Nr.36 42. Jahrgang Ausgabe A nr. 19 Bezugspreis: Böchentlich 70 Goldpfennig, monab lich 3, Goldmart noraus zahlbar, Unter Kreuzband für Deutfaland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Zuremburg 4,50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmark pro Monat, Der, Borwärts" mit der Gonntags beilage ,, Boll und 8eit mit,.Gied lung und Aleingarten" fowie der Beilage Unterhaltung und Biffen" und Frauenbeilage Frauenstimme erfcheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adreße: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Goldpfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Ronpareille. geile 0.70 Goldmart, Reflamezeile 4. Goldmart. Kleine Anzeigen das fettgebrudte Bort 0,20 Goldmark( zulässig awei fettgedruckte Worte), fedes weitere Wort 0,10 Goldmart. Stellengefuche das erfte Wort 0,10 Goldmart, icbes meitere Bort 0,05 Goldmart.. Worte fiber 15 Buchstaben zählen file zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 0,30 Goldmart. Eine Goldmart ein Dollar geteilt burch 4,20. Anzeigen für die nächste Summer müffen bis 4% Uhr nachmittags im Sauptgeschäft. Berlin SB68, Lindenftraße 3, abgegeben merden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Revaltion: Donhoff 292–295 Verlag: Dönboff 2506-2507 Donnerstag, den 22. Januar 1925 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Boftscheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft. Deponitentnie Lindenstraße 3 Sie sind alle Republikaner! Luther für Republik und Erfüllung.- Ein Ein sonderbarer Kabinettsbeschluß. Die Frage, warum die Regierung Marg gestürzt wurde, ist noch nicht beantwortet worden. Sie erhob sich nach der Erklärung der Regierung Luther spontan in dem größten Teil der deutschen Presse. Nach der gestrigen Rede des neven Reichstanzlers ist sie nur noch attueller. Das neue Kabinett besteht in seiner Mehrheit aus Deutschnationalen und den Deutschnationalen nahestehenden Beamten. Brauns, Geßler und Stresemann bilden sozu fagen seinen linken Flügel". In der Zusammensetzung ist also dieses Kabinett entschieden reaktionär. Trog dem oder vielleicht gerade deswegen find alle seine bisherigen Aeußerungen nichts als Beteuerungen, es sei in feiner Weise reaktionär. Die Regierung Luther ist zweifellos eine Rechts regierung. Eine andere Frage aber ist, ob die Rechte fich eine Rechtsregierung so vorgestellt hat. Noch vorgestern fonnte man in den deutschnationalen ,, Hamburger Nachrichten" lesen, die schlechte Aufnahme der neuen Regierung im Ausland sei ein gutes Zeichen", das Ausland merke eben, daß es mit der schwächlichen Nachgiebig feit vorbei sei. In seinem Eifer, die republikanische Zuverlässigkeit seiner Regierung zu beweisen, aufgeftachelt durch die ironischen Zweifelrufe der Linfen, begann Herr Luther in seinen Papieren zu framen, sodann hob er ein Blatt und sprach die geflügelten Worte: ,, Das Kabinett hat einmütig beschlossen, daß die Staatsform nicht geändert werden soll". Das Gelächter, das dieser Feststellung folgte, läßt sich schwer schildern. Rufe ,, Wie gnädig!" und Gott sei Dant!" schwirrien durch die Luft, von immer neuen Heiter feitsausbrüchen begleitet. Also wirklich! Man hat im Kabinett darüber beraten, ob die Staatsform geändert werden" soll, und man hat diese Frage einmütig verneint! Selbst Herr Neuhaus sieht ein, daß Aenderungen der Staatsform leichter auf deutschnationalen Nestabenden zu preisen als durch Kabinettsbeschlüsse durchzuführen sind, und selbst Herr Schiele fennt die Berfaffung und die parlamentarischen Kräfteverhältnisse gut genug um zu wissen, daß der Reichstag einem Kabinetts beschluß auf Aenderung der Staatsform feine Folge geben würde von sonstigen Schwierigkeiten ganz abgesehen. Gestern aber hat Herr Luther das Ausland eindringlich um etwas besseres. Better gebeten und ihm versichert, Zwed ber neuen Mehrheitsbildung sei doch eigentlich, den Billen zur Erfüllung" zur Tat werden zu lassen. Die Rechtsregierung als Erfüllungsschoffen wurde, daß die Staatsform nicht geändert werden regierung! Herr Luther sympathisiert mit der ,, vaterländischen Bewegung"- aber nur insoweit, als sie den inneren Frieden nicht stört. Wie unsympathisch müssen ihm also die verhezzenden Treibereien des Stahlhelms", der ,, Vaterländischen Berbände" und ähnlicher Organisationen sein! Bom Demokraten Roch in hochnotpeinliches Berhör genommen, expliziert er sich weiter folgendermaßen: Er stelle fich vor die Person des Reichspräsidenten( gegen ben eine niederträchtige Interpellation der deutschnationalen Reichstagsfraktion vorliegt), er mißbillige jede Agi. tation gegen die Republif, er rüde Don Ministerkollegen ab, wenn sie in dem von Koch angegebenen Einn mit ihrem Amt Mißbrauch treiben, d. h. das Kabinett als Instrument gegen die Republik benugen wollten. Mit einem Wort: die Rechtsregierung schwört feierlich alles ab, was die Rechtsdemagogie seit Jahr und Tag landauf landab gepredigt hat. 3usammengebrochen ist die Heze gegen die Erfüllungspolitik! Die Rechtsregierung betont feierlich ihren Willen zur Erfüllung". Rusammengebrochen ist auch der Monarchistenschwindel! 11 Jeder Mensch, der kein politischer Idiot ist, weiß ja längst, daß Deutschland in seiner gegenwärtigen Lage nach außen gar feine andere Politik treiben fann als Erfüllungspolitit". Er weiß ebenso gut, daß die Umwandlung der unmöglich gewordenen Monarchie zur Republif fein Novemberverbrechen", fein Dolchftoß", sondern ein Aft nationaler Wiedergeburt war, daß Deutschland nur noch als Republit leben tann. Wenn die Rechte etwas anderes behauptete, so hat sie ihre Anhänger schamlos betrogen, und jetzt wird ihr Betrug offenbar. Die Rechtsregierung präsentiert sich dem staunenden In fand und Ausland als eine republikanische Er füllungsregierung. Herr Luther hat, als Pilaster für die Rechte, seiner Absage an die monarchistische Agitation die Bemerkung hinzugefügt, daß nach der Berfassung jedermann seine Meinung frei äußern dürfe, und die Rechte war harmlos genug, dazu zu applaudieren. Natürlich hat jeder das Recht, seine Meinung zu äußern; aber das Volk hat auch das Recht, mit Mitteln der Berfaffung jede Regierung wegzujagen, von deren republi tanischer Zuverlässigkeit es nicht überzeugt ist. Darum betont ja auch Herr Luther, daß seine Regierung zuverlässig republikanisch sei. Der deutschnationa'e Dr. Everling, der Gott fei Dant!" rief, als Breitscheid die Luther- Regierung als Etappe zur Monarchie" bezeichnete, wird von allen Geiten abgeschüttelt und fallen gelaffen. Kein Zweifel mehr: die Schiele, Neuhaus, Schlieben, Hergt, eft ar p, Schlange Schöningen, rentagh Loringhoven sind zuverlässige Republikaner- und Erfüllungspolitiker geworden = Aber halt! Gab es nicht eine Enigleifung? Aber, aber was ist das für eine Regierung, die über solche Dinge erst debattieren und Beschluß fassen muß...!? Schade, daß das Protokoll der Kabinettssigung, in der befoll", der Deffentlichkeit vorenthalten bleibt. Es ist wahrscheinlich recht aufschlußreich und gewiß äußerst amüsant. Gegen lints machte Herr Luther nur die eine Bemers fung, daß Breitscheids Aeußerung über die Zeitfreiwilligen schaden fönne, wenn sie von einer feindlichen Propaganda in übertreibendem Sinn verwertet würde. Darauf ist zu antworten, daß gegen Mißbrauch und Entstellung niemand geschützt ist. Sogar Herrn Luther fann es passieren, daß seine Aeußerungen auf solche Weise im Ausland ausgebeutet werden. Bon den zu erwartenden Be schmerden der Entente über die schwarze Reichswehr" jagte er, daß sie voraussichtlich ,, in großem Umfang" unbegründet sein würden. Das ist auch unsere Meinung. Wahrscheinlich hat man aus einem Floh einen Elefanten gemacht. Soll man nun sagen, daß auch der Floh nicht existiert, oder soll man ihm den Garaus machen und gegen die Auslieferung seiner Leiche die Räumung von Köln eintauschen? Herr Luther hat ja schon gesagt, daß die Räumungsfrage durch Verhandlungen gelöst werden soll, er hat noch den deutschen Glauben an Berständigung", über den Graf Beftarp fich luftig macht. Nicht geringes Aufsehen erregte die Erklärung des Kanzlers, daß die Regierung über das, was sie auf dem Gebiet des Zeitfreiwilligenwesens aus innerpolitischen Gründen getan, der Entente por längerer Zeit eingehende Mitteilung gemacht habe. Die Regierung fagt es der Entente selbst aber wenn eine Zeis tung es schreibt, wird sie wegen ,, Landesverrats" verurteilt. Herrn Luthers Rede hatte die Wirkung, daß die Demofraten zunächst geneigt sind, nicht offen gegen die neue Wirths Kampfansage an Luther. Ein flares und entschiedenes Nein! Ein Redakteur der" Ana"( Allgemeine Nachrichten-| agentur für die westdeutsche Zentrumspreffe) hatte gestern Gelegenheit, den früheren Reichskanzler Dr. Wirth über feine Stellungnahme zur Regierung Luther und zu der vom Reichskanzler obgegebenen Regierungserklärung zu befragen. Herr Dr. Wirth führte gesprächsweise etwa aus: Ich bin in diesen Tagen vielmals nach meiner persönlichen Stellungnahme zur heutigen Reichsregierung und zu ihrer Er. flärung gefragt worden. Meine Stellungnahme ist eine tiare und eindeutige: Ich fiehe zu diefer Regierung in Opposition und unterscheide mich nach dieser Richtung von meinen politischen Freunden, welche troß der Anwesenheit eines offiziellen Berbin bungsmannes im Kabinett Luther eine Art wachsame Neu. tralität als Ausdrud der politischen Meinung des Zentrums befanntgegeben haben. Diese wachsame Neutralität ergänze ich durch wach fames Mißtrauen. Es ist ganz zweifellos in den Reihen der Zentrumsanhänger im Lande eine starte Beun ruhigung vorhanden, welche auf eine lebhafte Aussprache in unserem Kreise geradezu hindrängt Die von der Zentrumsfraktion gestern abgegebene. Erflärung wird zwar in weitesten Parteifreisen zunächst eine gewisse Zurückdrängung des lebhaften Protestes gegen die jeßige Reichsregierung herbeiführen, aber die innere Be. unruhigung, die in unseren Kreisen herrscht, nicht abstellen tönnen. Dabei darf über die politische Bedeutung der gestrigen Erflärung des Bentrums tein 3weifel auftommen. Diese Erklärung zieht nach rechts so scharfe Grenzen, daß man es nur schwer verstehen kann, wie das Zentrum bei diefer Erklärung zwei Minister, die ihm nahestehen, in dem Kabinett belaffen fonnte. Ich persönlich halte das Verbleiben unserer Minister in diesem Rabinett nicht für politisch richtig. Wenn man auch das Sustande. kommen der Regierung Luther mit dem starken Rechtseinschlag ge duldet hat, weil die Meinung vorherrschte, daß es weiterhin nicht mehr möglich sei, die Regierungsfrise fortdauern zu lassen, so ist für einen entschiedenen Republikaner trobem immer noch die Frage offen, ob es dann nicht besser gewefen wäre, aus fachlichen Erwägungen heraus in diesem Kabinett über haupt nicht vertreten zu sein. Die Möglichkeit, der Regierung Ge legenheit zu positiver Arbeit zu geben, wäre trotzdem im Bereich der politischen Entwicklung gelegen. Die Sentrumsfrattion hat den Sie wird aber denjenigen Mitgliedern, anderen Weg vorgezogen, die anderer Auffassung sind, durchaus Gelegenheit geben, thre ab weichende Meinung durch Stimmenthaltung oder durch ein entschiedenes„ Mein" zum Ausdrud zu bringen. Das Zentrum tennt feinen Frattionszmang, wie die Gefchichte des Zentrums in allen Jahrzehnten zeigt. So nehme ich mir auch ießt die Freiheit, als entschiedener Republikaner biefer Regierung gegenüber das flare und ent. schiebene Mein" auszusprechen. Die Zentrumsfratiion hat nunmehr der Regierung ein Arbeitsfeld eröffnet. Außenaußenpolitische Lage Deutschlands, die ungemein schwierig ist, zu bessern. Diese Chance, die Lage Deutschlands zu bessern, ist eine turchaus ernstgemeinte. Wie man das anstellen muß, nachdem man fo starte Rechtsfräfte in die Regierung aufgenommen hat, ist iediglich Aufgabe und Sorge der Regierung selbst. In unserem Denten und Handeln spielt die politische Sabotage der Regierungspolitik teme Rolle. Wir denken nicht daran, die Regierung irgendwie durch übereilte Schritte zu tompromittieren. olitisch geben wir alle der Regierung Luther die Möglichkeit, die In den Reihen des Zentrums ist deshalb die geftrige Rede des Herrn Grafen Westarp als ein schmerzliches Ereignis verurteilt worden. Die Rede des Herrn Grafen Westarp past zur Regierungserklärung wie die Faust aufs Auge. Die Empörung über diese Rede war im Zentrum allgemein, und wenn ich mit meinen Freunden unserer Empörung besonderen Ausdrud verliehen habe, so ist das nur zu verständlich. Die Rede des deutschnationalen Sprechers und Führers bedeutet für das Kabineti Luther eine so fch were Belastung, daß der Kanzler wohl allen Anlaß haben wird, dazu Stellung zu nehmen. Auch eine erneute Stellungnahme des Chefs der Regierung fann unser Mißtrauen nicht beseitigen. Das Zentrum als Ganzes steht der Regierung mit fühler Objektivität gegenüber. Ich selbst und meine engeren Freunde lassen uns durch nichts abhalten, als entschiedene Republikaner unfere politische Pflicht zu tun. Diese Pflicht umfaßt auch den Schuh und die besondere Pflege der republikanischen Verfassung, die wir den Deutschnationalen nicht anvertrauen können, ohne mit ernster Besorgnis erfüllt zu werden. Uns leiten feinerlei persönliche Abneigungen gegen einzelne hochachtbare Persönlich teiten. Es dreht sich um das politische Prinzip, das, wenn unser Volf zu einem politischen Bolk erzogen werden soll, im parlamen tarischen Leben in erster Linie beachtet werden muß. Nur wenn eine klare politische Linie ersichtlich ist, entsteht auch die Aussicht auf eine erfolgreiche Außenpolitif. Gerade die Außenpolitit ist es, die Herrn Reichskanzler Marg und uns abgehalten hat, der Aufrichtung einer Rechtstoalition Luther oder einer Regierung mit starkem Rechtseinschlag zu widersprechen. Will man außenpolitisch vorankommen, so muß man auch den Anschein vermeiden, als ob die Rechte des Reichstages die politische Linie, die Herr Marr lange gegangen ist, umbiegen könnte. Im Reichstag wurde gestern angenommen, daß etwa ein Dugend 3entrumsabgeordnete mit Dr. Wirth für das„ klare entschiedene Mein" stimmen werden, zu dem sich die Demos traten bisher noch nicht entschließen konnten. Regierung zu ftimmen, sondern fich der Stimme zu enthaffen. Die Haltung der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion bleibt unverändert. Sie traut dieser Regierung der neubefehrten Republikaner nicht und wird ihr Mißtrauen durch ihr Botum befunden. Während der Rede des Reichskanzlers schloß der Bizepräsident Rießer den kommunistischen Abgeordneten Schwarz wegen fortgesetter Lärmmacherei für acht Tage aus. Herr Schwarz fügte sich, und die im Saal verbleibenden Kommunisten nahmen, wie ihre Zwischenrufe bewiesen, den Zwischenfall mehr von der humoristischen Seite. Ernster zu nehmen ist die Erklärung Luthers, daß die Reichsregierung zur Amnestiefrage nichts zu sagen habe. Darüber ist aber viel zu sagen, was die Regierung noch hören wird. Sie wird auch erfahren, daß das für die Sozialdemokraten tein Gegenstand des Ults und des Krawalls, sondern eine fehr ernste Angelegenheit ist. Der Reichstag trat gestern um 2 Uhr nachmittags wieder zusammen. Die Aussprache über die Regierungserklärung wird fortgesetzt. Abg. Dr. Koch- Weser( Dem.) betont, das ganze deutsche Bolt fel einig in der Berurteilung der rechts und vertragswidrigen Weiterbesegung der Rolner Zone. Wenn wirklich Berfehlungen von untergeordneten Organen vorgefommen sind, so bieten sie doch für die Richt räumung nicht einen Grund, sondern nur einen Vorwand.( Lebhafte Zustimmung.) Wir werden mit aller Kraft darauf drängen, daß auch solche Vorwände aus der Welt geschafft werden. Weder die Soldatenspielerei, noch die Superflugheit untergeordneter Organe darf solche Vorwände schaffen.( Lebhafte Zustimmung links.) Wenn jezt eine Rechtsregierung tommt, so ist das die Folge der fünf Jahre Bedrückung und Mißachtung Deutschlands durch die Entente, die dazu geführt hat, daß schließlich auch das Zentrum matt geworden ist: Jede Regierung wird die Außenpolitit fort sehen müssen, die wir fünf Jahre lang gemacht haben. Das be weist auch die Regierungserklärung, deren außenpolitischen Teil wir im großen und ganzen zustimmen können. Auch die Deutsch nationalen tönnen jegt teine andere Politit machen. Was sie bisher in großen Reden dagegen vorbrachten, waren Ballungen des Herzens, die nicht bis zum Gehirn vorge brungen find. Die Deutschnationalen im Rabinett werden die Außenpolitit auch nicht ändern, fie berfchaffen uns aber das Mißtrauen des Aus landes. Dieses Mißtrauen ist unberechtigt. Im Auslande begeht man den Irrtum, unsere Deutschnationalen für Wölfe in Schafspelzen zu halten. Tatsächlich haben sie nur Wolfspelze umgehängt, was darunter fteckt, brauch ich nicht zu sagen.( Heiter feit.) Wir wünschen von der neuen Regierung nicht Aggressivität und Attivität, sondern Paffivität und Zurückhaltung. Wir werden der Regierung in der Außenpolitit nicht von vornherein Oppofition machen. Wir werden nicht dem schlechten Beispiel der Deutschnatio. nalen folgen. In der Erklärung des Reichstanzlers tam das Wort Republit" öfter vor als in früheren Regierungserklärungen. Der Führer der Deutschnationalen hat jezt ein Amt aus der Hand des republikanischen. Reichspräsidenten entgegengenommen, während früher die Deutschnationalen die Minister der Republit nicht als techtmäßig anerfennen wollten. Die Bersprechungen und ErkläDie Versprechungen und Erflärungen, die die Deutschnationalen fünf Jahre hindurch abgegeben baben, bertragen fich nicht mit der Regierungserklärung. Ent. weber fie müssen ihre Wähler Derrafen oder ben Reichsfanzler oder abwechselnd alle beide.( Lebhafte Buftim nung Infs.) Außerdem gründet sich unfere ablehnende Stellung zu der neuen Regierung auf die Art, mie sie zustande gekommen ist, durch den unnötigen Sturz einer Regierung, der mir unser volles Vertrauen schenften. ( Sehr richtig! bei den Demokraten.) Des Vorwurfs brauchen wir uns nicht zu schämen, daß wir die Sozialdemokraten nicht in eine feindliche Haltung zum Staat hineindrängen laffen wollen. Tarüber haben wir im vorigen Jahre im Reichstag treffliche Ausführungen gehört, daß die Sozialdemokraten bant ihrer nationalen Einstellung zur Mitarbeit herangezogen wer den müßten und diese Ausführungen hat der damalige Reichs fanzler Dr. Stresemann gemacht.( hört! hört! bei den Demokraten.) Die Regierung begegnet nach ihrer Zusammen fetzung und Entstehungsgeschichte ernstesten Bedenten.( Sehr richtig! bei den Demokraten.) Allerdings hat der Reichstanzler Dr. Luther betont, daß der Staatsgedanke der besonderen Pflege bedarf. Ich stimme mit ihnen überein, aber der Innenminister hat alle Beranlaffung, mit der Pflege des Staatsgedankens in der Re publit ernst zu machen Dabei muß vor allem die Ehrfurcht und die Achtung vor dem Präsidenten des Staates gepflegt werden. Wir sind der Meinung, daß in dieser Zeit das Oberhaupt des deut fchen Staates der besonderen Achtung bedarf, und wir haben hier von Amerikanern, Franzosen und anderen Böltern noch sehr viel zu lernen. Der Reichspräsident wird uns gewiß nicht herrlichen Beiten entgegenführen können, aber er hat es uns auch nicht versprochen. 3ch glaube, daß der Weg durchs Dunkle, den wir gegangen find, unter Führung eines Monarchen, nicht so tattvoll und fo fchweigfam gemacht worden wäre, wie unter Führung des Reichspräsidenten Ebert.( Beifall links.- Unruhe und Zurufe rechts.) Ich würde es nicht für nötig halten, hier lobende Worte über den Herrn Bräsidenten zu sprechen, wenn nicht von unberufener und bazu in feiner geeigneten Weise übel von Schmuh über ihn ausgeschüttet worden wären.( Beifall links.) Darum beginnen wir mit der Bitte an den Reichskanzler, er möge feinen Innenminister an weisen, dafür zu forgen, daß der Bizepräsident des Reichstages dem Reichspräsidenten die ihm zukommenden Ehren nicht verfagt.( Beifall lints.) Das Magdeburger Urteil bedauern wir aufs tieffte und schmerzlichste. Ganz im Gegenteil zum Grafen West arp, der gestern verlangte, daß der Reichsinnenminifter die paterländischen Verbände in seinen ganz besonderen Schuß nehmen müßte, verbitten wir es uns, daß solche Verbände wie der Stahlhelm", die derartiges über den Reichspräsidenten gefagt und geschrieben haben, unter einen besonderen Schutz genommen werden. ( Sehr gut! lints.) Abg. Koch( fortfahrend): Ich bin der Meinung, daß das| unfere Miffionen im Auslande fortgefeht wieberholt worben. Se Wort des Apostels Paulus gegenüber der Regierung des Kaisers Nero auch gegenüber der Republik gilt. Ich frage den Reichskanzler, mißbilligen Sie die Agitationen gegen die Republik und rüden Sie ab von Leuten, die Ihr Kabinett als Instrument gegen die Republik gebrauchen wollen? ( Der Reichstanzler nidt.) Abg. Koch geht im weiteren Verlauf seiner Rede auf das inner. politische Programm seiner Partei ein und verlangt u. a, dem übertriebenen Zentralismus der Verwaltung zu begegnen.( Hört! hört! rechts.) Die hauptsächlichste Bentralisierung in Deutschland herrscht im Reichsfinanzministerium. Beginnen Sie zu nächst damit, aufzuräumen mit der ungeheuerlichen Zentralisation auf dem Gebiete des Steuerwesens und des Beamtenwesens Insonderheit der Gehaltsregelung. Ein einheitlicher Bille Die Inpflichtnahme eines muß aber darüber hinaus bestehen. Telles der Reichswehr durch eine Landesregierung erscheint mir durchaus nicht unitarisch und der Weimarer Berfaffung entsprechend. Wir werden zunächst die Handlungen der neuen Regierung abwarten, denken aber nicht daran, ihr von vornherein Neutralität zuzufagen. Wir entschließen uns dazu, der Regierung, deren Erflärung zufriedenstellend ist, wenn fie fie durch befriedigende Beantwortung unserer Anfragen ergänzt, freies Spiel! zu geben. Abg. Dr. Jöriffen( Wirtschaftl. Bereinigung): Die Wirtschaft fiche Vereinigung wird ihre Stellungnahme davon abhängig machen, wie die Regierung die Interessen des Mittelstandes vertritt.