Abendausgabe Nr. 942. Jahrgang Ausgabe B Nr. 4 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreife find in der Morgenausgabe angegeben Rebaftion: SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Donhoff 292-295 Tel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 5 Goldpfennig Dienstag 6. Januar 1925 Berleg und Anzetgenabteilung: Gefchäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Vorwärts- Berlag GmbH. Berlin S. 68, Cindenstraße a Fernsprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Der Umweg über Preußen. In Preußen entscheidet sich auch In der Angelegenheit der Regierungsbildung ist im Laufe des heutigen Bormittags feine Aenderung eingetreten. Das Reichskabinett hielt eine Sigung ab, in der es sich mit der Note der Alliierten über die Kölner Zone und mit Han delsvertragsfragen beschäftigte. Bon entscheidender Bedeutung für die Entwicklung auch im Reich ist die heutige Nachmittagssigung des preußi schen Kabinetts. In ihr muß es sich entscheiden, ob die Zentrumsminister, dem Beispiel der Volksparteiler folgend, gleichfalls zurüd reten oder ob sie dem Ministerpräsidenten Braun die Gelegenheit bieten werden, mit einer immer noch fast vollständigen Regierung vor deg Landtag zu Sollte der Angriff der Deutschnationalen in Breußen mißlingen, fo wäre auch im Reich der Weg zu einer Regierung, die den bisherigen Kurs der Mitte unter der Flagge einer überparteilichen" Regierung weitersteuert, voraussichtlich frei. treten. Die Volkspartei in Preußen. Nicht die Fraktion, aber die Minifter... Der Fraktionsführer der Deutschen Volkspartei im Breußischen Landtag, Abg. Dr. D. Campe, hat dem preußischen Ministerpräsidenten versichert, daß dieser Fraktion eine Pression auf die Staatsregierung, um ihren Rüdtritt herbeizuführen, durch aus fern liege. Nicht die Fraktion der Deutschen Boltspartei ziehe ihre beiden Ber treter in der Staatsregierung, Unterrichtsminister Boeli und Finanzminister v. Richter, aus dem Kabinett zurüd, sondern diese beiden Minister zögen lediglich die Konsequenzen aus ihrer staatsrechtlichen Auffassung, daß die Staatsregierung| Krise der Pariser Verhandlungen. Die Handelsvertragsverhandlungen vor dem Abbruch? Paris. 6. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Obwohl die deutsche Antwort auf den jüngst von den französischen Unterhändlern überreichten Entwurf eines provisorischen Abkommens noch nicht erfolgt ist, spricht die gesamte französische Preffe am Dienstag morgen von einem Abbruch der Berhandlungen, den sie auf die deutsche Wbsicht zurückführt, auf wirtschaftlichem Geblete Repreffalien für die nichträumung der Kölner Zone zu ergreifen. So schreibt der„ Matin", die deutsche Regierung fuche einen Drud auf Frankreich auszuüben, indem fie vom 10. Januar ab die französische Ausfuhr und insbesondere die Ausfuhr des lothringischen und faarländischen Eisens unterbinde. Diese Situation werde zwar die elfahLothringische Industrie, die in Deutschland ihren Hauptabfahmarkt habe, für einige Zeit in beträchtliche Schwierigkeiten versetzen, in den unterrichteten Kreisen aber sei man der Auffassung, daß es sich auf deutscher Seite feineswegs um endgültige Entschlüsse, sondern nur um ein faftisches Manöver handele„ Journée 3ndustrielle" schreibt, es sei fiar, daß die deutsche Regierung fich der wirtschaftlichen Waffe zu bedienen suche, um Frankreich in der Kölner Frage zum Nachgeben zu zwingen, und sie halte diese Waffe für umso wirksamer, als ein Tariftrieg in erster Linie Elfaß- Cothringen treffen werde, wo die französische Regierung sich auch auf anderen Gebieten gewiffe Schwierigkeiten geschaffen habe. Das Blatt hält es für wahrscheinlich, daß die alliierten Finanzminister. die am Mittwoch in Paris zusammentreten, außerhalb des Rahmens der Konferenz Gelegenheit finden werden, sich über die wirtschaftliche Situation zu unterhalten. Schwerindustrielle Sabotage. Paris, 6. Januar. Wie der Bariser Vertreter des MTB. er fährt, find die Nachrichten in der französischen Bresse zutreffend, nach denen die deutschen Sachverständigen der Schwereisenindustrie it- ren französischen Kollegen mitgeteilt haben, daß ihnen bei der Unsicherheit der Lage eine Fortführung der auf den 7. Ja muar in Aussicht genommenen privaten Wirtschaftsverhandlungen augenblicklich nicht möglich erscheine. Jedoch würde ein Vertreter der Schwereifenindustrie zum verabredeten Termin in Paris eintreffen, um bei den Delegationsverhandlungen als Sachverstän diger die erforderlichen Auskünfte zu geben. Uebertriebene Alarmnachrichten. P. 6. Januar.( Eca.) Die französische Presse verbreitet über den Stand der deutsch- sianzösischen Wirtschaftsverhandlungen alarmierende und zum Teil durchaus uniichtige Nach tichten. So erklärt der„ Matin" in eineni sensationell aufgemachten Artikel, Deutschland habe die Wirtschaftsverhandlungen unterbrochen und werde am 10. Januar Frankreich einen Tariffrieg erffären. Aehnliche Behauptungen finden sich auch in onderen Blättern. Obwohl die Lage der deutsch- franzöfifchen Wirtschaftsverhandlungen rociter tritisch bleibt, ist die Behauptung, daß deutscherseits ein Abbruch der Verhandlungen erfolgt fei, absolut unrichtig. Die beiden Delegationen werden ganz im Gegenteil weiter miteinander verhandeln. Der französische Vorschlag für einen modus vivendi hatte es notwendig gemacht, daß die deutsche Delegation neue Instruttionen in Berlin einzog. Diese Inftruf. tionen merben, wie bereits gemeldet, wahrscheinlich heute in Paris vorliegen und der deutschen Delegation gestatten, auf den fran. zösischen Vorschlag zu animorten. das Schicksal der Reichsregierung. nach den Neuwahlen zurüdtreten müsse. Uebrigens ist ein Rüdtritt der beiden Volksparteilichen bis zur Stunde nicht erfolgt, und fie merden auch an der Sitzung des gefamten Staatsministeriums teilnehmen, die heute nachmittag 5 Uhr beginnt und die Beschluß faffen soll über die Auslegung des Artikels 55 der Preußischen Berfassung, nämlich über die Frage, ob das Staatsministerium von sich aus zurüdtreten müffe. Die Landtagsfraktion der Deutschen Boltspartei hat im Breußischen Landtag eine Große Anfrage über die Zustände bei der Staatsbant eingebracht. Diese Anfrage richtet sich bei der Staatsbanf eingebracht. Diese Anfrage richtet sich an die oberste Aufsichtsbehörde der Staatsbant, den preußischen Finanzminister. Das ist herr von Richter, Mitglied der Deutschen Boltspartei. der Regierung heraus. Seine Fraktion fordert Berantwortung Herr von Richter aber mill nicht mehr. Er will aus von der Regierung er aber, der in der Regierung die Verantwortung für die Staatsbank trägt, will vor der Beantmortung der Anfrage aus staatsrechtlichen Gründen" aus der Regierung ausscheiden. Aus der Reichstagsfraktion. Die sozialdemokratische Reichstagsfrattion wählte in ihrer Vormittagssigung die Genoffen Hermann Müller und Dittmann wieder zu ihren gefchäftsführenden Vorfizenden. Ebenso wurden die bisherigen Frattions vorstandsmitglieder Crifpien, Dißmann, Hente, Hoch. Hildenbrand, Hilferding, Herz, Marie Juchacz, Löbe, Scheidemann, Q. Schumann, Stamp er und Wels wiedergewählt. Neu hinzugewählt wurden die Genossen Aufhäuser und Graßmann Interalliierte Finanzkonferenz. Das Programm der Beratungen. Baris, 6. Januar.