fit. SS ♦ 42. �ahegaag Ausgabe A Nr. 11 BezugSvreiS: Wöchentlich 70®o Ii Pfennig, nwnai» lich S,— Solcmot! voraus zahlbar. Unter Sreuzbaub für Deutschland. Danzia, Eaar. und Memclaebiet, Oesterreich, Litauen, Luxemburg iJO OoHmtzl. für das übrige Ausland SL> Soldmarl pro Monat. Der„Scnviiris* mit der Sonntags. Beiloge„Soll und Seif mit.Sied» luv« und ttlemgorten' sowie der Beilage'„Unterbollun« und Wissen' und Frauenbeilage„Frauenstimme' erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm-Adresse: „?»,ialdemeleat Berlin' Morgenansgabe Devlinev Volksblatt (lv«»Mvleniüs) Anzetssenpreisc: Die einspaltige Nonpareille- zeile 0.70 Soldmark, Retlamezeile l.— Soldmart.„«leine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 0,20 Sold- mar!(julofftg zwei. fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 0,10 Soldmark. Stellengesuche das erste Dort 0.10 Soldmark, jedes weitere Wort 0.00 Soldmark. Wome über 15 Buchstaben zählen für»tpei Wojtc. Familienanzeigen für Abonnenten Feile 0,30 Soldmark. Cise Soldmark- ein Dollar geteilt durch 4,20. Anzeiqen für die nächste Nummer müssen bis 4>H Uhr nackimittags im Hauptgeschäft, Berlin EWKS.Linden- stvaße S, abgegeben werden. Eeüffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokrat! fehen parte! Deutfchlands RcdoPtion und Verlag: Elv tS, Tinöenstraß» �i-rnitircrh�f•««daktton- TSiidofi SVS— 2SS »iscrnf prerner.«.. x, �- Toubofl SS0S-BS0? Dienstag, den 13» Januar 1925 vorwärts-verlag G.m.b.H., Sw b8, Lindenstr. Z Postscheckkonto: Perli« Z7SZK— Bankkonto: Direktion der Diskonto. Sciellichafl, Tevositenkasfr Lindeustraste 3 Luthers versthämter Sürgerblock. Die neueste Kombination. WTB. teilt am Montag abend mit: Retchsminister Dr. Luther Hai seiae informatorische Verhandlung mit den Fraktionen heute den ganzen Tag über fort. gesehk.<5r hat Vertreter des Zentrums, der Deulfchnatlonolen Volkspartei, der Deutschen volksparlci, der Deutschdemokrotischen Paclei und der Bayerischen Volkspartei cnlpsangen. Den kern- pnnkt oller Besprechungen hat die Erörkecung über die Bildung einer Regierung dargestellt, in der ohne srakltonelle Bindung jede Fraktion mit je einem der Fraktion angehörenden Vertrauensmaua vertreken sein, im übrigen aber die Besetzung durch Fachmiaister erfolgen soll, bei deren Ausmahl durch den verantlvortlichea Reichskanzler eine gewisse Rück- ficht aus die politische Einstellung genommen werden soll. Ts ist ferner über die M e l h o d e a verhandelt worden, durch die in der prattischea Arbeit eine engere Fühlungnahme zwischen der Regierung und den Fraktionen sichergestellt werden kann. Das Zentrum hat eine Fraktionsberalung über die neue Grundlage abgehalten und unter vorbehali der letzten Entscheidung nach Kenntnis der Gelamtgestaltung des Kabinetts dem Plan einstimmig zugestimmt. Die Führer der Deutschen Volks- parte! und der Bayerischen Volksparlei haben den Plan grundsätzlich gutgeheitzen. Die Deulschaationale Volkspartei hält im Laufe des morgigen Dienstags eine Vorstands- und Fraktion?. jihung ab. Es war boi der bekannten Hartnäckigkeit, mit der der bisherige Reichsfinonzminister Dr. Luther die Erreichung seines jeweiligen Zieles verfolgt, vorauszusehen, daß er sich durch den Sonntagsdejchluß des Zentrums nicht so leicht ent» mutigen lassen, sondern auf neuen Wegen das Zustandebringen eines Kabinetts erstreben würde: der Fraktionsbeschluß des Zentrums lehnte ja«ine Beteiligung nur an dem„vorge- sehenen" Kabinett Luther ab. Bisher waren zwar so ziemlich olle bei früheren Krisen schon dagewesenen Kombinationen er- örtert worden und gescheitert, dennoch hat es Herr Lucher fertig gebracht, eine ganz neue Formel zu entdecken und quf dieser„Grundlage", wenn man so sagen darf, weiter, zu verhandeln. Jetzt will er nämlich ein„überparteiliches Ka- binett" bilden, in dem jede bürgerliche Partei durch je einen Abgesandten vertreten wäre. Das Zentrum, um das sich die Lösung der Regienmgs- krise in der Hauptsache dreht, hat diesem eigen- und neuartigen Gedanken zugestimmt, bisher allerdings nur unter Borbehach Konkret ausgedrückt, ist das Zentrum bereit, Dr. Brauns auf seinem Posten als Reichsorbellsminister zu belassen, wenn die Demokraten ebenso mit Dr. G e ß l e r verfahren. In- zwischen haben jedoch die denwkratischen Führer Herrn Luther wissen lassen, daß sie diese Kombination nicht mitmachen und daß Dr. Geßler, falls er an sie herantreten würde, eine glatte Absage seiner bisherigen Partei zu gewärtigen hätte. Nun sind die Bindungen des Reichswehrmiflisters an die Demokratische Bartei womöglich noch lockerer als vor der Reichstagsauslösting. Er hat zwar in den letzten Tagen vor der Wahl in einer demokratischen Wählerversammlung in Leipzig eine sehr entschiedene demokratische Rede gehalten, ist aber selbst nicht mehr Reichstagsobgeordncter und es wird da- her vielfach angenommen, daß er im Gegensatz zu seiner Hal- tung im Oktober diesmal auch gegen den Willen der Demo- kratischen Partei in einer verkappten Bürgerblockregierung verbleiben würde. Ob Dr. Geßler an seine bisherige Partei herantreten wird oder nicht, ist jedoch nicht das Entscheidende: denn es er- scheint ganz ausgeschlossen, daß die Demokratische Partei ihre seit Monaten konsequent eingehaltene Linie der Ablehnung des Bürgerblocks ihm'zuliebe werlassen wird. Vielmehr kann schon jetzt damit gerechnet'werden, daß die Luthersche Kom- bination auf die e nck s ch l o s s e n e' O p p o s i t i o n nicht nur der Sozialdemokratischen, sondern auch der Demokratischen Partei stoßen wird. Wenn Herr Luther sein„überparteiliches" Bürgerblockkabinelt zu- stände bringt, so wird es zwar vielleicht Dr. Geßler enthalten, aber auch in diesem Falle keinen Demokraten. Entscheidend ist nun die Frage, ob das Zentrum so weit mürbe ist, daß cs vor dem plumpen und nicht einmal neuen Trick mit Geßler kapituliert und Brauns im Kabinett beläßt. Das ist noch keineswegs sicher. In der langen Fraktionssitzung des Zentrums am Sonntag soll es sehr leb- Haft zugegangen sein: die„Teiegraphen-Union" wußte am Montag zu berichten, daß der frühere Reichskanzler Dr. W i r t h mit einer Spaltung der Partei gedroht hätte, wenn das Zentrum dem Bürgervlockplan Luthers zustimmen würde. Ausnahmsweise dürfte die„TU." in dieiem Falle richtig unierrichtet sein. Jedenfalls sind sich auch die Herren aus dem rechten Flügel des Zentrums dessen bewußt, was alles für ihre Partei auf dem Spiele steht, wenn sie eine Politik ermöglichen, die nicht nur innerpolitisch und sozial aus- gesprochen reaktionär, sondern auch außenpolitisch— vor allem für die Bevölkerung der besetzten Gebiete— einfach katastrophat wäre. Selbstverständlich ist die neue Formel Dr. Luthers, mag sie als Köder für das Zentrum noch so raffiniert ausgeklügelt sein, nichts anderes in den Augen aller wahrhaft republikani- schen Bevölkerungsteile Deutschlands und außerdem in den Augen der ganzen West als eine Verschleierung des Bürgerblocks. In dieser Hinsicht ist es ganz gleichgültig. ob die D e u t s ch n a t i o n a l e n durch einen oder durch vier Abgesandte vertreten sind und nach welcher„Methode" die Fühlung zwischen der Reichsregierung und den beteiligten Parteien oufrxchterhalten werden soll. Die Sozialdemo- k r a t i e wird sich durch derartige Taschenspielerkunsfftücke nicht beirren lassen, soqdern das geplante Kabinett Luther als das bezeichnen und behandeln, was es in Wirklichkeit ist: ein ver- schämtes Bürgerblockkabinett gegenüber dem aus inner- und außenpolitisckzen Gründen nur rücksi ch t s l o s e r Kampf in Frage kommt. Es ist übrigens noch sehr die Frage, ob die Deutschnatto- nalen, die gestern noch gebieterisch vier Ministerporteseuilles verlangten, sich mit einem einzigen begnügen werden. Dr. Luther will ihnen anscheinend die bittere Enttäuschung dadurch versüßen, daß er bei der Auswahl der Fachminister einige ibnen nahestehende Beamte ernennen würde. Die deutsch- nationale Fraktion tritt heute mittag zusammen, um zu dem Lutherschen Vorschlag Stellung zu nehmen. Vielleicht wird der ganze Plan Luthers bereits daran endgültig scheitern, daß die Deutschnationolen ihn ablehnen, noch ehe das Zentrum eine definitive Entscheidung zu treffen braucht. Ahm foll öarmat. Erklärung deö Sozialdemokratischen Parteivorstandes. Von Parteioorstond wird uns mitgeteilt: Der Palteivorstand hat sich in seiner Sitzung vom 12. Ja- nuar mit den Anschuldigungen, die im Zusammenhang mit !>em Fall Bormat erhoben werden, beschäftigt. Einzelne deutsche Parteigenossen lernten Julius Barmat Tnde April 1919 anläßlich einer Sitzung der Internationale in Amsterdam kennen. Den Parteigenossen, die mit ihm persön- .ich oerkehrt haben, wurde nichts bekannt, ipas der gefchäft- ichen oder persönlichen Ehre Barmats abträglich gewesen wäre. Roch im Jahre 1922 traten führende Blatter der Veutschnationalen. die Bormat als„Schieber" bezeichnet halten. Jen Rückzug an, als ihnen mit Klage gedroht wurde. Was die behauptete geschäftliche Verbindung zwischen der Sozialdemokratischen Partei Deutschland und Barmat angeht. tellt der Parteivorstand fest, daß eine Verbindung zwischen >er Partei und den Geschälten der Barmats niemals bestanden zat, insbesondere ist es unwahr, daß die Partei jemals an Zebensmittelgeschäften teilgehabt oder gar aus ihnen Vorteil gezogen hat. In der Oeffentlichkeit sind ferner in diesem Zu- immenhang eine Anzahl bekannte Parteigenossen genannt vorden. Der Parteioorstond hat sich mir diesen. Borwürten »esaßt und festgestellt, daß in keinem Fall ein Beweis-dafür irbracht ist, daß Parteigenossen ihren politischen Einfluß zur Erlanguno persönlicher Dorteile venutzt haben. 6« Parteioorstond stimmt mit der Fraktion darr» über- ein, daß durch die gerichtliche und parlamentarische Unter- suchung volle Klarheit über alle Korruptwnsanschuldigungen geschaffen werden muß.__ ReZchspräjiüent und Lanögerichtsöirektor. „Der Sattlergeselle muh dort oben verschwinden." Die Demokraten haben im Preußischen Landtag folgende Anfrage eingebracht: ZIach einwandfreier Bekundung durch hochachtbare, angesehene Persönlichkeiten hat der als Gerichlsvorslhender im Beleidigungs- prozeh des Herrn Reichspräsidenten bekannt gewordene Land- gerichtsdirektor Bewersdors in Magdeburg, als er noch in Koflbus tätig war. wiederHoll Aeutzerungen fallen lassen, wie„der einzig mögliche Reichspräsident ist Ludendorsf". und mit deutlichem Hinweis aus den gegenwärtigen Herrn Reichs- Präsidenten, in dessen Beleidigungsprozetz er der Gerichtsvorsitzeode war:„Der Sottlergeselli' mutz dort oben ver- schwinden." Zsl es Tatsache, datz diesr und ähnliche Aeutzerungen des Bewersdors beim Reichsjustizministerium kurz vor seiner Beförderung zvm Landgerichtsdirekior mitgeteilt wurden? Sozialistischer Wahlsieg im Burgenland In� Eisenstadt, der i größten Stadt des Burgenlandes, errangen die Sozialdemokraten am Sonntag bei der Neuwahl der ilemeindevertrotunp i? Mandate, die sürperlichen Poneien insgesamt ebenfalle 12 Die sozialdemo- ■ traten haben einen sitz gewonnen, die Bürgerlichen einen verloren. Der falsche Reichsetat. Zurück zum ehrlichen Etat! Unter der Fülle der täglich auf dic neuen Abgeordneten Reichstags niederprasselnden Drucksachen ragen nach Um» fang und Bedeutung die beiden Bände über den Etat des Reils~-—- des Reichstags niederprasselnden Drucksachen ragen nach Um ad Bed eiches für das Jahr 1924 und 132S hervor. Der Etat für 1924 wird zwar keine großen Debatten hervorrufen. Das laufende Rechnungsjahr geht am 31. März zu Ende, so daß es viel wichtiger ist, den neuen Etat, der am 1. April 1925 in Kraft treten soll, gründlich zu beraten, statt sich mit dem allen zu beschäftigen. Trotzdem ist auch der Etat für 1924 wichtige denn er ist der erste Voranschlag, der auf der G o l d'- Währung beruht und Vergleiche mit früheren Zeiten und mit dem Voranschlag für 1925 gestattet. Ein volles Jahrzehnt hindurch hat es im Reichstage keine gründliche Etatberatung mehr gegeben..Die meisten Abgeordneten kennen sie infolgedessen überhaupt nicht und schützen ihre Bedeutung viel weniger hoch ein als die wenigen alten Parlamentarier, denen es in Fleisch und Blut übergegangen ist, daß die Ausübung des Geldbewrlligungsrechts die wichtigste parlamentarische Aufgabe darstellt. Es ist dringend notwendig, daß die alte Anschauung wieder herrschend wird. Die tatsächliche Beseitigung des Budgetrechts des Reichs- tagcs> während des Krieges Hot nämlich nicht nur die Wurzel gelegt für die Finonzmlßwirtschast und die Geldent- Wertung der späteren Zeit. Sie hat auch jene Mißstände in der Verwaltung hervorgerufen, die in diesen Tagen bei der Staatsbankasfäre soviel erörtert wurden. Sie hat außerdem die Macht der Bureaukratie erheblich gesteigert und ihr die Möglichkeit gegeben, die nach der Umwälzung vom Parla- ment ausgehenden sozialen und demokratischen Kräfte zu hindern. Die Jahre der Inflation haben das alles noch oerschärft. Eme ernsthafte. Elatberatung war. in dieser Zeit nicht einmal mehr möglich. Wozu sich also mit der Nullen- rechnerei abgehen, wo die größten Beträge in wenigen Tagen zu Bagatellsummen wurden! Diese Zeiten sind nun vorüber, und hoffentlich endgültig. Wir haben eine stabile Währung, infolgedessen auch die Mög- lichkeit, einen genauen Voranschlag der Einnahmen und Aus- gaben aufzustellen, diesen Voranschlag innezuhalten, den ge- setzgebenden Körperschaften ebenso wie den Verwaltungsbe- Horden das Bewußtsein der vollen Verantwortlichkeit beizu- bringen, das sich aus der Kriegsniederlage und der gewaltigen Belastung der deutschen Wirtschaft ergibt. Das erste Ersor- dernis dafür aber ist G c�n a u i g k e i t u n d E h r l i ch k e i t der Etatzahlen. Rur aus dieser Grundlage wird die Aufgabe gelingen, Ausgaben und Einnahmen richtig abzu» wägen und das Gleichgewicht des Haushalts herzustellen. Die Aufgabe ist sicherlich schwierig. Als Grundlage dient nicht mehr wie früher eine jahrzehntelange Erfahrung, sondern nur die des einen Jahres 1924. Um so mehr muß diese Er- fahrung auch voll berücksichtigt werden, wenn die Finanzierung der von Jahr zu Jahr steigenden Reparationslasten Deutsch- lands sichergestellt werden soll. Prüft man den Voranschlag des Jahres 1925 von diesem Gesichtspunkt aus, so ist man außerordentlich enttäuscht. Auch wenn man seine Erwartungen niedrig gestellt hat und an- erkennt, daß wir aus der Üebergangszeit noch nicht heraus sind, so hat man doch den Eindruck, als ob das Reichsfinanz- Ministerium sich seine Aufaabe außerordentlich leicht gemacht habe. D e r E t a t für 1925 gleicht in den me i st e n Positionen dem Etat von 1924. Und zwar auch dort, wo die Unrichtigkeiten sich bisher bereits aller Welt gezeigt haben. Die kritische Besprechung der einzelnen Teil».-des Etats muß einer späteren Darstellung vorbehalten bleiben. Es bleibt besonders nachzuprüfen, warum die Ausgaben des Reichs trotz wesentlicher Einschränkungen seiner Ausgaben und des starken Abbaus von Arbeitskräften jetzt höher sind als 1924. Wenn es richtig ist, was das Reichsfinanzministerium bisher dauernd behauptet hat, daß der Personalabbau eine Ersparnis von etwa 10 Proz. gebrocht hat. dann muß auf an- deren Gebieten eine um so stärkere Steigerung der Ausgaben erfolgt sein. Wo und zu welchen Zwecken das geschehen ist, ist sicherlich nicht bedeutungslos. Wichtiger aber ist die Betrachtung der Einnahmen des Reiches. Die Steuern sind nämlich ganz ohne Rücksicht auf die tatsächlichen Erfahrungen des vergangenen Jahres mit genau den gleichen Beträgen eingesetzt wie im Jahre 1924. Diese Zahlen aber waren wirklich nur„geschätzt". Sie ent- stammen dem in den letzten Monaten der Inflation aufge- stellten N o t e t a t und sind nie mit irgendwelchem Anspruch auk Richtigkeit genannt worden. Ist es schon nicht richtig, diese falschen Zahlen in dem korrigierten Voranschlag für das Jahr 1924 zu verwenden, so sehen wir für ibre Ver- wendung im Boronichlag des Jahres 1925 überhaupt keinen berechtigten Grund. Daß sie falsch sind, bestreitet doch kein Mensch Aber warum benutzt man sie dennoch> Das Reichs- finanzministerwm sagt, das sei gescheben, weil sse die Steuereinnahmen des Reich« nach der bevorstehenden Steuerreform und der Neuregelung des Finanzausgleichs jetzt noch mcht genau übersehen lassen Das mag zu. einem gemissen Teil richtig sein. Aber ebenso wie das Nckchssinan�ministerium seine Stcuervorlagen fertiggestellt hat, hätte es auch die nach seiner Meinung daraus sich ergebenden und genau zu fae- rechnenden Einnahmen in den Etat einsetzen müssen. Diese Zahlen würden zwar nicht auf den letzten Pfennig stimmen, aber doch viel richtiger sein als die jetzl angegebenen. Die jetzige Methode des Rcichsfinanzministeriums ist jedenfalls im höchsten Maße anfechtbar. Sie verwirrt das Etatbild, anstatt es zu klären. Die Aus- weife über die Neichseinahmcn für 1924 ergeben nämlich eine Mehreinnahme von fast anderthalb Milliarden Goldmark. Der ursprüngliche Fehlbetrag von wenigen hundert Millionen verwandelt sich also in einen Ueberschuß. Aus dem Etat kann man das nicht ersehen. Er ist also irreführend und weder ein Maßstab, der zur endgültigen Sanierung unse- rer Finanzverhältnisse brauchbar ist. Man wird den Eindruck nicht los, als ob die leitenden Persönlichkeiten im Reichsfinanzministerium noch tief in den Jnflationsmethoden stecken, wo alles undurchsichtig war, eine wirkliche Kontrolle unmöglich machte und das Budgetrecht des Parlaments nur auf dem Papier stand. Daß man an diesen Methoden festhält, ist politisch und finanziell gleich unerträg- lich. Es weiß doch schließlich jeder, daß die Einnahmen des Reiches im Jahre 1924 wesentlich größer waren als ursprüng» lich angenommen worden ist, und daß ein Ueberschuß sich er- geben hat. der zur Rückzahlung von Goldschulden Berwen- dung fand. Diese günstige Entwicklung der Reichsfinanzen ist auch dem A u s l a n d e natürlich nicht verborgen geblieben, Wenn man jetzt diesen Ueberschuß rechnerisch nicht erscheinen und den Etat mit einem Fehlbetrag abschließen läßt, so kann das doch auf das Ausland nur ungünstig wirken. Man wird wieder den Vorwurf erheben, Deutschland wolle sich seinen Verpflichtungen entziehen. Aber ebenso schlimm wäre es, wenn sich das Reichsfinanz- Ministerium von innerpolitischen Erwägungen hätte leiten lassen. Die Zunahme der Steuereinahmen des Reiches ist im wesentlichen die Folge des Mehrertrags der Lohnsteuer, der Einkommensteuer, der Umsatzsteuer und der Verbrauchssteuern. Soll das etwa im Einblick auf die Neuregelung der Steuerlasten verschleiert werden? Will man, wie das durch den Abbau der Einkommensteuervorauszahlungen begonnen worden ist. die Steuerlasten des Besitzes ermäßigen, die Belastung von Arbeit und Verbrauch in der bisherigen Unerträglichen �öhe aufrechterhalten, und zu diesem Zwecke jede klare Darstellung der wirklichen Lage der Reichsfinanzen verhindern? Wie dem aber auch sei: gegen die falschen und irre- führenden Ansätze im Etat haben wir die schärfsten Bedenken. Solange ein genauer Voranschlag nicht möglich war, mußte man sich mit ungewissen Schätzungen abfinden. Jetzt aber ist er möglich. Wir verlangen ihn deshalb und verlangen, daß das Parlament das gleiche tut. Eine Pflicht Üer Staatsanwaltschast. Wo bleibt ihre Erklärung? Im Verlauf der Untersuchung des Staatsanwasts über Isie Staatsbankangelegcnheit hat es wiederholt berechtigtes Aufsehen erregt, daß private Nochrichtenbureaus Mitteilungen uk>er Einzelheiten machen konnten, die nur der Staatsanwalt- ichaft bekannt sein dürften. Das größte Aufsehen erregte die Meldung des.Lokal-Anzeiger" über die angeblichen Erwä- gungen� der Staatsanwaltschaft, ob die Verhaftung Dr. Höfles angezeigt sei.'Wir haben von der Staatsanwaltschast Aufklärung gefordert. Mit dieser Aufforderung stehen wir nicht allein. Wir lesen in der„Frankfurter Zeitung": »Aber es muß auffallen, wenn in diesem Stadium der An. Gelegenheit ein deutschnotionales Blatt allein über angeblich« Ver- Ueberparteilichkeit. Von Hans Bauer. Heutzutage, wenn da Herr Nulpe Darauf aufmerksam gemacht wird, daß der Zentrumssührer Marx mcht ohne weiteres mit dem Erfinder des Marxismus identisch ist, oder wenn der Herausgeber eines Dreckblättchens sich aus purem Zufall dafür entschieden hat, doch lieber eine politische Wochenzeitung zu drucken als eine, die Damenunterwäsche schildert, dann sagen die beiden gern, daß sie über den Parteien ständen. Ueber was sie stehen und wie dies be- schaffen sei, darüber vennögen sie keine erschöpfende Auskunft zu geben, da sie hinreichend damit beschäftigt sind, die Höhe, in der sie schweben, auf den Zentimeter zu berechnen. Wenn in einem Lokal Herr Lehmann von Herrn Schulz« ver- sehentlich gestoßen wird und dieser dabei ein Glas Bier umreißt, dessen Inhalt sich auf Herrn Meier» Schoß ergießt, so mag für Herrn Nulpe die Rolle eines Ueberpartellichen herausspringen, der vom Blickpunkt ollgemeiner Wertgrößen, wie der Wünschbarkeit von Stammtischfrieden und gegenseitigem Verständnis, den Schlichtenden spielt. Im politischen Leben hingegen ist der Begriff der Ueber. partellichkeit ein Unfug. Di« großen philosophischen, sittlichen, wirt- schafllichen Ideen, aus denen sich der Weltanschauungskreis des Men- fchen zusammensetzt, sind so innig, so unauflösbar in die Gedanken- weiten der Parteiprogramme oerwoben, diese sind so ausgefüllt mit jenen, daß es gar keine Ideenwerte gibt, denen gegenüber die Ge- samtheit der Anschauungen einer Partei untergeordnet wäre. Es gibt noch anderes als die Parteien. Gewiß. Aber es gibt nicht so viel anderes über den Partelen, daß diese damit zu ersetzen wären. Es kann ein» zwischen benachbarten Partelen stehen. An dieser dieses, an jener jenes schätzen. Aber es kann keiner über allen stehen. Bloß unter allen. Die Nulpes stehen unter allen. Und der andere Schlag, die Cunos, die immerhin keine Nulpes sind? Die stehen derart über den Parteien, daß sie im Namen irgendeiner patriotisch klingenden Verschwommenheit gegen die Links- Parteien stehen. Ich habe einmal da» Buch eine» philosophischen Phantasten gelesen. Im Vorwort verwahrte er sich gegen die Vermutung, einer von den Allzuvielen zu sein, die. wie Kant. Schopenhauer, Nietzsche. untergeordnete Haarspaltereien trieben und sich auf Kosten de» Klar- hell des philosophischen Gesamtbildes in spezialisierte Kleinlichkeiten aerlören. Im Buche selbst bekannte er sich dann zu einer induktiven 'Zdsntltätephilosophie auf-mpiristisch.immanenter Grundlage mit ndämonistischem Einschlag. Der war also auch ein Ueberpartellicher Ver Verband veutscher vühnenfchttftfirller und«amponlsten bielt am Montagnachmiltag sein« alljäbrttche Generalvefiaminiung ad. Man wäblte zum Borfttzenden wiederum Dr. Ludwin ftulda, und die jungen Dramatiker Angermaqer und Lronven neben de» allen Borslan dSmitgliederu zu Beisitzer». yastungsabsichten der Staatsanwaltschaft zu berichten weiß. Wenn nicht der Eindruck entstehen soll, daß hier mit verteilten Rollen auch eine politische Aktion gespielt wird, dann muß die Staatsanwaltschaft öffentlich zu den Angaben des»Lokal-An- zciger" Stellung nehmen." Die Staatsanwaltschaft hat es bisher oersäumt, der Oeffentlichkeit eine Erklärung zu geben. Ist von der Staats- anwaltschaft die Frage überhaupt geprüft worden, auf welche Weise die Meidung des„Lokal-Anzeiger" zustande gekommen fein könnte? Die Postkredite. 