Abendausgabe Nr. 613 41. Jahrgang Ausgabe B Nr. 306 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: S. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel- Adresse: Sozialdemofcat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 5 Goldpfennig Dienstag 30. Dezember 1924 Beclag und Anzeigenabteilung: Gefchäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin SB. 68, Cindenstraße 3 Ferufprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Reichstag am 5. Januar. Wallrafs letzte Amtshandlung. Der Präsident des Reichstags, Wallraf, teilt mit: Auf Grund der Artikel 23 und 27 der Reichsverfassung wird der neugewählte Reichstag berufen, am Montag, den 5. Januar 1925, nachmittags 3 Uhr, zusammenzutreten. Die Pariser Verhandlungen. Wiedereintreffen der deutschen Delegation. Paris, 30. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Die Mitglieder der deutschen Delegation für die deutsch- französischen Handelsver tragsverhandlungen werden am Dienstag hier erwartet. Vom Han. delsminister find die nötigen Anordnungen getroffen worden, um am Mittwoch bereits die Wiederaufnahme der Berhandlungen zu ermöglichen. Die Räumungsfrage. Reine amerikanische Intervention. London, 30. Dezember.( WTB.) Der amerikanische Beobachter in der Reparationsfommission Cogan erklärte dem Pariser Berichterstatter einer Nachrichtenagentur, daß die Mitteilung, er habe von Staatssekretär Hughes Anweisungen erhalten, informell den Alliierten die Ansicht der amerikanischen Regierung zum Ausdrud zu bringen, daß der Erfolg des Dawes- Planes zum größten Teil von einer gütlichen Regelung des Problems der Räumung Kölns abhänge, unwahr sei. Er fügte hinzu, er erwarte keine derartigen Anweisungen. Die Note der Alliierten an Deutschland. Unstimmigkeit in der Frage der Notifizierung. Paris, 30. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Der Lertentwurf einer Note, die den Beschluß der Botschafterkonferenz der deutschen Regierung mitteilen soll, ist bekanntlich bereits fertiggestellt und an Die zuständigen Regierungen abgegangen. Das Blatt" Deuvre" schreibt dazu, wenn eine Meinungsverschiedenheit zwischen London und Paris bestehe, so nur in der Frage der Notifizierung Des Beschlusses der Botschaftertonferenz an Deutschland. Frankreich hat seinen Alliierten den Entwurf eines Memorandums vorgelegt, der die Berichte der Kontrollkommission benußt, um zu zeigen, daß Deutschland die Entweffnungsbestimmungen nicht erfüllt hat und daß daher die Besetzung der ersten 3one verlängert werden müsse. England wünscht dieser Note nur einen vorläufigen Charakter zu geben und die endgültige Darstellung der Lage einer zweiten Note porzubehalten, die die alliierten Regierungen nach Fertigstellung des endgültigen Berichts der Kontrollfommission an Deutschland zu richten hätten. Paris, 30. Dezember.( MTB.) Nach einem Londoner Tele. gramm des„ Matin" hält die britische Regierung daran fest, daß die Note, die die Botschafterkonferenz an die deutsche Regierung in der Frage der Räumung der Kölner Zone richten werde, rein provi forischen Charakter habe, da der Schlußbericht der Kontrollfommission noch nicht vorliege. Man spricht nach dem Berichterstatter in englischen Kreisen, wo man an dem guten Willen Deutschlands nicht zweifelt, sogar davon, daß die Räumung der Kölner Zone verbunden mit der des Ruhrgebiets im Mai erfolgen könne. Frankreich erlaubt's! Also her mit dem Bürgerblock. Die Nationalpost" redet dem Zentrum im Guten zu, es doch um Gottesmillen mit dem Bürgerblod zu versuchen. Es sei doch gar nicht so gefährlich, selbst in Frankreich finde man nichts on einem Bürgerblock in Deutschland. Zum Beweis zitiert die„ Nationalpost" den„ Temps", in dem geschrieben stand: 97 Wenn die Wahlen eine Rechtsregierung ergäben, warum sollte man denn nicht ohne große Gefahren eine Rechtsregierung bilden?" Weil das schlimmste Heßblatt gegen Deutschland auf diese versteckte Weise das Zentrum für eine Rechtsregierung zu animieren sucht, muß der Bürgerblod gebildet werden. Die politische Logik der„ Nationalpost", die den„ Temps" als Schwurzeugen anruft, ist reizend. Elsaß- Lothringen und Frankreich. Vereinheitlichung der Verwaltung. Paris, 30. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Der Kommissionsbericht zur Gesetzesvorlage über die Aufhebung des Generalsekre tariats für Elsaß- Lothringen liegt nun vor. Diese Maßnahme stellt eine zweite Etappe in der Rückkehr Elsaß- Lothringen zum französischen Verwaltungsregime dar. Das Ziel der Gesetzgebung, sagt der Bericht, sei eine vollkommene Vereinheitlichung Der Berwaltung. Frankreich set tein Bundesstaat und könne daher nicht dulden, daß ein Teil seines Gebiets seine besonderen Gesetze und seine eigene Verwaltungsorganisation habe. Aber auch das Landesinteresse von Elsaß- Lothringen erfordere. daß diese Bro vinzen sich dem übrigen Teil der Nation anpassen, sonst laufen sie Gefahr, geistig und moralisch isoliert zu bleiben. Günstige Konjunktur in England. London, 30. Dezember.( EP.) Daily Expreß" schreibt, daß alle Zweige der englischen Industrie dem Jahre 1925 mit großen Hoff nungen entgegenfehen. Die Handelsbeziehungen hätten sich seit den Herbst ständig gebessert und die Lage sei besser als früher. Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß eine günstige Konjunktur im tommenden Jahr sicher sei. Der Bund der britischen Industrie fagt auf der Grundlage der von ihm angestellten Nachfrage eine weitere günstige Entwidlung des Welthandels coraus. Auch das Regierungsdepartement für den Ueberseehandel tonstatierte gestern, daß die Aussichten für das neue Jahr günstig feien und man fönne einen starten Aufschwung in allen Industriezweigen erwarten. Der gestrige Refordstand des Pfund futjes scheine ebenfalls darauf hinzudeuten, daß die Lage mit Opti. mismus betrachtet werden könne. Hessischer Landtagszusammentritt. Darmstadt, 30. Dezember.( WTB.) Die Mitglieder des he'fischen Landtags traten gestern mittag unter dem Vorsitz des Alterspräsidenten zusammen. Der bisherige Präsident Adelung( Soz.) wurde mit 65 Stimmen wiedergewählt. Die vier Kommunisten stimmten für den Abgeordneten Greiner. Zu Vizepräsidenten wurden die Abgeordneten. Nuß( 3entr.) und Dr. v. Helmbold ( Bauernbund) wiedergewählt. Präsident Adelung übernahm den Vorsitz und verlas ein Schreiben des Staatspräsidenten Ulrich, ronach die Mitglieder des Gesamtministeriums ihre Aemter in die Hände des Landtags zurücklegen. Die Regierungsbildung wurde auf die nächste noch nicht anberaumte Sigung verschoben. Wahlen in Detmold. Detmold, 30. Dezember.( WTB.) Für die Landtagswahl in Lippe find sieben Wahlvorschläge eingereicht worden, und zwar von der Deutschnationalen Wolfspartei, der Deutschen Wolfspartei, der Deutschdemokratischen Partei, der Sozialdemokratischen Partei, der Kommunistischen Portei und von zwei ffeineren bürgerLichen Interessengruppen. Die Deutsche Bolts partei hat mit fünfte Stelle auf der volksparteilichen Liste einem Kandidaten des dem Zentrum ein Bahlabkommen getroffen, demzufolge die Zentrums eingeräumt wird. Schere Sorgen. Ludendorff und Rupprecht. München, 30. Dezember.( TU.) Die München- Augsburger 2bendzeitung" bestätigt, daß zwischen den Bertranensleuten des Kronprinzen Rupprecht und des Generals Ludendorff Be sprechungen stattgefunden haben, um zwischen den beiden Herren menigstens einen gesellschaftlichen modus vivendi zu schaffen. Stahlhelm auf Reisen. Berhaftungen in der Tschechoslowakei. Tschechoslowakische Krise. Neuwahlen im Frühjahr. Aus der Tschechoslowakei schreibt man uns: In der Vorweihnachtssession hatte das Parlament drei große Arbeiten zu bewältigen: die Alters- und Invalidenverficherung, das Staatsbudget und die Borlagen über Staatsangestelltenabbau, Regelung der Staatsangestelltenverhält nisse und über die Sparmaßnahmen in der Staatsverwaltung. Das Alters- und Invalidenversicherungsgefeß war Programmpunft aller bisherigen Regierungen. Die Borlage aber fam erst unter gesteigertem Druck der sozialistischen Parteien ins Parlament und zur Abstimmung. Bürgerliche Parteien setzten alles daran, um das Gesetz zu verhindern. Im letzten Moment wollten die Agrarier nur gegen Einführung von Agrarzöllen für die Sozialverficherung stimmen. Auch dieser Angriff ist abgeschlagen wor den; es blieb nur die Ausdehnung der Arbeitersozialversiche rung auf selbständig ermerbstätige Personen( Gewerbetreibende, Kaufleute, fleine Landwirte usm.). Die Hauptmitarbeiter an diesem Werk waren von der deutschen Sozialdemokratie Genosse Taub, für die tschechischen Genossen Dr. Leo Winter und Johanis. Der fommunistische Abgeordnete Kutschera, der