Nr.2+ 42. Jahrgang Ausgabe A nr. 2 Bezugspreis: Böchentlich 70 Golbpfennig, utonati 8- Goldmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig Saar- und Memelgebiet. Defterreich, Bitauen, Lugemburg 450 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmar! pro Monat Der Barwärts mit ber Sonntags Beilage Boll und Reit" mit..Gied lung und Aleingarten fowie bez Unterhaltungsbeilage Seimmelt und Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint modentäglich ameimal Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Goldpfennig Anzeigenpreise: Die et nipaige Ronpareil seile 0.70 Goldmart Reflamezeil - Goldmart...Aleine Anzeiger bas fettgedrudte Bort 0.20 Golt mart( aulaifia amet fettaedruckt Borte). iebes weitere Bor 0.10 Goldmart. Stellengesuche das erfte Bort 0.10 Goldmark iebes weitere Bort 0.05 Goldmart Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 0.30 Goldmart. Eine Goldmart ein Dollar geteilt burch 4,20. Anzeigen für die nächste Summer mitsien bis 4½ Uhr nachmittags im Sauptgeschäft. Berlin G 68 Linden. ftraße 3. abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früb bis 5 Uhr nachm Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Donhoff 292–295 Verlag: Dönboff 2506-2507 Freitag, den 2. Januar 1925 Vorwärts- Verlag 6.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postichedkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft. Devontenfañe Lindenstraße 3 Neujahrsempfang beim Reichspräsidenten Deutschlands Wunsch: Recht, Freiheit und Völkerfrieden. Reichspräsident Ebert empfing gestern in Berlin in der üb. nchen Beise die Chefs der fremden diplomatischen Ber. tretungen. Die Glückwünsche des Diplomatischen Korps brachte der Apostolische Nuntius Monsignore Pacelli als Dogen mit folgender Ansprache zum Ausdrud: Der Reichskanzler hielt folgende Ansprache: Bum neuen Jahre entbiete ich Ihnen, Herr Reichspräfident, im Namen der Reichsminister, die Sie nach dem Rücktritt des Kabi netts mit der vorläufigen Weiterführung der Geschäfte betraut haben, die aufrichtigsten Glückwünsche. Bor Jahresfrist durfte Als ich mich in den nerflossenen Jahren des ehrenvollen Auf- reiches sein für den Wiederaufstieg unseres Voltes und Reiches. ich hier den Wunsch aussprechen, das Jahr 1924 möge ein erfolgtags entledigte, Ihnen die Glückwünsche des Diplomatischen Korps Diefer Wunsch hat sich wenigstens zu einem Teile erfüllt. barzubieten, habe ich mich zum Dolmetsch der tiefen und peinlichen Unsere Wirtschaft hat, menn auch unter Ueberwindung Sorgen der Stunde machen müssen und habe zugleich dem Wunsche schwerer Strifen, wieder festeren Boden gewonnen. Die ArbeitsAusdrud gegeben nach einer besseren, nach einer von Nächst enlosigkeit hat abgenommen und die Bevölkerung des befetten liebe, Gerechtigkeit und Frieden erfüllten Zukunft, ein Gebietes, deren Schicksal Sie, Herr Reichspräsident, mit ganz Wunsch, der von allen meinen hervorragenden Kollegen im Herzen besonderer Anteilnahme verfolgen, hat erfreulicherweise eine Ergetragen wurde. leichterung ihrer Lage erfahren. Ungeachtet der unablässig wieder auftauchenden Schwierigkeiten und Hindernisse scheint es, als ob dieser Wunsch fich zu erfüllen begonnen habe. Wir sind glücklich, die Morgenröte dieses neuen Jahres zu begrüßen als eine Morgenröte des Wiederaufbaues und des Fortschritts. In dem Jahre, das foeben zur Neige gegangen ist, find sehr ernste und schwierige internationale Probleme ihrer Lösung nähergebrachi morden. Mit neuer Kraft haben die Böller an die Arbeit gehen tönnen, die für die gesittete Welt ruhmvollen Glanz und berech tigten Stolz bedeuten und in der gerade die Nation, deren höchstes Amt Sie, Herr Reichspräsident, ausüben, sich hervorragend auszeichnet. So dehnt der Mensch, Erde, Wasser und Lüfte meisternd, die friedlichen Errungenschaften der Wissenschaft und die wunderbaren Fortschritte der Technit auf alle Gebiete der Natur aus; die herrlichen Luftfahrzeuge der verschiedenen Länder erheben fich ohn Furcht in den Weltenraum, es schwindet die Entfernung amischen den fernsten Völkern und Ländern. Möchten mit Hilfe der Borsehung diese hervoragenden Erfolge das Unterpfand bilden für einen engeren Zusammenhalt, für eine innigere und herzlichere Brüderlichkeit zwischen den Bölkern, möchten fie das Wahrzeichen eines mächtigeren Emporstiegs der Seelen sein zu den höheren Regionen der Wahrheit, Gerechtigkeit und Güte. Bon diesen Gedanken erfüllt, entbietet das vereinigte Diplomatische Korps Ihrer Person und dem Deutschen Volke die wärmsten Wünsche für Gedeihen und Glüd." Der Reichspräsident erwiderte mit folgenden Worten: Nehmen Sie meinen aufrichtigsten Dant entgegen für die Glüd- und Segenswünsche, die Sie im Namen des Diplomatischen Korps dem deutschen Bolle und mir auszusprechen die Güte hatten. Es ist mir eine lebhafte Befriedigung, mit Ihnen feststellen zu Pönnen, daß im vergangenen Jahre an der Behandlung schwermiegender, internationaler Fragen in einem Geiste gearbeitet morben ist, der die Hoffnung auf eine Lösung im Wege der Versöh nung und Verständigung neu belebt hat. Möge der Mille zur Gerechtigkeit und der Geist des Friedens auch im tommenden Jahre die Regierungen bei den noch der Lösung harren. den Entscheidungen beseelen, und möge so das, was im vergangenen Jahre erfolgreich begonnen wurde, auch im kommenden Jahre glüd lich weitergeführt werden. Auch die Fragen, deren Regelung noch offen steht und deren Lösung der nächsten Zeit vorbehalten ist, find von fchwerwiegender und weittragender Bedeutung für die Zukunft nicht nur Deutschlands, sondern auch Europas und der Welt; es wird der Anstrengung aller Regierungen und aller Böller bedürfen, um auch hier den Geist des Rechts und des Friedens den Weg bestimmen zu lassen, auf dem die europäische Ordnung endgültig wiederhergestellt werden soll. Nur dann, wenn diese Aufgabe gelingt, wird auch in dle Herzen der Bölker der Friede fiefe und lebensstarte Wurzeln faffen fönnen, nur dann werden die Borbedingungen geschaffen fcin, die unerläßlich sind für den Wiederaufbau Europas und elner Well, in der friedliche Völker in edlem Wettffreit gemeinfam arbeiten am Fortschritt der Geistesbildung und neuer in den Dienft des Friedens gestellten Technit. Das deutsche Bolt ist gewillt, unter Einjehung aller feiner Kräfte an diesem Wiederaufbau mitzuarbeiten, und wünfht, dazu beitragen zu Fönnen, daß für die ganze Welt eine neue era des Fortschritts. der Freundschaft und des Friedens anheben möge, die Sie, Herr Nuntius, für die Zukunft mit heißem Herzen erhoffen. Zum Neuen Jahre spreche ich, zugleich im Namen des Deutfchen Bolkes, Ihnen, Herr Nuntius, und Ihnen, meine Herren, zu gleich für Ihre Staatsoberhäupter, Regierungen und Bötter meine herzlichsten und aufrichtigsten Wünsche aus." Hierauf begrüßte der Reichspräsident die einzelnen Botschafter. Gesandten und Geschäftsträger und wechselte mit ihnen Neujahrsmünsche. Bei dem Empfang waren der Reichsminister Dr. Streje mann und die Staatssekretäre Dr. von Schubert und Dr. Reigner zugegen. Im Anschluß hieran murben der Reichstanzler, die Reichs sinifter und die Staatsjefretäre empfangen. Leider scheinen die Erwartungen, die wir nach dem Abschluß der Londoner Verhandlungen hegen durften, zu Beginn des Jahres 1925 zunächst nicht verwirklicht zu werden. Nach den uns vorliegenden Nachrichten müssen wir annehmen, daß die