50« die B.-S.-Korrefpondenz mitteilt, wird die Untersuchung der Staatsanwaltschaft über die Gewährung von Postkrediten weiter ausgedehnt werden. Es soll u. a. auch ermittelt werden, unter welchen Bedingungen die Depositen- und Handelsbank in der Friedrichstraße, deren frühere Direktoren K l e b o t t k a und Wölpe flüchtig geworden sind und steckbrieflich verfolgt werden, Kredite von der Reichspost erhatten haben. Wie die B.-S.-Korrefpondenz weiter mitteill, hat Dr. Hölle übrigens seinen Posten als Direktor de? Gesamtoerbandes deutscher Staatsbeamten vor einigen Tagen niedergelegt, nachdem er von seinem bisherigen Amte entbunden worden war. Im Falle Barmat gehen die Vernehmungen der Brüder Bar- mal durch den Untersuchungsrichter, Landgerichtsdirektor Dr. Nöth- mann welter. Verhaftung im �-aHe Kutisker. In dem verfahren gegen K u t i s k e r Ist, wie der Amtliche Preu- ßffch» Presiedienft nieldet. der der Beihilfe bei dem Kutisker zur Last getegten Betrug bestmidigte Boris T o rb i n I, der sich bisher der Festnahme entzogen hat, am Montag auf Veranlasiung der Staats- onwaltfchast festgenommen worden. TorbinI wird befchuWgt- zu den Personen gehört zu haben, die sich fälschlicherweise als Abnahmekom- Mission der nrmänischen Regierung ausgegeben und das Hanauer La- ger besichtig« haben. Die Staatsanwaltschaft ist mit der Vernehmung Torbinis beschäftigt._ Neuer lvablfleg. Stadtverordnctenwahlen in Hörde. Hörde. 1?.)avuar. llelnnion.) Del den gestrigen Skadt- versrdnetevwahlen wurden von 20 500 wahlberechtigkea 16 531 gültige Stimmen abgegeben. Es erhielten: Sozialdemokraten...... 15 Sitze bisher N Sommunalpolitifche Vereinigung... 20 m>10 Zentrum............ 7„> 5 ttommvnlflen........ 3>„ 7 Vartei der Invaliden und Witwen.. 1„> 2 Mrtschaftl Partei der Arbeiler n An gest. 0>■ 1 Thüringen und Preußen. Demokraten gegen Anschlnst. Weimar. 12. Januar.(Eigener Drahtbericht.) Der Landes- vaiftand der Demokratischen Partei Thüringens faßte zu den bekannten preußisch-thüringifchsn Anschlußbestrebungen des Landbunde« folgend« Entschließung: Gegenüber den Bestrebun- gen des Landbundes auf einen Anschluß Thüringens an Preußen erklärt der Vorstand des Landesverbandes Thüringen der Demokra- tischen Partei, daß er aus politischen, wirtschaftlichen und tntturellen Gründen für die Erhaltung und Selbständigkeit T h ü ri n- gen» Ist. Dabei betont der Vorstand, daß aus die Dauer ein sclbstöndlge» Thüringen nur bei einer stetigen, vermittelnden Re» gierungspolitik möglich sein wird. Gleichzeittg nahm der Vorstand der Demokraten zu der Der- Minderung der Zahl der Abgeordneten des Thürin. ger Landtage« Stellung und stimmte Vorschlägen zu. wie sie auch von der sozialdemokratischen Partei gemacht worden find. Damtt haben fast alle Landtagsfraktionen ihr» Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß die Zahl von 7? Abgeordneten für den Landtag Thüringens mit seinen rund Millionen Einwohnern ein Unding ist. Durch die Vorloge eines Wohlgesetze» soll die Man- datszahl de» Landtags wesentlich herabgesetzt werden. flus voftofewfkis Werkstatt. Die Menschlichkeit Dostojewskis, die hinter der dunklen Größe seine» Werkes fast ganz zurücktritt, wird uns. erst» jetzt nahe ge- bracht durch die persönlichen Erinnerungen der ihm am nächsten Stehenden. Nach der Biographie der Tochter erscheinen jetzt als erste der Deröffentlichukrgen aus dem Nachlaß bei N Piper u. Co. »D i e Lebenserinnerungen der Gattin Dostojew- j k i s", in denen eine warmherzige, opferfreudige Frou ganz ein- fach und schlicht von dem Manne erzählt, dem st« ihr Leben ge- weiht. Aber gerode aus diesen alltäglichen Tatsachen steigt für uns die Gcstall des Schöpfers der.Dämonen" in der schicksalhaften Tragik seines Genies besonders eindringlich empor. Anna Grigor- jewna war ja nicht nur Hausfrau und Mutter, sondern auch Mit- urbeiterin ihres Mannes, nach dessen Diktat sie den größten Teil seiner späteren Werke niedergeschrieben hat. Sie gewann also einen besonders tiefen Eindruck in sein Schaffen, und wenn sie auch die düsteren Untergründe dieser zerguälten Phantasie nur flüchtig strHst, so gewährt sie uns doch dafür um so wertvollere Ausschlüsse über die Art, in der er dazu sein« Visionen festhielt. Das erste Wert des Dichters, das sie als Stenotypistin niederschrieb und dos ihre Bekanntschast vermittelte, war»Der Spieler". Er diktierte ihr täglich dreimal eine halbe Stunde und hatte das Wert, für dessen Vollendung er an einen bestimmten Termin gebunden war, in noch nicht ganz vier Wochen zustande gebrocht. In der Verlobungezeit diktierte er ihr den letzten Teil de».Raskolnitoff". und zwar arbeitete er tagsüber von 2 bis ö Uhr und kam dann abends zur Braut, um ihr aus dem Manuskript zu diktieren..Nach einer halben Stunde Plaudern setzte ich mich zum Schreibtisch." erzählt« sie..Fjodor Michailowitsch nahm bequem daneben Platz, und es begann dann das Diktat, welches oft von Sch«zen. Ge- sprächen und Lachen unterbrochen wurde." So ist also dies Werk, eines der grausigsten und unheimlichsten der Wettliteratur, in lustiger Stimmung von einem Bräutigam geschrieben worden. Aber diese Heiterkeit war in Dostojewskis Wesen nur Oberfläche, die wie leichte Wellen über den düsteren abgründigen Tiefen seines Wesens kräuselte. Seine Hauptschoffenszeit war des Nachts, und nächtlich, aus gestaltloser Finsternis sich an» Licht ringend, ist seine Kunst. Seine Frau«rzähtt uns von einer.sellsamen Eigenschaft": .Wenn er morgen, aufstand, war e», als wäre er ganz von den Eindrücken nächtlicher Träume und von einem Alpdruck, der ihn zuweilen quälte, benommen: er war äußerst schweigsam und liebt» es nicht, wenn man mit ihm zu sprechen oersuchte." Ein qewerkschastllches Filmkunstwerk. D» mit Unterstützima de» ADGV. hergestellt« erste proletarische Film..Schmiede" hat ssch als ein äußorst erfolaoeicher Versuch enviesen, auch den Film in den Dienst der qewerkschaftlichen Bildunqsarbeü zu stellen. Aus dem hier eingeschlagenen Weq« Hai inzwischen auch das Leipziger Gewerk- schaftskartell«inen weiteren Schritt vorwärts getan und vor kurzem in eigener Regie unter der Busnohmeleitung von Erich Schilling «inen neuen Großfilm fertigqesteltt.„Wenn ich den Wandrer frage" fft d« Titel dieses Werkes, das Land und Leute des Sachsenlonde» m ein» geschickten Verbindung mit ein» gefälligen, leicht angedeuteten Handlung zeigt. Arbeiterjugend, begabt mit dem Parteipolitik unö verfnflungsflreit. Hugo Preust über die Krisenmache in Preuße«. In der„Deutschen I u r i st e n- Z e i t u n g" äußert sich Prof. Hugo Preuh über die von der Volkspartei in Preußen mutwillig heraufbeschworene Verfassungstrise. Seine Ausführungen sind um so beachtenswerter, als Hugo Preuß, der Vater der Weimarer Verfassung, als einer der besten Kenner der Berfassungsfragen gilt. Prof. Preuß führt aus, in dem Artikel 45 der preußischen Verfassung, durch den der Landtag ohne Aussprache den Ministerpräsidenten wählt, fehle jede zeitliche Begrenzung der Wahldauer des Minister- prä�denten: »Hätte die Verfassung sagen wollen, was jene Behauptung in sie hineinlegt, so müßte d» Artikel lauten entweder:„Der Land- lag wählt auf die Dauer seiner Wa h l p e r t o d e" oder: .Jeder neue Landtag wählt den Minislerpräsistdenten". Da eine solche Fristbestimmung fehlt, gilt für die preußische Verfassung die allgemeine Regel des parlamentarischen Systems, wodurch eine Regieruilg nichl auf eine im voraus be- st-mmte Zeit eingefetzi wild, sondern so lange im Amte bleibt, bis sie entweder steiwillig zurücktrat oder durch eine parlamentarifch« Niederlog« zum Rücktritt genötigt wird, wofür Art. 57 der Verfassung die näheren Bestimmungen-nthätt Das andere»er- fassungsrechtliche System, wonach die Regierung von der Volks« Vertretung auf eine bestimmte Zeitdauer gewähtt wird, gilt in der Schweiz und in einigen Länderverfafsungen: wäh- renk» die preußische Verfassung nicht diesem, sondern dem parlamentarischen System der zeitlich unbegrenzten Regicrungsdauer folgt." Weiter wendet sich Prof. Preuß gegen das Argument der Volkspartei und ihrer deutschnationalen Hintermänner, an Stelle der Krone sei die höchste Gewalt an den Landtag übergegangen, infolgedessen müsse die Regierung einem Neuen Landtag ihre Portefeuilles zur Verfügung stellen. Das fei unrichtig. Einmal teile sich der Landtag mit dem Staatsministerium und der Volksgemeinschaft in die höchsten Befugnisse, die früher der Krone zustanden, das andere Mal bandle es sich bei der Gepflogenheit der königlichen Kabinette, oei einem Thronwechsel dem neuen Monarchen die Porte» feuilles zur Verfügung zu stellen, um einen Brauch, den der konstitutlonelle Staat aus der absoluten Monarchie übernommen habe,„wie man denn namentlich in Preußen das Verhältnis der Minister zum Könige über- Haupt auch nach Erlaß der Verfassung möglichst im Geiste des Absolutismus behandelte. Damit spricht Preuß das aus, was Volkspartei und Deutschnationale verbergen wollen. Sie schieben die Ver- fassung vor, um zu bemänteln, daß sie lediglich aus partei- taktischem Egoismus Preußen einer Krise über- liefern wollen, deren Ende unabsehbar wäre. Ihr Ziel ist der B ü r g e r b l o ck, ihr Ziel ist jener GeistdesAbsolutis- m u s. der Preußen vor dem Kriege zum reaktionärsten Staat Deutschlands macht«. die Seisitzenvahlea im Landtag.,„ DaS Ergebnis der v e I s i tz e r w a h l e n. die qm letzten DonnerSiag im Suslbluß an die Wahlen de« Piäsidenten und de, Vizepräsidenten im Landtag vorgenommen wurden, konnte noch immer nicht mitgeteilt werden. E« find Zweifel entstanden. Deshalb wird sich der Geschä'iSordnungSanSschuß am Diemtag mit der Frag« beschämgcn. um eine Enlscheidung zu treffen«m Mittwoch steht die Ängelegeiihei! auf der Tagesordnung der Plruar- ützung. Akoskau« Sensationsprozeh. Wie die Russisch« Telegraphen. aaentur meldet, begann am Sonntag vor dem Obersten Genchl der Prozeß gegen den vor einigen Tagen festgenommenen Provokatem: der zaristischen Ochrana. Okladeki, der von 1573 bis 1889 aktiv in der Partei.Narodna Wola"(Volkswille) arbeitete und an einer Reihe von Verschwörungen dieser Partei teilnahm. Okladski wurde 1889 zum Tode verurteilt, doch bald darauf gänzlich begnadigt. Auf Grund seiner Tätigkeit während der Zarenherrschaft wurden über 69 Revolutionäre verhaftet, von denen viele hingerichtet wurden. hellen, forschenden Blick ihr« Klasse,»zähtt von ihr» Wanderfahrt. von Leipzigs Großhandel, Dresdens Kunstdenkmälern, vom Ehcm. nitzer Arbelterleben: sie kehrt«in bei den erzgebirgischen Instru- menten. und Spielzeugmachern und bewundert dos«ngmaschioe Netz der Konsumvereine mit ihren Produktionsbetrieben und den Riefen- werken ihrer Großeinkaufs�Sefellschafi Die Eirmichtungen der Sozial- Versicherung, da» Leben und Treiben w den modernen Heil- und Heimstätten sind anschaulich dargestellt Di« Aufgab« des photo- graphisch hervorragenden(die Phototechnit ist von Hermann Grau). über zwei Stunden laufenden Bildstreifens ist,«inen Weg zur zweck- Mähigen Verwendung der Arberterserien zu zeigen, den rechten Blick für da»„soziale Wandern" zu schulen. D« Film hat vor einigen Tagen unter häufigen Beifallskundgebungen«in» tausendkvpfige» Menge im Leipziger Lottsbauie fein« Uraufführung erlebr. Ein unbekannte» Land in Südamerika. Eine sich ins Endlos« dehnende Ebene, die sich in einer Ausdehnung von 899 999 Quadrat- kllometer bis zu den Vorbergen der bolivischen Anden erstreckt, ist der berühmte.Gran C h a c o", das üppige Land in Paraguay am linken Ufer des Flusses Parana, das anderthalbmal so groß wie Deutschland ist. Noch heute breitet sich über den größten Teil de- Chaco der Schleier de» Geheimnisses, obwohl die üppige Frucht- barkett des Bodens und der unerschöpfliche Reichtum des Baum- beftandes des Landes einen mächtigen Antrieb zu einer Erschließung bildet. Die zwischen den Extremen Trockenheit und Regengüssen wechseU.dcn Witterunqsoerhältnisse. die gewaltigen Ueberschwommun- gen und Stromschnellen der Flüsse, die Undurchdringlichkeit der Ur. wälder, der Ueberfluh an wilde» Tieren, Reptilien und giftiger Insekten, voc allem ab» die Wildheit der im Norden hausender Indianer, die den Fremden seindlich gegenübertreten, sind, di« Gründe, daß dieses In Südamerika gelegene Paradies heute nöch sc gut wie unbekannt Ist. Wagemutige Forscher haben den Versuch. dort einzudringen, oft genug mit dem Leben bezahtt. Unter ihnen steht der Italiener Guido Boggiam an erster Stelle. Im Ver. trauen auf seine Bekanntschast mit den eingeborenen Stämmen hatte er es sich in den Kopf gesetzt, im Anfang dieses Iahrhundertt bis in das Innere des Ehaco vorzudringen. Die Warnungen seine, Freunde schlug er in den Wind. Ohne Begleitung vertraute e, sich den Wilden an, die ihm als Führer dienten.. Nicht lange dar- aus traf die Kunde ein, daß er meuchlings durch Keulenschiäg« sein» tückischen Begleii» getötet worden war. Seit drei Jahren widmen sich Mitglieder der Turiner Kongregation der Salesiane, der Aufgabe, die Indianer Im Norden des Landes zum Christentum zu bekehren und zur Zivilisation zu erziehen und damit das Lank dem Europäer zugänglich zu machen. DI Jitr-adei�« de, verbanne» der Deisschen Lrztw«». Der Verband Teullchrr Erzäbler verarrstrUet im Laufe der nä.tiil«» Zeil im P tni>i>aa de« Reichstage« ZanntagS abend» vier Dich! rabc.nde lebender deuticher Dichter. Der erste Abend findet am 18. Januar, Übt, im Re chs. lag statt. D e D eiKloo»«arlenban-E-stlsscha't»trnnstaltet am 15. Januar, abend« 7 Ubr. im Landwebrtafino am Zoo ihre Monatsveiiaiiimluna mit etncm Lichtbildervortiag de» Gartenarchlletre> L. Lesser über den.ichinen Garten' Gartenmspellor Lache spricht über Zirmuerpslunzea. Der SüUriU ist jru jedermann jrei. Deutjchnationale Korruption. Nach amtliche»« Dok»»menten. Angesichts der heuchlerischen Entrüstung der Deutschnatio- nalen üder die Angelegenheit Varmat verdient der Steuer- Hinterziehungsfall des dcutschnationalen Reichstags» abgeordneten van den Kerkhoff, an den der Abg. Ditt- mann dieser Tage im Reichstag« erinnerte, der Vergessenheit entrissen und in seinen charakteristischen Merkmalen nach den amtlichen Dokumenten erneut dargestellt zu werden. Am 23. Juni 1920 hatte der Untersuchungsrichter beim Landgericht Elberfeld die Voruntersuchung wegen Steuer- Hinterziehung gegen van den Kerkhoff, den Direktor des „Stahlwerks Krone" in Elberfeld, erösfnet und am 24. Juni Haussuchungs- und Beschlagnahmehandlungen im Bureau der Firma vorgenommen. An letzterem Tage trat der neugewählt« Reichstag, in den van den Kerkhoff als deutschnationaler Ab- geordneter gewählt worden war, zum erstenmal zusammen. Sofort stellte die deutschnationale Fraktion folgenden Antrag Schultz-Bromberg und Genossen: Der Reichstag wolle beschließen: Die Reichsregierung zu er» suchen, zu veranlassen, daß das gegen den Abgeordneten van den Kerkhoff beim Landgericht Elberfeld und beim Finanzamt in Vohwinkel schwebende Strafversahren für die Dauer der Session aus- gehoben, die beschlagnahmten Sachen zurückgegeben, wie auch all« sonstigen in Versolg des Strafverfahrens angeordneten Maß- nahmen aufgehoben werden. Bei der Begründung im Plenum am 28. Juni 1920 bat Abg. Schultz-Bromberg, den Antrag ohneKommiffions- b e r a t u n g sofort anzunehmen! Der Antrag ging an den Geschäftsordnungsausschutz, auf dessen Empfehlung er dann vom Plenum am 30. Juni angenommen wurde. Am 1. Februar 1921, also sieben Monate später, wurde im Reichshaushaltsausschutz beim Etat des Reichsfinanz- Ministeriums vom Zentrumsabgeordneten Andre gefragt, ob es richtig fei, datz das Verfahren gegen van den Kerkhoff ein- gestellt sei. Daraufhin entspann sich über den Fall eine De- batte, die auch noch die übernächste Sitzung des Ausschusses ausfüllte. H e l f f e m ch und feine Freund« verlangten, daß der Finanzminister Dr. W i r t h sich eine„Ehrenerklärung" des Finanzamtsvorsitzenden in Vohwinkel, des Regierung?- rats Kauffmann, zu eigen machen solle, in der es hietz: „Es wurde auf Grund eingehender Ermittlungen festgestellt, daß «in« Steuerhinterziehung nicht vorliegt." Der Finanzminister Dr. Wirtb lehnte da» Ansinnen ab und stellte fest, daß nach dem Bericht des Landesfinanzamts Düsseldorf das Strafverfahren lediglich deshalb«ingestellt worden war, „da die Absicht der Steuerhinterziehung trotz man- cherlei Unstimmigkeiten nicht nachgewiesen werden konnte." Und worum war der Nachweis nicht möglich? In dem Bericht des Landesfinanzamts Düsseldorf heitzt es wörtlich: „Da dos beschlagnahmt« Material infolg« Reichstags» beschlusses leider wieder herausgegeben werden mußte... tonnte ihm ein größeres Vermögen nicht nachgewiesen werden. Ob sich in dem Geldschrank... Vermögenswerte befunden haben, war nicht festzustellen... Nachdem der Reichstag die Ein- stellung des Verfahren» beantragt hatte, hatoandenKerkhoff die Siegel, die an dem Geldschrank angebracht wurden, eigenmächtig entfernt, so daß«in« Durchsicht des Inhaltes zwacklos geworden war." Aber nicht nur die von van den Kerkhoff eigenmächtig vorgenommene Entfernung der Siegel, zu der nur der Unter- fuchungsrichter berechtigt war, verhinderte die Aufklärung. Der Beflcht sagt weiter: „Die Einkomminsteuererklärung des cherrn van den Kerkhoff 1919 ist aus den Akten mit den Beanstandungsverhandlungen auf bisher unaufgeklärte Welse verschwunden." Wer hatte das grötzt« Jnteresie an dem Verschwinden der Akten? Die Frage aufwersen, heitzt sie beantworten. In dem Bericht wird serner mitgeteilt, daß auch „die Berufungsverhandlung, in der van den Kerkhoff sämtliche Unterlagen eingereicht haben will, aus bisher un- aufgeklärte Weise verschwunden sind." Also zweimaliger Attendiebstahll Wer will sich wundern, daß nunmehr nichts niehr festzustellen war und das Strafverfahren gegen den deutschnationalen Abgeordneten van den Kerthofs eingestellt werden muht«? In dieser Situation Halle Herr Dr. Helfferich dann die Stim, am 1. März 1921 im Plenum des Reichstags eine Erklärung seiner Fraktion zu verlesen, in der es heißt: „Der weiteren Bitte ihres Mitgliedes(van den Kerkhoff)«nt- sprechend, ist die Fraktion entschlossen, zur vollen Aufklärung de» Sachverhalts auch dadurch beizutragen, daß sie mit aller Entschieden- heit für die Aufhebung der Immunität eintritt... Die Fraktion hat chreseit» im Justizministerium gebeten, nach schleuniger Beschaffung der etwa noch erforderlichen Unterlagen den Antrag auf Aushebung der Immunität so bald als möglich beim Reichstag einzubringen.(Zuruf link«: Da, hat lang« ge- dauert!)" Um die bodenlose Heuchelei dieser Erklärung zu würdigen, erinnere man sich, datz der Antrag auf Einstellung des Ver- fahrens acht Monate vorher von derselben deutschnationalen Frattlon ausging und datz durch ihr erst die Beiseiteschaffung des Beweismaterials er- möglich! wurde. Die Deutschnationalen aber behaupten heute von Herrn van den Kerkhoff nach außen hin:„Dies Kind, kein Engel ist so reinl" Und sie tun entrüstet, wenn man sie in diesem Falle als die Beschützer der Korruption hinstellt. Deshalb dürste es angebracht sein, aus dem Material über den Fall van den Kerkhoff iu,ch weitere bezeichnende Totsachen in die Erinnerung zurückzurufen. In dem Bericht des Landes- finanzamts Düsseldorf findet sich folgende Stelle: Jforr van den Kerkhoff will 1918 Geschäfte gemacht haben mn Herren(in einer bekannten Großstadt), deren Namen er nicht nenne wolle, Spekulationsgeschäfte, die nicht aus den Namen van den Kerkhoff gegangen seien, zu denen er aber das Geld hergegeben habe. Die Geschäfte seien(nach Angaben van den Kerkhoffs) reget- niäßig verlustbringend gewesen. Eine Aufklärung der Verluste, die da eingetreten sind, konnte nicht erfolgen, da der Herr Abg. van den Kerkhoff die Angabe der Namen verweigert hat." Also nach seinen eiaenen Angaben gehörte Herr van den Kerkhoff zur sauberen Zunft der Kriegsspetulanten. Der Bericht entschuldigt das Verhalten des Herrn van den Kerkhoff in diesem Punkte mit folgenden charakteristischen Worten: „Wenn ihm dies(die AufNärung) insbesondere mit Bezug auf die Spekulationsgeschäft« nicht völlig gelungen ist. so mag das mit an den durch den Krieg geschaffenen Verhältnissen liegen, die es ihm mit Rücksicht auf die Beteiligten verboten, olle Namen zu nennen." Do die Geheimbücher ebenfalls verschwun- den waren, Hetzen sich über gewisse Posten aus den Kriegs- iohren 1916—17, 1917—18 und 1918—19 gleichfalls keme Unterlagen beschaffen. Darüber wurde in der Sitzung des Haushaltsausschusses vom 3. Februar 1921 von dem Finanz- minister Dr. Wirth eine wettere Stelle aus dem erwähnten Bericht verlesen, die im Protokoll wörtlich lautet: „Diese Posten stellen nach den Angaben van den Kerkhoff» so- genannte„Vergütungen" dar, die er im Interesse der Attiengesell- schasten Hab« bezahlen müssen, um Austräge zu bekommen.(Große Bewegung und Zurufe: Schmiergelder!) Die Rennung der Empfän- ger hat er verweigert. Hierfür gilt dasselbe, was bereits am Schluß der Ziffer 3 angeführt ist, nämlich die Entschuldigung durch die KriegsverhälMisse. Derartige Posten— Vestechungsgelder— sin- det man bei fast allen Buchprüfungen, und zwar sehr oft mit erheblichen höheren Beträgen. Die Nennung der Empsän- ger wird regelmäßig verweigert. Mit Rücksicht auf diese allgemein bekannten bedauerlichen Umstände, die als eine Folge des Krieges anzusehen sind, erschienen die Angaben van den Kerkhoff« glaub- würdig.(Holl! hört! und Bewegung.)" Derselbe Herr van den Kerthoff, der derart im. Sumpf oer Korruptton watet«, hat im Juli 1919 in einer Proteswersammlung, die in Elberfeld gegen die beabsichtigte Gründung einer Außenhandelsstelle für das Kleineisengewerbe abgehalten wurde, folgende von moralischer Entrüstung triefende Rede— gegen die Korruption gehalten: „Waren wir damals stolz darauf, das unbestechlichste BolkderWeltzu sein, blickten wir mtt größter Verachtung bei- spielsweise nach Rußland, wo allein die Höh» der Bestechung au»- schlogebend für den sogenannten Erfolg war, so werden wir bi» in die Seele hinein erschüttert, wenn wir an die Gegenwall mtt ihrer entsetzlichen Korruptionswirtschast denken, eine Ztor- ruptionswirtschaft, wogegen die russische tatsächlich ein Kinderspiel genannt werden muß." Heuchler und Pharisäer! würde Jesus sagen. Heute sagt man: Deutschnational! Für diesen sehr ehrenwellen Herrn van den Kerkhoff hat sich die deutschnationale Reichs» tagsfraktion in der geschildellen Weife eingesetzt, trotz seine« eigenen Geständnisses, Kriegsspekulant gewesen zu sein und Bestechungen verübt zu haben. Als am 1. März 1921 der Fall van den Kerkhoff erneut im Plenum des Reichstags ver- handelt wurde, sagte der sozialdemokratische Abgeordnete Keil über die zutage getretene ollgemeine Korruption nach dem amtlichen Stenogramm: „Damals, Herr Abg. Dr. Helffellch, gab es noch keine Revolution. noch keine Republik.