hierbei volles. Arbeiterpflichtbewußtsein an den Tag legte, wäre bald um den Kragen gekommen, da ihn seine Klubgenossen als einen Sozialpatrioten und Verräter des Moskauer Talmuds brandmarkten. Für die Arbeiter vom 60. Lebensjahre an, die aus dem Wirkungsfreis des Gesetzes ausgeschlossen sind, hat man besondere Borkehrungen getroffen. Nun ist aber das Infrafttreten des Sozialversicherungsgesetzes an die Ausarbeitung eines gleichen Gesetzes für die selbständigen Personen gebunden! Die bürgerlichen Parteien benutzten diese organische Verbindung zu einer S a botage der Arbeiterversicherung, fie konnten sich nicht einigen" über die Details und die Grundlage des zweiten Entwurfes. Um der Sabotage ein Ende 3 machen, legte die Regierung ein eigenes Sozialversiche= rungsgefeß für selbständig erwerbstätige Personen vor. Dieser Entwurf befindet sich zurzeit im sozialpolitischen Ausschuß. Die Arbeitslosenversicherung nach dem Genter System ge= wärtigt noch ihrer Kodifizierung. Die parlamentarische Berhandlung des Staatsbor anschlages ging diesmal unter voller Abwesenheit der nationalen Minderheitsparteien vor sich, die bei Beginn der Debatie eine Protesterklärung abgegeben hatten. Bom Standpunkt der Koalitionparteien mag es zwar begreiflich sein, menn alle oppofitionellen Aenderungsanträge einfach niedergestimmt werden. aber diese ,, Selbstverständlichfeit" ist vom Standpunkte des Parlamentarismus und der gegebenen Verhältnisse schon weniger selbstverständlich. Denn es gibt wahrlich pieles an dem Staatsfostenvoranschlag auszusehen, was übrigens auch die tschechische Sozialdemokratie in der Debatte tat. Das betrifft in erster Linie die Ausgaben für rein militaristische 3wede, die unter dem agrarischen LanderverteidigungsPresse- minister Marzal ihre größte Höhe erreichten. Weiter ist verspätete Vorlage des Budgets, die den Kammern nur es die trotz allen Versprechungen sich jährlich wiederholende spärlich die Möglichkeit gibt, zum Beranschlage zu sprechen, aber nichts mehr, als eben nur zu sprechen. Das Parlament ist in allen Angelegenheiten nur der zur Kenntnis nehmende Faktor. Die eigentliche parlamentarische Arbeit vollzieht sich im sogenannten Fünferausschuß"( Bjeska) der fünf foalierten Parteien. Bon diesen fünf Allmächtigen sind drei gleichzeitig Minister. Mögen die Lobfänger der,.allnationalen Koalition" dieses System noch so hoch preifen, eines ist sicher: daß es ungesund ist und in breitesten Schichten der Bevölkerung, befonders aber in der Arbeiterin anderen Verhältnissen gründlich abgerechnet werden schaft Mißfallen erweckt. Denn dieses Snstem deckt logisch -wenn auch unwillkürlich Sachen und Affären, mit denen Prag, 30. Dezember.( Meldung des Tschechoslowakischen bureaus.) Ein Mann, der sich bei der Wache auf dem Masarykbahnhof in Brag als Erich Krüger aus Bremen meldete und angab, daß ihm im Schnellzug von Bodenbach nach Lobosth eine Handtasche gestohlen worden sei, wurde als verdächtig an die Sicher heitsabteilung gewiesen, wo er nach langem Leugnen gestand, der 37jährige Beambe Paul Martin 3iernstein aus Magdeburg zu fein. Ziernstein floh aus Deutschland aus Furcht vor Strafe. weil er Angehöriger des Stahlhelm war und als Offizier im geheimen neue Mitglieder der Stahlhelmorganisation ausbildete. Als er verhaftet werden sollte, floh er mit vier Genossen über die Grenze. Zufällig stellte es sich heraus, daß auch ein anderes Mit alied des Stahlhelm in die Sicherheitsabteilung eingeliefert worden mar. Es war dies der 23jährige Arbeiter Baul Seyffert aus Magdeburg, der wegen Diebstahlversuchs am 7. Dezember ergriffen, der Sicherheitsabteilung eingeliefert wurde. Senffert und Ziernstein zu drei Wochen Gefängnis verurteilt und zur Abbüßung der Strafe erkannten einander sofort. Die beiden verhafteten Ausländer wurden vorläufig in Untersuchungshaft belassen. Keine Hinrichtungen in Litauen. Begnadigung der zum Tode verurteilten litauischen Kommunisten. Memel, 30. Dezember.( Mtb.) Wie berichtet, waren vor einiger Zeit in Kowno vier Ronimunisten wegen Verbreitung aufrührerischer Schriften zum Tode verurteilt worden. Das Urteil hätte am Tage vor Weihnachten vollstreckt werden müssen; indeffen hat der Staatspräsident die Verurteilten zu lebenslänglichem bzw. 10 Jahren Buchtbous begnadigt. Gärung in den Balkanländern. Maßnahmen gegen die Kommunisten. Butareft, 29. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Die ruma niche Regierung hat mit der strengen Verfolgung der Kommunisten, über die sich die Balkanregierungen einig sind, als erste begonnen. in den verschiedensten Städten Rumäniens sind am Dienstag und Mittwoch 500 Stommunisten die Mitglieder geheimer Verbindungen waren, verhaftet worden. Belgrad, 29 Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Die serbische Regierung hat als erste Maßnahme gegen die bolichemistische Agi tation im Lande ein Gesez zur Verteidigung des Staatswesens ein gebracht. Durch dieses Gefeß verfällt die rad.tal- republikanische Bauernpartei Stephan Raditschs der Auflösung, weil sie in engen Beziehungen zur 3. Internationale steht. Die Führer dieser Partei merden non der politischen Polizei bauerna beobachtet. müßte. " Die zuletzt verabschiedeten Staatsangestellten= Abbaugeseze beabsichtigen gleichzeitig die rechtlichen und materiellen Verhältnisse der Staatsangestellten zu regeln, wodurch die Schäden, die der Angestelltenschaft die Gehaltsfollen. Es sollen im Laufe des kommenden Jahres zunächst regelung vom Jahre 1922 verursachte, gutgemacht werden 10 Proz. der Angestellten entlassen werden unter Rubilligung von Abfertigungen bzw. Pensionen. Man schätzt die Anzahl der Staatsangestellten auf ungefähr 600 000, darin find aber auch die Bediensteten der Eisenbahnen, der Post, des Tabakmonopols, staatlicher Eisenwerke usw inbegriffen. Im Staatsbudget auf 1925 beanspruchen die Personalausgaben zwei Drittel der Gesamtsumme. Aber die eigentliche Belastung lag weniger im Personalstand, als in der schwerfälligen Adbefferung, und gleichzeitig wird eine höchst notwendige Berministration. Die Nichtabgebauten erhalten eine gewisse Aufwaltungsreform durchgeführt. Die Gehaltsregelung erfordert über eine halbe Milliarde Kronen, die erstens durch Berwaltungsreformen und Angestelltenabbau aufgetrieben werden, zweitens durch Steuern auf Lurusautos, Kartenspiel, amtlicher Informationserteilung( da scheinen unsere famosen Verwaltungsgebühren Schule gemacht zu haben) und schließlich durch Erhöhung der Stemnelgebühren, Eisenbahnfahrpreise und Telephongebühren. Dies sind zwar keine populären Abgaben, sie sind aber nicht so belastend, wie zum Beispiel die Agrarzölle oder Erhöhung der Zuckerſteuer um 2,50 Kronen pro Kilogramm, mos die Nationalderstraten jbeantragt haben. Beamten verantwortlich zu machen, die ihr angehören oder ihr nahestehen. Und man wird auch natürlich nicht die Deutsche Volkspartei als die schuldige an den Branger stellen, weil ein voltsparteilicher Minister an der Spitze des Finanzministeriums steht. Aber Die Parteien und Gruppen bereiten sich langsam aber| Deutschnationale Volkspartei für die Verfehlungen von sichtlich für die Wahlen vor. Das wird auch durch die Spaltung der agrarischen Partei, der Partei des Minister präsidenten deutlich. Der rechte Flügel unter dem Spiritustorruptionär Senator Praschek bildete in diesen Tagen eine felbständige agrarische Partei mit ausgesprochen konser vativem Charakter, der nun die reaktionärsten Elemente zuströmen werden. Herr Praschef, dem der ,, linke Kurs" des Staatspräsidenten Masaryk ein Greuel ist, eröffnet den Kampf unter der Parole: ,, Kurs nach rechts!". Auch die Klerifalen, von der slowakischen HlinkaPartei, gedrängt, rufen nach neuen Wahlen, um die Durch führung der Trennung der Kirche vom Staat, einen der letzten Regierungsprogrammpunkte, zu verhindern. Die Kommunist en stehen der politischen Entwicklung ratlos gegenüber. Im Innern der Partei Pfostenstürzen, Fensterflirren Kampf zwischen rechts und links. = Die Frage der Anerkennung Sowjetruß lands, die bis zum neuen Jahr erledigt werden sollte, ist wiederum verschoben worden, bis im Schoß der Koalition ,, eine notwendige Einigung" erzielt wird. Die sozialistischen Barteien find für die Anerkennung Sowjetsrußlands, welcher nur die Nationaldemokraten feindlich gegenüberstehen, obzwar ihre Anhänger, soweit sie sich aus den Industriellenkreisen refrutieren, nach einer definitiven Regelung des Verhältnisses Die Wahlperiode endet erst 1926, man spricht jedoch viel von Neuwahlen im Frühjahr. Infolge der Schäden, die die Kommunisten in der Arbeiterbewegung angerichtet haben, würde der Wahlausgang