( Eca.) Die michtigsten Fragen, die auf der Tagesordnung der morgen beginnenden interalliierten Finanz ministertonferenz stehen, fönnen folgendermaßen zusammengefaßt werden: 1 Die Bilanz der Ruhrattion. Es handelt fich bei diesem Punkt darum, ob die Kosten der Ruhrattion von den aus ihr Einnahmen in ihrer Gesamtheit allen Allierten gemeinsam zufallen gewonnenen Einnahmen bestritten werden können, oder ob biefe und ob Frankreich und Belgien allein imftande find, einen Teil der Kosten der Ruhroperation zu tragen. Recht und Richter. Juristische Betrachtungen über den Magdeburger Prozeß. Bon Otto Landsberg. In die Hände des Richters ist die Entscheidung über die höchsten Güter und Rechte des Menschen gelegt. Die menfch liche Unvollkommenheit, die er so wenig überwinden tánn wie ein anderer Sterblicher, Schließt es aus, daß seine Urteile stets der Gerechtigkeit entsprechen. Damit müssen wir uns abfinden. Dreierlei aber find wir berechtigt von dem Manne zu fordern, der Recht zu sprechen berufen ist, den Billen zur Unparteifich leit, die Kenntnis des objektiven Rechtes und logisches Denten. Ich will heute nicht untersuchen, ob das Magdeburger Schöffengericht im Prozeß gegen Rothardt der ersten dieser drei Au gaben gerecht gemorden ist, obwohl ein Auffaz, den der Geheime Justizrat Dr. Wolff in der Kreuz- Zeitung" veröffentlicht, mich dazu reizen fönnte. Herr Geheimret Wolff ist nämlich der Ansicht, daß die Magdeburger Prozeßleitung Sympathien für den Nebenfläger hat erfennen laffen. Er begründet seine Meinung hauptsächlich damit, daß erachtete und den Angeklagten lediglich aus§ 185 RStGB. das Gericht, obwohl es juristischen Landesperrat für erwiesen wegen formeller Beleidigung schuldig sprach, ihn nicht von der Antlage aus§ 186 RStGB. ausdrücklich freigesprochen und daß es ihn ferner nicht gemäß§ 466 RStGB. mit den durch die Anklage aus§ 186 StGB. erwachsenen Kosten verfchont hat. Der Herr Geheime Justizrat weiß also nicht, daß die von ihm angezogene Kostenbestimmung sich nur auf Fälle taten bezichtigt und einer oder mehrerer von ihnen nicht bezieht, in denen ein Angeflagter mehrerer selbständiger Strafschuldig befunden worden ist, und er weiß nicht, daß von einer Mehrheit strafbarer Handlungen bei einem Zeitungsaussah nicht die Rede sein kann, der nach der Anflage sowohl gegen§ 185 wie gegen§ 186 RS1GB. verstößt. Eine einzige Handlung, die gegen das gleiche Rechtsgut wie die Ehre eines Mannes verstößt, ist und bleibt eine einzige Straftat, auch wenn sie unter perschiedene Paragraphen des Strafgesetz buches fällt. Der alte Juristenscherz, daß der Titel„ Geheinter Justizrat" mitunter zum Ausdrud bringen solle, daß dem Titular die Justiz ein Geheimnis fei, fcheint der tatsächlichen Grundlage nicht zu entbehren. Jedenfalls fann man dem Magdeburger Schöffengericht zu der Anerkennung aus dem Munde des Herrn Geheimen Justizrats Wolff nur sein Beileid aussprechen. Der Zwed dieser Zeilen ist, zu prüfen, ob das Schöffengaben erfüllt hat, die ich dem Richter in den Eingangsworten gericht Magdeburg die zweite und dritte der drei Aufund läßt einen befremdlichen Mangel an Bertrautheit mit der des§ 186 RS1GB. war ein Fehler gegen das Recht gestellt habe. Die Frage ist zu verneinen. Die Heranziehung Rechtsprechung des Reichsgerichts erkennen. Der Zeitungs 2. Die Aufteilung der als erste Annuitat des duffah Rothardts enthielt lediglich Werturteil e, aber Dames- Planes für die Touer vom 1. September 1924 bis feine unter§ 186 RStGB. fallende, also des Wahrheitsheweises 31. August 1925 zu zahlenden 1 Millarde Goldmarf. Bei dieser Gefähige Tatsach e. Er verstieß mithin mur gegen§ 185, nicht legenheit wird man voraussichtlich auch auf die Verteilung der späte auch gegen§ 186 RS1GB. Die Tatbestände beider Baraschlüffels, die im Jahre 1920 auf der Konferenz von Spaa geregelt der Ehre eines anderen abträgliches Urteil bestraft, während ren Zahlungen zu sprechen fommen und die Frage des Verteilungs graphen unterscheiden sich derart, daß der erste von ihnen ein wurde, wieder aufrollen. auf Grund deren andere der andere die Behauptung von Tatsachen ahndet, Personen zu einem folchen Urteil gelangen können. Rothardt hatte in seiner Zeitung einen offenen Brief des bekannten Gensfer abgedruckt und sich zu eigen gemacht, in dem der Reichspräsident also angeredet 3. Die Forderung der Bereinigten Staaten, die befanntlich verlangen, daß fie für ihre Kriegsschäden an den deutfchen Reparationszahlungen beteiligt werden. Frankreich, Belgien und Italien haben im Prinzip erklärt, daß sie, non reinen Berech tigkeitsncfichtspunkten aussehend, hiermit einverstanden sind. Eag land hat sich dieser Auffassung nicht angeschlossen, sondern beruft Bertrag nicht ratifiziert haben und infolgedessen auch keinen Ansich auf die Tatsache, daß die Vereinigten Staaten den Bersailler spruch aus diesem Vertrage baben. 4. Die Frage des Berteilungsschlüssels. Frautreich. Belg en urrd Italien erfenren zwar an, daß Amerifa Anspruch auf Anteile aus den deutschen 3atlungen hat, erflären jedoch, daß ihr prozentualer Anteil hierdurch nicht verringert werden dürfe. In folgedessen müsse der prozentuale Anspruch der übrigen Nußnießer aus den deutschen Zahlungen verringert werden. Scharfe amerikanische Note an England London, 6. Januar.( WTB.) Nach einer Meldung der„ Daily Mail" aus New Dort hat Staatssekretär Hughes eie energische Antwort auf die letzte britische Note betreffend die Beteiligung der Bereinigten Staaten an deutschen Reparationen abgesandt. Er be punkt aus wie auch aus Billigkeitsgründen Amerita das Recht habe, fräftigte aufs neue Amerifos Auffaffuria, dak vom jurist schen Standeinen Anteil an den von Deutschland geleisteter Zahlungen zu er halten. Aufnahme der Nichträumungsnote. Aeußerungen der französischen Preffe. Paris, 6. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die überreichte Note der Botschafterkonferenz wird von der Mehrzahl der Pariser Morgenblätter ohne jeden Kommentar abgedruckt. Auch die Organe der Linken enthalten sich eigener Aeußerungen, nur die" Ere Nouvelle" findet, daß die alliierten Regierungen in ihrer Entscheidung eine aner Pennenswerte Mäßigung an den Tag gelegt hätten", daß die Schluß felgerungen der Note unwiderleglich feien und daß man in Deutsch fond sicherlich nicht behaupten fönne, daß sie eine Provokation darftelle. Das Brurnal" weist darauf hin, daß die Note in der Fassung des Absatzes 4 der die Aufzäh'ung der angeblichen deutschen Berftöße mit den Worten einleitet:„ Wenn man nur den Teil V des Ver. trages in Betracht zieht", den wichtigen Borbehalt enthalte, daß Deutschland ouch noch auf anderen Gebieten die Boraussetzungen des Artikels 429 nicht erfüllt habe. Die Allierten hätten sich damit aus drücklich das Recht vorbehalten, die Nichträumung der Kölner 3one gegebenenfalls auch noch mit anderen deutschen Berfehlungen zu begründen. | wurde: verbreiten, daß Sie den Strafantrag gegen mich zurückzogen, ob " Durch das. Wolfische Telegraphenbureau laffen Sie die Nachricht wohl ich Sie des Landesverrats beschuldigt habe. Im Interesse der geschichtlichen Wahrheit stelle ich fest, daß ich diese Beschuldigung in dem gegen mich eingeleiteten Etrafverfahren bis zu dessen Ende aufrecht hielt und den Wahrheitsbeweis antrat, deffen vollkommene und erfolgreiche Durchführung durch die Zurücknahme des Strafantrages von Ihnen vereitelt murde.... Unter diesen Umständen ist es für den Bestand der deutschen Republif eine gefährliche Belastungsprobe, wenn ein Mann an ihrer Spitze bleibt, der den Borwurf des Landesverrats, einerlei aus welchen Gründen, auf sich fien läßt. Ich richte deshalb die Frage an Sie:„ Wann treten Sie zurück?" Diesem Brief hatte Rothardt aus eigenem die Worte hinzu. gefügt:„ Beweisen Sie doch, Herr Ebert, daß Sie kein Landesverräter sind." • Konkrete Tatsachen, in denen ein Landesverrat zu finden sei und durch die er bewiesen werden soll, find also in dem Auffah nicht behauptet, wenn er auch durch tatsächliche Bor gänge veranlaßt ist. Der Fall lag juristisch genau fo, wie wenn jemand, der sich von einem Richter ungerecht behandelt glaubt, Beschuldigung Tatsachen hinzu, durch die er sie beweisen zu diesem den Vorwurf der Parteilichkeit macht. Fügt er feiner fönnen vermeint, so fällt seine Tat nach der Rechtsprechung des höchsten Gerichtes unter§ 186 RStGB. Sieht er davon ab, so kann eine Verurteilung lediglich aus§ 185 RStGB. er folgen. Das Magdeburger Urteil erkennt felbst an, daß der Auffah Rothardts bestimmte Tatsachen, die das Verbrechen des Landesverrats darstellen sollen, nicht behaupte. Bergehen gegen§ 186 RStGB. nicht in Frage kommt, hat Statt daraus den richtigen Schluß zu ziehen, daß ein das Gericht fich für verpflichtet erachtet, an der Hand von Beweisanträgen, die der Angeklagte erst im Laufe des Prozesses gestellt hat, das ganze Berhalten des Beleidigten während des Krieges zu untersuchen und die Richtigkeit von. Be hauptungen nachzuprü'en, von denen in dem Zeitungsauffa nicht mit einem Wort die Rede