( Beifall bei der Wirtschaftlichen Bereinigung.) Ein Vorstoß der Partikularisten. Abg. Leicht( Bayer. Boltsp.): Die Regierung wird, auch wenn fie feine parlamentarische Konstellation darstellt, grundsätzlich von einer Mehrheit gestüßt. Das 3entrum hat zwar feinen Zweifel darüber gelaffen, daß die Unterstützung nicht für alle Fälle und unter jeder Bedingung gegeben werde, ich hatte aber bei der Bentrumserklärung den Eindruck, daß das Zentrum fich feiner aus. schlaggebenden Bedeutung bewußt ist, und ich bin überzeugt, daß das Zentrum sich auch der Verantwortung bewußt ist, die sie jetzt übernimmt. Ueber unsere Haltung zur Regierung ist zu sagen, daß wir in dem Postminister Stingl unseren Vertrauensmann in der Regierung erblicken, und zwar nicht nur in dem zünftigen parlamentarischen Sinne, sondern in dem weiteren Sinne, daß unsere gesamte Fraktion vollstes Vertrauen in seine Person setzt. ( Beifall bei der Bayer. Volksp.) Wir haben mit Befriedigung der nommen, daß die Beziehungen des Reiches zu den Ländern nach geprüft werden sollen und daß das Eigenleben der Länder geachtet werden soll. Wir erwarten, baß es nicht bloß bei den freundlichen Worten bleibt, sondern daß auch praktische Maßnahmen baldigst erfolgen, die, wie Herr Scholz fagte, es den Ländern ermöglichen, sich behaglich unter dem Dach des Reiches zu fühlen.( 3wischenruf b. d. Soz.) Durch die Anwen dung und Auslegung der Weimarer Berfassung ist die Reichsfreudigkeit der Länder nicht gefördert worden. Deshalb freuen wir uns, daß der deutschnationale Redner sich auf die Dentschrift der banerisden Regierung bezogen hat. Wir stehen auf dem Boden dieser Dentschrift und verlangen eine größere Selbständigkeit der Länder. Wir verlangen, daß der Schwerpunkt der inneren Verwaltung und der ganzen Kultur fragen in die Länder verlegt werden soll. Die Länder dürfen nicht mehr Koftgänger des Reiches sein und darum verlangen mir einen Finanzausgleich der Länder und Gemeinden, der in Wirklichkeit die Selbstver in altung läßt. Wir hoffen, daß unsere Anträge die Zustimmung der Reichsregierung und des Reichstages finden, mals aber, wie ich ausdrücklich feststellen möchte, ift von irgendeiner der beteiligten Mächte der Borschlag einer Kompromißlojung ge macht worden. Wenn die Alliierten ihrerseits mit irgendwelchen Borschlägen wegen eines kompromisjes... werden. an die Reichsregierung herangetreten wären, so würden berartige Vorschläge durchaus nicht von vornherein abgelehnt worden sein. Das frühere Rabinett war sich vielmehr nach einem Vortrag des Außenministers Dr. Stresemann vollkommen barüber flar, daß ein etwaiger Borschlag der gleichzeitigen Räumung des Ruhrgebietes und der nördlichen Zone im Hinblick auf das deutsche Gesamtintereffe und vor allem mit Rücksicht auf die Not der befeßten Gebiete zu würdigen gewesen wäre. Selbstverständlich muß der im Kompromißvorschlag vorgesehene Räumungstermin sichergestellt Bezüglich der Ruhrräumung liegen bestimmte Erklärungen der belgischen und französischen Regierung vor, daß sich an dem letzten Termin der Ruhrräumung nichts ändern werde.( Abg. Breit. fcheid: Wie ist es mit der privaten Vermittlung?) Ich sage, was über diese Dinge amtlich bekannt ist. Ueber die Bölfer. bundsfrage mar meine vorgestrige Erklärung far und eindeutig, ich füge nur hinzu, daß die Frage der Gleichberechtigung im Völkerbund für Deutschland von sehr erheblicher Bedeutung ist, daß fie nicht im ungewissen bleiben tann. Wir müssen uns vorher darüber im flaren sein; das war der Sinn unserer Note an den Generalsekretär des Bölkerbundes. In der Ostpreußenfrage ist die Grenze schon endgültig 1922 festgelegt worden. Die Reichsregierung hat gegen diese schwere Berlegung des Versailler Vertrages damals fofort Einspruch eingelegt, aber ohne Erfolg. Jeht handelt es sich aber nicht um die Grenze, sondern nur um die Regelung des Zuganges zur Weichsel über polnisches Gebiet. Diese endgültigen Bestimmungen bedeuten gegenüber dem bisherigen Zustand immer. hin eine Berbesserung, wenngleich den deutschen Wünschen nicht Rechnung getragen worden ist. Es ist in dieser Frage von der deutschen Regierung alles mögliche getan worden und soll auch in Butunft getan werden. Was die Reichsregierung in der Frage der Zeitfreiwilligen aus nicht mehr bestehenden innenpolififchen Gründen getan hat, darüber ist der Entente schon vor längerer Zeit eingehend mitteilung gemacht worden.( Lärm b. d. Kommunisten. Rufe: Das ist ja Material befigen, fo tönnte ich nur dringend wünschen, daß dieses Landesverrat!) Sollten die Ententemächte darüber hinausgehentes Material uns baldigst zugeleitet werden möge, und ich könnte nur bedauern, daß diese Zuleitung nicht längst erfolgt ist. Scherlich würden wir aber den Nachweis erbringen tönnen, daß dieses Material in großem Umfange unzutreffend ist.( hört, hört! redits.) Herr Breitscheid ist aber im Irrtum, wenn er meint, daß solche Mitteilungen hier nicht die deutschen Belange verlegen.( Lebhafte Zuftimmung rechts und Bewegung.) Solche Mitteilungen werden von einer uns feindlich gesinnten Propaganda in der ganzen Welt gegen uns ausgeschlachtet.( Sehr wahr! rechts.) Was die Stellungnahme der Reichsregierung zu der vaterländischen Bewegung und den vaterländischen Verbände betrifft, fo tommen selbstverständlich auf die vaterländischen Vers bände die Geseze zur Anwendung( Lachen bei den Kommunisten), und selbstverständlich gilt gleiches Recht für alle.( Lachen bei den Rommunisten.) Ausschreitungen verurteilt die Reichsregierung. Der Graf Westarp sprach aber nicht wie Herr Koch von den vaterlän dischen Verbänden, sondern von der vaterländischen Bewegung. Widerspruch links.) Wir können nur eine Bewegung im Volte begrüßen, die der Pflege des vaterländischen Gedankens gewidmet ist. ( Lebhafter Beifall und Händeflatschen rechts.) Diese Bewegung muß aber nach dem Grundsag, den ich stets vertreten habe, so sein, daß sie nicht etwa innere Gegensäge unterstreicht, sonhern ausgleicht, und dadurch den Staatsgedanken im Ganzen fördert. Nur eine folche vaterländische Bewegung vermag ich zu wünschen. Zur Steuerfrage bemerkt der Abgeordnete: Die Bayerische( Fortgelegte Unruhe und Widerspruch bei den Kommunisten.) Daß Staatszeitung hat berechnet, daß wir vor dem Krieg 127 Ausschreitungen irgendwelcher Verbände von der Reidsregierling Millionen in Reid) und Ländern für die Steuerverwaltung aus. verur eilt und mit den Mitteln des Rechts betämpft werden, habe gegeben haben, während es jetzt 533 Millionen find. Die Baffivität ich schon gesagt. Godann. iff behauptet worden, daß die materiellen Der unferer Handelsbilanz hat in elf Monaten des vergangenen Jahres Berfassungsänderungen der Rechtsgültigkeit ermangelten. mehr als zwei Milliarden Goldmart betragen. Bei einer Fort Juristentag hat es nur für empfehlenswert erklärt, daß fünftig bei bauer dieses Zustandes wird es unmöglich fein, den Dames.perfaffungsändernden Gefeßen die Verfassung selbst geändert werde Blan burchzuführen, zumal die Belastung später immer mehr Ich sage das, damit nicht ein Irrtum über die Rechtsgültigkeit machfen wird. Nachdem wir mit dem 10. Januar unsere wirt unserer Geseßgebung entsteht. Weiter ist in breiter Form über schaftliche Freiheit wiedergewonnen haben, muß das von uns be Rorruptionserscheinungen unseres Staatslebens gemußt werden, um dem deutschen Außenhandel neue Tore zu öffnen fprochen worden. Ich will im einzelnen auf diese Ausführungen und die Einfuhr nach dem deutschen Wirtschaftsbedürfnis zu regeln. nicht eingehen. Ich will nur feststellen, daß auf jeden Fall in diejen Die einheimische Produktion ist durch Schutzölle so weit Darlegungen ganz außerordentliche Uebertreibun als möglich zu schüßen. In der Außenpolitif muß ein wirt. gen und auch jedenfalls völlig ungerechtfertige Berallgemeinerungen licher und dauerhafter Friede herbeigeführt merden. Wir sind also enthalten gewefen sind. Ich muß ferner meinem Bedauern darüber Bazififten, aber es gibt auch einen übertriebenen Pazifismus, den Pazififten, aber es gibt auch einen übertriebenen Pazifismus, den Ausbrud geben, daß in diese Erörterungen mir nicht teilen. In den anderen Ländern, die uns früher feindlich waren, sollte die Friedensgesinnung nicht bloß deklamiert werden. Nationalgefühl ist notwendig, aber übertriebener Nationalismus ist zu verwerfen. Wenn die Idee des Völkerbundes wirklich dem Frieden dienen soll, muß die Gerechtigkeit die Grundlage sein. Dar in Jehen wir auch eine größere Sicherheit für Frankreich als in sonstigen Maßnahmen.( Beifall rechts und bei der Bayer. Volksp.) Abg. v. Graefe( natioz.) hält eine unsubstantiierte Rede gegen. die Korruption, wobei es zu folgendem Zwischenfall tommt: Abg. Graefe: Am meisten efelt mich der demokratische Byzantinismus vor dem Gößen Ebert an und Burufe bei den Demokraten) Meine Freunde und ich haben eine solche Fülle von Material, daß wir sagen müffen, es ist erschreckend, wie weit die Korruption geht.( Rufe lints: Her aus damit!) Heute verzichte ich darauf, alles einzelne mitzuteilen.( Unruhe links und neue Rufe: Heraus mit dem Matrial.) Unjer Material betrifft auch die Familie des Reichs. präsidenten.( Große Erregung b. b. Soz. und stürmische Zu rufe.) Sie( zu den Goz.) brüllen Shre Schande nicht nieder. Sie und Ihre Barmatischen Brüder werden schon noch daran tommen. Glode ( Stürmische Zurufe bei den S03, minutenlanger Lärm. des Präsidenten.) Reichskanzler Dr. Luther ( Unruhe Wir verlangen vielmehr, daß der Reichskanzler dafür sorgt, daß diese Berbände überall dort, wo sie die Linie des Gefehes verlaffen, in ihre Schranken zurückgewiesen werden.( Beifall links.) Vor dem Kriege mar man in der evangelischen Rirde viel fach der Meinung, daß die evangelischen Geistlichen nur die Bodem bekannten Gutachten, das die Sachverständigen Hurst und litir treiben dürfen, die die Obrigkeit für richtig hielt. Was bleibt nun aber heute noch als Grund für die monarchische Agt tation, die in weiten Kreisen der evangelischen Geistlichkeit herrscht? Weite Schichten der Bevölkerung halten noch treu our Kirche, find aber auch Republikaner. Warum duldet die evangelische Kirche, daß viele ihrer Geistlichen fich im Gegenfah zu den Worten des Apostels Paulus gegen die Obrigkeit wenden? Ueberall jehen wir diese Geistlichen im Dienste der schärfffen politischen Agitation.( Große Unruh rechts. Rufe: Korell!) wiesen. Abg. Kahl( D. Vp.): Ihre Behauptung ist ganz unbe Abg. Koch( fortfahren): Wir haben alle Veranlassung, vor einer folchen Agitation zu warnen.( Erneute Unruhe rechts.) Abg. Mumm( Dnat.): Das ist ohne jeden Beweis!) wird, als er zu sprechen beginnt, wieder von den Kommunisten mit Rufen:„ Amnestie!" begrüßt. Der Kanzler führt aus: Ich stelle mit Befriedigung fest, daß das außenpolitife Brogiomm der Regierung hier eine breite Basis gefunden hat. Selbst der Redner der Sozialdemokratie, Herr Dr. Breitscheid. hat sich mit dem Regierungsprogramm in diefer Beziehung einverstanden erklärt. 3u feinen weiteren Bemerkungen über die Räumung des Ruhr. gebietes und der Kölner Zone bemerke ich, daß wir nach der Lon boner Ronferenz, an der auch ich teilgenommen habe, feinen Anlaß hatten, an der Innehaltung ber vertragsmäßigen Räumung zu zweifeln. Bei den Besprechungen des früheren Reichsfanzelrs Marr und des Außenministers Dr. Stresemann mit dem englischen Rabinettschef Macdonald über die Frage der Räumung der ersten Rheinlandzone hat Macdonald erklärt, daß diese von der Durchführung der Entwaffnung abhängig fei, entsprechend Fromageot abgegeben hätten, nachdem sich die beteiligten Regierun gen darüber schlüssig geworden wären, ob der Stand der deutschen Abrüstung derartig sei, daß die Bor ausfegungen für bie Räumung erfüllt feien. Die Biegierung hatte infofern feften Boden unter den Füßen, als die frühere franzöfifche Ansicht, daß die Räumungsfristen noch nicht liefen, fallen, gelassen worden war. Selbstverständlich ist dann das Problem der Räumung der nördlichen Rheinlandzone angesichts der außerordentlichen Bedeutung dieser Frage immer wieder er örlert worden. Als sich bei der internationalen Erörterung die ersten Anzeichen bemerfbar machten, daß die Räumung auf alliierter Seite in 3weifel gestellt würde, hat die Regierung feinen Augenblid gein Zweifel gestellt würde, hat die Regierung feinen Augenblid gezögert, die Initiative zu ergreifen; sie hat die beteiligten ausländischen Regierungen damals sofort in der dringendsten Form darauf auf merksam gemacht, daß Deutschland die rechtzeitige Räumung als etwas Selbstverständliches erwarte. Diese Borstellungen find burch die Person des Herrn Reichspräsidenten hineingezogen worden ist.( Lebhafter Beifall.) Herr Defer be tommt als Generaldirektor der Reichsbahn dasselbe Gehalt wie als Minister. Jeder Beamte bedarf, um in Aufsichtsräten tätig zu fein, einer Genehmigung und darf feinen Gewinn daraus beziehen.( Die Rommunisten unterbrechen fortgesetzt den Reichskanzler durch Zurufe: Amnestie! Amnestie!) Ein Ausschluß. Die Minister, die in das Kabinett eintreten, legen ihre Aufsichtsratspoften nieder.( Burufe bei den Kommunisten: Amnestie, Amnestie!) Ich habe zur Frage der Amnestie namens der Reichsregierung eine Ertlärung nicht abzugeben. Abg. Stöder( Romm.): Amnestie, Amnestie! Die Arbeiter warten draußen! Abg. Schwarz( Romm.) ruft andauernd, mit der Fauft auf den Tisch schlagend: Amnestie, Amnestie! Bizepräsident Dr. Rießer: Jeder, der jetzt diese Rufe wiederholt, macht sich einer schweren Verlegung der Würde des Hauses im Sinne der Geschäftsordnung schuldig. Als Abg. Schwarz- Berlin andauernd weiter ruft Amneftie, er Märt Bizepräsident Dr. Rießer: 3ch schließe den Abg. Schwarz- Berlin von der Sihung aus und fordere ihn auf, den Sigungsfaal fofort zu verlassen.( Lebhafter Beifall rechts und in der Mitte, Widerspruch unterbricht Dr. Rießer die Sigung auf 5 Minuten und fündigt die Mitteilung der Folgen des Verhaltens des Abg. Schwarz für die neue Sigung an. Nach Wiederaufnahme der Sizung erflärt Vizepräsident Dr. Rießer: Der Abg. Schwarz- Berlin hat den Sizungssaal ver. laffen. Infolgedeffen bleibt es zunächst bei den acht Tagen, auf die er ausgefchloffen ist.( Burufe bei den Kommunisten.) Ich hätte ihn auf zwanzig Tage ausgeschlossen, wenn er jegt hier wäre. Da er aber nicht hier ist, verbleibt es bei acht Tagen, für welche Zeit ihm hiermit das Betreten des Reichstages untersagt ist. Ein fommunistischer Abgeordneter ruft unter Heiterkeit des Haufes: Können Sie ihn nicht amnestieren, Herr Reichstanzler? Als Reichskanzler Dr. Cuther hierauf seine Rede beenden will, hindern ihn die Kommunisten zunächst daran durch die im Chor wiederholten Rufe: Amnestie! Amnestie! Bizepräsident Dr. Rießer: Ich mache auf die Folgen aufmert. fam, wenn dieses Rufen nicht aufhört. Ich habe die Würde des Reichstages zu vertreten, und bin gewillt, es zu tun.( Die Kommu niften verhalten sich nunmehr ruhig.) Reichstanzler Dr. Luther: Wenn ich vorhin gefagt habe, ich glaube, alle mir unterbreiteten Fragen beantwortet zu haben, so bin ich natürlich nicht auf alle Fragen eingegangen, zu denen bereits in der Regierungserklärung Stellung genommen worden ist. Die Frage der Arbeitszeit ist darin bereits behandelt. Selbstverständlich ist es unmöglich gewefen, auf alle Fragen, die in diesem Zusammenhang wichtig find, auch nur in der Regierungserklärung einzugehen. Es ist richtig, baß eine Roalitionsregierung nicht vorhanden ist. Selbst wenn sie aber vorhanden wäre, wäre damit noch nicht die völlige Einmütigkeit nach allen Richtungen gewährleistet. Der Abg. Roch hat vorhin gefagt: So ganz zufrieden ist man nie mit seinen Roalitionsgenoffen", und diese Erfahrung kann sich sicherlich auf dem gonzen Gebiet vollziehen Was mir aber das wesentliche zu sein cheint, ist, daß sich tatsächlich eine Mehrheit in einer Form zusammengefunden hat, die für die Regierung die Möglichketi praftischer Arbeit eröffnet. Ich bitte dabei meine Berson, so unangenehm es mir ist, einmal mit in den Vordergrund stellen zu dürfen. Ber fchiedentlich ist auch in der Preffe gesagt worden, ich sei ja feia Politiker, ich sei ein Verwaltungsmann, und diese Mitteilungen haben vielleicht einen leichten ironischen Unter- oder Oberton gehabt. Der fachliche Gewinn dieser meiner Stellungnahme ist, daß, wie die Regierungserflärung deutlich ausspricht, die Zusammenarbeit, die in der neuen Regierung fich vollziehen soll, völlig beherrscht ist von dem Gedanken, fachlichen Diemt am Rolfsganzen zu leisten.( Lachen links.) Dabei bin ich ja durchaus tein unbeschriebenes Blatt.( Heiterfeit links und Zurufe.) Ich habe feinen Anlaß, meine Tätigkeit in der vergangenen Zeit irgendwie zu verleugnen oder zu verdunkeln. Was ich bisher die Ehre gehabt habe, im Dienst des Deutschen Reiches als Ernährungs- und Finanzminister zu tun, wird selbstverständlich die Brundlage fein, auf die sich auch meine Tätigkeit als Kanzler aufbaut. Auf die Frage, ob es denn möglich sein werde, praftische Arbeit zu leisten, meil vielleicht in einer ganzen Reihe von Fällen eine verschiedenartige Einstellung im Kabinett herrscht, kann ich zunächst antworten, die bisherige Zusammenarbeit hat schon bewiesen, daß es durchaus möglich ist, praftische Arbeit zu leisten. Ich antworte zweitens: Es hieße ja an unferer Staatsform verzwei feln, wenn wir nicht die Möglichleit finden sollten, praktische Arbeit zu leisten( Gehr wahr rechts), wenn wir auch in den GrundHimmungen verfchieden denken. Ich bin schon im Herbst sehr stark für eine Mehrheitsregierung eingetreten, nachdem ich die ganze übrige Zeit in der Minderheitsregierung gearbeitet habe. Für die praktische Arbeit stehe ich auf dem Standpunkt und darin werde ich vom Kabinett unterstützt- daß wir für alle Entscheidungen eine möglichst breite Grundlage finden müssen. Das Ausland, das großes Gewicht darauf legt, daß die Abkommen durchgeführt werden, muß uns in dem Bestreben unterstützen, eine Form zu finden, in der wir die Lösung unserer inneren Aufgaben vollziehen fönnen. Es ist nicht richtig, wenn Stimmen aus dem Ausland in dieser Mehrheitsbildung einen mangelnden Willen zur Erfüllung sehen. Ich sehe darin vielmehr eine brauchbare Methode, einen Weg zu finden, wie man zur praktischen Arbeit fommen fann, um das auszuführen, wozu wir verpflichtet find. Hinter dem praktischen Biel müssen ja gewisse einheitliche Grundsäge stehen. 1leber die Staatsform hat sich die Regierung unmißverständlich geäußert. Ich will den Demokraten aber noch einmal antworten: Ich mißbillige die Agitation gegen die Republik, selbstverständfich( Bewegung), aber selbstverständlich bringe ich auch den Artikel 118 der Reichs verfassung zur Anwendung, nach welchem jeder Deutsche innerhalb der Geseze seine Meinung frei zu äußern berechtigt ist.( Bravo rechts.) Wenn meiter gefragt worden ist ob ich von Leuten, die mein Rabinett gegen die Republit mißbrauchen woll. ten, abrüde, so habe ich auf diese Frage ein selbstverständliches Ja. Daß ich entschlossen bin, die Richtlinien der Politif, die ich für Nur unvorsichtig! " Die Deutsche Tageszeitung" auf dem Glatteis. Herr Everling, dessen Gott sei Dant" den deutschnationalen Machtpolitikern aus der Seele gesprochen war, ist der deutschnationalen Presse sehr unbequem. Mit seiner Desavouierung deren Nuancen an sich sehr aufschlußreich sind beschäftigt sich die gesamte Rechtspresse. Sie begibt sich damit ebenfalls aufs politische Glatteis, und die Deutsche Tageszeitung" ist prompt ausgerutscht. Sie polemisiert gegen das Berliner Tageblatt", das den Zwischenruf fälschlich Herrn Schlange zuschrieb, und prägt dabei folgenden Sat: Wenn troßdem an Stelle des Abg. Dr. Everling der Name eines prominenten Deutschnationalen genannt wird, so gewinnt man den Eindrud, als habe Böswilligkeit die unvorsichtig feit eines einzelnen der gesamten Frattion an die Rod Schöße hängen wollen." Das Gott sei Dant" des Herrn Everling war also nicht fachlich falsch, sondern nur unvorsichtig. Er hat nicht vorsichtig genug mit der wahren Absicht der Deutschnationalen hinter dem Berge gehalten. Diese Unvorsichtigkeit eines einzelnen" in der Deutschen Tageszeitung" ist fast eben so schön und aufschlußreich wie das„ Gott sei Dant" des Herrn Everling. Der Arbeitsplan des Reichstags. Heute abend Abstimmung. ร Der Aeltefrenrat des Reichstages verständigte sich in seiner gestrigen Sigung vor der Plenarsizung über den Geschäftsplan für die nächsten Tage dahin, daß heute die Sigung schon um 11 Uhr vormittags beginnen soll, damit dann samt. liche Redner der zweiten Rednerreihe bis zum Abend zu Wort fommen können. Am Abend soll die Abstimmung über die Anträge auf Billigung der Regierungserflärung bzv. Mißtrauensvotum stattfinden. Am Freitag wird sich der Reichstag mit dem deutschpolnischen und dem deutsch- spanischen Handelsvertrag beschäftigen. Darauf soll eine mehrtägige Rause eintreten. Ferner beriet der Aeltestenrat über die Frage, ob ein be= fonderer handelspolitischer Ausschuß zur Vorbereitung der Handelsverträge eingefeßt werden soll. Eine Einigung darüber konnte nicht erzielt werden, die Frage wird dem Plenum zur Entscheidung vorgelegt werden. In der Frage, ob auch ein tommunistischer Ab. geordneter zum Vorsitzenden eines Ausschusses bestellt werden fann, wurde festgestellt, daß nach der Geschäftsordnung bas Recht zur Benennung eines Borsigenden nach der Stärke der Fraftionen besteht, so daß also auch die Kommunisten Anspruch auf Fraktionen besteht, so daß also auch die Kommunisten Anspruch auf einen solchen Borsitz haben.. Die richtige halte, auch mit meinen Mitarbeitem im Kabinett durchsuchung der Kriegsurfachen befaßte fich in seiner geftrigen zuführen, das tann ich Sie versichern. Es llegt ja berelis( der Kanzler fucht unter großer Spannung in feinen Papieren) ein einmütig gefaßter Kabinetisbeschluß vor, daß die Staatsform nicht geändert werden foll.