Nr.612 41. Jahrgang Ausgabe A nr. 312 Bezugspreis: Böchentlich 70 Goldpfennig, monatlich 3,- Goldmark voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, Saar- und Memelgebiet. Defterreich, Litauen, Zuremburg 4.50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmar pro Monat. Det., Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und 8eit" mit..Gied. lung und Kleingarten" fowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt und Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint wochentäglich zweimal Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwürts Berliner Volksblatt 10 Goldpfennig Anzeigenpreise: Die etni paltige Ronpareille. Beile 0.70 Goldmart. Reflamezeile 4.- Goldmart...Kleine Anzeigen" das fettgedrudte Bort 0.20 Gold mart( auläiña awei fettgedruckte Worte), tebes weitere Bort 0.10 Goldmart. Stellengefuche das erfte Wort 0,10 Goldmart jedes weitere Bort 0,05 Colomart. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 0.30 Goldmart. Eine Goldmart- ein Dollar geteilt burch 4.20. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4% Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68. Linden ftraße 3. abgegeben werden. Geöffnet Don 9 Ubr früb bis 5 Uhr nacm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Donhoff 292-295 Verlag: Dönboff 2506-2507 Dienstag, den 30. Dezember 1924 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Bosticheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depositenfajje Lindenstraße Kammerdebatte über Köln. Der Fall Kutisker. Kreditpolitik und Staatsbank. Leon Blum gegen die Poincaristen. Bacchanal der Spekulanten weiter. Bermögen entstanden und Die Poincaristen für dauernde Besetzung. dauernde Besetzung.- Leon Blum Paris, 29. Dezember.( WTB.) Die Rammer ist heute in die| England im vorigen Jahr nicht an die Seite Frankreichs getreten Beratung der für die Monate Januar und Februar 1925 geforderten provisorischen Kredite eingetreten. In der allgemeinen Erörterung ergriff der Abgeordnete Louis Marn das Wort und erklärte, es beunruhige ihn, daß während der Bertagung des Parlaments der Regierung diktatorische Vollmachten gegeben würden, die die ernst est en Brobleme für die Eicherheit und die zu fünft des Landes berührten, namentlich hinsichtlich der Entwaff nung und des Abschlusses eines Handelsvertrages mit Deutschland. Wäre der Versailler Friedensvertrag eingehender erörtert worden, so würde die Lage Frankreichs besser sein. Der Abgeordnete ging alsdann auf die Aufgabe ein, die die Interalliierte Konferenz und die Interalliierte Kontrollkommission in Deutschland zu erfüllen haben. Alle Welt wisse, was der allgemeine Bericht und die Teilberichte der Kontrollkommission enthielten. Louis Marin fuhr fort, Daily Mail" habe einen noch beunruhigenderen Bericht der Kontrollkommission ver öffentlicht. Er wolle nicht von dem Bericht des Generals Nollet sprechen, der vorgestern vom„ Eclair" veröffentlicht worden sei, meil hierüber eine Interpellation vorliege. Aber alle französischen und englischen Blätter hätten noch viel ernstere Dokumente veröffentlicht Man wisse noch nicht, wie der Bericht der Kontrollfommission abgefaßt sei, den men zuerst für den 6. bis 8. Dezember versprechen habe. Man wundere fich, daß die Veröffentlichung dieses Berichts vertagt worden sei und daß man jetzt davon spreche, dieser Bericht werde in der dritten Woche des Januar veröffentlicht werden. Er wünschte, daß die Botschafter fonferenz, Sie bis jetzt nur von der Frage der Kölner Zone gesprochen habe, fich flor und deutlich über die Frage der Entwaffnung Deutschlands ausspreche und so der gesamten Welt ihre Meinung fage. Alle Parteien der Kammer feien in gleicher Weise daran interalliiert, daß vollkommene Klarheit über die Entwaffnung Deutschlands geschaffen werde. Die Räumung der Kölner Zone müsse Deutsch lond nicht deshalb verweigert werden, weil es seine Entwoffnung noch nicht durchgeführt habe, sondern weil die Sicherheit Frankreichs, die nach dem Friedensvertrag durch England und die Vereinigten Staaten oder durch den Völkerbund hätte garantiert werden müssen, weder durch die beiden Staaten noch durch den Gesamtorganismus gewährleistet worden sei. Louis Morin erklärt weiter, er sehe eine große Gefahr in der Räumung der Kölner Zone, die den Anschein hervorrufen müsse, Deutschland hate die Bedingungen des Versailler Vertrages erfüllt und fönne in den Völkerbund aufgenommen werden. Wein die Kölner Zone geräumt würde, würden wir, so erklärte der Abgeordnete, nicht mehr drn Rhein als Schutz haben und unsere Grenze würde schwer zu überwachen und zu beschützen sein. Er müsse auch die Aufmerksamkeit der Kammer auf die Schwierigkeiten lenken, die darin beständen, ein entmilitarisiertes Deutschland zu kontrollieren. Er erinnere doran, daß nach dem Abzug der französischen Truppen aus Offenburg Reichswehr truppen(??) fich zu einer/ Rundgebung hätten verleiten lassen. Die Kabinette von Paris, London, Brüssel und Rom hätten Vorstellungen erhoben, die aber rein platonisch geblieben seien. Der Abgeordnete Marin erwähnt sodann die Tatsache, daß Deutschland am 10. Januar feine wirtschaftliche Freiheit wieder erlange. Während die deutschen Unterhändler die Handelsvertragsverhandlungen mit Frankreich in die Länge gezogen hätten, habe die englische Regierung mit der deutschen Regierung innerhalb dreier Tage einen Handelsvertrag abschließen können. Das hätten die Deutschen nur getan, weil sie fein Arbeiterkabinett, sondern eine fonservative Regierung vor sich gehabt hätten, die sie fürchteten. Gegenüber der deutschen Regierung müsse man fest bleiben, denn es sei zu befürchten, daß man am 11. Ja mar erwachen und vor einer Katastrophe stehen, und daß dicse Katastrophe sich besonders im Elsaß, in Lothringen und im Ruhrgebiet fühlbar machen werde. Der sozialistische Abgeordnete Bedouce ruft dazwischen: " Nicht die jezige Regierung hat diese Lage geschaffen, sondern eine andere, die den gegebenen Augenblick vor einem Jahre verpaßt hat." Der ehemalige Minister Le Trocquer ruft da zwischen: Wenn man etwas hätte tun wollen, hätte man die Einstimmigkeit der Alliierten und die Zustimmung des Völkerbundes nötig gehabt." Der Abgeordnete Marin schließt, indem er auf die Haltung Ameritas hinweist, das den Versailler Vertrag nicht unterzeichnet und den Garantiepakt mit Frankreich nicht abgeschlossen habe. Die allierten Regierungen müßten sich über die Kriegsschuldfrage Finanzminister Clementel einigen. ergreift das Wort und erklärt, er wolle die Fragen beantworten, die den Finanzminister betreffen. Im vorigen Jahre hätten die Wirtschaftsprobleme vorteilhofter behandelt werden können, weil Frankreich damals in der Lage gewesen wäre, seine Sache vor den Bölkerbund zu bringen. Jetzt stehe man Deutschland allein gegen über. Er sei überzeugt, daß der Handelsminister, ohne die großen Interessen Frankreichs zu opfern, zu einer Lösung gelangen werde, durch die namentlich der Abbruch der Handelsbeziehungen mit dem Elsaß und Lothringen vermieden werden könne. Der sozialistische Abgeordnete Leon Blum macht die Politik des Kabinetts Poincaré für die jetzige Lage verantwortlich. Die Ruhrpolitik habe veranlaßt, daß einesteils Nach der Schaffung der Rentenmart ging das tolle vergingen, die Ümwertung aller Werte, die Revolution des Befizes war noch längst nicht abgeschlossen. Im Mittelpunkt des Spiels stehen zwei Männer, geschäftstüchtig, brutal in der Auswahl und Anwendung ihrer Mittel, mit Beziehungen nach allen möglichen Regierungsstellen mit allen Wassern gewaschen. Von den beiden tippt Jakob Michael vom schnell entstandenen Michael- Konzern auf die feste Rentenmart. I wan Rutister aber, mit den Instinkten des Devisenspekulanten unseligen Angedenkens, stellt seine geschäftlichen Maßnahmen auf eine Rentenmartinflation ein. Es ist also fein Zufall, wenn sich die Wege Jakob Michaels und Iwan Kutisters in der Affäre der Preußischen Staatsbant treuzen. Die ganze Affäre ist eben eine Nachwirkung der Inflation und das Schicksal Iwan Kutisters, des Opfers der Stabilisierung, und Jakob Michaels, des großen Deflationsgewinners, läßt sich nur fei, um die Handelsfragen zu regeln und andererseits die Militärtontrolle wegen der Zwangsmaßnahmen im Ruhrgebiet nicht mehr ausgeübt worden sei. Das sei der Grund, weshalb Tausende en Gewehren und Maschinengewehren hätten fabri ziert werden können. Nachdem die Ruhrbesetzung( gemeint ist wohl der Ruhrkampf. Red. d." B.") beendigt worden sei, fei die Fabritation eingestellt worden, teils aus moralischen Gründen, teils, wie er hoffe aus materiellen Gründen, weil die Militärkontrolle wieder habe einsetzen können. Der Abgeordnete sprach sich dann über die Frage der interalliierten Schulden aus, die bei der Konferenz der interalliierten Finanzminister angeschnitten werden milsse, wenn man den Verteilungsschlüssel von Spa zur Sprache bringe. Blum weist zum Schluß darauf hin, daß nach dem Abkommen von Spa die Lage fich geändert habe. Deutschland fönne nicht die Hunderte von Mil lionen bezahlen, die man vorgesehen habe. Man tönne vielrationszahlung rechnen. Frankreich müsse auf der Finanzminister. Reichtums günstigen Boden der deutschen Geldverhältnisse bemehr nach dem Da wes- Plan nur auf eine beschräntie Repara- auf dem üppigen, dem Vergehen und Entstehen großen fonferenz zur Geltung bringen, daß die englischen Schiffsverluste greifen. Geldgeber für Jwan Kutister war die Preußische während des Krieges durch Bersicherung gedeckt gewesen seien. Die Staatsbant. Sie, die in der Inflation neun Zehntel Rammer müsse bei diesen Verhandlungen fich gefchloffen hinter den ihres Goldfapitals verloren hat, büßt an ihm rund 15 MilFinanzminister stellen. lionen ein. Weiter hatte sie, was mehr zählt, ihrem soliden Der elfäffische Abg. Schumann nimmt Kenntnis von der Ruf als Geldinstitut, das seit 1772 egiftiert, einen schweren Eitlärunng des Finanzministers, doß die Möglichkeit bestehe, die Stoß verfekt. Geldgeber für Jakob Michael war die Deutsche Handelsvertragsverhandlungen zu einem befriedigenden Abschluß Reichspost. Michael erhielt große Kredite aus den Mitteln zu bringen. Der Abg. Dior( früherer Handelsminister unter Poincaré. des Postscheckverkehrs in solchem Ausmaß, daß sie einer GeRed. d.„ B.") führt aus: Das Ruhrgebiet sei eine Hypothet gefährdung der Kreditpolitik der Reichsbant gleichfamen. Es wesen, die man in der Hand gehabt habe. Er wolle hoffen, daß die wesen, die man in der Hand gehabt habe. Er wolle hoffen, daß die bedurfte der ganzen Energie der Reichsbankleitung, um diese jeßige Regierung sie nicht aufgeben werde. Kreditgewährung zu unterbinden. Michael leitete diese Kredite weiter zu einem Binsfage, der die Wirtschaft schwer belastete, ihm selbst aber ein Riefenvermögen schuf. Wieviel die Reichss post an Michael verdiente, steht nicht fest. Die Reichspost ist jede öffentliche Aufklärung schuldig geblieben. Der Abg. Fabry( früherer Minister unter Poincaré. Red. d. B.") erflärt, nicht die Ruhrbesetzung habe die Militärfontrolle zum Stillstand gebracht. Die Wahrheit sei, daß man das Ruhrgebiet besetzt habe, weil damals General Rollet erflärt habe, die Militärkontrolle fönne nicht mehr mit Nutzen durchgeführt werden.(?!) Im Verlaufe ihrer weiteren Sitzung trat die Rammer in die Erörterung ein, monn die vorliegenden Interpellationen über die Strafverfolgung gegen die Zeitung„ Eclair" beraten werden sollen. Im weiteren Berlaufe der Debatte ergreift Kriegsminister General Nollet das Wort. Er entwickelt die Geschichte der Kontroll operationen, die in Deutschland geführt worden sind und er lieferung großer Mengen von Karon n, Gewehren und Maschinenklärt dann, daß es ihnen gelungen fei, bis zum Jahre 1922 die Abgewehren sowie die Auflösung der Geheimorganisationen zu erzielen. Nach dem Jahre 1922 habe sich infolge der Ruhrbefehung die Cage geändert und die kontroll operationen feien erst jüngst wieder auf genommen worden. Sie hätten in einer Fabrik in der Umgebung von Berlin zur Entdeckung von 15 000 Röhren von Maschinengewehren und 30 000 Röhren von Maschinenpistolen geführt. Die Botschafterkonferenz habe darauf festgestellt, daß Deutschland die Bedingungen der Entwaffnung nicht erfüllt habe, um des Nuh ns der Räumung der Kölner Zone teilhaftig zu werden. General Nollet fügte hinzu, daß der im„ Eclair" veröffentlichte Bericht ein inter. alliiertes Dokument," und zwar ein Dokument der Kontrollfommission fei. Diese Interpellationen wurden gemäß dem Antrag des Justiz minifters mit 300 Stimmen verlagt. Die gesamte Opposition hat fich an der Abstimmung nicht beteiligt. Eine offiziöse englische Erklärung. Condon, 29. Dezember.( WTB.) Reuter teilt mit: Die Botschafterkonferenz wird in ihrer Sihung am Mittwoch den Inhalt der Mitteilung erörtern, die Deutschland über die Räumung der Kölner Zone gemacht werden soll. Der Wortlaut der Note fei jetzt vou den alliierten Regierungen aufgesetzt. Die Grundlage der Mitteilung wird ſelbſtverſtändlich die Tatsache bilden, daß die Allierten noch nicht den endgültigen Bericht der Kontrollkommission erhalten haben, und daß unter den gegenwärtigen Umständen, soweit es die augenblicklichen Anzeichen vermuten laffen, die Räumung diefer Zone am 10. Januar nicht zu rechtfertigen sein dürfte. In der Note werde ferner bemerkt werden. daß die Besetzung des linken Rheinufers die Hauptficherheit für die völlige Ausführung des Versailler Vertrages durch die deutsche Regierung darstelle, und daß die Alliierten in diesem Punkt als Treuhänder für die anderen Unterzeichner des Friedensvertrages zusammenwirken müßten. * London, 29. