Nr.30 42.Jahrgang Ausgabe Anr. 16 Bezugspreis: Böchentlich 70 Goldpfennig, monok Tich 3, Goldmart voraus zahlbar. Unter Rrenzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Zuremburg 4.50 Goldmark, für das übrige Ausland 5,50 Goldmark pro Monat Der ,, Borwärts" mit der Sonntags beilage ,, Boll und Beit" mit ,, Sied Yung und Rleingarten" fowie der Beilage Unterhaltung und Bisfen und Frauenbeilage Frauenstimme erscheint mochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Goldpfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Ronparcide. zeile 0,70 Goldmart, Reklamezeile 4- Goldmart. ,, Kleine Anzeigen" bas, fettgebrudte Bort 0,20 Geldmart( auläffig zwei fettgedruckte Morte), jedes weitere Wort 0,10 Goldmart. Stellengefucha das erite Wort 0,10 Goldmart, jedes meitere Wort 0,03 Goldmark. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 0,30 Goldmark. Eine Golbmart cin Dollar geteilt durch 4,20. Anzeigen für die nächste Summer milffen bis 4½ Uhr nachmittags im Sauptgeschäft. Berlin SW68, Linden ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachn. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292-295 Verlag: Douboff 2506--2507 Sonntag, den 18. Januar 1925 Deutsch- französischer Zollkrieg? Schwerindustrie und Volksinteressen. Die Verhandlungen zwischen Deutschland und Frankreich über den Abschluß eines Handelsper trages find am Freitag abermals unterbrochen worden. Staatssekretär Trendelenburg, der Verhandlungsführer, holt erft Informationen der neuen Regierung ein, nachdem ein Versuch, wenigstens ein provisorisches Handelsabtommen herbeizuführen, gescheitert war. In der französischen Bresse wird nach den vorliegenden Nachrichten die Lage außerordentlich pessimistisch beurteilt. Man hält sogar einen Abbruch der Handelsvertragsverhandlungen für wahrscheinlich. Dieser aber würde den 3011 frieg zwischen Deutschland und Frankreich bedeuten, jenen durch Zoll und Einfuhrschikanen geführten Wirtschaftskampi, der die Schwächung des unnachgiebigen Verhandlungsgegners zur Folge haben und ihn zu neuen Verhandlungen zwingen soll. Diese Aussicht ist für eine auf Ausfuhrsteigerung angewiesene Volkswirtschaft wie die deutsche so gefährlich, das Experiment so bedenklich, daß man sich darüber wundern muß, wenn einzelne Wirtschaftskreise sich dieser Frage gegenüber geradezu uninteressiert stellen. Und ihre Haltung gewinnt einen besonderen Beigeschmack dadurch, daß die gleichen Wirtschaftskreise nicht oft genug die Notwendigkeit einer Export fteigerung betonen fonnten, wenn die Arbeiter Lohnerhöhungen verlangten oder wenn die Unternehmer vom Staat Steuerermäßigungen fordern. Es muß mit großem Nachdrud feft gestellt werden, daß Deutschland ein großes Inter effe an einer vernünftigen Gestaltung seiner Handelsbeziehungen mit den westlichen Nachbarn hat und daß es daher alles aufbieten muß, um unnötige Komplitationen zu verhüten. Man tann nicht sagen, daß die franzöfifchen Unterhändler es den deutschen sonderlich leicht gemacht hätten. Zum Teil liegen die Schwierigkeiten begründet in der grundsätz lich verschiedenen Gestaltung der französischen und der deut schen Handelspolitik. Frankreich, das einen Doppeltarif hat, tennt das System der Meistbegünstigung nicht, auf das Deutschland nicht verzichten fann, wenn es sein Recht als gleichberechtigter Bertragsgegner durchfegen will. Denn die Meistbegünstigung, die jede nachteilige Behandlung eines Staates bei der Einfuhr seiner Waren ausschließt, ist die Grundlage, auf der sich die deutsche Handelspolitik aufbaut. Es war von vornherein vorauszusehen, daß der Bersuch, die verschieden gearteten Systeme miteinander durch ein Kompromis in lebereinstimmung zu bringen, zu einem Streit um die zollmäßige Behandlung einzelner Waren gruppen sich entwideln würde. Und dieser Streit wurde noch dadurch verschärft, daß das ohnehin schon schutzöllnerische Frankreich die Aufstellung eines neuen Bolltarifs mit starken Erhöhungen der Zollsätze erwägt. Es ist daher begreiflich, wenn die deutsche Delegation, wie es nach französischen Blättermeldungen heißt, versucht hat, schon bei den Beratungen über ein provisorisches Abkommen Sicherungen gegen eine nachteilige Behandlung der deutschen Waren durch den bevorstehenden neuen französischen Tarif zu schaffen. Weitere Schwierigkeiten bereitet die Behandlung der Frage, ob und in welchem Ausmaße die zollfreie Einfuhr von Waren aus Elsaß- Lothringen weiter zugelassen werden soll, wie sie durch den Friedensvertrag bis zum 10. Januar beStimmt worden war. Die deutschen Unterhändler waren nicht abgeneigt. für eine liebergangszeit diese Einfuhrkontingente in Kauf zu nehmen, jedoch nur unter der Voraussetzung, daß nicht auf Grund der in Handelsverträgen gewährten Meistbegünstigung auch andere Staaten das Recht auf eine zollfreie Einfuhr gleicher Waren nach Deutschland verlangen Man fürchtet, daß& B. England derartige Ansprüche erheben fönnte und forderte, daß Frankreich selbst diese strittige Frage flärt. Frankreich lehnte diese Forderungen ab. So stellt sich der Konflikt dar, wenn man den französischen Pressestimmen Glauben schenkt. Bon deutscher Seite liegt eine authentische Darstellung noch nicht vor. Man will warten, bis die letzten Vorschläge der französischen Regierung in Berlin eingetroffen sind. Aus Kundgebungen der Schwerindustrie und der Tertil. industrie geht deutlich hervor, daß sich hinter dem Prinzipienstreit und dem Streit um Formalitäten auch noch starke andere Konfliktsmomente verbergen. Die Textilindustrie ist der freien Einfuhr von Tertilmaren aus Sem Elsaß müde. Ihr Streben nach hohen Zöllen und einer fünftlichen Berteuerung ihrer Waren am Inlandmarkt wird dadurch empfindlich durchkreuzt. Daher würde man einen Bollkrieg zwischen Deutschland und Frankreich nicht ungern fehen. Die Schwerindustrie hingegen sieht in den zollpolitischen Auseinandersegungen ein Mittel dazu, bei den Berhandlungen über ein internationales Eiſenſyndikat den französischen Industriellen möglichst große Bugeständnisse abzuringen. Ein Zollfrieg mit Frankreich sichert ihr das Monopol über den deutschen Eisenmarkt. Auch sie würde also den Zolltrieg mindestens mit ben gleichen patriotischen" Ge. fühlen entgegenzusehen wie dem Ruhrkrieg, zu dessen legten Gründen der Streit zwischen der deutschen und der französischen Schwerindustrie um die internationale Regelung der Eisenproduktion gehörte. Sein Ausgang sollte gerade jetzt zu denken geben. Der deutschen Delegaiton ist der Vorwurf nicht zu ersparen, daß sie nicht früh und energisch genug auf eine Verständigung hingewirkt und nicht genügend die Interessen der Gesamtheit berücksichtigt hat. Schon in der Zusammen fegung der Delegation liegt ein schweres Hemmnis für eine wirklich gedeihliche Arbeit. Während auf der französischen Seite Gewerkschaften als Sachverständige bei den Handels vertragsverhandlungen mitwirken, hat man es in Deutschland nicht für nötig bejunden, maßgebende Vertreter der Arbeiter schaft und der Verbraucher zu diesen Beratungen heranzuziehen. Dagegen herricht unter den Sachverständigen der Einfluß großindustrieller und schwerindustrieller Interessenten. Auf diese Kreise und auf die Rechtsregierung, die von jetzt ab die Berhandlungen bestimmt, fällt die Verantwortung zurüd, wenn die deutsche Produktion und der deutsche Außenhandel durch einen deutsch- französischen Konflikt geschädigt wird. Die deutsche Arbeiterschaft hat niemals Zweifel darüber gelaffen, daß fie in der Ueberwindung der handelspolitis hen Schwierigkeiten durch eine Berständigung das beste Mittel zu einer Befriedung Europas sieht. Wenn man cuf ihre Mitarbeit verzichtete, jo tann man ihr es nicht verdenken, wenn sie in dem Widerstreit protektionistischer Interessen in Deutsch land und Frankreich nur den Ausdruc machtpolitischer, tapi taliftischer Intereffenfämpfe fieht, bei deren Austragung die Hilfe der Arbeiterschaft nur unerwünscht sein tönnte... Trendelenburg kommt nicht nach Berlin. mitgeteilt, daß Dr. Trendelenburg am Sonntag nicht nach Berlin, 17. Januar. Der Telegraphen- Union wird amtlich abwarten und nötigenfalls nur auf besondere Aufforderung zur Berlin zurückkehrt. Er wird in Paris neue Weisungen von Berlin mündlichen Berichterstattung nach Berlin tommen. Noch immer Sanktionen. Pirmasens, 17. Januar.( WTB.) Die Drifbaft in weiler, wo der Separatistenführer Helfrich am Donnerstag ge legentlich eines Wortwechsels den Schmied Wable erfchoß und durch einen weiteren Schuß den Ereinermeister Klein verlegte, hat heute vormittag eine Strafbesayung von 39 Mann erhalten. Außerdem ist über den Ort die Verkehrsiperre berhängt worden. Der Bevölkerung hat sich angesichts dieser Santtions maßnahmen eine große Empörung bemächtigt. Pluralwahlrecht in Italien! Der Vorschlag zurückgezogen. Rom, 17. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die Rammer, die am Freitag dem Wahlgefeh grundsätzlich zugestimmt hatte, versuchte am Sonnabend die Einzelberatung zu beenden. Da fich innerhalb der faschistischen Mehrheit starker Widerspruch gegen das Bluralwahlrecht geltend machte, 30g der Ausschußvorsitzende den Pluralwahlvorschlag zurück, da die Regierung feinen Wert auf die Beibehaltung lege. Man glaubt deshalb, daß Mussolini die Vereinfachung des Wahlrechts durch Ausscheidung des Pluralrechts für Neumahlen zu einem früheren Zeitpunkt benußen tönnte. Die Kammer wird nach Erledigung der Wahlrechtsfrage bis Februar vertagt, Der Ausschuß der Kammer lehnte ein beschränktes Frauen wahlrecht für die Gemeindewahlen ab. Der Matteotti- Prozeß. Rom, 17. Januar.( Eca.) Der Prozeß gegen die Mörder Matte: 200 Zeugen sollen geladen werden. Der Prozeß wird voraussichtlich ottis soll Ende Februar vor dem Schwurgericht in Rom stattfinden. 3wei Monate dauern. Coolidges Abrüstungsaktion. Auch das entwaffnete Deutschland soll mitberaten. gemeldet, daß man in autorisierten Kreisen davon spreche, Deutsch. Paris, 17. Januar( BTB.) Den Blättern wird aus Washington land zur Teilnahme an der zweiten Abrüstungslonferenz einzuladen, die der Präsident der Vereinigten Staaten für den Sommer oder Herbst d. Js. einzuberufen gedente. Rußland werde nur dann eine Einladung erhalten, wenn die amerikanischrussischen Verhandlungen bezüglich der Anerkennung der Sowjet regierung vor der Einberufung dieser Konferenz würden beginnen fönnen. Die amerikanische Regierung bege die Hoffnung, daß die Berhältniszahl von 5: 5: 3 bei der Beſtimmung der fchweren Kriegsimiffe, die auf der letzten Abrüstungskonferens ange nommen worden sei, auch auf die leichten Kreuzer und die U- Boote ausgedehnt werde. Das Programm dieser Konferenz werde außerdem Berhandlungen zur Regelung der Luftrüstungen umfassen sowie eine Revision der Berträge betreffs Chinas unb ber Länder im Fernen Dsten. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Bofticherffonte: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkane Lindenstraße 3 Um Preußen! Bon Konrad Haenisch. Das deutsche Bolt hat nun die Zeche zu bezahlen, die es, allen Warnungen zum Trok, am 7. Dezember gemacht hat. So erfreulich der Stimmen und Mandatszuwachs der Lintsparteien, besonders der Sozialdemoratie, war er hat nicht ausgereicht, um im Reiche eine fichere parlamentarische Grundlage für die Regierung zu schaffen, die uns zwar auch gewiß nicht den Himmel auf Erden gebracht, die aber doch die Gewähr dafür geboten hätte, daß das Reichsschiff durch die schweren Gefahrenzonen der nächsten Zeit ohne allzu schlimme Havarie hindurchgesteuert wäre. Bitter rächt es sich nun, daß links von der Sozialdemokratie ein immer noch allzu großer Haufe von Narren sigt, mit denen sich nicht nur feine Arbeiterpolitik, sondern überhaupt feine Politik treiben läßt. Bitter rächt es sich, daß der Mandatsverlust der Narren von der anderen Fakultät, der Völkischen, ausschließlich den politisch noch weit gefähr liceren Deutschnationalen zugute gekommen ist, denen der 7. Dezember leider nicht das Schicksal beseitet hat, das ihnen, mindestens nach dem 29. August, jedes politisch reife Bolt bereitet hätte. Was das Kabinett Luther dem deutschen Bolke innerpolitisch, was es ihm vor allem außenpolitisch kosten wird, ist noch gar nicht abzusehen. Die Begrüßung des Kabinetts durch die ausländische Bresse, auch und gerade soweit fie ehrlich die Verständigung mill, bildet einen Auftakt, den man in Deutschland nicht überhören sollte. An dieser Stelle ist mit Recht wiederholt auf die unges heure Berantwortung des Zentrums für die Entwidlung dieser letzten Wochen hingewiesen worden. In der Tat: Sopiel der Wahlausfall zu wünschen übrig gelaffer fo schlimm hätte es nicht kommen brauchen, wenn das Zentrum der Politik treugeblieben wäre, die es das muß auch der Gegner des Zentrums einräumen ungeachtet großer Schwierigteiten im eigenen Lager feit der Staatsum nischer Sicherung im Innern, der Politif des gesunden wälzung folgerichtig durchgeführt hat: der Politik republikader Erzberger und Hirffiefer, der Zentrumsfanzler Menschenverstandes nach außen hin. Die politische Leistung Marr, Fehrenbach und vor allem Wirth hat bei vielen Borbehalten im einzelnen, auch das nichtkatholische Bolf in Deutschland rückhaltlos anerkannt. Eine anständige politische Vergangenheit verpflichtet: diesen Grundsay hat das Reichstag szentrum in feiner großen Mehrheit mißachtet. Will das preußische Zentrum seinen Spuren folgen und damit das Maß des Unheils voll machen? Diese Frage bedeutet tein Liebeswerben um die Gunst des Zentrums. Sie ist nur ein Appell an seine Einsicht und an fein Gefühl für Pflicht und für politische Verantwort lichkeit. -W Die Rechtspreffe hat es wahrhaftig nicht nötig- mit deutlich erkennbarer Absicht das Zentrum darüber zu belehren, wieviel zwischen ihm und der Sozialdemokratie liegt. Darüber find wir Sozialisten uns ebenso flar wie das 3entrum selbst. 3entrum und Sozialdemokratie fommen aus ganz verschiedenen geistigen Heimatlanden, sie atmen in ganz verschiedener seelischer Luft. Wie in der Vergangenheit, so wird es auch in Zukunft zwischen uns harte Kämpfe auf mehr als einem Gebiet geben. Diese Gegensäge auch um noch so wichtiger politischer Augenblidserfolge willen verleugnen zu wollen, wäre nicht nur eine würdelose, sondern auch eine herzlich dumme Politik. Dennoch: die Feindschaft von gestern und die Gegnerfchaft von morgen hat nicht verhindert, daß Zentrum und Sozialdemokratie sich, mit der Demokratischen Partei heute zusammengefunden haben zu der politischen Notgemeinschaft des Möglichen. Soll diese Notgemeinschaft nun auch in Preußen zu Ende sein, soll auch Preußen hineingestoßen werden in das Meer einer in ihren Folgen gar nicht zu berechnenden diesen letzten Jahren in seinen Fugen gebebt, schließlich doch Politik der Abenteuer? Wenn das Reich, so oft es auch in immer noch zusammengehalten hat, so verdankt es das Darauf hat der preußische Ministerpräsident Genosse Braun am Mittwoch mit starkem Nachdruck und mit vollem Recht aufmerksam gemacht in erster Linie der festen und zielSäulen seit dem Jahre 1919 die Sozialdemokratie und das flaren Politik der preußischen Regierung, deren stärkste Bentrum gewesen sind. Vor allem verdankt das Deutsche Reich und das deutsche Volk dieser Zusammenarbeit das Berbleiben der Rheinlande beim Reiche. Das braucht dem Zentrum nicht erst gesagt zu werden. Kommen doch seine politischen Vertreter im Breußischen Landtage zum großen, wenn nicht zum größten Teil aus dem befekten Gebiet. Gemeinsam mit uns Sozialiften haben sie dort im Unheilsjahre 1923 den harten Kampf durchgefochten gegen die separatistische Gefahr, einen Kampf, von dessen aufpeitschenden und nervenzerrüttenden Begleit umständen man sich im unbesetzten Deutschland faum eine flare Vorstellung macht. Genau fo gut wie ich es weiß, missen es die Abgeordneten Profeffor& auscher aus Bonn und Heß aus Koblenz, daß uns dieser gemeinsame Kampf| internationalen Auswirkungen der in Preußen bevorstehengegen Separatismus aufs äußerste erschwert gewesen wäre, den Entscheidung gelegt. Das Zentrum sollte aber auch die wenn an Stelle Severings etwa ein Vertreter des alten innerpolitischen Folgen seiner Entschlüsse sorgsam abBreußen, irgendein Windler oder Dryander, ein wägen. Hat es vergessen, daß es unter Führung sozialdemoKries oder Hergt im Jahre 1923 preußischer Innen- fratischer Minister die preußische Linke war, die alsbold nach minister gewesen wäre. Ein Vertreter jenen Systems, das der Staatsumwälzung alle jenen Reste der Kulturkampfgedurch seine ebenso engstirnige mie engherzige Beamtenpolitif fetzgebung furzerhand beseitigte, die die Rechte bis zuletzt und durch seine allgemeine Rheinpolitit ob nun mit Recht auf das hartnäckigste verteidigt hatte? Hat das Zentrum veroder mit Unrecht überall den Glauben erweckt hatte, als geffen, wie es durch den Mund eines seiner führenden Männer, sei es auf die systematische Protestantisierung und Berjunke- des Oberpräsidenten Gronowsfi, im März 1921 im rung der deutschen Westmart abgesehen. Würde je zt, durch Preußischen Landtage, auch damals volksparteilichem Drändie Mitschuld des Zentrums, die Führung der preußischen gen gegenüber, erklären ließ, unter den sozialdemokratischen Politik und besonders die Leitung des preußischen Innen- Ministern habe die katholische Kirche in Preußen weit mehr minifteriums den Vertretern jenes alten Systems von neuem Freiheit und Selbständigkeit gewonnen, als zu irgendeiner in die Hände gespielt, so wäre das geradezu eine Prämie früheren Zeit? Wer hat dem katholischen Boltsteil auch in auf den Separatismus! der Beamtenpolitif in weitem Umfange zu seinem Recht verEine Rechtsregierung in Preußen wäre damit zugleich holfen die Rechtsministerien der alten Zeit oder die Reauch Wasser auf die Mühle aller jener nationalistisch en gierung Braun- Severing? Und schließlich: weiß das Ben Kreise in Frankreich, die, im Gegensatz zu Herriot, trum nicht, daß eine Rechtsregierung in Preußen die innerimmer noch nicht den Gedanken einer Loslösung der Rhein- politischen Gegenfäße in der unheilvollsten Weise verschärfen lande von Preußen und damit auch vom Reiche aufge- und die Kämpfe der Parteien und Klaffen bis zu einem Grade geben haben. Wer nach der Rechtsregierung im Reiche nun erhigen fönnte, der dem Staatsgefüge schwersten Schaden auch noch eine offene oder verfappte Rechtsregierung in bringen müßte? Will das Zentrum wirklich die VerantworBreußen herbeiführen will, der spielt das Spiel Paintung tragen für diesen trockenen Bürgerkrieg, der auch seine carés. Kommt auch in Preußen die Rechtsregierung, dann eigenen Reihen nicht verschonen würde? gilt in Frankreich Herriots von großen europäischen Gedanken getragene Versöhnungspolitik als endgültig gescheitert. Und auch wenn Herriot selbst sich dann noch wider Erwarten weiter am Ruder halten könnte, so doch nur durch die Preisgabe dessen, was das Wesen seiner Politik ausgemacht hat. Er wäre gezwungen, in der einen oder in der anderen Form zu den Methoden Poincarés zurückzukehren und die Internationale der Nationalisten, diese verderblichste aller Internationalen, hätte abermals triumphiert.... In den Wahlkämpfen der letzten Jahre haben deutschnationale Oberlehrer und Geistliche in öffentlichen Versamm lungen mehrfach den Standpunkt vertreten, es verstoße gegen die deutsche Würde und Selbstachtung, bei unseren Wahlen und Regierungsbildungen auf die Stimmung des Auslandes Rücksicht zu nehmen für uns fämen nur deutsche ,, Belange" in Betracht und weiter nichts. Das Zentrum ist, im Gegensatz zu solchen weltfremden Schwägern, die seit 1914 nichts gelernt und alles vergessen haben, zu flug, um nicht zu wiffen, wie sehr es gerade für die deutschen Belange" auf die Stimmung des Auslandes ankommt. Es weiß, was es für das Schicksal des besetzten Gebietes bedeuten würde, wenn nun auch diejenigen Kreise in Frankreich, die am 11. Mai Boincaré und Millerand in jenem prächtigen AnSturm zu Fall gebracht haben, die eine Verständigung mit dem republikanischen Deutschland aufrichtig wollen wenn nun auch diese Kreise die letzte Hoffnung auf ein solches Deutschland aufgeben. Will das 3entrum wirklich die Berantwortung dafür tragen, baß die so furchtbar hart geprüften rheinischen Lande neuen Leiden und neuen Lasten ent. gegengeführt werden? Nach der Schwenkung der Reichspolitik ist Preußen jetzt die letzte Hoffnung des ehrlich demokratischen Europas, wie es die letzte Hoffnung der Rheinlande ift. Preußen, das das Ausland weiß es sehr wohl die innere Verwaltung und die Schulen im größten Teile Deutschlands beherrscht, bedeutet heute in der demokratischen Weltmeinung den letzten Damm gegen die realtionäre und chauvinistische Hochflut. Bricht auch dieser Damm wer will das Unheil dann noch aufhalten? Politische Entwidlungen vollziehen fich mit eherner Folgerichtigkeit. Ist die Kugel aus dem Lauf, so fliegt sie ihre Bahn. Das Erste steht uns frei, im Zweiten sind wir Knechte": möge das Bentrum die tiefe Wahrheit nicht vergessen, die in diesem Goethe- Bort liegt. Heute steht dem preußischen Zentrum das Erste noch frei. In einer Woche nicht mehr.... Ich habe bei der schlechtweg entscheidenden Bedeutung biefer Dinge für das deutsche Schicksal das Hauptgewicht auf die Keine Kriegsorden mehr. Von Hans Bauer. Es hat schon etwas mit der Korrektheit der Deutschen auf sich. och nach dem Krieg haben sie sich reichliche fünf Jahre überlegt, wer alles von den ehemaligen Soldaten zu entschädigen sei. Geld nd Gut fonnte als Entschädigung zwar nur in sehr bescheidenem Umfang in Betracht kommen. Einmal hatte das Cuno während des Ruhrkampfes in hohem Maße für die Schwerindustrie verbraucht, und zum anderen war die Regierung wohl der durchaus richtigen Ansicht, daß es als bedauerliches Zeichen einer Materialisierung ihrer Weltanschauung hätte gedeutet werden müssen, wenn sie Ideales mit Substanziellem vergolten hätte. Hingegen ist ide Regierung bis in diese Tage hinein darum bemüht gewesen, Anträge auf Verleihung des Eisernen Kreuzes abzuwideln. Nunmehr aber hat das Reichswehrministerium mtigeteilt, daß jeẞt unwiderruflich und aus. nahmslos jegliche Verleihungen von Kriegsauszeichnungen, desgleichen die Beförderungen, Charakter- und Uniformverleihungen für die alte Wehrmacht eingestellt seien." Wieviel Hoffnungen mag diese Unglüdsbotschaft zertrümmern, in wieviel Herzen blutende Bunden reißen, wieviel Gemüter gar dem Staatsgedanken entfremden! Das Ministerium gibt zu, daß nicht alle Kriegsverdienste abgegolten find"- wobei es vornehmlich jene Verdienste an ihm und die um feinen Ausbruch im Auge haben dürfte- aber es sei das hohe Biel absoluter Gerechtigkeit in der äußeren Anerkennung der Kriegs-perdienste nun einmal nicht ereichbar. Wir stimmen dem zu, denn wie wäre es sonst verständlich gewesen, daß wir im Felde häufig genug eine Durchlöcherung der Richtlinien bemerkten, die doch offenbar für die Berteilung der Eisernen Kreuze aufgestellt waren, daß és denjenigen, die die Augen offen hatten, oft genug widerfuhr, daß sie wirkliche Frontfoldaten mit Ordensbändern erblickten, die nach einem Offiziersburschen oder einem Küchenunteroffizier geradezu schrien, Das Reichswehrministerium bittet, von weiteren Eingaben abzusehen. Es nimmt also aus seiner Erfahrung heraus an, daß ohne diese Bitte noch weitere Eingaben erfolgen würden, jetzt not, sehn Jahre nach dem Kriegsausbruch und sechs Jahre nach dessen unver. meidbarer Folge, daß es schon fast eine halbe Generation nach dem Kriegserlebnis noch Menschen gibt, die durch eine Auszeichnung ihre Berbundenheit mit ihm behördlich bescheinigt bekommen möchten. Ich stelle mir vor, wie die Eingaben aussehen: Sie sind mit sauberer Handschrift auf Kanzleipapier geschrieben und erlauben sich, cine hochwohlgeborene Behörde auf die nachfolgenden Verdienste ergebenit aufmertfam zu machen.... Widrige Umstände hätten während des Krieges eine Würdigung der fraglichen Verdienste unmöglich gemacht. Manchmal begegnet man auf der Straße Menschenkindern, die am rechten Rockaufschlag einen filbrig glänzenden Fleck tragen. Denn die Sonne darauf scheint und man nur flüchtig hins.huut, möchte 1. Noch einmal: dieser Artikel ist fein Liebeswerben um das 3entrum. 3wischen ihm und der Sozialdemokratie hat nie eine Neigungsehe bestanden, sondern immer nur eine aus vaterländischem Pflichtgefühl heraus geschlossene Bernunftehe - eine Vernunftehe auf Zeit. Erlaubt es die Lage Deutschlands dem Zentrum schon, diese Bernunftehe auch in Breu Ben zu kündigen und sich dafür in ein Verhältnis mit der Rechten einzulaffen? In ein Verhältnis, das nicht ohne schwerste außenpolitische und innenpolitische Folgen bleiben tönnte? Es ist nicht die Sache der Sozialdemokratie, diese Fragen zu beantworten. Wohl aber ist es ihre Pflicht, dem Bolte und dem Vaterlande gegenüber, diese Fragen in legter Stunde noch einmal mit allem Nachdruck zu stellen. Der Luther- Block und das Zentrum. Erklärung von Dr. Brauns.- Der Trennungsstrich. Der Reichsarbeitsminister Dr. Brauns hat der„ Germania" eine Klarstellung seines Verhältnisses gegenüber dem Kabinett Luther und der Zentrumspartei übersandt. Diese Ertiärung lautet: Die Zentrumspresse brachte am Freitag, den 16. Januar 1925, einen Artikel:„ Der politische Weg des Zentrums". Dieser Artikel war in der Einleitung gekennzeichnet als eine Dar stellung der politisch- parlamentarischen Entwicklung des letzten Jahres von ermächtigter Seite". In dieser Darstellung findet sich folgender Satz:" Dieser loseren Form gegenüber( überparteiliches Rabinett aus bürgerlichen Parteien mit Berbindungsmännern aus den Frattionen) geftattete die Zentrumsfraktion dem Reichs arbeitsminister Dr. Brauns, als Verbindungsmann im Rabinett zu verbleiben." Diese Mitteilung ist ungenau. Angesichts der politi fchen Lage und angesichts des Charakters des Artikels bin ich ge nötigt, zur Ergänzung folgendes festzustellen: Ich habe es vor versammelter Fraktion ausbrüdlich ab gelehnt, auf ein bloßes Gestatten" bin in das neue Rabinett einzutreten. Die Fraktion hat darauf hin in meiner Abwesenheit durch förmlichen Beschluß, ein stimmig oder fast einstimmig, den ausdrücklichen Wunsch ausgesprochen, ich möge als ihr Verbindungsmann in das Kabinett eintreten. Dieser Wunsch ist in einer späteren Sigung, am 14. Januar 1925, als fich für mich neue Bedenten gegen den Eintritt ins Kabinett ergaben, nochmals ausdrücklich und in aller Form bestätigt worden. Ich würde es nach wie vor ablehnen, mit bloßer Dulbung der Frattion dem neuen Rabinett anzugehören." man zuerst glauben, daß jene heftig daneben geniest haben. Aber dann stellt es sich heraus, daß es sich um die Nachbildung eines Stahlhelms handelt. Das ist ja nun eigentlich tein amtlicher Orden: aber er tönnte mit ihm doch immerhin verwechselt werden. Bielleicht befinnen sich die verschmähten Eingeber trng aller völtischen Flaute auf diese Möglichkeit eines Ausroczes aus der dumpfen Qual ihrer Herzenssehnsucht; denn der unbedingte Borte, den für leere Brüfte ein neuer Krieg brächte, mög innerhin tie Beinlichkeit der Ungewißheit seines Ausgangs nicht auf. Riquette" im Deutschen Künstlertheater.. Riquette ist Käthe Dorich. Sie begann ihre große Laufbahn zwar als Soubrette, aber was sie heute gibt, ist teine Operette mehr. Sie bringt das unwahrscheinlichste zu Wege, in die moderne Tanze rei und Luftfpielerei einen ganzen echten, warmblutigen, bezaubern. den Menschen zu stellen. Wo sie steht, wo sie geht, wo sie nur hinblickt, da ist Sonne und Leben. Dieses Telephonmädchen, das als Schutz mit dem Liebsten einer Bostmeisterin reist, dieses schönste Mädel aus dem Bolt mit Mutterwih. Schelmerei und Sehnsucht im Kopf, diese Figur ersetzt, wenn sie Käthe Dorsch heißt, eine ganze Operette. In der Anmut ihres Ropfes liegt mehr natürlicher Reiz, alfo mehr ästhetischer Kunstsinn, als in allem Raffinement jeder großen Ope: rettendiva. Es ist nicht schwer für einen Liebhaber, sich hier zu entscheiden( und die Textdichter Schanzer und Welisch fügen es natür. lich auch so). Aber auch die mondäne Frau muß in der Operette fein, Trude est erberg spielt sie mit überwältigender Kulissenfrechheit, richtig in tout Berlin hinein. Wenn sie ein Berlenfollier betrachtet und fragt:„ Echt oder tinnef?", wenn ihr Temperament aus ihren Beinen spricht, so hat sie gefiegt. Mit dem unwiderstehlich tomischen Friz Hirsch im Bunde schafft sie jene Atmosphäre des Lachens, in der eine Operette hundertmal gegeben wird. Ein männlicher Sänger fehlt, Paul Heidemann ist nur ein Tenorerfah, aber er zieht sich ebenso weltmännisch aus der Affäre, wie a ß mann, der jetzt nur noch tomische Alte spielt. Ostar Straus ist weit über die Sterilität seiner letzten Opern hinausgegangen. Seine Tänze, auch seine Tanzparodien haben unter ber Stabführung von Mar Roth wieder Schmiß und Frische, es geht wieder sehr vornehm und elegant in seinem Orchester Straße liegen. Noch eine Operette, und er ist wieder bei den lufti zu, wenn auch die funkelnagelneuen Melodien nicht gerade auf der gen Nibelungen angelangt. Dann sei der Operette ein Lob gefungen. R. S. Herr Brauns ist also offizieller, förmlich beauftragter auf bloßes Gestatten" Verbindungsmann des Zentrums hin hätte er sich nicht wie Herr Geßler engagiert. Darin liegt die offizielle Bindung des Zentrums- zugleich wird man aber aus dieser Erklärung eine fein nüancierte Distanzierung erkennen. Deutlicher ist die Distanzierung durch die Germania". Sie veröffentlicht Zentrumsstimmen aus dem Westen, die samt und sonders sehr scharf von der Regierung Luther abrüden und schickt ihnen folgende zusammenfassende Bemerkung voraus: 17 „ Das Kabinett Luther findet in der gesamten Zentrumspresse eine fühle Aufnahme. 