fr.1+ 42. Jabegang Ausgabe A nr. 1 Bezug Spreis: öchentlich 70 Gotopfennig, monatlich 3 Goldmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, Gaar- und Meme gebiet. Desterreich, Litauen, Luxemburg 450 Goldmark, für das übrige Ausland 5,50 Goldmart pro Monat. Der., Borwärts' mit der Sonntags beilage Bolt und Beit" mit Gied. lung und Aleingarten", sowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint wochentäglich ameimal, Sonntags und Montags einmal, Telegramm- Abreffe: Sozial bertokrat Berlin Morgenausgabe Vorwürts Berliner Volksblatt 10 Goldplennig Anzeigenpreise: Die einipaltige Ronpareille. geile 0.70 Goldmart, Reklamezeile - Goldmart...Kleine Anzeigen" das fettgebruďte Wort 0.20 Gold. mart( auläffig awei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 0,10 Goldmart. Stellengefuche das erfte Wort 0,10 Goldmark jedes weitere Bort 0.05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 0.30 Goldmart. Eine Goldmart ein Dollar geteilt burch 4.20. 0 Anzeigen für die nächste Rummer milffen bis 4½ Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68. Linden. ftraße 3. abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früb bis 5 Uhr nacm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Ferniprecher: Redaktion: Donhoff 292-295 Berlag: Donboff 2506-2507 Donnerstag, den 1. Januar 1925 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postschecktonto: Berlin 375 36- Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Devostentasie Lindenstraße 3 Der Weg zum Sieg. Die deutsche Arbeiterbewegung an der Jahreswende. und ihr folgend die ungeheure Mehrheit der deutschen Arbeiterschaft hat sich gegen den Bolschewismus, für die Demofratie und die praktische Reformarbeit im Sinne der sozialdemokratischen Partei entschieden. Das beginnende Jahr 1925 gehört zu den großen Er-| dadurch kann er es nicht ändern: die tatsächliche Entwicklung| Wähler, die uns bisher ihre Stimme versagt haben, hat dies innerungsjahren der deutschen Geschichte. Bor vierhundert Jahren erlebte Deutschland in der Gestalt des Bauern frieges feine erste freiheitlich revolutionäre Bewegung. Zum erstenmal führten soziale Gegensäge zu Explosionen, die das ganze and schwer erschütterten und zahllose blutige Opfer forderten. Zum erstenmal ereignete sich der tragische Borgang, daß eine unterdrückte Klasse, die mit ihren Beschwerden und Zielen tausendmal recht hatte, unterlag, weil sie durch die Unterdrückung die Eigenschaften verloren hatte, die zum Sieg befähigen. Es bepurfte einer fast dreihundertjährigen Entwicklung und eines Weltkrieges, des napoleonischen, bis das Ziel der Bauernbefreiung erreicht war. Und diese ganze Zeit hindurch blieb Deutschland ein innerlich zerrissenes, nach außen ohn mächtiges Land. Erst Jahrzehnte nach der Bauernbefreiung wurde ein zweites großes Ziel, die Einigung Deutsch lands, erreicht. Sie war nicht ohne die Erreichung der ersten Bieles möglich. Denn den Grundstock der deutschen Einheit bildet nicht pas Fürstentum, sondern das Bolt. Das zu politischem Denken erwachte Bolf war es, das in den neuesten Stürmen der Weltgeschichte die Einheit des Reiches waarte. Die Masse des arbeitenden Boltes war auch in vergangenen Jahre die Trägerin einer Politit, die corsichtig und erfolgreich für die Befreiung der befeßten Gebiele von erträglichen Lasten und für die. Reichseinheit wirkte. Wir hegen das Vertrauen, daß sich diese Politik im kommenden Jahre weiter durchsetzen und zu weiteren Erfolgen führen wird. Die Geschichte ist die große Lehrmeisterin, und die Erinnerung an den Bauernfrieg liefert mancherlei zum Verständnis auch unserer Zeit. Gewiß haben sich seitdem ungeheure soziale Umwälzungen vollzogen. An die Stelle der Bauern ist als sozial unterdrückte Klaffe das moderne Proletariat getreten, und die Klassentämpfe Don heute werden in anderen Maßstäben und nach anderen Methoden geführt. Das moderne Proletariat ist nicht politisch rechtlos, und die Quellen des Wissens find ihm nicht verschlossen. Es kann im Besitz des gleichen Wahlrechts mit den Waffen der gewerkschaftlichen Organisation und der Presse 3uversichtlicher fämpfen als es die rechtlosen und erbarmungswürdig unwissenden Bauern vor vierhundert Jahren getan haben. In der Berwirrung der Kriegs- und der Revolutionszeit schienen mir aber nahe daran, dieser Vorteile wieder verlustig zu werden, weil der Blick für ihren Wert bet vielen verdunfelt war, und es sah zeitweilig so aus, als ob wir zu den primitiven Methoden des Bauernfrieges zurüdfehren sollten, die zur Niederlage geführt haben. Das war die große Auseinandersetzung über die Methoden des Klassenkampfes, die zwischen der Sozialdemokratie und den kommunisten geführt wurde. Heute ist sie im wesentlichen abgeschlossen, abgeschlossen durch die Wahlen am 7. Dezember, bei denen sich die sozialistisch denkende Arbeiterschaft Deutschlands mit Dreiviertel mehrheit für die sozialdemokratischen Methoden und gegen die kommunistischen entschied. Seitdem stehen wir vor einer start veränderten Situation. Die Umstellung der sozialistischen Arbeiterbewegung auf die veränderten Verhältnisse ist im großen und ganzen vollzogen, wir fönnen wieder vorwärisschauen und weiterbauen. Der Irrtum des Kommunismus bestand darin, daß er im Weltkrieg die von Marg angekündigte Katastrophe der kapitalistischen Gesellschaftsordnung erblickte und die Entwicklung eines wirtschaftlich so rückständigen Landes wie Rußland als vorbildlich für die Länder der hochkopitalistischen Kultur ansah. Aus diesem Irrtum ergab sich der Glaube an die Möglichkeit, die kapitalistische Wirtschaftsordnung durch den Gewaltstoß einer Minderheit über den Haufen zu rennen und unter der Gewaltherrschaft dieser Minderheit eine neue Wirtschaftsordnung aufzurichten. Ein solcher Irrtum fonnte in Zeiten der schwersten wirtschaftlichen Erschütterung um fich greifen, er ist aber nicht mehr aufrechtzuerhalten, wenn an die Stelle der Verzweiflung und der erregten Phantasie die ruhige Beobachtung der Tat sachen tritt. Die Massen haben am 7. Dezember der Sozialdemokratie recht gegeben, weil ihr zuvor schon die Tatsachen recht gegelen hatten, und so kann der Kommunismus auf eine Korrettur feines Schicksals durch einen Umschwung der Massenstiminung nicht rechnen. Der Kapitalismus ist im Weltkrieg richt zusammengebrochen, und Rußland kann für Deutschland England, Amerika nicht vorbildlich fein. Jetzt versucht der Kommunismus fein Leben zu verlängern, indem er die Erkenntnis von Wahrheiten, die sich jedem von selbst aufdrängen, mit allen Mitteln zu trüben versucht. Aber auch Bis zum 7. Dezember galt unsere Arbeit in erster Linie der Auseinandersehung innerhalb der Arbeiterbewegung. Für sie den Weg zu erkämpfen, den wir für den richtigen halten, ihre Geschlossenheit und Ationskraft gegen zerstörende Angriffe zu schüßen, das foftete uns den größten Teil unserer Kraft. Das Problem, wie men über den früheren Bestand der Arbeiterbewegung hinaus neue Eroberungen machen könne, trat dagegen vollständig in den Hintergrund. Bei den Maiwahlen waren Kommunisten die einzigen Nichtsozialdemokraten, die unsere Bersammlungen besuchten. was weiter rechts stand, mied fie, weil man wußte, daß in ihnen ja doch nichts anderes als tabende, dem Außenstehenden unverständliche Kämpfe zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten zu erwarten waren. Bei den Dezemberwahlen änderte sich das Bild. Der kommunistische Einschlag trat zurück, der bürgerliche machte sich wieder bemerkbar. Wir fonnten wieder nach rechts hin werbend auftreten. Das war der entscheidende Umschwung. Jezt stehen links von den rund 8 Millionen sozialdemofratischen Wählern 2,7 Millionen Kommunisten, rechts aber fast 20 Millionen Anhänger der bürgerlichen Parteien. Etwa eine Million Wähler, die noch im Mai kommunistisch wählten, haben im Dezember sozialdemokratisch gewählt, sie haben damit den noch verbliebenen 2,7 Millionen den Weg gezeigt.. Der Restbestand des Kommunismus ist eine Reserve der Sozialdemokratie für fünftige Wahlschlachten. Auf der andern Seite stehen 20 Millionen Wähler. Wir müssen außer den kommunistischen auch von diesen noch ein Biertel gewinnen, um zur entscheidenden Macht im Staat aufzusteigen. Das erscheint nun feineswegs mehr als eine unlösbare Aufgabe. Denn von jenen 20 Millionen gehört nicht nur ein Biertel, sondern die gewaltige Mehrheit nach ihrer Klassenlage zu uns. Warum sind sie bisher nicht zu uns gekommen, und wie sind sie zu gewinnen? Das ist eine Frage, die uns von jegt an mehr beschäftigen muß als der Kampf gegen den Kommunismus, der zwar nicht eingestellt werden darf, der aber durch die fortschreitende Selbstvernichtung des Gegners immer leichter gemacht werden wird. Die Masse der proletarischen und halbproletarischen aus Gründen getan, die denen der Kommunisten gerade entgegengesett maren. Sie hat geglaubt, im Interesse der Nation, zum Schutz der Religion und zur Sicherung der ruhigen wirtschaftlichen Entwicklung vor sozialistischen Experimenten" zu den bürgerlichen Parteien ihre Zuflucht nehmen zu müssen. Teils aus idealistischen Gründen, teils aus falschen Vorstellungen über unser Wesen stellt sie sich feindlich gegen uns und sucht die Vertretung ihrer Interessen dort, wo sie sie niemals finden kann. Um das ganze Problem auf eine kurze Formel zu bringen: 2,7 Millionen Wähler find gegen uns, weil wir ihnen nicht radikal genug find. 20 Millionen sind gegen uns, weil wir ihnen zu radikal sind. Daraus soll feineswegs die Folgerung gezogen werden, wir wären tatsächlich zu„ radital" und hätten Anlaß, uns zu beffern". Das ist ganz gewiß nicht der Fall. Die Sozialdemokratische Partei hat durch ihre Taten, durch ihre besonnene verantwortungsbewußte Politik längst alle Vorwürfe der Gegner, die ihr einen alles negierenden, mit dem Schicksal des Boltes va banque spielenden Radifalismus nachsagen, widerlegt. Die Sozialdemokratie fühlt und bekennt sich als die Staatspartei der Republik, sie weiß sich mit dem eigenen Volke aufs tiefste verbunden, sie schüßt die demokratisch- republikanische Verfassung und führt den Kampf für die Interessen der arbeitenden Massen gegen die Uebermacht des Kapitals auf dem Boden der Verfassung mit gesetzlichen Mitteln. Das sind Tatsachen, die fein ehrlicher Gegner leugnen tann, Tatsachen, um derentwillen wir uns gegen links hart zu verteidigen hatten, die aber für uns werbend wirgen gegen rechts. Wir brauchen uns nur zu befennen als das, was wir sind, um neue Anziehungskraft auszuüben. So ist die Aufgabe der Eroberung der Macht durch die Demofratie greifbar uns vor die Augen gerückt. Wohl wissen wir, daß die Gewinnung der Mehrheit noch nicht alles ist, daß auch der demokratische Mehrheitswille auf die zähen, schwer veränderlichen Tatsachen der Wirtschaft noch keine Zaubergewalt ausübt, daß noch ein weiter Weg vor uns liegt, auf dem es an Gefahren und Irrtümern nicht fehlen wird. Dennoch sehen wir an der Schwelle des neuen Jahres die Zufunft freier und flarer vor uns, wissen wir bestimmter als je zuvor, daß diese Zukunft uns gehört! Botschafterkonferenz und Räumung. Der Text der Note fertiggestellt. Paris, 31. Dezember.( WTB.) Nach Beendigung der Sigung der Botschafterfonferenz ist folgendes kommuniqué ausgegeben worden: Die Botschaftertonferenz hat um 4,30 Uhr nachmittags unfer dem Vorsitz von Jules Cambon eine Sigung abgehalten. Sie hat den allierten Regierungen den Text der Note, den sie nach ihren Inftruffionen zweds Mitteilung an die deutsche Regierung betreffs der Kölner Zone vorbereitet hat, übermittelt. Die Uebermittlung an die deutsche Regierung wird durch Vermittlung der allilerten Botschafter in Berlin erfolgen. Die Note wird erst veröffentlicht werden, nachdem die Demarche stattgefunden hat." Uebermittlung der Note Anfang nächster Woche. Paris, 31. Dezember.( WEB.) Havas teilt mit, daß die Botschafterkonferenz sich ohne Schwierigkeiten über den Text der Note geeinigt habe, die Anfang nächster Woche der deutschen Regierung übermittelt wird. Da es sich um eine Ent. Icheidung der alliierten Regierungen handle, würden diese die Kollektionote der deutschen Regierung zustellen. Die Mitteilung jei fehr furz und erkläre mit unwiderlegbarer Klarheit, daß die Räumung der Kölner 3one am 10. Januar nicht erfolgen tönne, weil Deutschland seine Berpflichtungen aus dem Friedensvertrage, namentlich hinsichtlich der Entwaffnung, offenfundig nicht ausgeführt habe. Amnestiedebatte in Frankreich. Paris, 31. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) In der Kammer wurde am Mittwoch die Beratung über die vom Senat erneut ab geänderte Amnestievorlage wieder aufgenommen. Der sozialistische Abgeordnete Léon Blum ergriff das Wort, um zur Frage der Wiederanstellung der Eisenbahner Stellung zu nehmen. Die FajDer fung des Senats weiche hier von der von der Kammer angenommenen Fassung ab. Es sei die Möglichkeit vorhanden, einen Kampf mit dem Genat aufzunehmen und den ursprünglichen Tegt jetzt beiaubehalten; doch die Kosten dieses Kampfes würden diejenigen tragen, die mit Ungeduld auf die Amnestie warten. Was die Wiederanstellung der Eisenbahner betreffe, so hänge sie nicht von der Fassung des betreffenden Artikels ab, sondern von der Stärke des Einflusses, den die Regierung auf die Gesellschaften ausübe. Justizminister versicherte, daß die Regierung auch mit der Amnestie in ihrer gegenwärtigen Fassung ein nützliches und wirksames Werk machen könne. Die Wiederanstellung der Eisenbahner hänge in der Hauptsache von den Absichten der Regierung und von den Mitteln. die dieser zur Verfügung stehen, ab. Für die Regierung fäme die Verabschiedung der Amnestie einer Anordnung der Wiederanstellung der Eisenbahner gleich. Amnestiegesetz mit den vom Senat befchloffenen Abänderungen mit Paris, 31. Dezember.( WTB.) Die Kammer hat das 343 gegen 136 Stimmen angenommen. Das Gesetz enthält die Amnestierung von Caillaug, der nunmehr feinen Wohnsitz wieder in Paris nehmen kann. Der neue Kurs in England. London, 31. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Das britische Innenministerium hat die Erneuerung der Aufenthaltserlaubnis für das Personal der verschiedenen Sowjetdelegationen verweigert. Die Sowjetregierung hat zwar versucht, auf dem Wege über einflußreiche englische Industrielle, mit denen sie in Geschäftsverbindungen steht und denen sie große Konzessionoen in Rußland versprochen hat, die englische Regierung zu einer anderen Haltung zu bewegen. Das Innenministerium hat aber trotzdem alle E: fuchen abgelehnt. Stegerwald gegen Stresemann. Ein Kolleg über Sozialpolitik. Herr Stresemann hat in seinem vielzitierten Artikel im Hamburger Fremdenblatt" erflärt, daß es sein Ziel sei, die fünftige Wirtschaftspolitit, Steuerpolitik und Sozialpolitik gegen die Sozialdemokratie zu führen. Mit einer eleganten Handbewegung ist er über die Tatsache der sozialen Reaktion in Deutschland hinweggegangen. Kampf gegen die soziale Reaftion ist für ihn:„ Dogmatische Einstellung". Die Deutsche Bollspartei und die Deutschnationalen sehen ihre Hoffnungen auf den rechten Flügel des Zentrums. Allein, nachdem ihnen in der Germania" schon flar gemacht wurde, daß das Zentrum nicht daran dente, selbst eine innere Explosion hervorzurufen, liest ihnen Herr Stegerwald im Deutschen" ein Kolleg über das Thema: Zentrumsarbeiter und Bürgerblod". Er schreibt: „ Es ist kein Zweifel, daß die antifozialen Strömungen im vergangenen Jahre mit einer heftigkeit und Aggressivi tät aufgetreten sind, die die größten Gefahren in sich schließen. Man kann der Mehrheit des deutschen Unternehmertums den Borwurf nicht ersparen, daß es über den engen Gesichtstreis feiner allernächsten eigenen Interessen noch immer nicht hinaustommt und einen Sinn für die wirtschaftlichen Gesamtzusammen hänge und ihre Bedeutung für Wohl und Wehe des Boltes und feine Stellung zur Nation und Kultur nicht begreift. Das Unternehmertum der Gegenwart ist meist nur aufhier und Heute ein gestellt, auf die engsten eigenen Interessen, und in erdrückender Mehrzahl des naiven Glaubens, man fönne auf die Dauer wirt. schaftliche Erfolge erringen unter Vernachläffi. gung menschlicher Borbedingungen und Rechte." ten haben möchten, hat sich die Arbeitnehmerschaft nachdrücklichst zu| widersetzen." Wir sind begierig zu hören, ob Herr Stresemann dem nächst von dem dogmatisch eingestellten" Herrn Stegerwald sprechen wird, mit dem die Probleme der Wirt fchaftspolitit und Lastenverteilung nicht zu lösen sind. Soziale Gerechtigkeit und Arbeiterschutz sind für den Bürgerblock Dogmen", von denen er nichts wissen will. Fortführung der bisherigen Außenpolitie". Es wurde mir aber erklärt, daß infolge einer Wenderung nur zwischen Die Konservativen gegen Stresemann. In jeder praktischen Fragestellung der Außenpolitik hat fich feit dem 7. Dezember ein bemerkenswerter Gegenfat zwischen der Politik der Reichsregierung und den Deutschnatio nalen gezeigt. Herr Stresemann wurde von den Deutsch nationalen wegen seiner Stellung zum Völkerbund heftig anrung zur Nichträumnung der Kölner Zone stoßen bei den gegriffen. Seine Erklärungen über die Stellung der Regie rung zur Nichträumnung der Kölner 3one stoßen bei den Deutschnationalen auf heftigen Widerspruch. Die Kreuzzeitung" schreibt gegen ihn: 3urüd weichen Deutschlands, noch ehe überhaupt die " Wir sehen in diesen Worten ein bedenkliches Symptom für ein Ententenote in den Händen der deutschen Regierung ist. Deutschland verzichtet, wie Dr. Stresemann es ausdrückt, auf den„ offenen Ronflitt", d. h. mit anderen Worten, es will den Vertragsbruch der schreiten. Das bedeutet alfo Berzicht auf Unterbrechung Entente hinnehmen, ohne zu irgendwelchen Gegenmaßregeln zu der Handelsvertragsverhandlungen und damit Preisgabe einer der wenigen Waffen, die wir in den Händen haben, es bedeutet Verzicht auf die Feststellung des Vertragsbruches, es bedeutet Berzicht auf die Folgerungen, die für die Ausführung des Dawes- Gutachtens gezogen werden müßten.... Wir stehen nach wie vor auf dem Standpunkt, daß der Bertragsbruch min destens durch Abbruch der Handelsvertragsver. handlungen beantwortet werden kann, damit endlich einmal unsere Beiniger sehen, daß Deutschland sich nicht alles gefallen läßt." Herr Stresemann will mit den Deutschnationalen affordieren auf Grund einer Erklärung über die Außenpolitif, die er immer noch von ihnen erwartet. Die Stellung der Deutschnationalen zu den praktischen Fragen der Außenpolitik er übrigt jede Erklärung. Sie spricht deutlich genug gegen die Fortführung der bisherigen Außenpolitik. ,, Wer weiter die Entwicklung des letzten Jahres überblickt, tonn beobachten, daß auch über das Unternehmertum hinaus weite Kreife der bürgerlichen Gesellschaft sich sozialreaktionären Anschauungen zugewandt haben. Das liegt größtenteils daran, daß man glaubt, Sozialpolitik sei eine wahllose und sentimen tale Willkürlichkeit des Staates gegenüber den Wünschen der befiglofen arbeitenden Schichten. Nichts ist falscher als das. In der Sozialpolitik handelt es sich hauptsächlich um dreierlei: 1. um eine vernünftige Regelung der Arbeitszeit und des Arbeitsrechts; 2. um eine auf gefunder Basis laufende Sozialversicherung; 3. um eine foziale Lastenverteilung zwischen Besitz und den verschiedenen Schich von Eigentumsträgern. Die Arbeitszeit bedarf in Deutschland balbigft einer Neuregelung. Auf Grund der Notverordnung vom Dezember vorigen Jahres haben sich vielfach unhaltbare Zustände herausgebildet, die es baldigst zu beseitigen Die Finanzen der„ Nationalpost". gilt. Borweg wird insbesondere der gesetzliche Achtstunden. Deutschnationale Geschäftsgepflogenheiten. tog in der Großeisenindustrie und in den Kofereien zur Durch führung gebracht werden müssen. Die heutige Zwölfftundenschicht Berlin, die Nationalpost", ging aus einer Wochenschrift Die offizielle Tageszeitung der Deutschnationalen in in diesen Betrieben mit der weitgreifenden Sonntagsarbeit muß gleichen Namens hervor, die der deutschnationalen Partei allfeitig als fulturwidrig anerkannt werden. Die un gleichen Namens hervor, die der deutschnationalen Parteigenügende und mit unzulänglichen Mitteln arbeitende Erwerbsleitung als Sprachrohr diente. Bei der Umstellung dieser fosenfürsorge ist abzulösen durch eine staatliche Arbeitsmethoden befolgt worden, die zu der angeblichen Freundschaft Wochenschrift auf eine Tageszeitung sind offenbar Geschäftslosenversicherung. Man tann sie nicht aufhalten daß man von Unternehmerseite dauernd ausruft, die Wirtschaft müsse Leute schlecht passen. Bon einem Berliner Geschäfts. der Deutschnationalen für den Mittelstand und die fleinen unter den sozialen Lasten zusammenbrechen. Deutschland wird, wie mann wird uns geschrieben: ehedem England, in der nächsten Zeit um größere Arbeitslosigkeits Seit Anfang Ottober stehe ich mit dem Berlag der Anfang November erhielt ich folgendes Schreiben: Das Schreiben ist eine Vervielfältigung und enthält tein Datum; nur die Adresse und die Höhe des Betrages find" nit besonderer Schrift eingefügt. Das Schreiben ist also auch vielen anderen, wenn nicht allen Lieferante bes Berlages zugegangen. Interessant genug ist der Hinweis auf die Wahluntosten der Partei. Diese Bemerfung läßt den Schluß zu, daß mit dem Geld, das den Lieferanten gehört, Wahlpropaganda getrieben worden ist, Nach dem 15. Dezember fand ich mich zu einem der angeblichen Zahltage ein. 11 und 1 Uhr gezahlt werden könnte. Bei einem zweiten Bersuch wurde ich vertröstet mit dem Hinweis, es sollte ein Sched für mich ausgestellt, aber aus Bersehen nicht expediert worden sein. Jedenfalls betam ich nur leere Bersprechungen, aber tein Geld. Es blieb mir infolgedessen nichts anderes übrig, als den Berlag der Nationalpost" zu verflagen. Dabei stellte sich heraus, daß die G. m. b. H., die das amtliche Organ der Handelsgesetzbuch macht sich strafbar, wer als G. m. 5. 5. auftritt, Deutschnationalen Boltspartei herausgibt, ge richtlich noch gar nicht eingetragen ist.( Nach dem Handelsgesetzbuch macht sich strafbar, wer als G. m. 5. S. auftritt, ohne gerichtlich eingetragen zu sein. Anm. d. Red.) Infolgedessen die Klage mir zu meinem Gelbe verhelfen wird, erscheint fraglich. sah ich mich genötigt, einen der Gesellschafter, und zwar den Herrn Borsigenden Lamerreng, zu vertagen. Ob Inzwischen habe ich nämlich erfahren, daß auch eine Menge anderer Leibtragender, darunter fogar Boten frauen und Radfahrer, nicht haben zu ihrem Gelbe tommen tönnen." Der Brief des betreffenden Geschäftsmannes, ben er von der sogenannten G. m. b. H, Nationalpost" erhalten hat, liegt uns vor, und an der Richtigkeit der Ausführungen unseres Gewährsmannes ist nicht zu zweifeln. Man sollte meinen, wenn die deutschnationale Parteileitung Geld genug hatte, um eine neue Tageszeitung zu schaffen, so hätte sie auch Beld genug haben müssen, um zunächst ihren Verpflichtungen aus der Herausgabe ihres Wochenblattes nachzukommen. Anständig sind diese Geschäftsmethoden nicht. Deutschnationale Titelverleihung. ,, Ehrendoktor" wegen Parteiarbeit. In der deutschnationalen Presse ist die folgende fiene aber bezeichnende Notiz zu lesen: Fräulein Margarete Behm, die Borsigeroe des Ges mertvereins der Heimarbeiterinnen und Mitglied der deutschnationalen Reichstagsfrattion, ist von der Medizinischen Fakultät der Universität Greifswald wegen ihrer Verdienste um die Hebung der rechtlichen und sozialen und damit auch der gesundheitlichen Lage der Heimarbeiter zum Dottor ehrenhalber ernannt worden. band christlicher Heimarbeiterinnen leitet, fei der Ehrenboltor gern Der braven Margarete Behm, die seit vielen Jahren den Vergegönnt. Sie wird davon keinen besonderen Nuhen haben und bamit auch keinen Schaden anrichten. eine deutsche medizinische Fakultät irgendeinem Arbeiterführer verAber eine Frage sei gestattet. Wo ist der Ehrenhoktor", den Rungen für die rechtliche und soziale und damit auch für die gesund. lichen hätte? Die Gewerkschaften haben doch in jahrzehntelangem beitliche Lage der deutschen Arbeiterschaft um ein Bieffaches mehr erfannt hätte? Nirgends! Tätigkeit der Gewerkschaften annerioden nicht herumfommen. Darauf hat sich die deutsche Staats Nationalpoft" in geschäftlicher Berbindung. Meine erste Lieferung geleistet, als die fromme Frau Behm mit ihren Kränzchen chriftlicher and Wirtschaftspolitik einzustellen. Besser wäre es freilich, wenn sie wurde mir, wie immer, pünktlich bezahlt, dann mußte ich kreditieren. Seimarbeiterinnen. Wo hat sich eine deutsche medizinische Fakultät es nicht brauchte. England, das in der übrigen Arbeiterversicherung hinter Deutschland zurücksteht, hat seinerzeit auch nicht etwa aus Liebhaberei die gefeßliche Arbeitslosenversicherung eingeführt. Um die Lastenverteilung auf Grund des Dames- Battes merden in den nächsten Monaten fich größere Auseinandersetzungen| abspielen. Bei ihr handelt es sich nicht nur um eine bloße Finanzreform, nicht darum, daß, wie es bei größeren Steuergeseßen meist zu geschehen pflegt, ein Teil abstimmt über die Brieftasche des anderen, sondern hier wird in startem Maße ein Bostament auf. gerichtet werden müssen, das für das zukünftige Zusammenleben des deutschen Boltes in seinen verschiedenen Schichten von der größten Bedeutung ist. Etwoigen Bestrebungen, die die Steuerlaften zuungunsten der untersten Volksschichten einseitig verteilt Ein oft geäußerter Wunsch unserer Leser und namentlich unserer Ceferinnen wird mit Beginn des neuen Jahres in Erfüllung gehen. Das Feuilleton des„ Borwärts" erhält eine Erweiterung durch eine nzieitige, täglich erscheinende Beilage, die den Titel Unterhaltung und Wissen führt und in größerem Umnge das bringen wird, was bisher die Heimwelt" gebracht hat. Theodor York. Ein Gedenkblatt von Mag Schütte. Bor fünfzig Jahren erregte großes Aufsehen eine Begräbnis bemonstration in Hamburg, die einem waderen Manne aus dem Bolte galt und bald eine politische Bedeutung gewinnen follte. Diefes Mannes, der in den Morgenstunden des Neujahrstages 1875 aus dem Leben geschieden ist, wollen wir jetzt hier gedenben und damit gleichzeitig ein wichtiges Stück Parieigeschichte in die Erinnerung bringen. Sohn eines Tischlermeisters, wurde Theodor Yort im 13. Mai 1830 in Breslau geboren. In sehr bescheidenen Verhältnissen verlebte er seine Kindheit, lernte somit den Ernst des Lebens zeitig fennen. Nur eine dürftige Bolksschulbildung wurde ihm zubeil. Er lernte als Tischler, ließ sich dauernd in Harburg nieder und per heiratete sich. Als dann in den fünfziger Jahren beim Anwachsen der fapitalistischen Produktionsweise und der Proletarisierung der Massen die Arbeiterbewegung in Deutschland einen starken Anlauf nahm, wandte auch Vort sich ihr zu und begann bald in Arbeiter freifen für die gemeinsame Sache zu wirken. Ein Mann von schwäch lichem Körper mit ernstem, ausdrucksvollem Geficht und braunem Rundbarte, war er in seiner Lebensweise bescheiden und anspruchs fos, dazu von unermüdlichem Arbeitsfleiß und großer Opferwilligkeit. Eine rauhe, fnorrige Natur, trat er unbeugfam für das ein, was er für das Recht hielt, legte dabei auch nicht selten einen hohen Grad von Eigenfinn und Starrsinn an den Tag. Eine gefunde Redegabe war ihm von Natur eigen. Damals fuchte noch die Fortschrittspartei die Arbeiterbewegung ins Schlepptau zu nehmen und fam ihr durch Errichtung von Arbeiterbildungsvereinen, Boltsbibliotheken und ähnlichem entgegen. Sie beschickte auch die Londoner Gewerbeausstellung von 1862 durch Delegierte aus dem Arbeiterstande. Zu diesen gehörte auch Dort. Mit ihm aber und anderen machten die Fortschrittler böse Erfahrungen, da diese Delegierten in London mit politischen Flüchtlingen in Berkehr traten und in ihre fommunistischen und sozialistischen Ideen eingeweiht wurden. So machte Vort dort die persönliche Befanntschaft von Wilhelm Liebknecht und befundete bald reges Berständnis für den Sozialismus. Bald nach seiner Rückkehr war ihm vergönnt, an einem großen historischen Berke mitzuhelfen. 