war. Dies ist jedoch nicht der schwerste Bormurf, der dem Magdeburger Gericht zu machen ist, denn Ebert und seine Be . treter haben die Zulassung des Wahrheitsbeweises, die bei Anwendung des§ 185 RStGB. im vorliegenden Falle abzulehnen gewesen wäre, nicht nur nicht verhindert, sondern im Bewußtsein der Reinheit ihrer Sache sogar begrüßt. Das Urteil läßt aber ferner einen erstaunlichen Dent fehler erfennen. Bei der Verkündung gab der Vorsitzende als die Anficht des Gerichtes fund, daß der Wahrheitsbeweis geführt sei, weil in juristischer Beziehung der Vorwurf des Landesverrats bewiesen sei. Die Frage des Wahrheitsbeweises sei, so erklärte der Vorsitzende, nur juristisch zu entscheiden, nicht politisch, historisch oder moralisch. Diese Rechtsauffaffung ift unhaltbar. Im Beleidigungsprozeß hat der Angeklagte den Beweis der Wahrheit derjenigen Tatsachen zu führen, die er behauptet hat. Rothardt hat dem Reichspräsidenten nicht Landesverrat im juristischen Sinne vorgeworfen, sondern, wofern ein solcher Unterschied überhaupt gemacht werden fann, auch im moralischen. Daß aber im moralischen Sinne Landesverrat nicht vorliegt, hat das Gericht bei der Aufzählung der für das Strafmaß bestimmenden Gründe ausdrücklich anerkannt. Denn der Borsigende hat ausgesprochen, daß bei der Strafzumeffung erschwerend berücksichtigt worden sei und habe berücksichtigt werden müssen, daß der Beweggrund Eberts für den Eintritt in den Streifausschuß und für die Tätigkeit, die er dort entwickelt hat, erwiesenermaßen der gewesen sei, Deutschland einen Dienst zu erweisen; aus diesem Grunde habe der Angeklagte ihm nicht moralischen Landesverr at vorwerfen dürfen. Auch vom Standpunkte des Gerichts aus dürfte alfo der Wahrheitsbeweis nicht für geführt erachtet werden. Daß im übrigen das Verbrechen des Landesverrats den Willen des Täters, die Kriegsmacht Deutschlands zu schädigen, zur Voraussetzung hat, und daß Ebert diesen Willen nach den Urteilsfeststellungen selbst gehabt hat. ist bei der Besprechung des Urteils von namhaften Juristen so oft hervorgehoben worden, daß darüber nicht weiter gesprochen zu werden braucht. Für diejenigen, die ein in jeder Hinsicht unhaltbares, sich selbst widersprechendes Urteil, dessen Unmöglichkeit klar ertennbar ist, zum Ausgangspunft eines wahrlich nicht auf moralischen Gründen beruhenden Feldzuges gegen den Reichspräsidenten machen, fann man nur das Mitleid aufbringen, das man denen schuldet, die bei der Verteilung von Berstand oder. Anstand zu furz gekommen sind. Volkspartei und Reichspräsident. Heimliche Wühlereien. Die Deutsche„ Bolkspartei" gibt seit furzer Zeit für den Wahlkreis 3( Teltow- Beeskow- Charlottenburg) unter dem Namen„ National Echo" ein besonderes Nachrichtenblatt einen Mahnruf Stresemanns enthält, beschäftigt sich heraus. Nr. 15 des Blattes vom 2. Januar, das an der Spitze mit dem Magdeburger Prozeß. Der Artikel unter stellt der Reichsregierung, ihr Besuch beim Reichspräsidenten habe lediglich den 3wed gehabt, den ver= heerenden Eindruck, den der Prozeß nach außen gemacht hat, und den dadurch entstandenen Schaden zu verwischen". Rein verstandesgemäß bleibe zu sagen: Die Sozialdemokratie ist noch die Rugnießerin der Revolution Sie betrachtete den gegen den Reichspräsidenten erhobenen Vorwurf als einen Borwurf gegen sich selbst und sie hatte alles Interesse daran, die Doppelrolle, die sie damals sowohl, als auch später em 9. November gespielt hat, zu verschleiern. Sie fekte deshalb ihnen ganzen imfangreichen Apparat, von Philipp dem Schönen bis zum jüngsten Gewerkschaftsbonzen ein, um den Gegenbeweis zu führen. Die Aufgabe des aus zwei Richtern und zwei Schöffen bestehenden Beridyts mar daher eine unendlich schwierige. Das Gericht hat das Urteil gesprochen und dieses Urteil besagt, daß das Berhalten des jeg igen Reichspräsidenten im Januar 1918, im strafrechtlichen Sinne gesprochen, Landesverrat darstellt. Das aber ist das Entscheidende. Gemiß ist gegen das Urteil Berufung eingelegt und eine höhere Instanz wird ein neues Urteil zu fällen haben. Einstweilen aber besteht die gerichtliche Feststellung des Landesverrats, Weberstreik in Amerika. Von Georg Keller. Ich faß im Totowa Buß und las in den zarten Gedichten des Komponisten„ Eduard Mac Dowell". inter mir lag eine Fahrt durch wundervolle Anlagen und parfähnliche Straßen, die schöne Häuseridylle hinter fchwelgender Palette des amerikanischen Herbstes verbargen. Sie verstärkten den iEndruck des foeben Gelefenen. Da hielt plößlich unser Fahrzeug mit storfer Schmankung an. Die Alarm glode über der Straße schlug ohne Unterbredung mit flingendem Hammer. An uns vorbei raften ungefähr zehn Bolicamänner mit ihren Motorrädern. Diebstahl? Unfall? Mord? Ingendeine Affäre. Unser Buß jetzte sich wieder in Bewegung und hielt nach raschem Tempo zur rechten Zeit vor der City Hall, meinem Aussteigezief. Das Auge lernt mit der Beit ameritonisches Straßengemirr beherrschen. Ein Knäuel von Autos und Menschen wird geschickt und rasch passiert. Mon schlängelt, [ chiebt und drängt sich, wird gedrückt und mitgeschoben. Aber plöglich stodt der Rhythmus. Menschen stauen sich auf, biiden neugierig. Ich bleibe notgedrungen stehen. Da sehe ich wieder die Boliremänner von vorhin; um fie schreiende und schimpfende Menschen. Sie arre. tieren Streifer," sagt einer auf englisch. Ich begreife. Ich weiß. daß die Weber schon seit Monaten streifen. Es geht um lumpige Cents. Ich weiß, daß alle Tage streitende Beter eingesperrt werden, meil sie Reden halten und Straßendemonstrationen verursachen. Eine Weberin sagt neben mir, daß vor einem Jahre die Policemönner die Arbeiter um Soudarität gebeten hätten, damit deren Zohnkampf fiegreich enden fönnte. Jezt haben sie das vergessen. Sie arretieren mit Würde und mit Schneid. Es geht nur um Cents. Die Weben wollen siegen. Das steht jeft. Sie werden von ihren Chefs und eigenen Kollegen betrogen. Auch das steht fest. Die Betrüger sind Dollarkranke und Aengstliche. Sie verhorren wie Banzen hinter der Tapete den ganzen Tag über in den Fabrikkolossen, um nachts hervorzufriechen und an den Web stühlen zu schaffen. Ihre Brotherren bringen ihnen das Brot mit dem Auto felbst in die bestreiften Säle oder holen sie mit besonderer Sorgfalt ab. Sie genießen momentan natürlich mehr Schutz als die gemeinen frechen Streifer. Später aber harrt ihrer ebenjo der mohl nerdiente Fußtritt, der eine ausgefeierte Maschinenseele auf die Straße befördert. Die Aermsten, die sich selbst betrügen. Ich sage noch einmal, es geht nur um Cents. Und der Mann, welcher sich meigert, diese Cents zu bewilligen, befindet sich seit Monaten auf einer Europareise mit Frau und Kindern; zeigt sich ein wenig im armen Deutschland, gibt etlichen Hilfsvereinen und Armenseftionen lumpige Beiträge. Dann läßt er feinem bedürftigen Rörper" eine Badetur zukommen in einem berühmten und teuren Badeorte. Inzwischen hofft er, daß die Streifer sich die Köpfe eingeschlagen haben. Bir verdanken dem Dichter Gerhart Hauptmann das muchtige Drama: Die Beber!" Es macht die gottserbärmlich armen Area | | begangen in einer Zeit, in der unfer gesamtes Bolt um feine Existenz| nung tragenden Erhöhung der Arbeiterlöhne und fämpfte. Aus dieser Feststellung muß nach unserer Meinung um- angestelltengehälter und dem Bestreben der Schlichtungs gehend die Schlußfolgerung gezogen werden." ausschüsse auf möglichste Riedrighaltung der Arbeiterlöhne mit Rache druck entgegenzuwirken. Das National- Echo" ist ein amtliches Organ der Volkspártei. Es bezichtigt die Reichsregierung der Heuchelei. Es übernimmt das Magdeburger Urteil, das einen Entrüstungssturm in der gesamten gefitteten Welt und den juristischen Einspruch namhafter Rechtslehrer hervorgerufen hat, als zu Recht bestehend und fmüpft die politische Forderung daran, umgehend die Schlußfolgerungen dar aus zu ziehen. Die Deffentlichkeit hat ein berechtigtes Interesse daran zu erfahren, wie sich der Führer der Boltspartei, Reichsaußenminister Dr. Stresemann, und wie fich die Bolts partei selbst zu diesen Aeußerungen ihres amtlichen Bublifationsorgans stellt. In der Deffentlichkeit