Nr. 103. " Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Viertelfährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30Mt. proQuartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt. pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Insertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen: tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 1hr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlins Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Proletarier auf Reisen. " Sonnabend, den 4. Mai 1895. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Könnte man doch die hohen Herren von der preußischen die christliche" Barmherzigkeit, als der völlige Mangel Eisenbahnverwaltung einmal zwingen, ihre Reisen in der an Echuß- und Bequemlichkeitseinrichtungen für den kranken Wenn jemand eine Reise thut so fann er was 4. Klaffe zurückzulegen! Wie bald würden ihnen da die Proletarier, der genöthigt ist, die Eisenbahn zu benutzen. erzählen." Nicht nur von fremden Orten und Menschen, Augen auf und übergehen ob der Herrlichkeiten, die unser Er kann sich natürlich keine Professoren und geschickte Chisondern auch von den Beförderungsmitteln, Verkehrswesen für den reisenden Proletarier in sich birgt. rurgen verschreiben. Der Arzt am Blaze zuckt die Achseln; teren sich die Kulturmenschheit im Zeitalter des Verkehrs" In der 4. Klasse giebt es aber doch jetzt Bänke, die Leute der Fall ist ihm zu schwierig, an die Operation getraut er erfreut, kann er was erzählen. brauchen also wenigstens nicht mehr zu stehen, das ist sich nicht heran; auch bringt sie ja keine goldenen Berge. Es tommt allerdings darauf an, wer der Jemand ist, eine weitverbreitete Ansicht bei Leuten, die nie vierter Also auf zur nächsten Klinik! Zu Hunderten, zu Tausenden der die Reise thut; je nachdem fällt auch die Erzählung Klasse zu reisen brauchen. Ihr gegenüber sei zunächst kon- werden jährlich stöhnende Proletarier nach und von den aus. Ist es zum Beispiel ein Mann von Religion und statirt, daß auf zahlreichen Strecken, so auf den allermeisten Universitätsstädten in der vierten Klasse verladen und transReichthum, wie der Zentrumsabgeordnete Szmula, dann Nebenstrecken, auch heute noch standesgemäß" gefahren portirt. Wer das öfters mitansehen muß, wie so ein mit berichtet er bei seiner Heimkehr: In einem Wagen erster wird. Vielfach werden dort ausrangirte Wagen 3. Klasse Krankheit geschlagener Mensch die hohen Trittbretter hinaufKlasse in Frankreich oder England fährt man viel schlechter, als Wagen 4. Klasse verwandt, nachdem vorher, offenbar gezerrt wird, um dann im Gerappel und Gerüttel des Wagens, als bei uns in zweiter Klasse." Muß sich darüber nicht um Kosten zu ersparen, die Sigbretter entfernt sind. auf der harten Holzbank fauernd, Jammer und Schmerz jedes nationale Herz erfreuen? Man denke nur, wir Da können denn die an den Wänden lehnenden Viert im bleichen Antlig, den Gegenstand des Mitleids für die Deutsche" fahren in unserer" zweiten Klasse viel besser als tlässer" sich so recht der Annehmlichkeit des Stehens bewußt Mitfahrenden zu bilden, dem kehrt sich das Herz um vor die Franzosen und Engländer in ihrer ersten Klasse! werden, im Anftarren der Tragleisten, auf denen einstmals Born und Schmerz, daß nicht einmal diesem, nicht einRecht so, denkt da die patriotische und nebenbei auch Bänke ruhten. mal dem kranken und leidenden Arbeitssklaven eine bequeme, zahlungsfähige Ordnungsstüße, wenn sie anmuthig geknickt Was aber die Hauptstrecken anlangt, so ist es auch hier menschenwürdige Beförderung zu theil wird. in der weichgepolsterten Wagenecke durch die deutschen Lande mit dem Sigen Essig für jeden, der nicht zeitig genug am Ter Mann aber, für dessen Reichwerden der Arbeiter durchfliegt. Die armen britischen Krämerseelen, die auf Plage ist. Denn obgleich es für alle das gleiche Geld Gesundheit und Lebensglück hat hingeben müssen, läßt sich geblähten gallischen Schreihälse, sie verdienen es nicht besser. fostet, so ist doch nicht für alle gleichermaßen Siggelegen- indeß vornehm in die schwellenden Bolster erster oder zweiter Ja, ja, wir Deutsche! Uns tann keiner! Wie erhebend heit vorhanden. 18 Sitzplätze, 22 Stehpläge"-prangt Klasse fallen. Für ihn den Gesunden sind sie da, er kann und wie angenehm ist es doch, so auf sanften Polstern an an der Tafel über der Thüre, und diejenigen, die das Loos sie ja bezahlen. Auf den Eisenbahnen im„ chriftlichen" der Spize der Kultur einherzufahren! Gin kleines Stück des Stehens gezogen, tönnen an die Lektüre dieses Schildes Staat reicht die Bequemlichkeit gerade soweit wie das Geld kostet die Reise allerdings, aber das anständige Betrachtungen aufnüpfen über das gleiche Recht und die Geld reicht. Bublikum" hat's ja dazu. Wer's nicht dazu hat, soll zu liebevolle Bolks- Fürsorge, die im„ chriftlichen" Kulturstaat Und zum Schluß noch eins. Wenn ein reicher MüssigHause bleiben. Das Reisen taugt überhaupt nichts waltet. Diejenigen aber, die so glücklich waren, ein enges gänger von Großstadt zu Großstadt, von einem Luxusort fürs Volt". Religion, Sitte und Ordnung kommen dadurch Plätzchen auf der rohgezimmerten schmalen Bank zu er- zum anderen führt, so wird dafür gesorgt, daß er das nicht in Gefahr. Es trägt nur dazu bei, die Unzufriedenheit" stürmen, sind nun bei Strafe des Verlustes ihres Sizes nur möglichst bequem, sondern auch möglichst rasch bewerkzu vermehren, darum muß dem Volke die Lust am Reisen gezwungen, alle Unbilden desselben zu ertragen. Bei Kälte stelligen fann. Seine Zeit ist ja aud) kostbar; trifft er auch möglichst verleidet werden. frieren sie, wenn sie entfernt sind von dem umlagerten nur eine Stunde zu spät ein, so fann er am selben Tage Freilich vermehrt das Reisen die Unzufriedenheit" im Ofen, oder sie werden gebraten, wenn sie in der womöglich das berühmte Theater in X. gar nicht mehr bearbeitenden Volke. Nicht das Reisen an sich, wohl aber Nähe des eisernen Ungethüms eingeteilt sind. Echeint suchen. 3wingt aber die Noth um den Unterhalt den die unwürdige Zurückseßung, die in unseren gerühmten aber die liebe Sommersonne, dann sticht sie die am Proletarier zu einer weiten Reise, dann stehen ihm nur die Verkehrseinrichtungen jeder erfährt, der nicht ungezähltes vorhanglosen Fenster Sizenden in den Nacken oder ins Bummelzüge zur Verfügung. Seine Zeit ist werthGeld im Beutel trägt. Wenn irgendwo, so prägt sich in Gesicht, daß es eine Lust ist für die, welche stehen müssen, los; er hat keine Theater zu verfäumen. Man dem Eisenbahnwesen der Charakter des kapitalistischen zu sehen, daß die anderen auch nicht auf Daunen ge- gehe einmal in die Wartesäle 4. Klasse auf Klassenstaates, der die soziale Werthung des Menschen nach bettet sind. den Bahnhöfen, welche Knotenpunkte und Uebergangss dem Gelde abmißt, mit brutaler Offenheit aus. Die Eisen- Die Luft aber in diesen Rüttelkasten, in denen oft stationen für den großen Reiseverkehr bilden. Da lagern bahn ist ein Klassenstaat im kleinen, und in ihrer unver- 40 bis 50 Menschen jeden Alters und jeden Geschlechtes zu allen Tag und Nachtzeiten Proletarierschaaren, ganze hüllten Vierklassenwirthschaft giebt sie ein treues Spiegel- eingeteilt sind, ist geradezu Gift. Bleiben die Fenster ge- Familien mit Kind und Kegel auf den Bänken und Fußbild des Klassenstaats im großen. Da sieht auch das blödeste schlossen, so ist sie von Schmutz und Staub, Rauch und böden. Stunden lang lungern und lauern sie auf den Auge das schroffe Nebeneinander des vornehmsten Lurus Gerüchen so sehr geschwängert, daß es selbst starken Naturen nächsten Anschluß, d. h. auf den nächsten Zug mit vierter für die Herren des Geldes und der brutalsten Dürftigkeit auf die Dauer unerträglich wird. Wird aber auch nur Klasse, denn Schnellzüge sausen inzwischen hinreichend durch. für die Männer der Arbeit. In wem überhaupt ein ein Fenster geöffnet, so fegt sofort ein Zugwind in dem Zu der Strecke Berlin Frankfurt allein z. B. braucht der Funke schlummert des Gefühls für Menschenwürde, in dem Kasten umher, der die an den hauptsächlich getroffenen auf die vierte Klasse Angewiesene im günstigsten Falle wird er zur verzehrenden Flamme angefacht, wenn er sieht, Stellen Befindlichen binnen kurzem aufscheucht. nahezu 7 Stunden mehr, als der vornehme Vergnügungswie hier dem Besitzenden alle erdenkbare Bequemlichkeit be- Nun stelle man sich einmal vor, was Frauen mit reisende, der sich den Luxus der Harmonikazüge gestatten reitet wird, während der Besitzlose der quälendsten Unbequem- Kindern, Greise und Kranke bei dieser Beförderung aus kann. Mit welchem Recht entzieht die Bahnverwaltung lichkeit überlassen wird. zuhalten haben. Es giebt kaum einen blutigeren Hohn auf dem von dem harten Zwang der Verhältnisse in den großen Feuilleton. [ Nachdrud verboten.] Berliner Märztage. Eine geschichtliche Erzählung von Michel Deutsch. In strammer Haltung machte Kowalla vor den beiden Offizieren die militärischen Honneurs, was den Umstehenden von neuem zum Lachen Anlaß bot. Da traten drei Gendarmen auf ihn zu, umklammerten mit eiserner Faust seine Arme und führten ihn nach der Polizeiwache des Schloßreviers, während die angesammelte Menge sich zerstreute und nur ein paar junge Burschen den mit dem Verhafteten abmarschirenden Häschern nachfolgten. Unglaublich, wie verkommen diese Menschen sind!" meinte ein tadellos gekleideter älterer Herr, dem Aussehen nach ein Professor oder höherer Beamter, indem er sich zu den beiden Offizieren wandte, die soeben im Begriff waren, sich zu eutfernen. " Man muß die Polizei unterstützen, wo man fann," näfelte einer der beiden Offiziere." Hat gar zu schwerem Stand mit dem Gesindel." 0 ,, Aber dann betrinkt man sich doch nicht am hellen so gut wie gänzlich darniederlag und sich nur noch Sonntagmorgen und kommt hierher, um Allerhöchste Ber- auf ein wenig Flickschneiderei beschränkte, in Wahr sönlichkeiten zu beleidigen! Dann geht man einfach heit die Stüße der Familie gebildet. Er hatte die zum Armenvorsteher und bittet um Unterstüßung", meinte Lithographie erlernt, und da er in seinem Fache Hervor 3 der Biedermann im Kastorhut, dem es außerordentlich ragendes leistete, so war er um Beschäftigung nie verlegen schmeichelte, daß die Offiziere und der Professor seinen gewesen. Er hatte mit Lotte all' die Sorgen des HausWorten einige Aufmerksamkeit schenkten. wesens getheilt und wenigstens die äußerste Noth von der " Aus lauter Kummer und Verzweiflung hat sich der Schwelle des väterlichen Heims ferngehalten. Nun stand Mensch betrunken," fuhr der Mann aus dem Volte un- Lotte allein vor dieser schweren Aufgabe wie sollte erbittlich fort. Er wird froh sein, daß er im Arrest sie, das schwache Mädchen, in den harten Zeiten ihr gerecht wenigstens' ne Echüssel Euppe kriegt, und wird nur be- werden? dauern, daß Frau und Kinder nicht auch im Loche sitzen." Ganz verdugt blickten der Biedermann, der Professor und die Offiziere den Sprechenden an eine solche Ideen verbindung schien ihnen ganz neu und unerhört. Dann machten fie plöglich, jeder für sich, eine Wendung und gingen ihrer Wege: der Biedermann nach der Breiten Straße und die drei anderen nach dem Lustgarten zu. Lotte und Dora waren Zeuginnen der unerquicklichen, düstern Szene gewesen. „ Eine böse Zeit für die armen Leute," meinte Lotte, während sie in die Brüderstraße einlenkten. Und unser lieber Hauswirth muß natürlich überall Am Sonntag Morgen, hier an diesem Ort, eine so sein Fett dazugeben", bemerkte Dora spöttisch. gottlose Szene!" versetzte ein wohlgenährter Bürgersmann War das Herr Plüddemann, der mit dem Gesang von etwa fünfzig Jahren, der mit einem zweireihigen buch?" fragte Lotte. Ich habe ihn gar nicht' mal Ueberrock aus feinem braunen Tuch, engen schwarzen Bein- erkannt." " Wir werden uns recht sehr einschränken müssen," meinte Lotte, indem sie weiterschritten. Für die nächste Woche hat Bater so gut wie gar nichts in Aussicht- nur ein Rock ist zu wenden für einen Freund des Gesellen." " " Ich wundere mich nur, daß Vater diesen Schnick noch immer behält," sagte Dora altflug.„ Wer selbst nichts zu beißen hat, braucht sich doch keinen Gesellen zu halten!" Aber Dora, was sind das für Redensarten!" versetzte Lotte mit einem flammenden Seitenblick. Seit zwanzig Jahren ist Florian Schuick bei uns, immer wieder ist er von seinen Wanderfahrten zu uns zurückgekehrt. Er hat uns als Kinder auf seinen Knieen geschaukelt, er ist gegen uns alle so zärtlich gewesen, wie ein älterer Bruder und da sollten wir ihm jezt den Stuhl vor die Thür setzen, weil Schmalhans' mal bei uns Küchenmeister ist? Nie soll dies geschehen, so lange ich noch ein Wort mitreden darf." Kleidern und niedrigem Rastorhut angethan war und ein ,, Nanu! Du wirst doch Deinen alten Verehrer noch zierliches mit Goldschnitt versehenes Gesangbuch unter dem erkennen?" scherzte Dora, indem sie die Schwester neckisch Unser Herr Leckner sagt immer; Jeder ist sich linken Arme trug. Er kam offenbar aus der Sonntags- ansah. selbst der nächste," meinte Dora schnippisch. Man sah es predigt. Da muß man ja alles Mitleid mit diesen Laß doch die Albernheiten, Dorchen," verwies Lotte ihrer schalthaften Miene an, daß es ihr nur darauf an Menschen verlieren," fügte er mit der Miene scheinheiliger ärgerlich die Schwester. Du weißt, daß ich sie nicht leiden kam, durch ihren Widerspruch die eigene Selbständigkeit Entrüstung hinzu. mag. Wir haben wirklich an ernſtere Dinge zu denken, gegenüber dem überlegenen Benehmen der älteren Schwester Wissen Sie denn, Herr, wie es so' nem armen Kerl jetzt, da Wilhelm zum Militär eingezogen ist." zu betonen. um's Herz ist?" bemerkte treuherzig ein einfacher, anständig Wilhelm war der ältere Bruder, dem die Mädchen Hübsche Grundsätze, die Euch dieser Herr Leckner beigekleideter Arbeiter. Wissen Sie, was es heißt, fünf foeben das Geleit gegeben hatten. Er war das älteste bringt," sagte Lotte ernst." Es thut mir wirklich schon leid, hungrige Kinder zu Hause zu haben und ohne Arbeit von den vier Kindern des Schneidermeisters Wernicke in daß ich auf den Gedanken gekommen bin, Dich in dieses der Petristraße und hatte, seit das Geschäft des Vaters Geschäft zu bringen." zu sein?" Berkehr gewirbelten Proletarier die Benuhung der für den] Durchgangsverkehr bestimmten Züge? Warum stellt sie Politische Leberlicht. Die Maifest- Zeitung feiten bei Eröffnung des Nord- Ostsee- Kanals ge Die forderte Summe von 1700 000 M. zu stimmen. nicht auch in diese einige Wagen vierter Klasse ein? So Berlin, 3. Mai. Fraktion ist der Ansicht, daß keine Veranlassung vorliegt, lange sie sich nicht dazu verstehen mag, die Tarife so gründIm Reichstage war heute ein interessanter Tag. die Steuergroschen des Volkes für das Arrangement einer lich zu ermäßigen, daß die vierte Klasse überhaupt über- Herr v. Bötticher hatte die schwere Aufgabe, dem Reichstage pomphaften militärisch- höfischen Feierlichkeit zu verwenden. flüssig wird, ist das eine Forderung der Gerechtigkeit für die absolute Nothwendigkeit klar zu machen, 1700000 M. Das Einverständniß zu der Erbauung des Kanals hat die die zu weiten Reifen gezwungenen Angehörigen der besitz- für die Feierlichkeiten bei Eröffnung des Nordostsee- Kanals Sozialdemokratie stets bewiesen, indem sie die für den losen Volksschichten, sonst sind die Schnellzüge ein Privilegium auszugeben. Dem gewandten Staatssekretär für das Reichs- Bau dieses Kulturwerkes erforderlichen Kosten stets bes des Besitzes, das dem gleichen Recht für alle in's Gesicht amt des Innern kam es sehr hart an, eine solche Ausgabe willigt hat. In Verbindung mit diesem Gegenschlägt. bei der gegenwärtigen Finanzlage, bei dem ständigen Be- stand berieth die Fraktion ihre Stellung zu der Eins Da ist's denn kein Wunder, wenn der Proletarier auf gehren nach drückenden neuen Steuern zu begründen. aber ladung, welche den Mitgliedern des Reichstages zur Reisen zur Unzufriedenheit" angeregt wird. Wenn das erleichtert wurde ihm die Aufgabe durch die Zusicherung Theilnahme an den den Eröffnungsfeierlichkeiten zugehen den Herren in der Verwaltung nicht recht ist, nun so aller Parteien, für diese Luxusausgabe zu stimmen. wird. In bezug hierauf faßte die Fraktion den sollten sie doch endlich darauf ausgehen, mit den Schön- Blos Eugen Richter und Bebel nahmen einstimmigen Beschluß, für ihre Mitglieder jede Theilheiten der Klassenwirthschaft im Eisenbahnwesen gründlichst hierzu das Wort. Richter begründete recht schwächlich, nahme an den Feierlichkeiten abzulehnen. Man war aufzuräumen. Sonst helfen sie ja tagtäglich mit tausenden wie er als Oppositionsmann für diese Auslage stimmen sich vollkommen einig darüber, daß es mit den Grundsäzen von Proletariern die Augen über ihre Klaffenlage zu öffnen kann. Desto schärfer ging Bebel mit der Vorlage ins der sozialdemokratischen Partei unvereinbar sei, sich an und tagtäglich tausenden von Proletariern die Noth Gericht. Er würdigte den Werth des Kanalbaues, hob die einer Feier zu betheiligen, die der Hauptsache nach in wendigkeit des Klassenkampfes zu predigen. Verdienste unserer Partei um sein Zustandekommen hervor militärisch- höfischer Pompentfaltung bestehen wird. Neben Also auf zur That, hochgeehrte Herren, hier gilt's auch und zeigte, daß die Summe von 1700 000 m. in weit diesem Grunde war für den Beschluß maßgebend, daß es die Liebe zum Gegenwartsstaat zu erhalten! würdigerer Weise verwendet werden könnte, daß die Sozial- der Würde und Selbstachtung der sozialdemokratischen demokratie niemals für solche Ausgaben stimmen könne, am Partei nicht entspricht, sich mit der Regierung und den wenigsten aber jetzt zur Zeit der Umsturzvorlage. Nach bürgerlichen Parteien auf Festen zu verbrüdern, während rühmlicher Annahme dieser Vorlage erklärte Staats- unsere Gegner bemüht sind, durch die Umsturzvorlage die sekretär v. Bötticher, daß er die Interpellation Sozialdemokratie politisch und wirthschaftlich mundtodt zu ist heute, zwei Tage nach dem 1. Mai, durch Gerichts über die Preissteigerung des Petroleums derzeit nicht machen. Die prinzipielle Gegnerschaft der Sozialdemo beschluß wieder freigegeben worden. Doch scheint sich die beantworten könne. Der Antisemit 3immermann fratie gegen die heutige Gesellschaft dürfe nicht verschleiert Freigabe nicht so rasch zu vollziehen wie die Konfistation. Zur begründete hierauf die Juterpellation mit den üb- werden durch Betheiligung an gouvernemental- bürgerlichen Beschlagnahme forderte die Staatsanwaltschaft, nach der Erlichen Schimpfereien auf Juden und Sozialdemokraten. Feierlichkeiten. flärung des Herrn Kriminalfommissars Schöne, die Polizei ein- Nach der Rede begann eine lange Geschäftsordnungs- Die beiden Hauptvorlagen, die die Reichsregierung fach telephonisch auf, und diese hatte es bei Bollzug Debatte über die Frage, ob eine nicht beantwortete Inter- dem Reichstage in dieser Session zugehen ließ, die Umsturzdieser Telephonanweisung so eilig, daß sie nicht ein pellation Anlaß zu einer Debatte geben könne. Der Antrag vorlage und die Tabaksteuervorlage, gelten allgemein als mal im stande war, bei der Beschlagnahme, die dieselbe auf Eröffnung der Debatte wurde von unserer Partei gefallen. In jedem anderen Staate würde bei einer derunterstüßt, erhielt aber statt der erforderlichen 50 blos artigen parlamentarischen Lage die Regierung zurücktreten, veranlassenden Stellen unter Anführung der verletzten Gesetze au 48 Stimmen. Hierauf begannen Wahlprüfungen. Blos bei uns steht die Regierung fest. Fällt sie, so wird nicht bezeichnen", wie das§ 27 des Preßgesetzes klar und deutlich vor zwei Wahlen gaben zu Debatten Aulaß, die von die Stimmung des Volkes, nicht die Parteifonstellation im schreibt. Nachdem aber jetzt der Gerichtsbeschluß die Beschlag- Siegle- Stuttgart und Dr. Böttcher- Waldeck. Nach einer Reichstage, sondern der Wille eines einzelnen daran schuld nahme für gefeßlich nicht begründet erklärt hat, sollte man scharfen Erklärung des Abg. Bebel über die Wahlbeein- sein. meinen, müßten Staatsanwalt und Polizei ihrerseits auch wieder flussungen in Stuttgart wurde auch diese Wahl für beslissen sein, den schweren finanziellen Schaden, giltig erklärt. Als die Wahl des Abg. Böttcher zur Die Vertagung des Reichstages bis zum Herbste den diese gesetzlich nicht aufrecht zu erhaltende Beschlag- Frage kam, beantragten die Nationalliberalen Rück- soll nun als sicher gelten. Herr Nieberding hat in der nahme dem Verlag zugefügt hat, möglichst wenig lange Zeit verweisung an die Kommission und Auszählung des Hauses. Justizkommission eine dahingehende Mittheilung gemacht. Das Haus war beschlußunfähig, und so hat der Vorsitzende seine Wirkung üben zu lassen. Wenn die Beschlag- der Umsturzkommission noch eine Galgenfrist von 3 Tagen, Die Wahl in Lennep- Mettmann ist für uns uns nahme auf telephonischem Wege möglich war, darf man dann wenn er nicht, was füglich allgemein als Pflicht des An- günstig ausgefallen, für die Fortschrittler günstig. Sie nicht verlangen, auch die Freigabe auf demselben raschen standes angesehen wird, vorher sein Mandat niederlegt. haben gesiegt und wir sind unterlegen. Wir haben uns Wege bewirkt zu sehen? Wenn zur Beschlagnahme augenblicklich An den Debatten über die Umsturzvorlage wird jedenfalls ehrlich geschlagen, wir haben die Wahlschlacht verloren dugende von Beamten zur Verfügung stehen, müssen sie nicht dieser früher so laute Schreier im Kampfe nicht mehr theil wir werden unser bestes thun, die nächste zu gewinnen. Damit wäre die Sache für uns abgethan, wenn nicht die auch zur Freigabe ebenso prompt zur Hand sein? Heute Vor- nehmen können. geraffin Organe der freisinnigen Volkspartei, voran die„ Freisinnige mittag wurde der Gerichtsbeschluß uns bekannt; wenn unsere Im Abgeordnetenhaus stand heute zunächst der An- Beitung", sich bemühten, dem Wahlausfall eine Bedeutung Erkundigungen richtig, ist derselbe spätestens mittags der Staats- trag des agrarischen Abgeordneten v. Mendel- Steinfels auf zu geben, die er nicht hat. Die Fortschrittler haben gesiegt, anwaltschaft übergeben worden. Gegen 1/22 Uhr versuchte der der Tagesordnung, wonach die Regierung einen Betrag bis weil alle übrigen kapitalistischen Parteien gemeinsame Sache Vertreter der Buchhandlung des Vorwärts", Reichstags- Ab- zu 20 Millionen zur Stillung des Kreditbedürfnisses land- mit ihnen gemacht haben. Auf ihren Sieg stolz zu sein, geordneter Fischer, nachdem er sich auf dem Sekretariat über wirthschaftlicher Genossenschaften zur Verfügung stellen soll. haben sie aber keinen Grund, weil sie sich den Beistand den Eingang des Beschlusses erkundigt und denselben bestätigt Der Minister Miquel kam den Agrariern soweit wie nur der anderen Parteien durch unehrliche Mittel zu erhalten hatte, persönlich bei der Staatsanwaltschaft das Ersuchen Landwirthschaft allerschnellstens geholfen werden müsse, daß Wahlflugblatt, das zwei Tage vor der Stichwahl vom freierhalten hatte, persönlich bei der Staatsanwaltschaft das Ersuchen irgend möglich entgegen. Er erklärte, daß der nothleidenden verschaffen gesucht haben. Man lese nur nachstehendes um Beschleunigung anzubringen; er fand jedoch keinen Zutritt. die Regierung schon längst eine Einrichtung in der Richtung sinnigen Wahlkomitee verbreitet ward: Eine Stunde später stellte der Verleger Glocke dieses Gesuch des Antrages geplant habe und demnächst einen dahinWähler! Es handelt sich um den Kampf des getelegraphisch unter ausdrücklichem Hinweis, welch schwerer gehenden Gesetzentwurf vorlegen werde. Darob natürlich sammten Bürgerthums gegen eine von gewissenlosen finanzielle Schaden ihm erwachse, wenn die Freigabe heute nicht große Freude bei allen nothleidenden Landwirthen", die Führern geleitete Partei, die nur darauf ausgeht, die Arbeitererfolge. Bis abends 8 Uhr hatte die Buchhandlung die beschlag- das Abgeordnetenhaus bevölkern. Sodann folgte schaft zu bethören und die Volksmaffen aufzuwiegeln. Da ist es hocherfreulich zu sehen, wie das Bürgerthum fich nahmten und heute früh durch Gerichtsbeschluß freigegebenen die erste Berathung über den Gefeßentwurf, dessen auf seine Pflichten besinnt, und die verschiedenen Richtungen wir im Vorwärts" schon erwähnten, wonach Staatsmittel Bei der Unabhängigkeit, Unparteilichkeit und Gewissenhaftig- zum Bau von Wohnungen für Staatsarbeiter und kleine desselben, die sich bis zur Hauptwahl im ehrlichen(???) Kampje befehdeten, nunmehr vergessen, was sie trennt, und geeint keit unserer Justizbeamten ist es ausgeschlossen, daß die Beamte zur Verfügung gestellt werden sollen. Auch hier den Kampf gegen die Sozialdemokratie aufnehmen wollen. erwies sich unser theurer Finanzminister wieder als treuer Wähler! Welches sind die Ziele, die die sozialdemokratische Ronfistation zum Zwecke der finanziellen Schädi-„ Arbeiterfreund", als den man ihn ja schon lange fennt. Er will Weltanschauung erftrebt? Sie will an die Stelle der heutigen gung erfolgt ist. Andererseits ist die Folge solcher Beschlag- nur das beste der Arbeiter, will ihre Gesundheit, ihr Familien- Gesellschaftsordnung den sozialistischen Staat sehen. Das be nahmen fast ausnahmslos eben diese finanzielle Schädi- leben fördern, will sie aber durch die Arbeiterwohnungen beileibe deutet: der Staat soll alleiniger Eigenthümer alles Rapitals gung. Es ist daher nur ein berechtigtes und im Geiste des Gesetzes werden, aller Grundstücke, Häuser, Maschinen, Vorräthe. Die begründetes Verlangen, daß Staatsanwaltschaft und Polizeibehörden Folge davon wäre, daß jeder selbständige Betrieb aufhörte und solche Beschlagnahme- Aufhebungsbeschlüsse auf dem schnellsten würden die Grundlagen des Familienlebens vernichtet und damit ieder Bürger zum Sklaven des Staates herabfänke. Zugleich die Grundpfeiler unserer sittlichen WeltWege zur Ausführung bringen. ordnung erschüttert werden. Die Sozialdemokratie bezeichnet sich selbst als eine internationale und als eine revolutionäre Partei. Erst auf den Trümmern unseres nationalen Staatswesens, des seit 25 Jahren geeinten Reiches, würde sie ihre neue Weltordnung aufrichten, die, wenn sie überhaupt durchführbar wäre, nicht nur feinen Fortschritt, sondern geradezu die Vernichtung jeder Kultur bedeutete. Gegen eine solche Partei mit folchen 3ielen muß jeder Vaterlands. und Bolts freund mit aller macht ankämpfen." " Maifest- Zeitungen noch nicht zurückerhalten. Gerade heute ist ein solches Verlangen um so mehr berechtigt, wo die Regierung damit umgeht, die BeschlagnahmeBefugniß für Gericht und Polizei zu erweitern. Ach, Du meinst wegen Ayel?" Wie war das? Wegen Ayel? Schämst Du Dich denn gar nicht mehr, Dora?" Ganz entsetzt über den leichtfertigen Ton, den die übermüthige Kleine anzuschlagen beliebte, war Lotte unwillkürlich einen Moment steyen geblieben. " Wir nennen ihn alle nur Ayel", versette Dora gleich müthig. Uebrigens kann ich Dir versichern, daß es keinen unausstehlicheren Menschen giebt, als diesen Axel. Ein ganz frecher Kerl, kann ich Dir sagen." nicht in eine größere Abhängigkeit von dem Arbeitgeber Staat" bringen. Bei den Diskussionsrednern war die Freude über den Gesezentwurf nur eine getheilte. Die fernere Berathung wurde auf Sonnabend verschoben. Außer bem: Gesetz über die Verpflegungsstationen. Die sozialdemokratische Fraktion hat in ihrer letten Sigung beschlossen, gegen die für die Feierlich Wer mir das sagt? Du lieber Himmel, als ob Ihr Euch nicht selber oft genug verrathen hättet!" " " Und warum fängst Du gerade jetzt davon an?" Das will ich Dir gleich sagen, Schwester