(Zuruf von den Deutschnationalen:„Da» beweist doch nichts!") Da« beweist doch soviel, daß die Korruption und das Schmiergclderunwesea nicht erst mtt der Revolutwn au»- gebrochen sind, wie Sie behaupten, sondern daß es im kaiserlichen Staate emporge blüht Ist. Mir scheint in dielen Feststellungen de« Landessinanzamt» die Bestätigung dafür zu liegen, wa» der Herr Abg. Stresemann bereits im Oktober 1918— vor der Revolution— einmal erklärt hat. Er sagte, daß in der Frage der Ver- gcbung von Lieferungen durch da« Krlegsminlsterlum gerade im ersten Jahr« des Krieges ein System»erfolgt worden sei. dem wir die Schieberwirtschaft in Deutschland und die Kriegsgewi nnlerwirtschoft am allermeisten zu ver- danken haben. Da» war in der Aera Helsserich.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.— Abg. Dr. Helfferich: Vorher!) Sie waren damals Staatssekretär, verehrter Herr Abg. Helfferich, nämlich in den Jahren 1916 bis 1918, aus die sich die Feststellungen de» LaMxssinanzomts Düsieldorf beziehen: da» werden Sie nicht be- streiten wollen.(Abg. Dr. Helfferich: Vermutungen!) Das Landes- sinanzamt Düsseldorf spricht von einer ganz allgemeinen Erscheinung, der man bei jeder Steuererklärung begegne, von sestgesteMen Tat- sachen. Diese Erscheinung ist also al» ein Produtt de» Krie- ge« und nicht al» Erzeugnis der Revolution und der Republik an- zusprechen. Da liegt denn auch dl« Frage nahe, an wen denn damal» dt« Vestechungsgelder gezahlt worden sind Sie sind gezahlt ward«« au kaiserliche Oeamle und au kaiserliche Ossiziere(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten), die sich dafür schmieren ließen, daß sie die ge- winnbringendsten Aufträge denjenigen Bewerbern zuschanzten, die die höchsten Schmiergelder bezahlten.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Da, olle» geschah in Ihrer ruhmvollen Kegle- rungozell, Herr Dr. helsserlcht(Luchen rechts.)' Wer wollte wohl noch bezweifeln, batz die Deutscbnqtw» nalen berechtigt sind, über Korruption zu reden? Dann sind sie in der Tat die ersten und anerkannten Sachverständigen mit langjährigen Erfahrungen. die Krise in üer Kpd. Musschlust des Fraktionsvorsitzeudc« Teuner. Veimar, tS. Januar.«Eigener Drabtbericbt.) Der kommu- msinche LanoiapSabg. Tenner, der während der kozialdemolra- lisch-kommunistiichen Koalilion in Thüringen WirlswaftS- m>» i st e r war. ist aus der Kommunistischen Partei a u S g e- i-b l ol len worden. Schon vor einigen Monaten hatte man ihn leinr-Z«mied als Vorsitzender der kommunistischen LandtagSsraltion enthoben. Er scheint der Patteileitung, dir dem linkeu Flügel in der Partei immer mehr Zugeständnisse michcu inilßie. zu sachlich und zu wenig Draufgänger gewesen zu in»._ Sensationelle Verhaftung in Wien. Wien, 12. Januar.(Eigen«? Drahtbericht.) Unter dem Derbacht des. Preiswuchers mtt Mehl wurde der Direktor der Anker-Brot- fabrik verhaftet. Em Enchastungsgesuch, in dem«in« Kaution von 5? Milliarden Kronen.angeboten war, wurde vom Landgericht ab- m lehnt. Em christlichsozialer Abgeordneter ist im Namen des > Industriellen Verbandes beim Justizminister um Freilassung des Per- haftrien vorstellig geworden. Es besteht der Derdocht, daß dir Der- Haftung des Direktors der Anker-Werte von der Regierung nur ver- o.nlaßt wurde, um die öffentlich« Aufmerksamkeit von dem Kampf um den Mieterschutz im Justizausschuß abzulenken und um aus diesem Umweg einen Schlag gegen die Hammer- b.r o t w« r k e, die ver Arbeiterschaft gehören, vorzubereiten Sie erllörten, rhreil Brotpreis nicht herabsetzen zu können, und haben an vir Regierung den Antrag gestellt, die Werk« im Sinn« des S fialisierungszesetze» zu überwachen, falls sie der Meinung fei. daß das Brot in den Hammerwerken billiger hergestellt werden könnte. 5ortüauer See sozialdemokratischen Gbstruktlon. Dien. 12. Januar.(Eigener Drahtbericht.) Die Obstruktion der c. z.atdemokraten im Justizausschuß des Nationalrot» dauert fort. Am Montagnachmittag um 3 Uhr hat sofort nach Zusammentritt des Ausschusses Genosse Leuthner wieder dos Wort«rgriffen, um sein« Rebe vom Sonnabend fortzusetzen. Er wird bi» zum Schluß der Sitzung, evtl. auch noch am Dienstag sprechen. Silanz ües Generalagenten. fa? Bureau deS Generalagenten für die RepaiationSzabllptge» oeiWeurlicht laut einer Meldung der Telegiophen- Union,«ine Urberflbt über die Eingänge und Zahlungen feil Aufnahme der Tätigkeit de« Generalagenten b>» zum 8t. Dezember 1924. Danach betragen die Ge'amleinnahmen 2SY2S Mill. Mark, wovon Hl.'tÜ Mill. aus dem Ertrag der deutschen Reparationsanleihe sta nmeii ttn Gelamtzahlungen sind 280,29 Mill. geleistet, davon ii. a. 118.05. an Frankreich, 6S.K6 an Großbritannien, 29,56 an öctj»'»,,. 23,52 an Italien, 14 53 für den Dienst der ReporationS» gnieihe. Der Rest von 5.97 verblieb bei der Reichsbank al» kässenbestand,. Gilbert in PariS eingetroffen. ..- Port», 12. Januar.(Eigener Draht bericht.) Der Zlgent für die -.-pgroti onszahl ungen Gilbert ist am Montag in Paris«in- rc rrsscn. Gr erstattete der Reparationskommisfion«inen Bericht ivcr die Ergebnisse der Anwendung des Dawes-Plone» vom 1. Sep- lsf&dr 1934 bis auf de» heutigen Tag. All« Kontrollorgan« seien ui.Täti zikit. und funktionierten vollkommen befriedigend. Sirtlchland erfüll« semers« tt« sämtliche von dem Dawes-Plan vor. Rhenen Verpflichtungen. Am Mtttwoch wird unter dam Vorsitz Gilbert« der frgenanitte Generalrat zusammentrete«, dam der Zahlungsagent, die drei Koinmisiar« für die Reichs dank, für die Cisanbahnen und für die von Deutschland als Garantie herausgagebe- l:cn Staatseinnahmen und die beide» Trust«» für die Industrie» und die Eisenüahnobtigatumen beiwohnen werden. die öeutsch-franzöftsche Spannung. V.mühunze» um einen Äusgleich.— Albert Thomas reist nach Berli«. Genf. 12. Januar.(Eigener Drahtbericht.) Die Genfer„Tra. vau' meldet au» sicherer Quell«, daß wegen der deutsch-französischen Spannung, dw aus Anlaß der Richträumung Kölns«in. t.rtreten ist, gegenwärtig ein lebhafter Meinungsaustausch zwischen i cn führenden Linkspolttikern beider Länder stattfindet, wobei man sich um ein Kompromiß bemüht. Den gleichen Zwecken dient eine. Reise von Albert Thomas nach Paris, wo er mit Herriot die Möülichkeiten einer Konflittslösung besprechen wird. Ebenso scheinen die diplomatischen Kreis« des Völkerbundes und des Jnter- nottonaleu Arbeitsamtes um einen Ausgleich bemüht. Do« bedeutet allerdings keine offizielle Stellungnahm« beider Orgci- «ijatlonen. Albert Thomas reist am Montag abend von Genf über Lyon nach Pari» und wird sich von da nach Berlin begeben. Die Reis« glll vor allem auch der Regelung von Angelegen. k.citen, die das International« Arbeitsamt betreffen, darunter der Neubesetzung der Berliner Vertretung de» Arbeit,- outtes, die durch den Rücktritt Schlicke» notwendig geworden ist. Ebenso wird Albert Thomas eine Rücksprache mtt den Gewerkschas. ten und dem Reichsarbettsminister Brauns haben über die Rati» sizierung de» Washingtoner Abkommen» durch Deutschland. Vor einer SrNarnng HerriotS. pari». 12. Januar.(Eigener Drahtbericht.) Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, wird Herriot in der bevorstehenden außenpolitischen Debatte M der Kammer eine Erklärung über die Frag« der Räumung von Köln abgeben. Er wird u. a. er- klö'en, daß die Hinausschiebung der Räumung nur proviso- rischer Natur sei und eine endgültige Entscheidung erst möglich sein werd«. wenn der abschließend« Bericht der alliierten Kontroll- kommlssion vorliege. Die Alliierten beabsichtigten, die deutsche Re- gierung unverzüglich von den festgestellten Verfehlungen in Kennt- nie Vi setzen, um ihr Gelegenheit zu geben, sich nicht nur dazu zu äußern, sondern auch durch entsprechende Maßnahmen die Borau»« setznng sür die Räumung der Kölner Zone zu schassen. Di« Ver- l>.ndl»ngen darüber dürsten noch den getrosfenen Dispositionen be- reit» Ende Januar begiimen. Es bedarf wohl kaum eines Hin- weises daraus, daß ihre Entscheidung nicht unwesentlich von der Zusammensetzung der neuen deutschen Regierung abhängen wird._ die öeutscb-franzöftschen verhanölungen. Ein französischer VergleichSvorfchlag. Paris. 12. Zaauar.(WIV.) Der Führer der deutschen Hau- dclsverlrag-dclrgoNon Staatssekretär Dr. Treudeleaborg hol henk» nachmittag 3,10 Uhr die am Sonnabend unterbrochene ve- sp r e ch u n g zwecks Abschlusses eines Handelsvertrages, begleitet von zwei de-ttschen Sachverständigen, mit dem französischen hon- dclsmlnlsler Kaynaldy In Anwesenheit de« Mlntsterialdlreklor, See- ruy» wieder aufgenommen. Die deuksche Delegation ver- öffenUicht folgendes kommunlquä: „Angesicht, der ablehnenden Haltung, welche die deutsche Regte- rung gegenüber dem von Frankreich vorgesehenen Provisorium eln- nimmt, hat handelsmlnttler Kaynaldy in der heutigen ve- sprcchunng mll Slaalssekretär Dr. Trendelrnburg den Wort- führeru der veihanMungea neue Vorschläge gemacht. Diese Vorschläge werden zurzeit von der deutschen Delegation geprüft." * Die Agentur haoa« teilt mit, daß Staatssekretär Dr. Trend elcn- bürg im Verlause der heute nachmittag stattgefundenen Unterredung ' mit Handelsminister Naynaldy mitgeteilt habe, die deutsche Delcga- � tion lehn« den von der französischen Delegation vorgeschlagenen Eni- ' wurs eines Modus vivendi ab. Angesichts dieser Weigerung habe ' die französische Delegation, um all« Mittel zu erschöpfen, die zu einem Abkommen führen könnten, Dr. Trendelenburg einen neuen Plan in der Form einer zeitlich begrenzten UeberSiu- kunft unterbreitet. Dieser Entwurf sei so gehutlen. daß er die Jnteiessen der französischen und der deutschen Produktion sicherstellen könnte. Er soll« für die Dauer von sechs bis acht Monaten gelten. Staatssekretär Dr. Trendelenburg werde, nachdem er seine Kollegen befragt habe, morgen Handelsminister Roynaldq die Ant- wort der deutschen Delegation auf diesen Vorschlag mitteilen. Di« deutschen und die französischen Sachverständigen hätten lm Hinblick auf den Abschluß eine» endgültigen Handelsvertrage» Ihre Beratungen fortgesetzt. Es seien heute besonder» die Tarifsätze der Spielwaren und hauehnlwngsgegensiände besprochen worden. Handelsminister Raynaldy hat heute abend 8 Uhr der deutschen Delegation die heute vormittag gemachten Dorschläge schriftlich über- reiche« lassen. Gewerksthoftsbewegung Der Sunöeskongreß ües fiDD. Im allg«memen Geschäftsbericht«riwähnt« Falten borg die Ursachen, die seinerzeit zur Gründung des ADB. führten Trotz vieler unterschiedlicher Ansichten und Meinungen der einzelnen Verbände steht der Bund heute in glänzender innerer Geschlossenheit da. Er hat infolge seines festen Eintretens für die allgemeinen Menschenrecht« der Beamten«m« stark« Anziehungskraft gemannen. Der Redner wandte sich gegen die Be hauptung anderer Bünde, der ADV. wolle das Beomtenrecht preis- geben. Im Segenteil: er trete für«in« Erweiterung des Koolitions- rechts der Beamten ein und fordere dos uneingeschränkt« Streikrecht. Der Bund sieht die Arbeitsleistung der Beamten als produktiv an imd verlangt dementsprechend ein« gute, aus- reicksende Besoldimq. Dir wirtschastspolitifch«� Einstellung der Be- einten kann nicht die Profitwirtschaft unterstützen, ohne selbst den Schik>en davon zu haben. Die Forderung einer Bedarfs- deckungswirtschaft ist auch«in« Forderung der Beamten. In der Lentretung dieser Forderung müssen sich Arbeiter, Angestellt« uch Beamte einig sein. Faltenberg erläuterte in längeren Aus. führungen die einzelnen Bestimmungen des Organisation»� st a t u t s des Bundes und den Orqanisationsvertrog mit den anderen freigewerkschaftlichen Arlieitnehmer-Spitzenorganisatio. nen. Die Zustimmung des Kongresses zeigt« klar, daß der alte Standesdünkel, der die Beamten früher von den Arbeitern und Angestellten fernhielt, sin ADS. keine Stätte mehr hat. Darüber hinaus erklärt« sich der Bericherstaster für einen internatio- nglen Zusammenschluß der Bea m t« n. Gerade dos, dann aber auch das festgefaßte gewerkschastliche Ziel und der streng inne gehaltene Weg zu diesem Ziel(rennen den ADB. vom alten Beamten bund. Die Beamten hätten besser getan, sich nich erst durch Beamten ab bau, sogenannte Goldgehälter und soziale Cntrechung in die Reihen der Beamten vcrbäche treiben zu lassen. Di« vielen Der- Handlungen, die mit dem Deutschen Beamtenbund wegen der organisatorischen Verschmelzung gepflogen wurden, haben schließlich gezeigt, daß man im DBB. kein« gemeinsam« Arbeit will. Der Kursus, der im Mai v. I. vom ADV. abgehalten wurde. und die„Wirtschasts-W ohlfahrt seinrichung" des Bundes haben die �Anerkennung der Verbände und Mitglieder gefunden— Die Konlolidierungsmöglichkeit des ADB. besteht in der Gedankenfreiheit, die Mitglieder und Verbände genießen: deshalb war auch der jüngst« Konflikt mit einem Teil der Reichsgewerkschost deutscher Eisenbahn- beamten nicht nötig. Falkenbera schloß mit einem Dank an die anderen freigewerkschaftlichen Spitzen verband« für ihre Mitarbeit und mit«stiem besonders herzlichen Dank für die finanzielle Rot- Hilfe der ausländischen Bruderorganisationen während der Jnfla stonszeit. i Lebhafter Beifall.) Den Bericht für das gesamte Schriftwesen des Bundes gab Sandeler, der das eng« Zusammenwirken von Schwer- industric und Landwirtschaft einerseits und der bürgerlichen Presse auf' der andereiv Seite wirkungsvoll beleuchtete. Demgegenüber Hot die dreimal wöchentlich erscheinend« Bundeszeitung den Kampf gegen die kapttolistische Wirtschaftsform mit gutem Erfolg auf- genommen und geführt. Die gewerkschaftliche Weiter- bildung der Mitglieder ist natürlich erstes Ziel gewesen. Ueberoll dort, wo die Zeitung testen Fuß gefaßt Hot. sind nicht mehr die geringsten organisatorischen Schwierigkeiten vorhanden. Nach der Mittagspause erhattete zunächst Dr. Lölter ein Referat über „Die Grundlagen des neuen Leainlenrechls". Er behandelte die Fragen vom staatsrechtlichen, verwaltungs- technischen und Rechtsstandpunkt, wobei auch die wirtschaslliche und soziale Lage der Beamten nach dem neuen Recht beleuchtet wurde. Die Beamten können sich nicht mit einer bloßen Auslegung her be- treffenden Verfassungsparagraphen.zufriedengeben, sie fordern viel- mehr, die Schaffung einer ganz neuen Grundloge für das Veansten- recht. Der ADB. sieht das Beomtenfein als ein Arbeitsoerhältnis an; deshalb muß auch das neue Beamtenrecht«in Teil des neuen Arbeitsrechtes fein. Der Boomt« hat in der Republik eine andere Stellung als vordem. Gewiß sollen Gehorsam, Unter- ordnung, Disziplin auch im neuen Volksstaat von den Beamten be- obachtet werden, ober sie sollen einem freiheitlichen Pflichtgefühl entspringen, der Beamte soll sich als«in Teil des Volks- ganzen fühlen.— Bei den Versuchen, vorhandene Lücken im Beamtenrecht auszufüllen, ist die Justiz dazu gekommen, sich nicht etwa cm das vorhanden Arbeitsrecht anzulehnen und ihm die Grund- lagen für die Rechtsprechimg zu entnehmen, sondern man hat ohne Rücksicht aus dos bestehende allgemein« Recht vollkommen neues Recht geschafien. Nach dem Dafürhalten des ADB. sind, ohne daß dte besonder« Stellung der Beamten verletzt würde, die Beststnmun- gen des Arbeitsrechtes sehr wohl sinngemäß auf dte Beamten an- zuwenden. Dr. Völter wandt« sich gegen die Behauptung der Geg- ner, der ADB. wolle die Beamten ihres öffenllich-rechtlichen Charok- tsrs entkleiden und sie der privastechtlichen Ausbeutung ausliefern. Dte Ziel«, die die freigewerkschaftlichen Beamten in der Frage des Beamtenrcchtes verfolgen, sind nur erreichbar durch eine starke. freie Beamtenbewegung. Dem mit großem Beifall aufgenommenen Referat folgte ein Bor- trog von Kunze über die„Besoldungspolltir des AD B.*. 3n dem Ueberblick über dte Ungerechtigkeiten der letzten Besoldungs- r«gelungen betont« der Redner die strikteste Ablehnung der geplanten prozentualen Kopf- und Sozialzulagen, die selbst von Beamtenorgamfationen gefordert wurden. Erst durch den Druck der freien Spitzenorganisastonen ist seinerzest dte Umstellung der Lölm« und Gehälter auf wertbeständiger Grundlag« erfolgt. Allerdings sank der Reallohn der geringsten Besoldungsgruppen unter dem Einfluß der Industric bis auf 30 Proz. der Friedensgehälter Umsonst bemühte sich der Bundesvorstand, mit den anderen Beamten- verbänden ein« gemeinsam« Kampfbofis zu bilden: im DBB. er- kannte man nicht das Gebot der Stund«. Immer war es dem Drängen des ADB. zu danken, daß Berhandlunge., mit dem Finanzministerium stattfanden. Mit der Besol- dungsregclung vom l. Juni wollte die Regierung die Beamten wieder auf elende Dorkriegsnioeau herabdrücken. Der größte Schlag wurde der Beamtenschaft mit der Tren- nung der Lohnverhandlungen für die Arbeiter von den Gehaltsoerhandlungen der Beamten zugefügt, und es ist außerordentlich bedauerlich, daß auch der DBB dem zustimmt« Wenn die Staatsarbeiter nun nicht mehr in der Lag« sind, ihr star-kes Gewicht in die Wagschal« zu werfen: wenn die Front gebrochen ist, so ist das die Schuld der anderen Verbände. Kunz« legte die zu- künftig« Besoldungspolitik des Bundes in Richtlinien vor. die u.■ a. eine Verringerung der Besoldungsgruppen verlangen. Das Mindeftgehast soll für eine vievköpfige Familie ausreichend sein. Eine sozialere Gestaltung der Spannungsverhältnisse zwischen hohen und niedrigen Gehältern ist erforderlich, die Aufrückungssristen sind ZU oerringern. Das Wohnungsgeldsystem wird abgelehnt, dafür wird ein verbessertes Ortsklassensystem gefördert bei höchstens drei Klassen. Ein« Beschröntun« der Sozialzulagen liegt durchaus im Sinne des ADB. Zur Frage des Diätariats wird grundsätzlich die Schassung von planmäßigen Beamtenstellen für alle Dienstposten gefordert: bis dahin soll das Diätariat möglichst beschränkt werden. Das Recht auf Bezahlung der Beamten im Vorbereitungsdienst muß anerkannt werden.— Gegen die Befoldungspolstit der Regierung müssen all« Kräfte der Beamten mobil gemacht werden.(Lebhafter Beifall.)_ vie soziale Selastuog üer üeotschen Wirtschaft. Das Reichsarbcitsministerium hat nunmehr seine Erhebungen über die gegenwärtige Belastung der Wirtschaft aus den verschiede- nen Zweigen der Hczlalversicherung und aus der E r werbslofenfürforge dadurch abgeschlossen, daß es auch die Lasten der tnappschaftlichen Pensionsversicherun ermstteli hat. Die Ergebnisse werden in der bevorstehenden Nr. des.Reichsarbeitsblattes' veräsfcntlicht. Wie über die übrigen sozialen Losten, sind auch über die knappschastliche Versicherung irr- tümltche. zum Teil die Wahrheit uni ein Mehrfaches übe?> treffende Nachrichten verbreitet worden, insbesondere dadurch, daß die Verbreiter immer wieder unzutreisenderwcise die hohen Bei tröge zur Ruhrknappschaft auch auf die übrigen Bergreviere übertragen in denen die Beiträge aber ganz ungleich niedricter sind. Tatsächlich hoben im Jahre 192-t die Te- samtausgnben>ur die Pensionen der B c r g t e u t e sämtlicher Reviere zusammen höchsten? 85 Millionen Reichsmark betragen. Im Doranschlag für 1923 ist die A»sgabcn>eite mit 194 Millionen be lastet und ein Ueberschnß van 22 Millionen für die Rücklagen vor behalten. Nach den» gegenwärtigen Stand ist also, da die Rücklage nicht ohne weiterer in vollem Umfang den gegenwärtig lausenden werden kann, mit einer Iuhresbelastung von der knappschaftlrchen Pensionsversicherung Ausgaben gleichq rund 109 M-llione zu rechnen Das„Reichsarbeitsblatt* setzt sich im übrigen noch ausführlich mit verschiedenen Einwendungen und Kritiken ausein- ander, die gegenüber semer früheren Zusammenstellung in Nr. 24 vom 8� November 1924 erhoben worden waren. Es führt den Nachweis. daß die damals von amtlicher Seite aufgestellten Ziffern zu- treffend sind und daß in der Zwischenzelt stellenweise sogar ein weiterer Abbau der Krankenkassenbeiträge stattgefunden hat. Diese Ziffern hatten für dir Kronkenversicherung 7Z9 Millionen, für die Invalidenversicherung 339 Millionen, für die Angestelltenversicherung 119 Millionen, für die Unfallversicherung 199 Millionen und für die Erwerbstesenfürsorge 229 Millionen betragen. Rechnet man noch die oben ermittelten 199 Millionen der knappschastsichen Pensionsversicherung hinzu, so ergibt sich eine gesamte soziale Belastung der Wirtschast in chöhe von 1K19Millionen Reichsmark jährlich, wovon SS0 Alilllonen auf die Arbeitnehmer und 739Millionen aufdie Arbeit- g e b e r fallen. Da».Reichsarbeiisbtatt' schließt mit der Er- waltung, daß Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Organe der amtlichen Sozialpolitik immer enger dahm zusaminenwirten, daß aus Oer bezeichneten Summe der größte soziale und wirtichaft- l i ch e Nutzen durch möglichst wirtschaftliche Gestaltung aller Gut- richtungen und durch möglichste Verminderung der Verwaltungs- kosten gewonnen werde._ die Scharfmacher im!Nühlenge«erbe. Wie der Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes der Mühlen Groß- Berlin«, Direktor Freudenhcim, in seinem Betriebe charf macht, muß noch einmal vor aller Oefsentlichkest dargestcM werden. In Nr. 393 des„Vorwärts"' wurde bereits auf ein am 23. Sep- tember 1924 ergangenes Urteil verwiesen, wonach in einer Klag« vor dem Gewgrbegericht gegen die Viktorianttihke' der Verband der Lebensmittel- und GeträiikearbeUer ein obsiegendes Urteil in der Urlatchsfrage erzielte. Die Mühl« wurde verpflichtet, dst! im Tarif- vertrag vorgesehene Dauer des Urlaubs für das Jahr 1924 voll zu gewähren. Während alle Mühlen, dem Urteil folgend, ihren Ar- Zeitnehmern den noch rückständigen Urlaub einräumten, beliebte der cherr Freudenheim. Direktor der Berliner Dampf- mühle, der Lorsitzende des Arbeitgeberoerbandes, dieser Derpslich- tung nicht nachzukommen. Es mußte erst Klage bei dem Gewerbe- gericht gegen ihn angestrengt und er von dem Vorsitzenden des Ge- werbegerichts auf das Sinnlose seiner Scharfmacherei aufmerksam gemacht»verden, bevor er sich bereit erklärte, seinen Arbeitnehmern ebenfalls den schuldigen Urlaub nachztibewilligen. Bei dieser Ber- Handlung entschlüpfte dem Berliner Mühlengeioaltigen folgende Aeußerung: .Wenn ich verurteilt werde, hier zn bezahlen, werde ich mein Verhalten gegenüber meinen Arbeitern so einstellen, daß ich alle die« jenigen, die mich oerNagt haben, aussetzen lasse, und nur für die Arbeit habe, die keine Klage angestrengt haben." Von dem Derbandsvertreter auf diese Probe mnngeliiden so- Zlolen Verständnisses aufmerksam gemacht, oersuchte Freudenheim, den üblen Eindruck seiner Drohung zu verwisch«»». Es zeigte sich bald, daß der Scharfmacher auf feine Rache nicht verzichtete. Durch den Widerstand des Betriebsrots gegen die Verlängerung der Ar- beitszert mußte er sich bequemen.' wieder 8 Stunden arbeiten zu lassen. In unserem Bericht vom Donnerstag in Nr. 13 des.Bor- wärts" haben wir gezeigt, wie ein Grund an den Haaren herbei- gezogen wurde, um den Dorsttzenden des Betriebsrats fristlos zu entlassen. Damit nicht genug, wurde vier Tage vor Weih- nachten die 2. und 3. Schicht fast restlos entlasse»». Albeiter, die lange Jahre in der Dompsmühle beschösttgi waren, befanden sich darunter, unter anderem einer, der 23 Jahre seine Ar- bcitskrost dort zur Verfügung gestellt hatte. Da Wochenlöhnc in F*age kommen, entledigte sich die Firma der Verpflichtung zur Be- Zahlung der Feiertage. Nach den Feiertagen bekam ein Teil der Arbeiter von der Firma die Mitteilung, daß sie wieder an- a n g e n könnten, wenn sie sich verpflichteten, ein Schriftstück zu unterzeichnen, nach dem sie als neu eingestellt gelten. Unter dene»». die das Schreiben erhallen haben, befand sich auch der schon 23 Jahre im Betriebe tätig gewesene Arbeiter. Kommt es zum Abschluß eines neuen Mantettarifvertrage«, so hat dfr Direktor Frcudenheim wenigstens die eine Genugtuung, im Jahre 1923 und 1926 diesen Arbeitern überhaupt keinen Urlaub »eben zu müssen. Di« betreffenden Arbeiter sind um die Feiertagsbezahlung und den künftigen Urlaub «prellt. Auf dem Arbestsnachweis der Mühlenarbeiter sind zirka 159 ge- lernte und angelernte Mühlenarbeiter gemeldet. Die Dampfmühle ve» sucht, diese Zahl der Arbeitslosen noch zu vergrößen». Dabei werden fortwährend durch Ehisfre-Inserate in dem Fachorgan„Die Mühle" neue Müller nach Berlin heranzuziehen versucht. Nach Au- gäbe des Direktors der Dampfmühle ist schlechte Konjunktur. Eittlassungei» von Arbeitern wecven vorgenommen und die Ar» beitszeit soll verlängert werden. Das sei der Berliner Dampfmühle von dieser Stell« aus ge- sagt: Die Organisation wird mcht tatenlos zusehen, daß der auch im Arbeitszeitgesetz festgelegte Achtstundentag von der izirma durchbrochen wird. Trotz allen«chlkcmen werden die Arbetter der Dampfmühle zur gegebenen Stunde den Schlag, der gegen sie ge- führt wird, parieren. Nicht eher. Die Leitung der Organisation wird der Betriebslestung den Gefallen einer Arbeitsnieder- l e g u n g, die sie provoziert, nicht tun. Der Gewerberat des zuständigen Bezirks»st auf das verwerf- liche Treiben der Dampfmühle hingewiesen worden. Es bleibt ab- zuwarten, mst welchem Erfolg. Der§ 11 des Arbeitszeitgesetzes gilt auch für diese Firma mst ihrem Direktor Freudenheim! Berichtigung aus der Berliner Dampfmühle. Zu unserem Bericht mit der Ueberschrist„Wie die Berliner Mühlen mahlen" in Nr. 13 des„Bornstirts" geht um von dem Syndikus des Arbeityebervcrbandes der Berliner Mühlenindustrie folgende Berichtigung zu: „Die Behauptung, daß fest Montag in der„Berliner vamp°- mühle" ohne Zustimmung des Betriebsrates täglich 12 Siundm gearbeitet wird, stimmt mit den Tatsachen nicht überein. Die Dauer der Arbeitsschicht in der„Berliner Dampfmühle" beträgt für die Schichtarbeiter, d. h. für Arbeiter vor dem gehenden Zeuge sowie für dte Maschinisten und Heizer an denjenigen Wochentagen. an denen genahten wird— an den anderen Tagen bleiben die Arbeiter zu Hause— 12 Stunden pro Tag«nschließlich dreier Pausen von insgesamt 2 Stunden pro Tag. Die rein« Arbeiszeit dieser Arbeiter ausschließlich der Pausen beträgt also 19 Stunden pro Tag oder bei 4 Arbeitstagen in der Woche 49 Arbeitsstunden oro Woche. Di« Arbeitszeit der übrigen Arbeiter beträgt 8 Silin- den täglich, und im Höchstfalle, wenn sie auch an den Tagen be- schäftigt iverden, an denen die Mühle steht. 