ab rüstung. Die militärische Leistungsfähigkeit Deutschlands sei ohne jeden Zweifel durch die nachstehenden Faktoren verstärkt worden: 1. Reorganisierung des Obertommandos. 2. Neubildung des zweiten Generalstabes. 3. Einstellung und Ausbildung der Zeitfreiwilligen. 4. Berstärkte Werbetätigkeit der Ge= heimverbände. Weiter wird in dem Bericht behauptet, daß in Eine neue Erklärung der Regierung. der Durchführimg der Entwaffnung Deutschlands fein nennen 3 Zu den französischen Behauptungen über neuentdeckte werter Fortschritt erzielt worden sei, obwohl andererseits die heimliche deutsche Waffenlager wird von zuständiger Rüstungen teine offensichtliche Vermehrung erfahren hätten. Ebenso deutscher Stelle wiederholt erflärt, daß es sich dabei nur um Vorhobe die Produktionsfähigkeit von Kriegsmaterial in nennenswertem wände handle, die die Berzögerung der Räumung der Kölner Make noch zugenommen. Die militärische Ausbildung der deutschen 3one bemänteln sollen; was an überzähligen Waffen bei Jugend habe in den militärischen Geheimverbanden der Generalinspektion vorgefunden worden sei, steht in gar wie in der eigentlichen Armee einen großen Umjang angenommen. feinem Berhältnis zu den französischen Behaup leber die fünf Bunfte, deren Ausführung die Botschafter tungen wie zu ber erlaubten Menge deutscher Waffen. tonferenz von Deutschland forderte, enthält der Bericht folgende Wenn erst die Militärfontrolfommiffion über ihre angeblichen ngaben: 1. Die Reorganisierung der Staatspolizei Funde öffentlich und genen Bericht erstatte, dann werde sich ohne ift bei meitem mod) nicht durchgeführt worden. Sie hat bis jest| meiteres hie Richtigkeit der deutschen Darstellung ergeben. Die angeblichen geheimen Waffenlager. Militärs. ihre Führer sind beinahe die einzigen in Spanien, die eine Die Armee ist sozusagen von Natur eine Organisation ,. geschlossene, disziplinierte Masse hinter sich haben. Man weiß, daß die Generale mehr oder weniger in allen Ländern fich als die Stüßen des Staates fühlen. Ster fommt oder fam wenigstens bis zum Buisch von Barcelona- nod) hinzu, daß ihnen eine schwache 3ivilregierung gegenüberstand, deren demokratische Form nur ein Schleier war, hinter dem die herrschende Schicht ihre Geschäfte beforgie. เอ nicht das erste dieser Art in der spanischen Geschichte. Die Uebrigens ist das Unternehmen Primo de Riveras Bronunciamientos"( Militäraufstände) haben in der spani fchen Geschichte des neunzehnten Jahrhunderts immer wieder eine Rolle gespielt, und Primo de Rivera wird nicht nur an Mussolini, sondern auch an den Generdi Prim gedacht haben, als er sich an die Spize des Staates ſtellte. Auf der Grundlage dieser Verhältnisse und dieser Tra ditionen ist die Formel der fonftitutionellen Monarchie nicht mehr als eben eine Formel. Alfons XIII., der bereits als Kind auf den Thron tam und von Offizieren und Jesuiten erzogen wurde, ist immer nur auf die Stärtung feiner perfönlichen Stellung bedacht gewefen. Der maroffanische Krieg geht auf seine eigenste Initiative zurüd, und es Militärdiktatur, deren Hauptzwed ja die Bertuschung, ber fann fein Zweifel sein, daß er von der Ausrufung der Unfähigkeit und Korruption in der Kriegsführung war, gcmußt hat. Das Schicksal der Drnaftie ist daher enger mit der Diftatur verknüpft, als den König heute lieb sein mag, aber es ist schwer und beinahe unmöglich für ihn, aus dem Kreis zu springen, den er seltst um sich gezogen hat. Die Diffatur hat vollkommen versagt. Bon ihren Versprechungen ist nichts übrig geblieben. Die Lage in Marokko hat sich eher verschlimmert als gebessert, der Staatshaushalt ist durch die damit verbundenen Ausgaben auf das Schwerste belastet; die Bejeta entwickelt sich langsam nach unten. Das Direktorium hält sich an der Macht nur durch einen entsetzlichen Terror, der auch vor den verwerilidhiten Methoden nicht zurückschreckt. Die Ereignisse in der Brovinz Navarra, wo Lockspiel eine Anzahl Unglücklicher qu einem Lokalputsch verleiteten, vor Gericht dann gegen die im Ausland lebenden Führer der Opposition ausjagten und fchließlich trotzdem zum Tode verurteilt und hingerichtet wurden, sind ein blutiger Beweis für die Regierungskunst der Diftatoren. Alle wirklichen Kräfte des Landes stehen völlig beiseite. Nicht nur die Geistigen und die Parteien der Linien, auch die guten Monarchisten der Rechten, Männer wie Maura und Romano ne s, die zu wiederholten Malen Ministerpräsidenten waren, befinden sich in schärffter Oppofition. Für das Direktorium sind nur der König und seine Clique, der Klerus und das Offizierskorps. Indessen ist auch das Offiziersforps und sogar das Direftorium selbst feineswegs einheitlich. Es gibt zwei Richtungen: die der Monarchisten, die vor allem zum König steht und als deren Führer der frühere Oberkommissar für Maroffo, General Berenguer gilt, und die der Nouvilas steht. Juntas"( Offiziersverbände), an deren Spitze General ihn und auf den General Martinez Anido, den SyndiNouvilas ist die graue Eminenz" des Direktoriums. Auf Palistenschlächter von Barcelona, gehen in erster Linie die Grausamkeiten der Diktatur zurück. Nominell sind die ,, Juntas" zwar aufgelöst, aber in Wirklichkeit sind sie immer noch die stärkste Macht in Spanien und haben die monarchistisché Gruppe ziemlich an die Wand gedrückt. Ihre Ziele sind dobei durchaus unklar. Bon Nouvilas weiß man nicht einmal, ob er Monarchist oder Republikaner iſt. Die Führer der Konservativen und Liberalen, die die Monarchie gern retten möchten, haben den Wunsch, sich mit Berenguer zu verbünden, und tatsächlich marschieren sie bereits auf einer Linie. Es ist jedoch sehr die Frage, ob es ihnen gelingen würde, die Monarchie zu halten, sobald einmal Der große Erdrutsch beginnen sollte. Augenblicklich sind die Verhältnisse jedenfalls unerträglich. In Katalonien, wo die feparatistische Bewegung immer start mar, wird der Ruf Los von Spanien" immer lauter. Die | Gefängnisse find längst überall überfüllt, die weißen Stellen in einem Leitartikel der offifchen 3ettung" ein Kundgebungen für den Reichspräsidenten. der Zeitungen werden immer deutlicher, die Unmöglichkeit, gehend mit der juristischen Seite des Urteils und kommt zu Länderregierungen, Politiker, Führer des geistigen Lebens Bersammlungen abzuhalten, wirft schließlich gleichfalls auf dem schlechthin vernichtenden Urteil: flärend. Und die unterirdische Tätigkeit der Republi= faner, deren Führer Unamuno, Ibanez und Ortega in Baris leben, beginnt allmählich doch ins Volk zu dringen. Ganz abgesehen von der Haltung der Syndikalisten und Sozialisten, über die niemand im Unklaren fein fann, auch wenn sie zum Schweigen verurteilt sind. Das Direktorium fühlt die Leere um sich. Insbesondere Primo de Rivera, dessen letzter Plan, als Sieger aus Marokko in Madrid einzuziehen, nun auch bereits als gescheitert angesehen werden kann, hat das Regieren längst fatt und wäre froh, mit heiler Haut davonzukommen. Sein Lieblingsplan war, das Direktorium in eine 3ivilregierung umzuwandeln, deren Leitung er beizubehalten wünschte. Die Minister wollte er aus einer neuen Partei, der„ Union pattriotica" entnehmen, die an den Rockschößen des Militärs gebildet werden sollte. Man kann jedoch schon heute fagen, daß die Gründung dieser Partei fehlgeschlagen ist. Bielleicht wird noch ein anderer General versuchen, eine zweite Diftatur auf den Trümmern der ersten zu errichten, eine wirkliche Lö sung der spanischen Frage ist nur auf einer völlig neuen Grundlage möglich. Eine neue Grundlage, das heißt auch nicht die alte vordiktatoriale, die auch nicht viel demokratischer und weniger forrupt war. Man muß dem spanischen Volte wünschen, daß es ohne allzu schwere Erfchütterungen die Stagnation der Generalsdiktatur über mindet. Eine Lehre enthalten diese 13 Monate jedoch auch für das übrige Europa, und zwar die, daß die Diktatur und befonders die Militärdiftatur, im modernen Leben ein Ding ter Unmöglichkeit ist. Das Magdeburger Urteil. Kahl findet es ,, unbegreiflich". Der Urteilsspruch, den das Magdeburger Gericht gefällt hat, hat wenigstens das eine Gute gehabt, daß er eine gemeinsame Front aller anständigen Menschen herbeiführte, die sich gegen diesen Skandal wandten. Es ist nicht mehr als recht und billig, daß Deutschnationale und Deutsch nöllische