eine bedeutende Stärkung der Rechts parteien, hauptsächlich der klerikfalen bringen. Daran hat natürlich die Arbeiterschaft durchaus fein Interesse. zu Rußland unaufhörlich rufen. Der Staatsbank- Skandal. Der Jud' ist schuld. welche Angriffe gegen Margismus, Sozialdemokratie und Republik hätte man wohl in der gesamten Rechtspresse lesen können, wenn etwa der Fall des thüringischen Staatsbankpräsidenten Loeb ähnliche Vorgänge zutage gefördert hätte! Trotz der genauesten Untersuchung ist gegen Herrn Loeb doch nur erwiesen, daß er mit großem Erfolge für den thüringischen Staat tätig gewesen ist und diesem Millionen gewinne zugeführt hat, während die Kutister- Affäre mit einem Berlust von fünf Bielleicht lernt die deutschnationale Opposition doch aus diesen Vorzehn Goldmillionen für die Preußische Staatsbant zu enden droht. anzustimmen und nach Fachbeamten" zu rufen, um Berfehlungen gängen, daß es nicht genügt, den Feldruf„ Gegen den Margismus" von der Beamtenschaft fernzuhalten, nachdem sich jetzt die gravierendsten und den Steuerzahler am meisten belastenden Vorgange in einem Institut ereignet haben, das bisher von jedem Ein diingen demokratisch- republikanischen Geistes sich freigehalten" hat." auch ohne standrechtliches Urteil erschossen, oftmals felbft dann, wenn sie nadweislich am Aufstand in feiner Weise beteiligt waren." Obst entwickelt eingehend aus der Geschichte des georgischen Boltes die Wurzeln des starten nationalen Freiheitsranges, der das ganze Land beherrscht. " Zwischen Zarismus und Leninismus findet der Georgier im Grunde feinen erheblichen Unterschied: die gleiche Knechtung des Wolfes hier wie dort, dieselbe Brutalität und Spigelwirtschaft, dieselbe Arroganz einiger Individuen und Cliquen, die lediglich mit roher Gewalt die große Menge der Andersdenkenden in Schach halten..." Obst tritt den übertriebenen Meldungen georgischer Emigranten entgegen, als ob es sich bei dem grusinischen Aufstand um eine allgemeine taukasische Revolution gehandelt habe. Ebenso sehr widerspricht er aber auch der kampf der georgischen Fürsten gegen die kommunistische ReMoskauer Legende, wonach angeblich ein Verzweiflungsgierung vorgelegen habe: „ Niemand kann und wird im Ernst abstreiten, daß neben der national- begeisterten Intelligenz Georgiens, vor allem der akademischen Jugend Georgiens, sehr viele Bauern und Arbeiter am Auf stand teilgenommen haben. Welchen Sinn konnte es haben, daß 3. B. die Arbeiter im Manganrepier von Tschiaturi die Waffen gegen Mostau erhoben, die Sowjetbeamten gefangen„ Berliner Tageblatt" ganz bestimmt nicht befolgen. Sie von Tschiaturi alles Fürstensöhne seien oder daß sie als Söldlinge Die deutschnationale Opposition wird diesen Ratschlag des fetten usw.? Will wirklich jemand behaupten, daß die Bergarbeiter miten: war es ein Jude, dann sieht man die jüdische Gebehandelt solche Dinge nach dem famosen Rezept der Antises der Fürstengeschlechter in den Kampf gegen Moskau gezogen seien? Wer unparteiisch an Ort und Stelle alle Berichte und Bemeinheit, war es ein Christ, dann ist die jüdische Beschreibungen von Augenzeugen geprüft hat, für den steht es unabmeinheit noch viel größer, denn selbstverständlich wurde änderlich fest: die georgische Intelligenz, die im Sommer 1924 geder Arier von Juden verführt. Im Stil dieses blödsinnigen meinsam mit georgischen Bauern und Arbeitern zu den Waffen geRezepts wird der„ Lokal- Anzeiger" und andere deutschnatio- griffen hat, wurde von reiner und selbstloser Vaterlandsliebe zu nale Plätter auch die Kutister- Affäre und die Diskreditierung diesem Schritt getrieben. Man entschloß sich zum äußersten in der hochgestellter deutschnationaler Beamter behandeln. Es wird Ueberzeugung, daß anders die vom gesamten georgischen Volke fogar Dumme geben, die das glauben! erfehnte nationale Unabhängigkeit nicht zu erringen ist. Geständnis der Unfähigkeit. Die Beamten des alten Regimes. für die beteiligten Beamten des alten Regimes auf mildernde Im Staatsbant- Standal plädiert die ,, Deutsche Zeitung" Umstände wegen Unfähigkeit: Die Spalten der Rechtspresse sind nach wie vor mit dem Staatsbant- Standal angefüllt. Freilich, wer aufmerksam lesen fann, merkt, daß es bei gedämpfter Trommelflang geht. Selbst dem blödesten Leser kann man doch nicht weismachen, daß es sich hierbei um republikanische Beamte handle. ,, Auf der Linfen wird man festzustellen versuchen, die schulSehr energisch weist das Berliner Tageblatt" die verlogene digen Beamten stammten aus dem alten Regime". Dem ist Demagogie der Rechtspresse zurück und betont, daß es fich entgegenzuhalten, daß die hier erneut zutage tretende Korruption ausschließlich um Beamte handelt, die aus dem deutschschließlich auch in bewährten Beamten ihre Opfer findet, daß nationalen Lager stammen. Auch das Tageblatt" diese eben den Machenschaften der Kutister und fordert eine eingehende Untersuchung: Genossen nicht gewachsen sind." ,, Selbstverständlich hat die Deffentlichkeit ein dringendes Intereffe daran, daß die Borkommnisse bei der Staatsbant auf das gevauefte aufgeklärt merden, sowohl soweit sie triminellen Cha rafter haben, als auch insoweit sie etwa zu disziplinarischen Maßregeln Veranlassung geben. Von dem Verdacht frimineller Berfehlungen abgesehen, ist es doch höchst auffällig, daß der ver haftete Staatsfinanzrat Dr. Rühe zusammen mit einem feiner Kollegen für einen Schiedssprych, der im Zusammenhang mit der Kutister- Affäre stand, eine Vergütung von 52 000 Goldmark ausgezahlt erhielt, und daß beide Beamte für die Annahme diefes Betrages die Zuffimmung des Präsidenten v. Dombois erhielten. Es muß auch einmal auf folgende Gesichtspunkte hingewiefen mer den: Als der preußische Staat zur Seit der schwersten Inflation dringend Gelber benötigte, insbesondere zur Bezahlung der Be amtengehälter, da mar es immer die Preußische Staatsbant, die dem Geldbeschaffungsbedürfnis des Staates die größten Spierigkeiten bereitete. Hätte es da nicht nahe gelegen, daß sich die Aufsichtsbehörde, das heißt das Finanzministerium ein mal gründlich mit der Frage beschäftigte, mofür denn die Seehandfung die ihr zur Verfügung stehenden beträchtlichen Gelder her Man wird in den Kreisen der Staatsbanfleitung zu diesem Plädoyer sagen: Gott verschone uns vor unseren Freunden. Der jezige Präsident der Staatsbank hat für das Reich in seiner Eigenschaft als Staatssekretär in Paris allein überaus wichtige Berhandlungen geführt. Wenn man ihm nachsagt, er fei Gestalten wie Rutister nicht gewachsen, provoziert man die Frage: wie soll er den Franzosen gewachsen sein? Georgien. Eine unparteiische Stimme. In der ausgezeichneten Zeitschrift für Geopolitif ver öffentlicht Professor Dr. Obst einen Abschnitt aus seinen Russischen Stizzen" der fich ausschließlich mit Georgien beschäftigt. Die Aeußerungen diefes Mannes find um so interessanter, als sowohl er wie die Zeitschrift für Geopolitik den bolschewistischen Machthabern in absoluter Objektivität gegenüberstehen, ja stellenweise sogar, namentlich für ihre Oftafien- Politit ausgesprochene Sympathien zeigen. Obst schreibt u. a. über den georgischen Aufstand: Daß hinter der Aufrichtung der Sowjetrepublit in Georgien, mie überall in Rußland, nur eine fleine, aber über die Machtmittel des Staates gebietende Minderheit stand, ist allgemein bekannt. In der großen Masse des georgischen Boltes ist der nationale Gewird bestimmt nicht der letzte Aufstand diefes heldenhaften Volkes danke, der Drang nach völliger Souveränität, unendlich viel stärker als das Verlangen nach einer Diktatur des Proletariats... als das Verlangen nach einer Diktatur des Proletariats.... Cs gewesen sein." Bolemik mit den Bolschewisten über Georgien stets behauptet Obsts Schilderungen bestätigen nur das, was in der ist: der georgische Aufstand, wie man auch über seine Zweckmäßigkeit urteilen reaftionären Tendenzen, sondern dem Freiheitsmag, entsprang nicht irgendwelchen drang des georgischen Volkes. Er ist von denselben Bolschewifi, die angeblich die Selbständigkeit der kleinen Nationen auf ihre Fahne geschrieben haben, mit einer Brutalität ohne gleichen niedergeworfen. Das genügt vollständig zur Beurteilung der bolschemistischen Politik in Georgien. Unqualifizierbares Verhalten. Offener Brief an Ben Tillet. Der Auslandsdelegierte der Sozialdemokratischen Barlei Rußlands hat sich an Ben Tillet, eines der Mitglieder der englischen Delegation in Rußland, mit folgendem Schreiben gewandt: In Nr. 286 des Moskauer sweftija" vom 14. Dezember 1924 ist ein Interviem mit Ihnen veröffentlicht, unter dem sich Ihre fotfimilierie Unterschrift befindet als Bestätigung