hat die Bolkspartei bisher jeden Schritt unterlassen, der darauf schließen ließe, sie unterstütze das widerliche und verlogene Kesseltreiben der Deutschnationalen gegen den Reichspräsidenten und die politische Ausschlachtung des Magdeburger Prozeffes. Rüdt die Bollspartei nicht öffentlich von Bresseerzeugnissen wie dem des National- Echo" ab, jo muß man annehmen, daß sie zwar nach außen hin das Gesicht eines Ehrenmannes zu wahren bemüht ist, daß sie sich aber insgeheim auf das tol portagen hafte Schmugniveau der Deutschnationalen begeben hat. Und das wäre doppelt erbärmlich, weil es zu gleicher Zeit feige ift. " Wir stellen noch einmal fest: die Reichsregierung ist am 24. Dezember mit einer Erklärung vor den Reichspräsidenten getreten, in der es heißt: " Wir haben, zum Teil in jahrelanger Zusammenarbeit mit Ihnen, Ihr Wirben kennen und Ihre persönlichkeit politisch und menschlich schätzen gelernt. Auf Grund dieser Erkenntnis wünschen wir Ihnen zu sagen. daß wir einmütig, ohne Unterschied der Barteistellung, die Ueberzeugung haben, daß Ihre Tätigkeit stets dent Wohle des deutschen Baterlandes gegolten hat. Lassen Sie uns Ihnen in diesem Sinne unsere besten wünsche für Ihre weitere Tätigkeit in Ihrem hohen verantwortungsvollen Amte aussprechen." Wir fragen: Hat die Reichsregierung diese Erklärung, wie es das amtliche Publikationsorgan der Boltspartei unterstellt, lediglich aus außenpolitischen Gründen abgegeben oder entsprach sie, mie es in dem Dokument zum Ausdrud tommt, der einmütigen Ueberzeugung der Mitglieder des Reichs fabinetts? 2. Bei der Reichsregierung einzutreten für a) die baldige Schaffung einer reichsgefeßlichen Arbeitslosenversiche. rung, b) die Ratifizierung des Washingtoner Abtommens über die Arbeitszeit, c) eine gefeßliche Regelung des Bethältnisses zwischen Aerzten und Krankenkassen und die Schaffung eines einheitlichen Beamten und Angestelltenrechts bei allen Zweigen der sozialen Bersicherungen, d) Wiederherstellung der Unfallrenten auf Grund der vorfriegsrechtlichen Regelung und unverzügliche Umstellung aller Renten auf Goldmartbafis,) größte Vereinfachung des gesamten Rentenverfahrens zur Ersparung an Berwaltungsfosten, die baldige gesetzliche Regelung des Schuges der Bauarbeiter. Demgegenüber beantragten die Bürgerpartei und der Bauernbund, die Staatsregierung zu ersuchen, bei Lohn- und Gehaltsverhandlungen auf eine den gegenwärtigen Verhältnissen angepaßte Höhe der Lohnfäße hinzuwirken, und insbesondere die Ausgleichung der Löhne der gleichartigen Arbeitsgruppen zu fördern. Ferner beantragten die beiden Parteien, bei der Reichsregierung auf eine zusammenfassende Neuregelung der Kranken, Invaliden- und Arbeitslosenversicherung unter Festsetzung gleicher Rechte und Pflichten für Arbeitgeber und Arbeitnehmer hinzuwirken. Staatsrat Rau äußerte starte Bedenten gegenüber dem Antrag Keil- André- Scheef. Die Schaffung einer reichsgesetzlichen Regelung der Arbeitslofenversicherung sei zurzeit noch nicht möglich und die Ratifizierung des Washingtoner Abkom mens über die Arbeitszeit fei gleichfalls noch nicht spruchreif. Staatspräsident Bazille zu ersuchen, selbst an den Berhandlungen Schließlich wurde beschlossen, den zuständigen Reffortminister des Ausschusses teilzunehmen. Bazille, der hierauf im Ausschuß erschien, machte geltend, daß der gemeinsame Antrag Reil- AndréScheef für die Regierung im jetzigen Augenblick nicht annehmbar fei. Alle diese Fragen bedürften einer eingehenden Beratung durch das Staatsministerium. Bei der Abftimmung wurde jedoch der Antrag Keil mit den Stimmen der Sozialdemokratie, der kommunisten, des Zentrums und der Demokraten gegen die Stimmen der Rechten und der Deutschen Volkspartei angenommen. Das Kabinett Bazille ist eine Bürgerblodregierung, die sich auf Deutschnationale, Bolksparteiler, Bauernbündler und Zentrum stützt. Der Deutschnationale Bazille fah seine Hauptaufgabe in dem Kampf gegen Sozialdemokratie und Republit. Die National= giafiften und andere schwarzweißrote Verbände erfreuten sich Außenminister Stresemann, an dem Schritt die 3u. Hat die Beteiligung des Parteiführers der Bolkspartei, Volkspartei feiner besonderen Protektion. welche Gründe haben die Volkspartei veranlaßt, mit ihrer ft immung der Bolts partei gefunden und wenn nein, Stellungnahme zum Magdeburger Urteil, wie sie im RationalEcho" festgelegt wird, zurückzuhalten? Gegenüber der immer wieder auftauchenden Behauptung, daß Bar. mat irgendein Empfehlungsschreiben des jetzigen Reichspräfi. denten Ebert erhalten habe, wird von zuständiger Stelle ausdrüdlich festgestellt, daß weder der Reichspräsident noch der Boffsbeauftragte. noch der Reichstagsabgeordnete, noch der Redakteur, noch der Arbeiterfekretär Friedrich Ebert jemals irgendein Empfehlungsschreiben für Barmat ausgestellt hat. Bürgerblock- Niederlage in Württemberg. Das Zentrum gegen Bazille. Stuttgart, 6. Januar.( Mib.) In der gefirigen Sigung des Jinanzausschusses des württembergischen Landtages ergab sich bei der Beratung des Etats des Arbeitsministeriums eine fritische age für die Regierung Bazille. Die Abgg. Keil( Soz.), André( 3tr.) und Scheef( Dem.) brachten den Antrag ein, die Staatsregierung zu ersuchen, 1. den Fragen der 2ohnpoliti? erhöhte Aufmerksamkeit zu widmen im Sinne einer den volfswirtschaftlichen Bedürfnissen Rech turen des Riefengebirges lebendig, die am Webstuhl ihr Hungerund Sargtuch webten. Neue Weber stehen hier. In riesigen Sälen fchaffen sie, tummgewordene Maschinenseelen, nicht viel besser und schlechter als ihre verblichenen Ahnen. Sie fämpfen auf fremder Scholle um Dienst und Gewinn, machen Unverdientes dem einzelnen streitig. Das ist der große Schatten. Niemand fann begreifen, was es heißt, in einem Lande wie Amerika fich von dieser Seite zu zeigen. Betrug und Berrat auf jeder Seite, teine Einheit, tein Berlaß. Aber der Keim ist dennoch da und drängt immerhin zum Wachstum, troß angeblicher Freiheit, die sich in diesem Lande abfchleckt und anspeit. 3mei und drei Tage Haft, je nachdem. Die Boficemänner arbeiten mit Schneid. Ihre ftraffen, sehnigen Geftalten täuschen eine heldenmütige Tat vor. Es ist zum Lachen und zum Beinen. 3ch flammere meine Finger um den einen Gedichtband, der mich dem täglichen Elend so weit entrückte. Fast presse ich die dünnen Seiten zusammen, damit fein Hauch der erbärmlichen Szene dazwischen dringe und vergifte, mie jede ungerechtigkeit vergiftet! Als der Rhein in England floß... In der letzten Zeit find in England bedeutende Ausgrabungen durchgeführt worden, die über die Urgeschichte des Bandes wichtige neue Erfenntnisse bringen. So untersuchte der Archäologe Reid Moir in mehrjähriger Arbeit eine wichtige prähistorische Fundstätte, die am Fuße der hohen Klippen der Cromer Küste liegt. Das Lager besteht aus verschiedenen Schichten aus Ries und Torf und enthält außer den Fossilien zahl reicher ausgestorbener Tiere eine große Menge von Feuersteinwerf. zeugen, die beweisen, daß der Mensch in Norfolt zu jener Urzeit bereits haufte. Die Klippen von Cromer waren damals noch nicht vorhanden, und wo heute die Nordsee wogt, lag ein weites flaches Tal, das von einem nördlichen Arm des heutigen Rheins durchflossen war. Der Rhein ist es gewesen, der damals Diese Schichten formie, und an den Ufern des Rheins weideten damals die Tiere, deren Fossilien gefunden wurden: drei verschiedene Inpen von Elefanten, Tiger, Bären, wilde Pferde und andere. Während der Eiszeit, die von Skandinavien ihre Eismaffen auch über die Küste von Norfolk ausdehnte, wurde diefe Tierwelt und der Mensch, der mit ihr zusammenlebte, unter einem riesigen Glet fcher begraben. Jedenfalls trennen uns viele Hunderttausende von Jahren von den Urmenschen, die damals am Rhein im heutigen England ihre Feuersteinwerkzeuge verfertigten und Großwild jag. ten. Andere wichtige vorgeschichtliche Ausgrabungen, die neues Licht auf den Höhlenmenschen in England werfen, find in den Höhlen von Cresmell ausgeführt worden. Die wichtigsten Funde find drei vorgeschichtliche Runstwerte, Zeichnungen, die Knochen eingerigt find. Das wichtigste dieser Bilder ist eine vor. zügliche