Abendausgabe Nr. 1542. Jahrgang Ausgabe B Nr. 7 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreife find in ber Morgenausgabe angegeben Redaftion: SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin NO Vorwärts Berliner Volksblatt 5 Goldpfennig Freitag 9. Januar 1925 Berlag und Angelgenabteilung: Gefchäftszeit 95 Uhr. Berleger: Borwärts- Verlag GmbH. Berlin SW. 68. Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2508 Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Kundgebung gegen die Besetzung. Aufwertung für Kapitalisten. Wo kommt das Geld her? Erklärung des Landtags und der Preußischen Regierung.- Die Schwarzweißroten frage unerledigt gelassen. Zwar hatten in den Maiwahlen treiben Obstruktion. Der verflossene Reichstag hat die Aufwerfungs die Rechtsparteien für den Fall ihres Sieges die weitestgehende Erfüllung der Wünsche der Rentner versprochen. Sie haben Auf ter Tagesordnung der start besetzten Sihung des Beuan Preußen und am Reiche hängenden Rheinländer, die den Tag nun aber nicht den ernsthaften Versuch gemacht, diese Versprechun Bischen Landtages steht als einziger Bunft: wieder hinausgezögert sehen, an dem sie Kundgebung des Landtages gegen die rechtswidrige Berlängerung der Befehung der ersten Zone ades, altbefehten Gebietes im Westen. Präsident Bartels eröffnet die Sizung mit der Verlesung einer Proteftertiarung. Die Abgeordneten, mit Ausnahme der Stommunisten, hören die Erflärung stehend an. Die Erklärung har fulgenten Wortlaut: Die allierten Regierungen haben der deutschen Reichsregierung durch Kollektionate mitgeteilt, daß Deutschland die im Artikel 429 Dorgesehenen Bedingungen noch nicht erfüllt hat und bis zu diesem Datum nicht wird erfüllt haben können, um der Vergünstigung der Bestimmung über die vorzeitige teilweise Räumung teilhaftig werden zu fönnen" Für diese Behauptung werden Gründe angeführt, die nur als Borwände bezeidmet werden fönnen. Nach Artikel 429 des Versailler Friedensvertrages war für die Besetzung der ersten Zone ein Beitraum von fünf Jahren vorgesehen. Aus der Note der allierten Regierungen ist flar zu folgern, daß die erste Zone nicht geräumt merden foll, weil sonst die Ottupationsarmee in den rechtswidrig befekten Gebieten von Rhein und Ruhr von Frank reich abgeschmitten werde. So foll mit in Freiheit atmen und leben können. Die preußische Staatsregierung ist sicher, daß auch diese neue, fchymere Brüfung, die wir noch nicht als unabänderlich hinnehmen Lönnen und wollen, von den Rheinländern mutig und standhaft ertragen werden wird. Bir wissen, daß nichts und auch nicht die Androhung der festen Verbundenheit mit Preußen und dem Reiche zu lockern. Um weiteren Belegung imftande sein wird, das Gefühl der ewigen und so mehr, als unsere rheinischen Brüder überzeugt fein fönnen, daß ganz Breußen und Deutschland sich in dieser Stunde doppelt brüder lich mit ihnen geeint fühlen. Die preußische Regierung aber wird, das ist eine Selbstver ständlichkeit, die faum noch der Erwähnung bedarf, alles, was in ihren Kräften steht, tun, um das Los der betroffenen Bevölkerung zu erleichtern. Sie wird bestrebt sein, die Reichsregierung mit allem Nachdruck in dem Bemühen zu unterstüßen, im Wege der handlungen die baldige Räumung der ersten Zone und mit ihr auch des widerrechtlich besetzten Ruhrgebietes zu erwirken. Der Redner schließt: Dieses Ziel ist aber nur zu erreichen, wenn die Zerriffenheit in unserem Bolle, die sich eben in so betrübender und widerwärtiger Weise demonstriert hat, überwunden wird und wenigstens in dieser nationalen Frage eine Einheitsfront des ganzen Volfes hergestellt wird.( Lebhafter Beifall und Händes flatschen.) gen einzulösen. Im letzten Wahlkampf haben sie diese Bersprechungen erneuert, troßdem inzwischen die namhaftesten Bertreter der Großindustrie, der Landwirtschaft und der Banten, die den Rechtsparteien angehören, jede Aenderung der geltenden Aufwertungsbestimmungen auf das schärfste betämpft haben. Ob diesmal die Versprechungen besser gehalten werden sollen, darf man sehr bezweifeln. Die deutschgebracht, die Berordnung des Reichspräsidenten zur einftnationale Fraftion hat bisher lediglich den Antrag einweiligen Regelung der Aufwertung aufzuheben.. Sachlich hat sie ebensowenig wie irgendeine andere Fraktion ihre Stellung dargelegt. Die Deutsche Volkspartei gar hat jetzt nach dem Wahlkampf(!) einen Studienausschuß eingefeht, der erst die Stellungnahme der Fraktion prüfen soll. So wird denn der vom Reichstag wiederum eingesetzte Aufwertungsausschuß eine völlig ungeklärte Lage vorfinden. Jede Aufwertung hängt davon ab, daß die Mittel dafür bereitgestellt werden. Wie steht es aber damit? In den letzten Monaten haben Großindustrie und Agrarier einen großen Feldzug für den Abbau der auf ihnen ruhenden Lasten geführt. Die jetzigen Steuerlasten, die Lasten aus der sozialen Fürsorge, die Lasten aus der Betriebsführung sind nach ihrer Darstellung unerträglich hoch und bedürfen des Abbaues, wenn die Konkurrenzfähigkeit, ja gar die Aufrechterhaltung der Unternehmungen gesichert werden soll. Esenso wie die Großindustrie sich deshalb gegen eine weitere Aufwertung der Obligationen wendet, kämpfen die Agrarier gegen eine Aufwertung der Hypothefen. Dasselbe tun natürlich die Hausbesigher. Die Aufmertung von privaten ForDie schwarzweißrote Obstruktionsgemeinschaft hat sich also derungen begegnet also von dieser Seite her den schärfsten gerade die Gelegenheit einer gemeinsamen Kundgebung gegen Widerständen. Aber auch die Aufwertung von öffent Die widerechtliche Berlängerung der Befehung deutschen Gelichen Schuiden wird durch einen solchen Steuerabbau unbietes ausgesucht, um der Welt das Schauspiel zu bieten, daß möglich. Denn man fann nicht gleichzeitig die Einnahme des sie demonstrativ danonläuft, wenn von der Not des Landes Reiches verringern, und seine Ausgaben steigern. die Rede ist! 3hr Parteiegoismus ist so start, daß er Jeder nennenswerte Steuerabbau macht die Veränderung nicht einmal halt macht vor einer Frage, die alle Deutschen der geltenden Aufwertungsbestimmungen bei den öffentlichen gleichermaßen angeht. Anleihen unmöglich. Und zwar nicht nur beim Reich und den Ländern, sondern auch bei den Gemeinden, deren Einnahmen ebenfalls durch den Steuerabbau geschmälert merden. Der Feldzug der fapitalistischen Parteien gegen die Befigsteuern ist also zugleich ein Feldzug gegen die verarmten Kriegsanleihezeichner. Worauf es ihnen anfam, haben ihre Vertreter im Aeltestenausschuß des Landtags verraten. Dort stellten sie allen Ernstes das Verlangen, daß der Ministerpräsident nicht reden dürfe. Da er es trotzdem tat, weil die Pflicht es ihm gebot, jo liefen sie davon, um die Kundgebung zu stören und in ihrer Wirkung zu schwächen. Deutschnationale, Bolkspartei und Kommunisten Hand in Hand! den bisherigen Rechtsverlehungen eine neue angefügt werden. Die Begründung ist lediglich eine Bemäntelung dieses Tatbestandes. Die Reichsregierung hat in ihrer Antwortnote de Be Als Ministerpräsident Braun seine Rede begann, er fchuldigungen zurüdgewiefen und gegen die Absicht der Berlängerung hoben die Kommunisten to benden Lärm. Die der Besetzung entschieden Berwahrung eingelegt. Sie hat die Be Deutschnationalen und die meisten Mitglieder der setzung eine der bärtesten Bestimmungen des Berfaller Deutschen Volkspartei verließen unter stürmi Bertrages genannt, für die in den letzten Jahrhunderten der Geschen Pfuirufen der Mitte den Saal. fchichte faum eine Barallele zu einer militärischen Besetzung von folchem Umfang und solcher Dauer zu finden fein werde. Sie hat barauf hingen fen, bah Maßnahmen dieser Urt niemals die frieddarauf hingewiefen, daß Maßnahmen dieser Art niemals die friedfiche Zusammenarbeit der Völker gefördert haben und daß, wenn die Allilerien die Besetzung jetzt noch verlängern wollen über die ver. tragsmäßige Daner hinaus, fie dem Empfinden des deutschen Belfes einen harten Edlag versetzen und seine Hoffnung, jcht endlich an de Konsolidierung feiner Verhältnisse und an die ruhige Zusammenarbeit den anderen Bölkern herangehen könne, schwer erschüttern. Der Preußische Landtag schließt sich am Vorabend des Tages, der ganz Deutschland mit neuer Empörung erfüllen muß, diefem Proteste vollinhaltlich an. Der Krieg und die Kriegsfolgen haben von Preußen die schwersten und meisten Opfer verlangt. Ganze fruchtbare Brovinzen und wirtschaftitch wichtige Grenzländer im Norden und Süden, im Osten und Westen, die für preußische Kultur und Boltsmirtschaff von der größten Bedeutung waren, sind durch den Aus. gang des Krieges verloren gegangen. Das Rheinland, eine der blühendsten preußischen Provinzen, ist seit Kriegsende der Willfür fremden Machtwillens preisgegeben. Das Saargebiet ift wider allen Rechts tatsächlich fast ganz dem deutschen Einfluß entzogen. Die widerrechtliche Besehung des Ruhrgebiets und der Städte Düffeldorf, Duisburg und Ruhrort ist immer noch nicht rüd gängig gemacht. Jetzt föllen auch noch die im Versailler Friedens Dertrag festgesetzten Räumungsfristen unter vorgeschützten Gründen verlängert werden. Gegen diesen Gewaltaft lent der Landtag als die Bertretung des preuhischen Boltes entschiedenste Berwahrung ein. Im Kampfe um die Befreiung der Westmart gibt es feine Meinungsverschiedenheit; das Reich und Breußen, das ganze deutsche Bolf werden diesen Kampf bis zum guten Ende fraftvoll durch führen. Die Bevölkerung der beschten Gebiete aber versichert der Landtag feine höchfle Anerkennung und stete Bereitschaft, ihr in ihren Leiden beizustehen. Der Landtag dankt ihr für ihre auch in schwersten Seiten bewährte treue deutsche Gesinnung.