Abendausgabe Nr.742. Jahrgang Ausgabe B Nr. 3 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreife find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel- Adresse: Sozialdemokrat Berlin 5 Goldpfennig 5. Januar 1925 Vorwärts= Berliner Volksblatt Berlag und Anzeigenabteilung: Geschäftszeit 9-5 Uhs Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin SW. 68. Cindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Deutschnationale und Reichsregierung Geldvermittler und Reichsinſtitute Ill meldet: Krach in Preußen, dann Unterstügung im Reich Die beiden der Deutschnationalen Volkspartel naheftehenden Bersönlichkeiten, die der Kanzler gestern außer den Abgeordneten Leicht und Bredt zwed's Bildung eines überparteilichen Kabinetts empfang, waren Ministerialdirektor a. D. Neuhaus und Bizepräsident v. Aries. Diesem wurde das Junenminifterium, jenem das Wirtschaftsministerium angeboten. v. Aries und Neuhaus haben dem Reichskanzler zugesagt, ihre Antwort bis heute nachmittag zu übermitteln. Sie werden die Antwort im Einvernehmen mit der Deutsch nationalen Boltspartei formulieren und sie wird im wesentlichen davon abhängen, ob auf Grund der Haltung der preußischen 3entrumsfraktion mit einer Teilnahme der Deutschnationalen an der fünftigen preußischen Regierung gerechnet werden tann. Dem früheren Juftizminister Emminger( Bayer. Boltsp.) wurde angeboten, in das überparteiliche Reichskabinett als Justizminister einzutreten. Neuhaus war früher Ministerialdirektor im preußischen Handelsministerium, ist aber ausgeschieden, da er sich weigerte, den Eid auf die Verfassung zu leisten. Wird er das Bersäumte nachholen, wenn er Reichsminister werden fann? Und wird man solchem Eid Glauben schenken dürfen? Die Germania" nennt die Beauftragung des Reichsfanzlers Marr mit der Bildung einer überparteilichen Regierung ironisch die vorauszusehende Drehung im Kreise, die uns hätte erspart werden fönnen, wenn nicht vermeintliche tattische Schlauheiten über politische Grundfäge gefiegt hätten". Das überparteiliche Ministerium bedeute feine Lösung der Krise, sondern mur eine Ber tag ung. Eine Beruhigung trete nicht ein. Das Zentrum, bas die offene Rechtstoalition abgelehnt habe, werde seine Hand auch nicht zu einem verschleierten Rechts blod reichen. Das sei der springende Bunti In der Deutschnationalen Partei hat wieder einmal der Schachergeist den Sieg davongetragen. So mohl Deutsche Tageszeitung" mie Kreuz- Zeitung" versichern mit der größten Offenheit, daß ihnen die Bildung der Reichs regierung und die Außenpolitik des Reiches ganz gleichgültig sei, wenn man nur in Preußen an die Stelle Brauns und Severings deutschnationale Statthalter der Reaktion und der Monarchie feze. Man muß das wörtlich genießen. So schreibt die Deutsche Tageszeitung": burch deutschynationale Fliden verstärken will, ohne auch nur wenig flens in Preußen, wo die Entscheidung ohnehin brängt, eine flare und feste Soalition mit den Deutschnationalen herzustellen, dann wird man diesen ben Berdacht nicht verbenten fönnen, daß man fie nur zunächst im Reich als Dedung für die Mißerfolge ber auswärtigen Bolitif benutzen, im übrigen aber sich um die natürlichen Folgerungen aus dem Wahlergebnis vom 7. Dezember herummanöverieren möchte. Daß sie sich, zumal nach den trüben Erfahrungen Dom vorigen Oftober, bazu nicht hergeben wollen, erscheint eigentlich selbstverständlich. Das Angebot ist nicht mißzuverstehen. Wenn man der Deutschnationalen Volkspartei Breußen überliefert, ist sie bereit, die Mißerfolge" der deutschen Außenpolitik mit ihrem Namen zu decken. Geschäft ist Geschäft. Zum Abschluß eines Geschäfts gehören allerdings mehr als ein Partner. Die Landtagsfraktion der Deutschen Boltsals ein Partner. Die Landtagsfraktion der Deutschen Boltspartei hat es in ihrer gestrigen ausgedehnten Sizung vermieden, zu der Klärung der Situation in Preußen eindeutig Stellung zu nehmen. Ein Beschluß des 3entrums steht noch aus. Man darf neugierig sein, was diese Parteien zu dem ehrenwerten Angebot der Deutschnationalen sagen werden. Volkspartei und Preußen. Manöver auf Kosten Bon S. Aufhäuser. Seif Einführung der Rentenmart haben sich in der Sozialversicherung, besonders bei der Reichsversiche= rungsanstalt für Angestellte bedeutende Rapitals ansammlungen vollzogen, so daß dieses Institut schon seit einigen Monaten den besonderen Anziehungspunft treditbedürftiger Stellen und Firmen bildet. Ob die Verteilung der gemährten erheblichen Darlehen dem Charakter einer sozialen Anstalt gerecht wird, läßt sich erst beurteilen, wenn eine Uebersicht gegeben ist, welche Summen für Wohnungsbau, für Genossenschaften, Kommunen usw. ausgeliehen wurden und in welchem Umfang die Kredite den privaten Industriebetrieben zugeflossen sind. Immerhin muß schon heute bemängelt werden, daß die k re= dit gewährung an Industrielle an feinerlei foziale Bedingungen geknüpft wird. Ob die mit den Beitragsgeldern von Angestellten sanierte Firma ihre Belegschaften entlassen oder behalten hat, ob sie ihre Betriebsräte maßregelt, ob sie durch Ueberstundenarbeit das Heer der Arbeitslosen vermehrt, und wie immer sonst die sozialen Berhältnisse liegen, ist belanglos. Die Kreditgewährung erfolgt ohne jede Mitwirkung und Anhörung der Betriebsvertretungen wie der Gewerkschaften. Diefe Kredite zeugen auch nen einer Großzügigkeit der Instanzen der Rf., wie man sie leider bei der Renten= Die Landtagsfraktion der Deutschen Boltsgemährung und im sonstigen Berkehr mit den Versicher partei hielt, wie gemeldet wird, gestern ihre erste Fraktions- ten der Anstalt ganz und gar nicht feststellen kann. figung nach Weihnachten ab. Die Fraktion war vollzählig verDiese völlige unzulängliche Regelung des Kreditverkehrs treten. Auch eine große Anzahl von Mitgliedern der Reichsriums entgangen zu sein scheint, hat offenbar die privaten der RFA., die bisher dem Interesse des Reichsarbeitsministe tagsfrattion wohnte der Sizung bei, darunter die Abgeord Geldschieber ermutigt, fich als ugnießer der von den neten Dr. Scholz, Kempfes, v. Kardorff, Curtius, Morath, Hepp. Bersicherten mühsam aufgebrachten Gelber bei DarlehnsgeIm Laufe der Beratungen erschien auch der Reichsaußenminister währungen der Angestelltenversicherung mit einzuschalten. So Stresemann. Der Borsigende der Preußenfraktion, v. Campe, ift fürzlich einer Stadtverwaltung von einem jener erstattete zunächst ein längeres Referat über die politische Lage und über die Frage der Kabinettsneubildung. Nach ihm nahm das Wort profitlichen Gelbvermittler folgendes Angebot zugegangen: der preußische Finanzminister Dr. n. Richter. Auch Kultus.Sehr geehrter Herr Bürgermeister! minister Dr. Boelig nahm on der Gigung teil. Die sich anschließende sehr eingehende Aussprache, die nachmittags um 4 Uhr begonnen hatte, erreichte erft um 8 Uhr abends ihr Ende. Es wird von der Fraftion das folgende offizielle Rommuniqué ausgegeben: Die Landtagsfraktion der Deutschen Boltspartei hat in ihrer heutigen Sigung die politischen Fragen beraten und feinerlei Ber anlaffung gefunden, ihren in ihrer ersten Entschließung vom 18. De. zember 1924 vertretenen Standpunkt zu ändern, wonach sie ihre Bolitit im engsten Einvernehmen mit der Reichstags frattion zu führen gemillt ist. Im Verlauf der Debatte tonnte wieder einmal die volle Einmütigkeit der Fraktion festgestellt Und wenn man in dieser Situation die Reichsregierung werden. Ich gestatte mir, Ihnen folgendes erg. zu unterbreiten. Ich institut, das feine überschüssigen Gelber mündelsicher anlegen will, habe fehr gute Beziehungen zu einem feriöfen Reichs. permitteln. Der Stadt ledermünde habe ich fürzlich 300 000 und bin in der Lage, erststellige Hypotheken prompt und schnell zu Mart besorgt umb Demmin betommt in diesen Tagen Million ausgezahlt. beliehen werden, so frage ich erg. an, ob auch dort das Bedürfnis Da mit Borliebe Kommunen mit Waldbesig zurzeit nach einer Hypothet vorliegt und ob Sie geneigt find, mir Ihren geschätzten Auftrag zu erteilen. Die Bedingungen sind äußerst günstige: 8 Proz. Zinsen per anno, 1 ẞroz. einmaliger Berwaltungskostenbeitrag somie Auszahlung des Kapitals mit 94 bis 95 Proz. je nachdem wie der Verwendungszweck sein soll; Geld, welches für Bauzwee testimmt ist, zumal wenn ein größerer Teil der zu bauenden Wohnungen für Angestellte bestimmt ist, wird besonders günstig gegeben. Es kommen also für das erste Jahr 15 Broz. in Frage, von zweiten Jahre ab nur 8 Proz. Die Darlehen werden zurzeit 3 Jahre feft gegeben, Forstbesig wird bis zu 33 Braz. befiehen und werden in den einzelnen Fällen bis zu 1 Million gegeben, eventl. auch mehr. pother find 2 Broz. Vermittlungsgebühr an mich zu zahlen. IrgendNach erfolgreichem Abschluß und nach Auszahlung der Hywelde Borschüsse hieraus werden nicht gefordert, ebenso haben Sie teinerlei Unkosten zu zahlen an mich, wenn das Gesuch abgelehnt wird. Sollten Sie, sehr geehrter Herr Bürgermeister, bereit sein, auch ein Darlehen zu obigen Bedingungen aufzunehmen, so bitte ich um Ihren geschäßten Auftrag. Ich verbürge mich für sicheren Erfolg, wenn Sie den Auftrag nach meiner Anweisung einreichen und die erforderlichen Unterlagen beibringen. Die ganze Sache geht in seriöser, vornehmer Weise vor sich. in Demmin und Bürgermeister Biewiß in ledermünde. Mit Als Referenz gebe vorläufig an: Bürgermeister Dr. Münter sprechen ist nicht erforderlich. Dauer bis zur Auszahlung 3 bis weiteren 6 Städten schweben Verhandlungen. Persönliches Vorfpreden ist nicht erforderlich. Douer bis zur Auszahlung 3 bis Ich stelle mich Ihnen mit Rat und Tat zur Verfügung und zeichne hochachtungsve cell und Bromley bereits Erklärungen über ihre Auffaffung Die Tagung der Internationale. und das Ergebnis der Reise gemacht, die in der kommunistischen Genfer Protokoll- Purcell- Achtstundentag. Bresse start ausgeschlachtet werden. Er, Bandervelde, beabsichtige Brüffel, 5. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Das Bureau der im Augenblid nicht, die Ansichten der Delegation über die wirtSozialistischen Arbeiterinternationale diskutierte am Sonnabend vor schaftliche Lage Rußlands zu diskutieren. Aber manche Erklärunmittag über das Genfer Protokoll und den interalliierten Garantiegen, die von der Delegation insgesamt oder von einzelnen ihrer mit vertrag. Die Debatte gestaltete sich im wesentlichen zu einer Ausglieder abgegeben worden seien, hätten rein politischen Chaeinandersetzung zwischen den Franzosen und Engländern. BI u in rafter. Sie fönnten darum nicht ausschließlich vom Standpunkt ( Frankreich) erklärte, daß den Franzosen die Haltung der Eng- der Gewerkschaftsinternationale betrachtet werden, zumal sie in der länder unverständlich sei. In Genf wäre das Protokoll in Wirkung schlimme politische Folgen haben könnten. So behauptet vollem Einvernehmen der französischen und englischen Regierung die Delegation z. B., daß in Rußland volle Kulturfreiheit abgefaßt worden. Frankreich habe sofort unterzeichnet, während bestehe, ohne aber auch nur ein Wort von dem Koalitions meber die Arbeiterregierung noch später das fonservative Kabinett recht zu sagen. Bromley habe ferner in einer Versammlung in das gleiche getan hätten. Anscheinend sei selbst die englische Ar Tiflis gefagt, daß die bolichemistische Herrschaft in Georgien den beiterpartei nicht sehr für das Genfer Protokoll. Frankreich Wünschen des georgischen Boltes entspreche. Bandervelde fuhr beabsichtige jedenfalls, das in Genf gegebene Wort einzulösen. Sollte dann fort: Wie können derartige Erklärungen eines Mitgliedes der das Genfer Protokoll von den anderen Regierungen nicht ratifiziert Labour Party ohne heftigen Protest der georgischen Sozia werden, dann müsse Frankreich auf einen Garantievertrag liften und der Internationale, der sie angehören, bleiben?" bestehen. Falls ein solcher Vertrag an dem Widerstand Englands Er überläßt es schließlich den anwesenden Mitgliedern der Amster. scheitere, würde Frankreich wahrscheinlich mit einzelnen Ländern damer Gewerkschaftsinternationale, sich darüber zu entscheiden, ob Sonderverträge zum 3wcd seiner und ihrer Sicherheit ab- die von ihm angeschnittene Frage bereits jetzt oder in einer späteren schließen. Wedgwood( England) antwortete, daß der Garan Sigung debattiert werden solle. In diesem Zusammenhange erklärte bedroht und wünsche auch nicht, im Interesse anderer Länder gesichts der bösen Erfahrungen mit einer„ Einheitsfront", wie fie tievertrag in England unpopulär fei. England fühle sich nicht Bandervelde ferner, daß er es für seine Pflicht gehalten habe, anmieder in den Krieg hineingezogen zu werden. Auch die englische von den Bolschemisten aufgefaßt wird und wie sie heute auf gewerkFlotte dürfte sich niemals wieder an einer Blodade im Inter- schaftliches Gebiet übertragen werden soll, feine Sorge auszusprechen. effe eines triegführenden Landes beteiligen. Vor allem sei die Ar- Bei den engen Beziehungen zwischen der Amsterdamer Internatiobeiterpartei dagegen, daß England in einem neuen Krieg den inter- nale und der Arbeiterinternationale tönne ein Angriff auf eine dieser nationalen Bolizisten spiele. Wenn das aber schon notwendig Organisationen von der anderen nicht gleichgültig hingenommen wer fei, dann müßten wenigstens zwei Schußleute, und zwar England ben. Die gemeinsamen Interessen würden am besten verteidigt durch und Amerita, vorhanden sein.- Borsigender Bander die Einheitsfront zwischen den Gewerkschaften und den Arbeiter. pelde( Belgien) beendete schließlich die Debatte mit dem Hinweis, parteien. 3o ubaug antwortete im Namen des Borstandes der daß die Frage der Ratifitation des Genfer Protokolls und der Ga- Gewertschaftsinternationale, die für die Haltung der englischen Delerantieverträge bei anderer Gelegenheit nochmals gründ. gation teineswegs verantwortlich sei. Der Vorstand des licher durchgesprochen werden müffe als jetzt möglich sei. Sunächst 36B. beabsichtige doch zunächst die Angelegenheit unter sich zu bewirklich gemeinnügigen Zweden, nämlich den Stadtwürden die intereffierten Länder versuchen müssen, zu einer ein- sprechen, ehe eine gemeinsame Beschlußfassung mit der Arbeiterheitlichen Stellungnahme zu gelangen. internationale erfolge. Im übrigen sei das heute unmöglich, da Die erwartete englische Delegation nicht eingetroffen sei. Die Amsterdamer Internationale sei sich jedoch bereits jetzt durchaus flar über den Wert und Charakter einer angeblichen Einheitsfront, mie fie von den Bolschewisten propagiert wird. Im Anschluß an Diese Erklärung wird die eigentliche Debatte über den Achtstundentag fortgesetzt. Am Nachmittag folgte die gemeinsame Sigung des Internationalen Bureaus mit dem Vorstand der Amsterdamer Gewerkschaftsinternationale, die die Genoffen Oudegeest, Jouhaug. Sassenbach und Mertens entsandt hatte. Die englische Dele gation, darunter Purcell, hatte wegen schmeren Sturms im Hermeltanal nicht reisen fönnen. Einleitend wurde die Nacht. arbeit im Bädergewerbe besprochen. Vandervelde gab zu diesem Bunft der Tagesordnung, an den sich gleichzeitig eine Beratung über den Acht stundentag fnüpfte, im Namen hes internationalen sozialistischen Bureaus eine Erklärung, in der er ausführte, daß er diese Gelegenheit der Zusammenkunft unmöglich porübergehen lassen könne, ohne die schwere Sorge über die Haltung der englischen Gemertschaftsbelegation in Rußland zum Ausdrud zu bringen. Der Bericht diefer Kom miffion sei zwar noch nicht veröffentlicht. Immerhin hätten Pur Raditsch verhaftet. mittag aus Zagreb eingetroffenen Meldung wurde der Führer der Budapest, 5. Jauar.( Ung. Korr.-B.) Nach einer heute Kroatischen Bauernpartei, Stefan Raditsch, heute vormiffag verhaftet. Raditich wurde im Hause seines Schwagers Keffufich in einem durch eine Doppelmauer abgegrenzten Raume aufgefunden, in dem fich auch ein geheimes Archiv befand. 4 Wochen. gez. H. Milde brath, Oberförster a. D. Nach dem Brieftopf betreibt Mildebrath eine Nutzholzhandlung in Jahnid i. P. Also nicht genug, daß große Summen der Angestelltenversicherung rein privaten Firmen zugeführt werden, wird bei denjenigen Krediten, die verwaltungen zugute tommen sollen, ein unerhörter Gebühren mucher von Gelbvermittlern betrieben. Eine Stadt, die auf solche Weise zum Beispiel von der Angestelltenperficherung eine Million entleiht, bezahlt an den Bermittler Mildebrath minbestens 20 000 m. ermittlungsgebühr! Die Gemeinden, denen Mittel fehlen, um ihre Arbeitslosen zu unterstützen, werfen hier Zehntausende von Mart den Parasiten der Bolfswirtschaft in den Hals. Der ohnungsbau, der mit Darlehen der Sozialversicherung gefördert und erleichtert werden soll, wird ohne jeden 3 wang perteuert, um das Schiebertum zu bereichern. Diese Zustände find unerträglich. Das Präsidium der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte hat dem Af- Bund auf die Unterbreitung dieser Fälle ausdrüdlich erklärt, | daß bei der Hingabe von Darlehen an Gemeinden und zu so mehr, als das Aufsichtsrecht des Staates und das Kontrollrecht des Breußischen Landtags sich im allgemeinen nur auf den Etat der See. handlung bezieht, also im wesentlichen nur auf die von vornherein feststehenden Pofitionen hinsichtlich der Ausgaben und Einnahmen." Die Frankfurter Zeitung" fommt am Schluß eines Artikels, der die Ueberschrift:„ Das Jena der Staatsbant" trägt, zu folgender Forderung: bar bevor. Weiterhin ist auch der im Sefretariat des Barmet Ronzerns beschäftigte Herr Lewy aus der Haft entlassen worden. Es ist damit zu rechnen, daß auch noch andere führende Perfönlichkeiten der Einzelunternehmungen des Riesenkonzerns sehr bald wieder auf freien Fuß gesezt werden, da sich immer mehr ergibt, daß die Leiter der Banten und der Industrieunternehmungen, die dem Barmat- Konzern angegliedert waren, zum größten Teil nichts mit den Kreditgeschäften zu tun hatten, die von den Barmats, Ministerialdirektor Kaz und Geheimrat Hellwig getätigt wurden. Diese genannten Herren werden vorläufig weiter ver. nommen und sind auch am gestrigen Sonntag vom Bernehmungs. richter über zahlreiche Fragen ihrer Geschäftsverbindung mit der Staatsbant gehört worden. Die Untersuchung erstreckt sich immer mehr darauf, ob die zur Dedung der Kredite hergegebenen Effektent und Wechsel als vollwertig anerkannt werden können. gemeinnügigen 3weden jede private Bermittler.