der Authentizität diefes Interviews. In dem Interniem merden Ihnen u. a. folgende Worte zuge fchrieben: Hie und da haben wir auch Strömungen fennengelernt, die gegen die Somjetgewalt find. Aber diese Strömungen find für die Wirklichkeit in Sowjetrußland nicht charakteristisch; sie werden zweifellos von den ausländischen Stapitalisten unterstügt, wie bei frielsweise die in Paris unterstützt werden. Diese Etrömungen sind ein Teilchen der internationalen Berschwörung der Rapitalisten gegen Rußland." gegeben hatte? Vielleicht wären dann schon damals die recht an, daß nur einige hundert Menschen standrechtlich erschossen Kapitalist Mensche wisten von den französischen zweifelhaften Verbindungen der Staatsbant auf geflärt morden. Keinem Verständigen wird es einfallen, etwa die Unter dumpfen Menschen. Bon Hans Heinrich Strätner. Mit unerhörter Grausamkeit ist der georgische Aufstand nieder geworfen worden. Die offizielle kommunistische Statistit gibt zwar wurden. Aber men interessiert diese Zahl? Die wirklichen Opfer einer rachelüfternen Soldatesta zählen nach Tausenden. Sie wurden Meine Augen irren über die Menge, welche der Weg, die Genußsucht, die Langeweile, die Einsamkeit oder die bittere Kälte in pieses Botal gedrängt haben. Bigarettendampf steigt in grauen Linien zur Dede, um sich dort zu verlieren wie die vielen leeren Reden. Es fann hier feiner denten, die Strömungen der Menschenleitungs- und Schlußchor„ Salem Aleitum". Das find Unvergängfeele lähmen. Sekunde um Sekunde vom großen Leben schleicht ungelebt, leif klagend an den Menschen vorbei, unbeachtet wie der Sand, der durch feine Kinderhände rinnt. Ich denke an einen, der am Lag an der Drehbant arbeitet, auf dem Heimweg vor dem Buchlaben steht, jeden Titel langsam spricht und sich dann abwendet. Der den Schlaf bezwingt, wenn Mitternacht schon längst vorüber. Er möchte soviel von den Wundern und Tiefen des Lebens missen Und die Zeit ist doch so furz! Er hat weite, glänzende Augen. Er spricht nur wenig. Die Musik hier ist so stumpf wie der Schritt jener Menschen, die über die Straßen huschen, unter der Laterne bestimmtere For men annehmen und sich in der Dämmerung wieder auflösen. Aus Gang und Haltung dichte ich mir ihr Los zusammen. Bergebens matte ich auf Klang und Farbe. Nur tagesmüde Menschen hasten vorüber, teiner, der das Leben auf sonnigen Schultern trägt. Viel leicht ist es ja zu schwer. Die Vorhänge werden zugezogen. Die Musik spielt dazu die Egmont Duvertüre. Das wird feiner sonderbar finden. Ein junger Herr drängt an meinen Tisch. Welch ein hohles Bathas stedt in seinem Gruß! Db der schon auf hohem Berg gestanden hat mit schweißtriefender Stirn, in zitternder Stille? Er trinkt seinen Wein mit wüsten Lippen, ohne zu genießen. Und doch wird er in jeder Stunde zu sich selber sagen:„ Ich will das Leben genießen!" Ich denke an einen Jungen, der sogar Andacht hatte, wenn er sich über den Quell neigte und flares Wasser tranf. Ich habe wohl lange mit der Hand die Augen beschattet. Sie ist an mir vorbeigegangen, die Namenlose. Wie einst. Während ich in stillen Stunden rang und vor ihrem hohen Bilde kniete, ist fie an mir vorbeigegangen. Ein Schmetterling, der einst mit bunten Flügeln, sonnüberflutet, in meinen Garten flog. Manchmal nur tommt ein Wundern, wenn ein falbes Blatt vom Baume taumelt. Ich verfomme in der Leere ringsum, unter all den dumpfen Menschen. Ich will in den dunklen Abend gehen. Dollsbühne, ulius Bab bält auf Einladung der Boltsbühne im Januar einen Zuflus von vier Vorträgen über: Das Drama der Gegenwart". Die Vorträge finden statt am 4., 11., 18. und 25. Januar, abends 8 Uhr, im Bürgeriaal des Rathauses. Starten für jeden Bortrag zum Preise von 50 Pf. in- den Berkaufsstellen der Boltsbühne und am Saaleingang. „ Der Barbier von Bagdad". Zweimal schwirren in der deutschen tomischen Oper lustig Schwazende Diener und Barbiere über die Bühne: bei Mozart, bei dem Meisterwerk des Peter Cornelius cine besondere Färbung, Cornelius, in Sevilla und in Bagdad. Das orientalische Milieu gibt und der Lyriker stattet seine tomische Oper mit einigen Glanz nummern feinster Intimität und quellendster Melodik aus. Dazu gehört das Liebesduett und das Terzett„ Er tommt", sowie der Einlichkeiten. Rechnet man zu den Kleinodien der Partitur noch die beiden Duvertüren und die ganze große Bufffzene des Barbiers, die fast den ersten Aft füllt, so steht man erstaunt vor dem Schicksal dieser Musik, die ein Liebling der Kenner und ein Stieffind der lustigen, ja wizigen Tegt eine ebenso leichte, schwingende, scherzende Bühne ist und bleibt. Die Originalfaffung zeigt, daß dem leich Orchestersprache beigefellt ist. Der Einfluß Richard Wagners aus der Beit des Lohengrin" und des Pariser Tannhäuser" bleibt auch dann noch unverkennbar, besonders in den Liebesergüssen des Nurredin und der geigerischen Motivumspielungen, der H- MollOuvertüre. Aber die gestrige Aufführung in der Staatsoper zeigte zugleich, wie eigen das Licht Cornelius auch im Schatten der Sonne Wagner leuchtet. Eine so feine wasserhelle, von falschem Bathos freie, auch in der Luftigkeit vornehme Mufit, ist seit Mozart gewiß nicht geschrieben worden. Und die beiden Meister der großen komischen Opern„ Meistersinger" und" Falstaff" waren ja im Entstehungsjahr des Bagdader Kalifen, 1857, noch nicht geschrieben. Knüpfer und Gura waren einst geniale Barbiere, Braun ist ein sehr guter, auch wenn die Humore nicht primärer Natur sind. Das ist sicher auch bei dem Dirigenten Kleiber der Fall; aber was er anfaßt, macht er interessant. Die zweite der Ouvertüren wurde oftentativ beflatscht. Baul Stieber fönnte im Spiel gewandter sein, sein Tenor ist noch nicht frei, aber von schöner Kantilene. Delia ment, das bei der Arndt- Ober in jedem Blick und jedem Ton Reinhardt eine schüchtern- liebe Margiana mit wenig Temperalauert. Die kleineren Partien waren mit Henke und Armster glänzend besetzt. Fürchterlich das Vorspiel, das in einer trodenen langweiligen rhetorischen minderwertigen, einer völlig nervösmachen. den Gedenkrede von Carl Cornelius bestand. Man wünschte dem Sohn ein Quentchen Humor, Wiz und Geist des Vaters. Sache des Intendanten ist es, auch vor dem Vorhang Regie zu führen. Mit den Gedenkreden scheint man dort besonders Bech zu haben. Kurt Singer. Ruffengastspiel. Die Mitglieder des( gespaltenen) Mostauer Künstler theaters find wieder in Berlin. Sie geben nur ein furzes Gast. spiel. Da sihen nun im Deutschen Künstlertheater Die hierher verschlagenen Russen, lauschen voll Andacht und Sehnsucht den vertrauten Klängen ihrer Heimat, und wir Deutsche. Für uns, denen die Sprache weltenfern fremd flingt, bedeuteten die Ruffen einmal ein Programm. Wir warteten auf die künstlerische Offenbarung. Die Medea" des Euripides, die gestern in sehr freier, wurde, ist ein spröder Etoff. Euripides hat nicht die Schwere und aber würdiger Bearbeitung von den Moskauer Künstlern gespicit leihen. Seine Medea ist ein Weib mit den Borzügen und Fehlern Feierlichkeit des unabwendbaren Schicksals, die den Dramen der beiden anderen großen griechischen Tragifer die düstere Weihe ver eines Menschen. Die zügellose Hingabe der Heimatentwurzelten an ihren Schmerz um den treulofen Gatten, die rasende Leidenschaft und Ausmaß, aber nicht von der schicfalhaften Dämonie, die die Russen der graufige Rachedurft der Verschmähten find zwar von gigantischent zum Grundzug der Regie machen. Der Chor, dieses schwierige Theaterproblem, verschmolz mit der Handlung zur Einheit. Auf der Bühne erstanden und lösten sich lebende Bilder von der Größe und Weihe der Antike. Aber so schön und ergreifend die schmerzensfich nicht in ihrem Element. Die Getragenheit des affischen Stils reiche Medea der Germanova auch war, man merfte, fie fühlie Gewändern sogar störend. wirfte gesucht und das unmotivierte allzu häufige Greifen nach ihren Gewinn des Abends waren die Ausstattung des Andrejew und die Musik des Podaschews tij. Mit einfachsten Mitteln bat da der Maler Bilder von phantastischem Umriz und unendlicher Weite geschaffen, und die dunklen flagenden Klänge einer bewußt monotonen melodielosen Komposition gaben den feierlichen Rahmen zur Tragit der Handlung. Ernst Degner. mäderlhaus" wieder auf. Bertha v. Boß ließ als Hannerl Das Schloßpart- Theater Steglih führte geftem das Dreieine hübsche und wohlausgebildete Stimme hören, die sich vermutlich auch von einem anderen Hintergrund als dem überaus trübfeligen der Stegliger Aufführung gut abheben würde. Immerhin war wenigstens der Franz Schubert durch Heinrich Mostow würdig dargestellt und anständig gesungen. b- n. " „ Hauffe" in Philofophie. Das Intereffe für Philosophie ist seit dem Kriege bedeutend gestiegen. Das kann man am besten aus erkennen, die L. Schönrock für die Jahre 1919-1922 in der Beiteiner Statistit über die Neuerscheinungen philosophischer Bücher schrift Minerva" veröffentlicht hat. Weitaus an der Spitze der philosophischen Büchererzeugung steht Deutschland. Es hat in den vier Jahren 2908 neue philosophische Bücher herausgebracht. Die Zahl betrug 1919 654 Neuerscheinungen, stieg dann 1920 auf 950 an und war 1921 693, 1922 611. 