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Die militärischen Sachverständigen der Alliierten bereiten ein Verzeichnis der Sachverständigen der Alliierten bereiten ein Berzeichnis der Maßnahmen vor, deren Ausführung durch Deutschland als not wendig angesehen wird. Wenn Deutschland fie ehrlich erfüllt, will die britische Regierung in die Zurückziehung ihrer Truppen aus dem Rheinland einwilligen. England wünscht, daß Frankreich die gleiche Haltung einnimmt, und von britischer Seite wird, wie in Regierungskreisen verlautet, im Falle der Erfüllung der Bedingungen durch Deutschland sogar ein Druck auf Frankreich ausgeübt werden, mit der Zurückziehung der bri. tischen Truppen gleichzeitig das Ruhrgebiet zu räumen. Die Kreditgewährung der Reichspost an Michael war ein legales, juristisch einwandfreies Geschäft. Der Geschäftsverfehr Rutisters mit der Seehandlung beruhte auf verbrecherifchen Manipulationen. Mit dem Fall Kutister befaßt sich der Staatsanwalt. Mit dem Phänomen der Entstehung der großen Vermögen in der Inflationszeit wird sich die Deffentlichkeit punkten der sozialen Moral aus beschäftigen müssen, wenn der sehr gründlich von politischen Gesichtspunkten und von GesichtsStrafrichter über den Fall Kutister gesprochen haben wird. schon eine Reihe von Fragen, die dringend der Beantwortung Jetzt aber knüpfen sich an den Fall Kutister- Seehandlung bedürfen. Die Kredite an Kutister fallen in die kritische Beit der Stabilisierung, als Geld auf Wechsel, selbst auf mehrfache Effektendeckung, nicht zu haben war. Dennoch hat Kutister in liberalfter Weise Kredite in einer Größenordnung erhalten, die nicht nur privatwirtschaftlich, sondern auch für die allgemeine Kreditpolitik ins Gewicht fielen. In diesem Zufammenhang interessiert die Beantwortung der Frage, wie. piel Kredite die Preußische Staatsbank im Monat april und auch noch im Monat mai gewährt hat. Die Beantwortung dieser Frage ist sehr wichtig für den ganzen Verlauf der Geldpolitik der Reichsbank, die der Bereinigung der deutschen Wirtschaft dienen sollte, aber durch den Einfluß mächtiger Interessengruppen vorzeitig gedroffelt wurde. Bis jezt hat Herr Präsident Dr. Schröder die Be antwortung dieser Frage unter Berufung auf das Bankgeheimnis perweigert. Die Deffentlichkeit hat ein Recht darauf, über diese Frage Auskunft zu erhalten. Es handelt sich nicht nur um einen Kriminalfall. Auf jeden Fall stand die Kreditgewährung an Kutister in scharfem Gegensatz zur Kredits politit der Reichsbank. Die Deffentlichkeit muß erfahren, ob die Staatsbank nur in dem einen friminellen Falle so lare Grundsäge in der Kreditgewährung befolgt haf oder in größerem Maßstabe. Im übrigen ist zu erwarten, daß durch den Fall Kutisker endlich die Frage der enorm hohen Zinssäße in Deutschland in den Mittelpunkt der öffentlichen Erörterung gerückt wird. Die hohen Zinssäge spielen in der ganzen Angelegenheit Kutister- Seehandlung eine ungeheure Rolle. Wir sehen, wie an diesen Zinsen alte Geldinstitute im Verlauf von Tagen zugrunde gehen und Riesenreichtümer auf Kosten der Gesamtwirtschaft im Handumdrehen neu entstehen. Es ist natürlich, daß eine leidenschaftslose Debatte über die Diskontfrage bei uns mit Zinssägen Schluß machen muß, die wohl für Albanien oder Tibet passen, für eine geldbedürftige deutsche Wirtschaft aber, die zugunsten eines freibeuterischen Finanzfapitalismus mit Zinsen, Provisionen usw. überlastet ist, einfach unerträglich find. In der Zeit der Stabilisierungsaktion forderte in einem Vortrag im Zentralausschuß der Reichsbant der Reichsbankpräsident Dr. S ch a cht die strengste zentralisierung der deutschen Geld- und Kreditpolitik. Diese Forderung war um so begründeter, als der Geist der allgemeinen Anarchie und der Willtür auf dem Gebiete der Geldpolitik noch bis in die Inflationszeit hinein spufte. Um eine straff zentralisierte Geldund Kreditpolitik durchzuführen, dazu gehörte nicht nur die Entschlossenheit des Leiters, sondern auch die Unterordnung aller öffentlichen Kreditinstitute unter seine volkswirtschaftlichen leitenden Gesichtspunkte. Dazu gehörte ein Beamtenapparat. der namentlich in den oberen leitenden Stellen nicht nur völlig moralisch intakt und technisch auf der Höhe war. son- dern sich auch seiner großen volkswirtschaftlichen Verantwor- tung in jedem einzelnen Falle der Kreditgewährung bewußt war. In der Seehandlung haben leitende Beamte in dieser Hinsicht versagt. Ihre Schuld prüft das Strafgericht. Die Oeffentlichkeit jedoch hat ein Gefühl der Unsicherheit. Ist es möglich, daß in so einflußreichen Geldinstituten Beamte auf eigene Faust GeldpoUtik betreiben? Es ist nun wirklich an der Zeit, daß die Leitung der preußischen Staatsbank mit eiüer klaren Und ungeschminkten Darlegung ihrer Kredit- Politik im Laufe des Jahres 1924 hervortritt, um die Unruhe in der Oeffentlichkeit zu zerstreuen. Kutisker-'Staatsbank� flltes Regime. Ein deutschnationales Panama. Der Rechtspresse ist die Verhaftung von leitenden Be- omten der Preußischen Staatsbank im Fall Kutisker sehr un- angenehm. Sie versucht für die Korruptionsaffäre das O st- j ü d e n t u m als solches und die„O st j u d e n p o l i t i k" der Linksparteien verantwortlich zu machen. Die ver- hafteten Beamten werden als die unschuldigen Opfer des ge- riffenen Ostjuden Kutisker hingestellt. Der„Tag" bemerkt in diesem Zusammenhang: „Wenn die politische Rechte erklärt, daß es ihr vor allen Dingen darauf ankomme, den Staat sauber zu machen, so haben wir hier ein typische a B ei spiel dafür, was gemeint ist." Ein nettes typisches Beispiel! Wer hat denn in diesem Fall den Staat beschmutzt? � Die. verhafteten leitenden Beamten und der für den Skandal verantwortliche Präsident der Seehandlung sind samt und sonders Beamte des alten Regimes, das heißt Persönlichkeiten, die nicht aus dem Osten, sondern aus der nächsten Umgebung der Deutsch- nationalen Partei stammen. Die Preußische Staats- bank, ein in sich geschlossenes Institut, untersteht dem Finanz- minister Dr. Richter, nicht nur Mitglied der Deutschen Volkspartei, sondern auch ehemaliger Finanz- minister im Herzogtum Coburg-Gotha. Man V-i«stv in der Staatsbank einen Apparat vor sich, derNus der laiferllch-löniglichen Zeit übernommen wurde und dessen ver- antwortliche Männer ohne Ausnahme Fachbeamte alten Stils sind. Sie waren unter sich. Sie hatten mit den „neuen" Männern nichts zu tun. So wenig, daß sie in der Epoche ihrör großzügigen Kreditgewährung dem p r e u ß i- schen Staat einen Kredit versagen und ihn so in die Zwangslage versetzen konnten, einen Teil seines Aktienbesitzes zu verpfänden. Wenn also die politische Rechte einen Versuch der Sclube- rung des Staates unternehmen will— in der Tat, das Beispiel Staatsbank ist typisch dafür, wo der Anfang zu machen ist. Aber die Deutschnationalen verstecken sich hinter K u- t-'isk er. Ohne den Fall Kutisker kein Fall Staatsbank, sagt Üej.Aap" und fügt hinzu: � .' f �„Es/lctufen ober, heute in Berlin noch Hunderte solcher KuLskers h�niivl Sie wohnen in den besten Dillen und fahren in den elegantesten Autos. Sie haben ihre Beziehungen und spotten der Hemmungen, die Gesetz und Anstand dem wohlgesinnten Bürger anlegen. Ein großer Teil der zu diesem Rattenkönig un» sauberer Geschäft« gehörenden Personen sind Ausländer. Sie. stammen größtenteils aus dem Osten. Ihr« Protektoren sind seit Jahren die Linksparteien gewesen, t." Halten wir uns an konkrete Tatsachen und bleiben beim Fall Kutisker. Wer waren seine Protektoren— die Linksparteien oder die Fachbeamten alten Stils aus der Staats- dank? Wer hat die Geschäfte Kutiskers besorgt— die Linksparteien oder Fachbeamte alten Stils mit deutschnationaler Färbung? lind wem verdankt Kutisker fein Vermögen? War Carl Spitteler. Im 80. Lebensjahre ist der Schweizer Dichter Carl Spitteler g.est o? b e n. Er war«in großer Mann, ein Denker und Former von Qualitäten, wie die deutsche Dichtung in den letzten Jahrzehnten keinen mehr besaß. Der Mann, der noch mit Gottfried Keller und Konrad Ferdinand Meyer oertraut gewesen war, ging ober in seinen. Anfängen schon ganz selbständige Weg«. Er ließ sich nicht betören, wie so viele seiner helvetischen Landsleiüe, durch die weife und anmutige Realistik, deren Meister Gottfried Keller geworden war., Er stellte sich auch nicht als Trabant hinter Konrad Ferdinand Meyer, indem er bei, den Gestalten einer übermenschlichen Renaissance geistige Befeuerung suchte. Man hat es mit einer gewissen Schaden- sreude vermerkt, daß Spitteler gleich in feinem ersten Werk«, in dem Epos„Prometheus mnd Epimetheus" in die Wolken hinaufstieg und jenen Uebermenschen formte, dem Friedrich Nietzsche nach Spitteler erst philosophische Würde oerlieh. Als diefer Vor- gönger des großen Einsiedlers von Sils Moria gilt Spitteler noch bis zum heutigen Tage. Der Mann, der jahrzehntelang in der Zeitungsredaktton faß und trummgefchriebene Feuilletons zurechtflickte, war ein Heller kritischer Kopf und«in lochender Moralist. Wenn er aber rückwärts wanderte, in die antike Mythologie und im„Olympischen Frühling" die mächttgen hellenischen Göttergeschichten in kunst- vollsten Reimen und eigenwilligen Strophen sang, dann vermochte er all feine Bildung und klassische Belesenheit auszuschalten. Gewiß, er ging in diesem Riesenwerk, das auch von dem Leser arbeitsam« Vertiefung forderte, sehr herbe, man möchte sagen schwyzerisch derb mit den Unsterblichen des Götterberges um. Aber gerade diese Neu- schöpfung der antiken Schövfungsgeschichte durch einem Mann, der tagtäglich in seinen helvetischen Bergen das Werden und Versinken der- Iahreszetten beobachten konnte, der sich van Kindheit an ver- traut'gemacht hatte mit Lawinen und Firnenhöhen und verschneiten Zauberlandschaften, bietet den unendlichen nationalen Reiz. Spitteler map«in Schweizer Dichter und darum auch«in deutscher Dichter. All.seine Lyrik, seine beschreibenden„Glockenlieder" und seine „S ch m�e tt e r l i n g s g e d i ch t e" sind solcher Naturbettachtung ge- widmet.' Ein Wande-er dichtet, der Halt macht bei Felsgraten und Ichroffen Urgesteinwänden und auf Almen und an murmelnden Quellen und an breiten Seen, die im Sommer von der Sonn« über- glutet werden und die im Herbste Gespenstern« bel zu den Wollen .ntsenden. - Der heiter« Moralist und tiefsinnige Epiker war der schlichtest« nd getreuest« Lyriker der Natur. s So genoß er bis 1914 in Deutschland großen Ruhtm Man ehrte hn, ohne daß man sich sehr zärtlich mit ihm befreundet«. Sein« Lyrik war wohl zugänglich, aber das so eigensinnige Epos vom Olympischen Frühling" wurde kaum volkstümlich. Es fei mir ge- ttattet, in diesen Totenspruch eine Erinnerung einzufügen: Ich hatte er nicht der Heereslicferant der Baltikumer? Stammt sein Ausstieg nicht aus diesen Tagen? Aber damals hörte man kein Wort von dem gerissenen Ostjuden Kutisker und einer verfehlten Ostjudenpolitik. Die deutschnationale Presse hat diese Argumente erst heute entdeckt, um ein deutsch- nationales Panama zu verdecken. Sie mag es halten nach Be- lieben. Ein besonders gutes Zeugnis siellt sie aber weder sich selbst, noch den deutschnationalen Fachbeamten der Kaiser- zeit aus, wenn sie für ihre Unfähigkeit und Haltlosigkeit die Linksparteien und die Republik verantwortlich macht. Sie ge- steht damit lediglich zu, daß Männer ihres Schlages den An- Forderungen der Nachkriegszeit nicht gewachsen sind. Die Verhaftungen in See Staatsbank. Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt mit: Zu den durch die Presse gegangenen Mitteilungen über neue Verhaftungen im weiteren Verlaufe der Untersuchung des Falles Kutisker ist mitzuteilen, daß die Verhaftung des Geheimen Finanz- rots Dr. Rühe wegen des Verdachts der Untreue gegen die Preußische Staatsbank erfolgt ist. Der früher erwähnte Schied-- sxruch, an dem Geheimrat Rühe beteiligt gewesen ist und aus dem er ein hohes Honorar bezogen hatte, hat bei dieser Verhaftung keine Rolle gespielt. Die Derhastung ist vielmehr erfolgt, weil gegen Eeheimrat Rühe der Verdacht besteht, daß er außerordentlich Hobe Kredite an verschiedene Persönlichkeiten, darunter an die Familie Kutisker, bewilligt habe. Was die Verhaftung der Beamten B l o- dow und Kersten anbelangt, so ist daran zu erinnern, daß diese beiden zu den drei Beamten gehören, von denen gleich zu Beginn der Untersuchung durch das Finanzministerium mitgeteilt wurde, daß sie bereits vor einigen Monaten von der Direktion der Staate- bang aus eigenem entlassen waren. Jetzt setzt lediglich die kriminelle Verfolgung dieser Beamten ein. 41. Jahrgang 1. Seilage ües vorwärts dienstag, ZS. Dezember 1924 /lrbeitsstheue oöer Arbeitsloses Ans den Erfahrungen eines Logisgaftes in den Herbergen. Kürzlich konnte man in einigen Rechisblättern lesen, daß sich die Leitung der in Deutschland so gut orgcxnsierten Jugendherbergen oeranlaßt gesehen habe, die Herbergsväter anzuweisen, jedem aus- nahmesuchenden H a n d w« r k s b u rs che n oder Arbeitslosen den Einlaß zu verweigern und die eventuell im Besitz be- findliche Herbergskarte abzunehmen.