| Rotenbanken der Fall ist, ist notmenbig. Dies um fo] des Verfahrens gegen Direktor Lichtenftein Hehe ebenfalls unmitte tätigteit ausgeschaltet ist und auch Mildebrath bei der Reichsversicherungsanstalt nie als Vermittler aufgetreten fet. Es wird aber gleichzeitig bestätigt, daß die von Milde brath genannten Städte tatsächlich von der Angestelltenver ficherung die erwähnten Kredite erhalten haben. Diese eingehenden Kenntnisse des M. über die Einzelheiten des Geldverkehrs der Reichsversicherungsanftalt für Angestellte müssen bedenklich stimmen, und es wäre zu wünschen, daß die vom ,, Wahrscheinlich gibt es nur zwei Möglichkeiten, nämlich daß Präsidenten der RFA. eingeleiteten Schritte eine restlose Auf- entweder die Staatsbank zurückkehrt zu ihrem ursprüngflärung bringen, melcher Art die sehr guten Belichen Arbeitskreis, zu ihrer Tätigkeit als Geldausgleichs. ziehungen zu einem feriösen Reichsinstitut" ftelle innerhalb des gesamtpreußischen bzw. gesamtdeutschen Bant find. Entweder hat irgendeine Stelle der Reichsversicherungs- wesens, oder daß ihre Generaldirektion durchsetzt wird mit anstalt entgegen den Anweisungen ihres Präsidiums eine unPrivatbankwesen und im Milieu der gewerblichen Pragis genau zulässige Berbindung zum Herrn Oberförster Mildebrath ge bewanderten Personen. Beides find widersprechende Mög bemanderien Personen. Beides find widersprechende Mög habt oder Herr m. hat mit seinen Rundschreiben die Kom feiten, voll von Problemen, die noch besondere Behandlung ermunen irregeführt. In jedem Fall ist eine strenge Unterfahren müssen. Aber es ist sehr bedauerlich, daß erst ein Jena fuchung am Blaze, die im Intereffe des Ansehens der Reichs über die Staatsbant hereinbrechen mußte, um das nerficherungsanstalt nicht von ihr selbst, sondern von einer zu zeigen. An der Erholung nach dem Jena im öffentlichen Bant durch das Reichsarbeitsministerium zu berufenden Koms mission geführt werden müßte. Wenn die Deffentlichkeit wefen braucht man indeffen auch hier nicht zu verzweifeln." cine Beruhigung erfahren soll, dürften die Gewerkschaftsver bände wie die Bertretungen der Kommunen von der Teil nahme an dieser Untersuchung nicht ferngehalten werden. Wenn einzelne Kommunen bisher statt des unmittelbaren Berkehrs mit der Reichsversicherungsanstalt überhaupt derartige Vermittler zugelassen haben sollten, so märe eine solche Haltung nur aus der Tatsache heraus erklärlich, daß direfte Anträge von der Rf2. mit unglaublich bureaufratisch gehaltenen Schreiben furzerhand abgelehnf murden. Es märe für den Deutschen Städtetag eine dankens merte Aufgabe, für die Erleichterung in der Kreditbeschaffung der Gemeinden zentrale Einrichtungen zu treffen. Zunächst gilt es, Sicherungen zu schaffen, um den hier berichteten Gelbvermittlungswucher mit dem Kapital der Sozialversiches rung ein für allemal zu unterbinden. Die Krise der Staatsbank. Greift die Regierung ein? Die Sensationsnachrichten über den Fall Staatsbant: Kutister und Staatsbant- Barmat haben sich ausgetobt, nach dem durch das Eingreifen des preußischen Ministeriums der Mißbrauch privater und halbamtlicher Informationen unterbunden worden ist. Die ernsthafte Wirtschaftskritik beginnt fich mit den Zusammenhängen zu beschäftigen und arbeitet scharf heraus, worum es sich handelt: um das Eindringen der Seehandlung in einen Geschäftsfreis, der nicht im Bereiche der Wirksamkeit einer behördlich eingestellten Banforganisation des Staates liegen sollte, und um das völlige Versagen der Organisation und Beamten der Seehandlung. Die Kritik ist sich einig in dem Punkte, daß der bisherige Zustand nicht haltbar ist. Die Mittel, die sie zur Abhilfe vorschlägt, find einerseits feste Begrenzung des Geschäftskreises, ondererseits Verbesserung der Organisation. In einem Artifel der„ Germania" heißt es: Die preußische Regierung hat bisher die Deffentlichkeit im umflaren darüber gelassen, melche Schritte sie zu ergreifen gedenkt, und ob sie gegen das Direktorium disziplinarisch vorgeht. Staatsbank und Spielschulden. Das Montagblatt des Lokal- Anzeiger" veröffentlicht folgende interessante Zuschrift von Herrn Dr. R. v. Burchard, dem Sohn eines früheren Präsidenten der Seehandlung: Im Hinblick auf die aufsehenerregenden Vorgänge in der Breußischen Staatsbank( Seehandlung) dürfte Sie vielleicht ein Beispiel interessieren, wie vorsichtig und unbeeinflußbar durch perfönliche Rücksichten die Seehandlung in den Vorkriegszeiten in der Gemährung von Krediten verfahren ist. Als in den neunziger Jah ren der Prinz von Wales, der spätere König Eduard VII., in Berlin weilte, gewann er in einer Nacht im Spiel Dom Prinzen Radziwill die Summe von zwei Millionen Mart. Es galt innerhalb 24 Stunden den Betrag aufzubringen. Da der Fürst Radziwill mit seinen großen Befizzungen für die Schuld seines Sohnes Garantie leistete, fonnte die Seehandlung unbedenklich auf Ersuchen die gewünschte Summe als Darlehn geben. Von Kaiser Wilhelm II., der für die Angelegenheit lebhaftestes persönliches Interesse nahm, wurde die schnelle Erledigung dankbar anerkannt. Im Hinblick auf diese Kreditgewährung wendete fich furze Zeit darauf der Herzog Ernst Günther von Schleswig. holstein, der Bruder der Kaiserin, an seinen Schwager, den Railer, mit der Bitte, auch für ihn die Gewährung eines größeren Kredits bei der Seehandlung zu befürworten. Der Herzog erschien darauf bei meinem Vater, der damals Präsident der Preußischen Seehandlung war, um im Auftrage des Kaisers einen größeren Kredit für sich zu erwirken. Bei der darauf angeordneten Prüfung der Vermögenslage des Herzogs stellte sich indessen heraus, daß der Herzog in damaliger Zeit nicht die Sicherheiten bieten konnte, die mußte ihm deshalb die Gewährung des Darlehns ver. für die Kreditgewährung der Seehandlung erforderlich waren. Es weigert werden, obwohl er, der Herzog von Schleswig- Hol stein, Befizer der Herrschaft Brimfenau, Schwager des Kaisers und Bruder der Kaiserin, in seiner Person doch wahrlich ganz andere Garantien bot als die Herren Rutister, Barmat und Konsorten." Zur Deckung von Spielschulden war die Seehandlung im alten Regime gut. 3mei Millionen verspielt, durch Kredit bei der Seehandlung gedeckt wahrhaftig, eine ganz ehrenhafte und moralische Angelegenheit. Zusammenfassend ist zu sagen, daß zweifellos die Seehandlung im Laufe ihrer jahrhundertelangen Entmidlung eine Reihe von ernsten Krisen durchgemacht hat, die zum Teil auf betrüge rifche manipulationen der Leiter, zum Teil auf falsche geschäftliche Transattionen zurüdzuführen find. Die neuesten Borgänge dürften dazu Anlaß geben, die Frage erneut aufDie Untersuchung gegen die Brüder Barmat. zuwerfen, ob nicht eine Reorganisation der Staats. BS. Am gestrigen Sonntag wurde auf Grund sicherer Fest bant bzw. eine Reformierung der Statuten brinstellungen das Verfahren gegen die Herren Thieme, Gehride, gend erforderlich ist. Nach der Rabinettsorder vom 17. Ja und Scheffer eingestellt. Ferner wurde der Leiter der Merkur nuar 1820 in Berbindung mit der Kabinettsorder vom 14. Februar Bant, Direktor Lichtenstein, nachdem er fast während der 1845 ist sie befugt ,,, alle faufmännischen Geschäfte zu unternehmen", ganzen Nacht bis zum Sonntag Morgen vernommen worden war, morunter auch industrielle Transaktionen zu verstehen sind. Der ron der Staatsanwaltschaft auf freien Fuß gesezt, nachdem sich erRahmen des Geschäftstreifes dürfte für ein geben hat, daß Direktor Lichtenstein nach feiner Richtung hin für Staatsbantinstitut viel zu meit gegriffen sein. die Dinge verantwortlich gemacht werden kann, deren die Brüder Eine gefeßliche Umgrenzung des Geschäftstreises, mie dies bei Barmat und Direktor Hellwig beschuldigt werden. Die Einstellung Ein ausländischer Patriot. Bon Hans Bauer. Die Größe einer bee leitet sich nicht von der Größe ihres Bertünders her. In der Theorie ist es denkbar, daß ein gewaltiger Gedanke den Mund unbeträchtlicher Wienschen findet oder daß er gar allein auf seine eigene Glutkraft angewiesen bleibt. Solche Ideen haben dann Malheur gehabt. Sie haben nicht den Manager gefunden. Shrem Ansehen vor Gott und in den philosophischen Werfen ist nicht geschadet, aber des Erfolges, der Durchschlagskraft, der Wirkungsintensität ermangeln sie. Die Leute begnügen sich nicht mit dem unbearbeiteten Opal einer Idee als Naturkraft, sie wollen ihn im gefchliffenen Gefäß einer Menschenseele sehen. Es ist das Berhängnis Des Nationalismus in den westlichen Ländern, daß seine Verkünder nur noch eine bedingte Glaubwürdigkeit finden. Das Kreuz ist ein Argument. Jesus ist ohne den Bolgathagang fein Gott mehr. In der Weltgeschichte ist die Idee nichts ohne das Einstehen, das Leiden für fie, ohne die Ausgefülltheit mit ihr. Bei uns gibt es so etwas nicht mehr. Stresemann beispielsweise ist Autor eines Buches über den Flaschenbierhandel, Syndikus, Fraktionsvorsitzender, Außenminister. Bir können bei solch einem nicht mehr an das zerspringende Herz, die Hingegebenheit glauben. Mir sehen, wenn er von der nationalen Idee spricht, seine Verknüpftheit mit den Industriekonzernen. Das nationale Wort flingt in seinem Mund wie ein Fachausdrud. Es wird zur technischen Bezeich nung. Das soll beileibe nicht heißen, daß Herr Stresemann ein Heuchler fei, ein Gedankenfälscher. Es liegt nicht an ihm, es liegt an der Atmosphäre aus Radiowellen, Zeitungsdeutsch, Generalversammlungen, die bei feinem heutigentags mehr das Gefühl für Glaubensglut. Opferung auffommen läßt. Wir guden unseren Berfündern in die Augen. Wir sehen, daß sie immerfort blingeln. Mahatma Gandhi, der Inder, ist eigentlich auch nichts anderes als nur ein Verkünder der nationalen Idee. Er will sein Land von der Engländerherrschaft befreien. Aber wie macht er das! Es flappert fein Säbel zwischen seinen Beinen, kein Cutaway lobt seinen Schneider. Für das illustrierte Blatt hat er schon gar nicht die Statur. Er ist der„ fleine Bruder der Armen", ein heiliger Frangistus