Lotte," verfette Dora schadenfroh, weil man schon gar zu sehr um das arme Dorchen besorgt ist und gar zu viel an ihm herumschulmeistert-- wo wir doch selbst im nächsten Monat unsere fiebzehn Jahre alt werden und schon ein klein wenig mit dem eigenen Kopfe denken möchten...." Einen Augenblick verharrten beide in Stillschweigen. Lotte athmete erleichtert auf: so hatte der kleine Troy- Dann sagte Lotte in ruhigem, eigenthümlich weichem Tone: kopf doch schon selbst das richtige erkannt. Schweigend Du hast recht, Dora, laß uns von jetzt ab Freundinnen gingen fie eine Weile neben einander her, dann begann Dora: sein, echte, rechte Freundinnen. Und damit Du siehst, wie Weißt Du, Lotte, was mich eigentlich wundert?" sehr ich Dir traue, so will ich Dir gestehen, daß ich wirk" Nun, und das wäre?" pught and calich mit Hans Hartung verlobt bin." B " Eine ehrliche Kampfesweise war das nicht, und die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" hat ganz recht, wenn sie den Herren Fortschrittlern höhnend zuruft, eine Partei, die so über die Sozialdemokratie urtheile, habe kein Recht, sich über die Umsturzvorlage entrüstet zu erklären. Durch dieses Flugblatt, das von unseren Rednern natürlich nach Gebühr gekennzeichnet ward, stellte die Fortschrittspartei sich auf das Niveau der Antisemiten, Agrarier und sonstiger Reaktionäre. Die Frankfurter Zeitung", welche die gemeinsten Stellen des Flugblattes nicht einmal zu kennen scheint, erklärt einen mit solchen Mitteln er" Daß Hans Hartung so lange nichts von sich hören Und mit jener füßen, erleichternden Empfindung, die fochtenen Sieg für übelriechend". Der Sieg wird auch läßt. Seit mehr als drei Monaten teine Silbe zu schreiben der Preisgebung eines lange bewahrten Herzensgeheimnisses dadurch nicht glänzender, daß die Herren Fortschrittler nach - das finde ich wirklich recht sonderbar." zu folgen pflegt, begann Lotte der Schwester von ihrer der Hauptwahl auf jeden geistigen Kampf" verzichteten, Helle Röthe hatte beim nennen des Namens Hartung Liebe zu Hans Hartung, dem Buchdrucker, zu erzählen, und keine Versammlung abbielten, desto gewissenhafter aber den Lottens Wangen übergossen. wie er ins Ausland gegangen sei, um sich dort, außerhalb, Sozialdemokraten die Säle abtrieben", unsere Hiebe nach " Was ist denn daran so sonderbar?" fragte sie mit der preußischen Zensurtuechtschaft, die das freie Wort ge- echter Bourgeoisart mit dem hinteren Menschen parirten erzwungener Gleichgiltigkeit. Er wird keine Beit gehabt haben." feffelt hielt, eine Stellung für's Leben zu erringen und sich ausschließlich auf den stummen Beamten und " Wie, keine Zeit? Wo doch Wilhelm sein bester Freund und dann seine theure Lotte heimzuführen. Nun Fabrikantenapparat verließen, der sicher arbeitet, wenn er ist... und dann aber sei sie wirklich recht besorgt um ihn und auch gewiß nichts Herrisches hat. Und wenn die Freifinnige Zeitung" aus dem Ausfall " Was, und dann?" fragte Lotte. Mit einer gewissen wisse nicht einmal, wo er stecke, ob in der Schweiz, oder gar Bellommenheit schaute sie nach der Schwester, schlug jedoch oder in England, 100 in Paris, es der Lennep- Mettmanner Wahl den Schluß ziehen will, im nächsten Moment vor Dora's triumphirenden Blick die während der letzten Tage so heiß hergegangen. Und vom daß die Sozialisten in ihrem Besißstand keineswegs Augen zu Boden. Heirathen könne jetzt überhaupt nicht die Rede sein, bei so urangreifbar sind, wie sie dies gern darstellen", so ver " Ha, ha, da haben wir Dich, Lottchen! Hahahaha!" diesen traurigen Beiten wer sollte denn beim Water gißt die" Freifinnige Zeitung" ganz, daß der fragliche Wahlkreis bis zum Jahre 1893 fortschrittlicher lachte Dora über das ganze Gesicht, daß ihre blendend bleiben, und bei ihnen? weißen Zähne zwischen den frischen rothen Lippen sichtbar Besitzstand" war und bei der letzten allgemeinen Wahl wurden. Nun rede Du noch einmal von Ayel!" B nur dadurch in unseren Besitz tam, daß die NationalWas denn, was ist denn?" fragte Lotte, während eine liberalen nicht für die Freisinnigen eintraten. Also durch einen neue heiße Blutwelle über ihre feinen blaffen Büge hinaugenblicklichen Zwist im Lager der bürgerlichen Parteien. fluthete. Der Ausfall der Stichwahl vom vorigen Dienstag hat ges Was denn!?" Nun verstellst Du Dich auch noch!" zeigt, daß wir einer Koalition der sämmtlichen tapitalistischen fuhr das unerbittliche Kleine Ding fort. Am Ende ist's und ewig neue Thema der Liebe zu reden, das dem Herzen Parteien in diesem Wahlkreis noch nicht gewachsen find. garnicht wahr, daß Du mit Hans Hartung heimlich verWir haben aber, verglichen mit der Wahl vor zwei Jahren, sprochen bist, und daß Ihr in einem Jahre Hochzeit einen erheblichen Stimmenzuwachs erhalten; und konnten machen wolltet das heißt, von vorigen Ostern ge wir auch den Lennep- Mettmanner Kreis diesmal noch nicht rechnet..." gegen die vereinigte reaktionäre Masse" behaupten, so haben wir doch die Gewißheit erlangt, daß er bald zu unserem Wer sagt Dir denn das, Dorchen?" wagte Lotte dauernden Besisstand" gehören wird. schüchtern zu fragen. # " " mind 9310 40 mit einer feierlichen Miene, die ihrem jugendlichen Gesichtchen ganz seltsam stand, hörte Dora die Mittheilungen der Schwester an. Es war das erste Mal, daß Lotte mit ihr von derlei ernsten Dingen sprach. Es bereitete ihr einen neuen, eigenartigen Genuß, mit ihr, die sie bisher wie ihre Mutter betrachtet hatte, über dieses alte, urewige des Weibes so nahe liegt. Noch hatte sie selbst die hinreißende Gewalt dieser Leidenschaft nicht kennen gelernt; aber mit dem natürlichen Instinkt ihres Geschlechts suchte fie die Empfindungen der Schivester nachzufühlen. ( Fortsetzung folgt.) " " " Die Umsturzvorlage. Die zweite Lesung der Um- 1 Jahrbücher" nicht das geringste zu thun habe. Das haben wir| Schritte zu gunsten der Aufständischen zu thun und zunächst deren sturzvorlage beginnt am Dienstag, den 7. Mai. sofort nach Erscheinen des Aussages erklärt. Die Bundesstaaten gegen das Umfturzgesetz. Die zweite württembergische Kammer nahm am Freitag mit 56 gegen 24 Stimmen den Antrag der demokratischen Partei gegen die Umsturzvorlage an. Gegen den Antrag stimmten die Zentrumsfraktion und vier Mitglieder der Ritterbant. Ministerpräsident Frhr. v. Mittnacht erklärte: Die Regierung könne sich bezüglich ihrer fünftigen Abstimmung im Bundesrath nicht öffentlich binden; sie verhehle aber nicht ihre schwersten Bedenken, wenn der Reichstag die Vorlage in der Kommissionsform annehme. Stadtvertretungen gegen die Umsturzvorlage. Von den Rostocker 60 Stadtverordneten haben sich zirka 50 der Kundgebung gegen die Umsturzvorlage angeschlossen und billigen den Protest, welcher in der am nächsten Sonntag in Berlin stattfindenden Versammlung zum Ausdruck gebracht werden soll. Das bezügliche Schriftstück ist gestern an das Berliner Komitee abgesandt worden. Anerkennung als triegführende Macht zu er Unsere theuren Agrarier. Ein neues Hundertmillionen wirken. Gesetz wird nach den„ Berl. Pol. Nachr." seitens der Regierung Letzteres wäre allerdings gegen das" Völkerrecht", wie die erwogen behufs Ankaufs ländlicher Großwirthschaften mit der Boffische Zeitung" sich die überflüssige Mühe nimmt, nach3weckbestimmung, diese wenigstens zum theil als solche fort zuweisen; wer fann aber einem Rebellstaat, wie die Verbestehen zu lassen. Die Mittel sollten auf dem Wege der Anleihe einigten Staaten" es sind, übelnehmen, wenn er mit Rebellen beschafft werden. sympathisirt, und das Recht der Rebellion anerkennt? Präsident verschuldeten Gutsbesitzern lacht, wird der Bund der Landwirthe das vermindert jedoch nicht die Wichtigkeit dieser Kundgebung, Da nun baar Geld aus der Tasche des deutschen Volkes den Cleveland wird den Beschluß wohl schwerlich sofort ausführen; den Hohenlohe und Konsorten gegenüber sanftere Saiten aufziehen. hinter der das amerikanische Volk steht und der die amerikanische der am 29. und 30. v. M. stattgefundenen Landtagswahl in der Die Sozialdemokraten im Altenburger Landtage. Bei Regierung sich nicht dauernd widersetzen kann. Nicaragua. England hat sich zur baldigen Räumung von Stadt Altenburg wurde Genosse Buchwald mit 1378 gegen Corinto bereit erklärt. Nicaragua bezahlt die geforderte Ent1124 Stimmen gewählt. Unsere Stimmen sind von 163 im Jahre schädigung innerhalb 14 Tagen in London und die Republik 1886 auf 788 im Jahre 1892 und 1378 im Jahre 1893 gestiegen. San Salvador garantirt die Zahlung der Summe. nun 4 Genossen( Buchwald, Käppler, Reim, Schüler) und ver- Man hat von den Deutschen gefagt, sie hätten deshalb teine Unter den 30 Abgeordneten des Altenburger Landtages sitzen Die Aktion der Vereinigten Staaten von Europa. einigen auf sich mehr Stimmen, als die übrigen 26 Abgeordneten öffentliche Meinung wie andere Völker, weil es unmöglich sei, zusammen. Zwei der Abgeordneten sind in rein ländlichen daß in Deutschland über irgend etwas, und sei es auch das Kreifen gewählt. Augenfälligste und Selbstverständlichste, Gleichheit der Meinungen Auch eine Amnestie. In Lippe- Detmold wurden herrsche. Dieser Grund ist jedenfalls nicht richtig, denn die beDie Konservativen wollen ein„ Umsturzgesetz", aber anläßlich des Antritts der Regentschaft die Strafen wegen Ueberhauptete Thatsache ist nicht wahr. Und daß sie nicht wahr, wird bewiesen durch die Aktion der sogenannten Vereinigten nicht in der Kommissionsfassung. Nach Mittheilung der tretung des Feld- und Forstpolizei- Gesetzes erlassen. Kreuz- Zeitung" trat die konservative Reichstags- Fraktion Soldatenloos. Im„ Leipziger Tageblatt", also einem neuen Dreibund", wie die Franzosen die„ Vereinigten Staaten Staaten von Europa. In bezug auf diese Aktion und den Donnerstag Abend zusammen, um zur Umsturzvorlage der militärfrommsten Blätter Deutschlands, finden wir heute von Europa" nennen, herrscht in Deutschland eine absolute UeberStellung zu nehmen. Sie wird zu den Kommissions folgende Mittheilung: einstimmung des Urtheils. beschlüssen einen ablehnenden Standpunkt einnehmen, aber Gera, 1. Mai. In der Nacht zum Dienstag machte der Mit Ausnahme der unglücklichen Lohnschreiber, denen nicht den Versuch machen, durch Stellung von Abänderungs- Soldat Bauer von der hiesigen Garnison seinem Leben durch erlaubt ist, eine Meinung zu haben, und die dafür bezahlt sind, anträgen und Zurückgreifen auf die Regierungsvorlage guten Zeugnissen versehen, im vorigen Herbst frei haben wollen, findet sich niemand, der das Vorgehen der deutschen Erhängen ein Ende. Der Verstorbene hatte sich, mit alles zu loben, was ihre Arbeit- und Brotgeber thun oder gelobt etwas Positives zu schaffen. willig gestellt. Zu Hause klagte er über die Behandlung, Regierung billigt. Die Kritik ist von verschiedener Art und Das Zentrum wird aber dafür sorgen, daß nur etwas die ihm durch den Unteroffizier Grbs zu theil Schärfe, eine positiv günstige ist sie in keinem Falle. Nicht einPositives zu stande kommt, soweit es dem Zentrum paßt, wurde, eine Behandlung, die ihn das Leben kaum noch mal die nationalliberale Presse, die sonst für auswärtige oder daß nichts zu stande kommt, ertragen laffe; allein stets war ihm gut zugeredet worden. Von Aftionen" schwärmt namentlich für überseeische verhält Der Bundesrath hat in der am 2. d. Mts. abgehaltenen den Todesfalle erfuhren die hier lebenden Eltern, die Schmiede- sich durchaus ablehnend. Das einzige Blatt, das wenigstens Plenarsizung dem Gesetzentwurf betreffend die Fürsorge für die Beitung". Die Mutter begab sich nun zum Feldwebel, der oder richtiger ihrem Na ch geben im Schlepptau Rußland'sfamilie Bauer, angeblich erst durch die Geraer einen Versuch macht, dem Vorgehen der deutschen Regierung Wittwen und Waiſen der Personen des Soldatenstandes des Nach Reichsheeres und der Marine vom Feldwebel abwärts, dem ihr die traurige Thatsache bestätigte und ihr auf Befragen eine gute Seite abzugewinnen, ist seltsamerweise die„ KreuzGesezentwurf betreffend die Gewährung von Beistand bei der hinterlassen, worin er den Unteroffizier Grbs als den in früheren Zeiten hatte das deutsche Junkerblatt eine echt russische noch sagte, daß ihr Sohn einen Brief an seinen Hauptmann Beitung", die sonst vor Rußland nicht genug warnen kann. Freilich, Einziehung von Abgaben und Geldstrafen, sowie dem Entwurf Urheber seines Lebens überdrusses bezeichne. Erbs Seele mit Juchtenduft, und war, gleich dem Fürsten Bismarck, von Bestimmungen zur Ergänzung der Beschußtafel für die Prüfung von Laufen 2c. für ein Einzelgeschoß die Zustimmung befindet sich bereits in Arreſt. ,, russischer als die Russen". Es scheint also ein politischer Rückfall, ertheilt. Die Vorlage betreffend die Abänderung des Formulars ein junterlicher Atavismus vorzuliegen, der bei der eigenthümlichen zu den Schiffszertifikaten wurde den zuständigen Ausschüssen über Gemüthsverfassung des Herrn Chefredakteurs allerdings ziemlich wiesen. Außerdem wurde ein Antrag auf zollfreien Einlaß der leicht sich erklären läßt. Von diesen Ausnahmen abgesehen, ist in von der Amsterdamer Ausstellung für Hotel- und Reisewesen ganz Deutschland kein halbwegs unabhängiges Organ, das nicht zurückgelangenden Güter genehmigt und über eine größere Anzahl direkt tadelte, oder zweifelnd den Kopf schüttelte. Und auch die von Eingaben in Zoll- und Steuer Angelegenheiten Beschluß Regierungsskribenten sind bisher nicht im stande gewesen, auf gefaßt.irgend einen greifbaren Nuzen der Aktion" hinzudeuten. Wohl aber stimmen alle Nachrichten darin überein und es versteht sich ja auch von selbst, daß in Japan die Sympathien für Deutschland sich in Erbitterung verwandelt haben, was für unseren Handel einen dauernden Schaden bedeutet. -Eines Kommentars enthalten wir uns. Blos auf den einen Punkt wollen wir die Aufmerksamkeit lenten, nämlich daß dieses neue Opfer des Militarismus sich frei willig gestellt hat, also sicherlich nicht als verstockter Haffer des Soldatendienstes in die Ferienkolonie eingetreten ist. welche Lust Soldat zu sein. Aus Gera wird dem Berliner Tageblatt" gemeldet: Der Soldat Bauer hat sich hier erhängt. Aus Anlaß dieses Selbstmordes soll der Unteroffizier Erbs verhaftet worden sein. Unsere Feinde lügen nicht blos das Publikum an, sondern auch sich selbst. So haben die gegnerischen Blätter in bezug auf den ersten Mai ihren Lesern so lange vor. gedichtet, die Arbeiter dächten gar nicht daran, den Welt- Das Tageblatt der ungarischen Sozialdemokratie ist Feiertag zu begehen, daß sie zum theil es jetzt selber glauben am 1. Mai erschienen. Wir wünschen, daß es bald in seinem und daß einige, namentlich nationalliberale Blätter, uns Bestande gesichert sein und der Verbreitung des Sozialismus in heute mit ernster Miene den freundschaftlichen Rath er- Ungarn wesentliche Dienste leisten wird. theilen, das Fiasko des 1. Mai einzugestehen und auf den verunglückten Festtag freiwillig zu verzichten. Und das angesichts der Thatsache, daß in allen Kulturländern der 1. Mai dieses Jahres in einer Ausdehnung und mit einer Begeisterung gefeiert worden ist, wie nie zuvor. Wir er wähnen dieses psychologischen Kuriosums nur zur Charakteristik unserer Feinde. Eine Armee von Blinden hat noch nie eine Schlacht gewonnen. Der neugewählte zürcherische Stadtrath besteht nunmehr aus 37 Freifinnigen, 4 Konservativen, 38 Demokraten und 14 Size.) Gine Stichwahl hat im fünften Kreise stattzufinden. 18 Sozialdemokraten.( Bis nun besaßen wir blos unter den gewählten Sozialdemokraten sind: Mettier, Lang, Conzett, Greulich. Im 4. Kreise unterlag Seidel mit 619 Stimmen bei einem absoluten Mehr von 800." " Und wenn nun die Japanesen den Vereinigten Staaten von Europa" den Rath ertheilen, sich um ihre eigenen Angelegenheiten zu bekümmern, welche Rolle spielt dann das Deutsche Reich? Will es den Krieg an Japan erklären und den Russen die Kastanien aus dem Feuer holen, nachdem es durch feine Theilnahme an dieser unglücklichen Aktion" die Geschäfte des englichen Handels so trefflich besorgt hat? Journal de St. Petersbourg", das heute im Namen der VerDie Auslassungen des russischen Reichsanzeigers, des einigten Staaten von Europa" spricht, sind geradezu de müthigend für Deutschland. Während für Rußland die denkbar wichtigsten Interessen, die es als Grenznachbar China's Im Kanton Neuenburg finden am 4. und 5. Mai die habe, ins Feld geführt werden, läßt das amtliche Organ Wahlen für den Kantonsrath statt. Die dortige Arbeiter der Zarenregierung das Deutsche Reich bescheiden hinterher Die Beschränkung der Lehrfreiheit an deutschen eine Reihe von Forderungen an die fantonale wie an die eid- Rußland will, wird in dem Artikel natürlich nicht gefagt; im partei hat für die Wahlen ein Programm aufgestellt, das traben und speist es mit ein paar Höflichkeitsfloskeln ab. Was Universitäten. Nachdem die„ Nordd. Allg. Ztg." in ebenso genössische Politik enthält. Die tantonalen Forderungen find: ganzen ist derselbe aber höchst zahm, ein Beweis, daß der russische frivoler wie frecher Weise die Nachricht dementirt hatte, Obligatorische Berufsgenossenschaften, unentgeltlicher Hand- Bär sich nicht start genug fühlt, den Schafspelz der Friedlichkeit daß im Staatsministerium Verhandlungen betr. der Maß- fertigkeits- Unterricht und obligatorische Lehrlingsprüfungen, abzuwerfen. Die Japanesen scheinen nicht geneigt, sich nasführen regelung von Universitätsdozenten schweben, druckt heute Alters, Sterbe- und Arbeitslosenversicherung durch den Staat, zu lassen. Und mit England und Amerika als Rückenhalt können das verlogenste Blatt Deutschlands, ohne mit der Wimper ftaatliche Mobiliarversicherung, Verbesserung des Darlehnswesens sie auch ruhig die Ereignisse an sich herankommen lassen. zu zucken, das folgende aus der Berl. Korr." ab: zu gunsten der Kleinbauern, Schlichtung von Differenzen zwischen Einstweilen wühlen die Russen in Peting und suchen die In dem Falle des hiesigen Privatdozenten Dr. Arons handelt Miether und Vermiether durch die gewerblichen Schiedsgerichte, Ratififation des Friedens, die von chinesischer Seite noch nicht es sich nicht, wie einzelne Blätter glauben machen wollen, um Wahl der Regierungs- und Ständeräthe, der Präfekten und erfolgt, zu verhindern. Sollten sie damit Glück haben, so würde eine Aenderung der Universitäts- Verfassung, um einen Angriff sämmtlicher Richter durch das Volt, Aufhebung des Stimmrechts der Krieg wieder losgehen, und wer weiß, welche Ausdehnung auf die Lehrfreiheit und was dergleichen Schrecknisse und Fähr- entzuges wegen Steuer- Rüdständigkeit und staatliche Unterstüßung annehmen und das hätten wir der famosen Aktion der Vers lichkeiten mehr sind, sondern, wie neulich schon die„ National- beim Bau von Arbeiterwohnungen. Die eidgenössischen Forderungen einigten Staaten von Europa" zu verdanken. Beitung" richtig bemerkt hat, lediglich um die Frage, ob es find: Reine Staatsbank( Bundesbank), Stranken- und Unfalleinem im übrigen einwandfreien Universitäts- versicherung, Verstaatlichung der Eisenbahnen, Abschaffung der " Lehrer erlaubt sein soll, als Mitglied der sozialdemokratischen politischen Polizei, Kampf gegen den Militarismus und Sub- Fürsorge für die Hinterbliebenen Partei Organisation in sozialdemokratischen Versammlungen ventionirung der Volksschule durch den Bund. agitatorisch hervorzutreten. Diese Frage liegt gegenwärtig der Belgien wendet sich nun auch dem Schutzzoll- Systeme zu. philosophischen Fakultät als der zunächst in betracht kommenden Der Zentralausschuß der Repräsentantenkammer genehmigte die Disziplinarbehörde vor. Sobald sie sich zur Sache geäußert hat, Regierungsvorlage, betreffend Abänderung des Zolltarifs, mit wird der Unterrichtsminister die ihm zweifellos zustehende einigen Erhöhungen. zuwarten. von Soldaten. NO Die Fürsorge für die Hinterbliebenen der Personen des Soldatenstandes des aktiven Heeres und der aktiven Marine vom Feldwebel abwärts entbehrte bisher einer gefeßlichen Regelung, auch endgiltige Entscheidung treffen. Wem es nicht darauf an- Wahlreform in England. Das Unterhaus genehmigte fehlten die Mittel, um diesen Personen in angemessener Weise zu tommt, unnüße Aufregung und Beunruhigung hervorzurufen, am 30. April nach achtstündiger Debatte ohne Abstimmung die helfen, da die Fonds, aus denen in besonders dringlichen Fällen wird gut thun, diese Entscheidung und deren Begründung ab erste Lesung der Gesetzesvorlage, nach welcher jeder Wähler bei fleinere Unterstützungen gewährt werden können, sehr gering be Barlamentswahlen nur eine Stimme haben soll. Die Redner messen sind. Die Bestimmungen des Militärpensionsgesetzes vom Wir haben es hier mit einem Rabinetstückchen offiziöser der Opposition bekämpften die Vorlage als eine zu Wahlzwecken 27. Juni 1871 fommen nur den Hinterbliebenen von KriegsBerichterstattung zu thun, die sich würdig dem Dementi der eingebrachte Maßregel und behaupteten, dieselbe würde nur vn- theilnehmern zu gute, die Renten des Fürsorgegeſehes vom Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" an die Seite stellt. genommen werden, falls mit ihr eine Neuvertheilung, der 15. März 1886 find nur bei gewissen Betriebsunfällen zuständig, Die Behauptung, daß zweifellos dem Unterrichtsminister Parlamentswahlen verbunden werde. und das Militärhinterbliebenen Gesetz vom 17. Juni 1887 beim Falle Arons die entgiltige Entscheidung zustehe, ist Serbisches. Zwischen König Sohn und König Vater kam schränkt sich bei den Unterklassen des Reichsheeres nur auf einen zweifellos unrichtig. Einzig und allein die philosophische es zu heftigen Auseinandersetzungen wegen des elenden Mammons, entwurf ausgearbeitet und vom Bundesrath angenommen worden, fleinen Kreis( Zeugfeldwebel u. f. w.). Es ist nunmehr ein GesetzFakultät der Berliner Universität hat im Falle der Dis- von dem der dicke Milan nicht genug verbrauchen kann. Das der sich nach den Mittheilungen der„ Berl. Korresp." im allgeziplinirung eines Brivatdozenten zu entscheiden, und hätte und Hurenkönig Milan auf einige Beit entbehren, er hat sich schließt und die Fürsorge auf die Hinterbliebenen aller Personen arme serbische Volk muß deshalb seine Majestät den Spieler- meinen den Grundsätzen des Militärhinterbliebenen= Gesetzes ander Unterrichtsminister zweifellos die legte Entscheidung in nach Italien begeben, um sich von seinen schweren Mühen zu des Soldatenstandes vom Feldwebel abwärts ausdehnt. Ebenso der Sache, wozu hat sich dann das Staatsministerium in einer erholen. Vielleicht kommt er nicht mehr wieder und folgt ihm wie bei den Difizieren, Aerzten und Beamten des Heeres und Plenarsizung mit der Sache überhaupt befaßt, jedenfalls Klein- Alexander bald ins Ausland nach. Das serbische deshalb, weil der Unterrichtsminister zweifellos allein seine Volk dürfte nämlich bald überdrüssig werden des frechen Spieles, versorgung im allgemeinen nach einer Dienstzeit von zehn Jahren der Marine die Pensionsberechtigung und das Recht auf Relikten= Befugnisse nicht überschreiten wollte. das mit ihm getrieben wird, Gesezlosigkeit, Vertrauensbruch, Es handelt sich augenscheinlich hier nicht blos um einen ständige Berlegung der Verfassung ist das tägliche Schauspiel erworben wird, so sollen nunmehr auch unter derselben Vorausvereinzelten Fall Dr. Arons", sondern um den Anfang das die Machthaber dort bieten. Den neuesten Schlag gegen wärts zum Bezuge von Wittwen- und Waifengelb berechtigt sein. sehung die Hinterbliebenen der Mannschaften vom Feldwebel ab einer Säuberung der Universitäten von allen nicht den momen die Wolfsrechte meldet die folgende Depesche aus Belgrad: tanen Erfolg jederzeit anbetenden Universitätslehrern. pflicht auch die Präventivzensur ein. Die Zeitungen müssen die schädigung, so soll das Wittwen- und Waisengeld auch schon bei Das neue Preßgesetz führt außer der Kaution- und Stempel- Ist der Tod des Vaters oder Ehemannes die Folge einer bei Ausübung des Dienstes ohne eigene Verschuldung erlittenen Be Dieser Schluß drängt sich auf, well in der Berl. Corr." Korrekturbogen der Zensur vorlegen. nicht wie bisher blos von Privatdozenten, sondern ganz fürzerer als zehnjähriger Dienstzeit und selbst dann zuständig allgemein von Universitätsprofessoren gesprochen wird. Truppen mit den Albanesen wurden 15 Soldaten getödtet. Seere oder der Marine nicht mehr angehört hat, aber vor Ablauf Türkisches. Bei dem letzten Zusammenstoße der türkischen sein, wenn der betreffende zur Zeit seines Todes dem aktiven Man will mit dem offenkundigen Sozialdemokraten Arons Die Albanesen wurden in die Berge getrieben. Mehrere Häuser von sechs Jahren nach der Entlassung aus dem attiven Dienste beginnen, damit einen Präzedenzfall schaffen und die anderen wurden zerstört. Aus Macedonien werden zahlreiche Ver- verstorben ist. Das Wittwengeld ist auf 160 m. jährlich, gleichnicht genehmen Universitätslehrer dann nach der beim Fall haftungen anläßlich einer angeblich geplanten Erhebung gegen viel welcher Charge der Ehemann zur Zeit seines Todes an Arons glücklich zu Anerkennung gelangten Methode be- die türkische Regierung gemeldet. Azu gehört, beziehungsweise ob und welche Pension er bezogen hat, handeln. Der Aufstand in Cuba ist, obgleich die Spanier fort das Waifengeld für Kinder, deren Mutter lebt und zur Zeit des während Siege erfechten auf dem Papier nicht beendigt, Todes des Ehemanns zum Bezuge von Wittwengeld berechtigt und das will fagen, daß er in diesem Sommer nicht beendigt war, auf 32. für jedes Kind, falls die Mutter nicht mehr lebt werden kann, denn jetzt fängt auf den Antillen die 4 Monate oder zur Zeit des Todes des Ehemannes zum Bezuge von Wittwendauernde Regenzeit an, während deren militärische Operationen geld nicht berechtigt war, auf 54 M. jährlich festgesetzt. Für die nicht möglich sind und die Aufständischen Zeit haben, sich zu Hinterbliebenen derjenigen Mannschaften, denen eine mehr als Es ist doch eine unerhörte Zumuthung in einem organisiren. Marschall Martinez Campos scheint selber wenig zwölfjährige pensionsfähige Dienstzeit zur Seite steht, soll sich das Staate, der doch noch nicht ganz zum Range der Türkei Vertrauen zu haben, denn er fordert von der spanischen Re- Wittwen- und Waifengeld für jedes Jahr bis zum vollendeten herabgefunken ist, zu verlangen, daß man bei einem der gierung Reformen" für die Insel. Das heißt, er hat eingesehen, daß 40. Dienstjahre um 62/3 v. H. der angegebenen Säße erhöhen. artig flagranten Eingriffe in die Lehrfreiheit der Hoch- es mit der Militärgewalt nicht geht. War die Wittwe mehr als 15 Jahre jünger als der Verstorbene, schulen einfach die Entscheidung des Unterrichtsministers Inzwischen ist den Aufständischen Hilfe gekommen von einer so soll das Wittwengeld für jedes angefangene Jahr des Altersabwarten soll, daß man so lange schweigen soll, bis an der Seite, wo auch die Macht ist, ihnen zu helfen. Das Haus der unterschiedes über 15 bis einschließlich 25 Jahre um ein 1/20 geRepräsentanten in Washington, die eigentliche Voltsvertretung fürzt werden. Keinen Anspruch auf Wittwengeld soll die Wittwe Eache nichts mehr geändert werden kann. ts mehr geä der Vereinigten Staaten von Nordamerika, hat heute einen Be- baben, wenn die Ehe mit dem Verstorbenen innerhalb dreier schluß gefaßt, welcher den Aufständischen in Cuba die Sympathie Monate vor dessen Ableben geschlossen und die Eheschließung zu des amerikanischen Woltes ausdrückt und den Präsidenten auffordert, dem Zweck erfolgt ist, der Wittwe den Bezug des Wittwengeldes Hier handelt es sich nicht um einen vereinzelten Fall, fondern um eine hochwichtige