1863 ging Ferdinand Lassalle in Leipzig an die Stiftung des Allgemeinen Deutschen Ar. beitervereins und berief die konstituierende Bersammlung auf den 23. Mai ins Pantheon ein. Seine Erwartung, die meisten größeren Städte Deutschlands würden dazu Delegierte entfenden, murde freilich enttäuscht, denn nur elf Städte waren vertreten, darter Harburg durch Vort. Dieser wurde in den Borstand des neu" Durch die Verlegung umferer Geschäftsräume, wie durch die Umstellung unferes Blattes auf eine Tageszeitung als auch durch die für die Partei bevorstehenden Wahlen treten an den unterzeichneten Berlag zurzeit so große Anforderungen heran, daß er sich veranlaßt sieht, Ihnen mitzuteilen, daß er ihre noch offene Forderung in Höhe von Mart... in der zweiten Hälfte des Dezembers bezahlen wird. Der Verlag hofft, daß Sie mit Rücksicht auf die geschilderten Umstände sich zu diesem Entgegen. tommen bereit erklären werden. Als Zahltage ab Mitte Des zember haben wir Dienstag und Freitag jeder Woche zwischen 2 und 4 Uhr festgesetzt. An diesen Tagen werden wir fünftig alle Rechnungsbeträge aus den Vormonaten erledigen. Hochachtungsvoll" Nationalpost" B. m. b. 5." gegründeten Vereins gewählt, obwohl er sich schon während der fonftituierenden Beratungen gegen gewisse diftatorische Neigungen des Präsidenten Lassalle gewandt hatte. Nach Laffalles Tode entstanden viele Wirren im Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein, denen die folgenden Präsidenten, Bern hard Beder, Tölde, Bert, nicht immer gewachsen waren. Den stärksten Einfluß gewann schließlich Dr. J. B. v. Schweiger, zweifellos ein Mann von hohen Gaben, aber zweideutigen Cha rafters, ben fein fortwährendes Rolettieren mit Bismard und der preußischen Regierung, sein Ehrgeiz, seine Herrschsucht und namentlich fein Hang zur Intrige in den Verdacht der Verräterei gebracht haben, ein Berdacht, den noch heute manche guten Genoffen teilen. Immer hin erwies er fich damals als höchst geschickter Agitator und Organifator, und auch Vort hielt längere Zeit zu ihm. Doch mißbrauchte Schweiger seine Macht gar zu oft, und so wurden immer mehr Beschwerden über ihn laut. Schließlich stieg die Erbitterung so weit, daß viele freiheitlich gesinnte Mitglieder des Vereins, darunter York, ausschieden, um sich an Liebknecht und Bebel und damit an Marg und die Internationale anzuschließen. Sie erließen von Magdeburg einen Aufruf an die Mitglieder und forderten zum Abfall von Schweizer auf, fündeten auch einen Kongreß in Eisenach an. Dieser fand am 7. und 8. August unter Borsiz von Bebel und Geib statt und brachte die Konstituierung der Sozialdemo fratischen Partet Deutschlands", gewöhnlich Partei der Eisenacher" genannt. Der Kampf zwischen Eisenachern und Lassalleanern war nun in vollem Gange. Trotzdem wuchs die gesamte Arbeiterbewegung Deutschlands ftetig, wurde dann aber durch den Deutsch- Französischen Krieg schwer zurüdgeworfen. Wir Alten wissen, was für eine ungeheure nationale und loyale Begeisterung durch Bismards täuschende Schachzüge angefacht wurde und welche Erbitterung entstand, als Liebknecht und Bebel sich im Reichstage der Abstimmung über die Kriegsanleihe enthielten und als die Sozialdemokraten der verschiedenen Richtungen nach der Katastrophe von Sedan gegen die Fortsetzung des Krieges und gegen die Annerion von Elsaß und Lothringen protestierten, überhaupt die Blut- und Gifenpolitit aufs entschiedenste verwarfen. Eine Anzahl der Führer wurde verhaftet, darunter auch Dort in Harburg. Wie sehr die Bewegung durch den Krieg geschädigt war, erfuhr er bald auf einer Agitationstour in den Rheinlanden, die ihm große Enttäuschung brachte. Die Bartet wußte aber fein Wirken zu schäßen, denn sie berief ihn in ihren Ausschuß und ernannte ihn ( päter zu ihrem Sekretär. Und der Grund? Frau Behm ist deutschrational, Ludendorff der Ehrendoftor" von Königsberg gar votisch"! Die soweit Gemertschafter aber find Sozialdemokraten oder fie christlich oder demokratisch find republitanischer Ge finnung dringend verdächtig. Der Ehrendoftor für Frau Behm ist deswegen feine Anerkennung für die Arbeiterschaft, sondern eine Titelverleihung für politisches Wohlverhalten in der Deutschnationalen Bartei! einzusehen. Gelbst dann nicht, wenn auch Franz Behrens und wwww Daß der Titel dadurch an Wert gewänne, vermögen wir nicht Emil Kloth nächstens mit ihm ausgezeichnet würden. Abgeordnete ins Barlament schieten, ein günstiges Zeichen, daß babei beide Barteien nebeneinander marschierten, ohne sich mit der früheren Schärfe zu bekämpfen. Ronnte man doch darin schon ein Vorzeichen der tommenden Berföhnung sehen, die durch den Ausschluß Schweizers aus dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein erheblich gefördert wurde. Im Juli hielten die Eisenacher ihren Kongreß in Roburg ab und veranstalteten dort eine Reihe öffentlicher Borträge. Mort behandelte hierbei die ländliche und industrielle Arbeiterfrage. Seine Hauptrede erschien im Drud mit der Ueberschrift„ Ein neues Arbeitsrecht". Noch bewahrte er die alte geistige Kraft und Frische, aber seine förperliche Gesundheit brach unter der anstrengenden Tätigkeit und der Sorge um das tägliche Brot zusammen. Ein schweres Leiden ergriff ihn und nötigte ihn, im Herbst 1874 das Amt als Parteisekretär niederzulegen und sich in das Hamburger Freimaurerfrankenhaus zu begeben. Hier mußte er noch schwer mit dem Tode ringen, bis ihn dieser bei Anbruch des neuen Jahres von seinen Leiden erlöfte. Sein Begräbnis am 3. Januar gewann noch bes fonders dadurch an Bedeutung, daß Eisenacher und Zaffalleaner imterschiedslos dem reich geschmüdten Sarge folgten. Vielfach sah man in diesem Vorgange ein Vorspiel der baldigen Berchmelzung der beiden Parteien, die denn auch schon im Mai auf den Kongreß in Gotha stattfand. Lassalleaner und Eisenacher vereinigten sich hier zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands". " Das Gespenst der Schlaffrankheit in England. Bor einer Ber sammlung der Völkerliga für Gesundheitswesen referierte in London Dr. A. F. Tredgold über die Gefahren der Schlaffrankheit". Der name fei eigentlich irreführend, denn mit der Schlaffraitheit, wie fie im tropischen Afrika vorkommt, habe diese nichts zu tun. Sie fei aber sehr verhängnisvoll und breite fich leider feit einigen Jahren dieser Strankheit gezählt worden find, sind es jetzt 6000. Allein in in England start aus. Während 1918 erst einige hundert Fälle London trugen 300 Kinder im schulpflichtigen Alter einen geistigen Defekt als Folge der Krankheit davon. Die bisherigen Erfahrungen haben gelehrt, daß nur ein Drittel der Erfrankten die Krankheit wirtlich überstehen, ohne daß irgendwelche Folgen zurückbleiben. Ein Drittel stirbt und ein Drittel trägt eine bleibende Veränderung der geistigen und moralischen Beranlagung davon. Der Arzt berichtete, daß er durchaus normale und gut veranlagte Kinder gefannt habe, die sich nach der Krankheit in wirkliche Unholde verwandelt hatten. Bellings Dreiflang" in der Nationalgalerie. Die Nationalgalerie er. warb von Rudolf Belling, dem Berliner Bildbauer, sein Bildwerk Dreitlang, Der Künstler hat die Arbeit für das Museum in Mahagoni asgeführt, Arthur Holiticher spricht am 6. Januar, abends 8 Uhr, in Bürgerſaal des Berliner Rathauses auf Einladung J. M. Spaeths über Erlebnisse in vier Erbteilen". Dort hatte nun seinen dauernden Wohnsiz in Hamburg und war hier neben Geib der leitende Kopf. Seine materielle Lage blieb eine traurige, flagte er doch Bebel gegenüber mit bitterem Galgenhumor, sein Gehalt erlaube ihm nicht einmal, eine neue Hofe zu faufen. Aber unverdrossen war er wie auf politischem so auch auf gewerkschaftlichem Gebiete tätig. Schon früher hatte er den Gewertverein deutscher Solzarbeiter gegründet und als Präsident geleitet. Jest wurde hauptsächlich durch sein Bemühen einige Rüdschlüsse auf den Berbrauch der englischen Hauptstadt. Zwei Tage der Gewerkschaftskongreß in Erfurt zustande gebracht und auf seinen Antrag das Organ" Die Union" geschaffen, auf die dann die Gründung der gleichnamigen gewertschaftlichen Vereinigung folgte. Eine hohe Freude für ihn war, daß bei der Reichstags mahl von 1874 die Eisenacher gleich den Lassalleanern einen mächtigen Stimmenzuwachs zu verzeichnen hatten und eine Anzahl Londons Weihnachtsappefit. Der Markt von Smithfield erlaubt immer vor Weihnachten sind dort allein 625000 Eier, 500000 Truthähne und 1 Million Hübner verfaust worden. bolnischer Bolizift, der bereits zwei Jahre lang ungehindert fein RäuberPolnischer Banditenhumor. Der Bandenführer Domanski, ein desertierter bandwerk betreibt, hat an die Steuerbehörde in Lodz in einem Griefumschag 500 Bloty als„ Gintommensteuer für das Jahr 1924" eingesandt. Das nicbtveröffentlichte Gutachten. Eine Aeufterung Dr. Schückings. Der frühere Vorsitzende des parlamentarischen Unter» suchungsousschusies, der demokratische Reichstagsabgeordnete Dr. Schücklng. veröfsentlicht über die Vorgänge, die bisher die Drucklegung der Gutachten des vierten Unterausschusses verhindert haben, eine Erklärung, in der es heiht: »Nach kurzer telephonischer Voranzeige erhielt der Geschäfts- führer des Untersuchungsausschusses am 4. November 1gZ4 einen Bncf des Vertreters des Reichswehrministeriums beim Unter- !,. isausschutz, Oberstleutnant Otto o. Stülpnagel, des In- haits, daß der Herr Reichswehrminister �egen die beab- sichtigte Veröfsenllichung der Gutachten beim Reichskabinett aus staatspolitischen Gründen Verwahrung eingelegt habe. Am 1. De- zember 1924 richtete der Herr Reichsminister des Innern an den Prä- sidenten des Reichstages die Bitte, darauf hinwirken zu wollen, daß die Veröffentlichung der in Frage stehenden Gutachten vor- läufig unterbleibe, da der Beschluß zur Veröffentlichung erst nach der Auflösung des Reichstages gefaßt und daher nicht rechtskräftig sei. Der Präsident erwiderte, daß der damalige Reichstagspräsidcnt Löbe die Ausführung des genannten Beschlusses rechtskräftig verfügt habe, daß aber unbeschadet der Rechtslage die Veröffentlichung einstweilen unterbleiben und die Frage in einem neu einzusetzenden Ausschuß noch einmal behandelt werden solle." Schücking weist darauf hin, daß der Einspruch des Reichswehr- Ministers Dr. G e ß l e r gegen die Veröffentlichung ungewöhnlich sei. Nach der bisherigen Gepflogenheit hätte der Reichswehrminister Gelegenheit nehmen können, dem Untersuchungsausschuß selbst seine Bedenken vorzutragen. Im übrigen verlangt Schücking energisch die Veröffentlichung der Gutachten und begründet dieses Verlangen: »Nach der durch WTB. verbreiteten Erklärung würde die Reichsregierung eine Veröffentlichung des gesamten Materials nach abschließender Bearbeitung der ganzen Angelegenheit be- grüßen. Demnach scheint die Totsache, daß die Gutachten nur einen Teil des gesamten Materials darstellen, in den Erwägungen des Reichskabinetts eine Rolle gespielt zu haben. Dazu ist zu be- merken, daß der vierte Unterausschuß nach Schluß der vorletzten Wahlperiode seine Arbeiten für beendigt erklärte und die Druck- legung des gesamten Materials beschloh In dem darauf fol- genden kurzen Reichstage wurde jedoch die Wiederaufnahme der Verhandlungen für wünschenswert erachtet und die Wiedereinsetzung auch des 4. Unterausschusses beschlossen. Mit Rücksicht auf die nun zu erwartende Fortsetzung der Verhandlungen wurde die Veröffent- lichung der bis dahin geführten Verhandlungen, sowie derjenigen Gutachten, über die noch eine Aussprache stattzufinden hatte, zurück- gestellt. Die Gutachten der Herren v. Kühl, Schwertfeger, Delbrück dagegen über die Offensive von 1918 roaren bis zu End« durchgesprochen, und die Verfasser erklärten, nichts mehr ändern und nichts mehr hinzusetzen zu wollen. Darum konnten diese Ar- beiten sofort in den Buchhandel gegeben und dem dringenden Wunsch der Mitglieder des Reichstags wie der Oeffentlichkeit, endlich in die Arbeiten des Unterfuchungsaus- schusfes weiteren Einblick zu erhalten, entsprochen werden. Wenn also aus der von WTB. verbreiteten Erklärung hervorzugehen scheint, daß die Reichsregierung gegen die Veröffentlichung dieser Gut» achten als einer Teilveröffentlichung nach wie vor sachliche Bedenken babe, so würde sich die Regierung mit der Auffassung des früheren Untersuchungsausschusses in Widerspruch befinden. Der neue Reichstag wird sich mit diesen Bedenken, wie mit der Form des Vorgehens des Reichswehrminffteriums und der Ge- samt�egieruna zu beschäftigen haben." Dem Wunsche Schückings wäre nur hinzuzufügen, daß der Reichstag sich hoffentlich bei dieser Beschäftigung nicht allzu lange aufhält und daß endlich die Veröffentlichung der Gut- achten erfolgt. Das deutsche Volk hat«in dringendes In- t e r e s s e daran, daß olle Dokument« und Materialien veröffentlicht werden._ Neusabrswü'nlche. Ein Tchreibeu Adenauers au Ebert. Der Oberbürgermeister der Stadt Köln, Dr. Adenauer, hat an den Reichspräsidenten folgendes Schreiben gerichtet: „Hochverehrter Herr Reichspräsident! Wenn das Rheinland im Jahre 1924 eine so wesentliche Erleichterung seiner Lage gegenüber dem Vorjahre erfahren hat, so ist das zu einem ganz wesentlichen Teile auf den Einfluß zurückzuführen, den Sie aus die Politik Deutschlands ausgeübt haben. Es drängt mich daher, Ihnen, hochverehrter Herr Reichspräsident, am Jahresschlüsse meinen ehrerbietigsten und herzlichsten Dank auszu- sprechen und Ihnen gleichzeitig mein« Glückwünsche zum neuen Jahre zu übermitteln. Möge das Jahr 1925 Ihnen als weiteren Erfolg in Ihrem hohen Amte die Räumung der Kölner Zone und uns damit die Freiheit bringen. In hoher Verehrung bin ich Ihr sehr ergebener Adenauer." Die internationale Tagung in Srüffel. Di« Reihe der internationalen Tagungen, die in Brüssel in der Zeit vom 2. bis S. Januar abgehalten werden, beginnt mit einer Sitzung des B u r e a u s der Sozialistischen Arbeiterinternationale am 2. und 3. Januar, die der Vorberatuiig folgender Punkte dienen soll: Garantievertrag und Abrüstung. Achtstundentag und Maifeier. Di« Taktik gegenüber der Kommunistischen International« und dem russischen Problem. Hierauf folgt am 3. und 4. Januar ein« gemeinsame Sitzung des Bureaus der SAI. mit dem Vorstand des Inter- nationalen Gewertschaftsbundes, in der außer der Frag« der Ga- ranatieverträge auch noch folgend« Gegenstände verhandelt werden sollen: Der Achtstundentag und der Kampf für die Ratifikation des internationalen Uebereinkommens über das Verbot der Nachtarbeit in den Bäckereien. Die provisorische Tagesordnung der Sitzung der Exekutive der SAI., die sich am 4. und 5. Januar anschließt, umfaßt außer den genannten noch folgend« Punkt«: Der Imperialismus und die ägyp- tische Frage. Der International« Kongreß iggZ. Die Interparla- mentarische Union und verwandte Fragen. Di« allgemeine politische Situation und die Angelegenheiten einzelner Länder. Das Verhältnis der SAI. zur außereuropäischen Arbeiterbewegung und andere or- ganisatorische Fragen. Zranzösiscker Pazifistenkongreß. � Gerlach für deutsch-franzöfische Zusammenarbeit. Auf dem Iahreskongreß der französischen Liga für Menschen- rechte in Marseilles sprach auch der Vorsitzende der deutschen Liga für Menschenrecht« Helmuth v. G e r l a ch. Bei der Besprechung der Räumungsfrag« gab v. Gerlach dem Bedauern darüber Ausdruck, daß durch die Verweigerung der Räumung dos Vertrauen des deutschen Voltes in die Fortsetzung der so hoffnungsvoll von der französischen Regierung begonnenen Dersöhnungspolitik erschüttert worden sei. Das deutsche Volt wisse in seiner großen Mehrheit gar nichts von den Bedingungen, die an die Räumung geknüpft worden seien. I» diesem Punkt« sei größere Aufklärungsarbeit zu leisten. Di« deutschen und die französischen Republikaner mühten die Festnahme Weitere Verhaftungen, aber Die„vorläufige Festsetzung" der Leiter des Barmat» Konzerns hat naturgemäß in der breitesten Oeffentlichkeit das größte Aufsehen erregt. Sie ist unter Umständen erfolgt, die geeignet sind, das Interesse aller wirtschaftlichen und politischen Kreise, gleichviel wie die Sache weitergeht, auf das stärkste zu spannen. Es muß aber zunächst mit aller Deutlichkeit folgen- des festgestellt werden: Liegt gegen die Leiter de s Barmat-Kon- zerns auchnurdas geringste an Gesetzwidrig- keit und Strafbarkeit vor, dann fordern wir als allerer st e die rücksichtslose Behandlung dieses Falles und die schonungslose Be- strafung allerSchuldigen: denn die Barmats hätten dann nicht nur die Gesetze eines Landes verletzt, in dem sie seit Iahren Gastrecht genossen haben, sondern sie hätten dar- über hinaus das Vertrauen einer großen Anzahl von Freunden und Bekannten in exponierter politischer und wirtschaftlicher Stellung auf das schmählichste mißbraucht. Liegt ober gegen sie nichts vor, dann dürfte die Affäre Barmat nach der anderen Seite hin, der staatsanwaltlichen, Anlaß zur Kritik geben. Die Gebrüder Barmat sind zwar formell nicht ver- hastet worden, sondern bisher nur„vorläufig festgesetzt", bis ihre Vernehmung ergibt, ob eine regelrechte Verhaftung ver- fügt werden soll oder nicht. Außer ihnen sind im Lause des gestrigen Nachmittags ein halbes Dutzend von den leitenden Persönlichkeiten des Barmat-Konzerns gleichfalls zwecks Vernehmung„vorläufig festgesetzt" worden. Und nun kommt das Merkwürdige: Obwohl die Festnahme der Ge- brüdcr Barma�bereits in den frühesten Morgenstunden des Mittwoch erfolge, wurden sie bis zum späten Abend überhaupt nicht vernommen, sondern es wurden zunächst während des ganzen Tages die am Sitz des Konzerns in der Merkurbank und anderswo beschlagnahmten Schrift- stücke gesichtet und geprüft, offenbar, weil man daraus zu- nächst entnehmen wollte, worüber überhaupt die Sistierten vernommen werden sollten. Am späten Abend wurde nun den Festgenommenen mitgeteilt, daß mit Rücksicht auf die Uebermüdung der Beamten und auf die Silvesterfeier Ver- nehmungen am Mittwoch abend überhaupt nicht mehr statt- finden, sondern er st am Donnerstag vorgenommen werden dürften. Diese Tatsache steht immerhin in einigem Widerspruch zu dem mächtigen polizeilichen Apparat, der bei den Verhaftungen in Tätigkeit gesetzt wurde, wie aus jener Korrespondenzschilderung hervorging, die wir in unserer gestrigen Abendausgabe veröffentlicht haben; wenn tatsächlich 300 Kriminalbeamte nebst einigen Motorbooten des Reichswasserschutzes während einer ganzen Nacht in Bewegung ge- setzt wurden, um die Insel Schwanenwerder zu umzingeln und zu belagern(die übrigens gar keine Insel isti, so zeugt das von einer äußer st gewissenhaften polizeilichen Ausfüh- rung der gestellten strategischen Aufgabe, von der wir nur würichen könnten, daß sie auch bei der Verfolgung von rechts- radikalen Hochverrätern an den Tag gelegt werden möge.... In der Tat müßte die Staatsanwaltschaft ungeheuer schwere Belastungsmomente bei dieser„vorläufigen Fest- setzung" gehabt haben, denn sie ist mit einer Schärfe vor- gegangen, die man selbst bei den schwersten Kriminaloer- brechen kaum erlebt; als die ersten Meldungen besagten, daß auch der S o h n von Julius Barmat verhaftet worden sei. da hielten wir das selbstverständlich für eine Personenverwechslung, denn es handelt sich um einen dreizehnjährigen Schüler. Doch war die Meldung vollkommen richtig: der dreizehnjährige Junge ist tatsächlich mit seinen ElternamfrühenMorgenfestgenommenund bis zum späten Nachmittag im Polizeiprä- sidium zurückbehalten worden. Desgleichen blieben die F r a u e n von Julius und Henry Barmat in„vor- läufiger Festsetzung" bis gegen 6 Uhr abends. Dann wurden sie wieder auf freien Fuß gesetzt. Ueber das, was gegen die Barmats und ihren Konzern vorliegen soll, ist auffallenderweise nicht das mindeste an positiven Behauptungen zu erfahren: auch die zuständigen amtlichen Stellen können darüber keine Auskunft geben, weil selbst ihnen gegenüber die Staatsanwaltschaft sich in undurchdringliches Schweigen hüllt. Auch dem Rechts- b e i st a n d der Barmats wurde der Zutritt zu den Si- stierten mit der Begründung verweigert, daß erst die Vernehmungen erfolgen müßten; fo ist auch diese Seite nicht in der Lage, irgend etwas Konkretes als Grund der Fest- nähme anzugeben. Nun hat WTB in der kurzen Meldung über die Fest- nähme„eine Beteiligung des bekannten Bannat-Konzerns am K u t i s k e r- Konzern" als Grund angegeben. Wie wir von zuständiger Stelle hören, bestreitet allerdings die Staats- anwaltschaft. die Urheberin dieser Meldung zu sein, wie sie überhaupt bestreitet, hinter irgendeiner anderen Korrespon- denzmeldung zu stehen. Nun be st reitet der Barmat-Konzern auf das allerentschieden st e, daß er jemals, sei es direkt oder indirekt, mit Kutisker und seinem Konzern irgendwelche Beziehungen unterhalten habe. Das dürfte der springende Punkt sein: Entweder lügt der Barmat-Kon- ze r n in unverfrorener Weise und dann dürfte sich das Weitere ganz von selbst ergeben— oder e r lügt nicht, sich mehr als bisher gegenseitig unter st ützen in dem Be- streben, auf ihre Regierungen im Sinne der Verständigungspolitik einzuwirken. Bei der Besprechung der Frage des Eintritts Deutsch- lands in den Völkerbund sprach v. Gerlach die Ueberzeu- gung aus, daß Deutschland ein Mandat über seine Kolonien durch den Völkerbund übertragen werden müsse. Der Redner schloß mit der Verheißung, daß e-n Tag kommen werde, wo jeder gute Franzose ausrufen werde:„Es leb« Deutschland und jeder gute Deutsche, es leb« Frankreich!" v. Gerlach fand mit feinem Vortrag stürmi- s ch e n Beifall der Versammlung. „Die Gesellschaft�. Das soeben erschienene Januar-Heft des zweiten Jobrqanges unserer wissenschaftlichen Zeitschrist„Die Gesellschaft" beginnt mit einer längeren Abhandlung Karl Kautstys über Eduard Bernstein, der bekanntlich am S. Januar seinen 75. Geburtstag seicrt. Kautsky? Artikel enthält nickü nur eine objektiv-liebevolle Würdigung der theoretischen und praktischen Leistung Bemstein«. er öer Sarmats. noch keine Vernehmungen! dann scheint sich die S t a a t s a n w a l t s ch a f t in einer Weise verhauen zu haben, die durch die ganzen Begleit- erscheinungen der Verhaftungen außerordentlich gravierend ist. Man muß nämlich bedenken, daß. ganz abgesehen von der politischen Ausnutzung, zu der die bloße Nachricht der Verhaftung gebraucht wird, volkswirtschaftliche Interessen von gewaltiger Bedeutung in einer vielleicht nicht wieder gutzumachender Weise gefährdet wurden: durch die verfügte Sperrung der Gelder für sämtliche große und kleine Unternehmungen des Barmat-Konzerns werden etwa 12 000 bis 13 000 Arbeiter und Angestellte plötzlich beschäftigungslos, was immerhin keine Kleinigkeit ist. Und schließlich könnte dadurch die preußische Staatsbank selbst, die bekanntlich Kredite den Werken des Barmat-Konzerns zur Verfügung gestellt hat, in Mitleidenschaft gezogen werden. Selbst die bestfundierte Firma kann heutzutage, wenn ihre Leiter plötz- lich verhastet werden, in ihren Grundfesten erschüttert werden. Auch wenn sich nachträglich die Grundlosigkeit eines Ver- dachtes herausstellt, so bleibt in den weitesten Kreisen immer so viel hängen, daß ihr Kredit ernstlich beeinträchtigt wird und damit von Amts wegen eine Zahlungs- Unfähigkeit künstlich provoziert wird, die vorher gar Nicht bestand. Wst wollen hoffen, daß die Staatsanwalt- fchaft alle diese Momente gewissenhaft erwogen hat, bevor sie zu ihrem großen Schlag ausgeholt hat. » Nach einer Mittellimg, die uns von feiten des Rechtsbeistandes der Barmats zugeht und deren Richtigkeit wir nicht nachprüfen können, soll das Präsidium der Staatsbank unmittelbar nach der Entdeckung der Kutisker-Affäre sämtliche Kreditangelegenheiten des Barmat-Konzerns einer eingehenden Nachprüfung unter- zogen und einstimmig festgestellt haben, daß dies« Kredit« durchaus einwandfrei zustandegekommen und hinreichend ge- deckt seien. Sie liefen daher nach dieser Prüfung weiter und ihre Rückzahlung hatte bereits in den letzten Wochen begonnen. Hof- fenllich bringt die Staatsanwaltschaft auch darin Klarheit, ob diese Behauptung zutrifft oder nicht. * Die US-Korrespondenz hatte im Lause des gestrigen Tages ausführliche Meldungen über di« Barmat-Affäre verbreitet, deren Inholt uns von informierter Seite als völlig aus der Luft gegriffen bezeichnet wind. Es war darin von einer ursprünglich bcebsichtigten Sanierung d« s Kutisker-Konzerns durch mehrere Berliner Banken, darunter der Barmat-Konzern, die Rede, welche übrigens von den Barmats abgelehnt worden wäre. An der ganzen Sache soll kein wahres Wort fein. Ferner wurde behauptet, der Barmat-Konzern hätte Staats- b a n k t r« d i t e, die für notleidende Unternehmungen bestimmt waren, die dem Konzern angegliedert worden sind, für andere Unternehmungen verwandt. Auch dies— obwohl wahrscheinlich durchaus zulässig— soll völlig unwahr sein. Des weiteren ist von einer Kreditabteilung für Kom- munen im Barmat-Konzern die Rede, die«ine Zei.lang bestanden haben und von einem ehemaligen Kutiskermann. namens Schar- lach, geleitet worden sein soll. Eine solche Kreditabteilung soll aber im Barmat-Konzern überhaupt nicht bestanden haben, ebensowenig wie Beziehungen zu jenem Scharlach. Endlich gehen durch etliche Blätter Nachrichten über Beziehun. gen bekannter sozialdemokratischer Persönlichkei- ten zu Barmatschen Unternehmungen, die zum Teil unrichtig sind, ober deutlich zeigen, wohin nach den Wünschen gewisser Kreise die Reise gehen soll. Ueberhaupt scheinen bei der Berichterstattung über die Barmat-Affäre recht dunkle Quellen in Tätigkeit getreten zu sein. Es muß leider festgestellt werden, daß die Staatsanwall- schaft durch ihr Stillschweigen und ihr ganzes Verhalten diese Treibereien, die vor allem politischer Natur sind, gefördert Hot. » Di« B. S.