alliierten Mächte den im Versailler Bertrag für die Räumung der ersten Rheinlandzone vorgesehenen Termin, den 10. Januar 1925, nicht innehalten wollen und zwar aus Gründen, die wir nicht anerkennen fönnen. Dieses Un. recht ist für uns eine unerwartete Enttäuschung und schafft zweifellos eine ernste Lage. Ich kann nur dringend der Hoffnung Ausdruck geben, daß aus dieser Lage noch ein Ausmeg gefunden wird. Dies fann aber nur auf dem Wege gegenseitiger Berhandlung und Berständigung geschehen. Im fommenden Jahre muß deshalb dieser Weg der friedlichen Ver. ständigung zwischen den Nationen, der in London mit Erfolg beschritten wurde, wieder gefunden werden. Möge aber auch das deutsche Bolt, dessen ganze Kraft in den Dienst des Bieder. aufbaues gestellt werden muß, fich nicht in unnötigen und vermeidbaren Parteifämpfen entzweien. Dann werden die Schatten, die im Augenblid das Jahr 1925 noch zu verdunkeln scheinen, wieder schwinden und wir werden dem Ziele näher kommen, für das Sie, hochverehrter Herr Reichspräsident, stets Thr beftes können und Wollen eingefeht haben: Ein einiges und freies deutsches Volk und Reich inmitten eines friedlichen Europast tender Gefundung und Feftigung für unser fo fchmer geprüftes Baterland gewesen; unsere Währung, unsere Staatsfinanzen, unfere Wirtschaft sind von den bösen Erscheinungen und Nachfolgen der Inflation befreit und wieder auf feste und zuverlässige Grundlagen gestellt und das Leben unserer Volksgenossen im befetten Gebiet ist erleichtert worden. Daß diese Fortschritte erreicht werden konnten. verdankt Deutschland in erster Linie der Tatkraft und dem Verantwortlichkeitsbewußtsein, mit denen Sie, Herr Reichskanzler, und Ihre Ministerkollegen Ihre hohen Aemter verwaltet haben; es ist mir eine lebhafte Genugtuung, dies hier am heutigen Tage im Gefühl herzlicher Dankbarkeit und aufrichtiger Anerkennung aussprechen zu können. Sie sprachen, Herr Reichskanzler, von der ernſten Sorge, mit der das Neue Jahr beginnt, von dem wir den Anfang der Befreiung des Rheinlandes erhofften. Alle Deutschen, welcher Parteirichtung sie auch angehören mögen, sind hier einig in dem Gefühl bitterer Enttäuschung und dem Bewußtsein eines uns angetanen neuen schmerzlichen Unrechts. Unter einer Begründung, die mir noch nicht fennen und noch nicht nachprüfen fönnen, von deren Haltlojigteit wir aber alle überzeugt sind, soll uns, dem einzig wirklich entwaffneten Bolfe in einem sonst noch waffenftarrenden Europa, das versagt werden, was in dem so unendlich harten Friedensvertrag allein zu unseren Gunsten enthalten ist: Die Räumung besetzten deutschen Bodens. Unfer allererster Wunsch am heutigen Neujahrstage ist der, daß der Geist der Gerechtigkeit und der Wille zur Berständigung der Völker obfiegen mögen über die Idee der Macht und Gewalt, und daß uns und unseren Brüdern an Rhein und Ruhr das werde, worauf wir Anspruch haben: Recht und Freiheit!" Später übermittelten der Reichstagspräsident Wallraf und die Vizepräsidenten Dr. Rießer und Dittmann die Wünsche des Steichstags und der Ministerialdirektor im Breußischen Staatsministerium Dr. Nobis, der thüringische Minister Dr. Mün. del und der bayerische Staatsrat Dr. von Wolf als Vertreter des Reichsrats die Glückwünsche dieser Körperschaft. Generaldirektor Deser und die Staatssekretäre Vogt und Sumbier brachten daran anschließend die Glückwünsche der ermiderte die an ihn gerichteten Glüdmünsche mit Worten des Hauptnerwaltung und des Personals der Reichsbahngesellschaft dar; Dantes und fuhr fort: für die Wehrmacht erschienen General von Seedt und Kontreadmiral Rahlert, die dem Reichspräsidenten die Glückwünsche des Heeres und der Marine aussprachen. Der Reichspräsident „ Das abgelaufene Jahr ist, wie ich mit Befriedigung am hentigen Tage feststellen kann, in jeder Beziehung ein Jahr fortschrei t Das Vorgehen gegen Barmat. Anfragen au Staatsanwaltschaft und Justizministerium. vorläufigen Festnahme? Daß Raut in einer der Korrespon. denzen als ein großer Weinkenner und Weinfreund" bar geftellt wird, um den Anschein zu erweden, daß er betrunken aufgefunden wurde, darf man wohl der Staatsanwaltschaft nicht auf ihr Konto schreiben? Nach den Mitteilungen, die bisher durch private Zei| Dinge befannt und welche Gründe veranlaßten fie zu der tungstorrespondenzen verbreitet werden, find fünfzehn leitende Personen des Barmat- Ronzerns feftgenommen worden. Eine dieser Rorrespondenzen, die hauptsächlich aus dem Polizeipräsidium gespeist zu werden pflegt, weiß abenteuerliche Geschichten von den Borsichtsmaßregeln zu erzählen, die er griffen morden sind, um den in Raffel feinen Weihnachts urlaub verbringenden früheren Staatsbantdirettor Dr. Hell wig vorläufig festzunehmen. Man hat fogar ein Flugzeug benötigt, um nach Caffel und zurüd zu gelangen, trok dem Hellwig feinen Aufenthaltsort rechtzeitig und richiig der Staats anwaltschaft mitgeteilt hat. Zu den vorläufig Festgenommenen gehört auch der frühere Ministerialdirektor Rauß, der seit einiger Zeit im Barmat- Konzern eine leitende Stellung befleidet. Kaut wurde am Mittwoch in aller Frühe in feiner Wohnung aufgesucht und frank im Bett befunden. Wie wir erfahren, ist er herzleidend, und der ihn behandelnde Arzt erklärte jeden Transport für lebensgefährlich. Trotzdem wurde, mie cine der beiden Korrespondenzen mitteilt, der Krante ins Lazarett des Untersuchungsgefängnisfes über geführt. Aber eine andere Frage ist die: Wie kann es die Staatsanwaltschaft der Deffentlichkeit und ihrer vorgesezten Behörde gegenüber verantworten, daß an einige private Zeitungskorrefpondenzen die ungeheuerlichsten Mitteilungen gegeben werden, die nur auf Grund von Vernehmungen oder auf Grund von irgend welcher unvollständiger Attenfenninis entstanden sein fönnen? Ist es richtig, daß die Staatsanwaltschaft amtlichen Stellen auf Anfragen jede Auskunft verweigert, so daß es auch den Zeitungen unmöglich ist, zuverlässige Informationen zu er halten? Wir fragen insbesondere die preußische Regierung, ob mit ihrem Einverständnis die Staatsanwaltschaft sich in ein folches amtliches Schweigen hüllt, während durch unterirdische Kanäle die abenteuerlichsten Gerüchte verbreitet werden fönnen? Ist es weiter richtig, daß einer der beteiligten Kriminalfommissare die Auskunft erteilt hat, daß die VerhafDiese Maßnahmen der Staatsanwälte und der Kriminal- tungen aus dem Barmat- Konzern mit dem Konkurs sämtlicher polizei sollen augenscheinlich auf ungeheuerliche Dinge schlie- dem Konzern angeschlossenen Unternehmungen enden würden, Ben laffen. Aber wir halten es für notwendig, die Frage zu hätte die Staatsanwaltschaft vorausgesehen, trotzdem aber habe stellen: Ist es wahr, daß Ministerialdirektor Kauz erst vor sie auf Grund eines Gutachtens der D- Banken sich zu den fünf Wochen aus Angora zurückgefehrt ist, mo er etwa fünf- Maßnahmen entschloffen, ohne Rücksicht darauf, daß die viertel Jahre lang als Leiter der staatlichen türkischen Agrar- Industriebetriebe zum Stilliegen und die beschäftigten Arbeiter banf fimgierte? Wenn das wahr ist, welche Unterlagen be- zur Arbeitslosigkeit verurteilt würden? ftehen für die Annahme, daß der jetzt vorläufig Festgenom mene in diesen einunbeinviertel Jahren die Kredite des Barmat- Konzerns bei der Preußischen Staatsbant vermittelt oder beeinflußt hat? Waren der Staatsanwaltschaft diese Wir stellen die Fragen und