prinzipielle Frage, die hoffent lich nicht nach dem Wunsche der Berl. Corr." behandelt werden wird. Genosse v. Bollmar läßt durch die Münchener Post" er klären, daß er mit dem geheimen Aftenstücke" der Preußischen 11 wenn 9 11 zu verschaffent, fowie dann, wenn die Ehe erst nach der Ent-| Preise von 10 Pf. eine im Auftrage des Vorstandes des deutschen| betreffenden Schriftstücke die am Schluffe übliche Flostel cr Der amtirende Amtsrichter laffung aus dem aktiven Dienst oder nach Feststellung der Schneider- und Echneiderinnen- Verbandes vom Kollegen Timm gebenst" weggelassen worden. Dienstbeschädigung geschlossen ist. In diesem Falle soll auch verfaßte Broschüre über das Sweating System in der deutschen Dr. Schneider rügte dies, worauf der Amtsvorsteher auf Ver den Kindern kein Waisengeld zustehen. Ebenso soll kein Anspruch Konfektions- Industrie in diesen Versammlungen zu haben ist. anlassung und durch Vermittelung des Landraths Falkenthal dent auf Wittwen- und Waisengeld geltend gemacht werden können, Wir fordern unsere Kollegen und Kolleginnen auf, für diese Ver- Amtsgericht einen besonderen Bogen mit dem einen Worte der Verstorbene wegen Hochverraths, Landesverraths, sammlungen überall zu agitiren, damit dieselben gut besucht ergebenst" einsandte, mit dem Hinzufügen, daß dies nachträglich Kriegsverraths oder wegen Verraths militärischer Geheimnisse werden, um so die gefaßten Beschlüsse den Unternehmern gegen die zu liefernde Kurialwendung sei. Der Amisrichter fühlte sich rechtskräfttg zu Zuchthausstrafen verurtheilt ist. Das Recht auf über mit gehörigem Nachdruck vertreten zu können. Die Agitations hierdurch in seiner amtlichen Eigenschaft beleidigt, und erhob den Bezug des Mittwen- und Waisengeldes erlischt für jeden kommission der Schneider und Schneiderinnen Berlins. sowohl gegen den Landrath wie gegen den Amtsvorsteher StrafBerechtigten mit dem Ablauf des Monats, in dem er sich verheirathet Der Streik in der Goldleiftenfabrik von B. Groß in antrag. Am vergangenen Sonnabend fand nun vor der Kottbuser oder stirbt, für jede Waise außerdem mit dem Ablauf des Monats, Leipzig- Reudnih dauert unverändert fort. zu unter- Straffammer die Hauptverhandlung flatt, und wurden Landrath in dem sie das achtzehnte Lebensjahr vollendet. stützen sind 13 Vergolder und 6 Vergolderinnen. Außerdem sind Falkenthal zu 400 M. und Amtsvorsteher Freitag zu 200 m. 2 Kollegen gemaßregelt. Es wird gebeten, den Zuzug strengstens Geldstrafe verurtheilt. fern zu halten. Alle Anfragen sind zu richten an E. Struß, Vertrauensmann der Leipziger Vergolder, Leipzig- Anger, Krotten: dorferstraße 3. Parteinachrichten. Die Sozialdemokratie Sachsens hält am 4. und 5. Juni auf der Muldenterrasse in Döbeln ihre Landesver sammlung ab. Die Tagesordnung lautet: Bericht des Zentralkomitees, Berichterstatter Anton Heilwed; Organifation und Agitation, Berichterstatter Julius Geifert: Reichstags-, Landtags- und Gemeinderathswahlen, Bericht erstatter Stolle Gefau; Aufstellung von Kandidaten für die Landtagswahlen; Presse, Berichterstatter Fr. Geyer; Anträge der Parteigenossen. Aus der Schweiz. Bei den Großraths Wahlen im Horburg- Quartier in Basel erhielten die sozialistischen Kandidaten N. Schweizer, Fautier und Levi- Jslifer 362, 348 und 306 Stimmen, die Kandidaten der Freisinnigen 387, 357 und 354, die der Konservativen 204, 145 und 179 Stimmen. Keiner der Kandidaten erreichte die absolute Mehrheit, die 453 betrug. Es ist folglich Stichwahl nöthig. Die Fortschritte des Sozialismus in Belgien muß wehmüthig auch die Kölnische Zeitung" anerkennen; sie schreibt: In " In welchem Umfange der der Sozialismus in Flandern Boden gewinnt, geht aus den Ergebnissen der Gewerberaths Wahlen hervor, die am 28. April in den dortigen Industriestädten vorgenommen worden sind. In Renair behielten die Katholiken mit 289 gegen 252 sozialistische Stimmen noch die Mehrheit; in Termonde( Dendermonde) dagegen riffen die Sozialisten mit 153 Stimmen den Sieg an fich, denen 73 fonservativ- fatholische und 51 demokratisch- katholische Stimmen gegenüberstanden. Es ist Zeit, daß die katholischen Industriellen Flanderns in andere Bahnen einlenken, wollen sie nicht dem Sozialismus Thür und Thor öffnen. Die flandrischen Industriellen gehören mit vereinzelten Ausnahmen, wie der Abg. Janffens in St. Nicolas, der ein wahrer Vater für seine Arbeiter ist, zu der Schule des reinen Manchesterthums." Polizeiliches, Gerichtliches 2c. " In der Augelegenheit des Legationsrathes a. D. Max Stevie, in welcher sich außer ihm noch eine Zimmervermietherin Alt in Haft befindet, dürfte in sehr kurzer Frist In Nürnberg hat der Streit bei Marschütz u. Co. Hauptverhandlungstermin vor der zweiten Straffammer angesetzt aufgegeben werden müssen, weil alle Plätze der Streitenden werden, da die Frist zur Erklärung auf die Anklage abgelaufen durch andere Arbeiter, namentlich aus Nürnberg und Fürth, be- ist. Der Beschuldigte bestreitet entschieden die Vornahme der ihm zur Laft gelegten Handlungen und bezeichnet sich als das Opfer fegt worden sind. böswilliger Anzeigen nach fruchtlos gegen ihn unternommenen An der 5. ordentlichen Generalversammlung der Erpressungsversuchen. Rechtsanwalt Dr. Fr. Friedmann, welcher 3entral- Kranten- und Sterbekasse der Töpfer feine Vertheidigung übernommen hat, wird in Uebereinstimmung und verwandter Berufsgenossen Deutsch mit seinem Klienten auf jeden Antrag vor der Hauptverhandlung lands, die am 21. und 22. April in Meißen abgehalten verzichten, um diese schleunigst angesetzt zu sehen. Der infolge wurde, nahmen 20 Delegirte theil. Der Zentralvorstand war eines schweren Ischiasleidens vor einem halben Jahre cocaïn= durch Fräßdorf und Gruner aus Dresden, der Ausschuß füchtig gewordene Verhaftete leidet" gegenwärtig auf das durch Hoffmann aus Berlin vertreten. Aus dem Geschäfts- schwerste unter der Entziehung dieses Mittels, die infolge seiner bericht war zu ersehen, daß dem Reservefond der Kasse sogar noch Verhaftung eingetreten ist. Der Kulturstaat Preußen. Von Mißhandlungen seitens mehr als gesetzlich erforderlich ist, zugeführt werden konnte. Auch hat sich in neuerer Zeit die Mitgliederzahl vermehrt, nur in mehrerer Schuhleute erzählten zwei Angeklagte, der Architekt Berlin, Hamburg und Dresden ist sie auffällig gesunken. Die Kelling und der Tischlermeister Heinemann, als sie sich Influenza hat der Kasse bedeutende Opfer gekostet. Die gestern vor dem Schöffengericht wegen Widerstands gegen die Einnahme der Kaffe betrug im Jahre 1894 42 452,26 M., Staatsgewalt, Kelling auch wegen Beamtenbeleidigung zu verdie Ausgabe 36 606,25 M., der Ueberschuß mithin 5846,01 m. antworten hatte. Am Abende des 5. März d. J. hatten die Bermögen besitzt die Kasse 37 977,43 M., und zwar bei einer Angeklagten eine Droschte benutzt, um nach ihren in der PankMitgliederzahl von 2872. Von einer besonderen Aenderung des straße gelegenen Wohnungen zu gelangen. Beide waren etwas Statuts sah die Generalversammlung ab, da die Kasse im Ver- angetrunken. Sie fehrten noch in einer benachbarten Wirthfind für die 1. Klasse wöchentlich 30 Bf. bei 9 M. Unterſtüßung Droschkentutscher, der sie gefahren hatte, mit den beiden hältniß zu den Beiträgen das möglichste leiste. Die Beiträge schaft ein. Kaum hatten sie Plaz genommen, als der und in der 2. Klasse wöchentlich 20 Pf. bei 6 M. Unterstützung. Schußleuten Orff und Raaz im Lokale erschien und die Festdie 18 Wochen lang voll und 18 Wochen halb gewährt wird. ftellung seiner Fahrgäste verlangte, an welche er noch Ansprüche Sterbegeld wird 60 M. in der 1. Klasse und 40 M. in zu haben glaubte. Wie die Angeklagten behaupteten und wie der 2. Klasse gezahlt. Als Berufsgenossen werden jetzt von mehreren Beugen, darunter einem Oberlehrer, bestätigt Modelleure und andere in der Ofen- und Geschirrbranche und sofort zur gewaltsamen Siftirung geschritten sein, als die Kasse aufgenommen: Dfen- und Porzellanmaler, wurde, sollen die Beamten dabei sehr schroff aufgetreten sein beschäftigte Arbeiter, Kassirer der örtlichen Verwaltung Berlin ihnen nicht sofort Folge geleistet wurde. Man habe ist Karl Schirmer, Thärstr. 57 und im Arbeitsnachweis, fie auf dem Wege zur Wache feſt gepackt gehalten, Gipsstr. 16. Täglich werden dort von 8-12 und 2-6 Mit- trotzdem sie erklärt hatten daß fie freiwillig folgen gliederanmeldungen und Beiträge entgegen genommen. Sitz der würden. Auf dem dunklen Flur des Polizeibureaus angelangt, Rasse ist wieder Dresden. habe man sie zu Boden gestoßen, mehrere Beamte aus in Minimallohn bei zehnftündiger Arbeitszeit. Der schweizerische Lithographenbund hielt an den Diter feiertagen in Luzern eine Telegirtenversammlung ab, die von vierzehn Mann als Vertretern von 305 Mitgliedern besucht war. Der Beitrag für Streits wurde für obligatorisch erklärt und zwar für solche im eigenen Gewerbe 15 Gts. im Minimum fürs Ausland und 25 Cts. für Streits in der Schweiz per Woche. Der Bentralvorstand wurde ermächtigt, den Beitrag für größere Streits eventuell zu erhöhen. Einstimmig wurde beschlossen, Kollegen, die infolge ihrer Vereinsthätigkeit entlassen werden, nach Kräften zu unterstützen. Die Bewegung für den Neun stundentag ist sofort mit Energie vom Zentralvorstand in die Hand zu nehmen unter Zuziehung des Gewerkschaftsbundes. Vorort wurde Bern, und St. Gallen wurde für die nächste Delegirtenversammlung bestimmt. Aus Basel wird unterm 2. Mai über den Maurer- dem Bureau feien hinzugekommen und dann habe man Aus Hamburg wird gemeldet: Die Sozialdemokratie streit gemeldet: 800 Arbeiter sind ausständig. Am heutigen sie geschlagen und mit Füßen getreten. Der Vorließ im vergangenen Jahre zum 18. März ein Flugblatt in Nachmittag zogen etwa 300, meist italienische Streifende mit sigende erklärte, daß wenn nur die Hälfte von dem wahr sei, 200 000 Exemplaren verbreiten, in dem die Staatsanwaltschaft rothen Fahnen von einem Bauplatz zum anderen und suchten die was die Angeklagten erzählten, so müsse man schon den Thatbestand der Aufreizung zum Klassenkampf(§ 130 des dort arbeitenden Maurer zur Arbeitsniederlegung zu bewegen. daran zweifeln, daß man in einem Kulturstaat Hatte die Staatsanwaltschaft schon viele Zeugen Strafgesetzbuchs) fand. Wegen dieser Beschuldigung wurde in- Nach einer anderen Quelle fordern die Arbeiter 5 Franks lebe. laden lassen, welche befunden sollten, daß die An dessen durch Urtheil des hiesigen Landgerichts vom 24. Oktober v. J. in widerspenstiger Weise benommen, so der Verleger Weinheber freigesprochen, weil das Gericht eine geklagten sich Gefährdung des öffentlichen Friedens nicht als vorliegend anfah. hatte der Vertheidiger, Rechtsanwalt Dr. Schwindt, einen Dieses Urtheil wurde vom Reichsgericht fassirt. Es erachtete die nicht minder großen Beugenapparat aufgeboten, um zu beweisen, Fassung des Begriffs Gefährdung des öffentlichen Friedens", daß das Verhalten der Schuhleute ein inforrettes gewesen. Der wie sie vom hiesigen Gericht getroffen worden war, als zu eng Staatsanwalt hielt durch die Beweisaufnahme für dargethan, gezogen, und sprach das Reichsgericht sich dahin aus, daß eine daß die Angeklagten nicht zu Boden gestoßen feien, sondern Gefährdung des öffentlichen Friedens auch dann vorliege, wenn ich selbst hingeworfen hätten, hierbei und bei der Bewältigung nur eine zu Gewaltthätigkeiten geneigte Stimmung unter der ihres Widerstandes möchten sie sich die Verlegungen zugezogen Bevölkerung hervorgerufen werde. Daraufhin kam die Sache haben, die der Angeklagte Heinemann sich hatte ärztlich bescheinigen vor dem hiesigen Gericht abermals zur Verhandlung. Doch lassen. Er beantragte gegen Kelling fieben, gegen Heinemann vier wurde der Angeklagte wiederum freigesprochen, weil das Gericht Wochen Gefängniß. Der Vertheidiger hielt die Sistirung der den Thatbestand des§ 130 Strafgesetzbuch nicht gegeben er Angeklagten im vorliegenden Falle für überhaupt unberechtigt und damit falle auch die Strafbarkeit eines vielleicht geleisteten Widerstandes. Der Gerichtshof bezeichnete das Verhalten ber Das Chemniger Schöffengericht verurtheilte Beamten nicht als völlig tadellos, verurtheilte Relling zu 80 M. 9 Parteigenossen als Vorstandsmitglieder mehrerer Arbeiter Ein internationaler Textilarbeiter Kongreß wird vom Gesangvereine wegen gesetzwidrigen Wertebrs mit dem West- 4.- 10. Auguft in Gent( Belgien) abgehalten. Der internatio- Geldstrafe und sprach den Angeklagten Heinemann frei. sächsischen Arbeiter Sängerbund zu Geldstrafen von 10-15 M. nale Vertrauensmann für Deutschland, Paul Wagner, mörder Mette wurde wegen Sittenverbrechens und Todtschlages Aus Hamburg meldet uns ein Privattelegramm: LuftDer zehnte Angeklagte wurde freigesprochen. Das Gericht flüßte Berlin O., Fruchtstraße 35, fordert die deutschen Textilarbeiter zu 15 Jahren Buchthaus verurtheilt. Der Angeklagte hatte sich stützte fich gleich der Staatsanwaltschaft hauptsächlich auf den an- auf, Stellung zu der Frage zu nehmen, eventuell De- 15 Jahren Zuchthaus verurtheilt. Der Angeklagte hatte sich geblich sozialdemokratischen Text der Lieder, die bei dem Sänger- legirte zu wählen und zur Hestellung eines Gituations- am 25. März d. J. erst gewaltsam gegen die 12 jährige Alwine Strahlendorf vergangen, fie dann mit einem Hammer erschlagen fest des Westsächsischen Arbeiter Sängerbundes in Mittweida berichtes folgende Umfrage in Deutschland welches Fest bekanntlich vom Rathe dieser Stadt verboten 1. Wieviel Textilarbeiter über 16 Jahre sind am Orte be- und in einem Keller vergraben. Der Angeklagte legt, wie schon worden ist gesungen werden sollten, sowie auf Briefe der schäftigt? 2. Wieviel Arbeiterinnen über 16 Jahre? 3. Wieviel früher, auch heute wieder ein umfassendes Geständniß ab. Die Straffammer in Altona hatte seinerzeit die Er Vereinsvorstände, wo es zum Schluß hieß: Mit sozialdemo- jugendliche Arbeiter und Arbeiterinnen unter 16 Jahren? 4. Wiekratischem Gruß"; in diesem sozialdemokratischen Charakter der viel Kinder unter 14 Jahren? 5. Wieviel Männer sind an der bebung einer Anklage gegen siebzehn Altonaer Einwohner wegen Lieder und Briefe sah es den Beweis dafür, daß sich die Gesang- Organisation betheiligt? 6. Wieviel Frauen? Antworten sind anarchistischer Umtriebe abgelehnt. Der Staatsanwalt legte hiervereine mit öffentlichen Angelegenheiten befaßten und sonach- nach an die Adresse Wagner's zu richten. gegen beim Oberlandesgericht in Kiel Beschwerde ein, welche nach dem Berliner Tageblatt" jetzt von diesem zurückgewiesen sächsischem Recht" nicht mit einander in Verbindung treten worden ist. durften. achtete. " zu halten: Die streikenden Diamantarbeiter in Amsterdam Das Leipziger Landgericht verwarf die Berufung, die fonnten am 1. Mai ihren schon so lange dauernden Streif vom verantwortlichen Redakteur der„ Leipziger Volkszeitung", beenden, da die Prinzipale ihre Forderungen bewilligten. In Pollender, gegen das schöffengerichtliche Urtheil eingelegt den friesischen Distrikten sind verschiedene Streits unter den Torfarbeitern ausgebrochen. war, das ihn wegen Beleidigung des Buchdruckereibesitzers Klint- den Torfarbeitern ausgebrochen. hardt einer Strafe von 25 M. schuldig erkannte. Nachrichten vom Pariser Omuibusbediensteten- Streif. Eine Volksversammlung bei Arnstadt in Thüringen, Proust und Deville, der Präsident und der Sekretär des wo Reichstags- Abgeordneter Legien über die Arbeiterkämpfe der Syndikats der Omnibusangestellten, erschienen am Donnerstag Gegenwart gesprochen hatte, mußte laut landräthlicher Verfügung vor dem Zuchtpolizeigericht. Prouft leugnete, in der Versammum 1/211 Uhr geschlossen werden, weil das Versammlungslokal lung in Tivoli- Vauxhall aufreizende Reden gehalten zu haben Alter Schönbrunn" außerhalb der Stadt lag und die Straßenbeleuch- und fügte angeblich hinzu, er wolle, wenn er freigesprochen tung dort um 11 Uhr eingestellt wird. Man wird nun durch eine würde, dem Syndikat nicht mehr beitreten. Deville versicherte Beschwerde zu ermitteln suchen, ob auch die Oberbehörde meint, er habe in der Versammlung überhaupt nicht gesprochen. Das daß der Landrath zu dieser von keinem Menschen beanspruchten Gericht verurtheilte beide zu je 6 Monaten Gefängniß. Fürsorglichkeit ein Recht hatte. -Wegen Beleidigung eines Polizeisergeanten wurde in Höchst a. M. der Parteigenosse W. Leyendecker vom Schöffengericht zu 25 M. Geldstrafe oder 5 Tagen Gefängnißstrafe und in die Kosten verurtheilt. Gewerkschaftliches. Achtung, Gerber! Die Lohndifferenzen in der J. Piningschen Leberfabrik zu E Im3horn sind, nachdem die Forderung der Arbeiter bewilligt, beigelegt, weshalb die Sperre hier mit aufgehoben wird. Gerichts- Beitung. In Florenz begann am Donnerstag vor dem Schwurgerichte der Prozeß gegen Lucchesi und Genossen wegen Ermordung des Journalisten Bandi. Lucchesi bekennt sich als Anarchisten und gesteht, Bandi auf Anstiften, eines anderen Anarchisten namens Romiti ermordet zu haben. Depeschen. ( Privat- Telegramme des Vorwärts".) Hamburg, 3. Mai. Vor einiger Zeit war gegen 17 Leute Anklage wegen anarchistischer Umtriebe" erhoben. Eine ganze Reihe der Angeklagten war flüchtig geworden. Wie jetzt das Ober- Landesgericht in Kiel dem ersten Staatsanwalt mittheilt, ist das Verfahren gegen die 17" Anarchisten" endgiltig eine gestellt. Wolff's Telegraphen- Bureau. wurden wegen Untreue zum Nachtheile der Maklerbant auf Ersuchen des Untersuchungsrichters verhaftet und in das Unterfuchungsgefängniß abgeführt. Hamburg, 3. Mai. Die früheren Direktoren der MaklerNeber das Rauchen im Walde hat das Kammergericht bank Julius Würzburg recte Cohn und Sigismund Heckscher eine wichtige Entscheidung gefällt. Das preußische Feld- und Forstpolizeigesetz bedroht denjenigen mit Strafe, der mit unverwahriem Feuer oder Licht" den Wald betritt oder sich ihm in Das Kammergericht hat nun gefahrbringender Weise nähert. erklärt, daß Zigarren, Zigaretten und offene Pfeifen als unver wahrtes Feuer im Sinne jenes Gesetzes anzusehen seien, und daß danach das Rauchen im Walde das ganze Jahr hindurch unter Strafe gestellt werden müsse. Kölu, 3. Mai. Die Kölnische Volkszeitung" erfährt aus Meschede d. 2. d.: Auf der Zeche" Juno" in Elpethal bei Ramsbeck ist ein Ausstand der Bergarbeiter ausgebrochen. 279 Mann sind ausständig, 7 Mann wurden gehindert, die Arbeit wieder aufzunehmen. Ein Rädelsführer wurde verhaftet. Winnipeg( Kanada), 2. Mai. Die Indianer und Halbindianer von Nord- Dakota längs der Grenze zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten gehen auf den Kriegspfad. Sie nahmen von der Stadt Saint- Johns Benz, vertrieben die Einwohner und bereiten sich zum Widerstande gegen die Truppen vor. Die Farmer und die Städter fliehen nach den südlichen Manitoba. ( Depeschen- Bureau Herold.) Für Korbmacher ist der Zuzug nach Friedrichsfelde fern zu halten, da die Arbeiter sich in dem Geschäft vom Zwerner Von der Anklage fahrlässiger Tödtung sprach gestern wegen Lehndifferenzen im Ausstand befinden. Der Zentralverband die erste Strafkammer am Landgericht II die Hebamme Liedtke zu deutscher Korbinacher. Brizz frei. Sie war beschuldigt worden, durch Unsauberkeit den Schneider und Schneiderinnen! Den Beschlüssen der Tod einer von ihr behandelten Wöchnerin verursacht zu haben. Berliner Konferenz der Konfektionsschneider aller Orten Rech- Die Beweisaufnahme konnte den Gerichtshof jedoch nicht von nung tragend, werden am 6. Mai in ganz Deutschland Ver- der Schuld der Angeklagten überzeugen, weshalb das Urtheil auf fammlungen abgehalten mit der Tagesordnung:„ Weshalb ver- Freisprechung lautete. langen wir die Einführung von Betriebswerkstätten in der Kon- ,, Ergebenst". Auf einen gewissen Theil unserer Richter Mailand, 3. Mai. In einer der Vorstädte von Ravenna fektionsbranche?" Für Berlin sind vier Versammlungen an- wirft folgender Gerichtsfall ein bezeichnendes Licht: Das Standes ist es gestern zwischen der bewaffneten Macht und einer großen Die beraumt. Dieselben finden statt: Swinemünder Gesellschaftshaus, amt zu Roig im Spremberger Kreise, welches von dem dortigen Anzahl Arbeiter zu einem heftigen Refontre gekommen. und Rittergutsbesizer Freitag verwaltet Arbeiter hatten auf offener Straße anarchistische Rufe ausgestoßen. Swinemünderstr. 35, Kolberger Salon, Kolbergerstr. 23, Reller's Amtsvorsteher Festfäle, Koppenstr. 29, Konzerthaus Sanssouci, Rottbuser- wird, hatte vor kurzem an das Amtsgericht in Spremberg Mehrere Personen wurden verwundet. Erst nach längerer Zeit straße 4a. Gleichzeitig geben wir bekannt, daß zum eine amtlich erbetene Auskunft zu ertheilen, und war in dem gelang es, die Ruhe wieder herzustellen. ist durch Gerichtsbeschluß wieder freigegeben worden. Wir hoffen, noch heute die beschlagnahmten Exemplare zurück zu erhalten. Die noch nicht zur Versendung gelangten Bestellungen von auswärts werden im Laufe des Tages erledigt werden. Wir bitten die Parteigenossen Maifeft- Zeitung 1895 allerwärts, mit erhöhtem Eifer für die Verbreitung der Maifest- Zeitung thätig sein zu wollen. Mit Parteigruß Buchhandlung des„ Vorwärts". Verantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 103. Parlamentsberichte. Sonnabend, den 4. Mai 1895. 12. Jahrg. schaftlichen Lage Deutschlands ist leider die große Wahr- für einen höheren Zoll auf Parfümerien, also auf einen Lugus scheinlichkeit vorhanden, daß tausende und abertausende artikel zu stimmen. Das ist bezeichnend für sie. Diese Gleichdieser Arbeiter auf viele Wochen und Monate hinaus giltigkeit gegenüber den Interessen der kleinen Leute auf feiten nirgendwo ein Unterkommen finden werden. Für diese der Sozialdemokratie zwingt die bürgerlichen Parteien, den Versuch 83. Sigung vom 3. Mai 1895, 1 Uhr. Arbeiter ein Unterfommen zu finden, wäre mit eine der wesent- zu machen, für die kleinen Leute einzutreten und den Kapitalismus Am Bundesrathstische: v. Bötticher, Graf Posa- lichsten und würdigsten Aufgaben der Reichsregierung. Ich zu bekämpfen. Wenn für die große Klasse der Landwirthe nachdowsky, Hollmann. Deutscher Reichstag. = möchte hierzu die Anregung geben. Sollten zu diesem Zweck drückliche Mittel angewendet werden sollen, so muß man auch im Dhne Debatte wird in dritter Berathung der Gesezentwurf weitere Mittel nothwendig sein, so würden wir sie gern bewilligen. Rampfe gegen den Großkapitalismus zu nachdrücklichen Mitteln für Elsaß- Lothringen betreffend die Aufhebung des Ge- Andererseits giebt es eine große Reihe von Anwohnern am greifen. Es muß durch Reichsmonopol oder durch Verstaatlichung seges über die Ernennung und die Besoldung Kanal, die der Fertigstellung des Werkes nicht mit derselben des Betriebes oder durch internationale Maßregeln die der Bürgermeister 2c. angenommen. Befriedigung entgegensehen wie die ungeheuere Mehrheit der Ringbildung bekämpft werden; werden; niemals aber dürfen Es folgt die erste Berathung des Nachtrags- Etats deutschen Nation mit vollem Recht. Durch die Tieferlegung wir diesen Dingen ruhig zusehen, wie der Türke, der sich in sein für 1895/96 betreffend die feierliche Eröffnung des Nord- Ost- des Kanals wird weiten Kreisen der anwohnenden Bevölkerung Fatum ergiebt. Es darf nicht heißen: Rothschild und Rockefeller see Kanals. das Wasser abgegraben; dadurch werden die wenig oder ganz find groß und wir sind flein und müssen uns ausbeuten lassen. Staatssekretär v. Bötticher: Das große vaterländische Unter- unbemittelten Anwohner genöthigt, neue Brunnen anzulegen mit Wenn dagegen nicht durchgreifende Maßregeln ergriffen werden, nehmen des Nordostsee- Kanals geht seiner Vollendung eutgegen; erheblichen über ihre Mittel hinausgehenden Kosten. Man sollte so erklären wir dadurch: Die kleinen Diebe werden gehängt der Kanal wird mit dem 1. Juli dem Verkehr übergeben werden diese Leute von Reichswegen in die Lage versehen, diesen unaus- aber die großen Millionendiebe bleiben frei. Wenn wir machtfönnen. Die Fertigstellung des Kanals hat den Gedanken nahe- bleiblichen Schaden wieder auszubessern. Wir wünschen, daß los der Konzentration des Großkapitals gegenüber stehen, dann gelegt, die Eröffnung durch eine größere Feier entsprechend der der Kanal sich in möglichst vortheilhafter Weise entwickelt und werden wir als zum Untergang reif betrachtet werden. Noch ist Bedeutung dieser Verkehrsstraße auszuzeichnen. Die Regierungen seinen Zweck in vollem Maße erfüllt, aber zu einer Feier, wie der es Zeit, bei uns die Mittel zu finden, welche geeignet sind, das schlagen Ihnen einstimmig vor, die erforderlichen Mittel zur geplanten, tönnen wir unsere Zustimmung nicht geben. Wir sind Land vor schlimmen Folgen zu behüten im Interesse der ge Herstellung einer größeren Feier zu bewilligen. Ich bin über- überhaupt Feinde derartiger luxuriöser Feste. Der Staatssekretär hat sammten Bevölkerung. Vielleicht bietet die Debatte Gelegenheit, zeugt, daß Sie diesem Vorschlage zustimmen werden, nachdem selbst herausgefühlt, daß die geforderte Summe etwas hoch gegriffen darauf hinzuweisen, wie gerade das internationale Judenthum der Reichstag 1886 so bereitwillig die Bedeutung des Nordostsee- ist. Wenn der Staatssekretär sich fortgesetzt die unsäglichste Mühe es ist, welches die Herrschaft des Kapitalismus fordert. Kanals gewürdigt hat und nachdem so zahlreiche Wünsche an uns giebt, dem Reichstage plausibel zu machen, wie nothwendig es Wir stehen zur Auskunft zu Diensten. Ich habe es vermeiden herangetreten sind, den Mitgliedern des Reichstages den Kanal vor- sei, neue Steuerquellen aufzuschließen, und wenn wir sehen, auf wollen, auf diese Frage einzugehen. Wenn Sie es aber zuführen. Es handelt sich diesmal nicht wie im Jahre 1887 bei der welchen Gebieten diese Quellen gesucht werden, dann haben wir provoziren, dann werden wir darauf hinweisen, daß gerade das Grundsteinlegung nur um eine nationale Feier, sondern wir zu allerlegt Veranlassung, und für solche Ausgaben zu begeistern, Judenthum solche Dinge in die Wege leitet. haben die Absicht, auch das Ausland und insbesondere die uns und wer sind denn die Kreise, die diese Feste arrangiren? Daß Hierauf entwickelt sich eine längere Debatte über die Frage befreundeten Seemächte zur Feier heranzuziehen. Die europäischen das Fest ein internationales ist, ist uns ganz besonders sym- der Geschäftsordnung, ob es angehe, über eine nicht beantwortete Seemächte und die Regierung der Vereinigten Staaten haben pathisch, die wir ja internationalen Ideen huldigen und die Interpellation die Debatte zu eröffnen. Bei der Unterstützungsunsere Einladung in dankenswerther Weise freundlich und ent- Werbrüderung der Menschen zum Ziele haben, aber in erster frage erheben sich blos 21 Sozialdemokraten, 27 Konservative gegentommend beantwortet. Wir werden die Aussicht haben, Linie find es doch die Kreise, die derartigen Bestrebungen ganz und Antisemiten, welche Zahl um 2 Abgeordnete hinter den 50 eine Flotte von über 50 fremden Schiffen mit 800 Difizieren besonders feindlich gegenüberstehen. Wenn man heute an unseren zur Unterstützung nothwendigen Abgeordneten zurückbleibt. und mehr als 16 000 Seeleuten gaftlich willkommen zu heißen. Patriotismus, an unsere Opferwilligkeit appellirt für offizielle Eine Besprechung findet also nicht statt. Der Baufonds des Nordostsee- Kanals mit 350 000 Festlichkeiten, so müssen wir uns doch vergegenwärtigen, daß Es folgen Wahlprüfungen. Der Beschluß über die Wahl reicht für diesen Zweck nicht aus, abgesehen davon, wir einige Tage später uns mit einem Gesetz zu beschäftigen der Abgg. Meyer- Halle, Pauli und Pöhlmann wird daß dieser Fonds außer außer repräsentativen, noch anderen haben, das unter der Firma der Umsturzvorlage vor allen ausgesetzt. Die Wahl des Abg. Münch Ferber wird für giltig Zwecken dient. Eine Bewilligung der Mittel seitens des Reichs- Dingen bezweckt, der Sozialdemokratie als Mühlstein an den erklärt. tages empfiehlt sich um so mehr, als wir wünschen müssen, daß Hals gehängt zu werden. Angesichts dieser Sachlage sind wir Die Wahl des Abg. Siegle( natl.) soll nach Beschluß der auch der Reichstag sein Ja und Amen zu dem Unternehmen außer stande, uns für die Vorlage zu erklären. Wir werden Kominission für giltig erklärt werden. spricht und so der nationale Charakter der Feier zum vollen gegen dieselbe stimmen.