sich außerhalb dieser Front stellen. Das schmußige Berleumderhandwert ist und bleibt ihre Spezialwaffe und niemand wird ihnen das Recht auf diese Waffe streitig machen wollen. So tanzt der Böllische Kurier" mit teinem Wort aus der Reihe, wenn er über den Magdeburger Prozeß schreibt: Man konnte es wagen, an die Spitze dieses zermürbten, ge demütigten und verratenen Volfes wie zum Hohne ausgerechnet einen politischen Demagogen zu ftellen, der seit Jahrzehnten fein Lebenswerk in der Vernichtung der nationalen Weltmachtstellung Deutschlands erblickte. Und dieser Mann hatte die Schamlosigkeit, sich als Retter des Baterlandes von seinen gesinnungsverwandten Claqueuren bemeihrauchern zu fufjen. Bis im 6. Jahre seiner ufurpierten Amtsführung endlich ein deutscher Richter aufsteht und fid; getraut, den Landesvater" als das zu bezeichnen, was er ist: Als Candesverräter! Dieser wadere deutsche Richter verdient im Gegensatz zu vielen seiner an der Futtertrippe hängenden Kollegen in Wahrheit seinen Ehrennamen. Sein Urteil ist eine nationale Tat pon jener jeltenen Art, die uns allein dazu ermutigt, in dieser troftlosen Zeit der allgemeinen Rorruption und nationalen Verwilderung noch nicht jede Hoffnung auf die endliche Wiederbefreiung des deutschen Baterlandes von seinen inne ren und äußeren Feinden aufzugeben. Heil diesem deutschen Mann. Solchen echt völkischen Erguß nimmt man zur Kenntnis und legt ihn zu den übrigen. Diese Erneuerer Deutschlands" fun felbst alles, was in ihren Kräften steht, um sich bei jedem Anständigen unmöglich zu machen. Ihre Dreckspritzer merden darum nur die gegenteilige Wirkung erzielen. Bielmehr wird die Deffentlichkeit das beachten, was der volksparteiliche Reichstagsabgeordnete und Jurist Dr. Kah! zu dem Magdeburger Urteil zu sagen hat. Er beschäftigt sich sagt Ben Akiba. Bon Ernst Grau. Bor mir liegt der bei Dunder u. Humblot in Berlin erschienene ,, nefboten Almanach auf das Jahr 1824". Aeußerlich sieht man dem vergilbten, stockfleckigen Folianten an, daß er auf das ehrwürdige Alter von 100 Jahren zurückblicken tann. In feinem unscheinbaren Gewande hat er, immer nur äußer lich betrachtet, vor anderen Schmökern nichts voraus. Lieft man aber nur die erste der 365 Anekdoten, dann wird man überrascht jein, wie aktuell der Inhalt dieses Buches ist. All die vielen Typen, die uns dort entgegenireten, find liebe vertraute Zeitgenossen. Sic find heute noch ebenso Lebendig wie ehedem. Gleich auf der ersten Seite lieft man: „ Der General von X. hatte, obgleich er immer geschlagen worden, sich doch seinen Bosten, und nach und nach ansehnliche Aus zeichnungen erhalten. An einem Neujahrstage befam er mit der Toft eine Riste. Als fie geöffnet wurde, um zu sehen, was darin fei, fand man in, solcher eine Trommel, und auf dem oberen Felle stand: Bu nichts nüßlich, als geschlagen zu werden!" Ist das nicht derselbe General, der den Weltkrieg, den Kapp. Butsch, den Hitler- Butsch und die Wahlschlacht vom 7. Dezember rloren hat? 3u nichts nützlich, als geschlagen zu werden! Leider erfährt man nicht, wie weit es dieser General noch geracht hat. Der nächste Mann, der schon vor hundert Jahren dem Anet botenerzähler zu schaffen machte, ist natürlich die schwan tende Gestalt des vollsparteilichen Oberhäuptlings Stresemann. Es heißt ba: „ Man machte einem Minister den Borwurf, daß es ihm an Festigkeit des Charafters fehle:„ Eben diesem mir vorgeworfenen Mangel habe ich meine Stelle zu verdanken", erwiderte er. Durch hn erhalte ich mich in meinem Poften. Ich bin jetzt sechzig Jahre it; meine Zähne, welche hart waren, find fast alle ausgefallen, eine Zunge aber, weich und geschmeidig, hab' ich noch behalten!" Die Ministerkrise in Bermanenz muß wohl auch schon früheren enerationen nicht unbekannt gewesen sein. Der Almanach schreibt rüber: Ich achte die Rechtsüberzeugung des deutschen Richters als folche auch dann, wenn ich sie nicht zu teilen vermag. Im vorliegenden Falle ist sie mir unbegreiflich. Kahl setzt die Sonde seiner juristischen Kritik an der famosen Stelle der Urteilsbegründung an, wonach ein objet. tiver Landesverrat" vorliegen soll. Er legt dar, daß diese Fiktion auch juristisch vollkommen unhaltbar ist. Er weist die Begründung des Magdeburger Urteils, wonach die Beteiligung an dem Munitionsarbeiterstreit, weil sie por fätzlich" erfolgt sei, an sich" schon Landesverrat darstelle, entschieden zurüd: gegen Magdeburg. Dem Reichspräsidenten ist aus Anlaß des Urteils im Magdeburger Prozeß eine große Fülle von Rundgebungen zugegangen. Außer den bereits veröffentlichten Erklärungen der Reichsregierung und der preuBijchen Staatsregierung hat auch das hessische Staatsministerium sich dem Beschluß des Reichskabinetts angeschlossen und dem Reichspräsidenten sein unerschütterliches freien und Hansestadt hamburg der Erklärung der Bertrauen ausgesprochen. Ebenso trat der Senat der Reichsregierung in vollem Umfange bei, indem er seiner Ueberzeugung Ausdrud gab, daß die Feststellungen des Magdeburger Prozesses erneut beweisen, mit melch vorbildlicher Treue der gegenwärtige Reichspräsident jederzeit dem Bater lande gedient hat. Sehr zahlreich sind auch die Kundgebungen Don führenden Persönlichkeiten des politischen und wirtschaftlichen, insbesondere aber auch des geistigen Lebens Deutschlands; so schreibt zum Beispiel Prof. Dr. Harnac an den Reichspräsidenten: „ Es ist ein Grundirrtum, den Vorsatzbegriff zu mechanisieren und zu schablonisieren... Der Sinn des Landesverrats läßt eine andere lmgrenzung als die Aufnahme der Schadenszu fügung in das Willens moment nicht zu. Die behaup tete Abweichung der juristischen von der moralischen Bewertung ist nicht vorhanden... Einen moralisch desinfizierten juristischen Landesverrat gibt es überhaupt Aus den Gefühlen der Gerechtigkeit und aufrichtiger Berehrung richt. War durch den Nachweis der beabsichtigten Schadensabwen tung der Rebenfläger moralisch entlastet, dann war er auch ist es mir ein tiefes Bedürfnis, der Entrüstung Ausdruck zu juristisch als Landesverräter nicht anzusprechen." geben, mit der mich der Magdeburger Prozeß und das richterliche Diese Kritik von juristischer Seite trifft das Kernstück der Fehlurteil erfüllt haben. Schmachvolles ist hier zum Ereignis geMagdeburger Urteilsbegründung, in der gewissermaßen ein morden, und in Trauer und Beschämung sind wir versetzt. Um so in einfultur rein juristisch herauskristallisierter Landes- lebhafter aber empfinde ich mit allen guten Deutschen den Dank, verrat ohne Berücksichtigung der Absichten des Täters den das Baterland Ihnen, hochperehrter Herr Reichspräsident, für ihr fonstruiert wird. Kahl weist auch juristisch diese jedem nor- gesamtes vaterländisches Wirten, insbesondere in den Jahren 1918 malen Rechtsempfinden widersprechende Deduktion entschieden und 1919, schuldet, und wie dieser Dant heute in tausenden vou zurüd. Er fommt auch weiter zu dem Schluß, daß auf Grund Herzen lebt, wird ihn das Urtei der Geschichte für immer besiegeln. der Magdeburger Urteilsbegründung die Bestrafung des An- In dieser Gewißheit bin ich mit dem Ausdrud besonderer Ber geklagten vollkommen unverständlich werden muß: ehrung Euer Hochwohlgeboren ehrerbietigst ergebener Dr. port Wäre diese scharfe Gegenüberstellung von juristischem und Harnad." moralischem Landesverrat haltbar, warum dann, habe ich beim Durchlesen der Begründung mich unwillfürlich gefragt, warum dann die moralische Freisprechung und juristische Verurteilung zugleich?" Diefe Frage hat sich wohl Rahl nicht allein vorgelegt. Sie hat sich wahrscheinlich jeder zu eigen gemacht, der ohne das juristische Rüstzeug Kahls versucht hat, den eigentümlichen Gedankenüberwindungen der Magdeburger Richter zu folgen. Kahl wnüscht in seinem Artikel ausdrücklich, daß seine Kritik des Magdeburger Urteils nicht politisch ausgeschlachtet werde. Er ist sich aber selbst darüber im Klaren, daß hier Recht und Politik sich kaum trennen lassen. Der Begriff des Landesverrats ist in Deutschland in der letzten Beit oft genug in einer Weise ausgelegt worden, der den Gedankengängen des Magdeburger Urteils entspricht. Landesverrat war und ist zurzeit in den Köpfen nicht nur der deutschnationalen Presse, sondern offenbar auch der zahlreichen von deutschnationalen