warten auf Antwort. Wir merden selbstverständlich nicht in ein schwebendes Verfahren eingreifen Aber ebenso selbstverständlich ist es, daß die Deffent Fahleit nicht nur Reporterphantasien vorgefekt betomet ern daß fie angesichts der erheblichen Allgemeininteressen,| Gehälter notwendigen Summen bereitgestellt werden, doch sind| Das hatte noch stets damit geendet, daß die Alliierten fich ie durch die Stillegung so großer Betriebe berührt werden, alle anderen Geschäftsmaßnahmen unterbunden, so daß sich für ein auf Kosten Deutschlands geeinigt haben, während olltommen flaren Wein vorgeseizt bekommen muß. Es ist zelne Unterbetriebe zwangsläufig kritische Situationen ergeben sich auf der anderen Seite auch die Politik der Alliierten als doch ganz unzulässig, daß durch die Verbreitung unkontrolier- dürften. Die Staatsanwaltschaft hat weitestgehende Maßnahmen unfruchtbar erwiesen habe. Es bliebe also nur die Politik getroffen, um eine Verschiebung oder Beiseiteschaffung von Kapibarer Nachrichten nicht nur der finanzielle, sondern auch der talien des Konzerns zu verhindern. Auch der Privatbesitz der Brüder gleichberechtigten Verhandlungen, die moralische Kredit von Persönlichkeiten zugrunde gerichtet wird, der Barmat ist, soweit des möglich war, sichergestellt. Interessant ist Politik der Verständigung und die deutsche Außendenen möglicherweise feinerlei ernste Berfehlungen nachgewie übrigens die Tatsache, daß die Untersuchungsbehörde in der Woh politik habe sich in ihren Zielen nicht verändert. fen werden können. Sind aber solche Verfehlungen heute nung des Direktors Julius Barmat in Schwanenwerder in einem schon deutlich erkennbar, so daß sich die Verhaftungen recht- Bandschrank Juwelen und Wertsachen von sehr hohem Werte entfertigen, dann muß erwartet werden, daß ganz offizielle und deckt hat. Diese Edelsteine usw. find gestern in einem Koffer nach amtlich beglaubigte Mitteilungen darüber veröffentlicht werden. Moabit gebracht und dort sichergestellt worden. Wir erwarten, daß das Justizminifterium die zuständige brachte Meldung, daß sich unter den jeßt Berhafteten ein Jurist von Schließlich erfahren wir noch, daß die von anderer Seite ge Staatsanwaltschaft alsbald in diesem Sinne instruiert, damit Weltruf befinde, nicht zutrifft. Es dürfte sich dabei vielmehr um nicht die wahnsinnigsten Gerüchte Glauben finden, die für eine Berwechslung des jezt in Untersuchungshaft befindlichen etwa 15 000 Arbeiter und Angestellte in den beteiligten In Dr. Hellwig mit seinem verstorbenen Bater handeln, der in der Tat dustrien überaus schwerwiegende Folgen haben könnten. ein hervorragender Jurist war und auf dem Gebiete des Zivilrechts burch die von ihm herausgegebene wissenschaftliche Literatur Welt ruf erlangt hat. Ebenso unrichtig ist die Behauptung der Roten Fahne", daß im Zusammenhang mit der Barmat- Affäre Reichstanzler a. D. Bauer und der Bandtagsabgeordnete, Seil. Eine authentische Darstellung"? Die Storrefpondenz Sochaczewski, zu der offenbar die Staatsanwaltschaft beffere Beziehungen unterhält als zur amtlichen preuBifchen Bressestelle, veröffentlicht folgenden Bericht, den wir zunächst in vollem Wortlaut zum Abdruck bringen: Am Silvesterabend find weitere führende Persönlich feiten des Barmat- Kongerns verhaftet worden und der Staatsanwaltschaft ist es gelungen, so belastendes Material in den Beshäftsräumen des Riesenunternehmens zu besch'ammahmen, daß die Leitung der Staatsbant, hoffentlich in fürzester Frist, bindende Erflärungen abgeben wird, wie es möglich gewefen ist. daß dem BarmatKonzern Kredite ohne ebenfalls wie im Fall Kutister fichere Unterlagen gegeben worden find. Bon authentifcher Seite erfahren wir, baß alle bisher erfolgten Verhaftungen aufrechterhalten werden und daß keineswegs die von be ftimmter intereffierter Seite ausgegebene Meldung zutrifft daß die bisher auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft verhafteten Bersönlichkeiten nur zu einer Bernehmung" vorgeführt worden seien. Om einzelnen erfahren war noch Folgendes: " Das größte Aufsehen dürfte die Berhaftung des Ministerialdirektors a. D. Bauh erregen, der am 1. Januar morgens in seiner Wohnung in Westend, Eschenallee, festgenommen worden ist. Ministerialdirektor Rauß, der zuletzt die Stellung eines General direttors im Barmat Konzern bekleidete, gehörte in den Jahren 1918-21 in leitender Stellung dem Reichsschahministerium an und hatte bort längere Zeit das Dezernat für die Erfaffung von ehemaligem Heeresgut. Er arbeitete hier Hand in Hand mit der Reichstreuhandaesellschaft, der er die riesigen Bestände des ehemaligen Heeres und der Marine zum Verkauf an die deutsche Industrie zuleitete. Der Name des Ministerialdirektors Rauk tauchte in der Deffentlichkeit zum ersten mal im Erzberger- Prozeß auf, wo es allgemein Aufsehen erregte, daß dieser Beomte in einem Schiedsspruch zugunsten einer großen Liefbaugesellschaft genen das Reich entschied und dafür eine schon damals außerordentlich beträchtliche Summe für das Schiedsrichteramt erhielt. Später war Rauß wiederum als Schiedsrichter zwischen dem Reichsschakministerium und den Berlin Burger Eisenwerten tätie, die aus der Marinebeständen fehr große Bosten Schrott getauft hatten. Unter dem Schrott befand fich unperhältnismäßig viel Edelmetall, für das vom Reichsschaß min fterium eine besondere Bezahlung erstrebt wurde. Erregte der Schiebsspruch schon Befremben. fo war die Verwunderung noch arößer, als burze Zeit darauf Ministerialdirektor Raus aus seinem Staatsamt ausschieb und ols Direffor bei den Berlin- Burger- Esenmerten eintrat. Als die Barmats dann die Berlin- Burner- Eisenmerte übernahmen, befleidebete Ministerialdirektor a. D. Kauz den Boften eines Beneraldirektors, und in diefer Stellung ist er eifrig bemüht gewefen, für seinen Konzern die Kredite von der Staatsbent heranzuschaffen. Am lehten Abend des alten Jahres wurde ferner der frühere Direktor der Staatsbark, Geheimrat Dr. Hellwla, in Kaffel verhaftet und ist am Donnerstag nach Berlin qebracht worden. Er befindet fich gegenwärtig im Untersuchungsgefängnis in Moabit und wird am heutigen Freitag bereits vom Generalstaatsanwalt ausführlich pernommen werden. 2m 31. Dezember murde auch der vierte Bruder Bormat, Isaac Barmat, verhaftet, der sich in Berlin aufhielt. Auch er ist gestern bereits furz vernommen worden. Da gegen trifft es nicht zu, daß der dreizehnjährige Sohn Julius Barmat verhaftet worden ist. Dieses Gerücht ist dadurch eniftanden, daß die Angehörinen des verhaftefen Barmat im Polizei präsidium erschienen und baten. mit ihren Verwondten noch einige Stunden zusammen sein zu dürfen. Diefe in Frage kommenden Berfonen haben übrigens, um die Ungelegenhelt flarzustellen, einen Schein unterschrieben, daß fie freiwillig ins Polizeipräsidium gekommen sind und dak wangsmaßnahmen ihnen gegenüber nicht zur Awendung gelangt find. Ferner find in das Untersuchungsgefängnis eingeliefert worden Direitor Lichtenstein von der Merkur- Bant, Prokurist Levy, Direttor Staub von den Berlin- Burger- Eisenwerfen und Direttor Geride von ber Roth- 2.