Zeichnung eines Renntieres; eine andere zeigt Teile eines Bifons. Die ältesten Funde( Werkzeuge aus Quarzit, Fauftteile und Handägte) fanden sich zusammen mit leberresten von Höhlenlöwen, des Höhlenbären und hnäne und bezeugen die nördlichste Berbreitung des steinzeitlichen Menschen in Britannien, die bisher festgestellt ist. Auch das Feuerloch oder der Herd eines steinzeitlichen Jägers wurde freigelegt. auch weiter nach rechts orientiert fein als in anderen Ländern, Mag das württembergische Zentrum politisch so trat es doch in dem Bewußtsein dem Bürgerblock bei, daß es sich um ein Experiment handelte. Wenn es nun zwischen der Bürgerblodregierung und dem württembergischen 3entrum wegen des von den Parteien der fleinen Koalition gemeinsam eingebrachten Antrages zum Konflitt ge fommen ist, so ist das ein Beweis dafür, daß eine Bürgerblockregierung unmöglich ist, menn sich das Zentrum nicht den fozialreaktionären Tendenzen der Deutschnationalen und der Wolfspartei vertaufen will Der mürttembergische Konflikt ist aber auch noch in anberer Hinsicht bemerkensmert. Im württembergischen Landtag stehen 31 Rechtsreaktionäre gegen 39 Mitglieder der fleinen Koalition. Die fleine Koalition war trotzdem nicht in der Lage, eine tragfähige Regierung zu beffimmen, da die 10 tommunistischen Abgeordneten dafür Sorge trugen, daß der reattionare Flügel den arbeiter freundlichen Flügel überstimmte. Gäbe es in Württemberg eine geschlossene Arbeiterpartei mit dem Willen zum Möglichen und zur praktischen Mitarbeit, dann könnte der Bürgerblock feinen Tag länger regieren. Politische Medizin. Die Deutsche Medizinische Wochenschrift", eine ausgezeichnete Fachzeitschrift, begab sich in ihrer letzten Nummer( vom 2. d. M.) auf das Glatteis der ihr völlig fremden Selbst Bolitit, um, mie es scheint, das angenehme Gefühl einer blamage zu erleben. Sie schreibt: Neu treten eint( in den Reichstag) Prof. Spuler( DNV.). leider auch wieder Dr. Moses( SPD.) In den Breußischen Landtag ist leider" Dr. Weyl( SPD.) wiedergewählt.( Seite 38.) Barum leider"? Weil der Schuster, der für die ,, Medizinische Bochenschrift die Notiz schrieb, leider nicht bei seinem medizi nischen Leisten bleiben wollte. Möge er sich für die Zukunft das alte Sprichwort merben! Anetbares Holz. Man fönnte zuerst geneigt sein, die Sache für einen Echerz halten. Holz in Konservenbüchen! Eingemach.es Holz! Flüssiges Holz! Sollte nun auch gar das Holz seine guten alten Eigenschaf ten der Härte und unbeugsamen Zuverlässigkeit verleugnen? Sum mindesten hat seine bisherige feste form sozusagen eine Schwefter in einem neuen Aggregatzustand befpmmen. Es handelt sich um eine neue Erfindung, für die sich aller Wahrscheinlichkeit nach in Industrie, Handwerf, Haushalt usw. ein weites Berwendungsgebiet eröffnen dürfte. Das plastische Holz", wie es von der Herstellerin, einer deutschen Firma, genannt wird, tommt in der Tat in Büchsen auf den Markt und bildet eine leicht fnethare Malle, die man sich etwa mie eine Baste oder einen dickflüssigen Teig vorzustellen hat. Das Material, deffen Zusammensetzung natürlich geheimgehalten wird, kann mit der Hand, mit einem Spachtel oder Modellierholz aufgetragen und bearbeitet werden. Es hat dieselben physikalischen Eigenschaften wie jedes gute Nußholz, erhärtet an der Luft in menigen Stunden und kann dann wie richtiges Solo gesägt, gehobelt, geschnitten, geschnigt, genagelt, poliert und mit Farben angestrichen werden. Gegenüber natürlichein Holz hat die neue fünftliche Maffe fogar eine Reihe von Vorteilen aufzuweisen: Nach der Erhärtung verzieht und spaltet sie sich nicht, brödelt nicht, verbindet sich fest mit der Unterlage, wie Holz, Glas, Metall usw., ist wasserdicht und widerstandsfähig gegen jeden Temperatur- und Witterungswechsel. Falls der neuartige Holzfitt in den Büchsen zu hart oder trocken wird, erhält er durch Befeuchten mit einer bestimmten Flüssigkeit seine frühere Knetbarkeit wieder. Namentlich bei der Ausführung von Möbelreparaturen, zum Ausfüllen von Löchern, Sprüngen und Fugen, zur Herstellung gebogener Bilderrahmen oder Leiften sowie plastischen Schmucks für Möbel wird das fneibare Holz nüzliche Dienste leisten fönnen. Mufit. Der für den 7. Januar im Klindworth- Scharwenta- Saal an gekündigte stammermusit Abend für later, ausgeführt von Mitgliedern des Leipziger Gewandhausorchesters, muß wegen Verweigerung bes Urlaubs abgesagt werden, Leo Kellenberg hält auf Einladung der Boltsbübne fechs Borträge mit musikalischen Erläuterungen Aus der Geschichte der deutschen Oper" unter mitwirkung von Salisten. 1. Abend: Sonntag 8 Uhr Besteinsaal, Link: ftrage 42. Wiffenfchaftlicher Berein e. V. Am 7. abends 8 1hr bält Brof. A. von rifa, Georgenstraße 34-36. einen öffentlichen Vortrag über Die Spraggeber Bienen( mit tinematographischer Vorführung). Ein dreihundertjähriges Boffjubiläum wurde in Dänemart feftlich begangen. Eine Erklärung Bauers. Im" Berliner Lokal- Anzeiger" mar eine der mannigfaltigen Buschriften abgedruckt, in denen bekannte Sozialdemokraten der „ Rorruption" bezichtigt werden. In diesem Falle richtete sie sich gegen den ehemaligen Reichsschahminifter Gustav Bauer. Dieser hat dem Blatte des sittenreinen Hugenberg- Konzerns folgende ausführliche Widerlegung gesandt: An die Redaltion des Berliner Lokal- Anzeigers", Berlin. In der Nummer 5 Ihres Blattes, Abendausgabe vom 3. Januar b. 3., bringen Sie einen Artikel: Neue Deutsche Staatswirtschaft" Jon M. E. Moriz( Berlin). Dieser Artikel enthält eine Reihe unwahrer Behauptungen, die geeignet sind, mich in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen. Es ist freie Erfindung des Artikelschreibers, daß im Sommer 1922 die Riefenanlage der einstigen militärfistalischen Urmeekonservenfabrit Spandau Haselhorst vom Reichsschazministe rium an Barmat verkauft worden sei. Die Armeetonferpenfabrik ist durch das Reichsschahministerium zu einer Margarinefabrik umgestaltet worden. Durch Fusionierung mit der Bremer Margarinefabrit Brema" wurden die Deutschen Margarine- und Speisefett fabriten, Attiengesellschaft, Spandau- Haselhorst, gegründet, deren Aftienfapital noch heute zu mindestens 80 Broz. in Händen des Reiches ist. Bei dieser im Interesse des Reiches und der Arbeiter gorgenommenen Verwertung der brachliegenden ehemaligen Armeetonservenfabrik war Barmat in feiner Weise beteiligt. Ebenso unwahr ist, daß die den Bertauf leitenden Ministerialbeamten" heute Angestellte bei Barmot sind: der shemalige Reichsschahminister Bauer als Aufsichtsrat, der Ministerial Direktor a. D. Kauf als Generaldirektor und der Ministerialrat a. D. Dr. R. bei einer Lierten Hamburger Bank." Da ein Berkauf der Armeekonservenfabrik Spandau- Haselhorft nie stattgefunden hat, ebensowenig jemals ein anderes reichseigenes Grundstück oder Unternehmen vom Reichsschazministes rium an Barmat verkauft worden ist, gibt es feine Ministerial. beamten, die einen solchen Berkauf geleitet haben. Es ist zwar keine Unehre, Mitglied des Aufsichtsrats eines industriellen Unternehmens zu sein, das zum Barmot- Konzern gehört, und viele ehrenhafte Männer aus allen Parteilagern gehören diesen Aufsichtsräten an. Aber ich bin nie Mitglied des Aufsichtsrats bes Barmat Ronzerns oder eines dem Konzern angegliederten Unternehmens gewesen. Deshalb = muß ich auch diese unwahre Behauptung richtigstellen. Ebensomenig habe ich mit den Kreditgeschäften des Barmat Konzerns mit der Preußischen Staatsbant( See handlung) oder der Bost auch nur das Geringste zu tun. Unwahr ist auch, daß Geheimrat R. bei einer mit dem Barmat Ronzen in Verbindung stehenden Bank eine Stellung befleidet. Herr Kaut ist nach Auflösung des Reichsschahministeriums m türkische Dienste getreten und nach Angora übergefiedelt. Ban. bert ist er erst im Herbst v. J. zurückgekehrt. Wenn er jegt GeneralDirektor im Barmat- Konzern ist, so hat das mit seiner früheren Tätigkeit im Reichsschatzministerium nichts zu tun. Im übrigen gehe ich wohl nicht fehl, wenn ich annehme, daß der Artikelschreiber, der einen Kübel infamster Berdächtigungen fiber mich und andere ausschüttet, ein ehemaliger ProviantamtsBeamter