Gedankengängen beein flußten Richter jede handlung, die von anderen als deutsch nationalen Erwägungen ausgeht. Kahls Kritit am Magdeburger Urteil erhebt sich dadurch zu einer Kritik an dem Unfug der in Deutschland mit dem Landesverratsparagraphen getrieben worden ist und noch betrieben mird. Benig Dinge haben Deutschland außenpolitisch so sehr geschadet, wie diese pathologische Landesverratspsychose. Benn man im Stile der deutschnationalen Breffe und auch vieler Juristen urteilen wollte, müßte man sogar zu dem Ergebnis fommen, daß der größte Landesverrat von denen verübt wurde und wird, die jede abweichende Meinung mit dem Landesverratsparagraphen glauben erstiden zu fönnen. Die Befreiung Deutschlands von dieser frankhaften und ver ächtlichen Mentalität würde nicht nur innen politisch, sondern auch außenpolitisch ein bedeutender Fortschritt sein. Vielleicht trägt auch Kahls Kritit, nach dem der Magdeburger Urteilsspruch das Groteste gewisser Gedankengänge auch Minderbegabten offenbart hat, dazu bei, eine solche Entwicklung zu fördern. nicht etwa ein Produft unferes Jahrhunderts. Denn im Aimanad findet sich folgende Anekdote: ,, Als Don Sancho, zweiter Sohn des Königs von Caftilien, Alphons, zu Rom war, ernannte ihn der Bapst zum König von Aegypten. Der Papst ließ dies dem Prinzen durch einen Kardinal fund machen. Bersichern Euer Eminenz dem heiligen Bater", verfegte Don Sancho, daß ich über diesen Beweis feines Wohlwollens sehr gerührt bin, und um mich dafür dankbar zu bezeigen, ernenne ich ihn dagegen zum Ralifen von Bagdad." Daß es aber schon im Jahre 1824 Menschen gegeben hat, die fich über Reparationsforderungen ganz vernünftige Gedanken machten, wird vielen neu sein. Dennoch findet man im Almanach folgende Notiz: Professor Max Liebermann schreibt: Ich fühle mich gedrungen, Ihnen zu sagen, daß auch ich, wie jeder anständig empfindende Deutsche, über die Begründung des Magdeburger Urteils aufs äußerste empört bin." An diese Kundgebungen schließen sich weitere an. Rechts und links. Die untergeordneten Organe Sinomjews haben jest reichlich Beschäftigung. Trohti muß erledigt werden. In großen. genialen Bügen hat der Herr und Meister schon selbst fein Teil zu diesem edlen Wert beigetragen. Den Rest der Kleinarbeit überläßt er den nachgeordneten Stellen. So veröffentlicht der Sekretär des kommunistischen Erefutiofomitees, Kuusten, eine gründliche Widerlegung" Trogtis. Mit der Gewissenhaftigkeit eines Archäoiogen oder auch Talmudforschers werden Bitate an Zitate gereiht. Jeber Philologieprofessor tönnte seine Freude an der Sorgfalt heben, mit der diese einen Geister den doch wohl etwas größeren Trotzki an Zitaten aufzuhängen sich eifrig bemühen. Nur an einer Selle entgleift Kuusinen in feinem löblichen Eifer. Er versucht auseinanders zusetzen, daß ein Mann wie Trogfi- welch Schmerz nicht ganz in irgendein Schema hineinpaßt. Er habe bedauerlicherwe.fe widersprüche in sich, was natürlich einem Sekretär ter Exekutive nicht paffieren fann. Go vereinigte er in fich rechte" und linte Abweichungen vom allein feligmachenden Heilsweg. Und dann folgt eine wunderschöne Charafteriftit des rechten und linfen Typ: Der rechte Typ ift der Typus eines Iaimenschen. der menig spricht, fich wang äußert und feine Arbeit versieht. Der linte Typus ist aber ein Mensch, dem viel daran liegt, öffentlich eine Rolle zu spielen, ber sehr viel verspricht, fehr wenig tut und die Arbeit... schildert. Er schildert sie aber ganz anders, als der rechte Typus sie durchführt. Kuusinen schildert ganz offenbar aus allerintimfter Anschauung fommunistischer Typen. Er wird schon wissen, warum er den kinten Typ, der jetzt glücklich in der KPD. die Führung in der Hand bat, Besser ta.in als aufgeblafenen Schmäher charakterisiert. man in der Tat rechts und links in der Arbeiterbewegung nicht gegenüberstellen, als wie Ruufinen es geton hat. Auflösung des Weimarer Bauhauses. Lehrern des Staatlichen Weimarer Bauhaufes zum 1. April 1925. Ende September fündigte die thüringische Regierung den Bugleich wurde die Nachricht verbreitet, diese Kündigung sei nicht ernst gemeint, fie fei nur Formfache. Die Regierung verhandelte totfächlich auch weiterhin mit der Leitung des Bauhauses. Es wurde die Errichtung einer Bauhaus- B. m. b. 5. vorbereitet, die Den Staat vom Haup.teil der finanziellen Lasten befreien sollte. Die Privatindustrie zeichnete dafür die Summe von 121 000 m. in Beteiligungen und Krediten. Auf Grund dieses Gesellschaftsplanes er mächtigte der Haushaltungsausschus des thüringischen Lanotcges am 15. November die Regierung, die angebahnten Verhandlungen wegen Gründung einer Gesellschaft zweds Aufrechterhaltung und Ausbaues des Produttivbetriebes des Bauhauses weiterzuführen." „ Der Minister von X. äußerte sich sehr heftig, bei den Friedens. verhandlungen nach Wiederherstellung des Thrones der Bourbons, über die Franzosen und behauptete, es seŋ nicht mehr als billig, als daß man die Franzosen für die vielfachen Frevel und für die Plünder Vertragskündigungen erfolgt wäre. Am 13. Dezember entsandte derung von fast ganz Europa nachdrücklich bestrafe.„ Erlauben Sie mir eine Frage," unterbrach ihn eine geistreiche Frau. mir eine Frage," unterbrach ihn eine geistreiche Frau." Bürden Sie einen Strom dafür bestrafen, daß er die Helder verwüstet hat? Die Tropfen, welche aus ihren Ufern traten, sind schon längst ver. siegt, und die nachfolgenden sind unschuldig." Den Reigen mag Herr Raffle beschließen. Auf dem großen Rummelplatz des Lebens ist er seit Jahrhunderten eine unveränder änderliche Type. Aber ebenso unveränderlich ist der Abscheu, den er immer bei seinen Zeitgenossen gefunden hat. Ich weiß nicht, ob es auch einen Almanach von 1724 gibt. Was aber der Almanach von 1824 über Herrn Raffle schreibt, fönnte ebenso gut auch 1924 geschrieben sein. Nämlich: Herr X., der im Kriege eben nicht auf die legalfte Weise zum reichen Manne geworden war, wollte nun auch die Früchte seiner gefahrlosen Anstrengungen nach dem Frieden genießen. Er machie ein großes Haus, schaffte sich Wagen und Reitpferde an. Einst wollte er, in Begleitung seines Reitfnechts, einen Ritt nach einem einige Meilen entfernten Landgute machen. Er sowohl ais fein Diener waren des Weges unfundig, und Herr X. fragte einen auf dem Felde arbeitenden Bauern. Der jah ihn starr an, zeigte dann mit dem Finger nach einem auf einem Hügel stehenden Galgen und antwortete:" Dat is de rechte Weg vor Em." Der Bauer hatte nichts Arges bei dieser Antwort; der Weg führte wirklich bei dem Hochgericht vorüber, Herr X. aber war darüber höchst entrüstet und „ Im... schen wurden schnell hintereinander Ministerial spie Feuer und Flammen. Der Bauer sah ihn verwundert an tänderungen vorgenommen. Einer der neuen Minister erhieit, und antwortete auf diesen ihm rätselhaften 3orn ganz lafonisch: eich nach seiner Ernennung, ein Schreiben mit der Aufschrift: An Nu, nu! Wat is Em denn in de Krone gefahren, et is doch de elne Grzellenz, den Herrn Minister von M.. infofern Hoch- reene Wahrheit." eselben es noch sind." Eine so mißliche Sache ist es nun um ein böses Gewissen, Ebensowenig ist die Ueberspanntheit gewisser Würdenträger schließt der Almanachschreiber. Trotz alledem wurde die Leitung des Bauhauses, die bei der Regierung auf Entscheidung drängte, mit immer neuen Forderungen an Garantien für die G. m. b. 5. hingehalten, ohne daß als elementare Borauslegung für weitere Berhandlungen die Zurücknahme auch der Vorstand des Mitteldeutschen Industrieverbandes noch einer Besichtigung des Bauhaufes- zum Staatsminister für Boltsbildung drei seiner Präsidielmitglieder, die im Namen des Verbandes für den Fortbestand des Bauhauses ausbrüd lich eintraten und eine sofortige Zurüdnahme der Kündigungen beantragten. Der Minister forderte schriftliche Formulierung dieser Anträge, die aber durch rotefte einzelner Mitglieder des Verbandes über den vorgesehenen Termin hinaus aufgeschoben wurde. Am 23. Dezember erfolgte die Führung des gesamten Staatsministeriums durch das Bauhaus. Die Bauhausleitung hatte togs vorher schriftlich im Namen aller Meister endliche Entscheidung über das Schicksal des Instituts und über die Berträge der Meister gefordert. Als der Leiter des Bouhauses am Schlusse der Besichtigung diese