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) Vor der Beschlußfassung über die Wahl des Abg. SiegleAusdruck kommt. Ich erkenne es dankbar an, daß das Präsidium Abg. Richter: Bei der hohen Bedeutung des Nordostsee- Stuttgart erhält das Wort des Reichstages sich bereit erklärt hat, an den Vorbereitungen Ranals für Handel und Verkehr liegt es in der Natur der Sache, Abg. Bebel: Ich bitte Sie, die Wahl des Abg. Siegle für für die Feierlichkeit mitzuwirken. Vielleicht erscheint Ihnen die daß man bei der Fertigstellung eine Festlichkeit veranstaltet. ungiltig zu erklären. Aus einer sorgfältigen Prüfung des geforderte Summe etwas zu hoch; berücksichtigen Sie aber, daß Selbst beim einfachsten Hausbau würde man es fich nicht nehmen Kommissionsberichts habe ich entnommen, daß sowohl in bei der großen Theilnahme der auswärtigen Schiffe und lassen, ein Richtfest zu begehen. Wir treten deshalb für die Be- Stuttgart selbst wie in verschiedenen anderen Orten des bei der großen Zahl der Gäste etwas außerordentliches willigung der Summe ein, sind auch nicht geneigt die Einladung Wahlkreises offiziell für die Wahl des Abgeordneten geleistet werden muß. Ich bin weit entfernt, den abzulehnen, aber wir hätten gewünscht, daß diese Vorlage schon Siegle gewirkt worden ist. In Stuttgart hat der Stadtdirektor Nord Offeetanal mit dem Suezkanal in eine Parallele im März an den Reichstag gelangt wäre; sie hätte dann im einen Hausmeister beauftragt, bei den untergeordneten Behörden zu stellen, die Eröffnungsfeierlichkeiten des letteren haben Rahmen des Etats erledigt werden können, und der Reichstag hätte Stimmzettel für den Kandidaten Siegle zu vertheilen. Der aber 50 Millionen Frants gekostet. Ich vermag Ihnen auch zu der Zeit, wo nicht schon nach verschiedenen Richtungen Stadtdirektor bestreitet nur, daß dies in amtlicher Eigenschaft aber noch einen Trost zit geben: Die Bauleitung hin der Ausführung des Festes präjudizirt worden wäre, erfolgt sei; er habe nur etwas gethan, was bei den Reichstagsdes Nordostsee- Kanals hat so solide, aber auch so sparsam wie sich äußern können. Die Kosten werden aber in anderer wahlen dort üblich sei. Um so schlimmer; es beweist dies nur, möglich gewirthschaftet, sodaß eine Ersparniß von 700 000 m. in Weise als durch die Matrikularbeiträge gedeckt werden müssen. daß die sogenannte deutsche Partei im wesentlichen auf grund Aussicht steht.( Gelächter.) Das scheint etwas wenig. Vergessen Was die Umsturzvorlage betrifft, so hoffen wir, daß dieselbe zum amtlicher Agitation Erfolge gehabt hat. Weiter ist un Sie aber nicht, daß der Kanal, um ihn auch für die allergrößten Zeitpunkt der Feier in der Hauptsache schon begraben sein wird. bestritten, daß der Stadtdirektor an die Eisenbahndirektion Echiffe nußbar zu machen, um einen halben Meter tiefer aus- Damit schließt die erste Lesung: in der zweiten Lesung wird und die Post- und Telegraphenverwaltung je 150 Stimmzettel gebaggert worden ist, als es unsere Marineverwaltung forderte, die Ausgabe ohne Debatte gegen die Stimmen der abgegeben hat, und zwar in seiner amtlichen Eigenschaft in den und daß eine ganz neue feste Brücke dort gebaut worden ist, die Sozialdemokraten bewilligt. Bei der Einnahme Bureauräumen. Wäre der betreffende Amtsdiener z. B. ein ursprünglich nicht in Aussicht genommen war. Die Ausstellung aber spricht sich Sozialdemokrat gewesen und hätte er sich geweigert, die Stimmist außerdem mit der äußersten Vorsicht gemacht worden; Abg. Richter gegen die Deckung der Ausgabe durch Er- zettel auszutragen, so würde er sich wegen Insubordination zu namentlich wird aus dem Verkauf der überflüssig werden höhung der Matrikularbeiträge ans. Schon einmal ist eine verantworten haben. In anderen Orten haben die Orts- Schultden Baulichkeiten mehr herauskommen, als man an- Ausgabe benutzt worden, um neue Steuern zu motiviren. Wir heißen ihre Amts- und Polizeidiener beauftragt, die Stimmzettel genommen hat. Ich hoffe also, Sie werden anstandslos die ge- möchten nicht, daß solcher Ausgaben wegen vielleicht eine Steuer für Siegle zu vertheilen. Es sind für Siegle so wenig Stimmen forderte Summe bewilligen, Sie werden sich alsdann überzeugen, eingeführt wird, die dem gesammten Volte unangenehm ist. Wir über die absolute Majorität abgegeben worden, daß die Berück daß es ein wohlgelungenes Werk ist, welches wir Ihnen vor sind gegen die Erhöhung der Matrikularbeiträge und bitten zur sichtigung jener Protestpunkte zur Annullirung der Wahl führen stellen werden, welches der deutschen Arbeit zur Ehre gereicht Erledigung dieser Frage diesen einen Titel des Nachtragsetats der muß. Wir werden gegen den Antrag der Kommission stimmen. und bei verständiger Ausnutung auch die Erwartungen erfüllen Budgetkommission zu überweisen. Gegen die Stimmen der Sozialdemokraten wird die Wahl wird, die an seine Herstellung rücksichtlich der Förderung der Dieser Antrag wird gegen die Stimmen der Freifinnigen des Abg. Siegle für giltig ertärt, ebenso ohne Debatte die Interessen des vaterländischen Handels, der vaterländischen abgelehnt und auch der Einnahmetitel gegen die Stimmen der Wahl des Abg. Engels( Rp.) Schifffahrt und der Wohlfahrt unserer braven Seeleute geknüpft Sozialdemokraten und Freisinnigen genehmigt. Die Wahl des Abg. Böttcher( natl.) soll für ungiltig erworden sind. Es wird ein vaterländisches Fest sein, ein Unter- Bezüglich der allgemeinen Rechnung für 1893/94 beantragt flärt werden. Unter großem Gelächter der Linken beantragt Abg. nehmen, werth der Förderung aller Vaterlandsfreunde, von dem die Rechnungskommission die nachträgliche Genehmigung der von Marquard sen den Kommissionsbericht von der Tagesauch der Grundsatz gilt: Pro patria est, dum ludere videmur. Etatsüberschreitungen und der außeretatsmäßigen Ausgaben und ordnung abzusetzen, zumal der Berichterstatter Herr von Langen Abg. Bebel: Gewiß ist der Norstoftseekanal, dessen Er- empfiehlt folgende Resolution: Die verbündeten Regierungen zu heute nicht anwesend ist. öffnnng nahe bevorsteht, ein vaterländisches Werk und in hohem ersuchen, in Zukunft Unternehmungen in den Kolonien, die Grade geeignet, die Kulturinteressen Deutschlands nach allen voraussichtlich größere Etatsüberschreitungen zur Folge haben, in Richtungen hin zu fördern. Der Gedanke für die Ausführung der Regel nur zu beginnen, nachdem vom Reichstage die ereines solchen Werkes ist kein neuer, denn lange vorher, ehe die forderlichen Nachtragskredite bewilligt sind. deutschen Regierungen und andere die Anregung zu diesem Werke Das Haus tritt dem Antrage ohne Debatte bei. gaben, haben Männer die Nothwendigkeit einer Verbindung der Es folgt die Interpellation der Deutsch- sozialen Reform beiden Meere betont, so während des dreißigjährigen Krieges. In partei; Welche Maßregeln gedenken die verbündeten Regierungen der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts ist die Idee weiter zu ergreifen, um die Ausbeutung, von welcher das gesammte propagirt worden, und es gereicht mir da zu ganz besonderer deutsche Volt durch die künstliche Preistreiberei des Petroleums Genugthuung, daß im Vordergrunde zwei Männer sich befinden, augenblicklich betroffen ist, zu beseitigen? auf die wir Sozialdemokraten mit besonderem Stolz und mit Auf die Frage des Präfidenten v. Bu ol erklärt der besonderer Hochachtung blicken: Karl Marx und Friedrich Engels, Staatssekretär v. Bötticher: Ich erlaube mir, die Antwort die 1846 nachdrücklichst für den Bau des Nordostsee- Kanals ein- mit einigen Bemerkungen begleiten zu dürfen. Die Ningbildungen traten. Dies gereicht uns zu um so größerer Genugthuung, als in bezug auf den Petroleumhandel in Amerika sind der Aufmerksam einige Jahrzehnte später einer der bedeutendsten und berühmtesten feit der verbündeten Regierungen nicht entgangen. Echon Männer auf dem Gebiete der Erwerbung friegerischer Lorbeeren, feit längerer Zeit ist die Reichsregierung in Verbin der Generalfeldmarschall Moltke, im Gegensatz zu Marg und Engels dung mit der preußischen Regierung in Erwägung eingetreten. feinem Unternehmen keine besondere Vorliebe abgewinnen konnte Eine Beschlußfassung darüber, was zu thun ist, hat zur Zeit noch und ihm bis an sein Lebensende unsympathisch gegenüber gestanden nicht stattfinden fönnen. Ich halte es nicht für gerathen, über hat. Wir haben deshalb vor 10 Jahren uns durch den Mund die Erwägungen und den Stand der Dinge und über die einzelnen wird uns weiter berichtet: des leider verstorbenen Hasenclever für den Bau des Nordoft- Maßregeln, von denen in der Presse und im Kreise der Interfee- Kanals erklärt, obgleich wir nicht verkannten, daß ein ganz effenten gesprochen worden ist, ein Wort zu verlieren. Ich glaube, wesentliches Moment für die Begründung desselben die Rücksichten den Jnteressen des deutschen Handels und der deutschen Konauf die militärische Entwickelung und die militärische Vertheidi- sumtion mehr zu entsprechen, wenn ich die Beantwortung der gung Deutschlands war. Nun gehören Kriege glücklicherweise zu Interpellation für jezt ablehne. den Ausnahmen und fie werden bei weiterer Kultur- Abg. Barth beantragt die Besprechung der Interpellation. entwickelung immer mehr zu den Ausnahmen gehören. Präsident v. Buol giebt das Wort zur Begründung der Vielleicht ist die Zeit nicht mehr fern, 100 über- Interpellation dem haupt Kriege zwischen Kulturnationen zur Unmöglich- Abg. Zimmermann. Er hält die Angelegenheit für wichtig Westpreußen. Danzig. Maifeier ordnungsgemäß verfeit geworden sind. In dieser Hinsicht wird also der genug, namentlich angesichts des Umstandes, daß der Reichstag laufen. Bersammlung gut besucht, eine im Sinne der Feier gee vielleicht der Nordostsee Kanal teine Dienste zu leisten haben. wahrscheinlich kurz vor seinem Echluß stehe, um die Inter- haltene Resolution einstimmig angenommen. Unsererseits ist aber das Werk ein eminentes Kulturwerf, welches pellation troß der ablehnenden Antwort zu begründen. Die Mecklenburg. Rostock. Die hiesige Maifeier verlief, die materiellen und geistigen Interessen Deutschlands nach allen Ringbildung ist sehr weit vorgeschritten, so daß von den vom schönsten Wetter begünstigt, programmmäßig und unter reger Seiten in den Vordergrund stellt, würdig der Stellung, die Petroleum- Röhrenleitungen vom Deldiftritt bis zur Küste nur Betheiligung. Am Vormittag fand ein Ausflug nach Neu- Carlshof Deutschland als Kulturnation unter den Kulturnationen Europa's noch eine einzige Zeitung vorhanden ist, die sich nicht im Besize für alle diejenigen statt, die den ganzen Tag feiern tonnten; an einnimmt. Ich begreife nun auch, daß man jezt, wo des Ringes befindet. Wenn man Zeit bat, Umsturzvorlagen zu diesem Ausfluge betheiligten sich 237 Personen. Am Nachmittage das Werk seinem Ende entgegengeht, den Plan hat, machen, dann muß man auch Zeit finden, um auf diesem und abends fand die eigentliche Maifeier in zwei Lokalen statt; dasselbe mit einer entsprechenden Feier einzuweihen. Gebiete Maßregeln zu treffen zum Schutz von tausenden und beide waren überfüllt, in der Brunnenhalle hatten sich über Da bedauere ich nun, daß wir dieser Feier eine freundliche Seite von millionen von Konsumenten. Dagegen fönnen nur die 1100, in Bellevue über 600 Personen eingefunden. Im ersteren nicht abgewinnen können. Da der Staatssekretär von dem gün- jenigen sein, welche alles gehen lassen wollen. Der Vorwärts" Lokale hielt Erdbeer, im zweiten Groth die Festrede. stigen materiellen Abschluß des großen Unternehmens gesprochen erkennt an, duß es sich hier um einen Ausfluß des Kapitalismus Wi 3 mar. Die hiesige Arbeiterschaft beging die Maifeier hat, so möchte ich hervorheben, daß man denn doch bei dieser handelt, dem man nichts entgegenstellen könne, weil dadurch nur auf der Bergbrauerei. An 500 Personen nahmen daran theil; Gelegenheit wohl in erster Linie derer gedenken möge, die mit die Entwickelung zum Sozialismus aufgehalten werde. Wenn die Feftrede hielt Schmidt aus Rostock. Die Feier verlief ihrer Kraft und ihrem Schweiße das Werk hergestellt haben. man diese Ring- und Monopolbildung duldet, dann müssen die aufs beste, ohne jeglichen Zwischenfall. Güstrow. Die Für zehntausende von Arbeitern hat man, um sie zu er: Sozialdemokraten stetig an Bahl zunehmen. Freilich wenn die Maifeier verlief unter guter Betheiligung der Arbeiterklasse; das halten und halbwegs menschenwürdig unterzubringen, aus Sozialdemokratie wirtlich eine Arbeiterpartei wäre, dann dürfte Festlokal, die Tonhalle, das über 900 Personen faßt, war voll große Einrichtungen treffen sie nicht als luftiger Dritter diesem Streit zusehen; denn gerade besetzt. Die Festrede hielt Kandt aus Rostock. Schwerin. Eine große Reihe von Jahren haben diese Ar- die Arbeiter werden getroffen. Wenn sich der Großbetrieb so Die Arbeit ließen nur wenige ruhen. Diese unternahmen am beiter, wie ich zugebe, vergleichsweise auskömmlichen Verdienst weiter entwickelt, dann müssen die Arbeiter sich den Geboten Vormittag einen Ausflug. Für den Abend war vom Klub dabei gefunden. Jetzt, wo das Werk zu Ende ist, werden sie aus dieser wenigen Machthaber fügen; fie tönnen dann Brüderlichkeit" eine Festlichkeit veranstaltet, die gut besucht der Arbeit entlassen, fein Mensch fragt mehr danach, was aus ihre Lage gar nicht verbessern. Gestern haben die war. Tas Lokal war vollständig besest. Nicht die geringste ihnen wird, und bei der gegenwärtigen ökonomischen und wirth- Sozialdemokraten sich nicht dazu aufschwingen tönnen, Störung ist vorgekommen. den Mitteln müffen. Gegen die Stimmen der Nationalliberalen und der Abgg. Schulz- Lupih und Engels( Np.) wird der Antrag v. Marquardfen abgelehnt. Vor der Abstimmung über die Ungiltigkeit der Wahl bezweifelt Abg. v. Marquardsen die Beschlußfähigkeit des Reichstages. Da das Bureau sich über die Frage der Beschlußfähigkeit nicht einigen kann, wird der Namensaufruf vorgenommen, welcher die Anwesenheit von nur 160 Mitgliedern ergiebt, während 199 Mits glieder zur Beschlußfähigkeit erforderlich sind. Die Sigung muß also abgebrochen werden. Echluß 4 Uhr. Nächste Sigung Sonnabend 1 Uhr. ( Dritte Berathung der Vorlage betreffend die privatrechtlichen Verhältnisse der Binnenschifffahrt und der Flößerei; Petitionen.) Maifeier. Ueber den Verlauf der Maifeier in Deutschland Mark Brandenburg. Prenzlau. Im Kaisergarten sprach unter vielem Beifall Thierbach aus Berlin vor einer gutbesuchten Volksversammlung. Die Berliner Resolution wurde einftimmig angenommen. Spandau. Die Maifeier ist gut verlaufen. Theilnehmerzahl 400. Eine Resolution für den Achts stundentag und gegen die Umsturzvorlage wurde einstimmig angenommen und dem Reichstags- Abgeordneten des Kreises PotsdamOfthavelland zugesandt. 21 " 4 " Hartha i. S. Schleswig Holstein. Bahlreiche Maifeier- Versammlungen. Igung gut. Dortmund. Vormittags Zug von 250 Feiernden nach| ba cher Ausflügler wurden schon in Obermylau von der Von Hamburg aus wurde eine Anzahl Redner entfendet, so Frau dem Festlokal in Marterloh, wo Raue aus Iserlohn die Be Gendarmerie auseinandergetrieben. In Lauschgrün bei Steinbach nach Sande, Stromberg nach Kellinghusen, deutung der Feier schilderte. Einstimmig wurde eine Resolution Netschkau sprach Gladewis in stark besuchter Versammlung des Krause nach Schiffbet, Bömelburg nach Lauenburg, angenommen, worin der gesetzliche Achtstundentag gefordert und Arbeitervereins. In Delsnig i. V. sprach Eckstein vor Behnke nach Schoenefeld, Beefe nach Blankenese, Lüth die internationale Solidarität der klassenbewußten Arbeiter betont einer Versammlung von gegen 1000 Personen. nach Groß- Flott bet, Stühmer nach Elmshorn, Schulz wird, die zum ewigen Weltfrieden führen werde, der allein ge- Die Maifeier verlief in der würdigsten Weise. In unserer 5000 nach Gutin, Pessier nach Eckernförde, Saalfeld nach sichert werde durch die Verwirklichung des Sozialismus. Die Einwohner zählenden Stadt schlossen von Mittag an 5 Fabriken, ilster, Ehlers nach Pinneberg, Liebscher nach Langen- Gegner hatten die Versammlung vergeblich zu stören versucht, infolgedessen gestaltete sich der Ausflug zu einer imposanten Dea felde, Junge nach Schnelsen, Sabath nach Ihehoe, Eff indem sie eine Kapelle vor dem Saale Heil Dir im Siegerfranz" monstration. Birka 300 Personen, darunter Frauen und Kinder, tinge nach 2ot stedt, Baker nach Rendsburg. In Kiel spielen ließen. Die Polizei trat in einer Weise auf, die wohl nur betheiligten sich daran. Der Kommers war von 500 Personen nahm die Maifeier einen vortrefflichen Verlauf. Morgens 10 Uhr von den fanatischsten unter unseren Gegnern gebilligt werden besucht. Karl Grünberg hielt die Festrede. Das Programm fand im Englischen Garten" eine Voltsversammlung statt, die fann. Die Kaltblütigkeit unserer Parteigenossen überwand aber mußte etwas abgekürzt werden, da die Amtshauptmannschaft von 1200 Personen besucht war. Abgeordneter Regien hielt das auch diese Klippe. Es ist das wiederum, sagt die Rheinisch- Döbeln die Aufführung der Theaterstücke„ Die Tochter des Staats Referat. Nachmittags wurde ein Massenausflug nach der Wald- Westfälische Arbeiter- Zeitung", ein Zeichen, auf welcher Höhe anwalts" und" Wieder ein Kämpfer", sowie den Gesang der wiese" unternommen, abends waren in Kiel 5 sehr start besuchte unsere Bewegung steht, wiederum eine praktische Widerlegung zwei Lieder" So weit der Himmel blau iſt" und" Gruß Fest- Versammlungen( insgesammt wohl 10 000 Besucher) im des Geschwäßes von der rohen ungehobelten" Masse. Mögen an den 1. Mai" verboten hatte. Penig. Die von Elysium, Kolosseum, Engl. Garten, Waldwiese und in Stabe's Gast- unsere Gegner und ihre" dienstbaren Geister anstellen, was sie 200 Personen besuchte Versammlung hatte einen imposanten hef( Stadttheil Wit). Heinzel, Klüß, Ströbel, Brecour und wollen, es wird ihnen nicht gelingen, uns Dummheiten begehen Verlauf. Die Resolution für den Achtstundentag wurde einstimmig Gappel hielten die Feftreden. Auch in Gaarden, Dietrichs zu sehen. angenommen. Wurzen. Nachmittags war Ausflug, abends Dorf, Ellerbed 3ellingdorf wurden abends überaus Schlefieu. Waldenburg. Vormittags Versammlung Bersammlung im Tivoli. Die Zahl der Theilnehmer betrug 300. start besuchte Festversammlungen abgehalten. Festredner waren 800 Theilnehmer, Abendversammlung 500. Referent in beiden Die Berliner Resolution wurde angenommen. Alles verlief gut. Lier Wissell, Polbe und Fleischmann aus Kiel. Der Paul Kühn aus Breslau.- Görlig. Abendversammlung Ka menz. Die hiesige Maifeier verlief ausgezeichnet. Nachin Kiel projektirte Feftzug war von der Polizeibehörde mit der von 1500 Personen besucht. Das Referat hatte Jahn aus mittags war Spaziergang nach der Luxemburg, wo Parteigenossen famosen Begründung" verboten worden, daß sich einzelne zu Breslau. Die Berliner Resolution einstimmig angenommen.-aus verschiedenen Orten des Kreises zusammenkamen. Abends Ruheftörungen hinreißen lassen würden, zumal ja die Maifeier auban. Gut besuchte Bersammlung; Referent war Reller war in Ramenz Voltsversammlung mit Kommers. Schmidt,, aufreizen solle." Neumünster. Bei zahlreicher Be aus Görlitz; eine der Feier entsprechende Resolution wurde ge- chen aus Potschappel hielt die Festrede. Gegen 350 Personen theiligung hatten die Genoffen am 1. Mai morgens einen Ausflug faßt. Langenbielau. Nachmittags Spaziergang, abends waren anwesend. Loschwitz bei Dresden. Wie die Arbeiter nach dem Wittorfer Gehölz unternommen. Nachmittags war im Versammlung, an der sich über 500 Personen betheiligten. Eine anderer Orte, so ermangeln auch wir eines größeren Lokals. Das Konventgarten Freikonzert, das gleichfalls sehr gut besucht war, entsprechende Resolution fand nach einer Ansprache Kühn's hinderte af er nicht, daß wir den Weltgedenktag der Arbeit in und abends wurde dort eine Festversammlung abgehalten, die einstimmige Annahme. Sonntag Nachfeier. begeisterter Weise feierten, und zwar in den Leischke'schen Lokalitäten, von zirka 1000 Personen besucht war; Referent war Reichstage- Provinz Sachsen. Osterwiec am Harz. Nachmittags wo sich ca. 60 Personen zusammenfanden. Alles verlief vortrefflich. abgeordneter Legien. Die Versammlung nahm nach dem allgemeiner Ausflug, abends Bolksversammlung. Betheiligung Plauen i. V. Unsere im Saale des Paradies" abgehaltene Referat die bekannte Resolution an. Die ganze Feier ist gut großartig. Staßfurt. Da ein Versammlungslokal weder Maifeier verlief in der würdigsten Weise. Das Lofal war übers verlaufen. Altona Ottenfen. Gut besuchte Versamm: bier noch in der Umgegend zu haben ist, so mußte sich die füllt. Von 7 bis 9 Uhr wechselten Konzert und Gesangsvorträge lungen am Vormittag mit Nolten aus Hamburg und Geyer Maifeier auf einen Ausflug beschränken. Ursprünglich war als mit einander ab, dann hielt unser Reichstags- Abgeordneter aus Leipzig als Referenten. Nachmittags Kommers, abends Ziel hierzu Gänsefurth bestimmt. Da man aber dorthin einen 2. Gerisch die Festrede, die mit großem, nicht enden wollendem Festlichkeiten. Würdiger Verlauf. Wandsbeck. 2500 Theil- Privatweg hätte betreten müssen, von dessen Besitzer man in letzter Beifalle aufg nommen wurde. Eine Resolution zu gunsten des rehmer. Stunde erfahren hatte, daß er dies nicht gestatten würde, so Achtstunden ages und der internationalen Völkerverbrüderung Hamburg. Neben der gestern erwähnten Versammlung bei ging der Zug nach Förderstedt. Ein eigenthümliches Mißgefchick fand einstimmige Annahme. In Adorf und Mühltroff Geveke waren auch die übrigen beiden, am Vormittag abgehal- paffirte hierbei der Polizei. Sie hielt in erheblicher Stärke den fanden am 28. bezw. am 30. April sehr stark besuchte Wolfsvertenen Zusammenfünfte gut besucht." Wohl verhinderten", sagt Privatweg nach Gänsefurth 4-5 Stunden lang bei brennender fammlungen statt, in denen Genosse Gerisch über die Be das Echo", die ökonomischen Verhältnisse die strikte Durch- Sonne besetzt, ohne natürlich, auch nicht mit Hilfe des deutung der Maifeier referirte. Leipzig. Trotzdem die führung der Arbeitsruhe, und der Termin der Miethezahlung Fernrohrs, einen einzigen Sozialdemokraten zu sehen. Meffe einen großen Theil der Arbeiter an die Arbeitsstätten und des Umzuges ist auch nicht geeignet, fördernd auf die Be Quedlinburg. Mittags wurde nach einem auswärtigen fesselte, zogen dennoch am Vormittag einige tausend Personen theiligung am Weltfeiertag des Proletariats einzuwirken; dennoch Lokal gezogen, abends bei einer Betheiligung von 800-1000 Ber- burch die Hauptstraßen der inneren Stadt und aus dem Osten hatten es tausende von Arbeitern sich nicht nehmen lassen, in der sonen nach der Stadt zurück vor das Parteilofal marschirt. Hier nach der festlich geschmückten Halle in Stötterig. Vor etwa würdigsten Form, durch Arbeitsruhe, zu demonstriren. In hellem fand eine Versammlung mit G. Schulz aus Dessau als Refe- 7000 Personen hielt der Reichstags- Abgeordnete Frohme die Sonnenschein, unter lachendem blauen Himmel, zogen morgens renten statt. Eine entsprechende Resolution wurde einstimmig Festrede. Am Abend fanden zirka 30 Versammlungen statt, an größere und kleinere Trupps festlich gekleideter Männer und angenommen. Ein Kommers schloß die Feier. Mit Stolz denen sich etwa 20 000 Personen betheiligten. Der Verlauf der Frauen hinaus in die Vororte, wo von den Sozialdemokratischen tönnen wir, schreibt uns ein Quedlinburger Parteigenoffe, auf Feier war ruhig und würdig. Baußen. Gut besuchte Ver Vereinen drei Vormittagsversammlungen arrangirt waren." Die die Betheiligung an der Maifeier zurückblicken. Es geht' trot sammlung, wo Stirius referirte. Den Parteigenossen im große Masse der Arbeiter dagegen konnte sich erst an alledem und alledem! Halle a. S. Zahlreiche Betheiligung. 6. sächsischen Reichstags- Wahlkreise Dresden- Land wurde für ihre den Abendversammlungen betheiligen, die denn auch, soweit Versammlung an Morgen, wo Albrecht sprach, überfüllt. Am eifrige und erfolgreiche Thätigkeit bei der Ersazwahl dem Echo" Berichte vorliegen, überaus zahlreich besucht Marsch nach Diemitz und zurück nach Halle nahmen Tausende Dant ausgesprochen. Der Versammlung folgte ein Kommers, waren. Man hatte dafür Sorge getragen, daß den Festtheil- theil. Bei der Abendversammlung war das Lokal bis auf den der wie diese gut verlief. Crimmitsch a u. Glänzende nehmern nicht nur durch entsprechende Reden die Bedeutung des letzten Platz gefüllt. Adolf Thiele sprach unter rauschendem Bei- Maifeier. Drei große Festsäle von Tausenden besucht; zwei 1. Mai dargelegt wurde, sondern auch durch Vorträge der Lieder fall.Stendal. Die hier angenommene Resolution enthielt einen mußten wegen zu riesenhaften Andranges gesperrt werden. tafeln und Mufitkapellen, durch lebende Bilder u. s. w. die Be- Protest gegen die heutigen Zustände überhaupt und forderte den Büricher Resolution einstimmig angenommen. In den Lokalen geisterung entflammt wurde. Doch war den Versammlungs- Achtstundentag, was gegenüber der gefirigen Mittheilung be- mußten alle rothen Dekorationsgegenstände auf Anordnung der einberufern vollständig freie Hand gelaffen, nur war die Voraus- richtigend zu erwähnen ist. Der Wortlaut entsprach vollständig Polizei entfernt werden. Wer dau 500 Theilnehmer. Festfegung, daß das Programm ein ernstes, der Würde des Tages den Beschlüssen des 1889er internationalen Kongresses. redner Raltofen.- Reichenau bei Zittau. Ausgezeichneter entsprechendes sei. Ünd letztere Bedingung erfüllten denn auch Wittenberge. Die Maiseier verlief in durchaus würdiger Verlauf. 600 Theilnehmer; das Lokal erwies sich als zu klein. alle Versammlungen, so verschieden im einzelnen auch das Pro- Weise. Die Arbeitsruhe war, wenn auch nicht allgemein, doch Begeisterte Stimmung.- Goes bei Pirna. Nachdem eine Pro- Weise. gramm war. Maidemonstration im Hafen. Wie in recht befriedigend. Am Abend fand in der Bentralhalle" eine Anzahl Arbeiter am Massenausflug der Pirnaer theilgenommen früheren Jahren, so hatten auch diesmal am 1. Mai diejenigen von 600 Personen besuchte Volksversammlung statt, in der hatte, vereinigten sich abends im hiesigen Gasthofe die meist in Arbeiter, die sich selbst in Booten an ihre Arbeitsstätten am Stanin gt aus Hamburg einen auf die Bedeutung des Tages der Sandstein- Industrie beschäftigen Arbeiter von hier und der jenseitigen Elbufer rubern, zum großen Theil ihre Fahrzeuge mit bezug habenden, mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag Umgegend zu einer Voltsversammlung. Biele waren stundenweit Dresden. rothen Flaggen geschmückt. Die Elbe war abends, nachdem in hielt. Eine dem Vortrag zustimmende Resolution, nach der die dazu herbeigekommen. Der Geiſt war vorzüglich. den Fabriken und auf den Werften Feierabend gemacht war, Versammelten die Erringung des Achtstundentages mit aller Gine große Anzahl Arbeiter waren bereits von früh an von Dicht belebt von Booten mit rothen Flaggen. Kraft erstreben zu wollen versprechen, wurde angenommen. Nach ihren Arbeitsplätzen ferngeblieben. Mehrere Fabriken wurden Hannover, Braunschweig. Bramsche bei Osnabrück. Schluß der Versammlung blieb man noch lange in fröhlicher ben ganzen Tag über geschlossen. Die Vormittags- VerfammMeußerst starte Betheiligung. Kommers von zirka 200 Personen Stimmung beisammen. Tungen waren von etwa 4000 Personen besucht. Im besucht. Goslar. Ausflug von 130-140 Personen, ungerechnet Provinz Hessen- Nassau und Großherzogthum Heffen. Trianon sprach Lorenz, in der Güld'nen Aue" die Kinder. Hildesheim. Die diesjährige Maifeier war Höch st a. M. Glänzender Verlauf. Morgens Busammenkunft, Schönfeld und in Stadt Leipzig" Kaden über gegenüber den früheren die großartigste. 