48 Stunden pro Woche. Di« vorstehende Arbeitszeitregelung ist von der Betriebs- leitung der Berliner Dampfmühle mit ausdrücklicher nach vor- heriger Beftagung der Belegschast erteilter Zustimmung des Ar- beiterrates getroffen worden." Der Syndikus ist offenbar falsch informiert worden, sollst körrnte er trickst behaupten, daß dte zwölfftündig« Arbeitszest durch drei Pausen von zwei Stunden»mterbr«h«n wird. Ist der Betrieb im Gange, so kann er nicht unterbrochen werden, um Pausen zu machen. Ein« Ablösung der beschäftigten Arbeiter erfolgt nicht. Wenn der Arbeiter während der Arbeit sein Essen verzehrt, dann kann von einer Pause nicht die Red« sein. Wie die vorherige Befragung der Arbeiter zustande kam, haben wir geschildert. Dahinter stand die drohend« Entlassung. Eine Schlappe der„Erobereit". Merseburg. 12 Januar.(Eigener Drahtbericht.) Die Verwaltung Mer-seburg des Deutschen Metallarbeiter-Verbemdes war gleich einer Reihe von anderen seit Jahren die»mbestrittene Hochburg der Kommunisten. Die soziaÜdemokrcttischcn Metallarbeiter wurden infolgedessen mit einer Handbewegung abgetan. Di« Vernxsttungs- stelle Merseburg sandte zur Generalversannnlung des DMV. in Eassel noch im Vorjahre den jetzt von der KPD. abgehalfienen Reichstags- abgeordneten S»h u mann als Delegierten, der dort die Führung der konnmmistischen Fraktion hatte. Nachdem die Kommunisten mehrere Jahre hindurch sich„revolutionär" betätigten, d. h. den Metallarbeiter, verband heruntergewirtschaftet hatten, kommen auch die Merseburger Metallarbeiter z u r B e s i n n u n g. In der am Sonntcig abqehal, tenen Generalversammlung wurde die s o z» a l d e m o t r a» tisch« Liste mit großer Mehrheit gewählt. Die Kun- mpnisten vereinigten trotz aller Anstrengung nicht einmal ein Fimstel der Stimmen aus ihre List«. Sie versuchten vergeblich, entgegen der Ng ihrer Zentrale, ein Kompromiß mit den Amsterdamern. Die »emokrotischeu Metallarbeiter lehnten das ob, sodoß von jetzt ab wieder die sozialdemokratische Richtung die dortig« Verwaltung by? herrscht. Das ist. für dte KPD-Zclteubaiier«rn so beschäme ntttr, afi in Merseburg bisher Herr Bernhard K o« n e n. der Bnlder des Allgen>altig«n Wilhelm Koenen, die Mannen der Kommunisten zwar nicht von Sieg zu Sieg, aber von Niederlog« zu Ntebertoge führte. Die Höherbesoldung in Baden aufgehoben. Der badischen Regierung schieb die letzte Erhöhung der Beamten» g« hälter in den Gruppen I bis VI nrit 12% Pro,, unzureichend. Sie gab ihrem Protest prattts«hen Ausdruck, indem sie über die Verordnung des Reichsfinanzministers binaus den unteren Beamten- grilppcn eine Zulage von 29 Proz. machte. Der Reichsfttumzminister erhob dagegen Einspruch. Das Reichsschiedsgericht in Leipzig hat in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, den Einspruch für begründet zu erklären. Formell mar nanirlich der Reichsfinanznrinister von vorn- herein im Recht. Msvalifch jedoch: die bodisch« Regierung. Bergarbeiterinternationale und Dawes-Plan. In Hannover wird am l. Februar das internatio- nale Bergarbeiterkomitee zuiamme», treten, um zu den Wirkungen de? D a w e S- P l a n e S auf die internationale Kohlen- wirrichas» Stellung ju nebmen. In dieser Sitzung soll oucki die in Brüssel offen gebliebene Frage der Errichtung eine? ständigen intern ationalen SekretarialS zur Erledigung kommen. Weiterbin wird über eine Entsendung von Bergarbeiterdelegierie»» nach Rußland zur Erforschung der dortigen bergbaulichen Per» hältniffe Be'chluß gefaßt werden. Nach Auslassungen de« Präsi- denten der Jniernationale. Herbert Smith, anläßlich einer Rede in Moskau, werden fich besonders die Engländer für eine solch« Delegation einsetzen._ tet«tiaBtalmlWtl S-ate. Dienet««,«bends 7 Uhr. t? oonlnmWn, Sovhlenttmhc. zum Schuiwipruch." Sa fSr ben«Uiihen Tag-orgetthenc Butab-Zuueti-när-rrlommIun» töllt tobet ans. AfA-Metalllartell:©üntlxe. Lang«, StrtlK. SPD.�trII»»ch«r! Donnerstag, den lZ. z-nuar. abend, 7>4 Uhr, Sj bei Simun»-. Sopbunfrr. 5, tnitiUat Sattanonlunfl. Siuopatb>Ner«nb« S aollegen kllnne« eingcivhrt werben. Der Werbeauoichuh. __ S Beronwwrtli« für Politik: cra8 gnirc:«irtt-hoft».«.! z. Stein«! GewerisH-ft-beweüuno: z.«tei»,r:«eu.ll-t-,-:«». DeschU! Lo!ol«, und Sonstige«: Zri» forstäM:«.„eigen: X»«»•*«. Mrnthd] ,» Berlin. «erlag:»°rwärl,.Perlzg d. ui. b. H.. Berlin. Druck:«°rw0riz.Buchdru-t-rri und«erlaa-anstgli Paul Singer u. So.»«Iin 695 M iind-nNrah« 3. _ Sierzu I Beilagen und„Unterb-lt»»»»nd«Iffea-. Sopliien-SSIe",'i ------------ bkorcken 9296.. O<1 1 C ireii gY> enn jirnn infolge Aeberarbeitung, Krankheit. Nervosität:c. das Bedürfnis nach einer gründlichen Kräftigung und Auffrischung verspürt, dann versuche man das wohlschmeckende Biomalz. Es gibt wohl kein einfacheres, bequemeres und an- genehmeres Mittel; keines erfreut sich einer gleich großen und unemgeschränkten Beliebtheit wie Biomalz. Neben der Sebung des Kräftegefühls tritt fast immer eine auffallende Besserung des Aussehens ein. Man fühlt sich geradezu wie verjüngt. 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Der Weg zum ho'xm Norden schreckte viel«. dann aber auch die Konirollen mancher Art. die dort ausgeübt wur- den. Nicht selten kam es vor, daß die Besitzer oifener Fuhihöfe, wie man sie noch heute in den mehr an der' Peripherie gelegenen Stadtvierteln findet, es nicht ungern iahen, daß ein. zwei der Groß. stadtvagablinden in Möbelwagen oder sonst wo aus dem Auhrhos schliefen. Die Fuhrherre« kannten ihr« Leute; sie wußten genau, was sie ihnen zutroven konnten und ob das Eigentum vor ihnen sicher war. Hatten sich die nächtlichen Gäste erst mal bewährt, so räumte man ihnen auch woh! einen bequemeuen Schlafplatz ein etwa aus dem Heuboden, oder unter einem Strohschuppen. Der ffuhrherr sparte den Möchte? für sein Grundstück, die Leute hatten ibr ständiges, warmes Quartier und sorgten unter sich dafür, daß niemand 13 noehörio keiten beging, die den Verlust der Schlafstelle und vielleicht noch die polizeiliche Festnahme im Gefolge gehabt hätten. Gelegentlich halsen sie auch einmal beim Stalldienft oder beim Ver- laden. Dann sielen neben dem Essen auch«in tüchtiger Schnaps und ein paar Groschen Kleingeld ab. Meist ließ jedoch der geschwächte Körper schwerere oder ständige Arbeil nicht mehr zu. Sie mneden ganz automatisch zu sogenannt«,„Arbeitsscheuen". verlogene Groftllaütromantik. Vor einiger Zeit wollte ein» Berliner Moroenzeitung festgestelit hoben, daß besonders unter den Spreebrücken sich allnächtlich ein leb- hoster Hotelbetrieb von Leuien zweifelhaiter Couleur entwickele. Ab» gesehen davon, daß die meisten der Brücken schon imolfle ihrer Konstruktion und Davon für das Hebern achten ganz und gar nicht ge- eignet sind, fehlt es gerade in Verlw an den Kaistraßen, die unter den Brücken hindurchführen und lo«n beouemes Beziehen der Schlaigelegenherten ermöglichen würden. Aul den veioege denen Bildern in jener Zeitung hatten die Schlafgäste m den Brückenboge» angeblich einen regelrechien Dohndetrieb eingerichtet, ja man sah sogar aus einer ausgezogenen Leine Wäsche zum Trocknen baumeln. Es fehlte in der Phonlaste des Derfasiers wie auch des Zeichners nur noch der transportable Kachelofen, und die beschlagnohmesteie Scmmerwohnung wäre fertig geweien. Wir empfehlen dem Bericht. «stotter jenes Blattes den Aufenthalt in der Eisenkonstruktton einer Brücke selbst zur Sommerzeit nicht. Es«oll nicht gerade angenehm sein, aus einem Eisenrost von Trägern aller Art. vielleicht sogar noch „über den Wellen" schwebend, in der kalten Zugluft eines Brucken. bogen? zu nächtigen. In dieser unserer Auffassung bestärkt uns auch die Au-kunst der zuständigen Stell« des Polizeipräsidiums. Die grüne Polizei, wie die Streifen der Krimmalveruxiltung. die allnächtlich über 300 Beamte unierwegs Hai. finden wohl ab und zu einen Lvoiergast in den Sandkästen der Straßeniernigung oder c Jiif in den Tnnkhallen und Selterrrosierbuden. die mit Nacki-Wüsieln geöffnet werden BrückengaNe sind aber selbst vom»elchswasierschuh in Berlin noch nicht gefunden worden. Die Phantasie ist entweder mit> dem Artikelschreiber durchgegangen oder er hat die Derhältaissc anderer Slädlc— wir denken an Pari?— skrupellos auf Berlin übertragen. »SonnenbräSer�. Bcrstörkte Polizeikontrollen und die Ungunst der BerhSltnlfsr lassen sie immer mehr verschwinden, d!« Penn- oder Sonnenbrüder.! Wer kennt sie noch, die trostlosen, vom Leben ausgemergelten De-, stalten, die„Bankbeamten", die tagsüber die Bänke der Parkanlagen bevölkerten und dort ihr» Pokilik trieben, die sich weniger nrt Staats- 1 fragen besaßt«, als damst. in gemeinsamer Aussprach« den richtigen Dreh für die Befriedigung der Ledensbedürsmis« zu finden. Dazu gehört« auch eine gebörige Portion Alkohoi. Öw benochdarten Budiker hielten für ihre Srammtunden besonder- Mischungen berei?-. .Nordhäujer, Riun nin Ingwer oder-serreidekümniel" s«en die Sackte Wlrkiicbkeh. beliebten Marken, vw Hcuptfache war. daß sie tüchtig i» der ob»- gepichten Kehl« brannten Ost genug reicht« die Zuscmnnenietzung des Budikers nicht mehr dazu aus; dann wurde zum nächsten Rezept- budiker, dem Apotheker, die Zuflucht genommen, der für d«i ep- bettelten Groschen eur zwar geringere«, dafür aber um?» schärferes Quantum Hoffmannstropfen fieferte. Der Pa-Vwächtee und dor Schutznior», belästigten die Sonnenbrüder nicht allzu»««t. Es verhälmismäßig ungefährliche Eleweule. die zufrieden waren. sie in der Sonne sich wärmen tonnten. Sie hatten nicht,»oa der. alten Bagobundengeist ihrer Zunstgenofien oon ehedem, war« im Grunde viel konservativer, an„die Scholl« gebundener" al» kneie und oerteglen'hren„Sitz" nur in dringenden Notfällen vc.» iu Dörcken einer Parkanlage nach einer andern. Mc?t hinten ihrer mehrere zu einer treuen„R o t ge m? i n i cha ft" zusammen. Dir Mitglieder ergänzten sich bei der Beschassung ihrer Lebentbedarfsartikel: Während sich der euie meüfa.-hert au- die Erbettelung vor Bargeld verstand, entwickelt« der zweite wieder mechr Talent aus .Stielet und Kleidung". Es gab fand gibt heute noch) Spezialisten auf Stullen, mit denen dann ein gutgehender Handel unter d« Berussgenosien getricb-n wurde. Zur Miiiag�.zei! wurde auf der bekannten.warmen Löffelstiek" gefochien. Die älteren Zunft. mosirn. denen das Abklappern der eingelnen Häufer und Trepper einige Scha-ierigkellen bereitet«, suchten die Volksküchen auf wo fie sich entweder durch Abservieren ihre Portion verdtente». ade die stehengelassener. Reste z Hammen kratz reu. « Die soziale Saite solcher GrvßstodtvarhsUtn-s«-st für ar-fgeNbrb» Arbrtter und Ihre Presse da» ausschlaggröende. Wir können in der. „dunklen Existenzen� einer Großstadl, wie fie geschildert wurden. »ich: nolvrifche Ardeitssthe«. oielleieyt sogar Verbrecher oller Art n] Der Mittelweg. Boo Sit Philip Gibbs. �)ier fft Mr. Pollard. Mutter," sagte das stittge Mäd- ih-n. als st, den Borhang zurückhielt, um Bertrom einzulassen. „Wie gut und freundlich, daß Sie gekommen sind, sagte die Dame.„3ch hätte damals auf dem Markt so gern mit Ihnen gesprochen, aber ich halte Angst. Wir haben so Eni- seßliche» durchgemacht, daß wir noch jetzt vor allem llner» warteten zittern." Bertram beugte sich über die Pritsche und küßte die zarte Hand, die ihm geboten wurde. ..Bater." sagte da» junge Mädchen,„hier ist der Herr." Der alte Mann, der da von seinem Stuhl aus Kisten ausstand, sah wahrlich nicht aus wie ein Fürst. Beim ersten Anblick erschien er wie ein schmutziger, verkommener Kerl, der irgendwo draußen genächtigt hatte. Seine Hosen und sein Frack, denn er trug einen Frack, waren fleckig und geflickt und schlotterten um ihn herum. Aber er begrüßte Bertram mit einer Würde, die ihm die äußerste Armut nicht hatte rauben können. „Es ist eine Freude, wieder einen Gentlemen zu sehen. Vor dem Kriege kannte ich Ihr Vaterland gut. Entschuldigen Sic bitte unsere ärniliche Wohnung. Wir sind ruiniert, und ohne meine Frau und Tochter hätte ich den Mut zum Leben vetloren." Er hfalt Bertrams Hand mit längerem Drucke in der seinen und sah dann sardonisch lächelnd aus die eigenen Hände heruieder. Sie starrten vor Schmutz.„Wir haben nicht ein Stückchen Seife, und ost ist es schwer, etwas Waschwasser zu bekommen. Aber etwas Tee können wir Ihnen doch kochen. wenn Sie uns das Vergnügen machen wollen, ihn mit uns zu trinken. Radio, ist genug Tee sur alle da?" „Ja, Bater. ich werde ihn fertigmachen. „Seit vier Iahren." sagte der alte �ann...leben wir obn Brot und Ire. Brot und Tee. Brot und Tee. Bei solcher Rahrung ist es schwer, Mut zu beholten. Mer jetzt, wo wir aus dem Ma� etwas verkouien können, ist es besser." sagte die Dome.„R.cht wahr. Alexan- der? Trotz der Tscheka hoben wir namltch e,n paar»ostbar. teilen versteckt."...... ,Llber meine Liebe! Man kann me wissen, wer horcht. sagte der alte Mann und blickte nervös aujden Vorhang. „Es ist hier gan�. sicher, wenn wir engmch zprec�en, be- �uhigte ihn seine Frau.. �. a>- „Sie müssen Schreckliches erduldet habe», sagte Bertram aLtliüng........ „Es ist nicht in Worten auszudrücken," klagte der alte Mann.„Ich wundere mich nur. daß ich nicht verrück: ge- worden bin." Sic versuchten, Bertram eine Schilderung ihrer Leiden zu geben und überließen es ihm, sich das Schlimmste selbst auszumalen. Sie waren, wie alle anderen Aristokraten, mit Gewalt aus ihrem Palaste hinausgeworfen worden, ohne nur ein Stück mitnehmen zu dürfen, und der Fürst kam ioglefai ins Gefängnis. Radio war zur Zeit des Rcvoiutionsaris- bruchs in Paris, in voller Sicherheit, machte sich aber sofort ouj den Weg nach Rußland, sehr unbesonnererweise, wie ihr Boter sagte, in dieses Rußland, in welchem der rote Schrecken herrschte. Als Bouernmädchen verkleidet, war sie aus einem Militärzug, der mir roten Soldaten vollgepfropft war, nach Moskau gekommen. „Aus Liebe zu uns." sagte die Mutter und streckte die Hand aus, um sie zu streicheln.„Gott wird es-hr lohnen. Ohne sie wären wir gestorben." „Es war nur meine Pflicht, Mütterchen." iagtc� Radio, als sie sich niederbeugte, um die Mutter ouj die Stirn zu küsten.„Keine Sekunde habe ich es noch bereut." Dann wandte sie sich lächelnd zu Bertram.„Meine Eltern nehmen mein Zurückkommen viel zu hoch auf. Ich märe auf alle Fälle wiedergekommen. Ich bin Russin, und hier ist mein Baterland. Mit dem russischen Volke w'.ll.ch leiden, und wenn es sein muß, sterben." Bertram mußte an die Gräsin Lydia und ihre Schwester denken, die, gleich so vielen anderen Geflüchteten, in aller Behaglichkeit im Auslande lebten. Er bewunderte dies junge Mädchen, die im Gegensatz zu ihren geslüchteten Lands- leutcn, die nichts für ihr eigenes Bolk taten, als ihm durch ihre Jmrfaen vielleicht noch mehr zu schaden, mutig znitten hinein m�oiefen Terror gekommen war. Er schaute zu ihr hinüber, wie sie den Samowar heizte. in ihrem ärmlichen Kleid, mit Stiefeln, die jeder Vagabund verächtlich sortschleudern würde, und doch in jeder Bewegung voll Eleganz und natürlicher Anmut. Ihre Jack« und die Pelzkappe balle fie abgelegt. Ihr schwarzes Haar, das ihr in Wellen über die kleinen Ohren fiel, rahm-e dos weiße Ge- sich« ein wie eine Radierung von Hellen. Sie hatte sehr klare Augen mit langen dunklen Wimpern und eine breite, weiße Stirn. Der Mund war rot und rein geschnitten. Sie muhte seinen Blick bemerken und vielleicht die Bewunderung darin lesen, denn eine«ari? Röte stieg langsam unter der seinen Haut empor. „Wie lange waren Sie gefackgen, Fürst?" fragte Bertram. �Zmei furchtbare lange Jahr«. Ja der ganz«, Zeit konnten wir uns weder waschen, noch die Wäsche wechseln. Es war viel schlimmer als der Tod, eine Schmutzhälle. Wenn die Tscheka mich oerhörte, iächelte ich. und andere Gefangen« weinten, wenn ich zum Verhör aus der Zelle geführt wurde weil sie glaubten, ich würde zum Tode geführt.„In jener Weil," sagte ich.„brauche ich keine frische Wäsche mehr." „Ich glaube, st« hotten fchtießlich Mitleid mit meinem Galten." fach« die' Fürstin.„Er war stets liberal dentenh gem-i-n und sehr freigebig gegen die Armen." ,Ad) war ein Freund Tolstois," klagte der alle Mann „Ich korrespondierte mit Kravotkin» ich war sogar selbst«twas oon einem Revolutionär, den ich glaubte an die Rotroendig'- keit der Freiheit für Rußland. Aber och, die Revoluti« hat alle Freiheit getötet, die wir noch hatten, und die Tyrannei Lenins ist schlimmer als die Regierung Iwans des Schreck- liehen." Er sprach die letzten Worte flüsternd, nahe an Bertram« Ohr, und hielt dabei noch die Hand vor den Mund. Radio reichte Denrom eine Tasse Tee und setzte sich dann auf einen hölzernen Schemel. Einen Augenblick herrschte Schweigen, als schwere Tritte den steingepslasterten Gang«ntlangkamen. Plötzlich wurde der Vorhang zurückgezogen. Ein junger Mann in der Uniform der Roten Armee stand da. Eine Sekunde war Bertram erschreckt zujammengefahren, denn ihm schoß der Gedanke durch den Kops, daß vieNeicht sein Bestich der unglücklichen Familie neue Leiden eingetragen hätte. Aber die Fürstin lächelte freudig.„Mein Sohn!" Komm herein, Alexis. Wir haben einen englischen Gast." Der junge Mann salutierte, schüttelte Bertram die Hand und sprach dann in ausgezeichnetem Englisch:„Freut mich sehr. Sie kennenzulernen, mein Herr. Meine Eltern hatten mir schon gesagt, daß sie um die Ehre Ähre» Leiuches ge- beten hatten." '. Er setzte sich aus die Ecke des Schemels zu seiner i Schwester und legte zärl'ich den Arm um ste:„Wie geht'- ! Rodra?" � Die Fürstin schien in Bertram� Gedanken zu lesen:„Bit sind erstaunt, daß wir einen'Sohn in der Roten Arme« habe». nich? währ? Für unsere jungen Männer gibt es keine WaftL Entweder Rote Armee oder der Tod." Der Iünating. er wa? fast noch ei» 5knab«. sah lächelnd an seiner Uniform herunter.„Ich trag« dieien Rock nicht nur au? Todesfurcht. Ich bin Rnst« und helfe unseren Grund und Boden vor jedem Eindringling zu schützen. Erfordert die Ehre und die richtig« Vaterlandsliebe dos nicht, mein Herr?' lFortfetzung � sonSem Deklassiert«, die im Kmnpf ums Dafew qe. iir««h«!t stirb und dir unterlagen, weil sie zu schwach waren. Sit iefcen sich nicht nur aus den Angehörigen der Arbeiterklasse— oder '.»!« m im allgemeinen Sprachgebrauch so schön heisjt: der unterm �SesötterungsschichKn— zusamnicn. Gescheiterte Existenzen aller Gattungen. Handwerker, Schriftsteller,� selbst Studenten, Aerzt«, 'lchchtsaawSlie sind darunter, die in ihren: Berus Schiffbruch litten nnv füll nwi durch die Mildtätigkeit ihrer M-tinenschen am Leben erholten. Oft genug sind es nicht die Diimmsten: könnten str wieder aufgerichtet lind gehalten werdcn, so würden sie durchaus wieber nützliche Mitglieder der Gesellschaft werdcn können, derselben Sesell- scherst, dir sie jetzt alo Aussätzige und Acrstoßeor de handelt. Sessere Zrauen. Berlin A. Graue Häuserwände, stinkend« Hos«, schmutzige Strassen— Proletarierheimat. Bor mir drei.aoniehme" Damen im Kostüni der Mode. Wer weiku welcher Zufall sie in diese Gegend geführt hat. St, tändeln des Aegs dahin, sprechen über Belang- lasigkeite». über ihre Kieldersorgrn, bleiben auch hier und da an einem Schaufenster stehen. Das große Elend überall, das sehen sie kaum. Dreckige, unterernährte Kinder, am Rinnstein spielend. hungernde alte Frauen, nach Abfällen den Müll durchsuchend, Kriegs- krüppel zur Drehorgel jämmerlich singend und bettelnd bei denen, die selber nichts hoben— dafür haben sie keine Augen. Sie wollen nicht sehen. Ein kleine? Spig läuft über den Weg. das eine Vorder- psötchen ist verbunden. Die Damen liebkosen das Hündchen Minuten- lang, denn solch ein.entzückendes Wesen" haben sie noch nicht gesehen. Ein armer, kleiner Junge kommt hinzu. Seit etwa sechs Jahren scheint er erst in die Welt zu gucken, was sein brennendes Interesse an dem Ereignis erklärt. Er will auch mal streicheln. Doch dazu kommt er nicht. Kaum hat er sich der Gnippe hinzu- gesellt, gehen die Damen instinktiv weiter, sozusagen peinlich berührt. Der Hund, froh, endlich frei zu sein, läuft davon, und stehen bleibt allein tränendes Auges ein armes Proletarierkind. Und es wollte doch nur mal streicheln.... Ich wohne tn Berlin in einem Hause, dessen Bewohner sämtlich lies gekränkt wären, wenn man an ihrer Gutbürgerlichkett zweifelte. Meine Stubennachbarin bezeichnet sich grundsätzlich nur als.bessere Witwe". Wenn sie einen alten Regenschirm zu verkaufen hat, dann inseriert sie bestimmt:.Bessere Witwe hat einen alten Regenschinn zu verkaufe»." Jni übrigen weist ich gar nicht, od sie üderhaupt einen alten Regenschirm besitzt. Ein Kind hat sie jedenfalls, aber kein„besseres Kind" nach ihrer Auesicht, denn sie zankt mit ihm den ganzen Tag. Durch die dünns Wand höre ich jede? Wort, das sie mit ihm spricht. Neulich Nach! passierte dem armen Wurm etwa» Mciischliches, etwas, was in allen Kindertresien oartommen soll. Erst schrie die.bessere Witwe" ihr Kind in der gemeinsten Weise an, dann-zaute sie es nach Leibcskrüsten durch und krönte diese hervor- ragende pädagogische Mastnahmr zmn Echlust mit den Worten: .Wenn du weinst, du gemeines Gör, dann schlage ich dich tot!" seitdem überlege ich mir immer, wo der Unterschied ist zwischen der„belferen Witwe" und der gewöhnlichen Witwe aus d«>n Volk. Es ist sehr schwer, sich so ohne weiteres zurecht zu finden Oer IraueamorS in üer Gneifsnoustroße. vor der Zlufklärung. Das geheimnisvoll« Verbrechen in der Gneisenaustraß«. über das wir im gestrigen Abendblatt berichteten, scheint vor der Aufklärung pt stehen. Am Tatort erschienen auch noch«in Vertreter der Staatsanwaltschaft und Pros. Dr. Vrüning vom Polizeipräsidium. Nach den photographischen Aufnahmrii des Befundes wurde die Leiche nach dem Schauhause gebracht. Der Spürhund.Hex e", der angesetzt wurde, lief, nachdem er an der Türklinke der Garage Witterung genommen hatte, die Schleisspur lang biß an den Drabtzaun. Er wurde dann auf die Nachdarvarzetle gebracht, ging hier in»in Gebäude hinein, lam icher gleich wieder heraus lind wurde an den Tatort zurückgekracht. Hier.veiwies" er den Ehauffeur Wille, der unterdessen von der Dienststelle in der Btücherstr. 