3war herrscht auch in unseren Reihen ein Gefühl der Genugtuung darüber, daß diese Krisis zu Ende und endlich wieder eine Regierung zustande gekommen ist. Aber Befriedigung hat diese Lösung nirgends hervorgerufen. Es bestehen 3 weifel und Mißtrauen, die sich teilweise bis zur offe nen Ablehnung steigerten. Ueberall wird recht deutli.h der Trennungsstrich zwischen der Partet und dem Rabinett Luther gezogen." Nichts kann die Situation des Zentrums wie der Regierung Luther treffender beleuchten als diese Erklärung und diese Bemerkung. Eine persönliche offizielle Bindung, zugleich aber Trennungsstrich zwischen Partei und Regierung. Man wird beides logisch unvereinbar finden aber das ist eben die Stellung des Zentrums zum Bürgerblod. -Eine höfliche Begrüßung. Die Deutsche Zeitung" und das Zentrum. Die Deutsche Zeitung", die zwar fein deutschnationales Parteiorgan ist, aber immerhin zu der deutschnationalen Partei in einem ähnlichen Verhältnis steht wie das Zentrum zur Regierung Luther, widmete gestern abend dem Zentrum einen Rübel von Begrüßungsliebenswürdigkeiten aus der Feder des sattsam bekannten Generalleutnants Reim. Der Herr beginnt: „ Die Zentrumspolitik hat schon Bismard dahin gekennzeichnet, daß sie von der gemeinsten aller Parteien ausgehe, weil diese stets Ruhhandeltreibe auf Rosten vaterländischer Belange". Man muß lachen, wenn Staatsmänner, die sich augenscheinlich Bismard verwandt" fühlen, als sogenannte Realpolitiker mit diesem Zentrum zusammen regieren wollen." " Er zitiert weiter aus den Briefen von Schloezers: Papst Leo XIII hat einigen Vertrauten und wohl auch dem preußischen Gesandten v. Schloezer sein lebhaftes Mißfallen darüber zu erkennen gegeben, daß die Zentrumsführer Windthorst und v. Frankenstein troß seiner in den Briefen des Kardinals Jacobini ausgesprochenen Willensmeinung sich dennoch unterfangen haben, derselben einen anderen Sinn unterzulegen. Das Auftreten des Hannoverschen Erministers in Köln hat dem Faß den Boden ausgestoßen und dem Oberhaupt der Kirche die unumstößliche Ueberzeugung verschafft, daß er( Windthorst) und seine Sa telliten bie Religion und den Glauben der Patholiten 3u bem 3wede mißbraucht haben, der Be. festigung des Reiches entgegenzuarbeiten". Ueber trägt man diesen Satz auf die Gegenwart, so braucht an Stelle von Windthorst und seine Satelliten" bloß Herr Wirth und sein Gefolge" gesetzt zu werden." " Herr Keim erklärt, daß Zentrum sete sich heute genau wie 1870 mit der wiederholten deutlichen Erklärung des Bapftes gegen das Zusammengehen von Ratholiken mi den Sozis in offenen Widerspruch, ohne daß die Kure ernstlich ihre firchlichen Machtmittel gegenüber folcher un zweifelhaften Auflehnung gegen die Willensmeinung des Bapftes anwende. Er fordert deshalb, daß die Kurie mit dem Bentrum Fraftur fpreche; denn das praktische Verhalten des Zentrums fei ,, unfittlich schlechtweg." Eine solche Begrüßung einer Regierungspartei durch ein Organ, daß einer anderen Regierungspartei befreundet ist, gehört zu den Kuriositäten dieses Bürgerblocs. Vielleicht sagt man im Zentrum: das fängt gut an! dem Einfluß des Gases eine Tonfülle angenommen habe, wie man fie in normalem Zustand überhaupt nicht erreicht. Ich selbst habe an mir feftftellen können, daß das Gas sehr rasch und durchaus nicht in unangenehmer Weise auf die Atemtätigkeit multe. Indessen hatte ich das Befühl eines tiefen Bergeffens und einer Entrüdtheit von forperlichen Wahrnehmungen." Wenn es fich herausstellen sollte, daß das Helium auf den menschlichen Organismus nicht schädlich wirkt, so dürfte es wohl als das ideale Anästhetikum anzusprechen sein. Ein geheimnisvoller Bilderfund. Ein merkwürdiger Fund kostbarer Gemälde, unter denen sich zwei echte Werte von Murillo und ein Velasquez befinden sollen, ist zu Windsor in Ontario, Ranada, gemacht worden. Wie amerikanische Blätter melden, entdeckte man diese Bilder in ziemlich schlechtem Zustande, aus dem Rahmen genommen, in einem Hause, das ein Deutscher bewohnen soll. Die englische und französische Polizei, die sich bereits mit dem Funde befchäftigen, glauben, daß es sich um einen Diebstahl handelt. Aber es ist schwer glaublich, daß so hervorragende Werke menn sie wirklich echt sein sollten verschwinden fönnen, ohne daß es bemerkt wird. In den Staatlichen Museen beginnen Sonntag von neuem die wissenfchaftlichen Führungen durch Direktorialbeamte( im Alten Museum Dr. Neugebauer( Sellenistische Plastin) und im Kaiser- Friedrichs Museum Beide um 10 Uhr. Dr. Simon( Deutsche Kunst des 15. Jahrh.) Borträge. Ueber Henry Ford und sein Werk hält Prof. Dr. Riebenfahm von der Technischen Sochichule einen Lichtbildervortrag Dienstag 8 Uhr in der Musikhochschule, Harbenbergstraße. Das Kostümfest des Bereins der Künftlerinnen zu Berlin wird am 24. Januar unter der Devise Berlin- wie es war und wird" ftattfinden. Eine Anzahl prominenter fünfiler bietet fünstlerische Ueberraschungen in Fülle. Eine Modenschau bis 1950 ist gleichfalls vorgesehen. Die Eintrittstarten zu 8.50 M. fm Borhaus, in der Amelanchien Theatertasse, Kantstr. 164 und Künstlerinnenverein, Schöneberger Ufer 38. Ein Friedensdenkmal auf dem Schlachtfelde. In Frankreich hat nich ein Komitee zur Errichtung eines Friedensdenkmals gebildet, das auf einem ber Schlachtfelder unter Zustimmung der französischen Regierung und unter Mithilfe aller Völfer ber Erbe errichtet werden soll. Diesem Romitee sind beigetreten Ministerpräsident Herriot, Kammerpräsident Bainlevé und die Abgeordneten Boncour und Leon Blum, ferner der Rettor der Pariser Universität und der Vorfigende der französischen Liga für Menschenrechte. Saga, das in der japanischen Abteilung des Berliner KunstgewerbeJapanische Sehnsucht nach einem Raiserbilde. Ein Bild des Kaifers museums ausgestellt war, foll nach einer Meldung aus Tokio vor ettva 10 Jahren aus einem japanischen Tempel verschwunden sein. Das javanische faiserliche Museum hat bei der Berliner Stunftverwaltung bas Ansuchen gestellt, das alte historische Kaiserbild gegen einige andere histotische Kunstgegenstände auszutauschen. Helium als Betäubungsmittel. Nach Zeitungsmeldungen aus Philadelphia will ein Dr. Everett Tyler im Heliumgas das vollShaw und die Bol chewillen. Die Mitteilung der Morning Beit". tommene Anästhetikum gefunden haben. Da dieses Gas nur in den monach die ruffische fommunistische Partei angeordret haben soll, das abriten des Stantes hergestellt werden darf, mußte sich der Arzt an Drama Die heilige Jobanna von Wernbard Shaw vom Epiel die Regierung in Washington wenden mit der Bitte, ihm ein fleines und Dr. Tyler fennte mit seinen Versuchen beginnen. In seinem baltion der„ Jsweftia", wird von der Russischen Telegravhen- Agentur als Quantum Bas zur Verfügung zu stellen. Die Bitte wurde erfüllt blan der Moskauer Bühnen abzulegen als Vergeltungsmaßnahme gegen einen verletzenden und unebrerbietigen Brief Bernhard Shaws an die Ne Bericht über die Ergebnisse heißt es:" Bon den Kollegen, die mich glatte Erfindung bezeichnet. Niemand babe etwas gegen die Aufführung nach der Aufnahme des Gases beobachtet haben, um meine Reaktionsder Dramen Shaws oder die Herausgabe seiner Berte in der Sowjetfähigkeit festzustellen, wurde mir gejagt, daß meine Stimme unter Union unternommen. Der Dom- und Prügelprediger. Reformation der Bergpredigt. Der Hof- und Domprediger" Doehring hat sich zu einem Dom und Prügelprediger entwickelt. Das Wort des Neuen Testamentes: Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch beleidigen und verfolgen", hat er am Tage der Reichstage eröffnung umgewandelt in den neuchristlichen Lehrsay: Im Namen Jesu Christi rufe ich euch auf: Holt den Prügelstock hervor! Schlagt zu, aber im wahrsten Sinne des Wortes! Seid unbarmherzig aus Barmherzigkeit!" Das sind nun allerdings christliche" Begriffe, mit denen nur diejenigen etwas anfangen können, die selig sein sollen, weil sie einfältig sind. Für die anderen aber ist selbst ein Mann im Talar und Bäffchen nicht eine unantastbare Persönlichkeit, sondern man weiß, daß auch er unter den noch geltenden allgemeinen Gesezen des Reiches steht. Wer die Rede dieses Dompredigers zur Eröffnung des Reichstages gelesen hat, dem ist unwillkürlich der „ Kanzelparagraph"§ 130a bes Strafgesetzbuches eingefallen, der folRanzelparagraph"§ 130a bes Strafgesetzbuches eingefallen, der folgenden Wortlaut hat: Ein Geistlicher oder anderer Religionsbiener, welcher in Ausübung oder in Veranlassung der Ausübung seines Berufes öffentlich vor einer Menschenmenge, oder welcher in einer Kirche oder an einem anderen zu religiösen Berfammlungen bestimmten Orte vor mehreren Angelegenheiten des Staates in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise zum Gegenstand einer Verkündigung oder einer Erörterung macht, wird mit Gefängnis oder Festungshaft bis zu zwei Jahren bestraft. Diefer sogenannte Kanzelparagraph ist geschaffen worden zu Dieser sogenannte Kanzelparagraph ist geschaffen worden zu Seiten des Bismarckschen Kulturtampfes gegen das Ben trum und Angehörige des katholischen Alerus find seiner und Angehörige des katholischen Klerus find feiner zeit auf Grund dieser Bestimmungen ins Gefängnis oder auf Festung gewandert. Glaubt nun der protestantische Gottesstreiter, daß unter den Gesetzen der Republik und unter der Reichs fanzlerschaft Luthers ein lutherischer Brediger fich straflos über die noch aus der Kaiserzeit übernommenen strafrechtlichen Bestimmungen hinwegsehen zu fönnen? Wir sind neugierig, was die Staatsanwaltschaft beim Ber liner Landgericht unternehmen wird, um den neuen Reformationsversuch" des Herrn Doehring mit dem bestehenden Strafrecht in Einflang zu bringen. Sollte sie Zeit finden, sich damit zu beschäftigen, fo fönnte es ihr möglicherweise auch einfallen, einmal die Tätigkeit des deutschnationalen Haßpredigers Koch unter die Lupe zu nehmen. Inzwischen halten wir es mit Peter Rosegger, der das schöne Bahrwort niederschrieb:„ Der Herrgott, der hat die Priester er. schaffen, der Teufel, sein Feind, der geht her und macht Pfaffen!" Ludendorff kriecht zu Kreuze. Rupprecht ist aber noch nicht zufrieden. München, 17. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Ludendorff hat am 7. Dezember folgenden Brief an Rupprecht geschrieben: „ Eurer Röniglichen Hoheit spreche ich heute mein tiefstes Bedauern aus, daß ich höchst dieselbe durch Die Wiedergabe der Bohemia".Aeußerung mit dem Wortbruch des Herrn von Rahr in eine Beziehung gebracht habe. Ich hoffe mit diesem Schritt zugleich die Spannung im Offiziertorps zu mildern. In Ehrerbietung zeichne ich als Eurer Königlichen Hoheit untertäniger Ludendorff." Ludendorff macht zu diesem in der Sonntagsausgabe des Völkischen Kuriers" veröffentlichten Brief folgenden Busag: Ich habe den Tag der Wahl genommen, um mein Handeln von jeder Bolttik zu trennen, und den Schritt getan, um in vollem Berantwortungsgefühl gegenüber der Geschichte und dem deutschen Bolte meinerseits alles aus dem Wege zu räumen, was einer Beilegung des Konflikts mit Seiner Königlichen Hoheit im Wege zu stehen schien, um meine Gesinnungsfreunde im banerischen Offizier forps, namentlich im deutschpöllischen Offiziersbund, vor schweren Gewissensfonflitten und das deutsche Bolt und das deutsche Offizierforps aller Kontingente vor neuen Erschütterungen zu bewahren." Die auf Grund des Briefes eingeleiteten Schritte zur Ausföh nung haben aber zu feinem Ergebnis geführt; denn Rupprecht forderte außer dem Briefe weitere Genugtuung, die Ludenborff in der verlangten Form nur unter gewissen Bedingungen zu geben sich bereit erflärte. Diese Bedingungen aber wurden von Rupprecht als unerfüllbar betrachtet. Damit ist die Versöhnungs. altion endgültig gescheitert. Die Regierungskrise in Hessen. Verschärfung der Lage. Darmfladt, 17. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die Regie.. rungsfrise in Helfen hat neuerdings eine scharfe 3ufpit ung erfahren, wie jetzt festgestellt werden fonnte, hat das Ben trum schon vor der Wahl mit den Rechtsparteien über die Regierungsbildung verhandelt. Die Demokratische rat. tion und der Landesvorstand der Deutsch- Demokratischen Partei Seffen hat am Sonnabend in seiner Sizung folgenden ein stim migen Beschluß gefaßt: Der Landesvorstand der Deutsch- Demokratischen Partei Heffen hotte in seiner Sigung vom 3. Januar im Einverständnis mit der Landtagsfraktion sich zur Fortsegung der Kleinen Rog lition in Hessen bekannt, Inzwischen hat die sozialdemokratische Fraktion beschlossen, feinesfalls einer Erweiterung der feitherigen Regierungsfoalition zuzustimmen. Für die Demokratische Landtags. fraktion besteht demnach zurzeit feine Beranlassung, sich von neuem mit der Frage zu beschäftigen." Damit stellt sich die demokratische Fraktion auf den Standpunkt, an der fleinen Roqlition in Heffen festzuhalten. Rund um Barmat. Fall Roenen. Die Millionen des„ Preffedienstes". Seit die Brüder Barmat verhaftet wurden, steht für die kommunistisch- deutschnationale Breffe folgendes feft: 1. Die Barmats find schuldig. 2. Mitschuldig ist jeder, der einmal bei Barmat zu Besuch war oder bei der Bank der Barmats ein Konto gehabt hat oder einmal bei Barmat, sei es auch als noch so fleiner Angestellter, ein paar Wochen tätig gewesen ist. 3. Mitschuldig sind auch diejenigen, die mit den unter 2 bezeichneten Personen verwandt oder verschwägert sind. Es läßt sich denken, was für Busammen. hänge" man nach dieser Methode tonftruieren fann! Julius Barmat war Mitglied der holländischen Sozialdemokratie. Infolgedessen befinden sich unter seinen Bekannten zahlreiche deutsche Sozialdemokraten. Das ist äußerst angenehm. Aeußerst un angenehm dagegen ist, daß es auch Deutschnationale und Kommunisten gibt, deren Namen man in Zusammenhang mit Barmat nennen tann. Natürlich ist es ein Unfinn, jeben als forrupt hinzustellen, der einmal bei Barmat Geld geliehen hat. Aber da die„ Rote Fahne" diefen Unsinn zum System erhoben hat, ist ihr die Erklärung der Barmats, auch der fommunistische Frattionsvorsitzende Roenen habe dies einmal getan, äußerst peinlich. Herr Koenen bezeichnet jetzt in der Fahne" jeben als„ ehrlosen Berleumder", der behauptet, daß er jemals bei der Firma Barmat ein Konto besessen habe. Er wird gut tun, gegen die Barmats die Berleumdungsklage zu erheben, denn die sehr detaillierten Behauptungen über dieses Konto stammen betanntlich von ihnen Die Deutsche Zeitung" beschäftigt sich noch einmal mit den Millionen des Sozialdemokratischen Pressedienstes". Diese Millionen existieren nur in der Phantasie. Durch Einsicht in das Grundbuch oder durch einen einfachen Spaziergang und Beaugenscheinigung der Firmentafel kann sich die Deutsche Zeitung" davon überzeugen, daß das Haus Belle- Alliance- Play Nr. 8 dem Vorwärts"-Berlag gehört. Dort ist der Pressedienst" in einem neu aufgebauten fünften Stock mert als Mieter untergebracht, nachdem er jahrelang mit der Borwärts"-Redaktion zusammen in qualvoller Enge gehauft hatte. Barmat hat mit der ganzen Sache ebensoviel zu tun wie der Justizrat Claß oder der Schah von Persien. " 1 " 1 Haftentlassungen bevorstehend? " " Wie die BS- Korrespondenz erfährt, dürfte in der kommenden Woche die Vernehmung der früheren Direktoren der Preußischen Staatsbant, Geheimrat nt ühe und Geheimrat Sellwig abgefchloffen werden. Beibe Herren haben bisher dem Untersuchungsrichter gegenüber energisch bestritten, daß fie für die Kredite, die sie dem Barmat- Konzern bato. der Amerima" gewährten, persönliche Vorteile erhalten haben. Infolgedeffen wird erneut die Frage geprüft werden, ob jetzt, nachdem die Untersuchung gewissermaßen in ein vorläufig abschließendes Stadium getreten ist, der saftbefebl noch weiter aufrecht erhalten werden kann. Direk tor Julius Barmat hat ebenfalls bestritten, daß er Beamten der Staatsban! Geschenke oder sonstige Zuwendungen gemacht habe. Vielmehr sei er von früher her bei der Reichsbant gut aftreditiert gewesen und habe dort schon vor längerer Zeit Kredite erhalten, für die er keine anderen Sicherheiten gegeben habe, als der Staatsbank. Er fei zudem außer von dem ihm persönlich gut bekannten Bauer auch von anderen Persönlichkeiten an die Staatsbank empfohlen worden, deren Präsident ihn selbst empfangen habe. Gegen Mehlzölle und Milchverteuerung. Der DG B., die A f., der Deutesche Gewerkschaftsring, der Allgemeine Deutsche Beamtenbund und der Deutsche Beamtenbund haben an die beteiligten Minifterien zwei Schreiben gerichtet, in denen sie sich gegen die Einführung von Mehl 3öllen und für die Herabsehung der Milchpreise einsehen. Dem Profeft gegen die/ Mehlzölle liegt das bekannte Rundschreiben des Vereins Deutscher Handelsmüller vom 12. Januar zugrunde, in dem aufgefordert wird, auf Abgeordnete der verschiedensten Parteien usw. einzuwirken und das Reichsernährungsministerium zu veranlaffen, auf dem Wege der Verordnung Mehlsölle einzuführen. Angesichts der Tatsache, daß die Mehlpreise gegen wärtig immer noch ganz erheblich höher als vor dem Ariege find, halten es die in Frage kommenden Gewerkschaftsbünde für ihre dringende Pflicht, gegen die Einführung von Mehlzöllen entschieden Einspruch zu erheben. Sie müffen das auch dann fun, wenn diese Einführung auf gefehlichem Wege vor sich gehen follte. Die Art jedoch, wie der genannte Verein diese Einführung erstrebt, muß, da fie durchaus ungefehlich ist, erst recht abgelehnt werden. Gleich zeitig ergibt sich aus dem Vorgehen des genannten Vereins, daß man fich in feinen Kreisen darüber klar ist, einen Mehlzoll aus volts. virtschaftlichen Gründen nicht rechtfertigen zu fönnen. Er hat deshalb wohl keinen Mut, feine Forderung auf geradem und gefehlichem Wege zu vertreten. Die Gewerkschaffen befonen die nicht berechtigung des Verlangens der Handelsmüller nach Mehlzöllen, die auch durch eine Gegenerklärung des genannten Vereins nicht behoben worden ist. Soweit die Entwicklung des Milchpreises in Frage tommt, ergibt fich eine örtliche durchaus verschiedene Gestaltung der Preise, 3. B. fich eine örtliche durchaus verschiedene Gestaltung der Preise, 3. B. ist die Milch in Dresden auf 20 bgm. 19 Pf. je Cifer mit einem Zuschlag von 2 Pf. für Lieferung frei Stelle ab 12. Januar herabgesetzt worden, während in anderen großen Städten, wie 3. B. Berlin, der Milchpreis zurzeit noch immer 32 bis 35 Pf. beträgt. Die angeführten gewerkjóaffichen Spikenorganisationen find der Auffassung, daß bei einem tafträffigen Eingreifen der in Frage fommenden Reichs- und Staatsbehörden es durchaus möglich sein müßte, auch für Preußen und andere Landesteile einen entsprechenden ermäßigten Preis herbeizuführen. Der deutsch- französische Handelskonflikt. Die französische Darstellung. Paris, 17. Januar.( WTB.) Havas berichtet, über die geftrigen vierstündigen Verhandlungen in der deutsch französischen Wirtschaftsdelgation, die deutschen Delegierten hatten sich wieder unnadhgiebig gezeigt und eine These entwickelt, von der man in autorisierten französischen Kreisen erfläre, sie überschreite die Grenze der möglichen Zugeständnisse Frankreichs. Während die französischen Délegierten die Bedingungen des provisorischen Abtommens erörtert hätten, hätten die deutschen Delegierten verlangt, daß die Grundsäge, die zu ihren Gunsten in dieses Abfomnien auf. genommen wurden, auch gewissermaßen automatisch in den Was die endgültigen Bertrag aufgenommen würden. elfäffischen und tothringischen Produkte anlange, hätten die Deutschen tie Bulaffung gewisser Kontingente gestattet, aber diese Bugeständnisse von den Reklamationen abhängig gemacht, die andere Wiächte erheben tönnten, mit denen Deutschland im Verhältnis der Meistbegünstigung stehe. Angesichts dieser Forde rung habe die französische Regierung schriftlich den deutschen Dele gierten hre lehten Vorschläge erneuert Damit diesmal feine Zwei. deutigkeiten besteher tönnten, würden die deutschen Delegierten sich an ihre Regierung wenden und deren Antwort bekanntgeben. der im Vertrage von Versailles vorgesehenen Bestimmungen hinaus. läuft. Dagegen hat sie sich bereiterklärt, bet Erörterung der einzelnen Barengebiete zu prüfen, inwieweit den besonderen Berhaltnissen Elsaß- Lothringens durch eine Vorzugsbehandlung Rechnung getragen werden könne. Die deutsche Delegation hat dabei jedoch den Vorbehalt gemacht, daß Borzugsrechte, die auf diese Weise newährt werden können, in Wegfall kommen, falls sie auf Grund der Meistbegünstigung von dritten Staaten in Anspruch genommen werden. Tatsächlich ist Deutschland auf Grund des mit fast alien anderen Staaten zurzeiz hestehenden meist begünstigungs. verhältnisses diesen gegenüber verpflichtet, ihnen dieselben Vorzugsrechte einzuräumen, die Frankreich für Elsaß- Boihringen gewähr bekommen würde. Würden dritte Staaten von diesem Recht Gebrauch machen, so würde eine für die deutsche Wirt schaft unerträgliche Durchbrechung des geltenden Zollschuzes ein treten. Französische Zeitungen behaupten, Deutschland habe in und Frankreich machen wollen. Wenn im Laufe der Erörterungen dieser Frage England zum Schiedsrichter zwischen Deutschland auf beiden Seiten der Name England ebenso wie der anderer Staaten erwähnt worden ist, so ist dies nur zur beispiels." weisen Erläuterung des Problems geschehen. Die deutsche Delegation ist der selbstverständlichen Ansicht, daß es Sache Frantreichs ist, sich mit den dritten Ländern darüber auseinanderzusetzen, ob sie auf Grund der Meistbegünstigung die Frankreich gewährten Borzugsrechte beanspruden wollen oder nicht. Eine schreds, richterliche Tätigkeit irgendeines Staates kommt überhaupt nicht in Frage." Sachleistungen nicht Pumpwirtschaft! Herriot gegen das System seiner Vorgänger. Paris, 17. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die Kammer hat ein Gesez angenommen, das die Schaffung eines selbständigen Am tes für die Sachlieferungen vorfieht. Der Ausschußbericht führt an, daß die Bedeutung der Sachlieferungen in dem Gesamtsystem der deutschen Reparationsleistungen seit Annahme des Dawes Bians wesentlich zugenommen habe. Der Wert der Sachlieferungen fönne in fünf Jahren 1300 Millionen Goldmark erreichen und würde in der Zukunft der Hauptposten der deutschen Zahlungen werden. Das Amt für Sachlieferungen soll im wesentlichen drei Aufgaben haben: 1. durch entsprechende Reklame soll es in Frankreich eine Nachfrage nach deutschen Waren hervorrufen, 2. es soll die Bestellungen zentralisieren und die Zustimmung der Reparations. tommission einholen und 3. die Zahlungen für die gelieferten Waren sicherstellen und vermitteln. Abgeordneter Philippotaug beantragte, daß von den Sachlieferungen der Jahre 1925, 1926 und 1927 den verwüfteten Gebieten eine Priorität von mindestens 200 Millionen Franken erteilt 200 Millionen Franken Priorität einverstanden: Er würde jedoch werden solle. Ministerpräsident Herriot erflärte sich mit vorschlagen, das nicht im Gesetz festzulegen, da dadurch die Handlungsfreiheit des Sachlieferungsamts eingeschränkt werden würde; benn es fönnte immerhin der Fall sein, daß die verwüsteten Gebiete me br Sachlieferungen brauchten und forderten. Im Verlaufe der Debatte erklärte Ministerpräsident Herriot, die Regierung bereit fei, alles mögliche zu tun, um den Geschädigten in der ehemaligen Kampfzone zu helfen. Aber jeder wife, baß. als die jetzige Regierung ans Ruder fam, fie eine fdh mi erige finanzielle Lage vorgefunden habe. Es wäre nicht schwer, dieses zu beweisen. Jezt tönne man teine Anleihen mehr wie früher auflegen. Die Regierung wolle für den Wiederaufbau bis an die Grenze der Mittel gehen, über die sie verfüge. Jedermann, der guten Willens sei, wisse, daß das Kabinett Herriot nicht für die augenblidliche Lage verantwortlich gemacht werden fönne. Jedermann wiffe ferner baß man zu lange die olitik der Sachlieferungen vernachläffigt habe. Man habe, um die durch Anleihen aufgebrachten Banknoten zu verteilen, an diejeni gen Geld ausgezahlt, die das meifte gefordert hätten. Er müsse feter lichst ertlären, er wolle feine Inflation, welches auch die Folge dieser Entschließung sein möge. Er erinnerte an den Sezessions. trieg in Amerita. Damals habe Bräsident Grant seinem Lande einen wahren Dienst dadura geleistet, daß er erklärte, er werde teine Bantnoten mehr bruden lassen. Herriot schloß: Auch wir werden, welches auch die Einschränkungen sein mögen, die wir uns auferlegen müßten, nach diesem Grundsatz handeln. Mit der Politit der Anleihen und Inflation muß Schluß gemacht werden. Ministerpräsident Herriot erntete großen Beifall. Der Gesetzentwurf, der aus drei Paragraphen besteht, wurde schließlich ohne weitere Debatte angenommen und für die Errichtung der Geschäftsstelle für die Sachleistungen bestimmt, daß fie von einem Aufsichtsrat aus sieben Mitgliedern geleitet werden fell, und zwar von je einem Vertreter des Ministerpräsidenten, des Ministeriums des Auswärtigen, des Finanz- und des Handelsministeriums und des Ministeriums für die befreiten Gebiete, des derbauministeriums und des Ministeriums der öffentlichen Arbeiten. Für die beiden ersten Monate des Jahres 1925 mird für diese Körperschaft ein Kredit von 241 000 Fres. bewilligt. Die Kammer befchloß hierauf, fich bis Dienstag zu vertagen und an diesem Tage die Erörterung des Budgets für auswärtige Angelegenheiten zu beginnen. Das deutsch- polnische Abkommen. Situng des Auswärtigen Ausschusses. Der Auswärtige Ausschuß des Reichstags behandelte heute den Gefeßentwurf wegen eines deutsch polnischen Abfon mens uber Glaatsangehörigkeits- und Option fra Abkommens Nachdem der Berichterstatter des Ausschusses, Abgeordneter Dr. Hoesch( Dnat.) sich ausführlich zur Sache gedusert batte, gab Staatssekretär Lewald, der das deutsch- polnische Abkommen auf deutscher Seite unterzeichnet hat, einen Ueberblick über die Vorgeschichte des Abkommens und den Verlauf der Berhandlungen. Von den zuständigen Regierungsvertretern wurden darauf verschie dene Fragen beantwortet, die aus der Mitte des Ausschusses zur Behebung von Zweifeln zweds Wahrung des deutschen Standpunites an die Regierung gerichtet wurden. In der sich anschließenden vertraulichen Diskussion sprachen die Abgeordneten Dr. erat( Dnat.), pon rentagh 2oring. hopen( Dnat.), Graf Bernstorff( Dem.), Graf Lerchenfeld ( Bayer. Bp.) und Hermann Müller( S03.). Der Ausschuß be schloß, dem Plenum des Reichstages die Annahme des Gefeßentwurfes zu empfehlen. Die Stellung der deutschen Unterhändler. Paris, 17. Januar.( Eigener Diahtbericht.) Die deutsche andelsvertragsbelegation tritt den Angriffen der französischen Breffe in folgender amtlichen Darstellung entgegen: „ Gegenüber falschen Darstellungen der französischen Breffe über den augenblicklichen Stand der deutsch- französischen WirtschaftsverNoch eine abgefertigte Berleumdung. Der Amtliche Breußische handlungen ist nochmals zu betonen, daß der Hauptgrund der entstandenen Meinungsverschiedenheiten darin zu finden ist, daß Pressedienst teilt mit: Einige Berliner Blätter greifen eine Anfrage der Bergisch Märkischen Zeitung an Minister die deutsche Delegation an dem von den beiderseitigen Borsitzenden Gebering auf, in der dem Ministerium des Innern Beziehungen am 12. Oftober unterzeichneten 3 wischenprotokoll fest. zu einem dänischen Fettimporteur, Riefer, nachgesagt werden und hält, dessen wesentlicher Teil die Einräumung der Meistbegünsti- das Ministerium verdächtigt wird, zugunsten Kiefers, der feine vor gung de jure an Frankreich gegen die Meistbegünstigung de facto Ichriftsmäßige Handelserlaubnis besessen habe, eingegriffen zu haben. an Deutschland ist. Die deutsche Delegation hat feinen Anlaß ge- Bie hierzu amilich festgestellt wird, sind diese Behauptungen nommen, für das in Aussicht genommene furzfristige Abkommen und Verdächtigungen von Anfang bis Ende frei diese gemeinsam gefundene Grundlage zu verlassen oder sie, wie die erfunden. Das Ministerium des Innern hat mit dem Impor teur Kiefer, der mit Genehmigung des Reichsministers für franzöfifche Formel lautet, nicht mehr völlig anzuwenden". Ein weiterer Bunft der Meinungsverschiedenheiten bildet die Ernährung und Landwirtschaft und mit Einfuhrerlaub Frage der Vorzugsbehandlung der elsa fothringi. nis der Außenhandelsstelle für Dele und Fette seine Geschäfte tätigte, niemals etwas zu tun gehabt. Die Handelserlaubnis ist fchen aren. Die deutsche Delegation hat an ihrem wiederholt auf völlig regulärem Wege durch das Bolizeipräsidium erteilt dargelegten Standpunkt feltgehalten. daß jede Regelung abgeworden und es ist hierbei nichts porgekommen, was zur Beanstanlehnt werden müße, die in der Praxis auf eine Berlängerung dung Anlaß geben tönnte. Gewerkschaftsbewegung §7 Die Hüttenarbeiter unter dem Schuh des§ 7 Gewertschaftsbünde für ihre dringende Pflicht, gegen die Ein führung von Mehlzöllen entschieden Einspruch zu erheben. Sie müßten das auch dann tun, wenn diese Einführung auf gefeh lichem Themege vor sich gehen follte. Die Art jedoch, wie der genannte Berband diese Einführung erstrebt, muß, da durchaus ungefeß bedingungen zahlreicher Arbeitsgebiete der Heimarbeit sind. Der Grund hierfür dürfte wohl in der Hauptsache die allen Gewerkschaf tern befannte Tatsache sein, daß die in der Heimarbeit beschäftigten Arbeitskräfte, in der Hauptfache Frauen, so überaus schwer für die gewerkschaftliche Organisation zu gewinnen find. Das unsoziale Reichspoftminifterium. lich, erst recht abgelehnt werden. Zugleich aber zeigt die Art des Borgehens des Vereins deutscher Handelsmüller, daß man in seinen Kreisen sich darüber flar ist, daß aus volkswirtschaftlichen Gründen Bam Zentralverband der Angestellten wird uns gefchrieben: Der ein mehizoll nicht zu rechtfertigen ist, und deshalb nicht mit der Reichsregierung abgeschlossene Reichs- Angestellten- Tarifverden Mut hat, seine Forderung auf geraden Wegen zu vertreten. Um trag vom 2. Mai 1924 fieht in seinem§ 43 vor, daß Angestellso mehr betonen die Unterzeichneten die Unberechtigung des Bersten mit einer ununterbrochenen Dienstzeit von 10 Jahren langens nach Mehlzöllen, die auch durch die Gegenerklärung des das Dienſtverhältnis nur bei Borhandensein eines wichtigen genannten Berbandes nicht behoben worden ist. Grundes, der sowohl in der Person des Angestellten wie auch in den Verhältnissen der Verwaltung liegen fann, zu fündigen ist. Sollte die Dienststelle, bei der der Angestellte beschäftigt ist, aufgelöst werden, so sollten die Angestellten, sofern dies die Verhältnisse der Reichsverwaltung gestatten, nach§ 44 einer anderen Dienststelle übermiesen werden. Dazu hat nun das Reichspoſtministerium am 18. Dezember 1924 eine Verfügung erlassen, nach welcher die Dienstzeit sich darüber flar werden müssen, ob die Weiter Oberpostdirektionen Dor Ablauf der zehnjährigen beschäftigung dieser Angestellten mit Vorteil für die Deutsche Reichs. poft verbunden ist oder nicht. Entsprechen die Leistungen der Ungestellten nicht in jeder Hinsicht voll den Anforderungen, so ist ihnen rechtzeitig das Dienstverhältnis zu fündigen." Die zweite Erklärung der Spitzenverbände bezmedt eine Herabsetzung der Milchpreise. Beseitigung des Zweischichtensystems. Berlin, 17. Januar.