600 Personen nahmen nachmittags Ausflug nach Soden und Neuenhain, abends start die Bedeutung Bedeutung des Tages. Alle drei Versammlungen daran theil. Die Festrede hielt auch aus Hannover. besuchte Versammlung, wo J. Brand aus Frankfurt a. M. nahmen einen würdigen Verlauf. Von Mittag an ruhte fast Harburg. Am Morgen Zahl der Feiernden, die im Rauls'schen sprach. In drei Möbelfabriken und einer Dreherei wurde gänz auf fämmtlichen Bauten die Arbeit. Auch in vielen Fabriken Lotale zusammenfamen, 500. Auf der Holst'schen Werft ruhte lich gefeiert. Nächsten Sonntag Bolksfest. Marburg. Die wurde nur bis Mittag gearbeitet. Zahlreich famen von nachdie Arbeit fast vollständig; nur ganz nothwendige Arbeiten Versammlung war überfüllt; selbst die Treppen des Lotals waren mittags 1 Uhr an die Arbeiter mit Frauen und Kindern nach wurden verrichtet. Biele Gewerkschaften feierten vollständig. Dicht besetzt. Scheidemann aus Gießen referirte unter großem dem Waldschlößchen- Parke. Auf der Baußner Straße mußten Nachmittagskonzert ebenfalls gut besucht. Abends Versammlung in Beifall. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Der die Ausflügler sehr dicht gehen, ohne indeß etwa einen„ Umzug" zwei Lokalen, wo die Referenten Thiel und Baerer vor je Bersammlung folgte ein folenner Kommers. Alles ist gut ver- zu veranstalten. Der Verkehr war selbstverständlich nicht gestört. 2000 Personen sprachen. Hannover. Die diesjährige laufen. Homburg v. d. H. Zahlreich besuchte Bis zum späten Abend wogten die Menschenmassen nach dem Maifeier, schreibt der Volkswille", gestaltete sich zu einer se Volksversammlung. Ueber Messerschmitt's Brauerei wurde Waldschlößchen Parke hinaus. Infolge des ununterbrochenen imposanten Rundgebung, wie wir fie in den letzten wegen Zofalverweigerung der Boykott verhängt. Dornig Ab- und Buziehens ist es sehr schwer, eine annähernd richtige Jahren, seitdem uns das große Bella Vista Etablissement heim. Versammlung 400 Theilnehmer, darunter auch Echätzung der Zahl der Festtheilnehmer zu geben, die„ Sächsische unmöglich gemacht war, nicht mehr gesehen haben. Frauen. Hoch aus Hanau sprach unter allgemeinem Arb.- 3tg." glaubt aber nicht zu hoch zu greifen, wenn sie die Die Festtheilnehmer Zahl betrug sicherlich zehn= bis Beifall. Resolution einstimmig angenommen. Darm- Zahl derjenigen, die bis 5 Uhr im Waldschlößchen" " 1 " 1 genommen. " " = S " " der 12 000. Sowohl die Säle des„ Odeon" wie des" Ballhofes" und ftadt. Fesiversammlung am Abend von 800 Männern Bart waren, auf 15 000 schäßt. In festlichster Stimmung der Neuen Welt" waren bis auf den letzten Platz gefüllt. Im und Frauen besucht. Festredner war Landtags- Abgeordneter waren die Genossen auf dem Festplate beisammen. Odeon" mögen etwa 3000, fim Ballhofe" 2000 und in der Philipp Müller. Die Feier ist eine der würdigsten und Tische und Stühle reichten bei weitem nicht für die große Zahl " Neuen Welt" etwa 1600 Personen in den Versammlungen an- am besten besuchten, die bis jetzt hier abgehalten worden sind. der Maifeiernden aus, es mußten sich daher viele Theilnehmer wefend gewesen sein. Außerdem waren die Gartenlokale des- Hanau. An der Vormittagsversammlung nahmen zirka auf den Rafengehängen des schönen Waldschlößchenparkes lagern, " Odeon" und der Neuen Welt" vollständig besetzt. Referenten 300 Personen theil, was ein sehr guter Erfolg ist, da diesmal wodurch die Festlichkeit einen sehr pittoresten Anblick gewährte. waren Meister, Göbel und Weirich. Bemerkenswerth ist, mit der Arbeitsruhe der erste Versuch gemacht wurde. Die Ver- Ein starkes Polizei- Aufgebot war zugegen, die Beamten fanden daß in der Vormittagsversammlung im„ Ballhofe" etwa 600 Per- sammlung am Abend war von 8-900 Personen besucht. In aber nicht den geringsten Anlaß, irgendwie in Thätigkeit zu sonen erschienen waren, die den 1. Mai durch Arbeitsruhe feiern beiden Versammlungen wurde eine der Bedeutung des treten. Bis zum späten Abend war der Park mit Menschen ge= tonnten. Der Gedanke, daß der 1. Mai durch Arbeitsruhe ge- 1. Mai angemessene Resolution einstimmig angenommen. füllt. Viele begaben sich bald in die Stadt, um an der Feier in feiert werden muß, wo es angäng ganze Verlauf des Festes nehmern, nachmittags ist, immer Morgens Versammlung mit 600 Theil den Sälen Offenbach. Morgens Versammlung mit 600 Theil den Sälen Stadt Leipzig"," Trianon"," Güldnen Aue" und mehr Bahn zu nachmittags gemeinschaftlicher Spaziergang durch Gambrinus" theilzunehmen. Sämmtliche 4 Säle waren überwar ein würdiger, der Sache entsprechender. Trotz des starken die ber Stadt, abends Versammlung von füllt. Auch dieser Abschluß der Feier gestaltete sich durch die Gedränges, was sich überall bemerkbar machte, herrschte bis 2000 Personen. Berliner Gewerkschaftsresolution einstimmig an- Konzerte, ganz besonders aber durch die gut gewählten Vorträge zum Schlusse eine mufterhafte Ruhe und Ordnung. Aus Bockenheim schreibt man uns: 3um der Arbeiter Gesangvereine zu einem sehr erhebenden und be Rheinland- Westfalen. Köln. Die[ Maifeier gestaltete ersten Male fand dieses Jahr am Vormittag des 1. Mai für die geisterungsvollen. So hätte denn, sagt die Sächs. Arb.- 3tg.", sich zu einer für die hiesigen Verhältnisse großartigen Demon- Ortschaften Ginheim, Gschersheim, Praunheim, die Dresdener Arbeiterschaft am gestrigen Tage gezeigt, daß stration. Für die Feiernden fand morgens eine Versammlung Preunzesheim Edenheim und Bockenheim eine fie trotz aller polizeilichen Verbote, trotz der Verurtheilungen statt, in der Grimpe Elberfeld referirte. Nachmittags war Boltsversammlung in Eschersheim im Gasthaus zur Krone statt. im Borjahre nicht gewillt ist, Begehung ein Ausflug arrangirt. Abends war man auf das außerhalb Die Versammlung, wo Hoch aus Hanau unter wiederholtem ihres höchsten Feiertages abzulassen. Der 1. Mai gehört nun Köln in Sulz gelegene Versammlungslokal angewiesen, da uns Beifall sprach, war gut befucht und nahm einstimmig eine Protest einmal als Festtag dem Proletariat und diese Thatsache werden die Gegner in Köln sämmtliche Lokale abgetrieben resolution gegen die heutige Wirthschaftsweise an. Am Abend Behörden, und seien es auch die schneidigsten, nicht in der Lage haben, und doch war das geräumige Lokal überfüllt. Gegen fand in Bockenheim selbst noch eine Versammlung statt, bei der sein, zu ändern. Die Dresdener Arbeiterschaft hat sich am 2000 Personen waren erschienen. Hofrichter hielt die sich der geräumige Eaal als zu flein erwies, Freytag aus geftrigen Tage ausgezeichnet bewährt. Plauenscher Feftrede. Unter großem Beifall wies der Redner auf die Be Frankfurt hatte das Referat. Er sprach unter rauschendem Bei- Grund bei Dresden: Volksversammlung in Plauen von Deutung des Tages hin. Durch Gesangs- und andere Vorträge fall. Die Frankfurter Resolution wurde einstimmig angenommen. 300 Personen besucht, Referent Fleißner; Niederpester fand die Feier ihren würdigen Abschluß. Hagen. Abend Wir fönnen mit dem Erfolg fehr zufrieden fein, wit: mehrere hundert Theilnehmer, Referent Kriems. verfammlung 700 Theilnehmer. Wirkliche Feststimmung. Ern si es geht eilig vorwärts, trotz alledem und aller em. Glauchau. Maifeier verhältnißmäßig glänzender als je zuvor. Breil referirte. Eine Resolution, die u. a. die Entrüftung der Königreich Sachsen. Burgstädt- Limbach. Für diese Wegen Ermangelung eines Saales am Ort gingen nahezu Arbeiter über das geplante Umsturzgesetz ausdrückt, wurde an- Amtsbezirke war am Vormittag des 1. Mai Versammlung in 200 Theilnehmer am Nachmittag zum Genossen Stolle nach genommen. Minden. Boltsversammlung von 300 Personen Hartmannsdorf. Redakteur Ait gust Diehl aus Burgstädt Gesau. Am Abend gefellten sich noch gegen 600 Männer und besucht. Resolution begeistert angenommen. A. Kerr aus referirte unter reichem Beifall. Für den Abend war durch eine Frauen hinzu und erklärten sich in einer Versammlung einBremen war Referent. Witten a. d. N. Vormittags Aus- Anzahl festlicher Veranstaltungen Sorge getragen, die durchweg stimmig mit den Ausführungen des Referenten Stolle und den flug von 50 Personen, wobei tüchtig in der Umgegend agitirt äußerst zahlreich besucht waren und einen würdigen Verlauf Forderungen des Pariser Kongresses einverstanden. wurde. Abends Versammlung von 300 Personen. M. König nahmen. Pirna. Die Zahl der Arbeiter, die den 1. Mai Thüringen. Pforten bei Gera. Am Umzug, der unter hielt die Rede. Der Geift in der Versammlung war ausgezeichnet, durch Arbeitsruhe feierten, betrug zirka 450. Am Aus Mufitbegleitung vor sich ging, betheiligten sich 1000 Personen. trotzdem die Polizei die Schantsperre und den Ausschluß der flug nach Dohna Kuy" betheiligten fich 850 Personen. Die Festrede hielt H. Gemeiß. Erfurt. Morgens Spazier Frauen angeordnet hatte. Krefeld. Bormittags sprach Der Kommers am Abend war ven 1500 Personen besucht. gang der Parteigenossen, nachmittags Konzert, abends Feste Referent Paul Reißhaus. Einstimmige Dr. Lütgenau vor 150-160 Personen. Nachmittags war Ausflug Pintau aus Leipzig referirte. 3 midau. Die Feier ver- Bersammlung. in den Forstwald, abends Festversammlung, wo gleichfalls Dr. Lüt lief glänzend. Früh sprach Abg. W. Stolle im Belvedere" Annahme der von der Berliner Gewerkschaftsfommission abs genau das Referat hatte. Der große Saal von Nebeck, wo die Feier vor einer gut besuchten, hauptsächlich aus Bergleuten bestehenden gefaßten Resolution. Gute Betheiligung: Besuch über 2000 Perabgehalten wurde und der fast 1000 Personen faßt, war über- Versammlung, mit großem Beifall über die Bedeutung des fonen. Keine Störung, außer der am Freitag geschehenen Bes füllt. Viele mußten wegen Playmangels umfehren. Düren. 1. Mai. Nachmittags war Ausflug nach dem Feldschlößchen"; schlagnahme der Maifest- Beitung.-Greiz. Weit über 1000 PerTrotzdem kein Lokal zu bekommen war und deshalb die Feier abends sehr start besuchter Kommers im Belvedere"; viele sonen hatten sich am 1. Mai im Tivolisaale eingefunden und in in einer übrigens sehr geräumigen Privatwohnung abgehalten Hunderte mußten wegen Plazmangels umfehren. Die für den schönster Harmonie blieb man bis nach Mitternacht in dem überwerden mußte, ist die Maidemonstration doch auch hier zu einer Bormittag angesetzt gewesenen Versammlungen in Niederfüllten Lokale beisammen. Damit niemand durch Raummangel von imposanten Rundgebung geworden. Der Festraum war vollständig a ßlau, Wiltau und Bielau, wo Landtags- Abgeordnete der Betheiligung an der Feier abgehalten würde, wie das im vorigen überfüllt und es herrscht unter den Theilnehmern echte und rechte Paul Horn, Flemming und Reichelt referiren sollten, Jahre vorgekommen war, waren diesmal in den in der Nähe Begeisterung. Wald. Nachmittags Ausflug, abends Ver wurden von der Amtshauptmannschaft wegen angeblich dringender von Greiz liegenden Ortschaften Pohliß, Hermannsgrün und sammlung, wo Leonhard Schumacher sprach. Betheili Gefahr für die öffentliche Ordnung verboten. Die Reichen Jrchwiz noch besondere Feiern veranstaltet. Die Zahl " " worden. " " der Theilnehmer belief fich dort im ganzen ebenfalls| Personen ist geringer, da in der Zahl der Verurtheilungen| Als der sechste, der einen halben Tag gearbeitet hatte, von dieser auf mehr als tausend. Judenbach. Die Versammlung auch die Rückfälle enthalten sind. Einzelne wurden in Maßregelung hörte, erklärte er sich mit seinen Kollegen solidarisch. war von 250 Personen besucht. Wehder aus Sonneberg hielt dem einen Jahre 1894 bis zehnmal wegen Bettelei Es sind somit sämmtliche Möbelpolirer der Firma Prächtel in die Festrede. Wegen der schlechten Erwerbsverhältnisse, wozu und bis siebenmal wegen Obdachlosigkeit bestraft. Im der Krausenstraße zur Zeit ausständig. Eine Mittheilung über noch die wirthschaftlichen Nachwehen des harten Winters fommen, ganzen wurden in diesem Jahre wegen Bettelei den Vorfall, welche die Bolts- Zeitung" in ihrer Ausgabe vom war diesmal auch von einer theilweisen Arbeitsruhe abgesehen 6381, wegen Obdachlosigkeit 2226 Männer verurtheilt.) Be- Freitag Morgen bringt, ist zum theil unrichtig. Hüttenstein a ch. Volksversammlung von 400 theiligt war eine große Zahl von Berufen. Von den Ver- Verlängerte Arbeitszeit als Schuhmittel gegen Krankbis 500 Arbeitern und Arbeiterinnen besucht. Wehder aus urtheilungen wegen Bettelei tamen auf die Gruppe Arbeiter heit. Die gesundheitlichen Verhältnisse der Berliner Kellnerinnen Sonneberg referirte unter großem Beifall. Arnstadt. Ver- ohne nähere Angabe" allein 3804, ferner auf Hausdiener und wurden in der berühmten Versammlung der Gastwirthe, welche sammlung, mit Rauh aus Probstheida bei Leipzig als Re- Rutscher 415, Tischler 380, Schloffer 346, Schuhmacher 337, am 22. April in den Konkordiasälen die Beantwortung des ferenten, war von 400 Personen besucht, darunter viele Frauen. Schneider 270, Bäcker 258, Kaufleute 259, Maurer 215, Schlächter reichetanglerischen Fragebogens betreffend die Arbeitsverhältnisse Viele fanden keinen Platz. Es geht also auch hier vorwärts! 185 u. s. w.; von den Verurtheilungen wegen Obdachlosigkeit auf der Angestellten im Gastwirthsgewerbe übernahm, auch erörtert. Großbreitenbach. Da die Versammlung verboten worden Arbeiter ohne nähere Angabe" 1253, ferner auf Hausdiener Es wurde in der beschlossenen Fragebeantwortung darauf hinwar, tamen die Arbeiter privat zusammen, um den Weltfeiertag und Kutscher 139, Schlosser 120, Tischler 97, Bäcker und Kon- gewiesen, daß auf die Gesundheit der Kellnerinnen nicht deren der Arbeit zu begehen. ditoren 89, Schuhmacher 83, Kaufleute 83, Schneider 78 u. f. w. Arbeitsdauer, wohl aber das Mittrinken derselben mit den In Anhalt war die Betheiligung an der Maifeier fehr Wie vielel oder wenige davon früher einmal selbständig Gästen schädigend einwirke und daß demzufolge das Animiren lebhaft. Die Versammlungen in den Städten Dessau( Referent waren, scheint man nicht ermittelt zu haben. Ein Vergleich und Mittrinken streng verboten werden müßte. Gegen diese Konrad Eichler aus Leipzig), Bernburg( Referent dieser Zahlen mit den in Berlin in den betreffenden Berufen Auffassung läßt nunmehr in einem Fachblatte ein alter Kollege, Arthur Gasch aus Leipzig) und Coswig( Referent überhaupt beschäftigten Männern verbietet sich aus mehreren welcher 18 Jahre mit Kellnerinnen arbeitet", eine Entgegnung Julius Röthing aus Leipzig) verliefen in glänzender Weise. Gründen, namentlich wegen der Länge der Zeit, die seit der vom Stapel, die an unfreiwilliger Romit nichts zu Der von den 3 erbst er Genossen( in besonderer Berücksichtigung legten Zählung verflossen ist. Es scheint jedoch, als ob„ Saison- wünschen übrig läßt. Der alte Rollege" findet, daß des Vereinsgesetzes, das den Frauen die Theilnahme an poli- arbeiter" im allgemeinen verhältnißmäß stärker als andere an nicht in dem Mittrinken der Kellnerinnen mit den Gästen tischen Versammlungen untersagt) veranstaltete Familienabend den Verurtheilungen betheiligt sind. Sehr lehrreich ist die der Grund zu den vielfachen Kellnerinnenkrankheiten verlief ebenfalls in bester Weise und war zahlreich besucht. Die Gruppirung nach Monaten. Es famen Verurtheilungen zu suchen sei, indem dieses polizeilicherseits sehr eingedämmit Deffauer Parteigenossen hatten nachmittags einen Familien- wegen Bettelei auf Januar: 1020, Februar: 1057, März: 1019, worden sei. Der Hauptgrund liegt seiner Ansicht nach vielmehr ausflug veranstaltet, der sich ganz besonderer polizeilicher Fürsorge April: 628, Mai: 526, Juni: 571, Juli: 526, August: 456, in dem unglücklichen Verhältniß der Polizeistunde. Denn", so erfreute. In den Versammlungen wurde nach den Referaten eine September: 693, Oftober: 672, November: 721, Dezember: 738; meint der alte Rollege", den Kellnerinnen fällt es gar nicht der Bedeutung des Tages entsprechende Resolution angenommen. wegen Obdachlosigkeit auf Januar: 85, Februar: 158, März ein, um 11 Uhr, wenn die meisten Wirthe schließen müssen, nach Für nächsten Sonntag find an verschiedenen Orten Nachfeiern 363, April: 318, Mai: 259, Juni: 187, Juli: 203, Hause zu gehen; im Gegentheil, sie gehen dann mit den Gästen geplant, u. a. ein großes Arbeiterfest in Edderitz bei Köthen. August: 164, September: 191, Oftober: 212, November: 332, erst recht los und treiben sich halbe, ja ganze Nächte in anderen Bayern. Augsburg. In zwei zahlreich besuchten Abend Dezember: 299. Daß das Maximum im Winter, besonders am Lokalen herum, wo sie ihre Gelage feiern. Das ist nach richtiger versammlungen referirten Breder und Fäckler. In der Ver- Ausgange desselben, das Minimum aber im Hochsommer liegt, Ueberlegung wohl der Hauptgrund der Kellnerinnenkrankheiten, sammlung Breder's wurde eine geharnischte Resolution zu gunsten bedarf feines Kommentars weiter. Der auf den Dezember fallende welche die Krankenkasse so sehr belasten. Könnte der Wirth des internationalen Arbeiterschutzes und gegen die Umsturzvorlage Antheil dürfte deshalb so niedrig sein, weil die Zeit vor Weih- länger aufhaben und müßten somit die Kellnerinnen länger im einstimmig angenommen. Die Feier verlief imposant. Im nachten noch mancherlei Gelegenheit zu Verdienst bietet. Die Geschäft sein, so würden sie nachher froh sein, schlafen gehen zu benachbarten Le chhausen war die Versammlung großartig Kombination des Berufs mit den Monaten ergiebt besonders für tönnen und infolge dessen weniger frank werden." Der alte besucht. Referent war Braun. München. Die Münchener Arbeiten, die von der Witterung abhängig sind( Maurer, Kollege, welcher bereits 18 Jahre mit Kellnerinnen arbeitet," Arbeiterschaft, schreibt die Münchener Post", tann mit Stolz Gärtner u. f. w.), starke Unterschiede zwischen Winter und muß es ja natürlich wissen. Und einem so plausiblen Argumente auf die diesjährige Maifeier zurückblicken. Sämmtliche Versamm Sommer. Von den Altersklassen überwiegen die mittleren. für Berlängerung der Polizeistunde für Schanklokale mit DamenIungen, welche am Vormittag, Nachmittag und Abend abgehalten Bon 8622 Verurtheilungen wegen Bettelei famen auf 30-40 Jahre bedienung wird sich natürlich kein Einfichtsvoller verschließen wurden, waren äußerst start besucht, die Abendversammlungen allein 2368, auf 40-50 Jahre 2102, macht auf 30-50 Jahre 4470, tönnen. Verlängerung der Arbeitszeit als Schutzmittel gegen geradezu überfüllt. Die Ausführungen der Redner fanden all- also mehr als die Hälfte. Von 2771 Verurtheilungen wegen Ob- Krantheit fürwahr, tein übler Gedanke, der vortrefflich in die gemeinen Beifall und die vorgeschlagene einheitliche Resolution dachlosigkeit famen auf; 20-30 Jahre 859, auf 30-40 Jahre Aera der Arbeiterfürsorge hineinpaßt. überall einstimmige Annahme. Der Nachmittagsausflug der Mai- 680, auf 40-50 Jahre 541 u. f. w. Das Maximum lag hier feiernden nach Harlaching zählte tausende von Theilnehmern. bei 20-30 Jahren. Die Kombination zwischen Altersklassen und Eine in der Aera der Arbeiterfuebelung sehr unglaubBei Musik und Gefang erfreuten sie sich des schönen Maientages, Monaten ergiebt, daß in den niedrigeren Altersklassen der Unter- lich flingende Meldung bringt eine Lokalforrespondenz. Danach demonstrirten in würdiger Art und Weise für den Proletarier schied zwischen Sommer und Winter schärfer ausgeprägt ist als will die Aufsichtsbehörde des Kreises Teltow dafür sorgen, daß Weltfeiertag. Nürnberg. Zur Feier des 1. Mai fanden in den höheren. Aeltere Arbeiter finden eben ziemlich das ganze der unmenschlichen Ausbeutung der bei der Dampfstraßenbahn im Bürgersaal" und in den Zentralfälen" zwei imposante Jahr hindurch keine Arbeit mehr. Obwohl die Mehrzahl der beschäftigten Maschinisten ein Ende gemacht werde. Die Arbeitsbesuchte Volksversammlungen statt. In der ersteren referirte Berurtheilungen auf die mittleren Altersklaffen traf, waren doch seit diefer Leute, welche jetzt bis zu 18 Stunden währt, soll auf Dertel, in der anderen Wiemer über„ Die internationale wenig Verheirathete darunter: bei Bettelei in amtliche Veranlassung auf 10-12 Stunden verkürzt werden. Die Arbeiterschutz- Gesetzgebung und die Bedeutung des 1. Mai für 1615 Fällen( 183/4 pet.), bei Obdachlosigkeit in 386 Fällen Botschaft hört man wohl, allein es fehlt der Glaube, wo im das arbeitende Volt." Beide Versammlungen nahmen einstimmig( 14 pet.). Auch das bedarf keines Kommentars. Der Reiche des Herrn Thielen die niederen Beamten zum theil nicht eine Resolution an, in der auch gegen die Umfturzvorlage protestirt Geburtsort war bei den Verurtheilungen wegen Bettelei viel besser daran sind. wird. Die Versammlungen verliefen äußerst würdig. Die zahl- 1233 mal Berlin, 11 mal Charlottenburg, 114 mal Niederreich in Bereitschaft gestellte Polizeimannschaft und das in den Barnim, 147 mal Teltow, 1488 mal das übrige Brandenburg, 1895 des Berliner Adreßbuches wird der bekannte Ethiker ProHellseherei im Berliner Adressbuch. Im Jahrgange Kasernen fonfignirte Militär hatte keine Gelegenheit zum Ein- 573 mal Pommern, 689 mal Ostpreußen, 298 mal Westpreußen, fessor v. Gizycy als verstorben angeführt, indem als Inhaberin schreiten". Fürth. Dicht besetzte Versammlung. Segi 779 mal Posen, 1461 mal Schlesien 2c.; bei Obdachlosigkeit seiner Wohnung die Wittwe" Gizycki figurirt.( 2. v. Gizycki, referirte. Eine entsprechende Resolution wurde einstimmig an- 626 mal Berlin, 14 mal Charlottenburg, 50 mal Nieder- Barnim, geb. v. Kretschmann, viv. Prof., W. Nettelbeckstraße 24.) Nach 62 mal Teltow, 470 mal das übrige Brandenburg, 151 mal weislich starb Professor Gizycki erst im Februar dieses Jahres, Rheinpfalz. Frankenthal. Festbankett so start Pommern, 156 mal Ostpreußen, 74 mal Westpreußen, 195 mal also ungefähr zwei bis drei Monate nach der Drucklegung des besucht( auch von Frauen), daß sich das Lokal als zu flein er- Posen, 384 mal Schlesien 2c. Seit wann die Verurtheilten in Adreßkalenders. Nach seinem Ableben wurde er auch von vielen wies. Die Ansprache hielt Stubenreich aus Dggersheim. Berlin ansässig waren oder sich aufhielten, scheint im Adreßtalender gesucht, und zur größten Ueberraschung aller Neustadt. Maifeier unter großer Betheiligung glänzend. nicht ermittelt worden zu sein. Obige Zahlen Lambrecht. Desgleichen. ent war der Todte schon längst gestorben. Die Spiritisten werden halten sowohl die, welche erst vor wenigen Tagen oder den Fall schon ausbeuten. Württemberg. Die Feier des 1. Mai hat sich hauptsächlich Wochen nach Berlin gekommen waren, als auch die, welche den größeren Städten und da, wo fich organisirte schon seit frühester Kindheit hier wohnten, also vernünftigerweise Ju der Urania wird heute Abend 734 Uhr Herr Dr. Arbeiter befinden, immer mehr eingelebt. Infolge deffen zu den Berlinern" gerechnet werden müssen. Aber auch ab- P. Schwahn zum ersten Male seine Erlebnisse in der vom Erdruhte auch dieses Jahr in vielen Geschäften die Arbeit. gesehen hiervon, kann der starte Antheil der zugezogenen" nicht beben heimgesuchten Stadt Laibach in einem längeren ProjektionsIn Stuttgart war am Vormittag eine große Volksverfamm- Wunder nehmen. Die Verurtheilten standen, wie wir sahen, vortrage schildern. Eine große Anzahl von Originalaufnahmen wo Redakteur Tauscher referirte, nachmittags Massen- vorwiegend in mittlerem Alter, und in diesem sind auch in der der verwüsteten Stadt, von Professor Dr. Lubarsch unter den Spaziergang nach Degerloch und Abends Feier im Zirkus unter gefammten Bevölkerung Berlins die zugezogenen" viel zahl schwierigsten Verhältnissen an Ort und Stelle photographirt, werden Mitwirkung von 22 Gesangvereinen; die Feftrede hielt Landtags- reicher als die Berliner", z. B. bei der männlichen Bevölkerung den Vortrag illustriren. abgeordneter Kloß. Auch in Reutlingen, Obern der Altersklassen 30-40 und 40-50 Jahre über viermal so viel Tie Pferdebahn und ihre Abonnenten. Zweierlei dorf a. N., Cannstatt, alw, Gaisburg, 3uffen( vgl. den Artikel in Nr. 57). Weiter ist zu beachten, daß Preise nimmt die Große Berliner Pferde- Eisenbahn- Gesellschaft hausen, Weilindorf u. a. D. vereinigten sich abends die die Berurtheilten fast ausschließlich der Arbeiterklasse an- auf ein und derselben Linie. Durch die Konkurrenz der Omnibusse Genossen, um den Tag würdig zu begehen. In Eßlingen gehörten. In Eßlingen gehörten. In dieser überwiegen In dieser überwiegen aber die" Bugezogenen" gezwungen, hat sie auf der Strecke Kreuzberg- Gesundbrunnen die und Göppingen sind außer der Abendfeier noch Vormittags- besonders start, da der gewaltige Zuzug der letzten Jahr bisherige Behnpfennig- Theilstrecke Gesundbrunnen Anklamerstraße Versammlungen veranstaltet worden. In verschiedenen kleineren zehnte fast nur aus Arbeitern bestand. Die Tabelle bringt bis zum Rosenthaler Thor verlängert. Diese Verlängerung gilt Orten wird die Feier am Sonntag, 5. Mai, begangen. schließlich noch Zahlen über die Vorstrafen der Verurtheilten, jedoch nur für die zahlenden" Passagiere, während für die Heilbronn. Abendfeier 1200 Theilnehmer. Vorzüglicher deren Wiedergabe im einzelnen der Raum nicht gestattet. Im Abonnenten die Antlamerstraße als Theilstrecke verbleibt. Verlauf. Zum ersten Male hatte sich diesmal die Polizei voll- ganzen fielen bei Bettelei 7019, bei Obdachlosigkeit 2394 Verständig ferngehalten.