57 herausgeholt worden war und mitten unter de» Kriminaibeainten stand. Er blieb vor ihm stehen und setzte sich dann vor ihm nieder. Das will aber noch nicht viel sagen, weil ja der Chausseur oft ,n der Garage und mit ihr und ihrer ganzen Umgebung in Berührung gekommen ist. In der Garage jaiid man auch noch einen blutige» Lcinei. setzen und mehrere Zigarettenstunnusl der Finna Aerginann. Der Chausseur Wilkc, "der mittags aus dem Polizeipräsidium von den Kommissaren Bünger und Busch vemominen wurde, gibt an, das; et den Kraftwagen, der die Nummer A. 1. 3554 trägt, am Freitag zum letztenmal gefahren habe. Di« Person der Ermordeten ist noch nicht bekannt. Wahrscheinlich aber gelingt ihre Feststellung mit Hilfe der Firma Romitzki, von der das Somikostüi» stammt. Das Jackelt lvar bei dem Schleiseu der Leiche abgegtitte». Der Mörder riß es, nachdem er die Leiche an die Ecke gebracht hatte, vollends ab und warf es über den Drahtzaim aus die Nachbarparzellr(Bneisenau- st-otze 75. Zu später Abendstunde wird ergänzend gemeldet: Zur Aus- klörung des Berbrechen» hat die Mordkommission jetzt einen wichtigen Zeugen gehört. ES ist ein dem Wilke besreuiideter Chausseur ans der Änzengrnberslraste zu Neukölln. Ihn besuchte W t l t e am Montag früh um ll Uhr, wusch sich de! ihm Blut von den H ü n d e ii und den Beinkleidern und erzählte ihm, daß»r die Nacht mit einem Mädchen in der Garage zusammen ge- w c s e n w a r. Um Geld sei er mit dem Mädchen in Streit geraten. Als dieies ein Messer gezogen habe, um aus Ihn»inzustechen, habe er einen Hammer ergriffen und es niedergeschlagen. Diese Auesagr wurde Witte gestern abend vorgehalten. Er erklärte sie jür unwahr und blieb dabei, daß er mit dem Verbrechen nichi» zu tun habe. Wille gibt jetzt aber zu, daß er am Sonntag abend mit dem Auw eine Spazierfahrt gemacht hat mit dem Hausmädchen seines Arbeilgedero und deren Schwester. Er habe mit ihnen eine Freundin am Kotbuser Damm besuchen wollen, diese aber nicht zu Hause angetrosfen. Er und dir Mädchen seien darauf von 7 bis Iii Uhr in einem Lokal in der Bärwaidstrasie gewesen. Am linken Hosenbein Wittes und edeuso an der Unterhose fanden die Kriminal- bcamten einen großen Blut steck. Witte halte ihn bei seinem Freunde zwar wegzuwischen versucht, er ist aber noch deutlich ficht- bar. Wille wurde, nachdem ihm die Ausjage seines Freunde? vor- gehalten worden war, in Gewahrsam abgeführt. Sein Verhör wird hente, Dienstag, wieder aufgenommen werden. Ten Kommunisten ins Stammbuch. Ein- vom Betriebsrat des Bezirks Prenzlauer Berg einbcrusene und gemeinsam srattgefundenc A r b c i t c r- u n d Angest eilte n ra ts sitzu n g hm zu dem von der komm:,- nistischen Fraktion der Bezirksversammlung des Bezirks Prenzlouea, Berg gestellten Antrag betressend Abbau des Stadtrats Karl Bauer nachtraglich nochmals Stellung genommen und folgende Entschliestung angenommen:„Die oersammelten Gruppenräte (Arbeiter und Angestellte) erblicken in dem von der KPD. einaebrach- len Antrag die Austragung rein politischer Angele- gen heilen unter Außerachtlassung und Beachtung der Interessen der Arbeiter, und A n g e st c l l t e»- ! cha s t. Mit aller Schöne verurteilen wir das Vorgehen der KPD. .,ls Arbeiterpartei, die bei jeder Gelegenheit, sei es in agitatorischer wie nropazandistischer Hinsicht, die Betriebsräte als berufene Interessenvertretung hinstellt, in Wirklichkeit aber, wie der Fall Bauer beweist, Beschlüsse der Detricbsoeriretung nicht beachtet, so daß wir mit Recht annehmen müssen, daß die Betriebsräte von der KPD. nur als Mittel zum Zweck gebraucht werden. Während die Peiriebsräte darüber wachen, daß bei Kündigungen bzw. Entlassungen die kümmerlichen Rechte, die aus Gesetzen usw. herzuleiten sind, vom Arbeitgeber beachtet werden, hat man bei dem Abbau Bauers nicht den Bestimmungen der preußischen Abbau- Verordnung Rechnung getragen. Damit ist unsere Annahme, daß der Abbau Bauers rein politischer Natur ist. gerechtfertigt. Um so mehr ist das Verhalten der KPD.-Fraktion zu verurteilen, als bei Abbau eines Bezirksamtsmitgliedes auf den wegen eines Vergehens zur Disposition gestellten Stadtrat Dr. Hüfner zurückgegriffen wer- den konnte. Hüsner war zur Zeit des K a p p-P u t j ch e s Bürger- mcister in Zehdenick und hat sofort Reichswehr in diese Arbeiter- stadt kommen lassen, die dann auch aus das roheste gegen die Ein? wahnerschast vorgegangen ist. Nach Beendigung des Kapp-Putsches ist Hüsner geflüchtet, vorher hatte er noch einen Revers unterschrieben, daß er auf alle Ansprüche verzichtet. Welcher Partei- richtung H. heute angehört, entzieht sich unserer Kenntnis. Wir Unterzeichneten verlangen, daß die Abbauangelegenhcit einer noch- maligen Revision unterzogen wird, gleichzeitig beaustragen wir den Betriebsrat, eine Abschrist dieser Entschließung der KPD„ Be- zirk Berlin-Lrandenburg, dem Vorstand der SPD., Bezirk Berlin- Brandenburg, dem Bezirksamt Prenzlauer Berg, z. H. des Herrn Bürgermeisters und dem Gesamtbetricbsrat zuzustellen." Oer nationale öesenstiel vor Gericht. Berufung verworfen. Wegen Beschimpfung der Reichssarben war der Kaufmann Penkwitz vom Sck>vfs«ng>:richt Eharlottenburg zu 150 Mark Geld straf« auf Grund des Republikschutzgesetzes oerurteilt war- den. Der Fall hatte in der Oefftntlichkeit sehr großes Aufsehen erregt, denn Benkwitz, ein früherer Offizier, der sich der Deittschnatianalen Volks parbri zurechnet, hotte bekanntlich am Ver- fassungstog« in sehr mertwürdig-cr Weise geflaggt. Er hatte einen Besen zum Fenster seiner Wohnung, Hundekehlenstraße 1 in Schmargendorf, hinausgesteckt und daran ein Bettlaken be- festigt. Diese Demonstration hatte b«i der Nachbarschaft U n- willen erregt und Denkwitz wurde von Schupobeamten aufgefordert, die antirepubli konische Demonstration zu enlserncn. Das hatte er oerweigert, und es mußte erst noch ein Polizelosstzier hinzu- gezogen werden, die dann das Acrgernls erregende Demonstrations- objctt gewaltsam entfernen ließ. Gegen das Urteil war B e- r u s u n g eingelegt worden und die Strafkammer des Landgerichts III unter Vorsitz v on Londgerichtsdireklor Siegert hatte sich gestern noch- ,nals mit dem Fall zu befassen. Der Angeklagt« erklärt-.', daß er als alter Soldat nicht oerstehen könne, wie man ein« Fahn« dadurch beschimpfen könne, dos man etwa» anderes daneben aufhänge. Er habe sich dodiirch belästigt gefühlt, daß sein Nachbor, ein republ konisch einaestcllter Herr Mosig, gleich drei mehrere Meter lang« Fahnen in schwarzrotgold auigehSngt härte. Dies« Fahnen waren vor seinem Fenster immer hin und her gestottert, und das tzabe ihn in seinem Geiüb! verletzt. Da er kein« Fahnenstange hati«. Hab« er einen Besenstiel genommen. Di« Straftammer war der Meinung, daß es keines Beweises bedürfe, daß der Angeklagte sein« Gegnerschaft gegen die Republik zum Ausdruck bringen wollte, denn was er ausgehänat habe, fei ein Zerrbild einer Fahne, wie es schkimmer reicht gedacht werden kann. Die Art. wie er demonstriert Hab«, gehe weit über den Rahmen des zulässigen Maßes einer Gegendemonstration. E» lieg« die denkbar schlimmste Beschimpfung der Land««- forden vor. Da» Urteil des Vorderrichters sei milde genug, so daß dein Anlaß vorhanden fei. die Strafe zu ermäßigen. D!« B e« rufung wurde daraus verworfen. Da<„Gchneeballsyftem" ist auch wieder da! Vor einigen Tagen konnten wir von dem wieder ausgetauchten und neu in Szene gesetzten spanischen Schatzschwindel be- richten. Ein anderes Schwlndelstzstem. d»s.Schneeball' syst« m", hat sich jetzt auch wieder eingestellt und geht aus den Dummensang aus. In einem nördlichen Berliner Vorort kursiert, wie von dort berichtet wird, ein Prospekt, welcher jedem, der sich an der Sache beteiligt, ohne jedes Risiko oder Geldaus- gaben 2 000 Gulden verspricht. Es ist nur nötig, einem Herrn St. in Amsterdam 4 Gulden oder den Gegenwert in Reichsmark einzusenden. Der Einsender erhält dann eine Stamm- karte oder Ausweis ntbst vier Bons von einer bestimmten Farbe. Dies« vier Bons hat er dann wieder an vier Personen zu verkaufen. Diese senden den gekauften Bon wieder ein mit drei Gulden barem Geld« und erhalten dann jeder wieder vier Bons von anderer Farbe. Dies schöne Spiel wiederholt sich ungefähr sechs- bis sieben- mal und dann Ist die Kette geschlossen, d.h.«ine Farbenseri« durch und der erste Einsender erhält nun AXX> Gulden. Man muß sagen. ein einträoliches Geschäft für den tüchtigen Herrn St. Nehmen wir nur eine Kette von tz Farben an, so ergibt dies 4 mal 4 mal 4 mal 4 mal 4 mal 4 gleich 40S6 Bons. Sind diese wieder in seinem Besitz, d. h. mit je 1 Bon noch I Gulden, so sind das 15 884 Gulden und nun ist der Herr St. so liebenswürdig, dem ersten Einsender 200») Gulden auszuzahlen. Das Geschäft ist wirklich risikolo» und ein wahrer Goldregen wie es Herr St. nennt— natürlich nur für ihn. Der Herr rechnet ganz richtig, daß in einem Land«, das durch den verlorenen Krieg und die nachfolgende Inflation verarmt ist, sich viel gläubig» Seelen finden, die ihm in ihrer Hoffnung auf Segen zu dem Goldregen verhelfen und ihm aus den Leim gehen. Vor diesem und ähnlichen Schwindlern muß energisch gewarnt werden.__ Der kommunistische Unfug, in Ermangelung Erwachsener Kinder zum Tragen von Fabnen und Abzeichen in Demon» strationSzügen mitzuiühren. hat am Sonntag«in bedauernswerte» Opfer gefordert. Ein unbekannter Knabe, der in einem DemonstrationSzug eine Elana« mit einem. S o w j e tp la k a t trug, geriet in der Lothringer Straße unter dl« lktäder der Kraftdroschke A. I. 10129 und wurde sofort getötet. Die Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht. Der Verunglückte ist etwa 10 bi-? 12 Jahre att, dlelleichi auch etwa» älter, hat dimke'» blondes Haar und trug eine blaue neu« Schirmmütze mit einem Das Rundfunkprograrnm. Dienstag, den 13. Januar. AnCor dem ttbliohon Ti»{f«»progTatnm: 4.W— 6 Uhr abend»; ITntcrheltunrsmnejk(Berliner PankVipelle). ».40— 7.30 Uhr abend»; Han,"-Bredow- Schale,(Ahteihmc Uild-inffs- kuree). I.iteratnr und Kunst. 6.40 Uhr abends: Professor CoUon: .Praneösiscbo I-iteraturffeschicMo" kin frantösisober Sprachen 7.1» Uhr abends: Theodor Keppstein:.Deutsch« Klsssikrr*. 1. Vor- trs r:„Lessinjr als Herold der Klassiker". 7.89 Uhr«bonde: Vortrag des Herrn Erieh Solmltee:.Deutaeblends Stellung im internationalen Seh�immsport".»Uhr abends: Thcsterfnnk(Theodor Kappstein).»10 Uhr abends: Bunter Abend. 1. at kfenuetb aus dem Dirertiioento in D-Dor, kJorart. b) Moment inasieal in As-Dur, Schubert, et Intermei/o aus op. 70. Brahms(Fritj Wennois am Banvor-iuni). 2. a) Meine Liebe ist£riin(Schumann) Brahros, bj Scheiden and Meiden[Uhlandt Braams, o) Gebet der Toscs ans der gleichnamigen Oner, Puocini(Maryla v Woiley. Sopran). 3. Sonate in G-Dur kür flöte mit Klavierbegleitung," M. Leidesdorf(Paal Bose, Soloflötist des Berl. Philharmonischen Orchesters). 4. a) Das Wörtchen.Na", M. O. Saphir, b) Der Kitter und die Nixen, R. Baambach, c) Die menschliche Dankbarkeit, Otto Sommerstortf(Marie Pcte.son. Rezitation). 5. a) Intermezzo, Alex. I.abinaky, b) Walzer. Alex. Labinsky, c) Horbstgednnkcn. Alex. Labinsky fFrita Wenneis am Harfnoniam). 6. Arie der ■Uda»ns der gleichnamigen Op»r.Als Sieger kehre beim". Verdi (Maryla v. Wolley. Sfcpran). 7. Andante und Renda on» dem Konzert für Flöte mit ivlavierbeffloitung op. 60. B. Wplique(Paul Boso. Flöte). Am Flügel: Otto Urack. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neaeeten Tapesnacbriohten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theaterdienat, Elsentzabncrwappei?, ein fcuttllcS Jackett, ein« dnnkelgraue Hose, ein blauivciß gestreisle! Vorhemd. Ein besonderes Kennzeichen sind sieben Zentimeter lange OperationSnarben auf beiden Ober" schenkcln, eine Hand breit über den ftuieit. Stillsthweigen als WiSerruf! Sie wollte als Ehefrau ihres Geliebten gellen. Aus Scham hatte sich eine Frau Erna K. zu einer falschen Zeugenaussage verleiten lassen. Das Meineidsversahren, daß infolgedessen gegen sie eingeleitet wurde, beschäjtigte nunmehr zum zweiten Mal« das Gericht. Der Fall hatte dadurch besonderes Aussehen erregt, daß Frau K. in öffentlicher Gerichtssitzung unter dem Verdachte des wissentlichen Meineides oerhastet worden war. In einem Strafverfahren gegen einen Hausbewohner, der sich einer Messerstecherei im Verlaufe eines Streites schuldig gemacht hatte, in dessen Mittelpunkt die jetzige Angeklagte stand, wurde auch Frau K. vernommen und hatte behauptet, daß sie die Ehe- srau eines Beamten, mit dem sie in dem Hause seit Jahren zu- sammenlebte, sei. Auf direktes wiederholtes Vorhalten des Vor- fitzenden blieb die Zengin auch dabei, daß sie mit dem Beamten verheiratet sei. Der angebliche Ehemann mußte dann jedoch zuge- sieden, daß Frau K. nicht seine Ehefrau, sondern seine Wirtschas- terin sei. daß er mit ihr in ehelichen Beziehungen lebe, seitdem ein Vetter gleichen Namens, der mit ihr allerdings verheiratet gewesen sei. ein Deckoffizter, oerschollen war. Das Schwurgericht hatte Frau K. unter Zubilligung des Strafinilderungsgrundes, weil sie sich sonst des Ehebruchs selbst beschuldigt hätte, nur zu 6 Monaten Gefängnis venirteilt. Das Reichsgericht hatte auf Revision des Ver- tcidigers das Urteil aufgehoben, weil das Schwurgericht nicht ge- prüft hatte, ob das Stillschweigen der Zlngektagten, nachdem die gegenteilige Aussage des angeblichen Ehemanns eriolgt war, als ein Widerruf zu betrachten sei. Deshalb beschäftigt« sich das Schwurgericht nochmals mst dem Fall. Landgsrichtsdireklor Friedmann, unter dessen Dorsitz der falsche Zeugeneid geleistet war und der mich die Zeugin in Haft genommen hott«, war der Mei- nung, daß bei näherer Prüfung möglicherweise das Stillschweigen als'Widerruf ausgefaßt werden könnte. Da» Schwurgericht war je- doch der Auffassung, daß das Stillschweigen allein nicht genüge. Es hätte ein deutlich erkennbarer Widerruf«riolgen müssen. Es wurde daber die früher erkannte Strafe von 4 Monaten Zuchthaus, die in 6 Monats Gefängnis umzuwandeln waren, be- stätigt. Doch wurde die früher erkannte Nebcnsrraie der dauernden Unfähigkeit zur Zeugnieabgabe nicht wieder ausgesprochen. Der Stromerzeuger„U". In der Berusungsverhandlung des Detrugsprozesse, gegen den Techniker Willy Unruh hatte die Strafkammer vorgestern eine Bordefichtigung des geheimnisvollen Stromerzeugers„U". mit dem Unruh Elektrizität aus der Lust gewinnen will, im Gefängnis vor- genommen. Der Angeklagte hatte von vornherein erklärt, daß der Apparat noch nicht ganz fertig sei und daher nicht brennen könne. Gestern wollte er aber den Apparat in Sachverständigen in voller Funktion vorführen. Aber wiederum, wie das bisher stets der Fall war, wenn Sachverständige zur Prüfung erschienen, konnte der Apparat nicht in Tätigkeit gesetzt werden. Der Ange- klagte schob di? Schuld auf die Ballerien, die nicht mehr einwandfrei wären. Das Gericht setzte, während inzwischen die Beweisaufnahme fortgesetzt wird, den neuen Priisungstermin aus den IS. Januar fest. An diesem Tage werden die Sachverständigen eirie ladellose Batterie zur Stelle schassen, so daß der Angeklagte nunmehr end- güttig beweisen muß, ob an seiner Erfindung irgend etwa» Ernstes ist, oder ob es sich um einen Schwindel handelt. Die Münsterberger Massenmorde. Die weiteren Nachforschungen der Staatsanwaltschaft nach dem Verbleib der Ucberrest« der Opfer Denke« sind gegenwärtig i n s Stocken geraten, da das Frostwetter, das augenblicklich in Münsterberg herrscht, weitere Nachgrabungen im Walde und in dem Garten Denke? unmöglich mochten. Dagegen ist man in der Scheune, wo Denke sein« Opfer zunächst versteckte und zerstückelte, auf ein größere« Lager von Schnaps, und Wein- f laschen gestoßen, über dessen Herkunst erst weitere Ermittlungen (mgestellt werden sollen. Der Staatsamvalsschast ist ferner die Mit- teilung zugegangen, daß Denke einem in Wustegiersdor! wohnenden Mann häufig Fleisch geliesert hat. das unter der Hand als.Freibankfleisch" verkauft wurde. Es besteht der Verdacht, daß hier eventuell Menschenfleisch in den Handel gekommen ist. Die Staatsanwaltschaft hat sofort Beamte nach Wüstegier»- dors entsandt, um diesen Mitteilungen auf den Grund zu gehen. In den nächsten Tggen a>«rten in Münsterberg weitere Angehörige von Personen envartet, die durch Denke getötet worden sind. Verbesserung im Berliner Nahverkehr. Der von Berlin, Stet- liner Bahnhos. um KAZ Uhr vormittag» abfahrende Personenzug nach Freienwalde wird vom lS. Januar ad auch in Rüdnitz und Melchow, wo er bisher durchsuhr, anhalten. Seine Abfahrt von Bernau findet alsdann bereits 9,29 Uhr vormittags gegen bisher V.Z1 Uhr statt. Vwlsvorsteher und Obeclandjöger ohne Telephen. Berechtigt, Empörung herrscht m der großen Gemeinde Caputh darüber, daß sowohl der AmtSvorsteber als auch der Oberlandjäger keine eigenen Telephonanitblüsse besitz«. Dienstliwe Gespräche müsseu wie in der fernsten Provinz, im Gasthof geführt werden. Dieser Zustand führte dazu, daß vor einigen Tagen zwei Einbreche, gemütlich entweichen konnten. Der Gemelndevertretiing lag vor langer Zeit schon ein Antrag über dieien unhaltbarer Zustand vor. aber nicht» ist bisher daran geändert worden. Bermißl wird schon seit einigen Tagen der flstjährlge Ober- brandmeilter Adolf M! e tz e l von der B.-rllner Feuerwehr, esti pflichteifriger und tüchtiger Bevmter. der länger als»0 Jayrc der Feuerwehr angehört. Er Verlieh am Mittwoch vormittag fein« Dienstwohnung in der Tieckstraße. um angeblich aus einem 5iahn an der Spree Aepfel einzukaufen. Seiidem ist Mxtzel ver- ich ollen. Alle Bemühungen der Paiizei, Feuerwehr und f« ner Angehörigen, das Verschwinden nuszuklären, waren bisher v>:rgeb- lich. Bekleidet war M. bei seinem Fortgang mit«in«? dunklen Lodenpelerin« mrd einer blauen Seglermütz«. M.t- teilungen über den Derbleib oder Spuren de» D-rrmißten nehmen Polizei und Feuerwehr entgegen. M. war 170 Zentimeter groß und kräftig gebaut. Einbruch In dir polsdamer Heilige-Seift-Kirche. In der Nach zum Sonnabend haben Ein'wecher unter dem Kirchengerät der Heiligen-Geist-Kirche in Potsdam reiche Beute gemacht. In bei Sakristei wurde das Fehlen des größten Teiles der Altargerät« bemerkt und die Polizie gerufen, die sofort Er- mittlungen anstellt« und dabei zu folgendem Ergebnis kam: An der Ostfeite der Kirche haben Einbrecher unter dem Kirchenchor eine Leiter an das Fenster gestellt, die.Scheiben eingebrochen und durch die Oeffnung gelangten sie in den Kirchenchor. Bon dorr stieg»!, sie die Trepp« hinab zur Sakristei, erbrachen die Türfüllung ein« Wandschrankes und gelangten zu den vier Fächern, in denen da- Kirchengerät oujbewahrt wurde. Aus die Wiedererlangung des Sirchengeräts ist eine Belohnung von 1000 M. ausgesetzt. Versteigerung der Fang- und Findlingshunde im fiädlssch?, Hundezwinger in tankwlß. In dem städtischen Huncezwinoer ir Lankwitz werden die von den Fangbeamten eingefangenen Hund, (Fanghundc) und die von Privatpersonen als zugelaufen einge- lieferten Hunde(Findlinge) vier Tage z u r V e r s ü g u n g de« Eigentümers oder Besitzers grstalten. Nach Adlons dies� werSen die nicht abgeholten lzang- und Findlingshund« durch einer städtischen Beamten nach den Dorschristen des Bürgerlichen Gesetze buchcs versteigert. Diese Versteigerungen finden bis auf weitere, allwöchentlich am Donnerstag vormittaos elf Rhr im städtischen Hundezwinger in Lankwitz, Dessaucr Strotze 21, statt. Zur Versteigerung kommen danach jedesmal die bis zum Sonn- abend der vorhergehenden Woche eingelieferten Hunde. Nach- scrschungen nach dem Verbleib entlaufener oder sonst abhanden gekommener Hunde sind bei dem städtischen 5)undezwin< ger in Lankwitz(Femsprecher: Lichterselde 8) anzustellen, wo sich die Sammelstelle für alle Fang- und Findlingshunde aus Groß- Zerlln befindet. Seiner 75. Gebarlstag begebt beule Yenesic STustav 3? o i e r, 33imt Str. 45. Itntcr dem Sozlaliileugesetz und insbesondeie in aufreibender Iblein- und?lgllalion»arbeil ha! er vorbildliches bis in die letzten Jahr« hinein geleistet. ver fintfo» f6r Zimmer,»od Breff'plcte, der vom OriSauZschust für licibcöübungen und Jugendvstcge WilmerSdors veranstaltet wird, wird die Teilnehmer durch die ZSelt der Spiele führen. Herr Paiior Jahn, Direkiir der Züllchower?!ns!alten in Grob-Stellin ist zur Abhaltung von Vorträgen gewonnen: er wild einen Ueberblick über die Brei!-. Nüisel-, karten., GeichicklichteitZ« und Familienipiele, die Domino«. Lottos, die SelbstbeberrlchungSspielc und die Spielliteratur geben und alle« a» Hand von Oiiginolspielcu clläutcru. Die Vorträge— jeder in sich abgeschlvsien— sindeu statt am Sonnabend, den lv. Jaunar, von 3—6 und 3— 10 Nhr abends, sowie Sonntag, den ll. Januar, von 4—7 Udr nachm. im Zeichen- aal der Berusöschule Wilmersdorf, Gieselerstrahe 1—7. Eintritt sret. Aronzäsisch, Englisch, Spanisch für Erwachsene. Milte Januar be- ginne» in der« p r n ch e n i ch u t e sür Proletarier neue Abend- lursc jüc Französisch, Englisch und Spanisch. ES werden Kurie für An- s ä n g e r und Kurse sür Teilnehmer mit Borte nntnissen ein- gerichtet. Der Unterricht findet wöchentlich einmal nbcndS lzwci Siunden) statt und wird von Alademitern erteilt. Anmeldungen: Für da» Haarwasser. Nachdem stck nunmehr drei Damen über das Waschen der Haare mit Lavaren-Salz geäußert haben, darf wohl auch einmal ein Man» das Won hierzu ergreifen, denn auch Männer haben 5)aare oder— wollen sie behalten. Allerdings ist für uns zur einmakiacn Kopfwäsche die ange- gebene Menge, d. h. für 39 Pf., zu viel. Ich löse das Lavaren-Salz in etwa einem halben Liter warmem Wasser, tue diese Lösung in eine Flasche und stelle sie mir auf den Waschtisch. Aon dieser nehme ich dann nur gerade immer soviel, daß das 5)aar gui nah wird, und spüle dann mit Wasser nach. Ich reiche mit einer Flasche über ein Vierteljahr, habe also für die idealste Kopf-, Haar- und Bartwiische in einem Bierteljahr 30 Pf. zu zahlen. Zentrum BerKnS am Montag, IT d. M. nnd Mittwoch. 