Forderung mündlich wiederholte, wurde die Absicht der Regierung durch eine Erklärung des Minifters für Bottsbildung, Beutheuser, offenfundig. während er von der Leitung zunächst Beibringung weiterer Garan tien auf Jahre hinaus" forderte, teilte er im Widerspruch tazu mit, daß er im günstigsten Falle Verträge höch= stens mit halbjährlicher Kündigungsfrist abschließen würde. Da die Gründung der geplanten Bauhaus- G. m. b. H. bei emer so furzen Bertragszeit für die verantwortlichen Bersonen illuforisch geworden ist, erklären jetzt die Leiter und Meister des Bauhaufes de saus ihrer Initiative und Ueberzeugung entstandene Institut mit Ablauf ihrer Berträge vom 1. April 1925 für aufgelöst. Of, des Bauhaus an anderer Stelle feine Arbeit fortfetzen wird, läßt sich zurzeit noch nicht übersehen. Damit ist eine Kulturschöpfung, die nicht nur für Deutschland, fondern für die ganze zivilisierte Welt von vorbildlicher Bedeutung war, durch die Mechenschaften emer reattionären Politilerflique zugrunde gerichtet. Was wird nun geschehen? Es werden Brotestartifel in deutschen Zeitungen erscheinen, es werden Protestverfomm lungen abgehalten werden, es merden Protesterflärungen von Bro minenten" veröffentlicht werden. Tatsächlich aber ist die Kultur schande perfekt geworden. Immer das alte Bild: deutsche Intelligenz Eine Weihnachtsbotschaft Macdonalds. ,, Aufklärung und Nachsicht". Der frühere englische Ministerprädent Macdonald hat an die englische Arbeiterpartei, insbesondere an die Genoffen von der Independent Labour Party( ILP.) am Vorabend seiner Abreise nach Jamaila eine Weihnachts- und Neujahrsbotschaft gerichtet, die folgenden Wortlaut hat: „ Ich sende den Freunden von der JLP. die herzlichsten Weihtrachts- und Neujahrswünsche. Das vergangene Jahr ist wahrhaftig ein denkwürdiges zu nennen und es endet das ist bezeichnend mit einem beispiellofen Zufirom von neuen Mitgliedern sowie mit ciner in der Geschichte der Partei bisher unbefarinten Aktivität. Niemals noch haben wir am Jahresschluß einem so viel versprechen den Neuen Jahre entgegengesehen; niemals fonnten wir mit soviel quiem Vertrauen hoffen, daß eine geduldige und redliche Arbeit für den Sozialismus ihre Früchte tragen und einen Umschwung der öffentlichen Meinung gegenüber unserem Werk bringen wird. Nienals fonnten wir mehr als jegt einen Fortschritt in der Richtung auf die sozialistische Gesellschaft unser Endziel! erhoffen. Es darf nicht vergessen werden, daß die Lasten, die wir zu tragen hatten, das Jahr 1924 für uns zu einem denkwürdigen gemacht hat und daß diese Lasten uns erst den ganzen Umfang der Aufgobe, die uns bevorsteht, klar gemacht haben: Bir müssen die foziaistische Idee und das Ideal des Kommunalsozialismus überall verbreiten, wir müssen arbeiten, wie wir bisher niemals gearbeitet haben, um die besten Mitte und Wege zur Erreichung unseres Bieles zu entdecken. Indem wir so unsere Pflicht erfüllen, dürfen wir den alten Geist der Güte und der Nachsicht nicht vergessen, in deffen Zeichen diese Jahreszeit von altersher steht. Aufflärung und Nachsicht" wird immer über andere Mittel den Sieg davonfragen das wird sich nirgends besser erweisen als in der schweren und mühsamen Arbeit, die Menschen für die Sache des Sozialismus zu gewinnen und sie in die Reihen unserer Bewegung hereinzu führen. Laßt uns die Schwelle, die zum Jahre 1925 führt, mit einem fröhlichen Optimismus überschreiten, einem Optimismus, der nicht nur gerechtfertigt ist durch das, was das scheidende Jahr gebracht hat, sondern der es uns auch ermöglichen soll, alle jene Fortschritte zu machen, die im Bereiche diefes neuen Jahres mögfich sind." Schnelle Feststellung der Wahlergebnisse. Der Reichsinnenminister an Minister Severing. Der Reichsminister des Innern hat an den Preußischen Minister des Innern folgendes Schreiben gerichtet: ,, Das vorläufige Gesamtergebnis der Reichstagswahl fonnte bereits am Mittag nach der Wahl bekanntgegeben werden. Diese Leistung, die um so bemerkenswerter ist, als mit der Reichstagswahl im größten Teile des Reiches Wahlen зи Landesparlamenten oder Kommunalwahlen verbunden waren, ist dem zielbewußten Zusammenwirten der Gemeinde- und Verwaltungsbehörden mit den Kreiswahlleitern und dem Reichswahl Leiter zu danken. Ich bitte, allen amtlich und ehrenamtlich bei der Festehung der Wahlergebniffe beteiligten Persönlichkeiten, insbefondere den Wahlvorstehern, den Mitgliedern der Wahlvorstände, den Bürgermeistern, den Beamten der unteren Berwaltungsbehörden, den Kreiswahlleitern und ihren Beamten meinen Danf und meine Dolle Anerkennung ausfprechen zu wollen. Die rasche und zuverlässige Zählung der Wahlergebnisse ftellt eine glänzende Leistung deutscher Amtstä.i feil und Draanisationsfähigkeit dar." Wie der Preußische Amtliche Pressedienst mitteilt, schließt sich der Preußische Minifter des Innern in einer Berfügung an die Oberund Regierungspräsidenten, Kreis- und Verbandsmahlleiter, Band. räte, Stadt und Landgemeinden hinsichtlich der preußifchen Landtagswahl biejem Dand an, Die Ravitch- Partei verbeten. Der tgl. füblawische Ministerra befchloß, die frontische republikanische Bauernpartei megen ihres Ber tritts zur Dritten Internationale aufzulösen. haftung der Parteileitung gilt als unmittelbar bevorstehend. Derungffie Weihnatsfreude. Die erste Exkursion zum Ankauf eines Gänsebratens verlief ergebnistos, da der Etat nicht ausreichte. Eine erfahrene Nachergebnislos, da der Etat nicht ausreichte. Eine erfahrene Nach barin beruhigte meine Frau mit dem Hinweis darauf, daß bei wärmer werdender Witterung die Gänse im Preise sinken wurden. Ich bekam den dienstlichen Auftrag, das Barometer beim Dptifer nebenan zu beobachten. Nach eiftigem Studium hatte ich mir eine so weitgehende Fertigkeit in der Terausbeitimmung des Wetters angeeignet, daß ich meiner Frau sagen konnte, aller Voraussicht nach werde das Thermometer weiter steigen, wenn das hoch", das über dem nördlichen Schottland lagert, nach Südwesten abgezogen fei. Wir hofften nun start auf dieses hoch", um bei dem Gänsekauf nicht zu tief in den Beutei greifen zu brauchen Tatsächlich wärmte es sich auch immer mehr auf. Am Goldenen Sonntag fonnten wir feststellen, daß das Pfund um 10 Pfennig gesunken war; unsere Hoff. nung auf einen Gänsebraten war neu belebt. Ain Montag blieb der Preis stabil, was meine Frau auf die mangelhafte Funktion des Händlerthermometers zurückführte. Jedenfalls wollte sie noch bis Dienstag warten. Da aber trat die Katastrophe ein: Es war erheblich fälter geworden, Krolle Garten hatte an allen Litfaz fäulen Gisbahn angekündigt, und im selben Augenblick stieg auch der Gänsepreis um 20 Pfennig. Mit dem Gänseantauf war es nichts. Als Ersatz für den emgangenen Gänsebraten wollten wir uns wenigstens den Genuß einer Theatervorstellung leisten. Bier marf waren dafür zurückgelegt.( Bir nehmen immer den geringsten Platz ein!) Am Heiligen Abend, gegen 7 Uhr. flingelt es an der Wohnungstür: Ein fliegender Holzhändler bietet eine Kiepe Ofen holz mit 2 Mart an. Meine Frau lehnt ab, der Händler bittet und bettelt, und schließlich gibt sie nach. Ob wir denn nicht zwei Kiepen nehmen mürden; es sind die letzten, und er möchte doch nicht den Rest Holz mit nach Bantom nach Hause nehmen. Mit Rücksicht auf die Gefahren jeder Etatsüberschreitung bleiben wir aber felt. Es vergeht geraume Zeit. Wir denken schon gar nicht mehr an das Holz. Plötzlich schweres Trampeln auf dem Treppenflur, und herein spazieren der Holzhändler mit einer Riepe Holz, ein zweiter Mann mit einer Kiepe Holz, und als dritter im Bunde noch ein Mann, beide Arme ebenfalls mit Holz bepadt. Ehe wir uns erholt haben, ist das Holz im Korridor, und der Fliegende" erflärt uns die Vorteile dieses Holzankaufs en gros mit bewegten Worten: 3mee Riepen Holz for vier Mark und' n janzen Arm voll zu, Madamfer. nehmen fet schon, et wird Ihnen nich leib bun!" Was wollten Was wollten wir machen. Der Korridor war mit Holzsplittern befät, ob„ der Arm voll" und die letzte Kiepe" liegen blieben oder mit nach Bantom gingen. Eine warme Siube mar zu den Feiertagen auch nicht zu verachten. Wir opferten die 4 Mart, wenn auch schweren Herzens. Mit dem Theaterbesuch wurde es nun aber auch nichts; an unserer Stelle ging wahrscheinlich der