von Affifi. Er läßt nicht von Anhängern, die er dann verleugnet, Feuer Tegen. Er legt es selbst, aber nicht an englische Rafernen, sondern, rie in Bomban, an einen Riesenhaufen aufgeftapelter Schmudlachen und Kleider. Er verurteilt nicht in heimlicher Feme seine Feinde zum Tode: er wird zu sechs Jahren Kerfer verurteilt, er verinteilt. wieder in Freiheit, sich selbst in heiligem Eid zu einund manzigtägigem Faften und hä't den Schwur. Er ist nicht verbündet mit den Provinzialräten, er ist es mit der Armut.. Er ist über. haupt ein ganz altmodischer Patriot. Rein efeftrifizierter, der in Rein elektrifizierter, der in Spetfe. und Schlafwagen von Stabt zu Stabt fährt, im Auto von Straße zu Straße, unb beffen nationaler Blutbrud in Stimmungsbild der Börsenberichte erscheint. Er ist von der Altertümlichkeit eines Mucius Scävola, der sich nicht nur oratorisch den Mund, sondern physisch die Hend verbrennt durch seine streitbare Liebe. Ein inner licher Patriot, ein überfließender, einer, der nicht von, der für die Bewegung lebt, der sie nicht als Staffage meint, sondern als Himmelslicht. In Westeuropa nähren sich die Patrioten à la carte und im Imbißraum der Parlamente. Abends singen sie zum Branntwein den Fridericus. Jener trinkt Ziegeranilch und ist Früchte. Seine Kleidung ist handgewebtes Tuch. Dem ermeislichen Nachteil, den er persönlich aus seiner Meinung hat, steht allenfalls die Tatsache gegen über, daß die Inder ihn mit einer Hingabe verehren, von der unsere Patrioten uns überzeugen möchten, daß sie mit ihr verchrt werden müßten. Elifabeth von Henting t. Die Verfasserin der„ Briefe, die ihn nicht erreichten, die eine außerordentlich hohe Auflage erlebten und in viele Sprachen übersetzt wurden, Elisabeth von Herring, ist im 64. Lebensjahre in Berlin einem Schlagfluß erlegen. Die geborene Gräfin Flemming, eine Enkelin der Bettina von Arnim, war im Gegensatz zu so vielen anderen schriftstellernden Damen von Adel beherrschte, sondern Seele und Psychologie hatte. Als Gattin eines eine wirkliche Künstlerin, die nicht nur das aristokratische Milieu Diplomaten hatte sie eindrucksvolle Jahre im Auslande, so in Aegypten. Merifo, Indien, verlebt. Der Erfolg ihrer Briefe, deren Schauplatz Indien ist, regte sie zu dem Chinesenroman Tschun" an. Ein Novellenband und der Roman Ille mifi" find alles, was sie außerdem schrieb. Neue Geschichten von Mark Twain. Mart Twain, der unvergeßliche Großmeister des Humors, tritt noch einmal in voller Lebendigkeit vor uns in den zwei Bänden seiner Autobiographic, die vor kurzem aus seinem Nachlaß erschienen ist. 3ahlreiche Gefchichten, die von dem ihm und nur ihm allein eigentümlichen Humor zeugen, finden sich hier, und einige davon seien erzählt. So fam er einstmals in eine Stadt, um dort eine Vorlesung zu halten, und da ihn am Eingang des Gebäudes niemand begrüßte, ging er hinein und wollte mit anderen Besuchern in den Saal treten. Der Aufseher hielt ihn an und sagte:„ Bitte, Ihr Billett." Mark Twain beugte sich zu ihm und flüsterte:„ Schon gut, ich bin der Vortragende selbst." Der Aufseher aber sah ihn prüfend an und sagte dann ganz laut, daß die umstehenden es hören fonnten:„ Nein, wären die Vortragenden. Die habe ich reingelassen. Aber ich habe das gibts nicht, dreie sind schon dagewesen und haben gesagt, fie mir geschworen: der nächste Vortragende muß bezahlen." Als Kind war der Dichter sehr fränflich und der Hausarzt Dr. Merdith rettete ihm mehreremale das Leben; wozu Mark Twain bemerkt:" tun, er war ein guter Mann und meinte es gut. Also wollen wir ihm das nicht weiter übelnehmen." Auch seine Mutter hatte viel Mühe mit dem schwächlichen und launischen Kind, und daß sie auch den Humor ihres Sohnes verstand, beweift eine Unterredung mit ihrem gewesen?" fragte er. Ja, immer." Sohne in ihrem 88. Jahr:" Du bist wohl oft sehr bös auf mich „ Du befürchteteft gewiß, to würde nicht mit dem Leben davonkommen?" Nein," erwiderte fie, ich fürchtete, Du würbest" Bon feinem Freunde, dem Arzt Neben diesen Freilassungen ist aber im Fall Barmat ant gestrigen Sonntag früh auch eine neue Festnahme, und zwar die des Profuristen der Berlin- Burger Eisenwerte, Regierungsrat a. D. Dr. Greulich erfolgt. Regierungsrat a. D. Dr. Greulia) ist nach eingehendem Berhör durch Staatsanwalt Dr. Kußmann in den späten Abendstunden des gestrigen Sonntags wieder auf freien Fuß gelegt worden. Seine Vernehmung erstreckte sich insbesondere auf die Zwecke der von den Berlin- Burger Eisenwerfen mit der Unterschrift Dr. Greulichs an die Gebrüder Barmat gege. benen Wechsel. Wie wir hören, steht die Einstellung des Verfahrens gegen Dr. Greulich, der als einziger Beamter der Berlin- Burger Eisenwerte festgenommen worden mar, bevor. 9 Der Haftentlaffungsantrag für die Gebrüder Barmat. anwaltschaft über den von der Verteidigung der Gebrüder Barmat B. S. Wie mir von amtlicher Seite erfahren, ist seitens der Staatsgestellten Haftentlaffungsantrag entgegen anders lautenden Nach. richten bisher noch keine Entscheidung getroffen, während auf der anderen Seite ein Haftbefehl ebenfalls noch nicht ergangen ist. Eine Anfrage der Volkspartei. Im Landtag ist die folgende Große Anfrage der Deutschen Boltspartei eingegangen:" Die Borkommnisse bei der Preußischen Staatsbant anläßlich der Geschäftsverbindung der Staatsbant mit Holzmann, Rutister, dem Barmat- Konzern usw. haben in der Deffentlichkeit unliebfamftes Aufsehen erregt und zeigen anscheinend, daß gegen die Organisation der Staatsbank jomohl als gegen die Integrität einzelner Angehöriger ihres Beamten- und Angestelltenförpers nicht mit Unrecht schwere Bedenten zu erheben sind. Wir fragen an: 1. Ist die Staatsregierung bereit, über den Tatbestand der von der Deffentlichkeit beanstandeten Geschäftsverbindungen Aufklärung zu geben? 2. Ist die Staatsregierung bereit, über die Behauptung, daß disziplinarisch und strafrechtlich zu ahndende Berfehlungen pon Beamten und Angestellten des Instituts begangen find, Aufklärung zu geben? 3. Ist die Staatsregierung bereit, über die anscheinend vorhandenen Mängel in der Organisation des Instituts und die von ihr zu deren Abstellung etwa vorgenommenen Maß nahmen Auskunft zu geben? 4. Ist die Staatsregierung bereit, den vom Landtag beschlossenen Sachverständigenbeirat der Generaldirettion schleunigst einzurichten?" Doppelselbstmord.. Der 73jährige Banfier Leopold Friedländer, der frühere Mitinhaber des Banthauses Hoffmann und Friedländer, hat sich in der vergangenen Nacht mit seiner Frau vergiftet. Herr Friedländer war auch Direktor der Bremer Privatbant, die megen des Borgehens gegen den Barmat- Konzern ihre Kassen zeitweilig schließen mußte. Es handelt sich um die Eltern des verhafteten Friz Wolf. nämlich Mutter und Stiefvater. Friedländer war Aufsichtsrat der Roth- Aktiengesellschaft. Damit in Zusammenhang ftand, daß der Sohn bei der Roth- Aktiengesellschaft Broturist mar. Aus dieser Tatsache ergibt sich ohne weiteres das Motiv des Selbstmordes. Dr. John Brown, erzählt der Humorist, daß er ihn manchmal auf seinen Fahrten zu seinen Batienten begleitet habe. Wenn er aus tieg, um zu den Kranten hinaufzugehen, fagte der Arzt zu Mart Twain: Unterhalte dich recht gut; ich muß jetzt gehen und die Bevölkerung verringern. Die neue Freie Bühne in Tolio. Seit dem 15. Juni vorigen Jahres besitzt Tokio ein fleines schmudes Theaterchen, das feinen Spielplan nach dem Beispiel der Freien Bühnen in Deutschland, Defterreich, Rußland und England gestaltet. Das Theater führt der Stadt und fann 500 Zuschauer aufnehmen. Im Gegensatz zu den Namen Kleines Theater von Tsukiji. Es liegt im Mittelpunkt anderen Bersuchsbühnen hat das Theater in Tokio eine große Bühne, die 10 Meter mißt in der Tiefe. In diesem fleinen, mit aller Anmut der Architektur und der dekorativen Kunst des fernen Oftens ausgestatteten Theater spielt eine von drei Regisseuren be Die aufgeführten Werke sind den modernen traute Gesellschaft. Spielplänen der europäischen und japanischen Theater entnommen. Bei der Auswahl ist der Gesichtspunkt der Originalität der Form und des Inhalts maßgebend. Es find deshalb auch bereits Arbeiten der vorgeschrittensten Dramatiker der modernen Weltbühne aufgeführt worden. amerikanische wissenschaftliche Expedition in der Mongolei Eier von Riefentiere der Urzeit. Vor einigen Wochen entdeckte eine feine lebendigen Jungen zu Welt brachten, sondern Eier legten. Dinosauriern, morous hervorging, daß diese antediluvianischen Tiere Aus London fommt nunmehr die Nachricht, daß die von Professor Cutler, dem Leiter des Britischen Museums, unternommene Er pedition bei Tentagura in der Gegend des Tanganyfa- Sees Stelette von Dinosauriern und Gigantosauriern entdeckt hat, die nach den Versicherungen der Gelehrten viele Millionen Jahre alt sein sollen. Professor Cutler sieht in dem Gigantosaurus das größte antedilu. pianische Tier, das bis jetzt entdeckt worden ist. Es ist zweimal so lang wie der Diplodoccus, deffen Länge sich über 25 Meter belief. In der Bolfsbühne spielt Heinri George am 5., 19., 24. und 25. Januar den König Philipp in Schillers Don Carlos". Museum für Meeres funde. Jm großen Hörsaal des Museums, Georgen ftrage 34/36, spricht am 6. d. M., 8 Uhr abends, Prof. Dr. Bütter aus Der Stoffhaushalt des Meeres( mit eidelberg über: Am selben Tage findet um 1 Uhr Lichtbildern). Eintrittskarten 50 Bf. eine Führung, Das Leben in den Meerestiefen" durch Prof. Krumbach statt. Modernisierung eines hiftorischen Dentmals in Petersburg. Die Meganber Saule, die zur Erinnerung an den Strieg von 1812 errichtet wurde, foll iest ben gweden des 2 enin- Stults dienstbar gemacht werden. Nicht muur wird an die Stelle der auf der Säule stehenden Siegesgöttin eine Statue Lenins gelegt werden, sondern auch die Basreliefs am Fuß der Säule, welche Episoden des Krieges gegen Napoleon darstellen, sollen ver schwinden und durch Bilder aus der russischen Revolutionsgeschichte erjegt werden. Ein Stadion mit 110 000 Sigplägen. Ein amerikanischer Sportverband beabfichtgt die Errichtung eines Stadions für Leichtathletik mit 110 000 Si plagen in Bong Jsland City. Der Automobilpart in ummittelbarer Nähe des Stabions fo 10 000 agen beherbergen fännen. Heute Ueberreichung der Note. Und mündliche Erläuterung Lord d'Abernons. Paris, 5. Januar.