-Korrespondenz teilt am späten Abend mit: Wie vorauszusehen war, ist es bis jetzt noch vollkommen unmöglich, schon ein abschließendes Urteil über die groß'' Attion, die von der Staatsanwaltschaft mit Hilfe der Streifbeamten»' schaft der Kriminalpolizei ausgeführt wurde, zu fällen. Nahezu 490 Beamte unter Leitung des Kriminalkommissars Hermann,' der von mehreren anderen Kommissaren noch unterstützt wurde, waren seit vorgestern abend ständig unterwegs, um alle Aufträge in den vielen Jndustriewerken und Banken auszuführen. Diese wurden dann nacheinander von den Sondcrdezernenten geprüft und die einzelnen vorläufigen Fe st nahmen von diesen selbst verfügt. Der Betrieb auf den Banken, der gerade zu Ultimo be- sonders rege ist. erlitt, so weit es sich vermeiden ließ, keine Störung. Verschiedene Angestellte, deren Ver- nehmung sich an Ort und Stelle nicht bewerkstelligen ließ, wurden der Staatsanwaltschaft zugeführt Unter diesen sind mehrere Herren der Merkurbank und ferner der Direktor Staub d«s Berlin-Burger-Eifenwerks Akt.-Gef., dessen Filiale sich in der Friedrichstr. 76 befindet. All« diese Persccien sind im Verlaufe der vergangenen Nacht von Oberstaatsanwalt Linde felbft vernommen worden. Das umfangreiche Material tonnte nicht sofort ab- transportiert werden, ein Teil wurde daher versiegelt und bei den jeweiligen Stellen gelassen. Die vereidigten GerichsUachver- ständigen werden sich jetzt mit diesem weitverzweigten Material beschäftigen haben. Durch ihre Arbeit wird ein« gewisse Klärung r Geschäftsverbindimg zwischen Barmat und der See- Handlung geschaffen werden. Andererseits wird es sich nun auch herausstellen, ob und inwieweit eine Geschäftsverbindung zwischen dem Baxmat-Konzern und dem Kutisker- Konzern bestanden hat. Jedenfalls wird«ine endgültig« Klärung erst nach mehreren Tagen erfolgen können. stellt auch«in werwollev Stück Parteigeschichte dar und wirft man- ches Licht auf die inneren Parteiverhältnisse während des letzten Jahrzehnt». Auch der Arti'el ven Professor Erik N ö l t i n g über das Dreistadiengesetz des Sozialismus ist vom parteigeschichtlichen Standpunkt von Interesse. Er versucht eine soziologische Begrün- dung der verschiedenen Phasen der Parteieniwicklung: des ideolo- gilchen, des organisatorisch-oppositionellen und des konstruktiven zu geben, und zwar unter eagster Bezugnahme auf dl« Entwicklung der deuffchen Sozialdemokrat!«. Einen interesianten Beitrag zur deut- fchen politischen Gefckncht« liefert der bekannt« Lassalle-Forfchcr Professor Dr. G li st a v M a y« r mit seinem Aussatz„Franz Ziegler wid Ferdinand Lossalle", dem eine An.zahl bisber unveröffentsichter Briefe Zieglers an Lasfall« beigegeben sind. Wichtige wirtschaftliche Fragen behandeln Dr. Emil St rauh- Prag in seinem Aufsatz „Die tschechoslowakische Bodenreform" und Paul Usermaan in einem Artikel„Sradikaisdämmerung im Kohlenbergbau". Pro fessor Karl Vorländer widmet«inen interessanten Aussatz de Lebensarbeit Paul Natorps und Dr. K« o r g Decker gibt In ein aufschlußreichen Studie eine statistische Analyse der Reichst wählen vom 4. Mai und 7. Dezember, di« in der � Agitation sehr gut verwendet werden kann. Gewerkschaftsbewegung Das Kampfjahr 1924. Wiederaufbau und Sammlung. Die Kämpfe, die um den Achtstundentag geführt wurden, gingen mit ungleichem Erfolg aus. In der Schwerindustrie, und zwar im Ruhrgebiet ebenso wie in Oberfchlesien, erlitten die Arbeiter eine Niederlage. In dem hartnädigen Kampf auf den Seeschiffswerften tam fchließlich ein Kompromiß zustande. Aehnlich verlief der Riefenkampf im Ruhrbergbau. In anderen In dustrien trat ein vertragloser Zustand ein. Die Arbeitgeber hatten mit ihrem konzentrischen Angriff auf den Achtstundentag zweifellos einen Erfolg errungen. Der Erfolg mar aber nicht groß genug, um ihn zu einem dauernden zu machen, um den Achtstundentag überhaupt zu beseitigen. Im Baugewerbe, wo die Unternehmer fchon seit Jahr und Tag gegen den Achtstundentag unter dem Bormande kämpften, daß es sich beim Baugewerbe um ein Saifongewerbe handelt, gelang es ihnen nicht, irgendeinen Erfolg zu erringen. Wie die Erhebung des ADGB. im Mai ergab, arbeiteten durchschnittlich 54,7 Broz. der Arbeiter mehr als 48 Stunden die Woche. Diese Erhebung ist Ende November wiederholt worden. Unter Ausschaltung der Kurzarbeiter ergab sich, daß nunmehr 45,3 Broz. mehr als 48 Stunden arbeiteten. Troß der riesigen Arbeitslosigkeit, die während der dazwischenliegenden Periode herrschte und die Stoßkraft der Gewerkschaften geschwächt hat, ist es in nicht unerheblichem Maße gelungen, den Achtstundentag zu rüd zuholen. Diese Verschiebung des Kräfteverhältnisses tommt ebenso flar zum Ausdrud in dem Ergebnis der Reichstags wahlen vom 4. Mai und 7. Dezember. Es sind nicht allein die sozialdemokratischen Stimmen in verhältnismäßig furzer Zeit ganz außerordentlich gewachsen, auch innerhalb der bürgerlichen demokratischen Parteien ist der Einfluß der Arbeitnehmer ganz offensichtlich gestiegen. Die Arbeitnehmerschaft, soweit sie sich noch den bürgerlichen Parteien zu rechnet, ist sich in wachsendem Maße ihres Einflusses bewußt geworden und der Notwendigkeit, den Achtstundentag gesetzlich zu verankern. Aus dieser Kräfteverschiebung erflärt sich auch die Umstellung, die in der Reichsregierung in der Frage des Achtstundentages erfolgt ist. Auf der letzten Genfer Arbeitskonferenz gab der deutsche Regierungsvertreter eine Erklärung ab, die sich gegen die Ratifizierung des Abtommens von Washington durch Deutschland wandte. Seit dem ist durch die Teilnahme des Reichsarbeitsministers an der Berner Konferenz und durch wiederholte Erklärungen in Gemeinschaft mit England, Frankreich und Belgien das Abkommen von Washington zu ratifizieren. wir sind noch nicht über'm Berg. Die Unternehmer haben sich noch immer nicht damit abgefunden, daß der Achtstundentag auch in Deutschland die normale Arbeitszeit sein muß. Sie hoffen immer noch, durch Schaffung eines Bürgerblods die Ratifizierung des Abtommens von Washington hintertreiben und die gesetzliche Festlegung des Achtstundentages sabotieren zu können. Die Gewerkschaften werden diesem Treiben nicht tatenlos gegenüberstehen. Sie sind die weitaus stärkste Dr= ganisation Deutschlands. Ihre nur vorübergehend gesunkene Mitgliedschaft hat sich im Laufe des Jahres 1924 trotz der riesigen Arbeitslosigkeit wieder ganz bedeutend gehoben. Die freien Gewerkschaften allein dürften gegenwärtig nahe an sieben Millionen Mitglieder zählen. Sie sind aber nicht nur gewachsen in der Zahl, auch ihre finanzielle Leistungsfähigkeit hat sich im Laufe des Jahres 1924 ganz außerordentlich gehoben. Das tritt flar zutage in der Wiedereinführung der Unterstützungseinrichtungen, in dem Wiederaufbau der Einrichtungen für Bildung und Propaganda und der sozialpolitischen und statistischen Abteilungen. Doch stehen wir hier erst am Anfang einer Entmidlung. Die Schichtzeit der Hochofen- und Koksarbeiter. Erklärung des Reichsarbeitsministers. Der Reichsarbeitsminister hat bereits vor wenigen Wochen anläßlich einer Reise nach Oberschlesien die Erklärung abgegeben, daß die Acht stundenschicht für die Feuerarbeiter in absehbarer Zeit wieder eingeführt werden soll. Dr. Brauns wiederholt jetzt diese Erklärung gegenüber einem Pressevertreter, indem er u. a. versicherte, daß die Entscheidung über die Schichtzeit der Hochofen und Kolsarbeiter bis Mitte Januar getroffen werden soll. Dieser Aeußerung fügte er hinzu, daß sich das Gesamtkabinett darüber einig sei. Vor einem neuen Arbeitszeitgeseh. Das Reichsarbeitsministerium legt Wert auf die Feststellung, daß die ouch in unserer gestrigen Mitteilung erwähnte paritä. tische Kommission der Arbeitgeber und Arbeitnehmerver. treter noch nicht zu einer gemeinsamen Beratung zusammengetreten ist. Jedenfalls sind die Vorbesprechungen über das neue Arbeitszeitgefeß auch deswegen von besonderer Bedeutung, weil von ihrem Verlauf für die Gewerkschaften die Entscheidung der Frage abhängt, ob der bereits vor längerer Zeit gefaßte Beschluß auf Einleitung eines Boltsbegehrens über die Ratifi= werden soll. Zur Verlängerung von Ueberzeitabkommen. Halle, 31. Dezember.( Eigener Drabtbericht.) Der Hallesche Schlichtungsausichuß fällte gegen die Stimmen der Arbeitnehmerbeisiger für die Metallindustrie der Tarifgebiete Anhaltsalle- Merseburg einen Schiedsspruch, wonach das alte e berzeitablommen bis zum 31. März 1925 bet behalten bleibt. Der neue Schiedsspruch ist ein Beweis dafür, daß die Metallarbeiter von den Schlichtungsinstanzen allein nichts au erwarten haben, sondern fich wahrscheinlich auf ihre eigene rage lommenden Verwaltungen haben nunmehr zu der Entscheidung des Schlichtungsausschusses Stellung zu nehmen. Auch die Löhne der Arbeitnehmer haben sich nicht nur absolut, sondern auch relativ gehoben. Gewiß fehlt es mangelstation des Washingtoner Abkommens durchgeführt einer einwandfreien Statistik über den Lebenshaltungsinder an einer brauchbaren Grundlage, um festzustellen, ob und wieweit der Realwert der Löhne gestiegen ist. Die versuchten Nachweise der Unternehmer, die sich auf das Reichsamt für Statistit stüßen, wonach die Arbeiterschaft heute schon ein Realeinkommen hat, das dem der Vorfriegszeit gleich, ja sogar noch überlegen ist, sind in ihrer Unhaltbarkeit längst nachgewiesen worden. Aber wenn die deutsche Arbeit nehmerschaft im allgemeinen noch nicht das Realeinkommen der Vorfriegszeit hat, geschweige denn das ihrer ausländischen Kollegen in den Konturenzländern, so ist es, trotz des furz- Kraft verlassen müssen. Die Metallarbeiter der einzelnen in fichtigen wie hartnäckigen Widerstandes der Unternehmer unter Führung der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeber verbände, gelungen, die Reallöhne zu steigern. Auch hier befinden wir uns erst im Anfangs stadium eines Ringens, zu dessen Erfolg nicht allein die 3 ahl, sondern auch die geistige Stärte erforderlich ist. Abschließend kann vom Jahre 1924 gesagt werden, daß der am Ausgang des Jahres 1923 einsehende Versuch einer politischen und wirtschaftlichen Konterrevolution gescheitert ist. Die Arbeiterflaffe hat zweifellos Niederlagen erlitten. Sie waren aber nicht groß genug, um sie zu einem Sieg für die Unternehmerschaft zu gestalten. Die deutsche Arbeiterschaft hat sich nicht von den Bolschewisten zu der selbstmörderischen Torheit verleiten lassen, den Rapitalisten eine Entscheidungsschlacht zu lichem Widerstand unfähig war. Wenn sie unter der Ungunst der Umstände auf verschiedenen Punkten zurückgewichen ist, so tat sie das, um neue Kräfte zu sammeln und zum gegebenen Zeitpunkt wieder vorzustoßen. Das neue Jahr wird die deutsche Arbeiterklasse wieder auf dem Vormarsch sehen. Arbeitskammer für das Saargebiet. Auf der Tagesordnung der Landratssitzung am 16. Januar steht unter anderem die Errichtung einer Arbeitskammer für das Saargebiet. Deutscher Wertmeister- Berbaub, Bezirks- Verein Charlottenburg I Mit gliederversammlung am Freitag den 2. Januar 1925, 8 Uhr abends. Vortrag des Rollegen Rurt einig über Steuerwefen". Achtung, SPD.- Betriebsvertrauensleute! Die Nr. 6 der Betriebszeitung Der Kämpfer" ist erschienen und so. nehmen. Besonders die Bertreter der Mittel- und Kleinbetriebe werden er fort vom Betriebssekretariat, Lindenstr. 3, 2. Sof, Tr., in Empfang zu fucht, das Material abzuholen. Barteiausweis mitbringen! ( Gewerkschaftliches siehe auch 4. Beilage.) zum Ausdruck gebracht worden, daß Deutschland bereit jei, liefern, zu einem Zeitpunkt, wo die Arbeiterschaft zu ernit Sophien- Säle Sophienstraße 17-18. Diese Erklärungen werden allerdings nur in dem Maße zur Wirklichkeit werden, in dem der Einfluß und die Macht der deutschen Gewerkschaften wachsen und zur Geltung ge= bracht werden. Man darf sich keiner Täuschung hingeben: Norden 9296. Säle frei! Verantwortlich für Politik: Ernst Reuter; Wirtschaft i. B.: J. Steiner; Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Egkorn; Feuilleton: Dr. John Schikowski; Lotales und Sonstiges: Frig Rarstädt: Anzeigen: Th. Glode. sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Druck: Borwärts- Buchdruckerei und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co. 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Februar: Genosse Franz Krüger, M. b. 2., früher Borsigender der sozialdemokratischen Parteiorganisation von Groß- Berlin, ge storben. Sonnabend, den 16. Februar: Der Maler George Groß wird zu 500 Mart Geldstrafe verur. teilt, mit ihm die Verleger Gumpert und Herzfeld, weil sie sich durch Verbreitung unzüchtiger Darstellungen" schuldig gemacht hätten. Mittwoch, den 20. Februar: 25jähriges Bestehen der biologischen Reichsanstalt für Land- und Forstwissenschaft in Dahlem. Montag, den 18. Februar: Schweres Eisenbahnunglud bei Ludwigstadt im Bereich der Eisenbahndirektion Erfurt. Bagen stürzen von der Brücke, zerstören Häuser. Sonnabend, den 23. Fe bruar: Der Kutscher Wilhelm Mesenberg aus Potsdam wird wegen Ermordung der 7jährigen Schülerin Gertrud Brandes zu 15 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverluft unter Berüdfichtigung mildernder Umstände verurteilt. Ermordung der Witwe Emma Trautmann geb. Nelke und der Frau Elfe Hoffmann geb. Hemmerli durch den Schupowachtmeister Gerth. 29. Februar: Breitensträter wurde in der dritten Runde von Sam son- Körner durch Niederschlag besiegt. März. sindiran Montag, den 3. März: Urteil im Raubmordprozeß Friedmann. Die Angeklagten Alexander Hoffmann und Aires Schulz erhalten wegen der Ermordung des Matlers Hans Fried. mann je 15 Jahre Zuchthaus. Dienstag, den 4. März: Ver urteilung des Mörders der Schauspielerin Erna Klemm, Liebmann Tomocani, zu 6 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. Donnerstag, den 6. März: Anfrage der sozialdemofra tischen Stadtverordnetenfrattion, ob es richtig ist, daß der Stadtverordnete Justiziat Hallensleben für die Unterschrift des Protokolls einer Generalversammlung der Berliner Gas werfe 2.-G. 324 000 Goldmart liquidiert hat. Freitag, den 14. März: Die Kaufmannsfrau Luzie 3ugalsti, Neukölln, Bode straße 11, tötet ihre beiden 4 und 6 Jahre alten Rin. der und sich selbst, nachdem sie furz zuvor ihr neugeborenes Rind getötet und im Ofen verbrannt hatte. Die Tat war aus Berzweiflung über ihr zerrüttetes Leben geschehen. Dienstag, den Dienstag, den 18. März: Der Uhrmacher Schaper wird wegen Ermordung der 7jährigen Lucie Konrad zum Tode verurteilt. Montag, den 24. März: Die frühere Kronkenschwester Erna Bischur wird unter dem Berdacht des vierfachen Mordes verhaftet. Mittwoch, Mittwoch, den 26. März: Wolfenbruch tatastrophe in der Bucht von Neapel. Viele Tote und Verwundete. Donnerstag, den 27. März: Der Händler Erich Weiß aus Reinickendorf wird wegen Ermor. dung der Krankenschwester Hedwig Blettig zum Tode ver urteilt. April. Dienstag, den 1. April: Neukölln 25 Jahre Stadt. Es wurde 1899 mit einer Einwohnerzahl von 80 000 zur Stadt erhoben. Infrafttreten der Neuregelungen des Unterhal. tungsrundfunts. Statt 60 Mart Jahresgebühr werden nur noch 2 Mark monatlich gefordert, der Selbstbau von Detektorgerät wird freigegeben. Dienstag, den 8. April: Cin seltener Berkehrs: unfall am Lüzowufer: Infolge Zusammenstoßes mit einem Geschäfts: auto stürzte ein Autobus der Linie E um. 5 Berlezte. Am gleichen Tage: Die Giftmischetin Rose Gentschow wird zu 2 Jahren 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Mittwoch, den 16. April: Stadtverordnete Genessin Marta Demming gestorben. Dienstag, den 22. April: Schweres Eisenbahnunglüd bei Bellinzona. 16 Tote, darunter der deutschnationale Abgeordnete Helfferich. Mai. mahl. ein. Donnerstag, den 1. Mai: Maiseiern, u. a. Rede des Genossen Breitscheid im Berliner Rundfunk. Glänzender Verlauf der Beranstaltungen. Freitag, den 2. Mai: Erichießung des Arbeiters Walter Ga edle in der Auguste- Bittoria- Straße zu Köpenid burch Hafentreugler Sonntag, den 4. Mai: Reichstags. Sonnabend, den 10. Mai: Urteilspertündung in dem Prozeß wegen des Dedeneinsturzes im Mosse Haus. Baumeister Lazarus wird zu 6 Monaten Gefängnis, der Maurerpolier Gutte und der Bolter Hauschit zu je 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Die drei Berurteilten legten fofort Revision Montag, den 12. Mai: Der 17jährige Realschüler Günther Seidel wird vom Jugendgericht wegen Totschlag an der neunjährigen Ingeborg Bartkowski zu 2 Jahren und 4 Monaten Gefängnis verurteilt.Sonnabend, den 17. Mai: Bernotat wird wegen Anstiftung zur Bestechung zu 2 Jahren Gefängnis und 5 Jahren Ehrverlust, der Kriminalbeamte Widbold wegen Amtsverbrechens und passiver Bestechung zu 2 Jahren Zuchthaus verurteilt. Sonntag, ben 18. Mai: Ulanentag in Fürstenwalde, Zusammen, ftöße zwischen„ Baterländischen und Kommunisten. Montag, den 19. Mai: Der Apotheker Heiser wird in dem großen Prozeß megen Verbrechens nach§ 218 zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Heiser hatte, um den Reichstag auf die Unhaltbarkeit des§ 218 aufmerksam zu machen, mehr als 400 Frauen dem Gericht als seine Rundinnen genannt. Donnerstag, den 22. Mai: Bürgermelfter 1924. Font Scholz Charlottenburg wird mit 105 gegen 92 Stimmen, die auf Dr. Heimerich entfielen, zum Bürgermeister von Berlin gewählt. Freitag, den 23. Mai: Die unter der Anschuldigung mehrfachen Mordes verhaftete Frau Bischur wird ohne Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen, da teinerlei Giftspuren bei ihren an geblichen Opfern gefunden wurden. Katastrophaler Wolfenbruch über Berlin. Schwere Arbeit für die Feuerwehr Sonnabend, den 24. Mai: Der Stadtsekretär Lederer vom Wohnungsamt IIa in Wilmersdorf wird wegen Bestechung zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Montag, den 26. Mai: Auffindung eines ermordeten Schülers Günther Baier im Tresfow wäldchen, eine Biertelstunde von Mahlsdorf entfernt. Als Täter wurde sein Schul famerad Liebed verhaftet. Mittwoch, den 28. mai: Der Ingenieur Unruh wird in dem Prozeß wegen des geheimnisvollen Strom| erzeugers U wegen Betruges zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt. Donnerstag, den 29. Mai( Himmelfahrtstag): Gewitterfturm auf der Havel, zahlreiche Segelbote tenterten, auch Berlin wurde vielfach schwer vom Gewitter heimgesucht. Juni. - T 4 Donnerstag, 1. Januar 1925 Mai. Dezember DEM DEUTSCHEN VOCKE T urteilt. Donnerstag, den 11. September: 3. R. 3 steigt zur Probe fahrt nach der Schweiz auf und landet nach 5½stündiger Fahrt glücklich in Friedrichshafen. Sonntag, den 21. September: Er öffnung der großen eisenbahntechnischen Ausstellung in Seddin. Antifriegstag in Berlin. Zahlreiche Bersamm lungen. Entdeckung eines Frauenmordes bei Friedrichshagen. Die 23jährige Arbeiterin Klara Ulbrich wurde in Gegenwart ihres fünfjährigen Sohnes Herbert ron einem unbekannten Täter um gebracht. Mittwoch, den 24. September: In einem Pferdest all in der Bödikerstraße 29 bricht ein Feuer aus, bei dem der Kutscher und 7 Pferde verbrennen. Donnerstag, den 25. September: Aufstieg des 3. R. 3 zur Deutschlandfahrt. Freitag, den 26. September: 3. R. 3 über Berlin. Rückfahrt und Landung in Fried richshafen. Oktober. Montag, den 2. Juni: Urteil im Harden Prozeß. Der Angeflagte Walter Anfermann wird wegen verfuchten Mordes an dem Schriftsteller Magimilian Harden zu 6 Jahren Zuchthaus verurteilt. Freitag, den 6. Juni Großfeuer in den Berg mann Werten. Das Imprägnierungshaus ausgebrannt. Eisenbahnunglüd am Bahnhof Großgörschen. straße. Absturz eines Tenders. Donnerstag, den 12. Juni: Beginn des sozialdemokratischen Parteitages in Berlin. Sonnabend, den 14. Juni: Schwere Eisenbahntata. ftrophe auf der Wannseebahn, zwei Tote, 22 Schwer Mittwoch, den 1, Oftober: Eisenbahnunglück bei Mainz. Derlegte, zwei Leichtverlette. Sonnabend, den 21. Juni: Der 14 Tote, zahlreiche Verlegte. 14 Tote, zahlreiche Berlegte. Montag, den 6. Ottober: Berurtei Plazmeister Löwinsohn wird wegen Ermordung der Chefrau lung des Apothekers beiser in der Berufungsinstanz zu einer feines Chefs, Frau Fanny Förster auf dem Altmetallagerplay in bei Gesamtstrafe von 3 Jahren Zuchthaus unter Anrechnung von 1 Jahr Prenzlauer Allee 18 zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde verbüßter Untersuchungshaft. Mittwoch, den 8. Oftober: In dem fpäter auf dem Gnadenwege in lebenslängliches Buchthaus um- Prozeß wegen des Einsturzes im Mossehaus wurden die gewandelt. Montag, den 23. Juni: Schmere Unwetter. Angeflagten Lazarus, Handschid und Bugle in der Berufungsinstong schäden in Berlin. schäden in Berlin. Dienstag, den 24. Juni: Rathenau- freigesprochen. Gonntag, den 12. Oftober: Morgens, 6,35 Gebentfeier. Erste Sigung der Walther- Rathenau- Stiftung. Uhr Aufstieg des 3. R. 3 aur meritafahrt. Er trifft Freitag, den 27. Juni: Schweres Bergwerts unglüd auf Mittwoch, den 15. Oftober 3,11 Uhr nachmittags( mitteleuropäisdje dem in Desterreich gelegenen Braunfohlenbergwert Hart in der Beit) nach einer Fahrt von 81 Stunden 25 Minuten in Lakehurst Nähe von Gloggniz. 30 Tote. Schweres Unwetter über Berlin, ein. Mittwoch, den 22. Oftober: 20 Jahre Berliner Arbeitermehr als 1000 Alarmierungen der Feuerwehr. jugend. Freitag, den 29. Oftober: Ein Jahr Berliner Runds funt. Juli. Ueber Dienstag, den 1. Juli: 25jähriges Bestehen der Technischen hochschule. Charlottenburg. Berurteilung des Kaufmanns Franz Auffahrt megen Unterschlagung und Betrug mit dem Luftfahrerbant. Der Hafentreugler Karl Thepe wird megen Körperverlegung mit tödlichem Ausgang, der der Arbeiter Gaebte in Köpenid anläßlich des Wahlkampfes im Mai zum Opfer fiel, zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Mittwoch, den 2. Juli: Erstes Bekanntwerden der Mordtaten Haar: manns. Freitag, den 4. Juli: Frau v. Germa r, das frühere Rufinchen" des Herrn v. Buttkamer, wird wegen Betruges zu 1 Jahr 9 Monaten Gefängnis verurteilt. Aus allen Teilen Deutschlands, tommen Nachrichten von dem verheerenden Auftreten der Forteule. Sonnabend, den 5. Juli: 25jähriges Bestehen der Sonnabend, den 5. Juli: 25jähriges Bestehen der Konsumgenossenschaft.- Sonntag, den 13. Juli: Schwerer Gewittersturm über Berlin und in der Umgebung. Sturm über Berlin und in der Umgebung. Freitag, den 18. Juli: In Berlin werden Massenvergiftungen in den Dr. Breb merschen Qungenheilanstalten in Görbersdorf i. Schl., in denen auch viele Berliner untergebracht sind, bekannt. 200 Personen waren erfrankt, der Oberarzt der Anstalt starb. Montag, den 21. Juli:„ Ehrensbermeister" Karl Rahardt wird wegen Montag, den 21. Juli:„ Ehrensbermeister" Karl Rahardt wird wegen schwerer Untreue, Anstiftung zu schwerer Untreue, attiver Be einer Gesamttechung, Preistreiberei und Kettenhandel zu Strafe von 3 Jahren 6 Monaten Gefängnis und 3000 Mart Geldstrafe verurteilt. Im Hause Leibnizstraße 10 zu Charlotten burg wurde ein an einer Frau Rösler verübter Mord entdeckt. Als Täter wurde der Polizeioberwachtmeister Rebs dat festgestellt. Dienstag, den 22. Juli: Genosse Emil Boeste, der langjährige Raffierer und Sekretär des Verbandes Sozialdemokratischer Wahlvereine Berlins und Umgegend, gestorben. Mittwoch, den 23. Juli: Nachts schweres Gewitter über Berlin. Häufige Alarmie rung der Feuerwehr. In Hangelsberg wurden 6 Menschen vom Bliz getroffen. Einer davon war sofort tot. Auf dem Haupt bahnhof in München wird der 17jährige Gymnafiaft Kurt Reßler, Mitglied der Völlischen Wehrorganisation" Reichsflagge" Nürnberg, unter dem Verdacht verhaftet, den Studienrat Merz aus Beriin bei Berchtesgaden ermordet zu haben. Donnerstag, den 24. Juli: In Grodnom wird ein Ehepaar Stanislam und Germá nida Sbonffi verhaftet, das gestand, 51 Personen hinterliftig er. mordet zu haben. Auguft. November. Sonnabend, ben 1. November: Sdymeres Straßenbahns unglüd in der Hauptstraße in Schöneberg. 9 Personen verletzt. -In den ersten Tagen des November schmere Sochwasserfatastrophe im Rhein- und Ruhrgebiet.- Probefahrten des Fletiner Rotorschiffes Sonntag, den 9. November: Revolutionsfeiern. Montag, den 10. November: In dem Meineidsprozeß gegen Ehrenobermeister Karl Rahardt wird unter Berücksichtigung der bisherigen Strafen auf eine Gesamtstrafe von 4 Jahren Gefängnis erfannt. Dienstag, den 11. November: och bahnerstreif in Berlin.- Freitag, den 14. Nopember: Große Brandkatastrophe in New Jersey. 900 Familien obdachlos. Dienstag, den 25. November: Aus Anlaß der Krawalle am Fürstenwalder Ulanentag wurde der Angeklagte Kom munist Domfe zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Dezember. Freitag, den 2. Dezember: Der Kaufmann Angerstein in Haiger ermordet seine aus acht Köpfen bestehende Familie. Donnerstag, den 4. Dezember:: Beginn des Haarmann- Prodefies. Eröffnung der Berliner Funtausstellung.Sonntag, den 7. Dezember: Reich stagswahl. Mittwoch, den 10. Dezember: Beginn der Automobilausstellung. Frel tag, den 19. Dezember:: Todesurteil gegen Haarmann und Montag, den 22. Dezember: Berhaftung des General Direktors Kutister. Brons. Neujahrsgratulanten im alten Berlin. Heute ist die Zeitungsfrau die einzige Berfon, die sich in Berlin zur Neujahrsgratulation einstellt, um dafür, daß sie die Zeitung das ganze Jahr hindurch, bei Wind und Wetter, bei brütender Hiße und größten Stätte jeden Tag pünktlich abgeliefert hat, auf ein fleines Neujahrsgeschenk zu hoffen. Noch vor einem Jahrhundert war dies ganz anders. Da stellten sich jedesmal zu Neujahr duhende Personen ein, die alle ein frohes Neujahr wünschten und dafür auf ein Neujahrsgeschent rechneten Gleich am frühen Morgen erschien das Milch mädchen mit ihrem Neujahrswunsch, nachher stellte sich der Bäckerlehrling oder Bäckergeselle ein, der das Früh stüd brachte, und es fehlte auch nicht der Fleischergefelle, der der Hausfrau regelmäßig das Fleisch in das Haus lieferte. Aber Sonntag, den 3. August: Ged entfeier für die Opfer des dann kamen noch viele andere. Der Schuhmachergeselle, der Weltkrieges. Freitag, den 7. Auguft: In Ahrensdorf, Kreis Tel. im Laufe des vergangenen Jahres die Schuhe der Familienange tow, stürzt eine im Bau befindliche Billa ein. Die 54jährige hörigen besohlt hatte, alle die handwerker, die ein paarmal bei Frau Marie Melzer und der Meurer Bergemann finden hierbei den irgendeiner Arbeit im Haufe tätig waren, der Holzhacker, der Freitag, den 8. August: Der erste elettrische Vorort regelmäßig auf dem Hofe oder vor dem Hause das Brennholz sägte Schwerer 8ug auf der Strecke Stettiner Bahnhof- Bernau. und zerpackte, die Höferfrau, von der Madame" ihre Aepfel, Birnen, Pflaumen und ihr Gemüse bezog, die Eierfrau und Käse Straßenbahnunfali in der Petersburger Straße. 