- G. im Barmat- Konzern. Alle festgenommenen Personen stehen unter dem Verdacht des Kreditbetruges gegenüber der Breußischen Staatsbant. Bon authentischer Geite erfahren wir hierzu, daß der Kreditbetrug aller in Frage tommenten Berfonen barin erblickt wird, daß auch die führenden Persönlichkeiten des Barmat- Konzerns, ebenso wie es Kutister getan hat, von der Preußischen Staatsbant Millionenkredite heraus. zuholen verstanden haben, für die sichere Unterlagen fehlten. Das Material, das die Staatsanwaltschaft hierzu beschlagnahmt hat, scheint in der Lat erbrüdend zu sein. Die Staatsanwaltschaft mann verhaftet seien. Entgegen den Behauptungen der Korrespondenz halten wir unsere Darstellung völlig aufrecht. Auch dem dreizehnjährigen Sohn Barmats wurde befohlen, mit seinen Eltern nach dem Polizeipräsidium zu kommen. Von einem freiwilligen Besuch fann gar feine Rede sein, vielmehr ist auch den Frauen ihre Festnahme ,, wegen der Kutister- Affäre" eröffnet worden. Nachträglich ist man zu dem höchft seltsamen Mittel geschritten, einer der fest genommenen Frauen einen Schein vorzulegen daß fie freiwillig in Sachen Kutisters" erschienen sei. Als sie dagegen protestierte, da sie den Namen Kutister nur aus der Zeitung fenne, wurden diese Worte gestrichen; die verängstigte Frau unterschrieb um ihre Freiheit zu erlangen, den merkwürdigen Schein, der nicht gerade für das gute Gewissen derjenigen spricht, die ihn ausge fertigt haben. Soll die Staatsbank ihr Geld verlieren? Bon der Direktion der Garantiebant, einer Versicherungsbank, die zum Barmat- Konzern gehört, wird versichert, daß alle Kredile des Barmat- Konzerns bis zur Höhe von 40 millionen mark bei den deutschen Versicherungs- und Rüdversicherungsgesellschaften in der Ari versichert sind. daß jedes Risiko für die Kreditgeber ausgeschlossen ist. Wenn die Staatsaawaltschaft nicht mutwillig verhindere, daß die am 1. Januar fälligen Versicherungsprämien in Höhe von 280 000 m. bezahlt würden, sei es ihrer Ansicht nach völlig undenkbar, daß die Staatsbank oder sonstige öffentlich- rechtliche Kreditgeber Barmats einen Pfennig verlören. * Wir haben gestern die Behauptung erwähnt, daß die sämtlichen Barmat- Kredite der Staatsbank nach der Aufdedung der Kutister- Affäre vom Präsidium der Staatsbant nachgeprüft und als völlig in OrdStaatsbant nachgeprüft und als völlig in Ord nung befindlich bezeichnet wurden. Diese Mitteilung, die wir zunächst unter Vorbehalt wiedergaben, wurde uns inzwischen von verschiedenen Seiten bestätigt. Und zwar soll diese Nachprüfung auf Anordnung des preußischen Finanzministers Don Richter vorgenommen worden sein. Die Nachprüfung wurde am 13. Dezember vom Gesamtpräsidium unter Leitung des Präsidenten, Staatssetretärs a. D. Schröder, vorgenommen. Das Ergebnis war ein einstimmiger Befchluß, die durch dreifache Effektendedung gesicherten Kredite nachträglich noch einmal gutzuheißen und die Kredite weiterlaufen zu laffen. 3u dieser bedeutsamen Behauptung hat die Staatsanwaltschaft, die durch ihre auserforenen Organe gegen den Borwärts" wegen nebensächlichen Einzelheiten so eifrig polemisieren läßt, nicht Stellung genommen. Deshalb richten wir an die preußische Staatsregierung öffentlich die Frage: Sind diese Behauptungen wahr oder nicht? Und menn fie wahr sind, wie ist dann die ganze Aktion der Staatsanwaltschaft überhaupt zu erflären? ie reimt fich damit die staatsanwaltliche Darstellung des Kreditbetruges durch die BS.- Rorrespondenz? Uebrigens: In der MTB.- Meldung über die Verhaftungen war von Beziehungen Barmats zu Kutister die Rede. Deshalb hieß es in allen Mittwochabend- und Donnerstagmorgenblättern, bekräftigt durch die Berichte der Lotalforrespondenzen, die Barmat- Verhaftungen seien auf die Beziehungen zum Kutister- Ronzern zurückzuführen. Der Barmat- Konzern stellte daraufhin diese Beziehungen tategorisch in Abrede Jetzt steht auf einmal in denselben Korrespondenzen tein Wort mehr von solchen Beziehungenes handle sich bei der Barmat- Affäre nur um die Staatsbanffredite. Wann wird man endlich der Deffentlichkeit klaren Wein einschenken? Stresemanns Jahresende. Der alte Kurs war gut, deshalb Bürgerblock. Ein sehr wertvolles Eingeständnis. Iber wie steht es mit den Deutsch nationalen in dieser Hinsicht? Haben sie sich nicht jederzeit als Gegner der Verständigungspolitik bezeichnet? Haben sie nicht erst wieder aus Anlaß des Räumungskonflikts nach Gegenmaßnahmen und Repreſſalien geschrien? * Der Artikel des Außenministers Stresemann ist eine einzige große Anklage gegen die Deutschnationale Partei und die Schlußfolgerungen, die sich aus seinen Ausführungen ergeben, wären sehr eindeutig, wenn es neben dem Außenminister Stresemann nicht noch einen Bar. teiführer Stresemann gäbe. Dieser Parteiführer Strefe mann schließt die Betrachtung des Außenministers mit den Worten: Wenn diese Verhandlungen( über Entwaffnungsfrage und Kölner Zone. Anm. d. Red.) in ein atutes Stadium treten, fönnen fie mur von einer verhandlungsfähigen deutschen Regierung geführt werden. Die Beschlüsse der Reichstagsfraktionen lassen vorläufig teinen Ausweg offen für eine den Verhält nissen entspredjende, auf Fraktionen aufgebaute Mehrheits- oder Minderheitsregierung. Troßdem muß die Regierungsb dung ohne Berzug in die Hand genommen werden. Wenn der Weg der Zuſammenfassung der Fraktionen nicht gelingt muß der Gedanke der 3usammenfassung aller staatsbejahenden bür. gerlichen Kräfte auf anderem Wege ehebalbigst in die Tat umgesetzt werden. Die Kämpfe, die auf außenpolitischem Gebiet fich dann ergeben werden, müssen geführt werden vom ganzen Volt. Was versteht der Außenminister Stresemann unter der " Zusammenfassung der staatsbejahenden bürgerlichen Kräfte" und unter dem ganzen Volt"? Dasselbe wie der Führer jener Partei, die der nach Westarpschen Geständnis staatsunterhöhlenden, monarchistischen Deutschnationalen„ Bolts" partei in den Sattel helfen möchte? Dann dürfte das Ergebnis sehr bald eine sehr wenig verhandlungsfähige Diskrepanz fein. Verhandlungen, keine Sanktionen! Die rheinischen Gewerkschaften gegen Besatzungsverlängerung. Düffeldorf, 31. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Der Ges wertschaftsausschuß für das besette Gebiet tagte am 30. Dezember in Köln. Bertreten waren Delegierte aller Richtungen. Eine lebhafte Diskussion löfte die Stellungnahme der Botschafterkonferenz in Paris aus, nach der die Räumung der Kölner Zone am 10. Januar nicht erfolgt. Ginstimmig wurde nachstehende Entschließung angenommen: „ Der Gewerkschaftsausschuß für das befehte Gebiet als Ver treter der arbeitenden Bevölkerung erhebt Einspruch und Brotest gegen die beabsichtigte Berlängerung der Be fehung der auf Grund des Versailler Vertrages am 10. Ja nuar 1925 zu räumenden ersten Bone( Kölner Zone). Der Gewerkschaftsausschuß hat sich stets für Erfüllung dieses Bertrages eingefeht und sich gegen alle volterverhehenden Bestrebungen gewandt. Die Ruhrbefehung wurde als rechtsund vertragswidrig bekämpft, wobei das Ziel der Berständigungsmöglichkeit nicht aus dem Auge verloren wurde. Mit Genugtuung fonnte in den legten Monaten eine merkliche Ent. Spannung der Lage im befekten Gebiet wahrgenommen werden. Alle Hoffnungen auf meintre Entspannung werden ver nichtet, wenn die Räumung der ersten 3one zum vertragsmäßigen Zeitpunkt nicht erfolgt. Die Gewerkschaften empfinden dies als einen schweren Schlag für alle Verständigungsbestrebungen und find entsegt, daß tleinliche Vorwände benutzt werden, bas große Wert der Völkerverständigung zu erschweren. Sie bezeichnen die Verlängerung der Befegung als eine neue Ganttion, nur geeignet, der Bevölkerung