— Tatsache ist, daß in den letzten Jahren Hondwerksburschen bzw. Arbeitslose in der so prat- tischen wie kleidsamen Kiust des Wandervogels, bewaffnet mit Laute oder Mandoline, auf die„Walze" zogen und dann nicht wie ge- wohnlich nach dem üblichen Fechtrang die Herberge„Zur Heimat" aussuchten, sondern sich als Hofmusikanten betätigten und dann wenn irgend möglich in der Jugendherberge übernachteten. Die Sache wäre noch ferner gut gegcmgen, wenn sich nicht wi« überall auch unter diesen Zunf.genosfen einige räudig« Schafe befunden hätten, Ein unfreundliches A�yh die es nicht unterlassen konnten, sich in der gröblichsten Weise, wie durch Rauchen im Schlafsaal. Verunreinigung der Fußböden und lautes unanständiges Betragen, gegen die Hausordnung zu ver- stoßen. KrbeitMeue oöer flrbeitslsfe! Wi« kommt es denn nun. daß dieser Zustand eintreten konnte? Es wird von arbeitsscheuen Gesellen geschrieben, die sich in Herber- gen brei.machen. Meines Erachtens ist dieser Ausdruck denn doch etwas zu stark. Wie ich es selbst nur zu gut beobachten konnte, beträgt die Zahl derer, die sich heute aus der Wanderschaft befinden, ein Mehrfaches wie vor dem Kriege. Schuld daran ist die enorme Arbeitslosigkeit und die für ledige Leute� die sich in der Fremde ihr Brot verdienen, völlig unzulängliche Ärbeitslosenunter- stützung. Ferner reichen die Lagerstätten in den sogenannten Her- bergen„Zur Heimat" fast nie aus, um auch nur dem Notwendigsten Rechnung zu tragen. Mich selbst hat es oft geschaudert, wenn ich in manchen Herbergen den Schmutz und die vorhandenen Lager- statten sah. Dies« bestanden gewöhnlich aus Strohsäcken, die schon manches Semester hinter sich haben mußten, aus einem Laken, das in der belegenen Stell« das Stroh herausschauen ließ und aus ein bis zwei Decken. Gewiß ist es für einen Herbergsvater der Herberge „Zur Heimat" nicht leicht, sich dieser Dinge zu erwehren und Wandel zu schaffen. Wieviel Klagen hörte ich mcht von feiten eben dieser 5)erbergsväter.. daß die Mittel, die für dl« Beherbergung Obdachloser zur Verfügung ständen, viel zu gering wärm. Wie oft haben wir in Kleinstädten, wie Zella Mehlis, Glauchau usw., aus bloßem Fuß- baden mit und ohne Decken schlafen müssen-, wir waren zufrieden, da wir dort wenigstens kein Ungeziefer bekamen. Wi« oft hecken wir auf Stühlen und Bänken sitzend und nickend, nachdem wir „Penner" uns von unseren Pfennigen Kohlen zur Heizung des zur BersüguNfl stehenden Raumes gekaust halten, die Nacht verbracht. Es war kein« andere Möglichkeit, denn die Herberge„Zur Heimat" war total überbelegt. Eine Musterherberge in Leipzig. So ging es in den Kleinstädten. Wie ist es nun in den Groß- städten, wie Leipzig, Berlin usw., bestellt? In Leipzig waren zu meiner Zeit all« Lagerstätten im Asyl für Obdachlose belegt und viele lagen deshalb in großen Sälen auf dem nur mit einer Decke belegten Fußboden. Jeder mußte baden und wurde entlaust. Und das ist gut. Ist doch Leipzig in Kreisen der Eingeweihten dafür rühmlichst bekannt. Große elektrisch« Anlagen sorgen unter starker Hitzeenlfaltung für saubere und radikale Vernichtung alles„Leben- den". Die Kleidung bleibt glatt, was von den„Kunden" dankbar anerkannt wird. Im Gegensatz zu Berlin, wo der Kunde, man möchte sagen mit Tränen in den Augen, sein Päckchen nach der Verarbeitung in Empfang nimmt und nun nicht weiß, was er mit den durch die Dampfeinwirkung zur Unkenntlichkeit zerdrückten Klei- dern anfangen soll. Manche versuchen durch Kallwasserbehandlung, die aber nur im Sommer anzuwenden ist, den Schaden wieder zu beheben. Es geht nicht immer und man sieht dann die komischen Gestalten in gedrückter, um nicht zu sagen verzweifelter Stimmung das Weite suchen. Um auf Leipzig wieder zurückzukommen. Also hier geht j>s gewöhnlich gut. Wie neugeboren verläßt man diese gastliche Stadt, in der man die Segnungen der Kultur so reichlich wahrnehmen könnt« und zieht sein« Äraßc. Schon nach zwei Tagen ist dies« Stimmung wieder verflogen und nichl wenige kehren wieder um. Warum? Nun. sie haben sich in den nach Leipzig benutzten Quartieren wieder den„Buckel, voll" geholt. Dies ist nun meistenteils im Winter der Fall, da sich im Sommer jeder hütet, in den kleinen„Pennen" zu bleiben und sich fein Plätzchen lieber beim Bauer oder gar im Freien sucht. Nicht jeder Wanderbursche ist ,Kunde�. Run» gibt es aber viele dieser Unglücklichen, die sich in dem Milieu der Herbergen„Zur.Heimat" nicht wohl fühlen und in diesen auch wirklich nichts Heimatliches entdecken können. Sie wollen mit alten„Speckjägern" und schmutzigen„Kunden" nichts gemein haben und fanden einen Ausweg: die Jugendherbergen der Wandervögel. Ich selbst will gestehen, daß ich im Besitz einer vorschriftsmäßigen Wanderkarte bin und diese Stätten wenn irgend möglich, benutzt habe. Ich habe mich dort immer„wie zu Hause" gefühlt. Niemand ist mir auch nur mit einem bösen Wort zunähe getreten. Ich habe nur noch. eine Bitte an meine Mitbürger: dringt darauf in unseren Vertretungen, daß die Verhältnisse, wie sie im vergangenen Winter in der Beherbergung Obdachloser hauptsächlich in den Kleinstädten und Dörfern lagen/ in diesem Winter nicht dieselben sind. Wäre es nicht möglich, daß jede Stadt, in der kein Mittagessen erhältlich ist, mied.r wie früher einen Zehrpfennig an den vorsprechenden Gesellen zahlt? Und, was mit geringen Mitteln möglich ist, saubere Lagerstätten schafft? Stroh kann doch nichk*•> furch.bar teuer sein und läßt sich heut« noch au» Heeresbeständen Strohsack- und Deckenmaterial befchafsm. Don vielen Sellen wird man entgegnen, daß inan es nicht gar so gemüllich machen wolle Eine freundliche Herberge. usw. Sicher sind auch viele„Berufsmäßige" unter den Hilfesuchenden. * Wie gesagt, soviel Poesie, wi« sie in unseren Liedern über den Handwerksburschen und Wanderer liegt, ist wirklich bei der Pe- nutzung der jetzigen Herbergen.„Zur Heimat" nicht vorhanden. Da? romantische Getue läßt der Eingeweihte heute kaum noch als fromme Lüge gelten. steine Auflösung See Wucherpolizei! Zu der in einigen Bersiner Tageszeitungen verbreiteten Nach richt, daß beabsichtigt fei, die Abteilung W des Berliner Polizei Präsidiums aufzuheben, erfahren wir von gut informierter Seite, daß die Nachricht in dieser Form nicht zutrifft. Es ist vorerst nur beabsichtigt, den begonnenen Abbau der Abteilung W weiter fortzusetzen. Ob die vollständige Aufhebimg dieser Abteilung sich ermöglichen lassen wird, wird von der weiteren Gestaltung der Wuchergesetzgebung abhängen. Wie sich diese weiter entwickeln wird, läßt sich bei der Unsicherheit der innerpolitischen Lage vorerst nicht voraussagen. eis Der Mittelweg. von Sir Philip Gibbs. 4S. In den Kreisen seiner Schwester und seines Schwagers lernte Bertram viel von dem inneren Leben Deutschlands kennen und frischte auch sein Deutsch soweit auf. daß er die Unterhaltung genügend sühpen konnte. Er kam dazu, vieles in dem deutschen Charakter zu be- wundern, und es gab Zeiten, wo er sich Selbstvorwürfe machte, den„Feind" im Deutschen vollständig vergessen zu haben und sogar mit solchen Männern ganz freundschaftlich über den Krieg zu diskutieren, welche, wie sein Schwager, vielleicht den Tod mancher seiner besten Kameraden verschuldet hatten. Zuweilen glaubte er sich des Verrats an seinen alten Idealen von Treue und Ehre schuldig, daß er hier Gastfrcund- schast, Elllc, ja sogar echte Freundschaft hinnahm. Aber er fand es unmöglich, dem alten Haß aufrechtzuerhalten. War nicht sogar im Kriege yas Haßgefühl hinter der Front viel stärker gewesen als im Schützengraben? Die„Tommis" hatten den Gespngenen nach der heißesten Sch acht freundlich Zigaretten geboten, deutsche Offiziere waren von ihren englischen Kollegen höflich behandelt worden, und britische Soldaten hatten nach der Besetzung von Köln mit ehemaligen deuischen Soldaten, die einst hinter Maschinen- gewehren ihnen gegenüber gelegen hatten, beim Biere ge- sessen und mit ihnen angestoßen. Das war der echte ritterliche' Geist, eine Lehre, die der gemeine Mann den krankhaften, Neurotikern gegeben hatte, welche die Wurzeln des Hasses begossen und seine giftige Frucht mit unermüdlicher Sorgfalt pflegten. Europa konnte nur dann zum Frieden gelangen, wenn man sich mit diesem Volke zu einem freundschaftlichen Pakt einigte, nicht aber, wenn man die Deutschen in alle Ewigkeit als moralisch Aussätzige behandelte. Und es war Wahnsinn, sie als moralisch verpestet anzusehen. Wie konnte er so etwas glauben, wenn er sich zwischen der Menge bewegte und sie beobachtete? Im Opernhause, in den freundlichen Biergärten außerhalb Berlins, an den Seen und unter den Bäumen des Grunewalds? Diese sungcn Deutschen, die da Sonntags mit ihren Mädchen Vier tranken, Eis aßen, beim 5klange der Musik plauderten, oder diese Fa- milienväter, die mit flachshaarigen kleinen Kindern spielten, zeigten sich nicht wie moralisch Aussätzige. Es waren gut- mutige, anständige, vergnügte Menschen, die Mädchen er- staunlich sauber gekleidet, hübsch, und voll gewachsen, in billi- gen Kleidern, die Männer ärmlich angezogen, manche in ab- getragenen Uniformen. Alle aber sorgfältig gebürstet und sauber. Arenburg, der einen gewissen Sinn für Humor besaß, fragte Bertram gern bei solchen Gelegenheiten, was er von diesen„Hunnen" dächte.„Betragen sie sich wie Barbaren? Fressen sie ihre kleinen Kinder auf?" „Nein, allerdings nicht," gab Bertram zurück.„Aber ich finde, sie amüsieren sich, sind sichtlich gut genährt und nicht zu schlecht gekleidet und geben eine ganz nette Summe für solchen Abend aus. Wie stimmt das zu der deutschen Armut, von der ihr mir immer erzählt?" Jetzt war an Dorothy die Reihe, das zu erklären. Diese Leute sparten sich zu Hause den Bissen vom Mund ab, um einen solchen Abend genießen zu können. Sie lebten in über- füllten Stuben, die erstickend heiß waren. Abends in einen Viergarten zu gehen, war dringendes Lebensbedürfnis. Das dünne Bier und das wässerige Eis waren billig. Er solle nur die sauberen, aber ach, so billigen Kleider der Mädchen und ihre Stiefel ansehen, die von Papier und Ersatzleder waren. Aber Bertram gab sich noch nicht zufriedew Sowohl in Berlin, wie in anderen Städten, die er besuchte, schien das deutsche Volk nach dem Kriege zu gedeihen. Es war ja richtig, daß deutsches Papiergeld stetig an Wert verlor, und damit die Preise stiegen. Aber die Löhne schienen ja mit zu steigen, und hier in Deutschland hatte das Papiergeld noch Kaufkraft. Er ging durch die großen Warenhäuser, wie Wertheim. und er war erstaunt über die billigen Preise sür alle einhei- mischen Fabrikate. Und was fabrizierte Deutschland nicht? Bei solchen Preisen mußten sie ja alle Anderen aus dem Felde schlagen. Aber Arenburg verwarf diese Schlußfolgerung.„Das ist ja alles nur Schein. Ich gebe die fieberhafte Tätigkeit des deutschen szandels und seiner Industrie zu. Es liegt im Geiste dieses Volkes, das von dem verzweifelten Wunsche beseelt ist. das Perderi-en abzuwenden. Aber das ist ganz unmöglich. solange die Alliierten uns die Keble zuschnüren. Wir verkaufen unter Selbstkostenpreis. Um Rohmaterialien zu erhalten, Müssen wir die Valutadifferenz bezahlen. Wir verbluten uns dabei. Der Zusammenbrnch muß kommen, und Europa wird ihn in allen Gliedern spüren." Bertram war kein Zahlenmensch und konnte diesen schein- baren Widerspruch nicht ergründen. Besser" verstand er sich aus die Beobachtung der Mentalität dieser Leute. Im ge- duldigen Zuhören bei den Mahlzeiten, wo er die Junker und die Intellektuellen traf, in Unterhaltungen mit kleinen Laden- besitzern und Bauern bemühte er sich, die Denkweise in dem Deutschland nach der Niederlage zu erforschen. Denn von ihrem geistigen Standpunkte hing der Welt- friede und die Zukunft zum größten Teile mit ab. Hatten sie sich von ihren alten Göttern losgesagt? Wollten sie als eine freie Demokratie im Bunde mit den anderen Völkern vor- wärtsschreiten? Bei Dorothys Verkehr war die Frage schwer zu beant- worten. Sie zeigten wohl, wie ihre Seelen unter der Qual des Krieges gelitten hatten, wie scharf die alte Wunde noch brannte. Diese deutschen Damen, oft liebenswürdig, hatten Väter, Gatten, Söhne in noch entsetzlicherer Anzahl verloren als England. Ganze Familien der' Aristokratie waren aus- gestorben, und in den bürgerlichen Klassen war es ebenso. Sie verfluchten den Krieg, die Führer und die Politiker. Sie behaupteten, sie seien durch Ludendorsss Selbstüberhebung. durch den Wahnsinn des obersten Kriegsrats, durch den Geist des Bolschewismus an der russischen Front, wo dieser furcht- bare Mikrobe am tollsten gewütet hatte,„verraten" worden. Sie protestierten gegen die Grausamkeit des Vertrages von Versailles und betonen ihren Glauben an Wilsons vierzehk Punkte, die niemals eingehalten wurden. Und das war der schlimmste Verrat, nicht nur an Deutschland, sondern an den Hoffnungen der ganzen Welt gewesen. Aber niemals, in irgendeinem all dieser verschiedenen Kreise hörte Bertram Deutschlands Schuld am Ausbruch des Krieges zugeben. Rußland hatte zuerst mobilisiert. Eng- land hatte Deutschland eingeschlossen. Die Deutschen waren von Feinden eingekreist worden. Und trotzdem seien die Heere nie geschlagen. Die Heimat war, aus schierem Hunger, zu- sammengebrochen. Nie geschlagen! Bei einem von Dorothys Teeabendeu hotte Bertrom Gelegenheit, sich hitzig für das Gegenteil ein- zusetzen, als der alte General von Althoff diese Behauptung wieder einmal mit größter Har-näckigkeit verfocht. Bertram hörte erst auf, ihm geschichtliche Tatsachen vorzuhalten, als er sah, wie der alte Herr abwechselnd errötete und erbleichte, und Dorothy ihrem Bruder flehende Blicke zuwark. Der General empfahl sich mit schlecht verhohlenem Aerger, und auch die anderen Offiziere entfernten sich bald, so daß nur einige Domen zurückblieben. Eine von ihnen war ein Fräu- lein von Wegeiter, eine hübsche Blondine und Dorothys er- gebene Freundin. (Fo-chtzung f-lgt.) Die Flucht der Kutisker- Agenten. Prozeßbeginn erst im Frühjahr 1925. Am geftrigen Montagnachmittag sind von der Staatsanwaltschaft teine weiteren Berhaftungen erfolgt. Nachrichten, die gestern nachmittag wissen wollten, daß bei der Staatsbant noch weitere Festnahmen hochstehender Beamten erfolgt feien, entsprechen, wie wir von zuständiger Seite erfahren, nicht den Tatsachen. Bie wir hören, hat inzwischen Oberfinanzrat Dr. Hellwig der Staats anwaltschaft seinen Aufenthalt mitgeteilt und sich) für etwaige Bergung ausgestellt, wenn die Bewerber im Besitze eines durch die offizielle Geschäftsstelle für die Rompilgerfahrten in Würzburg ausgefertigten Ausweises sind. Leyterer wird auf der Rückseite von den Polizeiämtern mit dem in genanntem Erlaß vorgeschriebenen Vermerk versehen. Rompilger, die sich im Besize eines Basses un d des Ausweises befinden, sind vom Sichtvermertszwang befreit, bedürfen somit weder eines Sichtvermerks noch eines steuerlichen linbedenklichkeitsvermerfs. nehmungen zur Verfügung gestellt. Die Spezialbezernenten der Berein Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Staatsanwaltschaft waren auch am gestrigen Montag den ganzen Tag über mit der Sichtung des Aftenmaterials der Staatsbant und mit weiteren Vernehmungen bis in die späten Abendstunden beschäftigt. Seute beginnt die Untersuchung in den Räumen des Banthauses E. p. Stein, dessen Geschäftsbücher und Korrespondenz ebenso wie das Material der Staatsbant sichergestellt worden ist. Hinsichtlich der