12 Bersonen verlegt. Sonntag, den 10. Auguft: Feier des Berber Schornsteinfegergeselle durfte nicht fehlen, es famen händlerin auf dem Markt, sie alle tamen und gratulierten. Auch faffungstages. Donnerstag, den 14. Auguft: Schmeres Un. weiter über Berlin. Freitag, den 15. Auguft: 100- JahrFeier der Gärtnerlehranstalt in Dahlem. Mittwoch, den 27. Auguft: Sufammenbruch des völkischen Banfhauses Willi Sparer um ihre Einnahmen betrogen. Bruß in Wilmersdorf, Brandenburgische Straße. Ueber 10 000 September. Tod. Montag, den 1. September: Ende des 5. Rhön- Segelflug Wettbewerbes. Dienstag, den 2. September: Erster Spatenftich zur Erweiterung des Westhafens in Berlin. Sonnabend, den 6. September: 3. R. 3 landet nach 8½fiünbiger Probefahrt über Süddeutschland programmäßig in Friedrichshafen. Montag, den 8. September: Urteil in dem Prozeß wegen des Eisen bahnunglüds auf dem Potsdamer Bahnhof, Der Eisenbahnsekretär Krüger wird wegen fahrläffiger Tötung, Körperverlegung im Amte und Transportgefährdung zu 4 Monaten Gefängnis unter Jubilligung einer dreijährigen Bewährungsfrist verdie Ortsarmen, die dann und wann oder auch regelmäßig vor[ prachen, um Spcifenüberrefte und alte Kleidungsstüde zu empfangen. Sogar die Edenste her ließen es sich nicht nehmen, in ihrem" ein fröhliches Neujahr zu wünschen. Mit gesetzten falbungsvollen Revier die Häufer abzufiappern und mit erwartungspollen Blicken Morten sprach der Kirchendiener seinen Neujahrswunsch aus, wer Kinder in die Schule schickte, hatte bestimmt mit einem Neujahrsbesuch des Schuldieners zu rechnen, wer im vergangenen Jahre einen Angehörigen zu Grabe gebracht hatte, der fonnte erwarten, daß zu Neujahr einer aus der Gilde der Leichenträger vorsprach, um die Hoffnung auszudrücken, daß das neue Jahr für die Familie ohne den Berluft eines lieben Angehörigen vorübergehen möge. Bielfach tamen Neujahrsgratulanten, die der Hausherr und bie Hausfrau noch nie gesehen hatten. Da war es nicht verwunderlich, daß viele Familien vor dem Neujahrstag ein Grauen hatten; denn die Schelle an der Wohnungstür ging fast den ganzen Tag, und fast immer stand einer draußen, der durchaus seinen Neujahrsglückwunsch anbringen wollte. Emporhungern. Gut Essen und Trinken ist bei den einen Selbstverständlichkeit, meil eben alles da" ist und bei den anderen bleibt es ewiger Asunsch.„ Deutschland ist ein armes Land und muß sich, wie das arme Preußen, wieder emporhungern!" hört man jetzt wieder von Lokal- Anzeiger"-Patrioten fagen. Wie man das macht, dafür bietet ein Rundgang durch unsere vornehmsten Berliner Restaurants, den ein Mitarbeiter eines Mittagblattes angestellt hat, den Beweis. Der Gute kommt zu der Ueberzeugung, daß die Gedeckpreise der großen Silvefterdiners sich je nach Lokal auf 25 bis 38 mm, belaufen, wobei die großen Hotels alle über der 30- Mark- Grenze liegen." und dann heißt es weiter:" Caviar und Gänseleberpasteten fehlen nirgends als Eingangsgericht, Hummer und Seezunge und Rheinlachs in Champagner werden von Wildpret und Brüsseler Poulorden abgelöst, herrliche Eis- und Käseplatten bilden den Uebergang zum Schlußpunkt der Silvesterpfannkuchen." Verächtlich wird man dazu sagen:„ Das fönnen sich nur Schieber leisten." Ach, man sehe sich nur die Autos an, die die Herrschaften zu diesen Diners bringen. Sie kommen aus Charlottenburg und Westend und Wilmersdorf und Grunewald und Schlachten, Nikolas- und Wannsee. Potsdam aber nicht zu vergeffen. Und die Portiers der Lurushotels fennen sie alle, die Herrschaften, die den Autos entsteigen: Prinzen und Fürsten deutschen Geblüts, Grafen und Frei herrn deutschen Adels, die großen Kanonen der Industrie und der Banken, der Trusts und Syndikate, teils arischen, teils nichtarischen, teils gemischten Geblüts. Oft sehr gemischt.... Will man sie, deren Reichtum vielfach aus der Zeit vor dem Krieg datiert, Schies ber nennen? Und fönnte man sehen, von welchen Zeitungen die Herren noch die Abendausgabe in der Tasche ihres Belzmantels tragen. Die ganze Rechtspresse ist vertreten. Aber immerhin, man fönnte am Ende sagen:„ Laßt sie doch, wenn sie's dazu haben! Warum sollen eine große Liebe für die Pferde mitgebracht hat, stets hohe Summen auf Rennplägen permettete. Das erregte Verdacht, und bei den genaueren Nachforschungen stellte es fich heraus, daß Lehmann selbst der Schuldige war. Ein zweiter Ungetreuer ist der 28 Jahre alte Robert Stephan, ein Angestellter desselben Finanzamtes, der einen ähnlichen Bosten wie Lehmann bekleidete. Stephan war früher Lehrer in Neukölln, dann hatte er eine kleine Gastwirtschaft am Stettiner Bahnhof und danach eine Bar im Heidelberger Faß" im Lunapart. Er landete schließlich als Angestellter des Finanzamtes Tiergarten. Während seiner Tätigkeit unterschlug er durch falsche Buchungen mehrere Schecks, die er dann für die eigene Tasche einlöste. Seine Beute beträgt ungefähr 4000 M., die des Lehmann 5000 m. Während Lehmann feine Berfehlungen zugibt, bestreitet Stephan die ihm zur Last gelegten Unterschtagungen. Die Notendiebstähle im Reichsbanktresor. Gefängnis für einen Reichsbankbeamten. Aus Im Dezember vorigen Jahres und im Mai dieses Jahres kamen im Reichsbanktresor zwei Diebstahle vor, die durch die Art ihrer Ausführung großes Aufsehen erregten und jetzt Gegenstand einer Verhandlung vor dem Großen Schöffengericht Mitte waren. der Untersuchungshaft wurden dem Gericht der Reichsbantbeamte Anton Ruf, als der eigentliche Dieb, und der Detektiv und Kaufmenn Otto Wolff als Hehler vorgeführt. Der erste Diebstahl hatte sich im Reichsbanktresor Adlerstraße 12 ereignet. Bei der Uebernahme eines Geldwagens, der Einlieferungen der Generalpostkasse enthielt, wurde in der Zähltasse beim Aus: packen ein Fehlbetrag von 2000 Billionen Mart festgestellt. Obwohl sofort jämtliche beteiligten Beamten eingehend vernommen wurden, blieb dieser Diebstahl zunächst unaufgeflärt. Weit umfangreicher und noch raffinierter ausgeführt war der zweite Diebftahl im Reichsbanktresor Adterstraße 6, bei hem es sich um 6. Mai ein größerer Transport 14000 Dollar in Goldanleihe handelte. Es war am Der Geldschrankknacker. Berhaftung nach einem Feuergejed.. Ein alter Zuchthäusler, der Geldschrankeinbrecher Bernhard Gerlach, wurde gestern von der Kriminalpolizei nach kurzent Kampf, bei dem er einen Schuß in den Oberschenkel erhielt, feftgenommen. G. war aus dem Zuchthaus entsprungen und hatte in Berlin Unterschlupf gefunden. Er ist der Kriminalpolizei seit langem als gewalttätig bekannt. Als er im Jahre 1908 einmal von einem Beamten der Streife BI an der Ecke der Friedrich- und Mohrenstraße gestellt wurde, verstand er es, den Mob, der sich bald onsammelte, so aufzuheizen, daß es dem Beamten sehr übel ergangen wäre, wenn nicht ein Polizeioffizier, der zufällig des Weges fam, mit eingegriffen hätte. Drei Jahre später wurde Gerlach mit seiner ganzen Bande Lei einem Geldschrankeinbruch in einer Baumaterialienhandlung in der Müllerstraße, Sicht am Wedding, von Beamten der Streife BI überrascht. Es fam zu einem regelrechten Feuergefecht, bei dem fast alle Verbrecher, auch Gerlach, verwundet wurden, bis haus, entwich von da und kehrte gleich nach Berlin zurüc. Ein sie sich endlich ergaben. Gerlach tam nach Rottbus in das Zucht. Beamter der Streife, der ihn wieder ermittelte und festnahm, wurde von ihm schwer angeschossen. Hierfür erhielt er im vergangenen Jahre drei Jahre Zuchthaus. Im legten Sommer gelang es ihm wieder zu entspringen, und seitdem wurde er von neuem in Berlin gesucht. Die S.reife beobachtete nun seine straße einen Unterschlupf gefunden hatte. Bevor mon ihn hier festalten Schlupfwinkel und stellte fo endlich fest. Daß er in der Schulnehmen konnte, entfloh er mit einem erheblichen Vorsprung. Diefen benutzte er dazu, ein Eckhaus in der Schulstraße mit einem Dietrich zu öffnen und gleich hinter sich wieder abzuschließen. Die Beamten schlugen eine Scheibe der Haustür ein, verschafften sich so Zutritt, stiegen dem Verbrecher nach und fanden ihn in der Wohnung eines Bekannten wieder. Sofort fezte sich Gerlach wieder zur Wehr und gab den Widerstand erst cuf, nachdem er einen schweren Oberschenkelschuß erhalten hatte. Jetzt fügte er sich in fein Schicksal und wurde verzehren, wenn sie ihr Geld ehrlich erworben haben!" Ehrlich, Berlin eingetroffen, der unten fergfältigften vorgeschriebenen Mak. Junächst nach dem Lazarett des Untersuchungsgefängnisses gebracht.. darauf fommt es an. Es gilt eine Probe! Zwei Tage vor dem Weihnachtsfest fam der Betriebsrat bei der Direktion einer Fabrit mit einer Belegschaft von 2000 Arbeitern darum ein, den Arbeitern den Betrag, den sie bereits erarbeitet hatten und der ihnen von Rechts wegen zustand, noch vor dem Fest auszuzahlen um so mehr, als die Fabrik am dritten Feier: tag nicht arbeiten lassen wollte, die Arbeiter also vier Tage ohne Die Fabrit schließt am Heiligen Abend und während die frommen Sirchengloden läuten, gehen die Arbeiter ohnen einen Pfennig ihres erarbeiteten Lohnes in der Tasche nach Hause. Die Fabrik hat wie gesagt. 2000 Arbeiter. Jedem standen im Durchschnitt 15 M. Lohn 311. Keiner bekam einen Pfennig ausgezahlt. Die Direktion ließ den Betrag des Lohnes 2000 × 15 M. 30 000 m. auf der Bank liegen und erhielt bei nur 8 Proz. Zinsen für die vier Tage 255 m. Zinsen. Für diesen Betrag arbeitslosen Einkommens kann der Herr Generaldirektor mit seiner Frau Gemahlin gut und gern in dem teuersten Hotelrestaurant zwei Silvesterdiners, das trockene Couvert zu je 38 m. nebst den obligaten Weinen und Zigarren einnehmen. Hoffentlich wird man es uns nicht übelnehmen, wenn wir das Silvesterdiner der Arier und Agrarier, der Aktionäre und Reaktionäre, der Kommerzien- und Aufsichtsräte von diese Seite aus betrachten. Hermann Weber zeigt ja, wie man es machen, Kutister, mie man es nicht machen muß, wenn der Staatsanwalt droht. Arbeit, und Verdienst wären. Die Direktion lehnt die Bitte ab. Ungetreue Finanzbeamte. Zwei ungetreue Beamte wurden vor einiger Zeit auf dem Finanzamt Tiergarten entdeckt. Der eine ist ein 45 Jahre after Ernst Lehmann, der früher bei der Boft beschäftigt war, dann aber zum Finanzamt überging. Lehmann war schon auf der Post in einer Stellung, in der ihm Einschreibebriefe und Wertbriefe durch die Hände gingen. Einen gleichen Bosten bekam er beim Finanzamt. Hier aber war der Betrieb nicht so geregelt wie bei der Post. Dort werden nämlich derartige Briefe stets gegen Quittung von and zu Hand auch unter den Beamten weitergereicht. Auf dem Finanzamt dagegen werden die Briefe gebündelt, und so war es Lehmann ein leichtes, einmal hier, einmal da einen Brief verschwinden zu laffen. Der Verdacht richtete sich zuerst gegen den Bostbeamten, und Lehmann erzählte bei der Vers nehmung, daß dieser von ihm unbemerkt einen Einschreibebrief eingestedt habe. Die Ermittlungen ergaben aber, daß Lehmann, der in seiner Militärzeit Futtermeister war und aus dieser Zeit noch 63 Der Mittelweg. Bon Sir Philip Gibbs. Neben ihm lag ein Paket Briefe aus England und einige Nummern der ,, Times", die ihm an Dorothys Adresse nachgeschickt waren. Gleichgültige Briefe von Bekannten oder Ge fchäftsleuten. Die Times" intereffierte ihn mehr. Flüchtig durcheilte er die Familienanzeigen. Da fiel sein Blick auf vier furze Zeilen. Todesfall. Murleß. Am 19. des Monats starb in der Britischen Gesandtschaft zu Paris Kenneth Murles, Sohn des Lord Murleß, an Lungenentzündung, 27 Jahre alt. Bertram las die Anzeige mehrere Male, bevor er den Sinn richtig erfaßte. Dann stieß er einen Ausruf hervor, der die Leute im Kupee zusammenfahren ließ. Kenneth tot! In feinem Unterbewußtsein regte sich ein seltsames Gemisch von Mitleid mit Jonce und eigener Erleichterung. Kenneth war also faum vier Wochen nach jenem Diner im Restaurant Griffon gestorben. Vielleicht war Joyce noch gar nicht zu ihm gegangen Nein, das war eine Gemeinheit, diesen Todesfall so anzusehen. Wie traurig für Jonce! Und für Kenneth, den echten Gentleman, der so aufrichtig versucht hatte, ehrliches Spiel zu treiben". 46. Die Reise nach Riga war nicht so schlimm gewesen, bis auf die Paß- und Gepäckuntersuchung zu allen Tages- und Nachtzeiten, auf beiden Seiten des Polnischen Korridors" und an den Grenzen von Litauen und Lettland. " Ein mitreifender Amerikaner nannte den Zug den Ein und Aussteigeerpreß". Sechs Stunden war in Eydikuhnen Aufenthalt. Man hatte Zeit. umherzugehen und die Spuren der russischen Verwüstung aus den ersten Kriegsjahren zu be fichtigen. Auch hier standen noch geschwärzte Ruinen, aber deutscher Fleiß hatte die Dörfer schon wieder aufgebaut, die unter ihren roten Dächern schmuck und sauber aussahen. Ein feltsamer Kontrast zu den armseligen Wiederaufbauversuchen in der französischen Kriegszone. Bertram hatte in Riga vier Tage auf einen Zug nach Moskau zu warten. Die Sowjetvertreter dort waren ungefällig und ziemitch unverschämt. Der Stempel des Moskauer Exekutivkomitees auf seinem Spezialpaß schien ihnen feinen besonderen Eifer einzuflößen. Sie teilten Bertram mit, daß er mindestens drei Wochen auf einen Zug nach Moskau zu. warten hätte und schienen sich sehr darüber zu amüsieren. ཀཱ Die Post im Jahre 1924. Günftige Entwicklung. nahmen nach dem Trefor gebracht wurde. Als am 22. Mai diese Sendung, bestehend aus sieben Säcken, zur Bearbeitung gelangte, stellte sich heraus, daß dem nen Sad eine Ede einge ichnitten, und daß vier Bafete im Gesamtbetrage von 14 000 Die Feftig der Mart hat in dem Postbetrieb ihre Wirkung Dollar Goldanleihe fehlten. Sowohl in diesem Falle, wie auch bei nicht verfehlt. Wenn auch im Briefverfehr der Stand von 1913 dem ersten Diebstahl, war der Bontbeamte Ruf als Geldzähler mit beteiligt gewesen. Als die Untersuchung wegen des zweiten Falles noch nicht ganz erreicht ist, fo ift doch im Drucksachenverfehr eine ganz bedeutende Zunahme eingetreten. 3st schon eingeleitet wurde, wurden alle Reichsbanfangestellten, die mit der der Postverkehr an sich ein außerordentlich günstiger Barometer für Sache befaßt gewesen waren, verhört, nur Ruf nicht. Dieser hatte den Stand der wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes, so gilt sich inzwischen beurlauben lassen, war nach Freiburg i. B. zu seinen das insbesondere vom Drucksachenverkehr. Der Patetverkehr Schwiegereltern gefahren und hatte von dort aus seine Versetzung hat ungefähr den Friedensstand wieder erreicht. Es wurden Bost an die dortige Reichsbankstelle beantragt und quch erhalten. Die Untersuchung wäre auch im Sande verlaufen, wenn Ruf sich nicht sonderzüge eingeführt und die Paketbestellung mittels Kraftwagen vorgenommen, um den Pofetumlauf einigermaßen dem dringenden durch sein unvorsichtiges Benehmen felbst ver Bedürfnis des Wirtschaftslebens anzupassen. Die Post hat durch raten hätte. Er hatte nichts Ciligeres zu tun, als fich in Freiburg Neuanlegung Don Postbahnhöfen und Paketa eine Villa zu kaufen und diese glänzend einzurichten. umschlag stellen erreicht, daß die früher oft beflagte Ver. Außerdem trat er in Freiburg als Lebemann auf, gab große stopfung einzelner Postbahnhöfe und Umschlagstellen jetzt ganz be Gelage und machte auffällige Autoausflüge. Da er das Bestreben feitigt ist Daher bleiben Weihnachts. und Diterpolete unterwegs hatte, die Billa allein zu bewohnen und deshalb die anderen Mieter nicht mehr liegen, fondern fönnen, wie zu Beiten geringeren Ver " hinausefeln" wollte, fam er mit ihnen in Konflikt. Diese aber fan- tehrs, ohne Verzögerung befördert und bestellt werden Die Zahl den, daß der Angeklagte, der früher mittellos gewesen mar, einen für der Kraftpostbetriebe betrug 1923 240, 1924 stieg fie auf 328. In seine bescheidenen Einkommensverhältnisse zu hohen Aufwand trieb diesem Jahre wurden 4 440 349 Kilometer zurückgelegt, davon und machten die Reichsbanfverwaltung auf diesen Umstand aufmerk 112.086 Kilometer im Extrapostverkehr. Die Zahl der Kraft. fam. Ruf war noch nicht lange bei der Reichsbant. Als nun gegen omnibusse hat sich um 124 auf 654 gehoben. Im Stadtbetrieb Ruf das Verfahren eingeleitet wurde, fand man bei ihm in einem find die Kraftwagenlinien gleichfalls vermehrt worden. Die Zahl Versted noch 2600 Mar. Ueber die Herkunft der großen der örtlichen Kraftwagenbetriebe ist um 61 auf 121 gestiegen. Die Summen, die er inzwischen verbraucht hatte, fonnte Ruf keine Aus 3ahl der im Gebrauch befindlichen Kraftwagen beträgt jetzt 742 funft geben, und er bequemte sich dann auch schließlich zu einem vierrädrige( 270 mehr als im Vorjahre), 167 dreirädrige( 24 weniger teilweisen Gestándnis. Jedoch wehrte er sich gegen den als im Vorjahre), Benzinwagen gab es 178 vierrädrige( 101 mehr fchwersten Borwurf, daß er den Geldbeutel gewaltsam geöffnet habe. cls im Vorjahre) und 435 dreirädrige( 309 mehr als im Vorjahre). Nach seiner Darstellung, die er auch vor Gericht aufrecht erhielt, Zu diesem Fuhrpart tommen noch die Sonderfahrzeuge für fellte der Bentel bereits einen Riß gehabt haben. Die vier Palete Telegraphenbaudienst usw. Dabei sind noch einige besondere Ver mit Goldankihe feien beim Einladen in den Trefor plöklich heraus- befferungen getroffen worden. Der Fernsprech und Tele. gefallen, und er habe sie in einer plötzlichen Eingebung mit dem graphenverfehr war früher ein Sorgenfind der Postverwal Fuß beifeite geschoben und später in einem unbeachteten Augenblid tung. Seine Einnahmen reichten nicht aus, um die Kosten zu decken; beiseite geschafft. Nach den Befundungen des überwachenden Be- er lebte vielfach auf Kosten der Einnahmen aus dem Bostverkehr und amten fonnte aber von einem Riß in dem Beutel feine Rede sein. von außerordentlichen Mitteln, die die allgemeine Reichsverwaltung Die Patete müßten gewaltsam herausgezerrt worden sein. Den stellte. Nachdem der Post jeder Reichstredit entzogen und sie zur ersten Diebstahl bestritt der Angeklagte unentwegt und suchte den Deckung ihrer Untosten auf ihre Einnahmen angewiesen ist, mußte Berdacht auf einen anderen Geldzähler zu schieben. Das Urteil als Grundsatz gelten daß im allgemeinen jeder Betriebs. lautete gegen Ruf auf 2% Jahre Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust, zweig sich selbst erhält Die Nachprüfung ergab für den Wolff erhielt wegen Hehlerei zehn Monate Gefängnis. Beiden An- Fernsprechverkehr, daß die Selbstkosten der Verwaltung bei den geflagten wurden je fünf Monate auf die Untersuchungshaft angerech außerordentlich hohen Materialpreisen und bei der Notwendigkeit, net. Auf Antrag von Rechtsanwalt Dr. Jaffé wurde Wolff aus die im Kriege abgewirtschafteten Einrichtungen wieder auf die Höhe der Haft entlassen. zu bringen, bei weitem nicht gedeckt wurden. Namentlich der WiederDrei Wochen in Riga!; deffen Sehenswürdigkeiten in drei Tagen erschöpft waren. Bei Tage schien es tot und erst nachts erwachte es zum Leben, wenn sich die Nachtcafés und Tanzfäle mit einer aus all diesen Grenzbevölkerungen gemischten Gesellschaft füllten und bald von dem Lärm der unmäßig viel Schnapstrinkenden wie erhallten. In einem dieser Cafés faß Bertram eines Abends einem Amerifaner gegenüber, der ein Gespräch mit ihm anknüpfte. " Bleiben Sie lange in dieser Stadt des vergangenen Ruhmes?" aber es gehen ja teine Züge. ,, Nicht länger als unbedingt nötig. Ich will nach Mostau, " Was wollen Sie dort?" Hungersnot fenitenlernen." " Ich bin Journalist und möchte die Wahrheit über die ,, Nea, eine Hungersnot foll dort ja sein. Man fann es schon so nennen, wenn so an die fünfundzwanzig Millionen heute verhungern," sagte der Amerikaner trocken. Ich bringe nämlich Lebensmittel hin. Morgen geht ein Hilfszug mit den ersten Lieferungen ab. Und das ist meine Arbeit. Ich bin ein ARA.") stand ihn nicht. Aber für die hungernden Kinder von PetersEr sprach es„ Ara" aus, wie ein Wort, und Bertram verburg bis an die Täler der Wolga und für olle Rufsen war Ara wie Gott selbst. „ Ist Aussicht auf einen Platz in diesem Zuge?" Der Amerifaner lächelte. Ich habe diese Frage erwartet. Ift Ihr Baß für Moskau in Ordnung?" Bertram zeigte ihn vor, und der Amerikaner nickte. " Haben Sie etwas gegen Läuse?" Schützengräben verkehrten wir miteinander." Ich lade sie nicht gerade zu Mittag ein, aber in den befuchen." " In jenem Luruszug werden sie Sie wieder mit Freuden Also far ich einen Platz bekommen?" Ich werd' Sie schon unterbringen. Müssen sich aber Bor räte selber mitnehmen. Käje, Biskuits, einen Kessel, 3inn becher, Kissen, Decken. Wir führen nämlich weder Restaurationswagen noch Schlafwagen mit." Er lächelte grimmig, und am nächsten Abend, als Bertram diesen Zug bestieg, verstand er dieses Lächeln. Es war fast Mitternacht, der Bahnhof war schwach beleuchtet, und nachdem Bertram über grasbewachsene Schienen gestolpert war, fand er endlich einen dunklen Zug, nur in ein " American Relief Administration, Amerikanische Hilfsver waltung. | paar Rupees waren Kerzen angezündet und auf die Fensterbretter gestellt. Lettische Träger teuchten unter schweren Ballen, und in dem Korridor des Zuges, der einen entsetzlichen Geruch ausströmte, befanden sich noch mehrere von ihnen. Die Rupees waren rohes Holz. Jede Spur von Polsterung war verschwunden, nur Pritschen gab es, um die sich die schon eingestiegenen Russen und Amerikaner stritten. Die schönste Auslese aller amerikanischen Flüche erhob sich da. Besonders eine Stimme übertönte alle anderen durch ihr ochfenmäßiges Gebrüll. „ Um Gotteswillen! Wenn Ihr verdammten Tavarischt Euch nicht aus dieser Wanzenkiste hinauspadt, so werde ich die Tscheka auf Euch hetzen und Euch in der chinesischen Tortur zerhaden lassen." Der Besizer dieser Stimme war ein junger Mensch von hertulischem Bau mit Cowboyhemd, Reithosen, Filzhuí und hohen Stiefeln. Er ergriff einen der Träger, hob ihn wie einen Sad Kartoffeln und warf ihn auf sechs andere, die bereits im Korridor übereinanderlagen. Dies hatte die Wirtung, Blatz zu schaffen und einen Augenblick Ruhe zu erreichen. Wer, zum Teufel, sind Sie denn?" fragte der vergnügte laterne unter die Nase.„ Gehören Sie hier mit zum Inventar?" Riese, als er Bertram bemerkte, und hielt ihm eine BlendBertram nannte den Namen des Amerikaners, der ihn hier untergebracht" hatte. Es war ein ganz alltäglicher Name, hatte aber eine augenblickliche besänftigende Wirkung. Gut! Also Sie sind der junge Onfel, der in das Hungergebiet will? Erfreut, Sie fennenzulernen." " untergebracht und erhielt sie in fraft- und, wie es schien, knochenlosem Zustande zurück. Bertram fand feine Hand plöglich in einer enormen Faust " Heiße Cherry," sagte der Riefe. Stamme aus Lynchburg, Virginia. Ich fpiel' hier für die Ara den Kurier zwischen Riga und Moskau. Wenn er stehen bleibt, bewege ich ihn weiter. Manchmal. Wenn ich nämlich aussteige und schiebe. Ich verbreite Entfehen unter den Tavarischen. Wenn sie Streiche machen, pad' ich sie ein bißchen derb an. Wenn sie sich gut betragen, bin ich voller Güte und Liebe. Ist die einzige Art, von diesen laufigen Tavarischen etwas getan zu friegen." ,, Was ist ein Tavarisch?" erkundigte sich Bertram. " " Ein Genoffe," sagte Cherry aus Lynchburg, Virginia. Ist ein netteres Wort für Bolschewist. Nenn' sie immer Tavarisch. Macht ihnen Freude. Gleichheit und die ganze übrige Rifte. Haben Sie Insektenpulver mitgebracht?" Nein." " Dann leih' ich Ihnen was. Sonst werden Sie bei lebendigem Leibe aufgefressen." ( Fortjeßung folgt.) aufbau des ganzen Systems der Fernfprechleitung, der Uebergang zum Selbstanschlußbetrieb, zum Automatenbetrieb, die Einrichtung New York bildet der faft unglaubliche Fall des Pastors Hight und Parteinachrichten = großer Ueberlandlinien, erforderten außerordentliche Kosten. Dem Publikum tam aber zugute, daß sich das Wirtschaftsleben trotz aller Cinengungen doch so günstig entwickelte, daß die Postverwaltung ouch auf dem Gebiete des Fernsprechwesens ihre Preise nicht allzu hoch fetzen mußte. Es mag hierbei erwähnt werden, daß mir gegenwärtig, abgesehen von verschwindenden Ausnahmen, das bil ligste Fernfprechwefen der Welt haben Der Post ichedverfehr hat gleichfals eine günstige Entwicklung ge nommen, seit er im Dezember 1923 auf Rentenmart umgeftelit worden. Die Zahl der Postscjedfunden ist von 626 000 auf 810 000 geftiegen, das find fast achtmal so viel Postscheckkunden wie in der Borfriegszeit. Auf den Konten sind im Jahre 1924 rund 400 Mil lionen Buchungen ausgeführt worden. Der Gesamtumfaß betrug Der Gesamtumfaß betrug 78 Milliarden Reichsmark; im bargeldlosen Verkehr sind rund 60 Milliarden umgesetzt worden. Ein New Yorker Paftor als Mörder. Das Tagesgespräch von seiner Geliebten, einer Mrs. Sweetin, die dieser Tage wegen Mordes vor Gericht gestanden hatten. Die ihnen zur Last gelegten Vers brechen waren unter außergewöhnlichen Umständen begangen worden. Beide waren verheiratet und faßten den Vorjah, ihre Gatten, die ihrer Vereinigung im Wege standen, beiseite zu schaffen. Mrs. Sweetin verabreichte ihrem Gatten Gift, und als er auf dem Totenbett lag, erschien der Pastor und verrichtete die Sterbegebete. Der verbrecherische Anstifter des Gattenmordes nahm auch die Beerdigung seines ehemaligen Rivalen vor und hielt am offenen Grabe eine Rede, die nach der Ansicht seiner Pfarrkinder die schönste gewesen sein soll, die sie je von ihm gehört hatten. Darauf entledigte sich der Verbrecher seiner eigenen Frau, die ebenfalls durch Gift ums Leben gebracht wurde. In der Gerichtsver= handlung erklärten die Gerichtsärzte, der Pastor besige das Dentvermögen eines zehnjährigen Kindes. Auf Grund dieses Gutachtens verurteilten ihn die Richter zu lebenslängs lichem Zuchthaus, die verbrecherische Geliebte zu 35 Jahren 3uchthaus. Dieses Urteil hat in ganz Amerika stürmische Entrüstung hervorgerufen. Die Zeitungen verurteilen den Spruch des Gerichts, der nach ihrer Ansicht zu mild ist, und betonen, daß es dann fájon beffer sei, die Todesstrafe ganz abzuschaffen. Bezirksbildungsausfchuß Groß- Berlin. Sonnabend, ben 10., 17. und mitfans 3, Uhr, im Schillersaal, Charlottenburg( neben dem 24. Januar, abends 8 Ubr, und Sonntag, den 11. und 18. Jamur, nachSchillertheater). Mufitalische Komödien. Eintritt 1 m., Kleider. ablage frei. Sonntag, den 18. Januar, nadmittags 2, Uhr, im Staatstheater Charlottenburg, Sonia Nicolo, von Webefind. Preis 1 m., leiderablage und Theaterzettel frei. Preis der Einzelfarte 1 Gm. 25. Januar, nachmittags 3½, 1hr, im arozen Saal der Bhilharmonie, drittes Feftfonzert. Internationale Lieder und Chorgefänge". Sonntag, den Die günstige Entwicklung des Fernsprechwesens hat es ermöglicht, den Funfverfehr ganz besonders auszugestalten und so einzurichten, daß Deutschland heute schon an der Spize marschiert. Der Wirtschaftsrundspruch ist 1922 vertraglich eingeführt, am 1. April 1924 auf breitere Grundlage gestellt und auf Tendenz und Warenmeldungen ausgedehnt worden. Je nach Umfang der Je nach Umfang der Melbungen betragen die Gebühren monatlich 100, 180, 250 oder 500 M. Das zur Verbreitung bestimmte Material und die Unterhaltung der Apparate wird durch die Sendegesellschaft besorgt. Die Hauptfendesta.ion ist Königswusterhausen. An die Pressebericht erstattung sind mehr als 200 Abnehmer in mehr als 100 Drten angefchloffen. Von ganz besonderem Interesse für die große Deffentlichfeit ist der Interhaltungsrundfunt. Am 15. Dezem. ber 1924 waren in ganz Deutschland 500 000, in Berlin 200 000 2bStrengen Maßnahmen der Posverwaltung und wegen der niedrigen nehmer angeschlossen. Die Zahl der Schwarzhörer ist infolge der Gebührenbemeffung für den Anschluß erfreulicherweise zurüd gegangen. Im Betrieb find neun Sender der deutschen Reichspost Der regelmäßige Luftpoft verfehr bestand 1924 mit England, Wollond, Dänemark, Schweden, dem Freistaate Danzig, Memelland, Litauen, Lettland, Estland, Finnland, Sowjetrußland, Desterreich, Ingarn und der Schweiz. Auf den Linien Berlin- Warnemünde, Karlstiona- Stockholm, ferner Berlin- Stettin- Kopenhagen wurden mit Erfolg planmäßige Nachiflige mit Postbeförderung ausgeführt. Ibert Rohn( Aug. Ortstr. d. Stadt Berlin). 