14. d.M.. abend« von 6—8 Uhr in der Gemeindrschuie GipSstr. LS»(nahe Bahnhos Börse und Alsxanderpiotz): sür den Westen an den gleichen Tagen(abend«), tclephonisch: P s a l z b u r g 51 1 1 und sür Neukölln am DienSIag, l«. d. M.. abendS von 6—8 Uhr i« Lyzeum Nichardplatz 14(nahe Ring» bahnhoj Reulölln). Cin Deutscher ln Mexiko ermorde«. Räch einer Meldung au» Meriko-Ttadt wurde der Reichsdeutsche Wichelm 5) i n z p e t e r am 8. Januar auf dem Rauche san Lartolo bel Puebla durch eine bewaffnete Bande ermordet. Der deutsche Konsul begab sich sofort an den Ort der Tat und stellte die Personalien des Opfers fest. Der mexikanische Außenminister hat dem deutschen Gesandten unverzüglich in einem sehr herzlich gehaltenen Privatbricf im Aus- trage des Präsidenten Calles das Bedauern der Regie- rung ausgesprochen und betont, daß der Präsident sofort die energischsten Matznahmen angeordnet habe, um die Bestrafung der Täter herbeizuführen. Die Mörderbonds, die angeblich SO Mann stark und gut bewaffnet ist, wird von Militär verfolgt. Eine IZjährige Mutter.... ein ITföhriger Vater. In der Ge- meinds Brod hat, wie man uns aus Reichenberg in Böhmen schreibt, ein noch schulpflichtiges Mädchen von 13% Iahren einem gesunden Kinde das Leben geschenkt. Am Vortage war das Mäd> chcn noch aus einem Schulaussluge gewesen und niemand ahnte die Schwangerschaft: die Mutter versuchte sogar Mittel gegen einen ver- dorbenen Magen. Der Vater ist... 17 Jahre alt! Ein furchtbares verbrechen in Lübeck. Aus dem Stirchplotz in Lübeck spielten Kinder, als plötzlich ein Mann zu ihnen trat, der die Kinder ausschalt und sich ein zehnjähriges Mädchen herausgriss, um angeblich seinen Namen festzustellen. Di« übrigen Kinder liefen davon. Der Mann schleppt« das Kind in den Keller einer hiesigen Druckerei, wo er das Kind tötet« und die Leich« in der Zentralheizung oerbrannte. Der Täter ist ermittelt und festgenommen. Schiffskastrophe in der Nordsee? Der Stockholmer Dampfer .Hammarby", der am Heiligen Abend von Kopenhagen nach Hull abgegangen ist, wird, wie die.Hamburger Raibrichten' berichten. seitdem vermißt. Man nimmt an, daß daS Schiff, ein Isov-Tonnen-Dampfer mit 17 Mann Besatzung, im Sturm der letzten Tage in der Nordsee nntergegangen ist. 136 Millionen sür verkehrsoerbessera nzen einer Hauptstadt. Kurz vor Weihnachten hat«ine Sitzung des englischen Unterhauses beschlossen, zur Verbesserung des Londoner Verkehrs wei Hauptpläne in Angriff zu nehmen, deren Kosten auf 6 500 000 und(d. s. etwa 130 Millionen Goldmark) geschätzt werden. iria Docks Read zw..... Pfund(d. s. etwa 130 Millionen 3 500000 Pfund werden zur Verbesserung der Victoria benötigt. Gesckästlicke Mitteilungen. E» KSsftt toinn mdalich sein, ix-si«In CdtfiMft der gesinnten kundschett die Bvrteits de« Invcnwrverrautes— teNwelse Prcisermtisiiauna Vis zur Kärtte— bieten lann. Di« Firma Nvtznen«. ISriua, Berit», Blezaoder- ftrasi« 12, aemahrt deshalb bis zum 15. b. M. jedem ftäufci eine ll>proz«»ti»e Eavderermatztinina a»l all« Ware»(Restbrstände wi« auch Neueingiinq«) und «idt damit demirnigen, der ücki in dieser«cildormen sielt DcrussNeiduna. Trikotagen oder Herren- und knaben-llonfeklion onlcktassen mnsi. ein« auficr- ordenilick«nie und billige Kaufgeleaenhcit. 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Im Zu- sammenhang mit dieser günstigen Gestaltung nahni de: Reichsba»! notenumlaui um 141,6 aus 1 799,8 Millionen, der Umlauf an Rentcnbankscheinen um 113,7 auf 1720 Millionen Reichsmark ab De? Gildbestand wurde durch Umwcmdluug von Devisenguthaben st Gold von neuem um 21 auf 780,6 Millionen Reichsmark oerstmki j-Die Rriendeckung verbesiette sich nickst unwesentlich, und zwar bc iragt die Deckung durch Gold 43.4 Proz. gegen 39.1 Proz. in de? Aoiwahe und durch Gold und Deckungsitevsten 57V Proz. gegen 4?L Proz. Wohlfahrts- eld-iotterie för SiO AasgewiMeoo« tob Rhein«od Bahr. Ziehung 15., 1«. n. 17. Januar 1935 12836 aewinM In OMantbatras»an Rat. G 1 50000 £ 250011 i lOOOO Lose zu MI. 3.30 ÄÄi ( - s Durch das besondere Kirnverfahren und die Verwendung feinster Rohstoffe ist es gelungen, in„Schwan im Blauband" eine wirkliche Feinkostmargarine herzustellen, welche höchste Ansprüche befriedigt. 'fesnig«xtni, 10 Lose 33 M. 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Seilage öes Vorwärts dienstag,??. Januar 1925 Die Serliner Funktionäre Zur Lage. Referat des Genossen Breitscheid. Die Berliner Funktionäre hörten gestern ein Referat des Ee- Nossen B r e i t s ch e i d über die politische Lage. Genosse Breitscheid führte aus: Die politische Lage ist selten so verworren gewesen, wie heute. Sie ist gekennzeichnet durch eine deutsche Regierungskrise, ferner durch Krisen unserer auswärtigen politischen und Handels- beziehungen, endlich durch das Äuftreien von Korruptionsaffären. Wir haben eigentlich seit August eine Regierungskrise. Es ist ein politisch unerhörter Vorgang gewesen, daß eine Partei, die in der Regierung eines republikanischen Staates vertreten war, einer anderen Partei, die diese Republik bekämpft, die Tore zu der Re- gierung offnen wollte. Das führte zum Wahltampf. Das Wahl- crgebnis ist nicht so, dafc wir zufrieden sein könnten.(Sehr richtig!) Die Sozialdemokratie hat einen schönen Erfolg errungen, aber sie hat nur 26 Proz. der Stimmen errungen, während die beiden getrennten sozialistischen Parteien in der Nationalversammlung zu- fammen t6 Proz. besaßen. Die Gründe dafür sind nicht zuletzt in dem Kampf der Kommunisten gegen die Sozialdemokratie zu suchen. So ist die Lage heute ebensowenig geklärt wie im August vori- gen Jahres. Es kann vorkommen, daß bei einer Wahl nicht nur eine Partei durchfällt, sond».rii, daß auch die Wähler durchfallen. Denn wenn das deutsche Volk den Deulschnatia. nalen noch zu einem Stimmenzuwachs verhalt, so spricht das für eine kaum noch zu übertreffende politische Unreife.(Zustimmung.) Der Plan, das alte Minderheitstabinett Marx zu erhalten, scheiterte an der„Volkspartei", die darauf bestand, daß auch die Deutsch- nationalen in die Regierung aufgenommen werden sollten. Die Volkspartei hat ein gerissenes, aber doä) auch durchsichtiges Spiel getrieben. Sie hat zeigen wollen, daß sie die Entseheidung in der Hand habe. Zurzeit hat keiner einen Auftrag zur Regierungs- bildung. Nur Herr Luther bemüht sich priavtiin. Er will, nach- dem seine ersten Versuche gescheitert sind, ein„überparteiliches" Ka- binett gründen. Was das heißt, haben wir beim Kabinett Cuno erlebt.'(Zustimmung.) Die grundsätzliche Frage ist, ob es auf die Dauer immer möglich ist. Kabinette auf die bisher übliche Art zu bilden. Das deutsche Parteisystem mit seinen festen Organisationen erschwert zweifellos die Bildung der Regierung. Die Sozialdemokratie hat Herrn Marx bei seinen Ver- suchen zur Bildung einer Regierung nicht darüber im Zweifel ge> lassen, daß sie nur eine Verbreiterung nach links für möglich halte. Das hätte praktisch die Wiederkehr d« Großen 5koalition bedeutet. Ich persönlich bin nicht begeistert von dieser Großen Koalition mit der Volkspartei, dessen Außenminister S t r« s e in o n n von uns im Wahlkamps genügend gekennzeichnet worden ist. Die Volkspartei hat ein Zusammengehen mit der Sozialdemokratie abgelehnt, nachdem vor einem Jahre gerade Herr Stresemann der eifrigste Propagandist der Großen Koaliiion war: Damals handelte es sich eben darum, die außenpolitischen Verhältnisse zu entwirren. Jehl, wo es sich um die Verteilung der L a st e n handelt, soll die Sozialdemokratie das Objekt d« r. P o l i t i k werden. Die Sozialdemokratie ist bereit zur Bildung der Weimarer Koalition. Das. Zentrum ist dafür nicht zu haben. Man hat davon geredet, daß die Sozialdemokratie allein das Kabinett bilden solle. Eine solch« Regierung könnte bestimmt nicht leben. Sie fände un- übersteigliche 5)indernilse. Eine neue Reichstagswayl könnte nach dem Wahlaussall vom 7. Dezember zurzeit keine Klärung der Verhältnisse bringen. Was bl-nbt nun? Wir haben getan, was wir tun konnten, als wir uns zur Weimarer Koalition bekannten. Wir werden sehen, wie Herr Luther arbeitet. Herr Wirth soll heute in der Zentnnnsfrak- tionssitzung die Fahne der Empörung entfaltet haben. Er soll erklärt haben, daß er, falls das Zentrum noch rechts abschwenke, er aus der Partei austreten und eine n e u'e Partei grün- den wurde.(Bewegung.) Genossen, das muß sehr ernst genommen werden, wenn auch die konfessionelle Bindimg des Zentrums sehr groß ist. Vorläufig ist keine Lmksregierung ohne das Zentrum möglich. Vielleicht müssen wir erst eine R e ch t s r e g i e r un g erleben. bevor es gelingt, den Gang der Politik in unserem Sinne zu beeinflussen. Sicherlich liegt den Deutschnationolen im Augenblick gar nicht so viel an der Reichsregierimg. als an der preußischen Regie- rung. Außenpolitisch stünde ein« deutschnationale Regierung ebenfalls vor großen Schwierigkeiten. Am 10. Januar lallte die Kölner Zone geräumt werden. Das Vorgehen der Alliierten in dieser Frage ist schr bedenklich. Man hat uns verurteilt ohne uns die ganze Begründung mitzuteilen. Seit zustellen. Es hat niemals eine geschäftliche Ver- bindung zwischen der Sozialdemokratie und Parma t bestanden. Daraus, daß sich einzelne Genossen gegen entsprechende Zinsen von Barmat Darlehen besorgt hohen, kann niemand einen Vorwurf l�rleiten. E» kommt unseren Gegnern darauf an,«inen Fcldzug gegen die Sozialdemokratie, gegen die Republik zu führen. In diesem Zu-> sammenhang haben wir diese Prozesse und Affären zu werten. Laßt j uns den Kampf dagegen sa energisch führen, als er geführt! werden muß!(Lebhafter Beifall.) i In der Diskussion) sprach zunächst Emil Barth über den Magdeburger Prozeß, in dem es sich um nichts weiter handelte, als nachzuweisen, daß man der Militärkamarilla und den Wirtschaftsmöchien zu Lieb« sich kor- ruinpiert habe. Es ist notwendig, daß in der Partei die Erkenntnis Platz greift, daß die Nutznießer der Revolution von ihren Führer- stellen entfernt werden.(Zwischenrufe.) Die Politik unserer Partei hat die heutige politische Lage herbeigeführt. Wir dürfen nicht die nationale Phrase unterstützen. Genosse Günther findet, daß die Partei sich sehr spät zu einer aktiven Opposiiirnspolitik aufschwincy. die allein geeignet sei, die Moksen zu saminein,' die die Republik zu ihrem Schutz brauche. Genosse E l-« r erklärt, daß die Sozialdemokratie die einzigste Partei sei, die sich moralisch einwandfrei«� Männer gestatten könne. Es dürft nach seiner'Auffassung keine Freundschaft zwischen Barmat und Parteigenossen geben. Genosse Hermes führt aus, daß mit solchen Auffassungen, wie sie Genosse Emil Barth ausgesprochen hat, sich die politischen Dinge nicht erledigen lassen. Wir müssen jetzt mit größter Klarheit bandeln, und wenn wir zur Ossensire übergehen wollen, gäben die Ausführungen des Borredners einen Hinweis. Genossin W a ch e n h e i m: Die jetzige Regierungskrise ist eine Gefahr sür den Parlamentarismus überhaupt. Es ist zu begrüßen. daß unsere Reichstagslraktion das Zentrum vor eine klare Eni- scheidung g.-stellt'hasi Es muß jetzt unsere Ausgabe sein, daß die dcvtschnationale Gefahr ein- für allemal erledigt wird. Es muß dem Kabincit Luther gezeigt worden, daß. wenn inan nicht mit der Sozialdemokratie regieren will, man sie als die schärfste Feindin hat. (Beifalü Hierauf wurde Schluß der Debatte beschlossen. In seinem ?chlutzwort betonte Genosse Breitscheid nochmals, daß es sich im Barmat- Fall um einen politischen Feldzug unserer politischen Gegner handle. (Zustimmung.) Wenn das Zentrum gegen einige seiner Abgeord- iieien Schritt« unternommen hat, so deshalb, weil bei ihnen fest- steht, daß sie ihre parlamentarische Stellung zur Vermittlung von .Krediten sür Barmat benutzt haben. Nichts dergleichen kann irgend- einem Mitglied der Partei bisher nachgewieftit werden. Heber Dinge, die auf dem Gebiet des persönlichen Taktes liegon, können wir später reden. Gerade die Sozialdemokratie hat alles Interesse daran, daß der ganze Fall Barmat restlos aufgeklärt wird. Für jede Be- hauptung in diesem Fall ist Beweis zu fordern. Was der Genosse Barth sagte, klang wie Töne aus einent alten eingefrorenen Post» Horn. Man sollte heute nicht von Genossen-, die in führender Stellung sind, so reden, wie es der Genosse Barth tat. Es kommt jetzt darauf an, daß wir nicht mehr an das Vergangene, sondern a n die Zukunft denken. Wir wollen versttchen, aus der Vergangenheit herauszukommen.(Stürmischer Beifall.) Gcnosie Breit- scheid weist den Vorwurf, daß die Partei auch jetzt wieder chativi- nistische Politik treibe, energisch zurück. So lange als möglich aber müssen wir versuchen, die Bildung einer Rechtsregierttng zu verhindern. Es ist sicher, daß die Kam- munisten viel weniger energisch gegen eine Rechtsregteritttg an- kämpsen, als gegen eine Regierung von Sozialdemokraten.(Zu- stimmung.) Für uns sieht ses«. daß ein Kabinelt Luther die schärfste Opposition der Sozialdemokratie findet.(Stürmischer Beifall.) Ms Ser Partei. Aortschritte der Unabhängigen Arbeiterpartei Englands. Der Londoner„Daily Herald" veräsftntlicht einen Artikel aus der Feder des Sekretärs der Unabhängigen Arbeiterpartei, des Genossen Fenner Brockwan, in dem der starke Aufschwung der Unabhängigen Arbeiterpartei in den letzten Jahren festgestellt wird. Im Jahre 1022 hatte diese Partei 614 Sektionen, 1923 war diese Zahl aus 637 gestiegen, 1924 zählte man 772, und �1923 sind es be- tZ>«Iii. T'.i Ufic Mitglicdcrvcrsammlunü im Lolel Cchadc, Btrllr.er, (£t£c StHMfroftt. Vortrag l>c»®«u. Hin», M d.?t.:„Die politische SflflC." 2. Vcrschiedciits Iunpsniiatisten?kmpeth«s. 7 Uhr Iuyrnbhrini, Lyzrum, Geriii»n!ostr. fK, äiUtfllittKtafciommümn 3ttnsl0iii«liftcii Ri«i>e:jchöne>»-ide. Ars. ß«n. Lepinski:„gsirck U!!.h Ziele d«r Iunssozialisicn.'- Plintilich vi 8 Uhr im Znsrnhhclm, Berliner Cirohc lTchiile). Erscheinen alle Pflicht. ZNorgen. Mttwoch, den 14. Ianvar: Mitgliederversammlungen und Zahlabende in Groß- Berlin: t. Abt. 7 Uhr Sdiutciiln Anausistr CS, Milqlicderprrs.rmmlunq. Nefercnl: Een. GnNav Sabaih. M. d. U. 2. Abt. 7S4 Uhr bei Ohngenrach, Kcnnua nbo i; lenstr. SS, Dortrog des Ge- nsssen Minifteriolbirettor Dr. Nah!, M. d. 2. _________....____. M B_. retts 1009. Ueber diese Vermehrung der Zahl der Scktioiien sind im den Londoner Aerhaiidiniigen steht der Zusmmnenhang der Besetzung, letzten Jahre in Schottland und im Süden gegründet worden: des Ruhrgebietes und der Kölner Zone ftst. Wenn die Kölner Zone. Schottland weist 61 neue Sektionen auf, London und der Süden 39. geräumt werden soll, mich zuvor das Ruhrgebiet geräumt werden. Warum l)aben die Alliierten nickt von vornherein erklärt, baß es ihnen unmöglich erscheine, am 10. Januar Köln zu räumen? Warum aber hat Herr Stresemann nicht über diese Frao« mit den Alliier- ten verhandelt. Herr Stresemann bot im Auswärtigen Ausschuß er- klärt, daß er einem späteren Räumungstermin zuge- stimmt hätte, wenn die Alliierten ihn mit technischen Schwierigkeiten begründe! hätten. Wir haben eine Reih? noch nicht rolistzlerter Handelsver- träge abgeschlossen. Nur mit Frankreich ist es noch nicht gelungen. Während auf französischer Seite die Gewertschasten als Sachverstän- jchnsUicher. sozialer. dige herangezogen wurden, bat es Deutschland nicht getan. Zweifel- siellen sollten. Aus den Berichten dieser Komitees ging dann z. B. los braucht Frankreich den tyntdelsvertrag. Aber auch Deutsch- W�k.Sozialistische Agrarpolitik" hervor, das so großes Auf- la n d b r o u ch t i h n., i sehen erregt hat. Die Jugendorganisation, die unter dem Namen Zum Schluß scwkr Ausfuhrungen ging der Redner auf den„Iugxudgiiden der Partei' bekannt ist, wurde zu Ostern 1923 ins M ag d e b u rg e r P r o z e g�em. Er wäre besser unterblieben, denn � gerufen. Ihr können Perjonen zwischen dem 14. und niemand koim mit absoluter«icherheit sagen, was er 1918 gesagt u>td 21. Lebensjahre angehören. Jetzt haben wir schon 126 Jugend- getan hat. Angesichts unserer Justiz war« ,-z auch beirr gewesen, sich, gjsdcn. Ihre Tätigkeit bewegt sich aus kulturellem und geistigein nicht an diese Gerichte zu wenden.� Es �qibt�doch schließlich aiich Falle,(getzjete. ober den Gilden angeschlossen sind auch Sportorganisatio- neu. Unsere Absicht ist, bei jeder Partcisektion eine Jugendgilde zu Merkwürdig ist, daß ich seststcllen muß, daß das flache Land dabei den größten Teil beigetragen hat. Zwei Umstände spielten bei dieft», Vorwärtsschreiten der Unabhängigen Arbeiterpartei eine her- vorragende Rolle: die Vermehrung der Bildungs- a n st a l t c n der Partei und die Gründung einer Jugend- Organisation. Außer den öffentlichen Versammlungen hält die Partei wöchentlich an die 1000 Meetings ab, die hauptsächlich S t u- dien über den konstruktiven Sozialismus gewidmet sind. In den Hauptquartieren wurden Spezialkomitees ernannt, Sehncr. sZcaitsturln- .|.......... I____ I tglieberetf jammluna. Dortcon ito«Ben. Dr. Sfoltan:„Unlerr LteNiiny jum Stsiflt." t.«Bt. 7� Uhr Zahinhend in den bedannien Lo'alen. 7. Abt. 714 Uhr Zahj-Ibcnbe bei Jtuic,-ZtreUher Str. 53, Dijll, Drrsstr. 7t, Dnhins, Schlrgrtftr. 9, Beirnu, PfUiflitr. I, Dirke, Bsyenftr. 19.— Die für Dienstag angeseh'.c Zur.ktienSrsitiunli findet«rfi Donnerofag, 7>4 Uhr, bei Dohms. Echlegctsir. 9. slan. 5. Abk. 7V, Ubr Zllhlobrnb in den bekannten Lokalen. ll',t..Arin-bof", Perleäeraer Str. 29, Ritalieberaersatnmfunz. Parlieifl des Gen. ibni'chmidt:„ZSohnanasnot unh Wohnlinqsefenb." Funklio nürfonf txent, b!« am Stanlag gaitflnden follie. ist Dienstag. abend»'.« Uhr bei Triim»«. Alensdurger Str. Z. Mitt.aoch abend irS Uhr Abirilungsoeifammlnng in der Schufaukl, Alt-Moabit 25. 11. Abt. 714 Uhr Zahwbende in den Lokalen Brrger, Lnhawstaake, lind itanfer, EohiowsknfiraAe. 14. Abt. 714 Uhr Zohwbend»: Stark, Putbusser Str. 14, sillwafh, Pud- 2tr. 24. Popen, Graun-, Edle sirimslrah«. 15. Abt. Pänkllich 7 Uhr bei Soldbach, Pinctapl-rh 7, MtzUederverfarnin» ..!Z!N- Bortrap des Gen. Dr. Moses, M. b. R. 15. Ab!. 71z Uhr pcnwinianKr Zadlabend bei fkrlfzrr, fiaffiterrfti. 34. Zlrfe. re»!.- Genosse«rrur Richter. M. d. L. 17. Abt. 714 Uhr Zahlabcnb de! Gerth, Depelrr Etr. 50, MiUfer. Tegeler. Eike Trifiskrah«. und Ufnrhmer, Trtstftr. 49. jü'%it- V''* lli": tzphdabende in den bctannten Lokalen. Ns- tzahiabend in den beianntrn Lokalen. - Uhr Zahlobend in den bekannten Lokalen. j«. 714 Uhr Zahlabcnd in den bekannten Lakrlen 22. Abt. 3 Uhr Zahlabend«: SSzolt, Fehmarns, r. I, Zladganm, PrUfsrler Str. 48. Senkel, U: rechter E:r. IN. "1- Abt. 7>,z Uhr Zah iahende de! Letnandowski. Seektr. VH, und Daube. . Miillersir. Gia Uhr Zahlabend« bei Sott,«niprvdeslr. K,«estner, Elbin« er Str. 24, und uahrenhol», Elltnarchstr. 9. Jj. Abt�� 714 Uhr Milplirbervrrsaminiunli bei Mchmann Se!stcnbur«er 27. Ab». 7!4 Uhr Zlihlabeiibe: Erndven Schillina. Lip'.nski und Sin.-,„ei Mchlbera. Olaudtistr. K. Gruppe Stolt be! Boadonewth. Sannenburper «trabe t. Gruppe T.romet kei Lehger. Kopenhouener Str. 27. -.9. Abt. 71z Uhr Miliilikderpertauimlun,, ltUerühetm. Don/il«ec S trabe«2. 5'«lraa des Senoflen Uutlncr. M. s. L.t.Ter neue Sloichbtu« nact. den IclXen sohlen.- 3#.«lbe. 7 UDe Zchulaula. PappelaNee 40 4t. Mltcliederdersammlui!«.«or- Uo» 5� GeirnfM«temih: RratcriinaSbilduiia und Ä».,lald-m»lr-tte." Abt.Iabcnbe in den dekannten vokalen. Bezirk 109 „„ bis Iis bei Wieble. Köntaböeraer Slrabe s/k. st-s.: Ken. Dl. Dich, 33. Abt. 714 Uhr Zablabend«: Wcgttcr. Stralaner Ailec 31. Hoffmann. Stra tauer«Oer. Sk- Marsarascndamm. lenfeitS der Dahn bei Kieuih. Simoti- Dach-Stratze 24. lieber akl Dorträae. 35. Abt. Zadlob-Nbe.n folaenden Lokalen: t. T SP per. Rtaaer Sirahe t. Schale Sernonterftr. 20; 3. Douil-e.«otutflr. 25; 4 Barlo«!: Schreiner gr. 82. SS. Abt. 714 öht Zabsakende; 1. Krupp r Arsch oklsitcr stratze 27. Dortraa der Scr-oslen Thielemanu und Saas: 2. Gruppe be'. Siebermann Zorn borser 6 trat« 9: 8. und 4. Gruppe d<: Sittschub. D-te-dSuriier Str. 3. 37. Abt. 714 Uhr Zahlaveiibe: I. Bezirk Sei ktnrrak.»öllvsburgftr. Ii; 2. und 3, Bezirk bei Jerafch. vberkpftr.>0; e. s-z>-. Bezirk de- Mllller Motternltr. 44. 2S. Abt. 717 Uhr Zahlabende:«etirk Ii' and ISv de! Steuuft. Palifadei, frttfic 71, Ref.: Gen. csrauk«! Bezir! 155 bei Trumck, Palisade ustr. 20 1 t-4 und. 155 bei fioachak, ufttittutBOler Strohe 12: t.7, unr 15? bei Barlnsch. slriedenitr. 8K. Lies.: SenaOe Aomeis:!ch> bei 22«. 5 Zriedenstr. 53. Net.: G-itoffe Dartrts: 193/85 bei Zikchrr. Üichlenorr.te. ztrahe 20: 180,'87. 138 und 195 be! Mottwi«, Purtllmsir. 12. ,4.'i.: r«.--:. .hädirke: I8Sa he! skpsenberg, Langenbelksir. 1. Ref.: Gcuossc Doä; lrl 189« bei Thintn?. Bilhtlm-Tloi.'e-Ttrav» 34. 9!e'.:3!eno's? HUbner. „9. Abt. 6 Uhr Juaendheim Linden str. 3. tzunliionärlixunz.— 71» III« ebenda M!tal!e»eidersammlu?ia. Brrtra« des(Zenolsen Ekardt:..Or«,, ni'atoriside Eraaen." 4V. Abt. Tie gabladendc am 14. Januar lallen ans. Mitaüederversamin!!,«« am 28. Janaur. 41. Ab». 71» Uhr Zablabcnde: I. und 2. Gruppe bei Simon.-Vclle-Auiuncc. -trasi? 30; 3. und 4. Gruppe bei Schuster, ühomtgopla» 4; 8. und bei Luhe. Deramannltr. 02; 7. und 8. Gruppe bei elllenbr Giteifenaii l trage 0». 42. tibi. Zahlnbende>n den bekannten Lokalen, kleherall wichllne Be- -prechttiiaen. 43. Abt. 71h Übe Zodiabend in bei: bekannien Lolalen. 44.-Abt. 71- Uhr Aeickenberacr Hof. Rricheuberr.er Slrabe 147. Dortraa des tgenoffen Stellina. M. d. R.:..Die aiixenblilkliche Loge.' 45. Abt. 7 H Uhr Zadlabend; Dlinnia. Lausiper Slnthe«4..hedeltreU. zteichrnberrer Strait 124. SSinzier. Aeichenl-eraer Slrasje 104. Liclia. Wiener S!r. 57». 9ieseieni.-n: Grohn. Siewcr:. RelKner und Malter. 40. Abt. 71h Uhr Schulnnla Rranaelstr. 85. DÜIalirdervcrsammiutm. ztor traa:..Sozialismus und Meiioüenschastcn." Des.: Senosse iSiililcr sen. 47. Abi. 714 Uhr bei Dehrcndi. Dlaiiteusseistr. 95. Dorlraa dko Genosse» .»riiacr;..Die LteoicrunaSbilbuna.' 43. Abi. 714 Uhr bei Gliesinq. Aaffertorstr. 03, Bvrlraa dek Genolsen Aeii ler:..Die politische Lape." Eltarlottenbnr«. 51. Abt.-jablabende: 1. Gruppe Köniatn-Slisab-Ib-Str 6, 2. Gruppe Dankelmannstr. 1. 3. Kruppe Dankclinanniir. 19.— 53. Abt. 714 Uhr Zah lab ende: I. Bezirk br! SStarifarSI, CraSmuSstr. 2. 2. und Bc-irk. ctntchliehllch Plübeiifec: be! Lur Suitenftr. 20.— 54. Abt. 714 Uhr Zahlabenbe: Gruppe 0 und 7 Juaendheim ütoslncniir. I. 3. Gruppe am Donnerstag 714 Uhr bei Bilbnemann. Hcimbolpstrage.— 55. Abt. 714 Uhr FunktionSrsidnna bei Aeiiner. Wümersdorser Str. 21. � 50. Abi. I. Gruppe 714 Uhr Mitaiiedcrpersammluua bct-Diersg. ganlstr. O'a. 2. Gruppe.äolzendorsttr. 20.— 57. Abi. 2. Gruppe: 714 Uhr Zahlobend bei Thunach. Siclandstr. 4.— 53. Ab,. 714 Uhr im S! hnnaSsaal. Rankestr. 4. v. I. Mitaliederdersammluaa. vortraa de.: Genossen Dr. Seliltsohn über:..Ter Maadeburaer Tro-eb. Abrcchnuna. die ihre Stellungnattme gegenüber der soziaiistischen Politik in wirt- "' M■' l, sinanzteller und tnlernasionaler Beziehung ftst- »u. Abt. Spandau. 8 Uhr bei?Sinb. Dichelsdorfer Etrah« 6 ivlitalirber perlummlan«. Dur traa des Genogen Puttkamer;..Tie.