( WTB.) Wie Havas aus Berlin berichtet, mird die Note über die Kölner Zone heute mittag 21 Uhr dem Reichstanzler überreicht werden. Der englische Botschafter Lord d'Abernon werde dabei eine festgelegte mündliche Erklärung abgeben. In der Mitteilung wird auch die Absicht kundgegeben, der deutschen Regierung eine neue Note zuzustellen, wenn der endgültige Bericht der Militärkontrollkommission vorliegt und nachdem dessen Schlußfolgerungen geprüft sein würden. Die Ueberreichung ist, entsprechend dieser Ankündigung, erfolgt. Das Amnestie- Theater. Demonstrationen auf Kommando der Zentrale. Der Rüffel, den Sinomjem den deutschen Kommunisten megen ihrer viel zu lahmen" Attion bei der Eröffnung des letzten Reichstages erteilt hat, scheint gesessen zu haben. Diesmal soll die Attion" augenscheinlich noch ganz anders aufgezogen werden. Der Klamaut im Reichstag soll unter Begleitung eines eben bürtigen Klamaufs außerhalb des Reichstags vor sich gehen. Da bie Polizei erklärt hat, die Bannmeile um den Reichstag einhalten zu wollen, sammeln sich schon vom frühen Morgen an einzelne Grüppchen von Kommunisten im Tiergarten. Man sieht einzelne Frauen mit roten Fahnen in der Tasche und mit den Fahnenschäften in der Hand, um sie im entsprechenden Augenblid zu entfalten. Die Kommunisten wissen freilich sehr gut, daß ihr Aufzug auf niemanden mehr Einbrud macht, und sie täten besser, menn fie an Stelle wirtungsloser Demonstratiönchen sachgemäße Behandlung fachgemäßer Anträge im Reichstag erstreben und dadurch für die Amnestie ihrer Opfer sorgen würden. Vorläufig haben sie durch ihr Betragen eine erfolgreiche Erledigung von Amnestieanträgen nur verhindert. Allem Anschein nach beabsichtigen sie, dasselbe Spiel mit den gefangenen Arbeitern noch weiter zu treiben. 409 Ant Sonntag veranstalteten die Kommunisten auf dem Bülowplaz eine Rundgebung für die Amnestie der politischen Gefangenen. Die Beranstaltung verlief völlig ruhig. Auch der An- und Abmarsch ber Demonstranten, die in Zahl von einigen Tausend erschienen maren, führte nicht zu Störungen. Sauber, Mühsam und Bied hielten Ansprachen. Gelbstredend gegen die Sozialdemokratie! Gegen das Magdeburger Urteil. Sympathiekundgebungen an den Reichspräsidenten. Amtlich wird gemeldet: Dem Reichspräsidenten gehen aus Anlaß des Urteils bes Magdeburger Schöffengerichts noch ständig zuschriften und Kundgebungen von öffentlichen Körperschaften, Berbänden und Bereinen, führenden Persönlichkeiten der Wirtschaft, der Wissenschaft und Der Politik sowie von Privaten zu, die sich der Erklärung der Reichsregierung anschließen und gegen die schöffengerichtliche Urteilsbegründung Stellung nehmen. So schreibt der Präsident des Deutschen Industrie und Handelstages Franz von Mendelssohn: Ihr ganzes persönliches Berhalten während der Kriegsjahre und in der Nachtriegszeit wird jeden sachlich Urteilenden zu der Ueberzeugung bringen, daß dasselbe nur getragen sein fonnte von Liebe und Hingabe zu unserem Volk und Vaterlande." Geheimer Justizrat Heini, einer der angesehensten deutschen Anmälte, erklärt, daß er dem Urteil des Magdeburger Gerichts und feiner verfehlten Begründung nicht nur verständnislos, fondern tief beschämt gegenüberstehe. In ähnlichem Sinne haben sich zahl reiche Richter, Staatsanwälte und Rechtsanwälte in Zuschriften an den Reichspräsidenten ausgesprochen. Professor Lujo Brentano schrieb:„ Das Magdeburger Urteil hat mich gleich Hunderttausenden rechtlich denkender mit Entrüstung und tiefem Schmerz über die Verblendung vieler Deutscher erfüllt." In ähnlicher Weise äußern sich auch andere Vertreter des geistigen Deutschlands, so die Berliner Professoren Schumacher und Jastrow, der Kieler Professor Tönnies und Professor Mag v. Schillings. Sympathiefundgebungen haben dem Reichspräsidenten ferner zugesandt die Berliner Industrie- und Handelstammer, die Handelshochschule in Berlin, der Hilfsbund für die Elsaß- Lothringer im Reich, die Lessinghochschule, die Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger, der Vorstand der Demokratischen Partei und zahlreiche Ortsgruppen der Demokratischen und Sozial demokratischen Partei, des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold, des Republikanischen Beamtenbundes, ferner der Republikanische LehrerBund, der Bund deutscher Radfahrer und andere mehr. Zu Eduard Bernsteins 75. Geburtstag. Eine Feter der Arbeiterjugend. Aus Anlaß des 75. Geburtstages des Genossen Eduard Bern tein veranstaltete der Verein Sozialistische Arbeiterjugend GroßBerlin gestern eine Morgenfeier. Im schönen Bürgersaal des neuen Rathouses in Schöneberg waren um 10 Uhr vormittags etwa 800 Burschen und Mädel versammelt und in ihrer Mitte, an weißgededtem, blumengeschmüdtem Tisch faß der, dem die Feier galt: unser Genosse Bernstein. Die Jugend erschien auf der Bühne und in harmonischer Folge boten ihr Jugendchor, ihre Rezitatoren und ihr junger Sprecher ihre Gaben. Viel Freude erweckte eine junge Genossin, die am Flügel einige gut gewählte Musikstüde darbot. Aus den Worten des jungen Redners flang es heraus, daß die sozialistische Jugend sich bewußt st, ein Teil der großen, welterneuernden sozialistischen Bewegung zu sein, und daß sie zu den alten Führern, die dieser Bewegung als Pioniere vorangegangen find, in Hochachtung und herzlicher Freundschaft aufschaut. Dem Genoffen Bernstein, der am 6. Januar fein 75. Lebensjahr vollende, fühle fich die sozialistische Arbeiterjugend aber besonders eng verbunden, ist er es doch gewesen, der der Bewegung der Arbeiterjugend in ihren allerersten Anfängen hilfreich zur Seite gestanden hat. Mit einem freudig aufgenommenen Hoch auf den Genossen Bernstein schloß der Redner seine von innerer Anteilnahme getragenen Ausführungen. Eine Junggenoffin überreichte dem Gefeierten die vom Gen. Korn verfaßte Geschichte der deutschen Arbeiterjugendbewegung, wobei sie erklärte, daß die Berliner Arbeiterjungen und Mädel sich mit Stolz als Mitstreiter in der großen sozialistischen Bewegung der Welt fühlen, und daß sie dem fozialistischen Ideal mit der gleichen Treue und Opferbereitschaft bienen wollen, wie es Genosse Bernstein getan hat. Mit bewegten Worten dankte Genosse Bernstein der Jugend für ihre Freundschaft. Er rief sie auf, im Kampf für den Sozialismus niemals müde zu werden. Wenn die Geschichte berichtet, daß der junge Allegan ber von Mazedonien seinerzeit flagend ausgerufen habe, fein Bater Lasse ihm zu erobern nichts mehr nach, so brauche die junge Arbeiter. erringen. Lauter Beifall der Jugend dankie Bernstein und dann schloß die Feier mit den fröhlichen Klängen des Jugendliedes: Wann wir schreiten Seit an Seit". fchaft folche Klage nicht zu erheben, sie habe noch unendlich viel zu Vor dem Rathause bildete die Jugend einen Zug, nahm den Genoffen Bernstein in ihre Mitte und gab ihm mit Gesang das Geleit bis zu feiner Wohnung Das Unwetter über Nordeuropa. Hochwasser im Rhein- und Ruhrgebiet, Belgien und Nordfrankreich. Die Periode der Stürme und Woltenbrüche erftredt fich zurzeit,| vielen Stellen der Stadt Schornsteinbrände ausgebrochen, begleitet von einer abnorm gestiegenen Temperatur, über das ganze Don einem Hause an der Verbindungsbahn wurde ein Dach atnördliche Europa. Teilweise find in allen Ländern schwere Schäden gedeckt. In Uhlenhorst wurden ebenfalls an zwei Gebäuden zu verzeichnen. Wir registrieren die folgenden telegraphischen Melteilmeile Ziegel und Wellbleche losgeriffen und herabgeschleudert. Personen wurden nirgends verletzt. Aus Curhaven wird in den Dungen: gemeldet. In furzen Zwischenräumen hollen die Hochwasser. Abendstunden ein Wasserstand von 6½ Meter über normal marnungsschüsse der Batterie am Stintfang über Stadt und Hafen. Der Südweststurm erreichte abends eine Stärte von 8 bis 9 Sefundenmetern. Im Hafen sind eine große Anzahl von SchleppDampfern losgerissen worden und find ins Treiben gekommen, jedoch fonnten bisher alle geborgen werden. Auch auf der Nordsee herrscht ein schwerer Sturm. Köln, 4. Januar.( WTB.) Die Strede Overath- Engels firchen ist durch Ueberschwemmung der Wecker feit gestern nachmittag 5% Uhr unfahrbar. Das Ende der Störung ist noch nicht abzusehen. Der Personenverkehr wird vorläufig durch Pendelzüge, auf der gesperrten Strede selbst durch Autos aufrecht erhalten. Auch die Strede Engelskirchen- Ründeroth ist seit 8 Uhr abends gesperrt. Effen, 4. Januar.