des befekten Gebietes den Glauben an die Heiligkeit internationaler Verträge zu rauben. Jegliche weitere Berlängerung der Befehung hindert die Gefundung der Weltwirtschaft, vermehrt Not und Leiden der Bevölkerung und stellt die Erfüllung der Verträge, insbesondere bes Londoner 2btommens, in Frage. Der Gewerkschaftsausschuß spricht die Erwartung aus, daß die beteiligten Regierungen fofort in Berhandlungen treten, um die vorliegenden Differenzen zu beseitigen." Bezüglich der Regierungsbildung vertritt der Gewerkschaftsausschuß die Meinung, daß das befekte Gebiet ganz unzweideutig am 7. Dezember durch den Stimmzettel fich für die demokra tische Staatsform ertlärt habe. Eine Entschließung, die vor stehendes ausspricht und zu anderen mit der Regierungsbildung zu sammenhängenden Fragen Stellung nimmt, soll am 2. Januar formuliert werden. Die Entschädigungsansprüche der Wirtschaft des besetzten Gebietes find durch die zuständigen Reichsministerien geregelt worden, ohne daß die Gewerkschaften Gele. genheit gehabt hätten, sich hierzu zu äußern. Das widerspricht Der früheren Zusage der zuständigen Stellen. Der Gewerkschaftsfiebt ein fdymeres Bergehen u. a. darin, daß zur Erlangung ber führer, veröffentlicht in der Beit" einen fritischen Artikel ausschuß wird dagegen Einspruch erheben. gegeben worden sind, die durch Börsenmanover in ihrem Bert, und zwar Burz vor Erstrebung der Krebite, in die Höhe getrieben worden waren. Nach Erlangung der Kredite fant dann der Wert der lombardierten Gffetten, fo daß von einer pollen Dedung nicht im entferntesten mehr die Rede sein fonnte. Daß die leitenden Männer der Staatsbant diefe Manöver nicht durchschauten, fällt ihnen genau so zur Last, wie die fast unglaub liche Tatsache im Fall Kutister, daß die Seehandlung Wechsel, die auf Riefensummen lauteten, als" Sicherheit" empfing, die hinter her als am Berfalltage die Beträge nicht eingelöst wurden, nicht ein mal zu Protest gingen, weil es fich bei näheren Recherchen heraus. stellte, daß diefe Sicherheitswechsel" nicht einmal die Protesttosten lohnten. Es flingt auch fast unglaublich, daß vom Barmat- Konzern für einzelne Kredite ein Jahr lang überhaupt teine 3injen gezahlt worden find, und daß trozdem die Staatsbant den Barmats weitere Kredite bewilligt hat. Es ist schließlich ebenfo. wenig verständlich, daß das Direktorium der Staatsbank dem Barmat- Stonzern auch dann noch kredite bewilligte, als die Affäre Kutister bereits rollte und in der Deffentlichkeit so viel Staub auf wirbelte, und obwohl schon damals öffentlich der Verwunderung Ausbrud gegeben war, daß man den Brüdern Barmat ebenfalls so große Rapitalien zur Verfügung stellte. Die nächste Aufgabe der Staatsanwaltschaft ist nun die Prüfung der Frage, ob alle führen. den Bersönlichkeiten des Barmat- Konzerns über die Einzelheiten der Kreditgeschäfte mit der Staatsbank im Bilde gewefen sind und ob sie mit ihrer Verantwortung die Transattionen gebedt haben. Wie verlautet, wird der Barmat- Konzern, nachdem fast alle führenden Persönlichkeiten verhaftet worden sind, in den nächsten Tagen voraussichtlich für die einzelnen Unternehmungen die Ge fchäftsaufsicht beantragen. Die Staatsanwaltschaft hat zwar Borsorge getroffen, daß die zur Auszahlung der Löhne und Frankreichs Kriegsschulden. Der Außenminister Stresemann, nicht der Parteizum Jahresende. Die bisherige Außenpolitit, so führt der Minister aus, war gut, sie hat uns politisch und wirtschaftlich vorwärts gebracht. Noch vor Jahresfrist lag das ganze Problem der Ruhrbesetzung vor uns, lasteten Die Amerikareise des britischen Reichsbankpräsidenten. auf uns die Gefahr des Separatismus und der Micumverträge. Das alles liegt heute hinteruns. Die Dawes Gefeße brachten eine weitere Entspannung für das deutsche Bolt, und die Genfer Tagung des Bölterbundes zeigte das Bekenntnis zu dem Gedanken, daß ohne Deutschland ein Bund der Völker nicht in der Lage wäre, die europäischen Dinge zu regeln". Diesen Ausführungen fann man nur zustimmen. Es bleibt nur die Frage, zu welchen Ergebnissen die Außenpolitik geführt hätte, wenn sie nach deutsch nationalem Rezept betrieben worden wäre. betrieben worden wäre. Rheinland und Ruhrgebiet wären heute ein Opfer des Separatismus und der Micumverträge, das zweite Versailles" wäre abgelehnt worden und feine Macht der Welt wäre auf den Gedanken gekommen, Deutschland zum Eintritt in den Völkerbund aufzufordern. Die Attiva, die Stresemann anzuführen weiß, wäre Passiva gewefen. Rettungslos! Aber auf die Hoffnungen und Erwartungen des alten Jahres ist ein Reif gefallen, so führt der Außenminister Stresemann weiter aus. Die Schwierigkeiten im Entwaff nungsproblem, die Verzögerung in der Räumung der Kölner 3one. Wie denkt er sich eine Lösung der Streitfrage? Er lehnt den deutsch nationalen Bor schlag, durch das Ausspielen eines Teiles der Alliierten gegen den anderen für Deutschland Vorteile zu erzielen, a b. London, 1. Januar.( Tul.) Die Reise des Gouverneurs der Bant großes Aufsehen erregt. Man glaubt nicht, daß der Vorschlag von England nach Amerika hat in der englischen Deffentlichteit des franzöfifchen Sozialistenführers Leon Blum, nach dem Frankreich einen Teil der ihm aus den deutschen Jahreszahlungen zufließenden Summen an Amerita abtritt, auf amerikanischer Seite Gegenliebe finden wird. Man glaubt jedoch, daß die gesamte interalliierte Schuldenfrage grundsäglich geklärt werden soll. Belgiens 50- millionen- Dollaranleihe. licht ein fönigliches Detret, das das Finanzministerum ermä.htigt, Brüffel, 1. Januar.( TU.) Das Journal officiel" veröffentunter gewissen noch festzusehenden Bedingungen eine Anleihe von 50 millonen Golddollars zu 6 Prozent in den Bereinigten Staaten aufzunehmen. Die Rückzahlung der Anleihe soll spätestens nach 30 Jahren erfolgen. Deutschlands Rahlungen an Belgien. Brüffel, 1. Januar.( WTB.) Amtlich wird befanntgegeben, daß der in Wiesbaden bis icht unterhaltene Restitutionsdienst aufgehoben werde. Soir" erklärt, im ganzen habe Deutschland seit dem Waffenstillstand Restitutionen an Sachwerten und Geld in Höhe von 800 millionen Franfen an Belgien geleistet. Kosten für diesen Dienst hätten 13 Millionen Franken betragen, von denen Deutschland 5 750 000 Franken gedeckt habe. Die Das Botschafterkompromiß. Die Nichträumungsnote. Die letzte Nacht. Ganz Berlin schien in dieser Silvesternacht unterwegs zu fein. In den Spätabendstunden herrschte in den Wagen der Straßenbahn und Hochbahn ein beängstigendes Gedränge, und an allen Haltestellen und auf allen Bahnhöfen schoben sich immer neue Echaren in die überfüllten Wagen. Die große Bölferwanderung in die Restaurants der Friedrichstraße, die reiche Ernte hielten, begann. Alle trugen ziemliche Bädchen und Pakete mit Pfannkuchen cder Echerzartikeln, und je lärmender diese waren, um so größeren Anflang fanden sie. Aber auch in vielen Familien feierte man luftige Silvesternacht. Namentlich in den Straßen des Westens fah man ftrahlend erleuchtete Häuserfronten. Hier war man bei schlemmer, heften Silvestersoupers zusammen, an die sich ein Hausball anschloß. Die Saison hatte begonnen... Paris, 1. Januar.