( WTB.) Das Reichskabinett hielt heute nachmittag eine Sihung ab, in der u. a. die Frage der Arbeitszeit in kotereien und hochofenwerten behandelt wurde. Das Kabinett verkannte in feiner Weise die Schwierigkeiten, die der Industrie aus einer teilweisen Rückkehr zum Dreischichtensystem gerade im gegenwärtigen Zeitpunkt erwachsen, hielt jedoch die fozialpolitische Bedeutung der Frage für so schwerwiegend, daß es gleich wohl einstimmig dem Antrag des Reichsarbeitsministers beitrat, den Schutz des§ 7 der Arbeitszeitverordnung auf Kotereien und Hochofenwerke zu erstreden. Um den Betrieben für die Umstellung Zeit zu laffen, ist das Jufrafftreten der Berordnung, das ursprünglich Aus einer Notiz in der Dresdener Boltszeitung für den 1. März 1925 vorgesehen war, auf den 1. April 1925. vom 13. b. M. ergibt sich, daß die für die Milchbelieferung der festgesetzt worden, da der größere Teil des Monats Januar schon sächsischen Städte in Frage kommenden Körperschaften mit verstrichen ist und auch ein wesentlicher Teil der Mitglieder des Ausnahme einiger landwirtschaftlicher Organisationen sich darauf ge Reichswirtschaftsrats die Einführung des Dreischichtensystems erst für einigt haben, den Preis für die Milch auf 20 bzw. 19 Bf. einen erheblich späteren Zeitpunkt vorgeschlagen hat. Endlich wird also die Brutalität des je zwölfftündigen ie Liter herabzusehen mit einem Zuschlag von 2 Bf. für Zweischichtensystems eingestellt und das den Hüttenarbeitern Lieferung frei Stelle. Dieser Preis soll bereits vom 12. d. M. ab zugefügte Unrecht, das die gesamte deutsche Arbeiterschaft gelten. brüstierte und ihre Arbeitszeitverhältnisse ständig bedrohte, Für Berlin und eine große Anzahl anderer großer Städte ist miedergutgemacht. Was auch hinter der ziemlich zweideutigen bekanntlich der Milchpreis noch erheblich höher, in Berlin zur Bendung von einer teilweisen Rückkehr zum Dreischichten seit 35 bis 32 Pf. Die unterzeichneten gewerkschaftlichen Spigen mechsel noch stecken mag, das 3 weischichtensystem, organisationen sind der Auffassung, daß bei einem tatkräftigen Eindiese schwerste Belastung des Achtstundentages, muß aufgegreifen der in Frage kommenden Reichs- und Staatsbehörden es hoben werden. Weshalb dies nicht ebensowohl in den sechs möglich sein müßte, auch für Preußen und eventuell andere Bochen bis zum 1. März geschehen fann wie erst nach zehn Bandesteile einen entsprechend ermäßigten Breis herbei. Wochen bis zum 1. April, ist nicht recht ersichtlich und wenig zuführen. einleuchtend begründet. Der erstere Termin ist insofern besser als er mit einem Montag beginnt, während der 1. April mitten in die Woche, auf einen Mittwoch fällt. Immerhin, die Gemertschaften fönnen einen Erfolg buchen, den ihnen auch das neue Reichskabinett nicht mehr vorenthalten konnte. Handelt es sich auch nur um die Rüderoberung einer den Gewerkschaften unter den für sie ungünstigsten wirtschaftlichen Verhältnissen entrissenen Position, so ist es nichtsdestoweniger ein Erfolg, der zur Wiederherstellung des Achtstundentages führen muß. Gegen Brot- und Milchverteuerung. Erklärungen der Spikenorganisationen. Die unterzeichneten gewerkschaftlichen Spikenorganisationen haben den in Frage kommenden Reichs- und Staatsbehörden am 16. Januar 1925 zwei Erklärungen zugehen lassen. Die erste Erfiärung lautet: Gegen die Einführung von Mehlzöllen. Im„ Borwärts" Nr. 22 vom 14. d. M. ist ein Rund. freiben des Vereins deutscher Handelsmüller" dom 12. d. M. an feine Mitglieder abgedruckt, in dem der Verein diese auffordert, auf Abgeordnete der verschiedensten Parteien einzuwirken, ebenso auf die maßgebenden politischen Körperschaften, um das Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft zu veranlaffen, auf dem Wege der Verordnung Mehlzölle einzuführen. Angesichts der Tatsache, daß die Mehlpreise zurzeit noch immer wie auch die Breise fast aller anderen Maffennahrungsmittel ganz erheblich höher als vor dem Kriege stehen, halten es die unterzeichneten hervorragend Togal Tabletten bewährt bei: Hexenschuß, Nerven- und Gicht, Rheuma, Ischias, Kopfschmerzen Togal stillt die Schmerzen und scheidet die Harnsäure aus. Fragen Sie Ihren Arzt.- 3n allen Apotheken erhältlich. Best. 126% Lith, 0,46% Chinin, 74,3% Acid acet. salic., ad 100 Amylum. Wäsche- Garnitur für Abendtolletten, Taghemd und Beinkleld aus Batist, reich garniert.... 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Die Ausstellung wird in Berlin vers anstaltet werden, voraussichtlich im Mai. Wie im Jahre 1906 liegt die Regie auch diesmal in den Händen der Gesellschaft für foziale Reform, weil alle mit Heimarbeit in Berührung fommenden Arbeitnehmerorganisationen für die Beschaffung von Gewerkschaften haben sich für Beteiligung ausgesprochen Material herangezogen werden sollen. Die Spizenverbände der und die Vorarbeiten dazu bereits in die Hand genommen. Diese Berfügung zeigt die soziale Einstellung des Reichspostministeriums den Angestellten gegenüber. Mit Recht wird jener Scharfmacherftandpunft überall verurteilt, der den Angestellten in seinen besten Jahren wohl ausnutzt und bei der Post werden die Angestellten wirklich ausgenutzt, um sie dann, wenn sie ein fleines Recht mehr aus dem von dem Staatssekretär Sautter unterfchriebenen Tarifvertrag in Anspruch nehmen können, auf die Straße zu werfen. Eine unsozialere Handhabung ist wohl kaum möglich. Es ist anzunehmen, daß bei der fast zehnjährigen Dienstzeit feststeht, ob ein Angestellter leistungsfähig ist oder nicht. Das Gegenteil behaupten, würde bedeuten, daß die Post jahrelang nicht leistungsfähige Angestellte beschäftigt hätte; das ist ausgeschlossen. Aber mutet nicht das Reichs post ministerium den Oberpostdirektionen zu viel zu, wenn es verlangt, daß die Oberpostdirektionen, nachdem sie sich bei einer Beschäftigung von neun Jahren 300 Tagen über die Leistungsfähigkeit des Angestellten fein Urteil bilden fonnten, nun innerhalb der legten 30 Tage vor der Kündigungsfrist sich über den mit der Weiter beschäftigung verbundenen Vorteil"„ flar" werden sollen? In gleicher Weise wie bei den Ausstellungen in den Jahren 1904, 1906 und 1908 sollen auch diesmal die Arbeitsbedin= Zeit, die für die Anfertigung benötigt wird, und durch Angaben gungen in der Heimarbeit durch Angaben der Löhne, der anderer Art, 3. B. über den Arbeitsraum, Zeitversäumnis durch Liefern usw., die den ausgestellten Gegenständen beigegeben sind, der Deffentlichkeit befanntgegeben werden. Die kommende Ausstellung wird sich von den früheren Veranstaltungen aber insofern unter. scheiden, als diesmal nicht ein so allgemeines Elendsbild den Besuchern der Ausstellung vorgeführt werden wird, wie es insbeson dere durch die Ausstellungen von 1904 und 1906 geschehen ist. Die Gemertschaften haben inzwischen in umfangreichem Maße die Ar beitsbedingungen in der Heimarbeit beeinflussen fönnen, und auch die Gesetzgebung hat wenn auch nur in sehr geringem Umfange Befferung gegenüber früher geschaffen. Trotzdem wird die Aus stellung zeigen, wie start verbesserungsbedürftig noch die ArbeitsDer Lohnkonflikt im oberschlesischen Bergbau. Saffowig, 17. Januar. Die zwischen den Vertretern der oberschlesischen Bergbau Industriellen und den polnischen und christlichen Gewerkschaften zur Beilegung des Lohnkonflittes gepflogenen Ver lungen sind unterbrochen worden. Es sollen nunmehr Vers ter der polnischen Regierung zu den Verhandlungen zugezogen und ihnen eventuell der Schiedsipruch übertragen werden. ( Gewerkschaftliches fiehe auch 3. Beilage.) Berantwortlich für Bolitik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gemertschaftsbewegung: S. Steiner: Feuilleton: K. S. Döscher; Lokales und Sonstiges: Frig Raritädt: Auzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet Berlin SW 68 Lindenstraße 3. und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co. Sierzu 3 Beilagen und Unterhaltung und Wissen". Großer Inventur- Verkauf Beginn 5. Januar 1925 i Preise bedeutend herabgesetzt Stoffe für Anzüge, Ulster usw. statt 10.- 15.- 20.- M. jetzt 8.-12.-18.-M. 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Alle blinden Verehrer«».nes militärischen und waffenklirrenden Deutschland? sonnten sich in seinem Talmiglanz, der die Sinnlosigkeit absoluter Unterordnung unter ein längst überholtes Prinzip doch nicht verdecken, der die Leere und Geistlosigkeit des strammen Systems bei allen ästhetischen Möglichkeiten doch nicht überblenden konnte. Potsdam. Symbol des waffenmöchtigen. Weimar. Symbol des geistigen Deutschlands— den zweiten Teil dieser einst so viel ge- brauchten Phrase könnte man bedingt gelten lassen— denkt man ans„Bauhaus" und an Herrn Roethe als Vorsitzenden der Goethe- Gesellschaft allerdings nur sehr bedingt—, der erst« Teil hat seine Gültigkeü verloren. Der 18. Januar, der Tag der Proklamation des deutschen Imperiums im Spiegelsaal zu Versailles, dieser Tag hat einen anderen, einen erweiterten Sinn bekonunen.„D a s Deutsch« Reich ist ein« Republik," und zu hoffen und auch anzunehmen ist, daß die republikanische Mentalität doch eines Tages die potsdämliche im wesentlichen verdrängt haben wird. Daß diese Vermutung berechtigt ist, empfindet man tatsächlich auf einem Rundgang durch dos„neue" Potsdam. Freilich, verschiedene der höchsten und allerhöchsten Herrschasten liegen in ihren feudalen Villen auf ihren höchsten und allerhöchsten Sofas und nehmen übel, die Herren Lehrer und Oberlehrer erteilen den Unterricht gewiß nicht immer„im Geist der Völkerversöhnung", das Bürgertum— was sich so nennt— schimpft auf die Republik im allgemeinen und mit Unterstützung der deutschnationalistischen„Potsdamer Tageszeitung" auf die Sozialdemokratie, die sie laut Siloesternummer im Jahre 1S25„aus dem Himmel jagen" will, im besonderen, aber alle dies« Schmoller und Schreier sind nicht so gefährlich, wie sie gern sein möchten. Denn, daß man ein« bestehende gefestigte Staatssorm nicht mit„vaterländischen Feiern" umstößt, das haben sie noch nicht «ingesehen, das werden sie auch wohl schwer begreifen. Das zweite Gesicht. „Potsdam wird ganz besonders von älteren ruhebedürftigen und woylhabGnden Personen ausgesucht und ist wie nur wenige deutsche Städte als WoKnsttz für alle diejenigen geeignet, die m Ruhe und Vehaglichteit ihr Dasein genießen wollen"— erzählt nämlich recht snobistisch der Führer. Wenn das auch sehr bitter tlmgt für Was man heute in Potsdam sieht. Auch ein Beitrag znm 18. Januar. die vielen, die nicht so„wohlhabend" sind, daß sie„in Ruhe und Behaglichkeit ihr Dasein genießen" können, so muß man doch die Schönheit, Sauberkeit und angenehm« Stille der Stadt im Straßen- bild auch heute bestätigen-, die Monarchie hält ihren Kirchhos gut in Stand. Daß 65 000 Einwohner nicht mehr Krach machen, ist zu» nächst verwunderlich, erkennt man die soziale Struktur der Stadt, freilich erklärlich. Nur eins ist anders: verschwunden ist das ZNilllär, das einst den Straßen ausich'aggebendes, frohbnntes Gepräge gab. Fast unmerklich wurde es, und auf dem Platze vorm Sladtfchloß, wo die Heroen Offiziere, die Götter des unfeligen Drills, mit ihren „Kerls" Triumph» feierten, lausen frische Jungens ohne Helm, ohne Koppel, ohne Gewehr— nein, nur im Sportdreß. Sie spielen auch nicht„Soldaten", sie spielen Schiagball. Und hinter der Kaserne der Leib. Eskadron, wo einst des Exkaisers Pferde paradierten, baut man neue Wohnhäuser, in der Kaserne selbst ist das Finanzamt untergebracht, in einer anderen Kaserne liegt Schutzpolizei, in die der Garde-Jäger wurden Prioatwohnungen eingebaut, einige sind natürlich auch von Reichswehr belegt, und selbst das früher mal vom Exkaiser bewohnte Siadlschloß wurde zum größten Teil Zwecken der Gemeindebehörde dienstbar geniachi. Vor dem gegen den Markt zu halbrund ausgeschwungenen architektonisch prachtvollen Fortuna- portal, dort, wo früher die Wache aufzog, warten tagtäglich die Er- werbslosen, deren schäbige Kleidung und müdes Gesicht durchaus nicht zu dem heiteren Barockstil sorgenloser Zeiten paffen will, und im Theatersaal, in dem«inst Schauspieler sich produzierten zu Zeiten, da man angeblich vor ihnen die Wäsche weghängen mußte, führen Deutschnationale aller Schattierungen des öfteren ein lärmiges Spektakulum auf— als Gemeindevertreter im hierhin verlegten Sladtverordnetensitzungsfaal, Auch Grundstücks- und Hochbauamt sind feit der Revolution 1S18 im Stadtschloß untergebracht: daß es andernfalls noch viel, viel mehr an Wohnungen gefehlt hätte, gibt selbst der Magistratsbeamte in der Unterhaltung zu, die, mit der Zigarette in der Hand, fast gerade dort geführt wird, wo einst zu Friedrich Wilhelm l. Zeiten das Tabakskollegium feinen Sitz gehabt haben soll. So respektlos find wir nun gcwordsn! Die Wohnungsnot ist deswegen natürlich noch nicht behoben, doch hatte sie in den letzten Iahren immerhin schon eine Reihe bedeutsamer Siedlung? bauten zur Folge, Allein zirka SO schmucke Einsamilien. Häuser der„Dodenresormer" stehen an der Saarmunder Chaussee. und auch sonst ist man überall gerade in dieser Beziehung not- wendigerweise sehr fleißig gewesen. Vorbildlich ist hierbei, wie neu« Gedanken im Bau von Kleinsiedlungen unter Verwertung Alt- Potsdamer Motive in der Häusergruppe an der Stadtheide verwirklich tworden find. Ein- und Mehr- famikienhäuser stehen um einen kleinen Marktplatz. Di« alte Achsen- betonung, Wechsel im erfrischend wirkenden Anstrich, durchgehendes Gesims, Hochdächer, geschmackvolle Fensterverzierungen— gutes Altes erlebt hier in neuer und brauchbarer Form begrüßenswerte Auferstehung. Potsdam ist eine Stadt im Uebergang, Reliquie ebensowenig wie Kurlositätenkabmett, und falsch wäre es, den schwankenden Zustand des Augenblicks als tragisches Vorzeichen eines „Sterbens in Schönheit" auslegen zu wollen, und das eingangs ge- brauchte Wort Kirchhof hat eben nur einseitige Geltung. „Der neue Geisi�. Der neu« Geist, der darf vorläufig ruhig noch in Anführungs- strichchen gesetzt werden, wenn man objektiver Berichterstatter bleiben will. Gewiß, der Zuwachs an sozialdemokratischen Stimmen betrug Von der Leibeskadron zum Finanzamt. von den Mai- zu den Dezemberwahlen rund hundert Prozent, unser Parteiorgan, das„Potsdamer Volksblatt", wird verhältnismäßig Schilderhaus im Ruhestand. banirer waren auch in Potsdam zur Stell«, als der Franzose Viktor Bäsch geschützt werden mutzte, weil er für den Frieden sprechen wollte. Aber noch sitzt«ine gewaltige deutschnationnle Mehrheit im Stadtparlament, noch' hat ein„nationaler" und„christlicher Bühnenvolksbund" seine blindgläubigen Anhänger, die beim„König und sein Leutnant", den ihnen«in reaktionärer Theaterdirektor, ein Major a. D., vorsetzt in Rausch und Wonne rasen, noch darf ein Blättel wie die„Potsdamer Tageszeitung' schmutzige Verleumdungen gegen die Republik kübelweise von sich geben, noch hat ein solches Machwerk Leser feines Geistes, noch stempelt man sich gern „Residenzstadt".„Papa, komm her, sieh dir den Kaiser an!" jagt« eine ältere Frau zu ihrem Gatten; der kam, sah und— Wilhelm siegte: in Verzückung stand der Mann minutenlang vor„seiner" Majestät im Schauienster, und als er wieder sachlich wurde. konnte er nur wehmütig feststellen:„So einen schönen Bart wie srüher hat er nicht mehr." Der Postkarten- Verkäufer, in Potsdam eine wichtige Type, mag den Exkaiser auch ganz gern, weit er„noch einigermaßen verkäuflich" ist, aber viel begeisterter ist er in dieser Beziehung vom Alten Fritz. Der geht in jeder Stellung, in jeder Berkillchung, mit angeklebten Locken, mit einem ausgepappien Hut aus Filz, immer ist er ein glänzendes Geschäft. Die Beliebtheit Wilhelms II. verblaßt gegen die seine bei weitem. Nichts will man vom früheren Prinzen Eitel wissen, Biel gekauft �werden auch Postkarten von Ftlmausnabin., an die man sich in Sanssouci allmählich gewöhnt hat. Hiergegen protestierte mit ziemlich rigorosen Mitteln im Jahre 1920 noch„Ihre kaiserliche Hoheit, die Kronprinzessin"(laut damaligem Reichswehr- befehl des Herrn Oberleutnant Graf Natiischka), heute ist die Dome etwas bescheidener geworden. Sanssouci. Es blitzte in Potsdam. Magnus' Marmorgruppe, Friedrich IT auf dem Totenbett, wagt« man letzthin aus dem Sterbezimmer von Sanssouci zu entfernen, auf dem Gewebchos rühr sie in Frieden, Schon fürchteten die Bürger den Generalangriff auf die Hinterlassen- schaft des„angestammten" Herrscherhauses, aber der Herr Finanz- minister teilt dem besorgt anfragenden Magistrat mit, daß die ihm miterstellte Krongutsoerwaltunq lediglich die Aufgabe hads,„ohne Rücksicht auf irgendwelche politische Momente oder persönlich« Ge. schmacksrichtungen in reiner sachlicher Arbeit" vorzugehen. Sans- *73 Der Mittelweg. Don Sir Philip Gibbs. „Wieso? Um Gottes willen!" fragte der Oberst. „Keine Pferde zur Beförderung mit Schlitten." „Aber wir müssen weiter." sagte der Oberst heftig.„Wenn wir hier Hölle und Teufel in Bewegung setzen, gibt's auch Futter für die Pferde.— Sind Sie gut untergebracht?" „Gewiß," antwortete der junge Mann, der sich jetzt wieder in einen Banditen verwandelt hatte.„Aber kommen Sie mit, Oberst, damit Sic warm werden. Die ganze Gesellschaft bestieg die Schlitten, die mit lusti- ?em Geklingel daoonglitten. Nadia saß mit Bertram und >r. Weekcs zusammen, und sie füllten sie in die Decke und häuften ihr das Stroh unter die Füße. „Donnerwetter, ist das hier eine Kälte," sagte der Doktor. „Hier in Rußland ist unser Blut aus Feuer und Eis gemischt," antwortete Nadia.,.,. „Schlechte chemische Zusammensetzung, brummte der Doktor.„ Auf den Fußsteigen standen Bauern und starrten den Schlitten nach. Ihre Gesichter waren knochig, und die Augen hatten einen toten Blick. � � „Das ist der Hunger." sagte Nadia.„In Moskau haben wir nicht satt zu essen, aber hier verhungern sie buchstäblich. Die Schlitten hielten vor einem Palaste mit langen Fensterreihen, und Nadia stieß einen kleinen Schrei aus. „Ich kenne dieses Haus. Ich war als Kind mit meinen Eltern hier bei meinem Onkel zu Besuchs Er war Gouver- neur von Kasan. Sie haben ihn auf der«traße erschossen. � Bertram sah sie an. Ihre Augen standen voller Tränen. Aber als er ihr beim Aussteigen half, sagte sie tapfer:„Und nun bin ich wieder hier, mit denen, die Hilfe bringen." Im Hause empfing sie wohltätige Wärme. In allen Räumen brannten Holzfeuer, und in den meisten standen Feldbetten. „Ein gutes Quartier." sagte der Oberst.„Ihr Iungens Mtzt, was Luxus ist. „Luxus gibt's hier weniger als Wanzen," sagte ein junger Amerikaner,„denn ehe wir kamen, war es ein Flüchtlings- heim. Und eine Menagerie von Ungeziefer ist es noch." „Arbeit für mich!" meinte Dr. Weekes.„Ich bin als Ungeziefertöter der Leichtgewichtschampion der Welt." Die drei russischen Damen wurden zum Essen eingeladen, aber Unterkunft für sie war in, Hause nebenan eingerichtet. „Das ist gut," meinte der Oberst zwinkernd.„Wir wollen der Hearstprcsse keinen Grund zu Skandalen geben. Und ich sehe ja. daß ihr Iungens schon alle in unsere Prinzessin ver- liebt seid." „Sie ist einzig und unerreicht," sagte der eine.„Aber zum Verlieben ist hier keine Zeit, Oberst." Der Oberst nickte zu �Bertram hinüber.„Wunderbar, wie? Beinah unglaublich." Seine kalten klaren Augen hatten die Kameradschaft zwischen den beiden wohl bemerkt, aber er war diskret und sagte nichts. Aus seinen Vorschlag sollte Nadia als Dolmetscher Dr. Weekes und Bertram aus ihrem Rund- gang durch die Heime für verlassene Kinder begleiten. Bertram drang an ihrer Seite, von ihr ermutigt, in solche Hütten ein, daß sein Herz zu Gott schrie, und daß er sich vor Entsetzen und unüberwindlichem Ekel bald wieder so schlecht befunden hätte, wie damals im Lcichenhof von Petersburg. Am allcrschlimmsten waren die Kinderheime für die Ver- lasienen: in dem ersten befanden sich 1500 von chren Eltern verlassene Kinder. „Warum aber verlassen?" fragte Bertram. Nadta beugte sich über ein Kind, ein Mädchen von zwölf Iahren vielleicht, das nackt auf seinem Lager kauerte. Sie war so abgemagert, daß man die Rippen unter der straff gespannten Haut sah. Das Kind erzählte mit todernstem Ge- ficht, und Nadia übersetzte Wort für Wort. Sie hatte Tränen in den Augen, als sie sich wieder ausrichtete.„Das Kind weiß, waruin ihr Vater sie verließ. Weil er sie liebte und es nicht ertragen konnte, sie nach Brot weinen zu hören, wenn doch keins im Hause war." „Warum sind denn diese Kinder nackt hier in dem Eis- kcller?" fragte Bertram schaudernd. Nadia sprach zu einem traurig dreinschauenden Mann in einem Leiuenrock. „Er sagt, nur aus diese Weise kann man den Typhus niederhalten. Die Kinder kommen in Lumpen, die von Ün- geziefer wimmeln. Er verbrennt diese Lumpen sofort. Aber er hat nicht die Mittel, ihnen andere Z?eider oder Decken zu geben." „Man könilte doch Feuer anzünden?" „Es ist unmöglich, Feuerung zu bekommen." „Trotz der großen Wälder hier?" „Keine Transportmittel." „Aber, mein Gott! Dann müßten die Menschen selber die Stämme in die Stadt ziehen!" „Er sagt, die Männer sind zu sehr entkräftet, und die Verzweiflung macht sie stumpf und träge. Und bezahlen könnte er auch nicht dafür." Sie gingen durch ein Zimmer nach dem anderen, all-' voll mit nackten, zum Skelett abgemagerten Kindern. Kein Laut, kein Lachen unterbrach die fürchterliche Stille. Und ein entsetzlicher Schmutz herrschte überall: es gab ja kein warmes Wasser. Der furchtbare Gestank in den Zimmern war kaum zu ertragen. „Morgen komme ich her und werde hier arbeiten. Dieser gute Doktor hat keine Energie, sagte Nadia. � Dr. Weekes notierte:„Decken, Kleider, Seife.— Kommen Sie ja den Türpfosten nicht zu nahe," warnte er Bertram. „denn die wimmeln von Ungeziefer." Mitten zwischen den typhuskranken Kindern eines anderen Raumes lag schlafend, mit Fieberglut aus dem Gesicht, ein Mädchen von etwa zwanzig Iahrem .„Das ist die Gräfin Norjschin, sagt der Doktor," erklärte Nadia,„sie war hier Pflegerin und hat sich angesteckt. Alle Hoffnung ausgeschlossen, armes Kind." Sie kniete an dem nackten Bretterlager nieder und hob den Kopf der Kranken ein wenig höher. „Prinzessin," sagte Dr. Wecskes barsch.„Sie wissen gut genug Bescheid und sollten unnötige Gefahr vermeiden!" „Sie haben recht." sagte Nadia. den Kopf der Bewußt- losen sanft zurücklegend,„um der anderen willen." (Fortsetzung folgt) Sonci lebt weiter als vielseitiges Meisterwerf großer Künstler, Könner und Berwalter, und auch von jedem republikanischen Gesichtspunkt aus ist es recht und billig, daß es so, wie es ist, erhalten bleibt; d. h. sehr billig ist es nicht gerade, aber recht auf jeden Fall. Oder sollte felbst diesmal Wilhelm, der Unerfättliche, feinen Untertanen einen Strich durch die weiß Gott schon reichlich reduzierte Rechnung machen wollen? Den Sterbestuhl vom Alten Frih hat er fich schon ausgeklaut," erzählt dort ein Alter, ein nachgemachter In dem noch bis zum Kriege bewohnten Neuen Palais befindet sich ſteht fürs Publikum da," sonst hat sich nicht übermäßig viel verändert. jeht eine Schule der Schuhpolizei und eine Telegraphenstation der Reichspost; im übrigen werden noch 25 Zimmer gezeigt zur Freude aller Aesthetiker und Kunstsachverständigen, zur Begeisterung aller Theoretiker von Blut und Eisen und der hierher wallfahrenden An beter der Monarchie. Schönheitssucher einerseits und die, die nicht alle merden, andererseits fie treffen sich wenn auch aus ganz verschiedenen Motiven im Part von Sanssouci. Viele besuchen auch bei dieser Gelegenheit das Grab der Auguste Viktoria, dann menden sie sich der Historischen Mühle zu, wennschon sie faum wissen, daß Friedrich II. in dem berühmten Prozeß gegen den Müller Arnold das Recht nur deshalb zugunsten des Mannes aus dem Bolt" beugte, meil es ihm ermöglichte, feinen für das Urteil verantwortlichen Großkanzler loszuwerden. Sie, die ihn anbeten, fie fennen ihren müften und doch liebenswerten Alten Friz ja gar nicht, fie machen fich eine Borffellung von ihm, die zwar fleinbürgerlichem Untertanenideal entsprechen mag, die aber jeder historischen Wahrheit widerspricht. Friedrich II. jagte einmal: Sat man vergessen, daß der Krieg eine Geißel ist, die alles Unglüd vereinigt und noch dazu alle möglichen Verbrechen?" Nun, die Potsdämlichen, die haben's vergessen, falls sie es je gewußt haben. Und doch, und doch! Selbst in Potsdam, der Hochburg der Reaktion, jpürt man leise das Berbersten der alten machtpolitischen Scheinideale. Noch fuchteln ihre Ber trerter mit Säbeln und Spießen in der Luft herum, aber das neue Deutschland, das neue Europa werden die Stiche der wildgewordenen Militärs zu parieren wissen. Wehrhaft werde auf seine Art das gerade in Potsdam so geschmähte Zivil! Vor der breiten Fassade des Schlosses Sanssouci standen wir am Abend, Nacht wurde es rasch, bald sah man nur noch die Kronen fahler Riesenbäume gespenstisch in den tiefen Horizont stechen. Nur Lichter blinkten auf im Städtchen, wenige erst, später sehr viel, und der Lärm von Bahnen, Autos, Wagen, Menschenrufen brach drunten nicht ab. Das war nicht nur der Schmollwinkel der Wohlhabenden, die in Ruhe und Behaglichkeit ihr Dasein genießen" wollen, das war eine Stadt der Bewegung, der Arbeit. In der Tat, Potsdam ist nicht mur ein Museum, nicht nur ein Schmuckasten, diese Stadt verjüngt fich wenn auch mit Schmerzen. Mit einem Wort: der Not ge horchend und nicht dem eigenen Triebe ersteht das neue Potsdam! " Die Wahrheitsliebe der Roten Fahne". In der„ Roten Fahne" wird den Lesern erzählt, die Sozialdemofraten hätten am Donnerstag in der Stadtverordnetenver fammlung unter der Einwirkung der außerparlamentarischen Aktion der, Tribüne" in der zweiten Abstimmung für den fommunistischen Erwerbslofenantrag gestimmt, nachdem sie ihn zuerst ab gelehnt hatten, In Wirklichkeit verhält sich die Sache so, daß nach der Geschäftsordnung natürlich zuerst über den kommunistischen Original antrag abgestimmt werden mußte, der von unserer Fraktion abgelehnt wurde, weil bei seiner Annahme die Gefahr be= stand, daß die Reichsbeihilfen der Stadt entzogen würden. Während der Debatte hatten die Kommunisten und die Demofraten Ergänzungsanträge zu dem Antrag des Ausschusses gestellt, die dann in Gemeinschaft mit dem Ausschußantrag an genommen wurden. Der Schreiber in der Berliner" Prawda" tut fo, als hätte es fich überhaupt nur um einen Antrag gehandelt. Das wird natürlich mit vollster Absicht deswegen getan, damit dem„ Bor wärts" und den Sozialdemokraten eins ausgewischt werden. Die Rote Fahne" scheint der Meinung zu sein, daß teine Möglichkeit besteht, den richtigen Sachverhalt aus der Stadtverordnetenverfamm lung nach außen zu bringen. Man sieht eben wieder, was fommunistischen Lesern zu glauben zugemutet wird. Der erste Regierungstag. Ort der Hamblung: Das Arbeitszimmer des Reichskanslers. Personen: Der Reichstanzler, fein Staatssekretär. Der Kanzler: Buten Morgen, Herr Geheimrat Ber. zeitung: Herr Staatssekretär. Das wird heute ein schwerer Tag merden: erstens die Ministerliste ergänzen, zweitens die Regierungserflärung ausarbeiten ein bißchen viel auf einmal. Der Staatssetretär: Um die Regierungserklärung brauchen Sie sich nicht zu sorgen, Herr Reichskanzler. Herr Ministe rialdirektor Sowieso ist schon dabei, die von den einzelnen Refforts ausgearbeiteten Bruchstücke zusammenzuflicken. In einer Stunde mud sie Ihnen vorgelegt. Der Kanzler: Aber ich will ja felbst... Der Staatssetretär: Das war bisher ich meine natürlich in der guten alten Zeit so Sitte. Und wir wollen ja die Sitten der guten alten Zeit wieder einführen. Der Kanzler: Gewiß aber die einzelnen Parteien haben doch Wünsche... Der Staatssekretär: Die Herren Geheimräte in den Aemtern haben selbstverständlich schon mit der Deutschnationalen Partei Fühlung genommen. Der Kanzler: Nur mit den Deutschnationalen?? Und die Deutsche Bolkspartei? Der Staatssekretär: Die hat keine besonderen Wünsche. Sie schließt sich in allen Punkten den Ansichten der Deutschnatiofen an. Der Kanzler: Selbstverständlich: sonst wäre ich ja in meinem Leben niemals Reichskanzler geworden. Aber das Zentrum? Der Staatssetretär: Das Zentrum? Was brauchen wir noch viel auf das Zentrum Rücksicht zu nehmen: es wird ja doch nicht mehr abspringen. Der Kanzler: Sie sind also ganz sicher, daß ich mich auf die Arbeit der Herren Geheimräte verlassen fann? Der Staatssetretär( pifiert): Herr Reichskanzler war dech selbst Beamter. Der Kanzler: Mir foll's recht sein. Also kann ich mich vorläufig auf die Ministersuche beschränken. Ist Ihnen, Herr Staatssekretär, vielleicht heute nacht im Traume so ein Justizminister oder Finanzminister eingefallen? Der Staatssetretär: Ich habe heute nacht nur gute Träume gehabt, also nichts von unserer Regierung. Der Kanzler: Ich habe geträumt, daß ich den Landgerichtsrat Bewersdorf zum Justizminister und mich selbst zum Finanzminister ernannt hatte. Und da fing ich an, aufzuwerten, jc in einer Tour, alles natürlich mit Ausnahme der landwirt. schaftlichen und industriellen Hypotheken ich sage Ihnen, das war einfach großartig: nach drei Tagen war der Dollar nur noch drei Rfennig wert. Der Staatssetretär: Oder umgekehrt? Der Kanzler: Bielleicht auch umgekehrt: es war gottlob nur ein Traum. Deshalb müssen wir ja nach Ministern weiter fuchen. Neues von der Staafener Meineidsaffäre. Der Staatsanwalt gegen Entlastungszeugen. Die Staafener Meineidsaffäre zieht immer weitere Kreise und es ist nacs allem noch nicht abzusehen, welches Ausmaß dieser bisher schon soviel Aussehen erregende Fall noch nehmen wird. Es scheint so, als ob sich ein Rattenkönig von Meineidsprozessen aus diesem Einzelfall entwickeln wird. Nach der Richtung weiterer Strafperafhren deutet ein Schritt der Staatsanwaltschaft hin, der bisher in einem Berfahren, das schon bis zum Urteil vorbereitet war, eine Seltenheit in der deutfchen Strafjustiz bilden dürfte. So sind nunmehr bei mehreren Entlastungszeugen Haussuchungen abgehalten Kreis- Mitgliederversammlungen! Tagesordnung: Der Rechtsturs in Deutschland. Prenzlauer Berg: Dienstag, den 20. Januar, abends 7 Uhr, Aula der Oberrealschule, Pasteurstraße 44/45. Referent: Ministerpräsident a. D. Stelling, M. d. R. Charlottenburg: Mittwoch, den 21. Januar, abends 7% Uhr, Oberrealschule Schloßstraße, am Sophie- Charlotte- Platz. Referent: Heinrich Ströbel, M. d. R. Schöneberg: Donnerstag, den 22. Januar, abends 8 Uhr, Schulaula Feurigstr. 