( Stür hische Hetterfeit b. b. C. Sronische Rufe: Wie gnädig!" Gott fel Danti " Bizepräsident Dr. Rießer ersucht um Ruhe. Reichskanzler Dr. Luther: Die Frage ist wirklich zu ernst, daß ich mich auf den Standpunkt der Lachenden fallen follte. De Bage des deutschen Boltes ist so fower, daß wir für die prat.. tiche Arbeit einen Zusammenschluß auf breiter Grundlage finden müffen. Nun find Angriffe erheblicher Art regen. Herren gerichtet worden, die der Herr Reichspräsident auf meinen Vorschlag als Minister in mein Kabinett berufen hat. Ich babe das verständliche Bedürfnis, für diese meine Mitarbeiter ein. utreten. Ich gehe davon aus, daß es sich um Männer handelt, die inter fich den Werdegang des Beamtentums haben, und in deren Eintritt ich vor allen Dingen auch ein Lebendigwerden, Der Beamtenkraft erblide. Bas Minister Neuhaus anbetrifft, o ift in bezug auf ihn besonders der Hinweis ausgesprochen wor. en, daß er seinerzeit als Beamter den Eid auf die Verfassung nicht geleistet hat. Er ist davon in einer Weise entbunden worden, Die deutlich zeigt, welches Gewicht die damalige preußische Regie. rung auf feine Tätigkeit als Beamter gelegt hat. Der Kanzler ver. test das Schreiben des Ministers Fischbed an Ministerialdirektor Dr. Neuhaus, in dem er ihn von der Leistung des Eides auf die Reichsverfassung entbindet.( Aha und Lachen links.) Ich sehe in Mesem Schreiben nur die Feststellung deffen, daß Herr Dr. Neuhaus im preußischen Staatsdienste mit voller Anerkennung feiner vorge [ etzten Behörde weiter gewirkt hat. Nun hat Herr Dr. Neuhaus felbstverständlich den Eid auf die Reichsverfaffung geleistet. Was Reichsfinanzmininster Dr. v. Schlieben anbetrifft, so ist es mir lich sehr leicht, gegen einen Beamten der Finanzverwaltung schwere Einwände zu erheben. Er hat die schwere Aufgabe auszugleichen, was an Wünschen an ihn herantritt. Dabei tönnen fast ausnahms. los die Wünsche nicht oder nur zu einem Teile erfüllt werden. Ministerialdirektor Dr. v. Schlieben hat diese schwere Arbeit ausge übt unter vier Finanzministern. Sie haben sämtlich die Tätigkeit des Herrn v. Schlieben aufs wärmste anerkannt. Was Veröffentlichung der Militärgutachten. Ronstituierung weiterer Untersuchungsausschüffe. Der Untersuchungsausschuß des Reichstages zur UnterSigung besonders mit der Frage, ob die bisherigen Arbeiten des früheren Untersuchungsausschusses veröffentlicht werden sollen oder nicht. Man wurde sich dahin einig, daß nicht nur die Gutachten des Generals p. Kühl, des Oberstleutnants Schwerdtfeger und des Ge heimrats Delbrüd, sondern auch die Sigungsberichte des bisherigen Unterfuchungsausfchuffes veröffentligt werden follen. Die Einzelheiten sollen dem neiten Unterausschuß überlassen merden. Die Beröffentlichung der Bisherigen arbeiten soll möglichst bis zum 1. April d. beendet werden. Bon den Unterausschüssen hatte sich der dritte zur Prüfung Don Bölferrechtsverlegungen während des Krieges ( Borf. Abg. Dr. Bell) und der nierte zur Prüfung der Ursachen des beutschen 3ujammenbruchs"( Borf. Abg. Dr. Philipp) gebildet. Der erfte Unterausschuß zur Prüfung der Borge schichte des Weltkrieges" wird unter dem Borsiz des Abg. Dr. Breitscheid in diesen Tagen zusammentreten. Der zweite Unterausschuß zur Prüfung von Friedensmöglichkeiten während des Krieges" hat seine Arbeiten beendet. Kulturpolitik in Bayern. „ Die Geschlechtskrankheiten" verboten. München, 21. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die Münche ner Polizei hat sich ein neues Stück von Willfür geleistet. Seit Mittwoch voriger Woche läuft in mehreren großen Lichtspielhäusern Münchens der Film„ Die Geschlechtstrantheiten". Dazu gibt ein Arzt sachverständige Erläuterungen. Dieser Film ist durch die Filmüberprüfstelle, also die höchste Reichsinstanz, nadh dem Lichtspielgesetz geprüft und nicht nur auch ohne ärztlichen Vor trag für das gesamte Reichsgebiet zugelassen, sondern sogar für Jugendliche genehmigt worden mit der einzigen Voraussetzung, daß die Jugendvorführungen nach Geschlechtern getrennt sein müffen. Da es sich bei dem Film um eine in höchstem Maße volksbildnerische Darbietung handelt und die allgemeine Kenntnis gerade in heutiger Zeit zu wünschen ist, hat der Münchener Stadtrat dem Film die Ermäßigung der Luftbarkeitssteuer zugestanden, wie sie für Bolfsbildungs- und Kulturfilme vorgesehen ist. Trozdem hat es die Münchener Polizei fertig bekommen, die weiteren Vorfüh rungen des Films zu verbieten. Da ihr fein Zensurrecht zusteht, mußte sie einen Fall öffentlicher Ruhest örung fonAerzte hätten sich gegen den Film ausgesprochen und auch im flerifalen„ Bayerischen Kurier" sei der Film abgelehnt worden. Als Gegenstüd sei erwähnt, daß derselbe Film z. B. in Breslau seit mehreren Tagen läuft und daß auch die Reichswehr auf An ordnung ihres Kommandeurs und ebenso die Schüler der oberen Gymnasialklassen durch ihre Lehrer zu dieser Filmdarbietung geführt werden. Die Kredite der Angestelltenversicherung. Eingreifen des Reichsarbeitsministeriums. Auf die vom AfA- Bund dem auffichtsführenden Ministeriam gemachten Mitteilungen über Mißstände im Kreditverkehr der Reichsversicherungsanstalt für Angefteilte und die Mahnungen der beschwerdeführenden Organisation ist jetzt ein erster Bescheid des Reichsarbeitsministeriums ergangen, der weder Befriedigung noch Beruhigung in den beteiligten Kreifen auslösen fann. Die Erklärung, daß in einem einzelnen, vom AfA- Bund be richteten Falle der Darlehnsgewährung an Kommunen staatsanwalt. schaftliche Ermittlungen gegen einen Geldvermittler eingeleitet mor den sind, gibt noch feinerlei Gewähr dafür, daß eine Revi sion des gesamten Systems und eine Beseitigung der zur. zeit noch zugclaffenen privaten Geldvermittler zu erwarten ist. Es mutet auch eigentümlich an, daß das Reichsarbeitsministerium als Aufsichtsbehörde die Einsegung eines Untersuchungs- oder Prüfungs ausschusses davon abhängig machen will, daß der Af- Bund erst weitere Tatsachen mitteilen soll. Für eine solche schonende Behandlung der Bermögensabteilung der Nf2. wird meit über den Kreis der Angestellten hinaus auch bei anderen Behörden wenig Verständnis zu finden sein. In diesem Zusammenhang darf aus der Fülle der dem AfA- Bund inzwischen zugegangenen Buschriften folgende Stelle im Briefe eines Magistrats zitiert werden: Es wäre u. E. richtiger gewesen, wenn dem Deutschen Städteag darüber Nachricht zugegangen wäre, daß bei der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte Mittel gegen Berpiondung von Grundbesitz oder Wald verfügbar sind. Wir hätten dann 11000 Mart Bermittlungsgebühr gespart, welche den Wohnungsbau zustatten gekommen wären. ( Unterschrift des Oberbürgermeisters.) Das Reichsarbeitsministerium übersieht in seiner Stellungnahme auch völlig, daß es sich ja nicht nur um den Geldverkehr mit den Kommunen und gemeinnützigen Anstalten handelt, sondern daß bet den Millionentrebiten, die die Angestelltenversicherung an private Unternehmer, insbesondere an Industrielle und Landwirte gegeben hat, das Geschäft vieler bei der RfA. zugelassener Geldvermittler außerordentlich geblüht hat. Sollte es wirklich notwendig sein, daß der AfA- Bund dem auffichtsführenden Munsterium dazu erst einzelne Tatsachen mitteilen muß? Bir meinen, daß es schon zu den Pflichten der Aufsichts. behörde gehört, von Amts wegen ein Berzeichnis dieser bisher bei der. Rf2. tätigen gewerbsmäßigen Geldvermittler anzufordern und festzustellen, nach welchen Gesichtspunkten die treditnehmenden Firmen ausgewählt wurden. Der AfA- Bund wird sicherlich auch in weiten Wirtschaftskreisen Zustimmung finden, wenn er die Auffassung vertritt, daß mindestens die zur Aufrechterhaltung der Wahrung nötige zentrale Regelung des Kreditwesens durch die Reichsbant von der Reichsversicherungsanstalt hätte beachtet werden müssen. Auch die Nachprufung der sonst in der Beschwerde aufgeworfenen Fragen fallt zweifellos in den Pflichtenfreis der Aufsichtsbehörde. Der AfA- Bundesvorstand hält die Antwort des Reichsarbeils. fuchen, in mündlicher Berhandlung die gewünschten Auskünfte zu ministeriums für völlig ungenügend und er will zunächst noch vererhalten. Unterredung mit Lord Cecil. Genf, 21. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Lord Cecil erklärte hcute den hiesigen Vertreter des Sozialdemokratischen Pressedienste, daß seines Wissens teine Berhandlungen über die Räumung der Kölner 3one zwischen Berlin und London im Gange feien; auch von einem Rompromißvorschlag sei deutsche Auswärtige Amt entsprechende Berhandlungen rechtihm nichts befannt. Er habe auch nichts davon gehört, daß das zeitig eingeleitet habe. Ueber Deutschlands Eintritt in den Bölterbund äußerte er, daß auch die jetzige englische Regierung diesen Wunich hege und für die Gewährung eines ständigen Ratssizes an Deutschland sei, ebenso wie die anderen Ratsmächte. Der baldige Eintritt liege im Intereffe Deutschlands, da die Behandlung aller schwebeden politischen Probleme ein ganz anderes Gesicht bekäme, wenn Deutsch. land Völkerbundsmitglied fei. Deutschlands moralischer Ausiands kredit werde ebenfalls durch den Eintritt in den Böllerbund bedeutend steigen und für die weitere Arbeit des Böfferbundes von großem Mugen sein. Die deutsche Regierung habe also in der Bolker= tundsfrage die beste Belegenheit, thren guten Willen zu erneuern und als Mitarbeiter im Böllerbund vor aller Welt zu beweisen. Das Genfer Brotokoll, versicherte Lord Cecil, sei feineswegs erledigt, sondern bilde den Gegenstand reiflicher Ueberlegungen im englischen Kabinett, das sich in jeder Weise bemühe, das Protokoll in Lebereinstimmung zu bringen mit den besonderen Interessen des engiischen Weltreiches. Dan werde deshalb eine gewisse Zeit brauchen, bis cine endgültige Faffung des Protokolls gefunden set. rat hat den Bölferbund offiziell benachrichtigt, daß die Interalliierte Genf, 21. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Der BotschafterMarinekommiffion für Deutschland aufgelöst worden ist. Dadurch wird die Verantwortung für die Kontrolle der deutschen Seerüstungen dem Bölkerbund überwiesen. in der Deffentlichkeit beanstandete Eid auf einen Monarchen, der gar ftruieren. In der Begründung des Berbots wird behauptet, gewiffe Sechstage- Sieger: Rütt- Aerts. den Johanniter- Orden betrifft, so ist er bekanntlich eine Einrichtung der Wohltätigkeit; der nicht vorhanden ist, ist auch nicht vorhanden.( Widerspruch links.) So sehe ich auch in den beanstandeten Mitgliedern des Kabinetts iejenigen Kräfte, die mithelfen werden, unser Baterland wieder aufbauen. Wenn gesagt worden ist, das Kabinett sei zu weit rechts gangen, so habe ich durchaus nicht diese Sorge gehabt, denn ich babe einfach ein fachliches Mehrheitstabinett gesucht und bin dabei uch weit nach lints gegangen. Das werden die Demofraten am besten wissen. Sie werden durch ihr Urteil darüber zu entscheiden haben, ob sie der Regierung die Voraussetzung zur Arbeit geben wollen. Fällt die Entscheidung so aus, daß wir die Arbeit aufnehmen fönnen, so werden wir uns bemühen, fachliche Arbeit im Dienste des ganzen deutschen Boltes zu leisten.( Beifall rechts, Lärm und Gelächter links, Rufe b. d. Komm.: Nieder mit der Regierung!) Die Aussprache wird darauf abgebrochen. Der Reichshaushaltsplan für 1925 wird dem Hauptausschuß überwiesen. Abg. Stoeder( Romm.) erklärt, fein Freund Schwarz habe den Saal auf Beschluß feiner Fraktion verloffen, die sich angesichts der tommenden Abstimmungen nicht durch weitere Ausschlüsse dezl mieren lassen wolle. Nächste Sigung Donnerstag 11 Uhr vormittags. Fortsetzung der politischen Aussprache, vorher Einspruch des Abg. Schwarz ( Komm.) gegen seine Ausschließung. Die Bernehmung Dr. Höfles. Wie die BS.- Korr. erfährt, ist die Bernehmung des bisherigen Reichspostministers Dr. Söfle durch die Staatsanwaltschaft noch nicht abgeschlossen, vielmehr wird es notwendig sein, in der kommenden Woche Dr. Höfle ebenso wie den Abg. Lange Segermann noch einmal zu bören. Auch eine Anzahl Oberbeamten bes Reichspostministeriums find inzwischen durch den Untersuchungsrichter über die finanziellen Transaktionen gehört worden. | Die Ratifikation des Konkordats. Ratifilation des Ronforbats zwifchen der bayerischen Regierung München, 21. Januar. Wie die S.- Korr. erfährt, findet die und der Kurie am nächsten Sonnabend, den 24. Januar, mittags um 12 Uhr statt.. Die Untersuchung über die Staatsbant. Dem Ausschuß zur Untersuchung in der Angelegenheit betreffend die Kreditgewährung der Preußischen Staatsbant an auswärtige Konzerne, gehören von der Sozialdemokratischen Partei an die Abgeordneten inger, Kuttner, Dr. Waentig, Meier( Berlin), Frau Defter reicher und Frau Dr. Begicheider, Herbert( Stettin) und Lüdemann, vom Zentrum die Abgeordneten Grat, Dr. Hager, Mozinger, Dr. Schmidt( Lichtenberg) und Dr. Schering, von den Kommunisten die Abgeordneten Stolt, Bartels( Krefeld) und Müller( Beffen), von der Wirtschaftlichen Vereinigung der Abgeordnete Labendorff. Die Untersuchung der Kreditffandale. Der vom Neidstag zur Untersuchung der Seebandlung Barmat.Affäre ein gefegte usfus tritt zu feiner erften Sigung am tommenden Sonnabend 11 Uhr vormittags zusammen. Zweites Paar: Hahn- Tich. Das 13. Berliner Sechstagerennen in der großen Die Halte am Raiserdamm ist gestern um Mitternacht programmäßig Haus wieder beänstigend, so daß um 11 Uhr bei Beginn der entzu Ende gegangen. Schon in den Abendstunden füllte sich das scheidenden Spurtstunde fein Play mehr zu haben. war. Spurts verliefen durchweg interessant. Jagden wurden entfesselt, vobei Saldow Lorenz eine Runde einbüßten. Im übrigev Roch und schließlich auch noch Lewanow. Bauer die Bahn haben Huschte Rohl, Golle Manthen, Stellbrint. wegen Aussichtslosigkeit verlassen # Nach dem Ausfahren der Spurts wurde folgendes Ergebnis bekannt: Rütt Aerts 385, Hahn Ties 308, Grenda Mac Beath 298, Egg rupta: 277, Brocco Miquel Eine Runde zurüd: Saldow Lorenz 112 Punkte. Drei Runden zurüd: 15 Buntte. 497 Bunkbe. van Kempen Giorgetti Insgesamt find in 144 Stunden 4002,410 Kilometer zurüdgelegt. Nach Beendigung der Spurts absolvierten die Fahrer eine Ehrenrunde ab. Mit stürmischem Beifall wurde jedes einzelne Baar überschüttet. Slebstverständlich mußte auch van Kempen, trotzdem er mit feinem Partner drei Runden zurücklag, eine Ehrenrunde liefern". Auch er erhielt den gebührenden Beifall. Nur langfam leerte fich die große Halle, die wohl an diesem Abend einen Refordbesuch verzeichnen tonnte. Gewerkschaftsbewegung Für die Einheitsfront? Es finden nun allgemein die Neuwahlen zu den Orts. Berwaltungen statt. An diesen werden sich im März und April die Wahlen zu den Betriebsräten anschließen. Angefichts der politischen und wirtschaftlichen Offensive der sozialen Reaktion ist es doppelt notwendig, daß die Arbeiterschaft in ge. fchloffener Front aufmarschiert Der innere 3wist, die Spaltungen der letzten Jahre haben die Geschäfte der Unternehmer besorgt. Die Kommunisten haben noch im vergangenen Jahre den Verfuch gemacht, die Gemertschaften zu spalten. Es ist ihnen zwar nicht gelungen, eigene Organisationen zu schaffen, die imftande sind, die Inter. effen der Arbeiterschaft wirksam zu vertreten. Es ist ihnen aber gelungen, vorübergehend die Gewerkschaften zu schwächen. Nach ihrem mißlungenen Versuch wollen die Kommunisten den Streit wieder in die Gewerkschaften hineintragen. Sie wollen unter der Parole ,,, Einheitsfront" ihre Zellen wieder auf bauen und die Selbstzerfleischung der Arbeiterschaft zur Freude Der Unternehmer fortsezen. Auch wir sind der Ueberzeugung, daß die Einheitsfront der Arbeiterschaft das Gebot der Stunde ist. Diese Einheitsfront fann aber nicht geschaffen werden, indem man Zellen errichtet und den Kampf der Arbeiterschaft gegeneinander organisiert. Die Einheitsfront der Arbeiterschaft fann nur dadurch hergestellt werden, daß diese sich fest um ihre gewerkschaftlichen Organisationen fchart und nur solche Vertreter wählt, die auf dem Boden des Klassenfampfes nach den Grundfäßen und Beschlüssen der Gewerkschaften die Interessen der Arbeitnehmerschaft wahrzunehmen entschloffen und befähigt find. J Darum hat jeder und jede fich davon zu überzeugen, daß die zu wählenden Vertreter sich in ihren Handlungen nicht beft im men lassen von politischen Parolen der KPD., fon dern einzig und allein von den Beschlüssen der Gemerf. schaftsorganisationen. Diese Einheitsfront ist überall siegreich auf dem Bor= marsch. Die Arbeiterschaft hat es fatt, sich von unverantwort lichen Drahtziehern leithammeln zu lassen. Auch in Berlin haben die jetzt stattgefundenen Wahlen zu den Ortsverwaltungen dasselbe Bild ergeben. Dieser Reinigungsprozeß muß überall durchgeführt werden. Die Handlanger der kommunistischen Parolenschmiede müssen überall hinausgewählt und die Einheitsfront der freigewerkschaftlich organisierten Arbeiterschaft wieder hergestellt werden. mird es wieder vorwärts und aufwärts gehen. Die notleidende Schwerindustrie. Dann um Effen, 21. Januar.( Eigener Drahtbericht.) In einem Schreiben ber Bezirksleitung des Deutschen Metallarbeiterverbandes für das rheinisch- westfälische Industriegebiet wird die erste Tat" der Bürgerblodregierung, die Wiedereinführung des Dreischichtensystems in den Rotereien und Hochofenbetrieben, auf ihr richtiges Maß zurückgeführt. Gegenüber der Behauptungen der Rechtspresse, daß die längst versprochen gewesene Entlastung der Arbeiter zu einer unerträglichen Belastung der Industrie führen könne, wird darauf verwiesen, daß im Hochofenbetrieb durch technische Berbesserungen seit langem eine Verminderung der Belegschaft 70 Broz. bei einer Steigerung der Probuftion um 62,5 Proz. erzielt worden ist. Das gleiche trifft zu für die Kote reien, wo die Steigerung der Produktion teilweise mehr als 100 Broz. beträgt. Insgesamt darf ohne Uebertreibung gefagt werden, daß sich die deutsche Hüttenindustrie in einer felten günftigen finanziellen Hochtonjunttur befindet. Die Preise für Borblöde, Stabeijen, Bleche, Walzdraht usw. sind im letzten Bierteljahr um rund 30 Pro3. gestiegen. Zusammenhang mit der Wiedereinführung des Dreischichtensystems an den Hochöfen und Kokereibetrieben fordern die Metallarbeiter Die dreifache Schicht für alle Hüttenbetriebe, da die Tätigkeit der Arbeiter in einem Stahl- oder Walzwerf teine weniger anstrengende ist als die der Koferei und Hochofenarbeiter. Nicht nur für die von dem Entscheid der Regierung betroffenen, sondern für alle Arbeiter der Schwerindustrie ist der Achtstundentag eine unabweisbare Notwendigkeit. Im Eine neue Lösung der Wirtschaftskrise. Wie fie fich ein Regierungsrat vorstellt. Bom Deutschen Verkehrsbund wird uns geschrieben: Anläßlich einer Verhandlung vor dem Schlichtungsausschuß Berlin über die Lohnfestjeßung im Dunghandel führte Herr Ulster Rluge, in Fa. Janja Nachf., zum Beweis der schlechten wirt schaftlichen Lage des Gewerbes folgendes aus: " Am meisten Berständnis für unsere Lage haben wir beim Finanzamt Friedrichshain gefunden. Als ich dort um Stundung meiner Steuerrückstände ersuchte und deshalb unsere Geschäftslage darstellte, erkannte sie Herr Regierungsrat Rauch. haupt rückhaltlos an und sagte dann: In Ihrer Lage müßten doch Ihre Arbeiter, die doch am Weiterbestehen der Betriebe eben falls interessiert sind, so einsichtig sein und Ihnen wöchentlich 10 m. von ihrem Lohn zur Fortführung des Ge fchäftes zur Verfügung stellen." Man tann sich die Verblüffung der Mitglieder des Schlich tungsausschusses über die geniale Lösung der Wirtschaftskrise vor fiellen. Es ist wirklich tief bedauerlich, daß Herr Luther schon einen Sinanzminister gefunden hat. Diefer Regierungsrat Rauchhaupt wäre der rechte Finanzminister der Volksgemeinschaft. Der Arbeitnehmer gebe dem Arbeitgeber, dem natürlich ohne weiteres bis auf weiteres alle Steuern gestundet werden. Das fann um fo leichter geschehen, als dem Arbeitnehmer, der so viel überflüffiges Geld hat, die Lohnsteuer in voller Höhe abgezogen wird. Anmerkung der Redaktion: Man mag sich beruhigen. Herr von Schlieben ist ein vollwertiger Ersak für diesen Regierungsrat. Er hat zwar nicht die Lösung der Wirtschaftskrise durch Bereit stellung der Kapitalien der Arbeitnehmer erfunden, er ist aber, wenn nicht der Erfinder, so doch der Vertreter der Theorie, daß die Inflation durch die hohen Löhne verursacht würde. Herr Luther braucht also seine Wahl nicht zu bereuen. " Echt kommunistisch. Der Artikel Revolutionäre" vom 15. Januar im „ Borwärts" scheint der Müllerstraße eine bittere Bille gewefen zu fein. Man versucht jetzt unter frampfhaften Budungen sich aus der unangenehmen Situation herauszuwinden. Daß bei dieser Methode Tatsachen abgeftritten, aber zum Schluß zugegeben werden, macht weiter nichts. Das scheint eben revolutionäre" Logit zu sein. Da tommt es auf einen Eiertanz mehr oder weniger nicht an. Stellen wir noch einmal Tatsachen fest. Der Gruppenleiter der Stater Dchmann im Baugewerksbund machte dem Unternehmer Regti im Beisein eines Unorganisierten Borhaltungen wegen der Arbeitsmethode, mit dem Erfolg, dak Ochmann bedeutet wurde, er folle tun, was er nicht laffen fann. Bisher war immer noch üblich. mit den schärfften gewerkschaftlichen Maßnahmen gegen wider fpenftige Unternehmer vorzugehen. Belehrungen, wie das gemacht wird, lehnen wir von Aukenstehenden ab. Wir empfehlen dem VdAB. weniger vom Klaffentampf zu reden, vielmehr durch Taten diesen zu beweisen. Wenn dann vom neuen BarmatGeschäft geredet wird, so ist es nur fennzeichnend für die Geistesnote, in der man sich befindet. Man hat nun wieder eine neue Walze und die muß erst abgespielt werden. Das Zusammenarbeiten mit dem Affordmourer- Berband hat mit der Angelegenheit Reyfi nichts zu tun. Bei dieser Zusammen. arbeit tocht nicht jeder seine Bartersuppe, wie es die Müllerstraße macht. Bezeichnend ist, daß ausgerechnet gegen die Affordarbeit im Baugewerbe Riechert wettert, ein eifriger Befürworter eines Affordvertrages für Stater, als er noch bei uns war. Jetzt arbeitet Riechert noch unter den Akkordsägen, die im Juli von der Versammlung gefordert wurden. und dies, trotzdem die Akkordarbeit durch Tarif ausgefchloffen ist. Das ist tein Klaffentampf, sondern furzsichtiger Materialismus und Egoismus in Reinuns. fultur. Die Arbeitsmethode des Kollegen Görik wurde mißbilligt und damit unsere Handlungsweise als richtig hingestellt. Das genügt Benn dann die Versammelten münschten, mit Berleumdungen lieber Kampfmaßnahmen zu Schluß zu machen und Wir müssen treffen, so schließen wir uns dem Wunsche an. aber die Behauptung zurüdweisen, daß die Leitung des Baugewertsbundes Sabotage übt. Das ganze Berhalten von fener Seite bemeift, wo die mirtlichen Saboteure fizen. Damit dürfte der Fall erledigt fein. Wir haben keine Ursache, den fintenden Einfluß dieser Leute durch große Auseinandersetzungen mit ihnen zu heben. Baugewerksbund, Baugewerkschaft Berlin. Fachgruppe Stater. | fammlungen, die sich mit den Betriebsrätemahlen befaffen, thre Organisationen zu benarigtigen, damit diese eventuell Vertreter entfenden können. Das Graphische Startell.. Albrecht. Wachgesellschaft- Wissell- Barmat! Wir berichteten über die Rede eines Rechtsanwalts Hanel vor dem Gewerbegericht, der besonderes Mißtrauen gegen einen Spruch des Schlichters Wiffell empfahl, weil diefer dem Barmat- Konzern fehr nahe stehe. Gen. Bissell teilt uns dazu mit, daß er mit dem Barmat- Konzern ebenso viel zu tun bat, wie der angefochtene Schiedsspruch mit den Affären dieses Konzerns, nämlich nichts. Schiedsspruch im Bankgewerbe. In der Tarifftreitigkeit im Bankgewerbe hat gestern ein Solistungsausschus im Reichsarbeitsministerium unter Vorsitz des Oberregierungsrats Dr. Diez einen Schiedsipruch gefällt, der eine Gehaltserhöhung von 5 bis 35 Proz. mit Wirkung vom 1. Januar 1925 für die Bankangestellten festießt. Flaumacherei gegen den Ahtstundentag. Aus Paris meldet die TU. am 21. Januar: Die Einführung der achtstündigen Arbeitszeit bei den Eisenbahnern wird nach Ansicht be. ufener französischer Wirtschaftsfachverständiger erhebliche Störungen für die Finanz- und Wirtschaftslage Frankreichs zur Folge haben. Infolge der verfürzten Arbeitszeit werden, wie ein Mitglied des Ausschusses für Handel und In duftrie im„ Echo de Paris" ausführt, 15 000 neue Beamte in den Betrieben eingestellt werden müssen. Dadurch entsteht eine Mehrausgabe von 125 bis 140 Millionen Frank. Die Sorge um die Finanz- und Wirtschaftslage Frankreichs auf dieser Seite ist geradezu rührend. Wenn das französische Parlament trog dem beschlossen hat, den Eisenbahnern den Achtstundentag wiederzugeben, so hat es damit den Beweis erbracht, daß es den sozialen und fulturellen Wert des Achtstundentages sowohl zu würdigen weiß, um die Bedenken der Klageweiber zu übergehen und die Gegenminen der Industriellen unwirksam zu machen. Im übrigen dokumentiert dieser Borgang wieder einmal die Intereffensolidarität auch des deutschnationalen Unternehmertums mit dem franzöfifchen Unternehmertum, eine allgemeine internationale Er. scheinung, fobald es gegen die Arbeitnehmer geht. Seit dem Zur Aussperrung im Deutschen Metallwarenwert. 