2. Distusfion. Gäste Das Zeppelin- Luftschiff 3. R. 3 hat auf seinem Ameritaflug Postfarten und Briefe im Gesamtgewicht von 150 Kilogramm befördert und die fonflige Beförderungsdauer für die deutsche Post um etwa fechs Toge verfürzt. Weitere Opfer des Massenmörders. Papiere von 13 Personen gefunden. Münsterberg, 31. Dezember.( Drahtbericht.) Die Annahme, daß sich die Zahl der Opfer des Massenmörders Denke in Münster. berg auf mindestens 15 beläuft, ist durch einen neuen Fund in der Wohnung Dentes bestätigt worden. Bei einer noch. maligen gründlichen Durchsuchung der Räumlichkeiten fand man unter einem Schrank versteckt ein Bündel von Legitimationspapie ien, die von acht Personen stammen, und zwar lauten fie auf folaende Namen: 1. Schmied Mar Heidenreich, geb. 1874 zu Breslau, 2. Landsturmpionier Wilhelm Joseph Rathmann, geb. 1879 zu Frankenstein in Schlesien, 3. Arbeiter Weiß( nur der Umichlag des Arbeitsbuches gefunden), 4. Gärtner Kuchinke, der bis zum 21. April 1917 in Neu- Ruppin gearbeitet hat, 5. Konditor Juftus Busch aus Legin bei Glaz, 6. Fleischermeister Lorenz aus Laubwiz bei Kamenz, 7. Arbeiter Joseph Nierlich( keine näheren Angaben), 8. Bergarbeiter Friedrich 2azina, geb. 1874, dem Verband der Bergarbeiter im Jahre 1922 beigetreten. Die Bolizei ist bemüht, diesen neuen Spuren nachzugehen, doch besteht tein Zweifel darin, daß sich die ehemaligen Befizer dieser Papiere tatsächlich unter den Opfern Dentes befinden. Einen weiteren 2 und machte man am gestrigen Dienstag im Stadtwalde von Mün fierberg, wo man bei einer Absuchung des Terrains in einem Ge* büsch auf zwet menschliche Schulterfno chen stieß, die ebenfalls von den Mordtaten Denfes herrühren dürften. Die Erregung, die sich der Bevölkerung der Stadt und des Kreises Münsterberg angesichts der Aufdeckung des Treibens des Massenmörders bemäch tigt hat, führt, wie immer in folchen Fällen, auch zu allerlei übertriebenen Gerüchten und Angaben. So hatten mehrere Frauen in der Nachbarschaft erzählt, daß sie schon vor eff Jahren Leichen. teile auf dem Grundstück Denfes gefunden hätten. Vor der Polizei fonnten sie diese Angaben jedoch nicht mehr aufrecht erhalten. Immerhin scheint es aus den aufgefundenen Legitimationspapieren sich als ziemlich sicher zu ergeben, daß das Treiben des Massenmörders bis auf die Vorfriegszeit, wahrsechinlich bis auf das Jahr 1913 zurückgeht. Die Leiche Dentes ist in den Abendstunden des geftrigen Tages in aller Stille beigesetzt worden. Milchpreise. Die erneute Eenfung des Buttergroßhandelspreises ermöglicht eine weitere er absehung der Milchpreise. Sie betragen von Sonnabend, den 3 Januar, ab: ein Liter Vollmilch ab Laden des Kleinhändlers vierunddreißig Pfennig, ein Liter Bellmilch ob Berliner Ruhstall siebenunddreißig Pfennig. Der Breis für Magermilch bleibt unverändert auf zehn Pfennig je Liter bestehen. Ueber den Wert der Natural- und sonstigen Bezüge für die Bemessung des Steuerabzuges vom Arbeitslohn sind neue Beſtim mungen mit Wirkung vom 1. Januar 1925 erlassen worden. Näheres im Anzeigenteil Die älteste Frau Deutschlands geftorben. Gestern nachmittag ift in alberberg( Landkreis Bonn) die älteste Frau Deutschlands, die Witwe Berta Rübbeler, geftor ben. Sie war am 1. Oftober 106 Jahre alt. MASSAT YRITTER Vorträge. Vereine und Verfammlungen. Berein Gozialistischer Aerzte. Montag, den 5. Senuar 1925, abends 8 Uhr, im Restaurant Pschorr Haus, Tauergienftr, 18( Gaal 1), öffentliche Mitgliederversammlung mit folgender Tagesordnung: 1. Raffenambu. Iaforium und Sozialisierungsfrage." Referent: Direktor milltom men. Das Rundfunkprogramm. Donnerstag, den 1. Januar. 1. Ein4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 8.30 Uhr abends: Historisches Konzert der Kammerkonzertvereinigung. Dirigent: Dr. Gustav Beckmann unter Mitwirkung von Eugen Brieger( Bariton) und Werner Sebaldt( Flöte). leitender Vortrag( Dr. Gustav Beckmann). 2. Concerto grosso in C- Moll für Streich orchester( 1685-1759) G. F. Händel. 3. Drei Lieder mit Streichorchester aus dem 17. Jahrhundert: a) Abendlied( 1621-1681) G. Neumark, b) Gedankenpein( 1634-1666) Brieger). 4. Musette aus dem Concerto grosso in G- Moll G. F. A. Krieger, c) Rinekauer Wein( 1634-1666) A. Krieger( Eugen Händel. 5. Large aus dem Konzert für Flöte and Streich orchester ( 1699-1783) J. A. Hasse. 6. Drei Lieder aus Singspielen für Gesang und Orchester, J. F. Reichardt( bearbeitet von G. Beckmann): a) Frühlingslied, b) Der König von Thule. c) Der Heuschreck ( Eugen Brieger). 7) Concerto grosso in H- Moll für Streichorchester, nachrichten. Zeitansage. Wetterdienst. Sportnachrichten, TheaterG. F. Händel. Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesdienst. 10.30-11.30 Uhr abends: Tanzmusik. Freitag, den 2. Januar. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 6.30 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Abteilung Bildungskurse). Handelskurse. Stadtrat Dr. jur. Gordan: Rechtsfragen des Alltags. 4. Vortrag: Mutter Erde im Recht". 7 Uhr abends: Woge zum Wissen: Der Cherubinische Wandersmann". 7.30-8.20 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Abteilung Bildungskurse). 7.30 Uhr abends: Medizinische Vorträge: Hygiene des Hauses. IV. Vortrag. Dr. P. Meißner: Hygiene des Krankenzimmers". 8 Uhr abends: Landwirtschaft und Gartenbau. Abteilung Gartenbau. 2. Vortrag Dir. Ludwig Lesser. Präsident der Deutschen Gartenbaugesellschaft: .Die Anlage des Gartens". 8.30 Uhr abends: Berliner Humor in Wort und Lied. Vortrag und Rezitationen von Dr. Franz Lederer. Mitwirkende: Else Liebig und Bruno Kasubek. Gesang. 1. Der Humor der Romantiker: Chamisso: Der Frau Base kluger Rat. 2. Das junge Deutschland: Heine: Das Fräulein am Meer Gutzkow: Berliner Originale. 8. Julius von Voß, der Entdecker der Berliner Mundart: Der Strahlower Fischzug. 4. Holteis Liederspiele: In Berlin, sagt er( Blum) Droschkenkutscher Adam. 5. Angelys, Komische Gemälde": Ei, was braucht man, um glücklich zu sein?( Volksweise). 6. Glaßbrenners Buntes Berlin": Die blutige Nase Eckensteher Nante. 7. Das Berliner Volksstück: Kalisch: Röschen hatte einen Piepmatz( Bial) liebchen mein unterm Rebendach( Conradi) Wilken: HerzStolz: Das Lied vom Weißbier( Lortzing) Wilken: Am grünen Strand der Spree ( Bial). 8. Der Tunnel über der Spree, v. Mühler: Grad' aus dem Wirtshaus. 9. Die patriotische Dichtung: Fontane: 1. Bataillon Garde Kladderadatsch- Humor Liliencron: Die Musik kommt ( O. Straus), Warnecke: Bei Longwy. 10. Die soziale Dichtung: G. Keller: Berliner Pfingsten. 11. Berliner Kleinmalerei: W. Raabe: Villa Schönow Rodenberg: Bilder aus dem Berliner Leben E. Graeser: Lemckes sel. Witwe A. Plothow: Der Märchendichtung: Altberliner Wiegenlied( Edm. Kühn). 18. Das singende brunnen Friedr. W. Fuchs: Die Dohle. 12. Humor in der VolksBerlin der 60er Jahre: Wie süß O du himmelblauer See usw. 14. Humor auf der Bühne: Wildenbruch: Die Quitzows Unterm Machandelbaum( Holländer). 15. Die Wiederbelebung der Berliner Lokalposse: Bernauer- Schanzer: Das war in Schöneberg( Kollo) kopf. Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Ledende vom Geigerchen( B. Zepler). Am Flügel: Emil SchwartzZeitansage. Wetterdienst. Sportnachrichten, Theaterdienst. NAME UND BERGSCHAFT * ZUGLEICH te Ә altberühmte $ Zigarette im neuen großen Format 89 Einsendungen für diese Rubrik sind Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. für Groß- Berlin ftets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trev. rechts, au richten. 9. Kreis Wilmersdorf. Mittwoch, den 7. Januar, abends 8 Uhr, Kreise mitgliederversammlung im Bittoriagarten. Wilhelmsaue 114/115( fleiner Gaal). Thema: Der Magdeburger Prozeß und die politische Lage." Referent wird noch befannt gegeben. Alle Abteilungs- und Straßenführer haben dazu besonders einzuladen. aur Freischüß"-Borstellung für bas Deutsche Opernhaus" und für die Musikalischen Romödien" im Schiller faal find beim Obmann des Bildungsausschusses, Gen. Heinl, Gäblerstr. 7, zu haben. Gorgung 18. Areis Weißensee. Einlakkarten Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde, 17. Kreis gichtenhera am 3. Januar 1925 um 28 Uhr abends in der Bibliother Weichselstr. 28. Pünktliches Erscheinen a IIer Selfer ist Pflicht. 46. Abt. Die Abrechnung der Bezirtstaffierer muß Freitag abend, spätestens Sonntag vormittag mit dem Genossen Urban erfolgen. 47. Abt. Freitag, den 2. Januar, 7% Uhr, äußerst wichtige Ronferens aller Jungsozialisten Norden. Morgen, Freitag, 18 Uhr, im Jugendheim Orth Funktionäre und Betriebsvertrauensleute bei Kuhnert, Mustauer Str. 12. ftraße im Ledigenheim am Brunnenplag: Sans- Baafche- Abend." fcheinen aller Mitglieder Pflicht. Interessierte Gäste sind eingeladen. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 81. bt. Die Einäscherung unseres lieben. langjährigen Bezirksführers, Genoffen Georg Geufert, Wilhelmstr. 10, findet am Sonntag, den 4. Januar, nachm, 6 Uhr, im Krematorium Wilmersdorf, Berliner St., statt. Jugendveranstaltungen. Achtung, Abteilungsleiter! Am Sonnabend, den 3. Januar, abends 7½ Uhr, im Jugendheim, Sinden Straße 3, Borsigenden- Konferenz. Tagesordnung: 1. Berichte( 2. Diederich). 2. Der Reichsjugendtag 1925 in Samburg( M. Weftphal). Ohne Ausweis unb Mitgliedsbuch kein Zutritt. Achtung, Jugendgenoffen und Jugendgenoffinnen! Besucht die Morgen Feier am Sonntag, den 4. Januar 1925, norm. 10 Uhr, im Bürgersaal des Neuen Rathauses in Schöneberg. am Rudolph- WildeBlaz. Preis der Karte 0.25 M. Einlak 9% Uhr vorm. Heute, Donnerstag, den 1. Januar: Rofenthaler Vorstadt: Wanderung. Treffpunkt 9 Uhr Rofenthaler Plak. Gesundbrunnen: Fahrt Königswusterhaufen. Treffpunkt 7 Uhr Bahnhof Gesundbrunnen. Morgen, Freitag, den 2. Januar: Abteilungs- Mitgliederversammlungen: Moabit I: Schule. Waldenfer Str. 20. Webbing: Jugendheim, Schm Saglerftr. 3. ffedtstraße 1. Nordost I: Schule, Bößowftr. 40. Often Str.- B.: Schule, Südost A.- B.: Jugendheim, Mariannenufer 1a.-Salensee: Schule, Joachim- Friedrich- Str. 35. Eteglik II: Jugendheim, Holsteinische Gtt. 3. Adlershof: Jugendheim, Bismarditr. 12. Treptow: Jugendheim, Elfenstr. 3. Raulstorf: Schule, Adolfstraße, Borstandsfigung. Nieders Schönhausen: Schule, Blankenburger Str. 69. Pentow: Jugendheim, Breite Str. 32. Norboft II: Jugendheim, Danziger Str. 62, Vortrag: Alkohol und Wirtschaft." Baumschlenweg: Jugendheim, Ernststr. 16, Bortrag: Was ist Religion?" Niederschöneweide: Schule, Berliner Str. 31. Diskussion: ,, Rückblick und Ausblick." Luisenstadt: Schule, Bärwaldstr. 64/65, Heimabend. Sport. Rennen zu Mariendorf am Mittwoch, den 31. Dezember. 3. Copal( F. Schmidt). 1. Rennen. 1. Allene( Jauß jr.), 2. Luftiger Bruder( Weidmüller), Toto: 67: 10. Blaz: 16, 13, 14; 10. Ferner liefen: Blaue Adria, Dollyja, Johannisfeuer, Prinzeß Bertha, Imme I, Martha III, Besuv. 2. Rennen. 1. Lodung( Jauß fr.), 2., Musical Girl( B. Hedert), 3. Dombfaff I( L. Weiß). Toto: 20: 10. Plak: 14, 24, 29: 10. Ferner liefen: Jma Guy. Jnitanz. Heidefee, Dolina, Katharina, Torrero. 1. Matador I( E. Treuberz), 2. Leichtsinn( Rauß). 3. Rennen. liefen: Haubize, Tell, Gudrun II, Cleo Watts, Diana VII. 3. Dolomit( 2. Weiß). Toto: 88: 10. Plat: 19, 24, 21: 10. Ferner 4. Rennen 1. Stella Harf( st. Schön), 2. Prinz Adbell( Hederf), 3. Wassander( E. Treuherz). Toto: 62: 10. Plat: 21, 21, 35: 10. Ferner liefen: Silverius, Flora Bingen, Adelei B., Erbschaft, Karneval, Arche, Bar. Arworthy, Edeltochter, Diana VII, Amorette, Della, Bismark, Fistus. 5. Rennen. 1. Abdulah Silver( Rozal), 2. Frettchen( Czerfon), 3. Lady Bosworth( B. Hedeit). Toto: 84: 10. Play: 26, 20, 87: 10. Ferner liefen: Blaumeife. Mignon Forbes, Mac Gregor, Quera, Ballast. 6. Rennen. 1. Adelei B.( Barnewit), 2. Handjeit( A. Rüdert), Ferner liejen: Hadamar, Waitönigin, Hauptmann, Bismat, Odessa, 3. Heiderose B.( A. Frömming). Toto: 428: 10. Play: 67, 17, 41: 10, Hannover, Edinhard, Quintora, Fürst, M. P., Haubige, Linslo, Daniel, Adler als dritter disqualifiziert. 7. Rennen. 1. Marcel( M. Ringius), 2. Feuerwehr( Ch. Mills), erner liejen: Anton. Peter I, Gudrun II, Monarchist, Freda Crawford, 3. Dui vive( E. Treuberz). Toto: 213: 10. Plaz: 47, 24, 30: 10. Rittyschor, Tappan, Schlips, Wilasta, Eilzug. 8. Rennen. 1. Höhensonne( W. Lemzer), 2. Prinz Kudud( Negli), 3. Qumpi( 3. Kozal). Toto: 94: 10. Play: 22, 23, 21: 10. Ferner liefen: Wainsca, Germania W, Nebel, Baron Watts jr., Bella Dawson, Willy I, Sufall, Amon, Alvater, Altgold, Heidemann als dritter disqualifiziert. Weffer für Berlin und Umgegend. Zeitweise heiter, am Tage ziemlich mild, teine erheblichen Niederschläge. Spröde u.rote Haut Aufspringen der Hände und des Gesichts, Wundsein und un reinen Teint befeitigt fofort Leokrem Dieles bewährte Saub pflegemittel erhalten Sie überall, wo Sie die bekannte Chlorodont Zahnpaste taufen. MASSARYRITTER) NAME UND BERGSCHAFT Maſſaryritter ZUGLEICH * B Eigentum das Vorstandes der SPD R Ein trich INVENTUR AUSVERKAU MANTEL a KOST ME14 KLEID ab 575 KINDERATED 5T 7425 RAKE 12" KEN ab 75 Kinder Mäntel 60 cm 75 27 Crêpe de Chine Blusen 675 C& A K duuch die alten Preise! Flanell. 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Wie Fliegenpilze nach dem Regen fchoffen zahllose Mahnmale überall aus dem Boden. O.K. Das allgemeine Intereffe am politischen Leben fand feinen deutlichen Ausdruck in der mächtig gewachsenen Zahl der Parteien. Wie wir hören, werden beim nächsten Wahlkampf abermals drei neue hinzukommen: der Reichsverband treudeutscher Kanarienzüchter, der Verein zur vollswirtschaftlichen Verwertung abgebrannter Zündhölzchen und der Kukirol- Bund. O.K. Daß aber auch das Interesse für geistige Dinge im Volfe der Dichter und Denker wieder start animmt, zeigte sich besonders deutlich bei Gelegenheit von Rants 200. Geburtstag. Zu diesem Tage fandte unter anderem ein bekannter deutscher Heerführer ein sehr herzlich gehaltenes Telegramm, in dem er dem berühmten Erfinder der Kant- Schokolade" feine Glückwünsche darbrachte. Putsch- freischein OK, Jm Münchener Hochverratsprozeß wurde Ludendorff wegen völliger Unzurechnungsfähigkeit freigesprochen. Nachdem seine Qualifikation zum Parlamentarier festgestellt war, wurde er in den Reichstag gewählt. E www AJJ O.K. Nachdem Herr v. Tirpit sich bereits im vergangenen Sommer vergebens um den Kanzlerpoffen bemüht hat, versucht er jetzt sein Ziel auf einem neuen Wege zu erreichen: Er hofft im Laufe der Zeit soviel Aften zusammenzuflauen, daß er damit eine eigene Reichskanzlei aufmachen kann. Seit der Urteilsverkündung von Magdeburg fann SalomeWestarp es taum erwarten, daß man ihr das Haupt Eberts bringt. Der Henter erklärt sich dazu aber außerstande, da die Mitglieder des Reichskabinetts ihm feinen Zutritt zu dem Delinquenten gewähren. 1793 R O.K. Adolf Hitler zog sich nach seiner Freilaffung in eine einsame Felfenhöhle des Spelfart zurück und gedenkt dort als frommer Einficdler feinen Lebensabend zu beschließen. am den 5. Januar 0.10 O.KOESTER Am Jahresende sieht man die politischen Alchimisten noch immer eifrig nach dem Stein der Weisen forschen, mittels dessen Der Reichstag nahm sich der Not des arbeitenden Volkes aufs das deutsche Volt schleunigft einem goldenen Zeitalter entgegennachdrüdlichste an, indem er ihm zwar nicht Brot, wohl aber geführt werden soll. Bis jetzt steht indeffen nur so viel fest, daß der Spiele bot. Bürgerblod diefer Stein bestimmt nicht ist. InventurMentor Leiser rechauf W Bis 60% herabgesetzt ist ein Teil unserer Ware bei dem diesjährigen vom 2. bis Inventur- Ausverkauf! Herr.- Paletots u. Ulster| Herren- Anzüge Sommer für Winter und Sommer Serie I aus haltbaren Stoffen in verschied. Formen und Farben, früher bis 52.-.. jetzt Serie II moderne Ulster aus guten Stoffen mit angewebt. Futter, früh. bis 70.-, jetzt Serie III Paletots, 1- u. 2- reinig, m. Samtkrag., Covertcoats a.la Satinella, frb.b.90.-.jetzt Serie IV Modell- Mäntel, nur Ia. 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Zweirad Gewinn nicht vorhanden. auf offener Schleife! 12 Romanos 12 aladiatorenspiele Römische 446 275 997 589 555 417 522 000 000 000 Bermögen M. 28 758 997 569 555 Gewinn- und Berluft- Kouto Untoften- R. L Raffabuch 1 800 000 000 000 Berluft M. 180 000 000 000 Goldmart- Bilanz vom 1. Januar 1924 1. Etting Grundstüids- Tonto Mert 594,50 Quadr.- Rut. à 10, 5945 1634 D. 5961,34 Neues Th. am Zoo Größt. Gladiatoren- Akt d. Welt! Raff, Beſtand It. Buch Fols Täglich 78 Uhr Wild- West- Madel 50 Löwen 50 vadis2. Baffiva Genoffenschafts- Anteil- Ronto Th. 1. Kommand Str. Das tanz. Schulpferd ,, Gneisenau" 36 Genoffenschafter mit Anteilen Letzt Vorstellun en geritten v. Schulr. G. Burkhardt- Foottit • 8 Uhr: Wenn man verliebt ist. mit Molly Wessely Siegfried Arno Sonnt. nachm, 3%. Raub d.Sabinerinnen INTBRIEN Januar 1925 Ein Programm der Novitäten! Amarantina Span. Tänzerin Neu für Berlin! Fortunios LöwenRingkampf Neu für Berlin! John Tilers 16 Casi- Bisbini- Reiterfamilie Zum Schluß Uraufführung! nachmittags: Der heitere Fridolin" Laatsch and Rommels lustige Streiche zu Wasser und za Lande! zum Schlu Manege- Schaustück abends: Quo vadis? Kein Film! Ein lebenswahres Schauspiel! Nachm. halbe Preise Casino- Theater G 3. Aufstellung je nach Größe. Gesamt- Altiva Gesamt- Baffiva 417,22 5 961,34 417,22 Bermögen M. 5544.12 Bermögen am 16. 10. 22. M. 84, 31. 12. 23. M. 5544.12 Zuwachs GM. 5510,12 " Berlin, den 30. Ottober 1924 Der Vorstand: gez Reich gea. Held Für die Richtigkeit: gez. Joh. Strach Bücherrevisor 0112, Mirbachstr. 11 Deutscher Metallarbeiter- Verband Achtung! Jugendliche Achtung! Bom 1 Januar 1925 ab erfolgt die 8uStellung unserer Jugendzeitung" durch die Haustaffierer. Um eine regelrechte BeLofbrianer Str. 37 Tägl. 8 Ubr Pracht- Säle erforderlich, daß jeder Jugendliche, au dent Der neue Schlager Graf Koks Empire- Girls Posse in 3 Aufzügen Carl Richter Chausseestr. 110 Neujahr 1925 Triumph- Sänger Gänzl neu f. Berlin! mit ihrem großen in threr Neuheit Volkstüml. Preise! Die Geistergarde" Th.i.d.Gem.- Turnhalle Neu für Berlin! 4 Serlauis Akrobatisch. Akt Neu für Berlin! van Dock Karikaturist Neu für Beriin. Weißensee, Pistoriusst.23 Tägl. 8 Uhr: Wenn die Weihnachtsglocken läuten... Preise: 80 Pf. b. 2 M. METROPO Harvard, Stolt und Kendrik MARIETE L Fußballspiele auf Rädern Neu für Berlin! Zaleski die goldene Spinne Nu fur Berlin! 8 Uhr Gilbert& French Willi Meibryck Bob Mc.Hatton& Kitty Aragon- Allegris Patty Frank Truppe Extravaganzen Neu für Berlin! 8 Swifts Keulen- Jongleure 4 Bronetts im Boxinstitut" Mary Jaklees Lawinenstürze Rauchen gestattet. Lucie Rose Cutterston Comp. 2 Cressos Darnett& Lafay 2 Canadians bis jest tein Raffierer gekommen ist, entweber seinen Bezirtsleiter felbft aufsucht ber aber in der Jugendabteilung feine Abreffe abgibt, bamit von hier aus eine in den einzelnen Stadtteilen find somit Regelung erfolgt. Alle Berreifungsstellen aufgehoben. Neujahrsprogramm! Eröffnung 4 Uhr Nachdem Gr. Neujahrsball Achtung! Berwaltungsmitglieder! Die Sigung ber mittleren Ortsverwaltung findet am Freitag, ben 2. Januar 1925, abends 7 Uhr, statt. Philharmonie Achtung! Betriebsräte Achtung! 72 Uhr: Konzert Nr. 22 der Betriebsräte- Zeitschrift ift erschienen und tann gegen Borlegung ber Legitimationstarte des Betriebsrats des Philharm. Orch obmannes im Verbandsbureau, LinienDirig. Prof. R. Hagel ftraße 83/85, 8immer 5, in Empfang genommen werden. OOLOGISCHER GARTEN ZOOLOG Taglich Konzert Wochent. v.3-7U. 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Da sie nicht, wie das Reich, unmittelbare Nutznießer der Inflation sein fonnten, so fehlte ihnen die geringe Möglichkeit, die dem Reich wenigstens zu einem Teil geblieben war, sich gegen die Folgen der Inflation halbwegs zu sichern. Ihre finanzielle Basis wurde in tatastrophaler Weise erschüttert. Noch viel schlimmer aber war die vollständige Berrüttung der Kaufkraft der Bevölkerung. Das war die eigentliche Ursache, weshalb die Gemeinden ein Tätigkeitsgebiet nach dem anderen einstellen mußten, weshalb ihre blühenden Betriebe zurückgingen, zu einem großen Teil direkt zum Erliegen famen. Erfolgreiche Gemeindepolitik ist eben nur möglich auf der Grundlage einer blühenden und sich aufwärts entwickelnden Volkswirtschaft, sie hat zur Voraus fegung ein gehobenes Lebensniveau der großen Masse, der Arbeiter, der Lohn- und Gehaltsempfänger. Die Entwicklung des Jahres 1924 hat die enge Berbindung zwischen Schicksal der Gemeinden und der allgemeinen Ent wicklung in Reich und Staat restlos offenbart. Die zahlreichen Kommunalpolitifer, die auf allen Fachtagungen zum Mittelpunkt ihrer Erörterungen die Wiederherstellung der Selbstver waltung im früheren Sinn( felbständiges Steuerrecht usw.) machten, verkannten bei dieser einseitigen und stellenweise recht furzsichtigen Kirchturmsbetrachtung vollständig, daß die Wurzel des Uebels nicht in der geschichtlich unvermeidlichen Steuer reform Erzbergers und in manchen anderen unangenehmen Folgeerscheinungen der nachrevolutionären Entwid lung lag, sondern die Gemeindepolitit so lange zum Stillstand, ja zum Rüdgang verurteilt war, wie die allgemeine deutsche Wirtschaft sich nicht aufwärts entwickeln fonnte. Die Rettung der Gemeinden lag nicht in einer Aenderung des Finanzausgleichs und in der Lösung anderer, von einem weiteren Gesichtspunkt aus nebensächlicherer Fragen, sie lag darin, daß es gelang, den deutschen Wirtschaftsver fall zum Stillstand zu bringen. Gewiß wird es noch lange Zeit dauern, bis die deutschen Gemeinden wieder die Blüte der Entwicklung erreichen, auf die sie vor dem Kriege mit Recht stolz waren, aber niemand tann leugnen, daß das Jahr 1924 fie um ein ganz Bedeutendes weitergebracht hat. Ueberall, vom kleinsten Dorfe angefangen, bis zu den großen deutschen Zentren kommunalen Lebens hat eine emfige und planmäßige Wiederaufbautätigkeit begonnen. Die Gemeinden fehren zur Erfüllung ihrer fozialen Pflichten zurück. Ueberall werden Grundstücksanläufe zum Zwecke einer fünftigen planmäßigen Wohnungs- und Wohnpolitik vorgenommen. Die gemeindlichen Verkehrsunternehmungen werden restauriert, Werte und Betriebe erneuert, für neue weitausschauende Pläne werden Vorarbeiten begonnen. Systematisch wird überal an der Ausbesserung der Schäden gearbeitet, die die verflossenen zehn Jahre seit Beginn des Krieges mit sich gebracht haben. Die Hoffnungslosigkeit, die M refignierende Mutlosigkeit, die zu Ende des Jahres 1923 für alle tommunalen Zusammenfünfte fennzeichnend waren, sind dem Willen zum Wiederaufbau faft überall gewichen. Donnerstag, 1. Januar 1925 Bürgerblodfurs in der Reichs- oder in der Preußenpolitik. Gleich gefährlich wäre für die Gemeinden eine Gefährdung der außenpolitischen Berständigung wie ein innerpolitischer Kurs der Lastenverteilung zugunsten fleiner Unternehmer- und Interessentengruppen gegen die breiten Massen der Bevölkerung. Die Gemeinden find in ihrer Entwicklung angewiesen auf ein hohes Lebensniveau der breiten Schichten. Eine Politik der Schutzölle, des Steuerunrechts würde ihre Entwicklung auf das schwerste hemmen. Indem die sozialdemokratischen Gemeindevertreter unermüdlich sich an allen Orten für die Interessen der Gemeinde einsetzen, arbeiten sie direkt und indirett im Sinne unferer Gefamtpolitik. Eine blühende Gemeindewirtschaft steigert naturgemäß den Einfluß der Oeffentlichkeit auf die wirtschaftlichen Kräfte, durchsetzt unser gesamtes Leben mit sozialistischen Gedankengängen und dient dem von uns gesteckten Ziele, die Wirtschaft dem Staate und nicht umgekehrt den Staat der Wirtschaft dienstbar zu machen. Die Auseinandersetzungen des kommenden Jahres werden für die deutschen Gemeinden insofern von entscheidender Bedeutung sein, als es sich darum handeln wird, ob die beginnende Gesundung vorübergehend oder von Dauer sein soll. Die sozialdemokratische Politik des außenpolitischen Ausgleichs und der Stützung der Massen in ihren wirtschaftlichen Interessen im Innern trägt am meisten dazu bei, diese für die Gemeinden so wichtige und notwendige Entwicklung zu fördern. Im vergangenen Jahre haben in den größten Teilen Deutschlands Neuwahlen der Gemeindevertretungen stattgefunden. Wenngleich die Sozialdemokratie feit Beginn des Jahres offensichtlich einen Sammlungsprozeß durchmacht, so haben doch die Gemeindewahlen dieses Jahres nicht die Möglichkeit gegeben, den alten Stand an Gemeindevertretern zu erhalten. An vielen Orten fonnte vom Bürgertum die sozialdemokratische Mehrheit beseitigt werden, die Parolen des Bürgerblocks schienen überhand zu nehmen. Es ist daher eine bezeichnende Ironie der Entwicklung, die von uns schon bei den preußischen Gemeindewahlen vorausgesagt wurde, daß fast ausnahmslos die Bürgerblodmehrheiten nach den Wahlen politisch nicht haben zusammenge halten werden können. Die objektive Entwicklung der Dinge zwingt die Gemeinden, vorausschauende Arbeit zu leisten. Solche Arbeit kann ausnahmslos niemals von Bürgerblockmehrheiten durchgeführt werden. Die Gruppen und Interessentengegensäge sind in den Reihen der bürgerlichen Parteien viel zu start, fie sprengen immer wieder den Busammenhalt und lassen ein einheitliches Ar beiten für die Gemeinde nicht hochkommen. Umgekehrt sind die sozialdemokratischen Frattionen immer diejenigen, deren ganze Tätigkeit restlos und ohne jede innere Hemmung sich auf das Wohl und die Entwicklung der fulturellen und wirtschaftlichen Betätigung der Gemeinden zu fonzentrieren vermögen. Infolgedessen läßt sich die Sozialdemokratie bei der Mehrheitsbildung als stärkster positiver Faktor, der für die Gemeinde wirkt, niemals ausschalten. Die fachlichen Notwendigkeiten haben fast ausnahmslos stets den Bürgerblock gesprengt. Das gilt für große Gemeinden wie Berlin, mo der fest in feiner Mehrheit bürgerliche Magistrat seine wichtigsten wirtschaftlichen und finanziellen Vorlagen nur mit Hilfe der Sozialdemokratie durchzubringen vermag. Das gilt ebenso für fast alle anderen Orte, wo engstirniger Kirchlich, am Anfang des neuen Jahres, mit dem Inventur- Ausverkauf. Um die turmgeist die voranstrebenden Kräfte der Arbeiterbewegung aus der verantwortlichen Mitarbeit an der Entwicklung der Gemeinden auszuschalten versuchte. Die Sozialdemokratie hat sich als stärkster Träger gemeindlichen Aufwärtsstrebens erwiesen. Ihre Gedankengänge sind es, die sich überall durchsetzen, die sich selbst dem widerwilligen Gegner aufzwingen und die der Sozialdemokratie eine fachlich größere Stärke auch in den Gemeindevertretungen geben, wo sie als Minderheit zu arbeiten gezwungen ist. Die Früchte dieser Arbeit haben sich namentlich in der Bekämpfung der kommunistischen Illusionen im vergangenen Jahre bei den Wahlen gezeigt. Das Jahr 1925 wird voraussichtlich für Preußen Neuwahlen bringen und die Sozialdemokratie wird Gelegenheit haben, bei diesen Neuwahlen die Scharten des Jahres 1924 auszuwegen. Für die Gemeinden wird auch im kommenden Jahre alles darauf ankommen, daß es gelingt, die verheißungsvoll be= gonnene wirtschaftliche Entwicklung weiter zu fördern. Nichts würde tatastrophaler in den deutschen Gemeinden sein als ein Geschäftliche Mitteilungen. Eine wahre Sensation bilden wieder einmal die 3 billigen Tage der befannten Bekleidungsfirma M. Schulmeister am Rottbuser Tor. Hier handelt es sich um eine Ermäßigung der Preise, wie es feit Beendigung des Krieges noch nicht da war. Deshalb können wir unseren Lesern empfehlen, sich die oefenenheit nicht entgehen au laffen, fich wirtlich preiswert einfleiben au Laffen. Der Inventurausverkauf ber Firma Teppich Bursch, Berlin C. 2, Spandaner Breisermäßigungen bis zu 50 Bros. vorgenommen. Es ist empfehlenswert, das heutige Infevat mit Sorgfalt zu lesen. 