57. Referent: Franz Künstler, M. d. R. Mitte: Freitag, den 23. Januar, abends 7% Uhr, Musikerfäle, Kaiser Wilhelm- Straße 31. Referent: Rudolf Breit scheid, M. d. R. Die Hochstapeleien der Gräfin Chamare. Im Banne der Hörigkeit. Schneller als man annehmen konnte, ist der Prozeß gegen die beiden Schwindlerinnen„ Gräfin Chamare" und Martha Prager zu Ende gegangen. Nach dem Gutachten von Med.- Rat Dr. Störmer sind die beiden Angeklagten durch und durch degenes rierte Frauen, die unter dem Einfluß des Morphiums und Kokains stehen. Die Gräfin Chamaré befindet sich in völligem Hörigkeitsverhält nis zu ihrer Freundin Prager. Die Aerzte halten aber beide Angeflagte für ihre Taten verantwortlich. Wie die Beweisaufnahme ergab, haben die Angeklagten ihre Erbschaftsschwindeleien nicht nur unter ihrem richtigen Namen verübt. sondern sind auch als Gräfinnen v. Waldershausen und v. Finkenstein, Mutter und Tochter aufgetreten. Sie mieteten sich Equipagen und fuhren vor die besten Geschäfte vor und erschwindelten erhebliche Kredite. In einer Bension wohnten sie ein ganzes Jahr auf Kredit und pumpten gegen wertlose Wechsel die Pensionsinhaberin nod; an. Dann verschwanden sie und bezogen eine andere Pension, in der sie dasselbe Treiben fortsetten. Einem 75jährigen Herrn Krause versprachen sie, immer unter Hinweis auf ihre Millionenerbschaft, einen Berwalterposten und veranlaßten den Greis, zur Hergabe feiner ganzen Ersparniffe in Höhe von 12 000 Goldmart. Die An geflagte Gräfin Chamaré" bestritt, sich des Betruges schuldig gemacht zu haben. Sie habe ernstlich an die Millionenerbschaft ge glaubt. Diese sollte ihr von einem Herrn Json Damman zugejagt worden sein. Mit Damman habe sie in freundschaftlichen Beziehun gen gestanden und dieser habe sie zur Erbin seines riesigen, aus riegsgewinnen stammenden Vermögens, das in der Schweiz niedergelegt sein sollte, bestimmt. Staatsanwaltschaftsrat Ortmann beantragte hohe Gefängnisstrafen, während der Berteidiger bat, die beiden Frauen mit Rudsicht auf ihre unbestrittene geistige und moralische Minderwertigkeit milder zu beurteilen. Das Gericht verurteilte schließlich die Angeklagte Martha Prager zu zwei Jahren Gefängnis, unter Anrechnung von 7 Monaten Unter. fuchungshaft, die Gräfin Chamaré zu einem Jahr Gefängnis. Beide Angeklagte wurden sofort in Haft genommen. 99 Völkisches Kostümfest in Magdeburg? Am gestrigen Sonnabendabend um die siebente Stunde tamen allerlei sonderbar ausgepuzte und angetane Leute, junges Volk und auch älteres, im Potsdamer Bahnhof mit fröhlichem Zuruf und deutschem Geheil zusammen. Es war äußerst belustigend zu sehen, wie geschickt es viele verstanden hatten, sich zu verkleiden. Man hätte sie für richtiggehende Reichswehr soldaten halten können: feldgrauer Waffenrod, Mili är toppel, feldgraue Militärmüge, Brotbeutel, Schanzzeug, Tornister und gerollter Mantel. Einige hatten sich auch mit allerlei Klunkern behangen, die wie eiserne, goldene und silberne Orden aussahen. Es werden aber wohl nur pappene, messingene und Aluminium- Kotillonorden gewesen sein. Die Führer, die fich teils durch vorgestreckte Bäuche( Bodbier!), teils durch greulich zer schnittene Gefichter( germanischer Heldengeist auf deutschen Universi worden, u. a. bei den Zeugen Stelzner und Clement in Staaten, wobei erhebliche Teile ihrer gefamten Rorrespondenz bes getreten, nachdem der Zeuge Clement, ein Freund Eggerts, dem schlagnahmt wurden. Wie erinnerlich, war die Bertagung einSchwurgericht ein Schreiben eines inzwischen nach Brasilien ausgewanderten Staatener Bürgers überreicht hatte, in dem dieser sich eidlich zu Bekundungen bereit erflärte, daß Eggert in den friti schen Nachtstunden nicht bei der Krankenschwester, sondern bei ihm zu Besuch gewesen war. Das Gericht hatte beschlossen, diesen Zeugen vernehmen zu lassen. Nunmehr soll auch noch die Ehefrau Eggerts, die schon vor der Verurteilung ihres Gatten mit ihren Kindern nach Brafilien ausgewandert war, und ein dritter Zeuge aus Staaten, der in Südamerika lebt, dort vernommen werden. Diese Vernehmungen werden auf diplomatischem Wege durch das Konsulat erfolgen. Die Berteidiger haben nunmehr den Antrag gestellt, wegen der außerordentlichen Wichtigkeit dieser Bertäten) auszeichneten, hatten vielfach an der einen Hüftſeite unter nehmung staatliche Mittel bereit zu stellen für eine Hinreise eines Vertreters der Staatsanwaltschaft und eines Bertreters der Verteidigung nach Südamerika, damit diese den Bernehmungen beiwohnen und durch Fragestellung an die zu vernehmenden Zeugen eine Klärung der Sachlage herbeiführen können. Die Staatsanwalt schaft hat diesem Antrage nicht widersprochen und verlangt auf alle Fälle die Anwesenheit ihres Vertreters bei den Bernehmungen in Südamerika, Gleichzeitig haben die Berteidiger einen dringenden Antrag auf Haftentlassung der Krankenschwester Metzger gestellt. Zur Begründung wird angeführt, daß die Hauptzeugin Baermann nach den Feststellungen des Vorsitzenden in der lehten Hauptver handlung vor dem Schwurgericht etwas objettio Falsches geschworen hätte und daß sie nicht den Stadtrat Eggert in der fraglichen Nacht aus der Wohnung der Krankenschwester hat kommen sehen, sondern daß eine Berwechslung vorliege. Berufstundliche Vorträge. Am Dienstag, den 20. Jamtar, abends 7 Uhr, finden in der Aula bes 1. Lyzeums, Berliner Straße 9, Borträge über das Metallgewerbe statt. Es werden besonders die Berufe für Gelbmetalle erklärt werden. Zutritt ist unentgeltlich. Der Staatssetretär: Bielleicht inserieren wir im Lokal- Anzeiger"? Der Reichstanzler: Famose Idee! Aber dann bekomme ich die ersten Bewerbungen frühestens am Montag. Am Montag!! Wenn ich überhaupt an diesen Montag dente, dann bekomme ich Schüttelfrost. Montag, sechs Uhr, Regierungserklärung!! Läßt sich tas nicht vielleicht wieder etwas verschieben? Der Staatssekretär: Das würde ich nicht empfehlen: benn am Ende ist das Zentrum doch imstande, abzuspringen. Der Reichsfangler: Um Himmels willen, dann nicht, dann nicht!( Das Telephon flingelt) Hier Reichskanzler! Stimme am Telephon: Hier Pressechef! Herr Reichs. fanzler, ich habe... Der Reichstanzler: Einen Finanzminister! Bravo! Stimme( zögernd): Nein... mur Auslandspreffeftimmen. TB. frägt an, ob wir Wert auf die Veröffentlichung legen? Der Reichskanzler: Wie sind sie? Stimme( noch zögernder): Offen gesagt: mies! Der Reichst angler: So mies, wie mir ist, sicher nicht. Ra, und sind das viel? Stimme: Ganze Spalten! Der Reichstanzler: Und alle mies? Stimme: 3ft gar kein Ausdruck! Der Reichskanzler: Ganze Spalten! So viel Platz haben die Blätter gar nicht. Die Zeitungen müssen mit dem Raum sparen. Immer sparen! Nur jo tommen wir wieder hoch! Es genügt also, wenn Sie mir nein, wenn Sie dem Herrn Staatsfetretär mündlich Vortrag darüber halten. Ich dante Ihnen. Hallo! Hallo! Sind Sie noch dort? Haben Sie noch keinen Juftizminister? Stimme: Nein, aber ich fann mich ja erkundigen. rialdirektor, tun Sie das! Und wenn Sie irgend jemanden entDer Reichstanzler: Tun Sie das, lieber Herr Ministe decken, der Luft hat... Stimme: Lust soll er auch haben? Der Reichstanzler: Ich meine nur so... Auf Wiederschen!( Man flopft.) Herein!( Ein Diener bringt Telegramme und Briefe.) Aha! Die Gratulanten. Der Staatsjetretär( für sich): Nebbich! Der Reichstanzler( liest vor):" Deutschnationaler Frauenbund Mittweida erwartet rücksichtsloses Zerreißen Schandfriedens Versailles nebst Schuldlüge. Im Auftrage: Annemarie von Arpczynska." Wird gemacht! Aber alles mit der Ruhe. Bitte, Herr Staatsjefretär, freundlich, aber ausweichend antworten. lleberhaupt, lieber Herr Staatsjefretär: niemals fich binden, niemals fich feftlegen. Das ist immer meine Regierungsmarime gewesen.( Lieft weiter vor): Im Namen Hunderttausender von betrogenen Sparern, die durch wiederholte marristische Dolchstöße um Existenzgrundlage beraubt, erwarte von erster nationaler Regierung der Tat sofortige Aufwertung und Anklageerhebung vor Staatsgerichtshof gegen alle bisherigen betrügerischen Finanzminister. gez. Krause, Bürgermeister a. D." So ein... Ueberhaupt diese ehemaligen Bürger meister!( Er flingelt. Der Diener erscheint.) Sie sind so freundlich und lesen den Rest der Briefe und Telegramme. Wenn Sie eine Gratulation darunter finden, bringen Sie sie mir herein. dem Rod merkwürdige Anschwellungen. Das waren aber be. stimmt teine Revolver, sondern Aepfel und Apfelfinen, Schrippen oder Bürste. Manche trugen einen niedlichen kleinen Stahlhelm aus Pappe mit Silberpapier überzogen und mittels einer Sterk bzw. Eicherheitsnadel an der Stelle befestigt, die der Bölfische als deutsche Heldenbrust bezeichnet. Andere trugen in derselben Herstellung einen fleinen Totenkopf: das waren die An gehörigen des Vereins völkisch- jugendlicher Selbstmörder". Wieder andere trugen an den Muzen ein Edelweiß, das sie unter Bestehung aller möglichen Gefahren an den Felsabhängen der Berliner Schweiz gepflückt hatten. So hatte sich ein jeder nach seinem Geschmac ausstaffiert, und so fuhr man schließlich mit der Eisenbahn in die Nacht gen Magdeburg, wo wahrscheinlich am Sonntag ein großes völlisches Kostümfest stattfinden wird. Flecken reinigt Spectrol Der Diener: Jawohl, Herr Reichskanzler.( Will gehen.) Der Reichskanzler: Halt, lieber Freund, wissen Sie vielleicht einen Justizminister? Der Diener( verdußt): Ich? Nein. Das heißt... mir fällt gerade' was ein!( Reichstanzler und Staatssekretär springen auf in höchster Spannung.) Reichstanzler und Staatssetretär: Was? Mensch! Reden Sie doch endlich! Der Diener: Meine Schwägerin ist Hebamme. Sie hat gestern abend entbunden bei einem jungen Assessor. Reichstanzler( enttäuscht): Nee, Assessor? Zu jung! Der Diener: Wenn ich ausreden darf, Herr Reichskanzler? Da ist der Großvater der jungen Frau zu Besuch gekommen. Der foll so etwas wie pensionierter Landgerichtsrat sein, oder Präsi dent, ich weiß nicht recht. Reichstanzler: Erfundigen Sie sich schnell! Der Diener: Ich fann ja mal telephonieren.( Geht.) Reichstanzler: Hoffen wir's!( Das Telephon flingelt.) Hier Reichskanzler. Sind Sie der Landgerichtspräsident? Stimme( am Telephon): Nein, hier ist Stahlhelm, Ortsgruppe Wilmersdorf: Wir verlangen die Auflösung des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold. Muß unbedingt in der Regierungserklärung stehen! Sonst machen wir Opposition. Reichstanzler: Aber, lieber Freund, das geht doch nicht. Dazu fehlt doch die gesetzliche Handhabe. Stimme: Dann verbieten Sie das Reichsbanner auf Grund der Entwaffnungsforderungen des Feindbundes. Reichstanzler: Ra, ich werde mit dem Herrn Reichs innenminister Schiele darüber reden. Das ist sein Reffort. Stimme( ruhiger): Herr Schiele vom Rapp- Butsch? Reichstanzler: Nein, ein anderer, aber ähnlich. Stimme: Dann ist's gut! Dante, Herr Reichskanzler.( Der Reichskanzler hängt an. Es flingelt wieder.) Reichstanzler: Hier Reichskanzler! Stimme( fehr undeutlich): Hier Oberlandgerichtspräsident a. D.... Reichstanzler: Endlich! Bravo! Sind Sie bereit? Stimme: Wozu? Reichstanzler: Reichsjuftizminister zu werden? heißen Sie, wenn ich fragen darf? Wste Stimme:( murmelt einen Namen.) Reichstanzler: Fräntel? Au! Das wird mit den Deutsch. nationalen Schwierigkeiten geben. Aber schadet nichts: Sie stehen wohl den Demokraten nahe? Das wär' ja ausgezeichnet Geßler! Stimme( deutlicher und gereizt): Ich heiße.. tatholisch getauft. neben und bin Reichskanzler: Ein weiterer Zentrumsmann! Großartig! Kommen Sie fofort in die Breffeabteilung, uns Ihre Personalien anzugeben. Aber Sie sind schon jegt engagiert! Auf Wiedersehen! Mein lieber Reichsjuftizminister. Heute nachmittag 3 Uhr, Kabinettfizung Naviculus Folgenschwerer Boxerhieb. Ein Schupobeamter im Streit erstochen. Einen verhängnisvollen Ausgang hat ein Zusammenstoß genom. men, den der Polizeiunterwachtmeister Willy Schmidt am 9. d. M. in der Bartelstraße mit einem Buchdrucker namens Georg Bürth aus der Bartelstraße hatte.. Schmidt war mit einem Mädchen aus der Bartelstraße verlobt. Am 9. Januar d. J. abends ging er in bürgerlicher Klei. dung mit seiner Braut aus und brachte sie wieder nach Hause. Während er noch auf dem Flur stand, um Abschied zu nehmen, tam der Buchdrucker Georg Bürth aus dem Nebenhause Nr. 7 vorbei und hielt sich darüber auf, daß die Haustür aufstand. Er stellte Schmidt zur Rede und erhob drohend seinen Stock gegen ihn. Schmidt fam ihm zuvor und versetzte ihm einen Borhieb, so daß er auf die Straße flog. Auf dem Damm erhielt Schmidt aber von seinem Gegner einen Stoß, wie er meinte, einen Fußtritt gegen den Unterleib. Der Gegner lief dann davon und rief:„ Schupo! Schupo!" Vor dem Hause Hirtenstraße 7 geriet Schmidt, der ihn verfolgte, noch einmal mit ihm zusammen, ließ aber, weil er heftige Schmerzen spürte, von ihm ab und ging nach Hause. Es ergab sich, daß er nicht einen Fußtritt, sondern einen Messerstich erhalten hatte. Schmidt mußte nach dem Staatsfrankenhause gebracht werden und erlag dort jegt seiner Verlegung. Der Stich hatte die Gedärme zerschnitten, der Beamte starb an innerer Berblutung, ohne daß er noch hatte vernommen werden können. Kriminalkommissar Herber vom Polizeiamt Mitte ermittelte den Messerstecher in seiner Wohnung und nahm ihn fest. Bürth gibt zu, daß er gestochen hat, will aber in der Notwehr gehandelt haben. Er behauptet, daß er den Stich erst vor dem Hause Hirtenstraße 7 ge= führt habe. Dem widersprechen aber alle Zeugenausfagen. Der Berhaftete wurde der Staatsanwaltschaft vorgeführt Steuerungerechtigkeiten. fchaft, Vogt( Berlin), die Oberbürgermeister aus Bochum, I Effen, Dortmund, Gelsenkirchen und Recklinghausen. Nach der Einfegnung sprachen Vertreter der katholischen und der evangelischen Kirche. Als Vertreter der Reichsbahndirektion sprach Reichsbahnpräsident Derpmüller, der versprach, für die Hinterbliebenen zu fergen. Im Ramen der preußischen Staatsregierung drückte Minifter Hirtfiefer sein herzlichstes Beileid aus. Der Beijeßung Der Beilegung wohnten ungefähr 30 000 Personen bei. Am Montag um 9.45 Uhr vormittags wird in der großen Trauerhalle des Hauptfriedhofs in Dortmund die offentliche Trauerfeier für die Dortmunder Opfer der Herner Katastrophe stattfinden. Der Oberbürgermeister von Dortmund und Vertreter der Reichsbahndirektion werden an der Feier teilnehmen. Furchtbarer Raubmord in Wien. ungewöhnlicher Kühnheit ein Raub mord ausgeführt. Die kon In Wien wurde um Sonnabend mittag an einer Beanitin mit torist in Berta Geißler wurde von ihrem Hause zu einer Firma am Karlsplay gej hidt, um dort einen Betrag von 30 Millionen Kronen einzufassieren. Im Hausflur begegnete ihr ein befannier junger Mann. Nach einem Wortwechsel zog er einen Dold, ver fezte der Kontoristin einen Stich in den Hals, entriß ihr ihre Aften tasche mit dem einkassierten Betrage von 30 Millionen Kronen und ergriff die Flucht. Die lleberfallene hatte noch die Kraft, auf die Gasse zu stürzen, wo sie in ihrem Blute zusammenbrach und von Baisanten aufgefunden inurde. Sie starb furz nach ihrer Ueberführung in das Spital. Von dem Raubmörder fehlt bis jetzt jede Spur. Arbeitersport. Schauturnen der Altersriegen. Uns wird geschrieben: Am heutigen Sonntag findet in der Turnhalle Brinzen Die diesmalige Ausstellung und Zusendung der Steuer- Straße 70 zum erstenmal ein großes öffentliches Schauturnen farten läßt mehr als in den Vorjahren zu wünschen übrig. Berder Altersriegen Groß- Berlins statt. Anfang 3 Uhr nachnittags. ziemlich große werden. Aus dem Programm heben wir hervor: Nach den eingegangenen Meldungen dürfte die Teilnahme eine Allgemeine Freiübungen, Sondervorführungen, Rürturnen, alle meine Spiele, Stafettenlauf in der Gaffe, Tauziehen usw. Die Jungen" von 35 bis 40 Jahren werden ein Turnen am Red zeigen, am Pferd üben die 40- bis 50jährigen, am Barren Turner con 50 fundheitsübungen" vorführen. Unsere Jugend tann bier bis 60 Jahren, und die Turner über 60 Jahre werden„ Ge= fehen, wie man durch planmäßige llebungen sich gesund und leicht beiterschaft( auch die Frauen!) dringend zum Besuche einbeweglich erhält. Vor allem ist aber die ermaiene Argeladen. Das Sprichwort: Wer rastet, der rostet! tennen alle aus schiedentlich sind die Sieuerkarten für Berheiratete, denen zumindest für die Ehefrau ein steuerfreier Betrag zusteht, trop wiederholter Reflamation gleidh den Karten der Ledigen ausgestellt worden. Da durch gehen die Betreffenden bei dem fargen Lohn oder Gehalt auch noch des ohnehin geringen Betrages der Steuerermäßigung für zweite Personen verlustig. In Fällen, in denen Steuerpflichtigen die Karten überhaupt nicht zugesandt worden sind, ist dies auch auf rechtzeitige schriftliche Benachrichtigung des zuständigen Finanzamts nicht geschehen. Es bedurfte erst der mit Zeit- und Geldverlust verbundenen persönlichen Abholung der Steuertarten. Am schlechtesten aber find Leute daran, die ihre Wohnung oder sogar den Wohnort gewechselt haben. Meist ist es dann sehr schwer, erst einmal die Stelle zu ermitteln, bei der die Steuerfarte zu erlangen ist. Wer nun nach Ablauf der gesetzten Frist noch nicht im Besitz einer Steuerfarte ist, muß es sich nach einer Berordnung wohl oder übel gefallen lassen, daß ihm ohne sein Verschulden infolge des dann eintretenden Wegfalls der Steuerermäßigung ständig ein höherer Steuerbetrag abgezogen wird. Es heißt zwar in der Verordnung, dieses Geld würde von den Finanzämtern zurückerstattet. Ber aber den auch heute noch ziemlich bureaukratischen Apparat der Finanzämter fennt, wird dieser gefeßlichen Bestimmung wenig Be deutung beimessen. Die Zahl der Fälle, in denen unrechtmäßig erhobene Steuern wirklich zurückerstattet wurden, ist sicher außer erdentlich minimal. In den meisten Fällen trifft die Schuld die Finanzämter. Die fleinen Steuerzahler gegen derartiges Unrecht zy schützen, muß darum Aufgabe aller rechtlich Denkenden sein. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Heute 3½ Uhr nachmittags im Schillersaal: Mufitalische Komödien Eintrittspreis 1 M. einschl. Kleiderablage. Starten find noch am Eingang zu haben. Heute pünktlich 2½ Uhr nachmittags im Staatstheater Charlottenburg:„ Das Konzert". Noch einige Karten an ber Urne zu haben. Preis 1 M. Theaterzettel und Kleiderablage frei. Sonntag, den 25. Ja nuar, nachmittags 3½ Uhr, im großen Saal der Philharmonie: 3. Festfonzert. Internationale Lieber und Chorgesänge". Breis der Einzelfarte 1 M. Karten für alle Veranstaltungen find zu haben im Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr. 3, Vorwärts- Buchhandlung, Lindenstr. 2, Verband der Graph. Hilfsarbeiter, Alte Jakobfiraße 5, Buchhandlung Horsch, Engelufer 24/25, in allen Vorwärtsspeditionen sowie bei den Streis- und Abteilungsausschüssen. Arbeiter- Bildungsschule. Der Lehrplan für das Quartal JanuarMärz 1925 ist erschienen und unentgeltlich in den oben angegebenen Stellen zu haben. Die Jugendweihe für Rofenthal findet am 29. März in Reinidendorf, Lyzeum, Berner Straße, statt. Anmeldungen erfolgen beim Genossen Dehmel, Schillerstraße 13 L. Das Walhallatheater am Weinbergsweg hat sich mit dem vielseitigen Sylvester Schaffer eine Zugkraft großen Ranges verschrieben, die allabendlich eine Bölferwanderung und ein ausverkauftes Haus bringt. Man hat den Universalartisten Schäffer seit 1912 nicht mehr in Berlin gesehen. Während des Krieges weilte er fern von Deutschland. Niemand ficht es diesem herrlich gebauten apollinischen Menschen an, baß er bei seiner Geburt ein schwächliches Kind gewesen und daß er heute bereits ein Mann von 40 Jahren ist. Sein Antlig ist rein, nar und jünglinghaft geblieben, so wie wir ihn zum letztenmal vor bald 13 Jahren saben. Die Grundlage feines verblüffend reichen könnens, mit dem er den halben Abend allein ausfüllt, ist die Jongleurfunst, die er manniafach und mit glänzender Technik variiert( japanischer Jongleur, römische Spiele, Harlefinade). Dann schießt er mit absoluter Sicherheit als Stunfischüße, fpielt ausgezeichnet Bioline, malt geichtvind ein famoses Bild, reitet die bohe Schule auf einem prachtvollen Tier und erscheint zum Schluß als Parsifal, hoch zu Pferd. Beifallsstürme rauschen über ihn. Er ist Liebling aller. Fräulein Billt krüger, Tänzerin von der Staatsoper, eine taufrische blonde Schönheit, füllt ansprechend bie furzen Pausen zwischen den einzelnen Auftritten aus. Von dem übrigen Programm sollen die lebenben Shupturen der Anny Milos, die ulligen Afrobaten Manuel und Francois und der Humorist Marzelli nicht unerwähnt bleiben. Der Tragödie letzter Teil. Beisetzung von fünf Opfern des Eisenbahnunglücs bei Herne. Am Sonnabendnachmittag um 2½ Uhr fand auf dem Herner Kommunalfriedhof die Beisehung von fünf Opfern des großen Eisenbahnunglücks statt. Kurz vor 2 Uhr fegte sich der ungebeure Trauerzug nach dem Friedhof in Bewegung, in dem faft fämtliche Vereine und Korporationen von Herne und Umgegend vertreten waren. Auf dem Kommunalfriedhof fand zuerst die Einsegnung der Leichen durch die Bertreter der fatholischen und evan gelischen Kirche statt. An der Trauerfeierlichkeit nahmen u. a. teil der Oberpräsident Gronowski Münster, Regierungspräsident König( Arnsberg), der Präsident der Reichsbahndirektion Effen, Derpmüller, von der preußischen Staatsregierung Minister Hirtsiefer, der Verkehrsdirektor der Deutschen Reichsbahngefell Durch Güte Preiswürdigkeit leit Jahren bekannt Herren Stoffe, Kammgarn. Ia. Qualität, extra billiges Angebot Mk. 19.80, 15 60, 11.80 Damen Stoffe, Neuheiten, Ia. Qualitäten Mk. 13.60, 10.80, 7.50 Molkenmarkt 14 Ecke Molkenstraße Mef Itoffe * • Tuchhaus M- E- Freitag Bitte auf den richtigen Eingang Nr. 14 zu achten Das Rundfunkprogramm. Sonntag, den 18. Januar. an 9 Uhr vorm.: Morgenfeier. 1. Das Vaterunser, Krebs( Maria Schmidt- Roda( Gesang). 2. Vortrag des Herrn Balk: Christliche Feier und christliche Kunst im unterirdischen Rom". 8. a Morgenhymne, G. Henschel, b) Vespergesang, K. Kämpf( Maria SchmidtRoda. 11.35-2 Ubr nachm.: Nordmarkfeier des Schleswig- HolBerlin. 1. Begrüßungsansprache des Herrn Universitätsprofessors steiner Bundes. Uebertragung aus dem Großen Schauspielhaus, Dr. Scheel, Kiel. 2. Herr Dr. Hugo Eckener, Friedrichshafen, wird in Anlehnung an seine Amerikafahrt über Deutschlands Wiederaufbau und Zukunft sprechen. Mitwirkende: Koszleckscher Bläserbund. Dirigent: Prof. Grawert. Berl. Lehrer- Gesangverein. Dir.: Prof. Rüdel. 3 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule.( Abt. Bildungskurse). Landwirtschaft und Gartenbau. Abteilung Landwirtschaft. Prof. E. Heine, Abteilungsvorsteher an der Lehr- und Forschungsernährung". anstalt für Gartenbau, Berlin- Dahlem: Bodenkunde und Pflanzen3.30 Uhr nachm.: Die Funkprinzessin erzählt: Märchen von und über Andersen. 1. Der Engel, H. C. Andersen. 2. Der gute alte Dichter( Hans Christian Andersen zu seinem 70 Gebrtstage). 3, a) Die Gratulanten, Johann Meyer, b) Träume, Johann Meyer. 4. Ein unveröffentlichter Originalbrief Andersens den Dichter Johann Meyer.( Die Funkprinzessin: Adele Proesler). 4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 6.30 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule.( Abt. Bildungskurse.) Literatur und Kunst. Direktor Rosenhain: Neue deutsche Dichter". 6. Vortrag: Neueste Dichter". 8 Uhr abends: Vortrag des Herrn Regierungsrats Dr. Staudinger: Unsere Wirtschaftslage". 8.30 Uhr abends: Konzert des Moonschen Blindenvereins unter Mitwirkung von Ilse Kamnitzer und Paul Conradi( Rezitation). 1. a) Hymne, W. A. Mozart, b) Rosenzeit, Zapf( Gesangchor des Moonschen Blindenvereins, Dirigent: Max Hölting). 2. a) Der Türmer, Arno Holz, b) Aus dem Fantasus, Arno Holz, c) Dörpertanzweise, V. v. Scheffel( Ilse Kamnitzer). 3. a) Jubilate, Bordneanski, b) Blumenbesuch, M. Hölting( Gesangchor des Moonschen Blindenvereins). 4. a) A scharfer Zeuge, Stieler, b) Die Irrung, Stieler, c) Der Tausendfuß, Meyrink( Paul Conradi). 5. a) Bayerisches Volkslied, b) Niederdeutsches Volkslied( Gesangchor des Moonschen Blindenvereins). 6. a) Watt wull de Kirl, Reuter, b) De Wett, Reuter, c) Rindfleisch und Plum'n, Reuter Paul Conradi). 7. a) Biau und sonnig die Tage, Franz Abt, b) Der Bauer und das Taubenhaus, A. Zander( Gesangchor des Moonschen Blindenvereins), Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten. Theaterdienst. 10.30-12 Uhr abends: Tanzmusik( Uebertragung). Königswusterhausen, Sonntag, den 18. Januar.! Eschellmann. Sopran. Nationaltheater Mannheim; Stella Bonnard11.30-12.50 Uhr nachm.: Konzert. Mitwirkende: Hedwig SoldanSaenger, Alt. New York; Magda Schmidt, Violine; am IbachFlügel: Kapellmeister Kurt Soldan. 1. Melodie, Tschaikowsky ( Magda Schmidt). 2. a) Arie des Fides aus Der Prophet, Meyerbeer, b) Arie der Dalila aus Samson und Dalila". Saint- Saëns ( Stella Bonnard- Saenger). 3. Hymn to the sun, Rimsky- Korsakoff ( Magda Schmidt). 4. Aus Frauen- Liebe und Leben", Schumann ( Hedwig Soldan- Eschellmann). 5. Menuett, Haydn( Magda Schmidt). 6. a) Morgen, Strauß, b) Ave Maria für Alt und Violine, Kahn, c) Mittelalterliche Venushymne, d'Albert, d) Zur Drossel sprach der Fink, d'Albert( Stella- Bonnard- Saenger). 7. Wiegenlied, Czer wonsky( Magda Schmidt). 8. a) Musik, Sjöberg, b) Mit einer Wasserlilie, Grieg, c) Draußen im Garten, Cahnbley( HedwigSoldan- Eschelimann). 9. La Précieuse, Couperin( Magda Schmidt). Montag, den 19. Januar. Außer dem üblichen Tagesprogramm: Braun. 4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 6.40 Uhr abends: Voitrag. Regierungsrat Dr. Giulini, Mitglied des Reichsgesundheitsamtes: Die Bedeutung der Sozialversicherung für die Volksgesundheit. 7 Uhr abends: Tausend Worte Französisch. 7.30 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Bildungskurso). Medizinische Vorträge. Professor Ludwig F. Meyer:" Hygiene 8.15 Uhr abends: Einfürung zu„ Der Tor und der Tod". 8.30 Uhr des Kindesalters". 6. Vortrag: Gibt es Zahnkrankheiten?" abends: Sendespielbühne. Abteilung: Schauspiel. Leitung: Alfred Der Tor und der Tod, von Hugo v. Hofmannsthal. Personen: Claudio, ein Edelmann: Lothar Müthel; sein Kammerdiener: Harry Förster; Claudius Mutter: Mathilde Sussin; eine Geliebte des Claudio: Ida Orloff; ein Jugendfreund: Hans Heinrich v. Twardowski; der Tod: Alfred Braun. Claudius Haus. Kostüm der zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts. Das zu der Handlung gehörige Geigenspiel wird von Herrn Professor Robert Zeller von der Berliner Staatsoper ausgeführt. schließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst. Sportnachrichten, Theaterdienst. 10.30 Uhr abends: Schachfunk( E. Nebermann). Aneigener Erfahrung. Am Sonntag fann sich jeder überzeugen, daß selbst die Sechzigjährigen noch jung sind! Der für die Belkegesundheit außerordentlich wichtigen Beranstaltung ist ein zahlreich: Besuch zu wünschen. Touristen Berein Die Naturfreunde", Sprechchor. Am Montag, den 19., pünktlich 8 Uhr, Gipsste. 23, wichtige Probe für die Bezirksveranstaltung. Sorgt für gefchloffenen Besuch. Sport. Das 13. Sechstagerennen. Die 5- Uhr- Nachmittagswertung. Die Sonnabendvormittagsstunden bringen feinen Borstoß. Auch am Nachmittag das gleiche Bild. Um 5 Uhr zeigt die gefahrene mittagswertung will anscheinend fein Fahrer die Führung Strede 1260,070 Kilometer an. Stundenergebnis von 4 bis 5 Uhr 28,290 Kilometer. Bei Beginn der 5 Uhr Nachübernehmen und es sieht so aus, als ob das Publikum in den nächsten fich ergehen lassen soll. Endlich erbarmt sich MacBeath und zieht Minuten feinen interessanten Spurt, sondern Stillstandsversuche über den zweiten Blag, den dieser gegen Tieß und Lewanow behauptet. los. Sawali sezt hinterher. Bald verweist er Mac Beath auf Im zweiten Spurt macht sich wieder van Kempen angenehm bemerkbar und läßt Egg, Rütt und Hahn hinter sich. Alerts ist der Mann des dritten Spurts. Sawall tann trok bester Manier Kempen siegt dann im vierten Spurt wie er will. Hahn hat nicht vorrücken. Dritter wird Miquel vor Saldow. Piet van van Kempens Hinterrad. Lorenz und Rütt folgen. Aerts weiß in geschickter Weise den fünften Spurt für sich zu bestimmen. Mac Beath, Tiez und Lorenz passieren in dieser Reihenfolge das Ziel. Damit die Siegerei" schön abgerundet ist, schiebt sich van Rempen auch im sechsten Spurt an erste Stelle. Hahn hat wieder das Hinterrad des Holländers. Rütt und Giorgetti sind genügsamer und nehmen Platz 3 und 4. ist folgender: van Kempen Sawall 88 Buntte, RüttAerts 58 Bunfte, Hahn- Tiez 47 Punkte, Saldow- Lorenz 27 Punkte, Lewanow- Bauer 25 Bunfte, Egg- Krupkat 19 Punkte, Grenda- Mac Beath 15 Punkte, Brocco- Miquel 3 Bunfte, Huschte- Kohl 0 Punkte. Eine Runde zurüd: Giorgetti- Rizetto 30 Punkte, Golle- Manthen 12 Punkte, Stabe- Techmer 6 Punkte und Stellbrink- Koch 0 Punkte. Der Stand des Rennens nach der 5- lhr- Nachmittagswertung Die 10- Uhr- Nachtwertung. Der Sonnabend abend brachte ein ausverkauftes Haus. Etwa abend zu Sonntag in der Halle am Kaiferdamm zu verbringen. Bor 10 000 Menschen hatten sich eingefunden, um die Nacht von Sonnden Toren standen Taufende von Menschen, die ebenfalls den Eintritt verlangten. Als der Gong die zehnte Stunde anzeigt, find insgesamt 1417,350 Kilometer zurückgelegt( Stundenergebnis: 34,800 Kilometer). Bei Beginn der Wertung führt Egg das Feld. Dann geht Lewanom vor. Nachdem noch Saldow turze Zeit das Feld geführt hat, tritt Alerts scharf an und läßt am Biel Sawall, Mac Beath und Giorgetti hinter sich. Susch te zieht zwei Runden vor Schluß des zweiten Spurts davon. Mit alter Bravour rückt van Kempen auf und schlägt mit Längen Koch, Hahn und Rütt. Der dritte Spurt ist eine Sache für sich. Ist es doch hier dem alten Europameister Artur Stellbrink gelungen, das ganze Feld zu schlagen, und unter dem verdienten Beifall des ganzen Hauses umfreist er die Bahn noch einmal. Stabe, Sawall und Tieß sind die nächsten. Im hat ihn das Feld eingeholt. Ein nochmaliger Versuch, auszureißen, vierten Spurt zieht fünf Runden vor Schluß Manthey los. Bald perläuft ebenfalls ergebnislos. Van Kempen schießt wieder vor, Hahn nimmt getreulich das Hinterrad. Rütt und Techmer folgen. In anerkennenswerter Weise holt sich Golle den fünften Spurt Dor Stabe, Sawall und Miquel. Im sechsten Spurt gelingt es van Kempen nicht, den führenden Fahrer zu schlagen. Der Auftralier Grenda erweist sich als der Stärfere. Immerhin nimmt van Kempen den zweiten Platz gegen Hahn( abermals das Hinterrad!) und Lorenz ein. Der Stand des Rennens ist nach der 10- hr- Nachtwertung fol gender: Ban Kempen Sawall 105, Rütt- Qerts 66, Hahn Tiek 55, Saldow- Lorenz 28, Lewanow- Bauer 25, Granda- Mac Beath 22, Egg- Krupfat 19, Brocco- Miquel 4, Huschke- Kohl 0 Punkte. Eine Runde zurück: Giorgetti- Rizetto 31, Golle- Manthen 20, Stabe- Techmer 13 und Stellbrint- Roch 8 Punkte. Geschäftliche Mitteilungen. Das bekannte Teppich- Spezialhaus Emil Lefevre, nur Oranienstraße 158, veranstaltet an 12 Tagen- vom 19. bis 31. Januar den diesjährigen Jn ventur- Berkauf seines Riefenlagers in Teppichen, Brüden, Läufer und Teppichstoffen, Diwandecken, Tischdecken, Steppdeden, Gardinen, Schlafdeden usw. Der Berkauf findet unter dem Motto: Gewaltiger Preis- Abbau statt. 