29. November 1924 ist die Belegschaft des Deutschen Metallwarenmerts, Berlin, Lindenstr. 106 a usgesperrt. Diese Aussperrung ist erfolgt, weil unsere Rollenen sich geweigert haben, am Sonnabend, den 29. November 1924, U e berzeitarbeit zu leisten, die ihnen erst furz vor Feierabend angeboten wurde. Der übermütige Betriebsleiter, also selbst ein Angestellter, ließ sich Don feiner Maßnahme nicht abbringen, trojdem unsere Kollegen sich bereit erklärten, an den übrigen Wochentagen Ueberstunden zu leisten. In Frage kommen Gürtler, Schleifer, Galvaniseure und Schlosser, sowie Monteure. Wir appellieren an die Solidarität der Kollegenschaft und find alle Arbeitsangebote feitens der Firma abzulehnen. Die Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Metallarbeiterverbandes. Die Arbeiter der Gas- und Elektrizitätswerte, fowie der Straf enbahn in Thorn ftreifen. Der Magistrat lehnt die Forderung einer Die Betriebe werden 50 prozentigen Lobnerhöhung energisch ab. durch Militär aufrechterhalten. Achtung, SPD.- Fraktionsvorstände, Betriebsvertrauenslente! Die Ausweisfarten für 1925 find fertiggestellt und können fofort im Bureau 2inbenftr. 3 in Empfang genommen werden. Die grünen Karten( 1924) sinb abangeben. Für here Betriebe muß ein Genoffe die Karten sammeln und umtauschen, fomte bie neuen Liften mit genauer Abreffe ber GND.- Funktione bem Betriebssekretariat einreichen. Es wird um möglichste Beschleunigung ge beten. Blankotarten werden nicht ausgegeben. 7180 Das Betriebssekretariat. 3. A.: A. Sola. Gewerkschaft beutscher Vol Ichrer( Abteilung Arbeitsgemeinschaft für fozialiftische Schulpalitik und Bädogogik). Heute, Donnerstag, 5 Uhr, im Lehrervereinshaus, Aleranderstr. 41( Spielzimmer), in Berbindung mit der Arbeits gemeinschaft der freigeistigen Berbände", Referat des Genofen Frig Samidt über„ Der neue Aurs, Schule und Lehrerschaft". Sattler, Tapezierer- und Portefeuillerverband. Die JahresgeneralversammJung mit der Tagesordnung: Geschäftsbericht 1924 und Wahlen der Geschäfts. Intereffe der Kollegenschaft bitten wir, pünktlich zu erscheinen und für regDie Ortsverwaltung. ten Befuch derfelben zu wirken. Ohne Mitgliedsbuch oder Mitgliedstarte tein Einlak. An die Angehörigen des Graphischen Gewerbes! Kolleginnen und Kollegen! In den Betrieben finden in der nächsten Zeit die Betriebsrätewahlen statt. Jeder Anleitung, findet heute abend 7 Uhr im Gewerkschaftshaus, Goal 4, statt. Im gehörige des Graphischen Gewerbes bat fein Hauptaugenmert darauf zu richten, daß auf die einbeitliche Liste der freien Gewertschaften nur Kollegen der Richtung Amsterdam fomment. Bei dem zähen Kampfe der Unter. nehmer gegen die Betriebsräte und das Petrieberätegefeß überhaupt müssen Kollegen den Bosten als Betriebsrat belleiden, die imstande sind, durch ihre Safenntnis mit Rube und Energie die Rechte der Arbeiterschaft wahrzu. nehmen. Die Vertrauensleute werden erfuht, von allen Betriebsver Berantwortlich für Politit: Ernst Reuter; Birtschaft: Arthur Gaternus; Feuilleton: J. Steiner: Lokales R. B. Döscher; Gewerkschaftsbewegung: und Sonstiges: Frik Raritäbt: Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts.Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet Berlin SW 68 Lindenstraße 8. und Berlaasanstalt Baul Singer u Co. Hierzu 1 Beilare, Unterhaltung und Wissen" und Frauen timme". " Sophien- Säle Sophienstraße 17-18. Säle frei! Norden 9296. Sonderangebot für Winterkleidung aus Flausch und anderen Stoffen. in 31.guter Qualität, nur einzelne Größen Ulster u. Raglans Cheviotstoffen, Gräten- und verschiedenen Farbenstellungen in 44.Ulster modern verarbeitet, aus Flausch- und 54.Diagonalstoffen, guter Sitz 63. Uster Ersatz für Maß. aus erstkl ssigen Stoffen, 70.Paletots marengo und schwarz, in vielen 42.Modell- Ulster neueste Art, aparte Formen, 25 gute Verarbeitung, aparte Form, 78.Qualitäten 68.aus Edelstoffen auf Seide und schöner Farbenstellung von an Ulster für junge Herren, in modernen Fassons 29Knabenuister in geschmackvoller Austäten und Mustern führung in vielen Quali. 16.. anfangend mit blau, mit Futter und 11. 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Ben iß hat der Hund seit undenklichen Zeiten für den Menschen eine große Bedeutung, da er wohl eines der ältesten Tiere ist, das von ihm domestiziert wurde. Da der Mensch zuerst wahrscheinlich Jäger gewesen ist, wird er die Hunde, die er sich hielt, zum Jagen benut heben. Später, als er sich Viehherden zufegte, bewachte der Hund feine Herden. Einzelne Raffen, und zwar meist Jagdhundrassen, find zwar im Mittelalter planmäßig gezüchtet worden, aber erst das Ende des vorigen Jahrhunderts brachte eine großzügige Entwicklung des Hundesports, bei der Liebhaber der verschiedensten Rassen an. fit.gen, planmäßig nach den neuesten wissenschaftlichen Erfahrungen, bie Raffen rein weiter zu züchten. Die große Mode. Nach dem Kriege nahm das Interesse daran ganz gewaltig zu. Die Gründe dafür sind mannigfoghe. Auf der einen Seite mag es der Umstand fein, daß die Nachfriegsjahre mit ihren Wirren und Unruhen in vielen den Gedanfen auffommen ließen, sich einen Hund als Schutz für Leben und Eigentum anzuschaffen, oder aber die Inflationszeit machte manchen zum glüdlichen Hundebesitzer, weil er auch auf diese Weise sein Geld richtig angelegt glaubte. Daß damit Der ernsthaften Zucht nicht allzu viel genügt wurde, liegt far auf der Hand. Die Nachfrage war so groß, daß eben auf Teufel tomm' raus gezüchtet wurde. Wer eine Hündin hatte, der ließ sie eben belegen, und, wenn Rollmöpfe das Produkt der Kreuzung waren, war's auch recht, dann wurden sie body als echte Schäferhunde verfauft. Deutscher Schäferhund war Trumpf, war die Mode. Das Zeitalter der Möpse, Doggen und schottischen Schäferhunde hatte dem der deutschen Schäferhunde Plaz gemacht. Der ernsthafte Züchter hatte natürlich mit diesen Auch- Büchlern nichts zu schaffen. Der betrachtet das Büchten als Sport und nicht als Geschäft. Wie hon oben ermähnt, erfreute sich in der Nachkriegszeit der deutsche Säferhund ganz besonderer Beliebtheit. Im Volksmund wird er cuch Wolfshund oder schlechtweg Bolt eihund genannt. Mit dem Wolf selbst hat diese Rasse nur eine gewisse Aehnlichkeit gemeinsam, feiner Abstammung nach hat er nichts mit ihm zu nu. Er ist wahrscheinlich ein diretter Nachtomme des Wiidhundes, von dem Die anderen Rassen sich auch ableiten. Obwohl des Schäferhundes Haarfleid schlicht ist, so hat er im Körperbau den Udel seines Charatfers ausgeprägt. Der etwas über Mittelgröße( im Mittel 65 bis 70 Zentimeter) große Sund mit dem langgeftredben Körper auf den starten Border- und den gut entridelten Hinterläufen, die fo eiro gerichtet sind, daß fie beim Laufen die größtmöglichste Geschwindig feit erreichen tönnen, hat in feinem Gefichtsausdrud eimas Ge minnendes. Der lange Fang, die ferzengerade nach oben gestellten Chren, die jeden Schall auffangen, und die Augen, die jeden Freinden mißtrauikh, feinen Herrn aber treu anbliden, bilden eine Einheit, bie jeden gleich besticht. Wie der Hund in seinem Gesichtsausdrud ift, so ist er auch in seinem Charakter. Falschheit und Feigheit fennt der richtige Schäferhund nicht. Diese Eigenschaften bewirten es auch, daß der Schäferhund fo gerne als Sanitäts- und Bolizei hund Berwendung fand und noch findet, ja feit Ende des Krieges hat man mit Erfolg versucht, ihn als Blindenhund auszubilden. Unter den vier Rassen, die für den Polizeidienst Verwendung finden nimmt er den ersten Blah ein und stellt drei Viertel aller Dienst. hende überhaupt, während sich Dobermannpinscher, Rottweiler und 2firebaleterrier in den Rest teilen müssen. Zucht und Dreffur. Wenn man sich ein Tier laufen will, so muß nun verschiebene Dinge beachten: 1. Am besten ist es, wenn man sich ein junges Tier auswählt, bas man fich selbst so ziehen fann, wie man es sich wünscht. Das beste Alter it 4 Monate. 2. Man achte genau auf die Abstammung des Jungtieres, vermeibe es forgfältig, aus einem Wurf zu wählen, dessen Eltern scheu, überzüchtet oder sonst leicht afällig find. 3. Sehe darauf, daß die Jungtiere gute Nahrung bekommen haben und sich gut im Freien haben tummen können. Der eigentlichen Dressur geht die Stubenerziehung vor. Das Tier muß vollkommen in der Hand seines Führers sein. Es darf fich nicht allzu weit von ihm entfernen und muß auf Anruf gleich wieder in feiner Nähe sein. Daß er stubenrein ist und nichts anfnabbert, ist selbstverständlich. Straßenuntugenden wie Nachlaufen und Nachtläffen von vorbeifahrenden Fuhrwerken und Beschmuzen des Bürgersteigs fennt ein wohlerzogener Hund natürlich auch nicht. Diese Dinge bringt man dem Hund so früh wie möglich bei. Hat man ihn fo meit, so beginnt man die Gehorsamsübungen weiter aus= zubauen. # 1 Donnerstag, 22. Januar 1925 mäßig durchfuchen und jede Person oder jeden Gegenstand, ben er findet, stellen und durch lautes Bellen feinem Herrn anzeigen, daß er etwas Wichtiges gefunden hat. Jeden Verfuch des Gestellten, zi entfliehen, hat er durch festes Zupaden zu vereiteln. Der Hund lernt alsdann, feinen Herrn gegen Angriffe des Bersuchsverbrechers zu verteidigen. So wie der Verbrecher den Arm zu heben versucht, rder weglaufen will, muß der Hund fest in den Arm beißen. Anbererseits darf er, wenn der Verbrecher ruhig geht oder steht, auf feinen Fall an ihn hochspringen oder viel fiäifen, was beizubringen ziemlich lange dauert. Er muß in diesem Falle ruhig aber aufmerksam am linten Knie feines Herrn neben dem Verbrecher ein. fest in der Hand feines Befigers fein, daß er felbft von einem fliehen. hergehen, ohne ihn aus den Augen zu lassen. Der Hund muß so den Menschen zurückgerufen werden kann. Eine nicht allzu leichte Scche für ein temperamentvolles Lier. Diefe Uebungen gehören zu dem, was von einem Schuhhund verlangt werden muß. Bill man ihm die ganze Polizeihunddressur beibringen, dann darf man als Krönung des Ganzen das Fährtenjuchen nicht vergessen. Nicht jeder Hund ist dazu zu gebrauchen, der eine mochi es von ganz allein, der andere bringt es nie fertig. Deshalb muß man gans planmäßig vorgehen, dem Zier fiar zu machen, was es tun foll Das Tier soll ruhig am Anfang der Fährte Witterung nehmen und die Spur dann langfam bis zum Finden des verstedten Gegenstandes, einerlei, ob es an der Leine gehalten wird oder nicht, ausarbeiten. Durch dazwischen gelegte neue Spuren darf es sich nicht verwirren leffen. Den gefundenen Gegenstand hat es seinem Herm zu bringen. Wichtig sind ferner die Identitätsversuche, bei denen der Hund an einem Gegenstand Witterung nimmt und aus einer Menschenmenge ben Besitzer herausfuchen muß. Die Dressur des Blindenhundes baut sich auch auf den Gehorsamsübungen auf. Selbstverständlich ist, daß solch ein Hund fest in der Hand seines Führers ist und dessen Befehle strict befolgt. Man benutzt hierzu fieber weide Hunde. d. h. solche, die fich leichter an ihren Besizer anschmiegen. Der Hund muß dann fo abgerichtet werden, daß er Hindernissen aus: weicht, vor Ueberschreiten des Fahrdammes sich hinsetzt und Gegen stände, die fein Besitzer verliert, ihm apportiert. Lobt man fein Lier oft, wenn es die ihm aufgetragenen llebungen macht, dann merfi man bald, wie gern es mit seinem Herren arbeitet. Besitzer und Hund müssen eins sein, sie müssen sich beide ner stehen. Aber wie oft sieht man wahre Sammergestalten auf den lebungsplätzen. Der Herr mißmutig, nervös, momöglich noch mit Alkohol beladen, bewaffnet mit Beitsche und Stachelhalsband, Ichleppt hinter sich ein häufchen Unglüd mit zurüdgelegten Dhree und eingefniffenem Schwanz, das am ganzen Körper zuttert. Daß aus dem Zusammenarbeiten nichts wird, ist fler. Zum Shluß möchte ich noch darauf hinweisen, baß ber voifswirtschaftliche Nutzer: Der Hundezucht ein ziemlich großer ift. Gemeinde und Staat haben Durch Steuern und Ausfuhrzoll Einfünfte, die fie auf anderen Gebieten nicht haben. Gerade deshalb ist es verwunderlich, wie feind fich fie oft den Hundeliebhabern gegenüberstehen. Er muß mit und ohne Beine neben dem Knie feines Zunahme der Verkehrsunfälle um 30 Proz Herrn laufen, muß sich auf Befehl fezen, hinlegen und Zaut geben, Nach den jetzt vorliegenden Zusammenstellungen der Hauptb. h. bellen. Die eigentliche Dreffur foll am besten beginnen, menn nerfehrsstelle des Bolizeipräsidiums in Char das Tier 4 Jahr all ift. Streng verpönt find natürlich Beische und Lottenburg ist die Zahl der Berkehrsunfälle im legten Quasio Etachelhalsband. Für nervöse Menschen sind Tiere im Allgemeinen des verfloffenen Jahres, hervorgerufen durch Zusammenstöße aller und Hunde im Besonderen nichts. Sie sollen lieber die Hände davon und Hunde im Besonderen nichts. Sie sollen lieber die Hände davon Art, wiederum erheblich gegen die Zahl der Berkehrsunfälle in laffen. Denn Dor allen Dingen ist Geduld nötig. Immer wieder 3. Bierteljahr gestiegen, und zwar von 1743 auf 2285. Dabex muß man dem Lier flar marfen, was man will und was es tun foll. murben 35( 34) Berfonen getötet und 947( 737) Personen mehr oder Man muß ihm alles in Cuffmomente verwandeln, deshalb tft es weniger schwer verletzt An der Spitze der Zusammen. nölig, nach jeder gut vollbrachten Uebung das Tier zu foten. So ftöße marschieren die Berfonentraftwagen, d. h. die Pri fommen wir denn alin.ählich zur eigentlichen Boligethundreffur. va fautomobile, mit 387( 449) Fällen, 9( 5) Getöteten und Apportieren von Gegenständen, auch über Hürde und Mauern 245( 177) Derlegten Personen. Dann folgen die Straßen. hinweg, Klettern, Springen und Berechen von Gegenständen wird bahnen mi 336( 331) Fällen, 9( 19) Getöteten und 210( 173) der Hund gern und freudig machen. Ist er in diesen Dingen firm, verlegten Personen, die 2aft kraftwagen mit 300( 218) Fällen, gehen wir einen Schritt weiter und bringen ihm die Mannarbeit bei. 2( 6) Getöteten und 84( 71) verlegten Personen, die straftUnter Mannarbeit verstehen wir die Arbeit am Berjuchsverbrecher, broschten mit 293( 210) allen, 6( 4) Getöteten und 132( 81) der durch einen dicken Diantel gegen die Bisse der Tiere geschüßt ist. verlegten Personen, die Pferdegeiponne mit 205( 115) Fal Der Hund muß nun zuerst stöbern lernen, d. h. ein Gelände planten, 2(-) Getöteten und 63( 37) veriegien Personen. Die Kraft. ,, Das ist ein Gedante. Soll ich?" wandte er sich an seine| Bibliothek eines Kollegen. Sie soll nicht ins Ausland gehen. Frau. Der Apfel der Elisabeth Hoff. Sta 1] Von Wilhelm Hegeler. 1. Als Elisabeth von ihrem morgendlichen Besorgungsgang zurüdtam, war sie überrascht, ihren Mann noch zu Hause anzutreffen. Während Margret die letzten Kleinigkeiten in ihren Koffer legte, ging der Brofessor, der sonst um diese Beit bereits längst die Fahrt nach seinem bakteriologischen Institut angetreten hatte, auf und ab und sprach mit der Lebhaftigkeit eines Mannes, der von seinem Gegenstand ganz erfüllt ist, über die Geschlechtsunterschiede bei Bonellia viridis, welche die bei den Menschen bei weitem übertrafen ,, Du wunderst dich, daß ich noch hier bin," fagte er zu feiner Frau. Aber ich fonnte Margret, doch nicht den letzten Morgen allein lassen. Roland hat mir eben einen sehr inferessanten Borirag über die Frauen gehalten. Das heißt, eigentlich mehr über unsere Urahnen, die mie heißen sie noch?" ,, Bonellia viridis, ein Meereswurm, aus der Gruppe der Gephyreen. In morphologischer Beziehung wirklich hoch interessante Tiere. Aber nun will ich euch nicht länger ftören." ,, Du wolltest mir doch noch den Koffer zuschließen." Natürlich! Daß ich das nur vergaß! Da siehst du, wie eingebildet wir Männer find. Ich dachte, du wünschtest wissenschaftliche Aufklärungen von mir, statt dessen brauchst du das Schwergewicht meiner Person zu ganz anderen Zwecken." Mach von deinem Schwergewicht nur nicht zu stürmisch Gebrauch, fagte Margret, als ihr Schwager sich etwas derb auf den Koffer niedersezte ,,, sonst zerdrüchst du mir noch meine Toiletten." Sie werden nicht gleich explodieren, wenn es auch Nahtampfwaffen find. Aber was ist das?" Der Professor schwentte einen feidenen Strumpf in der Hand, den Margret offenbar vergeffen hatte einzupaden. „ Schau, schau, auch der gehört ins Kapitel der etzessori fchen Serualcharaktere. Vom hygienischen Standpunkt aus fehr verbesserungsfähig, vom ökonomischen Standpunft aus blödsinnig, aber vem Standpunkt der weiblichen Waffentechnit aus glänzend." Willst du ihn mohl wieder hergeben!" sagte Margret und suchte ihrem Schwager den Strumpf, den er vor ihr auf und nieder tanzen ließ, au entreißen. Wenn du dich für Seidenstrümpfe so begeistert, dann schenke doch Elisabeth melche zum Geburtstag." Ach, Unsinn!" erwiderte diese lächelnd. Was soll ich mit jo toftbaren Seidenstrümpfen?" " Siehst du!" erklärte Hoff und rückte befriedigt an seiner Hornbrille. Wenn ich Elisabeth Scidenstrümpfe fchenfte, sie würde fie einen Tag lang bewundern und am nächsten gegen irgendwelche praktischen Sachen für die Kinder umtauschen. Da hast du wieder ein Naturgefeß. Wenn das Paar sich gefunden hat, wird Hallali geblasen. Die Liebesjagd ist zu Ende. Die kostbaren Waffen räumen friedlicheren Instrumenten den Blak." ,, Dann bin ich für den Krieg!" erwiderte Margret. ,, Nieder die praktischen Sachen! Es leben die Seidenstrümpfe!" Und dem Schwager den Strumpf aus der Hand reißend, fchwang sie ihn wie eine Fahne durch die Luft. 27 79 Recht haft du," sagte Elisabeth. Wofür bist du jung!" Bist du nicht auch jung?" Meine liebe fleine Schwägerin," begann der Brofessor wieder ,,, du magst dich noch so eifrig auf die Seidenstrümpfe verschwören, eines Tages werden die anderen Sachen doch triumphieren. Du wirst dich dem Gesez der Natur beugen und dein Zukünftiger auch. Denn ihr werdet es gar nicht anders wollen. Das ist das Geheimnis. Wenigstens bei allen gesund und natürlich empfindenden Menschen ist das der Fall und die deutsche Frau Brr die deutsche Frau!" sagte Margret. Die gehört in die Mythologie." Sie ist eine Erfahrungstatsache. Das weiß ich nun wirklich besser," erwiderte der Professor, indem er mit einer leichten Gebärde der Zärtlichkeit den Arm um den Naden feiner Frau legte. Nicht wahr, Elisabeth, ich habe dich lieb, ob du Seidenstrümpfe trägt oder nicht. Und du haft mich lieb, wenn ich auch weiß, daß ich nicht mehr der erste in deinem Herzen bin, sondern höchftens primus inter pares.- Aber nun ist es wirklich höchste Zeit für mich. Affo, liebe Schwägerin-" Er wollte sich gerade von Margret verabschieder, als das Dienstmädchen mit einigen Briefen hereinfam. Elisabeth nahm fie ihm aus der Hand, und den ersten nach einem schnellen Blick auf die Adresse in ihr Martitörbchen legend, fagte sie: Der ist für mich.