ist, der beim Abbau des alten Heeres zur Disposition gestellt wurde. Dieser Herr Morih hat mich während meiner Tätigkeit als Schahminister in unglaublichster Weise be lästigt, bis ich ihm die Tür wies. Er kam mit einem Mitgliedsbuch der Sozialdemokratischen Partei und einer schriftlichen Empfehlung Der Parteileitung meines Wahlkreises zu mir und verlangte fategorisch, daß ich ihn sofort in seine frühere Stellung einsehen und ihm das Gehalt für die ganze rückliegende Zeit nachbezahlen jolle. Ferner verlangte er, daß fofort alle seine früheren Borgesetzten in Antlagezustand verfekt und vom Dienste fuspendiert werden jotten. Die Prüfung der überaus umfangreichen Afton eraab, daß Moritz ein Querulant ist, der nach vorliegenden ärztlichen Gutachten geistig nicht normal fain foll Ich verstehe nicht, wie eine angesehene Tageszeitung von einem selchen Manne einen so unerhört verleumderischen Artitel aufnehmen tann, ohne seinen Inhalt nachzuprüfen. Ich darf mohl von Ihrer Loyalität erwarten, daß Sie meine Zuschrift unverkürzt zum Abdrud bringen, wenn sie auch über eine Berichtigung im Sinne des Preßgefeßes hinausgeht. Hochachtungsvoll Ruhe für die Kranken? Bauer. Falschmünzerbande und damit auch gegen Kaiser schwebt, wurde! dieser kurz vor Weihnachten vom Schwurgericht des Landgerichts I wegen versuchten Totschlags an einem Schupobeamten zu einer längeren Gefängnisstrafe verurteilt. Kaiser besitzt eine Braut, die einem freudigen Ereignis" entgegensieht. Er hatte den Wunsch, daß das Kind ehelich geboren wird, und deshalb feinem Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Schwindt, veranlaßt, das Gejud eines Heiratsurlaubes zu stellen. Der Untersuchungsrichter hante den Antrag zwar abgelehnt, aber gestattet, daß die Trauung im Untersuchungsgefängnis stattfinden könnte. Die standes amiliche Eheschließung wurde daher heute Bormittag im Unterfuchungsgefängnis vorgenommen, wohin sich ein Standesbeamter begeben hatte. Als Trauzeugen fungierten Rechtsanwalt Dr. Schwindt und ein Gefängnisbeamter. Auch eine firchliche Trauung soll in nächster Zeit in der Kapelle des Untersuchungsgefängnisies, die der gleichfalls wegen Falschmünzerei abgeurteilte russische Maler iaffojedoff mit Wandgemälden ausschmückt, stattfinden. Sprit- Weber endlich verhaftet. Der verräterische Briefumschlag. Marschfeld gab zu, daß ihm der Berliner Silvestertrubel aus be früheren Jahren her so gut in Erinnerung geblieben sei, daß e unbedingt auch dieses Jahr Silvester in Berlin auf seine Art hob verleben wollen. Die ganze Bande ist am 30. Dezember vom Flugplag Danzig Langfuhr aufgeftiegen, um hier rech zeitig einzutreffen. 18-20 Millionen Mark Hochwasserschäden am Rhein Der Schaden, den das Hochwasser am Rhein angerichtet hat, be läuft sich auf 18-20 millionen Marf, wovon etwas mehr als 2 Millionen auf die Stadt Köln entfallen. Amtliche Kreise stellen den Gesamtschaden am Rhein und seinen Nebenflüssen auf 23 br 25 Millionen Mart jest. Die Erhebungen sind noch nicht ganz at geschlossen; jedoch dürfte sich an den Zahlen taum etwas ändern 2 m meisten gelitten hat der Regierungsbeziri Koblenz Der Kölner Regierungsbezirf folgt ar 8 weiter Stelle. Den Geschädigten werden Entschädigungen in bar ausgezahlt, wenn der Nahrungsstand gefährdet ist". Weite werden an Betriebsinhaber Darlehen gewährt, wenn die Be triebe durch das Hochwasser so gelitten haben, daß fie ohne Darleher nicht wieder instand gefekt merden können. Durch die Stüßungs Die Berheftung Heinrich Webers, der mit einem gewiffen Lenz maßnahmen der Regierung find bisher verhältnismäßig wenig Bar in Hohenelbe, jeht Brchlabi, festgenommen wurde, führte auch zur mittel für die geschädigte Stadt- und Landgemeinde aufgebrach Verhaftung des Hauptschiebers Hermann Weber. Sein Bruder war worden. So erhielt Köln nur 120 000 m. und die Barentschädigun von Brag nach Hohenelbe gekommen. Kriminaloberinspektor Borwerk gen fonnten hier nur in wenigen Fällen ein Zehntel des Schaden mies fofort die Brager Kriminalpolizei auf diese Spur hin und überschreiten. Die bisherigen Auszahlungen sind als Abschlap berichtete auch nach Berlin. Es wurden daraufhin sofort zwei Bezahlungen aufzufassen. Benn weitere Mittel von der Regierung amte nach Brag entsandt, die dort die Ermittlungen aufnehmen soll einlaufen, werden die Barentschädigungen automatisch erhöht. ten. Unterdessen forschte die Prager Kriminalpolizei in dem Hotel Bur goldenen Gans" nach, von dem ein Briefumschlag bei Heinrich Weber gefunden worden war. In dem Hotel wohnte ein Mann, der sich Hans Peder nannte. Dieser erhielt ein Tele gramm aus Berlin, das ihn unterrichtete er werde durch den Fem fprecher angerufen werden. Am selben Lage erfolgte denn auch ein Anruf von Leipzig aus von einem Manne, der sich Hamburger nannte. Auf Veranlassung der Prager Polizei wurde dieser HamEurger in Leipzig verhoftet. 3ur gleichen Zeit nahm man in Prag den angeblichen Becker fest. Diefer legte sich jetzt den Namen des Lenz bei, dessen Verhaftung in Hohenelbe ihm nicht befannt war und behauptete, daß er wegen politischer Vergehen gesucht werde. Unterdeffen trafen aber Oberinspektor Borwert von Hohenelbe und die beiden Beamten aus Berlin in Brag ein und erfannten in dem angeblichen Beder- Lenz den Spritschieber Hermonn Beber. Diefer gat nun auch zu, der Gesuchte zu sein. Der Ber: finer Untersuchungsrichter hat bereits den Antrag auf Auslieferung dem Auswärtigen Amt zur Uebermittlung an die tschechoslowakische Regierung eingereicht. In der Tschechoslowakei wird noch auf elfershelfer und Begünstiger der beiden Weber gefahmbet, die wahr fcheinlich ebenfalls nach der Tschechoslowakei entflohen find. Die Webers find, wie festgestellt wurde, bei istegiersdorf über die Grenze gekommen. „ Der schwarze Sepp". Berhaftung eines Geldschranfeinbrechers. Mindestens 60 Gelbfchrankeinbrüche hat eine dreiföpfige Ber: liner Bande auf dem Kerbholz, die ausschließlich in der Brovinz und im Reiche arbeitele. Gie bestand aus einem Maler Johann W Byr= midi, einem Schloffer Wilhelm Bauer und einem Josei Sepp" führt. Wyrwicki und Bauer wurden bereits mitte Novem Schwarz, der in feinen Kreisen den Spißnamen der schwarze ter festgenommen. Schwarz hielt sich immer noch verborgen. Die drei führten ein Doppelleben. In Berlin spielten sie die harmlofen Leute. Sie besuchten auch nie ein Lokal mit zweifelhaften Gästen. Um so eifriger betrieben sie Sport. Wyrwidi handelte mit Marmorwaren aller Art und besuchte namentlich große Anstalten, Finanzämler, Gemeindeämter. Krantenfassen, Brauereien usw. In jedem Zimmer bot er feine Waren an, und so tundschaftete er aus, wo Die Geldichcante standen, wie sie beschaffen waren und ob zu ihrer Bemältigung ein Gouerstoffgebläse oder nur der gewöhnliche Anab ber erforderlich fel. Der Kriminalpolizei murden nun aus der Broving und dem Reiche immer mehr Geldschranfeinbrüche gemeldet. Marmorreisende Wyrmici am Ort gewesen sei, zufeßt auch in Die Ermittlungen ergaben, daß jedesmal turz vorher der Berliner Nopember wurden Byrmidi und Bauer festgenommen, ois fie non Eichstädt ,, mo qus dem Finanzamt 7000 m. gestohlen wurden. Mitte einer Reise zurückkehrten. Durch ständige Beobachtung der Beliebten des fchwarzen Sepp" gelang es, auch diefen zu perhaften. Die Geliebte des Gesuchten ging eines Tages zum Anhalter Bahnhof. Hier traf denn auch bald mit dem Zuge Schwarz ein, der sie von seiner bevorstehenden Ankunft in Berlin benadyrichtigt hatte. Mit seiner Geliebten zugleich empfingen ihn die Beamten und brachten ihn nach dem Polizeipräsidium, ,, Schnellbahn"- Freuden. Die ständige Man schreibt uns: Es sind viel arme Kranfe in dem hohen Hause, das inmitten eines ftattlichen, verkehrsbelebten Häuserviertels Die Verkehrsverhältnisse auf der hoch und Untergrundiiegt. Im allgemeinen baut man Krantenanstalten in die ruhigerenbahn werden nachaerade unerträglich, sie sind ein öffentlicher Vorstadtstraßen. Die Anstalten im Innern der Stadt werden aber Standal. Nur dem Longmut der Berliner Bevölterung ist es zu nie zu entbehren sein, man wird sie vielleicht auch in Zukunft er- danfen, menn gröbere Ausschreitungen