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Gie erhalten als Schöffe 1. eine Ente Schädigung für den Ihnen entstehenden Verdienstausfall; 2. für jeden Tag der ist unter Berücksichtigung der regelmäßigen Erwerbstätigkeit festzulegen und Dienstleistung ein Tagegeld; 3. die Fahrkosten. Die Höhe der Entschädigung für höchstens 10 Stunden file den Tag zu gewähren. Als Entschädigung ist ein Betrag von 0,05 bis zu 0,75 Goldmark vorgesehen. 3. W. 9. 1. Das Wort bedeutet Vermögenslosigkeit. 2. Der Schriftfag ist in awei Exemplaren ein. zureichen. D. G. 86. Es haftet nur der Autohalter. Wenn dieser nicht zu ermitteln ist, kann der Berlegte nichts unternehmen. Deffentliche Körperschaften, die etwa an Stelle des Autohalters in Anspruch genommen werden tönnten, tommen nicht in Frage. R. B. 11. Nehmen Sie zunächst mit dem Gemeindevorsteher Rüldsprache, der das weitere veranlaffen fann. Gle tönnen sich aber auch unmittelbar an den Landrat wenden. Wetter für Berlin und Umgebung. Meift nebelig und froden, schwache westliche Winde. 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Mehr als neun Zehntel davon sind Anträge, Gejegentwürfe und Inter pellationen der Parteien. Die sozialdemokratische Fraktion hat bisher etwa 70 Anträge eingebracht. Sie will damit nicht, wie man das von anderen Parteien sagen fann, nur ihre den Wählern gegebenen Verfprechungen auf dem Papier einlösen, sondern sie eröffnet da mit den Kampf auf allen Gebieten für die Interessen der werftätigen Bevölkerung. Die fozialdemokratische Fraktion verlangt infolgedessen vom Reichstage eine völlige Abkehr von seinen bisherigen Arbeitsmethoden. In den letzten Jahren ist dem Reichstage sein Beratungsstoff stets von der Regierung vorgeschrieben worden. Waren feine Regierungsvorlagen zu erledigen, verlangte die Regierung die Bertagung des Reichstags. Duzende von Fragen find infolgedessen nicht mur unerledigt, sondern auch unerörtert geblieben. Dieser Zustand, den die Sozialdemokratie vergeblich zu be feitigen fich bemühte, muß aufhören. Nachdem die Periode der Inflation und der dauernden außenpolitischen Krisen vorüber ist, fann er auch aufhören. Ebenso wie eine gründliche Beratung des Reichsetats zwingendes Erfordernis einer sachlichen Politik ist, ist es die laufende Erledigung der von den Parteien zur Erörterung gestellten Anträge. Die Sozialdemo fratie wird das um so nachdrücklicher verlangen, weil die Bürgerblodregierung eine Rampfregierung gegen die Arbeiter flaffe ist. Sie will die Intereffen des Volkes den Interessen des Besizes unterordnen. Das aber wird die Sozialdemo fratie nicht zugeben und alle Mittel dagegen einsetzen. Die fachlichen Ziele der sozialdemokratischen Politik zeigt die folgende Uebersicht über ihre Anträge, Gefeßentwürfe und Interpellationen. Zur Beseitigung der großen Not der Jnvaliden-, Alters- und Unfallrentner verlangt die sozialdemokratische Fraktion: 1. die Erhöhung der Renten aus der Invalidenversicherung mit fofortiger Wirkung um 150 Broz. Die erforderlichen Mehrkosten find in erster Linie durch eine Erhöhung des Reichs. zuschusses zu decken, in zweiter Linie durch eine Erhöhung der Beiträge. 2. Unverzügliche Borlegung des vom Reichsarbeitsministerium feit langem angefündigten Gefehentwurfs über die Neuregelung der Unfallversicherung. Sie verlangt ferner, daß für alle affen Unfallrenten ein Jahresverdienft von 1800 m. der Berechnung augrunde gelegt wird, auch wenn der errechnete Arbeitsverdienst diese Höhe nicht erreicht. Für die neuen Renten foll der Jahresarbeitsverdienst Don 1800 m. die mindest grenze darstellen. Dadurch werden alle Unfallrenten erhöht. Zur Erwerbslofenfürsorge. Eat die sozialdemokratische Fraktion den Antrag gestellt, der grund fäßlich die Ablösung der Fürsorge durch die Ermerbslosenverfiche rung fordert. Für die einst meilige Berbesserung der Erwerbslosenfürsorge sind folgende Forderungen aufgestellt: 1. Erhöhung der Unterflügungssäge für männliche Ermerbslose Unsere Anträge im Reichstag. 2. Schaffung leiftungsfähiger Bersicherungsträger durch Beseitigung aller Kaffen mit weniger als 3000 Mitgliedern. 3. Organisation der so geschaffenen Einheitsfaffen als Borstufe einheitlicher Versicherungsträger für alle Zweige der Sozialver ficherung. II. 4. Solange die Forderungen zu 1 bis 3 nicht erfüllt sind, Schaffung eines Caffenausgleichs zwischen den einzelnen Raifen durch Ausbau der Gemeinlaft. 5. Ausschaltung jedes Einflusses der Aufsichtsbehörden auf den inneren Dienst der Kassenverwaltungen, insbesondere durch Wiederherstellung der früheren Faffung des§ 30 und durch Be= feitigung des Genehmigungsrechts der Oberversicherungsämter für die Dienstordnungen der Kassenangestellten. 6. Erweiterung des Umfangs der Versicherung auf alle gegen Entgelt Beschäftigte ohne Rücksicht auf dessen Höhe, Fortfall aller Befreiungsmöglichkeiten auch für Beamte. 7. Ausgestaltung der Leiffungen der Krankenversicherung durch Abbürdung aller Leistungen, die nicht zu dem eigentlichen 3wed der Krankenversicherung gehören, und weitgehenden Ausbau der Eigenbetriebe von Kranfenfassen. 8. Regelung der Arztfrage durch Anstellung einer aus reichenden Anzahl von Aerzten für die Zwecke der Sozialver ficherung und fútforge im öffentlichen Dienst. 9. Unter Vorausserung der Ziffer 8 Einführung der Famillenförforge als Pflichtleistung der Krantenfassen. 10. Ausgestaltung der Wochenhilfe, Uebernahme der Wochenhiffstaffen auf das Reich unter Beibehaltung der Krantenfajfen als durchführende Organe. 11. Zulässigkeit der Bersicherung Versicherungsfreier unter Wegfall der Gewährung eines Krankengeldes. Als Ausgleich dafür verminderte Beitragsleistungen nach Festseßungen des Rassenvorstandes. 12. Sonderregelung der Organisation der Krankenversicherung im Bezict Groß- Berlin durch Zusammenfassung sämtlicher Krankenkassen und Aufteilung in Bezirtstrantenfaffen. Ein weiterer Antrag verlangt die Ausdehnung der allgemein Krankenversicherungspflicht auf die Seeleute. Der Erweiterung des Arbeitsrechts dienen die Anträge auf Borlegung des Entwurfs eines Hausgehilfengefehes, einer Verordnung über den Bauarbeiterschutz entsprechend der immer noch unerfüllten Forderungen der Spizenorganisationen der Gewerkschaften vom April 1921( 1) eines Entwurfs zur Abändecung der Seemannsordnung, eines Reichsbemannungsgefehes und über die Einrichtung von Arbeitnehmervertretungen für die Betriebe der Seeschiffahrt, ferner eines Gefeßentwurfes über die Rechtsverhältnisse des Luftverkehrspersonals. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat anch für die Kriegsopfer eine ganze Anzahl wichtiger Anträge eingebracht. Sie fordert zu nächst die sofortige Borlage einer Novelle zum Reichsversorgungs gesek, die eine allgemeine Erhöhung der Grundrenien mindestens in bem Umfange birgt, daß auch die Kriegsbeschädigten mit einer Ermerbsbeschränkung von 50 Broz abwärts nicht mehr schlechter ftehen, als fte bei einer Festsetzung ihrer Renten nach dem Mannschaftsversorgungsgefet non 1906 einschließlich Kriegs- und Rer. stümmelungszulagen stehen würden. Es soll also der eigentliche Sinn bes Reichsversorgungsgesetzes von 1920. das allen Berforgungs berechtigten eine Besserstellung gegenüber dem alten Recht bringen sollte, wiederhergestellt werden. Alle während der Dauer der Ermächtigungsgesetze eingeführten Berschlechterungen des Versorgungs4. Einheitliche Beiträge der Arbeitgeber und Arbeitnehmer im rechts sollen beseitigt, die laufende Entschädigung für den Zivilver ganzen Reich. forgungsschein soll mindestens in dem prozentualen Berhältnis wiederhergestellt werden, als den Offizieren Zuschüffe zu ihrer Benfion gewährt werden. vom 1. Februar ab um 50 Proz 2. Gleichstellung der weiblichen Erwerbslofen mit den männ lidjen. 3. Beseitigung des Begriffs der Bebürftigteit 5. Wiedereinführung der Kurzarbeiterunterffügung. 6. Ausdehnung der Fürsorge auf Landarbeiter, Hausangeffeffte und Seeleute. 7. Die Unterstüung soll auch nach Streits oder Aussperrungen fofort gewährt werden. 8. Die Bestimmungen über die Pflichtarbeit sollen folgender maßen geändert werden: Der Erwerbslose ift verpflichtet, eine nachgewiesene Arbeit, die auch außerhalb feines Berufes und Wohnortes liegen darf, an zunehmen, wenn fie ihm unter Berücksichtigung seiner förperlichen Leschaffenheit, feiner Kenntnisse und Fähigkeiten und feiner bis herigen Berufstätigkeit billigerweise zugemutet werden kann, und die zu fariflichen Bedingungen, in Ermangelung solcher, au ange meffenen ortsüblichen Bedingungen entlohnt wird. Der Erwerbs lose ist nicht verpflichtet, Arbeit anzunehmen, die ihm nach seiner törperlichen Beschaffenheit, seinen Senniniffen und Fähigkeiten und feiner bisherigen Beschäftigung nicht zugemutet werden fann, oder für die nicht angemessener. tariflicher oder ortsüblicher Lohn ver. einbart ist, oder wenn die ihm angebotene Unterkunft gesundheitlich oder sittlich bedenklich ist; bet Unterhaltsverpflichteten, wenn die Berjorgung der Unterstützten gefährdet ist. Insbesondere ist der Erwerbsloje nicht verpflichtet, eine Beschäftigung anzunehmen, die durch Aussperrung oder Ausffand frei geworden ist. Diese Bestimmungen gelten finngemäß auch für die Nofftandsarbeiten oder für Arbeiten, für die aus den Mitteln der produttiven Erwerbslofenfürsorge Darlehen oder Zuschüsse gewährt werden." Der Kampf um den Achtstundentag wird durch einen Antrag eingeleitet, der flar erkennen läßt, daß die Sozialdemokratie die völlige Wiederherstellung des Achtstundentages verlangt. Der Antrag lautet: | meinden ihre finanzielle Selbständigkeit wieder erlangt haben und die Reichsfinanzverwaltung die einheitliche Besoldungspolitik als Mittel zur Niederhaltung der unteren und mittleren Beamten gehälter benutzt hat. Zur Besoldungsfrage hat die Fraktion folgende Anträge gestellt: 1. Der Reichstag erklärt sich mit der durch die Berordnung über die Gewährung von Zuschlägen zum Grundgehalt sowie zu den Kinderzuschlägen und zum Frauenzuschlag vom 25. November 1924" ausgesprochenen Regelung der Bezüge der Reichsbeamten nicht einverstanden; 2. der Reichstag ersucht die Reichsregierung, ihm sofort ben Entwurf eines Gesetzes über eine weitere Ergänzung des Be foldungsgesetzes mit dem Ziele einer grundfählichen Neuregelung der Besoldung und ausreichenden Bemessung der Gehälter der unteren und mittleren Gruppen vorzulegen. Für die Arbeiter und Angestellten des Reichs sind die notwendigen Folge rungen zu ziehen. Im Zusammenhang mit der Besoldungsfrage wird die Fraktion auch die eigenmächtig vorgenommene Ersehung des Ortszuschlages durch das Wohnungsgeld und die Aufstellung des neuen Ortstlaffenverzeichniffes bekämpfen. Durch die Willkür der Regierung sind nicht nur Arbeiter, Angestellte und Beamte der öffentlichen Körper fchaften, sondern auch die Kriegsbeschädigten und Er. werbslosen schwer benachteiligt. Die Stellung der notwendigen Anträge hat sich die Fraktion noch vorbehalten. Die Fraktion hat weiterhin beantragt: Unverzügliche Aufhebung der Berordnung der neunstündigen Arbeitszeit in den Reichsbehörden und Reichsbetrieben, die Wiedereinführung des Achtstundentages und Torlegung eines Gefeßentwurfs über die Regelung der Dienstzeit der Reichsbeamten, Wiedergewährung des ungekürzten Urlaubs an die Beamten, Angestellten und Arbeiter des Reiches. Sie verlangt ferner die Vorlage von Entwürfen über ein neues Reichsbeamtengejek, über Beamtenräte, eine Dienftstrafordnung für Reichsbeamte, Krankenversicherung für Reichsbeamte und die Einbeziehung ber attiven Reichsbeamten in die Siedlungsordnung, die für abgebaute Beamte geschaffen ist. Schließlich hat die Fraktion einen Gefeßentwurf vorgelegt, durch den der§ 8 des Beamtenhinterbliebenengefehes aufgehoben werden foll, der die nachgeheirateten" Frauen und deren Kinderd. h. Be die Frauen und Rinder aus einer nach der Benfionierung des Bo amten geschlossenen Ehe von der Hinterbliebenenfürsorge voll ständig ausschließt. Soziale Steuerpolitik. Die Sozialdemokratie verlangt die Berteilung der Steuerlaften nach der wirklichen Leistungsfähigkeit. Der Beseitigung des Steuer unrechts dient vor allem ihr Antrag zur Lohnsteuer. Er verlangt die Erhöhung des steuerfreien Betrages von 60 m. monatlich ( 15 m. wöchentlich) auf 100 m. monatlich( 24 m. wöchentlich). Ferner eine Abänderung des Steuerabzuges in der Weise, daß auch bei Lohnausfall infolge Arbeitslosigkeit, Krankheit, Kurzarbeit, Streit, Aussperrung ufm. sowie bei den Saifongewerben der volle jährliche Steuerfrele Cohnbetrag im Wege des Cohnabzuges gutgebracht wird, Die Mietsteuer, die jetzt einen Teil der Miete hibet, foll in Höhe von 20 Broz. der Friedensmiete erhoben werben Bürbe man sie beseitigen, so würde der Hausbesiger diesen Betrag in feine Tasche steden. Sie soll aber auch nicht über ben gegen wärtigen Umfang hinaus erhöht werden. Ihr Erirag soll aber lediglich Verwendung finden für die Förderung des Wohnungs neubaus und zur Erhaltung alter Wohnungen. Um die notleidenden Schichten( Erwerbsunfähige, Erwerbsbeschränkte) zu schützen, mird verlangt, daß ein Teil dieser Steuer als Mietbelhilfen an bedürftige Schichten gewährt wird. Bon großer Bedeutung ist der Gefeßentwurf über die OffenWeiter wird eine angemessene Entschädigung gefordert für die legung der Steuerlisten. Er will das Steuergeheimnis, das die Entwertung der im Jahre 1923 an Kriegsbeschädigte und wieder- Steuerhinterziehung begünstigt, beseitigen und die Steuermoral verheiratete Witwen zur Auszahlung gelangten Abfindungen, Rechts- heben. Demselben 3wed dient der Antrag auf Vorlegung einer ansprüche und Heilbehandlung für die Hinterbliebenen, Wahl zwi Denkschrift über die Ergebnisse der Buchprüfung. Schließlich ist noch schen dem Beamtenschein und einer Abfindung von mindestens 2000 der Antrag auf Beseitigung der Doppelbesteuerung der GenoffeaMart, Bereinfachung und Berbefferung der Kapitalsabfindungsvorschaften bei der Umsatzsteuer zu erwähnen, der das Ünrecht beseitigen fchriften, beffere Bersorgung der Kriegseltern und der Kriegsblinden. soll, das diesen gemeinnügigen Unternehmungen zugefügt wird. Für die Schwerbeschädigten fordert die Fraktion eine Nachprüfung aller Entlassungen, die unter der Personal- Abbauverordnung vollzogen worden sind, unverzügliche Aufhebung unrechtmäßiger Entlaffungen, Dorzugsweise Berücksichtigung entlaffener Schwer beschädigten bei Neuanstellungen, gleiches Vorgehen der Länder, der Selbstverwaltungsförperschaften, der Reichsbahn und Reichsbant, Bermeidung jeder wirtschaftlichen Berschlechterung bei Uebernahme Schwerbeschädigter vom Angestellenverhältnis in das Beamtenverhältnis, Borlage einer Novelle zum Schwerbeschädigtengesez, die den Schutz für die Schwerbeschädigten im gleichen Umfang wiederher stellt, wie er vor dem Ermächtigungsgefet bestand und öffentliche bzw. private Arbeitgeber gleichstellt. In diesem Zusammenhange wird gefordert, daß für die Unterbringung und Erhaltung der Sciegermiten im Erwerbsleben ausreichende Sicherheiten geschaffen merden. Auf dem Fürsorgegebiet wird verlangt, daß das Reich die soziale Fürsorge in dem Umfange finanziert, wie das vor dem Inkrafttreten der Dritten Steuernotverordnung der Fall gemesen ist. Weitere Anträge auf Steuererleichterungen für die Kriegsopfer, Regelung der Arbeitslofenunterftüßung für Kriegsopfer, Verstärkung des Altfonds, die Reichsreglerung zu erfuchen, unverzüglich einen Gefehentwurf um aus ihm diejenigen alten Versorgungsberechtigten laufende Be vorzulegen, der den Achtstundentag wiederherstellt und die Vorauszüge zu geben, denen ihr Recht auf diese Bezüge durch die Ermäch fehungen für die beschleunigte Ratifizierung des Washingtoner tigungsgesetzgebung rücksichtslos genommen worden sind. Schließ lich werden die Interessen der Kriegsopfer, insbesondere der Waifen, deren Mündelgelder noch während der Inflation in sogenanten mündelsicheren" Papieren angelegt werden mußten, für die Regelung der Frage der Aufwertung der öffentlichen Aufwertung angemeldet. Es darf gejagt werden, daß die sozialdemokratischen Anträge in sachverständiger Weise alle munden Stellen der gegenmärtigen Bersorgung und der Fürsorge in Behandlung nahmen. Abkommens erfüllt. Der Berbesserung des Arbeiterschuhes dient ein Antrag zur Abänderung des Gesetzes betr. Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben vom 30. März 1903. Er will die Beschäf tigung fleinster Rinder bei Lichtspielaufnahmen verhindern und ficht deshalb ein Verbot der Beschäftigung von Kindern unter drei Jahren vor und gestattet Ausnahmen im Einzelfall nur nach umschriebenen Voraussetzungen durch das Jugendamt bzw. die Schul aufsichtsbehörde. Ein Gefeßentwurf will die Durchbrechung der Sonntagsruhe für Angestellte verhindern und Sonntagsarbeit nur für den Lebensmittelhandel in beschränktem Umfange zulassen. Zur Neuregelung der Krankenversicherung wird ein Gefeßentwurf nach folgenden Richtlinien verlangt: I. 1. Bereinheitlichung der Bersicherungsträger auf der Grund lage der Einheitsfaffe für jeden Berwaltungsbezirk unter Beseiti. gung aller Sonderfaffen und Erfaßtaffen. Schutz der Beamten und Reichsarbeiter. Die Neuregelung der Aufwertungsfrage wird durch den Antrag gefördert, der die Mittel für die Aufmertung schaffen will, und zwar durch eine Besteuerung der Ju flatlonsgewinnler. Die Regierung wird deshalb ersucht, die in der Diitten Steuernotverordnung vorgesehenen Gesetzentwürfe über die Besteuerung der Inflationstrebite, der Ausgabe von Notgeld und des entschuldeten un bebauten Grundbesizes fefort vorzulegen. Der Ertrag diefer Steuern soll zur Wiederaufnahme des Jinfendienstes der öffentlichen Anleihen Berwendung finden. Zoll- und Wirtschaftspolitik. Bon der Neuregelung der Zollfrage und dem Abschluß von Handelsverträgen hängt die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands und die Existenz seiner arbeitenden Bevölkerung ab. Auf den Umwege über die Handelsverträge wollen die bürgerlichen Barteien nicht nur den bisherigen Zollschuh aufrecht erhalten, sondern ihn noch ausdehnen und erhöhen. Vor allem trachtet die Schwerindustrie danach, sich bei den deutsch- französischen Han delsvertragsverhandlungen einen erhöhten 3oll auf Eisen zu sichern und das Monopol für den deutschen Markt zu er werben. Die Folge wäre, daß auch die Industriezölle erhöht und Agrarzölle in noch nicht dagewefenem Umfang eingeführt würden. Die sozialdemokratische Frattion hat baher folgende Interpellation vorgelegt, auf deren schleunige Be ratung fie hinwirken wird: Jst die Reichsregierung bereit, über den Stand der Handelsvertragsverhandlungen und die Grundfäße, von denen fie fich da bei leiten läßt. Auskunft zu geben? Wird die Reichsregierung laufend informiert über die Befirebungen zum Abschluß internationaler Abmachungen in der Schwereisenindustrie und fann jie darüber Auskunft erteilen? Die Fraktion verlangt vor allem, daß die Personalabbauverordnung mit allen Nachträgen sofort aufgehoben wird. Will die Neuregelung des Miet- und Wohnungswesens. Regierung die in der Abbauverordnung enthaltenen Dauerbeftimmun Die Rechtsparteien wollen den Mieterschutz und die Mietzins gen aufrechterhalten, so tann sie dem Reichstag einen entsprechenden regelung beseitigen. Anhänger dieser Absichten befinden sich auch Gelegentwurf vorlegen. Mit dieser Forderung wird nicht zuletzt in den Barteien der Mitte. Dahin zielende Anträge der Wirtschaftsder 3wed verfolgt, daß mit der Aufhebung der Abbauverordnung partei liegen dem Reichstag bereits vor. Eine weitere Gefahr auf auch ihr Name verschwindet. Außerdem hat die Fraktion einen diesem Gebiet ist die Tatsache, daß das Reichsmietengesetz im Jahre Gefehentwurf über die Aufhebung des Besoldungssperrgesetzes vor 1926 abläuft. Die Anträge auf vorzeitige Beseitigung des Mietergelegt. Es erscheint durchaus überflüssig, nachdem Länder und Geschutes werden den schärfften Widerstand der Sozialdemokratie her vorrufen. Sie will barüber hinaus Vorsorge auch für seine fünftige| fend die einheitliche Regelung ber Dauer des Lehrgangs ber höheren Erhaltung treffen und hat deshalb folgenden Antrag gestellt: die Reichsregierung zu ersuchen, einen Gesehentwurf vorzulegen, der eine grundfähliche Neuregelung des gesamten Mietund Wohnrechts enthält. Bodenreform und Pachtschuh. Zu den Anträgen von besonderer Bedeutung gehört auch der Antrag zur Reform der Bodenverteilung und Boden nugung. Dieser Antrag liegt dem Reichstag bereits feit 1922 Dor, ist jetzt allerdings in einigen Bunften er meitert und abgeändert worden. Außerdem ist ein Gefeßzentwurf zur Abänderung der Verord nung über den Pachtschutz eingebracht worden. Er verlangt höheren Schutz der Heuerlingsverträge. die Ausdehnung des Bacht shuzes auf neuabgeschlossene Pachtverträge und will die Befristung des Gesetzes auf das Jahr 1925 gestrichen wissen, Amnestie und Justizreform. Das Vertrauen des deutschen Volkes zur Rechtspflege ist durch zahllose Fehlsprüche deutscher Gerichte in den letzten Jahren immer misder von neuem aufs heftigste erschüttert worden. Eine Reform der Justiz an Haupt und Gliedern herbeizuführen, ist die dringlichste Aufgabe der sozialdemokratischen Fraktion. Sie hat in den Border grund ihrer Bemühungen gestellt, durch eine umfassende politische Amnestie allen denjenigen die Freiheit zu verschaffen, die im Zusammenhange mit den wirtschaftlichen und politischen Unruhen der letzten Jahre mit dem Gesez in Konflikt geraten sind. Es ist der Frattion auch bereis gelungen, dieser Vorlage zur Verhandlung im Plenum zu verhelfen. Der Antrag unserer Fraktion und die Anträge der Deuschnationalen und der Kommunisten, die ebenfalls Amnestiewünsche vorgetragen haben, find bereits an den Rechtsauschuß des Reichstages verwiesen worden. Aus einer Erflärung, die ter Abg. Rahl bei der Konstituierung des Rechtsausschusses ab= gegeben hat, ist erfreulicherweise zu entnehmen, daß bei den bürgerlichen Parteien, auch bei denen der Mitte, diesmal eine größere Neigung vorhanden ist, eine Amnestie zustandezubringen als im ver floffenen Reichstag. Es ist selbstverständlich, daß die Sozialdemo tratie alles daransetzen wird, endlich eine umfassende politische Amnestie durchzusetzen. Neben den Bestrebungen, den bereits ausgesprochenen und als ungerecht empfundenen Urteilen ihre weitere Wirksamkeit zu nehmen, gilt das Bestreben der Fraktion, für die Zukunft eine grundlegende Juffizreform durchzuführen. In der eingebrachten Inter pellation wird deshalb gefragt, ob und wann die grundlegende Henderung der Strafprozeßordnung und des Straf prozesses zu erwarten ist. Gegenüber der bayerischen Justiz ist noch eine besondere Maßnahme notwendig Die Urteile der bayerischen Boltsgerichte, gegen die eine Berufung bisher nicht möglich war, sollen einer Nachprüfung unterzogen werden. Die sozialdemokratische Fraktion hat daher ihren letzten Antrag auf Einführung des Wiederaufnahmeverfahrens gegen Urteile bayerischer Volfs- und Standgerichte wieder eingebracht, einen Antrag, der schon im aiten Reichstag in zwei Sigungen angenommen war und dessen Verabschiedung nur an dem Widerspruch eines einzigen Vertreters der Wirtschaftlichen Bereini gung, des Abg. Bredt. gescheitert ist. Bei den Bemühungen, die Justiz zu reformieren, steht im Bordergrunde das Verlangen, die unglückseligen Emminger- Berordnungen aufzuheben. Die Fraktion hat daher in einem Antrag verlangt, daß der durch die Emminger Berordnungen herbeigeführte zu große Einfluß der Staatsanwaltschaften wieder einge dämmt, die durch die Emminger- Berordnungen erweiterte Zuständig feit des Einzelrichters wieder beschränkt und die im Bolf allgemein hochgeschätzte Einrichtung der Schwurgerichte wieder hergestellt wird. Zur Abänderung der besonders bedenklichen Handhabung des Landesverratsparagraphen hat die sozialdemokratische Frattion nicht nur in einer großen Interpellation. Auskunft gefordert darüber, ob die Regierung der bisherigen Rechtsprechung über angebliche Landesverratsverfahren ein Ende machen will, sondern auch selbst einen Abänderungsvorschlag zum Strafgesetzbuch gemacht. Er hat folgenden Wortlaut: Schulen vor. In diesem Antrag fämpft die Frattion für die Erhaltung der vierjährigen Grundschule, die die bürgerlichen Parteien zu beseitigen wünschen. Sie fordert die Verkürzung des Lehrganges von neun auf acht Jahre. Weitere Anträge, die Lehrerbildung und die Berufsschulbildung betreffend, sind in Vorbereitung. In einer Interpellation wird die Reichsregierung gefragt, was sie zum Schutz der Reichsverfassung zu en gedenkt, die durch das Konkordat Bayerns mit der katholischen Kirche verletzt fei. Verschiedene Anträge und Interpellationen. Die Fraktion verlangt weiter die Vorlegung des Gesezentwurfs über Geschlechtskrankheiten, des Schankstättengesetzes und eines Reichsverwahrungsgefehes. Anträge zur Abänderung des§ 218 des Strafgesetzbuches( Abtreibung) find in Vorbereitung. Um aufzuflären, ob die Vorwürfe gegenüber dem Ehrenvorstzen den der deutschnationalen Reichstagsfraktion, dem Großadmiral v. Tirpitz über Attendiebstahl zutreffend find, wird von der Reichsregierung durch eine Interpellation Auskunft verlangt. * 13 Wie aus dieser Zusammenstellung ersichtlich ist, hat die sozialdemokratische Fraktion sich bei ihren Forderungen der strengsten Sachlich feit befleißigt. Sie fann infolgedeffen verlangen, daß ihre Anträge, die in bezug auf soziale Fürsorge, wirtschaftlichen und politischen Schuh der breiten Boltsmassen nur ein ohne weiteres zu erfüllendes Mindest maß darstellen, angenommen werden. Sie wird sich nicht mit leeren Versprechungen abspeisen lassen, sondern alle ihre Kräfte einsehen, damit nach jahrelangen Entbehrungen auch den Schichten des deutschen Boltes ein gesichertes Da fein geschaffen wird, die durch Krieg und Inflation am meisten gelitten haben. Aus der Partei. Tagungen der Sozialistischen Jugend- Internationale. holländischen Verbandes das Bureau der Sozialistischen Am letzten Sonntag trat im Ferienheim„ De Paashemel" des Jugend- Internationale zu einer Sigung zusammen, an der die Genossen Voogd Holland, Ollenhauer Deutschland, de Graeve- Belgien, Pa u l- Tschechoslowakei und Neriz- Desterreich teilnahmen. Die Sigung beschäftigte sich zunächst mit dem Bericht des Sekretariats über die Arbeit im legten halben Jahr, cus dem hervorzuheben ist, daß neue Verbindungen mit Rumänien, England und Bolen aufgenommen werden. In den angeschlossenen Berbänden war die Tätigkeit im wesentlichen auf die Vertiefung der Bewegung gerichtet, so daß wesentliche Verschiebungen in der Mitgliederzahl nicht eingetreten sind. Die angeschloffenen 33 Verbände zählten am Jahresschluß rund 250 000 Mitglieder. Der Hauptteil der Beratungen galt der Arbeit im kommenden Jahr. Die fürzlich herausgegebene Werbebroschüre wird demnächst auch in holländischer, französischer und dänischer Sprache erscheinen. Vorbereitet wird die Herausgabe eines illustrierten Jahrbuches, die Busammenstellung von Lichtbildserien und Fülmen über die internationale sozialistische Jugendbewegung. Der wichtigste Beschluß der Sigung war die Einberufung eines internationalen Jugendtages zu Pfingsten 1926 nach Amsterdam. Im Jahre 1926 sollen größere Veranstaltun gen der Landesorganisationen nicht stattfinden, so daß mit einer starten Beschickung der internationalen Tagung gerechnet werden kann. Im Anschluß an diese Jagung wird auch der nächste Internationale Sozialistische Jugendtongreß stattfinden. Die nächste größere Tagung wird im Sommer dieses Jahres abgehalten. In Berbindung mit dem Internationalen Sozialistischen Arbeiterfongreß in Frankreich werden das Erekutiv- Komitee und das Romitee für den Jugendschuß zusammentreten. Im Anschluß an die Bureaufizung fand die erste internationale Führeraussprache der Sozialistischen Jugend- Internationale statt, an der 25 Delegierte aus Deutschland, Deutschösterreich, Holland, Belgien, Schweden, Dänemart, Tichechoslowakei und Bulgarien teilnahmen. Die dreitägige Veranstaltung nahm einen überaus erfolg reichen Verlauf. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„ Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftsstelle: Berlin G. 14. Gebaftianstr. 37/38, Sof 2 Tr. Kameradschaft Bantom. Mittwoch, den 21. Januar, Gründungsver fammlung in Blankenburg, Restaurant Klug, Dorfftr. 2 Die Rameradschaft Bantom tritt mit fämtlichen Untergruppen zu diefer Bersamm § 92 des Strafgesetzbuches erhält folgenden dritten Absah: Landesverrat im Sinne des Abs. Nr. 1 begeht nicht, wer über gesetzwidrige Zustände wahrheitsgetreue Mitteilung macht." Wird dieser Antrag angenommen, dann können die gegen eine lung um 64 Uhr in Bankow, Breite Str. 14, an. große Anzahl von Parteizeitungen und auch sonst noch schwebenden Landesverratsprozesse nicht mehr weitergeführt werden. Besondere Bedeutung hat auch der Antrag der sozialdemokratischen Fraktion auf Vorlegung eines Ausführungsgesetzes zum Arfifel 48 der Reichsverfassung. Das Fehlen.dieses Gesetzes hat in der Bergangenheit die viel zu weite Auslegung des Artifels 48 ermöglicht. Sehr viele Verordnungen, die auf Grund dieser Verfassungs. bestimmung ergangen sind, haben selbst in den Kreisen bürgerlicher Juristen erheblichen Widerspruch gefunden. Eine mißbräuchliche Anwendung des Artifels 48 zu verhindern, sieht deshalb die sozialdemokratische Frattion als eine wichtige Aufgabe an. Schul- und Bildungswesen. Mieter- Berein des Groß- Berliner Bestens( Geschäftsstelle: Babelsberger Str. 51a). Mittwoch, den 21. Januar, ordentliche Hauptversammlung in Bilmersdorf, Bilhelmsaue 114/115, Bittoriagarten. Um 8 Uhr abends an schließend große öffentliche Mieterversammlung. Rechtsanwalt Dr. Goezel furicht über: Der neueste Stand der Mieterschußgefeßgebung, Maffenfündi. gungen der Hausbefizer, Guß der gewerblichen Mieter. Freibenker- Bollshochschule Berlin. Dienstag, den 20. Januar, abends 7 Uhr, Askanisches Gymnasium, E., Hallesche Str. 26( am Anhalter Bahnhof, Bortrag von Dr. P. Kriſche: ,, Das Rätsel des Lotemismus. Die Arbeitsgemeinschaft freigeistiger Berbände, Ortsgruppe Berlin, ladet alle fozialistischen Lehrer, die aus der Kirche ausgefchieden find, Donnerstag, den 22. Januar, nachm. 