gegen Geheimrat Rühe in Berbindung mit den Kreditgeschäften Kutisters erhobenen Borwürfe erfährt man noch, daß dieses Mitglied des Direktoriums der Staatsbant die alleinige Berantwortung für die Gewährung eines Rredits von 4,2 Goldmillionen an Autister für das Hanauer Lager tragen soll, wobei noch aufzuklären fein wird, auf welche Weise diefe Kreditgewährung in der Seehandlung zustande. gekommen ist. Im übrigen wird von einer bezeichnenden Episode zwischen Dr. Rühe und Kutister berichtet, die auf die geschäftlichen Beziehungen dieser beiden Herren ein charakteristisches Licht wirft. Es ist bekannt, daß Kutister, faum daß er einen erheblichen Kredit erhalten hatte, immer wieder mit neuen Kreditforderungen an die Staatsbant, und zwar immer an Herrn Dr. Rühe perjönlich, herangetreten ist, so daß es selbst dem letzteren mit der Zeit zu viel wurde. Bei einer dieser Unterredungen, bei der Kutister in schroffster Form weitere Kredite verlangte, soll Dr. Rühe nun händeringend sich Kutister gegenüber bitter beklagt haben, daß dieser gar nicht anerkennen wolle, was er( Rühe) schon alles für ihm getan habe!" Kutister ließ sich aber nicht rühren, sondern drohte mit seinem Bankrott, worauf er dann tatsächlich weitere Kredite erhielt. Mittwoch, 31. Dezember, abends 10 Uhr, in der Stadthalle, Klosterstraße Silvester Musik Saaleinlaß 10 Uhr. Einfriff 60 Pf. Karten find noch an der Kaffe zu haben. Der gelbe Stempel. Maßnahmen gegen Schwindeljammlungen. Zur Bekämpfung der zurzeit überhandnehmenden unbefugten Sammlungen. Die häufig unter Benutzung nicht mehr gülti ger Sammellisten und Ausweise erfolgen, werden vom 1. Januar 1925 ab sämtliche Sammellisten und Ausweise, die nicht einen gelben Stempel tragen, außer Kraft gesetzt. Sämtliche Polizeiorgane sind angewiesen worden, der Durchführung der Be flimmung ihre ganz besondere Aufmerksamkeit zu widmen und Ber sonen, die mit unvorschriftsmäßig abgestempelten Gammellisten bzw. Ausweisen betroffen werden, festzustellen. Es wird alsdann ein Verfahren wegen Betruges bzw. Bergehens gegen die Bundesratsverordnung vom 15. Februar 1917, betreffend umerlaubte Sammlungen und den nicht genehmigten Vertrieb von Gegenständen zu Wohlfahrtszweden, eingeleitet werden.- Alle Organisationen bzw. Bersonen, denen zurzeit eine Sammelgenehmi. gung erteilt ist, müssen die in ihren Händen befindlichen Ausweise bzw. Gammellisten der Abteilung I des Bolizeipräfi diums in Berlin Schöneberg, Gothaer Straße 19, weds Beifügung des gelben Stempels vorlegen. " Faliche Rentenbankscheine. Die Die Dolksgemeinschaft". Wie sie sich die Hausbesitzer vorstellen. Der Rundschau für Kommunalbeamte" Nr. 52 entnehmen wir das Folgende:" In einem Aufruf, den ein Herr A. Murrmann ais Vorstand des Kulmbacher Hausbesigervereins vertraulich an die Mitglieder seiner Organisation versandt hat, heißt es wörtlich: Der Hausbesiz bedenke, welche große Macht er hat. Die Häuser gehören uns. Eine Sozialisierung ist nicht mehr zu be fürchten; man betrachte die Zusammensetzung des Reichstages! Diese große Macht des Besizes verbürgt uns deti Sieg; denn emig tann die 3wangswirtschaft nicht dauern. Der Mieterschaft wird es ergehen wie dem Deutschen Reich im Weltfriege. Wir siegten so lange, bis wir zusammenbrachen, bis man uns den schmählichsten Frieden diktierte. Auch für die Mieterschaft tommt die Zeit, da sie einen schmählichen Frieden, annehmen muß, fommt die Zeit, da sie alles nachzahlen muß, was sie uns zu wenig ge= geben hat. Dann feine Zimperlichkeit. Man zahle mit gleicher Münze, wie man uns zahlte." Man mache sich einmal den Sinn dieser Ausführungen flar. Das Versailler Dittat foll als Musterbeispiel für das Ziel des Kampfes dienen, den der Hauseigentümer gegen den Mieter führen will. Es soll dem Mieter eine Niederlage bereitet werden, die ihn zwingt, bedingungslos jede Forderung des Eigentümers angu nehmen. Wer das verlangt, wer dem eigenen Volksgenossen einen Eloß versehen will, wie ihn das Deutsche Reich unter der Uebermacht seiner Gegner erlitten hat, stell sich damit außerhalb der Boltsgemeinschaft. Es wird keinem veraigt, wenn er mit Hilfe aller gejeglichen Mittel seine Intereeffn vertritt; wer aber solche Richtschnur für das Handeln gegen weite Boltskreise empfiehlt, fördert nicht das Bestreben ernster Politiker, die in allen WahlversammIngen über die Unzahl von Parteien flagen und immer wieder den Zusammenschluß zu einer Partei fordern, die alle staatsbejahenden Sträfte umfaßt. Egoismus und Machtgefühl haben diesen Aufruf Diktiert. Der„ gehorsame Sohn". Aus dem Leben eines Falschmünzers. Vor dem Landgericht III zu Berlin stand vor einigen Wochen der russische Falschmünzer Miassojedeff zur Aburteilung. miaffojedeff, der von Beruf Kunstmaler ist, hatte in seiner Woh nung in Halensee falsche englische Banknoten zu 10 und 20 Bfund. hergestellt und in den Verkehr gebracht. Darüber, wie er zur Hers ftellung dieser Falschstücke gekommen war, erzählte er eine phantastische Geschichte. Eine interessante Feststellung muß übrigens feit dem Beginn der Verhaftungen zum Fall Kutister gemacht werden: Die zahl reichen Agenten, mit denen sich der Generaldirektor der SteinBant umgeben hatte und die ihm bei verschietenen ,, Transaktionen" wertvolle Dienste leisteten, sind spurlos verschwunden. Es handelt sich dabei in erster Linie um die wiederholt genannten Brüder Boris und Simeon Toobini aus Odessa, die in hervorragendem Maße mitgewirkt hatten, um das famose Geschäft Wie das Polizeipräsidium mitteilt, wirbt der in Steglig, Fried. mit dem Hanauer Lager gegenüber der Staatsbant ,, richtig aufrichsruher Straße 56, wohnende Klaus v. Edenbrecher für einen zuziehen. Simeon Tovbini hatte auch seinerzeit sein Auto dem„ Deutschen Bund", über dessen Gründer und Ausdehnung Unflarheit Eines Abends sei ihm der Geist seines verstorbenen Baters erKriminalinspektor Dr. Grünberg vom Berliner Polizeipräsidium herrscht, und dessen Hauptziel die Bekämpfung der feindschienen, habe ihm mit einer englischen Zwanzigpfundnote gewinkt und zu seinen Recherchen gegen Holzmann und Regierungsrat Bartels lichen Spionage in Deutschland" sein soll. Anscheinend ihm ins Ohr geflüstert:„ Mein Sohn, nuge Deine Kunst, so wirſt zur Verfügung gestellt und lekterer wurde auch in diesem Kraftwagen fommt es dem sonst beschäftigungslosen v. Eckenbrecher und seinen Da der mächtigste Mann auf der Erde sein!" Dieser Mahnung des nach seiner Verhaftung dem Polizeipräsidium zugeführt. Zu diesem etwaigen Hinterleuten nur darauf an, sich Einnahmen zu verschaffen. väterlichen Geistes habe er dann als gehorsamer Sohn Agentenkreis gehörten ferner die sämtlichen Mitglieder der so- Der Polizeipräsident empfiehlt daher, dem„ Deutschen Bunde" gegen Folge geleistet. Die Herstellung der falschen Scheine habe indessen genannten rumänischen Abnahmetommission", die dem Vertreter über Borsicht zu beobachten. nicht er, sondern sein Freund und Landsmann Mamonoff überder Eeehandlung, Geheimrat Dr. Habbena, die ,, Don Rumänien nommen, er selbst habe nut ab und an einige falsche Noten vergelauften Bestände des Hanauer Lagers vorführten. Dieser ganze nieben. Tatsächlich lief bei der Staatsanwaltschaft ein Brief Ma Kutisterschreundestreis", dessen Mitglieder übrigens der Staatsanwaltschaft aus bereits im Oktober erstatteten Anzeigen genau monofis ein, in dem diefer feinen Freund entlastete und sich bekannt sein mußten, saß noch vor zehn Tagen friedlich und ahnungs Beamten der Reichsbantfalschgeldabteilung ist es jegt gelungen, Mafelbft als den Hauptschuldigen bezichtigte. Den los in einem der Lurushotels des Berliner Westens zusammen, ift aber sofort nach Bekanntwerden der ersten Verhaftungen aus Berlin nionoff in Berlin zu ermitteln und festzunehmen. Mamonoff war und wahrscheinlich auch aus Deutschland schleunigst vera fchon lange als Hersteller und Vertreiber falscher Banknoten nicht ich wunden. Diese Tatsache bedeutet selbstverständlich eine Er nur in Deutschland, sondern auch in anderen Staaten bekannt. Aus der Schweiz und aus England lagen Steckbriefe gegen ihn vor. Als scherung der Ermittlungen gegen Kutister und seine Helfershelfer. Zu den Meldungen über den voraussichtlichen Beginn des Bro Miassojedeff im Auguſt d. I. verhaftet wurde, flüchtete Mamonoff aeffes Stufister und Genossen wird ferner mitgeteilt, daß bei dem sofort aus Deutschland nach der Tschechoslowakei. Dort muß es ihm gewaltigen Umfang, den diese Angelegenheit bereits angenommen aber nicht recht behagt haben, denn nach menigen Wochen fehrte er wieder nach Deutschland zurüd. Da er nicht wagte, sich in hot, feineswegs mit einer Anberaumung des Termins der HauptBerlin sehen zu lassen, führte er ein unstetes Reiseleben und zog verhandlung für den Monat Januar zu rechnen ist. Aus strafDon Stadt zu Stadt. Ueberall hielt er sich nur einen oder zwei prozessualen Gründen muß binnen vier Wochen, also im Laufe des tommenden Monats, die Anflageerhebung erfolgen, doch dürfte wohl Tage auf. Nur in Danzig gelang es ihm, fich längere Zeit zu verzunächst nur eine Teilanklage erhoben werden, der dann später bergen. In diefer Stadt erfuhr er, daß die Hauptverhandlung gegen feinen Freund Miassojedeff in Berlin angesetzt war. In der weitere Nachtragstlagen folgen würden. Selbstverständlich wird das ganze Verfahren nach Möglichkeit beschleunigt werden, um die Hoffnung, etwas zur Befreiung Miassojedeffs unternehmen zu Schuldigen ihrem verdienten Urteil entgegenzuführen, doch dürfte fonnen, fehrte er nach Berlin zurück, begnügte sich aber damit, den nach Lage der Dinge der kommende Riefenprozeß kaum vor dem bereits erwähnten Brief an die Staatsanwaltschaft zu schreiben und Frühjahr 1925 seinen Anfang nehmen. er jedoch abermals hierher, und nun ereilte ihn das Gechick, dem er so lange entgangen war. Dem Steckbrief der Londoner Polizei lag ein Lichtbild Mamonoffs bei, das den Berliner Beamten bekannt war. Als zwei Beamte der Reichsbantfalschgeldabteilung in ein ganz fleines Café im Westen der Stadt tamen, fahen sie an einem Tisch einen Mann figen, in dem sie den Gefuchten erkannten. Obgleich anzunehmen war, daß er über bedeutende Geldmittel verfügte, jah er ziemlich abgerissen aus. Sein Benehmen war das eines Menschen, der ständig auf der Hut vor Entdeckung sein muß. Einer der Beamten ging nun unauffällig durch das Lokal und stellte sich dem Sizenden gegenüber an den Tisch. Mamonoff sprang sofort erschrocken auf und verriet sich fo selbst. Er versuchte zwar zu flüchten, doch war ihm der Rückzug bereits abgeschnitten. Hinter ihm stand ein anderer Beamter, und bat ihn höflich, Platz zu nehmen. Alle drei fetzten sich. Als Fatalist ergab sich Mamonoff widerstandslos in fein Schicksal. Auf dem Wege zum Polizeipräsidium gab er an, daß auch er ganz genau gewußt habe, daß am heutigen Tage seine Laufbahn ihr Ende finden werde. Miassojedeff, der in der Hauptverhandlung zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt worden war, wird jetzt mit seinem Freunde Mamonoff noch einmal vor die Gerichtsschranken treten, mo über beide dann das endgültige Urteil gesprochen werden wird. Mamonoff behauptet jetzt, nicht mehr der Haupttäter zu fein und schiebt alle Schuld Miaffojebeff zu. Das Reichsbesoldungsblatt" gibt Merkmale falfcher Rentenbankfeine zu einer, zehn und fünfzia Rentenmart bekannt. Die Einmartich eine der Fälschungsklasse dreiundbreißig sind in der Gesamtbseite fünf Millimeter, in der Breite des umrahmten Druckbildes zwei Millimeter zu klein, das Waffer zeichen ist in leicht erkennbarem ettdrud hergestellt. Numerierung der Scheine ist schlecht, die Farbtönung auf der Borderseite weicht von der der echten Scheine ab. Den 3ehnmarkicheinen der Fälschungstlaffe 32 fehlt das Wasserzeichen ihr Bapier ist stärker als das der echten Scheine. Der Stoffauflauf auf dem rechten Teil der Vorderseite ist durch Uebertünchen mit grüner Farbe vorgetäuscht, während die Fasern in das Papier nicht eingebettet, sondern aufgedruckt sind. Die Beschriftung weist au fleine Inpen auf, die Nume: rierung weidyt im Schnitt und in der Größe der Biffern von der der echten Note ab. Die falschen Scheine zu 50 Rentenmark der Fälschungsklasse 31 find auf minderwertigem Papier her. gestellt, auf dem das Wasserzeichen durch Fettbrud unvollfommen nachgeahmt ist. Der rechte Teil der Borderseite ist mit einem schwachh blaugrün oder schmuhiq- weiß gefärbten Riebemittel übernahm dann sein Wanderleben wieder auf. Vor einigen Tagen fam tüncht, worauf einige dünne Fasern eingeftreut find. Die echten Scheine zeigen an dieser Stelle einen hellarauen Stoffauflauf. Die Beschriftung ist im ganzen matt und unflar. Die Nummern sind wahrscheinlich mit einem Stempel aufgedruckt. Die Rückseite ist im Drud unfauber und verschmiert. Luftgeschäfte mit Heeresgütern. Ein umfangreicher Betrugsprozeß, der das Gericht bis zum Schluß des Jahres beschäftigen wird, begann vor dem Großen Schöffengericht Mitte. Es handelt sich um Betrügereien, bei denen eine große Zahl von Geldleuten im In- und Auslande um erhebliche Beträge geschädigt worden sind. Der Hauptanstifter in bem Schwindelkonsortium war der Kaufmann Johann Munzel, der auf Grund der eingeheimsten Gelder lange Zeit auf sehr großem Suße lebte und in Berlin den Lebemann spielte. Seine Mithelfer maren die Kaufleute Hermann Strider, Karl Seiwerth und Ctle Berndt, sowie der Gastwirt Wilhelm Schmeißer. Munzel gab vor, daß er über große Posten ehemaliger Heeress güter verfüge, mit deren Berwertung er von den zuständigen Stel len betraut sei. Da er die Waren zu außerordentlich niedrigen Breisen anbot, fand er eine große Zahl von Kouflustigen. Es tam ihm und seinen Mitbeteiligten aber nur darauf an, Vorichüsse zu erhalten Waren hatte die Schwindlerbande nicht an der Hand, wohl aber hatten sie ausgefundschaftet, wo derartige Lager vorhanden waren. Munzel gab sich bald als Oberleutnant, Theaterdirettor und Hamburger Großlaufmann aus, er wußte fich nach berühmten Mustern den Anschein eines reichen Mannes zu geben und sich Vorschüsse auf ungedeckte