Holzmann in den Musentempel. Die Sprißtour nach Schwiebus. Harmlose Aufklärung eines Fundes blufbefledter Kleider. Wie erinnerlich sein dürfte, erregte im Oktober d. 3. ein an der Mühlendammschleuse gemachter Fund, nämlich ein Batet mit Mühlendammschleuse gemachter Fund, nämlich ein Patet mit b1utbefledter Kleidung, beträchtliches Aufsehen. Man nahm um so eher irgendein dunkles Verbrechen an, als das Blut umfangreiche Untersuchungen an, die endlich auch zu einem Ergeb als Menschenblut festgestellt wurde. Die Kriminalpolizer stellte nis führten, das glücklicherweise sich einmal als pöllig harmlos herausftelite und eines gewiffen humorpollen Anstrichs nicht entbehrt. Die Strimmalpolizei allerdings hat die schwierige Arbeit gehabt. Eun Kaufmann in Friedenau zanfte sich eines Abends heftig mit seiner Frau, fieďte 1000 m. ein und verabschiedete sich mit dem Bemerken, daß er vielleicht wiederfommen werde, menn das Gelb alle sei. Er begab fich zu einem ihm befreundeten Junggefellen. Am nächsten Morgen juchten die beiden Freunde eine Wirtschaft auf und tranfen einige Flaschen Rotwein. Die Ver Das gab Stimmung für eine Auto- Spazierfahrt durch Berlin. Der Kaufmann war mu in der Aufregung in einem alten Anzug von Hause weggelaufen. Weil er den auf der Sprizfahrt nicht tragen wollte, fo begab er sich mit seinem Freunde zunächst in ein Kleidergeschäft, faufte einen neuen Anzug und ließ den alten einpacken. Auf diesem alten Anzug befanden sich in der Tat Blutfleke, die von einem Nasenbluten des Besizers herrührten. Nach einer fleinen Rundfahri fam man nun über den Mühlendamm, und der Kaufmann entledigte sich des Pafetes, indem er es in die Spree fchleuderte. Am Schlesischen Bahnhof endete die Droschten fahrt. Von hier fuhren die beiden Freunde mit der Eisenbahn nach Schwiebus. Dort löften sie sich vorsichtshalber Fahrkarten für die Rückfahrt nach Berlin. Dann setzten sie die neiptour" fort. Am nächsten Morgen fuhren sie nach Berlin zu rück. Der Kaufmann begab sich nun, wie er in Aussicht gestellt hatte, zu seiner Frau zurück. Unterdessen hatte die Kriminalpolizei die Ermittlungen zur Aufklärung des mutmaßlichen Berbrechens aufgenommen, fonnte aber lange Zeit feinen Anhalt finden, bis ihr jezt endlich die Aufklärung gelang. Veriagung der deutsch- belgischen Verhandlungen. Die deutsch: begichen Wirtschaftsverhandlungen find bis zum 5. Januar verlagt worden, da die belgische Delegation fich anläßlich der bevorstehenden Feiertage nach Brüssel begeben hat. Dollendet einen fulturellen Aufbau und das deutsche politische Banauentum, das die staatliche Gewalt und die staatliche Kultur pfiege in Händen hat, läßt ihn verfallen oder schlägt ihn in Trümmer. zwischen werden die Rulurphrafen unentwegt weiter gedroschen in Parlamentsreden, Geburtstagstelegrammen usw. Eine Seuchenstatistit von 1924. Der Hygiene- Ausschuß des Töferbundes hat, foreit es bisher möglich ist, eine Statistit der Seuchen für das Jahr 1924 zusammengestellt. Dabei wird insbefondere cuf die Epidemie der sogenannten Schlaftranfheit in England hingewiesen, die bei weitem die schwerste Epidemie dieser Art ist, die England je betroffen hat. Während die Zahl der Erfrantungen 1923 1038 betrug, war fie am 1. November 1924 bereits auf 5673 gestiegen. Sonst finden sich von dieser Krankheit nur fleinere Herde in Italien, Echweben und der Schweiz. Die Influenza mar 1924 ziemlich bedeutungslos. Die Beft zeigte befonders in Aegypten in den letzten Monaten eine ftarfe Abnahme, so daß dort die niedrigsten Zahlen seit 5 Jahren zu verzeichnen find. Die Cholera hatte in Indien in den Herbstmonaten noch hehe Erfranturigs- und Sterbeziffern; in anderen Ländern erreichte Boden treten fie ebenso wenig Bedeutung wie Fedfieber. namentlich in Spanien etwcs häufiger auf; in England und in Nordamerifa find verhältnismäßig zahlreiche Erfrantungen zu verzeichnen. Unterleibstnphus war im Spätfommer häufiger in den Ländern um die Ostiee und in Polen; in Deutschland ist eine mäßige Steigerung gegenüber dem Vorjahr festzustellen. Ernste Scharlach epidemien werden aus einzelnen Ländern, na ment ich aus den Bereinigten Staaten, gemeldet. Millionenzahlen weilen die Malariaertranfungen in Rußland auf. Das„ tote Tuch eine Cegende? Wie weit der lanbläufigen 2inschauung auf der die Rebensart von der Wirkung des roten Luchs auf den Ster beruht, Tatsächliches zugrunde liegt, hat der englische Psychologe Prof. G. M. Stratton festzustellen unternom. men. Es wurden Versuche an Siieren, aber auch an anderen wilden und zahmen Lieren angestellt; während leuchtende und bewegte Gegenstände die Aufmerksamkeit in gewiffem Grabe anzogen, brachte Not ols folches weber Wut noch auch irgendeine förperliche Bewegung hervor. Die Antworten von 66 falifornischen Rinderhirten, de eingehend befragt wurden, bestätigten dieses negative Ergebnis. Wie sich die so weit verbreitete. Meinung gebildet hat, bleibt danach freilich noch aufzuklären. Das Gebiet des Farbenfchens ber Tiere ift ja überhaupt noch wenig durchforscht, und die Versuche des Ber liner Binchologen, Brofeffor Wolfgana Köhler, an Affen, fowie bie ter Miß E. M. Smith an Hunden, auf die bei diefer Gelegenheit von englischer Seite hingewiesen wird, haben wohl erst den Grund für weitere Untersuchungen gelegt. Erstaufführungen der Woche. Montag. Staatsoper: Der Bar bier von Bagdad". Dienstan. Die Komödie: Sechs Personen fuchen einen Autor". Mittwoch. Staatstheater: Charleys Donnerstag. Dentimes Dpernbane: Cheron". Zante". Urania- Botträre. Mont., Dienst.( 5 i 7 Uhr), Donne: st.( 5), Breit.( 9), Counab( 4): otosblum e. Mont., Dienst., Donnerst.( 9). Freit. ( 5), Eonnab.( 8), Sonnt.( 4%): Gefahren der Großstadt. Donnerst., Freit.( 7), Sonnab., Sonnt.( 6%): Bon Carthago bis Sonnt.( 8): 3m Reiche der Romit. Marolto. " der Schöpfer des ersten fünstlerischen Blatates fei. Stünftlerplatate feien nicht der Einfall geriffener Kaufleute, sondern der Proteft der Maler gegen die abstrakte Kunst gewesen. Die deutschen Künstler wollten nicht länger Blafate in Del" malen; ihre Arbeiten zeichner architektonische Borzüge neben viel Humor und Erzählertalent aus. Am Schluß des interessanten Bortrages wurden amüsante Retie Das Plakat gebe dem mechanischen Straßenbild einen Schmud. filme vorgeführt. Eine frohe Feierstunde. Bisher hatte in den Morgenfeiern der Proletarischen 8 Proletarierlos, gewaltet. Immer wieder fehrte das Thema: 2 stunden das Moment schwerster drückendster Tragit, unentrinnbar freiung durch Revolution, aber Sieg der Reaktion. Endlos flirren i Ketten neuer Eflaverei Bis endlich, aufbrechend im Chor auf d Bühne, die Internationale durch den mächtigen Raum sich fchwir und die Schwere proletarischen Gefchices sich in einer heroischen ed Geste auflöst. Die Weihnachtsfeier der Proletarischen Feierstur brachte am zweiten Feiertag im Großen Schauspielha werden. Aber wie wenig siá im Grunde der Sozialist von seiner einen neuen Versuch tiefsten Problem zu lösen vermag, bewies der Verfasser des neue Chormerfs Großstadtfrühling", Franz Rothen felder. Seine Froheit erwächst aus den Berliner Hinterhaushöfe und fenft ihre Wurzeln in die Herzen derer, die eine inbrünstig Sehnsucht nach Freude und Sonne und Glück haben, ohne doch jemal biefer Schäze teilhaftig zu werden. Kurzum, die soziale Note domi geführten Werken die unumschränkte Vorherrschaft hatte. Dennoch niert auch in diesem Wert der Froheit, wie sie in allen bisher auf Sprüht und zucht es von dem schönen Götterfunßen Freude in dem ganzen Wert, das der Verfasser im Grunde gatommen der profe farischen Frau zugeschrieben hat. Frühling will sich wieder fehnen an das Herz der Frauen", jauchzt er auf. Der Text wird unterbrochen durch Musik, Bolkslieder und, was hier neu ist, durch Tänze, die ben bisherigen schon starr werdenden Rahmen glücklich durchbrochen damit ihren Einzug in die Proletarische Feierstunde genommen und baben. Zum erstenmal zeigte sich, mie außerordentlich wirfungs und eindrucksvoll ein hlichter Brikstanz auf einer aroßen Bühne wirken fann, wenn forbiges Licht die Tanzenden plastisch werden läßt und ein Orchester( statt der bisher auf Jugendfesten gebotenen dunnen Geigen und Klampfenflänge) den Rhythmus fraftvoll unterstreicht Es ist kein Zweifel, daß sich in den Broletarischen