2n zweiter Stelle stehen die Bereinigten Staaten mit 1165 Neuerscheinungen, die von 266 im Jahre 1919 auf 356 1922 stiegen. Großbritannien hatte 1071 Neuerscheinungen zu verzeichnen, Italien 748, Frankreich 602, die Tschechoslowakei 431, Dänemark 321, die Niederlande 268, die Schweiz 87, Schweden 74, Norwegen 57. Die Gesamisumme der Neuerscheinungen in diesen Bändern, zu denent noch Uruguay und Ungarn kommen, beläuft sich auf 7831. Tragischer Tod ron 29 Gelehrten. Wie die sweitija" berichtet, fire 29 Brosessoren der Universität Novorossoit mit ihren Familien bei einem Leben gekommen. Die Universität hatte furz zuvor wegen finanzieller Sturm auf dent Echwarzen Meer amei Tage vor dem Weihnachtsjest ums Schwierigkeiten ihre Pforten schließen müssen, und die Gelehrten, die fich dem Nichts gegenüberfaben, hatten sich nach Odessa eingeschifft, wo sie Arbeit und Brot zu finden hofften. Ste haben bisher die Ihnen zugeschriebenen Worte nicht demenfiert, und erkennen sie folglich als authentisch an. Mit diesen Worten haben Sie lediglich jene schmutzige Berleumdung wiederholt, die die Bolichewisten unablässig, aber stets erfolglos gegen uns in Bang zu bringen gesucht haben. Die Politik unserer Partei, ist den cussischen Arbeitern wie der gesamten sozialistischen Internationale zu gut bekannt, als daß wir uns vor einer Berleumdung verteidigen müßten, die einen integrierenden Bestandteil des Kampfes der Bol schewisten gegen den Sozialismus bildet. In Ihrem Munde können jedoch die Worte in den Augen der rufftschen Vrbeiter eine andere Bedeutung erlangen. Es wird ihnen dymer fallen zu glauben, daß ein alter Praftifer der englischen Arbeiterbewegung fähig wäre, leichtfertig die bolfchemistische Ber: leumdung gegen eine Partei zu wiederholen, die derselben Internationale wie er selbst angehört. Die russischen Arbeiter werden annehmen dürfen, daß Sie irgendwelche im Auslande gesammelte An gaben über die Unterstützung unserer Partei durch französische Kapitaliften befizen. Sie werden berechtigt sein, zu glauben, daß Sie nicht einfach die bolfchemistische Berleumdung wiederholen, sondern eine Zeugenausfage machen, daß unsere Partei sich den französischen Rapitalisten verkauft habe. Angesichts diefer Unistände veröffentlichen wir diesen offenen Brief an Sie in der Presse und appellieren gleichzeitig wegen Ihrer unqualifizierbaren handlungsweise an das Eretutiv. komitee der Sozialistischen Arbeiterinternationale, das am 3. Januar 1925 in Brüssel zusammentritt." Mussolini unter Anklage. Roffis Denkschrift. Rom, 27. Dezember.( Eigener Bericht.) Mussolini hat die edle Kunst, seine Freunde preiszugeben, sobald sie unbequem wurden, so oft geübt, daß es nur recht und billig erscheint, men er das andern bereitete Schicksal nun selbst erfährt. Cefare Rossi hat in seiner Denkschrift seinen Herrn und Meister vollkommen preisgegeben. In den Tagen von der Ermordung Matteoftis bis zu seiner Berhaftung, als er wie ein gehetzter Hirsch einen Ausweg suchte, hat Rossi sich seiner Haut gewehrt, ohne Rücksicht auf irgendwen, verbiffen, gehässig. Ohne Frage: Er verteidigt sich als das, was er ist: als ein kleiner gemeiner Mensch, der sich als willenloses Werkzeug noch größerer Gemeinheit und Schuftigkeit darstellt. Dies war der Mann, der jahrelang Mussolinis bester Freund war: feine Treue reicht nicht länger als sein Gold, wie Mussolinis Dant barkeit nicht weiter reichte als Mussolinis Vorteil. Moralisch find Antläger und Angeklagter quitt. Die Dentschrift ist unvollständig. Am ausführlichsten berbreitet sie sich über die Ehrenstellen, die Rossi in der faschistischen Bartei bekleidet hat. Als großes Berdienst rechnet es Rossi sich an, daß er für den Krieg eingetreten ist, Daß er Intervenist war; weiter hat er sich aber nicht am Kriege beteiligt. Wie ein gehetzter Fuchs verliert er alle Halfung. Die Denkschrift ist wirr, unordentlich, ohne Sinn für bas Wesentliche; auch bricht sie ab, ehe sie zur Ermordung Matteottis gelangte. Sie fennzeichnet nur das System: in rachgieriger grausamer Mensch, dessen Launen sich seine Berkzeuge beugen, und der alle mittel des Staates seinem Privathaß dienstbar macht. „ Alles, was geschehen ist, ist entweder auf direkten illen des Heerführers oder niit feiner Billigung oder unter seiner Mitschuld geschehen. Ich beziehe mich hier auf die Mihhandlung Amendolas( früheren Ministers unter Nitti), die ohne mein Biffon pon Mussolini angeordnet wurde und die De Bono von Candeleri( einem Offizier der römischen Miliz) qusführen ließ, auf den Ueberfall auf Misuri( diffidenten faschistischen Abgeordneten), den De Balbo auf Anregung Mussolinis organisiert hat; auf den Anschlag auf Forni, den Mussolini fehr aufgeregt direft bei mir bestellt hat und den ich im Einvernehmen mit Giunta organisierte.. auf die Zerstörung der katholischen Bereine in der Brinaza, die Mussolini bei dem Abgeordneten Maggi bestellt hat und dann so freundlich war, mir in die Schuhe zu schiebat. Sch füge hinzu, daß Fascioli( der Privatsekretär Mussolinis) Tag für Tag an die lokalen Fasci die Namen der Spender für die Sammlungen zugunsten des Vace Republicana, des Avanti" der Giustizia", der„ Unita", der„ Italia libera" usm. zu senden hatte, damit die Unterzeichner mit Riginusöl und Stod hieben traftiert wurden. Ich beziehe mich weiter auf die Absendung nech Frankreich pon Dumini, Volpi, Butato, mit gefälschten Pässen, die der General De Bono geliefert hatte, mit Geld von Finzi, das in Gegenwart des Abgeordneten Bastianini ausgezahlt murde; die Reise hatte den Zwed, ton in Frankreich getöteten Faschisten Geri zu rächen. Ich füge weiter hinzu, daß Dumini, Butato und Belpi ein permanentes Gratis billett für die Eisenbahn besaßen, das die Generaldirektion der Polizei von der Generaldirektion der Eisenbahnen erwirkt hatte. Der Roman eines Gehetten. Schud vor dem Strafrichter. Wie ein Kriminalroman fiang die Schilderung seiner Berbrecherlaufbahn, die der seit sechs Jahren von allen möglichen Straf: behörden wegen der schwersten Verbrechen gesuchte, erst 27 Jahre alte Lederarbeiter Johann Schuck dem großen Schöffen gericht mitte in allen Einzelheiten und in ausführlichster Weise vortrug, wo er sich heute wegen zahlreicher Straftaten zu verantworten hatte. Zimmerstutzen benutzt habe. Damit fand er natürlich teinen Glauben, weil man einen Zimmerstutzen nicht zum Zusammenlegen umarbeiten und mit einem Drahtkolben versehen wird. Der Angeflagte murde überführt und wegen gewerbsmäßigen Wilderns zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis unter Anrechnung von 1 Monat Untersuchungshaft und zu 3 Jahren Ehrverluſt verurteilt. Seine Bitte um Bewährungsfrist wurde abgelehnt. Kutister- Seehandlung. Die Prüfung der Bücher und Korrespondenzen. Schuck ist fürzlich, wie berichtet wurde, in Wien festgenommen Wie bereits angekündigt, hat die Staatsanwaltschaft und nach Deutschland ausgeliefert worden. Mitangeklagt sind der Klavierspieler Helbig und die Ehefrau Anna 3 erbſt wegen und der Korrespondenz der unter Leitung des Generaldirektors am heutigen Dienstag früh mit der Prüfung der Geschäftsbücher Begünstigung, die letztere auch wegen Hehlerei.. Schuck ist wiederholt Kutister stehenden Berliner Niederlassung des Bres in der Zwischenzeit in Deutschland unter falschem Namen verurteilt lauer Bankhauses E. v. Stein begonnen. Diese Arbeit auszubrechen, oder auf dem Transport zu entspringen. Erst jetzt Material in der genannten Bant besitzt, mehrere Tage in Anspruch worden. Es ist ihm aber immer gelungen, aus den Gefängnissen dürfte bei dem Umfang, den selbst das heute noch vorhandene fonnte er wegen seiner Hauptstraftaten zur Verantwortung gezogen werden, nachdem seine Mitbeteiligten an den verschiedenen Ber- nehmen. Vor allem wird sich die Untersuchung auf die Unterlagen brechen längst abgeurteilt worden sind. Zu den„ Heldentaten" Schud's für die Kutisterschen Kreditgeschäfte mit der Staatsbank beziehen, gehört auch ein Raub an einer Frau. Ganz besonderes Aussehen wobei man hoffentlich auch ein flares Bild über den Wert der anerregte jedoch der Hauptanklagepunkt, der