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Die enormen Bestände mäntel, sowie die ungeheuren Waffen Wolf, Web- und Wirkwaren und die Herren, Jünglings- und Anabentleidung, die Vorräte moderner Damenerfitlaffigen Erzeugnisse der für Mode und Industrie maßgebenden Kleider. besonderen Abteilung werden Stoffe und in einem anderen Rayon Gummimäntel für Serren und Damen fehe billig feilgeboten. Der Ausverkauf be ginnt am Freitag, den 2. Januar, in der Morgenstunde. werfe bieten wie nie zuvor Gelegenheit zu vorteilhaftem Einkauf. In einer Bei den Inventurausverkäufen, die in Berlin fest stattfinden, spielt die Ede Roßstraße, im Verkauf von Stoffen für Herren- und Damenbekleidung eine Rolle. Die Preise sind bedeutend ermäßigt. Im übrigen verweisen wir Firma R. Riethmüller, feit 1902 bas Saus der Tuche", Moltenmarkt 5, auf die Annonce in der heutigen Nummer unseres Blattes. 25 jähriges Geschäftsjubiläum. Das Möbel- und Warenkredithaus M. Beiser, Lothringer Str. 67, feiert heute am 1. Januar cr. das Fest seines 25jährigen Bestehens. Aus dieser Veranlassung veranstaltet die Firma eine Werbewoche. Die herabgefekten Preise in Berbindung mit einen An- und Abzahlungen ermöglichen auch dem Minderbemittelten die Anschaffung notwendiger Bedarfsartikel und somit die Wahrnehmung diefer alinitigen Kauf17 gelegenheit. Näheres ist aus dem Inferat in heutiger Nummer des Bor märts" ersichtlich. Unser Inventür Verkauf uvantür- Verkauf Herren- Sakko- Anzug dunkl. 3600 Cheviot, einreihig u. zweireihig. Farbige Sakko- Anzüge mod. Ausmusterung, vorz. Qual, beste Verarbeit. 4600 65.- 50.Blauer Sakko- Anzug reinw. Cheviot, ein- und zweireihig. 5600 Blaue Sakko- Anzüge beste reinw. Qualität in mod, ein- u. zweireibigen 7700 Formen. .100-85.Smoking- Anzug reinwollener 8550 Melton Cheviot, elegante Verarbeitung. Smoking- u. Abendanzüge la Kammgain und Melton- Sole, elegante 9450 Verarbeitung 126.- 108.Röcke und Westen Ia Cheviot Stoffe. 4800 ... on 36⁰⁰ Herren- Ulster mittel- a dunkel. grauer Winter Chev, in verschied. 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Außerdem wurde Sowjetrußland noch von einer Reihe fleinerer Staaten anerfannt. Als letzte Großmacht, die Rußland nicht anerkannt hat, sind nur noch die Vereinigten Staaten Nordamerikas übrig geblieben, aber auch ihr Widerstand gegen die Anerfennung dürfte nicht mehr von langer Dauer sein. Nach der Anerkennung Sowjetrußlands gehören die bisherigen Methoden der Ententepolitik gegenüber Rußland bereits der Vergangenheit an. Vergessen ist die Blockade, die militärische Expeditionspolitik, die Intervention, die Unterstügung der reaktionären Generäle, deren Namen früher in aller Munde waren. Der letzte dieser Mohikaner, Baron Wrangel, macht jetzt zwar noch eine Rundreise durch Europa und murde noch vor wenigen Tagen von seinen weißgardistischen Freunden in einem Berliner Restaurant als Führer der russischen Armee" gefeiert. Aber kein Mensch hat dieser operettenhaften Demonstration auch nur die geringste Beachtung geschenkt ein Beweis, daß die Phrasen der weiß gardistischen Generäle und ihres junkerlichen Anhanges von niemand ernst genommen werden. Die Kräfte der russischen monarchistischen Restauration find endgültig vernichtet. Trotzdem kann die internationale Lage Sowjetrußlands an der Jahreswende feineswegs als günstig angesehen werden. Sie ist vielmehr zu Beginn des Jahres besser gewesen als am Jahresende. Unmittelbar vor der de- jure- Anerfennung waren nicht nur die letzten reaktionären interventionistischen Tendenzen in Westeuropa lebendig, sondern auch eine ganze Reihe von Illusionen gegenüber Sowjetruß land. In einzelnen Teilen der Arbeiterklasse, mehr aber noch in den Kreisen des Handels- und Industriekapitals, bestand die Hoffnung, daß nach der de- jure- Anerkennung der Sowjetregierung ein lebhafter wirtschaftlicher Verkehr mit Rußland einsetzen würde, das in ungeheurem Maße die europäischen Waren aufnehmen, und Rohstoffe, Getreide usw. nach dem industriellen Westen liefern würde. Viele hofften, daß auf diese Weise die schwere Wirtschaftskrise beseitigt, die Arbeits losigkeit gemindert und die Befriedung Europas gefördert werden würde. Die Wirklichkeit hat gezeigt, daß alle diese Hoffnungen illusionär waren. Denn gerade na ch der de- jure- Anfeit, daß in der Politik der Sowjetregierung ein besonderer erkennung Sowjetrußlands zeigte es fich mit aller DeutlichDefekt" enthalten ist, der ihre gesamte Tattit auf den alten Saz Trogkis reduziert: Wir führen feinen Krieg, aber schließen auch feinen Frieden." Rußland führt in der Tat feinen Krieg und sucht ihn sogar zu vermeiden. Die Gefahren, die dem Frieden von Rußland drohen, sind gegenwärtig minimal. Rußland hat seine Armee demobilisiert und seine jezige Heeresstärke übersteigt nur um ein Geringes die Zahl von 500 000 Mann, was für ein 130- Millionen- Bolk nicht viel ist. Die Sowjetdiplomatie ist gleichfalls bestrebt, triegerische Konflikte zu vermeiden, und ist jogar- wie der Konflikt mit Curzon im Mai 1923 gezeigt hat- geneigt, das Ansehen und die Interessen Rußlands zu opfern, um einen friegerischen Zusammenstoß zu vermeiden. Aus demselben Grunde hat auch der heftige Konflikt zwischen Rußland und Rumänien wegen der beßarabischen Frage zu feiner friegerischen Auseinandersehung geführt. ,, Wir führen keinen Krieg, aber wir schließen auch feinen Frieden." Dieser Saz stimmt auch in seiner zweiten Hälfte mit den Tatsachen überein, wenn unter" Frieden" fein for meller Vertrag über gegenseitige Anerkennung, sondern eine ständige politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit verstanden wird. Die Taktik der Annäherung und Befriedung, auf die oben hingewiesen wurde, wird ständig durchkreuzt durch die Taktik des reinen Kommunismus", der in der fommu nistischen Internationale verförpert ist und auf die Provozierung von Butschen, Aufständen, politischen Krisen nicht nur in den monarchischen und faschistischen Ländern, sondern auch in den demokratischen und republikanischen Staaten des Westens hinzielt. Einen solchen Charakter trug beispielsweise der bulgarische Aufstand im Jahre 1923 und der est ländische Butsch im Jahre 1924. Da der organisatorische und finanzielle Zusammenhang zwischen der kommunistischen Internationale und der Sowjetregierung von niemand ernst KERSTEN SYUT 蕙 KESTE TUNTUR lich bestritten wird, werden alle derartigen Tendenzen auf das Konto der Sowjetregierung gesezt und als Hindernis für eine Politik ehrlicher Berständigung betrachtet. Aus diesem Grunde hat sogar ein verhältnismäßig geringfügiger Konflikt wie die Durchsuchung bei der russischen Handelsvertretung in Berlin eine große diplomatische Bedeutung erlangen und Monate hindurch alle wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland hemmen können. Aus denselben Gründen hat der Versuch der Ausarbeitung eines Handelsvertrages zwischen England und Rußland in den letzten Monaten mit einem Mißerfolg geendet, und auch in Frankreich verfolgt man die Arbeiten der russischen Kommission mit unver hohlenem Skeptizismus. Aehnlich liegen die Dinge bei den deutsch russischen Verhandlungen in Moskau, die sich außerordentlich langsam hinschleppen und deren Ausgang vollkommen unflar ist. Alle diese Verhandlungen und Verträge hängen auch deshalb in der Luft, weil die Wirtschaftslage Sowjetrußlands Ende 1924 bei weitem nicht glänzend ist. Nach Abschluß der russischen Bürgerkriege hat selbstverständlich eine allmähliche Besserung eingesetzt. In dieser Beziehung bedeutet auch das soeben abgelaufene Jahr einen Schritt vorwärts. Aber auch jezt produziert die russische Industrie nur um weniges mehr als 50 Proz. der russischen Vorkriegserträge. Auch in den Lebensverhältnissen der russischen Arbeiterschaft macht sich gegenüber den schweren Jahren 1918-1920 eine Besserung bemerkbar. Aber auch jetzt stehen die Reallöhne in Rußland tief unter den Borkriegslöhnen. Die Zahl der in der Industrie beschäftigten Arbeiter nimmt zu, aber noch schneller wächst die Arbeitslosigkeit, die durch den Zustrom der Bauern aus den Dörfern, insbesondere aus den Hungergebieten, außerordentlich gesteigert wird. Die Produktion der Landwirtschaft ist im Steigen begriffen, die Aussaat fläche hat fast 80 Proz. der Vorkriegsfläche erreicht, aber die Ernteerträge sind außerordentlich niedrig, neue Kapitalien fließen der Landwirtschaft nicht zu, Borräte sind in der Bauernwirtschaft fast gar nicht vorhanden und deshalb droht jede Dürre sich in eine furchtbare wirtschaftliche Katastrophe zu vermandeln. Zu alledem kommt noch die äußerste Unbeständig feit der Wirtschaftspolitik der Sowjetregierung. Das Jahr 1924 begann mit allgemeinen Verfolgungen gegen das Privatkapital, mit Besitzbeschlagnahmungen und Verbannungen der Kaufleute und Händler nach Sibirien. Das ganze Jahr verlief im Zeichen des Kampfes gegen das Privatkapital und der Förderung der bureaukratischen Wirtschaftspolitik. Aber diese Politif brachte in den russischen Verhält nissen dem Staate so ungeheure Verluste, daß seit November eine neue entschiedene Schwenkung der Wirtschaftspolitik zugunsten des Privatkapitals zu verzeichnen ist, was bereits zur Folge gehabt hat, daß der private Großhandel augenblicklich in schnellem Aufstieg begriffen ist. Das Jahr 1924 begann mit dem Kampf gegen inneren Auseinandersetzungen in der Kommunistischen Partei Trofi. Mit demselben Kampf schließt es auch ab. Die sind die einzig zulässigen Aeußerur.gen des politischen Kampfes in Sowjetrußland. Deshalb haben sich zu Beginn des Jahres alle unzufriedenen kommunistischen Elemente, die das Bedürfden, um den Namen Trogkis gesammelt. Aber sie besaßen nis nach ernstlichen Aenderungen der inneren Politik empfinweder ein gemeinsames Programm, noch genügende Ausdauer und Festigkeit im Kampfe, und wurden deshalb sehr schnell von ihrem Zentralfomitee besiegt, an dessen Spize nach dem Tode Lennins das Dreimännerfollegium Sinowiew: Stalin Kamenew steht. Die Verfolgungen der kommunistischen Opposition waren so heftig und grausam, daß sie bei vielen auf lange Zeit jede Neigung zum offenen Kampf vernichteten. Tropki selbst wurde damals gezwungen, für drei Monate in die kaukasische Verbannung zu gehen. Als das Dreimännerfollegium im Herbst einen neuen Feldzug gegen Troßki eröffnete, besaß er feine offenen Anhänger mehr, und der Sieg fiel dem allmächtigen Zentralfomitee sehr leicht in den Schoß. Trogti ist jetzt politisch erledigt: er wird weder in das politische Bureau noch in das Zentralkomitee der Partei gewählt werden. = Ernste Reformen in der inneren Politik wurden im verfloffenen Jahre in Sowjetrußland nicht verwirklicht. Das bolschemistische Regime steht gleichsam versteinert da und prunkt, nach der Niederwerfung und Terrorisierung seiner Feinde, nach außen hin mit seiner ,, Unbesiegbarkeit". Dieses Bild täuscht jedoch. Nicht überwunden ist erstens die schwere wirtschaftliche Lage; zweitens macht sich, wenn auch nur langsam eine Bewegung in der Bauernschaft wie im Proletariat bemerkbar, die die Regierung in der nächsten Periode zwingen dürfte, ernste Konzessionen zu machen und radikale Reformen vorzunehmen, die unvermeidlich mit Aenderungen in der Zusammensetzung der Regierung selbst verbunden sind. Donnerstag, 1. Januar 1925 Gewerkschaftsbewegung ( Gewerkschaftliches fiehe auch 4. Seite Hauptblatt.) Festigung. Die freien Gewerkschaften haben sich ihre Eristenz sehr mühsam und mit schweren Opfern erfämpfen müssen. Gesetzlich nur geduldet, woren sie jahrzehntelang ein bevorzugtes Objekt der Klassenjustiz und der in ihrem Dienste stehenden übereifrigen Polizeigewalt. Spießbürgerliche Vorurteile begünstigten die öffentliche Meinungsmache nahm sie mit unter seine Fittiche, dazu der„ Understand der Massen", gegen die sozialdemokratischen Gewerkschaften, das Sozialistengesetz nahm sie mit unter seine Fittiche, dazu der„ Unverstand der Massen", Richtungs- und Organisationsformstreit in den eigenen schwachen Reihen, kurzum: der Aufstieg war nicht leicht. Er war nur möglich durch beharrliche, selbstlose, opfermütige Klein. arbeit zu zielbewußtem Ringen, befeuert von sozialistischem Idealismus Der nüchterne Alltagskampf ließ weder in den Gewerk. fchaften noch in der Partei putschistische Revolutionsromantik auf tommen, und aller Phrasenradikalismus zerstieb wie Seifenblasen. Dennoch mußten allmählich Erfahrungen gemacht und mitunter teuer erkauft werden. Kriegs und Nachkriegszeit brachten zwar einen, gewissen Waffenstillstand mit dem Internehmertum, jedoch neuen Bruderstreit, der auf fozialistischer Seite glücklich überwunden ist, durch russische Einmischung aber von einer neuen Richtung, die den in Mitteleuropa längst überwundenen Butschismus als der Weisheit letzten Schluß verkündet, weiterzuführen versucht wird. Die Inflationskrise legte die Gewerkschaften in organisatorischer Beziehung lahm, die Stabilisierungskrise trug weiter dazu bei, sie auch in wirtschaftlicher Beziehung zu lähmen. Das Unternehmertum nüßte diese vorübergehende Schwächung der Gewerkschaften nach allen Regeln seiner Profitpolitik aus. Allein es fühlt sich seiner Sache nicht recht sicher. In öffentlichen Rundgebungen, in pseudowissenschaftlichen Schriften, fäßen seiner Fachzeitschriften suchte das Unternehmertum seine Lohnin zahlreichen Artikeln der von ihm aufgekauften Zeitungen, in Aufpolitit zu rechtfertigen, das Zweischichtensystem, die zwölfstündige Arbeitszeit zu beschönigen und den Stillstand der Sozialpolitik als notwendig zu erweisen. Durch Finanzierung des Wahlkampfes der Rechtsparteien, die sich der Regierung des Reichs und der Länder, gehörig sichern voran Preußens, zu bemächtigen fuchen, will es seine Krisenerfolge hat sich doch eine unverkennbare Besserung der wirtschaftlichen VerIst auch die Wirtschaftskrise nod) längst nicht überwunden, so hältnisse angebahnt. Und wenn die Gewerkschaften heute auch noch nicht wieder auf der früheren Höhe find. so haben sie doch die Zeit genützt, sich wieder aufgeschwungen, ihre Position gefestigt. ihre Unterstützungseinrichtungen wieder aufrichten und wieder RückSie fonnten ihre Presse wieder herausbrangen und vervollständigen, logen machen für die unvermeidliche Auseinandersetzung mit dem Unternehmertum. Auch die Aufklärungsarbeit ist wieder erschienen sind Die Herausgabe der Jugendbücherei des aufgenommen. Es ist kein Zufall, daß im Laufe des letzten Jahres zwei wissenschaftliche Monatsschriften der Gewerkschaften ADGB. verdient ebenfalls der Erwähnung, gleich dem Wiedererscheinen der Gewerkschaftlichen Frauenzeitung" und der Arbeiterrechtsbeilage" Die Aufklärungsarbeit ist übercus wichtig falismus zu steuern. Selbst manche Gewerkschaftsmitglieder halten and notwendig. Es gilt sowohl dem Fatalismus wie dem lleverradi Arbeiterprefie. Wie viele Arbeitnehmer beziehen heute thre in ihren Familien noch eine bürgerliche Lageszeitung anstatt die geistige Koft aus der Unternehmerpresse und lassen sich gegen ihre eigenen Interessen für die Absichten der Unternehmer einfangen! fation den Rücken gekehrt hatten, weil sie ihren Wert nicht pofitiv erfannten, auf dem negativen Wege verzweifelt schlechter Lohn- und Arbeitsbedingungen zur Einsicht gekommen. Auch das bedeutet eine Indifferenten wird die Reihen der Gewerkschaften weiter anschwellen Festigung der Gewerkschaften. Erneute Agitation unter den laffen. Dennoch sind inzwischen viele Arbeitnehmer, die ihrer OrganiDer Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund ist über den früheren engen Rahmen herausgegangen. Er hat sich ein eigenes Bureauhaus geschaffen, für die Gewerkschaften eine eigene Bank, und auch in das Gebiet des Wohnungsbaues ist er aktiv eingedrungen. Die Gewerkschaftlich- Genossenschaftliche Bersicherungsgesellschaft, die M. SCHULMEISTER Hochbahnstation Kottbuser Tor M.Schulmeister kuser Tur Merven Knaben Kleidung 3 billige Tage in Herren-, Jünglings- u. Knaben- Kleidung vom 2. bis 5. Januar Besichtigung meiner Schaufenster erbeten KERSTEN& TUTEUR Das Baus der Moden * Leipzigerstrasse 36, Ecke Charlottenstr Kurfürstendamm 237, Ecke Rankestr Unser Inventur Clusverkauf beginnt am Freitag, den 2. Januar 9 Uhr. Kleider Blusen, Jackenkleider mäntel, Bute, Strickrvaren Tauf 14 des früheren Wertes herabgesetzt Boltsfürsorge" fam ebenfalls wieder hoch. So sehen wir allenthalben ein gewerkschaftliches Wiederausleben, eine Festigung binnen Jahresfrist, wie sie in diesem Grade noch vor einem Jahre als fraglich erschien. Sie wird und muß im neuen Jahre ver stärkt werden. Sie muß sich auf das Vertrauen der Ge wertschaftsmitglieder zu ihrer Sache und ihrer Führung ausdehnen und zur Mitarbeit anspornen. Um auch nur die Schatten wieder auszuweizen, die die Löhne und der Achtstundentag erlitten haben, bedarf es der nötigen Macht. Darüber hinaus gilt es das neue Arbeitsrecht zu einem guten Abschluß zu bringen und die Krise der Sozialpolitit zu überwinden. Die Gewerkschaftsmitglieder müssen alles daran feßen, daß ihre Organisationen im neuen Jahre die Beriode ihrer Festigung abschließen. um zu weiterer Entwicklung und zur Ent. foltung ihrer Kräfte zu gelangen. An die Metallarbeiter- Jugend. | der Verwaltung bemüht, den Kollegen auf dem Gebiete des tech. nischen und praktischen Wissens eine Lernmöglichkeit au vermitteln. Während die Gebiete der Volkswirtschaftslehre und werden, ist es Aufgabe der einzelnen Organisationen, ihren Miibes Arbeitsrechtes von der Gewertschaftsschule behandelt gliedern auf dem Gebiete der Berufsausbildung vorwärts zu helfen. Gerade unjere jungen Kollegen fommen heute in der Braris sehr häufig in eine üble Lage, infolge der mangelhaften Ausbildung während und nach der Kriegszeit. Die Folge davon ist, daß sie auch mit ihren Forderungen dem Unternehmer gegenüber nicht so auftreten fönnen, wie es ihre Lebenseristenz bedingt. Dies ist, wie gefagt, nicht ihre Schuld.- Ihre Pflicht ist es aber, die sich bieten. beherrscht die Produttionsmittel, der ihre Ge den Gelegenheiten zu besuchen, um sich weiter zu bilden. Nur der heimnisse in Technit und Berwaltung tennt. Nicht ein zweites Mal darf die Arbeiterschaft wie 1918 als Be fizerin der politischen Macht vor dem großen Tore der Wirtschaft ftehen, um es zu öffnen für ihre Klaffengegner. Der Deutsche Metallarbeiter- Berband richtet an seine jugend- großen Bedanken, der mit die Grundlage bildet zur Uebernahme lichen Mitglieder folgenden Aufruf: Werte Jugendfreunde und Kollegen! Wenn wir am Anfang des neuen Jahres auf diesem Wege an Euch herantreten, so tun wir das nicht, um Euch eine neue Bot jchaft zu verkünden, auch nicht, um einen Rüdblid zu werfen auf vergangene Zeiten, sondern wir wollen unsere Gedanken vorwärts richten, vorwärts auf eigentlich schon längst Bestehendes in unserer Organisation. So lange die wirtschaftlichen Organisationen der Arbeiterschaft bestehen, war es ihr Bestreben, ihre Mitglieder auf dem Gebiete des Bildungswesens zu unterstüßen. Die legten Jahre gaben uns leider infolge der großen Wirren und der hierdurch oft verschwen deren Arbeitskraft menig Möglichkeit, uns diesem Gebiete so zu widmen, wie es im Interesse der Organisation und zum Nutzen des einzelnen erforderlich ist. Auch das tommende Jahr wird kein Ruhe juhr sein, die Herren Metallindustriellen werden dafür sorgen, daß tie Organisation vielleicht häufiger als es den einzelnen angenehm ist, den Kampf aufnehmen muß, um die Lebenseristenz ihrer Mitglieder zu sichern. Für die Mitgliedschaft ist es notwen dig, daß sie erkennt, wo ihr Gegner steht, notwendig aber auch, sich das geistige Rüstzeug zu schaffen zur lleberwindung ihres Gegners. Bon diesem Gedanken ausgehend, hat sich unsere Jugendabtei lung, nielen Wünschen und Anregungen entsprechend, im Auftrage Kollegen! Soll unsere Organisation ihre große Mission er. füllen, so dürfen wir neben der täglichen Kleinarbeit auch diesen der Wirtschaft, nicht vernachlässigen. Diefem Gedanken soll der am 3. Januar 1925 in der Urania beginnende, unten wiedergegebene Zyklus dienen. Wir erwarten, daß sich die Kollegen zahlreich daran beteiligen. Technische Physit in ausgewählten Rapiteln, sechs Vorträge mit Experimenten, Lichtbildern und Filmen. Beginn der Vorträge pünktlich abends 7 Uhr, Urania, Berlin B. 8, Tauben Straße 48/49. 1. Bortrag: 3. Januar 1925: Die physikalischen Grundlagen der Wärmetechnik. 2. Vortrag: 10. Januar 1925. Die Wärmekraftmaschinen( 1). 3. Vortrag: 17. Januar 1925. Die Wärmemaschinen( II). Feuerungen, Dampfteffel, Dampfturbinen, Explosionsmotoren. 4. Bortrag: 24. Januar 1925. Die Grundlagen der Elektrotechnik( I). 5. Vortrag: 31. Januar 1925. Die Grundlagen der Elektro. technik( 11), 6. Borirag: 7. Februar 1925. Die Grundlagen der Elektrotechnit( III). Die Teilnehmergebühr beträgt für Lehrlinge und jugendliche Kollegen bis 20 Jahre 2 m., für die älteren Kollegen 3,50 m. für alle sechs Vorträge. Einzelfarten fönnen nicht abgegeben werden. Die Ausgabe der Karten erfolgt in der Jugendabteilung pon 9 bis 4 Uhr, Freitags bis 7 Uhr abends und Sonnabends in der Urania. Die Stellung der ausländischen Landarbeiter. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst einer Verfügung des preußischen Ministers des Innern entnimmt, bleibt es bei der bisherigen Praris, daß ausländische Landarbeiter grundsäglich nach Beendigung der Saisonarveit, d. h. nach dem 15. Dezember eines Jahres, dem Rückkehrzwange unterliegen, daß dieser 3wang jedoch auch jetzt noch nicht wieder durchgeführt werden soll. Um die freiwillige Abwanderung nach wie gegenstellen, die Arbeitgeber oder die örtlichen Bolizeiverwaltungen vor zu fördern, sollen sich überall, wo sich ihr Schwierigkeiten entan die Deutsche Arbeiterzentrale in Berlin SW. 11, Hafenplatz 4, unmittelbar wenden. Bewegung der Saar- Bergarbeiter. den 2ohntarif im Bergbau zum 15. Januar gekündigt. Die Gewerlichaften der Bergarbeiter haben am 30. Dezember Uchtung, Bauarbeiter! Wir wiefen neulich darauf hin, daß die Berlinischen Baugesellschaft wegen Nichterfüllung bes Staferarbeiten bei dem Unternehmer Regti auf den Bauten ber Tarifvertrages gesperrt find. Das hat nicht verhindern fönnen, Revolutionär" namens Görig vom Verband der ausgeschlossenen daß sich doch einige Rausreißer" gefunden haben, u. a. auch ein Bauarbeiter. Wir sind begierig, zu erfahren, welche Maßnahmen diese Organisation gegen diesen Klassentämpfer ergriffen hat. Trotz diefer revolutionären" Einstellung bleiben biefe Arbeiten für klaffenbewußte Stater und Bauarbeiter meiter gesperrt. Baugewertsbund, Baugemertschaft Berlin, Fachgruppe der Stater. 100 000 Bergarbeiter in Pennsylvanien stehen in Lohnstreitige te itenund wollen in den Streit eintreten. Morgen. 2. Jannar, ein wichtiger Tag! Abends 6 Uhr, läuft die Frit ab für die Erneuerung der Lose aur 4 Klaffe der 24./250 Preußisch Süddeutschen Klaffenletterie Wer fein Anrecht auf das Los 4. Klaffe und als Folge davon aut die Beteiligung an der Haupt- und Schlußziehung nicht verlieren will. De äume nicht, morgen fein Los abzufordern. In der bereits am Freitag, den 9. Januar 1925, beginnenden Ziehung 4 Klaffe tommen 9 000 Gewinne im Gesamtbetrage von 1687 000 Golbmart zur Ausspielung, darunter Haupttreffer in Höhe von 100 000, 50 000, 1000 Goldmark Großer Inventur- Ausverkauf Beginn 2. 