( WTB.) Die von der Botschaftertonferenz getroffene Entscheidung, durch die allierten Botschafter in Berlin der Deutschen Regierung eine Rollettionote überreichen zu lafsen, die die Nichträumung der Kölner 3one am 10. Januar mitteilt, wird vom„ Echo de Paris" als ein Kompromiß betrachtet. Das Blatt schreibt: 3wei Thesen standen einander gegen. über. Die französische These lautete: Die bereits feft geftellte(?) Berfehlung Deutschlands an den militärischen Klauseln des Friedensvertrages genügt, um sofort endgültig und fachlich die Nichträumung der Kölner Zone zu rechtfertigen. Die englische Theje lautete, das Problem tönne fachlich erst geregelt werden, wenn der Bericht der Kontrollfommission endgültig vorliege, allo nicht vor der zweiten oder dritten Woche des Monats Januar. Ein Kom promiß sei auf folgender Grundlage geschlossen worden: Die Rollet. t: onote erfläre, Deutschland habe seine militärischen Verpflichtungen in befriedigendem Maße noch nicht erfüllt, so dak es ihm in her furzen Zeit bis 10. Januar nicht möglich sei, sich mit dem Frie bensvertrag in Eintlang zu setzen. Das ist, so schreibt Echo de Paris", der Teil der Note, der der französischen Thele günstig ist. Der der englischen These günstige Teil erklärt, für den Augen. blid merde die Räumung provisorisch aufgeschoben, da die Alliierten erst, wenn der Generalbericht vorliegt. entscheiden fönnten, was Deutschland noch erfüllen müsse, um dem ersten Teil bes Artikels 429 Genüge zu tun, d. h. um die Räumung der ersten Befagungszone zu ermöglichen. „ Echo de Paris“ fügt hinzu: Hier erkennt man alle Möglich- glichen jezt Wracks, die man nur mit Wehmut betrachten konnte. teiten für ein Kompromiß, dessen Abschluß man jetzt auf drei oder vier Wochen vertagt hat. Jezt werden die Deutschen uns mit ihren Bitten überhäufen und sie werden nicht verfehlen, fich an England zu wenden und an Amerita, da sie dort Anhän ger haben, denen es darum zu tun ist, das System Dawes zu cetten. Dieser Teil der öffentlichen Meinung in England und in den Bereinigten Staaten erflärt, es sei das Befte, wenn die Alliireten ihre Soldaten aus Köln und aus dem Ruhrgebiet zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückziehen würden, wenn das Deutsche Reich in der Zwischenzeit ein Programm von fünf oder fechs Punkten, das man gemeinsam aufstelle, erfüllt habe, da mit mehr oder weniger oberflächlich und vorübergehend die Spuren der Verfehlungen an den militärischen Klausein des Friedensvertrages verschwinden. Und dann, um 12 Uhr, tam der übliche Radau und Rummel. Die alkoholbefeffene Masse Mensch farie aus den Fenstern und tobte auf den Straßen. Rateten fausten in die Höhe, Feuerwerksförper fr allten. Konfetti schwirrte durch die Luft und die bunten Papier. fchlargen hingen von den Brüftungen der Balkons und in den Kronen der tahlen Bäume. Man wagte bis in die frühen Morgenstunden ftraßauf, straßab Alle Verkehrsmittel, alle Droschten und Autos waren befeht, um die Festteilnehmer nach Hause zu bringen. Die meisten von ihnen, die am Abend strahlend ausgezogen waren, Ueberreichung heute. Baris, 1. Januar.( TU.) Nach Blättermeldungen wird die Note der Botschafterkonferenz voraussichtlich im Laufe des morgigen Freitag von den verbündeten Botschaftern in Berlin überreicht werden. Unmittelbar nach der Uebergabe wird das Dokument ver. öffentlicht werden. Der Weg zu einem Kompromiß bleibt, den Blättern zufolge, offen. Der Intransigent" macht das Eingeständnis, daß die Drohung Deutschlands(?), den Sachverstänbigenbericht unter Umständen zum Scheitern zu bringen, ihre Wirkung auf die Verbündeten nicht verfehlt habe.( Gemeint fann nur der Hinweis sein, daß die Politik der Entente geeignet sei, den Dames- Plan ernstlich zu gefährden, denn Drohungen sind natürlich nicht ausgesprochen worden. Red.) Parlamentarisches Silvester. Kammer und Senat tagen die ganze Nacht durch. Paris, 1. Jar- uar.( WTB.) Rammer und Senat haben, um die wichtigen Borlagen über die Zufakkredite für das Budgetjahr 1924 und die Bewilligung von zwei Budgetzwölfteln für die Monate Januar und Februar 1925 zu erledigen, die Silvesternacht hin durch bis früh 6 Uhr getagt Die Zusazkredite fahen in Arbetracht der Lebensteuerung für die Beamten eine Beihilfe von 500 Franken vor. Der Senat setzte diese Summe auf 250 Franten herab und wollte auch außerdem noch einen Unterschied zwischen Eisenbahnen, die bei den Staatseijenbahnen und in Elsaß- Lothringen beschäftigt sind, und den Eisenbahnern der Pri. Detgesellschaften machen. Die Kammer hat einstimmig ein derartiges Anfinnen abgelehnt, und der Senat hat, entgegen dem Antrag feiner Finanztommiffion, mit 148 gegen 136 Stimmen gemäß dem Antrage der Regierung und im Sinne der Rammer beschlossen. Es wurde auch ein Gesezentwurf angenommen, durch den die Gründung des Internationalen Instituts für intellektuelle 3u sammenarbeit unter Führung des Bölkerbundes, dessen Gründung die französische Delegation während der Septembertagung des Bölkerbundes in Genf angeboten hatte, erfolgt. Rammer und Senat wurden gegen 6.15 Uhr früh durch ein Defret der Regierung, das Justizminifter Renoult verlas, ge. schlossen. Die ordentliche Tagung 1925 beginnt verfassungsgemäß am zweiten Dienstag im Monat Januar, also am 13. Januar. Politische Attentate. In Paris. In der Westschweiz. In Mazedonien. Paris, 1. Januar.( WTB.) Journal" berichtet, daß in der Nacht auf den Sonnabend der in Paris lebende fpanische Schrift steller Carretero, der unter dem Pseudonym Caballero Audaz schreibt, auf dem Boulevard Hausmann von drei Unbekannten überfallen und mit einem Schlagring verwundet wurde. Die Angreifer feien alsdann geflüchtet. Carretero hat einem Bertreter des Journal" erklärt, dieser Ueberfall sei 48 Stunden nach der Beröffentlichung seines gegen den in Baris anfäffigen spanischen Schriftstellers Blasco Ibanez gerichteten Buchs, betitelt„ Der Romanschriftsteller, der sein Vaterland an den revolutionären Tartarin verfauft hat" erfolgt. Carretero glaubt, daß seine Angreifer spanische Kommunisten sind. Genf, 1. Januar.( TU) Nahe der französisch- schweizerischen Grenze, noch auf schweizerischem Gebiet, wurde die Leiche eines angesehenen Bewohners von Chepenez, namens De ubran, aufgefunden. Er gehörte zu den Freisimmigen. Mehrere Tage vor den Bahlen soll er von tatholisch- tonservativen jungen Beuten in einem Automobil entführt worden sein. Belgrad, 1. Januar.( Ill.) Gestern wurde in U esküb der Romitatschiführer Stojan Misevic von einem Abgesandten der mazedonischen revolutionären Organisation, namens Glentovic, erschossen. Misevic war einer der Organisatoren der Ermordung Alexanders und ist nach Aufdedung dieses Mordes nach Südslawien geflüchtet, wo er sich in die Dienste der Regierung stellte. Er wurde von der mazedonischen revolutionären Organisation zum Tode verurteilt, und dieses Urteil wurde jetzt vollstrect. Ein merkwürdiger bulgarischer Prozeß. Sofia, 1. Januar.