einen Bantbetrug geblichen Sicherheiten gewinnen wird. Interessant dürfte weiterhin gegen die Deutsche Bant betrifft. Es handelt sich um den auch die Feststellung sein, zu welchen Zwecken und mit weichen Fall Massonet und Genossen, der seinerzeit großes Interesse Gewinnen Kutister die in der Zeit drückendster Kreditnot von der Staatsbant erhaltenen Millionenkredite verwandt hat. Die Prüfung erregte und auch bereits die Gerichte beschätfigt hat. Schud ist von Beruf Leberarbeiter und stammt aus Bellhausen bei Offenbach. der Geschäftsforrespondenz dürfte vielleicht auch Aufschluß über die Nachdem er im Jahre 1916 vom Militär entlassen worden war, geriet tini, um das Hanauer Lager inszenierten Intriguen und Don Kutister und seinen Freunden, darunter den Gebrüdern Tover in Verbrechertreise. Er wurde bald, trotz seiner Jugend, ein gefährlicher Einbrecher und wurde sehr bald von 18 Staatsanwalt machenschaften bringen. Vielleicht erfährt man aus den Geschäftsschaften gesucht. Allerdings bestritt der Angeklagte bei Beginn der briefen der Firma auch etwas über die Verhandlungen, die mit Berhandlung, daß die Zahl der Behörden, die an ihm Interesse einzelnen Firmen", z. B. der Firma" Grube, in der Frage der Ausstellung der vielgenannten Wechsel gepflogen wurden, die haben, eine so große Zahl sein könne. Nachdem ihm der Boden in Deutschland zu heiß geworden wor, schloß er sich den Balti die Seehandlung als Sicherheit erhalten hat. Bekanntlich hatte sich Deutschland zurück und wurde in Frankfurt a. M. und in Stuttgart Bechfel verpflichtet, daß sie daraus nach keiner Richtung hin in Anfumtruppen an, fehrte dann aber mit falschen Bässen nach die Firma Grube nur unter dem Vorbehalt zur Unterzeichnung der wegen weiterer Verbrechen unter faischem Namen als ein Deutsch spruch genommen werden dürfe. Im übrigen ist, wie wir von zuBalte Rothfelder verurteilt. Es gelang ihm jedoch auch jetzt wieder ständiger Seite erfahren, für die nächste Beit mit irgendwelchen aus der Strafanstalt Ulm nach wenigen Tagen zu entweichen. Nach neueren Ereignissen im Fall Kutister nicht zu rechnen, dem er noch eine Reihe Einbrüche verübt hat, lernte er zufällig auf also auch vorläufig nicht mit weiteren Verhaftungen. Das angeder Straße Massonet fennen, mit dem er unter Buhilfenahme fammelte Material wird von dem Spezialdezernenten der Staatseiner großen Reihe von Mithelfern den großen Bankbetrug, dem anwaltschaft zunächst aufgearbeitet, um sobald als irgend möglich die Deutsche Bank zum Opfer fiel, in Szene sezte. Bei seinen Irr wenigstens einen Teil der Anklage gegen Kutister und Genossen mart Glanzstoffattien erbeutet wurden, war Schud auch fahrten zur Vorbereitung des Scheckbetruges, bei dem für 475000 erheben zu können. nach Potsdam gekommen, mo er unter dem Verdacht, ein Raubmörder zu sein, verhaftet wurde. Man hielt ihn für den Raubmörder von Döberitz, und zwei Monate saß er unter diesem Verdacht im Gefängnis, immer unter dem falschen Namen eines Deutsch Balten Siegfried Johann Bachfelder. Als er schließlich entlassen worden war, fonnte er sich an die Ausarbeitung des alten Planes, den er mit Massonet und einem gewissen ed auf, zu denen fich hatten sie den Plan, einen Betrug mit Traveller- Schecks zu verüben. noch ein Bantbeamter Karl Schintel gefellte, machen. Zunächst Als das aber mißlang, drängte Schuck Massonet, in einer anderen Weise einen großen Schlag auf die Deutsche Bank zu verüben. Maffonet verschaffte sich aus der Registratur der Bank eine eigen händige Unterschrift des Direktor Johannes Urban von der ersten österreichischen Glanzstoff- Fabrit A.-G. Schuck begab sich nun nach Aachen und ließ in einer Druckerei hundert Firmenbriefbogen der Aktiengesellschaft drucken. Er selbst verschaffte sich einen falschen Paß mit Hilfe eines Hilfspostbeamten in Frankfurt a. M. unter mit gefälschten Schreiben wurde dann die Aachener Filiale der Deutschen Bant veranlaßt, die Aftiendepots ihres Kunden Urban nach der Zentrale in Berlin auf das Konto von Heinz Urban zu überweisen und allmählich wurde von diesem Konto der Attienposten abgehoben. Schud hat dann mit dem erlösten Gelde die Dreiftigkeit beseffen, in Berlin zusammen mit feiner Geliebten ein 3igarren geschäft unter dem Namen Cordier zu eröffnen. Die Mitange flagte Anna Zerbst erhielt Kenntnis von den Straftaten Schuds und Echintels und benußte die Gelegenheit, Erpressungen an den Berbrechern zu verüben. Als dann auch in Berlin wieder Schud trot feiner falschen Bässe der Boden zu heiß murde, flüchtete er und fonnte schließlich in Wien verhaftet werden. dem Namen Heinz Urban, Sohn des Direttors Urban aus Wien. Die Flucht Spritschiebers Weber in die Tschechoslowakei. Der ehemalige Generaldirektor Hermann Beber, der bekaunilich beschuldigt wird, das Spiritusmonopol um viele Millionen Mar? dadurch geschädigt zu haben, baß er mit Hilfe ungetreuer Zollbeamten große Mengen reinen Spiritus zu einem Preise erhielt, der sonst für denaturierten Spiri tus gilt, war, mie erinnerlich, vor wenigen Tagen flüchtig geworden. Die Annahme, daß er an irgendeiner wenig begangenen Stelle die Grenze überschreiten würde, scheint sich zu bestätigen. Die Flucht ist im Automobil vorgenommen worden, führte über das märkische Städtchen Ludau, dann weiter nach Görlig und von dort weiter über Waldenburger Gebiet in die Tschechoslowakei. Hoffent lich wird man feiner auch dort habhaft. Denn während es diefen Großfchieber offenbar infolge Fahrlässigkeit von Beamten zu fliehen gelang, figen bereits eine große Anzahl von Leuten, die an seinen Schiebungen beteiligt find, in Untersuchungshaft. Verspätete Weihnachtsbescheerungen. " Mit welch geringen Mitteln eine herzliche Weihnachtsfeier zu veranstalten ist, zeigte die Bezirksgruppe Friedrichshain des Bun des der Kinderreichen" gestern in den Andreas- Festfälen. man konnte es beim Eintritt in den Saal mit der Angst bekommen, cb der großen Menge von Kindern, die da versammelt waren. Es rear ein ungeduldig Böttchen und die Erwartung wurde auch ange fichts der langen Geschenktafeln auf eine harte Probe gestellt. Manchem blaffen Rindergesichtchen war es anzusehen, daß die Eltern am heiligen Chriftfest" zu Hause feinen Gabentisch bieten fonnten. Die bunten Teller und die fleinen, aber nüßlichen Geschenke hatte das Festkomitee durch Sammlungen im engsten Freundeskreise zufammengebracht. Freundliche Helfer sorgten nicht nur für eine Ab wicklung der Bescherung, was wirklich fein Rinderspiel war, sondern gaben auch in musikalischen und deflamatorischen Darbietungen ihr Bestes. Die Bezirksgruppe hat bewiesen, daß es ihr mit ihren Grundsägen ernst ist. veranstaltete der im Jahre 1860 begründete Moonfche BlindenEine große Weihnachtsfeier für die Blinden von Groß- Berlin Derein. Im ,, Clou" in der Mauerstraße wurden hier 1400 bemirtet und mit nüglichsten Geschenken versehen, weiteren 900 Blinden in Stadt und Provinz, die aus irgendwelchen Gründen am Grscheinen verhindert waren, find die Gaben direkt zugestellt worden, fo auch den Kriegserblindeten, die fchon einige Lage zuvor eine befondere Feier veranstaltet hatten. Da etwa 80 Broz der Erblindeten den ärmeren Bevölkerungsschichten angehören, fp hat der Verein, wandte, mohl fast allen bedürftigen Blinden eine Festesfreude be der für die Weihnachtsbefcherung über 40 000 Goldmart aufreiten tönnen. Ber Die Gebühr für Auslandspoftfarten beträgt vom 1. Januar 1925 an 15 Bfennig. Die jeßigen Weltpoſtfarten zu 20 Pf. und zu 20+ 20 f.