5 Uhr, nach dem Lehrervereinshaus, Aleranderstr. 41 ( Spielaimmer neben dem Restaurant) ein. Tagesordnung: Der neue Kurs Riche, Schule und die Lehrerschaft." Freireligiöse Gemeinde, Bezir! Mitte, Weinmeisterftr. 16/17. Dienstag, den 20. Januar, abends 7% Uhr, Vortrag des Herrn M. Strangfeld: Die Ent dedung des Paradiefes." Gäste willkommen. Arbeiter Abftinentenbund, Gruppe Norden. Am 21. Januar, 7 Uhr, im Stadthab Gerichtstraße, Mitgliederversammlung. Dieses Gebiet murde in den letzten Jahren besonders vernach Bereinigung für Kunstpflege. Mittwoch, den 21, Sanuar, 7% Uhr, Aula läffigt. Die Fraktion wird also auch hier nach vielen Seiten hin zu Charlottenburg, Biklebenstr. 34, nahe dem Sophie Charlotte Blog, Lichtbilderarbeiten haben. Vorläufig liegt der Entwurf eines Gesetzes betrefortas por el Sohn Oberbayern und Sirol Mitwirkung: Gemischter Chor Märkische Singvögel" und Bitherkonzert. Gäste willkommen. Zum und Filmschau. Die Filme der Woche. Auch bie bergangene Boche ftanb wieder unter bent Sten des ame rifanischen Films. Und der Einbrud wurde wieder bestätigt: rein tech nisch leisten die Amerikaner Musterhaftes. Ihre Photographie hat wirk ich fünstlerische Qualität, fie versteht sich nicht nur auf Klarheit, sondern auch auf das Hellbunkel, auf das Leuchten wie auf ben weichen Schimmer. Aber im Aufbau der Handlung, in der Erfassung des Wesentlichen, in der Logik der Tendenz scheint uns der amerikanische Film hinter unferen beften Leistungen zurückzustehen. Zwei ihrer besten Darstellerinnen führten Die Amerikaner ins Feld: Mary Pickford und Norma Talmadge, beide geborene Filmtünstlerinnen und mit vielen Gaben ausgezeichnet. Mazh Bidford hatte die führende Rolle in dem Ritt ums Leben“ Sie ist das reizenbfte junge Mädchen, das Tauenpienpalat). man fich vorstellen fann auch wenn fie im historischen Kostüm erscheint, wie hier, und beroische Figur machen muß, was ihr nicht liegt. Aber fic entschädigt durch ihr Lachen, ihr Schmollen, ihre Anmut und ihren gieb reis für die große Gefte und die Tragit, die ihr abgehen. Der Film spielt auf historischem Hintergrund: der Konflikt zwischen Elisabeth und Maria Stuart wird heraufbeschworen. Im Vordergrunde steht die Rivalität zweier Adelsgeschlechter, deren Söhne beide bie schöne Erbin heiraten follen und wollen. Alle Romantik wird aufgeboten. Reine Sensation wird gespart: mehrfach werden Beute gehängt( und im leßten Augenblick abge schnitten) und der waghalsige Ritt über gesprengte Brüden und schwin belnbe Abgründe wird mit aller Bravour borgeführt. Alle equifiten des romantischen Dramas von 1830( auch die schauerlichsten) find in Szene gefeßt. Daneben gibt es prächtigen Pomp der Aufzüge hübsche Genrebilber und schöne Landschaften. In der Charakterisierung der Bersonen wird wenigstens in einem Falle ein Beisterzug getan: die alternbe, eiferund herrschsüchtige Elisabeth wird von Clare Eames so naturhaft und wahr verförpert, baß man seine Freude baran hat. Aber sonst liegt auer Glanz auf der Bickford. 11 Norma Talmadge ist nicht nur eine schöne Frau, sondern auch eine große Darstellerin, von startem, wandlungsfähigem Ausdrud und psychologischer Eindringlichkeit. Das Warenhausmädel"( Theater am Rollenborfplat) bat als Film große Schwächen, aber es gibt einer großen Künstlerin reiche Möglichkeiten. Der Film hat eine soziale Note, aber im Stile Eugène Sues. Die arme ausgebeutete Berkäuferin wird vom millionenschweren Warenhausbesitzer zur Abschredung wegen eines Diebstahls ins Gefängnis gebracht. Sie ist unschuldig und schtvört Rache. Nach ihrer Entlassung gerät fie tn Berbrecher und Erpressertreise, nachdem sie in ihrer Verlassenheit zuerst ins Wasser gegangen und von einem Meistereinbrecher gerettet ist. Der amerikanische Film spekuliert auf die Maffe, freilich auf eine unaufgeflärte Masse, bet er bie den Sohn des Warenbaus befibers einfängt unb tros aller Intrigen Filmeitelkeiten und Filmlösungen sozialer Lösungen bietet. Darum aban ciert bas arme Mädchen im Handumdrehen zur großen Liebesfünftlerin, der Gegenseite heiratet. Ein Kriminalroman spielt noch hinein: ihre Freunde brechen, von einem Spitel angelodt, bei ihrem Schwiegervater ein. Ihr Beschüßer erschießt den Spigel und sie und ihr Gatte werden als Mörder verhaftet. Die weitere Sandlung trieft von gegenseitigem Gbelmut, schließlich stellt sich der wahre Täter und das arme Labenmabel ber beltzenden Klasse. Das ist ihre Nache. Nur die Talmadge macht den Film erträglich, als arme, verfolgte Unschuld, als Gefängnisinſaffin, als zicht, auch von dem Verdacht ihres Diebstahl3 gereinigt, ins Barabies bezaubernde Frau und fluge Gegenspielerin gewinnt sie alle Sympathien. Auch die anderen Darsteller sind über dem Durchschmitt. Zur Propaganda für das heilige Jahr, das ungezählte Scharen nach Rom loden wird, läßt die( atholische) Caritas- SichtbilbGesellschaft einen Film Der Vatikan in Kunst und Geschichte laufen( ber probeweise in der Deulig gezeigt wurde). Das Thema ift unerschöpflich, denn der Vatikan( mitsamt der Petersfirche) ist eine ganze Belt. Da man nicht nur den riesigen Gebäudekomplex( zum Teil in Aufnahmen aus der Luft), sondern auch das ganze Innere mit ber unaus fchöpfbaren Fülle an Stunstwerken und dazu den lebenden( und höchſt lebendigen) Papst in allen möglichen Situationen vorführt, wird es beg Guten reichlich viel. Zudem haben die Italiener nicht immer das nach deutschem Geschmack Wichtige ausgewählt, und manches geht zu rasch vorüber. Aber auch so wird der Film, besonders bei zwedmäßiger Kürzung, interessante Einblice genug eröffnen nicht nur in Teile des Vatikans, die nicht jeder fieht, sondern auch in die auf Massenregie und Repräsentation fich immer noch glänzend verstehende Weltmacht des Ratholizismus. d. Unb als fünstlerischen Ehrgeiz, baher halten fie fich an Filmvorbilder, die schon Die bewährte Borlage. Die Amerikaner haben mehr Geschäftsfin einmal Gelb brachyten. So sehen wir nach Rin- tin- tin Barry. dieser Bernhardiner, der die Hauptrolle im Film„ Der Schrei aus der Wildnis"( Mozart- Saa D spielt, macht seine Sache wirklich nett. Der Regisseur, im Programm nicht genannt, der das Drama eines Sundes in den Schneefeldern Mastas drehte, übermittelte manches interWie mühselig ist das Leben eines Schlittenhundes! Er essante Bild. fennt nur schwerste Arbeit in Eis und Schnee und weite, weite Bege. die die Hunde untereinander ausfechten, um die Führung zu bekommen. Nach vielen Abenteuern und Heldentaten verläßt schließlich Barry die Kultur und flieht in die Natur, wo er sich mit einer Wölfin paart. An und für fich hat der Bernhardiner gerade fein ideales Photographiergeficht, ba sein Gesichtsausbrud ruhig und starr ist und das Ohrenspiel es nicht sonderlich belebt. Im selben Lichtspieltheater fieht man Harold Lloyd, ben erstflassigen und unerreichten Vertreter des amerikanischen Humbugs in Matrose wider Willen". Der Film fiedt noch ganz im Uranfang aller Filmfunft mit Lauferei und Hauerei, Jagerei burch Strafer und Häuser und Purzeln ins Waffer. Und Harold Lloyd, bollgepfropi mit so mancher vorzüglichen Regieibee, spielt mit todernstem Gesicht tr. ftarker Betonung seiner eigenen Note. In voller Deutlichkeit und Klarheit sah man auch Bilder von den Kämpfen. Ring Victor, der als Regisseur für„ Die Jufel der Bersuchung"( U. T. Rollendorfplat) verantwortlich ist, machte literarische und filmische Anleihen, ohne einen nennenswerten Amerikaner zustande zu bringen. Auf einer unbewohnten Insel steht ein fomfortabel eingerichtetes Haus, bas ein menschenschener Sonderling mit seiner schönen Richte und einem Ein Frember fommt and Land und das irren Diener bewohnt. Mädel verliebt sich fierblich. Es geht auch zum Schluß mit dem Fremben in die weite Welt, aber erst wird der Onlel von dem Jrrsinnigen unb dieser von einem Hunde umgebracht. Zudem handelt der Verliebte ntitunter nicht zweckmäßig, damit die erschrecklichen Vorkommnisse recht in die Länge gezogen werben Lönnen. Alles spielt sich in sehr schönen Banb schaftsbildern ab, weshalb man aber an den Greuelszenen im Blendwer! guter Technik noch lange feinen Gefallen zu finden braucht. a. b. In der Schauburg läuft ein neuer Stuart- Webbs- Film„ Die Berlen des Dr. Talmadge", reich an spannenden Abenteuern und frimi nellen Zwischenfällen, in denen Ernst Reicher als Detektiv, überlegener Kopf und schließlich auch als Boger Triumphe feiert. Schöne Winterlandschaften gewähren entspannende Ruhepunkte. Rebenher geht..Joe Martin als Lehrer, eine Traumphantafie. Janz für die Gesellschaft Damen- LackDamenDamenHerrenEntzüdende Zanz- u. Abendschuhe aus Seide und Lad, Brotatschuhe in den neuesten Ausführungen, Ball- Weberziebftiefel aus Leder und Gummi, Schuhschnallen, Damenftrümpfe, Strumpfbänder in vielen Quali täten und preislagen spangenschuhe Spangenschuhe Spangenschuhe Lackhalbschuhe prima Lackleder in In allerneuester halb- in neuester halbspitzer auch mit farbigen Wildprima Ch. 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Savoir Leupoldine Konstantin, Korff, Falkenstein, Raiser- Titz, Rec 2% Der Heimatlose Trianon- Th. Unterm karibischen Mond 712 Uhr: Sakuntala Deatsch. Theater 71 Uhr. Die heilige Johanna Nachm 2 Uhr: Alt- Heidelberg Tägl 8 Uhr: Mary Erika Glässner Alexander, Raiser- Titz, Schindler, Schröder- Schreman Kammerspiele Rose- Theater 8 Uhr: Die tote Tante und andere Begebenheiten Nachm. 3 Uhr: Frühlings Erwachen Die Komödie Kurfürstendamm 206/207 7 Uhr: Sechs Personen suchen einen Autor Nachm. 3 Uhr: Die deutschen Kleinstädter Tazatar i. d. Königgrätzer Str. 8 U.: Der Tokaler Komödienhaus 8 Uhr: Die Cousine a.Warschau 3, U.: Aschenbrödel 48: Milchmädchen von Schöneberg Kammer- 6per Lützowstr. 112. an dar Flatfwallstraße Täglich 8 Uhr: Wohl zu ruhen, Herr Hachbar! Kom. Op. v. Poise Das kluge Felleisen von Wend and Karten 5, 4,3,2 M. inkl. Garderobe and Pragr. Residenz- Th. 8 Uhr: Gisela Berliner Theater D.größte Lacherfolg 7.30 Uhr: Anneliese v. Dessau Werbezirk in: Bosa Altschul SCALA mit Karl Ettlinger Tägl. 8 Uhr: Varieté. Revue mit Winstons TauchSensation Sonntags 3.30 zu halben Preis, das volle Programm! Preise 1, 3, 3 M. usw. Deutsch. Künstlertheat. Tä lich 8 Uhr: Riquette" Lustspielhaus 8 Uhr: Gaido Thielscher D. wahre Jakob Operettenhaus am Schiffbanerdamm 8 Uhr: Die vertauschte Fran Wallner Theat. 8 Uhr: Pelleas and Melisande Komiſche Oper 8 Uhr Direktion: James Klein Uhr Unsere Revue: Das hat die Welt noch nicht gesehn mit über 250 Mitwirkenden m.d.Pariser Orig.- Ausstatt. m.span. Qrig.- Tanztruppen mit einer Auslese der berühmtest. Bühnenkünstler des In- und Auslandes gilt auf der ganzen Welt als Unvergleichliche Schenswürdigkeit Sonntag 3%, Uhr Die große Revue! Jeder Erwachs. 1 Kind frei zu halben Preisen 150 Pf. Dis 6 Mk.) Vorverkauf ununterbrechen! 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Alpen und Gr. Alpenhall Tgl 72. Soust. auch 3 Uhr Vorletzt. Sonntag! 2 X Quo vadis? 2XLooping the Loop 2 X 12 Romanos 12 2 X 50 Löwen 50 Low- Babys- Kinderstebe 2Xdas Übrige gr. Circ- Progr Volkstüml.Preise! 80 Pf. Galerie bis 7 M. Lage Große Bier- Abteilung 8 Kapellen Neue Dekorationen 30 bayer. Mad' achm. 31. halbe Pr. EINTRITT FREI! Sonntag nachmittag 4 Uhr Das vollständige Programm. Berliner Tik- Trio Lahnstr. 74/751 Neukölln, Ausstoß von Bergschloß- Bockbier! Einlaẞ 3 Uhr Anfang 4 Uhr Voranzeige! Dienstag, den 20 Januar 25: Braten eines ganzen Ochsen auf dem Riesen- Lucullus- Bratapparat und Prämiierung d. schönst. Bubikopfes NovitätenSpielplan! Sonntags 3%, Uhr halbe Preise Rauchen erstattet. Qundvierzig Haller- Revue 1925 Tb. L.Admiralspalast 23. Woche Allabendl. 8% U. Die größte Revue d. Welt: Koch und Noch" Heute nachm. 3% Uhr: Die ganze Vorstellung zu halben Preisen! 2. Rang 1 Mark Central Theater 3U: G'wissenswurm 7% Die vers. Glocke Deuts Opernhaus Zu ermäß. 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Vorlegung des Geschäftsberichtes. der Angestellten, des Bundes technischer Bilanz. der Gewinn- und Verlustrechnung. 2ngeftellten und Beamten und des sowie des Berichtes über die erfolgte Re- Deutichen Bertmeister- Verbandes find. vision des Abschlusses für das Jahr 1923/ 24.agesordnung: Gemeinsame Se richterstattung über die Tagung des Beschlußfassung über diese Vorlagen, über Reichsbeirats der Betriebsräte der Metalldie Verwendung des Reingewinnes und Er- industrie in Stuttgart. teilung der Entlastung an Aufsichtsrat und Für den Deutschen Metallarbeiterverband Vorstand. gez.: Ziska. Für den Zentralverband der Angestellten 2. Vorlegung der Reichsmark- Eröffnungsgez.: Gottfurcht. bilanz auf den 1. Juli 1924 nebst Prüfungs- Für den Bund der technischen Angestellten bericht des Vorstandes und Aufsichtsrates. Für ben Deutschen Bertmeister- Berband und Beamten gez. Günther. sowie Beschlußfassung über diese Vorlagen und die Umstellung des Grundkapitals, gez: Rothe. Ban-, Geldschrank- und Möbelschlosser! 3. Aenderung der Gesellschafts- Satzungen auf montag, den 19. Januar, nachGrund der Beschlüsse zu 2: § 5 betreffend Grundkapital. § 23 betreffend Stimmrecht. 4. Aenderung der Gesellschafts- Satzungen: § 2 Abs. 1 soll dahin geändert werden. daß er lautet: Gegenstand des Unternehmens ist der Erwerb. die Pacht. die Anlage und der Betrieb von Maschinenmittags 5 Uhr, im Parterrefaal des Berbandshauses, Linienfte. 83/85: Brauchenversammlung Tagesordnung: Bericht über unseren Streit und Stellungnahme bazu. Jeber Kollege muß anwesend sein. Ohne Mitgliedsbuch ein Zutritt. fabriken. Gießereien und Werkstätten für Achtung! Bauschloffer Achtung! Eisenkonstruktion und Apparatebau, sowie montag, den 19. Januar, nachder Verkauf eigener und fremder indu- mittags 3 2hr, im Barterrejaal des strieller Erzeugnisse." Berbandshause, Cinienftr. 83,85: Aenderung des§ 18. betreffend Wahl Versammlung von stellvertretenden Aufsichtsrats- Vorsitzenden und die sich daraus ergebenden der streitenden Kollegen. Aenderungen der$$ 13. 19. 22 und 27. Metallformer u. Berufsgenossen Aenderung des§ 19. betreffend regel- montag, den 19. Januar, abends mäßige Aufsichtsratssitzungen, 7 he, im Cotal von Döring, Naungafie. 27: Aenderung des§ 20, betreffend die Genehmigung von Grundstücks- Erwerbungen. -Veräußerungen und-Belastungen. Versammlung alter Metallformer und Berufsgenoffen, Aenderung der§§ 20 und 21 durch Er- bie in den Befrieben des BBM3. besetzung des Wortes..Goldmark" durch das Wort Reichsmark". fcha sig find. Tagesordnung: 1. Wie können Aenderung des§ 23. Abs. 2 und folgende verbeffern? 2 Diskussion und Beschlußwir unsere Lohn- und Arbeitsbedingungen Absätze, betreffend Aktienhinterlegung. faffung 5. Erteilung der Ermächtigung an den Vor- Alle Betriebe, die zum BBMJ. gehören, stand, die zur Durchführung der Umstel- müssen unbedingt vertreten sein. lung erforderlichen Einzelheiten festzu- Achtung! Fellenarbeiter Achtung! setzen, dabei auch gegebenenfalls entsprechend der neuen Stückelung Aktien Dienstag, den 20. Jannar, nachm. auszugeben, sowie an den Aufsichtsrat, 5 Uhr, im Cofal von Bleffin, Stargarder Straße 3: etwa von dem Registerrichter verlangte Branchenversammlung lediglich die Fassung betreffende Aenderungen der Generalversammlungsbeschlüsse und Satzungen vorzunehmen, 6. Wahlen zum Aufsichtsrat. Zur Ausübung des Stimmrechts sind gemäß der Feilenarbeiter. Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Bericht über die Lohnverhandlungen. 3. Verschiedenes. Dienstag, ben 20. Januar, nach§ 23 der Satzungen, auf die im übrigen verwiesen mittags& 2hr, im Gewertschaftswird. nur Aktionäre berechtigt. welche ihre baule( Saal 1), Engelufer 24.25: Aktien oder Zwischenscheine oder die über dieselben Branchenversammlung Berlins. lautenden Hinterlegungsscheine Reichsbank oder der Bank des Berliner Kassen- aller Metalldrider und Polierer GroßVereins bei einer der nachgenannten HinterTagesordnung: 1 Bericht von legungsstellen. und zwar bei einer der Gesell- cer Generalversammlung. 2 Berwaltungs schaftskassen in Berlin- Moabit. Butzbach. Dessau bericht& Branchenangelegenheiten und und Köln- Bayenthal oder bei der Berliner Handels- Berfchiedenes. Mitgliedsbücher find mitzubringen! Gesellschaft, Berlin. der Darmstädter und Nationalbank Kommanditgesellschaft auf Aktien. Berlin. Sahlreicher Besuch wird erwartet dem Bankhause Delbrück. Schickler& Co.. Berlin. Dienstag, den 20. Jannar, abends Wesentlich verb. Werk, sorgfält, gepr., tadellos der Deutschen Bank. Berlin. der Direktion der 2 2hr, in Sotal von Graumann, und genau gehend, jede Uhr mit Garantieschein. Disconto- Gesellschaft, Berlin, der Dresdner Bank. Nauugufte. 27: mit Scharnier, echtem Goldr, ca 38 st Werk Berlin, dem Bankhause Jacquier& Securius. Branchenversammlung Nr 6 die gleiche Uhr, ohne Goldr., mit Leucht- Berlin, der Reichs- Kredit- Gesellschaft. Aktien- der Schraubendreher, AutomateneinGo dpanzer- Herrenuhr, von echt gesellschaft, Berlin. der C. Schlesinger- Trier tichter, fowie aller in Schraubenbetrieben Beschäftigten. golden fast nicht zu unterscheiden, Anker-& Co. Commanditgesellschaft auf Aktien. Berlin, Tagesordnung: 1. Die Bohn- und 5.- Goldm. der Bank des Berliner Kassen- Vereins. Berlin Arbeitsverhältniffe in der Berliner Metall 5.- Goldm.( nur für Mitglieder des Giro- Effektendepots), der induftrie. Referent: Roll Rista. 2 Branchen 11.50 Goldm. Gebr. Röchling. Bank, Saarbrücken. Berlin und angelegenheiten. 3. Berschiedenes. 5.- Goldm. Frankfurt a. M., dem Bankhause Lazard SpeyerMitgliedsbuch legitimiert! Zahlreicher Befuch wird erwartet. Ellissen, Frankfurt a. M., der A. Schaaffhausen12.50 Goldm. scher Bankverein A.-G., Köln, dem Bankgeschäft Dienstag, den 20. Januar, abends A. Levy, Köln, dem Bankhause Sal. Oppenheim z uhr, im Cotal von Boweleli, 12.30 Goldm. ir.& Cie.. Köln, oder bei einem Notar. spätestens Jostnite. Z: werk. Nr. 8 Junghans- Taschenuhr, Nickel od. Stahl Nr. 16 Klappdeckel- Kavalier- Uhr, eleg. vergoldet oder versilbert Nr. 27. Armbanduhr mit Leuchtzahlen Nr. 27/1. Herren Armoand- Uhr. Neuheit „ Viereckig", Nickel Dieselbe Uhr vergoldet Nr. 33. Platinin- Damen- Armbanduhr, eckige Form, mi mod. Ripsband,.Neuheit". Nr. 36. A lerkl. Damenuhr mit Goldrand 11.- Goldm. 7.- Goldm. Wecker von 3.- Mk. an. Miniaturwecker 5.50 Goldm. am dritten Tage vor der Generalversammlung Bertrauensmännerfonferenz Nickelkette 0.50 Goldm.- Goldin- Kette 1.50 Goldm. bis 3 Uhr nachmittags hinterlegt haben. Ebenso der Autoreparaturschloffer Gr.- Berlins. Schwarzwälder Uhren von 1.50 Goldmark an. wie den Stammaktien für je 1000.- Mark Nenn- Sagesordnung: Stellungnahme zur Versand gegen Nachnahme. Reichhaltiger Katalog 50 Pf. wert eine Stimme zusteht, steht den noch nicht Ründigung des Lohnabkommens Der Bichtigkeit wegen muß jeder Be Maschinenbau- Actien- Gesellschaft für je 2000,-trieb einen Bertreter entfenden. Die Ortsverwaltung. Mark Nennwert eine Stimme zu: bezüglich der Ausübung des Stimmrechts gelten die vorstehen- Innungskrankenkasse der Juweliere, Goldden Bestimmungen über Hinterlegung. und Silberschiede( Zwangsinnung) zu Berlin. Berlin, den 16. Januar 1925. Deutschland Uhrenmanufaktur Leo Frank umgetauschten Aktien der Berlin- Anhaltischen Berlin C 19, Beuthstraße 4. SOEBEN ERSCHIENEN: DIE GEMEINDE HALBMONATSSCHRIFT FÜR SOZIALISTISCHE ARBEIT IN STADT UND LAND 2. JAHRGANG HEFT 2 AUS DEM INHALT Kommunale Steuerfragen( Von Br. Asch) Kommunale oder wirtschaftliche Selbstverwaltung für die Gemeinden als Arbeitgeber( Von Dr. W. VollbrechtBerlin) Geschäftskreis der örtlichen Schulverwaltungsorgane für das Volksschulwesen in Preußen( Von L. Joost) Das Werden einer neuen Großstadt( VoD Gerichtsassessor Dr. Heuer, Altona) Bücherschau Fragen- Ecke Gesetzgebung Verwaltung/ Aus den Gemeinden Zu beziehen durch: J. H. W. Dietz Nachfolger G. m. b. H. Berlin SW.68, Lindenstr. 2, Abt. Sortiment Der Aufsichtsrat der Bamag- Meguin Aktiengesellschaft, Ed. Arnhold. Vorsitzender. Inventur- Verkauf auf Teilzahlung Bis 1. Februar d. J. Herren- u. Damengarderobe 20% Rabatt Teppiche, Gardinen, Tischdecken Leibwäsche, Monteuranzüge, Schaftstiefel 10% Rabatt Küchen, EB- Herrenzimmer, Schlafzimmer Schränke, Chaiselongues, Flurgarderoben 10% Rabatt Günstigste Kaufgelegenheit Kleine Anzahlung, kleine Raten Nur in Meyer's Kaufhaus am Barbarossaplatz Eisenacher Straße 90/91 Bekanntmachung. Dis 14. Sagungsänderung ist vom Ober verficherungsamt in nachfolgender Form genehmigt worden und in Kraft getre.en. 824( Familienhilfe) Abs 2 erhält fol gende Faffung: Als Familienangehörige gelten: Bersicherungsfreie und nicht ver ficherte Ehegatten, Eltern, Geschwister. Großeltern und Schwiegereltern der Bez ficherten. fowie Rinder und Stieftinder der Berficherten bis Aum vollendeten 16. 2c bens: ahre, soweit biefelben nicht nur vorübergehend in häuslicher Gemeinschaft leben und der Unterhalt panz oder über wiegend aus dem Arbeitsverdienst der Bersicherten beftritten wird. May Roft, Borf. Hugs Herg, Schriftf. Genehmigt Charlottenburg, den 12. Januar 1925. Oberversicherungsamt Berlin. Menzel Ausfertigung. I B K. 15/25. Bekanntmachung [ 108/20 Der 20. Nachtrag zu unserer Gahung, nach welchem das Hausgeld auf bret Biertel des Krankengeldes erhöht und bie Familienversicherung bezüglich ber Familienangehörigen erweitert worden ist, it burch die erfolgte Genehmigung bes Oberversicherungsamtes Berlin mit dem 3. Januar 1925 in Kraft getreten. 108/19 Behlendorf. den 13. Januar 1925 Der Borstand der Allgemeinen Ortskrankenkasse für Zehlendorf u. Umgegend Borsitzender Schriftführer Albert Fischer G. Heymann Bekanntmachung. Durd) Sagungsänderung find die Bel. Fahrräder und Nähmaschinenge, vom 12. Januar 1925 auf 7 Broa Auf Teilzahlung Zettha, Berlin Leichtmotorräder Oranienburger Strasse 65 festgelegt worden. 108/18 Bin Adlershof, ben 15. Januar 1925. Allgemeine Ortsfrankentajie für Adlershof und Umgegend. Der Borfland. Max Knappe, Borsigender Nr. 30 42. Jahrgang 3. Beilage des Vorwärtsd Kampf den Getreidezöllen. Höhere Industrielöhne sind eine bessere Förderung der Landwirtschaft. Der Kampf um die Getreidezölle ist durch die Bildung der Rechtsregierung in ein neues Stadium getreten. Die Deutschnationalen Schiele, Kanik und Neuhaus sind, wie die agrarische Bresse, mit großer Genugtuung betont hat, die stärksten Säulen der neuen Wirtschaftspolitik, sie sind die Verfechter des Hochschutzzollsystems, das seit 1879 die immer wiederholte und immer wieder verschärfte Forderung der deutschen Agrarier ist. Hochschutzölle sind, wenn sie auf Lebensmittel gelegt werden, nichts anderes als eine schwere Verteuerung der Lebens. haltung der breiten massen, ohne daß die Landwirtdaft sich daraus für die Dauer irgendwelchen Erfolg versprechen fann. Hochschußzölle auf Industriefabrikate jedoch bedeuten eine fünftliche Niedrighaltung des deutschen Konsums auf Industriewaren, bedeuten Schleuderausfuhr und Verschärfung der internationalen handelspolitischen Lage auf Kosten der breiten Massen. Aus diesen Gründen hat die Sozialdemokratie seit jeher die hochschutzZöllnerischen Tendenzen in der deutschen Wirtschaft bekämpft. Bon besonderent Interesse ist es aber, daß auch die landwirtfchaftliche Fachpresse neuerdings fich diesen Zusammenhängen nicht niehr verschließen fann. Der bekannte Agrarfachmann Profeffor Areboe bringt in der Deutschen Landwirtschaftlichen Presse ( Nr. 3) den britten Auffaß einer Artifelreihe 3ur Frage der Agrarzölle", und beiont darin, daß eine Besserung der Lage der Landwirtschaft in erster Linie von einer Steigerung der Kauffraft der deutschen Industriearbeiterschaft zu erwarten ist. Wörtlich schreibt er: Für die deutsche Landwirtschaft aber ist es von der allergrößten Wichtigkeit, daß diese großen Zusammenhänge und Wechselwirkungen von ihren Führern erfannt werden." " Schutz der nationalen Arbeit" nennen die Agrarier und die Echwerindustriellen ihre auf Hochschutzölle gerichtete Politik. Brofeffor Areboe yat in seiner zitierten Arbeit einen wertvollen Beitrag dazu geliefert, was diefe Politik in Wirklichkeit ist: der Berrat und die Preisgabe der Interessen der Bolts gemeinschaft an menige fapitalstarte Gruppen in Industrie und Landwirtschaft. Demokrat Geßler. વૈ. Wie wichtig eine solche Lohnsteigerung für die Hebung der Rauftraft ist, erkennt man schon aus dem Umstande, daß die Löhne der deutschen Industriearbeiter heute noch 30 bis 40 Pro3. unter den Weltmarttlöhnen stehen oder, was dasselbe bedeutet, daß die Löhne weit hinter den Warenpreisen zurückgeblieben find. Schon aus meinem zweiten Auffaze zur Frage der Agrar Bälle geht hervor, daß in dieser Tatsache der eigentliche Grund der heutigen Agrarfrisis zu suchen ist. Die deutsche Induftriebevölkerung ist es in erster Linie gewesen, deren Kauffraft die Intensivierung der deutschen Landwirtschaft ermöglicht hat. Mit dieser Raufkraft gehen die Reinerträge der deutschen Landwirtschaft vornehmlich auf und ab. Alle anderen Einflüsse sind demgegenüber gering. Aus diesem Grunde hat die deutsche Landwirtschaft heute, wie nie zuvor, ein vitales Snteresse an der Hebung der Kauftraft der Inbustriebevölkerung. Dabei tommt erschwerend in Betracht, daß der Stand der Industriearbeiter in der Inflationszeit an Wäsche, Kleidung, Hausgerät usw. außerordentlich verarmt ist. Die Industriearbeiterlöhne waren am Tage der Auszahlung in der Inflationszeit zeitweilig auf 2% bis 4 Goldpfennig je Stunde zurüd regangen, bis zum Tage der Verwendung oft noch mehr. Nach Schluß der Inflationszeit haben sich, die Leute erst einmal eine Zeit lang ordentlich satt gegeffen, wenn auch nicht annähernd so reichlich und so kostspielig wie vor dem Kriege. Jetzt fangen fle_an, cuch ihre zerriffene Wäsche und Kleidung zu ersetzen. Der Maffen verkauf eines Konfektionsgeschäftes in Berlin, das zu Weihnacht einen Frauenmantel für sieben Mart und ein Frauenkleid für drei und eine halbe Mart angeboten hatte, zeigt, wie schnell diese Anstrengungen, wieder zur Kleidung zu fommen, sich wiederholen werden und wie lange also dieser Erholungsprozeß dauern wird, sofern die Relation zwischen den Löhnen und den Warenpreisen sich nicht ändert. Ehe dieser Prozeß aber nicht beendet ist, wird auch der Konsum an Agrarprodukten nicht wieder steigen. Geßler: Sagt, was Ihr wollt, ich bin des Kaisers Diener und muß drauf denken, wie ich ihm gefalle." ( Schiller, Wilhelm Tell.) Regierung, Handelsverträge und Gewerkschaften. Unter dieser Ueberschrift befindet sich in der soeben erschienenen Nr. 3 der Gemerffchaftszeitung", dem Organ des Allge meinen Deutschen Gewerkschaftsbundes, eine fritische Betrachtung über die Handelspolitik und den Gang der Handelsvertragsverhand lungen. Die Betrachtung geht aus von der Annahme des Londoner Paktes und seiner Ausführungsgesetze durch den Reichstag. Damals begann die Regierung ihre Borbereitungen zum Abschluß neuer Handelsverträge. Der Zollausschuß des Vorläufigen Reichs wirtschaftsrates unterzog die sogenannte eleine Bellvorlage einer eingehenden Beratung. Hierbei wurden über 400 Sachverständige aus allen Berufen und Industriezweigen vernommen. Das so ge monnene umfangreiche Material follte als Rüstzeug für die Handelsvertragsverhandlungen dienen. Die Ergebnisse der Beratungen des Zollausschusses ließen sich in roher Konstruktion in drei handelspolitische Richtungen gliedern: Hochschutzzoll, gemäßigter Zoll, Freihandel. Die deutsche Regierung sei bei den Handels vertragsverhandlungen mit allen Ländern von der Absicht geleitet gewesen, einen mäßigen 3olljaz oder die gegenseitige Meist begünstigung in den Handelsverträgen festzulegen. Unter dieser Einstellung seien mit Amerita, England, Griechenland, Desterreich, der Schweiz und Spanien in verhältnismäßig furzer Zeit Handelsverträge zustande gekommen. Sodann werden in dem Artikel die schlachträge chwierigen Probleme zwischen Deutschland und Frankreich, Deutsch in den einzelnen Wirtschaftskreisen Deutschlands selbst vorhanden land und Belgien sowie die rivalisierenden Kräfte besprochen, die find. Anknüpfend wird dann mit vollem Recht der deutschen Regierung folgendes gesagt: Das wichtigfte Agrarproblem ist demnach heute die Frage, wie schnell und mit welchen Mitteln man die Löhne der Industriearbeiter heben tann, ohne die melkende Kuh, nämlich die Industrie selbst, dabei zu schlach ten. Es erscheint mir zweifellos, daß die Inlandslöhne die Tendenz haben müssen, sich allmählich den Weltmarktslöhnen zu nähern. Sie werden das ebenso tun, wie der Binsfuß bei uns fich mit der Zeit dem Weltmarftzinsfuß anpassen wird. Wenn Amerika bei seiner starken Goldinflation heute einen Zinsfuß von 4 bis 6 Proz. hat, mährend er bei uns 12 bis 18 Proz. beträgt, so muß früher oder fpäter eine Annäherung erfolgen. Amerita muß Gold auss führen, damit der Zinsfuß im Lande nicht weiter sinft, wir müssen Gold einführen, damit der Binsfuß bei uns gedrückt wird. Eine folche Goldeinfuhr aber bedeutet zugleich Belebung unseres Arbeitsmarttes. Eine Rapitalbildung bedeutet dieser Prozeß allerdings nicht, fondern nur eine Rapitaleinfuhr, der einmal die Ausfuhr wieder folgen muß. Kapital tann nur durch Sparen gebildet werden." Wem dient die Hochschutzollpolitik? Kreboe legt dann mit außerordentlich zwingenden Beweis gründen dar, daß die Landwirtschaft das größte Interesse daran hat, zusammen mit der verarbeitenden Industrie gegen die Eisen. 