«utgaben des die unsere Ehre nicht berühren. Der Magdeburger Prozeß ist siäjcr- lich der Ansang einer großen Kampagne gegen den Reichsprästdenkev und d i« S o z i'a l d e m o k r a t i e. Die Ausdeckungen von Korruptionen aller Art gehört aus dieselbe Ltnt«. Es niög fein, daß im Bar- mat-Konzern nicht alles in Ordnung fiemefen ist. Aber glauben Sie, dost, wenn man z.B. den S t i n n« s- Konzern gerichtlich unter- suchte, ob man da nicht auch vieles sönde! Es war« z. B. interessant, die Verwendung der Ruhrkkedite nachzuprüfen.(Zu- s immung�� � Desensioe in die Ossensioe übergehen. lGro- ber Beifall.) Erinnern wir an die Untersckiacningen in völkischen Ttudentenorganisationen, erinnern wir an Herrn van den Kert- hoff. Erinnern wir die Kommunisten daran, daß ihr Herr K c e n e n bei Barmat ein Konto von<099 Goldmark hat(Lebh. �)ört, hört), und daß er versucht hat, Bormat mit der biondels- obteilung der rufsischeti Botschcist und in Paris mit Herrn Krassin zufantmenzubringcn. Man hat versucht, die Sozialdemotratie und einzelne ihrer Angehörigen mit den noch nicht bewiesenen Ver- seblungen der Barmats in Verbindung zu bringen. Die Sozial- demokrotie und all« ihr« Mitglieder stehen rein da. Es hcmdslt sich sur unsere Gegner darum, die Sozialdemokratie als.korrupt hin- gründen." Sius«»d»t»ge» für dies« Rubrik sind Verl«» SS.«8. Sindeustrahe 3. G parteinachrichten für Groß-Sttlm stet» m Da»«ez>rk»I»rrrtart«t, 2. jus, 2 Trep. recht», ja richten i. jt»«!,©ilaifcbori Mi'two». den 14. Januar, abends 8 Uhr, greis. ' mitaliederverkammlun« im Liktoriasarlen, Wühelmsaue 114/115. Lor- tra«:..Der Maad«d»ra-r Droz-h und tic vslitii»- Las-." 0.«re!»«reutbetg. Üemuunale üonfercnz! Donnerstag, den 15. Januar. obends 7 Uhr. im Ethungstaol des Bezirksamt«» Porlksir. II, kommunal« Konferenz. Vortrag des Seil. V. Sirich, M. d. L.. Wer:.Kommunal- Politik." Daran nehmen teil all« beruflich und ehrenamtlich tairgeu Se- nolsinnen und Genossen, Bezirk», und Stadtverordnete. Sladtriite der EDD. sowie die Kommunale«oiinnission. Di« Obleute der W-etlungen miisjen bestimmt anwesend sein.— In txn am Mittwoch siatttindenden Abt-ilungovcrsamntlungen und Zahlabcirden ist auf diese Konferenz hin- zuweisen. heute, Dienstag, den 13. Januar: 21. Abt. 7>4 Uhr Zunktionarsthunq bei Fritsch. 21. Abt. 714 Ulir sfunktionärvcrsammlung bei Böhm. Mapstr. 18. Die Be- zlrkssllhrer müssen sämtliche Liften und Billett» abrechnen._.._ 137. Abt. SlciiiMtakotf.ntlL Dienstag. 714 Uhr. Bolkshaus. Funktionär. ütwng.— Mittwoch ebenda Zahlabend. neuen LIeichSlaaeö.' es. Abk. Wilmersdorf. Der tzohlakenb sindrk erst am 21. Januar sto». Jeder Genosse betnchr am 1«. Januar dir jerz!4niilsli?>c:persamml::na im Äiktorlogarten.'Lorlrog:..Ter Magoct-urger Prozeb und die v»!! tiiche Lage." Gllsle, durch Seuossen«ingesUhr:, haben Zairstt. Schpnrderg. 77. Adr. 7>4 Uhr Zghlsdende: 1. Bezirl bei Mite.:3?i.ei: dorsslr. 18, 2. Bezirk he! ILrgens. Barhorossgstr. Sa. 3. Bezirk sei Wit- kowSlt. Martin-Lulher-Zlrabe 78. 4. Bezirk bei Süll. MarUn-Luther- Strohe 09. Referent: Ginosse Lippcrt. 7« Adt. 3 Uhr Zahlabrnde fiaiiMft, UBadnftr. 25. Referent: Genosse Poehike bei Pohlmgun. Haup!- i'ras,e 8. Resertnl: Genosse Mollenbuhe. bei K»n!z. Zeurig.. lide tlri;--GeorgoEttrijir. Ref.: Gen. Sagsmann. bri RasenwL, Eh-rs- stras.e 00. Aes.: Genosse Willderg,— 73. Adt. 714 Uhr Zahla.bende: l. Bezirk: Lokal tirnt:, Bauhener Sirake 10, 2, nnd 3. Le.irs: liiftl ivuser. KSnigdweg 42. 4. pi5 3. Bezirl Gross. Sedanilr. 17.;3ls.: Gr possr Lendi. 7. Bezirk: Dottlchttst. SachsetA-amm. Site Reichardlftraite. Res.: Genast- Duhms. 8. Bezirs: Lindenhos. tm Lolal vlchtenhngeii.-!e<.: Genosse Czeminbli. In allen Iahladrnden Vortrag Sder:..Dir politische Lage.-— 80. Abs. 714 Nbr Iablabenb«: 1. SIS 3. Bez'.rl: Gürlich. Anben?-. Ecke BeggSslrasse.?. Be.iirl hei LSftn. Aubentstr. 49. Tsietua in beiden Bersgmmlungcn:..Tie politische Eilnalion/' 82.?tb>. Sicgli». Zablabend in den dekaunten Lokalen. 84. B.tU. amifraitk. 8 Mir Mitglied erveriammlung bei L-bmonn. ttorlr.ig des Genossen TIammsurtb vbsr:..Moderne Erzieiungdsrag-n." Genosse Therfftiiger spricht über:...Kommunale klnaelrgenbeit«:. 86. Abi. Marieadors. 714 übr Zahlabende: 1.. 2. nnd 7.(StnipSe bei Neu mepcr. Kaikeiftrassc. 5. bit> 6. Gruppe bei klrendorf. Ebanstc-slr. 19. 8. b'ii 10. Gruppe bei Flnbelscn. Jricdenstr. 0. Tagesordnung: Derichl der Nezirksverordneten. 87. Abt. Mgricufcldc. 714 Uhr Mitgliederversammliing bei Schuster. Kirch straft« 0�. Bartrag de« Genossen jlicü'clj:..RkgirrnngSbildung Ni-d?o- aialdeirokratte." 88. Abk. aichirnrade. 7'4 Uhr Miiglieberpersamtnlung. Schule Zlconstrasse. Wichtige ssogcbordnnng. Reukilln. 89. Abt. 7>4 Uhr Zablabend«: t. bis 5. Lrzirk und 7. bis 8, Bezirk bei Stahl. Sanderftr. 11. 6., 11. und 12. Bezirk be! Gläser, Bannier-. Ecke Pslüaerslrafte. g.. ig., ix.„nd Ist. Bezirk bei Schulz. Sabrechtstr. 04.— 90. Abt. 714 Uhr Mitglieberdersammlangen: 13.. 17. und 24. Bezirk bei Dreftnei. Kaiser-tzriedrich-Ttrasse 239. 15. und 20. Bezirk be! Fnbn. sluldosir. 45. 16. und 25. Bezirk bei Janicke. Janlasir. 11 02., 23. und 36. Bezirk bei KchiNler. Tonanstr. 118. 74, und 43. Bezirk bei Gross. sRnnchcncr N raste 53. 35. Bezirk: Jbealkaslno. Bleichselsir. 8. Ueberoll Vorträge. Gäste löillkowmen.— Ol. 219, 714 1>br StJtclIunfliMv'nmmlim««. Saal, tftarvaarle--.««k.: Genosse ilstar tzechner.— 92. Abt. 7 15 Ubr ZahIa5c"Sc: Be-.irl- 17. 2». 30 de: Klein. SÜIdenbruchstr, 15. Bezirke 27 32. 29/33 Schule Elbestraste. 81/14 45 BZ bei W»M. Ka!s-r°?lrtcdr!ch�irap,c 173. Vortraa des Genossen«url Gärtner. Bezirke 46. 47 und 59 bei Dab'e. Rieft, artfit. 108. Bezirke 78/73 bei Schneider. Nolenstr. 7.— 0S. Abt. 714 Uhr Mitgliederversaim» lnng bei WoM.«irchhofNr.«. Vortrag best«enoften SOwenstein M. b..,®ic botitifdis Saat.' DurS Vartelaenosscn cinacFSBtte WSste babsn Zutritt.— 04. Abt. TA Uhr Zahlabende: SI.IM. Bczir! Lokal flcnim. ScI-bowNr. 11, C4. SHttt Lokal Nielisch. Zicthcnflc. 40, «5., 68., 76. und 78. Scjirl Lokal Günther, Schiller?ronienade 11.— »ö. Abt.-'■! Übe Ableilnuqsvcrsammluna chci«riea-r. LesNnallr. 6. Vor- Ican des Genossen ttlauhner:..Die Politik im Reich und Preußen. Em- ,,,bcn!— 90. Abt. 71 j Uhr Wolffs ideselkschastöhanS. ttlrchbosstr. tu. Vortrag des Genossen üur! Heini«:..Die Politik der So�'.aldemolratie nach den'Wahlen.— 97. Abt. 7A Uhr Zahkabendc: 79., 89. und 92. Be- iitl bei jtubti. Leinesrr. 1, 00. und 91. Bezirk bei bischer. Warthe- itratze 07. 101. MS 100. Bezirk bei Uriiacr. Emier-, Ecke Neuneftrabe.— 98. Abt. 7M) Uhr Zeichensaal der Schule Mariendarser Weg 60/70. Mit- alicderversainmluna. Vortrag bei Genossen otünstlcr. M. d. R. 10t. Abt. Tecotow. Ter 4. Bezirk tagt im Lokal Beermannstr. 1. 5. Bezirk bei»trugmann.?lm Trcvtower Park 26, 8. Bezirk Lokal Elseneck. Kies- bolzstr. 33/24. Portraa deS Genossen Tbeeck. 10'2. Abt. Baumsaiulenweg. 7'A Uhr'Olitgliederdcrsammlnng. 103. Abt. Lberschöneireide. TA Uhr Ztealglimnasium Zevvesinslrahe. Vorttaa des Genossen Albrecht:..Die valitischc Lage und die Sozialdemokratie." 194. Abt. Ni-d-rschöneweide. 7-i, Uhr Rest. Schmitt, B-rksincr, Ecke Rudower Straße. Vortrag des Genossen Dr. Witte:„Tie brennendsten Sraaen der Gegenwart.".„ 165. Abt. AdterShos. 7>2. Uhr im Fenerwrhrdienkiaebäude Selchowstratze. Vor» trag des Genossen Ruhen:„Mietekrecht und MioterPslichtrn." 106. Abt. Z-Hannis-Hal. TA Uhr bei«chr einer. Oiriedrichstr. 0. Vortrag des Genossen is-reund:..Die Aufgaben der Partei nach den ReichSlagswahlen." 107. Abt. Ali» Glienicke. 7'A Ulir O.tütgliedcrvrrsammluna bei Thiele. Schirner- sttaße. Vortrag des O'cnossen Wagner:„Der Sozialismus bon der Utovie zur Wissenschaft."__ 108. Abt. Köpenick. 7>h Uhr Mitglicderdersammlnng bei Scholz, slriedrich- straßc 31. Vortrag deS Genossen iweuer. Lichtenberg. 114. Abt. TU Ubr Mitgliederversammlung bei Lauter. Krossener Straße 14. Vortrag des Genossen Karl Dresscl.— 115. Abt. Die Ab- teilungSdersamminnn findet erst am 21. Januar Schulaula. Kronprinzen- ssraße. statt. Tic Zablabendc fallen aus.— 110. Abt. 7% Ubr im Gesangsaal der Kuabcnmittelschulc. Markkttr. 13. AbteilungSversamm- lung. Vortrag de? Genossen Dr. Lohmann:..Die politische Lage."—■ 1 17. Abt. 7>4 lUre SÄniturnhalle. Liicksir. 03._ Vortrna de? Genossen Dr. Sassau:„Die wirischasllichc Entwicklung Truischlond?."— 118. Abt. 754 Uhr bei Tempel. Gudrunstr. 7. Vortrag Oes Genossen Landa:..Tie Aufgaben des neuen Reichstags."— 119. Ab«. 754 Uhr Eecilienlhzeum 'AbteilungSdersammlung. Vortrag de? Genossen Dr. FriedländcrS„Poll- tische Nciseeindrücke NU? Enalond und sssraulreich." 122. Abt. Biesdorf. 754 Uhr bei Porath. Marzahner Straße 21. Mitglieder- dersmnrnlnng. Vorttag des Genossen Klüsener:„RegierunaSbilduna." 1ZZ. Abt. kanlsdorf. 754 Uhr Mitgliederversammlung im Zeichensaal der Schule Adolfstr. 26. Vorlraq des Genossen Klobt. I«. Abt. MahlSdors. 754 Uhr Milgliederversammluna bei Anders. Bahn- hofffrafte. 125, Abt. Weißensee. 754 Uhr bei Galla?. Lehderstr. 122. Mitgliederversamm- lung. Vorttag des Genossen SwoNnSIp. 127. 2lbt. Hohrnschönhansen. 754 Ubr Schule s-relenwakder Sttaße 616. Mit- glicoerdersammiung. Aorirag des Olenossen st. Schwach:.Politische und wirlschgftlichc Verhältuissc in Sowiettußland." 123.430. Abt. Pankow. 754 Ubr Mitgliederpersammlnna Schllkaula Grunow» ltraße. Vortrag des Genossen olrunz Kohle. M. d. R. 131. Abt. NicderschöNhause». 754 Uhr Zahlabcnd in den bekannten Lokalen. Die BczirkSsührc" laden ein. 133. Abt. Buchholz. 7>4 Ubr bei Rossack. Hauvtstt. 71. VorltandSwahI. 134. Abt. Buch. 9 Ubr bei Göpfert. am Bahnhof. Mitaliederversammlung. Vortrag des Genossen Tänbert:„Die voiiiische Lage." 135. Abt. Karow. 754 Uhr Zahlahend an bekannter Stelle. Abt. Reinickendorf. Oft. 7>4 Uhr Bezirksabende in folgenden Lokalem: 1. bis 3. Bez.: Lokal Kossack. Provinzstr. 61; 4., 5. und 6. Bezirk: Lokal Kunze, Ecc-, Ecke Aegirstraße, 7., 8. und s. Bezirk: Jugendheim Seebad, Resibenzstr. 49, 10. und II. Dezirk: Konditorei Steinbach, Schillerpromc- nade 43, 12. und 13. Bezirk: Jugendheim, Seebad, Residenz str. 19, 14., 15. 1 und 16. Bezirk:: Lokal Lehmann. Souptstt. 56 57. 133. Abt Keemsdorf. 8 Uhr Lokal-Böttäicr, Waldsee-, Ecke Berliner Straße, i Vortrag des Genossen Hirschberg über dl«„Reqierungsbilbnng". 146. Abt. Barflgwaldc. 7>4 Uhr Zahlabcnd im Loka" Boitschach, Ernst slr. 1. Tagesordnung::„Partei und Gewerkschvstcn. Reßerrnir Gen. Ziska. Sympathisiere:idc:-»8„VorwärtsAeser willkommen. Borhcr pünktlich s 6 Ubr VorstandssißnAA ebenda. :46.:..AM. Wittenau. 8 Ilhr bei Richard Scknilz, am Bahnhof, Mktgllede?» nersammiung. Boritaa des Genossen Göring. 141. Abt. Rasenthal. 754 Uhr Zablabend im Lokal Schmidt, Lrndrnalle« 43. Vortrag des Genossen Boß über:„Krankenkasssnwesen." Rawawea. 754 Uhr Tunktionärsihuna im Lokal Z-isenke, Dallstr. 55. Stellung» nähme zur Stadtoerordneleirwohk. � Sterbetafel üer Groß-öerliner parteZ-Grganisation � 29. Abt. Die Einälcheruna des pcrsiorbcnen Genossen Pauk islegel. Seil«- i-ldersirvßc 20, findet Mittwoch, den 14. Januar, abends 6 Uhr, im Krema. lorinm Gerichtstraßc statt. ?ugenAveransta!tungen. heule. Dienstag, den lZ. Januar, abends 7% Uhr: i11 9 Zugendwerbnaa de, Werbebczirk» Reuköltn: Rogatsir. 53, Vortrag: i/Z E-.„Ardcitcriugend und Lebensreform": Köllnische Seide sBärwinkel): Vor- hj Üi trag:„Arbcitcriugcnd und kommunistische Jugend": Schicrkestt. 44: M Ms„Arbeiterjugend und Wandern": Kaiser-Jriedrich-Stt. 4(Schule): Bor-:= P trog:„Geschichte der Arbeiterjugend." Wedding. Nord: Schule, Müllnstt. 48, Vorttag:„Unterm Sozialistengeset,." — Rordrlng: Vorwaris-Spcdition, Greilenhagener Str. 21, Vorttag: Sexuelle Trage."— Moabit II: Schule, Steyhanvlaj!. Mitgliederversammlung des Werbcbezirks Ticrgarien.— Roscnihalcr Vorstadt: Schule, Sipsstt. 23 Vortrag:„Alt-Berlincr Humor."— Seneselder-Biertel: Jugendheim. Oderberger Stt. 57, Vortrag:„Sexuelle Trage."— Säi-ft G.-B.: Schule, Görliher Stt. 51, Vorttag: Was ist Religion?"— Westen: Baugewerksschule. Kurfürilenstr. 141, „Karl-Liebknecht- und Ziosa-Luxemburg-Gedächtnisfeier."— Wilmcrsdois: Jugendheim. Sildegordstt. 4, Vortrag:„Kulturzielc des Iuugprolctariats."— Marien dorf: Mie Schule, Dorfstt. 7, Vortrag:„Bub und Mädel in der Jugendbewegung."— Steglig I: Jugendheim, Albrcchtsir. 47. Mitgliederver- sammlung.— Adlershos: Jugendheim, Bismarckstt. 13. Dorttag:„Bas ist Sozialismus?"— Rcinickendorf-Ost: Seebad, Residenzsiraße, Vortrag: „Marxismus." Vorträge, vereine unü versammlnngen. Reichsbanner„SchmarvRol-Gold". Gefchäslssttl!« Berlin® 14 Sebasiianftr. 37/38 Hof 2 Tr, Kamcradfibast Trikdiichohain. Dienstag, den 13. Januar, abends 7 Uhr, außerordentlick' dringende Mitaliederversammlung im Vcr» einslokal Truckitstr. 36-. Sämtliche Kameradcn müssen erscheinen. Tahnen sind nach dem Veremslokal zu dringen.— Kamerad,'chast Tiergarten. Diens- bei Müller. Ufersir. 12.—«ameradschait Kreuzberg. Donnerstag, 15. Januar, abends 714 Uhr, Bersammlunq in de-.: Blüchersälen, Blücher-, Ecke Urban- sttaße. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen Pflicht.— Kameradschast Reu- kölln. Dienstag, den 13. Januar, abends pünktliä, 7 Uhr, Antreten Her- mannplah. Vollzählige Beteiligung außerordentlick, erforderlich. Verband der Zntcresientcn zur Erlangung der Avswcrtung»on Rrichs-, Staats- und Kemmnnalanlciben asw.. E. V. Hauptversammlung am Mitt- ir och, drn 14. Jan>«r. nachm. 5 Uhr. in den Hohenzvllern-Tcstsälen. Ehar- lottenbnrg. Berliner Stt. 105. Au»n>eis Mitgliedskarte. Berliner»rsellschatt für Sssentljch« Gesnndhcitspslca« E. B. OrdcnNichc Generower sammlung am Dienstag, den 20. Januar, abends 754 Uhr, im Hygienilchen Jnstttut der Universität. Dorotheenstr. 28a. Gäste willkommen! Bokks-Tcuerbestattungsvettl» Sroft-Bcrlin 1913, Disttikt 17, Renkölln, Brist. Buckow, Rudow und Köllnischr Heid«. Die Wahl der Delegierten findet am 16. Januar, abends 7 Ilhr, in den Passage-Tosifälen, Bcrgstr. 150/151, statt. Ohne Mitqliedsbnäi oder Aufnahmcquittung fein Einlaß. Arbeiter- Radio-Klub. Bezirk Schäncberg. Am Donnerstag, den 15. Ja- nuar, 754 Uhr, Zulammenknuft aller Mitglieder und werktätigen Radiofreunde bei Rofeirlhvl. Schöncberg, Ebersstt. 66. Gäste willkommen. Zunqprolctarrscher Bund, Bezirk Westen. Am Mittwoch, den 14. Januar, flndei in, Sacckrl-Saal des Instituts für Serualforschung. In den Zelten, Ecke Beeihooenstroßc,«in Borirag des Dr. Besser über das Thema:„Die Gcschleckttsnot der Jugend" statt. Anfang pünkilich 8 Uhr. Unkostcnbeiirag 80 Pfennig. „Demokratt'scher Stndentcnbuad" Berli». Professor M e i n e ck«, Direktor de» Historischen Instituts der Universität, spricht am Trettag. den 16. Ja- itoot. abends 8 Uhr. im Aulagedäud? der Universität. Hörsaal III, Wer„Rc- publik. Bürgertum und Jugend". Als Ausweis dient Studenten- bzw. Gast- karte. Schriftlich« Anfragen sind zu ricksten an H. Roth«. Berliu-Schonc- berg, Hauvtstt. 24/35._ Weiler für Berlin: Vorwiegend wolkiges, neblige? Weiter; Temperatur etwas über Null Grad,— Aür veulschland: In ganz Deutschland nebliges, wolliges Wetter, nur Westdeutschland clwaS aufklarend. In Süd- iind Westdeutschland Frost. Oiesjähriger Wintersport. Aorrveg sei bemerkt, daß dieses Thema durchaus zeitgemäß ist. Zwar blühen draußen statt der Eisblnmen die Stiefmütterchen noch und die Veilchen schon, als wenn wir den Ansang vom Herbst oder Frühling hätten. Ferner fallen die Fußballspiele nicht wie sonst wegen zu starken Schneefalls, sondern wegen sumpsartiq aus- tieweichten Bodens aus. Aber der Kalender sagt uns deutlich, daß wir in der Hauptsaison des Winters sind, und deshalb müssen wir uns auch mit dem Wintersport beschästigen, obgleich derselbe einstweilen nur in der S p o r t p r c s s e existiert. Da gibt es viel zu berichten von den Schneefällen im Gebirge, die recht stark find, uni dann am zachsten Tage bei 7 bis 8 Grad Wärme wieder bergab zu fließen. Für den rechten Wintersportler ist das unangenehm, aber der Wintersport ist für viele Leute auch eine sehr angenehme Modesache, und wer über das notwendige Kleingeld verfügt, iann trotzdem die Winterfreuden genießen. Die Hauptsache für die M o d e s p o r t l e r ist nämlich die sportgemäßc Ausrüstung, das schicke Kostüm, die finanzielle Bcwegungsmöglichkeit, alles andere f'.ndct sich dann schon. Es ist natürlich sehr wenig angenehin, die aufgeweichten Wege vom Tal hinaufzuklimmen bis zu den Höhen, wo der gefrorene Boden und glitzernder Schnee winkt. Diesem ilebelstand wird neuerdings dadurch abgeholfen, daß man die s?0�nt,0rt'<:r Flugzeug sür einige zehn Mark mitten in die Wintcrpracht hineinbefördcrt. Dann geht's per Fuhrwerk in die nächste Zentrale der sashionablen Gesellschaft, wo für allerlei nette Unterhaltung und Tanz in hohem Maße gesorgt ist. Unsere großstädtische Arbeiterjugend sieht von alledem freilich nichts, da sie durchweg auf den Wintersport in der Umgegend Ber- lins angewiesen ist. Die neuen Weihnachtsschlittschuhc. Rodel- schütten und Skier ruhen in der Kammer und trübselig denkt alles daran, ob wohl endlich die Gelegenheit zum praktischen Gebrauch kommen wird? Aber auch die Ärbeitersportverbände warten nun- niehr auf einen Umschwung der Witterung, um die angesetzten Wettkämpfe austragen zu können. Der 4. Kreis des Ar» deiter-Turn- und Sportbundes hatte vom 10. bis 13. Januar einen Wintersportkursus nach Oberwiesental im Erzgebirge angesetzt, der das organisatorische Fundament für den sächsischen Wintersport schaffen sollte. Hier wird der Skilauf An- fängern und Fortgeschrittenen in getrennten Abteilungen gelernt iverdcn mit anschließender Prüfung. Jedenfalls wird dieser Kursus aber auch wegen ungünstiger Witterung auf einen späteren Ternün verschoben worden sein.— Der 5. Kreis der Arbeitersportler hat für den 18. bis 2ö. Januar ebenfalls einen S k i k u r f u s auf dem Ferienheim Stutenhnus am Adlersberg im Thüringer W a l d angesetzt. Dieser.Kursus beginnt mit Aorträgen über die Geschichte des Skilaufs sowie den gesundheitliechn Wert und die Bedeutung des Wintersports. Anschließend theoretischer und prak- tischer Unterricht sowie eine Abschlußprüfung für Skiwarte. Die Unkosten sind wie folgt festgesetzt: Schlasen 60 bis 75 Pf.. Mittag- essen 6,75 bis 1 M., Kaffee('/, Liter) 10 Pf. Für gute Unterkunft ist gesorgt.— Am 8. Februar soll unter Leitung des 4 Krciies lSachfen) der Arbeiterfportlcr ein S k i- L ä n d e r w e t t k a m v f Sachsen— Finnland in Geising-Altenberg stattfinden. Ein eigenes Wintersportheim in Allenberg gibt gute Gelegenheit, dort Sportfeste in größerem Maßstabe abzuhälrcii. Es stehen 100 Quar- lirrc zu je 1 M. zur Bersiigung. Zur Ausschreibung komnien Langlauf und Sprunglauf. Meldungen sind bis 25. Januar an Artur Engel, Dresden-A., Poststraße 15, zu riäiten.— Die größte Ber- ausraltung wird aber das Winterfport-Olympia in Schreiberhau im Riesen g�birge werden— weiin der Wcltergott voin 31. Januar bis 2. Februar sür den nötigen Schnee sorgt. Dieses Fest soll die Einleitung des Internationalen Olympias werden, das der Arbeitersport im Juli nächsteu Jahres in Frank- surt a. M. abhält. Zur Teilnahme haben sich bisher außer Deutsch- land auch die Tschechoslowakei und Finnland gemeldet. Der Fest- beitrag beträgt 4 M., derselbe berechtigt zum Eintritt bei allen Ver- onstaltungen und enthält den Beitrag für 4 bis 3 Nächte Quartier. für das Festobzeichen und das Festbuch. Der Festbeitrog ist an Bcrthold Opitz, Petersdorf im Riesengebirge, die Ouartieranmeldung an Fr. Tietz, Mittel-Schreibcrhau im Riesengebirge, umgehend ein- zusenden. Der Wintersport kann als der gesündeste Sport bezeichnet und seine weiteste Verbreitung nur gewünscht werden. Die herrliche reine Winterluft ist für die Lungen ein Labsal und flotte Bewegung bei Laus und Sprung wärmt den Körper durch und läßt die Wangen erglühen. Wer nicht ins Gebirge zu einer dieser Ver- aiistaltungen fahren kann— und das ist leider noch die große Masse— der wird auch in unserer märkischen Heimat seine rechte Freude und Lust an der winterlichen Natur haben. Vereinstätigkeit, zu gewinnen. In Groß-Berlin ist man sogar dazu übergegangen, st ä d t i s ch e r s e i t s große Werbeoeranstaltuu- gen zu arrangieren, und als die Arbeitersportversine sich weigerten, daran teilzunehmen, weil sie prinzipiell gemeinsame Veranstaltungen mit den bürgerlichen Verbänden ablehnen, haben die städtischen Be- Hörden regelrechte bürgerliche Sportfeste arrangiert. Daneben macht sich auch in den st ä d t i s ch e n Schulen immer mehr das Bestreben geltend, durch Gründung von Jugendklubs der Schul- entlassenen den Turn- und Sportvereinen Konkurrenz zu machen. wodurch den Vereinen die Turnhallen entzogen, andererseits ein ganz minderwertiger Ersatz sür die Turnvereinsarbcit geboten wird. Diesen Tendenzen tritt erfreulicherweise ein E r l a h des p r e u- ßis che u Ministers für Volkswohlfahrt vom 27. No- vember 1924, der soeben veröffentlicht wird, sehr begründet entgegen. Bei der großen Wichtigkeit der Frage sollten nicht nur die Arbeiter- sgortvereine, sondern auch die städtischen Behörden eingehend davon Notiz nehmen. Festgestellt wird zunächst, daß die öffentliche Jugend? Hilfe niemals eingreifen sollte, wenn der Erziehung?- anspruch schon durch Vereinstätigkeit erfüllt wird. Das Jugendamt wird sich dann darauf beschränken müssen, diese freie- Jugendpflege zu fördern und zu weiterer Arbeit anzuregen. Es kann daher auch nicht in Frage kommen, die bestehenden Orts- und Kreisausschüsse für Jugendpflege aufzulösen und den Jugendämtern die Bildung entsprechender Ausschüsse anheimzugeben. Die Jugend» pflcgearbeit soll im wesentlichen Persönlichkeitsarbeit der freien Vereinigungen sein und nicht von einer Behörde geregelt werden. Auch den Kreisjugendpflegern sind keine obrigkeil- lichen Befugnisse übertragen, sie sind gewissermaßen Anregung?-, Förderungs- und Beratungsstellen, die jedermann zugänglich sind. Es ist eine gröbliche Verkennt! ng der Sachlage, wenn be- hauptet wird, daß der Staat durch die Bewilligung von Geldern aus dem Jugendpilegesonds zum Träger der Jugendpflege ae- worden sei, denn der Fonds sei lediglich bestimmt zur Beihilfe für Veranstaltungen Dritter. Hingewiejen wird auch auf ein Schrei- ben des Deutschen Städtctages vom 22. August 1924, in dem die Städte ausgefordert werden, vorläufig die Jugendpflege für Schulentlasseue n i ch l in den amtlichen Aufgabenkreis des Jugendamtes zu übernehmen, sondern in den Händen der O r g a n i- s a t i o n e n zu belassen, die sie bisher betreut haben. Es kann auch nicht der Ansicht beigetreten werden, daß bei der Entscheidung über eine staatliche Unterstützung der Iugendpflegevcreine dos Jugendamt des betreffenden Bezirks unbedingt mitzuwirken habe. Zum Schluß heißt es:..„ „Zusammenfassend muß gesagt werden, daß die Jugendpflege, deren Bedeutung für das Volkswohl mehr und mehr erkanut wird, am besten gedeihen wird, wenn sie weiter in den bewährten Formen freier Selbsttätigkeit arbeitet, aber von Staat, Gemeinden und Gcmcindcverbäiiden sowie von den weiteste! Kreisen des Volkes wie bisher nachdrücklich gefördert und unterstützt wird/' Diese Darlegungen dürsten von den Arbeiterorganiiatiouen zum großen Teil unterstützt werden. Die Behörden können die Be- strebungen zur Hebung der Volksgesundheit am besten fördern, wenn sie Turn-, Spiel- und Sportplätze schassen, ferner den Ber- einen durch finanzielle Beihilfen zur Hand gehen. Alle organiiatr- rischen und Provagandafrage» sollte man den Verbänden �selb't überlassen. Bor allem sollte aber dem Unfug der„Schulklubs" cm Ende gemacht werden, denn sie sind zum großen Teil ohne ledt einste und praktische Arbeit, soweit sie sich mit Körperkultur befassen- Die»Naturfteunöe� in Ser Auflösung? Infolge satzungswidrigen Verhaltens großer Teile der Mitgliedschaft im Gau Brandenburg und im besonderen der Ortsgruppe Berlin sah sich der Zentral-Ausschuß des Touristenvereins„Die Naturfreunde"' in seiner Sitzung am 5. Januar in Wien veranlaßt, einstimmig unter Zustimmung der deutscheu Vollzugsausschuß-Mit- glieder die Auflösung des Gauverbandes Branden- bürg und der Ortsgruppe Berlin auszusprechen. Mit der Vertretung des Z.