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Wir fönnen nicht wählen, ob wir ein Agrarftaat oder ein Industriestaat sein mollen, wir fönnen nicht frei bestimmen, ob das Ziel unserer Politit ein im wesentlichen von der Welt abgeschlossener, sich selbst versorgen der Nationalstaat sein soll oder ein moderner, in den Welthandel ein gegliederter Industriestaat, der sich die Vorteile internationaler Arbeitstellung nach Möglichkeit zumute macht. Jede Diskussion über diese lehten Zielsetzungen der Wirtschaftspolitik hat aber nur afademischen Wert, jeder Versuch, durch bloßen Willen die Grenzen zu Sprengen, die durch unsere Gesamtlage gezogen sind, würde nur zu Mißerfolg und vielleicht zur Katastrophe führen. Wir sind ein Industriestaat. Die Entwicklung eines halben Jahr. hunderts fann nicht rückgängig gemacht werden. Wir müssen eine Industriebevölkerung ernähren, die die landwirtschaftliche Bevölkerung an Zahl bei weitem übertrifft. Wir können nicht um grauer theoretischer Zielsetzungen willen das Leben von Millionen aufs Spiel chen Der Zwang zu leben und der Druck der Not befehlen uns, bas Dasein des deutschen Volkes als Industrievolk zu bejahen und alle Konsequenzen daraus zu ziehen. Das Ziel der deutschen Wirtschaftspolitik muß daher sein: Steigerung der deutschen Produktion ,, Wiedergewinnung des Weltmarktes, um in verstärktem Maße Waren erportieren zu können, Stärkung des inneren Marktes, um die Industrien des Massenbedarfs in Deutschland ausreichend zu beschäftigen, Abbau der Monopolpreise, um im Ausland tonkurrenzfähig zu sein und um den Massenabfah im Innern zu fördern. Die staatliche Wirtschaftspolitik, die nach diesem Ziefe ftreben muß, wird gehemmt durch die Machtorganisationen der großen Interessentengruppen, durch Unternehmertum und Großagrarier. Die Unternehmer drängen auf den Weltmarkt. Sie wollen den Export steigern aber auf Kosten der deutschen Arbeiter, durch niedrige Löhne und lange Arbeitszeit. Sie legen Wert auf den äußeren Markt, aber fie vernachlässigen den Binnenmarkt. Niedrige Löhne bedeuten Echwächung der Rauffraft der Massen, Beschäfti gimgslosigkeit in der für den inneren Markt arbeitenden Industrie, Arbeitslosigkeit, Krise. Niedrige Löhne führen zum Raubbau an der Arbeitskraft, zum Rückgang der Leistungsfähigkeit der Arbeiter, fie verhindern die hebung der Probuftion. Niedrige Löhne begünstigen die Beharrung bei den Grundfäßen, die die Unternehmer in der Inflationszeit verfolgten: nicht durch erhöhte Produktion und ver besserte Produktionsmethoden die Rentabilität der Unternehmungen zu erzielen, sondern durch Monopolpreise, die den deutschen Verbraucher ausrauben und seine Kauffraft schwächen und die Konfurrenzfähigkeit der deutschen Erzeuaniffe auf dem Weltmarkt beeinträchtigen. Die Erfahrungen des Wirtschaftsjahres 1924 haben gelehrt, daß bei niedrigen Löhnen der Arbeiter in Deutschland die Breise nicht gesunken find, sondern sich vielmehr auf dem Niveau der Monopolpreise aehalten haben. Die Agrarier bestreiten die Notwendigkeit der Steigerung des deutschen Erports. Sie bringen auf ein Hochschutzoff'ystem, das den agrarien Brodukten in Deutschland Monopolpreise sichern foll. Sie Steffen die Thefe auf, daß der Schutzzoll die Rauftraft der Landwirtschaft stärken merbe, fo bak der sich ausdehnende agrarische Binnen markt der Industrie Ersatz für den verlorenen Weltmarkt geben werde, Sie verschweigen die Zufammenhänge zwifchen Lebensmittelpreis und Lohnhöhe und Rauffraft der Industriebevölkerung, zwischen Lebensmittelpreis und Breis der Induftrieprodukte. Die wirtschaftspolitischen Tendenzen des Unternehmer. tums müssen zur Schwächung der inneren Kauffraft, zur Lähmung der Broduktion, zur Beremigung der Krise führen. Die Tendenzen der Agrarier zielen auf Absperrung Deutschlands vom Weltmarkt, auf Beremigung des Wirtschaftsfrieges, auf Schwächung der Rauftraft der Industriebevölkerung zugunsten des Großagrariertums. Würde die ftantliche Wirtschaftspolitit ihnen nachgeben, so würde in jedem Falle die wirtschaftliche Gefundung Deutschlands gehemmt werden. Wirtschaftspolitik im Sinne der Unternehmer und Agrarier ift reine Interessentenpolitik, die die volkswirtschaftlichen Notwendigkeiten vernachlässigt. Beide Interessengruppen gehen über die Lebensnot merdigkeiten der arbeitenden Industriebevölkerung hinweg. Sie ver. nachlässigen die Arbeitstraft als Produktionsfaftor. Sie rechnen nicht mit der großen Bedeutung der industriellen Arbeiterbevölkerung für den inneren Markt. Das Problem der Wirtschaftspolitik heißt nicht: Erporifteigerung oder Stärkung des inneren Marftes. es heißt viel mehr: Wiedereroberung des Weltmarktes und gleichzeitig Steigerung der Kauftraft der arbei. tenden Maffen in Deutschland. Dieses Ziel ist nicht zu erreichen mit den Methoden, die das Unternehmertum als wirtschaftliche Bernunft bezeichnet. Die deutsche Wirtschaftspolitik wird ein Fiasto erleben, wenn sie aufgebaut wird auf Berneinung und Abbau der Sozialpolitit, auf Herabdrüdung der Lebenshaltung der arbeitenden Bevölkerung. Die deutsche Wirtfchaftspolitik muß Hand in Hond gehen mit einer vernünftigen Sozialpolitik und Lohnpolitit. Sie muß von der Beeinflussung durch die Machtorganisationen der Interessenten befreit werden, denen sie bisher nur zu sehr nachgegeben hat. Das Konjunkturbild 1924. Selten gab es ein so bewegtes Jahr mit so mannigfaltigen und auch weittragenden Veränderungen für die Weltwirtschaft, wie das Jahr 1924. Am besten lassen sich die Veränderungen an dem Auf und Ab von Konjunktur und Krise, die seit dem Waffen stillstand miteinander wechseln, ermeffen. Die Konjunkturwechsel Rückschlag und Erholung sind jetzt häufiger, aber fürzer als find jetzt häufiger, aber fürzer als früher. Auf und Ab der Konjunkturkurve zeigen. In Deutschland am Ein flüchtiges Konjunkturbild der Weltwirtschaft soll das Anfang des Jahres ungeheure Krise; andauernde Besserung bis April, wo bereits eine Konjunktur( allerdings nur für den inneren Markt) herrscht, dann kommt der Umschwung, eine bis zum Spät sommer steigende fürchterliche Krise, die erst im September Zeichen der Befferung aufweist; seitdem geht die Linie langfam wieder auf wärts. Als Gegenpol find die Bereinigten Staaten zu betrachten, wo das neue Jahr mit einer beispiellofen Hochkonjunktur anfing; von Mai bis Juli herrschte mit einem plöblichen Rückschlag eine Wirtschaftskrise von größtem Ausmaß, die zum Beispiel die Elfenund Stahlerzeugung auf 40 Prozent finten ließ, feit Juli steigen Erzeugung und Absah und zum Schluß des Jahres kann man dort wieder von einer Konjunktur sprechen. England begann das Jahr mit einer verschärften Krise. Im Jahre 1923 bestand Hochfonjunktur für den englischen Kohlenbergbau, die aber feit der Einstellung des paffiven Widerstandes im Ruhrgebiet abflaute und im Laufe des Jahres 1924 von einer Kohlenfrise abgelöst wurde. Die große Krise der englischen Eisen- und Stahlindustrie, der Textilindufie und der Schiffahrt wurde aber in der zweiten Hälfte des Jahres abgeschwächt, ja, es hat in den letzten Wochen eine an Konjunktur grenzende Belebung dieser Wirtschaftszweige eingefeßt. In Frant reich und Belgien blieb die Konjunktur im Jahre 1924 mit furzen Unterbrechungen weiter bestehen. In Belgien hat die Valutabesserung in den Herbstmonaten eine Krise der Ausfuhr herbeigeführt, die aber im November bereits geschwunden war. ben drei standinavischen Staaten Schweden, Dänemark und Norwegen bestand am Jahresanfang noch eine umfangreiche Krise, am Schluß des Jahres fann man wohl in diesen Ländern von Konjunktur sprechen. Die Schweiz und Holland haben das Wirtschaftsjahr bereits mit günstigen Aussichten angefangen und ihre Wirtschaftslage hat sich im Jahre 1924 merklich gebessert. In der Tschechoslowatei stand die Produktion im Laufe des Jahres troz wiederholter Rückschläge im Zeichen der Besserung. Die Wirtschaftslage Desterreichs mar das ganze Jahr hindurch gedrüdt; nur das Ansteigen der Ausfuhr seit dem Herbst deutet auf eine kleine Besserung hin. Die fürchterlichen Wirtschaftsfrisen Polens und Ungarns gehören auf ein anderes Blatt, fie wurden durch die Sanierung der Baluten ausgelöst. In Boltswirtschaft und spekulative Bermögensbildung. Die Kreditgefchärte der Konzerne, die im Zusammenhang mit der Staatsbant- Kutister- Affäre viel genannt werden, so Michael tonzern und Barmattonzern, mit öffentlichen Rossen haten für den Zustand der deutschen Boltswirtschaft fymptomatische Bedeutung. Mit großer Schärfe wird dieser Gesichtspunkt in den umfassenden Betrachtungen der Frankfurter Zeitung" über die wirtschaftlichen Erscheinungen des Jahres 1924 herausgearbeitet: Neben der Zinsentwidlung, teilweise sie beeinflussend, ist als des Geldmarktes zu nennen. besonderes Kennzeichen die Verschiebung der Quellen der Bonfen und Spartassen waren zu Beginn des Jahres ganz Die normalen Sammelbecken ausgeleert, erst recht langsam beginnen fie fich wieder zu füllen, aber bisher noch mehr aus vergrößerten Kassenbeständen als aus echten Spargeldern. Dagegen spielten die öffentlichen Raffen, bisher noch mehr aus vergrößerten Rassenbeständen als aus echten besonders die der großen Reichsbetriebe, zeitweise die entscheidende Rolle für den Geldmartt. Bei der Berwendung dieser Kräfte fehlte gefunde Formen des Gelbtetten hondels entwickelten fich, es nicht an mancherlei Mißständen. Merkwürdige und nicht Beziehungen" spielten bei der Geldverteilung manchmal eine wenig erbauliche Rolle.( Der Fall Kutister befchäftigt gerade jetzt die Gerichte.). Wir müffen uns hier mit fnappen Hinweisen begnügen und wollen nur noch hinzufügen, daß, je größer die Anomalien auf einem Wirtschaftsgebiet find, desto besser die Gewinnchancen für findige Köpfe find. Es tft Befiegten in der Stabilisierungszeit gegenüber stehen repräfen deshalb auch bein Zufall, daß die wenigen Sieger, die den vielen tativ für sie ist Jakob Michael ihr Hauptarbeitsfeld im Geldgeschäft fuchten und fanden. Es bedeutet teinen BorDefinn meines Donnerstag, 1. Januar 1925 wurf gegen gefchickte Nugnießer der Situation, wenn wir feststellen, daß in einer wirklich gefunden Volkswirtschaft pro. duktive Leistungen die wesentlichen Quellen der Reichtumsver. mehrung sind, und solange die rein spetulotiven Lei. stungen noch die Führung gewähren, sind es noch Krankheit oder Krankheitsnachwirtungen, der Zeit das Gepräge verleihen." bie Der Lehrsaß über die symptomatische Bedeutung der Bewertung spekulativer Leistungen, der hier aufgestellt wird, trifft ebenso zu auf die Bildung großer Bermögen in der Inflationszeit nach dem Vorbild des Stinnes- Konzerns, wie auf die Konsolidierung großer Bermögen in der Deflationsperiode nach dem Borbild des Michael tonzerns und des Barmatkonzerns. Die interalliierten Schulden. In Das Drängen Ameritas nach der Rückzahlung der französischen Schulden an Amerika hat in Frankreich große Beunruhigung aus= caré erhoben, die durch ihre einseitige, auf die Auspressung Deutschgelöst. Es werden heftige Vorwürfe gegen Clémenceau und Poin lands gerichtete Taktif unter dem Schlagwort: Deutschland zahlt alles, die rechtzeitige Lösung dieser Frage verhindert haben. der Tat lasten die internationalen Schulden aus der Kriegszeit wie Bleigewichte auf einzelnen Ententeländern. Es war nur Eng. land, das vor zwei Jahren seine Schulden gegenüber den Ver laß. Trotzdem muß es 60 Jahre lang jährlich die ungeheure Summe einigten Staaten geregelt hat: es erhielt einen beträchtlichen Nach England beeilte sich mit der Regelung seiner Schulden, um seinen von 34 Millionen Pfund an die Bereinigten Staaten abführen. Kredit als Bankier der Welt zu befestigen. Die Vereinigten Staaten bestehen auf ihrem Schein. Trotz der riesigen Profite, die ihre Wirtschaft durch den Krieg erzielte, wollen sie auf die Bezahlung nicht verzichten und wollen nur Erleichterungen gewähren. Gegen wärtig verhandelt nun Frankreich, das den Bereinigten Staaten mehr als vier Milliarden Dollar schuldet, mit denselben, um zu einer Regelung zu gelangen. Frankreich schuldet aber auch an England über 623 Millionen Pfund( mehr als 3 Milliarden Dollar). Die tcnservative Regierung Englands hat deshalb Verwahrung eingelegt und erflärte, daß sie an der sogenannten Balfour- Note festhalten melle, der zufolge auch England die Bezahlung fordert, und zwar nicht mehr, aber auch nicht weniger, als es selbst an die Bereinigten auf Grund der amtlichen Angaben zusammengestellt faßt die Staaten zahlen muß. Die folgende Tabelle vom„ Economist" internationalen Schulden, in englischen Pfund ausgedrückt( 1 Pfund 3 5 Dollar gerechnet), zusammen. Es schulden: in Millionen Pfund an England an die Ver. Staaten 960 9 England Frankreich Italien Belgien Defterreich chechoslowakei Bolen. Rumänien Rußland Jugoslawien ' 100 818 411 93 6 28 623 553 11 0,5 4,5 27 722 49 31 13 59 14 Busammen 2031 2421 2421 Andere europäische Staaten Dominions. 0 132 Summe 2163 Die Gesamtschulden belaufen sich demnach auf 4585 Millionen Pfund. Die deutsche Handelsdelegation und der französische Zollfarif. Wolff- Bureau teilt mit: Wie berichtet wird, ist der neue franzöfifche 3olltorif, der in Kraft gefeßt werden soll, wenn ber betreffende der Kammer vorgelegte Gefeßentwurf angenommen fein wird, den deutschen Handelsvertrags- Delegierten am 30. Degember mitgeteilt worden. Diese hätten wegen der Erhöhung der 3ollfäße für eine große Anzahl von Artikeln Einwendungen erhoben und erklärt, daß sie während der bevorstehenden Feiertage diesen Tarif eingehend prüfen würden, um dann im ganzen dazu Stellung zu nehmen. * Bolltarif der deutschen Handelsdelegation seit einer Woche zugegangen. Nach der Meldung eines Hamburger Blattes ist der franzöfifche Das Hamburger Blatt war in der Lage, Einzelheiten aus dem Tarif deutsche Deffentlichkeit nicht informiert. Auch die Meldung zu fruttifizieren. Die deutsche Delegation hat bisher die des Wolff- Bureaus beschränkt sich auf eine Wiedergabe der privaten Meldung. Der Großhandelsinder. inderziffer des Statistischen Reichsamts ift gegenüber dem Stande Die auf den Stichtag des 31. Dezember berechnete Großhandelsstiegen. Höher lagen vor allem die Preise für Getreide, Fleisch, vom 23. Dezember( 132,6) um 1,3 Pro auf 134,3 ge Hopfen, Baumwolle, Jute, Hanf und die meisten Richteisenmetalle. wollgarn und Benzin. Von den Hauptgruppen fliegen die LebensGesunken sind die Preise für Butter, Schmalz, Milch sowie für Baummittel von 129,0 auf 131,3 oder um 1,8 Proz., die Industriestoffe von 139,3 auf 139,9 oder um 0,4 Proz. mcentur Derkaufs Freitag d.2.Jan Cords Jn allen Abteilungen grosse Preisermässigungen Beachten Sie meine Sonntagsanzeige Die besten Wünsche meiner geehrten Kundschaft zum Jahreswechsel Möbel- Cohn im Osten: Große Frankfurter Straße 58 im Norden: Badstraße 47-48 Allen unseren perten Gästen, Gewerkschaften und deren Betriebsversammlungen ein fröhliches Profit Neujahr! Da wir bestrebt sein werden, auch im neuen Jahre unseren Gästen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen, bitten wir um weiteren Besuch. Bruno Zfchiefing und frau Allen Verwandten und Bekannten jomie meinen werten Gästen ein gesundes u. frohes Neujahr August Rode, Dieffenbachstr. 36 Nach schwerem Leiden verschied Montag, den 29. Dezember 1924, mein mnigstgeliebter Mann, unser guter Bater u. Schwiegervater, der Gastwirt Gottfried Fuchs 456b im Alter von 57 Jahren. Im Namen der trauernden Sinterblicbenen Anna Fuchs geb. Westhofen, Berlin, Weddingstr. 5. Die Einäfcherung findet am Montag, d.5 Januar 1925, nachm ttags 41, Uhr, im Krematorium Gerichtftr 37 38 ftatt Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme anläßlich der Einäicherung meutes leben Mannes sage ich hiermit allen Kollegen und den Parteigenoffen und Genofinnen der 96. Abt 100. Bezirk fomie dem Gen. Oberüber vom Berein der Freidenter für die troftreichen Worte am Garge des Ver ftorbenen vielen herzlichen Dant Frau Beuttenmüller 1. Gohn Neuköln. den 31. Dezember 1924. [ 4526 607 Dantjagung Gage allen Be tannten für die Teilnahme bei dem Heur gang meines lieben Mannes, Baters Schwieger und Großvaters meinen herz lichsten Dant[ 84/15 Frau Stankowski nebst Kindern. Am 28. d. M verschied durch einen verhängnisvollen Unglüdsfall meine innigitgeliebte Frau, unsere gute Mutter. Schwiegermutter, Schwester, Tante uno Schwäger n, Frau Marie Linde geb. Klabe. Sie war ein leuchtendes Vorbild einer treuen und edlen Kameradin, einer Mut er und eines stets hilfsbereiten Menschen. Dès zeigen tiefbetrübt, um stilles Beileid bitiend, die trauernden Hinterbliebenen an. Franz Linde, Erna Knieper geb. Zinde nebst Mann, Richard Linde nebst Frau, Familie Paul Klabe, Familie Richard klabe, Frau Agnes Skrzypczat geb Klate nebst Mann, Familie Hermann Föstermann. Reukölln, den 31. Dezember 1924. Friedelstraße 35. A Die Einäscherung findet am 3 Ja nuar 1925 um 11% Uhr vorm. in dem Krematorium Baumschulenweg statt. Stefan Esders ( vormals Weltmann) Kaiser- Wilhelm- BERLIN C 2 Ecke Spandauer Straße 55 Straße 35 Inventur- Verkauf von Freitag, dem 2. 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Januar 1925 ab wie folgt anderweit festgefeßt: A. Bolle freie Station( einschl. Wohnung, Heizung und Beleuchtung). a) für weibliche Hausan täglich monatl Haus- n. Tischwäsche geftellte, Lehrlinge, Lehr Goldm. Golom 4.30 1.30 Reinlein. Hausmuster, 130x160 fischtücher gui. Damast 130x160 5.50, 130X1303.70 Tischtücher 6.75 1.45 aus gutem Servietten Linon, ohne Belibezüge Line 6.95 dazu passend Naht, 130/200 8.90, 7.90 Bettlaken kräft. Haustuch, 135/200 mit pel- o.Hohls.- Garn.11.55/ 3.60 weiß Stubenhandluch Drell gee. und geb. 48 × 100 0.75 Küchenhandluch Gersten- 0.40 Ueberschlaglaken Kop- 7.90 Korn m. rot. Kante Mtr. 3.40 2.50 Paradekissen dazu passend. Bell- Garnituren Oberb gl., 1K.garn.12.35 10.75 8.90 1 Kiss. Mollon- Bettlaken gute Qualit.. bunt gestreift Muster, guté Qualität Wäschestolle Hemdenluch kraftige Qualität. 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Und ihre Klänge sind wie ein Singen, Die mächtig unser Herz bewegen Wird uns dies Jahr was Gutes bringen? Wird unser Werk gekrönt von Segen? Wir wünschen alle, daß unser Leben In ruhigen Bahnen sich wieder bewegt, Daß guten Gewinn bringt unser Streben Und den Grundstein zu unserem Glücke legt. Daß uns das Köstlich- te niemals fehle, Das fernhält uns des Hungers Not, Gebacken aus dem besten Mehle Paul Hanke's treffliches Roggenbrot. dar. 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Januar 1925 Arbeitersport. ift, beträgt der Bezugspreis 6% englische Schillinge oder 6% Goldmart vierteljährlich. Werden mehrere Exemplare unter gleicher Adresse bezogen, so reduziert sich der Preis für die weiteren Eremplare auf die Hälfte. Der Abonnementspreis ist an das Sekretariat der SAJ., 4, Great Smith Street, London, SW. 1, oder an das Bankkonto der Labour and Socialist International bei der Westminster Band Ltd.( 173, Victoria Street, London, SW. 1) oder in Deutschland an das Postscheckkonto Nr. 98 893( Ronrad Ludwig, Internationale Information, Berlin SW. 68, Lindenstr. 3) 2. Sanuar, Elsenstr. 3, im Heim. Generalversammlung. 1. Neuwahl des einzuzahlen. Athletik- Sport- Club e. B. Leichtathletik Sodey Subern. Freitag. den 2. Januar 1925, abends 8 Uhr, Generalversammlung bei Linfener, Mühlenstr. 58. Sonntag, den 4. Januar 1925, vorm. 10 Uhr, Waldlauf, Fichteplak. Baumschulenweg, Eichbufch- Allee. Schriftführer der Hockey- Abteilung: Willi Mielke, Berlin D., Weidenweg 27. Geschäftsstelle: Alfred Behrends, Berlin NW. 87, Rinzendorfstr. 7. Touristen- Verein Die Naturfreunde", Abt. Treptow. Borstandes. 2. Berichte der Abteilung. 3. Anträge. Freitag ben Stiller Beginn: Montag JNVENTUR Eklöffel Aluminium PL fein poliert, geschliffen, Stad 10 Stück den 5. Januar. AUSVERKAUF InventurAusverkauf Fabelhafte Leistungsfähigkeit! .Meter 95, 75, Leinen- u. Baumwollwaren Hemdenluche stark fädige Ware Meter 75, 58, 48 Pt. Renforcé für feine Leibwäsche, 80 cm breit 62 PL. Linon für Bettwäsche 80 cm breit... Meter 85, 68 Pt. Linon Bettbreite.... Meter 1.65, 135 Dimiti 80 cm breit, Bettbreite 2.35.... Meter 135 Inletts federdicht, 80 cm breit, Bettbreite 2.75. 175 Bezug Stoffe in kariert und geblumt 75 PL. Köper- Barchent ea. 80 cm breit.. Meter 78 Pt. Hemden- Barchent jetzt Meter 95, 75, 58 Pt. Laken- Creas ca. 140 cm brett..... Meter 1.95, 175 Laken- Dowlas ca. 150 cm breit...... Meter 195 Rock- Velours jetzt durchweg Meter 1.75, 1.45, 95 PL .. 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Gabard.- Kleider eine Wolle, mit langen 1650 1275 1075 750 Trikot- Kleider Kunstseide, flotte Formen, in vielen Farben..... 1450 1075 875 Wasch- Kleider in Mousselin, Voile und Frotté.. Kostüm- Röcke Aermeln u. Tressengarn. aus praktischen Stoffen Kostüm- Röcke Cheviot, reine Wolle mit Knopt- u Tressengarnierung Kostüm- Röcke prima Velour, kariert und gestreift, sehr elegant... Kasaks aus kunstseidenem Trikot, moderne Farben Kasaks aus bunt gemusterten, neuartigen Stoffen 850 575 375 495 375 245 675 495 395 1650 1275 850 975 675 490 1050 875 675 Woll- Jumper und Kasaks in vielen schönen Stoffen und Formen 495 3 95 295 Hemd- Blusen 475 375 245 aus guten Flanellstoffen, alle Größen bis 50 Blusen aus Flanell und Wollstoffen, in vielen Mustern. 295 175 95 Pt. Matinees aus guten Velour and Flauschstoffen 590 490 Strumpfwaren Damen- Strümpfe verstärkt. Ferse 48 PL Damen- Strümpfe extrastark, mit Hochferse. schwarz u. farbig u. Spitze, Doppelsoble u. 95 PL. 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Manschetten, guter Rumpfstoff. 8.25 690 Perkal- Oberhemden bunte, mit doppelter und 1 weicher Kragen Faltenbrust, 1 steifer 575 7.50 Oberhemden- Ersatz schöne Streifen, mit 2 Krag, Garnitur 2.45 pa. Formen 1.00 195 Steh- u. Stehumlegekrag. 4 fach, mod. 80 PL Damen- u. Herren- Handschuhe imit. Schweden, 2 gefüttert. Paar 1.65 1.25 Weiche Rips- Pikeekragen Ein 95 PL 58 28 P 1.25 PL Posten Binder u. Regatts neueste Streifen 95 PL Pyjamas einfarbig und gestreift.. 12.50 750 Herren- Wollhüte gute Qualitäten 6.90, 5.90 395 Weißwaren. Zwirnspitzen u. Einsätze Mtr. 25, 18, 10 7 PL Klöppelspitzen u. Einsätze Mtr.58, 35, 20 10 PL Filetspitzen u. Einsätze Meter 1,35, 95, 75 48 PL Stickerei u. Einsätze Meter 78, 45, 25 10 PL Stickerei- Volants 2% Meter...... 295 245 Langetten.. Meter 5 4 PL Leinen- Stern- Zwirn schwarz u weiß. Stern 4 Pt. Prima Socken- u. Strumpf- Wolle grau und schwars. Ein Waggon Steingut 100 g 100 Steingut preiswert Teller tief und flach.... 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Januar 1925 Ulster, Raglans, Pa'etots iverse einzelne Ulster und Raglans 33, Ulster mit Falten und Gurt und in Raglanform, aus Flausch- und Grätenstoffen, tadelloser Sitz 63,-, 55,- 45, Ulster, Ersatz für Maß, aus wirklich guten Stoffen, modernste Verarbeitung 82,-, 78-70, Paletots aus Marengo und schwarzen Cheviots und Eskimo. je nach Qualität und Art 70,-, 48,- 42, Uebergangs- Ulster und Paletots zu horrend billigen Preisen 60.-, 54.-. 45,-, 33,- 27, Modell- Mäntel für Herren, neueste Mode, aus reinwollenen Flauschund Ratinéstoffen, Aerinel 11. Sattel mit Seide gefüttert, bedeutend herabgesetzt Jackett- Anzüge 39, Diverse einzelne Anzüge in dunklen und Mittelfarben, soweit Vorrat, je nach Qualität 33,-, 27, 21, Anzüge mit Nadelstreifen, blau, grün, braun gestreift. guter Sitz Anzüge aus Stoffen besserer Qualität. Nadelstreifen und andere Muster. 48, Anzüge, Kottbuser Fabrikat. bärenfest 55, Anzüge sehr gute Qualität in verschiedene Stoffarten in guter Verarbeitung 70,- 63, Maẞersatz Gabardine, Kammaus Cutaways u. Westen aus marengo Cheviot u. Meltor. Diverse einzelne.. 45, Maßersatz aus schwarzem u. marengo Cheviot und Foulé. 68, Gummimantel Irreguläre Ware • • 35, 20, 58, 12, Einige große Posten Mäntel aus gutem Nessel- und Köper- Oberstoff mit guter Gummierung, je nach Qualität und Verarbeitung 18,-, 15, 13,50 läntel mit Stoffbezug, außergewöhnlich billig 24, Mäntel anderer Art: Covercoat, Homespune, Double- Oberstoff, je nach Qualität und Form 46,-, 36,-, 33,- 28, Gabardinemäntel in großer Auswahl, anfangend jetzt mit • . 42, Winter und Hausjoppen Winterjoppen aus haltbaren Lodenstoffen, warm gefütt., zweireih.. von 16,- an Winterjoppe, Sportform von 20,- an Hausjoppe aus Flauschstoff in vielen Farben und Qualitäten mit Schnur und Ornamenten von 17,- an Schlafröcke aus vielfarbigen Flauschstoffen m. Schnur u. Ornamenten v. 26,- an Schlafanzüge aus Flanellstoff mit Satinellakragen von 35,- an Wettermäntel aus imprägn. Strichloden in vielen Qualitätep und Ausführungen von 19,- an Windjacken für Herren, aus wasserdichten Stoffen, bequeme, weite Form 14,25, 10,50 für Damen, fesche Form. 11,25 Júng ingsanzüge Gr. 38 43. Jackettanzug aus Homespune- u. Grätenstoffen, mit Nadelstreifen, je nach Qualität. 33,-, 27,-, 21, Jackett- und Sportanzüge, Kottbuser Fabrikat, bärenfest 16,50 35, Jackettanzüge aus blauem Cheviot 36,-. 30,-, 27,-, 24, Sportanzüge aus Homespune, Fischgrät und Kordstoffen, je nach Qualität und Art. 33,-, 28,-, 22,-, 19,50 Burfchen- u. Knabenbekleidung Einzelne Anzüge verschiedener Art, Größe 1 bis 5 Diverse Anzüge Größe 1 bis 6, in verschied. Fassons und Farbenstellungen 27, 24, 22, 16,50, 13.50, 12, 10,50 Manchesteranzüge Größe 1 bis 6.. 13, Sportanzüge, bärenfest garn- und Cheviotstoffen in vielen schönen Musterungen, auch in blau, je nach Qualität und Art 90,-. 80,- 75, Sport- Anzüge " Anzüge aus Joppe und langer Hose in großen Weiten Diverse einzelne Sportanzüge mit Breeches, zwei oder dreiteilig, in vielen Mustern, je nach Qual. 45,- 33, Manchester- Anzüge, Joppe ganz ge füttert, mit Breeches Anzüge, Spezialmarke Kottbuser Fabrikat. bärenfest. dreiteilig Anzüge aus gutem Whipkord, Reitkord und anderen Stoffen, gute Verarbeitung, tadelloser Sitz Maßersatz, dreiteilig, 34,50 55, 68,- 63, • aus guten Stoffen, mod. Verarbeitung( zweite Hose kostet ensprechend mehr) 85,-, 80,- 75, Jagdanzüge aus festem Winterloden, teils mit Knickerbocker, teils mit langer Hose. Gehrock, Frack- u. Smoking. Anzüge " nur Chausseestr. 29-30 Herrenhosen 7,50 Sportpelze, Hamsterfutter, mit Walabyoder australischem Opossumkragen. 225, Gehpelze, schwarze Tuchbezüge, Kaninstückenfutter, Sealelektrik Rollschalkragen, elegant verarbeitet Gehpelze, Bisamstückenfutter und Sealelektrik- Rollschalkragen 195, 245, mit . . 625, mit .775, Herrenhosen aus festen Stoffen 6,75, 6,-, 4,75 4,25 Herrenhosen aus kammgarnartigen und Satinstoffen in reicher Musterauswahl 16,50, 15,-, 13,50, 12,-, 11,-, 9,50,8, Ersatz für Maß, Aachener Fabr. 22,50 19, bärenfest. 