- Feuerbach bei Stuttgart. Imposante urtheilungen auf Vorbestrafte. Die Straftaten waren außer Schuhmann S. aus dem 90. Polizeirevier befallen. Vom Wahnsinn wurde am Mittwoch Abend plötzlich der Abendversammlung. Schriftsteller Stern hielt den Vortrag. Bettel und Arbeitsschen"( d. h. Obdachlosigkeit) meist sehr harm bruch der Krankheit zeigte sich darin, daß der Beamte, der Dienst Der AusDie Mai- Resolution wurde einstimmig angenommen. Die loser Art, vielfach nur Uebertretung von Polizeivorschriften. hatte, ohne Korrektionshaft wurde bei Bettelei 1049 mal, bei Obgenommen. " 11 " " " " Baden. Offenburg. Unsere Maifeier war von dachlosigkeit 678 mal verhängt. Wie wenige davon mögen und auf Veranlassung eine Dame auf der Straße festnahm P die brachte. etwa 500 Personen besucht; der Saal gedrängt voll. Echriftfeßer wirklich arbeitsscheu" gewesen sein! Die Tabelle läßt feinen meister über sein Verhalten Vorwürfe machte, gerieth der WahnWilli legte unter lebhaftem Beifall der Versammlung, die auch Zweifel darüber, daß in den meisten Fällen unverschuldete finnige in Wuth, zog seinen Säbel und wollte auf den Vorvon den Frauen unserer Genossen äußerst zahlreich besucht war, Noth die Ursache des Bettelns und der Obdachlosigkeit war. gefeßten losgehen. Er wurde jedoch überwältigt, ehe er Unheil die Bedeutung des Tages dar. Den Glanzpunkt der Feier bildete und auch von den wirklich Arbeitsscheuen" dürften es die anrichten konnte, und vorgestern, Donnerstag, früh um 3 Uhr die Aufführung des J. Stern'schen Festspieles Die Arbeit". meisten erst geworden sein, weil die Gesellschaft für ihre Ar- durch zwei Schuhleute mit einer Droschte in eine Heilanstalt geVorträge unseres Gesangvereins Vorwärts", abwechselnd mit beitskraft teine Verwendung hatte. bracht. Daß es sich um Wahnsinn handelt, geht daraus hervor, denen der städtischen Musikkapelle, sowie Deflamationen wirkten Der Oberhofmeister der Kaiserin als Sozialpolitiker. Befehl des Kaisers festnehmen müssen. daß der Beamte in einem fort erklärte, er habe die Dame auf zufammen, die Feier zu einer des Tages würdigen zu gestalten. Hiesigen Blättern zufolge hat der durch seine Agitation für die Karlsruhe. Maifeier glänzend verlaufen. Nachmittags legirfirche bekannte Freiherr v. Mirbach im Evangelischen Ein eigenartiger Unglücksfall ereignete sich am DonnersAusflug nach Durlach und dem Thurmberg, abends Hauptseier Kirchenbauverein eine Rede gehalten, aus der wir folgende Stelle tag auf der Pferdebahnlinie Pantow- Rathhaus. Gegen 10 Uhr im großen Saal der städtischen Festhalle in Karlsruhe bei einer hervorheben: vormittags entgleiste bei Pankow, kurz vor der neuen UeberBetheiligung von 3000 Personen. Festredner Adolf Geck. Es wäre zu wünschen, daß bald mit einer Erhöhung der führung der Stettiner Bahn ein nur mit wenigen Personen beDrei dem Arbeiter- Sängerbund angehörige Vereine sangen. Eine Kirchensteuer, einer von allen firchlichen Parteien anerkannten fegter Wagen. Der Versuch des Kutschers, das Gefährt wieder Resolution, des Jubalts, die Arbeiterschaft Karlsruhe möge da- Nothwendigkeit vorgegangen werde. Unter den 1 350 000 Evan- in das Geleise zu bringen, gelang nicht; der Decksizwagen wurde für sorgen, daß die nächste Maifeier durch vollständige Arbeits- gelischen Berlins find 675 000 selbständige Personen, davon be- dabei mit solcher Gewalt gegen den Brückentopf geschleudert, daß ruhe begangen wird, wurde einstimmig angenommen. Nach zahlen nur 260 000 Staatssteuern und von diesen wieder nur der Waggon theilweise zertrümmert wurde und der Betrieb für einer von dem Vertrauensmann gehaltenen Ansprache, die sich 77 000 Kirchensteuern in Höhe von 1 030 000 m., und zwar einige Zeit unterbrochen werden mußte. Kutscher und Schaffner auf größere Verbreitung unserer Presse und auf die Kräftigung 66 000 mit einem Einkommen von 1500 bis 6000 m. 300 000 m. erlitten bei dem Anprall leichte Verlegungen, die Passagiere unferer Organisation bezog, wurde unter Absingung der Acht- und 11 000 mit höherem Einkommen 730 000 W. Bei einer blieben unbeschädigt. stunden Marseillaise um 1 Uhr die Feier geschlossen. Dur progreffiven Erhöhung der Steuern um 5 bis 10 pCt. Ia ch. Um 4 Uhr nachmittags feierten nahezu sämmtliche Ar- der Staatssteuern würde ein Mehrertrag von 800 000 M. Donnerstag der Handlungsdiener Ernst Knorre verübte. Knorre Dunkel nach jeder Richtung ist der Selbstmord, den beiter der zwei größten hiesigen Fabriken. Die Feier wurde erzielt, ohne daß die kleinen Leute wesentlich mehr be- befand sich abends auf dem Bahnhofe in Schlachtensee und schoß abends begangen und nahm einen imposanten Verlauf. Dr. Rüdt lastet würden. Gewiß, wir haben schon genug Steuern, trotzdem sich hier mit einem Revolver in die rechte Schläfe. Beamte und sprach in dem bis zum letzten Platz gefüllten Lokal vor 7 bis ertragen wir jede Erhöhung der Staatssteuern mit stoischem Fahrgäste sorgten dafür, daß er mit einem Eisenbahnzuge nach 8000 Personen. Neckarhausen bei Mannheim. Maifeier Gleichmuth, obgleich wir persönlich wenig davon haben, wenn dem hiesigen Potsdamer Bahnhofe gebracht wurde. Von dort von 100 Personen besucht. Entsprechende Resolution angenommen. neue Kanonen und neue Kriegsschiffe gebaut werden, während beförderte man den Schwerverletzten mit einem Krantenwagen Elsaß Lothringen. Mülhausen. Zwei start besuchte im Bau von Kirchen auf die Dauer das einzige Mittel dieser Anstalt in die Charitee, wo er Freitag früh gegen 3/2 Uhr Versammlungen. Guter Verlauf. zur Bekämpfung der sozialen Nothstände liegt." an der Schußwunde starb. Man weiß von dem Todten nur den Das genügt. Eine solche Fülle sozialpolitischer Weisheit Namen und den Stand und daß er am 16. September 1856 in im Hirn eines Hosbeamten mußte überströmen und befruchtend Göthen geboren ist. Wo er in Berlin wohnte und wie sonst seine Tokales. wirten. Manches merkwürdige, das von oben herab geschah, Verhältnisse lagen, war von dem Verletzten nicht zu erfahren. erscheint nach dieser Probe begreiflich. Koufiszirt. Wieder einmal ist Berlin vor dem drohenden Eine Erhöhung der Kirchensteuern übrigens, vor allem, wenn G. aus der Oranienstraße spielte abends in seiner Wohnung mit Zur Warnung dient der folgende Fall: Der Malermeister Unsturz bewahrt worden. Die liebe Polizei hat noch rechtzeitig mit den einleuchtenden Gründen des Ober- Hofmarschalls versehen, seinem elf Monate alten Knaben. Während er das Kind auf den Stein des Anstoßes aus dem Wege geräumt. Sie hat die würde auch für viele derjenigen das Signal zum Austritt aus dem Schooß hatte, rauchte er eine Zigarre; durch eine zufällige Mainummern des„ Wahren Jakob" und des„ Süddeutschen der Landeskirche geben, die es bisher nur als Gewissenspflicht Bewegung des Knaben kam diesem das brennende Ende der Zigarre Postillon" tonfiszirt, freilich nur in minimalen Portionen. empfunden haben, sich den modern- frommen Bestrebungen mit in das linke Auge. Voller Verzweiflung rannte der Vater mit In der Vorwärts" Buchhandlung fand man 10 Nummern dem Gefühl absoluter Wurftigkeit gegenüber zu stellen. " Jakob", bei Hans Baate einen ganzen Jakob" und vier dem fürchterlich schreienden Kind zu einem Augenarzt R., der Postillons", bei Mayhofer 2 Jakobs" und 2 Postillons", in Möbelpolirer anläßlich der Maifeier gemaßregelt. Die fechs fann, ob die Sehtraft Einbuße erlitten hat. Der Möbelhändler und Hoflieferant Prächtel hat seine eine Beschädigung der Pupille erkannte, aber noch nicht feststellen Abel's Buchhandlung war gar nichts mehr zu holen. dort arbeitenden Polirer waren an den Meister Wedemeyer mit Ueber die Verurtheilungen wegen Bettelei und dem Ersuchen herangetreten, ihnen am 1. Mai den halben Tag das Leben gekostet. Baldrich befand sich am Donnerstag NachDer Alkohol hat dem 44 jährigen Arbeiter Karl Baldrich Obdachlosigkeit, die 1894 beim Amtsgericht I Berlin er freizugeben. Dies verweigerte der Meister mit dem Bedeuten, folgten, veröffentlicht das Statistische Amt der Stadt Berlin" baß ein jeder, der nicht arbeite, die Konsequenzen seines Handelns mittag gegen 6 Uhr in einer Schankwirthschaft in der Brunnenjezt ausführliche Tabellen, die auf das Wesen dieser beiden zu tragen habe. In Rücksicht auf diese Antwort haben die Straße und sprach dem Schnapse so lange zu, bis er besinnunglos Strafthaten" ein helles Licht werfen. Von den beiden Ge- Polirer es vorgezogen, am Mittwoch überhaupt nicht auf der zu Boden fiel. Er wurde nach der Polizeiwache gebracht und schlechtern muß das weibliche wegen der Kleinheit der Zahlen Arbeitsstätte zu erscheinen. Nur ein Kollege ging hin, starb dort, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben. ( Bettelei 130, Obdachlosigkeit 151 Verurtheilungen) außer betracht dieser arbeitete aber auch nur bis zum Mittag. Am Ein Soldat der Heildarmee ist am Donnerstag als des bleiben. Auf das männliche tamen 8622 Verurtheilungen wegen Donnerstag Morgen erklärte der Meister die fünf Arbeiter, welche Diebstahls verdächtig nach der 18. Polizeiwache in der Neuen Bettelei, 2771 wegen Obdachlosigkeit.( Die Zahl der verurtheilten überhaupt nicht am Tage vorher erschienen waren, für entlassen. Königstraße fistirt worden. Der in derselben Straße Nummer 6 " " = " wohnende geistig nicht ganz normal veranlagte Hausdiener P.,) welcher dem III. Armeekorps der Heilsarmee angehört, brachte am Dienstag im Auftrage einer Firma in der Gollnowstraße drei Billardbälle im Werthe von 50 Mt. nach der Memelerstraße. Hier angelangt, will P. die Bälle auf einen Handwagen gelegt und diefelben vergessen haben, während ein bei diesem Gefährt stehen der Knabe ihm in bezug auf seinen weiteren Weg Bescheid gegeben habe. Die Polizei schenkte der Erzählung des Heilssoldaten wenig Glauben, wohl aber alle diejenigen, welche den alten Mann näher kennen. Es wird gebeten, daß der Besitzer des Handwagens die Billardbälle, welche P. auf dem Gefährt niedergelegt, auf der nächsten Polizeiwache abliefert, weil der Hausdiener und Soldat P. neben einer gerichtlichen Strafe auch noch eine Degradation in den Rekrutenstand der Heilsarmee zu erwarten hat. Erhängt hat sich der Rentier und frühere Bäckermeister Krebs in der Prenzlauerstraße. Verfehlte Spekulationen sollen den wohlhabenden Mann zum Selbstmord getrieben haben. Ein neugeborenes Kind wurde am Freitag in früher Morgenstunde im Thorweg des Hauses Schiffbauerdamm 16 ge funden. Ein Kellner, der das arme Wesen fast gleichzeitig mit der Pförtnersfrau des Hauses erblickte, sorgte dafür, daß es in ein Krankenhaus gebracht wurde. Dort soll sich der junge Weltbürger verhältnißmäßig wohl befinden. Die Mutter, welche es fertig brachte, sich nach der Geburt zu entfernen und ihr Kind dem Zufall zu überlassen, wollen mehrere Personen gesehen haben. Räthselhaft ist der Selbstmord eines 73jährigen Magistratsi beamten Friedrich P., der sich Donnerstag Abend in seinem Dienstzimmer im Wahlbureau in der Poststraße erhängt hat. Der Beamte war seit 19 Jahren Wittwer. Er führte mit einer Tochter, einer Schwester und einer Nichte zusammen einen Haushalt im Süden der Stadt. Donnerstag abends um 7 Uhr verließ er die Wohnung mit dem Bemerken, daß er sich aus dem Bureau die Brille, die er vergessen habe, holen und dann zu seinem Bruder zur Geburtstagsfeier gehen wolle. Der alte Mann ließ sich auch von dem Nachtpförtner die Diensträume aufschließen, tam aber nicht wieder heraus. Als der Pförtner um 10 Uhr nach seinem Verbleib fah, fand er ihn im Dienstzimmer am Kleiderriegel erhängt vor. Was den Armen in den Tod getrieben hat, ist unSeine dienstlichen und privaten Verhältnisse waren durchaus geordnet. Witterungsübersicht vom 3. Mai 1895. bekannt. Stationen. Swinemünde Barometerstand in mm, d. Meeressp. Windrichtung 773 Windstärke (- 1422324321 Wetter Temperatur GAUTROQI( nach Celsius 50 G. 40 R.) NW wollig 8 Hamburg 771 335 bedeckt 6 . • Berlin 778 NW Wiesbaden. 773 NW heiter halb bedeckt 7 9 München 773 ND halb bedeckt 7 Wien 770 NW Regen 8 Haparanda 773 ND woltig 7 Petersburg Cort. 778 heiter 12 Aberdin. Paris 778 0 776 NNO heiter woltenlos 12 . Für den Inhalt der Juferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonnabend, den 4. Mai. Opernhaus. Der Evangelimann. Schauspielhaus. Wie die Alten fungen. Deutsches Theater. Prinz Friedrich von Homburg. Leffing- Theater. Madame Bonivard. Berliner Theater. Heimath. Wetter- Prognose für Sonnabend, 4. Mai 1895. Nachts faltes, am Tage etwas wärmeres, ziemlich heiteres Wetter mit schwachen nordöstlichen Winden; keine oder unerhebliche Niederschläge. Berliner Wetterbureau. gezogen. Eingelaufene Druckschriftett. Der Sozialdemokrat, Bentral- Wochenblatt der sozialdentofratifchen Partet Deutschlands( Expedition in Berlin SW., Beuthstraße 3). handelt. Todtenliste. Zwet Die Nr. 18 vom 2. Mai hat folgenden Inhalt: Wochenschau. Welten. Aus England.- Schmähende Darstellungen.- Parteinachrichten. Aus Aus dem Reichstag. Der Streit der Wiener Biegelarbeiter. der Rhön und dem Thüringerwald. Polizeibericht. Am 2. d3. Mts. wurden drei Männer in Zur Entwicklungsgeschichte der ihren Wohnungen, bezw. Arbeitsstätte erhängt vorgefunden. Wie man uns be: Bentralorganisationen der deutschen Gewerkschaften. Außerdem wurden die Leichen dreier Männer aus dem Wasser von der Neuen Zeit"( Stuttgart, J. S. W. Diet' Verlag) ist soeben bas gezogen. In der Friedrichstraße gerieth vormittags ein Zeitungshändler unter die Räder einer Droschte und erlitt außer einer Nach Verletzung am Kopfe einen Bruch des Oberschenkels. mittags wurde an der Ecke der Bad- und Buttmannstraße ein sechsjähriges Mädchen durch einen großen Hund umgestoßen; es erlitt eine Gehirnerschütterung. In einem Schanklokale in der Schönleinstraße sollte abends ein Bierfahrer wegen Hausfriedensbruchs festgenommen werden. Er leistete jedoch heftigen Widerstand und schlug dem Schuhmann mit einem Bierglase vor den Kopf, so daß dieser von seiner Waffe Gebrauch machen mußte, wobei er ihm eine erhebliche Verlegung am Kopfe beibrachte. Vor der Wache des 66. Reviers in der Frankfurter Allee wurde ein Schuhmann, der einen Auflauf zu zerstreuen versuchte, durch einen Steinwurf am Kopfe bedeutend verletzt. Im Laufe des Tages fanden drei kleine Brände statt. Theater. blieb dann von 31. Heft des 13. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Wie man Berfassungen amputirt. Der Bankerott der russischen Finanzen. Von Paul Lafargue. Das Proportionalwahlsystem und die deutschen Reichstagswahlen. Von Advocatus.( Schluß.) Gelernte und ungelernte Arbeiter. Von Friedrich Leßner( London). Literarische Rundschau. Notizen: Volfsernährung in Galizien. Von Dr. Sigmund Lefer. Was man jetzt schon fann. Feuilleton: Germinie Lacerteur. Von Edmond und Jules de Goncourt. Einzig autorisirte Uebersetzung von Emma Adler. ( Fortsetzung.) Von der Gleichheit, Beitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen( Stutt gart, J. H. W. Diet' Verlag) ist uns soeben die Nr. 9 des 5. Jahrgangs zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Zur Etwas vom ArMaifeier. 1870-1895. Bon K. Kautsky( Stuttgart). Die Bedeu beitstage und der nothwendigen proletarischen Sparsamkeit. tung des Achtstundentages für die proletarischen Frauen. Der Achtstundentag ist die Losung. Unterricht im Sozialismus( Gedicht). Von Leopold Jacoby. Feuilleton: Maria Stuart. Eine historische Stizze. Von Manfred Arbeiterinnen- Bewegung. Wittich.( Schluß.) Kleine Nachrichten. Die Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pf., durch die Post bezogen( eingetragen in der Reichspost- Zeitungsliste für 1895 unter Nr. 2756) beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Pf.; unter Kreuzband 85 Pf. Inseratenpreis die zweigespaltene Petitzeile 20 Pf. Dermisdites. Die Medaillen, welche Bismarck den begeisterten Studenten schenkte, und die bekanntlich als Ueberbleibsel vom 70. Geburtstage die Aufschrift 1815-1885 tragen, sind auch damals schon nicht auf Bismarc's eigene Roften hergestellt worden. Sie sind vielmehr ein Geschenk, das Bismarck anläßlich seines 70. Geburtstages von seinem Busenfreunde Bleichröder erhalten hat. Dieser Ursprung wird die antisemitischen Studenten ganz besonders freuen. Berliner Theater. Da man in diesem Jahre auf der Berliner Bühne fast mit allem, was sich Novität nannte, Schiffbruch erlitt, so greift man in der Noth nach halbverschollenen Denkmälern aus der internationalen Literatur, um im Kampf gegen das Frühjahr das Theaterinteresse noch irgendwie zu beleben. So führte man am Donnerstag im Berliner Theater die berühmte Komödie des geistvollen Sheridan„ Die Lästerschule" zum ersten Male auf. Die Komödie war zu Anfang dieses Jahrhunderts bis in die vierziger Jahre hinein Repertoir stück des Berliner Schauspielhauses und der Berliner Bühne verschwunden. Die Engländer hängen mit Pietät an Sheridan's Lustspiel. Ihnen, die an tiefen Humoristen Ans Laibach liegt vom Donnerstag folgende Meldung ungewöhnlich reich, an Lustspielen aber in flottem Gesellschaftston Der gestrige Tag und die heutige Nacht verliefen fast noch ärmer sind, als wir, erscheint Sheridan's Lästerschule vor: wie ein klassisches Beispiel des eleganten Konversationsstückes. ruhig. Um 10 Uhr vormittags wurde ein kurzer vertikaler und Für ein modernes deutsches Publikum sind Sheridan's Grazie wie um 12 Uhr 25 Minuten mittags ein ziemlich starker Erdstoß in feine Satire gegen die Lästermäuler beiderlei Geschlechts doch der Dauer von 3 Sekunden verspürt. In Mannsburg( Krain) wohl schon ziemlich verstaubt; und in der That hat das Publikum wurde ein Tagelöhner schwer verletzt. Die Sicherungsarbeiten des Berliner Theaters nur noch dem vierten Att lebhafteren schreiten rasch fort. Das Wetter ist schön. Sämmtliche Mitglieder des Aufsichtsraths der Sonders burger Bauk, mit Ausnahme des früheren Rapitäns Adamsen, wurden Freitag Vormittag verhaftet. Beifall gespendet. Da wird auch der muckerische Tartüffe Bei einer in Konstantinopel im armenischen Viertel ausgründlich abgeführt, und der flotte, leichtsinnige, aber im gebrochenen Feuersbrunst sind 150 aus Holz gebaute Häuser Grunde großmüthige Kavalier, den die Lästermäuler niedergebrannt. Ein Verlust an Menschenleben ist nicht zu be tüchtig zu besudeln verstanden, in volle Ehren eingesetzt. flagen. 500 Personen wurden abdachlos. Der Schaden wird Das englische Lustspiel war von Hans Meery, dem Regisseur, auf 25 000 Pfund geschätzt. In Djeddah, der Hafenstadt von Metta, tamen Mittwoch neu bearbeitet und zugleich in Szene gesetzt worden. Nicht gleichwerthig erschienen die Darsteller; mancher von ihnen nahm 28 Todesfälle an Cholera vor. Briefkaffen der Redaktion. den Begriff Medisance, von dem in der Komödie öfter die Rede ist, zu plump oder zu affektirt. Das bösartige Wiheln, das vor der Verleumdung nicht zurückschreckt, giebt sich im Salon der Lästerschule den Anschein der espritvollen Plauderei. Wie man Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 8wei Buchstaben oder eine Bat giftige Dinge lächelnd, mit dem Ton unverfänglicher Harmlosigfeit vorbringen fann, das hätte man von Frl. Nuscha Buge, die die weibliche Hauptrolle, die Lady Teazle, spielte, lernen fönnen. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: May Samst. Gastspiel der amerikanischen Gesellschaft Central- Theater anzugeben unter der die Antwort ertheilt werden soll. lich am Montag, Dienstag, Donnerstag und In Rechtsangelegenheiten wird ausschließ Freitag von 7 bis 8 Uhr abends Auskunft ers theilt. K. 7. Mannheim 70 000, Riel 71 000, mit den Vororten 93 000 Einwohner. | Allen denen, welche meiner lieben Sonnabend, den 5. u. Sonntag, Frau die letzte Ehre erwiesen, insbe- den 6. Mai, findet in meinem Lokal, fondere den Gesangvereinen Frohe Lindenstr. 106, ein Hoffnung" und" Rothe Nelke", sowie Novität! den Mitgliedern des Arbeiterbildungs Tanzkränzchen Alte Jakobtraße Nr. 30. Sonnabend, den 4. Mai 1895: Novität! Zum 1. Male: Unter artistischer Leitung des Herrn Adolf Brahl vom fönigl. GärtnerplayTheater in München: Figaro bei Hof. Vereins zu Schöneberg für ihre rege Theilnahme und reiche Kranzspende statt, wozu Freunde und Bekannte meinen herzlichsten Dank. freundlichst eingeladen find. 9306 Otto Buffe, Zimmerer. Herrn Bauer nehme ich zuück. Die ausgestoßene Beleidigung gegen Laurenzsch. William Calder. Vorlezte Woche: Die lebende Brücke. Großes Sensationsschauspiel mit Musit in 4 Aften( 11 Bildern), nach dem EngH. Schwab. Dirigent: Adolph Wiedecke. lischen von Sutton Vane, übersetzt von Elektr. Beleuchtungseffekte v. Satowsty. Castan's Panoptikum.orm. 9 Uhr Käse, Fleischwaaren. Regie: Max Samst. ( Roccoco.) Operette in 3 Aften( nach Beaumarchais' Memoiren) von Bohrmann- Riegen. Musit von Alfred Müller- Norden. Neues Theater. Im Forsthause. Morgen: Dieselbe Borer. Ein Flug durch die Luft! Tausend Küsse. Schiller- Theater. Die zärlichen Verwandten. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Obersteiger. Vorstellung. Heute: Chamly's mysteriöse Gröffnung des Sommergarten. Katakombe. Reichskanzler Fürst Hohenlohe. Concert und Residenz- Theater. Fernand's Ghe Spezialitäten- Vorstellung. fontraft. Adolph Ernst- Theater. Madame Suzette. Central- Theater. Figaro bei Hof. Anfang 6 Uhr. Mexander- Play- Theater. Durch Kaufmann's Variété. gegangene Weiber, Alle 5 Barrisons. National Theater. Brücke. Die lebende Theater Unter den Linden. Rund um Wien. Dorothea. Bellealliance Theater. Geschlossen. Reichshallen Theater. Spezialis täten Borstellung. American- Theater. SpezialitätenVorstellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Schiller- Theater. ( Wallner Theater.) Sonnabend, 4. Mai, abends 8 Uhr: Die zärtlichen Verwandten und Ein Strafrapport. Sonntag, 5. Mai, nachm. 3 Uhr: Don Carlos. Abends 8 Uhr: Zum 1. Male: Ultimo. Adolph Ernst- Theater Madame Suzette. Vaudeville Posse in 3 Atten von Ordonneau. Mufit von Edmond Audran. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. WF Sonntag, den 5. Mai, nach mittags 3 Uhr, zum besten der Hilfsbedürftigen in Laibach. Bei halben Preisen. Einmalige Aufführung: Charley's Tante. Der Billetverkauf zu dieser Vorstellung Königstrasse, Kolonnaden. Täglich: NeumannBliemchen's Leipziger VaudevilleGesellschaft: Neumann, Wilh. Wolff, Horváth, Gipner, Lemke, Feldow und Ledermann. Novität! Entree 30 Pf. Novität! Großer Lacherfolg! Zur Umsturzvorlage. Zeitgemäße Posse v. W. Wolff. Jn der Pusta! Der Zigeunerkönig Horváth! Berlin. Strassenbilder! Bliemchen's Abenteuer! Bomben- Erfolg! Passage- Panopticum. Neu! auf dem Eine Fahrt Golf voll Neapel. findet von heute ab an der Theater Christian Geyer's Bier- Lokal taffe statt. Schluss der Saison: 15. Mai 1895. 9316 Waldemarstr. 42. Urania Anstalt für volksthümliche Naturkunde. Am Landes- Ausstellungspark ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. 83/8 Auktion an der Stadtbahn 36. 92 Uhr Gleichzeitig empfehle ich meinen schattigen Garten und bemerke, daß den geehrten Damen die Kaffeeküche geöffnet ist. Fr. 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Abgeordnetenhaus. 61. Sigung vom 3. Mai 1895, 11 Uhr. Am Regierungstische: Miquel, von Hammerstein, von Köller. Auf der Tagesordnung steht zunächst der Antrag der Abgg. v. Mendel- Steinfels( f.) und Genossen: Die Regierung aufzufordern, einen Betrag bis zu 20 Mill. Mart zur Verfügung zu stellen zwecks Befriedigung des Kreditbedürfnisses landwirthschaftlicher Genossenschaften( besonders ländlicher Darlehnskassen) und zwar zu einem entsprechend niedrigen, 22 pet. nicht übersteigenden Zinsfuß. Sonnabend, den 4. Mai 1895. an 12. Jahrg. halb muß das Zentral Kreditinstitut auch fichere besonderes Bedürfniß ist, abzuhelfen. Es kann auffallend erLandwirthe direkt Lombardkredit gewähren. Die Pfand- scheinen, daß wir für diesen Zweck von Ihnen eine Anleihe briefe müssen lombardfähig gemacht werden, dann würden die fordern, man könnte sagen, daß die Ausgaben für die Arbeiterfelben auch im Kurse steigen, was sie verdienen, denn sie sind wohnungen gewissermaßen aus den Betriebs, aus den ebenso sicher wie Staatsanleihen. laufenden Staatsmitteln entnommen werden müßten. Diese -Abg. Sattler( natl.): Wir wären der Errichtung einer Auffassung hat etwas bestechendes, aber nach der Art Zentralstelle nicht abgeneigt und für den Antrag der Frei- der beabsichtigten Verwendung ist sie sicherlich nicht fonservativen wären wir bereit ohne Kommissionsberathung zu begründet. Bis zu einer gewissen Grenze hat der Unternehmer stimmen. Nicht minder wichtig wie der Personalkredit ist aber ein wirthschaftliches Interesse für sich und eine moralische Berfür die Landwirthschaft der Realkredit und es wäre wünschens- pflichtung, dem Wohnungsbedürfniß seiner Arbeiter möglichst abwerth zu erfahren, ob die Regierung für die Förderung desselben zuhelfen und ihnen gesunde, nicht theure, die Sittlichkeit und das Schritte gethan hat. Familienleben schüßende Wohnungen zu verschaffen. In diefem Minister Miquel: Mit einer Reform des Personal- und Sinne ist namentlich die Bergwerksverwaltung vorgegangen Abg. v. Mendel- Steinfels( t.) giebt zur Begründung seines des Realkredits haben wir uns feit langem beschäftigt. Die Be- durch Gewährung von Vorschüssen an Arbeiter und durch Antrages zunächst eine Darstellung der Entwickelung des Genoffen- gründung einer Zentralausgleichungsstelle für die kleineren den Erwerb eigener Gebäude. Auch die Eisenbahnverwaltung schaftswesens. Die Assoziation ist für die Landwirthschaft eine gewerblichen und landwirthschaftlichen Genossenschaften ist seit hat schon manches gethan, immerhin ist von dem Staat fegensreiche, die Landwirthschaft benutzt gern die Selbst- längerer Zeit eingehend erwogen, und die Vorbereitungen, in in dieser Beziehung noch lange lange nicht genug gethan. hilfe, besonders in diesen Zeiten des Nothstandes. Die Grenze dieser Richtung einen entscheidenden Schritt zu thun, sind schon Er steht in seinen eigenen Betrieben vielfach hinter den Leistungen der Selbsthilfe liegt aber dort, wo es sich nicht mehr sehr weit gediehen.( Hört! rechts.) Es besteht die Absicht, der Privatindustrie zurück. Man könnte nun allerdings aus den um die Noth eines einzelnen, sondern eines ganzen Standes alsbald eine Konferenz von sachkundigen Männern zu berufen, laufenden Mitteln des Staates etwas thun, aber wir halten handelt, da verlangen wir die Selbsthilfe mit Staatshilfe. die Erfahrungen auf genossenschaftlichem Gebiet sich erworben gerade in der gegenwärtigen Zeit das Bedürfniß für so dringend, Die heutigen Kreditinstitute können Geld nur zu 5 pCt. her haben und zu diesen gehören verdiente Mitglieder dieses daß wir glauben, eine erheblichere Summe für diese Zwecke mit leihen, und mit 5 pCt. kann die Landwirthschaft heute nicht mehr Hauses um mit ihnen die Einzelheiten der Vorlage zu be- einem Male zur Disposition stellen zu sollen. Nur da soll vorauskommen. Ferner brauchen wir langfristige Kredite bis zur sprechen. Wenn diese Vorlage nicht auf ein besonderes Hinderniß gegangen werden, wo die Wohnungen nach Zahl und EinDauer eines Jahres und Amortisationskredite, z. B. zu Neu- stößt, so würde sie dem Landtag mindestens nach Pfingsten zu- richtung ungenügend und theuer sind, namentlich da, wo ein plößbauten und Einrichtungen von Molkereien 2c., endlich brauchen gehen können( Beisall rechts!), denn ich bin der licher starker Zusammenfluß von Arbeitern durch die eigenen wir Kredite, für welche die Sicherheitsleistung nicht so schwer Meinung, daß, wenn überhaupt Schritte zur Besserung der Unternehmungen des Staates hervorgerufen wird. An anderen ist wie jetzt. Dazu muß eine Zentral- Kreditstelle vom Staate er Landwirthschaft gethan werden sollen, so müssen sie schnell Orten haben die Arbeiter so gute und billige Wohnungen, daß rich tet werden. Wir wollen fein 3wanzigmillionen gethan werden.( Sehr gut! Schr richtig! rechts.) Wo den der Staat sie auch nicht besser würde liefern fönnen. Anerkannt Geschenk, sondern nur, daß der Staatskredit da einsetzt, wo Genossenschaften hinreichende Mittel zur Verfügung stehen, um muß werden, daß viele private und namentlich landwirthschaftdie Genossenschaften nicht mehr genügen. Ich denke mir die selbst ihre Bedürfnisse zu decken, da brauchen sie sich ja nicht liche Unternehmer für ihre Arbeiter in dieser Beziehung zu Sache so, daß in Berlin eine Zentralftelle als Aus- an die Zentrallstelle zu wenden. Für die ganze Monarchie ist sorgen, sich sehr angelegen sein lassen. Der Staat hat hier nur gleichsstelle für das Kreditbedürfniß errichtet wird. Der ein solches Bedürfniß aber sicherlich vorhanden.