( Beifall bei der Mehrheit. Lärm bei den Kommunisten.) Im Anschluß an die Ausführungen des Landtagspräsidenten Ministerpräsident Braun machte der im Namen der Preußischen Staatsregierung folgende Ausführungen: Die Breußische Staatsregierung schließt sich den Erflärungen des Herrn Landtagspräsidenten, hinter denen die übergroße Mehr heit des Hauses steht, vollinhaltlich an. Auch sie ist der Ansicht, der fchon die Reichsregierung Ausdruck gegeben hat, daß allgemein geholtene Angaben und unsubstantiierte Beschuldigungen nicht genügen, um eine Maßnahme von solcher Tragweite zu rechtfertigen, wie sie die Hinauszögerung der Räumung der ersten Kölner Zone darstellt. Selbst wenn vieles von dem bewiesen werden könnte, was in der Note der Besatzungsmächte angedeutet und behauptet wird, so würde es nichts ändern an der unbeffreifbaren Tatsache, dak Deutschland entwaffnet ist und den Sinn des Versailler Vertrages erfüllt hat. Die Durchführung dieser Aufgabe war um so schwieriger, als fie im feelischen Kampf mit den Empfindungen eines starten und lebens. fräftigen Bolles erfolgen mußte, das vergeblich darauf wartete, daß auch die anderen Staaten, ihrem Versprechen gemäß, mit der brüstung begönnen. Eine militärische Gefährdung Frankreichs, das heute über die stärkste Armee Europas verfügt und über alle technischen Kriegsmittel der Reuzeit, fann ernsthaft auch aus den behaupteten, aber bis her unbemiesenen Verfehlungen nicht hergeleitet werden. Die preußische Staatsregierung fieht sich genötigt, all dies mit befonderem Nachdrud zu betonen, weil es wieder einmal Teile der ichon so schwer, geprüften preußischen Rheinlande sind, die die harten Folgen und Lasten aus der wider Griparten fortdauernden Bejehung zu ertragen haben. Immer wieder ist es diese schöne Provinz, Biejer älteste deutsche Kulturboden, sind es die in opferwilliger Treue Am Mittwoch soll der Landtag eine Erklärung der Re: gierung entgegennehmen. Dazu hat die Volkspartei folgenden Mißtrauensantrag eingebracht: Die Sozialdemokratie verfennt durchaus nicht die ungerechtigkeiten des jetzigen Steuersystems. Es belastet nicht nur Arbeit und Berbrauch zu hoch, sondern ebenfalls die Angehörigen der freien Berufe, des Mittelstandes, des Kleingewerbes und des Handels. Eine Aenderung, die diese Ungerechtigkeiten be seitigt, findet durchaus ihre Unterstützung. Sie fann jedoch andererseits nicht anerkennen, daß die steuerliche Leistungs„ Da gemäß Artikel 45 der Preußischen Verfassung bei Beginn der Tagung eines neugewählten Landtages auch der Minister präsident neu zu wählen ist, beschließt der Landtag: Der weiteren Tätigkeit des Ministeriumis Braun fehlt die verfähigkeit des Großtapitals und der Großagrarier voll ausfassungsmäßige Grundlage." Die volksparteiliche Auslegung der Verfassung ist von allen anderen bisherigen Koalitionsparteien als falsch ab gelehnt worden. Nichtsdestoweniger baut die Voltspartei auf Grund ihrer falschen Auslegung einen Mißtrauensantrag gegen die Minister, denen Herr v. Richter soeben noch ein begeistertes Lob ausgesprochen hatte! In den Verhandlungen über die Regierungsbil ung im Reiche ist im Laufe des Vormittags noch feine Aenderung eingetreten. Die Schwierigkeiten der Regierungsbildung sollen darauf zurück uführen sein, daß die Minister Luther, Kanik, Brauns und Geßler der Hereinnahme führender Demokraten in die Regierung widersprechen, weil sie fürchten, dadurch den allzu großen Zorn der Boltspartei hervorzurufen. Hitler und Ludendorff. München, 9. Januar.( TU.) Zu dem Empfang Hitlers bei dem bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Held schreibt die Bayerische Bolksparteiforrespondenz u. a.: Man erfährt zunächst, daß die „ fonservativ- nationale Bewegung in Bayern" darauf abzielt, Sitler endgültig von General Ludendorffzutrennen. Der Chronist des„ Miesbacher Anzeigers" weiß bereits pofitiv zu berichten, daß die politische Trennung Hitlers von Ludendorff vollzogen ist, was wohl den Tatsachen entsprechen dürfte. Ferner erfährt man, daß bei der Trennung dieser Freundschaft Herr Böh ner die entscheidende Hilfsstellung gewährleistet haben soll. Geheimbündler verhaftet. Aufdeckung einer Roßbach- Organisation. Halle, 9. Januar.( WTB.) Die Polizei meldet die Festnahme dreier ehemaliger wegen Geheimbündelei, Betruges und Urkunden fälschung verfolgter Mitglieder des Widingbundes, ehe sie nach der Tschechoslowakei entflichen konnten. Weiter wird mit geteilt, daß die Polizei eine perbotene Roßbach Organi. fation ermittelt habe. Acht Mitglieder murden ver haftet und zahlreiches belastendes Material, darunter ein Brief an Roßbach mit einer Dedadresse in Salzburg, beschlagnahmt. T gefchöpft fei. Sie bestreitet ebenso, daß diese Kreise zu einer weiteren Aufwertung außerstande seien. Gewiß hat die Inflation das deutsche Volksvermögen vermindert. Aber diese allgemeine Verminderung ist weniger start als die großen Besißverschiebungen. Ein erheblicher Teil der kleinen Sparvermögen ist nicht verschwunden, sondern ist in die. Hände von Kriegs- und Inflationsgewinnlern geraten. Wo diese fizzen, zeigen die Gold bilanzen. Bei der Beratung ber dritten Steuernotverordnung ist der Aufwertungsfag von 15 Broz. mit der Berarmung der Großindustrie und der Landwirtschaft begründet worden. Die Goldbilanzen jedoch zeigen, daß ein erheblicher Teil der Industrie, insbesondere der Schwerindustrie, trop forgiam ausgeflügelter Bilanzverschleierung erheblichere Vermögen als früher nachweisen mußte. Info'gedessen können diese Unternehmungen die Lasten tragen, die für eine befriedigende Lösung des Aufwertungsproblems erforderlich find. Die Aufwertung der öffentlichen Anleihen ist von der Reichsregierung bisher stets abgelehnt worden mit dem Hinweis auf die Not des Reiches. Sie hat bisher nur eine foziale Aufwertung im bescheidenem Umfang zugestanden. Das ist ein durchaus ungenügendes Zugeständnis. Wenn irgendwo die Notwendigkeit der Hilfe des Reiches vorliegt, so doch gewiß bei der Wiedergutmachung der geseklofen. gewaltsamen Enteignung, die durch den Ruhrkampf im Jahre 1923 an den Spargeldern vorgenommen wurde.. It also nicht einmal für die Entschädigung dieser Kreise Geld vorhanden, dann ist es doch sicherlich nicht vorhanden für die Entschädigung von Inflationsgewinnlern. So sollte man jedenfalls meinen. Die Reichsregierung aber denkt anders. Gedrängt von den politisch und wirtschaftlich einflußreichen fapitalistischen Kreisen der Schwerindustrie, gibt sie zwar fein Geld für die Entschädigung der Inflationsopfer, wohl aber tut fie alles, um die Inflationsgewinnler hoch zu entschädigen Thre rheinisch- westfälischen Industriellen. Zu den erfolgreichsten Inflationsgewinnlern gehören die Werte haben zwar während des Ruhrkampfes stillgestanden oder nur teilweise gearbeitet. Aber dafür sind die Löhne für Arbeiter und Angestellte aus der Lohnsicherung und Ruhrhilfe gezahlt worden. Die Reichsbant und das Reich haben lijata gewaltige Papiennarkkredite gegeben, die vollständig entwertet zurückgezahlt wurden. Wie die Goldbilanzen gerade dieser Unternehmungen ausweisen, ist der Ruhrkampf, in dem Hunderttausende von Menschen Existenz und Vermögen ver- loren haben, für sie g e w i n n r e i ch gewesen. Trotzdem zahlt das arme, notleidende Reich diesen Industriellen Eni- kchadigung, deren Betraa wahrscheinlich den größten Teil der dafür jüngst genannten«umme von 600 Millionen Goldmark betragen dürfte. Nichts ist davon bekannt, wie und ob die Ansprüche geprüft werden. Man weiß nur, daß die Höchstgrenze von 50 000 M., die bisher gegen zu hohe Eni- schäd'�ungszahlungen vorgesehen war, auf Drängen der Großlndustrie beseitigt wurde. Das ist aber nicht der einzige Fall, wo die Industrie von dem armen Reich Unterstützung verlangt. Auch die Reede- reien haben jüngst Forderungen angemeldet. Obwohl die jetzige deutsche Handelsflotte zum größten Teil mit dem Gelde des Reiches wieder aufgebaut wurde, jammern die Reeder, sie seien die am meisten Geschädigten des Krieges und der Inflation. Sie verlangen für weitere Schiffsbauten Sub vention. Und zwar soll das Reich den Wersten gegenüber eine Bautoftengarantie übernehmen, und drei Viertel der Zinsen tragen. Man oerlangt also eine Subvention, die das Reich für vorläufig unabsehbare Zeit mit einer Zlusgabe von vielen Dutzend Millionen Goldmark jährlich belastet. Wir verkennen durchaus nicht die Bedeutung der deutschen Seeschiffahrt. Aber in der jetzigen Finanzlag« des Reiches scheint es uns unmöglich zu fem. die Rentner- schichten mit Bettelpfennigen abzuspeisen und gleichzeitig Er- werbsunternehmungen dauernd und hoch zu subventionieren. Die sozialdemokratische Fraktion wird alles daran setzen, um diese Plane des Besitzes zu verhindern. Sie wird oerlangen, daß alle Entschädigungszahlungen des Reichs an kapitalistische Kreise solange eingestellt werden, ehe nicht auch die Mistel für die Entschädigung der Opfer der Inflation bereitgestellt werden können. Sie wird bei diesem Lorstoß aber nur dann erfolgreich sein, wenn es gelingt, auch die bürgerlichen Parteien zu beeinflu sen. Das wird außerordentlich erschwert durch dieOrganisationender typothekengläubiger und Sparer. Deren ührer stehen fast alle im reaktion Sren Lager und fördern dadurch die Pläne der kapitalistischen Parteien, durch die Kapitalisten entschädigt und die enteigneten Sparer auf«ine ferneZukunftvertröstet werden. Sozialüemokratijche Anträge. Zxr Reichspersonalpolitit. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat .zur Besoldungsfrage folgenden Antrag gestellt: 1. Der Reichstag erklärt sich mit der durch die.Derordnung öder die Gewährung von Zuschlägen zum Grundgehast sowie zu den Kinderzuschlägen und zum Frauenzuschlag vom 25. November 1924* ausgesprochene Relegung der Bezüge der Reichsbeamten nicht einverstanden: 2. es ist sofort der Entwurf eines Gesetzes über ein« wester« Ergänzung de« Besoldungsgesetzes mit dem Ziel einer grund- sätzlichen Neuregelung der Besoldung und ausreichenden Bemessung der Gehäller der unteren und mittleren Grup- p« n vorzulegen. Für die Arbeiter und Angestellten de» Reich» sind die notwendigen Folgerungen zu ziehen. Im Zusammenhang mst der Besoldungssrage wird die Fraktion euch dl« von der Regierung eigenmächtig vorgenommen« Ersetzung de» Ortszuschlags durch das Wohnungsgeld und die Frage des neuen Vrtsklossenverzeichnisses, die ja auch für die Kriegsbeschädigten usw. von größtem Interesse ist. zur Sprache brin- gen. Di« Stellung der notwendigen Anträge in diesen Angelegen- heiten hat sich die Fraktion noch vorbehasten. Ferner oerlangt die Fraktion, daß dt« Personalabbau» o« t o r d n u n g mit allen Nachträgen sofort aufzuheben ist. Will die Regierung die in der Abbauverordnung«nthastenen Dauerbe- stünmungen aufrechterhalten wissen, so mag sie dem Reichtsag einen entsprechenden Gesetzentwurf zur Deschlutzfassung vorlegen. Mit dieser Forderung wird nicht zuletzt der Zweck verfolgt, daß mit der Aushebung der Abbauverordnung auch ihr Name ins Grab sinkt. Außerdem hat die Fraktion einen Gesetzentwurs über die Auf- Hebung des Besoldungssperrgesetzes vorgelegt, das durchaus überflüssig erscheint, nachdem Länder und Gemeinden ihre finanzielle Selbständigkest wiedererlangt haben. In einem besonderen Alstrag ist weiterhin die Forderung nach unverzüglicher Aushebung der Verordnung über die neunstün- d i g« A r b e i t s z« i t in den Reichsbehörden und Reichsbetriebe», die Wiedereinführung des A ch t st u n d e n t a g e s und Vorlegung eines Gesetzentwurfs über die Regelung der Dien st- zeit der Reichsbeamten erhoben worden. Weitere Anträge betref- fen schließlich die Wiedergewährung des ungekürzten Urlaubs an die Beamten, Arbester und Angestellten des Reichs und die Lorlage von Entwürfen über ein neues Reichsbeam- t«« g e s e tz. ein Gesetz über Beamtenrät«, eine D t« a st. strafordnung für Reichsbeamte, eine Krankenversich«- rung für Reichsbeamte und ein Gesetz über die Einbeziehung der aktiven Retchsbeamten in die für abgebaut« Beamte geschaffene Siedlungsverordnung. Die Skandale um die Staatsbank. Ein politischer Verlenmdungsfeldzng der Rechtspress«. Die Rechtspresse will aus der Aufklärung der Skandale um die Staatsbank einen politischen Feldzug machen. Es ist ihr nicht um Reinigung und Aufklärung zu tun. sondern um Ablenkung und Verdunkelung. Sie veröffentlicht falsche und richtige Briefe und Dokumente, sie behauptet dreist, es seien gravierende Dokumente unterschlagen worden, oder— soweit ihr der Mut zu positiver Behauptung fehlt— fragt sie, ob nicht Akten verschwunden seien. Der Zweck dieses Treibens ist, führende politische Persönlichkeiten, die mit dem ganzen, an die Staatsbank anknüpfenden Komplex nichts zu tun haben, zu verdächtigen und zu diskreditieren. Alle diele Beröfsentlichungen lassen die Absicht erkennen, den Reichspräsidenten hereinzuziehen. Es sind plumpe Wahl- manöver— mehr nicht. Es ist die Methode der G a n ß e r und R o t h a r d t. Trotz aller entschiedenen Widerlegung und Zurückweisung von amtlicher Seite wird der Verleumdunas- seldzug fortgeführt nach dem Grundsatz: verleumde ruhig darauf los, es bleibt- schon etwas hängen. Diese Haltung der Rechtspresse entspricht den Gepflogenheiten der schmutzigen Sensations- und Revolverpresse, die in den zweifelhasten Sphären der Gesellschaft ihr Unwesen treibt. Mit bffenllichcr Moral und deren Verteidigung haben ihre Auslassungen nichts zu tun. Nene Ersindungcn und ihre Widerlegung. Die Hugenberg-Presse veröfentlichte heut« morgen fol- gende Sensationsmeldung: .Die mit der Untersuchung in Sachen des Darmat-Konzerns be- schäftigte Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen auf die Person des Postministers Dr. H o e f l«, auf den Zentrums- abgeordneten Lange- Hegermann, den Ministerialdirektor A b b e g. den Polizeipräsidenten Richter und dessen Privatletretär Stöcker, sowie auf eine Reihe anderer Persönlichketten au»- gedehnt. Minister Severing hat sich, sicher nicht leichten Herzens, entschlossen, wahrscheinlich schon in den nächsten Togen Herrn Richter von seinem Posten abzuberufen. Als Nachfolger wird einmal der frühere Staatsanwall und Laadrichter, später« Leiter des Landespolizeiamtes. der jetzige Mmistena'dlreltor Dr. Fa Ick. und weiter der frühere Gewerkschastssekretür und spätere Leiter des Landespolizeiamtes G r z e s i n s k i genannt.* Dieser Erfindung folgte die Widerlegung auf dem Fuße. Durch das Wolff-Burcau wird mitgeteilt: .Die Pressemeldungen, nach denen gegen weitere Beamte.' ins- besondere gegen Reichspostminister Dr. H o e f l«, Ministerialdirektor Abbeg, Polizeipräsident Richter und den Prioatsetretär S t S ck« r seitens der Staatsanwallschast ein Ermittlungsverfahren eingeleitet fei. ist, wie der amtliche preußische Presse- dienst mitteilt, unrichtig.* Bon einer Abberufung des Posizeipräsidenten ist keine Rede. Wie Minister Severing einem Mittagsblatt mitteilte. hatte er eine solche Maßnahme nicht in Erwägung zu ziehen. Zeutrumsabgeorduet« und Ttaatsbankskaudale. Die.Germania* teilt mst: Der Vorstand der Zentrumspartel des Reichstages hat über die in der Oeffeistlichkest gegen die Ab- gcoidnsten Dr. Höfle und Lange- Hegermann in Zusammenhang mst der Barmat-Angelegenhest erhobenen Beschuldigungen eingehend verhandelt. Die genannten Abgeordneten er« klälten. sich keiner ehrenrührigen Handlungen schuldig gemacht zu haben. Bis zur endgülligen Klärung der Angelegenhest durch die emgeleiteten Untersuchungen werden sie ihr parlamenta- risches Mandat ruhen lassen. Eine Erklärung Richters. Polizeipräsident Richter hat der.D. Z. am Mittag* folgende Erklärungen gegeben: .Mein Freundschaftsverhältnis zu Iullu« Barmat war stets ein privates, und der private Charakter ist van mir auch stets gewahrt worden Ich habe niemals Herrn Julius Barmat ein goldenes Zigarettenetui geschenkt. Ich habe chm lediglich für«in Zigaretten- etui. das bei jeder unvoreingenommenen Prüfung durch die darin enthaltene Widmung sofort als ein Geschenk der Frau und des Sohnes des Herrn Julius Barmat festgestellt werden kann, einen Ramsnszug geschenkt. Im August 1924 habe ich mir von der Merkurbank zur Anschaffung eines Siedlungsgrundstückes den Be- trag von 5000 Mark geliehen, der mir mst entsprechender Verzinsung in Rechnung gestellt ist. Ferner trifft auch die Behauptung nicht zu. daß, als die Barmat? vor zwei Iahren nach Deutschland zuzogen und sich in Berlin nieder- lassen wollten, ich das in Fra�e kommend« Revier durch den Der- bindungsofsizier des Polizeipräsidenten angerufen und ihm gesagt habe, er möge bei der Niederlassung der Barmats nicht nach Legiti- mationen fragen, da die Barmats die persänllchen Freund« des Polizeipräsidenten seien. Ich habe im Gegentell Anweisung gegeben. Herrn Julius Barmat und seine Angehörigen stets, wie jeden anderen Ausländer, nach den bestehenden Vorschriften zu behandeln. Meinen Privatsekretär Stöcker habe ich vor längerer Zest angewiesen, seine Tätigtest in den Geschäften des Herrn Julius Barmat«inzustellen. Er hat auch diese Tätigtest im März vorigen Jahres aufgegeben.