Feierstunden mi ihren Sprechchören eine neue Kunstform zu bilden beginnt und daf Deshalb jebe neue Feier ein Versuch und ein Waanis ist. Beide fin notwendig, beide sind Jobenswert. Auch der Aufführung des GroßStadtfrühling" als Gesamtwerk gebührt Lob und Anerkennung. Wenn sich aber, wie diesmal, einige Mängel zeigten, wie das Fehlen eines energischen Zusammenraffens der ganzen Aufführung und die allzu große Abhängigkeit der Sprechchöre von Meister Florath. so besteht zwar die Pflicht, diefe Mängel zu nennen, aber faum die Möglichkeit, fte zu beseitigen, weil bisher leider das gesamte große Maß von Krait immer nur an eine einzige Aufführung verfchwendet werden mußte. Erst wenn ein Sprechwert vier, fünfmal micberholt werden kann, darf man damit rechnen, daß wir zu ausgeglichenen Leiftungen temmen. Unter den Solofprechern ragte wieder Heinrich Bitte hervor, deffen fraftvolle Stimme den großen Raum mühelos be herrschte. Er mar der Herold der neuen Zeit, und in seinem Antlig fpiegelte fich die Freude, Rufer des Rommenden zu sein. Carl Ebert, Eenja Rainer und Esa Wagner halfen am Wert, das Albert Florath wieber mit Liebe aufgebaut hatte. Wolf: gang Beller versuchte aus seinem kleinen Orchester herausuholen, was möglich war. Der Dichter Franz Rothenfelder wurde zum Schluß lebhaft gerufen und mußte fich zeigen. Nachtsteuer für die Silvesternacht. Die Hauptsteuerberwaltung teilt mit: Die Finanz- und Steue deputation bat in ihrer legten Sigung einen für die Silbefter nacht wichtigen Beschluß gefaßt. Danach soll die Nachtsteuer, die nach der Vergnügungssteuerordnung für das geiedline Beiiammenfein nach Eintritt der allgemeinen Bolizeistunde in Gastwirticaften oder Vereinsräumen aller Art zu zahlen ist, aud für die Silbefternacht erhoben werden, selbst wenn der Polizeipräsident ausnahmsweiie das Offenbalten der Gast- und Echapt wirtschaften über ein Uhr nachts hinaus duldet. Denn durch eine solche Ausnahme erfährt die allgemeine Polizeiftunde als folche teine Aenderung. Kommt die Kältewelle auch nach Europa Bereits 92 Todesfälle in den Vereinigten Staaten. Die ungewöhnlich milde, fast frühlingshafte Witterung wird weifellos in nächster Zeit ihr Ende erreicht haben, wenn auch zur Stunde noch keine merfbaren Anzeichen für einen Witterungsumschlag oder gar einen Temperaturfturz zu spüren sind. An den beiden Weihnachtsfeiertagen herrschte im deutschen Industriegebiet ( im Ruhrrevier) bei meist fonmgem Wetter in den Mittagsstunden eine Temperatur von plus 15 Grad Celsius. Uebrigens herrschte in der ersten Häfte dieses Monats in einem großen Teil Rußlands ein fo warmes Wetter, wie es nach wissenfchaftlichen Feststellungen feit 200 Jahren nicht beobachtet worden ist. In Oftrußland find fierte Gewi ter mit Regengüffen tiebergegangen. In Ostsibirien hat ein Ortan an der Mündung des Amurflusses das Wasser zurückoedrängt, so daß eine Ueberschwemmung entstand, welche Eisschollen durch die Straßen von Nikola. jemft trieb. Indessen sagt die Mostauer Wetterbeobachtungsstation für Ende Dezember eine Kältemelle voraus. Bon der graufigen Räfte, die zurzeit die Bereinigten Staaten von Nordamerifa heimsucht, tommer immer neue Schreckensnachrichten. Diese Kältewelle hat bereits 92 Todesfälle und einen Sachschaden in Höhe von 10 millionen Dollar perursacht. In eininen Städten ist die Temperatur auf 35 Grad gesuiten. Brandkatastrophe in Amerika. 90 Kinder getötet, 40 fchwer verlegt. Die Verhaftungen in der Affäre Kutister. Zu den weiteren Verhaftungen im Fall Kutister erfahren wir, daß die betreffenden Personen, und zwar Generaldirektor Blau, der ehemalige Broturist Blei der Steinbant, Major Rother von der Blau G. m. b. 5., und der Sohn Kutisters, Sajdha Kutister, im dringenden Berdacht stehen, an den gegenüber der Preußischen Staatsbank verübten Betrügereien Erlangung hoher Kredite für das Bankhaus e. v. Stein beteiligt zu fein. Es handelt sich dabei, pom Hanauer Lager ganz abgesehen, mie schon gemeldet, um die Sicherheiten", die die Seehandlung für ihre Kredite von Rutis. fer in Gestalt von Sypotheken und Wechseln erhielt. Schon gleich 311 Beginn der ganzen Ungelegenheit ist der Staatsbanf zum Vorwurf gemacht worden, daß sie es in dieser Hinsicht, vor allem hinsichtlich der Prüfung der Bonität der Kutisterschen Sicherheiten an der notwendigen Sorgfalt habe fehlen lassen. Die Wechsel, die Kutister gegeben hat, tragen die Unterschriften von Firmen, die entweder gar nicht egiftieren oder hinter deren Firmenbezeichnung überhaupt fein greifbares Unternehmen steht. Bon den Hypotheken wird behauptet, daß es sich dabei um sehr hohe Goldhypothefen auf Grundstüde handelte, deren tatsächfeld- Röln am 23. Dezember an dem früheren Major und jetzigen licher Wert auch nicht im entferntesten mit der Höhe der Belastung im Einflang steht. Vom Generaldirektor Blau wird behauptet, daß er bereits schwer vorbestraft ist. .Das Künstlerplakat". Der Bund Deutscher Gebrauchsgraphifer veranstaltet im Zentralinftitut für Erziehung und Unterricht, Potsdamer Straße 120. eine Bortragsreihe, deren zweiter Abend„ Das Künftler. platat" hieß, über das mener Graefe an Hand von Licht bildern, zu denen die staatliche Kunstbibliothet das Material ge liefert hatte, sprach. Man fah zunächst französische Plakate, zum Teil unter japanischem Einfluß, die leichten Genres waren, danach deutsche, die stilvoller und, was die Schriftplafate anbetrifft. geSchmadvoller genannt werden. Mener- Graefe wollte die follettive Leistung des Blatates zeigen, dem, wie er meinte, auch auf Kunst dressierte Menschen Aufmerksamkeit schenken müssen. Nicht der Gegenstand entscheidet hier, sondern der Plaz oder Raum bzw. die Fläche. Die Flüchtigkeit wird als Mittel zum Rwed betont, und das Blafat übt feine Wirkung aus, obgleich Kunst Konzentration bedeutet. Der Vortragende erläuterte turz die Entwicklung des Blafates im Laufe der Jahrhunderte, wobei er erwähnte, daß Eduard Manet In Salamanta, einer Stadt, die 30 Meilen von Nem Dort entfernt liegt, ist bei einer Weihnachtsfeier Feuer ausgebrochen. 90 Kinder wurden getötet und 40 schwer verlegt. Bisher konnten nur acht der Leichen festgestellt werden. Raubmord im Krefelder Personenzug. Ein Raubmord wurde in dem Eisenbahnzug Rre Gutsbefizer Karl Kröner aus Ennetoch( Württemberg) verübt. Kröner hatte zur Rückfahrt in seinen Wohnort den um 10 Uhr abends von Krefeld abgehenden Personenzug benußt und ist dort von einem bisher noch unbefannten Täter erschossen worden. Der Mörder raubte, someit bisher ermittelt, eine goldene Uhr mit filberner Kette, einen Brillantring und zwei fleine Koffer mit gering wertigem Inhalt. Auf die Ermittlung des Täters ist vom Kölner Regierungspräsidenten eine angemessene Belohnung ausgefezt worden. Parteinachrichten Ginfendungen für diese Rubrik find Berlin B. 68, Linbenftrage 3. für Groß- Berlin flets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Erev. rechts, an richten. Abteilungstaffierer 116, 117, 118, 120, 121, 122, 123, 123a, 124 bis Dienstag, den 30, Dezember 1924, beim Rzeistaffierer abrechnen. 14. Kreis Reulöln. Moning, ben 29. Dezember, abends 7 Uhr, Sigung ber Abteilungstaffierce im Ecfretariat, Nedarstr. 8. 17. Rreis. 