( Sehr richtig! feinen Kredit zu interponiren. Der Eisenbahnminister hat sich Zinsfuß muß der möglichst niedrigste sein. Die Sicher rechts.) Die Seehandlung ist nach ihrer ganzen Natur sehr bemüht, die Baugenossenschaften der kleinen Beamten heit soll in der Haftſumme der Genossenschaften liegen. nicht in der Lage, den landwirthschaftlichen Verkehr zu und Arbeiter zu fördern und es ist ihm das auch gelungen. Bei der heutigen Mißstimmung und Niedergeschlagenheit befriedigen. Es muß ein besonderes Institut gegründet Aber diese müssen meist zu viele Hypotheken aufnehmen. Diese der Landwirthschaft ist eine solche Maßregel zur Auffrischung des werden. Zwischen beiden Anträgen besteht eine sachliche Genossenschaften bauen weit billiger als der Staat selbst bauen Muthes nöthig. Meinungsverschiedenheit nicht. Ein fefter Binsfuß läßt sich nicht fann. Diese Anleihe soll zu einer produktiven Anlage verwendet Ich komme nunmehr zum Antrag der Freikonservativen, bestimmen, er muß sich einigermaßen richten nach dem jeweiligen werden. Die Wohnungsfrage ist die brennendste aller sozialen welcher lautet: Die königliche Staatsregierung zu ersuchen, dem Stand des Geldimarktes. Den Handwerkerstand auszuschließen, Fragen in wirthschaftlicher und moralischer Beziehung. Was Landtage baldmöglichst eine Vorlage wegen Errichtung einer ist nicht richtig, wenn wir überhaupt dem Mittelstand helfen man hier irgendwie seitens des Staates leisten tann, sollte man ftaatlichen Kreditanstalt zu machen, welcher die Aufgabe zuzu- wollen. Nur müssen die Handwerker diefelben Bedingungen ja nicht verfäumen. Die geringer befoldeten Beamten find als die besser ge= weifen ist, die Kreditbedürfnisse der produktiven Gewerbe, ins für die Sicherheit erfüllen. An einzelne kleine Darlehus häufiger gar nicht besser daran, fönnen gegeben werden und lohnten Arbeiter, denn besondere des fleineren Grundbesitzes und des Handwerkerstandes kassen wird thren sie haben bestimmten zu möglichst billigem Zinssatz zu befriedigen und zu diesem Zweck ebenso wenig an einzelne Landwirthe. Die Einzel- Wohnsiz, sie erhalten ihre feste Arbeitsstelle angewiesen. auch die von kommunalen Korporationen ins Leben gerufenen fragen, Höhe des Betriebskapitals, Organisation, Beamte 2c. Richtig ist der Entwurf auch nach der Seite der BeamtenKreditanstalten sowie die auf dem Prinzip der Selbsthilfe und können wir an der Hand der Regierungsvorlage prüfen. disziplin, Gesellschaft sind sie in den der Selbverwaltung beruhenden Kreditgenossenschaften durch Ge. Wir müssen jetzt das Realkreditwesen in der Hand der Land Städten zu kommen geradezu manchmal gezwungen! Man hat währung möglichst niedrig verzinslicher Darlehen zu unterstützen." schaften verbessern, wir werden mit denselben in Berhandlungen mir in einem radikalen Blatt vorgeworfen, ich wollte die unDiesem Antrag stehe ich sympathisch gegenüber, er sollte aber treten. Dazu sind verschiedene Reformen der Landschaften noth- glücklichen Beamten faserniren. Das ist eine ganz lächerliche nicht mit dem meinigen vermischt werden, da jener auch andere wendig. Vor allem wird es sich nicht um Beschaffung neuen Behauptung. Der Bezug dieser Wohnungen steht ihnen vollkommen Gebiete umfaßt. Die Landwirthe haben ein anderes Kredit- Kreditš handeln, sondern umr eine Vereinigung der alten Schulden, frei, fie können einziehen oder ausziehen, wie sie wollen. Es wird aber bedürfniß als die Handwerker. Man soll das eine thun und die konvertirt werden müssen. Schulden erben sich wie Krant große Nachfrage nach diesen Wohnungen sein, wenn sie billig das andere nicht laffen. Ich bitte deshalb die Freikonservativen, heiten fort. Noch heute bestehen erststellige Hypotheken zu und gesund sind. Warum soll der Staat nicht für seine eigenen auch für meinen Antrag zu stimmen. Wir müssen zu einer ge- 41/2 Prozent. Gelingt uns diese Konversion, so nützt Arbeiter und Beamten dieses Gebiet betreten? Ich hoffe, daß das funden Afsoziation der Landwirthschaft kommen. Einer für alle, das der Landwirthschaft mehr als der Erlaß der Grund- Haus die Regierung in dieser Sache unterstützen wird. alle für einen.( Beifall rechts.) steuer. Wenn alles zusammenwirkt, Regierung und Landtag, Abg. Kircher( 3.) meint, daß auch auf einem anderen Wege Landschaften und Provinzialverwaltungen, so tönnen wir auf diesem Gebiete für die Landwirthschaft sehr viel Segen schaffen. ( Lebhafter Beifall rechts.) D. " fein Kredit Die Abgg. v. Mendel Steinfels und v. 3edlig beantragen, mit Rücksicht auf die Erklärung des Ministers, daß die Regierung eine Vorlage ausarbeiten wolle, und in der Erwartung, daß dieselbe noch in dieser Eession dem Hause vorgelegt werde, über die Anträge v. Mendel und den Antrag der Freikonservativen zur Tagesordnung überzugehen. Abg. Schenck( frs. Bp.) empfiehlt die Selbsthilfe der Genossenschaften ohne Staatshilfe. Abg. Graw- Allenstein( 3.) spricht sich für den Antrag Mendel aus, fann sich dagegen für den Antrag der Freikonservativen nicht erwärmen. Er empfiehlt die Ueberweisung des Antrages an die verstärkte Budgetkommission. Abg. Gamp( ft.): Der Antrag v. Mendel hat erhebliche praktische Bedenken gegen sich, und ich empfehle die Ueberweisung beider Anträge an eine besondere Kommission von 21 Mitgliedern. Meine Freunde wünschen auch die Schaffung eines Zentral Abg. Parifinus( frs. Vp.) hält es für bedenklich, daß der Kreditinstituts, legen aber den größten Werth darauf, daß diese Finanzminister diese Vorlagen so zubereiten wolle, es müsse erst Maßregel auch auf die Handwerker ausgedehnt wird. Der eine ausreichende Statistik über die Genossenschaften aufgestellt Handwerkerstand muß lange Kredite gewähren und braucht des- werden. halb selbst ebenso wie der Landwirth einen langsichtigen Kredit. Nach einigen fürzeren Bemerkungen wird die Diskussion Auch die Raiffeisen'schen Kassen beruhen auf dem Prinzip der geschlossen. unbeschränkten Haftung und können sich nur auf dieser Grund- Das Haus stimmt dem Antrag der Abgg. Mendel und lage entwickeln. Das von uns vorgeschlagene Bentral- Kredit- v. 3edlig auf Uebergang zur Tagesordnung zu. institut ist für das Kreditbedürfniß der Genossenschaften obsolut Es folgt die erste Berathung des Gesetzentwurfes betr. die nothwendig, aber damit ist die Fürsorge des Staates für den Bewilligung Staatsmitteln zur Ver Personalkredit noch nicht erschöpft. Der mittlere Grundbesitz besserung der der Wohnungsverhältnisse von handelt hauptsächlich durch Kommissionshäuser, diese zahlen Vor- Arbeitern, die in staatlichen Betrieben beschäftigt find, schüsse, nehmen aber 2 pet. über Bankdiskont, also mindestens und von gering befoldeten Staatsbeamten. 5 pCt., und das ist für die Landwirthschaft heute zu hoch, zumal Finanzminister Miquel: Die Vorlage verlangt 5 Millionen, auch noch allerhand Provisionen hinzukommen. Die Genossen um der Wohnungsnoth der Arbeiter in den staatlichen Betrieben schaften nehmen auch bis zu 8 pCt. für Darlehen. Des und der gering besoldeten Beamten in den Orten, wo dies ein ( Schluß.) denn in welche das Ziel der Herstellung gefunder und billiger Arbeiterwohnungen zu erreichen sein wird. Das Ideal einer Arbeiterwohnung sei doch ein eigenes Bejißthum. Es sei nicht das erste Mal, daß der Staat die Herstellung von Arbeiterwohnungen unterstütze. Redner beantragt die Ueberweisung der Vorlage an die Budgetkommission. Abg. v. Kölichen( t.): Wir stehen der Vorlage sympathisch gegenüber. Bei der sozialen Frage spielt die Wohnung eine Hauptrolle. Nur in einer gesunden Wohnung ist ein gesunderes und zufriedenes Familienleben möglich. Aber nicht nur gut, sondern auch billig müssen die Wohnungen sein. Jeder Arbeitgeber ist verpflichtet, für gute Wohnungen zu sorgen, also auch der Staat als Arbeitgeber. Man tönnte das Bedenken haben, daß die Vorlage den Zug der Arbeiter in die Städte fördern föune, aber die Wohnung ist es wohl nicht, welche die Arbeiter dahin zieht. Wir stimmen also für die Bewilligung der 5 Millionen, auch troß der Finanzlage, denn es muß bald etwas auf diesem Gebiete geschehen, wenn auch feine Verzinsung des Kapitals zu erzielen sein würde. Neben Familienwohnungen muß man auch Wohnungen für die unverheiratheten Arbeiter und Arbeiterinnen schaffen. = Eisenbahnminister Thielen: Die bisher seitens meiner Verwaltung für Arbeilerwohnungen aufgewandten Mittel genügen bei weitem nicht. Es waren bis 1892/93 316 Häuser mit 965 Wohnungen errichtet, 1893/94 tamen noch 80 Häuser hinzu, Nach dem Sieg der Bayern bei Stadtlohn wurde die Kardinal Richelieu die Geschäfte übernommen hatte. Der Graf von Mansfeld. Stellung Mansfeld's in Ostfriesland schwierig. Jns Feld In der Gesellschaft des französischen Gesandten reiste er hin. wagte er sich nicht; zumal er auch die Stadt Eniden Ludwig XIII. empfing ihn ohne Aufsehen in Compoigne. Schließlich brach Mansfeld im Dienst der General zum Feind hatte. Er traf Anstalten, das geraubte Gold Richelieu versicherte Mansfeld seiner Willigkeit, die jedoch staaten auf; von Sedan nach Brabant; in Eilmärschen. und Silber, Glocken und Kanonen auf der See fort erst zur That werden könne, wenn man zuvor wisse, was Bei Faurug stellte sich ihm der spanische General Cordron zuschaffen. Bereits hatte er zwei Schiffe befrachtet, als die von England zu erwarten sei. Mansfeld begab sich darauf entgegen. Aber Mansfeld hieb sich Bahu nach Brade. Stadt Emden dieselben wegnehmen ließ. In Holland ging nach London, hatte am Tage nach seiner Ankunft Audienz Bargen op Zoom wurde, wie die Holländer es wollten, man daran, sich Mansfeld vom Hals zu schaffen, indem beim König Jakob, den er den Plan entwickelte, in die durch diesen Zug entsetzt. man ihm das Geld gab, seine Soldaten zu entlassen. Sie Pfalz einzufallen. Das Heer sei mit 20 000 Pfund Sterl. Von Holland aus brach er in Friesland ein. Er be- wollten aber auch die Friesländer zur Steuer heranziehen. zu schaffen; das fehlende müffe durch Kontributionen beifetzte alle Orte und ließ den Grafen Cuno gefangen nehmen. Da brachen die Klagen in Friesland aus.„ Es sei vor gebracht werden. Der König Jakob entgegnete:" Ich habe viel Er nahm, was des Grafen war, Es ward ihm verrathen, Gott, der Welt, dem Reich nicht zu verantworten, Geld nach Deutschland geschickt; aber die deutschen Fürsten als daß in den Kellern der Burg zu Esens das Geld für die den grausamen Verderber ihres Vater Feiglinge haben meinen Schwiegersohn verlassen. Abfindung einer Tochter von Cuno III., der Fürstin Lichten- landes noch mit Geld zu belohnen. Wer wolle denn Euch hat man gesagt, daß Ihr kaiserlich, und doch habt stein, bereits verpackt und zur Absendung fertig lag. Es eine Odder( Krenzotter), die ihm nach der Gurgel steche, Ihr am treuesten gedient. Ich will die Pfalz herstellen. Aber Frankreich muß mitgehen. Mansfeld erwiderte: waren 150 000 Thaler. Mansfeld ließ das Geld abholen. am eigenen Busen ernähren?" Eure Majestät voran; dann folgt Frankreich sicher nach; Er erhielt, was er verauch Savoyen und Venedig. Langte. Der turpfälzische Nath Camerer( der Feind des Kaisers) schreibt über Mansfeld: Der Haß gegen Mansfeld ist durch ganz Deutschland verbreitet." Mansfeld begab sich nach England und entging dabei den Gefahren des Schiffbruchs. Er schiffte ungefähr 14000 Die öffentlichen Einkünfte des Landes, so lange es solche Der englische Gesandte in Haag bezeichnete Mansfeld noch geben konnte, waren sein. Und weiter nahm er, was als genus daemoniorum, der nur nur durch den Hunger zu nehmen war. Im Dezember 1622 läßt er seine Dienste hinauszutreiben sei. Wiansfeld versuchte nach dem Münsterland und wieder der Infantin anbieten; er verlangt: den Rang als Reichsfürst, das goldene Bließ, 15 000 Thaler monatlich Osnabrück durchzubrechen. Aber er wurde bei Friesoithe für seinen Haushalt, ein Jahresgehalt von 20 000 Reichs- geschlagen. Jetzt war es aus. Mansfeld nahm die von thalern. Auf die Pfalz habe er Ansprüche von mehreren Holland angebotenen 150 000 Gulden und zahlte seine Truppen aus. Ein Theil trat in holländische Dienste, viele wurden von den oldenburgischen Bauern erschlagen. Er selbst begab sich in den Haag. Millionen. Gleichzeitig unterhandelte er wieder in Venedig und in Paris ließ er dem König 20 000 Mann gegen eine Monatssubvention von 65 000 Kronthalern anbieten. Aus Friedland wird die völlige Verarmung des Landes gemeldet. Vor dem Einmarsch der Mansfelder war das Land blühend und reich. Mansfeld hat es ganz zu grunde gerichtet. Einer seiner Offiziere verfaßte ein Gedicht, welches das Vaterunser perfiflirt. Es wurde als Flugblatt gedruckt: Boeren gehlag in Oostvriesland 1623. Der Anfang lautet: Als tot den Boer komt de Soldaat Go grot by hem met vrientlyh g'blaat: - Vader! Gedenkt tot aller tyd gewis, Boer, wat ghy hebt, dat alles is: Onze! Bierzehn Monate lagen die Mansfelder in Ostfriesland. Bei ihrem Abzug lebte nicht der fünfte Mensch, stand nicht das sechste Haus. Graf Anton Günther schätzte den Verlust an Hab und Gut auf mehr als zehn Millionen Gulden( Gold). Diejenigen Personen in Friesland, welche gerichtlich überwiesen wurden, den Mansfeldern in irgend einer Weise behilflich gewesen zu sein, wurden auf den Baden gebrandmarkt mit den Buchstaben O. F. M. - Ostfriesische Mausfelder und dann des Landes verwiesen. " -O Mann ein. Von Als es heißt, er komme wieder zurück, durchrieselte ein Schauder den Bürger und Landmann, den Gatten und Bater. Die Menschen verließen Haus und Hof auf dem Lande, um sich mit allen Habseligkeiten hinter die Manern der Städte zu flüchten". Die Landstraßen in Belgien waren mit Flüchtigen bedeckt. Mansfeld wollte zu Vlissingen landen; das wurde ihm aber verwehrt. Stürme trieben seine Schiffe umher. Krankbeiten brachen aus und Mansfeld ließ die Todten, und was man für todt hielt, zu Dußenden ins Meer werfen. Gelandet, erkannte man seine übrig gebliebenen Soldaten als Im Haag fühlte sich Mansfeld nicht, höhere entsetzliches Gesindel. In der Gegend von Hertogenbosch Offiziere trugen kein Bedeuten, ihn einen Betrüger bezog er Quartier. Am Pfälzer Hof wurde man immer zu nennen. Mansfeld blickte nach Paris, wo derunzufriedener mit Mansfeld. im Ausland. Maifeier im Oesterreich. Nach dem Berichte der Arbeiter- Zeitung" muß die Zahl der am Wiener Demonstrationszuge Theilnehmenden auf mindestens 100 000 geschätzt werden. Aus der langen Reihe von Depeschen, die die Wiener Arbeiter- Zeitung" über die Maifeier in Desterreich veröffentlicht, heben wir blos die folgenden hervor: Graz, 1. Mai. Eine so großartige Maifeier, wie heuer, hat es in Graz und ganz Steiermart noch nicht gegeben. An 20 000 Menschen betheiligten sich in Graz an der Feier. In der Industriehalle war vormittags Bersammlung, nach derselben Umzug durch die Arbeiterquartiere. Nachmittags Festzug nach Göfting mit Fahnen und Standarten. Die gesammte Garnison, Artillerie, Kavallerie und Infanterie, hatte Bereitschaft. Ein Theil war in der Nähe des Festplates postirt. In der Provinz fanden große Maifeiern statt in Roflach, Gratwein, Voitsberg, Wollan 2c. Wind Todaß jeht 1205 Wohnungen vorhanden find, und zwar meift ant Frankreich. Man schreibt uns aus Paris unterm 1. Mai: 1 dieser Art in Amsterdam. In Sälen und Garten befanden fleineren Orten, wo von einem Zug der Arbeiter in die Soweit sich bis jetzt zur späten Nachtstunde über die Mai- fich ungefähr 12 000 Menschen. Vier Redner nahmen das große Stadt teine Rede sein kann. Dem vollen Bedürfniß tönnte feier berichten läßt, scheint sie in ganz Frankreich ebenso glänzend Wort und mit Musik und Gesang ward des Festes erst durch Herstellung von 3300 Wohnungen genügt werden; wie friedlich verlaufen zu sein. Letzteres zum großen Aerger der Glanz erhöht. Hierauf durchzogen alle diese Menschen die die unverheiratheten Arbeiter müssen die Möglichkeit er tapitalistischen Presse, die es so gerne gesehen hätte, wenn das Straßen und noch am späten Abend durchtönten die halten, in den Familienwohnungen mit zu wohnen. Proletariat, anstatt zielbewußt alle Kräfte auf die Erringung der sozialistischen Lieder die ganze Stadt. Nirgends schritt die An 16 verschiedene Baugenossenschaften im ganzen Lande habe öffentlichen Gewalt zu richten, sich in Ementen verbluten ließe, Polizei ein. ich 1 241 000 m. Hypothekendarlehen gegeben, um die Errichtung die es in seiner Emanzipationsbewegung um ein Menschenalter Im Haag war die Theilnahme am Tage nicht groß, von Arbeiterhäusern zu fördern. Die Vorlage will auch Dar wieder zurücktreiben würden. Darum haben die ,, Débats"," Temps" desto größer aber am Abend. In Rotterdam war die lehnen an Arbeiter, die felbft bauen wollen, und an Genossen- und Konsorten schon im vorhinein höhnisch angekündigt, daß die Theilnahme nur mäßig. In verschiedenen friesischen und schaften geben. Durch billige und gute Wohnungen fördern ganze Feier in eitlen Reden und Gläser- Anstoßen auslaufen werde. groninger Dörfern feierte ein großer Theil der Arbeiter. In wir das törperliche und seelische Wohl unserer Arbeiter und Ja, ein kleiner Putsch, der wäre den Herren freilich lieber, zumal Maastricht nahmen 4000 Arbeiter theil an einem von der Beamten. fie Polizei und Armee bereit wissen, ihn gleich im Blut zu ersticken. Polizei nicht gestatteten Zuge; die Behörden traten der Abg. Gerlich( ft.) ist mit der Vorlage einverstanden, be- So sind hier für heute alle Soldaten in die Kafernen tonfignirt Manifestation nicht entgegen. Nur in einem einzigen Ort schritt dauert aber doch, daß der Zug der Arbeiter in die Städte da- worden und um nebst den Polizisten auch gleich die Munizipal die Polizei ein. In Stadskanaal, im Torfland, arretirte durch gefördert wird. In Westpreußen seien viele gesunde gardisten bei der Hand zu haben, alle jene Wachtposten, die sie den Feftredner, den Anarchisten Bouma, wegen Aufreizung. Arbeiterwohnungen auf dem Lande frei, es fehlen aber die gewöhnlich von diesen besetzt werden, durch Infanterie besetzt Kurz, die Maifeier ist schön verlaufen. Möge sie in WirkArbeiter darin. worden. Natürlich vergeblich, da die klassenbewußten Arbeiter- lichkeit ein Verbrüderungsfest gewesen sein. Das wäre so nothGegen 42 Uhr vertagt das Haus die weitere Berathung auf und andere feiern nicht den 1. Mai- den Herren nicht in die wendig! Sonnabend 11 Uhr. Außerdem: Gesetz über die Verpflegungs- Falle gehen und mögen dieselben sie in ihrem Aerger noch so ftationen. sehr ob der Friedlichkeit der Manifestation höhnen. Für die England. In London ist der 1. Mai, wie uns unser Maimanifestanten ist der heutige Tag vor allem ein Tag der Korrespondent schreibt, lediglich von den Sozialisten gefeiert sozialistischen Propaganda und dazu ward er auch ganz aus- worden, nachdem der Trades Council Festhalten an der Feier genutzt. So fanden überall schon am Vormittag Versammlungen des ersten Sonntag im Mai beschlossen hatte und die Ausstände, ftatt und zwar sowohl hier, wie in den verschiedenen Provinz auf die viele gerechnet hatten, theils vorher beendet, theils vertagt orten. Von den hiesigen Vormittagsversammlungen ist vor worden waren. Irgend nennenswerthe Unterstützung von gewerkallem die der sozialistischen Revisionsliga zu erwähnen, welche schaftlicher Seite blieb auf diese Weise ausgeschlossen, und zu die direkte Gesetzgebung zum Ziele hat, und sich im allerletzt that auch der Himmel sein möglichstes, das Einbürgern Salle Léger zu einem Kongreß vereinigt hatte, wo des 1. Mai in England zu erschweren. Trotzdem zählte der die definitive Konstituirung der Liga erfolgte und be= und be Demonstrationszug gut 2500 Theilnehmer, wenn nicht schlossen wurde, alljährlich am 1. Mai einen Kongreß abzuhalten. mehr, und immer neue Besucher tamen von allen Bu gleicher Zeit fand im Salle Jules eine Delegirtenverfamm- Himmelsrichtungen direkt in den Part. Aber lung des Gewerkschaftsverbandes der Bauarbeiter statt. Die und Regen ließen nicht nach und jagten die meisten wieder zurück. Delegirten vertraten ca. 15 000 Arbeiter, von denen viele, wie es nur die Stalwarts" der Bewegung hielten bis zum Schluß vor dort hieß, schon am Morgen von den Bauplägen fernblieben, den drei Tribünen aus, von denen herab Hyndmann, William während ein Theil bis Mittag zu arbeiten gedenkt. In einer Thorne, Edw. und El. Aveling, Hunter Watts, Tom Mann und daselbst gefaßten Resolution wurde besonders gegen den Gesetz andere mit fräftigen Worten über die Bedeutung des ersten Mai entwurf, betreffend das Streifrecht der Staats- und Eisenbahn- und der Internationalität der Bewegung sprachen. Auf Tribüne I arbeiter Front gemacht und hierauf unter dem Rufe:" Es lebe sprach auch unser alter Genosse Leßner in seiner gewohnten der 1. Mai!" bie Versammlung aufgehoben. Am Nachmittag feurigen Weise, und Ed. Bernstein überbrachte den VerBrünn, 1. Mai. Die Maifeier ist glänzend verlaufen. fanden drei große Boltsversammlungen statt und zwar im Salle sammelten die Grüße der deutschen Sozialdemokratie. Etwas Das Meeting auf dem Weißen Berge, unter freiem Himmel, war du Commerce, Salle de l'Eden und Salle Chaynes, wo überall abseits, unter den schützenden Zweigen einiger Bäume hielten von 15 000 Menschen besucht. Nachmittags zogen die Theilnehmer theils sozialistische Abgeordnete, theils sozialistische Gemeinde die Anarchisten eine Gegendemonstration ab und amüsirten ihre zum Feftplay, woselbst 20 000 Menschen anwesend waren. räthe die Hauptredner waren. Am Abend fanden in fast allen Zuhörer mit Schimpfen auf die Sozialdemokratie. Mährisch Ostrau, 1. Mai. Drei Viertel der Berg- Arbeitervierteln theils größere, theils fleinere Bersammlungen, Am Abend hielt die Independent Labour Party zu Ehren arbeiter feiern heute. Im Eisenwerte Witto wig feiern 85 pet. Konferenzen und Feste statt. Die größte Abendversammlung des Tages in der Holborn Town Hall einen Jozialistischen der Gießer und 95 pět. der Heizhausarbeiter. In Wag stadt war die im Salle Chaynes stattgehabte, die von Karneval" ab, der von über 1000 Personen besucht war. Die feiern alle Arbeiter mit verschwindenden Ausnahmen. In Przivoz dem Organisationskomitee der Maimanifestation ausging, das Sozialdemokratische Föderation feierte den ersten Mai und die feiert die Zinkfabrik. Bersammlung von mehr als 6000 Arbeitern auch eine Festnummer:„ Les trois huits"(" bie 3 Achter") womit internationale Solidarität der Arbeit" auf einem Meeting im besucht. Das Konzert fand im Gasthof" Bur Rugel" statt. Die die Forderung: 8 Stunden Arbeit, 8 Stunden Ruhe und South Place Institute". Auch hier sprach, außer den Veraufgehißte rothe Fahne mußte auf behördliches Verlangen ent- 8 Stunden Muße ausgedrückt wird. Die Versammlung war von tretern der Föderation selbst, El. Mary- Aveling. Die Stimmung fernt werden, ebenso die sodann aufgezogene schwarze Fahne. über 2000 Personen besucht. war eine außerordentlich gehobene, das allgemeine Gefühl war, Der Ort ist von Gendarmerie start besetzt. In der Provinz scheint nach den bisher vorliegenden tele- daß die dee des ersten Mai langsam aber stetig ihren Weg Lemberg, 1. Mat. Die Arbeitsruhe ist fast allgemein. graphischen Meldungen die Maifeier am glänzendsten und massen- macht. An der Versammlung unter freiem Himmel auf dem Franziskaner haftesten in Roubaix begangen worden zu sein. Die Arbeits- Die Maffe der organisirten Arbeiter Londons wird aber, wie play betheiligten sich an zehntausend Menschen. Die Resolution ruhe war dort eine fast allgemeine. Am Morgen fand eine in den Vorjahren, auch dieses Jahr am Sonntag demonstriren. betreffs des Achtstundentages und des allgemeinen Wahlrechts Manifestation auf dem Friedhof statt, wohin sich ein Zug, und ebenso fast überall in der Provinz. Es hålt schwer, die wurde begeistert angenommen. Die Versammlung verurtheilte welchem zahlreiche Kränze vorangetragen wurden, auf das Grab alten Organisationen von ihrer gewohnten Praxis zu neuen Die Haltung der Koalition und beschloß auch eine Protestfund- der Arbeitermärtyrer begab. An der Spitze marschirte Genoffe Methoden der Agitation zu bewegen aber die Zahl der gebung gegen den Prager Ausnahmezustand. Die Polizei benahm Jules Guesde, der bekanntlich Abgeordneter von Roubaix ist, fich diesmal korrekt und enthielt sich aller Provokationen. Nach umgeben von den Mitgliedern des sozialistischen Gemeinderaths. mittags ist ein imposantes Boltsfest. Am Friedhof felbst hatte Guesde, nachdem Genosse Hélinet namens der Gewerkschaften gesprochen, eine sehr begeisternde Rede gehalten. Zu Mittag begab sich eine Delegation der ver Norwegen. Aus Christiania wird uns berichtet: Die schiedenen Arbeiterorganisationen auf das Stadthaus, wo sie von Maifeier verlief, begünstigt vom Wetter, großartiger und imposanter J. Guesde, dem Bürgermeister, Genoffen Carrette und dessen Adjunkt als in früheren Jahren. Der Demonstrationszug, an welchem empfangen wurden. Nachdem ein Delegirter die Forderungen 38 Vereine mit Fahnen und Mufit theilnahmen, setzte sich um der Arbeiter vorgebracht und Guesde wie Carrette darauf 4 Uhr nachmittags in Bewegung, und so ging's durch die Hauptgeantwortet, wurde den Delegirten ein Ehrenwein fredenzt, straßen der Stadt. Am Reichstagsgebäude( Storthinget) wurde während die Musik die Marseillaise spielte. Unten harrten indeß Halt gemacht, während eine Deputation hinaufging und dem tausende von Personen, an die nach Beendigung des Em- Reichstage eine Resolution um Einführung des Achtstundentages pfanges der Delegation sowohl Guesde wie Duc Quercy, der überbrachte. Dann ging es weiter auf" Tullinlötten", wo vers eben angekommen war, von stürmischem Beifall unterbrochene schiedene Redner mit Begeisterung aufgenommene Ansprachen Ansprachen hielten. hielten. Abends war große Feier auf Tivoli. Die ganze Stadt hatte ein richtiges Festtagsgepräge. Kratau, 1. Mai. Versammlungen fanden in Krakau und in Podgorce statt. In Krakau, wo die Versammlung unter freiem Himmel erfolgte, betheiligten sich 8000 Menschen, in Podgorce an 1000. Das Militäraufgebot war enorm. Der Umzug wurde verboten; die Arbeitsruhe ist allgemein. Die Verfammlung in Neu- Sandez wurde mit einer unglaublichen Motivirung verboten. Stanislau, 1. Mai. Die heutige Festversammlung war von 500 feiernden Arbeitern und Bauern besucht. Von den Bauern ergriffen viele das Wort, um für einiges Zusammengehen mit der Sozialdemokratie zu sprechen. B Ju Roanne haben fast sämmtliche Fabriken gefeiert und fanden mehrere große Versammlungen statt. In Carmaux haben fämmtliche Gruben- und Glasarbeiter gefeiert. Auch in Lyon, Marseille, Calais tc. war die Arbeitsruhe eine große. Im ganzen, soviel kann schon jetzt gesagt werden, können die So zialisten mit ihrer diesjährigen Heerschau vollauf zufrieden sein, Sozialisten in ihren Reihen ist in beständigem Wachsthum; ein Delegirter aus Lancashire machte darüber sehr interessante, auf Resultate bei Abstimmungen, Wahlen 2c. bafirte Mittheilungen. * * . Ju Rumänien fand die Maifeier am legten Sonntag des April statt. Versammlungen unter freiem Himmel und Umzüge waren untersagt, worin man ein erfreuliches Eingeständniß der Furcht der rumänischen Regierung vor der sich rasch entwickelnden Sozialdemokratie erkennen tann. Schweiz. Unser Züricher Korrespondent schreibt in Er. gänzung unserer Mittheilungen in der letzten Nummer: In Winterthur feierten zum ersten Male 400 Arbeiter am Zage. Am Nachmittag redete 3inner, am Abend unter freiem Himmel inmitten der Stadt vor 3000 Personen Pfarrer Pflüger. In Schaffhausen feierten am Tage 200 Personen, am Abend redete auf freiem Plage in der Stadt vor 1500 Perfonen 8inner. In Bern zählte der Nachmittags- Umzug Holland. Unser Korrespondent schreibt: Jm ganzen Lande 2000 Theilnehmer, in Genf zirka 600. Die Arbeiter von wurde das Maifest bei sehr großer Theilnahme gefeiert. Die Chaux- de- fonds hielten ihre Fest versammlung in Bewegung vom sog. nationalen Arbeiterfekretariat aus, welches der Kirche, die ihnen von den Behörden zur Verfügung ge- in ungefähr 60 Orten Volksversammlungen und andere Kundstellt war. Nach der deutschen