* Die Barmats und ihre Gläubiger. (BS.) Heute vormittag fand in dem Straftammersaal S7l in Moabit eine Besprechung statt, an der Oberstaatsanwalt Dr. Linde, die Verteidiger der Gebrüder Barmat, Vertreter des Reichs- Postministeriums und der Staatsbank, sowie ilnter- suchungsrichter Dr. R o t h m a n n teilnahmen. Auch der ästest« der Gebrüder. Julius Barmat. wurde hierzu vorgeführt. Die Konserenz Maßte sich zunächst mst dem gegenwärtigen Stand der von den Barmats für dl« Krebst« gegebenen Deckungen, wobei man auch er- örterts, ob und in welchem Umfange«lwa neu« Deckungen ge» schaffen werden müßten. Julius Barmat behauptete hierzu, daß«c in der Lage sei, seinen Verpflichtungen gegenüber der Staatsbank voll und ganz nachzukommen, wenn man ihm Gelegenheit gäbe, zu diesem Zweck einige Traneaktionen vorzunehmen. Di« Derhand- lungen dauerten mittags noch an. Trenöelenburps Rückkehr nach Parks. pari». 9l Januar.(Eigener Drahtbericht.) Staatssekretär Trendelenburg wird sofort nach seiner Rückkehr nach Pari»«ine Unterredung mst pem französischen Handelsminister haben. In Re- gierungskreilen glaubt man, daß die Instruktionen, di« der Chef der deutschen Delogaiion in Berlin erhielt,«ine Fortsetzung der Handelsvertragsoerhandlunqen ermöglichen werden und daß unter Abänderung des französischen Entwurf« ein M o ä u». viv-när-Abtommen als kurzfristiges Provisorium möglich sein wird. Sie gehen Sie Straße entlang. von Erna Aufing. Der tränt« Mann. Er Hai einen geschwollenen Körper, den er mühsam fortschleppt, da er aber von Natur«tu Hüne ist. liegt«in« gewiss« imponierende Auffälligkeit über seiner Erscheinung. Da» macht« sich ein geschäftstüchtiger Wirt zunutze. Wußte er doch aus Erfahrung, daß gut« Reklame«in gutes Geschäft oerbürgt. Daher engagierte er den dicken Maun. zog thm«in« weiß« Jacke an. setzt« ihm«ine weiße Mütze auf. und auf beiden steht. In rot gestickten Plaststichbuchstaben: �Hummer-Müller, vornehmstes Schlem- metlokal am Ort*. Nun geht der kranke Mann immer ums Biereck hie Straße entlang..Hummer-Müller, vornehmstes Schlemmerlokal*, es steht doppelseitig auf der Bluse, er trägt» vor der Brust, er trägt» auf dem Rücken,«» steht doppelseitig aus der Mütze, er trägt» vor der Stirn, er trägt» am Hinterkopf. Ein Schlemmerlokal! Weiß er überhaupt, was das ist? Er hat noch nie«in Schlemmerlokal be- treten, geschweige denn in Ihm gegessen. Er kann nur noch wenig essen. Sein Körper ist so krank, er kann die Speisen nicht mehr regelrecht verdauen. Doch für«in« kärglich« Entlohnung läuft er Tag für Tag für da» Schlemmerlokal Reklame. Er tue ia nicht». sagt dar Besitzer. Er verdiene sein Geld wirtlich durch Spazieren- gehen..Ja. ja, es mag schon stimmen,* denkt der Krank«, aber wie schwer fällt chm dieses Spazierengehen! Auch möchte er gern mehr Zum Unterhall seiner Familie beitragen. Er muß seiner Frau tie .Hauptlast für die Kinder überlassen, die übermüdet und verhärmt, von Auswart-st-lle zu Auswartestelle hetzt. Dann und wann bringt er ja etwas Eisen mit nach Hause. Aber das geschieht heinstich. wann die Aufwöscherin Speisereste von den Tellern in eiNea tieine» Blechnapf kratzt. Der Herr darfs nicht wissen. Sonst stellte er das Esse» in Rechnung, zöge es von der Entlohnung ab oder eistließe womöglich die lebende Reklame. Tief in Sorgen angesponnen, trägt der Krank« die Anpreisung von Hummer-Müller» vornehmstem Schlemmerlokal um» Viereck. Der unglückliche Mann. Als er noch Lehrllng war, hetzt« man ibn in de» Krieg. Heimgekehrt, sah er, daß die Reklamierten sich Stellung verschafft hallen, daß die Jüngeren, noch nicht triegsdienst- fähig gewesenen besser emlohm wurden, al» er. denn er mußt«, dar Ordnung halber, wieder als Lehrling anfangen. Dann kam die Infiaston, und di« unsicheren Wirtschastsverhällmss« gestasteten dem Geschäft keinen neue» Ausgeleristen, darum flog der ehemalig« Kriegsteilnehmer auf die Straß«. Er faßt« nirgend» festen Fuß und jetzt läuft er als Rsklanreonzeige für«ine Redoute im kunterbunten WaSksnanzug einher..Di« Rocht der Uebermütigen* steht auf dem Schild, da» er auf der Brust trägt. In stef ausgeschuittsuen Lock- Huhen. die«inen blauen und«inen roten Strumpf sichtbar w«rd«n stlen. geht er um'» vier«!. Sein« Gedanken sind schon träge g«. worden im stumpf mochenden Elend und sein« Seele ist erfüllt von welloerachiender Hoffnungslosigkeit. Der all« Mann. Er hat Zell feines Lebens gearbeitet, nun er all und verbraucht ist. hat keiner ein« dauernd« Beschäftigung für Ihn. Jetzt oertestt er Reklamezestel für ein Nachtkabarett. Aengst- lich sieht er nach den Grünen, well Nachtkabarells mit Nackstänzea doch etwas unanständiges sind. Aengstlich sieht er auch auf die Straßenkehrer, denen durch die weggeworfenen Retlomezestel. dieses sich anhäufende Papier, so viel unnütze Arbeit gemacht wird. Er sucht sich di« Distinguierten, die Uebersasten aus, denen er fein« Zell«! in die Hand drückt. Der All« ist voller Trauer darüber, daß er auf solch unanständige Weis« sein Brot verdienen muß und froh zugleich, daß er sich täglich«in paar Groschen oerdient. Di« Saiten sogen, unser« WirtschastKordnung ist gortgewolll und empfinden nicht, daß di« Drei eigentlich ein« groß« Klag« gegen Gott sind. Der Kranke, der Unglücklich« und der All«, sie gehen die Straße«nstang. .Ekatertna Zwanowna- im Rusikvgastsplel. Dos belannt« Schau- spiel Leonid Andrej««», da» in deutscher Sprach« voe aini- aai Jahren auch in Berlin ausgeführt wurde, fand gestern in der Aufführung der Mitglieder de, Moskauer Äünstlertheater, «in« ausgezeichnet« Darstellimg. Es kam bei diesem Stück weniger auf die Wiederaabe des russischen Milieu» an. al, auf die Heraus- arbeitung der Tnpen der modernen russischen Gelellschaft der vor- revolutionären Zeit. Dies« Ai�äbe ist den Moskauern Künstlern fast restlos gelungen. Einzelne Mängel, fo da, allzu stark ausq«. trogen«, karritiert« Spiel Powlows in der Rolle des Mentlkov kannten den allgomewen guten Eindruck der Aufführung nicht beeilt. trächtigen. Im Mittelpunkt des Dramas, oll« anderen handelnden Personen überragend, stand Frau Germaaova in der Rolle der Ekaterina Iwanowno. Frau eines Duma-Abgeordneten und typisch« Vertreterin der Petersburger„Gefellschast*. verk-örpert sie in ihren guten und schlechten Seiten di« seelisch« Zerrisfer-heit und moralisch« Unbefriedigt. heit der Frau der höheren russischen Gesellschaftslchichten, di« bei allen guten Anlagen und ursprünglich echten Empfindungen im Schlamm der Großstadt versieikt. Das seelisch« Drama der Ekaterina Iwanowno, die. zu unrecht von ihrem Gästen det Untreu« besthuldigt und aus dem Haus« gejagt, erst infolge dieses Vorgehens die Ehe bricht and nach der Ausiöhnung mit dem Gatten aus den Armen eines Lieb- Habers irr die eines anderen taumelt, ist aber nicht nur das Drama einer bestimmten GefelsschaftsschW, sondern auch das der sinnlich überreizten, seelisch und körperlich unbefriedigten Frau. Andrefew« Drama ist nicht nur ein Beitrag zur Pathalogi« der modernen G«. iellschaft.«« schildert auch bi, in die feinsten seelischen Verästelungen das Srankheitsb'ld der hnfterrfchen Frau, die in der sexuell ge» schwängerten Stickluft des Großstadilebens zugrüwd« geht. Frau Gecmanowa gab ein« wundervoll« Interpretation dieser Rolle, die gleichsam für sie geschaffen ist. Sie verstand et meisterhaft, die seelisch« Vielseitigkeit der Heldin zu veranschaulichen, die mst den Zügen einer modern« Potiphar und MefloLna die einer rührenden Kindlichkeit und seelffchen Reinheit vereinigt. Bei den plölzlichen Uebergängen von einer Stimmung zur anderen, pon tiefster Detzweiflung zum plötzlichen Leichtsinn sausbruch. von innerer Zer- knlrlchmrg zum sehnsüchtigen Li«be»zrrr«t. schuf sie Szenen von un- nachahmlichsm Reiz, die erneut den Beweit erbrachten, daß di« Gebmanova zu einer der besten Charakterdarsteller innen gehör', die di« moderne Szene besitzt. 2L S. JJetuf gegen Oslendowfkt. Noch Sven Hedin trist jetzt«in zweiter scharfer Kritiker gegen di« tatsächlichen Grundlagen des so schnell berühmt gewordenen Buche» de».polnischen Dostors* auf. Albrccht Vcnck. der hervorragende Berliner Geograph, erklärt in deot neuen Heft« der„Deutschen Literaturzestung* aus Grund ein« Rachprüfung det tatsächliche» Angaben tn Ossendowski»„Tiere, Menschen und Götter' das Ganz« für«inen Roman ohne quellenmäßigen Werl. Penck hat di« Reiseroute Ossändowski- nachgerechnet und erklärt sie in dieser Form und Schnelligkeit kür unmöglich. Was glaubhaft er- scheint, ist nach dem Gelehrten folgend«,: O.