40. Abt. Die Abrechnung der Bezirtstaffierer mit fämtlichen noch ausstehen den Listen muß unbedingt am Sonntag von 11 bis 2 Uhr bei bem Ger noffen Urban, Görliger Str. 37, erfolgen. Gewerkschaftsbewegung Der VBMJ. und die Transportarbeiter. Mit faum einer Arbeitnehmergruppe Berlins haben wir uns un Laufe dieses Jahres so oft beschäftigen müssen, wie mit den Transportarbeitern in der Metallindustrie. Die Löhne dieser Gruppe werden ganz systematisch von dem Beiband Berliner Metallindustrieller niedrig gehalten. Die Gründe, die von dieser Unternehmervereinigung bei allen Lohnverhandlungen und auch in Breffeäußerungen dafür angegeben werden, treffen feines wegs den wahren Grund. Für jeden, der das Wirtschaftsleben einigermaßen tennt ist es flar, daß der BMI. sich als der Schritt macher des Lohndrucks nicht nur für die Metallindustrie, sondern darüber hinaus auch für alle anderen Industrie- und Gewerbezweige betrachtet. Nachdem im März durch den Widerstand des BBMI. tein feftes Lohnabkommen in der Metallindustrie zustande tam, ist es zmar den Facharbeitern gelungen ihre Löhne von damals mem auch nur im bescheidenen Maße zu erhöhen, doch die Trans portarbeiter sind bei allen Verhandlungen, sei es örtlich, in den Betrieben oder für größere Betriebsgruppen vor den Schlichtungss ausschüssen, leer ausgegangen. Die Zulagen, die gelegentiid) ge währt wurden, sind als Aufbesserung der Hungerlöhne nicht anzusehen. Der Spruch des Schlichtungsausschusjes vom Oktober, der wieder ein festes Lohnverhältnis für die Transport arbeiter brachte, ging auch nur unwesentlich über die gezahlten Löhne hinaus. Er brachte für größere Teile der Transportarbeiter, die eine größere Familie ernähren müssen, sogar Abzüge, weil, aller dings mit Zustimmung der Arbeiterorganisationen, die schon längst beanstandete Familienzulage in Fortfall fam. Alle Berhandlungen, die wegen eines Ausgleichs dieser früheren sozialen Zulagen in den Betrieben gepflogen wurden, scheiterten an der Lohnoplitif des BBMI. industrie. Ganz abgesehen von ten reinen Transportbetrieben, wo Bochen Löhne bis zu 44 und 46 m. gezahlt werden, wagen es aber auch an ere Inbu triezweige nicht, ihre Transport- und Hilfsarbeiter so niedrig zu entlohnen. In den Karcfferie- und Wagenbaubetrieben ift tiefer Tage erst ein neues Lohnabkommen abgeschlossen worden, Bos den Transportarbeitern immerhin Stundenlöhne von etwa 70 Pg. bringt. Stellt man dengegenüber die Wocheneinkommen her Transportarbeiter in den Betrieben des BBMS.. so ergibt sich, das hier immer noch Löbne von etwa 22 m. die Regel find. Bei Arbeiterinnen über 18 Jahre stellt sich der Wochenlohn cuf etwa 15 M., für Jugendliche der gleichen Kategorie im Alter non 17 bis 18 Jahren auf 13 M. bis herunter auf 8 M. ins Gesicht schlagen kann. Einzelne unreife Hafenkreuzler oder ausgesprochene Gesinnungslumpen fönnen nur als Ausnahme von der Regel gelten. Berbindlich erklärte Tarifverträge. Der zwischen dem Möbelverbend und dem Verkehrs: bund am 28. Mai 1924 abgeschlossene Manteltarif, mie auch der Lohnnachtrag vom 21. Oktober 1924 ist mit Wirkung vom 24. November 1924 für allgemein verbindlich erklärt. Der Gelungsbereich erstreckt sich auf die Stadtgemeinde Berlin und umfaßt sämtliche im Möbelhandel beschäftigten gewerblichen Arbeitnehmer. Auch der mit dem Berein Berliner Möbel- und waren Fredithäuser am 28. Mai 1924 abgeschlossene Tarifvertrag samt dem am 22. Oftober 1924 abgeschloffenen Nachtrag ist für allgemeinverbindlich erklärt worden. Der berufliche Geltungsbereich erstreckt sich auf Mitfahrer, Hausdiener, Lagerarbeiter, Pader, Kutscher, Einfassierer, Jugendliche und Reinemachefrauen, Tarifnerträge unter Borlegung des Mitgliedsbudjes find beim Berkehrsbund, Engelufer 24/25, 3immer 32, zu haben. Bom Kaufmannsgericht. Unter dem Vorsitz des Herrn Magistratsrat Dr. Oppler fanden am 23. Dezember drei Berhandlungen statt, die für die Allgemeinheit nidy ohne Interesse find. Es flagte eine Kontoristin gegen eine bedeutende Motor- Attiengesellschaft auf. Wiedereinstellung resp. weitere Zahlung des Gehalts, da ihre Entlassung eine unzulässige Härte darstelle. Sie wurde gekündigt und sofort zur Disposition gestellt, nachdem sie ein unfittliches Anerbie ten des Profuristen dieser Firma zurückgewiesen hatte. Da derselbe Profurist in der Verhandlung zwar diese Behauptung nicht bestritt, jedoch bekundete, daß die Stellung anderweitig nicht befeht worden war, sondern die Kündigung lediglich wegen Abbaus erfolgte, wurde die Klägerin abgewiesen. 4 Geehafen bent auswärtigen Handel eröffnet wurden, wurde die moderne Wirtschaftsweise in China eingeführt. Es ent. standen Spinnereien, Getreidemühlen, Stahlwerke, Zündholzfobrifen, Eisenbahnmerfstätten ufm., womit auch das foziale Leben meitgehend umgestaltet murbe. Es touchien nun auch Fragen auf, betreffend die Löhne, die Kosten der Lebenshaltung, bie Arbeitszeit und andere Arbeitsverhältnisse und das Bedürfnis nach Zusammenschluß machte sich bei den Arbeitern ebenfalls geltend. Die ersten Gewerkschaften entstonden in deu füblichen Provinzen. Von da breitete sich die Bewegung längs der großen Berkehrsstraßen nach dem Binnenlande aus. In Schange hai wurden im Jahre 1922 47 Gewerkschaften ge gründet, von insgesamt 120 000 chinesischen gewerblichen Ar beitern des Distrikts gehören nun 80000 den Gemerfschaften an. In der Provinz Kwangtung wurde der größte Fortschritt erzielt. Es gibt m hongrong 300 und in anton 400 Gemertschoften. Gegenwärtig ist die Bildung son Reichsorganisationen im Zuge. Weitere Angaben hierüber in Industrial and Labour Information" ,, Informations sociales".( Herausgegeben vom Internationalen Arbeitsamt.) Sport. " -UWOO Resultat: 1. ie Struptat, 1 Stunde. 49 min., 44 SeL ( 31 B.), 2. Stohl- Münzner( 5 P.), 3. Lang- säger( 29 P. 1 Runde zurüc), 4. Rütt Bauer( 26 P., 1 Runde zurüid), 5. Carli Minozetti( 21 P., 1 Runde zurüd). Reinas blieb Sieger im 50- Rundenfahren vor Naujokat, Schulz und Linsener. Am 2. Feiertag wurde das Programm mit einem Ermunterungsmalfabren eingeleitet. Schwab belegte den ersten Blah vor Hoffmann, Strohnen und Schulz. Das 100- kilometer Mannschaftsfahren( zwei 2äue) zeigte im Gesamte Die Weihnachtsradrennen im Sporipalast. Beide Feiertage brachten guien Sport und den erwarteten Massenbesuch. Biele Besucher wurden allerdings enttäuscht, als sie hörtan, daß der Holländer van Net wegen Erkrankung nicht erscheinen werde. Der Italiener Mori erschien als Ersakmann. Das Internationale Dreiertreffen" am 1. Feiertag brachte ben Sieg 2orenz mit 9 Bunften gegen Mori und ran Bever ( Belgien). die je 7 Bunfte hatten. Im Großen Beihnachtspreis" war ahn der beste Mann. Er vermies den Amerikaner Jäger, der im Endlauf scharf aufholte, auf den zweiten Play. GoffEine Kontoristin und Stenotypistin war in einem einge mann und Münzner folgten. Das 10 Meilen- Manntragenen Berein angestellt. Sie erhielt, trotzdem sie selbst die schaftsfahren, das 13 Baare am Start brachte, verlicf fehr Die Löhne, die für Transportarbeiter in anderen Stellung gefündigt und verlassen hatte, statt eines 3eug- interessant. Hier war es Ostar Tietz, der„ Leben in die Bude Berufen gezahlt werden, übersteigen wesentlich die in der Metall- nisses eine Arbeitsbescheinigung. Der Grund, der brachte". Er und sein guter Bariner Rrupfat überrundeten fämtfie veranlaßte, diese Stellung aufzugeben, war, daß der dort herrliche Mannschaften außer Kohl- Münzner. schende Geist der Intoleranz, der sich bis zur Unmohrhaftigkeit teigerte, ihr ein meiteres Verbleiben unmöglich machte. Obwohl feine Aussicht besteht mit einer Arbeitsbescheinigung einen anderen Boften zu finden und trotzdem der Vertreter der Bes flagten ausdrücklich feststellte, daß die Leistungen der Klä gerin meit über den Durchschnitt gingen, wurde ihr die Ausstellung eines Zeugnisses, ausgedehnt auf Führung und Leistung, berweigert. Die Beklagte erhob den Einwand der Unzuständigkeit des Kaufmannsgerichts, und merkwür bigerweise trat das Gericht dieser Auffassung bei; auch dann noch, als bewiefen murde bzw. einwandfreie Beweise angeboten wurden, daß dieser Verein außer feiner Tätigkit noch einen Bie der Berkehrsbund bereits durch die Bresse mit schwunghaften Handel mit Büchern, Schriften, Flugblättern, BI geteilt hat, ist der legte Schiebsspruch des Schlichtungs, bern, Boftfarten und einer Zeitschrift betreibt. Selbstverständlich ist ausiausies vom 16. Dezember, der eine Erhöhung dieser gegen dieses Urteil Einspruch eingelegt worden. Löhne um etwa 10 Bros. brachte, som BBM3. niederum Einstweilen ist der Klägerin, die schon zwei Monate ohne ein Zeugabgelehnt worden so daß der Verkehrsbund die Berbindlichkeitsnis ist, die Möglichkeit genommen, fich auch nur bei einem Arbeitserflärung beim Schlichter beantragt hat. Der Verband Berliner nachweis eintragen zu lassen; denn fiefer verlangt nach den VorMetallindustrieller geht offenbar von der Annahme aus, daß auch schriften die Borlegung eines Zeugnisses. diese geringe Lohnerhöhung bei den Vergleichsverhandlungen vor Bor der gleichen Sammer flagte eine Stenotypistin gegen eine dem Schlichter nech reduziert werden kann. Der Schlichter tann Konfettionsfirma bereits im dritten Termin wegen unberechdiefer Absicht unmöglich folgen. Wenn die Funktionäre der Transtigter Entlassung. Diele mor erfolgt, weil die Klägerin eine Bor portarbeiter fich schon mit den geringen Zugeständnissen des Schiebs. tion Kaffee für 50 Pf. in der Kantine angeblich absichtlich Spruces einverstanden erflärt haben, so doch immerhin in der Vor- nicht bezahlt haben sollte. Bier Zeugen waren bereits zu dem ausjeguna, daß sich bei einer Beigerung der Unternehmer in Berlin Termin erschienen. Die Badung weiterer Zeugen wurde angeordnet Theater in der Königgräger Straße: Der Tokaier. Deutsches Opernhaus: 28. cine amitliche Stelle finden wird die ihnen in etwas zu ihrem Recht und eine weitere Vertagung vorgenommen. verhilft. Die Verhandlungen am fommenden Dienstag werden zeigen, ob sich diese Hoffnungen erfüllen. ,, Sie bekommen auch eine Stellung." Ein Goffe schreibt uns: Ein paar Tage vor Weihnachten er. fundigte sich einer meiner Befannten teilnehmend bei mir, ob ich noch immer feine Arbeit hätte. Es entwidaíte sich folgendes anregendes Gespräch: ..