- Hier!" Damit gab fie den anderen Brief ihrem Mann, der ihn durchflog und dann jagte: ,, Da ist wieder dieser Mister Benson. Jegt will er mich gar in meinem Haus aufsuchen. Empfange du ihn doch, Elisabeth! Du meißt ja, es handelt sich um den Berlauf der Aber der Mann läßt nicht locker. Sog ihm, daß ich sehr be daure, ihn nicht empfangen zu können. lind wenn er mich im Labor aussuchen will, schütze irgend etwas vor. Sage ihm, ich experimentierte augenblicklich mit virulenten Bestbazillen, und ein Besuch bei mir wäre lebensgefährlich. Aber nun schnell ab durch die Hintertür, fonft erwischt er mich am Ende doch noch hier. Also, liebe Schwägerin-" www Nach einigen scherzhaften Wechselreden, während Margrei sich bei ihrem Schwager bedankte, daß er mit so viel heiterer Gefaßtheit die stürmische Unruhe ihres Befuches hätte über fich ergehen lassen, und dieser versicherte, von Sturm förne gar nicht die Rede sein, sondern nur von einem erfrischenden Frühlingswind und daß er bedaure, durch seine wissenschaftlichen Abhaltungen am vollen Genuß des Besuches gehindert worden zu sein, verließ der Professor das Zimmer. ,, Drollige Ideen, die Roland da ausgepackt hat! Ich benfe, er hat sie von da unten her, von seinen Bilben mit gebracht, obwohl es ja auch in Deutschland noch Männer genug gibt, die solch einen mittelalterlichen Standpunft vertreten. was denfit du, Elisabeth?" Aber diese schien gar nicht zu hören, so war sie in den Brief vertieft, den fie foeben bekommen hatte. Eine Weile fah Margret ihr stillschweigend zu. Die Schwestern waren mehr artverwandt als einander ähnlich: beide feingliedrig, von schiantem Wuchs, mit ab fallenden Schultern, dabei aber von jener gefunden Raffe, die auch ihren verfeinerten Spätlingen das Stahlgerüst förperlicher Widerstandskraft und innerer Haltung mitgibi; ihre schmalen Gesichter trugen feine, fehr regelmäßige Züge und eine empfindliche Haut, die leicht jebe Wallung des Blutes verriet. Die jüngere mar die kleinere, ihre Raje mar leicht gebogen, während die Elifabeths gerade war; das gab Margrets Gesicht einen energischeren Zug gegenüber dem weicheren der Schwefter. Aber es schien nicht nur Zufall, deß die eine im vollen Tageslicht und die andere dem Fenster abgewandt saß, es schien vielmehr, als hätte ihr Wesen die Wahl dieser Beleuchtung unwillkürlich beeinflußt, deren HalbSchatten dem Gedämpften, Geglätteten und Unscheinbaren in Elisabeths Ausdruck und Kleidung entsprach, während das helle, ungebändigte Sonnenlicht dieses windigen Aprilhimmels nicht nur von draußen hereinfiel, sondern von Margret in ebenjolcher Fülle zurückgestrahlt wurde. von dem Sprühen der blauen Augen, dem Weiß der leicht sichtbaren Zähne, den hellen Lönen des blonden Haares bis zu dem Funkeln der Gürtelschnalle auf ihrem dunkel bronzenen Kostüm und den Glanzlichtern auf ihren Halbschuhen von derselben Farbe. ( Fortfehung folgt.) raber mit 158( 131) Fällen, 1(-) Getöteten und 84( 73) Berlebten Berfonen, die gewöhnlichen Fahrräder mit 142( 140) Fällen, 2(-) Getöteten und 71( 65) verlegten Personen, die Kraftomni buffe mit 81( 37) Fällen, 1(-) Getöteten und 31( 16) verlegten Berfonen. Endlich die Kleinfrafträber mit 73( 82) Fällen, I(-) Getöteten und 27( 44) verlegten Personen. Auch bezüglich ber Suld stehen die Pripalautomobile an erster Stelle. Huf ihr Konto entfallen 305 Zusammenstöße, auf das ber Fußgänger 224, der Lastkraftwagen 154, der Kraftbroschten 136, der Straßenbahn 128, der Pferdegespanne 121, der gewöhnlichen Fahrräder 102, der Kleinkrafträber 32 und der Kraftomnibusse 31. Der heilige" Rasen. Heilig, dreimal heilig ist jeder Rasenstreifen in Breußen. Das war immer schon fo. Ber früher, als wir noch föniglich waren und eine fönigliche Bolizei hatten, den Rajen betrat in öffentlichen Anlagen und Barfs, der wurde hart bestraft. Daß die Todesstrafe nicht wegen dieses Bergehens ausgesprochen wurde, war lediglich ein Versehen. In London ist das anders und richtiger. Da fann jeder auf den Rafen gehen und fidh sogar auf den Rafen legen und setzen. Das schadet dem Rasen nichts, nußt aber dem ermüdeten Großstadt menschen und dem armen Luber, das sonst keine andere Erholung fennt, als sich auf einem Rasen unter grünen Bäumen auszu ftreden. In Berlin ist der Rasen heilig bis auf den heutigen Tag. Belcher Unfug mit den Bestrafungen wegen Betreten eines Stüd chens Rafen getrieben wird, beweist folgender Fall, der uns mitgeteilt und urkundlich belegt wird. Ein Mann hatte versehentlich einen Rasenstreifen an der Städtischen Badeanstalt in der Bärwaldftraße betreten, ein Stüdchen Rafen, das flein und fläglich ist und auf dem überhaupt taum Rasen wächst. Sofort war der Bartwächter hinter ihm her, der eigentlich auch bestraft werden müßte, menn er ten geheiligten Rasen betritt, und der„ verflucht schwere Verbrecher erhielt ein Strafmandat über 6,50 Mart.( Im Falle die Strafe wicht beizutreiben ist, einen Tag Haft.) Eigenartig genug ist aber auch die Zusammenrechming und die Art und Weise, wie auf dem polizeilichen Strafbefehl bie 6,50 m. errechnet werden. Da heißt es nämlich: Flinf Mart Geldstrafe, 30 Pf. Bortofosten und 1,20 m. Schreibgebühren. Auf der Adresse des polizeilichen Strafmandats leben tatsächlich und merkwürdigerweise Marten im Werte von 20 Bf. Ein Brief in Berlin aber foftet mur 5 Pf., und die sogcnannte vereinfachte Zustellung foftet doch nichts. Und 1,20 D. Schreibgebühren für das hinschreiben von fünf Zeilen, das ist, meiß Gott, ein Geschäft, das noch was einbringt. Wie immer, die ganze Geschichte mit dem verbotenen Rasen ist vielfach grotest und muß lieber heute als morgen aus der Welt geschafft werden. Neue Milchpreisgestaltung. Bei reichlichem Milchangebot herabgesetzter Preis. Die legten auffehenerregenden Feststellungen des„ Bormärts" über den Berliner Milchscandal scheinen ihre Wirkung nicht verfehlt herrschten im Badezimmer derart fintflutliche Zustände, baß die| dem er das Bertrauen der jeweiligen Braut erworben hatte, paßte übrigen Hausbewohner das Waffer, daß durch die Dede floß, mit er den günstigen Augenblick ab, um sie zu bestehlen. Er verfuhr Wannen auffangen mußten. Und die Bescherung blieb nicht aus. Dabei mit einem ganz besonderen Raffinement. So wurde eine alleinKurz vor Weihnachten saufte der Fußboden des Babestehende Frau durch einen fingierten Brief aus der Wohnung ge aimmers mit großem Strac in die Tiefe. Das Potsdamer loft Die Abwesenheit benutzte Urban, um in die Wohnung einSchöffengericht erfannte auf Räumung der Wohnung und sah zubringen und diese vollständig auszuplündern. In derselben Weise von Stellung einer Erfagwohnung jogar ab. ist er auch mit anderen Frauen verfahren. Ganz besonders schwer wurde eine Frau dadurch betroffen, daß er ihr Ledertaschen, die fie als Kommiffionsware von einer Firma erhalten hatte, stahí. Das bedauernswerte Opfer muß noch heute, da sie von der Firma schadenersaßpflichtig gemacht wird, einen erheblichen Teil ihres Ber dienstes zur Abzahlung verwenden. Der Angeflagte wollte sich an nichts mehr erinnern fönnen und suchte den Eindruck eines Geistes. franken zu erweden. Nach den Beobachtungen des Oberarztes Dr. Haffe ist Urban allerdings ein geistig beschräntter und höchst minderwertiger Mensch, aber voll verantwortlich Dieses Gutachten rettete ben Angeflagten noch einmal vor dem Zuchthaus, obwohl er es nach ben Angeklagten noch einmal vor dem Zuchthaus, obwohl er es nach 2nficht von Staatsanwaltschaftsrat Bürkle reichlich verdient hätte. Das Schöffengericht Tempelhof verurteilte den Angeklagten Urban 3u zwei Jahren Gefängnis und längerem Ehroerluft. Kreis- Mitgliederversammlungen! Tagesordnung: Der Rechtsturs in Deutschland. Schöneberg: Donnerstag, den 22. Januar, abends 8 Uhr, Schulaula Feurigstr. 57. Referent: Franz Künstler, M. d. R. Mitte: Freitag, den 23. Januar, abends 7% Uhr, Musikerfäle, Kaiser- Wilhelm- Straße 31. Referent: Rudolf Breit. scheid, M. d. R. Tiergarten: Freitag, den 23. Januar, abends 7% Uhr, Arminiushallen, Bremer Str. 72. Referentin: Mathilde Wurm, M. d. R. Schieber und Geschobene. Der Brief als Verhältnis". Zu den Autogrammdiebstählen des Privatgelehrten Haudt. Die wegen der Autogrammdiebstähle in Museen und Archiven in Haft genommenen Dr. Karl Haudt und sein Freund Kar! v. Hohenlocher sind bereits eingehend vernommen worden. Wenn das, was Dr. Karl Haudt angibt, zutrifft, dann handelt es sich bei ihm um eine seguelle Abirrung und ein Seelenleben fonder.. barster Art. Die großen Autofchiebungen beim Reichsverwertungsamt. Haudt behauptet, daß er schon als 15jähriger Knabe im Jahre Die Hauptverhandlung wegen großer Schiebungen mit Auto 1883 beim Ansehen von Unterschriften berühmter Bersönlichkeiten in mobilen aus den Beständen des früheren Reichsverwertungsamtes Erregung geraten fei. Ganz besonders hätte zuerst die Unterschrift wird am 18. Februar vor dem Großen Schöffengericht des russischen Staatsfanzlers ur ft Gortschatoff bei ihm eine Fürst Tempelhof unter Borfig von Landgerichtsdirektor Sachs be große Anziehungskraft ausgeübt und er habe den unroiderstehlichen ginnen und das Gericht mehrere Wochen beschäftigen. Diese Ange Drang gehabt, die Schriftzüge nachzuahmen, was für ihn wiederum legenheit, über die wir bereits mehrfach berichtet haben, beschäftigt einen besonderen Reiz gehabt habe. Später habe er diese Gefühle die Staatsanwaltschaft II bereits seit dem Jahre 1921, sie wurde besonders bei den Unterschriften von Bismard und Eduard VII. zunächst unter bem Rubrum Iroschte und Genossen" gehabt. Benn er einen Brief in Händen hatte, so habe er das megen Betruges geführt, es ist jedoch dann nur Anflage wegen hältnis lebe. ie aber ein Berhältnis fchließlich einmal erfaltet, Empfinden gehabt, daß er mit dem Brief in einem BerUntreue und Bestechung erhoben worden, und die Straffo habe er auch den Brief mit der Belt überbefommen. So ift es fache wird jetzt nach dem Namen eines der Hauptangeklagten als Fitte und Genossen" geführt. Die Anklage richtet sich gegen die Abteilungsvorsteher, Beamte, Angestellte, Mitglieder und Borsitzende des Betriebsrats des ehemaligen Reichsverwertungs. amtes fowle verschiedene Automobilhändler. Angeflagt find folgende 19 Berfonen: 1. Der Technifer Fitte, 2. der Magistratsbureaugehilfe Wilhelm einge, 3. der Rauf mann Albert Blaurod, 4. die Sefretärin Braß, 5. die Sefre tärin Martha laehn, 6. der Händler Hermann Mechow, 7. der Gastwirt Erich Sauer, 8. Der Kunstmaler Hermann Müller, 9. der Arbeiter Richard Steinide, 10. der Raufmann Otto George, 11. der Ingenieur Otto Neppert, 12. der Automobilhändler Friz Troschte, 13. der Kaufmann Friz Leu, zu er flären, daß er die Briefe, wie durch inneren Drang getrieben, an sich gebracht habe, um fte eines Tages wieder zu verLaufen und andere zu erwerben, die ihm wieder eine neue Aufpeitschung seiner Merden bereitet hätten. Besonders auffällig ist es, daß ihn nur Briefe berühmter männer und nicht Briefe daß er in dem bisher gemeldeten Umfange die Aneignungen vorge berühmter Frauen intereffierten. Dr. Haudt bestreitet im übrigen, nommen habe. Den größten Teil der Briefe, die man bei ihm ge funden habe, habe er fäuflich erworben und es sei auch nicht richtig, daß er die Archive halb Europas ausgeplündert hat. Seine Entwendungen erftreden fich nur auf die Archive in Wien und das Hohenzollernarchiv in der Spandauer Straße. Dr. Haudt will für seine Handlungen nicht verantwortlich sein und bezeichnet als die Triebfeder feines Tun ſeinen Fetischmus bezug auf seinen Freund Karl v. Hohenlocher gibt Dr. Haudt an, daß er ihn vor einigen Jahren fennen gelernt und ihn veranlaßt habe, den Handel mit Autogrammen zu seinem Lebensberuf zu machen. v. Hohenlocher ist 1891 in Bien geboren. Sein Großvater Conrad Rudolph v. Hohenlocher ist angeblich ein natürlicher Sohn des letzten Fürsten von Hohenzollern- Hechingen gewesen. v. Hohen Locher beftritt, gewußt zu haben, daß Dr. Haudt Autogramme, die er verfauft hat, auf unrechtmäßige Beife an fich gebracht habe, Das wird auch von Dr. Haudt bestätigt. Preußisches Kuriositätenkabinett. Es hat immer Leute gegeben, die eine geradezu närrische Liebe für Berümpel und Klamotten erklärt, wie der Berliner fagt. Die für Antiquitäten haben und für alle Gegenstände, die ein anderer Bartezimmer des Preußischen Landtags befinden und hier Liebe diefer Leute tommt voll auf die Kosten, wenn sie sich im einmal Umschau halten. Sie werden bann bald erkennen, daß sie tein Kuriositätenfabinett aufzusuchen brauchen. Da hängt zum Beispiel an der einen Wand eine schöne große Karte mit der Ueberschrift: Berwaltungsbezirke der toniglich preußischen Eisen. bahndirektionen. Unverständlich, warum dieser Plan nicht 14. der Automobilhändler Emil Burchard, 15. der Automobil zu haben. Zwischen dem Berliner Milch handel und der Landmirtschaft ist gestern endlich ein Ablommen zustande gekommen, händler Hans Birkenfeld, 16. der Automobilhändler Mag Riedel, 17. ber Obsthändler Emil Janife, 18. Der Kraftdurch das ein allmählich unhaltbar gewordenes System der Breis broschtenbefizer Baul Linde, 19. der Mechaniter Richard ermittlung für Rohmilch wenigstens zum Teil aufgehoben worden ist. Stechom. Die Hauptangeklagten waren im Jahre 1921 bei Be. Seit Jahr und Tag war der Milchpreis bekanntlich vom ginn der Untersuchung in haft genommen worden, sind dann aber Butterpreis abhängig und je nach der Konjunktur der Preis für Milch gegen Sicherheitsleistung wieder freigelaffen worden. Das Reichs in oftmals vollkommen unberechtigter Beise. Dieses Abhängig verwertungsamt hatte bei der Berwertung der aus Heeresbeständen machen des Breises des Rohproduftes vom Endprodukt führte be stammenben Automobile früher Bersteigerungen vorgenommen, bie tamtlich zu den fepthin geschilderten standalöjen Borgängen, daß aber wegen zahllofer Unregelmäßigteiten Anfang 1920 eingestellt an einigen Tagen in Berlin täglich 200 000 Liter mehr eingingen, wurden. Bon diefem Zeitpunkt ab follten die Automobile nur an als vertauft werden konnten. Die Milch mußte, soweit es überhaupt Kriegsbeschadigte abgegeben werden, die mehr als 50 Broz. möglich war, 31 Butter und Käse verarbeitet werden, und die Milchfriegsbeschädigt waren und bereits vor ihrer Verlegung im Besiz fieferungsgesellschaft Berlin wandte sich an gemeinnüßige Vereine, eines Führerscheines gewesen waren. Diese Bestimmungen waren in Tempelhof öffentlich angeschlagen. Als besondere Vergünstigung Speiseanstalten ufm., denen sie die Magermild) tostenlos anbot, ohne allerdings auf große Gegenliebe zu stoßen. Der Grund für diese so war den Kriegsbefchädigten noch eingeräumt, daß sie den Kaufpreis in Striegsanleihe leisten fönnten. Bu jener Zeit bestand eine große ungewohnte Ueberschwemmung Berlins mit Frischmilch zur Winterszeit war vor allem barin zu suchen, daß die Meiereien auf dem Knappheit an Autos auf dem Markte, und es war eine erhebliche Lanbe fchleunigft ihre gesamten Bestände an Milch nach Berlin Nachfrage vorhanden. Die durch die Verfügung vom Erwerb aus abstießen, weil der Breis für Frischmilch augenblicklich höhe geschloffenen Automobilhändler fuchten nun auf lmwegen fich ren Berdienst abwarf, als die Butter. Diese unerhörten Bor in den Besitz der begehrten Kaufobjette zu sehen. Als erster erschien cange, namentlich aber die Tatsache, daß ein so wichtiges Probuft der Angeflagte George auf dem Blan, ber fich an weibliche Ange nicht ungenügt in der Großstadt verderben dürfe, veranlaßte die te heranmachte, ihnen Schokolade brachte und sie zu einer feinen längst in die historische Abteilung des Berkehrsmuseums gewandert Landwirtschaftskammer selbst, eine Alenderung der Milchpreisfeft. Feier in eine Weinstube einlud. Man ging nun in der Weise vor, Jetzung anzustreben. In längeren Berhandlungen mit dem Berliner baß Kriegsbeschädigte benußt wurden, die als Milchhandel ist jetzt eine Bereinbarung dahin getroffen worden, daßäufer auftraten und auf diesem Umwege George zu den die Relation zwischen Milchpreis und Butterpreis Automobilfirmen und Händler diefer günstigen Kaufgelegenheit, und begehrten Autos verhalfen. Bald bemächtigten sich auch andere variabel gestaltet wird und zwischen 1: 8 und 1:10 Schwankt. Das bedeutet in der Pratis, daß bei reichlichen es wurde schließlich nahezu offen mit den Schiebungen verfahren. Milchangeboten der Preis herabgefeht wird, und daß nicht nur, daß Agenten in Bewegung gesetzt wurden, sondern man im stleinhandel die Milch gegenüber dem bisher geltenden Breis fuchte fogar durch Inserate Gdywerfriegsbeschädigte. Da nach der um rund 6 Bf. gefenft werden fann. Es ist zu hoffen, daß Ausgabestelle in Frage kommenden Beamten ins Ginger. Anklage die Abteilungsleiter Fitte und Heinze fowie die bei der in furzer Zeit mit dem System der Relation überhaupt gebrochen wird und daß auch im Milch- und Butterhandel lediglich Angebot erst geprüft. Es meldeten sich Leute aus allen Berufen, die kriegs nehmen gezogen waren, wurden die Bedingungen gar nicht und Nachfrage die Preise regelt. beschädigt waren und niemals ein Auto gesteuert hatten. Ihnen wurde an der Kasse das Geld für den Kaufpreis in die hand ge drückt und die Autos wurden gleich pon den Händlern in Empfang genommen. Selbstverständlich erhielten die Beamten eine ent sprechende Brovision. Andererseits wurde wirklichen Emp fangsberechtigten von den Verschworenen Hindernisse in den Beg gelegt, wenn sie als Käufer auftraten. Der Erfinder des Stromerzengers U wiederum verurteilt Much bie Berufungsstraffammer des Landgerichts I fam nach wochenlanger Berhandlung zu bemselben Ergebnis wie das Schöffen gericht, und verurteilte den Ingenieur Unruh wegen fortgesetzten Betruges. Belanntlich hatte Unruh behauptet, daß er einen Apparat erfunden habe, der Elektrizität aus der Luft erzeugen fönne. Das Schöffengericht hatt v. Unruh, der sich nebenher auch des Scheck betruges und des Kreditschwindels schuldig gemacht hat, zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Bie Band geridytsdirettor Lungels in der Urteilsbegründung ausführte, hat der Angeklagte Unruh den Beweis für seine Erfindung, trobem ihm im Gefängnis alle Möglichkeiten gegeben warren, daß ber Apparat tein Schwindel fei, nicht erbringen fönnen. Allerdings habe der Angeklagte diesen Beweis nicht zu erbringen, fondern es müßte ihm der Echwindel vom Gericht nachgewiesen werben. Nach den Gutachten der Sachverständigen ist ber Apparat eine Attrappe und es handele sich, wenn er Leuten vom Fach in brennenbem Zustande vor Augen geführt worden ist, um einen Trid und um Bug und Trug. Das Gericht stellte ausbrücklich nicht fest, daß der Apparat ein Schwindel ist, weil es dieser Teststellung nicht bedurfte, um den Angeklagten zu verurteilen, benn er hat burch schwindelhafte Reklame zahlreiche Leute zur Hergabe Don Gelb veranlaßt. Die Jevag( Internationale Elektrizitätsver. forgungs-.- G.) war bie goldene Maufefalle für die Gelbgeber, benen er wertlofe Anteilscheine als Sicherheiten gab. Außerdem hat fich der Angeflagte als Angehöriger ber befannten Adelsfamilie v. Unruh und als reicher Mann ausgegeben und Betrügereien burch die Ausnabe gefälschter Dollarfcheds auf amerikanischen Banten in großen Mengen schuldig gemacht. Das Gericht hat jedoch die Strafe etwas herabgelegt und den Angeklagten zu vier Jahren drei Monaten Gefängnis verurteilt. Ein Jahr neun Monate wurden ihm auf die Untersuchungshaft angerechnet. Von der Reststrafe soll der Angeklagte noch 1% Jahre verbüßen und für den Rest Bewährungsfrist erhalten. Die große Wäsche" im Badezimmer. Begen redtewibrigen Gebraus einer Fünfzimmer wohnung lagte ein Potsdamer Hauswirt bor dem Mieteichöffengericht gegen ben Musikdirektor einer höberen Lebranstalt auf Rau mung der Wohnung. Die Familie des Bellagten scheint feit Jahren das Badezimmer in eine Waschtliche und die Vorberzimmer in einen Trodenboden verwandelt zu haben. Troy wiederholter Abmahnung wurbe große Wäsche im Badezimmer gewaiden und in ben gimmern getzodnet An solchen Wochentagen Gefährliche Freundschaft. Das Opfer eines gemeingefährlichen Schwindlers, der auf die Heiratslust älterer Frauen( petulierte, find zahlreiche Bitmen unb ältere Mädchen geworden. Der Gartner Rart urban, ein schon elfmal vorbestrafter Mann, hatte es ver. standen, sich diesen Frauen durch Heiratsinserate au naberen. Nach Das Rundfunkprogramm. Donnerstag, den 22. Januar. ift. Aber es fommt noch besser! An der anderen Band hängt ein Plan von der Stadt Berlin. Aus diesem Blan ersieht man, daß Berlin ein faiserliches Batentamt, ein tönigliches Schauspielhaus, eine fönigliche Charité, eine tonig. liche Klinit und einen föniglichen Botanischen Garten hat. Man fann ferner aus dieser furiofen Karte lernen, daß das Tempelhofer Feld der Exerzierplah der Berliner Garnison ist und daß es in der Nähe dieses Erer. zierplages einen Borort von Berlin mit Namen Rigdorf gibt! diefer Tatsache fann man erkennen, aus welchem Jahr dieser wunder Dah Berlin eine Untergrundbahn besikt, verrät der Plan nicht. Aus volle Plan der Stadt Berlin ftammt. Gewiß, wir wissen, daß man uns entgegenhalten wird, Preußen und die preußische Berwaltung zu laufen. Ob indeffen diese Behauptung richtig ist, muß man befißt fein Geld, um einen neuen und richtigen Plan von Berlin start in Zweifel ziehen, wenn man fieht, daß im preußischen Ab geordnetenhaus allerhand foftbare Messingstangen vorhanden sind, an denen diese Kuriositäten hängen. Berkauft diefe Dinger und kauft dafür richtige Pläne und Beidhmungen mit richtinen Namen und liebt fie an die Wand. Das sieht dann zwar nicht so prunthaft aus, bringt aber Wahrheit. Oder follte man am Ende gar im Gegenteil diese Kuriositäten aufbewahren und hüten, weil man ber Ansicht ist, daß über furz oder lang föniglich und failerlich ja dech wieder Trumpf fein werden?! Nun, die das alauben, werden fich gründlich irren! Wie immer! Die Berwaltung des preußischen Abe geordnetenhauses muß aufgefordert werden, diese lächerlichen Kurio fitäten lieber heute noch als morgen erst zu entfernen. Kommunistische Jadelzüge. Um geftrigen Mittwoodyabend fand im Sportpala ft eine von der Kommunistischen Bartel veran staltete Gebentfeier für den vor einem Jahr verstorbenen Lenin statt. Die Kommunisten sammelten fich in ihren Bezirken Abzeichen und Tafeln nach dem Sportpalaft, wo u. a. Frau Gohite und zogen mit brennenden Fadeln, zahlreichen roten Fahnen, Somjet ( Ruth Fischer) eine politische Ansprache an die Erschienenen hielt. Ergiebungsproblem:( Genoffin B6bm Schuch) in Beißensee, Arbeiterbildungsdule. Morgen Freitag berinnen folgende Kurle: Das Boltseratebung und Sozialbemotratie( Genoffe Albert Bula des Realgymnasiums. Foeld- Bromenade, abenbe 7-9 Ubr. Berlis) in Tempelbel, Gemeinbeschule Werberstr., abends 7-9 lbr. are'ide Gelidtstheorie( Meroffe Stadtrat Bermuth) in der 71. Gemeindeschule, Berlin D. Fruchtstr. 