«ist« Mist« Januar 1921 mst einigen Begleitern von Sossdgol In der Absicht, vielleicht durch Tibet nach Indien obkzusteßen, noch Uljassutoi. verbrachte dort den Rest de» Winter» und brach im Frühjahr nach Urga aus. Seine Vision des lebenden Buddha erklärt Penck. Hedin foloeud. für un- glaubhaft, der jetzige Bogdo Gigan(der lebende Buddha O.'s). wird den Fremden Nicht mehr gezeigt, es ist ein oeröchtliches und ver- achtete? Individuum, ein« Schande für Götter und Menschen,«in Greuel für Götter und LaieN. Aber auch OsseNdowski» politische Tendenz bei der Abssaffung des Roman« ist ja. wie Penck betont. nur allzu durchsichtig: es ist«in Pole, der zuerst die Bestiali'äten der roten Russen, dann di« der weißcn Russen in realistisher DcuUih. kest schildert und endlich das hohe Lied der Mongolen sing:, b'e dufttz Jahrhundert« Rußland geknechtet haben. In abenteuerlicher Er- Zählung knüpft O. ari Erlebtes an. aber er fügt Erdichtetes hinzu. Dieser polstische Teudenzroman kann also als historische Quellen- schrist nicht verwandt werden. Bröl, da» zwei Zahre frisch bleibt. Ein«Schweizer Bäcker Jean Motti. der in Pully hei Lausanne wohnt, erklärt,«in« Behandlung de» Brotes gefunden zu haben, durch da» es sich zwei Jahre lang frisch erhallen wird Dies« Behandlung, der«r den Namen„merri- psm* gegeben hat. sst sein Geheimnis, ober es wird wenigsten« so- viel bekanntgegeben, daß das Brot nach dem Backen in«inen Ofen kommt und bis zu 40 Grad Celsius erhitzt wird. Sachverständige. dl« das Brot im Labarawrium fest Februar geprüft haben, erklären. daß es sich zehn Monate ganz frisch erhallen hat. Masti hat sein« Erfindung der Schweizer Regierung angeboten, ohne für sich etwa« zu verlangen._ DU Sücffrtr der tirig». De» neu, Stadtrat der Stadt M ü n»«» belchloi, u, w« ersten Sitzung tt detz di, Suser der Fürfti! Reiten. die unter dem allen sozlaMischen Stadtrat vori iSren V!i?-n im RalbauS sowie In den Schulen und Rinrtxebauden«stfernt worden waren,»jeder an ihr, Plätze ZU bringen sind. 9>n Hamburg« h'bbel.Zim««. Der Hamburastch, Senat bewilligt- l«« Marl für die«iitstchtung sine« Zimmer« lm H e» b, l z« u s, u m in«eilelbaren. w dem diejentae« Stück, der Sawmünta SUif. st-llung finde» solle», die an Hebbel««ofenthall tn Hamburg»rinner». Hitler bei Held. Das neue Autobus- Unglück. Die Schuldfrage. Die Omnibusgesellschaft gibt feßt folgende Darstellung des Unglüds: Widerspruchsvolle Darstellung. Aus der Zentrale der Königsmacher. München, 8. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Der Mies. bacher Anzeiger", der den absoluten Wittelsbacher Monarchis mus vertritt und zum Sprachrohr des Pöhner- Kreises gemorden ist, veröffentlicht am Donnerstag zum Teil recht intereffante Einzelheiten Somohl pon ben zuständigen Behörden, wie auch von der über die rechtsraditale Kuliffenpolitit der allerlegten Belt. Diefen Algememen Berliner Dmnibus.Attien Gesellschaft if Mitteilungen zufolge hat sich Hitler sofort nach seiner Freilaffung eine eingehende Untersuchung über die Ursachen des gestrigen zu Bohner begeben, auf deffen Beraniaffung dann zu 2ubenperen Autobusunglücs am Schöneberger Ufer eingeleitet worden, dorff, um diesem feinen Zweifel barüber zu lassen, daß er für ihn ohne daß bisher die Schuldfrage einwandfrei geflärt worden ist. nicht nur als politischer Berstand, sondern ah als polifischer Charafter erledigt fel. Durch die Zusammenarbeit Hitlers und Pöhners zeigten sich nun Anfäße zu einem neuen bayerischen Rechts blod, der auch alsbald eine Unterrebung zwischen dem Minister. präsidenten held und Hitler zustande gebracht habe. Aus dieser Unterredung glaubte Hitler feststellen zu müssen, baß die Interessengemeinschaft größer und wichtiger sei als die Intereffen. gegenfäße und daß sich eine loyale Zusammenarbeit ermöglichen laffe. Held habe bei diesen Unterrebungen Hitler auch zuge sagt, das Berfäumnis der Begnadigung Böhners alsbald nachzuholen, wenige Tage später fel aber Dr. Held umgefallen, und zwar auf Einwirtung des sogenannten Rahr- Kreises, der offen. fichtlich aus den Führern des Bundes" Bayern und Reich" und Prominenten der Deutschnationalen besteht. 2s Werkzeug be diente sich der Ministerpräsident des deutschnationalen Justiz ministers Gürtner, der Böhner den Antritt feiner Strafe nicht erließ. Der„ Miesbacher Anzeiger" schließt seinen mit dunklen Anbeutungen reich durchfeßten Artikel mit dem Hinweis, daß auf aus brüdlichen Wunsch Pöhners diese nicht gehaltene Susage feiner Be gnadigung zunächst nicht zu neuen 3miftigteilen persönlicher Art führen dürfte. Aus diesem Grunde habe er feine Strafe in Lands berg vorläufig angetreten. Held bestätigt... München, 8. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Der banerife Ministerpräsident läßt zu dem Artikel des Miesbacher An zeiger folgendes erflären: 1. Der Empfang hitlers bei Dr. Held ist ausschließlich auf die Initiative und das dringende Er. suchen Hitlers zurückzuführen. 2. Der Wunsch Hitlers ist bei Ministerpräsidenten von verschiedenen Gewährsmännern in bring. licher Weise überbracht worden. 3. Hitler unterbreitete bei dem Besuch dem Ministerpräsidenten die Bitte um Begnadigung feiner noch inhaftierten Freunde. Irgendwelche Berabredungen politischer Att find bei dem Empfang nicht getroffen worden. Im weiteren Verlauf des Gespräches hat Hitler dem Ministerpräsidenten bargelegt, was er nunmehr beabsichtige bzw. nicht beabsichtige. Der bayerische Ministerpräsident hat Hitler feinerlei Zweifel darüber gelassen, daß er Berhältnisse, wie sie sich vor und nach dem 9. Norember 1923 ergeben haben, unter feinen Umständen bulben werde, daß von ihm vielmehr mit allen Mitteln die Staatsautorität gegen jederman gewahrt werde. Amtliche Intervention für Katz. Seine Frellaffung jedoch abgelehnt! Der deutsche Gesandte in Wien ist bei der österreichischen Regierung wegen der Verhaftung bes tommunistischen Abgeordneten Raß vorstellig geworden. Die Haftentlaffung murde abgelehnt, jedoch haben die österreichischen Ges richtsbehörden die Beschleunigung des Bar ahrens zugesagt. Ein Rechtsanspruch auf Hastentlaffung besteht nicht, da die Immunität der deutschen Abgeordneten im Auslande teine Geltung hat. Schöneberger Ufer ist an hand der Beschädigungen der beiden beDer technische Hergang des geftrigen Omnibusunfalles am teiligten Fahrzeuge und insbesondere an Hand der Spuren auf der Afphaltoberfläche und an den Bordsteinen folgendermaßen genau zu perfolgen: Der den Unfall verursachende Bagen, ein schwerer Mercebes- Magen IA 4242, gefteuert vom praft Arzt Dr. Silber berg, bat Rudge Räder mit großen Flügelmuttern, foge nannten Rennverschlüssen. Dieser Wagen ist beim Versuch, den Omnibus zu überholen, übermäßig weit nach rechts an den Omn bus berangefahren, wahrscheinlich, um sich zwischen dem Omnibus und uflängeln; babei ist schon bas rechte Trittbrett in Höhe der einem entgegentommenden Fahrzeug im legten Augenblick durch Schaltbuliffe mit dem linfen Borderfotflügel des Omnibuffes in Be rührung gelommen, wie scharfe Krapfouren einwandfrei erkennen laffen. Diese erfte, noch harmlose Berührung ist vom Führer des Berfonenwagens enimeber nicht bemerft worden, oder er war der artig ins Gebränge geraten, bak ihm nichts weiter übrig blieb, als tradem noch weiter rechts herüberzufahren. Auf jeden Fall hat er bas lettere beftimant getan, benn er hat unmittelbar darauf mit dem einen großen Bappen bes obenerwähnten Rennverschlusses feines rechten Hinterrades in ben inneren Felgentranz des tinten Borberrabes bes Omnibuffes eingehaft. Das tinte Borberrab des Dmnibuffes mar baburch biodiert und rutschte, wie eine flachen Bogen nach rechts. Nachdem die Borderachse des Omnibusfes Rabierspur auf dem Asphalt zeigt, vier Meter weit in einem ganz auf diese Weise etwa 50 Zentimeter nach rechts herübergebrildi mar, geriet das rechte Borderrab gegen die Bordschwelle und fprang infolge des immer noch wirkenden Druds von links auf diefe herauf. In diesem Augenblid hatten sich die beiden Räder mahirlich auseinander, ber Berfonenwagen wurde wieder frei, und die Borberräder des Omnibusles, die nun vollständig herumschlugen, berauf, zumal da der Baoen mit feiner rechten Seite an einem Baum Tiefen quer über dem Bürgerfte'q. Das Hinterrad tam zunächst nicht entfenanleiten mußte. Erst nachdem der Wagen fich gewiffermaßen um den Baum herum, um etwa 90 Grad gedreht hatte, wurde das rechte Hinterrad frei und lief mun fofort auf die Bordschwelle hinauf, das linte Hinterrad verhafte fich an der Bordschwelle, das linke Borderrab fant in den meichen Boden zwischen dem Pflasterstreifen des Bürgersteigs und Uferzauns des Landwehrfanals ein, der start herübergebogene Baum drückte auch noch von rechts gegen den unglüdlich stehenden Omnibus, und auf diese Weise tippte der Wagen lanajam um." Das Privatauto ist polizeilich sicher gestellt umb wird heute von gerichtlichen Sachverständigen, wie auch von Fachleuten, bie von dem Befizer des Wagens um ein Gut achten ersucht worden sind, untersucht. Ebenso wird auch der ver. molüdte Autobus, der nach Abschluß der Aufräunungsarbeiten gestern abend um 10 Uhr abonnt werden fonnte, eine einhe ben litter fu dhuna unterzogen merden. Die Steuerung des Omnibuffes i voliq intaft geblieben, wie schon gestern abend festgestellt merben fonnte Mit dem Beil gegen den Ehemann. Ein Aft der Gegenwehr. Eine furchtbare Familienfzene spielte fich gefstern nachmittag in dem Haufe eibenweg 39 ab. Sier lebte der 35 Jahre alte Sutscher Gustav Hennig mit einer Frau fortgelegt in Streit, waif er lie unb bas Rinb bauernd vernachläffigte Cr lich bei ber Bolizei ab. Hennig hatte aber den Wohnungsschlüffel verließ auch häufig die Familie, und fp meldete ihn seine Frau end. mitgenommen, tam nun wiederholt betrunken nach Hause und mißhandelte jedesmal feine Frau. So geschah es auch gestern noth mittag pieber, nachdem die Frau fich vormittaas einer Operation unterzogen hatte. Die Bedrohte verriegelte jetzt die Tür, Hennig aber ichlug fie mit Gewalt auf. In ihrer Angst ergriff die Frau jegt ein feines Handbeil und verfegte ihrem Manne mehrere Wien, 9. Januar.