Schecks zu verfchaffen. In derselben Weise trat audy Strider als Inhaber großer Lager" ouf. Schmeißer wurde als Treuhänder vorgeschoben, der sich die Vorräte genau angesehen hätte. Der Angetlagte Berndt, ein Dielfach vorbestrafter Mensch, wurde als Zahl. meister eines bayerischen Truppenteils ins Feld geführt. In an deren Fällen war wieder Munzel der von Strider vorgeschobene Vertrauensmann verschiedener Reichsbehörden. Munzel verpfändete bei dieser Gelegenheit dann stets sein Offiziersehrenwort". Einem Firmeninhaber aus Wien waren von Munzel anläßlich seines Berfiner Aufenthaltes große Posten 3eltbahnen aus dem Der Bestande des aufgelösten Selbstschutzes angeboten worden. Algemeinen Bedarfsgesellschaft wurden Rauchmasten und Tornister angeboten. Es gelang in allen Fällen, große Borschüsse heraus. zuschlagen, da auch mit gefälschten Ausweisen der Re. parationsfommission und rechtsraditaler Organisationen gearbeitet wurde. Ganz besonders schmer hineingelegt wurde der Generaldirektor Reichel aus Wien, der für eine albanische Kommission zur Beschaffung der Ausrüstung von 10000 Mann beauftragt worden war. Dieser Geschäftsmann büßte nicht weniger als 15 000 Dollar ein. Ein onderer Geschädigter hatte einen Verlust von 11 000 Gold= mart au verzeichnen. Die Angeklagten bestritten zum Teil ihre betzügerischen Abfichten. Munzel behauptete, daß er von einem Oberleutnant Berger von der Abwicklungsstelle des Selbstschutzes in Breslau mit dem Berkauf der angebotenen Waren beauftragt worden sei. Diefer Oberleutnant Berger eristiert jedoch nicht. Bir werden über den Ausgang des Prozesses berichten. Paßerleichterungen aus Anlaß des„ Heiligen Jahres". Den Teilnehmern an den aus Anlaß des Heiligen Jahres 1923 stattfindenden Rompilgerfahrten, die bereits im Anfang Dezember ihren Anfang genommen haben, werden gemäß einer Verfügung des Ministers des Innern Bässe zur Reise nach Italien mit einer beschränkten, dem Zweck der Reise angepakten Gel tungsdauer gebührenfrei und unter bevorzugter AbfertiZwei gestohlene Hagemeister- Bilder wiedergefunden. M In voriger Woche wurden aus dem Restaurant Baumgarten brüd bei Botsdam vier Landschaftsgemälde des bekannten Malers der Mart Prof. Hagemeister von Automobilisten gestoh Icn. Zwei dieser Bilder sind, als sie in Berlin zum Verkauf an geboten wurden, wiedergefunden worden. Die Nachforschun gen der Landjäger in Teltow in der Diebstahlssache führten in die Billa des Hegemeisters B. unweit des Peptsinsees auf die Spur. Der Fall dürfte noch großes Aufsehen erregen. Selbstmord der Frau v. Kulas. Am Weihnachtsheiligabend hat die Hauptschuldige in dem Brozeß gegen die Eideshilfe G. m. b. 5. Frau Anni v. Kulas, ihrem Leben ein Ende gemacht, indem fie sich in der Zelle des Untersuchungsgefängnisjes mit einem Laten eihängte. Sie war bekanntlich vom Schöffengericht Charlotten burg zu 3 Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Es schwebte gegen sie noch ein weiteres Verfahren wegen Anstiftung zu Mein eiden. Ein Hochhaus- Hotel. Das Hotel Erzelfior in Berlin foll zu einem Hochhause mit rund 1000 3immern und 1300 Betten umgebaut werden. umgebaut werden. Die Ficanzierung ist erfolgt. Die Baupläne stammen von dem Hotelarchitekten Otto Rehnig in Berlin- Schöne. berg. Wenn baupolizeilich feine Echwierigkeiten gemacht werden, wird der Bau im März 1925 begonnen und, bei normalen Berhält. niffen am 1. Januar 1926 in Benugung genommen werden können. Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 30. Dezember. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 6.40-7.30 Uhr abends: Hans Bredow- Schule( Abteilung Bildungskurse). Literatur und Kunst. 6.40 Uhr abends: Professor Colson: Französische Literaturgeschichte( in französischer Sprache). 7.10 Uhr abends: Dr. James Simon; Die Sonate. 7.30 Uhr abends: Vortrag Dr. Ernst Rothe: Glatze, Zopf, Bubikopf".( Das Haar und seine Pflege vom Standpunkt des Arztes.) 8 Uhr abends: Theater funk( Theodor Kappstein). 8.30 Uhr abends: Zweiter Josef- PlautAbend. 1. Ouvertüre z. d. Oper.Der schwarze Domino", Auber( Berl. Funkkapelle). 2. a) Carusos Gastspiel in der Berliner Oper, Börries v. Münchhausen, b) Alte Landsknechte( Jos. Plant). 3. Potpourri a. d. Operette Orpheus in der Unterwelt", Offenbach( Berliner Funkkapelle). 4. a) Jan Bart Theodor Fontane. b) Auf dem Marsche, Theodor Fontane( Josef Plaut). 5. Potpourri aus der Operetta Der arme Jonathan". Millöcker( Berliner Funkkapelle). 6. a) Die fünfte sogenannte feuchte Sinfonie, Manfred Kyber, b) Die leichtsinnige Maus, Manfred Kyber( Josef Plaut). 7. Auf Wiedersehen, Marie, H. Max( Berliner Funkkapelle). 8. a) Die Mobilmachung 34 1914 und ihr Eindruck auf die Tierwelt, Jos. Plaut. b) Militärischer Kirchgang, Jos. Plaut. c) Lieder zur Lante am Klavier, Jos. Plaut ( Jos. Plant). Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theaterdienst Auf dem Witwenball. Auf Witmenbällen fuchte sich der Kaufmann Richard G. Dte Opfer für seine Heiratsschwindeleien aus. Obwohl er verheiratet war, gelang es ihm, verschiedene alleinstehende, unerfahrene Frauen in seine Nege zu Loden. Unter falschem Namen trat er auf und versprach den heiratsluftigen Damen die Ehe. Eine Witwe D. war fchon soweit gebracht, daß sie Berlobungseinladungen abgesandt hatte. Am Lage vorher erschien er in der Wohnung seiner Zufünftigen und stahl die Trauringe aus erster Ehe, an deren Stelle er zur Berbeckung des Diebstahls 3 wei wertiofe Ringe legte. In einem anderen Falle schwindelte er seiner Liebsten" die Nähmaschine und die Pfandscheine für die verpfändeten Ringe ab; die Nähmaschine lieb er sich nur aus, weil der Schneider, bei dem er sich den Anzug zur Verlobung arbeiten laffe, einen Unfall mit seiner Maschine gehabt habe; diese Ringe wollte er einlösen und mit Brillanten verzieren laffen. Nachdem er fein Ziel erreicht hatte, verschwand der saubere Batron regelmäßig. Um feine Opfer in Sicherheit zu wiegen, hatte er auch gefälschte Wechsel ausgegeben. Im Hinblick auf seine Borstrafen wegen Betrügereien auf dem aleichen Gebiete hatte das Schöffengericht G. zu zwei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Chr perluft verurteilt. Gegen das Urteil hatte sein Berteidiger Berufung eingelegt und erzielte auch in der gestrigen Verhandlung vor der Straftammer des Landgerichts II, daß das Gericht noch einmal Abstand davon nahm, den Sdywindler ins Zuchthaus zu fchiden. Die Strafe wurde auf zwei Jahre Gefängnis festgesetzt Nene Tagesheime in der Heffel- und Beuthstraße. Das Bezirks cmt mitte eröffnet heute in der effelstr. 3 und in der Beuthftraße 16 je ein Tagesheim, die dazu bestimmt sind, allen Bersonen, benen es tagsüber an einem wormen Aufenthalt fehlt, Unterkunft u bieten. Die Räume find gut erwärmt und beleuchtet. Außerdem liegen mehrere Tageszeitungen, illustrierte Blätter und dergleichen aus. Es ist auch beabsichtigt, späterhin eine fleine Mahlzeit oder ein warmes Getränk zu reichen. Der Zutritt ist nur gegen Karten gestattet, die bei den Wohlfahrtstommiffionsvorstehern und in dem Bureau des Wohlfahrtsamts Mitte, An der Strolauer Brücke 6, atverlangt werden fönnen. Die Inbetriebnahme eines britten Heimes in der Neuen Rönigstraße 21 ist für Anfang Januar zu erwarten. Der Massenmörder von Münsterberg. Man vermutet 15 Opfer. GU Arbeiter- Sport Was will die RSJ.? Rreistag am 3. und 4. Januar findet laut Beschluß des Bundesvorstandes nicht statt und darf Don bundestreuen Vereinen nicht beschickt werden. Bereine, bie trobem Delegierte bort hinfenden oder an Beschlüffen mitwirken, haben alle sich daraus ergebenben Ronsequenzen zu tragen. Der Bundesvorstand wird in Berbindung mit dem Unterzeichneten einen neuen Kreistag in Rürze einberufen( voraussichtlich 25. Januar). dürfen nicht zugleich tätige Mitglieber ber RG3. fein. Ferner hat der Bundesvorstand beschloffen: Mitglieder des A.-S. u. Sp.-B. Mar Reichert, Kreisvertreter, Spandau, Rurstr. 2. Die Kreisleitung des Arbeiter- Turn- und Sportbundes, 4. Rreis, Sportausschuß, hat weder Mühen noch Mittel gescheut, dem Wintersport die allergrößte Förderung angedeihen zu lassen. Dadurch, daß in Altenberg ein größerem Ausmaße abzuhalten. Die Dresdener Genoffen im Verein mit den Altenbergern haben sich vorgenommen, den kommenden Länderwettkampf am 8. Februar 1925 in Geifing- Altenberg einwandfrei zu organisieren. Hundert verwaltung stellt die Schule und die neuerbaute Schanze am Geifing zur Ver Quartiere in Geifing- Altenberg a 1 M. fönnen benußt werden. Die Stadtfügung. Alles Nähere wird laufend in der Presse veröffentlicht. Zur Ausfchreibung tommen: anglauf für Sportler über 18 Jahre, 15. Kl. und 5. R. Sprunglauf für Sportler. Mindestleistung 20 Meter. Der Start 5 AI., Jugend unter 18 Jahren, Langlauf 5. RI., Sportlerinnen, Langlauf der Läufe erfolgt vorm. 10 Uhr an der Binge. Riel am Raupenneft. MelDungen bis 25. Januar an Arthur Engel, Dresden- A.. Poftstr. 15. Sie müssen Quartier gewünscht wird, muß dies mit der genauen Ankunftszeit angegeben enthalten: Name, Berein, Alter, Wettkampfart des Teilnehmers, Wenn fein. 1 M. Startgeld für Erwachsene, 0.50 M. für Jugend, muß der Meldung beigelegt werden. Nach Antreten wird das Startgeld zurüdgezahlt. Für Start nummern find beim Empfang 2 M. Pfand au hinterlegen. Auswärtige Feitbesucher müssen sich bea. Quartierbefchaffung ebenfalls anmelden und 1 M. Quatiergelb beilegen. maffives Wintersportheim erworben wurde, ist es bort möglich, Sportfeste in Verschiedene Vereine Groß- Berlins haben sich für die Teilnahme der Roten Sportinternationale( RSI.) an dem Frankfurter Diympia 1925 wie überhaupt für eine Zusammenarbeit der beiden Münsterberg 1. Schl., 29. Dezember.( Eigener Drahibericht.) Lestehenden Internationalen eingesetzt mit der Begründung, daß Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen über das grauenhafte alle Arbeiterfportier gemeinsame Arbeit zum Wohle des Treiben des Massenmörders von Münsterberg tann mit Sicherheit Proletariats leisten follen". Diese gemeinsame Arbeit müßte angenommen werden, daß die Zahl der Opfer Denfes fich auf min- von allen Arbeitersportlern gewünscht werden, wenn auch gemein Ausschreibung zum Sti- Länderwettkampf Sachsen- Finnland. destens 15 beläuft, ba in seiner Wohnung Kleidungs- same Grundsätze vorhanden wären. In Wirklichkeit handelt es stüde von 15 verschiedenen Bersonen aufgefunden wor- fich aber um zwei entgegengelegte Pole, deren Bereinigung ganz unden sind. Allerdings muß damit gerechnet werden, daß die Zahl der möglich ist. Die RST. wurde im Jahre 1921 in Mostau als GegenErmordeten noch höher ist, da der Mörder zweifellos viele Sachen organisation gegen die 1920 nach den Kriegsjahren neu erverbrannt hat man fand ein zum Berbrennen bestimmtes Kleiderstandene Luzerner Internationale gegründet. Herrifoff- Moskau fagi bündel bei der Berhaftung Dentes noch vor dem Ofen liegen, und vom ruffischen Sport: Durch das Defret des allrussischen zentralen weil weiterhin festzustehen scheint, daß Denfe ganz nach dem Vorbild Bolfsausschusses vom 22. Vpril 1918 wurde die Grundlage für die all Haarmanns auch einen Handel mit alten Kleidungsstücken betrieben gemeine Ausbildung der Werktätigen geschaffen, und der Bsewobuisch oder auch verschiedentlich Sachen an ärmere Leute verschenkt hat. wurde formell nur mit der militärischen Borberei Die Polizei von Münsterberg ist gemeinsam mit der Gendarmerie tung der Jugend und der Armeereserve beauf zurzeit bemüht, barüber im Kreise Münsterberg die notwendigen traat." Gegen Ende des Jahres 1922 ging man dann dazu über, Nachforschungen durchzuführen. Am Sonnabend wurde die Leihe die Leibestultur in den allgemeinen Arbeitsplan einzustellen. Der des Mörders obduziert. Sein Gehirn und Teile des Magen ideelle Inhalt der REI. murde von Lieske dahin präzisiert, daß die in halts wurden den Universitätsbehörden von Breslau zur näheren Arbeitersportvereine Aufklärung im revolutionären Sinne zu treiben Untersuchung auf etwaige abnorme Beranlagung überfandt. Wie und sich auf die Weltrevolution" vorzubereiten hätten. Auf dem feinerzeit in Hannover, so wird jetzt auch in Münsterberg behauptet, Kongres der RSI 1924 in Moskau lagen folgende Anträge vor: deß der Mörder das Fleisch seiner Opfer auch an andere Personen Die RS3. und ihre Seffionen haben die geschichtliche weitergegeben habe, und tatsächlich hat sich bereits eine Frau bei Aufgabe der Roten Armeen. Die Pflege und Erwerbung der Polizei gemeldet, die von Denfe einmal Fleisch erhalten haben abefter Disziplin sind bedingungslos notwendig. Es will. Weiter wurde ermittelt, daß der Mörder sich feine Opfer vici- muß ein Plan und ein Sn stem ausgearbeitet werden, welche fach aus der Herberge 3ur Heimat", wo die Handwerksburschen nur zu der siegreichen Durchführung der sozialen eintehrten, oder auch von der Straße geholt hat, indem er Revolution zielen." Diese Ziele würden die Arbeitersportverihnen vorspiegelte, daß sie bei ihm Arbeit finden fönnten. Da es eine von den Kulturaufgaben ablenfen, ganz anderen, zum Teil milifich immer um ortsfremde Personen handelte, fiel es nicht weiter tärischen Zwecken dienstbar machen und eine jahrzehntelange Arbeit auf, wenn die Betreffenden, die Dente nach seiner Wohnung be- Dernichten gleiteten, in den meisten Fällen nie wieder gesehen wurden. Aus Dem gleichen Grunde fällt es außerordentlich schwer, die Namen der Opfer zu ermitteln, von denen bisher nur 5 aus vorgefundenen Legitimationspapieren feststehen, während aus anderen vorgefundenen Papieren die Namen sorgfältig herausgeriffen worden waren. Am Montag wurde auf dem Anwesen Dentes in Münsterberg der bort befindliche! leine Teich.abgefaffen, wobei man zunächst nur einige fleine Teile menfchlicher Knochen sand. Da der Boden des Teichs völlig verschlammt ist, rechnet man aber damit, daß nach Begräumung des Schlamms sich noch weitere Leichenteile werden auffinden laffen. Im übrigen ist die Polizei weiter bemüht, aus den zahlreich einlaufenden Vermißtenenzeigen etwaige Namen weiterer Opfer Dentes festzustellen, was