38. Spredchor für Proletarische Frierffunt en Die Senge Ueburgsstunde jält aus. Nächte auterordentliche Uebunestunde am Sonnabend ben 24. Fammar, abenbs 7 Uhr, im Gesangsjaal der Sophienschule, Weinmeifter. ftraße 16/17. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 6.40 Uhr abends: Vortrag Hans Borowik: Deutschland, und die 4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). nächste Olympiade. 7-7.50 Uhr abends:" Hans- Bredow- Schule. ( Abt. Bildungskurse). 7 Uhr abends: Handelskurse. W. Behnisch: Einfache Buchführung". 7.30 Uhr abends: Literatur und Kunst. Mr. Pender, Lektor an der Universität Berlin: Englische Literaturgeschichte( in englischer Sprache). 8.30 Uhr abends: Moderne Meister. 1. a) Morgen( John Henry Mackay) Richard Strauß, b) Traum durch die Dämmerung( Otto Julius Bierbaum) Rich. Strauß, o) Zueignung( Hermann v. Gilm) Richard Strauß, ( Richard Koennecke, Bariton. Am Flügel: Ceci Preub, 2. a) Largo, d) Ach, weh mir unglückhaftem Mann( Felix Dahn) Rich. Strauß A. Müstel, b) Elégie, J. Massonet, c) Andante réligioso, A. Guilmant, d) Menuett, J. Mouquet( Kammervirtuose Karl Stabernack, Harmonium). 3. Aus des Knaben Wunderhorn, Mahler: a) Das kraft.& Hans und Grete( Lilly Dreyfaß. Alt). 4) Réverie. Rheinlegendchen, b) Scheiden und Meiden. c) Starke EinbildungsA. Müstel, b) Villageoise( Bauerntanz) A. Guilmant, e) Postludium, C. Franck Karl Stabernack). 5. Chinesische Lieder. Hubert Pataky: a) Herbstgefühl( Lo- Tschan- Mai, 1834-1-67, b) Das Los der Menschen( Khong- Fu- Tse. 551-478 v. Chr.), e Die Lotosblumen( Li- Tai- Po. 702-763), d) Auf dem Flusse( Thu- Fu, 714 bis 774)( Richard Koennecke, am Flügel: Ceci Preuß). 6. a) In meiner Heimat( Karl Busse) Rich. Frank, b) Pau( Theo Schäfer) Rioh. fraße 3. Frank, e) Weylas Gesang( Mörike) H. Wolf, d) Der Gürtner ( Mörike) H. Wolf( Lilly Dreyfuß). 7, Freie Improvisationen( Karl Stabernack). Am Flügel: Otto Urack. Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, bie Bolitit. Rapitals". Südwesten: Jugendheim Lindenstr. 3, Borirag: Einführung in Sportnachrichten, Theaterdienst. 10.30-12 Uhr abends: Tanzmusik. tobol". fchloffen. Bestellungen in die Lelefäle werden auch wä rend dieſer Zeit Die Crih elle ber Staatsbibl'other bleibt nom 22 618 24 Januar ge. ausgeführt. Jugendveranstaltungen Beute 7 Uhr Sigung des B.-B. im Lefezimmer des Jugendheims LindenHeute, Donnerstag, den 22. Januar, abends 7½ Uhr: Schönhauser Barstadt: Schule Sbfenftr. 17, Borttag: Entwidlung bes Rofenthal: Schule Raftanienallee, Bortrag: Rilotin und Parteinachrichten Cinfendungen für diese Rubrik sind Berlin SW. 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin Bezirksbildungsansschuß Groß- Berlin brauchen, um unsere Produktionsmaschine in Gang ſetzen zu können. fiets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trep. rechts, au richten 3. Kreis Webbing. Arbeitsgemeinschaft ber Rinderfreunde: Selfertigung Freitag, den 23. Januar, 7½ Uhr, in der Schule Butbufer Str. 3. 6. Kreis Arensberg. Abteilungsmietervertreter: Wichtige Sigung Freitag, ben 23. Januar, pünktlich 8 Uhr, bei Walter, Kreuzbergstr. 23. 7. Areis Charlottenburg, Ortsausfchuß für Arbeiterwohlfahrt: Freitag, ben 23. Januar, 8 Uhr, im Rathaus, Rimmer 2, Gigung aller in der Wohlfahrtspflege tätigen Genossen und Genoffinnen. 3. Festkonzert am Sonntag, den 25. Januar 1923, nachm. 3% Uhr, Im großen Saal der Philharmonie, Bernburger Straße Stimmen der Völker in Liedern Räuftlerische Celfung: Profeffor Thiel 3. Kreis Wilmersdorf. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde: Freitag, ben Mitwirkende: Roja Hjorth- Sell( Sopran), der Madrigalcher der Staatlichen 23. Januar, 7% Uhr, Lichtbildervortrag: Das proletarische Rind" in ber Sindenburg- Oberrealfoule am Seepark. Referentin Genoffin Enstein, 13, Kreis Tempelhof, Marienborf, Marienfelbe, Lichtenrade. Freitag, den 23. Januar, abends 7 Uhr, Beginn des Kurfus des Genossen Albert Sorlik: Boltserziehung und Sozialdemokratie", in ber Schule Berber. ftraße, Ede Friebrich- Wilhelm- Straße, in Tempelhof. Anmeldungen bei den Mitgliedern des Bildungsausschuffes und vor Beginn des Unterrichts. 14. Kreis Neukölln. Freitag, den 23. Jamuar, 7 Uhr, engere Borstandssitzung im Bartelbureau, Nedarftcaße. 20. Kreis Reinidendorf. Seute, Donnerstag, 7 Uhr, im Rinberheim Tegel, Hauptstr. 16, Konferenz der Arbeiterwohlfahrts und Kinderschuktom. miffion. Die flir heute, Donnerstag, vorgefehene Sigung bes engeren Kreisvorstandes findet nicht flatt. Heute, Donnerstag, den 22. Januar: 44. bt. 91. Globtbesity: 7½ Uhr 8ablabenb bei Stage!, Manteuffelfie. 47, 85. bt. Tempelhof. Alle Mitglieder haben abends 6% Uhr im Restaurant Bur Linde". Friedrich- Karl, Ede Werderstraße, für kurze geit zu etfcheinen. Alademie für Kirchen- und Schulmufit; am Flügel: Dr. Alexander Roebiger Eintrittspreis 16m. Ratten flab zu haben im Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Sinden Straße 3, in ber Borwärtsbuchhandlung, Bindenstraße 8, Verband der graphischen Sil sarbeiter. Alte Jakobstraße 5, 8igarrengeschärt Sorsch, Engelufer 24/25, in den Borwärtsspeditionen und bei ben Obleuten der Kreis- und Abteilungsausschiffe. Wirtschaft Rohstoffe als Material zur Berarbeitung, Lebensmittel und Be darfsgegenstände aller Art aber, um unsere Arbeitskräfte während des Produktionsprozesses versorgen zu können. Im normalen Ablauf des Wirtschaftsprozesses würden wir die Einfuhr dieser Dinge mit unserer Ausfuhr bezahlen; da mir aber zunächst einmal unsere volkswirtschaftliche Maschinerie anfurbeln müssen, so produzieren wir vorerst nicht genug, um sofort zu solcher Zahlung fähig zu sein. Das Ausland muß uns deshalb zunächst Kredit geben, b. h. fich bereit erklären, auf die der Einfuhr entsprechende Ausfuhr noch eine bestimmte Zeit zu warten. Dies ist der realwirtschaftliche Sinn, der der tapitalistischen Form der Anleihegewährung zugrunde liegt. Aber dieser Sinn fann nur erfüllt werben, wenn wir mit dem Gelb, bas uns Was wollen nun unsere Schußzöüner? Sie wollen Schranken geliehen ist, die benötigten Waren wirklich hereinbringen. aufrichten, damit nichts hereinkommt. Sie sind damit im Begriffe zu verhindern, daß die uns gewährten Krebite voltswirt. schaftlich wirffam werden. Sa noch mehr: Ist die Freiheit der Barenbewegung so eingeschränkt, wie es durch Hochschußzölle Miszellen aus dem Bürgerblod- Etat. ber Fall sein würde, dann sind die Auslandskredite eine Gefahr; dann wirkt nämlich das Geld, das vom Ausland hereingefommen Nachdem der Haushaltsausschuß des Reichstages sich am 15. d. m. ist und bem teine Bermehrung unseres Warenvorrates gegenüber Junefozialisten. Gruppe Steptow: 7½ Uhr im Jugendheim fenftr. 3, Bortonstituiert hat, kann die Etatsberatung im Ausschuß beginnen, fo- fteht, ganz ebenso wie Geld, das wir etwa hier in Deutschland mit balb die vorliegenden Haushaltspläne für 1924 und 1925 vom Ble Hilfe der Notenpreffe erzeugen würden: Es bringt uns die Gefahr num dem Ausschuß überwiesen sein werden, was voraussichtlich in der Inflation. Diese Gefahr liegt nicht in der Anleihehilfe an sich, ben nächsten Tagen der Fall sein wird. Der Sozialdemokratiemie von manchen rechtsstehenden Rreifen behauptet worden ist, wird um so mehr die Aufgabe zufallen, die Fehlerquellen der por fendern sie besteht nur dann, menn burch Absperrung gelegten Haushaltspläne aufzubeden, als die bürgerlichen Barteien Deutschlands vom Beltmartt die von der wirtschaftlichen Ber aus leicht erkennbaren Gründen bestrebt sein werden, bie einzelnen munft geforderte Uebertragung der Gelbbewegung in waren. Anfäße dieser Etats nach Möglichkeit zu decken und zur Grundlage bemegung fünstlich verhindert wird. der weiteren Gesezgebung auf dem Gebiet des Steuermefens und ben sonstigen finanziellen Maßnahmen zu machen. trag des Genoffen Benedikt Obermeyer- Dortmund über Deutschland und Frankreich". Gruppe Rorboft: 8 Uhr Danziger Str. 62, Mitglieder. versammlung, Gruppe Neuköln: 7% Uhr in der Rinderlefehalle, Nogatftraße 11, Arbeitsgemeinschaft der Genoffin Maria Sobanu, Thema: Staat und Sozialismus" Morgen, Freitag, den 23. Januar: 30. Abt. 7 Uhr wichtige Funktionärtonferens bel Mahntopf, Carmen- SalveStraße 123 40. bt. 7 Uhr bei Reufner, Sagelberger Str. 20a, FunktionärverfammTung. Ausgabe der Funktionärausweife. 96, 9bt. Reutan. 7% Uhr im Lokal Lohan, Wipperste, 18-19, Funktionde fikung fämtlicher Bartei- und Gewerkschaftsfunktionäre. 101. Abt. Treptow. 7% Uhr im Sugendheim Elfenftr. 3, Bortrag ber Genoffin Maria Sobann: Sozialismus in der Familie". Gäste willkommen. Es mag zugegeben werden, daß die Schägungen für den Bob Abt. 124a Mablsdorf- Sib. 8 Uhr im Restaurant Rörnersee( Inhaber Diek), etat von 1924 schwierig waren und auf unsicherer Grundlage ruhten. Uhlandstraße, Mitgliederversammlung. Bortrag des Genoffen Adolf Boff. Aber diese 1924er Schägungen mit genau den gleichen Ziffern in den mann: Staat und Kirche". Borwärts"-Lefer als Gäste willkommen. Jungfozialisten, Gruppe Friedrichshain: 7 Uhr im Jugendheim Tüfter Etat für 1925 zu übernehmen, troßdem genaue tatsächliche Ergeb. Girake 4, Politische Arbeitsgemeinfchaft" Gruppe Schöneberg: Bunttnisse aus dem größten Teil des Rechnungsjahres 1924 bereits vorlich 7% Uhr Gruppenabend im Rimmer 7, euriaftr. 7. Arbeitsgemeinschaft. Gruppe Rorben: 8 Uhr Mitgliederversammlung. Anschließend Fort- liegen und ganz erhebliche höhere Einnahmen als die fehung des Bortrages Grundlagen bes Soalalismus vom Genoffen Schäzungen aufweisen, das ist unentschuldbar und nur aus turzSchäßungen aufweisen, das ist unentschuldbar und nur aus turz sichtigen Gründen der Innen- und Außenpolitif zu erklären. Burkhardt. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 31. 261. Am 19. Januar verftarb unfere Genoffin Sulba Cafpazi tm Alter von 66 Jahren. Beerdigung am Freitag, ben 23. Sanuar, vormittags 11 Uhr. auf bem fübilchen Friedhof in Weißenfee, Lothringenftonbe, vox ber neuen Balle aus. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Die Grundlinie, die durch den Etat von 1925 hindurchgeht, und die alle bürgerlichen Barteien festzuhalten bestrebt fein merden, ist die Einschwenkung des Etats in den Kurs, der jetzt in Deutschland die Einschwenkung bes Etats in ben Rurs, ber jetzt in Deutschland gesteuert werden foll: Bürgerblod gegen die Intereffen der unbemit telten Klaffen. Wie die legte Ursache der ganzen Strifenmacherei der Deutschen Volkspartei das Berlangen war, die innerpolitischen Gefebe zur Berteilung der Lasten aus dem Dames- Gutachten durch ein Rechtsministerium vorbereiten und durchführen zu lassen, so dienen bie viel zu niedrigen Anfäße der Steuern, die, mie die Lohn, Umfagsteuer ujm. von der Maffe der Bevölkerung auf gebracht werden, dem 3med, bas Bilb der tatsächlichen gebracht werden, bem Smed, bas Bild der tatsächlichen Belastung der einzelnen Riaffen der Benölterung bahnlinie 36, Bintervergullgen. Reichhaltiges Brogramm. Anfang 7% übt. gewesen ist, daß man diese Rechnung ohne die Sozialdemokratie ge Don pornherein zu trüben. Ob man fich nicht flar barüber 92 Reichsbanner Schwatz- Rot- Gold". Gefäftstelle: Berlin G 14. Sebaftianftr. 87/88. Sol 3 St. Kamerabschaft Kreuzberg: Donnerstag, den 22. Januar, abends 7 Uhr, bei Biehlert, Dieffenbarte, 76, Blodführersigung. brechnung, Berichtigung ber milelieberliften, Materialausgabe. Rein Block barf fehlen. Rameradschaft Reinidenderf, Untergruppen Reinigenbort- Op und Rofenthal: Sonnabend, ben 24. Jannar, im Lofal Ramiom, Raftanienmäld chen, Schönhola 14, Bahnhof Reinidendorf- Schönholz und Endstation Straßen Sahlreiche Beteiligung aller Kameraben wird erwartet. Arbeiter Rabio- Rinb, Bezir! Rorben, Seben Donnerstag ebenb Thr Berfammlung bei Moral, Ropenhagener Str. 9. Gäste willkommen. Reutölln: Freitag abenb 8 Uhr Bastelabend in der Rütlischule. Gruppe 22. Januar, abends 8 Uhr, im Nestaurant Jacob Effer, Röpenider Str. 70, Generalversammlung. Landsleute find willkommen. Deutscher Monistenbund, Ortsgruppe Groß- Berlin. Donnerstag, den 22. Ranuar, abends 8 Uhr, in ben Räumen des Sozialwiffenschaftlichen Rlubs, Wilhelmftr. 48, spricht Dr. Baer über bas Thema 3ft der wiffenfchaft liche Offultismus erledigt?" In ber Gesellschaft füle Segnaleeform foridht Rechtsanwalt Dr. Conrab Mendelsohn em Donnerstag, ben 22, Januar, abends 8 Uhr, in ber Schuts aula Friebrichfit. 126( Oranienburger Tor), über„ Wenn die Che gur Bilge wird". Eintritt 50 Bf. Gäfte haben Rutritt. macht hat? Noch unentschuldbarer und schädlicher ist es, daß man bas gleiche Berfahren auch bei folchen Bofitionen angewendet hat, die für bie Sandsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin, Donnerstag, ben Alliierten besonderes Intereffe haben? Nach Abschnitt 14 des Dames Gutachtens werden als„ meitere Sicherheiten neben den Eisenbahn und Industrieobligationen die Einnahmen aus Zöllen, Branntwein, Tabat, Bier und Zucker für die aus dem Haushalt zu leiftenden Be träge und für andere Zahlungen als Rebensicherheit verpfändet." Diese Einnahmen sind in den Etats für 1924/25 mit 1017 000 000 2. eingesetzt. Die tatsächliche Einnahme in der Zeit vom 1. April bis eingefeßt. Die tatsächliche Einnahme in der Zeit vom 1. April bis 30. November 1924, also in den ersten acht Monaten bes laufenden Etatsjahres, machen aber bereits 844 193 000 Goldmark aus, wobei gegen die Boranschläge Mindererträge bei Branntwein und Zucker, Mehreinnahmen bei Tabat, Bier und Zöllen erzielt wurden. Belchen Sinn hat es angesichts des jegt leider wieder erwachten allgemeinen internatio, talen Mißtrauens, den französischen Nationa listen die Möglichkeit des Hinweises auf folche Diskrepanz zu geben. Uebersichten über die Einnahmen des Reichs aus Steuern, Zöllen und Abgaben tennt und verfolgt, muß doch dem letzten Schreiber im Finanzministerium bekannt sein. Bollsreifebund, e. B., und Dentiche Boltserholungsheime, Am 24. Januar, abends 8 Uhr, im Bürgerfaal bes Berliner Rathauses, Königstraße, 1. Licht bildervortrag Streifzüge durch die Mart": 2. Bortrag über ben Boltsreife. bund" und die Deutschen Boltserholungsheime", ihre Beftrebungen und Siele. Räthe Span fingt Berliner Lieder zur Laute. Eintritt 60 Arbeitersport. f. Neue Schachabteilung in Moabit. Abteilung Westhafen des Berliner Mr. Daß man im Ausland die vom Reichsfinanzminister veröffentlichten better- Schachflubs hat ihr Bereinslokal zu Herrmann, Quigomftr. 120, Ede Savelberger Straße, verlegt. Spielabende regelmäßig jeben Donnerstag abend von 7-12 Uhr. Donnerstag, den 22. Januar, Eröffnung des neuen SpielYotales, verbunden mit Schachvortrag und Simulianvorstellung. Abteilung Rorbwelt spielt jeben Dienstag von 7-12 Uhr abends in den Arminiushallen, Bremer Str. 72-73. Gonntag vormittags Don 10%-1 Uhr freier Schachver tehr. Aufnahmen neuer Mitglieder werben in ben Spielabenden entgegen. genommen. Schachunterricht wird oftenlos erteilt, Gafle fets mitommen. Arbeiter Radfahrer Bund Solibarität", Ortsgruppe Oberschönemeibe. Sonnabend, ben 24. Januar, abends 7 Uhr, im Blumengarten in Oberschöne weibe, Oftenbftraße, großer Maskenball. Für Unterhaltung ist bestens geforgt. Athletik- Sport- Club, e. B. Leichtathletit, Boden, Rubern. Freitag, ben 23. Januar, von 7-9 Uhr Training im Sportpaaft. Eonntag, ben 25. 3a. muar, Baldlauf. Ablauf 10 Uhr wichteplag, Baumfajulenweg. Schriftführer der Hodenabteilung: Willi Mielle, Berlin D., Beibenweg 27. Gefchäftsstelle: Kurt Liebruds, Berlin D. 34, Tilfiter Str. 46, Sport. Das 13. Sechstagerennen, Die letzte 5- Uhr- Wertung. Nachzutragen ist, daß auch Rizetto zuguterlegt das Rennen aufgegeben hat. Sein Bartner Giorgetti bildet nun mit Dan Kemper, der ebenfalls seinen Bartner verloren hal, eine neue Mannschaft. Sie erhält 152 Punkte und drei Berlust runden zugefprochen. 3n der 5- Uhr Nachmittagswertung fichert fich Roch den Sieg im ersten Spurt gegen Huschte, Aerts und Dan Kempen holt fich in blendender Weise den Miquel aweiten Spurf vor Lorenz, Krupkat und Rütt. Der dritte Spurt sieht Egg zuerst am 3iel, Miquel, Golle und Koch sind die nächsten. Dan kempen holt sich ferner den vierten Spurt, Hahn folgt vor Rütt und Lorenz. Golle gewinnt den fünften Spurt. Zweiter wird Lewanow vor Koch und Huschte. In alter Weise holt dann van Kempen noch den sechsten Spurt vor Mac Beath, Bauer und Krupfat. Gleich nach Beendigung der Bertung reißt koch aus. Huichte folgt dichtauf. Zwanzig meter hinter puftet e mano. Do bald hat bas felb bie licht. linge", die feine gute Ablösung hatten, erreicht. Und die Erregung legt sich. ... 3. Der Stand des Rennens nach der 5- Uhr- Rachmittagswertung Kruplat 91 B., Gabow- Lorenz 77 B., Grenda- Mac Beath 64 B. ift folgender: Rütt Meris 197 B., Hahn- Ziez 172 B., EggEine Runde zurüd: Brocco- Miquel 11 B., Huschte Kohl 11 P. 3wei Runden zurüd: Lewanow- Bauer 81 P., Golle- Manthen 55 P. Drei Runden zurüd: van Kempen- Giorgetti 167 B. Fünf Runden zurüd: Stellbrint- Roch 33 P. Gegen 6 Uhr wird die Halle geräumt: Draußen warten bereits die neuen Buschauer, die Seugen der letzten Kampffcunden fein wellen. Die 10- Uhr Nachtwertung fällt wegen der Spuriftunde( von 11 bis 12 Uhr) weg. Diese legte Stunde bringt alle 10 Runden eine Wertung. Hierbei erhält der erste 48( bisher 5), der zweite 8( bisher 3), der dritte 6( bisher 2) und der vierte Fahrer 4( bisher 1) Bunfte. Ueber den Berlauf dieser Stunde berichten wir unter„ Letzte Nach 1'den". Wetter für Berlin und Umgegend. Bolliges, nebeliges bis heiteres Better. Temperatur tagsüber nur wenig über Null Grab. Für Deutsch land. In Beftbeutschland meint mollig, nebelig, nur vereinzelt aufbelternb: in Dftdeutschland noch meift heller. In Süd- und Dftbeutschland Kempe saturen um und unter Rull Grab. Eine im Hinblick auf die schwebenden Aufwertungsfragen intereffante neue Bosition findet sich unter Sonstiges" im Etat der allgemeinen Finanzverwaltung für 1925, in dem 40 millionen -8ur Rentengewährung an bebütftige Inhaber von selbstgezeichneter Kriegsanleihe eingefegt find. Gegen die 3wedbestimmung an fich foll nichts gesagt werden. Aber während die sozialdemokratische Reichstagsfraktion Anträge eingebracht hat, durch welche vom Reich bisher nicht besteuerte ungeheure Inflationsgewinne zur Wiederaufnahme des Binsendienstes der öffentlichen Anleihen herangezogen werden sollen, wird hier der Anfang gemacht, dem berechtigten Drängen der Inflationsgeschädigten, wenn auch im bescheidenen Umfang, aus allgemeinen Mitteln zu genügen. Damit ist der erste Schritt auf einer Bahn gemacht, die weiter zu beschreiten die bürgerlichen Parteien bemüht sein werden, während die sozialdemokratische Frattion allen solchen Berfuchen schärfften Widerstand entgegensetzen wird. Frankreichs widerspruchsvolle Handelspolitik. Der große Borzug des Sachverständigen gutachtens besteht darin, daß seine Urheber bestrebt waren, das Ganze der poltswirtschaftlichen Erscheinungen ins Auge zu fossen und ihr System in Einklang zu bringen mit den Grundgefegen des Wirtschaftslebens. Bei vielen Problemen ist ihnen bas befriedigend gelungen. Eine otonomische Bahrheit aber ist nicht scharf genug erfannt worben oder man ist ihr der politischen Schwie rigkeiten halber nicht weit genug gefolgt: Daß nämlich internatio nale Uebertragungen von Gelbtapital in größten Stil, wie sie der Reparationsplan porsieht, internationale Barenübertragungen gleichen Umfangs erforderlich machen und deshalb Freiheit ber in feiner ganzen Tragweite gewürdigt, mären alle Konsequenzent Barenbewegung von Land zu Land vorausfegen. Wäre diefer Sat daraus gezogen worden, dann hätte zugleich mit dem Reparations ablommen eine internationale Bereinbarung getroffen werden müssen, die alle Schuß3011mauern niebergelegt oder um mindesten weitgehend abgebaut hätte. Deutschland hat in den Reparationsverhandlungen mit Recht geltend gemacht, daß es vor allem Betriebstapital braucht, um zu irgendwelchen Leistungen fähig zu werden. Dieser Gedanke hat sich durchgesetzt, Deutschland hat auf dem Kreditwege große Geldsummen erhalten. Für den einzelnen deutschen Unternehmer, dem Auslandskredit zugeflossen ist, erscheint damit die Frage er febigt, für die deutsche Volkswirtschaft ist sie es aber nicht. Bas die Möller legten Endes an wirtschaftlicher Hilfe voneinander brauchen ist niemals Gefb, fonbern find immer Güter. Daß Deutschlanb Betriebsfapital vom Ausland braucht, bebeutet in Birklichkeit, baß wir Rohstoffe, Lebensmittel a Bebarfsartitel Der Gaz, daß die Bölfer sich gegenseitig nicht mit Geld, fonbern nur mit Waren bezahlen tönnen, muß aber auch von jeder französischen Regierung bedacht werden, die mirklich Reparationen haben will as die Franzosen heute tun, ist nicht weniger finnlos, als mas bie deutschen Hochschu zölner anstreben. Frankreich hofft auf Bahlungen aus dem Dames Plan, Frankreich fürchtet, daß es nicht genug befommen fönnte, lichen Bollzug der Reparationsleiftungen zu verhindern. Denn die und unterbeffen ist die französische Politif barauf aus, den wirf reich foundso viel Gelb erhält, sondern daß es mit Hilfe dieses wirkliche Leistung ber Reparationen besteht nicht darin, daß FrantGelbes Baren vom Beltmartt an sich gleben tann. ohne sie burch Hingabe anderer Baren bezahlen zu müffen. Solche Wareneinfuhr aber fucht bie gegenwärtige franzöfifche Handels politit mit Aufgebot ber größten Energie zu verhindern. Es ist vollkommen flar, baß man nur hohe Schutzollmauern zwischen den Ländern aufzurichten braucht, um den Mechanis. mus bes Dames Plans mit voller Sicherheit zum Stillstand zu bringen. Kann Deutschland für sein geborgtes fann feine Produktion nicht genügend gesteigert werden. Erhebt Geld wegen eigener Schutzölle nicht genug waren einführen, fo das Ausland Schutzölle, die einen Bezug deutscher Waren un lehnend machen, so verliert der Ausländer bas 3ntereffe am Barenbezug aus Deutschland, damit aber auch am Antauf die Zahlungen der deutschen Regierung und aus den Eisenbahn. beutscher Mart. Der Reparationsagent wirb bann bie ihm burch tallen zufließenden Martbestände nicht vermerten fönnen und muß nach dem Londoner Abkommen schließlich sogar die Annahme der Martbeträge einstellen. Es ist beshalb eine besondere Ironie des Schicksals, daß sich die handelspolitischen Rämpfe gerade zwischen Deutschland und Frankreich abspielen und daß babet Frankreich fich in noch welt höherem Maße Schutzöllnerisch erwelft als Deutschland. Denn im Grunde tämpfen die deutschen Unterhändler- ob sie es wohl in vollem Umfange wiffen? ba für, daß Reparationen gezahlt werden, die französischen tischen Diplomatie. Der Weg zur Berständigung wäre vermutlich aber mehren fich dagegen mit allen Mitteln der handelsport. etwas leichter zu finden, wenn dieser Sachverhalt den Beteiligten flar vor Augen stünde. Aber die Handelspolitif fast aller Bölker Handelsverträge beffer verstehen und mehr beachten als die wirt mirb leider von Leuten geführt, die die juristischen Feinheiten der schaftlichen Grund wahrheiten, aus denen der Sinn des inter. nationalen Güterverkehrs sich erniht. -Deutsche Petroleum- Rutgerswerte. Trog der schweren Auslandsverluste der Deutschen Petroleum-.