3ölle anzufämpfen und damit eine Gesundung der Fertig warenindustrie zu erreichen. Jede Lohnerhöhung wird in jeder richtig arbeitenden Fabrit eine neue moderne arbeit. sparende bilige Maschine hineintragen. Dadurch erhält die Industrie volle Beschäftigung und Arbeitsmöglichkeit für die durch Maschinen ersparten Arbeitskräfte bei angemessenem Berdienst für die Arbeiterschaft. Verheerend aber wären die Folgen, wenn man eine furzfichtige Bollpolitit treibt. Areboe fennzeichnet fie folgendermaßen: Sonntag, 18. Januar 1925 naldy, eine gute Plattform für den Abschluß des Handelsvertrages geschaffen. Sie hört die Arbeitervertreter, fann die während der Berhandlungen auftauchenden Schwierigkeiten mit thnen besprechen, die Belange der Arbeiterschaft kommen so zur Berücksichtigung. Wie ganz anders in Deutschland! Die deutsche Regierung( vers antwortlich das Auswärtige Amt und das Reichswirtschaftsministe rium) hat sich als Anhängerin mäßiger Zollfäße, also der handels politischen mittleren Linie, ihre Sachverständigen vorwiegend Thyssen und die KIödner, die dem Staatssekretär Trendeaus den Kreisen der Hochschußzöllner geholt. Es sind die lenburg ihre Ratschläge erteilen. Selbst wenn man annehmeit ftrebungen außerhalb des Bereichs der Möglichkeit liegen würden, dürfte, daß bei diesen Herren der Schwerindustrie selbstsüchtige Bewären fie allein doch immer nur die Vertreter lediglich der einen Seite der Wirtschaft. Aber ihre Vorschläge zur Regelung des Eisenhandels tragen so deutlich den Stempel der Verfolgung eigennütziger Biele, daß von Objektivität zum Wohle der Allgemeinheit nicht die Rede sein kann. Die deutsche Regierung kannte diese Herren, fie wußte, daß die Thyssen und Klödner hochschutzöllnerische Bestrebungen verfolgen. Um so bedauerlicher ist ihr Berhalten gegenüber den Gewerkschaften. Sie hat entweder noch nicht begriffen, wovon die neuzeitliche Literatur so viel spricht, daß die Gewerkschaften nicht nur die sozialpolitische Seite des Arbeiter. lebens, sondern auch zwangsläufig die wirtschaftliche in ihre Obhut genommen haben. War sie aber hiervon unterrichtet und hatte sie auch den wirtschaftlichen Wirkungsfreis der Gemertschaften erfannt, so ist die Nichthinzuziehung sachverständiger Berater aus Gewerkschaftskreisen nichts anderes als eine Miẞachtung der Arbeiterschaft und eine Bernachlässigung der Erfüllung ihr anvertrauter Aufgaben. Die deutschen Gewerkschaften verbitten sich ebenso höflich wie entschieden, die Rolle zu spielen, die ihnen vom Auswärtigen Amt und Reichswirtschaftsminifterium zugemufet worden ist: nämlich als stumme Zuschauer beiseite zu stehen, wenn über das handelspolitische Schicksal des deutschen Volkes entschieden wird.“ In dem Artikel wird weiter die Wiederkehr der handelspoli. tischen Freiheit Deutschlands freudig begrüßt, nicht im Sinne der Schutzöllner, die in ihr ein Mittel zur Befriedigung ihrer schuz zölinerischen Bestrebungen erblicken, sondern einfach deshalb, meil fie des deutschen Volkes eigenes Gut ist". Die Tatsache, daß deutsche Gewerkschaftsvertreter sich bei französischen Gewerkschafts. vertretern Informationen über den Stand der Handelsvertrags verhandlungen holen mußten, sei ungeheuerlich, ein Zustand, der für die deutsche Regierung fein 2orbeer jei. Die Bemühungen des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes, eine handelspolitische Berständigung der Länder herbeiführen zu helfen, sollen fortgesetzt werden, denn der Abschluß Don Handelsverträgen sei nicht mehr nur eine Angelegenheit lediglich von Geheimräten, sondern der Arbeiterschaften in allen Ländern. Verschlechterung des Berliner Arbeitsmarktes. Die lekthin beobachtete Verschlechterung auf dem Arbeits. martt hat in der letzten Woche weiter um sich gegriffen. Durch die anhaltend günstige Witterung ist der Rückgang der Be schäftigungsverhältnisse in den davon abhängigen Berufen an und für sich noch als verhältnismäßig gering zu bezeichnen, dagegen ist eine darüber hinausgehende ungünstige Entwidlung des Arbeitsmarttes jedoch unverkennbar. Allgemein zeigt fich eine große Zurückhaltung in Erteilung von Aufträgen zur Gestellung von Arbeitskräften. Diese dürfte auf die zurzeit noch ungeklärten politischen Verhältnisse zurückzuführen sein, die naturgemäß auch in das Wirtschaftsleben eine gewisse Unsicherheit tragen. Besonders scheint diese auf dem Export zu lasten. Die Zahl der Arbeit. suchenden und Unterstütungsempfänger hat eine erhebliche Steigerung erfahren, die sich besonders bei den männ lichen Personen bemerkbar macht. Es waren 63 838 Personen bei den Arbeitsnachweisen ein getragen, gegen 58 616 der Borwoche. Darunter befanden sich 49 806 ( 45 941) männliche und 14 032( 12 675) weibliche Bersonen. Unter stützung bezogen 26 721( 25 147) männliche und 5547( 5577) weibliche, insgesamt 32 268( 30 742) Personen. Die Zahl der zu gemein nüßigen Pflichtarbeiten leberwiesenen betrug 378 gegen 280 der Borwoche. Dehringen. Die Aftiengesellschaften schlagen verschiedene Wege ein, um sich das für ihren Betrieb notwendige Kapital zu be schaffen. Die Dehringen Bergbau A.-G., die den deutsch geblie benen Besitz der Hohenlohewerte in Oberschlesien zufammenfaßt, hat, dem Beispiel vieler anderer Unternehmungen folgend, eine möglichst „ Eine Regierung, die fich angesichts dieser Meinungsverschieden heiten ihrer Aufgabe voll bewußt gewesen wäre, hätte schon aus taktischen Erwägungen ihre sachverständigen Berater aus ewerfichaftstreifen mit entnehmen müssen. Die franicharfe 3usammenlegung( 10: 1) vorgenommen, durch fische Regierung hat das auch flugerweise getan. Sie be rief fünf Vertreter der französischen Gewerkschaften als Sachver. ftändige zu den Handelsvertragsverhandlungen. An ihrer Spize stehen die bekannten Gewerkschaftsgeneffen Jouhaug vom Ge werkschaftsbund und La be vom Metallarbeiterverband. Nicht also nur Bertreter der französischen Industrie und des Handels, sondern ein reiner Arbeiterausschuß nimmt als sachverständige Körperschaft an den Handelsvertragsverhandlungen mittelbar teil. Dadurch hat sich die französische Regierung, besonders ihr Handelsminister Ray Zentner frei Haus Berlin. Kakao, fettarm Preisnotierungen für Nahrungsmittel. Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandelse Gerstengraupen, lose. 19,30-24,75 Gerstengrütze, lose. Hafergrütze, lose... Roggenmehi 0/1.... Haferflocken, lose Welzengrieẞ Hartgrieß 18,50-18,75 20,00-21,50 21,50-22,50 18,75-20,50 21,00-25,00 26,25-21,50 19,00-20,50 70% Weizenmehl Weizen- Auszugmeh! 20,25-26,75 Speiseerbsen, Viktoria 19,00-22,25 Speiseerbsen, kleine. 15,00-16,00 Bohnen, weiße, I erl Langbohnen.handverl. Linsen, kleine Linsen, mittel Linsen, große. Kartoffelmehl Makkaroni, Hartgrieß. Eternudeln Mehlnudeln. Bruchreis Rangoon Reis Tafelreis, glasi Patna. Tafelreis, Java Ringäpfel, amerik. Getr. Pilaumen 90/100 Pflaumen, entsteint " 20,00-23,00 27,00-32,0) 18,00-25,50 31,00-42,00 44,00-55,50 19,00-22,00 43,25- 55, 0 44,50-73,50 23,50-26,75 15,25-17,75 18,50-20,00 24,5 32,00 32,75-42,00 77.00- 90,00 48,00-50, 0 74,00-80,60 66,00-68,00 Dieser Gesundungsprozeß der gesamten deutschen Volkswirtschaft wird aber in einen steigenden Berelendungsprozeß verwandelt werden, wenn eine furzfichtige Bollpolitik die wichtigsten Rohstoffe der deutschen Produktion, zumal noch durch Tribute an die französische Schwerindustrie, außerordentlich verteuert. Dann wird bald der Tan fommen, wo die dertsche Schwerindustrie das ganze deutsche Wirtschaftsleben derart in finanzielle Abhängigkeit von fich gebracht hat, daß ein Entrinnen nur noch durch schwere Erschütterungen des Staates möglich ist. Die Landgüter aber werden in steigendem Maße zu Herrensihen der Schwerindustriellen aufgekauft und umgestaltet werden. Dann wird die deutsche Landwirtschaft sich nicht nur für eine Uebergangszeit und nicht nur für eine beschränkte Zahl von hochwertigen Agrarerzeugnissen auf den rport einstellen müssen, sondern sie wird den vorkriegszeitlichen Inlandsmarkt mit seiner hohen Rauftraft für wertvolle Agrar. produfte in absehbaren Zeiten überhaupt nicht voll wiedergewinnen. Steigert die deutsche Landwirtschaft ihre Produktion zufolge technischer Fortschritte und steigender Tüchtigkeit der Landwirte dennoch, so wird sie schrittweise auf zum Export von Massenwaren übergehen müssen, an denen nicht viel zu verdienen ist. Die in. dustrielle Bormacht aber wird das deutsche Bolt immer mehr an Böller abtreten müssen, die nicht vom Rentnergeist an. gerrantelt find, fondern wissen, daß ein freier Konkurrenz tampf und der Mut, Kranthaftes untergehen zu lassen, die unnerrüdbaren, natürlichen Grundlagen für die dauernde Behauptung ber Arten, Raffen und Böller auf dem Erdballe find. Röstgetreide, lese... 20.00- 21,50 Cal. Pflaumen 40/50 Rosineni Kist., Candia. 60,00-73,50 Sultaninen Caraburnu. 75,00-95,00 Korinthen, choice Mandeln, süße Bari Mandeln, bittere Bari Zimt( Cassia) . 58,00-74,00 205,00-210,0 200,00-210,00 100.00-120,00 53,50-60,00 Kümmel, holländischer Schwrz Pfeffer Singap. 110,00-120,00 Weißer Pfeffer.. 155,00-173,00 Rohkaffee Brasil 215,00-23,00 Rohkaffee Zentralam 250,00-310,00 Röstkaffee Brasil.. 270,00-310,00 Pöstkaffe Zenetralam. 330.00-400,00 Kakao, leicht. entölt Tee, Souchon, gepackt Tee, indischer, gepackt Inlandszucker bas mel. Inlandszucker Raffina. Zucker Würfel Kunsthonig Zuckersirup hell i. Eim. Speisesirup dunk.i.Eim Marmelade Einfr. Erdb. Marmelade Vierfrucht Pflaumenmusi. Eimera Steinsalz, in Säcken 70,00-96,00 100,00-120,00 320,00-400,00 400,00-470,00 29,00-31,00 30,533,00 35,5-37,00 34,00-36,00 40,0027,00- 30,00 90,00-9,00 40,00 a pitalserhöhung um 3 Millionen Reichsmark die für den Ausbau ihrer Rohlengruben notwendigen Mittel sich beschafft, um auf diese Weise für die dauernde Verzinsung mit einem nicht allzu hohen Rapital belastet zu werden. Gegen die Golderöffnungsbilanz wurde von einer Opposition, die wegen ihres geringfügigen Aktien befizes nicht viel auszurichten vermochte, Protest zu Protokoll gegeben. Sie bemängelte die allzu niedrige Bewertung des Boftens Bergwerke, die mit etwas über 3 Millionen Goldmark in die Bilanz eingefeßt ist. Auf die Bemängelungen wurde von der Verwaltung darauf hingewiesen, daß sie zwar einen Kohlenfeder besig von 10 Marimilfeldern habe, daß sie aber mit dem Ausbau diefer Kohlenfelder beschäftigt sei. Es handelt sich um unerschlossenes Gebiet, auf dem zwei Echächte niedergebracht seien, ein Schacht davon fördere bereits. Die Förderungsfähigkeit des Schachtes fei sicherlich mit einer Million Tonnen zu veranschlagen, aber bis Diese Förderfähigkeit erreicht werde, werden noch Jahre vergehen. Borerst seien von der Gesellschaft im Jahre 1923 155 568 Tonnen, im Jahre 1924 246 646 Tonnen( 822 Tonnen pro Tag) gefördert worden. Es sei ferner zu berücksichtigen, daß man mit dem Ausbau in die Kriegszeit hineingekommen, der daher nur sehr langsam vor geschritten sei. Außerdem befize die Gesellschaft noch feine Koferei und keine Wäscherei. Auch diese müßten erst eingerichtet werden. Die Absa zverhältnisse sind zurzeit vollkommen ungeflärt, 45,00-55,00 und wegen der schlechten Absatzmöglichkeiten seien auch schon Feier. schichten eingelegt worden. Es sei zwar richtig, daß in Deutsch- Ober3,704,20 fchlesien ein geringer Prozentjaz von Rotskohle gefördert werde und 4.40-5,00 daß aus diesem Grunde die Regierung sich für Aufschluß aller Bratenschmalz i. Tiers. 90,00-91,25 Felder, von denen sie hoffe, daß fie ergiebige Kohlenausbeutung 9,50-91,75 bringen fönnen, entschlossen habe, die Bohrungen aber, die von der 85,00-89,75 Regierung vorgenommen seien und die beendet wären, hätten er 65,00-66,00 geben, daß man die Hoffnungen sehr stark zurückschrauben müsse. Selbst wenn man die sachlichen Argumente als zutreffend anerkennt, fo hat man doch den Eindrud, als ob die Verwaltung die Lage etwas zu pessimistisch ansehe. Oberschlesien hat durch seine Teilung große und zukunftsreiche Kohlenfelder verloren. Und wenn für die Borkommen in Deutschoberschliefen auch vorübergehend Abfazmangel besteht, so ist das doch wohl eine vorübergehende Erschei nung, auf die man sich bei der Bewertung eines Bergwerksbesizes auf feinen Fall stüßen kann. Die Gesellschaft hat bisher nur zwei Schächte niedergebracht mit einer Tiefe von zirka 10 Meter. Sie ist also in der Lage, auf ihrem recht beträchtlichen Felderbesih 165.00-175.00 noch sehr viel mehr für die Kohlenerschließung zu tun. Sie ist 118,00-125,00 umso mehr hierzu imstande, als nach den auch von ihr unwider. 85,00 90,00 fprochenen Darlegungen der Sachverständigen die auf den Feldern Don Dehringen geförderte Kohle die beste Fettfohle darstellt, die überhaupt in Oberschlesien vorhanden ist. Siedesalz in Säcken 3,10-3,60 5,20-5,80 87,50-89,00 Bratenschmalz i. Kübl Purelard in Tierces Purelard in Kisten Speisetalg in Packung Speisetalg in Kübeln 66,00 Margarine, Handelsm. I desgl. II....: 60,00-63,00 Margarine, Spezialm. I 80,00- 84,00 desgl. II. 69.00-71.00 Molkereibutterli. Fäss. 179,00-185,00 Molkereibutter, i. Pck 191,00-196,00 Molkereibutter Ila i. Fs. 17.00-172,00 Molkereibutter, i.Pck. 177,60-182,00 Auslandbutter in Fässr 199,00-208,0 Corned beef 12/6 lbs p.K. 39,00Ausl.Speck, geräuchert 108,00-115,00 Quadratkäse. 33,00-43,00 Tilsiter Käse, vollfett 120,00-130,00 Echter Emmenthaler Echter Edamer 40% 200 Ausl. ungezucker. Condensmilch 48/16 Inl. gez.Condz.- M. 48/14 20,00-22,50 25,25 Gewerkschaftsbewegung ( Gewerkschaftliches fiehe auch 4. Seite Hauptblatt.) Achtstundentag und Produktionsverteuerung. Die Schwerindustriellen führen einen hattnädigen Kampf um die Wiedereinführung der 3wölfftundenschicht. Nach ihrer Darstellung bringt der Achtstundentag unerträgliche Lasten für die Industrie. Sie wissen ihre Klagen so herzerreißend vorzutragen, daß sie selbst bei einigen sozialdemokratischen Theoretifern den Glauben an eine gewaltige Größe der Last erweckt haben. Man vermeidet es zwar immer, tontrete 3ahlen enzugeben und begnügt sich damit, zu behaupten, daß die Laft un tragbar ist. Auch geht man der Frage aus dem Wege: wer die Basten zu tragen hat, ob der Fabrikant oder der Verbraucher der Mare? Für einige Fabrikations zweige haben wir eine zuverlässige Statistit, aus deren Zahlen man sich ein Bild über die Preise der Laften machen kann. Die Zahlen sind von den Fabrikanten geliefert und im„ Statistischen Jahrbuch für das Deutsche Reich" abgedruckt. Wir nehmen die Zahlen über die Rotereien für das Fahr 1913, weil dieses das letzte Friedensjahr ist, in welchem die Zwölfftundenschicht die Regel war. Es wird mitgeteilt, daß 1913 202 Rofereien in Betrieb waren. In den Kofereien waren 31 919 Angestellte und Arbeiter beschäftigt. An Lohn und Gehalt wurden 51 848 000 m. ausbezahlt. Die Angestellten und Arbeiter hotten also einen Durchschnittslohn von 1624 M. Berarbeitet wurden 44 198 700 Tonnen Steinkohle im Werte von 539 188 000 m. Aus der Steinkohle wurden 34 630 400 Tonnen Kots im Werte von 607 479 000 m. und Nebenprodukte im Werte von 179 147 000 m. gewonnen. Von je 100 m. ber gewonnenen Produkte entfallen alfo 77,20 m. auf Kots und 22,80 m. auf Nebenprodukte. Teilt man den Arbeitslohn ebenso auf, dann müssen 40 026 656 M. Lohn und Gehalt aus dem Erlös von Stots und 11 821 344 M. aus dem Verkauf von Nebenprodukten gedeckt werden. Aufeine Tonne Rots tam demnach 1, 16 Mart Lohn und Gehalt. Wäre nun 1913 der Achtstundentag eingeführt und hätte man die Zahl der Angestellten und Arbeiter und auch den Lohn und das Gehalt um 50 Proz. erhöhen müssen, dann wäre die Frage entstanden: mer soll die rund 20 Millionen Mar', um die sich die Kosten für Rots steigern, bezahlen? Da der Rots von dem mächtigen Steinkohlensyndikat verkauft wurde, so Pfarrer Heumanns Heilmittel stets auch vorrätig im Alleindepot: Zions- Apotheke Homöopath. Zentral- Officin Berlin N. 31, Anklamer Sirafe 39/40, an der Ecke Brunnenstr., 5 Min v. Rosenhal. Tor. Tel. Amt Humboldt 1022. Adler- Apotheke ( Paul und W. Sadée), Berlin- Friedenau, Rheinstr. 16. Tel.: Rheingau 2029, Friedrich WilhelmApotheke. Apotheker Georg Seelenbinder, Charlottenburg 2, Leibnizstraße 106. Ielephon 121. Schweizer- Apotheke. Apotheker Max Riedel, Berlin W8, Friedrichstr.173. Heege's Apotheke. Berlin O, Gubener Str. 33, Ecke Warschauer Str. Das große Pfarrer Heumann- Buch 320 Seiten, 200 Abbildungen) erhält jeder Leser, der seine Adresse einschickt, von der Firma Ludwig Heumann& Co., Nürnberg M 45 gratis und franko zugesandt. Postkarte genügt. Eine fann man mit Sicherheit annehmen, daß die Preissteigerung auf die Berbraucher abgewälzt wäre. Aber um wieviel muß der Preis erhöht werden? Mit 58 Pf. für die Tonne Rots märe die ganze Mehrausgabe an Lohn und Ge= halt gededt. Das ist also eine Summe, die so gering ist, daß das Steinkohlensyndikat sie bei Neufestsegung der Preise nie in Betracht gezogen hat. Würde man nun vom Dreischichten system zum Zweischichtensystem zurückkehren und hätten die Abnehmer von Koks und den Nebenproduften eine Ermäßigung der Preise gefordert, dann hätte das Syndikat bewiesen, daß die Er sparnis an Arbeitslohn so gering ist, daß sie keine Ermäßigung ter Preise zulasse. Höchstens lohnt es sich, die Summe den Kapi talisten zuzuwenden, denn in deren Taschen ist Platz für jede Eumme, die man den Arbeitern abpressen kann. Bir nageln hiermit dieses frei erfundene 3itat" als eine gemeine Fälschung fest. Die traurigen Gesellen, die ihre Ün wissenheit und Unfähigkeit durch Falschungen und fnotige Schimpfe teien zu verdecken suchen, diese Steigbügelhalter der Reaktion nennen sich Arbeitervertreter". Die Arbeiterschaft bedankt sich für diese Bertreter! Bei der Firma Siemens& Halste, Blodwert, baben am gestrigen Sonnabend die Einrichter, Schraubendreherinnen, Maschinenarbeiter, Hobler, Bohrer und Fräser wegen zu geringer Entlohnung ihre Papiere gefordert Die Zugeständnisse, die die Firma den Arbeitern machte, waren au gering, jo daß eine Einigung selbst durch Vermittlung des Betriebsrats erfolglos war. Achtung, Fabritarbeiter! Sn der Woche vom 18. bis 24. Januar find die Bezirksverfammlungen.( Siehe auch Mitteilungsblatt.) Unsere Parteigenoffen fordern mir auf, diese Bersammlungen polzählig zu be fuchen. Der Fraktionsvorstand. Wenn durch den Uebergang vom Zweischichtensystem zum Dreischichtensystem in den Kofereien 15 959 Arbeiter und Angestellte neu eingestellt werden und für diese 25 924 000 M. Lohn und Gehalt gezahlt wird, dann müßte die Tonne Kofs statt 17,60 m., wie[[[ EFFELLES CERTIFIERS sie 1913 toftete, 18,17 m. tosten. Damit bliebe für die Koke. reien teine Last aus der Achtstundenschicht. Sie hätten sogar den Nußen, daß die Arbeiter frischer und leistungsfähiger wären. Ja, sie hätten den Vorteil, daß die Arbeiter meniger frant und die Lasten der Krankenversicherung geringer wären. „ Praktische Arbeit" der Kommunisten. Achtung, Budbruder! Auf die heuae, Sonntag, und morgen, Montag, in den bekannten Lotalen flattfindenden Bezirksversammlungen wird er. neut aufmerkſam gemacht. Das Erſcheinen if Blicht jedes einzelnen. Die wichtige Thema der Betriebsräte. wahlen. Am Mittwoch, abends 7 Uhr, Borstandssigung. Berband der Buchbinder unb Bapierverarbeiter. Geschäftsbuckbranche. Morgen, Montag, abend 5% Uhr im Bureau Engelufer 24 11, Rimmer 37, mid tige Funktionärversammlung. Jeder Betrieb muß unbedingt vertreten fein. Die Branchenleitung. Bentralverband der Angefelten, Fachgruppe Reichs-, Staats- und Bra vinzialbehörben. Mitgliederversammlung morgen, Montag, abend 72 Uhr in Saverlands Festfälen, Berlin, Neue Friedrichstr. 35. Das neue Arbeitsrecht." Neu Referent: Regierungsrat Joachim vom Reichsarbeitsministerium. wahlen der Sektionsleitungen. Erscheinen aller Mitglieder Pflicht. Achtung, SPD.- Holzarbeiter! Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat eine Reihe sozial politischer Anträge im Reichstag eingebracht, insbesondere bezüglich der Arbeitszeit, der Erwerbslosenversicherung, der Beseitigung der Pflichtarbeit, der Krantenversicherung usw. Auch die fommunistischen Reichstagsabgeordneten haben Anträge eingebracht, die wir bereits näher gefennzeichnet haben. Die Rote Fahne" schweigt verlegen zu unseren fälen, Brüdenstr. 2( zwifchen Runge- und Köpenider Straße) wichtige Berlegene und lustige Kritik der sozialdemokratischen Anträge die linFeststellungen. Sie glaubt, durch eine ebenso unwissende wie perwissenheit ihrer Abgeordneten decken zu können. Die Kommunisten versammlungsdelegierten nehmen. Jeber Rollege unferer Richtung muß in verlangen Reichsarbeiterlöhne, die niedriger sind als die von ihnen beantragte Arbeitslosenunterstügung. Sie beantragen eine Regelung der Arbeitszeit für die Reichsbeamten und Arbeiter, mit der der Achtstundentag jederzeit umgangen werden kann, was sie natürlich nicht hindert, auf die verräterische" Sozialdemokraten zu schimpfen. Die„ Rote Fahne" zitiert einen Paragraphen unseres Gefeßentwurfes zur Erwerbslosenversicherung, unterschlägt jedoch drei wesentliche Bestimmungen, nach welchen der Erwerbslose eine ihm angebotene Arbeit ablehnen kann ( Arbeitskonflikt, Familienrücksichten, mangelhafte Unterkunft). dieser Fälschung fügt das Blatt seine eigene Unwissenheit hinzu, indem es behauptet, daß die Sozialdemokraten„ cs nicht für nötig gotten, Den Bertretern der Arbeiterschaft... irgendeine Mitwirtung bei der Gewährung der Unterstügung gesetzlich zu sichern". Jeder tommunistische Betriebsrat hätte den Ignoranten in der Redaktion ber, Roten Fahne" fagen können, daß diese Mitwirftung bereits besteht, da die Arbeitsämter von einem paritätischen Ausschuß verwaltet werden. Am Dienstag finden folgende wichtige Bersammlungen ftatt: Masikinstrumentenarbeiter der SPD. Nadm. 5 Uhr in Schinkels eftfemmlung aller Anhänger der Richtung Amsterdam. Der Stadtverordnete Ge noffe Wilhelm Reimann wird einen Vortrag halten. Diese Bersammlung foll Stellung zur Neuwahl der Branchenkommiffion und zur Wahl der General dieser Versammlung erscheinen. SBD.- Holzarbeiter folgender Bezirke: Deftliche Vororte, Often III, Often II, Often I und Nordoften. Abends 7 Uhr wich tige Gigung aller Parteimitglieder, Delegierten und Funktionäre des Holz arbeiterverbandes im Lokal von Neumann, Samariterfte 12, Ede Schreinerstraße. Borwärts" leser sind eingeladen. Berbands- und Parteiausweis find Dorzulegen. SPD.- Holzarbeiter im Bezirk Gübweften. Bersammlung 5 Uhr bei Schuld, Mariendorfer Str. 5. END.- Solarbeiter, Bezirk Suboffen. 7 Uhr bei Ller. Naunynftr. 9. SPD.- Selzarbeiter, Bezirk Rordwest. 7½ Uhr bet Rroll, Utrechter Str. 21. Sympathifierende Rollegen lönnen teilnehmen. SB9. Stodarbeiter. Abends 5% Uhr bei Braffer, Michaeltirchstraße, Werbe. persammlung. SPD.- Bolzarbeiter, Bezirk Reukölln. 7 Uhr im Lotal Beidfel ftraße 8. Ueberall Tagesordnung: Stellungnahme zu ben bevorstehenden Wahlen." Zu Zu den Anträgen unserer Fraktion bezüglich der Erhöhung der Säge der Erwerbslosenunterstüßung weiß das fommunistische Blatt mur eine Fälschung zu produzieren, und zwar eine der übelsten Sorte. Es schreibt: Schon vor dem Zustandekommen der Ermächtigungsgesehe schrieb die sozialdemokratische Preffe, insbesondere der Borwärts", Berband ber Gemeinde. unb Staatsarbeiter, Ortsverwaltung Berlin, Gettion Staatsbetriebe. Am Dienstag, den 20. Januar, abends 7½ Uhr, im Berbandshaus, Johannisſtr. 14/15, großer Gaal, Berfammlung aller Gemeindeund Staatsarbeiter, die im Bereich des 1. Berwaltungsbezirts wohnen, Bortrag. Wahl der Bezirksleitung. Erscheinen aller Kolleginnen und Kollegen ist Pflicht. Bezirk 17, Lichtenberg. Dienstag, ben 20. Januar, abends 7 Uhr, in bet Schulaula Rathausstraße, Bezirksversammlung. 1. Bericht.( Roll. Bolensfe.) 2. Neuwahl der Bezirksleitung und der Funktionäre. 3. Berbandsangelegen heiten. Die Ortsverwaltung, Rentralverband der Schuhmacher. Dienstag, den 20. Januar, Branden. perfammlung der Handawider und-awiderinnen aller Betriebe abends 5% Uhr im Rosenthaler Sof, Rosenthaler Str. 11. Mittwoch, den 21. Januar, Branchenversammlung der Ballschuhmacher abends 5% Uhr im Goal 3 bes Ce wertschaftshauses, Engelufer 25: für Maschinenarbeiter und Fertigmacherei abends 5% Uhr im Saal 5 bes Gewerkschaftshauses. baf„ ber Begriff der Bedürftigkeit im engſten Sinne in der öffent Sophien- Säle Sophienstraße 17-18, lichen Fürsorge angewandt und der privaten Fürsorge weiterer Spielraum gegeben werden müsse". Norden 9296. Säle frei! Vandorf Woche Sonder Auslagen in fast allen Abteilungen! Feinste Volle- Volants Crepe marocain, für Ballkleider, bekurbelt oder Meter bestickt 5.50 Leder waren Besuchstaschen Leder, in verschied. Aust. 1.95 Bügeltaschen Florida- Leder, gut Futter 4.50 Beuteltaschen Leder, in modern. Farb.. 4.95 Markttaschen aus starkem Rindleder. 5.75 Strumpfwaren Damenstrümpie und Spitze verstärkt. 0.42 .Damenstrümpte feinfädig, schwarz, Ferse Flormusseline m. 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Lindenstraße 3. für Groß- Berlin flets an das Bezirkssekretariat, 2. Hof, 2 Trep. rechts. am richten. Achtung, Genoffinnen! 1. Abend des Rednerinnen- Rurfus, Einführung in den Gozialismus. Referentin: Genoffin Bohm- Schuch. Montag, den 19. Januar, 7% Uhr, im Gesangsaal des Gymnasiums Stochftr. 12/13.( Nähe der Friedrichstraße.) 2. Kreis Tiergarten. Dienstag, den 20. Januar, 7½ Uhr, Sigung des Geschäftsführenden Ausschusses, der Abteilungsleiter und der Bergnügungsfommiffion bei Krüger, Butligstr. 10. 5. Kreis Friedrichshain. Dienstag, den 20. Januar, pünktlich 7 Uhr, Sigung des engeren Kreisvorstandes mit den Abteilungsleitern bei Rofin, Gubener Straße 19. 6. Kreis Kreuzberg, Jn kommender Woche beginnen auch für unseren Kreis die Arbeitsgemeinschaften der Bildungsschule. Dienstag, en 20. Januar, abends 71 Uhr, Kursus des Genossen Arthur Crifpien im Leibniz- Gymnafium, Mariannenplah, und Donnerstag, den 22. Januar, abends 7 Uhr, Rurfus des Genossen Alexander Stein in der Juristischen Sprechstunde, Lindenste. 3. Reuanmeldungen daselbst. 7. Kreis Charlottenburg. Montag, den 19. Januar, pünktlich 7 Uhr abends, im Sigungszimmer 1 wichtige Frattionshigung mit den Bürgerbeputierten. Jugendkommiffion! Wichtige Sigung am Dienstag, den 20. Januar, 7½ Uhr, im Jugendheim Rosinenstr. 4. Abteilungsvertreter müffen erfcheinen. 9 Arcis Wilmersdorf. Dienstag, den 20. Januar, abends 8 Uhr, Sigung des erweiterten Kreisvorstandes bei Rroik, Holsteinische Str., 60. 11. Kecis Caöneberg- Friedenau. Die Helferversammlung der Kirke- fromthe findet Mittwoch, den 31. Januar, 8 Uhr, bei Rönig, Feurig., Ede Brinz Georg- Straße, statt. Die Abteilungsleiter werden um Erscheinen gebeten. 12. Kreis Stealis, Lichterfelbe, Lankwik. Montag, den 19. Januar, 71 Uhr, Rathaus Steglit, Fraktionsfigung. Sämtliche Stadt- und Bezirksver ordnete fowie Bürgerdeputierte müffen erscheinen. 13. Kreis Tempelhof- Mariendorf. Montag, den 19. Januar, 7½ Uhr, Fraktionsfigung im Rathaus Mariendorf, Rimmer 26 Mittwoch, den Bezirksverordnetenversammlung Germaniastraße in 21. Januar, Tempelhof. 14. Kreis Neukölln. Montag, den 19. Januar, 7 Uhr, Fraktionsfigung im Rathaus. Bildungsausschus! Sigung Dienstag, den 20. Januar, ,, Neue Welt". Rinderfreunde! Achtung, Kursusteilnehmer! Folgende Rurfe Taufen: Bolts. tansturfus am Donnerstag, den 22. Januar, Bappfurfus am Freitag, den 28. Januar, Runfthandfertigkeiten am Montag, ben 19. Januar. Heute, Sonntag, den 18. Januar: 82. st. Stegli. 7½ Uhr bei Schellhafe, Ahornftr. 15a, gefelliges Beifammen. fein mit Tanz. Gäste willkommen. Beginn 6 Uhr. Junofezialisten Gruppe Süben. Der Heimabend fällt aus. Grupne Mitte. Treffpunkt zur sentralen Beranstaltung der J.-B. um% 7 Uhr am Hadefchen Markt. Am 16. b. M. starb plöglich unser lieber Mitarbeiter, der Schriftfeger Paul Thieke im Alter von 38 Jahren. Bis zum lesten Tage erfüllte er treu feine Pflicht. Wir werden den braben Rolle gen und Mitarbeiter nie vergeffen Personal und Geschäftsleitung ber ,, Borwärts".Buchbruderei. Einäfcherung Donnerstag, 22 Ja nuar, nachmittags 3 Uhr, Rrematorium Wilmersdorf, Berliner Straße 101/3. Polier-, Werk- u. Schachtmeister- Bund Bezirksverein Groß- Berlin Am 15. Januar er verstarb unser lieber Rollege und langjähriges Mitglied, der Maurerpolier Traugott Jonach Reinidendorf, Bürgerstr 3. Ehre seinem Anbenken! Die Einäfcherung findet am Mon. tag, den 19. b. M., nadm. 1½½ Uhr, im Krematorium Berlin, Gericht Straße 37, ftatt 187/15 Um zahlreiche Beteiligung bei der Tr uerfeier bittet Der Vorstand Min 18 Januar, morgens 1% Uhr, starb unsere tebe Tochier Luise Hering im Alter von 20 Jahren. [ 5026 Hermann Hering und Frau Anna geb. Wittenburg. Beerdigung: Dienstag, 20 Januar, nachm. 3½ Uhr, Gethsemane- Kirchhof. Für die vielen Beweise herz. licher Teilnahme beim Tode meines Ileben Mannes fagen wir hiermit allen Freunden und Bekannten unfeten besten Dant. Alwine Götting nebst Kindern. Ven 1-3 geschlossen 12 InventurTage 19.- 31. Januar Deutsches Teppich- Spezialhaus RET Emil L efèvre G. m. b. H. Berlin S. Seit 1882 nur Oranienstraße 158 aller Ricsenlager Teppiche Qualitäten, Brücken, Diwandecken, Tischdecken. Steppdecken, Gardinen, Schlafdecken w. Gewaltiger Preis- Abbau! Vormistags- Einkant empfehlenswert. Fernspr. Moritzpl. 235 Morgen, Montag, den 19. Januar: 3. Abt. Rommunale Rommiffion! 7% Uhr Sigung bei Krüger, Engelufer 23. 4. Abt. 7 Uhr bei Schwara, Blankenfelder Str. 10, Frauenzufammenkunft. ( Seiterer Abend.) Referent: Genosse Hofemann. 6. Bt. 7 Uhr Borstandssitung bei Dobrohiaw, Swinemünder Str. 11. 21. Abt. Rommunale Rommission. Die Gigung fällt umständehalber aus. 83. Abt. Lichterfelbe. 7 Uhr Funktionärfihung bei Quandt, Moftfeftt. 31. Jungfozialisten Niederschöneweibe. Montag Treffpunkt 17 Uhr, Saupt bahnhof. Dienstag im Heim. Ref.: Diktatur oder Demokratie". Frauenveranstaltungen am Montag, den 19. Januar: 2. Kreis Tiergarten. Montag, ben 19. Januar, 8 Uhr, bei Lausch, Bredow, Ede Wiclefstraße, Vortrag des Genoffen Miethfe: 8 218." 14. Abt. 72 Uhr bei Gillwald, Butbuser Str. 24, Bertrag des Genoffen Abolf Hoffmann: Religion und Sozialismus." Gäste willkommen 20. bt. 7% Uhr bei Rommel, Schulftr. 58, Aufg. 6, Frauenabend. 22. Abt. 7 Uhr bei Radzan, Brüsseler Str. 43. Bortrag der Genoffin Scheibenhuber: Der Ausgang der Wahlen und die Wirkung auf die fozialen Forderungen." 31. abt. 7% Uhr bei Golbiemiht. Stolnische Str. 38, Sehend.( Blatt. deutsche Dichtungen und Lieder zur Laute.) Mitwirkende: Genoffe Bartels ( vom Diez- Berlag), Lisa Albrecht. Gäste willkommen. 37. Abt. 7% Uhr Lobal Serafch, Ebertyftr. 10, Bortrag des Genoffen Theek: Religion und Sozialismus." 39. st. 7 Uhr Juristische Sprechstunde, Lindenstr. 3, Bortrag der Genoffin Adele Schreiber. 44.145. Abt. 7 Uhr bei Ragel, Manteuffelftr. 45, Bortrag des Genoffen Wei mann: Die Kulturaufgaben des Gozialismus." 48. Abt. 7 Uhr im Graphischen Bereinshaus, Alexandrinenftr. 44, Bortrag des Genoffen Pfarrer Schmidt: Religion und Sozialismus." 89. Abt. Reukölln. 7% Uhr bei Stahl, Sanderftr. 11, Vortrag des Genoffen Stadtrat Bengich: Rommunalpolitit." Uebermorgen, Dienstag, den 20. Januar: 92. Abt. Renköln. 