( ib.) Für den beim Biener Landesgeriat in Haft befindlichen deutschen Kommuni'ten Iwan Ka wurde pon feinem Wiener Rechtsanwalt ein Gesuch eingebracht, mit dem gegen das Anerbieten einer Raufion bie Fretlaffung von Sqß erbeten wurde. Die Ratstammer hat in ihrem Beschluß aus gesprochen, daß der Hattentlassung gegen Kuution zugestimmt werde. Gegen diese Entscheidung wurde vom leitenden Staatsanpaii eine Beschwerde an das Oberlandesgericht eingebracht, bas jebod) ben Beschluß der Ratstammer bestätigte. Der Berteidiger bot hieraufhiebe, so daß er von ihrem Schwager, den Hennig erft die Treppe eine Raution in Höhe pon 50 millionen Kronen an. Der Staatsanwalt erhob wegen zu geringer Höhe der Kaution neuerlich Einspruch. Die Entscheidung des Oberlandesgerichts steht noch aus und Ray befindet sich noch immer in Hait. Es ist jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen, ha et noch im Laufe des heutigen Freitage freigelaffen werden wird. Die Pariser Finanzkonferenz. Rettungsmache gebracht werden mußte. Die Kriminalpolizei hes hinuntergeworfen hatte, und pon anberen Hausgenoffen nach der 83. Repiers ftellte feft, daß die Frau, die felbft für ihren und des Kindes Unterhalt sorgen mußte, in der Notwehr gehandelt hatte. Hugo Heimann 25 Jahre Stadtverordneter. In die Reihen der dienstältesten Mitglieder der Berliner liegen und zwar 7 Männer und 8 Frauen Bon den 15 Berlegten, die noch im Elifabeth- Krantenha find 4 ziemli schwer zu Schaden gekommen. Es scheint jeboch bei keine Berunglüdten Lebensgefahr zu bestehen. Bon fachmännischer Seite wird uns zu dem Unglüd geschrieben: Zum zweiten Male in einer furzen Zeitspanne hat sich.. wieder ein schweres Autobusunglück an der Ede Genthiner Stru. unfall am 8. April an der gleichen Stelle zwei Personen ihr Leben und Schöneberger Ufer ereignet. Während bei dem letzten Autobus. einbüßten, ist beim jezigen Unfall tein Todesopfer zu beklagen. baß gorabe an dieser Stelle sich die Unfälle mehren? An der Mün 30 Personen find teils schwer, teils leicht verlegt. Wie fommt es. bung ber Genthiner Straße in bas Schöneberger User stehen nur bung der Genthiner Straße in bas Schöneberger Ufer stehen nur wei Laternen, die den Fahrdamm spärlich beleuchten. Schon lange wäre es Aufgabe der Polizeibehörden gewesen, fich gerade um die Beleuchtung der verschiedensten Querstraßen am Schöneberger Ufer und der Tiergartenstraße zu fümmern. Entweder befinden sich die Laternen im Gebüsch oder an so ungeeigneten Stellen, daß fie ihren 3med vollständig verfehlen. Aehnlich so ist es burg. Was nügt die Berlehrsordnung, wenn die Behörden sich nicht auf dem Kaiserdamm und in der Neuen Kantstraße in Charlotten fehrsposten? Man stellt die Berfehrsposten meistens an die um genügende Beleuchtung der Fahrwege fümmern. Und die Ber. falsche Stelle hin. An einer solch gefährlichen Kreuzung des Beikehrs muß unbedingt ein Berkehrsposten seinen Standort haben. Gemeingefährlich ist ohne Zweifel auch das überaus schnelle Fahren gerabe an den gefährlichsten Stellen, an der Straße Schöneberger Ufer, weil die dort mündenden Straßen ihr Ende erreichen. Kommt ein Auto in einem etwas stärferem Tempo die Straße entlang und will in das Schöneberger Ufer einbiegen, so wird er dabei immer über die Straßenmitte gehen müssen, damit er nicht etwa mit den Hinter rädern die Bordschwelle streift. Die größte Gefahr bildet wohl an diesen gefährlichen Stellen der schlüpfrige Asphalt. Bei der scharfen Biegung fommen die auf Gummi dahingleitenden Motor. fahrzeuge so schnell ins Rutschen, daß der Führer leicht die( Bemalt der Berliner Berfehrspolizei eine große Anzahl von solchen Unfällen. über sein Fahrzeug verliert. Gerade hier verzeichnet die Statistif Muß der Autobus denn gerade am Schöneberger Ufer entlangfahren? Warum führt man die Linie 1 nicht durch eine andere, weniger be. lebte und gefährliche Parallelstraße? Der Besitzer und Selbstfahrer des Privatautomobils, durch den das schwere Unglüd verursacht wurde, fonnte diesmal sofort festgestellt werden. Dagegen hat ein anderes Privatauto die Hilfeleistung für die Schwerver. legten verweigert. Warum fieht die Berkehrsord nung nicht eine hohe Strafe Dor für denjenigen, der die Hilfeleistung bei einem Unglüd verweigert? Zum min deften aber müßte nachher dem Chauffeur der Fahrschein ent zogen werden, denn eine solche Handlungsweise entspricht in feinem Falle den Fähigkeiten, die man an einen Fahrzeugführer ftellt. Aehnlich ist es fo, wenn der Kraftfahrzeugführer das felbftüberfahrene Opfer hilflos liegen läßt. Persönlichkeit nehmen das Schauhaus und Kriminalfomnus had beim Polizeiamt Friedrichshain, in der Georgenfirchstr. 1, ent gegen Zwei schwere Unfälle mit tödlichem Ausgang. In der lehten Nacht murde die Tempelhofer Feuerwehr nach dem Hüttenwert von 2. Mener in der Germanicftr. 141 alarmiert, mo ein Arbeiter. Fischer in das Räderwerf einer Ma. fchine geraten war. Es gelang, ben Rörper aus dem Getriebe herauszuholen, doch waren alle Bieberbelebungsversuche erfolglos. Haufe Neue Königstraße 2, an der vom Bublifum als Menschen Die Beiche wurde beschlagnahmt. Am Königsfor. vor dem falle bezeichneten Haltestelle der Straßenbahn und Omnibusgefefchaft, wurde am Freitag früh 8 Uhr ein junges Mädchen von einem Autobus überfahren und ge tötet. Diefer Unfall reiht fich vielen anderen an und wird nicht Der letzte fein, falls die Haltestellen dert nicht verlegt werden, wie es die Anwohner und andere Beteiligten schon mehrere Male bei der Bolizei beantragt haben. Durch diesen Unfall entstand in der Neuch Rönigstraße eine längere Berkehrsstörung, die fich in anderen Straßen fortfeste. Boxen und Jiu- Jitku in Wort und Bild, Film und Rampt Stadtverordnetenverfammlung ist nun auch unser Ge Die Deutsche Hochschule für Leibesübungen veranstaltete gestern molle Hugo Heimann eingerüdt. Bor jegt 25 Jahren, im im Rahmen ihrer Volkshochschulfurse einen in ganzen sehr geJanuar 1900, trat er in die Bersammlung ein, nachdem er bei den lungenen und außerordentlich intereffant verlaufenen Abend, an Das Programm der Beratungen. Stadtverordnetenwahlen vom November 1899 gewählt worden war. dem Boren und Jiu Jitsu in Wort, Bild und Film und in der Paris, 9. Januar( Eigener Drahtbericht.) Das für die inter. tei fchon lange tein Unbefannter mehr mar, murde unter dem Drei außerordentlich anschaulich und in der Wirkung überzeugend. Herr Genoffe Heimann, ber engeren Kreifen der sozialdemokratischen Bar Bragis porgeführt wurden. Diese Zusammenstellung ermies fich als alliierte Finanztonferenz aufgestellte Arbeitsprogramm steht vor, tlaffenfyftem bes Gemeindemahlrechts von dem in der Umgebung Erich Mindt hielt einen Bortrag über die Gefchichte des Borens daß am Freitag zwischen den Delierter Frankreichs, Belgiens und bes Friedrichshains liegenben damaligen 26. Bezirk der dritten Ab. mit Lichtbildern, der sich mit echter deutscher Gründlichkeit allzusehr Englands die Reviston des in Spag aufgestellten Berteilung als Bertreter in das Stadtparlament entsandt. Er frat balb in die Zeit der Griechen und Römer vertiefte, so daß er wegen vorteilungsfluffets im Bujammenhang mit der belgischen in den Bordergrurib, weil er für die Behandlung ber Wohnungsgeschrittener Beit abgebrochen werden mußte und uns leider nicht Priorität erörtert werden sell und daß im Anschluß daran die fragen, bie schon in jener Beit mehrfach in der Stadtverordneten die weit näher liegende und weit intereffantere Zeit des Werdens gicichen Delegierter unter Hinzuziehung Stolens sich über die Be. Derfammlung erörtert werden mußten, eine reiche Fülle des Biffens der englischen Borerei brachte. Man sollte folch einen populären fatungstoften fowie über bie Berrechnung der anderen noch rud. mitbrachte. Nach Singers Tob pählte die fozialdemokratische Frat. Bortrag fürzer und straffer zufammenfaffen. Der an sich gute Jiuftändigen Ansprüche verfändigen follen. Am Sonntag foll bann tung hatte er