bisher vermieden worden weitern und ergänzen müssen, denn manche Kranke und Berunglückte find. Zwar hat man sich längst daran gewöhnt, daß Sippläge meist vertragen auch die rascheste Beförderung auf langem Wege nicht mtr auf Abgangsstationen oder kurz vorher zu haben sind, aber es mehr. Es ist eine natürliche Sache, daß die Krankenheime im Innenist eine unglaubliche Zumutung, in einem Wagen mit 60 und mehr Menschen eng aneinandergebrückt stehen zu müssen, etwas, freise einer Stadt die schwersten, am raschesten den Arzt verlangendas sich täglich unzählige Male ereignet. Die Direktion der Schnellden Fälle aufzunehmen haben. Aber feineswegs eine natürliche bahn wird aufgefordert, sich einmal um ein typisches Beispiel Sache scheint es zu sein, daß solche Stätten Ehrfurcht und Schutz herauszugreifen 7.30 Uhr morgens auf dem Bahnhof Gleis= der Gesellschaft und des Einzeimenschen begehren dürfen. Man kann dreied einzufinden und der Abfahrt des Zuges 7.33 Uhr nach wohl in der Verkehrsregelung nicht allzu starke Opfer bringen, hier Wilhelmplaz beizumohnen. Vielleicht benugen die Herren auch einen werden die Kranken immer etwas Schweres mit in Kauf nehmen Wagen dritter Klaffe, um sich von der ,, tadellosen Unterbringung" müssen aber wie wäre es zum Beispiel, wenn die Polizei in der( richtiger: Berpaduna) im Wagen zu überzeugen. Silvesternacht eine Bannmeile um Krantenanstalten Ueberfüllung dieses Zuges oft müssen Fahrgäste zurückbleiben, legte? In der letzten von Negergeist und tumult besessenen Neu- auch ergibt das zeitraubende Ein- und Aussteigen Verspätungen jahrsnacht scheint man ganz gründlich darauf vergessen zu haben, machen, da Zubringerzüge von Warschauer Brüde neue Fahrgäste des Zuges, die fich besonders an dieser Stelle unliebjam bemerkbar was zur Folge hatte, daß die einem doppelfen Martyrium verfallenen heranführen beweist, daß sich niemand um diese Dinge fümmert. Kranten noch mehr die Polizei als die Radaubrüder selbst Sonst hätte tänast eine Benderung der Zugfolge eintreten tönnen. rerwünschten. Bon neun Uhr abends, der beginnenden Ruhe der Das muß technisch möglich sein, denn die folgenden zwei 3üge tommen Patienten, bis lange nach Mitternacht dauerte der Herenfabbath. in fürzeren Beitabständen. Weitere Beispiele tann die Direktion in in fürzeren Beitabftänden. Weitere Beispiele tann die Direktion in Blige, mit bengalischem Feuer wechselnd, erhellten die Zimmer, den Nachmittagsstunden( 3- B. 5.25 Uhr Nollendorf Blah- Schöne Feuerwerkskörper und Schüsse zerrten an Nerven und steigerten berg) in Augenschein nehmen. Leider hat ja die Schnellbahn- Beförperliche Qual ins nicht mehr Erträgliche. Geschlafen hat niemand, fellschaft selbst taum Intereffe daran, die Zahl der Züge zu vermehren, die Rentabilität des Unternehmens fönnte darunter le ben. aber jedes Kranfengejicht fah cm anderen Tage noch bleicher aus. Da nicht anzunehmen ist, daß die nächste Neujahrsnacht würdigere Stellen, die sich in derlei Dinge zu fümmern haben. Auch diese seien 20ber es gibt doch vielleicht zuständige", also vertehrspolizeiliche, und vernünftigere Menschen sieht, so tut man gut, jetzt schon dringend auf die Zustände aufmerffam gemacht. zu verlangen: Schüßt durch Polizeiverordnung Strantenanstalten, Bohrtätigkeitseinrichtung. Sie verlangt für jede Fahrt Bezahlung, Kinder- und Altersheime vor den Schrecken dieses Jahresschlusses wie jedes andere Berkehrsunternehmen. Dafür fönnen die Fahrund-beginns zicht Bannmeilen für alle Leidenden, und, so weit gäste aber verlangen, anders befördert zu werden, als Delsardinen. es geht, auch für alle ernsten und abgearbeiteten Menschen, denen folcher polizeilich geschüßte Teufelssput mehr als ein Breuel ist! Muß man sich nicht schämen, daß solch' felbstverständliches Be gehren überhaupt erst erhoben werden kann? Hochzeit im Gefängnis. Wie ers Im Untersuchungsgefängnis in Moabit ereignete sich heute der ungewöhnliche Fall einer Heirat im Gefängnis. immerlich, wurde vor einiger Zeit die Falschmünzerbande„ Goldener Friede in einer Villa am Zeuthener See ausgehoben. Die Inhaberin dieser Villa ist die Witwe des verstorbenen Bankdirektors Rommeil, gegen den vor etwa 20 Jahren der Aufsehen erregende Bankprozeß wegen des Zusammenbruches der von ihm geleiteten Bommerschen Hypothekenbant stattgefunden hat. Die Witwe batte ihre Billa für die Falschmünzer bande zur Herstellung der falschen Behnrentenmartscheine hergegeben. Die Druckereieinrichtung hatte der Buchdrucker Kaiser aus feiner fleinen Druderci in Schöneberg geliefert. Während noch das Verfahren gegen die Die Schnellbahn ist keine Zu der Berhaftung der Tänzerin Anita Berber teilt uns der Rechtsbeistand der Frau Berber, Dr. Adolf Hamburger, mit, daß die eintägige Verhaftung der Frau Berber nicht wegen eines schwebenden Strafverfahrens erfolgte. Bielmehr handelt es fich um eine Rivilhaft, die formel zulässig war, weil Frau Berber einer an fie ergangenen Ladung nicht Folge leistete. Frau Berber ist infolge häufigen Wohnungswechsels, der vielfach durch auswärtige Bühnenengagements bedingt wird, nicht in den Befit der Ladung gelangt. Bereits nach 24 stündiger Haft ist Frau Berber antragsgemäß auf freien Fuß gefekt worden. Im übrigen schwebt aegen Frau Berber lediglich ein einzelnes Strafverfahren bei der Staatsanwaltschaft in Hamburg, das aber voraussichtlich mit einer Einstellung enden wird. Taschendiebe befuchen Berfin im Flugzeug. Nach längerer Jago gelang es gestern Beamten der Taschendiebstahlsstreife, eine Bande Don Taschendieben, die aus drei Männern und einer Frau bestand, festzunehmen Der Führer ist ein 54 Jahre alter Anton marffelb aus Lublin, der der Kriminalpolizei gut befannt ift. Der Raubmord im Krefeld- kölner Eisenbahnzug, dem 23. Dezember v. J. der frühere Major Kröner zum Opfer fie ist jezt aufgeflärt. Der Mörder ist der in Worringen gegeborene 24 jährige Fubrmaun Anton Beid, der auf der Land. straße bei Worringen von Beamten der Mordfommission ergriffen wurde. Er ist geständig. Zunahme des deutschen Kraftwagenverkehrs. Am 1. Juli 1924 wurden in Deutschland insgesamt 293 188 Straftfahrzeuge gezählt was gegenüber dem Stand vom 1. Juli 1923( 212 949) einer 3 nahme von 38 Proz. entspricht. Von der Gesamtzahl de Kraftfahrzeuge waren 132179 Personenkraftwagen und 60 629 20 fraftwagen. Kurze Stifreuden im Laufiher Gebirge. Die Abhänge de Lausche( Grenze) und des Tannenberges bei Warmsdorf in Böhmen wurden in den letzten Jahren von Tausenden von Efiläufern aufgesucht, da sich hier ideale Terrainverhältnisse vorfinden. Namentlich groß war der Zuspruch aus Sachsen. Am Silvestertage gab es erstmals Gelegenheit zur Ausübung des Brettelsportes. Der Neujahrstag brachte neuen Schnee und alle Sportlerherzen schlugen hoch. Leider dauerte die Freude nur zwei Tage. Der warme Südwest, der am 3. Januar einfegte( in den Tälern find 7 Grad Wärme). schmolz die ganze Herrlichkeit. Auch aus dem Jeschkengebiete wird die Zerstörung der Stibahnen gemeldet.. Hügelweg bei Turin wurde der deutsche Handelsvertreter FleischErmordung eines Deutschen in Jialien. Auf einem einsamen mann ermordet aufgefunden. Der Mord wurde mit einer Siche start verstümmelten Leiche wurde noch die goldene Uhr sowie ein unter geheimnisvollen Umständen vollzogen. Bei der im Gesicht großer Geldbetrag vorgefunden. Fleischmann war erst vor einigen Besuchen her gut fannte. Seine Firma hat Filialen in Wien und Tagen aus Wien nach Italien, hergefommen, das er von früheren Berlin. Man vermutet einen Racheaft wegen eines Liebesvers hältnisses. Die Einwanderung in Australien. Melbourne, 6. Januar. Zur Verhinderung der Einwanderung mittellofer Personen wird die Einwanderung vom 31. März d. I. an nur solchen Bersonen gestatist die fich im Befiz von mindestens 40 Bfund Sterling befinden. Groß- Berliner Parteinachrichten. 