( WTB.) In dem Prozeß gegen den früheren Bolizeipräsidenten Brubkin und feinen Gehilfen Stefanoff, die wegen eines Anschlages gegen eine wichtige Eisenbahn brüde angeflagt waren, wurde das Urteil gefällt. Brudfin wurde zu 20 Jahren, Stefanoff zu 15 Jahren Gefängnis ver urteilt. Branting erholt sich. Stocholm, 1. Januar( Eigener Drahtbericht.) In dem schweren Lelden des Ministerpräsidenten Genoffen Hjalmar Branting ist wiederum eine Befferung eingetreten. Man schöpft neue Hoff nung, daß dieser hünenhafte Körper sich doch wieder erholt. Das deutsch- polnische Abkommen über den kleinen Grenzverkehr ift in Danzig unterzeichnet worden. Es faßt alle bisherigen Bestim mungen auf diesem Gebiete zusammen und trifft für einige Buntte eine neue Regelung. Die andere Schicht der Berliner Bevölkerung aber hat keine Berarlassung, in der Silvesternacht Freudenfeste zu feiern. Für sie hat das alte Jahr mit Arbeit geendet und das neue Jahr fängt mit neuer Arbeit an. Sie hat nur ben einen Neujahrswunsch, daß sie auch im neuen Jahre wieder genügend Arbeit finde, damit sie atmen und leben tann. Ueberfall auf die Stationskaffe am Bahnhof Zoo. Ein Gegenstück zu dem Ueberfall in Hermsdorf. Ein schwerer Raubüberfall wurde am Mittwoch nachmittag um 3 Uhr in den Kassenräumen des Bahnhofs Zoologischer Garten entdeckt. Durch Brandgeruch aus dem eigentlichen Raffenraum des Stationsleiters wurden der Pförtner und die Polizeibeamten der Bahnhofswache aufmerksam. Die Feuerwehr wurde alarmiert, eine Echeibe eingeschlagen und durch die Deffnung hindurch drang das Personal ein. In der Nähe des Ofens und des feuersicheren Tresors waren Quittungen und andere Papiere in Brand gesezt worden. Das Feuer wurde rasch gelöscht. In einem Vorraum des Zimmers, in dem der Brand war, fand man den Eisenbahnbetriebsassistenten Münch an Händen und Füßen gefesselt, besinnungslos am Boden liegend vor. Im Munde hatte er einen Knebel, über diesen war quer ein Tuch gebunden. So war es ihm unmöglich gewesen, ben Knebel mit der Zunge aus dem Munde zu stoßen. Sofort wurde Münch zur Rettungsstelle gebracht, wo er fich erholte. Münch wurde sofort vernommen. Er gibt folgendes an: Nach beendeter Dienstzeit ist er von einer Firma, mit der die Eisenbahnverwaltung im Geschäftsverfehr steht, telephonisch angerufen worden. Man bat ihn, doch trotz des Feiertages noch 30 000 Mart auszuzahlen. Das Erscheinen zmeier Herren, die das Geld in Empfang nehmen würden, wurde ihm angefündigt Im 1 Uhr erschienen die beiden. Münch wollte fich noch einmal auf dem Rechnungsbureau betreffs der Summe vergewissern und begab sich an das Telephon, um von dort anzurufen. Während er den Hörer abnahm, erhielt er plötzlich von dem einen der beiden Männer einen Faust schlag vor den Magen, der ihn besinnungslos zu Boden streckte. Erst in dem Vorraum tam er gefesselt wieder zu sich, aber auch nur für kurze Zeit. Der Rauch betäubte ihn wieber. Die 30 000 m. haben die Täter nicht gefunden. Danach haben sie das Feuer in dem Kaffenraum angelegt und sind dann geflüchtet. Folgenschwere Silvesterscherze. Beim Abbrennen von Feuerwertstörpern wurde in der Silvesternacht die 15jährige Ella König aus Nomames, Luisenstr. 21, von einer Ratete in den Hals getroffen. Die Feuergarbe war unmittelbar neben der Schlagader in den Hals gedrungen. Blutüberströmt wurde die Schwerverlegte in das Oberlinfrankenhaus geschafft. Durch ein Fenster der Woh nung des Arbeiters Reichmuth, Kleiftstr. 3 in Nowawes, fam in der Silvesternacht ein Schuß. Glücklicherweise ging das Geschoß an der Familie, die um den Tisch herumfaß, vorbei in die Wand und blieb dort stecken. Da die Wohnung im ersten Stod liegt, ist nicht anzunehmen, daß von der Straße geschossen worden sein tann. Die Untersuchung in dieser Angelegenheit ist im Gange. Biel schwerer und verhängnisvoller lief ein ganz ähnlich liegender Fall in Berlin, im Hause Wrangelstr. 63, ab. Dort hatte sich in der Wohnung des Penfionärs Johann Schröder zur Silvesterfeier auch der 37 Jahre alte Arbeiter Theodor Affelt aus der Reichenberger Str. 95a eingefunden. Gegen 12 Uhr nachts fiel plöglich ein Schuß. Eine Kugel zertrümmerte eine Fensterscheibe des Wohnzimmers, in welchem die Feiernden faßen und drang Affelt in die Brust. Man schaffte den schwer Getroffenen nach der Rettungs. stelle im Görliger Bahnhof, wo der Arzt eine so schwere Verlegung feststellte, daß er die schleunige Ueberführung nach dem Krantenhaus Am Urban veranlaßte. Nach den bisherigen Ermittlungen scheint es sich um Fahrlässigkeit zu handeln. Der Schuß ist vermutlich aus dem gegenüberliegenden Hause Nr. 71 abgegeben worden, doch konnte der Täter noch nicht ermittelt werden. Was macht Herr Dr. Hölscher? Es war am 11. Dezember d. J., gerade in den Tagen, in denen Prozeß und den Prozeß des Reichspräsidenten richtete, als wir über das Interesse der Deffentlichkeit sich besonders auf den Haarmann die Berhaftung eines Dr. jur. E. Hölscher in Zehlendorf berichteten, der in einen Aftienschwindet, verwidelt war. Ucber dem Haarmann- Prozeß, dem Weihnachtsfest, der Spritztour des Spritdirektors Hermann Weber nach ber Tschechoslowakei und der Verhaftung von Bater und Söhnen Kutister ist die Affäre des Herrn Höischer in Vergessenheit geroten, und wenn fie natürlich auch weiter bearbeitet wird, so wäre es doch sehr schade, wenn der Deffentlichkeit weitere Mitteilungen über bie Persönlichkeit des Herrn Dr. jur. Hölicher, angeblich Staatsanwalt a. D., Hof- und Staatsrat, Aufsichtsrat von 40 Gesellschaften und Mitglied der Deutschen Gesell fchaft von 1914 noch lange vorenthalten werden sollten. Betanntlich geschah die Verhaftung Hölschers wegen Betruges und Urkunden fälschung und des schweren Verdachtes des Meineids und der Verleitung zum Meineid. Hölscher soll in Zehlendorf engste persönliche Beziehungen zu egiremen Nationalisten haben. Ein Bruder Hölschers, Universitätspro. feffor und Defan einer westdeutschen Universität, weilt bereits seit der Berhaftung feines Bruders ununterbrochen in Berlin. Man sieht also, Herr Dr. jur. Hölscher ist eine Bersönlichkeit, über die die Deffentlichkeit nicht nur Interessantes hören wird. sondern auch sehr bold hören möchte Bollkommen still und stumm ift es auch von dem famosen Willi Bruß geworden, dem Inhaber der Deutschool. tischen Bant in Wilmersdorf. der bereits vor rund vier Monaten verhaftet wurde, weil er das Vertrauen feiner völkischen Bantfunden in der schwersten Weise getäuscht haben foll. Es wäre auch hier fehr wertvoll, bald zu erfahren, wie fich võitisánationaler Ebelgeist in der Praxis bewährt hat. Die Polizei in der Neujahrsnacht. Der Silvesterabend und die Nacht zum Neujahrstag sind im allgemeinen ruhig verlaufen. Von den 253[ istierten Ber sonen sind nur acht dem Bolizeipräsidium eingelie fert worden, darunter eine weibliche, während die übrigen nach Feststellung ihrer Personalien wieder entlassen werden fonnten. Bon den Sistierten waren u. a. 90 wegen groben Unfugs, 54 megen Schlägerei, 31 wegen Trunfenheit, 17 wegen Sachbeschädigung, 9 wegen Körperverlegung, 8 wegen Diebstahls, 6 wegen Haus. friedensbruchs, 7 megen tätlicher Beleidigung, 50 wegen Bech prellerei, wegen Verunrein gung der Straßen usw. zur Bache gebracht worden. Die Ueberfalltommandos sind wohl in zahlreichen Fällen wegen der Schlägereien in Schanflotalen und cuf der Straße alarmiert worden, doch waren die Beteiligten bei Auch viele Eintreffen der Polizeibeamten bereits verschwunden. Unfälle im Straßenverkehr wurden gemeldet, die aber meist glimpflich verlaufen sind. Durch das Abbrennen von Feuer. werksförpern find viele Brände entstanden, die aber auch keinen größeren Umfang angenommen haben. Theater. Komödienhaus:„ Der Floh im Ohr." Diefer alte Schwant von Georges Feydeau verfehlte nicht, die schuldige SilvesterStimmung zu erzeugen Ein echter deutscher Mann mag teinen Franzen leiden, doch ihre Schwänte hört er gern", tönnte man frei nach Goethe fagen. Ein wenig Ehebruch und ein Erfledliches an Verwechslung. Der Himmel bewahre alle Liebespaare