14, Manchesterhosen, Breechesform, von 12, an Manchesterhosen, lange, v. 9,- an Breecheshosen a. Homespunestoffen v. 4,50 an Breeches aus Kordstoffen von 12,- an . 9 • 110, Lederbekleidung Herrenlederjoppe, schwarz, mit warmem Futter, zweireihige Form. Herren- Breeches in gleicher Qualität. 39, Lederhosen, schwarze, lange für Herren 45, Herrenlederjoppe, braun, fesche Sportform, für Auto und Motorrad Herren- Breeches mit warmem Futter, aus gutem, braunem Leder Leder- Fahr- oder Automäntel, 125 cm lang, braun, elegante Ausführung, mit Aermelwindschutz. Damen Lederjacke aus gutem, braunem Leder. fesche Wiener Form Damen- Lederjacke, braun Nappa, für Motorsport. Chauffeur- Anzüge u.-Mántel Manchesteranzüge, bestehend aus Joppe und langer Hose oder Breeches, warm gefüttert Düffe'- Anzug, Marke B. S., Joppe oder Litewka, m. Breeches od. langer Hose 52, Chauffeur Anzüge, zweireihige Form, aufgesetzte Taschen. dreiteilig, mit Aermelweste und Breeches Chauffeur Anzüge aus dunkelgrauem Kord in zwei- oder einreihig, Sportform, mit Aermelweste und Breeches oder langer Hose Gehpelze, Bisamrückenfutter echtem Sealotterkragen. Gebpelze, Bisamrückenfutter echtem Biberkragen. Ferner: Gehpelze, Nerzfutter oder Bisamrücken mit virg. Otterkragen zu bedeutend herabgesetzten Preisen fertig am Lager Jagdpelze, grüner Lodenbezug, Pelz- Fußsäcke für Wagen und Schlitten zu herabgesetzten Preisen in großer Auswahl am Lager Pelzjoppen, schwarzer Tuchbezug und 59, 80, mit schwarzem Lammfellfutter mit Norkasfutter. Aermelwindschutz, stabil verarbeitet. Fahrpelze für Chauffeure, grauer Düffelbezug, mit Lammfellfutter, Lammfellkragen Fahrnelze, grauer Doubelbezug, Lammfellfutter, Aermelpelzfütterung mit • 145, 170, 198, Opossumschweifkragen • · 245, 185, Nacktpelze. neue 98, 88, extra lang, schwere Qualität Autopelzdecken, 100 x 135, jetzt.. 118, 95, 120, Ledersportmantel für Damen u. Herren, mit Opossumseitenfutter u. austral. Opossumkragen 335, 8,75 9,25 Lederwesten, farbige, für Damen. Lederkappen für Damen u. Herren jetzt Lederfahrbandschuhe mit Pelzfutter jetzt Ledergamaschen jetzt. 25, Lammfell- Innenfutter. 78, 10, 13, Pelzjoppen, melierte Homespunebezüge mit Lammfellfutter 85, 6.50 Damen- Fohlenjacken mit Damasséefutter, moderne fesche Form .140, 52,-Herren- Einsatzhemden, makofarbig Herrenhemden mit Doppelbrust. Gr. 4. Herren Oberhemden mit Kragen und makofarbig Klappmanschetten 1,80 1,95 2,90 67, Herrenhemden, normalfarbig, m. Doppelbrust. Gr. 4 2,20 • 96, Herren- Unterhosen, normalfarbig, Gr. 4 1,75 Herren- Unterhosen, Futtertrikot, Gr. 4. 2,30 Herren- Unterhosen, grau Futtertrikot, schwere Qualität. Gr. 4 3,60 Herren- Untergarnituren, Jacke und Hose 63, in schönen Farben. Gr. 4 3,60 Herren- Taghemden 2,90 Herren- Nachthemden mit schön. Besätzen 4,20 . 87, Sporthemden für Knaben aus weißem, gutem Panamastoff, Gr. 60 2,20 Damenschlüpfer. Trikot, innen gerauht, in schönen Farben . 1,80 Damen- Untertaillen, weiß Trikot . 0,70 • . 110, Sweater für Kinder. Gr. 1 1,30 Paar 0,30 Jagd- und Fahrpelze Sportpelze, verschiedene Fütterungen, mit Opossumschweif- oder Biberettkragen, moderne Form, jetzt Sportpelze, Opposumseitenfutter, mit australischem Opossumschalkragen Sportpelze, Bisamwamme oder austral. Opossumfutter mit vollem Opossumschalkragen. vornehme Stoffbezüge, fesche Formen, jetzt klares Gewebe Paar 0,70 88, 198, Herrensocken. Mako mit Zwickel, gute Qualität in schönsten Farben Herrensorken, Flor mit Zwickel in eleganten, schönen Farben Paar 0,90 Strickwesten für Herren und Damen 4,50 Rodelgarnituren 4teilig, t. Kinder, Gr. 1 9, Barchentdecken, grau, 140/190 0,75 . . 1,80 395, • 9,50, 7,50 Düffel Mantel mit warmem Futter, Aermelwindschutz 15, Gr. 10/12 29,-, Gr. 7/9 27,-, Gr, 3/6 24, Sportanzüge aus gestreift. u. karriertem Homespune 58,- 48, Gr. 7/12 22,-, 18, Sportanzüge, Gr. 7/12, bessere bis beste Qualitäten in vielen Mustern und Farbenstellungen. je nach Qualität 36,-. 33,-. 30,-, 27, Sportanzüge aus Manchester. gefüttert Gr. 10/12 27,-. Gr. 7/9 25, Jackett- Anzüge, diverse einzelne mit langer Hose, Gr. 9/11 21,-, 18,-, 14, Kniehosen, Gr.7/ 12, in gangbaren Stoffarten, anfangend mit 2,70 • 24, Diverse einzelne Fracks, etwas angestaubt Frack- und Smokinganzüge aus Tuchkammgarn und Meltonchevipt, mit Seidenspiegel, in bester Verarbeitung von Gehrock- Anzüge aus Tuchkammgarn u. Cheviot, je nach Qualität 90,- 82,- 60, 90,- an Knaben- und Burschen- Ulster in sehr reicher Auswahl. im Preise ganz bedeutend hera' resetzt. Pyjacks, blau, m. warmem Futter, von 11,- an 000000004 00 4 . . 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Das Kukirol Fußbad kräftigt Nerven und Sehnen, verhütet Brennen, Wundiaufen und Erkältungen, well es das übermäßige Schwitzen der Füße verhütet. Trockene Füße bleiben warm; kalte Füße fühlen sich stets feucht' an. Beim Schweine nennt man sie Eisbeine; meine geehrten Mitbürger, s die ich mich hiermit wende, nennen sie kalte Füße, und zwar heißt bei ihnen, wenn sie weib, lich, jung und wohlerzogen sind, die ganze Partie von der Ferse bis zum Rücken so, wie ich aus meinen ärztlichen Sprechstunden weiß. Außerdem haben sie nur noch einen Magen, denn sie haben niemals Leibschmerzen oder Bauchweh, sondern immer aur Magenschmerzen, ferner nur noch einen Hals, einen Kopf und Arme. Alles andere verleugnen aie. Aber Schweißfüße haben sie häufig doch, und dagegen hilft nichts besser, als fleißig kukiralen. Ist man einmal daran verhindert, das Kukirol- Fußbad zu nehmen, so sollte wenigstens det Kukirol- Streupuder täglich angewandt werden. Bei sehr schweißigen Püßen let es zweckmäßig, eine Zeitlang abends das Kukirol- Fußbad und früh des Kukirol- Streupuder zu benutzen. Hühneraugen und harte Haut, aber auch Warzen, entfernt man erstaunlich schnell, ehae Schneiden und ohne Entzündung durch das millionenfach bewährte Kukirol- Höhneraugen- Pflaster. Diese drei Präparate, Kukirol- Fußbad, Kukirol- Streupuder und Kukirol- Hühneraugen- Pflaster, sollten in jeder Familie vorhanden sein, auf daß sie auch im Jahre 1925 bei ihren Mitmensche immer in gutem Geruche stehe. Kukirolen Sie fleißig! Nur wer kukirolt, hat die wahre Kultur, denn was nützt alle Gelehrsamkeit, me Badung, aller gesellschaftlicher Anstand, wenn die Füße übel aussehen, abel riechen und übel schmerze Ich, Dr. Unblutig, wünsche heute zur Jahreswende Allen gesunde, warme, elastische, schöne und wohlriechende Füße. In diesem Sinne prosit! Wir aber schließen uns diesen Wünschen an. Kukirol- Fabrik Groß- Salze bel Magdeburg. M. 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Endlich erklärte er, wenn sie ihm aus der Grube helfen würden, dann verspreche er ihnen, bei allem, was einem Wolfe heilig sei, nie mehr in seinem Leben ein Schaf zu zerreißen und zu fressen, und er wolle auch seine Verwandten, bei denen er fehr viel gelte, zu dem gleichen Entschluß überreden. Die Schafe hielten nun Rat. Ein Mutterschaf, dem vor kurzem das Junge zerrissen worden war, wollte den Wolf in der Grube lassen. So sei man sicher vor feinen ferneren Missetaten. Und viele stimmten diesem Rat zu. Aber da trat ein alter Widder vor, der wegen seines hohen Alters großes Aufsehen in der Herde genoß und deshalb auch die jungen Lämmer in der Lebensweisheit und Sittenlehre der Schafe unterrichten durfte. Der hub nun an: „ Unsere Urväter haben schon immer streng darauf gehalten, gegen fein Geschöpf irgendwie Gewalt zu gebrauchen, geschweige denn, es gar zu töten. Einen Berstoß gegen dieses Gesetz haben sie als schwersten Frevel betrachtet. Wenn wir aber ein Leben, das in Not ist, retten tönnen und unterlassen es, so tun wir das gleiche Unrecht, als wenn wir dieses Leben vernichten würden. Der Wolf aber hat uns nicht nur versprochen, daß er uns selbst nichts mehr zuleide tun werde, wenn wir ihm aus der Grube helfen, er will auch seine Bettern dazu bringen, mit uns in Freundschaft zu leben. Deshalb bin ich für die Rettung des Wolfes, denn wir erfüllen damit nicht nur das Sittengesez, sondern sichern uns dadurch zugleich einen Vorteil!" Diese Rede des alten Widders überzeugte die Schafe, und es ward beschlossen, dem Wolf aus der Grube zu helfen. Die Aeltesten der Herde gingen darauf wieder zur Grube. Dort mußte der Wolf sein Bersprechen noch einmal feierlich wiederholen und beschwören, daß er und seine Vettern fünftig gegen Schafe feinerlei Gewalttat mehr verüben wollten. Jeht wälzten die Schafe mit vereinten Kräften einen vom Sturm gefällten Baumstamm herbei und ließen ihn in die Grube rutschen. Behend fletterte der Wolf daran empor. Kaum aber war er aus der Grube, da stürzte er auch schon trotz Bersprechen und Schwur unter die Herde und griff sich ein junges Shaf heraus. Die übrigen fuchten, so rasch sie konnten, dem wortbrüchigen Räuber zu entfliehen. Das arme Opfer der Leichtgläubigkeit zitterte am ganzen Körper vor Angst und bat um sein Leben. Doch der Wolf blieb ungerührt. In seiner Berzweiflung nahm das junge Schaf Zuflucht zu den Sittenlehren, in denen es von dem alten Bidder unterrichtet wor den war. ,, Weißt Du denn nicht,", fragte es mit bebender Stimme den Wolf, daß es ein schwerer Frevel ist, ein Leben zu vernichten?" Nach dem Sittengesetz der Schafe," war die spöttische Antwort. In der Grube hast Du Dich doch selbst auf dieses Gesetz be. rufen und uns Freundschaft geschworen." ,, Da war ich auch in Not und brauchte Eure Hilfe." „ Aber Du kannst doch unmöglich zur Zeit der Not eine andere Moral haben als dann, wenn es Dir gut geht, und nicht einen Bertrag jetzt beschwören, um ihn in der nächsten Minute zu brechen." Der Schafdieb grinste zynisch: ,, Von einem Wolf darfst Du nicht verlangen, daß er nach den Grundsäßen der Schafe leben soll." „ Es muß aber doch ein Sittengesetz geben, von dem auch die Handlungen eines Wolfes geleitet werden," ächzte das verzweifelte, Schaf. Die Meinen haben mich geschickt. Eine Episode aus den Pariser Junitagen von 1848. Bon Iwan Turgenjem. " Es war am vierten der berühmten Junitage des Jahres Acht. undvierzig, jener Tage, die mit blutigen Buchstaben in die Tafeln der französischen Geschichte eingegraben sind. Ich wohnte damals in einem Hause, das jetzt nicht mehr besteht, in der Rue de la Bair, an der Ecke des Boulevards des Italiens. Schon seit Beginn des Monats Juni lag es in der Luft wie Bulvergeruch, jeder fühlte, daß der Zusammenstoß unvermeidlich sei. Nach der Zusammenkunft der Delegierten der soeben aufgelösten Nationalwerkstätten mit dem Mitglied der Provisorischen Regierung", Marie, der in seiner Rebe das Wort„ Sklaven" unbedachtsam den Arbeitern zugerufen hatte, was von ihnen als Vorwurf und Beleidigung empfunden worden war, nach dieser Zusammenkunft war die Frage nur, wieviel Etunden, nicht wieviel Tage, noch bis zum unabwendbaren 3u fammenstoß blieben. Est- ce pour aujourd'hui?"( Ist es heute?) mit diesen Worten begrüßten sich die Bekannten jeden Morgen. Ça a commencé".( Es hat angefangen,) fagte mir am Freitag frlih die Waschfrau, die mir die Wäsche brachte. Nach ihren Worten wurde schon eine große Barrikade quer über den Boulevard auf gerichtet. Ohne zu zögern, ging ich dorthin. " Zuerst war nichts Besonderes zu sehen: Die gleiche Boltsmenge wie sonst vor den geöffneten Kaffeehäusern und Läden, dasselbe Hin und Her der Kaleschen und Omnibusse. Nur die Gesichter waren lehhafter, die Gespräche lauter und seltsam genug luftiger als fonft. Das war alles. Je weiter ich ging, desto mehr veränderte sich das Aussehen des Boulevards: Man fah immer weniger Kalejchen, die Omnibusse waren ganz verschwunden, die Läden und auch die Kaffeehäuser schloß man schnell, andere waren schon geschlossen. Auf den Straßen traf man immer weniger Menschen. An allen Häusern waren die Fenster von oben bis unter geöffnet. An den Fenstern mie auch unter den Toren drängten sich viele Leute, hauptsächlich Frauen, Kinder, Mägde und Ammen. Sie alle plauderten, lachten, riefen sich etwas zu, schauten sich um, ruberten mit den Händen, Was ich tun darf und unterlassen muß, wird nur von meiner Stärke und Bewegungsfreiheit bestimmt." „ Das ist ja eine entsetzliche Moral!" Beilage des Vorwärts Gesinde in den Stall, um dem schönsten Ochsen das Brot auf das Horn zu stülpen. Nun wird das Tier gereizt, und wenn es das Brot nach vorn abschüttelt, so gehört es der Hausfrau; wird es nach Entseßlich für Schafe," sagte der blutgierige Räuber, aber hinter geschleudert, fällt es dem Großknecht anheim. nicht für Wölfe!" Und damit zerriß er das moralische Schaf und fraß es auf. Das Chamäleon. Ein Staatsmann hielt in seinem Landhaus zum Bertilgen der zahlreichen Fliegen ein Chamäleon. die sich eifrig über Ereignisse und Personen des politischen Lebens Eines Tages war eine größere Gesellschaft Herren zu Gaste, fähigen Politiker, der allgemein nur als politisches Chamäleon beunterhielten. Dabei war auch die Rede von einem sehr wandlungszeichnet wurde. hörte, daß ein Mensch mit seinem Namen belegt ward. Das schien Das vierfüßige Chamäleon saß unterdessen in einer Ecke und ihm sehr merkwürdig. Ungeduldig wartete es, bis sich der letzte Gaft entfernt hatte und befragte dann den Hausherrn über den zweibeinigen Namensvetter. " Du hast die Fähigkeit," antwortete der Gefragte, die Farbe Deiner Haut je nach Laune und Befinden zu ändern. Bald bist Du grün, bald gelb, bald rötlich oder himmelblau. Der Mann aber, nach dem Du Dich erkundigst, versteht es, bald die politischen Ansichten dieser, bald die jener Gruppe als die seinen zu vertreten, so daß er schon in fast ebenso vielen Farben geschillert hat, als es Par. tisches Chamäleon genannt." teien gibt. Wegen dieser Art Vielfarbigkeit haben wir ihn ein poliund wollte den Vergleich nicht gelten lassen: Ueber diese Antwort war das empfindsame Tier sehr gekränkt maßen nur ein anders gefärbtes Kleid an. Meinen Charakter und Mein Farbenspiel ist nur rein äußerlich; ich ziehe gewiffer meine Grundsäge aber ändere ich dabei nicht." " Du irrst," sagte der Staatsmann, das politische Chamäleon ändert beim Farbenwechsel weder Charakter noch Grundsätze." ,, Und warum?" wollte das naive Tier wissen. " lassene Antwort des erfahrenen Staatsmannes. ,, Weil es weder das eine noch das andere besigt," war die geJahresanfang auf dem Erdenrund. Bon Richard Germershausen. Nicht zu allen Zeiten umb bei allen Bölfern mar es Sitte, den Jahresanfang auf die Mitternachtsstunde zwischen dem 31. Dezember und 1. Januar zu legen; die Griechen fannten beispielsweise die Sitte der Neujahrsfeier überhaupt nicht; die alten Römer begannen das neue Jahr am 1. März, und noch der französische RevolutionsPalender hat den Jahresbeginn auf die Mitternachtsstunde verlegt, die der Herbstnachtsgleiche voranging. Er später wurden die Ka die ersten Christen übernahmen den Brauch, obwohl die Kirchenlenden, d. h. der erste Tag des Januar, in Rom zum Neujahr, und ältesten diese Erbschaft des Heidentums mit Unwillen fahen. Lange Zeit galt der 25. März im offiziellen Leben der Kirche als Neujahrstog. An diesem Tag feierte man Mariä Berkündigung, ein Feft, Das als erstes auf die Ankunft Chrifti auf Erden hinweist und mit dem die neue Epoche der Menschheitsgeschichte beginnt. Erst im 17. Jahrhundert wurde der Jahresanfang auf die Mitte der zwölf heiligen Nächte verlegt, die vom 24. Dezember bis 6. Januar dauern. Damit fam man den alten Boltsbräuchen des germanischen Nordens. bie sich an das Julfest fnüpften, entgegen, und die meisten heutigen Silvesterbräuche entstammen fener Beit. Auf mannigfache Weise begehen die Völker des Erdenrunds die Ankunft des neuen Jahres. In einigen englischen Grafschaften stürzen die Burschen und Mädchen beim Schlag der zwölften Stunde zum Dorfbrunnen, um aus der Quelle den Schaum abzufchöpfen. Wer als erster den Schaum aufgefangen hat, dem lächelt das Glück im tommenden Jahr. Die freudige Gesellschaft veranstaltet dann einen Umzug durch das Dorf und verfündet laut, wer der Glückliche gewesen ist. Baarweise ziet, Liebesgott in der Neujahrsnacht fein Spiel und stiftet manchen Ehefie einher; nicht selten treibt der bund. In anderen Ortschaften besteht der Brauch der sogenannten „ Lammswolle". In ein Gefäß mit heißem und gewürztem Bier werden gebratene Aepfel geworfen, die das Getränk so mild machen, daß es den Namen Lammswolle verdient. Diefes Gebräu wird mun in großen Mengen getrunken. Freilich ist die Wirkung durchaus nicht so fanft, wie es der Name zu versprechen scheint. Es werden außerdem große Brote gebacken, die mit Früchten und allerlei Gewürzen zubereitet sind. Dieses Brot hat ein Loch in der Mitte, und beim Schlag Zwölf begibt sich die bäuerliche Familie mit ihrem sie schienen sich auf ein großes Schauspiel vorzubereiten; eine sorg Lose feiertägliche Neugierbe schien diese ganze Menge erfaßt zu haben. Bunte Bänder, Kopftücher, Hauben, weiße, rofa und hell. blaue Kleider wirbelten untereinander und flimmerten unter der hellen Sommersonne, bewegten sich tnisternd im leichten Sommerwind wie die Blätter der überall angepflanzten Pappeln der Minuten kämpfen und Blut vergießen wird?" Freiheitsbäume.- ,, Ist es möglich, daß man hier in fünf oder zehn fonnte man denten. Unmöglich, man spielt eine Komödie... eine Tragödie kann man fich jetzt nicht vorstellen." " Doch dort, quer über den Boulevard über seine ganze Breite hob sich die ungerade Linie einer Barrikade ab. Inmitten von dreifarbenen, goldbestickten Fahnen bewegte eine fleine rote Fahne die unglücverheißende Zunge nach links und rechts. Einige Blusen männer standen auf der Spize der braunen Steine. Ich tam näher. Bor der Barrikade war es ziemlich leer. Ungefähr fünfzig Männer nicht mehr schritten auf dem Pflaster hin und her. Die Blusen männer scherzten mit den Gaffern, einer, der eine weiße Degenfoppel umgeschnallt hatte, hielt ihnen eine geöffnete Flasche und ein halbgefülltes Glas hin, als ob er sie zum Trinken einladen wollte. Ein anerer daneben, mit einer Doppelflinte auf dem Rücken, rief: ,, Es leben die Nationalwerkstätten, es lebe die demokratische und fogiale Republik!" Neben ihm stand eine stattliche schwarzhaarige Frau in einem gestreiften Reid, auch mit einer Degenkoppel um. gürtet und einer Pistole bewaffnet. Sie allein lachte nicht; wie in Gedanken verfunten, schaute sie mit ihren großen schwarzen Augen in die Ferne. Ich ging links auf die Straße, mit fünf, fechs Neugierigen drückte ich mich an die Mauer eines Hauses, wo der Boulevard eine Biegung machte und worin sich damals, wie auch heute noch, die Handschuhfabrik von Jouvin befand. Die Fensterläden dieses Hauses waren geschlossen. Ich konnte immer noch nicht glauben, troß allen trüben Ahnungen der letzten Tage, daß die Sache ernst werde. Immer lauter und näher hallte das Geratter der Trommeln. Schon seit dem frühen Morgen hörte man in allen Straßen jenen dreimaligen Trompetenruf le rappel, womit die Nationalgarde zu den Waffen gerufen wurde. Langfam fich bewegend und sich streckend wie ein langer schwarzer Wurm erschien von der linten Seite des Boulevards zweihundert Schritte von der Barrikade In Klein- Rußland werden auf dem Tisch um einen großen Fest tuchen Strohgarben aufgestellt, hinter denen sich der Familienvater versteckt. Seine Frage, ob sie ihn sehen können, verneinen die Kinder natürlich, worauf er den Wunsch ausdrückt, daß er für sie ebenfalls unsichtbar sein möge, wenn er zur Erntezeit durch die Kornfelder schreite. In Litauen werden am Neujahrstage neun verfchiedene Dinge aus Teig gebaden: ein Geldſtück, eine Wiege, ein Brot, ein Ring, ein Totenkopf, eine alte Frau, ein alter Mann, eine Leiter und ein Schlüssel. Jeder darf dreimal in den Haufen hineingreifen, und was er dabei mit den Fingern greift, fagt ihm voraus, was ihm das neue Jahr bringen wird. Die Vorliebe der Chinesen für öffentliches Schaugepränge tritt deutlich auch in der Art zu tage, in der sie ihre Feste feiern. Und ihr Leben ist reich an Festen, unter denen vor allem auch das Neujahrsfeft hervorragt. Seine lange Dauer ist bezeichnend für den geringen Wert, den die Zeit im Leben des Chinesen einnimmt. So werden die amtlichen Geschäfte schon zehn Tage vor Neujahr eingestellt, die Amtssiegel verwahrt und die Regierungsbureaus ge schlossen. Die gerichtlichen Feiertage aber, an denen alle strafrechtlichen Verfahren ruhen und feine Urkunde ausgefertigt werden darf, währen einen ganzen Monat. Das Neujahrsfest fällt bei den Chinesen in die letzten Tage des Januar. An den beiden letzten Tagen des Jahres bringt der Chinese den Schuhgöttern seines Hauses reiche Opfer dar, und am Vorabend des Festes verjagt er durch Bombenschläge und Feuer die bösen Geister. Im Gegensah zu dem lärmvollen Treiben, das an diesen Tagen herrscht, sind die Straßen am Neujahrstag selbst wie ausgestorben. Erst der zweite Tag des neuen Jahres bringt durch den regen Austausch von Glüc wunschbesuchen neues Leben. Auch die Sitte, seine Rechnungen zu bezahlen und sich gegenseitig zu befchenten, ist in China an das Neujahrsfest geknüpft. Als die Blume des Festes wird die Narcisse angefehen, und es bedeutet ein gutes Borzeichen, wenn sich die erste Knospe dieser Blume am Neujahrstag entfaltet. In der Schweiz sind zum Jahreswechsel einige Bräuche üblich, in denen eine Reihe drolliger Ned- und Spottnamen die Hauptrolle spielt. Wer am Silvestertag im Haus und in der Schule zuerst erscheint, wird„ Stubenfuchs" oder„ Stubentapp" genannt; den zweiten heißt man Naschlapp". Wer sich aber zuletzt einstellt, erhält den Spitznamen„ Silvester" und muß sich allerlei Schabernad gefallen lassen. In den Bandfabriken von Basel gibt man der zuletzt erscheinenden Arbeiterin eine Puppe in die Hand, das sogenannte Silvesterbaby". Wer übrigens bei Jahresschluß am Fenster stehend angetroffen wird, den bezeichnet man als„ Fenster. fchübling", während die Namen„ Ofenfalb"," Ofenhod",„ Ofenbruder" für die bestimmt sind, die sich am Ofen wärmen. Mit ähnlichen Scherzen unterhält man sich auch am Neujahrsmorgen. Wer zuerst aufsteht, heißt Fällelilupfer", und man sagt, er habe das ganze Jahr über zu befehlen. Als Neujahrstalb" wird derjenige geneckt, der sich zuletzt aus den Federn erhebt. Man bringt ihm Heu ans Bett und in einem Rübel eine Portion Milch. Wo fann man zuerst Proft Neujahr" rufen? Wenn in Berlin das neue Jahr um 12 Uhr zwischen Mittwoch, den 31. Dezember 1924 und Donnerstag, den 1. Januar 1925 beginnt, ist in BhilaFranzisko nachmittags 3 Uhr. Verfolgen wir dagegen die Zeit in delphia noch 31. Dezember 1924, nachmittags 6 Uhr, in San östlicher Richtung, so ist bei Berlin 12 Uhr nachts beispielsweise in Kalkutta schon der 1. Januar 1925, morgens 5 Uhr, in Sidney morgens 9 Uhr, und auf Neuseeland vormittags 11 Uhr. Die Mitter nachtsstunde des ablaufenden Jahres 1924 tritt tatsächlich zuerst auf Chatham, einer fleinen, zu Neuseeland gehörigen Insel, ein. Bewohner dieser Insel fönnen sich daher zuerst Proft Neujahr Neujahrsinsel". zurufen, und diese Insel trägt auch mit vollem Recht den Beinamen " Dia Landesväterliche Schnorrerei. Bei den fächsischen Landtags aften liegt heute noch folgender Brief, den der Herzog Johann Georg Lon Sachsen am 19. Dezember 1640 an den Landeshauptmann Gersdorff gerichtet hat:„ Bester, Lieber, Besonderer. Wir haben unlängst vernommen, daß der von Zschirnhausz sechs apfelgraue schöne Rosse Wir dieselben gern haben möchten, umfomehr fie uns höchft nötig hat, die für uns einen Zug Leibpferde bedeuten könnten. Weshalb sind. Da uns jetzt aber die Mittel entstehen( fehlen), fäuflich dazu zu gelangen, haben wir erachtet, daß Ihr das vielleicht den Löll. Ständen des Markgrafentums Oberlausit unter den Fuß( an die Hond) geben könntet, daß uns diefelben gefielen, weshalb sie uns dieselben zum Weihnachtsfeste oder zum neuen Jahre präsentieren sollten. Wir wollen dessen stets in Gnaden eingedent bleiben. Wir fähen gerne, daß sie je eher, je besser überbracht werden möchten. Solches Gesinnen haben wir an Euch und wollen Euch stets in Gnaden gewogen bleiben." entfernt eine Abteilung der Bürgerwehr; feine glänzende Bajonette glitzerben in der Sonne, einige Offiziere ritten an der Spize. Die Abteilung erreichte die gegenüberliegende Seite des Boulevards, sperrte ihn ab und rückte gegen die Barritabe vor. Plötzlich blieb fie stehen; von hinten wuchs fie immer mehr an und wurde immer geschlossener. Trotzdem so viele Menschen gefommen waren, wurde es ringsum immer stiller, das Lachen fürzer und seltener, alle Stimmen flangen verschleiert. Zwischen der Bürgerwehr und ber Barritade war mit einem Male ein leerer Raum, nur ein fleines Ichwarzgeflectes Hündchen spazierte, sich nach allen Seiten umschauend, in dem vom Wind aufgewirbelten Staube umher. Auf einmal, niemand weiß woher, ob von vorn oder von hinten, von oben oder von unten, ertönte ein kurzer, durchdringender Knall, der eher als das Klirren einer schwer fallenden Eisenstange denn als ein Schuß flang. Gleich darauf entstand eine schreckliche atemlofe Stille. Alles erstarrte in bangem Harren, sogar die Luft schien voll ernster Erwartung Blötzlich heulte und lärmte über meinem Kopf ein unerträglich lautes Surren, als ob man ein ungewöhnlich startes Leinentuch zerreiße Das waren die Infurgenten, welche die Salven durch die Fensterläden des oberen Stockwertes der Jouvinschen Fabrit abfeuerten. Meine Nachbarn und ich, wir rannten sofort die Häuser entlang( ich erinnere mich, daß ich in dem leeren Raum noch einen Mann auf allen Bieren, ein gefallenes Käppi mit einer roten Quafte und das im Staube zappelnde schwarzgefleckte Hündchen erblicken konnte), wir famen an eine kleine Sackgasse und liefen schnell hinein. Zu uns gefellten sich noch etwa zwanzig Leute, darunter ein zwanzigjähriger junger Mann, dessen Fuß durchschossen war. Hinter uns auf dem Boulevard brüllten immer wieder die Geschosse. Wir liefen in eine andere Straße, wenn ich nicht irre, war es die Rue l'Echiquier. Am Ende der Straße war eine ganz niedere Barrikade gebaut, ein zwölfjähriger Junge sprang auf die Spize, schnitt Grimassen und winkte mit dem Degen. Ein dider Nationalgardist, weiß wie Linnen, fief vorbei, stolpernd und bei jedem Schritte ächzend. Aus dem Aermel seiner Montur rann das purpurrote Blut. Die Tragödie begann, niemand konnte mehr an ihrem Ernst zweifeln, obwohl in diesem Augenblick faum jemand ahnte, wie groß diefe Tragödie werden sollte, ( Fortsetzung folgt.) Beginn 2. Januar Kein Verkauf an Wiederverkäufer Mengenabgabe vorbehalten. 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