- G. war die Kriegs- und Inflationswirtschaft mit ihren technischen und finanziellen Aus. behmungschancen den beiben Werten pon größtem Borteil. Die Deutsche Betroleum hat ihre Erdölbafis fast gang verloren, fich aber sehr star? der Destillation pon Rohle und Schiefer zuge morben, die sich mit der chemischen Verwertung der Destillations. wendet und umfangreiche Beteiligungen an Unternehmungen er produkte beschäftigen. Im Gegenjak zur Deag, die ein ganz ähnliches Schidjal hatte, hält sich die Deutsche Petroleum vorläufig von Aus landsgeschäften start zurüd. Die Rutgersmerte, ursprünglich auf die Herstellung und Berwertung von Teerprodukten aufgebaut beschränkt, haben sich ebenfalls durch eigenen Stein- und Braun und nach ihrem Standpunkt hauptsächlich auf die Hauptzechengebiete tohlenbesig und durch Ausdehnung in der chemischen Berarbeitungs industrie zu einem pertikalen Konzern abgerundet Die start aus. gebaute Handels- und Abjagorganisation der Deutschen Betroleum, die durch den Berluft der Erdölbafis zum Teil leerlief und der Rutgerswerke, denen eine eigene Abfagorganisation fehlte, eine vore treffliche Abrundungsgelegenheit bot, wurde im April 1923 der An laß zu dem großen Fufionsgeschäft zwischen der Deutschen Bant und der Berliner Handelsgesellschaft, das beide Konzernfomplege praktisch au einem einheitlichen Unternehmen zusammengeschlossen hat, Die Goldbilanz der Deutsche Petroleum- Rutgersmerte erscheint nur aus formalen Gründen für die belden Konzerne getrennt. Stapital und Reserven der Deutschen Betroleum find mit 24 und 6 Millionen, bei der Rutgersmerte A.-, mit 48 und 12 Millionen festgestellt. Das ist für die Rutgersmerte gegenüber 1913( 22,5 und 4.5 Millionen) mehr als das Doppelte. Die Entwertungs gewinne aus Obligationen und hnpothefen sind besonders bel den 4% Rütnerswerten fehr hoch: 4½ i Bortriegs obligationen, 8 Mill von 1919 und 7,5 till. pon 1920 erforderten in ber Gold Der die Attipen bilang nur mehr einen Betrag von 792 600 2. 28,4 mill, während die Rüigerswerte neben 29,47 Mill. Betrifie ( gefamt 33,7 Mill.) der Deutschen Betroleum( fie ift faft ausschließlich Holdinggesellschaft) beherrschende Boften find die Beteiligungen mit gungen noch rund 20,5 mill. eigene Betriebswerte ausweisen. In beiden Bilanzen find die stillen Reserven außergewöhnlich hoch be messen, wie die in den Goldumstellungsberichten mitteilten Bee, mertungsgrundfäße deutlich erkennen faffen. Die Auslandskredite der Länder und Gemeinden. Die im Reichs* finanzminifterium von einer Rommiffion vorbereiteten Richtlinien für die Aufnahme von Auslandsfrebiten durch Länder und Kommunen find nunmehr von den Ländern angenommen morden, so daß die in den Richtlinien vorgefebene Beratungs ftelle für Auslandstrebite der Länder und Kommunen ins Leben getreten ist. Der Rommiffion gehören an: Geheimer Regierungsrat Rorben Dom Reichsfinanzminifterium als Borfiender, Direttor Dr. Dalberg pom Reichswirtschaftsministerium, Bräsident Dr. Gdyroeber von der Breußlichen Staatsbant, Bräfident Arnold von ber Bayerischen Staatsbant und Reichsbantbireftor Denfe, Mitglied des Reichsbantbirettoriums. Tag der Abrechnung im Landtag. Abg. Stendel( Drp.) schließt seine Rede im Landtag, übar die wir zum Teil schon im Abendblatt berichteten, mit den Worten: Der pindyologische Augenblid ist gekommen für eine bürgerliche Regierung, jest, mo mir die Mehrheit im Landtag haben. ( Widerspruch links.) Wir sind nicht gewillt. Diese Minderheitsregierung zu dulden. Daß sie nicht lange mehr im Amte bleibt, dafür wird die Deutsche Boltspartei sorgen.( Lebhafter Beifall rechts.) Ministerpräsident Braun: Der Abg. Stendel ist auf Ausführungen von mir zurüdgetom men, die ich bezüglich der Urheber der Revolution gemacht habe. Ich halte meine Erklärungen aufrecht( Großer Lärm rechts.) und trete für den Wortlaut ein, zu jedem Worte stehe ich, was ich damals gefagt habe.( Der Ministerpräsident verliest den Wortlaut aus dem amtlichen stenographischen Bericht.) Wenn um 9. November 1918 es überhaupt Leute gegeben hat, die die Revolution geschaffen haben, dann haben fle diejenigen geschaffen, die uns in den Krieg hineingehetzt haben."( Andauernder betäubender Lärm auf der Rechten.) Diesen Sah halte ich aufrecht.( Andauernde stürmische Bfuirufe auf der Rechten; die Deutsch nationalen und die Nationalsozialisten springen auf und brängen unter an= bauernden immer wiederholten Bfuirufen aus dem Saale hinaus, ebenso ein Teil der Deutschen Boltspartei. Bizepräsident Dr. Borsch bemüht sich längere Zeit vergebens, die Ruhe miederherzustellen.) Ministerpräsident Brann( forifahrend): Bollen Sie nach alle bem amtlichen Material, roas veröffentlicht worden ist, beStreiten, daß hüben und drüben Kräfte am Berte gewesen find, um zum Kriege zu heben? Ich habe erklärt, daß, wenn jemand schuld an dem Zusammenbruch hat, dann es die Kräfte gewesen sind, die zum Kriege gehegt haben.( Abermaliger Entrüftungssturm auf der Rechten.) Auf deutscher Seite ist das in der tonfervativen Presse 1913 gefchehen, in April 1913 hat Graf Yord Don Wartenburg sich ähnlich geäußert. Noch vor kurzem hat der Abg. Schlange in öffentlicher Rede erklärt, Deutschland müsse wieder heraus mit dem Schwerte und feine fiegreiche Armee werde dann nicht als eine republikanische Armee, sondern mit dem deutschen Kaiser an der Spitze zurüfzurüdtehren.( Stürmische Zustimmung bei den Nat.- S03.) Aehnlich wie es in Deutschland gemacht worden ist, ist man systematisch auch drüben verfahren. Sie werden dem Minister nicht versagen lönnen, hier auf öffentlicher Tribüne die Wahrheit zu sagen. Wie ich zur Schuldlige stehe, habe ich oft genug ertlärt. Ich halte die Behauptung des Bersailler Friedensvertrags, Deutschland habe allein am Kriege schuld, für die größte Geschichtsluge, aber diese Geschichtslige darf nicht durch eine andere erfezt werden, sondern fie muß durch die Wahrheit ersetzt werden, wenn es überhaupt erreicht werden soll, das deutsche Volk von dem furchtbaren Borwurf zu befreien, daß es die Alleinschuld am Kriege habe.( Stürmischer Beifall links und in der Mitte, anbauernde große Unruhe rechts.) Jnnenminister Severing: Auch mir hat man in der Deffentlichkeit Landesverrei vorgeworfen und mir unterstellt, ich hätte in Wahlverfa: nmlungen Don der Schuld Deutschlands am Kriege geredet. Ich habe mich in allen Wählerversammlungen genau so geäußert wie eben der Ministerpräsident.( Lebhaftes Hört! hört! rechts.) Joj habe zunächst hervorgehoben, daß ich mit meiner gesamten Bartei und mit allen Deutschen darin einig bin, daß die Behauptung des Ber. failler Bertrags eine Schulblüge ist und ich habe erfläct, unferen Einfluß in der Sozialdemokratie benugen zu wollen, um diese Lüge als Lüge zu fennzeichnen; aber ich habe, mie der Minifter präffbent, hinzugefügt, daß die faiserliche Boiitit bis 1914 mit die Atmosphäre geschaffen hat, die im Juli 1914 zum Striegs. ausbruch führte.( Stürmische anhaltende Pfuirufe auf der Rechten.) Ich habe am vorigen Sonntag die Freude gehabt, in einer Berjammiung, in der der Gouverneur Dr. Schnee, Mitglied der Deutschen Boltspartei, und der Professor Deißmann auftraten, beide Redner meine Auffassung der Kriegsschuldfrage vollständig teilen zu hören.( Große Unruhe rechts.) Zu meiner Genugtuung sprach auch der Gouverneur Schace von einer Schuld der deutschen Politik vor dem Kriege.( Große Unruhe und stürm. Widerspruch b. d. Deutschen Bolkspartei.) An dem Zusammenbruch trugen in erster Linie hach meiner Meizung diejenigen die Schuld, denen das politische Augenmaß abhanden gekommen war. Professor Deißmann tat auch eines Flugblattes aus Amerita Ermähnung, in dem dargelegt wurde, daß die Interalliierten im Jahre 1918 mit fo großzügigen Plänen fertig gewefen feien, daß die Tanks und die Luftgeschwader im Frühjahr 1919 die deutschen Städte vernichtet hätten.( Erneuter heftiger Lärm und Widerspruch. Rufe rechts: Das hat er ganz anders ge Jagt!) Wer an diesen Feststellungen vorüberzugehen meint, it entweder ein 3diot oder ein Nart.( Erneuter Entrüstungssturm. rechts. Rufe: Alles unwahr!) Um nun zu dem eigentlichen Thema des Tages überzugehen, so beginne ich mit dem Bedauern, daß die Deutsche Boltspartei schon auf den Abg. Stendel getommen ist.( Gelächter rechts.) Wer hat nun die Führung, Herr v. Campe oder Herr Stendel? Herr Stendel behauptet, die Deutsche Boltspartei habe im Wahlkampf ganz deutlich gesagt, daß sie mit der Broßen Roalition nichts mehr zu tun haben wolle. Herr v. Campe hat noch am 4. November in der„ Nationalliberalen Kerrefpondenz" wahre Lobeshymnen auf fie angeſtimmt. Herr v. Campe hat jetzt nicht die Deutsche Boltspartei selbst für ihre Schwenkung, fondern er hat einen Artikel der Bossischen Zeitung" dafür verantwortlich gemacht. Tatsächlich hat die" Bossische Zeitung" dauernd den Gedanken der Großen Koalition vertreten, aber Herr D. Campe scheint dieses Blatt aufmerksamer zu lesen als seine eigenen Parteiorgane. Die Auslassungen der Zeit" und der Rönigsberger Allgemeinen Seitung vertragen fic) faum noch mit den Grundsägen der Koalitionspolitik. In der„ O st. fee 3eitung war schon am 2. September vorigen Jahres zu lesen, daß die Deutsche Volkspartei es nicht ertrage, Braun, Sebe ring und Siering an ihrem Blag bleiben zu lassen, und die Beit Lavaren( Lavarenium solub.) bas beste Saar- Pflege- und Baichmittel, Badung 0,30 Gm. Erhältlich in den Geschäften, welche die Lavaren Blafate anbrachten. Vertreter: E. W. Wunderlich, Berlin D. 34, Gubener Straße 47. Die Krisenmacher werden gebrandmarkt. hat in den letzten Monaten vor der Auflösung und vor der Krise Buschriften gegen mich von Leuten aufgenommen, gegen die selbst die giftigsten Ausfälle der Deutschvölkischen zu rüdtreten. 3m Wahlkampf selbst hat die Deutsche Bolkspartei ein Flugblatt verbreitet, deffen Unwahrheiten, foweit fie gegen mich gerichtet find, auch von den Berleumdungen der Deutschvölkischen nicht überboten werden konnten.( Heftige Zurufe rechts.) Ich habe nie einen Zweifel darüber gelassen, daß ich im Intereffe des inneren Friedens ein Gegner aller dieser Organisationen bin, wie Stahlhelm", Jungdeutscher Orden" auf der einen, Reichs banner" auf der anderen Seite den Neulingen ist das vielleicht eine Ueberraschung, aber die alten Mitglieder der DVp. fönnten doch wissen, daß ich jede Gelegenheit benutzt habe, um dem Ausdruck zu geben.( Erneute Zurufe rechts.) Gegen den General v. Ledebour habe ich mich in jener Bersammlung gewendet, weil er herabfegende Bemer fungen gegen das Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold" machte und ich mich für verpflichtet hielt, darauf zu antworten.( Ruf rechts: Das Reichsbanner ist eine Landplage! Lebh. Zustimmung rechts.) Benn Sie das Reichsbanner wären, würden Sie anders reden. In meinem Heimats- und Wahlkreise Herford ist seinerzeit der tonjernative Führer und Kreuzzeitungs- Chefredakteur Freiherr n. Hammerstein aufgestellt worden.( Große Unruhe rechts. Zu Post- Abonnenten D amit die regelmäßige Zustellung des Vorwärts" im nächsten Monat keine unliebſame Unterbrechung erleidet, bitten wir unsere Dost- Abonnenten, das Abonnement für den kommenden Monat bei dem zuständigen Poftamt sofort zu erneuern. Abg. Dr. Preuß( Dem.) weist die Gründe der Deutschen Bolkspartei für Sprengung der großen Stoalition als nicht stichhaltig zurüd. Weil der Bormurf der Rorruption erhoben wurde, ob mahr oder unwahr, soll die Koalition verschwinden. So kann man nicht argumentieren. Hat fich doch auch Herr Stresemann angreifen lassen müssen wegen eines Schmiegervaters, den er gar nicht besaß. Herr v. Campe war flüger als Herr Stendel; er hat die Rechtsfrage in den Bordergrund geschoben. Die Deutsche Volkspartei nimmt hier lediglicheine hilfsaktion für die Reichspolitik vor. Die nötige Mehrheit für ein Mißtrauensvotum ist nicht so einfach da, sonj hätte man ruhig auf die verfassungsrechtlichen Entdeckungen verzichten fönnen. Außerhalb des Hauses ist in der ganzen Jurisprudenz die Meinung vertreten, daß Artikel 45 in der Auslegung feinen Zweifel läßt. Auch Hatscheck und Schwarz sagen, daß die Neuwahl des Landtages tein neues Staatsministe rium erfordere. Der Vergleich mit dem früheren monarchistischen Staat hinft auf beiden Beinen. Mit voller Absicht hat der Berfaffungsgesetzgeber den Sturz einer Regierung fehr erschwert. Ste find denn nun die Wahlen ausgefallen? Die einzig Geschla gene ist doch die Deutsche Boltspartei, und nun fommt sie her: Wir sind die Sieger und wünschen eine neue Regierung. und das Zentrum sucht die Deutsche Bolkspartei jcht- ich suche einen parlamentarischen Ausdrud für vergewaltigen" sucht fie jezt zu fich hinüber zu ziehen.( Heiterkeit.) Die Bolkspartei will nicht mehr eine Brüde vom Alien zum Neuen, fondern umgefehri. 3ch würde es für logisch halten, die Bildung der Regierung der Republik den Republikanhängern zu überlaffen. Jin parlamentarischen System muß man sich seine Leute ansehen, um zu beurteilen, weisen Erflärungen man glauben fann und welchen nicht. Erklärungen haben allein feinen Wert! Wenn man Verfassungsfeinde an die Spike der Regierung ftellt, fo muß ja auch dem Ausland die ganze deutsche Republit als Attrappe erscheinen, zumal wenn ein Mann darunter ist, der den Eid auf die Verfassung verweigert hat.( Sehr richtig! in der Mitte.) Für die neue Realtionsregierung im Reich wollen Sie Preußen stubenrein machen auf dem Wege der Verfassungsauslegung. Das ist ein langer, fomerer Beg, der wohl faum zum Siege führt. Der Reichsprjident hat die bewunderungswürdige Selbstüberwindung geübt, ein Ministerium der Rechten zu ernennen.( Lachen rechts. Zuruf: Denten Sie an die Mehrheit.) Haben Sie( nach rechts) vielleicht eine Mehrheit? Doch nur durch die Duldung des Zentrums! Dulden tann man aber unter Umständen etwas, was man zu tun ablehnt. In Preußen tommt es aber auf das Tun an, nämlich auf das wählen! Gelingt es mirtlich, das Minifterium Braun totzuhegen, so ist die einzig mögliche koalition die alte Weimarer.( Unterbrechun gen linis und rechts.) Wefin im Reiche die deutsche Republif zu rufe rechis: Die Ramellen! Hammerstein hat blog Brivatgelder, einer Rechtsregierung gelangt ist, so ist schuld daran der Mangel feine Staatsgelder unterschlagen!) Herr v. Hammerstein trat im an Energie. Die Aufgabe Preußens muß es sein, dieselbe Entwid Berein mit dem Hofprediger Stöder als Bolfsperjammlung für Preußen zu verhindern. Preußen muß Schuß des lungsrebner auf und Stöder hat ihn in diesem Wahltreise den Reiches fein gegen die Reattion( Lebh. Beifall in ber Wählern als den lautersten Mann Doigestellt, den die Konservativen Mitte.) aufzuweisen hätten! Vorwärts- Verlag 6. m. b. H. In einer Broschüre, die der deutschnationale Abg. Richöffel im Wahlkampfe verbreitet, wird mir auch nachgesagt, ich hätte Landesverrat geübt, denn ich hätte in diesem Hause am 11. April 1920 von den bewaffneten Einwohner. mehren gesprochen. Ich habe damit nur feftgestellt, was in ganz Preußen jeder wußte und was die Alliierten noch beijer mußten als ich. Meine erste Aufgabe als Minister bestand darin, die im Besten gelegentlich das Rapp Butfdjes entstandenen r beitermehren aufzulösen. Die Auflösung der Einwohnerwehren ist uns von der Reichs regierung anempfohlen und wir sind dazu entsprechend ange wiefen worden, aber ich habe auch aus innerfter Ueberzeugung diefer Anweisung entsprochen, weil es nach meiner Ansicht in Preußen nicht möglich ist, bewaffnete Organisationen derart zu dulden und ich bin als preußischer Minister, der die Berfaffung befchworen hat und sie hüten muß, auch in dieser Beziehung wachsam geblieben. Der Minister gibt eine Reihe von Beispielen, um den Bufammen hang der Berschwörerorganisation zu erweisen, so auch das Zusammenarbeiten des„ Stahlhelms" und anderer Organifationen mit der Technischen Nothilfe.( 3uruf rechts: Jetzt aber das Reichsbanner"!) Der Minister teilt dann einen Bericht eines Oberleutnants in Mecklenburg an die Freiheitspartei mit, mo nach diese Ritter Medienburgs" ihren Eltern Silbergerät getlaut hatten und auch sonst übel beleumbet waren, und conach 60 von ihnen aus dem Gefängnis gekommen seien wegen Notzucht ufm. So sehen vaterländische Berbände aus. Jm vergangenen Jahre haben mich Herren der Volkspartei gebeten, gegen fames Auge zu haben.( hört, hört!) heute ist es anders. Machen Sie mir wegen meines Borgehens teine Vorwürfe. Hätte ich nicht so eingegriffen, so wäre es mit jeder Staatsautorität vorbei. Auch der Reichsinnenminister hat mich auf die Gefahren gewiffer vaterländischer Organisationen aufmertfam gemacht. soll die Verwaltung unzuverlässig gemacht haben; dabei haben Nun zur Personalpolitik! Die Hineinnahme von Außenseitern die Herren der Deutschen Außenseiter empfohlen. Bei der Auswahl soll ich nicht Bottspartei felbit die nötige Sorgfalt beobachtet haben. Den Vorwurf tann ich der Deutschen Volkspartei zurückgeben. Ich erinnere an einen Herrn, der sich an die Deutsche Wolkspartei heranpirichte, um ein Landratsnicht erhielt, hat er dann in der Kreuzzeitung" und in der amt zu bekommen. Als das Herr Siegfried Weber von mir Deutscher Tageszeitung" Artikel erscheinen laffen.( 3uruf der Deutschen Boltsvartei: Der Mann ist von uns nie empfohlen worden!) Der„ Tag" schreibt, der Endkampf werde schließlich gegen die Züge geführt. Das unterschreibe ich. Ihre( nach rechts) Lügen Boltijdje Seitungen haben mich der Beziehung mit Schiebern begegen mich reichen nicht an meine Fußipizen.( Lärm rechts.) zichtigt und eine Reihe von Namen angegeben, mit denen ich nie etwas zu tun gehabt habe. Der Redner trägt unter anhaltenden Widerspruchsfundgebungen der Rechten Beispiele vor. Hermann Lingg hat gesagt, Gemeinheit verrede schließlich an sich selbst. Ich habe ein gutes Gemissen und fchrede oor der deutschnationalen Lüge nicht 3urid. Der psychologische moment für eine Rechtsregierung foll jegt gekommen fein. Meines Erachtens ist eine ftabile Regierung mir zu schaffen auf dem Boden der großen Koalition.( Stürmischer Beifall in der Mitic. Anhaltende Widerspruchsfundgebungen rechts.) Abg. Freiherr v. Mangenheim( Wirtschaftspart., D.- Hannon.): Der Kampf um die Regierungsbildung in Breußen hat sehr meri. würdige Formen angenommen. Man ftreitet fich, in welcher Rich tung eigentlich am 7. Dezember der Wolfswille gegangen fei. Die Deutsche Volkspartei hat die große Koalition in den Himmel ge hoben und dann erflärt, diese Koalitionsregierung müsse meg. Ebenso eigenartig ist das Bild, welches die zur Regierungserklärung gestellten Anträge bieten. Die Deutsch nationalen haben jegt ein Mißtrauensvotum gegen die sozialdemokratischen Minifter beantragt; hat benn plöglich der Landwirtschafts. minister Dr. Wendorff ihr Bertrauen? Das Mertwürdigste ist jedenfalls der Antrag der Nationalsozialisten, den auch eine Reihe Deutschnationaler unterstügt hat, den sämtlichen Ministern das Bertrauen zu befunden. 3ft ein folches Borgehen mit einem nicht ernst gemeinten Bertrauensvotum nod) anständig zu nennen?( Lebhafte Zuftim mung links und in der Mitte.) Der Antrag v. Campe, der erflären will, daß der derzeitigen Regierung die verfassungsmäßige Grundlage fehle, find beachtenswerte Einwände entgegengehalten worden. Wir werden uns hier der Abstimmung enthalten. Wir werden uns nach feiner Richtung festlegen, sondern uns der weiteren politischen Entwicklung gegenüber durchaus ab martend verhalten. Ein Schlußantrag, den hierauf Sozialdemokraten, Demofraten und Zentrum einbringen, wird abgelehnt gegen die Stimmen der gesamten Redisparteien und der Kommunisten. Nach Angriffen des Abg. Schwend- Berlin( Komm.) wird darauf ein er neuter Schlußantrag angenommen. Abg. Dr. v. Campe feft, daß der Gouverneur a. D. Schnee das Gegenteil von dem gefagt habe, was ihm Herr Severing habe jagen lassen. Auch bestehe zwischen feinen Ausführungen und denen des Abg. Stendel nicht die geringste Differenz. Auch bezüglich der Aeußerung des Ministerpräsidenten bezüglich der Kreise, die zum Kriege gehebt hätten, sei festzustellen, daß jene Aeußerung sich nur auf inländische Kreise bezogen habe.