vor dem Hotel Bum zärtlichen Rater". Der Schwant steht und fällt mit der Doppelrolle des Herrn Chandebise und des Hausdieners Poque. Was darin Ralph Arthur Roberts leistet, ist virtuos in verblüffender Verwandlungsfähigkeit und plöglicher Umftellung. Kein Wunder, daß sich das Haus an feiner Komit immer mehr erwärmte. Doch auch die anderen Rollen befanden sich in besten Händen. Ein jovialer Kammerdiener Adolf Kurth, ein Kerl von einem Absteige- Quartiermeister Philipp Manning, ein furiofer Spanier Alfred Haase, ein weltmännischer Doktor Ernst Karchow, ein Sprechübel Hans Herrmann und so fort. Das frauliche Element war in Hilde Hildebrand als entzückende Frau Chandebise, in Maly Delschaft als Spanierin, und für die anderen Rollen in Jenny Marba, Frieda Lehndorff und Eva Klein Donath gut vertreten. „ Rosa Altschul" im Residenztheater. Beda und Hans Kottow haben Don dem unverwüstlichen Poffenstoff des fleinen jüdischen Provinzfamilien- und Geschäftslebens in der böhmischmährischen Hinterwelt wieder ein paar Meter abgeschnitten und damit die bewährten Figuren diefes Spezialtheaters effektvoll net: befleidet. Sie spielen alle glänzend, am vortrefflichsten jüdeln und agieren Gisela Berbezirt und Karl Ettlinger, womit aber die Mitspieler Beineswegs herabgesetzt werden sollen. Man tam aus dem Lachen, besonders über den weiblichen Haupttomiter, nicht heraus und da auch ein Schuß Rührung nicht fehlt, wird Rosa Altschul auch in Berlin, Blumenstraße, reüssieren zu Gesund bis 120 Aufführungen. b.... n. Gewerkschaftsbewegung Mitteldeutsche Bergarbeiterkonferenz. Ablehnung des Schiedsspruchs. Halle, 1. Januar.( Eigener Drahtbericht.) In Halle tagte am Neujahrstag eine Bergarbeiterfonferenz, drie zu dem am 29. Dezember gefällten Schiedsspruch für den mittels deutschen Bergbau Stellung nehmen sollte. Bekanntlich hatte dieser ausgebessert", dafür aber die zwölfftündige Arbeitszeit Schiedsspruch die elenden Löhne der Bergarbeiter um ganze 4 Proz. durch Schiedsspruch festgelegt. Ein Bertreter des Bergarbeiterver bandes erstattete den Bericht. Die Bersammlung sprach sich dahin aus, daß es eine Schmach sei, wenn das Reichsarbeitsministerium in völliger Berfennung tatsächlicher Verhältnisse den Bergarbeitern, die oftmals piele Wegftunden zu ihrer Arbeits. ftelle zu gehen haben, das Gflavenjoch des Zwölfftundentages auferlegt. Auch die 2ohnpolitik fei ein Standal. Der Schieds spruch bedeute daher tatsächlich eine Stärkung des Machtdünkels der Bergherren mit amtlicher Hilfe. Die Konferenz, die durch feinen Mißflang gestört wurde, befchloß einmütig nachstehende Ent fchließung: Die am 1. Januar in Halle tagende Konferenz der Funktionäre fämtlicher am mitteldeutschen Braunkohlentorif beteiligten gemertschaftlichen Organisationen fommt nach reiflicher Beratung zu dem Ergebnis, daß der am 29. Dezember 1924 gefällte Schiedsspruch nicht angenommen werden kann. Der Schiedsspruch hat eine Reihe mesentlicher Forderungen der Arbeiter unberücksichtigt nelaffen. Die enge Berbindung des Mehrarbeitsschiedsspruchs mit dem Manteltarifvertrag hebt die im Manteltarifvertrag grundsählich festgelegte achtstündige Schichtzeit in der Praxis tatsächlich wieder auf. Befon. ders muß betont werden, daß die Konferenz sich mit aller Entschieden. heit gegen das von den Unternehmern immer wieder geforderie Zweifchichtensystem im Bergbau wendet. Die freigewertschaftlich organisierte Arbeiterschaft hat sich notwendigen wirtschaftlichen Erfordernissen gegenüber nie ablehnend verhalten. Es ist daher unverständlich, daß auch diesmal wieder, unter Brüstierung des Willens der Bergarbeiter, die zehnftündige Arbeitszeit und zwölfftündige Schichtzeit im Schiedsspruch festgelegt wurde. Aber auch die Lohnerhöhung ab 1. Januar muß als gänzlich ungenügend angesehen werden. Gleichfalls wendet sich die Konferenz gegen die im Schiedsspruch weiter verfolate Santtionierung der völlig ungerechtfertigten Die Organisationslet. Klassifizierung der Kern- und Rondreviere. tungen werden beauftragt, bei den Verhandlungen über die Verbindlichkeitserklärung nochmals die Forderungen der Arbeiter zu ergibt, foll fofort in einer weiteren Konferenz der Belegschaftsver. vertreten. Falls sich daraus die Notwendigkeit neuer Beratungen treter über das Ergebnis Beschluß gefaßt werden." Zunahme der unterstützten Erwerbslosen. In der Zeit von Anfang bis Mitte Dezember hat die Zahl der Hauptunterstüßungsempfänger in der Erwerbslosenfürsorge von 437 000 auf 458 000, d. h. um rund 5 Proz. zu genommen. Die Bunchme erstreckt sich verhältnismäßig ziemlich gleichmäßig auf männliche und weibliche Hauptunterstützungs empfänger. Die Zahl der Zuschlagsempfänger( unterstützungsberech tigten Angehörigen von Hauptunterstüßungsempfängern) ist von 572 000 auf 606 000 gestiegen. Die Entwicklung entspricht im ganzen der Jahreszeit. 4 Berantwortlich für Bolitit: Ernst Reuter; Wirtschaft i. B.: 3. Steiners Gemerfichaftsbewegung: Friedr. Eglorn; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lotales und Sonstiges: Fris Karstadt: Anzeigen: Sh. Glode. fämilia in Berlin. Berlag: Borwärts.Berlag G. m. b. 5.. Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruderei und Berlaasanftalt Baul Ginger u. Co. Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. M. SCHULMEISTER Hochbahnstation Kottbuser Tor MSchulmeister HERVER Knaben Kleidung elbuber Tor 3 billige Tage vom 2. bis 5. Januar in Herren-, Jünglings- u. Knaben- Kleidung Besichtigung meiner Schaufenster erbeten DER SCHUHHOF ab Montag, den 5. Januar 1925 Inventur- Ausverkauf Theater, Lichtspiele usw. Staats- Theater Kleines Th. Opernhaus 8 Uhr; DenBarbier ved Bagdad Opernbaus 8 Uhr: Eine Frau onne am Königsplatz Bedeutung 7: Die Bohème Schauspielhaus 7 Wallenst. Lager Die Piccolomini Schiller Theater Deutsch. Künstlertheat. 1/ 28Uhr: 3.Gastspiel des Moskauer Künstlertheatere: Die Brüder Karamazoff Lustspielhaus 8 Uhr: Guida Thisischer D. wahre Jakob Operettenhaus am Schiffbauerdamm 8 Uhr: von Oskar WM de Die vertauschte Frau Triesch, Rarif, Sandrock Wallner- Theat. 8 Uhr: : Das Konzert Trianon- Th. Pelleas and Melisande Gr. Volksoper 71½ Uhr Zar u. Zimmermann Volksbühne & Uhr: Papa Erika Glässner Th. im Admiralspalast 21. Woche Täglich 8 Uhr: Die größte 2 U Don Carlos Jul. Falkenstein Revue der Welt: 66 T½ Schluck u Jau Erich Kaiser- Tiz Noch und Noch" Deutsch. Theater 8 Uhr 1913" 29 Sonnt. nachm.34U. Die ganze Vorst. Kammerspiele Rammer- 6per zu haiben Preis. 8 Urtr Bie tote Tante und andere Begebenheiten Dje Komödie Rafürstendamm 206/207 8 Uhr Sechs Personen suchen ainen Autor Fazafar. d. Königgrätzer Str. SU.: Der Tokaler Komödienhaus 8: Der Floh im Ohr Lützowstr. 112. an der Floffwellstraße Fagl.8U: Rokoko II. Rang 1 M. Kom Op.x.Preh.- Hodermann Central Theater Ein Spiel mit dem Teufel Musik. Buri. v. P. Lordmann Wohl zu ruhen, Herr Bachbar! Kom. Op. v. Poise Karten 5, 4, 3, 2 M. inkl. Garderobe and Progr Berifner Theater SCALA 7.30 Uhr. Annellese v. Dessau & Uhr: Tägl.& Unr: Lessing- Theater VarietéD. Widerspenstigen Revue! Zahmang sispiel von Shakespeare Maria Carsten, Theodor Becker, Bonn, Schlegel mit Winstons TauchSensation! Rose- Theater Sonntag 3.80 zu &: Milchmädchen von Schöneberg halben Preis, das velie Programm! 7 Uhr: Die versunk. Glocke Deuts Opernhaus 71: Der fliegend. 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