Festrede des Genossen Heinrich gebungen organisirte, wobei 70 bis 75 Redner auftraten. In hardt, mechanische Schuhfabrit ist zu gunsten der Arbeiter beendet. Schmidt( 3ürich) sprachen die französischen Genossen Amsterdam war die Bewegung sehr großartig. Am Mittag Guinaud und Bioley. Anwesend waren gegen 1000 Per- wurden zwei Volksversammlungen abgehalten. Die Theilnehmer Ueber den Porzellanarbeiter Streit in Altwasser in fonen. Niemals war sonst die hiesige Kirche so gefüllt. Auch vereinigten sich nach Schluß der Versammlungen und durchzogen Schlesien wird uns geschrieben: Wie schon mitgetheilt worden aus Basel, Biel und Grenchen liegen Berichte über die die Stadt. Ein Kinderfest war arrangirt, woran 1000 Kinder ist, haben die Porzellandreher und Maler 2c. der Firma Feier des 1. Mai vor. theilnahmen. Viele Schulen waren ganz entvölkert. Am Abend C. Tielsch u. Ko. in Altwasser am 6. April nach vorhers war großes Volksfest im„ Volkspalast", dem größten Gebäude gegangener Kündigung die Arbeit eingestellt. Es sind am Streik * vor Gewerkschaftliches. Die Arbeitseinstellung bei der Firma Hirsch und Geballem aber über die Seine Vor Der Rath Camerer schreibt: Er sucht nur seinen langsamen Verfolgung durch Wallenstein sei es zu danken, schen Krieg 1850 wurde er zur Chirurgie geführt. Vortheil. Mansfeld hat nie die Absicht gehabt, unsere daß er nach Ungarn entkam, wo er jedoch keine Gile zeigte, bildung in der pathologischen Anatomie, Histologie( Gewebelehre) Sache zu führen, sondern nur seine eigene-". vereint mit Bethlen und den Türken gegen den endlich und Entwicklungsgeschichte befähigte ihn zu bedeutsamen Arbeiten Im Lager bei Breda wütheten Krankheiten. Mans angekommenen Wallenstein zu schlagen. Bethlen flüchtete über die Pyämie( Eitervergiftung), über die histologischen Vorgänge bei der Wundheilung, über Cholera und andere, der KrebsEntstehung feld mußte sich gegen seine eigenen Leute schützen. Da vor dem letteren. In Bethlen's Lager fiel der volle gänge bei der Wundheilung, über Cholera und andere, errettete ihn Richelieu, der in ihm das Werkzeug zur Born für den Rückzug auf auf Mansfeld. Kemeny, geschwulst. Die Virchow'sche Lehre von den Krebsen erfuhr Berrüttung Deutschlands sah. Er bewog Carl I. von der Historiker Bethlen's, der sich im Lager befand, schildert durch ihn eine völlige Umwandlung und waren diese Fortschritte England, monatlich 120 000 Reichsthaler an Mansfeld zu den damals sechsundvierzigjährigen Mansfeld als einen in der Theorie auch für die Bedeutung des flinischen Verlaufs zahlen; auch die Republik Venedig solle zahlen. Für hasenschartigen, zusammen geschrumpften, häßlichen Alten, und die Grenzen der operativen Beseitigung der Geschwülste von den König Don Dänemark sagte Richelieu Mans- ber immer Weiber bei sich führe. Man fand im Lager einschneidender Bedeutung. Thiersch war einer der ersten deutschen Chirurgen, welche feld durch zwei Jahre 500 000 Livres zu. Mansfeld. die Zeichnung eines fitenden Hasen mit einem Halskragen die von dem englischen Arzt Lifter erdachte antiseptische Wundmüsse, nach dem Wunsch Richelieu's 18 000 Mann zu Fuß nach deutscher Weise und der Unterschrift: Mansfeld. behandlung in ihrer Bedeutung für die Chirurgie frühzeitig erund 4000 Reiter unterhalten. Bethlen machte seinen Frieden mit dem Kaiser und tannien und anwandten- in weit höherem Grade als dies in verpflichtete sich, den erklärten Rebellen Man 3- dem Vaterlande des Entdeckers geschah. Die antiseptische felb nicht zu beschützen und keine Gemein Wundbehandlung, welche so außerordentlich segensreich für die operative Chirurgie wurde und den enormen Anfa ch aft mit demselben zu haben." schwung derselben in dem letzten Menschenalter veranlaßte, begründete sich bekanntlich auf der Erkenntniß, daß alle sog. akzidentellen Wundkrankheiten, welche den Wundverlauf beeinträchtigen( Wundrose und Brand, Eiter- und Faulfieber) auf der Infektion der Wunde mit Mikroorganismen beruhen, und daß daher alles darauf ankomme, diese Infektionskeime von Verband, indem er für die Karbolsäure die Salicylsäure als Verbandmaterial anwandte, und gab damit Anlaß zu weiteren Studien über die sog. Antiseptika. Ihren Abschluß fanden diese Studien in der Erkenntniß, daß es nicht sowohl auf das antiseptische Mittel als vielmehr auf die strengste Asepsis, d. h. Keimfreiheit, auf die Beobachtung peinlichster Reinlichkeit bei der von Wochenbetterkrankungen( Kindbettfieber) schon lange vorher in Semmelweiß einen beredten Vertreter gefunden hatte. Thiersch's vielseitiger Geist begnügte sich nicht mit einer ausgedehnten operativen Praxis, mit seiner Lehrthätigkeit und dem Arbeiten in seiner Spezialwissenschaft, auch Literatur und Aesthetik fanden in ihm einen feinfühligen Renner und Kritiker, wie er auch in weiteren Kreisen durch literarische Arbeiten wie feine. Karl Thiersch. Der am 28. April verstorbene Leipziger medizinischen Gloffen zu Shakespeare's" Hamlet" bekannt geChirurg gehörte zu den geistig hervorragendsten Medizinern. worden. wie Langenbeck ist Thiersch von der pathologischen Anatomie Mit seinem trockenen Humor und seiner geistvollen Nede ausgegangen und lange Zeit Prosektor am Münchener Kranken- war er der allgemeine Liebling auf den alljährlichen Chirurgents Hause gewesen: erst durch die Theilnahme am schleswig- holsteini- Rongressen. Bald darauf erscheint Mansfeld im Bremischen und bricht in Lüneburg ein. Der Herzog Christian schreibt von ihm: Es ist insgemein ein gar schlechtes und schlimmes Volk und hauft mehr als barbarisch." Ein anderer Bericht des Bethlen schickte ihn nach Venedig. Mit einem Reisegeld Herzogs aus Celle sagt:" Die Mansfelder haben von tausend Dukaten, welche Bethlen ihm vorgestreckt hatte, alles Vieh weggenommen, die Menschen ohne machte sich Mansfeld auf den Weg. Sein Gefolge bestand Unterschied bes Geschlechts, ohne einige aus 80 Reitern und 12 Offizieren. Er wollte über Bosnien, Ursache jämmerlich erschossen, bis auf Dalmatien nach Venedig und von dort nach Padua, um den Tod verwundet, gequetscht, gefengt, dort Heilung für ein veraltetes Leiden( Syphilis) zu der Wunde fernzuhalten. Thiersch modifizirte den Lister'schen am Feuer gebraten, in Rauch gesetzt, mit suchen. Unterwegs im Dorf Racowic, bei Bara, fiel er Die Republit Venedig, in eisernen Retten geschlossen, ob adlig, ob auf's Siechbett und starb. unadlig, ihnen die Ohren abgeschnitten. deren Dienst er gestanden, ließ ihn in Spalato im Jahre Die unglücklichen Leute müssen ihr Vieh 1626 im Winter beisezen. Lösen, haben sie es gethan, so nimmt man es ihnen zum zweiten und wieder zum dritten Mal, bis sie mehr bezahlt haben, als Sie kennen seine Sprüche, sein Leben, seine Thaten. es werth ist. Schon wandern vormals ver= mögende Leute als Bettler durch das Land." Von dort aus fiel Mansfeld in Mecklenburg und Lübeck ein. Schnell entwickelte sich jetzt sein Plan, durch Schlesien und Mähren nach Ungarn durchzubrechen, um sich mit dem Rebellen Bethlen Gabor zu vereinigen, dem der Kurfürst von Brandenburg, Georg Wilhelm, kürzlich feine Schwester Ratharine verlobt hatte. An der Elbbrücke bei Dessau wurde er von Aldringer und Wallenstein geschlagen. Er sammelte seine Truppen in Havelberg. Der * * * Die Leser wissen jeht, was der Graf von Mansfeld ist. Wundheilung ankomme, eine Lehre, die mit bezug auf die Entstehung Kunst und Wissenschaft. = # Versammlungen. find zu richten an: P. Gent, Adalbertstr. 95. Sonnabend: AM = Stattlub Blaue Blouse, jeden Stattlub Revolution, Sigung Stattlub - Tambourverein Ruf, Ar= Dansk Forening Freja, Oranienstrasse 51, Módeaften hver Lòrdag Kl. 9. Besógende ere velkomne. Danske Aviser findes i Lokalet. sonore 314 Cafe du Lion de Belfort. Jeden Sonnabend öffentliche Ber Rute St. fammlung; reiche Bibliothet, Beitungen, französischer Unterricht. Deutscher sozialdemokratischer geseklub in Paris. London. Der einzige hiesige sozialdemokratische Verein Londons, der a Ite, von Karl Marx und Friedrich Engels 1846 mitbegründete wie vor 49 Tottenham Street, Tottenham Court Rd., W. London. kommunistische Arbeiter: Bilbungsverein befindet sich nach Sprecisaal. Inhalt desselben identifizirt zu werden. Betheiligt 248 dem Verband der Porzellanarbeiter wegen Lohndifferenzen, in Bormeer zur Aufrechterhaltung der I Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Ringegend ( Charlottenburg) angehörige Mitglieder, darunter 164 Verheirathete Fachorganisation, ferner in Bütphen und in Rotterdam. Weitere Buschriften, den Bund der geselligen Arbeitervereine betreffend mit 307 Kindern. Dem Magdeburger Unterstützungs- streikt in Amsterdam eine Branche der Diamantschleifer heaterverein effing, Raupach fir. 6, Restaurant Felsengrotte( ieden 2. verband für Dreher gehören 23 Mitglieder an. Dieser unter„ be- in der Zahl von etwa 1000 Mann. Der Ausstand der Möbel- und 4. Sonnabend). bördlicher Genehmigung" segelnde Verband, resp. dessen gegen die tischler in Amsterdam dauert schon über einen Monat und Gesang, Turn- und gesellige Vereine. Sonnabend. Turnverein bösen sozialistischen Charlottenburger Verbändler agitirender Vor- wird vermuthlich noch lange währen. Alle diese Streits werden Fichte( Witgl. d. Teutschen Arb.- Turnerb.) turnt heute: 1. Männer- Abth. Friedensir. 37. 3. Männer- Abth. Bocchstr. 21. stand hat seinen am Ausstand betheiligten Mitgliedern Unterstützung von den Arbeitern, auch den Ausländern, kräftig unterstützt. 2. Lehrlings- Abth. Staligerfir. 55-56. Gemischter Chor Gleichheit, Abends 9 Uhr, nicht bewilligt, weshalb mehrere Bahlstellen des Magdeburger Emdenerstraße, Restaurateur Echirmer. Bühnenverband Normania, Verbandes eine Mitgliederabstimmung zu gunsten der Altwasserer jeden letzten Connabend im Monat Sigung bet G. Leichnis, Königsbergerstraße Nr. 28. Privat Theater Gesellschaft Schiller, Kollegen herbeiführen und bei dieser Gelegenheit den Vorstand, Sigung abends 9 Uhr bei Linte, Puttbuserstr. 24. Nach der Sizung: der die Interessen der Unternehmer schon mehrmals in ähnlich Fidelitas. Theaterverein Bavaria, Ackerstraße 17 bei Manfras. genialer Weise besorgt hat, zum Rücktritt veranlassen wollen. Privattheater Gesellschaft Tont, Sonnabend 9% Uhr bei guleger, SwineUrsache des Streits in Altwasser war einestheils eine münderstraße 144. Theaterverein Lustige Brüder II, Sizung jeden Die Lederarbeiter( Portefeuiller) beschäftigten sich in ihrer Eornabend, Abends 9 Uhr, bet Reichelt, Hafenhaide Nr. 45/47. äußerst ungebührliche Behandlung der Arbeiter durch einige Vereinsversammlung am 22. April mit der Besprechung einer heatergeselschaft Immer Lustig, Abends 9 Uhr, Sigung bei Fabrikanten, andererseits die rücksichtslosesten Lohn Redu- Reihe gewerblicher Schäden. Eingeladen zu dieser Versammlung 9ühr im Restaurant Rudolf, Krautstraße 6. Ruhl, Chorinerstr. 53. Bergnügungsflub Ostend, Sigung Abends zirungen und Strafen, die die Firma Geselliger Arbeiterden Arbeitern waren die Arbeiter aus der Fabrik von Runge. Bei seinem Berein Proletaria, Sonnabend nach Dem 1. und 15. zumuthete. Innerhalb der letzten Jahre, besonders seit dem An- einleitenden Referat schildert der Vorsitzende den Niedergang Blaue Wolfe II, Sigung jeden Sonnabend 9 Uhr im Restaurant F. Steuer, jeden Monats, Abends 9 Uhr bei Sommer, Grünstraße 21. Rauchklub tritt eines neuen Direktors sind den Arbeitern so viel Drang- des Berufs, die fortwährende Herabdrückung der Löhne und die Weinstraße 22. Nauchflub Dornröschen, jeden Sonnabend, Abends falirungen bereitet worden, daß sie sich endlich aufrafften und, immer mehr sich ausbreitende Frauen- und Kinderarbeit in dem 9 Uhr, bet F. Krüger, Fennstraße 5. Rauchilub Unverzagt, Abends nachdem vom Charlottenburger Verbandsvorstand die Sperre Beruf. Selbst bei der angestrengtesten Thätigkeit sei es dem Uhr bei Vogel, Lebuferstr. 13. Rauchklub Märtisch Kraut, über die Tielsch'sche Fabrik verhängt worden war, sehr bescheiden Lederarbeiter bei Ausnüzung der Frauen- und Kinderarbeit Sonnabend bet Wuttke, Graudenzerstr. 2.Eisenbahnstr. 7 bei Engelhardt. zu nennende Forderungen aufstellten und der Direktion über nicht möglich, den zu ihrem Lebensunterhalt nothwendigen Ver- jeden Sonnabend 9 Uhr bet Hauptmann, Wienerftraße 1-6 reichten. Als Antwort hierauf wurden ca. 30, meist ältere dienst zu erringen. Dabei wird die Arbeitszeit bis ins unendliche Brüderlich fett, Sonnabend von 9-11 Uhr Sigung bei Wittwe Lehn, Arbeiter, darunter die Leiter des dortigen Ortsvereins, entlassen. ausgedehnt und in der Hast, um die Arbeit zu bekommen, drückt abend 10 Uhr Gigung bei Ruppin, Blumenſtr. 49. Stralsunderstr. 19.- Vergnügungsverein Alpen veilchen, jeden SonnNun erfolgte feitens der Arbeiter die Kündigung. Die Firma ein Kollege dem andern die Preise herunter. Diesem verderblichen Sonnabend, abends 9 Uhr, beim Restaurateur Sodite, Inselstr. 1. Tielsch wird als„ Weltfirma" bezeichnet, jedenfalls ist sie eine der Beginnen kann nur Einhalt gethan werden, wenn die Berufs- better- Bitherflub Frohsinn abends 8 Uhr im Restaurant Retch, Blumenältesten und größten. Der Besißer Egmont Zielsch ist kollegen zur Organisation halten, für Besserung ihrer Verhält Paris, Gleditschstr. 23. Gäste willkommen. straße 32.-- Berg: ügungsverein Brudertette, Sigung abends 9 Uhr bei Millionär und benimmt sich den gerechten, bescheidenen Forde- niffe eifrigst thätig sind. Die Diskussion brachte zahlreiche rungen der Arbeiter gegenüber auch als solcher. Alle Ginigungs- Einzelheiten über Lohndrückerei und unkollegialisches Verhalten versuche, sowohl seitens der Streitkommission, wie auch des der einzelnen Mitarbeiter zur Sprache. Im allgemeinen bewegte Gewerbe Inspettors des Waldenburger Kreises, sie sich sonst zustimmend zu dem Referate. der in anerkennenswerther Weise den Arbeitern Gehör schenkte, find fruchtlos geblieben, denn Herr Tielsch Im Verband der Bäcker sprach am 23. April Genoffe lehnt jedwede Verhandlung ab, dagegen hat er sich Poersch in einer gut besuchten Versammlung über die Aufin einem, feinen Unternehmercharakter fennzeichnenden Flugblatt gaben der Gewerkschaftsorganisationen. Die recht beifällig aufan die Arbeiter gewandt, worin er diese im wesentlichen vor genommenen Darlegungen des Redners hatten den Erfolg, daß ihren Führern" resp." Verführern" warnt und sie ermahnt, doch fofort 12 Theilnehmer der Versammlung ihren Beitritt zur Or ja nicht zu streiken, sondern unter den so verbesserungsbedürftigen ganisation erklärten. Die hierauf vorgenommene Ersatzwahl Die Redaktion fiellt die Benugung des Sprechsaals, soweit der Raum dafür Berhältnissen weiter zu arbeiten. Natürlich wird von der Firma eines Bibliothekars fiel auf das Mitglied Engel. Vielfach wurde abzugeben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen alles versucht, um Streifbrecher zu bekommen; außer Frankreich und geklagt, daß die Bestimmungen über die Sonntagsruhe in den Interesses zur Verfügung; sie wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Belgien ist es besonders Böhmen mit seinen vielen Porzellan- Bäckereien übergangen werden. Mit dieser Angelegenheit wird fabriken, wo man glaubt, wie schon so oft, Glück zu haben. sich demnächst eine öffentliche Versammlung beschäftigen und Berichterstatter in einem von mir im Wahlverein für den vierten In Nr. 100 des Vorwärts", 2. Beilage, läßt mich der Doch hat sich die internationale Solidarität bei den Porzellan- wird den Berufsgenossen empfohlen, alle Uebertretungen dem arbeitern innerhalb der letzten Jahre gut entwickelt. Die fran- Vorstand zu melden, damit dieser die weiteren Schritte unter- Kreis( Süd- Ost) gehaltenen Vortrage folgende Säße sprechen: unter- Schmidt trage einen Theil der Schuld an dem Fiasko der freien zöfifchen, belgischen, holländischen und englischen Kameraden find nehmen fann. von dem Streit verständigt und was die Desterreicher betrifft, Arztwahl.... Wenn die Kassen dabei nicht bestehen können auf die die deutschen Fabrikanten von jeher bei Streits ihre schiedenen Lokalen erhalten wir mehrere Buschriften. Die uns Robert Schmidt schon um dessentwillen mit diesem Schuldkonto Betreffs der Zahl der Festtheilnehmer in den ver nun so mögen sie zu grunde gehen." Ich habe den Genossen Hoffnung gesezt haben, so beobachten auch sie eine lobenswerthe zugegangenen Berichte gehen in einzelnen Fällen weit auseinander nicht belasten tönnen, weil die freie Arztwahl überhaupt kein Haltung. Im ganzen Karlsbader Gebiet werden Ver- Insbesondere im 6. Wahlkreis war, wie uns nachträglich berichtet Fiasko gemacht hat. Ich habe im Gegentheil mehrfach betont, fammlungen abgehalten, die den Streit in Altwasser wird, die Zahl der Theilnehmer viel größer als wir angegeben daß die Stellung zur freien Arztwahl in der Partei eine offene zum Thema haben, und viele Personale haben sich haben. In der Norddeutschen Brauerei waren es deren mindestens bleiben tönne und müsse. Der Vorwurf, den ich dem Vorwärts" wöchentliche freiwillige Steuern auferlegt, um die deutschen 5000, und im Feldschlößchen 4000. und damit allerdings dem Redakteur des Versammlungstheils, Kollegen auch petuniär zu unterstützen. Das Verbandsorgan Ameise" quittirte bereits über ansehnliche Beträge von„ drüben". Rosenthalerit. 88: Vortrag des Herrn Dr. Bruno Mile über:„ Die Grund- Grachtens der Vorwärts" dem ungefeßlichen VorFreireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 5. Mat, vormittags 8% uhr Genossen Schmidt, machte, bestand vielmehr darin, daß meines Es ist auch zu konstatiren, daß bis jetzt Streifbrecher noch nicht fäge der Gemeinde." Um 10 Uhr vormittags, ebendaselbit: Bortrag gehen der Geiverbe Deputation gegenüber der freien zu verzeichnen sind, mit Ausnahme einiger meist alter und ge- des Serrn Dr. Bruno Wille über:„ Das Bleibende im Bergänglichen." ca. 80 C00 Arziwahl, wodurch Arbeiter brechlicher Leute, die in Arbeit blieben, deren Thätigkeit Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Vortrag des Genossen Dr. Wcyl. Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 5. Mat, abends 7 Uhr, in den Willen unter das Zwangsarzt- System gebracht wurden, nicht diegegen ihren aber auf den Gang der Sache ohne Einfluß Einfluß ist. Die Streifenden besitzen die Sympathie des Publikums in Verein der Bauanschläger Berlins und Umgegend. Sonntag, den jenige Energie und Proteststimmung entgegengesetzt hat, die man 5. Mai, vormittags 10% Uhr, bet Buste, Grenadierfir. 33: Versammlung. Altwasser wie im ganzen Waldenburger Kreife, was die ein- befdäftigten arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands.( Filiale gewaltigung handelt, gewöhnt ist. Auch habe ich den Kassen Verband der in Holzbearbeitungs- Fabriken und auf Holzplätzen bei dem Zentralorgan der Partei sonst, wo es sich um eine Vergegangenen Geldspenden beweisen. Die Tielsch'sche Fabrik feiert Berlin 1.) Montag, den 6. Mat, abends 8% Uhr, bei Wilte, Andreasfir. 26: nicht die Alternative gestellt: Freie Arztwahl oder zu grunde in diesem Jahre ihr fünfzigjähriges Bestehen; der Besizer kann mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Dr. Weyl über gehen; ich habe vielmehr nach Darlegung der Gesezes- und befriedigend zurückblicken: er wurde Millionär; die Arbeiter Die Naturheilmethode". Arbeiter- Bildungsschule. aber müssen zur Vertheidigung ihrer Existenz zum Streit 8-10% Uhr: Nordschule, Müllerstr. 179a, Distutirübungen; Süd- Ost- Schule, geißelt, die Krankenkassen, selbst wenn sie dem Arbeiter nicht Sonnabend Abend 7-8% Uhr: Bettüre. Organisationsfehler im Krankenkassenwesen das Prinzip geschreiten fürwahr ein charakteristisches Bild von der Wider Waldemarftr. 14, Diskutirübungen( Thema: Politische oder gewerkschaftliche einmal das Mindestmaß einer menschenwürdigen Gristenz im finnigkeit der herrschenden Gesellschaftsordnung! Porzellan Digantation? unentgeltlich. Bei allen Unterrichtsfächern werden Damen tranfen Zustande gewähren, wie es bei vielen Staffen schon jetzt arbeiter! haltet auch ferner den Zuzug nach und Herren jederzeit aufgenommen. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsitzender Ad. der Fall ist, unter allen Umständen aufrecht zu erhalten und Altwasser fern! Unterstützungen nimmt entgegen Neumann, Pafewaltersir. 3. Alle Aenderungen im Vereinskalender find zu habe daran die Bemerkung geknüpft, daß es besser August Grallert, Porzellandreher in Altwasser, richten an Friedrich Kortum, Manteuffelfir. 49, v. 2 Tr. Sonnabend, Abends Ill. Bez. Nr. 7. Deturcsfunde und Aufrabme neuer Mitglieder. Gefangverein ist, daß die Krankenkassen finanziell zu grunde gehen, als daß Esmeralda, Königsbergerstr. 5 bet Rastowsty.- Grüne Gich e, Sirdorf, fie in absolut ungenügenderweise funktioniren, damit German fir. 48. Ede herfurthfiraße, bet Seidaus 2prania, Lands: berger Allee 156 bei Goebel. Eanges Echo, Naunynftr. 86, bei Zubeil. die gefeßgebenden Faktoren in die Zwangslage kommen, männerchor, Prinzen- Allee 10 bet Bergmann Gesundbrunner die so nothwendige reformatorische Hand an diesen Theil der Männer- Gefang Sozialreform" zu legen. rerein Liedertrans in Brandenburg a. d. Savel, Mengert's Voltsgarten, Dr. Gustav Heymann. Bergfir. 6.- Deutsche Eiche II, Brandenburg a. d Havel, Hauptraße, Emil Steumann Wintel's Calon.- Frisch auf I, griedrichsberg, Rummelsburgerir. 23 bet Die Redaktion muß sich ganz besonders gegen eine in dem Sängerlust, Luckenwalde, Beeligerstr. 34 bet Otto Gingesandt aufgestellte Behauptung wenden. Der Vorwärts" Schulze. Männer- Gesangrerein Fortschritt, Königsbergerstraße 28 bet Emil Heinecte Hand in hand 1, Friedrichsberg, Friedrich Karlfir. 11 hat die ungefeßlichen Eingriffe der Gewerbe- Deputation seinerMänner- Gefangverein Immergrün, Tegel, Span- zeit auf das entschiedenste verurtheilt und die freie Selbstcauerfir. 15 bei C. Rentner. Moabit, Havelbergerstr. 31. Freie verwaltung der Kassen wiederholt in Schuß genommen. Wie Sänger, Echmargendorf, Wirthshaus Friedrich. Hand Hand I, Reichenberger ftr. 24 bet Zauschte. – Gesangverein„ Frisch auf I, Gön eine gegen heilige Behauptung aufgestellt werden kann, ist uns ' walde in der Mart. Ebenso ist der Zuzug nach der Steingutfabrik von Theodor Pätsch in Frankfurt a. D. streng fernzuhalten, wo wegen ihres Eintretens für das Arbeiterinteresse bei einer früheren Lohndifferenz zirka 40 Dreher und Maler, Mitglieder des Charlottenburger Verbandes, entlassen worden sind. Auch bei dieser Lohnstreitigkeit waren die Mitglieder des Magdeburger Verbandes die Ursache, weshalb kein Sieg errungen wurde. In Holland sind, wie das Hamburger Echo" erfährt, augenblicklich noch zahlreiche Streits im Gange. Es sind im Ausstand begriffen die 3igarrenmacher einer Fabrik in Amsterdam zwecks Wahrung ihrer Koalitionsfreiheit, im Haag 11 9-11 Uhr: lü dau, Pafewalferftr. 3 bei Neumann. bet Leichniß Deutscher Holzarbeiter- Verband. Bahlstelle Berlin. Bezirks- Versammlung: Alle diejenigen, welche über den Aufenthalt des Bautechnikers N geradezu unerfindlich. H Verband der in Buchbindereien, Georg Laumann ber Bapier- und Ledergalanteriewaaren- Induſtrie beſchäft. Arbeiter u. Arbeiterinnen( Mitgliedschaft Berlin). Schönhauser und Rosenthaler- Vorstadt. Montag, den 6. Mai, Crystal Falls, St. Michigan, Nord- Montag, den 6. Mai, abends 8 Uhr, in Schmiedel's Festsälen, bei Mörschel, Schönhauser Allee 28. abends 81/2 Uhr, 240/12 Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Näther über: Die Sozial reform und die Gewerkschaftsbewegung. 2. Diskussion. Verbandsangelegenheiten. Parquetbodenleger. Montag, 6. Mai, abends 8 Uhr, aus Alfeld a. d. Leine, zuletzt 1888 in Amerika, Auskunft geben fönnen, werWilhelmine Laumann, Alfeld a. den gebeten, ihre Adresse an Fräulein d. Leine, Holzerstr. 29, einzusenden. Alte Jakobstr. 30: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn E. Schlaikjer über: Gerhart Hauptmann's ( Um Nachdruck dieser Annonze wird Weber und ihr Verhältniß zur Sozialdemokratie. 2. Mitgliedschaftsangelegen heiten. 3. Verschiedenes. Der Vorstand. bei Schöning, Stallschreiberstraße 29: gebeten.) KS Versammlung. Um zahlreiches Erscheinen bittet Die Ortsverwaltung. Montag, den 6. Mai, abends 8 Uhr, in Keller's Festsaal, Koppenstr. 29: 23119* Mariendorfu.Umgegend. Sonntag, den 5. Mai, nachmittags 31/2 Uhr, auf dem Hofe des Herrn Teutschbein in Marienfelde: Große öffentliche Große öffentliche Versammlung Borts Bersammlung. ohne Unterschied der Parteien. Tages Ordnung: 291/3 1. Die Eisenbahnen und die Arbeiter. Referenten: Reichstags- Abgg. Fr. Zubeil und Stolle( Sachsen). 2. Diskussion. Zur Deckung der Unkosten Tellersammlung. Der Einberufer: Baumgart, Posenerstr. 4. Möbelpolirer! Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Pörsch. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 54/6 Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Der Einberufer. Dezimal- und Die noch ausstehenden Listen betreffend die Sperre bei Haman, 78/15 müssen in dieser Versammlung abgeliefert werden. Verein der Maschiniften, Heizer und Berufsgenossen Berlins u. Umg. Sonntag, den 5. Mai 1895, nachmittags 3 Uhr, in den Oranienhallen, Oranienstr. 51( am Moritzplatz): Versammlung. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Ingenieur Gebauer über einen Apparat zur automatischen Rückführung des Kondenswassers in den Dampfteffel. 2. Verschiedenes. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen. Billets zu dem am Sonnabend, den 11. Mai, in Keller's Festsälen, Koppenstraße 29, stattfindenden Kränzchen, sind bei den Herrn H. Lenz, Streligerstr. 15 IV; H. Freundt, Kottbuserstr. 18, Hof III, 195/90 Eisspinden, Tafelwagen, sowie beim Unterzeichneten zu haben. jowie Milchgeschäfts- Utensilien. Jordan, leine Marknstr. 28. Reell und billig Morgen, Sonntag, vormittags 10 Uhr, Waldemarstr. 75: fabrit von W. Hitschke, gegründet 1872, Oeffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 1. Wie stellen sich die Polirer zu den gemaßregelten Kollegen von fauft man in der Norddeutschen SchuhStaligerstr. 13, Ece Admiralstraße, am Rottbuser Thor. 13872* Hosen! Hosen! C. Prächtel, Krausenstr. 31-32, und Fr. Müller, Krautstr. 37. 2. Bericht der billig Pfandleihe Stalizerstr. 13. Maifeier- Kommission. 3. Verschiedenes. NB. Die Tischler und Werkmeister obiger Firmen sind hiermit besonders Martin Klein, eingeladen. 208/10 Die Versammlung in Rixdorf findet am 12. d. M. statt. Der Vorstand. Verein der Schäftebranche. Heute abend 9 Uhr, bei Herrn Wernau, Rosenthalerstr. 59: Versammlung. 124/8 Uhrmacher, Der Vorstand. J. A.: H. Holz, Mulacftr. 21. Verband der Möbelpolirer. Montag, den 6. Mai, abends 8 1hr, bei Klebs in Weißenfee, ölfestr, 17. Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. 208/11 Der Vorstand. Achtung! Schuhmacher. Achtung! Am 5. Mai, vormittags 10 Uhr, bri Nieft, Weberstraße 17: Oeffentliche Versammlung 25 Neue Hoch- Strasse 25 aller in der Schuhindustrie beschäftigten Arbeiter und Lager aller Arten Uhren. Reparaturen zu soliden Preisen Tages Ordnung: Arbeiterinnen. Nachtigallen, ungarische, schlagend, 920b 1. Situation des Streits bei Rosenthal und Groß. 2. Abrechnung des 6,00, Singvögel, Vogelbauer, Schnelle, Streits bei Fürstenheim. 3. Verschiedenes. Invalidenstraße 7. 9386 Die Agitationskommission. Hut- Engros- Geschäft Alwin Sußmann, Holzmarktstr. 38, part. rechts, an der Breslauerstraße. Ganz neu eingetroffene Form ,, Elegant" mit extra Ausstattung per Stück Mt. 2,88. Steife und weiche Herrenhüte von M. 1,75, 2, 2,40, 2,80. Kinderhüte von 1 M. an. Cylinderhüte von 4,50, 10 mt. An jedem 1. 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