8 Uhr bei Räderik, Sunftr. 8, Ede Beferstraße, Funktionärfizung, zu der die Bezirksführer alle Gruppenführer und fonftige in Betradyt Lommenden Genossen einladen. Bezirkstaffierer abrechnen. Frauenveranstaltungen am Dienstag, den 20. Januar. 2. Kreis Tiergarten. 7% Uhr im Bezirksamt Atopftoditt. 24, Rimmer 4, Ref.: Genoffin 2. Abend: Die Verordnung über die Fürsorgepflicht." Hirschfeld. 21. Abt. 7 Uhr bei Kroll, Utrechter Str. 21, Seiterer Abend unter Mit( Regitationen, wirkung des Genossen Krüger und der Arbeiterjugend. Gesang. Boltstänge.) 33. bt. 7 Uhr im Ronferenazimmer der Schule Hohenlohaftr. 10, Bortrag bse Genoffen Renner: Frauenrecht und Frauenpflichten." 53. Abt. Charlottenburg. 7% Uhr bei Schweilerdt, Erasmusftr. 2. Bortrag der Genoffin Henrichsen: Jugendfürsorge". 55. Abt. Charlottenburg. 7 Uhr bei Lange, Spielhagenftr. 16/18. Bortrag: ..Die Frau in der Wohlfahrtspflege". 77. unb 78. bt. Schöneberg. 7 Ubr bei König, Feurig Ede Brinz- Georg Straße. Vortrag der Genoffi Bohm- Schuch: Die Aufgaben des neuen Reichstags". Gäste willkommen. Die Genoffinnen der S0. Abteilung find eingeladen. Kokona Reiniger ist das Universal Reinigungsmittel für den Haushalt, die Werkstatt und den Sport.- Den Mann der Arbeit beireit es nicht nur vom festhafte den Arbeitsschmutz; es schont und pilegt ihm auch die Haut des Gesichts und der Hände. Die Frau des Hauses greift erne danach. Sie kann damit nicht nur Küchengeräte, Fenster, Turen, Dielen, ölgestrichene Wände reinigen, sondern auch Aluminium, Messing, Kupfer u. Eisen blank putzen. 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Eindscherung Dienstag nachm. 5 Uhr, Krematorium Gerichtstraße. Jugendveranstaltungen. Heute, Sonntag: Forffehung nachstehender Funktionärkurse: II. Berbebezirle Bankom, Reinidendorf, Webbing: Jugendheim Lebigenbeim, Schönstedtstr. 1. III. Werbebezirke Teltowlanal, Tiergarten, Spandau, Westen: Jugendheim Charlottenburg, Rosinenstr. 4. Achtung, am 24. und 25. Januar lehter Funktionärkursus: Werbebezizle Ofbahn, Often, Prenzlauer Berg: Jugendheim Lichtenberg, Barkane( nahe Bahnhof Frankfurter Allee). Heute, Sonntag, den 18. Januar: Sübon, G.- B.: Besuch des Museums für Bau- und Verkehrswefen. Treffpunkt 9 Uhr Schlesisches Tor. Fallenberg- Alt- Glienice. Besuch des Märti. fchen Museums. Treffpunkt% 9 Uhr Bahnhof.- Südwest. Treffpunkt 8 Uhr Blücherplan. Normaluhr, Fahrt Dahlewis- Rangsdorf. Berbebezirk Brenzlauer Berg. Abends 7 Uhr im Jugendheim Danziger Straße 62, Vortrag: Peter Rofegger." Werbebezirk Reukölln. Abends 7 Uhr im Jugendheim Canner Straße: Schlußfeier der Jugendwerbewoche. Morgen, Montag, den 19., abends 7% Uhr: Sermsbort. Schule Roonstraße, Bortrag: SAS. einft und jekt." Rozben. Beteiligung am Frauenabend. Treffpunkt 7½ Uhr vor der Edule. Berein der Freidenker für Feuerbestattung. 20. BeatrY. Am Montag. ben 19. Januar, abends 7 Uhr, im Lofal Sur legten Minute" Reinidenbort Oft. Probingstraße am Bahnhof Schönbola. Mitgliederversammlung für den ges famten 20. Berivaltungsbezirk. Tagesordnung: 1. Vortrag des Gen. 8immer. 2. Stellungnahme zur Gau- Generalversammlung und Wahl der Delegierten. 3. Bereinsangelegenheiten. Mitgliedsausweis legitimiert Echt Panagiotis Gramikos Zigaretten Die Mathen der Kenner: Magen Mekhablume....... leibende nebmen bie echten Reichels Magentropfen, das erprobte Rezept M.1ut 2,50. Jn Drogerien u Avothelen, sonit bei Otto Reichel, Berlin 43, SO, Eisenbahnftr. 4 ladana...... Edle von Hamburg 4 Itg 5" 6 " Gabardine oppenwende.... 8" 130 br., r. Wolle. 8.50 M., 9.75 M Kostüm-, Kleider-, Futterstoffe bedeutend unt.Preis. 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Und schon erscheinen nicht nur einer, fondern gleich mehrere starte Männer auf der Bildfläche, wohlverjehen mit je einem eisernen Bejen. 過 B w Leider kommt es bereits in der Tür zu einem fatalen Zwischenfall, da jeder behauptet, er sei zuerit dagewesen. Es entbrennt alsbald ein harter Kampf unter den eisernen Besenmännern, ein abermaliger beklagenswerter Beweis für das alte Erbübel des deutschen Bolkes: die Uneinigkeit. So bleibt denn nur noch die Hoffnung auf den ganz starken Mann, den staatsmännischen Giganten, den politischen Herkules, der mit eherner Keule usw. uiw. Verrückt. Bon Friz Müller. Und welche Beweise kann die anfechtende Partei noch vorbringen gegen die Rechtsgültigkeit des Hartmannschen Testamentes?" fragte der Gerichtspräsident. Eine erwartungsvolle Stille trat ein. Jetzt unterhielt sich der Anwalt flüsternd mit seiner Partei. Meine Partei macht geltend, daß sich der Verstorbene öfter in unordentlichen Kleidern auf der Straße zeigte, wofür Zeugen Dor handen find," sagte der Anwalt. Jetzt wechselten Präsident und Beisiger einige halblaute Worte. „ Das Gericht verzichtet auf die Zeugen und nimmt den neuen Einwand als erwiesen an." verkündigte der Präsident. " Ferner will meine Partei den Beweis dafür antreten, daß der Verstorbene sich mit ganz fleinen Kindern auf der Straße in einem Tone unterhielt, der die Bermutung einer Nichtzurechnungsfähigkeit nahelegt, und außerdem Herr Rechtsanwalt, haben Sie nicht auch das Gefühl, unterbrach der Bräsident halb ärgerlich, halb väterlich, haben Sie nicht auch das Gefühl, daß es sich bei allen diesen Dingen mehr um unschuldige Absonderlichkeiten eines Junggesellen handelt, als um " Herr Präsident, mein verstorbener Onfel war fein Junggeselle!" Ein fleiner, dicker Herr hatte es gerufen. Aufgeregt war er gegen den Gerichtstisch vorgegangen. Zunächst mache ich Sie darauf aufmerksam, daß Sie ums Wort zu bitten haben," sagte der Präsident ruhig. „ Also, ich bitte um die Erlaubnis, fagen zu dürfen," sagte der dice, kleine Mann und bekam einen roten Kopf fagen zu dürfen, daß mein Onkel vor vielen Jahren verheiratet mar Eine schwarz gekleidete, schmale Frau mit einer spizzen Rase nidte heftig. verheiratet war, und daß seine Frau allerdings bald starb." Hat er auch Rinder gehabt?" " Ja, einen kleinen Buben, der auch bald gestorben ist," mischte fich hier die dünne Frau eifrig ein. Sm," sagte der Präsident. Wieder entstand eine Bause. Wieder unterhielt sich der Anwalt leise flüsternd mit der an. fechtenden Partei. Nachdenklich sahen die beiden Beisiger auf das aufgeregte Ehepaar, das um das Erbe eines Onfels stritt, der in seinem letzten Willen sein Vermögen einem Kinderheime vermacht hatte. Gegen diesen Blödsinn" tämpfte das Ehepaar nun schon feit einem Jahre. Das Testament allein erwies nach ihrer Meinung die völlige Berrücktheit ihres Onfels. Haben Sie Kinder?" wandte sich der Präsident jetzt direkt an die Partei. " 1 Nein," fagte die Frau ein wenig unsicher. Sie fonnte den Bedantengang des Präsidenten nicht verstehen. Sind Sie in schlechten Bermögensumständen?" Jezt begriff sie. Aber ihr Mann kam ihr zuvor: Ich möchte doch bitten, Herr Präsident," sagte er ,,, meine Kredit: verhältnisse nicht durch solche Fragen vor Zuhörern zu schädigen. Wir sind in vorzüglichen Vermögensverhältnissen und Der Anwalt winkte ab. Der Präsident lächelte. Vorzüglich ist zu viel, Herr Präsident," mischte sich jetzt die Frau darein, wir leben sehr bescheiden, es langt gerade Aber Frau," unterbrach sie der dicke, fleine Mann ganz empört, ich verstehe Dich gar nicht. Du weißt doch, daß wir jedes Jahr zehntausend auf die Bank 44 Der Anwalt wintte verzweifelt. Herr Rechtsanwait, Ihre Partei hat also weiter nichts mehr vorzubringen in der Testamentsanfechtung?" „ Einen Augenbiid noch, bitte, Herr Präsident," sagte der Anwalt und unterhielt sich wieder erregt mit den beiden. Der Präsident war auffgestanden und öffnete das Fenster ein wenig. Eine warme, würzige Luft drang ein. Und mit der Luft ein fernes, leises Lärmen fröhlicher Stimmen von Kirdern, welche spielten. Der Präsident sah über die Bäume hinweg. Dahinten lag das Kinderheim. Dann setzte er sich wieder. Denn eben hatte sich der Anwalt gemeldet Bitte, Herr Rechtsanwalt." Meine Klientin fann folgenden Vorfall auf ihren Eid nehmen: Sie befand sich einmal auf Besuch bei dem Berstorbenen, als ein fleiner, fremder Knabe hereinkam und dem Herrn Hartmann eine Botschaft brachte. Ist gut," sagte der, worauf der Knabe rückwärts ging und dabei so ungeschicht gegen einen großen Spiegel stieß, daß er ihn zerbrach. Darauf ist Herr Hartmann zornig aufgefahren und auf den fleinen Knaben zugegangen " Und wird ihm eben einen Klaps gegeben haben, Herr Rechtsanwalt, ich begreife nicht, wie Ihre Partei " Eben nicht, Herr Präsident, eben nicht. Auf einmal ist Herr Hartmann gar nicht mehr zornig gewesen, sondern hat den erschrode nen Knaben auf seine Knie genommen und ihn gestreichelt und allerlei Freundliches zu ihm gejagt und ihn noch obendrein beschenkt. Dafür, Herr Präsident, daß er ihm einen wertvollen Spiegel „ Er war aus Kristall, Herr Bräsident," fiel die dünne Frau ein, und mindestens fünfhundert Mark wert. Hm," sagte der Präsident, das ist allerdings merkwürdig." Die dünne, schwarze Frau glänzte. Umso merkwürdiger, Herr Präsident," fuhr sie eifrig fort, als ich ein Jahr vorher auch dabei gewesen bin, mic sein eigener fleiner Junge auch einen Spiegel zerbrochen hatte, einen, der viel weniger wertvoll war, Herr Präsident. Und da ist er fürchterlich jähzornig geworden und hat seinen Jungen geschlagen, so schrecklich geschlagen, Herr Bräsident, bah Daß Sie ihm in den Arm gefallen find, nicht wahr?" 1. Beilage des Vorwärts Sheffield!- der Traum des Menschen. Bon Jerome K. Jerome. Auf dem Umschlag des dritten Teils von Wells bewundernswerter Weltgeschichte" prangt ein buntes Bild der Erde, wie sie vor Drei Millionen Jahren war. Bielleicht irre ich mich um eine Million; auch Bells ist seiner Sache nicht ganz sicher. Jedenfalls stammt das Bild aus einer Zeit, da der Mensch die Erde noch nicht erobert und noch nicht begonnen hatte, fie zu verbessern. Auch damals mag es mancherlei Nachteile gegeben haben. Ich persönlich hätte gern etwas mehr Ordnung gesehen, die Bürgersteige, falls es Bürgersteige sind, deuchen mich arg vernachlässigt, sicherlich gab es auch vielzuviele Schlangen; ich hätte fofort einen Schlangenfjub gegründet. Im ganzen genommen jedoch erscheint das Bild als eine angenehme Welt, eine Welt des Friedens und der Schönheit. Der wundersamsten Möglichkeiten. Die weniger angenehmen Geschöpfe die Natur hatte bereits ihre Irrtümer eingesehen starben schon aus, die Bulkane erloschen, die Wasser wurden zahn. Irgendein prähistorischer Bersteigerer, falls man sich so etwas vorstellen tann, hätte mit Recht seine Ware anpreisen fönnen:„ Schön gelegen, mit weitem Ausblick, alles enthaltend, was zu einem angenehmen Aufenthalt erforderlich ist.“ Hierher fam der Mensch und ergriff Besiz von der Erde. Theolegen und Wissenschaftler streiten noch immer. wie er hergelangt ist, Die Theologen behaupten, er sei bei seiner Geburt völlig makellos gewesen, habe aber dann in seiner Jugend an den Folgen eines Falies gelitten. Die Wissenschaftler hingegen nieinen, dem ser nicht fo: er sei erblich belastet, in der Wahl seiner Eitern unglücklich gemefen. Die protoplasmische Zelle sei um fein haar besser gewesen, als sie unbedingt sein mußte. Tatsache ist, daß der Mensch da ist, daß er vor etwa drei Millionen Jahren erschien, die Welt als schöne fruchtbare Gegend vorfand, die bloß der Entwicklung durch die Intelligenz benötigte, um ein wundervoller lieblicher Garten zu werden, die Welt nach den Wünschen seines Herzens formte. Ich wende mich dem einundzwanzigsten Teü non Wells Weltgeschichte zu. Seit dem dritten Teil hat fid) viel ereignet. Der Fortschritt" ift gekommen. Wir sehen sein Ergebnis im Bilde Sheffield. Dies ist typisch für das, was der Mensch durch das Mühen und die Ge danken von drei Millionen Jahren erreicht hat. Sein verwirklichter Traum ist: Sheffield. Ein Wald von Ziegelfdioten, ein Unterholz von elenden Hütten, ein rauchverschleierter, stinkender Himmel. Sheffield. Und alles, was Sheffield verförpert. 50 000 Mark toftende Automobile für die wenigen. Für die vielen die, voйgepferhie Tram, das Stoßen und Bussen. Schöne Häuser für die Hunderte, für die Millionen enge dunkle Straßen, elende Behaujunçen. Für eine kleine Schjar Riz- Restaurants, daneben die verfümmerten unterernährten Kinder, die Mütter mit ausgetrockneter milchloser Brust: die Frucht menschlicher Habgier. Die Sänger fangen, die Erbauer bauten, die Maler malten Träume der Herr lichkeit für etliche verstreute Kulturfreunde. Für die Myriaden der Jahrmarkt, und vor jedem Park und Wald die Tafel: Eintritt verboten.„ Die Gesellschaft", sagt Anatole France, basiert auf der Geduld der Armen. Aber es ist nicht bloß Geduld, unter den dentenden Armen lebt eine Hoffnung, die sie versöhnender stimmt jener Welt gegenfiber, die der Mensch geschaffen hat. Die Hoffnung, aud) ihnen würde es durch Fleiß oder Glück noch vor ihrem Tode gelingen, eine Stelle unter den privilegierten Wenigen einzunehmen. Wird die Ungleichheit zerstört, so zerschmilzt dieser Traum." Reichtum! Das Irrlicht, dem der Mensch seit drei Millionen Jahren atemlos, feuchend nachhaftet, das ihn immer tiefer und tiefer in den Sumpf loct.. Reih meiden! Es ist der Traum der einzelnen und der Allgemeinheit, reich zu werden, die Erde zu besitzen. Der Mensch wähnt irrig. Reichtum müsse immer Glüd bedeuten. Das stimmt nicht. Er bedeutet eine Welt von Neid, Bosheit und Haß, eme Welt der Verbitterung und unentwegten Angst, eine Gesellschaft, die cben am Ueberfreffen, unten am Hunger leidet. Er bedeutet Kriege, Revolutionen, ewige Unraft. Bedeutet das Bestehen einer Nein, Herr Präsident," erwiderte die dünne Frau verwundert, ,, was geht das mich an, wenn andere Leute ihre Kinder schlagen? Das ist ihr gutes Recht. Aber daß er seinen eigenen Sohn fo flug, während er den fremden Jungen nach einem Jahre wegen der gleichen Sache herzte und beschenkte, das ist doch völlig Berrückt, ganz verrückt," ließ sich der dicke, fleine Mann dazu vernehmen. Der Präsident dachte nach. „ Eine Frage," sagte er, wann ist ihm sein fleiner Sohn ge storben?" ,, Das war, warten Sie, Herr Präsident, das war einer Monat etwa, bevor der fremde kleine Junge den großen Spiegel einschlug. Den wertvollen, großen Kristallspiegel, der sicher über fünfhundert Mart-" Ist gut," sagte der Präsident und war sehr ernst geworden, ,, Sie fönnen alfo den Zusammenhang nicht begreifen, wie?" Welchen Zusammenhang, Herr Präsident? Ich denke doch, da gibt es keinen anderen Zusammenhang, als daß der Herr Hartmann verrückt war Jawohl, verrückt, ganz verrückt," sagte der kleine Mann. Des Präsidenten Mienen waren eisenfest geworden. Herr Rechtsanwalt," sagte er," Sie haben teine weiteren Erflärungen mehr abzugeben?" Rein," sagte der Rechtsanwalt. Mit seinen Schultern hatte er eine hoffnungslose Bewegung gegen seine Partei gemacht. Er schien müde. " Dann erkläre ich die Verhandlung für geschlossen. Den Spruch werde ich sofort verkündigen. Darf ich die Herren bitten." Er hatte sich an die Beifizer gewandt. Alle zusammen verließen sie den Saal und traten in das Beratungszimmer. „ Ich denke, meine Herren," sagte der Präsident ,,, wir sind ohne Worte der gleichen Meinung?" „ Gewiß, Herr Präsident," sagte der eine Beiliger mit einem verstehenden Blick. Der andere Beisiger aber, ein Mann mit einem flugen und feinen Gesicht, ging jetzt an das Fenster und machte es weit auf. Ein mächtiger Strom von Frühlingsluft drang ein. Und wieder das ferne Bärien von Stimmen, von fröhlichen Kinderstimmen Hören Sie die Jugend vom Kinderheim da drüben, Herr Präsi dent?" sagte der Mann am Fenster und lächelte. Ich glaube, fie rufen etwas, die armen, kleinen Kinder, die keine Eltern haben. Können Sie verstehen, was sie rufen, Herr Präsident?" Jest lag es wie ein lächelnder Frühlingstag auf den Gesichtern der drei Richter selber. Jawohl, Herr Kollege," sagte der Präsident, ich kann es gut verstehen. Und ich denke, wir wollen den Kindern gleich eine Antmort geben drüben im Gerichtssaal darf ich bitten, meine Herren zur Berkündigung des Urteils... fleinen, übersättigten, verwöhnten Minderheit um den Preis der Brutalisierung einer ungeheuren Mehrheit. Bedeutet eine Gefellfchaft, aufgebaut auf Gewalt und bösen Willen. Brächte Reichtum Glück, se wäre die Jagd nach ihm zwar noch immer unrecht, aber zumindest verständlich. Doch bringt es fein Glück. Ein Rockefeller und Carnegie führte das Leben emes Galeeren klaven und hat nicht die Verdauung, um sich seines Mitrageffens zu erfreuen. Der Krieg, so prahlt Herr Lloyd George, hat dem britischen Jinperium hunderttausend Quadratmeilen hinzugefügt. Welcher Brite ist dadurch glücklicher geworden? Welche jetzt finderlose Mutter, die so gerne den Schn gab", hat dadurch Freuden gewonnen? Wir fämpfen um die Delgruben Mesopotamiens. Ein halbes Duhend reicher Männer merden ihren Reichtum vergrößern, dies wird auch nicht eine einzige neue Freude in ihr widerliches, nußloses, niedriges Leben tragen. Und was die anderen anbelangt? Sachverständige versichern uns, das Petroleum werde bald start im Preise steigen. Im Norden werden bereits Automobilfabriken geschlossen. Des Menschen hab fucht wächst mit dem Gewinn, droht alle seine anderen Instinkte zu übermuchern, verblendet, verdummt ihn. Der Weiße sinft unter der Last leiner Beute zu Boden. Sein Fall ist ein Fall nach oben," Fortschritt der Weg zum Verbrechen gewesen. Die Welt hätte ein einziger großer Garten noll anständig gefletdeter, gut genährter, ein interessantes Leben führender, einander helfender Menschen sein fönnen. Doch war dies nicht der Traum des Menschen. Sein Traum war Sheffield. Der Schwan. Bon Emil Rath. Beter hat neben einigen nützlichen Dingen auch ein unnützliches bekommen: ein Geduldsspiel. Es sind sieben Steinchen, die sich zu mannigfaltigen Figuren zusammenfügen laffen. So steht es wenig stens in der Gebrauchsanweisung. Beim Durchblättern der Borlagen ift Peters Blick auf einen stattlichen Schwan gefallen. Mit der Be geisterung, die einen zehnjährigen Jungen nur befeelen tann, macht er fich sofort nach dem Mittagessen daran, den Schwan zusammenzusetzen. Der um drei Jahre ältere Bruder Fritz geht von Zeit zu Zeit vorüber und stichelt. „ Du bist eben kein Mathematiker! Nich mal so einen einfachen Schwan friegst du fertig! Du wirst noch mal in Quarta eingefegnet!" Peter schießt ihm einen giftigen Blick zu:" Mach du'n doch, wenn's du's besser fannst!" Fritz ist bei dieser Aufforderung nicht ganz geheuer zumute, aber er fann fich doch vor dem„ Jungen" er betrachtet sich schon als Erwachsenen! nicht blamieren, und mit Herablaffung macht er sich an den so einfachen" Schwan. Peter schaut schadenfroh zu, wie sich Fritz vergeblich abmüht. Frizz wird unwirsch: -W ,, Grinse nicht so, du Er unterdrückt ein unparlamentarisches Wort. Peter grinst weiter. Nach einer Stunde ist Fritz genau so weit wie Peter. Der Schwan erweist sich als störrisches Tier, das sich burchaus nicht in den von der Vorlage vorgeschriebenen Rahmen zu fügen gedenkt. Schließlich bemerkt Peter fachlich: Wenn ich dein Mathematiklehrer wäre, von mir friegtest du' ne jlatte Bier!" Der während der Beschäftigung mit dem Schwan aufgespeicherbe Born Frißens entlädt fich in einer schallenden Ohrfeige, die auf Beters ahnungslose Backe niederfaust und ein markerschütterndes Geheul auslöst. Water Schnarpf eilt herbei, mit einem befannten Instrument bewaffnet, dessen Elastizität er mehrmals abwechselnd Käse GROSSER ..Schachtel | # bald auf Peters, bald auf Frigens Rüden erprobt. Bruchstückweise| heute morgen Gaub mischte, hat sie aus Bersehen den Schwan ein erfährt er die Vorgeschichte dieses Bruderkrieges, und nachdenklich wenig mit gewischt und da sind die Steine ganz von selber in betrachtet er den Schwan, der in der Vorlage friedlich braun daliegt, Ordnung gekommen.. Schnarpf war moralisch erschlagen. Ein Dienstmädchen! Wie auf dem Tisch aber immer noch in sieben unsachgemäß aneinandergereihten Stücken umherlungert. fonnte er vor seiner Frau und seinen Söhnen noch behen? Er Wegen so einer Lappalie!" donnert Schnarpf entrüftet.„ Schämt war vernichtet. Ein Schwan war doch ein bösartiges Bieh. Und ihr euch nicht? So ein armseliges Ding bringt man in fünf Mi- die Spitze, die da zuviel gewesen, kehrte sich nun gegen ihn. Er ging nuten zusammen!" Er ist gewillt, sein Wort in die Tat umzusetzen. müde nach Hause. Daheim öffnete ihm seine Frau. Wider Er Verdrossen schauen die beiden Sprößlinge den geschickten Vater warten zeigte sie ein freundliches Gesicht: Dent mal, Männe: ich habe den Schwan fertig gemacht händen zu. 21 Stolz erhebt sich Schnarpf:„ Na, habe ich es euch nicht gesagt? Fünf Minuten und fertig ist er!" Kritisch betrachten seine Söhne das Werk. Dann aber zeigt Beter schadenfroh auf eine Spitze, die am Hinterteil des eben er zeugten Schwans hervorragt, auf der Vorlage aber nicht zu bemerfen ist. Stimmt nicht!" Finster schaut der Bater auf den Kritiker, dann auf die Borlage, dann auf seine Schöpfung: Der Junge hat recht. Sein Schwan hat einen Baden zuviel! Er streichelt halb anerkennend, halb tadelnd dem Aeltesten die Wange:„ Du hast recht! Die Sache stimmt nicht ganz! Aber die Spitze ist gleich fort!" Die Spike ist hartnädig. Sie ist noch da, als Frau Scharpf längst den Kaffeetisch gedeckt hat. Herr Schnarpf ist zerstreut. Statt zur Kaffeefanne greift er zur Zuckerdose und schüttet beinahe den zur Kaffeekanne greift er zur Zuckerdose und schüttet beinahe den ganzen Inhalt in seine Tasse, und gerade fann seine Frau noch verhindern, daß er vom Löffel statt vom Kuchen ein Stück abbricht. Der Schwan hat es ihm angetan. Als Frau Schnarpf zum Abendessen ruft, ist die Spitze noch da. Begütigend fährt Frau Schnarpf ihrem Mann über die heiße Stirn: Laß doch gut fein, Gustav. Du vertrödelft damit nur deine Zeit. Das ist doch KinderSpiel!" " So?" fährt er sie gereizt an, Kinderspiel?. Es schärft den Berstand! Ihr Frauen habt gottlob so etwas nicht nötig! Für das bißchen Kochen, Waschen, Flicken, Kindererziehen reicht schon der Berstand aus!" Einen Augenblick bleibt Frau Schnarpf die Luft weg, dann aber rauscht sie los, in ihrer Hausfrauenehre getroffen: " Wo bliebt ihr Männer, wenn wir nicht soviel Verstand für Dinge hätten, die ihr im ganzen Leben nicht begreift? Einen Schwan zurechtbauen und eine Gans braten, ist ein fleiner Unterschied. Du weißt wohl nicht mehr, wie du im vergangenen Jahr nach der Weihnachtsgans fehen solltest und dabei den Zigarrenstummel aus deinem Munde hineinfallen ließeft, daß die ganze Gans nach Rifotin schmeckte! Aber das sage ich dir: für dich arbeite ich nicht mehr!" und sie schmetterte dieses dich" heralis wie eine Zugpofaune. Dann verschwand fie. Die Spitze aber blieb. Herr Schnarpf ging jetzt wissenschaftlich vor. Er maß Länge und Breite der Steine und stellte tiefgründige Berechnungen an. Als es ein Uhr schlug, schob er den Schwan bei seite und troch zerschlagen in sein Bett. 44 Berföhnungsversuche mit seiner Frau schlugen fehl. Sie brummte etwas von Lichtrechnung" und drehte sich auf die andere Seite. Um 7 Uhr stand Herr Schnarpf auf. Der hartnädige Schwan lag noch unvollendet. Herr Schnarpf focht verzweifelt mit ihm bis zum ersten Frühstück. Dann zog er sich an und ging nach dem Spielwarengeschäft, in dem er das Geduldspiel gekauft hatte. Mein Herr, ich taufte bei Ihnen ein Geduldspiel, aber meine Ge Bitte, wir haben sehr viele Geduldspiele verkauft. Welcher Art war es? Mit Steinen? Ja, wir haben welche mit sechs, sieben, achyt, ja, bis zwanzig Steinen!" Ihm stand der Schweiß auf der Stirn: Das weiß ich tatsächlich Und nicht! Haben Sie Telephon? Darf ich einmal anrufen?" Herr Schnarpf rief zu Hause an. Es meldete sich Friz. Frib, fag mal, wie ist das mit dem Geduldspiel? Wieviel und von drüben fam es zurüd:„ Der Schwan ist fertig. Als Anna Verkauf sowelt Vorrat Mengenabgabe vorbehalten " Er sagte nichts und drückte ihr dankbar die Hand. Die Botschaft aus dem Jenseits. Der englische Spiritist Charles J. Harper hat fürzlich unter dem Titel„ Spufhäuser" eine reichhaltige Sammlung offulter Ereigniffe herausgegeben, die sich in den letzten Jahren angeblich in England zugetragen haben. Unter anderem berichtet er: Pastor Kensing erzählte mir eine ergreifende Geschichte, die er vor einigen Jahren erlebt hatte. Eines Sonntags, als er sich gerade zurecht machte, um die Kirche zu verlassen, trat eine elegant gekleidete Dame zu ihm und bat ihn, sich sofort zu einem Sterbenden zu be geben" Es war der letzte Wunsch des Herrn Brown", jo erklärte die Unbekannte," Euer Hochwürden zu sehen. Er ist sehr trant. Wenn Sie sich nicht beeilen, werden Sie ihn nicht mehr lebend treffen." Der Briefter folgte sogleich der Dame, die ihn zu einem vor der Kirche wartenden Automobil führte. Sie stiegen ein und hielten einige Minuten später vor einer alten Mietstaserne. Die Dame legte dem Priester noch einmal ans Herz, sich zu beeilen. Pastor Kensing sprang aus dem Wagen und flopfte an die Haustür. Der Pförtner öffnete und fragte den Priester, wen er fuche. Wohnt hier Herr Brown?" Er wohnt im zweiten Stock." " Ich habe eben gehört," fuhr der Priester fort, daß er schwer frant ist und mich fehen möchte." Der Pförtner war erstaunt. Herr Brown, versicherte er, sei vollständig gesund. Er habe erst vor einer Viertelstunde mit ihm gesprochen. Nun fonnte sich der Bastor nicht erflären, warum ihn die unbekannte Dame hierher geführt hatte. Er verabschiedete sich vom Pförtner, um zum Wagen zurückzukehren. Seine leberraschung war unbeschreiblich, als er vergeblich nach dem Wagen und seiner Insassin suchte. Automobil, Chauffeur und Dame waren spurlos verschwunden. Ehe er sich von seiner Ueberraschung erbolt hatte, fam der Pförtner gelaufen und holte ihn zurück.„ Sie fönnen sich überzeugen, daß ich die Wahrheit gefagt habe. Da fommt Herr Brown." Damit zeigte er auf einen älteren fräftigen Herrn. Ich habe gehört, jagte der Pastor verlegen, daß Sie frant seien. Nun sehe ich, daß das nur ein schlechter Scherz ge wesen ist." Herr Brown bat den Priester, mit zu ihm heraufzukommen, aber er lehnte ab. Dagegen tam man überein, daß Herr Brown den Briefter am nächsten Tage in der Kirche aufsuchen sollte. Ueber die geheimnisvolle Dame, die den Pastor zu ihm geschickt hatte, fonnte Brown feine Auskunft geben. Am nächsten Tag wartete der Pastor vergebens auf den versprochenen Bejuch Browns. Rensing telephonierte an den Pförtner und erfuhr, daß Brown zehn Minuten, nachdem ihn der Pastor verlassen hatte, von einem Schlaganfall getroffen worden und gestorben sei. Der Pastor begab sich unverzüglich zum Hause des Berschiedenen. Im Schlafzimmer Browns fab er über dem Bett ein Delgemälde der Dame, die ihn am Tage vorher in der. Kirche aufgesucht und gebeten hatte, sich so schnell wie möglich zu dem Sterbenden zu begeben. Wer ist die Dame?" fragte der Pastor den Pförtner. " Sie war die Frau des armen Herrn Brown, sie ist vor zehn Jahren gestorben." So was wird in England nicht nur ganz ernsthaft berichtet, fondern, was weit merkwürdiger ist, auch buchstäblich geglaubt. Lebensmittel Baby...... 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Pfund 90Pt. ******** Cremepudding 10 Pakete Fabrikat Bens55PÅ. Schweineliesen 76p. Pfund Pfund o. B., 88PL. VERKAUP Wurstwaren Konserven Delikatess- Sülze...... Pfind 45Pt. Hering in Gelee... Dose ca. 1 Pfand 35Pt. Zwiebelleberwurst.... Pfand 52Pt. Rotwurst........... Landleberwurst.. Prand 85PL Rückenfett Schweinebauch 85Pt." Hammel- Vorderfl., Prand 74PL Hammelkeulen Prand Kalbskamm... Pfand 65Pt. Kalbskeulen... Prand 80P Rinderrouladen... and 10 Kassler Pt. 00 125 Pfand Schweineköpfe 40P. Pfund ... Pfund fett, gefr., Rinderherzen gefroren. 34pt. Ochsen- Suppenfl. 50P. Ochsen Fehlrippe and Beast 54Pt. fett, gefroren, Pfd. Pfand 52P Pfund 75P. Berliner Mettwurst... Pfand 90Pf. Fleischwurst...... Pfand 95Pt. Hausm.- Leberwurst Jagdwurst.. ......... Prand 115 Mettwurst nach Braunschweiger Art 115 95Pt. Pfund ******* Deutsch. Speck mager u. fett. Ptd. 130 Französische Spratts Dose 35Pt. Oelsardinen....... Dose ca. 1 kg 220 Oelsardinen Portugiesische 32, 45PL Ochsenmaulsalat Dose ca. Pfand 35PL Schweinskopf Dose ca. Pfd. 35PL Feinkost...... Dose ca. 1 Pfund 40PL Pflaumen- Konfitüre Orangen- Konfitüre Johannisbeer- Konfit. Holsteinische Salami... Pfand 135 Stachelbeer- Konfit. Knoblauchwurst........ Pfand 145 Pomm. Zervelatwurst. Pfand 165 Eimer Griesspudding 55P Rakaopudding 10 Pakete 80Pf. ca. 2 Pid. 90 Pakete Pfund von 275 Kakao fakat Band 80P. Kaffee Pfand von 2 Zucker Prand 29P Vollmilch dorp.... Pfund an 4 grosse ..Dosen Pt. 90 Kaffee- Ersatz- Mischung 65t OBST- UND GEMÜSEKONSERVEN Aussergewöhnlich preiswerte Tischweine Stangenspargel dünn.. 225 Weisskohl Stangenspargel 50/60.. 270 Rotkohl Stangenspargel mittel 305 Grünkohl. Stangenspargel extra 375 Wirsingkohl stark klein: 40PL. Sauerkirschen mit Stein 100 45P. Gemischte Früchte.. 125 1922 Bayerfeld. Schlossberg, FL. 95P F. Weine ausschliesslich Steuer und Flasche 1922 er 1922er Zeller Schwarzer Herrgott, 1. 185 1922 Oppenheim. Krötenbrunn, F. 275 45PI. Aprikosen%), Fracht... 130 1922 Bockenheimer Riesling 110 Dürkheim. Retw. 100 1919 Niersteiner Schmitt, Flasche 210 45Pt. Pfirsiche Frucht...... 135 1921 Alsterweilerer Letten... F. 150 volle, vorz.Qual. ,, Flasche 76Pt. Ananas. 150 180 ******* 220 Brechspargel Abschnitte 145 Jg.Telt. Rübchen... 68Pt. Kalif. Aprikosen Brechspargel ohne Köpfe 180 Telt.Rübchen... 87Pt. Kalif. Pfirsiche Brechspargel dann...... 200 Kürbis Brechspargel extra stark 300 Apfelmus tafelfertig.... 70P, Gem. Gemüse fein 145 sehr 188 Gemüse- Erbsen.... 46P. Apfelmus extra......... 85Pt. Sta. Sehniit Bohnen Junge Erbsen.... 55. Pflaumeni. Essign. Zucker 85Pt. In Bohnen 80, fein 98Pf. Erbsen mittel 80Pt., fein 130 Pflaumen, Frucht..... 92Pt. Wachsbohnen lung, 92Pf. Jg.Kohlrabi in Knollen 80Pt. Birnen Frucht......... 90Pf. Pfefferlinge Karotten eschnitten..40P Süsskirschen mitstein 85P. Junger Spinat... und Brro.1-1 und BrechBesonders günstige Gelegenheit: Weine vom Preise ausschliesslich Stener! Gefässe( Flaschen, Korbflaschen usw.) sind mitzubringen. Faß Sonnengartner... 150 Tarragona 150 Insel- Samas 175 1921 Haut Sauternes 250 lein 110 Dessertwein, Steuer 39 Pf. fein... 105 58Pt. Pflaumen Steuer 39 Pf. Stener 46 Pf. weisser Bordeaux Stener 65 PI. mit Stein.... Dore 65pt. Preisselbeeren... Dose 100 HERMANN TIETZ 19