aber bisher noch nicht gelungen ist. Oberstaatsanwalt Blumel aus Glag. der zur Untersuchung der Münsterberger Morde am Tatort weilt, äußerte über die Verbrechen Denfes u. a. folgendes: Die Deffentlichkeit steht den Bolizeibehörden mit einem gewissen Vorurteil gegenüber, sie wird nicht verstehen können, daß in einem fo fleinen Städtchen wie Münsterberg unerhörte Verbrechen jahrelang unentdeckt bleiben fennten. Soweit sich der Tatbestand überblicken läßt, trifft aber die Münsterberger Bolizei feinerlei Schuld. Daß Denke fein graufiges Handwert bis heute ausüben fonnte, hat verschiedene Gründe. Einmal stand er bei der Bevölkerung in denkbar best am Rufe, zum anderen fonnte niemand in seine Lebensweise einen Emblid erhalten, da er von jeher ein zurüdgezogenes Dasein führte. Die Hausbewohner erflärten sich Denfes großen Fleischverbrauch damit, daß er Sunde und Raken schlachtete. Dente habe vermutlich fein verbrecherisches Treiben erst in der Inflations zeit begonnen, da er bis dahin über genügend Geldmittei verfügte. Großes Schadenfeuer im New Yorker Lunapark. Coneyisland vom Untergang bedroht. Außer diefen grundverschiedenen Tendenzen, die eine Zusammen arbeit gänzlich unmöglich machen, fommt hinzu, daß die REI. aus: drücklich in ihrem Programm zu stehen hat: Kampf gegen die menschewistische Luzerner Sportinternationale! Lieste, hat, wegen seiner fomugigen Angriffe gegen den ArbeiterTurn- und Sportbund zur Rede gestellt, geantwortet: Diese Art des Stampfes entspricht dem Verhältnis der beiden Internationalen! In diefem Sinne murde dann überall gearbeitet und der tommus nistische Zellenbau in allen Berbänden und Vereinen organifiert. Im Jahre 1920 wurde der tschechische Arbeiterturnerbund ge spalten, dem später das gleiche in Frankreich folgte. Nun scheint Deutschland an der Reihe zu sein. Die Arbeitersportverbände fönnen im Intereffe ihrer weiteren Existenz als Kulturorganisationen diefem Treiben nicht ärger zuleben So hart die jetzigen operativen Eingriffe eritemen mögen, so find sie doch unbedingt notwendig, um frante Teile am Körper der Organisationen zu entfernen, damit das Ganze wieder refunden kann. Wenn des Wort von der„ Einigkeit des Proletariats" zur Phrase wird, um jebe Einiofeit zu fabofieren, dann mögen die Anhänger der„ Diftatur" nicht über mangeinde Demokratie" jammern. Der Arbeitersport war und will bleiben die ideale Stätte der Körperfultur im sozialistischen Sinne. Wer sich dem entgegenstellt, ist ein Schädling, dem fein Anrecht auf die Mitgliedschaft in den Arbeitersportorganisationen zugesprochen werden kann. Un die Vereine des Arbeiter- Turn- und Sportbundes. Saut Beschluß des Bundesvorftanbes vom 21. Dezember gilt der Turnverein Fichte" als ausgefchloffen. Dadurch ist auch der alte Rreisvorstand au einen wesentlichen Teil außer Funktion und nicht mehr berechtigt, irgendwelche Anordnungen zu erlaffen. Die Bereine werden aufgefordert. nur noch ben norbnungen bes Bundes folge au leiften, der folgendes beschloffen hat: Me Raffenangelegenheiten werben bis auf weite res durch den unterzeichneten Kreisvertreter geregelt und find Gelber nur an deffen Adresse zu senden, da der bisherige Kreiskasserer fich schwere Unregelbas Rreis mitteilungs Blatt an Unterzeichneten zu richten. Der New Yorf. 29. Dezember.( TG) Die berühmten Bergnü mäkileiten hat aufchulden tommen laffen. Ebenso find alle Einsendungen für gungsstätten von Coneyislands wurden heute nachmittag durch eine Feuersbrunst mit 3erstörung be. droht. Das Feuer brad) in einem Seitenweg aus und griff auf den ganzen Block über, bevor die Feuerwehr eintraf. Die Flammen türmten sich hoch in die Luft und wurden auf große Entfernungen von der See aus gesehen. Nachdem sie vier Badehäuser vernichtet hatten, dehnten fie sich auf die zurzeit nicht bewohnten Sommers häuschen aus. Die gesamte Feuerwehr von Brocklyn und verschiedene Löschzüge aus anderen Bezifen wurden herbeigerufen. * Wie aus Tokio gemeldet wird, sind bei einem Brande in einer dortigen Privatirrenanstalt, die 843 Geistestrante beherbergte, viele Berionen verbrannt, bisher wurden 18 Leichen aufgefunden, 108 Infaffen werden als vermißt gemeldet Das Feuer griff auch auf die benachbarten Häuser über, von denen 50 eingeäschert wurden. Ueberfall auf einen Kassenboten. 105 000 Rentenmark geraubt. noten in die Hände fiel, während ein Beutel mit Hartgeld, den der 60jährige alte Mann neben sich stehen hatte, unberührt blieb. Das Geld war furz vorher an der Reichsbant erhoben worden und sollte bei der Darmstädter und Nationalbant eingezahlt werden. Bon den Räubern entfam einer zu Rade, während der andere zuvor flüchtete. Der Untergang des Fischdampfers Hoheluft. Vor kurzem ging der deutsche Fischdampfer auf der Höhe von Islan unter. Es handelt sich um das 215 Tonnen große Schiff einer Hamburger Fischereigesellschaft. Laut Daily Telegraph" verließ der Dampfer Soheluft" Tarbert am Donnerstag und nahm Kurs um die Nordküfte von Schottland herum. Im offenen Ozean wurde das Schiff von schweren Seen sehr herumgeworfen, verlor in der Dunkelheit seinen Kurs und strandete auf dem Felsen der Mull of Da, gegenüber von Islay. der Dampfer fant, nur elf Fuß seiner Masten ragen über das Wasser. Die 12 Mann starte Bejagung wurde meggeschwemmt und fam ums Leben, mit Aus. übernahme bes Maats Friedrich Geiger, der von den Wellen auf einen Felsen geworfen wurde. Er fonnte sich an diefem bis zum Morgengrauen festklammern und dann, wenn auch in völlig erschöpftem Zustande, ans Ufer gelangen, wo er fich in ein benach bartes Behöft begab. Im Gebäude der Darmstädter und Nationalbank in Köln fielen zwei junge Burschen, die mit Fahrrädern ausgerüstet waren, den Kassenboten der Chemischen Fabrik Kalt G. m. b. H., schlugen ihn vor dem Fahrstuhlschacht mit einem Stemmeisen zu Boden und suchten mit der Aftentasche voll Banknoten das Weite, während sie das Münzgeld unangetastet ließen. Der Schwerverlegte wurde in Sturmschäden in England. Durch den schweren Sturm, der das Hospital überführt. In Ergänzung zu diesem Ueberfall wird am Sonnabend über England hinwegging, wurde nach den Melmitgeteilt, daß den Räubern ein Betrag von 105 000 RM. in Bank Idungen englischer Blätter großer Schaden angerichtet. Zahlreiche nimpl MASSALLYRITIES Sea NAME UND BERGSCHAFT ZUGLEICH LL te altberühmte Zigarette cim neuen großen Format 88 Alterstiegen- Schanturnen am 18. Januar. Borläufiges Brogramm: 1. Teil: Turnhalle Brinzenstraße, nachm. 3 Uhr: Einmarsch. Freiübungen. Ansprache. Sondervorführungen am Red( 35-40 Jahre), Pferd( 40-30 Jahre), Barren 50 bis. 60 Jahre), Gesundheitsübungen( 60-70 Jahre); eine Pflicht-, zwei Rürübungen. Rürturnen. Spiele( Drittenabschlagen und Fuchsprellen). Stafettenlauf in Gaffen. Tauziehen. Schlußlied( Sieber stimmt an). Angetreten wird in schließend Kommers mit Damen im großen Saale des Berliner Gewerkschaftsweißem Semd und weißer Sofe um 2.45 Uhr nachmittags. 2. Teil: Anhauses, Engelufer 25. Cinlak 6½ Uhr, Anfang 7 Uhr. Am 6. Januar findet für diejenigen Turngenossen, die es ermöglichen können, davan teilzunehmen, in der Turnhalle Roppenstraße 74, abends 8 Uhr, eine Generalprobe statt. Anfchlickend wichtine Besprechung. interessantesten Treffen in Mannschafts- Ringkampf ber B- Klaffe vom FliegenMannschaftstampf B- Klaffe bes. Arb.- Athl.- Bunbes, 4. Streis. Eines der bis Schwermittelgewicht findet am Sonnabend, den 3. Januar, in den Festfälen Behrend", Berlin GO. Manteuffelftr. 93, ftatt. Es treffen an diesem Abend die Brudervereine Felfen- Rathenow und Ablet 05 zusammen. Beim Stampf in der ersten Munde in Juli 1924 mußte Felfen eine verhältnismäßig hohe Niederlage einstecken, doch durch einige Umstellungen ift Felfen jekt in der Lage, jebem Verein die Spine aut bieten, konnte boch die Felsen- Mannschaft Die Abler- Mannschaft ist zurzeit aut in form, was ihre Sicae in der zweiten erft vor furaem fiber Nordwest in der obengenannten Rlaffe mit 3%: 2% fiegen. Runde: 4: 2 liber Gandom am 28. November und 3% 2% über Nordwest am liches Beisammenfein. 19. Desember beweisen. Nach Beendigung des Kampfes am 3. Januar gemüt Berliner Schwimm- Union 1913. Die Uebungsstunden find jeden Mittwoch im Stadtbab Kreuzbera( Bärwaldstraße) und jeden Freitag im Stadthad Friedrichshain( an der Schillingsbrüde) von 6% bis 8% Uhr für fämtliche Ab2 Uhr in Eulers Gefellschaftshaus, GO. 16, Röpenider Str. 62, für sämtliche teilungen referviert. Am Sonntag, den 11. Januar 1925, findet nachmittags Mitglieder über 18 Jahre die Generalversammlung statt. Das Erscheinen ift unbedingte Pflicht. Anträge dant find noch bis zum 3. Januar an den 1. Bocfikenben Ostar Schläfte. GD., Gtaliger Str. 45, cinzureichen. Sämtliche rickständigen Beiträge sind ebenfalls bis zum genannten Sage an den Ge. fchäftsführer Erich Wendt, O 17. Roppenstr. 31 Quergeb. 8 Tr.. an den Uebungsabenden oder auf Boftfedtonto 9r. 110 633 au ch'en. Mitglieds. Bücher und farten find an ben Uebungsabenden ftets vorzuzeigen. SB. Sparta 1911. Leid tathletik, Fußball. Hoden, Handball. Leichtathletit: Jeben Freitag von 7-8 Uhr Sentraining. Turnballe fo bethitraße 57. Für die Sandbellmannschaften( Männer und Jugend) fuchen mit Spiele, müalichit auf Gegners Blak. Anachote an Walter Rummet, Berlin N., Driesener Str. 21. Soden: Sallentraining wie Leichtathleten. Aur Bervollständigung der dritten Mannschaft werhen noch Interessenten gefucht. Anschriften betreffs Spiele: Erich Sahl, Berlin- Lichtenberg, LeffingStraße 18. Gefäftstelle: Erich Grofenid. grthletit- Crott.Sirb e. B. Leichte' bletit Soden Rudern. Dienstag, ben 80. b. M. obends 7 Uhr: Baden. Schillingsbride; anfchließend bei 2infener. henftr. 58. Borstandssigung. Freitag den 2. Januar 1925, abends 8 Uhr: General-( chres- Verfemmina ebenda. Am Meuichrs. tage. vorm. 10 Uhr: erlauf, Fichtenlos, Baumschulenweg. Schriftführer der Sorten- Abteilung: Willi telfe, Merin D., Weidenweg 27. Gefchäf'sftelle: Affres Behrends. Perlin 993. 87 Ringendorfftr. 7. Berliner Arbeiter Shadfib. bt. Mord- est. Am Dienstag den 30. Dezember, findet in inferem Goiellotal, Armininshallen", Bremer Straße, unser Johresichukivir! verbunden mit Blikturnier und MaffenGimultanipiel, statt. Gäste willkommen. Beginn 7 Uhr. Eisenbahnverbindungen mußten abgeändert werden. Viele Straßen wurden durch umgestürzte Wagen oder durch die Fluten versperrt. Biele Häuser wurden beschädigt, und an der Küste strandeten mehrere Schiffe. Schnee im Schwarzwald. Nach wochenlanger Trockenheit ist nunmehr, nach einer Meldung aus Freiburg, in der Ebene Regen und auf den Schwarzwaldhöhen reichlicher Schneefall niedergegangen. Auf dem Feldberg liegt der Schnee 9 Zentimeter hoch. Die Temperatur beträgt 4 bis 5 Grad Kälte. Von der Ehefrau, und ihrem Geliebten ermordet. Auf Grube Anna Mathilde bei Senftenberg wurde der Arbeiter W nfler Don feiner Ehefrau und ihrem Geliebten, dem Arbeiter Kaczierezat. ber gleichfalls verheiratet ist und zwei Kinder besikt, ermordet Winter wurde mit einer Beine erwürgt und, um einen Selbstmord vorzutäuschen, am Fensterfreuz aufgehängt. Die Täter sind geständig. Dreihundert chinesische Soldaten hingerichtet. Aus Tientsin wird berichtet: In Stolnen wurden dreihundert chine. fische Soldaten hingerichtet, die an den Blünde.. rungen in Tientsin teilgenommen hatten, weil ihre Löhnungs-. zahlungen ausgefallen waren. Wetter für Berlin und Umgegend. Nach beiterer Nacht mildes, bemölltes Wetter, später gelinde Regenfälle. Für Deutschland. Weitdeutsland bewölftes, mindiges Wetter, Regenfälle, milder. In Ostdeutschland zu nehmende Bewölkung. mild. MASARYRITTER NAME UND BERGSCHAFT ZUGLEICH Die Quellen der Prostitution. In einem sehr inhaltsreichen und lesenswerten Auffah von Dr. Hugo Schröder: Wilde jugendliche Wanderer in der„ Sozialen Pragis", in dem die Bedeutung der sozialen Um stände( verwahrlofte Verhältnisse"!) als Quelle der Verkommen heit gebührend gewürdigt wird, finden wir auch bemerkenswerte Angaben über Ursachen der Prostitution. In den 18 Monaten vom 1. Januar 1922 bis 30. Juni 1923 sind der Prostituierten- Fürsorge des Berliner Polizeipräsidiums 1663 junge Mädchen( 427 Don 14-17 und 1236 von 18-20 Jahren) übergeben worden. Allein in dem Halbjahr Oktober 1922 bis März 1923 waren dabei 318 Jugendfiche, meist von 18 Jahren an, die infolge unehelicher Mutterschaft der Gewerbsunzucht verfallen waren. 90 davon waren selbst unehelicher Herkunft.„ Es ist bekannt," fagt dazu der Verfasser, daß die Prostituierten sich meist aus den Reihen der Dienstmädchen rekrutieren; meistens sind es somit Mädchen, die aus kleinen ostelbischen Orien nach Berlin gekommen sind. Aus einfachen, engen Verhältnissen herausgerissen, sehen sie sich in der Großstadt einem ganz anderen Milieu in seiner Kompliziertheit gegenüber. Sie fühlen sich im Großstadtgetriebe vereinsamt und fallen gar zu leicht der Verführung anheim, die in der unehelichen Schwängerung ihren Ausklang findet. Das graue Elend, das infolgedessen auf sie eindringt, treibt sie auf die Straße, wirft sie auf die Bahn des Lasters, führt sie vielfach wandernd von einer Großstadt in die andere. Diefe Ueberlegungen finden in dem Urteil, das Reher auf Grund statistischer Erhebungen in Württemberg fällte,' einwandfreie Bestätigung. Er sagt: Ungerechtigkeit der bestehenden Lebensverhältnisse ist es, die die normale Frau zur Prostitution drängt. Nicht individuelle, sondern soziale Schuld!" Auch soweit, namentlich bei den homosexuellen Prostituierten männlichen Gesch'echts, eine geistige Entartung oder perverse Beran agung vorliegt, so erklärt sich auch hier das Bordringen einer ungefunden Neigung, die unter geordneten Verhältnissen zurüdgedrängt worden wäre, in letzter Linie aus der minderwertigen Umgebung, in der die Person aufwächst. So jagt Konrad Aga hd, der verdienstvolle Bahnbrecher des Kinderschutzes, in seiner Schrift „ Lehrerschaft und Jugendfürsorge": ,, Was soll heranwachsen in Be Theater, Lichtspiele usw. haufungen, wo Kinder Ohrenzeugen von obszönen Reden und Späßen und Augenzeugen von Vorgängen sind, die für die Kinder Gift sind, zumal Erwachsene dem Gift erliegen." Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Man sieht die engen Zusammenhänge zwischen Wohnungselend, Bildungsmangel und geschlechtlicher Verwahriosung. Nicht durch Jugendpredigen, nur durch ernste und rücksichtslose Eingriffe läßt straße 9. fich dieses Elend überwinden. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik sind Berlin SB. 68. Lindenstraße 3. für Groß- Berlin ffets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trev. rechts, au richten 7. Kreis Charlottenburg. Mittwoch, den 31. Dezember, 7 Uhr, erweiterte Borftandsfihung im Rathaus, Simmer 1. 17. Kreis Lichtenberg. Die Abteilungsleiter werden gebeten, die Taschentalender in der Bibliothek abzuholen. Heute, Dienstag, den 30. Dezember: Junglozialisten, Gruppe Lichtenberg. 7½ Uhr Gruppenabend im Jugendheim, Barkaue 10. * 47. Abt. Bezirtsführer! Freitag, den 2. Januar, Tejter Termin zur Abrechnung beim Genoffen Schmidt. Jugendveranstaltungen. Achtung, Abteilungskassierer! Seute, Dienstag, den 30. Dezember, von 5 bis 7 Uhr Ausgabe der Januar- ,, Jugend- voran" und Abrechnung der Beitragsmarken. Alle Abteilungsleiter müssen nach Möglichkeit die Gilvester- Rarten abo rechnen. Die Losgewinne find abzuholen. Silvester ist das Jugendsekretariat geschloffen. " Heute, Dienstag, den 30. Dezember, abends 7 Uhr: Nordost I: Schule, Bökomftr. 40, Bortrag: Das Sozialistengeſes." Brenzlauer Borstadt: Schule, Danziger Str. 23, Wilhelm- Busch- Abend". Nordost II: Jugendheim, Danziger Str. 62, Bortrag: Unser Wandern." Schönhauser Borstadt: Schule Jbsenstraße, Bortrag: Rüdblid und Ausblid." Sübost G.- B.: Schule, Görliger Str. 51, Bortrag: ,, Bursche und Mädel." Besten: Baugewerksschule, Aurfürstenstr. 141, Diskuffion: Ridblid und AusAusblid." blid." Charlottenburg: Jugendheim, Rosinenstr. 4, Bortrag: Rüdblid und Mariendorf: Alte Schule, Dorfstr. 7, Bortrag: Schachspiel," Reutöllu V: Mitgliederversammlung bei Seim, Nogatftr. 53, nicht SchierkeStraße. Neukölln VI: Das Seim bleibt heute und am 6. Januar geschlossen. Adlershof: Lokal Feierstein, Bismardstraße, Diskussion: Die Weihnachtsfeier." Baumschulenweg: Jugendheim, Ernststr. 16, Distuffion: Die Weihnachtsfeier." Köpenick: Jugendheim Grünauer Straße 5, Diskussion: Die Weihnachtsfeier." Rosenthaler Vorstadt. Der Gruppenabend heute Dienstag fällt aus. Dafür Funktionärsizung bei Endrejat, Schönhauser Allee 181, abends Uhr. Das Erscheinen aller Funktionäre und Interessenten unbedingt nötig. Deutsch. Künstlertheat. Th.i.d.Gem.- Turnhalle Rammer- 6per Rose- Theater 8 U: 2. Gastspiel des Weißensee, Pistoriusst.23 Lützowstr. 112. 3/48: Milchmädchen Moskauer Künstlertheaters: Die Hochzeit ( Gogol) Staats- Theater Lessing- Theater Silvester 7: Zaza Opernhaus Täglich 8 Uhr: 7 Uhr: Margarete D. Widerspenstigen Opernhaus am Königsplatz Zähmung 6 U.: Die Puppenfee Lustspiel von Shakespeare Hänsel u. Gretel Schauspielhaus Maria Carsten, Theoder 7 Unr: Flachsmann Becker, Bonn, Schlegel als Erzieher Schiller Theater 72: Das Konzert Kleines Th. Tägl. 8 Uhr: Gr.Volksoper Eine Frau 11/2 Uhr ohne Wildschütz Bedeutung Volksbühne von Oskar Wilde 3: Das tapfere Schneiderlein Triesch, Korff, Sandrock 72Uhr: Sakuntala Deutsch. Theater Trianon- Th. 7 Uhr Die heilige Johanna Kammerspiele 8 Unr ,, 1913" Die Komödie Kurfürstendamm 206/207 Tägl. 8 Uhr: Lustspielhaus 8 Uhr Gaido Thielscher D. wahre Jakob Silvester 7: D. wahre Jakob Tägl. 8 Uhr: Wenn die Weihnachtsglocken läuten... Preise 80 Pf. b. 2 M. Circus Operettenhaus BUSch am Schiffbauerdamm 8 Uhr: Die vertauschte Frau Silvester 7Täglich 72 Uhr: Das große Die Circus Programm! vertausch.Frau Die berühmten an der Flottwellstraße Täel.8U Rokoko Kom Op.v.Preb.- Nodermann Ein Spiel mit dem Teufel Musik. Burl. v. P. Lordmann Wohl zu ruhen, von Schöneberg Variete. Spielplan! Herr Nachbar! Sonntags 3 Uhr Kom. Op. v. Poise Karten 5, 4, 3, 2 M. inkl. Garderobe und Progr halbe Kassen- Pr.! Rauchen gestattet. Wallner- Theat. 50s- Löwen 50 Löwen Komische 8 Uhr: Pelleas und Melisande Silvester 7: Pelleas und Melisande vadisals Attraktion und zum Schluß: Mitwirkung im ManegeSchaustück Th. im Admiralspalast Quo vadis? Allabendl 84 Uhr: 66 Noch und Koch Gr.Silvester- Vorsig. Silvester! Die Silvester- Feier Papa Nach d. Vorstellung im Löwen- Zwinger Erika Glässner Groß. Silvesterball Jul. Falkenstein D. Theat.- Kt. gelten Erich Kaiser- Tiz ohne Nachz. z. Ball Zum ersten Male Gr.Kindervorst, Central Theater Sechs Personen. suchen einen Autor Ein Stück das ge72 Uhr: Die im Trianon- Th. versunk. Glocke Mittw 4 U. Pr. ab 60 Pf Rotkäppchen Deuts Opernhaus macht worden soll Jedes Kind 7 Uhr: Tannhäuser von LuigiPirandello Regie. M. Reinhardt Theater i. d. Königgrätzer Str. erhält ein Geschenk! Metropol- Theater Tägl. 71, Uhr: Inmitten der 50 Löwen 50 trinkt Kp. Schneider auf das Wohl der Berliner eine Flasche Sekt! Neujahr! 3+ 7 U.: Die neuen Januar- Sensationen! Nachm. z. Schluß Uraufführung Der heitere Fridolin 8 U.: Der Tokaler Residenz- Th. Gräfin Mariza Laatsch u.Bommel Komödienhaus Heute z.letztenMa e Heute geschlossen! 8 Th. a. Nollendorfpl. Uhr: Lustige Streiche Spiel mit Neues Th. am Zoo zu Wasser u. zu Lande d. Tode Täglich 784 Uhr 7.30: Die Gellebte Silvester 7 Uhr Sr. Hoheit Gisela Werbezirk Berliner Theater 7.30 Uhr: Anneliese v. Dessau SCALA 8 Uhr in Rosa Altschul Wild- West- Mädel SilvesterBall Th. i. Kommend Str. Der Fünftausend" 8 Uhr: Wenn man verliebt ist.. Casino- Theater mit Molly Wessely Siegfried Arno Lothringer Str. 37 Tägl, 8 Ubr M ttwoch( Silvester) Anfang 72 Uhr: Donnerstag 8 Uhr Der neue Schlager Varieté Graf Koks Wenn man verliebt ist in den gesamten oberen Räumen des 8 Uhr Oper Direktion: James Klein 8 Uhr Unsere Revue: Das hat die Welt noch nicht gesehn mit über 250 Mitwirkenden m.d.Pariser Orig.- Ausstatt. m. span. Orig.- Tanztruppen mit Fern Andra u. K.Prenze mit einer Auslese der berühmtest. Bühnenkünstler des In- und Auslandes gilt auf der ganzen Welt als Unvergleichliche Sehenswürdigkeit Neujahr 3, Uhr Die große Revue! Jeder Erwachs. 1 Kind frei zu halben Preisen ( 50 Pf. Dis 6 Mk.) Vorverkauf ununterbrochen! Rheingold Saalbau Friedrichshain Posse in 3 Auszügen Intimes Theater Volkstüml. Preise! nach dem Tode Revue Ganz neu f. Berlin! 8 Katzi Abenteuer Bellevuestr. 19/20 WohlfahrtsGe eld- Lotterie für die Ausgewiesenen von Rhein und Ruhr. Ziehung 15., 16. u. 17. Januar 1925 12836 Gewinne Im Gesamtbetrag von Rm. 300000 75000 Hauptgewinne: Potsdamer Str. 3 „ Das hat Berlin noch nicht gesehen." Neujahrs- Fahrt des .Z.R. .Z. R. III° Abfahrt Kaisersaal Punkt 12 Uhr Größte Silvesterfeier Berlins Münchener Hetz Bühnenschau Silvesterball Ueberraschungen jeglicher Art Neujahr: Wiederholung u. Sängerwettstreit 50000 8 Musikkapellen Der gute Kapitän25000 10000 Lose zu M. 3.30 Porto a. 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Sof 2 St. Rameradschaft Areuzberg, Jugendabteilung SD. Dienstag, den 30. Dezember, abends 7 Uhr, Versammlung bei Bier, Raung Arbeiter- Abstinenten- Bund, Ortsgruppe Berlin, Su der Silvesternacht Feier bei Wolter in Wildenbruch. Nach ebernachten ReujahrsmandeAbfahri Mittmod) Charlottenburg abends 5.34 und 6.35 Uhr, an Geddin 6.27 bzw. 7.27 Uhr. Freireligiöse Gemeinde. 1. Neujahrstag, vornt. 11 Uhr, Bappelailer 15. Bortrag des Herrn Dr. M. Brie: Gelbstaudt und Rächstenliebe." Gäste willkommen. Sport. Silvesterrennen im Sport- Palast. Außer dem hervorragend befekten 25 Stunden- Rennen, das am Silvesterabend um 10 ith: mit 13 auserwählten Mannschaften seinen Anfang nimmt und am 1. Januar, abends 11 Uhr, zu Ende gebt, find als Einleitung noch einige interessante Fliegerrennen vorgesehen, die sich in der Zeit von 8 bis 10 11hr am Silvesterabend auf dem schnellen Barlett der Binterbahn abspielen werden. Im Vordergrund des Intereffes steht ein Lander tampf Deutschland Ausland, der in verschiedenen Zweier Treffen, einem Punkte Fahren und einem Verfolgungsrennen zur Ent fcheidung gelangt. Ein Vorgabefahren über 10 Runden vervollständigt das Brogramm. Die nicht plazierten Fahrer bestreiten noch ein Prämienfahren, das bei der guten Stlaffe der Bewerber scharfe Kämpfe erwarten läßt. Der Holländer van Net, der in den Weihnachtsrennen feiner Startver pflichtung wegen Krankheit nicht nachtomment fonnte, bat jegt der Direktion mitgeteilt, daß er bereits am Dienstag in Berlin eintreffen wird und be stimmt an der 25- Stunden- Prüfung teilnimmt. Geschäftliche Mitteilungen. Ein guter Wunsch fürs neue Jahr ift der, daß jede Hausfrau einen Bersuch mit der neuen Feintoft- Margarine Schman im Blauband" unternehmen möge, welche in keiner gutgeführten Rüche fehlen follte. Sie stellt eine wichtige Neuerung dar, da sie aus auserlefenen Rohstoffen, nach besonderem Berfahren hergestellt- durch ihre hervorragende Qualität tatsächlich überrascht und außer dem die Annehmlichkeit eines mäßigen Preises befigt. Wir weifen auf das am 3. Januar erscheinende Inserat der Tuchgroßhand lung Georg Schweizer G. m. b. S., Raiser- Wilhelm- Str. 20, hin, welches einen Inventurausverkauf ankündet. Den heutigen Reiten Rechnung tragend, ist auch eine Abteilung fitr den Einzelverkauf zu erstaunenb billigen Preisen einge richtet. Die Firma ist durch strenge Reellität in furzer Zeit ein führendes Saus in der Branche geworden. Silvester Hausmusik ducch Glectromophon ideale Sprechmaschine mit elektr. Antrieb. Hein aufziehen, kein abstellen. Edelste Tonwiedergabe Schallplatten aller führenden Marken. gee B& V BEIL& VOSS • Tauentzien Str. 5 Nollendorf Pl. 7.Haupt Str.9 Bad Str.42/ 43 Rosenthaler Str. 16/17 Gr. 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Das Gesamt zunehmen, daß uns das tommende Jahr bei konsequenter Einhaltung bild der wirtschaftlichen Entwicklung zeigt deutlich die Schwan der Erfüllungspolitik ein beträchtliches Etüd vorwärts bringen wird. tungen, denen das Wirtschaftsleben infolgedeffen ausgesetzt war und die zum Teil auf die Hemmungen und Störungen der Geld= wirtschaft am Warenmarkt zurückzuführen sind. Die ersten beiden Monate des Jahres 1924 tragen sichtbar die Spuren der fürzlich erst überwundenen Inflation. Die Industrieſtoffe stehen erheblich über dem Weltmarktpreis und die start einfegenden Rentenmarttredite, die zu der Zeit in den Vertehr gelangten, begünstigten die steigende Tendenz der Breise. Im April drohte der deutschen Wirtschaft schwere Gefahr, da sie die Rentenmarktfredite nicht zu Produktionszmeden verwendete, sondern wie in der Inflationszeit zur Aufhamsterung von Waren benutte. Dies beweist tar die Preisentwicklung für Getreide und Kartoffeln, als auch die der Industrieft offe. Denn im Mai hatte sich die Inderziffer für Industriestoffe auf 152,2 erhöht, und auch den Preisindex für Getreide und Kortoffeln bis auf 91 gesteigert. Die große Preisspanne zwifchet Industrie und Agrarerzeugnissen ist ein deutliches Merkmal dafür, daß die Industriemaren tatsächlich ge hamstert und zurüdgehalten wurden. Echon im April setzte die 3urüdschraubung der Kredite der Reichsbant ein und die Aktion hatte zur Folge, boß die Stabilisierung Ser Währung gesichert war und eine Gentung der Waren. preise auf 115,0 des Borkriegsstandes sich vollzog. Diese Maßnahme verurfachte natürlich eine bebentliche Kreditnot in der deutschen Industrie. Die von der Regierung pomphaft angekündigten Preisreduktionen machten sich auf dem Gebiete der Industrieftoffe zunächst gar nicht, dann aber nur langsam Lemerkbar. Die rüdläufige Ronjunttur, die damals eintrat, verschärfte die Lage am Arbeitsmartt außer ordentlich. Erst nach der Annahme der Dames- Gejeze begann eine Meubelebung der Konjunktur auf allen Märkten, die mit einer lebhafteren Beschäftigung der Industrie verbunden war. Die Preisunterschiede zwischen den Agrarprodut. ten und den Industriewaren, die in der Mitte des Jahres besonders groß waren und erbitterte Rämpfe in der Schußzollfrage zur Folge hatten, find im legten Bierteljahr nahezu geschwunden eine Wirkung ber fostspieligen Freigabe von Brotgetreide zur Ausfuhr und der schlechten Ernte. Diese Tat fache spricht Bände gegen die unberechtigten Forderungen der Agrarier. Dennoch beharren die Großgrundbefizer auf dem egoistischen Standpunkt, daß Schußzölle unbedingt vonnöten jeien, und sie werden versuchen, in der kommenden Legislaturperiode. des neuen Reichstags mit Hilfe der Rechten den Kampf weiter zu führen, Dienstag, 30. Dezember 1924 Schlagwort vom Schuh ber nationalen Arbeit nicht fritiflos hingenommen werden, da die weit gehende Ueberfremdung der deutschen Wirtschaft bei jedem Antrag auf erhöhten Sollschutz zu der Prüfung zwingt, ob durch ihn nicht eine fremde Machtposition gestärkt werden soll, um von ihr aus dann letzte, freie Bestandteile jenes Zweiges in die Hörigkeit ausländischen Sapitals zu bringen. Der Zoll soll gefährdeten deutschen Industrien auch fünftig mitzuwirken, er soll jedrch feine zufäßlichen Mengen die Möglichkeit erhalten, an der Versorgung des deutschen Marttes notwendiger Einfuhr soweit einschränken oder ihren Preis, und da mit den des Gesamtverbrauchs, so weit erhöhen, daß die betreffenden inländischen Industrien tatsächlich zu monopolischer Preispolitik be fähigt werden. Solcher Abschließung von den Spannträften einer auf die Erzielung von höchstleistun gen hinwirtendenden Konturrenz muß einmal mit Rücksicht auf das deutsche Exportintereffe widersprochen werden, und fodann wegen der Gefahr, daß eine übermäßig geschütte Induftrie Rentabilität in der erleichterten Ausnugung ibre bes Verbrauchers, dagegen nicht in der steten Ber befferung ihrer wirtschaftlichen und technischen Formen der Arbeit such f Sind damit die innerwirtschaftlichen Grenzen des Zollfdußes bet grundfäßlich freihändlerischer Gesinnung umschrieben, so ergeben sie fich nach außen aus der Notwendigkeit, den Staat handelspolitisch wehrhaft zu erhalten, solange er es mit Ver. tragsgegnern zu tun hat, die auch auf dem Gebiete des Protettionismus noch feineswegs an Abrüstung denten." Die