( Antwortfarten) bleiben im Verkehr und werden vom 1. Januar 1925 ab zu 15 und 30 Pf. von der Post verkauft. derbene Weltpoftfarten werden alsdann nur noch gegen andere Weltpoftfarten umgetauscht. Aus Postkarten, Briefumschlägen, Streifbändern usw. ausgeschnittene Freimarkenftempel dürfen vom 1. Januar an zur Freimachung von Postsendungen nicht mehr benugt werden. Bannerweihe in Potsdam. Der Sozialdemokratisch e Wahlverein Potsdam beging am Sonnabend im festlich geschmückten Saal des Restaurants Hofjäger, Luckenwalder Straße, feine Bannerweihe in Verbindung mit der Weihnachtsbescherung, die viele freudeftrahlende Gesichter hinterließ und eine Stimmung ichuf, die dem weiteren Gelingen des Abends förderlich war. Der Vereinsporfigende, Genoffe Queißer, hielt die Begrüßungsan sprache. Nach ihm nahm Genoffe Krüger Berlin das Wort zur Weiherede. In seinen Ausführungen entwickelte er in großen Zügen die Geschichte des Sozialismus und schilderte die historische Mission der sozialistischen Lehre, ihr wirken und Kämpfen um die Menschheitsrechte. Namens der Ortsgruppe nahm der Borsitzende das neue Banner in Empfang und er legte das Gelöbnis ab, daß es in friedlichen und stürmischen Tagen der Sozialdemokratischen Ortsgruppe Das Banner ist ein Geschent der Potsdam voranleuchten solle. Frauengruppe Potsdam. Ein wildgewordener Schriftsteller". ..Der Ueberfall auf Forni( dissidenten Faschisten) hat folgenden Durch fein auffälliges eiliges Hin- und Herfahren auf einem Ursprung. Eines Nachmittags wurde ich durch Mussolini Bostdreirad in Schöneberg und im Zentrum der Sabt umher machte telephonisch dringend in den Palazzo Chigi gerufen, fich ein Mann verdächtig, der im Laufe des Abends mehrere Male und fand den Präsidenten in einem Zustand wahnsinnigster utan denselben Schupoposten vorbei tam und dessen Aufmerksamkeit und Aufregung wegen Fornis Redo in Miella... Er brüllte dadurch erregte, daß er mie toll flingelte, auch wenn niemand auf dem Damin war, ben er hätte überfahren fönnen. Schließlich Falsche tommunistische Anschuldigungen. In der bekannten unmir mehrmals zu, daß der Faschismus gar keinen Instinkt der nahm ihn ein Beamter fest und brachte ihn zum Polizeirevier. Hier Selbstverteidigung hätte und daß es ihm immer zufiele, den Alarm wurde er als ein gewiffer 26 Jahre alter Richard Kaufmann finnigen, maßlosen Form wird in der Roten Fahere" unser Genosse zu geben. Auf einmal rief er aus:„ Aber was tut denn Dumini?" festgestellt, der sich„ Schriftsteller" nannte. Weiter wurde ermittelt, Tischmann aus der Schliemannstraße angeschrien, weil er als Wahle Und dann erging er sich in einigen Unflätigkeiten, die zu feinem täg. daß das Fahrrad mit acht Bateten auf einem Schöneberger leiter des 844. Wahlbezirts Kommunisten in frecher, brutaler lichen Wortschaft gehören. Bostamt in den Vormittagsstunden gestohlen war. In Tonart" aus dem Wahllokal gewiesen haben soll. Genosse Tischmann der Wohnung Kaufmanns am Engelufer wurden bei einer Durch meist jcgt in einer Zuschrift und in der Abschrift einer an die„ Rote fuchung mehrere Kisten Zigarren gefunden, die den Inhalt eines der Falte" gesandten, von allen Mitgliedern des Wahlkomitees unter. schriebenen Berichtigung, die aber die Rote Fahne" nicht veröffent licht hat, nach, daß sich alles in beffer Ordnung abgespielt hat. Das Patete gebildet hatten. Kaufmann gab jetzt zu, diesen Diebstahl ausgeführt zu haben. Wo die anderen Bafebe geblieben sind, will er nicht wissen. In einem anderen Batet war ein kleiner Weihnachts- Arbeitszimmer des Wahlkomitees war sehr flein, so daß für Nach baum. Diesen hatte er zuerst bei seinen wilden Fahrten mit sich gezügler fein Raum vorhanden war. Die„ freche, brutale Tonart" ist führt. Als es dunkel wurde, hatte er den Weihnachtsbaum, der mit jedoch, wie man das schon kennt, bei ganz anderen Leute zu Hause.. Bichten usw. persehen war, in den Flur eines Hauses in der Admiral. straße gestellt und dort angezündet. Der Baum wurde später dort auch gefunden. Nach alledem scheint es, daß der Mann nicht ganz normal ift. Bei einer andern Gelegenheit, als von einer neuen Rede Misuris Die Frage ist( es war das nach dem ersten Attentat auf diesen Ab. geordneten), fagte Mussolini:„ Diesmal muß man den Halun. fen aber wirklich umbringen", worauf De Bono bemerfie, mit gefälligem Lächeln:„ Darüber wollen wir uns aber ins Einvernehmen sehen: wenn wir ihn umbringen, dann beffer vor als nach der Rede, so ersparen wir uns den Schaden der Spekulation der Gegner." Die ganze Kleinlichkeit und Erbärmlichkeit des Diktators geht aus der folgenden Episode hervor. Als sich der Antagonismus zwifchen D'Annunzio und Mussolini eben ausEmpfindliche Strafe für einen Wilderer. Fe, fandte eine Familie der Provinz Cremona ein Sympathietelegramm an den Dichter. Das Telegramm wurde Ein Berliner Wilderer, der seit April d. I. die ausgedehnten abgefangen und Mussolini beauftragte Farinacci( den Häuptorsten des Briefelang unsicher machte, stand in ling der Provinz Cremona) telegraphisch, die Familie mit Spandau vor dem großen Schöffengericht. In der Gegend wischen Nauen, Grünefeld, Faltenhagen und dem Knüppel zu traktieren und ihr Rhizinus beizubringen. Bredow schoß ein Wilberer im Laufe des Jahres jo viel ab, daß Biele der blutrünstigsten Artikel der Agenzia er oft das Fleisch gar nicht alles verwerten fonnte Bolta" und des Impero" find, Roffi zufolge, von Musso- und nur das Geweih mitnahm. Nachdem er auf einem neuen Streif lini felbst geschrieben worden. An dem Tage- am zug von Waldarbeitern beobachtet und verfolgt worden war, wurde 26. Dezember 1923- an dem fich Mussolini die Einzel- er endlich im November b. 3. gefaßt. Es war ein 38 Jahre alter heiten des Ueberfalls auf Amendola telephonisch be- Werkzeugmacher Ernst Koloff, der in Berlin in der Brunnenstraße richten ließ, sagte er abschließend, ich habe heute mit be bei feiner Geliebten wohnte, nachdem er sich von seiner Frau ger richten ließ, sagte er abschließend, ich habe heute mit be trennt hatte. Koloff befaß eine Büchle mit einem starken Draht fonderem Appetit zu Mittag gegeffen". Das hin- folben und Schalldämpfer; sie war zusammenlegbar und Derte ihn nicht, nachher die blödsinnige Ausführung des Atien wurde in feinem Rudfad gefunden, den er auf der Flucht unter tats scharf zu kritisieren. Die Attentäter waren direkt in der einer Fließbrüde verftecie. Durch seine Frau und seine Geliebte Kaserne der Miliz abgestiegen! Ueble Folgen hat die Kritik wurde nachgewiesen, daß Büchse und Rucsac sein Eigentum waren. freilich für sie nicht gehabt. Bor Gericht behauptete er nun, daß er diese Büchse lediglich als Das Rose- Theater befißt die Geschmacklosigkeiten, in einer AltBerliner Poffe„ Das Milchmäbchen von Schöneberg" eine gereimte linierhaltung über ben Magdeburger Brozek einzufiechten. Allen Theaterbesuchern, die in der Herabwürdigung des Reichspräsidenten eine Beleidigung der Republik sehen und die an berartigen Anrempelungen feinen Gefallen finden,' wird daher das alte Stüd teine Freude machen. Silvesterfeier der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehörigen. Die anstaltet Silvester in sämtlichen Räumen des Hotels Der Raiserhof Genossenschaft Deutscher Bühnenangehörigen ber zugunsten ihrer Unterſtübungslaffen eine Silvesterfeier mit besonders auserleienem, Programm und anschließendem Feftball. Das nähere Brogramm wird noch befannt gegeben. Feftleitung: Karl Weiß. Musikalische Leitung: Kapellmeister Artur Guttmann. Eintritt pro Person 40 W einschließlich Souper. Tischbestellungen werden schon heute im Hotel Der Kaiserbof"( Telephon Zentrum 10100-10110) und im Feftleitungsbureau, Berlin W, Keithfir. 11 parterre, Simmer 5 ( Telephon Rollendorf 5620) entgegen genommen. Strandung eines deutschen Dampfers. Der deutsche Dampfer Claus Horn" aus Flensburg ist gestern auf dem Elefantengrunde bei Romsoe im Großen Belt gestrandet. Ein Bergungsdampfer ist von Corför zur Hilfeleistung abgegangen. Gewerkschaftsbewegung Die Krise im Ruhrgebiet. Essen, 30. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Die vier Bergarbeis tverbände haben beschlossen, das Leberarbeitszeitabkommen vom 28. Februar zu kündigen. Die Kündigung des Abkommens mar bereits zum 1. Januar 1925 ausgesprochen, wurde aber bei den lehten Schiedsverhandlungen über die Lohnregelung von den Bergarbeiterverbänden aus faftischen Gründen zurückgezogen. Eisen, 30. Dezember.( Eigener Drahtb.richt.) In den letzten Wochen fanden Versammlungen und Funktionärkonferenzen der Metallarbeiterverbände statt, in welchen erneut Stellung genommen wurde zur Arbeitszeitfrage. Scharf fritisiert wurde die Stlung des Reichstabinetts, die offenbar eine weitere Berschleppung der gejehlichen Regelung bezwedt. Es ist jetzt schon fast ein ganzes Jahr begutachtet worden, und obwohl der Reichswirtschaftsrat genug Zeit zur Abgabe eines Gutachtens gehabt hat, ist man bisher noch feinen Schritt weiter gefomDer Urbeiterschaft kann nicht zugemutet werden, noch länger unter der jezigen unmenschlichen Arbeitszeit zu leiden. In zahlreichen Resolutionen wurde energischer Protest erhoben gegen die Verschleppungspolitik der Regierung. men. Bochum, 30. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Der seitens der Bergarbeiterverbände erwartete Widerstand der Unternehmer gegen die Durchführung der gegen den Schiedsspruch erfolgten Lohnregelung im Bergbau wirkt sich bereits in neuen Arbeiterentlassungen und Androhen von Ieuen 3echenstillegungen aus. Die Direktion der Zeche" General" hat wiederum 250 Mann zum 15. Januar gekündigt. Auch die Christlichen sind entrüstet. Bochum, 30. Dezember.