( TU.) Die anhaltend starten Regenfälle ber letzten Tage haben auf der Ruhr Hochwasser hervorgerufen, wie feit vielen Jahren nicht. In Duisburg zeigte der Pegel gestern norgen einen Stand von 0,55, heute morgen von 1,60 und heute nachmittag 15 1hr 2,20, bei weiter steigendem Wasser. Von den nahme der Flut gemeldet. Die Niederungsgebiete an der Ruhr sind Beobachtungsstationen oberhalb der Ruhr wird allerdings eine Ab weit überschwemmt. Viele Straßen stehen unter Wasser, die Verbindungen sind gestört. In Mülheim an der Ruhr zeigte der Begel Sonntag nachmittag einen Stand von 4,20 Metern. Gegen Abend murde ein Stillstand der Flut beobachtet. Es stehen eine Reihe von Straßen unter Wasser. Wenn das Wasser in Hattin. gen noch einen halben Meter steigt, wird die Berbindungsstraße mit Bochum unterbrochen werden. Auch müßte dann die Turbinen calage des Wasserwerkes außer Betrieb gesetzt werden. Die Bewohner vieler Häuser mußten sich in die oberen Stockwerte flüchten. Der Betrieb der 3 e che" Gibraltar" bei Herbebe ist durch das Hochwasser unterbrochen. Das Wasser füllte die Stollen( die Zeche hat einen sogenannten Stollenbetrieb ohne Schachtanlage). Bus Witten wird gemeldet, daß das Wasser seit heute morgen steht und voraussichtlich wieder zurückgehen wird. Die Ueber Ich wemmungen sind auch dort sehr start. Sämtliche Ruhr häuser sind unter Wasser gesezt. Die Harbeder Ruhrwiesen und die in den Niederungsgebieten stehenden Wohn brücke, die die Verbindung zwischen Witten und Harbede herstellt auf der Straße Witten- Harbede- Blankenstein- Hattingen, ist unter Wasser gesetzt. Der auf einer Ruhrinsel befindliche Turbinenneubau ist sehr geschädigt. Die Betonmaschine steht unter Wasser, und ein großer Stapel von Gerüstholz st teilweise abgeschwemmt worden. Auch aus dem Wuppertal wird startes Hochwasser gemeldet. In der Umgegend von Wipperfürth und mehreren fleinen Gemeinden ist der Berlehr unterbunden. Gleiche Meldungen treffen aus Solingen ein. Die Temperatur ist dauernd außergewöhnich milde und betrug heute zehn Grad Wärme. = Düsseldorf, 4. Januar.( WTB.) Infolge der starten Regenfälle füdlichen Düsselarmes trat und die Keller der anliegenden Der letzten Tage führt die Düssel Hochwasser, das über die Ufer des Grundstüde überschwemmte. Wie aus Elberfeld gemeldet wird, ist das Hochwasser der Wupper im langsamen Fallen begriffen. Auch aus Solingen und Burg, wo die Ueberschwemmung der Wupper größeren Schaden angerichtet hat und das Wasser in den StraBen 50 Zentimeter hoch stand, ist die Ueberschwemmung im Rüdgang begriffen. Siegen, 4. Januar.( WTB.) Der seit Weihnachten unaufhaltsam herniederströmende Regen führte auch in Siegen und Umgegend zu Hochwasser. Die Alche, ein Bach von geringer Tiefe, ist stellenweise zu einem breiten Fluß angewachsen. Landstraßen und Wege sind bis in die Stadt hinein überschwemmt. Aus den benachbarten Ortschaften fommen ebenfalls Hochwassermeldungen. Die Untergefchoffe mehrever Häufer mußten von den Bewohnern geräumt werden. Hamburg, 5. Januar.( WTB.) Der Sturm steigerte sich in den heutigen Vormittagsstunden zu großer Heftigkeit. Bei der Bolizei und den Feuerwachen sind eine Reihe von Meldungen über Sturmschäden verschiedenster Art eingelaufen. So find an Die Verfolgung Sprit- Webers. Zwei Verhaftungen. Die Verhaftung des Generaldirektors Hermann Weber, des großen Spritschiebers, wurde gestern abend in später Stunde gemeldet und heute wurde diese Nachricht in den Morgenblättern wiedergegeben. Jetzt ist festgestellt, daß der Verhaftete nicht Hermann Weber, sondern sein Bruder Heinrich ist, der von der Kriminalpolizei ebenfalls gesucht wurde. Hermann Weber, auf deffen Ergreifung eine Belohnung von 100 000 Mart ausgesetzt ist, wird noch gesucht. Mit seinem Bruder Heinrich wurde noch ein gewisser Benz festgenommen, der ebenfalls in die Sache verwickelt ist. Rönigsberg ein orfanartiger Südwest sturm hinweg, der Königsberg, 5. Januar. In der vergangenen Nacht ging über durch das Herabreißen von Dachrinnen, Firmenschildern und Häuserverputz vielfachen Schaden angerichtet hat. Auf dem Steindamm wurde eine 24jährige aus angestellte durch ein herabftürzendes Gesimsstüd getötet. Hamburg, 5. Januar. Bei schwerem Südweststurm erreichte das Wasser der Elbe gestern abend mit 13 Fuß seinen höchsten Stand. Die Sturmgefahr scheint noch nicht vorüber, die Seewarte hat das Südweststurmsignal noch nicht eingezogen. Bei Blaawand an der dänischen Küste ist der englische Dampfer Stibfea gestrandet; ein englischer Schlepper leistete ihm Hilfe. Beim Elbefeuerschiff I verlor der norwegische Tankdampfer Le Havre Anter und Kette; er wurde durch den Hamburger Bergungsdampfer Loewer nach Curhaven eingebracht. Der deutsche Dampfer Horst ist mit Havarie aus Gee zurückgekehrt. Beim Elbefeuerschiff III ist der deutsche Dampfer Faust mit dem Dampfer Trier zusammengestoßen und mußte nach Hamburg zurückgehen. In Roßhafen riß sich der amerikanische Dampfer Bitsburg los und mußte mit Hilfe von fünf Schleppern wieder festgemacht werden. Große Besorgnis herrscht wegen des Schicksals des Fischdampfers hecht". und der Sturm über Nordfrankreich dauerten gestern bis zum Paris, 5. Januar.( Eca.) Die Ueberschwemmungen Abend unverändert an. Die Ueberschwemmungen haben besonders in der Bretagne ungeheuren Schaden angerichtet. Seit Menschengedenken, so wird aus Brest gemeldet, hat der Fluß, Eldorn niemals einen solchen hohen Wasserstand gehabt wie jetzt. In der Gegend von Lanerneau ist das Gelände filometerweise überschwemmt. Auf sämtlichen dortigen Gutshöfen steht das Wasser fast zwei Meter hoch. In zahlreichen Ortschaften mußten ganze Straßen geräumt werden. In zahlreichen Fabriken mußte die Arbeit eingestellt werden, insbesondere in den Werken von Guer- les- Quin, wo gerade eine große Elektrizitätszentrale für die laufen ähnliche Meldungen ein. In Saint Jo mußten zwei Straßen gesamte mittlere Bretagne gebaut wird. Aus der Normandie geräumt werden. Gaswerf mußte aussetzen, ebenso Papierfabriken und andere InDas städtische Hospital ist überschwemmit, das dustrieunternehmungen. Die Stadt Caen ist vollkommen Don Wasser umgeben. Das Steigen der Flüsse dauert an. In Contances steht ein ganzes Stadtviertel unter Wasser. Auch der Norden Frankreichs ist start heimgesucht. In der Gegend von Bethune ist ein Deich gebrochen und die ganze Ortschaft unter Wasser. Hunderte von Personen sind obdachlos. mehrere polnische Arbeitertinder sind ertrunken. Wie gemeldet wird, ist das Schauspiel geradezu tragisch. Alle Wege sind unbenutz bar. Aus den Ardennen werden ebenfalls starte Schäden gemeldet.. weite Gebietsteile verwüstet. Das Maas- Tal steht Brüffel, 5. Januar.( TU) In Belgien hat das Unmetter zum großen Teil unter Waffer, das auch in die Borstädte vont Lüttich eingedrungen ist. Im hennegau mußte ein Nonnen floster geräumt werden. Auf der Strecke Charleroi- Namur murde ein Pfeiler einer Eisenbahnbrüde gestern umgestürzt. Bier Men schenleben find zu beklagen. Man muß doch die Frage stellen, ob es dieses Aufwandes bedurfte und ob man nicht gleich dazu schreiten konnte, das Mädchen in um auffälliger Weise zur Polizeiwache zu bringen. Die Veruntreuungen auf Postamt 9. Die Schuldigen verhaftet. Der Oberpostsekretär Berthold Fischer vom Postamt. 9 flüchtete, mie mitgeteilt, am Sonnabend früh. nachdem durch eine Revision Fälschungen in Büchern und Quiitungen in Höhe von 250 000 m. festgestellt worden waren Fischer wußte, daß durch bie Raffenrevision seine Veruntreuungen aufgedeckt werden mußten. Er hinterließ deshalb bei einem Bekannten ein Testament, und man glaubte zuerst, daß er sich das Leben nehmen würde. Die Kriminal, fofort mit allen notwendigen Maßregeln ein. Alle Bahnhöfe wurden polizei und die Ueberwachungsabteilung der Oberpostdirektion setzten Gegen 6% Uhr erblickte man ihn auch in der Nähe der Wohnung überwacht und ebenfalls die Wohnungen der Angehörigen Fischers. eines Berwandten in Dahlem. Fischer fühlte sich aber verfolgt und Hermann Weber hatte auf Antrag seines Verteidigers die Erlaubnis erhalten, in feinem Betriebe in der Gneisenaustraße unter Aufsicht von zwei Gefängnisbeamten zu arbeiten. Er wurde jedes mal mit einem 100- PS- Benzwagen vom Untersuchungsgefängnis abgeholt. Am dritten Tage, am 20. Dezember, bewog er die Beamten, flüchtete. Die Kriminalbeamten eilten hinter ihm her, und als der mit ihm seine Villa in Schlachtensee aufzusuchen, weil seine Frau Flüchtige feinen Ausweg mehr fah, stellte er sich den Beamien selbst. ihrer Entbindung entgegensah. Von dort verschwand er. mittlungen der Kriminalpolizei ergaben, daß der Führer des Benz gestellt worden, daß die Oberpostsekretäre Schmidt, Drogeler Die Er Durch die eingehende Untersuchung beim Bostamt 9 ist weiter festmagens fein Bruder Adolf gewesen war. Dieser hatte ihm zur Flucht verholfen und wurde einige Tage später festgenommen, als und Barftnecht an der Unterschlagung beteiligt sind, bzw. daß sie seit Monaten von den Unterschlagungen gewußt haben er von einem Bekannten 6000 m. zu leihen versuchte. Adolf Weber und zu der Verschleierung durch Fälschung der Bücher beigetragen verhalf auch seinem Bruder Heinrich, der steckbrieflich gesucht wurde, haben. Die Ganannten sind ebenfalls verhaftet worden. mit einem 100- PS- Mercedeswagen zur Flucht. Die Kriminalpolizei Wenn Fischer auch das Geld auf den Rennbahnen verwettet haben traf fofort alle Maßregeln zur Verfolgung. Sie fand die erste will, fo dürfte die Oberpostdirektion durch Rückgriffe auf die MitSpur in Luckau und verfolgte sie weiter nach Görlitz und nach der