handelspolitischen Anschauungen der Hamburger Handels fammer bewegen sich auf derfelben Linie wie die Entschließung ber deutschen Hochschullehrer für Volkswirtschaft von Stuttgart: der Zoll tarif als Mittel um günstige Handelsverträge auf der Basis der Meistbegünstigung zu erhalten, Ablehnung jedes Schutzzolls, der ein Monopol errichten würde. Die volkswirtschaftlich mohlbegründeten Darlegungen der Hamburger Handelstammer werden in den tommen den Debatten über die Handelspolitit als startes Argument ins Fels Sehen Sie, verehries Publikum, ich mich auf der Schaufel nach rechts geführt werden. fann mit Bierflaschen jonglierenGerrywierce und links neigen Stühle und Tische umwerfen nur aufftellen fann ich sie nicht! Die Hamburger Handelskammer zur Zollfrage. Die Preisentwicklung der Lebensmittet war in dem verDie Hamburger Handelskammer veröffentlicht ihren Rückblick floffenen Zeitraum großen Schwankungen ausgesetzt. Die Er auf das Wirtschaftsjahr 1924. Die Grundtendenz der Beurteilung flärung gibt die Tatsache, daß die Kreditnot am Anfang des Jahres der Wirtschaftslage und der wirtschaftlichen Zukunftsaussichten ist besonders schwer auf der Landwirtschaft lastete und auf die Geweitaus optimistischer als in den Berichten der Hamburger Handelstreidepreise drückte. Im Juli trat die entscheidende Aenderung fammer in den vorhergehenden Jahren. Der Bericht spiegelt die allein. Damals glaubte man durch Deffnung der Grenzen und die gemeine Hoffnung auf fortschreitende Gesundung des Wirtschafts bedingte Freigabe der Getreideausfuhr nach dem Auslande der not lebens wider. Er sagt: Beim Rückblick auf das Jahr 1923 hatte leidenden Landwirtschaft einen Dienst zu erweisen und die unge die Handelstammer angesichts der schmeren Daseinsfrisis von Staat wöhnlich daniederliegenden Agrarpreise wieder auf eine an- und Wirtschaft gewarnt, voreilige Schlüffe auf den völligen 3u gemeffene Höhe zu treiben. Die Kanig- Politit hatte auch den ge- fammenbruch Deutschlands zu ziehen, und hatte die Bermutung gewünschten Erfolg: Die Lebensmittelpreife ftiegen wagt, daß der Augenblick wirksamer Selbstbesinnung nahe fei. Die beträchtlich. Doch die Steigerung der Preise schoß weit über Ereignisse, die das Jahr 1924 tennzeichnen, haben diefer Hoffnung das beabsichtigte Ziel hinaus; später zeigte fich obendrein, daß in- Gestalt gegeben. Wenn auch die Festigkeit des erreichten Zustandes folge der Mißernte viel zu große Mengen von Getreide ausgeführt nicht überschätzt, die Kärglichkeit des Rapitalbestandes der deutschen worden waren, bie wiederum burch eine erhöhte und teuere Ein- Wirtschaft nicht verkannt werden darf, so ist doch fortschreitende fuhr ersetzt werden mußten. Der Einfluß dieser vertehrten Gesundung wahrscheinlich, wenn die politischen SpanWirtschaftspolitit zeigt fich deutlich in der starten nungen auf dem Wege fachlicher und gerechter Behandlung zu lösen Steigerung der Lebensmittelpreise. versucht werden." Nachfolgende Tabelle über die Entwicklung des Groß. handelsindeg und der Reichsinderziffer für Lebens. haltungsfoften veranschaulicht die Preisschwankungen in großen Zügen. Wirtschaftsjahr 1924 Lebenshaltung ( 1913/ 14-100) Großhandel ( 1913/14 100) Gesamt- Ernähr Gefamt- Getreide Bebens. Inbeg indeg) allein²) inder u. Rartoff mittei giffer Januar Februar 110 104 • März 107 April 112 Mai 115 Juni 112 Juli 116 August 114 September 116 127 117,3 81,8 108,0 144,1 117 116,2 79,6 100,8 145,1 120 120,7 85,6 106,4 147,4 123 124,1 91,4 109,7 150.9 126 122,5 91,0 106,6 152,2 120 115,9 84,2 97,9 149,6 126 115,0 90,1 102,2 139,1 122 120,4 98,7 110,9 1882 125 126,9 110,7 120,7 188,5 122 184 131,2 119,8 129,2 184,9 122,5 135 128,5 113,0 123,9 137,1 Dezember geschäßt 122,2 135 128,5 112,8 123,4 188,2 1) Geſamtinder setzt sich zufammen aus a) Ernährung, b) Woh 1) Gefamtinder setzt sich zufammen aus a) Ernährung, b) Woh nung, c) Heizung und Beleuchtung, d) Bekleidung. Oftober November Bon großem Intereffe ist die Stellungnahme der Hamburger Handelskammer zu den Problemen der deutschen Handelspolitit. Bon grundfäßlich freihändlerischer Gesinnung cusgehend, lehnt sie jeden Hochschutzzoll ab: Ist somit die deutsche Wirtschaft auf Grund außerökonomischer, rechtlicher Abmachungen vor die Notwendigkeit starter Be günstigung des Exports gestellt, so ergibt sich daraus schon eine wichtige Richtungsbestimmtheit für Zölle und Handelsverträge. Soweit die Handelskammer sich gutachtlich zu äußern hatte, ift ihre Stellung zu diesen Hauptfragen die folgende gewefen. Gegen über den zweimal unternommenen Bersuchen der Regierung, im Juli durch den Entwurf eines Gesetzes über 351le und Umjaz. fteuern, im Herbst durch die sogenannte fleine 3o11porlage eine Berschärfung des 3ollschutes der beutschen Wirt haft herbeizuführen, hat die Kammer eine entschieben ab lehnende haltung eingenommen; sie hat weder die Einführung Der autonomen Sätze des Bolltarifs von 1902 auf die wichtigsten Agrar produfte, wie Getreide, Kartoffeln, Bieh und Fleisch, gebilligt noch hielt sie eine Erhöhung der Industriezölle für volfswirtschaftlich richtig. Der Lebenshaltungsinder. Die Reichsinderziffer für die Lebenshaltungskosten ( Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung und Bekleidung) be läuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamts für Dienstag, den 23. Dezember, auf 122,8. Sie ist gegenüber der Borwoche um 0,2 v. 5. gestiegen. Zudererport und Zuderpreise. Der Reichsernährungsminister hat eine weitere million Doppelzentner Berbrauchszuder für ben Export freis gegeben. Die Maßnahme wird damit begründet, daß für die Neu bestellung unbedingt Kapital beschafft werden muß. Der vermehrte Export läßt sich nur ertragen, wenn der bekannten ungerechtfertigten Steigerung der 3uderpreise energisch entgegen. gemirtt wird, da die Mehrausfuhr selbstverständlich das An gebot verknappen und zu weiterem Bucher anreizen muß. Reichsverband deutscher Fruchtgroßhändler. Am 28. Dezember fand einc aus allen Teilen des Reiches start besuchte Bersammlung der Fruchtgroßhändler statt. Die Reichs behörden, Staats- und Kommunalbehörden hatten durch Absendung von Bertretern ihr Interesse an dieser Tagung befundet. Die italie nische Botschaft war durch ihren Handelsreferenten, die holländische Botschaft durch ihren Landwirtschaftsreferenten vertreten. Der zweite Borsigende der Berliner Handelskammer wohnte ebenfalls der Tagung bei. Es fam zur Gründung des Reichsverbandes deut Gründungsverhandlungen eine Reihe von Vorträgen, von denen die scher Fruchtgroßhändler. Borausgegangen war diesen wichtigsten das Thema der Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Italien und die volkswirtschaftliche Be deutung des Straßenhandels berührten. In dem ersten Bortrag erklärte fich der Referent mit einem mäßigen Boll für die aus Italien hereinkommenden Früchte einverstanden. Der Vertreter der Regie rung ftimmte ihm zu und verwahrte sich ausdrücklich dagegen, daß die Regierung eine Hochschutzzollpolitik treibe. Der Referent über bie Bedeutung des Straßenhandels hob hervor, daß ohne den StraßenWeise, wie es jetzt geschehe, gar nicht möglich wäre. 70 bis 80 Broz handel die Versorgung der Großstädte mit Doft und Gemüse in der von Obst und Gemüse, das nach der Großstadt tommt, werde durch den Straßenhandel abgesetzt. Außerdem sei der Straßenhandel sehr wichtig für die Regulierung der Preise, denn er müsse billig ver taufen, und nur dadurch, daß er billig vertaufe, werden auch die Einzelhändler mit festen Verkaufslokalen genötigt, sich diesen billigen Preisen anzuschließen. Centralhotel Berlin. Es fommt nicht alle Tage vor, daß ein Aufsichtsrat auf Be Hotelbetriebs- A.- G. Conrad Uhls Hotel Bristol züge, die ihm angeboten werden, verzichtet. Bei der Hotelbetriebse A.-G. trat diefer Fall ein Es wurde in der Generalversammlung in der die Umstellung des Aktienkapitals auf 15 680 000 m. durch 3ufammenlegung im Berhältnis 10: 7 beschlossen wurde, eine Sta tutenänderung genehmigt, welche den Fortfall ber Tantieme vorfieht und die Bezüge des Aufsichtsrats auf die fefte Bergütung beschränkt, obwohl von Aktionärsseite ein Antrag vorlag, daß die Tantieme beibehalten werden sollte. Die Bilanz zeigt auch bei biefem Unternehmen eine erhebliche Divergenz zwischen wirklichem und aus. gemiefenem Bermögen. Die Verwaltung mußte zugeben, daß das mit 1 M. zu Buch stehende Inventar bedeutsame innere Reserven ent hält, daß die schon in der Friedensbilanz mit 630 000 m. aus gewiesenen Warenvorräte, bie in der Goldmarkbilanz mit 496 798 m. erscheinen, obwohl sie sehr, sehr viel größer find als die Borfriegsvor räte, sehr vorsichtig aufgenommen find. Start unterwertet ist au das Effektenfonto, das mit 6 528 293 m. erscheint. 6,4 millionen find für die Beteiligung an der Eisenbahnhotelgesellschaft eingesetzt. Bon topitals. Diefes beträgt 825 000 Papiermark und wird in den gleichen dieser Gesellschaft befigt die Hotelbetriebs-.- G./ des NominalGoldmarkbetrag umgestellt. Die Gesellschaft besitzt das Zentralhotel ohne Schulden, das nach einer amtlichen Tage vor dem Kriege 20 Millionen Mark wert war. Der Geschäftsgang im laufenden Geschäftsjahr dürfte nach Auskunft der Berwaltung die Berteilung einer Dividende gestatten. Keinem Wirtschaftszweig fann ein absolutes Recht auf hohen 3ollschuh zuerfannt werden, vor allem bincus noch eine Umlenfung der allgemeinen Einniemals in einer Höhe, die über die Sicherung feiner Rentabilität tommensverteilung zugunsten eines verhältnis. 3) Den größten prozentualen Anteil an den Lebenshaltungsmäßig fleinen Kreises von Produzenten bewirkt. Die foften nimmt die Ernährung in Anspruch, wogegen die Kosten für Frage ber Agrarzölle ist bei der gegebenen Lage Deutschlands Wohnung und Bekleidung im Gesamtindeg start zurüdtreten. weniger denn je als ein parteipolitisches Ariom zu behandeln, auch banten führen, ihr das fehlende Kapital burch eine Belastung darf die zeitweilige Kreditfrisis der Landwirtschaft nicht zu dem Ge Der Lebenshaltung des gesamten Boltes zu verhaft nach erfolgter Umstellung diese aufhebt und eine schärfere 3u Eifenmatthes A.- 3. Ein nicht alltäglicher Fall, daß eine Gefell schaffen. Der Zoll darf vielmehr nur, falls ein solcher unter Berüd- immenlegung vornimmt. Die Gesellschaft hatte the Attientapital fichtigung der Breisverhältnisse auf dem Weltmarkt überhaupt erim Jult auf 7.5 Millionen herabgefeht. Nach den Ausführungen der forderlich ist, so hoch sein, daß er die Fortführung des Getreidebaues Berwaltung hoffte sie auf eine Hebung des Geschäftes nach der Annoch möglich macht, dagegen fann er nicht Mittel der nahme des Dawes Gutachtens. Die Hoffnungen erfüllten sich nicht. Kapitalbeschaffung für einen einzelnen Beruf sein, dessen So sieht sich die Berwaltung, um für alle Eventualitäten gerüstet zu Berarmung nicht größer ift als die der Gesamtwirtschaft, wenn auch sein, genötigt, eine schärfere Umstellung auf 5 Millionen Goldmart die Landwirtschaft in den Möglichkeiten der Kreditaufnahme eine beburch Zusammenlegung im Verhältnis 30: 1 vorzunehmen. Diese sondere Stellung durch die ausgedehnte Umschlagsdauer ihres Betriebs tapitals einnimmt. wurde genehmigt. Die Gesellschaft gehört zum Barmat- Konzern. Es ist felbstverständlich, daß sich die wirtschaftlichen Hemmungen und Störungen auch in der Reichsinderziffer für Lebens. heltungstoften widerspiegeln. In letzter Zeit sind in den maßgebenden Kreisen und vor allem in der Arbeiterschaft Zweifel über die Berechnungsmethode des Reichsinder aufgetaucht. Gemiß läßt der errechnete Inder manche preissteigernben Momente in der Lebenshaltung unberücksichtigt. Die Bewegung, nicht die absolute Höhe der Lebenshaltungstoften, wird freilich von den Inderzahlen immerhin mit einiger Sicherheit angedeutet. Das verflossene Wirtschaftsjahr war in der ersten Hälfte start beeinflußt von politischen Unflarheiten und Schwierigkeiten. Erst, wie schon im Anfang erwähnt, bas Eintreten der oußenpoliti. schen Entspannung durch die Annahme des Sachverständigen. gutachtens brachte eine ruhige und fortlaufend zur Ge. fundung neigende Entwicklung mit sich. Wenn auch jundung neigende Entwidlung mit sich. Wenn auch im nächsten Jahre, wie jetzt schon die Anzeichen zu spüren sind, neue toirtschaftliche Probleme und mit ihnen neue Schwierigkeiten auf In innerem Zusammenhang mit dieser Auffaffung hat sich die Handelstammer auch gegen die geplanten Erhöhungen Der 36lle auf industrielle Stoffe ausgesprochen, da das Ziel der Bolkswirtschaft in der Erzeugung hochwertiger, ausfuhrstoffe fo billig wie möglich heranzuführen sind, um die Ware erfolg. fähiger Endprodukte gesucht werden muß, für die ausländische Roh reich auf den ausländischen Martt bringen zu tönnen. Gerabe bei der Befürwortung hoher Industriegolle darf das bequeme Löwenbrauerei- Böhmisches Brauhaus. Der Bierabfah steigt. Er hat den des Vorjahres überholt. Die Berliner haben eine Preis. fonvention abgeschlossen, damit ihnen ja nicht die Gewinne gefchmälert werden und damit sie gemeinsam über die hohen Steuern schimpfen. Generalversammlung, in der die Umstellung des Aktienkapitals auf Das ist die Quintessenz der Darlegungen der Berwaltung in ber 5 100 000 m durch zufammenlegung im Berhältnis 5: 3 und die Berteilung einer Dividende von 10 Broz beschlossen wurde. Silvester Artikel Konfekt mit Scherzeinlagen, Stück 10pt Knallsachen Tischfeuerwerk............ vo 20 Radauartikel terscheiben....... u. a. klirrende Fen- 55Pt. Kopfbedeckungen Damen Herren von 10 mit u. 10TTE an Stang.- Spargel Dose sehr stark 385 Ananas.......... Dose 240 Bengal.Fackeln Kart. 55110125 Luftschlangen Luitpistolen daru Paket 8PL 30PL Mützen Gleßblei 3085 Knallbonbons Musikeinlagen In vielen Preislagen in viel. Glücksfiguren, Dutzend PL PL Brech- Spargel Dose stark 305 Kalif. Pfirsiche, Dose 205 Gem. Gemüse mittel Dose 15 Frische Ananas.. Prand 140 Erdbeeren... Dose 230 Hasen Hasen gestreif... Pfund 140 Pa. Schweinebauch o. B., Pfand 85P| Schmorfleisch prima, o. 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