ẞie longe sind Sie nun schon arbeitslos?" Achi Manate." „ Donnermetter! Glauben Sie, wenn Sie Mitglied der Deutsch nationalen Bolfspartei wären, hätten Sie schon Stellung?!" „ Das ist schon leicht möglich." " Ich würde es an Ihrer Stelle einmal versuchen. Ireten Sie aus der SPD. aus und in die DNBP. ein, und Sie bekommen cu cine Stellung." Ich laß mich nicht bestechen. Guten Tag." Die Deutschnationale Volkspartei wird es ablehnen für das Borgehen irgendeines Mitläufers die Verantwortung zu übernehmen. Es mag wohl in diesem oder jenem Falle möglich sein durch Gesinnungsheuchelei auf der einen und Parteifanatismus auf der anderen Seite, zufällig einmal eine Stelle zu bekommen, doch ist dann noch immer die Frage, was für eine Stellung es ft. Gut: bezahlte Stellen, auf deren Vergebung die DNVP. Einfluß hat, find für Personen reserviert, die der Deutschnationalen Partei von Haus aus näherstehen, als die Angestellten. Ein Angestellter, abgeschen etwa von den leitenden Angestellten, Pann nicht deutschnational fein, weil er sich nicht unausgesetzt felber Altes Spezialgeschäft m KamelbaarSchlafKelleDeden It fotagen Stridjaden Strümpfen Fries billigst Tagespr. Gebrüder Pilaume Berlin SW. Friedrichstr. 205 Ede Zimmerſtr. Auf Teilzahlung zu Ladenpreisen: Herren- Bekleidung fertig und nach Mah Elegante Wintermäntel Moderne Paletots Erstklassige Anzüge auch für starke Herren Nur Quadtiitsware! Heine An- u. Abzahlung LUFT& KRIEGER nur 20 Blücherstr.20 Spezialbehandl. 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KrausePianos ZUT Miete Ansbacher Str. 1, Ecke Kurfürstenstraße lassement die Mannschaft Ste- uichle( 53 B.) als Sieger. 2. Want theh- Suter( 8 P., 1 Runde zurud), 3. Hahn- Zerball( 49 B., 1 Runde zurüd), 4. Rütt- Bauer( 36 P., 1 Runde zurück), 5. Lang- Golle( 35., 1 Runde zurüd). Im Verfolgungsrennen Deutschland. Stalten siegte Stalien nach 25 Runden( 5 min., 34 Sc f.). Theater der Woche. Vom 28. Dezember bis 5. Januar 1925. Baltsbühne: 28., 30., 3., 4. Gafuntala. 29. Schneider Bibbet. 31., 1., 2. Schlud und Sau. 5. Don Carlos.-Opernhaus: 28. Rofe vom Liebesgarten. 29, und 2. Der Barbier von Bagid. 30. Margarete. 31. Fledermaus. 1. Meistersinger. 3. Ariadne auf Nagos. 4. Sohengrin. 5. Soffmanns Er zählungen. Aroll- Oper: 28. Galome. 29. und 30. Hänsel und Gretel. Die Buppenfec. 31. Fledermaus. 1. Figaros Sochzeit. 2. Boheme. 3. Fliegenber Solländer. 4. Tiefland. 5. Zosca. Schauspielhaus: 28. und 5. Wallensteins Tod. 29. Faust. 30. Flachsmann als Craicher. 31. und 1., 3., 4. Charlens Tante. 2. Wallensteins Lager, Schiller- Theater: 28., 30., 31., 1., 2., 3. unb 4. Ronsert. 29. Dr. Klaus. 5. Boffenabend Alt- Berlin. Die Komödie: Dee eingebildete Arante. Beffing- Theater: Der Widerspenstigen Zähmung. Die Meisterfinger von Nürnberg. 29. Tosca. 30. Tannhäuser. 81. Wenn ich Rönig mär 1. Oberon. 2. Der Fliegende Holländer. 3. Die Fledermaus. 4. Carmen. 5. Der Prophet. Großes Schauspielhaus: An alle...! Deutsches Rünfilertheater: 28., 31.. 1., 3. und 4. Raza. Gastspiel des Moskauer Rünstler- Theaters. 29. Medea. 30. Die Hochzeit. 2. Die Brüder Karamagoff. Theater Anneliese von Dessau. Neues Theater am Ron: Wild- Best- Mädel. Trishon- Theaier: Bapa. Residenz- Theater: Gaunerliebchen. Zeniral Theater: Die verfuntene Glode. Theater in der Kommandanteuftrage: Wenn man verliebt ist. Romische Over: Das hat bie Welt noch nicht oefen! Bustspielhaus: Der wahre Jakob. Metropol Theater: Gräfin Mariz. Renes Operettenhous: Die vertauschte Frau. Theater am Rollendorfplah: Die Geliebte Sr. Hoheit. Theater am Kurfürstendamm: Mamzelle Ri ouche. Aleines Theater: Eine Frau ohne Bedeutung. Wallner- Theater: Belleas und Melisande. Goethe- Bühne: Die Schwefter. Walhalia- Theater: Barieté Borstellung. Rafino- Theater: Graf Rots. Theater im Admiralspalaft: Roch und Roch! Apollo- Theater: Das iachende Berlin. Rachmittagsvorstellungen. Boltsbühne: 28., 1. 4. Don Carlos. 30. Das tapfere Schneiderlein. Schiller- Theater: Candida. Deutsches Opern haus: 1. Der Troubadour. 4. Der Freifchik.-8entral- Theater: 28., 1. und 4. Moral. Theater in der Rommandantenstraße: 28, und 4. Der Raub der Sabinerinnen. 1 S Gärung im linksrheinischen Braunkohlenrevier. Köln, 27. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Die Bergarbeiter 5. Die Lebensschlacht. Komödienhaus: Die Cousine aus Warschau. Berliner im linfsrheinischen Braunkohlenrevier stehen vor einer neuen großen Lohnbemegung. Bekanntlich war es in diesem sehr ausgeschnten Revier im letzten Frühjahr nach machenlangem Streit den Unternehmern gelungen, die Arbeiter zur Wiederaufnahme der Arbeit zu zwingen. Monatelang war es den Organisationen unmöglich, die Bergarbeiter wieder für die Organisation zu intereffieren. Wie jetzt aus dem Revier gemeldet wird, macht sich ein überall erhobenen starken Forderung der Aufhebung der bestehenstarter Aufschwung bemerkbar, der feinen Ausdrud in der den 12- Stundenschicht findet. Auch in der Lohnfrage fordern arbeiter haben bereits in einer Revierkonferenz ihre Organisations. die Bergarbeiter ein Entgegenkommen der Unternehmer. Die Bergleitung beauftragt, alle Maßnahmen zu treffen, um die berechtigten und durchführbaren Forderungen möglichst schnell zu ver wirklichen. Auch der alte Bergarbeiterverband hat sich in einer Reihe von Bersammlungen mit den Forderungen der Arbeiterschaft beschäftigt. Es ist nicht ausgeschlossen, daß es bei der rheinischen Braunkohlenrevier diesmal zu einem Kampfe tommi, Berlag: Bormärts- Berlag G. mt. b. S., Berlin. Druck: Vorwärts- Buchdruckeret bekannten scharfmacherischen Einstellung der Unternehmer im linksder den letzten Kampf an Schärfe noch übertreffen wird. Gewerkschaften in China. Bor dem Eindringen westlichen Einflusses waren in China die großen sozialen Fragen unbekannt, die heutzutage in den Industrieländern Europas und Ameritas obenanstehen. Erst als die großen GEGR.1854 PAUL SCHENCK REICHENBERGER STR. 30. MECHBAHN KOTTEUSER TOR 70.komplett m, 50 cm Seidenschirm f. elektrisch 70,- M. für Gas£ 5.9.50 8.Aus unserer Reklame- Kollektion. Der Größte Musterausstellung in Berlin. Z ,, Bolt und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, fiegt der heutigen Bostauflage bei. Berantwortlich für Bofitif: Eraft Reuter; Wirtschaft i. 8.:. Steiner; Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Ezkern; Fenilleton: Dr. John Schitewski; Lofales und Sonstiges: Friz Karstadt: Anzeigen: Th. Glode. sämtlich in Berlin. und Berlagsanstalt Baul Singer u. Co.. Berlin SW 68, Lindenstrake 3. Musikaufträge übergibt man nur dem Nachweis des Deutsch. Musiker- Verbandes. Annahmestellen: Rosenthaler Str. 14"( Norden 4719), Bernburger Str. 30( Nollend. 647). Läuferstoffe, Teppiche in Velours, Boucle, Kokos Diwandecken Linoleum als Zimmerbelag Läufer, Teppiche in großer Auswahl, Kokos- Matten in allen Qualitäten und Größen, Ausführung jeglicher Linoleumarbeiten. C. Bargende, Charlottenburg Windscheidstraße 11, Ecke Pestalozzistraße, Wilmersdorfer Str. 79, Nähe Kurfürstendamm Bismarckstr. 109, im Hause des Café Kutschera Fernsprecher: Steinplatz 4194, 5835, 5836 ähne 1.2 G.-M. Sa auf Federbetten 9.Bettfedern 0.90, InvalidenTeilzahlung beden. Theumce, gestattet b. kl. Anzani u. wöchel.ti. Abzanung von 1 G.-M. an. Echte Goldkronen v 8 G.-M. an. Ersatzkronen v. 3 G.-M. an. 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