nach der Revolution einine Zeit das Amt des Vorstehers Siifu- Griffe ist es auch notwendig, daß bei derartigen Filmen die tion ihn au ihrem Borsigenden. In der Stadtverordnetenverfommifu Film lift ein wenig unter der nicht ganz zureichenden Quali tät des Vorführungsapparates. Bei der Schnelligkeit der Jiudie Beteiligung Ameritas an den Jahreszahlungen des inne. Geftern gehechte in ber Gobtnerordnetenfihuma ber Bor Dawes- Planes angeschnitten werden. In Konferenztreifen hofft fteher, Genolle Saß, des Jubiläums unferes Genossen Heimann in eitlupe Anwendung findet, die hier außerordentlich am Blake iſt. man, baß die Konferenz für den Fall, daß es über diese Buntte zu ehrenden Borten. Ausgezeichnet waren wieder die Vorführungen des Jiu Jitfu einer Ginigung tommen follie, ihre Arbeiten bis zum Mittwoch Meisters Erich Rahn mit seinen Schülern, unter denen sich auch zwei Damen durch sichere Gewandtheit im Abwehrkampf herporzum Abschluß bringen fann fcche der Stil, nicht der Schlag bewertet wurde, beschlossen die talen. Borfämpfe zwifchen Jugendlichen, in denen in der HauptBorführung. Finanzminister Clementel bat am Donnerstag abend in einer der franzöfifchen Breffe gegebenen Erflärung den Geist gegen feitiger Beiftändigungsbereitschaft betont, in dem die Berhandlingen geführt würden und die einen rafdieren Erfolg der Konferenz erwarten ließen. Es sei nicht ausgeschlossen, daß Frankreich eine gungsquote erhalten werde. Auf keinen Fall bente man an eine Herabjegung tes franzesischen Anteils. Die Berhandlungen über die clliierten Schulben, die er außerhalb des eigentlichen Konte rer.zprogramms mit dem engliſchen Schazkanzler Churchill geführt hate, feien in freundschaftlichem Tone vor fidh gegangen. Churchill fehe die feinerzeit in der Balfour, Note gemachten Borschläge als bie Grundlage der fünftigen Regelung an. Eine Berständigung Lege im Bereiche der Wahrscheinlichkeit, jeboch werde man ben deft nitiven Abschluß der Berhandlungen erst für später erwarten dürfen. In der Blenarsizung der Konferenz am Donnerstag ist es zu einem 3 mifchenfall gelommen an dem zur Berteilung ge langten Bericht der Sachverständigen wird zu dem von Rumänier geftellten Antrag auf Erhöhung feiner Beteiligungsquote gelagt, baß Rumänien burch ben ihm auf Rosten Ungarns zugestandenen Ge biętszumachs mehr als reichlich entfchädigt worden fet. Diele Aeußerung bezeichnete der rumänische Delegierte Bratianu in ber Form eines Protestes als eine Beleidigung gegen fein Sand. der heutigen Boltauflage bei. Bolt und Zeit", unfere illustrierte Bochenschrift, liegt Der diesjährige Ballettabend findet beute Kunfgemeinde Neutöln Freitag ahend 8 Uhr im großen Saal ber Reuen Welt flatt. Starien an der Kaffe. En tödlicher Straßenbahnunfall. Berechtigte Entrüftung verursachte in der vergangenen Nacht das Berhalten eines Straßenbahnschaffners bei einem tödlichen Unfall. Gegen 1% Uhr ftand in der Frantfurter Allee, an der Weberwiefe, ein unbekannter Mann auf der Promenade, als ein Bug ber Straßenbahnlinie 69E in ber Richtung nach dem Alerander. ploh parbeifuhr. us unbekannter Ursache fiel der Mann hänger. Die Augenzugen des Unfalls liefen entfekt hinter dem Buge her und versuchten, ihn zum Halten zu bringen. Auf ihre Zurufe: Halt! Halt! Lebensgefahr!" ging aber der Schaffner des Anhängers gar nicht ein. Er mintte nur ab, ohne bas Haltezeichen zu geben und ließ ben 3ug weitergehen. Erft an ber nächsten Parteinachrichten Haltestelle wurde angehalten. Jept fand man im Getriebe bes Bagens ein Bein, bas bem verunglückten Manne abge fahren worden war. Der Körper lag zerftüdelt rückwärts auf ber Strede. Auch das zweite Bein par abgefahren. Die zu Hilfe gerufene Feuerwehr brachte ben Ueberfahrenen nach bem Strantenhaus am Friedrichshain, von dort aber, weil nur noch der ob festgestellt merben tonnte, nach dem Schauhaufe. Der haffner Briebrich Guttind aus der Gartenstraße, dessen Berhalten alle Augenzeugen empörte, wurde von der Kriminal pelisel heute vormittag festgenommen. Der Tote ift noch nicht befannt er ift etma 50-53 Jahre alt und 1,68 Meter groß. find mehrere Tato mierungen: auf dem rechten Unterarm ein hat graumeliertes Haar, sin nolles Gefi ht. Besondere Kennzeichen inter mi bem Buchstaben 2. 3. und ein Elefant und auf dem linfen Unterarm eine Spreenige. Mitteilungen zur Feststellung ber Cinfendungen für diefe Rubrik find Berlin B. 68. Lindenstraße 3. für Groß- Berlin flets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof. 2 Trev. rechts, au richten. 25. Abt. Sonnabenb, ben 10. Januar, 18 Uhr, bei Kestner, Glbinger Str. 24 Funktionär gung. 97. Abt. Reutolin. Sonnabenb, 7 Uhr, Sigung ber Funktionäre bei Rohr, Siegirlebstr. 28/29 98 Abt. Brig. Gommabenh, 18 Uhr, Fun tionärfigung. Chauffeeftz. 66 bet Beuthner findet bafür am 24 und 25 statt täheres geht den Abteilungen noch schriftlich au Achtung! Der Lichtenberger Sunttionärfurfus am 10. and 11 fällt aus und Berantwortlich Hit Bolitik: Craft Reuters Wirtschaft 1. 2. 3. Steiner; Gemerfichaftsbewegung: 3. Steiner: Feuilleton: R. H. Döscher; Lofales und Sonstiges: Fris Ratftabt: Anzeigen: Th. Glode. fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. S.. Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruderei und Berlagsanftalt Baul Ginger u Co. Berlin 68. 68, Sindenftrake& Sierau 1 Beilage. BRÜNN Nachf. 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Die meiteren 450 Stellenvermittler erteilen fich auf die übrigen 13 Bezirke der Landesämter für Arbeitsvermittlung. In der Berichtszeit wurden bei den 1600 Stellenvermittlern, on denen Berichte vorlagen, 126 889 Arbeitsgesuche weiblicher mnd 49 423 männlicher Personen gemeldet, einschließlich der unrledigten Gesuche aus dem vorhergehenden Quartal. Die meisten Arbeitsgesuche weiblicher Personen hat Berlin tufzuweisen( 31 895), dem in weitem Abstand der Freistaat Sachsen, mit 16 529 folgt. Die meisten Arbeitsgesuche männlicher Arbeitsträfte weist Schlesien mit 11 132 auf, dem Berlin mit 8634 bigt. Offene Stellen waren gemeldet: für weibliche 127 134, ür männliche Arbeitskräfte 33 286. Die Zahl der Stellen Ingebote für weibliche Personen war mithin um 245 öher als die der Arbeitsuchenden, die Zahl der Stellen ür männliche Personen dagegen um 16 137 geringer als die der Irbeitsgesuche. In Berlin allein war die Zahl der offenen Stellen für weibliche Personen um 1421 größer als die ser Arbeitsgefuche, während die offenen Stellen für männliche Beronen um 1387 hinter der Zahl der Arbeitsgesuche zurückblieb. As befetzt berichten die Vermittler 78 366 Stellen und 5070 Aushilfen ür weibliche, 22 819 Stellen und 5695 Aushilfen für männliche Urbeitskräfte. Im Verhältnis zu den nichtgewerbsmäßigen Arbeitsaachweisen ergeben sich folgende Vergleichsziffern: die 1600 Stellensermittler vermittelten insgesamt 111 950 Stellen einschließlich der 10 765 Aushilfen, die 1168 nichtgewerbsmäßigen Arbeitsnachweise Dagegen 1362 911 Stellen einschließlich 384 514 Aushilfen. Der Anweil der gewerbsmäßigen Stellenvermittler an dem Gesamtvermitt bungsergebnis betrug bei den Männern 2,9 v. 5. und bei den Frauen 17,4 v. 5. Die gewerbsmäßige Stellenvermittlung wurde am häufig Die gewerbsmäßige Stellenvermittlung wurde am häufig: en von Hausgehilfinnen in Anspruch genommen, und zwar von 62 272, welcher 3iffer 68 626 offene Stellen gegenüber tehen, wovon 41 235 als befeßt gemeldet wurden. Den Hausgehilfinnen nicht zugezählt find die Aufwarte, Puh. und Waschfrauen; Don Denen 2879 fich an Stellenvermittler wandten, die 2440 Stellen verzeichnet hatten und davon 2133 befetzten, wovon 74 zur Aushilfe. In der Gastwirtschaft suchten 32 155 meibliche Personen Arbeit, die in 27 436 Fällen angeboten und in 22 650 Fällen, worunter 4517 Aushilfen von 451070 belegten permittelt wurden. Da im Freistaat Sachsen von den 5070 besetzten Aushilfen überhaupt allein 3259 für weibliches Personal befeht wurden, so ergibt sich daraus, daß in Sachsen das Aus= hilfswesen für weibliches Gastwirtspersonal bominiert. Im Gastwirtsgewerbe wurden insgesamt durch gewerbsmäßige Stellenvermittler 22 650 Frauen und 7831 Männer bermittelt, von den nichtgewerbsmäßigen Arbeitsnachweisen da. gegen 40 948 Frauen und 91 942 Männer. Ist also die gewerbs mäßige Vermittlung für männliches Personal bedeutungslos, fo ift ihr doch noch über die Hälfte des weiblichen Per jonals verfallen. Die Landwirtschaft steht an dritter Stelle der gewerbs mäßigen Stellenvermittlung. Es wandten sich 31 515 Landarbeiter und 18 107 Landarbeiterinnen an die Sellenvermittler, bei denen 21 185 Stellen für männliche und 20 241 Stellen für weibliche Ar. beitskräfte gemeldet wurden, wovon 17 333 bzw. 12 204 Stellen be fegt wurden. 