-A. zur Durchführung dieses Beschlusses und dem Neuaufbau der Organisation ist der Gen. Adolf Lau, Bln.- Neukölln, Emser Str. 6 IV, beauftragt.— Dieser Besckiluß bildet den Abschluß einer Kette von Konflikten in der Organisation der Naturfreunde, die schon seit Monaten jegliche gedeihliche Arbeit in! dieser� Sport- und Kulturbewegung vollkommen unterbunden hatte, und über die auch on dieser Stelle des öfteren berichtet ward. Die imselige Fr ottions Politik der Parteikommuni st en hatte auch hier den Böden dermaßen unterminiert, daß eine Zu- fammenarbeit nicht mehr möglich war. Für ein« derartige Betätigung in den Reihen der Arbeiter-Sportorgonifationen erschien gerade der T. V. d. N. besonders geeignet, und so gelang es ihnen, sich die Mehr- heit des Gauvorstandes für ihre Zwecke dienstbar zu machen. Bon einer Wanderbewegung konnte mir Bezug aus diese Organisation nur noch in beschränktem Maße gesprochen werden. Man veranstaltete vielmehr unter dem Banner der Naturfreundscliaft politische Demon- strotionen, oerschickte Resolutionen zur Freilassung der politischen Gefangenen an den Rei-bstag und sonstige politische Körperschaften, und dergl. mehr. Die Arbeit dieser Auch-Naturfreundc war schließ. lich schon seit Monaten soweit gediehen, daß sich bald die wahren Naturfreunde zu einer besonderen Arbeitsgenieinschaft zusammenschließen mußten, um diesen Bestrebungen eine entschiedene Abwehr zuteil werden zu lasten. Die Mitgliedschaft schied sich in zwei starke G nippen, unter denen eine engere ideologische Verbindung zum Zweck« gemeinsamer Arbeit einsäch nicht mehr möglich war. Ein großer Teil der Schuld ruht aber auf den Schultern der Mitglieder, die durch ihre Saumseligkeit in Angeleaenheiten ihrer Noturfreund- schast und durch ihre unsichere Haltung den parteiegoistischen Bestre- bungcn der kommunistischen Fraktionsgenosten gegenüber letzten Endes deren Politik noch förderten. Nun hat endlich der Zentral- Slusschuß der Naturfreunde diesem Spiele mit der Organisation und ihren ideellen und materiellen Werten durch seinen Beschluß«in Ende gemacht. Mögen sich unter neuer Leitung und im neuen Geiste alle wahren Naturfreunde nunmehr zu neuerArbeitzusammen- finden, wie es die Ausgaben und die Mirkimg-möglichkeiten der Naturfreundeorganisation verlanoen. Auch der gol-miten Arbeiter- bewegung dürfte durch die'- Lößing der Dinae nur Vorteil und neuer Ausschwung erwachsen. Kommunase �ugenöpfiege. In Städten und Gemeinden mackit sich in den letzten Jahren ein verstärktes Bestreben geltend, durch Bildung k o m m n- noler I u g e n d a u s s ch ü s s e'einen bestimmenden Einiluß auf die geia— �"gendpilege. insbesondere auch au? die ehrenamtlich- Zustbeillresullakc vom Sonntag. R»rbc»- LSR-l-ASB 2: 2(1: 0).«tler 12— WittkMit 4: 1(2;!•,. Cifenfpclierei— Rorbisfa 2: 1(1: 1).®fff.-Sporwerom brunncn 0:7(0: 3), Ponkom 08-T5orw°tts 3: 2(1.1), Wacker-4 ssegen Arminia 1:9.. Osten: Liistig-Tldel-Brond-nlmro 92 4. 0(2 0). bero i— Tichte-SO. 3:4(0:2), Lickitenbcrg II— V-sV. 16 8. 1(5.0).„.st-- wree— Pritannia 2:0(2:0), TVC.-Al«.Glien>ckc l; 4(1;1), iir.rondi-- lMg-n-K-nkorbia 1:2(1: 1). Merlur-Kettckicndorf 4: 3<0. 3). Sp-r.a-Ta-. darf 6:3(3:3), Germnnin— Askania 1:2(0:1), Herta— Lichtenberg 15 0:5(0:3).__; «thlettl-Sport-Eliih t.«.- LeickchttScli»- Hocken- Rudern. Diens- t-a. den 13. Januar. Badradenst in der Vabeanfstilt SGUtingaarückc YS»? b S : 410 Uhr. Treitog, den 16. Januar, Training frn Svorivslast von■•„-S— VU uhf. Die Mittliedoltsschrr als Answt-is mttb-rinarir. SGrnifuhrcr der HoUs'.i.;.:-- tcilung: SMi M ietk«. Verlin O„ Weldenweg 27. Sc/chLstsstellc: Kurt L i e d r u ck s. Berlin O. 34. Tilsttcr Stt. 46...... Arbeiler-Sport- und Kulturkarttl!. 5. Bcrirallunasbeziik(nriednck-ha-.utt Man lag. den 19. Januar, abends 7'4 Ubr. Kartellutwiia im Lokal von Mcchler. Borbagcucr Str. 114. Es wird. crmartet, daß sämtliche rrn Lezttk begehrndon Arbeitcr-Svorl. und Kulturorganisotionen ihre Pertrelcr in diele wichtige Einung entsenden. Vcrschiedcne Vernne und Abteilungen haben immer»£><-> nicht Ihren Mitaliedcrhestand und ihr Adressenverzeichniz«ing-5-ndt. Es wird gebeten, dies umgehend zu tun. Hermann Kirchmann, O. 3t. Weidenweo t>- Arhcitcr. Radfahrer. Bund.. Solidarität". Ortsarunpe Reuk»lln. Donners- tag. den 15. Zauuar. obrnds 3 Uhr. austcrordentliche Päcr-.cljahrcso-rlammlun,:. Jt-eal-Kanno. Weichsclstr. 8. Sichtige Tagesordnuno. Unter anderem Vor- trog des Avolhckrrs Heiser über den Schandparagrorhen AS. Pün!.-:m«s Er- scheinen erforderlich. Käste willtommen. Sonnt-ag, den A. Januar, ball bei Erbe, früher Kliem, Sascnheide. Billetts rm Borverfauf 1 M. de.in Borsthenden. An ber Koste 1.25 M. - B. V Recomanin lA-T.« u. Sv-'B.). Rudern und Babbeln, wachste Siftuna ryrcifT.c nach- stehend beiiaiinten Binger auf die Matte gehe», siliegcmttwlcht: Otm Schmidt Baiitamgewickit: Rlck>ard Engelmaiin, ttedergcunoit: Walter wchee--, Leichtgewicht- Rich. Thon», leichtes Mittelgewicht Alex Auguswwskn. schweres Millelgewich: Karl Dresattr. Berliner Arbeittr-Schwimw-Derein»Treihe-t" veranstaltet am Sonntag, den 1. Tebrnar, im Stadtbad Prcnzlaner Borg, Oderberger Strohe, ei» lokales S.ch w l IN m f« st Anfang 3 Uhr. Es werde» qexcioi: Bett- schwimmen. Rettungsschwimmen. R-lgenvorsuhrungen und Wasserssallsvicte.- Rächsie Mitaliederversammlung am Trcitag, den 16. Januar, im Vereins. lokal Paul Seidel. Schönhauser Allee 156. Anfang 8 Uhr. Dortselbst Aufnahme neuer Mitalicdcr.— Jugeiidvcrsammlung rede Ii Mittwoch i» der Aula der Gemeindeschnle Ederswalder Eirosse.— Uebungsstnnden: Montags von igst— 7 Uhr im Stadtbad. Donnerstags von 543—9 Uhr Oderberger Strafte (reserviert)...„ «ltcrsriegentnrner des l. Kr»,,«, de» A.,Z. n. gp.B. Trcitao. den 16. Januar, 8 Uhr: leftte Generalprobe zu unserem Säionlurnen am 18. Januar.(ZZeidrs in der Turnhalle Prinzenstrafte.) Treie Tnrnerschatt«roft-Berlin. Die Turnrotssthung sindet Nicht am 14., sondern erst am 29. Januar statt. Treie Turnerlchast Sroft.Rerlin, Bezirk Süden. Turnen, Sport. Spiel und Sandern. Turn,cit«n: Männer: Dienstags 8—10 Uhr.. Jugend: Mitt- wach und Trcitags 8—10 Uhr. Knobln: Mittwoch»nd Treitaas 0—.. Uhr, Trauen: Montags und Donnerstags 8—10 Uhr. Mädchen: Montags und Donncrsiggs 0-« Uhr. Turnort: Bocckhslr 17.20. Ialirosv-riammlungcn: Trauen:>5. Januar bei Bali. Männer: 20.' Januar bei Wolt. tttäfrstr 23, nach dem Tittne». 1. Borstftcnder: Karl Sperling, o. o9, Dicsfrnbach. strafte 59..-„ Treie Tnrnerschatt Eharlottrubnra Da der Kreistag des 1. Kreise» vom Arbeitcr-Turn- und Sport-Zlund am-4 und 25 Januar»I Charlotteiibnrg stattfindet, bitten wir alle Trcundr und Vckannte». die qewillt sind, eine» auswärtigen Eporllcr eine Rächt-n bcberbcrqcn. eine«ntivrechcnde Nachricht an Turngenossen C. Lenin, Hoeselerstr. 14»,«-langen zu lassen. Sebackabteilun«..Wefthgscn". Do», immer mehr �ntercste erweckenden Schachsviel i» Arbetterkreisen R-chnuna tragend.>«''de für Moabit bei Ernst. Qniftowstr. 104. die dem Berliner Arbeiter-S» achi.nb angrschlosseiie Echa». abteilung„Wefthafen" aearündct. An de» jeden Doiinerstag, abends 8 Uhr. stattfindenden Spiekabenden ist allen Schachfrennben Gelegenheit go- aeben, stck, von den, hohen Wert des Schachkpicles zu über, engen. A-beiter.Stenooraphen.Bercin T»o1-c-Schren, Groft-Berlin. Die nächsten Anfän-erkurle heninnen in der Zeil vom Ist h-.s Januar, und zaarr Zentrum ah Mo-"-» ben Ist Januar, abends'.8 Uhr.!N der Schule Gip-str. 23a. R e U i ö l l n ah Dienottg. de» 22. Januar, abend. ,1, Uhr. '"i Rralanmnassum,»aiser.Kriedrich-Str. 200,210. Osten ab Montag, den 19. Januar abond»>-'-8 Uhr im J'.iaendhcim, Krofte Trankfurter Str. 16 k, Zimmer 9. Lichtenb'era ab Donnr-«:.'.,. den 22. Januar, abends 5.8 Uhr. in d:r Schule Echarnweberitrofte. Märien darf ab Doiiiicrolag. den 22. Januar.>67 Uhr nn Jngrnbheini. Doristr. 7. Zimincr 9. Die Anlnrldiin, zu dcu Kurien erfolgt i» den Bezirken am ll hzw. spätestens 2. Abend. Das W. Riedel. Panlnwa Sertha«». «artcllbezirk 4(Prenzlauer Bora). Am Mittwoch, den 14. Januar, abend» 8 Ubr. Eitziina bei Werner, �encfeldcrstr. 32 Vortrag des Gen. Zobr? Arb-itcr-Dintcrlport.Jnt-resseng-mcinschatt(««?.). Donnerstaa d.» 15. Januar. 7 Uhr. Hauvtoersammluna. Runacstrafte. Ecke OhmstraftV t/J. Technische Auslchuft trifft sich dort bereits um 6 Uhr. Taaesordnirna- 1 11� Arbeiterwintersport fest am zweiten Schneeionntaa in Groft-Desten und ril ettiitig da,», 2. Umstellnnq imserer Orqonisatton. 3. Berschied«�' Dienstag 13. Januar 1925 Unterhaltung unö Wissen Seilage des vorwärts die Nadel. Von Frank Crane(New Dort). Wer schuf die erste Nadel? Vielleicht war es eine kluge Frau, die den Strahl einer Fisch- gräte durchbohrte, um den Faden einer Pflanzenfaser oder Darmseite durchzuführen! �eute ist die Nadel das Symbol der Zivilisation. Denn wo immer du diesseits der Barbarei menschlichen Wesen begegnest, begeg- nest du auf Kleidern, und wo es Kleider gibt, gibt es auch Nadeln. Der Mensch ist«in werkzeugbenutzendes Tier, und die Nadel ist das kleinste und gebräuchlichste aller Werkzeuge. Die Spinne spinnt ihr Netz, die Raupe ihre Puppe. Der Mensch, nackt von Natur aus, webt seine äußerste Haut mit diesem scharfen, glänzenden Stahlschäft. Ich habe niemals Nadelfabriken gesehen, doch erscheinen die dem Auge meines Geistes als riesenhafte, vielfenstrigs Baracken. Und aus diesen Baracken marschieren Tag für Tag in silberglänzender Rüstung und mit goldenen Helmen di« kleinen Soldaten der Zivilisation und Kapstadt, nach Tokio und New York. Sie kommen in die näade von Mutter und Schwester, in die Sasfiankossette auf dem Hände von Muter und Schwester, in die Safsiankasette aus dem Mahogonitoilettentisch eines Lieblings des Wohlstands, in die Arbeits- schachtel einer Frau aus dem Volke in die finsteren Räume der Sklaven eines Arbeitshauses, in das Nadelkissen des Junggesellen, in den Tornister des Soldaten, in das Bündel der Schanzengräben, in den Pack des Matrosen. Wo immer die Tiere, die Menschen genannt werden, hinwandern, dort tanzt die Nadel im Gefolge mit. Das Schwert ist das Werkzeug des Ruhmes. Der erfinderische Geist hat es vervielfacht, er hat es in Kugel und Vonche verwandelt und so bewirkt, daß es als donnernder Hagel niederfällt, um das scheußliche Geschäft des Mordens zu verherrlichen. Die Feder ist das Werkzeug des Gedankens. Sie ist zur Type geworden, und ihre gedruckten Worte regnen dicht aus den Pressen in die Zeitungen, Zeitschriften und Bücher. Messer und Löffel sind zu den mannigfaltigsten Werkzeugen aus- gearbeitet worden, die der Küchenchef denötigt, um die erlesenen Leckerbissen für den Feinschmecker herzustellen. Der rohe Feuerstein des Affenmenschen ist zum Meißel eines Rcdin geworden, der grobe Haarklumpen des Höhlenbewohners zum Pinsel eines Böeflin. Und so hat sich auch die Nadel entwickelt. Elias Howe träumt« einst, daß er von Wilden verfolgt wurde, deren Speere nahe der Spitze Löcher hatten. Er erwachte und ersann die Nadel mir dem Dhr am stechenden Ende. Es entstand die Nähmaschine, welche die Arbeit von zwanzig Näherinnen verrichtet und mit der Schnelligkeit des elektrischen Funkens dahinjagt. Unser Zeitalter ist das Zeitalter des Automaten, der Maschine und des Kraftantriebs— die surrende Nadel ist immer dabei. Als die Näherin Mimi Pinson, Gustav Charpentier, dem Musiker und Koinponisten der„Louise" im Namen der arbeitenden Mädchen von Paris das Schwert der Akademie überreichte, sagte Charpentier: „Das Schwert, der Pinsel und die Feder hoben auf der Welt ! hon großen Ruhm gewannen. Aber hat die Nadel nicht auch ihren Seil daran? Eine Statue, eine Partitur, eine politische R�de— sie ! mnen die Zier eines Landes lein— aber ist das Kleid der Dame nicht auch ein Werk der Kunst, emer wunderbaren Kunst sogar, einer umso kostbareren Kunst, als sie bloß von kurzer Dauer ist?" nach Whitechapel im Osten. Der Bau der Fahrtunnels macht« keine Schwierigkeiten, trotzdem sie in einer Tiefe von etwa 25 Meter unter der Erde, zum Teil unterhalb der Londoner Untergrundbahn, ausgeführt werden mußten. Es find im ganzen sechs Zwischen- stationen vorgesehen. Die Fahrtumrels zwischen den Stationen haben 2,75 Meter lichten Durchmesser. Die Bahn ist zweigleisig ausgeführt und hat ein« Spurweit« von etwa 0,60 Meter. Auf den Hauptstationen sind zwei Plattformen von etwa 7'/2 Meter Breit« ausgebaut, zwischen denen eine Aufsichtskabine. Auszüge und andere automatische Transportmittel angeordnet sind. Die Wagen dieser Postbahn, von welchen vorläung 90 bestellt sind. können entweder einzeln oder in Zügen zu zweien oder zu dreien laufen, und jeder kann 10 Zentner tragen. Sie sind etwa i Meter lang, Meter hoch und etwa 0,85 Meter breit. Jeder Wagen hat zwei Gleichftrommotore, welch« von einer dritten Laufschiene gespeist werden. Dies« Laufschienen sind in einzeln« Sektionen auf der Srreck« eingeteilt, welche mit zwei verschiedenen Spannungen Gustav, öer ewige Wiederkehret. Unterirdische Postbeförderung in London In London geht jetzt die Post dazu über, einen großen Teil ihrer Transporte in emer eigenen Untergrundbahn zu bewerkstelligen, welche als besonder« Neuerung mit Zügen und Triebwagen aus- gerüstet wird, welche ohne Führer von einer Zentralstation aus auf elektrischein Wege geführt werden. Diese Art der Führung hatte man schon vor zehn Jahren, als der Plan zuerst austaucht«, in Aussicht genommen. In der Zwischenzeit wurden viel« Experimente ausgeführt, um dieselbe praktisch zu erproben. Die Fahrtunnels wurden schon vor«inigen Jahren fertiggestellt und die Aufträge für die elektrischen Einrichtungen und die Wagen sind kürzlich vergeben ivorden. Die gesamte Läng« der bereits fertiggestellten Bahn geht über ein« Strecke von etwa 10 Kilometer von Paddinqtan im Westen Da» Fräulein stand am Meere Und seufzte laug und bang, E» rührte sie so sehr« Der Sonnenuntergang. Mein Fräulein sei'n Sie munter» Da» ist ein alte» Stück: hier vorn« geht sie unter Und kehrt von hinten zurück. so r n>< ' ch e n Erzählunge n", die gut gewählt und trefflich übersetzt von Paul Baudisch in einem handlichen, hübsch Illustrierten Bande bei Gustav Kiepenheuer in Potsdam erschienen sind flucht— seine Gesellschaft verdankte. Die Menge genehmigte die Wahl, und Stumpy war klug genug, sich der Majorität zu unter- werfen. Die Tür schloß sich hinter der improvisierten Hebamme und das Brüller-Lager ließ sich draußen nieder, rauchte seine Pfeifen und harrte der kommenden Dinge. Die Gesellschaft zählte ungefähr hundert Männer. Ein oder zwei von diesen waren tatsächlich Flüchtlinge vor der Justiz, einige Verbrecher, aber alle skrupellos. In ihrem Aussehen zeigte sich kein Hinweis auf ihren Charakter und ihr früheres Leben. Der größte Gauner hatte ein Roffaelsgesicht mit einer Fülle blonden Haares. Oathurst. der Spieler, trug die melancholische Miene und tiessinnige Zerstreutheit eines Hamlet zur Schau. Der kaltblütigste und mutigste Mann war kaum über fünf Fuß hoch, hatte eine sanfte Stimme und verlegene, schüchterne Manieren. Der Ausdruck „Rowdy", den man auf sie anwandte, war mehr eine Bezeichnung als«in« Definition In kleineren Einzelheiten, wie Finger, Zehen, Ohren und so weiter, mag das Lager vielleicht mangelhaft gewesen sein, ober diese geringfügigen Defekte schadeten keineswegs ihrer gemeinsamen Kraft. Der stärkste Mann hatte nur drei Finger an seiner rechten Hand und der beste Schütze nur ein Auge. So war das physische Aussehen der Männer, die um die Hütte herumsaßen. Das Lager lag in einem dreieckigen Tal zwischen zwei Hügeln und einem Fluh. Ein Feuer dürrer Fichtenzweige verlieh der Versammlung Gemütlichkeit. Nach und nach kehrte der natür- liche Leichtsinn des Brüller-Lagers zurück. Wetten auf das Resultat wurden häufig angeboten und akzeptiert. Drei gegen fünf, daß Sarah durchkommen würde: gleich gegen gleich, daß das Kind am Leben bleibe: daneben noch Wetten auf das Geschlecht und die Farbe des fremden Ankömmlings. Inmitten einer erregten Diskussion kam ein Ausruf von jenen, die zunächst der Tür sahen, und das Lager hielt inne, um zu lauschen. Ueber das Wiegen und Aechzen der Fichten, über das schnelle Rauschen des Flusses und das Prasseln des Feuers erhob sich ein scharfer, klagender Schrei—«in Schrei. wie ihn das Lager bisher noch nie gehört hatte. Das Lager sprang wie ein Mann auf die Füße Es wurde vorgeschlagen, ein Faß Pulver loszubrennen, aber in Erwägung ! des Zustandes der Mutter siegten bessere Ratschläge, und es wurden i nur einige Revolver abgefeuert. Denn— entweder zufolge der un- geschickten Geburtshilfe, die das Lager bot. oder aus irgend welchen anderen Gründen— mit der Tscherokesen-Sarah ging es ratch zu Ende. Nach einer Stunde hatte sie gleichsam jenen steilen Pfad er- klommen, der zu den Sternen führt, und so das Brüller-Lager mit seiner Sünde und Schande sür immer oerlassen. Ich glaube nicht, daß diese Nachricht das Laser sehr beunruhigte, außer im Hinblick auf dos Schicksal des Kindes. „Kann's nun am Leben bleiben?" wurde Stumpy gefragt. Di« Antwort war unbestimmt. Das einzige Wesen in der An- siedlung vom Geschlecht der Tscherokesen-Sarah und in denselben mütterlichen Umständen war eine Eselin. Man mißtraute ein wenig ihrer Eignung, aber der Versuch wurde gemacht. Als diese Einzelheiten erledigt waren, was wieder eine Stunde dauerte, öffnete sich die Tür, und die neugierige Menge trat im Gänsemarsch ein. Neben dem niedrigen Lager oder Gestell, auf dem sich die Gestalt der Mutter unter den Decken deutlich abzeichnete, stand ein Tisch aus Fichtenholz. Auf diesen war eine Lichterschachtel gestellt und in ihr lag, in grellrotcn Flanell gehüllt, der jüngste 2ln- kömmling im Brüller-Lager. Neben der Lichterschachtel stand ein Hut, dessen Zweck sich bald herausstellte. „Die Gentlemen," sagte Stumpy mit einer seltsamen Mischung von Autorität und offizieller Selbstgefälligkeit,„die Gentlemen wollen gefälligst zur Vordertür eintreten, den Tisch passieren und zur Hintertür hinausgehen. Die etwas für die Maise beisteuern wollen, werden da einen Hut zur Hand finden." Der erste, der eintrat, hatte den Hut auf. Als er sich jedoch umschaute, entblößte er den Kopf und gab so unbewußt dem Räch- sten ein Beispiel. In solchen Gemeinschaften wirken gute und schlechte Handlungen ansteckend. Während die Prozession vorbei- marschierte, wurden Kommentare laut— Kritiken, die vielleicht mehr an Stumpy in seiner Eigenschaft als Zlussteller gerichtet waren. „Ist es das?"—„Enorm kleines Exemplar."—„Hat nicht die Farbe bekommen."—„Ist nicht größer als'n Revolver." Ebenso charakteristisch waren die Gaben: eine silberne Tabaksdose, eine Dublone, ein Matrosenrevolver mit silbernem Beschlag, eine Probe Gold, ein sehr schön gesticktes Damentaschentuch(von Oakhurst, dem Spieler), eine diamantene Busennadel, ein Diamant- ring angeregt durch di« Nadel, wobei der Spender bemerkte, daß er„die Nadel halte und zwei Diamanten mehr biete"), eine Schleu- der. eine Bibel(der Spender nicht zu entdecken), ein gaidener Sporn, ein silberner Teelöffel(die Initialen waren, wie ich mit Bedauern sagen muß, nicht die des Spenders), eine Chirurgenfcherc. eine Lanzette, eine Fünfpfundnote der Bank von England und un- gesähr zweihundert Dollar in einzelnen Gold- und Silbern, üiizn,. Während dieser Vorgänge verharrte Stumpy in einem Schwei- gen, so unbeweglich wie das der Toten zu seiner Linken, und in einem Ernst, so unerforschlich wie der des Neugeborenen zu seiner Rechten. Nur ein Zwischenfall unterbrach die Eintönigkeit dieser kuriosen Prozession. Als Kentuck sich halb neugierig über die Lich- lerschachtek beugte, drehte sich das Kind um und ergrisj mit einem schmerzlichen Zucken seinen tappenden Finger und hielt ihn einen Augenblick fest. Kentuck sah einfältig und verlegen drein. Etwa« wie ein Erröten suchte sich auf seinen wettergebräunte» Wangen bemerkbar zu inachen. f Fortsetzung foigt.) Kefn Verkauf an WiederverkSafer Mengenabgabe vorbehalten je Seldenfrott«?. Wolimusselin PfllfOnnO Wolle m.S«ide,L8orU-A' CUllwIIilC men�evlOOembr�Mtr. _ vielen Farben..Veter med. Uneter, 9' gntcQaal Mtr. mm 65 90 Relgetlflselde�-jsS" WeriieI«Ä�«S" Doppeltbr.t Abendkjeiilcr» |0j|eRrGpon ' TfOnD einfarbig, doppeltbroit, in 1 �® Wibl'fa vielen Farben...... Meter■ bedruckt, moderne Master....... Meter � wF UOliUOHe ÄÄÄ: 1 25 Morgenröcke S�T50!!50 in verecbiecL mod. Formen und Farben m■■ MorgenröckeiA90<|2501650 Clausen, elegant bestickt..... BWW Flausch-Horgenjacken 375 In vielen Karben........................................... 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Stück «den Freunden tmb Bcfarwtau die traurige NochilchL baß mein lieber Mann unser guter Bater. Schmieg e» nnb Großvater, der gigarrenfabtUast Jakob Gotting am 10. Januar 1925 verstorben Ist. Ww. Alwine OOttlnm f eb. Kohl nebst Kindern. Sie Einäscherung findet Donnere- tag, abend« 8 Uhr. im Krematorium «erichistraße 37/38, statt. SOt die zahlreichen Beweise der Teil» tsbpuie anläßlich de« Hinscheiden» meines druckerei und allen werten Tollt "-rt(hr- , H____________ Witwe B. Diemenstein Buch- Heven nedft en Dank aus. Unterbliebenen Angehörigen unseren h-rziichfit Zm Namen der Hinf 4856 Witwe B. Dien SMVSmMsM Connccstag, den 15. San mittags 5 Bhc, Im«cmcctftftafts. Hause(Saal 3), CBngelnfcr 24 25; Brauchenversammluna der Metall reooloerbteh er sowie -breherinoen. Tagesordnung! i. Die Lohn- und Arbestsverhöllnisse in der Berliner Metall- industrie Referent: Kollege O gUta. T•U�Pin«ranchenangelegenhetteu. 4. Berschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert 6» ifi Pflicht eines jeden Kollegen, die Broncheuoersammlung zu besuchen. UM! BerMiisieiite Umi Hm ponncrslag. den 15, Januar. finden in den befanmen Lokalen die statt !»■»- Die»anferen, Oer werkzsag. "bncher findet vou jeßt ad wieder reget- mäßig seden Monat adend, 7 Uhr im Sißungssaai tn«erdandshause» statt. iaaeQ-nJutoffeciefaninonfire Oonnerstag. den 15. Januar. abends 7 Uhr. im Oerbandshcnfc. Claicnflr. 83 65: Vollversammlung nll«. in den wage», und Sarosserie- fabriken beschSstigteu organlslert«» Kolleginnen und Kollegen. Sie Tagesordnung wird in der Secfommhing betonntgegeten. Ohne Mitgliedsbuch der freien«entetf. schaffen fein gultitt. «chwig! eiifsfliDeirer c//e qufe alte Oer Berliner Bietaainonfitie. Ooauacstag. bau 15. Zuuuar, abanbs rate, irr Zimmer 10 bsa Becbands- bgnfes.Ciaienflr.83 85. 2 Äuig 2 St. Bemaaensmönnerlonfetenj der H I Iran», orl- n. Sitengtehrrei- «ttbeiier de» Feaischen ntclallaibeiin- verdande». 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