6. Kreis Kreuzberg. Seurte Dienstag abend um 61, Uhr treffen sich die Mitgleber bes Kreisbildungsausfchuffes am Ciugang zum Oberlichtfaal der Phil Harmonie. Gewerkschaftsbewegung „ Sehr richtig!" Unsere Behauptung in der Betrachtung über den kommunisti schen Zuwachs, den die Gewerkschaften zu erwarten haben, in der gestrigen Abendausgabe des„ Bermärts", die Kommunistische Partei verpflichte ihre Mitglieder lediglich in ihrem arteiinteresse zum Eintritt in die Gewerkschaften, wird durch ein„ Sehr richtig" bestätigt. „ Sehr richtig. Hier hat es der Borwärts" endlich einmal er faßt. Um der Kommunistischen Partei zu nutzen, jawohl Im übrigen polemisiert die Rote Fahne" gegen die Tatsache daß die ganze Tätigkeit der Gewerkschaften zur Erringung gün stigerer Lohn- und Arbeitsbedingungen reformistisch ist. Daß diese ganze als reformistisch in übelstem Sinne von der allein feligmachen den Revolutionspartei von Moslaus Gnaden geschmähte Gewert fchaftsarbeit im besten Sinne revolutionär ist, darüber besteht fein Zweifel. Allerdings gehen die Meinungen zwischen uns und der KPD. darüber auseinander, ob die revolutionäre Tätigkeit der Gemertschaften wie bisher auf ihrem ureigensten Gebiete durch reformistische Kleinarbeit, Erziehung und Disziplinierung ihrer Mitglieder, Erringung günstigerer Lohn- und Arbeitsbedingungen„ reformistische Bestrebungen zur Neugestaltung des Arbeitsrechts und der Ausgeftaltung der Sozialpoliti?, in Verbindung mit den sozialdemo fratischen Barlamentsfraktionen, erfolgen soll, oder aber unter Nichtachtung all dieser und ähnlicher reformistischer" Aufgaben, durch revolutionsromantische Putschpolitit nach den Anmeisungen von Moskau. Diesen vor Jahrzehnten bereits abgelehnten Butschrevolutionarismus lehnen die deutschen Gemerfschaften heute erst recht ab. Sie haben für Revolutionsromantir teinen Sinn, zumal fie alle Kräfte an die Erfüllung ihrer ..reformistischen" Aufgaben setzen müssen. Von Phrasen mird auch fein tommunistischer Arbeiter fatt, und wenn er noch so reichlich damit gefüttert wird. Die Gewerkschaften haben feine Neigung, thre Mitglieder in die Gefängnisse und Zuchthäuser als Märtyrer zu treiben, sondern die Pflicht, ihnen vor allem die Lebens egistenz zu sichern. Die Heze gegen die Gewerkschaftsangestellten. In der Neujahrsnummer der„ Roten Fahne" ist ein sogenannter Spiegel gegen die reaktionären Gewerkschaftsbonzen" enthalten. Die reformistischen Gewerkschaftsbureautroten seien das größte Hemmnis zur Schaffung starter revolutionärer Gewerkschaften. Ihren Einfluß zu beseitigen durch Maffeneintritt in die Gewerkschaften, ist die höchste Pflicht und Aufgabe jedes Repo lutionärs." Es gelte daher. ben reattionären Gemertfchaftstongen die letzte Es Möglichkeit ihrer arbeiterverräterischen Tätigkeit zu nehmen. muß erreicht werden, mos mir alle mollen: Im Jahre 1925 treten alle Proletarier in die Gemerffchaften ein. Dann heißt es für die Reformisten: ihre Stunde hat geschlagen". So beßen. Die jungen Leute, denen die aus Mostauer Regie rungsgelbern fubventionierte Rommunistische Bartei ein„ Gewerf. schaftsbureau eingerichtet hat, zur systematischen Heze gegen die| Im Frühjahr dieses Jahres werden die Mitglieder des Glasarbeiter.| 30. September 1922 mit denen am Jahresschluß 1923 in Ber Gewerkschaften und gegen die Gewerkschaftsführer. Ein Gemert- verbandes in einer Urabstimmung über die Verschmelzung schaftsbureau ohne Gewerkschaften gegen die Gewerkschaften. Die mit dem Baugemertsbund endgültig zu entscheiden haben. von den Bonzen von Mostaus Gnaden als Bonzen geschmähten Gewerkschaftsführer haben vielfach ein Menschenaler am Aufbau der Gewerkschaften gewirkt. Es ist begreiflich, daß die KPD. zur Befriedigung ihrer Bostenjäger die Stellen der Gewerkschaftsbeamten belezzen möchte, uni dann die Diftatur der KPD.- Zentrale über die Gemerfschaften zu etablieren. Beil ihr dies nich: gelingt, Deshalb zunächst die unablässige Hetze, um auf diesem Wege zum Ziel zu kommen. Die Glasarbeiter zur Verschmelzungsfrage. Die letle ordentliche Generalversammlung des Zentralverban des der Glasarbeiter hatte im Brinzip beschlossen, den Anschluß an eine größere Organisation vorzubereiten. Der Hauptvorstand murde beauftragt, neben den bereits gepflogenen Verhandlungen mit dem Verband der Fabritarbeiter, weitere Berhandlungen mit dem Porzellanarbeiterverband und dem Bau. gemertsbund zu führen. Die Berhandlungen mit dem Verbande der Borzellanarbeiter führten zu leiner Annäherung, wahrend die Berhandlungen mit dem Baugewerksbund ein für die Glasarbeiter günstiges Ergebnis zeitigten. Eine zum Sonntag, den 4. Januar, nach Berlin einberufene Konferenz des Hauptvorstandes, Beirats, Ausschusses und der Gauleiter beschloß, den Mitgliedern des Verbandes zu empfehlen, den Anschluß an den Baugewertsbund vorzunehmen. Vom 3. bis 17. Januar des ,, lufere Stunde ist noch nicht gekommen Reichsbundes völlischer Kampfgemertschaften", mendet fich mit Der völkische Gewerkschafter", sogenanntes Amtliches Organ einer Be.rachtung über den Wahlausfall on feine„ Getreuen. In ziemlicher Selbstüberschäßung wird darin einleitend behauptet: „ Das Judentum und das internationale Finanztapital freuen fich teuflisch über die der völkischen Bewegung zugefügte Schlappe. Es sei jedoch falsch, fich in völtischen Kreifen mit den Urfochen des schlechten Erfolges" zu befassen, denn die völkische Bewegung sei noch niemals so start gewesen wie jest nach ihrer Niederlage. Denn grenzenlose Noi wird hereinbrechen über unser Vaterland". 3wor: Unsere Stunde ist noch nicht gefommen!" Sie tomint aber jetzt unfehlbar, sowie das Elend die Grenzen des Erträglichen zu überschreiten beginnt. Dann sind wir der einzige halt für unser Bolt." Abgesehen von dem Irrtum der Bölfischen, deren Stunde bereits vorüber ist, ist ihre Spekulation auf Rot und Elend der Arbeiterschaft bezeichnend. Sie teilen diese Spefulation mit der KPD. Deshalb berühren diese beiden Extremen fich auch in ihrer Gegnerschaft gegen die freien Gewerkschaften, die reformistisch" sich mühen, der schlimmsten Nct und dem größten Glend zu begegnen und damit unwillkürlich auch den auf Rot und Elend berechne.en Spekulationen zu begegnen. " Das völkische Blättchen stellt außerdem in einer Rubrif Aus Sem roten 2oger die Mitgliederzahlen des ADGB. nom gleich. Es kommt dabei zu dem Resultat:„ Von der ganzen Herr lichkeit bleiben also rund und nett 4 300 000 erwachsene männliche Genossen übrig." Die Völkischen veraten zwar nicht, was an ihrer Herrlichkeit überhaupt ist, doch lassen sie sich von einer Zahl von 4,3 Millionen Mitglieder feineswegs imponieren. Wären aber die früheren 8 mil. Sozialfapital" gespart, dann hät.en sie allmonatlich ein paar lionen damals den Bölkischen gefolgt und hätten jede Woche 25 Pf. Werke restlos auftaufen und in den Besiz der Arbeiterschaft bringen fönnen. Statt deffen hot man gestreift, Lohnerhöhungen erfämpft und nich gemerkt, daß die Preise dadurch(!) in die Höhe gingen und das Geld entmertet wurde. Man hat den Kapitalismus allo nicht geschädigt, sondern ihm erst seine gewaltigen Börsenschiebungen ermöglicht. Dummheit, Unverstand oder gar Schlimmeres?" schließt diefe Epistel. Wir haben dem nichts hinzuzufügen. Achtung Chirurgiemechanit. In den Betrieben von Adam haus, Heidestraße 51, geht der Streit unverändert weiter. In Schneider, Fennstraße 31, und Medizinisches Waren. den nächsten Tagen wird eine allgemeine Branchenversammlung zu dem Streif Stellung nehmen. 3 uzug nach den besagten Betrieben ist unter allen Umständen fernzuhalten. Deutscher Metallarbeiterverband, Ortsverwaltung Berlin. Berantwortlich für Bolitit: Eraft Renter: Wirtschaft i. B.: 3. Steiner; Gewertschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: R. S. Döscher; Lotales und Sonstiges: Frix Karstädt: Anzeigen: Th. Glode. fämtlich in Berlin. Berlag: Berwärts- Verlag G. m b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Berlaasanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin B 68. Lindenstraße 3. INVENTUR- AUSVERKAUF Porzellan Tasse Schalen orn mit Gold and 1. Qual. 28 Pf. Kaffekannee weiß, modern. Form 75, 55 Pf. Mokkatasse.. Obertasse Teekanne moderne Form Zuckerdose Kuchenteller weiß zu noch nie dagewesenen Preisen! Steingut Teller tief und fiach. Schüssel.. Trinkbecher bunt Wirtschafts- Artikel Wasserkessel gestanzt, schwereWare 9 Pf Eimer 12 Pl. 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