schuldigen doch in der Lage sein, für den größten Teil des veruntschechoslowakischen Grenze zu. Oberinspektor Borwert er treuten Geldes Dedung zu erlangen Durch rücksichtsloses Durch mittellte, daß zwei der Verfolgten zwischen Glah und Kugreifen ist die ganze Unterschlagung in verhältnismäßig furzer Zeit doma über die Grenze gekommen waren, als Touristen, die an aufgeflärt worden. scheinend Wintersport treiben mollten. In dem Orte Vrchlabi in der Nähe von Spindelmühle ermittelte er die beiden in einem Gasthofe, wo sie unter falschem Namen abgestiegen waren. Er erfannte in ihnen Heinrich Weber und Lenz, nahm beide in Vereinbarung mit der tschechoslowakischen Behörde fest und brachte sie nach dem Gerichtsgefängnis in Hohenelbe, wo sie bleiben werden, bis der Auslieferungsantrag genehmigt ist. Wo sich Hermann Weber aufhält, ist noch unbekannt, " Anita Berber wieder einmal verhaftet. Die Tänzerin Anita Berber, die durch eigenartige Affären bereits vor einiger Zeit in Wien von sich reden machte und von dort ausgewiesen wurde, hat das Gebiet ihrer ebenso gefälligen wie ferfationellen Tätigkeit auch auf Berlin ausgedehnt. Sie trat seit einiger Zeit im Kabarett„ Rampe" auf und erregte auch hier durch eine Standalaffäre mit ihrem Tanzpariner erhebliches Aufsehen. Von einer Automobilfirma, der sie große Beträge schuldet, follre fie zur Leistung des Offenbarugseibes herangezogen werden. Sie war jedoch nicht zum Termin erschienen und wurde gestern beim Verlassen des Kabaretts nach heftigen Widerstreben verhaftet. Sie foll jetzt zwangsweise zur Leistung des Offenbarungseides dem Gericht zugeführt werden. Schnee in Mesopotamien. In der Hauptstadt Mesopotamiens, das Thermometer ist unter den Nullpuntt gefallen, und Bagdad, hat sich ein äußerst seltenes Borfommnis abgespielt: feit 14 Jahren ist zum ersten Male Schneefall eingetreten. Der Schlüssel zum Grünen Wagen". Vor dem Hause Charlottenburg, Spandauer Straße 12, hielt heute vormittag 11 Uhr der Gefangenenwagen des Polizeipräsidiums. Da sich in dem gleichen Hause eine Polizei. mache nicht befindet, mußte man annehmen, daß sich hier eine ganz besonders schwierige Verhaftung abspielen würde. Infolgedessen war dieses Haus von Hunderten von Menschen umlagert. Nach einiger Zeit fam aus dem Hause ein Kriminalbeamter und ein Schupomann, die ein junges blaffes Mädchen herausführten, bis an den Bagen. Das Mädchen weigerte sich, den Wagen zu betreten, und sagte, fie aufschließen wollte, um die Arrestantier hineinzubefördern, mußte feststellen, daß derSchlüssel zu dem Wagen nicht paßte, sinsendungen für diese Rubrik find so daß der Wagen also nicht geöffnet werden konnte. Darauf selbst. rerständlich unter den umstehenden allgemeiner Hohn und unge. heures Gelächter. Das junge Mädchen wurde nunmehr in Begleitung ber beiben Beamten nach dem zuständigen Bolizeirenier gebracht.habe doch nichts verbrochen. Der Beamte, der nunmehr den Wagen Parteinachrichten Berlin SB. 68, Ziubenstraße 3, für Groß- Berlin ffets an das Bezirksjefretariat, 2. Sof, 2 Trep. rechts, zu richten. 11. Kreis Schöneberg. Die geitungsfommissionssigung am Dienstag, 6. Januar fällt wegen der Couard- Bernstein- Feter aus und wird auf acht Tage, Dienstag, 18 Januar, verschoben. Gewerkschaftsbewegung Kommunistischer Zuwachs. Die Kominunistische Partei ist eifrig bemüht, den Beschluß res Zentralausschusses durchzuführen, wonach bis zum 1. Dezember eber tommunistische Parteijunttionär und bis zum 1. Februar 1925 jedes tommunistische Parteimitglied freigemertschaftlich organisiert sein muß. Es mag bahingestellt sein, ob die Zahl der bisher noch nicht oder nicht mehr gemertschaftlich organisierten, organisationsfähigen Mitglieder der Kommunistischen Partei mehr oder minder bedeutsam ist. Sicherlich ist sie bei weitem nicht so groß, als die Zahl derjenigen Gemertschaftsmitglieder, die infolge jahrelanger systematischer Quer. treibereien der Kommunisten gegen die Gewerkschaften, aus ihrer Organisation vertrieben wurden. Die tommunistischen Sonder. organisationen der Bauarbeiter, Bekleidungsarbeiter und Unionisten bleiben jedenfalls einstweilen noch bestehen. Immerhin, die Gewerf schaften müssen an sich gegenwärtig jeden Zuwachs begrüßen, der bereit ist, mit ihnen am gleichen Strang zu ziehen. Gilt es doch mehr denn je, den letzten Mann, die legte Frau der Gewerkschaft einzureihen, die Reihen zu schließen. Allein die ganze Einstellung der KPD. gegen die Gewerkschaften macht ihren Einheitsfronteifer höchst verdächtig. Es handelt sich für fie teineswegs darum, den Gemertsgaften zu dienen, als vielmehr darum, der Kommunistischen Partei zu nühen, Nicht aus gewerkschaftlichem Intereffe, sondern aus ihrem politischen Parteiintereffe 3mingt die KBD. ihre Parteimitglieder, den Gewerkschaften wieder beizutreten, mit der Verpflichtung, unbefümmert um die Sazungen, Beschlüsse und Aufgaben der Gewerkschaften und ihre Sazungen, Beschlüsse und Aufgaben der Gewerkschaften und ihre durch die Erfahrung, Sachkenntnis und Verhältnisse bedingte Tott, sich in den Gemertschaften im Sinne der KPD. und nach deren bestimmten Anweisungen zu betätigen. Jeder Kommunist muß oftiver Gewerkschaftsfunttionär fein. Er muß sich nicht nur zu jedem Funktionärposten, wie Bertrauensmann im Betrieb Mitglied der Branchenkommissionen, Ortsverwaltungen und Bezirksleitungen zur Verfügung stellen, nein, er muß um diese Funtiionen tämpfen. Er muß sowohl bei Lohntämpfen wie bei Umgestaltung des Verbandes in vorderster Front stehen. Eine wirklich erfolgreiche Arbeit in diesem Sinne ist nur möglich durch eine intensive Frattionsarbeit. Rein Betrieb, feine Ortsgruppe, feine Branche ohne eine gut ausgebaute und gut arbeitende fommunistische Frattion." Das heißt, tommunistische Sonderorganisationen innerhalb der Gewerkschaften. Damit kommen wir zur„ Einheitsfront" der Gewerkschaften, wie sie die KPD.- Zentrale propagiert. Auch wer von Organisation nur einen schwachen Begriff hat, weiß zumal rach den Erfahrungen der Nachkriegsjahre, daß solche Sonder organisationen auf die Geschlossenheit der Gewerkschaften mie Sprengpulver wirken. Die fommunistischen Parteimitglieder, die auf Parteibefehl den Gewerkschaften bei treten müssen, um die Porteiattion" durchzuführen, haben vor allem auf die hinzuwirken. Ausmerzung des Reformismus Der vielgeschmähte sozialistische Reformismus bildet mun aber einmal die Grundlage der Gemertschaften. Die Gemert schaften find reformistisch oder sie sind nicht. Ihr zielbewußter Reformismus ift dem Unternehmerium läftiger als alle fommunisti schen Phrasen und Parolen. Gewiß, wenn die Gewerkschaften ben Blänen der KPD- Zentrale feinen Widerstand entgegensetzen, fich von der Kommunistischen Partei erobern und für die 3mede dieser Bartei mißbrauchen lassen, dann ist es mit dem Reformismus der Gewerkschaften vorbei. Die Gewerkschaften sind dann samt threm Reformismus ausgemerzi" unb nur noch Zweigstelle der PD, die sie zu einem wirklich revolutionären Machtorgan ber Arbeiter. tlasse" machen will, das heißt aus dem kommunistischen Agitotionsphrasendeutsch übertragen zu Stoßtrupps der Kommunisti fchen Partei. Wenn mit Gewaltatten, durch Butschaftionen, die tapita listische Wirtschaftsordnung über Nacht aus den Angeln zu heben und ohne weiteres durch eine sozialistische Wirtschaftsordnung zu erfeßen wäre, dann wäre es freilich Torheit, fich mit Reformen innerhalb der heutigen Wirtschaftsordmung aufzuhalten. Es ist jedoch eine grobe Täuschung und eine bewußte 3rreführung Der Arbeitnehmerschaft, ihr vorzumachen, fie bedürfe feiner Aufflärung, Schulung und Disziplinierung, es ginge ohne Erkenntnis, ohne Wiffen, ohne zähes beharrliches Bormärtsdrängen Schritt um Schritt, ohne allmähliches eranreifen der Verhältnisse und der Menschen, es genüge die Entschloffenheit zur Diktatur, der Mut der Berzweiflung, tolltühne, räuberromantische Berwegenheit und dazu etwas Pfiffigkeit und Verschlagenheit, um den Gegner zu übertölpeln, Reichshalien- Theater Allabend! 8 U. u. Sonntags nachm. 3 Uhr Steffiner Sänger Plätze 90 Pf. bis 2,50 M. Nachmittags halbe Preise volles Programm. Donhoff- Brett'l: D. große Neujahr- Programm Anf. 7% U., Sonnt. 5% U. Theater am Kottbuser Tor. Tägl. 8 Uhr und Sonntag nachm. 3 Uhr Elite- Sänger. Die Revue des Humors: ,, El te... voran 16 Volkstümliche Preise. ardinen Gard Verkauf R.Witte, Wilmersdorfer Str. 66a, erste Etage. Kein Laden! 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Schließlich wird sich aber auch das kommunistische Treiben als ein Teil jener Kraft erweifen, die die Weltrevolution" will und den Reformismus" fchafft. Der von der Kommunistischen Partei befohlene Eintritt ihrer Mitglieder in die Gewerkschaften wird die Gewerkschaf. ten anfpornen, durch unermüdliche Beranziehung der Unorganisierten, mie durch nachholtige Auf. flärungsarbeit unter den Gewerkschaftsmitgliedern, der kom munistischen Parteiaktion in den Gemertschaften ein Gegen. gewicht zu bieten. Im übrigen aber werden alle parolen der RBD- Zentrale die Gewerkschaften nicht hindern, sich an ihre Sahun gen zu halten, noch ihren eigenen Gesezen zu verfahren und ihre ganze Kraft in den Dienst des Reformismus zu stellen, das heißt, für günstigere Lohn- und Arbeitsbedingungen ihrer Mitglieder forgen, für die Durchsehung des Achtstundentags wie für die fortschrittliche Ausgestaltung der sozialen Gesetzgebung. Metallarbeiter Internationale und Achtstundentag. Internationale Metallfonferenz. der Metallarbeiterinternationale ist am Sonntag in Paris zu einer Paris, 5. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Der Zentralausschuß Sigung zusammengetreten. Im Vordergrund der Erörterung stand eine Aussprache über die Durchführung des Act stunden tages in der Metallindustrie der verschiedenen Länder. Bon deutscher Seite lag ein Antrag vor auf Einberufung einer internationalen Konferenz, die sich speziell mit den Arbeitsbedingungen in der Schwerindustrie ten Dißmann und Reichel gaben in der Begründung dieses ( Hütten- und Walzwerke) beschäftigen soll. Die deutschen Delegier. Antrages eine Schilderung der Berhältnisse in Deutschland. Die deutschen Gewerkschaften hätten die durch die Inflation verursachte schwere finanzielle Krise nahezu überwunden und seien im Begriff, das während dieser Krise verlorene Gelände zurückzugewinnen. Die Hauptforge der deutschen Gewerkschaften fei gegenwärtig, die Regierung und das Unternehmertum zu zwingen, den Achtstundentag wieder herzustellen. Die Tätigkeit der Bewerkschaften sei vor allem auf die Ratifitation des Washingtoner Abkommens gerichtet. Dabei müsse allerdings bei den gegenwärtigen Mehrheitsverhältnissen in Deutschland mit der Möglichkeit eines Mißerfolges der parlamentarischen Aktion lichkeit einer groß angelegten direkten Attion nicht von vornherein gerechnet werden. Die Gewerkschaften schlössen deshalb die MögGefahren Rechenschaft gebe, die die Verlegung des Achtstundentages aus, zumal da man sich in Deutschland im vollen Umfange von den deutsche Antrag wurde einstimmig angenommen. in Deutschland für die Arbeiter der anderen Länder habe. Der Die internationale Metallarbeiterfonferenz soll am 1. März in Köln zusammentreten und sich u. a. mit den internationalen Handelsverträgen und dem Problem der internationalen Kartellie rungen und Konzernbildung in der Schwerindustrie befassen. Telephonarbeiterstreik. In der Telephonfabrik Don Dauernheim, Köpe nider Straße 114, steht die Belegschaft feit Sonnabend in einem bmehrstreit. Aus nach den Neujahrsfeiertagen die Arbeit wieber aufgenommen werden jollte, erklärte der Inhaber der Firma den Arbeitern und Arbeiterinnen, daß er es nicht mehr zulassen Er fähe fich gezwungen, den allgemeinen Verhältnissen Rechnung tönne, daß im Lohnafford 1,10 m. in der Stunde verdient werden tragend, die Berdienste auf 85 Pfennig zu reduzieren. Auf Verhandlungen ließ sich der Herr meder mit der Betriebspertretung noch mit einem Bertreter des Deutschen Metallarbeiterberbandes ein, nahm vielmehr seinen Koffer und verschwand durch eine Hintertür nach London, wie seine Angestellten mitteilten. Da er bei der eiligen Abreise vergessen hatte, seinen Vertretern die Bollmacht zu hinterlassen, verhandeln zu können, so war es auch nicht möglich, den Streitfall zu einem befriedigenden Abschluß zu meiteres den Abzug gefallen zu lassen, und so blieb nichts weiter bringen. Die Belegschaft war aber auch nicht gewillt, sich ohne übrig, als in den Abwehrkampf zu treten. Die Berliner Arbeiterschaft wird darum gebeten, 3uzug trengstens fernzu. halten und auch sonst Solidarität zu üben. Schiedsspruch für die Seeschiffahrt. Der Schiedsspruch vom 23. Dezember über den neuen, ab 1. Dezember geltenden Tarif der deutschen Seeschiffahrt ist von beiden Barteien angenommen worden. Der Tarif feßt für Schiffs offiziere mit einer Heuer von meniger als 150 m. monatlich eine Erhöhung um 8 Broz. und von 150 m. und darüber eine Erhöhung um 5 Proz. feft. Die Heuer für Ded- und Maschinenpersonal wird um 8 Broz. erhöht. Die neuen Bestimmungen gelten bis zum 31. März Wohlfahrtseld- Lotterie für die Ausgewiesenen von Rhein und Ruhr. Ziehung 15., 16. u. 17. Januar 1925 12838 Gewinne Im Gesamtbetrag von Rm. 300000 : 75000 50000 25000 10000 Hauptgewinne: Lose zu M. 3.30 Porto. Gewinnt, 10 Lose 30 Pfennig extra. schließlich Perte 33 M. und Gewinnliste Za haben bei allen staatlichen LotterleEinnehmern, und durch Plakate kennt. Hehen Verkaufsstellen. Kröger BERLIN WS Jetzt Friedrichstr.176/ 178 neben Kaiser Kaffee Postscheekkonto 31 04o Küchen Hosen Wirtschaft Befferung des Kohlenabsatzes. Aus den vorliegenden Berichten der einzelnen Rohlenreviere if erfichtlich, daß augenblicklich ein befferer Kohlenabsatz als in den Bor monaten zu verzeichnen ist. So konnte z. B. Deutsch- Oberfchlesien, das unter der Abfaktrise am schwersten gelitten hat und in den Des gembertagen seine Produktion z. B. in der Woche zum 21. Dezember von rund 265 200 Tonnen auf 286 500 Tonnen bedeutend steigern fonnte, seinen Abjaz in der genannten Woche von 251 882 Tonnen auf 255 862 Tonnen vermehren. Von Bedeutung ist auch die Mehr einfuhr englischer Kohle. Während in der Zeit vom 1. bis 12. De 3ember 1924 im Lübecker Hafen nur 5290 Tonnen englische Kohle einliefen, betrug die Einfuhr in der Woche vom 13. bis 20. Dezember 16 000 Tonnen. Die Schillingwährung in Deutschösterreich. über die Aufstellung von Bilanzen in Shillingrechnung In Wien wurde der Regierungsentwurf eines Bundesgesetzes unter Neubewertung von Attien und Verbindlichkeiten( Goldbilanz gesez) veröffentlicht. Danach wird beim llebergang auf die Schilling rechnung eine Eröffnungsinventur und eine Eröffnungsbilanz in Schillingrechnung geschaffen, in der die Reubewertung der Bilanz posten zu erfolgen hat. Die Borräte und das Inventar dürfen höchstens mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aufgeführt wer ben. Die Mindestgrenze des Attienkapitals ist mit 90 000, bei den G. m. b. 5. mit 10 000 Schilling festgelegt. Nach der Goldumstellung find neue auf Schilling lautende Attien auszugeben, welche gegen die alten Aftien eingetauscht werden.( 1 Schilling 10 000 Kronen 0,60 Reichsmart.) Zollabfertigung von Ausfuhrgütern. Nachdem die Reichsbahn gesellschaft zugestimmt hat, daß der Vorabfertigungszwang für Aus. fuhrgüter versuchsweise beseitigt wird, hat der Reichsminister der von Waren zur Ausfuhr nur noch auf Antrag vorzunehmen. Im Finanzen die Zollstellen angewiesen, die zollamtliche Borabfertigung übrigen findet die Zollabfertigung von Ausfuhrgütern bei den Grenzzollamtern an Hand der Begleitpapiere statt. Aus der Partei. Der Konflikt in Sachsen. Dresden, 5. Januar.( Gigener Drahtbericht.) Die Bezirksver. bände der SPD. Sachfens nahmen am vergangenen Sonnabend in über die Beilegung des sächsischen Konfliktes Stellung. Die Beeiner gemeinsamen Sigung zu den Vorschlägen des Parteivorstandes zirksverbände lehnten die Vorschläge des Parteivorstandes als ungenügend ab, erklärten sich aber bereit, an der Berständigung auch weiterhin mitzuarbeiten. Außerdem nahm die Konferenz folgende Entschließung an:„ Die Landesinstanzen Genossen Edel der letzte Zweifel zerstört worden ist. Die fächſiſche der SPD. Sachsens protestieren gegen die Personalpolitik der Re gierung Held, über deren Zug durch die brutale Maßregelung des schaft beharren und bezeugt den Opfern der Regierung Held ihre Bartei wird dieser Personalpolitik gegenüber in schärfster Gegner vollste Sympathie und Solidarität. Hierzu erfahren mir, daß auf Beschluß des Gesamtministeriums im Rahmen der allgemeinen Sparfamfeitsmaßnahmen die An ftellung des Genossen Edel als beamtetes Mitglied der Redaktion der Sächsischen Staatsgeitung" widerrufen und Edel mit einem Halb jahresgehalt am 31. Dezember aus dem Dienst entlassen worden ist. Es besteht nicht die Absicht, die freigewordene Stelle wieder zu befezen. Ebel gehört zu den Führern der Fraktionsminderheit. Hermann Rhein 25 Jahre in der Bremer Bürgerschaft. Did erste Gigung der neugemählten Bremer Bürgerschaft ge ftaltete sich zu einer Feier für den sozialdemokratischen Frattions. Dorfigenben, Genossen Hermann Rhein, der an diesem Tage nahme der Kommunisten von ihren Plätzen erhoben, feierte Der auf eine 25 jährige Zugehörigkeit zur Bürgerschaft zurücbliden fonnte In einer Ansprache, bei der sich alle Mitglieder mit Aus Bräsident der Bürgerschaft den Jubilar, schilderte den Kampf der Sozialdemokratie um die Eroberung des Bremer Landesparlaments und erinnerte baran, wie vor 25 Jahren der heutige Senator Rhein gemeinsam mit Fris Ebert in die vom Bürgertum beherrschte bremische Boltsvertretung einzog. Damals waren 11 Sozialdemo fraten in der Bürgerschaft; heute fann Genosse Rhein die Geschäfte einer sozialdemokratischen Fraktion von 48 Köpfen führen. Genoffe Eduard Schmid, der 5% Jahre lang als Erster Bürgermeister der Stadt München mit der ihm eigenen Gemiffenhaftigteit für die Allgemeinheit wirfte, ist wieder auf seinen Boften als Redakteur unseres Münchener Parteiblattes, der Mün chener Post", zurüdgefehrt, um wieder das Referat für Kommunalpolitit zu übernehmen, das er vor dem Jahre 1919 bereits über ein Vierteljahrhundert vertrat. Genosse Schmid steht im 63. Lebensjahre. Genau vor 25 Jahren wurde er als Vertreter der Sozialdemokratie zum erstenmal in das Münchener Rathaus gewählt, dem er seither ununterbrochen als Stadtrat angehört, Berantwortlich für Politik: Ernst Reuter; Wirtschaft i. B.: 3. Steiner; Gemertschaftsbewegung: Friebe. Entorn; Feuilleton: K. S. Döscher; Lotales Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Bormärts- Buchbruceret und Sonstiges: Fris Karstadt: Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. und Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin SB. 68, Lindenstraße 3. 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