14 182 Lar.barbeiter, die zweifellos irgendeine Gebühr an die gewerbsmäßigen Stellenvermittler gezahlt hatten und 5903 Arbeiterinnen fonnten von den Stellenvermittlern nicht unter gebracht werden. Weniger von ziffernmäßiger Bedeutung ist die gewerbsmäßige Stellenvermittlung für künstlerische und sonstige Berufe. Was an den beteiligten Gewerkschaften liegt, muß geschehen, um der gewerbsmäßigen Stellenvermittlung in der Gastwirtschaft und der Landwirtschaft vollends das Wasser abzugraven, nicht minder aber in der Hauswirtschaft, wo dies allerdings der Organisation allein nicht möglich sein wird. Vor allem muß die Tages- und die Fachpresse in der Richtung weiterhin wirken, damit die Arbeiter und insbesondere die ärmiten Arbeiterinnen den Stellenpermittlern nicht ihre letzten Groschen überflüffigitweise opfern. Zum Tarifkampf der Theatermusiker. Freitag, 9. Januar 19 fchaftsarbeit entfräften fonnte. Im Gegenteil muß er, allerdin unter dem bei der Roten Fahne" üblichen Wertgetöse, die Richti feit unserer Angaben bestätigen, daß nämlich die Kommunisten ih Abänderungsanträge zum Tarifvertrag für die städtischen Arbeite in demselben Wortlaut gegeben haben, den der Larifvertrag ha Direkt un mahr ist aber, wenn Herr Gehlmann behauptet, er hätt diefe feine Anträge bereits vor der betreffenden Ausschußsizung zu rüdgezogen. Wahr ist vielmehr, daß dies erst geschah, nachdem ti ber Gigung von den Sozialdemocratischen Gemerrschaftsbonzen au den Gehlmannschen Infimm aufmertfam gemacht worden war un fogar der Bertreter des Magistrats dasselbe feststellen mußte. Heri Gehímann meint auch, er hätte sich nicht mit einem Schreib fehler" in feinen Anträgen entschuldigt. Ihm scheint bei biefer Behauptung in der Roten Fahne" gar nicht aufgefallen zu sein, das er sich damit nur noch mehr hineinreitet. " Der im Jahre 1920 zwischen dem Deutschen Bühnen, verein und dem Deutschen Musikerverband für die Theatermusiker abgeschlossene Reichstarifvertrag ist ein ganzes Jahr vor seinem Ablauf von den Arbeitgebern gefün. digt worden. Da es troh mehrfacher Mahnungen nicht möglich traten den 6. Manteliorifvertrag mit den Kommunisten gemeinsan Die ,, Rote Fahne" brüstet sich damit, daß auch die Sozialdemo war, den Bühnenverein, zu Berhandlungen zu bewegen, obwohl abgelehnt hätten. Das ist auch von uns nicht bestritten worden er fich in seinem Kündigungsschreiben ausdrücklich dazu bereit allerdings haben wir aus anderen ais rein agitatorischen Gründer erflärt hatte, arbeiten die Theatermusifer seit Mai 1924 tariflos. abgelehnt. Die ,, Rote Fahne" und ihre Gemährsmänner wiffen ganz Der Bühnenverein legte schließlich einen vollkommen fertig ausgearbeiteten Tarifentwurf vor und verlangte dessen unveränderte Kompromissen ist und daß manches in einen Tarifvertrag hineingenau, daß jeder Tarifvertrag mehr oder weniger ein Produkt von Annahme. Obwohl die Theatermusiker im Deutschen Reiche..zu tommt wie im porliegenden Falle durch Schiedssprüche uſw. etma 85 Proz dem freigewertschaftlich orien pas den beteiligten Gewerkschaften, nicht gefällt, meshalb aber der tierten Deutschen Mufiterverbande angehören Tarifvertrag als Ganzes nicht abgelehnt werden kann. Die Mit und nur 10 Broz anderen Organisationen, vornehmlich dem Berglieder des Stadtverordnetenausschusses waren aber in ihren Ent ein Berliner Mufifer", glaubte der Bühnenverein, mit dieser Unter- fchlüffen vollkommen frei. Es bleibt schon dabei, was wir gefagt nehmertruppe im Rüden, dem DMV. Vertragsbedingungen dit. haben: Mit ,, Meyer- Rezepten" fann Herr Gehlmann teine praktische tieren zu fönnen. Gewerkschaftsarbeit leisten. In Berlin liegt die Sache allerdings infofern etwas ungünstiger. weil der„ Berein Berliner Mufiter" hier seinen Siz hat und weil er nachgewiesenermaßen gerade in Berlin ftets eine größere Anzahl aktiver oder auf Wartegeld gefehter Be a mfer zur Verfügung hat, die er in den Orchestern als Streit und Sperre. brecher verwendet. Das ist auch der Grund, warum der Tarif tampf der Theatermusiker in Berlin mit besonderer Schärfe geführt wird, während im Reiche die Theaterleiter im allgemeinen zur Anerkennung der alten Tarifbedingungen ver anlaßt werden konnten. Für das Vorgehen des Deutschen Bühnenvereins ist auch fein Tarifabschluß mit dem inzwifchen gegründeten Reichskartell Deutscher Berufsmufiter"( den 10prozentigen!) bezeichnend. Obwohl der DMV. allein als alter Vertragskontrahent für den Neuabschluß eines Tarifes in Frage kommt, hatte der Bühnenverein sogar noch die Dreiftigkeit, die Berbindlichkeitserklärung des zehn prozentigen" Tarifvertrages bei dem Reichsarbeitsministerium zu beantragen. Auf den Einspruch des DMV. hin ist daraus allerdings nichts geworden. Das Tarifabfommen ist bedeutend ungünstiger als der Bertragsentwurf des Bühnen Dereins. Die Reichsperbändler haben jebe von den Bühnenherren gewünschte Verschlechterung geschlucht, den dienstfreien Tag in jeber Woche preisgegeben und auf den Anspruch, der Weiterzahlung des Gehaltes in Krankheitsfällen verzichtet. Man hat meiter zugegeben, daß die tägliche Probezeit der Musiker in den Theatern verlängert wird und man hat vor allen Dingen einem Gehaltsabbau an allen Berliner Operettenbühnen zugestimmt. Die Empörung der freigewerkschaftlichen Drchestermufifer über diefen Berrat ist sehr groß. Sie fand ihren Ausdruck in Beschlüssen, die auf einer Konferenz der Orchestergruppen des DMV. im November vorigen Jahres gefaßt wurden. Dort wurde der Borstand beauftragt, falls nicht ein qünftiger Tarifvertrag mit be Bühnenverein zustande kommen sollte, sofort die Generalsperre über alle deutschen Bühnen zu verfügen und eine Ur. abstimmung über eine allgemeine Arbeitsnieder legung zu veranlassen. Die Verhandlungen, die nunmehr am 15. Januar zwischen dem DMV. und dem Deutschen Bühnenperein erneut festgelegt find, werden zeigen, ob der Borstand gezwungen sein wird, die Beschlüsse der Orchestergruppen durchzuführen. Bei dieser Gelegenheit muß erneut auf die Sperre hingewiefen werden, die in sechs Berliner Theatern wegen der Maßregelung ber Derbandstreuen Orchestermitglieder besteht. Die Arbeiterschaft, hat gar feine Veranlassung die scharfmachetischen Bühnenunternehmer durch Theaterbesuch zu unterstüßen Bei allen Veranstaltungen der tlaffenbewußten Arbeiterschaft ist ferner auch streng darauf zu achten, daß nur verbandstreue Mufiter mitwirten. Nochmals„ Kommunistische Gewerkschaftsarbeit".. Bier Tage hat die Rote Fahne" gebraucht, um auf unferen Artikel, Kommunist sche Gewerkschaftsarbeit im Sonnabend- Abend blatt eine Erwiderung zu finden. Troß der langen Zeitbauer fann man nicht sagen, daß Herr Gehlmann mit feiner Grwiderung in der ,, Roten Fahne" unsere Borwürfe gegen seine Art von Gewerf Zum Kongres des ADB. Zu dem Anfang nächster Woche begintenden Kongres Allgemeinen Deutsen Beamtenbundes haben fic Delegationen der Beamtengewerkschaften aus Frankreich Desterreich und Holland bereits angemeldet. Es ist das er ste mal, daß Bertreter der ausländischen Beamten an dem Kongreß einer deutschen Beamtenspihenorganisation teilnehmen. Zur Be grüßung der ausländischen Vertreter findet in Berbindung mit dem Rongreß am Dienstag abend 7% Uhr eine Feierlichkeit im Ritteriaal der Oper am Königsplan statt. ,, Arbeit und Wirtschaft." reichs unter der Redaktion von Eduard Straas, Viktor Stein, Diese von der Gemertfchaftstommiffion Dest der Gewerkschaften, Betriebsräte und Arbeiterkammern Defterreichs Dr. Edmund Palla und Dr. J. Hannat als offizielles Organ herausgegebene Zeitschrift hat nunmehr das zweite Jahr ihres Bestandes zurückgelegt. Im Berlaufe dieses Jahres ist das Blatt noch weiter ausgestaltet worden, was fchon fein gestiegener Umfang ( 1072 Spalten gegenüber 942 im ersten Jahre) bezeugt. Seit September erscheint in jeder Nummer eine vierfeitige Beilage über Arbeiterre dyt und in jedem Bierteljahr eine ebenso starte Bei lage über Statistit. Die Rundschaureferate über Bolfswirtschaft( bearbeitet von Dr. G. Kautsty), Sozialpolitik( Dr. Friz Rager), Arbeitslosigkeit( Anton Profsch). Gemein irtschaft( Stäthe Leichter), Gewerkschaftswesen( Eduard Straas), Genossenfchaftswesen( Emmy Freundlich). Sozialversicherung( Dr. Ernst Steiner), Betriebsräfliche Praxis( Richard Fränkel) und Bildungswesen( Dr. J. Hannal) sind noch eindringlicher bearbeitet wer dm. Regelmäßige Buchbesprechungen orientieren über den neuesten Stand der Literatur auf allen Wissensgebieten und zahlreiche Dia gramme und tabellarische Aufzeichnungen ergänzen und beleben das tertliche Bild. Deutscher Wertmeisterverband. Bersammlung der Functionare der Beriner Metallinbuitrie am Sonntag, 11. Januar vorm 9 Uhr. im Berliner Alubhaus, Ohmir. 2 Der Schiebsspruch in der Berliner Metallindustrie Erscheinen aller Funktionäre Ehrenpflicht Inventur- Ausverkauf bis 50% ermäßigte Preise auf alle Herren- u. Knaben- Kleidungsstücke bei der als streng reell bekannten Firma S. Hoffmann, Charlottenburg, Wilmersdorfer Straße 12. Unſer Juventue- Verkauf nur noch bis 15. 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