( Tul.) In Versammlungen und Funk tionärfonferenzen Des christlichen Metallarbeiterverbandes im rheinisch- westfälischen Industriegebiet wurde zum Kabinettsbeschluß über die Arbeitszeitfrage Stellung genommen. In allen Versammlungen wurden Entschließungen angenommen, in denen der Kabinetts. beschluß über Einführung der achtstündigen Arbeitszeit in den Betrieben der Schwerindustrie lebhaft bedauert wird, meil er eine weitere Hinausschiebung der gesetzlichen Regelung der Arbeitszeit darstelle. Verlangt wird die gesetzliche Regelung der Arbeitszeit auf Grund des§ 7 der Arbeitszeitverordnung für die Hochofen- und Kofereibetriebe. Der italienische Gewerkschaftskongreß. beachtenswerter, als in der Regel Zeiten ertremer Reattion auch Don proletarischer Seite extreme Abwehrbewegungen auszulösen pflegen. [ In Mailand waren 31 Zentralverbände und 19 Arbeiter fammern durch mehr als 100 Delegierte vertreten. Auch das Ausland hatte der italienischen Gewerkschaftsbewegung seine Solidari tät bewiesen. Als Delegierter der Amsterdamer Gewerkschaftsinter- punkte über den heutigen Organisationsbestand. Je 5000 Mit nationale war Genosse Sassenbach zugegen, weiter Bertreter des ADGB., der tschechoslowakischen Gewerkschaften, der Schmeizer, belgischen und französischen Gewerkschaftszentralen. Dieser Beweis internationaler Solidarität wurde von der faschistisch- freundlichen Presse mit der melancholischen Bemerkung aufgeführt, daß dem Kongreß der faschistischen Korporationen jede internationale Sym. pathiebezeugung gefehlt hat. mar Der dem Stongreß vorgelegte Rechenschaftsbericht enthält teins Angaben über den Zahlenbestand der verschiedenen Organisationen und über seine Schwankungen in den letzten, vier Jahren. Dies erklärt sich aus der periodischen Zerstörung der Bücher und Archine, die zu den Gepflogenheiten des heutigen Regimes gehört. Immer hin gibt uns die Zahl der Delegierten auf dem Kongreß Anhalts glieder. des Zentralverbandes und je 7000 einer Arbeitskammer geben Recht auf einen Delegierten. Die Buchdrucker hatten 8, dig Metallarbeiter und Bauarbeiter je 6, die Landarbeiter 5, die Papierindustrie 4, die Tertilarbeiter und Trambahner je 3. Bon den Arbeiterkammern ist am zahlreichsten die Mailänder mit neun Delegierten. Es ist interessant, daß die Landarbeiter ihre zahlenmäßig führende Stellung verloren haben und auf ein 3manzigstel ihres Bestandes zusammengeschmolzen find. Der Fa chismus hat als Zerstörer der Landarbeitergewerkschaften seine Laufbahn begonnen und wird dieser Funktion, wie das Martyrium die Buchdrucker, als ausschließlich städtisches Gewerbe, die gerings sten Berluste gehabt, obmohl auch sie Tete zu beklagen haben und viele ihrer Verbandssize zerstört wurden. Der Wiederaufbau nach den Jahren der Verwüstung und des Terrors wird langsam und mühevoll sein. Aber das neue G: von Molinella zeigt, bis zum Ende treu bleiben. Dagegen haben Konflikt in der Hochseefischerei. Der Rechenschaftsbericht des Zentralfomitees natürlich scharfen Angriffen der marimalistischen und fommuniſti schen Delegierten ausgesetzt, die den alten Brei der nach ihrer Anficht verpakten Revolution" wieder aufwärmten. Natürlich wurde es dem Generalsekretär D'Aragona zum bitteren Vorwurf gemacht, daß er seinerzeit eine Unterredung mit Mussolini gehabt hatte. D'Aragona führte aus, daß ihm bei dieser Gelegenheit der Ministerpräsident das Angebot gemacht hätte, das Minifterium für Wolfswirtschaft zu übernehmen und eine Berschmelzung der faschistischen Korporationen und der Gebäude wird kommenden Stürmen besser standhalten. werfschaften ins Werk zu setzen. Das war zu der Zeit, als Mussolini versuchte, sich nach lints" zu wenden, um seine Machtftellung zu festigen. Der Generalsekretär erklärte Mussolini, daß Berhandlungen zwischen dem Gewerkschaftsbund und der Regierung überhaupt nur in einem Regime der Freiheit, nicht in dem det Bedrückung möglich wären und lehnte die vorgeschlagene Verschmelzung ab. Die zweite Zusammenfunft fand statt, um vom Ministerpräsidenten Versprechungen wegen des geplanten Knebeldefrets für die Gewerkschaften zu erhalten; Mussolini versprach un der Tat, die Regierungsfontrolle über die Finanzgebarung auf die Wochen später das Knebeldekret gerade für die Gewerkschaften zu Genossenschaften zu beschränken, was ihn nicht hinderte, wenige erlaffen. Die Ablehnung der anarchistelnden und kommunistischen Me thoden im gewerkschaftlichen Kampfe tommt auch in der Reform des Statuts zum Ausdruck, die mit 146 000 gegen insgesamt 122 000 Stimmen angenommen wurde. Die Arbeitskammern ( die ähnliche Funktionen haben wie in Deutschland die Ortsaus duse) find von jeher eher den politischen Schwankungen des Augenblicks gefolgt und haben oft, im Gegensatz zu den Zentral verbänden, eine halsbrecherische Taktik eingehalten, weil bei ihnen mehr die lokalen Elemente den Ausschlag geben. Das neue Statut grenzt die Funktionen beider Organisationen schärfer ab als dies bisher geschehen war. Der Zentralverband hat alle Bewegungen Aus Rom wird uns geschrieben: Vom 9. bis zum 13. De für Kollektivverträge und im allgemeinen die Lohnfämpfe zu leiten; zember hat befanntlich in Mailand der elfte Kongreß des ita- es ist aber seine Pflicht, sich wegen größerer Bewegungen mit der lienischen Gewerkschaftsbundes getagt, der der politischen Verhält- Konfederation ins Einvernehmen zu setzen. Bei Streits wirkt die nisse wegen seit dem Jahre 1921 nicht mehr hat zusammentreten Arbeitskammer nur auf Aufforderung des betreffenden Zentralfönnen. Der Kongreß hat zwei Tatsachen in sehr deutliches Licht verbandes mit. Keineswegs fann fie, wie bisher, selbst die Initiagerückt: einmal die Lebenskraft der italienischen Gewerkschafts- tive zu Lohnfämpfen ergreifen. Ihr liegt das ganze Hilfswefen ob, bewegung, trotz aller Zermalmungsversuche der faschistischen Rechtsbeistand, ärztliche Beratung, Wohnungsfrage, Bildungswesen Lawine, und dann den sehr entschiedenen Willen der Massen, ihre fallen in ihren Bereich. Das Statut verweigert ausdrücklich jenen Zukunft und die ihrer Bewegung nicht dem kommunisti Arbeitskammern den Beitritt, die nur nominell bestehen, weil sie schen Terrorismus und dem Moskauer Wunder- Mitglieder und einen Sekretär haben, die aber keinerlei Funktion glauben anzuvertrauen. Diese letzte Tatsache ist um so ausüben. Hamburg, 30. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Die Verhand fungen in der Hochseefischerei, die am 29. Dezember in Hamburg stattfanden, sind gescheitert. Zur Verhandlung standen Abänderungsvorschläge zum Rahmentarif und Zusaganträge zum Heuertarif, die zum Ziele hatten, an Stelle der prozentualen Beteiligung der Befazung am Fangerlös eine feste Heuer einzuführen. Beides wurde von den Unternehmern abgelehnt. Das Reichsarbeitsministerium wurde zur Vermittlung angerufen. Gehaltsfragen der Kölner Angestelltenschaft. Der Gehaltstarifvertrag für die Angestellten des Kölner Ein3elhandels murde mit Wirkung vom 1. November 1924 ab für Am 23. Dezember haben im Reichsarbeits verbindlich erklärt. ministerium Verhandlungen stattgefunden über die Berbindlichkeits. erflärung des Schiedsspruchs in der Kölner Metallindustrie. die von den Angestelltengewerkschaften beantragt worden war. Die Berhandlungen haben zu feinem Ergebnis geführt. Bergarbeiterbewegung in Frankreich. Paris, 29, Dezember.( Eigener Drah: bericht.) In einer Sigung der Vertretung der Bergarbeiter und der Kohlengrubenbesizer des nordfranzösischen Kohlenbedens, die in Douai stattfand, standen die Forderungen der Bergarbeiter zur Erörterung. Die Arbeitnehmer forderten eine Erhöhung der Löhne im Berhältnis zu den gestiegenen Lebenshaltungskosten und eine ent sprechende Herauffehung der Ruhegehälter. Die Verab und vertraten den Standpunkt, daß sie bei den gegenwärtigen treter der Arbeitgeber lehnten diese Forderungen Verhältnissen nicht imftande wären, über die jetzigen Löhne hinaus zugehen. Schließlich wurde ein Ausschuß beauftragt, den Veruch zu unternehmen, einen neuen Kollektivvertrag auszuarbeiten. Gewertschaftsbewegung: Friedr. Eglorn; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lokales Berantwortlich für Bolitik: Ernst Reuter; Wirtschaft i. B.: S. Steinen Berlag: Bormärts- Berlag 6. m. b. 5., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet und Sonstiges: Friz Karstädt: Anzeigen: Th. Glade: fämtlich in Berlin. und Verlagsanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin S 68, Lindenstraße 3. SCHUTZMARKE verbürgt Echtheft SEIT 18699 JUHL Für Fein a JUML Silvester nicht ohne JUHL! Juhl- Zigarren sind in über 1200 Zigarren- Geschäften erhältlich Für die zahlreich eingelaufenen Glüdwünsche, Gratulationen u. Glüdwunschtelegramme zu unserer am 27. 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