( Große Unruhe.) In persönlicher Bemerkung setzt sich Abg. Wulle( Natsoz.) mit des Ministers Severing auseinander. den gegen ihn gerichteten Bemerkungen des Ministerpräsidenten und Im Schlußwort zum Antrag der Deutschen Volkspartei stellt Ministerpräsident Braun tritt dem Abg. Mulle enigegen, der glimpfen, fortgefetzt habe. mur die neuen Methoden. politische mißliebige Männer zu verun tere Aussprache veranlaßt, in der Abg. Boß( Natjoz.) erklärt, der Durch die Bemerkungen des Ministerpräsidenten wird eine weiSozialist gesprochen. Das Kabinett Braun sei nur noch ein Sinnbild Ministerpräsident habe lediglich als Barteimann und internationaler politischer Charafterlosigkeit.( Große Unruhe links.) Nach weiteren persönlichen Bemerkungen wird die Abstimmung auf Freitag vertagi. Nächste Sigung: Donners. tag 2 Uhr Auf der Tagesordnung stehen fleine Borlagen. Schluß 6 Uhr. Spröde u.rote Haut Auffpringen der Sände und des Gesichts, Bundlein und unreinen Zeint befeitigt fofort Leokrem Dieles bewährte Saut pflegemittel erhalten Sie überall wo Sie die bekannte, Chlorodont Zahnpaste taufen. Henko Henkel's Watch- und Bleich Soda Henke Heatel Wakhand Breich Soda spart Seife und Seifenpulver! Mitverwendung von Henko bei der Walche verbilligt das Walchen. Vorzügliches Einweichmiffel Donnerstag 22. Januar t92S Unterhaltung unö ANissen IT.................................. Ml iMM■■MMi IIB....... Vellage öes vorwärts LeMgs Sohn. Zu Gokthold Ephraim Lessiags Geburtslag am 22. Zanuar. Die sternlose Kälte der Silvesternackt von 1777 durchbellt der Sturm; setzt meiste Bänder von der Schneehaube des Mansarden- daches der Bibliothckarswohnung vor der fürstlich braunschweigi- schen chofbücherei zu Wolkenbüttel: reibt stch pfeifend am Berpuv der niederen Wände; rasselt am Regenrohr; klappert mit schnee- gefegten Dachpfannen; reiht, beiht, zerrt und rüttelt an geschlossenen Fensterläden; gellt, winselt, wimmert und heult durch den Kamin; prestt beizenden Rauch hinein in das mästig erhellte Zimmer des Erdgeschosses, in dem ein angehender Fünfziger sich zwischen ein Bett und einen Tisch gebannt fühlt, auf dem Tintenzeug und Brief» papier liegen. Die Feder entsinkt der chand des Mannes. Er wendet sich einem dunklen Wandausschnltt zu, dem Türrahmen des unerhellten Nebenraumes. Das ungepuderte, lockige Braunhaar durchwirken erst wenige graue Fäden, und doch ist die mittclgrohe aber stattliche Gestalt unter den Druck unsichtbarer Lasten gebeugt. Er zögert an der Schwelle des sinsteren Gelages, zaudert, überschreitet sie nicht. Stützt sich am Pfosten und sticht mit grübeln- dem Äuge in die Schwärze des Türausschnittcs. Drüben erkaltete vor wenigen Tagen die heißeste Hoffnung, das Weihnachtsgeschenk feines Lebens, sein Sohn, der draußen unter den gefrorenen Schal- len der Friedhofscrdc im kurzen Kindersarg---. Er kann den Gedanken nicht beenden und dennoch das quälende Erleben nicht aus der Welt denken: Er, Gotthold Ephraim Lesstng, hatte einen Sohn. Er hat ihn nicht mehr und wird keinen zweiten jemals haben. Kummervoll wandern feine Blicke zum Bett gegenüber dem Tisch, haften auf den totblosien Zügen, den entfärbten eingesunkenen Wangen der Frau in den Kisten. Er tritt näher und ergreift die blutleere, abgezehrte 5iand, tastet nach dem Puls, der klein, schwach, hilflos und unregelmäßig klopft; neigt sein Ohr auf die farblosen Lippen, über die kaum spürbar und immer zögernder der Hauch des Atems gleitet; blickt auf die geschlostcnen Lider mit dem zarten blauschimmernden Gcäder; horcht nach dem Herzen. Richtet sich auf. Das ist kein Schlummer der Ermattung, der Frau Eva einhüllt, das ist süßer als Schlaf, tiefer als Traum, milder als Wisien. Ist Be- wutzlloflgkeit. Das ist Uebergang zur Genesung oder Dorbote des Derwehens ins Unergründbare. Kraftoerlassen sinkt Lessina am Bettrand nieder, birgt die heiße Stirn in die kühlere Hand der spät errungeren Gefährtin seines Kämoferlebens. Wird er die Mutter nach sich ziehen, der klein« Scheim. sein Sohn? Wie ein Kerzlein war er aufgeflammt in den Weihnachtsabend, wie«in Lichttein oerlöscht, noch ehe er geleuchtet. Wie war diesem Kindeslcben entgegengehofst, entgegengesreut. ent» gegengebangt worden! Derjüngender Sonnenschein sollte dieser Knabe werden, freundlicher Weltglanz in der dörflichen Verlassen. beit jenes Wolfenbüttel, auf das sich der Kamenzer Pfarrerssohn zurückgezogen hatte wie auf ein Eiland der Stille; zurückgezogen nach dem Umgetriebcnwerdcn der bewegten Jahrzehnte in Leipzig, Berlin. Breslau und Hamburg. Ah, wie haßte er jetzt diese bretterstiniige dörfliche Stadt, wie »erachtete er letzt diesen Erbprinzen Karl Wilhelm Ferdinand, der mit ihm, dem.praeceptor germanise*— dem Lehrer der Deut» schen— im.Ausland' prunken wollte. Dar das des Dichters der „Minna von Barnhelm", der.Cmilia Galotti", war da» des Der» iassers des.Laokoon", der �amburgischen Dramaturgie', war das feiner würdig, Bücherwart zu sein eines Menschenhändlers, der feine Landeskinder zu taufenden an die Engländer verkaufte, der ihm das freie Manneswort zu verbieten die Macht hatte- und es auch tat? Bitterkett riß ihn würgend empor. Wie flackerten die einst herrlich strahlenden Augen: Die Summe eine» deutschen Dich- ter- und Gelehrtenleben»?— Ein toter Sohn,«in sterbende» Weib! Das übergepeinigte Herz rast gegen die Rippen. Schwer tastet er an den Tisch, auf den Stuhl. Die weichen Federn knicken in der harten Hand, die den ewig denkwürdigen Brief an den Freund formt:„Mein lieber Eschenburgl Ich ergreife den Augenblick, da meine Frau ganz ohne Besonnenheit liegt, um Ihnen für Ihren gütigen Anteil zu danken. Meine Freude war nur kurz, und ich verlor ihn so ungern, diesen Sohnl Denn er hatte fo viel Verstand: so viel Verstand:... War es nicht Verstand, daß er die erste Gelegenheit ergriff, sich wieder davonzumachen?... Ich wollte es auch einmal so gut haben wie andere Menschen. Aber es ist mir schlecht bekommen.' Schmollwinkel. .Mich scheinen Sie ganz vergessen zu haben!' Zehn Tage darauf drückte der Tod des anderen liebsten Men» schen dem Dichter abermals die Feder in die Hand:„Meine Frau ist tot, und diese Erfahrung habe ich nun auch gemacht.' Er selbst trug damals den Todeskeim bereits in sich. Eine Erfahrung zu machen hatte ihm das Leben noch aufbewahrt: die Geburt eines unsterblichen Sohne» des Geiste»—— Rathan den Weisen. _ Walter BShr. wie in Amerika posilische Schlagwort« entstehen. Viele der bekannten Ausdrücke in der ameritanischen Potittk verdanken ihren Ursprung gewtsien Scherzen, die erst in einzelnen Gegenden bekannt waren und sich dann über da» ganze Land oerbreitet haben. Heute gibt es z. B. in Amerika keine Wahl, bei der nicht ein triumphierend krähender Hahn irgendeine Rolle spielt. Damit hat es folgende Bewandtnis. Es gab einmal im Staate Indiana einen eifrigen Politiker namens Chapman. Er war m der ganzen Gegend bekannt durch feine glänzende Fähigkeit, das Krähen des Hahnes nachzu» ahmen. Wenn nun feine Partei einen Sieg erfochten hatte, pflegte cr zum Zeichen der Freude ein besonders schönes Krähen anzu- stimmen. Eines Tages schickt« jemand einer Zeitung in Indiana eine Notiz über Chapmons Hahn, der nun seine Runde durch die gesamte amerikanische Presse machte und zur natianalen Berühmtheit wurde. Em ähnliche Fall spielte sich einmal im Staat Mastachusetts ab. Der Gouoerreut Eeiry besaß ein fabelhaftes Geschick, die Wahl» bezirke geometrisch so abzug lenzen, daß seine Gegner von vornherein zur Niederlage verdammt waren. Einmal erklärte in einer Ler- sammlung der Redner, daß einer dieser schönen Wahlkreise aussehe wie«in Salamander Daraus erfolgte der Zwischenruf:.Nein, Gerrymonder'. Seitdem ist dies Wort in Amerika viel gebraucht worden, wenn eine raffinierte Wahlirelscinteilung gekennzeichnet werden saDte. Einem ähnlichen zufälligen Scherz verdankt auch der Name„Uncle Sam' fein« Entstehung. Der historische Onkel Sam hieß Samuel Wilson und war im Jahre ISIS Aufseher m einein Regierungsmagazin. Die Waren, die bei ihm eingeliefert wurden, trugen nun als Stantsgilt die Bezeichnung ll. S.(United States). Ein Arbeiter, der diese Abkürzung nicht verstand, fragte den Auf- seher. was sie bedeute. Wilson erwiderte lachend:„Unele Sam Wilson'. Der Scherz ging von Mund zu Mund, kam bald in die Presie, und so ist Unele Sam, wt« der.New Bork Herald' pathetisch schließt, die„Personifikation des Genius des amerikanischen e-chick- sal»' geworden. Der kleinste Brief der West. Ein Wunderwerk von Mkrographie ist soeben dem wissenschaftlichen Emithstmian-Institut übergeben worden. Es handelt stch um einen Brief, der zwar 44 Worte lang ist, ober dennoch so klein ist, daß man ihn w einem Nadelöhr unter- bringen kann. Früher war die Kunst der Kleinschrift bekanntlich nicht nur sehr gesucht, sondern bis zu großer Vollkommenheit aus« gebildet. In London in dem Museum benndet sich eiu Kirschkern, auf dem das ganze Vaterrmfer in einer Schrift untergebracht ist. die mit Vergrößerungsglas sehr gut lesbar ist. Bekannt sind auch diese berühmten kleinsten Bücher der Weit, die gleicherweise nur mft einer Vergrößer ungslinse gelesen werden können. In Deutschland gab«s, wie man sich noch erinnern wird, vor dem Kriege sogar ein Konversationslexikon, das fabrikmäßig in Masten hergestellt wurde, und trotzdem so klein war, daß«s in einer kleinen Kapsel als Nhr- anhänger getragen werden konnte. In der Kapsel selbst war eine Lins« eingeschlosten, so daß man da» ganz« Handwerkszeug bei der Hand hatte, wenn man das Buch lesen wollt«. Bei eine? Versteige- rung wurde vor mehreren Iahren«in« Postkarte ausgeboten, auf der sich der ganze erste Gesang von �Hermann und Dorothea' be- fand. Er war fo obgeiaßt, daß er schon mit geringerer Vergrößerung gelesen werden konnte. Der kleinst« Brief der Wdlt, von dem oben die Red« ist und der das neueste Erzeugnis dieser seltsamen Fertig- keit darstellt, Ist allerdings noch in viel kleineren Buchstaben ab- gefaßt, denn er muß SSmal vergrößert werden, damit man die einzelnen Schriftstücke auseinander hatten kann. Der mikroskopisch hergestellte, gravierte Brief bedeckt einen Flächenraum von ein zehniausendstel Teil eines Ouadratzolle». Der Verfasser teilt in dem Schreiben mit. es fei ein in aller Eil« angefertigtes Muster von Miirogravierung. Er hosf« jedoch, daß die Mitglieder des Direk- torenrates, die zur Jahresversammlung zusammentreten, sich«inen Augenblick, dafür interessieren werden. von der Macht der Töne. Der französische Arzt Moufion- Aanauz«, der sich mft der Wirkung der Musik auf Kranke beschäftigt, erwähnt dabei auch interrflante Veobachlungen über den Einfluß der Musik a u f P f« r d«. die in der„Umschau' wiedergegeben werden. Dar Pferd ist sehr musikalisch. Seine ganze Haftung, Kopf, Ohren. Schwanz beweisen, daß es von der Musik völlig in Anspruch genommen wird. Manche Pferde lasten kein Auge von den Musikanten. Ander« bleiben ganz unbeweglich stehen. Nur furchtsame und scheue Tiere werden zunächst unruhig, scharren und wechseln be. ständig die Richtung der Ohren, bis sie stit) an die Musik gewöhnt haben. Jedenfalls scheint i», daß dt? Musik den Pferden nicht un- angenehm Ist. denn st« zelgcn keine Ungeduld. Da» Merkwürdigst» ober ist, day die durch die Musik hervorgerufene Erregung stark auf die Blase und di« Eingeweide wirkt; schon bald nach den ersten Tönen steht man st« in dieser Richtung tätig. Bei manchen kommt es auch zu starken Gasexplosionen. Dieser Einstuß der Musik ist bei jungen Pferd«, ausgesorochener al» bei älteren. Ruch die Gewohnheit spielt dabei eine gewiss« Rolle. Ein Fest der Gallen liebe. Zu den Festen, die das indische Volk alljährlich feiert, gehört auch ein Fest, bei dem die Gattin dem Ehe- mann huldigt. Die Kulthandlungen dieses Festes der ehelichen Liebe bestehen zunächst darin, daß die Frauen ihren Ehegatten die Füße waschen und trocknen und sodann die Männer mit Blumengewinden bekränzen. Auch in den Tempeln opfern sie Blumen, und während die Dütte de-: verbrennenden Sandelholzes zu den Altären nufsteigei:, flehen die Frauen die Götter inn Gesundheit und langes Leben für ihr« Ehegatten an. das Zest öer Liebe. 3� Bon August Stramm. „Scheenen Donk ooch... ßheenen Dank ooch... Herr Bole�i» bräsedent... un'k winsch ooch'n janz erjebenstes Christfest..!* ... hopst« der Buckel dem Daoonreiteuden nach und stieß mit dem Fuß hinterher und lachte immer mutiger:„Na seht'r... seht'r nu? ... Mo muß bloß wisien mit de Menschen umzujehnl... dann i» allen» nich so schlimm!' und«r lacht« und freut« sich,»un Leid... Jett»... hu..." er stochert« mit den sdeif-zesrorenen Fingern m der Westmtasche rum...»dä, war ä Ieschnurr« un S IefeU» da derdrin in de Winden... m'r kimn rein nich wieder rausfinden...! ... da jab's kee Zelt nich für unsereen»... und..." er holte ein Stück Speck, zwei Brotkanten und einige Kiipserstück« vor und wie» sie dem mürrisch knurrenden Alten hin. „üllei... nee...' lacht« der Krüppel, wirb ooch mch mehr durch'» Ieknurre!... Kannst m'r ausziehn bis ust de Knochen...'t wird nich mehr... un wenn't vor dir steh wie'n ouejewaschener Engel Der Alt« riß ihm unwillig einen Purscher aus der Hand und einen Brotkanten und biß rem. den Marsch wieder aufnehmend. Der Buckel gab dem Grünling lachend auch einen Purscher, biß ein Stück Speck ad, ließ den Grünling ebenfalls beißen und überreichte den Rest mir«in«? lustigen Grtmosi« dem Allen:„Hier... eier Jnaden... wenn't dir den Abend deines ipptgen Lebens ver. scheenern d«f...!' Kauend kämpften sie sich werter D« Schnee wurde imm« dichter und das Tageslicht immer trüber. Rechts und links an der Straß« wuchten vereinzelte Haus« aust dar Krüppel haut« ver- sch«deutlich an, aber es waren„sinke Vnndsn. Kurz hinter einem Hause begegnete ihnen kleines Mädchen d«, Kops dicht tn-in Tuch gew.ckelt und mit berden Händen mühsam eine groß« mit weißem Leinen sorgkch überdeckt« Platt« vor sich her tragend.'', »Na, Kleene,' lochte sie der Buckel°n�„is', schwer?!... Da» hast denn Scheen'»?!... hä?l... hat da» bei Mudder stbocken.. dä- Zeia»?!' Die Kleine blickt«'ihn scheu an und wollte vorüber gehen. .Aber nu laß dcch mal sehn. Mausekeiu und der Buckel hob einen der mit Nadeln festgesteckten Tiichzipf-l auf.»ei der Daus... ei... nee... j« däe ab'r scheen«!...' Das Wasser lief allen Dreien im Mund« zusammen. Da» Kind stand verschüchtert und starrte di« verwehten Gestalten an, die mit gierigen Rüstern den warmen Kuchendust einsogen. »Un so schwer zu dragen... so'n kleen's Wirmchenl... habt 'r noch mehr dervon derheeme?!' .Nee,' meint« da» Kind weinerlich,»dät's Mudder ihr eenz'genl' .Ach Iodde doch... nee... du armes Dierchenl' bedauert« der Krüppel, brach mit einem kröstizen Ruck den Kuchen halb durch. klappte die Hälft« noch mal zusammen und ließ die Stück» in der Schlapptasche verschwinden:„dann will k d'r ooch de Hälfte lassen. dademit de was ze bubbeln hast uff de Feierdage... Mäuschenl... Un jrüß m'r dei Mudderchen recht scheen«... heerst du..."... und er klopfte dem sprachlos ihn anstarrenden Mädchen auf di« Back«, »und m'r sagen ooch scheen Dank un m'r lasi'n vajmejte Feierdage wtnschenl' > Er lacht« und all« drei trabten die Straß« entlang, da» Gebrüll de» zum Verständnis kommenden Kind«« klang ihnen nach Di« Häuser standen weit auseinander und die Strohe war leer. So fühlten sie sich bald sicher und nahmen Ihren allen Schritt wieder auf. .Ktnners,' lachte der Buckel,»jetzt noch nk Buddel Soross ua m'r ha'm'n Fest...'n Fest. Der Grünling sagte gar nichts; er stierte und schritt neben dem schweigsamen Alten einher. Der Buckel klopft« ab und zu mit stillem Kichern auf die lasche und schritt kräftig aus. Der Abend war schnell hereingebrochen, und in kurzer Zeil war es so dunkel geworden, daß sie sogar mehrlach den Weg verloren hatten und gegen«inen Baum gerannt waren. Endlich blieb der Alte schwer aufatmend stehen: »'S geht Haft nimmer!' Die anderen sagten gar nichts. Bor ihnen im Schnee tauchte ein« dunkle Mass« auf, di« Mauer eines kleinen Gehöfte». „Werd m'r de Ielegcnheit mal ansehn.' kräht« der Buckel,»wenn nur fcine Töle da is!" »Gehn m'r erscht rum,' knurrte der Alt«, und all« drei tasteten vorsichttg die Hintere Mauer des Gebäude« entlang. Der All« wies noch obm. wo bei scharfem Hinsehen die Umrisse einer niedrigen Luke zu erkennen waren Ohne«in Wort zu lagen. stellt« der All« den Grünling fest an die Wand und kletterte unter Stöhnen, Geknurr und Gefluck aus dessen Schultern. Zweimal siel er wieder herunter. Das dritte Mal gelang es ihm. die Luke zurück- zustoßen und den Strick, der sie von innen mangelhaft verschloß, mit dem mühsam vorgeholten Messe? zu durchschneiden. Langsem öffnet« er und sog den ihm entgegenströmenden warmen Stallduft «in. Das Stroh des Heubodens raschelt« unter seinen Händen. Mit einer letzten mächtigen Anstrengung scheuerte er sich als gerade«in Windstoß einsetzt«, an der rauhen Mauer mft den Füßen hoch und war drinnen im weichen Stroh. Behutsam spähte er durch die Spalten, di« von unten einen schwachen Lichtschimmer durchließen. Ein Gau! scharrte vor der Kripp« und in einem kleinen Eckverschlage grunzten behaglich zwei Schweine. Herrlich war's in der Wärm« und dem Stroh und er reckte und dehnte sich!... Aber die anderen standen noch draußen und der«ine hatte sogar Kuchen dei sich Mühsam knüppelte er di« beiden Enden des durchschnittenen Strickes wieder zusammen, schlang sich das eine Ende um die Hand, legt« sich platt auf den Bauch und ließ den Strick herunter; Räch kurzer Zeit erschien der Grünling stöhnend und keuchend, mit Händen und Füßen arbeitend, in der Mauerössnung und wurde vom Allen hereingezogen. Dann hing der Strick wieder... der Buckel meldete sich nicht, Knurrend steckte der Mb» den Kopf au» der Luke. Von dem Krüppel war nicht» zu sehen. Recht» vorne ab«? si«l au» einem Fenster des Wohnhauses etn heller Lichtschein und dicht« helle Dampswolken strömten daraus hervor. Der Alte fchnüfselt«. Da» Wersser lief ihm im«Munde zusammen. Da tauchte bkltzschnell ein Kops vor dem Fenster auf, dann mochten zwei Arme eine rasche Bewegung durchs Fenster... und kurze Zell darauf stihlte der Alte ein Zerren am Strick. Er zog an und der Grünling half..Eachteken,' ächzte der Buckel,„sachteken', als sie ihn unter die Arm« Pocken und hineinwerfen wollten. Es klang so besonders, daß sie ganz vorsichtig zu- saßten. Der Krüppel rutschte auf dem Bauche herein und kichert« leise vor sich hin. »Hoalt die Gosche!' knurrte ihn der Alt« an und verschloß die Luke wieder mit dem Strick. All« drei streckten sich ins Sttoh und räkelten stch, leise und vorsichttg sich einwühlend. »Hu... hu...' kicherte der Buckel...„is das scheen hier und...' er spähte durch die Ritzen nach unten...»ah... ä scheen's Pferdchen ... ä fein'» Pferdchen!... nu nee... ruh'g... nec... m'r dhun d'r mfchtt meckert« er, als der Gaul neugierig nach oben äucste. „Ab'r hier...' sagte er danm,.. hier.. und er hielt dem Gilten etwas unter die Rase,„kennst de däs?!' Der sehnüfseft« und schoß mit einem Ruck hoch. Aber der Buckel hatte schon wieder weggezogep und lacht«:»Jawoll... Briederchen! .•• SoroffI... echter Soross!... beinah'ne janze Buddeil... hu! ... nu Heer mal!"... und es gluckst«. Der Alte tastete aufgeregt nach ihm hin. »Ruhig... ruhig..1 sollst ha'ml... ab'r mäßig...! nur'n Schluck fier's erste!" Er reicht« die Flasche dem Alten, HWt ober das unter« End? mit beiden Händen. vorsichttg fest.„Oah" und er reicht« sie in gleicher Weise dem Grünling. »Un nu... mei Iungchen...' lachte er,.lang mal ein'r sei Sckneidling rieber!' (Schluß folgt)• Die Zeiten sind teuer, das Geld ist rar! Der Frosch sagt: Spar! Wie mach ich das richtig und ideal? Kauf nur Erdal! Erdal für die Schuhpflege Theater, Lichtspiele usw. Deutsch. Künstlertheat. 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Der Angeklagte mirb wegen öffent. biete des Finanz, Geld, Bant- und Kreditweiens dem Gebiete tes Stadterweiterungs-, Hochbauficher Beleidigung des Herrn Reichs Mit der Stelle ist 3. 8. das Gehalt der Einzel- und Siedlungsmefens. präsidenten zu einer Gefängnisstrafe von Posse in 3 Aufzügen. Die Frau cine iun Berliner k- Trio neu Berlin! Volkstüml. Preise! von Richard Keßler Mus v. Walter Kollo Neukölln, mit Molly Wessely Fritz Spira Kammer- 6per Sonntag 3½ Uhr: Lützowstr. 112. Raub d.Sabinerinnen an der Flotiwellstraße Täglich 8 Uhr: Wohl zu ruhen. Herr Nachbar! HIND ORIEN Kom. Op. v. Poise NovitätenDas kluge Felleisen von Wend and Karten 5, 4, 3, 2 M. inkl. Garderobe and Progr. Spielplan Sonntags 3 Uhr halbe Preise Raudien gestattet. brei Monaten verurteilt. 11. Die Roften des Berfahrens trägt der Lahnstr.74/ 751 Angeflagte Apollo8 Uhr Theater 8 Uhr Revue- Posse Daslachende Berlin Ueber 150 Mitwirkende! Ganz kleine Eintrittspreise! Parkett 2,50 M. III. Außerdem wird dem beleidigten Herrn Reichspräsidenten die Bejuanis zu gefprochen, bie Berurteilung binnen eines Sonats nach der Zuftellung des rechts träftigen Urteils im„ Borwärts",„ Berliner Tageblatt" und Berliner Lokalanzeiger auf Kosten des Angetlagten einmal zu Berönentlichen Der Generalstaatsanwalt beim Land ericht I. Stahlmatratzen 1. Mas, Polsterauft, Metallb. a. Briv, Günft Sebing.Sat.30Afzet.Eisenmöbelf.Euhl.Thür. forderung. gehälter Gruppe 2 bzw. 3 der preußischen Besoldunge Mit der Stelle ist 3.3. das Gehalt der Einzelordnung verbunden. gehälter der Gruppe 2 der preuß. Besoldungeord. Persönliche Borstellung nur nach erfolgter Auf- nung m. Aufstiegmöglichfeitnad Gruppe 3 berbunden. Beriönliche Vorstellung nur nach erfolgter AufBewerbungen mit Lebenslauf und leberblick forderung.. über die bisherige Tätigkeit, insbesondere auf dem Bewerbungen mit Lebenslauf und leberblick über Gebiete des Finanzweiens find bis spätestens die bisgerige Tätigkeit und über städtebauliche Er15. februar 1925 an den unterzeichneten Borsigenden folge sind bis spätestens 15. Feb: uar 1925 an den der Stadtverordneten- Versammlung, Frankfurt a.M, unterzeichneten Borsigenden der Stadtverordneten Rathaus, einzureichen. Berfammlung, Frankfurt a. M., Rathaus, einzureichen. Frankfurt a. M., den 17. Januar 1925. Frankfurt a. M., den 17. Januar 1925. Der Bersihende der Stadtverordneten- Derfammlung Der Vorsitzende der Stadtverordneten- Bersammlung I. Heißwolf L. Heißwolf